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Full text of "Rouget de Lisle et l'hymme national"

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COLLECTANEA FRIBURGENSIA 

:oMMrM.\'iiuM:s ACMirMir,-!- rM\[:iisri,\'iis i-'i»ihi.i»r,i.:Nsis iiKi-via*. 
FASCICULUS I. 



DIE CORRESPONDENZ 



ALF0NS0.«.G1R0LAM0 CâSATl 



SfAMSCHEN (] 



:RISCUKN EiriGENOSSENSr.H 



I^RZHHRZOG LEOPOLD V. von OESTERREICH 

1620-1623 

Ein Beitrag zur schweizerischen und allgemeinen Geschichte 
im Zeitalter des dreissigjsehrigen Krieges. 

Mit Einleitung und Anmerkungen herauagegeben 
HEINRICH REINHARDT 



FIUBI'RC;! IIELVRTHmr.M 

Lfi D[BLTOPOLA.\l 1." N I V En S I T A T I S 

MDCCCXCIV 



COLLECTANEA FRIBURGENSIA 



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COMMENTATIONES ACADEMICiï 



l'NJXKllSnwnS KUIBnU}K.\SIS hklxktjoru.m 



FASCICULUS I. 






l'Uinriuîi iiKiApyriourM 

MM' h 15 ir. LIOI'OLA M T N 1 \' J' P S I lA II S 

Miw:rri.\\\\iv 



COLLECTANEA FRIBURGENSIA 



COMMENTATIONES ACADEMIOï 



(MX KHSITATIS FKIIil lUJKNSlS HKLX KTliJRL.M 



FASCICULUS I. 



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l'KIlUlUîl llKLVK'riORr.M 

AIT h IIIIJI.IOPOLA M rXl NKHSITA ris 

Mnr.cciAxwiv 



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DIE CORRESPONDENZ 



ALFONS0™GIR0LàM0GiSATI 

Sl-ANISCIIEN GESANDTEN ]N DtB SCllWKIZEPlSCliEN EIDGtNOSSENSClIAtT 

ERZHERZOG LEOPOLD V. von OESTERREICH 

1620—1623 



Ein Beitrag zur schweizerischen und allgemeinen Geschichte 
im Zeitalter des dreissigjeehrigen Kriegea. 



Mit Einleitung und Anmerkungen herausgegeben 



HEINRICH REINHARDT 






FREIBURG I. D. SCHWEIZ 

OM.MESSIONSVERLAG UER i:NIVKRSlT.ETSlH'CI[t]ANI>LlNl) 



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VORWORT 



Mit i'ortiegender Publication biele ich dent Léser die drille — wtederum 
recht bescheidene - Fruchl von \ietnlich weilausgreifenden archivalischen 
l-'arscàuitfjeti \tir Gexchickic der BUndner- und VelUtner-FroKe in den Jahren 
itii8-if>2li. wclche ich schn» loâhrend meiner akadetnischen Studient,eit \u 
Wien und Innsbruck begonnen und seilher an dem lel^tgenannlen Orle ivie 
auch in dur schwei^erischen Heiniat forlgenel^t habe. 

liiefrûhern Arbeilen beliteln sich : « Beitràge \iir (ieschichle der lilindner 
Wiiren ifiiS-i6i<> * (Jahresberïchl der hôhern Lehranstalt in Lu^ern 
fiir 1881, S. 2C)-j3), und*. Der Veltliner Mord (1620) in seinen unmitlelbaren 
l'olgen fiir die Eidgenoisenschaft » (Geschichtsfreund, Organ des kisl. Vereiiis 
der V Orte, Hd. AV. Ii883], S. i6g-356). Das Verhaltnis: der beiden Arbeilen 
unier sich und 'iu der nun rorliegendcn drillen genaucr dar'iulegen, darf ich 
ii'ohl mir und dem Léser ersparen. Immerhin sehe ich mich ^u folgenden 
Hemerkungen genôtigl. Vorab ist die an ersier Slelle erwàhnle Sludie durch 
die \uieile keineswegs — wie Benul\er dieser ^weilen irrtûmlich angenommen 
haben — enliverlel und « ausser Curs * gesel'^l iforden: ste beanspruckt vielmehr 
auch nach dieser lel^lern noch freundliche Beachtung, wobeî freilich nicht 
yerschwiegen werden sait, dass die eine und andere Aeusserung in jener 
Ersllingsschrifl heule dem Verfasser elwas fugendlich erscheinl. In beiden 
Arbeilen aber sind, wie ja schon aus ihrer ygillichen Begren^ung geschlosien 
iverden kann, nur gam; tvenige von den Aklenslïicken ^nr Vertvertung gelangl, 
dienun in dieser drillen Publication gedruckl erscheinen ; ;ene wenigen gehôren 
sâmtlich dem Jahre 1 620 an und sind durch ein Slernchen neben der Summerie- 
rungs^iffer besonders hervargehoben . 

Dièse Correspondent des Kr^her^ogs Leopold V. l'on Oesterreich mitAlfonso 
und Girolamo Casali. spaniscken Oesandien in der Eidgenossenschafl. slamml 
aus dem k.k. Slatlhallerciarchii' in Innsbruck. l'rsprûnglich unier andern 
Aklen derselben Zeil und rerwandien Charaklers s,erslreul, wurde .île mil 
Erlaubnh des Archivvorstandes von mir ;i( einem slaltlichen Fascikel veretaigl, 
und darobreifle athniihlich in mir derGedanke. dieSanimlung ^uveriiffentlichen. 
.lllerdings ergîbl sich aus ihr selbsl, dass sie noch immer nicht gan^ vollstândig 
i-orliegt. Wohl hal ein Sch&ler von lierrn Prof. /)■ llirn in Innsbruck bel 
Anlass einer Seminararbeit einige Slûcke aus dem Jahre 1620 enideckt. die 
mir fri'ifier enigangen ivaren. Erneule eifrige und umfassende Sachforschungen 
•iber. !n denen gerade dieser l.'msiand mich bei meinem lel^len Aufeniballe ;ii 
Innsbruck im August i8g2 veranlassle, blieben resu/latlos. Vielleicht ivird ein 
glUckllcher Zufall bringen, was redlicher Fleiss umsonst erslrebl hal. Au/ 
diesen Zufall glauble ich indess nicht warlen ^u sollen. 



Auch so bildet die Casati-Correspondem; etwas in sich geschlossenes und 
dièse innere Geschlossenheit schon musste !{ur Verôffentlichung rei^^en. Sje schien 
mir trefflich da^u geeignet jçu sein, spàtern Mitteilungen aus dem gan\en 
reichen Materiai, das sich allmâhlich in meinen Hànden angesammelt hat. 
^umfesten Rahmen !^u dienen. Eben darum glaubteich auch, die Correspondent 
in extenso iviedergeben und manch unbedeutendes Stûck in den Kauf nehmen 
i^w dur/en. 

Was bis jet\t an diplomatischem Materiai ûber dièse Bûndner- und 
Veitliner-Frage, welche die europàischen Kabinette wâhrend vier Jahr^ehnten 
beschàftigt hat, gedruckt vorliegt, ist nicht sehr um/angreich. Dabei be^iehen 
sich dièse Publicationen, soweit sie nicht bioss regislrierender Art sind - ich 
denke dabei vornehmlich an Cérésoles und Rotts verdienstvoUe Arbeiten - 
mchr au/ die Zeit Heinrichs IV., ais au f die Jahre, die uns in der Casât i-Coi^rc- 
sponden^ beleuchtet erscheinen. Fast ailes ist fran\ôsischer und venctianischer 
Provenien^. Und vornehmlich aus solchen Quellen sind die wenigen dar- 
stellenden Arbeiten geschopfty welche wir ûber dièse Dingc besit\en. Sol l te ich 
da so gan^ l'nrecht haben, wenn mich bedunkt. dass es cndlich einmal an 
der Zeit sei, auch die Gegenpartei ^um Worte kommen ^u lassen ? 

Der ^springende Punkt » unserer Correspondent dïtrfte in dem ;// suchcn 
sein, was sie ûber den Madrider Vertrag vom 25. April 162 i und die StcUung des 
Enherzogs Leopold diesem Vertrage gegenUber 6/e/e/. Hier h abc ich mich reran- 
lasst gefïihlt, aus jcnen weitern Materiai ien — der Correspondent I^'erias mit 
dem Er^her^og und des let^tern mit seinem Agenten Vattielli in Mailand, 
den Berichten des kaiserlichen Gesandten Savelli in Rom u. s. w. — mchr 
eim^ustreuen als ich sonst im Interesse der Oeconomie des Gan^en fïir gut 
Jand. Man môge mit dem Bilde, das sich hieraus ergibt, die Darstellungen 
l'ergleichen, in denen sich die Geschichtschreibung seit Sprecher und Siri bis 
au/ Conradin v. Mohr und seine allerneuesten Nachfolger gefàllt, um -{u 
constatieren, ob meine Publication einen Fortschritt bedeute oder nicht. 

Dass die Einleitung so unverhàltnismàssig sich gedehnt hat, mag seine 
Rechtfertigung finden in dem vielen neuen, das sie bringt, und in der Vernach- 
lâssigung, die bis heute der spanischen Gesandtschaft in der Schweiz ;t/ teil 
geworden ist. Als einen Beitrag ^ur Geschichte dieser Gesandtschaft, ^ur 
Geschichte auch der Famille, die mehr als ein Jahrhundert hindurch 
mit ihr fast identificiert erscheint, bitte ich sie vor allem aufyufassen. 
Dabei waren Kapitel von mehr allgemeinem Charakter nicht ^u umgehen. 
Wer beobachtet hat, in welch sonderbare Irrtïimer einerseits auslàndische 
Forscher ersten Ranges verfallen kônnen, sobald sie auf bïindnerischc 
und schwei^erischc Verhàltnissc ;i/ sprechen kommen, welche !'nken)itnis 
andererseits in schwei^erischen Kreisen gegenûber historischcn Persônlichkeiten 
von der Bedeutung Leopolds V. ^u herrschen scheint, der wird dièse ^usammcn- 
fassenden Abschnitte nicht ohne weiteres als ïtberjlïtssig erklàrcn und auch 
nicht qi/ strenge urteilen, wenn in der Einleitung \uweilen etwas nochmaligc 
Erwàhnung gefunden hat, was bercits in den Anmerkungen ^ur Correspondent^ 
gestrcift ist. Es wûrde mir ;i/ grosser Genugthuung gereichen, wenn man 
meine Arbeit als einen bescheidenen Versuch der Vermittlung ^wischen 
ôsterreichischer, italienischer und schwei^erischer Forschung wurdigen wollte. 



m» SehrtibtH dtr beùten Casatî tind mtitt OrlginalitH, d. h. yoA ihwn unitr- 

I ^eic/ineie Schri/tttaekt. Litgl <int Copie — etuia non der Ilané einvf er^henogiichen 

m^liilen — vor, to ist dat gewiixenhafl angegtben. Zum Vtrschliesien der 

I Depeiehen hat fftwShnlich ein kleiima Oblaten- oder Wachssiegel gtdîeal ; sehr oft 

k /ehll aber aueh «in solchet yoUstàndig. Bei Beginn meintr Commenlîerungsarbeit 

I glauble ich Ober ltli;tem Vmtland Bericht ertialle» tu matstn : tpàter sah içh davon 

uieil mil dem FehUn det Siegels die AuthenlicilSI det Schri/lilUckea nichi im 

geringtlen ^viei/ethaft wird : in dietem Fuite bildelr et eben Betlandteil einer 

grôttern Sendung iind bedurfte eines besiindern Venchlumcs nieht. — Dais der 

.1 mbaisador numelun nigenhàndig die gan^e Depesche tehrieb, lit telbslvent&ndtich , 

daxu wurden die SekrelSm verwendet. Die Mehr^ahl rUhrl von einer Hand her : 

ieh vtrmule. dais es ditjenige tirsini't aei isiehe S. XXJIf der Kinleitiingi. Ocineben 

[ intheinen indess nnch mindeslent xu-ei andere Schreiber. pon denen dertine unihl 

I Criyelli liiehe ebendaS. LXi isl. 

Die Schreiben des F r^/ier^n gs und seiner HSte liegcn xAmtlkh in Concept 
iider Heinschri/i viir ; dass Ji> auch u/irkiicb in diesem Wnrllaute abgesendcl vnrden 
lind. kana mit Grund nichI be^u-eifell werden. Eine gan^e Reîhe l'on IlSnden war 
hlebei beieiligl . Mberlini, \ti,hr, Lintner. Slredel. Ferrari iiiehe Einteitung S. XLIIi 
. w, -. tiiureil ich den Schreiber nicht tu erkennen vernuichte, habe ich mich î«r 
l'ntertchtidung der Buchstaben F-ll bedienl. Oft genug haben dienc Concepte dem 
Herattsgeber Schmierigkeiten bereitel, die denn auch in ^îemlîch hSufigen Frage- 
teicAen (um Au»druck gekammen sînd. 

Die (irthiigraphie isl in den ilalienîschen .iktenxIScken getreutich beibehatten 

, worden, sauvil nicht der gant willkurliche Gebrauch von Majuskel und Minufkel 

'■> rvn u und v einer Regelung rie/: in den wenigen Beilagen und Citatrn 

I deuischer Sprache erlauble îch mir Vereîn/achungen. far die der /achmànnisehe 

( Leier eine ndhere liegriindung nickl fordern wird. Die Inlerpunction iit — immerhin 

unter mîigUchsl engem Anschiuis an die V'irlage — mtidertten BedUrfniisen ange- 

patit wnrden. 

Anjangs- und Schluss/urmeln. Adressen u. dgl. sind im Drucke uieggelatten. 
Dagegen glauble sich der llerausgeber — io sauer ihm die Arbeil auch viurde — der 
mnderncH Fiirdcrung. Regeslen îU geben, nicht entschlagen çu diir/en : dass dièse 
Hegeslen bei aller Sorgfnll in der Redaclion und allem Streben nach Knappheil im 
Auidruck n/l ^ieailich lange gewurden sind, hal seinen Grand in dem eigenarligen 
Charakler der Schriftitûcke. 

In den Anmerkungen \u den ein^elnen Depeschen galt es.den durch sie gemdhrlen 
Auftchllissen die richtige SIelle in itnserer Erkenninis an^uieeiaen, Ich habe dabei 
unter Ausschluss ipàterer Darslellungen nur Quetlenmalerial im sirengen Sinne des 
Worles herangeK"ge» und auch da glauble ich mir Beschr&nkung auferlegen ^u 
mûssen : e> genQgle im wesènf lichen, ausser den biindnerischen Chranislen die cid- 
genUssischen Abscfiiede ;u consultieren. In ftcfug au/ ein Versehen, das in der 
Be^eichnung des einschlâgigen Abschiedebandes mitunlerlau/en isl. siehe unter 
» Nticbirdge und Berïchligungen • am Schlusse. Sprechers « Hîititria miiluum » ist 
nach der deulschen Bearbeitung cou C. k. Muhr citierl, iireil et sich meisi nur um 
raiche Orienlierung handelle : wu der Wortlaut in BetrachI himml, wird /reilich dai 
Original ;« vergleichen sein. — Ein aus/iihriiches Ver^eichnis viin Quellen und Litle- 
raturfur Geschichie der * Biindner und Veitliner Wirren * Jiadel sich in der Ausgabe 
non Alberti't ^^Antichità di Bnrmiii • in den Publicalionen der Sncielà st(/rica Co- 
mente Iracctiita slorica l.iggui. Xur Vervallstdndigung desselben sei hier hingewieien 
au/ die grosse Sammlung venelianischer Relationen und Depeschen von Baro^v und 
Rerchel. au/ Zellers Buch * Le connétable de Luynes. Monlauban et la Valleline • i:(U 
beachlen sind insbesondere die im Anhang abgedruckten Aktenstiiche. unter denen 



ï- B.ein wichtigei Sckreibtn Munihùlont aun Lu!{ern vnm Ji.Juli i6»i lich Jindetl 
und au/ dit MUleiliingen nui den RalipniiokulUn Sidwaldeni im Archiy /. Schmei^. 
Reformationtgtith. Itl, aï.ï. — Von neueiler bUndnerischer Litieralar seien nach- 
gelragen : P. C. Planta. GeschichU fun GraubUnden ipopul&rer Salur), iSg2 : P. i-on 
Planta, Chronik der Familie von Planta. i8g» (entbfhrt leîder vlelfach derwitaen- 
schafilhhun Sachwtisti : endiich die beidtn Vitrlte des Benedîklinerpalers Nkalaus 
V. Sal>3-S<iglîo Uber die Geschiclile leiner Familie. — Dm Werk von Uafftur Uber 
(Itorg Jtnalic/i trschien eben. ali der Orne* der Einleitung begonnen halle, unJ su 
konnte ith nur mehr * im Vurbeigehen » Se\ug au/ dasselbe nehmen. Hintichtllch des 
Madridtr Vertragrs steht Sbrigens aut^ flaffterau/dem oben angedeulelenSlandpunkt. 

IHt tncoitstqvinvn in dtr Orlliugraplile, uitltlu sich in den .4iiiinr*Bii/f(n und Rtgnlcti ciifr-, 
<lfr h'mleituiiff anaererieils tcmfrKtiar maclirn, bille îck ndchiKlilis bcvriellcn (u ivoUtn ; sle tiiid 
iiim Tril du/ Rechnung dir Vtbtrgdigsftrii de (u silfcn, in dir xir uni gcginiràrtig b^nden. 

Was icà por Jahri-n ni den W'icncr Archiven gesammelt habe. isl fur 
meine frùhern ;\rbeilen garnichl, /ïir die vorliegende nur in sehr unlergeord- 
n eter Weise \ur ^'eruierliing gekommen. Mit warmer Dankesemp/indung aber 
erinnere ich mick stels drx/rcundiithen Empjangts, welcher dem damais noch 
sehr jugendiichcn «.Forachcr» von Seiten Alfreds v. Ariielh und seiner 
I iebemwùrdigen Beamten \u teil gcwarden isl, und es dràngl inich, mit dem 
Ausdruch dicuer Dankeicmpfindung nichl langer ^urUck\uhallcn. U>ii;i xpâter 
die Raume dex Slalthallereiarchivs in Innsbruck mir ^u einein iraulichen 
Au/enthalte geworden sind, so lag der Grund da^u vor alleiii in dem ivahrhafl 
vàlerlichen Wolilwollen, mil dem der Vorstand dièses Arehii's. Ilerr kaiserl. Rnl 
D' David R. V.Sckûn/ierr, meine Sludien begleitele, in der l'ersIàndnisvalleH 
Untersl&l^ung sndann, die me an meinem lieben Freunde, dem ^weiten .\rehivar 
Fr Oswald Red lie h (nunmehr Pro/essor an der Vniversiiai Wicnl./anden. 
und endiich in der slels sie/i gleich bleibendtn seibslloscn Diensibereitsckajt, 
die der Amanuensis, Herr D' WaibI — seine Besckeidenhcit môge es geslatlen, 
dass ich seincn Samen hier mit erwàhne — mir bewies. Von den schviei- 
^itri sçhen Archiven und Bibliolheken nind besonders die lu^ernischen 
in Anspruch genommen worden: die Herren D' Th. i: Liebenau (Staais- 
archipj, G. Meyer fSladtarchivi, F. J. Schif/mann iKanlons- und Stadl- 
bibliùthek) haben sich aile in ^uvorkommendsler Weise bemiihi. mich in 
meine» Nack/orsehungen ^u/lirdern. Die Gejàlligkeil des Herrn D' Biihler- 
Mo h r versehaffle mir Einsickl in das Stammbiich der Familie Mahr. Trefjliche 
Winhe gab Herr Emitio Molla. Bibliotkekar der Triviihiana. der auch 
Be\iehungen \u Mailand und ;ur Familie Casati vermiltelle. Die Herren 
Gra/en Giorgio und Alfonso CasaU ûbersandlen mir die einschlSgige 
Lie/erung l'oti Calvi's grossem und verdienstvollem genealogischen Werke ; 
ausserdem Hessen sie mir ivillkommene Mïtleilungen ^ugehen uud non îhnen 
uiurden mir auch die Clichés \u dem Bildedes ersten .\mbassadors — von Girolamo 
findet sich leider kein Portrait i-or — und ^ii dem Wappen der Casai i ^iir 
Ver/ligung gestelll. Allen, die mil Rat und Thaï mir /reundlich beigestanden, 
sci hiemil der her\licksle Uank aiisgeaprochen ! 



Fr. 



. d. Sch 



;. Osier 



H. P. 



INHALTSUBERSICHT 



Einleitung I-LXXXVII 

Correspondenz i - [ 93 

Depcschen vom 10. Kebruar bis December 1O20: NNr. i-ag . 1-34 

Depeschen des Jahres 1O21 : NNr. 30-76 35-83 

Depeschen des Jahres i6aa : NNr. 77-143 84-157 

Depeschtn vom Januar bis ïum 3i. Ott. ifnZ : NNr. 144-177 ■ t58-I93 

Anhang : 

I. Disi:orso del passo d'Iialia in Alemaj{na pcr yenti da guerra [54 

II. (kheimsijhritt fUr die Correspondenz zvvischen den Casati 

und lirzhcrzofî I.eopold 195 

Nachtreege und Berichtigungen : 

a. Zut Einleitung rgfi 

b. Zur Correspondenz 197 

leber die in der Correspondenz erwahnien Persônlichkeiien 

aua den kalholischcn Oricn jçiS 

Personenverzeichnis io3 



^tIï^'^ï^^'^ 



EINLEITUNG 



Die Casati in Mon^a und Mailand. — Der « Tesoriere générale » 
Girolamo Casale. — Seine Sôhne Giambattista und Al/onso. Jugend- 
eindriicke. Studien. Anfànge der Laujhahn ^. 



In (Jen Raumcn cines stattlichcn PatrizierhauscsamMarktplaizc 
/u Mon/a -sahen der lo.und t t.August dcsJahres i574ein festtichcs 
Lebcn und Trcibcn sich cntfaltcn. Dcni Besitzerdcstlauscs wareine 
grosse Auszeichnung zu teil gcworden : der Ictzte Valois hatte auf 
seiner Reise aus dem fernen Polen nach der franzôsischen Heimat, 
\vo seit dem Tode Karls IX. eine grôssere Bestimmung seiner 
harrte, Venedig und Mailand i ?) berûhri und war nun draussen in der 
allen Krônungsstadt der longobardischen Kônige fOr eine Nacht 
und einen Tag bei Girolamo Casate, dem « Generalkommissâr der 
leichten Reitcrei)>dcsMailândischen Staales, eingekehrt. Der i i.Au- 
gust erhielt noch seine besondere Weihe durch die Anwesenheit 
des Kirchenfcirslen, der damais mit apostolischem Eifer die Erz- 
diijcese Mailand verwaltete, nachdcm er frûher Glanz und Einfluss 
eines pâpstlichen Nepoien genossen : Carlo Borromco las fur die 
erlauchte Gesellschaft in San Giovanni, der ehrwtirdigen Basilica 
Monzas, die heilige Messe ■', 

Der Mann, dem so viel Ehre widerfuhr, ist derjenige, welcher 
dem patrizischen Geschlechte der mailândischen Casati fClr die 
neuere Zeit ■* Bedeutung verliehen hat. Mit seinen ersten Jugend- 
jahren ■'■gehùrte Girolamo Casate noch jener Epochcan, \vo Maitand 
unter den schwachen Auslâufern der Dynastie Sforza des letzten 
Schimmers von Selbstândigkeit sich erfreute, um dann aïs wichtiges 



II • 

Glied sich einzufûgen in das weltumspannende System der hal 
burgischen Macht ^. 

Fur die Magistratur bestimmt, batte der junge Mann, der Si 
der vornehmen Jugend Mailands folgend, zunâchst dem Kriej 
dienste in den Heeren Karis V. und Philipps II. sich zugewan 
(i55o) und hier die obengenannte Stellung sich errungen ( 1564) ". 
erster Ehe mit Francesca Aliprandi, in zweiter mit Violante 
Silva ^ aus einer ursprunglich spanischen, damais aber bereits de 
mailândischen Patriziate angehôrenden Familie vermâhit, si 
Girolamo Casate mehrere Sôhne und Tôchter um sich hera 
wachsen. Der âlteste der Sôhne, Giambaltista (geb. iSSy), istStift 
jener Linie geworden, die heute noch in Mailand blûht. Zunâch 
aber sollte es dem zweiten Sohne, Alfonso (geb. i565), beschied( 
sein, das Geschlecht auf der Bahn der Erfolge und der Ehn 
weiter zu fûhren : von ihm ist die Ambassadoren-Dynastie ^ 
grûndet worden, die in der Geschichte der Diplomatie wohl einz 
dastehen dûrfte, indem sie mit kurzen Unterbrechungen hunde 
und neun Jahre hindurch (1594-1703) denselben Gesandtschafi 
posten inné gehabt hat. 

Im bunten Festgewimmel jener Tage haben wir uns \vo 
auch die beiden Knaben Giambattista und Alfonso zu denken, ur 
unter den Jugenderinnerungen, die den Ehrgeiz der jugendlich< 
Seelen schwellten, mochten der 10. und 1 1. August des Jahres i5; 
zu den strahlendsten gehôren. 

Noch war Obrigens die Laufbahn des Vaters damais keineswe. 
abgeschlossen. Erst spâter vielmehr sollte Girolamo Casate se 
eigentliches Arbeitsgebiet finden, auf welches Anlage und Erziehur 
ihn hinwiesen : er wurde Quàstor des « Magistrats der ordentlichc 
Einkûnfte '^», i58i aber « Generalschatzmeister », und mit letzter 
Wurde reihte er sich unter die obersten Beamten des mailà: 
dischen Staates ein. Daneben gehôrte er 1 585- 1 687 auch zu de 
60 « Decurionen », d. h. zum Generalrate der Stadt Mailand, 

Der socialen Stellung des Mannes entsprach sein Vermôgei 
In Mailand selbst nannte Girolamo Casate mehrere Hâuser ur 
Gârten sein eigen. Der Palast, der dem Generalschatzmeister zi 
Residenz diente, erhob sich genau im Winkel der beiden Strasseï 



welche jetzt die Namen Via del Borgo nuovo und Via del Monte di 
Pietà tragen. Noch lange nachher kennzeichnete das von einem 
Adler gchaltene Wappenschild ûber dem Portale das Gebâude als 
Besitztum der Casati. So recht eigentlich «zu Hause » scheint 
indess die Familie draussen in Monza gewesen zu sein. Hier Hess 
Girolamo Casate i585 in Gemeinschaft mit der Familie Durîni die 
Briicke ilber den Lambro, die heute den Namen « il ponte di Santa 
Maria délie Grazie » trâgt, ervveiiern und verschônern. Hier zu 
Monza, in San Francesco, war auch die Familiengruft, in welchcr 
der Vater Girolamos und nach ihm mancher Sprôssling des Ge- 
schlechtes seine Ruhestàtte fand. 

Wir kennen damit die Jugendeindrùckc, unter denen Alfonso 
Casate und sein Bruder heranwuchsen. Wâhrend der letztere die 
miiitarische Carrière sich ausersah und schon i58[, damais, als 
der Vater « Tesoriere générale » wurde, demselben in der Wcirde 
des Generalcommissars der Cavalierie folgtc, wurde dem jùngern 
Sohnc einegelehrte Frziehung zu tcil : Alfonso studierte Jurîspru- 
dcnz und erwarb sich den Doktorhut. Der alte Herr muss es 
vortrefflich verstanden haben, durch eine Art von Erbrecht seine 
Sohne vorwârts zu bringen. K.aum 22 Jahre ait, tritt Alfonso Casate 
1587 ins Collegium der Decurionen ein, in welchem der Vater 
durch Verzicht auf dièse Wûrde ihm Platz gemacht hatte. Aber 
auch Alfonso sollte jener Anschauung seinen Tribut enirichten, 
die sich einen jungen Patrizier ohne Feuertaufe oder doch ohne 
ein bischen Waffenspiel und Kriegsgetummel schwerlich denken 
konnte : auch er ging zur Armée, und bald finden wir îhn als 
Hauptmann einer Compagnie Lanzen bei den Truppen, welche 
Philipp II. seinem Schwiegersohne Cari Emanuel von Savoyen zu 
Hilfe schickte, als dîeser die grosse Aktion der Ligue und Spaniens 
gegen Hcinrich III. und seînen nunmehrigen Bundesgenossen 
Heinrich von Navarra sekundicrte und dabei der alte K.ampf 
zwischen Savoyen und Genf sich erneuerte "'. 

Wie hatte sich dieWelt geândert, seitdem Heinrich llf ,zu Monza 
der Gast des alten Casate gewesen war ! Wie waren die Hoffnungen 
cnttâuscht worden, welche damais die katholische Partei nicht 
nur Frankreichs, sondern Europas auf den K.6nig gesetzt hatte ! 



IV 

Und mit welchen Gefûhlen mochte unser Reitcrhauptmann der 
Entvvickelung des grossen Dramas folgen, das vor seinen Augen 
sich vollzog : dem verzweifelten Kampfe des Konigtums des letzten 
Valois gegen die Ligue, in welchem zuerst das Haupt der Ligue, 
dann der Valois selbst unterging — dem Emporsteigen des ver- 
hassten « Béarners », der als Vertreter der Legitimitàt auf den 
Schlachtfeldern von Arques und Ivry den Bund des katholischen 
und des stândischen Prinzips ûberwand und dann in den schweren 
Waffengângen mit Alessandro Farnese, dem grossen Feldherrn 
Philipps II., an der Eifersucht des nunmehrigen Liguistenfûhrers 
und dem national dynastischen Gefûhl der Franzosen Bundesge- 
nossen fand, die unendlich mehr fur ihn bedeuteten als sein ganzes 
bisheriges WalTenglûck ! Dass in der letzten Phase dièses grossen 
Kampfes auch ihm selbst noch eine Rolle zufallen sollte, konnte 
der junge Kriegsmann freilich nicht ahnen. Als Lohn fur die 
geleisteten militârischen Dienste wird der Titel eines « Kammer- 
Edelmanns » aufzufassen sein, den Cari Emanuel iSgS unserm 
Hauptmann verlieh. 

Wahrscheinlich war es der Tod des Vaters, der Alfonso Casa te 
in die Heimat rief : am 23. April 1594 verschied der Generalschatz- 
meister. Aber nochindemselben Jahresollte das Geschickden Sohn 
auf den Posten stellen, der fur ihn die Aufgabe seines Lebens 
bedeutete. 

* Dieser ersle Abschnitt beruhi aul dem 4. Bande (i885) des grossen Werkes 
\on Felice Caivi, Famiglie notabili Milanesi, im besondern aufTafcl XII der beir. 
Lieferung, welch' leiziere mir iiberhaupt guie Dienste geleistei hat. So weil Caivi 
seine Mitieilungcn aus notariellen Akien und âhnlichen Dokumenten geschopfi 
hai, verirauie ich mich gerne seiner Fuhrung an, und auch da schulde ich ihm 
besicn Dank, \vo er mir die Kcnninis schwer crreichbarcr Werke vermiltell hat. 
Andererseits aber ergibt sich aus mcinen eigenen Studien manche Berichligung 
zu seinen Angaben. - Morigia, Nobiltà di \f i lano {ibii)) — keineswegs eine 
(jencalogic der mailândischen Aristokratie. wie man nach dem Titel vermuien 
kOnnte, sondern eine Darstellung aller Kuhmcstitel, ailes Schonen und Kdlen der 
Stadt Mailand auf den verschiedcnsten (jebietcn - bietet zwar manche Belehrung 
ûber mailândische Verhâltnisse bei Beginn des 17. Jahrhunderts. FOr die Familien- 
geschichtc der (2asati aber ist er schon deshalb schwer zu gebrauchen, weil die bei 
ihm gelegentlich erwahnten vielen Persunlichkeilen dièses Namens in keinem 
gencaiogischen Zusammenhange vorgefûhri werden. Zu meincm Bedauern habe 
ich gerade diejenigen Casati, die uns hier beschâftigen, umsonsl bei ihm gesuchi. 



t;nd doch muss Morigia die Famille des « General sch atz m eisters » gekannt haben. 
denn nach Caivi erwShnt er in einem andern Werke dessen zweite Gemahlin mit 
besonderer Auszeichmjng. Auf Vollstândigkeit mactit Ubrigens Morigia durchaus 
keinen Anspmch. — Vielleichl wDrdejenes andere Werk, die « Hhtoria diMilano *, 
oder noch cher ein drittes von demselben Verfasser *La nobillà c progenîe de 
gl' tll. Sig. Sessanla del Conseglio générale di Milano » (■^nauere Auskunft 
bieten; leider habe ii;hmir beide Werke nicht verschaffen kônnen. -- Das von mir 
benutzte Kxemplar der « Nobiltà di Milano * verdenke ich der Kantonsbiblioihek 
von Aarau. Ich kann nichl umhin, bel diesem Aniasse einen Irrtum zu berich- 
ligen, dersich schon bei Leu, helv. Lesikon, XIII, 397 (Leu erwahnt Morigia als 
Verfasser eines Werkes liber das Gebiet des Lago maggiore) findet und auch in 
dcn Katalog dereben genannten Biblioihek sicheingeschlichen hat : der gute Padre 
war nicht Jesuit. sondern Jesuale. — Ueber die mailandische Aristokraiie im All- 
gemeinen belehrt der oben cilirie Cav. Cali'i in seinem Bûche t. Il palrizialo 
di Milano . (1875). 

Rs sei noch bcmerkt, dass der Namc der Famille lange nicht bestimmt lixirt 
erscheint. Noch in der Zeit. die wir hierzu behandein haben, schwankt er zwischen 
den Formen *. Casale », « Casalo » und t. Casatc ». In schweizerischen Akien- 
stûcken erscheint sehr oft die crstgenannte Form, aber auch Alfonso Casate seibsi 
schreibt zu Heginn seiner Gesandtschaft den Namen in einer Weise, die kaum 
ctwasanderesals«Cn,îa/e» lesen lâssi. Vgl. CaIvi, Einleiiungzuseinen Tafeln, S. 1. 

* Das Wappen, das \orliegender Arbeit als freundllcher Schmuck beigegeben 
ist, siammt aus diesem Palasie in Monza. Er ist nach CaIvi und Frisi, Mem. stor. 
di Monza, III, 114 spateï in den Besitz der Grafen Durini ùbergegangen, 

' KJn handschriftlicher Berichl des Noiars Francesco Cabiali aus Monza, 
mitgeieilt von dem oben genannten Fn'ïi, 111, i\b lauiei: «Nota che adi loagosioin 
martedi 1574 passô pcr Monza Henrico secundo [sic], re di Francia et Pollonia, 
et allogio nella terra una note et uno giorno nclla casa del Sr. Hieronimo Gasato 
verso il prato grande, dove si fa il mercato, et vide [udi ?] Missa daMr. illustrissimo 
Carlo Borromeo, Cardinale et Arcivescovo di Milano, et detlo re veniva di Pollonia 
et andava in Francia a farsi coronar per Re, et era con esso lui il gran basiardo di 
Francia suo fraielio, il ducha di Savoia Filiberto et primo gran Mastro di S. Lazaro, 
et il Ducha di Ferrara, et il Ducha di Nanvcrsa l'ratello del Ducha di Maniova, et 
il marchescdi Ayamonte, gubernatordi Milano et capitano générale del Re Filipodi 
Spagna nelSiatodi Milano ». ^ Ueber die vertraulichc Unterrcdung zwischen Cari 
Boriomeo und Heinrich l!I. — sie betraf die kirchlichen Verhâltnisse Frankreichs — 
siehe ebcnfalls Frisi, a, a. O. (nach Ollrocchi's Vita Carol. Borr. IJb. 3, cap. 5, 
col. 342 et sequ.l- 

' tth sehe von den friiheren Gasaii sowie von jencn Linien. welche der 
vom Generaischatzmeister gcgrundeten zur Seite gehen, ab, und verueise daftir 
auf Calvis Kinleitung und seine Tafeln. Die àltesie Heimat der Casaii soll Casate 
oder Casale Suoi-o in der l'ieve di Missaglia (Landschafl Brianza) gewesen sein. 

* Das Datum der Geburt Girolamos ist bei CaIvi nichl angegeben. Wir werden 
indess nicht sehr irren kOnnen, wenn wirsieclwa indasJahr i5a8setzen, DerVater, 
Giovanni liattisla Casate, dv-v \a Notariatsakten • magnifico Slgnore» genannt 



VI 

wird, gegen Ende seines Lebens aber in fînanzielle Verlegenheiten gerit. aus denen 
ihn der Sohn errettet, stirbi i554. — Von einem jûngern Bruder Girolamo*s. 
Pietro Antonio Casate, weiss Calvi nichis anderes anzugeben. aïs dass er von 
Oirolamo bel dcssen Abgange zum Heere (i55o» zu seinem Vertreter in geschâft- 
lichen Angelc^enheiien ernanni vvird : er scheini iung gesiorben zu sein. — Eine 
Schw ester (jirolamo's, Angela, heiraiet in ersier Ehe Gio, Bâti, de Fedeli. in 
zwciier Cristoforo Aiiprandi, Eine andere, Maddalena, vermâhlt sich mil 
l>i(jnif(i Ferrario, isi aber beim Todc des Vaiers bereiis Wiiwe. Gemahi der 
d ri lien Schwesier Veronica end lie h isi Giroiamo Reso^^i. 

Die Beso^^i scheinen ein sehr zahlreiches und angesehenes Geschlechi gewesen 
zu sein : bei Morigia wimmell es fôrmlich von mehr oder weniger hervorragenden 
Personlichkeiien dièses Namens, dieaufden verschiedensien Gebieien menschlichen 
I.cbens sich belhàiigl haben. Siehe z. B. S. 366 die *esperii nella miliiia* : ein 
Mal leserri lier Gasparo B. * fece sudar ilz utîo più d'una volta a' Turchi » beim Rampfe 
um Hhodus, ein Damiano B.. Commandani von Arona, schlàgi sich lapfer gegen 
die Franzosen. ein driller, Altobello, verieidigi Tunis, ein vierter, Lazare, begegnei 
uns im Sieneser K.riege., andere Besozzi dienen in Flandern. L'nd endlich befinden 
sich nicht weniger aïs sechs Besozzi 1689 « nell'impresa di Genevera», unier ihnen 
inAifonso capiiano valoroso e Damiano Alfiere générale >. Das isi wohi dieselbe 
l'niernehmung, welche Alfonso Casaie ins Rriegslager gefûhri hai. — 

* Del nome degli Aiiprandi la sloria di Milano è piena *. bemerki ein neuerer 
iialienischer Forscher. G. Mongeri. in einem Aufsaize « la residenza d'un insegne 
pairizio milanese* (im Archivio storico lombardo VIII. 424), in welchem ausfQhr- 
lich von einem Ambrogio Aiiprandi die Rede isi. Bei Morigia rinden wir einen 
Luigi Aiiprandi neben Gio. (jiac.de' Medici. marchese di .Melegnano, u. a. unier 
dcn Riliern des (grossherzogl. toscanischeni Si. Sicphans-Ordens aufgezâhli (S. 53 1). 

• Nach einem Schreiben des jûngern Carlo Casaie, eines L'renkels von 
Alfonso, vom 8. .Mârz 1681 (St. -A. Luzern, .\kien : Spanische Gesandtschafi) 
wàren die Casati F76Jahre. also seit i5o5, ununlerbrochen im Diensie S. .M., d. h. 
des kaiholîschen Kônigs, gesianden. Nun aber isi von einer spanischen Herrschafi 
in Mailand um das Jahr i5o5 noch keine Spur vorhanden. Wie isi also dièse Noiiz 
wohl aufzufassen ? — .Andererseiis weiss Calvi in der Einleiiung zu seincn 
gencalogischcn Tafeln. S. 4, von mehrern Casaii zu bcrichien, die bei den 
hefiigcn Kâmpfen um Mailand in den ersien Dccennien des rô. Jahrhunderis der 
franzosischen Parlei angehôri zu haben scheinen. 

' Sie wird ihm in Abwesenheii des Commissârs Oliaviano Croce — vorersi 
wohl nur provisorisch — mil Paienl des Marchese Pescara vom i. Nov. 1564 
ubcriragen. .Mil Schreiben vom 18. Febr. 1573 lobl Philipp II. die von Giroiamo 
(Nasale, insbesondere in dicser Siellung und «en la espugnacion de llpian» 
geleisiclcn Diensie. Ulpian oder Volpiano, ein damais sehr siark befesiigier Flecken 
cinigc Siundcn nordôsilich von Turin., war in der Thaï am 19. und 20. Sepl. i555 
crsiûrmiworden, aber nichl von den Spaniern, sondern vielmehrim )<2im^h gegen 
sic (Alba, damais Siatlhalier von Mailand, und Gian Giacomo de' Medici) von 
dcm Marschall Brissac, Feldhaupimann Heinrichs II. von Frankreich. In demeben 
ciiirien Documente kann also Philipp II. wohl kaum dièses Ereignismeinen : eine 
andere Eroberung von Volpiano aber, auf welche die Slelle bcsser zuireffen wûrde, 



VII 



ist mir nichi bekannt, Bei jener Belagerung von i555 dienie im franzôsischen Heere 
auch ein schweizerisches Régiment von 4000 Mann unter dem Commando des 
Schullheissen Hans Hug von l.uzern (oder, da Hug wâhrend des Feldzuges siirbt. 
seinesNachfolgers. des U mers Peler von Pro ?). S. Zurlauben, Hisi. mil. des Suisses 
IV. a54 : Abschiedc IV, [ e, S. 1349. 

' (^Ivi gibi nichi an, aus welcher dieser zwei Ehen die cinzelnen Kinder 
Girolamo Casâtes siammen. Ein Schrciben des Herrn Grafen Giorgio Casati belehn 
mich.dass die Mutterdes spâtcrn Ambassadors Violante de Si Ira war. Die beiden 
altcsten Kinder, Giamballista tind Angela Francesca. môgen der Ehe mit Francesca 
Aliprandi entsprossen sein. Die genannie Toehier heiratei spâter Girotamo Brebbia, 
Von einem jûngern (driticn) Sohne Carlo v*eiss (-alvi nichis zu melden, als dass er 
i56C geboren wurde. Eine zweite Tochtcr sodann, Virginia, vermahlt sich mit 
Innaccnle Aliprandi. Wir seheii aiso die Aliprandi in den eugsten Familien- 
beziehungen zu den Casati ; Cristofbro ist Oheim des spàtern Ambassadors 
Alfonso, Francesca die erste Gemahlin seines Vaiers, Innocente sein Schwager. 
Kinen Sohn jenes Cristoforo, Namcns Alessandro, trelîen wir einmal mit einem 
geivissen Sprealico. • pro notarijs, ambobus mt 
D. Oratore » [in LuzernJ, in einem notariellen Inst 
l.uzern|. Ein weiterer Aliprandi, 
Bernardino A., gehûrt iCai-rCaï zi 



ieniibus cum praefato 
om3o. Mai i<ii7(St.-A. 
France SCO Fcrrando, Sohn eïncs Francesco 
n Gesandtsthaftspersonal. Siehe weiier unten. 



• Das Datum dieser Ernennung vermisse ich bei Calvi. Die Obliegenheiten des 
Amies besianden nach ihm darin, «di tenere conio délie entrate délia Real ducal 
(^mera ; incantare e riscuotere le gabelle ». Vgl. Ober diesen « Magistrale estra- 
ordinario». sowie die Behôrden Mailands Qberhaupt Morigia, p. 534. 

'" In einer Denkschrift, welche Carlo Casate spàter (1634) dem Sekretfir des 
Erziierzogs Leopold, Camillo Ferrari, ûbergeben hat (Si. -A. Innsbruck), sagi ervon 
seinem Vater : « doppo di haverne serviio alcuni » — offenbar isi zu ergânzen : 
anni — <. nell'escrcito, ctie S. Mtà. teneva in Savoia. con una compagnia di lancic, 
tu di età di vinii novc anni impicgato nelTAmbasciata de Suizzera . . , . • Neben 
Alfonso scheint auch sein Brudcr Giamballista in Savoyen gedient zu haben ; auch 
cr wird nach Calvi « gentiluomo di caméra ■» des Herzogs Cari EmanucI 0^94)- 



Tod Pompeos délia Croce. — Alfonso Casate kommt als Gcsandler 
Spanien- Mailands nach Lusiern. — Wohnung und Hâuslichkeît : 
Gemahlin, Sôhne. Tôchter. 



Im August dièses Jahres 1594 starb Pompeo délia Croce', 
seit 1570 spanîscherGesandter in Luzern, derselbe, welcher sieben 
Jahre vorher 1 1587) das Bùndnis der katholischen Orte mit Spanien 
zu Standc gebracht hatie. Die Orte hiitten gerne eîncn Nepoten 



VIII 

délia Croces als seinen Nachfolger gesehen. Aber bereits hatte der 
Statthalter in Mailand, der « Condestabile » Fernan de Velasco, zu 
Gunsten des jungen Casate ûber die Stelle verfiigt -. Das Creditiv- 
schreiben, mit welchem der Erkorene an seinen Posten abging, 
trâgt das Datum des 7. Sept. 1694 ^. Die Wahl wird darin gerecht- 
fertigt durch die Erwâgung, dass « in der Person des wolgeachten 
Alfonsi Casati, reisigen Hauptmanns, so wol synes Yfers, so er 
iederzyt zu dem Dienst Jr Cath. M^ erzeigt, als auch anderer syner 
guten Eigenschaften halb, eben die Stûck, so hierzu notwendig, 
gefunden werdent ». Schon am 3o. Sept, begrûsst der neue Ambas- 
sador die katholischen Orte auf einer Tagsatzung, die auf seinen 
Wunsch zu diesem Zwecke nach Luzern einberufen worden. Zu 
unserm Erstaunen spricht er in seinem Vortrage u. a. auch von 
den vielfâltigen, ihm « vor Jahren in diesen Landen bewiesenen 
Freundschaften und Gutthaten ». Es war also kein vôllig unbe- 
kannter Boden, den Casate in diesem Augenblicke betrat. Aber 
umsonst suchen wir in seiner Vergangenheit den Punkt, auf den 
sich dièse Andeutung beziehen kônnte ^. 

Seine Wohnung schlug der neue Gesandte im « Freienhof ''» 
auf, jenem Gebâude am linken Reussufer, das heute mit Wasserturm 
und Kapellbrûcke gegen das moderne Quartier nach dem Bahnhof 
hin das « alte Luzern » bezeichnet, von dem es wenigstens noch 
eine leise Erinnerung bewahrt hat in seinen Giebeln und Tûrm- 
chen. IJngefâhr sechs Jahrzehnte vorher, in den Zeiten der Rappeler 
Kriege, hatte hier als Légat Clemens' VII. Ennio Filonardi, Bischof 
von Veroli, Hof gehalten '•. In unmittelbarerNâhedavon war seitdem 
der Palast des Schultheissen Lux Ritter — nunmehr Wohnung 
der Jesuiten ' — entstanden, und bald — wenige Jahre nach der 
Ankunft Casâtes — sollte gerade gegenuber, am rechten l.M'er der 
Reuss, als weiteres schônes Denkmal der Profanarchitektur der 
Renaissance, das neue Rathaus sich erheben. 

Hier also, unweit von den Hauptsitzen der Intelligenz in der 
guten alten « Leuchtenstadt », unweit von den Patres, deren guter 
Freund der junge Ambassador ohne Zweifel sehr rasch wurde, 
unweit von der Stâtte, wo er ôfters vor die « Gnâdigen Herren 
und Obern » der Republik zu treten hatte — hier, wo wenigstens 



ein Abglanz heimischer KunstblQte das Auge des Italieners erfreute, 
verlebie Alfonso Casate mît kOrzern oder lângern Unterbrechungen 
die 27 Jahre, wâhrend deren er seinen Gesandtschaftsposten versah. 
Politische und Familienangelegenheiten fOhrten ihn ôfters in die 
Ferne, so insbesondere nach der lombardischen Heimatstadt, mit der 
Casate natùrlich sorgsam die persônlichen Beziehungen unterhielt. 
Dort, « al pozzo bianco * », war inzwischen das schOne Haus sein 
Besitztum geworden, das eînst der grosse Erzbischof und Signore 
Mailands, Giovanni Visconti, seinem Neffen Galeazzo H. geschenkt 
hatte ". Oft hat Casate in Altdorf geweilt. 1597 finden wir ihn in 
Appenzell, aïs dièses dem Bunde der katholîschen Orte mit Spanien 
beitritt, 1604 und 1617 in Graubûnden. Aber der « Freienhof » in 
Luzern, \vo allmâhlich um ihn eine zahlreiche Familie sich scharte, 
ist doch sein zweites Heim geworden. 

Als Alfonso Casate nach Luzern kam, war er ohne Zweifcl 
bereits verheîratet. Seine Gemahlin war Bianca Secca •**, Tochter von 
Princivalie Secco-Boreiia, Grafen und Feudatar von Vimercate, und 
von Antonia Anna d'Adda. Sein attester Sohn, Girolamo, war ihm 
wohi damais, wenn auch unlângst, schon geboren. Die andern 
SOhne haben vermutlich aile in Luzern das Licht der Welt erblickt, 
und zwar folgte um 1600 Carlo Emanuele, um 1607 Giacomo, um 
1610 Francesco. Leider erfahren wir ùber den Bildungsgang des 
âltesten und des jûngsten dîeser vîer Sôhne nichi das geringste. 
Von Carlo und von Giacomo dagegen wissen wir, dass sie bei den 
nahen Jesuiten in die Schule gegangen sind : im Herbst 1616 stellt 
sich uns der erstere als « Rhetoriker» vor und im Frahling des 
folgenden Jahres gesellt sich ihm der kleine Giacomo als Schiller 
der«Rudimenta»hinzu •'. Da kônnen wirunsder Vermutungnicht 
entschiagen, dass auch Girolamo und Giacomo den Jesuiten nicht 
fern geblieben sind, wenn wirihre Namen auch umsonst in den — 
wie uns scheint ctwas mangelhaft gefûhrten — Schùlerverzeich- 
nissen suchen. Auf den Schulbânken sassen die jungcn Casati 
zusammen mit don Sôhnen der savoyischen Gesandten, die damais 
ebenfalls in Luzern residirten. Aber auch mit der jungen Elite 
Luzerns und der katholîschen Orle Qberhaupt, sowie des Wallis 
und Graubiindcns mCgen die Jùnglinge hier manch freundschaft- 



liches Band geknûpft haben, das spâter denjenigen von ihnen, die 
dem Vater in seiner politischen Thâtigkeit folgten, trefflich zu 
statten gekommen sein muss. Die jungen Italiener vervvuchsen bis 
zu einem gevvissen Grade mit dem Leben Luzerns und der katho- 
lischen Eidgenossenschaft i-. Des Landes Sprache haben wohi aile 
Sôhne Casâtes sich zu eigen gemacht. Die beiden âltesten, Girolamo 
und Carlo, wurden auch schon fruhe vom Vater in die Geschâfte der 
Gesandtschaft eingefûhrt. — Neben diesen vier Sôhnen wuchscn 
Alfonso Casate ebenso viele Tôchter heran : Chiara, Virginia, 
Costan^a, Francesca. Drei von ihnen scheinen spâter den Schleier 
genommen zu haben ^''\ Costanza dagegen hat sich — und zwar wohl 
noch bei Lebzeiten des Vaters — mit Luigi Melzi de' Malingegni ^S 
spâter in zweiter Ehe mit Pier Francesco Cavallo ^^ vermâhit. 



* S'iQhe S egesser^ Ludwig Plyffcr, im besondern Bd. IV, S. 279. 

* Am 29. August 1594 senden die mil Spanicn verbûndeten Orte an Velasco 
cin Schreiben, in dem sie einerseils von dem Kntschlusse. welchen sie auf die von 
dem Obersten Lussi vorgeschiagenen Anikel von Seiten des Statihalters erwarten. 
andererseits von dem Tode Pompeos délia Croce sprechen. In Bezug auf diesen 
zweiten Punki meinl der Siauhalter in seiner Antwori vom 3. Sept. : « per quel 
che tocca alla perdita del povero Sr. Pompeo, ponno |die Adressaien| facilmente 
credere, quanto lo senta», und fâhri dann fort: Sehr gerne hàue cr auf den 
* nipoie > délia Croce's — die beiliegende deuische lebcrseizung gibi den Aus- 
druckmii «Vetter> wieder- die von den Oriengewûnschte Rucksichi genommen. 
aber er habe in diesem Augenblicke schon ûber die Sicile verfûgl gehabl, indem 
er den Sr. Alfonso Casaie dazu auscrsehen. Derselbe werde sofon sich zu ihnen 
verfiigen. St. -A. Luzern, Akten : Spanische Gesandischafi. 

* Abschiede V, i, S. 355 und S. 360 lassen dasCreditivschreiben vom 10. Sepi. 
datin sein. — Calvi gibi als Beginn der diplomatischen Thâiigkeil von Alfonso 
essaie — unrichligerweise — das Jahr 1595 an. Er meint sodann, die Krnennung 
sei nur eine provisorische gewesen, denn 159S kàmpfe Alfonso Casate wieder 
unter den Truppen Cari Emanuels von Savoyen : erst r<x)3 sei er defîniiiv zum 
Ambassador in der Eidgenossenschaft ernannt worden. Von ail dem vermag ich 
in den Akten nichts zu entdecken. Die zeitweilige Abwescnheii Casâtes in den 
Jahren, die unmittelbar auf seine Ernennung von 1594 folgen. erklàri sich durch 
ganz andere Dinge vollkommen. 

* Wohl aber kônnen wir aus den Akten conslatieren, dass der Vaicr Alfonsos 
mit den in den katholischen Orten damais massgebenden Persunlichkeiten 
einigermassen vertraul gewesen war. Aïs 1 588 die (icsandien der VI One mit ihrem 
siaitlichen Gefolge nach Mailand kamen, um das Bûndnis mit Spanien zu 



XI 



beschwôren, da gab am rg. Mai der « Cammer-Tresorier » Hieronymus Casaïus 
etiichen von den Gesandten und ihrer Gesellschaft « einen kOsilichen Imbiss in 
sinem Hus», und erhot sicli gegenderen Herren und Obern « ailes Guien ». Sietie 
« Subsianzliclie Verzeichnus und Erzelung, was sicli ufder Reis der 6 Cath. 

Orten zugetragen » (von Renward Cysat) im Archiv fur schweiz. Reforma- 

tionsgescii. 1, 755. Bel diesem Anlasse ist vielleicht auch Alfomo seibsi den 
Gàsien naher getreien, denn es isi nichi anzunehmen, dass er zu dieser Zeit sclion 
in Savoyen vveilie. In Savoyen bezw. Piémont môgendann einigeJahre spàierdicso 
angetnOpfien Beziehungen «eitere Pflege gefunden haben, denn iSgî trifft in 
Piémont bei den Truppen Cari Kmanuels Caspar Lussy von Unterwalden mit einem 
Régiment von 4000 Mann ein. S. Segesser.L.Pfyffer, IV, 357. — Aufden von Alfonso 
Casate angesciilagenen Ton gehen die auf der Tagsatzung anvvesenden Vertretcr 
derVIOriesofonein.indemsieihm «congratulieren», dassdie Wahldes Kônigsauf 
einen so ^erdienten und den katholischen Orten so gUnstiggesinnien Manngefallen 
sei. Dementspriehtauch das Schreiben, das sic nocti von derselben Tagsatzungaus, 
am 3o. Sept. i5g4, an Velasco richten (St. -A. Luzern, Akten : Spanische Gesandt- 
schaft), — Den Boten sâmmtUcher XIII Orte der Eidgenossenschaft hat sich 
Alfonso Casate aufder gemeineidgenôss. Tagsatzung zu Baden am 19. Febr. iSçS 
vorgestellt. 

* Pompeo délia Croce batte in Altdorf gewohnt. Dass Casate gleich anfangs 
seine «ordentlicbe Residenz» in Lu^em halte, ergibt sith aus Absch. V, 1, 
S. 393 (N' açjo, a) mil voiler Deutlichkeit. Der • Freienhof» ist spâtestens iSgg 
Casâtes Wohnung geworden (s. v. I.iebenau, Das allé Luzern. S. (5i); dass 
er es 1G17 noch war, zeigi ein notarielles Instrum. [Concept] vom 3o. Mai 
dièses Jahres, St. -A. Luzern, Akten : Span. Gesandischafi, Eiwas sonderbar 
klingl in einem andern Instrum. vom 36. Mârz rOar [ebenfalls Concept, 
ibidem] die Sielle — sie bezieht sich auf Alfonso Casate — : « habitans Mediolani 
P. V. P. S'' Georgij ad putheum album Mediolani [sic], et a non nullis mensibiis 
dira habilalor Lucernœ in donio Domini Johannis Cimermani in Parochia 
Sti, Leodegarij ». Der erste Theil der liervorgehobenen VVorte bleibt mir unver- 
standlich ; der zweite erkiârt sich vielleicht ans der Angabe v. Liebenau's in seinem 
* Alten Luzern», S. [oâ : »Zeitweise im Besitze der Famille von Wyl (iSîg-iSSa) 

ging das Haus [der Freienhof] spâier an die Zimmermann Uber. » Darnach 

wâre die «Domus Johannis Cimermani» von 1621 wohi ideniisch mil dem 
Freienhof. Wâhrend dieser letztere von der Ambassadorenfamilie besetzt war, 
wohnte die Famille Zimmermann selbst beim « steinernen Kreuz », So glaube ich 
wenigstens eine andere Notiz v. Liebenau's (a. a. 0. S. 6a) deuten zu dOrfen. — 
L'eber den Freienhof und seine damalige Umgebung belehri der Martini'sche 
Siadtplan von r597. Vgl. dazu Fingabe der Behôrden Luzcrns an die eidgcnôssi- 
schen Rate in Sachen des schweiz. Landesmuseums 0'^9'>)- 

" So nach 1: Liebenau a. a. 0. S. 106, Es ist die achte und letzte Sendung 
Filonardis an die Eidgcnossen. J. Caspar U'/r; bemerkt in sciner schônen soeben 
erschienenen Schrift Qber diesen Nuntius, S. 88 (bezw. Anm. aC auf S. m), dass 
Balthasar in seinen Manuscripten auf der Stadibibliothek Luzern als Wohnunj^ 
Filonardis das ehemaliije Organislenhaus nenne. 



XII 

^ Heute Regierungsgebâude. 

• « ad puteum album » wie die Localilât in den laieinischen Urkunden genannt 
wird. Siehe oben Anm. 5. 

* Calvi, a. a. O. Vermullich erwarb Alfonso Casaie diesen Palasl, aïs er sich 
durch seine Vermâhlung mit Bianca Secca einen eigenen Hausstand grtlndeie. 
Jenes andere Haus an der Via del Borgo nuovo, von dem oben im ersien Abschnitt 
die Rede, war wohl dem àltesten Sohnedes «Generalsciiaizmeisters», Giambattista, 
als Erbe besiimmi. 

^^ IJeber die Secchi, 4H quesio veramente lodato ceppo, cosi in arme come in 
leltere et alire professioni di virtù e gradi * (einzelne Glieder der Familic sollcn es 
* sine al supremo grade del generalato* gebracht haben), sieiie Morigia, Nobiltâ 
di MilanOf p. 444. 

** Im « Catalogus discipulorum » der Luzerner Jesuilen (St. -A. Luzern) 
linden wir fol. 3ob unier dem Jahre 1616 eingetragen : <i. Carolus Casatus. 
Oratoris Fiispanici [Filius] Mediol[anensis] 17. Octob. Rhcl. * — fol. 32: 
« D. yaco6M5Ca.va/«.ç, illustris D.Oratoris Hispaniarum Régis filius. loann. circiter. 
25. Aprilis A" 17. Rud. )► Daraus ergebcn sich fur Carlo und (îiacomo Casate 
ungefàhr die Geburtsdaten. die bei C^lvi mangeln. Francesco Casate fDhrt Calvi 
unterden Sôhnen Alfonso's an t/rz7/er Stelle auf. In einem Schreibenan Krzherzog 
Leopold aus Mailand, i. Oct. 162 1. nennl aber Bianca Sccca-(^sati ausdrQcklich 
Francesco « mio quarto genito *. So wird tùr diesen etwa 1610 aïs Geburtsdatum 
anzusetzen sein. In den Luzernischen Taufregistern, die sich in Copie auf dem 
Stadiarchiv befînden. habe ich die Ambassadorensôhne umsonst gesucht. Ver- 
mutlich sind sie nicht von der Pfarrgeisilichkeii, sondern vom Nuntius getauft 
worden. 

" Von persOnlichen Beziehungen der Ambassadorensôhne. im besondern des 
âltesten, Girolamos, zum luzernischen Patriziate seien folgende genannt. Unter der 
jùngern Génération scheint Christoph Pfyffer, der 1593 geborene zweitjûngsle 
Sohn des grossen Schultheissen Ludwig Pfytfer (ungefàhr im Aller Girolamos 
stehend)der Familie desGesandten am nâchsien gestanden zu haben : 1617 begleitei 
er mit Maximilian Mohr, dem Sekretâr Alfonso Casâtes — siehe unten, 
Abschnitt III. — letztern nach Graubûnden : zu Jakobi 1619, aïs ihm der erste 
Sohn geboren wird, hebt diesen Girolamo Casate aus der Taufe (Tagebuch 
Christoph Pfyffers in derBQrgerbibliothek Luzern). — Wenn dreiJahre spâter (1622) 
ein Sohn des Ratsherrn Caspar Mohr — auch uber diesen siehe Abschnitt III — 
in der Taufe die Namen Cari Hieronymus erhâlt (Stammbuch der Familie Mohr 
im Besitze des Herrn D' Bûhler-.Mohr in Luzern, p. S6: erganzende Bemerkung 
von .\rchivar Schneller), so wird der Schluss nicht zu gewagt sein, dass auch hier 
einer der jungen Casati Pâte stand: Vermittler dieser Beziehungen der Mohr zur 
Familie des Ambassadors war unzweifelhaft der Vetter Maximilian. — Kinem 
bedeutend âltern .Manne, Johann Rudolf Sonnenberg, \Nidmet (jirolamo (>asaic 
ein Blatt in dessen Album. Ueber dem VVappen der Casati tràgt ein Band die 
Jnschrift: Amiens Amico\ unten heisst es: Nobili et omni virtute praeclaro viro 
Domino Jo. Rudolfo a Sonnenberg Hieronymus Casatus (etwas undeuilich : ein 
Zweifcl ist indess ausgeschlossen). 



\1U 



" Caivi bemerkt ûber diesc drei — Chiara, Virginia, Francesca — nichts. 
In dem ebcn ciiînen Schrciben derMutter an ErzhcTzo^ Leopold dagegen lèse ich : 
« con la quale vivono ne monasterij le mie ligliuole ...» 

" Ueber die Meli^i siehe die 7. Lieferung {1879) der « Famiglie notabili 
milanesi ». Caivi spricht sich hier ûber dièse bedeuiende Famille, der er sehrein- 
gehendeStudien widmei — dieselben liegeti mir ûbrigensniehivor ; ich citire nach 
dcm Referateim Archivio siorico lombarde VI, 435 ^ folgendermassen sus : «Credo 
pochissime famiglie, al paro di quesia, incarnino le idée, i eosiumi, le credenze, le 
consueiudini, insomma svelino meglio il segreto délia società tiorente nel tempo in 
cuiil patrizialomilanese, quantunquedi lantoin tanto si bisiicciassecon Madrid «col 
governatore del Ducato, pure più spesso, Jiancheggiato da quesi'ultimo, poteva 
veramente arbitra dello Stato : cosi grande è il numéro degli individui che 
ta, rapprcsentanti in certo modo il tipodel caj'â//fre ^arr/^io in cappaespada: 
laborioso geniiluomo, dell'intraprendente guerriero in cerca di battaglie, quai 
edeva nel secolo decimosettîmo. » 



" In einem notariellen Akte vom 
^ic jet\t Gemahlin des i'ietro Franci 
dass dics cine îwei/e Khe war. Caivi 



4. Mai 1633 vvird von Costanza gesagt. dass 
SCO Cavallo sei. Das lassi darauf schliessen. 
icnni als Gcmahl Costanzas nur Luigi Melzi. 



Gesandtschaftspersonal : Sekretàre und Dolmelscher. — Guilliman\ 
Ninguarda. Mohr. Orsini. Durato. Aliprandi. Gambarana. — vi 
Mentlen. Bùntener. 



Wir haben auch der « Familie » des Ambassadors im weitern 
Sinne des Wortes einige Aufmerksatnkeit zu widtnen. 

Der erste der Gesandtschaftssekrelàre Casâtes war ein poli- 
tischer Flùchtling, der unter dem gastlichen Dache des « Freienhofs» 
zum bedeutenden Historikerheranreifensollte; Fram^GuilUmann '. 
Seiner Herkunft nach ein Freiburger, geb. um i565 *, warderjunge 
Mann nach Absolvirung seiner philosophischen und humanistisch- 
schOngeistigen Studien in Dilhngen (iSSy-iSSg) durch die Em- 
pfehlung Hans Jakobs von Staal als « Provisor» an die Lateinschule 
des St. Ursus-Stifies zu Soiothurn gckommen. Dort schien er filr 
immereineHeimat und den gedeihiichsten Wirkungskreisgefunden 
zu haben : im Jan. i5y2 wurdc er seiner « Kûnste » und wiederum 
der FUrbitte Staais wegen ins BurgerrechtderStadtaufgenommen, 



XIV 

und ungefâhr zu derselben Zeit grûndete sich der junge Schul- 
meister seinen eigenen Herd. Aber Schule und Liebe fûUten die 
feurige Seele nicht gânzlich aus ; sie hatte Raum genug noch fur 
eine andere grosse Leidenschaft, die Politik, und gerade dièse sollte 
dem jungen Manne verhângnisvoll vverden. Wie sein Gônner, der 
Probst Sébastian Werro in Freiburg, wie in Solothurn selbst die 
Chorherren des St. L'rsus-Stiftes wenigstens in ihrer Mehrheit, so 
nahm auch der « Provisor » der Solothurnischen Stiftsschule bei 
dem grossen Kampfe, der in diesen Jahren die Gemûter nicht nur 
in Frankreich, sondern in der katholischen Welt ûberhaupt so 
lebhaft beschâftigte, entschieden Stellung auf Seiten der Ligue, 
wâhrenddem im Rate die Partei Heinrichs von Navarra ûberwog. 
Wie es scheint, gab Guillimann seiner politischen Teberzeugung 
ûbcrall, auch in der Schule, unzweideutigen Ausdruck. Das liessen 
sich abcr die « Gnâdigen Herren » nicht gefallen. Zwar das erste 
Mal ^ blieb's noch bei einer durch den Schultheissen erteilten Rûge 
und einer Geldbusse, hatte doch wiederum der Junker Stadt- 
schreiber sein mâchtiges Wort fur den Frevier eingelegt. Schon 
wurde indess diesem gedroht : « so er aber mehr fâle, so wollen 
min Herren ihne schicken, dannen her er gekommen ist ». Und 
als neue Klagen beim Rate erhoben wurden ', entlud sich das Un- 
wetter in seiner ganzen Wucht — auch ein Staal vermochte es 
diesmal nicht wieder zu beschwôren — ûber den jugendlichen 
Feuergeist : am i3. Mârz iSgS vvurde Guillimann abgesetzt und aus 
der Stadt verwiesen, sein Name im Bûrgerbuch getilgt. Es fiel dem 
Verbannten nicht ein, dem vâterlichen Winke der gnâdigen Herren 
zu folgen und dorthin zu gehen, von wannen er gekommen : 
die Wetterzeichen vvaren fur einen Mann seiner Gesinnung auch 
in Freiburg nicht sehr gûnstig. Guillimann wandte seine Schritte 
nach Luzern — ob von Casate eingeladen oder auf gutes Gluck 
hin, wissen wir nicht. Noch wâhrend des genannten Jahres aber 
scheint Guillimann in die Dienste des Gesandten getreten zu sein. 
Eine Sammlung von Oden, die er iScjS erscheinen lâsst, ist bercits 
dem neuen Gônner gewidmet ^ 

Der diplomatisch-politische Dienst hat dann Zeit und Kraft 
des jungen Mannes keineswegs vôllig in Anspruch genommcn, 



wenn er auch z. B. seinen Herrn im Oct. 1597 nach Appenzell 
begleitet ", hier und da wohl auch lângere Zeit hindurch don Ab- 
wesenden verlreten muss. Offenbar hat Casate in liberalster Weise 
dafûr gesorgt, dass Guillimann seinen litterarischen Neigungen 
leben konnte ; neben ihm waren ja noch andere Geister und Federn 
im Dienste der Gesandtschaft thâtig, und diesen lag es wohl vor- 
nehmlich ob, die Arbeit des Tages zu bewâltigen. An den Con- 
ferenzen der katholischen Orle erscheint Guillimann nie als 
Vertreter seines Herrn. 

L'm so eifriger wirft sich der j'ungc Gelehrte auf das Studium 
alter Chroniken und Urkunden. Kirchen, Kloster, Bibliotheken, 
Grabstâtten derSchweiz und des Reiches mùssen ihm Material liefern, 
Gar manche Fundgrube hat ohne Zweifel der Ambassador seibst 
mit seiner Slellung und seinem Ansehen ihm erschlossen. Eifrig 
correspondirt Guillimann insbesondere mit Einsîedeln': dessen 
Manche steheti ihm hilfreich zur Seite und er seinerseits stollt 
ihnen sein Wissen und seinen Einfluss bei Casate zur Verfilgung *■. 
Und zur Abwechsiung plaudert dann am Abend der emsige Er- 
forscher der Vergangenheii in der nahen Wohnung seines Freundes 
Zimmermann bei einem Kruge perlenden Weines mit jenem ùber 
der Welten gegenwUrtigen Lauf. . 

So schreilet die Arbeit munter voran. Schon i SgS erscheint das 
stattliche Werk « De rébus Helvetiorum s», das indessgrôsseren Bei- 
fall draussen im Reiche findet als bei den Eidgenossen seibst i", da es 
alte tiefgewurzelte Anschauungen und Vorurteile nicht schont. Um 
so mehr wendet sich Guillimann dem Hause Habsburg und seiner 
Geschichte zu, i6o5 tritt er mit seinen *» Habsburgiaca » an die 
Oeffentlichkeit ; wenn dièses Werk in einer mailândischen Offizin " 
und — wie es scheint — auf Kosten Philipps III. von Spanien 
gedruckt wurde, so haben wir darin offenbar die fôrdernde Hand 
desAmbassadors zu erkennen. i6o6endlich ruft den vielversprechen- 
den Gelehrten der Régent der ôsterreichischen Voriande, Erzherzog 
Maximilian der « Deutschmeister » nach Freiburg i. Br, auf einen 
Lehrstuhl fOr Geschichte und schone Litteraïur, und zu Weih- 
nachten des genannten Jahres nimmt Guillimann Abschied von 
der Schweiz und von seinem GOnner Casate. So ganz leicht mochte 



XVI 

dieser Abschied Guillimann doch nicht werden, da er personliche 
Beziehungen abbrach oder lockerte, die ihm lieb geworden waren. 
Aber andererseits fiel damit ^- die letzte Schranke, die seinem 
Forscherdrange gezogen war. Der fleissige Mann hat denn auch 
die kurze Spanne Zeit, welche ihm noch vergônnt war, rediich 
zu wissenschaftlicher Arbeit ausgenutzt, und es ist nicht seine 
Schuld, wenn das, was er nunmehr als sein Lebenswerk betrach- 
tete, Bruchstûck geblieben ist ^-K 

* Ueber diesen Mann und seine Werke Nâheres bei A, Daguet, Biographie de 
François Guillimann. Fribourg 1843. Vgl. den Aufsaiz von G. r. W^w.çin der Allg. 
D. Biogr. X, 107. — Zum Aufenihali Guillimanns in Soloihurn s. Soiothurner 
Wochenblatt 181 5. S. 419-4^3 (Auszuge aus dem RatsprotokoU von Solothurn. 
die ûbrigens schon 1807 im « Schwei^erischen Beobachter ». Bd. I. S. 2g5. zum 
Abdruckgelangi waren). Vgl. Fiaia, Geschichtliches ûberdie Schule von Solothurn. 
I (1875), S. 40. Anm. I, S. 42 : II. S. 21 (hier wohi ein Versehcn in der Daiierung). 

* (juillimann war demnach Aliersgenosse von Altbnso Casaie. 

'28. Mârz 1594. Der Schullheiss (Schwaller) soll ihm « nach allem Krnsi >* 
anzeigen, ^cdasser sich der Worien. so er uf der Schul und andern Orien wider 
den Kûnig us Frankrich gebruchi. mûessige *. 

* Diesmal gingen sie dahin, dass « der latinische Schulmeisier M. Franz ein 
heimlichs Practicieren wider den Kùnig und vil ehrenlelzliche Won hat usgahn 
lassen ». 

* Francisai Guiiiimanni Odarum, sive Hymnorum natalitiorum libri duo. 
Ad nobilissimum et praeceiieniissimum D. Alphonsum Casaium, régi/ quondam 
magni Thesaurarij apud Insubres F[ilium\, Philippi II. oaihoiici, apiid 
Heivetios iegatum. Bruniruûy apud Joannem Fabrum. MDXCV. Voraus gehi 
eine poetische Widmung an Casate. Siehe dieselbe bei Daguet im Anhang zu seiner 
Biographie (Beil. II). Hier isi die «; Adresse» richiig wiedergegeben ; vorn S. 6. 
Anm. i3 dagegen, wo der Titel des Bûches genannt wird. ist durch die Weglassung 
der Worte *F[iIium], Philippi II. catholici, apud Ifelvelios» der Sinn gânziich 
enisiellt. — Ein Exemplar dieser Oden, das gegenwâriig im Besiize des 
Ilerrn D'Th.v. Liebenau sich belindet, hat Guillimann schon bald nach seiner 
Ankunft in Luzern dem Ratsmitgliede Johann Rudolf von Sonnenberg gcschenkt. 
Aufdem Blatte vor dem Titel stehl nàmlich handschriftiich : In itsum Joannis 
Rudoiphi Sonnenberg Lucernensis Ex dono Authoris i5(jfi. 

* Auf dieser Reise sind die Verse entstanden, welche Guillimann im tblgenden 
Jahre seinem Werke * De rébus Helvetiorum » ((>ap. XllI, De Abbatiscella) 
einfûgte. 

' Vorzugsweise mit dem Bibliothekar P. Chrisioph Hartmann, einem Alters- 
genossen Guillimanns und Casâtes (geb. um 1 565). Siehe uber denselben den Artikcl 
von P. Gabriel Meier in der Allg. D. Biogr. X, S. 681. 



XVII 

' So «ûnscht z. B. Abt Aususiin cineti l.euchter von besonderer Schonheit 
fur die Gnadenkapelle. Guiliimann ùbernimmt es, ihm einen solchen /u besorgen. 
d.h. er wendei sich an seinen Herrn und dieser beschaftigtsich mit der Angelegen- 
heii wâhrend eines Aufenihalis in Mailand. Nach Daguct schreibt Guiliimann an 
P. Christoph im Sepl. i6o5 : « Dominus legatus abiit in lialiam solliciwium 
vesiram lampadem, nec redibii nisî ea perfecia, vel suo sumpto». Sollle hier 
vielieichi ein Irrtum in der Datierung vorliegen ? Am 33. October i6o5 ist Casate 
bereits wieder auf einer Tagsaizung zu Baden anwesend. 

* Bel Wilfieliii Màss in Freibur^- in Freiburg bcsass Guiliimann einen warmen 
Gônner an dcm « Generalcommissâr » Niklaus Meyer. 

'" Darum ist der zweiie Teil Manuscripi geblieben. 

" - Cum S. C. majesiatis privilesio. Mediolani ex officina regia Pandulphi et 
M. Tultii Malaleslae ». Gewidmei istdas Werk Kaiser Rudolf II, 

" Oder vielmehr mil der Dispens vom Halten von Vorlesunpen, die Krzherzog 
.MaKimilian schon 1609 ihm gewàhrte. 

" Ich meine die Fortseizung seiner Habsburgiaca. Ueber die Arbeiten, die 
Guiliimann inzwischen, durch besondere Wiinsche oder RUcksichten veranlassi. 
erscheinen liess, s. Daguei a. a. O. biine dersclben, die lateinische lieberseizung 
jiôoHidesspanischenWerkes von Cen-era Liber den Tod Philippin, irugihmu. a. 
auch cine Anerkennung des Erzherzogs Leopold ein, der damais bereits Bisthof 
von Sirassburg und Passau war. Und dièse Anerkennung hinwieder sporni 
Guiliimann zu seinem B\iche * de epUcopis Argentinensibus » (1608) an. - Es 
sei hier noch bemerki, dass Guiliimann, « erzherzogl. Rat und ôsterreichischen 
Hisioriographen ». «ahrend seines cifrigen Siudiums in den Archiven zu 
innsbrui:k am 4. Dec. 1610 von b^rzherzog Maximilian dem Deutschmeistcr 
« Adels/reiheil » und « Wappenbesserung » gewahrt worden ist. Siehe Goldegg, 
Tirolische Wappenbùcher, II. Teil, N* 1418, in derZeitschriftdes Fcrdinandeums 
in Innsbruck. 3. Folge, ao. Heft (18761, S. i3a. — Gestorben ist Guiliimann nach 
Daguet. S. 57, am 14. Oet. i6iî. 

Bald nachdem Guiliimann den Dienst Casâtes verlassen hat, 
tritt uns in demselben als Sekretâr des Gesandten Giovanni 
Battista Ningiiarda entgegen : in dem fur GraubClnden so star- 
mischen Jahre 1607 spieii dieser Mann eine gcwisse Rolle. Ueber 
die PersÔnlichkeil wissen wir im Uebrigen nicht das gcringste ; 
doch iiegt die Vermutung sehr nahe, dass wir in ihm einen nahen 
Verwandten jenes berQhmten Dominikaners Feliciano Ninguarda 
if i5g5i vor uns haben, der ais Visitator seines Ordens, als 
pàpstlicher Légat fur einen Teil Deutschtandsunddie Schvveiz,so\vie 
cndlich als Bischof von Como Jahrzehnte hindurch so eifrig und 
erfolgreich im Sinne des Tridentiner Concils gewirkt hatte '. 



XVIII 

* l'ebcrdie Ninguarda ubcrhaupuind Felician im besondcrn siehc Lcii. XIV. 
143; Quadrio, Dissertazioni critico-sioriche iniorno alla Rezia di qua dalle Alpi, 
oggi delta Valtellina, II! (1756), 273 und 346. Quadrio, der allerdings sclbsl auch 
noch der Correctur bedarf, ergânzi und berichligi in einzelnen F^unkten l.eu. So 
gehtaus ihm unzweifelhafi hervor, dassjcne Ninguarda, von denen eincr. Giacomo, 
i5S2 im Besilz des Schlosscs Lowcnberg bei Schlewis im Obcrn Bunde ((jruob) 
erscheint (vgl. Campell, p. 19 : bzw. S. 1 1 der Mohr'schcn Bearbeilung), eine Linie 
desselben Veltliner Geschlechles sind, dem um i5i7 der genanntc Bischof" eni- 
sprossen isl. Welcher der beiden i.inien unser (jiambattisia angehort, kann ich 
nichi mit Besiimmtheil entscheiden : ailes aber spricht dafur. dass er ein Sohn 
oder Knkcl des Brudcrs von Feliciano, des Cavafrliere Giambattista S. ist, welch* 
leziern Q)uadrio (S. 346) als « uomo di molto merilo e di singolari lalenti* be- 
zeichnet. - - Als Sekretâr Casâtes weilt Ninguarda 1607 in Sargans und Feldkirch. 
und hier ùbergibt er Hans Dietrich Mohr zu Handen Beli's (siehe unien) die (jelder. 
deren Fmpfang spâter dem letztern zum Verbrechen angerechnet worden ist. 
S. Anhorn, Pûntner Aufruhr von 1Ô07 (Ausgabe von C. v. Mohr). 110. ii3. i u». 
127: Sprecher, Rhâtische Chronica (Chur iÔ72),S. 235. Der venelianische (îesandte 
Padavino spricht in einer Depesche vom 2. Aug. 1607 (Dépêches de 1*., herausgeg. 
von ("érésole in den Quellen zur Schweizergcsch., II. 104) von einem «(jiovanni 
Battista Linguardo. nativo di Morbegno, ma servitor aituale del (^asà [Casati] *. 
der (wieder) mit (ield in Sargans erschienen sei. Dassdamit Ninguarda gemeint isl. 
bedarfkeiner weilern Frorterung. 

Wann und wie Maximilian Mohr der Nachfolger Ninguardas 
geworden, ist nicht klar zu crkennen. Es scheint nicht vor dem 
Jahre 1614 geschehen zu sein. 

Die Familie Mohr ^ ist bùndnerischer Herkunft : bei Zernetz im 
Engadin stand ihre Stammburg, der Mohrenturm genannt. xMehr 
als vielleicht irgend ein anderesCjeschlecht des Landes vertritt dièse 
Familie die wunderbare Vielgestaltigkeit râtischer N'erhâltnisse in 
der gâhrenden Uebergangszeit aus dem feudalen und klerikalen 
Mittelalter in die « neue » Zeit bûrgerlicher oder bâuerlicher 
Republiken und religiôscr Spaltung : gleichzeitig finden wir die 
verschiedenen Zweige des Geschlechtes, ja sogar Angehorige des- 
selben Zweiges im Dienste der « Blinde », des Bischofs von Chur 
und der Erzherzoge von Oesterreich als Grafen von l'irol — in dem 
einen und andern Spross des (leschlechtes vereinigten sich wohl 
auch Pflichten und Rechte, die von mehreren dieser Gewalten 
ihren Ursprung herleitetcn — und wahrend die einen sich der 
« neuen Lehre » zuwandten und ihr spâter auch « Diener des 
Wortes » lieferten, hielten die andern eifrig am alten Glauben fest *. 



In enger Beziehung zum Hause Oesterreich und zugleich 
entschieden katholisch erscheint die Linie, welcher Ma\imîiian 
angehorte. Sein Vater, Hans Mohr, war Rittmeister in kaiserlichen 
Diensten und Hauptmann auf dem Oesterreich gehorenden Schlosse 
Tarasp im Engadin. Schon der Grossvater, Joseph Mohr, hatte 
1578 von Kaiser Rudolf II. eine«Vermehrung»des Familienwappens 
erhalten ". Hans selbst wurde 1593 von Erzherzog Ferdinand II. 
von Tirol die Gunst zu teil, dass das Heim dieser Linie zu Mais im 
Vintschgau zu einem « frei-adeligen Sitz » erhoben wurde und die 
Linie selbst fortan nach diesem Sitzc « von und ^u Liechlenef^g » 
sich nennen durfte '. Die Gemahlin dièses Hans Mohr, die Mutter 
.Maximilians, Magdalena Bcii von Belfort, war eine Schwester 
jenes unglUcklichen Georg Bell, der spâler als Landvogt Oester- 
reichs auf Castels im Prattigau in den Bùndner Wirren einen 
tragischen Tod finden sollle. 

Liingst ist der Vater "gestorben( i5q5), langstauch derOheim der 
erwâhnten Katastrophezum Opfergefallen ( 16071, als der Sohn und 
Neffe uns im Dienste Casâtes zu Luzern begegnet. Nicht als gànziich 
Fremder erschîen er den Luzernern, Durch irgend eine Fùgung 
des Geschicks war etwa hundert Jahre vorher(i52i) ein SprOssIing 
der Familie Mohr, Namens Hans '■, nach Luzern gekommen. Da 
hatte er sich eingebùrgert, war .Mitglied des Kleinen Rates 
geworden und durch Vermâhlung mit eîner Luzernerin, Katharina 
Amrhyn, rasch mit der damais sich neu bîldenden stâdtischen 
.\ristokratie verwachsen. Reprâsentirt war dièse Linie damais, als 
der tirolische Vetter nach Luzern kam, durch den mit ihm unge- 
fâhr in gleichem Alter stehenden Caspar Mohr, der eben jetzt 
( i()i3) als Mitglied des Grossen Rates in der gewohnlen Weise die 
politische Laufbahn eines jungen Patriziers angetretcn hatte. Sic 
sollte sich in bescheldenen Grenzen halten, dièse Laufbahn Caspar 
Mohrs (Qber die Wûrden eines « Kleinrats » und eines Landvogts 
im Entlebuch und zu Lauis ist er nicht hinausgekommeni, aber 
was dem Vater versagt blieb, erreichte der Sohn : Rudolf Mohr 
Hat, wenn auch erst am Ende eines langen Lebens, schliessiich 
doch noch den Schultheissenstuhl der Stadt und Republik Luzern 
besticgcn ( 1696) '. 



XX 

Vielleicht waren es gerade dièse Familienbeziehun^en, welche 
in Maximilian Mohr den Gedanken geweckt hatten, in Luzern 
seine diplomatische Schule zu beginnen "'. Die Aufnahme bei den 
regierenden Herren war denn auch eine sehr freundiiche : schon 
Ende i6i5 wurdederJunker von «Schultheiss, Ràten und Hundert» 
zum Burger der Stadt Luzern aufgenommen ••. 

Das Vertrauen seines Vorgesetzten scheint sich Mohr rasch 
erworben zu haben. Allerdings tritt er in den Jahren 1614-1620 
nicht eigentlich in den Vordergrund, wenn ihn auch Casate ab 
und zu auf Tagsatzungen sendet. Aber die wichtige Rolle, die er 
1620 bei der Vorbereitung des geplanten grossen Schlages gegen 
die Herrschaft der protestantisch-venetianischen Partei in Grau- 
bûnden spielt, sein LJebertritt in die Dienste des Erzherzogs Leopold, 
der wahrscheinlich durch einen Wunsch des letztern veranlasst 
wurde, die Sehnsucht des alternden und kranken Casate nach 
dem treuen Helfer, die Verwendung Mohrs sodann zu den 
wichtigsten Missionen von Seiten des Erzherzogs, die glânzende 
Stellung, die er sich und seinen Nachkommen spâtergegrûndet, und 
schliesslich — das gewichtigste Zeugnis — der Ruf, den Maximilian 
Mohr bei den Gegnern sich zu erwerben wusste ^^, alT das berechtigt 
uns zur Annahme, dass wir in ihm einen Mann von nicht gewôhn- 
licher Begabung, von Energie und diplomatischem (jeschick vor uns 
haben. Bemerkenswert ist seine Sprachenkenntnis : wâhrenddem 
Mohr allerdings im Deutschen nicht eleganter erscheint als seine 
bureaukratischen Zeitgenossen uberhaupt, handhabt er das Ita- 
lienische mit Leichtigkeit und auch das Spanische scheint ihm 
vôllig vertraut gewesen zu sein. Sicherlich ist ihm nach dieser 
Richtung die Lehrzeit bei Casate vortrefflich zu statten gekommen. 

* L'eber die Famille Mohr siehe Campell, Kaciiae alpcstris lopographica 
descriplio (S. 144 der Originalausgabe von Kind in den « Quellen zur Schweizer 
Geschichte », Bd. 7. - S. 78 des deutschen Auszuges von Cour. v. Mohr im i . Bd. 
des « Archivs fur die Gcsch. der Republik (iraubunden ») : Bucclin, Rha;lia sacra 
ei profana topo-chrono-stemmaiographica (IJIm lOôG). p. 403, und desselben 
Autors Germania, pars 11.(1 'Im 1662); Leu, helv. I-e\ikon, XIII (1765), S. 214-217 : 
YAnton p. Sprecher] Sammlung rhàiischer (jeschlechler. Chur 1S47, S. 92-99. 
Auf Bucelin beruhi zunâchst das bereiis oben (Anm.12 zu Abschniti II) erwâhnie 
Siammbuch der Familie Mohr im Besiize des Herrn D' Bùhler-Mohr in Luzern. 



XXI 

Immerhin bietet dièses Stammbuch, das auch Maximilian Mohr und seine unmit- 
lelbare Descendenz berOcksichtigi, einigeschâizenswerte weiiere AufschIQsse. Gilt 
das sehon von seiner ursprûnglîchen Fassung, die von Hauptmann Jost Joseph 
Mohr, Miiglied des grossen Rates, herrûhrt (es ist in demselben Jahre angelegt 
worden,indemftH</o//"MohrS(;huitheisswurde: lôgSj.so nochmehrvonden vielen 
Erganzungen. die der 1879 versiorbene Stadiarchivar Schneller im Jahre r85î, 
ausdem BQrgerbuchesowiedenTauf- undEheregisiern desSiadtarchivssehOpfend, 
dem Originaitexte des Stammbuches zwischen den Zeilen und am Rande beifùgie. 

' Kiner proiesiantischen Unie gehôren die beiden bûndnerischen Hisiorifcer 
Theodor und Conradin i-, Mohr (Vaicr und Sohn) an, von denen indess der 
ersiere am Stihiusse seines langen. verdiensivollen Lebens Kaiholik wurde. Auf 
(^nradins Ausgaben bùndnerischer Chronisien haben «ir in der vorliegenden 
Pubiikation vieifach hinweisen miissen. Kr ist auch der Verfasser derdreibândigen 
«Geschichie von Curràtien und der Republik gcmeiner drei BQnde. » Nâheres 
Ober Theodor (und Conradin) v. Mohr siehe in dem Artikel von G. v. Wyss in 
der Allg. D. Biogr. XXII, S. 73. Dièse Linie siammi von einem Anseltn Mohr, 
einem Bruder jenes Hans Mohr. der i5ii nach Luzern ziehi. —Joseph Mohr, 
der 1637 Bischof von Chur wird, und Maximilian sind Sôhne von zwci Brûdern 
(Abraham und l-lans). In entfernteren verwandtschaft lichen Beziehungen zu 
Maximilian siehen die Churer Domherren Conradin und Christoph Mohr (letzierer 
Dompropst) und Katharina Mohr, Aebiissîn von Munster. 

' So nach Sprecher. Sammiung rhâtischer Geschlechier, S. 97 unten. Bei 
Galdegg, WappenbDcher 1. Tel! (Ztschrfi. des Ferd., 3. Folge, rg. Hefi, rR75) 
ftnde ich unter N' 58i verzeichnet : « Wappenvermehrung Jiir den edlen Joseph 
Mohr (durch Erzherzog Ferdinand 11.) Innsbruck, 6. Mai i582 » .Unzweifelhaft 
ist dieser Joseph Mohr ideniisch mit dem oben im Text genannien (es gibt oder 
gab allerdings im Tirol noch zvvei andere Geschlechter dièses Namens, die « .Mohr 
zu Sonnegg » und ein drilles, Uber wekhes Goldegg nichis naheres weiss). Joseph 
Mohr «ar • Gotieshausrichier » zu .Mais. Von Campell wird er in seiner lopogra- 
phischen Beschreibungvon Hohenratien(S. 37gderOriginalausgabe vonC. J. Kind) 
Raelorum hodie opibus (haeredilariis quidem) facile polentissimxis genanni. 
Die L'eberseizung von Conr. v. Mohr, S. r34 seines deutschen Auszugs : • keut- 
^ulage einer der reichsten Rsiter* gibt die Stelle etwas abgeschwâcht wiedcr. 

* Iiiiisbnick. 10. Mai i5g3, Siehe Goldegg, 1, N* i235. — Nach derselben 
Quelle, N* G50. halte Qbrigens schon am 1. Juni 1584 Erzherzog Ferdinand II. 
dem edten Hans ^for x" Sibenkirchen eine « Wappenbesserung » verliehen, 
Sibenkirchen isinach Campell (a. a. 0.) -- Mais. — Bucetin a. a. 0. nennt Hans 
.Mohr * bello Lepontico celeber ». 

' Im schônsten .Manncsalier, dcnn nach Sprecher, S. 98, war Hans Mohr 
i55o geboren. (Auch das Todesjahr entnehme ich Sprecher; Leu freilich nennt 
als solches iSgii). Maximilian «ar damais sieben oder acht Jahre ait (Sprecher 
verseizt seineGeburt ins Jahr ]58M). Ob die Muiter des Knaben noch lebte, wissen 
wir nicht, \\it ïibcrhaupt die ganze Jugend- und Siudienzeit des bedcutenden 
Mannes in volligem Dunkel liegt. — Von den BrUdern Maximilians ist der eine. 
flans Dieirich, \rK>y der Uriterhandler zwischen dem Oheim Beli und Ninguarda. 



XXII 

Siehe oben S. XVIII. Auf ihn ist die Pfleg- bezw. Pfandschaft von Tarasp ûber- 
gegangen (C. v. Mohrs Ausgabe von Anhorns * Pûnmer Aufruhr *. S. 220, Anm. 32). 
l'eber die andern Geschwister siehe Bucelin a. a. O. 

• Wie oben bemerkt, ein Bruder Anseims. Die Verwandtschafi von Ma\i- 
milian mil Caspar Mohr lâsst sich kurz so bezeichnen : die Urgrossvàter der 
beidcn, Johannes und Anton Mohr. waren Briider. 

^ Siehe v. Liebenau, Verzeichnis der Luzernischen Schullheissen im «Gc- 
schichtsfreund )► Bd. 35 (1880), S. i6<). 

•* Die Bande, welche Maximilian Mohr mit Luzern verknupften. wurden noch 
cngerc durch seine Vermâhlung mit Jacobca ron MettenwyL die wahrscheinlich 
sehr bald nach seiner Ankunft in Luzern seine Gattin wurde. Das war vermutlich 
eine Tochter des Ritters Hans v. A/., welcher 1 594 Venner der Siadt gewesen war und 
1595 das Schloss Schauensee wiederhergestellt halte (Leu, XIII, 89), und eine 
Schwester des let^ten Meitenwyl, jenes Klcinrates Mauri'; v. A/., der 161 9 bei 
einem Streiie mit Niklaus Bircher einen frûhen Tod lînden solllc (Tagebuch von 
Christoph Pfvti'er auf der Bûrgerbibliothek Luzern). Ks war ubrigens eine kurze 
und kinderlose Ehe : schon lôiT) finden wir Maximilian Mohr zum ^weiten Maie 
verheiraiet, und zwar mit Maria Jacobea Brock von W'eissenberf^f aus einer 
ursprunglich Ravensburgischen Familie, die aber lângst in Keldkirch heimisch 
geworden war und dort eine sehr angesehcne Stellungcinnahm (Vater und Gross- 
vater Maria Jakobcas waren Schullheissen der Stadt). S. Bucelin, Germ. Il : Raîlia, 
p. 449. Der ersie der beiden Sôhne Maximilian Mohrs aus dieser Khe. Cari Philipp. 
ist nach einer BemerkungSchnellers indem oben v,itiertenMohr'schen Slammbuch 
am I. Januar 161 7 geboren worden, also unzweifclhatï in Luzern, wie wohi auch 
der zweiie Sohn. Johann Friedrich. Auch dièse Khe scheint bald durch den Tod 
geiôsi worden zu sein : immerhin dùrfte die dritte Vermâhlung Mohrs - mit der 
Tirolerin Ursula Fïieger von Hirschberg, die ihm eine lange Reihe\on Sôhnen 
und Tôchtern geboren hat — in die Zeil nach seinem rebcrtritt in die Dienste des 
Frzherzogs Leopold*faIlen. 

Gewohni hat Maximilian Mohr nichi im « Gesandtschattshôtel >*. sondern 
drûben, am andern EndederKapellbrûcke, im sogen. Engelbergcr Hof] unmitielbar 
neben der * Kapelle > von St. Peler, die der Brûckeden Namen gegeben hat (heule 
Kigenlum der Familie Zelger). So berichiel das Slammbuch. l'eber dièses (lebàude 
s. v. Liebenau, a. a. O. S. 144. 

® Im Luzerner Raisprotokoll Bd. 54 (St. -A. Luzern) fol. i3ot», finden wir 
unter dem Datum : Fryiags nach St. Mailhyai A" iôi5 (Schullheiss und F<àie) die 
Noliz : itf hût habend M. G. Un. uf dcmuetig anhaltcn und pitten Jn. Ma.xi- 
milian Mohren gnàdigst begùnstiget und vergonnt. das er ^um tlieil cinmahlen 
angenommen syn sôllc, jedoch das er sich vor M. (j. Un. Râten und hunderten 
auch steiie, und aiisdan "{u derseibigen gnadigcm gefaiien stahn, Ine vollkom- 
menlich ^um Burgern an^enemmcn, oder nit. - Ebenda fol. 335 ^ folgi unicr 
dem Datum : Soniags uf S. Joannes Evangelistai Anno 161 5 (Schullheiss, Rat und 
hundert) die Ergânzung : Als dann vor etwas abgclojjnen ^it lunker Maximilian 
Mor us Pùntcny dero^iten aber in Ihren Cathoiischen A'. A//. ;i/ Hispangien 
ordentlichcn llerrn Ambassadoren loblicher Eydtgnossajt Uerrn Alfonso Cassait 



XXIII 

(C^ssale ?) Dienstcîu von M. (i. fî. der tâffiichen Riîhien ^iim Bur^cr an^ommcn 
(sic) worden, uf gutheisscn und bestetigung klein und (trosràthen. er aber uj 
sin bit von beiden Ràliten uf h'ùt confirmiert worden. der in^ufr ist ime 
heimgeset^t. 

Der Ratsherr ./o/?a;i« Rudolf von Sonnenberg \\qs*> sich, wie von (jirolamo 
Casate. so auch von Maximilian Mohr cin Blall in sein Album widmen. • 

In dem Spruchband oben heisst es : Parce gaudere opportet, et sensim queri, 
quia totam vitam miscet doior et gaudium. Die W'idmung unien lautei ; Sobi- 
litate, doctrina et omnium virtutum génère prœclaro viro. Domino. lo :'Rudoifo 
à Sonnenberg in perpetuum amoris et amicitiœ signum scripsit Maximilianus 
Morus à Licchtenegg. Lucernœ Helvetiorum. xxx. Sovemb. anno reparatœ 
salut is ifiiy. 

Neben dem W'appen Mohrs ziert das seiner zweilen (îemahlin Maria Jacobea 
Ih'ock von Weissenberg das Blatt. -- Auf dem driilen Hlaite nach der Dedication 
lesen wir in der schonen. kràfiigenSchrifi Mohrs : Amiens quid ? aller ego. Div. 
liieron. Vnà weiler das Distichon : 

Aller ego nisi sis. non es mihi verus amicus : 
Ni mihi sis ut ego, non eris aller ego. 

(Das letzie Blait dièses Albums isi Sonnenberg von « Conrat Vintler von 
Plàtsch, \uo (xottmandingen, Rietten und lleïilsperg^ gewidmel worden : Actum 
Lucernœ den 2!^. Febr. A'. idiC). Dieser C.onrad \'iniler. geb. i58i. ist ein Sohn 
des eben (i'h4) versiorbenen Prasidenten der erzherzogl. Kammer zu Innsbruck, 
Christoph Viniler in Hailsberg. aus dessen zweiter Khe mit Anna v. Schellenberg. 
S. Bucelin (îerm. 111, 2. Abt.. S. ig2. Vermutlich waren Beziehungen Vinilers zu 
Maximilian Mohr der Grund seines Aufenihaltes in Luzern.) 

*° Siehe in den Denkwurdigkeiien von Ulysses v. Salis die Sielle, \so der Ver- 
fasser von den l'nterhandlungen Mohrs mit seinem Bruder Hudolfv. Salis spricht 
(S. 173 der l'ebersetzung von C. v. Mohr) : <^ /w- (Maximilian Mohr) galt als ein 
guter Politiker ^ . . . Wenn llysses v. Salis ihn aïs « ( jesandtschaftssekretâr * 
bezeichnet, so irillt das fur i(*)22 làngsl nicht mehr zu. - l'eber die spâtcre 
Laulliahn Maximilian Mohrs siehe weiter unten. 

Xeben Maximilian Mohr fînden wir einen gewissen Giovanni 
Orsini als Sekretâr im Dienste Alfonso Casâtes. Leicier ist es 
mir nicht gelungen, ûber diesen Mann irgend etvvas zu ertahren. 
Spiitestens seit 161 7 f^ehôrt er zum (jesandtschaftspersonal und 
auch 1622 ist er noch in dieser Eif^enschaft nachzuweisen K 

* In einem notariellen Instrument vom 3o. Mai ihij (Concept im St. -A. 
Luzern, .\kien : Spanische (iesandtschaft) erscheint (îiovanni Orsini als Zeuge. 
Von ihm. .Maximilian Mohr und .Marc Aurelio Duratowird hiergesagl : qui omnes 
suni ex familia ipsius Domini Oratoris. ^ - Wieder figuriert Orsini in gleicher 
Kigenschaft in einem /Xktevom 3i. Mârz i(')22 (Concept, ibidem). Hier heisst es von 
ihm und einem andern der Zeugen (Francesco Ferrando .Aliprandi) : «ambobus 



XXIV 

Lucernae habitantibus et in supradicta Parochia Sti Leodegarij. « Aehntich tautet 
die Formel in einem andern Document von 1622, das nicht genauer datiert ist 
(Concept, ibidem), mit denselben Zeugen. Damit ist zwar nicht ausdrûcklich 
gesagi, dass die beiden in diesem Augenblicke zum Gesandtschaftspersonal 
gehôren. aber ein vemûnftiger Zweifel kann darûber nicht bestehen. In 
sâmilichen drei Aktenstiicken wird Orsini Sohn eines Pietro 0. genannt und 
zwar ist diescr in dem erstern (von 1617) als verstorben bezcichnet. 

Schon neben Guillimann aber, etwa von iSgy an und dann bis 
162 1 — voile 24 Jahre hindurch — hat Marco Aurelio Durato 
Alfonso Casate {^edient. Bei vielen besondern Aniâssen , und 
zwar auch in Vertrauenssachen , soll der Ambassador diescn 
Mann verwendet haben. Merkwûrdigerweise bekleidet Durato in- 
zwischen mehrere Jahre hindurch (spâtestens 1617 bis 1621 ) das 
Amt eines « Maestro di posta » fur Spanien, bezw. Mailand, in 
Bellinzona. Den Dienst des Gesandten verlâsst er erst unmittelbar 
vor dessen Tode, Ende Juli 1621, und zwar um nach Mailand und 
von da nach Madrid zu gehen : beim Kônig selbst gedenkt er sich 
den Lohn fur seine langjâhrigen treuen Dienstc zu holen. Nicht 
nur sein bisheriger Herr, sondern auch die mit Spanien verbûn- 
deten Orte geben ihm Empfehlungsschreiben mit ; die der Orte 
— sie liegen vor uns — sind in einem fur Durato sehr ehrenvollen 
Tone gehalten K 

* Zum Maestro di posta in Bellinzona war Durato provisorisch - ^ donec a 
pncfata Maestate (vom katholischen Kônig) de eo munere provideatur* — als 
Nachlblger eines verstorbenen Antonio Fasoli von Don Pedro de Toledo Osorio 
(Statthalter von Mailand 1614-1618) ernannt worden. So entnehmen wir dem 
('.onccpt eines notariellen Instrum. (St. -A. Luzern, Aktcn : Span. (lesandtschafi) 
aus dem Jahre 161 7 (das Tagesdatum ist nicht cingesetzt), in welchcm Durato 
(jaspar Antonio iUtschi (Buschum), Ranzicr des « magistraïus exiraordinarius 
Status Mediolani * und Francesco Mercantolo zu seinen Siellvertretern fur die 
i.cistung des Treueides in die Hândc des Grosskanzlers von Mailand odcr eines 
von demselben Beauftragtcn ernennt. 1621, bei seinem Abgange nach Mailand, 
bezw. Madrid, bekleidet Durato dies Amt eines Postmeisters zu Bellinzona noch. 
wie wir aus dem Schreiben von * 6 kath. Orten und Appenzell » vom 2H. Juli 1621 
an den Kônig (Concept, ibidem) entnehmen. 

Demselben Schreiben ist auch unsere Angabe ûber die Dienstzcit bei Casate 
entnommen : « haservito/?eri7 5;;a/îo (/ea;i;i/ ^^alPAmbasciatore di V. M. presso 
noi Alfonso Casate, dal quale è stato occupato in moite occasioni particolari del 
servitio délia Real Corona *. 

In einem Schreiben an Fcria (Concept, ibidem) sagen die Orte von Durato : 



XXV 

« ha servito in diverse occasion) d'essa Ambasciaia rfi particotare 

coiifidan^ia), corne poirà V. E. vedere anco deU'ateslaiione del medemo 
Ambasciatore ». Die Orte bitien aiso den Statthalter, er môge « non solo concedere 
a detto Turato bona licenza per Spagna p«r il sudetlo etfelto, ma insiemc ad 
accompagnarlo con sue letiere favorevolj, assicurandola in nome di tuiti noi, 
che favorirà persona meriievole, cl che di queslo offiiio ne resieremo a V. E. con 
obligaiione pariicoiare-*. 

Die Schreibune des Namens ist fine schwankende : bald erscheini er als 
Turato, bald als Diirato. Gebûrtig war der Mann sehrwahrscheinlich aus Como, 
vielleicht ein Verwandter des Gio. Angcio Turato. bei dem Franc. Eîallarini gerade 
in dicsen Jahren (itirgl sein *Compendio delIc cronichc délia Ciltà di (~omo > 
crschcinen liess. 

Fenando Aliprandi, ein junger Verwandter des Anibassadors, 
iind Francesco Gambarana gehôren schon der Zeit Girolamo 
Casâtes an : Aliprandi tritt uns zum ersten Maie gerade in den 
Tagen entgegen, da Alfonso Casate die Geschâfte dem Sohne tiber- 
lassen muss, Gambarana gar erst wenige Tage vor seinem Hin- 
schiede. 



Mehr als die Sekretâre sind die « Dolmelscher » der Gesandt- 
schaft dazu gekommen, den Gesandten vor den Tagsatzungen zu 
vertreten. Zu diesem Amte sind aus nahelîegenden Grtinden stets 
Einheimische auserkoren worden. Und dass siimiliche Urner sind, 
ist ebenfalls nicht zufallig, hatte doch in Urî die spanîsche Partei 
ihren festesten Hait und waren doch vor allen die Urner durch 
Lage und Verkehrsverhâltnisse ihres Landes darauf angewiesen, 
die uffizielle Sprache der Gesandtschaft, das Italienische, sich 
anzueignen, ûberhauptdie natùrlichen VermittlerzwischenSpanien- 
Mailand und der katholischen Schweiz. 

Lange bevor der Bund der katholischen Orte mit Spanien 
geschiossen worden, in den allerersten Zeiten der spani.schcn 
Gesandtschaft ûberhaupt, als Marc Antonio Bosso und dann der 
Graf von Anguisola ' Spanien-Mailand in der Eidgenossenschaft 
vertraten, finden wir an ihrer Seite als Dolmelscher den Haupt- 
mann Bernhard von Mentien, der zugleich das Amt eines Land- 
schreibers von Uri versieht. Oefter ist von Mentien spater auch 
fur Pompeo délia Croce auf den Tagsatzungen erschienen. Bei der 



XXVI 

grossen Reise liber den Gotthard zur Beschworung des Bundes 
(Mai i588) war Bernhard von Mentlen nicht nur selbst im Gefolge 
mitgeritten, sondern hatte auch seine beiden Sôhne Philipp und 
Wilhelm mitgenommen. Der erstgenannte dieser Sôhne, Philipp 
von Mentlen, wird dann auch iSgi sein Nachfolger als Dohiietscher 
des Gesandten. Von délia Croce ûbernahm ihn Alfonso Casate 
gewissermassen als Erbstiick. Zum letzten Maie funktionirt Philipp 
von Mentlen fur Alfonso Casate zu Beginn des Jahres 1602 2. Dann 
verschwindet der Mann vollkommen aus unserm Gesichtskreisc 
und wir kônnen auch keinen Nachfolger fur ihn entdecken, bis 
in der letzten Zeit Alfonso Casâtes Johann Joachim Bûntener uns 
entgegentritt, den der Ambassador zu wichtigen Missionen ver- 
wendet, so z. B. im Juli 1620 in den Obern Bund hinauf schickt. 
Es war ohne Zweifel eine tuchtige, begabte Persônlichkeit, die 
freilich zu dieser Zeit noch in den Anfângen ihrer Laufbahn steht, 
aber dièse spâter in ehrenvoller Stellung als Oberst eines Régiments 
in spanischen Diensten beschliessen solltc. In unserer Correspon- 
denz spielt er eine nicht unbedeutende Rollc '. 



* i535 isi mailàndischer (jesandter in der Kidgenossenschafl Gio. Domenicu 
Pani^ono : ihm ^eselll sich um 1547 der den Eidgenossen von rruher her bekannie 
Gian Angelo Riy^i hinzu. Dieser und Ascanio Marso. vertreien dann zwischen 
1549 und i556 bald einzeln, bald zusammen Cari V. und Philipp II. in der Fidge- 
nossenschafl. i556-i558 fungirt Ascanio Marso allein und sclbsiàndig als ordeni- 
licher Gesandter Philipps II.. zunàchsi fur Mailand (Marc de Rye. Herr zu Diccy. 
erscheini i556 in ausserorden tii cher \\\ss\on fur Philipp II. als Herrn der Fret graf- 
schaft). Dann erst folgen Bosso, Juni i559-i5ô5, und Giovanni Graf von Anguisoia. 
1565-1569 (inierimistisch erscheint auch. Màrz i565, als Agent Spaniens ein D' Bali- 
hasar de Molina). Aber Bernhard von .Mentlen ist in den Abschieden erst unter 
Bosso und .\nguisola als VertreteroderDolmetsch derGesandtschaft nachzuweisen. 

* Leu. XIII, 5o nennt d'\e ron Mentlen ein « altes adeliches Geschlechtindcm 
Land Uri ». Kin Bernhard von Mentlen war 1426 Gesandter bei dem Friedens- 
schluss zwischen Filippo Maria Visconti und den Eidgenossen gewescn. Kin 
L'renkel dièses Bernhard, Hans, fâllt i5i5 bei Marignano. Als jungerer Sohn 
von Hans erscheint nun bei Leu ein Bernhard, der wohl idcntisch sein muss mit 
demjenigen, von dem oben die Rede ist. Freilich weiss Leu nichts davon. dass 
Bernhard von Mentlen Landschreiber von l ri war, wâhrenddem die Abschicdc 
darûber fur die Jahre 1569. 1570, 1572, 1573 und 1584 keinen Zweifel lassen. 
Hauptmann wird B. v. M. in den Abschieden zuersi 1576 genannt. Dièse seine 
militârische Qualification kcnnl nun Leu : cr weiss sogar zu bcrichlen, dass B. 



Haupimann in kaiserlichen Diensien und des ht. rôm, Reicfis Ritter war, 
wâhrenddem die Abschiede ihn nîemals Ritter nenncn. Von einer Descendenz 
Bernhards dagegen ist Leu wiederum nichis bekannt. Der Bericht Cysats ûb«r die 
Bundesbeschwôrung in Mailand ([588) bezeichnei indess Philipp ausdrQcklich als 
Sohn Bernhards. Ob Wilheim Sohn oder Rnider Bernhards «ar, ist bei Cysat 
nicht ganz kiar. I.eu nennt einen Wilheim als Suffen Bernhards (Sohn seines 
Bruders Fridolin). 

Zum leizten Maie scheint Bernhard v. jM. den Ambassador am ay. Jan. r58ç) 
verireten zu haben {mil welchem Rechte das Register des Abschiedebandcs den 
hier genannien Hauplmann von Menilen aïs Pkitîpp v. M. auffasst, vermag ich 
nicht einzusehen, denn Philipp wird in den Abschieden nie so genanni). Bald 
daraufwird B. Landvogt in Baden ; wahrscheinlich isi er als solcher gesiorben, 
denn noch wahrend der Amtsdauer foigt ihm (iSgo ?) Philipp. Inzwischen vertriti 
am [3. Febr. rSgo Wilheim v. M. délia Croce auf einer Tagsatzung. Philipp 
fungirt zum ersien Mal als Vertreterdes .\mbassadors am lo. Nov. i5yi. Noehdrei 
weitere .Maie erschcini dann Philipp fur délia Croce und steis aul' gemeincid- 
genôssischenTagsaizungenzu Baden : 2. Febr. ibiyj, a;. Juni iSgS, 39, Mârz i5g4. 
Casaie veririti er zucrsi auf einer (^onferenz der Vil kaih. One zu Luzern am 
7, Febr. iSgS (Casaie ist durch Krankheit verhinderi), dann nur noch ein Mal. 
diesmal freilich in einer um so wichtigern. wenn auch gânzlich fruchtiosen 
Mission : zu Soloihurn vor den XIII und zugewandten Orten am aij. Jan. 1602, 
um in das von Biron betriebene und hier zum Abschluss gelangende neue BDndnis 
mit Frankreich einen Vorbehalt zu Gunsten Mailandsaufnehmen zu lassen. Ueber 
die Rolle, welehe inzwischen der • Turcimana Filippo » (von Mentlen) in der 
Verschwôrung desselben Biron gegen Heinrich IV, spielte, siehe Siri, .Mem. 
recond. 1,64. 



" Ueber Johann Joachim tUinlener siehe " 






Ucbcrskht iiber die wkhligslen Eteignisse voin Beginn der Gesandlschaji 
AlJ'onso Casâtes bis ^um Tode Heinrichs fV. — Der diplomatische 
Kampf in der Eidgenossenschaft, in Graubiinden und Wallis ^wischen 
Frankreich, Spanien und Venedig. — Wechselnde Politik Savoyens. 



Im Juni iSgS'stôsst Heinrich IV. bei Fontaine-Frarn;aise mit 
Veiasco zusammen, der den Lif^uislen zu Hûlfeziehi, und wirft 
sich dann mit L'ngeslùm auf die spanische Freigrafschaft. Fine 
der ersten .^ufgaben Casâtes besiehtdarin,diedringenden Hûlferufe. 
welche das Nachbarland durch stattllche Gesandtschaften an die 
Eidgenossen richtet, auf den Tagsatzungen mit seinem ganzen 



XXVIII 

Einflusse zu unterstûtzen. Wohl hâlt der kraftvolle Fuentes als 
wûrdiger Nachfolger Alessandro Farneses im Norden die Ehre der 
spanischen Waffen aufrecht, aber der Papst anerkennt Heinrich IV. 
aïs Sohn der Kirche, Mavenne macht seinen Frieden mit dem 
glûcklichen Gegner, und Phiiipp II. — ist iebensmude : er bestellt 
sein Haus, ûbergibt, um die Last der Nachfolge fur die schwachen 
Schultern seines Sohnes nicht allzu schwer werden zu lassen, die 
Niederlande samt der Freigrafschaft seinerLieblingstochter Isabella 
und dem fur sie bestimmten Gemahl, dem Erzherzog Albrecht, 
schliesst unter VermittlungCIemens' VIII. mit Heinrich den Frieden 
zu Vervins (2. Mai iSgS) und legt sich hin zum Sterben. Sein 
Bundesgenosse Cari Emanuel von Savoyen, im Frieden mit 
inbegriffen, wagt noch einmal einen Waffengang, der indess nicht 
glûcklich endet: im Vertrage von Lyon (1601) gibt der Herzog alte 
Stammiande diesseits der Alpen (die Bresse, Gex u. s. vv. ) preis, um 
dafûr den piemontesischen Besitz durch das heissumstrittene 
Saluzzo abzurunden. 

Wie im Allgemeinen, so gestaltete sich auch in der Eidgenos- 
senschaft und den ihr « zugewandten » Alpenlanden die Lage fûr 
Spanien und die katholischen Interessen keineswegs gûnstig. 

Wohl erfuhr das Bundnis Spaniens mit den VI Orten gleich in 
den ersten Jahren der Amtsthâtigkeit Casâtes eine Erweiterung : 
am 28. Januar iSgS trat nach langen Râmpfen, die schliesslich zur 
Trennung des Landes Appenzell gefûhrt hatten, die katholische 
Hâifte, Innerrhoden, dem Bundnis bei. Casate war, begleitet von 
Guillimann, zum Abschiuss der Angelegenheit persônlich nach 
Appenzell gegangen. Aber was sollte dieser Gewinn eines kleinen, 
fernen Bundesgenossen bedeuten gegenùberdem, was in den so viel 
wichtigeren siidlichen Alpenlanden mit ihren kostbaren Pâssen, 
in Wallis und Graubùnden, sich vollzog. 

Das Wallis hatte die Kâmpfe der Reformationszeit noch 
keineswegs ûberwunden. Eben jetzt schien es gânzlich dem Prote- 
stantismus und dem Einflusse Berns und Frankreichs verfallen zu 
wollcn, um damit sich einzugliedern in das grosse System politisch- 
religioser Opposition gegen das katholische Habsburg, dessen 
Haupt und Seele Heinrich IV. werden sollte. Bern war es schon 



i58<) gelungen, den V'[I katholischen Orten im W'allis Schach zu 
bieten, indem der Erneuerung des Bundes zwischen jenen und den 
sieben Zehnten unmittelbar auf dem Fusse eine Verbindung der 
letztern mit dem protestantischen Vororte der \\'estschweiz 
folgte : das alte Bûndnis Berns mit dem Bischofe, das aus den 
Zeiten der Burgunderkriege datierte, wurde nun zu einem Bunde 
auch mit der Landschaft. Und dass dieser Bund nicht durch seinen 
Wortiaut, wohl aber durch die Macht der Verhâltnisse auch eine 
religiôse Tragweite batte, das Wallis damit « schon mit einem 
Fuss in der reformierien Eidgenossenschaft stand », ergibt sich dem 
unbefangenen Auge auf den ersien Blick. Auf der andern Seite 
schloss Zurich, das fûhrende protestantische Ort der Nordost- 
schweiz, samt Glarus mil dem glaubensverwandten Zehngerichten- 
bunde Râtiens — jenem der III Bûnde, der einst in den Zeiten 
des « Schwabenkrieges», weil abhângig von Oesterreich, an der 
Verbindung mit den Eidgenossen keinen Teil erhalten batte — 
das von râtischer Seite lângst ersehnte Btindniss (i5yo;. 

In den Jahren nun, die Casâtes Wirksamkeit erôffnen, machte 
die so inaugurierte Entwicklung einen gewaltigen Schritt nach 
vorwârts. Zunâchst reichten sich ( 16001 ûber Obcralp und Furka 
hinQber die beiden Alpenrepubliken Wallîs und Ratien — die 
letztere in ihrer Mehrheit protestantisch — die Hânde zu schwe- 
sterlichem Bunde, buchstablich imoralisch und geographisch 
genommen) hinter dem ROcken der katholischen Orte hindurch 
und gegen aile Vorstellungen, welche dièse, die âltesten und 
verdicntesten Bundesgenossen der Walliser, seit dem Beginn dieser 
Verhandlungen (iSg?! drei Jahre hindurch schriftlich und durch 
eigene Gesandtschaften bei ihren Nachbarn in den Rhonethâlern 
angebracht hatten. Auch dies Ereignis wurde als ein Erfolg Berns 
betrachtet und empfunden. Und das weitere Verhalten der Walliser 
war nicht geeignet, die katholischen Orte gegen sic und Bern 
gOnsliger zu stimmen. 1601 liessen sich zwar die Walliser — es 
war diesmal an ihnen die Reihe — von den Orten zu Sarnen den 
alten Bund neu beschwôren. Mit der Erwiderung aber eilten sic 
nicht. GrOssere Eile hatten sie, ihre junge Freundschaft mit Bern 
zu besiegein : im Juni 1603 fand die Erneuerung des Bernischcn 



Bundnisses und zwar untcr grossen Festlichkeiten statt. Erst im 
October des genannten Jahres folgt dann die Beschwôrung des 
Bundes mit den katholischen Orten von Seiten der Walliser. Und 
als ob Bern darauf gehalten hâtte, ja voile Klarheit ûber seine 
Ziele zu schaffen, trat es, nachdem es mehr als ein Jahrhundert 
hindurch voneiner Verbindung mit den râtischenGemeinwesen sich 
lerngehalten hatte, plôtzlich ausseinerZuruckhaltungheraus: Bern 
wollte Zurich folgen, und da es nicht wohl anging, çinzig den 
vollkommen protestantischen « Benjamin » unter den râtischen 
Biinden seiner Freundschaft zu wurdigen, sonahm man die beiden 
âltern, auch den in seiner Mehrheit katholischen Obern Bund, mit 
in den Kauf : am 3o. August 1602 wurde das Bûndnis der III 
Bunde mit Bern beschworen. 

Dasselbc Jahr 1602 brachte auch sonst dem Vertreter Spaniens 
in der Eidgenossenschaft die schwersten Enttâuschungen. Auf die 
Mâchte des Widerstandes bauend, welche die junge bourbonische 
Monarchie in ihrem Innern noch barg, hatten P'uentes, der seit 

1600 Nachfolger Velascos auf dem mailândischen Statthalterposten 
war, und Alfonso Casate die Verschwôrung des Marschalls Biron 
nach Krâften gefôrdert : zweimal soll Casate wâhrend der Jahre 

1601 und 1602 desshalb in Frankreich, einmal in Mailand gewesen 
sein. - Die grosse Intrigue scheiterte und am 3i. Juli 1602 fiel Birons 
Haupt auf dem Schaffott. Mit ihm aber fiel nicht das Werk, das 
er unmittelbar vorher als ausserordentlicher Abgesandter Hein- 
richs IV. zu Stande gebracht hatte, und bei dem Casate sein 
Gegner hatte sein mûssen : die Erneuerung des alten Bundnisses 
der Eidgenossen, der Walliser und Graubûndner mit der franzô- 
sischen Krone. Im Wesentlichen abgeschlossen auf dem Tage zu 
Solothurn (3i. Jan.), erhielt das Bûndnis noch im Herbst desselben 
Jahres (24. Oct. 1602) zu Paris seine festliche Weihe. Umsonst 
hatte Casate versucht, in demselben wenigstens Mailand vorbe- 
halten zu lassen : in die Bundesurkunde wurde ein solcher Vorbe- 
halt nicht aufgenommen ; er fand einzig seinen Platz in einer 
besondern Erklârung der mit Spanien verbCindeten katholischen 
Orte. 

Und am Schlusse des Jahres missglûckt noch jene Unterneh- 



mung Cari Emanuels von Savoyen auf Gent", die unter dem Namen 
der Escaiade bekannt isl. Es wâre eine Genugthuung gewesen fClr 
den Verlust der Bresse. So aber wîrd die Unternehmung mît ihrem 
Scheitern der Ausgangspunkt fur eine neue Entwickelung der 
savoyischen Politik, die sie \on den Ufern der Rhône hiniiberlenkt 
ûber die Alpen nacli der Seite Montferrats und Mailands, die im 
Osten als ebenso lockende Beute winken. Dièse Politik, die schliess- 
lich zum Bruche mit Spanien fùhren muss, bildet stch Ireilich ersi 
nach langem llin- und Herlavieren in voiler Scharfe aus. 

Unterdcssen hat sich zu den mit einander rivalîsicrenden 
Mâchten TVjierfig gesellt. Seit iSyy an einer engern Verbindung 
itunâchst mit den râtischen Bunden arbeitend, findei es besonders 
boreitwilliges Entgegenkommen an der von Hercules von Salis, 
Johanncs Guler von Weineck und den Prâdikanten gefCihrten, 
\on den Glaubensverwandten in der Eidgenossenschafi lebhaft 
crmunterten und unterstûtzten protestanlischcn Partei. An die 
Verbindung mit Venedig wurde von dieser Seite die Hoffnung 
geknClpft, unter dem Schutze des « Lôvven von San Marco » die 
Protestantisierungsarbeit im Velllin ruhig weiter fuhren zu konnen. 
Feierlich beschworen wurde der Bund in Venedig seibst am 
i5, August i6o3. 

Sehr ungern wurde dièses BOndnis von den beiden andern 
Mâchten gesehen. Frankreich wollte allein in Graubûnden 
herrschen, allein Uber die bundnerische Wehrkraft und die biind- 
nerischen Passe verfûgen. Aber besonders schwer getroffen musste 
sich Spanien fûhlen, das in der Markusrepubhk eine nicht immer 
gleich ehrliche, aber immer gleich entschiossene Gegnerîn besass 
und nun ein^i'g von den interessierten Mâchten die bundnerischen 
Atpenpasse sich versperrt sah. 

Das liessen sich die beiden energischen Manner nicht bieten, 
welche unter dem schwachen Regimente Philipps NI. und Lermas 
sich berut'en glaubtcn, in ihren Stellungen dies- und jenseits der 
Alpen die Traditionen einer grossern Vergangenheit zu vertreten. 
Wahrend die katholischen One Ciber die Kôpie der zum grossen 
Teil protestantisch gesinnten Beamtenaristokratie des Wallis 
hinweg an die katholischc Glaubensbegeisterung des Volkes appel- 



xxxn 

lierten und im Visper Abschied { Mârz 1604) wenigstens fur den 
Augenblick einen vollstândigen Sieg davontrugen, machte sich 
AUbnso Casate eifrig daran, die giinstige Stimmung auch fur 
Spanien auszunûtzen : tVûhere Beziehungen wieder anknûpfend das 
Wallis mit fortzureissen zum spanischen Bûndnis, dessen Erneue- 
rung mit den katholischen Orten Casate eben jetzt betrieb. Der 
Versuch scheiterte an dem Widerstreben der drei untern Zehnten, 
die dabei den krâftigsten Ruckhalt an Bern fanden. Die Bundes- 
erneuerung musste am 14. Juni 1604 ohne die Walliscr vor sich 
gehen. Sie war auch so ein schôner Erfolg Casâtes, denn Frank- 
reich hatte lebhaft dagegen gewirkt. Der Rônig sâumte denn auch 
nicht, den treuen Diener fur sein W'erk zu belohnen. Und dabei 
konnten Fuentes und Casate doch einen andern neuen Bundes- 
genossen begrussen, dessen Gebiete besonders desshalb von 
Bedeutung waren, weil sie die Brûcke bildeten von den schwyze- 
risch-glarnerischen Herrschaften am obern Ziirichsee zu dem 
kleinen Appenzeller Lande, dièses letztere aiso aus seiner Isolierung 
heraushoben : den Abt von St. Gallen. Auch in Graubûnden 
schienen sich die Dinge nicht ungûnstig anzulassen. Die Sperre, 
welche Fuentes gegen die III Bûnde verhângte. und der Bau der 
Festung am Comer See, die ihren Namen nach dem Erbauer 
crhielt, machten Eindruckaufdie Bûndner. Eineunter Anwesenheit 
eidgenôssischer Vermittler zu Mailand stipulierte Capitulation, 
welche auch Spanien den Durchpass durch die ràtischen Alpen- 
lande gestattete und denselben fur venetianische Truppen an die 
Bedingung knupfte, dass dièse nicht gegen das Herzogtum Mailand 
bestimmt sein dûrften, schien die bestc Aussicht auf Annahme zu 
haben. Es wâre die einzig richtige Politik fur die kleine Republik 
gewesen, die nicht stark genug war, Neutralitât im strengern Sinne 
des Wortes zu behaupten, d. h. ihre Passe allen Concurrenten zu 
verschliessen : sie unter den notwendigen Cautelen allen gleich- 
mâssig zu oft'nen. Zu dieser Einsicht sollten die Bundner indess 
erst nach jahrzehntelangen unfruchtbaren und blutigen kâmpfen 
durchdringen. Die entgegenstehenden Einllûsse siegten auch 
diesmal wieder und die Enttâuschung war um so bitterer, je nâher 
sich Casate und Fuentes dem Ziele gesehen hatten. '-' 



l'm so yrtisser natùrlich war die Siegesfreude auf \enelia- 
nischer und franzOsischer Seite. Wie sehr sich die Franzosen auch 
in der Eidgenossenschaft als Herren der Lage /u fuhlen begannen, 
/eigt das Vorgehen ihres Gesandten gegenuber Kreiburg, Auf sein 
\'erlangen wurde der Bûrgermeisler Heinrich Lamberger seiner 
Aemter enisetzt und aus dem Rate gestossen ; als er im folgenden 
Jahreinden letzternzuruckkehrte, mussteerwiederum weichen,um 
dann niehrere Jahre langdem nlTenllichen Leben fern zu bleiben. 
Es war die Rache filr den Eîfer, mit dem Lamberger die Absichten 
Casâtes im W'aliis gefôrdert hatie. 

Die bisherigen .Misserfolge entmutigten Casaie und Fuentes 
keineswegs. So ging der k.ampf, insbesondcre in Graubiinden, 
weiler. Dort gab der Cnntlici Vencdigs mit Paul W mitlelbar den 
Anlass zu oinergewaltigen Volksbewegung, die zuersl den Spaniern 
zum Vorteil gereichen zu mûssen schien, schliesslich aber gerade 
fîegt-n dièse sich kehrte : die einzigen Opfer, welche die rasende Sec 
der Volkswut forderte, waren zwei BClndner, die zugleich oster- 
rcichische Amtleute waren : Georg Beli, der Landvogt auf Castels 
im Pràttigau, und Caspar Baseigia, Landeshauptmann zu Fûrstenau. 
Nun handelie es sich ernstlich um ein bewaffnetesEinschreitender 
eidgennssischen Orte, die freilich mit sehr verschiedenen Absichten 
ausgezogen wâren. einer-, desErzherzogsMaximilian und desGrafen 
Fuentes andererseits. Es kam nichi dazu und bald darauf trat Lermas 
Friedenspolilik mit Bùndnis- und Heiratsantragen an Heinrich IV. 
heran, welche diesen abziehen sollten von den grossen/emd/ic/ie» 
Plànen gegen das Haus Habsburg, mit denen 1 leinrich sich 
trug. Das gelang nun freilich nicht und im Frûhjahr 1610 
drohte an der Jûlicher Frage der europaische Krieg sich zu ent- 
zûnden. In diesem Moniente traf Heinrich der Dolch Ravaillacs. 



' Vgl. zu diesem Abschniue insbesondere Rotl. Henri IV, les Suisses ei la 
Haute lialie. La lune pour les Alpes (iSgS-rfiio). Paris 1H82 : Oechsli. One und 
Zugcwandie, im Jahrbuch fur schwei/. Gcschiclilc, XHI (r8«S|, S. 404 (Grau- 
biinden), ï«6 (Wallis). Diu Siudie Oechsiis kommt natïirlich auch ftlr die folgenden 
Abschniite in Betracht. 

' Ueberdie Teilnahmc Alfonso Casâtes an der VersthwiJrung Birons sîehe 
dk zicmlich ausrahrliche, aber nicht Qberall klari: Darstcllung bci .SiVi. Mcm. 



XXXIV 

recond., 1,62-64, 79. Eine intéressante Ergânzung hiezu bietet Ricotti, Storia délia 
Monarchia Piemontese, vol HI, lib. IX, aus einer Instruction von Fuentes an Casate 
im Turiner Archiv (ich citiere, da RicottisWerk mir unerreichbargeblieben ist, nach 
Calvi, der indessen — wie mir scheint — dièse ergànzende Mitleilung Ricoitis nicht 
in den richtigen Zusammenhang mit Siris Angaben bringt). Vgl. Rottdi. a. O. p. i3o. 

* Bei den grossen diplomatischen Schlachien, welche sich 1602- 1604 die Ge- 
sandten der fremden Màchte in der Eidgenossenschaft und in Graubûnden lieferien, 
sehen wir aïs Agenten von Fuentes und Kampfesgenossen Casâtes dort wie hier 
Giulio délia Torre thâtig, eine Persônlichkeit, die in sehr eigenariiger Weise 
geistliches und vveltliches, kirchliches und politisches Wirken in sich vereinigi. 
Fur eine Zeit, die so fruchtbar ist an Gestalten wie Fra Giacinto da Casale, Fra 
Ignazio da Bergamo, P. Joseph, wie Khlesl, Richelieu u. s. w. hat dièse Verbindung 
freilich nichts auffallendes. In der Mitte zwischen jenen bescheidenen Mônchsexi- 
stenzen und ihren glânzendern Collegen im Cardinalspurpur steht nach Rang und 
WOrde der infulierte Propst des Chorherrenstiftes an der Scala. Damais scheint 
ûbrigens délia Torre dièse Wûrde noch nicht bekleidet zu haben : sie wurde ihm 
— wenn ich Ballarini, Croniche di Como, p. 200, recht verstehe — eben jencr 
cifrigen Thâtigkeit wegen durch die Gunst von Fuentes (der Kônig hatte die 
Collatur inné) zu teil. 

Die délia Torre oder Torriani^ die auch wohl in genealogische Verbindung 
mit den berûhmten Rivalen der Visconti in Mailand gebracht werden, sollen von 
Mendrisio siammen und ihren Namen von dem um i35o zersiôrten Thurm oder 
Castell daseibst herleiten. S. Ballarini a. a. O. p. 299, und den Aufsatz von Muoni. 
La famiglia Torriani da Mendrisio im « Bolletino storico délia Svizzera italiana*. 
VI (1884), p. 100 und 121. Gerade liber unsern Giulio weiss ûbrigens Muoni 
herzlich wenig. Ergiebiger ist immerhin der erstgenannte Gewàhrsmann : nach 
Ballarini, einem Zeitgenossen des Propstes, war Giulio délia Torre, Dottore di 
Leggi oder Leggista, unter jenem Gio. Antonio Volpe, der 1 559-1 588 die Diocèse 
Como^regierte und inzwischen (i56o-i562, dann wieder i565) auch als Nuntius in 
der Eidgenossenschaft wirkle, Canonicus am Domstift ^u Como und bischôflicher 
Fiscal geworden. In noch recht jugendlichem Alter muss délia Torre im kirchlichen 
Leben der Diocèse schon eine gewisse Rolle gespieli haben : im Sept. 1579 erscheini 
er bei einer Diôcesansynode, welche der Bischof abhàlt, als «promotore di quella 
sacra adunanza», und ihm fàllt die Ehrezu, den mil seinem Clerusindie Kathedrale 
ziehenden Oberhirten dort zu begrussen. Tatti, Annali sacri délia città di Como. 
Deçà III (herausgeg. von Stampa. Milano 1734), p. 690. «Fece moite opère degnc 
del suo lodevol' ingegno*. ruhmt Ballarini. Unter Ninguarda, dem Nachfolger 
Volpe's, begegnen wir délia l'orre einmal (Juni 1594) als Vertretcr seines Bischofs 
auf einer Lauiser Tagsatzung. Abschiede V. i, S. 1569, bezw. 347 (N" 261 i). — Als 
im Aug. 1604 die eidgenôssischen Gesandten in Mailand anlangen, um zwischen 
Fuentes und den III Bûnden zu vermitteln, betindet sich unter den vier <(Geheim- 
râten», welche der Statlhalter zu den Beratungen abordnet, Giulio délia Torre. 
Abschiede V, i, S. 705. Im November desselben Jahres figurieri er als ein beiden 
Parteien genehmer Schiedmann bei einem Streit zwischen mailândischen und 
schweizerischen Grenzgemeinden uber das Weidgangsrecht auf dem Monte 
Generoso. Abschiede, V, i, S. i56o bezw. 720 (N* 547). — Nach Ballarini ist unser 



XXXV 

« Prcvosio dellfl Seal a • zugleich — scltsame Aemtercumulation ! — *■ Ecoitomo 
^eMcrci/edello Siaio di Milano» gewesen. Derselbe Gewahrsmann berichtei, dass 
Fuentes ihn auch zur Behandlung «ichtiger Angelegenheiien nach Rom ïu 
r.lemens VIII. gesandi habe. Noch mehr wohl isi unier Paul V. dcr geschâflliche 
Verkehr zwisehen der Curie und dcn spanischen Siauhaltern in Mailand duri:h 
délia Torre vermiuelt worden. So weill der Propsi z. B. in Rom zur Zeitdes Con- 
riicts zviischen Venedig und dem Papstu. im Winier iGoô-if»;. S. Dépêches de 
Padavino (herausgeg. von Cérésole). p. 5. Auch Gregor XV. hat in Ermangelung 
eJncs Nuniius in Mailand die Dienste délia l'orre's alseines Mannes s'oll kirchlichen 
Kifers^ïCgli ladeirecclesiasiicoassai» — nichi verschmàhi, wenncrauch Vorsiehl 
fur geboten hall : « cpli dipende del luuo dal governaiore di Milano pro lempore 
c si reputa consuliore dell' impresa délia Valiellina. » S. Quadrio. Disscnazioni II. 
îsg. Anm. i Cîiat aus einer Instruction Gregors XV, an den Nuntius in Venedig 
(rfiîi). Vgl. auch die intéressante StcUe in der Instruction desselben Papstes. bezw. 
seines Nepoten,an Scapi. den fCir die Schweiz bestimmten Nuntius (i a. Mai ifiai), 
Archiv r. schweiz. Gcsch.. VI. (1K49I, S. 2._n>. 

Inzwischen hauenàmlich seitdem'rfiusenLT Strafgericht délia Torre mit lelden- 
schaftlichem Kifer an dcr Herbeifiihrung der Rcaciion (siehe unten, Abschn. V.) 
gcarbeitet. Vielleichi haben besonderc frcundschaftliche Bezichungen zwischcn 
ihm und dem in Thusis zu Tode gemarierten Erzpriester von Sondrio, Nicolaus 
Rusca. bcstanden und das ihrige dazu beigeifagen, den Propst zu seinem Rachc- 
und Befreiungswerk anzustacheln. Spater. im Dec. lOao. als es gali, dem VellIJn 
eine Verfassung zu geben, erscheint der Propst als der leitende Geist. Quadrio 
a. a. O. nenni ihn — sicherlich mit Recht — « affe^ionatissimo a quel paese, \ cui 
inieressi aveva ognora promosso presse al Duca Governatore. di cui sommamenic 
pur godeva la grazia. » lind er beeilt sich, hinzuzufligen : « Era e/;li nelvero uonio 
di molta aulorilù, e di niolto mcrilo. » Auf der andern Seitc habtn die proiesian- 
tischen Bùndner dem geiahrlichen Manae ihren ingrimmigen Hass gewidmct, 
« Pf^'ffe "nd unruhiger Kopf» wird der alte Prâlat in einem Pamphlet gescholten. 
das zur Zeit des Davoser Strafgerichtes erschien, und dcr Nachruf, den Sprecher 
(I. 354I dem « HauptradelsfQhrcr und Ansiifter des Aufiuhrs und Blutbades im 
Veltlin > widmct, lâsst ûber den Charakter seiner Oefùhle dem Todicn gcgenQber 
keinen Zwcifcl. Dabci wird freilich auch Sprecher unfreiwilligerwcisc zum Lob- 
redncr délia Torre's, indem er bemcrki, dass dieser an 40,000 Mailândcr Pfund aus 
seinem eigenen Vermôgen fur die Veliliner Angelegenheit vcrwendei haben solle. 
Wic nianchem seiner Gegner konnte eine solche Opferwilligfceit nachgerùhmi 
werden ? In dem Fanaiismusdes Mannes, der Obrigcns nicht bcsiriiten und nichi 
entschuldigi werden so!l, liegi auch etwas unlaugbar grosses, dem man seine 
.\nerkennung nicht versagen kann. Nach Sprecher ist Gîulio délia Torre «spater» 
zu Me^ano gcsiorben. «einem obseuren Neste, aus Kummer, weil der Herzog 
von Feriaes ihm verboten halte, wieder nach .Mailand zu kommen. * Ich erlaube 
mir, diesc Ingnade Ferias einstwcilen ïu be^weifcln, Dass der Propsi am 
a8. Nov. CO24 nicht mehr unter den Lebenden ist. ergibt sich aus einem Schreiben 
Vatliellis (an Krzherzog Leopold) von diesem Tage. in wekhem jcncr von dclla 
Torre w iinschi. « che sij in cielo ». 

.Mit .Alfonso Casate ist Giulio délia Torre bis zum Tode des crstern eng 
vtrbundengebliebcn. Eines der letzien Schreiben Casâtes— schon qoâUeihn wohi 



\XXVI 

die krankheit, dcr er erliegen sollte — beiritTt einen Wunsch des I^ropstes: die 
Sielle, welche durch den Tod des Senaiors Maggio in dieser hôchsien Behôrde 
des mailândischen Staaies frei gevvorden war. sollte Gasparo délia Torre, dem 
BruderGiulio's, zugewendet werden. Dieser Gasparo, Leggisia wie sein geisilicher 
Bruder, war nach Ballarini, p. 267. viele Jahre hindurch « Orator » d. h. (jesand- 
ler oder Verireter der Siadi Como beim Siatihalter in Mailand, dann (161 2) 
Podestàder StadtNovara und endiich Quàsior des Magistrats in iVlailand Uofficio 
solito concedersi se non a persone nobili,etdi moka consideratione^). Casate sollte 
nun von Krzherzog Lcopold ein Kmpfehiungsschreiben an den Rônig fur Gas- 
paro della Torre erbitten. Kr wQnscht, [dij * Tare in questo particolare per il 
S' Prcvosto ogni cosa possibile, per Tamicitia ch'habbiamo insieme, et perche il 
Sig' Gasparo suo fratello è mio collega di molli anni > (dièse letztere Bezeichnung 
enthâlt wohl eine kleine Uebertreibung, denn nach Ballarinis Ausdrucksweise 
konnte es 1620 noch nicht so viele Jahre her sein, dass Gasparo della Torre als 
Quâstor des Magistrats Collège Casâtes gewordcn war) ; er wagt es aber nicht. den 
Krzherzog dirckt mit der Angclegenheit zu behelligen. und beauftragt darum mit 
Schreiben vom 21. Nov. 1620 scinen Sohn Carlo. Ascanio Albcrtini zu Ifulfc 
zu nehmen. 



V. 



Regentschaft Marias de'Medici underste Jahre Ludwigs XI IL Annàherung 

^wischen Frankreich wid Spanien-Oesterreich. — In Graubtinden neuer 

heftiger Kampf Venedigs mit Spafiien. Sieg und Gewallherrscha/t der 

protestantisch'Venetianischen Partei. — Grosse Reaction dagegen im 

Werke. Frankreich dabei mit Spanien und Oesterreich im Bunde, 

s. Correspond en/ NN' i-iô. 

Unter der Regentschaft Marias de Medici, die mit innern 
Sorgen vollauf zu thun hatte, konnte von einer weitern Verfolgung 
jener Plane, die ohnehin den persôniichen Xeigungen der Regentin 
ferne lagen, nicht die Rede sein. Sehr bald traten sich vielmehr die 
Hofe von Paris und Madrid nâher und ihre Besiegelung fand dièse 
Politik in der Hochzeit Ludwigs XIII. mit Anna d'Austria. 

Dièse Annàherung erleichterte ein Zusammengehen der beiden 
Kabinette, als es sich in Graubiinden darum handelte, eine 
Erneuerung des Venetianischen Bundnisses zu hintertreiben 
(seit 1612). Es gelang zum grossen Verdrusse der Signorie, der 
indessen die Genugthuung zu teil wurde, dass Bern und Zurich 
sich mit ihr verbanden (i6i5). L'nmittelbar vorher (1612) hatten 



die beiden Stâdte sich mit eineni Glîcde der deutschen Union, deni 
Markf^rafen Georg Friedrich von Baden-Duriach, verbCindet. Es 
waren die Jahre, in denen auch ohnc die Mitwirkung Frankreichs 
in Deutschland und den LUndern des Hauses Oesierreich die Dinge 
dem Kricge entgegentrieben. 

Ein Vorspiei des grossen krieges war auch der Kampf, dcr 
i6t4-i6i8 zwischcn Savoyen und Spanien-Mailand um Moniferrat 
fîefûhrt wurde, bemerkenswert schon deshalb, weii hier der end- 
gûltige Bruch Cari Emanuels mit Spanien sich voilzog. Beim 
Ausbruch des dreissigjâhrigen Krieges tinden wir ihn denn auch 
unter den entschlossenen Gegnern des Hauses Habsburg, und 
geradean der Bundner- und Vellliner-Fragesollte sich dîeseGegner- 
schaft noch besonders schârfen. 

Inzwischen suchen im « Uskokenkrieg» Erzherzog Ferdinand 
von Steiermark und die Republik Venedig ahen nachbarlichen 
Hass zu belViedigen und alte Differenzen auszutragcn Ii6!5-i6i7). 

Beide Ereignisse werfen ihre Schatten in die ohnehin stark 
zerklciftete Eidgenossenschaft und îhre zugewandten Orte hinein. 

Der Waffengang mit Oesterrcich — schon seit i6i i in Sicht — 
ist es, der Venedig aufs neue zu so heissem Bemuhen um den Besitz 
dcr bûndnerischen Passe spornt, denn ohne diesen Besitz bedeutet 
die Freundschaft Zùrichs und Berns nicht allzu viel fur die Re- 
publik an der Adria. 

Bei dem Montferrater Kriege treten die beiden streîtenden Mâchte 
mit W'erbegesuchen an die mit ihnen verbiindeten Orte heran und 
dièse letztern haben Mûhe, einen feindlichen Zusammenstoss der 
eidgenôssischen Truppen in beiden Lagern zu verhûten. Zum 
ersten Maie gewiihrt in dieser Verwicklung auch Hem dem Herzog 
von Savoven Truppenhulte, denn eben jetzt (1617) voUzieht sich 
nach beinahe hundertjàhriger, nur kurze Zeit unterbrochener 
I-eindschaft die Aussohnung zwischen Bern und Savoyen. 

b'nterdessen bleibt das Wallis tur die katholischen Orte und 
damit auch fur Spanien immer gleich unzuverlâssig. Wohl erneuert 
es wieder einmal den Bund, der es mit jenen verkniipft, aber nicht 
ohne sofort auch denjenigen mit Bern neu zu befestigen (1618). In 
Graubiinden hatte Casate noch einmal mit dem Gedanken eines 



XXXVIII 

spanischen Bûndnisses hervorzutreten gewagt ( 1617). Aber so weit 
gingen die Rûcksichten Frankreichs auf Spanien unter keinen 
rmstânden, dass es ihm gegônnt hâtte, was es Venedig verwehrte. 
Auch diesmal gelangt Casate nicht ans Ziel. DasS Jahr unmittclbar 
vor dem Ausbruch des bohmischen Aufstandes sieht die unglûck- 
liche Alpenrepublik nur wieder in neuem heftigen Ringen der 
Parteien hin- und herschwanken. 

Fast in demselben Momente bricht dort wie hier das Tnge- 
wiiter los. Am 28. Mai 1618 gibt der Fenstersturz in Prag das 
Signal zum Aufstande der Bohmen gegen die habsburgische Herr- 
schaft. In Graubûnden bereiten die Synoden zu Bergûn im April 
und Mai 1618 den Losbruch der protestantisch-venetianischen 
Partei gegen die *< Hispanisierenden » vor, und im Juni beginnt 
das berûhmte Thusener Strafgericht seine Thâtigkeit, die ailes in 
Schatten stellt, was bisher die Leidenschaft der Parteien verûbt hat. 
Als die katholischen Orte der Herrschaft « des Pôbels und der Prâ- 
dikanten » — wie sie sich ausdrucken — durch eine gemeinsame 
eidgcnôssische Intervention ein Ende machen wollen, da kommtes 
nicht einmal zu einem Schreiben an das Strafgericht, weil die 
protestantischen Orte sich mit den katholischen iiber den Ténor 
dièses Schreibens nicht cinigen konnen. Erst als durch einen Zug 
der oberbûndnerischen Fâhnlein gegen Chur hinunter (Ende April 
1619) die Reaction zum Ausbruch kommt, regen sich Zurich und 
Bern, gilt's doch jetzt, dièse Reaction rechtzeitig zu beschworen. 
Aber der Gesandtschaft der bciden Stâdte tritt eine solchc der 
katholischen Orte entgegcn und das Résultat der beidcn « Friedens- 
vermittlungen » ist Fortdauer des Haders. Das Revisionsgericht 
von Chur spricht die von den Thusenern Verurteilten frci und 
massregeltdafûr die Prâdikanten mit ihren Anhângern. Darob neuer 
gewaltiger Sturm, wieder von den Prâdikanten insccnicrl, wieder 
wie der erste von den Engadinern und Miinsterthalern vorzugs- 
weise durchgefiihrt, und durch die Connivenz der protestantischen 
Orte der Eidgenossenschaft gefôrdert. Ende October 161 9 wird 
das Werk der Thusener Richter durch das Davoser Strafgericht 
wiederhergestellt. Noch mehr: dem Dolmetscher des franzosischen 
(jesandten in Graubûnden, Antonio Molina, wird nun auch der 



die Verbannung nachge- 



Gesandte seibst, Etienne Gueffici 
sandt. 

Nun macht Frankreich auf lângere Zeit hinaus in der Bûndner 
Angelegenheit insofern gemeînsame Sache mit Spanien, alsGueffier 
und Casate zusanimenwirken, um durch eînen Gewallstreich der 
Anarchie in Bûnden ein Ende zu bereiten. So finden wir sie beim 
Beginn unserer Correspondenz. Es handelt sich um ein dreifaches 
t'nternehmen. im Sùden soll sich, durch Feria, den nunmehrigen 
Statthalter in Mailand, gedeckt,das der Bûndner Herrschafiohnehin 
abgeneigte und durch Massregeln verschiedenster Art misshandelte 
Veitlin erheben. Im Westen wird ein Einfall ins Mlsoxerthal, von 
Casate und Uueffier gemeinsam vorbereitet, den Vorstoss des Obern 
Bundcs sekundieren. Im Osten hat Erzherzog Leopold, der Régent 
Tirols und der V'orlande, die Ansammiung von Volk zu gestatten, 
das angebiich fiir den Kaiser bestimmt ist, in Wirklichkeit aber 
ins MOnsterthal vorrClcken und auf dieser Seiie die Feinde beschâf- 
tigen soll, wahrend vom obern Bund her die Fâhniein gegen Chur 
sich heranwâizen. Casate unternimmt es, den Erzherzog fur das 
Unternehmen zu gewinnen. 

' Vgl. zu diesem Kapiiel même Liizcrner Programmarbeit (1881), S. aG-43 ; 
K. Hagen. Die auswàrtîge Poliiik der schweiz. Eidgenossenschaft, vornehmlich 
Berns, 1610-1618 iProgr. der Berner Kanionsschule, 1864) ; Kind, Das zweiie 
Sirafgericht von Thusis, im Jahrb. f. Schweiz. Gesch,. Bd. 7 (188a). 



VI. 



Er^her:{og Leopold : Vergangenhcil, Persônlkhkeit, Uiitgebung. — Seine 
S tellung ^ur geplanten Reaction. V'er/iâltnis ^wtschcn dein Er^ker^og 
und Al/onso Casate. 



Erzherzog Leopoid V, von Oesterrcîch, der dainît in unsern 
Gesichtskreis tritt, war zu dieser Zeli noch ein junger Mann, halte 
aber schon eine sehr bewegte politischc Vergangenheit hinter sich. 

Geborenals jûngererSohn des Erzherzogs Karl von Steiermark 
und seiner Gemahlin Maria von Bayern am 9. October i586, war 
Leopold zum gcistlichen Stande bestimmt worden, zu dem seine 



XL 



ganze Veranlagung trotz allen katholischen Eifers im Grunde doch 
wenig passte. Mit 21 Jahren vereinigte der junge Prinz nach de" 
IJnsitte jener Zeit, ohne im Empfang der geistlichen Weihen ûber 
das Subdiaconat hinaus gelangt zu sein, zwei Bistumer, Passau und 
Strassburg, in seiner Hand. Es waren nicht allzu bedeutende und 
zudem weit von einander entlegene Gebiete, die dem Ehrgeize Leo- 
polds nicht genûgten. 

(Janz anderc Aussichten boten sich diesem hochfliegenden Ehr- 
geiz,als Kaiser Rudolf II. in seinem unseligen Streite mit dem Bruder 
Mathias nach einem Retter sich umschaute und sein jugendiicher 
Vetter als solcher sich ihm vorstellte. Was der Kaiser in jener langen 
denkwurdigen Tnlerredung des i i.Juli 1609 — es warim Hradschin 
zu Prag, zwei Tage nachdem die bohmischen Stânde ihm den Maje- 
stàtsbrief abgerungen hatten — als Lohn dem Retter bot, ist wohl 
kaum mit Bestimmtheit festzustellen. Sicherlich hat der vergrâmte 
und verbitterte Mann damit nicht gekargt. Zum mindesten war's 
eine Konigskrone, die dem Erzherzog winkte. Dafiir liess sich 
etwas wagen. Zuerst aber musste eine Aufgabe im Reiche draussen 
gelost werden : die Behauptung Jùlichs und der kaiserlichen 
Autoritât gegenuber den protestantischen Erbansprechern. Hatte 
Leopold sich dieser Mission glânzend entledigt, kam er als Siéger 
vom Rheine zuruck, von den Sympathien der kaiserlichen und 
katholischen Partei begleitet, dann durfte er getrost den Bedrangern 
des Kaisers in den Erblanden entgegentreten. In abenteuerlichem 
Ritt, als Diener verkleidet und nur von einem Vertrauten begleitet, 
durchquert der Erzherzog die deutschcn I^ande bis zum Rhein 
erlangt in Julich Einlass und nimmt Besitz von der Feste. Aber 
gerade dieser gluckliche Handstreich schien das Zeichen zu dem 
Zusammenstosse der europaischen Parteien werden zu sollen, in 
dem Heinrich IW von Krankreich die FCihrung aufdereincn Seitc 
zugefallen wiire. Durch den Tod Heinrichs — auch die Tnion 
verliert cben jetzt ihr llaupt, Friedrich IV. von der Pfalz — wird 
die grosse Entscheidung um Jahrzehnte hinausgeschoben. Die 
Jûlicher Frage indessen wird auch so zu Ungunsten Leopolds und 
des Kaisers entschieden : im Herbst 1610 muss der Erzherzog das 
Feld riiumcn. 



Wesentlich anders, als er sich getrâumt, kam Leopold im 
Novembcr nach Prag zurûck. Aber deshalb trug er den K.opf nicht 
minder hoch : das Vertrauen des Kaisers war ihm gcblteben ; sein 
K.riegsvoll; harrie im Passauischen neuer Verwendung. Wàhrend 
der Erzherzog in Prag die Regierungganz in seino Hand bekommt, 
sogar die Aussîcht auf die Kaiserkrone vor ihm sich errtffnet, 
brechen Ende December die « Passauer » nach Oesterreich auf, 
crscheinen am i3. Februar lôii vor Prag und bemachtigen sich 
zwei Tage darauf der Kleinseite der Stadt. Aber Balthasar Zuniga, 
der spanische Gesandte am kaiserlichen Hofe, erklart sich gegcn 
Leopold, mit ihm Phjlipp III., trou der leidenschaftlichen 
Briefe, mit denen der Erzherzog seine Schwester, die Kontgîn, 
bestCirmt ; Maximilian von Bayern tritt ans seîner abwartenden 
Haltung nicht heraus, ûberlâsst vielmehr den tollkùhnen Vetter 
dem Schicksal, das er sich seibst bereitet. Der Kaiser muss ihn 
preisgeben. Allzu rasch war auf den wilden Faschingstaumel die 
Ernùchterung gcfoigt. In der Nacht vom lo. auf den ii. Màrz 
verlàsst der Erzherzog mil dem Reste des Volkes die Hauptsladt, 
um mit ihm nach Passau sich zu retten. Er muss froh sein, dass 
unter der Vermittlung seines Bruders Ferdinand, dem er doch 
auch als Concurrent in den Weg gelreten isl, seine Aussôhnung 
mit Mathias nicht allzu demûtigend sich gestaltet. 

Wàhrend nun Mathias noch in den letzten Positionen, die 
dem unglùcklichen Rudolf gebliebcn sind — als Konig von 
Buhmen und als Kaiser — ihm lolgt, wàhrend sodann Erzherzog 
Ferdinand sich rûstet, das gesamte schwierigc Erbe von Mathias 
anzutreten, hûtet Leopold seine beiden geistlichen Fûrstcntûmer, 
in stillem, eifrigem Wirken die Wunden heilend, welchedas Miss- 
lingen seiner stolzcn Plane ihm geschlagen, bis der Tod des Erz- 
herzogs Maximilian, des « Deutschmeisters» (Nuv. i(>i8i, ihm cin 
grOsseres Feld fur die Bethâtigung seines Herrschertricbes und 
seiner Herrschcrbegabung eroffnet, 

Denn ohne Zweifel war Leopold zum Herrschen gcboren. 
l'nterallen Persônlichkeiten des habsburgischen Stammes in jener 
Zett erscheint er als die kriiftigste, geistig bedeutendste. lind was 
an jugendlichem Ungestum dem Prinzen im Blute gesteckt hattc, 



XLII 



das war wohi in diesen Jahren stiller Sammlung und Busse zur 
Ruhe gekommen, der brausende Most zu klarem Wein geworden. 
Die stûrmische Vergangenheit lag ûbervvunden hinter ihm ; nicht 
ohne Reue mochte Leopold zuweilen ihrer gedenken, aber gereift 
und gewitzigt war er aus ihr hervorgegangen. 

In der grossen Krisis, welche eben jetzt das Haus Habsburg 
durchzumachen batte, ist dem Erzherzog manche nicht unbedeu- 
tende Rolle zugefallen. So vertritt er z. B. in dem unmittelbar auf 
seinen Einzug in Innsbruck lAnf. Mârz 1619) folgenden Sommer 
auf gefahrvollem Posten, in Wien, seinen Bruder Ferdinand H., 
als dieser nach Frankfurt zur Kaiserwahl zieht, gleichzeitig aber 
die Bohmen Friedrich V. von der Pfalz zu ihrcm Konig erwâhlen 
und die Stânde der Erzherzogtumer ihrem Landesherrn ungemein 
schwierig sich erweisen. 

Leopold regierte vorlâufig das Tirol und die Vorlande noch im 
Namen des Gesamthauses. Zu einereigentlichen Teilung zwischen 
ihm und seinem Bruder Ferdinand ist es erst im November 1623 
gekommen , und auch dieser Vertrag bedurfte noch mehrerer 
Ergànzungen, deren letzte erst i63o erfolgt ist K 

In der Erfûllung seiner Herrscheraufgabe stand dem Erzherzog 
ein Stab von tuchtigen Mânnern zur Seite. An der Spilze der Inns- 
brucker Regierung erscheinen Kojirad Freihevr von Bemelberg, der 
Direktor des geheimen Rates, der Kanzier D^ Johannes Lintner und 
der Vicekanzier Mathias Biirglechner -. In den Bundner Angeiegen- 
heiten haben vorzugsvveise Vervvendung gefunden : Karl Stredele, 
Herr von Montani, ein Mann von grosser, hier und da vielleicht 
etwas brutaler Energie ; der uns nun genauer hekannte Maximilian 
Mohr^ der zu Ende des Jahres 1620 aus dem Dienste Alfonso 
Casâtes in den Leopolds ubertritt •^; die erzherzoglichen Sekretârc 
D^ Michael Will * und Camillo Ferrari \ Von der Regierung zu 
Ensisheim und den ihr unterstellten Râten oder Beamten seien nur 
Hans Erhard von Falkensiein *\ die beiden Doctoren Johann 
Christian Schmidlin und Johann Locher, und endiich Ascanio 
Albertini, Oberamtmann zu Benfeld im Sundgau ', genannt. 

Das Verlangen, mit welchem Casate und Feria zu Beginn des 
Jahres 1620 an den Erzherzog hcrantraten, schien ein verhàltniss- 



massif^ harmioseszu sein, handelte es sich ja nurum dieGewâhrung 
eines « Musterplatzes» im Tirol fur eine HandvoM Leute *. Zudem 
durfte auf Seite des Erzherzogs die beste Neigung zur Fôrderung 
eines Unternehmens vorausgesetzt werden, das Oesterreich Rache 
f(ir alte IJnbilden und vielleicht die weitgehendsten Vorteile fur 
die Zukunft bringen sollte. Und doch hat Leopold nur zôgernd 
und mit ausserster Vorsicht sich dazu herbeigelassen. Der Trag- 
weite seiner Entschiilsse ist er sich vollkommen bewussi ; auch 
tauscht er sich keîneswegs ûber das Widerstreben seiner tirolischen 
Stande gegen kriegerische Verwîcklungen mit den Nachbaren in 
Graubijnden — zu einer Zeit, \vo das Gesamtinteresse des Hauses 
Habsburg ohnehin auch von Tirol Opfer fordert. Kûhl und ruhig 
erwàgi darum der Erzherzog aile « Eventualitaten » und erteilt 
seine Zustimmung erst, nachdem ihm allé mflglichen Garantien 
gegeben worden sind. 

Immer und immer wieder hat spâter Leopold sich darauf 
berufen, dass er nur auf die Bitten Casâtes und Ferlas hin in das 
L'nternehmen eingetreten sei ^. Darauf pocht er, wenn's gilt, die 
lînanziellen Lastcn zutragen, welchedieganzespatere Entwîcklung 
der Dinge mit sich bringt ; damît drângt und droht er, vvenn Feria 
zaudert. Denn einmal mitten drin, will der Erzherzog nicht auf 
halbem Wege stehen bleiben ; hat jener ihn veranlasst, in offenen 
Kampf mit den Graubûndnern zu treten, so soll er ihm nun auch 
helfen, diesen Kampf bis ans Ende durchzufechten. Erscheint 
Leopolds Verhalten zu Anfang unserer Correspondenz im auffal- 
lendsten Gegensatze zu dem Sturm und Drang seiner Jugendzeit, 
so tritt spâter der entschlossene Zug seines Wesens um so schârfer 
hervor. In dieser zweiten Phase der Angelegenhcii wird der Erz- 
herzog die eigentliche « treibende Kraft », welche Feria vollig 
mit fortreisst zu einer Pohtik auf eigene Faust, in der beidc 
der koniglichen Regierung in Madrid geradezu Trotz bieten. 

Doch verweilen wir noch einen Augenblick bei dem Beginii 
unserer Correspondenz. Da isl's, als ob die Rollen vertauscht 
waren. Der altère Mann erscheint als der viel feurigere ; jugendliche 
Begeisterung schwillt seine Seele. Er zweifelt keinen Augenblick 
am Erfolge und eilt mit seinen Gedanken und Vorstellungen der 



XLIV 

Wirklichkeit weit voraus. Wir begreifen ûbrigens dièse Erregunp. 
26 Jahre lang hat Casate mit den gewiegtesten Gegnern sich herum- 
geschlagen, der Schwierigkeiten unzâhlige bekàmpft, oft den Sieg 
unmittelbar vor sich und dann wieder in weiter Ferne gesehen. Die 
letzten Jahre insbesondere haben ihm dcr Enttâuschungen und 
Bitterkeiten viele gebracht. Das ailes driingt sich nun in der Seelc 
des alternden Mannes zusammen, um sie mit leidenschaftlicher 
Energie zu erfûllen. 

Die Auspizien, unter denen das Signal zum Losschiagen gegeben 
wird, scheinen ja auch nicht ungunstige zu sein. Die allgemeine 
Lage der Dinge hat sich inzwischen fur das llaus Habsburg wesent- 
lich gebessert. Es sind dieselben Monate, in denen Krankreich — 
im bohmischen Aufstand und im Anschluss der Stânde Ober- und 
Niederosterreichs an denselben eine grosse (jetahr fur das monar- 
chische wie das katholische Prinzip erblickend — sich bemuht, 
zwischcn Tnion und Liga den Xeutralitâtsvertrag von Tlm (3. Juli 
\Ci20) zu stande zu bringen, und in Folge dessen Maximilian von 
Baiern ungestort seinen Marsch nach Oesterreich und Bôhmen 
antreten kann (24. Juli). 

* Teber Er^her^og Leapold siehe (jt'juicly, Hudolt' II. und seine Zeit, 1, -mjo, 
334-338, 343 : II. 32 u. f., 153-242 : desselben Verfassers Werke uber den drcissi^- 
jâhrigen Krieg : Hurler, (icschichte kaiser Ferdinands II. und seiner Kitern. 
II, 23o : III, 453-478 : VI, 343-422 : Egger, Geschichie Tirols. II, Z\Cy-l>()b : ferner 
die Aniicel in Wurzbachs biogr. Lexikon des osterreich. Raisersiaates, VI (unter 
* Habsburg*). in der Allgem. Dcuisch. Biog. W'III, 398-402 (krones), und in 
Herbsts Kncyclopâdie der ncuern (jeschichte, III. 2^'yj. 

Uni .1620 leben von den i5 kindern des Krzherzogs karl von Sieiermark und 
seiner (lemahlin Maria von Baiern ausser kaiser Ferdinand II. und Krzherzog 
Leopoid nur noch folgende : Erzherzog Karl (geb. uSoo). Bischof zu Breslau und 
Brixen, Hoch- und Deutschmeister : Maria Christina. frûher (iemahlin Sigismund 
Bathorys, damais aber Nonne in Hall: Maria M agdaiena, sc'\i [t'Kxj (jemahlin 
(^osimos II., (jrossherzogs von Toscana, und (^.onslati^e, zweite (jemahlin 
Sigismunds III. von Polen. - Mil Krzherzog karl fand sich Ferdinand im 
Oct. 1623 ab: bald daraufstirbt aber jener aufeiner Reise nach Madrid (1624). 

Bald nach der hier von uns behandelten Zeit liissi sich Leopoid sacularisieren. 
Im April 1626 heiratet er zu Innsbruck unter glânzenden Hochzeitsfeicrlichkeiten 
Claudia de 'Medici, Tochter des (}rossherzogs Ferdinand I. von Florenz. Witwe des 
Herzogs Federigo l'baldo von Trbino. l'eber seine spàtere politischcThàtigkeil und 
Bedeutung haben wir uns hier nicht zu verbreiten. Der Tod hatseinem Herrscher- 
Nvirken fruh ein Knde gesetzt (iô32) und die von ihm begrundeie jïmgere lirolische 



XLV 

l.inic des habsbur^ischen l-lauses siirbi schon mil dem j(inf;ern seiner beiden 
Sôhnc Ferdinand Karl und Sigmund /■Vaii; aus ( Hj(>5i|, 

Dem versiorbenen Gemahl liess Claudia r(i4« ein Denkmai errichten, das 
Kaiser Franz 1. 182] auf seinem jeuigen Siandorie zwischen der Hofburs und 
dem Theaier in Innsbruck aufsteilen liess. (So nach den Inschrifien auf dem 
Posiamente: Egger, a. a. O.S. 359-360, gibi an, dass dasDenfcmal schon iôîS auf 
Anordnung des Erzlierzogs von Kaspar Gras geferiit;! worden sei.) 

Zur vollen Geltung kommi hier, auf diesem weiicn Plalze, die fcûnsilerisch 
teineswegs werilose, aber etwas kleine Beiiersiaïue allerdings niehi, und das 
xu hohe und nQchterne (moderne) Posiameni scheini mir der Wirkunti "och 
mchr Kintrafî zu ihun, stati sie zu heben. Die (in ihrem Worilaute von Claudia 
herriihrendc) Inschrift feiert den Erzherzot; « ob defensam per lihtstîca Jtif(a 
riant — ad niutuuni Germani Hispanique exercitus auxUium — mullaque 
ef^retjia in be/lo édita facinora ». Der Ausdruck «raîiica juga» hai hier vielleicht 
ncben seinem allgemeinen Sinn noch einen besondern, in welch leuterm es den 
Cass ilber den l'mbrail oder Braglio (das Wormscrjoch) bczcichncn wiirdc. Vfji. 
dt-n Ariikel . Mont Braiiio • bei l.eu, IV. ai3. 

' l.'eber diesen (jùnaernl Maïkias Hurglechner oder Burgklehner (geb. ibj'i. 
gest. jfi43), den sein dankbares Tirol spaier den « Vaier der Landcsgeschichie » 
genanni hat. siehe z. B. Neue Zeitsehrift des Perd. XII. I1846). S. i5ï. Sein 
grosses Werk, die Heschreibung und Verbiindnis des lirolischin Adlers mil dem 
habsburgischen Lôwen (lî Folîobande Manuscript) kam eben in der Zeii. da 
Krzherzog Leopold die Begicrung Tirols antrat ( i*>içi), zur Vollendung. 

' Es mag hier der Ort sein, noch einiges Uber die spatere Laufbahn von 
Maximilian Stobr zu bemerkcn. [634. beim Tode Girolamo Casâtes (siehe unien) 
kommt er ernsilich in Betracht als Kandidai fQr die spanische Gesandtschafi in 
der Schweiz. ifiay maehi ihn lirzherzog Leopold zum Freiherrn. In demselben 
Jahrc kauft er das Schloss Greifen |das spâter an die Planta ilberging und darum 
gevvOhnlich Schloss Planta genanni wird - heute halb Bauernhof, halb roman- 
tische Ruine). 1649 wirki Mohr in hervorragender Weise mit zu dem Auskauf der 
*3sterreichischen Rechisame in den Gerichten des Pratiigaus und im Landgcrichl 
(^hurwalden : i652 hilft er dieselbe Angelegenheit mit den untcrengadinjschen 
(jemeinden ins Reine bringen. Nach den Denkw ùrdigkeiien von Salis, der 
hier Mohr als « ersten Minister Ihrer Moheit» bezeichnet, «ar dieser letztere 
geradezu der L'rheber der Massregel, d, h. der Ratgeber seines jungen Herrn bei 
dem wichtigen Sehfitte. Damit wurde das Werk von 1639 zum Abschiussgcbracht. 
auf Jahrhunderte hinaus der Kriede zwischen Oesterreich und den III Bunden 
besiegelt. Es «ar eine eigentUmliche Fugung des Geschicks, die es dem Nelfen 
[ielis beschied, schliesslich noch in dieser Weise an den Bûndnern Rache zu 
ùbcn. Inzwischen halte Krzherzog Ferdinand Karl am 1 5. Juni i65o Mohr in den 
Grafenstand erhoben iGoldegg. Wappenbûcher 11, Nr. 1953, in der Zeilschrifi des 
Perd.. 3. Folgc. 20. Heft, Seite iSÎ : Mohr «ird hier Preiherr auf l.andsiein. 
I.iechtenegg und Greifen, erzh. geheimer Rat, Kâmmerer, llauptmann ;i( Ralleii- 
berg genanni). jGSs erscheint er als Herr von Montani (der frùhern Besitzung 
seines Collegen Stredele) und von Neuhaus. — Von den Sôhncn Ma\imilians isi 
(nach Bucelin) der 1617 in Luzern geborene Cari Philipp der eigentliche Siamm- 



XLVl 

halier des Geschlechtes geworden ; der letzte mànniiche Sprosse desselben ist. 
wenn ich nichi irre, 1880 gesiorben. 

* Dieser D' Michael Will w ird nach dem Tode des Erzherzogs Albrechi Ende 
Juli 1621 nach Brïtssel zur Infantin geschickt, um fûr Leopold die Ablei St. Claude 
in der Freigrafschaft zu solliciiieren. Es wird ihm auch ein Crediliv fûr Spinola 
miigegeben. — Ende November desselben Jahres 1621 geht er im Aufirage des 
Erzherzogs nach Rom. Bei dieser Sendung handeli es sich zunâchst um die 
Propstei von Passau, aber Will hai auch ûber die Bundner Angelegenheiien zu 
verhandeln (zu gleicher Zeil wie Maximilian Mohr in Madrid) : seine Berichie 
liegen mir - wenigsiens zum Teile — vor. 

^ In eincm Schreiben Leopolds an Vatiielli vom 20. Januar 1625 beklagl sich 
der Erzherzog darûber, dass bis jelzt die Erncnnung seines Sekrelârs Camiilo 
Ferrari zum Canonicus an der Scala (in Mailand) noch nicht vom (spanischen) 
Hofe angelangi sei. Vatiielli soll bezûgliche Anstrengungen machen. Wenn Feria 
durch seine Protcktion dem Erzherzog dièse (icnuglhuung verschalft, dann gui : 
<.^ se air incontro non veniamo dall' K. S. compiacciuii in questo particolare di si 
poco momento, ben comprenderemo. chc capitale possiamo farc délia sua volontà 
in altri maggiori ». 

^ Ob das derselbe Hans Erharci von Falkenstein ist. der am 26. Sept, \(l(^ 
von Erzherzog Sigmund Franz den Freiherrenbrief crhâli (Goldcgg. II. \r. 2107. 
S. 200) ? 

^ Ein Schreiben Leopolds an Albertini vom 2. Juni 1624 (St.-A. Innsbruck) 
nennt diesen « Obristen ^. - .Am 14. Juli i633 gewàhren Raiser Ferdinand 11. 
und Erzherzogin Claudia (als VormQnderin des jungen Erzherzogs Ferdinand Karl) 
dem ^ edlen Ascanius Albertini von Ichtersheim, Pannerherrn ^u Hochfeiden, 
cr^h. Rat und obristen Statthalter der Landvo^tei Hagenau und Oberamts 
Germershaimbj Gubernator ^w Preysach », Wappenbesserung und die Bewilli- 
gung, sich mil Ablegung des Namens Albertini kûnftig von Ychtershaimb, 
Pannerherrn f{u Hochfeiden zu nennen (Goldegg, II, Nr. 1872, S. 174). 

® ICrones und Egger machen aus dem Hauptmann Jakob Steiger, der diesc 
Truppen befehiigl hat. einen Landsmann Rudolfs von Planta, d. h. einen bund- 
nerischen Magnaten und Parteifuhrer. In Wirklichkeit war Steiger ein Vrner, der 
spâter (1636-1646) als Nachfolger von Ambrosius Fornaro Agent der katholischen 
Orte zu Mailand gewesen ist und in dieser Stellung sich besondere Verdienslc um 
die Alumnen des ^< Collegio elvetico » daseibst erworben hat. Sichc z. B. Ab- 
schiede V, 2, S. 990, 102S. J428. 

^ Ueber den Abmachungen ^wischen Feria und Casate einer-, Leopold 
andererseits schwebt ein Dunkel, das ich bis dahin — so reich auch das mir 
vorliegende .Aktenmaterial ist — nicht vôllig zu heben vermochte. Ich muss mir 
vorbehalten, spâter auf die Frage zurûckzukommen. Dass die beiden erstern bei 
der Inscenierung des Unternehmens sich nicht ângstlich an die vom Madrider 
Hofe ihnen gegebenen Weisungen und Competenzen hieltcn, geht aus den Akien 
miiziemlicher Deutlichkeil hervor, und damit stimmi Sprecher I, i79ûberein. Gc- 
rade dièse Competenzûberschreitungen haben dem Erzherzog die Waffe in die Hand 
gegeben, wenn es ihm passtc, Feria mit Drohungen in die Enge zu treiben oder zu 



XLVII 

weiiern Schriiten derselben Art zu veranlassen. Vgl. m. Luz. Progr. S. 71 
«Anm. 67). — Mit welchen Absichten der Er^her^ofr in die L'nternehmung sich 
einliess, ist ebenfalls nicht so leicht festzustcllen. Krst im Juli 1621 tritt er den 
Bûndnern gegenûber mit dem Anspruche hervor, die alien Rechte des Hauses 
Habsburg in den acht Gerichien und im lînterengadin wiederherzustellen. 
Vorher ist, soweit ich das Aktenmaterial zu ûberschauen vermag, nur vom Pass 
ûber das Wormser Joch — siehe oben Anm. i, sowie die Anm. zu N" 32 unserer 
Corresp. — und von Rlagen ûbererlitteneBeleidigungen die Rede. Es ist nicht un- 
denkbar, dass derErzherzog ursprunglich mit der Bewilligung jenes Passes, der die 
Besiizungenderdeutschen Habsburgermitdenen ihrer spanischen Vettern verband. 
mit Rrneuerung und Erweiterung der Krbeinigung u. s. \v. zufrieden gewesen 
wâre und erst seit der protesiantischen Reaction im F>ùhling 1621 in seincn 
Plânen weiter ging. bezw. auf Gedanken zurûckgritf. die schon Hrzherzog 
Maximilian unmittelbar nach der Hinrichtung Beli's und Baselgia's — «.anno 
demeniiae rusticae *. 1607 — momenian gehegt haben soll. 

Dass gcrade die/cnigen Landesteile Râtiens das l cbcrgew icht der fcitidiichcu 
Partei in den 111 Bûndcn begrûndeten und dièses l'ebergewicht in der rùcksichis- 
losestcn W'eise ausbeuteten, gegen welche das Haus Habsburg mehr oder weniger 
schwerwiegende Rechte geltendmachenkonnte,ertullte den Erzherzog mit Ingrim m. 
So lange dièse Klemente in Graubunden den Ausschlaggaben. schien die Aussicht 
auf eine vernûnftige Politik der lil Bunde dem Hause Habsburg gegenûber voll- 
siândig ausgeschlossen zu sein. Nur dann — so mag Leopold calculiert haben — 
ist eine Wendung môglich, wenn die Prâttigauer und L'nterengadiner zu Paaren 
getrieben, die Herrschaft.der Prâdikanten vernichtet und an ihrer Stelle die des 
Hauses Habsburg und des Katholizismus aufgerichtet wird. In diesen Erwàgungen. 
nicht einfach in leidenschaftlicher « Lândergier *. dûrfte der Schlûssel zum 
Vcrstàndnis der crzherzoglichen Politik liegen. 



Vil. 

Die Reaction. Veltlin von Spanien, Miifisterthal von Oeslerreich beset^t. 
Miederlage der Bûndner und ihrer Hiilfstruppen ans der protesiantischen 
Eidgenossenschaft bei Tirano. Truppen der katholischen Orte im obern 
Bunde, Spanisches Biindnis als Preis der Restutition des Veltlins in 
Sicht. Frankreichjur Restitution ohne Bùndnis. Erhebung der prote- 
siantischen Partei in Graubïmden. Die Truppen der katholischen Orte 
vertrieben, Der Vertrag von Madrid. Loyale Absichten der spanischen 
Krone. Protestation des Er^her^ogs. Die katholischen Orte verweigern 
ihre Garantie. — Tod Al/onso Casâtes. s. correspondons nn 17-56. 

Und doch — auch diesmal entspricht der Verlauf des L'nter- 
nehmens den gehegten Erwartungen nur zur Hâlfte. In seiner 
westlichen Abteiiung missgluckt es sogar vollstândig ; im Osten 



XLVIII 



fassen die Planta mit dem Steif»er'schen Kriegsvolk Posten im 
Mûnsterthal (28. Julii, getrauen sich aber unterdiesen l'mstânden — 
da eben von Westen her die rnterstCitzunj; ausbleibt — nicht, 
weiter f^ef^en Chur vorzuf^ehen. X'ollkommen f^elin^t nurder bluti^e 
Aufstand des Veltlins. 

Aber auch so, mit diesem beschrânkten Erfolge, crrejît das 
L'nternehmen f^rosse Aufregung unter den protestantischen Bûnd- 
nern und ihren Glaubensverwandten in der E;idf»enossenschaft. 
Berner und Zûrcher Truppen ziehen- heran, um vereint mit den 
Bûndnern seibst das Veitlin wieder zu erobern. Die katholischen 
Orte haben den Zli(^ vorerst zu verhindern, dann doch zu verzogern 
^esucht. Xun senden auch sie, um die (jej^enpartei nicht vollig die 
Lage beherrschen zu lassen, Truppen nach ( îraubùnden hinauf, und 
zwar zuniichst in den obern Bund, in die Thaler des Vorderrheins. 
Spanien seinerseits tritt mit Xachdruck fur das Veitlin ein ; bei 
Tirano bricht sich die Kraft des bernisch-zurcherischen Ilûlfs- 
heeres in demselben Auf^enblick, da jene b'ahnlein der V Orte (das 
Ref^iment Beroldinf^en) die Oberalp ûberschreiten (ii. Sept. 16201. 
WohI verweilen die Zurcher Truppen noch lânj^ere Zeit in Grau- 
bûnden, aber nur um den FCinfortischen Schach zu bieten. Das 
Veitlin bleibt sich selbsl und Spanien uberlassen. 

Aber nun scheiden sich die W'ef^e l^>ankreichs von denjenigen 
Spaniens. Schon furchtet jenes, zu lange mit diesem gegangen zu 
sein ; jedenfalls darf der augenblickliche Stand der Dinge nicht zu 
einem dauernden gemacht werden, das Veitlin nicht von den 
Spaniern besetzt bleiben. Der gliinzende Empfang, der Gueffier zu 
teil wird, als er im Xovember 1620 nach Chur zuruckkehrt, macht 
ihn siegesgewiss : er holft bei den X'erhandlungen, die im Anschluss 
an eine Vermiltlungsgesandtschaft der eidgenossischen Orte zu Ghur 
und llanz (Dec.) geptiogen werden, ilerr der Lage zu bleiben. Aber 
die franzosische Diplomatie erleidet eine schwere Niederlage. Der 
obère Bund sirebt eine Losung des engern Verbandes zwischen den 
III riitischen Bunden an, um als eigenes kleines Slaatswesen nach 
An der eidgenossischen Orte Aktionsfreiheit zu erlangen, und 
inauguriert dièse Politik durch eineCjesandtschaft nach Mailand, die 
mit Feria sich verstiindigt, den beiden ubrigen Bunden es anheim 



stellend, dieser Verstândigung beizutretcn oder sie abzuweisen : 
das V'eltlin soli wieder an die BCinde zurCickkehren, immerhin so, 
dass nur die kathoHsche Religion in demselben geduldet wird und 
einzelne Festungen des Landes noch aufeinige Jahre hinaus in den 
Mânden der Spanier bleiben. Und was weirer von entscheidender 
Bedeutung ist : das liingsl erstrebte Bûndnis mil freiem Durchpass 
fur spanisches oder Spanien-Mailand zuziehendes kriegsvolk sowie 
der Moglichkeit der Truppenwerbung in Graubiinden wird hier 
zugcstanden. Scaramuzzia Visconti geht nach Graubiinden, umdie 
beiden andern BUndc fur die Ratification dièses Vertrages zu 
gewinnen. — Wie war der Stern des Ilauses Habsburg wieder im 
Steigen, seitdem in der Schlacht am weissen Berge (Nov. iGaol die 
bôhmische Rébellion aufs Haupt geschtagen war ! 

L'nterdessen istaber Frankreich nicht mUssig geblieben. Sofort 
nach jenem Misserfolge Gueffiers hat es Bassompierre nach Madrid 
gesandt tJan. 1621), um von Philipp III. eine RClckgabe des 
Veltlins ohne den Preis des verhassten Bûndnisses zu erlangen. 
Mit Frankreichs BemOhungen vereinigen sich diejenigen Gre- 
gors XV., der in diesem Augenblicke 19. Febr. 1621) Paul V. folgt 
und als eine seiner ersten Aufgaben die Erhaltung oder Wteder- 
herstellung des Etnvernehmens zwischen den grossen katholischen 
Màchten betrachtet. Die Stimmung Philipps 111. kommt diesen 
Bemùhungen entgegen , und als er am 3i. Mârz 1621 stirbt, 
hinterlâsst er seinem Nachfolger ein Testament des Friedens. 
Die rucksichtsloseren Elemente der bûndnerischen Pràdikanten- 
partei aber, Jenatsch an der Spitze, warten das Résultat dieser 
V'erhandiungen nicht ab : am 24. Febr. 1621 falll auf Schloss 
Rietberg Pompejus Planta unter den Streichen einer auserwàhlten 
Gruppe von « Gutherzigen », die damit das Signal zur gewalisamen 
Reaction gegen die spanisch-katholîsche Partei gebcn. Das Oester- 
reich gehôrende, den Planta verpfândete Schloss Rhâzûns wird 
von wilden Engadinern geplùndert, die Truppen der V Orte ûbcr 
dicOberalp zurûckgetrieben und der Obère Bund zur Aufgabe seiner 
Vcrbindung mit iMailand genôtigt. Ein von Feria und Casatc ge- 
planter Versuch, die Entwicklung der Dinge durch nochmaligcs 
kriegerisches Eingreifen von Sild-W'esten her (durch das Misoxer- 



thaï) aufzuhalten, scheitert, weil die katholischen Orte nicht geneigt 
sind, ihn zu unterstûtzen. Aber zugleich sind dièse Orte aufs hôchste 
erbittert uber die ihnen von den Bùndnern angethane Schmach, an 
der auch der Obère Bund nicht ganz ohne Schuld sein mochte. 
Sie haben ûberhaupt dièse « Bûndner Wirren » grûndlich satt und 
wollen sich «nûtzit» weiter damit beladen. 

In dieser Stimmung nun trifft sie die Nachricht von dem 
Abschluss des Madrider Vertrages (25. April 1621), welcher Resti- 
tution des Veltlins an die III Bûnde stipuhert, und die Zumutung, 
im Verein mit der franzosischen Krone und den protestantischen 
Eidgenossen die Garantie fur getreue Ausfûhrung des Vertrages 
durch die Bûndner zu ubernehmen. Ohnehin fînden die Orte, dass 
die katholischen Interessen in diesem Madrider Vertrage sehr 
mangelhaft gewahrt sind : die Bestimmung, dass aile Neuerungen 
seit 1617 aufgehoben sein sollcn, vermag ihnen nicht zu genûgen. 
In dieser Missstimmung begegnen sie sich mit Erzherzog Leopold, 
der empôrt ist ùber die schnôde Ausserachtlassung seiner 
Persônlichkeit und der Anspruche, die er auf seine Beteiligung an 
der ganzen Angelegenheit grûnden zu dûrfen glaubt, sowie mit 
dem Bischof Johann V. von (^hur, der uber âhnliche Vernach- 
lâssigung sich beklagt und dafùr auch den Papst mitverantwortlich 
macht. Die Vertrcter der beiden Fûrsten, Maximilian Mohr und 
Christoph Sayn, tinden aiso wohlvorbereiteten Boden, als sie zu 
dem diplomatischen Congresse, der die Ausfûhrung des Vertrages 
einleiten soll, in Luzern eintrelfen. Und was noch fehlt, erobert 
ihre emsige Thiitigkeit. So loyal auch der offizielle Vertreter 
Spanicns, Adrian l^homassin ', unterstûtzt vom Nuntius Scapi, fur 
die Ausfûhrung des Vertrages sich verwendct, Mohr und Sayn, 
denen insgeheim — im Einverstândnisse mit Feria — der junge 
Casate sekundiert, bleiben Siéger : die katholischen Orte wollen von 
einer Bûrgschaftsleistung fur die Bûndner nichts wissen. 



Wir sprcchen vom « jungcn » Casalc. In dicsem Augenblickc 
nâmlich tritt der Vater, Alfonso, von dem Schauplatze ab, auf dem 
er gegen drei Jahrzehnte gewirkt hat : am 7. August nimmt 
ihn der Tod htnweg. Ob es ihm noch vergOnnt gewesen îst, dîesen 
Ausgangdes Kampfes mitvoliem Bevvusstscin mitzuerlebcn, wissen 
wir nicht. Seit Monaten schon war Alfonso Casate schwer krank 
und lângst halte sein âltester Sohn fCir iKn in die Lûcke treten 
mCissen. Das Leiden, dem er erlag, war urspriinglich durchaus 
physischer, nicht — wie zeîtgenossische Stimmen aus dem 
{^egnerischen Lager behaupten woliten — psvchîscher Naïur, aber 
undenkbar îst es freilich nicht, dass die Enttâuschungen des Frûh- 
jahrs 1621 und die Aufregungen des diplomatischen K.ampfes, der ini 
Sommer foigte, die AuflOsung des siechcn Korpers beschlcunigten -. 

Einen Lichtblick in diesen Tagen trûbseligen Siechtums und 
eine grosse persôniiche Genugihuung fur den Sierbenden bedeulete 
die durch koniglichcs Dekret vom 28. Mai 1621 ausgesprochene 
Belehnung mit Borgo Lavii;^aro, einem Flecken in der Gegend 
von Novara, verbunden mit dem Titel eines Grafen fur ihn und 
seine mânniiche Descendenz « in perpetuum » ■'. Die Genugthuung 
war um so grôsser, je schwerer die Anfeindungen waren, die der 
ahernde Mann gerade in selnen letzten Tagen aus der unmittel- 
baren Umgebung Ferias erlitten zu haben scheint, und je bedenk- 
licher die Vermôgensverhâltnisse der Famihe in dieser letzten Zeit 
sich gestaltet hatten '. 

Lucrativ war das Amt elnesGesandten in der Eidgenossenschaft 
offenbar nie gewesen. 

Wir hOren von recht bescheidenen Summen : 1601 wîrd 
Alfonso Casate mit einem Jahrgeld von 400 Scudî begnadet ; 161 5 
spricht man ihm eine andere « Pension » von 2000 Scudi zu fur 
die Zeit, wâhrend deren er noch den Gesandtschaftsposten versehen 
wûrde ', Nun fanden sich freilich Auskunftsmittel, in der Form von 
mehr oder weniger eintraglîchcn Stellen des mailândischen Staats- 
haushaltes : in dem ebengenannten Jahre 1601 wurde Casaie unier 
die Quaestoren des « Magistrats der ausserordentlichcn Eînkûnfte » 
cingereiht " und 1604 foigte als Belohnung fCir die Mûhen, welche 
die Bundeserneuerung gekostet hatie, die schOne Sinecur eines 



LU 

koniglichen «Capitano custode» des Parks von Pavia •, jenes weiten 
Gefildes um den «Mirabello» herum, daseinstdas Entzùcken der 
Herzoge von Mailand gewesen, zu dieser Zeit — zu Beginn des 
XVn. Jahrhunderts — allerdings schon im Verfall begriffen \var. 
Mit ail dem aber standen die Jahreseinnahmen des Ambassadors 
nicht im richtigen \'erhaltnisse zu den Anforderungen und Bedûrf- 
nissen, denen er zu genugen batte. Sie waren um so zahireicher 
und bedeutender, dièse Anforderungen und Bedùrfnisse, je stûrmi- 
scher, je reicher an schweren Kâmpfen die langen Jahre oder Jahr- 
zehnte waren, wâhrend deren Alfonso Casate tapfer und treu die 
Interessen der habsburgischen Macht und der katholischen Sache 
— so wie er sie auffasste — diesseits der Alpen vertrat. 

Mag man im Einzelnen uber dièse oft eigenwillige und 
skrupellose Politik urteilen wie man will — eines lâsst sich nicht 
lâugnen : dass ein grosser Zug ihr eigen ist, dass viel Hingebung 
und viel Kraft dazu gehorie. Alfonso Casate hat mit dieser Kraft so 
wenig wie mit seinen materiellen Mitteln gekargt und darum war 
das Ende Erschopfung der einen wie der andern. Noch ehe Alfonso 
Casate inscigenlliche Creisenalter eingetreten, sank er insCjrab. Den 
reichen Inhalt dièses Lebens aber mag ein Hûchtiger Blickaufden 
Wechsel illustrieren, der rings um Casate im Feindes-und Freundes- 
lager sich vollzieht, wiihrend erallein gegen jede Verânderung gefeit 
erscheint. Drei Konigen : dem zweiten, dritten und vierten Philipp, 
und funf Statthaliern : X'clasco, Fuentes, Mendoza, Toledo, Feria, 
hat er gedient. Funf Nuniien sind an ihm vorubergegangen : Porzia, 
délia Torre, Verallo, dWquino, Sarego. Mit sieben (jesandten 
Savoyens, den beiden Villette, Tournon, Lullin, Tornetta, Valdenga 
und (jabaléon hâter teils zusammengewirkl, teils im Kampfe sich 
gemessen. l'nd ein ganzer Schwarm von franzosischen und vene- 
tianischen Diplomaien 'Sillery, xMoriefontaine, Vie, Caumartin, 
Pascal, Refuge, (bastille, (jueffîer, Myron — Aleardi, Gerardi, Pa- 
davino, Vincenti, Barbarigo, Surian, Dolce, Vico, Antelmi, Lionello) 
hat mit Kunsten, die wahrlich nicht cdler waren als die seinigen, 
gegen Alfonso Casate — der eine und andere von der ersten (caté- 
gorie zur Abwechslung auch wohl an seincr Seite — gestritten. 

Den Menschen Alfonso Casate — soweit dieser nicht im Poli- 



tikcr aiifgeht — zu zeichncn, pestatten die cinstwcilcn vorlicf-enden 
Materialien leider nur sehr unvullkomnien. Briefc, die er wahrcnd 
eines lângern Aufenthaltcs zu .Mailand, Monza und Turin in den 
Jahren 1602 und i6o3 an Renward Cysat schrieb, sind von eînem 
Hanche liebenswûrdiger Courtoisie belebt, der sie aus dem Rahmen 
yewohnlicher Diplomaiencorrespondenz eluas heraustreten iiissl. 
Das \'erhàltnis Casâtes zu Guillimann kann jenen nur ehren : es 
beweisi, dass das hinter ihm liegende Kriegsleben so wenig uic 
die politischen K.ampfe dcr Folgezeit cine kostbare Fiihiykeit in 
ihni zu ersticken vermochtcn, die er wohl aus den Studien der 
Jugendzeil sicli herùbergerettet hatte : die P'âhigkeit innerlichen 
Anteils an iitterarischen Bestrebungen, denn ohne solchen Anteil 
ist cine Forderung kaum denkbar, wie Casate sic Guillimann 
gevvahrte. l'nd wenn der « Herr Alfonso » — wie er in den Akten 
oft genannt wird — eine populâre Fîgur in den katholischen Orten 
geworden zu sein scheint, so wird der Grund davon nicht einzig 
in den spanischcn Dukaten lîegcn, an denen oft mehr Mange! als 
l'eberfluss vorhanden war, sondern cbensosehr in gewinnenden 
persônlichen Eigenschaften des Gesandten. In diesen letztorn und 
den damit erworbenen Synipathîen m'ag auch die beste Erklàrung 
fur die lange Dauer seiner Anitsthatigkeit lieyen. Was endiich die 
Zùge desBildessagen,das uns von Alfonso Casate erhalten geblieben 
ist, das mnge der prûfende Léser, der auf dièse Schrift sich ver- 
steht, selber entscheiden. 



' l'eber Thomassin sîeht (;ini(;c biographisi;he Noiizen in der «ertvolkn 
Publication von Rù'ier, Berichte burgundischer Agenten iMyon und Thomassin) 
in der Schweiz von 1619 bis 1629. im Archiv fDr Schweiz. liesch.. \X (1H751 
S. 136. Leider beginnen die hier verolienilichlen Berichte Thomassins ersi mil 
dem 1^. Oci. 1633. Zudicser Zeil residiert erbereiis nicht mehrin Luzern. sondern 
in Freiburg, wo er bis in den Sommer iiiaj als Agent der Intantin Isabeila 
geblieben ist, und da iriti in scincn diplomaiischen Aurgaben die Bûndner- und 
Veitliner Frage zurQck. Fiir die (Jeschichte dicser Frage sind ubrigens auch die 
Berichte Myons nicht erpiebig. Der Wen derganzen Publikation liegt mehr in den 
vielen Mitteiiungen, die sie Qber Pcrsôniichkeiten und Parteiverhàl misse in den 
katholischen Onen bieiet. 

' Krank «ar Alfonso Casate schon am ï3. Nov. \(r2o. Miteinem Briele von * 
diesem Tagc bittet er seinen jùngern Sohn Carlo, der damais als Hauptmann einer 
Ojmpagnie im Dienstc des Krzherzogs (im ICIsassi ^tand, er mijge von leizterm 



LIV 

l'rlaub verlangen und zu seinem Troste nach Luzern eilen : die Angelegenheiten 
seiner Compagnie kônne er Albertini ûberlassen, der ihnen allen (der Familie 
Casati) diesen Diensi wohi leisien werde. Aerztliche Hûife wûnschte der Kranke 
von D' Ecx (Eggs ?) in Rheinfelden, einem Verwandten des erzherzogl. Rates 
D' jur. Schmidlin (siehe oben S. XLIl). Aber aile BemQhungen. den Mann zurStelle 
zu bekommen, erwiesen sich vergeblich : umsonsi schreibl der allé Casate selbst 
an Schmidlin: umsonst schicki Carlo, nachdem er (aufder Reise nach Luzern) 
beim Passieren durch Rheinfelden Kggs nicht anwesend gefunden, Kpisiel auf 
Kpistel an den hartgesottenen Junger Aesculaps : umsonsi wird Graf Ollavio 
Visconli (Gouverneur von Como), der eben (um den 19. Dec. 1620) durch Luzern 
nach Flandern reist, beaufiragi, den Dokiorzu sofortigem Kommen zu veranlassen. 
Nun wendet sich Carlo Casate auf den Wunsch des Vaters direkt an den Erzherzog 
{26. Dec. 1620) mit der Bitte, er môgedem Arzteeinen bezûglichen Befehl zugehen 
lassen. Hoffenilich werde jener dann pûnktlich Folge leisten und der Unpâsslich- 
keit des Vaters einige Bcsscrung bringen. damit dieser weiter arbeiten kônne im 
Dienstc Goues und des Lrzherzogs. welchcr Diensi ihm am Herzen liège wie das 
eigene Leben. Bei dieser Gelegenhcii erfahren wir. dass es sich um eine ^ indis- 
positione sopravenuia al dctlo mio padre in una ^amba ♦ — also wohl um eine 
Venenentzundung oder dgl. — handell. Das war einige Tage. nachdem Lucius 
de Moni. der Fûhrer des Obern Bundes. in Luzern mit Alfonso Casate conferiert 
halte, um dann nach Mailand sich zu begeben (siehe Anmerkungen und Beilagen 
zu Nr. 29 unserer Correspondenz) - vermutlich die leiztc grôssere Anstrengung 
des Kranken in geschàftlichen Dingen. Das lelzic Schreiben, das er mit zitternder 
Hand unterzeichnei. iràgi das Daium vom 25. Jan. 1621 (Nr. 3i). Dann scheini 
die Correspondenz ins Siockcn geraten zu sein. Am 26. Febr. berichtet Carlo 
(Lasate an den Frzherzog wieder uber die * coniinuaia malatia et i dolori * des 
V^aters und knûpft daran die Bitte, der Krzherzog môge Maximilian Mohr (der 
damais von Mailand her erwartet wurdc, siehe die .\nm. zu Nr. 32 unserer 
Corresp.) erlauben, beim Vater zu bleiben bis zu dessen Wiederherstellung oder 
bis auf weitern Fntschluss Leopolds. Darauf spricht der letztere unterm 6. Mârz 
1621 (^arlo Casate seine Teilnahme aus. erklàri aber. dass er mit .Mohr mûndiich 
sprechen musse und darum auf einige Tage ihn zurûckgerufen habe : sobald als 
moglich indess werde er ihn wieder entlassen, auf dass er Alfonso Casate in dessen 
(jcschâficn beistehe. wie dieser es wûnsche. Hnde des genannten .Monats beginnt 
(jirolamo Casate. die Correspondenz mil dem Krzherzog weiter zu fûhren (siehe 
die NNr. 33 und 34). und seii dem 20. April i(32î (Nr. 40) gewôhnen sich Lcopold 
und seine Rate, an ihn — stait an den \'ater — sich zu wenden. Monate lang 
horen wir nichts mchr von Alfonso Casate, bis am 26. August Girolamo seinen 
Tod meldet (Nr. 5i). 

Spreclier berichtet in einem handschriftiichen Zusatze zu seiner « Historia 
moluum )> (von Mohr in seiner leberseizungdeuisch wiedergegeben, L 180, Anm.): 
« Als .Mfonso Casati, der Gesandte bei den Fidgenossen, von dem Kriege hôrte. 
verliel er in tôiliche Schwermui und Krankheit ». Fs isi nicht klar, welchen 
^ Krieg » hier Sprecher meint : auf keinen der kriegerischen Zusammenstôsse 
dieser Jahre will die etxsas mysierios klingende Nachrichi passen. Auffallende 
.\ehnlichkeii zeigt ubrigens diesc Noiiz mit der Darsiellung des franzôsischen 
Ambassadors Mvron in dessen Berichi ûbcr seine Gcsandischaft(-\rchiv f. Schweiz. 



LV 



Gesch.. II. aSol, einer Darstellung, die slch freilkh auch nichi durch besondere 
Klarheit auszeichnet : « ei les pais {das VelKin) envahis par les espagnols, qui 
écrivirent qu'ils n'auroieni intention de les reicnir. mais que ce qu'ils en avaient 
fait cstoit pour empêcher le passasse de l'hérésie en Italie, et ainsi oni trompé il 
monde, el tient-on que le Sieur Alphonse Cd.î.)/ lors Ambassadeur d'Espagne, 
sommé de sa promesse el ne ta pouvant effectuer, le Duc de Feria luy desnianl. 
est mon de regret dans Altorjf, au Canton d'I 'ry. après avoir demeuré en lan- 

C'alvi lasst Atfonso Casaie in Chur sierben. Davon kann naiûrlich keinc Redc 
sein, wie denn Caivi sehr irrt, wenn er cin abwechseindes Residieren Alfonso's in 
l.uzern undChur annimmt:die mehrmalige An \i'esenheit Casâtes în Chur berechtigt 
uns keineswegs. von einem « Residieren ■* daseibst zu sprechen : ein solches hïtlcn 
die Verhàlinisse ja niemais gesiaitei. Sichcrlich ist aber auch jMyron âusscrst 
schlecht unterrichtet, wenn er seinen Collegen und Gegner in Altdorf sterben 
lâsst. Fs kann gar kcin Zweifel darUber «alten. dass Alfonso Casate in Lwicrn 
seine Tage beschlossen hat. 

' Kine Copie dièses Diploms - > Daium Matriii vigesima octava die mcnsis 
Mail anno a naiivitate Domini millesimo sexceniesimo vigesimo primo» — isi mir 
durch den Hcrrn Grafen (liorjiio Casati, bezw. seinen Bruder Alfonso ûberminelt 
«orden. Dcr KiJnig iQhlt sich zum Dank und zur Bewâhrung sciner koniglichen 
Kreigebigkcit veranlasst. «cum magni!icum lidelem nobis dilectum Alfonsum 
<^satum unum ex ma(;is(ratus nostri extraordinarii Mediolanensis quaestoribus 
per tôt annorum curriculum obsequio iiosli'o ila egregic incubuisse perspicimus. 
Auestantur etenim fidelitas. consilium, dexteriias. obsequiique nostri studium, 
quibus Icre irigcsimum annum apud Hclveiios ministerii nostri obeundi causa 
peragens se (,>essil, ibi omnibus ad nostrum obscquium atlineniibus eo animi 
ardore ac %elo coiisulens, ut nobîs pi-ocul dubio omnimodam praesliteril salis- 
factioiiem, uti eiiam in munere equitum capitanei, quo iam antea strenue functus 
fuerat». Das Document Tàhrt dann fort : « Quibus atientis, (iHni/çr(e_/ii»i t/iaesuac 
çualilate dignum du.ximus. ut tôt ac grata obscqula rccordatione débita prosequi 
videamur, in illisque commodius pergere possit, Mem/eudum Burgi Lavi^^ari 



in praedlcto Statu nostro Mediolanensi cum tilulo c 
pro se. suisque Jiliis, descendentibus. 
masculinam légitime natis. vel per subscqucns 
primogeniturae seri-ato, îta ul tinus tantum semper 

noniinetur Ita lamen ut praedictus Alfonsus 

nominare queat unum ex dielis suis filiis inier vivos. 
qiiem malueril, qui solus In dicio t'eudo ci succédai, et 
Jiliorum successio salvis semper supradiciis. et pariicular 

in successione diciorum eius succedentium 

Den Lehenseid konnte natdrlich der kranfce Mann nicht mehr leisien. Kine 
Verfùgung in dem oben angedeutcten Sinne scheinl er nichi getrolîen zu haben, 
und so folgi ihm ohne weiteres sein Krstgeborener, Girolamo. Mit Instrument vom 
:j3. Sept. r6ai (Concept, St. -A. Luzern. Akten : Spanien, Gesandie) beaufiragt 
(jirolamo Casate * D. Hieronymum Brcbbiam, filium Francisci, Mediolani ha- 
bitanicm in l'arochia S'. Gcrvasii et Proiasii » mit dcr procuratorischcn Ablegung 



ilalus concedcre. . 

sculis per lineain 
legiiimatis, ordine 
cornes et /eudatarius sil et 
Casalus solus pro una l'icc 
os. vel in uliima voluntatc, 

primogeniturae 



LVI 

des genannten Eides in die Hândc des Slalthalters von Mailand. — Dieser Brebbia 
isl ohne Zwcifel der Gemahl von Girolamo Casaies Tante Angela Francesca. 
Siehe oben S. VII, Anm. 8 zu Abschnilt l. Als Vollmachttrâger sehen wir Brebbia 
^eben einem gewissen Gio. Batt. Bagutti) auch in einem Instrument vom 3o. Mai 
1617 erwâhnt (Alfonso Casate, Aussteller der Vollmacht, nennt ihn hier seinen 
« sororius *). 

* Dass die Vermogensverhâlinisse Alfonso (Nasales bei seinem Tode keine 
gûnstigen waren, deutet die ôfters genannte Dcnkschrift seines Sohnes (2arlo in 
nicht misszuverstehendcr Weise an. Viel schârfer drûcki sich Vatlielli in einem 
Schreiben an Krzherzog Leopold vom 16. Dec. 1Ô22 aus: da spricht er geradezu 
von einem * Ruin * Alfonsos, aïs dessen rrheber die Welt Antonio Porrcs (einen 
der hervorragendsten Rate Ferias) bezeichne. Dabei mag allerdings Vatlielli in seiner 
leidenschaftlichen und geschwâtzigen Art, die insbesondere in seinen gelegent- 
lichen Expectorationen ûber den genannten Porres hervortriti, stark ûbertreiben; 
bezeichnend aber ist die kleine Notiz auf jeden Fall. 

^ Ich entnehme dièse .Angaben Caivi, der fur dieselben leider keine Quellen 
nennt. Wenn Carlo Casate spâter in seiner Denkschrift an Ferrari, bezw. den 
Erzherzog das « Salarie 5>. um welches Vater und Bruder die Gesandtschaft 
versehen hàtten, « molto tenue» nennt, so werden wir ihm kaum Unrecht 
geben kônnen. 

• Die Frnennung zum Quastor des ausserordentlichen Magistrats ist nach 
Cairi, der hier olfenbar eine Urkunde vor sich hatte, mit kgl. Privileg vom 2. Oc- 
tober 1601 erfolgt, also nicht 1602, wie Leu in seinem ûberhaupl sehr ungenauen 
.\rtikel uber die Casati (V, i36-i38) angibt ; Leu irrt auch insofern, als er Alfonso 
Casate zum Quastor des « Ordinari Magistrats» macht (das war einst sein Vater. 
Girolamo, gewesen). 

^ « Carica lucrosa e destinata a premiare insigni benemerenze », nennt Calvi 
dièse eigenartige Stelle. Im vorliegenden Falle wurde sie verliehen wegen der 
« in capitulorum sanctione facta diebus elapsis inter nos et Helvetios» geleisteten 
Dienste. Ueber die Stelle selbst und den «kônigl. Park von i^avia» gibt Calvi 
intéressante Détails: wenn Leu a. a. O. von einem *11ergarten» spricht, so dûrfte 
damit die Sache recht unzutrefîend bezeichnet sein. 



VIII. 

Der Kampf um die Nachfolgc in der Gesandtschaft. Kandidatur 
WattenwyL Girolamo Casate schliessUch Siéger. Seine Abhàngigkeit 
vom Er^her^og. — Sein Gesandtschaftspersonal : Ors in i, Aliprandi, 
Gambarana : Bûntener, Crivelli. 

Schon lângst vor dem Tode Alfonso Casâtes — und wie es 
scheint, aus eigener Initiative, ohne durch einen Wunsch des 
hoffnungslos Kranken dazu veranlasst zu sein — hatten sich die 



katholischen Orte bemûht, dem Sohne die Nachfolfic zu sichern. 
Zuersl kam der Gedanke, wie viel den Orlen daran f^elegen sei, 
dem Vater den Sohn folgen zu sehen, wahretid der Tagsatzunf^ zu 
Baden vom 23.-26. Mai 1621 in einer vertraulichen Besprcchung der 
luzernischen Gesandten Sonnenberg und Cioos mit dem schwvzc- 
rischen Vertreter Gîlg Frischherz zum Ausdruck '. Ein Aniass, mit 
der Sache direkt an S* katholische Majestat zu gelangen, fand sich 
in dcni Thronwcchsel, der ebcn cingetrcten war ; forderle duch die 
Sitte, dass die Orte ein Condolations- und Gratulatîonsschrciben an 
den neuen Monarchen abgehen liessen. Gerûchie. dass vielleîcht 
schon von anderer Seite «starke Prakliken » betrieben wûrden, 
mahnten zu raschem Handein, und so ging das bezUgliche 
Schreiben der Orte an Philipp IV. spatestens Anfangs Juni ab. Es 
ist darin eine Ernennung des Sohnes noch bei Lebzeiten des Vaters 
in Aussicht genommen. Schon trage Girolamo den grôssern Teil 
der Last. Er sei in den Geschâften aufgevvachsen, vertraut mit den 
Sitten des Landes, beliebt bei den Eidgenossen und (iberhaupt 
geeignet zur Uebernahme des Amtes in diesen beschwerlichen 
Zeitlâufen, \vo die Nâhe der unruhigen Bûndner die Orte in nicht 
geringer Besorgnis fur sich selbst und die katholische Religion 
erhalte. Das Beispiel des Vaters, die Klugheit, die in dem Sohne 
bereits sich bemerkbar mâche, werden hervorgehoben. Mit unver- 
gieichlicher Treue und Emsigkeit werde er seinem KOnig diencn, 
in dessen Interesse wie în demjenigen der Orte dièse Wahl Mege. — 
Gleichzeitig wendeten sich die Orte auch an den N'orgângcr Fcrias 
in der mailàndischen Statthalterschaft, Don Pedro de Toledo, der 
damais wieder als einer der Rate der Krone in Madrid weilte, mit 
der Bitte, beim Kônig Zeugnis abzulegen von den Verdiensten des 
Vaters, wie sie — die Orte — es in Betrelî der guten Eigenschaften 
des Sohnes gethan : es sei die erste Gnade, die sie von S"" Majestitt 
durch die màchtige Vermittlung Toledos verlangen -. 

Schon bald nach dieser Intercession der mitSpanien verbilndeten 
Orte folgt der Erzherzog mit âhniichen Schreiben an Philipp IV. 
und Balthasar Zuf^igazu Gunsien Gîrolamos ( [5. Juni 1621 1 ^, Auch 
bei Feria hat Leopold nach Krâften sich in diesem Sinnc verwendei. 
l'nd wenn schliesslîch der junge Casate mit seiner Bewerbimg 



LVIII 



durchdrang, so hatte er es sicherlich nur der mâchtigen Fiirsprache 
des Erzherzogs zu verdanken. Auch dieser musste seine ganze 
Autoritât aufbieten, um seinem Schûtzling zum Siège zu verhelfen. 
Im November 1621 traf wohi in Mailand ein konigliches Schreiben 
cin, in dem Feria ermâchtigt wurde, die Stelle eines « Quaestors 
des ausserordentlichen Magistrats» in Mailand vom Vater auf den 
Sohn zu ubertragen ' ; fur die Gesandtschaft aber — wurde in dem 
Schreiben erkiârt — solle der Statthalter einen andern ernennen, 
da Girolamo Casate zu jung sei. Aus demselben kôniglichen 
Schreiben erfuhr auch derjenige, dem wir die Kenntnis seines 
Inhalts verdanken (Vattielli), dassam Madrider Hofedie Kandidatur 
eines Bruders von Peter W'attenwil befûrwortet, freilich nicht 
gunstig aufgenommen worden sei \ Dieser Bruder des Obersten 
Wattenwil ist niemand anders als der damalige Bischof von Lau- 
sanne, Johann von WattenmL der seit ifiiS in Freiburg residierte ''. 
So rasch wurde dièse Kandidatur auch nicht aufgegeben. Als im 
darauf folgenden Monat (Dec. 16211 die (îesandten der eidge- 
nôssischen Orte in Mailand eintrafen, bemuhte sich der Vertreter 
Freiburgs ' auf Veranlassung des genannten (obersten bei Feria zu 
Gunsten des Bischofs und schon verbreitetc der Oberstdas Gerûcht, 
dass das Ziel erreicht sei. Dem war nun freilich nicht so, wie der 
Statthalter sich beeilte dem Agenten des Erzherzogs mitzuteilen. 
Feria wirkte nach wie vor in Madrid zu (iunstcn des jungen Casate, 
wenn wir wenigstens seinen Versicherungen glauben woUen. Dem 
letztern selbst schien es, dass der Statthalter wenig Eifer fur ihn 
zeige, wie er ihn denn auch lange ohne Mittel zur Bestreitung der 
Gesandtschaftskosten und zur Bezahlung der Jahrgelder an die 
Orte liess. 

Endlich, am i5. August 1623, meldet Vattielli an Leopold, dass 
Feria nunmehr von Spanien die Vollmacht erhalten habe, Girolamo 
Casate das Ambassadorenpatent zu geben. Mehr als zwei Jahre 
der Anstrengung und des Kampfes aiso hatte es bedurft, bis die 
Frage definitiv zu Gunsten Casâtes entschieden war **. 

Wàhrend dieser ganzen Zeit nun versah Girolamo Casate als 
« Vice-Ambassador » die Geschâfte. Mit welchen Gefûhlen es 
geschah, davon legt seine Correspondenz oft genug bercdtes Zeug- 



nis ab. Es war eîne schiefe Stellung und der junge Mann hat 
schwer darunter gelitten. 

Als natu rgemâsse Folge ergab sich aus dieser Stellung eîne 
âbsolute Abhângigkeit von seincm erzherzoglichen Gônncr, Wenn 
schon Fcria ganz unter dem Einflusse Leopolds stand, wie musste 
dieser Einfluss erst auf den jungen Casale drCicken, der ja Ailes, 
was er war, Leopotd verdankte! Oft fûhleii wir uns beim Durch- 
blattern der Correspondenz zwischen beiden zu der Fragc vcr- 
anlasst, ob Girolamo Casate denn eigcntlich \'ertretcr Spanien- 
Mailands oder nichi vielmehr des Erzherzogs sei. 

Das tritt insbesonderc beim Kampf um den Madrider Vertrag 
hervor, an dem Casate ganz im Sinne Leopolds, gegen die Inten- 
tionen des spanischen Hofes, teilnimmt. 

Die Sekretâre, die dem jungen Ambassador zur Seite standen : 
Giovanni Orsini, Ferrando Aliprandi und Francesco Gambarana ", 
kennen wir bereits. Dasselbe ist der Kall mit dem Dolmetscher 
Johann Joachim Biinlener "'. Anders \erhalt es sich mit einem 
zweiten Urner, Sébastian Heinrich CrivelH " ; dieser tritt uns erst 
unter Girolamo Casate entgegen, von dem er, wie auch unsere 
Correspondenz bezeugt, in wichtigen Angelegenheiten verwendet 
wird. 



' Schreiben von CJilg Kristhherz an Ludwij; Si;hûrpr vom 3i. Mai Kiîi 
(Original), St. -A. Luzern. Akten : Spanische Gesandischaft. 

' Concepie im St. -A, I.uzern, a. a. 0. — DasSchreiben an den Kùnif; irayl 
das Datum vom 36. Mai i6ïc, ist aber wahrscheinlich eiwas spaler ab^e^janycn : 
das an Toledo ist undatieri. siammt indess unzweifelhafl aus denselben Tagcn. 

• (-oncepte Im St. -A. Innsbruck: Ich habc daseibst noch das (Concept zu 
tinem ^weiten Schreiben des Krzhcrzoys an den kath. Kônip in derselben Angc- 
le)(enheit, de daio [5. Augusl lôac. gefunden. 

* Das bezQgliche kônigl. Privilcgium trâgi dasDaium: Madrid, 14. Sor. nisr. 
So cninehme ich einem notariellen Instrum. vom 3i. Màrz idii iConcepl im 
St.-.-\. Luzern). Caivi irri demnacli, wenn er die l.'ebertraguny dièses Amies an 
Girolamo Casaie durch Priviieg vom 2^. Mai ifiar -- also zu gieicher Zeit wie 
die Verleihung des Grafeniitels an .Alfonso Casale und seine Nachkommen - 
sich vollziehen lïssi. 

' Aus der Correspondenz Vattieliis mi! Erzherzog Leopold, Si. -A. innsbruck. 

' Dièse Waltenwyl enisiammen der bekannien Berner Familie diesesNamens. 

Zwei von den drei Sôhnen des Sohuilhcissen Johann Jakob v. W. (j i5t)0l, fier- 



LX 

hani und Xicoiaus. werdcn katholisch (viclleicht von der Mutter, Rosa von 
C^hauvirey, katholisch erzogcn ?) und tretcn in kaiserlichc. bczw. spanische Diensic. 
Nicoiaus ^rûndct eine eiyenc Linie des Geschlechtes, die burgundisch-spanische. 
15S9 wird ihm die damais undankbare Aufgabe der X'ermiitlung zwischen seiner 
Vaicrsiadt Bern und Savoyen zu icil. Als die Freigrafschaft von Heinrich IV. 
bedrangi wird (rScjS). sendei ihn der Stailhalier zu den Kidgenossen (siche obcn 
S. XXVII) und auch in den folgendcn Jahren ràllt ihm bci den Verhandiungen 
uber die Neuiralilât der Freigrafschaft und die Ausdehnung ihrer Frbeinigung 
mit den Kidgenossen eine sehr bedeutsame Kolle zu (Abschicde V. 1, S. SyS u. f.). 
Sohne dièses Niklaus sind die beiden hier genannten Wattenwyl. Der Oberst 
Pcicr V. W. begegnet uns im Kriegsleben dieser Zeii, insbesondere wâhrend der 
liûndner Wirren, oft : spàtcr soll er Hauptmann der Leibwache des (^ardinal- 
Infanten Ferdinand und General der Cavallerie in Catalonien gewesen sein. (Sein 
Sohn Cari wird «Feldmarschall^ und Generalcapitàn von Guipuzcoa und Viscaya). 
Den kriegerischen Geist des Geschlechtes scheint auch Johann v. W\ geerbt zu 
haben : 1602 erkiimmi erals einer der ersien in der ^^ Fscalade» die .\lauern Genfs, 
tragt aber in einem lahmen Bein die Frinnerung an das gescheiterie rnternehmen 
zeitlebens mit sich herum. Nun wird er Cistercienser in La Charité (Diocèse 
Besançon), nach einigen Jahren Abt des RIcsters. Derselbe Furst, dem er dièse 
Wurde verdankt, Cari Kmanuel von Savoyen. prâsentiert ihn auch — gemâss der 
seit 1 536 den savoyischen flerzogen zustehenden Prarogative — als Bischof von 
Lausanne dem Papste (1^)07) : erst 1610 aber erhâli Wattenwyl die Bestàtigung der 
Curie. Kr ist der ersie Bischof von l-ausanne, der seine Hesidenz in Freiburg 
aufschlâgt : im Mârz 161 3 empfàngt ihn Sébastian Werro an der Spitze des freibur- 
gischen Clerus vor dem Romonter Thore. l'ebrigens weilt er auch spâter noch oft 
wâhrend seiner langen Regierung - gestorben ist er erst 1649 - in der Franche- 
Comté, die ihm und seiner Familie zur Heimat geworden war. 

Johann von Wattenwyl wird als eifriger Ordensmann gerûhmt und sein 
bischôfliches Wirken spricht wenigstens n\c\\\ g cgen diesen Ruf. l'm soauffallen- 
der ist die Bewerbung um einen eminent politisch-diplomatischen Posten, der 
mit seiner geistlichen Wûrde und seiner Unabhângigkeit sich schlechi vertragen 
hâtte. Die Randidatur bleibt auch dann noch seltsam genug, wenn wir annehmen 
wollen, dass dabei mehr der Khrgeiz des Bruders. der mit ihr seine ganz besondern 
Absichten haben mochte, als des Bischofs eigener Sinn beteiligi war. 

l'eber dièse Wattenwyl siehe Huceiin, Germ. III. 2. .\bt., S. 76 : Dunod, 
Hist. du comté de Bourgogne, IL 547: f.eti. Lexikon XIX, 209: Girard, Hist. 
des off. suisses. III, 202. l'eber Johann im besondern : Schmitt, Mém. hist. sur 
le diocèse de Lausanne, IL 423 : ;•. Mulinen, Helvetia sacra, I. 23. 

" Nach Absch. V, 2, S. 242 war Gesandter Freiburgs bei diesen N'erhand- 
lungen in Mailand Jakob Biiman. 

^ Wann Feria eigentlich das Frnennungsdekret ausgestelli hat, habe ich nicht 
ermiiteln kônnen. Doch ist nicht daran zu zweifeln. dass es bald nach dem im 
Text erwâhnten Schreiben Vattiellis vom i5. Aug. 1623 geschehen ist. — Lcu, 
a. a. O.. ist ûber die Amisdauer von Girolamo C-asate sehr schlecht unterrichtet : 
cr làsst dieselbc schon 1622. aiso bevor ubcrhaupi die Nachfolge fur (jirolamo 



gcsichcn war, zu Knde gehen. l'cberlebi hai dann allerdings (nrolamo (-asaie 
seinen Krtbig nichi lange. 

® Morigia zâhlt in seiner Hisioria [dell'aniichità| di Milano (i5(j2), p. 253 
unier den Miiglicdern des mailàndischcn Sénats an etster Sielle nach dem 
Prâsidenien auf: ^■^ Il Signor Franccsco Gambarana J^avese. * Die Vermulung 
liegi nahe, dass unscr (îambarana ein Sohn dièses Senators war. — Krzherzog 
!-eopold schickt einmal — mit einem Schreiben an Vattielli vom lô. Aug. 1624 — 
fur den jDngern (îambarana eine Kmpfehiung an Feria. 

'° Johann Joachim Bunlcnerj oder — wie der Name sonst gewohniich 
geschrieben wird — Pïtntener (er seibst unterzeichnet « 7^ûnlener») gehôrt einer 
der angesehensien Familien l'ri's an, aus der seit J450 nicht weniger als ;jWi// 
Landammânner hervorgegangen sind. Landammann war auch der (jrossvater von 
Hans Joachim, Heinrich Bûntener, gewesen (siehe Schiflmann, Die Land- 
ammânner von l'ri, 2. Abteil.. (jeschichist'reund, Bd. 3(). S. 281) und dieselbe 
Wùrde bekieidete i65i-i652 sein altérer Bruder. Jost Bûntener. Hinen dritten 
Landammann dièses Xamens stcllte in der Zwischenzeit (fur die Jahre 1 586- 1687 
und 1598) die andere Hauptlinie des (ieschlechtes : Ambrosius Bûntener. — Der 
Vatcr Hans Joachims, Heinrich Bûntener. ist wohi identisch mit jenem Maupt- 
mann Bûntener. von dem Renward Cysai aus Turin « am .Mayeniag A' 1 5g3 * - - man 
erwartete damais jene 4000 Hidgenossen, deren Fùhrer thatsâchlich Caspar Lussi 
geworden ist — schreibt : « die Red ist allcnihalben. Houpiman Pûntiner sollc 
Obrister syn » (Si.-;\. Luzern. ;\kten : Savoyen. Kriegsansprachen). i5()7-i6i4 war 
dann dieser Heinrich Bûntener nach May, Histoire militaire des Suisses, Vil, 403 
Hauptmann, bezw. Oberst der Schwei';crfravde (^arl Kmanuels von Savoyen. 
Wenn dann aber .May Hans Joachim 1G14 dem Vaier folgen làsst. und weiter von 
einem jûngern Sohne, Heinrich, zu berichten wciss, der nhx den âltern Bruder 
in derselben Stellung, an der Spiize der Schweizergarde in Turin, abiôst, so 
siehen wir vor einem genealogischen Kâtsel, dessen Krkiàrung ûber meine Krâfte 
gehi. Vorab vermag ich einen soichen Heinrich in den Siammtafeln der Bûntener 
bei Bucelin, (ierm. I\, 218-2 uj nicht zuenidecken. Aber auch auf Johann Joachim 
treflen die Daten .May 's nicht im geringsten zu. Zu der Zeit, da er nach May schon 
(iardehauptmann sein soll (1614), kann ich noch kcinc Spur von ihm tinden. 
1620 ist er noch Lieutenant : ich vermulc. dass er in dieser sehr bcscheidenen 
militàrischen (Charge vorher an dem Montferrater kriege — im Hegimente 
Beroldingcn — teilgenommen hatte. Als Dolmeischer hat Bûntener nicht nur 
Cjirolamo (3asate, sondern auch dem Marchese Dogliani, der 1(324- i()2y als 
ausserordentlicher Gesandter Spaniens die Keihe der (lasati unterbricht, gedient. 
Inzwischen, 3o. Juli f625. N\ird uns ein Johann Bûntener als Hauptmann 
genannt (Abschiede V. 2. S. 185^, bezw. S. 440). Ohne Zweifel ist das unser 
Johann Joachim : wahrscheinlich fûhrt er in dieser Zeit eine Compagnie in einem 
der beiden Schweizerregimenter, die damais im .Mailàndischcn siehen (Beroldingcn 
und Fleckenstein). Von da an scheint cr der Gesandtschaft fcrner gerûckt zu sein. 
i636, als Uri vorschlâgt. einen krief^serfahrenen .Mann zu bestcllcn, der bei cincm 
feindlichen Einfall zu Bellenz das Directorium ûbcrnehmcn kônntc. wird auf 
Hauptmann Hans Joachim Bûntener hingedeutet (Abschiede. V, 2. S. lyii). Im 



LXII 

Kcbr. 1Ô37 wird liûnlcncr in ciner Angelegenheit. die das Régiment Bcroldingen 
von i(")35-M*)37 betnlft, als Oberstlieutenant bezeichnci (Abschiede V, 2, S. roi 5). 
Im October 1643 endlich stehi er als Obcrst an derSpitzceines Régiments -- ohne 
Zwcilel desjenigen von iMelchior Lussi (dem jûngern seines Namens), das eben 
zu Pavia (Juni 1643 ?) seinen Fûhrer verloren batte. Siehe Abschiede V, 2, S. 1938. 
bezw. S. 1249. u"^ '"^^^y' ^^^ '7^- ^^elch letzterer freilich von einer solchen 
Stellung BQnteners nichts weiss (May làsst seinen Hans Joachim B. schon 1640 
sterben). — Vielfach haben die katholischen Orte^Buntener mit Auftrâgen*;beehrt. 
hier und da auch mit solchen recht heikier Natur, dieTakt, Klugheit und Ansehen 
voraussetzten. Die Abschiede eiwàhnen ihn zum lezten Mal im Sept. 1644 (V. 2. 
S. i33o). Oestorben ist Bûntencr wahrscheinlich bald nachher, gcgen Ende des- 
sclben Jahres ir)44, sicherlich kaum 5o Jahre ait. — Vermâhlt war unser « Colo- 
ncllus valerosissimus*, wie Bucelin Hans Joachim nennt, mit Magdalena Wollcb. 
Von seinen drei Sôhnen hat nur einer, Heinrich. sich verheiraici : was aus dem 
Knkel, der dcn Namen des Grossvatcrs trug, und seinen allfâlligen Nachkommen 
geworden ist, weiss ich nicht (Bucelin bricht hier ab). 

Ausser Hans Joachim, seinem Bruder und seinen Sôhnen hat das (ieschlecht 
Bûntener damais noch mehrere Vertreter gezâhlt. Hier sei indess nur ein Sohn des 
Landammanns .\mbrosius. Ludwi^ Bûntener (geb. wohl um iSjo. Bûrger von 
I.uzerni genannt. der in engen Beziehungen zur Ambassadorenfamilic gestanden 
haben muss : in noiariellen l'rkunden. welche Angelegenheiten der (^sati 
betrefl'en. crscheini er wàhrend der Jahre f(")2i und 1622 mehrere .Maie als Zeuge. 

" Die Familie. welcher Sébastian Heinrich Crivelli angehôrt, stammt aus 
Lugano. Sie soll nach Leu V, 523 in genealogischem Zusammenhange stehen mit 
jenem ungemein zahlreichen mailàndischen (jcschlechte, das Papst l.Tban III. 
und nach ihm verschiedene BerUhmtheiten geistlichen und weltlichen Standes 
zu den Seinigen rechnei : einen rômischen Seitenzweig hat dieser mailândische 
Stamm in der zweiten flàlfte des n'y. Jahrhunderts getrieben in jenen Crivelli, 
vondenen zwei, Giambattista und FrancescOj 1 595-1659 den baierischen Herzogen. 
bezw. Kurtûrsten, als Agenten oder Residenten bei der pàpstlichen Curie dienen 
und in ihrem langen Wirken wie auch sonst in ihren Verhâltnissen vielfach an 
unsere Casati, ihre Zeitgenossen. erinnern. L'eber dièse rômischen Crivelli s. den 
Aufsatz von Gregorovius in seinen « kleinen Schriften zur Geschichte und Cultur, 
II, 33-89. 

Wie es sich mit jenemZusammenhange derCrivelli von Lugano undAlldorf mit 
den mailàndischen Trâgern dièses Namens verhâlt, sei dahingestellt. Thatsache ist 
nach /.«/;. Nekrolog denkwOrdiger Schweizer aus dem XVIIl. Jahrhundert (1812), 
S. 100, dass 1769 durch Aufnahme der Familie in die :\delsmatrikel .Mailands die 
Anerkennung einer solchen V'erwandtschafi ausgesprochen worden ist. Etwas auf- 
fallend erscheint. dass .Morigia in seinem langen Kapitel ûber die Crivelli in seiner 
* Historia |deir antichità] di .Milano (1592), p. 464-470, von diesen Crivelli von 
Lugano nichts weiss : bewiesen wird durch dièses Stillschweigen freilich nichts. 

Nach Leu hatle ein Zweig der mailàndischen Crivelli Grundbesitz in Lugano 
und das scheini ihre Ansiedelung daselbst veranlasst zu haben. Begrûndet hat 
diesc neue Linie nach demselben Gewàhrsmann ein Bartoiomeo Oivelli zu Beginn 
des W'I. Jahrhunderts. Seine .Nachkommen begegnen uns dann im Laufe dièses 



LXIII 

Jahrhunderts als 4( Malefizschreiber», «Fûrsprech* oder «Fiscal*, einer von 
ihnen auch als Pâchtcr des Zolles zu Lugano (siehe die Abschiede dieser Zeii). 

Derjenige nun, welcher das Geschlecht auf die Sordseite der Alpen verpflanzt 
hai, ist nach Leu ein Antonio Crivelli, Docior der Medizin : dieser zieht nach TV/, 
wird dort Landarzt und Physicus, und erhâli 1606 das Landrechi geschenkt. 
L'nsern Sébastian Heinrich bezeichnel Leu als Sohn des genannien Antonio. 
Das stlmmt mit einer Notiz aus dem Jahre 1624 im Ratsprotokoll von Luzern. 
N* 59, fol. 2o8% \vo ein « Hr. Doctor Crebell von l'ri » und sein Sohn Sébastian 
Heinrich Crebel erwâhnt werden, und mil einem notariellen Instrumente vom 
23. Sept. 1621 (Concept, St.-A. Luzern, Akten : Spanien, Gesandte), in welchem 
neben Francesco Ferdinando Aliprandi und Ludw/g Bûntener 4t. Doctor Sebas- 
tianusCribellus, filius D. Antonij» als Zeuge erscheint. Darnach hat also der junge 
Mann, bevor er der diplomatischen und militârischen Thâiigkeit sich zuwendetc. 
(ganz âhniich wie Alfonso Casate) gelehrte Studien — wahrscheinlich juristische — 
betrieben. Teber die V'erwendung, welche dann Crivelli durch Girolamo (Casate 
gefundcn, belehrt unsere Correspondenz. Ls scheint, dass Crivelli wâhrend dieser 
ZeitCasate ôfters als Sekretâr gedient hat ; in mehreren der Schreiben des Gesandien 
an den Erzherzog glaube ich seine Hand zu erkennen. Crivelli ist es. den Feria 
nach dem Tode Girolamo Casâtes zunâchst zu den Orten sendei. Wâhrend dann 
Dogliani den Gesandtschaftsposten versieht, fungieri Crivelli nie als V'ertreter des 
Ambassadors, wohl aber sofort nachdem Carlo Casati den genannten Posien 
angetreten hat : am 4. Aug. 1629. Als Doimetscher wird, so weit ich sehe, Crivelli 
erst 1634 ausdrûcklich bezeichnet — immerhin viel fruher, als man nach Leu's 
Ausdrucksweise vermuten sollte. Vor- und nachher aber erscheint Crivelli oft mit 
direkten Auftrâgen der mailândischen Statthalter vor den Orten, so dass er neben 
den Ambassadoren eine selbstândige Stellung einnimmt. iô36 und 1637 vertritt er 
L^ri auf den Jahrrechnungstagsatzungen zu Lugano. 1642 soll Crivelli nach May. 
Vil, 177 ein Régiment von 3ooo Mann, das neben demjenigen von Melchior Lussi 
im Mailândischen diente, gefûhrt haben. Da geht May wieder einmal ganz und 
gar in der Irre : Crivelli wird noch bis 1647 stets nur Hauptmann genannt, und das 
war er offenbar in dem oben genannten Regimente Lussi, bezw. Bûntener. Nach 
dem Tode des letztern hatte das Régiment lange keinen Fuhrer mehr, bis endlich 
zu Beginn des Jahres 1647 Crivelli als Oberst an die Spitze desselben trat (Leu 
lâsst ihn unrichtigerweise 1645 Oberst werden). Wenn May die Entlassung des 
Régiments Crivelli auf 1648 ansetzt, so stimmt auch das nicht recht mit den Ab- 
schieden ûberein, indem dièse noch i655 von einem im Felde stehenden Regimente 
Crivelli reden. Inzwischen geht der Oberst i(')5i im Auftrage Francesco Casatis 
(und der mit Spanien verbundeien Oric ?) nach Madrid, um die endiichc Bezah- 
lung rûckstàndiger Soldanspruchc zu betreiben. Im Januar i653 wird er Ritter 
genannt (.XbschiedeVI, i,S. 139). Zum letzten Mal erscheint Oivelli als Vertreter des 
Ambassadors am 3. Juli i6()i vor den katholischen Orten. (lesiorben ist er nach 
Leu 1664 an einem Schlagllusse zu Bellenr^, und dort soll er auch begraben sein. 
NachdemselbenGewâhrsmann war Crivelli Biirgervon l.w^ern und RapperswiL — 
Von seinen vier Sôhnen sind nicht weniger als drei dem Vater im diplomatischen 
und militârischen Dienste Spaniens gefoigt und dièse Tradition wirkte auch noch 
in den Enkeln und Urenkeln — selbst bis in die bourbonischeZeit hinein — nach. 
Mehrere Glieder des Geschlechtes nehmen aber auch in der .Magistratur des hei- 



LXIV 

mischen (lemeinwesens chrenvolle Slcllungen ein : drei sind Landammânner ge- 
worden. - Wann die Crivelli ihren Wohnsiiz nach Lu^ern verlegi haben, \vo die 
Familie heute noch exisiiert, isl mir nicht bekannt. Kin charakieristischercs Beispiel 
fur das allmâhlige Vorrucken iialienischer Familien nach Norden dûrfle sich kaum 
nennen lassen : Lugano, Altdorf. Luzern sind die Ktappen aufdieser Wanderung. 
Dass sich damii ein zâhes Festhalten an dcn Beziehungen mil dem Sûden ver- 
band, erhelli aus dem (jesagien. — In Lugano isl ûbrigens die Familie auch nach 
der l'ebersiedelungdes Vaiers von Sébastian Heinrich nach Iri verireten geblieben : 
eincr diescr I.auiser Veilern ist jener D' Bartholomaus Crivelli^ der als Agent der 
kaiholischcn Orle in Mailand (c* ir)48-ir)7r)) Jakob Sleigcrgefolgl isl. 



IX. 



Weitere Verhandlungen iibeyden Madrider Vcrtrag und das Veltlin, — 
Des Er^herj^ogs Anspriiche auf Pràttigau und Unterengadin. — 
« Wofmser Ziig » der Bûndner. — Gegenstoss des Er^hen^ogs und 
Ferias : Pràttigau und Unterengadin erobert, — Mai/ànder Ver tr âge, 
— Aujregung und Misstrauen in der Eidgenossenschaft. — Gesandt- 
schaft der protestantischen Or te nach Frankreich. — Au/stand der 
Prâttigauer. — Das Abkommen von Aranjue^/alien gelassen. Zuriick- 
greifen Frankreichs auf den Madrider Vertrag. — Congress in Sicht, 
In^wischen Riistungen des En^her^ogs. s. c:orrcsp. nn- 54-125. 

IJmsonst bemuhen sich Gueffier und der Nuntius, den Mad- 
rider Vertrag durch ergânzende Artikel, welche die katholischen 
Interessen in Graubûnden und im Veitlin besser als der Vertrag 
selbst es gethan, wahren sollten, den katholischen Orten doch noch 
annehmbar zu machen : Gueffier findet damit herzlich schlechte 
Aufnahme bei der herrschenden Partei in Graubûnden (Aug. 162 1). 

Inzwischen, wâhrend der Verhandlungen uber den Madrider 
Vertrag, hat Erzherzog Leopold in Juli 1621 zu Imst Abgesandten 
der III Blinde seine Beschwerden vortragen und seine Ansprûche 
auf das Tnterengadin und Pràttigau « deducieren » lassen. Im 
September geht zur Fortsctzung dieser langathmigen Verhand- 
lungen, bezw. zu nochmaliger Widerlegung jener Anspriiche eine 
neuc Botschaft der Bûndner nach Imst ab. Schon dràngten aber 



die ungeduldigen Elemente vorwârts. rnf^eachtcl aller Warnungen 
ihrer Freunde, ihrer eigenen Zusicherung, dass wàhrend jener Ver- 
handlungen die WaflFen ruhen sollen, zum Trotz sturzen sie sich 
in den «Wormser Zug», der mit dem Schwert erobern soll, was 
die Diplomatie ihnen vorenthâlt. 

Das l'nternehmen scheitert. Und nun ist Feria und dem 
Erzherzog der gewûnschle Anlass zu einer combinierten Action 
grossen Stils gegeben. Gleichzeitig sehen wir die Bûndner von 
Sûden, Norden und Osten her angegriffen. Die vom Erzherzog 
beanspruchten Landschaften werden von seinen Truppen besetzt 
und Maximilian Mohrgeht nach Madrid, um dem Kônigden Stand- 
punkt des Erzherzogs auseinanderzusetzen. Die katholischen Orte, 
mit den Priittigauern nicht im Bunde, ihnen liingst gram als den 
entschlossendsten Vorkâmpfern der protestantisch-venetianischen 
Partei, sehen dièses Strafgericht nicht ohne Genugthuung ûber das 
« wilde Volk» ergehen. Leopold bemQht sich, auch die protestan- 
tischen Orte von einer Intervention zuruckzuhalten, und so gross 
Verdruss und 'Besorgnis auf dieser Seite sind — zu kriegerischem 
Eingreifen entschliesst man sich nicht. Eidgenôssische Vermitt- 
lungsgesandtschaften zu Feria und Leopold ândern nichts am Gang 
der Dinge. Im Januar 1622 verzichten die Bûndner zu Mailand auf 
das Veltlin und Bormio, geben die l'nterengadiner, Mûnsterthaler 
und Prâttigauer preis, schliessen mit Spanien ein ewiges Bûndnis 
und verstehen sich zu den verlangten Concessionen gegenQber den 
Interessen des Bischofs und der katholischen Religion. 

Darob nun aber grosser Lârm in der Eidgenossenschaft. Die 
vom Erzherzog nach Chur zu verlegende Besatzung und die Be- 
festigung Maienfelds machen auch in den katholischen Orten viele 
misstrauisch. Die Stimmung wird eine kritische. l'ngestQm 
erwartet man eine beruhigende Erklârung des Erzherzogs. Casate 
hat grosse Mûhe, zu beschwichtigen. Gleichzeitig nimmt die 
Idée, eine Gesandtsc.haft zu LudwigXIII. abzuordnen, bestimmtero 
Gestalt an. Die protestantischen (.)rte verbinden damit die Absicht, 
den Klonig zum Friedensschluss mit den Hugenotten und zur 
Entfaltung seiner so frei werdenden Kraft gegen Spanien zu 
bewegen. Es gelingt Gasate, die katholischen Orte vom An- 



LXVI 

schluss an dièse Gesandtschaft zuruckzuhalten ; sie f^edenken, 
nach Pfingsten eine besondere Abordnung nach Frankreich zu 
blosser Betreibung ihrer finanziellen Anspruche an die Krone ab- 
gehen zu lassen. Tnd als endlich die Erklârungen des Erzherzogs 
uber die Besatzung in Chur eintreffen, scheint man auf dieser Seite 
sich beruhigen zu wollen. 

Inzwischen haben Verhandlungen zwischen Spanien und 
Frankreich zu einem neuen Abkommen, zum Vertrage von Aran- 
juez (3. Mai 1622) gefCihrt, in welchem die Madrider Regierung 
ihren friediichen Absichten neuerdings Ausdruck verleiht und trotz 
aller Vorstellungen von Maximilian Mohr wiederum wenig Rûck- 
sicht auf Erzherzog Leopold nimmt. Aber als die Nachricht nach 
(jraubûnden gelangt, verhallt sie wirkungslos im Gerâusch der 
WalTen : mit elementarer (}e\valt ist der « K.eulenkrieg« im Priit- 
tigau ausgebrochen gegen die ôslerreichische Herrschaft und die 
mit ihr verbundene Restauration des Katholizismus. Lebhaft 
arbeiten die Venetianer fur l'nterstiitzung der Aufstândischen 
durch die Eidgenossenschaft, und auch in den kathblischen Orten 
werden Stimmen laut, welche eine dauernde Trennung der acht 
Gerichte von den III Bunden und damit indirekt von der Eidgenos- 
senschaft bedenklich finden. Aber ofTen Partei zu nehmen wagen 
selbst die protestantischen Orte nicht. Das Beginnen der Prâttigauer 
erscheint diesen anfangs zu kuhn, und mit zu wenig Bedacht 
unternommen. Eine (Jesandtschaft aus katholischen und prote- 
stantischen Orten geht nach Ragaz und Feldkirch ab. In Baden 
versichern die protestantischen Orte, neutral bleiben zu woIIen. 
Aus dieser Reserve treten indess (jlarus und Zurich bald heraus, 
indem sie — offîziell freilich ihr Einverstândnis lâugnend — Volk, 
Munition u, s. \v. nach Graubunden hinaufgelangen lassen. Desshalb 
kommt es zu Erorterungen und X'erwahrungen von Seiten der 
katholischen Orte, die aile Verantwortung fur einen allfâlligen 
Conflict zwischen den protestantischen Miteidgenossen und dem 
Erzherzog wegen Bruches der Erbeinigung ablehnen und schliess- 
lich Casate die Bewachung der Wege nach Graubiinden hinauf 
gestatten. Inzwischen gestalten sich die Dinge dort oben recht 
bedenklich fur die osterreichische Sache. Casate wirft die Fragc 



LXVIÎ 

auf, ob unter diesen Tinstânden nicht eine N'crmittlun^' der Eid- 
genossen anzunehmen sei. Die Rate Leopolds sprechen sich fur 
Eingehen auf einen Waffenstillstand aus. Schon ist der obère Bund 
in Gefahr, zum Feinde ûberzugehen. L'm dem vorzubeugen, lassen 
die katholischen Orte in der Stille einige hundert Mann dorthin 
gelangen ; weiter gehende Ilûlfegesuche der Kùhrer der spanischen 
Partei im obern Bunde finden indess eine kuhie Aufnahme : in 
l -ri dominiert in diesem Augenblicke franzôsischcr Einlluss. Man 
will die Vermittlung /Avischen Leopold und den Bûndncrn an die 
Hand nehmen, zugleich freilich Zurich ersuchen, die protestan- 
tische Partei in Graubiinden von Thatlichkeiten gegen den Obern 
Bund zurûckzuhalten. 

In diesem Momenie wird (^hur von Baldiron ubergeben. iNach 
beinahe zweimonatlichem Kampfe raumen die Oesterreicher das 
Feld. Rudolf von Salis zwingt den Obern Bund, sich den andern 
anzuschliessen. Zu spât, um die Lagc der Dinge noch andern zu 
kônnen, kommt Leopold vom Elsass her in Feldkirch an. Sofort 
zwar trifft er seine Anordnungen zur Herbeifûhrung eines L;m- 
schwunges, wâhrend Casate âhnliche Absichten der fluchtigen 
Oberbûndner Freunde zu unterstCitzen bereit ist. 

Inzwischen hat Ludwig XIII. — angesichts des glCicklichen 
Aufstandes der Prâttigauer — das Abkommen von Aranjucz lângst 
rûckgângig gemacht. Mit aller Wucht wirft sich die franzôsische 
Diplomatie wieder auf den Madrider Vertrag. Aber wiederum 
scheitert sie an dem Widerstand der katholischen Orte, obwohl 
in den Beziehungen zwischen diesen und dem Erzherzog eine 
merkliche Erkâltung eintritt. 

Auf der Jahrrechnungstagsatzung zu Baden wird zu N'erhand- 
lungen zwischen Leopold und den Bundnern, die unter Assistenz 
der Eidgenossen stattfinden sollen, ein Congress zu Feldkirch auf 
den 24. Juli 1622 in Aussichl genommen. Der Erzherzog gibt seine 
Zustimmung. Zu einem WalTenstillstand kommt es indess nicht; 
beide Teile scheinen ihn nicht gcwunscht zu haben. Baldiron geht 
nach dem Engadin, und dort steht ihm seit dem 14. Juli die Haupt- 
macht der Bundner unter Salis gegenûber. In Feldkirch, auf oster- 
rcichischcm Boden, wollen die Bundner mit dem Gegner nichi 



LXVII! 

verhandeln. Zurich machtsich zuihrem Anwalt beiden katholischen 
Orten, und dièse gehen darauf ein, dass jener Congress — nun auf 
den 7. August verschoben — zu Baden stattfinden soll. Sie erweisen 
sich zudem — wieder ist l'ri's Haltung bemerkenswert — sehr 
entgegenkommend in der Frage des Passes fur die aus Zurich nach 
Graubùnden hinaufgehenden. Darob ist der Erzherzog sehr 
ungehalten. Er schliigt nun die Reichsstadt Lindau als Ort jenes 
Congresses vor. Die Eidgenossen willigen, nicht ohne Bedenken 
zwar, ein und setzen nunmehr den 24. August fur den Beginn der 
Verhandlungen fest. Leopold schiebt den Termin noch weiter 
hinaus, auf den 4. September. Schon hofft er durch einen neuen 
grossen Schlag ailes umzugestalten. Der Sieg Tillys und Cordovas 
ûber Christian von Halberstadt bei Hôchsta. Main(22.Juni i622ihat 
Leopold und seinen elsiissischen Landen Luft gemacht. Am i3. Juli 
entlâsst der « W'interkônig » Friedrich von der Pfalz nicht nur den 
llalberstadter, sondern auch Ernst von Mansfeld, der jenen arg 
zugesetzt hat. Mansfeld beliistigt zwar noch einige Stadte im untern 
Elsass, geht dann aber durch Lothringen nach Frankreich und 
wendet sich spàter von da nach den Niederlanden (Schiacht von 
Fleurus, 29. August i()22). Erzherzog Leopold sauberl inzwischen 
das Elsass von den feindlichen Truppen, und nun ist er frei : nun 
kann er von neuem mit den Bundnern abrechnen, die ihrerseits 
nicht daran denken, dem Erzherzog mehr als den Status quo ante 
in den acht Gerichten einzurâumen, und dabei auf die thatkràftige 
\\ ulfe Ziirichs und Berns, sowie der venetianischen und franzôsischen 
Gesandten rechnen. 



Zweitc risterrekkische Invasion. Lindauer Capitulation. — Piotest 
Frankreicks. Der Madrider Vertrag }>or den grossen Rdien und den 
Landsgemeinden in den katkolischen Orten. — Die Liga von Avignon. 
àe:{U'. Paris. — Trivul^îsch-Misoxische /'rage. Verstimmung in den 
katholischen Orlen. — Verhandlungen mil Leopold iiber die Bc/esli- 
gtingen und Garnisonen 'in Graubtinden. — Die Veltliner Feslungen in 
den Hànden des Papstes. Besorgnis Casâtes und der Innsbrucker Regie- 
rung. lln^ufriedenkeit der let^tern mit Feria und dem Madrider Hofe. 



Wàhrenddem die Gesandten der Biandner und der eidgenus- 
sischen Orte einer-, die Kommissâre des Erzherzogs und Girolamo 
Casate andererseits nach Lindau reiten, bef^innt der grosse Kampf 
im Engadin. Vier Tage genûgen zur ganzlichen Ucbervvàltigung 
der Bûndner. Ani fi. September ist Rudolf v. Salis durch Davos und 
Prâttigau an den Rhein zurûckgedrângt. So falien die Verhandlungen 
in Lindau gan*; im Sinne Leopolds aus. Zwar verzichtet der 
Erzherzog auf die miteroberte Herrschaft Maienfeld. Aber die acht 
Gerichte und das l'nterengadin huldigen ihm von neuem ; die 
vornehmsten Fûhrer des Aufstandes wcrden von der bewilligien 
Amnestie ausgcschlossen. Wenn die beiden Bùnde und die Herr- 
schaft Maienfeld ein Bundnis schliessen wollen, habcn sie das Haus 
Desterreich zu benachrichtigen. Die Erbeinigung wird ausgedehnt : 
\\'erbiing von Freiwilligen in Graubtinden wird nicht nur fur die 
Grafschaft Tirol und Vorarlberg, sondern fur die osterreichischen 
I-ande ùberhaupt bewilligt. Bei einem gemeinschaftlichen Kriege 
gcgen c'inen dritten sol! keiner der Contrahenten ohne Begrûssung 
des andern Frieden schliessen, Truppen und Kriegsmaterial des 
Erzherzogs haben freien Durchpass durch das Gebiel der BUnde. 
Die Erbeinigung und dièse Lindauer Capitulation sind aile zwôlf 
Jahre zu erneuern. Dasosterreichische Heer zieht aus Graubtinden 
ab ; doch bieiben Besatzungen daselbsî zurùck. Besondere 
Bcstimmungen sichern die Interessen der katholischen Religion 



LXX 

und die Rechte des Bischofs. Andererseits soll die freie Religions- 
ubung der Reformierten im Gebiet der zwei Bûnde und der Herr- 
schaft Maienfeld nicht angetastet werden. 

Unler dem Druck der Lage ratifizieren die Blinde den Lindauer 
Vertrag schon im October. Ihr «General», Rudolf v. Salis, unter- 
handelt mit den Vertretern des Erzherzogs uber seine Begnadigung. 
Der allé Guler geht nach Innsbruck und demûtigt sich vor 
Leopold. 

Schon in Lindau aber hat der Dolmetscher Gueffiers gegen den 
Vertrag protestiert. Die evangelischen Orte der Eidgenossenschaft 
weigern sich ebenfalls, denselben anzuerkennen. Ludwig XIII. 
schliesst mit den Hugenotten den Frieden zu Montpellier (Oct. 1622), 
und Gueffier erkiârt, dass der Konig nun seine Waffen gegen 
die Bedrânger der Bunde wenden werde. Sein Collège in der 
Eidgenossenschaft, Robert Myron, setzt noch einmal seine ganze 
Rraft ein, um die katholischen Orte zur Bûrgschaftsleistung fur den 
Madrider Traktat fortzureissen. Venedig und Savoyen vereinigen 
ihre Anstrengungen mit denen der Franzosen. Girolamo Casate ist 
denn auch ernstlich besorgt uber den schliesslichen Ausgang. Mit 
Mûhe hait er die Vertreter der katholischen Orte auf der Conferenz 
zu Luzern am 24. November 1622 zuruck. Schon hat Myron mit 
seinem « Revers » Solothurn und das zugewandte Wallis fur die 
Burgschaft gewonnen. In den ûbrigen Orten wird die Sache vor die 
Grossen Rate und die Landsgemeinden gebracht, und hier bleibt 
Casate nochmals Siéger: die V Orte, dazu Freiburg und Appenzell- 
Innerrhoden — d. h. siimtliche mit Spanien verbûndeten Orte — 
erklaren sich gegen die Leistung der Burgschaft. Und dieser 
ganze Kampf spielt sich vor den Augen Thomassins ab, der noch 
im April 1623 mit seinem « ersten Auftrag » ^u Gunsien des 
Madrider Vertrages in Luzern weilt! 

Freiburg fûhlt nun allerdings das BedQrfnis, durch eine 
besondere Gesandtschaft der katholischen Orte zu Ludwig XIII., 
wie sie ja langst zur Betreibung der SoldrQckstande in Aussicht 
genommen war, die Haltung der Orte rechtfertigen zu lassen. 
Myron erklart ihnen, dièse Gesandtschaft durfte fiiglich zu Hause 
bleiben, denn gut aufgenommen wlirde sie kaum. Und das Spiel 



fîibt er noch keinesweps verloren. Wenn wir Casate glauben 
diirfen, sind auch Predigt und Beichtstuhl im franzosîschen 
Interesse benutzt worden. In/.wischen tritt mehr und mehr einc 
krieyerische Lôsung der Frage in Sichi : am 20, Nuv. [(122 haben 
sich zu Avignon Frankreich, N'enedig und Savoyen im weseni- 
lichen bereits dahin geeinigt, die Ausfiihrung des Madrider 
N'enrages, wenn ni'itig, zu erzwingen, 

Mitten in diesen heissen Parteikampt" hinein, in deni Casâtes 
Stellung ohnehin eine so schwierige ist, fiillt die Nachricht, dass 
kaiser Ferdinand 11. dem (irafen Theodor Trivul/.io den 'J'itel 
eines FCirsten von Misns verliehen habe. Feria, dcr Protektor des 
(jrafen, will sich von der vcrhangnisMilien Tragweite des Schrittes 
nicht ûbcrzeupcn iasscn. Nichi nur die Misoxcr, sondern auch die 
katholischen Orte sind im hochsten Grade erzûrnt : die Inleressen 
der gesamten Eidgenossenschaft und die der katholischen Orte iin 
besondern stehcn auf dem Spiele. Sîe machen in Mailand ener- 
fiische Vorstellungen. Casate turchtet, dass der unglûcksclige Fehl- 
grilT aile Errungenschaften der jungsten Vergangenheit verderbe, 
die katholischen Orte oITen sich zu den Fcinden des Ilauses Habs- 
burg schiagen werden. Der Erzherzog teilt dièse Befûrchtungen, 
klart den Kaiser ûber die Sachiage auf und erreicht \on diesem 
wenigstens ein beschwichtigendes Schreiben an die Orte, das 
seinen Zweck freilich nur unvollkommcn erreicht, 

Inzwischen ist die Liga zwischen Frankreich, Venedig und 
Savoyen durch den \'ertrag von Paris am 7. Febr. 1623 perfekt 
geworden und Ludwig XIII. lâsst die Eidgenossen zum Beiirîtt 
einladen. Auf dièse Zumutung gehen natCirlich die katholischen 
Orte nicht ein, die protestantischen nicht ganz ohne Bedenken, 
Die Beziehungen zwischen ersteren und dem franzijsischen Am- 
bassador werden recht ungemûtliche : die Gesandtschaft der katho- 
lischen One nach Frankreich geht, obwohl von Myron sehr 
ungern gesehen, ab und auch Solothurn schlicsst sich an (Mai iri23i. 

In der Veltliner Frage iriit wieder der Papst zwischen die 
Streitenden und in seine Hande iibergebcn einstweilen die Spanier 
die Festungen des Veltlins. Aber gelfist ist die Frage damit nicht. 
In der Eidgenossen se ha ft vcrlautet, dass Kriegsvolk aus der Bresse 



LXXII 

und aus Savovcn heranrûcke. Gueffier hâlt in Zurich mit dem 
Venetianischen Residenten und dem Bûrgermeister IJnterredungen, 
die Casate in Luzern zu denken geben. Venedig wagt es sogar, in 
L'ri und andern katholischen Orten fur ein Bûndnis mit ihm zu 
wirken (?). 

Die Entschcidung des Erzherzogs in der Hûninger Frage zu 
l'ngunsten Baseis mochte unterdessen das ihrige dazu beigetragen 
haben, das auch in den katholischen Orten wach gewordene und 
von Krankreich geniihrte Misstrauen gegen Habsburg zu erhalten. 
\'iel mehr aber geschah das durch die osterreichischen Besatzungen 
in Chur und xMaienfeld, und spàter durch die Befestigungswerke, 
die der Erzherzog — in der Furcht vor einer neuen Erhebung der 
Bûndner — an beiden Orten errichten liess. Ein seltsamer Ausweg 
war es, als Leopold Miene machte, dièse Festungsanlagen aufzu- 
geben, dafiir aber solche am Luziensteig und am Scholberg — an 
der Grenze gegen die Eidgenossen hin — zu errichten. Im August 
1623 findet sich desshalb eine eidgenôssische Gesandtschaft beim 
Erzherzog ein. 

EigentûmHch berûhrt der resignierte Ton, in dem unsere Corre- 
spondenz auskiingt. Casate ist in schwerer Besorgnis, insbesondere 
wegen der Reise des bùndnerischen Hauptmanns Ruinelli nach 
Venedig, und er verhehlt diesc Besorgnis den Râten des Erzherzogs 
nicht. Die Rate bekiagen sich in ihrer Antwort ûber den Statt- 
halter in Mailand, sowie uber die konigliche Regierung in Madrid, 
und deuten an, dass der Erzherzog irgendwie sich aus der Sache 
/u ziehen gedcnke. So brichl die Correspondenz auf Seiten des 
Erzherzogs ab, w ie sic angehoben : mit Klagen uber Nichteinhal- 
tung gegebener Versprechen. 

XI. 

Tod Girolamo Casales. — Caria Casaie bewirbt sich um die Nachfolge. 
Die Kandidaturen Mohr und Schinchinelii. — Der Marchese Dogliani 
als ausserordentlicher Gesandter in der Eidgenossenscha/i. 

Vom 3i.October ir)23 ist das letzte der uns erhaltenenSchreiben 
poh'tischen Charakters daliert. Schon mit dem Juni des genannlen 



Jahres vermissen wir die Berichte Casâtes, aber aus den Aeusse- 
rungen von der andern Seite, die sich als Antworten zu erkennen 
geben, sehen wir, dass der Ambassador inzwischen keineswegs 
verstumml isi, sondern den Erzherzop und seine Rate tieissig auf 
dem Laufenden erhalten hat. Nach dem October 1623 mochte 
ailerdings die Correspondenz ermatten, denn Erzherzog Leopoid 
war damais eben durch den Teilungsvertrap mit seinem kaiser- 
lichen Bruder in Anspruch genommen und in Wien dem Schau- 
platz der biindnerisch-veltlinischen Angelegenheiten elwas fern 
geruckt. \ach Innsbruck zurûckgekehrt, schreibt er am 3o. De- 
cember 1628 wieder an Girolamo Casate, in einer Sache îndessen, 
welche die Politik in keiner Weise beriihrt. Bald darauf vvird 
Casate von einem Fieber befallen, das ihn drei Wochen hindurch 
quâlt und auch dann nicht vollig freîgibt. Anfangs Febriiar 1624 
finden wir ihn jedoch in Mailand ; dorthin hat er auch den in 
P'Iandern weilenden Bruder Carlo beschieden, um mit ihm Fami- 
liengeschâfte zu regeln. Von Mailand gedenkt Carlo zu Erzherzog 
Leopold zu gehen ; durch dessen Vermittlung hotît er von Erzherzog 
Karl bei der von letzterm geplanten Reise nach Spanien unter 
seine Kàmmerer aufgenommen zu werden und bei dieser Gelegen- 
heit am kunigiichen Hofe Interessen der Kamilie ftîrdern zu 
k«)nnen. Girolamo aber bcabsichtigt, in Balde auf seinen Gesandt- 
schaftsposten zuruckzukehren '. 

Es sollte anders kommen. Wahrscheinlich waren es jene 
Familienangelegenheiten, welche die Bruder Casati langer in Mai- 
land zurQckhielten , als sic angenommen hatten. inzwischen 
beschiiftigt sich der altère auch eifrig mit Politik : am 22. Februar 
1624 richtet er an den Statthalter cin sehr bedeutsames Schreiben 
oder (iutachtcn in der Bûndner Frage, Das ist aber auch das letzte 
Lebenszeichen, das wir von Girolamo besitzen, Ende Marz oder 
Anfangs April wird er aufs neue krank und diesmal genùgten 
wenige Tage, die junge Kraft aufzureiben : in der Nacht vom 7. auf 
den 8. Aprii 1624 verschied Girolamo Casate, kaum mehr als 
dreissig Jahre ait '. 

Das Haupt der Gesandtenfamilie war nun der im Aller Giro- 
lamo zunâchst stehcnde Bruder, der eben genannte Carh Casate. 



LXXIV 

Auf Carlo ging, da Girolamo keine legitimen Nachkommen hinter- 
lassen hatte % der Grafentitel uber. Ihm fiel aber auch die Aufgabe 
zu, die Familie aus der bedrângten Lage, in die sie durch den uner- 
warteten Tod Girolamos geraten war, herauszufùhren. 

Wir haben gehort, dass schon beim Hinschiede des Vaters die 
Vcrmôgensverhâltnisse der Familie Casati keine gùnstigen waren. 
Vor dem Aergsten halte sie dann wohl die Belehnung mit Borgo 
Lavizzaro bewahrt. Aber so rasch mochten die Einkunfte der 
neuen Besitzung — abgesehen von den Kosten, die vielleicht mit 
der Besitzergreifung verbunden waren — nicht flûssig werden. Die 
IJnsicherheit, in der unterdessen lange Zeit hindurch Girolamo ûber 
die Xachfolgc im Ambassadorenamte gehalten wurde, das Aus- 
bleiben nicht nur aller Gelder fur die Bedûrfnisse der (jesandtschaft, 
sondern sogar des Gehaltes, die Pause, die inzwischen auch im 
Bezug der mit der Quâstorenstelle verbundenen Emolumente ein- 
getreten — aile dièse l'mstânde waren ganz dazu angethan, neue 
tînanzielle Schwierigkeiten zu schafTen, aus denen so leicht nicht 
wieder herauszukommen war. Die bisherige Laufbahn des jùngern 
Bruders Carlo war wohl auch cher von Schulden als Ersparnissen 
begleitet. Es war die eines jungen (>avaliers : « in Xachahmung 
des Beispiels seiner Vorfahren », wie er selbst einmal sich aus- 
druckt, war Carlo Casate Kriegsmann geworden und hatte seit 
vier Jahren im Elsass und in Flandern als Hauptmann ein Fâhnlein 
deutscher Landsknechte betehligt '. Inzwischen hatte die Ausstat- 
tung der Schwester Coslau^a das Familiengut gemindert 's und 
vielleicht bereitete auch die Erziehung der bciden jùngsten Casati, 
Francesco '' und Giacomo ' — wenn auch dieser letztere trûh fur 
mônchische Armut sich bestimmt zu haben scheint — Mutter und 
Bruder schwere Sorgen. So kam es, dass die Familie schon wâhrend 
des Jahres 1622 sich entschloss, ihren Palast in Monza zu verkaufen ^. 

Das Schreiben nun, welches Carlo Casate unmittelbar nach- 
dcm der Bruder die Augen geschlossen, mit Expresscourier an 
Erzherzog Leopold absendet, klingt fast wie ein Hûlfeschrei. Viel 
kam darauf an, ob es Carlo gelingen wurde, die Aemter, welche 
Girolamo bekleidet hatte, auf sich ubertragen zu lassen. Ein unbe- 
stimmtes Gefûhl mochte dem jungen Manne sagen, dass er in 



Bezu^ auf die Gesandischaft noch grôsseren Schwierigkeiten aïs 
vor einigen Jahren sein Bruder begegnen werde. Darum richtet er, 
allerdings ohne die HofTnung auf den Ambassadorenposten aufzu- 
geben, sein Augenmerk vor allem auf die Quâstorenstelle. Den 
Erzherzog, zu dem Qberhauptdie ganze Familie in ilircr Bedrângnis 
ihre Zutlucht nehme, bittet er um seine machtige Ftlrsprache bcim 
Konig und bei Feria. Wenige Tage darauf " fûgt er hinzu, sein 
Gônner môge auch bei Olivarez und Monterey sein Wort einiegen. 

Der Erzherzog zôgerte in der That keinen Augenblick, durch 
seinen Agcnten in Mailand zu Gunsten des jungen Casati wirken 
zu lassen. Er rechnet îndess zum vornherein mit der Môglichkeit, 
dass die Bevvcrbung seines Schiitzlings eine aussicbtsiose sei, und 
aïs vorsichtiger Mann hall er fur diesen Fall gleich :;wei weitere 
Kandidaten in petto : den ehemaligen Sekretâr der in Frage 
stehenden Gesandtschaft, nunmehrigen erzherzoglichen Rat Maxi- 
milian Mohr und den St.-Jakobs-Ritter Oliviero Schinchinelli. '" 
Wir sehen, der Erzherzog mOchte um jeden Preis Eintluss auf die 
Besetzung des auch fur ihn so wichtigen Postens ûben, damit das 
bisherige vertrauliche Verhàltnis zu dem Inhaber desselben fort- 
dauere. 

Unterdessen versiiunitcn auch die katholischen Orte auf die 
Nachricht vom Tode Gimlamo Casâtes nicht, beim Statihalter in 
Mailand zu Gunsten des Bruders sich zu verwenden. Die offizielle 
Mitteilung von Seiten Ferias wurdedabei nicht einmal abgewartet ". 
Letztere erfoigte mit einem Schreiben vom 17, Apri! 1624, dessen 
Ueberbringer Sébastian Crivelli war. Wenn der Statthalter darin 
bemerkt, dass er den vakant gewordenen Posten mîteiner PersOn- 
lichkeit besetzen werde, die fUr eine solche grosse Aufgabe sich 
eigne '-, so klingt das beinahe wie eine indirekte Abvveisung des 
atlerdings noch etwas jugendlichen Casate, Mit der Beantwortung 
des bald darauf bei ihm eintrefTenden Empfehiungsschreibens der 
Orte und eines weitern, das nach wenigen Tagen foigte, hatte Feria 
keine Elle, und aïs er sich endiich — bei Gelegcnheit der Rûckkehr 
des Hauptmanns Heinrich Fieckenstein — am 17, Juni ûber die 
Frage âusserte, da geschah es in einer fur die Casati zwar formell 
verbindlichen, aber im wesentlichen ausweichenden Art '■'. Die 



LXXVI 

Freunde der letztern in den katholischen Orten mochten fûhlen, dass 
es Zeit sei, sich an hôhere Instanzen zu wenden : an demselben 
17. Juni sehen wir die Boten der V Orte zu Luzern unter anderm 
auch iiber den Antrag berathen, zu Gunsten Carlo Casâtes ein 
Schreiben an den Kônig zu richten. Ob dièses Schreiben wirkiich 
abgegangen, wissen wir nicht ; im Entwurfe liegen uns sogar 
noch zwei andere — an die oben genannten massgebenden Per- 
sônlichkeiten adressiert — vor ^'. 

Imfolgenden MonatkamderSekretârLeopoIds, Camillo Ferrari, 
nach Mailand. Ohne Zweifel geschah es bei dieser Gelegenheit, dass 
Carlo Casate demselben eine lângere Denkschrift Ciber Vergangen- 
heit und gegenwârlige Lage der Familie Casati ^^ einreichte, mit der 
Bitte, bei seiner RCickkehr darûber dem Erzherzog Vortrag zu 
halten. Hier beruft er sich darauf, dass er unter den Papieren der 
Gesandtschaft aufgewachsen sei, dass er einige Jahre studiert und 
verschiedene Sprachen sich zu eigen gemacht habe. Der Erzherzog 
Hess nun den Gedanken an Mohr und Schincfhinelli fallen : wir 
horen nichts weiteres mehr von diesen Kandidaturen. Um so an- 
gelegentlicher interessiert er sich fur die Aussichten Casâtes: am 
i5. August 1624 druckt er Vattielli gegeniiber seine Verwunderung 
daruber aus, dass Feria so lange zôgere, jenem den Gesandtschafts- 
posten zu verschaffen ; er legt ein neues Empfehlungsschreiben 
bei und beauftragt seinen Agenien, dasselbe lebhaftzu unterstûtzen. 

Unterdessen hatte aber P'eria bereits Mitte Juli sich entschlossen, 
in aiisserordenllicher Mission einen hervorragenden Cavalier bur- 
gundischer Herkunft, Marc-Claude de Rye, Marchesedi Dogliani ^'\ 
in die Eidgenossenschaft abzuordnen. Ohne Zweifel war dièse 
Ernennung zunâchst durch den Wunsch des Marchese, mit Hûlfe 
der katholischen Orte Privatinteressen von grosser Wichtigkeit zur 
Geltung zu bringen, veranlasst worden : der Statthalter wollte 
Dogliani die Gelegenheit hiezu verschaffen. Die Abreise des neuen 
Gesandten verzôgerte sich ubrigens sehr ; vielleicht hat die wieder- 
holte Verwendung des Erzherzogs fur den jungen Casate Feria 
schwankend gemacht. Erst am 10. September 1624 kam es zur 
Ausstellung des Creditivschreibens. 

Funf Jahre (1624-1629) hat dann der Marchese Dogliani 



Spanien-Mailand in der Eidgenossenschaft vertreten. Der Beginn 
seiner Anitsthâti{{kcit fiel in einen sehr krîtischen Moment. Fast 
^enau in denselben Tagen, aïs der Tod seines Vorf-angers den 
Gegnern Spaniens in der Eidgenossenschaft auf Monate hinaus das 
Keld frei liess — Laiidammann Zum Brunnen in Uri und Konrad 
Zur Lauben in Zug z. B. werden iin \'erein mit den l'ranzôsischen 
Ambassadoren dtese Frist trefflich ausgenûlzt haben — trat in das 
Kabinet Ludwigs Xlil. der Mann ein, der sofort die Seele seiner 
Politik werden soilte : Richelieu. In sehr bezeichnender \\'eise 
eniffnet sich die neue Aéra durch den Feldzug de (".oeuvres ins 
N'ehiin. 

Es ist nicht unsere Aufgabe, die Entwicklung der Dinge im 
Einzelnen weiter zu verfolgen. Dagegen ist es vielleichl deni Léser 
nicht ganz unwillkommen, noch einigcs ùbcr die Geschichte der 
Familie Casati und der spanischen Gesandtschaft in der Schweiz 
zu vernehmen. 

' Aus zwei Sehreiben von Girolamo Casaie und einem solchtn von C^arlo 
an tirzherzog Leopold, sàmtlichc de daio Mailand g. Fcbruar 1634, 

* Aus dem Sehreiben Carlo Casâtes an den Krzhcrzofi vom K. und dem an die 
Orte vom 9. April 1624. « Doppo una Irai-agliosa iniirmità del conte Gicronimo 
mio fratello È passato qucsta maltina à miglior viia, havendo preso li ss" sacra- 
menii délia chiesa », beginni das Sehreiben an i.eopold. Daraus wQrde sich als 
Todesdaium der H. April ergeben. Nicht ganz stimmt damit die Zcitangabe in dem 
Sehreiben an die Orte vom 9, April ; « Passô da questa \-\\a.alli 7 del carrenle 
mc.ie doppô una iravagliosa malaiia d'alcun'i giorni il conte Gieronimo (Nasale mio 

fraitello di felice memoria « Unbegreitlich ist mir, wie Calvi als Todesjahr 

Girolamos 1628 nennen kann, wàhrend er doch Carlo schon ]625 seinen Nach- 
lolger «erden lasst (das Ictztere ist ubrigens so unrichlig wie das crsierei. 

' VVohI aber horen wir von einer natùrlichen Tochter (iirolamos. Wcr die 
Mutter vvar, ist nicht bekanni. Sie hat sich spàter verheiratet mit einem Henedikt 
/JiltAeroder Dâchervon Steckborn ; bei diesem und der Mutter, in Steckborn. 
wuchs das kind auf. Siehe Sehreiben von * Aman. Burgermaister und Raih der 
Stat Steckboren im Thurggâw * an Schullheiss und Itai der Siadt Luzern vom 
ïK. Mai r627 (St. -A. Luzern, Akten ; Spanien, Gesandie). in wclchem Sehreiben 
— Regenûber gewisscn Behauptungen, « das er das Dijchierlin, so sin Husfraw in 
lodigem Stath by dem Spanischen Ampasitoren seligen erziigel und geborcn, nit 
mehr bv ime habe, sonder dasselbig an frombden und anderen Knden und Orti-n. 
oder villicht gar nit mehr by Leben, sonder von diser Welt abgesiorben sin 
mochte » — bezeugt wird, • dass er gemeldt Dôchierlin noch by ime in sinem 
Schutz und Schirmb hat, auch sôllîches noch (wie lang es Gott geieili^;) by Lcben 



LXXVIII 

frisch und gesund ist. "» Die Adressaten wcrden ersuchi, DÔcher bei seincn 
Alimeniaiionsforderungen uniersiùizen zu wollen. Es war wàhrend der Zeit, da 
von der Famille Casaii vermullich niemand in der Eidgenossenschafi weilte. 

* In seiner Denkschrifi von [624 sagi (^arlo Casate von dem Supplicanien. 
d. h. von sich selbsl : * ad imitatione de suoi maggiori quaiiro anni sono chc slà 
servendo in Fiandra con una compagnia de Alemani>. Die Orisangabe ist nichi 
ganz richtig. Im November 1620 befehiigi Carlo Casaie eine Compagnie im Eisass : 
sein Vaier schreibt — siehc oben S. LUI, Anm. 2 — in seinem Briefe vom 23. des 
genannien Monais, dass dièse Compagnie Albertini zur Ueberwachung anveriraul 
werden kônne : Albenini aber befand sich damais unzweifelhafi im Eisass (oder 
Sundgau). Nachdem Carlo bcim kranken Vaier in Luzern gewesen, gehi er ins 
Eisass zuruck : am i3. Mai 1621 schreibi er aus Lanzer - Latidser an den Erz- 
herzog. Da erfahren wir, dass er zu dieser Zeit eine Compagnie im Régiment des 
Grafen von Hohenems (Altemps) fûhrt. Er wûnscht nun dièse Compagnie wegen 
der Interesscn. «chc habbiamo ncl impiegarci in spetic nel servitio del Stato di 
Milano et del Tirolc » mit einor solchen im Régiment Lodron zu vertauschen. 
dcssen baldige Anwerbung sein Bruder Girolamo gemeldet habe. Vgl. hiezu das 
Schrciben Leopolds an Girolamo vom 2. Mai 1621 (Nr. 43 unserer Correspondenz), 
aus welchem hervorgeht. dass bei diesem Tausche Girolamo die Compagnie 
Carlos im Regimente Hohenems zu ubernehmen wûnschte. Bemerkenswcrt ist. 
dass Carlo hier vom Erzherzog « nostro cameriere » genannt \n ird. Fur Girolamo 
konnte es sich damais wohl nur mehr um ein nominelles Commando handeln, 
denn im Mai 1621 war er bereits durch die Krankheit des Vaters an Luzern und 
die Gesandtschaft gefesselt. Vgl. die Bemerkungen bei Calvi. (Frùher scheint 
ûbrigens Girolamo wirklich als Hauptmann Kriegsdienste gethan zu haben.) Siehe 
weiter Nr. 91 unserer Correspondenz (vom Màrz 1622). Im April 1623 wûnscht 
Carlo eine Schwadron Reiter zu commandieren. Siehe NNr. i58 (Schluss)und 162. 

^ Von der Mitgift Costanzas ist die Rede in dem Aktenstùck vom 4. Mai 1622 
(Concept. St.-A. Luzern : Spanien, Gesandte). 

• Francesco Casate ist bis 162 1, also bis zum Alter von etwa 12 Jahren, bei 
der Mutter geblieben. Nach dem Tode des Vaters halte sich Bianca Secca-Casati 
mit Schreiben vom i. October 1621 — vgl. oben S. XII. Anm. 11 — an den 
Erzherzog gewendet. um ihm auch diesen ihrer Sôhne zu empfehien : * Va 
crescendo Francesco mio quarto genito non solamente con desiderio di vivere c 
morire anch egli nei soi (sic) Reali (sic) servitij, ma con habilita laie che credo che 
Dio glel'habbi concessa, perche ne resti servita V. A. Ser"' * . . Offenbar wûnschte 
die Mutter den Knaben als Pagen beim Erzherzog unterzubringen. Es ist uns das 
Concept zu einem Antwortschreiben des Erzherzogs «alla S* Contessa Casati * 
vom 10. Oct. 1621 erhalten, das aber die Bemerkung aufder Rûckseite trâgt : 
« non iix spcdita. * Dieser Entwurf spricht ûbrigens mit keinem Worte von 
Francesco im besondern, sondern allgemein von den jungen Casati, indem es 
versichert : « et si come non hô mancato di esserli in vita del Padre loro di quel 
giovamento che hà potuto venirgli dalla persona mia, cosi continuarô verso di lei 
et essi figliuoli col mcdesimo afTetto et protettione dovunque occorrerà. > — Von 



da an horen wir von Francesco Casaii nichls mehr. bis er iTiSg seinem âltcrn 
Bruder Carlo als Gehilfe an die Seiie trin. Sicile unien S. I.XXXIII. 

' Giacomo ilasaie wird von Caivi — leider ohne Anfjabe einer Quelle - als 
« Padre cappuccino * bezeichnet. CaIvi IQfjt hinzu, die naheliinende Vermuiung, 
dioser kapuziner sei ideniisch mit dem berijhmten Padre Felice Casali. dem 
llelden des Lazareis von Mailand in dem schrecklit:hen Pcsijahrc r(>3o. halte 
einer genauen Prûfung nichi stand : Wenn der Padre Kelice Sohn und Bruder 
bedeuiender Personlichkeiien gewcsen wâre, wie Giacomo Casali in Wirklichkeii 
es war, dann hâtten seine Biographen das nichi verschvvicgen. Ferner nenne der 
• Vicario di Provvîsione » Bainoldi einmal einen Bruder des Padre Felicc - es 
handeit sich ain eine Supplication des ersiern — « di honcsla conditione, sebe» 
non nifillo afjialo di béni di fortuna » ; CaIvi meint, das kijnne doeh nicht aiif 
einen Bruder von (iiacomo Casati passen und ein nolcher Bruder sei in der (iene- 
alofîie der Casali gar nicht aufzufinden, • poiche i ire qui mcnzionati Iraielli di 
'jiacomo hanno una posizione sociale troppo spiccata per poier cssere definîti 
came lo fa il Vicario Bainoldi.» Cahi glaubi aiso, den Padre Felice irgcnd einer 
- diramazionc meno illustre • des (leschlechies Casati ïuwcisen zu mïissen. 

Ich meinerseits j;cstehc, dass mich dièse Bedenken Calvis nicht uber^eu^t 
haben. Im Gegenteil : mir scheini die Ausdruckstveise Kainoldis ganz auli'allcnd 
iu stimmen mit den tinanziellen Nôten der Casati in dicscn Jahren (Calvi solltc 
allerdings die Zeii genaucr angeben, aus wekbcr jcne Aeusserung siammt). Gewiss 
dûrlten wir fur • di honesla conditione » elwa • di nobih stirpe * erwarien, aber 
sehr viel Gewicht ist auf dièse Kormalitàt — tinter den gegebenen Verhàltnissen - 

Wichliser isi fOr mich ein anderer Imstand, der bei <^lvi sich nicht erwâhnt 
findet. weil dieser das Aller der einzelnen Sohne AlConso Casâtes nicht oder nur 
ungenau kennt. Giacomo kann nach der Angabe im SchUlercatalog der l.uzerner 
Jesuiien — siehe oben S. XII. Anm. 1 1 ^ nicht wohi vor dem Jahre i'3o7 geboren 
sein. Demnach warc er (()3o, wo er in so hervorragender Stellung erscheint und 
eine so ganz aus dem geMôhnlichen Bahmen heraustretendeThàtigkeit entwickeit, 
erst eiwa 33 Jahre ail, also kaum in den zur Priesterweihe erforderlichen Jahren. 
.'\ber auch dieser Kinwand isi nichi absolut stichhaltig : ausserordeniliche Zeiien 
«ie ein Pesijahr vermôgen heroischt und geisiig bedcutende Naiuren «undcrbar 
rasch zu reil'en. 

Pasilii' ist freiljch mit alldem nichis bewiesen; der Padre Kelite kann 
unser Giacomo Casati sein, aber er miiss es nichl sein. Ich denke indess, es sollie 
einem mailandischen Korscher nicht schwer tallen. darOber ins klare zu kommen. 
l>er «txinvento délia (^oncezione. » dem der Padre Felice nach Cantù (La 
l.ombardia nel secolo .Wll. in den «Storie minori «. Il, 349) angehùri hat. wird 
doch wohl ein Verzeichnis seiner .Mitgiieder - mit Angabe ihres frijhern (Tauf-) 
Namens. ihres Allers u. s. w. - gefuhri haben, und dièses Verzeichnis wird zu 
linden sein. Hiess Padre Felice wirklich Giacomo mil seinem Taurnamen, stimmt 
sein Aller mil dem h user m Giacomo Casati, dann dûrtu- ein Z^^eifcl flber die 
Idcniiiài so ziemlich ausgeschlossen sein. Mir scheini, es «urde sich der jMùhe 
lohnen, dem wackern Mann seine bestimmie Slelle in der Geschichtc der t:asati 
und der mailandischen Gcsellschal'i des 17. Jahrhundcrts anzuweisen. 



* Instrument von 1622 — das Monats- undTagesdaium ist nichl eingeselzt — 
im St. -A. Luzern (Concept, Akien: Spanische Gesandischaft) : Girolamo Casate 
gibl in scinem und seinerMiterben Namen derMutter, Bianca Secca-Casati, Voll- 
macht « ad ... . vendendum et alienandum .... sedimen appeiiatum il Pala^^o 
situm in oppido Modetiœ. * Ob der Verkauf wirklich vollzogcn worden ist und ob 
der Palast schon jetzt in den Besitz der Durini Qbcrging, ist mir nicht bekannt. 

® Mit Schreiben vom 1 1. April 1624. 

*° Aus drei Schreiben des Erzherzogs an Vattielli vom 18. April 1624. Auch 
Vatlielli batte den Tod Girolamo Casâtes Leopold gemeldet und zvvar an 
demselben Tagc wie der Bruder (8. April). Das einc jener Schreiben isi die 
Antwort auf dièse Dcpesche Vatticllis und eine frûhere vom 3. April. Sollte nun, 
bemerkt der Krzherzog, fur den Bruder des Verstorbenen keine Hoffnung auf die 
Ambassadorenstclle sein, so moge Vattielli Mohr und Schinchinelli cmpfchlen. 
Die beiden andcrn Schreiben sind olfcnbar nur formcll an Vattielli adressiert. in 
Wirklichkeil abcr fur Fcria bestimmt (von Vattielli je nach den l'mstânden zu 
gebrauchen). Das eine ist eine allgemein gehaltene Kmpfchlung fOr Carlo Casate : 
ausdrûcklich genannt wird der (lesandtschaftsposten darin nicht. In dem andern 
werden Mohr und Schinchinelli ins rechte Licht geruckt : Vattielli soll Fcria 
daran erinnern, dass der letztere ein l nterthan und Vasall S' .Majestât und mit 
dem K.leidc des hl. Jakob geschmuckt sei : Mohr wird bezeichnet als «stipendiato 
dalla M. S. e tanto pvattico del ne}j[otio c delli humovi di quel paese, nel quale 
ancora è tanto conosciuto c ben voluto, che non potrà sicuramente mandar loro 
soffgetto piii frrato c più accetto. ^ 

" Das Schreiben vom 9. April. mit dem Carlo Casate den Orten seines Bruders 
Hinscheiden anzeigtc, lag jcnen schon auf ihrer (^onfcrenz zu Zug, i5.-i8. April 
vor. * Hs wird ihm gcantwortet und «.geklagt >, zuglcich an den Gubernator zu 
Mailand ein Rccommandationsschreiben zu Gunsten Cari Kmanuels abgeschickt >. 
(Abschiede V, 2, S 373-374). Das Schreiben wird schon am ig. April ausgefertigt : 
so geht aus einem zweiten (in gleichem Sinne) vom 27. April (Concept im St.-.\. 
Luzern) hervor. 

^^ Feria scndct Crivelli * pcr assicurarle in nome mio délia voluntà. che pro- 
fesso aile cosse del loro servitio et che sto tratando di mandar costi persona apla 
et a proposito per cosi grande occupât ione et con ordine di dar sodisfatione di 
tutto qucllo che giustamcnie consiara csscr creditori ^^. (Fs handelt sich um aus- 
slchende Jahrgelder.) 

" « lu nel particolarc delT insianza. che mi fanno à favore del conte Carlo 
Casato, io so mollo bene quanio convcnga lener conio delli servitij del padre ei 
del fratello. et insicme conosco le parti, che concorrono nella sua persona, ma 
come qucslo è ncgoiio, che dipcndc dalla risolutione che sarà servita di far 
pif^liare S. M ta. alla quale ho dato conte di lutlo. non posso dir aliro allô 
SS' VV in questo paniculare, se non che ben sanno il desiderio, che semprc ho 
tenuto e tengo di dar loro ogni gusto nelle cose. che stanno in mia mano, come 
più largamente intenderanno dal S' capitan Henrico. al quai mi rimetto in questo 
ei in tutto il resio che gli è occorso irattar quà^^ (St.-.\. Luzern). 



w. 



" Conceplu im Si. -A. Luzern : « Dalum [.uuern . . Brachmonais r6a4 • - 
« Dalum Lucern dcn . . Junij 16^4 » |das Ta^esdatum ist nicht eingeïâUI). In 
dem Schrelben an den ICOnlg wird zunâchst aul' Alfonso und Cirolamo Cssalc 
hingewiesen, auf «dicsUien bis ufden leuien Tag ihres Lâbens, zu Lffnung und 
Mcerung ihrer kônigklichen DJensten, so ehrlich, vernQnfiig, und gutwillig, aucli 
behârzt und dapferlich erlime Mûye. Arbeii und Schweiss .- Das - Ablyben « 
dieser beiden MSnner haben die One — «urab dass L'. iM". verloren zwecnihrûwe. 
ïu Golles und ihrem Dienst so crnslhafle usbùndige Minisiros » - • eben 
empfundcn », Sic halten sich versichert. dass der kûnig sich zur Uebenragung 
des Ambassadorenamivs auf Carlo bcwogen fûhle s in Ansàchen der Casalen 
urallcn Gcschlechts. Verdiensten und Tugenden, meermalen mit Nuz V. M,', glor- 
wûrdigcn Namens erkhandi und crfahrcn, so wol wegen rlirer Ufrichtiglieit in 
Verhandiung fQrgefalIner Gscheften. als ihrer V\\shcii und Versiandis, ihrcs in 
unscrn l.anden Thuns und La<.sens lialb <. l^r)a selbst uird das ZeugnJs 
aus^estcllt, dass • cAr der Gem-fin/len klnindl. darin xifer^ogen und iiahc» 
rfer liexlenlvl und K/ughcil be^abet isl mil der Fûrxkhligkril und alleu 
\hialilelcn und Tauglichciten. mil wQUhcii der \'aler und liruder benabcl (-xin*. 
lïcsslialbwerde ■aui;h gcgen incgmeinlich der Verthruwlicheii und Correspondenz 
halb nitermangien». In dem Kntwurf zu dcn Schreiben an Olivarcz und Monicrcv 
sagen die Orte. es sei Jhnen bekannl, «mil was Flyss der Vaier und Brudcr ihnc 
,Graf Carie zu noiwcndigen Gscheften underrichiei, uf allen Faal sy im Ambastia- 
iiami 2u cnisetzen und zu vertrîlten, wiilcher Graf Carie, n5btn der Scien/ 
iderschydenlicher Sprachen. auch eines hochen Versiandis isi, umb dass ehr 
illcrhand ihrer M' Dienslen (benanntlich in dis'en l.anden, darinncn er 
'erboren, uferzogen und sonderliuh gliebt wQrdi) gebruchcn lassen -*. ult«m« 
''fiihren die Orte fort — -so kombt harzu die Venhruwlichcit und Correspondenz 
aller diser unserer Orten. mil wiikhen zu handlen ehr die retliie Habiliiei und 
Tauglit:hci! hai, ein Sai:h grossen Bedenkcns, ihrer M' Diensts «agen in discn 
Landen, da l'. G. wir vergwùssendt und verspràchendi, dass die nit zu Schad. 
sonder zu Hffnung und jMeerung der 1 iochheit kônigklicher Cron reichen « (Irdt •-.. 



<■ Aufdie 



sSchriftsttlck i; 



vorliegcnder Arbeitôfters hingeuie 



" In den (pedruckten) Abschieden (V, a| wîrd dieser Mann immer nur als 
Marchese Dogliani bezeichnei. Weder Register noch Gesandtenverzeichnis am 
Schiusse des Bandes cnihalicn irgend eine Hindeutung auf den eigenilichen 
Familiennamcn. Der Marchese seibst unierzeichnet sich in seinen Schreiben an 
die One folgendermassen ; J '°^^'° . Ueber das Geschlecht de Rye in der 
'reigrafschaft siehe l.eu, XV, 594 (sehr dUrfiigu und nicht ganz richtige Nolizen ; 
'adc der Marchese Dogliani fehii bei Leu); Moreri, Grand Dictionnaire 
isiorique, IX, 11759), p. 447 ; Dunod, Mémoires pour servir à l'hisi. du comii- de 
ifgognc (1740) p. 79-86. Marc-Claude de Rye, Baron de Dicey, marchese di 
iglisni, isi der Sohn des oben S. XXVI, Anm. 1 erwahntcn Marc de Rye, 
IgneurdeDicey. Er war zu dieser Zeii(i6ï4) schon ein aller Mann: nach Dunod 
dem Moreri offenbar nur nachschreibi, isl sein Oeburisjahr i554. Eine 
lende polilische und miiitarische l.aufbahn. vorzQglich im Dienste Cari 
uels von Savoyen durchgcmacht, lag hintcr ihm. Seine l^rhebung zum 




LXXSll 



Marchese haite er ohne Z.\\e\fe\ dem genannten Herzoge ïu verdanken : dSe 
Ortschaft Uogliani liegt in fieinant, m dcr heuiigcn l'rovinz Cunco. einigc 
Stunden nùrdiich von Mondovi. Dunod und Moreri haben daraus ein Ogliani 
gemachl, indem siv diesen de Rye Marquis d'Ogliani (sian di Dogliani) nennen. — I 
In seinem Schreiben an die mît Spanien verbQndeien Orte vom tS. Juli lfia^ 
bezeichnet Feria den Marchese als * cai'aglier principale, et del eonstglio 
secrelo di S. Mlà * (d. h. des Kônigs von Spanieni. — Die PrivatansprOche, 
welche Dogliani tïr sii:h oder vîelmehr fur seincn -Sohn Marc-François in der 
Kidgenossenschaft vertrelen wollie. rûhrien von seiner Gemahlin Chrisiina von 
Madruzz oder vielmehr von deren Muiter Elisabeth von Chalans her und beirafen 
die im Besiize des Herzogs von Longueville bcfindiiche Herrschaft Vulangiii. 
Siehc Abschiede V, 2, S. 404, 



Carlo Casate ordentlicher Gesandter. — Oie spâlern Ambassadoren atit 
der Familie Casât i : Francesco, Aljbnsu If., Carlo //. — Aussierben 
der Ambassadoren-Linie. — Die Linîe Giovanni Battistas '. 



Winkte den Hoffnungen Carlo Casâtes auf das politische Erbe 
seines Bruders die Erfollun^ ersl in eîniger Ferne, so thaï sich um 
so rascher vor ihm die Aussicht auf, durch eîne glânzende Heiral 
die l'Jkononiische Lage seines Hauses wesentlich zu verbessern : am 
20, Oklober 1(124 meldet der junge Mann, dass er sich entschlossen 
habe, uni eine mil Glûcksgutern ausgeslattete '\\'it\ve aus sehr 
guter Kamilie zu werben. Es war Margherila Iieso^!;a, deren 
erster Gemahl der Graf Cosimo Sfor!;a gewesen war. Etwa zwei 
Jahre daraul* wird Carlo Casate auch schon ein Siamnihalter, 
Alfonso, geboren. 

Die Sendung Doglianis sùllle — wie bemerkt — eine ausser- 
ordentliche sein. Wâhrend der ganzen Dauer seiner Wirksamkeit 
scheint man in der kathulischen ScKweîz fortwâhrend die Ernen- 
nung des jungen Casate zum ordenllichen Ambassador erwartet zu 
haben. Endiich, iliag, wird dtese Ernennung Thatsache : zum 
ersten Mal erscheint der neue Gesandte vor den Orten in jenen 
Tagen, dadieTruppen Kaiser Ferdinands H. durch Graubûnden in 
den Mantuanerkrieg 2iehen (27.-28, Juli), Carlo Casate war es dann, 
der 1634 die Erneuerung des Bûndnisses von 1604, bezw. i587 zu 



I 



Mande brachte. Unmittelbar darauf aber erfolgl die zweîtc Invasion 
der Franzosen insA'eltlîn, diesmal unter Rohans Fûhrung. Jenatscli, 
der frQhere grimmifie Feind Spaniens. ftlhrt die (iberraschende 
A\"endunp herbei. Die Franzosen werden vertrieben ; die III Bûndc 
crhalten von Spanien ihren alten Besitzstand zurùck und machen 
mit ihm auf iiiimer Frieden iifi39). 

Wâhrend dièse Ereignisse sich vollziehen, tritl Francesco 
Casale, der jùngere Brudcr Caris, deni Anibassador aîs Geholfe an 
dit" Seite, und ihm \verdcn im bcsondern die bimdtierischen Angc- 
Icgenheiten zugewiesen -. Als dann Carlo — nocli auf der Hi'She des 
Mannesalters — 1645 stirbt, wird Francesco auch bei den Eidge- 
nossen sein Nachfolger : im Juli 1646 ûberreichi er seine Crediti\e. 

Xoch mehr als zwei Jahrzehnte bat Francesco von da an seines 
Amtes gewaltet — in den Zeiten, da Spanien ùber den westfâli- 
schen Frieden hinaus noch lange im Kampfe mit Frankreich liegt, 
wahrend in der Schweiz die sociale Révolution ausbrîcht und 
unmittelbar daraurdîe lang verhallene Glut confessioneller Erbitte- 
rung im ersten Vilmerger Kriege wieder einmal in hellen Flammen 
aul'schlâgt. 1(164 tiberlâssl auch Francesco die Vertretung Spaniens 
in Graubunden einem jungern Heller : seinem Xeffen, dem oben 
erwahnten Aifon&o Casaie. Er seibst beschrânkt sich auf den Ver- 
kehr mit den Eidgenossen ; bei diesen, in Luzern, ist Francesco 
iGfiy gestorben, und dort, bei der Sliftskirche, hat er sein Grab 
gefunden. Nun tritt Alfonso voll und ganz in die Fussstapfen des 
Oheims, indem er abwechselnd bald in Luzern, bald in Chur 
residiert. In seine Amtsdauer hinein fâllt der Verlust der Freigraf- 
schaft fur Spanien. 

Gewiss haben bei dem N'iedergang der spanischen Machi, wie 
er unler Karl II. immer schârfer sich bemerkbar macht, und 
bei dem Druck der franzôsischen Diplomatie, die gerade in der 
Eidgenossenschaft immer seibstbewusster auftrilt und immer deut- 
licher nach der Aileinherrschaft strebt, die \*ertreter Spaniens oft 
genug einen schweren Stand gehabt. So \ieles kam hinzu, was 
ihre Beziehungen zu den Orten trûben konnle. Immer und immer 
wieder sahen sich die Ambassadoren genôtigt. K.lagen der (trte 
,(iber rûcksiandige Soldsummen und Jahrgcider zu beschvvichtigen. 




Pcinlicher fur sie war, dass auch ihre eigenen finanziellen Ver- 
legenheiten von Zeit zu Zeit sîch erneuerten. woraus dann breit- 
spurige ErOrterungen ûber Privatansprachen Einzeincr vor den 
{Jbrigkcilen sich ergaben ". Andererscits mochien die Gesandien 
unler dcr Kleinlichkeil und Enge der Verhaltnisse in den damaligcn 
Schweizerstâdtcn iL-idcn, und dann besondurs inochte îhnen dièse 
Enge ziim Bewusstscin kommcn, wenn sie etwa von einer Ihrcr 
hautigen Reison nach dem glânzenden Mailand in dtn Nurdcn 
zurûckkiilirlen. 

Tmiz alledeni sind jene Beziehungen zwischen den C.asaii und 
den kalholischen Orten îm Ganzen durchaus freundliche geblieben. 
Noch mehr r lange Gewôhnung an einander, ein mit dem Austausch 
\on Liebenswilrdigkeilen und Diensterweisungen mannigfacher 
An verbundener \"erkehr, der als Vermâchtnis von den Vatern 
auf Sohne und Enkel sich \ererbte, Gemeinsamkeit gewisser Inte- 
ressen, der religiôsen Anschauungen, zum Teil auch der Bildung ' 
hatten das Verhaitnis im Laufe der Zeit stets vertraulicher geslalleC. 
An Zeugnissen dafûr ist in der Correspondenz zwischen den Orten 
und den Ambassadoren kein Mangel. Mit besonderer W'ârme ge- 
langî dièse Freundschafl dem jûngern Alfonso gegenCiber ^um 
Ausdruck. Am 27. November ifiSo nehnicn « Rat und Ilundert» 
von Luzern «einhelliglich * Allunso Casate und seine beidcn SOhne 
ins Bûrgerrecht der Stadi aut", mit der ausdrûcklichen Bestimmung, 
dass dièses BOrgerrecht auch fur die spâtesten NachkommenGehung 
haben sollte '■. l'nd als der schon seit einigen Jahrcn krankelnde 
Mann ba!d darauf, am 16. Februar iiiSi, wahrend eines Aufenl- 
haltes in sciner zweiten Residenz Chur, dasclbst stirbt iGrabmal 
und Epitaph im Dom zu Churgeben heute noch von diesem Casaii 
Kunde), da richten die katholischen Orte an den .lltesien Sohn 
Orlo ein Schreiben, aus dem — auch wenn %vir einigcs auf 
Rechnung der bei solchen Gelegenheiten ûblichen Phrase seizen — 
noch genugâchtes, wirkiich empfundenes Ijefûhl sprîchl. 

Nun begegnel uns zuersl, r68i-i68a, a!s interimistischer Gc- 
sandter Spaniens Graf Giovanni Francesœ Arese: ihm folgi fur 
die Jahre i683-i686 der Marchese Enea CrivelU. Dann aber îsl die 
Zeit fur Carlo Casate gekommen. Ihn sehen wir auch noch in 




Thâtigkeit wâhrend der ersien Phase des grossen Kampfes, der 
1700 um das Erbe Karls H. zwischen den Bourbonen und den 
deuischen Habsburgern entbrennt. l'nd zwar fungiert Casate, 
obwohi Kâmmerer und gcheinier Rat Leopolds I., als Vertreter 
Philipps V. Bald aber — vielleicht weil dièse Stcllung seinen 
innerslen Sympathien wcnigentspricht ^ziehtersich nach .Wailand 
zuruck 117031, das kur/.e Zeit darauf durch die Walîenthaten des 
Prinzen Eugen dem Hause Oeslerreich gesichert wird. Noch lanj^e 
scheint dann Carlo Casate vnn dort aus ^ als Vertrauensmann der 
mailândischen Repierung einer-, der Eidgenossen und Graubùndner 
andererseits — den schweizerischen Angelegenheiten nahegestanden 
/,u haben. Als Milglicd des geheimen Rates von Mailand isl Carlu, 
der letzte Ambassador aus der Familie Casati, 1730 aus dem Leben 
fîcschieden. 

Hatte die Familie, so lange sîe im Besitze des Gesandtschafts- 
postens war. hâufig genug mit materiellen Sorgen zu rîngen gehabl 
Iwas sie freilich nicht gehindert hatte, auf jenen Besitz Wert zu 
legeni, so crhob sie sich nun, den W'irrsaicn und Anstrengungen 
der «grossen Politik» entrûckt, dem municipalen und provinciaien 
Leben der Hei mat zu rtickgegeben, ail mâhlich wîederzu gesicherteren 
Verhailnissen. Girolamo Casale, einer der Zwtjlf vom « Tribunale 
di provvisione » bezeichnet diesen ôkonomischen Aufschwung der 
Familie. Aber schon mil der folgenden Génération sollte dieser 
Zweig des Geschlechtes Casati aussterben. Manchen ihrer Sprossen 
schon halte die Familie dem geistlichen Stande gewidmet. Oft 
iiiochte dabei der Wunsch, eine V'ersorgung fur jtingere 'ITichlcr 
und Sohne zu linden, mitgewirkl habcn. Bemerkenswert isl in- 
dessen, dass wir unter den Osati, die Kleriker geuorden sind. 
nichl nur Kanonikcr von der Scala und vom Metropolitanstift 
Mailands lînden, sondern auch mehrere Angehiirige der grossen 
neuen Orden der Jesuiten und Kapuziner, die von ihren Gliedern 
Seibstentsagung und energische Thâtigkeit forderten, l'nd schliess- 
lich folgt nun der cin^igc Sohn des Gratcn Girolamo, Alfonsn 
Casaii, dem Beispiel von zwei Oheimen und wird Jesuit ; als 
Rektor des Collegiums der Brei'a stirbt er 171)2. 




Erbe des GrafenlJtels wird jetzt durch DJpiom Maria Theresias 
van 1771, bezw. Franz' I. von 1796 jener andere Zweig der Casatî. 
der ^on Giovanni Hattista. dem àltern Sohne des « Tesoriere 
yenerale », stammt. Auf die frûheren Schicksale dièses Zweiges 
zuriickzugreifen, ist hier nicht der Ort. Seine spâtere Geschichte 
ist cng vcrknûpft mît der Bewegung, ans der das moderne Italien 
htrvorj^egangen isl. Ihm gehort jener Grat' Gabrto Casait if r873i 
an, der 1848 als Podestà von Mailand in die genanntc Bewegunf; 
cintritt, Maupt der provisurischcn Regierung Mailands und lur 
kurze Zeii Ministerpràsident Karl Alberis, spâter ii85yi Inier- 
richtsminister im KabJnel Ralazzi und Schôpfer des in seinen 
Grundzûgen heuie nocii geiienden Geselzes ûber das iialienische 
Biidungswesen, endiich ( i8r»5N als das Parlanient des neuen Italien 
zum ersten Maie in Florenz zusammentritl, Vorsilzender des Senates 
wird. Ans der Descendenz dièses Gabrio und seiner beiden BrCIder 
Angelo und Camillo besieht heuie die Familie Gasati ". Sôhne des 
letztern sind die Grafen Giorgio und Alfonso, denen vorlîegende 
Arbeit frcundliche Fnrderung verdankt. 

* Dièses Kapitol kann naiQrlii:h nureine Skizzc sein, derenweitere Ausfùhrun^ 
eiriLT spâtern Udegenheii vorbclialu-n biciben muss. So mussie x. B. von einer 
BtTDckskhtigunp der misferordentUchen (îesandicn. die iiebcn den Casatî in 
l>esondern Angelegenlieiien fungierten, abgesehen werden, — Dîc Gesandicn- 
verzeichnisse der einschlâgigen Abschiedebânde sind nichi frei von Irriùmern. 

* Haffier veriTiutei. dassFrancescoCasati um das Complot!, dvwOeorgJcnalscH 
am 14. San. lôig zum Opter gefallen isl, gewusst und dasselbe gefOrdert habe, di 
Jenaisch den Spaniern unbequem und verdâijtitig geworden sei. Kine Besprcctiung 
des Hallier'schen Werkes von Herrn D' Th. v. Liebenau in den « Kaih. Si;hweiïcr- 
biatlern» glaubie Aufschluss tiber dièse Frage von unscrer »Casaii-Cofrespondem» 
in Au5Sichi siellen zu dQrfen. Ich bedauere, dièse lîrwanung entiauschen zu 
mûssen r cine Correspondenz, die mil Knde i6î3 abbrichi, konn nicht wohl Dbei 
Rreignisse des Jahres ifi3çi belehren. Aber aucli meinc sonsiigen archivahschcn 
Siudien haben sich einstweilcn nicht auf dièse spatern Jahre ausgedehnl. und si> 
vcrmag ich hier der mir zugedachten Aufgabe nicht zu genUgen. Ich kann 
ûbrigens nicht umhin, meiner Verwunderung Qberdie envahnie kohnc Vermuiung 
HaITters Ausdruck zu geben ; sie scheint mir seltsam abzustechen von der 
ilewissenhaftigkeit und Genauigkeii. von der sonst sein Wcrk so ;ielfach Zeugnîs 
ablegl. Jedenfalls dart inan auf die Begrûndung gespanni sein, «elche uns die 
— noch zu erwartenden — • Cxcurse» x\i Haffters Arbeit bringen sollen. 

" Es muss bemerki werden, dass mil diesen ihren lînanzielien Vcriegenheilco 
die Casatî kcinesucgs allein siehcn. Dergleichen scheint sogar bei den Ambassa- 



I 

I 

I 




LXXXVII 

dorcn der fremden Mâchie in der Hidgenossenschaft gar nichis sclienes gewesen 
zu sein. Die Schulden des « Cavagliere principale » Marchese Dogliani 
beschâftigten noch Jahre lang nach seiner Abreise aus der Kidgenossenschafi seine 
Glâubiger in den Orien und die One selbst. In âhniicher Misère muss sich einer 
der Gesandten Cari Kmanuels von Savoyen, Pierre de Villette, Seigneur de La 
Coux (i5q3-i598) befunden haben. 

* Auch der jungere Alfonso hal wiesein Vaier Carlo und sein Oheim Giacomo 
bei den Luzerner Jesuiien studiert. Tnter dem 3i. Januar 1637 finden wir in 
ihrem Schûler-Catalog eingetragen : <c Perillustr. D, Cornes A/phonsus de Casate. 
F[ilius] D. Caroli etc. [AnnisJ 1 1. Rud. Inf. » 

* Luzerner Ratsproiokoll Nr. 78 fol. 33o^. Die Wohnung des Ambassadors 
befand sich zu dieser Zeil an der Rôssligasse, bei der heuiigen Kunstgewerbe- 
schule. Siehe Luzerner Ratsproiokoll Nr. 78 fol. 6<.)^ und 70-1 (5. und 8. Aug. 1678). 
Vgl. V. Liebenau, Das alte Luzern. S. 187. 

* Im engern Sinne des Wortes. Ich weiss sehr wohl, dass auch die Grafen 
von Spino zur Stirps Casati sich zàhlen. Aber da dieser Zweig nichi zur 
Descendenz des Tesoriere générale Girolamo Casate gehôrt. so musste ich in 
meiner Darstellung von ihm absehen. 




. -^^îs^-y-jcs^^^.. 



> "j* .-~-r 01 *^1/ J f ^^r ■>«■• c- 



1620 



Alfonso Casate s 



Leopold. 



Laufenburg, lo. Febr. t6ao. 



Casaie sendei dem ErzherzoR cin Schrcibcn Luzerns. aus dcm erhcllt, dass von der 
Gesandlschaft Lcopolds auf die nâchste Badcner Tagsaizunfj guier tirrolg zu hoUen 
isi : die listholischen Orte wûnschen dicse Gesandtschafi zur l'niersiUczung ihres 
Widersiandes gegcn die Zumuihunf;en der (À'Kenparlei. 

Qui a Lauffenburg ho incontraio in questo punio una lettera dcl 
Cantone di Lucerna, chc mi è parssa dcgna dclla notifia di V, A., alla 
quale ho pcro voluto inviarla subbiio, affîne che scrvcndossi di vcderla 
possa per il contenuto d'essa resiar inlTormala dei buoni eiTetti. che si 
hano da sperare daU'ambasciata, che V. A. ha destinaio alla prossima 
dietla di Bada, puoichc 11 Canioni Catholici la dessiderano. per aggiutto 
deir opositione. che penssano di fare alla prettenssione dclli Cantoni 
Protestanti 

Di Lauffenburg, a lodi Febraro 1620. 

Ganz von der Hand Casâtes. Aut' der Ruckseiie, bei der Adresse, die Bemer- 
kung von der Hand einescr^herzogl. Beamten : pnl (présentai u m) 12. Febr 1620. 

Auf dieser Tagsatzung zu Baden vom rfi. bezw. 17. Februar i6ïo erschienen 
als Gesandte Leopolds und des Kaisers ausser dem unten in Nr. ■/ genannten 
Johann Christoph von Sladion, vorderùsterreichischen Statthaller : Frobenius 
Urafzu Helfensteia, Freiherrzu Gundolfingen, oberster Hauplmann und Land- 
vogt der vorderOsierreJch. Lande; Johann Reinhard von Schauenburg. Landvogi 
in der Onenau ; Dr. Johann Christian Sckmidlin. Auftrag dieser Gesandtschaft ; 
Bitte um getreues Halten der Krbeinigung und Gestattung des Durohzuges fur 
HûlfsvOlker. Die • pretensione delli Cantoni protestanti » betral" eben dièse 
DurchzQge. Siehe Abschiede V, i,S. [r7-i[K. Vgl. m. Luz. Progr. S. 40-41. 



2. Alfonso Casate an Leopold. 



Baden. 21. Februar 1620. 



l'eber den guten Ausgang der Tagsaizung wird Siadio 
kaiholischen Orte llssl Casate glauben, dass man au 



— 2 — 

— Casate hat mit Stadion eingehend von dem Geschâft gesprochen, das er jûngst 
in Ensisheim dem Erzherzog vorgeiragen. Seine An- und Absichten hierQber. (Es 
handeit sich um den Lagerplalz im Tirol und um die Persônlichkeit von Jakob 
Steiger.) 

Poiche il Sig"* di Stadion dara conlo a V. A. del buon cssito di 
quesla dietta, io senza stancar V. A. con replicarlo qui mi rimetto alla 
sua rellalione, che potrà essere più précisa et copiosa, agiungendo solo, 
che la costantia mostrata in questo negotio dalli Cantoni Catholici mi 
fa credere, che si potrà far capitale sopra questi passi, poiche non 
havendo potuto li contrarij spaventarli, come credevano, spero che 
n* anche reuscira loro V opponersi con la forza, se dal canto nostro si 
farà del negotio la stima, che si conviene. 

Ho anco discorso à longo del negotio, che rapresentai ultimamentc 
a V. A. in Ensisheim, col medemo Sig^ di Stadion, et fattolo capace 
del gran beneffitio, che ne potrà rissultare senza specie di pericolo alcuno, 
quando si essequisca prima che passi la congontura (sic), la quale non 
potra durare più che sin verso il fine del prossimo mese di marzo. 
Et perô servendosi V. A. di commandare, che mi sia mandato quanto 
prima l'ordine per il quartiero, che si dessidera à Bruz, et Pfunds, tre 
hore di sopra da Landech, in persona di Jacob Steiger Svizzaro, che mi 
servi per commissario da condure il régi mento del Barone di Creange; 
ho pensato di valermi di lui per raccogliere la gente senza communicarli 
il secretto, ne che l'amico sia nominato, se non quando sa ra tempo da 
marchiare, perche cossi passera tulto con maggior secretto, et la riputatione 
non s' impegnara poco ne molto. 

Resta, ch'io auguri a V. A. felice il ritorno da Nanssi, et con cossi 
prospéra salute, comme tutti dessideriamo. 

Di Bada a 21 di Febraro 1620. 



* 3. Leopold an Alfonso Casate. Constant, 12. Màr^ 1620, 

Obschon der Kaiser, den Vorschiâgen Casâtes zustimmend , in dem Biindner 
Geschâft ailes dem Erzherzog anheimstellt, wûnscht der letztere doch, bevor 
er eine endgQltige P>klârung abgibt, uber mehrere Punkte, welche die Planta'sche 
l'nternehmung bctrert'en, genaue Auskunft. Dièse Punkte werden scharf prâcisiri. 
Ist der Erzherzog daruber beruhigt. so wird er sofori seine Zusiimmung 
schicken. Inzwischen hat cr bereils entsprechende Bet'ehie nach den ausersehenen 
I.agerplâtzcn abgehen lassen, obwohi noch kein (jeld da ist, und er nichi weiss, 
wie es mil den Waffen sieht, noch auch, welcher Zeiipunki fur die Unternehmung 
genau festgesetzt ist. 



- 3 - 

Anchora che la M. C. ', consentendo aile proposie di lei, rimetta U 
tuuo nella mîa persona, ncl pariicolare dell'impresa nei Grisoni. parmi 
per6 necessano, avant! dichiararmi assolutamente, di sapcrc 

Primieramente : occorrendo. che nell" istcsso tcntare il colpo si 
truovasse incontro laie, ch'avanii polcre io essere avisato del successo, la 
fattione de gramici fosse sforzata, doppô essere discoperti, retirarsi ncl 
mio paese, che cosa havesse à farsi con quclla gente, et corne governarsi. 
perche ucciderli sarebbe inhumano, lasciarli perseguitare da gl'inimici, 
ul mio, piû che prciudttioso et pîeno di pcricolo, et difcnderli un farsi 
participe di quello, che per ogni ragfjione si deve fuggire. et contrario 
air intentione, ma tanio facile d'avenire, che ogni niomcnto ne potrebbc 
causare il caso ; 

Per il secondo : dovendosi doppô essere seguito l'cffetto. o prospera- 
o sinistrameme, bandire ei perscguitare i Planta, le moglie, figliuoli. tt 
molti mobiii dei quali si truovano nel mio paese, converria anco persc- 
guilare con ogni rigore tutto quello, per sattisfattione tanto dcî sudditi, 
quamo délia parte contraria, onde mi pare necessarissimo, che essi di ciô 
ne siano avisati prima, et obligati di trasportare il tutto per tempo in 
al Ira parte : 

Finalmente poi : acciôche in caso non si truovasse espcdiente di 
mettere in essecutione quanto si tratta, possa essere condotta quella 
compagnia al servitiodellaM"Ces», overo, cosi parendo buono, licentiarla 
con qualche donativo, scnz'altro disordine, sarà necessario. ch'ella per 
quell'evento mandi un commissario, con li debiti rcquisiti et ordini. che 
si governi conforme à quanto io in loco truovarô più espediente ; 

Si come io, assecurato da lei secondo il bisogno, non niancarô di 
mandarle pot il mio consenso da qui subito, havendo per guadagnare il 
tempo trà unto per la (sic) quartieri destinati mandati ordini tali, che 
spero da quel canto non vi sarà falta, ancora che li denari insin' hora non 
siano comparsî, ne meno sappia quello che ne sia délie armi. ne pure il 
preciso tempo per la destînata imprcsa, sperando d'essere in rîsposta 
di questa avisato d'ogni cosa minutamcnte. 

Di Costanza, li i3 di Marzo del 1620. 



Concept von derHandSiredels. ■ '(lîeses • M.C. ■• istals « Maestà Cesar-t'a». 
nichi als « Maestà Cattolica * zu lesen. Pas ychi aus dtn Zitfern henor, welche 
da und dort zwischen den Zellen und am Rande ejngcstreut sind und darauf 
hinweisen, dass das Concept ganz oder theihvcise in Geheimschrift um^cseizi 
wurde : Ober dem « M. C. • steht diL-selbc Zilfer 40, welche spâcer Dber dcm 



— 4 - 

« M'" Ces' » im vierten Absaize des Schreibens wiederkehrt. — Vgl. zu diesem 
Schreiben vom 12. Mârz meine Krorterungen im Luz. Progr. S. 44-46 (in jenem 
Punkie nun allerdings zu berichiigen !) 



4. Resolution Leopolds. Innsbruck, i . April 1620. 

Befriedigt von den Erkiarungen Casâtes, welche jCingst Mohr Qberbracht hat, gibt der 
Erzherzog seine Zusiimmung dazu, dass das Kriegsvolk sich in Bewegung seize. Es 
isi nôthig, dass man nun keine Zeit mehr vcriiere : bei der stets wachsenden 
Aufregung kônnien ZNvischeni'âlIe ailes bisher geschehene unntitz nnachen. Zur 
Vcnnittlung des Verkehrs zwischen Casaie einer-, Baldiron und den Ràthen in 
Innsbruck andererseils wird es das beste sein, vvenn Mohr in Feldkirch Aut'enthalt 
nimmt. Der Erzherzog dringt auf rechtzeitige Beschatî'ung der Waffen und des noch 
aussiehenden Geldes. 

Resolutione delSer^^ Arciduca Leopoldo, sopra la dechiaratione ulteriore 
fatta dair III^^ Sig^^ Al/bnso Casate per la persona del S^^ Massimi- 
liano Moro secretario di quell Ambasciaia. Data in Inspruk il primo 
di dAprile 1620. 

Rcstando S. A. S"^^ satisfatta délie dechiarationi sudette. si contenta 
finaimente, che si possa darc principio al corso délia soldatcsca. giudi- 
cando esscre necessarijssimo à non perdere hormai più tempo, stante 
che le gelosie crescono d'un moment' ail' altro, le quali più tardandosi 
non potriano causarc se non accident! lali, che rendessero inutile 
ogn'attione sin *hora seguita. 

Quanto al procurare corrispondenza fidata col Sig^^^ Collonello 
Baldironc. giudica S. A. S. essere la più spediente. ch'il Sig^*^ Ambas- 
ciatore t'accia fcrmare 1" istesso Sig""*^ Moro in questo mentre nella città di 
Veldkirch, dandoli parte di quanto da gl'amici andarà penetrando, con 
ordine di communicarlo poi ô con quelli Consiglieri Secreti d'Inspruck, 
che sono consapevoli del tutto, overo coH' istesso Sig^^^ Collonello 
Baldironc, massime di quelle cosc. che per guadagnar' il tempo lo 
ricchiedessero. 

Ricordando poi per tine di nuovo la nécessita di provedcre l'armi 
et il resto delli denari cosi per tempo, che per mancamento di quai si 
voglia di quei bisogni non naschino li disordini altre volte accennati. 
nel che S. A. S. riposa totalmente sopra la parola del medesimo 
Sig^*-' Ambasciatore. 

Concept, bezw. Reinschriù von der Hand Strcdels. 



— 5 - 
5. Alfonso Casate an Leopold. Altdorf, 14, Mai 1620. 

Casate freut sich (Iber die Ankunft des Erzherzogs im Elsass. Im Bûndner Geschâft eni- 
wickeln sich die Dinge von Tag zu Tag besser. so dass. wenn man « auf unserer Seite » 
sich mil Eifer ihm widmet, etwas gutes zu erwarten isi. An ihni selbst lâsst Casate 
nichts ermangein (Einzelheiten). Kommt Maximilian Mohr. den er jeden Augenblick 
crwartet. mit den nothwendigen Befehien und « Provisionen > von Mailand, so 
hoftt Casate, dass Ailes zur Ausfilhrung bereit sei, falls der Erzherzog den Befehl 
hiezu gebe. 

Ho inteso con contenio infinito il felice arrivo di V. A. nell* Alsatia, 
di che mi rallegro tanto più, quanio sonosicuro, che la presenlia di V. A. 
ha da operare in quei contorni li effetti maravigliosi, ch'altre volte si 
sono visti uscir dalT ombra sola del valor suo. Et come spero, che V. A. 
ha di apportât il medemo buon augurio al negotio de ^^Grisoni], ho voluto 
rappresentarli, che per li avisi, che giornalmente tengho, le cose si vanno 
di giorni (sic) in giorno disponendo meglio, à segno talc, che quando dal 
canto nostro vi si attendi con calore, se ne potrà sperare qualche buon 
effetto, à che dal canto mio non manco, cossi con inviar gente di questi 
contorni ^al quartiero], come con tutte le altre provisioni, che dependono 
dal poter mio, et se |da Milano me inviano alcuni soldati promesimi ., 
spero, che in brève sarà tutt' il numéro compito, et le armi^ sono anche 
pronte [\n quei contorni^, di maniera che arrivando il iMoro da Milano 
con li ordini et provisioni necessarii, ch'aspetto per momenti, spero 
che tutto sarà pronto ^a la esecutione , se cossi V. A. sarà servita di 
commandare, alla quale daro, gionto che sarà il detto Moro, più particolar 
relatione dello stato délie cose, perche possa esser servita di dar in tutto 
r ordine opportuno. 

Carlo resta à Milano aspettando da compagnar qui la madré, che sarà 
fra puoco, piacendo a Dio, et puoi sarà pronto al servitio di V. A 

Di Altorffo, a 14 di Maggio 1620. 

Copie von der Hand E. Die im Druck eingeklammerten Stellen chiflfrirt; 
die Auflôsung derselben am Rande von Stredel beigefûgt. 



6. Leopold an Alfonso Casate. Rufach, 23. Mai 1620. 

Antwort auf das vorhergehende Schreiben Casâtes vom 14. iMai. Der Erzherzog hat bci 
seiner Abreise aus Tirol die nothwendigen Anordnungen zurQckgelassen. Er bcklagt 
sich Qber die Verschleppung der Sache von andcrer Seite ; der richtige Moment ist 



— 6 - 

vielleicht bereits unbenutzt vorilbergegangen. Nach einem Schreiben aus Innsbruck 
vom i5. Mai befanden sich damais auf dem bewussten Musterplatze nicht mehr als 
loo Mann. 

A quella di V. S. degli 14 corrente dico in conformità anco délie 
precedenii scrittelc, corne nella partenza mia di Tirole hô lasciato là tutti 
gli ordini convenienti, ne si mancarà in mia absenza di calore debito al 
negotio, di che lei nuovamente mi accenna avvanzarsi di giorno in giorno 
à miglior dispositione, il cui buon effelto (secondo le prime propositioni) 
non pensai dovesse mai tardar tanto, massime che disfacendosi anco le 
nevi] hormai le [neve] sopra i monli" si riduranno le difficoltà anco 
maggiori di poter ""passare], onde con ï istessa negletta staggione del 
tempo prima preciso pare si vadi etiandio perdendo l'occasione oportuna. 
et la [meccia] venirà finalmente à discoprirsi]. Et con lettere d'Inspruch 
degli 1 5 stante son fidelmente avvisato, come sin' air hora non si trova- 
vano nel saputo luogo di [piazza mostra^ più di [cento soldati], il che le 
serverà per avviso 

Di Ruffoch (sic), li 23 di Maggio 1620. 

Copie von der Hand Albertinis (oben links bezeichnei : Copia. S' Ambascia- 
tore Casate), offenbar fur die Râthe zu Innsbruck angefertigt. Die i'm Druck 
eingeklammerien Siellen chiffrirt : Auflôsung Dber der Zeile von der Hand Stredels. 



7. Alfonso Casate an Leopold. Altdorf, 3o, Mai 1620. 

Endlich ist Mohr in Mailand von Feria abgefertigt; hcute oder morgen wird er bci 
Casate eintreftcn. Dieser wird ihn sofort nach Feldkirch schicken zur Beschle.unigung 
dessen, was noch tehlt. Casate (ibermitlelt ein Schreiben Luzerns. Die Herren 
lassen Leopold ersuchen, der fraglichen Angelegenheit die gebQhrende Beachtung 
zuzuwenden, weil aus ihr « Disgusti » und bedenkliche Folgen sich ergeben kônnen. 

Finalmente riccevei hieri con un proprio lettere del Moro, che 
m'avisa d'esser totalmente spcdito dal Sig^ Duca di Feria, et che subito 
partirebbe con li ordini necessarij per la speditione del negotio saputo, di 
maniera che l'aspetto qui hoggi o domani, et in seguimento del comman- 
damento di V. A. lo farô andar quanto prima a Feldkirch per ultimare 
quello che manca, et di tutto si darà conto minuto à V. A., alla quale 
invio frà tanto una lettera. che li signori di Lucerna m'hanno raccoman- 
dato, in nome anco delli aliri cantoni, caldamente pregandomi di 



— 7 — 

supplîcar V. A., che sia servita di far haver conssideratîone al negotio. 
del quale si tratta. perché è taie, clic potrà causare disgusti et conssc- 
quenze notabili, et se V, A., visto il contenuto délia detta lettera. 
commandara, ch'io faccia con 1i Cantoni qualch oflîtio. saro pronto ad 
essequirlo... 

Di Allorffo, a 3o di Maggto 1620. 



Auf dcr Rùckseite, bel der Adresse, die Bemerkungen : ;.'ii(. 2. ./«ni/ 1620, 
und : Exp. an die arcanos. 4. fr") Junij. — [."nrichtiger Weise laulcl das Datum 
auf der Rûckseiie ; i3. (stati 3o.| Maij Anno [fiao. — Neben dem Original existiri 
noch eine Copie von der Hand eines erzhcriiogl. Kanzlisten, auf der Rûckseite als 
« Nr. 3 > bezeichnet. 



6. Alfooso Casate an die Reethe Leopolds. Altdorf, 3o. Mai 1620. 



Antv'orI aurein Schreiben der Raihu vom 14. Mai. Der Aufcntiiali Mohrs in Mailand 
hai alterdïngs lange gedauert. Aber eine Gefahr des Missiingcns isl daraus nichi 
entsunden. Jeizt ist Mohr auf der Reise zu Casate: er bringi ailes Nôthige mil 
und wird sofori weiier gehen. 

lo non posso negare, chc la dimora del secrctario Moro à Milano 
non sia sutu longa, et che da quclla non siano rissultati qualch'incon- 
venienti, ma non son pero tali, che possano metter' il negotio in 
conquasso, comme le SS. VV= dubitano. tanto più ch'essendo il detto 
Moro spedito gia da S. Ec mi scrivc con messo a posta, che partiva 
subito con tutt'il necessario par la spedilionc del nejîotio saputo, onde 
inffalantcmente (sto l'aspetto in qucsti duoi giorni qui. dove non lo 
lasciarô fermare, se non quel poco di tempo, chc sara necessario per 
inffomarmi et disponer quello che manca, et perche con esso satisfarô 
plu paiticolarmente al contenuto délia lettera délie SS. \'\' de 24, resto... 

Di Altorffo, a 3o di Maggio 1620. 



K.eine Adresse (wie 
Innsbruck gerichtet. 



ich kein Sicgel). aber ohm 



— 8 ^ 
9. Alfonso Casate an Maximilian Mohr. Altdorf, g, Juni 1620. 

Irrthilmlicher Weise ist eine Pulversendung an den Vogt zu Bregenz adressirt worden." 
iMohr soll die Ràthe zu Feldlcirch ersuchen. sie sofort dorthin fûhren zu lassen, 
damit sie im gegebenen Momente zur lïand sei. Seinerseits wûnschi C. von den 
Kathen zu wissen, ob die Waffen nach F. gcbracht werden sollen ; er wird ohne 
Zôgern thun, was jene fQr gui finden. 

Ricerco * in questo ponto la inclusa lettera di quelle, ch' haveva le mie 
sctte barile di polvora, che li furno consignato (sic) da Henrico de Lorenzi 
al Bembel per non disponerne senz'ordine mio, et hora mi scrive, che per 
ordine di S. A. (ô sia delli SS**' Consiglieri del Tirolo) la (sic) consignato 
al fogt et officiai di Brcgez. si che dubbilo, ch'al tempo d'impiegarla nel 
servitio saputo non la potremo haverc senzordine di S. A., ô almeno di 
quei SS^i Consiglieri, con quali pero è necessario che V. S. negoti di farla 
condur subbito à Feldkirch per potrer (sic) l'haver pronta alla mano al 
tempo del bisogno, et sarebbe anche molta proposito, che V. S. intendessc 
dalli medemi SS^' Consiglieri. se le armi s'havranno da condur à Feld- 
kirch, avisandomi subbito d'ogni cosa, affine ch'io senza dimora lo faccia 
esequir tutto confTorm'al parer loro. Et perche à chi è tanto inflFormato 
del negotio basta accennar il bisogno, resto augurand'a V. S. buon 
viaggio et presto ritorno. 

Di Altorffo, a 9 di Gugno (sic) 1620. 



Ohne Adresse auf der Rûckseiie (wic auch ohne Siegel), und ohne Anrede. 
Aber in einer Ecke der Briefseite : 5' Max. Moro. — ' Otfenbar Schreibfehler fur : 
ricevo. 



♦ 



10. Alfonso Casate an Leopold. Altdorf, 3, Juli 1620. 



Casate bat iMohr mil Waffen. Munition und Geld ins Tirol geschickt. Auf der Seite des 
Misoxerihales hat die Krhebung bereits begonnen, unter Mitwirkung des franzôsischen 
Gesandien, mit dem Casate im Einverstandniss stehi. Bis morgen Abend erwartet 
er die Nachricht, dass Diseniis und Lugnez die Fâhniein « gelupfl » haben. Es gilt 
fQr sicher, dass die Stadt Chur und noch andere proicstaniische Gemeinden sich der 
Bewegung anschliessen werden, insbesondere wenn auf der Seiie des Engadins der 
verabredete Schlag gefûhn wird : im Engadin seibst wird sicher ebenfalls ein guier 
Theil der Bevôlkerung mithelfcn. Die 4 Waldsiatte haben heutc beschlossen, die 
Erhebung nach bestem Vermôgen zu fôrdern. Casate ist voll Begeisterung und 
Zuversicht. 



- 9 - 

Al primo dî questo mese diedi conto a V. A., come havevo mandtao 
il Moro nel Tyrolo con la provigione délie arme, monitioni di guerra, et 
il danaro necessario per lessecutione del negotio saputo, e come da questa 
parte, dove si hà da fare la solevationc dc'Grisoni, tutto passa prosperissi- 
mamente, et hieri con altro messo à posta à diligenza hô rappresentato à 
V. A. il principio délia solevatione fatta nella Valle Mesolcinacon partici- 
pationeet aiutodell Ambasciatoredi Francia,col quale passiamod'accordo, 
et da qui à domani da sera aspetto nuova, che siano levate ancora le 
bandiere delli communi de Tiusentis (sic) et Longaneza, perche quelle 
délia Mesolcina saranno marchiate hieri à quella volta tanto più con la 
commodità di poter passar armate per li pacsi d essi tre Cantoni de 
ladamonti. Queste tre communità tutte cattolice fanno quasi più gente, 
che il restante del paese de Grisoni, oitre che si tiene per infalibile, che à 
questi communi si aggiungeranno subito la città di Coira, et altri ancora 
heretici, massime facendosi dalla parte dclla Engadina l'effetto stabilito, 
il quale sicuramente sarà secondato da una buona parte de' popoli d'essa 
medesima Engadina, che stanno con le braccia aperte aspettando l'aiuto 
per scotere il giocho, et io quanto à me nella présente congiuntura, fô gran 
capitale di quei soldati licentiati delli Venetiani, perche oItre alTesser 
huomini di fattione, che non guardaranno in faccia à nisuno, daranno 
gran calore al nostro negotio, il quale tutto à (sicj dà dipendere dal valore 
di V. A., et dalla gratia di Dio, poiche non è dà credere, che S. D. M*» 
voglia lasciar di favorirlo, essendo tant' importante alla Santa Chiesa, et 
cosi ben disposto dalla prudenza di V. A., participât© et con desiderio 
aspettato dalla M^^» Ces*, dal Re mio Sig^^ et da tutti li Cattolici, che 
ne hanno cognitione, al quai proposito non devo lasciar di dar conto à 
V. A., come li quatro Cantoni Cattolici de'Svizzeri più vicini à Grisoni, 
Lucerna, Sviz, Uri et Undervaldo, hanno deliberato in una dieta tenuta 
hoggi qui d'aiutar la solevatione in ogni loro potere, havendo concesso 
alll detti délia Mesolcina di poter passar armati et con le bandiere spiegate 
per Vilenzona (sic) et le altre sig"*»*^ loro di là dà monti per congiungersi 
più facilmente con li altri communi cattolici. Inoltre hanno scritto al 
landtvogt di Sargans, che dimora lontano da Feldckirck quatr' hore, 
ordinandoli di star allerta. et apparechiato per favorire li detti amici 
Grisoni, et aiutarli, conforme richiederà il bisogno, particolarmente con 
oponersi a quelli di Zurigi, quando volessero tentar di mandar qualche 
gente in favore del partito Venetiano. et di più hanno frà loro fatto il 
reparto del numéro délia gente, che ciascheduno Cantone deve tener pronta 
per uscir in campagna al primo avviso, tutto che hanno partecipato hoggi 



— 10 — 

con corrieri in diligenza alli altri Cantoni Cattolici Zug. Friborgo e 
Soletorno, accio stiano con la medesima vigilanza et preventione. Dio 
favorisca li santi pensieri di V. A. et guardi la ser"™* persona sua. 

Altorf li 3 Luglio 1620. 

Dièses Schreiben isi einem Fascikel von Copien entnommen, der jeizt bel 
der Correspondenz der Casati liegt. Dbrigens auch Schreiben Ferias und des 
katholischen Kônigs selbst enthàlt. Jcde dieser sehr sauber geschriebenen Copien 
ist besondcrs beglaubigt von Dr. Johann Lintner, Kanzler des Erzherzogs Leopold, 
und F. Andréas, Abi des Prâmonstratenserstiftes Wilten bei Jnnsbruck. Das 
Datum der Heglaubigung ist bei allen Aktenstucken dasselbe : 23. Juli 1626. 
Fin schmaler Papierstreifen, der als Decke dient, tràgi die l'eberschrift (von der 
Hand des Copisien) : Scritture /n> // Re di Spa^^na, ;7 5e;*""' Arciditca Leopoido, 
Duca di Feria et Ambasciatore Casate. HinzugefOgt ist : Gli originali deii'in- 
frascritte scritture sono in mano del Sig' Cav" Schinchinello, conforme la 
nota da lui sottoscritta sotto li 28. luglio 1626. — Die Collationirung der 
Copien mit den Originalen hat ùbrigens nicht einer der offizieli beglaubigenden 
Herren.. sondern der vSekretâr Leopolds,. Camillo Ferrari, besorgt : von ihm rûhren 
die Correcturen zwischen den Zcilen her und er hat jeweilen auch die Schluss- 
formel und dgl. hinzugefûgt. 

Die ungemeine Sorgfalt, welche auf die Herstellung und Beglaubigung der 
Copien verwendet worden ist, zeigt den Werth, den man diesen Documenten 
zuschrieb. 

Es sind im ganzen 17 Aktenstucke : a) 6 Schreiben Ferias an Leopold, vom 
I. August 1620, 23. April, 19. Mai. 28. Xovember, i5. Dezember 1621 und 
(). August ]()22, dazu 3 Memoranden Vattiellis vom 23. August. 6. November 
und 7. Dezember 1621 mit den entsprechendcn Antworten Ferias (Punti risoluti 
dal Sig' Duca di Feria...): bi 3 Schreiben Philipps IV. an den Erzherzog vom 
25. August (2) und 2S. Dezember 1622: c) 4 Schreiben Alfonso Casâtes an 
Leopold : ausserdem oben abgedruckten vom 3. Juli 1620 noch die unten (Xr. 17, 
19. 21) folgenden vom 25. Juli. 5. und 11. Augusi 1620. 

Das Schreiben vom 3. Juli war chilfrirt : Ferrari hat der Bemerkung oben 
links in der Kcke : * Copia» hinzugefûgt : «di cifra*. — Vgl. m. Luz. Progr. S. 52. 



II. Die Rœthe Leopolds an Alfonso Casate. 7. Juli 1620. 

Mohr ist angckommen. Aber cr bringi ungenugenden Aufschiuss: die Râthe wollcn 
von Casate» weiteres vernehmen. Die Dirige stehen schlimm : Drohendes Protestations- 
Schreiben der BQndner wegen des Stciger'schen Kriegsvolkes; Planta bei Finster- 
milnz Qberfallen, die Grenze verletzt. Weder Waflen noch Geld bereit; die 
Musterung jedenfalls nicht vor dem i S. oder 14. Juli môglich. An dieser Verzôgerung 
kann das ganze Intcrnebmcn scheiicrn. Was soll in diesem Fall mit dem Kriegsvolk 




geschehen ? Die RBche haben ihrerseïts in Bexug auf Geld und Wilfen das Nfiihïge 
gethsn. sbcr sic dUrfen dieselben nicht berUhren, wenn Cssate sie nichi sichersielli 
hinslchilich RUckzahJunR. 

Alli a5 di Giugno prossimo passato ricevessimo l'ultima di V. S. Ill», 
havendolo fsic) subito Ictia, mandata al Scr™" Sig" Arciduca noslro sig", 
doppo che arrivô finalmcmc il Moro, dal qualc inlendessimo il concer- 
tato, con certa generalilà, ma perch'cgli in molli punli necessarijssimi, 
per poter dare Tordinanze convcnienli, non ci seppe dire !a mente di 
\. S. 111* ne de gl'amicî consaputî, noi li dessimo una nota, laquai egii 
havcrà mandata subito à V. S. tll". dalla quale n'aspettiamo la risposlii. 

I-Va tanto sarà V. S. tll^ stat'avisata d'altre parti, qualmenie in nome 
délie Tre Lighc non solamente fù scrittoalla citia di Glurns, et communitadi 
Nauders ', minaccîando loro d'învasione, con prolestatione solenne contra 
la gente del Staigher. et il resto de gl'amici. che si tratengono in qucsto 
paese, ma quas'in un istesso tempo anchora, mentre il landvogt Planta 
sene voleva passare con suoi amici per sue facende. alla chiusa di Finster- 
minz, si truovo dall'alira parte délia stretta valle, nominata Noveîle, 
tutt'una communita d'Engedini armati, su! terriiorio di quest' \ug' Casa, 
che subito si misse à tirare diverse moschetiatc et archibugiate, ad esso 
Planta, et suoi compagni, i quali pure scne tornorno indielro senz'alcun 
danno ". Dal che potendo V. S. lil' vedere, corne con violatione hostiic del 
terriiorio sia pers" (sici il respetto aU'Aug" Casa cosi manifestamente. 
doverà anco per sua prudenlia conoscerc. che non senza causa la tuita 
mora délie résolution! et provisioni di questo negolio, in absenza princi- 
palmente del_Ser""> Padrone. habbia sempre accresciuta in noi l'ansietà 
débita al servitio di S. A. S. et di lutta la Scr"" Casa, la quale hora sene 
devc inghiottire dissimulando, in ingiuria cosi atroce, o mettere in com- 
promesso ancor questo quasi solo paese pacilico. volendo fare le démons- 
iraiioni convenienti. 

Di più, havendo noi inteso dalla copia d'un (sic) lettera communicata 
à noi dal sig" Massimilîano Moro, del Cavagliere Gioiero, come hormai 
doverà esscrc dal canto loro staita fatta la mossa, et da questa parte, non 
esscndo anchor pronti ne 11 denari. ne l'armi, dubitiamo grandemenle, 
ch'il tardar tanto à corrispondere à gl'attri da questo canto potria causare 
confusione et rottura esirema à lutt'îl negotiato, perch'invero non 
vediamo, come potrà seguire questa mostra avanii [i [3. overo 14. dî 
questo mese, non ostante che dal canto nostro habbiamo di già fatte lutte 
le provision! necessarie, dei denari et armi in poi, quali non habbiamo 
aulhoriià di loccare, se da \', S, lll* non siamo assecurali del rimborso, 



— 12 — 

insiemo (sic) con quello, che di già habiamo speso à questo conto, et 
continuamcnte corre, importando ogni giorno le sole rationi, passa (sio 
25o fiorini senza tant'altre spese, che bisognano. 

Et perch'un negotio di già tanlo discoperto tra i contrarij si potra 
mutare in un'hora di modo, che più non resti speranza di ripigliarlo. sarà 
V. S. III* servita di conferirc à noi l'intention sua circa il disponere con 
questa gente in tal caso, si corne da S. A. Sev^^ sopra di ciô n'aspettiamo 
anco benignissima resolutione, pregano (sic) per fine... 

Copie von der Hand eines Ranzlisten. Qberschrieben : « Al Sig' Amb" Casati 
dalli 7 luglio 1620 », ohne IJnterschrift. aber unzweifelhaft von den Râthen in 
Innsbruck. - * Das Strafgericht von Davos schreibi am 19/29. Juni 1620, kurz 
bevor es auseinandergeht, an den Freiherrn von Khuen, Pfleger zu Nauders, es 
sei berichtet worden. * wasmassen sich in euren und andern negstherumb- 
ligendten Gerichtsverwaltungen und orthen unserc unthreuie bandiisierte verrâ- 
terische Landtschinder, besonders aber die Planten, mil zimblicher Anzal und 
lâglicher mehrung frembden khriegsvoickh aufhalten"*; daran wird eine feierliche 
Proiesiation und Drohung gekniipft. Am 4. Juli schicken die Râthe dièses 
Schreiben an Leopold mil der Bitte, an die Bùndner eine Beschwichligungs- und 
Veriuschungsepisiel richlen zu wollen. Si. -A. Innsbruck A. VIII, 2. Vgl. Sprecher I, 
129 und i32. — " Ueber den Zwischenfall bei Finstermûnz. der am 4. Juli sich 
ereignei haben soll, s. cbenda S. i3i. 



12. Alfonso Casate an die Raethe Leopolds. Altdorf, 14, Juli 1620. 

linlschuldigende Antwori auf das Schreiben der Rathe vom 7. Juli : Mohr wird sie 
doch Qber die fraglichcn Punkte, insbesondere Ober RQckerstaitung gelichener 
Oelder und Wafl'en, beruhigt haben ! Casale schickl Qbrigens an Mohr ein lângercs 
chirtrirtes Schreiben. Auf dieser Seiie (des Misoxcrthales) gehi's gut. Die Râthe 
werden holTentlich nichi in den Fall kommen, uber das (Sieiger'sche) Kriegsvolk 
zu einem andern als dem in Fragc siehenden Zwecke zu vertUgen. Casate hat indess 
Feria angel'ragt, was mit den Truppen nach ^cleisteiem Dienste zu geschehen habe. 

H6 tardato à rispondere alla Icttera délie SS. VV. de 7 del corrente 
per aspettar à poter darle qualche buona nuova del progresso, che fan no 
gl'amici per di quà, conffidato, che il S^ Maximiliano Moro conscio délia 
mia voluntà. et retitudine (sic)., havrà assicurato le SS. VV. di tutti quei 
ponti, che da me ricercano, et particolarmente del rimborso del dannaro 
et armi, che prestarano (sio per efïettuare la mossa dcUa nostra gente, in 
che le SS. VV. non devono mcttere nissun dubbio. comc più amplamenie 



- i3 - 

ratificarà loro in mio nome il detlo S*" Maximiliano, al quale con la com- 
modità délia ziffra scrivo diffusamenle sopra ogni cosa, et particolarmente 
sopra li felici progressif che si fanno per di quà nella causa saputa, perche 
lutto communichi aile SS. VV., le quali spero, che non havrano (sic) 
occasione di disponere di quella gcnte in altro modo, che pcr il negotio 
saputo ; tuttavia con corriero in diligenlia hô rapresenlato già à S. E. il 
mottivo délie SS. VV., perche dichiari qucllo che s'havrà à fare dclla 
detta gente almeno doppo finito il servitio, et la risposta. che non potrà 
tardare, participarô subbito aile SS. VV 

D' Altorffo, à 14 di Luglio 1620. 

Reine Adresse (wie auch kein Siège! ), aber unzweifelhaft an die Râthe in 
Innsbruck gerichtet. (Anrede : II!"' Sig"). 



13. Alfonso Casate an Lieopold. Altdorf^ i5. Juli /620. 

l-nter dem 10. Juli hat der Er;;hcTzog an Casate cine Copie des aufgefangcnen 
Schreibens an die bQndnerischen Freunde geschickt. C. hat Qberallhin, insbesonderc 
nach der Seiie des Engadins, K.enntniss davon gegeben; an letztgenannten Ort hat 
er auch die guten Nachrichten gesandt, die er eben aus Diseniis ilber krâftige 
rnterstOtzung der Misoxer Bewegung erhalten. In drei oder vier Tagen werden aile 
ICatholiken (in Graubilnden) im Felde sein. Wenn auf der Tirolischen und 
Engadinischen Seite die Dinge ebenso glUcklich sich abwickeln, wird bald gute 
Kunde zu erwarten sein. — Den katholischen Orien hai Casate mit dem Schreiben 
Leopolds die (ihnen bereits zugekommene) Nachricht von den RQstungen der 
Gegenpartei bestâtigt ; iene berathen nun uber den geeignetsien Widerstand gegen 
die geflhrlichen Anschlage. 

A li 12. di questo ricevci la lettera di V. A. de 10. con la copia délia 
intercetta alli amici Grisoni '. che V. A. fù servila farmi communicarc, 
délia quale ho dato subito aviso da per tutto dove conveniva, et partico- 
larmente dalla parte di Engedina, dove anco ho participato diffusamente 
le buone nuove, che questa notte passata ho ricevuto de Tisentis, commu- 
nità principale in potentia et authorita fra tuttc quelle délie Tre Leghe. 
nella quale essendosi antehieri fatto il landsgemeind per deliberare de 
summa rerum nelle presenti occasioni, hanno decretato, che si levono 
subito seicento moschetieri con duoi capitani bonissimi intentionati per 
condurre la gente con la loro insegna à giontarsi con quelli délia Mesolcina 
già penetrati con la loro gente di qua dai monti al dispetto d'alcuni 



— 14 - 

comuni heretici, che segli erano opposli, et il decreto délia detta commu- 
nita de Tisentis si estende anco à tener pronti seicenio altri moschetieri 
per giontasi (sio con primi (sio, quando sarà bisogno. Et di più mandalo 
ambasciatori à tutte le altre communità délia Lega Grisa per stimular li 
Cattolici ad unirsi con loro et minacciar li Heretici caso che ardiscano di far 
la minor mossa dal (sic) mundo, con che sperassi (sic) in questi tre giorni 
ô quattro sarano tutti li Cattolici in campagna, onde se con il favore di 
V. A. e alla dispositione di quei personaggia (sic), quali ** stà incaricato 
la direttione di questo negotio, le cose s'incamineranno ugualmente benc 
délia parte del Tyror (sic), et del Engedine, presto si potrase (sic) sperar 
qualche buona nuova, la quai piaccia à Dio benedetto concederci à tutti, 
taie corne V. A. desidera. 

Et à questi Cantoni Catolici ho confirmato con la lettera di V. A. 
l'aviso, che già tenevano dell* armamento dei protestanti loro confederati. 
sopra di che havendo fatto riflessione trattano d'opponersi nel miglior 
modo che potranno à cosi penitiosi (sic) disegni corne si se optano 

Di Altorff, à i5 Luglio 1620. 

Copie von der Hand eines erzherzogl. Hanzlisten. — ' L'eber aufgefangene 
Briefe vgl. Sprecher I, 129-131. — " Offenbar Schreibfehier fûr : personaggi, à 
quali. - Ueber das Scheitern der Misoxer Unternehmung und das Verhàltniss 
der Disentiser und Lugnezer zu derselben siehe Luz. Progr. S. 53-56. 



* 14. Leopold an Alfonso Casate. Blot!(heim, 22. Juli 1620, 

Der Erzherzog sendet Âscanio Albertini, Oberamimann zu Benfeld, zu Casate, um ihm 
Kenntniss zu geben von dem Scheitern des l'nternehmens. Als aussichtslos ist es 
nâmlich von denjenigen selbst erklârt worden, welche es durchfûhren sollten. Sie 
entschuldigen sich mit Ausbleiben der versprochenen Sendungen. Wer aber fÛr 
dièses Ausbleiben veraniwortlich ist, ergibt sich zur GenUge aus dem gepflogenen 
Schriftenwechsel. 

Invio con questa à V. S. il mio Consigliere et Prefetto in Benfeldt 
A. A. (sic) à darle parte del vano infruttoso successo del saputo negotio, 
poiche taie finalmente e slato tcnuto, et dichiarato per disperato da quelli 
stessi. che l'havevano principiato et dovevano porlo in essecutione, et 
scusandosi essi sopra il mancamento delli promessi ricapiti à tempo 
debito, Dio perdoni à chi ne è caggione, si corne pur troppo il negotio 



- i5 - 

isiesso et le scritture passate tn questa materia lo fanno manifexto, secondo 
Ici intcndera più am piamente in voce dal sudetto mio Preretto, al quale 
in oltre ho dato anco ordinc di confertrle da mia parte quanto per mio 
discarigo, ancorche non bisognevole, ma si ben pcr miglior governo per 
l'avvenire in taie 6 simil negotio, h6 giudicato espediente di fare et 
avvisare, dove si appartienc, à cui dunquc rimcitendomi prego V. S. 
dargli intera credenza corne à inc medesimo et Dio ir>" la prosperi. 
Di Ptotzheim, H aï di Luglio 1620. 



Sehr flOchtiges Concept, von Albertini seibst geschrieben, mitvielen Correc- 
turen. Das gleiche gilt von der unten folgenden Insiruciion (Nr. r5). 

In m, Luz. Progr. S. 56 habe ich folgenden Eniwurf zu einem Schreiben des 
Krzherzogs an Casate benuut : 

• Ho inieso con molto mio;:ontento dalla leitcradl V. S. dalli i5 del corrente 
li buoni progressi di quel sapulo negoiio, sperando con la t;ratia et aiuto di Dio 
dovcrà riuscir con il bramato essito, venendo portato dalTindusiria et desirezza sua. 

Con medema occasions le do parte per la copia qui gionia di quanto fCi 
scriito li giorni passaii dal Balderoni a quelli miei Conseglieri Secreti d'inspruk, 
di che intenderà le difficoltà mosse da quel amici consapevoli per mancamento 
d'alcuni requisiii. Perù non dubito. chc sapendo V. S, III', dove maggiormcnie 
premono li bisogni, farà con ogni prestezza somminisirare loro le cose necessarie 
et animarli, accid sotto pretesto di qualche mancamento non si ralTredino nelle 
imprese principali. 

Ho mandaio à Veltkirch il mio luoghotenente Jungh con una compagnia di 
5oo huomi (sic), per assicurar in evento quel confîni et massimamente da poiersi 
far capitale di loro in ogn'occasioni, stimando sarà non solo molfaiuto al negoiio, 
ma anco di terrore alla parte adversa... 

Di RufTach, li J9 di Luglio 1630 ». 

Dabei habe ich aber eine Bemerkung auf der RQckseite des Concepts Uber- 
sehen : « ist nil abgangen ». Auch so indessen ist das SchrirtstQck nicht ohne 
einigen Wenh. — Ueber die Sendung Albertinis s. ebenda S. 56-57. 



* 15. Instruction Leopolds fUr Albertini. Blot{heiin, 22.Juli 1620. 



Albertini soll sich beschweren 1 , fiber dos Ausbleiben der flir das fPlanla-Sleiner'!.che; 
L'nternehmen nôlhifjen Requisjlen; 2. liber die I.nierlassung jedweder Diversion 
ïon Seiten Ferias: 3. (Iber die Schw ierij-keiteii, dit iunRsi Fcria hinsîchllich der 
Eidesleistung der Soldalcsca gemacht hat. Er soll terner von Casaie eincn dreimo- 
nallichen Sold fQr telztere fordern. Nach Spanien aber wird Leopold einen Bericht 
Qber die ganze verfehlte L'nternehmung schicken. 



- i6 - 

Punti et Instruitione per il mio Consigliere et Prefetto in Benfeldt A. A. 
nella destinata sua Commissione al S^ Ambasciatore Casati in Lucerna. 

Po. Rapreseniara al detto S^ Ambasciatore il mancamento dei requisiti 
à tempo debito per il saputo negotio, di dove è proceduto il vano infruttuoso 
successo con tanto disonore (?) et scandale ancora délia reputatione (?), di 
che gli amici interessati se ne duolgano et passono (?) con maggiore (?) 
dolore presso Dio et il mondo. 

2*> Essagerarà il mal grido. che corre fra li nostri populi confinanti di 
quel paese. et il pericolo, in che si trovano, massime mentre dalla banda 
del S^ Gov^c di Milano non si sono fatti alcuni tentaiivi, ô diversioni. si 
come fu proposto et promesso da principio. 

3" Essagerarà etiandio un puoco le difficoltà et prohibitione, che 
detto S^ Gov^c ultimamente hà fatte toccante il dare giuramento alla 
saputa soldatesca, dal che si comprende la fredezza sua in un tanto 
negotio forsi per non havernc esso havuto cspresso ordine da S. M" 
Catt<^*, il che pero sara documente a noi per l'avvenire di non ingerirsi 
più in tali ô altri simili negotij, se non haveremo et vederemo lettere 
délia xM^^ Sua Catt**'. 

4*^ Trattara, etconcludera al possibile col sudettoS*" Ambasciatore per 
il ricapito del pagamento delli 3 primi mesi alla detta saputa compagnia, 
stante che prima di tal termine non puo esser licentiata ô riformata in 
altre truppc dell' Imperatore. 

5" Et ultimamente conferirà particolarmentc al medesimo S^ Ambas- 
ciatore l'intentione et mente nostra toccante il corriere da spedirsi in 
Spagna con la relatione di tutto il detto negotio passato, et come si potria 
proponere et intraprendere per l'avvenire con migliori fondamenti et 
certezza di felice riuscita in servitio di Dio, di Sua M^« Catt^*^ et di tutta 
la Augustiss^ Casa. 

Datum in Plotzheim, li 22 di Luglio 1620. 



16. Leopold an Alfonso Casate. Blot{/ieim, 25. Juli 1620, 

Wegen Angelegenheiten. die sehr wichtig sind t'Qr die katholische Religion, das 
allgemeine Wohl und das Haus Habsburg schickt der F>zherzog seinen Rath 
Johann Frhard von Falkenstein zu Oisate, von welchem er lebhafte l'nterstOtzung 
desselben erwartct. 

Essendomi occorse alcune cose di moka importanza tanto alla religione 
cattolica et ben publico, com'anco alla Ser^ Casa nostra, ho voluto inviar 




- 17 - 

subito il présente mio Consiglierc di Catnera Gtoen. Eran di FalcJEenstein 
â riferir et communicarle in nome mio à lei. Pregola per tanto di sentirto 
volontieri, dandolî in ciô quella fede com'à me siesso. et insJeme di 
favorir et aiutar le cosc con que! zelo et prudenza, ch'è solita à lei, si 
come mi conBdo molto. che prontamente farà, per quanto dalla sudetta 
relatione cognoscerà essere per benefitio deila fede cattolica el del ben 
pubiico. 

Di Blotzheîm, H a5 Luglio 1620. 



Concept von der Mand E. Statt : < (mio) consigliere d 
Eran di Falkensicin » stand ursprQnglich : • (mio) geotiihut 
Errigho Sigillman ». 



' 17. Alfonso Casate an Leopotd. 



Altdorf, 35. Juli 1620. 



Albenini wird dcm F.rzherzog die Kunde vom Aufsisnd de* Veltlins (ig. Juli) 
ûbcrbrafhi haben. Nun soll Casale im Auftrag Ferias die Planta xur endlichen 
Ausruhrung ihres Vcrsprechens drângen und ihnen drohen, dass Feria sie anderatalli 



als Feinde behandeln 
don eingeirolfen iat, tiesser als m^ 
geschictt. Den Veltlinern habe e 
lit n&ihîg, um die kathoUken au 
Eigensinn und FeighEraigkeîl ver; 



Misoxenhale ateht's nach Molina. der eben v 

n sagte; Feria habe eiwas Geld und Volk donhin 

400 Mann zur VerfOgung gesielli. Aber ailes 

der Gefahr herausiureissen, in die sie Plantas 



Il Prefeito dî Benfeid, che parti hieri sera di qui, haverà già all'arrivo 
di quesia rapprescntato à V. A. la nuova délia ritiellionc délia Vaitetlina 
scguita domenica passata con la morte d'alcuni offitiali Grisoni. et d'una 
quantila d'Hcrctici, che furono sopra presi dallt Cattolici et amazzati nelle 
chîese al tempo délie prediche. la quai nuova per l'tmportanza sua diedc 
occasione alla leltera. che il detto Prefetto di Benfeid scrisse hieri alli Con- 
sigiieri Secreli d'Inspruch. che fù mandata con corriero in tutia diligcnza 
per rimediar alT inconveniente, che si teneva dell' înbarcatione delT Agente, 
in conformiià di che non devo tardare a dar conto a V. A. d'un corriero 
arrivato questa sera da Milano con una Icttera del Sig'' Duca di Feria, 
che mi dà parte dclla rebellione délia deOa Valtellina seguita ne! modo, 
che conteneva il primo avviso, solio (sic) aggiungcndo. che i solievatî 
hanno fatio progrcsso taie, che à quell' hora quasi si trovavano totalmente 
patroni dclla Vatle. Onde S, E. m' impone di sollicitare, et minaccîare lî 
Piarta, perche levaia ogni scusa adempiscano quant' hanno promesso. 



~ i8 — 

dichiarando di sollecitare et minacciare li Pianta (sic), si quando non lo 
faccino di volerli irattare corne nemici, et perseguitarli da per tutto dove 
potrà, il che hô subito avvisato al Moro con ogni diligenza, sf>erando, che 
le cose debbano anco trovarsi in stato, che Timpresa si posse (sic) esseguirc 
per adempimento dcl servitio di Dio, et beneficio di quello del Re mio 
Sig«, di V. A. et di tutta la Ser"^» Casa. 

Il Molina, Interprète dell'Ambasciatoredi Franza,cheègiunto in questo 
ponto dalla Mesolcina, mi rappresenta le cose di quclla Valle in miglior 
stato di quello si diceva : et dice, che il Sig"" Duca di Feria hà mandato 
in quel la Valle secretamente cento muschetieri, et soccorso de danari per 
agiuto délia causa ; dice anco, che il medesimo Sig*" Duca di Feria hà datto 
ad un huomo principale dclla Valtellina 400 muschetieri f)er soccorrere li 

Cattolici délia detta Valle, con che mi pare si vada impegnando alla '. 

ma tutto è di bisogno per sollevare quei buoni Cattolici dal pericolo, nel 
quale gli hà posti il Pianta con la sua renitentia. et codardia, in consi- 
deratione di che il Sig»" Duca di Feria m' impone di procurare, che non 
volendo li Pianta dar l'entrata nell* Kngadina conforme alla promessa, io 
procuri, che lo facci il Capitan Steigher, ô qualche uno delli medesimi 
Grisoni, che sono con il Pianta, 6 vero potendo effettuare l'entrata 
nell'Engadina ; io supplichi V. A. di pcrmettere. che con la débita dissi- 
mulatione, et risguardo dell'autorità sua la gente sia introduta in soccorso 
de' Cattolici nella Valtellina per quella parte, che sara giudicata più 
commoda, et di manco scandolo. Di tutto che hô dato parte al Moro, 
acciô lo tratti con quei Sig^' Consiglieri Secreti, mentre V. A. si servira 
di dar in tutto li ordini opportuni, et io fratanto differisco di perficere la 
relatione. che il sudetto Prefetto di Benfeld m' hà imposto da far da 
parte di V. A., et per non ritardar più lungamente il messo resto 
pregando N. S*"*^ etc. 

Altorfo, li 25 Luglio 1620. 

Copie (S. oben Anm. zu Nr. 10). — Vgl. Luz. Progr. S. y3 (Anm. 70). 
Geschf. XL, S. 193. — Es scheint ûbrigens auch von Seiten Leopolds und seiner 
Râthe nicht an Drohungcn gegen Planta gefehlt zu haben : S. Sprecher i, i32 
und i35(vergl. dazu oben Nr. 3). l'eber dcn Grund seines Zôgerns s. ebendaS. 134, 
den unterdessen geptîogenen Schriftenwechscl zwischen dem bQndnerischen 
Bundestag (17. Juli) und den Kàthen zu Innsbruck (24. Juli) S. i35 Anm. — 
l'eber die Verhàltnisse im obern Bund siehe Bûntiners Schreiben an Casate vom 
26. Juli, Ge^chfr. xl. S. 199 und 338. - * Leer gelassene Sielle. 



-- UJ - 

i8. Leopold an Alfonso Casate. Blot^kehn, 26. Julî 1620. 

Frejiag (14. Juli) Abcnds hat dcr Erzherzo); ejnen Brief Casâtes crhaUen, der ihm die 
BeschlOsse d«r katholischen One meldcie. Albcnini ist noch nicht zu Leopold 
lurûckgekchrt. Auf ihn aiso beiieht er sich aufs neue hinsichtlich dcr im Stich 
nelassenen Freunde. So lange das wichiigc Internchmcti nichl besscr gesichert ist, 
darf sich das Haus Oesterreich nichl datûr vcrpllicliten (mettere à compromessoj. 

Egionio qui venerdi sera il présente corriere mandatomi da V. S. con 
la Sua, délia quale ho inteso il negotiato passato et le resolutioni faite 
dalli Canton! Cattolici nel saputo negotio', scndo da me stato trattenuto 
esso corriere sin'hoggi per havermi aspettato il ritorno del mio Conscg- 
liere et Prefetto dî Benfelt Ascanio Albertini, inviato da V. S. pochï 
giorni prima con ordine di signiiîcarla da parte mia i lamenti vcnuti da 
amici consapevoli dalle maie sodisfattioni, chavevano ricevuti per manca- 
mento d'alcuni requîsiti, si corne più vivamenie intorno à quei negotij 
le sara stata esposta l'intention mia dal dctto Ascanio Albertini, al quale 
(non sendo sin'hora di ritornoi mi rimetto per adesso, non parendo 
doversi mettere in compromesso la scr™ Casa nosira in negotio tanto 
importante, mentrc prima non sij con i debiti requisiti fcrmamcntc 
stabilito, poiche mal guidato riuscirebbc à pregiuditio et danni di quei 
stati nosiri. 

Di Blotzheim, li aô di Luglio i6ao. 

Concept von der Hand E. — ' Tagsaizung vom îî. Juli. S. Abschiedc V., ] , 
S. 139; vgl. Luz. Progr. S. 58- Sg, Geschfr. xl, S. 193. 



'19. Alfonso Casate an Leopold. Lu:^ern\ 5. August 1620. 

Girolamo, Casâtes Sohn, ist vor sechs Tagen zu Keria geschickt worden mil der 
Nacbricht vom EinrQcken der Planta ins MQnslenhal. Heute ist ur von MaiJand 
luraclcgelcehri, um sofori weiler nach Badcn und dann zum F.rzherzog zu gehen. 
Inzwischen sendet Casaie einen Bricf Kerias. Dicter legt dcm l^rzherzog aut's neue 
den Sland der Dinge im VcItJin dar. HQlfc von allcn Seiten Ihul nolh. denn bci 
aller Taprericeit der doriigen Kalholikcn ist die Gefahr eines schliessiichen L'nier- 
llegens gross. Die Planta und ihrc FrL'unde kôniicn wesentlich hcifcn. Ihrcrseils 
abersollten sie unterslûlzl werdcn von Tirol hcr; Keria hortt. Leopold wt-rdi; seinen 
Râlhen die entsprechendcn Befehic ^eben. 

Girolamo mio figlio è ritornato hoggi per la posta de Milano, dovc 
io lo mandai soi giorni fà a dar conto al Sig'' Duca di Feria dell'entrata 



— 20 — 

delli Pianta nella Valle di Monaslerio " sotto l'ombra de' favori di V. A., 
da quali è dipenduto. et dipende tutto il buon successo, che si puô sperare 
in questo negotio tanto importante al servitio di Dio, et à quello di tutta 
la Ser"** Casa d'Austria, il che havendo il Sig*" Duca gustato facendo 
de' favori di V. A. la stima. che si deve, rappresenta di nuovo à V. A. 
con la qui allegata lo stato délie cose délia Valtellina, bisognoso d'aggiuto 
da tutte le parti, perche se bene quei buoni Cattolici ferventissimi nella 
religione, espongono animosamente le lor vitte ad ogni pericolo, sono 
tante le persecutioni, che hanno à torno, che senza gagliarde et pic 
protettioni haveranno alla fine da soccomberc, con tanto dishonore di Dio, 
et pregiuditio dei loro migliori vicini, et perche li amici del Pianta possono 
aggiutar notabilissimamente, spera il Sig^ Duca, che V. A. si servira dar 
ordinc taie à suoi ministri del Tirolo, che non solo il detto Pianta et suoi 
amici vengono da quella parte aggiutati et favoriti contra i loro nemici 
domestici, ma anco contra ogni altro, che pretenda molestarli, et perche 
Girolamo, che oltre alT esser venuto da Milano cosi frescamente va à 
passare per Bada affine d'informarsi dello stato délie cose di questi 
contorni, darà conto à V. A. (almeno supcrficialmente) del desiderio del 
Sigf Duca, et di quanto apprendcrà per di qua, io rimettendomi alla sua 
relatione, et alla lettera del Sig*" Duca, non m'estendo più in lungo. 

Di Lucerna, li 5 Agosto 1620. 

Copie von der Hand E., dazu eine weitere in dem oben (Anm. zu Nr. 10) 
genannien Fascikel. — * Ueber die Anwesenheit und Thâtigkelt Casâtes zu Luzern 
s. Geschfr. xl, S. 23 1 : Schreiben der 5 Orte an Feria ebendaseibst S. 347. — " Der 
Einfall Plantas ins Munsterthal fand am 28. Juli statt. S. hierûber, sowie 
ûber die spâteren Hreignisse auf dieser Seite und den Antheil Baldirons dabei 
Sprecher I, 184. - In Baden damais, 4.-8. August. wichtige Tagsatzung. 
Hauptfragc : Durchpass fur die Truppen Berns und Zûrichs bei ihrem Zuge 
nach Graubunden. S. darQber ausfûhriiche Darstellung Geschfr. xl, S. 253-3o9. 



20. Alfonso Casate an Maximilian Mohr. /o. August 1620. 

Feria erwartet von Pianta « qualche buona fazione. ♦ Casate theilt Mohr hierauf 
beziigliche Stellen aus eincm Schreiben Fcrias vom 7. August mit (Siehe Beilage 
unten !). Planta môge seine Angelegcnheiten *c wohi disponiren », bevor das 
Kriegsvolk Berns und ZQrichs in GraubQnden angekommen sein wird. Nachrichten 
Qber den iiinaufzug dièses Volkes. Feria hat vielleicht eben jetzt die spanischen 
Fâhnlein ins Veitlin abgeschickt. 



— 31 — 



Capitolo àt lettera deW Ambasciatore Caltolico in Svi^eri 
de 10 Agosto 1620. 
S. E. sta aspettando con desidcrio la nuova di qualchc buona fattionc, 
che facci il capitano Rodolfo Planta, la qualc mi commanda di far inten- 
dere quelto, che V, S, vedra per la copia, che va con qucsta, del capitule di 
carta di S. E. de 7, che ricevei hieri sera. V. S. adonque in conformita di 
questo potra solliciure il detto Capitano Rodolfo, et animarlo, accio 
procuri di disponer benc le sue cose prima che arrivi la gente di Berna 
et Zurig in soccorso de Grisoni, poichc se bene non hano ancora ottenuto 
il passo, si farano lecito (?) di pigliarselo, et purche non tocchino Brem- 
gart, Mellinga et Bada, sebene passarano l'Ara per barca per Windisch, 
6 li'vicino (sicj a Clinghnau per tirar puoî la volta di Cheiserstuel a 
entrare ne! paese di Zurigo, non vi sara chi lo contradica, et sebene si 
traita di far nuova oppositione nella Marca, 6 nel paese di Sangallo, io 
ne fô poco conto, perche quelli, che non hano ritenuto le sette bandiere 
di Berna, manco osarano opporsi, quando vi sarano aggionte le altrc 
sette di Zurich; pero tutto servira di ritardare, et questo non sara di 
poco serviiio'. 

Altro capitolo délia medesima lettera. 

lo credo, che S. E. havra forsi a quest'hora mandate le bandiere 
spiegate di Sua M" nella Valtellina ", con dichiaratione perô di pretender 
solo la manutentione délia santa fedc cattolica et dilfendere quel poveri 
popoli, scnza pretendere in nissun modo d'impatronirsi. Iddio aggiuti la 
sua santa causa. 

Per un altro capitule dclla medesima carta di S. E. vedra V. 5. quelle, 
che desidcra da quel Sig^' Consiglicri, ai quali c neccssario che V. S. 
rapresenti ogni cesa, sebene mi persuade, che S. E. habbi fatto con S. A. 
il medesimo efTetto nella sua lettera, che le mandai, ma credo, che 
S. A. informata delt' importante servitio, che risultarebbe alla Casa 
d'Austria, se la Valtellina potessc restar libéra alli habitanti, aggiutara il 
negotio quanto sara possibile. 



Copie von der Hand Mohrs. Von derselben Hand und auf demselbcn 
Blatte die folgenden « Capitoli » des Schreibens Ferias. — L'ebcr den Weg, den 
dieTruppen Berns und ZUrichs genommen haben, s. Geschfr. xi., S. 309-334. 
Am 19. Augusi Abends langen sie zu Maienfeld an. - " Erstcs oITenes Eingreifen 
Ferias doch woh! erst am i5. Aug- (Besetzung Rivas durch Pimentelli, 
s. Sprecher \, 178). 



— 22 — 

Beilage su Nr. lo : Ferla an Casate. 7. August x6io. 

Capitula di lettera di S. E. 

El Capitan Rodolfo Planta, aunquc se que ha entrado. no veo, que haze grandes 
progresses, como yo quisiera. y assi es menester bolver V. S. a apretar, para que se 
aventure, y pelée con les enemigos. 

AUro capitula délia medesima lettera di S. E. 

V. S. haga grandes instançias con el Senor Archiduque y con los demas del TiroU 
paraque con este pretesto del Capitan Rodolfo Planta hagan entrar alguna gente en 
Grisones, alomenos en los confines, para advertir a los que estan desta parte, pues 
en ello consiste el buon succcsso. y que se les çierre el passo del sal y demas vituallas. 
pues todo lo que se gastare en estas cosas se pagara muy largamente. 



21. Alfonso Casate an Leopold. Lm^ern, 11. August 1620. 

Feria und Casate erwarten, dass vom Tirol her das Unternehmen Plantas und 
dasjenige der Veltliner krâftig untersttitzt werde. Diabolische BemQhungen der 
Venetianer, die FUrsten Italiens wegen des Veltlins zum Kriege gegen Spanien 
aufzureizen. Neue « Verfolgung » durch die protestantischen Eidgenossen, erleichtert 
durch die Schwâche der katholischen Orte in der Durchzugsfrage. Grosse Gefahr. 
wenn der Erzherzog nicht hilft. Feria wûnscht, dass Leopold mit seinen kaiserlichen 
Patenten die Werbung eines dcutschen Régiments ermôgliche, und nimmt hiefûr 
Lodron in Aussicht. 

Mentre aspetto li (sic) ritorno di Girolamo con li ordini, che V. A. sara 
stata servita dare per il calore. che il Sig^ Duca di Feria hà supplicato à 
V. A. sia servita comandare, che dal Tirolo sia dato all'impresa del 
Pianta, et à quella délia Valtellina, mi capita hoggi per corriero espresso 
altra lettera del medesimo Sig^ Duca di Feria de 8. del corrente con 
avviso delli diabolici uffici, che fanno Venetiani per amotinare li Principi 
d'Italia, et incitarli a prendere le armi contra li stati di S. M^* per il 
negotio délia Valtellina. i cui popoli per la nuova persecutione delli Cantoni 
Protestanti facilitata frescamente con la fiachezza, che mostrano questi 
Cantoni Catlolici in lasciarli passare, si ridurano al estremo, se'l poterc 
di V. A. unito al santo zelo di S. M^^ non li soccorre. Per questc consi- 
derationi parendo al delto Sig^ Governatorc di Milano, che non convenga 
lasciar coglier sprovisto, me hà imposto di supplicar V. A., che sia servita 
favorirlo, perche con le patente Imperiali, che hà già in poter suc, possa 
prevenire un reggimento d'Alemani da Icvar al tempo del bisogno con 
tutta la brevità possibile. nominandomi per questo effelto il Conte di 
Lodron, come quello, che forsi non conosce altri soggetti in Alemagna, 
ma io non dubito, che in questo, et in ogni altro particolare si conformarà 



- 23 - 

con la volonté di V. A., massime servendosi V. A. dî dichîarar à me la 
sua rolontà à tempo di poterne far capace detto Sig' Duca di Kerra ; il chc 
io potreî fare corne da me stesso per non impegnare l'autorità di V, A., 
li cui comandamenti staro appettando, con il desiderio che devo. 
Lucerna, li 1 1 Agosto 1620. 



Copie (s. oben Anm 



j Nr. 10). 



33. Leopold an Alfonso Casate. St. Am 



. August 1620. 



In Folge der Bidener BeschlQsse stehen die Dinge sehr schlîmm ftlr die katholischcn 
BQndner, wenn von Seiten des K&nigs von Spanien jnd seines Slallhilters in 
Mailand fortgerahren wird in der * Dissimulation » und Neuiralitât, die so ganz 
den ursprQnglichen Vorausseizungen und HotTnungen widersprcchen. Unter diesen 
rmsiinden mOssen l.eopold und die andern FUrsten des Hauses Oesierreich 
ebenfalls sich zurOckhalten. L. beruft sich auf seine frUhercn mUndlichen Ausein- 
andersetzungen gegenOber Casaie. sowie die Sendun^; Albertinis und verwcist 
jenen auf den Bericht des eben jeizt vom Erzheriog heimkehrenden Oirolamo. — 
(P. S.l Casate môge in Mailand den Obersten Baldiron empfehlen. 

Grata mi e stata la relatione et venuta qui di Girolamo fîgliuolo di 
V. S., ma piiî grato (sic) ancora mi saria stato (sic) la venuta del padre, 
con cui io havessi largamente potuto confidare, et maggiormente preve- 
dere il fine del swto dei saputi atfari. Il quali, se bene à prima faccia appa- 
riscono (Dio lodato) con molta prospcrità et gioia in scrvitio comunc, 
restano tuttavia in dubbio et pericolo eminente di futura estremità cl 
maggior mina che mai fussero, stante le rissolutioni, chc pur V. S. sa sono 

State prese da gli adherenti del partito contrario per le rissolutîoni 

prese à Bada, oltre le speranze date prima da Cantoni Cattolici, onde 
neccssariamente tutti li loro conzelanti Cattolici ne! Grisoni doveranno 
fînalmente succombere, se dalla parte di S. M. C. et del suo Governatore 
à Milano si voglia continuare ta già principiata dissimulatione et pretesa 
neutralité in detto negotio, cosa in vero assai contraria al primo presu- 
posto et speranza degli amici, et nostro ancora in questa tanto (^) si bella 
occasione di poter ridurre ad una ccrta miglior perfettione il total stato di 
quelle cose, nelle quali anco pare, che Iddio istesso ne apri et dimostri la 
strada con fortunati successi di quelli ancorche puoco numéro de zelanti 
essecutori, principalmente in servîtio délia rcligionc. 11 perche ancora 
V. S., corne savia et informata di tutto il corso del negotio, ben puo da se 



— 24 — 

comprendere, che per ogni raggione a me et à gli altri Principi délia 
nostra Ser"** Casa fia espediente più losto celare etdissimulare ogni pronta 
rissolutione et procura (?), che altramente si sarebbe presa dalla mia 
parte, mentre da quella di S. M^^ C. fusse effetlivamente (?) stato intra- 
preso il negotio ad un certo destinato desiderato fine, si corne più volte ne 
hô discorso in voce con V. S. et uitimamente ancora fattoie rapresentare 
dall'Albertini mio Prefetto di Benfeld, che pur le inviai costi espressa- 
mente con mia instruttione in scritto, délia quale lei ne ricevette copia, 
che servira per miglior notitia sua corne ancora per discarrico mio in 
ogni occorrenza, alla quale dunque rimettendomi insieme con quello di 
più ho detto hora al sudetto suo figliuolo, oltre la copia, che le mando, 
di quello scrivo in risposta al S"" Duca di Feria, resto per fine... 
Di S^^ Amerino li 12 di Agosto 1620. 

P. S^^, — V. S. sa et è di gia informata dei buoni servitij prestati dal 
Colonello Alovisio Baldirone tanto nella passata guerra di Piemonte che 
nelle presenti occorrenze de Grisoni, et come ci (?) sia benemerito (?) di 
qualche mercede dalla parte di S. M^» Catt^^*. Il perche lo riccomando. et 
prego sommamente V. S. a fine che lei voglia riccordare et rapresentare 

caldamente al Sig^ Duca di Feria questo negotio, sia per pensione(?) 

o di qualche aggiuto di costa, con pregar anco per cio S. E. in nome 

mio, poiche anco son rissoluto di scrivere io medesimo à Milano et dove 
bisogna per beneficio di detto Baldirone, che pur vorei servire in devotione 
et servitio délia nostra Casa, onde aspettarô sopra cio quanto più presto 
sue lettere. 

Datum ut in litteris. 



Concept von der Hand Albertinis, sehr flûchlig geschrieben und mil vielen 
Correciuren. 



23. Leopold an Alfonso Casate. St. Aman'n, 14. August 1620, 

Der Erzherzog schicki Falkenstein zu Casate und Feria mit Instructionen, die dem 
Schreiben I.. s. vom i 2. August und dem mQndlichcn Berichie Girolamos entsprechen. 

In conformità délia prossima mia et di quello in nome mio haverà 
riferito in voce à V. S. il suo figlio sopra i saputi affari, invio hora il 
présente mio Consegliero et gentilhuomo di Caméra Gioan. Erart de 



- 25 — 

Falckenstein , con instruttione del negotio et informatione délia mente 
mia, al Sig'' Duca di Fcria et à V. S. Et perche da esso li sara esposto piâ 
vivamente à bocca di quanto tiene ordine, cosi la preghodarli non solo 
quelta fede corne à me stesso, ma anco dî farvi quella débita reflessionc, 
et giovare con tutto il possibilc, secondo l'importanza et urgenti pcricolî 
di detli alfari... 

Di S, Amerino, li 14 d'Agosto 1620. 



(kincept von der Hand Iv, vot 
ichrift von der erstgenannten Hand. 



Albcnini durchcorrlf^irt : ausscrdem Rcin- 



14. Leopold an Alfonso Casate. 



Innsbruck, 1. Sept. 1620. 



Mil Schreib«n vom a3. Aufjust hai Casait- dit- Aiikunfi Kalkensleins und die ihm 
Qbertragenen Geschâfie gemeldet. Der ErzherzOf; hat inzwischen. um den drohenden 
Oefahren zu begefinen, die Stânde Tirols einbcrufen. Er erwsriel nun mit VerUngen 
die RQctkehr Falkensicins mit den Enischlie5sunf;en Kehas. — Ueber die Tinsn- 
ziellen Forderungen des }<aupimanns Sieigcr. — Be<ricdi);ung Qber die ^aVi 
Gesinnung der kalhoiischen One ini BUndner Geschafi. 



Dalla lettera di V. S. di 23 passato mi è stato caro d'intendere l'arrivo 
del mio Conseglicro et Cameriero Gio. Erart de Faickenstein presse di 
lei et la communicatione fatta de gli affari commessigli per conto de î 
présent! rumori, li andamenti de quali dubitando non riscchino ' in danno 
et pregiuditio di Casa nostra et di questo contado del Tyrolo, chc staria a 
gran riscio in (?;lasaputa impresa", ho intimatoalli Statidiesso, per pig- 
liare l'espediente ai pericoli et occorrcnze. chc senza piu chai *" fundamenti 
et résolution! "" vi potriano machinarsi dalla pane adversa, stando perô con 
molto desiderio aspettando il ritorno dal isici sudetto Falkcnstcin. con le 
résolution! dal (sic) S. Duca di Feria aile propxiste fattegli. 

In quanto alli (sic) supplimento d'alcunc spese sborsate da miei oititiulj 
del Tyrolo, darô ordine, che puntualmente siano aggiustati li conti del 
Capitano Stcigher, con il Moro, per li dctti bsorsi (sic) fatti in occorrenza 
dcU'armi et monitione (h di guerra i?l. 

Ringratiandola in poi delli avisi communicati per quali [}) con 

infînito gusto la buona inclinationc de Cantoni Cattolici ne ncgotij di 



- 26 - 

Grisoni, di quali si corne da Dio S. ne spero il felice esito cosi à V. S. 
auguro ogni contente. 

D'Inspruck il primo di Settembre 1620. 

Siellenwelse fasl unleserliches Concept von der Hand E. — ' OfTenbar 
Schreibfehler fûr « rieschino )►. — " Wohin dièse Stelle : « la saputa impresa » 
eigentlich gehôrt, ist bel dem Zustande des Concepts kaum zu erkennen. — 
"* Schreibfehler fûr « chiari ^. — *"* Die ganze Stelle in diesem Zusammenhange 
etwas befremdend. Die ursprûngliche Fassung vielleicht besser; in dieser folgt 
auf « parte adversa » : non parendo doversi mettere in compromesso sen^a più 
chiari fondamenti et resolutioni. 



25. Alfonso Casate an Leopold. Altdorf, 3. Sept, 1620. 

Falkenstein ist dièse Nacht von Mailand angekommen. Die Anlwort Ferias enispricht 
vielleicht den Wûnschen des Erzherzogs nicht. Nichtsdestoweniger hoffi C dass 
der Wille Leopolds schliesslich doch die Richtschnur fiir das ganze bilden wird : 
man erwartet eben jeizt Befehie des Kônigs aus Spanien. — Bei Brescia soll eine 
grosse Waflensendung mit pâpstiichen Abzeichen liegen, die angebiich fûr die 
katholischen Orte, in Wirklichkeil aber vielleicht fûr die protestantischen Bûndner 
bestimmt ist. Feria wilnscht, dass Leopold dièse Sendung nicht etwa durchs Tirol 
passiren lasse. 

11 Sigf di Falchenstein capitato questa notte aU'improviso, m'ha infor- 
mato del suo negociato à Milano, mostrandomi la risposta in scritto 
datali dal Sig*"^ Duca di Feria, la quale se bene non è conforme al desiderio 
suo, ne forsi lo sara totalmentc al gusto di V. A., io spero nondimeno, 
che tutto s'incaminara bene et che la volontà di V. A. sara quella, che 
darà la norma al tutto^ quando venga di Spagna lordine, che s'aspetta 
di S. M^^, circa al modo di prosseguir il negotio délia Valtelina. Et per 
quello che à me scrivono dalla corte con Icttere de 1 2 d'Agoslo, S. M^ non 
poteva tardare ha (sic) pigliar ressolutione, la quale capitando à mia 
notitia sara subito comunicata à V. A., délia cuy (sic) grandezza sf)ero. 
che per nissuna cosa cessara di protteggerc questo negotio tant'imporlante 
al servitio di Dio, per quel modo, che à V. A. parera migliore è (sic) 
manco pericoloso. Et perche il Sig^*^ di Felchenstein (sic), lattore délia 
présente, potrà difFusamente infformare V. A. di tutte le particolarità et 
conssiderationi , che havrà inteso à Milano, io mi rimetto alla sua 
relatione. 



— 27 — 

Il Sig" Duca di Feria con lettera de 3i dispachiata doppo la partenza 
de! S" di Felchensteîn (sic), capitatami questa notte con corriero, mi dice 
esser avisata, che à Bressia stà incassato una gran quantita di moschetti 
con le armi di Sua S^* sopra le casse, che danno ad intendere esser desti- 
nati in uso delli Cantoni Cattolici, ma che si crede, che siano per mandar 
alli Grisoni heretici, il che io credo difficilmente; tuttavia il Sig^ Duca 
m'impone di supplicar a V. A., che sia servita di comandare, che non 
siano lasciati passare f)er il Tirolo, in che io non dubbito che V. A. darà 
Tordine, che più convenga al servitio di Dio... 

AltorfFo, a 3 Settembre 1620. 



26. Alfonso Casate an Lieopold. Altdorf, 7. Sept. 1620. 

iMohr wird nach Schreiben Casâtes vom 2 3. und 2 5. August dem Erzherzog Uber den 
Stand des BQndner- und Veltliner-Geschâfts Bericht erstattet haben. Die katholischen 
Orte stellen nun in grosser Elle fUnf Fàhnlein au f. die am 11. September zur 
Unterstûtzung der katholischen BUndncr abmarschiren solien. — Beilage : Auszug 
aus einem Schreiben Giulio délia Torre's vom i . September. (Siehe unten I) 

Prima che mi constasse deirarrivo di V. A. à Inspruch, ho scritto al 
Moro con le mie de 23 et 25 del passato quanto s'offeriva per qui in 
materia dei Grisoni et délia Valtelina, accioche di tutto rapresentasse a 
V. A., come credo havra fatto, onde a me non restera per hora altro 
ch'aggiungere, se non dar parte à V. A. délia leva di cinque compagnie, 
ciascuna di 3oo soldati, che questi Cantoni Catholici stano (sic) facendo 
con gran pressa per mandar in aggiutto dellc bandiere cattolice de Grisoni, 
essendo stabilito il giorno délia partenza per li undeci del présente', il che 
spero rissultera in gran benefficio délia santa fede catholica et délia 
causa comune, et di quanto succédera darô conto à V. A. 

Mando qui aggiunto il capitolo di una lettera del Prevosto délia 
Scala, per parermi degno délia notitia di V. A... 

Di AltorfFo a 7 Settembre 1620. 

' In der Thaï sind dièse fûnf Fàhnlein der katholischen Orieam 1 1. Sept. 1620 
nach dem obern Bunde abmarschirt. An demselben Tage Niederlage der prêtes" 
lantischen Bûndnerund ihrer Hûlfstruppen aus der Eidgenossenschafi (gegenDber 
Velllinern und Spaniern) bei Tirano. 



— 28 — 

Bellage su Nr. a6 : Glulio dellm Tom an Alfooso Casate. z. Sept. 1610. 

Capitula di una lettera del Prevosto délia Scala de primo settembre 1620, 

Sono avisato da persona eminente di Venetia, che quella republica ha datto 
ordine al Colonello de Solandeli di far tornar al servitio d*essa quelli, che gia fumo 
licentiati délia medema natione, et altra gente, se pu6, sendosi oft'erto di farU passare 
per il Tirolo alla sfilata, et del medemo Colonello proponeva di far pigliar il passe di 
Magnavacca verso la Valle di Bormio. et quella del sole per valersene d'entrare nel 
Bormino et Valtellina; io ne ho avisato il cavalière Robustello, et lo dico a V. S. 111*". 
perche stimandolo bene possa notificarlo à S. A. Ser"". 

Copie von der Hand des Sekretârs von Casate. Die oben wiedergegebene 
(ursprùngliche) Ueberschrift ist unter- (durch-) sirichen und von der Hand 
Stredels ersetzt durch folgende : « Capitulo d'una lettera da Milano dal primo 
di settembre 1620. * Offenbar wurden von dem Schreiben in der Innsbrucker 
Kanzlei noch weitere Copien angeferiigt, in denen der Name des Autors nicht 
genannt werden sollie. 



27. Leopold an Alfonso Casate. Constant, 21. Sept. 1620, 

Antwort auf das Schreiben Casâtes vom 3. Seplember. Gleichzeitig mit diesem ist 
Falkenstcin mit seinem Bericht aus Mailand angekommen. Der Erzherzog beklagt 
sich, dass er von Feria die vorausgesetzte UnterstUtzung nicht erhalte. Daher die 
Resolutionen, die er Feria Uberschickt und in Copie Casate mittheilt. Er hat auch 
schon dem Kaiser von allem Nachrichi gegeben. Auch der katholische kônig wird 
nicht verlangen, dass er weiier verwickelt bleibe in Dinge, die so offenbar unmôglich 
sind. Wird dem Erzherzog dagcgen mit Besoldung der nôthigen Truppenzahl Hûlfe 
gcleistet» so wird er's an ihm nicht ermangein lassen. — Er schickt von neuem 
Albertini an Casate (und Feria ?). 

Ho ricevuto la sua lettera dalli 3 corrente nellMstesso tempo, che 
Giovanni Erardo de Falchenstain, mioCameriero, vcnne adarmi relationc 
di quanto haveva operato à iMilano. Et se bene io sarei generalmentc 
dell'opinione del Sig""*^ Governatore cire' il maneggiodel negotiodi Grisoni, 
si corne ella sa. che da principio non si fu mai d'altra intentione, tutta- 
via perche vedo, ch'io non venghi secondato con nessuno di quelli effetti, 
sopra i quai io sin da principio mené fondai, mettendo à tanto riscio 
queslo paese, et che délia povertà et impossibilité d'esso non si voglia 
-lasciarsi informare, m*è convcnuto pigliare quelle resolutioni, che scrivo 
al Sigr<^ Governatore, et à V. S. ne mando copia, assecurandola, che mi 
rincresca molto il non poter fare altrimente, si come del tutto n'hô di già 



- CtC) - 

dato parte alla M^ Ces*, et m'assecuro, che n'anco la M^« del Re Cattolico 
truovarà espediente, ch'io dovcssi restare piu oltre caricato et impegnato 
in cose cosi manifestamente impossibili, si com'io aU'incontro non vorrei 
mai mancare, venendo la resolutione dalla sua Corte taie, ch'io venghi 
cfFettivamente soccorso nel mantenimento del numéro dei soldati accen- 
nato al sudetto Sig*"* Governatore et necessarissimo, di corrispondere al suo 
Real servitio. V. S., che resta informata forsi piu minutamente d'ogni 
cosa, potrà anco dare le informationi convenienti, mentr a me tocca di 
prevenire ogni maggior pericolo, che necessariamente doveria seguire à 
questo paese con pcrniciosissime consequenze à tutti graltri afFari délia 
Aug"* nostra Casa già prima esposta alTeslremità, che V. S. sa... 
Di Costanza, li 21 di Settembre 1620. 

P. S. — Oltre quello, che V. S. vedrà daîla copia délia lettera, che 
scrivo al Sig*" Governatore di Milano. invio il présente mio Consegliero et 
Prefetto di Benfeldt, Ascanio Albertini, chin nome mio Tesponga ulterior- 
mente la totale intentione mia, al cui perô darà lei intiera credenza, come 
si fosse à me proprio. Et di nuovo Tauguro ogni contento. 

Datum ut in litteris. 

Reinschrift von der Hand eines (Canzlisten. 



28. Leopold an Alfonso Casate. Zabern, 16, October 1620, 

Lodron hat das Régiment angenommen und bereits die Patente vertheilt. Nun soll von 
spanischer Seite das « Lieiergeid » und der erste Monatssold nach Innsbruck 
gesandt werden. Der Erzherzog verlangt ferner, dass das Régiment in Tirol bleibe 
und im FrQhlingauf die nôthige Zahl ergânzt werde. Sonst kann er den Musterplatz 
nicht gewâhren. Tirol wQrde damit einer grossen Gefahr ausgesetzt. In diesem 
Sinne schreibt Leopold an Feria. Nâheres wird Albertini Casate sagen. 

Il Conte di Lodron ha accettato il regimento con haver anco gia 
distribuito le patente, di modo che hormai resta solo, che sij provisto il 
denaro per il livergelt et primo mese di paga, il quale è bisogno sia quanto 
prima mandato per qualche ministro di S. M. Catt^ in Inspruck. accio 
per sue mani sia distribuito. Et di più aspetto io, ch'il S. Duc (sic) di Feria 
Governatore di Milano mi mandi assicuranza, non solo, che la parte di detto 
regimento debbia restare dentro li confini del Tirole per guardia et difesa 



del pacse, ma ch'anco à primavera (restando gli affari di Grisoni in questi 
termini) mi sia supplito al soido del Rè il numéro délia gente necessaria 
adimandata gia da me per il de Falckcnstein ; altramente non posso dar 
piazza di mostra, ne meno sottomettcre ulteriormente ad estremo pericolo 
lo detto stato del Tvrole, si come ne scri vo alKistcsso S*" Governatore et dira 
ancora à V. S. di piu ampiamente in voce di mia parte il présente mio 

Consigliere et Prefetto in Benfeld, Ascanio Albertini, à'cui perciô pregho 

« 

di dar intera credenza come à me stesso et rimandarmi lei quanto prima 
sua risposta et conclusione. 

Di Saverna, li 16 d'Ottobre 1620. 
Concept von der Hand E. 



29. Alfonso Casate an Leopold. Luf(ern, p. December 1620. 

Die « Provisionen » fur das zu werbende Régiment Lodron wird Casate môglichst 
beschleunigen. Er legt cinen Brief Besslers aus Ilanz ûber den Stand der Dinge 
in Graubûnden und die Fordcrungen des franzôsischen Gesandtcn bei. 

Le provisioni per la leva del Conte di Lodrone, che io non sô a che 
attribuirlo se non al mancamento del dannaro, che subodoro esser grande 
in questa congiuntura, ma per altro non vedo dubbio nella esecutione, 
massime caminando le cose delli Grisoni con la difficoltà, et contradit- 
tione, che V. Alt* potrà servirsi di vedere per la copia, che va con questa, 
d'una lettera capitatami hor hora del Landama Besler di Ury, il quale da 
Ilanz mi da parte délia maniera che si dispongano quelle cose, stando la 
pretensione delKAmbasciatore di Francia, tutte tendenti, non solo alla 
pretensione di escludere S. M^« dalla Valtellina, ma anco impedîre, che 
non s'accommodi con li Grisoni, et particolarmente coi catholîci per 
mezzo di qualche capitulatione ô trattato, tutto che m'e parso necessario 
di rapresentar a V. Alt*, acciô informato di quanto passa, possa con la 
sua autorita disponer le cose del servitio di Dio, et délia Ser™* Casa, 
come le parera convenire, et io, che sapendo quanto premono à V. A. le 
provisioni nccessarie per la leva del Conte di Lodrone le vô sollicitando 
incessantemente, non perdero momento di tempo, con dar conto a V. Alt* 
di quanto s'anderà faccendo, perche io comm'ho detto^ non sô consi- 
derarvi dentro altra difficolta se non che la carestia del dannaro 





- 3i - 

prcsentaneo faccia cercando di diffcrire la spesa del liverghelt piilche 
si puà, almeno, fin chc arrivi il socorso de dannari, che mi dicono 
aspetarsi di Spagna... 

Di Lucerna, a 9 Décembre 1630. 

Der in diesem Schreiben genannte Briel' Besslers scheini leider vcrloren 
gegangen zu sein. Er betraf die wichligen Verhandiungen, welche in den Tagen 
vom 1.-9. Dez. i6ao in Ilanz zwischen einer Vermittlungsgesandtschaft der 
XIII eidgen&ssischen One, Vertreiern der III BUnde und dem franzâsischen 
Gesandien Guefïier statifanden (mit einem Vor- und Nachspiel in Chur). Siehe 
darùber Abschiede V, 1, S. 170-178; Sprecher i, aiS-anj. Naeh Jeizierm war auch 
BOnlener, der Ekilmetscti Casâtes, wahrend dieser Zeit in Ilanz thïtig. Genûgenden 
AuTsctiluss Qber dièse Verhandiungen kOnnen natùrlich nur die Berichte der 
betheiligten PersOnlichJieiien bieten, wie z. B. diejenigen Sonnenbergs und 
Frischherzens an ihre Obern jin den Archiven von Luzern und Schsvyz), die 
Schreiben des BOndners Rudolf von Schauenstein an Heinrich von Reding in 
Schwyz (Archiv Scliwyz) u. s. w. Vgl. Schreiben Gueffiers (Auszûge) bel Zeller, 
Le connétable de Luynes, Montauban ei la Valteline, S. 358-359. 

Zu unserer Belehrung mag auch die unien (Beil. 1) folgende Dichiaratione 
des Obern Bundes beitragen. Dass dièses AktenstUck (Copie von der Hand des 
SekretSrs Casâtes) gerade diesem Schreiben Casâtes vom 9. Dez. lûao beilag, 
ergibt sich au& der Notiz auT einem als Schutzdecke beigeftigten Blatte : 

< Ambasciator Casate 9 di Décembre i6ao. Avisa Con la dichiaratione delli 

Articoli proposti, délia Liga Grisa et Ambasciator francese. » 

Nach Anhorn, S. 164, gingen die nach Mailand bestimmten Gesandten der 
Oberbûndner am 3o73o. Dez. dorihin ab. Unter ihnen wird von Anhorn wie 
Sprecher auch Lucius de Mont genannt. Dieser letztere begibt sich aber vorher 
nach Luzern (und von hier direkt nach MaiUnd ?( : Er ist ja der Tràger des weiter 
unten als Beil. 3 folgenden Schreibens des Obern Bundes an Casate vom i5. Dez. 
und in Luzern entwirft er dann am 18. Dez. die Ponli (Beil. 3). Ich habe dîese 
beiden AktensiOcke (Copien von der Hand des Sekretàrs Casâtes wie Beil. 1) des 
Zusammenhangs wegen hier eingereihi, obwohl sie natOrlich nicht dem Schreiben 
Casâtes vom g. Dez. beigegeben sein konnten. - de Mont wird auch die Empfeh- 
lungsschreiben an Feria besorgt haben, die nach Sprecher I, 319 Anm. a. Casate 
der OberbQndnerischen Gesandtschaft aussiellte. 

Beilagen. 

(i.) DIcblarMione d«II (sic) SIg" delta Legba Grlaa aopra la proposta fata 

dalli SB" Ambatclatoii délit 13 Cantonl Svltseri con Valcsaol. 

Prima vogliamo restare del tutto nelli nostri articoli concertati, rimetiendosi 

perô à detii SS" Ambasciatori Svizzeri per megliorarli. come ncll'istessl si contienc. 

[Am Rande :] Questo capitolo concerne la fede, et liberta di conscienza. 

a. Concemente la condanna delli dillinquenti (sic), si vogliono rimettere alli 

SS" Ambasciatori Svizzeri, con conditione, che le communita, et le persone 



- 32 - 

perseguitate siano restaurati delli loro danni à cognitionc di ragione, ô da quelli, 
che à ciô sarano deputati. 

[Am Rande :] In questo Francia vole un perdone générale. 

3. Vogliamo haver per Tavenire un governo, et regola sicura di vivere, acciô 
siano levate queste sollevationi d'ultima ruvina nostra. 

[Am Rande :] Corne un governo polilico separato una Legha dali'altra, conne 
li Canloni Svizzeri. 

4. Non vogliamo più havere che far con quelli deirAgnedina et Valle di 
Monastero. 

[Am Rande :] Questi sono luterani, sollevatori principali. 

5. Poi (sic) TEcc* del Sig' Governatore di Milano s*essebisse cosi amorevol- 
mente verso noi, vogliamo fare una dilegalione, in che modo, et forma poiremo 
ricuperare li nostri paesi : recercando ancora, che il Sig' Ambasciatore di Francia 
con li Sig" Svizzeri come nostri confederati s'intromettino, acciô con miglior 
conditioni possiamo rihavere quel paese. 

6. Et quando con la gratia di Dio potremo ricuperare il nostro paese. vogliamo 
poi. che li offîtij et altri bencficij siano goduti alla ratta délia gente. 

In sostanza nelli capi principali di consideratione et capitoli posti dal Sig' 
Ambasciatore di Francia, sono contra quelli délia Legha Grisa come segue. 

1. Non vole, che le Tre Leghe si separino, et restino come ab antiquo un 
corpo unito. 

2. Di qua indietro sia un perdone générale per le solevationi in générale, ma 
alli particolari si reservono le ragioni per loro danni. 

3. Che in vita del suo Rè le Tre Leghe non faccino allianza, ne legha à sia 
intelligenza con qualsivoglia principe 6 statto senza consenso 6 participatione di 
S. M* Christ"". 

(a.) Copia di lettera del [la Legha Grisa] de 15 Décembre x6ao. 

Il cambievole nostro dovere, et anco l'importanza delli nostri affari ci 
spingono à darle conto delli progressi fîn'hora quà seguiti, e ancora à spiegarle li 
concetti nostri circa l'avenire; à questo fme dunque mandiamo da lei espressa- 
mente [il Landrichter Lucio de Monte] nostro fido confederato, il quale à pieno 
raguaglierâ V. S. 111" de tutte le occorrenze, e perô essa se compiacerà in nome 
nostro di dargli circa queste negotiationi compita fede. Certo non ci sono mancati 
li combattimenti notabili, si verso l'IIl"* S' Gueffier per mantennemento délia 
libcrtà. c avanzamento del desiato nostro fme; si anco per giusta dilfesa della 
causa nostra contra li nostri aversarij delTalire due Leghe nostre, portati gagliar- 
damente dalli fautori Veneti. Iddio mediante l'operatione proffitevole delli SS" 
Ambasciatori Catholici Ilclvetij, singolarmente del S' Coloncllo Berlingher, hà 
avanzato molto li dissegni nostri. Li contrarij nostri s'affaticano con ogni sone 
d'imaginabili mezzi. di lirare à porto tutte le nostre controversie, in specie li 
trattati con S. E. per la restitutione della Valtellina, per il solo mezzo del S' Am- 
basciatore Gueffier. accostandosi al suo intentissimo desio. e perciô vanno 
preparando (per quanto dalli loro effeiii giornalmente scorgiamo) nove insidic per 
unire le altre due Leghe contra la nosira, e per disunire questa; tuttavia queste 
agevolmente si puotranno scompigliare con li partiti, che a V. S. Ill"' in voce dal 




3 delegaio ^aranno denouii, quali perè saraano regolaii secondo II 
ilio di V, S, ill"', se puoi meglio sia, che dalle raggioni nostre 
cediamo as&ai 6 puoco alli nosirj aversarij, per tirare con lale mezzo l'altre duc 
Leghe aile parte nosira, ô ae più condecente ci sia, che persisiiamo constanti 
nelli nostri primi proposili, iraiiando separatamenle con S. E. circa II negoijj di 
Valtellina, e la conseguente reciproca corrispondenie espressa inielligenza ; pari- 
mente se ciô subbito 6 con qualche iniervallp di lempo ; e con quai condiiione d« 
persone mediatrici questo far si debba. aspetliamo partie ol arme nie di ricevere le 
sapientissime opinioni di V. S. Ill~. Frà tanto ie ricordiamo, che per sicureza 
e avanuggio nostro conira qualsivoglia improvise insidiose invasion! delli 
aversarij nostri hora poientemenie fomeniaii, anzi per aiterirli, e per inanimare li 
ben'atTeiti. e per contenere li nostri buoni popoli nella pristina desiderata sincera 
dispositione loro, e successivamente per condurre questa nave urdeggiante al 
sicuro porto, ci bisognano li pronii e necessarij aggiulti senz'alcun' induggio, 
corne presenlialmente daU'esibilore inienderà più chiaro. Non possiamo passare 
con sllentio. che l'induggiar quesli negoiij non puù se non causare effetlj pemi- 
ciosissimi, e l'acelerare la speditione giovarà m irabi Intente aU'insUtuio nostro 
scopo. Non le daremo maggior noia in scritto, rimeitendoci alla preseniiale più 
topiosa esposiliont'. 



(3.) PontI rapreaentail da I Landtlcbtet Ludo de Moot e Qrlsone tsicj a nome 
de la Uga Orlta] 

Prima corne [l'Ambasciaior Guelier] traversa com'esso se ha totalmente buuto 
con [li Venetiani] ei con tuiti quelli d'essa fatione et come non ci lasciara per 
nisune spese di far, che non si vengha in nisuna buono-inieligenza con [il staio di 
Milano] et dapoi che à simil gran conirasto [esa Legha Grisa] non ha (?) ^doppo 
Diol dove cercar agiuio ne proteccione, altro che da [S. M, Catt' <?)et de la Serenis- 
sima Casa d'Aiistria] richiede adunque il negoiio importantissimo, che si fada 
principalmenie due cose. La prima, che si venga immédiate senza alcuna dimora 
daio agiuto et socorso, che [le bandiere de la Liga Grisa] possano subito venir 
l'orniie [con soldalesca] à quanto fara bisogno [el ese mantenule], et ancora agiuio 
et socorso alli principal! boni amici, quali susteniano et guidano tuti'il negotio, 
occio che si possa contrasiare k qualunque forze, che si volesse fare, sia con forze 
à altre pratiche dannose et pregiuditiali. L'altra, che si habbia [la inteligenza con 
il Serenisimo Arciduca]. che volendo [li comuni Grisoni], quali conlinano [con il 
Tirolo], quelli [del Pretinguer] (sic) come [queli de la Engadina basa] volessero 
[solevarsi con le armi^, che [lu soldatesca di di (sic) Sua Alieza], quale è li iniorno, 
ci (sic) movano, et moslrano in tal maniera, [che esi comuni non habino 
ardimento di solevarsi]. 

2. Che si opéra et si stia all'erta, accioche li 5 Canton! Cattolici per pratiche 
[francesej non richiamano la soldalesca, che hanno mandato in aggiuto délia 
Legha Grisa. 

3, Che si habbia ancora socorso el agiuto, accio li buoni amici [de la Liga 
Urisa] possono combater et contrasiare à qualunque praiica [francesa et vene- 
liana], che potria venir fatta per coromper qusiche [bon comune]. 

3 



- 34 - 

4- Li fideli amici giudicâno assai per piu espediente, che si venisse quanto 
prima alla tratattione con [il stato di Milano a la recuperatione de la Valtelina], 
avanti che si accordano fra essi [Grisoni una legha con l'altra] per le loro dilferenze, 
perche non è dubio, che ricuperando [la Legha Grisa la Valtelina] la gran parte 
delli comuni délie altre due Leghe adviano (?) con la Legha Grisa, et che questo 
si faccia quanto prima mai sara posibile, avanti che possa crescere [le forze ei 
pratiche francese et venetiane], stando che TAmbasciatore di Franza ha mandate 
per la posta il suo interprète Giovanni Paulo dal Re suo S". 

5. Venendo [a la iratatione con il Duca di Feria (?)], daquali Cantoni Svizzeri 
si debba far elegere li ambasciatori et tratanii, et di quanto numéro, et stando che 
qui se ha da trattar cose di tanto rilevo à venir à una buona pace et inteligenza 
perpétua, nella Legha Grisa, ogni comunita grande, che ha la sua bandiera in 
campagna non [vora resiar di dieiro], si dessidera mandar uno per comun grande, 
accioche in tutie le [comunita venise operato a la ratificatione di] quelle che 
venera stabilito. 

6. Se si dovesse lasciar elegere [nei sopranominati comuni] qualcheduno, che 
fusse stato [per avanti de la factio (sic) venetiana per tirarli a la nostra divotione]. 

7. In [quai luoco] s'havrà da [venir insicme] alla [tractatione, se il [Ducadi 
Feria (?)] vol mandare qualche persona con authorita [ne li paesi dei Grisoni] 
overo [in qualche altro luoco comodo] overo se si debba [arivar in Milano]. 

8. Caso che la Ligha (irisa non si potesse unire con le altre due Leghe, [se il 
Duca di Feria (?) habia piu a caro, che csa sola venga a tratatione] insieme con li 
Cantoni Svizzeri. [et escluder fuori l'ambasciaior di Franza (?) et li Svizzeri (?) 
heretici]. poiche si sa, che loro seminerano più presto semenza di discordia che di 
concordia. 

9. (>he si procura in ogni modo, che quelli duoi maligni predicanti prigioni 
di S. A* non vengono Ilberati, ma ben essaminati. perche da quelli si puo cavare. 
et scoprire tuite le pratiche Venetiane. Lutherani délia l'nione, et che ne sia fatto 
quanto prima parte del lor processo. acciô si possa far cognoscere al populo in 
paese de Grisoni, come sono staii subornati et inganati. 

10. Se si puô [venir a la tratatione con il stato di Milano et] che il populo 
sia assicuraio, che sarano protcgiuti (?). pigliarano tanto più animo di combater 
et contrastare. 

Queste sopranominate cose è grandissima nécessita d^haveme risposta senza 
dilatione, acioche si sapia, come governarci in ogni ocasione. 

In Lucerna, a 18 Décembre 1620. 

Die ein^'cklammericn Siellcn in (2) und (3) chitVrirt. Die Auflôsung rûhrt vom 
llcrausgebcr her; dabci warerallcrdings hinsichtl. einzelnerZeichen nichl vollkommen 
>icher, was auch jeweilen durch ein Fraf^ezeichen angedeutet ist. 



tQ^'i. 



1621 



30. Leopold an Alfonso Casate. Zabern. 23. Jannar 162 1. 

Der Erzherzog beschwert sich bittcr darùber. dass Ferla den Hauptinann Stei^er und 
sein Fâhnlein so lange unbezahlt lasse. 

Non mi posso già immaginare, quai sia l'intentione del Sig^<^ Duca 
di Feria neirabbandonarc totalmcnte la compagnia del Staigher, doppô il 
decorso di tanto tempo, et quasi piû anco. quai sia la causa chalmeno lei 
nonn' (sic) habbia compassione di quella, sotto la cul ombra et fede (?) 
passé tutta quella levata. Ma non potcndo essa compagnia in alcun modo 
durarla più avanti. senza presto et sufficiento soccorso. ne volcnd'io aspct- 
tare quelli disordini, che la nécessita estrema di si povera gente suole 
arreccare necessariamente^ hô voluto per abundanza rappresentare à V. S. 
ancor questa volta il bisogno di essa, pregandola, si voglij impieghare di 
modo, che s*aiuti quanto prima, si come io pretenderô d'essere iscuso 
sempre che per nécessita sarô tenuto pigliare quell'espediente. che sarà 
più proprio per ovviare ad altri imcommodi (sio... 

Di Saverna, H 23 di Gennaro 162 1. 
Concept von der Hand Stredels. 



31. Alfonso Casate an Leopold. Lu^ern, 25. Januar 162/. 

Casate schickt ein Schreiben Ferias an Leopold. Keria erwartei Antwon mil dem 
rQckkehrenden Courier. 

In questo punto è arrivato da me il présente corriero con Ictiera del 
Sigr Duca di Feria, la quale non contien altra cosa, solo che m'ordina 
Sua Ecc*, ch'invij à V. A. il medcmo corriero in tutta diligencia con il 



- 36 - 

* 

disp«ichio per V. A., che va con questa, et supplicarla, resti servita mandat 
dispachiar il detto corriero con la risposta di V. A. con la brevita, che 
S. Ecc* dessidera. Et se ben il soprascritto del detto dispachio va diretio 
al Ser"i" Alberto, è causato per errore del secretario, contenendo pero 
espressamente, la lettera di S. E. esser per V. Alt*... 

Di Lucerna, a 25 Gennaro 162 1. 



32. Leopold an Alfonso Casate. Dachstein, 2g. Januar 1621. 

Auf dâs untcrm 2 5. Januar ûberschicktc Schrciben Fcrias scndet Leopold in aller 
Kile Mohr nach iMailand : dieser wird Casate seine Instruction mittheilen. 

Con la lettera di V. S. de 2 5 del corrente ho ricevuto quella del 
Governatore di Milano, il contenuto délia qualc mi ha mosso di mandar à 
quella parte in tutta diligenza il nostro Consigliere Massimiliano Moro di 
Liechtenegg, il quale comunicara a V. S. il tenore délia sua comissionc. 

Di Tachstein, li 29 di Gennaro 1621. 

Concept von der Hand Mohrs. — Nach Sprecher I, 221 fanden die Boten des 
Grauen Bundes bei ihrer Ankunft in Mailand daselbst neben Beroldingen, dem 
Obersten der in Bûnden weilenden Fâhnlein der 5 One, Maximilian Mohr. Aus 
obigem Schreiben geht hervor, dass das nichi richtig ist : Mohr triflft erst Ende 
Januar oder Anf. Kebruar in Mailand ein. Dass er als Vertreter des Erzherzogs 
Leopold kommi. erhellt aus Sprecher keineswegs. Auf die Nachricht von der 
Oberbûndnerischen Gesandtschaft nach Mailand hatten die Râthe in Innsbruck 
mit Schreiben vom i3. Jan. 162 1 F'eria ersucht, mit den Bûndnern nicht abzu- 
schliessen, bevor der Erzherzog Gelegenheit erhalten habe, seine Anschauungen 
und Inieressen zur Gellung zu bringen (Concept im St.-A. Innsbruck, von der 
Hand Mohrs). Otrenbar war Mohr sofort nachher zum Erzherzog ins Elsass 
abgegangen. um ihm persôniich die wichtige Nachricht zu ûberbringen. Das 
Schreiben Ferlas, das Casate unter dem 25. Januar dorthin sandte — es war datiri 
vom 23. Januar — lud Leopold 'îin, einen Vertreier zu schicken, und es war sehr 
naturlich, dass hiezu der Frzherzog eben Mohr ausersah. Nach dem Creditiv, das 
diesem miigegeben wurde, halte cr zu verhandeln Qber das ne' detti confini der 
Tirolo et délia prefata Val le di S* Maria per la continuatione et certe^^a det 
passa wûnschenswerihe und noihige. Am G. Februar 1621 kam*s zum Abschlusse 
zwischen Fcria und den Oberbûndnern. S. Sprecher I, 222. Die letzteren 
versprachen dabel. * Boten nach Innsbruck zu senden, damit die schwebendea 
Anstânde dort nach Inhalt der Erbeinigung ihre Entscheidung fônden, denn 
der Herzog von Feria versicherte schriftlich, dass er in dieser Sache durchaus im 



- 37 - 

Einverstândnisse mit dem Kaiser (sic) handie. » Ebenda S. 224. - Seit dem 
i5. Januar 162 1 befand sich ûbrigens bei F'eria als Gesandter Leopolds in ausser- 
ordentlicher (ebenfalls die Bûndner Angelegenheiien betreffender) Mission dessen 
Mundschenk Alessandro Vattielli. Mohr und Vaitielli zusammen ùberbringen 
dann im îVlârz 1621 dem Erzherzog nach Rufach 1 5,000 Ducaten, welche Feria 
fur gewisse « EfTetti » in der Bûndner Angelegenheii sendet. Aber es bieten sich 
noch Schwierigkeiten in der Sache: zur Beseitigung derselben schickt Leopold 
zum zweiten Maie Vattielli zu Feria, 2b. Mârz 162 1. (Aus der Correspondenz 
zwischen Feria und Leopold im St.-A. Innsbruck und einer Denkschrift Vattiellis 
ebenda.) Es war nur eine kurze Anwesenheit V. s in Mailand geplant; in Wirk- 
lichkeit aber hat Vattielli von da an eiwa vier Jahre lang den Krzherzog in 
Mailand vertreten. 



33. Girolamo Casate an Leopold. Lm^ern, 20, Màr^ 1621, 

Von Feria ist eine Depesche eingetroffen, deren Weiterbefôrderung an den Erzherzog 
Girolamo besorgt, weil der Vater. wie der Erzherzog weiss. krank ist. 

Arriva in questo punto il présente corriero da Milano, che viene 
indrizzato à V. A. Sef"* con un despachio del sig*" Governatorc, dal quai 
mio padrc hà ordine d'inviarlo per la più brève et sicura in tutta diligenza. 
Ma perche lui, corne V. A. già saprà, si trova malamente indisposto, ne 
puô servire nella maniera, che vorebbe, hô pigliato ardire di compir io 
à quest'uffîtio, et accompagnarlo con la présente lettera, che non servendo 
ad altro mi dà almeno occasione di far humil riverenza à V. A. Ser"™^... 

Di Lucerna, li 20 Marzo 1621. 



Ohne Zweifel hângt die zweite Sendung Vattiellis nach Mailand (Siehe oben 
Anm. zu Nr. 32) auch mit diesem Schreiben Ferias zusammen. 



34. Girolamo Casate an Leopold. AltdorJ) 3i. Màr^ 162 1. 

Die III Bûnde habcn fûnt' Artikel aufgestellt und beschworen. Inhalt diescr Artikel. 

Dopo scritta Taltra mia à V. A. Ser"™^ hô ricevuto nove de Grisoni, 
nclli quali mi certificano, che le Tre Leghe habbino unitamente stabiliti et 
giurati cinque capitoli nella forma seguente : Il primo, che si debbi di 
novo osservare il pundsbrictF; secundo, che nei loro pacsi vi sij libertà 



- 38 - 

di conscienza ; terzo, che non debbino, ne possino far Icga con alcun 
prencipc, ma si osservi solo quella, che già tengono con la Ser™* Casa 
d'Austria, Francia, et Svizzeri : quarto, che H capitoli concertati à Milano 
sijno nulli, invalidi, ne mai piû si possino acettare; quinto, che unita- 
mente con Francesi et li Svizzeri Protestanti debbino andar à ricuperare 
la Valtellina. Delche ho pigliato ardire d'avisar V. A. Ser»"*. 

Di Altorff a ultimo Marzo 1621. 



Nach Abschluss des Vertrages mil dem obern Bunde vom 6. Februar 1621 
war Scaramu!;!iia als Gesandter Ferlas nach Ilanz und Rhàzûns gekommen. Aber 
es gelingt nicht, die Annahme jenes Venrages durch die beiden anderen Bûnde zu 
bewirken. Vielmehr gewaltsamc Reaction. Signal zu derseiben : Ermordung von 
Pompejus Planta zu Rietberg am i5./25. Februar 1621. Bewegung im Mûnsterthal 
und Engadin ; Zug nach dem Oberhaibstein und von da ins Domleschg. Inzwischen 
Aufstellung der oben skizzirten Artikel, 11./21. Màrz 1621. V'gl. Anhorn, S. 177. 



35. Girolamo Casate an Leopold. Altdorf, /. April 1621, 

Der l'mschwung der Dinge in Graubûnden : neue Erhebung, ausgehend vom Engadin 
und Pràtigau, gegen den Obern Bund und die Fàhniein der V Orte gerichtet. 
Vertreibun? der letzteren aus Graubûnden (Einzelheiten). Das Land nun ganz in 
den Hânden der Gegenpartei. Die nach Graubûnden bestimmten Gesandten der 
katholischen Ôrte werden nun wohl heimkehren. Gueffier hat ja auch nur die der 
protestantischen Orte gewûnscht; dièse jetzt mit ihm in Chur. Daraus ist der 
l'rheber dièses « Ruines » zu erkennen. 

Essendo questi giorni occorsi diversi accidenti nel paese de Grisoni. 
quali vengono à sforzarci di mutar consiglio nelle deliberationi, che si 
erano faite d'accommodare quelle differenze per via di negotiatione, non 
ho voluto tralasciare di darne subito parte à V. A. Ser"*«, acciochc 
sapendo come passano quei negotij. possi dalla sua parte dar quelli ordini. 
che V. A. Ser"^* sempre suole in servitio di Dio, et interesse commune 
délia Ser'"* Casa. Et già V. A. sarà informata, che li Agnedini,et quelli di 
Pretigau. levate alcune bandiere, s'erano inviati verso Coira, dalla quai 
citta otiennero ducento moschcttieri in aggiutto, et subito entrati nella Lega 
Grisa alli 22 di Marzo occuporno Tosana, che veniva guardata dalle tre 
bandiere di Tisentis, Longanezza, et Waltensburg, non ostante che quelli 
di Calanca vi andassero in aggiutto, et vi perdessero da trento soldati. 
et il capitano d'Altorffo si fosse mosso con la sua compagnia per soccor- 



- 39 - 

rerli, ma, essendo arrivato tardi, trovo che linimico sera ritirato. et 
passava per la montagna à Razimbs, nel quai luogo si fermé sino alli 
25, mentre le cinque compagnie de Svizzeri catholici s'erano unitamente 
congregate in Ilanz, dove havendo loro inteso, che quella noue volesse 
venir ad attaccarle il dctto inimico, deliberorno di mandarli incontro due 
insegne, che furno la di Undervalden et Zug, quali incontratisi con li 
Agnedini scaramuzzorno dalle undeci hore délia notte sino aile quatro, 
et essendo socorse nel far del giorno dalle altre tre haverebbero tagliato à 
pezzi tutti li inimici, se le medesime bandiere délia Lega Grisa, sotto 
pretesto di preocupar un passo, non li havessero impedili : con tutto ciô 
li misero in fuga, ne amazzorno da cento quaranta. et svalliggiata la terra 
di Vallandas heretica, si ritornorno in Ilanz con perdita d'un solo soldato 
etuncapitano ferito. Ma li Grisoni. che per natura sua furno sempre poco 
fedeli, lasciatisi frà tranto allettare dalli suoi compatriotti Agnedini, si 
rivoltorno in un subito, et ribellatisi dalle compagnie Svizzere, che solo 
erano nel paese per diffesa loro, si congiunsero con linimico, il quale 
acquistate le bandiere délia Lega Grisa et chiamati li Zurigani da Maiens- 
feld, dove prima si fermavano, era forte di ventriquatro compagnie, quali 
unité insieme pensavano occupare aile spalle la strada alli Svizzeri Catho- 
lici, et tagliarli tutti à pezzo. Ma questi avisati per tempo si ritirorno da 
Ilanz con buon ordine, et tennero sempre indietro linimico, che li 
seguitava alla coda sin che furno salvi ridotti in Orsera, luogo di sua 
giurisditione. Talche il paese resta tutto in potere délia contraria parte. 
L'Ambasciatore di S. M^«', dopo esser stato quasi prigione in Tisentis, s*è 
ritirato con TAbbate ", et li amici Grisoni sono fugiti, lasciando le cose in 
peggior stato che mai, et le cinque bandiere de Svizzeri Cattolici se ne 
sono venute ciascheduna à casa sua. 

Li ambasciatori delli Cantoni Cattolici, che erano partiti per andare ad 
accomodare quelle differenze, '" penso, che intesa questa nova si ritorne- 
ranno adietro, et tanto più, che Gueffier fecc solo dimandare quelli delli 
Cantoni Heretici, che hora stanno con lui a Coiyra isic) : dal che potiamo 
conoscere lauttore di queste rovine "". Et di tutto ciô ho voluto dar parle 
a V. A. Ser™* per accertare à servirla come son obligato... 

Di Altorffo, a primo d'Aprile 162 1 . 

Vgl. die Darstellung dieser Erelgnisse bei Sprecher I, 220-249: Anhorn, 
S. 179-183. Sonderbarer Weise sind bei ersterem sâmmtliche Daten um eine 
Woche vorgeschoben. se dass z. B. das TretFen bei Valendas auf den 2. April 
(statl auf den 26. Mârz) verlegi wird. — ' Scaramu^^ia : nach Sprecher, S. 234. 



— 40 - 

geht dieser schon vor dem Gefechl bei Valendas, nâmlich am i. April (richtiger : 
25. Mârz) durch das Medelser Thaï (ûber den Lukmanier) nach iMailand. Dafûr 
findet sich bei den siegreichen Biindner Truppen ein Mailânder Kaufmann. 
Giulio Cesare Ciceri, ein und veriangi eine Unierredung mit Rudolf v. Salis. 
S. darQber Sprecher, S. 249; Salis, S. iiô. Nach letzlerm ging der eigeniliche 
AuftragCiceri'sdahin, Rudolf von Salis «mittelst sehransehnIicherVersprechungen 
in das Intéresse Spaniens zu ziehen. » Vgl. unten Nr. 127. — " Sébastian v. 
Castelberg, vgl. m. Luz. Progr. S. 61. Ueber Briefe des pâpstl. Nuntius Sarego 
und Gueffiers, die in der Wohnung des Abtes sich gefunden haben sollen. 
s. Sprecher, S. 217, 244. Vgl. Anhorn S. i83. — '"S. Abschiede V, i, S. 191 u. 
f. Ankunft der eidgenôssischen Gesandten in Wesen : 27. .Mârz. Die Nachrichten 
aus Bûnden, die hier einlangen, bestimmen in der That die Vertreier der kath. 
Orte, die Weiterreise aufzugeben. Schon am 2. (dann wieder am 11.) April 1621 
berathen die 3 Lânder zu Brunnen Dber die durch jene Ereignisse geschafTene 
Lage. S. Abschiede V, i, S. 194 und 195. — ■*" Vgl. Schreiben Mirons an de 
Cœuvres vom i5. April 162 1 bei Zeller, S. 362. 



36. Leopold an Girolamo Casate. Rufach, 5. April 162 1. 

Antwort auf die Schreiben C. s vom 3r. Màrz und i. April. Der Erzherzog wûnscht 
dringend, ûber die weitere Entwicklung der Dinge von C. fortwâhrend genau 
unterrichtet zu werden. 

Dalle lettere vostredal ultimo di Marzo et primo del corrente mandate 
con quest'espresso habbiamo inteso pienamente il ragguaglio, che ci date 
dalle cose passate nuovamente costi nella ultima fattione délia Ligha 
Grisa, come anco li capitoli stabiliti in poi tra le Tre Leghe. Et impor- 
tando à noi per molli rispetti, che da questi et simil accidcnti, quali alla 
giornata potrannoavenire in quei contorni, venghano ' (sic) puntualmente 
avisati, vi assicuriamo, che li vostri ragguagli in altre occorrenze future ne 
detti loghi ci saranno à noi semprc moltocari, offerendoci di ringraziare (?) 
il tutto verso la persona vostra nelleoccasioni di vostro gusto et contento... 

Di Ruffach, li 5 d'Aprile 1621. 

Concept von der Hand E., flûchtig geschrieben und mit vielen Correcturen. 
— * ursprunglich : siamo. 



37. Girolamo Casate an Leopold. Altdorfy g. April 1621, 

Die von Spanien besoldeten fûnf Fâlinlein der katholischen Orte sind ohne Urlaub 
nach Hausc zurOckgekchrt. Wunsch Ferlas : Aufstellung an einem geeigneten 
Posten, um dort von ihm Vcrstarkung zu erwarten. C. ist dabei auf grosse Schwic- 



- 4" - 

rigteiien gestossen ; Luzern hat sich oflen g«w«igert. Die andern vier Fâtinlein 
ziehen nach Beltinzona. um gemeinsam mit Wattenwil (i,5oo Burgundern) ins 
Misoierthal einzurûcken. Encrglsche Holfe tui sichcrlich noih : die Engadiner und 
Zûrcher wotlen die bereits mitgetheilteti Anikel zu allgemeiner Annalime bringen 
und dann nach dem Veiilin marschiren ; die Venelianer stehen schon mit 
bedeutender Macht in Val Camonica. — Am 14. April Tagsatzung der VII Latho- 
iisclien Orte und des Abtes von St. Oallen zu Luzern. 

Hô spedito il dispachio, che V. A. Ser"" è resuta servita farmi inviare 
con cornero espresso, et io con un altro, che spedisco in questo punto, 
rh6 inviâto verso Milano, dovc m'ha promesso d'esservi per tutto il 
giorno de domani, che sara alli 10; cossi con la medesima prontezza ogni 
volta, che si degni comandarmi, servira V. A. Ser"", alla quale non 
posso lasciare di dar parte, corne essendo senza licenza ritornaie à casa 
le cinque compagnie dei Svizzeri Catholici pagate sin adesso à soido di 
S. M", et dcssiderando il Sig' Govcrnatore di Milano, che si rimetiessero 
in qualche posto commodo à ricevere l'aggiutto, che lui haverebbe 
somministrato, ho havuta grandissima difficoltà in ottenerlo, et quelli 
di Lucerna ne l'hanno apertamente negato ; le altre quatro marchiano 
verso Belinzona per entrare unitamente con II Baranc dî Vattvill nella 
Misolcîna, quai deve condure i5oo Borgognoni. Per certo il negotio ha 
bisogno di buona assistenza, sforzandosi li Agnedini et Zurigani di prima 
far acettare in comunc li capitoli, che gia ho inviati a V. A. Scr'"', et 
puoi marchiarsene verso Valtcllina, dovc con la corrispondenza de Vene- 
tiani (che gia sono calati con alcuni pczzi di artiglieria et 25oo fanti con 
3oo cavalli nella Valle Camonica) potrebbero dar assai che pensare. 

Questi delli sette Cantoni Cattolici con San Gallo terrano isic) una dietta 
mercordi prossimo, che sarâ alli 14 de! corrente, in Lucerna, per traturc 
del modo, che haverano à tencre per remediare à questi inconvenienti '. 
Il che tutto ho pigliato ardire di communicare a V. A. Ser™»... 

Di Altorlfo, a 9 Aprile 1621. 



AuTder ROckseite faisches Datum : ig. (suit 9.) Aprilis [621. - VVeitcr die 
Noiiz : pnt. 1 1. Aprilis 1631 . — ' Dièse Tagsatzung hst dann in WirtlichL:eit 
(RI i5. und 16. April stattgefunden. Vgl. unten Nr. îg. 



— 42 — 

38. Die Raethe Leopolds an Alfonso Casate. 

Innsbruck, 14, April 1621, 

Schicken der Sicherheit halber Duplikat eines mit Expresscourier an Fena abgefer- 
tigten Schreibens, mit der Bitte um Weiterbefôrderung nach Mailand und Unter- 
stûtzung durch Begleitschrciben. 

Acciôche l'Ecc^* del Sig" Duca di Feria ricevi più sicuramente quello, 
chc li scriviamo per corriero espresso, habbiamo truovato necessario di 
mandare à V. S. III"»* un duplicato aperto, pregandola, sia servita, doppô 
letto, di spedirlo non solamente in diligentia à Milano, ma accompagnarlo 
insieme col suo prudente parère et quelli uffitij, che second'il bisogno 
présente truovarà necessarij... 

Di Innspruk, li I4 d'Aprile 1621. 



Concept von der Hand Stredels : «^ Al. Sig" Alfonso Casate. » Es ist das 
letzte an diesen gerichiete Schreiben. 



39. Girolamo Casate an Leopold. Lu^ern, 17, April 162 1, 

C. sendet ein Schreiben Mvrons an die V Orie. Die franzôsischen Praktiken nun klar, 
klar auch der Ursprung der jûngsten Erhebung in Graubiinden. In Luzern die 
franzôsische Partei sehr rûhrig, will die Rûckkehr der Fâhnlein nach Graubûnden 
nicht gcstatten : nur die III Lândcr haben die ihrigen zur Bewachung der Passe 
nach. l Tseren und Bellinzona geschickt. Bescaluss der Luzerner Tagsatzung : nicht 
nach Baden zu gehen, weil die Protestanten jctzt doch nur ailes zu Gunsten ihrer 
Glaubensgenossen wenden wollen. Beschwerde der Zûrcher ûber Durchpass 
spanischen Volkes durch Bellinzona : Entschuldigung der kathoUschen Orte. Die 
leiztern wollen der Gegenpariei gute Worte gebcn, wâhrend Leopold und Feria 
mit Proviantsperre und Walfengewalt gegen die Bûndner vorgehen ; den Pass 
wollen jene offen halten, aber selbst Volk schicken kônncn sie nicht, weil sonst 
Frankreichs Eifersucht und eine kriegcrische Aktion Berns zu befûrchten. 

Le prattiche francesi, che sin à quest'hora ci erano sempre state 
sospette, adesso per una lettera scritta dall'Ambasciatore Mirone alli 
cinque Cantoni Catholici sono venute in chiaro, corne V. A. Ser"»* potrà 
restar servita far leggere per la copia, che va con questa ', ne plu doviamo 
dubitare, d'onde habbino havute origine le sollevationi seguite prima 
neirAgnedina, puoi in Prettigau, et nella Casa di Dio, Rnalmente nella 
stessa I^ga Grisa, che già si era datta in protettione al Sig^ Governatoredi 



- 43 - 

Milano, et accettati li suoi capitoli. Qui li adherenti à Prancia metuno 
ogni disturbo: non vogliono acconsentire, che le compagnie ritorninodi 
nuovo in Grisoni, ma solo H Tre Cantoni hanno înviate le loro alla 
guardia dei passi in Orsera et Berinzona. In quest'ultima dieta, tenuta 
in Lucerna alli i5. et i6. dcl correme, si è stabilito di non andare à Bada, 
come li Protestant! desideravano, perche quelli cercano di accommodare 
le cose adesso con avantaggio delli Heretici, mentre nel paese de Grisoni 
hanno la briglia in mano. Aili Zurigani. che si lamentavano, perche li 
Tre Cantoni havcssero lasciata entrare la genre di S. M"* per il contado 
di Berinzona, hanno risposto. esser ci6 seguito senza loro saputa, et cosi 
dicano di voler darli buone parole, mentre sperano, che V. A. Ser™ 
dalla sua parte, et il Sig"" Governatore per Chiavena et Mesolcina facendo 
trattenerc le vettovaglie, et movendo buon numéro di gente potranno 
facilmente castîgare costoro con la famé, et con le arme, promettendo li 
Cantoni Cattolici di lasciarc in qucsto mezzo il passo aperto, et dissi- 
mulare, mentre queste cose si cseguiscano, ma che non possono scuoprirsi 
contrarij con mandare sua gente. per non ingelosire Francia à loro 
confederata, et dar causa à Bernesi di moversi per la contraria parte, di 
tutto che hô pigliato ardire dar parte à V. A. Ser""», alla quale Carlo 
mio fratello rappresenterà quanto io desideri impiegarmi totalmente in 
servitio di V. A, 

Lucerna, li 17. Aprile 1621. 

' Das Schreiben tiegl in der Thaï (in deutscher Leberseizung) bei. Es ist 
datirt : Solothurn 4. April 1631, und bekiagt sich bitler Qber das Verhalien der 
kath. OberbOndner vor dem neuesteti Umschwung. Neben diesem Schreiben des 
Gesandten lag der Tagsatzung der kath. One vom [5. und ]6. April auch ein 
solches seines KOnigs vor, Wahrscheinlich isi dies das Schreiben l.udwigs XIII. 
vom 13. M2rz 1631 (an sâmmtlicbe eidgen. Orte), das in iialienischer Interprétation 
ebenfalls bei der Correspondenz der Casati liegt. Zu einer Wiedergabe dieser Akten- 
stQcke ist hier nicht der Ort. Ueber dièse Tagsauung s. Abschiede V, r, S. [96. 



40. Leopold an Girolamo Casate. 



Rufach, 20. April 1621. 



Schickt ein Schreiben , 
BemDhungen begleiu 



1 die V Orte: Casate môge dasscibe mit seinen eifrigsicr 
und die Anlwort an den Erzherzog ins Tirol'scnden. 



Inviamo la qui gjonta nostraalli Cinquc Cantoni Cattolici, la quale 
rareté quanto prima Jndrizzare dove bisognarà. Et per piena informatione 



- 44 — 

vostra vi mandiamo anco la copia di detta nostra lettera, pregandovi 
d'accompagnarla con li piu efficacij offitij,che saprete fareda parte vostra. 
et anco rimandarci nel Tyrolo le risposte dalli detti Cantoni... 

Di Ruffach, li 20 d'Aprile 1621. 
Concept von der Hand E. 



41. Girolamo Casate an Leopold. Altdorf, 24. April 1621, 

Das Rriegsvolk Wattenwils am 19. April von den Bùndnern zum Rûckzug aus dem 
Misoxenhale genôthigt. jetzt in der Grafschaft Belienz. Feria betîehlt Casate, fûnf 
weitere Fàhniein zu werben, um die unier Beroldingen stehendcn auf zehn zu 
ergânzen ; Zweck angeblich : Bewachung der Passe von Bellinzona, in Wirklichkeii : 
Kinrûcken in den Obern Bund. Ii> vierzehn Tagen, hofft C, wird ailes in Ordnung 
sein. — C. fûgt ein Schreiben des Venetianischen Residenten in Zurich bei (Siehe 
Beilage). — Schlimme Nachrichten aus Spanien ûber den Gesundheitszustand des 
Kônigs. 

11 Coppiero di V. A. Ser»"^, S"" Alessandro Vaitielli, m'incarica, ch'io 
mandi Tincluso piego per messo proprio, corne fô con ogni prontezza. 
Frà tanto li soldati del Watvil alli .19 del corrente sono stali sforzati à 
ritirarsi dalla Mesolcina, perseguitati da 14 bandiere de Grisoni, con 
morte d'un capitano. et di alcuni soldati ; hora si trovano nel contado di 
Berinzona. 11 Sig^ Governatore mi da ordine, ch'io levi altre cinque com- 
pagnie di Svizzeri, per compire il numéro di dieci, sotto il coronello Ber- 
lingher, et questo con pretesto di guardare li passi di Berinzona, ma in 
cffetto dovranno servire per entrare nella Lega Grisa, mentre si sij à tempo ; 
cosi spero, che il tutto sarà in ordine nel termine de quindeci giorni. 
— M'è capitata in mano una lettera del Résidente per la Repubiica di 
Venetia in Zurico, la cui copia invio à V. A. Ser"'*, perche resti servita 
far vedere da quella li andamenti del nemico. — Le ultime di Spagna 
de 3o. portano, che S. W^ havesse gia havuta lestrema untione, perciô 
fosse quasi disperato délia sua salute *, et di questo ardisco dar parte à 
V. A. Ser»"^, benche io sappi, che lei n'havrà già ricevuto altro aviso... 

Altorfib li 24 Aprile 1621. 

Vgl. ûber dièse Ereignisse im Misoxerthale Sprecher I, 250-254. Nach ihm 
fand der Einfall ins Thaï auf Giovers Drângen, gegen die Absichten Ferlas, schon 



am 1 1 . April staii. Waitenwil ist nicht persflnlich anwesend ; seine Stelle ntmmt 
der Maiiander Francesco Gambarella ein. Dies Gefeclit bei San Giacomo, das mit 
der Venreibung der Wattenwilschen Truppen aus dem Thaïe endigi, seizt 
Sprecher auf den aa. April. — ' Philipp. III. f 3i. Màrz j6îi. 

Beilage. 
Olo. B«tu. Leonello an den Venetlanlicben Retldeoten In MalUnd. 

Zurich, i5. April 1621. 

Doppo haver le bandiere délie Tre Leghe operaio quanto nelle mie précèdent! 
avisai, cosi nel redur le communiià disobedienli à debiti termini, condannandone 
alcune in dannari, ei giurando tutti insieme 5 articoli, per meglio stabilir l'unione 
del paese, si sono poi ritiraie à Coira, ovc hanno liceniiato la gente, resiandovi 
solo con rinsegne 8 huomini per una. per tonsultar et deliberar quello che sarà 
necessario, et con ordine ancora di tornar tutti ad unirsi frà puochi giorni, et 
lanto più presto, quanto il bisogno lo ricercasse : si attende hora à riconciliar 
diverse persone panicolari, à dar buoni ordini nelli luoghi pericolosi di confine, 
et à scriver lettere à divers! Prencipi, rappresentandogli il loro siato, et ricercan- 
dogli aggiutto et soccorso, del quai sono vcramente in somma nécessita, non 
tanto per ricuperar il perduto, che per delfender ei custodir il proprio, vedendos! 
la deliberatione ferma del Govcrnatore di Milano di voler inquietarli d'avaniaggio, 
con i'aggiutto de piccioli Canton!, genti dcU'uno et altri de quali si sono hormai 
conferite à Belinzona et Orsera, con dissegno d'invaderli dalla parte di Mesoco et 
di Tisetis, oitre il iravaglio, che dalla parte di Chiavenna et di PoschJavo con 
rinforza di milltia II preparano. 

Hoggi s! tiene in Lucerna una dieia de piccioli Canioni, sopra la dimanda 
fattagli da Milano di 3, 000 huomini. et per dir il vero, non sono del tutto ben 
disposti à concède rglie la, et comincia ad entrarli gelosia di veder il Spagnolo 
ingrossarsi di forze sopra il loro dominio, et potrà essere, se ben tardi, che 
paghino il fïo de lor mali (sic) intesi consigli. 

A Bada è intimaia una dieta générale de tutti II Canton! et Confederati, più 
con giusta causa di provedcr à tant! disordini et pericoli, che sopra sianno à 
questi paesi. che con speranza di potergli per quesia via remediare. 

Sono passât! vanedi per Zurigo duo! thesorieri di Francia con un st'orziero 
d'oro, che prevengono il S" Ambasciatore estraordinario, che deve esser à 
quest'hora à Soletorno, ei non si puù negare. che non caminj con passo molto 
lento, et improprio del bisogno. Con che etc. 

D! Zurigo, à iS Aprile i6ai. 



- 46 - 
42. LfCopold an Girolamo Casate. Délies y 2, Mai 162 1. 

Gueffier hat die Einberufung einer Tagsatzung nach Baden veranlasst. Der Erzherzog 
wOnscht zu vernehmen, was er da verhandelt und was die Orte beschliessen. — 
Er zeigt den Empfang von Briefen Casâtes an und knûpft daran die Hoffnung, dass 
die Dinge zu seiner Zufriedenheit sich gestalten werden. 

Poiche intendiamo, che dal Ambasciatore Gueffiero sia stata intimata 
una dieta in Baden *, alla quale esso in persona vuol trasferirsî, mi sarà 
molto caro d'intendere il suo negotiaio et trattato costi, corne anco le reso- 
lutioni, che li saranno date da quei Cantoni. Perô confido, non mancarete 
di ragguagliarci subito del tutto per un espresso, che cio riceverô a molto 
grado. Vi avisiamo ancora haver ricevuta le vostre lettere inviateci dal 
corriero di Milano, di maniera che speriamo, le cose doveranno riuscire 
à nostro bon contento, il quale rispediamo hora verso il Sig*" Duca di 
Feria per la via di Bormio... 

Di Délies, li 2 di Maggio 1621. 

Concept von der Hand E. — * Von einem solchen Begehren Gueffiers fînde 
ich in den Abschieden nichts. Die nâchste gemein-eidgenôssische Tagsatzung 
ersi 23.-26. Mai. Aufdieser isi kein franzôsischer Gesandter gegenwârtig. Neben 
Myron und Gueffier befindet sich seit Mitte April 1621 in der Eidgenossenschaft, 
bezw. in Graubunden als ausserordentlicher Gesandter Ludwigs XIII : Montholon, 
Ueber seine Begrûssung in Solothurn durch Vertreter der protest, und der kath. 
Orte s. Conferenzen v. 26. und 29. April 1621 (Abschiede V, I, S. 198 und 200). 
Inzwischen bringt Bassompierre am spanischen Hofe die seit Monaten durch ihn 
gefûhrten Verhandlungen zum Abschiusse in dem Vertrag von Madrid vom 
25. April 1621. Montholon erhâlt den Auftrag, diesen Vergleich zur AusfQhrung 
zu bringen. 



43. Leopold an Girolamo Casate. Délies^ 2, Mai 1621. 

Antwort auf einen Brief, der eigentlich an Carlo Casate gerichtet : Girolamo wQnscht 
die Compagnie des Bruders (Régiment Altemps), wofOr dieser eine soiche in dem 
Regimente Lodron ûbernehmen kônnte. Leopold theilt nun mit, dass die Bildung 
des ictztern noch keineswegs gesichert sei. 

Havendo noi incontrato in questo viaggio il vostro messo, con un 
despacchio à Carlo Emanucle nostro cameriere, et pensando, che vi sarebbe 
inclusa qualchc lettera per noi, habbiamo Icvato la coperta del detto 
despacchio, et visto nella vostra il desiderio, che tenete, acciô vi fosse 



- 47 -" 

resignata la compagnia dai dctto Carolo Emanuel vostro fratello sotto il 
commando del conte d'Altemps, potendone egli accettare in cambio di 
questa un'altra sotto il Conte di Lodron, il cui regimento si doverà 
mettere in piedi. Sopra di che habbiamo voluto dirvi, che se bene per 
conto di detta levata ci sia venuta qualche resolutione dal Sig^ Governa- 
tore di Milano, tuttavia per trovarci ancora qualch'altra difficoltà, siamo 
per replicarc al detto Sig*" Governatore, di maniera che prima non siano 
gionte altre resolutioni da esso, mi pare, che non poterete far fondamento 
saldo sopra la detta leva. Col restarmi al solito gratiosamente affetti. 

Di Délies, li 2 di Maggio 1621. 
Concept von der Hand E. 



44. Girolamo Casate an die Raethe Leopolds. AltdorJ, i5. Mai 1621. 

Antwort auf ein Schreiben der Râthe vom 10. Mai : zwei deutsche Regimenter werden 
fur Venedig geworben; der Durchpass durch Tirol soll ihnen versperrt werden. 
C. seînerseits will ihnen den Weg nach Zurich verlegen. Wahrscheinlich sind sie 
fQr GraubOnden bestimmt. Schon sind viele Waffen- und Munitionsscndungen 
dahin abgegangen. Die katholischen Orte wollen keine Massrcgeln dagegen crgreifcn. 
Die zur UnterstQtzung der Bûndnerischen Bandirten geworbenen zehn Fâhniein 
weigern sich, gegen die IIl Blinde zu kâmpfen. — Kriegsvolk in Zurich. Wohin 
bestimmt ? Die Râthe sollen einen der verhafteten Sôidncr inquiriren. 

La lettera délie SS**'* VV« \\\^^ scritta sotto li 10 di questo mese mi 
è capitata hier! sera, et in quella hô visto quanto si compiacciono avisare 
circa la leva, che si va secretamente facendo di doi regimenti allemani per 
la Republica di Venetia, et la cura, che loro hanno presa per impedirli da 
quella parte il p)asso. Cosi io anderô facendo ogni diligenza per cercar 
modo di disviar la loro andata à Zurigo. Et quando qui non si possi 
ottennçre, si cercherà di provedere, che per il stato di Milano non passino 
à Venetia, se pure hanno questo pensiero. Ma io dubito, che la intentione 
loro'sij di mandarli alla sfilata ncl paesc de Grisoni. dove hanno già 
inviate avanti moite armi, et monitioni. senza che da alcuna parte si 
sijno potute trattennere, puoiche questi Cantoni Catholici sotto pretesto 
di stretta con fédérât ione presuppongono di non doversi impcdire (sio in 
quelli affari. Et se bene qui habbiamo levate dieci bandiere per mandaric 
in soccorso delli Grisoni forusciti, queste pcro si cominciano à dichiararc 



- 48 - 

di non voler combattere contro le Tre Leghe, ne attacare la Grisa, corne 
si era presupposto. Andiamo perô facendo ogni sforzo per persuaderglielo, 
ma sin'adesso vi si trova puoca inclinatione'. 

Et perche importera assai il sapere, à chi sijno indrizzati questi 
soldati in Zurigo, prego le SS. VV« Ill^c voglino fare essaminare alcuno 
de questi soldati arrestati per cavarne il vero, acciô noi puotiamo puoi 
fare diligenza per scuoprire più avanti, dove questa soldatesca sij destinata. 

Altorffo, à i5 Maggio 1621. 

' S. die Beschlûsse der Tags. der 5 kath. One v. 7. Mai 1621 : Abschiede V, i. 
S. 203-204. 



45. Girolamo Casate an Leopold. Altdorf, ly. Mai 1621. 

Dâ die kathoiischen Ortc durchaus nicht gestatten woUen, dass die zehn Fahniein in 
GraubQnden einrûcken, befiehit Feria Casate. sie zu entlassen. Aber nun Schwierig- 
keiten wegcn der Soldforderungcn. Die kat'.. Orte wollcn auch die Burgunder nicht 
mehr in ihren Gebieten dulden ; man spricht sogar schon vom Verjagen der BQnd- 
nerischen Verbannten, weil dièse Gewaitthaten verûben und damit vielleichi den 
Orten den Krieg ins eigene Land ziehen. Ueberhaupt grosse Erregung unter den 
kathoiischen Orten seit dem Mailânder Capitulât mit dem Obern Bunde : Feria 
wolie damit einen andern Pass sich ôffnen. Darum werden jene die Badener Tag- 
satzung besuchcn und mit den protcstantischen Orten auf gemeinsame Abstellung 
der Gefahren und Beschwerden sinnen. — Inzwischen das Kloster Disentis von den 
protestantischen BUndnern verbrannt und der Abt verjagt. Beilage (fehlt) : Schreiben 
der bûndnerischen Verbannten an den Erzherzog. 

Vedendo il Sig*" Governatore di Milano, che questi Cantoni Catholici 
non volevano in nissuna maniera permettere aile sue bandiere, che già 
erano compiteal numéro di dieci, di entrar in Grisoni per far Teffetto dalla 
parte délia Lega Grisa, che con altra mia acennai à V. A. Ser»"*, lui si è 
rissoluto di ordinarmi, che io le licentiassi, lasciandone solo tre in piedi 
per guardia dei passi '. Et se bene truovo difficoltà grandissime in puoter 
ciô mettere in cssecutione, perche pretendano il soldo de tre mesi, ho 
perô speranza di riuscirne una volta, se benc con puoco gusto, et manco 
credito al servitio del Re. Fanno di più instanza, anzi sono rissoluti li 
medemi Cantoni di non voler più patire ne loro territorij quei Borgognoni, 
che li giorni passaii si ritirorno da iMesolcina, et quel che è peggio, si 
comincia à motteggiare di scacciarc ancora li fuoruscîti Grisoni, perche 
questi fanno moite voile atti di hostilità contro li suoi nemici ; ne hanno 



— 49 - 

condotti alcuni in Belinzona priggioni. spogliati, et levate le lettere alli 
messi di Venetia ; perciô dicano li Svizzeri di non volere con questo lirare 
la guerra nei suoi paesi. In somma, doppo che hanno scoperto dalli capi- 
toli concenati in Milano con la Lega Grisa la voluntà del dette S^ Gover- 
natore... di aprire un'altro passo, si ë conosciuta grandissima altcratione in 
loro, nepiû hanno volutofavorirc il negotiodelliCattolici Grisoni, ma datte 
orecchie à Francia, Venetiani, et finalmente à tutti quelli, che potcvano 
disturbare ogni simile conclusionc. In conformità di che havendo Zurigani 
dimandata una dieta dei i3 Cantoni in Bada, tutti vi anderanno. et ivi 
si tratterà di accordarsi insieme per rimediare alli inconvenienti, che 
presuppongono soprastare all'Helvetia gencralmente confedcrata, cio è 
Svizzeri, Grisoni, et Vallesani, mentrc da moite parti hanno divers! 
Prencipi armati nei conBni, lamentandosi, che li venghino levate le 
vettovaglie, et simili altre calumnie, corne V. A. Ser™" restera servita 
far vedere per la copia délie lettere, che vcngono con questa. 

Frà tanto li Heretici Grisoni hanno abbrusciato il monastero di 
Tisentis, et datta la caccia all'Abbate, il qualc si era salvato in un bosco*". 
L'annessa mandano li Grisoni fuorusciti à V, A. Ser""". 

Altorlf, à 17 Ma^io 1621. 



■ Vgl. Conferenz der IIE Linder v. ai. Mai lôai : Abschiede V, j, S. ao5, 
— " Die Itath. One erscheinen in der Thaï an dieser Tags. vom iS.-aô. Mai und 
die Erfirterungen zwischen ihnen und ZUrich ûber die Vorgânge in der Grafschaft 
Sellenz und im Misox scheinen keinen gereizten Charakter angenommen zu haben : 
ZOrich erkliri sich fur befriedigt. Absch. S. 2o5-io6. — "■ Der Brand des KIosters 
&nd stati am i3. Mai 1631, aber ohne Verschulden der « heretici Grisoni. » Die 
Nachricht voneinerVerjagungdas Abtesganzunrichiig. S. SprecherI,36o, 361-363. 



46. Leopold on Girolamo Casate. 



Innsbruck, 17. Mai 1621. 



Antwort auf Schreiben C s vom 7. und t i . Mai. Aus den Ereignisscn im Obern Bundc 
und den EntschlOssen der katholischen Orte erpibt sich klar, wie man sich sufdiu 
Versprechungen dieser VQlker veriasscn ktnn. Man wird nun auch die Zurûckhal- 
tung des Eriheriogs begreifen. — Ab^'esandle der 3 Mndc sind in Innsbruck 
angekommen. Ihre Forderunj^en. Der Erzhtnof, wird suchen, Zeit zu gewinnen. 
— Auch ein Agent Monlholons m Innsbruck. — Weil die Verkehr.'isperre cinen 
solcben Eindruck auf die BQndner gemachl hat. soll C. dafQr sorgcn. dass Jctzterc 
von Seiten der kacholjschen Orte nicht mi! l.ebensmidetn versehen wcrden. 
Leopold hai ein Ein vers tindniss Uber diesen sehr wichtigen Punki zwischcn den 



— 5o - 

Orten und seinen Râthen in Feldkirch gewQnscht, aber von jenen noch keine 
Antwon erhalten. Die katholischen Orte môgen auch das venetianische K.riegsvolk 
Lôwensteinsjiicht passiren iassen. 

Ho visto d'ambedue le voslre lettere dei 7 et 1 1 correnie, con quanta 
prontezza et sincérité ella continui di participare meco quello, che di 
man'in man passa nelle cose di Grisoni et Sguizzeri, delche ricevendo 
io si ngolar contente voglio sperare, che voi tanto più volontieri andarete 
continuando. Et si corne da quello è seguito per si pochi movimenti nella 
Legha Grisa, et hora viene anco risoluto da Sguizzeri Cattolici appare 
manifestamente, quanto poca speranza et fondamento s'habbia à fare 
sopra le promesse di quelli popoli, cosi voglio credere. che ogn' une potrà 
tanto meglio conosccre le cause, per le quali io sia sin'hora andato più 
riservato di quello, ch*ad instantia de gKamici cotanto appassionati si 
ricercava, et che tanto più sià necessario andare circonspetto, non si 
fidando punto d'altra cosa che del suo proprio potere, il quale corne io 
vedrô essere laie, che queste provincie non restino esposte ad aperta et 
pericolosa guerra, non lasciarô dalla parte mia di mostrare al mondo. 
quanto sia il zelo, che porto alla causa commune di Cattolici oppressi, et 
al servitio dcUa M^^ Cat*^^. Con l'istess'opinione poi vi dô parte, qual- 
mente sono arrivati, alcuni giorni sono, certi Grisoni à nome délie Tre 
Lighe, i quali, se ben'io, essendo restato questi giorni retirato *, non hô 
sin'hora ascoltati ", devono tuttavia darmi à loro modo relatione, per 
quello ch'intendo, délie cose tra loro passate, offerirsi alla continuationc 
dclle confederationi antiche, dimandare la liberatione dei commertij 
prohibiti, la restitutione délia Valle di Monester, et liberatione dei predi- 
canti, le quali cose essendo tutte di moka consideratione, procurarô di 
guadagnare il tempo, ne lasciarô di dare parte al Sig" Duca di Feria et 
à voi di quanto andarô trattando con loro. 

E arrivato similmenie uno spedito dal Montallone '", il quale pure 
non hô ancora ascoltato. ma per quanti egli, tenendo Massimiliano Moro 
essere uno dei mandati à nome délie Leghe (mentre da me dcputato 
commissario li faceva compagnia) in sua presenza si lasciô intendere ina- 
vcduta mente, doverà parlare delTistessa materia, havendo à loro fatto grand' 
animo, et promesse. Et poiche vedete, à quanto si siano di già ridotti 
in poco tempo i (jrisoni doppôche sono à loro levati i commertij '"% farete 
tanto maggior sforzo di operare di modo, che dalla parte dei Cantoni 
Cattolici non ne venghino somminisirati, dai quali non è stato risposto 
ancor niente sopra Tinstantia. che da parte mia gli è stata fatta, acciôche 
con li ministri miei à Vcldkirchen s'accordino del modo, corne venendo 



- 5l ^ 

essi provisti si possa tuttavia impcdirc il sale et i grani alli aversarij, si 
che saria necessarijssimo, che procurasie d'aggiustare quel punto, che pu6 
quasi solo dar'il compimento à quanto si desîdera, si come medesima- 
mente, passand'alla sfilata, et sotto divers! nomi d'arteggiani, pclegrini, et 
gente vagabonda, gran numéro di soldati condotti dal conte di Levenstain 
per servitio délia Republica Venetiana, quello venisse puntualmente 
impedito cosi nelll Canton! Cattolici come nel stato di Milano. 
Di Inspruko, lî 17 di Maggio i63[. 

Concept von der Hand Stredels, mit der Bemerkung am Rande : Cita. - 
' Hier stand ursprûnglich : • per il dovuto luno délia M" C', che sia in gloria » 
(gesirichen). — " Nach Sprecher 1, a56 wurden die bQndnerischen Gesandten aber 
noch an diesem Tage, dem ij. Mai. vom Krzherzog empfangen. Es waren auïser 
Sprecher seibst : Fonunat v. luvalta und Julius Meissen. Nach luvaltas Denkw., 
S. 67, reisi die Gesandtschaft am 24. Mai von innsbruck ab. — '" X. Poffier 
Longepierre, Neffe Montholons. S. Sprecher I, a6a. - "" Dièse Verkehrssperre 
scheint im April verhingt worden zu sein. S. Sprecher 1, 355. 



47. (^rolamo Casate an Leopold- 



Altdorf, 7. Jum i6ai. 



Myron bat in ttaden den Madrider Vertrag verkQndigi. Darauf Suspension der 
Verhandiungen Qber eine gemeinsame Vcrwcndung der eidgenossi.schen Orte bel 
Leopold (Antrag der protest. Partei). Die katholischen Orte verjichten elnstweilen 
auf eine Verstandigung mit den Riithen in Feldtirch Qber die Angelegenheit des 
Geireideverkehrs. BQncener «ird gensuer berichten. — Ueber die Verhandiungen in 
Luiern wird Mohr referiren. Die Gesandten Flandcrns und Frankreichs bereiis dort. 
Wenig Befriedigung Qber den Madrider Vcrtrag bei den fcaiholischen Orien : Die 
bQndnerischen Verbannlen darin gar nicht berUcksichtigt ; Furcht. dass die 3 BQnde 
ganz unler den Einfluss der Berner und Zûrcher gerathen. Vorschiag. durch den 
Nunlius Aufschiebung der Sache oder weoigsiens bessere Bedingungen [Qr die 
kalholische Religion zu verlangen ; sonst schwerlich Bûrgschaftsleistung filr die 
BQndner! Die ZUreher seibst hëtten nichi einen fUrdie katholischen und die habs- 
burgischen iDteressen so ungQnstigen Vertraggeschlossen. Ferla gibi Cssaie kcine 
Befehte. DIeser trotzdem thitig gemass dem Schreiben Leopolds an seinen Valtr 
vom 17. Mai. S. Anwesenheit in l.u/ern bat aber Mohr nichl gtwonschi. — 
Familienangelegenheiten. — L'eberbringer des Schreibens : BQntencr. 

Havendo l'Ambasciatorc Miron ordlnario di Francia publicato nella 
dicta, che si tenne in Baden. l'accordo conccrtato in Spagna'. si sospesc 
per alhora tutto il trattato, nel quale ii Heretici proponcvano di voler 
unitamente ricorrere da V. A. Scr""" per procurare il libero commcrcio 



~ 52 - 

délie vettovaglie et insieme proporre qualche conditione di pace con 
Grisoni, quai voce sparsa del futuro accomodamento e ancora cagione. 
che questi Canioni Cattolici non si risolvino di andar ad intendersi con 
li ministri di Veldtkirch per aggiusiare il modo di ricevere dalli stati di 
V. A. Ser"^^ una proportionata quantità di grani et sale per li loro paesi. 
senza che li Grisoni venghino per questa sirada provisii, corne plu diffu- 
samente ne verra V. A. Ser"™^ informata dal luoghotenente Gio. Joachimo 
Buntiner, interprète di questa Ambasciata. che fu présente alla dieta di 
Bada, et che hà trattato il negotio del provedere le dette vettovaglie. Et 
perche il S^« Massimiliano Mohr dà parte a V. A. Ser»"*, corne passino 
le cose in Luccrna, dove gia si trovano li Ambaciatori de Fiandra et 
Krancia. non aggiungerô altro, solo che comprendo in questi Cattolici 
puoca sodisfattione delli capitoli concertati, non facendosi alcuna men- 
lione delli fuorusciti Grisoni, capi et conscrvatori délia fede et equita 
nella Lega Grisa, et ciô li prcme assai, dubitando, che mentre quei popoli 
restano governati ad arbitrio de Predicanti, facilmente muteranno fede, 
si congiungeranno con li maggiori loro nemini (sic) Berncsi et Zurighiani. 
et cosi essendo da ogni parte circondati, dovranno nelFavenire pigliar 
lege'da loro, il che tutto prevegano, ma tardi. Et alcuni propongano di 
far uffitio con il Nontio, che si aspetta qui in Altorfo mercordi prossimo. 
perche questa negotiatione non habbi per adesso effetto, overo almeno 
si riduchi a megliori conditioni per la religione cattolica, ne per aitro la 
città di Lucerna, come ancora li altri Cantoni si risolveranno tanto facil- 
mente di impegnar la sua fede per Grisoni, come la capitulatione disp)one, 
il che forsi darà tempo di far venir in chiaro. quanto falsamente sijno 
statte rapresentate le cose, et li interessi de (sic) chi le ha maneggiate« 
poiche ogn'uno afferma, che li Zurigani medesimi non havrebbero havuto 
ardire di capitulare in questa maniera, quando a loro fusse datto Tarbitrio, 
ma senza dubbio Thavrebbero fatto con maggior avantaggio délia religione 
cattolica, et di tutta la Ser»"» Casa. Frà tanto mi pare, che il Sig*" Governa- 
tore di Milano non si vogli mischiare in questi interessi, poiche non mi 
dà ordine alcuno : benche io non manchi di far li uffitij, che giudico 
convenienti con questi migliori amici, nella conformita, che V. A. Ser"* 
se degnato scrivere a mio padrc in lettera delli 17, et a questo effetto son 
andatto li giorni passati ad offerirmi al Sig"" Massimiliano, che hà giudi- 
cato bene, che io mi riiirassi da Lucerna, per fugire ogni incontro, et per 
puotere più commodamente trattare con alcuni dei Tre Cantoni. Et perche 
hô pregato il detto Sig^ Moro a supplicare V. A. Ser™* per alcuni parti- 
culari di nostra Casa, piglio ardire di mandare il présente interprète, 



- 53 - 

acciô subito ricevulo la gratia di queste lettere, nelte quali hô tutta la 
contidanza di puoter esser riconosciuto, me le possi fedele, et sicuramentc 
rapportare. 

Di Altorfo, li 7 di Giugno 163 1 . 

" Sollte das die Tagsauung vom 33.-36. Mai sein i* Dort wurde allerdings 
Qber eine gemein-eidgenfisslsche Verwendung bel Leopold (ùr die BQndner (wegen 
der Verkehrssperre u. a.) verhandelt. Aber von einer VerkUndigung des Madrider 
Verirags durch Myron melden die gedruckten Abschiede nichts. Nach diesen 
wurde vielmehr der genannte Verirag erst auf der Tagsauung vom 37. Juni- 
[4. Juli, und zwar durch Montholon, ofCiziell den i3 Orten zur Kenniniss 
gebrachl. — Als Montholon am 33. Mai in Chur vor den Bundestag irai, hatte er 
selbsi noch keine Kunde von dem Abschluss des Vcrirags ; dièse Nachricht — an 
ihn und die BQnde — traf erst mil Schreiben Ludwigs XIII. de dato Saumur, 
14. Mal, am 34. (?) in Chur ein. Siehe Sprecher I, 36a-365. Einen deuischen Text 
des Madrider Vertrages s. Abschiede V. 3, S. 3034. — Die Ratification durch 
die Bûnde erfolgie am a8. Mai. (S. Urkunde ebenda V, i, S. 3i3). — In Art. 4 des 
Venrages waren als Bûrgen fur denselben neben dem K5nig von Frankreich die 
i3 One der Eidgenossenschaft oder die Mehrheit der letztern supponirt. An. 5. 
sah behufs Anordnung des Vollzuges eine diplomalische Confercnz in Luzern 
vor, an welcher theilnehmen sollten .' i. im Namen des Kônigs von Spanlen, aber 
von Erzherzeg Albrecht, dem Regenten der Niederlande und der Frelgrafschaft 
gesendet. der Prfisident des Parlamenis von Dôle (Adriiin Thomassin) : 3. der 
Nunlius (Atesiandro Scapi); 3. ein ausserordentlicher Gesandier Frankreichs 
(dazu ist Montholon bestimmt worden). Derselbe Artikel behieit die alien Venràge 
mit dem Hause Oesierreich, zumal die wegen der Grafschaft Tirol geschlossenen 
ausdrQcklich vor. — Erzherzog Leopold erhieit die ersie Kunde vom Abschluss 
des Madrider Vertrages durch Ferias Vermittlung von Mailand her am iZ. Mai, 
also kaum einen Tag frûher ais die Bûndner. Die Nachrichi traf ihn, wic ûbrigens 
auch Feria, ganz unvorbereitet und erbiitene Ihn zugleich In hohem Masse, Jene 
Klausel befriedigte ihn keineswegs : dafQr hieit er sich berelts viel zu tief in die 
BQndner Angelegenheiten verwickelt. Kr empfand vielmehr den Verirag als eine 
RQcksichlslosigkeii von Selten der Madrider Regierung, als eine Preisgebung 
seiner Inieressen und seiner EhregegenQber den Bûndnern (deren Botcn In diesem 
Augenblicke noch in Innsbruck weilten). Sofori traf der t>zherzog seine Mass- 
regeln : von Feria verlangteer Aufschiebungder Rûckgabedes VeltHns bis zum 
ElntrelTen neuer Berehie aus Madrid ; nach BrQssel. an Êr^herzog Albrecht, wurde 
am a6. Mai eine lange Ekschwerdeschrift gesandt, und am folgendcn Tagc, 37. iMai, 
fertigie Leopold zu den Verhandlungen in Luzern einen eigenen Gcsandten ab ; 
Maximilian Mohr. Alsdleser(wahrscheinllch am r. Junijan seinem Bestimmungs- 
one anlangie, fand er daseibst berelts Thomassin vor, dem lîrzhcrzog Albrecht 
bereiis unterm 12. Mai seine Instruction zugcsandi hatte. Ungeràhr gleichzeitlg 
muss Montholon eingetrotfen sein. Zwischen dem r. und it. Juni erschicn in 
■LuzernalsVerireterdesBischofsïon Chur. der ebenfalls mit dem Madrider Vertrage 
hOchst unzufrieden war, der Domherr Chrisloph Sayn. Am ] 1. Juni sodann hieIt 



- 54 - 

der Nuntius Scapi seinen Einzug. Am i3. kam von Chur her Gueffîer an, der am 
i6. nach Si. Urban fuhr, um dort mil Miron « de modo et medio » sich zu 
besprechen. (Aus der Correspondenz zwischen Sayn, dem Bischof von Chur, 
Mohr und Leopold. Sl.-A. Innsbruck). Offizielle Vertreter der eidgenôssischen 
One fanden sich wâhrend dieser ganzen Zeii in Luzern nicht ein : von dieser 
Seite gedachte man die Verhandlungen ûber den Madrider Vertrag ersi an der 
Jahrrechnungstagsaizung zu Baden zu erôffnen, die — wie gewohnl — um 
« Johanni » siattfinden sollte und dann auch wirkiich, wie oben schon erwâhnt, 
vom 27. Juni bis 14. Juli staitgefunden hat. 



48. Leopold an Girolamo Casate. Innsbruck, i5. Juni 162 1, 

Antwort auf das Schreiben C. s vom 7. Juni und den mûndlichen Bericht Bûnteners. 
Der Erzherzog hofft, der katholische Kônig werde in Kurzem erkennen, wie falsch 
er berichtet worden und wie verhàngnissvoll der Madrider Vertrag fOs seine 
Interessen nicht nur in Mailand und Italien, sondern auch in Flandem ist. Die 
Katholiken ja aile erschrcckt; die Protestanten selbst in Besorgniss vor den 
Schwierigkeilen der AusfQhrung. Neues Anerbieten der BOndner zu Unterhand- 
iungen ; baidiger Beginn derselben in Feldkirch. Casate môge Mohr inzwischen 
lebhaft unterstUtzen. — Intercessionsschreiben fur die Familie Casate. 

La vostra relatione dalli 7 del corrente, n'hà arreccato Joachimo 
Buntiner, et esposto à noi lutt'il restante à boccha, con nostra piena 
satisfattione, spcrando noi, che la M^* CdX^^ non meno restarà in brève 
informata délie falsità, che nel negotio di Grisoni le devono essere state 
proposte, et del gran danno, che d'indi doveranno sentire i suoi interessi, 
non solo nel stato di Milano et tutta Italia, ma insicme anco per le guerre 
di Fiandra, di quello che si vede, che tutti i Catholici restino attoniti, et 
gl'istessi heretici dubitando, che l'eftelto puotria seguire cosi difficilmente, 
come non seguî anco il capitulato in Milano, con gristessi Grisoni. Et 
poiche essi Grisoni di nuovo s'offeriscono di traltare con noi d'accordo, 
si polria in brève comminciare tal trattato in Veldkirchen, ne lasciaremo 
di quanto all'hora seguirà darvi notitia, sperando, ch'in questo mentre 
potendo somministrare alcun calore al negotio, che deve trattare Massimi- 
liano Mohr, non lasciarele passa re dal canto vostro alcuna occasione, si 
come noi volontieri habbiamo dalo alTistesso Buntiner le lettere d'inter- 
cessioni da voi ricercate, et l'islesso faremo in ogn'altra occasione di 
vostro avanzamento. 

Di Inspruko, li i5 di Giugno 1621. 
Concept von der Hand Siredels. 



/ 



— 55 - 
49- Girolamo Casate an Leopold. Lu^eni, 28. Juni 1621, 

l>ank fur die Iniercessionsschreiben. — Der Nuiuius und die Franzosen sehen, dass 
der Madrider Vertrag an der Wcigerung der katholischen Orte, die BUrgschaft zu 
leisten. scheitern kann : desshalb zcigcn sie sich gcneigt. die Bedingungen betr. 
die katholische Religion zu verbesscrn. Die Freunde aber sind ge^^arnt, sich nicht 
zu verpflichten, bevor dièse Verbesserungen im einzelnen festgesetzt sind. C. 
verwundert sich. dass sogar Vertreter des Papstes sich durch die I-eidenschaften 
gewisser Lcute bestimmen lassen, deren Interessen denen des (jlaubens voranzu- 
stellen. Der Nuntius seinerseits hat geslern seine Verwunderung ausgesprochen, 
dass Mohr nicht die Interessen des Er.:herzogs zur Geltung bringe: seine Absicht 
sei es gewesen, eine Erklârung der GraubUndner (iber ihre aiten Vertrâge mit dem 
Hause Oesterreich zu vcranlassen. Mohr wird aiso wohl zum Nuntius gehen, um 
dessen Vorschiàge zu hôren. — Erzherzog Albert hat Thomassin aufs neue befohien, 
irotz allen Gegenvorstellungen die AusfUhrung des Madrider Verirageszu betreiben. 
(S. Beilage.) 

Con ogni maggior riverenza rendo gratie a V. A. Ser"^» per le lettere, 
crhe s'è degnata scrivere in nostra raccomandatione, le quali veggo piu 
presto esser conformi alla benignità et clemenza di V. A. Ser™^, che a 
riostri meriti, se pure non se misurasse il desiderio, che ardentissimo 
ogn'uno di noi habbiamo sempre havuto, di spender la vita in suo servitio. 

Conie le cose passino, V. A. S. lo intende dal S"" Massimiliano Moro. 
Il Nuntio et Francesi veggono, che il non volere li Cantoni Cattolici 
promettere potrebbe rumpere il trattato, et perô mostrano di voler 
oondescendere a che si migliori le conditioni délia religione cattolica; pero 
sono avisati li amici, che non s'impegnino prima, che si vedi specifica- 
niente cio, che vorriano aggiungere per bénéficie di detta religione. Non 
mi posso maravigliare abastanza, che ministri stessi del Pontcficc si 
lassino talmente muovere dalle passioni d'alcuni, che si accontentino di 
proporre li loro interessi a quelli délia santa fede. Ho discorso hieri con 
detto Nuntio, quai si lasciô intendere, che molto restava maravigliaio, 
izhe il S'" Moro non proponesse li interessi di V. A. Ser"^^, puoiche la sua 
i ntentione era di procurare, si facessero dichiarare li Grisoni, se volevano 
osservare li patti antichi con la Ser"^^ Casa. Cosi penso, che detto 
Sig*" Moro andera a sentire cio, che lui proponghi. 

Parlando hieri ancora con questo Sig^ Présidente, si lascio intendere, 
ohe il Ser™® Sig^ Arciduca Alberto li commandava di nuovo, che non 
CDstanti quai si voglia persuasioni in contrario, lui dovesse procurare 
l'esecutione delli capituli, et mi confidô ancora la Icttera, dclla cui copia 
X'a giunta con questa. Et questa non ho participata al S*^ Moro per haver 
io promesso in contrario ; l'ho pero avisato per suo governo di quanto 
passa, come farô in tutto quello conoscerô esser del servitio di V. A. Scr' 

Lucerna, a 28 Giugno 162 1 . 



•ma 



- 56 - 
Beilage, 

Enhenog Albrecht an Thomassln. Dieste, 4, Juni 1621. 

Corne noi siamo informati, che alcuni cercano di impedire Pesecutione di 
quello, che noi vi habbiamo ultimamenie incaricato alli 12. del passato per 
raccomodamento delli affari délia Valtellina, noi vi mandiamo queste lettere, per 
dirvi, la nostra volunta essere, che passiate avanti alP esecutione del ordine, che 
havete ricevuto da noi in questo particulare, non ostanti le persuasioni et offîtij, 
che si potranno fare in contrario, perche la nostra intentione non è, che vi 
pieghiate à quelli. 

Da Dieste, a 4, Giugno 1621. 



Dièses Schreiben (Copie), entnommen aus Fascikel IX, i58 des St.-A. Innsbruck, 
gehôrt ohne Zweifel zur Correspondenz der Casate und zwar an dièse Stelle. 



50. Leopold an Girolamo Casate. Innsbruck, 5. Juli 1621. 

Antwort auf das Schreiben C. s vom 28. Juni. L. schickt ihm das Memoriale, das eine 
Veltliner Gesandtschaft jUngst ihm Qberreicht hat. Die katholischen Orte werden 
hoffcntlich bei ihrer Weigerung vcrbleiben, die katholische Religion im Veltlin 
« und an jenen Orten » solchermassen preiszugeben. Der Erzherzog vertraut in 
dieser Hinsicht auf den gewohnten Eifer Casâtes, insbesondere bei Aniass der eben 
stattfindenden Tagsatzung. Er verweist ihn auf die Mohr Oberschickte Déduction 
der AnsprQche des Hauses Oesterreich. 

Con particolar nosiro gusto habbiamo inteso dalla vostra delli 
28 passato quel tanto, che ci havete ragguagliato dalle cose, che si passano 
ne i trattati costi, et ricevcremmo sempre à buon grade la communicatione 
di tutto ciô, che di più vi occorrerà in detti affarj. Havendo anco giudi- 
cato per bene darvi parte, per ogni bisogno vostro, di quello, che ci hanno 
rappresentato nuovamente in voce et scrittis li ambasciatori délia Valtelina, 
corne più amplamente vederete dalla copia qui gionta, stimando perciô 
ancora molto à proposito li vostri offîtij, quali non tralasciarete dî conti- 
nuare per tutto, dove utilmente li potrete impiegare et massimamente 
nella présente dieta presso li Canton i Cattolici con ogni solita caldezza, 
acciô restino confermati in quel buon zelo, che tenghono, di non voler 
cooperare (conforme venghono richiesti) con le promesse loro, che la fede 
cattolica nella Valtelina et cotesti luoghi resti talmente abbandonata, si 
come già da se mostrano essere resoluti, et sarà, corne speriamo, di molto 
giovamento a i detti aff'arj. 



- 57 - 

Nel resto ci rimettiamo alla deduttione sommaria dalle pretensioni 
délia Ser™» Casa nostra verso Grisonî, quale habbiamo inviato al nostro 
Conse^liero Massîmiliano Moro costi, per ultehor sua informatione, 
tenendo insieme ordine de servirsene dove occorrerà, et da esso ancora vi 
sarà fatu pane. 

D'tnsprugh, li 5 di Luglio 1631. 

Concept von der Hand E., dazu Reinschrift. 

Ich lasse hier zwei Schreiben BQnieners, von der Badener Tagsatzung aus 
an Casate gerichtet, folgen (Copien). 



BOnteiiN an OlraUmo Cwate. Baden, t. Juli i6»i. 

Hieri mattlna sono comparsi nella sessione de [3 Cantoni 11 AmbasciatorI 
MiroD et Montolon ei ivf esposto tanto a bocca quanio in scritto ciascun di loro 
una longhissima proposta, la quai îo pensavo mandar con questa, ma non l'hô 
potuto cavare dalla cancellaria, et mi dice il Frischertz, che bisogna contentar 
meglio il Landtscreiber per le scritture, del che io non hà molia commodità, corne 
V S. m** si; sarà servi ta commandarmi, corne io me havrô in questo àgovernare. 

La proposta de Francesi fil m conclusione suasoria à prometier per Grisoni 
in conformità del irattato in Spagna et questo per ta pace et quiète et ben 
universale di lutta la Christianiià, con longissima narratione di quanto sin quà è 
successo, sopra che 11 Canioni hanno tolta soprasedenza à deliberarsi sopra questo 
negotio con maggior consideratione sin à sabbalo, cbe sara domani. LI Cantoni 
Cattolici, anco 11 più francesi, hanno mostrato sin hora haver poco gusto dalli 
sudetti Otto articoli ne di prometter in ciô per Grisoni, et si sor 
uniti insieme con lor pareri per non esser poi discrepanti nella piei 
presenzade Lutherani, di maniera che io spero non sarà concluso nienie sopra 
questo n^otio, ma o%ti\ cosa riportsto (sic) à loro Sig" Superiori nell'Abscheid. 

Li FraDcesi, vedendo che non ponno far spuntar li loro dissegni, fanno 
instanza alli Cantoni Catholici, che essi debbano proponer altri articoli à maggior 
betieficio délia relligione, che essi postposti li già irattati li proponeranno à loro 
principi, acci6 venghino da quelli anche approbati con questo, che essi poi 
pramettino, et si venghi all'essecutione del negotio. 

Monsig' Nuntio hi fatto hier! sera longo dise 
Franza ; va con la negotiatione sua tuttavia di o 
hoggi maitina alli Cantoni Cattolici nelli Cappuccin 
di Lucerna. 

Berna si hà sin hora mostrato loniano à prometter per Grisoni. Sabbato perà 
si dichia 



o con li Ambasciatori di 
con quelli. Pensa di parlar 
di poi ritornarsi alla volta 



Il Qliolamo CaMte iCapitolo). 
L'Agente di Venetia, che ressiede in Zurigo, hà si 
di Berna, cbe S. M" Catt** (per quanto hà intcso) nor 



4. Juli 1611. 
O hieri quà all'ambasciator 
;lia, che si passi piCi avant! 



- 58 — 

con il trattato sino che sia meglio informata délie cose di Valtellina. la quai lettera 
è stata vista d*un amico, che me l'hà riferito. El benche non credo, che s'habbi à 
iraitar aliro nella présente dieta in materia di questo negotio, non mancherô perô 
d'assister et haver Tocchio à quanto si presentarà, massimamente mentre si 
fermeranno qui li Ambasciatori di Francia, et di tutto darô aviso à V. S. 111"". 

Wie Bûntener gehofft, wurde an dieser Tagsatzung die Frage der Garantie- 
leistung fur den Madrider Vertrag keineswegs entschieden, sondern einfach ad 
référendum genommen. Zur Beantwortung der Propositionen Montholons und 
Myrons wird eine weitere allgemeine Tagsatzung auf den i. August angesetzt. 
Die katholischen Orte wollen sich vorher, zu Jacobi, in Luzern darûber ent- 
schliessen. — Dass der Nuntius in Baden anwesend war, erfahren wie hier durch 
Bûntener; die Abschiede melden nichts davon. 

Nun wird wieder Luzern der Schauplatz der diplomatischen Thâtigkeit. Von 
der Rûckkehr des Nuntius dahin spricht Bûntener schon am 2. Juli als einem 
unmittelbar bevorstehenden Ereigniss. Am 8. Juli folgt ihm Montholon. Ani 
9. trifft daselbst ein Sohn Thomassins von Dôle her mit einem Schreiben des 
Erzherzogs Albrecht ein, in welchem dieser Thomassin — in Beantwortung einer 
Anfrage, die derselbe auf Drângen Mohrs unterm 9 Juni an ihn gerichtet hatte — 
befiehlt, « in den Sachen (des Madrider Vertrages) ohne einichen fernern Respect 
fir^ufahren )► (also Bestâtigung seines frûheren Befehls vom 4. Juni). 

Die Meldung Lionellos (s. zweites Schreiben Bûnteners vom 4. Juli) ûber eine 
Wendung oder Schwankung in den Absichten der Madrider Regierung entbehrt 
jeder Begrûndung. Den Wûnschen Ferias, Casâtes (und Bûnteners) entsprachen 
derartige GerÛchte freilich sehr wohl : Feria lâsst (14. Juli ?) Girolamo Casate 
durch den Hauptmann Guicciardi )► die (gleichwol haimiiche) Verhinderung 
diser Handiung ernstlich anbevelhen » (Mohr an Leopold, 20. Juli). 

Wtr sehen, wie weit die Instructionen des offi^iellen und ein^ig iegitimirten 
Vertreters der spanischen Krone von der Politik Ferias und Casâtes abweichen : 
dièse let^tern machen gemeinsame Sache mit Er^her^og Leopold und dem 
Bise hof von Chur, um die Ausfûhrung des Madrider Vertrages, welche jener 
betreibcn soli, hintam^uhalten. Die Darstellung Sprechers (I, 278-280) ist durchaus 
schief; sie leidet vor allem daran, dass jener Gegensatz innerhalb der « Spanier* 
gar nicht hervortriti. 

In Imst finden unterdessen, 7.-16 Juli, wieder Verhandlungen zwischen 
Vertretern des Erzherzogs und Boten der Bûndner (es sind, wie im Mai zu 
Innsbruck : Meissen, Sprecher und luvalta, dazu ein Salis) statt. Dièse Ver- 
handlungen sollen innert 3-4 Wochen, und zwar wieder zu Imst, forlgesetzt 
werden (S. Sprecher I, 267-278). 

Auf der Tagsatzung zu Jacobi sodann (26.-28. Juli) erfolgt — irotz den 
Bemûhungen des Nuntius zu Gunsten des Madrider Vertrages — der Beschluss 
der VIII katholischen Orte, die « Versprechung y^ nicht ^u geben, sondern das 
Geschàft nochmals den drei Potentaten (Frankreich, Spanien, dem Papst) anheim- 
^ustellen und die wegen desselben nach Baden ausgeschriebene allgemeine 
Tagsatzung nicht zu besuchen. So finden sich am 2. August nur die protestan- 
tischen Orte zusammen und zwar — der verànderten Sachlage gemâss — nicht 



- 59 - 

zu Baden, sondern an dem gew6hnlichen Versammlungsorte der protest. Stâdte, 
in Aarau. Hier erklSren sie sJch fUr die Leistung der verlangien Garantie, heiren 
aber damit dem Madrider Vertrag doch nicht auf die Bahn, da in diesem seibst 
eine Mehrheit der One (wenn Einsiimmigkeit nicht zu erzielen) verlangt isi. 
S. Abschiede V, r, S. it-j und 21g. 

Inzwischen, 3o. Juli, reist Mohr von Luzern nach Innsbruck zurQck : von da 
u'ird er sofort nach Wien zum Kaiser geschickt (mil einem Schreiben de dato 
)t. August 1631. — Original im Archiv des k. k. Minist. des Innern in Wien.) 
Gleichzeitig ISsst der Erzherzog Schreiben und Memoranden an aile betheiligten 
Mfichte abgehen : nach Madrid, zu Ludwip XIII., nach Rom. 

Ueber die ThSiigkeit des Nuntius in Luzern aussert sich Francesco Gam- 
barana in einem Schreiben an Vattielli in Mailand vom [ . August : « // Nunlîo si 
da al diavolo intieme con Gué/fier. » Zu dieser Zeit, Ende Juli oder Anf. August, 
erhait der Nuntius von Rom aus den Auftrag, nach Mailand zu gehen, um dort 
bei Feria fQr AusfQhrung des Madrider Vertrages zu wirken. VVann er diesem 
Berehie nachgekommen, isi nicht genau festzusiellen ; am r8. Aug. ist er indessen 
bereits in Mailand und anfangs September bekiagi sich Vattieiti Dber die * mali 
termini usati dat Nuntio. » 

Gueflîer war wihrend des Monats Juli in Chur gewesen. Unmiitelbar nach 
.Uohrs Abreise trifft er wieder in Luzern ein (3r. Juli ?}. Wenige Tage spaier aber 
kehri er nach GraubOnden zurQck, um don die « Luzerner Anikel * zu prâsentiren, 
die nach Sprecher von ihm, Montholon und dem Nuntius entworfen waren — 
Artikel, in denen das Interesse des Bischofs, der verbannten BDndner und der 
katholischen Religion im Veitlin gewahn werden sollte, Er tindet keine gQnsiige 
Aufnahme damit. S. Sprecher I, 380-382, und die feierliche Protestation der 
BQndner, dieihreSpltzezumThei1geradegegenGuerfierrichtei(vom jç. Aug. 1631) 
in : Abschiede V, 1, S. 333. Am 30. Aug. erscheint wieder jener Ciceri im 
Auftrage Ferïas. Ueber dessen .Mission und den Zorn GuelHers gegen ihn 
s. Spr«cher I, 383. 



51. Girolamo Casate an Leopold. 



Luzern, 26. August 1621. 



Zeigt den Tod seines Vaters Alfonso (t y.ïAugus 



i6ïi)a 



E pîacciulo à Dîo di chiamar à se mio padre di bcata mcmoria aUi 
7 del corrente, di che ardisco dar parte à V. A. Ser™», sapendo lo, quanto 
si dînasse per sua benignità et clemenza di amarlo, corne lui osservô 
sempre riverentemente la persona di V. A. Ser™' et solo li rincrebbe 
prima la malatia et puoi la morte, perche se li togliesse l'occaslone di 
servire à V. A. con quella divoUone, che sempre deslderô come servitore 
obiigatissimo per tanti rlspelti. 

La gratia ricevuta délie leltere per Spagna la riporrô apresso ad 
infinité altre, dclle quali hebbi spesse voltc l'honore. Et porche mi 



— Go — 

conosco inhabile à rendere à V. A. Ser™* ô con parole ô con altro segno 
esteriore le dovute gratie, resterô supplicandola si degni almeno riconos- 
cere la voluntà, che da Dio istesso è uguagliata alli effetti 

Di Lucerna, li 26 Agosto 1621. 



52. Girolamo Casate an Leopold. Lu^ern, 26. Augusi 162 1, 

Seit der Abreise Mohrs von Luzern hat C. ausser den Berichten BQnteners nichts der 
Mittheiiung werth befunden. Auf der Conferenz der 5 One vom 19. und 20. August 
nichts anderes beschlossen. ais Sollicitation der Jahrgeider bei den verbûndeten 
Fûrsten. Myron und Montholon sehr unwirsch gegen die Orte. Dièse wollen durch 
Gesandte bei Ludwig XIII. Uber seine Diener sich beklagen. — Es hat nicht an 
soichen gefehlt, weiche den Beschluss der frûheren Tagsatzung theilweise andern 
wollten. Aberdie kathoiischen Orte sind t'est geblieben. Nun denken die franzôsischen 
Gesandten an Gewalt. Berathung derselben in Bremgarten mit dem venetianischcn 
Residenten und den vier {protestantischen Stâdten. Wahrscheinlicher Beschluss : 
IJntcrstQlzung eines Zuges der BUndner gegen das Veltlin. — Die Infantin Isabelia 
theilt dem Prâsidenten von Burgund mit. es sei der Wille des Kônigs, dass der 
Madrider Vertrag ausgefûhrt werde, und gibt ihm die entsprechenden Befehlc. Sie 
wUnscht Copien der Vorschlâge des Nuntius und Montholons, sowie ein Gutachten 
Thomassins. Letzterer consultirt Casaie. Dieser hâlt ailes fQr verlorene MQhe. 
wenn nicht : (. die Ansprûche Leopolds bet'riedigt, 2. der Bischof von Chur und 
die Verbannten rehabilitirt, 3. die katholische Religion im Veltlin allein zugelassen 
und die BUrgschaft hiefUr (statt in einem Eide der BUndner) in der Uebcrlassung 
der Festungen des Veltlins an die kathoiischen Orte als Neutrale gesucht werde. 
Aber Thomassin hat Auftrag, mit den Franzosen zu verhandeln und wartet darum 
auf die Rûckkehr iMontholons. Was soll Casate auf weiteres Befragen Thomassin 
antworten ? — Die Franzosen wOnschen eine neue Vermittlungsgesandtschaft der 
I 3 Orte nach Graubiinden (unter ihrer Mitwirkung). Vielleicht lâsst sich Thomassin 
dazu herbei und gibt ailes aus der Hand : er hiift auch mit, die kathoiischen Orte 
fQr die BUrgschaftsleistung zu bearbeiten. — Widersprechende Nachrichten aus 
Graubûndcn. — Soldforderungen des Hauptmanns Steiger. 

Doppô che parti da Lucerna il Sig^ Maximiliano Moro non hô 
havuta altra cosa, che méritasse di esser participata à V. A, Ser""* che li 
particolari rappresentati dal Buntiner '. Et se bene li Cinque Cantoni 
Catholici tenneroalli 19 et 2odel présente unadieta qui in Lucerna*', non 
fù perô in quella conchiusa altra cosa, che di sollecitare li Prencipi 
confederati per il pagamento delli pensioni scorse, havendo ricevuta 
puoco grata risposta in questo particolare dalli Ambasciatori Myrone et 
Montelone, quali richiesti per detti pagamenti risposero, che il suo Re 
doveva impiegar meglio il dannaro, che nelli Cinque Cantoni, che erano 
instromento di attaccare una guerra immortale trà li maggiori Prencipi 



Calholici del mundo ; anzi Montelone '" si lascià uscir di bocca, che forsi 
il suo Re. disgustato per il loro modo di procedere, haverebbe rinuntiata 
la lega à questi cin<^ue, bastandoli di esser conTederato con la maggîor 
parte. Benche dopoi richiesto à rattiiicar queste parole, le andava inter- 
pretando in aitro scnso, et con bella maniera negando secundo il costume 
et la volubilità di quella natione. Ma perche lui le haveva parlate in 
presenza del Schultheis di questa città et di alcuni altri principali del 
consiglio, non fù ben intesa la sua scusa, anzi deliberarono di mandar 
amba&ciatori in Francia per tamentarsi di questi ministri et informar 
quel Re, come da loro venghino trattati. Et se bene non vi mancà chi 
volesse alterar in parte la rissolutione, che si prese nell'altra dieta, havendo 
già scritto in questultîmo recesso, che haverebbero promesso perGrisoni 
(^ni volta, che le cose délia religione fossero migliorate, non puotero perô 
ottenere cosa alcuna, perche accortisene alcuni amici principali fecero 
levar quel punto dal detto recesso con dire, che li ambasciatori depuuti 
à questa dieta non havevano commissione di trattar cosa alcuna in quel 
particolare. Et cosi non ostanti le astutie usale da nemici, restano questj 
buoni Catholici, et spero rcsteranno sempre nel primo proposito di non 
cooperare in attîone, che sij di tanto pregiuditio al servitio d'Iddio et della 
sua santa religione. Ma li Ambasciatori francesi, vedendo forsi chiusa la 
strada dellaccordo per via di negotiatione. pensano di tentar con l'armi 
ciô, che con vane parole non possono ottenere. Et in questa conformità 
si ritrovano in Bremgardt insieme con il Résidente di Venetia, et H 
deputati délie quattro Città Svizzere Protestant!, dove, se bene non 
potiamo ancora scuoprirc fundatamente il loro trattato, andiamo per6 
pensando, che vadino mettendo insieme la machina, per muovere le arme 
de Grisoni contro la Vahellina, aggiustando il numéro della gente, divi- 
dende la spcse trà Francesi et Venetiani, et concertando, che aggiuto, 
e da che parte si dovrà mandarc. Ma perche queste cose non sono ancora 
in chiaro, mi risservo à darne parte à V. A. Ser""», quando con più 
fundamento ne potrô parlare. 

In questo mezzo la Ser™" Infanta "" scrive espressamente al Présidente 
di Bor;gogna, che S. M» Cath'* vuole, si esequischi il trattato di Madrid, 
come appare per una lettera del medesimo Re, scritta alli 20 luglio, di cui 
ne tiene copia il detto Présidente. Perciô li comanda. che in ogni maniera 
lo vadi facilitando, et disponendo le cose in modo, che quello si possi 
ridurre à fine. Et perche hà già havuta nuova, che li Svizzeri negassero 
di promettere, dimanda copia délie proposte fatte dal Nuntio di S. S*^ et 
dal Sig^ di Montelone, volendo Ici sapere la raggione, che li muove à non 



- 02 - 

condescendere in questa promessa. Ricerca di più, ch'il Présidente mandi 
il suo parère, corne si possi facilitar questo negotio. Quai essendo venuto 
à consultarsi meco, io glhô risposto, che questa era opéra persa, se prima 
non s aggiustavano le giuste pretensioni di V. A. Ser"^, si rimettevano il 
Vescovo di Coira et li Grisoni fuoruscili nell'antico possesso, et si stabiliva 
la sola religion catholica nella Valtellina, non con promesse e giuramento 
de Grisoni, ma con il consegnare li forti nelle mani delli Svizzeri Catto- 
lici corne neutrali. Al che lui rispose, che sarebbe stato difficile Tottenere 
tutti questi particolari, et io : sarà ancora più difficile il conchiudere 
altrimenti questo negotio. Ma lui hà ordine di intendersi con li Francesi, 
et perô stà aspettando il ritorno del S'' di Montelone per mandare più 
sicura risposta alla Ser"^^ Infanta, il che non puotendosi esequire prima 
che frà otto giorni, hô deliberato di dispacchiare questo corriero a posta 
à V. A. Ser"™*, perche dimandandomi lui, corne senz altro farà, di nuovo 
il mio parère, possi acertare à rispondere secondo Tintentione di V. A. S., 
la quai supplico humilissimamente à volersi degnare di farmi scrivere, et 
comandare, corne nella detta risposta mi dovrô governare. 

Vorebbero li Francesi (come io vô scuoprendo), che si rimandassero 
li Tredeci Cantoni nel paese de Grisoni, et che à questi con loro insieme 
si rimettesse questo negotio. Al che forsi condescende il Présidente, et 
s*accontenta di lasciarsi levare tutto il trattato dalle mani, con puoca 
riputatione et utilità delli interessi di S. M^*. Et cosi pensano di disporre 
li Cantoni à promettere, nel che detto Présidente comincia ad adoprarsi, 
acarezzando li nostri amici principali, et procurando di ridurli al suo 
desiderio. Ma spero, sarà il tutto vano, se le cose prima non s'aggiustano 
più catholicamenie. 

Quanto puoi à Grisoni, qui si parlano cose differenti et contrarie. 
Alcuni dicono, che nelKultimo pytag habbino rissoluto le Tre Lcghe di 
acettare li capitoli, che V. A. Ser™« li fece proporre, dichiarandosi di non 
voler guerra con la Ser»"» Casa, altri, che si apparecchino per entrare con 
12 mila huomini nella Valtellina, alcuni, che Gueffier sij partito per le 
poste et andato in Francia, et altri, che si sij inviato per venire alla dieta 
di Bremgardt. Tutto che mi fà rissolvere di mandare persona à posta in 
Coira per cavare trà nuove tanto dubiose una certa verità. 

Il capitan Steighcr mi sollecita tuttavia, ch*io le dichiari il suo soldo, 
puoiche si presuppone, che doppô la morte di mio padre di beata memoria 
trechi à me quest offitio, ma io in nissuna maniera Io posso fare senz*or- 
dine del S*" Duca di Feria, il quale non cosi facilmente mi verra. Et cosî, 
perche il puovero capitano non venghi à patire, piglio ardire di supplicare 



- 63 - 

humilissimamente V. A. Sef"* si degni ô di dichiararlo lei, overo di 
comandar al S*" Colonello Baldironc et al Sig»" Maximiliano Moro, quali 
aggiustarono ancora le paghc delli altri soldati, che lo faccino. La sua 
pretensioni è di 200 ducatoni al mese per haver havuta compagnia franca 
di 5oo huomini. 

Di Lucerna, li 26 Agosto 1621. 



In Original und in Copie (von der Hand eines erzherzogl. Kanzlisten) erhalten. 
— ■ Mûndliche Mitlheilungen ? — " S. Absch. V. i, S. 221. — '" Hier erscheini 
Montholon als sehr schrofîgegenûber den kaih. Onen, nachdem er doch bei den 
Verhandlungen im Juli in der Bûndner und Veitliner Frage — hinsichtlich der 
katholischen Interessen — jenen weit enigegengekommen war und dadurch das 
lebhafte Misstrauen der Protesianten erregt halte. S. Absch. V. i, S. 217 und 219: 
dazu Sprecher I, 267. — "" Erzherzog Albrecht war inzwischen. am i3. Juli 1621, 
gestorben. 



53. Leopold an Girolamo Casate. Heiterwang, 3i. August 1621 , 

Der Erzherzog condolirt Casate zum Hinscheid seines Vaters. 

La morte del S. vostro Padre, délia quale mi date parte con la vostra 
delli 26 corrente, è stata da me sentuta (sic) con molto dispiacere, per la 
stima, che ho semprc fatto délia sua virtù et meriti cognosciuti da me, con 
sincera devotionc verso la Ser'"^ Casa nostra, in diverse occasioni di non 
piccolo momento. Vi condolgo di tanta perdita, la quale vi e toccata piu 
particolarmente, ma sendo tal stata la volontà del Sig. Iddio, alla cui 
santa dispositione conviene accommodarsi tutti, vi consolarete anco di 
quella. Et lo mi vi ofFerisco sempre pronto con la solita benigna inclina- 
tione verso voi. 

Di Aittervvanghcn, li 3i d'Agosto 1621. 



Concept von der Hand K. 



- 64 - 
54- Leopold an Girolamo Casate. Heiterwang, 3i, August 1621. 

Antwort auf das zweite Schreiben C. s vom 26. August. Die Vermittlung der i3 Orte 
und der franzôsischen Gesandten wUrde der gemeinsamen Sache und den Interessen 
des Erzherzogs grossen Schaden bringen : C. môge dagegen wirken. Leopold biiligt 
die Absendung eines Kundschafters nach Chur : er hat Nachrichten von bôsen 
Absichten der Bûndner gegen das Veltlin und die erzherzogl. Lande. C. môgc 
sofort durch die BQndner Freunde niheres zu erfahren suchen. — Steiger soll von 
Feria befriedigt werden. 

Habbiamo ricevuto la vostra de 26 del présente et per essa inteso 
quanto fin qui è passato in materia delli affari toccanti la Valtellina, 
insieme con le pratichc, che continuatamente vano faccndo li Ambas- 
ciatori Francesi per rimittere in piedi il gia disfatto trattato di Spagna, 
corne anco li discorsi passati fra voi et il Présidente di Borgogna. 

Da tutto che si corne comprendiamo l'affettuoso zelo, con il quale vi 
impiegate semprc nellc cosc di nostro servitio, cosi vi assicuriamo, che 
nelle occasion! ne havremo la memoria, che conviene. 

Le pratiche, che si vanno facendo costî, perche li affari délia Valtel- 
lina insieme con le differenze délia nostra Casa con Grisoni si rimettino 
aU'arbitrio delli tredeci Cantoni, et delli Ambasciatori di Franza, si corne 
sono incaminate con artificio coperto di apparenza di raggione, cosi e 
cosa indubitata, che apportarebbero danno irreparabile alla causa comune, 
et alli interessi nostri pregiuditio taie, che non potrebbe essere cosi facile 
il disimpegnarsi, quando si vedesse, che li interessi prîvati fossero ante- 
posti alla giustitia, quale dal canto nostro teniamo tanto chiara, che 
senza altro dibattimento pu6 essere con molto facilita toccata da chiunque 
con animo dissapassionato le vorra considerare. Et percio non solo sara 
espediente, ma per ogni modo necessario, che con la solita destrezza 
procuriate di obviare à simili dissegni, mantenendo li Cantoni Catholici 
nella buona dispositione, che à contemplatione délia giustitia et equita 
con molto valore et constanza fin qui hano mostrato, avisandoci puntual- 
mente di tutto quello, che per 1 avvenire si presentara in questa materia. 

E pari mente stato molto acertata la vostra risolutione di mandare 
persona propria alla volta di Coira per penetrare li dissegni de Grisoni, 
délia cui mala intentionc habbiamo divcrsi avvisi, onde stimiamo neces- 
sario, che per assicurarci maggiormente délia verità del fatto, dispacchiate 
subito messe nel prefato paese per tuite le parti che si potra, servendosi 
del mezzo delli amici Grisoni, che si trovano dentro et fuori del paese. 
per scuoprire con fondamento le preparationi di guerra et scielta di gente, 
che si dicc vanno facendo a danni délia Valtellina et de paesi nostri. Et di 



- 65 - 

tuuo quello, che intenderete, ne daretc ra^'uaglio pcr corricro in diligenza. 

Circa la pretemione del capitano Steigher. non teniamo per espe- 
dicnte, che da qui li sia dichJarato il suo soldo, poiche vcncndo la sua 
compagnia pagata dal Governatore di Milano. c parimentc raggioncvolc, che 
da quella parte vengha satisfatto il capitano. Fa noi non dubitiamo punto, 
che il Duca di Ferla terra quella considcratione dcl prerato Steigher, che 
mérita ta fedelta et zelo, con che ha servita, coine di gia tanto in voce 
quanto con lenere lo habbiamo ricercato. 

Di Aitervang. li 3i Agosto 1621. 

Concept von der Hand Mohrs. 



55. Leopold an Girolamo Casate. 



Sal^burg, 23. Sept. 1621. 



Aniwori luf ein Schreiben C. s vom [O. Sept. — Die 3 Bilnde hiben von neuem um 
eine Verlingerung des Termins ftlr dïc AuxgleichsvErhandlun^en nachgesucht. 
dabei sich verpHichiend, inzwischen nichis t'cindselifjes xu unternehmen. Leopold 
bat ihnen den 3o. Sepiember bestimmt und trariet nun ab, was ihre Gedankcn 
sekn. Sollie sie die Lust zu Feindseligkciten anwandcln, so wird ihnen ohne 
Zweifel begef^net werden, wie es sich gebilhn. Die katholïschen Oric aber ddrfen 
sich nichi etwa durch solche Drobungen dcr Bilndner einschQcbtern und von ihren 
EnlschlQMen abbringen iassen. Der Erzherzog Icgt Copie eines Schreibens an sie bei. 
Ist eine neue Sendung Mohrs nôthig und l:ann L. ihn entbehren. so wird er entspre- 
chenden Entschiuss fassen. — Weitcre Beilagen : Aniwort Ferias auf eine Inter- 
cession Leopolds zu Gunsten Casâtes und Emiderung Leopolds hieraur. 

Molto gusto rîceviamo dalla continuatione dellc vostre communî- 
cationi, quale è stata quella, ch'habbiam ricevuto sotto la data dclli 
10 corrente, assecurandoci, che cosi ricercando it corso di negotij correnti. 
non lasciarctedi continuare l'istesso per l'avenire, si corne noi vi darcmo 
similmente aviso di quello che venirà à nostra notitia, et hora lo fares- 
simo, quando vi fosse cosa più di quello vcdiamo csscre da voi già pene- 
Irato. Alche aggiungiamo solamente questo, ch'havendosi ricercato à 
nome dellc Tre Leghe nuova prorogationc dcl termine per reassumere 
il tratato d'accordo Con loro cominciato, obligandosi di non attcntarc in 
<)uel mentrc cosa alcuna ', noi offercndoci all'incontra di non muoverc cosa 
alcuna senz'essere da loro nccessitati. glbabbiamo concesso il termine 
sin alli 3o di questo. Et staremo pcr all'hora aspettando, quali saranno 
i pensieri loro, governandoci conformo à quelli. non dubitando, che da 



- 66 - 

alcuna parte li vcnisse voglia d*usare hostilité alcuna, li saria risposto 
convenientemente, solo che i Cantoni Cattolici sbigottiti da simili bravate 
di Grisoni, non si lascino voltare ad alcuna opinione diversa aile loro 
ultime resolutioni, nel quai punto converrà, che voi con ogni possibii 
modo et mezzo non manchiate d'adoprarvi per conservarli nella loro di 
già monstrata buona volontà. Per il quai fine noi con occasionc di rispon- 
dere ad una lettera da loro ricevuta toccaremo ancora alcun punto, come 
dalla copia quà giunta potretc vedere. Et quando finalmente vedremo 
esserecosî di bisogno, et ne potrcmo privarci délia personadi Massimiliano 
Mohr, impiegato hoggidi in altri negotij di non minor importanza, non 
lasciaremo di pigliare similmente resolulione conveniente. 

Et perche sappiate quello ch'il Sig^ Duca di Feria Governatore di 
Milano risponda aile nostre scritteli in vostro favore, et noi di présente li 
replicamo, vi mandiamo qua giunte le copie. 

Di Salzburg, li 23 Settembre 162 1. 



Concept von der Hand Siredels. — * Unterdessen wird auf einem Bundestage, 
« wenn auch nach heftiger VV'iderrede )►, beschlossen, dass auf den 21. Sept, in 
môglichster Siille sâmmtliche Fâhnlein im obern Engadin (zu einer Unterneh- 
mung gegen Bormio) zusammenireffen sollen ! Und das trotzder Warnungen, die 
den Bûndnern von allen Seiten zugekommen sind. S. Sprecher I, 288. 



56. Girolamo Casate an Leopold. Luj^ern, 2. October 1621, 

Vorbereitungen der BUndncr zu einem Auszugc. — GuelTier unvermuthet als FiQchtling 
von Chur her in Luzern angckommen. Vorwûrfe der BQndner gegen ihn. Seine 
eigenen ErklUrungen. Jeizt Guelfier wie Montholon in Solothurn. — Der Prâsident 
von Burgund immer noch in Luzern ; hat kcine anderen Instrucdonen aus Brûssel. 
Seine Ansicht ùber den schliessiichen Ausgang der Dinge. — Der Gesandtschaft 
zu Leopold wolltcn die Blindner nicht die erforderlichen Vollmachten geben. — Der 
Nuntius von iMailand her erwariet, wird kaum etwas ândern kônnen. — Hûlfege- 
such der BQndner an die 5 Orte. Darilber wohl Berathung nâchstens auf einer 
Conferenz der VII Orte, die wegen der Gesandtschaft nach Frankreich einberufen. 
Bitte um Befôrdcrung eines von Roll von Tri in der Leibgarde Leopolds. 

Volevo pur aspettare l'ultima deliberatione. che Grisoni pigliassero 
circa Tuscita, che apparecchiano di fare, essendo varij pareri frà loro, ma 
vedendo, che ciô si va sempre prolungando, mi rissolvo di spedire il 



- 67 - 

présente messo, acciô V. A. Ser"™^ venghi informata del stato, in che hora 
si ritrovano questi negotij. 

Arrivô il Sig*" Gueffier in Lucerna alla sprovista fugitive da Coira % 
dove non poteva più fermarsi sicuramente, perche gran parte di quei 
paesani esclamavano contro di lui, dimandandolo primo autorc di tutte 
queste loro disgratie, et incolpandolo come quello, che senza sicuro funda- 
mento li havesse promesso di farli render la Valtellina, et frà tanto fosse 
stato caggione, che se l'avicinasse l'inverno prima che potessero tentare 
quella et altre imprese con Tarmi. Cosi detto Gueffier dice publicamente, 
che s'è partito vedendo di non puoter più contenere quel popolo, che, 
non ostanti qualsivoglia persuasioni da lui fattcle, volcva pur uscirc 
con le bandiere in campagna, et movendo Tarmi rumpere il trattato 
concertato in Madrid con tante fatiche. Si fermô in Lucerna un giorno, 
puoi passô à Soleta, dove è andato ancora il iMontelone. ne sin'à 
quest* hora s'hà potuto scuoprire il loro negotiato. 

11 Présidente di Borgogna si ferma qui tultavia, ne sin adesso hà 
ricevute da Fiandra altre lettere. Lui pensa, che questo trattato non si 
potrà finire per tutto Tinverno, nel quale Grisoni forsi constretti dalla 
famé cercheranno accommodarsi con quclli, che hora stimano maggiori 
suoi nemici. Pareva, che havessero deliberato di mandar suoi ambasciatori 
à V. A. Ser™*, ma non li volevano dare quella facoltà assoluta di trattare 
et conchiudere, che lei raggionevolmente fece ricercare, et perô ô l'ambas- 
ciata non succédera, ô sarà inutile, come più distintamente scrive un 
buon amico nelFinclusa lettera al Sig»" Moro. 

Il Nuntio di S. S^* si va sbrigando da Milano per ritornarsene quà, 
dove Taspettiamo frà puochi giorni. Non credo, che potrà in questo 
procinto alterare cosa alcuna. 

Li Grisoni hanno di nuova dimandato aggiutto à questi Cinque 
Cantoni loro confederati, come V. A. Ser"'^ restera scrvita far légère per 
Tinclusa, ma sin adesso non se gl'hà data risposta. Credo, consultcranno 
sopra questo particolare in una dieta ", che frà puochi giorni si dovrà 
tenere dalli sette Cantoni per mandar ambasciatori in Francia. Ft di 
quanto succédera ne darô parte à V. A. Ser"'^. 

Hà il Sig'' di Roll un suo figlio nella Compagnia di guardia di 
V. A. Ser"**, et perche questo è molto largo nel spenderc. desiderarebbe 
il padre di vederlo promosso à qualche grado, che lo potessc soUevare in 
parte da quest'aggravio ; del che piglio ardirc di supplicarla con ogni 
humiltà, prevedendo il grand'avantaggio, che ne averebbe à tutti questi 
interessi, quando quest'huomo, per altro benissimo inclinato, si puotesse 



- 68 - 

del tutto guadagnare, come forsi succédera, vedendo il figlio collocato in 
un posto di consideratione dalla clemenza di V. A. 

Di Lucerna, li 2 Ottobre 1621. 



' Vgl. Sprecher I, 290. — " S. Abschiede V, i, S. 233 : Tagsatzung zu Luzern, 
7. Oct. 162 1. 



57. Leopold an Girolamo Casate. Innsbruck, 8. October 1621. 

Lobt C. s Eifer im Berichtcrstatten. — Den Obersten von Roll schàtzt L. sehr; bei 
nâchster Gelegenheit wird er seinem Sohne die gewQnschte Befôrderung zu Theil 
werden lassen. 

Mollo contenlo ci troviamo pcr la continuata diligenza, che usalc in 
darci di mano in mano parle di quanto passa in coteste parti. Et si come 
meritamente li siimiamo, cosî non mancheremo di regularci in conformità 
di essi. Et ci sarà cosa molto cara, che in ogni modo non tralasciate 
questo buon zelo, colanlo necessario al servitio universale, et particolare 
di questa Ser"»^ Casa. El ne lerremo noi questa memoria, che si conviene, 
come anco ci sarà à cuore la promotione del figliuolo del Colonel Roll, la 
cui persona stimiamo molto, et cosî in contemplatione sua procuraremo 
colla prima occasione di effettuarla. 

Ispruggo, li 8 d'Otiobre 162 1. 
Concepl von der Hand F. 



58. Leopold an Girolamo Casate. Innsbruck, g. October 162 1, 

Finanznoih C. s. Verwendung L. s fQr ihn bei Feria. — L. wûnscht nàheres zu vernehmen 
Qber Befehie Ferias betr. Urscrn und Sargans. 

Olire la nostra d'hier sera vi facciamo di piu sapere. che doppô 
havere faite diverse insiantie al S»" Governatore di Milano, acciô che non 
vi s'abbandoni col solilo soccorso di denari per li bisogni del carico, che 
sosienetc, intendiamo, cssere il maggior impedimento, che quella Theso- 
raria sia quasi sprovista, spcrando perô, che non restarà per quello di non 
farvi vedere alcun buon'effeito. poiche non lasciamo di farlo ricordare, 



anzî con[,le nostre îslesse lettere ricordarlo quasi di continuo. El perche 
l'istesso Gov'^, in risposta delli uffîtij da noi fatti, scrive sotto alH 
4Corrente, havere dato ordini lali. che per li passi dOrsera et Sargans 
non v'habbia à essere che tcmere, senz'altra particolarità, desidcriamo 
di intendere da voi, quali siano quelli ordini ô securtà, per nostro governo. 
Di Inspniko, li 9 d'Ottobrc Anno lôai. 



Concept von der Hand Stredels, dazu Reinschdft. Jenes bet;ann ursprUnglich : 
< L'essere tanto tempo, che non habbiamo visto alcuna vostra letiera ne aviso ci 
fa quasi dubiiare, che quelle forsi non habbino riccvuto akun sinistro incontro. 
che à voi servira d'aviso. » Der Schiuss lauteie : • si corne vogliamo ancora 
credere, che haverete fatia capitare aile mani de gl'istessi Sguizzeri la nosira 
lettera à loro scritta, et intendercmo volontieri la loro risposta, desidcrando noi 
molto di conservare con loro buona corrispondenza. et di sapere, quale sia in 
cib l'animo di essl. » (Beide Stellen ^estrichen.i 



rern peheime Verhandlungen 
such. den berclts abgethanen 
Die Blindner freilich werden 
n seibst vereiteln. 



Sg. Girolamo Casate an Leopold. 

Die llnternehmung der BQndncr gegen fiormio. 
eines Kammerdieners der Infsmin mit Thomf 
Madrider Vertrag wieder auf die Bahn zu I 
rail ihrer L'ngedold aile Bemûhunfien zu ihre 

Perche V. A. Ser™" scnz'altro è benissimo informata dclla moiisa de 
Grisoni, et del sforzo, che tentano farc à Bormio ', stimo superduo il 
darfjline parte. Ma solo con il ritorno di questo mcsso mandatomi dat 
S'' Moro, aviso V. A. Ser™", che duo! giorni sono arriva In Lucerna un 
kamerdiener délia Ser'"^ Infante, il quale fù dispacchiato da Brussclles à 
Lione ; da Lione è venuto quà per trattare con il Présidente di Borgogna, 
com'hà fatto con ogni secretezza. mostrando haver negotij di grandissima 
importanza, et hieri sera si parti di nuovo per le poste pure verso Lione. 
11 che mi fà dubitare, che per quakhc nuova maniera tentino di rimctlcrc 
il già rolto trattato, se bene al fine Grisoni con !a loro impatienza sturbe- 
ranno tutti lî dissegni ancorchc per loro favorcvoli. Se potrô venire in 
maggior cognitione di questo ncgotio, ne dar6 parte à V. A. 

Di Lucerna, li 20 Ottobre 162 1 . 



Der (unglûckliche) AngrifT auT Bormio bereits am j3. und [4. Oct. Am 
folgenden Tagc rQckt Feria ins Veitlin ein. Er kommt auch nach Bormio, liehrt 



- 70 — 

dann aber ins Veltlin zurûck. Sprecher I, 29a : « Zu ihm begaben sich Baldiron, 
Maximilian Mohr und Rudolf Planta und schon damais soll der Krieg gegen die 
Bûndner beschlossen worden sein. ^ Die Notiz mag auch in Bezug auf Mohr 
richlig sein, aber dessen Reisczicl isi ein viel weiteres : am 16. October 1621 isi 
er zu einer geheimen Botschaft nach Madrid an den kôniglichen Hof abgefertigi 
worden. (Sprecher erwàhni dièse Botschafl erst nach der Darstellung der 
Mailânder Verhandlungen vom Dec. 162 1 und Januar 1622. — I, 322). — Unier- 
dessen, seii dem 5. October, die Biindnerischen Gesandten (es sind wieder 
.Meissen, Sprecher und luvalta) zu Imbst in Unterhandlungen mit den Kommis- 
sarien Leopolds. Ihre Stellung ist bei dem offenen Ausbruch der Feindseiigkciten 
von Seiten ihrer Landsleuie eine sehr peinliche; insbesonderc luvalta Icidel 
innerlich schwer darunier, s. dessen Denkw. S. 69-73, Sprecher I, 292, 296. 
Ungnâdig entlassen, reisen die Bûndnerischen Gesandten am 28. Oct. ab. Schon 
hat der kriegerische Gegenstoss — die Rache Leopolds und Ferias fûr den 
« Wormser Zug » — begonnen : 26. Oct. Einfall Baldirons ins Engadin ; 27. Cet. 
Brion im Prâttigau (bei ersterem befindei sich Stredel). 29. Oct. Unternehmung 
Ferias gegen Clâven. 



60. Girolamo Casate an Leopold. Luj^ern, 3. Nov. 162 1 . 

Hûlfegesuch der Bûndner an die VIII mit ihnen verbûndeten Orte. Nâchsten Sonntag, 
7. Nov., Tagsatzung. Die kath. Orte hoffentlich fest in ihrer bisherigen Haltung. 
Viellcicht aber Vcrmittlungsgesandtschaft nach Mailand. Der Entschluss Leopolds 
von jencn gut aufgenommen ; Grûnde dafUr. — Der Nuntius heute in Luzern 
angekommcn ; Moniholon erwartet. Beide wahrscheinlich nicht erfreut ûber die 
Erfolge der ôsterreich. WatVen. — Feria schickt kein Geld. — Die Passe von rrsern 
und Sargans. — In Baden wird Bûntcner C. vertreten. 

Con roccasionc, che passa il messo con lettere di V. A. Ser™* à 
questi di Lucerna et di Zurig. non posso lasciare, benche in fretta per 
non trattenerlo, di dar parte à V. A. Ser"^^, corne li Grisoni subito intesa 
l'entrata nell'Agnedina, hanno inviata Tinclusa lettera alli otto Cantoni 
confederati, et quelli di Zurig dimandano una dicta in Bada per li 7 del 
corrente, che sarà domenica prossima. Li Cantoni Cattolici spero staranno 
saldi, ne si lascieranno muovere dal loro buon proposito, ma solo mande- 
ranno forsi un'ambasciata al Sig^ Duca di Feria per far buon uffitio, et 
fraporsi, acciô le cose piglino buona piega senza sangue *. Quant alla 
rissolutione, che V. A. Ser"^^ hà presa, qui è molto ben intesa, prima 
perche la giustitia lo vuole, et puoi questi Catholici non sono confederati 
con quelli di Agnedina, ne con le dritture, anzi conoscono, che farebbero 
contro la legha hereditaria, quando protegessero li ribelli délia Ser™* 
Casa ; perciô puotiamo solo aspeltar buona riuscila dal negotio. 



— 7' - 

Se bene ho^i è arrîvato in Lucerna il Nuntio, et vi s'aspetta a 
senza dubbio il Montelone, quali probabilmentc vedranno mal voiuntieri 
ogni progresse^ che V. A. Ser™" et il Sig' Duca di Feria faccîno, zelosi 
sempre, che ciô pregiudichi alli interesst del Re di Francia, et Icvi à loro 
il n^otio dalle mani. 

It Sig' Duca di Feria non m'hâ mandate mai socorso alcuno di 
dannari, et perci6 mi riesce tanto più difficile il negotiare in qtiesii paesi, 
dove régna il solo intéresse. Ne anche trovo, che à Sargans sij farta nuova 
provisione ; in Orsera vi dimorano le solite due compagnie di Altorffo per 
guardar quel passo, il che tutto conferisco à V. A. Ser™^ con la confi- 
danza, che son obligato, et conforme ait ordine, che Ici si degna darmi 
nella sua de lo oitobre. lo non ander6 à Bada, ma vi manderô l'interprète 
Buntiner, il quale avertira tutto quello succédera, et io ne darà subito 
compile ragguaglio à V. A. 

Lucerna, It 3 Novembre 1621. 



AurderRQckseite : « pnt. den ii. Nov. A" [6a t. » — ' S. Conferenz der 5 One 
in Weggis, 4. Nov, (ûaj, Abschiede V, 1, S. 2Z4. Am 8. Nov. kennzeichnet Casaïc 
in einem Schreiben an Vattielli die Lage folgendermasscn : « Che leCtità Svizzere 
Proiestanti sijno per dsr aggiutio à Grisoni contro S. A. Scr" et attaccare li suoi 
stati quest' inverno, V. S. non lo credi, ma che à primo tempo debbino far ogni 
«forzo per soccorrerli io lo lengo per certo. Ma hora si tiene in Bada una dieta, 
dalla quale verremmo in cognîiione dei pensieri loro. • Ueber dièse allgemeine 
Tagsatzung vom 7. Nov. s. Absch. V, [, S. 336. Auf Antrag ZQrichs Gesandi- 
schaft nach Luzern zu den drei franzôsischen Ambassadoren. Diesc redet zuersi 
miidem Nuntius, erregt aber dadurch derart den Zorn Montholons, dass dieser 
sie gar nicht empfSngt. — Ueber den andern Antrag Zûrichs, bctr. eine Gesandt- 
schaft zu Leopold, kommt es erst auf der folgendcn (aJigcm.) Tagsatzung, 
15.-38. Nov., zu einem Beschlusse. S. unten Nr. 66 und 67. 



61. Leopold an CHrolamo Casate. 



Mittimus earum litterarum copias, quas nupere tam ad Cantones 
Catholicos quam alios Helvetios in causa illa publice nota per certos 
t:abeIlarios transmisimus ': eà nimirum intentionc, ut quis singularum 
cffectus singulis in locis sequtus, quid dcsupcr actum infectumve sit, et 



— 72 — 

sedulo pervestiges et confidenter ad nos ac propediem perscribas, facturus 
in hoc, uti cœteris ejusmodi rebus, gratiosam nostram voluntatem, qua 
libi bénévole propensi permanemus. 

4 Novembris 1621. 

Concept von der Hand Linmers. — ' Dièses Schrciben, de dalo 27. Oct. 162 1 
(laieinisch), ist eine lange und biltere Anklage gegen die BQndner, in welcher 
natOrlich der durch den « Wormser Zug * begangene Wortbruch einen Haupt- 
punkl bildei. Das Concept (ebenfalls von der Hand des Kanziers) zeigt zwei 
deutlich unterschiedene Redactionen, von denen die eine fur die katholischen, 
die andere fur die protestaniischen One besiimmi war. 



62. Leopold an Girolamo Casate. Innsbruck, 4. Nov. 1621, 

Sendet Falkenstein * zu den kath. Orten. Zwcck : Aufklârung Qber die Griinde. die 
AnsprUche L. s auf das unterc Engadin und das Prâttigau mit den Waffen zu 
sichern. F. soll sich des Rathes und der IJntersiûizung C. s bedienen. 

Mandiamo per degni rispetti il nostro Consiglicro Gio. Erhardo di 
Faickenstain ' à cotesti parti con ordine. non solo di sincerare li Svizzeri 
Cattolici " délie cause, che ci mossero ad assecurare con qualche nervo di 
gente le raggioni nostre, che habbiamo ncU'Engadina inferiore, et nel 
Prettigau, ma etiando per preoccupare con quelli, acciôche, venendoli 
messo il fatto in altra consideratione, non debbino prestarvi Torecchia, 
ne manco lasciarsi pcrsuadere, di concorrere colli mali affetti à qualche 
resolutione precipitosa à danno et pregiuditio di questa nostra Casa. 

Et si corne il zelo vostro verso di noi ci è tanto manifesto, habbiamo 
commandato ad esso de Faickenstain, che in questa sua negotiatione 
facci capitale delTassistenza et consiglio vostro, ricercandovi di dargli 
ogni buon'indrizzo et spalleggiare anco per via de vostri confidenti questa 
nostra intentione, procurando, che sia presto spedito, et colla desiderata 
sodisfattione. 

ïspruggo, li 4 Novembre 1621. 

Concept von der Hand P., dazu Reinschrift. — 'Das Concept zeigl ein 
Schwanken in der Auswahl des Gesandten, zwischen Falkenstein, Johann Erhard 
von Schônau, Landvogt der Orienau, und Johann Reinhard von Schauenburg. 
Die Reinschrift hai nur noch den Namen Falkenstein. Thatsâchlich ist aber doch 



— 74 — 
64. Lieopold an Girolamo Casate. Innsbruck, 21, Nov. 1621. 

Die protest. Orte betreiben bei dem Nuntius und dem franz. Ambassador deren 
Intervention bei Leopold. Dieser im Begrirt", nach dem von Mansfeld bedrohten 
Elsass zu verreisen ; wûnscht nâhercs ûber jene Gesandtschaft zu vernehmen. 

Essendo noi avisati, che li Zurichani et altri Cantoni adherenti à 
Grisoni procurino presso il Nontio dcl Papa et Ambasciatore di Francia, 
che s'interpongono ne i loro afFari, sollicitandoli à trasferirsi da noi pcr 
trattar ogni occorrenza di detti Grisoni, tanto per suspensione d'armi 
com'anco di stabil accordo; et perche noi hora stiamo su la partenza da 
qui, pigliando la strada di Ginspurgh in Suevia (dove facciamo pensiero 
di trattenerci qualche giorno) verso l'Alsatia, costretti ad oviare alli immi- 
nenti pericoli dalla vicinanza del Mansfeld, habbiamo di ciô voluto darvi 
parte in confidenza con questo messo espresso, pregandovi di far ogni 
diligenza per penetrare la certezza délia detta ambasciata con altri partico- 
lari dissegni, et quando anco vedereste le dispositioni loro per incaminarsi 
in quà, li esporrete, perô con bel modo et senza palesar, che di ciô tenete 
aviso alcuno da noi, che per altra via havete inteso la partenza nostra da 
qui, verso Ginspurgh et Alsatia, suggerendoli questo per governo loro, 
non tralasciando tuttavia avisarci subito per corrier espresso ogni delibera- 
tione, che faranno délia partenza loro, insieme con altri particolari, che 
vi occorreranno, confidando per questo molto alla destrezza vostra. 

Insprugh, li 21 di Novembre 162 1. 



65. Girolamo Casate an Leopold. Lu^ern, 22. November 1621. 

Stimmung in der Eidgenossenschaft. Verdruss der Zûrcher ûber die Vertreibung der 
Prâdicanten : Reinigung eines grosscn Theiis von Graubûnden von der Hâresie: 
die venetianische und franzôsische Pariei ihrer Ilâupter beraubt ; Anschiuss der 
Bûndner an Oesterreich und die katholischen Orte in Sicht. Desshalb Tagsatzung 
auf dcn 25. Nov. anberaumt; Absicht : eidgenôss. Verwendung bei Leopold und 
Feria. Die Zûrcher scheinbar entschiossen, den Bûndnern Hûlfe zu bringen : 
Anerbietungen der Venetianer, vielleicht auch der Franzosen. In diesem Momente 
die Absicht aber kaum ernst. — Der kath. Orte kann man sicher sein. 

Sono capitate aile mie mani dopô la partenza del Sig*" di Schauburg 
due copie di lettere, Tuna dei Sig»"' di Zurig à V. A. Ser'"^ et Taltra scritta 
in risposta, quali hô participate à questi di Luçerna, perche si confer- 



- 75 - 

massera nella certezza, che possono havere délia voluntà, che V. A. Set"" 
tiene di conservar con loro la lega hereditaria, ei ancora acciô puotessero 
tanto meglio conoscere le raggioni, che leî hà sopra il Pretligau, et altri 
paesi ridotti ad obedienza. Tutto che hà caggtonato buonissimo effctto, 
essendo li animi di qucsti Cathotici già ben disposti, ei capaci délia 
giustitia, con la quale V. A. Ser™» s'hà mossa. Ma li Zurigani veggono 
mal voluntieri scacciati li capi principali délia loro setta, considerando, 
che da ciô ne dovrà scguirc il frutto di purgarc quei paesi in gran parte 
dairheresiâ, et dubitando, che mentrc cnancheranno li Predicanti, capi 
délia fatiione F'rancesc et Venetiana, li Grisoni faciimcnte si disporranno 
à favorire li interessi di tutta la Ser™' Casa, et più presto saranno 
congiunti con li Cattolici Svizzeri, che con loro. Per6 hanno intimata 
un'altra dieta in Bada per li 2$ di questo mese, dove instaranno di novo, 
che si facci buon uffitio apprcsso V. A. Ser™' et il Sig"" Governatore di 
Milano, perche deponghino le armi, et dijno luogo à qualche buon 
trattato. Et se bene dalla lettcra, che hanno scritta à questi di Lucerna, 
appare, che habbino in animo di andar in soccorso de Grisoni, mentre 
dicono, che non convenghi abandonare li loro confedcrati, ma ad 
essempio de loro maggiori debbino darli qucH'aggiutto. che la confede- 
ratione dispone, luttavia io non posso crcdere, che li mcdemi Protestanti 
sijno per muoversi in questo procinto, benche li Venetiani, et forsi 
Francesi offeriranno di pagar le spese, et levar la gente à costo loro. 
Li Catholici puoi ne sono tanto alient dall'aggiuttar Grisoni, che potiamo 
molto bene assicurarsi (sic) di loro. Tutto che h6 giudicato necessario di 
partecipare à V. A. 

Di Lucerna, li 22 Novembre 1621. 



66. Oirolamo Casate an Stredel und Baldiron (in Zizers). 

Lurent, 25. November 1621. 

Amwort «uf ein Schreiber vom 19. Nov. Die proiesianiischen One wagen keine 
kriegerische L'nternehmung. Die kath. One wOnschen einzig, GraubQnden wenn 
nicht ganz. doch zum Theile von dcr Hâresie befreit zu sehen. Den llQchtigen 
Hauptern der protesl. Parlei wird iii> Gebiel der kalh. Orte keine Aufnahmc 
gewâhn. BezûgHches Ansuchen auch bei den anderen Orten; Luzern hai ein 
Schreiben der Adressatcn nach Eladen geschickt. 

E gratia d'iddio particolarc, che non solo le armi di S. A. Ser"*^ 
comesse al governo délie Sigi"'' loro l]l'"<= con tania facilita habbtno 



- 76 - 

soggiogâto in puochissimo spatio di tempo tutto il paese de Grisoni, ma 
ancora intimoriti di tal maniera li nemici, che pieni di confusione non 
sanno, come opporsi al fclicc corso di quelle. Puoiche li Cantoni Protes- 
lanti, che sin'hora sono stati li principali fomentatori di tutte le passate 
sollevationi, hora conoscendo le ben fundate raggioni di S. A. Ser"»* non 
osano muoversi, benche da Prencipi puoco ben affettionati et gelosi di 
questi successi venghino del continuo instigati. Li Svizzeri Cattolici solo 
desiderano, che il paese de Grisoni resti purgato dall'heresia se non in 
tutto, almeno in gran parte, come seguirà, mentre li Predicanti sono 
sforzati di fugirsene. A quali, come ne anche alli altri capi si darà ricetto 
alcuno nelli sette Cantoni Cattolici, et ancora si farà uffitio con li altri, 
perche non amettino questa gente contaggiosa nei loro paesi, havendo 
a quest effetto li Sig*"' di Lucerna inviata la lettera délie Sig*"»*^ loro 111"»^ a 
Baden, dove hora si tiene una dieta universale sopra li presenti negotij '. 
Il successo délia quale avisarô aile Sig*"»*^ loro 111°**^, con le quali non 
mancherô di mantenere la corrispondenza, che per loro cortesia m'offe- 
riscano in lettera de 19, come ancora le servirô in tutte le altri occasioni. 

Lucerna, li 25 Novembre 162 1. 

' Abschiede V, i, S. 239-241. Hier in Baden wird ein Schreiben des « ôsier- 
reichischen Commissarius » aus Zlzers, vom 19. Nov. 162 1, verlesen, welches 
Auslieferung der Fluchtlinge verlangt — wohi identisch mil dem oben erwâhnien 
von Luzern nach Baden geschickien. 



67. Girolamo Casate an Leopold. Luzern, 3o, November 1621. 

Aniwort au!" Nr. 64. Tebcr die Badener Tagsaizung wird ausfUhrlich Schmidlin 
bcrichten. Die Gesandtschafien der XIII One zu Leopold und Feria nun beschlossen. 
Feria kaum zufrieden. hai nur die katholischen eingeladen. Am 8. Dec. Zusammcn- 
tretfen der eidg. Boten in Basel, bezw. Altdorf. — Gueftiers vergeblicher Widerstand 
von Ragaz aus gegen die Gesandtschaft der Bûndner nach Mailand. Seine Klagen 
in Luzern beim Nuniius Uber die Verweigerung freien Verkehrs gegenûber seinen 
Dollmetschern. Jetzt Guelfier wahrscheinlich in Solothurn. 

Benche io sappi, che V. A. Scr"™» haverà dal Dottor Smidelino, quai 
fu présente alla dieta di Bada, havuta compita notitia di tutto cio, che 
passo in quella, non dimeno, per sodisfare al comandamento ricevuto con 
lettera di V. A. Ser"™» scritta sotto li 21 del corrente, le daro parte, che 
nella delta dicta hanno conchiuso di mandar ambasciata à V. A. Ser"™* 



- 77 - 

con tutti li i3 Cantoni, prima per rendcrie gralie del benigno uffitîo 
passato per il Sig*" di Schaumburg, et per offerirsi à conservare dalla parte 
loro la lega hereditaria, puoi per supplicar V. A. Ser*"*, gia che lei se 
dichiarata di non pretender altro che Tobedienza delli suoi veri et legitimi 
sudditi, si degni ritirare le armi dalli altri luoghi, accontendandosi d'haver 
ottenuto l'intento. Mandano ancora ambasciata pure delli i3 Cantoni 
à iMilano per far uffitio con il Sig^ Governatore, che non seguiti più 
avanti à danno de Grisoni, et per framettersi nella pace, il che non so 
corne sarà ben inteso, perche noi desidcravamo solo di trattare con li 
cattolici, et à questo effetto il detto Sig'" Governatore me li ha fatti invitare 
in nome suo, ma per non sviare del tutto l'ambasciata, è stato necessario 
di lasciar correre il negotio in questa maniera. Si troveranno li deputati 
à V. A. Ser»"* tutti in Basilea per li 8 ' del seguente, come ancora li desti- 
nât! à iMilano per il medesimo giorno dovvranno esscr in Altorff. 

Il Gueffier ando li giorni passati à Ragazzo per impedire lambasciata 
de Grisoni à Milano, ma non li successe, il che vedendo fece protesta, che 
cio facessero contro la lega, che tengono con il suo Rc ; ritorno poi in 
Lucerna di passagio, dovc s'è lamentato con il Nuntio, che li ministri di 
V. A. Ser"*» habbino impedito il libero transito alli suoi interpreti, et 
hora credo, che lui si ritrovi in Soletta. 

Di Lucerna, li 3o Novembre 1621. 

Copie. Auf der Rûckseite unrichtiger Weise Carlo Casate als Absender 
angegeben. — ' Der Abschied (V, i, S. 240) nennt den 4/14. Dec. Vgl. aber 
unten Nr. 73. 



68. Girolamo Casate an LfCopold. AltdorJ\ 8, December 162 1. 

Die Auswahl der zu Leopold abgehenden Gesandten Qber ailes Rrwarten glUcklich : 
viele guie Frcunde dabei. so insbesonderc Bcssler, den C. der Aufmerksamkeit 
L. s empfiehlt. 

Benche le raggioni, che V. A. Ser"^^ tiene in Grisoni, sijno tanto 
chiare, che non hanno bisogno di molti mezzi per giustificarle. pero si 
vede apertamente, che Dio favorisée da ogni parte questa causa; il che è 
successo ancora nella elettione di questi ambasciatori Svizzcri, délia quale 
nel principio s'hebbe molto a dubitarc. mentre pareva, che per nécessita 
venissc à cascare in persone puoco confidenti, ma hora esaminati tutti li 
deputati à V. A. Ser™* ' truovo, che molti di loro sono buoni amici, et in 



- 78 - 

particolarc il Landama Emmanuel Bcsler del Cantonc di AltorfTo, lattorc 
délia présente, è uno dei più antichi et sicuri, che per il sen^tio di S. M^ 
et délia Ser"»^ Casa sijno in tutto questo paese, tutto che piglio ardire di 
rappresentare à V. A. Ser"™*, perche lei si degni fargli dar occasione di 
conosccre, quanto ben si sij impiegato, mentre serviva a Prencipi cosi 
benigni et démenti, quai è V. A. 

Di Altorffo, li 8 Décembre 1621. 



Nach dem Abschied der Tagsatzung vom 25.-28. Nov. und nach der Aus- 
drucksweise Casâtes sollte man glauben, dass zu Leopold ebenso viele Gesandie 
abgeordnet worden sind. wie nach Mailand, d. h. von jedem One einer. In 
Wirklichlceit waren es ihrer nur vier : Grebel von Zurich, Iselin von Basel. 
Bessler von Uri, Reding von Schwyz (Abschiede V, i, S. 247). Wie Casate da von 
« molti buoni amici » sprechen kann. ist unbegreiflich : Bessler ist der einzige 
spanisch-ôsterreichisch gesinnte unicr den eidgenôssischen Boien. 



69. Die Raethe Leopolds an Girolamo Casate. 

Innsbrucky p. December 1621, 

Antwort auf ein Schreiben C. s an Leopold vom 3. Dec. (Uber die Badener Tagsatzung). 
Der Erzhcrzog nun im Elsass. zum Empfang der Gesandtschaft bereit : Bitte, 
inzwischen auch mit ihnen, den Râthen, zu correspondiren. 

La lettera di V. S. Ill"^* sotto li 3 del corrente fù in assenza di S. A. 
S"™^ nostro Sig''<^ da noi aperta, dalla quale habbiamo inteso la continovata 
divotione sua verso questa Ser'"» Casa, effettuandola con tanta puntualità 
à darle parte di quanto è passato nelTultima dieta di Bada. Speriamo, che 
S. A. l'intenderà volontieri, et ritrovandosi hormai in coteste parti, saprà 
risolversi sopra li punti. che le verranno proposti dalli ambasciatori 
Sguizzeri conforme la suasolita prudenza. Ricerchiamo ancora V. S. 111™* 
in questo mentre, che (sic) durante l'assenza délia detta Altezza di corris- 
pondere nelle presenti congionture con noi. offerendoci dal canto nostro 
di far il medcsimo con Ici. 

Ispruggo, li 9 Décembre 162 1. 

DlBETTOBl ET CoNSIGLIERI SECRETI. 



Concept von der Hand F. Links oben (Anweisung fur die Kanzlei) : « Copii 
pro Ser"*. » 




70 Die Raîthe Leopolds an Girolamo Casate. 

Innsbruck, ii. December 1621. 

Dei der leizien Cesandlschafi dcr kaih. Eid^enossen nach Rom sind einiclne MilgUeder 
derselben von einer hervorragendcn PcrsBnlichkeil uiid andercn Venrelcrn ûbel- 
woilender Mflchrc lu I.'ngunsten Oesierreiohs bearbcitel «ordeii. C. môge iiSheres 
darûber lU vernchmen suchcii. 

Veniamo avisati da buon luogo. qualmenie nell'uUima andata dclli 
Ambasciatori Sguizzeri Catlolici à Roma ' non si mancù da qualche sog- 
getto principale, et altri ministri de'Prencipi poco ben'affeiti. di motivar 
con alcuni di loro sopra li moti presenii in pregiudilio di quesia S"^* Casa, 
accennando di più. che si sperava, che tal negotio forse col tempo 
potrebbe partorir quakhe frulto conforme l'iniemione loro. Di che per 
degni rispeiti habbiamo voluto dar parte à V. S. 111""', alla cui conosciuw 
prudenza rimettiamo di procurare, che se ne possi con desirezza cavarc 
qualche particolare di più, per oviare tanto meglîo à ogni traversa 
maggiorc, che poirebbe intentarsî a danno dell'impresa commune. 

Upruggo, li ri Décembre 1621. 

Concept von der Hand F. Auf der RDekseiie : Cilo. — ' Aulgabe dieser 
Gesandtschaft war, Gregor XV. zum Antriti seines Ponlificats zu beglQckwDnschen. 
Die gedrucklcn Abschiede lassen dièse Gesandtschaft volJkommen im Ditnkel. 
Am 6. Sept. 1631 wird fUr nothwendig erachiei, dass sie (endiich) bald abgehe; 
auf der nâchsien Confèrent der katholischen Orie soll ihr die Instruction erttieill 
«■erden (V, ]. S. aaK). Weiteres erfahren wiraus dieser Quelle nicht. EinSchreiben 
des Nuntius aber, am ij. Juni i6ai (wahrend der L'nterhandlungen ûber den 
Madrider Verirag) aus Luzern an den Cardinal-Nepoien Ludovisi geriehtet. 
belehrt uns. dass schon Ende Mai die Herren von Luzern den Haupimann 
Heinrich Fleckenstein fur dièse Gesandtschaft auserkoren hatten. Fleckenstein, 
obwoh! sehr reich, wHll die mil der W'tirde verbundene (iinanziellel BQrde nicht 
auf sich nehmen. Nun arbeilet der Nuntius fur den (der pàpsilichen Politik in 
der Bûndner Frage jedenfalls nâher siehenden| Obersien W'althcr atn Rkyn. 
Wer schliessiich gewâhli «orden isi, vermag ich nichi ïu sagen. Das zweitc 
Mitglied der Gesandtschaft stellte Unierwaldcn ; sehr wahrscheinlich war das der 
l.andammann und Ritler Melchior Imfold. — Am 1 1. Dez. i6a[ meldei Savelli, 
der kaiserlithc Gesandte in Rom. seineni Herrn, dass die schweizerischen 
Gesandien verreisi seien. Er fligt bei : • Et prima del loro partire mi hanno 
deito, che visitandoli VAmbasciatore di Venetia le disse, che sarebbe tocca[o a 
loro ad impedire li progressî, che il Ser" Arciduca Leopoido faceva : e che loro 
li risposero, che non sapevano, perche havcssero havuto a far questo. poichc il 
Ser*' Leopoido ricuperava quelle dell' Aug" Casa d'Austria, et quelle, che gli 
era siaio occupaio da i Grisoni. E mi dissero, che il Veneto s'era moslrato molto 
o di quesia risposta. » (St. -A. VVien.) 



1 



t 



- 8o - 
71. Girolamo Casate an Leopold. Lu^ern, \8. December 162 \. 

C. Qbersendet in Eile ein Schreiben Ferias. Rlagen der Zûrcher und Glarner ûber 
die Befestigungsbauten in Maienfeld und in der Nachbarschaft von Sargans. Dess- 
wegen Gesandtschaft zu Baldiron abgeordnet. Ein guter Freund von Schwyz dabei. 

Mi commanda il Sig'' Governatore di Milano, che io invij à V. A. 
Ser"™^ subito qucsto corriero con il dispacchio, che leva, il che csequisco 
senza trattenerlo un punto di tempo. Qui hanno fatte gran lamente li 
Zurigani et Claronesi, che li ministri di V. A. Ser"™* vadino fortificandosi 
in Maienfeld, et nei confini di Sargans, sopra di che si sono mandati 
ambasciatori per trattare con il Sig'' Colonello Baldirone \ et io ho procu- 
rato, che da Schvitz v'andasse un buon amico, come è seguito, talche 
spero, porteranno buona rissolutione, et levaranno Toccasione di metter 
guardijc ncl dctto contado di Sargans. Ma di quanto anderà occorrendo 
darô minuto conto a V. A. 

Di Lucerna, li 18 Décembre 1621. 
' Von dieser Botschafi an Baldiron melden die (gedruckien) Abschiede nichis. 



72. Leopold an Girolamo Casate. Rufach, 20. December 1621. 

(Antwort auf Nr. 71 ?). Dank fur don Eifer C. s. 

E gionto da me il corriero spedito dal Sig*"* Governatore di Milano in 
salvamento, il quale anco mi hà portato una dalla vostra^ dalla qualc 
come sempre comprendo la zelosa volontà vostra 

Di Ruffach 20 Décembre 1621. 

Concept von der Hand H., ebenso die unmittelbar folgenden, \vo nichts 
anderes angegeben. 



73. Leopold an Girolamo Casate. 20. December 162 1. 

Oie eidgenôss. Gesandtschaft ist erschienen. Abcr L. hat sie nicht einiggefunden. Seine 
Antwort allgemein gehalien, auf den Kaiser verweisend, dem er Bericht erstatten 
wird. Vor Abschiuss der Verhandlungen in Mailand eine andere Antwort nicht 
môglich. 



Li avisi ultimamcnte communicatimi intorno alla risolutJonedelli 

i3 Cantoni Svizzeri nella loro dieta sono siati conformi aile proposte 
fattemi in quel mentrc dalli Ambasciatori dclli detti Cantoni '. aile quali, 
non havendo trovato in loro parità dc'parerj, non hà risposio se non in 
^nerale, rimettendomi in tutto alla ratilicaiione et mente di S. M. Ccs^, 
alla quale del tutto ne darô piena informationc. Et pcr esser coniinciato 
il tratuto intorno l'affari di (îrisoni in Milano ", avanti la risolutione et 
conclusione finale di qucllo non hô potuto dar altra risposta, la quale non 
dubito intendcrete più pienamente da alcuni di quelli Ambasciatori 
Cattolici al ritorno loro. 

Nel resto non tralasciaretc di far ogni dili^enza di indagar M ultcriori 
disegni di Svizzeri et delli parcri. che pigliaranno in oj^ni occorrenza, et 
darmi del tutto pieno rag^ua^lio. 

Li 30 Décembre 1621. 

' Audienz dieser Ocsandtschaft bci l.uopold : j3. Duz. KÎïi in Knsisheim. 
S. Abschiede, V, 1. S. 347. — " Ankunfi der eidgenossischen Gesandien in 
Alidorf : 8. Dez. Hier bewirthet sic Casate. Am j5. Dez. Emprang in Mailand. 
Oleichzeitig trelTen die Boten dcr Bûndner und des Bischofs von Chur ein. 
Verhandiungen der eidgenossischen Boien r(J.-3o. Dez., s. Abschiede, S. 241-344. 
Auch der Nuniius isi anwesend. Am iK. Dez. langi als Vertreier Leopolds 
(neben Vaiiielli) Stredel in .Mailand an (die Instruction fur Si. und V. ist daiirt 
vom 3o. November). Ueber die besonderen Verhandlungen mil den Bùndnern, 
die erst am 16. Januar iâai ihr Ënde finden. s. Sprechcr I, 3i5. 



74. Leopoldan Oirolamo Casate. Ru/acfi. 21. December 1621. 



^gen Mansfeld hcranziehcii 



L. schickt einen Vertreter zu den cid|;enôs5isi:hen Ont 
die Hdifstruppen, die zur Venheidigun); des Elsasse 
werden. — Zugleich sendet er bezUgl. Schreiben an t'eria. 

Richiedendo li nostri affari di incaminar alli Cantoni di Svizzeri 
un'Ambasciatorc per sincerarli délia mia buona volonté verso di loro, 
«t délie cause, per le quali son forzato chieder et ricever'csterni aiuti per 
la difesa delli detti miei stati dellAlsatia (?) dalli sopra cmminenti pericoli 
et minacciate rovine dal Man isic). come dalla copia qui gionta più 
pienamente intenderete la mia intentione. Impcrô impicf^aretc ogni diii- 
j^enza con li detti Cantoni, perche non cntrino in gelosia per conto dclla 
-\-enuta delle genti stranieri mandatcmi per la mera difesa delli detti miei 
stati, confîdando fermamente, chc colla solita vostra destrczza procurarcie 
lanto, che essi resiino totalmente sodisfatti et acquietati. Inoltre vi niando 



- 82 - 

con esso mio Ambasciaiore la présente per il mio Coppiero Alessandro 
Vaiielli con Tinclusa al S''^ Duca di Feria, la quale perô con diligcnza 
per corriero espresso incaminarete incontinente à Milano, dando con 
quello conto à S. E. délia mossa sicura del Mansfeld, intesa per corriero, 
verso il Vescovato mio d'Argentina, corne credo et tengo per sicuro, che 
sin à quest'hora sarà già entrato con pensiero di metter tutlo à ferro et fuoco. 

Di Ruffach, li 21 Décembre 1621. 



75. Girolamo Casate an Leopold. Lu^ern, 3o, December 1621. 

Antwort auf Nr. 73. Der Gesandte L.s, Locherer, hai in Luzern gQnstigen Bescheid 
erhalten. Dann ist er nach ZQrich gegangcn, um eincr Alarmirung der Protestanten 
vorzubeugen. — Am 20. Dec. sind fur das Elsass bestimmte HQlfstruppen von 
Mailand nach Chur abmarschirt. — Der Gouverneur der Frcigrafschaft hat an 
die XIII Orte geschrieben. 

Nella conformità, che V. A. Ser*"» mi commanda per la iettera, che 
s'è degnata scrivermi sotto li 21 del corrente, hô presentato il Sig*"* Dottor 
Locherer avanti questi Sig''^ di Lucerna, da quali hà ottenuta in scritto 
grata risposta, et subito s'è inviato a Zurig per ivi ancora esporre la sua 
commissione, puoichè ciô fu giudicato necessario, mentre si credeva, che 
probabilmcnte loro sarebbero prima stati avisati da Milano délia mossa 
di questa gente, et forsi dubiosi délie cose sue per assicurare li loro paesi 
havercbbcro pigliatc le armi aile mani, ilchc pareva pericoloso in questi 
tcmpi, come V. A. Ser"^^» intenderà il tutto più diffusamente con il 
ritorno del medesimo Sig*" Dottore, il quale non mi trovô in Lucerna al 
suo arrivo \ et perô il dispacchio di V. A. Ser"»» al Sig*" Governatore di 
Milano hà tardato duoi giorni di più ad esser inviato à quella volta, ma 
puoi lo mandai subito giunto in Lucerna alli 27 con corriero espresso. 

M avisa il mio Secretario da Milano., che fossero partiti alli 20 dl 
questo tre tcrzi d'infanteria, Don Gio. de Medici, il Barone di Watvil, ec: 
li Napolitani, con quattro compagnie de cavalli, per passare da Coira in^ 
Alsatia. Dio 11 conduchi in tempo, che possino esser di profitto. Mando â 
V. A. Ser"^^ copia délia Iettera tradotta, che il Governatore di Borgogn 
ha scritta alli i3 Cantoni. 

Di Lucerna, li 3o Décembre 162 1. 

' Olfenbar am 25. Dez. Casate war damais wohl schon zur Conferenz voi 
2Ô. Dez. nach Brunnen gegangen. S. unten Nr. 76. 




1622 



77* Leopold an Girolamo Casate. 2. Januar 1622. 

Antwori auf Nr. 74. und 75. Mansfeld ist bereits ins Bisthum Strassburg eingcfallen 
und hat sich Hagcnaus bcmachtigt. C. môge den cidgen. Orten die daraus auch 
fur sie sich ergebende Gcfahr vorstellen und sie zu einer lIQlfesendung — kraft aller 
freundnachbarlicher Beziehungen und kraft der Erbeinigung — animiren. Aber 
L. will nur die im Felde stehenden Fàhnlein Beroldingens, keine grôssere 
Truppenzahl. F!r wQnscht sehr, dass auch die protest. Orte fûr das Elsass 
einstehen. Die eidgenôssischen Boten. die zu Mansfeld gegangen, sind auf der Heim- 
reise nochmals bei L. gewcsen. Sie waren nicht zufrieden mit M. Um so eher werden 
sie sich hofîentlich zur Hulfe fQr die Lande L. s entschliessen ; freilich ist einst- 
weilen bei ihnen noch nicht der Eifer zu entdecken, den die Noth der Zeit erfordert. 

Hô ricevuto le due vostre dalli 3o del passato per mcsso espresso. 
assieme con le incluse dello Stredelioel Vatielli fatte alli Cantoni Svizzeri, 
corne pari mente la copia délia Icttera del Governatore di Borgogna ad 
cssi Cantoni, dalla quale con gran mia sodisfattione hô inteso la matura 
considerationc sua sopra li pericoli imminenti et già principiate rovine 
delli stati miei dell'Alsatia, et principalmente intendendo, che li Svizzeri 
restino sincerati del la mia buona intentione verso di loro, mettendo da 
bando (sicj il sospetto per le genti, che mi vengono inviate da Milano, 
vi ringratio délia zelosa vostra diligenza^ che usate nei miei afTari costi^ 
confermatami grandemente dal Dottor Locherer nel suo ritorno... " 

Toccanti li affari del Mansfeld non mancarete di dar parte ad essi 
Cantoni, che gia sia entrato nel Vescovato mio d'Argentina, facendo 
grandissimi progressi con metter il tutto à ferro et fuoco, et che anco si 
sia impadronito di Hagenau, et che da ogni banda li venghino nuovi 
soccorsi di gente procedendo crudelissimamente senza risguardo ne di 
sesso ne^ di religionc alcuna '. Et li (?) accertarete ancora, che esso 
Mansfeld, rovinato che havera li miei stati, non tralasciarà anco d i 
molestarli loro et di attaccarii. et sopra tutto ciô li metterete in conside- 
rationc, che dalla destruttionc di questi miei paesi grandissimi danni 
riceveranno nelle vettovaghie, le quali ricevono da questi miei stati *. 




InoUre le metterete in consideraiione la buona vicinanza et amiche- 

vole corrispondenza, che sempre hanno lenuti et tengono con H suddîti 

miei in conformità délia heredilaria confcderalione Ira la Ser™» Casa mia 

et loro; cl v'impiegaretc ancora con ogni efficacia, acciô in viriù di essa 

cnnfederatione " ancora mandino qualche numéro di gente in soccorso di 

quesii miei stati, il che i?) gih habbialc traltato con loro ad instanza del 

S'' Duca di Feria rntorno le compagnie del Berlingher, corne inlendo dalla 

vostra, ma non vorrei, che passassero iî numéro di quclli, che gia sono in 

ordine soito il dcito Berlîngher. si per non volermi adossar tanto numéro 

di Svizzeri, per varij rispelti, si anco perche il tempo per tanio (?t adem- 

pimento indarno si consumarâ, richiedendo primamente II affari miei 

la prestezza. Et in tutio quesio non Iralasceretc ogni vigilanza con li pîù 

cfficaci orficij, che giudicarete espedienti. intorno le dette panicolarità, 

[ accîo venghino alla presta risolutione del soccorso, desiderando io som- 

[ mamcnie, che ancora li Svizzeri cosî HereiicicomeCaitolici si îngerischino 

[ et s'interessino nelli presenti frangenli, non meno per dar che pensare al 

nico, vcdendo unili !i Svizzeri con me i?l, che per altri particolart 

si rispelti. 

Darete ancora parte in nome mio alli Cantoni Communi dclla 

' partenza di quà delli quattro Ambasciatorî loro ritornati dal Mansfeld '" 

I et passati per di quà, dalli quali non senza gusto hô inicso la malu 

sodisfattionc, che hanno havuto, et burla (?) dal Mansfeld, acciô tanto 

maggiormente si risolvino di assistere in questi urgenti nécessita alla 

dilTesa dcHi miei stati, ma non ho ritrovato in loro cosi Caltholîci come 

Hcrelici quel calor, che la nécessita présente richiede. 

L'inclusa per il Vatticlli con la prima occasione incaminarete à 
iMitano. 

fa tergo :j 2 di Gcnnaro ifiaa. 



I 



Concept mit vielon Correciuren. — ' Envas undemliche Siellen. — " Dièse 

r Auffassung von der Tragweite der Erheinigung wird ion den Eidgcnossen als 

ine unrichtige zurûckeewiesen auf der Tagsatzung vom 6.-i5. Fcbruar iiiai. — 

Die eid^enOssischen Gesandlen bei Mansfeld ïu Lauterburg am 17. Dez. ifiar. 

I ^bïchiede V, 1, S. 341^. Sie waren auf Wunsch Leapolds donhin gegangen : 

cbenda S. ï5o. 



(Hrolamo Casate an Leopold. 



Lu^ern, 7. Januar 1623. 



^nmori iuf Nr. 76. Wenjg Neigunj; /ur Hdirclcisiung bei ilen (kaih.) Orien. Min- 
dïsieni hinsichti. der lahrgcider eini({c Conccsiionen unuiDttSnglich n&thig. 



1 



- 86 — 

Con Toccasione, che mi commanda il Sig»" Governatore di Milano, 
ch'io incamini à V. A. Ser"™» questo corriero, accuso la sua Icttera delli 2. 
In conformità délia quale non hô mancato di rappresentare à questi 
Canton! il pericolo et danno, che li soprastà dallcntrata del Mansfeld in 
Alsatia, et l'obligationc, che per la lega hereditaria tcngono di soccorrerla. 
Ma io veggo puoca prontezza in loro, et pero sarà impossibile di movcrii, 
se non si délibéra di pagarli qualche pensione, oltre che mi protestano di 
non voler venire in cosi puoco numéro, et li capitani, quali avanzano sei 
paghc, ne dimandano almeno due, dicendo, esser ciô nccessario per 
disimpegnarsi dai luoghi, dove al présente dimorano. Ho rappresentato 
il tutto al Sig*" Governatore per il corriero di V. A. Ser'"*, che passo hieri 
di qua in diligenza, et sto aspettandone la risposta per puoter servire à 
V. A. Ser'"^ con la prontezza, che son obligato. Ma sarà forsi necessario, 
che lei ancora si degni di sollecitare con caldi uffitij il Sig*" Governatore, 
acciô tanto più facilmente si disponghi a darmi li ordini necessarij per 
questo effetto. 

Di Lucerna, li 7 Gennaro 1622. 



79. Leopold an Girolamo Casate. 10. Januar 1622. 

AntNvort auf Nr. 78. L. wiil z\i niichsicr Tagsatzung einen V'ertreter schicken. 

Conosco chiaramente dalle attioni vostre il zelo, che continuate (?) ' 

Imperô havendo io risoluto di inviare un'mio Ambasciatore in 

coteste parti alla prima dieta, che si intimarà, per certi miei rispetti, 
vi ricerco con la présente a far ogni diligenza et esploratione per haver 
notitia di talc dieta, et matcrie, che in essa si tratteranno, et avisarmi 
del tutto incontinent! per mio governo. 

ia tergo :) li 10 di Gennaro 1622. 



Concept von der Hand E. — * Hier am Rande : « testificatomi con ruitima. 
vosira dalli 7 correntc inviatami col corriero.... di Milano». 



- 87 - 
8o. Girolamo Casate an Leopold. Lu^ern, iS. Januar 1622. 

Aniwort auf Nr. 7g. Die Badener Tagsatzunc verzôgcrt sicli. wohJ uegen dcr in Mai- 
land schu-ebenden Verhandiungcn. Jedenfalls abcr Absicht aur proiest. Scite. «twas 
neues zu versuchen und eine |;emeineidgen6ss. EntschlicssunK hcrbcizul'Qhren. — 
In Bezug auf die HQtre fUr das KIsass grossier Eifer C. s. Abcr immcr dieselben 
Schwierigkeiten ! — Inzwischen in Zurich Werbung eines Régiments («ahrschcinlich 
von den Venetianern be'^htt). — Die kath. Orte, wie es scheint, nicht gegen die 
AnsprQche L. s. in GraubQnden. Abcr im Veltiin ein Halien ! 

Non sa pensare la causa, perche questi Svizzeri vadino prolun{;ando 
«di metter insieme la dieta in Bada, se pure non fosse per aspettare di sentir 
il traltato di Miiano con Grisoni, et governarsi conforme alla conclusione, 
che in quelle si sarà presa. In ogni caso pensano ^jià di conuregare tutti 
li Confederati, coine V. A. Ser'"^ si detjnerà far leggere per l'anessa copia 
di Icttera scritta da Zurig a questi di Lucerna, il che dinota esser loro 
animo di tentare cose nuove, et far una gênerai risolutione sopra ii 
presenti affari. Il giorno délia dieta non è ancora intimato. ma subito 
ch'io lo saprô, ne darô parte a V, A. S™^, la quale supplico con ogni 
humiltà resti servita di credere, che non hô mancato di usare ogni 
possibi) diligenza per muoverc questi Svizzeri in conformité délia lega 
herediuria alla difesa dell'Alsatia, ma loro vogliono vedcre prima il 
danaro aparecchiaio per la leva, et puoi protestano di non puoter uscir in 
manco numéro che di dieci compagnie. Frà lanto hô inteso da buona 
parte, che in Zurigo si sijno distribuite patenti per un regimento: io 
dubito, che questo sarà pagato da Venetiani, ma quando ne havcrô 
maggior cenezza. l'avisarô à V. A. Ser™. 

Questi Svizzeri pare che non difficultino in permettere a V, A. S. 
l'obedienza de suoi veri subditi, ma le querele battono nella Valteliina. 
Diche tutto ho voluto darie parte per compire al comandamento ricevulo 
nella lettera, che V, A, s'è dcgnata farmi scrivere sotto li 10 del corrente. 

Di Lucerna, a 18 di Genaro 1622. 



Bi. Girolamo Casate an Leopold. Lu^^ern, 18. Januar 1622. 

Fïindselige BemQhungen in der Eidgenossenschaft gegendicMaiiânderVerhandlungen : 
HOIfspflicht gegenOber den BBndnern, die nur gezwungen das Veltiin abireien : 
Gefahr fOr die tessinischen Vogteien dcr Orte seibst ; drohende Niihe des erzherzogl, 
Kriegsvolkes ! Die Gegner sehr rûhrig ; die besten Freunde von ihnen bearbcitei ; ein 
zweiter Pass nun nir Mailand oiïen ; die BUndner nun Concurrenlcn im spanisclien 



- 88 - 

Kriegsdienst ! Eifrige Gegenvorstellungen C. s. Aber ein oder z^-ei Pensionen nôthig. 
Feria gibt keine Anlworl. Auch fur die Kosten der Gesandtschaft schickt er kein 
Geld. Das Ernennungspatent noch nicht da. 

Dopo il ritorno delli Ambasciatori Svizzeri da Milano, spediti, come 
V. A. Ser'"» è già informata, con parole gcneraii, queili délia fattion 
contraria procurano di render odioso et sospetto il trattato, che si prattica 
con Grisoni, adducendo diverse raggioni, per le quali si sforzano di 
persuadere, che con detto trattato s'offendi la Republica Svizzera, la quale 
sij obligata di difendere li suoi Collegati,che non per propria volontà, ma 
sforzati ccdono la Valtellina, con pessimo essempio di cattive consequenze, 
mentre dicono, che nel tempo à venire potrà succedere à loro il simile 
nelle Vogtic di Lugano et Locarno, date à Svizzeri dalli Duchi di Milano 
nell'istcssa maniera, che à Grisoni fù concessa la Valtellina. Et quesio 
vanno tentando con gran dispendio cl mettono di più gelosia délie vicine 
armi di V. A. Ser"™^, procurando ancora di corrompere li migliori amici, 
con proporli il danno, che à loro medesimamente seguirà, quando la 
M» Cat<^* habbi un'altro passo più commodo et sij obligata di sminuire le 
levate de Svizzeri, mentre in occasione di guerra si dovrà compartire con 
Grisoni l'utile, che prima era tutto loro. Alli quali mottivi, per altro 
appresso di loro molto potenti, procuro di rispondere, che non si tratta 
di acquistare la Valtellina per S. M^, ma di renderla libéra, nel quai caso 
quei popoli saranno migliori amici alli Svizzeri Catholici, che mai fossero 
li Grisoni : che li Valtellinesi non sono mai stati veri sudditi, et perô non 
milita con loro la raggione, che con queili di Lugano et Lx)carno; che li 
Grisoni cavaranno molto maggior utilità in générale dalla contributione 
délia Valtellina, che dal dominio, il quale era solo di profitto alli officiali, 
huomini privati ; che le armi di V. A. Ser"^^ non sono mai per offendere 
THelvetia, come Ici s'c degnata d'assicurarli, non solo per suoi Ambascia- 
tori, ma ancora con la parola sua propria; che il passo per Grisoni dovrà 
servire aU'Allemagna, quello de Svizzeri alla Fiandra; che nelle levate 
non si farà conto de Grisoni, non atti a combattere et puochi di numéro. 
Ma benche qucste raggioni sijno molto vere, nondimeno, per stabilirle 
nell'animi, vi sarebbe bisogno, che il Sig'' Governatore di Milano facesse 
pagare una o duc pensioni, di che ho fatto ogni uffitio, ma sopra questo 
particolarc non m'è stata data risposta, come ancora non è mai stato 
possibile di cavarnc dopo la morte di mio padre soccorso alcuno, ne à- 
conto del soldo di questa Amhasciata ne per le spese straordinarie, che 
per compire al servitio di S. M^ son necessitato à fare. Il che (vedendc^ 
massime, che lui va prolongando in mandarmi la patente per questo 



- 89 - 

carico et pur ne hà la facoltà da Spagna) mi caggionerebbe qualche dùbio 
délia sua intentîonc verso la persona mia, quando non vivessi sotto la 
protettione di V. A. Ser"*, la quaie supplice mi perdoni lardire. 
Lucerna, li i8 Genaro 1623. 



8a. Leopold an (Hrolamo Casate. Breisach. ig. Januar 1622. 
Sendet Depeschen zu raschester Weiterberôrdcrunp. 

Per l'urgenze, che giornalmente crcscono maggiori, mando questc 
incluse lettere à voi, acciô di là habbiano il più presto c sicuro rîcapito; 
onde, confîdando io nel solito zelo vostro. chc non tralasciarete di incami- 
narle quanto prima conforme io vi ricerco, et occorrendo cosa degna délia 
mia notitia avisarmi al solîto... 

Di Brisach, li ig Gennaro 1632, 



83. Leopold an Girolamo Casate. 



21 . Januar 1622. 



len Krzherzog xa Schreiben an Philipp IV. 



Per le moderne pericotosîtà et rovinc delli stati dell'Alsatia et Vescovato 
mio d'Argenlina scrivo alla M" Cati'^' et alli Sig'''|sic) D. Balthasar di 
Zuniga per informarli pienamcntc delli atfari di Germania, mcttcndoii in 
consideratione la somma importanza dcU' (sic) sudetta Alsalia et incor- 
porati stati alla grandezza di S. M" Catt'", et le mando al Sig'' Duca 
di Feria, acci6 S, Ecc* per corriero cspresso l'incamini incontinent! 
alla Corte Cattolica per baver con ogni maggior prcstezza possibile ta 
desiderata et necessarijssima risolutione; vi ricerco perô ad incaminar il 
piego direno ad esso S^ Duca di Fcria, corne quanto prima confldo 
fermamente che farete. 

Li 21 di Gennaro 1622. 



- 90 - 
84- Girolamo Casate an Leopold. Lu^ern, 23. Januar 1622. 

Antwort aui" Nr. 82. Die Hiilfsvôlker (aus Mailand) fur das Elsass im Anzug : Wattenwil 
schon in Chur. — Am 6. Febr. Tagsatzung wegen der HQIfe fiir die Bûndner. Wahr- 
scheinlich grosse Erregung dabei, insbesondere wenn die (bis jetzi ziemlich ruhigen) 
Franzosen zusammen mit den Venetianern « spendiren ». — Am 3o. Jan. Conferenz 
der kalh. Orte. Wenig Hoffnung in Betr. der 3 Fâhnlein fûr das Elsass. Jedenfalls 
zuerst Behandlung des Hiilfegesuches L. s. vor den kalh. Orten ! In Baden mûssen 
sich dann die andern oH'en pro oder contra erklârcn. In Zurich und Bern grosse 
Freude ûber die Erfolge Mansfelds. — Nachrichien ûber die Verhandiungen in 
Mailand. 

Subito ricevula la lettera di V. A. S"™^, scritta sotto li 19, ho mandate 
rincluse a Milano per corriero espresso, et spedito un messo a Veldkirch 
con il dispacchio indrizalo al Sig^ CoUonello Baldirone ; spero, chc la 
gente cominciarà ad arrivarc. perche s*ha nuova, ch'il Barone di Vattavil 
era già giunlo a Coira, et li altri l'andavano seguitando. 

Mando qui inclusa la lettera arrivata in questo punto da Zurigo, dove 
dimandono una dicta in Bada per li 6 del seguente mese. Et perche in 
qucUa trattaranno di assistere alli Grisoni et di determinare li aggiuti, che 
l'un'Canton dovrà dar al altro, duhito, che vi sarà grandissime alterationi, 
massime quando li Francesi (che sin hora non fanno gran rumore) 
spendessero insieme con Venetiani. Li Catholici si congregaranno qui in 
Lucerna alli 3o di questo, et io sollicitarô le cinque compagnie, che V. A. 
S""^ dimanda da tutti li Cantoni insieme, ma ne ho pochissima speranza, 
perche ogn'uno ripara nel puoco numéro. 

Perô se V. A Ser"** vorrà commandare altro, in materia de suoi 
interessi, restara servita. o di dare subito a me l'ordine, overo di far spedire 
il suo Ambasciatore tanto in tempo, che possi arrivare qua a Lucerna per 
il sudetto giorno delli 3o, puoichc sarà necessario di disporre prima le 
cose avanti li Cattolici soli, benche V. A. Ser"™^ li pretendesse da tutti li 
Cantoni insieme, si per assicurarle meglio, come ancora per metter li 
Heretici in maggior nécessita di dichiararsi, mentre o del tutto dovvranno 
acconsentire con li detti Cattolici o apertamente negare, mostrando li loro 
interessi congiunti con la parta contraria, come in effetto si fa in Zurigo 
et Berna grandissima festa per lentrata di Mansfeld neirAlsatia. 

In Milano deve esser conchiuso il trattato con Grisoni, li quali 
rinuntiano la Valtellina con tributo di 25 mila scudi di moneta Alemanna, 
che si devvrà pagare ogn'anno dalli habitanti nella Valle; questa restera 
libéra, perô vi si manterranno per qualche tempo li forti. Ma quello si 
habbia delerminato nelle cose di V. A. S., non Tho sin adesso potuto 



- 91 — 

sapere. Non puotranno tardare le lettere delli Sig" Stredele et Vatielli, 
che ne daranno compito parte a V. A. * 

Da Lucerna, a 23 di Gennaro 1622. 

' Am i5. Januar 1622 waren in Mailand mil den bOndncrischen Gesandien 
drei Verirâge geschlossen worden, bei denen andererseils als Contrahenien Spa- 
nlen, Oeslerreich und der Bischof von Chur erscheinen. S. Abschiede V, i. S. 249; 
die Vcrtrâge selbsl im Wortlaut V, 2. S. 2035-2093. Vgl.Sprecher I, 3 1 5-323. — Ein 
vierier Verirag wurde am folgenden Tage (16. Jan.) zwischen Erzherzog Leopold, 
dem Bischof von Chur und den Bûndnern wegen eincr nach Chur und Maienfcld 
auf zwôlf Jahre zu verlegenden ôsicrreich. Besatzung geschlossen. S. Ab- 
schiede V, I, S. 255. 



85. LfCopold an Girolamo Casate. 24, Januar 1622. 

Antwort auf NNr. 80 und 81. Erstaunen L. s, dass das iMisstrauen in d^r Eidgenos- 
senschaft gegen ihn noch nicht verschwunden. An Feria hal er der Pensionen 
wegen geschrieben, ebcnso wegen des Gesandtschaftspatentes fur C. 

Ho ricevuto due délie vostre sotto li 18 del corrente 

Toccanle il ritorno delli Ambasciatori Svizzeri et le loro (?) operationi, 
che li Heretici fanno, intendo con mia gran maraviglia, che loro ancora 
sijno oitra tante mie assicuranze entrati in gclosia et sospetto contro di 
me sotto varij pretesti e chimère. Con tutto cio non dubitarô, che venendo 
sincerati dell'animo mio (?) et délia giusla intentione délia M^* Call<^». che 
in eflFetto è di non pregiudicarli in modo veruno, s'acquictaranno à quello, 
che tante volte con lettere et Ambasciatori come ancora colla parola mia 
propria l'hô assicurato, come per il medcsimo effctto et principalmenie 
toccanti le pension! scrivo al S'' Duca di Keria, acciô dij ordini, perche 
venghino sodisfatti per conto délie pensioni loro e sopiti li loro vani 
sospetti,et in qucsto particolare farete ogni officio possibile. perche restino 
sodisfatti et... délia mia sinccra volontà, che non sarô (sic) mai darli 
causa di sospetto in modo veruno. Scrivo parimente al S^ Duca di Feria 
sudetto per conto délia persona vostra, et lo ricerco instantamente, che 
venghi alla effettiva conclusione una volta délia patente vostra. con darvi 
anco quella provisione di spese, che il carico et Ambasciata richiedono. 

Mando questo corriero espresso (?) à Milano 

(A tergo :) 24 Gennaro 1622. 



- 9^ - 

86. Leopold an Girolamo Casate. 

Freiburg i. Br,, 27, Januar 1622, 

Aniwort auf Nr. 84. L. schickl Schmidlin zur Conferenz der katholischen Orte. 

Mi e stato di gran guslo di havcrmi avisato del procedere, che lengono 
li Cantoni Communi intorno le nuove diète, che intendono radunare per 
le loro occorenze. In quanto pero alla particolare di Lucerna intimata 
alli 3o del corrente dalli Callolici soli, spediamo con instrutlioni et ordini 
sufficienti per nostro Ambascialore costà, per disporre cssi Cattolici in 
favor di quanto si desidera, il Dottor Schmidele, col quale non mancarcte 
tener continua participatione delli affari, assistendolo in nome mio con 
la solita vostra destrezza e prudenza, si che si cavi quel frutto dalli deiti 
Cantoni Cattolici, che sara lo opportuno et necessario (?) alli affari délia 
stagione moderna. 

Di Friburgo, 1622, 27 Gennaro. 



87. Girolamo Casate an Leopold. Lm^ern, 28, Januar 1622. 

Empfiehit die von Roll in Tri fiir die Belehnung mit Bernau. 

Ha nel cantone d'AltorlFo la famiglia dei Roll grandissima adherenza, 
et nelle occasioni puô assai. quando si tratti il servitio di S. M. C. overo 
délia Ser"^^ Casa. Pero confidato nella clemenza di V. A. Ser"™^ pjglio 
ardire di supplicarla con ogni humilité, si degni usare verso detta famiglia 
la sua solita benignità, assicurando V. A. Ser'"», che ogni gratia fattali 
sarà molto ben impiegata. Et loro non solamente resteranno con perpetuo 
obligo di servire V. A. Ser"^», ma ancora, ottenendo il castello di Bernau 
con le sue pertinenze, che già furono del Sig»" di Rotburg, le renderanno 
con ogni fedeltà la débita obedienza et sommissione. 

Lucerna. li 28 Genaro 1622. 



88. Girolamo Casate an Leopold. Lu^ern, 3o. Januar 1622. 

Hûlfeforderungfûrdas Elsass : Auf der Conferenz zu Luzern kein definiiiver Beschluss: 
Verschiebung auf den Tag zu Baden. — Wegen der Besaizung in Chur grosser 
Lârm. C. versucht zu beschwichtigen. — Dank fûr die Verwendung bei Feria: sic 
ist nothwendig : starke Opposition in Mailand gegen C. 



- 93 - 

Nella dieta di Lucerna ' non s'è prcsa risoiutione alcuna précisa, ma 
del tutto si rimettono à quella di Bada, la quale si cominciarà domenica 
prossima, che sarà alli 6 di Febraro. Frà tanto se V. A, Ser™" vi mandera 
suo Ambasctatore, potrà restar servita di dicliiararsî in maieria dei soccorso, 
che vorrà dimandare, puoiche li Cattolici non ne sono lontatii, quando si 
levasse un regimento di ire milla, et li Heretici sarebbero sforzati di 
dichiararsi, nella maniera, che V. A. Ser"» restera servita far lefjere nell' 
Abscheidt, al quale per brevità me rimctto. 

Da Milano non hanno ancora mandato li capitoli dcH'accordo con 
Grisoni, benche forsi ml sarebbero staii ncccssarij per rispondere aile 
calunnie sparse dalli mal affctti. Fanno qui grandlssimo streplto. perche 
in Coira resti presidio, et minacciano di non poter permcttere, che alli 
suoi confederati sia levata la liberté, puoichè dicono, che V. A. Ser™" non 
ha raggione di dominio sopra quella clttà. Ma si rispondc, che ciô era 
nccessario in questi principij per assicurarc l'obedienza dctl'Agnadina. 
Prettigau et altri luoghi, come ancora per inirodurrc il Vescovo et per 
farli restituire le giuridlttioni et béni occupati: pero sarebbc di bisogno 
l'accompagnare queste ragioni con il pagamento délie pensioni. le quai i 
spero dovranno puoi fmalmente esscr sborsate, massime havcndone 
V. A. Ser"" cosi calda instanza (sic). 

Le ren^Jo humilissime gratic per l'uflicio, che di nuovo in bénéficie 
mio s'è degnau passare con il Sig"" Governatore di Milano. et certo io 
tengo bisogno di si grande protettione, mentre mi vado accorgendo 
d'haver potentissimi contrasti. In ogni caso l'esser io servitore di 
V. A. Ser™ mi renderà più degno dellaltri, et solo questo mi acquieta 
l'animo, in modo, che non posso dubitare del buon eslto di questo negotio. 

Lucerna, 11 3o Gennaro tôaa. 

■ S. Abschiede V, i, S. aSo. 



89. Girolamo Casate an Leopold. Lurent, 18. Februar 1622. 



Scndel Oivelli als Berichterstattcr Uber die Badcncr Ta^salzung. L. môge sich i. eni- 
schllessen hinsichil. der gewilnsctitËn schweIzErischen llUII'e fUr das HImss; 
2. den i3 Orten auf ihre Vorstellungen Uber die Befesiigungcn zu Maienleld und 
die BcMUung in Chur aniworien. — L'eber die Mansfeidische Gefahr hat C. an 
Feria gescbrieben. 



~ 94 - 

Acciôche V. A. Ser"»» venghi à pieno informata di quanto s'è iraltato 
nella dieta di Bada ', che ha durato dalli g di questo mese sino alli 17, 
mando Sebasliano Henrico Crivelli, il quale rappresenterà puntualmente 
ciô, che non solo nelli interessi particolari di V. A. Ser"™*, ma ancora 
nella matteria de Grisoni hanno dcterminato, supplicando V. A. Ser™*, 
si degni farlo dispacchiare con la rissolutione, che lei havrà presa circa le 
cinque compagnie, et con la risposta, che tutti questi Cantoni aspettano 
sopra le fortificazioni di Maienfeld et presidio di Coira, nel che premono 
li Protestanti vedendosi serrato il passo da quella parte per rientrare et 
intorbidare le cose de Grisoni. 

Ho scritto al Sig*" Governatore di Milano sopra le cose del Mansfeld 
nella maniera, che comanda V. A. Ser"»», la quale mi puô crederc, che 
ancora per avanti non hô rappresentata cosa, quai puotesse ritardare le 
rissolutioni del soccorso. come spero, che il medemo Sig** Valtielli, meglio 
informato di questo negotio, ne polrà far fede à V. A. 

Di Lucerna. li 18 Febraro 1622. 



Dièse Tagsatzung isi eine der inieressaniesten dieser bewegten Jahre. s. 
Abschiede V. 1, S. 251-254; nach diesen hai sic vom 6. bis i5. Februar (nichl 
vom 9. bis 17.) gedauen. 



go. Girolamo Casate an Leopold. Lu^ern, g. Màr^ 1622. 

Nicht nur die protestanlischen, sondern auch die Icatholischen Orte verlangen dringend 
eine Antwort L. s auf das Schreibcn aus Badcn. Die Stimmung eine Icritische. 
Vorschlag C. s zur Beschwichtigung vvenigstens der kathoi. Orte : man erkiàre. dass 
die Besatzungen in Chur und Maienfeld nicht vom Erzherzog in politischem 
Interesse, sondern vom Bischof zu seiner Sicherheil unterhalten werden. — Die 
eidgenôssische Gesandtschaft nach Frankreich lâsst sich kaum verhindern : jeden- 
falls aber sol! sie nichl die von den Protestanten vorgeschiagenen schlimmen 
Instructionen erhallen. 

Passa questo corriero in tanta fretta, che à pena mi da tempo di 
scrivere quattro parole à V. A. Ser"^^. la quale supplico con ogni humiltà. 
si degni farmi inviare la risposta sopra la lettera, che questi Cantoni di 
commun concerto le mandarono da Bada, puoiche non solo li Heretici, 
ma li Cattolici ancora me ne fanno ogni giorno grandissima instanza. Et 
perche preveggo, che questo negotio sarà di molta importanza, et potrà 
forsi gencrare qualche movimento. quando resti nel termine, che si ritrova, 
piglio ardire di mctter in considcratione à V. A. Ser"^^, se forsi si puotesse 



- 95 - 

levare Toccasione di querela alli detti Canloni, quando si dichiarasse, che 
il presidio di Coira et di Maienfeld vien mantennuto dal Vescovo di Coira 
per sua sicurezza, et non da V. A. Ser"^^ per interesse di slato. perche cosi 
almeno li cattolici per zelo di conservarc detto Vescovo ne! suo possesso 
non farebbero tbrsi tanta instanza, acciô fosse levato. 

Dubito. che Tambasciata in Francia non si poirà traltenere, essendo 
questi principali di Lucerna interessati nei contraiti vecchi, ch'hanno con 
quella Corona, ma in ogni occasione si provederà. che non possino fare 
qaelli cattivi uffitij, che dalle 4 Cilla Prolestanti furono proposti nella 
dieta di Bada. 

Di Lucerna, li 9 Marzo 1622. 



91. Girolamo Casate an Leopold. Lin^ern, g. Màn^ 1622. 

Endlich ctwas Geld fur die BedUrfnissc der Gesandtschaft cin^etrotlcn ! I)as Patent 
aber noch nicht ausgestellt. 

Mi scrive il Sig*" Alessandro Vaitielli, che venendomi indrizzate 
lettcre di V. A. Ser"»* per Milano. io le incamini subito con diligenza, 
il che esequirô con quella prontezza, che son obligato. Frà tanto il Sig*" 
Governatore m'ha fatto soccorrere di qualche puoca somma di dannaro, 
il che tutto riconosco dalla clemcnza, con che V. A. Ser'"^ è restata servita 
raccomandarmi. La patente sin'adesso non è comparsa, sotto pretesio, 
che non sij ancora venuta la rissolutione da Spagna, ma io non ne posso 
dubitare, vivendo sotto la protettione di V. A Ser"™^, la quale ardisco 
supplicare, che dovendosi levare un regimento dAlemani si degni far 
assegnare a mio frattello una délie compagnie, puoiche mi scrive. che 
quella di Fiandra è hormai disfatta, et esso haverà occasione di servir 
ancora in persona à V. A. S^r»"^, come lui desidera sommamente. 

Di Lucerna, li 9 Marzo 1622. 



ga. Girolamo Casate an Leopold. Lu^eni. 23. Màrt; 1622. 

Zur Gesandtschaft nach Frankreich die proiestanlischen Orte schon bereit. Sic wollen 
dabei Ludwig Xlil. zu einem Kriegszuge nach Italien zu Gunsten der Bûndner 
veranlassen. Die katholischen Orte von Venetianern und Franzosen lebhaft fur 



- 96 - 

Ânschlussan dièse Gesandtschaft bearbeitct. C. bemQht sich fQr Aufschiebung ihres 
Entscheides und fur Befriedigung ihrer fînanzicUen Forderungen durch Feria. — 
Die Mailânder Capitulate von den Bûndnern ratifîcirt ; C. schickt die zwischen den 
franzôsischen Gesandten und den BUndncrn hierOber gewechselten Schriften. 

Nella conformità, che V. A. Ser""^ s'è degnata comandarmi, hô subito 
inviato con corriero proprio il dispacchio di Spagna al Sig*" Vattielli, 
sopra il quale capitandomi risposla non manchcrô d'indrizzarla con la 
medesima diligenza, corne hô ancora esequito con le lettere scrille a Zurig. 

Questi Canloni Catholici sollecilaii da Francesi et Venetiani trattano 
alla gagliarda di mandare quelPanibasciata in Francia sotto pretesto di 
sollecilare le pensioni et altre paghe, che se le devono, ma in effetto il 
negotioè indrizzalo à disporre quel Re, che composte le differenze nel suo 
Rcgno passi con lesercito in Italia, quando non si rimettino le cose de 
Grisoni nel primiero stato. Sin*adesso hô impedita questa rissolutione et 
cercato di differirla tanto, che passi la congiuntura di accompagnarsi con 
li Cantoni Hcretici, quali già stanno in procinto per mettersi in viaggio '. 
come V. A. Ser"^^ restera servita far leggere dall'annessa copia di lettera 
scritta da Zurig a questi di Lucerna, ma il negotio patirà neiravenire 
grandissime difficoltà, quando il Sig^ Governatore di Milano non mandi 
quanto prima almeno due pensioni per confermare glanimi di questi 
buoni amici, di che non ho mancato di darli parte per puoterne baver 
risposta avanti la dieta, che qui in Lucerna si terra delli sette Cantoni 
Catholici la prima domenica dopo Pasqua sopra questo particolare. 

La rattificatione in Grisoni passô cosi felicemente, come V. A. Ser"™^ 
haverà già inteso, et perche li Ambasciatori di Francia scrissero in ilanz, 
mentre vi stavano congregati li deputati dei detti Grisoni, non ho voluto 
tralasciare di mandarle copia délia lettera. et risposta ", per maggior 
sicurezza, benche m'imagino, che da alira parte Thaverà prima ricevuta 
V. A. Ser"^^. alla quale rendo humillissime gratie per la memoria, che 
si degna voler havere di Carlo mio fratello nelle prime vacanze di qualce 
fsic) compagnia. 

Di Lucerna. li 23 Marzo 1622. 



' Von den proiesianiischen Orien war die Gesandtschaft nach Frankreich 
schon am 10. Mârz zu Aarau beschlossen und aïs Tag der Abreise (von Yverdon 
aus) der 24. desselben Menais feslgeselzt worden. Nâheres Abschiede V, i, S. 263. 
Ueber den Verlauf der Reise siehe ebenda, S. 267-270. (Audienz beim Kônig in 
Saintes : i. Mai. Antriit der Heimreise von Paris aus: 24. Mai; am 6. Juni 
Audienz bei Myron in Colombier.) - " Das sind wohl dieselben AktenstQcke, die 



Abschiede V, i, S. aSS und a6ii eruahnt sin 
4lonsscbreiben der franztis. Ambassadoren a 
Februar, und die Antwonder letziËrn v 
. 3ï3: Anhorn. S. 357-366. 



in Abmahnuniîs- und Proiesu- 
e Bllndner. aus Solothurn, vom 
3. Mârz t6îa. Vgl. Sprecher I. 



93- Gtrolamo Casstc an Leopold. 



Lii^eni, 3. April t622. 



pDic hdihohschcn fine wcrden wahrschcinlich cmc bcsondere Gesandtschafi nach 
Frnnkreich schicken xur blosseï) Sollicilirung ihrer linanziellen AnsprQche, ohne 
Inïcrucliancti ta Gunsten der ftandncr und der franzôsischen Hugenoiien. Conreren;; 
nilclitten Montai;, t'eber die Amworl [..s bcir. Cbur und Maienreld vielleichi kein 
Ueschiusj, sondcrn Versfhiebunft auf die allgumuine Tagsaizung. 

Conforme ail'instanza, che mené fà ;^randissima il Sig"^ Alcssandro 
t'Vauictli. inandu con questo norricro a V, A. Scr"'" un suo dispacchio 
ivalomi \n quesio punto con nies^ proprio da Milano. il quule irut- 
Fwntfu aspctiandonc la risposta. Non nianchcro d'inviare le letlerc di V, A. 
l'Ser"» indrizzatc al mcdtmo Sifj"' Vaiielli con la prima occasione, che sarà 
I fràduoi^iorni, doppo taiia la dicta, quai si tcrrà lunedi prossimo in qucsia 
tCittà dalli sctte Canloni, sopra l'ambasciala di Krancia. il cui succcsso 
■arà, corne si crcde. che li ambasciatori catlollci debbino andarc disuniti 
Pdalli hcretici, per preiendere le loro paj^he e pensioni scorse. ma non si 
I debbino inleressarc nel nefiotio de Grisoni, corne quello. che da loro è 
I siato concbiuso senza participatione de Svizzeri. Prohibiranno ancora di 
I far uffiiio alcuno, perche quel Re s'acconimodi con li L'gonolti di Francia, 
ket cosi ancorche l'ambasciata vadi avanti non sarà dannosa alli interessî 
f di S, M* Cath''" et di V. A. Ser"", la cui letlera scritta in risposta a questî 
I Svizzeri sopra li presidij di Coira e fortifficationi di Maienfeld si leggerà in 
I questa diela, ma forsi non vi pi^^licranno rissolutione aicuna, rimettendola 
I ad una universalc di Bada. che fra puochi giorni si dovrà tenere. corne 
L li Zurigani già ne cominciano a motlc^i^iare. 
Di Lucerna. li 2 Aprile 1622. 



I 

I 

4 



94. Girolamo Casate an Leopold. 



Lu^crn. 4. April /fia: 



leult BeraliiUHg dfr tatholischen Orle Uber die Gesandlscliaft nacli Kranlcreich. — 
Opposiiion am ïpanischen Hore gcgen Casate. Dieser bittet 1.. um eirie i^mprehlung 
an Zuni^ uad berurt sich auf seincn Diensiclfer, suine Beliebihcit bei den 
Scliwciiern und «ine biïherigen Erfolge. 



- 98 - 

Mi commandano da Milano, ch'io facci passare questo corriero con 
ogni diligenza a V. A. Ser"'», il che esequisco senza irattcnerlo. Hoggi s'hà 
cominciata qui in Luccrna la dicta, ncUa quale si disputa, se convenghi 
mandar ambasciata in Francia ô tratlenerla. In ogni occasione credo 
saremmo assicurati, che, quando ancora questa dovesse caminare, non 
sarà di pregiuditio alli interessi presenti, ma subito finita la dieta, dispac- 
chierô messo proprio a V. A. Ser"™» con le nuove di quanto sarà successo. 

E perche mi dicono, che in Spagna fanno difficoltà nel lasciarmi 
spedire la patente per questo carico de Svizzeri, allegando, ch'io sij troppo 
giovane, ardisco di supplicare humilissimamente V. A. Ser™* per una 
lettera di favore al Sig*" Don Baldessar di Zuniga, nella quale si degni 
raccomandargli, che dijno ordineal Sig^ Governatore di Milano per questa 
speditione, dandogli insieme notitia délia buona voluntà, con che io 
assisto in questi paesi, la quale congiunta con laffettione, che mi mostrano 
questi popoli, hà ridotti à fine con qualche buon successo quasi tutti li 
negotij, che si sono trattati in un'anno e mezzo, ch'io servo, benche per 
altro fossero molto gravi, come n'è informata V. A. 

Di Lucerna, li 4 Aprile 1622. 



95. Girolamo Casate an Leopold. Luj^ern, 7. April 1622, 

Heschluss der kat'.olischen Orte ûber die Gesandtschaft nach Frankreich : man Iftsst 
die protestant. Orte vorlâufig allein gehen ; die Katholiken werden nach Pfingsten 
folgen^ aber ohne Aui'trag in der Bûndner Frage. — Die Antwort L. s ûber die 
Besatzung in Chur gut aufgenommen, aber vorlâufîg kein Beschluss darQber. 

Ho trattenuto sin adesso il messo, che V. A. Ser"»^ restô servita farmi 
dispacchiare li giorni passati, per aspettare il fine délia dieta, che s'è 
fatta qui in Lucerna sopra il deliberare Tambasciata in Francia, nel quai 
particolare hanno pigliata questa rissolutione, che non convenghi per 
adesso mandarla, mentre li Canton i Heretici van no per far uffitij contrarij 
alla religione catholica et al ben publico. Perô essendo necessario il 
rappresentare à S. M^ Christ'"^ li aggravij, che li sono stati fatti da questi 
ministri, et insieme procurare le pensioni, délie quali restano creditori. 
pcnsano di lasciar andare li loro ambasciatori subito doppo le feste di 
Pentecostc ', ma li amici m'assicurano, che non si darà instruttione alcuna 
per irattare sopra il negotio de Grisoni, nel quale sono rissoluti di non 



^ 99 - 

impedirsi, corne V. A. Ser*"^ si degnerà far leggere nell'annessa copia 
deirAbscheidt. 

Si è lelta ancora in questa dicta la lettera. che V. A. Ser"'* ha 
fatta scrivere in risposta sopra il presidio di Coira, la qualc è stata assai 
bene intesa, ma non hanno determinata cosa alcuna, per non haver 
instruttione bastante dalli suoi superiori, a quali la referiranno, ne spero 
vi sarà difficoltà, per esser le raggioni di V. A. Ser"™» tanto chiare et la 
dimanda cosi giusta et lecita. 

Di Lucerna, li 7 Aprile 1622. 

' Milte Mai. — S. nâheres hierûber sowie ùber den Inhali des Schreibens 
L.s : Abschiede V, 1. S. 171. 



96. Œrolamo Casate an Leopold. Lu^ern, 26. April 1622, 

Schickt Nachrichten aus Sargans ûber den Ausbruch des Prâttigauer Aufstandcs. Die 
ZQrcher werden ohne Zweifel Hûlfe schicken und von den kath. Orten daran nicht 
gehindert werden. L. môge rasch Verstârkunf^ senden. 

M arrivano in questo punto le incluse nove dal Vogt di Sargans, 
huomo di sicura fede, le quali se bene V. A. Ser*"* haverà iniese da altra 
parte, nondimeno, trattandosi negolio di tania importanza, non voglio 
mancare inviarle per maggior sicurezza con corriero espresso, acciô si possi 
rimediare aU'inconveniente seguito, avanti che l'inimico s'ingrossi, et li 
Protestanti Svizzeri li vadino in soccorso. Non ho ancora aviso, che li 
Zurigani si muovino, ma senza dubio lo faranno, ne questi Catholici 
vorranno impedirli il passo, non trattandosi doro dicono) di far danno 
immediatamente alla religione. ma di ricuperare la liberté a Grisoni loro 
Confederati. Spero perô. che almeno resteranno neutrali. Et non dubito, 
che le cose si possino rimettere, quando se vi pigli subita rissolutione 
et si mandi presto et opportuno aggiutto, come spero che V. A. Ser"^^ 
si degnerà di darne lordine nccessario. mentre in tVetta le fô humilissima 
riverenza 

Di Lucerna, li 26 Aprile 1622. 
Aufder Rûckseiie \ pntt, 28. Apr. 1622. 



Beilage. 

Jakob Trœsch, Landvogt su Sargans, an L»andaminann und Rath su Schwys. 

Sargans, 24. April 1622. 

Demnach so han ich nit sôllen noch wôllen underlassen, die mine g. Herren 
und Veiteren zuoberichten, wie dass uf heulh, Sontag Cantare, die Preligôwer 
sich zuosammen gethan und die Leopoldischen Soldaten in allen Flekhen und 
Dôrferen erschlagen; allein etiiche handt sich in das Schloss Castels retirirt, 
welches doch sy auch beselzi, und demnach die anderen Preligôwer sich in die 
Herschafi Meyenfeldt begeben, aida zuo Malanlz mit Hûlf derselbigen Landt- 
lûten die Soldaien angriffen und ellich erschlagen, die ûbrigen, so in II sich uf 
Meyenfeldt begeben, sambt denen, so zuo Flâsch gelegen, in das Schloss und 
Stettlin Meyenfeldt impatronirt und ein Usfahl old zwen gethan, und die 
LandlUth hinder sich getriben, aber hiemit so hant sy, die LandlQth, die Steig 
ingenommen; daruf ist die Nacht gevolget. 

Von Cuhr nacher hab ich noch nOt vernommen. In disem werenden Handel 

bin ich zuo Ragatz gsin, und han mich alsbaldt nach Sargans begeben, damit 

ich ûch, min g. Herren^ dessen in aller II kônne berichten, und auch mit minen 

Ambtslûthen rahtschlagen, was wir uns zuverhalten. In selben erschinend 

Abgesante von den Pundtsgnossen, und begerend von uns, dass man etiiche ir 

LantlQthen, so ielz ein Zyt lang us ir Vaiterlandt muossen sin, und aber sich 

ietzundt in der Herschafi Sax und Werdenberg befindent, wôlle lassen durch- 

passieren und den irigen zuo Hûlf kommen, welches vi'îl Bedenkens geben, 

diewil wir desshalben kein Bevelch habeni; desshalben an sy begerl ein 

ansiandt, das wir ùch als unser g. Herren und Oberen dessen berichtent. 

Herzwùschend so zùchendi sv fQr, wie ich bericht wûrt. Wie wir uns dan zuo 

disen gfarlichen Leulfen zuverhalten habent, wellent ir uns in aller II berichten, 

damit wir uns wûssent zuverhalten, dan wir sindt zwùschendt Ross und Wagen. 

Hiemit etc. Datum den 24. Aprellen 1622, in Sargans, in II. 

[Copie.] 

Ueber den Ausbruch des Prâttigauer Aufstandes siehe die ausfûhrliche 
Darstellung bei Sprecher I, S. 327 u. f. ; Anhorn S. 368 u. f. 



97. Die Raethe Leopolds an Girolamo Casate. 

Innsbruck, 2g. April 1622. 

Schicken ein dringendes (jcsuch an Feria um Hûlfezur (jnterdrilckung des Prâttigauer 
Aufstandes und zugleich bezûglichc Schreiben an die i3 Orte insgesammt und die 
katholischen im besondern. 

Con loccasione di quello siamo avisali passare non solo nella Valle 
di Partens. ma cssere penctrato ancora ncUa signoria di Maijenfeld, se 



— lOI — 



bcne con altro corriero espresso spedito per la Valtellina al Sig^" Duca di 
Feria Governatore di Milano habbiamo rapprescntato quello che bisogna, 
luttavia dubitando di qualsivoglia impcdimento o sinislro incontro, che 
ad esso corriero potcsse succedere. truoviamo necessario di recapitulare il 
tuito con questo duplicato, et quello inviare à V. S. 111"^». con pregarla, 
che voglij non meno incaminare con altro corriero à posta aile mani del 
coppiero di S. A. S. nostro Sig^*^, il Sig»" Alessandro Vatielli, corne non 
dubitiamo, ch'inteso da V. S. il tiitto già prima d'adesso haverà dat a 
S. E'^ quelle informationi. che si convcnivano, et con l'occasion présente 
continuarà di prestare ogni gagliard offitio, à fine che S. K»» apprendendo 
la qualità di cosi gran pericolo, con prestezza et prontezza conveniente 
tanto maggiormente s'induca à concedere le provisioni et soccorsi, che da 
quella in nécessita cosi estremo (sic» ricerchiamo. 

Et perche non meno truoviamo espediente di scrivere tani'alli 
i3 Cantoni, quant'ancora à parte alli Cattolici Sguizzeri del tenore, che 
V. S. 111""* dall'annesse copie potrà vcdere. la preghiamo similmente, 
voler interponere in nome délia M^^ Cat*^* l'authorità sua, per quel miglior 
ertetto, che negotio et congiuntura tant'importante ricerca. 

D'Inspruko, li 29 d'Aprile 1622. 
Concept von der Hand Stredels. 



98. Girolamo Casate an Leopold. Lm^eni, i. Mai 1622. 

Keria zur l'nterstûtzung Baldirons bereit. — Die Ztirclier andererseits schcinen niclit 
often fur die Pràttigauer (kriegerisch) eingreifen zu wollen. Man spricht von einer 
allgemeinen Tagsatzung. Conferenz der kathol. Orte am 3. iMai. Venetianisches 
Geld, durch Gcistliche vertheilt, in Thâtigkeit. C. will Wachen an den Grenzen 
aufstcllen. 

Dal dispacchio, che il Sig*" Governatore di Milano manda con questo 
corriero, intenderà V. A. Ser"^^ Tanimo suo pronto in soccorrere il colo- 
nelle Baldirone, il che sarà molto à proposito in questa congiuntura, 
mentre li Grisoni non hanno aggiutti fuorastieri et la Lcga Grisa non si 
muove. 

Zurigani non fanno moto alcuno sin'adesso; anzi dalle lettere, che 
hanno scritte, si puô conoscere, che difficilmente anderanno alla scoperta 
in aggiutto dei leggitimi sudditi di V. A. Scr'"*^ ribellali et meritevoli 



— 102 — 



d'ogni castigo. Pare, che acennino di voler lenere una dieta universale in 
Bada, ma questa non è ancora rissoluta. Questi Catholici si raduneranno 
insieme qui in Lucerna martedi prossimo H 3 del corrente mese; si vede 
chiaramente, che corrono dannari venetiani. distribuiti da persone 
spirituali, ma spero, che il zelo délia religione avanzerà in loro ogni 
illecito interesse. Procurerôdi far mettere guardienei passi più important! 
per non lasciar rientrare nel paese li Heretici Grisoni et per impedire la 
gente, che li potrebbe esser mandata alla sfilata, et di quanto succédera ne 
darô parte à V. A. 

Di Lucerna, al primo di Maggio 1622. 



99. Leopold an Girolamo Casa te. 2. Mai 1622. 

(Antwort auf Nr. 96.) L.. ohne Nachricht von anderer Seite, hofft, die Gefahr werde 
nicht so gross sein. 

Ho ricevuto il piego inviatomi per corriero cspresso, et inteso insieme 
il ragguaglio, quai havete voluto darmi intorno le (sic) movimenti di 
Grisoni et fattione seguile, aile quali se bene non dô credito intiero, per 
non venir taie aviso da altre parti communicatomi, et perô spero, che non 
sarà tanto grande, lodo tuttavia il vostro zelo et diligenza, che tenete in 
avisarmi puntualmente di quello occorre per di là, perilche si corne vi 
ringratio délia prontezza voslra cosi riceverô gusto dalla continua commu- 
nicatione, che mi farele, et principalmente in queste occorrenze. Vi 
mando il qui alligato piego, la (sici quale con la prima occasione mandaretc 
à Milano. 

(a tergo :) 2 di Maggio 1622. 



100. Girolamo Casate an Falkenstein. Lu^ern, 6. Mai 1622. 

Gûnstig lautender Bericht Ober dcn Stand der Dinge in Graubûnden. 

Nolui,quem nuperad meablegavittabellarium protinus, utrequirebat, 
remiitere, cum cl machinata Rhaetorum proditio in pubiicum eruperit. 
tum quia tam graves cxpensas. pro illo nostro amico. sine expresso Ex*"' 
Gubernaloris jussu facere prorsus non ausus fuerim ; charus esset, si non 
nimium carus '. 




— 104 "~ 

quelli di Zurig, che si debbi trovare qualche espediente per aggiustare le 
differenze, et cercano con questa occasionc di mandar ambasciatori à 
V. A. Ser"™*, pensando di puoter da lei ottenere condition! migliori che 
daili suoi Colonelli. 

Ma frà tanto Zurig stà armato corne tutti li altri Protestant! Svizzcri, 
et procurano forsi di prolungare la giusta vendetta di V. A. Ser"»* contre 
quei ribelli, sinche loro acquistino forze maggiori, et con ii dannari 
Venetiani si soUevino Taltre due Leghc, per haver puoi giusto pretesto 
di darli soccorso à tutti insieme corne à loro confederati, et non corne 
sudditi délia Ser»"» Casa ". Ma questi artificij verranno preoccupati 
dalla prestezza delli ministri di V. A Ser»"«, li quali aggiuttati dalle genti 
mandate dal Sig^ Governatore di Milano, potranno fare gran colpo. 

In questo mezzo io hô messe guardie nei passi di Sargans, et procure 
di far il medesimo nel paese di Schvitz, et dell'Abbate di S. Gallo per 
impedir il transito alli soldati, che vanno alla sfilata, et aile monitioni 
et vettovaglie mandate da Zurig et da altri luoghi alli ribelli di Partens. 

Li ambasciatori, che questi Cantoni mandorno li giorni passati alli 
loro confini in Ragazzo per far buoni uffitij, et per assicurare li suoi 
paesi, avisano alcune particolarità, délie quali m'hà parso necessario di 
darne parte à V. A *". 

Di Lucerna, li 6 Maggio 1622. 



* Abschlede V, i, S. 272. Auf dieser Tagsatzung vom 3. und 4. Mai ist nichl 
nur Casate, sondern auch der Nuntlus anwesend, und auch er wirkt gegen die 
Prâttigauer. In der Beraihung unler den Boten der Orte selbst lassen sich - so 
dûrflig die Andeutungen des Abschieds sind — zwei Strômungen erkennen : es 
hai nicht an der Erwâgung gcfehll, dass es bedenklich wâre, wenn die Prâttigauer 
von der Eidgenossenschafi geirenni wûrden. — " Am folgenden Tage, 5. Mai. 
halien die 4 proiesianiischen Siàdte zu Aarau eine Conferenz. Die Stimmung. 
welche (nach Abschiede V. i, S. 274) don zum Ausdruck kommt, entspricht 
mehr den Meldungen (Nasales in Nr. 98 und 100 als dem hier, in Nr. loi, von 
ihm gesagien. Weder Zurich noch Bern zeigl sich geneigt, fur die Prâttigauer. 
deren Tniernehnien beiden Stâdien als zu wenig vorbedacht erscheint, sich 
herauszuwagen. Einzig die Gesandien Basels ireien enischieden fur jene ein. aber 
es isl das ihre persônliche Ansicht : weder sie noch die Boten Schatfhausens 
haben bezûgliche Instruclionen. Eine Beschlussfassung wird — âhnlich wie in 
Luzern - auf die allgemeine Tagsatzung verschoben. — '" Am 3o. April 
(Samsiag) kommen (}esandie von Luzern, deren Namen uns nicht genannt 
werden, in Ragaz an und tretfen dort den Zcugherrn Hans Escher von Zurich. 
Landammann Gilg Frischherz von Schwyz und Hauptmann Kûechlin von Glarus. 
Zwei anderc Hcrren. Landamman Kcding (Schwyz) und Panncrherr Marti (Glarus) 



— lOD — 

sind mil dem Landvogt der Herrschafi Werdenberg nach Feldkirch zu Raitnau 
gcgangen, um dort allenfalls fUr einen « Anstand ^ zu wirken. Jenc anderen 
eidgenôssischen Boten halten an der Brticke ob Ragaz eine Besprcchung mit 
Abgesandten der Kriegshâupter und Râthe der Prâttigauer. In der Nacht geht 
wider Erwarien das Scharmûtzeln wicder an. Darum schreiben die eidgenôs- 
sischen Gesandten an die Pràttigauer und dièse ordnen nun Vertreter nach Ragaz 
ab. Nàheres s. Abschiede V. I, S. 27S. Sprcchers Darsteilung (1, 346) ist nicht 
ganz richtig. bietet aber in Bezug auf die l'nierredung Redings und Martis mit 
Raitnau in Feldkirch cinige willkommene Hrgànzungen. — Leider liegt der in 
obigem Schreiben Casâtes erwàhnte Bericht der eidgenôssischen Boten, bezw. 
Frischherzens (wir werden wohl nur an diesen zu denken haben) nicht bei. Dafur 
môge hier ein anderes Schreiben Frischherzens folgcn, das er schon vor dem 
Riti nach Sargans, etwa am 29. April, vert'asst hat (Datum und Adresse fehlen). 
Das kleine Stimmungsbildchen zeigi in seinem ersten Theiie stark aut'gctragene 
Farben. die mit den thatsàchlichen Verhàltnissen nicht stimmen : Baldiron hait 
sich unter mancherlei KLâmpfen noch anderthalb Monate. bis zum 16. Juni, und 
erst nach seinem Abzuge vollzieht sich die Schwenkung des Obern Bundes. Das 
Schreiben (Copie) lautet : 

4C Der Bot, so disen Bricf gebracht hat, zeigt an. der Oberst Baldiron sygc 
seibst zwôlft entflochen ûber die Steig. Item, der Ober Pundt schlage sich auch 
widerumb zuo den ûbrigen PDntncren, und zûchend fur die StattChur: Zitzers 
und die selbe umbligende Fleckhen habent sy ingenommen. 

Es wûrt von einem andern Orth hero geschriben. dass des Ertzhôrtzog 
Leopolden eigen Volkh sich des Kriegs gar ûbel beklagent, und syge ein Rébellion 
zu besorgen. 

Die Herren von Glarus sindt von den Pûndtnern umb Hùlf angesuocht 
worden ; helfen die Steig zuo bewahren : die werdent uf nâchst Donstag darum 
gmeinden, isi aber zuo gedenkhen, sy werdent ohne Rath iibriger Orthen nut 
thuon; man weiss nit, ob sy Zurich und andere Orth auch ansuochend. 

Sy, die Heren von Glarus. begerend ein Gsantschaft in Sarganser Landi. 
von 3 Orthen, Zurich, Schwytz, und (jjarus, als den nàchsten Orthen, damit 
man allem IJnguotem und Gfahr, so vorstândig sin mochtcnd, so viel mQglich 
begegnen ; dahin wûrt von unserm Orth llerr Landtama Reding und ich ritten. 

[P. S.] Uf hinacht wûrt den Mcrren der Stat Luccrn diser Sachen und wan 
(was ?) die Herren von Glarus uns schribent. auch Copyen zuokommen, welche 
so bald nit hant kônnen gefertiget werden. Die Herren von Glarus schikheni by 
eignem Leufersboten den Bericht diser vcrlotfnen Sachen ircn (josanien in 
Frankhrvch. » 



Bei den Schreiben Casâtes vom April und Mai 1622 — es ist nicht zu ermii- 
teln, welchem derselben es beigcgeben wurdc — liegl ein Aktenstuck, das auf der 
RQckseite die IJeberschrift trâgi : Relatione délia Ambassata fuandtita dalli 
Sig" Scuiti{eri ai Sig. Diica di Savoia. Das ist diesclbc (jesandischaft, ubcr 
deren Vcriauf und Erfolg Sonnenberg (Luzern) und Zum Brunnen (Iri), welche 
neben Lamberger (Frciburg) dieselbc gcbildcl haiten, an der (^.onfcrcnz der 3 Ortc 



— io6 — 

vom 3. und 4. Mai Bericht erstatten. Die Notiz. welche Abschiede V. 1, S. 273 
nach dem Freiburger Rathsprotokoll darQber bieten, ist sehr ungenOgend. Der 
cben genannte Bericht (deutsch). der offenbar an Casate gerichtet ist und von 
diesem jedenfalls sofon dem Krzherzog Leopold ûbermitieit wurde, ist viel 
ausfûhriicher. Die Gesandlen wurden Freilags den iS. Màrz 1622 in Turin 
empfangen. Sonniags den 20. Mârz haben sie beim Herzog feierliche Audienz. 
Dabei wurden von den eidgenôssischen Gesandten zur Entschuldigung, dass 
man dem Herzog nicht eher gralulirt habe « der FrÛndtschaft mit ïrer M** us 
Franckrych der Hhehandlung halben » die vielen L'nruhen berûhri, die im 
Vaierland seien, « insonderheil aber der Pûndtern halben, mil welchen man vil 
zu ihun gehapt, wie dan schon dessen halben Irer Durch*** zugeschriben, und 
schriftiich congratulirt worden, mit Anmeldung fOrderlich alsbaldt solche Unruw 
môchtind Zyt und Blatz geben, persôniich mit einer Gesandty (wie hiemit 
beschicht) solche Congratulation zu thun. » Kin besonderes Blatt berichtet ûber 
die (îeschâfte, die spâter zur Behandlung kamen (Pensionen, private Ansprachen, 
die « Aubena » u. s. w.). Dèr Hauptbericht aber beschâftigt sich in sehr angele- 
gentlicher W'eise mit den Absichien Frankreichs. Venedigs und Savoyens in der 
Bûndner und Veltliner Frage. 

* Was nun belangt die Zytungen, so man vernemmen môgen : Es ist ein 
mal gwiss, das der Kônig us Hispanien und syne zugehôrende im Pemont und 
Savoy mechtig verhass (sic) sind, so wyt das vorgemelter Herr Sanctus, der uns 
aile malen zu Hof und anderstwo beleitct, einest sagt, wan aile des Hertzigen 
Meinung werend, so wurde in Italie khein Spanier syn. Man vermeindl aber, 
wann der Hertzog solte sterben, so wurde es ein anders Régiment nemmen, und 
der Printzen Mayor (uf welhen vil zu hoffen) zwyfel ohnedes Kônigs us Hispanien 
Parthy wurde amplexieren und nemen, wie dan schon von vilen verstanden 
worden (?). 

Betreffend die Grisonen und V'eldtlyn. ist man in Erfarung khommen. dass 
der Hertzog und Venediger der Sachen cins sind, und wan der Khônig us 
Franckrych gen Lyon khommen wert, so soll der Hertzog mil dem Prinizen 
Maior und Madame zu Lyon sich fînden lassen, mit den Venedigern, des 
Gcschâfs (sic) halben der Pûnlern mit dem Kônig abzuhandlen und zu conclu- 
dieren. Das ist durch Marggraffen und Herren ustruckenlich und unverholen 
geredt worden. Dem ist also. Das Volck, so in Savoy und Pedmondt ligl, und in 
disen Winter ufgehalten worden, ist nit wider die Herren von Bern, sondcrs von 
des Veltlyns wegen ufgehaltet \\orden und noch in esse ist. Desshalben dise Sach 
nit Ivchtiich in Windi zu schlachen, sonders Ir Exellentz fOrderlich der Sachen 
furzukhommen und obglich wol ein eidtgnossisch Régiment fur das Hertzigthumb 
Meilandt solle begert werden, wurde solches gantz wol dahin lûtten und langen, 
dass ir pratick offcn und am lag verhanden. 

Hieneben das Ir Excellenz in Namen Ir M*' us Hispanien wôlle Anordnung 
schalfen, dass Ir M*' us Franckrych in guter Correspondenz mit Catholischer 
.M'* erhaltet werde, und insonderheil dass die .Minisirj des Kônigs wol erkhenndt (?) 
werdent. Es ist ouch zu Turyn von einem gwaltigen Herren geredt worden, der 
konig wurde fur gwiss gan Lyon khommen, es werc dan Sach. dass syn des 
konigs Raih wurde mil dobbon {?) erkhenni werden. 



— 107 — 

Es were ein bôse, schâdliche. und nachtheilige Sach gsyn der Catholischen, 
so der Kônig gan Lyon ietzmalen khommen were, wie dan wylleûfige, heimliche 
Practiken verhanden, die mil der Zvi zu vermelden. 

Ks hai ouch der Hertzog selbs in panicular einem Herren der Gesandten 
ustrucken lichen geredt. der Graf von Mansfell sye in des Konigs us Franckrychs 
Dienst, und werde von ime heimiich versoldei. so lang bis dass ein cnlliche 
Resolution des Feldtlins halben genommen und getasst werde. Demselbigen nach 
weiss man sich verhalien, und solche derglichen Sachcn in Windt nii zu 
schiachen. * 



102. Lieopold an Girolamo Casate. 7. Mai 1622. 

Genugthuung ûber die Bereitwiliigkeit Ferias, Baldiron zu unterstQtzen. Viel kommt 
darauf an, dass die protestant. Orte wie die katholischen ruhig biciben. 

Gran consoiatione mha date la prontezza inteso (sic) per quest'espresso 
dai S*" Duca di Feria in soccorrer il Colonello Baldirone', col cui soccorso 
spero et con Taltro, che io ne mando, di ridurrc li affari nel pristino et 
tranquille stato in confusionedelli insidiatori délia quiète (?), onde impor- 
tando (?) assai in questo frangente. che li Svizzeri cosi Cattolici corne 
Heretici non si movino, confido nel solito zelo vostro, che non tralasciarete 
diligenza alcuna di impedir un motivo (?) ô risolutione contraria ô 
pregiuditiale à qucsti afFari. con darmi dcl tutto minuto ragguaglio per 
mio governo. 

7 Maggio 1622. 

Concept von der Hand K. — Auf der Ruckseite das Daium : 6 Maggio 1622. 
-- "Nach Sprecher I, 353 langen die ersien Hûlfstruppen aus Mailand, unter 
dem (Commando Camills del Monte, am 6. Mai in (^hur an. 



X03. Girolamo Casate an Leopold. Baden, 12. Mai 1622. 

l'ebcr V'ersorgung der erzherzogl. Truppen durch Munitionssendungen. 

Perche forsi in questi tempi la gente di V. A. Sr™» potrebbe haver 
mancamento di polvere, io non ho voluto mancare d'avisarla, corne nel 
paese di Schvitz trovo persona, che s'offerisce di darne tanta quantité ogni 
settîmana, et la condurebbe sino a Roschach alla riva del lago di Constanza. 
corne ancora qui in Bada si potrebbe havcredel salnitro à prezzo honesto. 
il quale per Valdshuet et per la Selva Ncra si radurrcbbe facilmcntc sino 



— io8 — 

a Friborgo. Pero supplice V. A. Ser"™« se degni commandarmi, se dovrô 
trattare sopra questo particolare. 
Di Bada, li 12 Maggio 1622. 

Auf der Rûckseile : * pnlt. 16. Maij 1622». — « Hôning [en ?♦]. — «c Exped. 
ad arc[anos ?]. >^ — Ks ist eiwas sonderbar, dass Casale hier gar nichi ùber die 
allgemeine Tagsaizung berichtei,. die vom 8. bis 11. Mai in Baden siaitgefunden 
hai. Krsl am 27. iMai lâssl er sich hierûber vernehmen (Siehe unien NNr. loô 
und 107). Offonbar hicli er dcn Erzherzog durch das von Baden aus an ihn 
erlassene eidgenossische Schreiben genûgend orientiri. S. Abschiede V. i. S. 275. 



104. Die Raethe Leopolds an Casate. Innsbruck, i3. Mai 1622. 

Antwort auf Nr. 1 00. Krwartung. dass C. auf der Badener Tagsatzung eifrig ihàti^ 
gewesen sei. 

Habbiamo ricevuto la gratissima di V. S. 111"™^ sotto li 6 corrente, 
et per questa inteso quanlo la ci hà dato parte delli moti presenti nella 
Valle di Partcns, et di quanto che TEcc^ del S*" Governatore di Milano 
hà risoluto in materia d'aiuto al Colonelle Baldirone. Ne ringratiamo 
V. S. lU'"^ di cuore, et confidiamo nel valor suo, che nella dieta di Bada 
haverà sin'hora operato effetti soliti della molta sua prudenza à bénéficie 
délia Ser'"^ Casa, et ne staremo aspettando qualche particolare con grand 
(sic) desiderio. 

Ispruggo, li i3 Maggio 1622. 

Concept von der Hand F. - Am Rande : Cito, und die Bemerkung : 
^ Amb zu Vcidkirch zuesenden (?). die es fort dirigieren soll. » 



105. Leopold an Girolamo Casate. 23. Mai 1622. 

Antwort auf Nr. i o i . 

Hô ricevuto la vostra delli f) corrente. et inteso con particolar contento 
il zelo, con che continuate tuttavia in darmi puntualmente li avisi di 
Costa, perilche si corne vi rendo moite gratie cosi non tralasciarô occasione 
di riconoscerlo in altre vostre occorrenze, confidando fermamente di 
ricevcrne al solito li avisi... 

2 3 Maggio 1Ô22. 



— T09 — 

io6. Girolamo Casate an Leopold. Lu^ern. 2y. Mai 1622. 

Oie Zurcher und Glarner schicken — irotz der zu Badcn abgegcbenen Erklarung und 
des unter allgemeiner Zustimmung an Leopold geschickten Schreibens — Volk, 
Munition. Lcbensmiitel, Geschiitz nach dem Prâttigau. Vorschiâge C. s an die kath. 
Orte zur Bewachung der Passe. Bis jetzt noch keine Antwort darauf. Feria sollte 
noch mehr Truppen nach Chur schicken, denn von Feldkirch aus ist den Pràtti- 
gauern schwer beizukommen. Die Besatzung Maienfelds in Noth. — Vorgesiern 
Conferenz der Sargans regiercnden One in Rapperswil. Klagen der kathol. Orte 
ûber Wortbruch der protestantischen. Dièse leugnen ihr Kinverstandniss. Zu 
gleicher Zeii aber passiren die Schifle mit dem kriegsvolk ! Die katholischen Orte 
dariiber sehr verstimmt, vielleicht zu encrgischen Schriiten zu bewegen, wenn 
sic unterstutzt und befriedigt werden. Aile Verantwortung fQr einen Bruch der 
Frbeinigung von Seiten der protestant. Orte und dessen Folgen lehnen sie ab. 

Con Toccasione, che passa questo corriero da Milano, non posso 
tralasciarc d'avisar in fretta V. A. Ser'"*'». che li Zuri^ani et Cilaronesi. 
non ostante la dichiaraiione faila nella dieta di Bada. et le lettere scritte 
di commun consenso a V. A. Ser'"^. nelle quali dicono di non esser 
partecipi délia ribellione in Partcns, li mandano tuttavia gcnte alla sfilata. 
monitione, vettovaglia et ultimamente ancora duoi pczzi d'artiglicria 
coperti sotto un carro. Ne puo il Landfogt di Sargans impedire questo 
transito senza un grosso di gente, il quale difficilmente metteranno 
insieme li Svizzeri Cattolici. quando S. E. il Sig»* ( lovernatore di Milano 
non le facci pagare. Et perô grhô proposli duoi partiti : Tu no di far andarc 
à quella guardia le sei compagnie svizzere, che stanno al soldo di S. M^'\ 
accrcscendole al numéro di dicci per t'ar un compito regimenio. et dare 
ugual sodisfattione a tutti li Cinque Cantoni ; et l'altro di levare 
200 huomini per Cantone et con quelli assicurare tutti li passi. Sopra di 
che non ho sin'adesso ricevuta risposta alcuna. Sarà ancora necessario, 
che la medesima Ecc^ mandi maggior numéro di gente in Coira per 
puoter fare da quella parte il sforzo. puoiche verso Veldkirch li passi sono 
tanto stretti, et il nemico è talmente fortificato, che dillicilmente si puô 
penetrare et dar soccorso a quelli di Maienfeld. che hormai sono molto 
stretti, et li va mancando la vettovaglia. 

S"hà tenuta Taltr'hieri in Rapersvil una dieta delli Cantoni interessati 
nel contado di Sargans, dove li Cattolici si sono molto lamentati délia 
puoca fede. che tengono li Protestanti. ma costoro si scusavano dicendo, 
che il tutto si facesse senza loro consentimento, et pure nel medesimo 
tempo passavano le barche piene de soldati, che caminavano in servitio 
dei ribelli. Di che restano inolto disgustati questi Cinque Cantoni, et 
quando se le dasse assistenza de dannari et S. P^. mandasse la pensione 



— IIÔ — 

promessa. si potrebbero facilmente disporre a pigliar in questo negotio 
alcun rimedio, puoiche loro si sono apeitamente protestati, che facendo 
Il Heretici contro la lega hereditaria non ne vogliono haver colpa, et che 
quando V. A. Ser"*« li attacasse si dichiarano di non volerli soccorrere. 
Ma queste parole non rimediano aiii inconvenienti presenti, et perô sarà 
di bisogno, che V. A S. si degni con il ritorno di questo corriero di 
disponere il Sig*^ Duca di Feria à mandar subito il terzo del Conte 
Serbellone in Coira ei ancora à dar gl'ordini necessarij, perche qui 
potiamo difendere ii passi et prohibir il transito al nemico. Che è quanto 
posso in fretta rappresentare à V. A. 

Lucerna, li 27 Maggio 1622. 



107. Girolamo Casate an die Rœthe in Innsbnick. 

Lu^ern, 2y. Mai 1622, 

Bericht ûber die allgem. Tagsatzung zu Haden und die Conferenz der kath. Orte z\i 
Rapperswil. Schwierigkeiten in der Schliessung der Passe. — C. wirft die Frage 
auf, ob nicht unter den gegenwârtigen l^mstlLnden die Vermittlung der Eidgenossen 
anzunehmen sei, da die Feinde doch nur mit grosser Macht aus ihren Positionen 
verdràngi werden kônnen. 

Hô trattenuto il messo sin'a quest'hora per puoter dar parte aile 
SS*"»*^ loro Ill»"« non solo del successo nella dieta di Bada, ma ancora di 
quanto s'hà traltato in una, che hieri ' si tenne in Rapersvil. E prima 
scrissero da Bada à S. A. Ser"»* tutti li Cantoni uniti insieme, che à loro 
dispiaceva molto la ribcllione nata nel paese di Prettigau, e che quando 
S. A. Ser»"* lo trovasse buono, si sarebbero framessi, desiderando solo di 
far buoni uffitij in questo negotio, ma sin a quest'hora non è venuta 
risposta alcuna. E frà tanto quelli di Zurig e Clarona contro la fede data 
mandano continuamente gentc. monitione, vettovaglia, et ancora arti- 
glierie in servitio di quei ribelli. Sopra di che se tenuta la sudetta dieta 
in Rapersvil, dove li Cinque Cantoni Cattolici hanno protestato, che 
contravenendo li Heretici alla lega hereditaria, loro non ne vogliono 
haver colpa. A che risposero detti Heretici, che quella gente era mandata 
senza loro saputa, et che haverebbero in ogni modo procurato di rimediare 
à questi inconvenienti. Et li Cattolici hanno datto ordine al Landvogt di 
SarganS; che facci ogni opéra per impedire nell avenire il passo, come io 



1 12 — 



référendum, si quid porro scitu nobis necessarium illic locorum evenerit, 
communicari tempestive desideramus, uti vicissim D. V** ad mutua 
quaevis officia exhibcnda parati sumus. 

3i Maij 1622. 



Concept von der Hand Lininers. Am Rande die Bemerkung : * Copia pro 
Ser"" et Siredelio ». 



109. Gtrolamo Casate an Leopold. Lut^ern, 3i . Mai 1622, 

Vortraj? G. s auf der heutigcn Tagsatzunj; der kailiol. Ortc (Siehc Beilage !). Bewachung 
aller Piisse ihm gcsiatiet. C. Iioflt, dass man das Régiment Beroldingen nach 
Sargans sendc. — Frage einer cidgcnôss. Vermittlung bei Leopold : die kath. Orte 
wollcn zucrsi durch Boien sondiren, ob cinc solchc ihm nicht unangenehm. — 
Gueftier in Luzern. Er wirki dat'ûr, dass man Niedcriegung der WafTen auf beiden 
Seiten vcriange. 

Ho proposto in una dicta tcnuta hoggi qui in Lucerna ciô che 
V. A. Ser'"^ si degnerà far ici^gcrc ncU annesso foglio. Et ho ottenuto di 
puoter guardare tutti ii passi, acciô non vadi maggior numéro di gcntc in 
soccorso delli ribclii di Partcns. conie ancora spero di ridurli a mandar il 
regimento del Beriinghcr in Sargans, già che S. E. il Sig*" Duca di Fcria 
mi dà facoltà di puoterlo compirc al numéro di dieci compagnie et di dis- 
porne secundo il bisogno. Et perche cercavano li nemici d'interessare 
questi Cattolici ad intromettersi trà V. A. Ser"™» et li sudetti ribelli, hô 
procurato, che ditTerissero questa rissolutione et mandassero prima suoi 
ambasciatori * a V. A. Ser»"*, come faranno, per intendere da lei, se ciô 
si possi esequire con sua permissione. 

E venuto in questa Citta il (îueffier, che fu Ambasciatore del Re 
Christianissimo in (îrisoni, et hora dopo la morte di Montelone *' dice 
desser straordinario, il quale persuadeva, che in ogni maniera si 
dimandasse sospensione d'armi dall'una et Taltra parte, per cosi puotersi 
introdurre nelTaccordoet stabilirc le cose a suo modo. Ma sin'a quest'hora 
non rha potuto ottenere. C\\q c quanto m occorre di rappresentare in 
fretta a V. A. 

Di Lucerna. Tultimo Maggio 1622. 

' Ueber diesc Conterenz vom 3i. Mai 1622 s. Abschiede V, 1, S. 283. Luzern 
und Sch\N yz sollen die Gesandten stellen. Ihre Abreise wlrd auf den folgenden 



- IÎ4 - 

per assicurarla, che dalla parte loro sono semprc pronti d'osservare la 
lega hcreditaria,e che non hanno colpa nei disordini seguiti del passaggio 
datto in soccorso di quelli di Pretligau, ma che più presto hanno cercato 
di metter guardie nei luoghi più opportuni per trattenere quella gente. 

Et essendo loro ricercati di frammettersi per ottenere da V. A. Ser"»* 
et da quei ribelli una sospensione d*armi, desiderano sapere, se stando le 
cose nei termine che sono, possino ciô fare con buona licentia et permis- 
sione di V. A. Ser"^*, la quale supplicano d'una risposta sopra questo 
particolare, per puotersi governare nell occasion i, che si presenteranno, 
et promovere il servitio di V. A. 

Da Bron, li 2 di Giugno 1622. 

Aufdcr ROckseite von der Hand Ferraris (ausser Datum und Inhaltsangabe) : 
* fu risposto li 10 dette. * Dièse Aniwon vom ro. Juni hai sich vorlâufig nichi 
gefunden. 



III. Girolamo Casate an Leopold. Lu^ern, 2, Juni 1622. 

Schickt ein Schreiben Baldirons (siehe Beilagc i.). C. betreibt die Sendung des 
Régiments Beroldingen in den Obern Bund. 

iM'arriva in questo punto l'incluso dispacchio del S*" Colonello 
Baldirone, il quale m'hà parso necessario di mandare à V. A. Ser™» con 
messo proprio. lo vô procurando disporre le cose in maniera* che le 
compagnie del Berimgher possino andare nella Lega Grisa, ma questo 
non si puô efFettuare, quando li Grisoni medesimi non le dimandino, et 
perô vado in Orsera. et mando persona propria à Coira, et nella Lega 
(irisa, per trattare questo negotio, del cui successo darô parte à V. A. 

Di Lucerna, li 2 di Giugno 1622. 

Beilagen. 

I. Baldiron an Casate. Chur, 3o, Mai 1622. 

La présente servira prima per farli reverenza et poi suplicarla adoperar 
luiio il suo maluro consiglio ei oppera, accio li Sig" Sguizerj Cattolici adoperano 
il loro vallore el f;elosia grande, che portano alla religione cattolica, poiche li nostri 
contrari non vano ad alira mira che de stirparc la relligione cattolica, ma anche 
tutti li homini da bene et de bona inienlione. Sono siatti da me alcuni ben 
affeiionati quasi con le lacrims alli occhij. che io debi scrivere a V. S. et 
suplicarla, che per il meno li sia mandate quelle compagnie del Sig' CoUonello 



- ii5 - 



f'erligner {sic), sin tanto potra arivar ma(!^ior socorso, quai Sig' Collonello 
si debi haver offeno, che procurano (?| appresso de suoi superior). ehe lui 
verebe de bon (?|, cosi Iddio bono, doppo che Sua M" H paga. Ht li tien in 
parti inutili ; non e meglio adoperarli neli lochi del bîsogno ? 

La bruta retirata occorsa il giorno del Corpus Domini V. S. III" bavera 
forsi intesa. le non se (sic) fui presenie, perche me conviensi quella noue de intrar 
nella ciiia con due compagnie del (erzo del Sig' Conte Serbelone ei la compagnia 
de coraze, poi che mando in fora alcuni Capitanî Napoletanj a dar aviso al 
Sig' Mastro de Campo S' Don Camillo del Monte, qualmcnte la citta. ho per 
dir meglio 11 citadini erano rîsolti de voiler tagliar a pezzi il presidio, che ne 
havevano sicuro aviso. Cosl parse ben a tutli, che io mené venesi alla citia, 
dove che inirai una hora avanti giorno. V.\ non si trovo nienie, cosi che 
subito remandeii la compagnia de corazze, et me fermeti con le due com- 
pagnie de infanteria. dove che cerchetl di far qualche vera inquesitione. dove 
non irovai niente de sustanza. Cosi ne detti pane al sopra detto Sig' Mastro 
de Campo. et Io dimandeii quelle, che dcsiderava : et indicava di ritornarmene 
con dette due compagnie al campo, ho de resiarmene nclla ciiia con detta 
gente per piu assicurezza de quella corne corpo de tutii li nosirij (sic) alfari. 
I:t dopo mené andeti alla santa chiesa, et procesione del Corpus Domini. et 
alla mesa pontificalle, dove che il Sig' Vescovo fece gran insiantia. che io rotlesi 
andar con lui a desnare, dove si era il Sig' LandiriechUer et molti Sig" délia 
Lega Grisa. Me scusei sin a la terza volta de non poter andar, come non andeti 
in cfleito. Mené vensi a casa et scomenïej a scrivere in molli lochi et scoltrer 
moite querelle, che erano occorse, menire era statto fora, tra la soldadescha 
et cittadinî, come ancho vensc quasi tutto il consiglio a pregare et protestare 
insieme, che io voglia tener inquesition de quclli, che anno posto fora questa 
fama, et farli dare quel castigo rigoroso, che un tall ctfetto mérita, senza 
risguardo alcuno. tochase a chi si vollese, poiche in una inpresion talle potrebero 
lor de mezzo tanti e (ami inocenii senza una mailtia ne sapuia alcuna:dove 
che cefcheti tutti li mezzi posibili de quietarli, come feci. Et dopo me posi 
a mangiar un bochone. Echo che mcntre son a laula vien un servitore del 
Sig' Capitano Camilo Rho, et dice : Sig', la pasa {?) mosse la scaramuza c 
tachata alla galliarda, dal nemico preso li nostrij in mezzo, et da lutte le parte 
si cascha adoso li nemici. Subito mené levo da laula. monto a cavallo et in lutta 
fretta mené vado alla volta loro. Echo dalla citta circha un miglia e mc7zo 
italiano inconiro la nostra génie in tutta furia, masimc la infanleria. che non 



fu mai mezzo farli v 

«love il nemico da una parte si avan 

che se rupe le roite del pezzo de artila 

una balla de diece libri in circha: et ut 

si che doi pezzi resto {sic) al nemicc 

La cavalaria fece il debîto; altramente '- 

cosi non credo ne sia restati 3 ho 4. I'>ovc 

feci sortir un Capitano con cento moscheicri freschi alemani, la mita alla 

montagna et Ultra mita nella sirada Reale. dove che lornorno alfar retirar il 

nemico a un bon miglia italiano, et li sca:'orno de quatre barichate, che de gia 

havevano fabricato per dubio délia cavalaria, che di novo non li seguitascro, 



su le porte dclla citt; 
:o aile porte a un ti 
ia piu groso. ei resti 
altro pezzeto crepo j 
, et doi si conduce 
infanteria resta 
; subito intraio 



, che vûlsero inirar. 
■o de pisiola, dove 
de dietro ; portava 
nche quella matina. 
anchora alla citia, 
a quasi lutta, che 
)ella citta li Italiani. 



si che detta scaramuza duro sino alla noue, quasi un hora de notte, ove si 
fece poi relirar la génie, e cosi e statlo il caso certo al Sig' Mastro de Campo; 
li fu amazato il cavallo sotto, subito al principio con un pezzeto. Si che questi 
affari sono pasati cosi et dopo moite altri, cosi che non se al présente da fidar 
alla pena. tcho che hieri conpare un interprète del Ambasciatore di Franza con 
leitere del Sig' Guffier, una al Sig' Mastro de Campo Don Camilo, uno aile due 
Leghe et una a me, del tenore incluso, per la coppia, et la coppia délia lettera, che 
anno scriio aile Leghe. Detto interprète la porto anchora alli ribelli, ma per 
quanto intcndo, alla libéra dicano, che non vogliano pace, ma che hora e il 
tempo de far le loro vendete, et requistar il loro perso, li paesi quanto riputation, 
e che sia il verno (?). Hoggi doveva venir le due Leghe qui in Coira affar un Pitach. 
Quelli délia Cade sono comparsi, ma quelli délia Lega Grisa non anno volsulo 
venir, dove che questi sono andati da loro, dicano in un delli villagi délia 
Sig"* de Resenz. si che si pol conoscere. quanto anno nel animo insieme. 

La rebelion vien a farsi générale : chi non provede con galliarde forze. Noi 

siamo qua. comc Iddio sa, masime io : spero pero in Dio benedeto et alli pregi 
de la sua santa madré, che non mi abandonera del suo divino haiuto (?) ; 
haveti (?) anche V. S. HT', quanto sa et po, per quanto ama il servitio de Iddio. 
de Sua M'' Catf et de Sua A. S. nostrij Sig". Et con pregar dal somo Iddio il 
colmo de ogni bon suceso a V. S. lU"', de novo li bascio le mano et melli 
racomando in gratia et protetione, con suplicar V. S. 111"* de famé pariecip^ 
a Sua A. S' mio clément"' Sig" quanto prima con una coppia se non in originale 
de questa mia, che povero questo obligo apreso tanti altrj, che tengo alla su» 
111- Casa. 

De Coîra li 3o de Maggio 1622 verso la sera. 

[P. S.] Tre pezzi anno hauti da Zurigani, et il nostro pezzo, che 4- 
Mayenfeli si tien anchora : fa miracolli, non so che dire altro. Dui giorni fa, ann» 
piantato quatro pezzi de artilaria et scomenzato a bâter; anno fato sortita et^ 
fato honore. 11 giorno seguente il nemico li mando un tanburo a dimandar. 
se si vollevano {?) rendcr : li fece risponder, che tornasero (?) in i5 giorni, ch^ 
li havarebe datto risposta. 

Original, ganz von der Hand Baldirons, nicht ganz leicht zu lesen und beinthe 
ohne jcde Interpunction ; Styl und Ausdrucksweise sind oft seltsam genug. Ich habe 
das AktenstQck wiedergegeben. so gui es mir eben môglich war. — Zu dem Inhalt 
vergl. Sprecher 1, 365. 

a. Gueffier an Baldiron. Rapperswil 26. Mai 1622, 

Kssendo concluso Taccordo ' fra il Rè mio Sig" e la M' Catt**, quanto che 
tocca li atfari delli Grigioni e délia Valtelina per un buono accomodamento di 
tutti quelli rumori, c difTerentic cola sensitate, il quale sera à grado et con- 
tentezza délie parti interessaii, e fra le altre di S. A. Ser"' l'Arciduca Leopoldo, 
corne V. S. vederà. piaccndo à Iddio, alhora, quando se ne verra aU'esecutione, 
e non restando altro per adimpire una cosi buona opéra che una suspension 
del le armi. per la cui mezzo si possa fare le necessarie diligenze, ô provigioni. 
ove sarà bisogno, senza che intervengono altri accidenti, qualli impedirebero 
contra rinieniione de duoi Rè Teffetto di quello, che fra di loro è staio concluso. 



— 117 — 

lo scrivo hors ancora alli Sig" Grif;toni pcr avisarli medesimamente, corne 
Tacciô i V, S., e[ per disponerli d'acceitar ei accordare de lor parte ]a dciia 
suspenstone délie armi, sperando, che dalla parte di V, S. non si meita diflîcolia 
alcuna. A questo mando il présente portator' il Sig' Gio. Paolo, secretario 
o interprète del Rà, nel paese sudetto per iratar antora con V. S. sopra il ponto 
délia mia richiesta, al quale V. S. darà benigna audienza e pronta risposta. 
accioche si possia dar raguaglio à S' M' c laborare sia presto di linire la 
conclusionc di questo accordo, corne sera ancora scrii 
non dubitando, che délie parti delli detti Sig" (iri{;ioni 
suspensione d'armi, prego ancora S. V. Tarmi saper la 

in risposia di quesia 

Di Rapersvilla alli 36 Maggio i&a. 

' Das ist das Abkommen, ûber wtlches im April ifiai gieiclizeitifi in Fronkrelch 
und Spanien zwischen den Vertretern der beiden ICroncn unterhandeit wurde. In 
Spanïen gelangten dièse Verhandlungen am 3. Mai zuin Abschlusse in dcm Verlrafif 
mn .Xrjn/ae^. inzwlschen aber halle der spanîsche Gesandte in Franl:rekh noch 
weitcr gehende Anerbietungcn gcmacht, und an diesen hieit l.udwig XIII.. da eben 
ietzi der Umschwung der Dinge in GrsubUnden einlrat, gegenilber dem Abkommen 
von Aranjuez hinnicbig fest. Schlicsslich kam man auf franzSsischer Sciie mil aller 
Wucht «ieder auf den Madrider Vertrag zurQck. Vgl. unien Anm. nach Nr. 2 1 3 und 
za Nr. I 1 8. 



à S' Aliczza, per lanio 
non sia acctatia quesia 
la intentione per iscriio 



112. Die Reethe Leopolds an Casate. Innsbruck. 7. Juni 1622. 

iMnkfOr Casaies Anordnungen zur Bewachung der Passe. — Railnau isl angewicsen. 
das scinige zu ihun. — Angesichis des (schlimmen) Standes der Dinge in Grau- 
bQnden haben die RSthc dem Erzherzog gcraiben, einen WalFcnsiillstand einzugehcn. 

Dalla lettera di V. S. 111'"' sono li 2 del stante, habbiamo con molto 
nostro gusto Intcso la continovata diligenza usata de lej sin'hora nelli 
mot! presenti, à beneticio di S. A. S""^ nostro Sig", irovando csserc 
■attodi grand (sici consequenzaet di servitio noiabile alla causa cominunc, 
«be dalle guardie poste è da ponersi pcr l'avenirc da V. S. 111™" venghino 
usate tune le dilîgenzc possibili d'impedir alli ribelli di Partiens le vetto- 
Aagtie et ridurli per questo verso più facilmenteà termini raggioncvoli : 
che Dio lo facci. 

n Baron di Rayttnau è in oblige di cooperare dal canto suo tutto 
quanto potrà in servitio di S. A., et cosi speriamo, non mancherà di 

concorrcre con V. S. 111"'" in matcria délia lettera acccnnata per li Sig'" 

Sgizzari isic) Cattolici. 

Quanto al desiderio, nel quale continuano cssi Sig*"' unitamenti; di 

framettersi per una sospensionc d'armi, saprà V. S. 111™", che già prima. 

et hieri l'altro di nuovo, tornassimo per corricre cspresso di dar parle à 

S. A., alla quale si aviso ancora il stato présente del la resa di Muyenfeidt ■, 



— ii8 - 

et Talteratione, che commincia à pullulare fra Grisoni medesimi, metten- 
dole in considcratione, che per ogni buon rispetto trovaressimo necessa- 
rijssimo, che si venisse à qualche sospcnsione per trattar poi con maggior 
comodità sopra qualche temperamento ô almeno guadagnar tempo di 
provcderci in questo mcntre con quclli mezi più necessarij in materie 
simili, offerendoci di dar subito parte ù V. S. 111"* di quanto detta 
Altezza restarà servita di commandarci sopra questo passe. 

Ispruggo, li 7 Giugno 1622. 

Am Hande : * Ciio. * - « Abschr. pro Scr"' ». — * Uebergabc von Maienfeld : 
I. Juni 1622. Siehe Sprecher 1, 368. 



113. Girolamo Casate an Leopold. Lu^ern, 11. Juni 1622. 

Sendet ein neues Schreiben Baldirons. — C. bemOht sich dafQr, dass die katholischen 
Orte eine starke Besatzung nach Sargans legen und den Katholiken des Obern 
Bundes eiwas Hûlfe schicken, um sie von einer Vereinigung mit den Aufstândischen 
abzuhalten. Die Absicht der katholischen Orte, einen Waffenstillstand zu vermitteln, 
bekâmpft C. nicht, um andcres (schlimmeres) zu vermeiden. Heute Conferenz dcr Orte. 

Con l'occasione, che passa questo corriero da Milano, m' ha parso 
neccssario di communicare à V. A. Ser"^* la lettera, che in questo punto 
ricevo dal Colonello Baldirone, dove si contiene il stato, in che si trovano 
le cose de (îrisoni. 

Da questa parte io vo procurando, che li Svizzeri Cattolici mettino 
un grosso presidio in Sargans et mandino qualche aggiutto alli Cattolici 
délia Liga Grisa per prohibire. che non si congiunghino con le armi 
delli ribelli. E perche loro desiderano d'intromettersi in una sospcnsion 
d'armi. essendo le cose nel termine che stanno, anderô più presto dispo- 
nendoli a pigliar questo partito che altrimenti, essendo puoi sempre il 
libero arbitrio di V. A. Ser'"» Taccettare ô ributtare Tinstanza da loro 
fatta. iMà dovcndosi trattarc di tutti questi negotij in una dieta', che hoggi 
si terra di tutti li Cinque Cantoni Cattolici, mi risservo di dar parte più 
minulamente a V. A. Ser'"^ di quanto sarà seguito doppo il fine di questa. 

Di Lucerna, li 1 1 di Giugno 1622. 

' S. Abschiede V, i, S. 285. — Hier sind auch Boten des Obern Bundes 
anwesend. die um Hûlfe bitlen. — Schr bemerkenswerth ist die Haltung Uris in 
der Passgewàhrungsfrage : die Vertreter dièses Ories, Zum Brunnen und Megnet, 
gehOren bcidc zut franzOsischen I^ariei. 



— 120 — 

d'haver disposti questi negotij in altra parte. Il che è quanto m'occorre 
di rappresentare in fretta a V. A. 

D'Altorffo, a 20 Giugno 1622. 

Ucbcrgabc von Chur durch Baldiron : 16. Juni 1622. Abzug am 17. Juni. 
Siehe Sprecher l, 3y5. An demselben Tage wieder Conferenz der 5 Orte zu 
Weggis, und wieder bitten hier Gesandte von Disentis und Lugnez um Beistand. 
Die Antwort. die ihnen zu theil wird — man beachte, dass wieder Zunn Brunnen 
und Megnet Uri vertreien — isi cine kûhie, wenig befriedigende : man meini, 
sic, die Disentiser und Lugnezer selbst, und die Soldaten, die ihnen zugezogen. 
wûrden genugen. Das sind offenbar die 5oo « Soldati Svizzeri *, von denen Casate 
hier spricht. Sprecher rechnet 400 Mann und nach ihm waren auch « Italiener » 
dabei. Nach derselben Quelle weilt als Organisator in diesen Tagen Hauptmann 
Sébastian Heinrich Crivelli zu Disentis (Sprecher nennt ihn Secretâr Ferias und 
von diesem geschickt). Casate soll jenen Truppen den Auftrag gegeben haben, 
gegen die Prâttigauer die Brûcke bei Reichenau zu hûten. 

Nach der Darstellung Casâtes in obigem Schreiben schaffen die Disen- 
tiser unmitteibar nach der Kinnahme von Chur dièse Soldaten aus dem Lande, 
wâhrenddem dies bei Sprecher und Anhorn (S. 404) erst nach dem Einrûcken 
Rudolfs von Salis in den Obern Bund (20. Juni) geschieht. — Dass schon ann 
i/ii. Juni der spanischen Sache ungUnstige Beschlûsse in Ilanz gefasst worderm 
seien, stimmt ebenfalls mit den Darstellungen der bûndnerischen Chronisterm 
nicht recht uberein. — Ueber die Bedingungen, welche Salis den Disentisera 
und Lugnezern auferlegte, vergl. zu Sprecher und Anhorn unten Nr. 1 16. 

" Auf der oben genannten Conferenz der 5 Orte wird « fûr nothwendi|^ 
erachtet, dass man die Vermittlung sobald aïs môglich an die Hand nehme. )^ 
Fleckenstein und Reding sind bei Leopold gewesen ; seine Antwort soll Zûricl». 
mitgetheilt und dièses zur Theilnahme an der Vermittlung eingeladen werden- 
(Gleichzeitig will man aber auch Zurich ersuchen, die Prâttigauer von Thâtlich— 
keilen gegen den Obern Bund zurûckzuhalten.) 



115. Leopold an Girolamo Casate. Feldkirch, 22, Juni 1622, 

Antwort auf Nr. i 14. Gestern L. in Feldkirch angekommen. Sein Verdruss ûber die 
von C. mitgetheilten Nachrichten ; er erwartet, dass C. sein môglichstes zur 
Besserung der Lage thwn werde. 

Qui in Feldkirchcn, dove giungemmo hieri sera, habbiamo ricevuta 
la vostra delli 20 con la copia inviataci délia risolutione, che la Lega 
Grisa hà presa in Jant il primo di questo, et corne ci è dispiacciuto 
intendere, che quelli soldati de' Svizzeri siano stati astretti a ritirarsi per 
le minaccic fatteli. et che contra le intentioni date dalli medesimi Svizzeri 



radino calando quei di Clarona per il paese di Schvitz et dell'Abbate di 
S. Gallo in quello de'Grisoni, cosi non dubiliamo, che voi in cià et in 
altro, che concerna il nostro servitio, non Intermetterete punto délia 
solita vostra affettuosa diUgenza per rimediar e fiiovarc, dove e corne 
più vi sarà permesso. 

Di Feldkirchen, li 22 Giugno 1622. 

Von hier an rùhren sâmmiliche Concepie, w o nichts anderes angegeben isl, 
von Ferrari her, - Ueber die Anwescnheit l.eopolds in Feldkirch vergi, 
Sprecher I, 380. 



116. Gîrolamo Casate an Leopold. Altàorf, 37. Juni 1622. 

Die OberbQndner haben an die katholischen One geschrîeben : Ailes nun einig in 
GraubQnden; OfTenhalten der Pisse und llUlfe! Heute Tagsaczung in Baden. 
Abstchi, von dort einc Boischaft zu l.eopold abzuordnen. Der Nuniius und die 
franzJSsischen Gesandicn werden don sein. Geheime Berathungen der letztern mit 
dem venelianischen Residenten und den ZQrchern. C. ganz ohne [nstruclJonen 
von Leopold und Ferla. SchISgt vor. Stredei nach Baden zu senden. — Beitag in 
Chur. Gueflier wahrscheinlich incogniio dort. Man gedenkt die Sache dem Kânig 
von Frankreich und den Eidgenossen zu nbergebcn. Nâtieres Uber die Demûihigung 
der OberbQndner. Die Freunde sind gellohen. Ihre Vorschlïge betiufs Herbeirahrung 
eines llmschwungs. C seinerseits zur Mitwirlcung bereii. Schwierigiieit, die icath. 
Orie in guter Stimmung zu erhalten. 

Mi capita in questo punto l'inclusa lettera scritta da quelli délia Lega 
Grisa alli Svizzeri Catholici, nelia quale icome V. A. Sef"» si degnerà far 
]egere| presuppongono d esscr hormai tutti uniti insieme ; dimandano, che 
li passi restin'aperti, et che se li dij aggiutto in conformilà délia Icga. Di 
che s'haverà dà trattare nella dieta, che hoggi comincia in Bada, dove 
ancora pensano dî dcputare ambasciaiori per fraporsi trà V. A. Ser"" et 
li ribelli et procurare una sospensione d'armi per ridur puoi li negotij al 
termine, che desJderano. Jo sin'adesso non h6 ordine alcuno come gover- 
narmi, et havendo li negotij mutata Taccia, ne essendo informato délie 
rissolutioni, che V. A. Ser"" et il Sig' Duca di Feria vorranno pigliarc, 6 
di segutre con le armi. overo di dar luogo al trattato di pace, dovrô restare 
sospeso senza intromettermi nel negotio, et solo procurarc, che non 
seguino inconveniemî contre le raggioni di V. A. Ser". senza impedire o 
promuovere li uffitij, che pensano di fare. Ma perche vi saranno presenli 
il Nuntio et li Ambasciatori di Francia, li quali con il Rcsidentc di 
Venetia et It SS""' di Zurig hanno tutti questi giorni havuti insieme 



— 122 — 

consigli molto secreti, che forsi verranno in luce in questa dieta, metto in 
consideratione a V. A. Ser"™*. se fosse acertato, che in nome suo vi fosse 
delegalo in diligenza il Sig*" Carlo Stredelio o altri ben informât! délie 
raggioni et mente di V. A. Ser"»^, il quale io procurarei di servire, coope- 
rando à ciô, che lui andasse disponendo, ma bisognarebbe, che al più 
tardi si trovasse in Bada domenica prossima alli 3 di Luglio, et prima, st^ 
fosse possibile, overo almeno supplico V. A. Ser^^^di comandarmi con il 
ritorno dcl présente corriero, come haverô da indrizzare questo negbtio dm 
tanta importanza. 

Dicono, che in Coira si tiene un pytag ', dove si tratia di rimetter tuit(^ 
questo negotio nelle mani del Re di Francia et delli i3 Cantoni. Gueffiei — 
vi deve esser andato incognito. Queste Communità Catholiche délia Lega^ 
Grisa sono state condannate in lo mila fiorini per ciascheduna; hannc^ 
bisognato consegnar alli ribelli di Partens sei huomini per ostaggio. 
promettere di tener serrati li passi alla gente fuorastiera, et riacceitar^ 
quelli délie lo dritture in Lega, riconoscendoli come huomini liberi. Li 
migliori amici sono fuggiti dal paese. et dicono, che quando V. A. Ser"»*- 
dalla parte di Agnedina, et il Sig*" Governatore di Milano per Bregaglia. 
rumpessero in qualche maniera l'inimico, senza dubio la Lega Grisa, 
tornerebbe subito a divotione, facendovi solo enirare 600 moschettieri con 
una compagnia de cavalli, et sollevando il popolo cattoiico di Disentis et 
Lunganezza. Et quando il Sig^ Duca di Feria mi dasse li mezzi necessari, 
io procurerei di provedere alli bisogni da questa parte. Ma la difficoltà 
consiste in mantenere questi Svizzeri Catholici in buona dispositione. ne 
ciô si puo fare senza pagarli le pensioni, et sborsarli continuamente 
dannaro, come fanno Venetiani et altri. Il che è quanto m'occorre di 
rappresentare a V. A. Ser"i^, dalla quale siô aspettando una benigna 
risposta. 

D'Altorffo, a 27 di Giugno 1622. 
* Das isldcT «grosse Bcitag* vom 27. Juni, sieheAnhorn,S.404; Sprecher 1,370. 



117. Leopold an Girolamo Casate. Breisach, /. Juli 1622, 

Antwort auf Nr. i i6._L. hat berciis Schauenbur^^ nach Baden gesandt. — Das Elsass 
neuerdings von Mansfcld bedroht. 



- 123 - 

In questo punto ricevo la vostra delli 27 passato inviataci per il 
corriero, che subito rispediamo. nella quale ci proponete di delegare il 
Stredelio, perche intervenga in nosiro nome nella dieta, che si fà in 
Bada. Ma perche ci troviamo haver già inviato il Schauvenburg, che anco 
è molto ben informato délie ragioni et mente nostra. ci rimettiamo a 
quello, ch'egli farà in questo pariicolare, perilche altro non ci occorre 
per risposta délia detta vosira che aggradirvi al solito con quello, che 
ci riferite diligentemente, laffetto, che sempre più dimostrate verso li 
nostri interessi. 

Di quà fX)i le cose non passano molto bene, poiche già il Mansfeld 
si trova verso Argentina congiunto con quello d'Alberstat, con 7 reggi- 
menti di fanteria et 10 mila cavalli, risoluto, corne ne siamo stati 
assicurati, di rientrare in Alsatia, e passar più oltre senza sapersi dove, 
a che non ci fX)ssiamo opporre, per la poca gente, che habbiamo, se ben 
speriamo, che lo seguitaranno il Tilli et Cordova in maniera, che lo 
divertiranno da tal disegno : di che tutto diamo parte nell'aggiunto 
plicho al Vattielli al S^ Duca di Fcria, che perô doverete inviarlo per 
corriero in diligenza. 

Di Preysach, il primo Luglio i(522. 



118. Girolamo Casate an Leopold. Lu^ern, 12. Juli 1622, 

Schauenburg wird ûber die Badener Beschlvisse Bericht crstattet haben. Ailes ist auf 
den Congress abgestellt, fur welchen Fcidkirch in Aussicht genommen. Der Nuniius 
und die franzôsischen Ambassadoren scheinen gegenwârtig sein zxi wollen. Jcdcs 
On schickt einen Gesandten. L. môge sofort seine Vertreier wàhlen und den Orten 
anzeigen. — Der Versuch der Franzosen, in Baden den Madrider Vertrag zu 
rehabilitiren, ist an der Haltung der katholischen Orte gescheitert. 

Dal Sig*"^ di Schauenburg haverà V. A. Scr"^^ intesa la conclusione 
di Bada*circa il modo d'acquietare le sollcvationi de Grisoni, il che tutto c 
rimesso alla dieta universale, che presuppongono si debbi tenere in 
Feldkirch, dove sarà necessario che V. A. Scr»"^ si dichiari chi vorrà 
ch'assisti in suo nome, et lo lasci quanto prima saperc à questi Svizzeri, 
acciôche tutto il negotio non resti intcrrotto. Credo, che il Nuntio et li 
Ambasciatori Francesi pensino di trovarvisi presenti, et se bene li 
Protestanti volevano, che fossero delegati solo quattro ambasciatori, 
nondimeno s'è ottenuto per maggior avantaggio delli Calholici, che tutti 
li i3 Cantoni vi debbino intervenirc. 



- 124 — 

Li Francesi procuravano in detta dieta di Bada di far acettare il 
primo trattato di Madrid ". ma li Catholici sono restati nel parère et rissolu- 
tione dell anno passalo, lasciandosi iniendere di non voler prometiere ne 
impegnar la lor fede per Grisoni. Cheè quanto m'occorre di rappresentare 
in fretta a V. A. 

Da Lucerna, li 12 di Luglio 1622. 

' leber dièse Badener Tagsatzung, die vom 26. Juni bis 14. Juli dauerie, 
siehe Abschiede V, i, S. 28S-292 ; Sprecher l, 38 1. Die Feldkircher Conferenz 
wird aufden 24. Juli festgesetzt. Schauenburg reist gleich nach Erledigung des 
ihn, bezw. den Erzherzog beircffenden Geschàftes zu diesem zurQck und der Erz- 
herzog beeili sich, seine Aniwori nach Baden zu senden. Dièse trifft nun allerdings 
nicht mehr aile eidgenôssischen Boten versammelt. Der Erzherzog spricht darin 
seine Zustimmung zur Feldkircher Conferenz aus. Zu einem Watfenstillstand 
zwischen ihm und den Bûndnern kommt es indess nicht. — " Gueffier erkiârte 
nâmlich, dass der Ronig von Spanien dasjenige, was im Aprii sein Gesandter in 
Frankreich angeboten, desavouirl habe. Daher wûnsche Ludwig XIII., dass mil 
Hûlfe der Eidgenossen der Tractai von Madrid zur Ausfûhrung gebracht werde. 



119. Leopold an Girolamo Casate. Breisach, 14, Juli 1622. 

Antwort auf Nr. 118. Befriedif;ung L. s. Er wird seine Kommissâre nach Feldkirch» 
schickcn. 

Habbiamo inteso con gusto da questa vostra delli 12, che si sic^ 

ottenuto, che intervenire tutti li Cantoni Cattolici alla dieta da tenersi 

in Feldkirch. alla quale si troveranno nostri commissarij con sofficientcr 
aulorità per le cosc da trattarsi. Ancora ci è piacciuto. che li Cattolicî 
persistino. corne hanno falto nella dieta di Bada, in voler, che si stia 
alla rissolutione dell'anno passato, come riferitc... 

Di Brisach, li 14 Luglio 1622. 



120. Girolamo Casate an Leopold. Drusenheim, 2p. Juli 1622, 

Aniwori auf cin Schreiben C. s vom 24. Juli. — L. ist sehr unzufrieden mit den 

katholischen Orien, das? sie die mit Pâssen der Zûrcher versehenen durchziehen 

lassen. Noch mehr erzûrnt ihn die Verlegun^ der Conferenz nach Baden. Er hal 

trotzdem auf diesen Vorschia^ f;eani\voriei: wenn aber die Bûndner auf diesem Wegc 

nichi /u ihrer Sciiuldi^keit >ich brin^en lassen. gedenkt L. die Frage andcrs zu lôsen. 



— T25 — 

Quanto giusta e prudente è stata la proposta da voi fatta alli 
ambasciatori delli 5 Cantoni Cattolici \ della quale ci havete inviata copia 
con la vostra delli 24 corrente. acciô non concedcssero il passo à Zurigani 
per venir in aiuto de Grisoni, altretanto ingiusta e temeraria è stata la 
loro risolutione di sodisfarli con la forma delli passaporti, che ci riferite, 
de'quali ci sarà caro di vederne qualche essemplare, per scrvircene parti- 
colarmente al fine, che voi dite. — All'instabilità poi di questi (quclli ?) 
per la conferenza, che si havea da tenere in Feldkirch. irasferita da loro 
per li 7 del prossimo in Bada ", non si dovcria i?) corrisponderc in altra 
maniera, che con la forza dell'armi : con tutto ciô habbiamo risposto alla 
lettera loro, corne vcderete dalla copia, che vicne congiunta con quella 
délia medesima lettera. délie quali, perche non ci è stato tanto tempo qui, 
potrete mandar le copie pure al Vattielli et a S. E. tradotte. Et se detti 
Grisoni non si vorranno lasciar ridurre cosî aile cose del dovere, piacendo 
a Dio di prosperarci, come speriamo, presto in questi affari di quà, non 
dirteriremo d'esseguir poi anco (?) coll'aiuto suo quel che un pezzo ta 
ragionevolissimamente habbiamo determinalo. 

Dal Campo in Drusenheimb, li 29 Luglio 1622. 

' Auf einer Conferenz der 7 katholischen Orte zu Luzern, 21. Juli 1622. 
S. Abschiede V, i, S. 293. — Der Beschluss, welcher Leopold so sehr missfalli, 
war ver allem der Haltung L'rls zu verdanken, das auch jetzi wieder fQr Oetfnung 
der Passe plaidirte. Dièses Mal war allerdings die Vertreiung l'ris durchaus nichl 
eine homogène : neben Zum Brunnen sehen wir hier den alien treuen Panei- 
gânger Spaniens, Emanuel Bessler. Ks scheini indess, dass der Einfluss Zum 
Brunnens in diesen Tagen mehr und mehr besiimmend zu werden begann, die 
Anschauungen und Meinungen anderer ihm gegenûber nicht mehr durchzudringen 
vermochten. — " Dièse Verlegung war bei einer Besprechung Zûrichs mil Luzern 
(das die 7 katholischen Orte ventral) zu Knonau, am 22. Juli, verabredei worden. 
S. Abschiede V, i, S. 294 und 296. Man willfahrte damii einem Wunsche der 
Bûndner, die an Feldkirch Anstoss nahmen. Vgl. Sprecher I, 393. — Am 28. Juli 
verhandeln die evangelischen Ortezu Aarau uber das Hûlfebegehren der Bûndner, 
die hier durch Bûrgermeister Meyer von Chur vertreten sind. S. Abschiede V. 1. 
Seite 296. 



121. Girolamo Casate an Leopold. Luzern, H. August 1622. 

Ohne die Antwori L. s abzuwarten, bcharrten die /Qrcher auf der Badener Ta^satzung. 
Vorwand : Berathung wegen der drohenden Nahe des erzherzogi. Kriegsvolkes. 
Bitterer Hinweis C. s auf Mansfeld. Die katholischen Orte oftenbar C. nicht ent- 
schieden genug. — In Baden Boten der Bûndner anwesend. Entscheidung, ob 
Lindau anzunehnfien sei. — Fortwâhrendes Durchpassiren von Volk durch Schwv- 



— 126 — 

zerisches und Abt-St.-Gallisches Gebiet. In Chur soll wieder ein Veneiianischer 
Agent das BQndniss betreiben. Desshalb Gesandtschaft Venedigs an Ludwig XIII. 
nach Ansicht des Nuntius freilich aussichtslos. — Unterhandiungen mît dem 
Bischof von Chur ûber Résignation oder Ernennung eines Coadjutors. Man soll 
sich bei Zeiten vorsehen, dass ein Anhânger Oesterreichs gewâhlt werde. 

Se bene quelli di Zurig non havevano ancora ricevuta la risposta da 
V. A. Ser'"* sopra il luogo da loro eletto per la conferenza, hanno non- 
dimeno voluto, che la dieta in Bada andasse avanti, sotto pretesto di 
consultar insieme il modo di rimediare alli pericoli, che presuppongono 
soprastare alTHelvetia per la vicinanza dellesercito di V. A. Scr"»«. * Et 
pure mentre Mansfeld et li altri Protestanti erano più vîcini, non hanno 
mostrata diffidenza alcuna. Ma questi Canton! Cattolici, essendosi spesse 
volte protestati di non voler esser partecipi délia colpa, quando li Zurigani 
rumpevano la lega hereditaria, dovrebbero adesso abandonarli del lutto. 
et negarli ancora in ogni occasione laggiutto, che da loro aspettano. Di che 
tutto si trattarà nella sudetta dieta, dove ancora (essendovi presenti li 
deputati de Grisoni) determinaranno, se vogliono acettare la Città di 
Lindau ", et aviseranno V. A. Ser"^^ il giorno, nel quale dovrà cominciare 
la conferenza, acciô lei possi restar servita di dar Tordine alli suoi 
comissarij. 

Frà tanto per il paese di Schvitz et di San Gallo passa continuamente 
gente con passaporto de Zurigani. Et si dice (?), che in Coira vi sij un agente 
de Venetiani, il quale va secretamenie pratticando di stabilir la lega, per 
il quai efletto devono esser andati ambasciatori da Venetia alla M^ 
Christianissima per disporla ad accontentarsi di lasciar passar avanti la loro 
negotiatione, dalla quale ne rissultera la total esclusione di S. M« Cath» 
et di V. A. Ser»"^. Ma questo Nuntio si sforza dassicurarmi, che li 
Francesi sijno tanto contrarij alla lega di Venetia corne a quella di S. M**. 
pretendendo loro d'esser soli confederati con Grisoni. 

Si tratta ancora per mezzo del Padre Ignatio Capucino di persuadere 
al Vescovo di Coira, che rinuntij la dignità a qualche Cannonico, overo 
almeno s elegghi un Coadiutore, nel quai negoiio sarà necessarîo havere 
gran risguardo, che il Sustituto sij adhérente alla Ser"** Casa et non a 
Venetiani, puoiche il Vescovo (quando la raggione havesse il suo luogo 
in quel paese) hà tanta parte ancora nel governo polilico. 

Da Lucerna, li 8 Agosto 1622. 



' Siehe die oben erwâhnien Verhandlungen der protestantlschen Orte zu 
Aarau, 2S. Juli. — Die Badener Tagsaizung findet dann wirklich 7.-9. August 



— Î27 — 



stait. Abschicde V, i, S. 297. — " IJndau halle der Erzherzog (gegenûber Baden) 
vorgeschiagen. Trotz verschiedener Bedenken wird der Vorschlag schliessiich 
angenommen und der 24. Augusl fur die Zusammenkunfi feslgeseizi. 



122. LfCopold an Girolamo Casate. Speyer, 77. August 1622. 

Antwort auf Nr. 121. Hinsichll. der Wahl eines Churer Bischofs oder Coadjutors 
vertraut L. auf die eifrige Thaiigkcii C. s. Da Lindau angenommen worden. hal 
L. den Beginn des Congresses auf den 4. Sept, festgesctzt. 

Ho riccvuto la vostra delli 8 correntc et doppo havervi al solito 
aggradito quelle che mi riferite, et che dite d'andar opérande del continuo 
in riguardo del mio servitio, et la considcratione in caso, che segua la 
rinontia, ô Coadiutoria del Vescovato di Coira, corne alcuni procurano 
di persuaderla, di avvertire, che cada in persona adhérente alla nostra 
Aug"»* Casa, nei che confido, che v'impiegarete per quanto sarà in poter 
vostro : altro non ci occorre se non farvi sapcrc, che cssendo stato 
accettata la proposta di fare la conferenza in Lindau per le cose de 
Grisoni, hô dcterminato, che cominci alli 4 del prossimo ; ncl quai 
temjx) mandarô là li miei Commissarij, corne già hô mandato per li loro 
il salvo condotto chiesto. 

Di Spira, li 17 Agosto 1622. 



123. Girolamo Casate an Leopold. Luj^ern, ig. August 1622. 

C. schickt Schreiben aus Graubûnden (Siehe Beilagcn). Bei dieser Gesinnung der 
Rebellen wenig Aussicht auf einen glQcklichen Ausgang der Lindauer Conferenz. 
Die Gegner wollen Zeit gewinnen. Inzwischen stcls neue V'ersiârkung durch 
durchpassircndes Volk. Zurich und Bern stcllen auf Kosten Venedigs je 10 Fiihnlein 
auf. C. schiâgt eine drohende Gegendemonstration vor. — Gesandischaft der 
BQndner zu den franzôsischen Ambassadoren. — Die Veneiianer sehr riihrig, wollen 
aile Kosten einer kriegerischen Cnternehniung tragen und eventuell selbst ort'en 
mithelfen. — Man erwartet die Krklarung L. s ûber die Lindauer Conferenz und 
den Watlenstillstand. l'ngeduld der Zurcher; ZurQckhaltung der katholischen Ortc. 

Dalle incluse intenderà V. A. Ser»"^ l'intentione. che tengono li 
Grisoni circa laccordo, che si deve irattarc in Lindau sopra le difTerenze 
con quelli di Partens, et altri ribelli. li quali presuppongono di goderc 
tutti li privilcgij gia concessili dalla Ser'"^Casa. non ostanti le sollevationi 



— 128 — 

et altri delitti comessi, che del tutto li rendano indegni di qualsivoglia 
gratia. Quanio puoi al trattato con Milano vogliono prima consigliarsi 
con Francesi et con li Svizzeri, sapendo, che questi per proprio 
interesse cercheranno d'impedire ogni accordo. Et perô si va già scuo- 
prendo, che in delta conferenza à pena si potrà conchiudere cosa di 
proposito, essendo costoro nelFuno et Taltro punto tanio lontani dal 
dovere. Ma solo cercano di tirar in lungo questo tempo, prima per lasciar 
passare la staggione di combatterli, et puoi ancora per havere tempo di 
rinforzarsi, corne fanno del continuo, mentre passa sempre alla sfilata 
gran quantité di gente con passaporto de Zurigani, corne V. A. Ser»"* 
restera servita far vedere dalle annesse copie. 

E ancora nuova certa, che li Bernesi hanno eletti dieci capitani, et 
altretanti quelli di Zurig a spese di Venetia. Ne qui si puô impedire, che 
non vadino al servitio de Grisoni, quando V. A. Ser"»* non mandasse ô 
sotto Milhausen overo nei confinidei medesimi Zurigani qualche quantità 
di gente per metterli dubio délie cose proprie, et cosi s'asterrebbero di dar 
aggiutto aile altrui. 

Hanno mandati li Grisoni tre deputati alli Ambasciatori di Francia 
Myron et Gueffier, trà li quali v'è il Capitan Ruinelli ultimamente lasciato 
di prigione dalli ministri di V. A. Ser»"* in Insprug. 

La comissione loro non si sa, ma si crede, che vorranno dimandar 
aggiutto, protestando d'essere altrimenti constretti ad accordarsi con la 
Ser"'^ Casa et con iMilano. 

Frà tanto li Vcnetiani non mancano di mandar gran quantità de 
dannari a Zurig, essendovi li giorni passati giunti 60 mila ducatoni, et tre 
giorni sono 3o mila zechini, havendo di più promesso, che pagheranno 
tutte le spese, et che, quando li Grisoni insieme con Bernesi et Zurigani 
acquistino la Valle Monastero, et s'invijno verso Bormio, loro si dichiare- 
ranno, et da quella parte aggiutteranno ad assaltare la Valtellina. 

Qui si stà aspettando la dichiaratione di V. A. Ser"** sopra il giorno 
délia conferenza, et per la sospension d'armi. Et se bene quelli di Zurig 
si volevano inviar avanti, questi Catholici non v'hanno voluto acconsen- 
tire, essendo raggionevole il pigliar Tultima dichiaratione da V. A. 

Da Lucerna, li 19 Agosto 1622. 

m 

Auf der KQckseitc : « pnli. aS. Aug. 1622 ». 



Beilagen . 



Rudolf V. Salis an den Abt von Dlsentls. 



3ol3o. Juli 162: 



Côti le gratissime leitere di V. S. R*" hù inteso et visto quel lanto ella hà 
operato nel suo viaggio. H6 insieme visii li capiioll uilimamenie concertât! ira le 
cjue Corone. Ma sono alquanio divers! nelli ultimi punti da quelli haveano 
havuto di prima. Perciù haverei à caro sapere da essa. se sono siaii raiilicati da 
ambedue le Corone, nel quai caso credo anco, li Sig" Svjzzeri approverebbero. 
sebene sono molco pregiudilîali alla nostra religione. Con tuiio questo credo, 
che V. S. Rev" et altri amici detla patria per avanzamcnto del ben et riposo 
publico si troverebbono buoni indrizzi , ei mezzi. Circa al sito viaggici à 
Feidkirch non so, che cosa consegliarli. esscndo Ici medesima prudente et 
intelligente delli affari del mondo; solo le dico. che ogni volia, che V. S. sia 
certa, che deiti capitoli sijno siabiliti et accordai!, et ratilicat! da ambcdue le 
Corone, che in tal caso senza pericolo potrà impiegars! à racquisiar la pacc 
Cl tranquillità publica, ma quando di questo non habbia certezza. sarà benc 
andar risservato, et lasciar, che altri, cioè le duc tx)r(>ne, s'accordino. come 
non dubito faranno, puoJchc Tinfclicità di quesli pover! pacsi. che dovrebbono 
«sser liberi, comporta di dippcndere da moite cosc d'altri, per 1! gravi nostri 
mancamenti. Se vorremo haver pacc, è di nécessita, che non si stij troppo duri 
in certi punti di religione et maieria poliiica ne dall'una ne dall'altra parte, 
anzi che d'ogni pane s'acconteniiamo del dovere, et cose giuste, vivendo con 
raggione et iasciando vivere. Fides est donum Dei. lo resio di V, S. Rev"' servi- 
tore et cuggino divoto, et quanio bene desidero à me medesimo, tani'aliro vorre! 
âugurar alla persona hon"" di V. S. Rev*'. Cosi mi creda ei troverà in effetio. 



Rodolf V. SaUt a 



. den Abt von Diaenlls. Ardem. ig. Juli-S. . 



Veggo dalle lettere di V. S. R" non esserle capitate le mie scriiiele da Sent 
in risposta délie sue, inviate con altre del consiglio dî guerra à Coira alli s" capi, 
dalle quai! haverebbe bastantemente compreso il parer mio : percià mi dispiace, 
che sijno intercelte. S6, che nelli iraiati! prcsenii V. S. R- sempre haverà 
la principal mira al ben publJco et salute délia commune nostra patria. et 
per questo sarè se non bene di confehrne con molli, perche da molti dippende 
la rissolutione et conclusione di cosi imponanii atfari. Re^to ne! deiole. che 
stimo benc haver cosi gran Prencipi per amici, et d'accommodar le diiTercnze 
più tosto per via amicabllc che délie armi, massimc quando l'intention loro 
sia ristessa come V. S. R" me n'assicura, che non desiderano arichirsi délia 
poverti de Grisoni ei invidiar la vita e libena â questi popoli padroni d'alcune 
puoche montagne, dove ne anche per cosi gran Monarchi v'è d'aoquisiar 
gran gloria, et manco richezze, ma sibene à voler opprimer un pûpolo rissolulo 
à diffender il nido proprio situato cosi avantaggiosamenie lacilmenic tani'altro 
meiiono in compromesso. Il principio del tratiaio. per qucDo coinprendo dalle 
sue, dovri farsi in Lindau col Ser" Leopoldo. over suoi depulalî. per )e dil'- 
ferenze, che vertiscono principalmenie con le 10 Dritiure, et subsequentemente 
con il S' Governatore di Milano. 



— i3o — 

Per quelle concerne dunque S. A. Ser" et le lo Dritture, alcuni communi 
délia Casa di Dio, ei anco le altre 2 Leghe in génère, vi habbiamo deputato tre 
ambasciatori, corne di già sarà molto ben informala, et credo quanto à me, 
quando le parti si vogliono conteniare délie cose raggionevoli, et de! dovere, 
che si farà buonissima apertura alla pace. 

Délia sua andala per costi non sô dir aliro, nec Minervam instruo, ma per 
essermi singolar padrone et amorevole cuggino, quai amo, riverisco, et riverirô. 
mentre haverô la vita, le dirô il mio concetto liberamente : che quando si senta 
di poter esser insiromenio d'aggiuitar, promovere, et avantaggiar la causa de 
suoi patriottf, et dell'istcssa patria di maniera, che la libertà et privileggi già 
concessili dalla sublime Casa d'Austria restino illese, dando perô à Cesare 
quello sarà di Cesare ex lege scriptum aut consuetudine, non posso se non 
lodar, che anch'essa se vi ritrovi. et impieghi allegramente il suo talento dal 
sommo Iddio concessoli. Ma quando ella pensasse che non si puotesse spuntar 
al primo stato di libertà, et confirmatione de privileggij, come quelli délie 
8 Dritture Thanno havuti anco ultimamente da Maximiliano di gloriosissima 
memoria, è meglio, che V. S. H"' non se ne interessi in alcuna maniera, perche 
quantunque quelli popoli potessero per ogni raggione pretendere d'essersi 
affranchiti afatto jure belli id est armorum et lignorum (come già il Colonello 
Baldirone pretendeva haverli ridotti à sogettione jure belli, che perô non fù 
altro che una espressa fraude, essendo sotto altri pretesti et persuasioni entrato 
con promessa di non otfender alcuno, ne opprimer niuno, come le sue patenti, 
che sono per le mani. fanno ampiamente fede) non per questo se crederanno 
à me et altri, che desiderano la loro salute come la propria, si valeranno di 
queste raggioni, anzi si contenteranno del suo, prestandoli conveniente homag- 
gio, che hanno prestato li loro antecessori ; precedendo perô la confirmatione 
de loro privileggij : sive illud liât ex gratia, sive aliter, non curent circunstantias, 
dum nil mutetur in substantia. V. S. R"' è obligata ad aggiuttar et favorir 
questi popoli di Pariens jure naturaï, perche anch'essa ne discende, et vi hà 
molti amici et parenti. lo li amo cordialmente per la loro integrità et valore, 
quantunque mio S' Padre di felice memoria come oriundo di Bregaglia v'habbia 
habitato puochi an ni. et per le persccutioni délia plèbe sollevato (sic) d'alcuni 
suoi maligni emoli, si sia di nuovo transferto con la famiglia nelli ultimi 
i5 anni dcUa sua vita à Chiavenna et Bregaglia patria sua et nostra di tutta la 
Casa Salice. 

Hô trovato in essi popoli in quelli puochi anni, che hô habitata la casa 
paterna, realtà et valore, et sebene per le ultime sollevationi a gran pena acasato 
fui constretto per la malignità de nostri persecutori ritirarmi fuori del paese, 
hô scuoperio ogni sorte d'amore verso li miei, si che quando da tutti miei 
prcdecessori fossi stato oriundo di detta valle, non puotevano dimostrarci 
maggior protcttione, essendo per altro molti di loro inimici capitali délia nobiltà, 
et delli Italiani, cioè Wolfgang, come loro chiamano Bregagliotti, et altri, che 
parlano lengua fuorasticra. Inferisco queste cose non per altro che per racco- 
mandarli la causa di quelli popoli. li quali, se bene hanno moite inperfettioni 
del vulgo, hanno perô non sô che (?) di più d'altri in valor et coraggio, et chi li 
vuol obligar convicn obligarseli per amore. Percio havendoli V. S. R"' in 



- l32 - 

prattiche con dannari de Venetiani, promettendo alli principali, overo alli loro 
fîgliuoli patenti di capitano, oltre le continue instanze de Ghsoni, che doppè 
Tultima conferenza fana dalli 4 Città Protestanti in Arovia si sono rissoluti 
delli Bernes! di voler soccorrere con genii li Grisoni. mentre li Venetiani promei- 
tino di far tutte le spese, che vi andaranno, quai cosa impetrarono li Grisoni 
già dalli Venetiani, et Gio. Udalrico Ziegler da Zurig. capitano pur in Grisoni. 
spedito da queili. porto le fedi. et capitolationi in scritto, con pregarli appresso, 
che non manchino di darli in questa estrema loro nécessita conveniente 
soccorso, protestandoli ancora con loro lettere. che quando li mancassero, sareb- 
bero sforzati di accordarsi con queili, che fanno la guerra in pregiuditio com- 
mune, cioè con la Ser"' Casa d'Austria et Sig' Governatore di Milano. Rissolse 
li 12 Agosto il Senato piccolo et grande di Berna di darli aggiutto, et nominorono 
colonello délie sue genti (liovanni Rodolfo di Erlach, et elessero 8 capitani. 
uno di Erlach, di Diesbach. Vierman. Jenner, duoi cuggini Zeherder, Buono. 
et Schelhammer, quali. non facendosi la conferenza, debbino partirsi in termine 
di tre settimane, 6 alla più lunga al fin di quella. Dicono alcuni particolari 
signori miei amici, che in questo mezzo per cosa certa anderà il Mansfeld 
in Savoia con il fior délia sua gente. 

Subito che arrivorno li ambasciatori dall'ultima dieta di Bada à casa, hanno 
spedito un corriero à Ginevra à Mons' d'Obegni, quai è Tautore délie fonifi- 
cationi, che di nuovo si fanno in Berna et in Basilea, et ad un'altro gentil- 
huomo di qualità. fugittivo di Francia, quali già ad instanza de Venetiani 
vanno mettendo insieme mille cavalli per condurli in Grisoni, et frà li altri per 
contentar li SS" di Berna hanno fatto capitano di cento cavalli il figliuol del 
Sculteto Emmanuel, et d*altri tanti il fîgliuolo del Boron (sic) di Spiez, havendosi 
messo insieme et comprato si in questi contorni, come in altri luoghi grand 
quantité de cavalli. 

Hanno havuto dalli Holandesi alcuni Inglesi, valenti huomini in fabricar 
mine, quali devono ha ver invention! nuove et meravigliose, et li trattengono con 
gran siipendij per condurli seco in Grisoni. 

4. Der Decan von Disentia an Casate. 77. Aug, 1622. 

Havevano délibéra to particolari sig" del nostro magistrato di mandar un 
ambasciatore da S. S. Iir\ ma per varie affetlioni, che si trovano trà loro, et 
schivar sospetii, hanno iralasciato, con darmi comissione di scrivcre à nome 
loro à S. S. HT', la quale amorevolmente salutano, otferendosi per fedelissimi 
serviiori, ovunque S. S. HT' li favorirà di scrvirsi di loro, pregandola, che 
li habbia per raccomandati, cl in ogni occorrenza tenghi la loro protcttione, 
havendo questa communiià, sicome ancora la communità di Longanezza, et altri 
buoni cattolici sempre havuta buona voluntà, et reale animo di essere buoni 
vicini, servire à S. M*' Catt' di Spagna, al staio di Milano, et ancora al Ser" 
Sig' Arciduca Leopoido d'Ausiria ; et S. S. Ill"' credi, che sono stati et saranno 
à tutto loro potere di sodisfare à tutte le capitolationi et promesse fatie trà 
S. E. et il Ser"' Sig' Arciduca, et quanto per fin'adesso non è fatto, non è mancato 
quanlo à loro, ma sono stati sforzati di fare contro la loro voluntà et conscienza. 
Pregano puoi S. S. Ill", che come amorevole padre per amor d'Iddio, et per 



i33 



amore délia beata memoria del suo ill" et carissimo sig' padrc. chc semprc 
tià tenuio gran conto di quesia communiià. et voglia in questo imiiarlo. chc si 
degni di darli conse^tiio. se M parcrebbe ben faite, chc qucsia communità 
mandasse ancora un ambasciaiore nella conterenza 6 dicta di l.indau à lamemarsi 
delli danni paiiti, ei minaccie leribili. che fanno coniinuamenie à qucste nostrt 
communiU cauoliche et escusarci verso il Ser" Si^' Arciduca et cercare per II 
buoni caiholici gratia et il suo favore. Credo, che la communiià di l.onganczza 
con altri cattolici sia per fare il medesimo; perô quesia nostra communità 
acetterà et seguirà il parère et savio conseglio di S. S. III"". quale spcriamo di 
otlenere con il lattore délia présente. Il che di novo preghiamo à volerci in 
questo ravorire. Delli avisi sappi S. S. Ill", che senza saputa délie communiià du 
Cattolici le Leghe hanno mandati irc ambasciatori dair.Ambasciatore di Francia, 
.Mons' Gueffier. cioè il Sig' Doter Schauenstein. il S' Landama Cîuller il vccchio. 
et il S' (;iapiian Ruinelli, et si dice. che sccreiamente il Sig" Burgermcisier Meyer 
sia mandaio in Valesia ; la loro intcniiorn; et instruttione non î.i sa. Li soldaii 
d'Ausiria hanno fatio gran danno nelle AIpi di Meienfeld, et tolio et menaio 
via ira vache et alire bestie C 700. Si terra in Coira alli iK 
pytag, del successo del quale darô à -S. S ' 111" parte. 



5. Dot AM 1 



1 DlMDtla an Cakate. 



■ \iiK- 



In questo punto mando quesic poche righc con questo messo à posta. 
solamente per darli aviso, che questa notte à 10 horc arriva un messo del 
Landrichter délia nosira Lega, il quale con atiri insieme hà portato un aviso in 
scritio, che questa notte passata la soldatesca di S. :\. Ser" hà roita in Partens. 
et habbia già fatto gran danno, et che quelli di l'artcns dimandino incontinente 
aggiutto subito de tutti li communi délie 3 l.eghe. et che Coira habbia {jià daio 
raggiutto. [.a nostra communiià non darà soccorso alcuno, menire la torza non 
si faccia fare, il che spero che non habbino commodità di poier sforitar. A Coira 
è radunata una dieta générale délie 3 l.eghe: quello, che rissolveranno. ne dard 
subito aviso à V. S. Ill", havendo io là ii mio agente S' Podesta Hariholomco 
dclla Torre. 



Sammtliche Beilagen Copî 
in dcr Ueberschriri genanni. Bei Ni 
auch bei Nr. 1 der aile Kalender an; 



IJas 11 



ri bei den NNr. 



, 3. . 









1. bedarf kein 



Es liegen ferner zwci jener Passe (Originale) bei. «ekhe Zilrich in die 
far die Reise nach GraubQnden auszusiellen pllcgie. Der eine Isuiui : < \V 
meisier und Rath der S«II Zurich thund khundi olîenilich hiemit. das un^ 
Hans K.ippenhan uns gebatten. dcmnach cr sampt un^t'ahr achl/ifj anderei 
dis. ailes eidtgnbssisch Volckh, irer (iclegcnheit nacli. in die l'undi /ezUchei 
wir inen hieriu ZQgknus und Schyn minheilen «ôllind: wellicfi Bej;ehrer 
nit versagen wôllen, und versehend uns hieruf. man werde sv allenilialhur 
ungehindert passieren und durchzUchen lassen. wie es e_vdl)jnÔssi!icliem l 
der Gebttr gemess ist. '/-u l'rkhundi dis Briets habent « ir unser Siatt ZUri 
oftenllich hieruf irucken lassen. Den andi-rn Ta^; Aunstmonats. von der Cebi 
unsers lieben Iterm gezallt. einlluise"! scclishundert z\\i;nUifi und ztvcv . 



en la^en 
Zeigcren 



iVvg und 
:h InsJBd 



— i34 — 

einer Ecke unten : « sind allein 32 ankomen »). — Der andere Pass ist fur « Abraham 
Forer den Schârer von Winterthur » und 36 « syner Mitgespanen » (auch « ailes 
eidtgnôssisch Voick») ausgestellt. lautet im Qbrigen fast wôrtlich gleich und ist datirt 
vom 28. Juli 1622 (alten Kalenders). 



124. Girolamo Casate an LfCopold. Lu^ern^ 20. August 1622, 

Mit Genugthuung hôrt C, dass Baidiron wieder ins Prâttigau eingerQckt sei. — Im 
Auftrage Ferias wird C. in Lindau sein, um dort einzig den Interessen des Erzher- 
zogs zu dienen ; Uber das Veltlin oder andere Spanien berQhrende Fragen darf in 
Lindau nicht verhandelt werden. Fur den Waffenstillstand soll C. sechs oder 
mindestens vier Monate vorschlagen. 

M'incarica il Sig^. Alessandro Vattielli, ch'io dispacchi subito con 
corriero espresso, il quale dovrà attenderne la risposta, l'incluse sue lettere 
a V. A. Ser"™û, 'alla quale hieri diedi notitia di quanto passava in queste 
parti, ne altro è occorso di nuovo, solo che sempre maggiormente si va 
confermando Tentrata del Colonello Baldirone nella Valle di Partens % dovc 
dicono che già habbi fatti gran progressi, il che sarebbe molto a proposito in 
questi tempi, perche più facilmente quelli ribelli si potrebbero cbsi ridurre 
aile cose del dovere, quando fossero sforzati a pigliar le leggi da V. A. Ser""*. 
Del resto io tengo ordine da S. E. il Sig^ Governatore di Milano di 
trovarmi présente nella conferenza di Lindau per ivi solo servire a 
V. A. Ser"** et cooperare dalla parte di S. E. in tutto quello sarà possibile, 
senza admettere alcun trattato sopra la Valtellinaoaltripartîcolaritoccanti 
il negotiato con S. M^» Catt*. E quanto alla sospensione d'armi devo 
procurare di conchiuderla per sei o almeno quattro mesi. E perô quando 
detta conferenza habbi efFetto, starô con ogni humiltà attendendo li 
comandamenti di V. A. Ser'"*, alla quale m'è parso conveniente di dar 
parte del tutto con la dovuta confidenza. 

Di Lucerna, li 20 Agosto 1622. 

Auf der ROckseite : « pntt. 25. Aug. 1622 » (Die beiden Schreiben vom 19. 
und 20. Aug. wurden zusammen prâsentirt). — ' Auffallende Ungenauigkeit ! 
Allerdings wird in diesen Tagen von ôsierreich. Seite ein neuer grosser Schlag 
gegen die Bûndner vorbereitet : Alwig v. Sulz zieht aus dem Elsass heran und 
vereinigt sich in den Herrschafien vor dem Ariberg mil Waitenwil. Inzwischen 
finden fortwàhrend kleinere ScharmOlzel an der Prâttigauer Grenze statt. Aber 
ctwas entscheidendes geschicht hier nicht. Baidiron befindet sich zu dieser Zeit 
im Engadin, wohin er sich schon nach seinem Abzug von Chur begeben und wo 
seit dem 14. Juli die Hauptmachi der BDndner unter Rudolf v. Salis (verstârkt 



- i35 - 

durch die ZuzQge aus den protestaniischen Orten der Eidgenossenschaft) ihm 
gegenUbersteht. Am 20. Aug. ziehen Sulz und Waitenwil ins Montafun, und hier 
bieiben sie eine ganze Woche. Am 28. Aug. sodann wenden sie sich (nicht nach 
dem Prâttigau, sondern) nach dem Engadin hinuber und vollziehen inn Sam- 
naunerthal ihre Vercinigung mil Baldiron und andern ôsierreichischen Truppen. 
S. Sprecher I, 406. — Die Nachrichi Casâtes in obigem Schreiben lâssi wohl 
darauf schliessen, dass im Kriegsplan auf ôsierreichischer Sciie wâhrend der 
Entwicklung der Dinge eine grosse Vcrânderung eintrai. 



125. LfCopold an Girolamo Casate. Speyer, 27, August 1622. 

Antwort auf NNr. i23 und 124. Ferla bat Valdifuentes zu L. geschickt. Dieser wird 
in Lindau sein. Ihm und C. wcrden die Spaniens Intercsscn betrelTenden Punkte 
mitgetheilt werden. 

Per il corriero da voi speditomi hô ricevuto le vostre delli 19 et 
20 corrente con tutte le scritture aggiunte, et com'è esquisita la vostra 
diligenza in riferirme ogni particolare, et singolare TalTctto, con che 
abbracciate tutte le occasioni, nelle quali stimate di poter farc il servitio 
mio: cosî voi aU'incontro havcte da promettervi da me ogni possibil 
dimostratione sempre délia mia gratitudine e benevolenza, et intanto 
non dubito. che mi continuarete la medesima sodisfattione per quello 
che vi occorrerà. 

Circa il congresso da farsi in Lindau, altro non hô che dirvi, se non 
che vi interverrà ancora il S"" Marchese di Valdifuentes mandatomi 
dal S*" Governatore di Milano, et che con lui, come ancora con voi si 
communicaranno quelli punti, che concerneranno il servitio di S. M. Cat»^*», 
come hô risposto ad medesimo S*" Governatore. 

Di Spira, Il 27 di Agosto 1622. 



ia6. Girolamo Casate an Leopold. 

Lichtensteig, 2. Septefnber 1622. 

In der Eidgenossenschaft erwartet ailes dcn Ausgang der Lindauer Conferenz. Inzwi- 
schen geht tâglich Volk aus den protesiantischen Orten nach (îraubûndcn. Die 
Vertretung der katholischen Orte in IJndau eine schr ^unslige. Die BUndner 
beharren auf der Anerkennung ihrer Privilegien. Da sie treulos sind und ihren 
Versprechungen nicht getraut werden kann, muss BQrgschaft in dem Worte 
anderer oder in Kestungswerkcn ^esucht werden. x\ber die katholischen Orte nicht 
fur ersteres zu haben. die protestantischen gegcn letztere. — In Bezug auf den 
Waifenstillstand wird der Willc L. s entschciden. 



— i36 — 

M'incarica S. E., ch'io invij questo corriero à V. A. Ser™« et al Sig*"' 
Marchese di Valdifuentes per la più brève et sicura strada, et havendomi 
lui arrivato quà in Liectesteg nel contado di Dockenburg hô giudicato 
espediente di farlo pigliare quella di Constanza, sperando, che quando 
V. A. Ser"™^ si metti in viaggio per accostarsi a queste parti la potrà 
incontrare nel camino. 

Qui tutti stanno attendendo il successo délia conferenza in Lindau. 
ma perô li Cantoni Protestanti non cessano di mandar quotidianamente 
grosse truppe in Grisoni. Vengono meco per Ambasciatori di questi 
Cattolici tutti li migliori amici', havendo io usata diligenza in farli elegere, 
acciô che in ogni occasione se ne possi cavare il frutto, che s'aspetta. 

Ma detti Grisoni restano in quel proposito, che non acettaranno altre 
conditioni che quelle, le quali risservano li loro privilegij, et essendo 
costoro tanto privi di fede, corne le passate et le presenti occasioni dimos- 
trano, sarà bisogno di assicurare le loro promesse o con la parola d'altri, 
overo con fortificationi, nell'uno et 1 altro de quali partiti vi sarà gran 
difficoltà, perche li Svizzeri Gatholici non vorranno impegnare la lorfede 
per Grisoni et li Protestanti s opporranno aile fortificationi con ogni loro 
potere. 

Quanto alla sospensione d armi, il negotio si dovrà guidare, corne 
V. A. Ser"™» comanderà. Et io sarô alli 4. in Lindau per ivi ricevere con 
ogni humiltà li ordini di V. A. 

Di Liectesteg, li 2 Settembre 1622. 

' Die Abgeordneten der kath. One waren : Sonnenberg und Rudolf Pfyffer 
(Luzern), Zum Brunnen und Bessier (Uri), Joh. Seb. Abyberg und Frischherz 
(Schwyz), Johann Imfeld (Obw^lden), Johann Lussi (Nidwalden), Brandenberg 
und Slaub (Zug), Reiff (Freiburg), Hafner (Solothurn), Suter (Appenzell-Inner- 
rhoden). — Unier den « migliori amici » also doch wenigstens einer, auf den die 
Bezeichnung enischieden nicht zutriffi (Zum Brunnen); bei dem Vertreter 
Soloihurns wird von einer Zugehôrigkeil zur spanischen Partei zum vornherein 
nichi die Rede sein kônnen. 



127. LfCopold an Girolamo Casate. Molsheim, g, September 1622. 

Antwort auf ein Schreiben C. s vom 6. Sept, ttber den guten Anfang der Lindauer 
Verhandlungen. Um so besser wohl das Ende ! Der Erzherzog gedenkt, dem 
Schauplatz der Ereignisse sich zu nâhern. 

Ci è stato molto caro d'intendere da questa vostra delli 6, che cotesto 
congresso habbia havuto cosi buon principio', corne ci riferite; sperando. 



- .37 - 

che debba haver tanto miglior fine, quanto che per gli ultimi felici 
progressi si conosce di già diffidare li nimici délie forze loro **. La risposta 
da voi fatta circa il dichiarare la mente del S^ Duca di Feria è stata 
conforme alla vostra solita prudenza; corne efTetto délia vostra solita 
affettione verso di noi e cose nostre quel più, che soggiungetc délia vostra 
prontezza in volervi adoperare con li Svizzeri per cooperare alli fini de' 
trattati de* nostri Consiglieri, li quali per rispetto degl* interessi di 
S. M. Cal«* di già tengono ordine di corrispondere con voi nelle risolu- 
tioni da farsi. Noi intanto non lasciaremo dandarci avvicinando, in 
conformità dello già scritto, se pure non c'impedirà d avantaggio un poco 
di febbre, che ci hà assaliti ultimamente. 

Di Molsheim, li g di settembrc 1622. 

Q)ncept von der Hand H., wie unien Nr. i33. — ' Die Verhandiungen in 
Lindau begannen am 5., bezw. 6. Sept, und daucrten bis zum Ende des Menais. 
S. Abschiede V, i, S. 3o3-3o7; dazu V, 2, S. 2095-2102 (Lindauer Vertrag); 
Sprecher 1, 423-430; Anhorn, 435-456. Den Erzherzog veriraten dabel der « Director > 
Bemelberg, der Kanzier Lintner, der Vicekanzier Burglehner und der Raih Fûeger. 
Es ist sehr zu bedauern, dass die Berichte Casâtes Uber dièse Lindauer Verhand- 
iungen sich bis jetzt nicht gefunden haben. — " Am 3. Sept, waren die BQndner 
von der vereinigten ôsierreichischen Machi bereits aus dem Engadin zurûckge- 
drângt. Die Feinde folgen ihnen ûber den Scaiettapass und erzwingen sich 
(4. Sept.) den Durchpass durch das Dischmathal nach Davos. Rudolf v. Salis 
weicht nach dem Prâttigau zurûck und von hier nach einer neuen Niederlage 
nach Malans. Auch dorthin folgen ihm die Oesierreicher, die inzwischen (6. Sept.) 
ihr Hauptquartier in Grûsch aufschlagen : am 8. Sept, wird Malans verbranni, 
Maienfeld besetzt; Chur muss Geiseln stellen. Am 9. Sept, ist man in Lindau 
ûber diesen gânzlichen Umschwung vollkommen unterrichtet. Dass derselbe die 
weileren Verhandiungen sehr wesentlich beeinflussen musste, ist selbsiver- 
stândlich. Gegen das Résultat derselben, d. h. gegen den Lindauer Vertrag, reicht 
Molina, der Dolmetsch und Vertreter Myrons, sofort einen Protest ein. Die 
BQndner aber ratifiziren den Vertrag am 16. bezw. 24. Oct. (Sprecher 1, 43i 
und 432). Der Erzherzog thut dasselbe schon am i3. Oct. (Abschiede V, 2, S. 2io3). 
— l'eber die Tagsatzungen, welche \Nâhrend des Lindauer Congresses in der 
Eidgenossenschaft stattfanden (am 6. Sept, tagen die 5 Orte zu Luzcrn, 
18.-21. Sept, sâmmtliche Orte zu Baden, am 22. cbendaseibst die evangelischen 
in besonderer Berathung), s. Abschiede V, i, S. 3o8-3i3. 



ia8. LfCopold an Girolamo Casate. Rufacfi, 21. September 1622. 

Billigt die in einem Schreiben C. s vom i 7. Sept, ausgesprochencn Ansichten. Valdi- 
fuentes wird ihm L.s Befehlc mittheilen. — Ke^iment Lodron. 



— i38 — 

Mi è stata cara la considerationc da voi fattami nella vostra delli 
17 ricevuta per il corriero di Milano, che si rispcdisce, et in conformità 
di essa hô dato gli ordini alli miei Consiglieri, che intenderete dal 
Marchese di Valdefuentes, a chi si sono communicati. 

Hô gradito insicmc tutto quel più, che in essa m'havete significato 
in proposito de Grisoni e Svizzerij e del reggimento del Conte di Lodrone, 
et non dubito, continuarcte (?; di far il medesimo per quel più, che 
occorrcrà. 

Di Rufach, li 21 Settembre 1622. 



xag. Girolamo Casate an Lfeopold. Lu^ern, 27. October 1622. 

Die Praktiken der Franzosen ftir den Madrider Vertrag immer lebhafter. Mit ihnen 
Venedig und Savoyen verbunden. Letzteres schickt Gesandte mit Pensionen und 
anderm Geld. C, ist besorgt Ober den schiiessiichcn Ausgang. — Gegen den Lindauer 
Vertrag protestiren die evangelischen Orte. Die Pràttigauer und Engadiner Flûcht- 
lingc planen eine neue Unternehmung. Aufreizung der beidcn andem BQnde zu 
ihren Gunsten. Venetianer und Franzosen helfen mit Geld ; Gueffier wirkt durch 
seine Doimetscher gegen den Lindauer Vertrag : der Kônig nun im Frieden mit 
den Hugenotten, bereit, fur die Bûndner die Wafl'en zu ergreifen. — Anerbieten 
Rudolfs V. Salis, die venetianisch-franzôsische Partei zu verlassen. Feria verlangt 
Geiseln. Nun unterhandelt C. mit ihm. — In Chur sollte die Besatzung môglichst 
bald einziehen. Maienfeld ganz abgebrannt. Der Wiederaufbau wQrde Gelegenheit 
und Vorwand zur Errichtung eines Forts bieten. 

Con messo proprio invia il Sig^ Allessandro Vattielli Fincluso 
dispacchio per V. A. Ser"*^ et m'incarica, ch'io lo trattenghi sinche ne 
arrivi la rispjosta. 

Qui le prattiche de Krancesi per promuovere il trattato di Madrid * 
vanno sempre crescendo, et se bene habbiamo sin*a quest*hora tenuti in 
proposito li Catholici con il mezzo délia pensione mandata ultimamente 
da S. E., dubito perô finalmente assai dell'esito di questo negotio, concor- 
rendo al medesimo scuopo Francia, Venetia, et il Duca di Savoia, il quale 
manda quà duoi suoi Ambasciatori con pensioni et aitri dannari. Quanto 
alla conclusione in Lindau stanno sin a quest'hora saldi li detti Catholici, 
ma si dice, che quelli di Zurig et li altri Heretici vi protestano sempre in 
contrario et si lasciano intendere, che presto troveranno maniera di mutar 
con la forza quella câpitolatione. Et in efFetto qui corre voce, che subito 
cascate le nevi^ sijno li discacciati di Prettigau, et Engadina per attaccar di 
nuovo la gente del Sig^*^ Conte di Sultz. Al quai fine stanno questi ribelli 



- ,3, - 

in numéro di circa 3 mila ripartiti nel paese di Glarona, in Appenzel, nel 
contado di Sargans et in quello di Toclcenburg, corne ancora nelle 
medesime due Leghe, confortando quelli Heretici a pigliar le armi in loro 
tavore, et spendcndo dannari Venetiani. et Krancesi. Et pcrciô il Gueffier 
ha mandat! li suoi intcrpreti netle due Leghe ad esortarle, chc in nissuna 
maniera acettino il trattato di Lindau, anzi più presto approvino li capitoli 
di Madrid, dandoli nuova, che il suc Rc ha conchiusa la pacc con M 
Ugonotti " per impiegar le armi in diffcsa dcUa loro liberté. 

Rodolfo Salîce si lasciô intendere con il Sigi*' Conte di Sultz, che 
quando havesse potuto ricuperare li suoi béni in Valtellina et Chiavcnna, 
si sarebbe accontentato d'abandonar il scrvitiode Venetiani et de Francesi, 
che semprc li fanno instanza di star saldo. Et havendo iociô rapprescntato 
à S. E. lei s'acconteniù, che se le ne dasse intentione, mentre detto Salice 
consegnasse buoni ostaggi per sicurezza délia sua fede. Hora ho mandate 
a trattar seco, et di quanto succédera darô parte a V. A. Sef"^, la quai 
supplico con ogni humiltà, si degni dar ordine, che quanto prima il 
presidio entrî nella città di Coira, essendo questo di tanta importanza per 
mantener il già stabilito, et per tante altre conseguenze già note à V. A. 
Ser"", Mayenfeld abbrusciô del tutto'", il che forsi potrà dar occasionc di 
fabricarvi un forte sotto pretesto di voler riedificarc in parte quella città. 
Et questo lutto ho preso ardire di rappresentarlo a V. A... 

Di Lucerna, li 27 di Ottobrc [622. 



' Siehe Conferenz der 5 One in Luzern, 14. Oci. : 
~' Friede von Montpellier. — "' In der Nacht des -21 
^nhorn S. 458. 



Abschiede V, 1, S. Î14. - 
Oct., s. Sprecher I, 432; 



130. Girolamo Casate an Leopold. Ru/ach, 3i. Oclober 1622. 

JVntwort auf Nr. 119. L. hofTt, C. werde trou aller .SchwLerigkeiten die Ratiticatioi 
des Lindauer Venrages durchsetzen. VaJdlfuenies wird ihm cinen Entschluss L. 
mittheilen. 



Con la voslra delli 27 ho ricevuto per il vostro messo quelle del 
Vattiellt inviatemi. Delli particolari communicatimi vi rendo gratic, 
desiderandone la contînuatione, per intender massimamente. chc vi sia 
riuscito, corne pure spero, di far seguire la ratificatione dell'accordato di 
Lindau, nel che tanto più son sicuro che vi adoperarcte, quanto maggiori 



— 140 — 

sono le pratiche delli avversari, e fautori loro, come a\^Msate. Non vi 
scrivo d'una risolutione presa, perche vene darà relatione il Marchese 
di Valdifuentcs. 

Di Rufach, li 3i Ottobre 1622. 



131. Girolamo Casate an Leopold. Lu^ern, 18. November 1622, 

L'eber die Ereignisse der let^rten Zeit wird Valdifuentcs Bericht erstattet haben. Der 
Lindauer Vertrag von den kath. Orten ratificirt. Die protest. Orte aber reizcn die 
BUndner zu einer neuen Erhebung. Die Bûrgschaft fur den Madrider Vertrag noch 
nicht erreicht. Nun gemeineidgenôssische Gesandtschaft nach Frankreich betrieben : 
kaum zu verhindern, aber hofl'entlich unschâdlich zu machen. Am 24. Conferenz 
in Luzern. — Die Besatzung in Chur darf nicht zu schwach sein ! — Beschwerde 
der Schwyzer Ober Abschlag des Getreidekaufes. G. legi Fûrbitte fur sie ein. 

Mi capitano trè pieghi del Sig^ Vattielli quasi ncU'istesso tempo, ma 
Tultimo mi vien raccomandato, ch'io V invij con corriero espresso in 
diligenza, come faccio. 

Non ho li giorni passati data parte a V. A. Ser"™* délie cosc, che qui 
andavano occorrendo, perche avisandole io al Sig^ Marchese di Valde- 
fuentes hô presupposto per certo. che lui le partecipasse a V. A. Ser"™*. 
Hora non mancherô di servire con quella pontualita, che son obligato. 

Et quanto al trattato di Lindau questi Cantoni Catholici l'hanno 
rattificato senza replica alcuna, non ostante che Francesi et altri facessero 
uflfîtio in contrario. Le quatro Ciltà Protestanti non si sono mai dichiarate. 
ma per quanto s'intende non mancano di tentare Grisoni a nuova 
ribellione, et hora si sono radunate in Arau ', dove trattaranno sopra questi 
particolari. Circa alla prima capitulatione di Madrid qui s'ha fatto ogni 
sforzo per procurare la promessa de Svizzeri, ma sin a quest^hora non 
hanno potuto ottener Tintento. Adesso usano diligenza per mandat in 
Francia un ambasciata universale di tutti li Cantoni, sperando di 
migliorar le cose loro con questo mezzo, et già la prattica è ridotta à tal 
termine, che apena si potrà trattenere, ma opererô almeno, che Tinstrut- 
tione, quai si darà alli ambasciatori, sij tal mente ristretta, che non possi 
portar pregiuditio. Si terra mercordi possimo alli 24 del correntc una 
dietta qui in Lucerna sopra questo particolare, et di quanto succédera 
darô minuto conto a V. A. Ser»"*. Alla quale ardisco di metter in conside- 
ratione, che havendo li suoi ministri d'Insprug dato ordine al Sig^ Conte 
di Sultz di ritirare tutta la sua gcntc da Coira, eccetto trecento fanti ", parc 



^ 141 - 

che questa dclibcratione potrà csscr molto pericolosa, prima perche il 
presidio tanto dcbole sarà a discrettione dei cittadini (corne Grisoni) 
puoco fedeli, et dovendosi conservare in quella Città tutta la monitione 
et vettovaglia, potrebbc in ogni occasione di ribellione esser levato tutto 
Talimento alli soldati impegnati in un paese stérile, oltre che tanto 
maggior ardire haveranno Francesi et altri délia parte contraria in 
promuovere li loro dissegni, quanto manco sicura sarà la Città di Coira, 
unico presidio doppo abbruggiato Mayenfeld. Mi rimetto perô in questo 
corne in ogni altra cosa alli comandamenti di V. A. Ser"™*. 

II Cantone di Schvitz ha scritto hoggi a questi di Lucerna, lamentan- 
dosi, che nelli paesi di V. A. Ser*"* li sij prohibito di comprar grano, il 
che ha mossa grande altcrattione, temendo,per la carestia, che qui corre, 
di patir fanne. Supplico con ogni humiltà V. A. Ser"^^ (se pur è pjossibile) 
di usare tutta quella gratia verso questi Catholici, che la sua innata 
clcmenza comporta et li tcmpi presenti richieggono. Ht. se questo si puô 
ottenere, aspettarô, che li si degni farmelo avisare con il ritorno di questo 
corriero, accioche io possi dare à questi Cantoni quella contentczza. che 
sarà molto utile per il servitio di V. A. Ser»"». 

Lucerna, a 18 Novembre 1622. 



Eine Conferenz der 4 protestantischen Stâdie hal am i5. Nov. in Aarau 
siattgefunden. Ueber den Lindauer Vertrag enthâli der Abschied (V, i, S. 3i5) 
nichts. — '* S. Sprecher I, 482 : vgl. unnn Nr. i33. 



13a. Œrolamo Casate an LfCopold. Lu^ern. ig, November 1622. 

Gilg Fieckenstein will im Elsass fur die Stadt Luzcrn Gctreide aufkauien iassen und 
wûnscht vom Erzherzog das Patent hiefûr. C. befûrwortet das Gesuch, insbesondere 
weil F. eine der vorzUglichsten Stiltzen der spanisch-ôsterreichischen Partei. 

Mi vien fatta nuova istanza di supplicare V. A. Ser"™* per una patente 
di levar grano neir Alsatia per provisione délia Città di Lucerna. Et 
havendo pigliato questa impresa il capitan Giglio Flechenstein, Sechel- 
meister et Consigliere, ho pigliato ardire di rapprescntarlo di nuovo a 
V. A. Ser™*, massime essendo questo uno dei principali servitori, che la 
Ser"* Casa d'Austria tiene in questi paesi. Il carico per levar detto grano 
sarà dato à Giovanni Egman, et lui supplicherà per la patente, la quale. 
quando V. A. Ser"™* comandi li sij concessa, sarà molto ben impiegata, 



— 14^ — 

âttese le quaiitàgià acennatedel detto Flechenstein,et il doversi impiegarc 
questa provisione nel Cantone di Lucerna; spero, che li verra fatta questa 
gratia da V. A. 

Di Lucerna, li 19 Novembre 1622. 
133. Leopold an Girolamo Casate. Rufach, 22, November 1622. 

Antwort auf Nr. i 3 i . Spornt C. an in seinen BemQhungen, die eidgenôss. Gesandtschaft 
nach Frankreich unschâdlich zu machen. — Die Besatzung in Chur soll vorlâufig 
600 Mann stark sein. — L. geneigt, den Schwyzern zu willfahren. wenn sie nicht 
zu viel verlangen. 

Per il corriero, che vi rispedisco, ho ricevuto la vostra delli 
18 corrente, et delli particolari in essa communicalimi vi rendo moite 
gratie. E corne mi sarà cara la continuatione, cosi son sicuro, che per 
efFetto délia vostra solita affettione verso li miei interessi, oltre al rispetto 
del servitio di S. M., procurarete per quanto vi sarà possibile d'imf>edire, 
che quella missione in Francia non riesca pregiudiciale. 

Quanto al presidio, che hà da restar in Coira, hô dato ordine, che 
sia di 600 almeno, sinche si possa con maggior sicurezza ristringere a 
quel numéro, che è stato accordato in Inspruch. 

lo son disposto per le raggioni, che mi rappresentate, a gratificar al 
Cantone di Schvitz nell' occorrenza présente delTestrattione de'grani, ma 
essendo li paesi tanto essausti et i popK>li in tanto bisogno, non potrà 
essere in quella quantità, che forsi vorriano ; perilche sarà vostro {Densiero, 
quando persistino in tal desiderio, di persuader non solo questa nécessita, 
ma ancora di scriverne a noi, et per quella minor somma, che non 
habbia ad astringerci a darli la negativa. 

Di Rufach. li 22 di Novembre 1622. 



134. Girolamo Casate an Leopold. Lu^ern, 26, November 1622. 

Conferenz der kath. Orte in Luzern. Drohungen, Versprechungen, Geldspenden der 
Franzosen. Heimiich auch ein Agent der Venetianer dabei. Savoyen hat das seinige 
gethan. Mit Mûhe hat C. die Orte zurûckgehalten. Nun woilen sie auf einer 
weitern Conferenz zu l.uzern am 6. Dec. sich detinitiv erkiâren. Bis dahin Entschei- 
dungen der grossen Kàthe und der Landsgemeinden. Es wird gewaltig « spendirt. » 
Die protest. Orte und Solothurn, ebenso Waiiis haben sich bereits fur die BQrg- 
schaft erklârt. C. fUrchtet einen schiimmen Ausgang. Er bittet, Mohr zu schicken, 
damit doch wenigstens der Lindauer Tractât vorbehalten werde. Inzwischen thui 
C. sein môglichstes und bedient sich derseiben Mittel wie der Feind. — GQnstige 
Nachricht aus GraubUnden : daselbst das Verlangen der Franzosen zurQckgewicsen. 



— 143 — 

Non hanno mancato li Francesi di fare in questa dieta * grandissimo 
sforzo per rîdurre li cantoni alla promessa per il primo trattato di Madrid, 
dichiarandosi, che il loro Re non gl'haverebbe tenuti per amici, ne data 
grata audienza alla loro ambasciata, che pensavano mandat in Francia, 
quando non condescendessero a questa richiesta. Et per levare maggior- 
mente le difficoltà, promettevano, che S. M* Christianissima haverebbe 
mantenuta la sola religione catholica in Valtellina. et pigliato sopra di se 
tutto il pericolo, in che puotessero incorrere li Svizzeri, volendo esser in 
questo particolare loro protettore et pagare liberalmente tutte le spese, che 
occorreranno '*. Et queste persuasioni le hanno accompagnate non solocon 
dannari, ma v'è stato ancora secretamente un Agente de Venetiani, et Sa- 
voia"' hà fatto la sua parte, in maniera, chefu diffîcilissimo il trattenerli, 
che non condescendessero. Ma Thanno preso in abscheidt, concertando di 
tenere qui in Lucerna un'altra dieta per li 6 di Décembre, et in quella 
dichiarareTultima voluntà diciaschedun Cantone. Fràtanto si raduranoli 
Landsgmeindt et consigli grandi in ogni luogo, et si spendono dannari 
in grandissima abondanza. Et io veramente dubito assai del sucesso, 
havendo gîà tutti li Cantoni Protestanti et Soleta liberamante condesceso, 
corne ancora Valesani. Ne vi avanzano altri che li confederati con S. M^» 
Catholica, li quali corrotti da diverse fattioni è cosa difficilissima il 
mantenerli in fede. 

Supplico con ogni humiltà V. A. Ser'"»^ si degni (se è possibile) di 
mandar quà il Sig^ Maximiliano Moro o altri al tempo délia sudetta dieta, 
accioche quando si lasciassero ridurre a promettere. almcno risservasscro 
il trattato di Lindau, il quale hanno prima approvato et sottoscrittisi. Jo 
non manco di fare ogni possibil diligenza, et mi servo dclli istessi mezzi 
che il nemico, ma quando le cose si riducono all'approvatione o negativa 
del populo, sono sempre dubiose. 

Grisoni in un pitag hanno rifiutate le dimande de Francesi, il che è 
stato buon colpo in questo procinto. perche la loro rattifîcatione è tanto 
necessaria, come la promessa de Svizzeri ncl trattato di Madrid, oltre li 
altri mancamenti, che dopô tanti casi et negotiationi seguite lo rendono 
invalido. M'ha parso necessario di raprcsentarc tutto ciô a V A. Ser"^". 

Lucerna^ a 26 Novembre 1622. 



Auf der RQckseiie : « pnii. i. Dec. 1622.* Dasselbe Prâsentationsdatum 
zeigt das Schreiben vom 19. So\. (\r. i32). - * Conferenz der 7 kaih. Orte vom 
23. (24 ?) Nov., Abschicde V, i. S. 817. — " Don * Revers ». mil welchem Myron 
die kath. One zu gewinnen suchte.. legie Casaie diesem oder einem seiner 



- U4 - 

folgenden Schreiben in iialienischer Ueberseizung bei ; einen deutschen Text 
siehe a. a. O. S. 3 19. — *" Am 20. Nov. 1622 werden zu Avignon die Prâlimi- 
narien zu dem spâiern Bûndniss zwischen Frankreich, Venedig und Savoyen 
festgcsetzt. S. Depesche Pesaros von dem genannten Tage bei Barozzi und 
Berchet, Ser. II, 2, S. 169. Vgl. Sprecher 1, 431. - Ueber die Lage orientirt 
vortrefflich ein Schreiben aus Lyon vom 19. Nov.. das hier eingereihl werden 
mag, obwohl es erst spâterzur Kentniss Casâtes gelangt sein kann (wahrscheinlich 
hai Crivelli dièse Copie dem Erzherzog ûberbracht — siehe dessen Mémorial, 
Beilage zu Nr. 139, Punkt 4). 

Tradotta coppla d'una lettera 
scritta da L>ione da un capltanno principale ad un suo amico. 

Carissimo cognaio. In quindeci giorni vi scrissi tre leiiere — non so. se 
rhabbiaie ricevuie — ei informaiovi délie nove, che sono in queste parti. Il Rè 
farà Tentrata sua solenne in Lione li 22 di Novembre *, come si dice, e si fà per 
cio grand apparechi. In questi quindeci giorni giornalmente sono passati per qui 
gran Principi et Signori, cavalleria et fanti, et durera ancora un mese con il 
passare, et tutti vanno alla volta di Parigi salvo i5 mila huomini, che have'ranno 
di stare quest^invernata in Auvergna, Borgogna et paese di Prescia per passarsene 
puoi, come si dice, alla volta délia Valle Tellina ; per6 la risolutione si saprà alla 
venuia del Rè, et con ogni puoca assisienza delli Svizzeri il Rè vol rimettere li 
Grisoni nel loro pristino stato et renderli la Valletellina, et pigliar tutta PEIvetia 
nella sua protettione, mentre ha fatto pace per adesso. Il che tutto sarebbe bene, 
si havesse eflFeito. Percio vi prego d'informarmi, se tutti, o vero almeno parte 
delli Svizzeri agiuteranno, perche se hora disgustassimo il Rè di Francia, et non 
s'accordiamo, haveremo noi ancora in brève di aspettar il medemo et saremo noi 
disuniti del tutto. Fra questo mentre siate sicuro, che il Rè in brève mandarà 
gran quantità de danari nel Elvetia per acquistare benevolenza, come ancora per 
aliri effetti. Non aliro etc., li 19 di Novembre 1622. 

• In Wirkiichkeit findet der Einzug des Hofes in Lyon erst um die Milte des 
Dezembers statt. Auf dem Wege von Avignon nach Lyon richtet Ludwig XIII. unter 
dem 24. .Nov. 1622 von Pierrelatte aus ein Schreiben an die kath. Orte, in welchem 
er diesen sein Missfallen (Iber ihr Zôgern in der Veitliner Frage (bezw. Ober ihre 
Haltung dem Madrider Vertrage gegenQber) und seine Erwartung. dass sie dièses 
Zôgern bald aufgeben werden, ausspricht. Das ist das Schreiben. welches der Conferenz 
der kath. Orte zu Luzern, 7. Dezember, vorliegt. 



135. Girolamo Casate an Leopold. Lu^ern^ 3o. November 1622, 

Bittet nochmals um Sendung Mohrs. Er wirkt dafûr, dass in Luzern die BQndner 
seibst gegen die Bûrgschaftsieistung sprechen. Andererseits sichere Nachrichten, 
dass man an einer neuen Rébellion in den zwëi BOnden arbeitet. Das ôsterreich. 
und spanische Kriegsvolk in Noih (siehe Schreiben Vandersteegs). Es sollte von 
Mailand her geholfen werden. 



- i4:> - 

Le cose del trattato di Madrid rcstano sin*adesso in disputa, ne si pu6 
havernc certezza sino alla dieta. Frà tanto spero, che V. A Ser™^ restera 
servita di far inviare a questa volta il Sig^ iMaximiliano xMoro ô qualch altro 
de suoi Consiglieri, perche questo potrà fare diversi buoni effetti, corne 
già le hè rappresentato con altra mia. Procuro ancora, che li Grisoni 
mandino suoi deputati alla medesima dieta pcr far instanza a questi 
Svizzeri, che non promettino pcr loro, già che riconoscono questo trattato 
dannoso, et loro medesimi Thanno ributtato '. 

Ma dall'altra parte io ho nove certe da Zurig et Glarona, che si tratta 

una nuova ribellione nelle due Lcghe: un capitano Rusch da Thosana 

hà messi insieme intorno alla comenda di Lucheren più di 200 huomini 

secretamente, conducendoli nel paese di Zurig: et altrove ancora si 

fanno li medesimi apparecchi. Quelli di Zurig et Berna non lasciano 

uscire dal paese alcun grano, ma ne fanno massa, come ancora di moni- 

tione da guerra, ne li Francesi et Venetiani mancano di somministrar 

dannari. DaU'altra parte la soldatesca del Sig"" Conte di Suitz patisce gran 

famé, et per li disagi si sminuisce il numéro et la forza de soldati. Quelli 

del Barone di Watvil, Cavagliere Robustello. et la cavallcria danno puoco 

gusto, come V. A. Ser™* si degnerà far leggere nell'annessa del capitan 

Van der Steeg". Et perô ardisco di metter in consideratione a V. A. Ser™^, 

esser necessario il procurare, che subito da Milano o altro luogo venghi 

provisto al bisogno. Puoiche il nemico, come in casa propria, è benissimo 

informât© del stato di quei negotij. Spero di sapcre fra puochi giorni tutto 

l'ordine délia congiura, di che darô parte a V. A. 

Di Lucerna, li 3o Novembre 1622. 

Aufder RQcLseite : « rlsposto li 10 Dec. * Vgl. unten Nr. i38. - ' Auf der 
Tagsatzung der 7 kaih. One vom 7. Dec. 1622 erscheini allerdings eine solche 
Gesandtschaft der Bûndner nichi. WohI aber geschiehi dies auf einer Separalcon- 
ferenz der 3 Lânder vom 2. Jan. 1623. Ihre Krkiârung war ûbrigens an die Adresse 
der i3 One gerichiel und sollte eigentlich an der gemeineidgenôssischen Tagsatzung 
zu Baden (18.-20. Dec. 1622) abgegeben werden. S. Abschiede V, i, S. 323. 

" Zu dem folgenden Schrelben Vandersleegs vgl. Sprecher I. 432. 

Beilage. 
Hauptmann Vandersteeg aus Cbur an Glrolamo Casate. 

Hô ricevuia la letiera di V. S. \\V" insieme con l'agglunia al Sig' Marchese 
di Valdefuentes, la quai tener6 fin' al riiorno del S' Conte di Sultz, sperando. che 
il Sig' Marchese habbia da venir con lui. Cinque di sono., che passô per qui un 
corriero dispacchiato da S. E. al detio S' Marchese. il quale haveva ancora leiierc 

I o 



— 146 — 

per il S' Conie, per le quali S. E. esortô, che non si levasse qui il grosso délia 
gente senza haver prima inteso il parère del S' Marchese, ma le compagnie de 
Saluburg non volendo restare se ne sono andate alli quariieri loro intorno de 
Feldkirch, lalmente che noi resiiamo qui con la nosira génie sola, délia quale più 
dei due lerzi sono amalaii talmente, che se S. E. non li farà proveder de dannari, 
non si pu6 fare, che la soldatesca non muoia tutta, stando che i terrazani non 
danno à loro nienie, et bisogna comprar ogni cosa con dannari conianti. Quaitor- 
deci giorni sono incirca, che venne una da S. A. Ser"', per la quai non essendo 
présente il S' Conte io Thô aperta. et presentandosi Toccasione habbiamo parlato 
col magistrato di Coira, dando loro ad iniendere, in caso che loro volessero 
abbracciare il irattaio di iMadrid, che il Sig'. Conte farebbe più presto tutte 
l'estremità del mondo. i quali c* hanno dato per risposta, che era ben vero. che li 
interpreti francesi havevano fatta quesia proposta aile due Leghe, ma che nissuna 
communità non ne habbia faito conio et che loro siano per tenere fermamenie il 
trattato di Lindau., mentre che à loro sia levata la gente del Barone de Wattevile, 
et Talira soldatesca forastiera. ma se questo sia una finta, overo se parlano da 
dovero non saprei dire ; ben è vero, che ogni di fanno diète et conventicoli intorno 
à Emps, et si lamcntano assai délia gente borgognona, la quai dicono non voler 
sopportare che vi stia in modo nissuno, essendo questo espressamente contro li 
capitoli, dalla quale, se vogliono. possono pigliar pretesto à scacciarle di nuovo 
dal paese, il che à loro riuscirà senz*altro, essendo qui puoca gente, mal in 
ordine, il nostro regimento amalato. ruinato, quello del Baldirone fuggito, il 
resto per il mal pagamento et per la famé malissimo in ordine, talmente che 
saria molto à proposito, se V. S. III"' per un corriero à posta ne dasse aviso à 
S. E., che faccia levar la gente del Barone, et del S' Robustelli insieme con la 
cavalleria; altrimenti n*hà da seguire un nuovo disordine peggior del primo, 
come han minacciato hieri con una Icltcra scritta al S' Conte, la quai li habbiamo 
mandato due hore sono: altrimenti non haveria mancato di mandarne una copia 
à V. S. 111"*, acciôche vedesse, che colori che vanno cercando, protestando, che 
se non li saranno tenuli i capitoli di Lindo di farli osservar et scacciar quella 
gente per forza. V. S. UT* ne potrà avisar S. A. Ser"' et S. E. 

[Copie, undatirt.] 



136. Leopold an Girolamo Casate. 

Othmarsheim, 2. December 1622, 

Antwort auf Nr. 134. Aus vcrschiedenen Grunden schickt L. Mohr nicht, wohi aber 
ein Schreiben an die kaih. Orte. 

Col solito affctto vi aggradisco le diligenze, che continuate in cotesti 
interessi, c vi prego a non intermetterle, come semprc più confido, che 
farete, a fine massimc che le due Leghe Grise stiano costanti nella buona 
dispositione et risolutione. che hanno sostentata sin qui, et li nimici 
restino delusi nelle loro machination i e tratlationi per quanto sarà possibile. 



- »47 - 

11 Moro, anch'io stimo, chc non potria se non molto giovare, ma non 
posso mandarlo, si per havere bisogno dellopera sua in altro, corne anco 
perche non si potria ciô fare con quella dignità per hora, che saria conve- 
niente, oltre al non esser stato da me usato molto sin qui, di mandare 
Ambasciatori à coteste diète. Ma perô in vece di questo hô risoluto di 
scrivere alli Cantoni Cattolici laggiunta, chc presentarcte, délia forma, 
che vederete dallannessa copia, in conformità del cui contenuto potrete 
governani. Et non occorrendomi che aggiungcre in risposta di questa 
vostra delli 26 passato resto 

Di Otthmarsheim, li 2 di Décembre i()22. 



137. Girolamo Casate an Leopold. Lu^ern. 6, December 1622. 

Luzcrn. Tri, Schwyz und Zu^ habcn bereits ge^en die Biirgschaftsicislung sich 
ausgesprochcn. Das gleicht* isi von l'nterwaldcn und Kreiburg zu erwarten. l'nter 
diesen l'mstànden wird es besser sein, das Schreiben L. s nicht zu prâsentiren. 
(Vgl. unten Mémorial Crivellis, Punki 3.) 

Passa questo corriero da Milano a V. A. Ser'"*» con tanta fretta, che 
apena posso trattenerlo per darle parte di quanto succède circa questi 
negotij, li quali vanno pigliando assai buona piega, havendo già Lucerna. 
Allorffo, Schvitz et Zug deliberato di non far la promessa per il primo 
trattato di Madrid. Tengo ancora buonissima speranza in IJntervaldo c 
Friborgo, et cosi la dimanda de Francesi sarà del tutto ributtata. Il che 
mi mette in dubio, s'io debbi presentare la lettera di V. A. Ser'"» a questi 
Cantoni, non mi parendo necessario di dichiarare la mente sua senza 
cspresso bisogno, ma in questo particolare mi governerô conforme aile 
occasioni, che si presenteranno. Frà tanto trattengo il corriero di V. A. 
Ser™* et con lui aviserô il successo délia dieta. 

Di Lucerna, li 6 Décembre 1622. 



138. LfCopold an Girolamo Casate. 

Othmarsheim, g. December 1622. 

Antwort auf NNr. i33 und 137. Befriedigung i'iber die Nachrichten C-. s. — Zur 
Hebung der Noih des Kriegsvoikes in Graubtinden sind Anordnungen getrorten : 
nâheres wird Valdefuentes mittheilen. 



— 148 - 

Delli 3o passato e 6 corrente sono due vostre, chc mi hà portato 
questo ultimo corriero. Dalle quali grandissimamente mi è piacciuto 
d'inlendere, che AllortT, Schvilz et Zug havessero di già deliberato di 
non far la promcssa per il primo trattato di Madrid, et che il simile 
speravate delli altri, onde credcvate, chc non saria stato necessario di 
presentarc quella mia alli Cantoni. nel che mi rimetto alla vostra prudenza, 
sapendo, che non è minore dcU'affetto, che havete in tutte le occasioni 
dimostrato non meno verso li miei interessi che quelli di S. M. mcdesima. 
Quanto alli disordini, che con la copia di lettera inviatami rappresentate 
soprastare per li patimenti et mal governo délia soldatesca, hô dati ordini 
tali, come credo, che dal Marchcse di Valdefuentes intenderete, che spero 
vi s apportarà opportuno remedio. Continuatc voi di operare con la vostra 
solita destrezza e zelo quel più che potelé in servitio mio 

Di Otthmarsheim, li 9 Décembre 1622. 



139. Girolamo Casate an Leopold. Lu^ern, 10. December 1622, 

Sendet Crivelli an L., um diesen i. Qber die ganze Lage zu unterrichten ; 2. von ihin 
Gunstbezeugungen fur einige Kreunde zu erbiiten, welche in dem Kampf um den 
iMadrider Vertrag enischeidend thâiig gewesen sind : die von Roll in Uri, Gilg 
Fleckenstein und Nicolaus Meyer in Luzern. (S. Beilage !) 

Essendo qui occorse questi giorni diverse cose di considcratione \ hô 
deliberato dinviare a V. A. Ser"™^ Sebastiano Crivelli, si per darli infor- 
matione del tutto, come ancora per supplicarla humilissimamented'alcune 
gratie, le quali impiegate in buoni amici délia Ser"** Casa possono esser 
di gran giovamento alli negotij, che si presenteranno. Et prima li RoUi 
d'Altorffo mossi dalla spcranza, ch'io li hô data di fare ogni divoto uffitio 
apresso V. A. Ser"i» per una loro pretensione, che tengono sopra il 
castello di Bernau, hanno fatta ributtare la promessa per il trattato di 
Madrid nel loro Cantone. 11 capitano Egidio Hechenstein per la speranza 
d'ottenere l'estrattione di grano, et Nicolao Meyer per puoter liberare dal 
séquestre certo sale, che li vien trattenuto nel Tirolo, sono stati caggione 
del buon successo del medesimo negotio nella Città di Lucerna. Et perô 
ardisco di pregare con ogni riverenza V. A. Ser'"* di concederle tutta 
quella gratia, che sarà possibile. 

Di Lucerna, li 10 Décembre 1622. 

Auf der ROckseite : « pnti. 14. December 1622. * — ' Unter diesen wichtigen 
Dingen ist wohl vor allem die Tagsatzung der 7 Orte vom 7. Dec. 1622 



— 149 — 

fAbschiede V. i, S. 32 1) zu verstehen. Hier liegi jenes Schreiben Ludwigs XIII. 
vom 34. Nov., sammt zwei anderen Myrons vor. Solothurn berichiei, dass es die 
* Versprechnuss » gegeben habe. iheili aber zugleich die Vorbehalie mil. unier 
dcnen dies geschehen. Freiburgs Gesandischafi hat keine Instruction: es erklàrt 
stch erst am 12. Dez. zu l'ngunsten der Bùrgschaftsleistung (s. Abschiede V. 1. 
S. 322, Anm.;es ist aiso nicht ganz richtig. wenn Crivelli in seinem unten 
folgenden Mémorial, das allerdings dem Erzhcrzog erst am i3. Dez. ûberreicht, 
aber wohl schon am 10. redigin wurde. Freiburg bereits unier den ablehnenden 
Orten mitzâhlt). Unterwalden, dessen tnischluss Casate bei Absendung seines 
Schreibens vom 6. Dez. (Nr. iSy) noch nichl kannte, erscheini am 7. Dez. in 
Luzern mit den die Bûrgschaft verweigernden Orten vereint. Eiwas autTallend ist. 
dass Appen^ell-Innerrhoden, dessen halbe Siimme doch geradezu entscheidend 
war. erst im Mémorial Crivellis in Betrachi gezogen w ird : man hielt sich wohl 
auf spanischer Seile dieser halben Siimme zum vornherein sicher, wàhrenddem 
.Myron noch am 6. Dez. in einem besondern Schreiben an Innerrhoden den 
Versuch macht, dasselbe fur den Madridcr Verirag zu erobern. — Dass in l-uzern 
keine Vertreter l'ri's erscheinen (dièses wird seine Siimme durch Schreiben an 
Luzern abgegeben haben) ist kaum Zufall : der damalige I.andammann Zum 
Brunnen konnte kein besonderes Vergnûgen daran finden. seine Niederlage (das 
war doch wohl die Entscheidung des Irnervolkes fur ihn) in Luzern persônlich 
zu verkûnden oder durch einen polilischen Gegner, etwa Ali-Landammann 
Bessier, verkûnden zu lassen, und so blieb l'ri der (.onferenz fcrn. (Man vergleiche 
hiezu die Lage im Juli dièses Jahres : Anm. zu Nr. 120. 1 

In Bezug auf die Vorbehalie Soloihurns sei noch folgendes bemerkl. Wenn 
die gedruckten Abschiede hier einfach auf eine spâiere Erklârung Soloihurns vom 
34. Mârz 1623 (a. a. O. S. 3S5). die beim Nuniius hinicrlegt wurde. verweisen, so 
ist damit ein wesentlicher Interschied verwischt : Solothurn verlangie ursprùng- 
lich, dass dièse Vorbehalie von Myron in seinen Revers aufgenommen wurden. 
fOr welchen die von dem Ambassador vorgeschlagenc Kormulirung (s. oben 
Anm. zu Nr. 134) ihm eben nichl genûgte. Die italienische l'ebersetzung, welche 
mir vorliegt — sie ist wohl mit andern Aktenstûcken von Crivelli dem Erzherzog 
Qberbracht worden — trâgi die L'eberschrift : «^ Forma del Riversbrietf, che quelli 
di Solotorno, havendo fatia la promessa per il iraitaio di Madrid, dimandano da 
S. M" Christ"* » und beginnt : * Noi soiloscriuo Robeno Myron. Ambasciatorc 
di S. M** Christ"* in Svizzeri. promeiiiamo *... 

Memoria délie cose rappresentate à V. A. Ser' ' dal Crivelli 
à nome del Sig' Conte Girolamo Casate. 

I. Dopô diversi contrasii havuii con la parte francesa, la qualc pretendeva 
neU'ultima dieia tenuta dalli setle (.anioni Catholici in Lucerna di farli promei- 
tere per il primo trattato di Madrid, al îîne lutii li confederati con S. M* hanno 
negata la promessa per Grisoni et ributlaia la loro dimanda. Et qucsii sono sei 
voti e mezzo, resiandone altretanti à Krancesi, per ilche cssendo parecchiati non 
hanno il loro iniento, ne la promessa vale, perche la maggior pane dei Cantoni 
vi deve consentire, et si bene presuppongono. che Vallesani con la loro voce 
faccino la maggioranza, nondimeno li Svizzeri per molle conseguenze ci per il 



— i5o — 

suo proprio interesse non permelleranno. che se possi computare la voce de 
Vallesani per una délie sue. essendo oltre à questo quella natione totatmente 
divisa et distinta da Svizzeri. 

2. Il Cantone di Soloturno s'hà lasciato indurre à persuasione de Francesi à 
promettere per detti Grisoni conforme al trattato di Madrid, et perche non solo 
in questo negotio, ma ancora nelli altri, che potranno avenire, sarà di gran con- 
seguenza. che quel Cantone si dij del tutto in preda alla fattione francese, si mette 
in consideratione à V. A. Ser"', se convenisse in qualche maniera metterli ombra 
ô gelosia nei loro confini, puoiche non ostante la ratificatione del capitolato in 
Lindau passata per il loro senato. hanno intesa molto bene dalla lettera scritia 
ultimamente la mente di V. A. Ser", et nondimeno acconsentita ad una dimanda 
cosi ingiusta. et pregiudiciale alla loro stessa patria, de Francesi. 

3. Per stabilire tanto maggiormente questi Gantoni nella loro opinione è 
stato necessario di preseniare la letiera di V. A. Ser"*, alla quale adesso rispon- 
dono brevemente, ma si riservano di farlo piu di proposito in dieta di Bada, quai 
si terra alli i8 di questo mese da tutti H i3 Gantoni, et si crede, che in quella si 
faranno di nuovo molle praiiche, havendosi già protesiati li Francesi di non voler 
perdonar à spesa, à ad*altro qualsivoglia mezzo, per far che Vallesani possino 
far una voce de Gantoni, et quelli. che già hanno negato, di nuovo ripiglino il 
negotio. 

4. L'Ambasciadore Myron in una sua lettera scritta à questi Gantoni, délia 
quale si présenta copia à V. A. Ser" *, dicesi esser dichiarata nel convento in 
Avignone **, dal Rè di Francia. Duca di Savoia, et dalli Ambasciatori Venetiani, la 
guerra à S. M', ilchc quando sij vero, sarà necessario di preoccupare subito 
questa natione, et levare quanto prima la gente, che s'havrà di bisogno; altri- 
mente nasceranno délie difficoltà. comminciando già la parte contraria frà Taltro 
spargere voce, che muovendo il Rè di Francia la guerra solo per restituire à Grisoni 
il suo, non possono Svizzeri senza rompere l'una e l'altra legha pigliar il partito 
di S. M., et veramente Tintentione del Rè di Francia si puô cavar dalla sua lettera 
scritta alli Svizzeri in materia di questo negotio, quai si présenta à V. A. Ser"' *". 

5. Gome ancora si mette in consideratione à V. A. Ser"*, che sarà necessario 
di haver buonissimo risguardo in Grisoni. puoiche li nemici fanno grandissimi 
apparecchi : li capitanei et altri ribelli ricorrono continovo in Zurico dal Résidente 
di Venetia, et à Rapersveill da Guefficr, mettcndo insieme una nuova sollevatione, 
délia quale sin' adesso non s'hà potuio havere piu profonda notitia. DaU'alira 
parte passano per questi paesi de Svizzeri li soldati, che se ne fuggono di Goira. 
Il regimcnio del Sig' Gonte di Suitz è hormai ridoito in niente, et il capitan 
Vandersteegh ha comminciaio à protesiarsi, che non potrà mantenere li soldati, 
senza soccorso de dannari et vettovaglie. 

6. Li Gatholici del Gantone di Appenzcll hanno scritta à questa dieta una 
lettera, lamentandosi et dolendosi, che essendo andati alcuni di loro à nome del 
commune à comprare per il loro bisogno sale in Ilalla, non li sij stato concesso, 
anzi servitisi li soldati delli loro cavalli senza mercede, et trattatili molto maie, 
aggiungendovi alcune parole, che li puotevano muovere sospetto délia loro patria, 
massime essendo circondati questi paesi da gran' soldatcsca de Suevia, la quale 
loro tengono austriaca, et pcr6 essendo necessario mantenere quel Gantone 
ben'alTctto, oltrç il scandalo et sollevationi, che possono muovere nelle altri, si 



- l52 — 

esser se non di suo gran danno per li rispetti, che voi dite, per li quali 
lultavia voglio sperare, che voi con la vostra solita prudente et amorevole 
deslrezza potrete forsi ridurli a conoscere il loro errore et a star saldi con il 
ritraltarlo con gli allri Cantoni Cattolici, corne il benefîtio délia causa 
commune richiede, come non dubilo, che nella dieta, che si farà à Bada, 
procurarete in quel più che sarà possibile di fare col servitio di S. M. 
anco il mio proprio. 

Le consideralioni, che mi fate per il dubbio probabilissimo di guerra, 
anzi per il rumore délia certezza, che ne corre, sono da me havute in 
quella stima, che si conviene, ma molto più gioveranno appresso il 
S^ Duca di Feria, il quale confido che non mancarà di fare in tempo 
quelle provisioni, che potrà prevedere richiedersi dalla nécessita futura. 

Hô inteso con Taggradimento, che si deve, quello che hanno operato 
per il buon successo del negolio di sopra nella Città di Lucerna il capitano 
Egidio Flechenstein et Nicolao Meyer ; perô per quello voi proponete e 
fate istanza, vedrô in quel più che si poirà gralificare il primo, et lo farô 
sapere al Egman, da chi egli n'haverà relatione, et per il secondo ordinarô 
alla Caméra d'Inspruch et al Zailler, perche li sià data tutta quella 
sodisfattione, che sarà mai possibile. Hô di già scritto per haver infor- 
matione dello stato délia causa de'Rolli d'Altorffo, et per quello mi 
rapprescntate délia loro divotione dimostrata particolarmente in questa 
occasione non lasciarô di far loro quella maggior gratia che si potrà. 

Non hô saputo prima ciô che mi riferite délie indoglienze di quei di 
Appendez (sic), et sicome la mente mia è, che non sia loro negato punto 
di quello, che si deve per vigore délia lega hereditaria, cosi provederô, 
perche non seguino più nellavvenire de' simili disordini. 

Et per dimostrar ancora ultimamente a tutti li Cantoni Cattolici, 
che nel mcdesimo negotio di sopradetto hanno fatto la parte loro, tuita 
quella gratitudine, che puô rendersi da un ottima volontà, che loro 
professo, potrete assicurarli, che quando mi richiederanno per Testrattione 
di qualche somma di formenti dalli miei stati per uso loro proprio, io 
prontamente condescenderô à compiacerli per quanto mi permetterà il 
bisogno, nel quale si ritrovano di présente, come ben essi medesimi sanno. 
li sopradetti miei Stati. Et rimettendomi nel resto al detto Crivelli 

Di Heffig, li i6 Décembre 1622. 



- i53 - 
141. Girolamo Casate an Leopold. Baderiy 21. December 1622. 

Hat den kath. Orten sofort die Vergûnstigung L. s gemeldet. Auf Ictztcr Tagsatzung 
nur die besondern Angelegenheiten der eidg. Orte behandelt. Sie schreiben an L. 
um ireien Kauf. Aber diesen auch den protestant. Orten zu gewâhrcn, ist bei deren 
Absichten in den Bûndner Angelegenheiten gefâhrlich. Der Nuntius ist von eincr 
Rundreise zurûckgekehrt ; er hat t'Qr die (von C. bekâmpftc) Gesandtschaft nach 
Krankreich gewirkt. Die Solothurner von der BQrgschaft fiir den Madrider Vertrag 
abzubringen, ist C. trotz aller Mûhe nicht geiungen : L. durftc sie wohl fûhlen 
lassen, dass er dièse Haltung empfînde. Die gefâhriiche Lage des Bûndner Geschâfts 
hat C. Feria vorgestellt; dieser versiehi sich bereits mit Proviant und Geld. 

Rendo humilissime gratie a V. A. Ser"»* per la benigna audienza, 
che si ha degnato dare al Crivelli, il quale havendomi riportato le gratie 
concesse da V. A. Ser"** io non ho mancato di subito informarne li 
Cattolici nella maniera, che V. A. Ser»"^ si degnarà far légère nclla annessa 
coppia délia mia proposta*. Ht spero, che questa concessione di grano 
verra a parturire tanti buoni effetti cosi verso il servitio dcUa Scr'"* Casa 
in universale corne nel particolare del trattato di iMadrid, che il tutto sarà 
statto molto ben impiegato. 

In questa dieta non si ha trattato altra cosa che sopra li privati attari 
di questi Cantoni, ciô è in matteria délia valuta dcl dcnaro et di provederc 
vettovaglie in questi tempi tanti stretti. Et per quest'effetto scrivano a 
V. A. Ser"™* in nome de tutti per il libcro commercio, ma io credo sarà 
sufficiente la gratia, che lei fà alli Cattolici, cssendo pcricoloso lasciar 
correre il grano alli protestanti, che procurano farne massa per movere 
qualche alteraiione in Grisoni. Comparve ancora alla sprovista Mons"" 
Nontio doppo un longo viaggio fatto in Vallesia, Vescovato di Basilea, 
et nei contorni di Soletta et Friborgo : procurô, che si mandasse lambasciata 
in Franza, sperando, che la prcsenza del Rè dovcsse operare ciô, che le 
persuasioni delli suoi ministri non potcvano ridurre a fine; ma per mezzo 
de boni amici si ha ributtato questo negotio per adesso, et procurerô 
ancora neU'avenire, o di disviare del tutto detta ambasciata o almeno di 
ristringere la comissione in modo, che non porti danno. 

Ho fatto ogni diligenza per divcrtirc quclli di Solotorno a non condes- 
cendere nella promessa per quel trattato, ma non è statto possibile, anzi 
rhanno fatto in maniera (come V. A. Ser"^^ restera servita far légère 
nell'annessa coppia mandata a quelli d'Appenzel) ", che puo portarc molto 
pregiuditio in diverse manière: promettono per le tre Icghc de Cîrisoni 
contra il trattato di Lindou, il quale ne escludeva quella delli 10 Dritture: 
pero ardisco mettere di nuovo in considcratione a V. A. Ser"^^, se fusse 
convçniente, che Ici ne facesse farc qualche rissentimcnto apresso di 



— i54 — 

loro. Fratanto non mancodi rapresentare al Sig^'Ducadi Feriail pericolo. 
nel quale stanno le cose de Grisoni, et spero vi si pigliarà Topportuno 
rimedio, corne gia ho aviso da Milano, che S. E. faceva preparatione di 
grano et denari per quest'effctlo. 

Di Bada. li 21 di Décembre 1622. 



Auf der KDckseite : * pnil. 20. Dez. 1622. * - * Von dieser * Proposia * 
melden die Abschiede (V. i, S. 324) nichis. Casaie hat dieselbe den kalh. Orten 
ohne Zweit'el bei den besonderen Besprechungen vorgeiragen, welche jene w àhrend 
der gemein-eidgenôssischen Tagsatzung zu Baden, 18. -20. Dez. 1622, hielien. 
(Hier schiâgi Freiburg eine (Jesandtschafi an Ludwig XIII. vor. welche die kaih. 
Orte wegen ihrer Nichleinwilligung in den Madrider Verirag « enischuldigen > 
und zugleich den K.Onig von einem Kriege gegen Spanicn abmahnen sollte). Der 
Vorirag liegl in deuischem Texte bei : (1 dankt den Orten im Namen Leopolds 
t'ûr die * willfehrige resolution ». welche sie auf die Schreiben des Krzherzogs hin 
auf der Conferenz zu Luzern gefasst, zeigi ihnen seine Fiereitwilligkeit an, ihnen 
in Bezug auf (ietreide und andere Viciualien < ein guet verniegen ze ihuen >, 
sofern die Orte schrifilich darum anhalten werden, und versichert sie endiich. 
dass ♦ das bey Feldikirch und daselbsten herumb ligendi Kriegsvolk allda keiner 
anderen l.Tsach, dan allein zu Versicherung und Krhaliung Ihr hochf. D' Rechl- 
samen aufgehalten wiri, und nit zu Beleidigung noch OlFension der i3 Orihen 
loblicher Kydignoschaft, denen das hochloblich Haus Ocsterreich jeder Zeit nach- 
perliche und erbvereinigte Freundtschafizu erzeigen wolgeneigt ist. » — ** Das oben, 
Anm. zu Nr. iSy, erwâhnie Schreiben Myrons an Appenzell-lnnerrhoden vom 
6. Dez. 1622. Die Formel zur Burgschafisleistung fQr den Madrider Vertrag ist 
der Copie angehàngt und mit der l'eberschrifi : « Solothurnisch Votum > 
versehen; sie lautet : « Demnach wir den zuo Madrid durch die Heren von 
Bassompierren und Grafen von Rochepot Ir allerchristlichsten Mt. zuo Frankrych 
unsers gnedigsten Herrns, Fidi und Pundtsverwantens, Ambassadoren, und des 
Kônigs aus Hispannien Heren (.ommissarien, den 25 Aprellens des 1621 Jares, 
wegen der Restitution des Veldtlins, und zuo gutem der Heren der dryen 
l^undten aufgerichten Tractât gesehen. und uns darûber beraihschlaget, habendt 
wir denselbigen gut geheisscn und approbiert. und verheissendi hiemit. so vil an 
uns gclegen sein wirdt, denselbigen durch die Heren gemclter dreyen Pûndten in 
allen Puncien thun zehalten. und uns dessethalb nach luth gemeltes Traciats zuo 
Ir Ml. zuoschlagen. Zuo Trkhundi dcssen etc. * - Mil den Bemuhungen Casâtes. 
Solothurn von seinem Knischlussc abzubringcn. stchen ohne Zweifel die folgenden 
zwei Aktensiucke in unmiuelbarem Zusammenhang. 

Risposta d*un amico confidente alla lettera di sicuresza, 
che TAmbasciatore di,Francia prétende presentare alli Canton! Catbollci Svisxerl 

nella dieta di Lucema de as et 34 Novembre x6aa. 

S'offerisce il S' Ambasciatore Miron, di Icvare da ogni pericolo li SS" Svizzeri 
Caiholici. quando promeiiino pcr il primo trailato conchiuso in Madrid alli 
25 Aprile dell'anno 1621. l£i pcr ridurli lanto più facilmentc à quesio suo dissegno, 



— i55 — 

promette, che S. M** Christ"' diffenderà con Taggiutto d'aliri Potentati la religione 
catholica. 

Ma prima si pone in consideraiione, che mezzi possi havere il Re di Francia 
per metter in essecutione (quando il caso lo comportasse) l'offerta di questi suoi 
ministri. Il paese de Grisoni confina con S. M" Catholica, con la Ser"' Casa 
d'Austria et Sig" Svizzeri. Dalla difFesa della religione pretendono li Francesi 
d'escludere li primi duoi. Il che si prova chiaramente, mentre non s'accontentano, 
che in effetto. come hora si vede, il Re di Spagna et la detta Casa d'Austria piglino 
questo carico, talche presuppongono di valersi solo del mezzo de SS" Svizzeri, 
parte de quali è macchiata dalTistesso errore che li medemi Grisoni, ne si puô 
facilmente credere, che coloro, li quali non pensano d'esser tenuti ad'osservar 
parola ô giuramento, quando sij contro Tutilità propria, et bene della loro reli- 
gione, voglino nelle occasioni pigliar le armi per far contrasto à quelli, che perse- 
guitano li Catholici et promuovono la loro fede. Quanto puoi all'altra parte delli 
Cantoni Catholici, sa tutt'il mundo, con quanta prudenza si debbino governare 
per schivare quelle guerre civili, che sole possono essere l'esterminio della loro 
ben fundata Republica. Ne vale il motivo, che S. M'* Christ"' sij per pagare tutte 
le spese, perche quando s'hà il nemico tanto vicino, ne anche à spese d'altri si 
puô cavare la gente fuori del paese. Se puoi havessero li Francesi pensiero 
d'introdurre soldati fuorestieri, et cosi mantenere soldatesca in tempo di bisogno, 
la fede de Grisoni, non pensino li Sig" Svizzeri sijno per acettar il partito, 
mentre si vede, che in altre occasioni hanno rifiutato altro aggiutto, del quale 
puoi si puotevano fidare. Si sa ancora, per chi si habbi da promettere, cio è per 
quelli, che sin adesso non hanno osservata la parola ad'alcuno. Et perô non 
vorrano li Sig" Svizzeri metter in pericolo la loro riputatione ô la patria medesima, 
conoscendo, che la religione catholica non si puô mantenere nella Valtellina senza 
forti et presidij, et sapendo, che (con il consenso ancora di S. S**, il quai non v*era 
nella prima capitulatione di Madrid) si sono conchiusi altri trattati, et trovati 
buonissimi mezzi senza impegnare li SS" Svizzeri in promessa alcuna per aggiustar 
questo negotio. Et perô non si dubita, che loro come tanto prudenti, lasciaranno 
disputare queste materie à quelli, che vi sono interessati, et attendendo à godere 
tranquilla pace, non vorranno obligare se medesimi et li suoi sucessori per 
ditTendere una causa tanto ingiusta et contraria alla loro religione et patria. 



Discorso sopra la promessa, che quelli di Solotorno hanno fatta 

per il trattato di Madrid. 

Quelli, che sono informati della prudenza, con la quale hanno li Sig" di 
Solotorno sin' adesso governata la loro Republica, apena possono indovinare, che 
raggione li habbi mossi à promettere per Grisoni in conformità del primo trattato 
di Madrid. Puoiche, se riguardiamo il stato della sudetta città : lei è catholica, et 
pure si disgiunge da tutti li altri Cantoni Catholici : non è confederata con Grisoni, 
et s'obliga in perpetuo à far osservare da Grisoni quello, che sa del certo non sarà 
da loro messo in esecutione, et bisognerà venire aile armi per ottenerlo. Vedremo 
dunque le bandiere di Solotorno mescolate con quelle delli heretici à difendere 
una causa, che principalmentc tocca la religione, et crcdcranno loro soli di 



— i56 — 

contrapesare all'iniquità delli altri ?Sappino del certo, che più presto infetteranno 
li loro cittadini d* heresia, che porlino giovamento à Grisoni. 

Le risserve puoi, che dimandano nel Reversbrieff, sono santissime, ma 
impossibili da pratticarsi. Et chi hà consegliato questi Sig" ad impegnare la loro 
parola avanti d*assicurarsi di quello pretendono ? Massime in un negotio, dove 
si cerca il loro consentimento solo per ridurre ad efFetto con qualche mendico 
pretesto li mali consegli, che sono suggeriti da chi più presto aspira al spoglio 
d'italia che al benefitio del suo Prencipe. Ne devono credere li Sig" di Solotorno, 
che sijno à tempo di ritirare la promessa, quando li mezzi non s'adempischino, 
perche non si pu6 ail' hora constituire tribunale, dove si disputi questa causa, 
ma havendosi impegnati ad un Re cosi potente saranno sforzati di restar in quello. 

Li hà forsi mossi la lega, che lengono con Francia. Prima questo non è 
punto contenuto nel la lega, et puoi si ponno molto bene accorgere, che mentre 
con certissimo pericolo délia patria fan no questo piacere à Francesi, ofTendano la 
Casa d'Austria, con la quale sono non meno confederati et confinanti, anzi 
rumpono la lega hereditaria, mentre s'obligano tacitamente con questa promessa 
di combattere (come è probabile dovrà succedere) contro la Casa d'Austria et 
difendere et dar fomento alli suoi ribelli ; et di che giovamento sarà il trattato 
concertato in Lindo et approvato da loro, se hora condescendono in un'altro 
direttamente contrario. 

Ne anche la religione puoteva disporli à simil rissolutione. Perche è certis- 
simo, che meitendosi in effetto il primo trattato di Madrid, non si possono 
mantenere nella Valtellina fortificationi à presidij catholici, et senza quelli il 
conservare la religione resta in arbitrio de Grisoni, alla cui parola ô giuramento 
tante volte esperimentato falso si dovrà credere. Ne il Re di Francia hà altri mezzi 
per sforzarli in ogni occasione, che li Cantoni Protestanii, che sono cinque, et 
Solotorno solo, il quale trà persone tanto empie certo non potrà mettere in etîetto 
ciô che per altro si sa di certo desiderarebbero. 

Che puoi l'intéresse proprio de particolari habbi disposto questo negotio. io 
non lo potrô mai credere, perche in luoghi liberi si sa esser più stimato l'utile 
délia patria, la conservatione délia republica, et il stabilimento délia religione, che 
tutto Toro del mondo. Come ne anche è probabile esser loro stati mossi dalle 
gagliarde persuasioni fatte da diverse persone, perche la prudenza di questi Sig" 
non puoteva esser vinta da cosi falsi argomenti. 

11 fatto dunque hà operato questo, il quale se debbi essere felice ô infausto, 
lo dimostrerà il tempo. 

Bastava bene alli Sig" di Solotorno, se pure volevano compiacere in alcuna 
cosa à Francia loro unico Confederato, d'esser li primi à condescendere ; per6 si 
puoteva fare con quelle risserve pratticate da altri Cantoni non meno divoti di 
loro in cose giuste à quella Corona. Altre volte sono comparsi nelle dieie, dove si 
doveva trattare de Grisoni, à recquisitione solo delli Cinque Cantoni, protestando 
di trovarsi presenti in quel luogo non ad altro efîetto che per favorire li suoi 
Confederati, et non per interessarsi con (jrisoni. Ft hora si disgiungono afatto, 
promettono li primi, et obligano la sua patria, facendo più debole il corpo delli 
Cantoni Catholici per darlo in preda nel tempo avenire à coloro, li quali ad altro 
non aspirano che alla loro distruttione. 



1623 



144- Girolamo Casate an Leopold. Lu^ern, 7. Januar 1623. 

Die Franzosen bieien ailes auf, um den Madrider Verirag durchzusetzen. Auch Predigt 
und Beichtstuhl dafûr benutzt : ein Geisilicher hai mehr als 3o Personen ohne 
Absolution fortgeschickt. Allerdings bis jetzt kein praktischer Erfoig. — Die 
Gesandtschaft nach Frankreich nocli in der Schwebe: Furcht, nichi gut aufge- 
nommen zu werden, von den Ambassadoren genâhrt. — Franzôsische Agenten im 
Wallis, um dort gegen die von Feria angeknûpften Unterhandlungen zu wirken. — 
Gerûcht von der Verleihung des Titels « Fûrst von Misox » an Theodor Tri- 
vulzio durch den Kaiser, lebhaft ausgebeutet durch die Gegner : sie erregen 
das alte Misstrauen der Eidgenossen gegen das Haus Habsburg, dem sie weit- 
gehende Absichten zuschreiben ; der Madrider Vertrag als Heilmittel dagegen 
hingestellt. Feria sollte Geld schicken zur Beschwichtigung der unzufriedenen 
Freunde. 

Con l'occasionc, che il Sig'' Vallielli m'incarica di mandare à V. A. 
Sei-ma l'incluso suo piego, non posso lasciare d'avisarla con ogni riverenza, 
che Francesi sono tanto fissi nella deliberatione di far passare questa 
promessa per il trattato di Madrid, che non perdonano à spesa ô 
mezzo alcuno; si sono ancora serviti délie prediche et confessioni in 
questi giorni santi per otlener Tintento, irovandosi, che un prête hà 
rimandati più di trenta persone dair assolutione, aggravandoli la con- 
scienza, se non condescendevano in detta promessa. Dali' altra parte io 
procuro di fare ogni resistenza, et sin'adesso si conservano tutti li 
confederati con S. M^» in buona dispositione. Quanto puoi alFambasciata 
in Francia, non è ancor seguita deliberatione alcuna, essendo trattenuti 
questi Svizzeri dal timoré di non esser ben ricevuti da quel Re, et ciô 
viene fomentato dalli suoi ministri per diversi interessi, ma in particolare 
per ridurli con questo mezzo alT intento. 

Hanno mandati questi giorni li medesimi Ambasciatori di Francia 
un interprète et un thcsoriero in Vallesia per ivi impedire le negotationi, 
che passavano in nome del Sig"" Governatore di Milano. 

Fit essendosi qui sparsa voce, che S. M^» Ces* hà dato titolo di 
prencipe al conte Theodoro Triultio sopra il contado di Misolcina, ' ne 



— iSg — 

fanno gran strepito, mettendo gelosia alli Tre Cantoni, che quando si 
restituisse alli Triullij, sudditi di S. M^», quel dominio già tanto tempo fà 
impegnato, starebbero in certissimo pericolo le altre loro vogtie di Lugano, 
Locarno et Belinzona, oitre che cominciandosi à rinovare le prelensioni 
tanto vecchie, tutti li loro paesi saranno nel medesimo stato, sapendo, 
che diversi prencipi vi trovarebbero fundamento d'antica giurisditione. 
Et si corne la parte contraria non manca d'attaccarsi à tutte le occasioni. 
cosi procurano di muoverli dubio dcUa libertà con queste raggioni, et 
rinovarli il timoré, che continuamente tengono dcUa Ser»"* Casa, con 
metterli avanti, essersi cominciato à mettere in disunione li Grisoni trà 
di loro, occupatali la Valtellina. ridotte ad obedienza Prettigau et Enga- 
dina, hora avanzarsi verso li loro paesi, occupar Coira, tener in freno 
tutta la Lega Grisa, et trovarsi questo prelesto del dominio de Triultij 
sopra la Misolcina per serrarli maggiormente da quella parte, et puoterli 
in ogni occasione levare tutto il passo in Italia ; che puoi si mendichcrà 
una causa per attaccar prima Zurig et li Cantoni Protestanti sotto colore 
di religione, et finalmente si ccrcherà di ridurli tutti in servitù. Questi 
discorsi vanno facendo li mal contenti, et pcnsano si potrebbe rimediar 
al tutto con il trattato di Madrid, con il quale, dicono, si darebbe adito à 
Francesi di liberarli da questi pericoli. Ma quando S. E. mi soccorri de 
dannari, in maniera che si possi dare qualche sodisfattione à questi 
amici, spero che sopiremo tutti questi raggionamenti, et le cose si man- 
teranno nel stato présente. 

Di Lucerna, li 7 Gcnnaro i()2 3. 

* Ueber dièse Trivulzisch-Misoxische Angelegenheit s. Sprecher 1, 438-443. - 
Zum ersten Maie behandein die dabci zunâchsi inieressinen 3 Orte (Uri, Schwvz 
und Nidwalden) die Sache auf zwei (^onfercnzen zu Brunnen am 2. und 
12. Jan. 1623, s. Abschiedc V, i, S. 325. 



145. Girolamo Casate an Leopold. Lu^ern, 7. Januar 1623. 

Die von Roll sollicitiren die Belchnung mit Bernau. — Kin Sohn des Senators Albrisio 
wûnscht die Stelle eines Syndicus von Mailand. - Fûrsprache C. s fûr beide. 

Ardisco di supplicare di nuovo con ogni humiltà V. A. Ser'"^ per li 
Rolli d'Altorffo, li quali esscndosi adoprati con tanto calorc nelle ultime 
occasioni mi sollecitano continuamente, ch'io vogli rappresentare à 



— i6o — 

V. A. Ser"™a i^ loro causa et procurarne una gratiosa rissolutione. 
Vorrebbero li fosse concesso in feudo libero quella signoria di Bernau, 
la quale sebene avanli fù come Pfandtschilling riscossa dalli Sig*"' Regenti 
in Ensesheim, nondimeno pensano, che V. A. Ser"»* potrebbe usare verso 
loro questa benignità di mutare la nalura del detto feudo, et darglielo 
senz'altra obligations che di giurare la solita fedeltà et pagare li dritti 
ordinarij al prencipe. 

Vengo ancora richiesto da un figliuolo del già senatore Albrisio, 
d'impetrare da V. A. Ser'"^ una lettera di favore al Sig"" Governatore di 
Milano per un'offitio, che lui prétende, di sindico del ducato di Milano 
vacato ultimamente, et essendo questo tanto benemerito per li gran 
servitij di suo padre son sforzato supplicarne con la débita riverenza 
V. A. Ser"^*, confidando mi perdonerà Tardire et si degnerà farmi la 
detta gratia. 

Di Lucerna, li 7 Gennaro 1623. 



146. Leopold an Girolamo Casate. Zabern, i5. Januar 1623. 

Aniwort auf NNr. 144 und 145. Der Erzherzog wûnscht die Namen jener Geistlichen 
zu kennen, um sich bei ihren Obern ûber sie zu beklagen. — Die Misoxer Frage 
wird L. in ihrer ganzen Tragweite dem Kaiser dariegen. — In der v. RolTschen 
Angelegenheit weitere Information nôthig. 

Per il messo inviatomi con quelle del Vattielli hô due vostre delli 
7 corrente, aile quali faccio risposta con questa. 

Grand'ammiratione mi hàcagionato Tintendere, che la parte contraria 
si sia sino servita del mezzo délie prediche et confessioni per ottener 
il suo intento délia promessa per il trattato di Madrid, et che fra gli altri 
habbia un prête rimandate fin a 3o persone senz'assolutione, aggravando 
loro la conscienza, se non condescendevano in detta promessa. Mi sarà 
perô caro, che m'avvisiate in confidenza il nome non solo di questo, 
ma degli altri religiosi ancora, che si sono lasciati indurre a ciô, perche 
con opportunità penso destramente dolermene con li loro superiori. 
Et intanto aggradisco quanto piùdevo ladiligenza affettuosa, con la quale 
voi continuate di opporvi et impedire li dissegni délia detta parte. 

Mi è piacciuto, che mi habbiate fatta relatione délie ragioni, con 
le quali si procura di soUevare li Tre Cantoni, per la gratia, che si dice 
fatta da S. M. Cessai conte Triultio, del titolodi prencipe délia Mesolcina, 



— 1 



62 - 



Credo si terra una dieta sopra il negotio di Misolcina, li cui paesani 
inviano deputali à questi canloni confederati per domandarli consiglio et 
aggiutto'. Et fràtanto in un loro landsgmeindt hanno deliberato di non 
voler in maniera alcuna acettare quel dominio, et fatta prohibitione, che 
sotto pena délia vita nissuno ardischi più parlarne. Dubito, che questo 
negotio metterà confusione in tutti glaltri, ne hô mancato d'avisarne il 
Sig"" Duca di Feria, ma non hô risposta. 

Mi pare ancora necessario di rappresentare à V. A. Ser'"*, che 
quando bene le cose délia Valtellina alterassero con quaiche nuovo 
accordo, nondimeno questi Svizzeri unitamente confessano d'haver rico- 
nosciute giuste le raggioni di V. A. Scr"^» sopra la Valle di Prettigau et 
Engadina Inferiore conforme al trattato di Lindau, et di questo haven- 
done passato discorso duoi giorni sono, me Thanno alcuni principali 
rattificato, soggiongendo, che li Cantoni Cattolici mai vi parleranno in 
contrario. 

Hô puoi ricercati li Rolli d'Altorffo, che dichiarassero, quante 
persone desideravano che entrassero ncU'investitura del feudo di Bernau, 
et loro hanno deliberato per maggior informatione di venir alla corte 
uno dei fratelli. 

Di Lucerna, li 29 Gennaro 1623. 

' In der Thaï findel wegen dieser Angelegenheit am 3i. Jan. 1623 zu Gersau 
eine Conferenz der 5 Orte siait und auf dieser erscheinen Boten der Misoxer. 
Casaie hai die angenehme Aufgabe, den Orien die Sache plausibel zu machen. Es 
gelingt ihm, wie er vorausgesehen hat, nichl im mindesien ; die One beschliessen 
vielmehr ein energisches Schreiben an Feria (siehe unien Beilage 1. zu Nr. i53), 
ersuchen Casate selbsi um seine Verwcndung beim Sialthalier und beauftragen 
auch Beroldingen, der zu dieser Zeit in Mailand weilt, Feria Vorstellungen zu 
machen. S. Abschiede V, i, S. 328. — Am 17. Febr. erscheinen sodann die 
Misoxer Abgeordneien vor den 4 proteslantischen Stàdlen zu Aarau : siehe eben- 
daselbst S. 33o. 



149. Leopold an Girolamo Casate. Ben/eld, 2. Febr, 1628, 

Aniwort auf NNr. 147 und 14S. l'eber das Misoxer Geschâft und seine verhângniss- 
voilen Consequenzen ist der Kaiser nun aufgek.Iâri. — Vattielli hat Befehl, bei Feria 
fur G. zu wirken. — Befriedigung Qber die Gesinnung der kath. Orte gegenûber 
seinen Rechten aut" das Prâttigau und das Unterengadin. — v. Roll'sche Ange- 
legenheit. 



— 164 — 

di transferirsi uno di loro fratelli alla corie, ma finalmenie s'hà giudicato 
più conveniente di dar queslo carico al Crivelli, il quale con procura 
générale polrà in absenza loro del tulto slabilire questo negotio. Ardisco 
supplicare V. A. Ser"»» di questa gralia. per mezzo délia quale si viene ad 
assicurare il partito di S. M'» nel Canton d'Altorffo, che è il più commodo 
et più necessario, restringendosi à quello tutto il passo in Italia. Oltre che 
questa famiglia come molto ricca hà adherenza in tutti li altri cantoni, et 
è ancora anticamente benemerita per haver sempre servito nei tempi 
passati alla Ser'"^ Casa. Et il loro padre fù quello, che con la sua autorité 
stabilî la lega con S. M^». Et perciô fù dichiarato suo colonello trattenuto 
nel paese de Svizzeri, et con molta Iode servi in Fiandra con 6 mila 
huomini. Spero, che V. A. Ser"^^ vorrà dar à conoscere in questa occa- 
sione l'innata sua benignità et clemenza, mentre mi rimetto à quanto 
il Crivelli le rappresenterà in matteria di questi negotij. 

Di Lucerna, li 4 Febraro 1623. 
Auf der Rûckseite : « pntt. 10 Kebraro 1623. * 



151. Die Racthe Leopolds an Girolamo Casate. 

Innsbruck, 77. Febr, 1623. 

Agitation Obertrauts in Zurich wegcn der Bûndner Angelcgenheit. Sulz in Chur von 
neuem Aufstand bedroht. Dcsshalb ncue Befchle an ihn. Zur Rechtfertigung derselben 
Schreibcn der erzherzogl. Regierung an die i3 Orte insgcsammt und die 5 katho- 
lischen im besondern. 

Mentre stiamo aspettando d'havere alcun'aviso da V. S. 111"^^ di 
quello, che passa circa le prattiche di chi machina nuove turbationi nelle 
cose di Grisoni, com'intendiamo, ch'in Zurigo dall'Obertrauth et suoi 
complici, et altrove non si cessi d'ogn' opéra possibile, siam'avisati dal 
Sig^ Conte di Sulz, ch'in Coira egl'aspetti in pochissimi giorni d'esser 
assaltato di nuova rebellionc. 

Et se ben'egli senza passare al (sic) altra particolarità nel raccontare 
i dissegni delli ribellanti, o nominare loro complici od adherenti, attende 
solo à procurare con ogni calore le monitioni di viveri et di guerra, che 
dice mancarli, tuttavia perche questa nationc non hà minacciato mai, 
che non sia ancora seguito leffetto, oltre che la brevità da lui usata 
à noi fù argomento di maggior pressura, ch'egli habbia di non esscre 



— i65 — 

sorpreso, non habbiam f)Otuto lasciar di non darli eventualmente quelli 
ordini, che per ovviare od incontrare taie sollevationc, truovandosi in 
effetto vera, saranno necessarij *. 

Ma perche ciô esser non potrà senza disturbo insieme di quello ch'à 
Lindau s'hà stabilito, delche potrian li SS*"' Sguizzeri prctender giusto 
risenlimenio, habbiam truovato convenienle di scrivere non solo alli 
i3 Cântoni quanto occorreva, ma à parte ancora alli cinque Cantoni 
Cattolici, et quelia indrizzarla à V. S. lll'"^, supplicandola, che non 
s'aggravi di farla capitare nelle mani di chi sarà più giovevole, et non solo 
assicurare a chi conviene, che non altro che la nécessita estrema di 
prevenirc ad infinité consequenze perniciosissime n'hà sforzato di venire 
aile resolutioni, che saran seguite. ma d'indurli insieme à divertire ancor 
loro tutto quello di più, che potrà esser causa di maggior disturbo, si 
come da questa parte levati cotanti giusti sospetti et presenti machinationi, 
altro non si desiderarà già mai che di levar similmente qualsivoglia 
ancor minima novità. Et in caso, che la présente arrivi tardi aile mani 
di V. S. Ill"™*, sappia, che prima non le sarà mandata, se non quando il 
bisogno haverà fatto meltere in essecutione quelli ordini, che senza taK 
estremità saranno sospesi quanto più si potrà. 

Di Inspruko, li 17 di Febraro 1623. 

Concept von der Hand Stredels. In der FIckc links oben : « daz Original 
morgen. * Ferner die Bemerkung am Rande : « Abschrift pro Ser"" ». — * Es ist 
nicht recht klar, wclche Massrcgeln hier gcmeint sind, vermuthlich zunâchst die 
Befcstigungsanlagen auf dem bischôflichen Hofe zu Chur, deren Errichtung 
nachher so viel Aufsehen und Gerede veranlasst (die « Domus vallatae » Spre- 
chers : I, 437). Vgl. unten NNr. 161 und 164. 



152. Leopold an Girolamo Casate. Ensisheimy 20. Febr. 1623. 

V. RoU'sche Angelegenheit : Crivelli wird den Kntschiuss L. s ûberbringen. — Gesandt- 
schaftspatent fiir Casate : neue Ordre an Vattielli abgegangen. 

Per quello, che ci havete rappresentato con altre vostre lettere. 
et con questa più in particolare delli 4Corrente inviataci per il Crivelli, 
in proposito délia pretensione de* Rolli et merito loro, habbiamo fatta per 
hora (?) la risolutione, che intendercte da lui et dalla scrittura, che intorno 
a ciô segli è consegnata, sperando, che verranno cssi per la gratia, che sarà 



- i66 - 

possibile di farli a suo tempo, a mostrarsi tanto più pronti et ardenti 
nella continuatione deirosservanza, e divotione, che professano verso 
la Aug"^* Casa, persona et interessi nostri. 

Replichiamo al Vattielli Tordine datoli circa il procurarvi la patente 
deirAmbasciata. 

Di Ensesheim, li 20 di Febraro 1623. 



153. Girolamo Casate an Leopold. Luj^ern, 23. Februar 1623. 

Gambarana ûberbringt eine Depesche Vattiellis. — Trivulzios Abgesandter hat bei 
seinem Rundgang durch die Orte keine befriedigenden Antworten erhalten : in Zug 
die Audienz ihm verweigert. Casate soll erkiàren, Ferias Willensmeinung gehe auf 
EinfUhrung Trivulzios in den Besitz. Er gehorcht ungern, wûnscht eine Intervention 
Leopolds bei Feria. Die Antwort Ferias auf das Schreiben der kath. Orte exempli- 
fizirt ungeschickter Weise mit dem Prâttigau ; C. beantragt bei Feria Streichung 
dieser Stelle. — Rudolf v. Salis macht Schwierigkeiten hinsichtiich des Ones. 
wohin die Geiseln zu senden sind. — In Zurich ein neuer venetianischer Résident; 
grosser Zulauf von BUndnern, verdâchtige Praktiken. — Gilg Fleckenstein wQnscht 
ein neues Patent fur Aufkauf von Getreide. 

Havendo il Sig*" Alessandro Vattielli consegnato un despacchio à 
F'rancesco Gambarana, perche lui medesimo lo portasse à V. A. Ser"™*, 
non hô voluto mancare di procurare, che quanto prima si sbrigasse. Ma 
nondimeno gl'è stato necessario di fermarsi un giorno et una notte intiera 
per aggiustare alcune differenze, che v'erano in condurre certo grano da 
Milano. Et perô supplico humilissimamente V. A. Ser"™* si degni di 
scusare lui et me, essendo questo proceduto da mera nécessita. 

Il delegato, che venne in nome del prencipe Triultio, è andato in 
tutti questi Cantoni per informarli délie raggioni, che hanno mosso 
S. M^^ Ces* à concedere il feudo di Misolcina. In Lucerna, Altorffo, 
Schvitz et Undervald è almeno stato sentito cortesemente, se bene non 
grhanno data risposta di sodisfattione. Ma in Zug del tutto gli venne 
negata Taudienza. 

Frà tanto il Sig^ Duca di Feria mi dà ordine, ch'io dichiari aperta- 
mente esser la mente sua, che detto prencipe venghi messo in possesso, 
il che preveggo metterà in confusione tutti gl'altri interessi del servitio di 
S. M^3 et di V. A. Ser"^* ; ma io son obligato d*obedire. 

Non hô perô mancato di rappresentare tutti li inconvénients Hora 
3c V. A, ScT^^ giudicasse à proposito di farne corne da se medesima 



— i68 - 

senterà à V. A. Ser"»* il Gambarana. Lui è huomo d'autorità, buon 
amico, et perô degno di questa mercede. 

Di Lucerna, li 23 Febraro i623. 

' Das ist wohi die Unterredung, welche nach den Denkwûrdigkeiten des 
Ulysses v. Salis zu Reichenburg zwischen Maximilian Mohr {?) und Rudolf 
V. S. slaiigefunden hai (S. lyS; vgl. dazu ebenda S. 170 und oben Nr. 129). 
Den \\irklichen Sachverhalt geben die « Denkwûrdigkeiten » oflfenbar sehr 
verschleieri wieder. — " Girolamo Cava^^a (1623-1629), Nachfolger und Vorgànger 
von Modérante Scaramelli (1621-1623; 1629-1633). 

Beilagen, 

I. Copia di lettera scrltta dalli Cinque Canton! CattoUci al Sig* Oovernatore dl Milano 

11 31 Qennaro 1623. 

Dalli nostri confederati deila vaile di Musocco et Misolcina siamo avertiti et 
informati délia pretesa et richiesta del Sig' Conte Theodoro Triultio contro queiia 
valle, di quanto sin'hora sia sopra di ci6 seguito, et délie giuste et vive raggioni, 
che hanno d'opporsi à cotai pretensione. Di che habbiamo preso non puoco 
disgusto et meraviglia, corne da cosa alla lega hereditaria et alla nostra, et alli 
trattati Tanno passato in Milano fatti con Grisoni tutta contraria, et ancora 
pregiuditiosa alli Stati nostri istessi. Perô credendo, che la Ces* M** per esser 
mal informata haverà fatta cotai concessione, et dato ordine à V. E. d'investirio 
in quella valle non per nostra offensione, ma solamente per le raggioni rappresen- 
tate da detto S' Conte, ci pare una nécessita dl ricorrere à V. E., et pregarla, si 
degni pigliar ben à petto questo negotio, et ponderarlo con il suo prudentissimo 
giuditio et in consideratione délie giuste raggioni delli nostri confederati, et in 
virtù di quelle di divertire detto S' Conte da questa nova pretensa, et non darli 
oltre braccio nel suo tentamento, acciôche non siamo sforzati di rappresentare 
questa nuova et non patibile pretensione alli altri Cantoni nostri confederati, onde 
al nostro parère non riuscirebbe altro che disgusto et alteratione délia buona fin 
quà tenuta intelligenza et maggior impedimento che accrescimento d'interessi et 
servitij di S. M** Catt*. Ci promettiamo dunque da V. E., che per rispetto deli*uno 
et l'altro non darà oltr'orecchie à simil pretensione, e che per mezzo di lei li 
predetti nostri confederati non saranno più inquiétât! da detto S' Conte Triultio. 
Con che V. E. ci darà occasione di accrescer maggiormente Taffettione, che 
portiamo aile cose di S. M'* Catt* et il desiderio di servir à V. E., come veri et 
reali amici, vicini et confederati. Et per fine aspettando con desiderio la risposta 
délia rissolutione di V. E., le auguriamo da N. S" molti anni feiicissimi nuovl, 
perfetta salute et ogn' altra prosperità. Data et sigillata in nome nostro con il 
sigillo delli nostri fratelli et cari et fedeli Confederati di Lucerna, li 3i Gennaro 1623. 

Di V. E. 

Humili et afî"' ser", amici et vicini 

Li Schultheti, Landamani et Consegii 
delli 3 Cantoni CattoUci Lucerna, Urania, Schvit^ Undervalden, et Ztig. 



— lôg — 

a. Copia dl lettera tcritu dml Slg' Oovernatore dl Milano alli Cinque Canton! CattoUd 

11 1 6 Febraro x6a3. 

111" et Potenli SS". 

Hô ricevuto la lettera di V. SS'" et non mi hô punto maravigliato di quelle, 
che persuasi dalli Mesolcini m' hanno scritto, puoiche dalla medesima lettera 
veggo ancora, che non sono stati informati délia verità del fatto, et délie giusti- 
ficate raggioni del S' Prencipe Triultio sopra la Misolcina, et che perô non 
constando à me cosa in contrario à questo non hanno meno le SS"* VV da 
meravigliarsi, ne da sentir maie, che habbia abbracciato la protettione di questo 
negotio, poiche per debito del carico mio non hô potuto ne posso far dimeno di 
proteggerlo, trattandosi di cosa tanto piana, et con le scritture autentiche tanto 
giustificate di vassallo cosi principale di S. M" in questo Stato, mentre non me 
sia mostrato cosa, che vaglia contro le raggioni di esso Prencipe, poiche non 
serve il dire, che li Misolcini siano in possesso tanto tempo fà, et che habbiano 
comprato, perche trattandosi d'investiture cesaree, et di fidecomisso perpetuo, 
quando ben anco mostrassero lacompra; cosa, che non possono mostrare, perche 
fù fatto un solo patto di vendere, non poteva quel taie vendere quel che non era 
suo in pregiuditio delli chiamati nelle sudette investiture cesaree, et fidecomisso 
perpetuo con ordine di prima genitura. Et se nella valle di Partens et Agnedina 
inferiore non hà giovato il lungo possesso à pregiiidicare aile raggioni délia 
Ser*' Casa d'Austria (corne è notorio)^ meno hà da valere alli Misolcini, che 
contro loro appare ogni chiare^^^a di raggione e che sopra il possesso vi è 
sempre stato che dire. Si che stanti tutte queste cose non posso io se non credere, 
che le SS"* VV siano per haver per bene, come quelli che amano il giusto, et che 
ogn*uno goda il suo, che continui in protegere la giustitia di questa causa, anzi 
che per quiète publica siano per far ufficio con essi Misolcini, che s'aquietino et 
si acomodino con il Sig' Prencipe, perche trattando seco per via di accomodamento 
non potranno se non avantaggiare il servitio loro, puoiche non havendo egli in 
ciô fine d'intéressé, ma solo di riputatione, mi sarà facil cosa ridurlo ad ogni 
raggionevole partito, nel che io sarô pronto per far tutti quelli uffitij, che saranno 
di bisogno, à benefitio di essi Misolcini, per il particolar aflfetto, che gli porto, 
con che faccio fine, augurandoli dal cielo ogni félicita. 

Di Milano, i6 di Febraro 1623. 



154. Leopold an Girolamo Casate. Ensisheim, 28, Febr, 1623. 

Billigt die fur Ferias Schreiben beantragte Correctur; er kann sich nicht entschliessen, 
bei jenem zu interveniren, schickt aber ein Schreiben des Kaisers ilber dièse 
Misoxer Angelegenheit, von dem er gûnstige Wirkung bei den Orten erhofft. — 
Drohung an die Adresse Rudolfs v. Salis. — Fleckenstein zu befriedigen unmôglich. 

Prudentemente havete fatto a procurare, che il S^ Duca di Feria nella 
risposta alli 5 Cantoni, délia quale come anco délia loro lettera ci havete 



— 170 — 

inviaia la copia, lasci (?) quella clausula (?), che contiene Tessempio di Pre- 
tigau et Engaddina, acciô che come odioso non apportasse forsi alteratione 
nel negotio concluso di Lindau. Madi scriverne ioa S. E. non mi risolvo, 
non havendomene fin hora 1' E. S. toccata cosa alcuna. Et a voi mando 
con questa la risposta fatta da S. M. Ces^ aile mie scrittelecon la relatione 
delli vostri capitoli in questo proposito, si per vostra informatione, come 
anco perche possiate valervene per levare le maie impressioni et opinioni 
cagionatesi per questo nuovo titolo. 

Se il Salice non vorrà dare gli ostaggi in luoghi sicuri, e stare aile 
promesse fatte. non mancarà modo a me, di trattarlo come che mérita. 

E in questa provincia ancora tanta penuria hormai di vettovaglie, 
che si rende affatto impossibile il gratificare il Flechenstein par la nuova 
patente d'altra estrattione de'grani. Sarà pero parte délia solita vostra 
destrezza, di giustificar di maniera questa nécessita^ che sia admessa 
per vera com'è, con assicurar dcl resto cotesta Città semprc più délia 
mia pronta volontà per ogni occorrenza. Et non havendo altro in risjX)sta 
délia vostra delli 23 et di quello, che mi hà soggiunto in voce it 
Gambarana, resto 

Di Ensesheim, 28 Febraro 1623. 



155. Girolamo Casate an Leopold. Lu^ern, 2. Mâr{ 1623. 

Die bùndnerischen FlQchtIinge schicken heimlich Volk in die Bùnde. Die Misoxer 
Angelegenheit von den protest. Orten lebhaft ausgenutzt; Vereinigung der katho- 
lischen mit ihnen zu befQrchten. Boten der Misoxer sind bei den franzôsischen 
Ambassâdoren gewesen. — Gueffier ist zu seinem Kônig abgereist: nichts gutes 
von ihm zu erwarten. — Churer Bischofs- oder Coadjutorsfrage : Der Bischof 
wûnscht eine Aeusserung Leopolds ; C. ràth diescm eine Aufmunterung. die Sache 
noch etvvas hinauszuschieben. Derselbe Bischof ersucht L. um eine V'ersetzung 
seines Secretârs Zieler auf eine tirolische Pfarrei, weil dieser sehr eng mit Gueffier 
verbunden. — Der Nuniius vcrsichert, ganz den Interessen L. s dienen zu wollen : 
im jMisoxer Geschâft hait er sich in der That nicht Qbel. 

Vcngo avisato da buon luogo, che li fuorusciti Grisoni dopo l'arrivo 
del nuovo Résidente di Venetia in Zurig mettono insieme gente et la 
mandano secretamente nelle Leghe, come ancora li Canton i Heretici sotto 
pretesto di voler diffendere quelli di Misolcina si dichiarano d'aggiuttare 
questo negotio con tutte le loro forze, nel quale essendovi tanto interes- 
sati ancora li Catholici, come già hô rappresentato à V. A. Scr"*^, dubito 
si congiungeranno tutti insieme, et non solo s'opporranno alla pretensione 



— 172 — 
iS6. Girolamo Casate an Leopold. Lu!(ern, 10, Màr^ 1628, 

Oberst Pfyffer und ein Zûrcher werden im Namen der Eidgenossen bei Leopold fur 
Basel den weitern Besitz Grosshûningens zu erwirken suchen. Besonderer Auftrag 
Pfyffers in Bezug auf die kath. Religion daselbst. — Trivulzisch-Misoxische 
Angelegenheit : Gesandtschaft der kath. Orte zu Feria, um diesen und Trivulzio 
selbst zum Aufgeben der fragl. Ansprûche zu bestimmen. 

Sono arrivati quà duoi ambasciatori di Basilea, mentre si teneva una 
dieta delli selte Cantoni Cattolici ', et hanno dimandato, che volessero in 
nome di tutti delegare persona à V. A. Ser"^^ per impetrare nuova 
prolungatione nel possesso d'una terra, che, molto vicina alla loro Città, 
tcnevano già per molti anni in pegno dalla Ser"^» Casa. Al quai effetto 
s*hà deputato il colonello Pfyfer, che verra con uno di Zurig, et hanno 
comissione di cercar ogni mezzo con Tautorità di tutti li Cantoni per 
aggiustare questo neg-otio. Pare, che quelli di Basilea si sijno lasciati 
intendere, che pagherebbero buona somma de dannari per acquistare 
l'intiero dominio. Ma li Cattolici danno comissione al sudetto colonello, 
che in loro (sic) procuri ogni mezzo, per assicurarvi al meno la religione 
catholica. Non posso sapere, se verranno di drittura à ricorrere à 
V. A. Ser^^a^ 5 pure se pensino trovarsi presenti, per mettere qualche 
impedimento, mentre li suoi comissarij anderanno à pigliar il possesso, 
venendomi avisato Tuno et Taltro da diversi luoghi. Si partiranno solo 
domani, et mi dicono, che si devono trovarc il lunedi sera in Basilea, il 
che mi dà forsi à credere, che dovendo li comissarij di \ . A, Ser"^^ 
il martedi, habbino quel pensiero d'impedire Teffètto del possesso. Et di 
questo n'hô voluto avisare V. A. Ser"»^ con la maggior prestezza possibile, 
acciô puotesse dare in tempo li ordini necessarij in questa matteria. 

Nella sudetta dieta hanno conchiuso di mandar ambasciatori al Sig^<^ 
Governatore di Milano per pregarlo, che in gratia loro vogli desistere, et 
operare, che medesimamente il prencipe Triultio abandoni la pretensione 
di Misolcina, dichiarandosi di non puotere ciô permettere per la stretta 
confederatione, che tengono con quella valle, la quale ancora presuppon- 
gono che sij compresa nella lega hereditaria^ et che senza pregiudicarvi 
S. M'^ Ces* non possi comandare, che sij levata dal corpo universale 
deirHelvetia. Ho fatti in questo mezzo con la maggior destrezza [X)ssibile 
li uflîtij comessimi da V. A. Ser^"* in questo particolare, di che restano 
assai appagati, purche si corrispondi ancora dalFaltra parte. 

Di Lucerna, li 10 di Marzo 1623. 

* Dièse Conferenz zu Luzern, 6.-8. Mârz 1623, war wiederum wegen der 
Misoxer Frage einberufen worden. Die sehr interessantçn Verhandlungen siehe 



- 174 - 

possesso di Valtellina ', et m*hà consegnalo Tincluso piego per V. A. Ser"*^, 
proteslando di voler servire alli suoi inleressi con ogni fedeltà, quando 
l'occasione si presenti di trattar cosa alcuna sopra il particolare di 
Partens et Engadina. 

In Grisoni corse voce, che si machinasse qualche sollevatione, ma 
sin'adesso non si scuopre cosa certa. L'Obrentraut et Beblitz** si fermano 
sempre in Zurig, dove hanno diverse corrispondenze con Mansfeld et 
Venetia. Il cui Résidente con buona somma de dannari, che condusse 
seco, stà attendendo la commodità per far qualche colpo non ancora 
scoperto. Ma habbiamo in Sargans un Landvogt servitore fedelissimo 
délia Ser"^» Casa, il quale avisera in tempo, et servira, come li sarà 
comandato. 

E venuto questi giorni à Lucerna il Dottor Paribelli, deiegato dalla 
Valtellina, per procurare lega con li Cantoni Cattolici **', ma vi trova 
difficoltà, perche detti Cantoni aspirano ad impatronirsi insieme con le 
due leghe di quella valle, nel quai caso s accontentarebbero di lasciar à 
V. A. Ser^^^ senza contrasto li suoi paesi, che racquistô ultimamente, 
anzi forsi s'obligherebbero à difenderli. Et certo questo loro pensiero non 
mi pare inutile, perche si potrebbe con il mezzo d'una confederatione 
goder quel passo liberamente, et si risparmiarebbero tutte le spese per 
mantener il possesso di Partens et Engadina, levando à Francesi ogni 
occasione d'opporsi à quel dominio. Ma il tutto rappresento à V. A. Ser™* 
con ogni confidanza, acciô lei, quando pari partito à proposito, come da 
se medesima lo facci proporre, overo comandi, in che maniera si dovesse 
promovere. S'opporrebbero forsi alcuni principali délia valla (sic) al 
rendersi soggetti de Svizzeri, ma facilmente à ciô si trovarebbe ripiego. 
Il che è quanto m'occorre degno délia notitia di V. A. Ser"™*. la quai 
ardisco di supplicare (facendosi qualche levata)d*una compagniadecavalli 
per mio fratello suo humilissimo servitore. 

Di Lucerna, li 3 Aprile 1623. 

* Am 7. Febr. 1623 wird die Liga zwischen Frankreich, Venedig und Savoyen 
unterzeichnei, welche im Nov. 1622 zu Avignon vorbereitet worden (Vgl. oben 
Anm. zu Nr. 134.). Inzwischen aber ist bereits von Seiten Gregors XV. der 
Gedanke angeregt worden, die Feslungen des Veltlins in seine, des Papstes, Hânde 
zu deponiren, und trotz der eifrigen Opposition Venedigs einer- der Veltliner 
andererseits kommt dieser Gedanke, aiierdings erst Ende Mai, zur AusfÛrung : 
da rûckt Fiano ins Velllin ein. — " IJeber diesen Obentraut (vgl. oben Nr. i5i) 
habe ich nichts erfahren kônnen : der Oberst Peblitz, ein Kriegsmann aus dem 
Heere und der Schule .Mansfelds, von Geburt wahrscheinlich ein Bôhme, spieli 



— 176 — 

sua clémente protettione cl in ogni evento servirô nella maniera, et dove 
mi sarà comandato. 

Di Lucerna, li 16 Aprile 1623. 



160. Leopold an Girolamo Casate. Rufach, ig, Apn'l 1623. 

Aniwort auf Nr. iSg. L. verheisst Casate fûr den Fall eines Wechsels in der Mailân- 
dischen Statthaltcrei seine nachdrUckliche Verwendung beim Nachfolger Ferias. 

Hô ricevuto per questo corriero la vostra delli 16 corrente, et per 
risposia mi occorre solo dirvi, che se seguirà la mutatione del Governa- 
tore di Milano, io abbracciarô la protettione délia persona vostra presse 
il successore con quell'affetto e desiderio di giovarvi per quanto potrô, 
che hô fatto sin qui, desiderando sempre più di farvi conoscere da gli 
effetti la gratitudinc, che conservo alla fedeltà et amore, che nelle 
occorrenze di mio interesse havete voi sempre dimostrato. 

Di Rufach, li 19 Aprile 1623. 



161. Girolamo Casate an Leopold. Luj^ern, 21, Apn'l 1623. 

Auf die Aniwon L. s in der Grosshûninger Frage betreibt Zurich eine neue Interpo- 
sition beim Erzherzog. Die Festungsanlage in Chur nach ihm der Erbeinigung und 
allen Vertràgen zuwider. Es verlangt eine aligemeine Tagsatzung. Ein Misserfolg 
in der HUninger Frage wird Gerede ûber weitergehende Plâne Oesterreichs veran- 
lassen, aber die kath. Orte werden sich hofTentlich beruhigen. Grossere Aufregung 
in Aussicht wegen der andern Angelegenheit. Bittere Klagen der Churer ûber die 
ôsterreich. Besatzung. Wahrscheinlich eidgenôss. Gesandtschaft zu L. mit Bitte um 
Entfernung der Besatzung. Vielleicht dann eidgenôss. Garantie fûr Beobachtung des 
Lindauer Vertrags durch die BUndner; in diesem Falle aber eidgenôss. Besatzung 
in Chur. Bei den kath. Orten viel guter Wille zu einer Regeiung der Angelegenheit. 
G. bittet um Verhaltungsbefehle. — Paribellis Vorschlag, die Festungen des Veitlins 
den kath. Orten zu iibergeben, gefàllt diesen immerbesser. Aber wahrsctieinlich der 
Papst dagegen, der fûr seine Neffen seibst Absichten auf das Veltiin haben soll. — Die 
eidgenôss. Gesandtschaft nach Frankreich wird abgehen, aber einzig die rûckstân- 
digen Zahlungen betreiben. 

E arrivata questi giorni quà à Lucerna una lettera di Zurig, nella 
quale propongono duoi punti. L'uno, che havendo V. A. Ser™* data 
risposta sopra il particolare di Groshûnnigen, terra vicina à Basilea, 



- .78 - 

Valtellina sempre più li piace, et forsi con questo mezzo si potrebbero 
ridurre ad una capitolatione. Ma l'importanza è, che il Pontefice non 
vi vorrà acconsentire, mentre corre voce, che lui tenti d'impadronirsi 
di quella vallc per li suoi nepoti, con consentimento dell'uno et 1 altro Re. 
Anderà Tambasciata di questi Svizzeri in Francia, ma pretenderanno 
solo li loro pagamenti ne haveranno instruttione d'allargarsi più avanti. 

Di Lucerna, li 21 Aprile 1623. 

Auf der ROckseite : « pntt. 24. April 1623. — ' Zur Vorgeschichte dieser 
Gesandischaft siehe besonders oben Nr. 141. Definiilv beschlossen wird sie auf 
der Conferenz der 5 Orte zu Weggis, am 10. April ; nicht nur Freiburg und 
Appenzell-Innerrhoden, sondern auch Soloihurn schliessi sich an. Zunâchst 
intéressantes Vorspiel bei dem grollenden Ambassador in Solothurn, 19. bis 
21. April. Am 4. Mai auf einer Tagsatzung der 8 kath. Orte Beschiuss, dass die 
Gesandien am 12. Mai in Solothurn sich zur Abreise zusammen finden sollen. 
Audienzen beim K.ônig : am 9. Juni in Fontainebleau, am 5. Juli in Paris. S. 
Abschiede V, i, S. 334-341. 



162. Leopold an Girolamo Casate. Rufach, 26. April 1623, 

Antwort auf Nr. i58. In der Hûninger Frage war eine Befriedigung der Orte nicht 
môglich ; sie werden sich hoftentlich beruhigen. — Vertrauen in die guten Gesîn- 
nungen und BemUhungen des Nuntius. — Fur Carlo G. wird L. mit Valdifuentes 
sprechen. — - Den von G. berUhrten Gedanken (Eintritt der kath. Orte in die 
Herrschaft Qber das Veltlin u. s. w.) hait der Erzherzog nicht fur ausfûhrbar. 

Sono tali le cause, per le quali non è stato possibile di dare a Cantoni 
Cattolici quella sodisfattione, che hanno desiderata nel negotio, per il 
quale spcdirono li loro ambasciatori a Ensesheim, corne dalli medesimi 
ne saranno in parte stati informati, che non dubito restaranno appagati 
dalla risolutione, che si è prcsa. 

lo sono certo délia buona volontà, et affetto di Mons*" Nuntio verso 
le cose mie, e perô facilmente resto persuaso, che corne a voi hà detto, 
andando a Milano, haverà 1 occhio in quello che potesse occorrerli di 
mio servitio. 

Pervostrofratelloparlarôal Marchesedi Valdifuentes, acciô facendosi 
le levate, habbia una compagnia di cavalli, corne desiderate, assicu- 
randovi, che io con ciô et con altro di vostro gusto e commodo haverô 
caro di potervi sempre più confermare la mia buona dispositione verso le 
persone e cose vostre. 



— i8o — 

aggravare, facendosi solo un poco di riparo per la soldatesca, che ces- 
sandone il bisogno, doverà demolirsi ; con tutto ciô ne prenderô miglior 
informatione e poi ordinarô quello, che più giudicarô ispediente. 

Di Rufach, li 29 Aprile 1623. 



165. Leopold an Girolamo Casate. Rufach. 3o, April 1628. 

Antwort auf ein Schreiben C. s vom 29. April. Da dièse Dinge sehr wichtig, schickt L. 
nach dem Vorschiage C. s einen Gesandten, der sich mit C. ins Einvernehmen zu 
setzen hat. — Heute verreist L. nach Innsbruck. 

Vi ringratio molto deiravviso datomi con la vostra scritta hieri, e con 
le scritture annesse. Et essendo particolari di gran consideratione, hô 
risoluto d'inviar persona costà conforme ai vostro parère ; gli ordinarô, 
che venga a trovarvi, e se l'intenda con voi per prender direttioni e poter 
meglio fare quel che richiederà il servitio non solo mio, ma délia causa 
commune. Hoggi parto alla volta di Inspruck, il che hô voluto dirvi, acciô 
sappiate, dove inviarmi, occorrendo, le vostre lettere. 

Di Rufach, li 3o Aprile 1623. 



166. Leopold an Girolamo Casate. Freiburg i, Br., /. Mai 1623, 

Antwort auf ein (veriorenes) Schreiben C. s vom 28. April : Frankreich verlangt Tag- 
satzungen zu Luzern und Baden. L. schickt desshalb Schmidlin und hofft, dass C. 
die kath. Orte vom Besuch der Badener Tagsatzung abhalten kônne, damit Zeit zur 
Auffindung anderer nothwendiger Mittel gewonnen werde. 

Habiamo ricevuto le vostre dalli 28 del passato con lagiunte copie, 
et inteso la resolutione délie diète da tenersi a Lucerna et a Bada sopra 
le dimande del Re Crist'"^ et delTAmbasciatore Myrone fatte alli i3 Can- 
toni, et trovando questo negotio di grandissima consideratione et 
conseguenza n' è (sic) parso mandarvi nostro Consigliero il Dottor Schmidle 
con instruttione, corne da lui intenderete, et agradendo molto questo 
vostro aviso me farete cosa grata di porger ad esso Schmidle ogni buon 
agiuto et favore, non dubitando, che con il solito vostro valore et destreza 
impedirete Tinterventionc delli Cantoni Catolici alla dieta di Bada, per 



— l82 — 

de Zurigani cinque hore lontano da SchafThausen) 600 fanti, et puoi, 
vedendo la commodità di puoter rinovare la ribcllione nelle leghc, forsi 
penseranno d'inviar quella soldatesca alla sprovista in Grisoni. Et perô 
ardisco di metter in consideratione à V. A. Ser™^, se convenissc, per 
levarli questa scusa mendicata, di farli in qualche maniera assicurare, 
che lei non sij per tentare cosa alcuna contro di loro, quando non ne 
dijno nuova occasione. 

Hô ancora aviso per la lettera, che mando, del Landama Brandemberg 
di Zug, che li medesimi di Zurig fanno grossa provisione di vettovaglia, 
il che dinota lanimo loro, havendo fatto il medesimo Tanno passato, 
quando tencvano li istessi pcnsieri, ne hanno occasione di usar adesso 
per altro questa diligenza, mentre s'aspetta fertilissima raccolta. 

Del resto io non trovo sin adesso, che efFettivamente faccino soldati» 
sebene la présente carestia del vivere ne soministrarebbe in puochissimo 
tempo tutta la quantità, che à loro facesse di bisogno, et forsi potrebbero 
haver pensiero di far passare un numéro di gente dalla Bressa, ô Savoîa, 
pigliando la strada per il paese di Wô; ne li Cantoni Catholici facilmente 
si potrebbero ridurre ad impedir il transito con le armi. Et questo 
pensiero pare, che possi havere tanto maggior fundamento, quanto che 
li Francesi, senza dubio partecipi délia congiura, hanno spesse volte 
minacciato di condurre in questi paesi eserciti intieri. 

È arrivato per le poste quattro giorni sono TAmbasciator Gueffier 
da Parigi, et essendo capitato à Zurig, nel primo incontro s'aboccô lar- 
gamente con il Résidente di Venetia, et puoi con il Borgomastro et 
principali consiglieri di quella città, dove forsi s'haverà fatto il stabi- 
limento. Lui lasciô voce, che voleva andar à Coira, puoi à Milano et 
à Roma, ma io credo si fermera in Rapperswil ', doveuserô ogni diligenza 
per scuoprire li suoi andamenti. 

Si comincia à mormorare in Altorffo et altri cantoni délia lega di 
Venetia; promettano tutte le pensioni, che deve S. M^* Catholica, 
quando questa venghi esclusa, di levare 6 mila fanti, di mantenerecontinui 
presidij délia natione, et vinti zecchini alla mano à ciaschedun paesano. 
Le quali diligenze sono tanto più pericolose, quanto che Francia et 
Savoia vi dà gagliardo braccio. Et se li ambasciatori svizzeri andati 
à Parigi riportassero, come ne dubito, risposta conforme al loro desi- 
derio, apena si potrebbe senza buona quantità de dannari resistere à 
questa prattica. 

E ancora arrivata nuova, che in nome di V. A. Ser™« si tratti di 
Içvar il presidio da Coira et fabricar alcuni forti, di che pare si disgustino 



— i84 — 

Capitan Steiner, et l'Ama Guller hanno mangiato con lui, et di puoi parlato con 

detto Gueffier. Cosl il detto Gueffier à due hore dopô mezzo giorno è partito per 

Coira, et per quanto il mio scrivano hà inteso, per Milano et forsi per Roma. Di 

questo hô volute dar parte, come hà desiderato V. S. 111"', et non occorrendomi 

altro resto etc. 

[Copie: Datum in der Ueberschrift]. 

3. Bmanuel Bcssler an Girolamo Casate. Baden, 4. Juni 1621. 

Sono gionto da Glarona solo hoggi aile 2 hore, et subito hebbi quella di 
V. S., nella quale hô inteso quanto desidera di sapere. Dico à V. S., che questa 
mattina sono restato à posta à Zurig à pranso per intender qualche nuova del 
S' Ambasciatore Gueffier, il quale incontrai due hore lontano di Rappersvil, et 
subito lui mi dimandd, come le cose passavano in Gnsoni, et se la gente del Papa 
era entrata nella Valtellina, et se il Sig' Duca di Fiano era con quella gente per 
ricever la Valtellina in deposito. lo li risposi, che non havevo nissuna nuova de 
Grisoni, ma bene havevo inteso, che la gente di S. S** era entrata nella Valtellina, 
et puoi li resi conto di quello havevo trattato con quelli di Glarona, li quali non 
vogliono acettare la sentenza data per li SS" ambasciatori overo arbitri di Lucerna. 

In Zurig non hô potuto intendere cosa alcuna di quello che detto Sig" habbi 
trattato ivi, perche lui era alloggiato alla Zigogna, et io alla Spada, ma hô ben 
inteso, che lui fece puoca dimora in Zurig. 

Per il particolare, che V. S. mi scrive, non hô visto cosa alcuna, ch'habbi del 
verisimile, che detti SS" armino, overo che siano di parère di armare: e ben vero, 
che alcuni di quel Sig" si doglievano per la soldatesca, che S. A. haveva messa 
nelli confini, et in particolare à Stoca, che non sapevano, à che fine quella si 
fermava ivi, ma altro non hô potuto intendere. Si ritrovô un certo S' Bernese di 
parentado di Erlach : ma subito che sono gionto, si parti alla volta di Bada. et 
non hô potuto intendere quello che lui habbi negotiaio. Io starô alerta, et 
dimani trattarô con il S' Borgomastro Holtzalmo, il quale si ritrova quà nelli 
bagni, et se io intenderô qualche cosa di rilievo, non mancherô di famé subito 
parte à V.' S. 

Il S' Landama Frischertz et io habbiamo inteso per cosa certa da un 
nostro amico, che quelli di Coira si aggravano assai di tener quel presidio nella 
lor Città, et che procuravano, che S. A. dovesse levare quello, come anco di 
Meyenfeld, et che sopra questo si habbi fatto un'accordo di levar quel presidio, 
perô con patto, che si debba fare duoi forti, uno al Steig, et l'altro al Zolberg. 
Se questo fosse vero, mi creda, che darà gran disgusto, perche è coniro la lega 
hereditaria, et contro la capitolatione fatta in Lindau ; sarà bene, che non si parli 
di questo, perche darebbe gelosia et disgusto in ogni luogo, ancor apresso li 
nostri amici ; veramente hô havuto à caro d'haver trovato il présente messo, 
perche non havendo havuta quest' occasione, ero di parère di mandarne uno à 
posta per dar aviso à V. S. di questo, come anco dell'arrivo di Mons' Gueffier. 
Del resto farô buona diligenza in quello, che V. S. desidera, et Tavisarô con 
messo à posta, se intenderô qualche cosa di rilievo. Mentre resto etc. 

[CopiCy Datum in der Ueberschri/t.] 



— i85 - 
i68. Leopold an Girolamo Casate. Innsbruck, i3. Juni 1623. 

Antwort auf Nr. 167. L. ist sehr^^verwundert Uber jene [GerQchte" betr. Ansammlung 
von Kriegsvolk bei Zell ; er dementirt dieselben entschieden und ersucht C, die 
One aufzuklâren und zu beruhigcn, zugleich aber Bestrafung der Verbreiter dieser 
falschen^Alarmnachrichien zu verlangen. 

Grandemente ci siamo maravigliati délia voce, che ci riferite nella 
vostra delli 8 corrente con le copie annesse, essere stata sparsa, che in 
Zell. et in altri luoghi confini a Cantoni Protestanti si^'adi da noi facendo 
radunare buona quantità di soldati. munitioni, et vettovaglic ; poiche 
quanto alla soldatesca, ne pur un solo soldato si è mosso d'ordinc 
nostro, ne d'altri che sappiamo, a quella volta, corne ne meno sorte 
veruna di monitione v' è stata mandata. Ben è vero, che v'è capitata 
qualche quantità di formenti, facendone noi venir di verso Magonza, 
et quelle parti buona somma, e con grande spesa, ma sono, et hanno 
da servire non per altro che per sollevar la miseria di questo paese, 
nel quale se ne patisce straordinariamente. Ci saràperôcaro, che disingan- 
niate chi si sia di questa impressione altretanto lontana dal vero, quanto 
è lontana la nostra intentione dal dar occasione di nuove gelosie e timori 
a detti Cantoni, com'altrimenti con detti moti e provision! seguiria : 
e che facciate di più istanza, che siano trovati e castigati come che 
meritano gl'inventori di queste false voci, con assicurar, che noi ne 
faremo far diligenza, perche segua dalla parte nostra il medesimo '. Et 
rispondendovi a parte circa quello, che aggiungete del presidio di Coira 
e forti, non ci resta altro con questa che ringratiarvi ancora per quel 
più che in detta vostra si contiene, délia continuata vostra amorevolezza. 

D' Inspruck, li i3 di Giugno 1623. 

' Vgl. nun hiezu die Beraihung der protesi. Stâdie zu Baden, 25. Juni 1623 
(bei Beginn der Jahrrechnungs-Tagsaizung) liber die « geschwinden und gefâhr- 
lichen » Lâufe und Qber ein « gemeinsames evangelisches Defensionalwerk » ! 
(Abschiede V, i, S. 35o.) 



169. Leopold an Girolamo Casate. Innsbruck, i3, Juni i623. 

Schickt die von Siredel und Schiller mit den 2 Bûnden abgeschlossene Convention 
betr. die F'estungsanlage am Luziensteig, und zugleich ein Schreiben an die Orte 
behufs Beruhigung derselben : Zweck jener Anlage einfach Sicherung seines Besitzes 
und Befreiung jener Lande von den ihnen iâstigen Besatzungen. 



~ i86 — 

Li nostri Consiglieri e Commissarij Stredel e Schiller ci hanno 
ultimamente riferto d'haver trattato per Tordine, che n'haveano da noi, 
e concluso ancora con le due Lcghe, che con certe conditioni, corne 
vederete dall'aggiunta copia délia conventione, possiamo far fabricare 
un forte sopra il Steig a fine solo di assicurar quelli nostri paesi, 
e sgravar li popoli dalli presidij, che in altra maniera siamo astretti di 
mantenervi '. Et accioche li Cantoni Svizzeri non formino per avventura 
qualche sinistra opinione intorno a questa risolutione, che intendiamo 
di ridurre in opra quanto prima, habbiamo stimato di sincerarli délia 
mente nostra con la lettera, délia quale vi mandiamo pur la congiunta 
copia. In conformité délia quale perô sarete voi contento di passar con 
cotesti Cattolici, e dove più vi parera, quelli uffici, che giudicarete 
necessarij, con assicurare, che altro fine non habbiamo che li sopradetti, 
procurando, che ne restino persuasi e non cerchino ingelositi contra il 
dovere, et ragione d'impedir la fabrica di detto forte. 

D'Inspruck, li i3 di Giugno 1623. 

* Siehe Sprecher I, 451. Den Vergleich selbst (vom 7. Juni 1623) Abschiede V, i . 
S. 348. 



170. Leopold an Girolamo Casate. Innsbruck, g, Juli 1623. 

Antwort auf ein Schreiben C. s vom 4. Juli und ein solches Schmidlins betr. 1. die 
BemUhungen der Gegenpartei fûr die Liga von Avignon: 2. die durch ein unwahres 
und unverschâmtes Schreiben der Biindner bei den Eidgenossen verursachte 
Aufregung. L. ist zufrieden mit dem bisher erreichten und erwartet ferneres 
getreues Zusammenwirken Casâtes und Schmidlins. 

Non solo dalla vostra lettera delli 4, ma da quella del Dottor 
Schmidelin, e dalle copie inviatemi hô inteso diffusamente le diligenze. 
che havete fatte insieme con esso lui in proposito delli uffici délia 
contraria parte per la lega d'Avignone, la speranza, che date, che non 
debba pigliarsi risolutione sopra questo negotio del tutto diversa da 
qucllo si desidera; con quel più, che occorreva circa la fortificatione del 
Steig per la commotione, che hà cagionato negli animi de' Svizzeri il 
contenuto délia lettera scritta loro da Grisoni non meno falsa che 
impudente. Et si come rendo alla vostra amorevolezza moite gratie, per 
quella parte che a me tocca, delli buoni efFetti, che dalle medesime vosire 
diligenze ne conseguono, cosî confido, che continuarete quelle per 



- i88 - 
172. Leopold an Girolamo Casate. Stockach, 21. Aiig. 162 3. 

Antwort auf zwei Schreiben C. s vom 18. und 19. Aug. Die Verschiebung der Badener 
Tagsatzung auf den 28. isi L. angenehm. weil Schmidlin so cher noch rechtzeiiig 
eintreffen kann. Der Vorschlag C. s, durch die BQndner seibst bei den Eidgenossen 
fOr Duldung der Fcstungsaniage im Luziensteig wirken zu lassen. gefâlit I.. nicht 
rechi; er fûrchiet gegentheilige Wirkung. Gesandte der Eidgenossen ihm wiil- 
kommen, weil so eine Verstândigung ieichter. Wie L. sich dièse Verslândigung 
denkt : die Eidgenossen sollen entweder BQrgschaft leisten fur die Bilndner oder 
zur Hilife gegenûber den Besatzungen in Chur und Maienfeld fur jeden Fail neucr 
l'nruhen sich verpllichien. 

Hieri per il pedone ricevei la vostra delli 18, et questa mattina aile 5 
l'altra delli 19 per il corriero. che vi rispedisco subito con questa risposta 
in diligenza. 

Mi è stato carissimo Tawiso, che si sia differita la dieta fin alli 28 
del corrente, perche cosî haverà il Dottor Schmidlin commodité di 
giungervi in tempo, corne altrimenti, se fosse stata fatta alli 22,dubitavo, 
che non vi potesse giungere. Ma quanto a quello che dite di procurare, 
che li Grisoni mandino ambasciatore a Svizzeri per persuaderli a non 
far difficoltà sopra la fortificatione nel Steig, non mi sô per ancora risol- 
vere, perche si puô credere, che più tosto faria contrario effetto; tuttavia 
vi farô sopra più matura consideratione, e vi avvisarô la mia mente. 
Intanto mi è anco stato carissimo d'intendere, che li Cantoni tutti insiemc 
voglino mandarmi suoi ambasciatori, perche cosi potrà più facilmente 
trovarsi qualche mezzo di sodisfattione commune in questo negotio. El 
due di présente mené occorrono, li quali potreste come da voi vedere di 
persuader loro, quando passaranno per costà nel venire. L'uno è. che 
promettessero essi Svizzeri per detti Grisoni in forma, che potessi csscr 
sicuro délia loro fede, Taltro, che promettino et si oblighino di dar 
assistenza taie al presidio in Coira et Maienfeld in ogni occorenza di 
sollevatione ô altri tentativi d'essi Grisoni, ch'io possa restar quieto, e 
certo, che non debbano seguir ô essermi di pregiuditio altre loro novità. 
Et saria perciô molto buono, se poteste operare. che detti ambasciatori 
havessero facoltà di trattare accommodamento, come mi dite che ha vête 
procurato si desse, se ben infruttuosamente, al capitano Egidio Flechen- 
stein destinato da cotesto cantone. 

Di Stockach, li 21 di Agosto 1623. 



hatten dieselben am 22. Aug. zu Wurmiingen in der Nâhe von G>nstanz, nach 
Abschiede V, i, S. 355 am 5/i5. Aug. zu Consianz selbst Audienz beim Erzherzog. 
— " Siehe nun hiezu die Verhandlungen der Conferenz der 7 kath. One zu 
Luzern, 28.-29. Aug. iÔ23 (Abschiede V, i, S. 352), wo Fleckenstein mQndlich 
Bericht erstaitei und Schmidlin im Sinne der Antwori Leopolds einen Vortrag 
hâlt. Die Orte sind fur « andere Miltel » ; in der Bezeichnung derselben begegnen 
sie sich mit den von Leopold oben in Nr. 172 ausgesprochenen Gedanken, im 
besondern mil dem zweiten derselben. Vgl. weiter die Verhandlungen auf der 
allgemeinen Tagsatzung zu Baden, io.-i5. Sept. 1623 (Abschiede V, i, S. 354), 
wo auch Bûndnerische Gesandle anwesend sind. 



174. Leopold an Girolamo Casate. Gûn^burg. 2, Sept. 1623. 

C. hai mit Schreiben vom 27. Aug. dem Erzherzog ein Passbegehren Ferias fur nach 
Flandern gehendes Volk libersandt. L. schickt Copie seiner Antwort und dankt 
zugleich C. filr seine Schmidlin gewâhrte Tnterstûtzung in der Luziensteiger 
Angelegenhcit. 

Con la lettera di V. S. delli 27 hô ricevuta quella del S*" Duca di 
Feria, che mi hà inviata in proposito del passo, che desidera per la gentc, 
che hà da mandar in Fiandra, et perche ella vederà dairaggiunta copia 
la risposta, che li faccio, non m'occorre d'aggiungerle altro con questa, 
se non aggradirle, come faccio, quanto che conviene, la prontezza, con 
che continuava di assistere col Dottor Schmidlin nel particolare délia 
fortificatione del Steig 

Di Ghinzburg, li 2 di Settembre 1623. 



175. Leopold an Girolamo Casate. Passau, i5. SepL 1623. 

Nochmals das Passbegehren Ferias. Ein Schreiben C. s Qber Gewâhrungdes Durclizugcs 
von Seiten der Graubûndner ist dem Erzherzog nicht zugekommen. Dank fQr C. s 
Bemùhungen bei den Boten der 2 BUnde und den Misoxern um deren Zustimmung 
zur Luziensteiger Befestigung. 

A questa hora non dubito, che haverete ricevuto la mia risposta 
allaltra vostra, et la copia di quella, che già feci al S*" Duca di Feria 
in proposito del passo, che desidera per la gente, che hà da mandar in 
Fiandra. Et in conformité appunto le replico hora, come pur dalla 
congiunta copia vedcrete. Ma la vostra, che dite haver a me scritto 
collavviso del medesimo passo ottenuto da Grisoni ', non mi è altrimenti 
capitata, come presupponete. 



^ 191 -^ 

Vi aggradisco quanto più si deve li uffitii, che havete passati con 
li deputati délie due Leghe, et con quelli délia Valle Misolcina, perche 
si riduchino a consentire corne 1' altre communità alla fortificatione 
del Steig, ô più tosto à dichiarare di havervi di già, corne vi (?) hanno, 
spontamente acconsentito. 

Di Possa, li i5 di Settembre 1623. 

' Nach Sprecher I, 463 war Casate am 1. Sept, nach Chur gekommen ; er 
verlangt die Zusammenberutung eines Bundestages und ersucht um Durchpass 
fur 6,000 Mann Fussvolk und 5oo Relier, die nach Flandern besiimmt sind. Dass 
der Durchpass bewilligt worden, sagt Sprecher nicht ausdrQcklich. 



176. Die Raethe Leopolds an Girolamo Casate. 

Innsbruck, ly, October 1623, 

Sulz bat Nachrichten C. s Uber die Reise des Ilauptmanns Ruinelli nach Vencdig, sowîe 
seinen Wunsch nach einem Musterplatze fur eine nach Flandern bestimmte Com- 
pagnie ubermitieit. Die Râihe entschuldigen sich angelegentlichst wegen eines 
Irrthums, den C. empfunden hat. Der Wunsch wird L. iibermitieli werden. aber 
dieserfern und sehr beschàftigt: C. môge sich inzwischen anders behelfen. 

11 S^ Conte Albigo di Sultz ne da parte et de gravisi, che V. S. 111"^^ 
gli hà participât©, délia partenza del Capitano Ruinelli per Venetia et di 
quello anco, che la desidera circa la piazza mostra d'una sua compagnia, 
che deve rinforzare in Fiandra, accennandone insieme il senso, che 
pare V. S. 111'"* habbia preso pcr certo crrore passato contra nostra 
volontà, onde desiderando noi non solamcnte di conservarc Icstimatione 
délia sua pcrsona et meriti, nià d accrescerla anco et promovere ogni sua 
maggior fortuna, compiacendola di più in tutto quello, che per noi farsi 
possa, non habbiam voluto lasciare d'assicurarla con la présente, che 
di quello. ch'habbiamo poi trovato cssere seguito in una scritta al sudetio 
S^ Conte, ne sentiamo giusta pena, consolandoci perô, che V. S. Ill'"* con 
la sua prudentia scusarà à chi fccc l'errore, et sarà sicura del sincero 
affetto, che noi le portiamo, si corne non lasciarcssimo di rendernela 
il certo con l'occasione délia piazza mostra, che ricerca, quando fosse in 
nostro puotere il farlo, et se bcne non mancaremo di rapprcsentarc 
à S. A. S. questo desidcrio di V. S. Ill'"* quanto prima, dubitiamo perô, 
che per esser ella cotanto lontana di qua, et occupata grandemente, puotrà 



passare Toccasione del transite di quelle troppe, che vann in Fiandra, 
avanti che segui la sua resolutione, et sarà pertanto necessario, che 
V. S. Ill'"* in questo mentre procuri d* agiutarsi per altra via, stante che 
di Milano siam' avisato, che le prime di quelle troppe si siano horamai 
incaminate '. 

Di quelle, che à Venetia sarà negociato dal sudetto Ruinelli, procura- 
remo d'essere informati di là, et penetrando alcuna cosa, participaremo 
con V. S. Ill"^a subito... 

Di Insprucho, li 17 d'Ottobre 1623. 

Concept von der Hand G. Am Rande : « Cito. » — * Am 25. Oct. lagern 
dièse Truppen bereits in der Gegend von Chur. S. Sprecher I, 464. Vgl. hiezu 
die Beralhungen der 4 protestantischen Siâdie zu Zurich am 3o. Oci. 1623, 
Abschiede V, i. S. 36 1. 



177. Die Raethe Leopolds an Girolamo Casate. 

Innsbruck, 3i, October 1623, 

Aniworl auf einc Depesche G. s vom 22. — Senden eine erste Rundschaft iiber die 
Unterhandlungen Ruinellis in Venedig. — Die Erwâgungen G. s ûber die in den 
BQndner Angelegenheiten noch immer drohenden Gefahren sehr weise, aber der 
Erzherzog im Stich geiassen von jenem, der ihn mit seinen Versprechungen in das 
Unternehmen hineingeiockt, sowie vom kathoiischen Kônig, der nur an Verstàndi- 
gung und AbrUstung denkt. Da muss auch L. rechtzeitig mit der Lagc sich abzuHnden 
suchen. Wenn G. inzwischen eine beruhigende Erklârung der kalh. Orte gegenûber 
L. herbeifûhren kann, so wird das ietzterm sehr angenehm sein. 

Molto godiamo, havere dalla lettera di V. S. I* dalli 22 corrente 
inteso, ch'ella resti assicurata del singolare desidcrio, ch'habbiamo di 
servirla conform'ai suoi meriti etgrado, corne in ogni tempo procurarcmo 
d'eshibire con vivi effetti. 

Délia negotiatione del Capitano Ruinelli à Venetia, non habbiam'an- 
cora penctrato cosa che voglia, et seguendo, participaremo con V. S. I^ 
subito. 

Le considerationi, ch'ella poi accennadclli pericoli, ch'ancora potrian 
soprastare aile cose nei Grisoni, sono certissime et degne délia sua 
prudentia. con la quale perô la lasciamo di più considerare, che cosa 
avanzi à S. A. S. di fare più Ici sola, abbandonata totalmente da chi l'hà 
indotto con mille promesse et obligationi poco osservate, à metters' in 
questa impresa, stante che la Maestà Catholica abbandona anc*ella il 



- i,,3 - 

negotio, in o^'iii luocho disarma, et senz" havcr ris^'uardo alcuno alT intercssi 
di S. A. S. s'accorda cl esscguiscc. si ch'ad essa altro non resta, chc 
d' accommodarsi al tempo, aiutarsi al mc^'lio che possa, etaspettare quello 
potrà avvenire. 

Pero s'in questo mentre W S. 111^ con rauthorità sua potrà oitencrc. 
chc li Cantoni Cattolici pcr la sua parte faccino verso S. A. S. alcuna 
dichiarationc dclla ra^'^'ione. et à proposito per la securezza délie cose 
d'avenire, sarà i^ratissimo à S. A. S. et accrescerà mcriiamcnte la ^ratia. 
con la quale à \'. S. 111^ è scmpre beni^namente alVeita 

D* Inspruk, 1' ultimo d'Oitobre 1023. 

P. S. Per esser arrivato in questo punto aviso da buon luoco di 
Venetia con qualche principio del negotio. cli* ivi doverà traitare il 
(^apitano FUiinellli. habbiam voluto participarlo con \'. S. 111^. corne 
faremo di tutto quello di più. che andaremo penetrando. Corne di sopra. 

Concept von dcr Hand Siredels. — Beilage fehlt. 



-?3B^ 



i3 



A n h a n g. 



I. 

Discorso del passe d'Italia in Alemagna per genti da guerra. 

Concliiude. che sia il megliore per la Valtellina*. 

Le difficoltà et pericoli. chc si sono scoperii ncU'occasione del iransilo. chc 
di présente ha îalto per Svizzeri la gente di Napoli, che va à Alemagna. oblif»ano 
à prevenire con tempo li rimedij delli inconvenienii, che in simili casi poirano 
offerirsi per Tavenire, perche essendo lale lo stalo délie cose d'Alemagna. che 
presto hano ad'esser necessarij altri maggiori soccorsi, che havendo à venire 
d'Italia non poirano elTetluarsi senz* un passo certo et sicuro: onde m*è parso. 
che sarebbe mancar grandemente alT obligo mio, se prima ch' arrivi il caso lasciassi 
di rapreseniare à V" M'* quello che intorno à queste matlerie m'occorre. Kl è : 

Che questo passo de Svizeri. essendo quello di minori obligationi, pâtisse due 
difficoltà grandi, la prima délie quali consiste nella quantità délia spesa, che è 
notabile et crescera d'una occasione ail' altra, perche Tamicilia di quesia gente 
essendo fondaia solo nelT intéresse '). obliga a pagar il servitio à peso d'oro : et 
l'alira difficoltà (piCi importante délia prima) è. che li Cantoni heretici poirano 
facilmente con l'armi impedirci il passo, quando i suoi confederati dell' L'nione 
heretica li faccino risolvere à inierprenderlo, et delli Catholici non poiranno 
assiccurarsi, che sempre si rissolvano à meitersi in pericolo d'una guerra civile, 
come hano fatto questa volta. perche preitendono, ch' in simil occasione non 
siano obligati a darlo. se non per cortesia. 

Quello di Savoya sara incerto, mal sicuro, et poco praticabile per le inielli- 
genze et confederationi, che il Ducca tiene in Alemagna con li nemici di V" M'* et 
délia Ser"" Casa d'Austria, oltrache sta suggetto à molle altre difficoltà. 

Kt per raggione délie medeme leghe et inielligenze, el de gli altri interessi 
conosciuti, non si potrà ottencrc quello de Venetiani, se non per forza. 

Di maniera, chc il più brève, più siccuro. et più comodo passo di tutti quelli. 
che si possino pratticare per andare d'italia à Alemania, sarebbe quello délia 
Valteiina, quando \"'* M'^ havesse per bene di farla occupare prima che passi 
cossi bona congiuniura. comme quella che di présente si ha per le mani. puoiche 
pare, che tult* il mundo speri et domandi dalla grandezza di V" M" quesi'impresa. 
come remedio unico per ripparare in quella misera provincia Timminenie ruvina 
délia religione cattolica: oitre ad'essere quel passo lanto necessario alla conserva- 
lione delli stati di V" M" et délia Ser"' Casa d\\usiria, che non occupandosi, 

" So auf der Rùckscitc uberschrieben. 



i()6 — 



II. 
GEHEIMSCHRIFT 

f Ur die Correspondenz zwischen den Casati und Erxherzog Leopold ' ) . 

(îchcimschrift. GcwohnI. Alphabet. 



(îchcimschriti. (îcwôhni. 


Alphabet. 


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37 V. S. in Schrciben an Casaie, aiso - Casaie : 39 S. M'* Caii" {?) : 
$S miiQucrsirich durch dasZeichen S. Eza il (jovernaiore di Milano - il Duca 
di Feria (?) : 40 - S. M'" Ces' l'Imperaiore : /^ S. Ser'' PArciduca l.eopoldo : 



eveniuell, in Schrciben des Krzherzo^s 
oder quarlicri ; 61 - Francia (?) : ô5 
aIso il Tirole : 6H - Svizzeri (?). 

(îcNvohnI. Mphabct. (îchcirnschriii. 



io, mia persona: 55 Piazza mosira. 
mio paese. in Schrciben des Krzhcrzo^s. 

(îcwohnl. Alphabet, (ichcirnschrili. 



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Il N'oin lierausgobcr /usammcnj^estelit aut' (îrund dcr chillnertcn Schrciben und ihrer Aut 
losungen. Kin eif<cntlicher «^ Schlûssel ^ hat sich nicht ^ef'unden. Aut' N'ollstundigkcit unii absoluto 
(îenaui^keit macht daher die /usammenstcllun^ keincn An^pruch. 

i) Kin Zcichen, das wohi ab:»ichtlich sd gewShlt ist. da.ss c^ wedcr mit n nuch mit dcm Zahl- 
/cichcn I idcntiticicrt werdcn kann. 



— igS — 

gabe, dass der erste Ambassador, Alfonso, Miiglied des Consiglio di Stato gewesen 
sei, beruht wohl auf einem Missverstândnis. Die Sôhne Alfonso's werden folgender- 
massen erwâhnt : « lasciô i Conii Francesco, Carlo, e Gerolamo, de' quali hanno 
/ primi coniinovaio in servire il Re di Spagna nella residenza ordinaria presso 
a gli Svizzeri >. Wenn Crescenzi mit dem jungsien der drei beginnl. und von 
diesem rûckwârts schreilel, so erklârt sich das wohl aus dem Umsiande, dass 
Francesco eben damais (1647) im Amie stand : dass aber Gerolamo nicht auch 
unXQï à\Q Ambassadoren gerechnet wird, isi etwas aulFaliender : das Gedàchlnis 
an diesen ersten Nachfoiger des Vaiers — denjenigen, dcssen Wirksamkeit ja allcr- 
dings die kûrzestc war — scheint im Laufe von zwei Jahrzehnien nach seincm 
Tode schon stark verblasst zu sein. 

S. V, Anm. 4. In Bezug auf das Altcr des Geschlechies Casati bcmerkc ich 
nachtràglich, dass die mailândischen (jeschichischreibcr (Corio u. a.) es schon im 
XII. Jahrhunden exisiieren lassen. — In der Gegend, die als Heimat des Ge- 
schlechies gilt, zu Casate Nuovo. besitzl die Familie seii « undenklicher * Zeii 
bis auf den heuiigen Tag das Patronat von Santa Giuslina e Margherila. 

S. VII, Anm. 9, Zeile 3. Lies siall estraordinano ordinaria. 

S. VIII. Zeile 1 von oben. Diescr Netle oder Velter des Gesandien Pompeo 
délia Croce ist vielleichi ideniisch mit dem « capitano della Croce ». den Morigia 
in der oben erwàhnten Widmung seiner Historia [deirantichità] di Milano unier 
den Sessanta an sechster Sielle aufzàhli. Oder sollie das der Gesandte seibst sein ?* 

S. VIII, Zeile 2, lies stati Fernan de Velasco : Juan Fernant/e; de Velasco. 

S. IX, Zeile 8 von unten lies statt Giacomo : Francesco. 

S. XII, Anm. 11, 3. Zeile sollte stehen: F|ilius], statt [Filius]. 

S. XVIII. Zur « Orthographie » des Namens Mohr sei noch bemerkt, dass 
Maximilian «A/or» unterzeichnei. Gonradin, der Verfasser der « Geschichte von 
Curràtien », hat die Schreibweise « Moor y> vorgezogen. 

S. XXVI, Anm. i. Zur Vervollstàndigung dieser allzu summarischen Notiz 
diene z. B. die Arbcit von l^h. von Liebenau uber den kaiserlichen Gesandten 
Marnol (i535) im IV. Frgânzungsband der « Mitteilungen des Instituts fur 
ôsterreich. Geschichtsforschung » (1893). 

S. XXXV, zweites .Minea, Mitte. Im Originaltexte Sprechers (Ausgabe von 
[629, p. 197) lautet die auf Giulio della Torre bezDgIiche Stelle : « Atque homo 
iste, qui praecipua Vallistellinensis rebellionis, et lanienae tuba fuit, postea 
Mezani. loco obscuro, cum Dux Feriae illi, ne porro Mediolanum rediret, 
praecepisset, ex moerore animi obiit. Quadraginia mille plus minus libras 
Mediolanenses ex suo impendisse dicuntur » 

S. XLV, Anm. 3. Schloss Greifen oder Planta bei Meran scheint in neucster 
Zeit restauriert worden zu sein. Siehe Planta^ Chronik der Familie von Planta, 
S. 253 und dazu vorn « Erklàrung der Bildchen ». 

S. XLV-XLVI. Durftige Nachrichten uber tirolische Adelsgeschlechter bieten 
ausser der in Anm. 2 genannten (auf den Sammiungen von Kôgi beruhendcn) 
Arbeit uber die bis 1845 erioschenen Geschlechter, Neue Ztschr. des Ferd. Bd. XI 
und XII (1845 und 1846) : Brandis. Ehrenkrânziein des lirolischen Adiers (Augs- 
purg 1762) ; « Verzeichnis sàmtlicher der Tiroler Adeismatrikel einverleibten Ge- 
schlechter» in der Bcilage zur Ztschr. des Ferd., 3. Folge, 34. Heft (1890). 



- 199 - 



b, Zur Correspondenz. 

Allgemeine Bcmerhung. In Folgeeines àrgcriichen. mir seibsi unbegrciflichcn 
N'erschens hat sich im Citicren dcr Abschiede — in den Anmcrkungen zu dcn 
Depcschen — ein Irrtum eingeschlichen. Dor Band, wcicher die Jahre 1618-1648 
umfassi, isi von den Herausgebern aïs ^{weite Abieilung von V bezeichnei. und da 
hier Oberall nur dieser Band in Frage kommi, so ist ïibevall stati \\ i ^u iescn : 
V, 2, Das Versehen wurde allerdings noch wàhrend des Druckes entdecki : 
irotzdem glaubie ich fur die ûbrig bleibenden Bogcn die unrichlige Bezeichnungs- 
weise beibehalien zu mDssen, um die Verwirrung nichi grôsser zu machen. W'er 
die eiwas verwickelie Aniage unseres monumentalen Abschiedewerkes kenni, vvird 
das Versehen immerhin nichi ganz unverzeihiich finden. [In der Einleilung, wo 
bald V, I. bald V, 2 angefûhn werdcn mussie. isi — so hnfTe ich wenigsiens — 
ùberall richtig citieri. | 

S. y. Zeilc f oben lies mandaU) siail mandiao. 

S. 10. Anm. zu N' 10. dritlcs Alinéa. 1. Zeile. Hier isi zwischen den Schreiben 

voin F. Aug. 1Ô20 und 23. April i()2i ein solches vom lO. Mârz ih2i einzuschieben 

dièses Aktenstûck ist allerdings in der Copie <-<. lô marzo \(^2^ ^ dalieri ; die 

Ruckseite dagegen iràgi die Bezeichnung : t^ 1621 iT) Fnarzo», und dass dièses das 

richtige Daium ist, ergibt sich aus dem Inhall des Schreibens). - Demgemâss isi 

in der ersten Zeile dièses Alinéas zu lesen : 7 (siait ô) Schreiben. 

S. 38. Anm.zu N' 34, 2. Zeile, und ] ,. ^, • c- 

., « ' V. oc rr •. hes siaii Scaramuzzia : Scaramu^^ia 

S. 3o, Anm. zu N 35, 4. Zeile L j l- . ,-• 

' (oder Scaramuccia) \ isconii. 

S. 70, Anm zu N' 70. Meine Vermuiung, dass rntenvalden (bezw. Obwalden) 
zu dieser Gesandischafi Meichior Jmfeid gesielll habe. hai sich als richtig 
erwiesen. Lu^ern war dabei schliesslich weder durch Fleckensiein noch durch 
am Rhyn. sondern durch den Landvogi Hans Jakob Sonncnberg. den Neffen des 
Schullhcissen Jakob Sonnenberg, vertreien. Zu Sonnenberg und Irnfeld gesellie 
sich als drilter hinzu : Haupimann Hans Jakob Tanner von l'ri. So eninehme 
ich der Insiruciion vom S. Oct. kVji (Concept im St. -A. Luzern). 

S. I f3, Zeile 3 von oben, lies: |Montholon] f 2. Mai 1622. S. Rolt, Inventaire. 
II, p. 32. 

S. 117, Anm. zu N' 1 1 1, zweitletzie Zeile, lies : N* 1 13 (siaii 21 3). 

S. I ig, Anm zu N' 1 13, zweitletzte Zeile, lies : dass (stait das). 

S. 124. Die l'eberschrifi zu N* 120 muss lauien: Leopold an (lirolamo Casatc. 

S. 125, Anm. zu N' 120, erste Zeile, lies 5 siaii 7 kath. One. (Der Irrtum ist 
aus der gedruckten .Abschiedesammiung, V, 2, S. 293, herubergenommen, wo 
unrichtigenveise dièse Conferenz als eine Tagsatzung der sieben Orte 
bezeichnei ist). 

S. 137, Anm. zu N" 127, lies : .Molina. der Dolmetscher und Verireier dueffiers 
(siait : Myrons). 

S. iS3. Zeile 3 von oben. lies Giovanni siaii (iioanni. 

S. i83, Beilagen i und 3. Das Daium soll lauien : 2. bezw. 4. Juni 1O23. 



Ueber die la der Conespondeni erwabnten Peraccnllcbkelten aus den kathollschen 
Ori«n mùgen vorlâufig folpende Bemerkungen perûgen ; 

Die Gebrûder von Roll in Uri sind Siihne des Riliers und Obersicn Wallher 
mil Roll, des Mannes, der lange hevor Ludwig PfyfTer mil seiner specifisch 
franzôsischcn Vergangenheit brach. der cifrigsie Vertrcicr ipanischer Interessen 
und spanisciitT Svmpaihicn in den kaiholischcn Ortcn t;<^*cscn war. Zur Zcii 
iiiisercr Corrcsponticn/; kbi Wallher von Roll sthon lânitsl nichi mehr ; er war 
ungcRlhr zu derselbtn Zeii «le Ludwis Pl'yffer (t r5ij4) und Mekhior Lussi (vom 
Schlaj^c geirolTcn iSfiO, f ii"*"'! vom poliiisthen Schauplau abgeircten (t iSgS?). 
Seine vier Sôhne sind : Johann Peter, Landammann lûi i und i6ia, dann wieder 
i635 und r636 : Johann l.udu-ig. Mallescrrilter, Comttjr \on Leuggern l 
Klingnau (f i6a3 ?) : Cari Emanuel, Landammann lOSi und i633. dann wieder 
1643 und r644; Johann Wallher. Riiier des St. Siephansordens u. s. w. (f ifiSg?). 
In Nr. 57 unserer Correspondcnz verweL'hseIt der Krzherzog olîenbar den Oberxten 
von Roll iWaUhcri mil dem Landammann Johann Peler von Roll. — l'eber dièse 
von Roll siehe Bucelin IV, aitj : l.eu XV, 367, - Ueber Schloss und Herrschafi 
Bernau bel Leuggern siehc Leu. III. 344 : iiiSS ist dièse Besiuung wirkiich - 
nach Leu durch Katif von der Krïherzogin Claudia — in den Besiu der von Roll 
(im besondern Johann Walthersi ûbergegangen. 

Zu den treuestcn Anhangern -Spaniens in l'ri isl auch Emanuel Bcssier i 
ïahlen, der bereils [."iijg-ilxx) Landammann gewesen und zu der Zeii, da urse 
Correspond enz begin m, es zuni zweitcn Maie isi (ifiig-tôao). [Sein Nachfoigcr 
fur ]6aj und 1633 aber wtrd dann das Haupi der franzfisischen Partei in l 
Johann Heinrick Zum Hrunneit.] 

Einc wichiiRc iniUiarischc und poliiisL-hc Rolle spteli in dieser Zeit der Oberst 
und Landammann Johann Conrad i-on Beroldinfcen (lînkel Joiues. Neffe 
Sebastians. Bruder Hekiors. des Herrn x-on Gachnang). zum crsien Maie Land- 
ammann 11309-1610. dann wieder i6a5-i6a6 ; Oberst in spanischen Diensien zuerst 
i6r3 und dann noch ùfiers bis zu seinem Todc |iô3K). Siehe Buceiin. Germ. IV. 3o: 
Girard, HisL des olT. suisses. I. Oi : Sthneller im Geschithtsfreund Bd. it ; 
insbesonderc aber : v. Liebenau. I.a famiglia Beroldlngen, Im * Bolletino storico 
délia Svizzera italiana ». XII \\>igo). 

Nelîe Beroldingens isi der nachmals so bcrDhmie Sébastian Peregrtn Zwyer 
V. F.vibach (geb. tSSq ?|, zur Zeii unserer Correspondenz (siehe S. i83) Immerhin 
schon Qber die ersien Anlânge seiner Laufbahn hinaus. Siehe Obcr Ihn die 
Biographie von Amrein (Si. Gallen 18801. 

[Unterdcn spanisch Gcsinnien l'ris wâren dann weiler zu ncnnen die TrÔïcA. 
Tanner, Bi'iniener. r. Sienllen u. s. w. Die franziSsische Partei bvsass hier scit 
dcm Tode Gedeon Sirickers ausser Zum Brunnen nur einm hervorragendcn 
FQhrer : Landammann Meickior Mcf^nel, in den Gebrûdern Trouer aber, von 
denen einer dann schon 1624 als Landesstatihalier uns enigegeniriit, cincn ni 
zu unierschatzendcn Rui:khalt.| 

In Luiern zàhjien — «ie gerade aus unserer Correspondenz crhellt — 
Fleckcnslein zu den zuverlâssigsten SiOtzen der spanischen Partei. Zweï Mitglieder 
lier Famille treien uns enigegen : Heinrich und Gilg. Frstercr if jôfqi ist der 
Sohn jcni's Ik-inrich F., der in Am leizten Jahren seines l.tbcns n58i-i5*(i 1 




— 202 — 

mit Spanien durchgefllhrt hatten (Hans von Heimen, Konrad Tanner und Ulrich 
Nàf) — die hervorragendsien Persôniichkeiten. und wir werden sie ohne Weiteres 
zu den Freunden Spaniens rechnen kônnen. — In Freiburg siand an der Spiize 
dieser Pariei der Bûrgermeister Ritier Heinrich I^amberger (f 1627). der nach 
lôio wicdcr zu bedeutsamer Stellung im offenilichen Leben Freiburgs gelangi 
war und insbesondcrc an den Gottrau zaiilreiche Getblgschafi besass. — Solothum 
halle sich unicr dcm Einflussder franzôsischen Ambassadorcn 1604 wie i5î<7 vom 
Bùndnis mil Spanien fcrngehahcn und von einer spanischen Parici dascibsi kann 
kaum gesprochen werden. ] 



\N'criv()lIe Aufschllissc ubcr Pcrsonlichkcilcn und Pancivcrhailnissc in den katholibchcn oricn 
(iiidcn sich in der « Relation * und ** Information •» des Nuntius d'Aquino. in l'cbersctzunp. 
bczw. Rcarbcitung vcrfifFentlicht in Schrcibers Taschenbuch flir Gcschichte und Alicrtum in Sûd- 
deutschland. 2.-5. Band (i84o-i84rn — AkienstOckc. in denen un.s allerdings nicht sowohl die 
/eit unscrcr C.orrespondenz. als vicimchr diejcni^c unmittclbar nach dcm Todc Ileinrichs W. 
vorgelûhrt wird. Willkoinmcne Krgiin/ungcn hie/u bietcn viellach die obcn in der Einleitun>4 
S. LUI. .-\nm. I er\v3hnten Berichlc Myons und Thomassins. N"gl. dazu die Schullheibsen- und 
I-andammanncr-Ncr/eichnisse von v. Liebcnau. Schift'mann. Kâlin. Kicm und Dcschwandcn ini 
« Geschichisfrcund », Bd. 35 (Lu/ern). |3(!>undJ 39«L'ri), 32«Sch\vyz), 28 lObwalden». (2(">und~ 27 
(Nidwaldem. — Ich werdc an anderm Orte auf diesc Verhâlmissc zurûckkommen : in den obcn 
gcgebencn Notizen musste ich mich auf das ailcrnoiwcndigstc beschrânkcn. 






— 204 — 



Beli, Georg, Landvogt auf Castels, i8S 

19, 2I^ 33, 45». (46-)47«. 
Beli, Magdalena, 19. 
Bembcl. g. 

Bemciberg, Conrad Frhr. von, Direkior 
des gch. Raies des Krzherzogs Leo- 
pold, / 2^'. - 42. 
lieroldingen. von (Berlingcr), Famille 

in l'ri, N. 200. 
Ilekior. N. 200. 
- Johann Conrad, Obersi. 

Landammann, 29 B a. 
32\ 41, yj, ioo\ loy. 
111, III B 1. 14H'. - 
X. 200 (3). 

— Josue. N. 200. 

— Sébastian. N. 200. 
Besozzi. mailàndische Familie. 6^. 

— Alfonso, 6*. 

— Altobello, 6^ 

— Damiano , Commandant von 

Arona, 6*. 

— Damiano, Alfiere générale. 6*. 

— Gasparo, 6''*. 

— Gerolamo, Gemahl von Vero- 

nica Casati. 6^. 
Lazaro, 6^. 

— Margheriia.Gemahlin von Carlo 

Casati, 82. 
Bessler, PImanuel. Landammann von 

l'ri. 2g, 2g'. OS. 68' (2). 1 20', 1 26', 

i3g'. — N. 200. 
Bircher, Niklaus. von Luzern, 22^. 
Biron, Marschall, 26-27'. 3o. SS''. 
Borromeo. Carlo. Cardinal-Frzbischof 

von Mailand, i, 5*. 
Bosso. Marc Antonio, spanisch-mailân- 

discher (jesandier. 25. 26^ 
Brandenberg, Caspar, Abgeordnelcr von 

Zug. spaier Ammann. î2(y, idy. 

idy Bi (S. i83). -- N.201. 
tirebbia. Girolamo. 7®. 55-56^. 
Brion. Krhard von. 3g'. 
Brissac. Marschall, 6^. 
Brock von Weissenberg. Maria Jakobea, 

zweite (iemahlin von Maximilian 

Mohr. 22®. (22-123^. 



Brunnen, zum, siehe Zum Brunnen. 
Buman, Jakob, .\bgeordneter Freiburgs. 

58, 6o^ 
Buono (?), Hauptmann, von Bern, 1 23 

Bs (S. i32). 
Burglechner, Malhias, Vicekanzler von 

Tirol, 12 y'. — 42, 45^ 
Buschi. (jaspar Antonio, Kanzler des 

magistrato straordinario in .Mailand, 

M'- 

Bueler, Johann .Melchior, von Schwyz. 
Landschreiber zu Baden, 142. 

— Sébastian, Landammann. von 

Schwyz, N. 201. 
Bûniener, Familie in L^ri.ôi^®. — N. 200. 
Ambrosius, Landammann. 

r)i-(32*M2). 
Heinrich. Landammann, ôi '<>. 

Heinrich, Gardehauptmann 

zu Turin. 61'**. 
Heinrich, Sohn des (iarde- 

hauptmanns (?), 61**^. 
Heinrich, Sohn von Johann 

Joachim, (6r-)r)2*^ 
Johann Joachim, Dolmetscher 

der spanischen Cjesandt- 

schaft, spâter Oberst, /j*. 

2g', 4/, 48, 5o B 1 und 1. 

dazu Anm. S. 58 (5), 52, Oo. 

- - 2(), 59, 6r»<>. 

— Johann Joachim, Knkel des 

vorigen, (ôi-)62*®. 

— Jost, Landammann, ôi-(")2*^(2). 

— Ludwig, (hi-)r)2*<', 03. 

Casati. Alfonso (L). Sohn des <^ Teso- 
riere» (jirolamo, erster Ambas- 
sador aus der Familie (Casati 
|i594-i()2ij, 1-38, 3i, 33. - 
siehe weiter insbesondere 2-1 3. 
27-39. 43. 46-56. 
Alfonso IL, .Sohn (^arlo's L. 
Vater Carlo's IL. funfter Am- 
bassador aus der Familie Casati 
I 1664, bezw. 1667-1681]. H'2. 
83-84, 87^ 87^ 

— Alfonso, Icizier miinnl. Spross 



— 20G — 



Consianzc, Krzhcrzogin, Konigin von 

Polen, 44^ 
Cordova, Gonçalo de, spanischer Heer- 
fûhrer, spâter Sialthalier in Mailand, 
7/7. -(38. 
Cosimo II. de' Medici, Grossherzog von 

Toscana, 44^ 
Coux, La, siehe Villette. 
Crean^'e, Baron de, Obersi, 2. 
Oivelli, Familie in Mailand, Rom, Lu- 
gano, Altdorf. Luzern. 02-64. 
D' med. Antonio, 03. 
Bariolomeo, 62. 
D' Bariolomeo, Agent der kath. 
Orte in .Mailand, (")4. 
Knca, Marchese, spani::cher(je- 
sandter in der Schweiz, 84. 
Francesco. bayerischer Résident 

in Rom, 62. 
(jiambatlista. bayerischer Rési- 
dent in Rom, 62. 
- Sébastian Heinrich, Dolmet- 
scher der spanischen Gesandtschaft i 
in der Schweiz, Oberst, Ritter, 8(j, 
114, i34\ i3(). i3(y, i3(j B, 140, 
141,150, 1 52. — 59, 62-64", 75, 80'*. 
Ooce, Oitaviano., Commissâr in Mai- 
land, 6^. 
Ooce, Pompeo délia, spanischer Ge- 
sandter, 7, i o', 1 1 *, 26. — N . 1 98. 
Pompeo délia, Hauptmann, 
N. 198. 
Cysat, Renward, der altère, Stadt- 
schreiber von Luzern, (lo-)ii*. (26-) 
27», 53, 6i»^ 

Diesbach, von, Hauptmann, von Bern, 
/2J B s (S. i32). 

Docher (Dâcher ?), Benedikt, 77-78'. 

Dogliani. .Marchese di, siehe Rye, Marc- 
Claude de. 

Doice, venetianischer Diplomat, 52. 

Durato, .Marco Aurelio, maestro di 
posta in Bellinzona. zugleich im 
Dienste der spanischen (jesandtschaft 
in Luzern, 23*, 24, 25. 

Du ri ni, Grafen, in Monza. 3, 5*. 80®. 



Eggs, D', Arzt in Rheinfelden. 53-54*. 
Egmann, Johann, i32, 140. 
Kmanuel, siehe Manuel. 
Erlach. Hauptmann, von Bern, i23 Bs 
(S. i32). 

— einer aus der Vcrwandtschaft 

der, i6y B 3 (S. 184). 
Johann Rudolf, Oberst, in Bern. 

7 25 B 8 (S. l32). 

Kscher, Hans, Zeugherr, von Zurich. 

7 7* (S. 104). 
Kugen. Prinz. von Savoyen, 85. 

Falkenstein, Johann Krhard von. Rat 

des Krzherzogs Leopold, 76, 76". 2 3. 

24. 25, 27, 28, 62', 100. 700*. 

42, 46*. 
Farnese, Alessandro. Herzof>von Parma. 

Feldherr Spaniens. 4, 28. 
Fasoli, Antonio, maestro di posta in 

Bellinzona, 24^ 
Fedeli, Gio. Batt. de', 5-6^. 
Federigo Ubaldo, Herzog v. l'rbino, 44'. 
Feer, Christoph, Bauherr, von Luzern, 

N. 201. 
Ferdinand IL, Frzherzog (Tirol), 19, 

21*, 21*. 
Ferdinand IL, Erzherzog (Stciermark), 

dann Kaiser, l'y 3. 3\ 10, 27, 3 2', 5 o' 

(S. 59), yo\ j3, 144, 146. 14g, i53 

Bi, r54, i56y i5y, 166', 7 67* (S. i83). 

— 37, 39, 41 (2), 42 (2). 44* (2), 46^ 
71 (2), 82. 

Ferdinand Rarl, Erzherzog (Tirol), 
(44-)45S 45». 46^ 

Ferdinand, Cardinal-Infant, (59-)6o®. 

Ferdinand L, (jrossherzog von Toscana, 
44». 

Feria, Herzog von, Statthalter in Mai- 
land, siehe im besondern 14. i5, iy, 
2 2y 2y. 4y', 5o' (S. 58), i4y, i5(j. 
lyy. — 39, 43, 46^ 46®, 5o. 5i. 
57-58, 59, 71, 72, 75, 76. 

Ferrara, Herzog von, 5*. 

Ferrari, Camillo, Sekretâr des Frzher- 
zogs Leopold, 10' (2), 770', 7 7 3*. 
166'. — f^, 42, 46^ 56*, 71. 73. 76. 82. 



208 — 



Jenatsch, Ocor^. 49.. 83, 8(3*. 

Jenner, Haupimann, von Bern. i23 Bs 

(S. i32). 
J^nazio. Padre. da Bergamo, 121. — 34*. 
imlcld, Johann, Landammann von Ob- 
walden, 126'. 
Melchior. Landammann von 
Obwalden, ja'. — N. 199. 
Johann V. (Flugi), Bischof von Chur. 

47'.5o'(S. 58), 52,H4*{2),HH, (>o, // / 

Bi (S. 1 15), 121.122. /2.y B2(S. i3i). 

i55 (2). 157. — 3o. G5. 70. 
Joseph, P. (Leclerc du Tremblay), 34'. 
Jsabella. Infantin, Rcficniin der Nieder- 

lande. 52. 3i). - 46*. 53^ 
Jselin. Abgcordneier Basels. OS'. 
Jung. Lieutenant. 14'- 
Juvalia. Fortunai. Abgeordneter der 

Biîndner, Geschichtschreiber , 46', 

.5o' (S. 58), 3(f (S. 70). 

Karl V.. kaiser. 2. 26^ 

karl, Krzherzog, Hegent von Steiermark 

u. s. \v., 39. 
Karl, Krzherzog vonOesterreich. Bischof 

von Breslau u. s. w., 44* (2), 73. 
karl IX., Kônig von Frankreich, i. 
Rarl IL. kônig von Spanien, 83, 85. 
karl Albert, konig von Sardinien, 86. 
karl Emanuel, Herzog von Savoyen, 

101 B (S. io5-io()), 12g, 134, 134*. 

/3g B, /38\ i6j. — 3. 4, f^, 10', 1 1^ 

28, 3i, 37 (2), 38, 6o«. (>i»°, 8i>«. 

87'. — N. 197. 
khlesl, Cardinal, 34'. 
kippenhan. Hans, von Zurich, Anm. 

nach 123 B 5 (S. i33). 
kuen, Kreiherr von, Plleger zu \au- 

ders, /;•. 
kuechlin, Hauptmann, Abgeordneter 

von Glarus, nu'. 

Lamberger, Heinrich , Hauptmann, 
Kitier, Burgermeister von Freiburg, 
nu' (S. io5 unten). — 33. - 
N. 202. 

Leonello, Gio. Bait., venetianischer Ré- 



sident in Zurich, ^ / . ^ / H. 3o B i, da/u 

Anm. S. 58. — 52. 
Leopold L, kaiser, 85. 
Leopold V.. Frzherzog, siehe insbeson- 

dere 3i»*. 47'. 5ir. - 39-47, 5o. 58. 

59, 74-75, 76. 
Lerma, Gûnstling Philipps II L. 3i. 

33. 
Linguardo. 18*. vgL Ninguarda. (jio. 

Bait. 
Lintner, D' Johannes. kanzler des Krz- 

herzogs Leopold. n>'. Oi' (21. idS'. 

127'. — 42. 
Locher, D" Johann, Kai des Frzher/ogs 

Leopold, 7.5 (2). 77. - 42. 
Lodron, Graf von. Obersi, 2/. 2H. 2g. 

43, 128. — 78^ 
Longepierre, Poflier de. 4O'. 
Longueville, Herzog von, 82*^. 
Lorenzi. Knrico de. g. 
Lowenstein, Graf von. Oberst, 46. 
Ludovisi, (".ardinal, 70*. 
Ludwig XII L, Kônig von Frankreich. 

3g'. 42'. 47', 5o' (S. 59), 52. g2. g2'. 

g3,g5. roi B (S. 106). /// B a, dazu 

.\nm.. 116. iiH'. 12g, 134. i34'. 134 

B. i3g'. /:>9 B. dazu Anm.. 141. 14/'. 

141 B 1 und B i. 144. i55. i58\ 161. 

161', 166, 166'. 167. i67'(S. i83).- 

36-39, 48-50, 65-67. 70, 71. 77. 
Lullin, savoyischer Gesandter, 52. 
Lussi, Familie in Nidwalden, N. 201. 

(^aspar, Oberst. Landammann. 

lO-I I*. 

Johann, Landammann, 126'. 
Melchior d. altère, Oberst, Land- 
ammann, N. 200. 

- .Melchior der jiingere, Oberst, 

6l-62'^ b2-G3". 

- Oberst fCaspar oder Melchior der 

altère ?), lo*. 

Madruzz, Christina von, (8i-)82*'*. 
iVlaggio, Senator in Mailand, (34-)36'. 
Malaiesta, Pandulph und M. Tullius. 

Buchdrucker in Mailand, 17**. 
.Mansfeld, Graf Ernst von, 64, 74, 77(4», 



— 2 10 — 



Mohr, Kaiharina. Aebtissin von Mun- 
ster, 21*. 

— von Liechteneg^. Maximilian. 

Sekrelâr der spanischen (ie- 
sandtschafi in der Schweiz. 
spâter Rat des Erzherzogs Leo- 
pold, Freiherr, Graf. 4(2). 5. 7. 
S. 9, 9*. 10. II (2). 12 {2), ij. 20, 
2o\ 24, 26, 32, 32' (ôfiers), 46, 
47 (3). 47' (2). 4H, 4g (2), 5o. 
5f)' (S. 58-59, ôfiers), 52 (2). 
54\5g,5g\ 134. i35, i36, i53' 
(S. 168).— 12". 18-23. 42. 45*. 
46*. 5o, 53-54*. ()5, 6h. 75. 76, 
8o^o(3) _x. 19H. 

Rudolf, Schultheiss von Luzern, 

II), (20-)2l'. 

— Theodor. moderner Historiker 

(Graubûnden), 21*. 
Molina. Antonio, Dolmetscher Gueftiers, 
17. i2j'. — 38. 70. 

— 0' Balthasar de, interimistischer 

Geschàftstrâfîer von Spanien- 
Mailand. 26*. 
Mont. I-ucius de. Landrichter des obern 

Bundes, 2g' (2), 2y B ». 2g B .n. /// 

Bi (?). 123 Bô^?). — 53-54*. 
Monte, Camillo del, mastro di campo, 

/02', / // B 1 (S. 1 15, 1 16). 
Monterey, Graf von, spanischer Minister, 

75, 81''*. 
Moniholon. franzosischer (jesandter, 

41 B (Schluss), 42\ 46, 46', 47'{4). 5o 

B 1 und », dazu Anm. S. 58- 5ç) (3). 

52 (3). 52\ 54. 30, On, On\ O4 (?). 92. 

92'. ntg, ing*. — X. iQy. 
Mortefontaine, François Hotman de. 

franzosischer (jesandter, 52. 
.Vlyon, Agentder burgundisch-niederlan- 

dischen Regierun^ in derSchweiz, 53*. 
.\lyron, Robert, franzosischer Gesandter, 

33',3g,3g\42\47,47'(2),5o Bi und 

B«,dazu Anm. S. 58, 52.54. 6o*, 64 (?). 
g2.g2\ I lO, 1 18, 123, 127' i34\ i3g' 

und i3g B (ôfters), 141*, 141 Bi und 

B ». 144. i55, lOr, lOO, 170*. — 52. 

54. 55, 70 (3), 71. 



Nâf, Ulrich, Landammann von Appen- 
I zell-Innerrhoden, N. 202. 
I Nevers (Nan versa), Herzog von, 5*. 

Ninguarda, Familie im Veltlin und in 
Graubûnden, 18*. 

— Feliciano, Bischof v. Como. 
pâpsil. Légat, 17, i8>, 34*. 

— Giacomo, Besiizer von l-ô- 
wenberg, 18*. 

— Giovanni Baliisia, Bruder 
Feliciano's, 18*. 

— Giovanni Bauisia, Sekrelâr 
der spanischen Gesandt- 
schaft, 17, 18*. 2I^ 

Nuniius, Der. siehe Scapi. 

Obegni, siehe Aubigné. 

Obenraut, in Zurich. i3i. i38, ibs'. 

Ogliani, siehe Dogliani. 

Olivarez, Graf von, spanischer Minisier. 

75, 81". 
Orsini. Giovanni, Sekrelâr der spani- 
schen Gesandlschafi, 23. 23-24*. 
— Pietro, 23-24*. 

Padavino, venetianischer Gesandter. 

18*. 52. 
Panizono, Gio. Dom.. mailândischer 

(jesandter, 26*. 

Paribelli, D', Abgesandter der Veltliner 

bei den kath. Orien, i38, i38\ i5g, 
16 1. 

Pascal, franzosischer Gesandter, 52. 

Paul V., Papsi, 33. 35, 49. 

Paul, Johann, Dolmetscher Gueftiers. 

29 B 8 (S. 34), / / / B » (S. 117). 
i Pebliiz, Obersi, i3H, i3H\ 
Pesaro, venetianischer Gesandter in 

Frankreich, 134'. 
Pescara, Marchese. Siatthalter von Mai- 

land, 6^. 
Pfyffer, Caspar, N. 201. 

— Christoph, 12", 22^ 

— Leodegar, N. 201. 

— 1-udwig, 10*, 12**. — N. 200, 20 r. 

— Rudolf, Oberst. 126', 130. — 
N. 201. 



— 211 — 



PhilibertEmanuel, HerzogvonSavoyen. 

s» 

Philipp II., Kônig von Spanien, 2. 3. 4. 

()^ if\ 26', 28, 52. 
Philipp III., Kônig von Spanien, T, m, 

i5, 17, 21 , 22, 25. 27, 2g B :,. 41 , 41', 

46'. — i5, 3i, 41, 4(3", 49, 52. 
Philipp IV., Kônig von Spanien, 10', 

47, 47', 4H.5ir, 52, 8 1,83, 85, 101 B. 

III B 2, Anm. nach //:r, ii8\ 124, 

127. 177. — 4i)-5o, 5i, 52, 55', 57(2). 

5S, 5q, r>5, 60, 71, 72, 73, 75, 70. 

Si»*. " 

Philipp \'., kônig von Spanien, H5. 
Pimentelli, Girolamo. 20*. 
Planta, Die, 3, 11. ir, 17 (ôlters), 17', 
ig. — 45'. 48, 49. 

— Pompejus, 34'. — 49. 

— Rudolf, //, 17, [g, 20, 20 B (2). 

21, 5 g'. — 4Ô®. 
Porres, Antonio, Rat Feria's, 56*. 
Porzia, Nuntius, 52. 
Pro, Peter von, Oberst, Landammann 

von Uri, 6-7^. 
Pûntener, siehe Buntener. 
Puysieux, franzosischer Minisier, 167' 

(S. i83). 

Rahn. Bûrgermeister in Zurich, 167 B^ 

(S. i83). 
Rainoldi, vicario di Provvisione. in 

Mailand, 79' (3). 
Raitnau, Freiherrvon, mu, 10 r (2). 112. 
Raïazzi, italienischer iMinister, 86. 
Reding, Heinrich, Landammann von 

Schwyz, 29* (S. 3i), 68\ /o/'(3), i lu, 

1 14'. — N. 201. 
Refuge, franzosischer Gesandter, 52. 
ReifF, Hans, Abgeordneter Freiburgs, 

spâier Schultheiss, 126', 
Rho, Camillo, Haupimann, //o B 1. 
Rhyn, am, siehe Am Rhyn. 
Richelieu. Cardinal, 34', 77. 
Ritter, Lucas, Schultheiss von Luzern,8. 
Rizzi, Gian Angelo, Gesandter K.arls V. 

und Philipps IL bei den Eidgenossen, 

26». 



Robustelli, Carlo, cavaglierc (Veltliner), 
i3b,i35h. 
— Giacomo, cavagliere (Velt- 

liner), 26 B. 
Rochepot, (jesandter Frankrcichs in 

Spanien, 141* (S. 154). 
Rohan, Hcrzog von, 83. 
Roll, von, Familic in l'ri, 50, 87. i3g. 
i3g B. 140. 145. 146. 148, 14g, 
1 5n, i52. — N. 200. 

— Cari Kmanuel, Landammann, 

N. 200. 
--- Johann Ludwig, Maltheser-Com- 
tur, N. 200. 

— Johann Peter, Landammann,. 56 (?). 

57 {?), i3g B (S. iSi). — N. 200. 

Johann Wallher, Comtur des 

St. Stephans-Ordens, N. 200 (2). 

— Wallher, Oberst, Ritter, 57 (?). — 

N. 200. 
Rotburg, Herren von, Besitzer von 

Bernau, 87. 
Rudolf IL kaiser, 17", 19. 40-41. 
Ruinelli, Ilauptmann, aus Graubunden, 

123. 123 B 4. 17O (2), 777. — 72. 
Rusca, Nicolaus, Frzpriesierzu Sondrio, 

35. 
Rusch , Hauptmann , von Thusis, 

i35. 
Rye, de. Famille in der Freigrafschaft. 
8i-82»«. 

— Marc, seigneur de Dicey, Gesandter 

Philipps IL fur die Freigrafschaft, 
26», 81^0. 

— Marc-C-laude.marchesediDogliani, 

ausserordenilicher Gesandter von 
Spanien-Mailand, 61 ^^ 76(3), 81 >«, 
86-87». 

— Marc-François. 81-82 



16 



Salis, von. Hercules, /2.vBa (S. i3o). 
— 3i. 

- Rudolf, .V3'. z/^-. 7 2.V Bi undBj, 

/24*, 127', 12g. i53. i53\ 154.— 
23*°, ("7 (2), (39, 70. 

— ein, (Rudolf Andréas von Salis- 

Zizcrs), 5u' (S. 58). 



— 212 — 



Sanctus (?), Rat Karl Emanuels von 

Savoyen. loi B (S. io6). 
Sarcgo, Nuntius. 35\ — 52. 
Savelli. Fursl Paul . kaiserlicher (îc- 

sandlcT in Rom, yo', tOy' (S. i83). 

Savoyen. Herzog von, siehe Karl Kma- 

nucl. 

<,«. Prinz Major n> von. sichc 

\'icior AmadcLis. 

Sayn. (^Jirisloph. Domhcrr in (>hur, 

(jcsandlcr des liischofs. ./j* (2) (Seile 

53-54). — ^^' 
Scapi, .Messandro. Bischof von (-am- 

pagna, Nuntius. 47' (2). 4g {2). 5o B 1 

(S. 57), dazu .^nm. S. 58 (Ofters). 52 

(S. 61), 56. Ou. Oit", 64, 6j. "/(>'. 73". 

un" (S. 104), II G. II fi. 121. i3ç)* 

(S. 149), 141. i55. iby. i5H, 162, 

i66\ — (34-)35», 5o. 64. 
Scaramelli, .Modérante, venetianischer 

Résident in Zurich, nfi, i53\ 
Schauenburg, Johann Reinhard, Rat 

des Krzherzogs I.eopold. /'. 62*, 03. 

6j, 117,1 18, I iH'. 
Schauenstein, Rudolfvon(Graubùndcn), 

— D', 12J B4 (S. i33). 

Schelhammer, Hauptmann, von Bern. 

123 B 8 (S. i32). 
Schiegg. Konrad, I.andammann von 

-\ppenzeII-Innerrhoden, N. 201. 
Schiller, Rat des Krzherzogs Leopold. 

lOç). 
Schinchinclli. Oliviero, Riiter des vSanct- 

Jakobs-Ordens. /o*. — 75, 76, 80^° (2). 
Schmidlin, D' Johann Christian, Rat 

des Krzherzogs Leopold, i\ O-j. 80. 

lOO. /70, lytt*. i y 1 . 172. / 7.V, i';3\ 

174. — 42. 54. 
Schônau, Johann Krhard von, Rat des 

Krzherzogs Leopold, 02'. 
Schûrpf, Ludwig. Schultheiss von Lu- 

zern, 5{)*. — N. 201. 
Schwaller, Schultheiss von Solothurn, 

16'. 
Secchi. mailandische Familie, 12^^ 
Sccco-BQrclIa, (îraf Princivallc. u. 



Secca-Casati, Bianca, Gemahlin von 

Alfonso Casati, 5 (Schluss). — 9, 12*. 

12' S i3» 78«. 
Serbellone, Graf, 106. 
Sforza, flerzoge von .\lailand. i. 

— (jraf (^osimo, 82. 
Sigillmann, Hartmann Heinrich von. 

lO'. 
Sigismund IIL. Ronig von Polen. 44 ^ 
Sigmund Franz, Krzherzog, 44-45*. 
Sillery. franzOsischcr Gesandter, 5j. 
Silva, Violante de. zweite (jcmahlin von 

Girolamo Casati. 2. 4-5*. 7**. — N. 197. 
Solandeli, Oberst, 2O B. 
Sonnenberg, Jakob. Schultheiss von 

Luzern, 2g\ 101 B(S. io5 
unten). 126', — N. 201. 
- Johann Jakob, Landvogt. 

Gesandter nach Rom, 
N. 199. 
— Johann Rudolf, Ratsherr. 

Landvogt u. s. w., 12**, 
ih*. 22-23', 57. 
Spiez. Baron von. 123 B s (S. i32). 
Spino. (jrafen von, 87®. 
Spinola. .Ambrosio, Feldherr Spaniens. 

spàter Statlhalter in Mailand, 46*. 
Sprealico, Antonio (aus .Mailand ?), 7^. 
Sprecher, Fortunat von, Abgeordneter 

der Bûndner, Geschichtschreiber, .^6''. 

5o' (S. 58), 5g' (S. 70). 
Staal, Hans Jakob von, Stadtschrciber 

von Solothurn, i3. 14 (2). 
Stadion. Johann Christoph. Rat des 

Krzherzogs Leopold. /*. 2 (2). t58, 

i5g. 
Staub. Abgeordneter von Zug. 12O'. 
Steiger, Jakob. Hauptmann, spâter. Agent 

der katholischen Orte in .Mailand. 2. 

II. 12, i5. 17, 24. 3o. 52, 54. — 40"*. 

48, (82-)84". 
Steiner, Hauptmann, in Zurich, 1O7 B2. 
Stredele. Karl, Rat des Krzherzogs Leo- 
pold, 3\ 4\. 5\ 0\ Anm. zu 26 B(S. 28). 

3o\ 38\ 46'. 48', 55'. 58'. 5g'. 66. 

06'. 73', 7O. 77, 84. 108'. 116, 117. 

i5r, lOg. - 42, 45*. 70. 



Waiienwyl, von, Johann, Bischof von 
Lausanne, Kandidat fQr 
die spanische Gcsandt- 
schafi, 58. Sg-ôo*. 
Johann Jakob.Schuliheiss 
von Bern, 5g-6o'. 
Nicolaus, 59-60*. 
Peter, Oberst, 'Jj. 41.41', 
73.84. i24\ iJ.-i, (.75 B. 
— 58. 59-60*. 
Werro, Sébastian, l'ropst in Frcibur^;, 

14, 59-60*. 
Wieser. Achatius, Landammatin von 

Appenzcll-Innerrhoden, N. 301, 
Will. D' .Michael, Sekreiàr des Kr^her- 

zoys l.eopold, 4a, 4()-'. 
Wollcb, Magdalena, 62'". 
\Vyermann(Vierman), Haupimann. von 
Bern, ,a.îB»(S. iSa). 

Yberg, ab, siehe Abyberfî. 

Zeherder (Zehendcr ■• Zecrleder ?). zwci 



Zeiler, Christoph, iSg B (S. i5i), 140. 
Ziegler, Johann Ulrich. Hauptmann, von 

ZDrich, /3,îBi(S. i3a). 
Zieler, Sébastian, Canonjcus, Sckretâr 
des Bisthofs von Chur. is.'i. lij. 

Famille in l,uzern, ll^ 
Freund Guillimanns, i5. 
Johannes, rr*. 
Johann Heinrich, Land- 



I Uri 



14'. I 



136'. — 77. — N. ïoo (2). 

Zufliga, Baidassare. spanischer Gesand- 
ter in Prafi. Pat Philipps IV, s:i, r)4. 
-4'. 57- 

Zur Lauben, Konrad. Ammann in Ziig. 
77. — N. 201. 

Zwyer v. Evibach, Sébastian Peregrin, 
Landvogi von Raiserstuhl. Haupt- 
mann, spâter Oberst. Generalmajor. 
Landammann von L'ri u. s. \v.. iGj 
B ». — N. 200. 




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Stvophenbaii in dcn Gedichlen ICphrdms des Syrers, mil ciiw* 
Anhange Ober den Zusanimunliang /wischcn syrischer und byzai 
tinischer Hymncnform, von Hubert Grimme. 



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