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Full text of "Die Zigeuner in Europa und Asien; ethnographischlinguistische Untersuchung, vornehmlich ihrer Herkunft und Sprache"

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Die 



Zigeoner 



in 



^ nt p ü tttt> ^fien. 



Etiinögraphisch - linguistische Untersuchang^ 

Tomeliinlich 

ihrer Herkunft und Sprache^ 

nach gedruckten und angedruckten Quellen 



TOIk 



Dr. A.. V. Pott, 

•ni. Prof. der allgem. SprachwiMenickaflt an der kßnigl. pirtoM. Univeniat 
Halle -Wittenberg, sowie der Kurlindischen Ges. flir pt. u^KtAlMUww. ord. , 
der Lettisch - literitr. Ges. Ehren .^ »vtkt ^^rUctn/jr/eif. zU fflt^ Mitgl. 



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Einleitung über GaunifrspraiGhen^ 
Wörterbuch und Sprachproben. 



Halle i94UI. 

Druck und Verlag von Ed, Heynemann^ 

London, bei Williams Ic TCorgatc. 



./ 



1 






*> * 



« • • * 




Ufor'wortm 




a ich Wesentliches jetzt nichts hinzuzufügen habe, 
mögen ein paar Zeilen genügen ^ um mein Bedauern über 
das nngewöhnliche Anschwellen auch dieses zweiten Ban* 
des auszudrficken. Unnotliig jedoch schien nichts ^ und 
gern hätte ich den Texten des Anhanges noch mehr Bei- 
qiiele^ namentlich die mir von Hm. Graffunder mit^ 
getheilte Leidensgeschichte Christi, beigegeben^ 
mehr jedoch, weil sie, als ungedruckt, diesem oder jenem 
wunschenswerth erscheinea.möehte, 'aBsri^i'^Gwlhen, dass 
sich daraus noch viel Neufes - ^rffäbci». , Borrow's Schrif- 
ten würden einer sorfffältiffe]l Nacliforsclmnor vielleicht 
eine nicht unbedeutende Na^hle^cr. igei\SbVen : mir ge- 
brach es an Zeit, und, ehrlich gestanden, auch an 
Lnst, mich länger mit diesem wunderlichen und im 
Grunde doch zu interesselosen Jargon der Gitanos zu 
befassen, zumal sich etymologisch so wenig Erspriess« 
liches damit anfangen lässt Lieber halte ich die Zip« 
pePschen Papiere einer nochmaligen strengen Durch- 
sicht unterworfen, indem darin noch einige nicht ganz 
nnbrauchbare Körnchen zurückgeblieben sein mögen, die 



^ 



tv Vorwort* 

jedoch daraus hervorzusuclien 9 bei der bunten Natur je- 
her Papiere 9 eine tädiöse Arbeit wäre: Vieles von 
WertL^ das darf ich versichern ^ ist in ihnen nicht mehr 
zu finden. 

Und so mag denn mein Buch hingehen in die 
weite Welt 9 und^ wenn es dies vermag^ in ihr sich da 
und dort einen vereinsamten Leser erwerben: besitzt ei^ 
genug Liebe zur Linguistik^ vielleicht dass er dann die 
Zeit nicht ganz verloren achtet^ welche er selbst, wet* 
che der Verfasser einem , mit fast zu viel Geduld zu 
Ende gebrachten Werke opferte. 

Pott* 










13 



IFdrterlincli. 



A« Einleitung. 

Cyharakter der Gaanersprachen. **) Zwar haben wir 
bereits I. 4 fi* aaf die grosse Kluft hing^ewleseii , welche von 
den niann!chfa]tig>en Diebesidionien die Romsprache trennt. Um 
dies jedoch desto eindring'licher fühlbar zu machen , je öfter 
dieser Irrthum auf die Untersuchung' über der Zigeuner Her- 
kunft nachtheilig gewirkt , gestatten wir uns eine kurze Cha- 

*) Das RotwälscK stand in Deutschland zur Zeit des dreissigjälix 
rigen Krieges bereits in -voller BlUthe, wovon dia „Gesichte Phi-> 
landers von Sittewald Th. If. Strasb. 1665. Ges» VI. Solda- 
tenleben'' und insbesondere S* 633 ff. das Vocabiilar „def ,,Feld- 
sprach^' hinlängliches Zeugniss, ablogevi. ..' Von Z^Wn^een und de- 
ren Sprache ist daselbst nirgen^j »die Äfildo, sq da«sj dies als leere 
Fielion Ton Arnim's (s Bd. I. S.*!!.) anzusehen, Crund yorhanden. 
Vielmehr enthält das \"oc. durchweg rur* Rotwelsche Ausdrücke» 
und befindet sich, geringe Ausnahm^^h abgterechactV mit dem Schot- 
teischen Verz. in so grosser Uebereinstiniroung*^ *id<isfi ''man beinahe 
argwöhnen muss, beide seien aus e*nei^ gj^mcfn^c^^afilicljen Quelle ge- 
flossen. Aus der Feldsprach hebe, jch . a's (^r die Erklärung des 
Wortes: rotwälsch wichtig aus: Kot er Bettler, und daher roth- 
beth (Bettlerhaus), ein Comp, daraus mit beth (Haus), welches 
auch selbst in der späteren Yerderbung boss (casa) Hervas, Toe. 

Poligl. p. 124. mit Recht für Hebr. T\'^T1 ausgiebt. Sonst sind in je- 
nem Gesiebt auch mehrfache Proben von dieser Sprache geliefert ; 
ausserdem jedoch z. B. S. 587. ein Franz. Brief mit Griech. Schrift: 
S. 601. ein anderer ',,pur^ tantummodo mutatis vocalibus et liqui- 
dis'S ^^^ ^^^ ^^^ Worten: Riobo hoUom (Liebe Herren) an- 
bebt. — Noch ganz neuerdines erschien wieder von Anton, Wß. 
der Gauner- und Diebessprache. 2. yerb. Aufl. 8. (4^/, B.) Magde- 
burg 1843. Ueber das Afinskoe s. noch Ausl. 1843. — Ferner 
F r a n z./ Rtw. in £ u g. S u e , Mjst^res de Paris T. I. zu Anfange. 
— Das Balaibalam, eine mystische Sprache der Sofi's be- 
spricht S. de Sacj* im Journ. As. T. U 1822. p« 141« und Not. tt 
£xtr* des Mm. de la Bibl. du Roi T* IX. 

U. 1 



2 lir. Wiiiterbodi. 

rakicrisUk Jener, '/ii so unsauberen Zweclen g'anz eig'entlich 
erfundenen künstlichen Jarg^ons, die, g-anx abgesehen von 
ihrem polizeilich -praktischen Interesse, sicherlich nicht jedes 
anderen ermangeln. Ohne Frage z. B. kann der sprachwis- 
senschaftliche Forscher gar Manches aus ihnen lernen. Unter 
Anderem wird ihm daraus für die hieroglyphischen Me- 
taphern manche witlkommene Parallele entgegenspringen. Sie 
zeigen ferner klärlich den Unterschied einer gemachten 
Sprache von einer naturgemäßes gewordenen, und wie weit 
es jene zu bringen vermochte und so dgl. mehr. Ueberhaupt 
aber darf man behaupten : Es sind nicht die schlechtesten Köpfe 
gewesen, denen sie Ihren Ursprung verdanken, diese Denk-' 
male eines, wenn auch zu schlechtem Zwecke aufgebotenen, 
doch glänzenden Scharfsinnes und einer ihn befruchtenden Ein- 
bildungskraft voll der kecksten Sprünge und lebhaftesten Bil- 
der; und an dieser beider Schöpfungen hat sich überdem oft 
sprudelnder Witz, freilich der übermüthigsten , ja schrecklicher 
Art, betheiligt, der nichts desto weniger, da.<s er zu oft nach 
dem grauenvollen Gewerbe seiner Schöpfer und Fortpflanzer 
duftet, wie fast immer durch Kühnheit, so auch häufig durch 
die schlagende Richtigkeit seiner, blitzartig ins Licht gesetz- 
ten Beobachtungen überrascht und fesselt. 

Verdeutlichen wir dies durch einige, nicht gerade mit zu 
ckeler Auswahl aus einer grossen Menge anderer herausge- 
grilTene Beispiele. Kann man wohl treffender und wahrer die 
Seele boa^klineo,. als im Cergo *) geschieht; wo man sie 
die Stetg^'Ärendcy' ifcvIg^'^eTpetua) oder, mit einem an- 
deren im MijqJc von ''Vj^iufoi^qrn fast auffälligen, aber doch 

innenden Ausdrucke: 

dann Sauce, Brn- 

benennt? Oder 

Ist es nicht* efnpsychJs'dhFbeachtenswerther Zug, wenn Men- 
schen , die sich durch ' iiif vorsichtigen Gebrauch der Zun- 
ge um den Hals bringen können, dieses Glied ein gerährliches 
(danosa), nnd den, sie nur zu leicht lösenden Brannte- 

♦) Heryas, Voc. poh*gl. p, 124. , Tgl. Rw. 11.141. Hervus verderbt 
den schönen Sinn des Wortes, indem er Salsa (anima, cuore) 
fälschlicher Weise vom Deutseben: Seele leiiet. — In Betreif der 
Germania stand mir zu Gebole das in folgendem Buche p. 151 — 
1200. enthaltene Vocabular: Romances de Germania de varios Aulo- 
res, con el Vocabulario por la Orden del a. b. c. para declararion 
de sus t^rminos y lengua. Compuesto por Juan Hidalgo: El dis- 
curso de la expulsion de los Gitanos, que escribio el Do- 
ctor Don Sancho de Moncada , Caledratico de Sagrada Escrilura en 
la ÜniTersidad de Toledo ^ j los Romances de la Germ, que escri- 
bio Don Francisco de Qaeyedo« Con licencia. £n Madrid 1779. 8* 




Am Einleitong. 3 

wein, wie die Cftechischen Gtnner Üinn, sawjtorka i, L 
Plappermaul (in vino veritag!) heissen? Mir wenigstens gpe- 
fällt jeuer Name in der Thai bei weitem besser, als der andi 
im Gergo dafür übliche: serpentina (schlangenähnlich) 
oder in der Germ, desosada (knochenlos), Dph. lall, v. 
Gr. lall er, I alles (lallend), wiewohl ich auch sie nicht für 
geblecht halte. — So ferner prüfe man die Germ. Ausdrücke: 
Clerta (der Gewisse) für Tod; — was ist gewisser ? Gleich- 
sam für todt (difunto) — man entsinne sich der zwischen 
Tod und Schlaf bestehenden Brüderschaft — - gilt auch der 
Eingeschlafene. — Borne (Grenze) hcisst der Galgen, weil 
an Ihm eine ultima reriini 1 i n e a dem Leben wie den Schandthaten 
ihr Ziel steckt; und In dem ähnlichen Ausdrucke fi ni hus- 
te rrc verräth sich vielleicht die geheime Furcht von Büse- 
wichtern, hinter jenem Cap Finisterrae möge noch ein ande- 
res Land ihrer harren. Auch balanza (Wage) und basi-. 
1 e a , das Ich noch eher für eine Verdrehung des vorigen , als 
mit Bw. IL 145. für das Russ. wicjelitza halten möchte, be- 
zeichnen den Galgen; ersteres wohl nicht bloss, weil der 
Körper dran aufgehängt, sondern etwa auch desshalb, well 
durch Ihn seinem Inhaber, wie beim Aegyptlschen Todtenge- 
rlcht, das verdiente Schicksal zugewogen wird. — Den stechen- 
den Dorn (e Spina) erkor man zum Sinnhilde des Verdachts; 
und das Ikadowat (verrathen) der Ilant. glaube Ich mit 
Recht vom Böhm, had (Schlange) zu leiten, wie Germ, buho 
(Eule) st. Angeber, Verräther. Rigor (Strenge), auch pa- 
drastro (Stiefvater), venga - injurlas (Beleidigungen 
rächend) Ist im Sinne der Leute vom Diebshandwerke gewiss kein 
unpassender Name für Fiscal, Procurador en contra; so auch 
madrastra (Stlefiiiutter) für Kette oder Kerker. Letzteren 
charakterlsirt schön das treffende Wort: temor (Furcht), wie 
geinen Bewohner Im Deutschen Rtw. krank (geistig, wie 
kör])erlich, indem er das Freie nicht suchen darf. Vgl. umge- 
kehrt It. cattivo aus captivus). Ausserdem, mehr oder weniger 
schicklich, angustia (Enge; Im PL st. galeras, die Galeere); 
trena (Kriegsschärpe) gerade nicht nach einem Ehrenbande, 
und daher m. treno (ein Gefangener), sei's nun, weil der 
Kerker Ihn umfängt, gewissermassen bindet, oder weil er drin 
In Banden liegt; banco (Bank; auch Galeerenbank), wohl 
vom Sitzen (Gefangensitzen), und, möglicher Weise, mit äus- 
serlichem Anklänge daran banas.to (elg. grosser, rundgeform- 
ter Brodkorb, der Indess den Gefangenen weder geräumig ge- 
nug, noch zu überfüllt von Brot dünken mag). Exe r cito, 
was eig. Armee (exercitus) besagt, greift vielleicht In der 
£tymologie noch weiter zurück und mag ironisch Ort wie Zeit^ 

1 * 



4 III. WörterbocL 

gelegen zur Uebang im Schmieden von Plänen gegen den Feind, 
allererst, versteht sich, zum Losi^ommen aus der Haft anzel* 
gen sollen« Tropel, woher tropelero, d. i. saltcador 
(Strassenräaber) , ist, sagt man uns, 1. ruido (Geräusch) und 
sodann 8. carcel; träpala und trapana nur letzteres. Diese 
beiden Wörter fänden eine passende Erklärung im Franz. trap* 
pe (Falle); allein, da Span, trapa, ähnlich wie tropel, „Bruii 
qu'on fait en frappant des pieds, ou en criant a tue tete^^ be- 
zeiehnet, fragt sich, ob nicht etwa dadurch das GcHlngniss 
als ein Gegenstand hingestellt werden soll, wider den man 
sich mit Fussstampfen und Hülfeschreien aufs Aeusserste sträubt. 
Oder dachte man an das Kettengeklirr oder wohl gar an das 
Gegentheil von allem Geräusche, die öde Stille des Kerkers? 
— Trabajo (d.i. travail, pelne, fatiguc) steht gemeinschaft- 
lich für Kerker und Galeere. Auslas im PI. = galeras, wo- 
für auch sonst penas (d. I. peine); im Sg. ansia Agua, 
tormento de agua. Da ansia Im Span, nicht bloss Schmerz, 
sondern auch ein heftiges Verlangen bezeichnet, führt letzteres 
leicht auf den Durst und das, womit er am gewöhnlichsten 
gelöscht wird, oder das Wasser; — eine Qual, die man in 
heissen Klimaten noch mehr zu würdigen weiss , als anderswo« 
Sardellenprügeler (apaleador de sardines) ist ein fast za 
grausames Witzwort, auf den unglücklichen Galeerensklaven 
gemünzt, der mit dem Ruder die Meereswellen und sonach 
auch deren lebende Insassen peitscht. Desgleichen für einen 
Ausgepeitschten: declplinante de penca (auch penca- 
d o) , wie für den am Schandpfahl Ausgestellten : d. de lux 
(Licht). Penca, Peitsche, ist eig. das stachelichte Blatt ei- 
ner Distel, dann Peitschenhieb; declplinante aber unfehl- 
bar aus disciplinante verdreht, als wären jene Sträflinge 
sich selbst freiwillig kasteiende Flagellanten. Frlsar (frlser, 
relever le poil du drap) wird für peitschen und reiben (Span, 
refregar, vgl. Lat frfcare) gebraucht; palmear (eig. bloss 
mit der Handfläche, palma, schlagen) und envesar aus Sp« 
enves Rücken, Schultern, für ersteres. Faxas (Lat. fa- 
Bciae) heissen ile Peitschenhiebe, unstreitig der gürtelartigen 
Striemen halber, welche sie zurücklassen; quexcos (wohl 
st. quexigo Espece de eh^ne vert) etwa in dem Sinne, als 
spräche man bei uns von Haselstöcken oder Weidenruthen; 
und duros (hart) sowohl sie als (well ledern oder drük- 
kend?) die Schuhe, wie in der Hant* te'zkj- (schwer von Ge- 
wfdit, beschwerlidi} die Eisen. Ein anderer Ausdruck dafür Ist 
to eines (Pökelfleisch), — vgl. auch salon (Saal, aber auch 
Stttdk gesalzenes Fleisch) st. palo (Stock, Stockprügel) — wel- 
che« sich der Rotw.: Speck und Blaakohl für Staupbesen 



A« Einleitoiig. 5 

in würdiger Welse «nr Seite stellt y indem wobi nicbt zwei- 
felhaft bleibt, wie daranter der Rflcken mit seinen blauen Brav- 
sehen verstanden wird. Darum steht auch wohl Kobl, in* 
dess auch kuhel bei r. Groim. geschrieben, allein für Staup- 
besen, sowie auskohlen fflr auspeitschen, brandmarken, küh- 
len Y. Grolm., den Kohl stecken (gls. pflansen?) oder 
einen kohlpotten (g'ls. aus dem Kohltopfe zu schmecken g'e- 
ben), ktthlen (eher erhitzen!), maksen Wldb. IHr stänpea, 
— Pelig-ro helsst um der Gefahr willen, durch sie zum Be- 
kenntni^s g'czwun^n zu werden, sehr bedeutsam die Foltefi 
und Gefahr: rumbo (Rumb, air de vent. Chemln, rodte qu'on 
sult dans une afialre), well in der Nothwendigpkeit, unter des 
verschiedenen Richtung>en Einen Cours zu wählen, eben die 
Gefahr liegt. — Mon llnge est lav^ sagt man für: Je 
m'avoue valncu, j'en ai assez, und Die Suppe ist kalt| 
um auszudrücken : Es ist Alles verloren oder verrathen. Weg- 
weiser für Landesverweisung. Wldh. Kraut fressen 
durchgehn, verm. weil ein Gefangener, der ausgebrochen ist^ 
sich Anfangs mit allerhand ungekochten Producten des Feldes 
zu behelfen gezwungen ist. Hinkrauten hingehen. Beiv.Gr« 
Kraut (Flucht), kraut bicken (d.i. essen), aus dem Kerker 
flüchten; ausbrechen; krautsupp Hülfsmittel zum Entfliehen« 
Fassen wir die mehr thätige Seite des Gaunerlebens ins 
Auge, so begegnen wir nicht minder merkwürdigen Bezelchf- 
nungen. So z. B. für Degen, Schwert: centella (Funken); 
filosa (und filosos st. cuchlllos) , weil Sp. filo. Frz. fil die 
Schneide des Schwerts bedeuten, woher auch fllar, cortar 
sutllmente. Respeto (Respect), viell. Rtw. kehr um aus 
dem gebieterischen: Kehr um! Ferner: Blankmichel, 
Langmichel; Stossflinte. Für Dolch; joyosa, am Cn- 
kraute, joyo (Lat lollum) genannt, reich, wegen des Schadens, 
den er anrichtet, enano (Zwerg), wie In der Haut, szt^n^ 
(junges Hündchen) für Pistole, Indem die verhältnissmässige 
Kleinheit Ihr Vergleichsdrltte ausmacht Sonst, acht Spanisdi, 
atacador, barahustador (vom Germ, barahustar, 
acometer) , d. i. Angreifer, und desmallador (Auflö- 
ser von Maschen oder Panzerringen) ; auch secreto. Aehn- 
ildi minamayor, minamenor grössere, kleinere Mine st* 
Gold, Silber; und minaludia Kupfer: nämlich ludla hat in 
der Germ, die Bedeutung von bellaca (mdchant, pervers), wo- 
her dann auch wohl lud los quartos ü ochavos, als geringe 
Hünzsorten« Sodann quatrö (eig. 4, wohl als VlerfQssler) 
ftlr Pferd; hingegen quatro de menor: Esel. Auch tres 
(3) de menor, es asno, 6 mache. Quatropdo (quartago) 
.etwa ^t Anklang an 6p« estropear. Ygl. Bw. grodogöpo 



« m. Wörterbuch. 

Woanded. Esiropcädo. Guillopio Manco. — Schiessen wird 
bei r. Grolm. durch Schnellen, Knallen ans^edrfickt;. Pul- 
ver und Blei durch: Pfeffer und Salz, oder Kimmel a. 
S.; Schlesskugcl durch: Bohne, Walze, Walzer, Rau- 
scher. Schneller ist WIdh. die Büchse (durch Druckf. 
steht Büsche) und beschnellen, knalpen erschiessen« — 
Gobierno (eig'.Reg'ierung*, Lenkung*) bezeichnet in der Germ« 
den Pferdezaum; allein in nicht so unschuldiger Weise (s. V« 
Grolm. u« Ktw. Gr) wird im Deutschen Ktw« Keg'ierun^ 
iler Strick genannt, womit die Diebe Leute binden, oder 
Schweinen beim Stehlen den Hals zuzuziehen pfleg'en , damit 
sie nicht schreien; sperling (gls. von sperren) aber der 
Knebel, welchen man den Menschen in den Mund steckt, um 
sie am Schreien zu hindern. Pchm. meistern. Jemand bin 
den; g-ls. als hätten die Bindenden Recht geg-en den Gebun- 
denen, dessen sie sich bemeisterten. — Komisch g'enug* heisst 
die Leiter In der Hantyrka spewak: Sänger, weil man dar- 
an auf- und absteigt, wie der Gesang auf der Tonleiter; oder 
pozirak der alles verschlingende (Diebes-) Sack von por'i- 
rati (devorare). Auch rybnjk palit (den Fischteich aus- 
brennen) so viel als: betrügen oder ins Unglück bringen (wie 
es mit Fischen eines abgelassenen Teidies der Fall sein wird) ; 
autrata (eig. Aufwand, Kosten), Wirthshaus, wie Germ. 
alcancJa (Sparbüchse), Padre de mancebia; doly Gruben, 
wenn auch wohl nicht gerade immer Fundgruben, sowie hlu- 
b k a (profunda) st, Tasche nebst v. Grolm. Tiefe (Kasten, Kiste)) 
und Igel (Koffer) verm. seines oftmaligen borstigen Ueber- 
Bttgs halber; kaszna eig. Wasserkasten für Weiberrocli; 
postrzihacz (eig. Tuchscheerer) für Schneider, sicherlidi 
mit Andeutung, dass diese im Rufe stehen, gern durch Be- 
schneidung von fremder Leute Tuche für sich ein Schäfchen 
zu scheeren; kachljk Ofenkachel — etwa weil er dem Hin- 
zurichtenden tüchtig einheizt, zugleich mit Anspielung an Böhm, 
kat? — vgl.mettre snr laplanche au pain (mettreenju- 
gement), gls. Einen in den Backofen schieben mit: Enfour- 
nez ces brigands-la und Boulanger, Teufel — für Scharfrichter 
11. s. w. enthalten mehr oder weniger Salz ; wahrhaft tenfliscJi 
aber sind z. B. kalit (eig. trübe machen, z. B. das Was- 
ger), st. vergiften, sowie Im Rtw. heimerllch spielen^ 
umbringen; bensch Gebet der Juden, wobei sie sich die 
Knöchel mit Riemen umwinden, und daher 2. Einbrnch, wobei 
die Hausbewohner geknebelt werden, v. Gr. — Aeusserst 
ndve Unbefangenheit giebt sich kund in den Ausdrücken so-» 
corro (Hälfe) st, Diebstahl; trabajar arbeiten st. stehlen 
in der Genn.; eben so bandeln v. Grolm. n. Pchm. S, 87«i 



A. E]uleitun<{. 7 

ausfahren fftuf da^ Stehlen gehen) Riw. Gr.; fahrt (Aus- 
gang* auf einen Diebäiahi) , c i n f a h r e n (hhieinscblüpfen) , 
verdienen, dureh Uaub pder Diebstahl erwerben; stehlen, 
rauben, und Stück Brot (etwas zu stehlen) a^ U. wissen 
bei V. Grolni. WIdh. geschafft Jahrmarkt; gut g. (guter 
J.) , — versteht sicli , für die Freikäufer ! Einen dicken Schelm 
dagegen wird man in deren Nacken gewahr, welche, wie in 
der llant. der Fall ist, die Kirche: bauHlllig (sjpka) nennen, 
was der bigottere Spanier, dem sie salud (Heil), cstrella 
(Stern) xu heissen nicht aufhört , gewiss nicht gewagt hätte. 
Parze s (Stock von einem Baume) ebenfalls für Kirche in der 
llant. lässt sich minder klar begreifen; zielt man hicmit etwa 
auf die bildlichen Prügel , welche darin Strafprediger austhel- 
len, oder auf Frz. parroisse? Wostro Raub in der llant. 
besagt elg. s. v. <'u ostrjr scharf, weil es dabei scharf und 
gewaltsam herzugehen pflegt. Pes (Ilund) ein Schloss (se- 
ra), weil für das.^elbe der treue Wächter des Hauses ein al- 
lerdings schönes Bild abgiebt. (Man vergl. chien, Span, ga- 
tillo, d. i. Katze, = Deutsch bahn, Engl, cock, an einem 
Flintenschlosse). So auch nennt das Deutsche Rotw. den Vor- 
legelöffel mit den dazu gehörigen Esslöffeln in sehr gefühlvol- 
ler Weise: Klucke mit den Küken (Gluckhenne mit den 
Küchlein): ist es doch angenehmer, die Kleinen unter der Ob- 
hut der Mutter, kurz alle recht niedlich zu Einem Griffe bei 
einander zu Gnden! Und schule wird die ganze Sammlung 
von Diebesschlüsseln geheissen, die unstreitig ein geschickter 
Schulmeister ihre Dienste zu thun lehren wird. Das schon früh 
aufgekommene Wort für Finger und Hand belehrt uns, wo- 
zu diese da sind — zum Greifen; ob auch in unehrlicher 
Weise, thut nichts. V^ulc, hat gripelick, v. Sittew, und 
Schott, griffling (digitus); WIdh. greiffling (Hand) und 
greifflinge (Handschuhe); Rtw. Gr. griffling in den 
zwei letzten, v. Grolm. griffeling in sämmtiichen drei Be- 
deutungen. Die zwei Finger, damit in die Taschen zn fahren, 
scheeren (Scheere v. Grolm.) zu nennen, findet WIdh, nicht 
unschicklich; und in Spanien sind tiseras (Scheere), sonst auch 
jigantes (Giganten), die beiden grösseren Finger der Hand; 
in Böhmen klepeto (Krebsscheere) die letztere selbst, und 
pichawy (eig. stachelig, i. B. von Gew^äcJisen) Nägel an. 
den F. Germ, habas (Bohnen), uiSias, wahrsch. weil man 
sich damit, wie die Bohnen mit ihren Gabeln, festklammern 
kann. In der Germ, ferner führen die Hände den Namen an- 
elas Anker; — natürlich um sie in tüchtigem Grunde eiuzu-. 
schlagen; fernejr mit geringer Umbiegung von gerra Klaue 
M gerro, wohl um des o Im Spt mano willen; auch rastil- 



8 IlL Worterbucb. 

I09 weil die Hand dorch die Fing'er Aehnlichlieit mit einen 
kleinen Rechen bekommt; ja sogar labi^adora: Bäuerin, oder 
bnckst&bliek , was jedoch in diesem Fatle nicht in zu streng'eni 
Sinne g'enommen werden dürfte: Arbeiterin , von 8p. lab rar 
Laboarer) faire qaelqne ouvra^ de ses mains; — freilich 
^^^eschwind mit der Hand , sagt der Bentelschneider.^^ — Ge- 
nugl Wir werden später nochmals hieranf zurQckkommen. 

Die mir bekannten Gaunersprachen enthalten sämmtlich 
dne Masse etymologischer Seits überaus dunkel er Wörter; 
natürlich schon aus dem Grunde, weil gar oft bei ihrer Ent* 
stehung Zufall und Willkfihr des Augenblicks im 
Spiele waren ) die natürlich aller Berechnung spotten. Im All- 
gemeinen jedoch müssen wir bemerken , dass die jedesmalige 
Unterlage derartiger Idiome die Sprache desjenigen Landes 
Ist, wo man eines solchen sich bedient, mithin a. B. das Cze<» 
chische in Böhmen, das Italienische in Italien, für das Rot-« 
wälsch die Deutsche Sprache u. s. f. So unter Anderem sind 
in der Hantjrka b^la weisses Mehl (Böhm, b^l); b^lka 
Milch; b^läk Käse, Mond; b^lky Licht; b^lo Tag; sämmt* 
lidi nach der weissen Farbe benannt« Bei r. Grolni. Weis- 
ung Milch; Weissert (Weck, d. I. Weissbrot); Weis-* 
krael (weisses Korn) Weizen; Weisbirn (Ei). Weis- 
heitsschieber (-Pflanzer), weil er Weissbrot in den 
Ofen schiebt (macht, backt), der Bäcker. WIdh. weisser 
seh nee weisse Leinwand; aber Rtw. Gr. schnce für weis- 
ses Wachs; blenckert (Schnee). Alba (im Sp. Tagesan- 
bruch, Chorhemd) st. sabana' (Botttuch) und daher albanado, 
dormido« Paloma (elg. Taube, audi Person von sanftem 
Charakter, und daher:) Sabana; als m» palomo El que es 
Beclo, 6 simple como se suele decir, es blanco por dccir, 
es Ignorante. Blanco, bobo, 6 nocio. Die weisse Farbe 
sjmbolisirt also die Unwissenheit der Unschuld; und desswe- 
gen auch: Rtw. Gr« weisshulm (einfältig Volk), das mit 
dem Deutschen ho Im (Oberholz, kl Hügel) st. Kopf verbnnrf> 
den scheint. Witstook wahrsdi. aus dem Plattd. wit (weiss) 
mit Stoek (vgl, stockdumm), d« h. einer, der die Spitzbuben-» 
spräche nicht lernen kann, ingleichem ein dummer Mensch, wo-^- 
mit ]|lle, so nicht platt oder von der Bande, benannt wer- 
den. Wittisch (Pchmt w^tiskey, der nicht stiehlt) bäu- 
risch, einfältig, der nicht platt ist; s, auch v, Gr.; Dph, 
vitsch dumm, Green und To come from Greenland 
0. Twist Chaptt VIII. in ähnlichem Sinne. -^ Rtw. Gr, 
Sehwartza, Schwertze (Nacht, Dunkelheit) , Haut, czer-^ 
la vgl. I. S. S8. und tmawi, Fem. von Böhm, tmaw^ 
(finster) und im Gergo brunnm^terna (Mqther^brown) siur 



A. Einleitimg. 

Bexeiclinmig^ der Naeht« Aach Fichte st Nadit be! r. Grobik 
wohl von der Fichte oder Peehföhre (Lat« picea); also e\g. 
pechfarben. Fflr Kaffee bei Dorph bronak tod brnn (braun) 
und, sicher durch Entlehnung' aus dem Deutschen , seh war i« 
ling*, r« Grolm. schwärzling'; brannoht (ron brennen?), 
und schokert, schokert, das sowohl an schöchern 
(trinken), als schog'er (schwarz) == mm) im Judendeutsch '^)y 
Hehr* *intt9 g'emahnt« Rtw» Gr., von Gr. schwartahabery 
als sei der schwarze Haber (avena) g^emeint, während es doch 
auf den Speck zielt, weil er schwarze Schwarten haty 
Tg'L Schwarz mafs Dörrfleisch; Pchm. czerna flakota, 
geräuchertes Fleisch. Mit ähnlicher Zweldeutig'kelt schwarz- 
faerber (Pfarrer), und ziemlich grob les sangliers (les 
pr^tres). Sinnvoll schwarzmofser für das Brecheisen, 
von Ktw. mos er (Verräther), da es allerdings schwarzes 
Yerrath fibt. Schwarzreuter: Floh, zu^^lelch weg'cn 
seines Hüpfens. Schwarzwall, schwarzarsch (auch 
hohlarsch, zuw. jedoch auch: Ofen), schwarzer Man-- 
tel (mantel für: Dach), Schornstein. — - Germ, negra, 6 
neg'rota Kessel; negro, astuto, j tajmado (also schwarz, 
tn moralischem Sinne). Rufe (Rothkopf) d. i. Ri^flan, wohl auch 
nicht lediglich um der Lautähnlichkeit willen. Sodann rufen 
Feuerstahl, wie mir scheint, eben daher; und Im Gergo ruf- 
fo, auch presto (vonHervas aus n^tiari^Q roissdeutet), d.h« 
schnell, lebendig, feurig* st. Feuer, Roth ein (bluten) 9 
röthling' Blut (wie S. rakta auch eig. roth bedeutet) und 
Zwetschge (prunum) von Grolm. ; rothhosen Kfarschen ; 
blohosen (von Gr. blauhose, blauhannse, blauer- 
ling') Pflaumen, Zwetschgen Rotw. Gr« wegen Ihrer rothen, 
blauen Sehale, g'ls. Hose. — - Germ, verdosos (eig. grün^ 
li<;ht), Feig'cn; verdon (campo) aus verde, grün, wie Schott« 
grunhardt Feld, von Sittew. grün hart Matte, Wiese, be«> 
saamtes Feld, Rtw* Gr. grflnhart Id., g'rünling' Garten^ 
Wiese, auch Zaun, grünweher (wohl wegen des beimWe* 
hen sich bewegenden Grases) st. Rasen, g'ronert Kraut = v« 
Grolm. krön ort (Kraut; Sauerkraut), Dorph grönniker 
Kohl. WIdh. grünert Heu, Bei v. Grolm. grünhard be« 
saamtes Feld; grün 11 ng* Wiese, Grasg'arten, Gras, frisches 
Laub. Laubfroseh; grünwedel, grünspecht(speeht) 
V. Gr., Dph» g'rjnspekt, aliei wäre es nicht von groen 
(vert), sondern g'rjn (gruau) st« Förster, Jäger. Haut, ze-*- 
lenka Garten, von zelenj, grün. Auch daher wohl zelena 



*) Jüdischdeutsches WörtarbUchleiti. Von J. H* Callenberg. 
Hau« ildß. 



10 III. Würtcrbiicli. 

(Bctragr); v^l. einem etwas wefiüfl machen, blaoer Diin^l« 
F erben (übertünchen V) hat v. Sittew. für betrögrcn; mithin 
soll selena wohl ein hfibsche.") holTnuni^Hi'olles Grün «ein, das 
man jemandem vormait. — Rtw. Gr. ^elbling* (^'eizen; 
bei V. Grolm. Hirsen; letxtere« sonst flöhau^en und llant. 
flxpendijky v. Böhm, fspendijk Steeknadel); y. Gr. /sril- 
bert (Weizen), ^ilheriinfir Id. ii. Waehs. llant« z'liita 
(Weizen) v. Böhm, zliity, ^eib. Rlw. Gr. spitz (nicht die 
Hundeart , sondern : Gerste) , s p i t z I i n «i: (Ilaher). llant« 
szpIczAk (Gerste; im Böhm, aber Spitzzahn) u. szplcza- 
ty (Bürste; cl^. spitzig) von szpic (Spitze). Bei v. Gr. 
spItznase (Gerste), spitzlinis: (dies auch bei v. Sitt., 
' Sehott.) nnd spitzkrael (spitze Frucht) für Hafer; spitx- 
1 1 n g* Nag'el « besonders znm Einschlafen ; s p i t z y o g* e 1 Bie- 
se; spitsert Thurm, Wldh. spitzling' Ahle, Pfrieme; aile- 
eammt yon: spitz. Spitzehrlich (Alans) unstreitig wegen 
des spitzen Rüssels (vgl. Spitzmaus) und der Grundehrlichkeii 
dieser Spitzbfibinnenl — Haut, sladkowy (Honig*) y. Böhm, 
sladk^, süss; hingegen Rtw. Gr. süfsling (Honig, oder: 
Bienenstock), y. Gr. süfsling', süfserling- Zucker; sü- 
fsert, sufsert Honig; süfshaus, susett Bienenstock, 
aber auch, yerm. der gelben Farbe halber, für Honig: leck 
nieh am A"^"^; Dph. södsling' Honig*, Zucker, von süfs, 
Dan. söd. — Wldh. betzling' (Stube) vom Heizen; Rtw. 
Gr. Hitze (Stube oder Ofen), Hitzling (Ofen); v. Gr. 
bftzerllng, hitzert, hitzling* (das letzte auch: Sonne), 
Ofen; bitz Stube. Pchm. S. 87. warm, offenbar aus dem 
Deutschen, wie tepla (eig. calida) Zimmer, aus dem Böhm. 
tepl:f, und tatnjk (Ofen) neben Zig. tatti (eig. calida) Stu- 
be Zipp. -^ Krach ert Reisekoffer Dph«, krach er Koffer 
Rtw. Gr. u. y. Gr. Allein krach ert Wald, oder gehackt 
Blei Rtw. Gr.: Holz, Wald, Waldung y. Grolm., aus: kra- 
chen. Rtw. Gr. knack ert (Brenn- oder Reisholz), aber 
Wldh. Wald, wie Dph. knagg'ert, von knacken; aber Zahn: 
knaekkert. Haut, szum (eig. Rauschen, Geräui^ch) Wald. 
Im Gergo: ramigoso selva, perche e piena di rami. — 
Hant. wdtrnjk (eig*. Windbeutel, Windmacher, vgl. Schaf- 
farlk u. Palaeky, Böhm. Denkm. S. 229.) und powetrnjk 
(vgl. pow^trny, luftig); Schott« winthfang, v. Sittew., y. 
CIr. und Rtw. Gr. windfang, Mantel. Wldh. „Zig. Decke 
[etwa das Deutsche Wort?], Rtw. fang, MandeP^ soll ge- 
wiss auch nicht die Frucht jenes Namens bedeuten. Wet- 
terhan Hut v. Sitt., Schott., v. Gr., und so Rtw. Gr. S.38., 
allein Hure S. 27. Auch das Letzte wäre möglich wegen der 
wetterwendischen Zuneigung; beim Hute liegt das Dritte des 



A. Einleiiaiig. 1 1 

Vergleichs darin, dass Hut 9 wie Wetterhahn oben anf Schd* 
tel und Gebäude stecken. — Byltes Dph. s. L 8. 104. , 
bnlt (lectus) Vulo., wohl ans HolL bnlt (Höcker) we^en Ko* 
sammenkllng'ens von Holl. bult-zak, bulkt mit bnlt (Polster, 
BettpfdhI). Jedenfalls davon verschieden Germ, blanda, su- 
frida (cama), deren letsteres g'leichsain Fem. sn sufrido. 
Einer , der die Folter aushält , ohne sich anm Geständniss brin- 
gen zu lassen , und dcm^mäss , so zu sag'cn , eine Folterbank, 
auf der es sich schon aut'halten lässt. VfK^l. den ähnUchea 
Seherz küssen für Stein Wldh., welcher letztere freilich oft 
genug Räubern als Kissen dienen nia^. Blanda aber Ist 
Fem. von blande (Cobarde; te\gj Fanllenzer), welches In 
Span. eig*. Mou, doux au toucher bezeichnet. Eben so von: 
sanft Ph. V. Sitt. u. Schott senfftrich, WKh. senfft- 
1 Inge 9 Ktw. Gr. senfstrich (wie aus senf und strich), 
senftllng-, motten, v. Gr. die senftc (vgl. Sänfte, le- 
ctica), senftstrlch, seaft, motte = Jüdd. rrcsTa (Bett), 
der senftling, Bett, Kissen. -*- Haut, rohacz (im Böhm.: 
Hirschschröter; Taucher, eine Art Wasscrvogel) wegen seiner 
Ableitung aus Böhm, roh (Hom); Dph. hornikkel (en Ko, 
Stud, Tjr, Oxe) ; Ktw. Gr. hornickel, haarbogen 
(wahrsch. mit absichtlichem Scheine, wie aus Haar und Bogen 
st. aus Hom und Bock) Ochs, hornbock (Kuh; also, m- 
eherllch mit Flelss, gerade von einem, dem Bocke entgegen- 
gesetzten Geschlechte); v. Gr. der harbog Ochs, die h« 
Kuh, harbogen Rindvieh. — Rtw.Gr« grnnikkel, stroh- 
nlkkel (weil es sich ins Stroh wöhlt), v. Gr. krnnickel, kro- 
nlckel (d. h. grunzend), Germ, grunente für: Schwein. Haut 
szt^tinow;^' Schwein; szttitinarz Ferkel, v. Böhm, fstdt, 
Borste. Bei v. Gr. norh spork (Lat. porcus, vgi. spurcns?) 
und das, aus Hebr. 'i'^th stammende chasir, kasser, kassert 
n. 8. w., Pchm. chaser. Kasser Dph., auch kasset, kas- 
8 e r t Speck ; Schweinefleisch. 

Die ganze Sjntax,' ja selbst die Bildungs- und 
Umbildungsgesetze der Wörter halten sich im Ganzen 
gleichfalls innerhalb der Landessprache, indem nur der Wort- 
schatz sich wesentlich davon entfernt. Zweck der Spitzbuben- 
sprachen oder Kochemer Loschen, d. h. kluger Leute (Jüdd. 
tsisn) Sprachen ("pt^b), Ist ganz eigentlich, wenn auch in nie- 
drigster Sphäre, ein diplomatischer oder jener von Tallej- 
rand der menschlichen Sprache überhaupt niciit ohne einen 
gewissen Ernst untergeschobene: „Mittel zu sein zur V er- 
be rgung 'seiner Gedanken ,^^ und auf dies Ziel, wenigstens 
allen Cneingewelheten möglichst unzugänglich zu sein und blei- 
ben, haben sie natOrllch Einzuarbeiten, In so fern jedoch^, als 



12 nr. Worterbacli. 

Verständniss für die Ein^eweikten, nicht minder als 
Ausschliessung' aller Uebrig'en eine, von ihnen selbst anauer* 
kennende Bedingung' ihrer Existenz ist, müssen sie nnanfhör- 
lichem Wandel mindestens in ihrer Gesammterscheinung entsa- 
gen j und 80 mit einer gewissen unabweisbaren Stetigkeit *) 
sog'leich in sich die Möglichkeit des Verraths an Andere als 
einen Keim setzen und anlassen, welcher allerdings hie oder 
dort anfgegangen und ans hello Tageslicht g'edrungen ist, 
ohne inzwischen dadurch den ausschliesslichen Charakter 
jener Idiome wesentlich aufzuheben und stören, da begreiflich 
immer nur wenige Unbetheiligte Lust bezeigen, sich mit sol-> 
chem Plunder bis zu Erlangung* der nöthigen Uebung und Fer- 
ti^^kett zu befassen. 

Behufs der Un Verständlichkeit können erstens von aus- 
sen her aufgenommene Wörter in Anwendung* kommen, in so 
fem als sie, aus der IJeimath in andere Länder verpflanzt, 
Uer lange als ungekannte Fremdlinge umlaufen mögen. Zwei- 
tens Indess taugt hlezu aueh inländisehes Sprachgut, nur 
dass man es erst gehörig zurichte zu gedachtem Zwecke. 
Das g'eschieht nun, wo nicht auf beiderlei Art zugleich, da» 
eine Mal durch «usserliche, ein ander Mal durch inner- 
liche Umbildung* und Aenigmatisirung* des vorhandenen 
oder durch Schöpfung* eines neuen Stoffes aus den alten ein- 
lidmisdien Mitteln. Ist die Veränderung* eine bloss änsserll- 
che, ich möchte sagen eine leibliche Glied Verrenkung* , so wird 
man am häufigsten eine solche bemerken, die mittelst Buch- 
stabenverstellung' erzielt worden. Kommt indess noch 
hinzu, dass ein auf diesem Wege geschaffenes Wort absicht- 
lich durch Erinnerung* an ein anderes der wirklichen Sprache 
auf eine falsche Fährte führen soll, z. B. Rtw« Gr. witze 
(Wärme) st. Hitze mit Herübernahme des Anlauts von Wär- 
me, so streift es natürlich auch schon auf das geistige Gebiet 
hinüber. Häufiger bedient man sich der Innerlichen Umbiegun^ 
der Wörter, d. h. der Verdrehung ihres Sinnes, sei es nun 
durch oft sehr waghalsige und sarkastische Metaphern oder 
sogar durch die ironischesto Verwandelung in ihr gerades Ge- 



*') Eine solche ergiebt sich mir namentlich aus dem Deutschen 
Botwälscli, in welchem, bei allerdings vorkommendem Wechsel im 
Einzelnen je nach Zeit und Ort, sich doch in der Masse grosse Be- 
stündigkeit zeigt. — Einige Verwunderung erregt, dass sich nirht 
selten , wie in fernen Zeitweiten , so auch in weit aus einander lie- 
genden LHndern die gleichen oder doch ähnlich gebildete Wörter 
wiederholen, was aber in dem oft erstaunlich ausgedehnten Umher- 
kommen des RSubergesjndels seinen genügenden Erklärungsgrund fin-» 

dtp BMg. 



Am Einlettng. 13 

frentbeil (GnantloBemle), wie x.B. nimf (stnimii) die En- 
ten Pchm.; 8Glinieckw61il (Apotheke) Rtw. Gr.; mitnnter 
auch dureh Ergreifen desjenigen Sinnes, der einem homonj- 
men Worte sum Gründe lie^. Beispiele für das Letzte: 
Salterio (Psalter) st« salteador (Volear de grand diemin). 
Kanstisch genug, wie anch die andere Benennung* für ihn: 
ermitano de Camino (Eremit, nicht etwa derWflste, son- 
dern der Heerstrasse). Hant. des;f'tka (Kahn), was im Böhm» 
Zehn (decas) bezeichnet, so dass zu der Verwechselung* die 
ahnlich lautenden beiden Deutschen Wörter den Anlass gege- 
ben zu haben scheinen. So gilt auch bei r. Gr. der, die 
zwist, seiner vollkommen richtigen Herleitung von Zwei we- 
gen, för: zweiter, c, andere. — Har (pulex) Vulc, unbe- 
kannter Abkunft, Schott, „har Floch, du ein Har Fluch ^^[?]y 
wogegen bei v. Sittew. Beides durch „Fleuch" wiedergege- 
ben wird; Rtw. Gr. S. 7. Du ein Har (etwa: Sei du ein 
forthupfender Floh!) Fleuch, geh; S. 11. har Fleuch, eile; 
allein S. 35. „haar Fleuch, du ein Har Floh", r. Gr. 
Haar! Fliehe! und, als obsolet, Dueinhaar Floh, Flöhe. 
Der Witz liegt hier zugleich in der flüchtigen Natur des Flo- 
hes • und seiner Namensähnlichkeit mit dem Worte : fliehen ! «^ 

Unter den Fremdwörtern nehmen eine Menge, durch 
Juden hineingekommene rabbinisch - hebräische den er- 
sten Platz ein, und zu diesen gesellen sich noch insbesondere 
Zig. Abkömmlinge, sowie Angehörige der, jedesmal in Be- 
tracht kommenden Nachbarländen Beispiele der ersten 
Art: Dph. S. 30. shmir (Hehr, ^ttttp), Vagt; Hant szmjr 
Nachtwächter, Wächter beim Diebstahle, szmjrowat wach- 
sam sein; Rtw. Gr. schmire, die Wache, schmire ste- 
hen Schild wach stehen beim Stehlen; v. Gr. srhmicr Wa- 
che, Aufpasser, Wächter, Schildwache, Nachtwache, Wacht- 
haus. — Dph. S. 31. mokkum, Hant. mokum, WIdh. ma- 
chen, Schott mach um Stadt, Ph. r. Sittew. u. Rtw. Gr. 
mackum (eine Stätte oder Ort s. L S. 8.), v. Gr. das 
mokem, mokum Wohnort, insb. Stadt, aus Hehr. Qip^ (lo- 
cus). — Dph. kaesef, Rtw. Gr. kisoff, v. Gr. kesuv, 
kessev, Hebr. tfi^ (argentum). — Dph. sosgen, Rtw. Gr. 
söfsgen, WIdh. zufsgen, Pferd, wohl Dem. aus sufs, 
zufs Y. Gr., Hehr. &^A. — Germ, caranio, vino; entweder 

aus bld (vinea) oder nach Bw. H. 145. aus Ar. ^»^ haram 

What is forbidden. Unstreitig Tu reo (ttirkisch) dafür, weil 
den Ttirken ihn zu trinken nicht erlaubt ist. Plo (fromm; 
auch mitleidig!) Id.rährt von piar rtrinken)aus demZIg. Piar 
(beber); Sne: pi tan oh er. Torta(vIn) nachbois torta(WeJn-. 



1« m. YHirterbiieh. 

«tock, »d wabrsclieiiilieli auch esprit torta, weH der Weh 
leieht die GentlÜier erhUst Bei vJ Gr. kerib, jain (Hehu 
1*>*>) «nd daher yerm. jaim, jocheiu, Johann n. b. w* — . 
Jklchen (Ire) Yalc; alchen (^ben, sich trollen), alck 
dick (g'ek fori) v. Sittew. n« t« Gr.; kolcken (gekea) 
Wldh. S. 158., kolch dich, schuf (vgl Dph. Bkoier, 
gaaer) dich (packe dich); alch dich Id. Rtw.; alchen, 
kaichen, kolcken g^eken, laufen y. Gr, aus t{bn IvU, ak- 
ut. — Genffen (fnrari) Vulc, y. Sitt, Sckott., genfen 
{ganf Dieb) Rtw. Gr., g^anfen steklen y. Gr., g'anaffen 
Pchm. S. 87., Hebr. n^Ji. — Galle (saeerdosi Vulc, galck 
(Pfaff) y. Sitt., IT al§r Sckott., gallaeh (Pfarrer) Wldh., 
Rtw. Gr., y. Gr. , Jüdisch -Deutsch nb> Pfalf, geschorner Prie- 
ster, also yom Hebr. nbä abrasitt — Rtw. Gr. und y. Gr. im 
Jüd. Gannerjariron ni e d i n ö (Land) aus Jüdisch - Deutsch rr^'^^ta^ 
und hieraus durch Verdrehung' (g^s. wie aus Martiu) das 
niärtine das Land. Kalfer (Bauer) , caffer (Mann; 
Bauer) Rtw. Gr.; ausserdem noch Ehemann y. Gr., augen- 
scheinlich Jadd. *«1&D aus Hebr. ^m pagus, ylcus, Scliott«, 
y. Sitt. gfar, Rtw. Gr. gefahr^(hur scheinbar: periculum), 
y. Gr. kepharr, g^efaßr, g'cfahr, Pchm. gisar (wohl 
durch Druclif.), Dorf. — Manro (Furcht), Hebr. N^iTa (ti- 
mor, terror), moore (Rtw. Gr. niore Lermen), Lärm, Furcht, 
Angst, Besorgniss, ruchtbar gewordener Diebstahl, und, der 
auch bei den Studenten fibliche Ausdruck, moore haben 
sich fflrchten y. Gr. — Rezieg-e, koog' oiu Diebstahl, wo- 
bei ein Mord geschieht Rtw. Gr. , rezach Mord y.Gr., Hebr. 
'rrs:% — Schott, y. Sitt., Rtw.Gr;, v. Gr. schöchern trin- 
ken, ans "nisD' Inebriatus est; yg-l. Rtw. Gr. beschochert 
betrunken. Daher auch Pchm. S. 87. scheuch er (cerevisia), 
y. Gr. scheeg'er, Wldh. brand-scheger, ygl. Schott» 
schnrnbrandt, V. Sitt. schürnbrand u. schiernbrand, 
Rtw. Gr. brand, schurnband, schttrnband (wohl Ein r 
fen wenig); yon gleicher Bedeutung Vulc. rosch (ycrm. elg*» 
Rausch); VTldh. plempel, Rtw. Gr. blembel, y.Gr. blom- 
kel, plimpert; bei den letzten beiden noch chekel und 
kel dem letzten das Zig*. Iowine. — Pchm. nialbasz, Wldh. 
malbitsch, Rtw. Gr. malbosch, Rock, Camisol, y. Gr» 
Rock; Montur, brust-malmisch (Weste), aus ttjsDb^a (ye- 
Btimentum). — Pchm. szuk Jahrmarkt, Dph. sjok, Rtw. Gr» 
^eschock, y. Gr. schock, schuck, geschock, Hebr. 
p!nz5, was im Jödd. Markt bezeichnet. — Pchm. szof, Dph. 
BÖf, Rtw. Gr. soff, y. Gr. sohof, Jüdd. niiir Gulden, zu 
Hebr. nm Gold. — Pchm. balbach, Rtw. Gr. pol mag*, 
lökninger (wokl yon: Lohn), Wldh. palmachum, Dpk» 



. A» Einleilang;. 15 

palma^um^ lennik, v. Gr. ballmach, ballanaclier 
V. B. w., löhnin^er, leinig-er lu s. w. Soldat VfcL Jttdd. 
n%3rrb73 "»br^n Soldaten, e\g. doniini belli. Aehnlich Rtw. Gr. 
baalschochad (Mann, der Gesdienke annlniiut), Tom Jfldd. 
irrrti Geschenk zur Bestechang'« Bald ob er Mann tod der 
Sache , Ang'eber, ülrector oder Anstifter der Diebstähle a. s. w« 
von ^Ti (Verbom, sermo; res, negotinm). Sonst audi lach« 
■illlochone u.8.w. (Soldat) v.isch (Mann), und Wldh. Zaen- 
cker (wohl von Zank), rothkelchen. 

Zweitens: %• B. in der Germania franz. Wörter, 
wie: dupa, i|^orante, o bobo, ö al que enganan llaman d«- 
pa; frz. dupe. — Belltre (picaro). Frz. belitre. — Florin, 
noneta. Vgl. Rtw. Gr. flormees (ein Gulden), v. Gr. flor 
(bei Schott« S. I3t8. auch als Deutsches Wort angegeben) 
Id. mit nie es Geld, Münze. — Forniage, Käse. — Sag^e 
astuto, 6 avisado. — Gorja (gargant'i). Frz. gorge. — - 
Gamba (plerna), Frz. jambe, Lat. gamba. — Alalla (rota), 
Frz. maille; dafür auch oncemil (11^000) wahrsch. wegsei 
Sp. oncejera (Lacs, filet). — Parlar (hablar), auch v. Gr« 
parlen, barlen, Rtw. Gr. barlen (reden, sprechen); alar 
(ir); safarse und danach cafar (escapar), escaparse, li- 
brarse, aus Frz. parier, aller, sauver. — Dedil (anil- 
lo) , vgl. Lat. digltalfs und v. Gr. f i n g* e r 1 i c h (Fing'cr* 
ring); Hant. uapalecznjk v. Böhm, na (auf) und pa- 
lecznjk Däumling. Estivo (zapato) und estival (botin & 
borceg-ui de muger) aus MLat. aestivales, woher Stiefel. — 
Guinon, sena con el ojo, ist wohl kaum Deutsch: Wink, 
sondern Vask. queiiua (die Geberde, das Winken mit den 
Augen oder dem Kopfe) Mithr. IV. 301., welches sich an 
Goth. hncivan u. s. w. Et. F. IL 197. lehnt. — Nicht un- 
möglich wäre es, worauf mich Ilr. v. d. Gabelentz aufmerk-* 
aam gemacht hat, dass im Span. Räuberidiom noch einige al tgo- 
thiscbe Wörter aufbewahrt wären, doch darf man den Ver- 
kehr Spanischer Soldaten mit Deutschland ' nicht übersehen, wo- 
dorch Deutsche Wörter in deren Heimath verschleppt werden 
konnten. So scheint mundo (rostro) nur scheinbar das Sp. 
Wort für Welt, und eig. Deutsch: Mund; so wie g'uido 
(bueno) nicht der so lautende Egn. , sondern: gut, wie auch 
Bw. II. 145« behauptet Godo (rico, 6 principal) stände dem 
Goth. gods (gut) nahe g'enug*. Daher bracio g'odo, bra- 
zo derecho, aber bracio ledro (ledro, baxo, 6 que vale 
poco; doch wohl nicht erklärbar aus Grimm, Mjth. S. 55%. 
Ausg*. I.), brazo Izquierdo (Vask. ezquerra, link; oquerra, 
achräg*). Vgl. Lett. labba rohka, rechte, elg. gute, Hand; 
liagy. Jdbkäi (elf. mellor naans). Ungdkehrt link von al- 



16 nL WSrterbiielu 

len Falsdieii fbet Vr Gr., a. B. linker fleppen- ss Rtw. 
Gr. lincke fleppe (Pdmu S. 87. flöpoB), falsdier Pass, 
Linkweehsler (Diebe, welche allerlei Künste zam Stehlen 
beim Geldwediseln anwenden), Dph. S. 31. linkevexier. 
So sind denn wahrsch. anch ser fleppe (ein falscher Brief) 
and serfschnorrer (ein Streicher , Gandieb , falsdier Brand-- 
Bettler) ron schnorren, Wldh. schnüren (betteln) au 
verstehen; vgl Zig. serfo die Linke. — Kabes Kopf nadi 
Dph. aus Sp. cabeza, mög'licher Weise jedoch ans dem Pro- 
vinnialworte Cappes (Kopfkohl) s. Schmidt, westerw. Idiot., 
wie Hant. makowec (ei^. Mohnkuchen), Haube; makowlee 
(Mohnkopf, Gipfel), Kopf, vg-K die papaverum capita, welche 
jener Römer zur Andeutung* seiner Meinung* abschlug*. V.Sitt. 
kabafs, laufs-marck; Schott, kabas, linfsmarkt; Wldh. 
kobis (und daher kobsten Kopf abschlag'en) ; Rtw. Gr. ca- 
bas, lausmarckt, rosch (Hebr.)^ hals; v. Gr. kabas, 
kiebis, laflsmarkt, und, verm. well dies doch nicht allza 
r&thselhaft wäre, linsmarckt als wäre es ein Markt flOr 
Linsen (lentes und nicht lendes). Zoeuele (Caput) bei Vulc. 
möchte Ich für Dem. von Zopf halten, obschon Tzakonisch 
^QVipa neben l^ovq>dXa den Kopf bezeichnet. S. DIefenb. A. L. 
Z. Er^. März 1843. S. 147. — Dph. lagraffe Heg^te aus 
Frz. Fagralfe. Genter, v. Gr. der jent Sg*. Leute. — 
Vulc. lau rette (g^^Hs) aus Frz. loir, loirot. Coxe (g-alllna), 
rgL Frz. coq ; und Dph. galline, styrg^en, Rtw. Gr. 
stühre eine Henne; stirlgren, stüricke Hühner; v. Gr. 
stärchen (etwa: kl. Staar?), stierchen, stier, stüri- 
cke; steftche vgl. Wldh. Steffen; v. Sitt g-acken- 
scherr, holderkautz (holderkutz Schott.); v.Gr. flun- 
ckart, fluckart (d. h. wohl ales, von Plattd. flunk st. Flü- 
gel); holderkauz (etwa ein Kauz, der uns hold ist, was 
vom Kauz, als Leichhuhn, nicht zu sagen?); gacken- 
Bcherr viell. richtiger als gackenscherer («o aueh Rtw. 
Gr.), da es eher von: sdiarren (vgl. im Gergo ruspante^ 
nccello) als von: scheeren herzuleiten sein und mit ga ebene 
=3 Zig. kachni (Huhn), wo nicht mit Deutsch: gacken 
(schreien, wie die Hühner) zusammengesetzt sein möchte. Cren 
(earo) Vulc, Dph. kraeges, Germ, crioja erinnert an Zig. 
kariaio (Fleisch) Pchm. undPoIn. krewBlut. Kärner v.Gr. 
viell. Verdrehung aus Ital. carne. Priem er (sacerdos) Vulc^ 
p r i m e r (en Praest) Dph., etwa Engl, primer (das Gebetbuch) ? — 
In der Haut, hidek (kalt), holak (Mond) aus Ung. hideg, 
hold. Sziml (Schnee) für das bei v. Gr. eben so gebrauchte 
Deutsche Schimmel. Skorn^ Getreide, wohl aus: Korn. — • 
9,Vagirer Fahrend Schuler^^ v.Sitt«, »^Vagirer, Fahrend, 



A» Eiakitong. 17 

SckdIer^*Rtir. Gr., rgh Va^ond. Veraneris, H^ahrsa- 
g^erin, Tom Lat« venis, oder dem Präf. ver mit ahnen? Dürl 
(auch Rtw« Gr«) Dreck, Eng*!, dirt. — Rtw. Gr. g-abler 
(Scharfrichter) wohl von gahalam (cmx, patibulum), das alA 
%n Gabel eben so wie Sp. horca zäm Lat. fiirca rerhaltefl 
möchte. Aas dem Ital. caral Pferd, und daher viell. caff- 
ler Scharfrichter = v. SItt cafäller, kofaller, Schotte 
caveller (Schinder), dessen Herleitung' ans NIederd. fillen (Fell 
abziehen) bei Heyse mir keineswegs sicher scheint. Frs. bat«» 
tnm (ein Prügel, Stock), v. Gr. baten Stock, Stange; bo- 
tili Brantweinflasdie (vgl. Heyse: Büttel). Slaw. glitsch 
(Riegel oder Anlegeschloss) ; pntsfhka (eine Flinte), Germ* 
pusca (pistol^) Bw.; kalatschen (ein Kuchen). — Bei v. 
Gr. sehapoh (Hut), schandell (Frz. chandellc) =s Rtw. 
Gr. caddel (aus R. candela), Licht; plump Blei. Strade 
(auch strahle), Strasse, Landstrasse, Strassenraub; Rtw. Gr. 
stroda (Weg), Dph. strades (U. strada). Forene Mehl; 
montane, Berg; feneter Fenster; spade Degen, Säbel; 
kanif Messer, Federmesser; bonnet Haube, Mütze; drapp, 
trapp, wollen Tuch; horloge, belöge, holosche Uhr 
(horologlum) ; latsche Milch (It. latte); dornien, Wldh. 
thttrmen schlafen u. s. w. Bei v. Gr. ferner kl umneck, 
kl um nick, Bündel, Pack, gefüllter Diebssack; Dph. klum- 
nig r. Bylt, Pakke, Vadsack. Vgl. Lith. klunimökas, ein 
Wattsack, Bettlerssack. Ferner budaden, batteters (Engl, 
potatoes), Kartoffeln. Black Dinte; möglicher Weise aus 
dem Engl., jedoch auch Deutsch Schott. S. 1288. und noch 
gegenwärtig im Hannoverischen gebräuchlich. — Ueberhaiipt 
finde ich auch manche entweder obsolete oder provinzielle 
Wörter in den Verzeichnissen. So z.B. pätz (Mütze) Wldh« 
vgl. Schmidt westerw. Idiot. u.Bätzel; Rtw. Gr. boxen Hosen; 
ratzen laufen; sich in Kurzweil herumreisscn s. Schmidt we- 
sterw. Idiot. S. 160. ; trillcn spinnen v.Gr. aus obs. Deutsch 
drillen (duplicare fila, conglomerare fila) Schott. S. 1305.; 
fitz, fetz Garn, Zwirn, Faden Schott. S. 1316.; melme 
Staub vgl. Plattd. mülm u. s. Schott. S. 1366.; stenz, stens 
(ein Wassergefäss), so auch In Hannover; buckeln (tragen) und 
8 1 e h r z (Zopf) eig. Schwanz s. Schmidt a. a. 0. ; b i b e r n (frieren) 
aus: beben; schlommer, Rtw. Gr. schlummer der Schlaf ; 
Dph. slummedirer sover d.i. schlafen; v.Sittew. schlunen, 
Rtw.Gr. schlungen, v.Gr. schlaunen, schienen, schla- 
fen; Wldh. schlumperpicht, schlummerhelllg Schlaf- 
geld vgl. belli ng* und Vulc. bucht (pecunia). Haut, su- 
powat (schlafen); vgl. Zig*, sovav Id. und IBöhm. supati| 
schnauben« 



18 lU. WSrterbadi. 

TraBspositioneiu a) Unidrehmg ier Befrentntff, 
s. B. WIdK S, 149. 153. eile (Meile), meile (Elle). 
Siarm - kästen Railihaos (v. Gr. Btarm-bajes Id. i« 
Tkiiriii); pflocken-k. (Tachhaus); schwaeber-k. (SdieB- 
ke), Tg"!. V. Gr. achwaeche Wirthshaus, von schwae-^ 
cken trinken; simser-k. Hans des Edelmanns S. 158.^ 
Tgl. noch beute Hurenkasten st. Bordel. Umgekehrt bat v« 
Gr. Hans, Hanfs (Kiste, Kasten), s. B. Sflfsbaus (Bienen^ 
korb). Germ« capa (nocbe), und nocbe, aucb nube, biit 
blado (capa). Ferner nocbe (tristesa; sentencia de mnerte) 
und tristeza (sentencia de m«), nach ähnlicher Sjmbolik^ 
als Sskr« tamas (darkness) von tani (confici moerore). &)Hte- 
figer Buchstabenverstellung. Hant. palauk (der HoQ 
st Böhm, koblauk, wahrsdi. wegen Böhm, palauk (kl. Wle^ 
se). Auch etwa bei r. Gr.: endegru, endegrfl, Grenae^ 
xaglcich mit Anspielung an: Ende? — Germ, tisvar (ml* 
rar) von Sp. vista (vue). Taplo, plato;* lepar, pclar; to* 
ba (Taulstein), bota de calsarse; grito (Gesdirei) st. trigo, 
Weizen. Chepo p. 167. st. pecho, wird von Bw, (Breast^ 

kosom) fälschlich mit Pers. \^aj,^ CoHare vestis S. Sinns. 

' « •• • . 

Geomefr.ll] vgl. — Greno, negro esclavo (sonst gel fe, escTai- 
vo negro), viell. zugleich mit Anspielung auf das krause Ne- 
gerhaar, da grcRas Cabellos remesados, falls nicht dies Wort 
aus jenem erst geschmiedet worden. M a c o , a (sonst I ü d 1 o 
a Bellaco , a) Vellaco , a (d. i. M^chant , pervers) ist wahrsch. 
in entgegengesetzter Weise, wie Beneventum aus Maleventnm, 
Pontus Euxinos aus Ul^evog umgebildet sein soll, zu seinem, 
allerdings sinngetreuer an mal als an hello erinnernden m ge- 
kommen. Nacle (Light) Bw. II. 150. als gaunerisch, abejr 
auch Zig. nacle f. FIre. Candela; verm. aus dem Sp. Wortfe 
durch Umdrehung der ersten Sjlbe, und le st. ei, mit Weg- 
lassung von d und a. — Bei v.Gr, ockelbeh Rücken, Bnk- 
kel, daä letzte Wort mit Umstellung des b, wie opekfib', 
oppekeh [OPQ] Kappe; eckbr eh Brücke. Rtw. Gr. wurff, 
Maiil , ist verm. durch Weglassen des ersten Wortes in Maul- 
wurf (talpa) entstanden; murf, niorf Id. v. Gr. aber durck 
ausdrAcklichc Veränderung des w in m, wegen der Initiale vciri 
Maul, Mund. Vgl. bonum (Maul) aus dem Hehr., und bo- 
numskeilcr (von keilen, schlagen, auch: werfen, auswer7 
fen, ackern) f. Maulwurf, wie bonums-rankert (Mauf- 
Esel) f. Maulthier, trotzdem dass diese beiden Wörter mti 
ManJ nicht im mindesten zusammenhängen. — Gergo: m-arch- 
eae (Marquis) st. mese (Monat), als blosse Erweiterung des 
lUL Worts. '» 



. A. Einleitmig. JO 

. Alntniernngen dei Sianes vorhandeoer Wör- 
ter.' Nehmen wir suvördprst mehrere Körperthcile, die 
}ededi teinesweg« immer mit sckon üblichen Wörtern beaelch- 
iMt worden 9 aam Beispiele. Germ, saltadores (Tänzer), 
Ftfse; piflAnieq^ (ob damit rerwmidt I)pb. pesling' Fod, 
BeeR?)| d. U Stampfer 9 aasserdem poch Schuhe, wie v« Gr. 
siam-merling* (st.ammhans Fubs, Bein; v^l. sich stftmr 
l»eii) ; trittling* (von treten) Fuss ; iet'iteres Rtw« Gr. 
and Dph. (drittling' v. Sitt.) auch Schnh; sonst noch v.Gr. 
Stiefel; Treppe^ und trittert Fesspfad. Piraniides Py- 
ramiden (allerding's ; jedoch, niederwärts ^el&ehrte) st jüt'ine 
(piemas). Im Gerg^o ma,8Z0 (eig*. ein Bund, Strauss von 
Blamen; ein Schlägel, yg*!. Keale st. Bein), bottiero (rgh 
Frz. bottier, Schuster) und oalcho (rgi. caicio, zaw. Fuss, 
im ItaL) st Fuss. Sonst auch calcho nebst neg-rosa (et-»- 
wa schwarz von der Arbeit?) und cerra (niano). Letzteres 
in der Germ, zerras (manos), azerrar (asir). Dph. gram- 
milc (v^l. Dan. gramse v. a. Happer, gober), faenie, WIdb. 
föchme, v. Gr. fehme, vehm, Hand. Gergo: ale (Flü- 
gel), barbacane (Stützmauern, Wlderlagen), Arme. Germ« 
JUandamientos (Commandeniens de Dien), Finger der Hand 
oder die Hand selbst; vg'i.mano. — Nase im Gergo flaute nach 
HerVas yom Ital. fiutare^ che sIgniGca annasare (viell. mit An- 
spielung auf flaut^, Flöte); ganbaro (Krebs, verm. derUöthe 
wegen); mocoletto (vgl. Ital. moccolo, Lichtstünipfchen und 
Nasenspitze); maremagno (vgl. Ital. maremniano, sumpficht). 
Bei y. Gr. muffert (die Nase; Schnupfen) yon muffen rie- 
chen, stinken; schmecker t (Mhd. smac, Geruch, den et- 
was yon sieh giebt; schmecken st. riechen Schmidt, westerw* 
Idiot., yon Schmid, sehwaeb. WB., wo auch: schmecker st. 
Nase); schneitzllng yon schneuzen; riecheling (Utw. 
Gr. rieger) yon riechen, wogegen Dph. rychllng Kraut^ 
Blume, allein snöggert Nase, Schnauze, Rüssel. Riech- 
lings-Wäschllng Nasen- oder Sehnupftuch y« Gr., wi- 
pes 0. Twist. Haut, chrzaupawka Nase, y. Böhm, chro- 
pam (sterto), vgl. chrzapacz, grosse Nnss, Morchel, Nase. — 
Gergo! balco (Balkon), eine schöne Benennung des Auges, 
weil es yon der Höhe herabsieht. In der Germ, dafür: fanal 
(grosse Leuchte); lanternas (Laternen); luceros (Morgen- 
stern); rayos (Strahlen); quemantes (d. I. cremantes, die 
verbrennenden, wie les ardents Sue; vgl. quemado, ne- 
gro), visantes (die schauenden) und vistosos (Agreable 
a voir; sehr artig, wiewohl mehr die Yollbringcr des Sehens 
geyneint sind); zuletzt colnmbres, etwa eig. Schlangen, we- 
gea^ des BasillskoBbUcfce»? Vgl. columbrar (im Sp« Aper- 



20 in. Wdrteriivcb. 

ceTofar, d^eovvrfar de loia saus dl4Iiifiier) , mfanr. Haat. glih- 
kra (eig*. Foake). Scheim (aach Tag; trflbacheln, blöi^ 
acheitt BrlOe), flcbeinlin^ (Wldh. Fenster)^ scheiner«- 
llaiT (von schefBen), awieling (von swei)) dierllng* v.6n 
Tlrelinge (Angen), dirlln^, iwlelin^ Biw. Gr. 8. tt., 
aber awierllng S. 99. Dierling, awierlinf v. Sitt', 
and so auch Schott dierling' Gag* (sehr. Aug?), onaweifel^ 
kaft von diern Chea (gewiss verdnickt)^ t, Slit Seen, Egen 
(d. h. süen, eggen Rtw« Gr.) 9 allein v. Gr. dleren säei; 
noch (sicher des ähnlichen Lautes wegen): sehen, WIdh« thO^ 
ren, spannen (sehen), und thflrling (kaum von Thar}, 
scheibling (yon Scheibe), Dph. tjrik Auge von tjrer 
(schwerlich Frz. tirer zielen), seer, synes; tjrlak blind 
von Schwed. elak (schlecht) s« S. 30. Ausserdem scheun- 
ling" r, (s. ob. scheiuling) und o kling, was an Plattd. Oge 
grenzt. — - Ohren in der Germ, asas (eig. Henkel, Lat. an« 
sae), wie umgekehrt Gr. o^c» Budiss. wucho (PL wushi), Ohr 
und Henkel an Töpfen. Seiler, Graaim. S.21.; femer esoar- 
pias (clon a crochet); aucli hermanas (die Schwertern), 
was sonst aber auch zur Bezeichnung der Scheere dient; un^ 
streitig wegen des PL tijeras. Frz. ciseaux, Argot: fauch an ta 
(die siclielndcn). JHirlas (d» h. Amseln) ist aller Wahr- 
scheinliclikeit nach nur wegen Span, mirar (regarder; ^pier, 
observer ies actions d*autrui) gewählt, indem man also: Spä- 
her, Lauscher darunter verstanden wissen wollte. Ganz dun- 
kel gertas. Rtw. Gr. Icusling', leifsling, v. Sittew. 
leifsling, Schott, lifsling, v. Gr. auch läusling. Ob 
von Laus, oder lausc^ien (EngL listen), wie Horcher (Ohr) 
V. Gr.? Vgl. linzer Aug. Ohr. Horcher. Einer, der die 
Spur verfolgt; Unzen die Spur verfolgen; auch s. v. w. Ha- 
sen horchen, sehen (lensen; etwa wegen der Kr jstall-Linse?), 
versuchen, probiren, ausforschen; Rtw. Gr. linst horchen; 
Dph. lynser hören, und Ijnsling Verhör, Process. Kio- 
bes- Wedel (Kopf- Wedel) Ohr v. Gr. — Germ, arbbl 
(Banm), Gergo fnsto (Stamm; vgl. tronco Rumpf) und vel- 
lo (Vliess; als Hülle der Seele?) st. Körper; eimo (Helm; 
vgL testa, elg. Scherben) nebst borella, chiurla (nach 
Bw. aus Bask. burua, und Sskr. ^iras, Kopf) für Kopf. Germ, 
chapitel (Spitze eines Thurmes von pyramidaler Form), ca- 
beza. Gergo collastra (wohl von collo), spalla; guindo 
(collo) forse proviene da gbit [?], collo, in Vaiaco. Idi 
zähle es vielmehr zu lt. guindolo eine Winde, da der Hals 
eben so gut vom Wenden benannt sein kann als die Thür 
(winde Rtw. Gr.). Langert Hals v. Gr. — Gergo ber- 
leflo (boeca); prosa (capelli), was weder mit Bw. ausRuss. 



A. EinleitoBg. 21 

wöloM (Umut), Booh nitllervag aus Waladi. palarie[?]| Fror, 
pveou [aas Lat pili ?}. bcrzoleilen sein möchte, leb denke ai 
Walacb. peVos (pOosus) , wie Rtw. Gr. h a e r I i b g e (die Ha»- 
re). Gern, bosqne (Boosqaet, Lastw&ldchen), barba« — 
Fa^iana (venire), was nach Bw. ei^. Fasan bedenten solL 
Mir scheint wahrscheinlicher! dass man II. fag^gUna (im Sdben), 
der Beniel, Hodensack, vor Augen hatten etwa mit HinblidL 
auf fame (Hunger), welches die Haut durch fabian wieder* 
l^iebtV — Ortschaften: Germ. Babilonia (Sevilla). Bei 
Bw. Castumba (Castilla), Peris (Cadiz).u.s.w.s.ob.S.54.; 
IL 149. ''48. Gao in der Diebesspr. für Madrid, wie Wldh. 
S. 158. Wo schafft er (Wo ist er?)? Schafft er in 
kleinen Dörffgen (Ist er in Leipzig)? Knochen Stadt 
Peine wegen Aehnlichkeit dieses Namens mit bein, welches 
ehemals auch fttr Knochen in Gebrauch war; y. Gr. Vgl. bei 
ihm insb. S. 49. Serfes, scrfone y. Gr. Franzose; Jüdd. 
n'»&i:&: französisch, bei Callenb. S. 37. Chaute n. p. The 
fortress of Ceuta. Genta. Hant. Dlauha Lhota Prag; eig*. 
die lange Frist, yerm. , weil es langer Frist bedarf, die Stadt 
XU durchschreiten. VgL Germ, ancha (d. h. die breite), ciu- 
dad. Tetawa die Stadt Brunn. Etwa von einem mythischen 
Namen? S. Schaff, u. Palacky Böhm. Denkm. S. 59. — Die 
Sprache ist, wie sich leicht begreift, besonders reich an Be- 
nennungen fiir die verschiedenen Classen von Bettlern (s. 
Rtw. Gr. S. 3t. und S. 67— 7^., wo deren XX Classen auf-* 
^führt werden), Dieben S.33., v. Grolm. S. 8S— 89., vgL 
bei uns Vulc. I. 4., und sonstigen Personen, die zu dem Hand- 
werk gehören. Auch in der Germ, kommen viele Namen der 
Art vor. Z.B. Similirrates Ladroncillos, temerosos, eig. 
ähnlich den Ratten, Mäusen; also soldie, die sich gern in ein 
Mauseloch verkriechen möchten. So auch raton (eig. sonris, 
rat) 1. Ladron cobarde. 2. Ladron de faldiqueras von rata 
(llat femelle; das fem. um der Gleichheit des Geschlechts wil-'* 
len mit faldiqnera, d. b. Tasche im Kleide, also gewisserm. 
Mauseloch); calar (percer; p^n^trer un secret), die Hand in 
eine Tasche stecken; calar se in ein Hau^ gehen, um zu 
stehlen. Comadreja (d. i. Wiesel) Ladro que entra en 
qoalquier casa. Lechuza (Chev^che, oiseau de nuit), ladron 
de noche. Lagarto (Lezard), ladron del campo, 6 que se 
muda de mncbes colores el vestido (gleichwie das Chamäleon), 
para que lo descono^can. Lobo (Wolf), ladron. Ladrillo 
(eig. Lat. later, Frz. briqne), ladron (Lat. latro) wegen der 
Lantäbnlickkeit bei völliger Verschiedenheit des Sinnes. Bei 
T. Sittew. Jvngfraw Falscher Aussätziger, weil er von der 
Krankheit, die er vorglobt, jungfräulich unberührt ist. 



n IH. WorterbHch. 

' 'Thieret Germ« Hahn mlssacafttan« (MesssAitfer)^ 
^ft^1«ool (bhantre d*uii chapUre, etjm. capvi scholae Die« 
Ih 839;; seine Sehale oder Gemeinde Ist nikmlich das Hiner^ 
Folk)) ebispo (Bischof), rey (Eöni^), caporal (chef)« 
Bei V. €r. Der Caporal heft g'eiubelt Der Hahn hat 
g^rftht. Haut, kokrhäcz von kokrham Ich krfthC', st. kor- 
ket, Hahn. •— Barbado ö barbndo (b&rif^) Cabron^uni^ 
des Bartes :ireg'en, verm. gleichfalls kapoc/n (Kapoainer)^ 
Boek. — Postillon, troton (d.h. trottear), rocin. — Ve^ 
hertrag-ung* persönlicher, ja selbst geistlicher Namen aof Thle^ 
re erweist sieh auch in anderen Sprachen als nichts Ung'e^ 
wohnliches« Soz. B. Ackerm&nnchen (JMuscicapa alba), 
weil dieser Vog*el g'crn dem PflAger in der frischen Furch« 
folgt, am Thierchen zu suchen. Mönch, Klosterwenvel 
wegen seines schwarzen K&ppchens M. atricapilla; Dompfaff 
Loxia pyrrhula. Der Storch heisst bei den Persern seiner an- 
gt^blichen Wanderung* von Persien nach Mekka in jedem Win- 
ter wegen Haji lalak (pilgrlm stork), auch zuweilen Mol- 
lah lalak« und man glaubt, dass der Ton seiner Stimme ei-^ 
nig*e g'en Himmel gesandte mysteriöse Gebete enthalte. Chods- 
ko, Speclm. p. 426., vgl. Or. Zeitschr, IV. 34. — ünig-e- 
kehrt mastin (grosser Hof- oder Fielscherhund), criado de 
justicia; papag-ayo Id., oder heimlicher Ang'ebcr. — H«int. 
bahkdrz (Schröpfer), wohl weil sein Biss Einem das Blut 
abschröpft, der Hund. Pill er Pchm. S. 87., Bell er r. Gr: 
— Baekkentraekker (wie es scheint: Bäche ziehend, ^iss. 
wie ein Canalbauer) Dph. ; teichgraeber, dreckpatscher,' 
breltfnss (Ente; das letzte auch: Stadtthor) v. Gr. — 
Blattfuss (Gans; und komischer Weise auch: Tanz, welcher 
der Gans Abel genug* anstehen würde), blatte, platt fuss 
(Dph. platfinke) r. Gr., breltfnfs, strohputzer Widkj 
stroborer v* Sitt. (von der Gewohnheit der G&nse, im Stroh 
zn wählen), strohböner, strohputzer Rtw. Gr., aber 
strohbutzer mit b, bemerkenswerÜi wegen buhze, butii^ 
y. Gr., fUr Gans. Sonst sind auch btitzen (abstergere) und 
bntz^ botz (mucus. Moucheron de chandelle) Deutsche Wörter. 
Schott. S. 1^95. — Dph. braegert (d. h. blökend), klll»r 
WIdh. kleebeifser Schaf (ob auch v. Sitt. klebis Pferd 
als Kleefresser?), Rtw. Gr. kleebeifser, bissert und y* 
Gr. bisse r (als ob das arme Thier belsslg^ wftrel), zotte 
(doch wohl Lat. villus, vgl. Germ, velloso Widder) u.s.w.v 
Schaf; lang-schwanz Hammel. Kleebeifser soll zufolge 
Rtw. Gr. auch den Schäfer bezeichnen. Vgl. Hant. woha- 
rek der Hirt, als Ableitung von Böhm, woharz, Schafkind'^ 
dessen Lautihnlldikeit mit oharek (Liditschnuppe) jedoch ab« 



A« £iiileitaQg.' 23 

siehUich irreleiicttd sein sali. — LaBg^schaabel SckMpfe. 
Siorch. Lani^olir HMse; vlerfiUni^ Wild OberlMiapt« L»Bgv 
fuf», laisehfufs Hase. Zwackobr, ackniackfarfly 
aclioarrer, schmaler, schnalfofs Katze. Vgl. Vulc 
smalka^el (adulier), schiualkackel (der übel redet oder sie- 
hei) von schmalen (übel reden oder sehen) v.Sitt, sehmal-- 
kachier (Verläumder) Rtvr. Gr. — Hant. kopjto (ei|r. Huf; 
pars pro toio) Pferd; kopjtnjk (ei^, Haselwun) Hengst. 

Sonstiges: z. B. WIdh. teller (Rad); flachs 
(Haar); schlänge (sllbome Kette), Rtw, Qr. und Y. Gr. 
schlangen (Ketten), schlängche Kettchon; Uhr- oder 
Halskette; bei Bw. n.l48, culebra (girdle), Germ« bestimm- 
ter: 1. ein Leibgürtel, worin Geld eingenäht zu werden pflegt, 
S. Eisenfeile (vlellt weil sie gewissermassen das Elsen zer- 
nagt), 3« la qne dan en la carcol a algun preso. Vgl. sieir- 
pe (Schlange) st« ganziia Dieterich. Bei Bw. ausserdem su- 

lastraba (ccidena) angeblich aus Arab. iCLJU y Sskr. 

^rinkhala, wie v, Gr. schurschohles, auch schalschcles 
(Kette), aber, julistraba (Sorpent. Culebra) mit grösserem 
Einklänge an das Span. Uebrigens liegt in beiden eine An- 
deutung des Sp. traba (Lien, chaine). Harplas (Harpyien) 
Corchetes, crlados de justicia. — v. Sitt. Format (Hant. 
moteyl, im Böhm. Schmetterling) Briefe, aber briol'f Karte, 
und daher briet'fen (v. Gr. blätteln aus Blatt), Karten 
spielen. Regenwurm (Wurst), vgU v, Gr. darm (Band), 
llanff-staud v.SitL, hanffs tu dt (Hemd) Schott., wohleig. 
Hanf-Staude, und richtiger als ; h a n f s t a n d Rtw. Gr», v« Gr. Bej 
eben diesen Christian Pilgram, und Rtw, Gu Id., und Ja*» 
oobsbruder (Kaspin Schott.). -^ Iltis Stadtknecht, Scherg«, 
Thürhtiter, Büttel v. Sitt.; klette.(etwa weil er sich an die 
JSingefangenen gleich einer Klette hängt?), schoter (v. Gr. 
schau ter, schauder, weil Schuldige vor ihm den iäcbaur 
der bekommen?), schustor, Büttel hi der Stadt, Stadtknecht. 
Wldh. Skopec (eig. Schöps) Kerkermeister} lupicz (elgt 
JUiuber) Gefangen wärter oder Gerichtsdiener. Syrotezj 
Richter; eig, wohl Waisen vater, von Böhm, sjr^ venvaiset 
und otec Vater mit Anklang an otczjm Stiefvater; freilich wer- 
den solche (von der Welt allerdings verlassne) Waisen ihm 
seine Sorge um sie blutwenig Dank wissen! Bruja f. (eig. 
JSexe) La Santa Hermandad bei Bw. als nicht eig« Zig. Le 
■0 a r i e u X der Neugierige ! Sue, und Bravo (Brave, vaillant, a^ 
lein auch feroce; terrlble u; s. w.), avisadp (avis(^, pm- 
dMt), Juez. Germ. Ferner a 1 i v i o (soulagement, allegement), r e - 
Medio (Wttel wt^eiiwg), Procurador, aniparo (Protection, 



24 m. WSrtcrbnch. 

■ ■ 

«Mense) Procorador que ajnida al preao; d Letrado qae fli-^ 
ruffiee al preso« — Gleicher MItg'cgell, Gespan (onsw. der 
Gleiche) v. Sitt. Starej Mitgesell 9 vgl. Böhm. mj. gfme 
gedaoho starzj Wir sind gleidies Alters; hnste^r (eig*. der 
Dicke) Richter. Wannenherg Hübsche Jnngfrav j fdne 
Jnngfer, v. Sltt, Schott, Rtw. Gr., wonnenberg t. Gr. 
«IclierHch mit Hinwels auf Frau Holda im Yenosberge. Grimm^ 
Myth. S. &ti. Ausg. 1. — Fachs Gold, imgl. ein Keller 
oder Gewölbe (gis. Fuchsgebäqdc) Rtw. Gr.; bei v. Gr. auch 
Goldstück. Vgl. Hant. llszka (eig. Füchsin), ein Dukaten, 
llszkow^ (eig. fuchsig = golden v. Gr.) nnd me'ky 
(weich) verni. als Uebersetzung von weiches Pchra. S. 87«9 
das wir Bezeichnung des harten Goldes dient. — Schnielts 
(r. Gr. auch: Pfanne), sanischniultz (rom Zusammenschmel- 
zen?) Zinn Rtw. Gr. — Zug Garn; d urch zu g Faden. Zwie- 
bel (Uhr) wegen Achnlichkeit der Gestalt. Trararum Post, 
als Nachahmung des Posthorns; trallarum Schiebkarre we- 
gen ihres Knarrens. Banibel Glocke; bimbam Hausthflr- 
schelle. Spnkenelle Gespenst; von spuken. Schieber 
(membrum virile). Jauche (Suppe). Gehechelter Le- 
chcm Weiäsbrod; gehechclts Kuchen, Gebackenes; es Ist 
dabei an die Beutelung des Mehles gedacht, die sich entfernt 
iuit der Aushecliclung des f^lachses vergleichen lässt. Mutli- 
wafsen bei den Juden st. gewiss wissen. Pfeifen beken- 
nen. Schnüren (r. Sitt. schuieren S. 648., aber falsch mit 
n. schmieren, S. 641.), henken v, Gr. 

Hant. W b 1 a u k Fenster ; aus oblauk Bogen, alles was bo*- 
genförmig gebaut ist. K r a u z e k (eig. kl. Ring) Thaler. H r s t 
(eig. Handvoll) 100 Gulden, nnd hromada (Haufen; venu, ab 
4Summe kleinerer Münzsorten) Gulden. Gzara (eig. Strich, 
Linie) Weg, wie Germ, tira (eig. Bande, bandelette de teile 
etc.), auch carcoma (Holzwurm, Wurmstaub), crnz (Krew 
an Kreuzwegen) nnd crnzado, calca, martillo, martil- 
lado Camino, martillar, caminar, was eig. marteler, battren 
eoups de martean bedeutet, sei*s nun, weil- eine, aus entzweie 
gehämmerten Steinen bestehende Chaussee gemeint ist, oder 
weil das Betreten eines Weges mit den Füssen in Hamme^" 
sdilägen seinen Vergleich ßnden soll. Po^^'ehnanJ (eig.Seg- 
■en; Gebetsformel, Anwünschimg) Glück. Lipow^ (eig. aua 
Linden) die Thtir; smoln^^ (eig. peoliig) Stiefeln. Chlnpy 
dag Tnch (vgl. Bdhm« chlup kurzes Haarvon Menschen und Thie- 
ren); Chladjk Keller; chl ad n^ Vorhaus, ans Böhm, chlad 
Kohle; vgl. I. 62. Anm. HIadina Butter; eig. Ebene, Fla^ 
che, wegen hiaditi, glätten, streicheln. Wohrada (ohrada 
Zann, Umzlunung) Stadt; vgl. Böhm, hrad Bnrgi Festang» 



k. EiBleitiiig^ : 25 

HUwies (elf. Gromkopf, Dickkopf; Alant) Herr. Wreh«« 
Direktor, von Bdhn. wrch, Gipfel, dag Oberste« Wlastnjk 
(filgenthttmer) Vater. Spadnjk Erde, ven Bfthm. spad AI»* 
fall, herabfallen. Podkolenice Strümpfe, aua Böhm, pod- 
kolei^l Kniekehle. Nawesnjk Dorf aas Böhm, wea Id. and 
nawes, ein unten In Dorfe gelegener grflner Plata. Praska- 
wa Weiberrock, praskawf Bürste, wahrsch. aus Bühm. 
praskaw^ krachend ; und awar jenes, weil es zu rauschen odcfr 
knittern pflegt, diese, well sie allerdings auch ein Geräusch 
madit und nudem Böhm, prase: Schwein bedeutef« VgL pras^ 
fcnaut brechen; Im Böhm, einmal krachen, knacken, entzwei 
brechen. Rsehtawy Schlossketten (eig. stark wiehernd, la- 
chend). Wlaezet betteln. Im Böhm, eggen, schleppen, 
schleifen, aiehen. Wodrazyt, davon laufen; im Böhm, ab«* 
schlagen, z. B. die Feinde; t. n. abziehen. C hm eilt trin* 
fcen (eig. hopfen, z. B. das Bier). Mjhat (eig. ror Augen 
schweben, flimmern), desGIcichlauts halber, st. Böhni.mjil, haben» 
Germ, perlas (Perlen) st. Tbränen. Nido, caver* 
na Casai Im Gergo dafür lamiga (etwa amica mit Art. V) und 
CO SCO (vieil. verdreht aus lt. casco, hinfällig, alt, um nirJit 
nu deutlich an casa zu gemahnen). Liga, eig. Kniekehle, 
Leim u. 8. w. vom Lat. ligare, binden, und daher statt: 
iVeundschaft. Dentones (Grossxähne) st. tenazas, Zange. 
•— Für sonibrero (Hut) 1. techo (Dach), tojado (Ziegel* 
^ach), 2. ponicnte d. h., wegen des Schattens, der Ocd- 
dent, 3. gavion (Sp. eig. Schanzkorb; dann sehr grosser 
Hut). — Sacocha, faldiquera, offenbar aus saco nach der 
von Diez Rom. Gr. II. S59. angegebenen Welse. — Für 
^hild: muro Mauer; rueda Rad; rodancho vgl. Sp. ro* 
dela, Frz. rondach e,^ bouclier rond und a n c h o (large) z. U. bo«- 
quiancho (weitmaulig) Diez II. 339. Campanudo (eig. auf-^ 
gebläht, bausfhig, von Weiberkleidern ; mithin komischer Aus^ 
druck), und danach gebildet faldudo vom Sp. falda Jupe 
do femme. Concha, Luna, rodela. — Calle (Strasse 
Im Gegensatze zum Gefängnisse), Freiheit. Carle ia (ca* 
resse), eine theuere (Sp. caro. Frz. eher) Sache. Cer:- 
ron (sorte de tolle grossiere) st. Schlüssel, Riegel (Sp. 
eerrojo). Sanguina (d. h. eine sanguinische Person) st. das 
Monatliche der Weiber. Sangre Blut für Geld, was sich er- 
Uärt aus sangrado (zur Ader gelassen), d. h. dem Geld 
gestohlen worden, al que sacan el dinero, und sangria 
(Aderlass), la rasgadura que el ladron hace para sacar el 
dinero. Vgl. Cormon v. arca. Talon (Ferse) für: za Fuss 
gehen. Alon (irse) verm. zugleich mit Erinnerung an alar- 
■0 Id. Alolargo (von largo, weit), hulr. Pcnaa (Fel^ 



2« III. Wörterbluh. 

•eil), lrM;p«8«s j baen tempo, auch piaarBO (wie tM 
pifit) Ji'kUenxapfeB) , minarse, irde huyendo; peiiaa ie 
leagares, iraaimij lexos (weiter fortgehen), vgl.LoDfar 
res, 6 Loag-aiso, eobardes. V^l. Saff. -ar Dies, Rom* SpfW 
li. 284. o. viao. Vioas ( Weinbergre) , es irae bayendo, «i-i- 
streitig', weil dieselben leicht »um Versteck dienen. Vinas j 
J«an danzante. Dasselbe, indem der gute Juan sur Fhebl seine 
Beine troU dem flinkestenTänxerzu g'ebranchen bat. Trasma»^ 
lar (sich hinter den Berg'en verstecken, von der naterg^eheiir 
den Sonne)-, iraosponer, huir 6 esconder. Sepultar (oäcoft- 
der); plantar (enterrar: also gleichsam die Keime fttr eine 
kfinftige Saat der Erde übergeben). Torneo (Turnier), 
iorno (Drechselbank u. s.w.), tormento por justicia, wegen 
des Anklangs an das Sp. Wort. Auch molin o Mühle Id. — 
Pesos de ariifara pan; sonst artife (lartif Sue), arti- 
fara, niarqui artife, harten (schwerlich aus aQToq). — * 
Pescada (Poisson sec et sale) Ganziia; von Sp. pescar P£^ 
eher, prendre du polsson. Saisir, attraper. — Uustres (Il- 
lustre, eelebro par le meriic), botas (d. h. Weinschläuche). -^ 
Tristura viell. mit Anklang an Sp. hora (Stunde) und hu^ 
raco (Trou); sonst aber gewisserniasscn einem Deriv. ans deup 
Adj. triste Dies Rom. Spr. IL 283. gleiehend; horno (Lat* 
fnrnos), calabos&o (Cachot). Raplpöche m. Dungeon. Cala- 
boso aus rapipocha f.A fox. Zorra Bw. Vgl. ob. Fuchs 
(Keller oder Gewölbe) Rtw. Gr. Auch viell. ospanto m. (si« 
espanto Gpouvante, effroi) Calabaza. Pompion, calabash Bw* 
wegen der Lautähnlichkeit zwischen calabozo und calabaza. -!?* 
El Pro, la parte trasera (der hintere Theil) por donde se 
proveen; also aus pro. — Cisne (Schwan), muger publica-» 
verm. von Ihrer schwanen weissen Unschuld! — • Lerdo (Fra« 
loord), cobarde; umgekehrt mandria (Lache, poltron, pusil-r 
laninie), simple 6 tonto. Walirscheinlich so auch bei Bw. bo- 
stan Adj. Weak, feeble. Flojo: als m. Linen« Lienzo, S. ob« 
sabana. -^ Gniuchado, pcrseguido, von Sp. guincho^ Md« 
we; also gls. in der Lage von Fischen, denen Möwen 
nachstellen. — Granizo (Hagel), muchedumbre de una coaa» 
-'^ Lfso (lisse, poli) l.raso, 6 taleton, S« wie sereno (helr 
ter) st. unverschämt (desvergonzado), — Maria, arca, vieU. 
weil dieses dem Worte marca nahe kommt, und zugleich weil 
(der Kasten gewissermassen ein Heiligthum darstellt« — Pia«* 
mado, pared; Mauer, wegen ihres lothrechten Standes (a-?* 
plonib). Plnma (remo), well das Wort im Span, sorte de 
manoeavre dont on se sert , lorsque le vaisseau touche snr la 
qnille. Racimo, ahorcado (aufgehängt, etwa zum Tode relf^ 
wie eine Wcintraqbe ?). 



A. EiBldlfoni;.^ 27 

AoB- Enf* Sae*s Gfheimiissei ymi Paib, Msier Spitt-» 
ntmen, wie La Maitre d'Eeole; Braa-Roaga; Li 
TAte-^de-Bort; Chourinear (d. k. Messerer, ran adiacl^ 
Biester y. Orolm.); la Touraeaaa; la Choaeite (Ealc^ 
woki wag^n der EinAuf igkeit) ; Rig>oleita, paraeqa'alla riaU 
loujoirs, mithin aas: se rigtiler (sidh lustig' machen), „Lach-- 
taahe^^. Gonaleuse (la ehanteiiga, „Schallerin^ bei dea 
Daatsdien Uabersetzern) yan g analer gebauter), das woMy 
nahst ir<^v*lA*^^8 (chansons) van Lat gola stammt; %. B.: 
,,Ttt devides le Jars^ (Tu parles argot), vgl. ddvider ah* 
winden, schwatzen; d^y. nne fanrbe, einen Betrug entdecken^ 
sawie die Fra. Redensart: II entend le jars Er ist listig, hört 
Gras wachsen. — Un tapis franc, en argat de yal et de 
menrtre , signifie un estaminet au nn cabarct du plus bas etar»- 
ge« Un rcpris de justice, qni, dans eette langue inimande, 
s'appelle un agre, on nne femmc de m^me degradation qnl 
s'appelle^ une agresse, tiennent ardinairement ces tavernes» 

— L*ean d'aff L'ean-de-vle. — Un arlequin est un ra-r 
massis de yiande de paissan et tautes sartes de restes pravei* 
nant de la desserte de la table des damestiques des grandes 
maisans. Alsa wegen des bunten Gemisches. — Trefain 
Tabac; chiffarde Pipe. — Denxdaubles chalettes [Sch&l-r 
eben?] de tartu, 2 Htres de vin. — J'ai falt la tartue 
(J'al jedne), weil die Schildkröte lange fasten kann. — Se 
refaire de sargue (wähl: sich yan der Sarge des Tages er- 
halen) Sauper. — Rands (saus). — Si ta fi lache (Mühlen- 
seil) est a jeun, SI ta baursc est vide. — Pendu glace^ 
le r^yerbire, wähl weil das, im Uebrigcn mit dem Lichte we^ 
n\g Gemeinschaft habende Eis glänzt; vgl. Glace, gläserne 
Fenster einer Kutsche. Sarbonne (Hauptcolleginm der theak, 
Facnität in Paris) hämisch genug für Tete. - — Aval als 
(Schwanzriemen; scherzhaft : grasse Fressgurgel van av<aler) st« 
g^sler. — Avair des philasaphes aux arplans (ab aua 
Harpyes mit pians. It. pedane, vgl. piedV) Avair des sava^ 
tes (des philasaphes; vgl. savants), aux pieds. — Bi bar den 
(yieillir), vgl. vieillard. — Etre des siuves (Ilammaiik 
simples). — Des dal ms huppös Des gens riehes. Gleich- 
sam seltene Naturwunder, nämlich Hirsche mit Federbüsckcn- 
statt des Geweihes anf dem Kapfe. Vgl. Edelhirsch und Biem 
huppe, der Vornehmste in einem Orte. — La pluuie. do 
Beauca (lapaille), Daunen van B«, unstreitig nach dem Sprüch- 
w«rte: „ Gentilhamme de Beauce^^ für einen armen Edelmann. 

— Sa largue Sa femnie. -^ Man singe. Man bourgeaiw, 
man maitre; wähl, well umgekehrt seine Leute die ArbeJt 
ihm (nicht er ihnen) nachäffen müssen. — Le manequia 



28 m. WSrterbndu 

{Tmglmhi Tgl. corkelHe mit eorbOIard) do trlmbal- 
leiir de refroidis Le corbiUard da cocher des norte« — « 
Raule (moueliard). J'ai macaronne (ag^ en traitre). Estr 
ee qae ia crols quo Je ras mang' er mes pratlquea aar Tor^ 
^ae (däioneer mes pr.), gls. öffentlidi aof der Org'el aua» 
schreien. — 11 n'aboale pas (ne rient pas)) pourvu qae Je 
lig* (camerade) ne l'ait pas escarpd a Ia eapahat.(as8a8-p 
sine poor lal yoler sa pari du butln). — Escarpes (assosr 
sins), escarper (assasslner); refroldir (kalt machen), en«* 
talller (einkerben). Tner. — Fourline Dem»von Fonrloor 
reur Assassin. — Raislne (Weinbeermns) par terre. Da 
sang" de r^paiidu« — Les messlires Les victimes; diejenl« 
gen, die ein Räuber zu ermorden denkt, wohl aus messe mit Hin-« 
bliclc auf priores, etwa die Messopfer, oder solche, für de* 
ren Seelenheil, als gewlssermassen schon so gut wie Todtei 
Messe zu lesen? 11s sont enflaqu^s (perdns). — Pasti-ü 
quer (etwa st. pratiquer?) Ia maltouze (faire Ia contreban-« 
de). — Gou^pe (vagabonde), etwa gls. von Wespen ver- 
folgt? — Emmener quelqu'un d'autor (nach Art des Faikeiiy 
st d'autorltc, aus eigner Gewalt). --« Grinchi (vole), grin* 
che (voleur); viell. zu gripper? -^ Poupard (qui avont 
pr^are, menage le vol), d. h. Wickelkind, Puppe, also nor 
gewisserniassen dio embryonischen Einfödler von Sachen, de^ 
ren ernste Ausführung sie mannhafteren Personen überlassen.-— 
Avoir de Tatout (du courage; elg. Trumpf in der Karte). — 
Je suis nn ferlampier (von for, und lamper, grosse Gläser 
voll austrinken, also wohl s. v. a. Elsenfresser, nur nicht mit 
dem Beigeschmack im Dcntschon?), qui n*est pas frileux:^ 
(frostig; gewissermassen vom Fieberfrost der Furcht befollcn?) 
Je suis un bandit, qui n*est pas poltron. -^ Le quart d*oeil 
Le commissaire; etwa weil er den sehlauen Gaunern gegenüber 
nicht scharfsichtig und hellsehend genug, oder aueh je zuwei- 
len sich bewegen lässt. Ein Auge zuzudrücken? — Fagot 
(for^at; gls. wie ein Bündel zusammengeschnürt?) -^ a perte 
de vue (k perpetuite). -^ affrancbi (liber^). — Mon rat 
de prison (Avocat). — Au pre (aux galöres), wohl weiüi- 
ger mit Anspielung an: prison, als wegen der von Galeeren-» 
aclaven üblichen Redensart: faucher le grand pre (das grüne 
Meer durchrudern). Quinze annees de pr^. — Avoir une 
fievre c^r^brale (^tre condamne a mort); iire fauche 
(gls. von der Sichel des Todes hinweggemäht, in felerllchei» 
Aasdrucke st. execute); aller ä Tabbaye de Monte-a- 
r^gret (a l'dchafaud). Charlot (le bourreau); Ia earline 
(Ia mort); Beides unstreitig von der hocbnothpeinlicben,, Ca- 
rolina ^ 



A. Einleitiiiig« 29 

Neablllnnpeiu Oft stehen In iet Germ. AJJ. fllr 
Sabst., and «war mit dem Gescblechte desjenigen Worten, 
das man Insgebeim yor An^en bat. So barroso (Argileaxl, 
Jarro (Pot k nneanse), y^UHant biinik (ei|r* Lebmgriber% 
Topf 9 well er frden, von Thon (bljna) Ist. Clariosai afiaf 
elarea (Bolsson eomposde de vin blanc etc.), dia, ron cla- 
ro (bell)^ das aber den Himmel bezeichnet, wie Im Gerge 
noprano (obere) und argpo, welches aus arco (Bog«n) ver^ 
dreht sein mag*. — Ventösa (Blasebalg) fem. st ventana f. 
(Fenster), das allerdin^, wie EngL window, nach von vent« 
stammt, aber ventoso (venteux), auf eine mftnnllche Person! 
besegln: Ladron quo hurta por ventana. Auch tirana (d. !• 
tjrannisdi Im Fem.) von tlrar (xiehen) mit grleicher Endang^ 
und Bedentang als ventana. Vgl. v. Gr. scheibeling Fen- 
ster von Scheibe, und schiebeling Id., bes. Sdinbfenster* 
Sonst luminaria (eig. Festlllumination). — Picosa, paja 
(Stroh), wohl des Stechens (pfcar) wegen, als Fem. vom AdJ« 
picoso Itlarqne de petite veröle. Eben daher, und auch sicher«* 
lieh des gleichen Lautbeginns halber, picante (piquant), pi- 
mienta (Pfeifer); picon (Ralilerle, niot piquant. Aniinal qnl 
'broute k rebours faute de dents), piojo (Floh); picamulo 
(Stich - die Manlthiere) Mauithiertreiber. — Da labrar im 
Span, auch Travaillcr k raignille bezeichnet, sind Partie, dar- 
aus: labrados m. Botines 6 borceguies de hombre (dl- 
ehosos, eig. glöcklich, etwa nach Dichterweise darüber, dass 
sie, Frauenfässe zu berflhren, gewürdigt werden? Dasselbe 
fllr Frauen), aber labradas f. (xerviilas de niuger), was, 
freilich unter Widersprach von dichosos, das dem Gesehleeh« 
te nach mit botincs übereinstimmt, beinahe auf eine Unterschei- 
dung des männlichen und weiblichen Schuhwerks durch die En- 
dung rathen lassen könnte. — Velloso (Lat. villosus), aueb 
balante (von balar. Frz. beler) Böller ou mouton. Vello- 
so, vlell. richtiger hinten mit a, bellosa: Bcrnia (Gros drap 
de laine) de Marinero. Entschieden Fein, vellosa 6 velll- 
da, auch bellosa, und, wo nicht durch Umstellung, doch 
mit Erinnerung an Sp. bedija (flocon de laine), bedilla Fre-^ 
zadn (Gouverture de lit k longs poils). Belli do, terclopelo 
m. Sammt, Frz. velonrs. — Peloso (Lat. pilosus) Capote 
de sayal. Pelosa Saya, 6 capa; sonst cubierta (Couver- 
tnre) und campana (Glocke; viell. minder wegen Ankiangs 
an capa, als weil int Span, canipanudo Enfld, gnnfl<(, en par- 
lant des habits de femnie bezeichnet) st. saya. Aber pelle- 
Jo (Fell) st. sayo (Spanische Bauerntracht) ; und dafür auch, 
mit Aehnlichkcit des Lautes sarzo (etwa nach Sp. sarga, 
Fni. Bergt gebildet?); tallado (tallld, bien falt> qal a-bw 



Sft nLMWdrteAudi. 

air), vlell. Ironbcb; i»pador (üelul qjA hothe^ qwi c^^üyre), 
9kyOi\ »udi padre.de maneebia, aad desshalb wohl auch «»- 
l^kehvi: -padre -rr- pedro ist Capate ö Tadesqoillo — st 
aayo« Garmiaa, mu^^er publica; gertnaao, Rafian; gettf 
aiaaia. RufiaaeBca; .dije ea allerdings yerdienea, reia und ädtt 
fTonuint lu werdeo! — * Aebdllch ^ajoa Ruiän,: gebildet aaa 
gvi^A (buchst&blicb eine Art gestreiftes Zeug ron verscbieda^ 
aea Farben)) Mnger publica. . — Almlfor (caballo), alml^ 
foea (mulo). — Partie« sonantes (Iclingend)) Nfisse; pua^ 
ffieate (stecbend)) Dom; corriente (Courant d'une riTlere)) 
Flttss) nordientes (tiseras); maleante (bnriador). Ma^ 
cante, Scbnupftuch, von Sp. moco. Polvoro8a.(Weg) ala 
esttt ej^presslon Bw« Im Gergo calcosa (was im Itah: eki 
stark betretener Weg) j terra ; vgl. bei Hom* ti^Sum 
von der Erde. — Scardoso (etwa wegen It. scardone, Na^ 
ne eines SdsswasserGsches) und scbillo, pesce. — JMoco-* 
Loflo di Sant Aito Mond, und Ruffo di S. Alto, was 
Bw* Wick und Red one ot' Ibe firnianieni tibersetxt« ISrsterea 
stammt vom Ital. moccolo (Stünipfcben. Lieht) , offenbar passen-* 
der für den Erheiler der Nacht, und ruffo steht Im Gergo st« 
Feuer; S. Alto kann den Himmel, aber auch den Höchsten (Gott) 
bezeichnen, für welche letztere Ansicht das Vorsetsen von S» 
spricht. Sonst heisst Gott Antlcrotto, und Rabuino des 
Teufel. Jenes hält Bw. für Antichrist, dieses fürRabbine (in 
Hebr. Meister), während mir Ital. rabbia viel näher zu liegen 
scheint. Germ, grausig, aber doch mit tragisch - tiefem Sinne 
für Gott: Coyme del alto oder Coyme de las.elareaa 
d. h. Bankhalter der Höhe oder der Tage (vgl. clarea, dla> 
wohl durch Anspielung von Dies an dia, oder w^eii die Spiel-- 
häuser mehr Nachts besucht werden. Coyme (Span. Besia-. 
zer eines Spielhauses) wird für Sonor de casa; coyma (d. k 
Ce qu'on paje k un maitre de tripot), auch tributo, fttr. 
muger del mundo, an die also, wie an einen Bankhalter, GelA 
weggeworfen wird. Sacoynie Mayordomo (viell. mit aphär«< 
casa)« Pelota (bolsa con dinero; muger de mancebia) eig» 
Balle, pelote, petit corps de forme spherique. Vulc. Ado» 
(J)eus), Schott, adone, Rtw. Gr., v. Gr. adoni ist das be- 
kannte Hebr. Wort, wofür der letzte aber auch G oh del Me.^. 
1a eh (grosser König) und Gurre (im Deutsclien, was doab. 
webl au seheusslich wäre: eine schlechte Mähre) bietet. In. 
der Haut. Horzegfzj (der obere) klekacz. von klekam (ich 
kniee nieder), also: vor dem man niederkniet. Teufel: gan- 
hart, (so a. B. V. Sittew., aber ganghardt Sdiott.), welches in 
Deutsehen Rotwelsch übliche Wort Ilervas Voc. poligl. p. 1S4L- 
ganaa (diavolo) im Schriftäihiopisch gedeutet wissen wilk. 



Bti Fi Sittew. loa, falsch, bMe; locf öilili, der Use FeM 
(Teufel Riw. Gr.), wogregea Sdioü», ylelK darck IrrUiiii^ 
l^ck, bdsa, fUsck, locdtlin Teufel häU. Aasacrden bei r. 
fin Bing^ was auch Zig*., femer das bebmiiie: Aaohma>r 
tba»; Sodem (aus Sedom oder Sataa?) and Steppchos, 
Sieppcbea« Sehr achöa boulanger (Bftcker) alleli, od<ir 
le k.qui met les dmea am foar mit Beaair *«f die Hdliii 
bei Sae. tHeg desmeg^a (Diea) etwa st. Be^lerbe^ oder 
aus fueyag^i 

Compoaita* Z. B« mit Mann bei t. Gr.: frechr 
mann der Verhör, bei dorn es $l\iiri\ngM darauf ankommt, 
fireek Btt Uognen; erdmann Topf (Bw. Barroao, d. h. irr- 
den, Jarro) ; dickmann EI; ellenmänner die Sdiuhei 
walursch.. weil sie auch als Längenmaasa dienen; fei d mann 
Mag^; feldmftnnche Egge^ Eggenzinke; Pflugsegg; fiit« 
lerminnche Bach; vg^l. Geflitter. Obermann (ein Hui, 
Weiberhanbe; ein Boden, Speicher), Dph. overman Hut. 
Dph« hofbakman (Brod-Backniann) Backofen; loirman (et 
Lys, en Lampe), Tg*!« Lovkaas en Lygte (1^^ ^^ D&n«: 
Lob und Geseis), auch tranman (Käse), obschon man im 
Din. nicht den Mann, der, inawischen da d (Lange, Dan. Gr» 
h 4.) nicht geliört wird, bloss der Schrift nach niand heisst, 
aohdern die Mähne bezeichnet. — Feldmiayert, eig. Feld- 
Katse, d. i. Hase, feldhjne Feldhulin st. Kartofiel. -* 
Draekfvalve (DreckschwaJbe) Maurer Dph. Hand-Was- 
ser Schuster Wldh., weil seine Hände allerdings des Was- 
sers bedürfen. Strahlen-Kehrer Strassenräuber , eigm 
Strassen (strehle) - Kehrer. S c h u ff- stock (wohl au schieben, 
und nicht Dan. Skee Löffel, oder fkiiffe Schaufel; Dph. but- 
ftok Spiseskee von butter, speisen, bcisseu) und schnap- 
holta (wohl au schnappen; allein v. Gr. auch schnabel) 
für Löffel Wldh. — Himmelsteig (Pater noster); gott- 
fart (Wallfahrt) v. SIttew. — Rtw. Gr. grasfunckel, r» 
Gr. krumninase Sichel; grubenfeger Bergmann; dun-* 
k ei wüst Nebel; bradkracber (rlchllger bratkr. v. Gr.) 
Tiegel oder Pfanne; bachkatze, bachrutscher Stein; 
k r e i 1 1 o c h , Kirchhof , Gottesacker ; für wasch Färberei , 
Tiell. mit Anklang an letzteres; fiinckenstflber «= fun- 
kenstjver Dph«, hamnierschlag Schmidt; hochblas 
Backofen; hochschein Licht; knollfink Klos, Knöchel, 
Tg^l. kn ollen (eig. bnlbns) Kartoffeln; knollin ^ Faust. 
Knollfink ist in Deutschen Mundarten: ein grober, ungesitteter 
Mensch. Landlaufer, radeschmire eine Kutsche, -abef 
katsehwach (Kutschwagen?), ein Wagen; 84;hneindham^ 
möl (doch woU von: achneiden, und Hammel, als rnr^chnttr 



S2 in. WsrtnbiMb. 



< . 



tenes Tkier; Tgl. r* Gr. seliiieldehaiiiiiiel, sekneiile'*. 
Iin$r) Scheere; Bteinhaiffen Stadi; gtelnfalle Berg». ' 
Vfell. va Lat taeete y. Sitt. fetsea arbeiten, tldktMf 
Biw. Gr. fetaeiiy arbeiten, allein t* Gr. schneiden, bauen^. 
stechen, rerwnnden, anchwohl: tödten (ans: zerfetnen?); and 
daher ««B. fladerfetier. In Bader, in; claffotf. Schnei- 
der; brieffelf. Schreiber; glldenf. Harenwirth; roUC 
Müller; schöcherf. Wlrth; kllngenf. Lejrer (Lejermam^ 
was sonst drehwiner vom Drehen der Orgel; vgl beer- 
iriner, Fflrst, von: Heer) s klingfezer (SpicUeute) Wldh* 
und bei diesem desgleichen poster feser (Fleischer) rom 
possert, Fleisch. Dorph hat aufTallender Weise statt dessea 
fakker (machen) nnd z. B. glarmfakker, en Ghrviester; 
kalslingfakker Skoemager, von kalsling, en Stoevle 
(vgl. Ital. calzo); benfakker (ein Buch; Schulmeister), ab 
Verb, lesen aa benner lesen, sprechen; trurnffakker 
(Trunipfmacher) Spielkarte. Sonst mit maenger (Arbeiter) 
K. B. holtesm. Zimmermann; ballertm. Kesselflicker. Vi^^ 
mlnflanser Schornsteinfeger. Das letzte von pflansejoi^ 
machen, verfertigen, backen v.Gr. Daher dann auch: Mam- 
men- oder Hellig - pflantzer Geldmacher Wldh. tob 
mumme (Mammon ?) , h e 1 11 n g (etwa Hallendes , klingende 
MOnze, oder wegen Heller?), auch pnn (Geld); ^Vilnpfl. 
Goldschmid, von grün Silberwerk; pflockenpfl. Tuchma^ 
.eher, vgl. grün, roth flocken grün, roth Tuch; scbnee- 
pfl. (Leinweber); pallertpfl. Kuplerschmidt (s. ballert 
Kessel Dph., wofür Rtw. Gr. bachcrt); fladerpfl. Bor- 
tenwürker (vgl. fladerwild, Zwirn- oder ßandbudc); trltt- 
lingspfl. Schuster; klufftpfl., stichlingspf I. (Dph. 
stikler, v. Gr. sticholer) Schneider, von claffot Vulc, 
V. Sitt., Schott, (vestis^ Kleid, Hock), Rtw. Gr. klufft ans 
Hebr. tjbrr niutavit, vgl. Du C. uXXayai und uiutatorla, und v. 
Gr. stichling, Rtw. Gr. stcha Nudel. Rtw. Gr. hat S.e4. 
stichling, Malocher (viell. Ein Wort, da v. Gr. malo-^ 
che Handwerk', von malochen machen, arbeiten, Jüdd. Cal- 
lenberg S. 81., vgl. z.B. Mantclmalochner Dachdecker), 
aber S. 41., Stichling, Claffotfetzer für Schneider. Mit 
wild (Bude) in Wldh. grün wild Siiberbude, woher vernu 
wildner (Krämer) und Rtw. Gr. wlltner Silber -Krämer; 
blejsackswild Zinnbnde. 

Oft sind solche Compp. entweder hybride oder gani 
fremd. Z. B. Mittel eile, mittiam Mitternacht, Mittag. 
Leile- (oderZig. ratte-)ganger, leile-borster Nacht- 
dieb. Lehm-hltzert (-schober) Backofen; lehm- 
■ ehoppen Backhaas; lehmschupfer, lehm (auch mit Zig , 



Am EinleitiiDg« 33 

iiiaro-)»schleber, -pflanser Bäcker« Scklinf sdifn* 
nä^ler (eig*. Flacbsarbeltcr) Weber. Dufimahl Abend- 
nabl; du ft schaller Scbalmeister, Glddmer, tob dnft Kirche. 
Ableitungen. 1. Bei Dph. sonderbarer Welse Fer- 
nen auf um, runi, als padrum Vater, madrum Matter, 
bratrum Bruder; erdrum, landrum Erde, Land. Teil!- 
rum Teller. Vandrum grosse Wand, Mauer, neben van- 
tes Wand. Vi rum 1. yeir, vlnd d. I. Wetter, Wind. 2.v^ 
d. i. Weg'. 6 r od rum (gross), multrum (viel; vg'l. Lat. 
nultum). Luttrum Loeg-n; Lir, Tiell. nach der Dan. Redensart: 
det er lutter loeg'n das sind lauter Lilg'en. Sag'um Mes- 
ser, etwa nach sax (Scheere), oder nebst sekling* Id. WIdh. 
etwa aus 'Lat. secare oder als Taschenmesser aus: Sack? — 
t. Die auf -es ob. S.104. besprochen. Bei v. Gr. z. B. Bla- 
st es, bl&se Wind, von blasen, jedoch viell. mit Anspielung 
an den Heiligennamen Blasius; m ecke s Ziege yom Laute. — 
8. RuUik (Wa^en) vom Dan. ruile (rollen). Svömmik 
(Fisch) vgl. V. Gr. schwämmes, schwimmes, schwlm- 
merling' Id. von schwimmen. Tyrik (Auge) und brnnak 
(Kaffee) s. ob. Glarik Fensterscheibe, rgl. Dan. glarmester 
(yltrier); y.Sitt., Schott, g'lester Ich (vgl. im älteren Dentsch 
Sehott. S. 1928. glast d. i. splendor ; g'lest, d. I. Glasur; 
glisten, glisteren, d. i. micare, lucere) und Rtw. Gr., y. Gr. 
^lenserich (Glas), y. Gr. glänz (Glas, Bouteille), Dem. 
g-lanzettchen; g-lanzer Stern, ans dem Deutschen: glänz. 
Lummlk Thaler, Bankozettel, vom Dan. lonime, Tasche. — 
4. Mit -rieh z. B. v. Gr. funkerich warm, heiss (durch 
Feuer) z. B. Stube, Ofen, Suppe. Mattich Wärme, Hitze; 
Rausch yon matt warm, heiss; besoffen (in der letzten Be- 
deutung' aus dem Zig.). Herterich (Rtw. Gr. auch h e rt- 
lin g) Messer oder Degen v. Sitt., Schott; härterich Id. 
u. Hirschfänger; härtling Messer y. Gr., hartling' Axt 
WIdh., aus: hart. — Mantelrich Tragbalken unter dem 
Dache; mantel Dach; schwarzer m. Schornstein. — Butte- 
rich hungrig, Tisch yon buttcn (Vulc. hotten) essen. — 
Banderich, bond., bund, Kattun, ZItz etwa aus Band oder 
bunt? — Handerich (wohl manu factus), hahnerich (wie 
yon Hahn), fänrich (als wäre es signifer), wuderich y. 
Gr., wuderich, fenrlch, KäseRtw.Gr., wenderIch (wie 
y. wenden) Käss y. Sitt., wendrich Ress Schott., wahrsch. 
durch Druckfehler, wenn gleich refs im Deutschen als Adj. (s. 
Schott. S. 1885^ 1403. Popowitsch S. 460.) „AcutI seu aorls 
saporls quod est^^ bezeichnet. Fand rieh WIdh. Fenne- 
rlk Dph. — Terich (Land) y. Sitt., terich, t4»rra Erde, 
LfOiA, etwa aus dem Lat.? — P^rllch Perlen y. Gr. -* 

n. 3 



34 lU. Wörterbuch. 

5. mit -hart (verlüryit -ert), wie bereits Grimm IL 34(K 
(Ygl. Diez 11. 310*) angemerkt hat: Schott« funeliart, v. 
Sitt. funekhart, Rtw. Gr. fanckert, fünckling' (faft- 
kert, fttncklln v.Gr.)? Dph. funkes, Vulc fonck (ig'nis), 
Pchm. funk Licht aus Funke. Funckarthol (comp, mit 
Hole?) Kachelofen r. Sitt.; funckarter (Hahn; etwa we^r^ 
der Redensart: rother Hahn auf dem Dache = Feuer, oder 
gt. flnnkarter?). Vulc. fonckelen (assare et elixare), y« Sitt 
fflnckeln, Schott., Rtw. Gr. und v* Gr. funckein sledea^ 
kochen, braten; funk er, brennen, anzünden; kochen Dpiu; 
gefünckelter joham v. Sitt., finckeljoehen Brandte^ 
wein WIdh., Rtw. Gr.; finckelei Köche Rtw. Gr. Vlell. 
auch Wldh. finckel (Hexe), vgl. Hexenküdie , Teufelsbra- 
ten. Funkel Juwel, Edelstein, Diamant Dph. vom Funkeln, 
wie Hant. bleskance, gute Steine, von Dan. blesk, Blits, 
Glanz, Schimmer. — Fluckhart Vogel v. Sitt., flttckart 
Huhn oder Vogel Schott«, fluckart Id. Rtw. Gr. vom Flii^ 
ge; sonst flunkart Huhn, Henne, flunkarter Hahn v. Gr., 
ausNiederd. tlunk (Flügel). — Flossart (flofs hart Schott«; 
flössert Wldh.) Wasser ; flofs Suppe; flöfsling (Schott, 
flüfsling, Wldh. Plur. fliefslinge) Fisch; flöfslea 
(Schott« flöfslem; falsch m st. it), harnen; f lös seit et-- 
tränkt V. Sitt.; floesseln weinen Wldh.; flössert Wasser, 
Brunnen Rtw. Gr.; ausserdem flössen, fliessen; flussern 
schwimmen; floschen Id. u.schifien v. Gr.; flusker pissen; 
fluskes Urin; Wasser; Fiuss Dph. Vulc. floj (aqua), v.Gr» 
finde Id.— Breithart Weite Heide v. Sitt. (v.Gr. Weide, 
Haide); breit hart Wirthin (etwa als: breit und wohlgenährt?) 
Schott. — Blochhart ein Blindgeborner v. Sitt«, wahrsch« 
bl aus blind. — Glathart v. Sitt., Schott., glattert, 
blette Wldh., glathart, bretling Rtw. Gr., bretling 
(von Brett), blättllng, blädert, kleppert (vgl. Tisch- 
platte, Klapptisch), Tisch v. Gr.; vgl. Germ, tablon, mesa 
— Rauschart v. Sitt«, Rtw. Gr., iruschart Strohsack 
Schott.; rystert (stramen) Vulc, raoschert Stroh Wldh.; 
rauschert, rauschling Stroh; rauscher Fllntenkugel 
V. Gr. Auch raschert (vgl. rascheln) Stroh v. Gr., allein: 
Pflug Rtw. Gr. — Rauert Katze, rauling Kind von Zig« 
rovav (ploro) v. Gr., vgl. rauling, ein ganz jung Klnd^ 
mit schrcjling (von schreien), jung Kind Tetzner S. 56* 
Bei Dph. grumsling, unstreitig der Unreinllchkeit wegen, 
aus grums (elfondrllles , Sediment). — Rippaert (saccas) 
Vulc«, rippart (Seckel) v. Sitt., Schott., reipert, rip- 
part Sack, Seckel Rtw. Gr., Frucht-, Mehl- oder Kartoffel-^ 
Sack; rippolt Beutel r. Gr., s. Schmidt westerw. IdioL 0« 



A. Einleitung* 35 

Reibr. — Spranckhart v. Sitt, spmnekart Rtw. Gr., 
gpronkart, sprunkert, sprenkert Salz, sprunkerts- 
flöfsling' oder -sehwimmes HeerfDg* (eig*. Salsfisch) y. 
Gr., wie von spring'en, vg*!. Lat. 8al und salire. Spr In- 
gbert (das Thor, weil es aufspring-t) Rtw. Gr., spring'ert 
Scliaf, Widder, neben sprang'es- Salz Dph. — Slang-ert 
Aal, Schlang-e Dph.; v^l. letzteres. Mjavert (von miauen^ 
Katze. Sniaogert, smanges Fett, Talg*, smis (SmörJ 
Dph.; smixe (butyruni) Vulc. ; schmanck Schmalz v. Sltt.; 
Schmalz oder Butter Rtw. Gr. , auch noch Fett v. Gr. -«- 
Voppart (Im Fem. yo.pper!n) Narr, der sich närrisch stellt, 
von Yoppen (liegten, d. I. lügen, Vulc. mentiri), vg>l. Holl. 
fop (Narr) , foppen (necken , für einen Narren halten). — 
Plancke, planckert WIdli., blanckcrt, Wein v. Gr., 
blenckert (Wein; Schnee) Rtw. Gr., von blank s. ob. 1. 104. 

— Rollert, rolle (Wag-en oder Calesolie) WIdh., rallert 
(mit a), Wagen v. Gr. Offenbar aus: rollen; dagegen v. 
Sltt. roll Mühle, v. Gr. Id. u. Rad, Batzen (roh! Rtw. 
Gr.), g-erlll Wagen, röller (Rad, Wagenrad), rollern 
(rädern), rollerchen, sonst rill eher (Erbsen), wie Haut 
kolacz Id. yon Böhm, knie Kugel. Roll fetz er Müller v. 
Sltt.', rollschütz, roller (auch Karren, Schubkarren) v* Gr. , 
ruilerbings Dph. Müller. — Tikkert, Uhr, Glocke Dph.; 
tike Rtw. Gr., tik v. Gr. Uhr: von dem onomatopoiU. Tick- 
tack. Haut, pid' (im Böhm, die Spanne) Jahr, Stunde, und 
davon pide, die Sackuhr. — Trittert Fnsspfad; trippcrt, 
treppine (trapin Leiter Rtw. Gr.), Treppe. Trapper(rt), 
Pferd, Gaul V. Gr., WIdh., Dph. In der Rtw. Gr. auch 
trappert folgen, d. h. nicht auf dem Pferde sitzen, son- 
dern einem solchen bloss folgen , witzig- für : gehen ; Dph. 
trappiker reiten. Vgl. trapp trapp u. traben. — Stup- 
paert (farina) Vulc, stnpart Schott., staupert, auch 
(g*ls. männliche Taube) taub er t Rtw. Gr., stauber t, staub, 
auch stabert (wie von stab) v.Gr. s. ob. I. 104. und Hant. 
praszna (im Böhm, als Adj. fem.: staubig) schwarzes Mehl, 
und prasznjk Müller. — Scbmilmert Gras vgl. schmölm 
(Grashalm) Schmidt, westerw. Idiot. — Stank er (er t), 
stlnkert (steckert Rtw. Gr. wahrsch. ungenau) Stall. , — 
Flachert, flachling- Teller; letzteres auch Brett, DIehle, 
ersteres Knopf, von flach. Flagg- er t Fad, Tallerken; Baad. 

— Flackert, Flachs, durch Anklang an letzteres. — Flam- 
me, fuerbretling-, ftirling- Rtw. Gr., przedak (Für- 
tnch) Hant., flamm ert (auch Halstuch), fürflammert Schür- 
%e V4 Gr. — Plumpert, blombert (rg-l.Plumpe d.i. Zieh- 
kranaeD); 8cbwächer(ert) Bnumen; auch schwächer 

3 * 



36 m. WorterbiGh. 

Trinker, Säuferj Dnrst von schwSclien trinken; schwft- 
ehe Wirthshans« VielU yon: schwach, indem das ühermäa- 
sige Trinken schwächt; vgl. hasil schwächen (eiserne Stft- 
be durchsägen, abbrechen)* — La.nipert Zunder, von Lum- 
pep (welche man ehemals zum Anzünden gebrauchte). — 
Schnappert Peitsche, Geissei, zu schnappen? — Schrä»- 
kert (Schrank)^ v, Gr., vgl. auch Wldh« schraenker (Die- 
terich ^ Dieb), geschränckt (geschlossen) und, gewisserma«- 
sen als Gegensatz vom Deutsehen : einschränken: abschren- 
ckeii (entspringen), verschrencken verweisen. — Brap- 
pert Brei, wahrsch. mit dem Anlaute dieses Worts ans Pro- 
viiizialdeutsch : pappe för Brei* — Pappert, Papier; and 
auch sonst bei Wörtern, die schon mit r schlicssen. Als: 
schohkert (Kaffee) von schohger schwarz s.o. — Bofs- 
hart Fleisch v. Sitt., Schott., possert Wldh., boser^ 
bossard, boshard Rtw. Gr. aus Jttdd. i;z)l. — 6. mit: 
Hans (also elg. Comp.). Bei v. Grolm. z. B. sauerhanna 
Zwiebel neben Säuerling Kirschen. Essig. Pommhanns^ 
bommhanse, bommerling, pommerling v.Gr», bum«- 
nierle Rtw. Gr. Apfel, aus Frz. pomme. Blauhannse 
Zwetsche s. ob. Langhanns, langhals (Bohne), lan* 
gert (Hals). Grundhanns Eggenzinke. Stanghanns 
Baum. Hans Walthar (Hai fsw alt er Buss Schott., wahrsch. 
verdruckt st. Lauss) Laus v. Sitt., Hanswalter Rtw. Gr.^ 
aber hauswalter mit u (gls. Hausverwalter!), walder (et- 
wa die Haare mit einem Walde vergl.?) v. Gr. Hans von 
Geller (grob Brod) v. Sitt., Schotf., Rtw. Gr. So auch 
Johann u. s. w. (Wein) nach dem Hebr., und in der Genn. 
viele, Wörter mit Juan p. 178. — Ueberhaupt finden sich 
mehrere Eigennamen, wie z. B. langniichel (Degen), 
schoberbarthel Wldh., schaberbartel Brecheisen, bar- 
sei (Eisen; auch: Eis) aus Hebr. bnn. — 7. mit er: Wldh. 
hat Zig. Doctoris, Rotwelsch storcher (Arzt); v. Sitt 
S. 640. platsch irer (der auf demMarlite auf Bänken Wun- 
derlägen erzählt), aber S.653. im Deutsch-Rtw. Thello: Stor- 
ger [etwa Historiker?] Platschierer. Schnatter (Ente), 
Schnauzer Schnurrbart (vgl. Schnauzbart), schnurrer 
Katze; Bettler, Landläufer, vgl. schnurren betteln, herum- 
ziehen. Vgl. Schmidt, westerw. Idiot. S. 203. schnorren, 
schnurren (1. brummen. 2. müssig herumgehen, um Neuigkeiten 
ZQ sammeln; faulledzcn, betteln). Klapper Mühle v. Gn, 
Uhr oder Zeiger, klapperling Pantoffeln Rtw. Gr. Schup- 
per Dieb, Betrüger, von schuppen stehlen, bestchlen, neh- 
men, fortbringen, wegschaffen v. Gr., ein freyer Schup« 
per einer y der mit Karten umgehen kann. Vgl. SehmUt 



A. EiBkitung«. 37 

a. a. O.: beschuppeo, Dithm. schuppen (fravdaro). War- 
ner Bohrer (wohl, nach Weise der Holzwürmer , Löcher ma- 
chend). Zwicker, zwickmann Henker t. SiU.; Zwi- 
cker t Hammer; zwick Nag'el zam Einschlagen (vgl. %wek- 
ke), zwack (Zang'e) v« Gr. aas Deutsch: zwicken, zwacken^ 
Kröner, in Ehe-Mann, -Weib v. SitU, Rtw^r Gr., kroe- 
ner (vir) Vulc, kröne (Frau) YTidh. , kroenen (etwa 
wirklich coronare weg'en des Brautkranzes) copuliren, kraeh- 
ne, kröne Hochzeit v. Gr., g'rünerey Hochzeit der Diebe 
Rtw. Gr. — Lofsncr Erlöste Gefang'ene v. Sitt. — S ta- 
bu 1er Brotsamniler , Bettler, vgl. herumstapeln, Schott, stap- 
pen (pleno gradu Incedere). •<<- Daran sich schliessend 8. -rel 
oder ei, z. B. maengeri Arbeit; butteri, Speise, Mahl; 
stulteri Betrügerei , Kniff Dph. Poltzerei, nefgerei 
treiben (ehebrechen), vgl. pol tzenmeister, kladen- 
pinckc (vgl. klathe Jungfer; aber Schott, glldt Hure) 
Ilureiilreiber Wldh. ; und ncfkenen huren v. Gr. Etwa vom 
Deutschen balzen (sich begatten , von Vögeln , aber auch von 
Katzen) oder Niederd. bolze d. i. Kater bei Heyse, Deutsches 
WB. — 9. ing und ling: zwengering (Wammes; vgl. 
Zwangsjacke, einzwängen). Blechling Kreu/iOr, blech 
halber Batzen (Utw. Gr. auch Weisspfennig) v. Sitt., plech, 
p 1 j s z e k Groschen Pchm. vgl. Blech und daher blechen (baar be- 
zahlen) Schmidt, westerw. Idiot. Blickschlager, auch mit 
p (nackter Bettler) v. Sitt. wahrsch. von Deutsch bleck 
(bloss, nackt) Schmidt a. a. 0. — Fei in g Kramerei Vt Sitt., 
Krämer Rtw. Gr.; fehling Arznei, auch wohl wei^ damit 
handelt v« Gr. (von fellV). — Ilumpffling Senf v. Sitt., 
Rtw. Gr., rümpf ling v. Gr. wegen des Naserümpfens? Sal- 
sabianca (weisse Sauce) Bw. — Weitling (von weit) 
Rtw. Gr., w ei dl Inge Wldh., weideling v. Gr., valt-* 
linger, lenglinger Dph., streiffling Hosen v. Sittew., 
streifflinge Wldh., streifling, straig Dph., Sträf- 
ling Rtw. Gr., streifeling Strumpf v. Gr. auss streifen. 
Hant. potopkj Beinlileider , von potopiti, untertauchen. -** 
Schalerling Rtw. Gr., schäling, scheeling weisse 
Rübe V. Gr. aus Schale; scheberling gelbe Rübe Rtw. Gr., ' 
Bchäberling, Möhre, Rübe v. Gr. von schaben, wie audi 
Schaber Grind, Krätze. Meissel, Brecheisen. — Eimer- 
ling, Eimer; haarlinge Haar, hährling Wolle, bei Ei- 
nigen auch: Flachs, Haar; mützling Kappe, Mütze; räd- 
ling Wagen, Chaise (aus Rad) ; packerling (ans dem Kig.) 
Flügel, nnd so auch wohl bläumling Federn ausLat, plnma. 
Rufeling, ruseling (Kessel) von Russ. Eben so Germ, 
nai^ra ö negroid, caldera. Schmlerling Seife von 



38 HL Wörterbadu 

schmieren. Ringling' Wurst, riBgelln$r Garten (rindert, 
reng'erl Wieset, ringeln tanzen y. Gr., rin^ler, anch 
draller (tanzen) Dph« unstreitig' su: ringeln. Hant saaka- 
w^ die Wurst, von Böhm, saukam, dreiien, mittelst desDre- 
hens verfertigen. L a e n g 1 i n g* Wurst Wldh* , Bratwurst ; 
Strick Rtw. Gr., v. Gr. Gdrgling Wurst: vgl. görgel 
Spedc. Fletterling Vogel, Taube aus: flattern. Bäcker- 
ling, Wecke, Weissbrot; bäckling Id., auch Braten, voi 
backen. Bäckling's-Blättling Bäckerladen. Blaeltllngr 
(vgU PlaUe) Tisch , Teller ; Salat (Blatt) ; auch Linsen , Je- 
doch dann richtiger plättling mit p aus: platt. Von brum- 
men: brummert Ochs; gebrummeis Orgel, Orgelpfeife; 
brummerling Wespe; brümmeler Bienen, bumnibeutel 
Bienenstock, vgl. Deutsch Beute d. i. hölzerner Bienenstock« 
Laetschling* (Weste) vgl. Latz, Brustlatz. KrätzliniT 
Dorn, Dornbusch. Krach ling Knochen, Zahn. Kracher- 
Ilng-, krachling, krachmann Nuss. Knipperling*,' 
knippling Kirschen, wohl vom Abkneifen, Pflücken. Kn^-- 
cherling beinerne Knöpfe; knöpperling Knochen, Bein; 
spielknöpperling Würfel. Giebcrling (Brot) vIcIL 
vom Imper. gieb (da) als Bitte im VU. und Im Munde von 
Bettlern. Zingling, züngling (von Zinke) Gabel. Hae- 
ckerling- (Niederd. st. Häcksel, geschnittenes Stroh als Fut- 
ter), Hacke, Bell, wegen der beiderseitigen Abstammung von: 
hacken v. Gr., wie hacksinnigen Id. lltw. Gr. Stieling* 
Bim v.Gr. , wohl von Stiel, und daher genauer als stilling 
Rtw. Gr. Dph. sköitling, en sköite. Slytning Schlüs- 
sel vgl. Dan. slutning (conclusion, d. i. Scliluss). Spret- 
ling' das Bettlaken, wohl nicht von Dan. spredc (repandre), 
sondern sprette (peter, craquer) und spr. i soevne (s'eveiller 
en sursaut), da Leute des Schlags wohl oft genug im Bett, 
wenn sie je zuweilen darin liegen, vor Furcht aufschrecken 
mög'cn. Krytiing Garten; vgl. Kraut. Pik ling Nagel 
(clou) , vgl. bicken (stechen , mit einem spitzigen Werkzeug 
schlagen) in v. Schniid , Schwab. WB. 

Gitano. Wie abgeschmackt es sei, die Uomsprache 
mit jenen Afteridiomen einen zu wollen , weldie , obsclion ei- 
nen gewissen generellen Typus an sich tragend, doch von 
den Sprachen ihrer jedesmaligen Heimath noch in einem un- 
endlich anderen Sinne aln die verschiedenen Zigeunermundar- 
ten ihre eigenthümliche Farbe erhielten, dies wird hiernach 
keines ausdrücklichen Beweises mehr beuöthigt sein. Nichts 
desto weniger haben wir nicht alle Berührung der Homspra- 
che mit Gaunerjargons in Abrede stellen mögen; ja sogar L 
64. namentlich in Betreff des Gitano in Spanien eine dahin 



Am Eiuleitoiig. 30 

aielende Vermaihung' ircäus8ert, die nach KennlniiMiDahiiie der 
Germania 9 wie sie uns seitdem durdi Einsicht des llidalg'o'- 
sehen Buches müg-lleh g'ewordeUy sich vielleicht jet»t in ein 
bestimmteres Urtheil verwandeln lässt. *} Gerade die Spani- 
sche Zig^ennermandart bietet, nicht bloss grammatisch, sondern 
auch in Betreff des Wörterschataes so grosse Abweichungen' 
von denen anderer Gegenden dajr, dass eine nähere Erwägung 
dieses Verhältnisses . nicht xn den überflüssigen Dingen gehört: 
zumal hier, wo es uns in nicht geringe Verlegenheit setzt, 
ob wir die in Borrow's Zigeunervocabnlar befindlichen Aus- 
drücke auch dem unsrigen sämnitlich einznverleiben räthiich 
finden sollen. Selbst schon natii den Th. I. S« 10. 115 — 8. 
gegebenen Pröbchen wird man sich unschwer davon überzeu- 
gen, dass ein Theil derselben entschieden zu der Classe gauz 
eigentlicher Voces ficticiae gehört, die übrigens oft sinnreich 
g-enug erfunden und den Franz» Uebus nicht unähnlich sind. 
Dies ist sogar mit manchen Wörtern der Fall, deren Wurzeln 
Borrow verkehrter Weise in Indien aufsucht; und desshalb um 
so noth wendiger zu beachten, als sich selten bei Borrow 
Ausdrücke der Germania (nach Hidalgo) wiederfinden, z. B. 
sornar (.schlafen) nicht, wie allerdings das Part, sudo (dur- 
niiendo), von Illiid. sona, sondern Germ, sornar (dormir), 
sorna (noche) = Span, sorna, wo es Lentenr a agir, non- 
chalance (nämlich der Leute, die nicht Diebe sind) bezeich- 
net. Durlin m. (Police -archer. Corchete) Bw.; d urlin es, 
criados de justicia Hid. Lima f. (Ganiisa). Sonst aber, niuss 
man gestehen, sehen eine Menge dieser angeblich Zig. Aus-> 
drücke denen der Germania so ähnlich^ dass sie, wenn auch 
nicht dieser angehörig, doch vollkommen ihrem Geiste entspre- 
chend erscheinen. So z. B. Perplejo m. Fright. Susto. — 
Espandador (Gorge of a hill. Barranco) d. h. verm. eig. 
Furchtmacher (Sp. espantador), weil man in Engpässen leicht 
angefallen wird; und eben so espajuo (Espänto) wohl Ent- 
stellung aus dem Span. Tremendö (Gefahr) nach Bw. selbst 



*^ Der Dr. Sancho de Moncada sagt iu selnepi, ao.Pliilipp III. 
perichteten und diesem in den stärksten Ausdrücken die Austreibung 
der Zigeuner aus Spanien anempfehlenden Discurso Ib. p. 210. : Fi- 
naimente toda maldad kacen a su saWo , confiriendp enire si en 
leoguage con qua ae enlienden sin ser entendidos, que en Espaüa 
se llama Gerizonza, que segun piensan algunos, quiere decir 
Cingerionza [ein schlechtes Wortspiel!] 6 lenguage de Cinga- 
tos, cosa en que rcpartS mucho cl Rejr nuestro Senor vedando pot 
Uj (1566) el Arabigp a los Morisoos, por 8«r loa lenguages diferentea 
del natiTo de la ProYincia acomodados a trajciooes» j tener gtafaa 
ioconvenicjitef qua son majores «n los Gilanos* 



40 IIF. Worteibiidu 

lidit ei^. Ztg. rgh ob. L ISa -~ Chailar r. a. Planttr 
wakrsck, nach portu§p. Weise. Dies L t09. Chapösea f. 
(Fiiga) TOB Frs. echapper (vgl. Diez II.806.) mit Erfanennig' 
aa Sp. escapar. Sublimar (eig*. elever , meUre plas haat) 
r. a. To set ai Uberty y loose« Sollar ; also ipewiBsemi, Jemaa-^ 
den den Gebraodi seiner Seh wingpen wiederg'ewähren. Astra 
f. (Luna. Estrella) yg'l. Lat. Mandela f. Cloak. Capo f Man* 
teau, Mantel). Pandela f. Frjing-pan, It. padella (Spaa. 
padilla). — Estuche m. Ist von Ssfcr. asidhdnu, das Bw. 
herbeizieht, himmelweit entfernt, und in der That nichts als 
das Span. Wort für Etui, das hier offenbar zunächst die Schei«- 
de, und danach ihren Inhalt: espada, woran es ohnedies 
ankling't, bezeichnen soll; ung'efähr wie Germ, estaca (Pieu), 
das lautlich daran ^enzende Sp. daga. Fermentar f. (eig. 
Inf.: das Gähren Oiez 11.316.) Penitdncia. Alendarse v. r. 
To rojoice. Alegrarse , ivdoxtty L. 3, 22: sdieint Diefenb. 
richtig* auf Span, alentarse zu beziehen , so dass Bw's. VergL 
mit Sskr. Luanda (joj) In sich zerfiele. Auch alalä f. fJoj. 
Alegria^ ist sicherlich nicht Sskr. uUasa, sondern redupl. In- 
terj», die an alegria anklingt. Aohnlich alialy f. Temper, 
disposltion. Genio. Ululö Adj. Angry. Enojado. Ereriö 
Bendlto, vgl. erisimen f. Blcssing. Arara f. Pledge. Prcn- 
da. Burlo Juego vgl. Sp. burlar. Cabana f. (Cabane de 
berger. Troupean nombreux) Grave, tonib. Sepultura; indem 
sich füglich das Grab mit einer kleinen Hütte, und der Tod- 
tenacker mit einer Schafhürde vergl. lässt. Canucho m. 
Heel^bone, stupid pcrson. Zancäjo, wahrsch. mit demselben 
Suff, als capucho m. (Mönchskappe) st. child's cap. Capilio, 
und zwar in verschlimmerndem Sinne (vgl. Diez II. 8(K).) aus 
oano (weiss, s. blanco ob. S. 8.), welches als Term. poet. 
auch Mür, sens^, prudent, also das Gegentheil bedeutet. Ca- 
muchi s. Heelbone. Zancajo erinnert seinerseits stark an 
Sp. camueso. (Arbre qni porte les calvilles. Sot, lourdand, 
Ignorant.) Allgata f., Side» Lado. Aligatas Adv. Inst 
bj* AI lado. Aligatas (dol drnn), naga rrjv oöov L, 18, 
35. Wahrsch«, wie Lat, jnxta von jüngere, aus Sp. aligar 
(Lier, attacher une chose avec une autre). Oropcndola f. 
(Oriolus galbula) Voluntad viell. wogen volar. -^ Durch Buch-^ 
atabenverdrehung z, B. soso (eig*. Fade, insipide. Indolent) 
sttSp. sosiego (Tranquillitj). Ostebt^l s Debel Gott, aus 
Zig*, ostd, pl. ostel^nde, st* Sp. Usted (Euer Gnaden). 
Ost e) in da (Piösa, la Vurg^eo) unstreitig' mit Sp, llnda (pul^ 
fdira)« Ogomo, ojomdn (Estomago) scheint Umdrehung des 
Schlusses vom Span, Worte. lieber das Suff, des^ zweiten 
Wortes 8, Diez U. S79» —Duquende m. A spirit, ghosU 



IKi^iide. JFrOM lie Umm. Dooi; *a spirif i uiktck U ütlf 
derivßd from ihe SbIct. dhika (alr). Jedenfalls hat das 
Span, daende, welckeg in der Gera, eine 9 (gls. p^ee^ensierar- 
tlg>) die Ronde madiende Trappe beieichnet, darauf seinen Ein- 
flnsa geUbL Ygh bnjendi (s Sp« bojarron), etwa ans 
bnl The anns. — Ondinamo m. » Sp* Alamo (Pappel)^ 
offenbar aas ondjia f. Ala wegtun des Gleichfclang« der Span» 
Wörter gebildet; das zweite Wort aber viell. aus Sp. onda 
(Welle) 9 da sich das Flleg'en eines Vogels mit dem Schwim- 
men yergU lässt — Coeo m. (e\g. Noix de coco) Naez, undT 
weg'en des ähnlidien Anfanges coeole m. Niimero (-ole yielL 
Umdrehung* von -ero). Ocanagimia f. Prajrer. Oradon ist 
aus ocana {Haral) gemacht worden^ wie oropatiara In- 
teij« (God grant Ojala) aus oropatia f. (nach Bw. aus Ssl^n 
g'urupatra Ijarge leaf;.eher mit Zig« eru, Baum comp.) Leaf. 
Hoja, indem aus hoja-|-ra (mit Weglassung des h, und r st 
I) gewissermassen das Sp. ojalä hervorgeht. So auch hori- 
paquia^ oropate f. = Sp. hormiga; und oranpiön, 
lo/ampio m. (A watch* llelöx = Lat. horologiuni). — 
Ung-achoha (silaba) aus unga (Si) uud chobar (lavar). 
— Gachapla f. (Couplet, catch. Cdpla) aus gachaten 
(Cup, brasier. Cöpa), mit Verwandlung seiner letzten Sylbe 
in die Endsilbe von cöpla. Coplemande ni. (Cobarde) ist 
sicherlich nach dcplemanJe Adv, (For nothing. Dcbalde) 
wegen Aehnlichkeit der Sp. Wörter ersonnen, indem man co 
gewissermassen als Präp. nahm, was de in : de balde wirklieh 
Ist. Ueberdem nähern sich jene Wörter, nach Herausnehmen 
der Sjibe man, den Span, bedeutend. — r Cangri Pebul- 
dörica j Rebuldörica (Catholic and Apostolic Church) 
sind beide mit Bord el es (Crlstianos) durchwebt und laufen 
in den scheinbar gleichen Schluss von Catölico, Apostolico 
aus, aus deren letzterem sogar gis. als Uebertragung von 
post die Sylbe re entnommen scheint. — Saray (Sp. sar- 
jento), viell., so zu sagen, der Herr (s. Lex. raj), desson 
Amt mit sa- beginnt. Vgl. saraeate (sastre) mit aracate 
m« (Guarda) ob. I, 116. In der Span. Gaunersprache sarlo 
(sarjento) Bw. II. 150. mit Weglassung der Mittelsylbe. — 
Bella f. Guerra, eig. Fenu von hello (Beau, parfait) wegea 
g^erra, mit Anspielung an Lat* bellum. Doch s. besUi U 
Guerra I quimcra, und bersejl f. Guerra, rina. S.auch her« 
dl. Belnai f. 1. Rejna, S. Calesa; das zweite viell. bloss 
desshalb, weil im Zig, die lautähnlichen Wörter Clasma, 
Crallisa ebenfalls Rejna bedeuten. — Mit Span. Präp. en- 
simaoha (Enseqa) vgl. simache (social). -_ liemarar v. 
ar n« To Qnbh, Remat&r^ acabar, von marar To kill. JMa*- 



42 III. Wörterbuch. 

Ur..— gardenar v. a. Condeiiar, also Zi/^. »ar (Con). — 
UeAquiiiar v. n. To xesL Descan^nr; voa quinao adj« 
Tired. Cansado. Despamg'ar v, a. Destrocar. Desie- 
chescar v. a. To iiudo. Dcrihacer von iechesoar r. a« To 
Gast, Ecliar* Glandaseo Adj. Galante ). wie aus dem erste« 
Worte in Sp. g'landifero niit aseado Fait avec art, elfig-anoe. 
Leg-rente (A g'allant. Galan) , wie mit Art. und r st. 1 eben* 
falls aus g'alante. — Leberbena f. Public walk planted with 
elnis. Alanieda. Viell. nach dem Sp. Spruch worte : Cog-er la 
Verb e na, se lever de g^rand matin pour se promener. Li- 
mutra Alanieda, wohl AJ)änderung^ des Sp. — Litln|g;'oa^i 
f» Dii^pvte, law-suit. Plejto, aas Sp. litig*ar (Plalder)^ 
^ewlsscrmassen mit Durchnilschung' von lenguag'e m. Langua- 
ge. vt^l. Die» II. 253. — Listrabeaf. Llbrea, gebildet 
nach listrabar, listraniar Librär, libertär. Dieses aber 
scheint mir aus dem Span. Worte durch Einschiebung' einer 
Sylbe gebildet, um so an das Zig*, sulastraba, Kette, s« 
ob. S. 83., zu erinnern. — - Liren ar v. a. To read. Leer, 
viel], nach dem Frz. lire. Lerenes, lirestres pl. Letters« 
L^tras. Liter m. Letrero, — Licliri f. Linterna, viell. aus 
Fnt« le clair. L*unberu ra. Farol, viell. aus Sp. lunibre. — 
Aus Sp. vcr (volr) vg'l. auch proveer. Frz. pourvoir (provi- 
derc) stammen wahrsch. Bersali E.spia, au versatil eriii- 
uernd^ b er bei m. Espejo (viell. mit hello, schön); berbal 
m. (etwa, da verbal, mündlich. In dem Sinne von: sprechend 
ähnlich ? J Picture.' Cuadro. B e r u n i 1*. Balcön. B e r d a c u n i 
f. Window, Ventaua, v^l. dlcani und besai Id. Udieare 
(v. del'. MIg'ht or should have. Ilublere Diez IL 144.) scheint 
aus der Anrangssylhe des letzten \^^orts (u st. hu) zu beste^ 
hen mit dicar (To see. Sp. ver, Lat. videre) als Stellver- 
treter von biere, das im Zig*. Glass. Vidrio (Frz, verre) be- 
'zeichnet. — Pelanbru, puscali f. Pluma; vgl. Span, pe« 
kr (peler, otcr le poil. Plumer un oiseau) und daraus pe-* 
lambre m. (Poils), dessen Schluss-e wohl in u verwandelt 
worden, um das u von pluma so darin aufzubewahren. Men-« 
d^squero Adv. Menos halte ich für den Anfang des Span. 
Wortes mit desquero Del, su (of hini, bis), Indem eben 
dessen Seliluss-os, umgedreht, nugefähr sii giebt. — Mo- 
seäbis Adj. Enamorado wahrsch., wie ich auch aus dem Go- 
branclie von olazQog schllesse, aus Sp. niosca (mouche; affU-> 
ction, chagrin, vive inquietude) mit dem Anfang'e von avispa 
(Guepe), was man In anis f. (d. h. Anies) und bispibl f. 
(Avispöu) entstellt hat. — Cartrabar v. a. Cargar; verm. 
des Sp. M^orts erste Sylbe , verbunden mit Sp« trabar Joindre, 
lier^ assembler. «- Unglabar y« a. To sei^^ to ban^« 



A. EinleÜnng. 43 

Ag^arrAr,,iihorfar. Aus ang'la f. NiUI, eliiw« UAa, ia a^arrar 
(prendrc avec 1a niaiii, safsir avec forcc) ans ^arra (Griffe, 
serre. Main de rhoiutiie), fienii. gntro (niano) stammt, wie 
Germ, azerrar von zerra s. ob. — Wie es scheint, reine Laiit- 
verwandlnng'en : pnni f. Pena. Trouble, aflllctlon. Kebar- 
droy f. Kebeldia, wie Bardroy adj. Verde. Aqulnbila- 
neto. Acompanamiento, aus quimbfla f. Conipania. Te- 
memblrro Adv. Barly. Temprano. Tri man f. f>lefelit, nach 
Ablösung* des t, xiemlich dem Sp. liniosna, und mender! f. 
dem Sp. Ifm^, nur dass hierin nicht bloss rl st. 11 steht, 
sondern auch seine Stelle vorn mit der hinten hat vertauschen 
müssen. Enbrota Trompa. Boniboi Adj. Foollsh. Tonto; 
wohl aus Sp. bobo, vgl. auch /iambonibo (Rustre, lourdaud') 
und Fr/s. babouin. — Mesuna f. (^Is. aus niesa Dicz 11. 
i76.) Guesthouse. PosAda, st. Sp. nieson f. — Halunes pl. 
Pantalones (Eng*!, pantaloons) mit b st. p und Herauswerfen 
mehrerer Buchstaben aus dem Sp. Worte. — Beao Seiior, 
Caballero, gan^ gewiss nicht Türk. ^^^ wie Bw. meint, 

sondern st. Sp. beato (Heureux, bienhcurcuxj , wahrsch. im 
Sinne von reich, beg-fitert, Lat. beatu». 

Augenscheinlich haben so angethane Wörter kein An- 
recht auf einen Platx in einem, eig. der Zigeunersprache ge- 
widmeten Wörterbnche. Bedenkt man aber, dass sie mit vie- 
len anderen räthsclhalten Ausdrücken doch gegenwärtig im 
Munde der Zigeuner Spaniens üblich geworden und darunter 
auch manches nicht bloss taube Koni enthalten sein mag, wel- 
ches vielleicht fremdem Scharfsinne herauKszulinden gelingt, so 
will ich sie zwar aufnehmen, jedoch mit dem besonderen Be- 
merken, dass die meisten derjenigen Artikel bei Bw., welcho 
von aussen her keine sichere Unterstützung er iialten, mir nicht« 
weniger als Indisch, vielmehr bloss ein den Gltaiio's aufge 
zwängtes Sprachgut äusserst verdächtiger Art zu sein scheinen. 

Artikel* Noch bedarf es einer besonderen Erinnerung, 
dass man auf der häufigen Verwachsung des Artikels mit dem 
Nom. sein Auge habe, der bereits 1. 284. in Kürze gedacht 
wurde. So haben wir, unserer wissenschaftlichen Anordnung 
des Wörterbuchs getreu , natürlich viele , eben des vorgescho- 
benen Art. wegen scheinbar vocallscli anlautende \^'örter 
vielmehr ins Gebiet derer mit consonan tisch ein Beginne 
verweisen müssen. 



4i ni. Wurterbacb. 

JB. Wörterbuch seibst. 

m 

!• Focale und Halhvocale zu Anfcmge*^^^ 

Der ursprüng^licli Tocalische Anlaut Ist zufolge I. 91. 
öfters durch Zusatz getrübt; z. B. jarpos st. arpa; selbst zu- 
weilen mit g* , als Verhärtung* von j s, aaro , jaalln. Wenji 
Graffunder Verba mit yocalischem Anfange ^st spä- 
ter fand 9 in seiner Schrift aber nocli deren Vorhandensein be- 
zweifelte ^ so gab ihm dazu die häufige Verstümmelung meh- 
rerer Verba mittelst Aphärese, der sich Inzwischen ande- 
rerseits auch Prosthese gegenüberstellt, genügenden An- 
lass. Erstere beachte man bei aczav, avav L 459. , asav 
Pchm., assap (lachen), m*assaup Sz. = me saba (ich 
lache) GralT. S. 16./ s, uns I. 466. Anav verliert seinen, 
aDer Wahrscheinlichkeit nach , präpositionalen Anlaut nie. lie- 
ber aszarav s. 1. 431* Blavava (Ich hänge) s. amular 
Bw., umluvav Pchuu — Prosthese scheint der Vocal in fol- 
genden: a-rakhav (Ich bewahre) Pchm. Vgl. Bw. ara- 
cate m. (wohl zugleich auf Sp. catar hinzielend), coraca- 
no (über das Suff. s. Dicz IL 281.) Guarda, und jaraca- 
nales pl. Guards, officers of the revenue. Guardas, carabi- 
neros, S. Lex, rakava. — Alachar, v. n. ; rachar v, a. n. 
To meet. Eiicontrar Bw. s. Zipp. lazzaf, Pchni. rakhav 
und Bisch, u. finden. — Araqnerar (To speak) Bw., aquc- 
rar (to saj) in der G<iunerspr. Bw. II. 148« mit dem, auch 
sonst nicht uuüblichen Verlust von r, s. Lex. rackervava. — 
A-carar v. a. (To call) Bw., vgl. Pchm. kharav man ob. I. 
431. — A- molar (To be wortli) ob. L 425. nr. 36, — 
A-chinelar (auch ohne a) To cut; Pchm. e/ilnav. -^ A- 
bicholar (auch ohne a, und nichobelar, gewissermassen mit 
einem Präf.f und Stelleiivertauschung der zwei nächsten S,yI- 
ben) To appear, vgl. Bisch, u. ähnlich. Dagegen bicha^ 
bar ob. L 475, und, viel!» des guten Omens wegen mit d 
(Sp. dicha Bonhcur); dichabar To send. — Apuchelar v. 
B. Vi vir, habitar; apuoheris pU Los vivos, und puchel 
f. Vida. ^- Asparabar, esparrabar v« a. (To break, 
tpar. Romper, lacerar), vgl. parabar v. a. n» To break. 

*) Die alphabetische Anordnung ist, mindestens* dem Anlaute 
nach , im Wesentlichen dieselbe , welche man im Sskr. befolgt. — 
£)in TOrgesetzler Asterisk bezeichnet die Wörter entschieden Indi- 
schen, ein Kreuz die nicht- Indischen Ursprungs, so dass letz- 
tere im Zig. nur vermöge £rborgung Raum gewannen. Wo keins 
der beiden Zeichen steht , muss , was zu meinem Leidwesen Öfter, 
als ich wünschte , der Fall ist , der Entscheidung Anderer ein Ur- 
theil Über deren lieimalh und wahren Ursprung Uberlaisen bleiben. 



B. WörterbacL 45 

• 

Partir, romp^r, und s. uns L 492. nr. 12., 448. nr. 15*9 ent- 
hält noch die im Sskn sphat' (dissilire, difBndi) übliche Con- 
sonantengrnppe; allein der Vocal davor ist wohl bloss wohl- 
lautlicher Vorschlag-, und nicht die Sskr. Präp. &y obschon 
diese vor sphut' im Sskr« allerding-s vorkommt. — V^L so 
auch estache (Hut) u. stadi; cstardo (Prisoner) = Pclini. 
stardo; estar (4) n. s. w. ob. I. 95« — A-chale (comedit) 
Rfld. L 66. stammt von chav, und es lässt sein, die 3. Pers. 
bezeichnendes I nicht zu, das Wort mit dem Jtid.- Deutschen 
ach ein (essen) zu combiniren, wie Predari p.36. thut. — 

A. 

A (von?) I. 303. — Auch viell. als Präp. insep«, obschon 
nicht, als dem Sskr. d gleich, nachweisbar. — Fem. Art« 
I. 280. 283. Luc. Im Sing*, a, PI. as. Gen. pl. es, z. B. 
a narracion es buchias (narrationem earum rerum) T. 1«; a 
chachipen (veritateiq) 4.; as (eas) 2.; es dug^idas (von 
den Töchtern) 5. — Als Demonstr. 255. 258 — 9.; fer- 
ner apral, a paschall u. s. w. 305 IT. 

Ou (ego) Rb., schwerlich Nachklang* des Sskr. aham oder 
des von Dief. auch herbei^ezog'enen Hind. ap (ipse) I. 241., 
und, wo nicht plattere Ausspr. des Eng*!. I, viell. gar 
dritte Pers. st. jov. 

Akka^ akkava (hie), akkova (ille) u. s. w. T. 257. 

^Akra Feld Rtw., akra, fclda (campus) Alter nr. 138. 

Ans Deutsch: Acker, Feld. 
^ Agor m. Ende (Onis) Pchm. Wohl nicht axQay noch Moors 

auhkur, auhkree, auhkrut = Hindust. A. j>i äMtr AdJ. 

Last, latter; m. The end, issue. Shakesp. ; sondern Sskr. 
agra (Front, forepart; end, point cct.), obschon es Beden- 
ken erregt, dass sich Zig-, vag^o (das v vorm. st. des Art. 
u oder o, vg-I. L 211.: primus) I. 219. 226», ^landüno 
(anterior) 124., Bisch, a g-landiäf, Zeichen (eig*. vor-) 
geben, adlan (verdruckt d st. g), ehed essen, vgl. gl an 
wawerdiwes (vor dem andern Tage , s. verwichen, künf- 
' tig), ehegestern; Pchm. angal (ante) 301. nr. 21., etwa 
mit 1 st. r oder -al als Suff, und an- 298. nr. 16. als Präf. 

etwas verschiedene Wege gebahnt hätten. Im. Hindust. L^T 
&gä m. The front, forepart; jc;l5 1 agdri (r quadrip.) Adv. 
Before, in front, forward, furtlier on; ^t ag/S Adj. (Sskr. 

agra) Adj. Chief, prior, first, former. ' yS\ ägß Ad{j. For- 



46 ni. Wörteriineb. 

ward. Adv. Before, lieretofore. ^\ äge (Sanscr. a^£) 

Before, In front, boyond, a^o, formerlj cet. — Dlefenb. 
denkt noch an ang'lanö ni. Pablican (Oberer?) nnd rfell. 
oclinde Tben, entönces Bw. 

^Akhwrm. (nnx) Pchm., a cd res pI. (Nuts) Bw., kor (wel- 
sche Noss) Seet74. , wahrsch., mit Unterdrückung des r and 

Vertretung des t' dureh r, Hindust, o^y^t 'Olhr^t' ^o 

quadrip.) ni. A wainut: the fruit of the Aleurites triloba, 
also, is 80 called. Shalesp.^ Mahr, akröda (Julians) nnd, 
nach Dief., Sskr. akota ni. (Betelnnt - tree). Hing'eg'en 

Pers. \^^^y Kux, pec. dura, jug-lans, auch o^ "^r ^^* 

Cast. p. 446 — 7«, xagvdt und Eng^l. acorn (^lans) kommen 
. schwerlich in Betracht. 

jiihdrav (gemo) Pchni., entweder aus Hindi aha (Oh Interj. 
v^l* ach und Gr. W. ax) und aha (A sigh, groan) L 431. 

oder Hind. ix^\S iarahnä v. n. T.o sigh and otter ah! 

from pain, to groan Shakesp. p. 591., [j\^ kahränä^ Lj^ 

laharnä (prop. La^^ X^ v« n. To groan (as a sick person) 

p. 620. 621. 

^JLki Ous., akkih Sectz«; Liefl. Zig. akkih oder jakko 
(oculus); aqui f. L. VI. 42., aquia f., PL aquias (L. VL 
20. IX. 16.) ßw., „auch acais f. PI. und sacais, indem 
das Pron. sa, wie öfters bei Span. Zig., mit dem Nomen 
verschmol'/icn ist^^ Dief. Jakch' Alter nr. 20., jakh Mithr. 
I. 244., pl. jakcha Sz., jakh f., Dem. jakhdri; je- 
kat'alo Pclim. I. 88. vgl. 177« = Hindi ^kdksha (oneejed). 

, Nachlässiger, ohne Aspiration, baugeakingro [u falsch 
st. u] I. 70., vgl. 145. 149. und jaok [verdruckt st. jack] 
Rtw. , PI. jacka Rüd. I. 67., jaka (oko Slavonlce; vgl. 
auch wöchnin Bisch, mit Poln. okno, Fenster) Lud., der 
es jedoch irrig für Sg. nahm; jäk f., PI. jäka Graff. Ms., 
niire jaka, meine Augen. L. II. 30., jek jagkakri 
blick (in einem Augenblick) IV. 5. Fr.; i jak, jakk, PI. 
jakka, G. jakkakro, Abi. jakatter, Instr. adda jak- 
kaha, PI. jakcnza, und E jaakenfsa dela jove Er 
plinkt mit den Augen. Zipp. Yak Irv. , Harr.; bei letzte- 
rem auch kälo yak Black eye, und yakar bal (das r 
verm. genitivisch) Eye-hair st. Eye-brow. Bry. hat yoc- 
ne coenue.(doch nicht etwa mit coin, vgl.Frz. colu d'oil?) 
st. eye-brows, und noch räthselhafter havoura An eye* 
Marsd. : 5,Eyes bei Engl. Z. yack-au [offenb. PL, wie 
ballau Hair], yock, Türk. Z« yack [diese beiden sicher 



& Worterbodi. - 47 

Sg.]-^^ Koff. ffUlhrt, wie anch Pred. einisab, mit Unrecht 
^aok, iaok, po (t^tc)^^ auf, indem sie in seiner Quelle 
Grelln. S. fStl. 1», Tgl. anch Bisch., „Au^e^^ besagten, im 
Uebrigen aber, anch nebst Bisch. Jakob (sehr, jakch Voc. 
Petr.), verflruckt sind st. ack, jack (s. ob. Rtw.) =3 jak 
Bisch., iack Moln. Aran bei Gr. a.a.O. halte ich für entstellt 
aus ach an (ocnlns) Vulc. p. 102. , dessen, etwa aöcusatives 
n allenfalls andi an den Schluss in: Augen erinnert. Hindust. 

^T oMkh f. , PI. qL^I ankhiifmn Shakesp. aus Sanskr. 

akdii mit kh st. kfh, wie pchakh (ala) Pcbn. = Hindi 
pankha, Sskr. pakfha; das End*^ in aki u. s. w. steht 
viell. der Sskr. -Form noeh näher, da es für Pluralendung 
zu halten wohl das Geschlecht des Worts verbietet. — 
Wldh. steht" po für Auge (nicht: Kopf), und merkwürdiger 
Weise kommt damit opoy (Pupil of the eje. Niria del ojö) 
Bw. überein, das wohl nicht für Aug- Apfel (pabui), noch 
auch für pchova (supercilia) Pchm. gelten kann. 

^ Ach Seetz., ack, jaag (ignis), i barri jang (flamma; 
pr. magnus ignis?) Lieft. Z. ; aik (fire) Ous. ; jäk f. Graff. 
S. 41.; jahk, jak (Feuer; auch wohl Licht) v. Grolnu, 
jakh bei Pchm. im Vz. nicht, allein S. 32. gerade wie 
das W. für Auge geschrieben; jag (Ud) Dph. ; jaag Rtw.; 
! jak Rüd. (s. L 426.); i jaag, G. jaagakro Zipp. 
mit durchgängiger Länge und richtiger scheinendem g. Jahk 
Bisch, nebst den Varr. jag, 'i;ag Mithr. I. 244. Bei die- 
sem vag könnte man zwar die Siaw. Umbildung oder den 
Art. {v st. u), vgl. angar, anguszto, denken, oder gar des 
Sskr. wahni m. (Fire) sich entsinnen: umsonst; denn es floss 
ans Vulc. jago (so hinten mit s. L 5.), der das Wort, 
wie später Lud. sein yag, vom mit Y — dies ward dann 
als V verlesen — schreibt, unstreitig, um der Span. Aus- 
sprache des j ans dem Wege zu gehen. Jag', jak', ja- 
ge Alter nr. 112. und so auch Grellm. S. 222. 1. VIell. 
dalier Uichards. jag, dessen j aber nicht Engl., sondern 
Deutsch zu sprechen, wie bei Harr. p. 535. Engl. Zig. jag, 
Ung. Zig. jeg; p. 545. Fire v. canon Jag (wohl yag aus- 
zusprechen); aber p. 543. yagengri (canon) cet. L 148., 
und p. 538. ohne das prosth. j: Pude apre äg Blow up 
the fire, wie u jahkes (ignem; als wäre es m., vgl. L 
145. mit 120.) Bisch, u. anblasen, Dewleskeri jahk Blitz 
(vgl. jaque m. Id. L. IX. 54., sonst, nebst jaquero m., 
Fire Bw., und jacque f: L.), bengeskeri jahk Fege- 
feuer Bisch., d. h. elg. Ignis coelestis; infernalis s. diaboli. 
Graff. S.t7.: koja jäk Jäkiagri, J&kieng^ri das Aage, 



48 m. WorterJboch. 

weldies ron einem Feuer ^ ron deren mehreren gelinst; ko- 
ba Jakia^ro kam die feurig« Sonne S. 46. Bei Zipp.: 
Raklil tot hi (muntre) jagrakkre jakke Jun^ferl ibr 
habt sebr (muntere) feurige Augen« Jaagakro ein Feuer- 
stabl, scbtalo ein Stabl, ancb knrapaskro von kurar« 
Grellm. jegekoro (Ausg. t. jekekoro) bar, Biacb« 
jabk6skSro parr Feuerstein. — ^^Türk. Zig. jagg, 
£ngl.Z.yaug<^ Marsd., yag Irr., yog Ery., Rb. ImHind. 



^i ägj Mahr, ägba f., Hindi 4ga und, wie im Sskr., 
agni, Poln. ogien, Lat. ignis u. s. w. 

Hieher llacuno, baccuno m. Summer. Ew.? fragt Dlef. 
lieber nacle, von demselben mitSskr. dahra Tergl*. s. uns 
S. 18. 
Yact (blue) Ery. Etwa Ung« kek (caeruleus), wo nicht eig. 
eins der beiden yorbergehenden Wörter. 

f /#fÄ:o (glacies) Grellm. S. S81. 1. Mitbr. I. 844. aus Voc 

Petr. (Alter nr. 86.). Vgl. Fers. ^, aber auch üng. jdg, 

Esthn. ja , jäa. 

-^Eko Zipfel, ekeskero kehr Eckbans, — parr Eckstein. 
Bisch.; also unstreitig; Ecke. S. I. 145. Zipp. 

U ekokäls Bliitsfreund Bisch. Es denkt Dlef. wegen des Dan. 
Up (Zipfel) u. s. w. bei Verwandtschaftsbezeichnungen , Tgl. 
Grimm In Hauptes Ztschr. I. 1., an die Möglichkeit einer 
Beziehung zum vorigen ; mir scheint es nichts als : ein, oder : 
der einzige Freund. S. kak. u. d. Folg. 

^JeJc (unus) u. s. w. I. 216., und als Art. 280. 884., wo- 
selbst jeckotter (Stück), woraus bei Grellm. S. 881. 1. 
jek Otter geworden, das schon Pchm. S. 51. zu jek ko- 
ter [oder auch etwa: je koterj verbessert. S. koter. 

Jachhäro (pugio) Bisch., wohl chbi^ro (gladlus) mit Art.; 

schwerlich <^Ai>.. 

Jegagj Ort, von Grellm. S. 893.8., ich meine: schon wegen 
der Verschiedenheit der Initiale Irrthümlich vgl. mit Hind. 

jagga, d.i. fSi^ jogahy t Place, Station, room cet. 5Aa- 

Jtesp. Grellm. S. 838. 1.: Gaue; Gal [dies zweite wohl 
falsch]; Jegag st. Dorf, Flecken. Ferner bei Bichards. 
unter den, Grellm. entliehenen Wörtern: Gan (das n darin 
Druckfehler oder durch Conjectur) jagga, Hind. gawn, jug- 
gab (A village or place), und danach auch Mithr. IV. 83. 
und Bisch. Gan Dscbegga; sehr mit Unrecht dsch (Engl, 
j) st. des Deutschen j darbietend. Eben so ist auch ffir 
BisdiolPB yerdmdctes irgag nur Grellm. die Quelle, und 



B. Wörterimcli. 49 

sog'ar coi jeghg (eam loeam) LG. S. 1* kann ich niclii 
fitt^lich als selbständig Antoritäi anerkennen. Demnach ist 
das angebliche jeg'ag' kaum etwas anderes als je ^av: 

(Hind. gänw) ein Ort, d. h. Dorf, nnd der Schlnss des 
Wort^ nn^nan, 

uäie (caedere, schlag-en) Alter nr, 230. Falsch, oder au»: 
hacken ? - S. I. 859. die Interj. 

Aezav (siim, hablto, maneo) Pchm. S. ob. L 459. GraflT» S.49. 
51. tschaben und Ms. atschaben, adschaben, also, 
nebst anaba (ich bringe), mit anlautendem Voc. gegen 
S. 12. bei ihm. Auch Fr. z. B. tschejas (mansit) L. II. 
43., tsch'jenn darrte (sie standen) LG. , dscheela 
dschindlo Es steht (Ist) geschrieben IV. 8. , aber : dschind- 
lo dscheela darrto Ib. 4. Me tschawa Ich verharre Rtw. 
S. 39., prahltschas Rest, eig. 3. S. Perf. Ib. Vgl. 
Zipp. Key tschas addo tanke pral tschas (Wo ist geblie- 
ben das Tuch, was übrig ist geblieben?) WoistdasUebrigevoui 
Tuch? Vgl. 1.893. — Atschidoy (wartcn)Rtw. ohne w vorn. 
Dagegen hat Bisch, als Var. u. warten : watsche doi warte 
noch! Ist nun w slaw. Vorschub? Der Zusatz Ist schwerlich 
Deutsch : doch, sondern eine Ortspartikel, wie Zig. o d o j dort, 
adajhlerPchm. Zig. atschbogoni schwelg! v.Grolm. II is 
pokkoone sie waren still LG. BelBlsch. atschaf pähle zu- 
rückbleiben, atsch' pahle bleibe zurück; atsch' a gal blei- 
be hier; atsch' halt, atsch doch pokoni gedulde dich 
(s. auch besänftigen), atschaf schwelgen, atschaf po- 
koni stillschwelgen mit pokoni still; me hom te dsclia- 
wa mc but pokoni (ich muss viel stillschweigen; nicht zu: 
gehen) u. dulden; dschähamen a gal noch je bissla (wir 
wollen noch ein wenig, eig. ein Bissei da bleiben) u. ver- 
weilen; a jowa dschelapeske (er bleibt für sich) u. neutral, 
vgl. Sonderling und ampeskero ernsthaft, eig. in (ano) sich, 
auch: peske hl (mündig). Me hun te dschäwame mer pah- 
kiaskc (fem. und doch s?) Ich muss für meine Strafe ste- 
hen u. abbüssen. Apre tschela plädo (auf bleibt hangend 
S. 31.). Es bleibt kleben Bisch., wie bei ZIpp. u. kleb- 
rlcht : 1 Ijma tschela andre guschte schtardi Per Leim bleibt 
am Finger (wohl pl.) kleben (schtardo helsst: gefangen 
n. klebend). — Rüd. I. 64. Manusch ne tschele dschito 
Der M. nicht lange lebt. Vgl. I. 135. u. czirla. — Zfpp. 
Me atschawa adej, poske akowa awela Ich werde hier 
bleiben, bis jener kommt. Atsch schtlll, rikker tro mnj 
Bleib still, halts (halte dein) Maul. Vgl. L 368. „Pur achl- 
nose a mnl, &g inavaaio {n^givxof^ipo^) L. IX., 1-, d. h. 
IL 4 



50 IIL Worterbacli. 

Da er sich (v^l Frz. se tairc) das Maul hlelt^^Diet VielK 
jcdoeh gehört es xu Zig*, achinelar To cot, oder au Sp., 
in Estremadura äbliehem achinar st. aooquinar (Epouvan- 
ter, eifrayer), in welchem letzteren Falle zunächst ein V>r- 
stumnien aus Schreck gemeint wäre. Zum mindesten passte 
sich für aczavy auch wenn ^^r dafür: anhalten, d. h. blei- 
ben , mit Dief. zum Grunde legen , kaum der transitive Ge- 
brauch. — Beistand s. I. 185. „Bürge, Lotschotscha- 
wa^^ [der letzte Buchstabe nicht recht deutlich gedruckt] 
Rtw. S. 9.9 d.h. verm. Ich bürge, bin [sage] gut (latsho) 
für J. Vgh Bisch, u. Bürge: ,9 Auf mehrere Fragen erfolg- 
te die Antwort: Latscho hi niange a göwa, d. h. Er ist 
mir gut für die Sache ^^, vielm.: Gut ist für mich der (a 
gowa hier nicht: Sache). — Man verwechsele es nicht 
mit xav (eo). 

Achipaleste (Bless) Harr», s. T. 848., wonach ich es zum vo- 
rigen zähle, und das scheinbare Zutreffen von Sskr. d^^, 
ä^is (Blessing) nur für Zufall halten kann. Vgl. pral !• 
S93., das sein r eingebüsst haben mag, und Bisch, u. See- 
gen; A j6w a gerrdas druschnies pral mende Er hat das 
Kreuz über nns gemacht; gerraf n dr. pral^nde (einseg- 
nen); u. Absolution: Dijahamen [Er hat gegeben; allein 
wohl: wir geben uns] n dewleskSro dmschules (Gottes Se- 
gen). Bei DC. signare (signum crucis digitis ae manu ef- 
fingere), d. I. segnen, rgl. Comm. Lith. I. 63., nnd se 
seigna, c'est-a-dire, faire sur soi-meme le signe de la 
eroix , in einigen Provinzen Frankreichs. Leibn. Coli. Etjm. 
In Opp. T. VI. P. «. pag. 185. — Anm. Bei Harr, kom- 
men übrigens sonst mit voc. Anfange nur noch vor: 
Atraish (Terror, fear), wahrsch. mit präf. Art., neben 
dem verbalen trasela I. 343.; av (Come) 460.; ov (He) 
1. f44. und Avo (Tes) 318. 

^Atro m. (farina), 6. arreskero, PI. arre, und zwar aus- 
drücklich nach Zipp. mit Einem a, mithin wohl kurz; bei 
ihm übrigens auch zu Grellm.: o aro, areskero, PI. bat 
aro, und im Poln. Zig. ardscho (arzo), d. h. wohl mit 
Poln. rz. Jafo m. Mehl; jarengero Mehlhändler Pchm., 
was, abgerechnet den cons. Vorschlag, damit völlig gleich, 
indem r nach S. 9. der Aussprache nach = rr. Aro 
(meal) Rieh, hat dieser nur aus Grellm. S. S31. j a r ; a r 0, woraus 
auch wohl jaro, saro [s falsch!] Eog. geflossen. Jarro 
Mehl, Semmelmehl, jareskro Müller Rtw. Jahro Mehl; 
gerraf jahro (machen Mehl), mahlen; pärno j. (weisses 
M.) M^eizenmehl, jahreskero ch*babben Mehlbrei. Bisch. 



B. Worterbaciu. &1 

Im Hmdi luid Hind. ai'i (Flour, meal) nu, tIcU. au« de» 

Pers., jedoch aach im Hind« g'ebräucblicben i^^t^ Kord, ar, 

Belatsch. s. Or. Ztschr. IV* 464. — Cliareskro gk^ 
tscho Müller; chareskSro melleliske Kaffeemfäle, 
schuttiiakero chareskro Pulrerm.» dikno ch* (kl. 
JH.) Handm. Bisch. Vg^l. I. 143. 147. habea nicht anwahr- 
scheinlich ch sU j; auch viell. charo (Teig) hieher; allein 
Dief.'s weitere Vergl. mit Jarima n. s. w. (s. ch: chomer 
u. s. w.) und endo m. (Mill) Ew., der zu diesem Hind. 

y^^ An oilman's prcss herbeizieht , sind sehr zw. 

^jiaro (ovam)m.9 PI. aare, G. aareskero. E kachni tschi- 
reia aare Das Huhn legt Eier. Zipp«, der davon aro 
(Mehl) mit Einem a unterscheidet, und antrn nicht zu ken- 
nen gesteht. PI. parne (hei Grelim. S. 225. 1. fälschlich: 
parae) jarl (weisse Eier) Rüd. L68.; yanre (ora) Vulc; 
anre Sz.; Bisch, gerriakere gahre (Ameiseneier). Ga- 
rum Hühnerei Wldh. Jaros\ garum', jaro' (yoro Kog. 
gewiss bloss Druckf.) Alter nr. 160.9 vnd daraus Grellm. 
a. a. 0-9 jedoch S. 291. 2. uberdem antru. Antru [wohl 
bloss aus Grellm.], garo Dph. Bisch. y ausser den fremd- 
her geschöpften V^arr. jaros, garum, ganre [y.*?], antru, 
selbst gahro; gahrengSri mark^li Eierkudieu; g. 
dscheffje Eierschale. Jaro Rtw.; jaro m. Graff. Ms.; 
yaro Irv.; jaro m. , Dem, jaroro Pchm. Syr. Zig«: äna 
Eier; Liefl. Z. jaar oder jaaro. Anro m* L. Bw. (auch 
Hode). Aus Sskr. an'd'a, Hindi an da, Hind. and m. An^ 

egg*^ a testide, änd or anr m« A testicle, und andä m. 

• • • 

An egg.Shakesp. p.73« erklärt sich das r (tr) s cerebralem 
d, und nicht minder das noch theilwoise erhaltene cerebr. 
n. (Beth Ovo bei Pred. bt nicht Zig., sondern Roth w.; s. 
V. Grolm. S. 92.: Beyze, Betza^ Betzchen n. s. w. aus 
dem Hehr.) 

Ada (der) P^on. I. 269 IT. 

Jld'a Adv., so. Pchm., s. I. 260. 

Absin (Stahl; chalybs) Pchm«, aber ab «in Sz., und, gleich 
als von ihm selbst erfragt, mit Lat. Buchstaben Bfseh. vgl. 
KIpr. As. Polygl. S. 57. Afgh. ospana, Oss. affseinag 
Eisen; ferner das jedoch kaum vergleichbare Hind. ispät 
(perhaps from the Portugnese espada) m. Bteel (of a toigh 

kind); zuletzt Hind. \^\ Splendor; temper (of steel etc.); 
odge or sharpness (of a sword) aus dem Pers; Shake^. 

' 4 * 



52 III. Wörterbuch. 

Mehpin; homökorl Grcllm. S. «S3. ed. 1. {^ «89. «. feh- 
lend) hinter: Feuerstein , mit der ang'eblichen Bed.: Wetz- 
stein. Etwa eher: Wetz- und Feuerstahl? Dief. vgl. Sskr. 
a^man (lapis). — Aschpin (pietra focaja)Pred. 

^Avi f. (Lacrittia), avs&rav Ich tliräne I. 475. Pchm. Mit 
rielK mehr ursprünglicher Stellung des s: ijasven, via- 
kro, but jasvja Kipp., schwah Bisch., swa (Thrä- 
nen) Rtw., (Tkräne) Grellm., zwaane (Thränen) LG. S. 1« 

Wahrsch. Hind. 3jMÖränsd(Sanskr.a(ru; nichtwashpa,s.Lex. 

bor) A tear, mit Consonantirung des End-d. Der Anklang 
an Carn. sovsa, soiza Dobr. Inst. p. 153. ist wohl eben so 
zufällig, als an Hind. t'aswe m. (Tears) Shakesp. p. 258.; 

Sskr« ni -* fwas (gemere) u. Pers. ^j^i Lachryma. 

Aby apo Praep. I. 291. nr. 1. — Apege s. rik. — Apra 
(abore) Brj. cet. 292. nr. 3. — Abri (aus) 301. nr. 20. 
— Aw* (mit) Bisch., riell., nach Dief., eig. Komm, komm 
mit. S. indess wawa (mit) I. 260. 347. 

^Aver (alius) I. 277.; waber riell. trotz: o wawer mit w 
«i. u als Art. Ib. 278., z. B. wawer-dade^ wawerdai 
(SÜef- Vater , Mutter) Bisch., also für beide Geschlechter. 
Auch das von Dief. ans Bw. im VU. angeführte gab er hat 
g wohl nur als unbedeutsamen Vorschlag. 

*Avi$v (renfo, flo), awaf kommen, ank. Bisch. Bei Pchm. 
im Texte zuweilen mit } rorn, als jav (I), jaras (ea- 
mus), die folglich nicht zu verwediseln mit xa S. 75«, xas 
74. Das h in bav (venir) Kog. ist falsch. Parad. I. 459 
— 462. Beim Pass. 381 — 383. vgl. Immed. 411. Imper. 
S47. z« B. awnor (wohlan) Bisch., d. i. Komm nur! Aon- 
kj (Come hither) Irv., vgl. kaj (hier) I. 256., so dass 
nur etwa n darin befremdet. Harr. Ave giv (Come to 
sing) p. 554., av (Come) p. 541.; vgl. I. 344.; Alter Ixa 
(wohl verkehrter Weise der Imp. zu lixav, st xa), ew' 

(Ito), Moors S. 24. im Imper. ^ü^ jaou (Go), ^| aou 

(Come) von aouna To come. Im Hindi ink und hdnd (To 
oome). PenchabI di (To come), Part. Präs« dwindä^ Pass. 
Part, äid Carey p. 86. S. das vieldeutige, aber von We- 
aterg« p* 255. in der Bedeutung: Ire, adire nachgewiesene 

Sakr. ir, Pers.^oul (Sskr. gam) vgL Bw. mit Unrecht. — 

Pers. 2. Sg., 1. PI. Präs. I. 352. z.B. Ano wehsch hun 
te wahamen [-men st. wir oder: uns?] lauter k^tSne 
Im Walde müssen wir uns alle versammeln, eig. zusammen- 
nommeiu — Perf. 1. 4M. «. B. wiaa (a4vftiit) Rtw., wo- 



B. Wörterbach. 53 

durch waa sich .aber nicht aui Ver^e^l. mit Sskr. wif verffth- 
rcQ lassen darf. — Falsch sind die tou Bisch, als Inf. an- 
gegebenen Formen wichaf (wahrsch. ch aas dem J des 
Perf.); ferner wiaf gerrdo (wfthlen; dem Wortsinne nach 
aber yielm.: gemacht werben, an etwas); weaf apo man- 
de (kommen auf mich) ^ empfinden, und daher: Me wela- 
wa barl dukende [vgl. I. 175.] apo mande, wobei man 
noch eher auf Pchm. chaTövar 1. 421. als mit Dief. auf 
velar (To cut) räth. Der an 8it*h mögliche Sinn: Es 
kommen grosse Schmerzen fiber mich, lässt sich wenigstens 
grammatisch nicht füglich aus den Worten ssiehen. — Wie 
im Deutschen bekommen ans der Bedeutung des Kommens 
sich entwickelt hat, so anch Im Zig., {edoch wahrscheinlich 
auf Anlass der sehr Ablieben Redensart: Est mihi = habeo 
I. 176. Z. B. Wijasman mor gowes [eig. Venit mihi 
— i. e. aocepi, daher der Accus, als Anacoluth — meam 
rem s. 176.] Ich habe Gnade gefunden. Agollis w^la 
je baro nak [Ihn st. ihm kommt eine grosse Nase] Er be- 
kommt einen rechten Verweis. I gurnmni wela tehele 
Die Kuh will kalben [kommt nieder]. Graschni wela 
kdro Die Stute will fohlen, worin sonderbar der doppelte 
Nom., vgl. I. 3^6., da es eig.: „bekommt ein Fohlen ^^ 
oder: „ihr kommt ein Fohlen'^ besagen soll. — Möglicher 
Weise könnte demnach Abelar v. a. To have, possess. 
Teuer, mit Abillelar v. n. To come. Venir, und abil- 
lar, abiar, abicar L., zufolge DIef. Id., vereinigt 
werden. 
^Jlnav Pchm., anaba Ich bringe. GralT.Ms. S. ob. 1.403. 468. 
Anndennles, sie brachten ihn; talT jon — annenn, 
dass sie brächten L. II. 22. Fr. Annaf bringen Bisch. 
Anäf g^Srilc, versenden, vgl. gerikarif, wegbringen, 
etwa r falsch st n, oder ans gerik geraf, wegmachen 'i? 
Gi^rik anäf, fortbringen. Anaf gi^rik halanter (brin- 
gen weg Alles), vertilgen. WalHto andas tschomo- 
ni gSrik Der Knecht hat etwas veruntreut (weggebracht). 
A jowa andas peskere lowes Der hat sein Geld ver- 
schleudert [eig. gebracht; wohl mit Irrigem Weglassen von 
gSrik]; vgl. Ilalauter g^rik andas peskero gowa 
Er hat Alles [seine ganze Sache] verschwendet; peskSro 
ganzko gowes anel81a (I. 340.) halauter gerikk 
Er bringt sein ganzes Vermögen durch. — A ganna ane- 
nSla [1. 341.] o gihwes atrön Jetzt bringen sie das 
Getreide ein , u. einärndten. — Verstössen s. I. 175. vgl. 
946. — Ousely: naun To bring; uienaw naun Briug 
breadi nad auch menaw Bread, s. uiaro; wobei das Pers. 



54 UI. Wörterbuch. 

^U (panfs) zur Ar^wdhnnng' eines Missversiäudnisses Au- 
lass g'iebt. — lieber lanelar Bw. s. 1.420. — Hindi ^inanä 

(auch Idnd), das unstreitig' , wie Illndust. Ujrännä, Mahr. 

ittV^ y.a. To bring*, ohne mittleres a zu sprechen, und mit 
Shakcsp. aus Sskr. dnajana froni a and ni Conduct, vg*!. 
Wils. p. 961. ed. 2., herzuleiten, so dass mithin das i der 
Wurzel nt schwand. 

-fOnela Es ahnt Graff. Aus dem Deutschen. 

-^yänguin (mel) L., angui f. Bw., g^wien Rtw», ^jg'wjn; 
nescho [d. i. Ung. mez]^^ Grellm., o gvin, G. neske- 
ro I. 199. Gviningero g^udlepen Die Süssigkeit des 
Honigs. gryn hi gudlo Der Honig ist süss Zipp.; wo-^ 
g'egen g'udio (Honig und Zucker) Harr.; Liefl.Z. arli [laus 
B?]oder jgttli Honig*, deren das letztere wenigstens Fem. von 
^lo. Avdin f. Pchm. S. 28. durch Metath., indem di, 
spr« dji, einem g gleich gilt« Jan j in Honig; jang^inä- 

kero marken Lebkuchen Bisch. Aus Pers. qaa^I^ 

Afgh. «uUaT kebineh; nicht zu Honig*, noch auch Eng'l. 

hive. — Hieher Syr. Z. ingldrih Biene? Liefl. Zig*, me- 
sc Id., s. ob. Ung. mez. 

^Angar m. (Carbo), Dem. angaröro; angarengero, f. I 
(Köhler, in); angariino Adj. (Kehlen-) Pchm. I jan- 
g'cr (carbones) Rüd. I. 68., was aber eig. Sg. Jangar, 
angar Grellm. S. 223. 1., Janger Biscli., PI. angera 
YOB anger, G. angercskro, auch, entweder-mit Sla- 
wischem Vorschlage oder w als Art., Tgl. vast, wang*er, 
PI. ra Zipp. Vong'ur (a cinder) Bry. „Angar, man- 
gal (Charbon)^^ Kog« Das zweite gewiss falsch, ungeach- 
tet der Aehnllchkeit mit Ngr. fiayxdXi (Kohlenbecken), das 
Dlef. beibringt; möglich dass m [m., d. i. masc] eig. zum 
voraufg'ehenden W. gehörte. Multra mangaree Thee 
Rh. deutet derselbe: Wein auf (tra) Kohlfeuer; s. inzwi- 
schen mutra. — Aus Sskr. und Hindi ang'dra, Hind. t^l^it 

angärä m. Firebrand, embers, sparks remaining in ashes. 
Shakesp.; Pracr. angdla, Lith. anglis, Lett« ohgle (fit. F. 

I. S. 265. falsch erklärt), Pers. ^bo Comm. Lith. I. p. 21., 

mithin nicht Pers. jCi»-t und ^bC^t (Candens carbo) Cast. 

p. 12. — Nacle f. Fire, gehört wohl eben so wenig- zu. 

Pers. v3bO, s. eben, als mit Dlef. zu Pehlwi naglia (Feu) 

Amj. H. 520., oder gar agni. S. ob. S. 48. — Langar 
nu Coal. Carbon , klingt wohl bloss zufällig an Ung. läng*, 



B. Wörterbadi. 55 

Flamme^ an; das sagesctztc 1 ist vidi, roman. Art* Viell. 
davon ganz yerscliieden lanchicöl m. (Charcoal-dost. 
Cisco), dessen Schluss an Engl, coal gemalint. 

^AngHU Finger 9 bei Pcra« Zig. Ous. — Ssltr* angnri, anga- 

11, Bind. J^{, ^f nngal, nngif Id. 

^Anguszto m. (digitas), Dem. angnsatdro Pclim. An- 
gusch Sz«; durch Aphärese entstellt (s. angnin): gnsto 
Lud. Zipp.: „Finger gndscho (dies durclistrichen); o 
gnschto, 6. guscliteskero, PI. guschie. Baro 
g u s c li 1 (grosser F.) und p a 1 1 s o Daumen.^^ Rtw. : 
„gushdo, Icushilo [etwa das zweite mit einem neuen 
Suff.?], Finger; gashdo [so, viell. jedocli irrtliümlicb mit 
a st u], palzo Daum, balzi [viell. PI.] Zehe [Bisch, pal- 
tscho, pallscho Fnsszehe ; p a I s c h o Daum ; schwerlich aus 
Lat. poliex] , welche letzteren beiden Slawischen Ursprungs 
sind : Böhm, balec (Zehe) Tham Deutsch - Böhm. WB. , patec 
(poliex; digitus pedis maximus), Poln. palec, Russ. paleta" 
Q. s.w. Bei Alter nr. 36. Zig. „gusto, gucdo, kuci- 
lo, pal cos (Digiti; jedoch die Zig. W. sidier Sg.). Afgh. 
gnti u. s. w/^ mit einem Punkte Aber c , so dass dies verm., 
wie nach anderen Anfahrungen aus dem Voc. Petrop. zu 
schliessen, wie Deutsches z lautet. Die Uebereinstimmung 
mit den Rtw. Beitr. ist auffallend; jedoch z. B. schon we- 
gen des 8 in palcos s. I. 105. nicht leicht an Entlehnung 
auf Selten des Voc. Petr. dorther zu denken. Allein aus 
beiden schöpfte Grellnu gusto, guzhdo, kuzhilo 
Ausg. 1., angushnji [sonderbar wegen des n] S., Finger; 
gazhdo, paltxo S. 2%. 1. 292. 2. mit den Nachtretern 
Kog., Casca, Pred.; ferner Bisch. Id. und ai« gusch (lies 
angusch Sz,), anguschtfjl (lies hinten n st u), s^Grellm., 
und, als von ihm selbst erfragt, guschja (wohl PI., so 
dass ihm Rüd. I. 67* ghuchtia, worin ch verdruckt st 
seh, minder Zippel's pl.masc. guschte entspräche). Sein wa- 
laschti rührt zunächst ans Mithr. IV. ^.; wahre QaeHe 
'dafür aber Ist Richards, „valashtee (Finger; so auch 
Bry.), HInd. bilisht Finger, a span''. Vgl. Shakesp. p. 125. 

„Pers. i4>JU^ (Sanscr. witasti) f. A span^', aber p. 124. 

„Ilind. vXS.^ biländ f. A span^^ Da inzwischen Harr, van- 

gashti Finger (a span) bietet, und dies doch kanm anders 
als durch vorgeschobenes v von angusti (nach Diefi auch 
langnte) f. Finger. Dedo. Bw. sich untersdieidet, so 
scheint obiges valashtee [1 st ng?] so gut als wnnlsh- 
kee (Ffflgcr) Irv. mit Pers. bilisht: In keiner Beziekui^ bu 



56 IIL Wörterbuch. 

stehen, wohl aber mit Pers. v^^^^^l angusht f. A fin^er 

Shakesp, = Sskr. ang^sht'ha m., Hhid. angitliS m. The 
thuBib» 

'^AmgtMTQ m. L. An^rrasti f., Dem. angmst'öri f. mit 
Umstellung^ des r. Aus yangustrl (annulus) Vulc, bei 
Grellm. S. C30* 1. janirustri, was von Rieh, xu jung^u- 
stri anfllsirt, und dann wieder rUckw&rts Mitkr« IV. 84. 
(und daher Bisch.) xn dschung'ustri fehlerhaft , und in 
Betref der Vocale g^ir nicht, verdeutscht worden; und aus- 
serdem Grellffi. g'usderin aus Rtw., gostring* (s. L 86.) 
aus Wldh. Gftsttrin Bisch, und i gusti^rin, gustir- 
rlu, G* -riniakro, PI. gustirnja (Ring-) Zipp. durch 
Aphirese, aber mit v: Taunustrj (A ring) Brjr. und 
rangash (Ring for the finger) Harr. — Dies natirlich 
dem Vor. anverwandte Wort scheint jedoch nidit, wie Je- 
nes, ftdit lnd!$die, riehnehr Pers. Form; denn es lautet im 
Hindi angdt'hi (ring) und so, gleichfalls ohne Zischlaut, im 
HIndist TassT. Gr. p. 30. Hingrges Shakesp. p. 77.: 

^Pers. ^^SU^ mmgmAi^mri f. A ring* (partlcularlr one 

won on the finger ^ and not applied to that on the thumb). 
AmgmAi-mmm m. A rbi|^ (particularlj one wom on the 

Ommh), a thhaUe.^ Vgl. Cast. Lex. Pers. p.38.: c^v^t 



1. Ourbo [doch nidil Tcrraadt mit Zjir. a^gar?]. t. Digilis. 




O^j&Sf ^i. e. ignb) Carbo. ^^,j;.;;:iü^^ aber aach hinten mit 

^) Om^tBou, aaMhK. ^^yj^ DigtUbafaon ceC ^tlrgypr. 

Yang-usIrU welches llgennerworl des Caslellns 1€8S cr- 
scb h a t m t » Lex. nur aas Vuhsawss haben kann. 

t (Inb) Bw.> Lue. Oh Sskr. aaU m. n.. oder Dealsdh: 
Cirie^ oder Va^k. ondoa Mnhr. IV. 900L? 

yHilK,.MO (la>PnMv^1.:»^ — Ander, andro t98Lnr.l7. 
Ygt nr. 1$. — Aadre. In. miler XaL uiter. S»kr. a»- 
tmr\ Lmw L 14. skk freuen an (ther' — : tUL o okiies 
andre sos — Der Ta^c. an wekhew: ti^ chala JL an- 
dre« ciicr btnetn: SSGollIhne an mkr (andre manrnr): 
VIL tl tessmi «• Vikhet)^— « Knre » Sfk «rtie hl^ 
c«iilmi: tlMM» enmn ML td^ ^nrnn o» mules 
*uiTbdltai% ucw »n»iilamlif» ULi^i tbMsUk de ew^ L«ik>. 
W»dlr» PwdLam» i»df 4 l&rtwtKt|r^iil>wAwtt fc ibifch i ymrf- 
a i>iii ^ umiuMichfc>'^t>*''^< » ^ > ^ ' * ^^^" ' W fc'M ^ WtC— Aa - 



B. Worterbach. 57 

tar (Yonder) L. XIY. SO. 9 etwa aa dem Zend. PronoMiail- 

stamni ara mit dem Sskr. SniT* -tra g. L t73« 
Ampcskero ernsthaft. Bisch. Wohl: In sich, sc. g'ekehrt; 

aus an mit peskcro I. Sit. 
^ Amee (nos) Pron. I. C29. 
'^AnMnis (Incos) Pchm«, am in! f» Bw. Aus DC. afiovrjj 

Rom. uf^ovi^ jh = uxfiwv. 
j^Ambrol f., Dem. ambrolöri (piram) Pchm., dem Anlaute 

nach za sehlicssen, aas Pers. Tflrk. ö^yA amrüd^ mithin I 

st. d und b als euphonisdier Einschob. Brinda f. (A pear« 
Pcra, fruta) hat vlell. noch d bewahrt, aber etwa in Be- 
treir des n und sonst nach: Birn sich umgestaltet. An eine 
Demlnutivf. zu Walach. pere, U. pera daurf man kaum glau- 
ben; doch mögen solche Wörter zur Aphärese den Anstoss 
'gegeben haben. Pro hl (pjrum) Lud. ,,Brohl, liind. 
prohlo^^ Grcllm. B. SSH). Ausg. 2.> ein solches Hindnst. 
Wort, wie auch das angebliche pawug (Apfel), fehlt bei 
Shakesp., falls nicht etwa i^^j ^^0^ palwal, parwar m. 

s= Sskr. pat'ola Name of a kind of gourd (Trichosanthes 
dioica. Rojrb.) gemeint sein soll. Brohl Birne, prohl 
Tannzapfen. Bisch. I bröl, PL -la, G. broliakro (pi- 
rum), dessen langes auch für Entstehung aus amrdd zeu- 
gen dürfte, aber i birlin, but birnja, G. birnjakro 
(apis) Zipp. Vermengung beider Wörter durch Druckfeh- 
ler: 1. Rtw. S. 8. Biene (apis) birlin (daraus auch Grellm. 
S.924.i.)j aber Biene Wies: Birne] brohl. 2. umgekehrt 
Pchm. S. 36. brli f. die Birne, brl'ori f. kl. Birne, was: 
Biene heissen mnss, wie aus S. 69. erhellet. S. Lex. birlin. 

Amular v. a. To hang, execute, strangle. Ahorcar, dar gar- 
rote. Mulati f. The gallows. Horca; schwerlich zu mulo 
(mortuus); doch vgl. I. 126. Bw. Bei demselben illandar 
r. a. To hang up. Colgar. Ulandi Hook to hang tbings 
npon. Colgadero, die wahrscheinlich particlpialer Art, vgl. 
ob. L 398., femer billendjevava 127. 427. 470. nnd 
Span. Verba, wie levantar u. s. w. Diez R. Spr.. IL 333. 
Ferner verm., wo nicht zu P. JUi^, luandar v. a. 

To hang up, weigh. Colgar; und. Im Fall die Aehnlichkeit 
mit löve (pecunia) Pchm. zufällig, luas s. pL Pesetas, coins. 
Auch wohl luanados xQeftaad^eyjeg L.; aber kaum luchi- 
pen Abhang (xgrjfivog, xardßaaig) L. — Umluvar Pchm. 
S.50., aber umlavav S. 16. s. ob. L 449. nr. 21. Dage- 
gen vom ohne Vocal und mit b vor 1 (vgl. z. B. Griech. 
ßXwaxta aus ftoXiZv Buttni. Lcxil. L 137.): blavava ZIpp. 

8. L 393k Apri- te blaawaf, auCnhingen. Me kam- 

4** 



58 III. Wörterbnch. 

may« andro thü te blaawel oder -vaf Ich will in 
den Ranch aufhäng-en. Vgl. I. 363. nr.8. — Bisch, unter: 
aufhängen blaf[?]: Blawawa golla gatsches apo gawa 
ruk Ich hänge den Kerl an diesen Baum. Apre tsch^la 
plado Es bleibt kleben, als Part.» vgl. aczav. Pral-pla- 
taf S.I.419. — Plataspes Er erhenkte sich. LG. — Ge- 
wiss nicht hieher plata (Cloak) Bw. . 

^jtrezic» m. Pchin. und artschitsch (Blei) Grellm. S. S89. 
%.y aber ortschitsch' Sz., ortschitsch (Zinn) Bisch. 

Aus Pers. jj^t Plnmbum, stannunu Cast. p. 17. Or. Ztschr. 

Bd. IV. 

«{-^ar/t Geschlecht Rtw., und daraus Grellm. S.821.1. AusD. 

Art, aber nicht Kog.: Art, mani^re. 
^Ardwria f. Yein. Vena. Bw., wohl » adra [sonst auch 

dschi.la aus dem Slaw.] Zipp«, aus dem Deutschen Ader 

etwa mit Anspielung an dori, ein Band Pchm. 
'\Arpa Frunientum. Alter nr. 140., aber Hordenm Grellm. 

S. S34. 1. Jarpos m. (und daher jarpüno JHordeaceus) 

Pchm. S. VI. =: Magj. arpa, Tilrk. lu^t arpa, Alban. Itkn, 

Mändschu arfa y. d. Gabel. Gramm. M. p. 7. 

Armandyini (Fluch) I. 200. ygl. 407. Armanja me ke- 
raya Ich fluche. Zipp.. Bei diesem unter: fluchen: te ban- 
neryaf [ausgestrichen; yiell. aus bannen]; te keraf ar- 
manjia [allein drflbergeschrieben : din zum Einschalten 
yor n], wie fsanlechirwawa Ich schwöre. Arma- 
din ja kerawa apre totte Ich fluche auf dich. Ar- 
ma der Fluch, und armanjia^ im Sg. armendjni. 
Zu &Qa, Ngr. xaj&Qa (Fluch)? Ob „aromal i, pih^ ififiv 
L. und aromanar, yersichern. Bw. II. 26.^^ Dief«? 

'j^jirmin f., das Kraut, Dem. armindri^ Adj. arminake- 
ro Pchm. I armen, PI. armnja [n ausgestrichen], G. 
armiakro Kumst oder Sauerkratit. Zipp. — Unstreitig aus 
&Q^fj (salsugo), woher XaxavaQfila (salsugo oieris albi) 
DC. GIoss. p. 123. 1706., Ngr. agfivQa, die Salzbrü- 
he, Lake, ygl. agfivQog mit Altgr. aXfi. und bei Passow: 
ij ifXfxala im Winter mit Salz eingemachte Frttchte, Wur- 
zeln, Kräuter. Ob hieher auch arjana f. Salad. Ensalada. 
Bw.? — Ausserdem ein (daselbst in der Diebessprache 
Kohlkopf, Grunert) Kraut -Haupt Waldh. und Bisch«; auch 
Zipp. ilo (o ihio), G. leskero, p1. le Komstkohl und ileske-r 
ro schere Knmstkopf. Siehe noch u. szach. 

-}• Alaw or dlav Flame. Ous. Pers. ^ VT Flamma , ignis. Cast 
Lax. ?er8. p.4S^ ri^ Klapr. Aa-Polygl. & 113. Schwer- 



B. Worterbach. 59 

t 

lieh Hhidast (iadess riell. damit verwandt) ^ lau (Sslor. 
laja) The flanie of a candle ^ anj potnted flane. Shatnp. 
\Alo Aal (angafHa) Rtw. Ans d. D. 

jjAlcuzinam^ Vngh. Yesaek, Comperare^^ Predarl p. ilifl. 

aas Molnär. Wahrsch. aas Ung. alkaszem (Paclscor, ooa- 

venio) mit neaem Soff«; s. I. 98* 
'j^Abatico m. Father. Padre. Vid. Batu. Bw. Aagenschein- 

lieh e\g. Dem. von Abate (Abb^) Diez, R. Spr. IL KUj 

mit bitterem Hohne, da solfherld Herren keine Vatersdaft 

zasteht. 
jiberucar v. n. Arrepentlrse Bw. Etwa: andrer Meinung 

werden , aas aver, gaber Bw. Mise. i. mit Span. Soff. (Dies 

n.333.)? 
Achogomar v. n. To assist. Acodir. Bw. Vgl. chocoronar. 
\Ajoro m. Fridaj. Viernes. Wohl st. Sp. ajano, abstinen- 

cia de comer mandada por la iglesia. Bei Pchm. Jernd, 

nächtern; ob dies rerwandt? 
Ajua m. Halter. Cabestro Bw. Doch nicht etwa scherzweise 

auch zu Sp. ayano? S. savaris. 
Ahtngari f. Grief, sorrow. Pesär. Bw. Ob Lat. angor, Engl. 

anger, wie mit Arab. Art.?? 
Alcarran m. Drone. Zangano. 
Alcarabisär v. a. To arrive at. Alcanzir. Wohl aus einen 

Nom. Yon Ar. y^ Appropinquarit, acoessit, adiit Te- 

«git. 

Alendarse S. H. 40. 

AiUgdta cet« Ib. Schwerlich , wie Dief. verm«, zu: rikk. 

Alicati f. Time 9 turn. Vez. Bw. Vgl. I. S89. und lucamo- 
ro (Time) Bry. Kaum doch Sp. alicates Pinces^ oaUl 
de chainetier, d*horIoger. 

•[- Ahnedalle f. Almond. Almendra (amygdalus , JHandel) Bw«, 
wie aus Sp. medalla. 

Amartelar y. n. To wither. Marchit&r. Bw. 

Ampio m. Oil. Oleo, acejte. Ampio majaro Holy oil. 
Ampiar, salben. L.Vn.38.46. Bw. vgl. mit Unredit Sskr. 
abbyandschana; Dief», wohl auch ohne Glück, ambiaz (Harz) 
am Monte Rosa bei Schott, die Deutschen Col. S. S6S., 
oder Ambra, oder Lat. ampulla, amphora. Sp. lampion? 

Ammcharse y. r. Ta intoxicate oneself. Emborracharse. Bw. 
Wohl eher zu Sp« mucho (beaucoup), Tgl. Völlerei, als zu 
Zig. mutsch (selig) Bisch. S.noch muehobelar. 

Am pK Things, matters. Cosas; von Bw. mit Ngr. iv'ygh 

^jAnacar To happen. Suced^r. Bw., geschehen. L. sehr häu- 
fig. Anaf^ados oconas (ohibeses) ss av^zikta^ua&v 



60 in. Wortcrbucli. 

fitJTo/y (zühf fj/Äagwv) L. IV* C. Compon, mit nacar To 
pas$9 oder zum Von, oder zu anav'^^^ Dief, 

j,Anadi6 ngogld^xi L. 111. 20. Vgl daf." Dief. 

^naranid* Amen, asi sea s. 1, 318. HcdupK? 

Jindandula f. (nach Dief. ancli andalula) Fox. Raposa. Bw., 

allem Anschein nach redupl. (vgl. Sp. andola als ein Wort 

ohne Bedeutung in Refrains) , und nidit , nach Dief.'s Vcrm., 

zu Sskr. dand'ädshin Fraud. 
jindingla f. Girth. Cincha. Bw. Vgl. Lat. cingulum. 
Anduyo m. Lamp« Velön Bw. cf. Dut Light. 
Anglano Public ano. Bw. Vgl. 11. 46. 
jtngrunio m. Lock, holt« Cerrojo. Bw., der Sskr. argala, 

Hindi ägala (Bolt) vgl. 
Anjelo m, Desire. Deseo Bw. 
Anis f. Wasp. Avispa Bw. Vgl. II. 42. 
Anml (Sick. Enfermo) = nasalo Id. Bw., nasvalo Pchm. 

S. noch salamisto M^diC/O. Bw. 
Aopler y. a. To opcn. Abrir. Bw. Ans dem Sp. mit Bezug 

auf Zig. aupre Adv. (Above)? Doch s. I. 447. 

Apardti f. Cloud. Nube. Fers. ^J. Bw. Viell. , vgl. ob. IL 

18., zu rat', Nacht, obgleich dies bei Bw. rachi lautet, 

mit einer Präp. 
Apenar v. a. To take. Tomar. Nach Bw. aus Hind. pänä, hei 

Shakesp. (aus Sanscr. präpan a d. h. pra und dp Acquire) 
. To get, to acquire, to overtake cet. Hindi panä To take. 

Trotzdem meine ich, es stamme aus Span« pena (Peine) mit 

Präf., also: mit Mühe erlangen, 
Aquirimenf. AlTectlon. AHciön. Aquirlndoy Aficionado. Bw« 

S. L 128. vgl. 99. \^^ahrsch. eine Schöpfung der Aßcldn 

(I. 64.) selbst aus Sp. querer (V^QuIoir; ainier, cherir) mit 

präf. a. 
Araperar Vr a. To remember. Aoordar. Bw. S. I. 408. Das 

Anstreifen an das Engl, wohl bloss zufällig. 
Arapuchi f. Tortoise* Galäpago. Falsch von Bw. mit Sski*. 

katshhapa, krod'apäda und llnss. cherepakia vgl. S. vielm. 

meine Comm. Lith. II. p. 23. Lith. ruppuize (Kröte) n. s. w% 

Arara f. Prenda. Bw. S. IL 40. Aus Lat. arrha, arrhabo? 

Arari Adj. Prcgnant. Prefiada. Bwt Ob zu ereriö LI«, 

also: gesegneten Leibes? Oder zum Vor.? 
ArasfiQ m. Fear. Miedo. Bw. Vgl. razinav L 98., oder zu 

Sskr. tras? 
Archabar v. a. To serve. Servir. Mit den unhaltbaren Vgl. 

Sskr. abhit^ehara, parichara (servant). Bw. 
Ardelavy ardin elar v. a. Jo raise. Levantar« „Ardi-" 



B. Wörterbach. 61 

nar, erbeben; reflex. mit und ohne: se; vgL L« IL 4 ar- 
diriö, avfßri cet«; a. cn chiqnen, ans Land g^hen. V, S. 
Auffallend: na pireleis ardinelados (-el- macht kei- 
nen wesentlichen Unterschied), ^ii ftexKog/^ead-e^^l DIef. — 
Falsch Ton Bw. ygL mit Sskr. a-rohana, eher noch das 
von ihm auch herbeig'ezogne Kelt. ard, Lat. ardnns; nach 
Dief. etwa Sskr. ridh, wo nicht ar-d. Kaum Gr. cuquv, 
S. noch surdinar. ^ 

jirispejal m. Metal, und 

Asisprole m. Brass. Bronce Bw«, porcherie (Brass) Bry. 
Jenes von Bw. irrig mit Sskr. ära (Brass , oxide of fron, 
aus ^!AQrig entlehnt) und pitala (yellow), dieses von Dief. mit 
asita (schwarz) vgl. Ich argwöhne eher ein Wortspiel mit 
Sp« arisprieto, arisnegro (Ble sarrasln, ou ble noir). 

jirite m. LentiL Lenteja Bw. 
^rjaha f. Salad. Ensalada. Bw. S. armin. 
uirmensalle uidj» Free. Libre. Bw. 

jisaselarse v. r. To rejoicc, to laugh. Alegrarse, reirse. 
Bw. liedupl« aus asav Pchm. (Sskr. has) L 409. vg.466. 

^Asia (Mühle) L., azia f. Bw., Pers. L^t, 

ui$irio8 Fron. Aquellos Bw. Das a nach dem Sp.; s. I. S73*9 

woselbst laut brieflicher Mittheilung DielVs Meinung richtig 

aufgefasst worden. 
jisisnastri f. [so!] Apprentice. Aprendiz. Bw. Viell. zum Folg. 

mit der Neg. nasti (No), als einer, welcher etwas noch 

nicht kann. 

Asislar V. a. To be able. Poder. Asfslable Poderoso. Bw. 
— Astls a. Possible. Posible. Vgl. L 370. 372. „Astis 
L. Impers., und person. astlsar v. a. To be able. Poder | 
astlsarar L. Möglich sein, können; einige Modiff. s. Beisp. 
Neg. n'astis und na astisar L. Die Impers. oft mit que 
(dass) nach sich. Beispp.: Querela ma astis somia llstrabar« 
te, 6bg iQyaaiav anTjUuxd^ai L. XII. 58. Astis sat oconp 
dinare mibao, xav f^iv noitjafi xaQnov XIII. 9. Astis, iit 
Ib. 14.; na les astis ovx la/vaovaiv. Ib. 24.; astis, l%to%i 
XIV. 3., le a., Svvaxog iauv Ib. 3L; ma n'astis •••• a., rh 
aSivaxa — dvvaxi. iari Ib. XVIIL 27. ; mas astis , tixond^ 
re^ov V. 23.^^ Dief. — Asislar scheint eher w sila, 
sisla (S(rength) gehörig, mit Einschub von s. S. L 95. 

"^A^orabar^ esparrabar v. a. To break. Tear. RompeTi 
lacerar. Nicht Gr. anaqaaoHv^ wie Bw. will, sondern mit 
Dief. zu Sskr. sphat', s. I. 246., wobei nur das Uebrigsein 
des Zischlauts befremdet, weil dieser gewöhnlich schon man- 
gelt. Presas de 2|ver beda o nebö parabela ((t//^€i) al 



62 m. Wörterbncb. 

puro. L. V. 38. Parabelari ^^^n Ib. 37. Parlreaf, 
platzen. Bisch. 
'^'jispasar äanafyad-at L. Aqs dem Griech. 

Aierni Dead-born. Nacido maerto. Bw«, der es g>ew!ss mit 
Unrecht zu Sskr. tidarin (pregnant) bring't. Eher za Zlg^. 
terno, jang? 

At^diesaÜe m. Steel: rather iron, Accro. Sanscr. ayas Bw, 
Das SskrIt'Wort dient schwerlich^ dessen Erklärang*. 

m. 

'^Efta (7, and Woche; das zweite auch Grellm. S. t87. 
Ansg. 2., aber nicht 821. 1. Beides bei Pchm.) und -f-efia 
sind bei Pchni. die einzig'ea Belsp. mit diesem Anlaute. S. 
1. <15. 

Ewe (vix) L 317. 

Örio (Malum , maligne. Hebel , Böse) Alter nr. (20. , and dar- 
aas wohl erlo (böse) Grellm. S. 233. 1.^ was jedoch Pchnu 
S. 51. and Zipp. ansdrficklich als ihnen anbekannt bezeldi- 
nen. Allein bei Bisch, a. verfälschen: gerraf erlö kö- 
tSne mischto (machen Schlechtes zusammen Gatem), und 
erioglitschln, d. i. böser Schlüssel (bangoklidin Id. 
Rtw.y d. I. krummer Schi.). Dieterich. -7- Dief. denkt an 
Sskr. arl (hostis), und stellt dazu Zig*. Er^s PI., wie 
Hambo, Paillo, Ausdruck für Nicht -Zigeuner. I. 44. 

'^Ertinar^ aq^iivai L. XL im VU. y. 4. Ertina amarias visa- 
bas vgl. Grellm. S. 316. 2. und uns I. 407. Aus Walacb« 
ertn, pardonniren, vergeben, verzeihen. 

E^ormenar To pardon Bw. Vol. II. "^118. von e&tormen f. 
Pardon, remission. Auch estomar Pardonar. Se los esto- 
mö a OS dul, ufKpoxiQOiig Ix^^ioaxo L. VIL 42, 47.. 

Angepenn Klause Bisch. Aus: enge? I. 140. 

Egresiton (vgl. agor) =s segriton (zu Sp. seguir?) Last« 
Ultimo. Bw. 

Embio m. Book. Libro. Hind. Bed (wohl V^da) Bw.; wahr- 
scheinlicher aus Lat. libellus, vgl. Port, gem^o (gemellas) 
Diez IL 299. und Zig. m u r e m. A wall. Par^d (etwa Dem. 
aus Lat. murus?). 

Emposund Adv. Attentivelj. Atentam^nte. Bw. 

Emrotat Trunk, proboscis. TrompaBw., wohl dorehTransp. 
aus dem Sp. IL 43. ^ 

Encdlomdr v. n. To mount, ascend, Subir. Bw., nicht aus 
Sskr. unnaja^ wie dieser meint. 

En^ Adv. Prep. I. 317. Vgl. Diez IL 387. 



B/ Wörterbndu 63 

Engrejeri ni/ u. ^ r ^ J e r 1. Asparagus« Espirrago, Olinc die 
von Bw. g'emuthraasste Beziehung' za Sskr. indiwarL 

Emjallar (aus enjalle f. Memoria), ojarar v. n. To rf- 
member. Acordar. s« L 408. — Enkala, enciiala in den 
sehr verderbten VU. bei Grellm. S. S51. 1. schwerlich hie- 
her 9 wie Dief. mit Recht besorgt» 

Enuagrar v. a. To repair. Enmendar. Bw. 
Enorme m. Enemj. Enemigo Bw. Wohl das gleichlautende 
Sp. Wort st Enemigo. 

Enpirre pl. Footmen, infantrj-, labourers. P^ones Bw., wohl 
entweder von pirar To walk, oder pindro, pinro (Foot 
Pie), pl. pinr^s I. 154. 156. Viell. patnpire Staircase. 
Escal^ra Bw. , der Sskr. pada (foot) vgl. Im Sp. ist pita 
(Pfote). 

Enquerar su querj Stogvyfjvai L. XII. 39. Einbrechen (Im 
Haus) aus Sp. en mit Zig. quer. Das Sp. quebrar (Rompre, 
briser) ohne Bezug darauf. 

Enri, enruu, Präp. I. S98. nr. 16., von Dief. mit Pen. 

Ou? , Q%;O^I Within , in the inside vgl. 
Enrecar Ib. Within us. En nosotros. So am Schlüsse des 

Lucas: Saboca enrecar Debel ererid. Chachip^. 

Dwell w. US God blessed. Amen [eig. Wahrheit]. 
jjEnseelar xaviv&ivai L. I. 79., dgip^QHv XI. 4.^^ Dief. 
jyEmperso cada yeque^ auf jeden. L. IV. 40.^^ Dief. 

fra/ariia f. Bramble , thistle. Zarza, cardo. Pers. .L>, Hlnd. 

jardar. Bw. Die Vgl. durchaus unzulangend; und der An- 
klang an das Sp. wohl rein zufällig. 

Erandia f. Nun. Monja. Bw. Ob zu Hind. randi A wo- 

man; randiyä f. A widow. 8. A woman? 

jjErdicha f. variQTjfia lu XXI. 4. Povcrty Bw. ; dabei „r. 

2icha^S das im Vz. fehlt [aber wohl dem zelcha, Neige, 

Bisch, nahe kommt]. Etwa als Gegentheil von Sp. dicha?^^ 

Dief. 
Ereri6 II. 40. Viell. nebst gero (selig) Pchm. ans «(w^; vgl. 

DC. UgokoyiTv Benedicere; und, In Betreff der Form, //- 

Qa% pro Uqo^. Schwerlich Sskr. arya. 
Erescare Adj. Blue. Azul. Bw. 
Eriche m. PIg, swine. Marräno. Sskr. kirl. Er Ines pl. 

Hogs. Sonst auch helo m. Hog. Bw. Verra. nach Sp. 

erizo (Lat. eres, erinacens). 
Erraderas pl. Lettuces. Lechugas. 
Escdmi f. Staircase, ladder. Escalsu Bw. Verm. das Span. 

Wort mit Eintauschung von mi al« Nam^n der 9* Note iri^ 



64 in, Wörterbach. 

la, der 6« auf der Tonleiter, welche letztere Sp. auch E- 
scala heisst. V^l. Hant. spewak ob. S. 6. 

Escobiche m. Beeile. Escarabajb Bw. Unstreitig* Verdrehang* 
des Sp. Worts ^ nach dem Muster von Sp. cscoba (Lat. bco- 
pae), escobajo. Das Saff. , wie In Eriche ob. 

Esorgie Adj. Extreme. If^tremo Bw. IL "^44.; aber "^184.: 
Or esorji^ de or narsichislc sin chismar lachinguel The ex- 
treme (The most he can du) of a dwarf is to spit largelj« 

E$parrusar r. a. To hide. JS^conder. Sskr. apawäran a (Con- 
cealment) Bw. Wahrsch. zu parovav (Ich begrabe) ob. 
I. 439. 

Espibias s. p1. Chesnuts. Castanas. 

Espirabia f. Leech. Sani^ijuela. Bw.'s Vgl. mit Sskr. asra- 
pa (eig-. Bluttrinker) scheint zweifelhaft. 

Esporboria f. Onion. Cebolla. Viell. gewissermassen redupl., 

. oder, wie das Span., dazu hinten ähnlich lautende Wort, 
mit Deni.-Endung (s. 1. 103.) aus porsumi Id., s. purum. 

Eßprejaiio m. Mulatto. Mulato. Bw. Etwa mit Hinblick auf 

Sp. prieto (noiratrc)? 
Espurria f. Gut. Tripa, aber auch porias s. pl. Bowels. 

Entranas Bw. s. u. p; so dass die erste Form bloss dem 

Sp. espurriar (Ilumectar) zu Liebe gemacht seheint. 
Espusifia f. Spur. Espueh Bw. , wohl blosse Umänderung 

von buzech f. Id. Pchm. dem Sp. zu Gefallen. 

Eatdche m. Sombrero. Nicht mit Bw. aus Ar. .b' A erown, 

sondern s. stadi. 
Estongrl f. Peso. Estongrias ^vag L. XIX. 13. 16. 

Estongerar avfißaWitv L. IL 19. — Estonquelar r. 

a. To weigh. Pesar s. L 52 f. Vlell. gar quelati, du- 

queles Ib. 
Estoriar v. r. To be tired. Rendir. Estoriel Adj. Fati- 

gued, wern up. Rendido. Schwerlich zu Sskr. awasäda 

(weariness), wie Bw. muthmasst. Ob zu estormen, s. ob. 

ert., fragt Dicf. 
Estuche s. ob. IL 46. 



I3 y, t^- 

Ikirav (teneo) s. L 435. nr. 3. st. rikkervava. 

Isdrav s. lisarav Pchm. und risseraf. 

Jum, jam Bisch, st. llum Rtw., liFem (cepi) Pchm. yon 

lav s. L 90. 4Ö2. 
Jov ^ joj Is , ea Pron. L 244. 



.«yk 



a WöcterbacL 65 

/jgre», iclir, Pch». « Vng. Igem (Ja, allerdings ,. selir) !• 
317. — Inlfi (noch) Ib. 

/ifa ni, Waare Pchnu S. 41., aber Kleid S. 81. Ob ^d^ 
Res quaevis aroniatica; species (v^I. Speaerei; avch Spete 
aus Lat. species) DC? 

Irütav leb kebre um, Pcbni. &4K Irlnelas anstände [d«- 
cerct] S. 54. Docb nicht etwa Mägy. jarni (g^eben, her* 
«9igehen) vgl. I. 98.? 

f /«fta Stabe Wldh., Gemach oder Stube Rtw. l Lsba, ba- 
kro, be Zipp., der es, wie auch Pchm. S. VII., mit Recht 
aus dem Slaw. entlehnt betrachtet = Poln. izba, Böhm, 
^ba f. Comm. Lith. IL 43., vgl. ob I. 110., indem datf 
angeblieh Hind. ischba Grellm. S. 294. C. nur Lehnwort 
oder geradewegs Irrthum sein kann. Eben so wenig be^ 
rechtigt dicj Form mit m: i isma Stube, Gemach, Zimmer 
(s. auch: auskehren) Bisch., Isema f. GraflT. S. 42. zu ei- 
ner Vergl. mit Sskr. w^^man (domus) , obschon diese -Bopp 
versuchte. 

Ibrain m. Febrero ) hinten mit Zusatz von -in, aus dem Sp. 

Inerin m. Enero /Vgl. L 67. 116. 

IcUne Adj. Celebrated. Celebre. Schwerlich das von Bw. 
Tgl. Russ. slavuoy, sondern das Sp. verdreht. 

luerique m. Protection, sheltcr. Anipäro. Inericar v. a. 
Amparär. Bw. 

Inica Adj. Doting. Chdcho. 

Inclobo m. Hcrniitage. Erniita. Inolobi m. Ermitano, von 
Bw. mit Russ. inokk (nionk) vgl« , also , wie sonst Xom. 
auf -e s. L 115. Sollte, trotz der alphabetischen Tren- 
nung beider Wörter bei Bw. , doch aus Versehen feine, auch 
sonst vorkommende Verwechselung des o und c mit unter- 
gelaurcn sein? Etwa zu Sp. unico? 

Ingodine Adj. GInttonous. Goldso. Bw. Ob zum Sp. VTorte? 

Ingr Odile Adj. Iniposible. 

Irsimen m. Information. Aviso. 

Isicön m. ) Corner. Esquina. Bw. Das erste wohl aus d.-i!^. 

Epicon f. } Vgl. Frz. coin u. s. kuni. 

Isnabar To have. Haber. Isna Haj. Bw. Vgl. dies, «nd 
ysna (wehe!) ob. 1. 316. nr. 14. 

YbAcJio m. Jew. Judio Bw., wofür im L. JntI (VInegar), 
Chnti (Milk). Vgl. Or. Ztschr. IIL 56. Ybuchias, 
Hebräische L., aus Ebralc, meint Dief. — S. sp. buchi. 

Xlo m. nvvüfjia L. Soul Bw. , der sicherlich falsch Sskr. ligu 

(Heart, mind) herbeizieht. Olilö, otembrolilo [wohl 

mit Sp. temblar, zittern; oder Engl, temper, Gemütbsartj, 

miliyo m. (Hear^)Bw.; jilo m. Pchm«, und suilo (Herz) 

IL 5 



60 III. WiirteriMKh. 

Grellm. Q, ft9t. !•; deren einzelne an Pers» J^ erinnern. — 

DIef. macht auf jeli f. nnd orteU f. Love. Aiuör, aber 

tllich^ m. Amante Bw. aufmerksam. 
fege f. Mass. Misa. 
lesani m. Baeon. Todno. 
Fescotria y escotria, cotria Adv. Immediaiciy. Lu^g'O. Bw. 

,,Yescotria, nuQaxgijfta L. IV, 39.; i^af(pvr^g; iv&fwg; 

idov (.wgj que); y. que, sobald als u. dgl. L.^^ DIef. Doch 

nicht etwa : In Einem Stücke (cotör) ? 
Fesdra f. Mano izqnierda. Bw. Wohl aus d. Sp. 

lu m. Paper. Papel. Nach Bw. Hind. (eig^. Ar.) ^.ralk 

Parchment, vellum; — eine äusserst g'cwag-te Verm.l 

Fusmüi m. Smith. Herrador Bw. Deutseh? S. L 147. 

Yeru, jeru m. u. s. w. (lupus) Bw. s. ruv. 

Ye^ref (so getrennt) m. The colour, form. El colör, la fi- 

g'ura. Bw. Schwerlich Sskr. nipa; eher Verrenkung von 

Sp. figura. 

Yustique m. Girdle, belt. Ceriidör. Justi f. Girdle. Faja. 
Sistigul Girdle. Ceniddr. Sanscr. saptalti. Bw. Die er^ 
sten beiden nicht Lith. josta , noch auch Russ. kyshak' 
(Leibbinde) aus Türk. y^U^ji (zona), sondern Per(>. s. ku- 

stlk.^ Auch das letzte sicherlich nicht Sskr., sondern 
verm. eine ähnliche (etwa pron.V) Erweiterung-, als oriiji, 
dröjl, sestrojl f. (Cascara)^ und olajaj, solaja 
(Maldicionj vgl I. 441. Bw. 

*Jeil ipntis) Pchm. S. I. 220. — Zum Art. verkürzt und 

präf. r. 284. 
Jemi f. (llma) Pchm., verm. Rom. qivi, mit Art. Das Sp.' 

juri f. (File. Lima) scheint, wie jordegascht, Reisig, 

Bisch., zu churdo Pchm. zu gehören. 

Jemi Wachs. Grellm. S. 290. 2. ist Pchm. S. 51. unbekannt. 
Etwa rilli f. (Wax. Oera) Bw. , oder zu xr^gog'i. 

Jemi Adj. nüchtern Pdim. ; viell. jejunus? Ung. jozan Hegt 
zu weit ab. 

Jejhadenin Nösel. Bisch. 

-j^Jagari Förster. Rtw. Aus: Jäger. Vielleicht ist bei 

Grellm. daraus, nach Frz. Ausspr. desj, schegari Jagd 

S. 230. L (hieraus dann Kog. und Bisch.), zu dem Zwecke 

umgebildet, um es mit dem, auch im Hind. Jiblichen Pers. 

, ^(Xw susammenhalten zu können. 

*Jevend m. (hiems) Pchm., dessen je ich nicht sowohl für 
Art. halten möchte, wi^ bei ZIpp. o wend, -eskero, PI. 
venda, sondern für Beibehaltung der ersteniSvIbe von 



B. Wurterba€h4 67 

Hindi. v:>olyA0 hewämif aach yi>j^ ktwuM » Sdur. kd- 

wante (jiffijKfiir),' also mit J st« k (vg^l* »• B. Walach. iarba 
aas Lai. kerba) and v st. m. Deiunach sind -die ttkrifea 
Foracn darch Aphärese entstelll, und ohne aliea Bemig 
Kinn D. Winter. W e n d Winter; w e n t Herbst lUw. sind, trota 

' g'iveng'ro (Harvest) Bry., keine verschiedene Wörter. 
Winde Bisch. Noch so^ar hinten entstellt (s. I. 95.), 
falls man nicht eine Vgl. mit Sskr. hatniana (The winter 
season) für diese Form vorzieht ^ Liefl.r Zig*, wenn, and 
Bw. init Art. und b st. w, was fitr das Sp. gleichgültig^ 

. oben. 8. noch I. 68; — Dasf Wort stammt von iw', ji- 
iv^ e (nix) Alter nr. 85. , j 1 w e Rtw. und daraus Grellm. 

. S. Wl. 1., jiw m., aber mit g S. 74. Pcbm., iw Sz., 
chikb mit den Varr. iw, jiwe, ghiv Bisch. ^Schnee 
ghyv, eben wie Getreide ^^ ^ipp*9 näuilich o ghlv, Gen. 
gjweskero, PI. -va (nix, PL nivcs), givc f. Bw., 
aus HInd. ^ htm m., Sskr. hinia (snow)« Liefl. Zig. 

jeew und, dies letztere nach dem Estn. kelz (gefrorne 
mit Schnee gemischte Erde): keldsch, aber Sjr. Zig. 
teidsch, Ar. ^ Gast. I. 3899. Auch hat üw. bifi aas 

Pers. o^. Dagegen: 

Gieb Korn, gib Gersten, giebe Malz Rtw. und s. Aehre I. 
70. Gib Korn Hldh. Jiw Weizen, gib Gerste Grellm. 
8. ««4. 1. «8il. «., gib (Byg) Dph., gihw Weizen, Ge- 
treide, Korn, bando gikfi (gebundenes Korn) Garbe, 
gihw dschohraha (Korn mit Bart) Gerste. Bisch. G1w* 
(frumentum) Alter nr. 140., giw* (secale) 141. „Korn o 
ghif, auch Roggen, Weizen ebenso; o ghyv, G. ghy- 
veskro Getreide". Zipp. Bei Harr, giv (Wheat) p.589. 
557. == IJng. Zig. givc Id. p. 535. nach Bright; bei Bry. 
yiwe (Hall), so dass zweifelhaft, ob es zu dem Worte 
hr Schnee, oder, im Sinne von Körnern, zum unsrlgen 
gehöre, aber give Barley or coru; glvengro Harvest. 
Gi m., gui f. Wheat. Trigo nebst jil m., das tiberdem 
aber auch Cold. Frio bedeutet. Div m. Korn Pchrn. eri«- 
nert, trotz der Aussprache dji st. dl, doch stark an Sskr. 
divya m. (Barley), und auch Sskr. yawa Et. F. I. 113. 
4iirfen wir ans Behufs Erklärung obiger Wörter zinsbar na<* 
ehon, obschon eho f. Bw. vielmehr der Pers. Umgestaltung 
: von yawa, nämlich ^^^ gleichkommt. - Bei Zipp. heisst die 

Gerste: o pukklo. 
-|-/€&ro (lepus) m. Graif. Ms«, ch^wro Bisch. Dakor. lepure. 

Dief. vgl. chew, wie cunlcnlus, mich dünkt, nicht sehr 
, fttflidich. 

5 * 



66 Ilf. Worterbndi. 

lammadar Befehlshaber Gfellm. 8, S3S. 1. ff9l. *. S. Ri- 
chards. , der das Wort nur aus Grellm« herübemahm, «nd 

: das sicherlich deutsch auszusprechende j in Englischem Sin- 
ne palatal fasste, was aber kaum die Schreibung' tscham- 
madar bei Bisch« rechtfertig-t, obsdion diese (s. L 419.) 
sonderbarer Weise zu einem Hindustani- Worte passte. Vg-I. 
II. Paiat. Pchm. macht aus dem ihm unbel^annten W. S« 61. 
die röHig« Unferm: jamhiardan. 

Jumtnav Ich drOcIie. Pchm. 

Järinghero Bonnetier Kog. Berretajo Pred. Etwa durch Ver- 
sehen st. Stadingero (Hntmaeher) , was Graif. JMs. aus 
dem ,, Auslande ^' notirt? Dann Hesse sich szero, s.Lex., 
als Grundwort hinstellen. Bei Deutscher Aussprache des 
j hingegen wäre dem Ausländer Kog. schon eine Yerwech- 
selung' Yon Mützenmacher mit Maller I. 147* zuzutrauen. 

Jaramäskriy Frack, Bisch, zu gahr (cauda) wegen seiner 
schwalbenschwänzigen Natur, oder, etwa selbst samnit dem 
vorig-en, zu garuvav? Vgl. I. 141. 

Anm. Oefters steht j (nicht bloss das Sp. , was auch 
etjm. <tfters sas sz) für Gutt., als: buschkeskero jare- 
penn Büchsenschuss , aber garepenn Schuss, s. auch 
Scheibe, erschiessen Bisch, u. Lex. dav. — Jarskom 
Bisch, (cuprum) s. charkom. — Jordegascht (zer- 
bröckelt Holz) Reisig Bisch. s.churdo. — Jorko (ritu- 
lus) Bisch«, Dph. u. g'uruY. '— Jass Bisch, (tussis) s. 
chass. — Jogorthälo Molch Bisch., nicht Verwechse- 
lung^ mit: Molke, Türk. jugurth, Sauermilch, wie Dief« 
meint, sondern = kokurdala« — Ausserdem s. mehrere 
Wörter, z« B« janjin (Mel)? jangustri, gostring', 
^usderin* (Orbis, Kreis) Alter nr. 73«; d. h. aber eig. 
g'usderi f. Fingerring- von guschdo m. Finger Gralf. 
Ms. s. IL 56. unter den rein-roc. Anfängen. Joja (Pfei- 
fen) Rtw« aber u. szol; und jua (pediculus), juk^l (ca- 
uis) u. X. 

/afo, roh, Rtw., jäälo mafs, roh Fleisch Zipp. s. u. bi- 
vant. Etwa zum folg.? Vgl« Mahr, hirawä Adj. Green; 
unripe; raw. 

Jalopenn (eig. das Grfln) Eplieu; dikno jalopenn (kl. 
Grün) Lauch, jalotrab Cy presse (vgl. trab Wurzel, 
Arznei). Jalbdo (in Betreff des Suff. s. L IM«), ^fin; 
jalodo schampa (s. L 71* 72.) Laubfrosch; g-erraf 
dermo jalodo (machen junges Grün) pflanzen 3ij3clu 
Viell. Hind. \j» hmä (S. harit) Adj. Green, fresh, ver- 
daut, und UjJ^ haldiä The jaundicc (aus Sskr. haridra), 



B. Worterbncli. 69 

ah AflJ% Yellow. 8* noch seieno, das, obtichoB 81aw., 
docli im Grande mit den Wörtern des Jetzigen Artikel» ver- 
wandt sein mag*. Et F. 1. 141. 

Ijaälinj PI. but jallnja, G. jaaliaicro Fenster, aber o 
waalin, PI. -iuja, G. waalinjesltro Glas Zipp. Va- 
lin (calix) Me^. aus Vulc* valin Calix vitretis. Wuh- 
lin Glas Ktw., Bisch.; s. bei diesem auch: Arzneig^las, 
Brille, Flasche, Pl.wochengSri wihlia Fensterschei- 
ben. Grellm. S. 223. 1. hat, ausser dem Slaw. tschek- 
lo, aoch das, übrigens Pchm. unbeliannte wahlin Glas, 
und YgL dies mit Ilind. belun, das aber vielmehr hinten r 
haben mfisste, da nichts anderes gemeint sein kann, als Ar. 

Pers. ^^ A kind of stone , crjstal ; glass. Shakesp. — 

Dph. bietet valin, glarni Glas vgl. II. 33., aber galo- 
nis (et Vindue). Dies, sammt galones, galaunes, 
gallones, calones, calonis, chalon, chalm (Fen- 
ster) als nothw. V. Grolni., vgl. sich dem Jüdd. ^ibn, und 
ist von den vorigen wahrscheinlich etymologisch durchaui^ 
verschieden. Sonst bei v. Grolm. feneter, fenetter, 
fe nette (Fr/, fentitre), woher finitringhcro (vitrier) 
Kog. — Chiw bei Sa. S. 126. Glas, aber eben da auch: 
Gr^, Grabhflgel, scheint dasselbe mit kev (Windowjf 
Harr., was bei Pchm. chev 1. und eig. Loch 2. Fenster. 
— DC. yvallf ytali^ (Vitnim, vtXog)^ ^yvaXiu Perspicillum^ 
speculare cet. Das n Ist in Zig. W. ein gewöhnlicher End- 
zusatz hinter i, vgl. z. B. arm in u. a., so dass nicht ge- 
rade an das Adj. vuXivog zu denken nötbig. Dief. bezwei- 
felt die Verwandtschaft mit walin, aus folgenden Grflnden 

a) well die Neugr. Aussprache mit Dig. (y), keinesfalls 
mit i; anlaute (nun, dann konnte vor 400 J. noch der Lab. 
mittönen, neben g oder j. Ausserdem könnte ja das w 
eben so sich eingedrängt haben als in vast, Sskr. hasta). 

b) well iaXog, yvakl stets nur das Glas als Stoff bezeich- 
ne. (Schadet nichts, da sich die Zig. oft nicht streng an die 

Achten Bedd. halten.) c) weil Pers. ^]L^ und Gr. ^laXi/, 

Phiole, also von pi (trinken). Darauf bezieht zwar auch 
Harr. Zig. pellui, vclin (Bettle), allein das letzte (wahr 
lln Bisch.) ganz gewiss mit Unrecht. 

Jestmvais. Chaomo e beijl de Jesunvais de 1836., Win- 
ter des J. Jesa Chr. 1836. Auf der Rückseite des Titels 
zum Borrow'schen Luc. Was bedeutet das SuflT., fra|:t 
Dief. Doch nicht etwa Pchm. vasz (um; nach), oder: 
Geburt?? Uind. ^«0.3 vaü Age. 






70 III. Wörterbuch. 

-j^Jischku Schwauiui zum FeHerschla^cn, Zuttder Bisch. Uar- 
kar. «sc« eei. S. i. HO. 

O (u) Art. I. 280. O U Art dcf. 2. proiu pers, lie. El., 
von Bw. mit Pers. ^\ vgl. — Oda Pron. 271. und okia 

(fort) 257. Dies, nebst ochto (8) 215., bei Pchni. die 
eiu'^ig^en Wörter mit diesem Anlaute. — Oi ei! (cNom.) Gralf. 
Als. 1.260.318. — Owa (Oba) Ja. GrafT. Ms. I. 318. — 
Ausserdem bei Graff.Ms. nur noch: „One (on) Imp.'if ahne. 
Praes. onaba. Praet. onejom.^^ Aus dem Deutschea. 

j^Oroschläua' Qeo) Grellm. S 225. 1., der auch Baro 
peng (grosser Teufel oder Drache) dafür hat, u. Bisch, 
fing, oroszlan^ Slowenisch oroslan aus dem Tflrk. 

*Osch (Thau) bloss nach Grellm.'s unsicherer Autorität; übri- 
gens dem Iliod. fj^^\ (Dew) f. gleich. 

Obiserna f. Scabbard. Yayna. Bw. Doch nicht aus dem aus- 
serlich an Vayna anklingenden Zig. oben und seiner Be- 
deutupg Invierno, wegen Aehnlichkeit der beiden Sp, Wör- 
ter, absichtlich verdreht? 

Ocajauntycha L Hut. Cabana (vgl. camba ni f. und cameni 
f. Shop. Tienda) nebst orcajaTii f. Cage. Jaula, viell. zu 
Fra. cage fcavea) oder case (casa). 

Ocdna f. Uora, eig. mit Art. versehen, und daraus, theils 
wegen des gleichen Anlauts s. II. 41«, theils des Ilorasin- 
gens halber (s. auch gilpvav): ocanagimia Oracidu. 

Ochardilo m. Permission. Licencia. Schwerlich Ilind. choot- 
tee, Sliakesp. p. 336. chhu£ Remission, leaviug, das Bw. 

beibringt. 
Ockipa f. Fortune. Fortuna. 
Oclajüa f. Estatc. Haclenda. 
öclajfe ni, King. Hey. Clasma lleyna. Aber manclaj 

m Principe und raanclayi f. Princesa s. 1. 113. 114. und 

vgl. kraus. Im ersten ist o wahrsch. Art.; das man 

aber ein sonderbarer Zusatz, vgl. manpori mit pori 

(cauda) u. II. 41. 
Oclinde Adv. Then. Entonces Bw. Viell. aus dem Pron. 

ocola 1. 262. mit dem Altsp. ende (Lat. inde) Diez Ih 

387. Tgl. 391., also eig«: von da ab. 
Qerianse Ant. Honniga. Bw.. Etwa Törk. ic5^,S qarimdsekehj 

oder zu Zig. kirja u. hand'a? 
Odhilo m. Vice. Viclo. Bw. 
Odoros s. pI. Jealous fanciea. Zihs. Bw. zu Sp. odio ? 



B. Worterbadk 71 

O g m m9 , ^9wtim m. ms Sp. esMma^ö I. US« 

jyWabesar y. a. To pardoB« Perdonir Bw. Ojabesa-Iofl 

I9CC o^rorcl L. XXIII. 84.<< Dief. 
Ojarar v. n. Acordar. S. enjallar Id. 
Wacerdr v. n. l'o coai. Cosiin Bw. VielL %« Sp. hmtw 

(Ib dem bfldlichen Sinne: Donner, d^fpenaer avec mesqal- 

nerie, d. h. knauserig' abbrechen oder abzwacken), wonach 

nimlich die Zig. es so einzuriehteii wissen, dass ihnen ihre 

Lebensbedürfnisse nichts kosten. 
Olajdjf f. = solaja f. Maldiciön. 
OlAardchi f. Media - Röche , viell. ein hybrides, mit Deutsch: 

halb, susaminenget'. W. , wo es nicht absichtlich anstreift an: 
Wänm pL Oledias s. chdiov. 
Olibar m. ffu%vri L. IL 16. Bnchstäblirh : Olivenwald; ich 

weiss aber nicht, au» welchem Grunde für Krippe, wo nichts 

wenn man in Spanien Oliven zu Viehfutter gebrauchen mag. 
Oleha f. Aoof-tile. Teja. 
Olune Sickle. Ilöz. S. Inno. Bw. Zu Sskr. tu To cut? Vgl. 

Uni f* Cutting, reaping und lawaka A sickle. 
Oman m. Hole, pit. Iloyo, agujero. Unerklärt trotz der An- 
führungen von S^kr. awat'a und Buss. obman (I)eceit, arti- 

fice) durch B\v. 
Omit6 m. Farrier. Albeytar.. Etwa zu iusniltö (Schmidt) 

und salaniisto H^edico), well Ilufsdiuildt, Curschmidt ai<eh 

g. V. a. Rossarzt t 
OnchuUao (Illdrdpico) ; onchullar v. n. v. a. Engordar s. 

tchulo, wovor die bei den Git. übliche Pr&p. On (Eu) trat. 
Ondila Ala; ondinanio Alamo II. 41. 
Ondoha; ondole Pron. I. 273« 
Onrres f. Skirt. Falda. Bw. Ist das -es blosse Pluralf. nnfl 

das W. viell. Abkömmling von urav? 
Operisa f. Salad. Ensalada Bw. Aus opre (Endnia) mit 

der 2. Sylbe des Sp. W. 
Opychir f. Occasion. Ocasidn. 
Oranpion ReldJ. Bw. Etwa der Art. or mit ampio ('Oleo) 

wegen eines äussern Zusammenklängs der Sp. W.? Doch s. 

11. 41. 
Oranta f. Play, comedy. Comedia. 
Orchiri f. Beauty. Ilermosura Bw. Zu Frz. cherir? 
Orfi f. Fig. Hfgo. Sanscr. awarohin (The Indtan flg trec) Bw. 

Schwerlich Indisch; viell. aber Frz. figue mit or als Art.? 
Orioz s. ruv. 
Omibdr (plorare) Bw. und o orabar xXai;^/uoc L* XIll. 88 

8. rovav. 
Orobriro m. Thought. Pensamiento Bw. 



72 III. Wörterbncli. 

OracaM f. Foot^palh. Seada. Bw. Aus 8p. eaiia (CMMe 

8ur laqiieile on a'appaie en m^cliaBi). 
Oröndar^ orotar L. II. 44. 45. r.,m. To seck. Bascan Bw. 

Vgl. rödav Pchm. uatcr Cerebr. 
Or^päie f. v. s. w. Horaiiga. s. IL 41. — Oropaiia Ilaja, 

lud Oropaiiara Ojala Ik. — Oropendola Volaatad 

Ib. 40. 
Oropera f. Company. Compania. 

Oropielar v. a. To suck the breast. Mamar. — CoIb bc 
orobiela nc oropiela He who does not weep does not 
sack — Gjfpsy Provcrh. — Vgl. Hindi ara (Breast) ond 
pil^nd (To suck), as a child: dudha pinA (L e. lac 
bibere). Hindwst. UJLo pelnä (8. pelana) To shore, (to 

pasb; 1o stnlT, to cratn; to express, to squee7<(* out, abet 
(j*^ pilänä To give or cause to drink. Shahesp. Mithin 

zweifelhaft, ob zu Zig. pijav. 
OrQsque Copper s. charkoni. 
Orpachirima f. Patience. Paciencia ßw. DIef. weint, ans 

patschaf , was Ich nicht glaube. Ich denke , es Ist ein Aflx- 

tum Composilum aus Zig. orotar (suchen), Sp. pact(?nc!a 

und rluiar (Chercher avec soin, foulller, fureter), weil zum 

sorgfaltigen Suchen Geduld von nöthen. 
Ortalame m. , OUarique m. , Ostallque ni. Piain ^ Geld. Caiii- 

po. Bw. „Ortalame 8p., ayQog L. XVU. 35. Ortala- 

lues anoQtfiu oet. L., yerm. von Sp. hortal (hortaliza 

L. aus dem Sp.)^^ Dief. 
Orteli f., auch jeli f. Love. Amor. Tlliche ni. Lover. 

Amauie. Bw. S. u. jlo. 
Oniji L Rind, husk. Dröjif. Rind, pjeel. SestroJI f. 

Shell, husk. Im Sp. sämmtlich Cäscara. Bw. Vgl. II. 66. 

Kaum keltisch. S. Dief. Celt. I. nr. 73. 
Orzica f. llarlot. Ramtfra Bw. Kaum doch Germ« Iza Muger 

publica etwa mit dem Schlüsse des Sp. Worts« 
OspdfUo m. Calabäi^a Bw. S. II. 26. 
Ospesimia f. Spiee. Espe da. Bw. Viell. nach dem Sp. 

Ottabar, ostildr v. a. Robar Bw. s. ob. I. 409«, woher 
ostiladör m. Ladrdn.^ Vgl. ustllar To take, to st^al. 
Ich erinnere an Bask. ostu (stehlen) und Deutsdi: stehlea. 
S. aber auch Sskr. st^n, und Zig. stildum unter s. 

^Osti^ Sp. Ust^d; und daraus Ostebel (Diös) st. Debdl; 
auch tJn-debel (wohl mit Andeutung des Monotheismus; 
gewiss nicht mit der mystischen Indischen Sjlbe om, wel- 
che Bw. darin wittert.) Id., aber Tebleque God the Sa- 
Tiour. Dios, Jesus. Bw. s« IL 40. 



B. Wörterbuch. 73 

OsieU, oüely Air, Under^ below* Falsch von Btr. mit Sskr. 

«dhastat vgl S. talc ob. L 297* 
Osiindr v. a. n. To awake* Despertar. Bw. Vgh Pchm. 

uszt*ayaV4 
Onmch^ »u Pieasure. Placer« Bw« Wohl ^oz'^iineho (Joj) 

Bw. pi ^111., d. h. Sp. ^o%o mit einem im 'j^lg. za Esire- 

niadura üblichen Suff. 
Osttni Adj. Obsciire, dark« Osciiro Bw. Ah deti letzten 

Thcil des Worts streifend : ,,Y les sin aha tan [st. otan. 

Ya?] omni Kai ijv TiaguxtxaXvfifityov an uvTiov L. IX. 

45. Orune XXI 11. 45« Chitar-seo«, axoTi%(ad^ui" Dief., 

der wohl mit Unrecht des Sskr. unni gedenkt. 
Olal, otarpe m. (Gl cielo) = tarpe. 
Oioba pron, demonsir. — Otan (Ya) , öte (alli, alla) vgl. 

l. 273. 
OtembroUlo m. Corazdn s« olilo, ylo. 
Olollojo Adj. Tame. Manso. 
Oißgue m. Lodg^ing- for soldiers. Cunrtel. 
Ozandl f. Hempen sandal. Alpargäta. Bw« ^avdaXov'i 

Uczidrav Ich decke zU Pchm. Ucharar decken, bedecken 
nchardo tfiartov L« 8. tächakkerwaba. Id. Graff. Ms. 

^ Ueno Adj. (altus), uczes Adv. , ucziben m. die Höhe 
Pchm. Udzo, praT Altitudo Alter nr. 115. Uczo, 
wuc:^ö, praT nr. 204. Altüm. Atsdho als Var. bei 
ßi.sch«> ist verdruckt s. Mithr. I. 245. A gnx hi ntscho, dS- 
lall hi chor, d. i. Hier Ists hoch, unten ists tief nnter: ab- 
hängig'; utschopre steil (eig. hoch aiiiwärts; vgl. 1.292. 
nr. 3«). Bisdii Chaboro c (Jdscho vlog vyjiaiov L. I. 32* 
Bw. und daher adch Viell« lu(^hipen f. ClilT, declivitj. 
Cnesta Bw. -^ Bei Zipp. bloss das Deutsche Wort: hoch. 
— Alts Sskr. utshtsha^ Hindi auch ilntsha (High) , dntsh^is^ 
(HighTy). Ist daher die Adverbialendung in uczes (alte) 
zu erklären, oder aus Sskr. utshtshais (magna voce) 
Bopp Gr. crit. p. 301., auch ütschakais Adv.? Vgl. ob. 1.212 

Uchagardt f» Star. Estirella« Bw. S. cherdillas. 

Uchl f. Tongue. Lengua Bw. S. czlb Pchm. Demnach mit 
scheinbar masc. [!] Art., wie o-chj f. Soul, spirit. 

IJchtHlma (Tactus, Gefühl) Alter nr. 52. Etwa zu Russ. 
ychwatiV (ergreifen , fassen)? 

jjlfquej Raumpart., wenn d*uqoe richtig geschrieben Ist, 
kommt im L. vor In: Duque nov IX. 58. D'uqne abri 
(aus), o&iv XI. 24. De duqne? woher? I. 43« (de wohl 

5 ** 



74 ^ III. Wörterbudi. 

Sp« u. pIcoD.)« A diique, wohin (adnqac) IX. 57. X. I. 
Andüque, wo (worin) 1. 28. IV. 16. (mit: an) Wliher. 
Adondc Bw." Dicf. Vgl. ob. I. «73. 
Udicdre s. II. 42. 

Upri oben; uprüno der obere (Böhm, swrehnj), uT^rurie 
der Adj. obere (horzegssj). Pchni. S. I. 1^. 293. 

Upritudlilom der Hammel Grellm. S. 226. 1. (fehlt aber in 
Ausg'. 2.) und daraus Kog*. Mouton. — Gewiss ein, jedoch 
schwer aufhellbares Missverständniss. Dem Wortlaute nach 
könnte es: ,,Oben die 31Uch (oder auch allenfalls; Licht, 
so dass eher an den Himmel zu denken?) habe ich abge 
nommen^^ besag^en. 

* Urav Ich ziehe an , u r d o angezogen , u r i p e n die Klei- 
dung^. Pchm. — Riben oder rieben m., Acc. ribenes 
Kleid mit Leibchen aus riwaba (Iniper. riwe?) Ich ziehe 
an, z. B. kola diracha, Geg'cnsatz von randschewaba 
Ich ziehe aus (exuo), z. B. kola dclija. GrafT. Ms. Rhi- 
dennles Sie leg'ten ihm an. His mit pochtall rildal 
(wohl bloss durch Gleichklang' irrthümlich st. rydd s. I. 
393. vg'1.416.), war mit Leinewand bekleidet. LG. — Rud- 
di (rev^tir) wahrsch. Part. Prät. Fem., und aurig-^u 
(deshabiller) Kog*. , meint Dief., als Comp, mit Sskr. ava. 
— Terjrwaf anziehen. Me ryvava man Ith ziehe 
mich an; Perf. me rydjum; Inip. ryv tot; ryv mande 
i fsocha Zieh mir den Rock an. Hein es rj:do, wohl 
g^ekleidet. Auch ein Part, rvdando mit etwas sonderba- 
rem ersten d s. I. 127. Zipp. — Bisch.: u riw^penn 
(etwa in Eins: ur.?) Kleid, aber schukker riwSpenn 
u. Livree s. L 139. Riwaf (ankleiden), riwäha men 
an [das Deutsche: an] Wir kleiden uns an. Uiwaf wa- 
wertschandes (anders kl.), umkleiden. Bisch. — Dief. 
fraget, ob hieher Retämo m. Cloak. Capöte: rechipätis 
(Naked) s. vielm. randschewaba; und vriardao (amh 
ur.) Part. Pass. Dressed, adorned. Vestido, adornädo (auth 
von Gebänden) Bw.? An eine Comp, des letzten mit awri 
(ex) zu denken, lässt der Sinn nicht zu; ist etwa das Sp. 
adornädo mit hinein g'carbeitet, oder g-ehört das zweite r 
einer Ableitung* nachCI. IIL? ~ Doch wohl Hiud. uirhnä, 

orhnä (vgl. mit Sskr. urn'u Cover, das doch verm.' selbst 

erst aus Sskr. wri) v. a. To put on clothes. Shakesp. 
p. 35. Adam hat Hindi od'banä mit cerebr. dh, wie Sha- 
kesp. quadrip. r, was aber schwerlich einen Gedanken an 
ud-dhä (s. Radd. Pracr. ed. Dellus p. 17.) zulässt. S. 
urdifar. 



B. Wörterbacli. 75 

Ujrqper^ .4«IJ. Priident« Cuerdo, prudenie. Bw. Docli nldit 
»11 araperar (To remeiuberj oder 8p. apero? 

Urdifar v. a« To put. Poiier. 

Urdiflar v, a. To kiudle. Eiicender. Bw, „Schwerlich Sskn 
u^h; eher dip mit etwaiger Präp.^ vg-l. djiplo (Asche) 
Grellni. und gredepchaboii Brand Sz.'^ Dief. ; allein mit dem 
Allen möchte noch nicht das Hechte g-etroffen sein. Sp. arder? 

Urdim f* Fancy, presnniption. Fantasia« 

Urjiyar v. a. To siilTer. Sufrir. Bw. ^^^Aviyuv L. IX. 41. , 
niA^iiv XXIV. 26. 46. Supplirt XXIIL 41. urg^iyamos 
(patimur). 31it Präp., vgrl. urdiflar?" Dief. 

,«£ vrucal iXaiwv L. XXI. 37. Eru, eruquel Oelbaura. 

Erurar ni. =: Sp. Olivar Bw." Dief. Wahrsch. we/^en 

der lläußg-keit diesen Baumes in Span, ans Zig. rukb, 

Baum (im AII^.). 
Ulandar v. a. Col^är. Bw. , 1 u a n a d o s xQefnaadivjtg L. XXlll. 

3*. , Pchm. umluvav s. oh. amular. 
IJldqve One of the districts into which a town is devided. 

Barrio. Bw. 
-^Ulwha, olicha f. Street. Calle. Russ. ulit'Aa Bw. S. Comm. 

Lth. II. 44. Zufällisr wohl bloss der Einklang mit Hind. 
^^\ (S. avalil avall ^ vulgarly aull f. A row. 

Ulilia Sevilla Bw. s. i. 51. . 

Uliquc Festival. Fiesta Bw. 

Vltilö Enqjado Bw.; ulnle (pl. ^s), är^erlicli. L. Ob zu 

yoX^ und redupl.? S. 11. 40. und I. 426. nr. 44. 
Uiitf/a f. Fanie. Fama. Bw. 
Undabiiar verdreht aus d a n b i 1 a r v. a. Mascär Bw. , s. 

danias (Zähne) L. XUL 28. und ob. 1. 434. nr. 2. 

Un-debel m. God. DIos Bw. , der, st. des Sp. Zahlworts, 
fälschlich das mystische Oni der Inder darin sucht. 

Unga (iiva Pclim.) Si Bw. s. I. 318. und daher ung^acho- 

ba li. 41. 
\TJngla f. Una Bw., wie aus Frz. ong^le (Lat. ungula) ; v^l. 

aber auch bei Syr. Zig. ungleck Zehe, unglin Zehcir. 

Seetz., das jedoch wahrsch. Indisch s. angiil. — üngla- 

bar s. II. 42. 
TJnumque f. Confesidn Bw. s. I. 117.; gls. das: on im Sp. 

Worte redupl. 
Vmr m. Smoke. Hünio. Bw. 
Uszdnav Ich mache ein. Pchm. S. 50., aber uszand'as 

chunier , sie macht den Teig- an. S. 76. 
VsZtCav y uszt*avav Pchm* s. I. 444. 
Vstildr V. a. Tomär, robär Bw. s. ost. u. st. 



76 III. Wörterliueh. 

Vidrav Ich warte. Pcliiii. s, 1.433. nr. Sff ^^Ujarar (yw^^ 
be-) wahren ; warten (erwarten, hoffen) L. Ujarando 
TiQogdoKwv L» I. 21«; as ujaraban andre sus carlpehiH^s 
Jtd^ivTo 66. OvXuaauv XI. 21. Vemi. !• q. ojarar «- se 
^rtja&fjvui L. I. 72. XXIV. 6. 8. Da j oft Sibilanten und 
Palatalen entspricht , viell. Sskr^ a^i (desiderfum) ans wa^.^^ 
Dlef. 

yj Vjarres Vö^el L. Scliwerlich ans 8|>t pajaros g'ebildet.^^ 
Dicf. Dem letzteren ontsprielit Lat. passeres , Ilindust, 
5*^^ potherü (troni S, paksha A wing-) ii|, A bird$ an 

das Zig>« g'renzt It. nccello, Frz. oiseau. 

üilo Ad}, schuldig' y uzlipen nu die Schuld, uilarav Verb, 
Pchnif s. I. 434t nr. 39. — ^ lisch lo, udschlo (sonst 
dsch der Auaspr, nach Ital. g-i) , schuldig, lautet wahrschein« 
lieh ganz gloich fsch u. ^', wie Frz. j); hi nian udschlo 
Er Ist mir schuldig. Mo kaniniav (tu kam nies) udsch-* 
lö Ich. bin (du bist) schuldig* s, auish 1.955,458. Udsch-r 
Ip -rr bango (eig. krumm, vg-l. pravus). Tu hal ban- 
g'O, tu kamn)oos Du bij^t oin Schuldiger, uämlidi crlminatus. 
Hipp. , welche Bed. jedoch wohl nur auf bango anwendbar 
sein niöclite. — Sonst hat Bisch, noch seh an o honi Ich 
bin schuldigt, und Zipp,: A|e preiskervaya e dscji^na 
Ich bezahle dio Schuld, 

Vjfi f, Sugaf, A'i^iicar. Sskr. ikshu (Sugar - cane). Bw, Vlell, 

wirklich dessen I{ind. Form 9S'^\ filh f. Saccbarum ofGci-r 

r(JI). IT, 

yea f. Garden, kitchen -g^arden. Jardiu, hui^rta^ Bw,, also 
wohl kaqm Walach. vie (vinca), sondern eher, mit Dief«, 
Sp. veg'a (Canipagne, plaine fertile). 

Fear IftoXoyfifv L. 

^Velar v, a. To cut. Cortar. Bw. ^Exxqtixhv L. III, 9, XUI, 
7.; xIWhv VI, 1, Velarä tiro bucos de tun mateja, 
II. 35. -^ Sonsl belar (Mund halten V^ DicF, 

Verable Adj. Everlasting, Sempiterao B\y,, wie von; wHh« 
ren, v^l. durable. 

Fisdbi f. Debt. Deuda; vgl. bisarar DebvT* Bw, 

Vriardao s. urav. 

Dies bei Bw. die einzigen W. vorn mit v. 

Fiurandia Schulter L., s. Bw. barandi. 

9,0 vuque de sun angusti L. t6, 24. to axüov lov dfjir,iin 
Xov.« DIef. Zu wägo? 



B. Wörterbuch. 77 

^Wai (Wind) Oiis., vffl. lliiid. ^^t^ bßc, or bäj (S. wdvu) 

f. wind, alr. Sliake.^p, p. 99. — Bear', balwaT (vontua) 
Alter nr. 79» Alithr. I, 246-, aus llind. ^L^ bajjär f. 

W(nd, air Shake.^p. p. 154., Alalir. warä ni. S. noch 
karval. 

VaJ Conj. 1. 317. Ehi tiikc vaj nane? IList oder hast 
du nirlitV Pchni. 

Vakiraf Irli rede, vakeriben ni. die Sprache. Pclim. s« L 
43a. nr. 7. 

O iril^o (prinius) ; erster g'hilletuno und o w a «c h o 
Itthreddo der erste Soldat Zipp, — Wag'oster, einst, 
Iet7.tiiin Bisch, Oflenliar C4^ue]l , und , der Form narli , Ab- 
tat Daxn passto nun LIefl. Zi^. wa^sodiwes (^üesternj, 
obschon ovava dcvns (To-niorrowj 1. 340. auf ein ^vlwl 
anderes Etymon rathen lassen könnte» — Da, auch bei Zipp. 
(rgU I. 211.) der Art. mit Compar. verbunden, wie hn Fr»., 
den Superl. ^iebt, z. B. o puhridirr (o thernedirr) 
ischawo, der älteste (Jüng'^te) Sohn, i phuriddir 
Ischei, die älteste Tochter, und so auch o wa^o (pale- 
Inno, letzte) manu seh, der erste, i wa»r2^<v[i.| ma- 
nuschni die letzte Frau: entsteht die Fra«:e, ob nicht 
eben 80, wie bei o wawer (der Andere) I. 278. wahr- 
scheinlich ist, hier an einen fix gewordenen Art. o (der 
sich, nach Indischer Weise, zu o-w verbreitert haben mag") 
gedacht werden müsse. S. Lex. a^or. 

Woggaulus Fofre. Kos;. Der Endung- nach zu schllcssen, 
Lehnwort. Vgl. o likallo Pferdemarkt. Zipp. 

^Viia Geschrei, Pchm. S. 72. Lärmen. Me na kerav 
vika [Pl.V] Ich schweige. S. 50. Nach Pchm. S. VI. zu 
Böhm, po-wyk. — Daher viczinav Ich schreie. 

Wiinia Fau«on Kog-. aus Grollm. S.225. 1. Vgl. Nemn. Cath. 

p. 1580. 
-J? Wiege Schaukel. Biech. Aus D» Wiege , und daher auch 

vcrm. luica f. (Cradle. Cuna) Bw, 
^fFöchnin Fenster. Bisch. Laus.-Wend. wokno, 

f WVchros (Turbo. Wirbelwind). Alter nr. 80. Poln. wicher, 
Wulscho^ wie tikno: klein. Zipp. Zu Sskr. awadya (Ltiw, 
inferior) oder awatscliya (Vile, bad)? Öder Hlnd. L^^l 
Qchhä Adj. Light, of Uttle consequence , absurd, trifllngi 
fruitless?? 
4- Vdtro [etwa hinten mit a , d^ es sonst nicht gut f, sein 
könnte?] f., der Feucrheerd Pchm. Vgl. 1. 63, Im Wa-r 
lach, vatra Feucrheerd, aber auch: das Gerüst, also etwa 
ftU3 ßad^Qov, und schw:erH|5h mitDlef. zu Zend atars (ignls) ; 



78 Iir. Wörterbuch. 

m 

— auch padras (Siairs) Harr, von Sskr. päd wahrscheio- 
lich g'anifi fremd. S. noch Lazisch v-^'^t oireb Heerd bei 

Roseu S. 33. 
'\'Vodro8 (lectus) Vulc, Me^., woodrous Bry. , vadras 
(bed), badras Couch (bed) Harr. Wuddress (lit), 
wuddrustl — t^chiro (Zeit zum Schlafen) Ko^. s. L 

184. — Aus Umss. o^pb Lager, Bett. 
Wuder Thor (porta) Iltw«« Wuder m. Thür, Acc. res, 
PI. ria Graff. Ms.; glan u wuter, vor der Thür. L6. 
Wudar', porta (porta) Alter nr. 169. und podwüra 
(Aula, Cors, Hof) nr. 170., vg^l. Mag-y. udvar, Poln. 
dwdrllof, podwdrzederllofraum. wilder, reskero, dera 
u. derja (Thür) Zipp. , wuhter m. Bisch. Vudar ni. Pchni. 
8. 22., aber duvar (Böhm, dwerze, Laus. -Wend« dur- 
je, Iluss. dwer* f.) S. 72., was S. VIII. mit Sskr. tuvara 
frr meint dvara n. dvar f. A door, a g'ate) verg*]. wird« 
Wood er Irv.; also wohl apokopirt : vooda (A door) Brjr., 
w u d d a Hb. u. Kog'. Auch v o u d a (porta) Vulc. , mit Ver- 
lust von r, was mich eine wurmstichige Stelle nicht erken- 
nen Hess, aber 3Ieg;iser*s Anführung' bewahrheitet. VIell. 
selbst burda f. Gate, door. Puerta Bw., mit Transpos. 
des r, trotz seines Anklangs an das Sp., oder Poln. wro- 
ta, Thorwe/ar, endlich an das von Bw. herbeigezogene Sskr. 
pnradwara (Stadtthor) und Ilind. bur [?]; ja bundal f., 
welches, des an pchandlo (clausus) erinnernden n unge- 
achtet, doch bloss I für r eingetauscht haben möchte. — 
Am wahrsch. aus Hind. J^^ dwär m. mit Umstellung des ^^ 

wie Pcbm/s duvar zu bestätigen scheint. 

Vidi Seele, o vddi (Atliem) Pchni. s. I. 114. — Miru dschl 
(wodi) L. I. 46. Fr. — Wodi Seele, Herz. Bisch, als 
Var. aus Grellm. S. 222. 1.; Zipp. unbekannt. — Ungeach- 
tet sonst chi zuweilen = dl, doch kaum o-chi f. Bw. s. 
tschl. Aus: Odem? Dief. möchte etwa an Sskr. awadhi 
Attention, applicalion, wo nicht, mit Hinblick auf anima, 
an Deriv. von wa (flare) denken. Alles zw. 

\Vhd*a der Zügel, vode'ngero der Riemer. Pchm. Vgl. 
Poln. wodza die Leitung, der Leitriemen; Laus.*- Wend. 
wuzda, Zaum u. s. w. 

^BuHitscha Angel; putitscha Fischangel Bisch. Ventka 
Angelruthe Zipp. s. I. 99. — '- Böhm, vdice, Laus.-Weud. 
wada, Angel. — Zipp. anglo. 

*Wuddd Alter, wuddih Alte Seetz. bei den Syr. Zig., 
wie, nachOus., viddi (Oldwonian) bei den Persischen. Vgl. 
Hindi bud'hiya, Hind. burhiya (An old w«) Shakesp. p. 116.| 



B, Wörtorlinch. 79 

w&brenfl Schuh, p. 9., vIelK ungenau, ^^jj buill (vetula) 

sanimi Flexion, bietet. Shakesp. \u 132.: Lurliä (S. wrid- 

dha) Old; an old man, wonach also darin die asp. Cerc- 
bralmedia enthalten wäre, die* zwischen d und r schwankt 

yHr Part. 3Ial, jekhvär ein Mal Pchni. u. s. w. I. 92. S28. 
— Pronn. varehavo grewisser; vareko, jemand; va- 
reso etwas. Advv«: varehar, so so; varekaj Ir^nd- 
wo; varekathar irgend wod urch ; varekana manchmal 
Pchm. S. Ob. I. 92. 

Warjuhilo (vitulus) Grellui. S. 226. 1. Zipp., der nur das 
Slaw. tschelanto, PI. e = Pchm. telentos I:ennt, hält es 
für ha rj oh 1a (crescit), besser Pchm. S. VI. für üng-. 
bor.jii Kalb (also kaum buru, Ochs, liw.'s L.). Ueber die 
Endung, die ich nicht mit Dief« demin. fassen möchte, s. I. 
213. — Wohl eben so falsch bei Grellm. S.225. u. ISisch.: 
Bischothilo (aquila), was sich freilich nicht durch Zippeis* 
Bjschto hi Ip (Er ist (ier zwanzigste) beseitigen, noch auch 
durch baro tschiriklo (grosser Vogel) ersetzen lüsst. 
Möglicher Weise aus Deutsch ßushard, Hu^aut, Frz. bu- 
sard (Faico buteo) Nemnich Cathol. S. 1565. GleichfallR 
Bhara dohilo (agnus), schwerlich mit Zipp. st. Nan hi 
baro bakro (Es ist nicht ein gross Schaf) = teirno bakro 
(junges Schaf); aber auch kaum in Betreff des viell. irrig 
abgetrennten zweiten Theils dohilo an Sskr. duh (To milk), 
etwa im Sinne von: Sauglamni, zu denken. Endlich Bl- 
karisch krohilo (Eber), welchen Deutschen Ausdruck 
nicht verstehend oder wirklich im Rom. keinen entsprechen- 
den wissend der Befragte vielleicht die Frage mit den Wor- 
ten ablehnte: Bikarischkro (vgl. kharav Ich nenne) 
hilo „Namenlos ist er^^ 

Varefs (A lion) Bry., der es p. 394. mit mts^ [vielm. •»-!«] 
vgl. „Also ^iin, the sun; of which the lion was an eni- 
bleni." Unpassende Vergl. ; vlell. verderbt aus: orosch- 
lana oder üng. verefs (ruber). 

Ver^angri Faggot« Harr., der unpassend Ilind. per' U A 
tree, a plant Shakesp. p. 209. herbeizieht. 

\Biere m. Glass. Vidrio. Bw. Bask. beira (Glas) Miihr. IV. 
286., Frz. vcrre. 

Wira (gramen) Lud., Zipp. unbekannt. Schwerlich zu Lat. 
vireo, auch wohl nicht verwechselt mit: Wiese, in welchem 
Falle r st. s verdruckt wäre, sondern vlell. das Vor. durch 
Verhörung von Glas st. Gras. 

Wurawel (volat) Sz., vgl. Laus.-Wend. worac (arare)s, I. 



80 m. Wortcrbnch. 

97. 127. Kaum zu Hind. ur'nä v. n. To fly, aus Sskr. ul 
+ d'i s. Prakr. bei Belius, Radd. p. 2t 

W6rlowa (dcxtera) Sz. S. 134. S. ob. L 808. 

^Wirthus Wirlh. WIdh., wo auch wer da S. 148. 130. = 
Diebesspr« scbwa^er [d. I. Trink- J -kitte, Bieriiaus 
oder Gasthof. Daher liat es Grelim. 8. 230« 1< und aus 
diesem Ko^« wcrda neben kischimnio (Cabaret), aus Rh. 
es durch Hotel wiederg'ebend , woraus Pred. unverständig'er 
Weise Palazzo macht. Bei Zipp., ausser scheuka (Schenke) 
und kertschimma aus dem Sl. , auch wyrtha Wirtbshaus. 
Eben so Ngr. ßlQxri von ßtQTr^g Gastwirth« 

Wurdön^ (Vcctura. Currus) Alter nr, 178. wordin, nja, 
neskero^ Wag-en Zipp* Auch wurdin m. Wag-cn, Fahr- 
zeug* und kob<i wurdin mit einem [anscheinend fem.] Acc. 
dia neben koba st a min (Stuhl), Acc« ios, [PI.] ien« 
Grafl*. Ms« Wort in Wagen Bisch. Wurdum Karren; 
ewurdines (currum) L 172. Rtw. Mit Verlust von r: 
vadon (A waggon), vielL durch Anklang an d<is Eng*!. 
Bry«, inzwischen auch bedo, berdo m. Cart. Carro; ber- 
doche m. (Cocho) Bw., Barudsche oder nach demSp., vg*!. 
auch z« B. g-eliche (Cord. Cordel) neben g-ilö (Kind of 
rope)« Also *iuch hinten ohne n, wie wardo (charriot) Kog*. ; 
verda (so mit n) m., ein Wagen, Dem. verddro m«, und 
■verdangero Wagner. Pchra. — Puv-vardo Plough, v. 
IL »^ (Earth) und o.^ vrit (Turn) Harr. , wie auch Dief« 

an Sskr. wartin (iens) erinnert. Näher läge noch Osset. 
ardon, Inguschisch wurdo Wag'Cti Klpr# A«^ Polyg-I* S.96., 
Buch, g^erddn S« 251., Pers. ^^^^i. 

Verbivis m. ein Tänzer; verbirka f. Pchrii. Vgl, I. 51. 
lOS. Zu D. wirbeln? 

^Bei*iga f. (Chain. Cadena) Bw. L. aus Staw. weriga s. 
Kopitar, Glag*. Cfoz. p. 69. Weimg'a (silberne Kette) 
Widh. S« 152. augenscheinlich verdruckt st. w e r i n g* a 
S. 155. Wcringi Ketten Rtw. 1 wer in g", PK werin- 
Ja, G. werinjakro Kette Zipp. WerckJin [ob c falsch 
«t. e?J Kette^ aber mehneskero wer^klin Halskette, 
tschükkel werekllnaha (Hund mit Kette) Kettenhund. 
Bisch. 

'^Wewerüzka Bisch., waeveritzka Eichhörnchen (sciurus) 
Zipp., „beverYza, auch Kog*« Beveritza, en Roman 
vcverizza^^ Gralf. 31s. S. ob. 1. 102. Or. Zeitschr. IV. 
23. Ncmnich, Cathol. p. 1249. — BewSrwitschka 
Blutig^el (Zipp. i pivitzka, G. kakro, PI. pivitzja 
aus dem Slaw.) Bisch, s. I. 69. wohl durch Verwechselung^ 



B. Wörteriincli. 81 

mit dem Zautiigel, der übrigens bei Biscb. nach den Sta- 
cheln: stach leng'ro heisst. Dieser steht dem Eichhörn- 
chen doch wenigstens um Etwas näher, als der Blutegel. 

-J-IFJfrwo, gere (fovea) Alter nr. 119., und daraus Grellm. , 
Kog«, Pred. — V\\^' vcrcm. 

^Würrszinda S^r. Zig., brschno (pluvia) Llefl. Z., aber 
worszus oder wörs7.ak bei jenen, bei dicj^en börrus 
(annus). S. I. 78. — Brascirind', briscliint' (pluvia) 
Alter nr. 82. , b er seh' (annus) nr. 95. Brisiliindo (plu- 
via) Vulc. — Breshindo Hegen , aber , mit falscher Ue- 
bersetzung : brishendo (erregen , st. der UegtMi s. 1. 69.) ; 
bersh Jahr. lUw. — Dias brischendo (Es gab Re- 
gen) Rüd. 1. 69., bcrsch Jahr, berschaskro jährig 
71. — Brischindo, mich Csapcnno Regen, dijas 
brischindo Es hat gegeben Regen geregnet); o her seh 
Jahr, pasch her seh, ein halb J.. dui, scheel ber- 
sciia (2, 100 J.) Zipp. , wie but bersza (per multos an- 
nos) Pchm. S. 58., aber, mit Sg., vgl. 1. 157., trin 
czon (3 Monate) 53. — ßriszind m. der Regen, Dem. 
briszindoro ni. ; bersz m. Jahr, berszukuno jährig, 
bersziino jährlich s. ob. I. 123. Pchm. — Prischindo 
(Regen) mit den Varr. Imschin (woher?), Lrischint (aus 
Sz.) und brisklnich (aus 31ithr 1V^ 84., wo brisklnih aus 
Rieh.); prischindeskSro gerrnio Regenwurm; pri- 
schindeskro Regenwetter, wozu, scheint es, tschiro 
(tempestas) zu ergänzen. Bisch. — ße i Harr. p. 535. so- 
wohl bei Ung. als Engl. Zig. brishin (rain), das verm. 
zufolge I. 95. sein , zur präs. Participialform gehöriges d — 
denn Hind. oL«^ barsät f. The rainy season Shakesp. p. 112» 

stammt aus S. warshartu — verloren hat, ob«chon es auch 
aus Sskr. warsiian'a n. Rain, oder Adj. warshin (Raining) 
erklärbar wäre. Das von Harr, erwähnte Pers. \Jt*j^ (wo- 
rin ijit bloss Suff, ist), und Bw.'s Pers. ^t^L können, ob- 

schon sie verwandt sein mögen s. Et. F. I. 272. nr. 329 , 
doch wenigstens zunächst nichts die von Bw« ebenfalls be- 
rücksichtigten S« piiran'a (Filling: rain) und Ngr. ßQoyifi 
aber gar nicht in Betracht kommen. — Brishin stellt 
Harr, mit HInd. J'Xw^ m. The rainy season, the räins zu- 
sammen; allein, wo ja Eins, würde ich mit diesem lieber 
briskenoe Bry. , briskinee (Rain) Rieh, vergl. , nur 
dass doch auch in diesen das Sskr. kala (Season) nur unter 
Voraussetzung einer Vertauschung von n st. 1 gesucht wer- 
den dürfte, während ein etwaiger Druckfehler k st. h viel 
minderes Bedenken erregte. — Brijindal (Rain, shower. 
H. 6 



82 III. Wörterbuch. 

I 

Llovia), brijindar y.n. (To raln. Llover), brijindopc 
m* Dclugc 9 miglity rain. Diluvio. ßw. Im letzten niöclite ich 
Anspielung* zug'leicli an den Schluss von diluvio und an 
das, in opulencia liegende opcs, und diesfkllige Erinnerung 
an den Wasserscliatz ahnen. So auch verni. brijindobio 
(auch zsgz. b u j i b i ö) ni. Ilunchback. Joro&ado , trotz Bw.'s 
sehr ungehöriger Vergl. mit Sskr. bhangura , durch irg'end ei- 
nen Scherz s. II. 5. 6.9 und zwar weil Diluvio auch tropisch 
Abondance excessivc bezeiclinct. — B e r s c h (Jahr) 
Mitlir. [. 245. 7 Bisch., der auch, gegen I. 145., ochto- 
b e r s c h e sk e r (achtjälirig) hat ; Kog*. , vicll. (wie b i s c h a 
Pluie; brise haben Pleuvoir) bloss aus Versehen ohne r, 
besch (An, annee), indess auch yabesh (A vear) mit 
Art. Bry. = Sskr. warsba, Hindi barasa , warsha (ycar), 
Ilindust. ^JMJi (annee et pluie) Tass}', Gr. p. 34. als insbe- 
sondere charakteristisch für der Zig-. Herkunft , s. L66., Alter 
1.1., und zwar um so mehr, wenn das, «lusser oben (s. je- 
vcnd) bei Bw. aufgeführte Baraca f. (Winter. Invierno) 
wörtlich, wie Dief. schön vermuthet, dem Hindust. ^T^ 

barJchä or varihä f. = Li^ barshä The rains, the third 

season (of the six) froni the 15 th of Ashärh to 15 th of Bhä- 
dra; rain. Sliakesp. p. 112. 113. entspricht. Gleicher Wel- 
se stellt auch schon ßw. berji m. A year mit dem gleich- 
bedeutenden Hind. ^.j barlh zusammen, wiewohl nicht zu 

läug'uen steht, dass auch sonst bei den Gitano*s j (der Aus- 
sprache nach ähnlich Gr. x) häufig Zischlauten bei den übri- 
gen Zig", entspricht. „Berji als f., PI. berjis = bre- 
g-c, Jahr [wo?] ra. Bw\ " Dief. 

WHn (ex) s. I. 301. nr. 20. „Wrin — aus Adv. (draus- 
sen seiend); vg-l. dran." Graff. Ms. 

•[• Voje y ohja (voluntas) VU. , entweder Walach. s. 1. 88. oder 
Slaw. wolja Kopitar, Glag-. Cloz. p. 69. 

'\'Bohatii f. Tnrn. Vuelta. Bw. Vgl. jekwolta (seniel), 
volte'dul (bis), volte trin (ter) Zipp. s. I. 219. 

^Faletto Knecht Rtw. Waletto Knecht, Bedienter, wal- 
leto Diener; g'erraf walleto, dienen, g*. walettes 
(den Diener machen) bedienen. Bisch. Bei Zipp. dafür 
raklo. Aus Frz. valet, — Fem. wallettitza (Magd) 
L. I. 48. Fr. s. I. 101. 

\Walduri (mit Sl. Vorschlage: wcitar' im Laus.-Wend. , 
wie weng-oris Zipp. = wuhor' Laus.-W^, d.i. ang-uilla) 
lltw. = altorus (altare) Zipp. nach dem Lilh. Sonst Rtw. 
dafür auch mollmori, das mir eig-. „Wein und Brot" g:ls. 
als Dwandwa zu bezeichnen scheint, wie es deren mehrere 



ß. Wörterbuch. 83 

z. B. auch bei DC. gelebt, wie (payonoTwt^ Cibtis et potus; 
uv^ofuiwoig Maris acoessus et recessus; doaoXr^xfjla Geben 
und Nehmen; rjnaTonvevfiCüv Jecur et pulmo. — Bei Bisch« 
dewleskSro parr ano kang-erim [n?j, d.h. der g'öttliche Stein 
In der Kirche. 
*[- Waidlschoy Franzose ; W a 1 d t s c h I d k o t e m, Frankreich s. h 
KM). lUw« A jow a hi walschi veneriscli, d. h. wahrseh. 
streng- g-enommen nicht : er ist wälsch , sondern , nach dei 
sonderbaren Construction I. 177.: Er hat die Franzosen 
(denn walschi scheint nicht Sg*. fem.) vg"!. L 53. und Zipp. 
pang-eskeri suchta hi Teste Er ist wassersücbtig'. 
Aus: Wälsch. 

-^Wellßma^ Violine. Bisch, s. auch u. stimmen. 

Vail goro Fair (colour) Harr., der Ilind. g^ora I .ji' Fair, 

handsonie, Sskr. gaura vg), 

Wvläiro Schaf, Hammel, wulakreskero nias Hammel- 
fleisch, derno wulakro (junges Seh.) Lamm. Bisch. Bo- 
lacker(ro), Hammel v. Grolm. I (Wullengere) bak- 
krc coli* hecrde, die Schafe der Hcerde. LG. Dief. er- 
klärt i wuleng-re, die Schafe, Bisch, S. 39. für Adj. aus: 
Wolle, welche Ansicht allenfalls wollakero tan (Wol- 
lenzoug-) Zipp. unterstützt. Es fra^t sich aber, ob der 
sonderbare PI. nicht eine durch den so^. Gen. herbeigeführ- 
te Verirrimg' sei, und demnach trotzdem Sskr. warkara 
(Any 3'oung* aninial; a lamb; a g'oat) vgl. werden dürfe. 
— Auch fragt sich, ob von diesem Zig-eunerworte nicht 
ein zweites g-anz nnabhäng'ig' sei, nämlich: wackro (Ham- 
mel), dies noch auiTallender Maassen mit w, dag'egen ba- 
cke ro Schaf, b.'ikero Lamm. Rtw. Bacro (aries, ver- 
vex) Vulc. ; bakro (ovis) Lud., der nicht g^lürklich Hebr. 
«nps Bos vgl., da mit diesem yielm. Rthw. böckor (Rind) 
V. Grolm., wie Ib. böcker (früh) mit Hebr. hp3 Mane, 
übereinkommt. Bacru Schaf Wldh. — Bakrö, und rück- 
sichtlich des Schluss-a wohl nicht sehr g-enau, bakra, 
bak^ra (aries) Alter nr. 150. Danach hauptsächlich wohl 
Grellm. S. 226. 1.: „bäkera, bakra, bakro (dort v^l. 
mit Hind. bhjra, bhjri = Hind. bherä m. A ram, bhert f. 

An ewe Shakesp. p, 149«), Schaf; bakero; bhara dohilo 
(s. Lex. u. warjuhilo) Lamm; wakro, bakro Ham- 
mel," sowie Mithr. L 246. bakera Widder, und Dph. 
bakra (et Faar). — Bakero Schaf Gralf. Ms. bakg- 
ro, kreskero, PI. bakre Schaf; auch bakkro. Ge- 
sprenkelt: Bunto bakro ein bunt Schaf. Bakren niu- 
ravena Sie scheeren Schafe. Mee annava tumeng^^e bak- 

6 * 



84 in. Wörtcrbucli. 

kriii^cro [e V] pascliwerre, fsave apry bust (apry aiig>e- 
ra) nickkjum ie pckkin [dass sie braten, iA pas.o. Sinne?], 
leb will eucb eini/^e Hammel -Rippen bring'en, die ich am 
Bratspiess (anf den Kohlen) habe hraten lassen. Okey a hi 
ado tikkue pekkepangere goja le bakriskeri paschwerin- 
g'eri pekkepena. Da sind die kleinen Bratwürste und die 
Hamuielrippen [eig*. von I].-R. die Braten]« Cha tu ado 
pekke g'ojinder te bakring-ero paschwerinder , poske 
thato hi. Me ehaijum leender, jol hi drovent hoina te kau- 
le. Esset von den Bratwürsten und von den llammelrippen, 
weil sie warm sind. Ich habe davon gegessen, sie sind 
sehr gut und mürbe (weich). Zipp. — Bakro m. der Wid- 
der, bakrdro ni. ein Lamm; bakri f. das Schaf, Dem« 
bakröri. Pchm. Vgl. 1. 112. Bateri (vgl. t st. k I. 
88.) Ung. juh. Pecora. Pred. p. 212. aus Molnar. — Syr. 
Zig. backra, Liefl Z. backru Schaf, vgl. mit ar. baka- 
ra Byb (eig. Rind) und Hindust, bakrä ^ JCj (S. warkara) m. 

A he goat, ^S^ balri (S. warkari) A goat (generali j), a 

femalc goat. Shalcesp. p. 122. An dies Hindustani-W« 
denkt auch Harr. p. 550. Lamb (shcep) bakro, nur dass 
es ihm zufolge Sheep bedeutete. Bei Marsden Engl« Zig. 
bäukro, Hind. bhare (Sheep); bei Harr. p. 529. bakro 
Engl. Zig«, allein bekra bei den Persischen nach Ousely. 
Daraus baucoringro A shepherd Br}., bakringhero 
Berger Kog. , aber perrscheri nach dem Frz. Bisch. — 
AutTailcnd vaccashoe (A lamb) Bry., und, vidi, irrthüm- 
lich, bachico (brebis) Kog. — Bw., vicil. mit Umstellung 
des r: Braco m. (Mutton. Carnero), und davon bracuai 
'f. (A sheep, Oveja), allein auch braji f. Id., das Bw. 
wohl unrichtig mit Pers. ».^ Agnus vgl. (s. Dief. Celt. I. 

nr.280.). — Ausserdem aber bei ihm — s. auch bruni — 
bacria f. A goat. Cabra, wie Irv. bokroo (goat). Die- 
se stinmien nun auch selbst dem Sinne nach trefl'iich zu 
Hindi bakara, boka (Goat m.; das letzte vergl. mit Sskr. 
bukka Id. u. Bock, \Jn^\ hak), bakari f.; Mahr, bokad'a m. 
(Goat, he), bakarem n. (The goat kind). Ob übrigens in 
mehreren der obigen Zig. Ww. das Schaf mit der Ziege 
verwechselt sei, scheint mir doch eine bedenkliche Frage. 
{Wingro ist gar kein Wort; s. I. 119.). 

Wendsonno trocken. W e n n s e n o m a s f geräuchert Fleisch. 
Zipp. s. I. 4g5. nr. 39. Zu Sskr, wdia Dry, dried? 

-^Bänder (d. h. wahrsch. : Wandere!), auch Dscha (Geh), 
fort. Bisch. — Bloss zufällig Sardin. bandu stt lt. audo, vo 
Blanc, It. Gr. S. 671. 



B. Wörterbuch. 85 

-ffFanda Wand Bisch., wanta Mauer Rtw. s. I. 33. 

+ fryneiOj f. t (blau) Sz, DC. ßiverog, vcnetus. 

Vendria Darm [viclin. PI.] Rtw. Wcntcrja Darm, riditi-* 

gtt als PI.: Eingeweide (so auch LG.), Gekröse , vom Sg*. 

wenterin Nabelschnur. Bisch. — Eingeweide wender- 

njia (dies ausgelöscht), wendrija. Sg. i wendrin, G. 

wendriakro, ein Darm. Zipp. Doch wohl Illnd. jcit 

antrt f. Entrails, intestine, bowels, gut, mit cons. Vor- 

sdilaj^e. Vgl. Et. F. I. 106* 
Väsavo Bad Harr. 

Vesavo (Cripple, lame), vesava peras Lame feet. Harr« 
•[•ÄPb«o/a/, wanken; 3. Sg. Präs. wosolela Bisch. Ital. va- 

cillare. 

Wu9rü Jetter, wusra Abattre. Kog. Witscherdafs (falls 
es nicht witschudafs zu lesen ist) I silberlinge. Er warf. 
LG. Vidi, mit einem Präf. vor czivrdav, czivav (ja- 
cio) Pchm« Ko«:. hat u. Abattre auch chivvitaieja, das 
ein hinten mit tele (herab) verbundener Imper. scheint. 

Weesh Forst, Wald Rtw., weesch v. Grolm., wesch 
WIdh., wo seh* (silva) Alter nr. 126. und daraus Mithr. L 
246. w e e s c h ( w c s c h ), s c h e s k e ro , s c h a Wald, und da- 
her o wesch iskro Forster, Jäger Zipp., wie wesheskro 
Id., aber weshiskro Förster Rtw. (und, von diesem ent- 
lehnt, Grellm. 8. 2^0. 2:^>2 1. mit zh st. sh), mit welcher, 
letzten Bedeutung auch Rüd. L 71. weschiskro aus wesch; 
barldir wehscheskro L 211..3|wehscheskro Jäger 
L 143. von wehsch Forst, Wald Bisch. Vesz m.. Dem. 
reszdro; veszeskero (Jäger), f. -i. Pchm. Vash A 
forest. Ery. Bei Harr. p. 544. : Coppice (wood) und p.546* 
Forest (wood), p, 557. Vesh (A wood, forest), Pers. 
ih^S:^ (silva) s. Or. Ztschr. V. 71., und Rieh, kann unter 

whahha Forest or wild, das er zu Erklärung des Grellm.- 
schen wesch als HIndust. beibringt, füglich auch nichts 
anders meinen, als das so eben erwähnte, aber auch Ins 
Hind. aufgenommene Pers. besha m. A forest. Shakesp. 
p. 158. Diese Deutung möchte nun, dem w im Zig. zum 
Trotz, doch viel), wahrscheinlicher sein, als aus Hind. 
[J^Sji hril^ah or vrilsha^ auch ^^ brichchh m. A tree, 

. a plant. — Sicherlich bloss aus Versehen bei Bisch, wesch 
als Var. u. wild; ferner wazh (chasser) hat Kog. selbst 
gemacht aus nash (jagen) Rtw., was Grellm. S. 236. 1., 
mit üblicher Umänderung des Rtw. sh (der Ausspr. nach, 
wie im Engl.) zu zh, in nazh verschlimmbessert worden« 
•«^ Bes, wie erfragt, allein aus keiner Quelle als Sz. : 



86 IIL Wörterbucb. 

bcBch Baumgartcii , zu dessen Erklärung' es dann sii-lierlich 
niclit aufs Neue des Slaw-Ulyr. hasdia Garten, noch we- 
niger des Pers. Dem. a^.cL (hortulus) bedarf, obsclion die- 
ser Dief. gedenkt. — Pchm. S. 51. bemerkt zu der Grellm.'- 
sehen Bedeutung von wesch als Insel, dass er es nur als 
Wald kenne; und gleieh wob! gebietet Epas, wesch [sehr. 
Epas-wescb], Ilalbinsel, Grollm. S. 223. 1. Vorsicht bei 
etwaiger Lust, jenen Sinn als irrig zu verwerfen. Mag 
sein, dass eig. mit Bäumen bestandene Flussinseln gemeint 
sind. Zipp. hat für Insel: i pliii andro panig (Land im 
Wasser)^ also wohl zum Zeichen, dass man im Roifi keinen 
eig. Ausdruck hiefCir besass. 

« 

Wiihschty wuscht Lippe, Lefze Bisch. wuscht, PI. ta, 
G. wuschteskro Zipp. Usht (iip) Harr. — Bedenkt 
man, dass Sskr. osht'ha m. im Ilind. zu ^^| ont!h und 

^Äj^ honl'h [o quadrip.] verunstaltet worden , so räth man 

viell. schicklicher auf Rücknahme des Worts aus dem Slaw. 
Et. F. I. 89. 

*FaBt Vulc, wast (manus) Lud., Rüd. L 67. , Rtw., Wldh. 
Wasf, was' Alter nr. 35. (Grellm. S. 228. !.)> wnd, so 
auch mit Wegfall des t: P. thodas peskre wass, P. wusch 
seine Hände. LG. Wast (Grellm. 2. wat, viell. verdruckt st. 
was?) Bisch, und daher Adj. s. L 145. 146. z. B, Zipp. 
wastingeri Handschuhe. wast (wasth) Zipp. I. 
198., auch wast nu GraflT. Ms. Vast m.. Dem« vastö*- 
ro Pchm. Vasti (haiid) Bry., etwa PL? Vast, vastce 
(Hand, Ost) Irv. Vast Harr, mit Erwähnung von Sskr. 
hasta und Pers. c^/^mJ , s. desto. Bei Ousely mit starker Ent- 
fernung vom Pers. , aber nahe ansind, gerückt khast, wie, 
nach Seetz. bei den Syr. Zig. chast [d.h. ch nach Deutscher 
Aussprache] = Liefl. Zig. wascht; di chast Seetz. = 
Liefl. Z, dul wascht (2 Hände), also ohne besondere Plu- 
ralendung s. I. 156 f. Die Formen mit der Lab. also ent- 
weder siawisirt oder mit Art. verwachsen; vgl. Hindi v:>w«^ 

hast m. Shakesp. p. 819., oder, weiter entstellt: ^'Up 

häth 810., ^9 halh 813. — Atzutypo (Mano) Pred. 

p. 212. aus Molnar steht, mir noch unaufgehcllt , allein. — 
Lässt sich baj f. Pchm. hieher bringen? Dem widerstrebt 
viell. das b, und nicht w; doch vergl basya f. SIeeve. 
Manga Bw. ,.wie Hind. hätthcä m. A handle. A sIeeve; Lat. 
nianica von manus; Aermel von Arm u. s. f. Führt doch 
sogar ha f. (ebne s) Dief. aus Bw. an, bei welchem sonst 
J)as f., pl. hast CS 11, *10. 148. mit wahrsch. unpassender 



B. Wortcrlmcb. 87 

Vgl. mft P. «iL (braciiiuni). — Ustilarpasttfflas [Tnstr. 

rgl. h 189. 277.] Stealing with thc liands. Bw. I. 323., 
sowie patcs Hände vom Sg*. pate, bäte in. verni. bloss 
scherzweise ans 8p. pata, Frz. palte, Plote. — Wäsdall 
(nnen\artet) Hisch, betraditet schon Dief. mit einer Local- 
Partikel versehen, nach dem Muster von tri all (um), a 
parrtal herüber, a g'alperrtall [eig*. da herüber], ge- 
genüber , p e r t a 1 1 d s c h a f (überfahren) Bisch, u. s. w. , s. 
1.307. nr. 16. , wogegen mir vasz 304. völlig anderer Her- 
kunft scheint, obschon sich zurXoth an ein: „zur Hand ^^ s.Ge- 
hülfe Bisch, denken Hesse. Auch sie [d.h. rasch], detter- 
wast, besclileunigt, und ditterwast, Augenblick Bisch, 
lassen an eine Phrase, wie „schnell bei der Hand, im 
Handumdrehen '' rathen , nur dass der er.^te Bestandtheil des 
Worts sich noch sichrer Deutung entzieht, ^'lcht unmöglich 
M'äre er ein Abi. etwa vom Pron. a d a, oder auch ein Com- 
par. (v. sie ? ) ; sonst fülirte d a 1 1 e r w a h a s g r o wast, 
(die wärmende Hand) Cralf. S. 23. noch anderswohin: „mit 
von Eifer warmer Hand"V 

Oefters — ein Wechsel jedoch , der im Allgemeinen schon 
Ins Sskr. hinaufreicht — findet sich b st. v. Davon hier 
Beispiele. Zuvörderst: 
*Bi (sine) Präp. = S. wi, Pers. ^ be. 8. 1.23. Es steckt 

noch von Alters her, und zwar mit anderm 8inne, in meh- 
reren Compp. Nämlich: 

^ Biliewawa^ te bikkewaf (vendere), te kinnaf (eniere) Zipp. 

— „Bikkc Iniper. Verkauf, vgl, gin." Graff. Ms. S. 
I. 450. nr. 26. 

"^Bileaf umschmelzen, bilewena riippes 8ie schmelzen 
8ilber um. Bilaf atren einschmelzen. Bisch. 8. I. 427« 
nr. 47. Nicht von Hindi pighalana, ghulana, galanA (To 
nielt), sondern wie lina (Melted) nebst 8skr. wilina Liquid, 
semifluid, as melted oil or butter cet. von wi + li Lassen 
Gloss. ad Anthol.; ferner Hind. b^ bilänä (from Sanscr. 

wilaya Disappearance , aber auch LIquefaction) v. n. To va- 
nish, to rctire to be lost. v. a. To cause to vanlsh, to 
dissipate^ to dispose of, to distribute. 8hakcsp. p. 12i. 

^ Bfj^v m. die Hochzeit, bijaveskero Hochzeitsgast. Pchm. 

— Biave Heyrath Rtw. Biau (matrimonium) Alter nr. 67. 
Biav, bjav, G. bjaveskero, PI. a Hochzeit, aber 
pirepenn Heirath L 137. Zipp. , von welchem letzteren viell., 
und nicht hieher, leskre piejapesskri romnj (sein 
vertrautes Weib) L. IL 5. Fr. B law engere Brautleute. 
Biaweskro Bräutigam, -kritza Braut L iOL und da- 



88 ' in. WorterbacK 

her, mit einem fnr das Fem. bedenklichen es: -krltzes- 
kero tschipenn Braotbett. Bisch. — Höchstens indirekt 
weg^en Entstehung* von wi ans dwi (2)j nicht aber g'erade- 
hin, wie Dief. will, lässt sich an dies Zahlwort denken. 
Im Pendi. Carey p, 90.: wah (To carry), wiah (To mar- 
rj). Sskr. und Mahr, wi-waha m«. JUarriage. Hindi wi- 
wAha, hjäha (Wedding- subst.) und naba - wiwähitä stri, 
nawöu hä bani (Bride) , sänimtlich aus Sskr. wah , vgl. Lat. 

uxorem duccre. Hind« »Lo b^äh m. Marriage Shakesp. 

p. 154., aber bei Schulz, p. 8. behau (nuptiae). Darf man 
sich nicht auf dies letzte berufen , so scheint — indem man 
natürlich auch den Gedanken an eine etwaige 1. Präsentia!- 
person fallen lassen muss — der eine von den beiden Lab. 
Im Zig. an eine etwas andere Stelle gebracht. — Phibli 
(vidna) Zipp. etwa auch zu Sskr. widhawd A widow? 

*Büz Pchm., bis (twenty) Bw. = Hiud. ^j,^ bis s. 1.815. 

^Bisterwawa (obliviscor), bistardö vergessen als Part.; 
nia bister tu Vergiss du nicht! Zipp«, w^e Pister man 
ntt Vergiss mich nicht. LG. S. K 435. nr. 4. auch po- 
bisteraf mit wahrsch. Slaw. Praef., wie Inipcr. pd-da 
(Da) Alter nr. 244. Hindi wisdrnä (To omit), bisirna (To 
forget) ceU — DIef. möchte estormen (Reniisidn) ob. IL 
62., vicll. gar estoriar 64. hieher zählen; doch möchte 
ich in Betreff des ersten noch eher auf Sp. in - oder rc- 
, staurar mich berufen. 

*Benel [wohl 3. Sg.] gebären, nie benelcm Ich gebäre 
Sz. , dessen I sich wohl aus L409. erklärt, obschon Bisch. -s 
benaf bloss eigenmächtige Umformung sein dürfte. — Bi- 
jan'zja (Puerperium. Niederkunft) Alter nr. 193. scheiit 

nach Weise des Russ. pancAambCH, poAHmbCH (nasd) 
. hinten mit Reflexiv -Pron. suff. — Zur Erklärung aber 
scheinen sich passender, als die von Dief. erwähnten Gita- 
no beo (/i?jT(>a), vgl. HInd. bhag f. (Vulva), oder Hindi 
banana (To make, fabricate), ja selbst als das von mir L 343. 
versuchte Sskr. wl-dschan, vielmehr folgende anzubieten: 
Mahr, win'ä v. n. To produce young (der Nasal Indess bloss 
Inf. -Suff.). Ferner die auf Sskr. wi (Foetum conclpere, 

parturire) Westerg. Radd. p. 40. bezogenen Hind. ^Lo 
b(/än m. Birth, act of parturition. Shakesp. p. 154. üU^ 
bj/änä V. n. To be delivered of young (applied to animals 
only), aber auch Li^Lo bj/ähnä Id., jedoch so, dass er es 
in diesem Sinne von dem übrigens gleich geschriebeneu 



B. Wörterbuch. 80 

Worte y. a. To g-ive or take in marrla^e (9. ob. bijay) 
auch etTmologisch scheidet« S. noch L 343« 
^Bero Kahn, Schiff Rtw. bero, beere, bereskero, 
bot bere, Schiff, Boot, Kahn. Zipp. P6hro, Kahn, aber 
Nachen peraf [etwa st« schiffen?] soll, den Corr. zufolg-e: 
Nahen heissen! Bisch. Bara and baro A boat, ship, 
von Bry« mit Unrecht für Aeg>. g'ehalten I. 38. Bei Harr«: 
bero (ship), ber (boat) aus Ilind. t^ [. quadrip.] berä A 

raft Qsually of earthen pots, und daraus bereng'ro Ship- 
man« Vcrni. eig*. als Adj.: Ber-ing-uree Ship Irv. — 
Bars Valssean, wohl falsch mit s st. 0, und barin^he- 
ro Matelöt verm. hiehcr, wo nicht zu panin (Aqua), in 
welchem Falle r st. n verdruckt wäre. — Bei Bw., mit 
falscher Erinnerung an Sskr. padara: Berdo m. (PI. es) 
L. A ship. Navio. VId« Bero. So nahe auch eine Bezie- 
hung- dieser Form mit berdo (cart), bcluni (calash) ob, 
II. 41. u. s. w. durch den vermittelnden Begriff: Fahrzeug 
zu liegen scheint, so glaube ich doch yielm. rd, hier wie 
öfters, als Vertreter von d' geltend machen zu müssen. 
Leicht knüpft sich aber, wegen der Galeerenstrafe, daran 
die Vorstellung von Gefängniss überhaupt: Bardi f. PrI-- 
son. Carcel. Bero m. Galley; garrison to which criminals 
are sent for hard labour« Galera, presidio« Ber all i f., 
beraui f. Galiey. Galera. — Sskr. wH'A f. A boat, Hindi 
b<^d'a Raft, float, Ilind. berä m. Shak. p. 157. S« bh^d'am. 
*Borlin f. Gans, Acc. bor IIa Graff. Ms. — Doch Wohl 
Sskr« warala A goose; a wasp; welche letztere Bedeutung 
etwa an die Ww. für Biene 11.57. erinnert. S. warat'i, Gans« 

*Baluy -^-prächos* (dies Slaw.) Arena. Alter nr« 10t, und 
daher Mithr. I. 245., Grellm. S. 823. 1«, dagegen ti schal 
Sand Sz. S. 126. Barraw (mithin wohl r st. des Im 
Mahr, walru f« Coarse sand vorkommenden Cons« rl) Ery. und, 
viell« irrthümlich mit n: banaw Rieh« — Hindi bald Gra- 
vel; bäla[u?], balukd, Ilind« ^L, ^^L iä/ü, bärü (Sskr. 

bälnkfi) f. Sand« Vgl« Dief. Ceit. L nr. 289« und meine 
Et. F. II. 419. — Zipp. hat piasko, piaskeskero, 
piaske nach demSI., und i santa aus dem D« 

^Bango lahm, aber verdruckt mit u: baugo krumm. Ban- 
ge (hinken, vielm. hinkend). Bangoklidin s. örio. Rtw. 
Bango krumm s. uzlo; bango dromm ein krummer, 
unebener, holprichtcr Wog, Zipp. Bango, i, PI. c lahm 
Graff. Ms. Bango (krumm) und daraus bange -che- 
rengero, -nakheskero, -szereskero krumm-füssig, 
-nasig, -köpfig, Pchm. Bango lahm, bango gatscho 

6** 



90 ill. Wortcrbucli. 

(1. Mensch) Krüppel. Ban^o ht ganz kitene (kranim 
ist er ganz zusammen), verwachsen. Gerraf bango 
muies, das Gesicht verzerren. Bisch. — Harr. p. 541«: 
„Crooked (lame) Bango, HInd. pingal, Lame , Sscr. pan- 
gn^'j aber Gripple (lame) Vesavo [doch kaum: unganz, 
mitPräf.vi?] und Lame Bango; Lame man Bango niush. 
— Mir scheint eher, als pangu oder vyanga, Hindi wanka, 
wakra Grooked; wadschrakära, wakra, bankA ZIgzag Adj.; 
Hind. buL^ bäniä Grooked, Mahr. wänkan'<^ v. n. To be 

crooked das richtige Gegenbild. — Zig. beng (diabohis) 
scheint mir, dem Diable boiteux, oder auch seiner morali- 
schen Krümme zum Trotz, doch ganz andrer Wurzel. 



2. Consonanten, 
a) Gutturale. 

"^jKo (quis?) L 353. — Gaba der da, dieser, gaja die da; 
gales, la den — die da. Gai, wo. Gana jetzt. Ferner 
koba, gowa der, das, f. koja, goja die GrnlT. Ms. s. 
I. «56 IT. — „A CO i hier. L. IV. 9., d acoi 8J« XVL 25.-, 
he (Sp. Interj.) acoi! Siehe da! vgl. jedoch das gleichbed. 
Sp.Heaqui! [s. ob. L 859.].^^ Dief. Ferner Bisch, a gai hier; 
agai delall darunter, a gai pertall gegenüber u. s. w. 
S. L 856. — Katter präpositional gebraucht I. C96. 
nr. 12, — Keci (quot).I. 254. vgl. Mahr, kiti a. c. How 
many; how niuch. — Akeake (so) z.B. u. meinen, lauem, 
nanekeäkc I. 322. Bisch. „Gial, giage ^dv.^ so (ita) 
und so (etwa) '' Graff. Ms. a. e. a. St. , als ob. I. 260. 

Ke (Ad) Praep. I. 297. nr. 15. s. z. B. Bisch, ke tu, ke 
me u. einfinden, einladen. Ge me (ad nie) u. anlocken. — 
Ke (Conj.) I. 310. nr. 7., „que L. (wenn nicht aus dem 
Span.), dass. Mahr. ConJ. ki That; or (letzteres sonst kim- 
wa). Als well z. B. Bisch, u. ankitten gehisli [ge his- 
II] pakerdi, weil er war zcrbrochen.^^ Dief. — Ke als 
Relat. L 248. nr. 2. 

jyCata neben cada, jeder L. Aus dem Sp., oder Ist cata 
— zufällig auch mit xa&e einklingend — zu trennen? Vgl 
catancs.^^ Dief. 

CüuteL3\9.— Keek, G. -keskro, f. -kakro Zipp.L324. 
f£omMf (adhuc), ne — koniml (noch nicht) Rad. Ngr. 



• - 



B. WiirtiTbadi. Ol 

iKOfiiy also wohl ganz verschieden von tami (aber) L 317. 
nr. 1^ 

*Kak, Vetter Pchni., denizufolg'e Jedoch S. 10. es khakh 
lauten müsste, während er es im Vz« und S. Sl. nichts de- 
sto weniger kak sehreibt. Kaacko Vetter, kack Ge- 
schlecht (In die.^er Bedeutung Pchm, u. Zipp. unbekannt) Rtw. 
und daraus Grellm. S.Zipp.LlGl, o kak Oheim. Gack Vet- 
ter r. Grolni. — Bisch.: Kak Vetler, Freund. U ekokak 
II. 48. viell. so zo nehmen, wie LG.: Je kakko tolle- 
st er ein Gefreundeter dess; kak Geschlecht [In diesem 
Sinne wohl bloss aus Grellm.], käkepcnn Freundschaft. — 
Coc Oheim Rb. „Kako, Ilind. LTIT (Unele), kä. [also ge- 
kürzt?], Hind. Jrir (Aunt)." Harr. p. 556. — In der 

Wetterau als Gruss an Männer: „Latschader dives 
(rührend: besseren Tag! Dief. Vgl. I. 207«), kakong 
oder gakong!, was ungerähr: Lieber Vetter! bedeutet.^^ 
S. Dief. Berl. Jhb. und vgl. das übrigens gewiss verschie- 
dene g u r k L 354. — Da es mit Verwandtschaftsnamen 
Im Leben nicht immer genau genommen zu w^erden pflegt, 
wohl Shakesp. Pers, ITLT lälä (In Pers,) U Blder brother. 

2. A slave (belonging to one*s father), -^ Gast. II. 434. 
glebt Im Pers. an: „Homo, vir magnus« Alancipium ex 
ludia, allein i4\S Parvus, minutus, Infans, puer. Maglster.^^ 

— 3. (In Hind.) A paternal uncle, und in diesem Sinne 
auch L<r, Das Ist unstreitig, wie bei Verwandtschaftsbe- 

nennungen überaus häußg vorkommt, eine r^dupl. Form, wie 
Hindi, ausser kaka, auch tschatscha (Paternal uncle), aber 
dadä^ nana Grandfathcr. 3Iahr. bei V, Kennedy käkd Pa- 
ternal uncle ; kaki His wife , und mäma Maternal uncle. 
Dief. erwähnt 3Iahr. cacuss Tio Irmao di pai , f. cakyss. 
Cacbau (Bau, irmao), primo patruelis , und den AHnord. De- 
scendenznamen kokr Graff Sprachsch. I. 473^ , Ion. xoxvut, 
gewiss mit Unrecht aber auch Sskr« sakhi (socius). 

Caha Rh, Haus, Vgl, IL 70. ocajanaycha. Kaum vom viel- 
deutigen Sskr. kaya A house, habitaiion, das nebst MLat. 
caya u. s. w. Celt. L 163. Dief. beibringt, 

^KaJiUa Bude, Bisch,* Wohl bloss scherzw. aus: Kajüte, 
und nicht Poln. chata , Hütte u. s. f. — Im lUhw. z. B, kit 
(en llytte), kitgen (Arrest) Dph, 

Kachni Lud.,. Rtw. KagnU (gallina) Alter nr. 161., kagni 
Sz. Kachui f., Acc. kachia GrafT. M^^ 1 kachni, 
kachniakro, ia und njia. E kachni bersclnia |r falsch?) 
apric aarc Das lluhu sitzt auf den Eiern (brütet). E kachui 



92 m, Wörterbuch. 

. tschiwela aare Das Huhn le^ Eier, von te tsohiwaf legea 
Zipp.9 wie GraflT. Ms.: Koja liaclini ^tscliiwclla kola jares. 
— Ausbrüten: A g-oia Icachnin gunschedas [s. abhüisen] 
pesk^re g-anzke ternen [Acc. PI.] awri Diese Henne liat alle 
ibre Köchelcben [Jungen] ausgebrütet. Kachni Henne, 
kacb^ng'ero kebr Hühnerstall. Bisch. — Liefl. Zig. ka- 
hl eh a [ob PI. oder Sg, Instjr.?]. — Zig. kachni, Die- 
besspr. gachene v. Grollm. Kahni f. die Henne, Dem. 
kahaöri, PI. kahaa das Geflügel; kahnalo Aclj., von 
der Henne; kahiiali bul [eig. g'allinae podex] Hühner- 
aug'e, vg^l. I. 149. Kunja (Fowl) Irv. ist wahrsch. PI. 
Kani (Hen, chicken), käni bäshno (Cook), doe kani 
(Two fowls) Harr. Cani f. Bw. L. Ganni Kog. Schon 
des ständigen k zn Anfange wegen nicht ans: gallina, ob- 
pchon dies Honst nicht unmöglich wäre; dag-egen in ziem- 
lich ähnlicher Motionsbildung': mittelst ni aus einem, etwa 
dem Frz. coq, Ung. kakas, Poln. kokot u. s. w. Nemn. 
Cath. H. 33S. entsprechenden W. Vgl. Sskr. kähala (A 
cock), Hind. vi^jCT [o quadrip. ] kukkut A cock, Hindi 

kukkut'i, kukad'i (Hen). Verm. auch selbst, als onom. Ww., 
die Namen für das Rabeng'eschlecht : HInd. ^ly kak A crow, 

Sskr. käka, kakola, kakäla, k&gh (Rabe, Krähe) u. s. w. 

Cappeet A hen. Bry. 

Kokurdalus (sich durch die Endung* als erborgt verrathend, 
aber daneben auch:) i kokurdala Eidechse Zipp., jo- 
gorthalo Molch Bisch., vg-1. Gr. xogövXog Benfcy, Wur- 
zellcx. H. 319. und rücksichtlich der Redupi. It. coccodrillo 
(Krokodil). S. auch ob. I. 111. 

-{- Gukhia Docke Bisch. N^r. mvKka , die Spielpuppe. P u p p - 
ka Zipp« 

'\ Kokalos m. ein Bein (Böhm, kost, also: Knochen); Dem. 
kokaldro, und, wie xoxaXa (taxilli) DC., kokala PI. 
Würfeln; kokalengeri f. das Beinhaus Pchm. Koka- 
los* (Os, Bein) Alter nr. 44. Liefl. Zig. kagarus Kno- 
chen, mit 1 st. r. Koghali (ossa) Rüd. I. 67«, was Zipp. 
in kokalja umbessert. — Gogallo Knoclien, gogallia 
Knöchel, gogalengre pedi (knöcherne Dioger) Würfel, 
schereskero gogällo (Hirnschale), parno gogällo 
(weisser Knochen) Elfenbein, und so niuss auch wahrsch. 
u. beinern: harno, gogallo das Komma getilgt werden, 
indem das erste Wort nur: weiss,- oder, als Deriv. von 
bar (lapls): steinern, irden bezeichnen kann. Bisch. — Ko- 
kallus Knochen; baro kokallus (der g-r. Ku.) st. 
schienbeina Schienbein. Auch kokollo, -111; o ko- 



B. WöHcrliuclu 93 

kaVIo, kokalleskero, PI. kokalja. Zipp. — Cliii» 
qnel so» pirela cocal terela (Tlic dog' wlio walks 
finds a bonc) Prou. Bw. II. "^126. und im Advert. to the 
Vor. Cocal m. (Bone. Iliitiso. Mod* Gr. xoxxuXov. Sskr. 
kalya), cocalis pl. L. 24, 39. Cocal ic Luband Bo- 
rte of the navcl« IIucso del empeyne. Bw. — Kokaios 
kochen als Var. bei Bisch, stammt aus Mithr. I. 245., wo- 
selbst die öbrig'cns von mir nicht ^cbilli^te Vergl. mit Sskr. 
kikasa (A bone) lehrt, dass Kochen bloss Druckl'ehler sei 
st. Knochen. Das Wort stammt entsciiieden aus dem schon 

' bei DC. und im Alb. kokal vorfindliehen N^r. xoxaXov das 
Bein, der Knochen, xoxaXa, fj der Knochen, ein grosser, 
starker Knochen. Ob übrigens . diese VTorter als lledupl. 
von Sskr. knlya (A bone), kola (Tlie haunch, the hip or 
flank) und Lith. kaulas (Bein, Knoclien) zusammenhangen, 
steht dahin. Ausserdem im 9^kr. kankala Skelett; kaksha 
The side or flank, vgl. Lith. kiCska u. s. f. Indog'« Spr. 
S. 102. 

•{•CacaÄt f. (A kettle. Caldera). This word is pure Greek, 
Kaxxußf]. Bw. — Käkewwi, pl. vjia, G. kakewiakro 
Kessel Zipp. Gagäwi Id., gagawieng-ro Kesselflicker 
Bisch, von xaxißi (cacabas). Vgl. auch Georg*, kwabi Kes- 
sel KIpr. As. Polygl. S. 116. — Kavee Dish, vessel 
(mit Ar. wLä Id. vgl.) Irv., wohl blosse Kürzung daraus. 

— Harr, p, 556. kekavi Tea- kettle, Pers. rikabi ^J^^j 
aber p. 594. mitr: rekabe = Pers. rikäb A dish. Es 
wäre Beides möglich, vgl. Shakesp. p. 484«: P* vl^i* 
j^LTp, Lf^^; ^* ^ ^*®''> * plate. — Sonst ist Ar. v-^T. 
f. der Steigbügel, womit aber doch unvergleichbar: 
Quijdrt f. Stirrup. Estribo. Bw. 
Kahherih Kochtopf. Seetz. Dafür bei Liefl. Zig. : 
Kutze; Pchni. kuczl f. ein Topf, Dem. kuczdri. Vgl. 
Grelini. S. 233. 1. ein hinten an Sskr. bhü (Erde) entfernt 
erinnerndes kutschahu der Thon des Töpfers, mit Ilind. 
kitsch vgl. , was nichts ist als Hindi kii-^clia , katschalä Claj. 
Uebrigens kennt dies Wort Zipp. niclit und setzt dafür i 
-leim ad. i. Lehm; auch hat Alter nr. 103. schik' (nr.l05. 
Lutuni), smak' in der Bedeutung: Thon. Ob Pers. »jj/ 

iüza A gugglet, an earthen pot for water cet. Shakesp.? 

Kvcz Adj. theuer Pchm.« kutsch theuer (nicht wohlfeil). 
Zipp. Gunsch theuer, nane gunsch wohlfeil Bisclu 
= nani kutsch Id. Zipp. Dief. bringt dazu auch gun- 
sch epe Zehrung Bisch, u. s.w.; kaum mit Hecht. 

\ GoUchmza f. , pl. e Korb. GraiT. Als. Gotschnitscha Korb, 



94 • m. Würterimch. 

pArroneskSro ^. Bienenkorb, g'otsehnitschöngero 
g'atscho Korbmacher. Bisch, llichtig-er w'ohl vorn mit k. 
Vgl. Walach. KouiHMijb f« Korb, Bienenkorb von KtSui 
Clemens Lex. S. 62. Auch Russ. KomMHi^a. S. Dobr. 
Inst p. 247. — Quicia f. (Basket. Espuerta) Bw. Viell. 
noch näher %u provin/i. Deutschem kotze, kötze (Trag-korb) 
^. Ilejse WB., als zu Poln. kosz, .Lug. kosär Korb, kas, 
Korb, Bienenkorb stimmend. — Kaum hicher Cor nie ha f. 
Basket. Sskr. karan'd a. Bw. Trotz des Anklanges wohl 
nicht verwandt weder mit: -{-i korba, PI. korbe aus dem 
Deutschen; noch auch mit: o kaniskro Korb, Kasten, PI. 
but kaning-ria (gls. Plur. von kau, wahrsch. durch ahn-' 
liehe Täuschung des Sprachgefühls , wie bei wulakro ob., 
wie sich dies durch Ngr. xaviaigi Korb, Lat. PI. canistra, 
verm. noch aullallender z|^ bestätigen scheint. Indem die 
ganze Endung durch Umänderung von t in k genitivisch 
umgestaltet erscheint). 

'j;^Keisehia (capra) Grellni. S. 226. 1. — • Ung. ketske. — 
Zipp. weiss dazu nichts beizubringen, als kossa aus dem 
Poln. und das Deutsche i zega. 

Kutch (Board) Ous., kutsch Bart Seetz. 

j[ Kitsch Floh Seetz., mit »«AS vgl. Genau stimmt das Kurd. 

ketch Or. Ztschr. IV. 37, — - Bei den Liefl, Zig. angeblich 
retsch mit r; ich weiss nicht, ob Irrthümlich, vgl. cacabi 
u. kesz, 

Knciftav Ich suche Läuse (wjskam) Pchm» 

Kockdrida der liülps. Man lenkockarldy (mich ergrei-- 
fen liülpse) Ich rülpse. Pchm. Ob zu D. kotzen, oder xjl&>- 
^oQ (singultus) DC. mit kerav (facio)? Vgl. noch 1.419« 
wegen des d, sonst aber 159. 

X^^Kaar Schwanz (penis) Rtw., unstreitig Ifind. kärh f 

quadrip.] m. 3Iemhrum virile. Shakesp. p. 575. — Gari 
(o), männliches Glied, min seh weibl. Gl. v. Grolm. S. 98., 
auch garokifs, garikifs Ilodensaek, M-as aber doch 
schwerlich auf aaro (ovum) fahren darf. Gahr Ziemer, 
auch (cauda an penisV) Schwanz Bisch., aber auch gahr 
Schlauch, das doch schwerlich mit gohrno Queersack ver- 
wandt. S. noch Krebs. — Zipp. u« Partes genitales: Karl, 
but karija (des Mannes), dui aar! (eig. die 2 Eier) 
Hoden, pelle Ilodensack; mintsch (des Weibes). — 
2. Quile Bw. II. 151)., quilen (Mentula); chinar o po- 
stin e quilen Circumcidere praeputium penis L. 1.59. Bw. 
Bei Frenkel : und appo ochto tlwes wejeau jon , i tscliawefd 



B. NVöiicrbiicIi. 05 

dl polldiweiiii (puenim ut baptlaareni) , und kardcnn leRs har 
peskre datess Z« Auch niorquilen ni. Bw«, etwa mit 
morsz Mann 9 Kerl Pchnu? Verni., meint Dief.y von Sp. 
coIa (Queue d'un animal , also wolil aus Lat. canda) u. g. w. 
8. Celt. 1. nr. 100. v^l. EU F. IL 52. , oder mit Sskr. kih 
(Palus, Budes, stipes), was aber doch eher zu Zig*, kild 
(s. auch sp. cilo) g'chört. Ich rathe eher, auch eine Hin- 
deutun^ auf kir (Create) Harr, oder Hind. J^ f. Amorous 

dalliance, coition verschmähend, auf Entstellung' aus Pers« 
jf jker nu (Penis) Shakesp. p. 628. Cast. II. 487. ^^Af^h. 

g*ll, Pers. g-ir, Kurd. kir (pcnis)" KIpr, Ap. Poljgl. S.60. 
Kurd. kiri Garz. p. 185. 191. Vgl. Z. Avesta p. 498. So- 
g'AT Estn., niit wunderbarem Eintreffen, kel ('männliche Ru- 
the oder Ceburtsglied ; Ilode; indess auch Glocke; Uhr). — « 
3. *0 pelloj PI. c Hodensack Zipp. Pele s. pl. Egg^ 
the genitals. Huevos, los jenitaics. Sscr. p^la« Bw. — 
Sskr. piMa n. A testiele; im Hindi an'da, an'da, pi^lad'il, 
p^lahada, muschka Id.; Hind. ^aj pelä ni., u. pelar, pel^ 

rä m. Id. — 4. ^^Mifwhi f. Pudendum feminae. In the 

• 

Engl, dialect mitchi. Sscr. madandyudlia. Minchorö 
[Dem.?] m. The bully of a proslitute. EI queridd, d ni- 
fiän de una mujer publica. Minchabar v. a. To produce^ 
bring forth. Parir. Mencha f. Pud. f. Hind. chicha.^^ Bw. 
- — Die bisherigen Ver gl. falsch; s. aber Nemn. Cathol. 
p.l083. Deutsche Provinzialausdrticke : Münze, Muze, Mau* 
ze, Mese, Muschel, Mossel; Ital. mozzo. Aleis Id. r* 
Schmid, schwäb. Id. S. 381. Musch l.Büchschen, 2. Hure 
S. 396. — 5. Beo m. Las partes vergonzosas de una mu- 
jer. ßw. Sskr. bhaga, Hind. i2C^ bhag f. (Vulva), die er 

bereits nennt, mögen wirklich verwandt sein; s. jedoch be- 
nel. Im Hindi bhaga, yöni, tschud'a, tschuta, tschvutl, 
stritshinha. 

^Karo m. Dorn Pchm. karo ein Dorn, o karro, res- 
kero, re Gräte, karallo dornicht Zipp. Karro Distel 
Rtw. und Grellm. S. 224. 1. — Hind. k<änt a m., kantak A 
thorn, spine; Sskr. kantaka (A thorn; a fish hone). DIef. 
denkt noch an erajarda II. 63.; passender viell. an jar- 
res Hecken L,VI.44., wenn man dies nicht lieber zu Pers« 
^L^ zieht. 

^Canro m. Neck. Pcscuezo. Bw. Sskr. kanVha m. (The 
Uiroat) Dief. Berl. Jlib. S.395., Hind. kant'h m. The throat, 
the larjnx , Adam*s applc. — Verm. davon ganz verschieden, 
und auch — falls man auf das k Gewicht legen darf — 



96 III. Wortcrl)acb. 

eben so wenig* zu Zend gura g. Barn. Comni. snr le Y. L 
Not G. und Et F. L Kt7. nr. 79. 80. 9 Sskr. gala, Poln. 
g'arto, Russ. röpAO Dobr. Inst. p. 202.: 

Karlo (Throat) Harr. K'irlö (^uttnr) Alter nr. Sa, knria 
(clamor) nr. 55. s. ob. I. 154. Krio m. Stimme (brdlo?) 
Pchm. Onerlo ni. Neck, tbroat. Pescuözo Bw. Kur- 
lodukallo beiscb (am Halse leidend) Rtw. Gerrlo (also 
mit g', was bei der Ungenauigkeit dieses Scbriftstellers je- 
doch nicht viel beweist), Gurgel 9 aber -gurkejanko 
Schlund BisGh. kurlo, leskero Der Hals unter dem 
Kinn, aber g'urjankos, but gurjanka Schlund, g'ur- 
janko (auch vorn mit k), G. koskero Gurgel (der Vö- 
gel). — Zu vergl. die ziemlich onomatop. W. , Sskr. krika 
Throat, larynx; Böhm, krk (coIlum) u. s. w. Dobr. Inst« 
p. 250., Esthn. kurk (Gurgel); und Poln. krtan', ropmaNb 
(fiTuttnr) I. 1. p. 203. 242. Dem gur janko kommt, so 
viel mir bekannt, am nächsten Serb. Tokaan Oesophagus 
(Spel.-scröhre) , indem dies im Zig. mit neuem Suff.: ko (s. 
1. 99.) versehen scheint. 

Kandih Kehle. Seetz. Vgl. Sskr. kantha, Beng. konto 
(throat) Lebed. p. 69., allenfalls auch Hindi ghänt'i t The 
larynx. — Liefl. Zig. tscherro Kehle (ob wegen Kehl- 
kopf viell. Verwechselung mit Kopf?). 

*Ihirlin (Formica) Zipp. I. 109. 155. 165. Ghiri Kog. 
Cerria (wohl PI.?), gerriakSre gahre (Ameiseneier) 
Bisch. Kirja litw. und daraus das Pchm. S. 51. unbe- 
kannte „kirja, Hind. kiro^^ hei Grellm. Demnach höchst 
wahrsch. Sskr. kita, auch Hind. Id. m. A worni, an In- 
sect, a reptile, a snake, Hindi klla, kida Id., sonst krimi. 
S. krnio. — Auch quirla f. (Ant. Hormiga) sidier hie- 
her, was indess von ocrianse 11.70. zweifelliaft; s. auch 
noch H. 41. und den Deutschen Provinzialausdmck kre- 
mense Nemn. Cath. p. 1640. 

Quiquiria f. Bug. Chinche. Hind. khut-keera, xoQig Bw. 
Wenigstens nach der von Shakesp. p. 619. von khat'-glr 
m. A bng gegebenen Etymologie: Bett -einnehmend aus elf- 
nem Sskr. und Pers. W. , deren Richtigkeit zu bezweifeln 
ich keinen Grund habe, müsste quiquiria, vorausgesetzt, 
dass es diesem gleiche, vom Vor. ganz verschieden sein, 
für dessen Redupi. es zu halten man sich sonst aufgelegt 

' genug sähe. 

Kntti wenig. Schun! kutti! Höre! ein wenig! Tscliiv zig 
kuttl pulvra apry, ke te des karte. Schütte geschwind et- 
was Pulver auf, dass du schiessen kannst. Tikhne pasteite 



B. Worterbacti. 07 

haes meschto. Botzisle katti drorent pekke. Die kleinen 
Pasteten waren sehr gut. Sie waren ein wenig' za sehr 
gebacken* (Bot shacs le Sie waren zu sehr. Bot shaes 
£ut Es Ist viel gewesen* Bot shis kutti Es ist wenig [doch 
wohl: gewesen]). Kuttl lengstedlr, fedidir etwas 
länger, besser. Pokuttl (scnsim) I. 227* Pare kutti, 
ke dral o panig avry awjum Kaum , dass ich aus dem Was- 
ser gezogen bin. Pare kuttl, ke joy na peijas Er wäre 
beinahe gefallen. . Es hat wenig gefehlt, dass u. s. w. 
[Ist pare etwa Gr. nagd Im Sinne von: bei Wenigem, 
beinahe?]. Unter: Nur nicht: Peskere love shaare kelljaa 
apry, köva [so scheint, etwa im Sinne. von: sehr, da zu 
stehen] kutti ke e rachemni nina na kelljas apry Er hat 
all sein Geld verspielt, nur dass er den Bock nicht ver- 
spielt hat. Zipp. — Schwerlich doch zu Vask. guti (wenig) 
oder It. gutta, auch kaum kotte (wo) als Dat. Pron., viell. 
aber zum Folg. 

^Koter m* ein Stück, koter dro Dem. Pchm. Jeckotter 
(mit Art.) Id. litw. kotter, 8ra, reskero Stück, 
Theil, kotter o poch tan (G. -teneskero) Stück Leine- 
wand. Uä, ann adey, me kammaha lester jek kotter te 
chas Ja, bring ihn (den Schinken) her, wir wollen davon 
ein Stücklein essen. Tikno kotter niasf hl mange fedidir 
fsir je tschaaro schach Ein kleines Stück Fleisch ist mir 
besser als eine Schüssel Kohl. Zipp. lleifserdass anni duj 
kotter Er riss in 2 Stücke. LG.; godder m. Graif. Ms. — 
Bisch.: Gotter Stück, gottegottercnde stückweise 
gottagotterende (in Stücken) vernichtet s. I. 186. 228., 
aber preko (in Stücken) Pchm. s. L294. Auch unzweifelhaft 
gotter Docht, jegotter Ohrläppchen, gottergäscht 
Scheitholz , Klotz , Pfahl , gottcrengro Lumpensammler 
Bisch. Cotör m. A piece. Pedazo. Arah. jUdxd. Bw. 

Dief. bezieht dahin jitarrorro m. Rag. Träpo Bw«, und 
Sskr. kanthä f. A rag, und khan'd'a (Piece, fragment); 
ob mit Recht, möchte ich noch bezweifeln* Dem Anschein 
nach könnte es elg. Abi. von einem Pron. sein, viell. als: 
Etwas davon. S. L 258. und das nächste. 

Kova f. ein Ding Pchm. Möglicherweise, und zwar, wenn 
es Pron*, wie kovva (das) Rtw. , sein sollte, viel pas- 
sender als m. s. L 109. 177. 266. hei Zipp. Mitschach- 
kovva [schlimme Sache, oder: etwas Schlimmes] Jammer 
Rtw. — Zipp.: körva (also m.) Sache, koveskero, 
PI. kova, kovengerl. „Jek koova ein Ding, PI. but 
köüva. Aköva heisst: das da, jenes. Ilaaro kuva 
IL 7 



08 m. Wörterbach. 

[aus^estrlclien !] , alle Diogc. DRcha in, te dik tu pale Uro 
kova Geh und bekümmere dich [sieh nach] um deine Sachen. 
Adava hi akkia fsavo koova Das ist so ein Brauch; apo do 
köva auf die Weise , wie LG. pal tuniaro cowa, nach eu- 
rem Gesetz«. Auch: Schwakko temmesti hi Icc^kro kova Em 
jedes Land hat seine Welse; mit der Bemerkung-, dass 
kova ein W. von weiter Bedeutung* sei. Gottlos: Baro 
kova manusch, na denkervela anna dewelisti Er ist so 
ein Mensch (ein Unflath), er denkt nicht an Gott. ,,Baro 
köva manu seh heisst ein böser Mensch, auch ein g'uter. 
Baro kova dfeskero m. Ein (sehr ^uter) herzlicher M. ; 
baro kova mydschach m. Ein sehr böser M. Den eig*. 
Sinn muss der Zusammenhang- zeigen. Das Wort kova 
scheint ein rej;;hter Scherwenzel und NothheH'er zu sein. Es 
wird als ein Subst. und als Adj. gebraucht , und hat ein weit 
g-rösseres Gebiet, als das Lat. res, welches doch eig-. von 
ihm ausgedrückt werden soll.^^ Ein wahrhaft adj. Gebrauch 
des W., doch s. 1.207., folgt aus diesen Beispielen nicht, indem 
B.k.eig. „Ewas Gros3es," ein Wunder, besagt, wie z. B. llUch, 
baro göwa anotschi (grosse Sache im llerzen) Freude, 
aber auch Herzeleid, Schwermufli; vgl. Noth, Strapatze, 
Unfug. — Bisch, gowa Ding, Sache, mit der Pchm. und 
Zipp. unbekannten Yar. doga s« L 8J. ; Geräthe, Zeug; 
Werk; Schicksal. Isma gowenge (Stube für Sachen) 
Vorrathskammer. But gowa doch wohl PI. s. begütert, 
Vorrath. Mer gowa [meine Sache] Ilaabe; gowa hi 
miro [die Sache ist die melnigej Eigenthum. Bios je 
dikno gowo [a? Bloss eine kleine Sache] Zufall. Dew- 
leskSro göwa (Heilandes Sache) Sakrament. Nane gg- 
göwa Es ist kein Unterschied, worin Dief. mit Recht den 
Art. je findet. Vgl. bei Zfpp.: „Ohne Unterschied durch- 
einander Sshalauter kettene (bi köveskero, und 
wohl Lith.: be joklu daiklii).« Bisch.: „A gollis dela 
gowes a goia pral Er giebt ihm Vollmacht In der Sa- 
che ^^ ist hinten dunkel, falls nicht: a goia pral „dar- 
über" bezeichnet, nömlich so dass agoi (dort) und a hin- 
ter Ihm zu pral gehörig; sonst müsste agoia als f. „sie" 
— sei es nun Nom. oder, wenigstens dem Gebrauche nach, 
Acc. — besagen. 

Kola Zeug , viell. als Plur. vom Vor. s. L 258. ; vgl. z. B. 
den Sg. parenö kowa Seidenzeug Zipp. — Köli (un- 
genähetes Zeug) Dph. 

Kuttha (Canis) scheint durch Versehen aus Grellm. S. 223.1., 
wo es richtig als Iliadust. bezeichnet worden, als Zig. von 
Nemn. Cath. p. 811. aufgenommen. S. Or. Ztschr. IV. 19. 



B. Wörtcriiiieh. 00 

Kutta (ünlnee Ko^. — Dior, xielit es zu: riiadweli s. L 
52. At8cli, oke lii toi jek cliadwcli; dscha 'a\u:^ tc av zig* 
paalc. Halt, da habt ihr einen Dukaten; ^elit /i^eschwind 
and kommt bald wieder. Zipp. 

^KatlinU^ katjakro, PI. katja, but katja, Scbeere. 
Zipp. Gatt Id. und g'atteng'ro Scbeerensrhieifer. Bisch. 
— Gadni (ciseaux) Ko^. aus Graft*. S. 43. , woselbst es 
jedoch nach dem Ms. nicht g'adni heissen soll, sondern 
koja ^ag'^eni [wohl g*^ st. tj] und gag-g-ewi [welches 
letztere aber vielm.: TopfJ, oder tsch innabasgri. — 
Cachas f. PI. (Scissars. Tijeras) Bw. mit ch st. tj s. I. 
87. — Sskr. kartri', kariari, karttanf, Hindi katarni, käin- 
tshi (Scissars), kat'Ara (Dag-g-er) von kat'na Couper (Sha- 
kesp. To Gut, to clip), kat'na Etre coupe Tassy, Rud. 
p. 69«, aus Sskr. krit. Mahr, katri f. A palr of scissars, 
kataran'<i v. a. To cUp. 

Ketovos m. der Quasten. Pchm. Vgl. Poln. kutas, kutaslk 
Quast, Büschel. Schmidt, Russ.- Poln. -Deutsches Wb. 1836. 
S. 353. 

Küewawa Ich kitzle, kitolo kitzlich Bisch. Verm. aus dem 
Niederd«; vgl. Holl. kittelig aus kittelen. 

Kettene zugleich Rtw., und S. 37.: tschingerwenes 
[s. 1.328.] ketten! Sie zankten sich zusammen. „Kettene 
Adv., in Gesellschaft, Gegentheil von goggeres, allein." 
GrafT. Ms.; kahrdass kett'ne Er rief zu amnien. LG. — 
K e t e n e zusammen , beisammen , auch k e t a n e u. zu , das 
sich wohl auf Compp. bezieht, wie bandaf ketene (zu- 
binden), gerraf gowa lauter ketene (machen die Sa- 
che ganz zusammen) zurtisten; s. noch: zu -fallen, -flicken, 
-fliessen, -frieren, -ziehen, und Compp. mit: zusammen. 
Blsdi. Ausserdem bei ihm: Marschfertig Gerr' tut ke- 
tene (mach dich zusammen); lauter k. hi (alles zusam- 
men ist) u. verwirrt. Bisch. — Ketenj zusammen (simul): 
halauter kcteny (auch: fshare kettene), alle zusam- 
men. Ghywa hl dicht ketten y Das Getraide steht 
dicht zusammen. Zipp. — Duxene dafür bei Pchm. s. 1.191. 
%%\. — „Catanö Sg«, pl. catancfs fauch jatanes) m., 
catanias f. L. (United, assembled. Junto, juntos). Adv. 
catananiente L. Catanar, cataAar v. a. To assem- 
ble. Juntar. lünd. ckhuthan-^. Bw.^^ Dief. — Der Ursprung 
höchst zweifelhaft. Nach Dief. etwa zu cata (jeder) s. 
ob. u. Sskr. kati, Ilind. UaT Jcetü (Quot?), oder zu Ilind. 

eek kuttah (Together in a heap) Iladlej. Man vergl. aber 
auch a. B. Ung. ketanni (Duplus), kötöm (Ligo); oder 

7 * 



100 • m. Worterböcli. 

Hindi To, praep. kd, hitani^ Hpäsa (aas Plisa By), so 
dass man an dasselbe Präf. als in Zig*. g'S-rik [eig*. zur 
Seite], fort, zu denken sicli nicht abgeneigt fühlt. Bei 
Zipp. ist: i than, Reihe, und Hind. ^Jii tatii f. A string 

with which garnients are tied. 

'j^KoeddoHfehe] (nebia, akro Zipp«) Grellni., koeto Bisch, 
ist Ung. köd s. Pchm. S. VI. 

I kappa Frauenmantel, Decke, welche die Frauen trag'en. 
Zipp* Coppa (Couverture de lit) Kog*. u. Casca. — Kop 
(blanket) vgl. mit Hind. kaprä (linen) Harr. p. 540., ko- 

pee (blanket, clothes) Irv., der Hind. kamli, Sskr. kam- 
bala (blanket) und kapar, kaprä (Sskn karpata m. Cloth) 

sicher mit Unrecht aufführt. — Gappa Matratze, i gap- 
pa Pferdedecke, kappa Teppich. Bisch. — Vgl. Ital. cap- 
pa (Mäntel mit Kappe) u. s. w. mit DC. capa, cappa (Ca- 
racalla, pallium), Comm. Lith. H. 38. 

^Kepene^gos Mantel Pchm. - Walach. cepenegu, Lng. kö- 
pönjeg", s. DC. v. axaQufiayxov (Comm. Lith. H. 39.): 
„Ungari Gepenecum vocant^^. Kurd. kapanek Garz. 
p. 274«, Gr. Ztschr. HL 61., woselbst man mit Pers. 
jLcLi viell. Hindi kapada (Cloth) vereinigen möchte. 

jj Koppe, mal, bei Vervielfältigung^^ Graif. Ms^ s. L 229. 
^KapuviT, das Thor. Pchm., kapikahy Id. Seetz. — Türk. 
yj3y Ung-. kapu (porta). 

iCapucho s. I. 40. 
ttfoy Jciifoy Start (s. stadi) Cap, von Harr., gewiss ir- 
rig, mit iliud. ^^3^ Vhopri zusammengestellt. Vgl. vlelm. 

Frz. colfle u« s. w. Grimm über Haube und Haupt in Haupt's 
Ztschr. Bd. L Heft L — An Haube grenzt sehr nahe 
hoova (A cap) Bry., allenfalls auch noch huffo (bonnet) 
Ko,«:. , wovon hugo m. (eine weibliche Haube) Pchm. ver- 
schieden scheint. — -J-Kuli (A cap) Ous. ist Pers. »^L^. 

Kipsiy iasht (Willow) Harr. Da das zweite W. Holz be- 
deutet, ist viell. das Komma falsch, und das Ganze Comp., 
etwa gar: Gipsy- oder Zig'euner - Hplz ? S. u. kaszt. 

Cohlcr m. Elbow. Cddo. Sskr. kürppara [The elbow; knee] 
Bw, 5 und liesse sich der Vergl. viell. allerdings besser hö- 
ren als mit einem etwaigen Dem. von Lat. cubitus, indem 
das eine der beiden r im Sftkr. hätte zu 1 verwandelt und 
umgesetzt sein können. 

*Kvni f. Elle Pchm.; kuni, Elle, Maass Rtw. und daher 
Grellm. S. 228. 1. kuni; kani [das a vernd. falsch] Elle, 
kuni Maass S. 232», wogegen Alter nr. 173. Mensura als 



B. VTörtcrbach. 101 

fSr das Zig. im Yoc. Petrop. mang'cind bezeichnet, aber 
nr. 34. kun'i TCubitus , Ellenbog-en) beibringt. Goni. 
(Coude), kuni (mesure) Kog*. Kani (^. wegen des a ob.) 
Elle, aber, viell. verdruckt m st. ni: gum mit Var. kam 
Ellbog'en' (Zipp. ellboga) Bisch. — 1 küni, kunjakro, 
kunja Elle. Sso yela i kuni tann ada schukker teletane 
fsochakri? Wie viel kostet [Was kommt] die Elle von die- 
sem schönen Unterrock? — Hind. ^^^i^, ^^^jf kohnt f., 

bei Lebedeff p. 69. im Mixed Indian dial. : cony, kehnie, 
im Civil Shanscrit Bengal lang., wie er es nennt: conj, 
coony (Elbow) aus Sskr. kaphön'i (Elbow) mit Auskernung 
des ph zu blossem h, so dass Hindi kona, konA (Corner), 
Hind. kona (angulus) Schulz p. 6. — s. isicdn I. 65. — 
davon völlig' verschieden scheint. Auch möchte ich weder mit 
Dief. guhni Polster Bisch., obgleich ein cnbital, hieher 
ziehen, s. gdno, noch auch Sskr. kün, woher z. B. kunV 
(Crooked-Brmed). — Eben so wenig hieher gehörig dünkt 
mich : 
-{- Gundschi Ecke. A gowa hl stahr gundschiende Es hat 4 
Ecken [eig. wohl: Es ist zu 4 Ecken- Vgl. I. 175 ff. 186. 279.] 
Bisch. — „Winkel — Kurd, ganisch, Pers. kundsche^^ KIpr. 

As. Polygl. S. 81. , Pers. (vgl. Shakesp. p. 608.) g,;^ 

Angulus, qsi yiavla, 2. Homo gibbosus, pectore introrsnm, 
dorso extrorsum vergente. Cast. I. 470* Sanscr. kuntsch 
(To be crooked). 

Covascarook (The laurel) Bry. 8. I* 148. 

Gowadei, golumbos* (Columba) Alter nr. 164. Mithr, I. 246. 
Das 2. aus dem SL, das 1. viell. Fem. zu Sskr. kapota, 
und jedenfalls , wähne ich , richtiger als das schwerlich an- 
derswoher als von dort entliehene towadei Grellm. S. 225. 
1. 291. 2., welches sein t wohl nur desshalb empfing, um 
es mit einem selbst problematischen tebbuter [Malab. nach 
Alter] vergL zu können. Noch falscher aber,, dem Pers« 
kebüter zum Trotz, Bisch.'s gavadri, tovadri. — Tu- 
ba (i tauba) -i Zipp. aus demD., tovadei als ihm un- 
bekannt bezeichnend, was auch Pchm. S.51. thut. — Biscb. 
pinnest^hra. — Gobarö, ph -reyes L. 

Karwih Kaffee Sectz. Kaum etwasf anders, als Yerderbniss 
aus iiy^5 qaJiwa. 

Kaüiha Sieb. Seetz. 

^Kan Vulc, can (auris) Lud., Bry. Rieh. Vgl. 1.157. nr.5. 
Kan Pred. p. 212. aus Molnar. Kan% gaan' Alter nr. 23. 
— Harr, führt kän aus Ous. an, der aber kian bat; Sjr. 



102 m. Wörtcrböcli. 

Zig*, kenn, Licfl. kana oder kaan. — Mar^sden mit son- 
derbarer V^rläng'erung', so dass wokl das mittlere a zu 
streichen: kanana, als PI. — Harr, kan, kanya [das 

zweite PI.?] vgl. mit Hlnd. ^iS'j Sskr. karn'a Ear; hing-c- 

g^en kanyo (Ear -ring-), Ilind. L^-lT ianaura p. 545., 

was mir eher Adj. za sein schiene, wie S. karn'a n. Earring* 
Y. kärn^a Auricular. Cani f. Oreja Bw., also mit einem i. 
Cani Kog. ist falsch, nur richtig' kan, das nach Dief. auch 
im Bw.'schen Luc. „Kan m. , Acc. sg. es, Acc. pl. en. 
Gand [mit müssigem d?], Ohr, Acc. ganes^^ Graff. Ms. 
— Pchm. : Kan m. Olir, kandro m. das Oehrchen, und 
kandav Ich gehorche, eig. ich gehe Olir, obedio, v^-l. 

Knrd. ghohedem (obedio) und noch genauer llind. LLi^ qLT 

iän denä^ To hear, to be attentive Shakesp. p. 578. mit 
ob. I. 397.419.429. nr.57. — kann, kann, neskro, 
PL kanna. Me dikjum jek tschores [Acc. st. DJ e kanna 
tehele tschinde Ich habe einem Diebe die Ohren abschneiden 
sehen. Zipp. Gann Bisch. S. 72. Oehr, was aber der 
Bachstabenreihe nach eher: Ohr heissen muss, obschon das 
W. auch Henkel bedeutet. Ganneskero reich Ohrlöf- 
fel, gann^skro, wie caningaru Boucle d'oreille Kog. 
Tgl. I. 145., im Hindi karn'abhdshan'a (Ear -ring). — Ba- 
raga csheri Ane, mot-ä-mot, animal aux longues oreil- 
les Kog't p. 37. Es ist vcrm. nur Ein Wort, so dass n 
dazwischen ausgefallen, h aber st. k versehen wäre. Vgl. 
kanengro (Hare) als Langohr, eig-. bloss anritus Harr, 
p. 549. Weder durch purikka (asinus) Bisch, noch Pers. 

^S^ Arm. ^sch (mulus) und D. esel kann ich mich bewe- 

g'en lassen, mit Dief. das Wort in 2 zu zerspalten. — Ilier- 
ans „gandaben folgen, nachfolgen [doch wohl nur im 
moralischen Sinne?], Praet. gandejom" Graff. Ms. mit 
dem Zusätze: „ab les — jemandem ^^, wobei inzwischen 
los als Acc. st. des D. (leste) hinter einer Präp. auffäl- 
lig wäre. — Me kandava Ich gehorche. Zipp. Bisch.: 
gannaf [schwerlich genau !] folgen; gannde folgsam; eig. 
wohl: Sei f., gehorche, als Imper. von gandaf befolgen, 
^andela nit (Er gehorcht nicht); nane ^andlo unge- 
horsam; gäntepenn Zucht [d. i. Gehorsam]. Gandako- 
mande Gehorche mir, was, wo nicht: Commando, den Dat. 
mande (vgl. I. 347.) mit einem sonst nicht leicht erklärba- 
ren Zwischensatze [etwa Präp. ke, Interj.: sieh; oderapo?] 
enthält. Vgl. schun' äpo mangc [mande?] Höre mir zu 
|elg. auf mich] Bisch. S. 109. 



B. Wörterbnch. 103 

Kendevava Ich drücke. Zipp. Gcnäf, zudrücken. Bisclu 
8. I. 3Ö8. 

Me kefidava Ich lese, kende tu und von kendevara: 
kenduY tu, Perf. kendejuni,joI kendede; kendedo 
gelesen. K e n d a v a v, > d c d u ni sammeln z. B. Aehren le- 
sen, was entfernt an ki neben Reap (to cut) Harr, erin- 
nert, das viell. aber vorn ch haben sollte« Kendevav ketteny 
(lesen zusammen) Zfpp. Bei Bisch, aber : g* e n d a f 
lesen, g'cndena sie lesen, was doch kaum — seines k 
weg'en — zu g'inav Ich zähle; lese Pchm. g'ehört. — 
Gentaw les^en für beten v. Heister S. 147. — Schwerlidi 
von Sskr. g-rantha (liber) oder dem von 8skr. swan (so- 
nare) ausgehenden Pers. QvX3|y> (legere), w^as nur vom 

Lesen einer Schrift gebraucht wird. 

Kindo (humidura) Alter nr. 213. Kindo feucht, nass Rtvr*, 
auch Zipp., tindo, i (nass) Sz. und daraus Grellra. 8.834. 
1. und Bisch. Kog. nü durch Verwechslung' von nass mit 
nackt. — Kindepen e brischcndeskro die Nässe des 
Regens. Mohl, kohn kindl kerla cet. Wein, welcher 
nass macht. Zipp. 

{Kinakhsktri schnippisch. Bisch. Etwa von nak, also: nase- 
weis, und zwar mit Relat.: Ki nakeskero, i hl Der [oder: 
die?] näsig [ist?].) 

Kyno matt; kino, i müde Zipp. s. u. Kh. 

*Kinav (emo) Pchm. s. I. 450. nr.26. — Rthw. verking^t, 
verpassen Wldh., verkinjien, verkönigen (verkau- 
fen^, abkinjen (abkaufen) von kinjen, kingen (kau- 
fen) stammt sicherlich von kohne, kaune der Käufer, 
kohnlm PI. v. Grolm. , Hehr, njp vgl. Callenberg S. 90. y 
so dass die Aehnlichkeit bloss auf äusserem Scheine beruht. 

-^Cundus m. Count, lord. Conde. Mod. Gr. xovTr^g. Barl- 
cuntus m. Literall j, The great Count. £1 capitan ö 
Conde de una tropa de Jltänos , — gobernador Bw.S.1.106. 

\^^Conddri f. Beam. Viga. Hind. kandee. Sskr. kan^'a. Bw. 
L. VI. 46. Vielm. Ngr. xovTaQi." Dief. 

'-^Kunara, parva (Ripa) Alter nr. 107. und daraus Grellm. 
S. 223. 1. — Catter kunera vom Lande (Ufer) Luc V. 
3. Fr., bei Bw. aber de la chiquen; jedoch nach Dief. 
auch im Bw.'schen Luc. — Das Pohm. und Zipp. unbekann- 
te W. — letzterer bietet: o evro, evreskero, evrc 
(was Niederd.) — ist Pers. J^UT m. Side, marg'in, part, 

limit, boundarj, edge Shakesp. p. 607., allein auch In 
mehrere Indische Sprachen, s. Alter, eingedrungen. 



104 m. Worterbnch. 

Kanyo s. q. Rod (kind of broom) Harr. Ob zu canna? s. 
II. 72. 

*Kanglt f. (pecten) 9 Dem. kangTöri; kang'Ieng'ero 
Kanimmacher. Pchm. I kan^Ii, G. kang'jakro, PI. 
kan^ja; tikni kang-li kl. Kamm. Key hi kang-lia- 
kri futrala? Wo ist das KammfuUeral ? Zipp. Gang'Iln 
Kamm (aber hahnaf = chanav Pchm. kämmen) Bisch. 
— Harr, kän^ri Comb = Hindi und Hind. ^c^^ ianghi 

(Sskr. kankati). 

^jjKamava von sehr weiter Bedeutung*: Bekehren, wollen, 
wünschen, lieben.^^ Zipp. Dem ,, kammava Schuld (cul- 
pa) ^^ Rtw. — daraus Grellm. und Pred., bei dem zu glei- 
cher Zeit kammawa Debito und ki^mmawa Accusa. De- 
nunzia — zum Trotz, das übrig'ens, der ausdrücklich ab- 
weichenden Angabe ungeachtet, wie kam map en (Schuld) 
Bisch, sich nur auf Aes alienum, — dagegen „i dosch, 
schakro, doscha Schuld, Beschwerde (Me honi dosch- 
V a 1 Ich bin in Schulden) ^' Zipp. auf Culpa — beziehen 
möchte, steht kammav zufolge Zipp. s. I. 355. H. 76. 
nur im Conj. für: Ich bin schuldig, so dass es streng ge- 

* nommen : „ Ich wollte (aber kann nicht — bezahlen) "^ wo 
nicht mit dem Begriffe der VerpQichtung: „Ich liebe ihn 
dafür ^^ besagen dürfte. Jedenfalls scheint es mir gewagt, 
mit Dief. für diese Bedeutung an Sskr. karman (negotium) zu 
denken. Vgl. Hind. JS' Jcäm 1. S. iäma Desirc, wish, 

Intention. 2. iarmma Business. liUl/ kämänä To be of 

use, to be wanted. Auch p. 603. (jUT kamänä (from 

J\f = karma) v. a. To earn. 2. To work, to perforni. 

Akko manusch kamell man Dieser 31. ist mir schul- 
dig^ kamehla man hat mich lieb. Te kammaf (lie- 
ben), kammava, Imp. kam, Perf. kamjum, 3. PI. 
kamle, Part, kamio, kamando. Kamlo lieb. kam- 
lepen dschala perdal e wastingeri Die Liebe dringt durch 
die Handschuhe. Zipp. Vgl. I. 329. 331 — 2., 342 — 3., 
360 ff. nr. 6., 390. — Kamav Ich will. Pchm., über wel- 
che Bedeutung man sich bei ihm nicht wundere, indem er 
stets die Formen auf -av als Ind. behandelt. — ^ Graff. Ms. 
„Gam (game)Imp., Hebe, wolle." Kaman (Volere) Pred. 
aus Molnär, verm. 3. PI. Conj. — Kamele (amat), ne 
kameIe^(non vnlt) Rüd., und kamela Mithr. I. 245. als 
Subst. Liebe, woher noch falscher das W. verm. mit 1 st. k 
vorn Bisch. — Kamelo, kamavva lieb Rtw. S. 20. , deren 
höchstens das erste Adj., das zweite: Ich liebe. — Vgl. 
Harr, kamelo (I love), kam (love), k<äm (desire), 



B. WSrterbncb, 105 

kSmobcn (friendshecp) ob. I. 344 — 5. — Camclar v. 
a. (Aiiiar), aber auch camarL. , canbrar [viclL durch 
Umbildung von ml zu nbr, wie so oft Sp. mbr st mnj« No 
eamelo ser cra j (I do not wish to be a Lord) cet. Bw. 
I. 294. — Bisch, g'amaf lieben, graniaf les sich verlie- 
ben (ei^. wohl pcs?, denn wörtlich wäre es: lieben ihn), 
g'ammaf verlang'en. Kern aha (volunius), mit kürzerer 
Aussprache, u. berathschla^en. Auch rechnet Dief. hieher: 
A ^olleskc nicla, was nach Hin Überziehung* des ke zu 
' mela etwa: „Ihn liebt er^^ heissen könnte, doch s« L 
268. Gammäpenn Wille u. s. w. L 139. s. auch Vater- 
landsliebe. = koba g^amaben Graff. — Gämmlo willig, 
zahm Bisch., schwerlich, wie Dief. meint, aus S. gräm ja 
(domesticus, cicur), sondern kanilo angenehm, lieb Zipp., 
und daher g-ammeräf I. 430. nr. 6. — Kammle romni 
Hebe Frau Zipp., vgl. I.- 177. und rocamblo m. (Ami- 
^o), das Bw. falsch aus Sskr. raksha (Protecting*) , schön 
aber Dief. aus ro = rom, also: vir amatus deutet. 

-^Cttmorraf. Hall, Chamber. Sala. Hind. Cumra. Germ. Kam- 
mer Bw. Wenn er unter dem Hind. W. nicht das Pers. 
ytf A girdle 2. An arch Or. Ztschr. HI. 59. , auch J^ 

versteht, so kann er nur auf das übrigens verwandte Port. 
Wort camara zielen , welches als \^ kamarä m. A Cham- 
ber , a rooni ins Hind. drang- Shakesp. p. 606. Vgl. Harr, 
p. 543.: „Cell (room) Kamora. Camora, Portuguese." 
und p. 552. „Room — Kamora-mas, kamoras^^ mit 
einem dunklen Zusätze. In g-ammona Kammer Bisch. Ist 
wohl eben so wenig* n st. r verdruckt, als in klamdnl 
(Laas, Noegle) aus: Klammer s. I. 9L Der Gebrauch von 
Camin Rtw. Bey tr. S. 5. , Kamin , Kamine von Grolm. st. 
Kammer in der Diebessprache beruht verm. auf willkührli 
eher Verwechselung der beiden Wörteir. 

^Cambana Glocke Rtw. Cumpahni, g-ambahni, bor- 
löge u. s. w. (Uhr) v. Grolm. S. 128. Kampani (en 
Klokke, et Uhr) Dph«, und auch. wohl mit Einwirkung- des 
End-i aufn: gambäua f. pl. Sacknhr« Pchm* — „Gam- 
bana f. Uhr (nicht von kam, Sonne)" Graff. Ms. — 
Gampana Uhr, Taschenuhr, gampano [alsom.VJ Glocke, 
dikno gampana (kl. Gl.) Klingel, gampanakero 
kehr (Uhrgehäuse) u. Gehäuse Bisch. — 1 kambana, G« 
nakro Glocke. Gampana dschala Die G« lautet (eig'. 
geht) Zipp. s. I. 131. — Kraus ßndet die Ilerübernahme 

. Italienischer Wörter wie cambana und sapuni (Seife) 
anlTällig. Auch Alb. xaf.inavi Glocke , i(ov/,i7i(n'a Klingel. 



106 m. Worterbneh. 

,,Kambana (Cloclie), en gtec mod. xufmava» Gani- 
baing'hero Horlo^er.^^ Kog*. 

Ctmhee Fooco. Pred. p. S65. 

Cumbo and cumbee (A hill), '^dtmbo and cumho (A monn- 
tain) 3rj., der p. 392. ein angeblich Pers. oder Hind. 
conbeh vergl. wissen will. Schwerlich, wie Bergkamm, zu 
Engl. comb. Beide Zipp. nnbekannt. — Dombo (collis) 
Alter nr. 108. Grellm. S. 2^. 1., dombos Pchni. S. VI. 
n. 38. Damba Berg", dikno dumba, wie Zipp. tikni 
oder wutschi berg'a (kl. Berg*; wutscho klein, auch 
leicht) Hügel, moljengeri dumba Weinberg, parrcs- 
kSro d. (steinerner B.) Fels, dumbado teium (gebirgig) 
Bisch. Aus Ung. don^. 

*Kovlo weich, kovlemoskero weichmänlig ; s. I. 422. 
nr. 8. 432. nr. 18. Pchm., kaulo weich Rtw., kaulo. 
Comp, kanlidir Zipp. Koblo, i Sz. Gowlo mit Yar. 
goblo, weich; gowlo, welk, mürbe, goblo sanft, 
köwio wihno verwelkt (eig. mürbe geworden, vgl. ver- 
härtet; also wohl ohne Beziehung zu. Lat. vietus u. s. w. 
Et. F. I. 230.)- Bisch. — Im Hindi komala (Soft, bland, 
.meek, tender), Hind. ^a^^ Sskr. komala. — Etwa dahin 

auch: 

Khwo abgestumpft, und k&wa (nach den Bericht kowo) 
abgelebt? Je puro rom hi köwo Das ist ein alter, ab- 
gelebter Mann Bisch., was viell. bloss: „Ein alter M. ist 
der^^ helssen könnte. Zipp. Gespr. 18.: Schon ganz ko- 
ya [so mit a] mc hom ada dräSba Ich bin schon der Arz- 
nei ganz überdrüssig. Doch s. ob. kova. 

yjKavudoI Have a care! Irv., der Pers. j^^^j^ ihabar-där 
1. Adj. Careful, eautious. 2. Interj. Have a care! Shakesp. 
p. 355. vgl. Erinnert sonst an Lat. Cave tibi! und -do 
bei Zurufen." Dief. 

Keld Leinwand, Hemd Seetz., s. gad. 

Kaly Ziege Seetz. 

^Kalo (niger) Alter nr..209. lieber dessen Gebrauch für: 
Zigeuner s. I. 27. 33. 39. Die Bhilla's unterscheiden sich 
selbst in Ug'gVala (glänzend, weiss) und Kdla (schwarz), 
womit sie reine und gemischte bezeichnen; also in einem 
völlig andern Gegensatze, als Zig. Kalo, Pärno. Lassen, 
Alterth. L 368. S. ihn auch S. 389., und über die Kdl^ 
S. 370. — Kalo schwarz, dunkel, Kahlo Zigeuner Rtw. 
— Kaie por schwarze Federn Rüd. I. 68., Kalo Zigeu- 
ner. 79. -* Kalo, käälo schwarz; kali zocha schw. 
Aock. Zipp. — Acola Rb. mit einem Vorschlage^ wie bei 



B. Wörterbach. 107 

Kog. apono Blanc, allullo Roagc. — .Engl. Zfg>. kau- 
lo, Türk. Z. cag'Iec fwolil fem.; w^g'en des g' s. pag- 
nec Watcr, so dass es also verin. Monillirung' anzeigt] 
Marsd«, Pers. Z. kala (Black) Ous. — Conioc [wahrseh. 
/(Qpi., vgl. I. 162. die Note] Soot. Ferner Air — yar- 
row [vgl. Welsch awjr ni. The air, the skj, und Lat. 
ava, a€rj, also Beval [Wind, hreathj caulo. Canll- 
h a n (Black) Br j. , das Rieh. Black , a hlack celonr wieder- 
gebend nnd als Noni. ahstr. s. I. 134. misskennend mit Sskr. 
warn^a (Farbe) comp, betrachtet. — Kaleeka palooAn 
ink> holder Irr. s. u. paloo A cnp, aber auch lock, und 
vgl. Hind. ^\S iäti Adj. f. Black, auch Ink. Sonst \^$JiS 

tälak Blackness. — Harr. p. 538. kälo (Black), p. 540« 
(BUie) aus Hind. ^l^ Jtä/ä Black, dark, S. kala. Kälo 

yak (Black eye), Hind. kala-änkh; vgl. Pchm. kaieja- 
khengero schwarzäugig. — Kalo, i (niger, ra) Sz.s.I. 
111. nnd daraus wohl die Varr. nebst kala Bisch., der 
mellelo für schwarz gebraucht. — Gales, Sg. Calö, 
Calorö, f. Calll Gypsey, a hlack; callardo Adj. 
(Black. Negro) Bw. p. ''21. — Kalo (niger), kalöro 
flchwärzlfch (subniger), kalt f. (axungia). Daher Kalo 
1. Zigeuner, 2. Rauchfangkehrer. Kalardi f. (culina) von 
kaTarav Ich schwärze. Compp«, wie kaleszereskero 
schwarzköpfig u. s. w. 

y^Calis dfjvaQia L. verm. das Entgeg. von äanga.'' Dief. 

Kilo (Palus, Pfahl) Alter nr. 129., wo es mit Sl. kol' vergl. 
wird. Vgl. Conim. Lth. H. 57. Kilo Pfahl Mithr. I. 245. 
mit Mult. kli , d. h. wohl Hind. ^ kil (S. kila) f. A small 

nail, peg, tack, the coro of a bile, vgl. Doch kylo ein 
Knüttel, Prügel Zipp. s. cilo u. 1.94. kaar. — Dagegen 
, keula Keule; und: Me kurawa i keila andri Ich schlage 
die Keile ein. Zipp. 

*Callicoe Yesterday Bry. So auch Rieh., dem es für Hind« 
kul>ko mit einer Postpos. gilt, und daraus Mithr. IV. 83., 
80 wie Bisch. — Kaliko Yesterday Harr. p. 557. mit 
Herbeiziehung von Hind. ^ hal (S. kalya) m. To-morrow, 

yesterday. Sonderbarer Weise also sowohl: morgen als 
gestern. Vgl. Hindi kala (Morrow) , kala, gatadiwasa (Ye- 
sterday) parasom (The day before y.); Sskr. kalli Ind. 
To-morrow; kalya m. The dawn or break, of day. 2. Ye- 
sterday. 3. To-morrow. — Eben so Zig. theisfa (ge- 
stern), thetsfirla (morgen) Zipp. Ferner Liefl.Zig. kal- 
liko, Syr. beterdy (cras"), aber wagodiwes (s. II. 



108 ni. Worterbttcli. 

77.), Syr. wrat^ (herl) s. I. 79. Endlich Bw.: Calli- 
caste Adv. (eig-. Dat.) Yesterday. Ayer; allein callieö 
und, viell. mit Anklang* an Lat. clarus, claricd ni. 
Dawn. Madrng-äda. Pas-callicö ni. The daj after to- 
morrow. Pasädo niaiiana. • ■ 

*jjO koliny hohleny Mhlin^ G. kolinneskro, koolin- 
g'eskro, PI. kollnja, köhllnjia, but kohlinja Brust. 
Tschutst;hi heisst die Zitze.^^ Zipp. I goolja, coli cai 
nit pijenn Die Brüste, die nicht gesäugt [eig*. getränkt?] 
^haben. LG. Kolin odor koli Liefl. Zig*., aber bei den 
Sjr. sina aus Pers. »JU^, kolin ni. (pectus) Pchnu, Rtw. 

Kelln [so mit e] Brust, aber per Bauch Grelhn. S. 227. 
1. Daher viell. kelin, pörsch [an Brust erinnernd] Pol- 
trine. Kog*. — Gohlin Brust Bisch., aber auch g'ohl 
Schoos. — Bei Zipp.: GannI Schooss. Leb tu e tscha- 
wes ana totte [?] gannjie Nimm das Kind auf deinen 
Schooss. Vg^l. Je g*ane-gaseht Armvoll Holz Bisch«, 
welches DIef. inzwischen zu gdno stellt, wozu es viell. 
. aber so wenig gehört, als zu kun'i (Cubitus). — Shakesp. 
p. 615. hat nicht bloss Hind. ^^ iaulä 1. Corner (of a 

room etc.), 2. Embrace, armful, grasp of thc arnis. A^ 

Jcauti f. The grasp of the arms, the embrace, sondern auch 
jJ^A-o/^ Lap, bosom, embrace. ÜU!^ Jcoliyänä v. a. To 

take in the lap, to embrace. Vgl. Sskr. kröd^lkaran^a Em- 
bracing von krod^a Breast; inzwischen auch Mahr, kawal- 
ran'e v. a. To embrace; kawalrd f. An armful. 
^Koliba Hütte Pchm., aber S. 23. kholiba Baude. — Ngr. 

xakvßi, Slaw. l^OA^Ba Kopit. Glag. p. 74. 

ISinVa angeblich Sskr. gula [gala, also Gurgel?] Pchm. S.VIL, 
ohne Angabe der Bedeutung. St. Böhm, kaulo S. 5 4. = S. göla ? 

"^Qinllaba f. (Prune. Ciruela), aber harero m. Plum-trce. 
Bw. — Kjavcn Pflaume; jek kiavvi, but kiavja, 
vjakro Zipp. — Hadlof Bildqngsgesch. S. 217.: „In Ar-- 
nienien und Georgien, der Heimath des edleren Obstes führt 
die Pflaume den Namen: Schluer und Kliawl." Vgl. Ncmn. 
Cath. H. p, 1071., woselbst aber auch üng. szilva, Czech. 
sljwa (prunus), worauf Pchm. S. VI. Zig. t'hilava f. das 
Obst, 2, die Zwetschke bezieht. 

ColcorQy Jcorloro I. 274» nr. 11. — Zipp. Tu ha pandavoe- 
ha kokerd akkia (du glaubst nicht allein so) Ihr seid nicht 
allein dieser Meinung. Egomet ipse etc.: Me kokero hom- 
roes. Me dikjum mree Jakensa Ich bin selbst gewesen. Ich 
)iab^ ni|t meinen A. gesehen. devel kokero penjas Gott 
gelbst h^t gesagt. Tunie kokeri shasti pennela [-ua?] Ihr 



B. Wörtcrbucli. 109 

selbst könnt sa/^cn. Pennen tu nie kokerf Sag't selbst. Jol 
kokeri Sie selbst. — (lOg-g-eres Aclv. allein. Graff. 31g. 
Krio (aniarus) Pchni. Klrko bitter. Pepperi bi kirko Der 
Pfeffer ist bitter. Adova hl akkia kirko, fsir okko g'alla 
(kn'/uni) Dieses ist so bitter, wie eine Galle. Zipp. Kir- 
i\j kirkjakero neben branjinta (brawinta Alter 
nr. 180., offenbar nicbt: Wein) Zipp. =: kerki Brannte- 

wein y. Heister, S. 146. Vgl ob. I. 163. — Zu Sl. FopcK, 
Böhm, hor'k^ (aniarus) Dobr. Inst. p. 102., also eig. zu 
g-? Oder aus Mabr. kat'u, kad'u Id.? — Biscb. bat für 
bitter, herb bloss: nane latscbo (nicbt gut). 
Kino faul, krnova-v Ich faule Pchm. S. I. 422. nr. 9. 471. 
O kascht kirnijas Das Holz verfaulet [vielm. Perf.|. Kir- 
no faul, zunächst verni. bloss in physischem, allein dann 
auch In moralischem Sinne: „träge, bequem, faul^^ Zipp. 
und sogar Alter nr. 191. kiruö (segnities). — Kaum 'ixk 
Sskr. kun'apa (Foul smelling, stinking) , sicherlich nicht 
aber dschirua, nach y. Bohlen's Vermuthung. 

*Kfmo m. Wurm, Dem. krmdro Pchm., kirnid (vermis) 
Alter nr. 145., kirnio Rtw. kirmo (Wurm, Raupe), 
meskero, me; keeschiskero kirmo, im Pers. »Iaj j»,r, 
Seidenwurm Zipp. Cremen f. Worm. Lombriz. Bw. 
Gerrmo Wurm, PI. gerrmö Gpwiirm, gerrmölo wurm- 
stichig Bisch. — Sskr. kriml, Mahr, kirlma m. A worni, 
an insect. Et. F. I. 84. 

Karte dav Ich schiesse (s. dav) Pchm., karrie [wohl un- 
vollständig] schiessen Rtw.^ aber kärj Grellm. S. 237. 1. 
GarSpen Schuss I. 139. A jow a dijas — pes tele 
garrie Er hat — sich erschossen; wie — jekes tele 
tschurrje — einen erstochen; allein sonderbar das erste 
Wort in: Garrie guraf erschlagen. A ganna me gar- 
riwawa i buschka tele «Jetzt drücke ich das Gewehr ab, 
aber garrjaf Id. und garraf schiessen sind wohl bloss 
selbstgeschaffene Formen. Bisch. Tedaf karie oder 
karje soiiiessen, eig. einen Schuss geben; puschka, ka- 
rapaskiri Flinte Zipp. — Dief. denkt an Sskr. kri (To 

cast, throw), auch Jacnlari Westerg. p. 73. 

-J-Äoro (coecus), korlpen m. s. 1.137. Blindheit Pchm., viell. 
zgzg. aus korero blind Rüd. I. 66., corroro (luscns) 
Bw, vgl. I. 275. Koredo Harr. p. 538. s. I. 126. Kil-. 
ralo [etwa 1 st. r Dissiniilatlonshalber?] Zipp., gorolo 
blind, göhrölo [das Kürzenzeichen neben h wohl verdruckt 
st. des Gravis], scheel. Bisch. — Pers. jSy Kurd. kor 
n. s. w», schwerlich aber Sskr. kana. 



110 HL Wörterbncfa. 

O howro, horo Futterhcmd (Fraaenkl.) Zipp.- Kolia* ?oro 
IB. Jacke Graff* Ms. Koro Rock, moriscliiii^skero 
fcöro (pcllicea vcsils) Pelz, aber g'ohro Bisch. = koro 
Wamms Rtw. Das von Grellm. S. 832. 1. nicht ^Ificklich 
mit Hind. kurti Yg[* koro Rock erklärt Pchm* S. 51. nur 
als khöro ein Maass (Bier) zu kennen. Wohl nicht zu 
fcola s. ob. — Hiehcr, frag't Dief.: 

Cmrrandi f. Veil. Mantilla. Bw.? Indess 

Oirrandea f. Fiat roof of a house, terrace. Azotea. Bw. lässt 
rathen auf Curar weg'en Sp. azotar, oder auf: 

Kxrach To hide Irv., das derselbe nicht sehr glaubhaft auf 
Hind. kurakna To trepidate (occasionall^) bezieht. 

^Kora, czilka, baria (Cortex) Alter nr. 135. Das erste 
ist Poln. kora u. s. w. , das letzte, auch borcka, Rinde 
Rtw., Deutsch borke, das mittlere Hind. Daher auch wohl 

^Goria Stöpsel Bisch., wenn es nämlleh nicht zu dem 

wahr:^ch. aus cortex verderbten Kork g'ehört, sondern ieni 

Poln. korek entspricht. 
KmrkjtU* (radix) Alter nr. 136. würde, falls man statt des 

«weiten k ein n setzen dürfte, noch dringlicher an Slaw. 

koren* (Dem. Poln. korzonek) mahnen. 

Mhhra Stunde, kohrakeri gampana Stundenzeiger Bisch. 
Ooora Luc I. 10. Fr. Yacorah (An hour) Bry. , was 
Rieh. p. 476. mit Hind. jek g,huree vgl.: und so viel Ist 
wenigstens richtig, dass auch ersteres das als Art. dienen- 
de Zahlwort einschliesst. Harr. vgl. p. 548. jekora mit 
Hind. ^y^ [^ quadrip.] gharJ An hour, or the space of 

S4 minutes 2. An Instrument for measnring time, a clock, 
watch cct. Shakesp. p.654., aber hora Clodr, watch p.543. 
mit Sskr. hdra', welches jedoch anerkannter Maassen (s. Co- 
'lebr. Brahmag.) im Sskr. bloss ein ans dem Gr. aufgenom- 
menes Lehnwort ist. Yoroo (Watch) Irv. — Entweder ist 
Bun das W., viell. mit einem, dem Ung. kor, kora (tem- 
pus) mehr zusagenden k, Lehnwort aus äga, Lat. hora, wie 
öri (Uhr) Pchm. S. 63. oder i schtunda Stunde, shar- 
rl stunda eine ganze St. aus dem D.; oder — wogegen 
freilich das o streitet — muss für ein Indisches Erbstück 
gehalten werden: Hindi ghad'i, ghanYa (llour), bälii 
ghat'hi (Hourglass; eig. Sand-Uhr), ghad^i.Horologe, watch, 
dock, bell. Sskr. ghat'i (The G'har'i or Indlan clock, a 
plate of iron or mixed metal on which the hours are Struck), 
ghanYa (A bell) etc. — S. rioch cana Bw. 

Kahraf rücken. Bisch. Bei Zipp. Spill is [entweder Conj. 
st. Imp. s« I. 464., oder der letztere mit 11s, les: Stoss 



B. Worterbncli. 111 

es, dm] duridlr, oder; K^r tot ddriddir Rück weiter; 
wohl nicht: Mach dich weiter, ans dem Folg'. 

^ Khav s. L 427. nr. 51. 462. mit biiti (Arbeit, nnd dann 
Insbesondere Schmiedearbeit) Ich schmiede Pchm., wie Te 
keraf butin arbeiten; keer b., arbeite; nie fcerdum 
adadives but butin Ich habe diesen Tas;' viel (Arbeit 
g'emacht) gearbeitet. Ssafso keria Waldsclios paial Der 
Deutsche macht*s (älTt) dem Franzosen nach, wie Bisch, 
g'erraf a goilis palall (machen jemandem nach) nachäffen 
Yg'l. nachmachen. Me kerava Ich schaffe d. i. mache; 
man hi but butin leha Ich habe mit ihm viel zu schaffeii 
[Arbeit]; dik, te loes maaro [Sieh dass du Brot bekommst], 

' schaffe Brot Zipp. zu Grellm. , woselbst er „limangi fdr 
\h mange Nimm [besser wäre: Li um Ich habe genom-* 
men] für mich" deutet« — Kerdom les Ich habe es g^e- 
than. Rüd. I. 77. — Harr. Kir (Create), kar Do (to 
do) als Imper. vgl. I. 319. 348. wie Zipp. ker tu, PL 
keren tume. Ma keer lis [neutr. s. L 246.] Thu das 
nicht* — „Keraben, besser [?J g-eraben, machen, Im- 
per. ger (gere), mache, thne« Gerela pes Er verstellt 
sich [vgL 1.260.]" Graff*. Ms. — Gerräf machen. Gcr- 
raha tschomoni Wir machen etwas s. I. 352« G. ke- 
t^ne packen, ketSne g., pressen. Gerraf les [pes?] 
recht but [machen es recht viel] prahlen. tschükkel 
^erräla peskere porrjaha Der Hund wedelt mit dem 
[macht mit seinem] Schwänze, aber guraf heriiiaha [mit 
dem Beine schlagen], strampeln. Gerraf gaschtas [ist 
s zu tilgen oder a davor verkehrt st. e?] tele Holz fällen 
[üig. niedermachen, nicht -schlagen]. Bisch. Vgl. Pchm« 
S. 54. Delas pre pchuv o kaszt Er gab zur Erde d. H. 

. — Querar, querelar v. a. To do, make. Hacer. Qnc- 
reladores (factores) L. XXIL 25. Querdi Part. Pass. 
(Done. Hecho), Pers. »3 J' Bw. = kerdo L 39 L, Sskr. 

krita, Hind. oJ^ Made, done, performed; fit, proper von 

LjjT V. a. To do, make, perform, effect, act, avail, set, 

thrust, use, coire. Shakesp. p. 594. — Karoo. (Business) 
Irv. Viell. so auch curriel m. Trade, business. Oficio. 
S. karan^a. Bw., obgleich es auch an kinav (emo) s. ob. 
nnd curar (To strike, aber auch To do, work s. sp.) 
erinnert. — Die vielfache auxiliare Verwendung des Worts, 
z. B. In Ver|)en I. 203. 411. und Nomm. 144., wie sogar 
tautologisch In kerlbnaskero Arbeiter, Gesell (Freund 
Pchm. S. 64.) , gis. Arbeit thuend , ob. L 138. , Hind. \^ 

iaw^erä (from S. karma) m. A workman, journeyman, as- 



i 



112 IIL Wörtcrbiicji. 

sistanty hat bereits Bopp in seiner Rec. von GraiT. ange- 
deutet. 

Weiter hat Dief. unter dieser Rubrilc mehrere Formen aus 
Bisch, zusammengestellt, dessen sog, Inff., wie z. B. peaf 
(fallen) ohne das nöthige r, eitel Rauch sind. Daher mö- 
gen einige hieher gehören, obschon ihnen r fehlt, vgl. I. 
310. So namentiich durgeaf s. I. 440. nr. 16., mas- 
geäf (Fleisch machen) gotter ende, [d. h. in Stücke, 
wie zer-bcissen, -kratzen, -quetschen, -treten], woge- 
gen pahschkaf zerfallen, wenn man es nicht etwa, wie 
„zerfällt sein^^ (vgl* dort zerlegen, zertheilen d. h. halb 
machen), nehmen kann, des immediativen Sinnes wegen sich 
eher zu Ch 11. [k st. j?] schlagen müsste. Geaf a gl an 
(vornehmen) ist eine aberwitzige Jlbstraction, die nebst 
mehreren anderen Formen dieser Art eig. dem' Pcrf. von 
lav — und nicht gejum zu xav — angehört. Gorraf 
chor (tief machen) u. vertiefen kann nur etwa von einem 
Graben stehen, allein nicht im Sinne von: tiefsinnig sein« 

Für nicht hieher gehörig, obschon zwangsweise so deut- 
bar, sondern als blosse Verderbnisse erachte |ch: 1. „Me 
kawa te gerrela Ich will machen lassen ^^ enthält wahrsch. 
kamava (Volo) s. ob. I. 361., wie auch schon Dief. be- 
merkt. Tndess würde ich mich auch nicht, wie Dief. thut, 
gegen mekawa aus dem Grunde sträuben, weil dies ge- 
wöhnlich dem Frz. „Je laisse^^ und nicht „Je fais faire ^^ 
entspricht, da der Zig. leicht sich zu buchstäblich dem 
Deutschen anschloss. Uebrigens wäre dann das Wollen 
bloss In dem futuralen Präs. gelegen. — 2. u. verschrei- 
ben: A jow a kcla [wohl mekela d.h. Er lässt, s. ver- 
miefhen, wo nicht st. gerrela s. I. 379.] te tschhiela Er 
lässt schreiben. — 3. Me keläwa te dikkawa man Ich 
mache eine Probe. Man könnte an kelawa (ludo) denken, 
noch eher vielleicht als an kerava [Kst. r] Im Sinne von: 
Facio ut videam , wie Dief. will. Möglich indess wäre 
auch entweder eine aus der 3. Sg. um 1 vermehrte 1. sg. 
Mekeläwa „Ich lasse", oder eine aus mehreren Wörtern 
zusammengeflossene Form st. Mek lawa (Sinas sumam 
ut — ], wo nicht Me ke [sonst in Selbstaufforderung eher: 
te] lawa [Ego ut sumam!], also etwa: „Lass mich neh- 
men, damit ich*s ansehe mir", falls man nicht das Pron. 
lieber auf das Nelimen bezieht. — In einigen Fällen ist 
zweifelhaft, soll man sie hielier, oder zum Fojg. q. v. zählen. 
Kerdu (coquere) Alter nr. 242. S. I. 428. nr. 52. Kere- 
wavva sieden, keropaskro |das o darin gewiss nicht 
ohne Bedeutung] Koch lUw. — Kerjevava kochen Neutr. 



^ B. Wörterbuch« 113 

von kercvava kochen. Chan ada kadinlakro masfester, U 
meschto kerndo [vg^L weg'cn des u I. 418.], Esset von 
diesem Hühnerfleisch, es ist gut gekocht. Zipp. — Ge- 
raf [?] sieden, kochen, geraf tele abkochen, gere- 
paskro Koch, Garkoch. GerSdo hl o mas Das Fleisch 
ist gar [verschieden von gerrdo fertig] Bisch, s. I. 391« 
' - — Cerru (Bouillir), ceddo (rotlr) Kog. wohl mit c st« 
k, nnd letzteres entweder mit cerebralem d (so muthmasst 
Dief.) und Imper«: oder Part«, dem r vor d abhanden ge- 
kommen. — Qucrabar v. a. (To cook. Guisar. Vid. 
jiribär. llind. kurna [?J ) Bw. , woza auch unstreitig scherz- 
hafter Weise sowohl um seiner Gluth als um der Laut- 
Aehnlichkelt mit Span, guisir willen Querosto (Agosto) 
L 116. JIribar V. a. (To cook victuals, to curry. Gul- 
sar) sicher ohne Beziehung zum Engl. curr^. Ob auch gu- 
rubano m. Pastry-cook, Bollero hieherV — Karvit, 
haben To cook Harr, scheint, wie gerraf chhabben 
(zubereiten die Speise), das Komma verlieren zu müssen, 
lieber das t s. I. 344. - Es erscheint übrigens auch öfters 
bei Kog., und zwar Einmal in latsakerlt (Vendre) durch 
Druckf. st. 1 bei Grellm. S. 237. 1.; sonst aber in mehre- 
ren, ich weiss nicht ob Roberts entnommenen Wörtern: 
Chinglet (Dechirer) s. Lex, czingerav; pirronit 
(Ouvrir) s. Bw. pindrabar. Oefters verm. mit Präp. hin- 
ter sich: sellltapraa Relever [Casca hat. Indem er es: 
entdecken übersetzt, reveler damit verwechselt!], sellita- 
ria (Oter) neben sei (Empörter), wie kellitapra a [so 
a getrennt!] Enveloper, worin man apre I. 292. nr. 3., 
für das mittelste auch allenfalls abri 301. nr. 20. zu su- 
chen einigen Grund hat. Schivitadraa (Mettre dedans) 
schlösse adra289. ein, wie chivvitaleya (Abattre) die 
Präp. tele herab, wogegen schiven (Mettre sur) Sirn^ 
plex wäre gleich czivav. 

Gerraf motschia [zubereiten, oder: gar machen, Häute?] 
gerben. Bisch, könnte noch eher als Triall gerraf (um- 
rühren) nach gerraf (facere) hinüberweisen. Sonst vgl. 
sich allenfalls Sskr. kridsch (Assare, torrerc), allein noch 
besser Mahr, kad'han'^ v. n. To boil; kad'hai f. A largc 
pot; kad'hi f. Curry (the dish) vgl. Shakesp. Hind. karht 

A dish consisting of the meal of pulse dressed with sour 
milk. Kärhä m. A decoction. Hindi kad'aha Boiler, kettle. 

• 

Kürav schlagen, klopfen, kuriben m. der Krieg. Pchm. s. 
I. 391. 468. Vgl. kuroben 131. 133. 134. 137. (Grellm. 
S. 231. i. hat Alles, auch kuroben schlachten, was je- 
U. 8 



114 m. WSrterbiicb. 

docb daselbst aus: Schlacht verderbt worden 9 viell. bloss 
dem falschen „ treffen ^^ st. Treffen zu Liebe , aus Rtw* und 
Alter, und aus letzterem namentlich kutwnaskrp Soldat 
mit falschem t st. r. Bei Bisch, ist dann dies kutwnos- 
kro aus Grellm. S. 294. 2. sog'ar als falsche Var. unter 
den- Art. Sohn, g-erathen, statt als neuer Art.: Soldat 
einen besonderen Platz für sich einzunehmen). Aus kurep- 
pen, paskero, pena (Schlag*, Schlagen, Krieg*, Schlacht) 
ist reg'elrccht kuremaskro, kurepaskero (eig-. Schläg'cr) 
Soldat Zipp, hervorgegangen; ferner g-urmastcrom Id. als 
Comp. mit rom (v]r)WIdh.; kuromang-hero (fantassln) als 
bloss wiUkührlich von Kog*. zu dem, aus Rtw. bei Grellm. ent- 
lehnten PI. kuromang'rl (Fussvolk) hinzug'edlchteter Sg*., 
obschon diesen wirklich Harr. p. 554. , übrig-ens fälschlich 
auf Pers. ^IT verweisend, s. I. 135. bietet. Vg'l. auch Irv. 

koorumunguree (Soldier), das, indem schwerlich eine 
Soldaten -Frau gemeint sein kann, die überdem in Polyan- 
drie leben müsste, durch die Endung* sich als Plur. ver- 
räth. Kuremang*render (von den Soldaten) Rtw. S. 38. 

— Harr.: kuren, kuru Battle (combat); kuren, kura- 
ben (combat); knrin, kuren (Flg-ht); knran (Fig-hting*), 
kutta kuran (Hard fig-hting*), worin das erste W. allen- 
falls auf Sskr. kat^hina, kat'hara (Hard) oder kat'a (Much, 
excessive) zurückg-ehen könnte. Auch Cuff (a blow) — ku- 
ren (Fighting* a battle). S. ob. T. 134. 329. Guren, mä- 
ren Battre. Kog*. — Kooa fechten Rh«, cua (Tirer l(?s 
armes) Kog. haben eher r verloren, als dass jsie zu Lith. 
kowä Kampf, Gefecht) gehörten. Aehnlich wäre das Ver- 
halten In tschoren, tschoa Voler Kog. — Codesman 
(Beat him) Bry., welche Uebersetzitng Im Imper. sich nur 
rechtfertigen Hesse durch Annahme der 2. Sg. Conj. mit 
etwa cerebral gesprochenem d st. r; wahrscheinlicher ist's 
Perf. s. L 346. Vgl. Ada pettalingero kordjas ada 
fsaster avry Der Schmied hat das Eisen ausgeschmiedet 
Zipp. von me gurdom, Part, gurdo Graff. S. 18 — 20. 

— Koor (To flog), koolee, kooliskee (Flogging) Irv. 
Verm.hieher auch Liskeedo! [für kooliskeedo, meint Dlef.]. 
Korebazeedo! „used by the bystanders to animate a 
person fighting.^^ Schwerlich zu Lith. kullu (Ich schlage); 
allein ich möchte pron. Dat., wie leske I. 247., a go- 
liske 268., im Sinne von: „Auf ihn! Drauf los!^^ etwa 
hinten mit einer Interj. [viell. Engl. Do! Thu es!] darin 
ahnen. Wer weiss, ob nicht auch in der letzten Form die 
Sylbe: baz auf eine 2« Pers. Conj. nach Cl. IV* mit Recht 



jB. Worterliadu 115 

hinselg^? — Curar v. a. To strike, do, work. Pe^srar, 
hacer, trabajar. Uind. giirhna [worunter wahrsch. garhnä 

V. a. To jnalleatc , to form by hammering'. 2. To make , to 
form Shakesp. p. 639., also mit kurzem a und nicht eig-. u, 

.X gemeint ist] Bw\ Daher auch viell. als Part, currando 
m. (A hammer. Martillo)^, doch im Sskr. kut'a (A hammer). 
Von Curraple — vgl, in Betreff der Bildung- etwa di- 

. nople m. Daiio — , als Eig-n«, der eig*. Smith besagt s. 
1.49. 55 The root is curaw to strikcy hammer etc. Cur- 
raple is llkewise a leg-itimate Sanscr. word, sig-ntrying* a 
sword Bw. Zwar bedeutet z. B. Hindi karabäla Schwert, 
allein sicherlich, ohne mit dem hier in Frag-e stehenden Ver- 
bum verwandt zu sein. — Curriels. u. kerav. — Te 
kuraf schlag^en, schmieden, dreschen. Kizzi schtunde schon 
kordjas ? Wie viel Uhr ist's [hat's geschlag-en ; wie Graff. 
Ms. „Gur, gurc Schlage Imper., auch von der Uhr"]? 

. Kohn kordjas andre wuder [an die Thür; bei Bisch, gl an 
o wuhter d.h. vor d.Th., Bisch. «. anklopfen]? Wer hat 
ang-eklopft? Kurna andre Mudir; dikk, kohn hi aduy, keer 
szig! Man klopft; seht zu, wer da ist, macht fort! Korde 
les ganz ratfellö [s. Bisch, verwunden, verletzen] Sie ha- 
ben ihn g^anz blutig- geschlagen. Zipp. — Androssaster 
cordo fesseln [viclm. in Fesseln geschlagen] Rtw. — Ku- 
rawa Ich züchtige. LG. — Gurepenn (Krieg), aber 
giirncpeiln Ringen, viell. eig. „Sic schlagen sich^^ nach 
dem Muster 1.131. Guraf schlagen, güraf klopfen, gu- 
raf prügeln, pochen, s. auch strampeln, gurraf schmeis- 
sen , zuschlagen , beschlagen , Part, g u r r d o , i. Bisch. ; 
mithin, falls: ku raf [st. kerav?] lauter k^tene zusam- 
menrotten [gls. sich zusammenschlagen?] nicht hieher gehörig, 
sämmtlich mit g , was aber gleichwohl nicht zu einer Gleich- 
stellung mit Sskr. gür Adniti. Lacdere, fcrire berechtigt. 
— Dief. rechnet hieher, gls. als Geschlagenheit: 

Curelo m. (Trouble, pain. Trabajo — s. ob. IL p. 4. — , 
pena), und 

Coripen f. Trouble , affliction. Tribulacidn , aflicidn. Bw. ; al- 
lein, von Sskr. kara (A prison. Pain, affliction) abgesehen, 
wären noch eher Shakesp. p. 596. kurhnä (Sanscr. krudh 

Be "angry or displeased) v. n. To grieve, mourn, lament, 
pine, u. kurhänä v. a. To vex, afflict, grieve, trouble, 

anger zu berücksichtigen. — Von Dief. gesammelt: 55Jn- 
• repenar, quälen. Jurepenes Qualen L. I65 25., zu 
dem unmittelbar corypeny xQtfiia 23, 40. Jurepe m. 
Carccl 5 tribulacidn. Bw." — Dagegen 

8 * 



116 niw Worterbueb. 

iyjCuradores j filad-toi L. 15, 17. yerm* Sp. als: Bcarbeitcr.^^ 
hrd Lampe. Scetz. Ob Kurd. cirai (lucerna)?? 
Kurrih Zelt. Seetz. s. L 77. Guri A tent. Ous. Ob Hind. 
kothi f. A small house cet Sbakesp. p. 613.? 

'^ Karekay hereha f. (rota), nach Pcliin. S. VI. aus üng*. 
karlka (der Clrkel , Ring^) , kerek, (Rad). 

•J-Äwr*o m. die Wache [sehr. Woche], 2. Feiertag*. Pchni. 
Knrcko Sonntag- Rtw. Kurko Sabbath LG., kurkos- 
kro tiwes Sabbathtag- L. IV. 26. Fr. Lieft. Z. kareko 
Woche. Gorgo Woche (mit Var, eftaaas d. Pers. , wie 
Kurd. haftie aus haft, 7), g-ürrko Sonnt. Bisch. Gnr- 
g-he Semalne, dimanche Kog*. — Zipp. : o kurkö, kes- 
kero, A. knrkes, PI. ke Sonnt., auch W. . Shaaro 
kurko die g-anze W. Andra knrkisti [Dat.j auf die 
andere W. Akowwo kurko homes Ich bin jene W. 
da g-ewesen (vg'l. I. 254.). jjFür Sonnt., Freit, und Sonn- 
abend haben sie Namen, für andere nicht ^S nämlich sie be- 
dienen sich für letztere der D. hinten mit o: montago, 
mitwocho (auch schirodda aus d.Lith.; eig-, Mitte; 
wozu yiell. slrg-uedes, dessen Schlnss übrig-ens: Tag-, 
I. 116., stimmt) u. s. w., aber Freit, aus dem Gr.: p'ari- 
storen [auch mit seht], parischtowena [? s. L 182.] 
awawa Fr. werde ich kommen, pari seh towenakka 
[c?], mitwochoske hommes Fr., Mittw. bin ich g-e- 

* wesen. Sabato (d.i. Sabbath) Sonnabend. S. noch 1.78. 
— Curque m. ,culco m. Sunday. Domingt). Mod. Gr. xv- 
giax'^ Bw. , woher auch nach Dief. das von ihm aufg-eführte 
Pers. ^\rS , sowie , eher als zu Pers. ^^ (sol) , Dug. 

kuri (Woche) Klpr. As. Polyg-I. S. 97. Et. F. II. 802. So 
sind auch, bei sonst eigenthümliclien Namen der Wochen- 
tage, Äftü^j (d. V.) undp^iLU) (d. S.) ins Lazische, Ro- 
sen, S.34., gedrungen. — Offenbar aus xvQtaxrj (Dominica, 
dies Dominicus eben so aus dominus; auch = ecclesia, wo- 
her Engl, church , Deutsch Kirche tratz anderer Meinungen, 
wie z. B. Rüd. I. 88.) , indem sodann der Sonntag auch die 
gesammte Woche vertritt s. Or. Ztschr, III. 48. — Im 
Hindi rawiwdra, adityawara, Itwara (Sunday), saptaha, at'ha- 
wärä [eig. 7, 8 T.) Week. 

-^Korakos (Cornix) I. 107. 159. Kurrakko dela godia Der 
Rabe schreit. Zipp. s. Bisch« krähen. Corako Rabe, co- 
racko Krähe, Dohle Rtw. Korakko Rabe, dikne k. 
[kl. R.] Krähe, gorakko Dolile. Bisch. Curraco m. 
Raren. Cuervo. Sskr. kakäla Bw., und cacarabim. A 
crow. Grajo. Sskr. käka, karawa. Bw., so dass letzteres, 



B. Wörtcrimcb. 117 

I 

WO nicili redupl., gt^wissemi. als Comp, aus den beiden 
Sskr.-Ww« sich darstellt. Das erste ist wahrsch. aus Ngr. 
xoQoxag erborg-t. Im Hindi kaka, kauwa (Lith. kowa, Doh- 
le, Poln. kawka Dobr. Inst« p. 99.) 9 kag-a (Crow), ddnd'a- 
kdka, d'had'a kawwä (Raven) sanimt vielen ähnlich -lauten- 
den onomatop. Benennung'cn Xemn. Cath. p. 1236 (T. 

Kurrehdk Messer Seetz. Zu Kurd. kerlk (Colteliino) Or. 
Ztschr. IIL 52.? 

'\- Kirgissin (ceväsum) j kirjissackro ruck Kirschbaum Rtw. 
I klrg'ifsin, G. kirg'issakro, PI. -g>issa Kirsche 
ZIpp.y aber dikne porschössa (kl. Zwetschen) dafär 
Bisch. — Natürlich trotz des etwas auffällig-en g- nicht mit 
Zipp. zu Kirgisen, sondern Ngr. xiQuoia^ xtQuatov, Alb. 
liershi, Walach. Mepäme ceracze, vgl. Dobr. Inst. p. 190* 

Nemn. Cath. p. 1070. 

^Krczma f. das \^irthshaus Pchm. Gertsc hSmiha Id., 
Schenke, Branntwein -Schenke, Gasthof; gcrtschomar! 
Wirth = Poln. karczmarz, der Egn. Kretschmar, — f. 
-ritza. Bisch« — Kirchimmo podrum (An inn) Bry., 
wahrsch. Schenke am We^e [s. drom; sonst hat Brj. po- 
drom A path]. Kichemma Alehouse Harr. KIchim* 

' mo Rh. (ch =- tsch) und daher irrthümlich mit seh st. ch: 
„kischimnio, en roman crissma. Hotel ^^ Kog. vgl. IL 80* 

— Cachimani f. Brandy -Shop, tavern. Aqnardienteria, 
iaberna. Query ^ The seller of brandy , fram S. ka^ya A* 
kind of liquor. Russ. Quass, and S. manudscha Man/^ 
Bw. Viel wahrscheinlicher hieher, mit Unterdrückung von 
r vor ch (wie ob. kutch Bart = Sskr. kurtscha), und 
Anklang an chatsherdi (Branntwein) Zipp. Auch ge- 
remancha f. Shop. Tienda Bw. , etwa mit Transp. von 
ch, nach Dief. — Poln. karczma, Ung. kortsma u. s. w« 
Dobr. Inst. p. 247. 

-^ Gereta Kreide Grellm. S. 233. 1., Walach. creta u. s. w. 

— Bisch, parni. 

-^Gartiri Viertel Bisch. Frz. quartier. 

\ Karding Karte Wldh. Gr. xagria Ludus chartarum DC. 

Garkdini Krebs, rodaf garedinja krebsen Bisch. Hai; 
karodi Krebs Grellm. S. 225. 1. Etwa zu kaar, als 
Caudatus? Dief. gedenkt des Sskr. karka (cancer), Hind« 
kekrä (S. karkat'a) m. A crab. — S. noch raco. 

'^Karfin f., pl. karfa S.76. , Dem. karfinöri Pchm. S. VI. 
st. gwozdos aus d. S1. — Cafi f. (Nail. Clavo. Mod» 
Gr. xaQ(pl) Bw., also ohne Verwandtschaft zu clavo, und 
r unterdrückt. Gräffui Nagel, StU't; graffja [wohl PL] 



118 m. Wörterbncli. 

Zwecke f g'uraf grafnes (schlagen einen N.) annageln, 
graffniengro Nagelschmicd Bisch. — Aus Rom. xagqjl 
(der Nagel; il chiodo), DC. xa^q)^, graffa (uncinus, nianus 
ferrea, rgl. Frz, agraffe, und, verni. mit Art.: lagraffe, 
en Hegte Dph.)^ Cambo-Brit. craf (fibula), crafel (radula, 
scalpruni) von crafu (rädere) Leibn. Opp. T. VI. P. 2. p. 109. 
ed. Dutens; viell. Böhm, hrzeb (clavus) u. s. w. — Wohl 
ganz yerschleden angrunio Bw. 

Kirvo nu Gevatter, kirvdro m. Gevatterchen. Jov leske 
terd'ol kirveske-Er steht bei Ihm zu Gevatter. K i r v i 
f., Dem. kirvdri Pchm. Kirevvo^ veskro, ve Ge- 
vatter, kirivvo Pathe, i kiriwwi f., wjakro, ki- 
rivja Zipp. — Giri'wo Pathe, giriwo, f. -i Gevatter, 
In, giriiwo Taufpathe Bisch. Quiribö Compadre, qul- 
ribi f. Commadre. Bvv. Ob dazu quirlbo, neQiotxog, 
Nachbar L., welches Dief., etwas gewagt, zu keer (Haus) 
bringt? S. I. 254. 

Karialo m. das Fleisch. Pchm., vgl. kracge (Kjoed) Dph. 
Ob Lat. caro , Walach. carne n. s. w. , cricala (eingeschnit- 
tenes Fleisch)? Bthw. Kaerner v. Grolm. 

Karmus (mus) iSz. S. 128. und Nemn. Cath. II. 655. Car- 
niujon m. (Mouse. Raton) wohl mit Endung nach dem Sp.' 
Germesso Maus, s. auch nagen. Bisch. — Der 2. Theil 
ist unstreitig miszos I. 105., misza Pchm. S. 69. aus 
Böhm, mjsz, Hindi musha n. s. w.; der 1. etwa mit Ung. 
eger, Finn. hiir (mus) odor, dem Sinne nach passender, 

. mit keer (domus) verbunden? ij^^y^^ (Talpa) mit bloss 

zufälligem Anklänge in Betreff des ersten Worts. 
\KereBtQ% (Kreuz, Crucifix). üng. kereszt, Böhm, krzjz 

u. s. w. 
K&s Regenbogen. Seetz. Shakesp. p. 571. : A. jj^S qaus f. 

A bow. _ j3 ^j*/^ The rainbow. — LieH. Zig. Jinderdi, 

' falls ich den ersten Buchstaben richtig gelesen habe, viel!, 
wichtig wegen Beziehung zu dem Indischen Gotte Indras. 
Vgl. Sskr. Indräjudha (Indra's Waffe, d. 1. Regenbogen, 
sonst auch Airäwata). 

Cusht (A bow) Bry., s. kaszt. „In ebraico: cushet. Ar- 
co." Prcd. n-söp, 

CiM&e (Little), dagegen eversecosi (More) Bry. Das er- 
ste zur Noth an Hind. kuchh Any, some, something, litt- 
le, whalever, erinnernd. 

^Kissick (sacculus) Rtw. I kisfik, kisfikkakro, Pi. ka 
Zipp. Gissik Beutel, gissik loweske (ß. für Geld) 
Bischi, gisfik, Diebesspr. Dorff, Geldbeutel Widh., kiss 



B. Wörtcrbucb.: 119 

(Pen^epmig') Dph. K!fs, Sack, Beatcl, Tasche, bes. Die- 
bessack, auch Geld, bes. Silber^cld v. Groliii. Quisi f« 
Purse« Bolsa. Quisobu in. Money-ba^, poiich. Bolsillo 
Bw* Aus Pers. Türk. aam.a^3 (niarsupium), Poln.^ kiesa, 

kieska. 

'^Kestuva f. Handschuh. Pchnu — üng. keszty'u von k^z 
(nianus). 

'j^Kt(sfi*k (cingnluni) AHer nr. 176. I ku^tik, kustikka, 
6. -kakro Gürtel. Mre chüäriskerl kustik hi päsch , hörn- 
te kinnav niang-e nevi Mein Deg-cng-ehäng" Ist entzwei, ich 
muss mir ein neues kaufen. S. noch yustlque, susti- 
guu Taulish hushty A g-irdle, a belt. Chod/iko Spec. 

p. 17& Pers. ^^jijM^D i. q. ^(J^ I^cjvuqiov Cast. I. 313. = 

zona funiforniis duodecini nodos habens, quam monachi ge- 
runt. 2. Secta mag'orum, qui eani Indult. 8. Anq. Z. Ar* 
II. p. 529 — 30. die Beschreibung des Kosti (Ceinturd 
des Parses). 

-J-ÄCÄÄ m. Pchm., keesh Rtw, keesch, -za, G. kezes- 
kero [s. kirmo] Seide, kescheluno (kez'eluno) par 
Seidenzeug-, mit der Bemerkung, dass par [doch s. pchar 
Taffet] wie keez' Beides Seide bezeichne. Zipp. Die Ausspr. 
des Zischlautes ist verm. die des Frz. j. Vgl. im Ghilek 
^ hetch Silkworm Chodzko Spec. p. 552.; im Hind. pä^'- 

kiram aus Sskr. patVakrimi, und idU-j »S kirm-i-pila 

Id. [Ghil. pila 1. great, big. 2. Silk cocoon. Chodzko 
p. 548., s. auch p. 481. 500.] aus d. Pers. Hingegen Sha- 
kesp. p. 566.: „Pers. j3 qaz (from Pers. ^f ) m. Silk.'^ 

Das quadrip. j bei Shak. habe ich in ein trip. , s. Or. Ztschr. 

IV. 39., verwandelt, sonst mösste Illnd. für Pers. stehen, 
und dann kir (Worm) gemeint sein, wie im Sskr. kil'adsha 

(eig. wurmerzeugt) n. Silk, aber als f. -ä (vgl. a. a. 0. 
S. 42.) Lac, an animal dye of a red colour bezeichnet, und 

nicht durchaus unmöglich zu ^ der etymologische Grund 

sein könnte. — Rezh Grellm. S. 224. 1. scheint mir eine 
falsche Umänderung, dem Pers. A.>ij. resham m. Silk Sha- 

kesp. p. 445., Mahr, reyima'zu Gefallen, mit dem «j^uo^t 

m. Silk, sewing s. , raw s. comp, scheint. — Quejesa f. 
Silk. Seda. Sskr. käu^eya nach Bw. , wogegen eine Verb, 
mit 'ff kaum schwieriger wäre, sei nun das j blosser Ein- 

schub oder Stellvertreter des Zischers in kesz. — Cal- 
zones de buchi (Breeches of silk) Bw. II. *127. 



120 m. Wdrterbodi. 

I 

^Koszav Ich fluche, S. zanke. Koszlben nu Das Fluchen. 
2. Zank. Pchm. s. 1. 3Ä9. 388. ^r. 6. — Hind. L^jT 

Jtosnä V. a. To curse [dies Eng-1. W. nicht verw.]; vg-I. 
Sskr. dkrö^ana Curse, iniprecation. In der 2. Bed. riell. 
Pers. QÜuwwy^D Operam dare, vires intendcre. Contendere, 

altercari Cast. p. 481. 
Kuszav Ich rupfe, knszto kahl Pchm. s. I. 388. nr. 4. Na 
ladschena tumeng'C, ke man akkfa fsave kuschepaskre 
greis dena? Schämt ihr euch nicht, dass ihr mir eine sol- 
che Schindmähre gebtV Zipp. s. I. 138. — Ob Sskr. kush 
(Extrahere, eripere, rapere)? Oder — Pchm. hat inzwi- 
schen k, nicht kh — Hind. b^^ v. a. 1. To takc or 

snatch away. 2. To pull out hairs. Shakesp. p. 625.? Auch 
Lm^^ Rind cet. und L^^T aus Pers. »^y^=> Having' llttle 

pr no beard (a man). 
Kaszato Adj. (surdus) , kaszukovav (surdesco) Pchm. 
„Kaschuko ein Tauber, kaschuki eine Taube" Sz. I. 
130. hinter: ein Kranker, woraus Bisch, hätte entnehmen 
können, dass es nicht Taube (columba) bezeichnen solle, 
wie er wähnt. Kascheko taub. ZIpp. C a j u q u e s , xca- 
q>ol L. vom Sg*. cajuco Bw., was Dief. zu szunav als 
„schlecht -hörend" bringen möchte. Vgl. Nesselmann, Or. 
Ztschr. II. 99. 

*Kaszt m. (lignum), kasztuno (llgneus), kasztiini f. ein 
Kochlöffel, S. 71. Stuhl. Kaszteskero m. Zimmermann, 
-keri f. Schaufel Pchm. Kascht Vulc. s. I. 339. Kosht 
Wood, und p. 55. Any thing of wood. Irv. vgl. auch ob. 
kos. Kascht Baum. Sz. Kascbt', karscbt'. Buk' 
(arbor) Alter nr. 128. und, wahrschelnl. auch selbständig, 
karscht Holz llüd. I. 70. und carszta Baum [karscht 
Tree als üng. Zig. II. 122.], Holz L. nach Dief. , Mogegen 
Grellm. S. 226. 1., MIthr. I. 244., Bisch, (als Var. u. 
Baumgarten, st. u. Baum, wo die Var. gas cht) u. s. w. 
dies Pchm. nur als kaszt bekannte W. sicherlich bloss 
dem Voc. Petr. entnabmen. Uebrigens begründet das r , um 
dessentwillen man Malab. garsch herbeigezogen hat, kaum 
einen Unterschied von kaszt, sei's nun, dass -Sskr. käscbt'ha 
(Wood) n. , wie Dief. muthmasst, ein früheres r aufgab, 
oder das Zig., wie öfters, ein r einschob. — Kasht Holz 
Rtw. S. 38., kaahsd Stock, kashtrita Spanisch Rohr, 
ein Comp, wie Spanischritt Rtw. Beytr. S. 23. s. rihda; 
auch kashteskro [der mit dem Stocke] Corporal. — 
Gascht Stab Wldli. Coschti Baton, gascht Le bois 
Kog. Kash [hinten ohne t] Skov; Kjep; Stav, Stok 



B. Wörterback. 121 

Dpli* — ZIpp. 8u Grcllm«: ,,0 kascht, teskero ein 
Stock 9 kasehta PI. heisstHolz; o rnk ein Baam.^^ Sonst: 
,,Bisa Stock, eig. Rohrstock. kasckt, bot kasehta 
heisst Holz, auch Stoek«^^ Schavlo kascht Cdas dicke 

- Holz) Stammt wie Bisch, baro g'ascht (gr. Holz) Balken 
(1 balka Zipp.). — Kaschte Stangen LG. Koba 
pascht Holz, Acc. ies, PI. gascht [der PI. also wie 

, Sg.j und etwa collect! v?] Graff, Ms. — Gascht Holz, 
l^aschteno hölzern I. 1^. Rüd. — Von Licfl. Z. kasht 

. (Baum) wahrsch. als PL: wewen kashta ( Webestuhl V, 
auch yiell. Syr. Z. hratikkaschta (Pflug), obschon dar- 
in Rnss. opamb (arare) und qJuu^m^^^ (Trahere), Sskr. krish 

(Trahere. Arare), karfhita (Ploughed) , karflii f. (Ploughing) 
8. noch cosque — zu suchen möglich, Indess nicht völlig 
wahrscheinlich wäre. — Gascht Holz, Stab, Zapfen, 
gaschtcngSro gowa Holzwerk, gascht Schaft. Tn 
hal har je gotter gascht Du bist wie ein Stock Holz 
u. verstockt; gottergascht Klotz, je ganegascht 
(Arm voll Holz) S. 41. GaschtenSlihl Steckbrief [als 
wäre es von: Stecken] Bisch. — Harr. Kasht Wood (tim- 
ber). Board (plank). Käsht Crook (stick), bäro kasht 
Club (a stick), kaisht, käsh Stick. Kelin kashta Sin* 
gle- stick (eine gymnastische Uebung p. 539.)* Kip»!, 
kasht WHlow; eig. wohl ein Compos. , weil sich die Zig. 
„ am liebsten unter den Weidenbaum lagern " Grellm. S. 71. 
Ausg.2. Kashtengro Wood-cutter. — „Gaste m. A stick. 
Palo. The true meaning is, Tree. Sanscr. kachha (Wood; 

vielm. dies nur eine besondere Art Baum!). Pers ^\L\^ 

Hind. gSchh. Bw. Die Vergleich, sicher falsch; vielmehr 
Hind. kät'h [o quadrip.J m. , und noch getreuer Sskr. käsh- 

t'ha Wood, timber; schwerlich aber kat'a A thin piece of 
wood, a plank cet. Caste-randador (Caste-randi- 
nador L.) m. A working stick, i. e. A plough. Arado. 
Gas i an f. Wood, timber. Madera. Bw. Gates %vka 
L. XXII. 52. — Wohl verschieden: 

CaHo m. Hammer. Martillo. Bw. 

Coshtan (Cid) Bry. 

Kuschlo der Kirchen - Vorsänger (djaetschek) Sz. T. 126. und 
nirgend anderswoher verm. küschlo Vorsänger Bisch. 
Dicf. denkt an: Küster; xovarog (custos, yvXag). Vgl. kov- 
rt^ovXhrjg Alauda, sowie „der Kuckuk und sein Klister^^. 
Freilich scheint chassen, chasan, chason Vorsänger 
der Juden, v. Grolm., )m Gallenb. S. 134. lautlich zu weit 
abzuliegen. 

8** 



122 III. WdiicrkucL 

-^KNdin SdilOssel vf^l.11.62. Rtw. O klidin, dineskro; 
kljdin, -dinjia (davis) Zipp. — Kl(^Ja f. Schlttssel, 
Dem. kicjicka .[vgl. Walach. cht^, das, wie Eng*!, kej, 
reingebOsst hat], aber klidi f. Schloss (serra) , Dem, kli- 
d'ori; klid'eng'ero, -i Schlosser, -In^chm. — Gli- 
der to [wegen des r s. I. 96. 442.] verschlossen L.IV.25. 
Fr. Glitaf, schliessen, zuschl., glitSwawa Ich schlies- 
se auf, glitewena a g o 1 11 s (sie schliessen den) u« anschl. , 
g'litedo gefesselt, glitepenn Fessel Bisch, — Clerin 
(Key)Bry. und klirobaskero Dpb. s. 1.134. mit r st d, 
wie stari Harr., und Kurd. klil Or. Ztschr. III. 62., Rom. 
xXudl (xXtjdiv) , Pers. jUS Clavis. qJojuJI^ Sera. Cippus in- 

carceratorum [cig. clavium tlieca] Gast. p. 467. , Ilind. , viell. 
ganz anderer Herkunft, ^Jf Tcillt f. (from Sanscr. kila) A 

kej, a holt, Hindi kbila Bolt. — Klldin, glitschin 
(Noegle d. i. Schlüssel) Dpb. 
\ClicM f. Key. Llave» Russ. clootch. The root is S. kilaka 
(Bolt) Bw. Glitschin Schlüssel, kehreskSro g. 

Hausschi., glitschineskero cheachbew Schlüsselloch 
Bisch. Zig. glitsch Schloss, bes. Vorlege- oder Anle- 
ge -Schloss, glitschen [Deutscher Inf.] , fesseln y. Grolm. 
— Böhm, kljcz , Sl. KAioq Dobr. Inst. p. 235. , Uog« kults. 
^Glisäf {ei[\ko vehi), trappaglisaf (Trab reiten) traben; 
palall leste klis^la graijeba Er jagt ihm mit dem Pferde 
nach. Klisto [eig. wohl: beritten] Dragoner, gl ist o 
Reiter, PL gliste Reiterei Bisch. Klisto reiten [eher: 
reitend] Rtw. Kista Rh., Kog*. (Monter ä cheval;. S. 

Zipp. I. 89. 389. nr. 9. in arg-er Entstellung: te kiaf. — 
Vgl. Böhm, klus (Trab), klusati (traben. Tolutini incedere) 
u. s. w. Dobr. Inst. p. 233. Dies betrachte ich noch näher 
liegend als das viell. damit vermengte , von Dief. herbeige- 
zogene „Kroat. giesditi reiten (demnach nicht von: grai, 
Pferd) ^S welches nichts ist als Böhm, geti, gezditi (na ko- 
ni), reiten; gjzdny, reitend, nnd demnach nicht bloss des 
1, sondern auch vorn einer Gutt. — denn Böhm, g*' lautet 
ja, wie Deutsch j — ermangelt. — S. noch costnnär. 

j^CluatuH Rtw., glüschturi Bisch., Kloster. Costüru 
Convento [viell. diesem zu Liebe ohne 1] Bw. 

-^Kryga (g^lacies) I. 154. Sz. Vgl. Böhm, krj-, Eisschollen, 

x()t;oc. — Gris m. Cold. Frio. Bw. 
KrHzo^ zottig", kritzo schukkel Pudel, gretsapall, 

krause Haare , lockig. Bisch« (G u s d o , kraus. Rtw. S. 19. ; 

viell. Irrthümlich). — Kretzo, krezzo, kraus, gekräuselt 



B. Worterbndu 12S 

(crlsfpas), krfTSKO balia (kr. H.) = lokki Locken. Me 
kreisava mre bala Ich kräasele meine H. Vg*!. Wa- 
lach, tncretzescu (kräuseln) Clemens, Wh. S. 317« aas 
crispus oder xq^ütu (crisia) DC? Weitere Anklänge, aus-> 
«er: kraus, nach Dief. Pers. kures (Cast. p« 448« ^JumuT 

Corrug'arl, in se contrahl); Sskr« karkarala, kurula A cnrl 
or lock of lialr. 
•[-Himande ireitzo Trauer Bisch. Eig.: Ich habe ein Kreua. 

Krot8cheko['Uo?] Zacke Bjsch« Dief. vg^l. Frz.crochet; s.aber 

auch Sl. KpiOK (uncinus), Poln. kruczek Dobr. Inst. p. 851. 

Craian Bonton. Kog'. 

'^Gräpodo Kröte, auch Missgeburt und (als Schimpfwort) 
Kratzbürste Bisch., krappode Kröte v. Grolm. — Frz. 
crapaud m. [nicht crapaude, wie I. 178. versehen worden.] 

•J-Äffif/i«, Boro rae (g^rosscr Herr) Lord or chicf Harr, 
p. 550. „Krall. Hex. Boheniicuni est^^ Vulc. [Ein zum 
Bowel e des Durchziehens Slawischer Länder iflcht unwich- 
tigres Wort!] — Nach Bry. p. 389. 394. ereil is (A kiuff) 
aus Böhm, crellis (nein: kräl) s. ob. I. 105. 106. 148. 

— Krähli Fürst u. s. w. l. 70. 211. Bisch. ~ Crallis 
m. (Kin^), crallisa (wie ßaatkiaaa) I. 108. und das Je- 
doch eher oclay zubehörijil^c clasnia f. (Queen) Bw., wel- 
ches indess kaum das Pers., ohnehin nur Thiernanien bei- 
gefügte sjU (Vullers Inst. %. HO.) einscliliesst. — Liefl. 

Z. g-raüs I. 105. Grälo m«, auch kinego (kinneg'o), 
und daher kine^esgro them Königreich. Sogar in Die- 
besspr. krahl Kaiser v. Grolm. — DC. KQaXtjg aus dem 
Sl. Dobr. Inst., p. 240. , der das Wort aus Carolas M. ent- 
standen deutet; so dass auch der Anklang an Sskr. kar^la 
(magnus) nur Zufall sein möchte. Bei Zipp., ausser baro 
scheriskero I. 205., aus dem 1).: konungus, woher 
auch wohl c an Ingo (Lapiu) Kog. st, Kaninchen, trotz sei- 
ner Aehnllchkeit mit kanengro 1. 102. 

Krlngla Strudel Bisch. Viell. zu Hol!, kring (Ring, Kreis)? 
Gepingia Kreis Rtw. S. 9. etwa durcb Druckfehler mit 
p st. r? S. noch and ingla Lex. 

•{- Grambola f. Maultromuiel. Pclim. Aus crembalum , xqI^l- 
ßaXov, 

4- Krusta Rinde Bisch. Kruste , Lat. crusta. 

\ Krimi Gericht, baridir k. Criminalgericht 1. 212. Bisch. 

— Rom. ^Qioiq das Urthell; das Gericht (näml. die rich- 
tenden Personen), Tribunal. Das -nl wohl fem. st. -in. 

Cabaha f. Tomb, grave. Sepultura. Moorish Ar. cawar. 
[Vgl. jj^ und gabbares Mortuor um Corpora als angeblich 



124 IIL Wörterbuch. 

Aeg. Creazer, Coniin« Herod. p. 361.] Cabanar r. tu 
To bary. Enterrar* Mod, Gr. axdnrw, Bw.j s. yielni. IL 
40. Schwerlich zu chev. 

Cambani f. Shop. Tienda. Cameni f. Id. Bw«, irrig' Vg^l. 
mit Pers. wlX^LT, dessen Wurzel Sskr. karnian (Work, 

action) se!« Viell. zu Sp. cabana. — S. noch bambani- 
cha und IL 70. 

Cacaluhi f. Species of earthen pan. Claby f. Earthen pan, 
pipliin. Cazuela. Bw. Das 1. Redupi. vom S. j oder zu 
xavxog DC? 

jyCachicalU f. Female relation. Parienta Bw. ^ avyYBvtig L. I. 
36., pl. -s m. oi avyyevHg Ib. 58. Calli mag e\g. Zig>eu- 
nerin sein; der Anfang könnte an cadcbi Weib oder kak 
erinnern." Dicf. 

Cajnguy f. File. Lima. Bw. 

y^Calabia f. Lie, falsehood. Mentira. Arab. vJbL^. Cala- 

bear v. a. Mentir. Bw. Calabeosos xfjivio .... L, VI. 
86. Entstellt ans cabal. ...?" DieCi. Viell. eben so versch« 
Yon challu als jojabar. 

Calafresa f. Chltterlings. Asadura. Bw. Frz. fressure'^ 
j^Calcosj vnoii]fxaxa L. Verm. Rom. (vgl. callgas cet.)". 

Dief.; s. kalschis u. chdlov. 
Calisen f. Death. Muerte. Sscr. käla. Bw. Die Verglei- 
chnng mit Kdia, Beinamen des Tödesgottes Yama, ist so 
zweifelhaft, als sie, wenn wahr, interessant wäre« 

Caltrabo m. Con vict * garrison. Presidio Bw. Vgl. IL 4. trä- 

pala, trabajo. 
Camaranchas f. pl. Buttons. Botones. 
Cambrai m. Dog. Perro. Bw. Zu cobadrar, bellen, von 

Bw. mit Ar. »^, Russ. gabh [?] vgl.? s. I. 408. Cam- 

bri (Prenada) liesse allenfalls, s. arari 11.60., einen ge- 
suchten Anklang an Perro vermuthen. 

Camuchiy canucho s. IL 40. Schwerlich zu cangrias. 

Can (sinister) L. Pinre-can The left foot. Bw« Kaum 
Sskr. kan'a (Small, minute) oder kÄnd'a (Vile, bad), wel- 
che Dief. vergl. 

Cana f. Hora. Campana [aus diesem gekürzt?] Bw. s. L 853. 

. 862. 11.70. „Ocana [ocona?] L. Pron. dem. f.; wga L. I. 
10. etc. Os oconas e rachi, (fvlaxag rijg vvxtog IL 8. 
Acana vvv 89. = a gänna (nun) Bisch., wo S. 83. ein- 
mal falsch: a g ran na (jetzty^ Dief. 

Canauvo Navet. Kog. 

Cent&i#/^r m. Sorcerer, wizard. Ilechicero, womit Bw. schwer- 



B. Wörterbad^ 126 

lidi ricktlfr Sflkr. kAramana (magic), Rüss. Caldua lusaiii- 
wenbrlB^ 

Camchi wu L 116. (Auch chlbes 3e C.)^ m. ^ -is. Nach 
.BleL etwa su cangri, Kirche. 

Göndbi» m. Companero. Bw. Candones, xoiv(avoi L. V; lor 
Dief. denkt an kandav, g'ls. Gefolge. 

Camdarr t^ m. Christian. Cristiano. 

Cangallo m. Waggon , cart. Carro. Properlg^ one ihat is 
tilted from S. kambala (A blanket) Bw. Der Zusata bl«si 
«in der falschen Erklärung willen gemacht. 

Camgriaa f. pL Heels of shoes. Tapas de los zapatos Bw. 

Canguelo m. Temdr. Canguelar y. a. I. 409. Unbefrie- 
digend Bw.'s Erklärung aus Sskr. kampana (TrenibliBg)y 
Bopp's aus fank, und Dief/s aus känksch (als wünscheSy 
dass nicht t — ?)• 

Canrea f. Pity. Lästima. Bw. ^Ekiog L. Canreoso, qIxtIq^ 
fiiov L. Vin. 36. — Dief. gedenkt der W. canbrar (lie- 
ben) und kau als Erhören? Passender Bw. Sskr. — etwa 
mit Umstellung ron r und n — karun'a Tenderness, pitjr, 
compassion. Auch Sorro w , affliction. Desshalb viell. auch : 

Canrias f. pl. Troubles. Fatigas. Bw« 

Canriano m. Summer* Verano. Mod. Gr. xaXoxalQi. Bw. 
VlelL mit Span. Suff, vom Vor., oder car Hitze, can st. 
cam Sonne. 

Cdhismi f. Forge. Fragua. Bw. Kanijas (Copper) und kAn- 
sya (White copper) gewähren wohl keine genügende Deu- 
tung, auch nicht in Gemeinschaft mit iusmitd II. 66.' — 
Kuschnija, Blasebalg, bei Kraus, war Zipp.'sZig. unbe- 
kannt, der bloss blasbalga angab. Gemeint war wohl 
Poln. kuznia. Sehmiede, Hammer, aber so dass es mit Zig. 
i kudschum, küzum, G. dschumiakro, kdzomnjia 
Magen, auch Galle, Blase (im Körper) vermengt sein mag. 

Capirima f. Aloe. La Pita [d.h. Agave. Nemn. Cath.p.ll7.]. 

Bw.'s Vergl. mit Ngr. xannaQi (Kapper) schlägt fehl. 
^^Caquerar avanaQaaaeiv L. 9, 42.^ t,7jfiiovv Ib. 85., i(.inaU 

t,Hv 18, 32." Dief. 
Car m. Heat. Caldr. Sskr. khara. Arab. ^ Bw. Vieli. 

nichts als Entstellung aus dem Span. — , doch s. j a r. 
Carhe m. Dike. Maiecdn. 
Carema f. Word. Palabra. Ar. ^^S Bw. 

Carjibar v. a. To finish. Fcnecer. 
' ^^ Carlo m. Heart. Corazon. Ar. «^, Carlochin, garlo- 

chin, caiochin m. Id. Bw, Herz (Sinn) L. Carlochi- 
nes pl. iiavoi^fiaja L. XI. 17*, wahrsch. aber als Her- 



126 JH. Worterbuob. 

sen aufsafassQ«. Die Form ohne r erinnert an Kjmr. ca- 
lon (Heart), die übrigen zunächst an xagita (Sskr. hrld), 
jedoch y^M ohne dorther entlehnt zu sein.^^ Bw.'s Vgl. 
mit kalakhandshana (auch fcilakhand'a, d.h. schwarzer Theil, 
t^aka, k^lija) Liver hat, trotz häufiger Vermengnng der 
Namen für innerliche Körpertheile (s. büke), wenig für 
sich. Das -chin Hesse sich aus tschi Herz a.s.w. deu- 
ten. — Hieher, fragt Dief«: 

Calnmbrico m. Understandlng. Eniendimiento* Sshr. kalandi- 
kd. Mod. Gr. xaraXa^ßavfo, Bw. — Sp. calar, lumbrc? 

Carobi f. Staple , ring. Argolla. Query , bracelet Bw. , Sskr. 
karabhdshana mit Unrecht vgl. 

Cartrabar \\. 4S. 

Cartacaya f. Stork, heron. Sskr. kar^t'u (The numidian cra-^ 
ne). Catacolla f. Siork, crane. Cigüeua. Bw. VielK 
beide, s. L 95«, mit einander verw« Ung. golja (ciconla) 
Nemn. (Dath. p. 431. — Storko Bisch, aus d. D« 

Casabo m. Liver. Higado. 

Cascähi m* Avaricious, siingj. Pers. ih'^ji (hungry) Bw. 

Cascania nXeove^lu Luc, vgl. gancibe f. Avaricia. 

Cuscahe m. Tues-day: according to othera, Thursday; s. 
I. 116. 

-{- Casdami f. Scorpion , führt Dief. aus Bw. (im Vz. auf dem 
Gancel leaf steht es wenigstens nicht) an, und vgl. mit 
Redit Pers. ^-^ (d.h. eig. Krummschwanz) Shakesp.p.596. 

Caaidazo m. Marzo Bw. s. L 116.; wahrsch. aus casian, 
weil dies im Span, madera bezeichnet, und so mit Marzo 
einige Buchstaben . theilt ; hiezu in casidazo ein noch 
daraus entnommenes d. 

Casinoben m. Hell. Infiemo. Lüerälly^ A blaze, conflagra- 
tion. Mod. Gr. xavaifiov Bw. Dief. bringt es zu chacza- 
rav. In dem Schlüsse ahne ich oben Invierno, theils um 
des ähnlichen Klanges der Sp. Ww«, theils um einer spöt- 
tischen Enantioseniie willen, wonach es natürlich wäre, in 
dem Anfange Sp. casi (a tres-peu-pres), verschmolzen mit 
dem Art. uno oder wohl noch besser mit der Neg. no , zu 
suchen; mithin: quasi ein, oder: ums Haar kein — Winter! 

Castorro m. Hat. Sombrero. Bw. Kastorhnt? 

Castumba f. The Province of Castile. Ca st lila Bw. Vgl. 
I. 54. _ 

Catabranar v. n. To roar. Branidr. Bw. Vgl. das Sp« 

Catesca f. Spot, mark. Pinta. Bw. Führt das zwiefache: ca 
auf eine Spur*^ 



B. Wörterlmch. 127 

Cmjf€9 pi« Heavens. Cfeios« Bw. s« I. 154. DIef. deokt an 

Sskr. kkjh (Haus), we^en käjasiba (Gott). 
Cl^macB m. HonCer. Casadör« Bw. 
<;|0mI m. Pink. Clavel. Bw. Nach d. Sp.? 
' Otdk^co m. Evergreen oaL Encina. Bw« Zweimal die Sylbe: 

eo darin, wie ca in: catesca« 

Cwihogleray chuchuquelar f. (auch tuiii f. Oil-flask) Oil- 
crose. Alcüza Bw., vgl. II. 93. kutzc. Etwa mit Frz. 
hnOier? 

Caco Nnöz, und daher cocole Numero IL 41. — Vom er- 
sten doeh auch wohl cockwhur (a nutpieg) Brjr. 

Coligote m. Bat. Murclelago Bw. 

ConAo Adj. Dumb. MudiD. Sskr. müka. Bw. 

Conche m. Anger. Coräje Bw. Vgl. das Sp. und chdlL 

Cantiquem, Neighbour. Vecino. Bw. — Lat. contiguusV 

Coplemande m. Cobarde. II. 41. 

Coracaho II. 44. 

Corajai (Los Moros) pl. L 54., aber mit h st. j, wie daselbst 
öfter, Bw. L223. Unstreitig als PI. von Corajaiio S. h 
Adj. Moor, Moorish. Moro, Moruno. Aus (jivjJ. 

Corbo^ Adj. Strange. Estrano. Bw. Schwerlich, wie Dief» 

meint, Sskr. kurava: als bösstimmig, unverständlich. Eher 

Ar. y,^^ gharib A foreigner, stränge Shakesp. p. 548*9 

o >» 

i^^ Peregrinus. Cast. p. 2892. nr. 4. Sonst g ring 6 

Fremdling Luc. Bw., was an den Egn. Gringla I. 51. er- 
innert. 

Corh^ f. Brauch, shoot, sprig. Rama. Bw. Wohl eben -so 
wenig zu kora als churdo, welche Dief. in Vorschlag 
bringt. 

Cori f. (Isla) I. «75. 

Corio m. Ochavo. I. 53. Dief. räth auf Ilind. j^ [ qua- 

drip.] kaurt (S. kaparda) f. 1. A small shell used as coln 

(Sp. cori, coris Nemn. p. 1555. Cjpraea nioneta) 2. Money, 
fare, hire. Shakesp. p. 614. 

-^Comes 8. pl. Botines; s. szkornc. Verm. mit Verlast des 
s wegen coriä (s. kh), dessen Bedeutung der vom Sp. 
bota (Beute, aber auch Botte) sehr nahe kommt. 

Corpichi f. Rice. Arröz. Sskr. kura (Boiled rlce) Bw. 

„ Cosque aygog L. 23, 26. Aus Sskr. krish ? " Dief. Wenig- 
stens gehört im Pali kasi (Labourage) Essay p. 82. dieser 
Wurzel an. 

jyCostihi f. Tax levied on horses sold at fairs. Alcabäla« Li- 



128 m. Worteritneli. 

terally^ The mbanting', or Tax paid for moiiniiiii^. Vid. 
Costunar. Bw. <Z>o^o^ L. SO , 92. Sp. Costa a. dgL V Dief. 
jjCostundr v. n. To niount. Montar. Per^i. ^*yiJ^ Bw. Eher 
%n Sdir. Bthd? Costunar-se avaar^vai L. 4, 99. Z9.y 
avaßalveiv 5, 19. Castanado vnio^xxvvouivov (f4iTgov) 
6, 38« Dief. 

Costipen ni. The siimmer. Verano. Bw. 

Custahias^ vioaaovg mgiaTigag L* 2 9 24. Nicht zu vermen- 
gen mit Hindi l^atshhuwa = Sskr. katshhapa Turtle (Schild- 
kröte). Turtle -dove ist ghd^hd. 

Coyme m. Farm-house. Cort(jo. Bw. Vgl. IL 30. 

Crejeie pl. Sins. Pecados. Rus8. Graike. Bw. 

Criscote, Gahicote m. A book LIbro« Ar. i^jUT. Bw. 

Crisirne L 54. ' 
Cro m. Pair. Par. Bw« 

-^Crugos Kreis L., krugos* (orbis) Alter nr. 73. aus dem 
Slaw. Poln. krag. 

Cnarinda f. Lent , wahrsch.. verdreht aus Sp. quarenta (40) 
I. 128. , weil quaresma = DC. quadragesima.. 

Cucana f. Millet, panic - gross. Panöja. Sskr. kangn. Vw. 

Cuchiyo m. Sedge. Esparto. Bw. 

Cudo Molino Bw., s. IL 51. 

Cuehi (auch tunia) f. Cave. Cueva. Eher nach dem Sp. 
als das von Bw. vgl. Sskr. gahana. 

Cuji f. Rose. Rosa. Pers. J/ Bw. Schwerlich dies Pers. W., 

noch auch das gleichfalls Pers. hj^ A kind of rose. Sha- 

kesp. p. 614., ja selbst wohl verschieden von rujia f. 
(Rosa); mir scheint es Fem. zu Sp. cujo (Galant, amant d'une 
ferome). 
Culdna f. Bell. Campana. Ssir. kal (To sound), Russ. kd- 
lokol. Bw. 

j^Cmrda f. Drunkenness. Borrach^ra. DInarjse a cur da 
fii^vcxiad-ai L. 12, 45. Yiell. zu curar, oder Pers, 
^jj^^Ä. (comedere) , z. B. j^^ fnai - **«»• or ^!>^tc^ 
mai-ihwär A sot, a wine-bibber. Shakesp.^' Dief. 

Curehajf f. Bit of a bridle. Bocado de freno. Sskr. kawiya. 

Bw. 
Curolamiinto m. Carpenter's plane. Cepillo de carpintero« 

Bw. 
Die paar Beispiele mit c vor e und 1 zu Anfange im Gl- 

tano s. sp. unter: c, Qu erscheint nur als que-, qui- (ein 

einziges Mal: cuarinda), d. b., um k auszudrücken, mit 

Ausnahme der nächsten beiden Ww. 



iA 



B. Wörterbncli# 



129 



^§uirhlo Qufrl Bfsch. 

y^Quicisilum Monej ased to disgnise falsc cofn. Iry. Verni. 

wilikfilirlich , etwa aus qnicksilver, g^ebildet.^^ Dief. 
Quejeldno Adj. Open, clear, unincumbcrcd. Raso. Bw. 
Quefeha f. Cu8tom - house. Adaäna. TeXdviov L. 
Quelalla f., g^ranajina. Eg'g'- plant. Bercngena [Solanam 

liiclon^ena Nenin. Caib. p. 1318.] Bw. 
Quelibea f. Declaration. Deelaracidn. Bw. 
Querüar v. a. To Scratch. Arauar. 
Quichardila f. Stain. Mancba. 
Qutchardino Adj. Tig-ht, hard, nican. Apretado. 
\Quiguinibe m. Cocin(^ro v. quin g-u Ina f. Cocina (Lat co- 

quina, Poln. kucbnia, Küche) I. 115. 
Quimbila f. Compania. Quinibilo ni. Compan^ro I. 108. 
Quimpinar v. a. To swalJow. Tragär. 
Quimvqui f. Ginilet. Barrena. Bw. Sonderbar mit 2nialig^eni: 

qui. 
Quindia f. A specles of bean. Abichnela. 
Quirindia Adj. Saniisima. Debla qu. Maria Santisinia. 



Ct. 

• 

Gack^ In Diebesspr. Mohr (Flohr) WIdh., und daher wohl 
g-akk Flor. Bisch. Doch nicht etwa g* st. j, und Verwech- 
selung' mit: Feuer? 

Gdro ni. Bauer. 2. Hauswirth. 3. pl. Leute. Dem. ^axo- 
ro kl. Bauer. Gaxiino Adj. Bauer-. Gäxi f. die Bäue- 
rin, 2. Wirthin. Dem. g-axori liebe Wirthin. Pehm. — 
Gag'i (mulier) Vulc, ich weiss nicht, ob das 2. g* mit pa- 
lat. Ausspr. — Bei Bry.: rome or g'iorg'eo (A man)j 
bottoo, georg-io A dwarf; moloo, georg-io A dead 
body, moloo, g-eorg-ee Ditto of a woman; wo verni. 
beide Male das Komma g-estrichen werden muss, also: ein 
kl., todter Mann (mulo g'äjo Carcass. Harr.), todte Frau. 
Man beachte das sonderbare r. — Harr. , bei dem j wahrsch. 
nicht Ital., sondern En^l. Geltung* hat, p. 550. Man (per- 
son) — Mush, g'äjo; p. 552. ffcäjo (persou), ^ajo 
avate (A person is Coming-); p. 557. juvu manush, 
g-aji (Woman); p. 539. g*äja bark A woman's breast; 
p. 542. Conjurcr — Gas hu, Gajo [trotz des Anklang» 
wohl ganz fremd yorio]. — Goja, -oo, -ec [f.] Mau, 
person. Dief. aus Hb. oder Irv. f — Gadxe (llomines, 
Leute) Alter nr. 15., aber falsch auch als Sg-. nr. I4r 
Grellm. S. 232. Gadzi (uxor) nr. 10. — Gajo Bürger; 
publackro gajo Ackersmann. Rtw. — Gajo Mann^ aber 
IL 1^ 



130 m. WörterbHch. 

g>atscho Person, Bauer [belZipp. ,,o hacho Bauer, cig. 
Cdllner^^]; g-atscho ano foro Bürg'er; bang'o g*. Krüp- 
pel; tschorelo g. Beiiebnann; kebreskero gatsclio 
Hausberr , mobljäkero g*. Weinbändler.' Perde g>a- 
tscbe, voll Leute, bevölkert. Gatscb ender (von den 
Bauern) u. abfübren. Gatscbeskeri roninin Bauern- 
frau; i gatscbin Hausfrau, cb'batscberpaskeri g-a- 
tscbin Amme, cbbatscberdi gatscbin Webmuiter. 
gajo (so mit j) Mann, nebst Flexion Mitbr. I. 248. aus 
Berl. Monatsschr. , jedocb nicbt ganz genau, so fälschlicb 
Im D. Sg> e gajetti st. -est!, ,und Im Gen. e st. a. 
Vgl. gadzo Menscb, mit Flex. Grellm» S. 238. 1. und uns 
I. 194. 195. — Gast Ebeweib Grellm. S. 295. u. BIsdi. 
Ist sowohl Zipp., der I fsaulachardi romni (ein ge- 
traut Weib) giebt, als Pchni. unbekannt, und scheint nichts 
als Yerderbnlss, da selbst Grellm. S. 229. 1., welcher bel- 

demale Hind. kassl — er meint wohl nicht Pers. ^c^ *^*^ 
Adj. Somebody, some one Sb^kesp. p. 598», sondern Ma- 
lab. kassi (uxor) bei Alter p. 8. — Vg'l*? dafür vielm. 
^adsi steht, das, meine ich, bei Bisch. In g*aosi Frau, 
g'adzi Weib verderbt worden. Gurongacz (Vacca) Al- 
ter nr. 149. lautet Wldh. wenigstens gurongau, so dass 
der Schluss Sskr. go scheint ; und mithin möchte auch im 
ersten wohl nicht die Endsylbe: femina bezeichnen sollen, 
wie die erste Sylbe In Kurd. man -kau (d. b. bos femi- 
na)^, czilek' 1. 1., vgl. Or. Ztschr. IV. 4. 9. 11., Afgh. 
mandinä (female), nareenä (male) aus Sskr. nri. — Zipp. : 
Der Mensch — o manu seh. Gajo ein Mann, gaji eine 
Frau, allein auch Gadscho, I.' RomnI oder gahji, ja- 
kro, ja Weib = gai, sonst male (en Konc) Dph. Fer- 
nerDeutscher: Gadscho (gädschö, auch gajo Mann). 
Ssasfo ein Deutscher; Ssasfetki g'ajl, eine D. Frau, 
wie Lallerl g., eine Litb. Frau; wie auch Bisch, je 
Sasso ein Deutscher mit Varr. aus Zipp. vgl. I. 43. 53. 
— Bei V. Grolm.: Gatscho Mann, gasche Leute, und 
viell. daher gaschehne Bauernhof, Pachthof, gasche h - 
nekaffer Hofbauer, Pachter. Gajes, g'ais Leute. Wird 
auch von Einer Person mit dem Art. die gebraucht und 
im Sg. construirt, z. B. die Gais hat's der (bewusste) 
Mann hat's. Die Cochem-Gais das Gauner- oder 
Spitzbubengesindel. Gobdschen (-ni) Sohn. Junger Bursch. 
Kamerad. Leute. Gobdschen! Gewöhnlicher Zuruf eines 
Gauners an den andern, z.B. im Gefängniss. Gohdschen- 
cher Bübchen. Gaj er ne .Weiber. Als Zig*, wird gajo 



B. Wörterbuch. 131 

ß^^j g'ajo-ratt g'ute Nacht, von ilim ang'eg'eben; als Jü- 
disch g-ol (Christ, Nichtjnde), g'ojc Wcib, Frau, Ehe- 
frau. Christin (als letzteres bei den Juden), wie Rtw. 
Gramm. S. 10. *g'oi (ein Christ), ^oa, *^oye eine Frau, 
g'oyaklufft ein Weiberrock. Nun nennen die Juden be- 
kanntlich den Christen, an sich sehr ung-eeignet, Im Slhg*. 
'^Sy und die Christin n'^i.n, aber wenig' g-laublicli erscheint 
es, wollte man den Zigeuner- Ausdruck „Gädscho, i,^ 
PL e, aus anderem Volke, vgl. Chälo" Graff. Ms« von 
den Juden entlelint, und auf alle Nicht -Zigeuner tibertra- 
g'en betrachten. — „Gachd Caballero s. I. 43. Bw. und 
daher viell. g'achinbarta f. (Goodnefs, righteousness« 
Rcctitud, justicia). — Gachd av&Qwnog L. 2, 25., aviiQ 
23, 50«, pl. g ach es avdqeg 9, 30. 32. Dagegen mit 
auffallendem Unterschiede der Anlautsstufe im Fem. cadchl 
Weib L. häufig, z.B. I. 28., cadjee [nach Engl. AussprJ 
Gattin Bw. I. 65.; cachicalll (Female relation. Parienta) 
L., z. B. I. 36. ri avyytvfiQ, PI. -s m. oe avyyiv^Tg Ib. 58. 
(also versch. von cadchl?) mit Sulf. oder calll etwa 
eig". Zigeunerin?" Dicf. — Pchm, hält dies sowohl wegen 
seiner ursprünglichen Form (z. B. j oder dsch?) als primi- 
tiven Bedeutung äusserst räthselhaftcf Wort S. VII.' fttr das 
Slaw. gazda WIrth, hat also unstreitig Wörter, wie Russ. 

rocnoAHHb Herr, Hausherr Dobr. Inst. p. 206., oder 

rocmb (Hospes , Gast) , rocniHHHHK navSo/evg Luc, 10, 

35. (g^axeske dem Wirthe Pchm. S. 79. = al julal Bw. 
Luc), im Auge, statt deren trotz ihres End-a, sich Ung". 
gazda (Hospes, herus; Wirth, Herr), Walach. gazda (der 
Wirth) Clemens Gramm. S. 29. u. Lex. noch besser fügten. 
Ob Georg, katsi (homo) bei Leibn. Opp. T. VL P. 2. 
pg'. 139., Georg, k'azi, Mingr. kodxi, Türk. kischi KIpr. 

Lazisch ^^^yi qög'i Mensch, Rosen S. 30., vgl. Ehemann 

S.3i.? Auch Dief. denkt an diese und andere Asiat. Spra- 
chen, erinnert aber auch an die Mög-lichkeit der Entste^ 
hung der 2. Sjlbe aus Sskr. dsha (natus) und In Betreff 
des Sinnes als Nichtzig'. an Sskr. g-andscha (contenipt); 
wogegen wenigstens gajo als gut, falls nicht anderer 
Wurzel, und gachinbarta Einspruch erheben müssten. 

Pers. ^j^ (Aliquis) kann freilich nicht Berücksichtigung' fin- 
den, wohl aber wäre die Frage, ob wir nicht Im Worte, 
etwa wie in kova, ein pronominales Aizog, Ipso zu su- 
chen einigen Grund hätten. 

\Gottschikh Knopf, Siegel, gottschikkingero gätscbo 

9 * 



132 III. Wörtcrbacli. 

Knopfmaclier, clieachh^n [schreib hinten w st. n] gotschik- 
keskc (Loch für den Knopf) Bisch. = kotschichakri 
chew Knopfloch von jek kotschik ein Knopf, i kö- 

tschiak, a, G. kotschckakri, PI. kotscheka. Keer 
e kotschikka zn Mach die Knöpfe zn, knöpfe mich zu. 
Zipp. Koczak f. L 120., Dem. koczakdri Pchm. G 
als der richtigere Anlaut scheint ^crechtfertig-t durch Ar- 
men, g-adxag- (Knopf) Klpr. As. Polyg-l. S. 102. Zu weich 
Ist wohl das z in Poln. ^uzik (Knopf am Kleide) von guz 
(eine Beule). Vg-l. auch: 

^ Guhscha Kropf, aus Walach. Toyiub s. Comm. Lith. IT. 56. 
eher, als aus Ital. g'ozzo. 

-^Guttup Nacken Bisch. Walach. ^utu, aus dessen Schlüsse 
sich p entwickelte. 

Gad (camisia) Vulc, kade (indusium) Lud. Gad m. das 
Hemd, Dem. gaddro Pchnu Gad ni. Graff. Ms. u. S.2L, 
graad Rtw., kad Wldh. g'äd, g'haad, PL g'ada, 
G. gäädeskero. ZIpp. Gath, und daher pralduno- 
^ath (Ueberhemd) Mieder Bisch. — Gaal oder g-aad 
Hemd Lied. Z. , aber die Syr. kela, letzteres auch für 
Leinwand, s. I. 149. Das 1 in g-aal wohl bloss diesem zu 
Liebe; kelä aber vergl. ich mit Pers. "^(1/ Pannus sericus. 

Tela et strata quaevis Gast. L 434.; bei Shakesp. p. 577. 
Jcälä m. Silk cloths, fand in g'cneral) any kind of household 
fumitnre. — Gad (shirt) von Irv. noch erträg-licher mit 
Hind. g'ood (rag) — s. Shakesp. p. 647. güdar A quilt. 

8. A bündle of old clothes, im Hindi Ragged — vgl., als 

gad (sUrt) von Harr. p. 554. mit ^Jc^ (corrupt. of Pers« 

.^L^ Tentorlum s.ob.S.62. Velamen. Linteum) A sheet, a table 

cloth Shakesp. p. 308. — Gate m. IfxaTiov L. 22, 36. Shirt. 
Caniisa. Proper ly^ A cloth round the middle. Sskr. kat'itra« 
Bw. Alle Erklärungen unbefriedigend; auch die allenfallsi- 
ge durch Osset. chadon Klpr. As. Polygl. S.92., das wohl 
dem Engl, cotton entspricht. 

'^Godi f. Gehirn, 2. Verstand, Dem. god'dri W. Gehirn, 
god'avel, verständig, S. 68., wo avie kio g. Sie ka- 
men zur Weisheit (vgl. chochavel, lügenhaft). Pchm. — 
Gothin Gehirn, Hirn. Bisch« — Ausser i breda, was 
Deutsch sein soll [also wohl: Brägen] noch i godi, goo- 
di, dijakro, godja elg. Mark, Hirn, Gehirn, dann auch 
Verstand. -^ Aus HInd. \o^ güdä m. Brain, marrow, ker- 

nely pith, crumb, Sskr. goda, gördda. — Zig. Adj. dar* 



B. Würtcrbucli. . 133 

aus mit Zischl. st. dj I. 87«: Gotlscherbo, I -e, klug*. 
G. schero, kluger Kopf. GrafT. Ms., viell. mit Transp. 
von r und LaK U^i ^ipp. nämlidi: ]. g'odswcro (Comp, 
g'odsweridir), vorsicliti^, klug-, g'odsworro vernünf- 
tig', nani (oder: na lii) godsworo Er ist nicht v. Goz- 
waro klug-, g'ods^aro, ein Weiser. Nan hi good- 
wero, nicht gescheid t. 2. godjiakro verständig, gosd- 
waro, godjcikro manu seh ein kluger, verständiger 
Mensch, higodjakro (hirnlos) närrisch. — GötschwS- 
ro schlau, klug; g. narhulo (eig. kluger Narr, als Oxy- 
moron) Schalk, g. tschor (schlauer Dieb) Schelm; uncf 
daher götschweropenn angeblich: verständig, allein 
vielni. Nom. Abstr. s. I. 140. Bisch. = Rtw. goswre- 
p e n 133. von goswro (gosgro klug, entweder das 2. 
g falsch, oder sog. Genlt.) Weise (d. h. sapiens) I. 70., 
obschon dies von Grellm. S. 221. 1. 287. 2., Kog. als 
Modus missverstandeu worden. G o s w o (der Weise) als 
Var. bei Bisch, entbehrt durch Irrthum sein r. 

Godocovan An ape. Bry. 

* Gudlo (dulcis) Rtw., gugio, i Sz. Gulo süss Qiit den 
Varr. gudlo, gugto [t st. 1 verdruckt?] verni. aus den 
beiden angegebenen Quellen, aHein auch guido. Gülo 
(Zucker), recht gulo [recht süss] zuckersüss, guleskro 
maro Zuckerbrod. Bisch. S. noch 1. 47. — Syr. Z. gtill- 
da Honig (aber schekar, Zucker, aus dem Pers.), gül- 
dih banae, auch Liefl. Z. kuulo pane (süsses Wasser). 
— „Gulo (gudlo?), i, PI. e, süss" Graff. Ms. Gud- 
lo süss, gudlo gwjn süsser Honig, auch gudlo, PI. 
gudle Pastinak. Zipp. — Gulo süss, guTövav Ich wer- 
de s., guTarav Ich mache s. , aber gudlo. Dem. gud- 
löro Kaifee Pchm. Gotteis (Sukker) Dph., gudlam 
Id. Rh., goodloo (Sugar, honey) Irv. , gudlo Beides 
Harr. p. 548. 553. Gule Must, sirup. Arrope. Bw. — 
Ilind. gur [ quadrip.] m. Molasses, treacle, raw sugar, 

Sskr. gud'a, gula Id. Vgl. I. 66. Ritter, Asien. Th. 9. 
S. 230 if. Lassen ,^ Alterth. I. 270 ff. Im Hindi nach 
Adam Sugar: Gud'a, tschini, khan'da, bheli; — candy 
Misari. Sugar -boiler Kandu. Sugar -cane: Ikshu, ükha 
(vgl. uyi II. 76.), katarä, gan'd'a, paun'd'ä, ^änt'hä. 

God/y Schreien , godli, goodly Geschrei, goddi Ge- 
räusch. Rtw. Godla (Vox, Stimme), god'li (Clamor) 
Alter nr. 53. 55. Godlie Thunder. Bry. Gudli (Bruit), 
wattogudli (crier) Kog. — I godla, lakero, godlc 
Lärm, godla kerna, sie machen L. GoUi Geschrei; 1 



134 Ilf. Worterbudi. 

^odla, lakero, liakro, godlä, auch ^odlS. Bari 
^odia Geräusch. Kraus: „Golli (der Schrei) ist wohl 
Piur. Te daf g-olli (d. i. Schrei g-eben), schreien," und 
hiezu Zipp.: ,, Godla Geschrei, G. g'odlakero, PI. 
g'odle. Ma deh, denn, g'odla Schrei, schreiet, nicht, 
s. auch kurakkus." Aehnlich g^ebiidet, aber sicher von 
anderer Wurzel, im Hindi g-cäll denä (To scold, abuse). 
Dind yeque g-ole [sie that einen Schrei] L. I. 42. Bw. 
= dejas'g'oole Ib. Fr., pasch no d. g*. der ILihn krä- 
hetc, dejenn g".^ sie schrieen. LG. — Gohll Schall, 
g-ohl'idäf schallen. Dawa g'olla [Pron.IJ tschukles 
g'C me g'oli Ich locke den Hund an mich. U g*rai ^o- 
lidela Das Pferd wiehert. V paschlo g-ohlidela Der 
Hahn kräht. Schampa* dela g-ohli Die Frösche [S^.?] 
quaken. Gohlidena Sie lärmen. Derrne tschirkule 
dena g'öhli Die jung-en Vögel zwitschern. A g-olla [vsie, 
oder st. a g-anna, nun?] dena g'öhli i wuleng're Die 
Schafe fangen an[?] zu blöken. Bisch. — Gole f. Shout, 
cry. Voz, grito. Hind, ghooloo, Russ. golos [dies vielm. 
glosfa, Stimme, bei Kraus]. Bw. „Gole Stimme, bes. 
latite; Ruf. Penö g-ole baro (laut) L. VHI. 54., wie: 
mit soorle kooF (mit starkem Geschrei) LG. Penar ä 
g'oles qxavtiv L. 8, 8., p. ä g'ole, gole Id. 16, 24. 
Venu, hieher auch golar nevd^eTv 6, 25." Dief. — . Das 
wahre Etymon noch nicht entdeckt trotz mancher Ankläng-e, 

wie Russ. FjAb, dumpfer Schrei, Wiedcrhall n. s. w. 

Golli f. Black 'pudding. Morcilla. Hind. gulgul. Bw. GojM 
Wurst. Rtw. und Grellm. S. 233. 1. mit angeblich Hind. 
goig, was aber eher Zig. goig (Wurst) Wldh. Bisch., 
nebst, wahrsch. von dort entlehnter Var. goiji, noch 
goich, woher goichengSri summ in Wurstsuppe. Goi 
Graff.Ms. Goja PI. Wurst, Dem. gojora. Pchm. — Zipp.: 
Wurst gojl -ja. Jek goj', -ja, jakro. Bari, ti- 
kni goj'. — Goe (Pudding), Hind. giilgulä. Harr. Im 
Hind. ist ibCLT gulgulä m. Sweet cakes fried in butter. 

Dief. denkt an Hind. J^i' go\ Circle, circular; round Adj. 

Hindi kai (Paste; Subst.) und Alb. xoXe kämen etwa auch 

noch in Frage. 
Gopopenn Zukunft. Bisch. Kaum doch aus Pali bhabbo = 

Sskr. bhawya (Devant etre) Essai p. 93. Eher ge (zu) 

mit waben von avav. 
^ Gaue (Burgus) Vulc. Gav m. Pchm. gaav, veske- 

ro Zipp. Gaaw Licfl. Z. Gahb Bisch. Gab m. Dorf, 

und Nebogäb (Neudorf) für Friedrichslohra. Graif. Ms. 



B. WörtcrbncL 135 

za S. 5S. Gal [ylclU 1 verdruckt st !>] Dorf WIdli. Gab 
Ort L. IV. 14. Fr. Gab cl. ^auc (Landsby) Dpli. Ga- 
ve (vHIag'c) Brj., g-av IIb. Irv., woher wohl g-äv (villc) 
Kog". Gau m. (pl. -es) L., g'ao m. Town, villagc (in 
der Diebesspr.: Madrid) Bw. , der fälschlich Sslir. karvata 
vgl. — Gav (Village, or place), gal, g-aiv (city); beti 
gav (eig. kl. Ort) Street ; g'av, boro, gav TowUi ^'enn 
das letzte Komma getilg't werden darf: „grosses [baro] 
Dorf", vgl. bürg au (A town) Bry. , das schon cer En- 
dung wegen scheint auf: Burg nicht zurückzugehen; sonst 
ans dem Engl, borough. — Caweskro Amtmann lUw. ist 
onzweifelhaft dasselbe, als gaweskro (Gemeindevorste- 
her) Bisch. S. 102. , wo das Wort um Einen Art. hiuabge- 

scMfipft ist. Gavengeri Dörflerin Pchm. S.71. — Ilich- 

iig gedenkt Harr, des Hind. ^^ür gä'on oder jjÜT gänv 

Village. Tassy p. 30. , Pali gamd (du villagej Essai p. 89., 
Sskr. gräma. S. noch jegag 11.48. Oss. kau, kav Klpr. 
As. Polygl. S. 90. scheint blo?s Türk. ^^^m 

Gomatini Faust Bisch. Vgl. Betreffs der Endung thamme- 
dini [tsh.] Backenstreich. — Dumuk Faust Pchm. 

^ Gm die Zahl, ginav Ich zähle, lese Pchm. Gin (gine) 
Iroper. Zähle, zahle, kaufe Graif. Ms. und 8. 30., jedoch 
Id der letzten Bedeutung ganz anderen Stammes s. I. 69. 
392. 398. 450., was viell. auch von gendaf (lesen) 11. 
103. gilt. Gin Zahl, ginäf zählen, verginaf (verzäh- 
len), vergindiles sie haben sich [eig. esj verzählt. 
Bisch. Ginn Zahl, aber shinawa (rechnen) lUw., wo- 
her Grellm. zhinawa, was, im Fall nicht vorn gh zu 
Bdireiben, eig. wohl: Ich weiss, obschon Zipp. es für 
tschinnava Ich schreibe oder schneide halten möchte , in- 
dem er Me rechnervava angiebt. — Te ghinnava, 
gindjuni, ginn tu, gindlo oder gindo, ginnando 
(zählend), giunandui, zählen, rechnen. Bari zahla 
(grosse Zahl). Auch te ghinnaf (erzählen); jol gin- 
nena penge tschimone adry s. I. 311. Sie erzählen 
sich etwas. Zipp. , wie ginnenn [Praet.?], erzählten sie 
L. II. 17. Fr. Viell. auch kinamaskri Prophet [eher 
Fem., oder PL] Bisch. — „Ginar v. a. To count. Con- 
tar, auch jinar To count, reckon, aber giyabar [s. gi- 
lovav] To relate. Contär. Bw. Jinar a^td^fitTv L. 12, 7., 
nQogTid^Bad^aif d. 1. zugezählt werden Ib. 31., unoygaquv 
2, 1. und jinamiento unoyQaqri 2, 2.^* Dief. — lUnd. 
Ui ginnä (Sskr. gan'ana^ also mit^!) v. a. To couul, 



1S6 in. Würterbach. 

reckon, number. Hindi g'inti (the namber), ginna (To num- 
ber, teil), g'Inanä^ gmii karnä (To count), g'anana karnä, 
g'inti k., ginnA (To'reckon). 
Ganni Schooss ZIpp. Je ganegascht, s. Bisch. Bündel 
und ob. kolin, möcbte Dief. aus Sskr. g-an'a (A flock, 
multUude cet. , s. das Vor.) leiten , und vom Fol^. trennen. 
Gan'hati (U prend) im Fall = Sskr. grihn'ati kommt 
schwerlich in Betracht. 

^Gono m. (saccus) , Dem. gönoro Pchm. fiono m. Sack, 
Acc. -es Graif. Ms. — Liefl. Zig*, g-oon Id, , aber Syr. 
^onih Beutel, kunih Schlauch. — „0 g-ohno, g'ono, 
PI. g-ohne, neskero Sack. Beutel heisst I klsfik, 
kakro, PI. ka. Kullerpaha anjum (lijum) o ghono apro 
wordin Ich habe den Sack kullernd (mit Wälzen; reschkir- 
vava Ich kehre) auf den Wagen gebracht. Zipp. — Gono 
Sack, Queersack Rtw. Gono (Bissac), guuno (Sac) 
Kog. — Gohno Sack 9 Tornister, Ranzen, aber mit r: 

g'ohrno (Queersack, in der Wetterau: garje) ; gohno 
Pack, Bund; gühni Polster (s. kun'i). — Conel de 
g-ono Sack, Trauergewand L. 10, 13. Gono m. A sack. 
Säco , costal. Hind, gon. G o n ^ I e s (aber auch conel 
m., pl. -es, Kleid. L.) m. Garments, linen. Vestldos, ro- 
pa. Sskr. gon'i. Russ. gune. — These words in the 
Sanscr. and Russian tongues are solely applied to the ha- 
biliments of a beggar. Bw. — Sskr. gon'i (Torn or rag- 
g>ed clothes. 2. Sack), aus dessen cerebr. Nasal sich viel!, 
r in gohrno herschreibt. Hindi g^ona (Sack), Hind. ^^^ 

gon f. A sack , bag* (of coarse cloth) , the sacks fastened 
on the sides of a beast of burthen to carry grain in. In 
Betreff von g'oneles jedoch muss man auch yovva, yovwa, 
guna, gunnaDC.^ Ital. g'onna. Engl, gown in Frage stellen. 

Günaris m. Gänserich. Pchm. s. I. 103. — Gusto m. Goose. 
Ganso. Bw. , wahrsch. als leckerer Braten aus Sp. g-anso 
zu gusto (Frz. g'oüt) verdreht 

Gunscheaf^ ein nur bei Bisch.', und zwar in sehr mannichfal- 
tiger Bedeutung- vorkommendes Verbum, das mit gunsch (s. 
kucz) kaum eine Gemeinschaft hat. Die von Dief. g-esam- 
melten Beispiele sind folgende : Gunschepa Zehrungj 
als Subst. Vgl. awri g-unsche welelo [ei^. wohl 3, S^. 
Präs. mit -lo I. 242.; vg-l. 340.], abgezehrt. Part. s. f. 
99.: Tele gunschemen abgcmergelt; awri gu Sche- 
men [so ohne n in der 1. Sylbe] ausgeroUet. Mare di- 
racha hi angunschemen [an- wohl Präp.J Meine 
Schuhe sind vermodert. Ilam g'unschemen lauter i 



B. Wörterbach. 1S7 

l^ihwiha Wir sind fertig mit Dreschen des Getreides, 
aber gunscheaf g'ihwonde Aehren lesen. But wawa 
gan scbemeD Ich werde y\e\ gedrückt (unterdrückt); — 
ein paar Bedeutnngen , die beinahe auf einen Zusammen- 
bang* 1. mit kendevava, 2. kendava IL 103. schiiessen 
lassen. Auch g. Ifhies siegeln^ ygh mit cheahindi 
(Petschaft) u. versiegeln, und Zipp. kenderava apry 
slgla Ich drucke das Siegel drauf. — Mitlnstr.: G. plu- 
geha pflügen. G. dowepennäha [mit Waschen] ano 
panin einweichen (Wäsche). G. awri pihr^^a [mit d. 
Fusse] abgleiten. G. sasteraha [mit dem Eisen] tfele 
abfeilen. Me gunschewäwa a gal a hutjaha mer 
lohwe Ich verdiene mit dieser Arheit meine Schuld (eig*. 
Geld) ab S. ^. — G. gatter-, wegthun, abtliun von 
Etwas, z. B. abgürten y abhülsen. G. rotscholes (den 
Rock aushehren') S. 41., gunschcwaha leskSri ro- 
tscholfende Sic [vicim. ,Wir] bürsten ihre [vielm. seine] 
Röcke aus. G. ternen awri, Junge ausbrüten. G u n s c h- 
wina k^t^ne weijunle.s Sie stimmen [machen zu- 
sammen?] die V. G. praltele [von oben nach unten], 
abdachen. G. dikno tschawes [kl. Kind], wiegen, s. 
einwiegen; dagegen aber: a jöw a gunschedas p^s- 
kero tschawo [-es?] Der hat sein Kind verzärtelt. G., 
weben (Tuch). Ilarguntschaf abmalen [mit ]i a r , wie ; 
also etwa: Jemand so abconteriden , wie er leibt und lebt]. 
Gunschewelela mauge je chhollob apo mande [an 
mich] Er misst mir ein Beinkleid an. Vgl. angränzen. 
Har gunschedum mor tschi apo goia. tuwi^lli 
Wie hab' ich mein Herz erquickt mit [bei dem] Taback! 
Me hun te gunschewäwa tut apo rai Ich muss dich 
bei dem Herrn verklagen. Ajowa leläpes [nimmt sich, 
Lat. se!] gunschedaspes but apopester [etwa: apo 
peste IcsterV] Er hat sich viel von ihm angewöhnt. — 
Gunschedepenn Vergleich s. I. 132., wo aber ver- 
gunscheaf zu lesen ist. G. märo gowes [unsere Sa- 
che], verpachten. Wastes verg. , die Hand verdrehen. 
Ver gunschedaspes Er hat sich verrechnet. Tu gun- 
schedäha [Perf. mit Präsentia!- Endung?!] tor pächtes 
Du hast dein Glück verscherzt. — Man sieht leicht, dass 
diese Vieldeutigkeit nur durch einen Sinn sehr allgemeiner 
Art möglich wird, welcher dem räthselhaften Worte ein- 
wohnen muss. Uebrigens versteht sich auch, dass man 
obige Redensarten nicht für durchweg correct zu nehmen 
hat« Etwa Böhm, koncziti, endigen, vollenden; schiiessen. 



138 DL Worterbncb. 

bescMiessen (Bpltzen) ? Begrifflich w^rde konati , tiben, 
verrichten) vollbringen, thun, noch besfier passen. 

^GeVom (Ivi) Pchm., gejom Praet. zu dschaben Graff. 
Ms. Vergl. I. 374. 381. 385. 398. 405. 466- — Tc gai- 
Jum (et ivi), gaijam [wohl wir, nicht: ich] Rtw. S. 37. 
vgl. ob. I. 300., gaijasjeig. 3. Sg. Praet.] Abgang. — 
Bisch.: Gejal (ivisti) u. Schule. DukkSdo gejaspes Er 
hat sich wund gegangen. Leskero gowa gejas apre Sei- 
ne Sache ist drauf gegangen u. verspielen. Vcrgejäs 
verfault [eig. doch 3. Praet.]. Mange na gejas mischto 
Mir ist's nicht gut gegangen u. verunglückt, aber Kejas 
mange mischto, gelungen. Als Partie: Gerik gehlo 
[fortgeg.], verschwunden; trläll gelo pali Er ist umge- 
kehrt; t^Ie pub gehlo [unter d. Erde g^g*']^ wie a gai 
dschaf deläll [da gehen unter], versinken Bisch., dele 
tshala [Er geht nieder] u. senken Rtw. Gehlo gawa 
thuh [gegangen das wie Rauch], verraucht. Pah seh 
gehlo [eig. halb, d. i. entzwei, gegangen; pasch epenn 
Spalte] Riss, s. IL 112., und Zipp.: Kokallo gehlo 
päsch Der Knochen ist entzwei [d. Bein gebrochen]. — 
Offenbar ans dem ebenfalls defectlven Sskr. ga, Praet. ag^m 

{jlßüw) cet. Im Hind. (jLä- (aller, vgl. Zig. xav) Tassy, 

Rud. p. 49 sqq. mit dem unregelm. Part, pass^ Cs. Beng. 

jaitä [Sskr. jk] mit Frz. Ausspr. des J Schleierm. Tlnfl« 
p. 70., aber g^l^n (11s partirent) p. 57. Daraus folgt, 
dass nicht eig., wie I. 93. angenommen worden, hier ein 
Wechsel von x und g statt fand. — Hieher, und nicht, wie 
Bw. will, zu Russ« gulliät, auch: gnillar v. n. To go, 
walk. Ir, pasear; mit wahrsch. Compp.: niguillar v. n. 
To go out. Salir. Hind. nikulna [vgl. Adam p. 138.: ni- 
kala dschdna To go out] und preguillar (folgen) Bw« 
Viell. gehören die üblichen Formen der Strenge nach gleich- 
falls nur dem Prät. an. Vgl. „So guillö ostely xatißri 
L. 2, 51., se g. (andre) tfgijX&e 4, 16. Chalö [also 
doch von chalar, s. I. 398.J abri somia guillarse 
i^tX&wv inoQ€v&7] Ib. 42. Que le guillase [Span. Conj. 
Impf.] inavayayuv 5., 3. Guillaban de gau andre 
gau iiriQX^vTO xoaa rag xdfiag 9, 6." Dief. 

Nicht zu verwechseln hiemit, schon um ihres transiti- 
ven Gebrauchs willen, sind mehrere Formen bei Bisch., 
welche ich trotz ihres g, ch, j im Anlaute doch als Perf. 
thells von lav: lejom (cepi) Graff. S. 18., thells von 
dav I. 395., endlich von zweifelhafter Natur erachte« Das 



B. Wörterbucb. 139 

Berafen auf Pali gah sU Sskr. grih (prendre) CSssai p. SIG.^ 
oder ght Slaw. Imati Et. F. |. 861. nr. 848. scheint dem- 
naeh unnütz. Vgl. I. 90. 40S. Es sind folgende : 

Chefum (accep!) u. belcommen. — A gbwsL gejum gkri^ 
Das liab' Ich vermuthet, vg-l. versehen, und g'arda. — A 
g'anna j u m tut stildo Jetzt habe ich dich g'efan^en genom- 
men« — Jömmies (Ich habe es bekommen) u* Gewinn. 
Vgl. Zipp.: Kohn iljas, verspielerjas? Wer hat gewon- 
nen, verloren? Me lijum desche dui chadweja Ich habe 
ein Dutzend Ducaten gewonnen. — Ho gejam tuke a 
glan? Was hast du dir vorgenommen? 11.112., ein Ger- 
manismus, wie: ^ela mange agläl, ke nebia hl Es kommt 
' mir vor, dass es nebele. — A jow a gejas Der hat ge- 
wonnen s. wegschnappen, und Rtw. 11 um [elg. 1. Sing. 
Perf.], Sieg. — A jow a gejas les Der hat es überwun- 
den. — A jow a gejas Er hat erhalten (u. Quittung), 
genommen (u. entwaffnet; Urlaub). — A jow a gejas je- 
ka (Er hat eine genommen, s. 1.327.) u. Missheirath, und 
so auch: Gejas mer romjes [masc. Endung?!] Er hat mei- 
ne Frau entführt. — S. noch Schauder u. 1 a v. — Tschurie 
gejas [g st. d?] man je suwiäha u. stechen, wohl: Stich 
hat er gegeben mir mit einer Nadel, wabrsch. aus dav, , 
weil dies die gewöhnliche Construction wäre' M c g i j u m 
leske law gai dewela (Ich hab' ihm hinterlassen das Wort, 
wohin dass er kommen soll) erklärt sich viell. noch pas- 
sender aus: mekkjum 1. 400. Vertiefen: A jow a ge- 
jas ano peskero schüre da gela a pral Er hat sich's in 
den Kopf gesetzt und ist übergeschnappt. Genauer. wohl: « 
genommen oder bekommen in seinen Kopf, und ist ge^ 
gangen (sehr, gfelo 1. 385.), wo nicht geschnappt 
(genommen, vgl. wegschnappen) über. Dass gejas in 
diesem Falle Ivli \e8 ist gegangen] sei, verbietet derNom. 
des persönlichen Pron. a jow a [anders, wie im Folg.] 
anzunehmen; g^la aber könnte nicht Präs. sein st. dscha- 
la I. 463., ausgenommen durch eine ähnliche Sonderbarkeit 
wie 398. Dagegen Verstimmt: A gäwa göwa gejas 
man a [st. ano durch Assim:?] mor schere, da gowa nane 
mischte Die Sache ist mir in meinen Kopf gegangen, und 
das Ist nicht recht [elg. wohl: nichts Gutes, nämlich die 
Sache] , was sich jedoch zur Noth auch etwa so fassen Hes- 
se: Die Sache hat benommen, eingenommen mir meinen K. 
— A jöwa gajas recht awri (Er hat ihn [?] recht heraus- 
gestrichen) ist dunkel, wenn es nicht: herausgenommen (her- 
vorgehoben) bezeichnen soll. — 



140 III. Wörterbach. 

^'GÜavav (canto) Pdim. s. I. 444. nr. 7. — Dilabaw Sz. 
S. 13S. s. L 88., nebst gana [vgl Hindi gänä To sin^]. 
— Gieras sin^e Rtw. S. 29., dessen r, wenn aas 1 ver- 
derbt, auf eine 3* Sg*. Perf. hinwiese; darf man aber dafür 
V vermnthen, so wäre es: Canamus s. L 342. Gijnpas- 
kro L 134., woher Bisch, g'ijepäng'ri Sdiüler [eig*. 
wohl Sänger, Chorschüler]. Gichcwawa (canto) Bisch., 
und daher, mit einem entweder präteritalen oder sdiwach- 
präs. Part.: g'ichSdo tschirrkulo [eig*. Sing-vogel] Ler- 
che, ygl.Zipp.: Tschiriklo g'habela (dela schoja) Der 
Vogel singt (pfeift) von te ghabbaf. — Gili Lied, Ge- 
sang Rtw., 1 ghili (Lied), ghijakro, ghjja (Lied) I. 
89. Zipp. und giling (Sänger), Diebesspr. Schaller Wldh. 
Dazu , und nicht mit Bw« zu Sskr. kh^li (A song) : g u 1 1 - 
labar (Cantar) neben giyabar [s. ob. gin] v. a. To re- 
late. Contar, was man, wegen der grossen Nähe auch der 
Span. Ww., gewählt und unterschieden ansehen möchte, 
ohne einen wesentlichen Unterschied anzunehmen, da z. B. 
auch L.22, 34. Gijabalarä o basno, q)(ov7]aei aUxrwQ 
steht. Hemos giyabelado sat pajandias, rivX^aafnv 7, 32.; 
junelo •••• o gijabar ^xoi;<r£ ••• x^9^^ 1^9 25. — Für die 
Formen mit einem, ich wähne: suff. 1, möchte ich nicht auf 
^ Sskr. gri oder D. gellen mich berufen. Unzweifelhaft die 
Wurzel ist Sskr. gäi, woher Hindi gänä, gänakarnä (To 
s^Dg), gita, gäna (A song) u. s. w. 

Galvay Fille. Kog. Ob garbha (proles), fragt Dief. 

^GeVva f. der Kropf Pchm», nach S. VI. == üng. golyva 
(struma). 

Gulba, gulva Erde. Liefl. Zig. 

Ganikvav und gurüvav Ich Verstecke Pchm. s. I. 449. nr.22. 
Vgl. Mahr, und Sskr. gdd'ha a.c. Concealcd, faidden, Hind. 
gürh Shakesp. p. 648. , das wenigstens zum 2. passen könn- 
te, nur dass dies dann von dem, selbst aus: guh stammen- 
den Part, ausgehen müsste* Garädop^nn Hinterhalt I. 132. 
Jaramäskri IL 68. Verstellen s. L 260. IL 111. 

'jl'Garda oifenb. aus d. Frz. Dens gar da less Sie gaben Acht 
auf ihn. LG. Nanegardo (achtlos). Am häufigsten mit 
lav, als: laf garda bewachen I. 339. vgl. gejum ob. 
u. vermuthon. Legardaf (aufmerken) ßiischlich erschlos- 
sen aus d. Imper. s. I. 348.: Legard' ho w^la rakkerdo 
(Merke auf, was gesprochen wird)» Le garda Obacht, 
nicht mit Frz. Art. , wie Indog. Spr. S. 44. behauptet wor- 
den, sondern, wie: Le tut garda (nimm dich in Acht) u. 
vorsichtig, Vorbedacht. Bisch. 



B. Wörterbuch. 141 

Gtr t die Kritec Pehm. , gc^r Krätze , Grind , AosscMag*, 
g'ehr^Io hi, nach den Berichtig-ungen jedoch g'eßrJSIo 
rtfttUg^) d« h» räudig* Bisch. = ^relo randig Rtw«, 
ghlSralS bakro räudig' Schaf, von I g>heer, Räude, 
Krätxe 8« auch schampa, und viell« g'ero elend [ei^. 
grindig?] Zipp. Bei Bw. guel f. lieh. Sarna I. 92«, aber 
aaeh garip^ Scab. Postilla, sowie garibardo Wounded, 
fall of sores. LlagAdo. — Viell., obschon doch die Diffe- 
renz desAnlaats ihre Bedenken hat, Mahr, kan^da f., Sskr. 
kan'd'a f. liching, wenigstens eher als Hindi khasara, khuthl 
(Scab) ; oder Alb. xigi (Grind ; vgl. xfjglov) v. Xyl. S. 176. 
nebst yxiQovaiY kratzen, welche beiden Dief., ausser ke- 
r&n II. 72., verm. dies wegen des Brennens, herbeizieht. 
Mit ihm auch Gitan. querisar und cate sc a unserem W. 
anverwandt zu glauben , scheint misslich. P. ^^ Scabiositas. 

Giro m. selig; mro gero dad, mein gottseliger Vater 
Pchm. Viell« aus uQog nach späterer Aussprache, wie bei 
DC. geroprepes = tiQonQmi^g ^ ytQuxrj = UquI^. Kaum st. 
geh Ig (qui discessit). 

*Guruv Yn. Ochs, Dem. guruvoro, Adj. gurnv*ano (vom 
Rinde). Fem. guruvni Kuh, Dem. guruvnöri (wie 
gurunori Kalb Sznj. s. 1.102.) Pchm. — Gurrub Och- 
se, guurmni Kuh Rtw. Gourou (Bos) Vulc, Meg. 
Gnrongaa [als ob hinten mit Sskr. gau-s comp.] Widh.; 

vgl Mängow (Cow) Ous. = Pers. ^(^ xill Cast.p.50I., 

fio leicht «an sonst an Pers. soLo dädite, Curcnmnl 

(vacca) Lud. mit sonderbarem zweiten c. Vgl. jorko 
(Kalb) II. 68., worin das k doch wohl Dem. -Suff. — 
Kur UV. Ung. Okor. Bue, und guruny Tehen. Vacca 
Pred. p. 212. aus Molnar. — Gurüw, guru [Bisch, gur^ 
als Var.], gurn! Bos, Ochse Alter nr. 148., obschon das 
letzte, auch im Mithr. I. 245., viclm. zu nr. 149. gehört: 
guruani, gtiruni, kurkumni [aus Lud.?], guron- 
gacz [s. ob. gadscho] Vacca; und daher Grellm. S. 296. 
1. — Nemn. p. 653. hat gurunori [s. ob.; eig. weibl. 
Kalb?], warjuhilo [s. II. 79.], batschera (Vitulus); 
guruni, kurkumnj, grj, borguko [diese letzteren 
beiden bei Alter S. 88. gai, bor/uko als Malab. , und 
folglich wahrsch. mit den Zig. Ausdrücken verkehrter Wei- 
se vermengt!] Vacca; guru, gorna, boil [die beiden 
letzteren nr. 148. abermals Malab.] für Bos castratus; 
— so dass er nichts Selbständiges bietet. — Licfl. Z. 
goruny, Sjr. gorü, Kuh, das noch mit Hlnd. ^j^ garü 



142 m. Wörterbuch. 

(from Sanscr« gd) m« An ox, a cow In ecliönäter lieber- 
elnstinimung' steht. — Goruy, g'orbi m. Buej, PI« g'u- 
rues L.) nicht seil genau mit Sskr. gawa-rAdscha Vgl* 
Jnru m. Toro, jurihani f. Vaca. Bw. — Geronee [g 
wohl iiach Deutscher Ausspr.] An ox, welches Brj. mit Hebr. 
*|^p s. L 11. scTion aus dem Grunde mit Unrecht vergL, weil 
das n der fem. Motionsendung' angehört; von grove, 
and grovenee (a cow) Ib. Ist wohl nur das 2* fem.^ das 
.1. aber masc. — Gurn (Cattle); dies jedoch eig. wohl 
nur im PI. Ferner Engl. u. Ung. Z. gouro Ox; Engl. Z, 
guvni, guvani, Ung. gurlnum [nach Bright; rerm. 
Druckf. st. gurumni] Harr. p. 535* ,\ auch Engl. Z. noch 
guruni Cow, also mit r, so dass sich fragt , ob die übri- 
gen r verloren, oder nie besassen, Indem Harr, noch ein bei 

Shakesp« mangelndes ^^ erwähnt, das eher mit Hind. 

^l^ gäu , ^L^ gäi , als ^^^ in Verbindung stände. B 1 1 1 - 

guoni Sniall cow, i.e. Calf. Harr. — Ueber die Motion 
des W.'s s. I. 11t. Grumni f., jedoch nicht mit einem 
masc grum, wie GrafT. S. 41. irrig müthmasste, und daher 
Kog. nebst gruvni Bete. Plur. L 155. 161. 167. — 
Guruw Ochs, Stier. I gurümni kirela je dermo 
[macht ein Junges] Die Kuh kalbt, wie Zipp. i gurumni 
.wela tehele die Kuh will k. [kommt nieder]. PI. gu- 
remja Hornvieh. Guremni Rind, giirewenomäs [Hin- 
di goniänsa Beef] Rindfleisch, gurSmno pekko nias 
Rindsbraten S. 39. vgl. I. 123. Burigüremni Hirsch- 
kuh, was zu bura (Gesträuch) Pchm., wo nicht bur 
(IVIountain) Bw. passt. Gurfempi Bass, wohl eig. Kuh, 
der Stimme wegen, wie Dief. gut bemerkt; vgl« z. B. 
Böhm, kobylka [eig. kl. Stute], Steg an Instrumenten, — 
Kr.u.ZIpp.: guruw, -a, rcveskero (gurav -ewa) 
Ochs; to bare büt gnrewa Das ist eine grosse Heerde. 
I guruwni, niakro, ja Kuh. Für letzteres auch: gu- 
rumni, angeblich D. und Acc. mnja, Abi« mniater; PI. 
gurumnia, gurumnjin [D*? vielm. A.], gurumninde 
[Acc.?, vielm. D.], Abi. gurumninder. Gurumnln- 
gero rakela [Der Hirt hütet] gurumnjia. Dscha, 
dosch e gorumjenn Geh, melk die Kühe! e gurum- 
nia eine Kuh! Hörner: Gurwiska [r ej.?] horni. Jek 
hornus gurowisko Ein Kuh- [eher: Ochsen -] Hörn. — 
Vicll. hiehcr: 

Gurujü m. Dissolute fellow. Tunante. Bw. Schwerlich aber, 
die von Dief. in Frage gestellten: 



B. WorterbocL 14S 

Gofieri m. Farmer. Cosechero, und golberi f. Crop, har- 
rest. Cosecha Bw. 
Gify Schatten Seetz., Liefl. Z. worti. 

Gurrmä Essen. Seetz« Bei Cruse wird an Russ. Kopiib 
(Futter 9 Weide, Unterhalt), an Pcrs. ^^^^ u. s. w. er- 
innert. Chodzko, Spec. p. &81. hat ^^>£ gaürme A kind 

of meal, of dry-salted flesh, und «Shakesp., als ung'ewis- 
. sen Ursprung's, U«>3 qarmä A kind of dish. Vlell. ist 

eins dieser Ww* gemeint. Doch s. khurmin. 
Gerit hinweg*. Adv. Graff. Ms. s. rik. 

Gahrtscho kahl Bisch. Oh Ung*. gnlatz (Dcpilis , kahl) , oder 

n. Glatze ? 
+ Gara8zis I. 52. Pchm. — üng-. g^aras. 
wrrscha Schaum Bisch. Dief. denkt an g-eraf sieden, oder 

D. Gäscht; schwerlich sei es Sskr. grishma (fcrvidus), — 

Schumi, miakro, me Zipp. aus d. D. 
Gerschte Graupen Bisch. Aus D. Gerste oder S. ghnfsh? 

„ Geszü Weizen Seetz. Pers. goszü." — Zipp. Parno ghjv 
[weisses Korn, s. I. 67.], bei Kr. bloss parno. I. 69. 

I geUchka^ G. Tcakro grosse Eidexe, aber i kokurdala, la- 
kro, i, le eine kleine E. s. L 92« Hejdexa (Eidechse)^ 
kreta (Kröte). Zipp. Sapli E. Pchm. Piribicha Bw. 
I. 108. Lisarta 110. Bisch., bei dem auch: 

Grapschejuua Eidechse, so wie alles Ung-eziefer mit Füssen, 
sicher versch. von grapodo s. k. Nach Dief. von D. 
grapsdien 1. g'reifen, 2. kriechen (von Kindern). 

Gletschan m. , Acc. g'letschanes, Stirn. Graff. Ms. 

Glinoih Bisch, s. I. 99., 

Grae Lud., gra, grea, g'rai (equus) Alter nr. 152. Gra 
(en Hest) Dph., und viell. falsch aufgefasst g-ro Mithr. I. 
«45. mit 0. — Krey Pferd WIdh. — Grey Pferd, gras- 
ni Stute Rüd.1.72. — Grai Pferd, gray Hengst, gras- 
ny Stute, dernagrey Füllen, wofür bei Grcllm., ich weiss 
nicht, mit welchem Rechte: dernagresch; und Kog. 
tarno gresch Poulin, nach Zipp. = terno grei [junges 
Pf.]. Gringiball (Bisch, grai^skero pall) Pferde- 
haar. Rtw. — • Grcllm. S. 226. 1. hat gra, grea, krej 
Pferd aus Voc Petr. und Wldh. ; grasnj, graschni 
wohl aus Rtw.; endlich grätsch, grast Hengst, letzte- 
res viell. aus Mohiar, dem Pred. p. 212. Gras st Lo. Ca^ 
vallo entnahm. Aus Grellm. aber schöpfte theilweise Nemn. 
Cath. p. 1544. gara Pferd, garani Stute; derna- 
gresch, batscieru [vielm. batscAeru als Hind. beiGrellm.], 



144 m. WorterbDcb. . 

woher dann wieder Bidch. mehrere seiner Varr. erhielt -* 
Zig", g'rai, g*rey, krey Pferd v. Grolm. — Ag'ora [das 
a wohl Art.] Ous., g'arih Seetz. , hei den Liefl. Z. go- 
rih oder o ^rai Pferd. — Gree (Horse) Brj. Grien- 
. g'ro s. I. 144. von grl (Horse), tane-groi (Colt) Harr. 
8. ob. — G r ei m. Pferd, wovon Graff. S. 40. ein Fem. g-re- 
ni bloss vermuthet. — Grai Pferd s. I. 71., dewles- 
kSro grai [Gottes •Pferd; jgl. Frz. Le petit cheval du 
hon Dieu. Nemn. Cath. U. 82.] Heuschrecke. G reu es 
(equum) =s Zipp. g-reis u. ausreiten. GraieskSro temm 
Braunschweig-, wegen des Pferdes im Wappen. Morsch 
Hengst. Bisch. — Grast m. Pferd, Dem. g'rastdro ein 
kl. Pferd, g-rastüno (equinus), g'rasteng'ero Pferde- 
markt. Fem. g'rasni (Stute), g'rasnakero Adj. (von 
einer Stute) Pchm. — g-hrei, pl. g'reia s. Parad. I. 
197. Ghreisgry (greiskeri) mana Kammhaar, d. i. 
Mähne. Auch o g'rastero Pferd [etwa -oro als Dem. 
s. oh.]. Graschni, Stute s. 1.167. Khuro Füllen. — Acc 
Tsirde adda greis drahle haaning avry Zieh das Pferd aus 
dem Brunnen heraus. De e g*reis (PI. e g*renn) miijall 
Zäume die Pferde auf; de e g*reis dzöw Gieb dem Pf. 
Haber, vgl. I. 176. — D..Sso hl ado garende? Was ist 
den Pf.? G reiste dem Pf. — Abi. s. I. 297. — Instr. 
Naschas krik but e g'renza. — G. Dschinn ada g'reis- 
kero kan tehele, d. h. wohl: Schneid des Pf. Ohr ah. 
Zipp. — Bei Bw. gfh in. Horse. Cahallo. Sskr. kharu. 
Hind. g'hora; g'rani f. Mare. Yeg*ua; g'ras, g'raste m. 
Horse. Caballo. Ihnen noch zug-esellen möchte Dief. go- 
zoni f. Youn^ marl. Potranca; g'rateriza f. Stahle. 
Cnadra. 

Die grösste Wahrscheinlichkeit der Verwandtschaft haben 

für sich Hind. \^y^ ghorä [^ quadrip.] m. Hindi, Mahr. 

gh&i'k^ Siahpusch goa Horse; Hindi ghödl Marej Sskr. 
^hota m. A horse; ghor To go as a horse; kaum einige 
Sskr. kranta, kharu und Zig. khuro q. v., oder Gadh. 
greadh s. Dief. Celt. I. 190. Sonderbar wäre freilich der 
durchgängig-e Mangel des langen o, sowie das Erscheinen 
von s oder gar st in mehreren Formen, die mittelst Engl, 
horse, Dan. best die Möglichkeit einer Anknüpfung dersel- 
ben an Sskr. hrdsh in eine, jedoch ferne Aussicht stellten. 

'j^GrechOß eskero, greche; jeh gracho [e st. a?J Sünde. Me 
kerava bare grecha Ich sündige. Grechingero, laster- 
haß, sündhaft. Auch daher wahrsch. grechevava 1.866. 
425. nr. 41. Zipp. Grecos Sünde, Tadel L. und, seines 



B. Wörterbach. 145 

c wegen schon zweifelhafter: crejete pU Pecados, woher 
crejetaores Sünder. Bw. — Aus d. Slaw. Poln. gnech 
B. s. w. 
'^'Gradäwri [eig. gerade aus, als hjbr.W.], durchaus. Gra« 
de götterapr^, gerade aus. Bisch. Letzteres etwa : 
Gerade ein Stück (oder: von dort) aufwärts, wie u. be- 
händigeu: Me [?] dejas mange gotter gowa ano mor 
wast Er hat mir gegeben davon etwas in meine Hand. 

Gredepchabon Feuersbrunst Sz. I. 126. s. I, 134, Schwer- 
lich dazu retablejar (To flame, burn) oder gresdene 
nu (Steve) , wie Dief. verm. Auch sicherlich nicht letzte- 
res aus grcs (zuvor, bevor) mit Sskr. dip. 

Grawa Kräuter Bisch, s. trab und Zipp. PL drahba, wel- 
chem letzteren es entsprechen und dessen d entweder durch 
Lautwechsel oder Irrthum vertauscht haben mag. Mithin 
wohl eben so wenig zu Sskr. ghrä, als zu Engl, to grow, 
D. Gras, Lat. gramen. 

Grtmtschünt Stachelbeere Bisch.' VielL aus einem der vielen 
Trivialnamen für Ribes grossularia Popowitsch S. 556 ff* 
Nemn. Cath. p. 1160., wie Grunzel, grünzel, Böhm, an- 
g*re[Tt u. s. w. Siehe, ja mach lirl Bw. 

Granza, grange. Kog. Entl. 

Grunda Thal Bisch. Aus: Grund. 

Grosray Herrschaft [eig. grosser Herr], wogegen ba- 

rerey (Obrigkeit) ganz Zig. Rtw. S. noch Bw. Chlno- 

barö Uigh-constable. — Grosno, dicke. Rtw., vgl. 

Frz. gros. 

Gabicote s. criscote Bw. — Syr. Zig. kok ana, Buch. 
Gabine (Franzes) von Gavin f. Francia L 54. 
Gabuod m. Mouse. Ratön. Jabuni f. Rat. Rata. Bw. s. !• 
113. Zu j che (Hole)? 

GachapJa und gachaten s. H. 41. 
Gachinbarta s. ob. gdcho, 

Gae m. Wine-press. Lagär. Bw. Zu Jüd. gass, Kelter, v. 
Grolm. ? 

„ Go/Vrc, gayeres Adv. Always. Siempre Bw. Gayerc, 
nuvTOTB L. 48 , 1. Sinaba ocupada g. andre as hacienda0 
e quer negieanäTO negl noXXfjv dtaxQvlav 10, 40.^^ Dief. 
Etwa aus 1. 275. nr. 12. mit der Adv. -Endung -es 212«? 

Galisarda f. Hunger. Hanibre. Ruaa. golod. Bw. 

Gaficibe f. Avaricia, s. cascane, 

Ganisardar v. a. To gain. Ganar Bw. 

^jGarapatia f. Thanks. Gracias. Arab. XiJx: Bw. PI. -las 

H. 10 



B^-Wörterbach. 147 

bietet Hind. ^^ ghür, ghürä, ghüriifä A dung-hill Sha- 

kesp. p. 656. einen nfclit unpassenden Verg'leich , indem das 
n durch Slaw. Ankläng'e, wie Poln. g'noy, Walach. g'unoiu 
Mist, Düng-er herbeig-eftthrt sein mag*. Bei Zipp.: -J-g-nö- 
jos Mist. Haufka gnoja Misthaufen. Grfengro, g-u- 
rnmniakro gnojjo Pferde-, Kuhmist. 

„Grawtia«, ^tQif.ivai L. 21, 34., verra. D. Gram." Dief. 

Granajina^ quelalla f. Berengena Bw. = Seetz. badin- 
dschana 1. 76. 

Granar v. n. To hray. Reba/mar. Bw. . Dies, auch im Sp. be- 
deutsame W. etwa Verdrehung" aus Sp. bramar? 

Grao m. Poison. Veneno. Sanscr, gara. Bw. s. drao. 

Grejelo Adj. Certain. Cierto. 

^jGres (Ciento); grey m. Sig-Io. Bw. Gre aldv L. 16, 8. 
Greses ol an aiwvog 1, 70." Dief. — Sonst g-r^s zu- 
vor, bevor L. entweder mit einem, dem Sp. antes nachge- 
bildeten oder mit dem gewöhnlichen Adv. -Suff. s. I. 301. 
II. 45«, gl an Adv., vor, Graff. Ms. 

Gresone s. Crisirne, 

Gresdeae m. Steve. Anäfe. 

Grestis pl. Breeches. Calzdnes. 

Griba f. Rigour. Rigor. Gribule Adj. Rigorous. Rig'oroso. 
Bw. Griemen, trotzig, als aus goiemen durch Drück- 
fehler entstellte Var. bei Bisch, kann nicht in Betracht kom- 
men, auch wohl nicht D. Grimm. 

Grimpar v. n. To toast, pledg-e. Brindär. 

Grohelär v. a. To repair, govern. Componer, gobernär. 

Bw. Aus d. Span.'l 
Gordogopo Adj. Wounded. Estropeädo. Bw. Vgh gi^rdi- 

bardo Adj. Wounded, füll of sores. LIagädo, aber anch 

11. 5. u. bayopio, bujibid. 
Grose m. Forest, mountain. Monte. Russ, gorä. Bw. 
Griicha f. Cloth. tela. 

Giiachedre Manger. Pesebre. Bw. Etwa verwandt mit: 
Guchiba f. Stahle. Cuadra, In der Weise, dass in: cuadra 

eine Zwischensylbe eindrang? ' 

-^Gnajalote m. Turkey, peacock. Pavo [d. i. nicht der Pfau, 
sondern Meleagris gallo -pavo. Nemn. Cath. p. 883.]. Sskr* 
garabrata, galawrata (A peacock). Bw. Bw.'s Vergl. Ist 
falsch, indem das Wort vielmehr, wie der Truthahn selbst, 
vgl. Nemn. Cath. p.539«, aus Amerika stammt. „Huexo-* 
lotl, auch Totolin, heisst der wilde- Truthahn^ welcher 
ziemlich häufig in den Feigenwäldern von Oaxacas vor- 
kommt.^^ Süden und Norden StuUg. 184& Th. I. S. 58. — 

10 * . 



148 III. Wörterbncli. 

Schlegel 9 Ind. Bibl. I. 343. sag-t: „Ein so bekannter und 
l^uffallender Vogel ^ wie der Truthahn, den ich in Indi- 
schen Bronzen meisterlich charakterisirt gesehen habe, wird 
doch im Sskr. seinen eigenthümlichen Namen haben? Al- 
lein im Amarakoscha weiss ich ihn nicht zu finden.^^ Das 
Letzte ist sehr begreiflich, allein das Erste ein wahres 
Räthsel, da es in Ostindien ursprünglich keine Truthähne 
giebt , und Hr. v. Schlegel daher auch keine Abbildung des 
Vogels auf Indischen Bronzen gesehen haben kann, diese 
inttssten denn von sehr jungem Datum gewesen sein. Bei 
Hadley im Moors p. 114,: Turkcy, peru, feel-murhg, 
lit. an elephant fowl; allein der erste Ausdruck gehört den 
Portugiesen, welche zufolge Popowitsch im J. 1530 das 
K^alekutsche Huhu aus Kalekut [dies ist nicht möglich] nach 

. Europa gebracht haben sollen. Darum heisst auch im Ma- 
la jischen der Truthahn (Hell, kalkoen): aayam hollanda 
d, h« Holländischer Hahn. S, Nieuwe Nederd. en Maleidi- 
sche Woordenschat en Spraakkunst ten gebruike van Ne- 
derlanders, die naar de Indien gaan. Amsterd. 1815. p. 33. 
68, De Wilde, Nederd. - Maleisch en Soendaisch WB. p.68.: 
aljani sabrang, hajam wolanda. Im Irischen zufolge 
OBrien Cearc (A hen) Fhranncach [d. h. Französisch] 
A turke^ hen or more properly Cearc Indhiäch, an 

' Indian hen; im Schottischen nach Motherby ; Bubbly-Jock 
Truthahn; auch Pownie [= Engl, pony, nicht Pavo] -cock. 

Russ. hha^'hckoh n'Bmyxb, d. h. Indischer Hahn; alleia 
Slowenisch (Murko, Gramm. 1843, S.825.) piirman, pu^ 
ran, kavräcz. Poln. Indyk, Jedyk und daher je^- 
dyczyc si;, böse sein, wie ein Indischer Hahn (vgl. Ital. 

Savoneggiare) , wodurch sich viell. unsere Erklärung von 
löhm. kirut'Ak, krocan [vgl, Kratschhuhn bei Nemn.] aus 
Icrutjr (grimmig, grausam) Or. Ztschr, IV, 27. rechtfertigt. 
Andere Namen bei Popowitsch S« 579., woselbst noch 
Schruut aus der Aachener Mundart bei Müller u, Weitz 
S. 824. fehlt. — S. noch pollerdihna, 
Gucanär y. a. To open. Abrir. Bind* kuhnä. Bw« Schwer- 
lich Hind. Uij^f Tcholnä v. a« To open cet. 

Gnergere m., Ger j eres (Martcs) !• 116, 
Guillopio Adj, Maimed. Manco s. II. 6^ 
Gula f. VTave. Qnda. 

QuliHraba L« = jul. f. Serpent. Culebra. Sskr. kalasarpa 
Black snake. Bw. Eher aus d. Span«, allenfalls mit Sskr. 
sarpa s. IL 23., vgl. 42,, als mit Dief, aus Tvrk. ^^Lu 

(angttis) oder Hindi gola (Round). 



B. Wörterbuch. 149 

QtUupe m. Cotton. Alg'eddn. Sskr. Sthülapat't'a. Bw« 
Guribano m« Sllence. Silencio. 



Gh Ist schon Im Sskr. nicht allzuhäufig*, and findet sich 
Im 2Ag, auch nur in wenig-cn Beispielcq, wie khas Heu, 
kham Sonne, sang* Geruch, kangll Kamm; verm. auch 
loko. Kh, von Pchm. S. 9. als aspirirt und der Ausspra- 
che des K im Deutschen: Kahn gleichkommend dargestellt, 
entspricht zunächst wohl der Sskr. asp. Gutturalsurda, so 
dass es sich von D. ch, Sp. j = Gr. und Slaw. x^ viell. a> 

wesentlich unterscheiden möchte, allein doch nichts desto 
weniger mit diesem mehrfach durchmengt. Inlautend, na- 
mentlich anstatt eines , aus Sskr. ksh hervorgegangenen kh : 
|akh foculus) IL 46., aber ungenau auch jakh (ignis), 
jekh (unus) == Sskr« £ka, und mit ^ jeko (glacies); 

bokh, drakh, likh, pchakh, arakhav (Sskr. raksh); 
rnk, sikFärar, mukav. Ferner ursprünglich mit Zisch- 
' laut vor k: nakh, szuko. Ausserdem akhor, akha- 
rav, djkhav, dukh^ djkhlo [dies wohl bloss nach 
dem D. Täcliel], makhav, rakhav, telekhakh, reka. 

*Kh(Uav Ich spinne. Pchm. Hindi kätanä To spin; Hind. 
UilT hätnä fS. karttanam r. krit To wrap round) v. a. To 

spin. Shakesp. p. 573. , UäT hatnä y. n. To be spun, 

i^elchemnach das W. unter k gehörte. 

*Khdbni (gravida, schwanger, trächtig) Pchm. — Zipp.: 
Bakro kabno [als m.]. Kabni wird vom Vieh gebraudit, 
als K. graschni, gorumni, balitschni, aber Romni hi paa-> 
ri dseha Die Frau ist schwanger; ada romni pari dse- 
ha peijas — ist schwanger geworden [eig. wohl: schwer 
oder gross? mit Herzen gefallen]; Rtw., ohne den Zusatz, 
pari (schwanger), so dass begrifflich das dem Lat, gra- 
vida anverwandte Sskr. gurwi und gurwin'i (A pregnant 
woman) ihm entspricht. — Cambri, cambröbi (Preiiada) 
L, Bw., der richtig Sskr. garbhin'i herbeizieht :^ Hind. 
^^l^ gühhin von ^\<^ gabh m. Pregnancy, Pali gabbho 

(Matrice) Essai p. 166. Vgl. Lassen, Inst, pracr. p. 90& 
Die Asphration scheint transponirt, die Form cambrj aber 
dem Span., worin bre oft für mn gesetzt worden, mundge- 
. recht gemacht, so dass mit Dlef., -wegen des Gelüstes, 
Sskr. kamra (Desirous, cupidinous) ins Interesse zu ziehen 
mir nicht eingehen will v 



150 m. Wörterbuch. 

Khuvav Ich flechte« Pchiii. S. 14. Bei Zipp. khüdo tav 
(g^edrcliter Zwirn) s. I. 393. An' mang'e dui g-ebinde 
kliüdo taf Holet mir 2 Gebinde Zwirn. Me kbug'ava 
Ich drehe, wickele, z. 3* baala Ich flechte die Haare. 
Praet. ine khiidjuni. Iniper. khi\f tu! khuvenn tunie! 

Khdni f. Inslicht. Pchm. S. 42., aber khöni S. 83. Etwa 
Georg-, koni (Fett)? 

"^IhhanUy hhanniaJcro ^ PI. Tchanja der Gestank Zipp. = 
Hlnd. p>Aa^ gandh 1. Perfmne, odor, scent, Sskr. gan- 

dha mit Transp. der Asp., wie in khabni, und nicht eig*. 
das, schon der Asp. verlustig gewordene, Pers. OJ^ 'gand 

f. Stink, filth, ordure, smel!. — Gandi f. Smell. Olor 
Bw., kandee, kanduloo 111 smelling, spoilt Irv. Ken, 
kan Corrupt (stink) Harr., kan (stinken; eig. wohl: das 
St*)Utw. ohne d $>. akhor, brlshin und 1.95. — Ghan- 
döla s. I. 343. = kandela (Aasgeruch) == kantela 
(es stinkt von kantaf; kant Gestank) Bisch. = jandela 
Bw. nach Dief., sowie Bisch, u. wohlriechend: A göwa hi 
latscho göwa, dekandela Das ist eine schöne Sache, 
d i e [vgl. I. 249. , also wohl nicht Conj. und, dass] 
riecht. — Khandav Ich stinke, khafiarav Ich stänkere, 
khandyno stinkend, khandyptraskerl f. Schwefelliölz- 
chen Pchm. s. I. 397. 429. nr. 57. „Kandini momelli, 
Hind. genden, Schwefel" Grellm. Ausg. 1. s. I. 122. 163., 
allein mit Weglassung von momelli S. 289. 2., auch 
congrogree (sulphur) Bry. , Hindi gandhaka Id., Hind. 

i6jJ<S^ gandaJc^ auch gandhak Brimstone. Vgl. Art. Indog. 

Sprachst. S. 42. — Nicht unwahrscheinlich %ählt Dief. noch 
hieher gandias Dross, siftings. Granzas. 
Ghangcri f. Kirche Pclmi. im Vz. u. S. 23. , aber — wenig- 
Htens zum Zeichen, dass die Aspir. nicht grundlos sei — i 
khangeri, G. khangeriakro, PI. khangria Zipp., 
kangheri (ecclesia) Vulc. Meg. Kangri Rtw. Kän- 
grin, G. akero, askero Bisch, mit Var. kandir I. 88. 
aus Sz. Cola kangri depleske Der Tempel Gottes 
(für Gott) LG. — In Wldh. «teht zwar kangrin unter 
dem Rothw. Art« Difl'el-Schrenker, Duffl- Proscher (Kir- 
diendieb); da aber Difl'el, eine Dufft (Kirdic) vorhergeht, 
scheint es bloss aus Versehen um eine Nummer herabge- 
sunken. — Kongliug [i st« r] Rh. Kangre (church) 
Harr., vgl. mit kungra nßjS Battlcment. Can gri f. 

Church. Iglesia. The lit. meaniug appears to be Tower. 



*.:** » 



Pers. ajiur Bw. , vgl. Gast. \, 474. ^JJS [die erste Sjibc 



B. Wörterbuch. 151 

mit: a] Acroteria, promfncntiores et distinctac hie ilüc rnnri 
8. propng^acali partes, fere pinnatae, post quas niilitos la- 
tent et per interstitia tela jaciunt« Pinna castelli. VielL 
noch immer der passendste Verg*!. für ein Wort dieser Art, 
das man am wenig'sten bei den Zig>eunern erwartet, deren 
,, Kirche, wie es in Siebenbürg'en (Woenig-er, Zigeuner und 
Edelleute Berl. 1844. t Bde, I. 55.) sprichwörtlich heisst, 
aas Speck gebaut und von Hunden ist gefressen worden *),^ 
— Als genit, Adj., am wenigsten von einem Masc, wie 
kan (aurls), Armen« kahanah, Ar. kahin (christlicher Prie- 
ster) KIpr. As. Poljgl. S. 104., lässt sich das W. nicht 
leiclit fassen, also auch kaum aus Sskr. kankana. Zig. 
cana f. (Hour, bell) s. auch kohra und Sskn ghanVä, 
wegen der Glocken, herleiten. Dief. erinnert an Sskr. 
kankara (Vile, bad), eine Benennung, die freilich für so 
arge Indifferentisten möglich wäre, allein doch sehr gewagt 

erscheint. Ca ha s. ob., Pers. ^ijLi^ (domus), SI. XpaM, 

oder gar D. Kirche geben ebenfalls keinen sicheren Anhalt. 
Ob khcr? A, BÜüLi> f. A monastery? 

Kingervava s. I. 441. nr. 20., wo einzelne Formen vorn 
mit kh. Me hom kyno Ich bin müde, matt. Af tu 
khyno Sei müde. Kinnandejum Ich bin m. geworden. 
Zipp. — Kino müde Rtw.*, keno müde, kihno überdrüs- 
sig, nanekehndo unermüdet (wie khyngedo ermüdet 
Zipp., schwerlich zu Dan. keed, überdrüssig, müde, zum 
Ekel), me hom kinopaster Ich bin von Müdigkeit u. 
ermüdet. Bisch. Quinao Adj. Tired. Cansado; desqui- 
nar v. n. To rest. Descansär. Bw. — Pchokinovav 
Ich ruhe aus I. 422. nr. 16. Pchm. samnit pokoni still 
Bisch, (q. v.), der angrenzenden Laute und Bedeutungen 
ungeachtet, verm. Slawisch, z. B. Böhm, odpoczlnu (ausru- 
hen), und ganz anderen Stammes. — Ob Pali khin^a (amin- 
ci) Essai p. 95. = Sskr. kshlna, oder, wie Dief. vidi, 
zutreifender will, das Sskr. Part, khin-na (Distrest, suffc- 
ring pain or uueasinefs 2. Wearied, exhausted) von khid? 
Dann müsste nanekehndo entweder, wie letztgenannte 
Wurzel, n aufgenommen haben, oder etwa 2 Participial- 



*) Uebe? die durchgängige Gleichgültigkeit gegen Religion bei den 
Zig. s. ob. I. 67. , ferner das diesen Gegenstand eigens behandelnde 
X. Chapt. im Vol. II. bei Bw. Sancho bei Hidalgo p« 208. sagt: 
„Ateos sin religion alguna, aunque en la apariencia exlerior se 
acomodan con la Religion de la Provincia donde andan, siendo con 
los Turcos Turcos, con los hereges hereges, j eutrc Christianos 
baplizando algun muchacho por cnniplir.'^ 



152 III. WörterbacL 

Endung-en besitzen. — ~ Merkwürdig-er Weise bietet Graif. 
Ms. Keid(e) Trag* Leid als Imp., keidejom Prät.; me 
kcidaba mir! daiag-e Ich trag'e Leid um meine Mutter; 
das sich, den Mangel der Asp. abgerechnet, g-ut anschlös- 
se an Sskr. khid (To he distrest, to sutfer pain or misery) 
und kheda^Sorrow, affliction, distress. Lassitude, depres- 
sion. Hind. bei Shakesp. p. 619. vgK 6^.: .^^5^ Jchijh 

(Sanscr. khid Griev, he in distress) f., Fretfulness, vexa- 
■ tion, teasing". »äsaaT MtJ t Ang-er, vexation. 

' "^ Kham m. Sonne ^ Dem. khamdro (Böhm, slunj^czko), Adj. 
khamiino (von d. S.) Pchm. Cham Sz. S. 132., aber 

' cham% kam', o-kam' Alter nr. 75. nnd danach Grellm. 
S.222. 1. Cham, kam, okam vgl. mit Hind. kam, S.288. 
8. kham; diefs [verm. Tag, trotz diwe, das er dafür 
angieht], und Mithr. L 246. — kham, meskcro, 
mma. Khammeskro dives Ein heller (Sonnen -) Tag. 
kham dschala apri, telall Die S. geht auf, unter; 

. — tammjola, verfinstert. Zipp. — Kam m. Graff. , Rtw., 
Rüd., Bisch. — OGam sol (r^izn Rabb.) Lud* und cham 
[wohl = kh und nicht nach Engl. Ausspr.] nach Brj. p. 394. 
aus Hebr. tsn, rM^U The sun and heat; Im Rthw. Jüd. 
cham (warm) , chamime (Hitze) v. Grolm« = r\'n'^'DTi Hitze 
Callenb. S. 64. Diese Erklärung für das Rom-W. verm. , 
alles Scheines ungeachtet, falsch. Sjr. Z. gemm Seetz., 
irrig mit Altpers. ^ und Dschemschid, richtig mit Hind. 

«L^ vgl., wie Pers. Z. gam Ous., und Engl. Z. kem 

Harr, als identisch mit Hind. A^ ghäm (Sanscr. gharma) 

f. Sunbeams, sunshine Shakesp. p. 651. darstellt. — Cam 
L., cam, can m. Sun. SoL Hind. khan, Sskr. khaman'i 
Bw., hei dem nach Dief. auch überdcm or orcan vor- 
kommt. — Noch verm. hieher kamaf (scheinen) Bisch., o 
khamlepen das Schwitzen u. s. w. Zipp. 1. 425. nr. 34. 
— Schwerlich Semit., noch auch der Sanskr. poetische Aus- 
druck kha-man'i Coeli gemma, i. e. sol, oder kha-gama 
(Luftgänger st. Vogel), wie das subjectiv gleichbedeutende 
khaga (Sonne), am wenigsten, wie Paullinus bei Alter 
8. 169. fälschlich muthmasst, eine Verwechselung mit dem 
Sskr. kha (Nom. kha-m) Aßr, sondern Hindi ghdma (Sun- 
shine) = Sskr. gharma (Heat, sunshine), worauf auch un- 
streitig Multan. , Malab. kam' bei Alter trotz ihres k bezo- 
gen werden müssen* — Hieher vielleicht: 
Canriano &(Qog L. 21, 31. Verano Bw. , doch möglicher 
•Weise gls. Adj. von can r las (Fatigas) wegen der he- 
schwerlichen Hitze. Im Hindi grishmakala, dhüpakala. 



B. Worterboeh. 153 

Khdrav muin Ich hefsse, nenne mich. Pchm. — Karaben 
rufen, Prät. kardom Graff.Ms. Kaardo g^enannt, kaar- 
den, sie nannten L. II. tl. Tl karell J. Er soll J. 
beissen. L. I. 60. 61. 6t. Fr. Kalela [das erste I st 
r?] Er heisst. Job kaarela Elias Er ruft E. LG. Har 
kareha tu? Wie heissest du? Biscb. u. Vorname, in die- 
sem immediativen Sinne wobl Germanismus. — Zipp. kar- 
napen Name I. 131., wie g'iirnSpenn [sie schlagen 
sich?] Ringen Bisch, u. s. w. , von Te karraf nennen, oder 
> rufen. Me kharava, kardjum, khar tu, k.bareii 
turne« Ssir karn[n*] ado manusch [wohl fölschlich 
Nom. st. Acc.?]? Wie hcisst der M«, eig. Wie nennen sie 
den M.? Sso hi o manusch? Ssirr kbarna ado 
manuschus? Was ist, wie hcisst der M.? Sslr kar- 
na ada tapeta? Adeia hi Brabanditko, schukker 
bluminsfa avry kerdi (werkemen). Wie hcisst man 

■ diese [Art] Tapeten? Es ist eine Br., gewürkt [mit schö- 
nen Blumen aus gemacht]. — Acarar v. a. To call. LIa- 
mar; kaum aber carcma (Word). — Die letzte Jorm 
könnte an Mahr, äkaran'ä v. a. To call; to sum up an ac- 
count V. Kennedy p. 126«, Sskr. akurut^ (To call) aus k 
-|- kri Wils. erinnern , in welchem Falle man die Formen 
ohne a vorn desselben wieder verlustig gegangen betrach- 
ten müsste, s. koszav. Sonst bleiben, nicht zu gedenken 
des Hehr. Nip, noch viele andere Möglichkeiten, als z. B« 
aus Sskr. khyä s. I. 431. nr. 1«, kaum aber Sskr. kal (so 
nare, numerare), Ilind. kahlänä (Sskr. kath) To cause to 
say, to be called, oder gar Engl« call, xaXeTv. 

Kher m. Haus, Dem. kheroro, Adj. kheritüno Haus- 
(domäcjr) Pchm. kheer, reskro, kheera (Haus) 
ausdrücklich mit Aspir. von Zipp. angegeben, wodurch 
Graff.'s S. 40. 43. In Betreff von ker m. (ger? Ms.) ge- 
äusserte Vemu eines Zusammenhangs mit k^rav, trotz des 
ch z.B. in sol Icherde Bisch, u. antrauen, sehr anWahrsch. 
verliert. Ker Lud., ker' (domus) Alter nr. 168., keer 
Rtw., kör V. Grolm., kehr Dph., kehr Bisch, und daher 
bei ihm kehredüno einheimisch, kehreskero, i, z. B.- 
dade, dal Hausvater, -niutter. Tschirkuleskero 
hehr [sehr, kehr] Vogelbauer. — Ker, koree [vgl. H. 
116. u. kurrihj Irv. Gur and kir Bry. vgl. I. 148. Kalr 
(Housc) Engl Zig. bei Marsd., der Hind. ghurr vgl. Ker 

(Cottage, house) Harr, und nach ihm =- Hind. ^ S^f^r^ 

dessen Flexion bei Tassy p. 33. Boro-ker (Great h.), 
aber, mit nachgestelltem Adj., ker bitta (A small house). 

10** 



154 in. Wörtcrl)u©li. 

KerengTO Ilouselccpcr (maid), was als Fem. jedoch hinten 
-! haben müsste. — Quer m. (llouse. Casa. Sskr. a^arä, 
. Hind« ghur) und f. pl. queles Bw. nach Dief. Hieraus 
querescaro ni. Steward, butler. Mayordonio Bw. , Ilans- 
halter, queresqueria Haushalt L. Nach Dief. quiribo 
IL 118. hieher, etwa wie Lat. vfcinus, d. h. auf der sei - 
heil Strasse. Zipp. hingegen sag-t, für Nachbar [ — frei- 
lich Nomaden ein fernliegender Begriff!] gebe es kein eig- 
nes Wort, man umschreibe es: wago, kohneste pa- 
sche mro kheer leskero kheer hi Der erste, der 
neben meinem Hause sein H. hat. Keere (Domi, domuni) 
Zipp* wahrsch. Loc, wie tele unter, herab I. 188. S. 
Mahr. Loc. ghari (domi), aber ghari oder Acc. gharäs 
(domum) Carey p. .151. nr. 15. von ghara (House). In- 
dem kh st. gh. stehen könnte, würde nur das lange e in 
kher im Falle einer IdentiGcation mit Hind. ghar m., Sskr. 
griha, einigen Anstoss erregen. Afgh. kar (Haus) Klpr. 
As. Polygl. S. 58. wird wohl richtiger kur, küt'ah (Sskr. 
kdt'a) angegeben Indog. Sprachst. S. 48., und keltische Aus- 
drücke (Dief. Celt. .1. nr. 154.) müssen, der grossen Laut- 
ähnlichkeit ungeachtet, doch wohl ausser dem Bereiche blei- 
ben. Demnach käme nur noch etwa das zwar lautlich, aber 
begrifflich nicht stimmende Sskr. kh^ta (A village, a small 
town), Hindi khi^d'ä, Hind. t^^ r. quadrip.] f. A village 

in mögliche Erwägung. 

Khdro m. Krug Pchm. „0 khoro, PK re Kanne; o kooro 
ein Kamisol, eig. ein langes Futterhemd, aber klein ko- 
ro KamisoU^ II. HO. Mangkoro lovyna Fordere ein 
Stof Bier, d. i. Kruss. Waleneskro, barenno [vgl. 
barnotscharo irdene Schüssel Rtw.] koro Steinerner, ir- 
dener Krus. Zipp. Choro, goro (Flasche) Rtw., was 
gewiss verschieden von gote (Becher) L. Koro Krug 
Wldh. Kohro Krug, Kanne, Bierkanne, Becher, köro 
Wasserkrug Bisch. Currio (Vase, pot) Kog. — Coro 
xtQdf,uov L. 22, 10. Coriä f. Large jar. Tinäja. - Coro 
m. Pitcher. Cäntaro. Hind. ghurola [d. i. Hindi ghad'olä 
Pitcher] Bw. — Corow (a cup) Bry. — Harr. p. 542. 
Cup, V. Can Kuro. Cup of beer Kuro levina; p. 543. 
Can: Kurha, kar (letzteres auch p. 552. Pot, cup) vgl. 
mit Hind. kulhar, worunter er wahrsch. \.^ [- quadrip.] 

kulhrä m. A cup, ^arger than L^ hulhiyä^ An earthen 
vessel to drink out of. Shakesp. p. 603. versteht. Wohl 
möglich, dass sich h auf das k übertrug; sonst müsste man 
etwa an Sskr. kholaka (A pot, saucepan) nebst khdil f. (A 



B. Wörterbach. 155 

qiilver) angeblich von kliiid' (To cover) denken. Nur, 
wenn auf die Asp. kein Gewicht zu leg-en, passte auch 
Sskr. kut'a m. u. A water pot , kun'd'ika (IJydria asceiici) 
Lassen, Anih. und zwar noch besser als karaka m. Id., 
karkarika f« Sniall water jar. Im Hindi, viel!, mit g* st. k, 
l^arg'ari, gag*ari, ghada (Pitcher, jar), denen sich das dem 
koora der Lied. Zig*, entsprechende g>arih (W^asserkrug) 
der Syr. treffJfch anschlösse. 

*/ JÄwr, G. TchuYiahro die Hacke am Fuss, Ferse Zipp., 
der, ungeachtet er sonst auch i kur, PL kurja (allein 
karje ein Schuss) schreibt, doch richtig* kür (schlage du) 
davon unterscheidet, indem in der That kein etjm. Verhält- 
niss, wie zwischen Lat. calx und calritrare, dazwischen be- 
steht. — Bisch. Kuhr Ferse. — S.-kr. khnra ni. A hoof, a 
horse's hoof; khurabhighäta A kick; kicking, pawing* (as 
a horse); Hind. .^^ khurif. A (cloven) hoof. Mahr, khot'a 

f. The heel; a hoof. Vgl. Frz. janibe aus Lat. g-amba. — 
Sonst Sscr. ghut'a, ghut'i (The ancle). 

Khüro m. (Pnllus equinus) Pchm. khuro, küro, res- 
kero, PI. khure Füllen. I khuri [so!], G. kuriakro 
Stntfnilen Zipp. Als Dem. churord Sz. 1. 128. u. Nemn.; 
curorö m. Colt. Potro. Hind. koorru Bw. Das wäre 



Pers. ö^=> Or. Ztschr. IV. 11., woraus sich indess nicht 
das kh erklärte. Im Hindi Batshtsha, batshhM; ghod'^kil 
(Colt) aus ghod'a (Horse), das vicll. schon durch grai 
vorweggenommen, obschon lautlich, wie Sskr. kharu (A 
horse), nicht ganz verwerflich, doch kaum eine genügende 
Erklärung* gicbt. Uebrigens darf man auch nicht füglich an 
den vor. Art., oder kürav erinnern. Merkwürdig noch: 

Khurdo der Hengst Pchm. S. 21. 

Khurmin f. Hirse. 2. Brei Pchm. — Zelti kurmen heisst 
eig. gelbe Grütze, hirsitko kurmen u. Hirse. I kur- 
men, G. kurmniakro, PI. kurmja Grütze. K. tiide- 
ha, kileha Gr. mit Milch, Butter. Zipp. — Liefl. Zig;. 
Nurimen [wohl durch Versehen vorn mit N] Grütze. Kaum 
doch zu churdo u. ch? 

*Kall Haut. Seetz. Hindi khala (Hide, skin), Hind. Jl^T, 

^f^r (S. khalla) f. Id. Shakcsp. p. 617. 

Khali Quick. Ous. Ob daher kaly Ziege. Seetz.? 
Khüldar An infant. Ous. Vgl. Sskr. kuladharaka m. A son, 

eig. Upholding a family; so dass etwa die Asp. transp. 

wäre. 
-^Khelav ß. L 405. 452. nr. 28, 467. Chclladdo (ein 



156 in. Worterbncb. 

Rnssc) 53. Kellaf spielen, tanzen, und daher Nonim. 
wie kellepenn (das Spiel mit Karten) von kellava, 
kelldjum Zipp., s. 133. 137. 140., wie Narbulo kel- 
lepaskro Hanswurst, kellepaskero kehr Komödien- 
kaus Bisch., bei dem auch ung'cnau kennelena pelska 
Sie spielen Karte, st. kellena u. Mücke. — Kelahen 
tanzen, spielen Graffl, wo S« 30.: Me kelaha Wir spie> 
len. — Kel Jeu, killin [3. pl. Conj.?] Danse. Ko§r. Ku- 
la (Dice, ganie) wahrsch. mit u st. a nach Engl. Schrei- 
bung*. Irv« Quelar tanzen L. 7, 32., quele m. (Bayle) 
und daher quelebao m. (Bayladör) Bw. mit ähnlichem 
Suir., wie Quiguinibe IL 129.; cambröbi st cambri 
8. khäbni; quisobu II. 119., blspibi (Sp. Avispön), 
brotobo I. 215., arajambi s. r; u. s. w. — Hindi khe- 
loüky krid'ä karnd (To play), khSlaghara (Playhouse) cet. 

^Khas m. (Foenum)| Adj. khasrino Heu-. Pchm. — - Kafs 
v.Grolm., kaff Rtw«, cass Heu Wldh. — „Ghas, Hind. 
gas, Gras, Heu^< Grellm. S. 289. 2. — Okhasf, G. 
khasfeskero Heu, aber o chasf Husten. Zipp. — Kas 
(grass, bed) Irv. Kais (haj), Hind. (jmL^ ghäs f. 

(Grass, straw, bei Shakesp.), Pers« »1/. Harr. p. 549. — 

Bisch, kass Heu, fortschetta [Frz.] kassesk^ri Heu- 
gabel. — Wahrsch. nicht Oss. chos , choassa (Kraut) , Pers« 
ijm3> Poetls Herba quaevis inutilis« A weed. Cast. s. u. 

c^ar, noch Sskr. kaksha (Grass; dry grass; wood cet.), 
sondern Sskr. ghäsa m. (Meadow or pasture grass), Hindi 
sukhi ghksa, (Hay), eig. trocknes Gras. Dagegen: 

^Cluts m. (Tussis), chasav (tussio) Pchm. Ghasen (Tous- 
ser) Kog. — chas, sfeskro, chasfa Husten. Das 
Verb.: Me chaffaya, chaffejum, chasfuf tu, chas- 
fen tume! Te chasTel und te chasTul [also nach 8 
Conjj.] ist einerlei. Vgl. I. 389. nr. 11. Zipp. — Ghas. 
Rtw., Grellm. S. 236. 1., jass (Husten) Bisch, und da^ 
ber: A ganna jass sorfela (Jetzt hustet er), dessen 
letztes W. ich auf tschoraf (schütten) beziehe. — Pi- 
chiscas f. s. I. 121. wird zwar von Bw. mit Sskr. wi- 
kshawa und Ngr. ßijxf^g, allein doch ziemlich grundlos vgl. 
Der Schluss könnte hieher fallcu, allein doch auch blosses 
Pluralzeichen enthalten. — Hindi khäsana, Hind. LLmoL^T 

khäasnä (from S.kdsa) y.n. To cough; Poln. kaszel, Lett. 
obs. kahfsuls (tussis). 

Khosav (detergo) Pchm. s. I. 388. nr. 5. — Te kosfaf 
(wischen, abwischen). Khofs tro nak, drovent tre- 



B. Wörterbuch. 157 

bokla Schneuz deine Nase, es ist sehr nöthig*. Khofsa- 
va — me khoTsjum — kosfen turne. Kofsdo, z.B. 
Iiak, aus^eschnoben. Zipp. — Kossawa Ich trockne ab 
(g. u. abkühlen), kostaf wischen. Kossaniaskrin Klei- 
der-, kosseniaskri Schuh - Bürste , g>raiesk^ro kos- 
gemaskro Strieg'el. Bisch. — Kaum verwandt mit HInd. 
khosnS 8. II. 120., eher durch Vermittelun^ von Hind. 
{Xmk^ ghasnä or ghisnä 1. v. n. To be rubbed, abraded, 

% y. a. To rub, 8. To beat Sbakesp. p. 654., Hindi ^ha- 
Sana (To rub), g-harshaka (Rubber) mit Sskr. ghrish, wor- 
an Dief. denkt. Entgre^enstände nur das o, in Betreff des- 
sen Hind. g'hont'nä (To poiish by rubbing') ang'emessener 
wäre. 

Kooshka (Good) = Ild. Ps. khoosh Irv. — Questo nach 
Marsd. bei den Engl. Zig., bei den Türk. aber latcho 
(Good). — Harr. p. 547. Kashto, kashko (Good), Pers. 
^^^* kashko-devas (Good-day), kash ko-rati (G. 

night), wo so g'ctrennt steht, aber p. 544. kash-ko de- 
vas (G. day) wohl mit falscher Trennung. — Indem die 
Ilerleltung' aus dem Pers. nicht zu gewiss Ist, obschon sich 
der Zusatz -ko allenfalls durch 1. 99. rechtfertigte, bleibt 
fraglich y ob wir das W. richtig* an diese Stelle brachten* 

CHl, Span. jr. 

Bei manchen Wörtern mit Span, j als Anlaut fragt sich, 
ob dies j einem g (womit es zuweilen wechselt), einem 
Deutschen ch, oder, was sehr oft der Fall ist, Zischlau- 
t<^n g-egenübersteht. Statt ch findet sich bei Bisch, andi h 
oder ch'h, und Rtw. gern g. — Beisp. der Aspir. im In- 
laute, ausser den Deutschen heuchläri, bechari I. lOS., 
buchos (Buch) Vulc, stachle, bleacha; Slaw. da- 
che, prachos', g'recho, doha s. dosta; Ung. szoha 
(nie) I. 251.; Ngr. ochto 215., te pachoncl man (Es 
friert mich) Pchm. aus na/vrjf tschocha tXJqyjo-^ pahunis 
aus TTwyewv; Pers. bacht f. = vi>.i=4; noch folgende: Naj 

(eig*. kh) aus d. Sanskr. ; wichaf (anlangen) II. 53., g^i- 
cheafs. gilovav, kicheäf rasten s. 1.51; kachni 91«; 
czercheiPi (Stern) und cirach (Schuh) Pchm., buzech, 
buchlo, (purikka), bineha, pendech ,' pochtan, 
mochte, mizech; raicha, rachemi; szach. 

*Chav Ich esse, c haben das Essen Pchm. Parad. s. I. 464. 
Perf. 401. — Ch'haf tele (abfressen), chhaf awri (ans- 
essen) u. verzehren; chhaiaf[?] anOressen, ch'bäla (sie 



158 Iir. Wörterbucb. 

nag't), beides von der Maus Bisch. = acbale IL 45. 
Rüd. v^l. I. 360. Auch: koBtet (g-ustatur) Bisch, nach 
Dief. Ferner Bisch, cii'habben, chhäbbeu das Essen, 
Schmans, Kost, Speise, Mahl [es steht da: Mal], Lebens- 
mittel, s. noch 1. 139. und Abend-, Morg-enbrot, Nacht- 
essen, Hausmannskost, Milchbrei; nüchtern L 302«, ver- 
wöhnen. Daher chhamäskri = chamasg'ri Tisch I. 
133. von chaben m. Speise, ang-eblich auch .Inf. Graff. , 
Liefl. Z. ha wen, chawen (Speise). S. noch I. 135. 
Zipp., 134. 342. Alter. Mit g>: ^aben Dph., ^abben 
Speise, Frass, g- an a Essen Rtw., welches letzte jedoch = 
chana [sie essen], so dass ich kona Mcal [d. h. hier 
unstreitig' Mahlzeit, und nicht Mehl] Irv. g'laube damit zu- 
sammenstellen zu müssen, ung'cachtet es äusserlich dem Ild. 
Inf. khänä (To eat) g'leichkommt, und Irv. auch ha, d. i. 
der Imper. = kha Mithr. aus Grellm. , bietet. Ilan Rb. 
ist Conj. (coraedant), wie häen (To chcw) Harr. p. 548., 
Ha [Tmp.1, haben [Subst.], haen [3. pl. Conj.?] To eat 
p. 545., hdb [1. Sg. Conj., orfer gekürztes Subst.?], ha- 
ben (Victuals) s. noch I. 134. — Haue (comedere) Vulc. 

eher 1. Sg*. Präs., als Subst. — Aus Ilind. üL^ khänä 

(S. khadana , also mit Verlust des d s. Lassen y Inst. Pracr. 
p. 359.) V. a. To eat. Subst. m. Food, dinner, cating*. 
Shakesp. — Jalar v. a. To eat. Corner vgl. Bw. fälsch- 
lich mit Sskr. gala (Kehle), indem, wie Dief. mit Recht 
bemerkt, bloss, wie sonst oft, 1 aus der Flex. jalela 
(3. Sg.) L. 15, 2. in den Inf. Ib. 4. drang. Nach ihm 
auch jaaela Bw. — Chol low (To eat) Brj'. , unstreitig 
mit Engl. Ausspr. , so dass sich fragt, ob es nicht vlelm. 
zu Zig. t schale (satt) oder Engl, swallow zu ziehen. — 
Chamaben (Manger), Kog. und daraus Casca, ist un- 
zweifelhaft nichts als ein ungeschicktes Machwerk des er- 
steren, indem er es aus Graff. S« 39. 41. chamasgri 
fälschlich erschloss, das er ohne Abänderung des für das 
Frz. unpassenden ch p. 37. aufnahm. Desshaib vermag ich 
auch nicht Dief. beizupftichten , wenn eres mit janiar v. a. 
To eat. Comer. L. vereinigt, das Bw. sowohl mit Sskr. 
tschamya (food), als Ilind. khana vgl., was in Betreff des 
ersten lautlich seine Bedenken hat, und rücksichtlich des 2. 
viell. auch nur möglich wird durch die Annahme, das Verbum 
sei denom. (aus chaben), wofür kaum kamen (To eat) 
Ous. spricht, da es eher 1. PI., vgl. I. 342 — 3., als 
3f PI. Conj. Präs., oder Subst. — Me tschau (Ich esse) 
Grellm. S. 298. 2. und als Var. bei Bisch, halte ich für 



B. Wörtcrbwcli. 159 

irrthümliche AnfTassun^ von chau, als wäre dfe Aasspr. 
Eng^lisch, und bin daher ausser Stande, andere Etjnia, wie 
Sskr. dshiw (vivere) oder tsham, tshar, dafür aufzusnchen. 

O chomer, renkero^ ra Zipp. , chomer m. , Ace. -es (die 
Brotkrume) und dalier ch omeresg-ro m. (Brot) Gr^if. 
Ms. und S. 40. Bei Pchm. chuniel (Brodkrünime) , aber 
chumer m. (Teig* = teigo Zipp;), wozu trefflich passte 
-Ar. .A43- Cast. I. 1295. nr. 8. Fermentum, quod inditur 

niassae panis. 2. Massa subacta. Ilesternns aut ante coctus 
panis isque mucosus. — Jumeri f. Bread. Pän. Bw., der 
es schlecht mit Sskr. suniana (Wheat), Pers. ^jj3^ verbin- 
det. — Bisch, chommeraf g-otterende zerquetschen; 
lauter chhummerdo hi (Es ist alles zerschmettert) u. 
schmettern. 
Jaritna f. (Crumb. Mig-aja) etwa transp.? 

Jarr«m6o m. Sie ve. Harn ero.Bw. Vgl.jcrrumbro mitd.Sp.Ww. 

Chäro Teig", chareskerc pctti Nudeln (vg^I. mohljen- 
geri petti Weinbeeren) Bisch. Doch eher noch zu chav, 
als wegen chareskero (Mühle) zu arro II. 51. 

Churdo Adj. (klein, zerbröckelt), churd'arav Ich bröckele, 
churdo Mohn [etwa auch khur min Hirse?] Pchm. S. 21. 
— Zipp. u. Brocken: chordo mä<äro gekrümelt Brod 
(Brekla maro Brotbrocken; [das erste wohl: bröckelig]). 
Ü. FuUer (für Pferde), Häcksel: i chordi, diakro 
[schwerlich desshalb aus Pers. q>j>ä.]- — Jordegäscht 

Reissig Bisch., das ich nicht mit Dief. als „zerschlagenes 
(von kurav)", sondern „zerbröckeltes Holz" auffasse 

und mit Poln. chrost, Russ. XBdcmie Reisig, auch xbö- 

pocmb unverwandt glaube. — Endlich j u r d i f. Gunpow- 
der. Polvora. Sskr. kshoda. Bw. und viell. juri (Lima) .11. 
66. Bei den Syr. Z. aussikeha Pulver (zum S^chiessen), 
das entfernt an Türk. ^^I ict ^ghyz ott (Pulvis pyreus 

optimus) Clod. lex. Türe. p. 610. erinnert. — Ich möehte 

> 
diese Ww. nicht auf Pers. v>.i^ Quicquid in suo gencre 

parvum et exile est. Junior. Minutim. Mlca. Cast. I. SSS«, 
vielmehr auf Sskr. khud' (To break in peaces) beziehen, als 
dessen Part. Pass. [rdo = d' + ta, und nicht = d'] ich' churdo 
ansehe. Vgl. Westerg. p. 135. khud' (frangere), aber 
auch khan'd' s. Delius radd. Pracr. p. 47. Viell. ist khud' 
nur andere Form von kshud [vgl. Hind. [skS^ JchudJtä aas 

Sskr. kshudhä Hunger], was Dief. sogar als Wurzel von 
chomer betrachten möchte. Sicherer stammt czoro q. v. 



160 m^ Worterbach. 

aus Sskr. kshadra^ also doch mit anderer Umwandlnii^ des 

Anlautes. 
Chamo kurz, ckarnarav Ich verkürze Pchm. gränzt der 

Bedeutung' nach einigermassen an das Vor. Ob zu Sskr« 

kharwa ? 
Ckochavav Ich lüge, betrüge Pchm. s. I. 443. nr. 8. Viel!. 

hochewawa Ich trotze Bisch., obschon man, sich dabei 

des D. hoch zu entsinnen, einigen Anlass hätte; doch 

8. chöli und chinav. 

Cheahindi Petschaft; i pesse krisncskerl chhindi [das 
dicke Gerichts-] Amtssiegel; a ganna tscbiwela chea- 
ch indes apo lihl (Jetzt setzt er das Siegel auf den 
Brief) u. versiegeln. — Kaum verwandt mit kendevava 
L 3d8. II. 103. trotz Zipp.: Ssavi (sigia) kammoeha 
tu, ke me te kendavav aprj? Was für ein Siegel wollt 
ihr, dass ich darauf drucken soll? obschon dies noch eher 
passte als bei Shakesp« p. 609. Pers. Sscr« ü^sJOf To 

cngrave (as seals) von Pers. ^y^JS' Dig-ging*. 

Chuchur m. der Schwamm, sapuno eh. Flieg'enschwamni 
Pchm. chocher, reskero, ra Schwamm, jek baro 
chocher Pilz [s. I. 69.] Zipp. 

^yyJaquestaro Asche L« Pers. jXmS\a hhakistar f. Ashes« 

Shakesp." Dief. 

Ckatschjevava Ich verbrenne. Zipp. s. I. 426. nr. 45« 432. 
nr. 12. Chhatschaf brennen, anbr. Bisch« Hoteha 
Rh., hochubin (To heat) Irv. — Graff. Ms.: „Cha- 
dsche Imp. leuchte. Inf. chadschaben. Prät. chadschi- 
joni. Chadscherwaba andere Form neben chadscha- 
ba." — Chaczärav Ich brenne (Act.) Pchm. Jachä- 
rar v. a. To burn. Quemar. Sskr. tschür (To burn); — 
'ein nicht füg'lich passender Vergl. ! Jachäri f. Conflagra- 
tion, blaze. Incendio. Bw. PI. os jachares ßaaavoig 
L. 16, 23., wozu Dief. noch gachaten (Cup, brasier) 
gesellen möchte. — Ilatcheriban (To burn) Bry. Ga- 
tscherben Brand. G atscher diforo (Brandenburg; 
scherzw.) und nach Cl. II. Perf. 3. Sg. gazdias tele 
(brannte ab) Rtw. S. 37. , gatshias (ist verbrannt) 38. 
Amme,, Wehmutter, nach irg'cnd einem Gebrauche, vermu- 
thet Dief. s. I. 141. II. 130. — G'hatscherpaskro 
Brannteweinbrenner. Gh'hatscherti (s. Corr. p« 112.) 
als fem. vgl. ob. I. 163. und doch ch*hatschertesk(^ro 
[wie von einem mascj tschomdni [etwas Brannte wein] 
Bisch. — Liefl. Zig*, hadschardi, Zipp. chatscherdi, 
i chatschkirdi, <-kerdi, brejrinta, d. u Branntewein, 



B. Würterlincii. 161 

« 

I. von chatsehkerdo (verbrannt, hdss). Kiislie- 
di Dpb.y kaischodi v, Grolni«, vg^l. tchardi niol (von 
icharav Ich brenne) Pchm.; sonst kirki II. 109.; tat- 
topani [cfg-. warmes Wasser] Eau-de-vie. Kog", — Pra- 
tcheely (Flame) Bry. als Comp»? -r- Cachiniani II. 
117;, casinoben 12(>.9 costipen 188., wie ich glaube, 
widerrechtlich hieher zählend , stellt Dief. Sskr« katsh (splen- 
dere), Prakr. d'hafs;*g'sLM (uritur) Höfer p. 1S3. oder xa/oi 
(Ngr. xfitpa Hit'/e , Kaxptqig helss) als mir sehr zweifelhafte 
Etyma hin. 

j^Jachipeu m. ^0/17 L. 5, 89.; ßQWfiUTa 9, 13.; sobela, ja- 
ma, piya, din jachlpenes ivq^Qulvov 18, 19.; pleon. als 
Gastmal 14, 7. Jachapen Food. Comida. Sscr. ka^I- 
po. Hind. khaja. Bw. Schlösse sich etwa durch den Be- 
g'rlff des Glänzenden, Festlichen ans Vor , oder an chav.^ 
Dief. \g\. Ilind. L:>1^ khäjä (S. khadya) m. Name of a 

sweet meat like pye-crust. Shakesp. s. ob« I. 189« 

\Chodsch (obgleich) s. I. 315. nr. 11. 

*Chadum (Degen) Wldh. mit einer auffallenden Endung, wie 
garum* II. 51., malunr (panis) Aller nr. 179., terum 
(das Land) Grellm. S. 888. 8. vidi, bloss Druckf. st. 
temm S. 888. 1., die noch eher aus 11. 33. sich erklärte, 
als dass man sie für Rest Sskr. Neutralendung halten dürfte. 
Sollte viell., da jene Wörter, mit Ausn. des letzten, die 
cerebr. Verbindung n'd^ einsrhiiessen , der Nasal umgesetzt 
worden sein? — Ilanro (ensis). IL fortis aspiratio. Vnlc. 
Meg. — Janro, janrio m. Sabre. Säble. Bw. L. — 
Goro Degen Rtw., wie gewöhnlich, mit g. — Harrow 
(swnrd) viell. mit scherzhaftem Hinblick auf das gleichlau- 
tende EngL W. Bry. IJ charo (ein Schwert) — fsawja 
[aus: SäbelV] L. I. 35. Fr. Charo Schwert, Hirschfän- 
ger. V. Grolm. — Charo m. Schwert, chärengero 
Schwertfeger Pchm. — chaaro, charo, but chäre, 
G. chareskero Degen, Schwert Zipp. Ch'häro Id., 
Säbel; jachhäro Dolch IL 48. Chharodikkotemm s. 
I. 100. Bisch. — Hindi khadga, khan'd'd (Sword, scyme- 
tar), Hind. tJüL^ [O quadrip.] hhänJä m. [S. khad'ga] A 

sword, cutlass, a cleaver fbutcher's). Shaiesp. p. 617*9 
also verw. mit Pers. vjS'-T karg (S. khad^gi) m. ^^o3^S 

largadan m. A rhinocerds, welches letztere doch wahrsch« 
Sskr. khad^ga iplt dhenu (vacca) Burn. T. Not. E., soast 
Hind. (Jlaa^ [3 quadrip.] gaind^ä [S. gand^a] m. , auch Hindi 

Rhinoceros, khi^ga (hörn of) = Sskr. khad'i^a. — Also 

IL n 



162 . 111. Wörterböch. 

bedarf es nicht des Sskr. kai/d'^ khan'd' (frang'ere), ka- 
raii'd^a in. (A swprd), noch weniger krit Dief. Celt I* 189. 
Q. 8. w.) welche Dief., ausser dem durch Zipp. vergliche- 
nen Lith. kardas (Degen), herbeizieht. 
^Charr Knochen Syr. Zig., haro Bein Lieft., also in einem 
fthniichen begrifflichen Verhältnisse als D. Bein jetzt Crus, 
früher, wie noch Engl, bone, Knochen be/iCichnend , ans 
welchem Grunde ich , Ilind. j» har [^ quadr.] (contract. of 

liär from S. had'da) ni. und ^^S^ [o quadrip.] had'd'i f. 

A bone zu vergl. , für schicklich jialte. — Cheroj f. das 
Bein, Schenkel; PI. chera die Füsse. Dem. cherojöri 
Pchni. — Heroy Tiiiia cum coxcndice. Vulc. Geröi, 
pir' (Pes. Fuss) Alter nr. 40. Ileroi Bein. Rtw. Grelhii., 
und, verm. mit Weglassiing des i, hcrro (jambe) Kog. 
Heerja, herja Beine LG. I herui, herriakro, rja, 
heera das Bein, eig. der Fuss. Zipp. s. L 15L — Her- 
r&i das Bein, heriiich Wade, dclallherui (untere Bein, 
YgL telekhakh, Aechse Pchm.) Schienbein (aber palla- 
duno Schenkel L 124.), herrjengre Gamaschen; duk- 
kedihfertti [schmerzhaftes BcinV] Krebs, SalzOuss Bisch. 
— Jerias PI. Legs. Plernas Bw. llerree The leg Bry., 
hiree Foot Irv., dessen Vergl. mit Hd. eree, d. i. 6d'i 
(Heel) fehlschlägt. 

-j^Chujd Gott; auch: Himmel. Seetz. Khuia (God) Ous. s. 
1. 67. Mit Verlost des d (vgl. Or. Ztschr. lU. 55.) aus 

• Pers. tiXS- m. God; ^t<-X:> Ihudä-t f. Godhead, divinity 

8. The World. Shakesp. p. 358., und Voc. üLv.-^ Ihudäj/ä 

(0 God!) Ib., was stark an die Bildung des Zig. Voc. I. 
177. erinnert. — Etwa auch 

Chiifa tiirjmsma Paradies. Seetz. Möglicher Weise enthiel- 
te das 2. W. irriger Maassen vorn ein Genitiv -Suff, des 1., 
das aber fem. sein miisste, eingeschlossen. 

Ckudav Ich greife Pchm. S. 62. (bis), 66. 74. Etwa Russ. 

XBamämb ergreifen, nehmen, fassen; Poln. chwytsc? s. 
nchtllma IL 73. 
Chttfav Ich springe. Pchm. Wenn t' st. k stände s. L 88., 
allenfalls anknäpfbar an Böhm, skakati, skocziti. 

Chip f. die Stürze. Dem. chipori f. (Böhm, pokliczka) 
Pchm., chhipp Stürze, ch'hipp Deckel Bisch. 

Chev f. Loch, 2. Fenster. Dem. in beiden Bedd. chevdri 
f. Chevengera [sehr. -o] der Glaser Pchm. —Chi V Grab; 
Glas 8. IL 69. Sz. — Kev Harr., k'howe (a window) 
Bry. — Zipp. chchew Loch, nakeskero chewja Na- 



B. Wörtfriiudi^ 16S 

selödier, i cliöew, chchcwjiakro Grube, cli*ew RHie, 
i cheew, chewja, chche vjak roHöhle. Me haije- 
vava baro cliatdclikerpcn andre nire chewja Ich 
fühle eine grosse Entzündung' in der Winde (Mydschacli 
dal ein schlimmer Leib, der Durchlauf. Dsi eig*. HerBy 
wie Ssirds fsahp Lettische Bauern sogar dann sag^ei, 
wenn ihnen der Magen wehe thut. Stend^r Gramm« 
Ausg. 1. S. 145.). Zum Voc. Petr. g-ere II. 81* die be- 
richtigende Anni. ,9 Grube, GruH — chor chew fein tief 
Loch). Gero ein Armer, aber gere, wernio unbekannU^^ 
O chew (ein Loch) auch für Wunde; so wie zu Grellm. 
„0 chchev, veskro, chchevja Wunde; o tsehine- 
pen lieisst der Schnitt.^^ A hi man bari chew Ich habe 
eine grosse Wunde. A fsi but chewja andre mande 
Es sind Viel Wunden an mir. So räumt Zipp., trotzdem 
4lass er chew in dieser Bcd. als masc. «'iulTülirt, demselben 
doch keine ver^^ohiedeiie Stelle ein, und es scheint, mit 
Recht, ungeachtet flindl g-hawa (Wound, subst.), Hiod. 

^L^ ghao nu A wound, a sore Shakesp. Uiessure Tassy 

p.3t. dazu verführen könnten. — Dasselbe gilt von geeb 
Loch, geebe Grube, und namentlich gevv, buhl (Arsch) 
lUw. , weil dieser Schriftsteller fast immer g st. ch bei 
den Uebrigen setzt; sonst läge freilich Sskr. gu (cacare) 

nahe genug. S. noch das viell. wieder fremdartige chea- 
chaf (purgiren) Bisch., weichet^ Dief. nicht zu Lat. cacare 
{»• chinav), noch auch zu Sskr. khai (lodere) zählen möch- 
te, aber, fc^owie cheachhew, für redupl. hält. — Jobi 
[woVj, jebe, jebi Hole. Agujero. Jebilen m. Hole, 
Mcll, Pozo, etwa mit len f. (River) Bw, , der sehr un- 
geeignet Sskr. gawaksha (d. i. Oeil de boeuf) und Hind. 

beb *irf (Sscr. wedha) m. A hole, Perforation vergl. — 

Cheachhew Loch, Grube, cheachhew Lücke, chea- 
1* li h e w Schlitz. C h e a c h h e w d o (mit Loch versehen) 
hohll. 126. Lauter perdech'eachhebia hi i ratschola 
(Ganz voll Löcher ist der Rock) mit einem, m ieDief. richtig be- 
merkt, sehr ungeschickt daraus abstrahirten Inf. perde- 
cheachhewaf (durchlöchern). Bisch. — Gere (Grube), 
das zudem leicht aus obigem geebe verderbt sein könnte, 
beruht einzig auf Autorität des Voc. Petr. , aus dem es mit- 
tel - oder unmittelbar Alter, Grellm., Bisch., Kog. (ghere 
Fosse) u. s. w. haben. Desgleichen Dph. gere (Groett, 
Ilule), geb (et Hui), welches Grellm. S. 288. mit einem 
angeblichen Uind. gibah [etwa \^j,'^ guphÄ, Sskr. guhä f. 

11 * 



114 ID« Wörterbndi. 

A oive. Skmi09p.f] yg\, Degghalb schcii^ es nmiii», gach 
lidlsfheii PauralleleQ, wie Ilind. IP^ garhä (Sskr. gartta) 

m._ A cavUy, a holis, a pit, anabyss, oder t^ gakrä (S. 

BanbUra) Adj. Deep; Ssbr. gabvara (A cave, cavern), 
«char« gnt Höhle, Sskr. knhara (A hole) sich nniziise- 
heu. — Indem wir etyniolog^ische Beziehung'eB xa cabana 
11. 1S3. und caeni ISd. als höchst ansieher glauben zu- 
rftckweisen xu dürfen, bleibt noch ein Ausdruck bei Grellm. 
S. «3«. t. tIM. 2. Kon:.: ,,Gowr, Bind, kibr, das Grab^S 
jind bei Bisch, die Varr. chiw [aus Szuj.], cTiowr Grab- 
stätte, i^aur Gruft, deren Quelle aufzufinden mir noch nicht 
l^elani^. Zum letzten W. wurde das auch in Indische Spra- 
che« ^ %• B. Ins Beug«, übergeg'ang'ene Pers. ^^ gar f. 

(Atomb, a gThye)Shakesp, sich treifllch schicken, worauf na- 
llrlidi Bocii eher als auf Walach. iraura (Loch) zu rathen 
wäre; zum ersten aber Ar. ^ß fabr f. (A grave, tomb) 

Shakesp. p. 563., rg\. auch kubür (Grab) und daher 
Toorkubur nach einem berOhmten Deeve oder Halbg-ott. 
Pottinger, Reise nach Beluch. S.48. Vor Allem aber wäre 
erst der wirkliche Gebrauch von gowr u. s. w. im Zig. 
festzustellen. Dieses z. B« ist sowohl Pchm. S. 51. als 
Zipp. unbekannt, welcher letztere für Grab entweder i 
chchev, jakro oder das, dem Niederd. entstammende „i 
kula die KauP^ [s. Heyse: Kuhle] aufgezeichnet hat. — 
Der Pr&tendenten zur Vergl. mit chev giebt es so viele, 
dass selbst eine engere Wahl schon schwer hält. Festhal- 
tend aber an dem Grundsätze, dass ch rechtmässiger und 
g nur ungenau daför eintretender Anlaut des Wortes sei, 
mödite ich den Ver^. mit Bind. »^ Ihoh m. A cavem, 
abyss, a pit. Shakesp. p. 6«6., v->^ Ihop f. 1. A cave, 
a comer, *. A rent, fissurc (Beng.) noch am leidlichsten 
finden, wogegen Bind, ^jy^^^ ffavi (Cavea) B. Schulz. 

p. 6., Pers. ^ (Fovea) Cast. l 475., ^IT käv Digging 
aet Shakesp., yißog Fossa. Canalis subterraneus , xrjqfov, 
navipov (Cavitas) DC. kaum Berücksichtigung verdienen 

möchten. Bind. ^{^ kh«fl (Sskr. khata) f. A ditcli, 

trench versagt sich wegen seines Mangels an einer Lab., 
und Georg, chewi (Thal) seines entlegneren Sinnes halber. 

Char^ (Profnnditas. Tiefe) Alter nr. 114., Mithr. I. «16., 
wahrscheinlicher doch Adj. Chor (tief) Adj,, choripeii 
m. (die Tiefe) Pchm. — Goor (tief) abermals mit g Rtw. 



B. Wörterbuch. 165 

wmi darans Grellm. S. <97. ^or. — Chor tfef, chörS- 
fienn Tiefe, chorofienn Ab^rrnnd; ehorpaain [tiefes 
Wasser] Schwemme Bisch. — Chöör tief I. 203. ma- 
tscho ilschala clior [also Adv.] andro panin^ Der Fisch 
schwimmt tief im Wasser. Choor hohl (z. B. von Zäh- 
nen » Nttsscn), mit der Bern., es heisse eig*. tief, und holl 
(cavQs) aus d. Niederd. Zipp. — llind. aand^ä Adj., Mahr, 
ottd'ä (Deep) ermangeln der a^«p. Initiale; daher mag pas- 
sender Mahr, khola (Deep) V. Kennedy I. 30. II. 23., 
kholi f. (Depth) ver^&rl. werden. Im Hind. linde ich Sy^y 
^^ khol (Sskr. köt'ara) m. 1. A case, sheath, C Hollow 
(as of a tree etc.), a cavity Shakesp. p. 625. 

MUkiikm (Belly) Gas. Etwa m Pers. ^ Or. Ztschr. III. 38.? 

Chanav (Pecto) Pchni. s. 1.307. — IIa na f auskämmen, ha- 
nawawa njiro scheres awri Ich liämme mich [eig*. 
meinen Kopf ]aus. Bisch. — Ilandevpeha tu man 
ada dives? Wirst du mich heule kämmen? Zipp. — 
Gcinz verschieden von kan^li H. 104. Etwa ans Pers* 
iüLw (A comb) mit Eintauschung einer Asp. st. Zischl. , 

etwa wie im Vor.? 

Hannevava (Fodio) I. 452. Doch wohl aus Sskr« khan , vg*!. 
Pers« qJU^3, kaum Hindi khandara (To digj. 

\Handiikko Wassergraben, aber nach S. 55. aucA Grab 
|viell. nu sehr.: Graben] Bisch. — DC. /jivSu^, Uoni. xav- 
raxi der Graben, die Grube; die. Kluft aus Ar. ^^ju^ 

khandaq (from Pers. sJOT kanda: Qämüs) m. A diteh, 

fosse, moat. Shakesp. p. 363. Foasa circa hortos, vineas, 
nrbem. Cast. I. 244. ludogerm. Sprachst. S. 73. — 
grabe Zipp. aus A.T^.^ wie rowos' (Fossa) Alter nr. 120. 
und d zirka (foramen) 118. aus d. Slaw. 
Chanig f. der Brunnen, chanigöri f. Quelle, Brünnch. 
Pchm. , hani Brunn, Quell Rtw., „hanj, hanik, Ilind. 
huah^^ Grellm. S. 289. 2. und daher hani (source) Kog., 
hanj (en Broend)Dph. , hanik (Brunnen) Bisch. — II an- 
ji, h.inig (but hania), i hahnin, G. hahninjakro 
Brunnen, hahning, nijakro Quell s. I. 165. Dral i 
schprinta nasclMa o panin Das Wasser kommt aus dem 
Sprint (der Quelle) Zipp. — Wahrsch. Pers. ^\J> (Föns) 

und nicht Türk. vJU^. — Aljenique 1. (Fouutain. 

Fuente) Bw., wie mit Ar. Art., und jerqueni f« Id. Bw. 
nach DieIVs schöner Erklärung Pers. ^L>^ (eig* caput 

tbntis), da jerö im Git.: Head. 



166 HI. Wörtcriiiicli. 

Chinav (oacare) , chindibnang'ero m. Abtritt. Pchiii. 
Clfhinaf holircii, clfhineniaskri Abtritt. Ha^chine 

penn Diirchfall Uiscb., woran scheinbar aueh chcacbaf 
(pur^iren), s. chev, gränzt.. Etwa zn hnliaf (liauern)V 
Schwerlich nach Sskr. Weise tadelndes Pron. enthaltend; 
denn Ilokerdall, was eig*. Quid [kaum relat. Quod] fe- 
cisti? in vorwnrrs voller Fra^e besaget , ist doch nor sehr 
rehlerhaft als: Fehler von Bisch, wiederg-eg-eben. Chhin- 
daspes Er hat sich begattet (wörtlich: unrein gemacht), 

ferner pek^ächindo (scheusslich) Bisch. , das ich nicht mit 
Dief. zu chöli, sondern hieher schlage, und für: bekakt, 
besch • . . . halte, indem bei unrichtiger Aussprache dej 
Diphth. in: scheusslich dem befragten Zig« sehr natürlich 
dieser Gedanke kommen musste. Vgl. Adj« jindd Dirty. 
Siiclo L. Bw. , der es auf Sskr. gundaka (Dirt), wie Dief. 
auf k i n d (nass), Beide, besorge ich, unrichtig beziehen. Trotz 
der Unsauberkelt des Ausdrucks halte ich es für Part, von 
jinar v. n. To exonerate the belly. Descargar el vientre, 
55cr. hanna (Passed as ordure; Partie, von: had). Mod, Gr. 
Xvvüf, B w. Das dem J i n d o gleichbedeutende p r a c h i n d d, 
welches Bw. doch besser vom Zig.-SL pracos als vom 
Sskr. radsha (Dust) hergeleitet hätte, stellt Dief., es also 
wohl mit einer Präp. comp, betrachtend, auch an diesen Ort. 
— Da in sehr gemeiner Deutscher Rede ^^bescheisse^ für 
betrügen ^^ Schmidt, westerw. Idiot. S. 20., ansch.., je- 
manden, steht, darf. uns auch nicht verwundern, wenn ein, 
sonderbarer Weise mit chochavav, z. B. Zipp. cboche- 
no und chindo I. 122. 393., mindestens äusserlich sich 
berührendes Verbum Te chnaf sowohl: betrügen, als 
scheissen bedeutet. Chnava (oder chchnava u. s. w.), 
chnoeha; Conj. chnav, chuoes, chnel, PI. l.chnas, 
2. 3. chnenn. Perf. chindjum, 3. PI. chchindle; 
nie chindjum tot; chlndjas mau (Er hat mich betro- 
gen). PIsq. chindjumes, djalles, djahas, PI. djam- 
mos, djanncs, diahas. Imp. vhni tu, PI. chchniu 
turne 1. 348. Chchinando betrügend; chchindo be- 
trogen. Chchiudlo honi Ich bin betrogen. Zwischen dem 
doppelten chch scheint, da es wohl nur starke Aspir. 
andeuten soll, kein o unterdrückt, was zu einer etwaigen 
Herleitung des Worts von chocheno manusch (betrüge- 
risch) berechtigen könnte; wohl aber, nach Ausweis des 
Perf. und Pchm.*s chinav, ein Vocal zwischen ch und n. 
Das d in: Sie chinday»a keck (Ich betrüge keinen) 4st 
wohl bloss aus dem Perf. hiuelngesclilüpft. 



fi. WSrterbiicL 167 

Ckmmxel Es juckt. Pehnu Chandschola man Es jad^t 
mlik. Zipp. Wohl kanni mit ähnlichem Verhältnisse ^n 
ehacaarav) wie prurire za urere; vielm., vorans^esetst 
ein dem Nasale in niangrav, c%andav entsprechendes 
Verhalten, Ilind. U'^Lp^ ihujlänä (from Sskr. khardshd) 

V. n* To Itch, Scratch, tickle, LiL^^\^ Ihujänä y. a. To 

Scratch, to ruh gentlj with the nails. Khurachnä v. a. To 
scrape Shakesp. p. 620., kharot'iuä, kharnchnä v. a. To 
scrape, Scratch p. 621. Hindi khoncha (Laceration). 

Ckarüvav Ich kratze (Böhm, drbäm) Pchni. Sskr. kand^üyati 
(Scabere, perfricare) Westerg', p. 336. als Denom. (s. ob. 
ger) empföhle sich seines u wcg^en vortrelflich, entbehrt 
jedoch der Asp. Pers. QjoyLi> Scabere, ungulbus rädere. 

Fricare. It. prurire, prurigineni seutire Cast. I. 227. S. 
auch querisar. 
Jeraro m. mit Demiiinliv- Endung*, sonst guel, gel m. Ass. 
Burro. Jerliii f., auch gekürzt je ni f. She-as'\ Burra. 
Jerrumbro ni. (Arriero) mit Sp. honibre (Mensch'. Bw* 
Karr Esel Seetz. — Sskr. khara, oder auch etwa Lehn- 
>vort aus Pers. ^, Afgb. kliar (A donkey), khara (A she- 

ass) Leach p. 4. s. Or. Ztschr. IV. 9. Dief. , sie unter g 
stellend, denkt an Uind. [^j3^ gadhä (Sskr. gardhaba), 

Hindi (ausser ullü) eben so, Kaffir. guda und das höchst 
wahrscheinlich davon ganz verschiedene yaiöagog, ydduQog, 
utldaQoq [vidi, durch Umdeutung: der immer gegerbt wird] 
DC Diese sind jedoch dem Zig. wohl eben so fremd, als 
Schottisch cuddie, cuddy (ein Esel), Afgh. ghätar, Hindi 
khatshara (Mule) Or. Ztschr. IV. 11. 

Harmi. Thorax. H. fortis aspiratio. Vulc. Daher wohl Al- 
ter nr. 183.: Harmi. La tos' (Russ. Aamisi^ sowie Grelim. 
S. 231. 1. und Kog. — lt. arme, Frz. harnois? 

Chrichil m. die Erbse Pchm., hirhil Erbsen Htw. u. Grelim. 
S. 290. 2. Rihill Erbse, Schote, Bohne Bisch. Hi- 
rall -a, o herill -riella, G. herelleskero Erbse, 
fsywo [Sl.] herell, pl. herella, graue Erbsen Zipp. 
Rillcher, Rellerchen, Relling-, Röllerchen (wie 
von: rollen), aber auch Rittling (Erbsen) v. Grolni. — 
Zu Böhm, brach, Poln. groch, Alb. qvXi Erbse, oder HInd. 
bl^^ rehlä (A vetch) ^. ni. Cicer arietinum? 

•^Christari (scrinium) Vulc, «ilso, wie in rüstra (Rus), r 

eingeschoben? Kristär (Kiste, Koffert, Skin) Dph. 

.Ch*histarri Kasten, • cirhistari Kiste, Lade, s. auch: 

aufbrechen. Bisch. „Jestari f. Chest. Area. J. e mulo 




168 ni. Worterbncb. 

■ 

(Todteiikisie) L. 7^ 14.; — e manch In (des Schatsbes) Sl^ 
1., Arche Noah's 17, 27.^S Dief», worauf Bw. unter dem 
gleichbedeutenden estarica f. [der Schluss vidi, weg'en 
8p. arca] verweist , das seinerseits, nebst estaripel 
(Carcel im Sp. mit abermalig'em Anlilang^e), zn stariben 
gehört, und auch in starrgohli (Schnecke) Bisch, enthal- 
ten sein mag. — Dem Anscheine nach Griech. Dem. von 
xiOTTj. Vgl. DC. cistra, cistria st. cista, und cistarca [wohl 
aus cista und arca, wo nicht verderbt aus aiTaQxeia]^ i. e. 
cistella, qua panis cibnsve defertur. 

-j^Charlom m. das Kupfer (koprus, oder kopro Zipp.), 
^ cbarküno fwohl Diss/s halber im Thema verkürzt] kup- 
fern, und hart'as x^^^^^Q !• 88. Pchm. Charskom Sz., 
jarskom Bisch., orosqne m. (Copper. Cöbre. Falsch 
vgl. mit Sskr. araküt'a) Bw. mit Einschnb eines s durch 
Polonisirnng des r, oder zufolge I. 95. — Aus Rom. ya^^ 
xfofta, das aber Chald. in fi^^'id'i^ Aes, chalybs.- Cast. 
p. I8()ß. verwandelt worden. — ^Careoben (Copper) Bry. 
viell. Umbildung daraus und Anpassung an kurav II. 115.? 

^Chälo^ i -e, i. q. Gädscho^^ I. 44. Graff. Ms. 

ChaVovav Ich verstehe Pchm. S. 14. s. I. 89. 339. 421. 
nr. 6. „11 ei (wahrsch. heib) Imp. verstehe. ,Praesi« hei- 
waba, Praet. heibdom^^ Graff. Ms. Hawlaw Cthe fce- 
ling) Bry., womit sich jallow I. 345. wohl kaum verein- 
baren lässt. Jabelar, jabillar (Enlender) I. 408. L. 
Bw. — Haieaf verstehen, vgl. 11. 53. Bisch. — Me ha- 
jttvava. Ich verstehe z. B. I. 351. 3d5« Zipp. — De- 
jenn less schult (schüttln mol), toi bis galla delail, d'pijello 
[ut bibat is], und har job chaijass, cammeleslo nit bijell. 
— gaben sie Ihm Essig [sauren Wein] , da war Galle dran- 
, dass er*s trinke, und da er's schmeckte, wollte er's 
nicht tr. LG. Das wäre nun der Form nach Perf. von 
chav, so dasss man mit dem Essen das Schmecken bezeich- 
net haben könnte. Wer weiss, ob nicht chaTovav sogar 
von dem Part, zu chav s. I. 401. ausgeht, und, wie Lat. 
sapere, eine geistige Bedeutung annahm? 

fJa/Zer» PI. (s. 1.52. 89. 11.171.), ja jere m. (Monej. Dine- 
ro) Bw. „Chaijeraf., PI. Sria. Koja chaigera Pfennig, 
Acc. und PI. eria." Graff. Ms. Cohaijera fCch.?] Hel- 
ler. Zipp. Chhaljera (s. auch: ausbeuteln) Heller, so- 
wie leachaljehra Pfennig, mit einem räthselhaflen Zu- 
sätze, den schwerlich weder lotcho leicht, noch love 
Geld aufklärt. — Böhm, haljrz, Uug. fillyer, filkr (f st. 
h), Heller. 



B. Wörterbuct. 169 

f€Mli t. die Galle (also Rom. /0X17 I. 89.) Pchm. Colee 
(anger) Bry. — J oll in nu Ang-er, rage. Coraje (s. con- 
che) Bw. und ihm zofolge Hind. julun, das wäre Hind. 
^^A^jalan (Sskr. dshwalana) m. Burning, heat; passlon, 

vexatlon; «- nicht doch! — Gholln Aerger, chh'olin 
Zorn, sik'Chh. Jähzorn [eig*. schneller Z.]. Bisch, — I 
cholen, chollnja Zorn, Aerger (ung'enauer: cholo); 
cholin ada manuschiskero hi baro Der Zorn dieses 
M. ist gross. Cholinjakro manusch ein zorniger M., 
PI. cholinji ngeri mannsch^a. Me hom eh. Ich bin 
bdse; A, fsir^tii eh. hal! 0, wie verdrüsslich bist du! — 
Part: Cbol'ardo erzürnt Pchm. „Chojemen, m. derBo^e. 
Acc. menes. PI. men^^ s. I. 99. Graff.Ms. -^ Bisch«: Hi 
ch'hoiemen, entrüstet; s. auch eifersüchtig, verdriessen. 
Mit anscheinender Rednpl (s. chinar) von, meint Dief., 

Sskr. kul: cheachoiemen zornig, zänkisch, vgl. chea- 
choieräf zürnen. Von hocheaf trotzen; hochewawa 
tute [etwa CK IV., oder, mit Unterdrückung- eines r: 
III.?] Ich trotze dir: höchemen mit der verderbten Var« 
griemen st* gojcmen trotzig aus Rtw., Grellm. S. 834. 
1., 897* 8.,. welches aber Pchm. S.5i» unbekannt. — Rtw. 
ausserdem noch mit g st. ch»: gojimen murren [vielm* 
Part], gojurdoman [Ich habe geärg-crt mich] A'erger- 
niss, und, angeblich auch als Subst. : gojimen Zorn, 
vgl. choimenn deples (den Zorn Gottes) L» III. 7» Fr. 
Hocieben (Hatred) Bry», woselbst auch: Bauro beval 
acochenos [ch nicht nach Engl. Ausspr,?] A etorm, et- 
wa: grosser Wind zürnend? -^ Verbnni s. I. 486. nr. 44., 
438. nr. 14. Hojeraf abzanken, abärg-em Bisch, s. I. 
388. Chochewela man Er vexirt [belügt? oder er- 
zürnt?] mich; hieher, oder au chochavav? Bisch. Ghoi-^ 
jevava, choijejum, ohoijuv, zürnen. Choijervava 
Ich ärg'cre, choijerdjum, chojer tu, choijerven. 
Chojerava man [wohl richtiger mitv hinter rj Ich är- 
g-ere mich; Perf. me choicherdjum man. ünriclitig, wo 
nicht mit reflexivem Prom, wahrsch. : choijervava (Ich 
ä. mich), te chochervaf (zürnen); tu na homte cho- 
cherwefs g-leichbcdeutend mit dem Satze I. 376. Ghoi- 
jer tot, mo choijerven pes [pen?] Zipp. 

•J-CÄd/ov f. die Hosen, chdlovengero m. Mosenmacher 
Pchm. Ch'hollob Hosen, Beinkleider, püchii ch'holio- 
beja weite B. S. 104., ch'hollobcskSro botissa Ho- 
sentasche. Bisdi. — Gollub Rtw«, chalu (Hosen), h<nlba 
(Strümpfe) WIdli., und danach Grellm. S. 838. 1. frich- 

11 ^•^ 



170 m. Worterbncb. 

tiger wohl f., also: IL ISS. 163.] cholay, €hoIIaf, 
PL cholevä. TscTiavö, resf mange e cholluf Jun- 
ge, reich mir die Hosen; — mree cholewa, die Strüm- 
pfe* Lole chalovva Rothe Str. Cholluv (cholova 
ausgestrichen!) vakro, va Strümpfe. Zipp, ,, Chol! et 
(eig'. choilew) Ilosen^^ v. Grolm. S. 14., kollew, koi- 
Let S. 109. Hol a res (Stocicings) Harr, mit Engl. Plu- 
ralendung? Olibias PK (Stockings. M^dias) Bw., der 

gewiss falsch Russ. o6yBb (Schuhe , Strümpfe) vgl. Viel- 
mehr, nicht ans D. halb s. H. 71*, aber Oss. chalaf (Ho- 
sen) fapr. As, Polygl. S. 9S. — 8. Salär es pK (Pan- 
taloons, trowsers. Pantaldnes) Bw. entspricht unstreitig dem 

Orient. y>^> Zend. säravära, Poln. szarawary (weite lange 

Oberhosen), Russ. luapaBapisi. A. L. Z. Erg. 1839. p. 389. Das 

gilt, da Sp. j zuweilen Zischlauten begegnet, auch wohl von j a- 
lares pl. Breeches. Calzones Bw., aber kaum von nr.l. — 
3.-i-Kalt'schi (woher verm. kalschis Grellm., Kog., von 
Dief. mit xaXrC^^ vgl.), Hosen. S. calcos IL 1S4., DC. 

xdXr^a (tibiale) , „XAav b Croat. Carn. , caligae , Hosen '^ 

Dobr. Inst. p. S13. It. calzoni (Hosen), caiza Strumpf. 
Frz. chausses, woher viel!. D. Hosen. — Daran reiht sich 
verm. 4. schoste (Unterhosen, cale^ons) Grellm«, Kog., 
wofern nicht tele zu ss (unterwärts) Bisch, s. I. S97. auf 

Walach. >koc (deorsum) rathen lässt , trotzdem dass die Un- 
terhosen hl dieser Sprache ismena heissen. — 5. Deluni 
(Tibialia) Lud., d. h. Unterkleider s. I. 1S4. Telednni 
ch hollob Unterhosen Bisch. Bei den Sjr. Z. tielä, 
Liefl. Z. höllo. Dief. glaubt als Kind delija Strümpfe 
gehört zu haben; das bestätigt sich durch koja delija, 
Acc. und PI. ja Strumpf. Etwa auch lölen'i Id. Bisch., 
indem das erste 1 st. t verdruckt wäre? Nach Dief. viell. 
zu lalane (nogfpvQo) L. — 6. Rehamges (Breeches) 

Harr. p. 538. zu Pcrs. ^J^ (crus)? — 7. Grestis Bw. 
— Ausserdem s. patavo, panczoche, Strümpfe. 

Chulaiy Mann, chulani f. Sz. s.1.118. — Cholei, Wirth; 
preiskerpaster e cholaha von der Rechnung [d. Be- 
zahlen] mit dem W. Zipp. — „ Julay Master. Amo. Sscr. 
kulika. Head of a family. Julani f. Mistress. Ama. i7«y- 
doxog L. 10^ 35.; j. e quer oixodeanortjg IS, 39. Os 
julais Ol xvQioi 19, 33., j. e resis 6 xvQtog rov afine^ 
X&vog SO, 15.^^ Dief., der, parthiva von prlfthivi vergl., 
auch, mir nicht sehr wahrsch«, hinzuziehen möchte: 



B. Wörterbach. 171 

Jolili f. y^ L. 11, 8. 14, 35. cet; Jolill-motos aao/io/ 
81, 11. Earth, ground. Tierra, pais. Sscr. kula. Bw. 

•J- „ Chläenn Maulwurf. Seetz. — Ar. Provinzialismus ^*J^^ ^ 

Cha$ (tnsisis) U. 156. 

Mehrere Ww. haben vorn j st. Zischlaute; so mit Si- 
dierheit: Jal, jele; janbri; japune (Sp. jabön); je- 
(0^ jerquenj s. chani^; jil, jir; job (6); jojöy; 
jucal; jnco; julabar; junar; juti. 

'^'Jäba f. Hariot. Ramera. Bw. ver^l. falsch Sskr. kl^w^rl, 
richtig* aber Moarish kahbah. ^r. »^^^sCi Tussis. 8. Anns 

vetula« 3. at recentioris usus Meretrix quod tussi facere In- 

didum sui seiet. Cast. IL 3315. Kurd. kahhbah (Pattana, 

meretrice). 
Jabuni f* Rata. Bw. s. g^ab. Kaum doch aus Sskr. ftkhu m. 

(A rat, a mouse), indem sich u erweitert hätte? 
Jamachürij jamadüri f. Strawberry - tree. Madroiio. 
Jamaco m. Apricot. Albaricdque. 
Jandeblaban m. Proverb. Refran. 
Jandojo m. Sin. Pecädo. 
Jaaa, jaai f. Virgin. Yirjen. Ssir. kani. Bw, 

Jar m. Heat. Caldr. Sskr. khara (schwerlich: gharma) Bw. 
s. car II. 185. Kavacov L. 18, 35. Ganz verschieden ist 
xaros I. 105., obschon dies Mithr. IV. 85. g'Cgen I. 847* 
zu charos verdreht worden; und Böhm, horko (Hitze), 
dessen h für g* steht. 

JaranMlis pl. Rag-s. Träpos. 

Jarämi f. Jacket. Chaqu^ta. — Jesdmcf. Waist - coat. Chu- 

pa s. rachenii. 
Jerardo m. Hell. Infierno. Zu jar? fragt Dief. 
Jarando m. Pool, paddle. Charco. Bw. 
Jardani pr. n. John. Juan s. I. 54. 
Jarsia f. Justice. Justicia. 
.yJayere m. (Dinero) Bw. Tob axvXa L. 11, 88.; xXrjQovo- 

(.Ua 18, 13." DIef., s. IL 168. 
Ja^ro Adj.* Dry. Sdco. 
Jeü f. Love. Amor. Etwa aus jele (Rope)? 

Jenehel m. Chak. Capdtc Bw. , als ob v. n e b ^ I Nuevo. 

Jei'dmi f. Bracelet. Manilla. Zu Sskr. kara? 

Jetayo m. Lacke j,footman. Lacijo Bw. 

Jichancoj a. Jitano, a Bw,, vgl. L 38. Etwa, wie Sp. 

potranca aus potro? 
Jimilo m. Sigh. Suspiro. Bw. Vgl. Sp, gimo (gemir), das 

Dief. auch in ocanigimia erblickt. 
Jinco AdJ. Deep* Hondo. 



172 in. Wörterbucb. 

Jirirde AdJ. Tliln. Delgado. S. j u c o. 
JUarrarro ni. Rag. Trapo. S. vor. S. 
Jojenan , jojerian m. Captain. Capitin. 
Jongabdr v. a. To tie, bind« Atär. Scbwerlich das von Bw. 
genannte Hind. jakarnä v. a. To tighten, to bind. Sba- 

kesp. p. ^8.; eher zu Lat« jüngere, woher Sp. jontar. 
Jorgarse v. r. Divertirsc. Etwa Verdrehnng von Sp. Jogar 

(se divertir ä quelque jeu) zu Lat« jurgarc? 
Jorosnosca AdJ. Hoary, grcy. Canudo. 
Jorpo^ m. Wool. Lana. Ar. ^.Jyo Bw.; — ein gewiss nicht 

stfohlialtiger Vergl. 
jjJostia f. Dispute. Disputa. Bw, Jestia [mit e] diaXöyi- 
Gfiog L. 9 9 46. axaraoTacia 81, 9. q)tXovetxta 82, 24. 
Aus Sskr. yudh?" Dicf. Eher noch Sp. justa. 

Jotisarar v« a. To approach. Acercar Bw. Vicll. aus Sp. 

junto (Aupres, tont proche, tout contre) vom Lat. junctus, 

vgl. juxta. 
Jubeni f. Säle. Venta. 
Jubichen m. Gaspacho (Sorte de soupe pour Ics laboureurs. 

S. Huber, Skizzen j$. 801.). Vgl. jibicha f. Soup. Söpa. 
Jundri m. Tube, pipe. Canon. J. dola pusca Barrel of 

a gnn. Canon de la escop^ta. Bw. Kaum doch zu jurdi 

Gunpowder. 
Jundunar m. Soldier. Soldado. Sskr. känd'lra (an archer). 

Bw. Jundunares pl. L. = Hundunares Bw. I. 883. 

Jundo (soldier) Bw. 11. 149. stimmt wohl nicht zu lurdo 

(Soldat) Pchm«, noch auch Sakr^ judh; vjell. aber zu Ar. 

Junios m. A^ lamb. Cprdero. Mod. Gr. olqvL Bw. Eher 

Welsch oen oder Poln. j^gnie u. s. w. 
Jurnio m. A rope. Söga. Bw. , mit Hind. jorn^ (Sskr. g od'a- 

na r. g- ud' Join , bind) To tie es vergl. Auch Hind. jor 
m. Junction, joints, a patch, a seam* Jorä m. A pair, [a 
q^uple. — ^Chib^r un jurnio cn el av^r pinr^'. When 
an animal is lame in one foot, the Gypsles are in the ha- 
bit of driving a nail into the other, by which they fre- 
quently deceive the chapman:^ for when a horse is lame in 
both feet, it is difficult to perceive that he is lame at all, 
the paces bcing equal. This trick is expressed hj the abo- 
ve phrase; which means, lit. ^7q cast a rope into the 
othtr foot*. 

furtibar ni. (September) s. I. 116. 

Junmo Adj. Dark, obscurc. Osciiro s. osun^ 11. 78. 



B. Wörterbuch. 173 

JmM f. Pinchbcck. Tumba^a. 

Jitüa f. Needle. Aj^üja. Nadi Bw. zu Sskr. rdtflil, Hlnd« 

^^^ym sö'i f. (vgl. sivav), Pers. q)>^ A needle, Hind. 
ia^yi* 9üjä m. A borer 9 a gimlet, an anger, an awl; mir 
formell nicbt recbt einleuchtend. 

U. 

Mehrere Sskr. Wörter mit h im Anlaut sind entstellt« 
S. asav (Sskr. has) II« 61. mit Comp, perjas; jevend 
66.; vast 86. — Ausserdem jäälin 69. — Ilireaam 
(Ente) Rtw. s. R. — H st. 1 1.91. — Oefters h für Zisch-^ 
laute s. I. 93. z. B. Har Adr. (wie, gleich), tschi, bar 
(nichts als) Graff. Ms. und 1. 251. 313. „Hagge alle. 
HaggSno, i, jeder'' Graff. Ms. und I. 275 ff. Hundum 
Rtw. s* szunav, und hannodomann vielL eben dahin 
oder zu xanay. Ilecco (se hdtcr) Kog. s. sik. — Die 
meisten Wörter mit h scheinen fremd. 
Hai; iarodi (Krebs) s. II. 117. 

Haw (hair) Kog. noch verdächtiger als haw (venir), das 
wenigstens, bis auf das h, richtig ist. Jedoch Zipp. n. 
hassen: Me hom tot ganz hafs Ich bin dir ganz -gehässig. 

Haccuno m. Yerano. Bw. s. II. 48. 

jrHukaf tile kauern Bisch., vgl. hocken, niederhodLen, 

Hugo m. s. II. 100. 

^Hegeduva f. Geige Pchm., Ung. hegedu s. L 110. 

^Hedju (mons) Alter nr. 106., hedjp Grellm. =s Ung, 

hegy Pchm. S. VI. 
-^Hijaba (umsonst) s» I. 324. 

Hotschawitscha (H^risson) Kog. Wohl kaum zu EngL 
Hedge-hog. — S. prulano. 

y^Had (ha de) Imper. Bäume, hebe auf'^ Graff. Ms. s. ihi 
S.33.: A grei hadeT pes Das Pferd bäumt sich. Imper. 
s. ob. I. 347. — ^ Te hadaf heben. Aprjr me hadavi^ 
Ich hebe auf. Me haddawa Ich helfe s; I. 192. 359. 
396. Me pandevava, ke meen o devel hadela Ich hoffe 
(glaube, meine), dass uns Gott helfen wird. hadde-^ 
pen Hülfe. SBipp. — Hataf aufheben; haaf [?] abh. Ha^ 
daha wutheres tele Wir heben die Thüre ab. Ale 
badawa Ich l^ebe» Hat^lalis (Es hebt ihn), schlnoh^ 
zen. Bisch. 

Heta Adj. Named. Nombrado (geheissen L#). — r This word 
appeors to be derived from the same root, as the Engl, 



174 m. WörterboQb. 



^hi^Iit' and thc ^hcdte' of tlie Danes and Scandtnavfans. 
Bw. Hetarse heissen, z. B. sos sc hetö L. I. 5. 26. 
— Vicll. noch aus dem Goth. haitan, vgl. II. 15. 9 in ge- 
wissen Sprachkreisen Spaniens erhalten! Das Goth. Part, 
lautet: baitans naniin ovoiiaxi L. 16 9 80. 9 wo im Bw.'schen 
L.: Y sinaba otd jeque choro hetö [so! also wohl eig. : 
hiess] Lazaro, sos cet. 

Habanos s. 1. 108. — Böhm, haban ist Bengel, Lümmel. 

Hwnolori Wetzstein. Grellm. S. 223. 1. — S. ob. II. 52. 

'j^Humna die Tenne Pchni. — Czech. humno n. s« Dobr. 

Inst. p. 102. 
Harnte s. L 369. „Hunte nothwendig^^ Graff. Ms. 
Hamho m., auch Paillo s. I. 44. (El qne no es Jitano) Bw. 

Os hambös catan^s, näv rb nX^&og tov Xaav L. L 10. 

Sp. hombres, oder Per^. ^ (S^a)? ist Dief.'s Frage. 

iHempa Zipp., hanfa (Hanf) Btw. S. 37. 
^amzinav gähnen Pchm., te chamovav I. 426. nr. 43. 



* o » 



Zipp. — Ob aus Pers. s^U«^ Oseitatio Cast I. 240., wo- 
zu auch, ohne Zischlaut, ^J^U^ Os incurvare, distorto 
ere ridere? Oder zu Rom. /acrji<ai/£ai, ;ifa/uot; Joie^o^ai , x^^ 
fiovgii^ofiai, ^eQaxaftvl^o^at (l^egaiov das Erbrechen, Speien), 
gähnen? 

yjHoino heisst eig. gut, wie meschto, z. B. H. grei. Ue- 
berhadpt ist es vieldentig: rortrefflich, tugendhaft, tagend- 
sam, flelssig, heilig. ^< Zipp. — Böhm, hodn;f ? 

Henira f. Misfortune. Desgracia« Bw. 

-{- Hand*a Pchm. , Ung, hangya (formica). 

Hangosztinav man Ich bäume mich (s. ob. had) Pchm. — 
Etwa aus D. Hengst? Oder Ngr. aiivo^iai bXogd-og'i S. 
auch Qszt'av (sargo) Pchm. u. stav. 

-^Hora Clock, watch. Harr. s. IL 110. 

Haripäquia Horniiga s. IL 41. 

ffarero m. Ciruelo. Bw. s. IL 108. 

^Harangos m. Glocke, harangozinav Ich läute L 98. 
108. Pchm. — Ung. harang. 

•j^Hart^as := ;{raXxi(ic s. charkom. 

Äirga (diu), fserr harga? (quamdlu), akkia harga 
(lamdiu), na harga (kürzlich): Daurohla drovent 
harga Es dauert sehr lange, von te danraf. Harga 
czela Es Ui (bleibt) lange, poske wela, bis er kommt. 
Harga na wela Er kommt lange nicht. Nanhi mange 
keek wandra, ke tu akkIa harga apri stoeha Ich wunde- 
re mich nicht [Es isA mir kein Wunder] , dass du 60 spät 



B. Wörterbndu 175 

Anfstchst Nan hl harg'idir, fsir ochte, deschosrhiarr 
divesfa. Noch nan hi keck tschonn« Es ist noch nicht lAn- 
g'er, als 8^ 14 T.; — noch nicht 1 M. Jov tschas nodi 
harg^idir, fsir me pazxejum. Er ist noch länger g-eblle- 
ben, als ich geg-laubt habe« Zipp. — Eine andere, ich 
weiss nicht ob einfachere oder gekürzte Form: Schnnt 
rahha [eig. schon lange == vorzeiten] L. I. 70. , jake 
raha, bar — (so lange , als — ) 74. Fr. Mor devel dfc- 
la tute raha tschiw^penn Gott schenke, s. 1.359., dir lan- 
ges Leben. A gawa gowa dschala [d. h. bleibt, nicht: 
geht] raha. Es dauert lang. Hnn te dschaf akcäke raha 
apo gollestc Ich niuss bleiben so lange anf ihn (wartend) 
u. laaern* Seraha (an lange) I. 304. Bisch. — Racha- 
gar (diu) Ilannikel, mit etwaigem Zusätze, wie garter- 
gendc I. 186.? — Dief. macht, ohne jedoch Entlehnung 
von da anzunehmen, auf Ung. regen (Diu, olini, dudnm) 
von r<^gl (vetus, priscus) aufmerksam. Die Berl. Mo- 
natsschr. Bd. 21. S. 373. giebt ein Hind. harga-rena (lan- 
ge bleiben), das aus Pers. nl^fi har-gäh Adv. 1. Whe- 
never, alwajs, 8. Whwever, every where mit H. Ufii^ 

rahnä v. a. To staj , remain cet. zu bestehen scheint. Dies 
har-gäh gehört zu haaro I. 875.; allein ob das Zig. 
harga genau dem Pers. entspreche, bliebe fraglich, da 
z. B. letzteres allenfalls auch als Instr. von haaro gelten 
könnte, wohin namentlich die, viell. Diss.'s halber um ihr 
erstes h gekommene Form raha zielt. Man berürkHichtlge 
indess ja noch Sskr. dirgha (Long , applied either to space 
or time), draghiman (Length), womit das zwar zunächst 
aus dem Slaw. entlehnte -|-dugo (lang) Pclim. überein- 
stimmt, s. Etjm. F. L 87.; wenn etwa d abgestosscn sein 
sollte. 

•j^Horta Ileerde, ILinfen, Menge, z. B. Schaafe, Menschen, 
ist Deutsch nach Zipp. — -f Iluffka Haufen Zipp., wie 
GrafflMs. hufga f., A. -a, PK -e. S. L 99. 

jO hhrbsto Bisch., o herbesio^ Herbst Zipp. 

'^'Herbüzo Melone Bisch., herbnzho Melone, Arbu^^e Grellra. ; 
Pchm. S. 51. unbekannt. 8. Nemn. Cath. p. 1308—9. 
Walach. harbuzn s. Sulzer, transalp. Daden L 119., Alb. 
xuQnovg, Rom. xagnovi^, Rnssl ApG/ib, Pohl, arbuz 
Wassermelone (Cucurbita citrullus), Türk. J>J;^, Pers. 

nßj^ kharbuzeh Melo. Pepo. Gast. L 838. — Davon viell. 
ganz versddeden -{-kirwesto ss Kürblss (aus Cucurbita 



176 HL Wörtetbiroii. 

entstanden). Kraus hat ein Zipp. anbek. -{-banjio, ji 

aas Poln. bania (grosser bauchichter Krag; Kärbiss). 
jrTe herminal (es donnert) L 107. Pchni« 
Uelo ni« llog. Marräno. Bw«, der passender üfoor. uir. haliif 

Cast. p. 857. als Sskr. kola rerg]. 
yyCarschta bruhi-heila ovxof^oQia, Diquelad a c.-hei1a 

{Tfjv avxijv) y sarias as carschtas (öMga) L. Sl , 89. Zu 

helo = avxij: avg'i" Dicf. 
\Helo8 m, der Ort Pchni, s. I. 108. 
Holeder (ärger) Pchm. s. L 208. Etwa zu dem Czech. Comp. 

' hurz Id., oder holy (kahl, nackt, ditrr)? 

\HilKpenn Schein I. 140. Bisch. — Vgl. Zipp«: O czonn 
hi hell Der Mond ist hell, chadzohla, leuchtet. Hell 
schukker dives Ein schöner Tag. Avrj hi, fsirr 
dives Es ist draussen hell, wie Tag. Sonst ^jasno 
(hell) aus d. Poln. 

\HoU (hohl), z. B. dant (der. Zahn) hi holl. Holl 
ruk (hohler Baum), rukuskeri asta (Baumast), pen- 
nach (Nuss) Zipp. s. chohr (tief). 

\HlifUova f. eine Kalesche. Pchm. — Walach. hinten (die 
* Kutsche), Ung. hintö und daraus auch im Tiirk. Clod. Lex. 
Türe. Praef. Kaum: Landauer. Ist etwa die Form mit 1 
noch eine ältere, und das 1 sonst durch Mouillirung ge- 
wichen? 

\Ha9no tauglich Pchm. (Ung. haszon Utilitas); wohl ver- 
schieden von hoyno, das nicht sowohl dem Böhm, hogn^ 
(häufig, reichlich), als vielm., mit Verlust von d, hodn^ 
(würdig, werth, rechtschaffen, brav, tüchtig) entsprechen 
möchte. 

\Haziha f. Rock, Czech. hazukaf. Habit, Sterbekittel Pchm. 
S. VII. 

Häuschehd Haus Seetz. Etwa Pers. ^^^iJ^yf iaushäk m. A 

hottse. Shakesp. p. 614.? 

h) Palatale und Sibilanten. 

V$Ch (Sp. u. Engl. Ch^ Rnss. q). 

Das Sp. ch entspricht 1. Sskr. Wörtern mit palat. 
Beginne, 2. aher auch einem tch Pchm., so chan, chuti, 
chullo; chuhalo, chibalö; chobar; chen, chini. 

Czi Pchm., tschi (nichts) Graff. Ms., s. L 323 f., aber 

tschi (Seele) s. unter x. 
Cftoüit An uncle Bry. Chalk [das 1 wohl stamm, wie im 



B. Wörterbuch. 177 

Engl, to walk] Rieh, und danach tsobclk Mithr. IV« 84. 
rühren wohl ausBrjr* her, und fragt sich daher, ob Rlch.'s 
Vergl. mit Hindi tschätschä, oder kaka richtig* sei, was al- 
lenfalls noch bei letzterem mögrlich wäre, falls ch für kb 
steht s. IL 91. — Bw. vg^l. chicato (Uncle. Tio), was 
g'ls« mit dem Sp. comp, erscheint, ebenfalls mit Hipd« li^pv^« 

Czii f., czjk S. VI. Koth, löli czik Thon (eig. rothe' Er- 
de), czikalo kothig* und davon czikaTarav ich trQbe. 
Pchm. — Tschik Koth Sz. S. 126. und aus Voc. Pctr. 
daselbst „schik, Hind. tschikur'^, d. i« schik', smak' 
Limus; Leim, Thon Alter nr. 103. Lutum nr.l05. s. IL 193«, 
woher auch Grellni. u. s.w. Zu diesem Zipp.: „ i tschikk, 
G. tschikkakro heisst der Dreck, Koth, als auf den We- 
gen; dagegen fühl Excremente.'^. — I tschikkigen gei- 
stern (den unsaubern G.) mit Deutschem Adj.-SufT. L. lY, 
3e, Fr. — Tschikkelo (kothig) von tschikk Koth, 
Thon, Unrath, auch Schnuppe (vom Licht), Unflath, Dreck; 
gerrdas pes perdi tschikk (Er hat sich voll Schmutzr 
gemacht), und u. kleiben (Lehm): makaf tschikkäha 
(schmieren mit Koth, vgL mack, Schmeer Rtw.). Tschik- 
kepenn Sudelei Bisch. — Chique f. 1. Earth, ground« 
' Tierra, suelo. 2. Butter. Manteca. [fälschlich mit Hind. ghee 
^^ = Sskr. ghrita vgl.] Bw. Chiquen m. Erde (auch 

-^ly^a; Erdboden; xoc^og 9, 25.) L. — Chik Erde Rh. 
„Chik (Clajr, djrt), Pers. ^y^ chirh Dirt, filth [Squalor, 

sordes Cast, p. 205.].^^ Harr. Wohl nicht Armen, zjech 
(Koth), aber- Sskr. tschikila Mud, mire; Hind. u5L^ chik 

f. Mud, slime. üuC:^ chtkt'ä^ KiyX:^ chikiat' [o quadrip.] 

Adj. (Filthy , covered with grease and dirt). 
Cziken m. das Fett, mit PI. auf a S. 21, und daher czik- 
harav Ich schmalze, czikniben das Schmalzen« Pchm* 

— Sskr. tshikkan'a, tshikkln'a (Unctuous, greasy), Hindi 
tshikand Adj. (Greasj) , tsbikkana s. (Fat) , tshikanäi (Grea- 
se, fatness), Hind. ^UX;?- chiknäi Fat of meat. — Ganz 
verschieden czik (das Niesen) mit aspir. Palatal - surda. 

Dschakkervav (warten, hoffen; uzärav Pchm., das schwer- 
lich zu Böhm, az, bis, gehört) L 433. nr. 38. yerm. hie- 
her, und nicht zu anlautendem x. 

-^-Tschtkad Sz.; tschekät (Frons. Stirn) Alter nr. 24.; 
tsakat Molnär bei Pred. p.2i2., aber falsch Isacot Pred. 
p. 265. vorn mit L O tschekät, tcskero, PI. tsche- 
kät ta Zipp. Viell. durch blosse Kürzung: tschatt Bisch. 

— P«rs. i>U:;> et JS^ Occiput* Capitis medium L. et Ca- 
IL 12 



178 m. Wörtf^rbuGb. 

pul a fronte ad vcrticem calvam. Annen, gjagäd. Frons, 
Vertex capitis et montis. Cast. I. 809« 

Chaho Sheepfold. Harr. Etwa zu Ilind. u>5c^ chak A shepTierd 
or goatherd? 

'^Tschocha Weiberrock Bisch. ,,Zocha, Agc zocha, PK 
-e fem. 9 Frauenrock ^^ Graff. Ms. I barni tschocho [a?], 
ein weis» Kleid. LG. — I zocha, G. chakro, PI. che 
Kleid, Rock. Kr. I fsöcha Rock; romjakkri fsochcha 
Weiberrock Zipp. — Liefl. Z. Jack zoche (Kleid; ob 
ei^. Ein Kleid, oder noch D. Jacke?), aber zochol, zo- 
cholewwa Wolle. — Tschucca (habit) Kog. Chock- 
wan A coat Brj. Chahe (Coat), aber choho Broad 
cloth Harr., vgl. u. tschamm. — Choji, chojinda f. 
Petticoat. Saja, enäguas, unwahr vgL mit Sskr. tshalana- 
ka, fät^aka. Bw. — Vgl. ^^^ (i* e. Vestis lanea) Lndolfi 

Comm. ad Hist. Aeth. App. p. 24. y. 83., Tiirk. ilS^ 

(Pannus. Tuch), Kurd. ciiik (panno), Lazisch »S-y:^ coche 

(Mantel) Rosen S. 33., Osset. tzuka (Tuch) u. s. w. Klapr. 
As. Poljgl. S. 96. DC. und Ngr. T^o/a (das Zeug, wol- 
lene Zeug). Ung. czuha (Tunica, vestis), aber szoknya 
(Weiberrock), Poln. suknio (das Kleid), sukno (das Tuch); 
DC. socha, socca (Vestis muliebris species), succa, sosca- 
nia; — was beinahe auf 8 Wortfamilien schliessen lässt. — 
Thuochan (Vestis) Vulc. Meg. bringt Dief. nicht unwahr- 
scheinlich unter diese Rubrik, trotz seines Anklangs an D. 
Tuch. Ganz verschieden ist sicherlich Zeug, oder das Sil- 
vische zog (Gewand; vgl. Anzug) Schott S. 347. 

^Czaczi (Ita.Ja) Alter nr. 258. mit Russ.Adv.-Suff. -o, wie 
in s'igö (cito)nr. 823* Dagegen mit Zig. czäczes (recht; 
S. 59. wahrlich) Pchm., tschätsches (rechts) Bisch, s. L 
812. Tschatscho, caw' hi je mischte manusch 
Wahrlich [eig. Adj«: Es ist wahr], dieser ist ein frommer 
M. LG. — Adj.: czaczo (recht, gerecht) Pchm. Tshad- 
tscho gerecht, tshatsho billig. Rtw. — Dscha- 
dschi mussi (der rechte Arm) Rüd. I baridir [also Su- 
perl. aus Compar. mit Art.] sdr manuschiskeri shi andri 
tschatschi musfin (ana musfin, fem.) Die grösste Kraft 
des M. liegt in seinem rechten Arm. Tschatscho wast 
(dextera); dscha apro tschatscho wast, — servo 
vast (Geh rechts, — links) Zipp. „Tschatscho, i, 
PI. e, wahr, recht (rechter Hand), tscha tschaben m. 
(Inf., vgl. ihn S. 40.) Wahrheit. Tschatscherwabas- 
gro, i, PL -e, der die Wahrheit redet, von dem Verb. 



B. WörterbuGk 179 

ob. I. 421t. m. ll/< Graffl Ms. — Tschatscho, wakr, 
aufrichtig', gerecht; nan hi tsch. Das Ist nicht recht. Jov 
rakervela mang'e, fsir te vel tsch. Er redet mir, als 
wenns wahr wäre, u. Scheinbar. Na pennoeha banges, 
tsch. hl Du irrst dich nicht (redest nicht unrecht), es Ist 
wahr. ZIpp. — Tsehatscho (recht), tseh. hl (gewiss, 
richtig, s. zutreffen, mit hi, Ist), tsckatscho (wahr, 
s. auch: widerlegen) Bisch, mit der aus Grellra. Ausg. 8. ent- 
nommenen Var. tscha, was offenbar, viell. mit RQcksicht 
auf ua (wahr; eig. ja)Rtw., verderbt worden. — T s Cha- 
ts chi (Wahrheit) Sz. S. 130. Ist, des ähnlichen Ausgan- 

m 

ges Im HInd. ^JL^^ sachä-l f. (Truth) ungeachtet, doch 

verm. elg. feminale Adjectivform, das wahre Abstr. aber 
tsatshoben (Rechten) aus tshatsho (recht, nicht: 
Recht) Rtw., czaczipen m. (Gerechtigkeit) Pchm. S. 59.; 
o tschatschepenn sehr vieldeutig s. I. 138. Tscha- 
tschepaskero (G. reskero) rel (Der Richter, elg. 
Rechtsherr) hom te del tschatschupen (muss richten, 
elg. Recht geben) Zipp. Tschatschepenn Zeugniss 
LG. Vgl. Bisch, ob. I. 140. 361. und mit etwas sonderba- 
rer, viell. fälschlich eine Lab. entbehrender Bildung : Ts4;ha- 
tschengSro gätscho (Zeuge). — Mit t vorn: teche- 
ben (Truth) Bry., und tacho (Trne) Harr. p. 555., nach 
Ihm =: HInd. sack. — Bw. hat im Vocab. und zum Schlüs- 
se des Ev. chachlp^, nach Aussprache der Engl. Zig. 
tsatsipe (Truth, Verdäd) und missdeutet es, worin Ich 
Dief. beipflichte, durchaus, wenn er es als Comp, aus Sskr. 
sat (True) und Zig. chipö (Tongue) erklärt. Ob chlpö 
f. Truth (improperly). Verdad aus dem vorigen gekürst, 
oder mit dem gleichlautenden W. für Zun^e gleich sei, steht 
dahin. Das weibliche Geschlecht des W.'s findet sich 
auch sonst bei Bw. s. ob. I. 129. — An Sskr. daksha (re- 
ctus), dakshina (dexter) oder tschatnra (aptus, dexter) ist 

nicht zu denken; vielm. an Hind. ,0^*» sach 1. Adj. True, 

2. n. Truth, 3. Adv. Indeed, 4. In earnest, actualljr. 

L^Um sachcha Adj. True, genuine, real, honest, sincere, 

faithful. Shakesp. p. 467« nach einer schon im Pall und 
Prakr. üblichen Abänderung (Essai p. 94. 167., Lassen, 
Inst. p. 248.) aus Sskr. satya, dessen Zischlaut viell. zur 
Pal. wurde in ähnlicher Weise als bei Vararutschi: tschatta- 
banVa st. Sskr. saptaparn'a Lassen 1. 1. p. 199. S. noch 
Zig. czüczo (leer) und mäczo (Fisch). 

Czaczuno Adj. (eigen) Pchm. rechtfertigt sich, wie es scheint, 

12 * 



180 ni. WSrterbaoh. 

ateDerlv« daraus, indem es nicht nur in der Fabel vom Zim- 
mermann und Merkur S. 59. Iieisst: To hl, to, mro 
caAozoI Diese Ist es, diese, meine eigene (nämlich: die 
rechte, wiederg'efundene Axt), sondern auch: Pesitro 
czaozo toyer (sua proprfa securis) und S. 60« leslcro 
tt* U (ejus pr. sec.) vorkommt von der Axt des zwei- 
ten Z. 

*Cz4czi f. die Zitze Pchm., der es S. VI. für Vng. chicho, 
wohl eig*. czöcz (über, mamma) bei Molnär aussieht; allein 
es heisst auch im Sskr. tshntshi m. (The female breast or 
bosom), Hind. ^c^y<T c^^^^* ^* Breast, pap, nipple, teat, 
dug, die lediglich, und nicht etwa D« Zitze (vgl. Engl, 
teat), herbeizuziehen. — Kaurdennle jon app lengre 
[p.?] tschutschi, schlugen sie (das Volk) an ihre Brust. 
LG. — Zipp.Enter: i tschutschi, PI. tschutschja, but 
tschutschija, aber für: Zitze angeblich o [i?] tschu^ 
tscho, tschiakro, PI* ja, aber an e. a. St: warzla 
tschutschakkrl (Brustwarze, vgl, nak). — Bisch, u. 
Brust hat dschutschin weibliche Br. s* Benfey, Gr. Wur- 
zellex. I. 145., tscliütschin Weiberbr., deaf tschu- 
tschlnes (geben Br.)säugen, wieZipp.: Te piaf tschu- 
tschi (Br. trinken), saugen, Tschutschi (Brüste; Sg.?) 
Rüd. L 64,, aber S, 65. saugen^ s« trdav (traho). Grellm. 
tschutsi Brust. — Chucha f. Breast, pap, Pecho. Sskr. 
kntsha. Bw«, chuchai pl. f., chuohais it. Luc. 

*Czarav Ich lecke (lambo); so, viell, richtiger mit ä S. 13., 
als im alph, Vz, S.38. mit o: czorav (verschieden von czo- 
rav Ich stehle). Tsharawa (lecken) Rtw., und daraus 
Grellm., wozu Zipp.: Me tscharawa, tschardjum, 
tscharr tu, tscharren turne, Tscharaben (lecher) 
In einer,- wahrsch, von Kog, selbst gebildeten Form. Tscha- 
raf (lecken); a jow a tscharela pesk^ri tschipp (Er 
leckt seine Zunge) Bisch. — Hind. UiL^ [o quadrip.] 

chät'nä V. a. To lick, to lap. Vgl. chät' f. 1, Longing, 
wish, rellsh, taste. 2. Habit, custom. 3. A dellcacj, bonne 
bouche. Chat'lenä To lick up. Shakesp. p. 300. Wohl 
verschieden von Sskr. tshar (To cat) s. czaravay 1.443. 
Chatto (green) Bry. Etwa Serb. ^Koyin aus »Ain (flavus, 
gilvus) Dobr. Inst. p. 142.? S. noch schelte und ja- 
lod 0. 

CzetogascV (Tonitru) Alter nr. ^00. und daraus Grellm. u. s. w, 
tschetogasch, aliein Pchm. und Zipp. unbekannt; s. u. 
tschiro, baszavav. ~ Dessen Autorität steht demnach 
nur auf schwachen Füssen ;^ und Hindi gädsha (Thunder* 



B. Wörterbacb. 181 

boli), gurdshdsha (Thunder) wflrde »war mit c serös* 
(Coelum) antcr Voraussetzimg' , dass i st. r verdruckt wor* 
den,, immerhin eine passende, jedoch glcichfalis unwahr- 
scheinliche Erklärung* liefern« 
Chepo m. Breast, bosoih Bw. — Viel!. Transpos. des Span. 
Worts s. 1. 18., also auch wohl nicht Ar« y^,^^j^jaih L 

The breast, theheart, the breast collar of a garment Sha- 
kesp. p. S98. , oder lu:^ Thorax s« vestimcntum ferream. 

Cast Die Anklänge an tschi (s. x.) und Hindi tshhdti 
(Bosom, breast), tshitta sind wohl nur Zufall. 

Tschippo Spitze Bisch. — Ngr. Tt/lnog Schaft, Ital. ceppo, 
oder zeppa (Keilj? 

Czupni f. Peitsche, Dem« -aöri f. und czupnik f. die Kar- 
batsche, Dem. czupnikörl f. kl. Peitsche. „Tschupnf, 
Hind. tschabukk. Peitsche << Greilm. S. 231. 1. 295. 2. 
Tschupini, tschuckini (fouet) Kog. Tschupnin 
Karbatsche, Peitsche, tschuppnin Zuohtruthe, gerraf 
(machen, nicht: schlagen s. II. 111.) tschuppinäha 
peitschen s. 1. 193. — Chucknee Brj., „chakni, Pers. 
^]^ (Whip) " Harr. p. 557. — Shakesp. p. 200. : P. 

wdoL^ chähük 1. Adj. Active, alert. 2. ni. A horsewhip 

(In this sense however, it is found in the works of Khosrü 
only, and it is' probably Hindi), Hindi tshäbuka. Bw. Vol. I. 
p. 21. sagt: „Jockeyism properly implies the management 
of a whip^ and the word Jockey is neither niore nor 
less than the terra, slightly modiOed, hj which they de-- 
signate the formidable whips which they nsually carry, and 
whIch are at present in general use amongst horse-traf- 
fickers, under the title of jockey whips." — Da sich, un- 
ter Annahme des Zusatzes von -ni, beiderlei Formen aus 
dem obigen Hindust. -W. leicht erklären, kann ich mich 
nicht zu den von Dief. an die Hand gegebenen Deutungen 
aus Poln. cepy Dreschflegel , und Sskr. tshämara (Chowriej 
d. h. Ochsenwedel) entschliesscn. 

^Czapldris Wirth, czaplärka Wirthin Pchni. s. I. 103. — 
IJng. czaplar (Wirth, Wcinwirth), etwa von üng. czap 
(Fasszapfe) , oder s. v. a. canponarius DG. , xan^Xog, Geor- 
gisch kapilari (hospes)? 

Czäbo Filius Alter nr.5. , czabo, czabe [dies unstreitig 
PL] Puer 12., czawo, czabo Infans 13.; czai, fsa! 
Filia 6., czek', czai Puella 11. — Tshawo Sohn, 
tshowo (mit o) Kind, tshabo Junge Rtw. — Vulc. 
p. 105. hat xai (filia) und xauca (filius). X. pronun- 
tiaudum ut Hispanice. [Sonderbar, Indem es dann guttural, 



182 m. Warterbnch. 

nicht 9 wie man erwartete, palatal lautete!] Ist etwa das 
letztere auch PI., wie wahrsch. ,,zschabe Knäbchen^^ 
Widh., und chayee (ch!ld)Irv.? — „Tschabo m. Kna- 
be, PL die Kinder. Tschai f. Tochter, Mädchen, mit 
dem gebräuchlichen PI. tschiale^^ GrafT. Ms. Tschawo 
(Sohn) Luc. IIL ge^cn den Schluss oft. Fr. Tschaw 
Kind Liefl. Zig. - Zipp. Parad. s. L 194. tschavo, 
iBchävo Kind, Knabe, mro tschawo (Sohn). 1 tschai 

Sschei), tschakero (-Icro), tschaia Tochter, Mad- 
en; al^lieia hi mri tschai Das ist meine T. Ralili 
ein Mädclien. — Tschawo Kind, Sohn, Junge, tschä- 

* wo Knabe Sisch. ^ Czävo ni. Sohn, Knabe, Kind, cza- 
rengero (puerilis); Dem. czavoro m. (kl. Kind), czä- 
jori f. (kl. Tochter, Mädchen, Kind) Pchro., also letzteres 
«nmittelbar an czaj (filia) sich lehnend, während bei Bw. 
in näherem Verein mit dem.masc. chabori f. A girl« Mu- 
chacha von dem im L. oft vorkommenden chaboro. Vgl« 
1.102. — Dshau Sz. — Chau Ab., chab imEngl. Dial. 
Bach Bw., chavo (A son) Bry., chävo (child), beti 
chävo (llttle child) Harr. — Chabd für Zigeuner Bw. I. 
S89., wie Chaipl. (Children, fellows, Gjpsles), das auch 
Dief. Brl. Jhb. S. 395. für richtiger hält, als Bw.'s I. 38. 

' g>egebene Erklärung; s« ob. I. 35., wonach rakle q. v. 
Yerschicdcn von tsehave. So sagt auch Zipp. irgendwo: 
„Tschai Mädchen, auch rakli ein Deutsch [f] Mädchen.^^ 

— Dief. a. a.O.: „Os chai Luc.16,8. PI. von chabo m* 
A boj, child. Muchacho, nliio. Chabal (Son. Hijo). m., 
-a f. (chabalas Daughters Bw. L 53.) Chabe m., cha- 
bea f. Bw.'cf. xavca Mcg.'Kind. Chaboeia, chabo- 
reia f. coli., die Kinder Bw.^^ Brochabo Boj, lad. Mu- 

'chacho Bw., wie es scheint. Comp. Purutchau Petit- 
lils „enfant d'age^^ Kog.', etwa wie im D. Gross-Sohn? 

— Wöniger, dessen Anführungen ans dem Zigeuneridiom 
idirigens von grosser und oft ins Lächerliche fallender Un- 
kenntniss der Sache zeugen, hat offenbar das Meiste aus 
Grellm., Einiges (sehr ungeschickt) selbst gemacht; viell. 
aber auch ein Minimum durch eigne Erfragung. Bei ihm, 
und sonst nirgends, tschawsko (Knabe), gadzsko 
(Jüngling), kaksko Vetter; gonsko Queersack, gau- 
esko Dorf; also vcrm. mit einem Suff. , das im Poln. Augm. 
bildet s. Bandtke Gramm. S. 38. 

Czaj Tochter, Mädel Pchm. , tshai Tochter, tshej 
Jungfer Rtw. Bari dewleskcri tai [sehr, tschai] Erz- 
engel s. ob. I. 211. viell. als fem., wo nicht PI. masc. 
Tschai Tochter, tschek [wohl kaum von Bisch, selbst 



B. Wörterbndi. 183 

erfragt] Jang^fcr Bisch. — Cht Rh. — Ss. dschel Todi- 
ter. — Grcllin., der besonders ans dem Voc Petr. sdböpt- 
te, hat S. 295. 2.: ^^Tsche; tschaj, Hind. tschaknj [■ 
wohl verdruckt st* r] Mädchen; tschck Jungfer , Hind. 
tschekerin [o st. des ersten e?]; tschawo Knabe, Bind» 
tschokna [n?j/^ — Wldh. zschel Mädchen; aber Jungfer: 
zschukenzeig [das 8. W. jedenfalls Mädchen; im ersten 
wohl r st n za lesen] und zschuker, Terne. Die letz- 
ten beiden Ww. gehören wahrsch. In Eins , so dass das ' 
Komma zu tilgen wäre, und als deren Sinn betrachte ich« 
hübsche Dirne, sei*s nun, dass man dies D. W. in Terno 
zu suchen habe, oder Hindi tarun'i (Maid^, eig. fem. zi 
Zig. terno (jung). Schukker (hübsch) Zipp. ist itm 

gemäss auch im ersten W. annehmlicher als Hindi <c/>f^ 
chhokri f. A girl, als fem. von chhokrä m. A boj« — 
Das Parad. s. I. 195. vgl. 151. Tschakro rom (Toch« 
termann) Eidam, auch schwigersehno nach d. D. und 
dschentscho bei den Poln. Zig. nach d. Poln. S. nodi 
I. 146. Ous. zaru (Boj or son), aber loirkl (Danghter), 
was mit Hind. lad'aki {gir\\ zu combiniren schwer hält — 
Assogne or assoinee (A girl) bei den Ung. Zig*, nach 
Brj. Ist Ung. afzfzonj (Müller. Foemina. Domina). 

Ganz verfehlt sind Bw.'s Herleitungen aus Sskr. arbha 
(A chlU, a pupil), was man auch mit Erbe und orbus za- 

sammengethan hat, und aus Ar. yjiü* A jouth; noch lässt 

dasPchm. und Zipp.unbek. tschek, dessen k gewiss nur f^r J 
steht, den Gedanken eines Vergleichs mit H. chhokri auf- 
kommen. Dief. vermuthet Sskr. ^äwa (The joung* of anj 
animal), was viell. durch Prakr. tshhawao = Sskr. fawabi 

Id. Lassen, Inst p. 100. und Hind. ^^R- chhanna m. Id. 

unterstfitzt wird. Hind. La^^ chhaiyä (A boj) ermangelt 

der Lab., wie auch ^^^ Jaffa (Sskr. dshata) m. A son, 

^L^yät (dshätä) f. A daughter, deren welcher Anlaot 

fiberdem abweicht In der Sprache von Carnicobar, der 
nördlichsten Insel der Nikobaren, findet sich mit merkwürdi- 
ger Einstimmung chu (child) As. Res. T. II. p. 341. ed. 

Calc. Tanlish ts^^^ ''Child, offspring' Chodzko, Spec. p.561. 

^Cztvavy czivrdav \ftiM dav L 419., vfh dav karle] Ich 
schmelsse, werfe Pchra. S. 13., pes-te czivel zustos- 
sen (accidere) S. 63. Vgl. L 391. 393. 396. — Tshib 
lege (Imp.). Me tschiwaba man, me hom tsehldo. 
Dschor glesse (Imp.); Praes. dsohoraba« Graff. Ms« 



184 ni. Worterbach. 

Tsehiberwaba Icli werfe Graff. S. 41.9 neben tsehi- 
waba leb lege S. 20. 60*9 Imp. tsebib, Part tsebido 
(lie^nd) S. 80. 40. vgl. L 384. ; sodann , mit Unterdrük- 
kvLüg des i, tschwaba leb stelle S. 41*9 tscbwaben 
stellen; zurechtstellen 9 machen S. 49. — Tsebido g>e- 
legt, tsehiwwerdo geworfen Lue. III. 9.; tsebiwwei- 
wenn-wrin9 werfet aus V. 4., dsebiwwerwawa u 
netzowrin5. Tscbiwwerdas Er warflV.35., tschiw- 
wer denn sie warfen LG. Wahrsch. mit Diss.'s halber ge- 
kürztem Präf. wrin, s. ob. I. 301. und vgl. Bisch, aus- 
schatten: Lcs tVitscber wenn deele, ihn binabzustür- 
zen L. IV. 29.; trujall witscherdass Er warf herum 
Ib. 17.; witschepaskri schuffla Wurfschaufel III. 17. 
— Tscbebber (werfen) eig. Imp. und daher das zwi- 
schen Wunde und Wurm stehende Subst. tsbewerben, 
wofür fälschlich Wunsch st. Wurf (s. L 133.) als Bedeu- 
. tung angegeben worden. Rtw. — Chibar (auch cbibe- 
lar) V. a. To cast9 ishoot. Echar. Sscr, ksbip. This verb 
IS used In many senses. Chibarse a penär Comenzär 
a hablar, wozu Dief. Frz. sc mettre a faire anführt. Cbi- 
iar sermdn To preach. Predicär. Cbibär lachö To 
make well, to eure. Curar, sanär L. V. 17*9 und eben so cL 
niisto. Cb, coneles Kleider tragen (anhaben), eig. wohl: 
umwerfen (vgl. Lat. amictus) ; Part, cbito L. 7, 85. Pro- 
cbibär v. a. To oflTer. Ofrecer; eig. wohl: vorsetzen. — 
ZIpp. hat 9 ausser den einfacheren Formen ftir legen, setzen 
u. s. W.9 auch in dem Sinne von werfen: te tschorovav 
(ut jaciani)9 nie tscbordeyava9 tschordava, tsche- 
wervava (oder tschiw.), d. i. jacio; Perf. tschorde- 
Jum (jeci), tschordede (jecerunt), tscbeverdjum 
(jeci), In^er. tschorde oder tscbever tu (wirf), 
tschewerwenn tumee (jacite), Part, tschordo, 
tschlwerdo, tschordedo (geworfen), tscbordeno 
(werfend). Die mit tschor beginnenden Formen , yor deren 
Verwechselung mit czorav (furor) man sich hüte, scheinen 
nach Auswurf des Wurzelvocals (s. o. t Schwaben) durch 
- Umwandlung des w in den nahverwandten Vocal (st. u) 
entstanden, und besonders auf das Ausgiqssen von Flüssig- 
keiten eingeschränkt. Tczuu (giessen) bei Alter s. ob. 
I. 342.; ferner Bisch.: Tschöraf panln (fundere aquam) 
giessen; n. filtriren: a gawa gowa tschorena durch 
Je gottareste, d. b. sie giessen die Sache durch ein 
Tucb [eig. Stück]; tscboraf anfüllen; tsch. atren fül- 
len; tscborlaf atren einschütten rttcksicbtiicb des 1 
ftlscbllcb erscblossen aus tscbor F atren [eig. wohl: 



B. WSttcrbacbl 185 

Schenk es ela? s. 1.846.340.34809 awri tscli. schatten, 
aassch. Tschor^ng're Wiedertäufer. Bei Zipp., neben 
Mc tschivava Ich schütte, leg>e, tschiddo (lieg^end; 
Situs) auch: nie tschorava Ich schütte, ^iesse; stehle. 
Perf. nie tschordjuni. Imp. tschorde tu. Part. L 391. 
Tschoor a waalen perdo Schenke das Glas voll. Ue- 
berdeni hat er mit einem NB.: Me tschoorava Ich steh- 
le. Perf. tschordjum, Part, tschordo g'estohlen. Imp. 
tschoor tu, pl. tschooren tunie; und antwortet auf 
eine desfallsige Anfrage von Kraus, ob nicht zwischen 
tschorava Ich stehle und ich schütte der Unterschied ob- 
walte, dass eines tschordava Ich schütte, das andere 
tschorava Ich stehle sei, mit: „Nein. Tschordava 
heisst Ich werfe, Perf. tschiverdum, tschlvirdo g'e- 
werfen, tschordeno werfend. Tschordo g'rei ge- 
stohlenes Pferd, tschordo ghyw geschüttet Getraide.^^ 

In Betreff der Zig. Ww. mit der Bedeutung werfen kann 
kein Zweifel darüber obwalten, dass sie sich an das gleich- 
bedeutende Sskr. kship anschliessen, zumal dieses im Prakrit 
zuweilen vorn mit asp. Palatal - Surda , s. Delius Radd. 
Pracr. p. 64., sich zeigt. Inzwischen scheinen sie auch 
im Sinne von minder gewaltsamer Bewegung: legen u.s.w. 
nicht von der Gemeinschaft mit derselben Wurzel ausge- 
schlossen, da Sskr. nikship (Dejicere, deponere) Westerg. 
p. 805. Schwerlich kommen Hind. l^^y^ chhornä v. a. 

To let go, eniit fire, forgive, forsake, desert, loose, omit, 
pardon, release, shoot, spare, abandon, abstain, breathe 
Shakesp. p. 336. und Hindi tshhdd a d^na (To let go) ernst- 
lich In Frage. — Im Beng. heisst tschita als Subst. The 
soul [Zig. tschi, s. X., wahrsch. ganz davon verschieden!], 
als Adj. Lying on the back^ als v. a. To recline, to lie 
on the back. Eben so Hind. v£>^ (Sskr* tshitta) ahit m. 

Mind, life, soul, heart, memorj, aber auch y^u^ chit 1. 

s. Look, glance, sense. 8. Adj. Supine, Ijing flat oh the 
back. — Tschido man Es hat mich gereuet — indess n. 
reuen: Mande hl schido [so!J — Bisch, möchte ich 
trotz dessen tschi (Gewissen) fast in Verdacht des Miss- 
verstandes nehmen st. Ich habe mich geruhet [zum Ruhen 
niedergelegt], wie ich deletshedomnian [mit richtigem 
zwiefachen m] Rtw. s. I. 897., deleczedoman' (liegen, 
sich legen) Alter s. I. 348. 393. für 1. Sg. Perf. halte, 
meines Bedünkens richtiger, als Zipp. zti Grelim. S.898.8.: 
Dele tschedo man (Dat jacens mihi). So auch reflexiv: 
I prawul tschidas pes (der Wind hat sich gelegt) u. wind* 

18** 



/ 



186 in. Wörteriiocli. 

still. Bisclt. Ferner tschedas p es- (empören) Rtw.; ei^. 
Er seUtc sfch [dagegen], wie Zipp. n. empört: Tschi- 
yela pes gill e rende Er set'/i sich g'eg'en die Obrig-- 
keii [eig*. vor die Herren]; 9. auch Bisch, niedersi^etzen. 
Indem Abwerfen des Lab. vor dem d L 393. genügend ge- 
rechtfertigt worden 9 glanbe Ich Wurzelhaftigkeit desselben 
auch in tshiwaba gerechtfertigt, nnd daher auch das 
Part, tschido = Sskr. kshipta, und nicht ^ajita Asieep 
(von 9!, xeTad-ai)^ noch obiges k:^^. Mit kship (werfen) 

vermitteln sich die anderweitigen Bedd. des Rom- Verbnms (le- 
gen 9 setzen 9 stellen ; liegen u. s. w.) ganz in ähnlicher 
Weise als Lat. jacio: -eo. Falsch ist die mehrmalige An- 
gabe von tschiaf (st. tsehivav) bei Bischof in Bezug auf 
Auslassung der Lab. Zipp. hat Te tschivaf (legen); 
Perf.me tschidjum, 3.Pi.tschid1e vom Part, tschldd- 
lo; Imp. tscfaiv lege, und In interessantem Beisammen- 
stehen: Tschyf tschyben Mach eine Streu! wie bei 
Graff. tschib lege und tschiben m. Bett. In diesem 
Subst., tshibin (Bette) Rtw. u. s. w. s. L 130. 135. 
139. 9 gehört b oder p auf Seite des Suff. 9 vor welchem 
(wie aueh in dschiben9 syben I. 135.) das w der Wur- 
zel untergegangen 9 obschon mir tschiwaben (liegen), 
wie d8chlwaben9 Graff. S. 30. nur den Charakter theo- 
retischer Aufstellungen an sich zu tragen scheinen. — Harr, 
p. 547. Ground v. Field Paw [wohl puv?]. Chiv puv 
(Hide it in the ground), p. 540. chiv tale (lüde below) 
gehören viell. einer anderen Wurzel an 9 nämlich Hind. 
LiU^ chhipänä^ chhup.^ chhap. v. a. To concea^ hide. 

^yfi:^ chappan m. A lid or cover of a pot (large)9 J^ 

chaphi Id. (small) erinnern nur scheinbar an chhip {Deli- 
kel)9 weil das letzte von Anlaut gutt. ist. 

Bei Bisch.: Tele tschiwaha men agai (wir lagern 
uns hier); tschiwawa mann a gai k^hreduno [häus- 
lleh] Ich mache mich hier ansässig. Das AdJ., wie aber- 
tune L 301. u. a. 123.; ob nach dem Mähr, gharahdna, 
{He went) from the house als: the proper Abi.; oder 
gharAt-dna9 {He came') out of, or from wiihin the 
house mit Suff, dna am Locat. (Carey Gr. p. 29.)? — 
Unter: Alkoven (welches irrig mit: Ofen In Beziehung ge- 
bracht worden): Tschiwawa man palall u pow da 
. sowäwa Ich lege mich hinter den Ofen und schlafe; vgl. 
tschiaf tele9 auch sowaf (schlafen) tele9 niederlegen. 
Hi a mor [schwerlich amor9 unser, sondern a st. an, vwj 
8, I. 298. nr. 16.] trom tschido u. verhindern; also 



B. Wortcrlinch. M7 

wahrsch. : Es Ist In meinen Weg g^eleg^t [nicht : unser W. 
verleg>t, oder g:ar: st. tschindo, abg'cschnitten]. Tschiaf 
apo wohrtln (anf den Wag'en leg-en) aufladen. Tschi- 
waha a g'awa ^owa atren (wir thun diese Sache hin- 
ein) einpacken. Tschiwawa pasche inandc (ich stecke zu 

mir) einstecken $ womit Ilind. Uaa:^ chepnä v.a. To stick 

tog>ether eine nähere Beziehung' nur zu heucheln scheint. 
Sorölis tschiaf atren (fest legen hinein) vermauern^ 
vgl. sorolis bandaf wühteres (fest verschliessen die 
Thür) verrammeln. Sästeres tschiaf glan o wuh- 
ter (fiisen vor die Thür legen) verriegeln j wie n. Anle-^ 
geschloss: a ganna tschiwela je huklo apo chhista- 
ri Jetzt hat er ein Schloss an die Lade gelegt. VIelm. 
Präs., wie versiegeln II. 160. Tschiaf pehtsches 
ano göwa (legen Pech auf die Sache) verpichen, üe 
[te zur Bildung des Inf.?] trlalldschiaf lohnaha (um- 
legen mit Salz) einsalzen^ wie pralgerraf sonogal^- 
ha (übermachen mit Gold) vergolden. Tchip' [sehr, 
tschip'] u thaw ano suw (Thu den Faden in die Nadel) 
einfädeln. Unter Brille: wahlin tschlwelela apo 
peskero nak Das Glas, (das) er thut's auf seine Nase 
s. 1. 340. Tsi^hawawa [sehr, tsclu'w.] maro ano suni- 
min (Ich thue Brot in die Suppe) einbrocken. Tscharr- 
trabes tschiwaha ano summin (Wir [nicht: sie, was 
Bisch, hat] thun Gewürz In die Suppe) würzen, j^rznei- 
glas s. I. 263. Tullepennes tschiwela' tren (Sie 
thun [st. tschiwena, oder: sie thu t?] Feit hinain) schmäl- 
zen. — Tschiwena chhabbenes apo ch*hamaskri 
(sie bringen Speise auf den Tisch) anrichten Bisch., wie 
Me tschwaba längs i chamasgrl (Ich stelle an den 
T.) Graff. S. 41. — A glantschiaf vorlegen; — je 
graies (ein Pferd) vorspannen. Tschiaf sawares 
ano leskero mui (legen den Zaum In seinen Mund) zäu- 
men. Tsch. I sehn apo leste (legen d. Sattel auf es) 
satteln, Zipp. tschyw tu seen greis sattle du. — A 
g-anna dschiwäwa man apo scherro (Jetzt stelle Ich 
mich auf den Kopf) Burzelbaum schiessen. — Tschiaf 
tardo [stellen aufrecht] vorstellen. A ganna tschlwfc- 
na i tschepni tscha [wahrsch. Slaw. s. I. lOi. aus Poln. 
szczep Scheit Holz, Propfreis, Böhm, ntepina Scheit Holz, 
frtepnice Baum - , Obst - Garten , und zwar theils ihrer Spros- 
sen wegen, theils weil sie den Dieben zu einer (Obst-) 
Ernte behüH'licb ist] apo kehr (jetzt lehnen sie die Leiter 
an das Haus) anlehnen. Paletschiaf lehnen; pali- 



188 in. Worterbach. 

tsckUr verschieben (ctg*. zarttcksetzcn), eine Reise. Apre- 
Ischaf 9iämwtenj und apre tschiwela pes (auf stammt 
er sich), aber: a gal apre tschawa (auf g>ehe ich), 
elnstei^n. — Eier legen s. 11. 92. — A ganna hun te 
tschiwawa [Ich, nicht : er, muss einen Eid ableg-en]. — L o- 
westschiaf wechseln y wahrsch. als: Geld umsetzen ge- 
fasst; wie chibö (er Obersetzte — das Bncli) Bw.'s Luc. 
Rückseite des Titels. Mor gowa tschidum a gai si- 
m^do (Meine Sache habe ich hier gesetzt [als] Pfand) 
verpfänden j gleich ZIpp.: Tschivaya (versetzen, ver- 
pfänden), Perf. tschidjum, Imp. tschyv fsimaddi, auch, 
jedoch wohl unrichtiger: te tschov zemadi. — Tschi- 
wina ruk^nde (sie pflanzen Bäume) anpflanzen [wohl 
ganz verschieden chantar 11.40. Bw.] Bisch., wie: Armen 
schachA andri pd tschiwena Sie setzen Kumst-Blät- 
ier (oder Pflanzen) in die Erde Zipp. Tschlaf latsche 
apo ruk (thun gute auf den Baum) pfropfen* A ganna 
Ischiwfena a golliske, te nane dewela leske 
bdkja Jetzt machen sie es mit ihm, dass er keine Blattern 
bekommt; strenger wohl: dass nicht soll (de) wela [st. 
w^na PI.?] kommen Ihm d. BI., v^. einimpfen, Absenker: 
teletschinepenn, das doch wohl eher Nom. Abstr., als 
3« PK mit Refl* (s. I. 130.), sein möchte, scheint trotz der 
Peutschen Sprechwelse „ablegen, Ableger ^^ vielm. zu czi- 
nav (Ich schneide) gehörig, was denn auch von: Tschi- 
nawa les tele Ich senke [das n verräth: Ich schneide] 
ihn ab, da dsehiwawa [dies wirklich hieher!] les du- 
ridir und setze ihn weiter fort, gilt Givv tshindedre 
(Ernte) Rtw, s. I. 300. wQrde begrifflich und auch, mit 
Ausnahme des n, formell besser hieher passen, als zu czi- 
nav (schneiden): Getraide haben sie gebracht [geschnit- 
ten?] ein. T sc hl die (collocaverunt) ZIpp, mag auch in 
Miila atrenschide (Mumie) liegen, wiewohl das letzte 
W. , falls seh richtiger stände als tsch , auch zur Noth auf 

/ßlyav: „eingenäht^^ hinwiese. Ano cheachhew tschc- 
uehena les (ins Grab legen sie ihn) beerdigen sollte un- 

, streitig an der Stelle des ersten n vielm. w haben. — 
Zipp.: Me tschidjum zinna apry jaag Ich habe das 
Ziiin aufs Feuer gesetzt. Nan hl tot aduy tschi, avry 
te tschives [Conj.] Du hast daran nichts auszusetzen. 

Part« Pass. ; Wela tschldoo Er wird gelegt LG. 
Tran i lauter trujall tschitte gab (durch alle um- 
liegende Oerter) L, IV, 14, Fr. , vgl. ob, I. «76. 384. 
Apri l^utip tschidde Sie haben auf die Festung [eig. 
Arbeit] gebracht. Rtw. S. 38. — Hl tschi do Er ist 6e- 



B. Worterbncb. 189 

friedigt Bisch.; da es doch kaum an tschälo (satt) sich 
anschliesst, etwa ei^. g^eleg^t, beruhigt ^ nach Muster des 
l^at. sedatus? — Unter noch g'rösseren Zweifeln stelle ich 
Pchm. czido Adj. {ähnlich)^ Icia leste (ihm ä.) hiehcr, 
welclies letztere eig>. : greleg't zu ihm (mit ihm zur Verglei- 
chung* zusamnieng-estellt) bezeichnen müsste. Jedoch s. noch 
cidav (Ich wäg'e; wie Lat. siniilis von Sskr. mä, messen) 
Pchm., und bichola (Similitude) Bw., falls man in letzte- 
rem ein Comp, ahnen dürfte. 9, Das Part, chitd L. bedeu- 
tet bereitet^ fertig u. s.w. Vg*L u. A. Has eh. ^roijua- 
aag 12 9 20.; eh. xexofTfufjf^^vov 11, 25. ; sin ab a eh. tic- 
QußaktTO 12, 27. -i f* xixoafirjrai 21, 5. — Ans diesem 
Part, hat sich (wieviel Antheil hat der Uebersetzer daran?) 
ein ung'efUhr mit chibar g'leichbedeutendes chitar gebil- 
det, z. B. chinel te Chi tele andre Testaripel o n^i- 
XTWQ ßakji at elg (pvXuxrjv 12, 58. s. o. Sinaba chitado 
opre bar Ted^ffteXicoro im rfjv nlvgav 6, 48. In lehrrei- 
chem Gegensätze L. 19, 21.: Ustilelas nia na chitastc, 
y chinelas ma na chibelaste Al^ng ovx td-Tjxag, xal 
d-fQil^ug ovx fonttgag. Ferner chibö andre dicles 
ianaQydvtoaev j chitd uvixXtvev 2, 7.; chibado a. d. (Me- 
than in Tücher) lanaQyav(!)f.uvov ^ chitado andre yeqne 
olibar, xtifxhvov 12. Chibado nach Span. Weise, aber 
chito Indisch. — Chitar-se a ganz wie chlbar-se« 
Sos na se chitelan pures fxii naiaioifuva 12, 33. — 
Sog'ar eine 3. Potenz der IBrweiterung' zeigt chitalada, 
netpvTev/Li^rrjv 13, 6. s. ob. — Re- chitar v. a. To patch, 
mend. Remendar Bw. , also e\g. wiederherstellen, — Sin- 
chitar L. Sinela sinchito xeTvat 2, 34. Sinch. an- 
dre dgivtyxttv 5, 18 — 9. S. se, axrivai 6, 8. 7, 38. 
cet. Was bedeutet jenes auch z. B. in sinchul^ neben 
chubalo, und dem noch näher hiehcr schillernden chiba- 
lö (Cigarro) vorkommende sin? 2vv oder Sskr. sani — ? 
Vgl. ob. I. 307. sunparal. Sinchitar andre, y chi- 
bar le anglal de d ttgBvtyxtiv xul d-fXvai ivdmov atftov h* 
5, 18. Le deschindaron (aus chindar Coigar) slnchl- 
tandolo (setzend ihn) xa&ijxav avrbv Ib. 19.^^ Dief. 

„Childo Part.pass. Put, placed. Motido, puesto. Darf 
schwerlich aus dieser Wortfamilie ausgeschlossen werden, 
indem sich 1, wie sonst oft, in den Stamm eingedrängt ha- 
ben mag [nicht etwa aus dem polonisirten Partie, tschidlo 
durch Metath.?J. Daraus dann, wie chitar, das Verb, 
childar v. a. Pont^r, meter Bw. gebildet. Se childd 
sunparal iniartj 2, 9. que childasen nagau^ivai 9^ 16« 
Ha childo xariaTtjat 12, 14.^^ Dief« 



190 in. Wörterbuch. 

m 

TtehfibiaUro Salzliändlcr Bisch. — Schwerlich Spitunaine, 

wie Diof. vermutheii möchte , weder aus xuv (Laus) noch 

' 'S Schubjack; sondern wahrsch. Adj. aus einer ktir/iCren 

Slaw. Form z.B. Serb. co st. coAb Salz Wuk S. t25. 

-j^Tschuwikka Eule Bisch. — Silvisch tsawicke (Schweizer, 
tschawicke b. Stalder) Käuzchen aus Rom. civetta nach A. 
Schott, die Deutschen Colon, in Piemont S. 163. — 1 fso- 
va Zipp. aus dem Slaw. hat damit nichts zu thun. 

Tuchobichaninj in der Diebesspr. Finckel, Moschen, Aesche 
(Hexe) Wldh. . — Tschowig>ani Ilexc, und ,, zaubern, 
lawari; Zaum thoweg'kerben [th st. tsh verdruckt?]^^ 
Rtw. S. 36. Das ist [s. ob. I. 70*] gerade umgekehrt , und 
ein, durch den nahe liegenden, aber falschen Hinblick auf 
das Deutsche: Zauber herbeigeführter Irrthum, der in viele 
Bücher übergegangen ist. Auch hat der Vf. des Rtw. sich 
eben so S. 28. einer anderen Umstellung dieser Art schuldig 
gemacht, und dem erwähnten Irrthum zu Liebe das s von 
gawarl Gebiss (bei ihm S. 14.) a. a. 0. zu z verfälscht. 
— Zipp. hat dicht neben einander: Zauberei tfovkirpen; 
Zaum (frenum) salwäris, reskoro, warjia; Zaun (se- 
pes) o baar. S. L 137. und te tschowkirvaf, Part, 
-kirdo; t seh okirwawa [ausgestrichen te tschoche- 
raf] hexen, behexen 1. 440. nr. 15. Tschobachano, 
neskro Hexenmeister, tschobachani, niakro Hexe 
Zipp., wie tsehowachano Zauberer, -ni Hexe Rüd. I. 
Tt«; dschowajano m., -i f. (dschowaghani Hexe 
«• Aberglauben), aber -in f, u. Zauberin. Dschowa- 
|aiengero gowa (der Hexen Sache) Hexerei, Zauber- 
kunst ob, L 379.; dschowajengro [kaum doch vom 
Masc.?] biben, dschowaneskero b. Zauber-, Liebes- 
Trank. Dschowajanidikkotemm (Hessen) 101. vgl. 
60* u. Gatscherdiforo II. 160. ^^ Chuan jani ngo- 
q>ijug L. S, 36. Chuajaai f. Witch, sorceress. Bruja, 
lechicera, profetisa. Bw. mit sehr zweifelhaften Vergl. , 
n&mlich Sskr. samwänana [etwa sammänana Worship, hom- 

' mage?], Hind. bLyM sii/änä Adj. Cunning, artful, clever, 

prudent , und, was, Unterdrückung eines r vorausgesetzt, al- 
lenfalls passend erschiene, Poln. czarownica Zauberin von 

ciarowacS Russ. %poBäinH zaubern, bezaubern. Auch 
können Hind« l^y^ chhüchha 1. Adj. Empty S. ni« Con^ 
jaration und das seiner Form nach [t^] causat. Lit^^v.^ 
iiAuckhwänä v. a. To conjure, exorcise; ferner Sskr. 
ilskala (Magidt cot.); Hindi ödshhäi (witchcraft), ädshhä 



B. Wöi-terbnch. 191 

(wizardf; ob das cr^tc k verdrnckt?); Pers. ^^l^ Jädü m« 

Enchantmcnt, conjoring', jng'g'ling'; nnr mit Mühe herang«- 
zog'cn werden. Dief. erinnert noch an Sskr. g'ap; nicht 
uneben, falls man etwa das I. 123. besprochene SulT. 
-chano in unsern Ww. suchen darf. Hind. y^^Uis^- jäpak 

in. One who counts bis beads, or who recites to himself; 
^^^jap ni. Silent repetition of the name of God, silent 

nieditation, adoration, repeating* the bead-roil. y^^ ^^^ >> 

jap tap (Sslir. g'apa and tapa) m. Devotion, adoration; — . 
mit jener, zwar in vielen Sprachen «blichen, aber von mir 
auch insbesondere im Hind. beobachteten Zusammenstellung^ 
zweier in Reim- Verhältnissen stehender Ww. ! Z. B. 

chättä battä m. The name of a plaything*, a kind of rattle 

•• • • 

or clapper g'iven to children. Sattä battä m. An amour, 

combfnation. Chat-pat Adv. Ilastily, In a hurrj, in- - 

stantly. J^^ J^ hal phal f. 1. Affability 2. Hurry, per- 

turbation. jl:^ y^ hal chal f. Frig-ht, perturbation , hub- 

bub, tumult, anarchy. Ultä pnltä Adj. Topsy turvy, Ug- 

gledy piggledy (Deutsch: holter polter). >{y^>^j ^^** 

pehü f. Abundance. ^sJixj ^l^^ chcnch pcnch m. Brats. 

j^U:^ Jj ^S J^ chäm ke däm chaläne , v. a. To 

Stretch to the utniost a teuiporary authority (Lit. Tö g^ve 
currency to a coin of leather). Ar. ^^ ^J> harj marj m. 

Confusion, tumult, agitation. Ilebr. inaj inh. — Franau 
11 n'a ni feu ni lieu. PMe-mäle. Hache- mäche ^ vgl. D.. 
Hack und Mach {Pack; niederer Pöbel), Böhm, hak-mak 
(verworren, kauderwäisch). Span, hecho y derecho. Schwer 
disch 8U8 och dus (Bombance) = Deutsch: Saus imd 
Braus. — Holl. heug en meug (Sinn und Wille), in lief 
en leid (in Freud und Leid), ivyd en zyd weit und breit 
[nach allen Seiten], liflaff lalf, abgeschmackt. Aachenisch 
Fiarefajce seltsame Grillen. Schottisch mixty - majrty. 
Mischmasch; plish^plash i. q. plash Herumplatschen de&r 
Wasser?. — Engl. Boys have toys, Mops and mows. Hod- 
ge podge. Hürly- burly^ Frz. charivari. With difHcul- 
ty, by üooifc or by crooh. Chitch<ti. — Deutsch: /tr und 
fertig. Glück und Glas; Kopf und Kragen; Feuer und 
Flamme speien; Gut und Bltrt; nebeln und schwebein; 
heute roth^ morgen todt u. s. w. Et. F. 11. S. 6. — Für 
das Lat. Näke im Rhein. Mus. — In Rizano pflegt man 
während des Strohaufwerfens (am Christabend) auszurufen: 
Kuda slamuy tuda slava (wo Stroh, da Ruhm). Monte- 



102 ni. Wörtcrbaclu 

negfo u. d. Montenc|^rincr Blutig. ii. Tüb. 1837. S* 105. 
-«- Lith. Jau bub6n' ir duden' (schon ironinielts, schon bläst 
es) vom Gewitter Mielcke, Wh. S. 57. Rassi rassof ras- 
80 (Vielleicht wirst du es im Thau flnden, d. h. wenn du 
fräh aufstehst, es ersetzt Gnden) S. 217. — Im Sskr. '/•!?. 
Kä ni^d ^a^ind vind (Hliat is the ni^ht wiihout thc nioon ?) 
Wils. Dict. p. 773. ed. 2. Nigithini-ndlha [der Nacht - 
Herrscher , d. i. Mond] mit 4 i - Lauten , 3 n , 2 th. Bhu- 
dshanga-bhudsh [Pfau, eig*. die Krumm^änger, d.h. Schlan- 
gen, verzehrend]. Rathan sdvathind saha (currum cum 
aurig-a) Tschand. VII. 11. — Dschanimag'kuru Zaubc- 
' rer Sz. s. ob. I. 134. hält Dief. für „einen die Wissen- 
schaft X. l'S. liebenden ^S und möchte ihn als Nativitätsstel- 
1er fassen, falls man nicht eine Ilerleitung' aus Lith. zy- 
naujn (Ich zaubere) vorziehe. 

TschüwerwHteko schwül Bisch., wahrsch. von Schauer s. T. 
100., nicht aber gewitterig', wie Dief. muthmasst. 

Tschuhwelo Wicke Bisch. 

* Tschämm Leder ; t s c h a m m Schuhsohle ; jorkeskero 
tsch. Kalbl. Bisch. — Sskr. tsharman, Ilind. JLs^ chämm.j 

auch chamrä Hide, skin, leather. Pers. *y^ Corium pec, 

bovinum, unde soleae parantur, et camelinum crassius. Et 
Solea. Cast. I. 205. — Chumajari m. Zapatero könnte in 
der That aus Engl, shoemaker, D. Schuhmacher um so eher 
entstanden sein, als das SufT. trefflich zu I. 103. sthnmte; 
jedoch vgl. Bw. Sskr. tsharmakara = Ilind. ^U^^ chamär 

' m. A worker In leather, a shoemaker, tanner, currier. — 
Irv. giebt cham nur als Hind., für das Zig. aber, damit 
Pers. (j^^3 kefsch Schuh vgl., chof, chofo, chofoo 

liCather, shoe; coat. In Betreff des erstcren s. sp. u. 
cirach, Schuh, wegen des letzten ob. tschocha, sowie 
Chan Bw. = tchan Pchni. — Chawan (shoes) Brj. 

Tschämmerdo fsi^ieri Kattun. Tsch. buschkeske (P. zur 
Flinte) Pfropf. KetSne tscharomerdo (eig. P. zusam- 
men) Pappe. Bisch. — Zu Leder (wie das Pergament), oder 
als papier mdche zum folg.? 

C»am f. das Gesicht. Pchm. S. VL , mit PI. auf a S. 23. (s. 
ob. I. 119., wo irrthttmlich cham Bw. angegeben) 1 
Isehamm, G. jakro,* tschammiakro, PI. ja, auch 
tschamnja Backe Zipp. Tscham Id., tshammia 
Wangen, thammedini [sehr, tsh.] Backenstreich Rtw. = 
Ischamadini Maulschelle (s. u. dav) v. dschamja Wan- 
ge [vielm. PK s. L1Ö5.], pesse dscbamja, dicke Backen 



B. Wörterbuch. IM 

Bisch. — ,,T8chain, H!nd. ^al [Hindi gh\Ä Chcek] Wan- 
g-c, aber Hind. tschomni, Kinn/^ — Etwa nun eig'. Unter x 
zu bringen, und = Sskr. g'anibha (The chin; auch Tooth; 
food , victuals ^ vgl. g amana) , Hind. L^a> jabhä m. und 

Jabhrä ni. The jaw? Wenig'stcns stimmt damit Zig', chujn- 

bo (The chin) Bry., und, das am Schlüsse dunkele, I 
t seh am ml och, -cha, die Kinnbacken. Zipp. Im Lex. 
Petrarchae bei Klapr.: „Melon, Pers. ciana (ajU^ Jone); 

maxilla — cianak (v25oL:;>) ; mentuni — xancaden 

(^{^>^)." — 

Tschammaf (kauen) Zipp. s. I. 390. 437. nr. 7. lässt zwei* 
felhaCt, ob es zum Vor. gehöre, oder zu Sskr. tshani (To 
take any thing into (he mouth, as food, whether solid or 
liquid), oder, begrifTlich am wahrscheinlichsten, zu Hindi 
tsharhban'a karn'ä, tshäbanä, tshabana, Hind. LoL:^ chäbnä 

(Sskr. tsharwan'a) v. a. To chew, masticate. 

^Czumidav (osculor) Pchm. s. I. 396. 418. Vgl. im Hindi 
tshumnä, tshumä lena wä dena (Küsse nehmen und geben 
= To kiss); Hind. Le^:^ chümä m«, Sskr. tshumb-ana (A 

kiss) und Zig. tschummo-ben Rtw. s. 1. 129. — Mit ei- 
• nem n, das sich wohl aus der Rom -Form des Subst. er- 
klärt: Me tschumin-dav Ich küsse, tschuminde küs- 
sen [vielm. 2. Sg. Imp.] ; sodann Im Luc. chupeudlar 
(küssen) u. chnmendl = chupendi f. A kiss. Beso. 
Bw. — C humer (Kiss) wahrsch. Imp. Harr. s. I, 44*. 
— Dschumewawa Ich küsse. LG. s. I. 453. nr. 29. 

l'schammadaf (befehlen) als höchst zweifcliiaftes W. s. II« 
68. „jammadar, Hind. jemmadar A Commander or Of- 
licer" Rieh. Vgl. „Der Jemadar, oder Vorsteher des Or- 
tes" Pottinger, Reise durch Beluch. S. 19. yjuu^ !• A 

native officer of the armj so called. 2. The head of any 
body, as of guides, hariäras etc. Shakesp. p. 282. als 
Comp. : Ar. ä^.^ A congregation mit Pers. ^b ; und 

ganz entschieden nicht Sskr. Nom. ag. von yam (s. sp. x), 
so dass man nicht füglich glauben kann, das W. sei durch 
die Zig. aus Indien mitgebracht. Da es nur auf des ein- 
zigen Grellm. Autorität beruht, ist bei diesem, argwöhne 
ich, ein Hindustani - W. fälschlich für ein Zig. ausgegeben* 

„DscAöiitö/t{(?), tschömöne^ etwas" Gralf. Ms. s. I. 274. 

Tshambona Tabackspfeife Rtw., shamböni Id. Dph., i zam- 
b li n a, nakro, ne Zipp. Viell. aus It. zampogna (Hirtenpfeife, 
Schalmei) $ zum mindesten Hegt j^i^inovxi [pin bloss = b] 
H. 13 



IM in. Wiirterboeli. 

weit ab. Diesefi enUpricht nämlich dem LiÜi. cibukas Comm. 
Lith. I. 59., Leu. albbuke hölsemer Tabackspfeifensiiel, 
Poln. cybuch aus Türk. j^:^ Id. | ei^. aber palmes. 

TBchantilla Id. s. aucb: ausrauchen. Bisch. ^^Tschandel- 
la f.| Acc wie Nom. Rauchpfeife.^^ GralT. Ms. — Dodi 
nicht in R. luaHAdAb Leuchter; Frz. chandellc s. IL 17.? 

^Tichenndh Kichern. Seetz. — Shakesp. p. 319. U:^ ckanä 

A kfaid of pulse 9 chick pea (Clcer arietinum), Sskr. tsha- 
n'aka. 
^Cxon*j 9ckan*; czemuf; mrascha s. sp. mafsüs (Luna) 
Alter nr. 76. p. 46. Tschai, Mond, in der Uebers. von 
Sz. , angeblich aus dem Voc. Petr. , und als Var. bei Bisdi., 
beruht wahrscti. auf falscher Lesung^ des Russ. h (n) als 
^ (i), und wOrdc auch im Uebrigen, da es sonst: Tochter 
bedeutet, verdächtig sein; — aus welchem Grunde mir 
üief.'s Deutung desselben aus Sskr. tshhavi (Splendour) 
nnhaltbar scheint. Grellm. S. 222. 1. 288. 2. und Bi8ch.'s 
Varr. stammen aus obigen Quellen. — Otschon Sz.; o 
tschonn, G. tschonneskero (kro) Mond, und im PL 
z. B. schtaar tschonna (4 Monatej Zipp« Tschonn 
Mond, aber -{-menet Monat; jedoch April: o starto 
tschonn [d. 4. Monat] Bisch. — Tschon Monat, aber 
-{- m n d q. v. Mond Rtw. — C h o n [nach Engl. Ausspr. ?] 
vel ctiam 111 une [doch wohl Romanisch, etwa mit Art.? 
s. noch luna Radius b. Alter] Luna. Ludolf. — Czon m. 
Mond, Dem. czondro; Adj. czonüno Mond- Pchm. 
Chung, Hindi Jül^ chdnd (Moon) Harr. — Gitschoon 

(Monat) Liefl. Zig. (etwa mit weibl. oder indef. Art.) , aber 
> tschon Mond, auch Stern; bei Syr. Zig. dschendirr, das 
noch dem Sskr. tshandra m. nahe steht, während tschon dem 
schon um das r betrogenen Hind. chänd , jedoch so , dass es 
diesem auch noch das d nachsandte, aus welchem Grunde das 
Sskr., sonst der Form schon' sehr nahe kommende soma 
(Moon), trotz seines o, gleichwohl nicht hieher gehören 
dürfte. — Ochon m«, chono m. Month. Mes, allein chi- 
miitra f. [so!] Moon. Luna Bw. nebst verungiöckten Con- 
- frontationcn mit Ar. .«i und Sskr. käumudipati. Noch en- 
ger schmiegt sich an das übrigens von Zipp. nicht gekann- 
te tschumuth Grellm. Ausg. 2. st. tschemut 1. [s. o.] 
das von Dief. aus L. angeführte chimutia. Mit Sskr. 
tshandramas stellt Bw. zusammen Tremücha f. (Luna), 
das ich, hauptsächlich um trebena (Estrella) willen, zu- 
Qud ch öfters bei Bw. für ti gilt, aus dem vorigen, viell. 



^. j Bfb... . 



B. Wörterback 195 

** durch Transpos., entstanden betrachte, um so mehr ab 
auch Limitren m., lemitre Mondaj« Lunes, unzweifel- 
haft damit, sowie mit Sp. Luna, in eine g'ewisse, wenii- 

• gleich willkuhrliche Verbindung* gebracht worden ist. Wirk- 
lich möchte Ich eine Umbildung' des W.'s ans Hind. UjJU:^ 

chandarmä m. (The moon) durch Einbring-ung des m an 
die Stelle von n nicht unwahrscheinlich heissen. Minde- 
stens kann eine solche Deutung kaum für schlechter gelten, 
als die aus Hind. udU:^ chamai f. Glitter, splendour, 

chamak tamak Adj. Splendid, refulgent; — mit dem ob. 
besprochenen GIcichlaute (so auch noch nijh tijh Correct- 
ness, good order, rule); redupl. chamchamähaP f. Brlght^ 
ness; oder, welche Dief. gleichfalls vorschlägt, aus einen 
der Sprösslinge von Sskr. gyut (splendere) %. B. Hind. 
qLo 03.:^. (Sskr. gydtishmat, Nom. -man Sun) Luminous, 

bright, vgl. Sskr. g'yötsnA Moonlight. 

Chinaber Tar. Bry. 

-^Tschino Bisch, als Var. aus Grellm. S. S23. 1.; schwer- 
lich =: Sskr. tshina (Lead) , sondern wie I z i n n a Zipp. 
entwed«^r ans d. D. Zinn, oder Poln. cyna Zinn (auch Zinn- 
geschirr) Bandtke S. 182., welche beide durch eine Form, 
wie Engl, tin, hindurch ans stannum hervorgegangen schei- 
nen. „Skino Tin [d. i. Zinn]^^ Dph. verni., weil Deutsch 
z ein undänischer Laut ist, mit einem Anlaut, der das W. 
Dan. skin (Schein) annähert. — Auch habe ich , zumal wenn 
deren o überflüssig sein sollte. Zig. toschni, Diebesspr. 
Bleysack, d. i. zinnerne Kanne WIdh. S. 152., und to- 
schin (wie Bisch., welcher unstreitig daraus schöpfte) 
S. 157. in Verdacht, zu gegenwärtiger Wortfamilie zu ge- 
hören. Uoihw. zincke (Kanne) Rtw« aus: Zinn? 

Cxang f. (genu). Dem. ezangöri Pchni. ; tschang Bisch. 
1 czann, PI. czanna, ferner i tschan, tschangakro, 
PI. tschanga Zipp., wie auch gewiss PI. Rtw. tshan- 
ga, und daher aprotshanga, Stooss S. 28. [mitten unter 
Ww. mit Seh, also wohl Seh ooss : auf den Knieen, und nicht, 
wie 1. 21^. vermuthet worden, Stoss, was Rtw. S* 30. 
spill übersetzt worden]. — Chang (Knee) Harr., aber, 
viell. ungenau , ch ng (Ancle) Irv. Pikkedenn i 
tschangja (sie beugten die Kniee) LG. Chancle f. 
Knee. Rodilla Bw. ; chitado de chanelis [e verdruckt 
st. c?|, liegend auf den Knieen, als PI. L. 22, 41. — Vgl. 
In Klpr. As. Polygl. S. 102. Arm. dsungn, Afgh. fsin- 
gun , aber in den Mem. rel. a TAsie zingun und zänü 
(Knie), so dass Sskr. g'änu (Knee) und g'aoghä (leg), 

13 * 



r 



1»6 IIL Wörterback 

Hindi g'angM y gingha (Ham, ihi^Ii)| Hiiid. I^ÜJj^ jnnghä 

f., ^Is^Jäugh t Tiie thigh zusammcng'eflosseii scheinen. 

Demnaeli gehörte dieser Art. elg'. u« x. — Zipp. tschan- 
gin^eri (Scliürsic; sonst -j-fertucha, Poln. fartucli; 
D. Vortueii ?) vg*], mit Hind. jänghiyä m. A Icind of bree- 
elies that do not eover tlie thigti. — Siarias PI. (Icnees) 
Bw. würde ich doch nodi eher mit jerias II, 162. ver- 
mittetn au liönnen glauben, als Dief. durdi sia = Frz. ja 
mit Ssltr. g'^nu. — 

Te tschwngeraf speien s. L 419. 437. tschunger, res- 
kero, ra Zipp., tshunger Rtw., tschunger Speichel 
n6ben tsohügeraf (ohne n; anspeien) Bisch., aber Pchm. 
czungard m. sogar im Subst. mit sonderbarem d, wei- 
dies z. B. im Perf. tschungerdjum, 3. PI. de Zipp. 
(vgl. 1. 396.) viell. richtiger als nie vorhanden, denn als vor 
dem 2. d weggefallen betrachtet wird. -— Wahrsch. mit kri 
(facere) comp. s. Et. F. 11.801., Kurd. Tcf-kem, t'fkem 
(sputare; 1 pers. Sg.), tfka (sputo) Garas. p. 254., Sskr« 
sathutkära (Sputtering in speech); und zwar so, dass eine 
Parallele zu Sskr. kshava m. Sneezing. Cough, catarrh, 
etwa im Ac(3., vorn drin steckte. 

Chotiar v. a. To spit. Escüpir. Sscr, nisht'hüta (spitting) Bw, 
Y sinara caquerado, y curado, y chotiado L. 18, 22., 
wobei Dief. an tschatteaf BLsch., s. asp. tsh, denkt. 
Hind. i^y^ thukm. Spittle, thüi denä (To spit. Hindi nach 

Adam) To leave, to give up. Thük lagakar chhomäj 

To treat with sovereign contempt (wie nrveiv, despuere), 
. und UL^ (*!5s.^' thuk thukänä v. n. To spit on the men- 

tion of any disease, as a preservative against it; or, as a 
cautlon against the influcnce of an evil eye. Cf. Intpp. ad 
Theoer. II. 62. Da im Glt. ch öfters aspirirtem t entspricht, 
80 wäre eine Entstehung von chotiar aus Sskr. thuthu Ind* 
Imitative sound of spitting nicht unmöglich , wird aber durch 
seine noch viel glaublichere Beziehung zu tschungeraf 
unwahrscheinlich. — Chlsmar v, a. (To spit). Sscr. 
smardsava (Saliva; eig. Liebeswein) Bw.; — falsch! 

Chor m. 1. Cielo. 2. Egipto; segun el dialecio de los Jilanos 
Estremeaos Bw, Vocab. p. *30. S. ob. I. 35, Charos 
Luc. nach Dicf. — Czeros', xweto [wohl Russ. CB'b^inl]^ 
Glanz, Schein; VTclt, s, I. 107», da bollopen bei Grcilm. 
Welt], bolibö (Coelum) Alter, nr. 2, und daraus Grelliii. 
shweto, tscheros/« (xiusg. 2. nur tscherols) S. 222. 
1,, was Pcjim. ö. 51. uubek. In den VU, bei Grpllni. cfe- 



B. WorteribadL 197 

röfz and iherofa [th st tsh?]. — Verrätb sich sclioii 
durch das SulL als fremd s* I. 105. s Walach. ceriu (eine 
Unibildung* aus Lat. coelum), so dass Sskr. kshara (nabe8)| 
u. Zig*, ucharar (teg'ere) L. , deren Dief. gedenkt , mir 
nicht genügi^n wollen. — An einen Zusammenhang dieses 
W.'s mit dem folg*. Art. mahnt Insbesondere Zipp.'s Anga- 
be, sowohl zu Grellm. als zum Voc. Petr., wonach o [i?] 
tscheroscha [-0 a. e. a. St.] Siern bedeuten soll. 

Czercheh Lj PI. -a S. 23. Pchm., tzerhen! (Stella) Lnd.^ 

czergön% cerhenje [c = R. H^ Deutsch z] Alter nr. 77«, 
woraus Grellm. S. 222. 1. ,,Tserhenje, tscherhenja, 
Hind. tara^^ richtiger, als tscherhe [bei Bisch, noch weiter 
verderbt: tscherfte] 28S. 2. — Pers. Z. chananl (Star), 
Syr. tschennanih Seetz. (Liefl. Z. stären) schlössen 
sich, von dem räthselhaften ersten n abgesehen, leicht an. 
— balepen hl tschernachcmen (der Himmel ist 
gestirnt), angeblich PI. a, G. mcneleskro trotz ob. I. 
99., als Deriv. von einem, wie es scheint, Stern zu Lie- 
be, durch Transpos. umgewandelten tschernachi, -a, an 
dessen Stelle aber Zipp., dasselbe ausstreichend, I tsche- 
roscha, schakro, sehe (Stern) gesetzt hat neben: E' 
schterne I. 406. — -{-Schterno Rüd. 1. 69., sterna 
f. Gralf. s. I. 159. erweisen sich schon um Ihres n willen 

als Deutsch, und nicht Pcrs. s.U^, noch der Veda-Forni 

stri (sonst tarä) entsprechend; zumal auch Bisch, dewles- 
keri momelin (Gottes Licht) in umschreibender Welse 
angiebt. Ja selbst starrte (a star) Bry. p. 392. und Rieh, 
(sterri schreibt Mithr. IV. 84.) halte ich für eig. Engl.; 
sowie astra f. (Moon, star) für Romanisch. — C her dll- 
las pl. (Las estrellas) vom Sg. cherdilla L. hat viell. 
Span. Endung, und könnte nebst cherdif^o m. (The nior- 
ning star. Lucero) Bw. zur Noth dem Part, tchardo (helss) 
von tcharav (brennen, aber nicht: leuchten) Pchm. ent- 
sprechen. Noch weiter entfernen sich von czerchen das 
Bw/sche uchagardi f. (weniger das von Dief. beigefügte 
uchurgani) und trebcfia f. (A star) s. ob. czon, — 
Eine durchgreifend befriedigende Etym. soll erst noch ge- 
funden werden. Ung. tslllag wurde nicht Alles erklären; 
auch nicht Dicf.'s Mahr, ug'ed'a (lux), Sskr. utsht»ha (al- 
tus) , tshhrid (angeblich Lucere ; coilustrare) Westerg. 

p. 164. , tshitra u. s. w, — Man beriickslchllge noch ,4! • ^ 

The hcavcn of the stars vom Pers. a-??- (schwerlich aus 

Üjskr. tshakra, dem vielni» ^41:^ begegnet) m. L A wheel 



198 m. Wörterbuch. 

(partlcnlarl y n potier's). C. The sky , Ihe beavens. 3. The 

celestial g'lobe, sphere; weg'cn ob. I. 3(k 
Czaravav leb weide , bflie I. 443. nr. 4. Pcbm. Daaa verm.: 
Cxdr f. das Gras, PK -a S. 2A.y pres czar auf der Weide 

Fcbm. S. 66. Tschaar Gras Riw. , tscharjae Sz. — 

Czar'y char; wira s. IL 79. (schwerlich doch Bayer d.i. 

Triticom repens bei Popowitsch, oder Holl. wier Meer^ras; 

o/^a); cach, scha [vg^l. n. szachj (gramen, herba) Al- 
ter Dr. 187., und daher Grellni. S.824. 1. Zipp. zu Grellm. : 
jjl tschar, tscbarlakro Gras, aber o kbas Heu.^^ S. 
!• 164. T sc haar Asclie s. asp. tsch. — Ist char' etwa 
aus einer Engl. Quelle geflossen und folglich mit czar' 
gleich; oder mit cbas Grellm. s. IL 156. verwechselt? 
Sonst vgl. Sskr. khat a (grass), Ilind. j^ (properlj kbat^) 

f. Grass, straw Shakesp. p. 620., und KIpr. As. Polygl. 
S. 102. , oder auch mit DIef. Sskr. hari (viridis) , nicht aber 
jarres IL 95. — Char f. Grass. Yerba Bw., dessen 
ongeschicktem Vgl. mit Pers. «L^ ich auch nicht Ar. ytä» 

(Herbae) Cast. p.3807. beigesellen möchte, wohl aber Hind. 
^j^ charl f. ünrlpe corn cut for the food of cattle u.s.w. 

— Romani-chal (Gypsy- grass) s. l. 38., wohl ver- 
schieden von Roman i [Römisch oder Zigeunerisch?] cha 
ni^avov L. XI, 42. In Navarra: Hierba de la gitana 
(Bupleurum falcatnm, rigidum) Nemnich Polygl.-Lex.p. 1579. 
Cathol. p.724. Andere Benennungen nach den Zig.: l.Zt- 
^eunerlauch (Allium ursinum) Cath. p. 191. 2. Z^-iorn^ 
'•kraut (Ilyoscyamus) und 3. ^. - kraut a) Lycopodium 
clavatum, b) Lycopus europaeus. Polygl. - Lex. p. 667. 
Viel]. 4. Dan. Taterhug (Plantago lanceolata) Ib. p. 2085. 
und 5. The Gipsey moth (Bombyx dispar) Cath. p. 924. — 
Zipp.: „Char, wira mir unbekannt; aber schach heisst 
eine Kohlpflanze, scha cha PI. Kohl, in spccie armnja 
(schuttio arm n Jen; Ngr. ^wov Xd)^avov) Sauerkraut. 
Tschar heisst Gras; o drab, PI. draba Kraut ^^ S. d. 
Folg., worin, dem Anscheine zum Trotz, doch wahrsch. 
das erste Glied anderen Ursprungs ist. 

Tshardrabe Gewürz Rtw. Tscharrtrab Würze, scharr- 
traw Pfeffer, scharrtra Gewürz, Ingwer Bisch, s. trab. 

C»dro die Schüssel, S. 21. masc« mit pl. -e, aber, womit 
das -0 in Widerspruch stände, fem. nach S. 37«, für wel- 
ches letztere Geschlecht doch auch Dem. czarori f. zeugt. 
Pchm, Tsharo Napf, baruotsoharo irdene Schüssel 
Rtw. Tschar o Napf, tschahro Schüssel, Suppenschüs- 
sel, u tschahro [also mit m. Art.] Gefäss, wasteskero 



B. Wörterlmeh. 199 

tscharo Handbeeken Bisrh. tschaaro, reskero, rc, 
auch dschiaro Schale, SchOssel Zipp. — Liefl.Z. siah- 
ro und [viell. das n bloss dem Folg', zu Gefallen?] szahn, 
Syr. Z. szahhenika (Ar. ^y^^<*o A large cub or g^oblei. 

A sDiall dish or plate Shakesp. p. 524.} s* I. 77. — Et\ni 
Sskr. tshar (To eat), Hindi tsharani (Manger)? Illnd. \^^ 

charüä ni. A large pot. Shakesp. — Dief. vgl. noch, aus- 
ser chavo m, (A plate. Plato) Bw., das, nach Ausfall rum 
r, vlell. zum letzten W, stimmte, chatee (dish) Irv., H4. 
chatee (A water vessel). S. czarav. 
Czarvi t das Huhn S. 23., Dem. czarvöri S. 11. Pckn. 
Czschabrin Henne WIdh. mit einer dort häufigen Nunna- 
tion. BeiZipp. I tschawrin, 6. wrinjakro, PI. t^cha- 
wrinja s. I. 167. KOchleln, und demnach etwa nicht sc* 
wohl Umstellung von czarvi oder = chabori (A girl) 
als Dem. von czavo, sondern, durch Verlust von r and 
o, recht eig. = czarvöri. — Oder Entstellung aus chi- 
mari (Bird)*Ous. , szmäry (Huhn) Seetz.? — Im Mahr. 
tshimani f. (A sparrow), kömbada m. A cock, kömbad^i f. 
A hen, kombad^e n. A fowl. 

Cztrt'klo [s. Parad. I. 196.] m. Vogel, czirikli f. (das 
Weibchen davon), Dem. cziriklöro und fem. mi czi- 
rtklöri (mein Vögelchen), wie S. 70. komi.^ch genug eine 
Maus liebkosend zur andern sagt. Pchm. Cziriklo, i 
(avis) Alter nr. 157., und danach gewiss Grellm. S. Ctt. 
1., bei dem auch schon das Dem. tschirikloro kleine 
Vöglein [vielni. Sg.] s. ob. I. 102. Dschirklo ni. Vogel 
GrafT. Ms. Tschirickloo Rtw. , tscheriklo ROd. 
Tschirikli [dies doch gewiss Weibchen] Szuj. S. 128. 
134. Tschirrkillo Bisch. (^. auch Gefieder). Türk. Zig. 
ehiricklo, Engl, chereco , chillakoo Marsd. Che- 
ricloe Bry. , Uich. — Harr, chcriclo (Bird), aber auch, 
venu, durch Missvcrstand , für Käfig (cage) chariclo, 
und p. 644. chiklo Crow (bird); Irv. chukroo (bird). 
— Chiriclo ni. A fowl, chicken. Polio. Proper Ij^y A 
bird. Ave. Hind. chiriya. Bw., chiricles Küchlein, pl. 
L. 13, 24. — Im Hindi tshid'iy^ (bird), vgl. auch tshirl 
(a parrot) und tshiri, tsbirika (a cricket), wie Zig. chlrl- 
bito (Grillo) s. I. 103. Hind. Ls^ \ ^ quadrip.] chirä m. 

A sparrow, chiriijä f. (A bird), welches beides Shakespu 

mit Sskr. tshat'aka (Sperling) in Verbindung bringt. Mög- 
lich, dass sich daher das k schreibt, und es keiner Zu- 
flucht zu Ung. czirke (Pullus gallinaceus) bedarf. Fälsch- 
lich vgl. Irv. Hindi pakherü s. II. 76. — Liefl. Zig. sze- 



200 Uii Worterbach. 

■ riaed Vö^el, veriii. mit d als esthn. Plaralzeichen. S. 
tsfrk, zirk (avis) nach Ddrpter Mundart Ncmn. Cath. p.S57. 
r-' Chilindröte ni, Sparrow. Gorriön stellt Bw« nicht min- 
der hieh^r. 
+ Cziripo8 Pchni. S. 22. Scherben s. L 107. 
Czirla Adv. lang* (diu), czirleder (diutius) Pchm. ,,Ma- 
nusch ne tschclc dschito^^ übersetzt Rüd. I. 64« 99 Der 
M. nicht lange lebt^^, allein ,, langte ^^ Ist gar nicht drin 
enthalten, nnd tschele verbal ,, bleibt ^^ von tschaben für 
atsc haben (bleiben) GrafT. Ms. s« ob. I. 133. — Sskr. 
tshirani, tshir^, tshir^n'a, tshiraya (A long' tinie) Adv«, 
Mahr, tshira a. c. Long, Hind. JlTy^ chir-iäl Adv. Al- 

ways, eternally, chiran-jtv Long* life (a benediction) 
Shakesp. p. 310. — Wahrsch« daraus, durch Vermlttelun^ 
solcher Z wischen Vorstellungen , wie jek tschiru rahha 

(eine Zeit lang; s. harga) L. IV. 13. Fr., tclro (tem- 
pus) Alter nr. 96., ziro Rtw. , tziro Grellm., was Pchm. 
S. 51. unbek. — ziro, G. reskero, PL zyre Zelt, 
puro ziro (vgl. I. 183.) das Alter. Noch baro dives 
hi (baro zyro hl) Es ist noch früh; noch nan hl ba- 
ro andre zyro Es ist noch nicht spät (<an der Zeit). 
Zyro frühstikkoske hl Es Ist Frühstückenszcit Zipp., 
vg'l I. 184. Kog. — „Tschiro ni. Zelt. Deblesgro 
tschiro; wenn es donnert: Gana dela [es glebt, s. 
dav] d. tsch.'< Gralf. Ms. Dewleskero tschiro (Got- 
tes Zelt; vgl. n. 197.) Ungcwitter, Gewitter, Donner, wie 
tempestas und tempus. (Nu jau wezzajs tehws atkal bar- 

rahs Nun keift der alte Vater schon wieder, sagen einigte 

• 

Letten, wenn es zu donnern pflegt. Stender Gramm. S. 150. 
Ausg*. 1.). U tschiro wela mange baro (Die Zeit 
wird mir lang, elg. gross) s. langweilig. Le tuke tschi- 
ro (nimm dir Zeit) besinne dich s. L 347. Tziro hi 
awri (die Z. ist aus) Ende. Bisch. — Chiros L., chi- 
ro, chiros ni. Time. Tiempo Bw., der, verra. bloss dem 
8 zu Liebe, ausser Sskr. tshirasya ind. A long" time, auch 
Ngr. xaiQog anführt. 

*Czorav (furor; versch. von czoray fundo s. czivav, und 
Gzorav lanibo). Czor ro. I.Dieb, 2. Barthaar (s. tshh), 
Dem. von beiden czordro« Czorica f. Diebin. Czo- 

' reskero Adj. diebisch; Adv. czoritka Id. I. 100. und 
cidral 307. Czorlben Diebstahl, czcrrikäno Dieberei 
123. Pchm. Adv. tschorachanes von tschorachano 
(geheim) ZIpp. , tschochanefs [also gekürzt!] LG., 
tschoroganes (heimlich) s. I. 212. Rtw», vgl. tscho- 



B. Worterboflk 201 

rajAnni platsa (Schlupfwinkel) Bisch. — Tschor Dieb; 
tshor stehlen n. tsehoor Raub entweder Id. eder Iwp.; 
tshordas Diebstahl [eig'. furatus est] Rtw. und daher 
dschor, dschordas Grellm. 8. 295. S* — Choa Rb.) 
tschoren [3. Pl.j Voler Kog*. — Zig-, tschor, schor 
V. Grolm., czor' (fiir) Alter nr. 184. Kjorer (8tjaeler)| 
kjorer, shurer (en Tjv), shureri [gebildet nach Tj- 
verij und shurepenn = Bisch. tschörlSpenn Dieberei, 
bei dem ferner: tschör Dieb, Landstreicher; tschöraf 
stehlen, a jow a tschorMa Der stiehlt, a g-anna tscho- 
räwa a gollls Jetzt bestchle Ich den, und u. berauben: 
A jowa tsehoras [st. tschordas?] silaha Er hat ge- 
waltsam, s. I. 191.3 gestohlen. — Zipp.: „E tschoora, 
G. tschorengero ist der PI. von o tsehoor der Dieb. 
Tschoora heisst die Diebe, auch der Bart^S ^^g» ^okl 
Barthaare (s. ob.) als PI. — Parad. 1.475. und s. noch 68. 
— Wahrsch. ist churan Cozen (to cheat) von Harr. p.S41* 
eben so richtig mit Hind. ^c^ys?' charl (Ssfer. tshorija or 
tshaurya) f. Theft, roguery, stealth, undcharl chari Adr. 
Bj stealth, clandestinely Shakesp. p. 325. vg-l., aU Rob 
(to steal) chure; chor Harr. = rhor m. (Thief. La- 
dron) =: Hind. ^yz^ choTj auch ehotVä m. A thief. Cho- 
re subst. et adj. Thief, thievish, evil. Ladrön, malo Bw., 
wozu dann Dlef. chorripen f. Evil, wickednefs. Maldad 
rechnet. Indem er nicht bloss dies für eine Den. k potior!, 
sondern auch das g-ewlss völlig fremdstämmige i^zorro (s. 
tshh), arm, f. beraubt nimmt. Choro novtjQSg L. 3, 14. 
18., chor itfiagrioXog 15, 7. 10.; choripen adtxia 11^ 
39. (neben randipen Raub) 13, 27. 

Tschälo (satur). Mechava man tschalo Ich esse mich 
satt; — zu bnt zu viel. Zipp. S. 1. 401. 425. nr. 32. 
vgl. 431. nr. 10. — Tschalo satt, Adv. tschales L 
213. Me hom d schale Ich begnüge mich. Bisch. — Vgl« 
noch n. 158. u. czär. Unwahrscheinlich w^äre eine Her- 
leitung aus Sskr. tshnm (To eat), da (wie kamlo zeigt) 
alsdann m nicht mangeln würde; doch gäben sowohl a^ als 
tshar (Caus. tsharayati Pabularl fadt), tsharv (comedere), 
tsharu (cibus) die Möglichkeit einer Anknüpfung; letztere 
bei dem auch z. B. in mulo von merav hervortretende« 
>Vechsel, ohne dass es gerade des zweifelhaften tshal 
(nutrire) bedürfte. 

*Czalavav, czilavav Ich rühre Pchm. s. I. 375. 443. nr. S. 
Sskr. tshal (To move). — Trotz des tscb doch wakrsch. 
tshlel Beben, Fieber, kalt «• s. w. — s. silUIo — 4a- 

13** 



a02 IHf Wörterbucb. 

von völlig verschieden, indem in dieseji das i der wahre 
Gmndlaut za sein scheint; und auch dschaj aha (Ich frie- 
re) s. u. X. 

Czmiav Ich tröpfele. Pchm. (Tröpfen telaf Bisch.) — Ob 
daher: 

Czulo Adv. wenig" S.54., also gewisserniasscn : ein Tropfen'? 

; Vgl. Hindi tshilncä (To drop, leak), Hind. Lj..^ (Sslir. tshya- 

wan<i) V. n. To leak, to be distilled, filtered. 

Chajamen f. Prudence, bashfulness. Recälo, timidez. Fers. 
mJ» Bw. — Vgl. I. 99. und d seh an. Doch nicht etwa we- 
gen Sp. cobarde mit chaja Col in Verbindung gedacht? 

Chalendre ni. Tigre. Schwerlieh das von Bw. vgl. Sstr. ^dr- 
düla und noch weniger Fers. ,^ä. Der Wortausgang ähn- 
lich in rejelendro (Refran) I. 117. 

(^alchihen m. Steel for striking fire, an das Sp. eslabdn 
(schlawuni Bisch.) anklingend. S. noch fiafo [die 2. 
Sylbe aus foco?], lucfiardd m. Id. Bw. 

*Challas s. pl. Ear- rings. Zarcillos. Bw. Hind. chJiallä ni. 
A ring (ornamental) , cKharä m. An ornanient made of 

pcarls worn in the ears Shakesp. p. 333.; also eig. unter 

die asp. Fal.-Surda gehörig. VIell. danach 
Chanio ni. Ring. Anillo Bw. , mit Anklang seines Schlusses 

an das Span. S. churdani. 
Ciallu f. Lie. Mentira, vgl. changerd Adj. Falso, und II. 

124. — Hind. J.^:^ (Sskr. tshhala) m. Fraud, trick, de- 

ception cet. 
(^halorgar ni. Altar. Pers, »L^&Li j Sskr. tshatwara von Bw., 

schwerlich mit Recht, vgl. 
Chamuliar v. a. To speak. Hablar. Sicherlich nicht Sskr. 

sambhc^sha (discourse). Bw. Zu dem gleichbedeutenden chi- 

muyar vgl. chipe, mui Tongue; mouth. • 
Chanispar v. a. n. Exhale, breathe, inspire. Espirar. 

Chanispero m. Spirit. Espiritu. Vgl. fronsaperar mit 

Span, esperär. Bw. 
Ckanorgar v. a. To forget. Olvidär (wahrsch. wegen eines 

gewissen Einklangs der Span. Ww. dem Laute nach cha- 

lorgar, charnique so nahe stehend). 
Chantar v. a. Plantar s. H. 40. 

Chaomo nj. Winter. Invierno. Bw.'s Vergl. Pers. Lo^w unzu- 
reichend; s. noch dschajaba. 
Chapardo m. Tinder. Yesca* Bw. Nebst luchardd zu Sp. 

arder? S. noch Pchm. tchabovav, tcharav. 
Qhmpescar y, n. To flee. Huir. Chapescar-so anik&tiv 



B. Worterbucfc. 20^ 

L. 10, 30. Erinnert an t^eliapper [II. 40.^9 könnte Jedoch, 

meint Dlef. , von cha-pes (andar-se, s. xav) kommen, 

oder auch von c h a - p (Caus.) mit Rom. VerbalsuflT. esc. 

Hindi aclipali Adj. (Plig-Iity), aber Hind. Restless, incon- 

8tant, playful Shakesp. p. 21. besitzt wobl nur eine znßl- 

lig'e Aehnlicbkeit. 
Charabhro Triste, nnd daher, niit n in Torlet'/ter Sjibe, 

charabwri f. Tristeza; also -1 für das Abstr., wie so- 

ronji I. 115., fula ni f. (Dirtlnefs) vg-1. mit den Adj. I. 

123. — Dief. frag-t, ob eig-. „Asche (tschar) trag-end^^ 

nach Jüdischer Weise? 
Chardi f., chdti f. Feria I. 94., von Bw. vg^I. mit chhetr 

n. Field. A sacred or boly place (as Banäras etc.) Shakesp. 

p. 33^. 
Charnique f. Life. VIda. Hind. Jan (vicim. ei^. Pers. ^Jls^^ 

Bw. 

\Charipe f. Bed, bedstead. Cama. Bat o eheripen (mit 
dem Bettlein) L. 5, 19. Nicht das von Bw. vg'l. Njgr/ 
xQtßßaxi, wohl aber Hind. charpoy; Im Moors chaorpaaee 

(Bedstead), eig*. Pers. ^L;l:^ chärpäi Shakesp. p. 103., 

Hind. chaupälä (Sskr. tshatu: pada, eig>. 4füssig) m. A lit- 
ter, a scdan. S. noch Wellsted, Reise in Arab. 11.207. Röd. 

Chasar v. n. To pass. Pasär Bw. 

Chaseos m. Exercise. Ejercicio Bw. 

Chasilar v. a. To sup. Cenar Bw. Nach DIef. viell. zu 
tschälo. 

Chavo m. A plate. Plato s. czaro. 

Chaute n. pr. The fortress of Ceuta. Ceuta Bw., vg-l. I. 54. 

^^Carshta chabera Feig'enbaum L. 13, 6.'^ Dief. 

Che f. Scab. Tina. Sehr unwahrscheinlich von Bw. mit Hind. 
^Ur hhäj (Sskr. kharg'u) und Sskr. kachchhn vgl. 

Cherja f. Bag*, bündle. Halda. Bw. 

Chiaca f. Table. Mesa. Bw. 

Chibel m. A river. Rio. Wohl eher zu chibir q. v., well 
er sich erg'iesst , als das von B w. vgl. ^^y^^ ^^ R o - c h i m e I. 

^^Chiche f. Face. Cara. Chichl 20,24. nqogcDnov L." Dief. 

Chichoß s. Cat. Gato. 

Chiguaj/ m. Louse. Piojo. 

Chimudaai, chimuclemiy chimmolano s. Glory. Gloria. Ge- 
wiss nicht Sskr. sambhavana, das Bw. vgL „Ehre, Ruhm,, 
Preis, Dank, Herrlichkeit L. Dinar eh., danken. Chi- 
niusolanificar, preisen. Chimusolanamente herr- 
lich. Etwa vom Adel [vgl. oclaye 11. 70.] oder der 



, ^ 



294 m. WirtertafA. 

Gnmdkerriidikcii (a. tkeM Pchm.) her^reMNuniftt ; md steht 

fldL mit Sp. solar (Gtt* solar U^avoia L«), solariego in 

VerMidoi^.«' Difi: 
Ckimddr v. a. To kaag* ip. Col^; verscliiedeii Ton ekln- 

dar (Parir) s. x« 
Ckimd^, chimdoqmemdö s. et adj. Blind, blind man. CiegD. 

Sskr. ahdka, Hind. choondkla (blear-eyed) Bw. — Hind. 

L^jü^ ekümdhäj chamdhiäj aber aorb Ukxj>^ tyondkä 

(also fast,* als wäre es Sskr. ati mit andha) Adj. Dim, 
pmrbllnd, dimsighted. 

Ckimo, chinel m. A person of official rank. Hombre de ^a- 
daadon, ofidal. Cbinobarö m. Hi^h-constable, ^ver- 
lor. AJgnadl major, gobemador. Nach Bw. cbino mit 

baro (gross), der aber viell. Unrecht hat, Russ. vHEib 
*Rank* benniehen. Vgl. 1. 36. Note. 
CUmoß m. He-ass. Barro. Bw. — Chori f. Mule. Mala. 
Hind. j^^ kkackchar nu f. A male Bw. s. IL 1G7* 

Ck9mor6 Adj. Small, little. Peqneno. &kr. kanlka, kanish- 
i'ha; wbeace iikewise the Engl, cant word Kimchim Bw. 
— Statt Bw.'s falscher Vgl. noch leidlicher die mit Hind. 
tJU:^ I. qoadrip.] chenrä Adj. Toang, little, obschon 

aoch diesem yiell. -orö als muthmassliche^ Dem.-Suflr. I. 
10t. entgegen steht, das an Hind. ^^^a^:^ chhlm (S. kshi- 

n'a, Tgl. IL 151.) Adj. Slight, slender, little ' angetreten 
wäre, in welchem Falle dieser Art. znr asp. Palatal -Siirda 
gehörte. 

Chipalo m. Blacksmith. Herrero. Nach Bw. Ssir. kapHa 

(dark, tawnj); — falsch! 
Chirdo Adj. Short. Corto. Chirdabar v. a. To cut. Cor- 

tar Bw. Doch wohl Part, von Hindi tshira (Cut s.), tshi- 

rand To cut, Ilind. \3j^ chlmä v. a. To rent, tear, split, 

slit,, deave, harrow. 
jjChirdino ri aXtj&ivSy L. 16, 11.« DIef. 

Chirijimen Part, zu chirijimar v. a. n. (To advanco. Ade- 
lantar) s. L99., nach Dief. von chiro, während Bw. Hind. 
obarhänä To make ascend etc. To raise, lift, advance, 

'PPly? P"^ »pread, bend, die (with colour), pull, rnn cet/ 

Shakc.^p. p. 311. geltend macht« 
Ckirinda, chttinga f. An oranje. Naranja. In Moorishy 

China Bw. Letzteres kaum etwas Anderes als Span. N. de 

China (Apfelsine), und daher das Git-W. aus den beiden 

8p. ausamniengeschmiedet. 
tSkirtiria f. Bit of thread, lint. Mota. Sskr. tshira (rag) Bw. 



B. Worterbnck. 205 

s. chirdo; allein dann noch eben so leicht Ilind. ehiikrä 

in. A Tilg* Slialcesp. p. 300«, das aber schon durch jitar- 
rorro IL 172. vorweggenommen sein mag. Kdgtpog h.6j 4U 

Tshetinnih Löwe Seetz. , was mit Bind. chUä m. A leoparl 
or panther (Felis jubata Schreb. Hunting ieopard Pennamt) 
ist vergl. worden. Möglich, dass man es mit den Thieres 
nicht so genau nahm, da der Löwe in Persien gewiss* gar 
nicht oder selten vorkommt; die Endung ist aber schwer- 
lich fem. , sondern ähnlich , wie in m a 1 e i k i n n / Seeiz« 

"^^ Engel, Liefl. Zig. weltschinnis {Ar. ^^, was J. 

V. Hammer mit Genii vgl.?). Selbst baro peng (grosser 
Teufel) für Löwe Grellm. S.225. 1. unterstützte nur schwadk 
eine Vgl. mit ahasfcheitany (Satan) Seetz. — Für Pan- 
ther gilt nimr, A. y^ nanUr m. A panther, Ieopard. — 
Tschakal Tschakal Seetz. nach der Türk. Form J'^. 
Pers. JIaä shaghäl (Sskr, ^rigäla) m. A Jackal Shakesp* 
p. 515.9 Hind.'JLyM sijfäl, ^L^ siyär m. p. 501. Vgl« Et. 

Forsch. L p. LXXXIL Creuzer, Comm. Hcrod. p. 163. ^ 
Kantdr Hyäne Seetz. ist viell. verhört aus Pers* .IäaT 

taftär Id. 

Chifini m. Pa<sport. Pasaporte Bw, — Zu czinav (scribo)? 
Oder Hind. chhittht f. A note, a letter? Li hl Bisch. 

Chocorono m. Remedio« Chocoronar v. a. Remediär. Bw. 
s. II. 59. 

Chopdla f. Hut, tent. Choza. Sskr. sphula. Hind. chap- 
pur. ItaL capanna. Bw. Hind. jhomprä m., -T f. (A cot- 

tage, hut) Shakesp. p. 296.; Hindi Id., aber auch tshauba-" 
rä (Hovel; Shakesp. A shed), Hd. chhappar A roof« 

Chopon m. Quince. Membrillo Bw. 

Chova f. Hand. Mano. Sskr. tsharpat'a (the palm). Bw« Zo 
tchovav (geben)? — Chuvias pl. Fistj-cuffs. Puioa- 
das, wie churdina Punalada« 

Chuchiri f. (Gordura) s. tchulo. Dazu goruy chinoro 
chndscho L. 15, 30. d. h. gemästet; nicht mit Dief. za 
chucha (Brust), wie etwa Saugkalb. 

ChuU Groschen L. s. I. 52. etwa auch zu tchulo, dick? 

j^Chumas f. Geräusch, Getöse L. Mit querelar: lärmen, 
murren. Cadchi chumascona afiaQTcaXog d. h. beschol-. 
ten 7, 39., aber chori 39. s. choro. Chumasconas 
f. [Schluss-s falsch, oder nach Weise der Demin. auf -ias 
z. B. vecinitas von vecina Nachbarin Hubcr, Skizaen 



288 m. n orterWL 

n. 456.?]. Harlot. RaMra. tm Bw. flalsrli r^. mit 2$skr. 
ra (kre). — V/^ scknaiskiraa 1. 343. tob Poln. 
(Saasea, Braosea). DieC. 4cBkl aack BiKk aa Si$kr. ^ro. 

Ckmmmjaißal f. Griaderd. 3lirias. 

Ckmmia L Vca S.L2». Kaaai dadb Hia4. .^ /m b. Tiaie, 

a4fT Sskr. saauija. 

Chmmdear v. tmp. To kappm. Saccder. FälschTick tob Bw. 
■it Itind. ^JJi^J^ ho-ckmimm r. a. To be finished rfl. 

Chmpardelar v. n. To stomble. Tropcxar* 

Chmrdahi f. Fantasia, i. q. nrdini IL 75. 
(ühttsmo WL Hillock. Cerro. 

O eralUs e$ Chmii o ß. rar 'Iwialw L. 83, 3S. 



Aspfrirtes ülrcfc (Eog^l. Chh). 

* Tschalierwaba Ick decke , decke za GraffL Ms. s. I. 433. 
■r. 36. Tschakker men Bedecke ans; isckakker- 
denn leskro moj Sie verdeckten sein Gesidii LG. — 
^Tsehakkervava (operio) yg'l.L136. Zipp. — Tschak- 
keaf («odecken), aber mit r: aane tschakkerdo (oobe- 
deckt) Bisch. — Uczkarav Pchm. S. 15. 49. venu, nii 
einer Präp., wie das um k g'ekommene ncharar (decken^ 
bedecken) ll, woher uchardo Ifiauov. Es ist kerav 
verbanden mit der vollständig' im Sskr. tshhad laatendea 
Worzel, woher auch tshhäijä (unibra) und tshhd (1. Cove- 
ring, concealing'. — Dag'egen 2. An infant, a child, anj 
yoan^ animal vgl. ob. IL 183., so wie tskha 1. Pure, 
dean als Kärzang" ans atshtshha. 2. Trembling s. tshala. 
8b m» Cattlng* s. tshhö neben tshhid). — Harr. p. 542.: 
y,Cover (wohl Imp. und nicht Sahst.) chan*dapre, 

Ilind. >jLf:^ chhänw^ auch chhänh (Shade, shadow Sha> 

kesp. p. 3'io.), d'apna}' Hindi ist Cover subst. atshhada- 
aa; d'hapand. Letzterem zu Liebe hat Harr, jene, ich 
meine 9 irrige Abtrennung- vorgenommen; und es dürfte apre 
L 292. Präp. sein. Das n würde der im Sskr. vorhande- 
nen Form tshhand zugehören. Dschakkervav (warten) 
L 433. nr. 38«, wenn nicht Slaw., liesse etwa eine Deu- 
tung aus Mahr, dtshha (Exspectation, hope) = Sskr. ä^a 
7*u. — Tschater (auch chör, entweder = kurrih \\, 
116. oder kh<fr 153.) Zelt, Obdach s. L 62. Grellm. S.229. 
1. . Bei Shakesp. p. 306. : Pcrs. ^^^^ chatrt f. A canopy, 

veil, a parasol. 2. A tent, a pavilion. Chhät (S.tshhatra) 
f. Roof. Ckhäiäj chhaUar m. An ambrella cet« 



B. Wörterbndi, 207 

*Te tschaddafy köcken, brechen (vomerel 9. I. 347. 307. 

Zipp. und so czandav Ich tibergebe niicn [schwerlich: me 
trade] Pchm. S. 13. 37. Tschatteaf (speien) Bisch, s. 
ob. chotiar. — Sskr. tshrid, woher Hindi tshhardl (Vo- 
mitin^), und mit Unterg'ang' des r, s. I. 95«, Ilind. 
chhänt'nä To Tomit cet«, chhänd'nä [^ quadrip.] v. a. To 

let g-o, to lose, enitt, vomit, leave* Shakesp* p. 330. 

*Czik [verschieden von czik IT. 177.] Pchm. == Sskr.tshhik- 
ka, Hind. chhinh f. (Sneezing or sneeze) von \jSXk^ 

chhlninä v. n. To sneeze. Shakesp. p. 338. — A g-awa 
niekj^s je. tschikknl Der hat geniest |ei^. ein NIesea 
lesgelassen] Bisih. Man len [s. lav] czika (Mich er- 
fassen Niesungen, bei Iterat., also in, nach Slaw. Welse 
Imperfectiver Form mit Plur.; sonst aber Sg. czik) Pchm. 
S. 30«, was verni. nicht ganz recht gewendet Rüd. I. <)6.: 
Tiro brale [miSsste wohl Acc. -es sein!] tschlkalele 
(Dein Bruder nieset), woraus Grellm. S. ^36. 2. tschi- 
katele (tschikateben in lächerlicher, selbgemachter 
Form Kog. p. 40. Eternuer), unstreICig durch Druckfehler, 
mit t, obschon es auch mit Zipp. als Tschika dela [Nie- 
sen giebt er] von tschika dava gedeutet w^erden könnte. 
Sonst hat Zipp. auch: Tschika lena man (Niesen kommt 
mir an) und a. e. a. O. mit, nahe an i grenzendem e: e%e- 
käl lena man (Ich pruste) und bare czekall lene 
[also Perf., versch* von lena] man Ich habe sehr genlesst 
[grosses Niesen hat mich ergrilTen], worin das Schluss-I 
wahrsch. nichts ist als ein durch das fol^^ende I veranlass- 
ter Irrthum. 

* Czüczo Adj. leer Pchm. , wohl die Hindi - nnd Ilindust. 
Form chhüchhä (Emptj, void, hollow) Shakesp. p. 336. 
für Sskr. tutshha, und nicht die Slaw., als Poln. czczj 
(hohl , leer u. s. w.) st. Lett. tuksh Comm. LIth. II. 63. — 
Zipp«: Mro perr hl akkia tschutscho, fsirr okko latenuu 
Me hom drovent bokkelo. (Mein Bauch Ist so leer, wie 
eine Laterne. Mich hungert sehr.) Dschudscho ledig, 
leer. S« rein ^S in letzter Bed. aber wohl verschieden (Sskr. 
^utshi^ s. u. 9, woM eher als Sskr. tsMksha Pure, deaa 
= Hindi tshökhä), ungeachtet „rein von etwas = leer** 
einen begrifflichen Zasaramenhang zuliesse. walln hl 
tschutscho. Köre hl tschutsche Die Kruse sind ledig. Schta- 
men hl tschutscho, fsasli beschela Der JStuhl Ist I., er kamt 
sich setzen. — S z u c z o (wüste) Pchin. Ist verm. dem Von 
fremd. 

^Czinav Ich haue; ich schreibe; und davon czind'a p1* (^le 



206 in. Worterbncli. 

Scheere), Dem. cxind'ora; aacli CBlniben Brief Pchm. 

— Vg^I. randar (To write; to rob) Bw. mit randay Ich 
kratze Pcliin., sowie Ags* wtitan (serfbere) Grimm I. 
1025. II. 14. nr. 144., Ahd. rizan (sciiidere, incidere; 
serfbere) GralT. Sprachsch. IL 557. ; Lat. eararare, scribere 
und YQuipetv (d. b. eig*. g-raben) Et. F. I. 140. Zwar bat 
das entsprechende Sskr. tshhid (tsbhinadnii = Lat. scindo) 
To divido, split, ciit cet., wozu auch Hind. chhednä (S. 
tshbidr) y. a. To plerce, to bore, Mahr, chhedan'e v. a. 
To perforate; to cut, g'eliört, die Bedeutimg' des Schreibens 
nicht, und g-iebt Adam für Write lauter Ausdrücke, die auf 
Schreiben mit einer Flüssigkeit hinweisen, nämlich likhanä 
[Mahr. lihin'^; s.Zig. likau], lipi karnä [s.Z. libanar], 

ratsch an <ä karnä [vgl* Shakesp. p. 428. (JL^. To be made, 

created ; aber auch To stain , to colour] ; — allein, wie schon 
Art. Indog. Spr. S. 45. bemerkt worden, ist in Indien 
auch Einritzen der Charaktere In Palmblätter g'cbräuchlich. 
S. z. B. As. Res. T. VII. p. 225. — Tshin (schneiden; 
schreiben) eig. Imp.; tshinnawa sägen (Holz); wri- 
ishiavva (schnitzen) s. I. 301.; tshin de geschrieben 
[vlelm. sie haben g.] Rtw. — Tschin (scca; scribe), 
tschinnabasgri f. Scheere Graff. Ms. Tschin'pcnn 
die Schrift; tschinnepangre die Schriftgelehrten. LG. 

— Czinaii (resecare) Alter nr. 237« Tshindo Rtw., o 
T»chindo Jude. Zipp. s. 1.54., d. h. beschnitten IL 94., 
«ad daher auch wohl als Adj.: karg, geizig [vgl. Gr. 
axf/iTTrai" kneifen , zwacken; und: abzwacken, knausern] s. L 
392. T seh indo Verschnittener, tsch. gadscho Castrat, 
tsch. paschlo (Kapaun) Bisch. — Tschlballo Pole 
9, wegen ihrer abgeschnittenen Haare ^^ Zipp. s. I. 53. 321. 
Compos. wäre zwar nicht durchaus unmöglich, vgl. Sskr. 
tsbhinna-kefa (Shorn, shaven); allein doch für das Zig. 
nnwahrsch.; jedoch müsste n auch in diesem Falle unter- 
drückt sein. S. noch chindoma (Carnicero) I. 109., das 
Bw. sprachwidrig mit Sskr. fünävat vereinigt, welches 
selbst von einem W. ausgeht, das der gewöhnlichen Indi- 
schen Sitte widerstrebt, nämlich fdna (A shambles, a slaugh- 
ter - house). — Tschlnawa Ich schneide; tschiaf 
gaschtes zimmern; a glan tschiaf (vorschneiden), 
ganz verschieden von a glantschiaf vorlegen [doch wohl 
nicht gerade vom Essen!] II. 187., indem dort n, hier w, 
wahrsch.nur durch Bisch.'s Schuld, ausgeblieben ist — Wör- 
ter für : ernten^ gehören wenigstens zum Theil gewiss hieher 
8« IL 1S8. Rtw., ferner L 344. 348. Harr., bei dem Chin- 



B. WSrterbndu 209. 

nane g^iv Harvest p. 548*9 wie chlnelas (da erntest) 
Bw. L. 19, 21«; sodann chin, ki neben [s. uns 1. 134.] 
Cut y. clip p. 543. v.firl* 539* Poln. z'niwa (Ernte) Ygh 
Grimm Serb. Gr. S. 18. bietet wobi nur eine zufällige 
Aebniicbkeit. — Chin (lo cut) Irv. , jedocb chiv (pointed 
Instrument) ebcr %u Zunge n. x. — Cbinnet [t st. 1?] 
Couper, aber cblng^let [s. folg*.] Decbirer; chinnanian* 
gr\ Cognee etwa aus Hb., so dass ch Engl. Geltung* bätte^ 
und das rätbselbafte scbivya (Pincettes). Ausserdem 
b i n n a m a s f» g r i [n, wo nicbt «, falscb !] Lettre, aber, verm« 
aus Deutscbcr Quelle: tschindas [d. I. scripsit| Ecrire; 
tcbinnaben ScIer nacb Rtw. ; tscbinn eben (blessure) aas 
Grellm. S. 229. 1., der es seinerseits aus Rtw. hat Kog. — 
Tschinnepen Wunde Zipp. (s. auch Biscb. verwunden )y 
u. s. w. s. ob. I. 133. 136. — Tscbin^lapes delall 
Er unterschreibt sieb; tscblndo bi [das Ist ^escbrlebeii 
Zipp.] Scbrifl. Biscb. — Te tscbinnaf peitschen*; schrei- 
ben, tschinn tu! Tschindo gepeitscht, gehauen u.s.w. 
B. I. 404. 434. nr. 1. Tscblnepaskro Schreiber, pL 
-pangre. Tschin Tinte [Zipp. tinta] Kr., was aber 
vielm. Schreib! PI. te tschinen tunie* Apralatano 
tschinepen tschin apral Macht die Aufschrift drauf. 
Ssoske tu ada liel tscblnjal [1. Pers. tscbindjum]? 
Warum hast du den Brief geschrieben? Zipp. — Achi- 
nelar, chinelar v. a. To cut, rcap. Cortär, sogar. Chl- 
nelan ^eQlC^ovmv L. 12, 24.; 19, 21—2. Cblnair L. 
negireiiiftv s. ob. 11.94. Chinadra f. Sickle. Hoz. Bw. -* 
Czingerav s. I. 130. 131. 344. 434., czingerdo 
AdJ. abgerissen , m. ein Bohrer Pchm. Zingernien pbu- 
ro manusch rim/ilichter, alter M. I. 99. Zipp. Tship- 
gerw^hnmangi kasbt (Tch haue - mir - Holz) Rtw. S. 38. 
lieber die trop. Bedeutung fechten, zanken, schelten 
(te tschingeraf Zipp.; Mahr. chM tnterj. Fie! Beng« 
chhij chhtchhi Fie! for shame! Auch chhyä Id. The word 
generali j indicates contempt or dislike; auch chheä v. a. 
To cut into pieces) s. d. aa. Oo. z. B. ch ingarar v. a. 
To fight. Pelear, renir, und daraus das fälschlich von Bw. 
mit Sskr. sangara, Pers. <^dsk. vgl. cbingaripen m. 

Guerra, combate. — Etwa dazu 
Chingabar m. Pin. Aifiler hw.'i 

Tschjlka Rinde Grellm. S. 227. 1. MIthr. I. 245. (nicht 
tschicka, wie bei Bisch.) aus Alter s. II. 110., aber Pcbiu. 
S. 51. und Zipp. unbekannt, welcher letztere dafür i zippa 

rukuskeri (des Baumes Haut) angiebt. — Hind. I^^i^ 
IL 14 



210 m. Worterbacb. 

- chhilkä m. (Crnst, husk, shell, peel, scalc, rind, bark, 
skin) von chhilnä y. n. To be excoriatcd Shakesp, p. 334. 
Bcng'. chhil v. a. To strip off tbe bark , to pect Mendiesj 
einer wabrsch. verlängerten Form von Sskr* chho, woher 
Part* chhi-ta. 

^Cz'&ri f. Messer 9 Dem« czardri Pcbm. Cbouri (cb lii- 
spanicum) Culter. Yulc* Tsburi Rtw.; Liefl.Zig*. t seh nur; 
tschuri f. Graff. Ms.; i tschuri, tschurja (ria), G* 
tschuriakro Messer. Stunip tschuri, na tschinela 
tschi Stumpf M., es schneidet nichts Zipp. — Tschiirin 
Messer, Sehnsterkneif, sorölo tsch. (starkes M.) Schnlz- 
zer Bisch. — Tschuri, Schuri (-ich) 'Messer v. Grolm,, 
und daher bei E« Sue: Chourineur subst. von cbouri- 
ner Donner des coups de couteau a un honinie. — Pers. 
Zig. cheri Ou'^. — Engl. Zig. chooree Marsd. Churi 
(Knife) Harr. p. 549., churi, chinen [s. ob.] Chopper. 
Borochuri (Sword, eig. A large knife) Harr., und so 
auch trotz des (falschen) Komma's (wie auch bei Bisch.) 
bauro, charrie [ganz versch. von harrow H. 161.] 
Bry. und bauro- chairee Rieh. — Span. Zig. chori 
nach Bright. Ch.ori f. Knife. Cnchillo, naväja, richtig mit 
Sskr. und Hind. tshhuri (Knife, whittle) vgl., aber, ausser 
chuli Bw. 11.194., welches doch kaum davon verschieden, 
chulo m., das ich eher dem Sp. cuchillo näher gebracht 
als einem angeblichen Hind. chulhoo gleich erachte. Hind. 
^j^ chhurt f. A knife, J^^:^ chhurä m. A large knife; 

a razor. Chhurä chhurt f. Snickasnee, fighting with kni- 
. ves. — Da im Sskr. auch kshurJj'. A knife, ishura m. 
A razor, und -z^ hhura A horse-hoof; da ferner das Sha- 
kesp. Dict. den Uebergang anlautender Sskr. ksb auf der 
einen Seite In chh (.^), auf der anderen in kh (^), 
. z. B. Hind. chhär f. (Ashes) und ihär m. Alkali, vgl. mit 
Sskr. hshära^ zur Genüge rechtfertigt, steigt in Einem 
leicht die Yermuthung auf, ob nicht ^\e Vertretung des 
chh durch a/, ax in anderen Sprachen Et. F. I. 88. darin 
ihren Grund habe, dass dem chh eig. ksh vorausging, wo- 
von o/, CK die Transpos. bildeten. Et. F. II. 112. 

Churdina f. Dagger-blow. Punalada Bw., tshuridi- 
ni Stechen Rtw., tschor^tini Biscii., tschuridylni, 
tschnrje, PI. tschuredinja Stich, von tschorie da- 
va, tschorje daba Ich gebe Stich, steche, de tschur- 

Jö Stich! Migga tschorghi dela Die Mücke sticht. 

Zipp. Dschurjc m. Stich Graff. Ms. u. S. 44. Tschu- 

räf [?] stechen Bisch., s. U. 139. 



B. Wörterbuch. 211 

Sskr. tshhur (To cut) lässt glauben, es möohten dazu 
auch beide Ww. geliöreu in Dschohrengerl tschurfn 
(Scheermesser) Bisch, von chor Barba. llic ch pronun- 
tianduni est ut Ilispanice. Vulc. Meg. Czara [pl.VJ, czor" 
Barba. Alter nr. 31. Tschor Rtw. D sc bohr Bart, 
dsch. tele leskero nak fB. unter seiner Nase) Schnurr- 
bart Bisch. Tschor (Barbe, und angeblich, aber un- 
wahrsch. auch: Bouche) Kog. — „Tschor, pI. tantum [s. 
ob. I. 156.] Bart m. Acc. oren^^ GralT. Ms., wie Pchm. 
czor m. 1. Dieb s. cz. 2. Barthaar; czorvälo bärtig s. 
ob. I. 124. (also auch wohl eben so wenig mit bal Haar, 
als Tschiballo; jedoch LIefl. Zig. tschor a Barts, kutch, 
Zipp. tschoor, reskero, tschoora[d.h. also wohl: Bart- 
haare = collect! V BartJ mit ungekürzter Endung. — Chon f. 
Beard, chin. Barba: ylvHovy chouero Barbero, chone- 
ria f. Barberia erinnert zwar an: Kinn hed. W. s. Et. F. 
1. 142. und czam II. 192.; jedoch, sei es nun, weil n 
und r geradezu wechselten I. 91., oder In chon bloss vor 
einem Suff, mit n das r schwand, ist es nicht von czor zu 
trennen, indem Grellm.'s S.227. 1. Vergl. mit llind. daJhly 
Sskr. ddJhihd (Beard) nichtig, die von DIef. Berl. ifahrb. 



« « 



S. 394. vorgeschlagene mit Pers. »^ Barba Cast. p. 205. 
mindestens entlegener ist. 

*Czoro Adj. arm, czororo (armer Teufel) als regelrechtes^ 
Dem. , czorovav Ich werde arm , c z o f i p e n m. Armuth 
Pchm. — Tschororo Armuth [vielni. wohl: arm] und 
tshoriropen elend [vielni. Elend] Utw., woher bei Grellm. 
und Kog. irrig getrennt und als Adj.: tschori ropen 
(elend) und S. 293. „tschorori [wie auch tschorori. 
Bisch.], Ilind. tscherjfi Armuth.^^ Tschoririipenn 
(Elend) I. 140. Bisch.; chorripen f. (Evll, wickedness) 
s. czor^ aber, nach Dief., auch chorrorri Armuth Bw. 
— Churu fpoor) Harr. Cbororo uidj. Poor Pobre 
Sskr. kshudra. Hind. shor [Shakesp. p. 519. P. shorhalht 
Unfortunated , wretched, infamous], mit dem PI. chorores 
(arm) L. Zufolge Bw. aber H. p. *19. Tororo [so mit 
t!] = Busno s. I. 43. — Die Formen mit e st. o vor 
dem 2. r sind viell. nur in der Aussprache unkenntlicher 
gewordene Dem., oder durch Einschlebung des e aus czo- 
fo [spr. czorro] erweitert. Ketshorcro te — (so arm, 
dass — j S. 38., tshorero betrübt, hässlich, sliorero 
schlecht Utw., czorero (Male, deforme) Alter nr. 221, 
Tschorero (arm, armselig) aber u. schlecht tschorero 

14 * 



212 in. Wörterbncli. 

* 

(tschnroro aasigt^strichcn !) s. Adv. I. 213.9 ober auch 
isoridir schleclitcr, Compar. von tsclioro kova (cioe 
schlechte Sache). Tu hal baro patuvjakro, nan hi adey 
tsdii, fser tschoro kova Ihr seid ^^ar zu höflich, es .sind 
nichts als lauter g'eringc Sachen (elg*. Sg*. , doch vg^l. Bisch. 
ü. weg-^eben) Zipp. — Tschorolo [so mit 3 o, also 
wohl I st. r aus Di.^sim.] dürftig, tschorelo arm, tsch. 
gatscho Bettelmann, Tagelöhner. Bi.^ch. ^ Dschorelo, 
I arm; dschorelin f. arm Weib. Graff. Mf. — Grnndlag-e 
. Ist wirklich Sskr. kshudra (Small , little cet. , aber auch : 
Poor, Indigont) nebst kshulla [d, h. d vor I assim., wie in 
pallJ: padra A villag-e, v^l. Lat. oppidum]; Prakr. tshhud- 
dö Lassen, Inst. p. 100.; Hind. .vX^:^ chhudr Adj. Mean, 

low, little, trifling'. Chhotä Adj. Little etc. Chhotä 

barä Various, great and small. Auch, viell. dem Tororo 

entsprechender : ^y^ thor, \^^ iharä [^ quadrip.] Adj. A 

little, small, scarce, seldom, some, less. Thore se thorä 

Yery little Shakesp., und Hindi sabase chhotä, kshn- 
draticnia (^Least), chhöt'ä wd kshudra dvära (Wi- 
chet s.) bei Adam, woraus die Identität auch dieser Form 
mit den anderen hervorzuleuchten scheint. 

"^Tshar Asche Rtw. T schar 5 djiplo Grellm. S. 289. 2.| 
was beidos Pchm., als ihm unbekannt bezeichnet, während 
Zipp,, zwar letzteres auch nicht kennend, tschar 
(tschaar), reskero als Asche, und i tschaar Gras; 
Asche 8. II. liiS. aufführt. — Pow hl perdo tschar Der 
Ofen ist voll Asche Bisch. — Sjr. Z. tjarüs, Lied. Z. u 
tschar Asche« -- Aus Sskr. ksh^ra m. (Ashes) Et. F. IL 
4i2. 9 vg-l. Pracr. Lassen , Inst« p. 100. , Ilind. .L^ chhär 

f., auch chhüi f. Ashos, dust« Also wäre, wie im vor. 
Art., in ritsch, vielL czivav, aber nicht pchuczav, 
die asp« Palatal - Surda st. ksh eingetreten. 

v 

I 

XPchm. = EngL J (g;), 

^ ^yDscha Imp. g'ehe. Inf. dschaben. Präs. dschaba, aha. 
Prät. ffejom" Graff. Ms. Xav (eo), geFom (ivi) s. I. 
398. Pchm.; beide von verschiedener Wurzel 381. Ilind. 
UL^ yäitä (S. yd Go, obtain) v. n. To ^0, be, pass, 

reach Shakesp. p« S71. Yaw (le promener) Kog>. könnte 
als Imper. zu avav 11.32. gehören, oder als 1. Sg-. Präs, 
Iiieher, oder noch bestimmter =? Sskr. yänii; Imp. ia TTo 
go) RJ)« und iodra (entrer) Kog. s. IL 56« Jaw (To 



B. Worterbncb. 213 

walk, -come, g'o) Rieh. — Ja Imp. Harr. s. I. 348, Sa- 
rishcn? 313. — S. dies, nicht mit aczav nach dessen 
Aphär. , zu verwechselnde Verbiini I. 153. 345. 374. 465. 
Dscha drale nire jakka Geht mir aus den Ang'en; 
dscha krik tu dinallo nianusch Geh fort, du dummer 
Mensch! s. I. 257.298. Zipp., wie dscha ^ erik (We^^!), 
dscha (Vorwärts!), pale dscha Zurück! Bisch., das Um- 
g-ekehrte von tsappale I. 328. lUw. — Zsack 339. 
Zhandri wirtha lumin r [-o, wie S. 157., oder mit -c 
= -ke I. 179.?], zum Biere gehen WIdh. S. 148. ist ent- 
weder Nom. abstr. d schaben (g^ehen) GralT. oder 2. Sg*. 
Imp. mit andri wirtha 1.299. 11.80. Geitschaha (]"«* 
gehen) WIdh. vgl. I. 254. — Dschale Rüd., dschala 
Gralf. S. 54., deletshala (senken; eig. es niedergeht) 
Rtw. , dschala (es geht) u. lustig, sowie viell. dschala 
apre (es blüht) und etwa, in jedoch sehr unregelmässiger 
Form, verdschan^lo (verblüht) als Part.? Dscha- 
wend<f gascht [Stock zum Gehen] Krücke Bisch, vgl. L 
127. 465. Note das sonderbare w , welches aber doch nicht 
zu Vergl. mit czivav [sich drauf lehnen] berechtigt. In 
Phrasen I. 279. 296.: tschammauder [eig. geh von mir] 
meiden, shammauder [in beiden sehr, mamdcr, von 
mir] scheiden Rtw. 

„ Dschaje Imp. friere. Präs. dscha jaba, Prät. dscha- 
jom^^ Graft; Ms., Part, d schade [?] S. 19., und sicher- 
lich aus keiner andern Quelle dschaifben (gOler), Part, 
dschado, dschaido Kog. — Panin hi ketSne 
tschajö Der Bach ist zugefroren; also ohne d! Tscha- 
jemen Frost von tsaiaf, frieren, tschaiaf erfr. Bisch* 
— Dief. leitet es, da 1 vor j leicht schwindet, nicht un- 
wahrsch. aus Sskr. dshala n. Frigidity (moral , mental or 
physical); dasselbe bedeutet Sskr. dshad'ya n., Ilind. järä 

m. Cold, colduess; the winter [wohl nicht Z. chaomö] 
von Jaränä v. n. To be cold. S. noch shil. 

Dschdujerii heute Scetz. Maschkerow [eig. inmitten] 

Lieft. Z. Vgl. I. 258., Hind. T äj «= S. adya Adv, 

To-day. 

Dschatscherkia ZIpp., jaczerrka Kr. Mus. 

Dschutschull Bisch. , dschudschul Brunnenkrosse Graft. 
Ms. Bei Bw., als einziges Wort vorn mit 11: lluslu m. 
Water -parsnep. Berro. Vgl. Nemn, Cath. p. 1529. 

Xuiel^ Dem. xukidro m. Hund, und xukli. Dem. xnklö- 
ri f, Hündin Pchm. Juket [t Druckfehler st. 1] Vulc, 



214 m. Wörtcrbach. 

t 

txiikcl Lud., »schokel WIdh. Jnkel, ciikel, csokel, 
scliikcl, dxukaT, caiikn (canis) Alter nr. 154., «od 
darans (ürcllni. 8. 225. 1. jiikel [anch mit tj, tzükel, 
ischokel; schokel; tscliikel, sowie Nemo. Cath. 
p. 811., allein auch kuttba s. U* US« uud aus Sz. ryka- 
no. Tscbukel, schukcl, juckel y, Grolm. Jukkel 
(en Hund), aber auch hövl'Dph. Juckel Hund, jnckly 
[sehr, u] Hindin [vielni. Hündin] Htw. Tschiikkel Hund^ 
krit'i&o scbukkcl [krauser li.] Pudel, tschuwel Betze 
Bischi „Dschoklo ni. Hund, PL dschukla^^ Graffl Ms. 

' n. S. 15. vg:l. PI. I. 429. O dschuklo, pl. kle, G. 
kleskero Hund, ! dschukli, G. dscbukjakri Hündin 
Zfpp. — LIefl. Zig. juklo, jug-lo, aber Sjr. sznütA 
[ans Sskr. ^una?]. — Chuque, chuquel [auch chu> 

' quer, PI. chuqueles L. nach Bw.] m. Dog-. Perro. Bw. 
— Nach Irv. p. 55. jookil A dog-, fox, or jaccal, um so 
aufTällig-er , als auch Bry. p. 392. jaccal (A dog) mit 
Verfi. jaccal A kind of wild dog, und Harr. p. %45. ju- 
kal, juklo (Dog) mit Schakal (s. H,205.) vgl«» was aber 
nur möglich wäre unter der sehr misslichen Voraussetzung 
einer Y^erwechselung beider Thiere. Inzwischen sprechen 
Bw.'s Zusammenstellungen mit Sskr. kukkura, Pers. iji^ 

und Bask. chacurra noch weniger an , und nur Georg. 
dsagMi, dxogori Klapn As. Poljgl. S. 116. nähert sich 
etwas. 
Xov f. Hafer Pchni., i dschoöv oder dscbööw, G. 
dschoovakro, PI. -va. Dxdu (avena) Alter nr. 142. 
Dach ob Bisch, mit Var. dschow [ans Voc. Petr.?]. 
Wahrsch. Serb. zob, Ung. zab u. s. w. Nenin. Cath. p.549. 
Et. Forsch. H. 327. , und nicht angeblich Multänisch dxaw', 
Pers. dxaju, Kurd. czäu bei Alter, welche im Mithr. vgl. 
werden. — Dagegen: 

Chp f. Barley. Cebäda Bw., Sjr. Zig. d schon Gerste. — 
HInd. und Pers. y>. jau (Sskr. yawa s. IL 67., Kaltir. 

yu) m. Barley. — S. arpa, phtt^klo. 
^ Dschu Seetz., o-shu Liefl* Z. , xuv f. (pediculus). Dem. 
xnyöri; xuvalo lausig Pchm. — Jua, tzua Grellm. 
S. 225. 1. wenigstens ersteres aus jua (Laus) Rtw. , das 
aber wahrsch. PI. zu jup (auch pullik Luus, das mit 
Lat. pulex verwechselt scheint) Dph. s. L 155. 163. mit 
bemerkenswerthem und doch wohl Deutsch zu sprechendem 
j. Zipp., dem jua unbekannt, hat dz üb, auch i dschu, 
dschuakro, dschua. — Von tschuw (Lausj die PL 
ischuwa (Ungeziefer) und dschuhwa (Wanze; vgL 



B. WSrterbnch. 215 

Wandlans). — Chube m., chl^aaj m. Longe. Piojo; 
und vom ersteren [doch nicht etwa mit rilli f. Wax] 
cburrilli f. Nit. Liendre Bw., der irri^ Sskr. kit'ibha, 

richtig* aber Ilind. q>>- Jün f. Shakesp. p. 289. heranzieht, 

die Umbildung' aus Sskr. yuka, yükä. Vfell. spiegelt sich 
dessen k noch in chiguay wieder, wo niclit dieses dem 
llind. chllhar p. 339* begegnet. — Dief. fügt, ausser che 

f. Scab hin%u dschulo (Poux, ipvXXog) Kog., sowie cho- 
bares m. Fleas, ihm zufolge, Bw. 

Xuvli ein Weibsbild Pchm., dschuli Weibsperson Sz.S.lt8* 
Mit üblicher Unterdrückung des I: D schuh, PI. dschu- 
bia Weib Gratf. Ms.; tschuwja Weiber LG., delall I 
tschuwiente unter den W. L. T. 28. Fr.; tschuwl^n- 
gero narrbulo Weibernarr Bisch. — Harr. p. 529. Engl. 
Z. juvu, Pcrs., nach Ous., jivi (woraan); p. 537. Are 
thou a maid: Tute tano [eig. jung] juvu, Illnd. jovan, 
joban (A niaid) , wodurch er doch kaum etwas anderes ver- 
standen haben kann, als ^y>^ jawän 1. Adj. Yonng. 2«m. 

A youth, lad, man; adult, ^^y>' Joban m. U Pubertj, 

jouth. 2. (mei.) Breast , woher Joban - wait f. At thc 
age of puberty, fit to be married. Vgl. Sskr. yuwatl nnd 
-tf, anch ydni A young wonian. p. 557. Virgin — täno^ 
juvu [das Komma verm. falsch!], Hlnd. ^j^j Woraan — 

juvu manush [vgl. Weibsmensch] und gaji; p. 550. 
Maid (virgin) — tano juvu; p. 552. Old man — puro 
mush nnd Old wonian — puru juvu, llind. purana- 
jovan. — Abgesehen von einer gewissen Tautologie da, 
wo tano (llind. ^^J) dabei steht, s. II. 183., und dem 

Widerspruche sogar im letzten Beii^piele für den Fall, dass 
juvu, jivi eig. „die Junge ^^ bezeichnen sollte, so niuss 
man doch unzweifelhaft auch in ihnen Wegfall eines [etwa 
an die Stelle des t in yuwati getretenen?] 1 festhalten. Ue- 
brigens hat Ous. bei den Pers. Z. jiinah (Littlc^, was 
doch unstreitig zu Hindi yuwa, yuwana; tarun'a (Voung) 
gehört. — llind. zwar auch ^^ys^ fo'e (Sskr. s^yi), al- 
lein mit r: ^jys^ Jorü A wife, womit noch genafu djury 

(Weib) L 78. Seetz. übereinstimmt, das aber von xuvl) 
nur unter Voraussetzung einer Verbreiterung des Lab. Vor- 
bild zu sein vermöchte. Auch Dief.'s Erinnerungen an chu- 
lani IL 170. und Hlnd. chhokrl 183. langen nicht recht aas. 

DschobbSs ottonih Zweig. Seetz. 

^Dschübb Syr. , d schl bb Liefl. Z. Czib'^ czeb' (Lingua. 
Zunge) Alter nr. 30. Tshibb Rtw., 1 tschlb Rad. 



816 m. Worterbach. 

• 

Tschipp Bisch. Czlb f., PK auf -a S. 83. Zan^, 
Sprache, woher verm. czihalo (der Richter) als: Recht 
sprechend; mithin g'anz verschieden von Tschiballo (Po- 
le). — 9,1 tscheb, tscheeb, tschebakro, tscheba 
Zunge. [i?J tschib, bakro, tschiba Sprache, eig*. 
Zunge. Rakerpcn die Rede, Sprache'^ Zipp. zu Grellni. 
_ Tschib (tschip?) f. Zunge Graff. Ms. — Chipe, 
chip! f., auch, trotz des männl. Art., uchi f. Lengua. 
Chip! Cayl [c st. chV] Egyptian tongue ITw. 11.80., eh. 
Cale (Zigeuner- Spr.) 84. 86. Chiv Harr., Rh., chivc 
Bry., Rieh., der letztere mit der Bemerkung: IVmd. jeeb 

[vielm. ^AAÄ» jtbh , Sskr. g'ihva , Pers. ^Lj cet.]. Ch is 

often interchangeable with j, and v with b. — Viell. noch 
chiv (pointed Instrument) Irv« 

"^ Dacht m. Herz, Acc. d seh es Graff. Ms« u. S. 29. Si 
Lud. Sie, st, dzi (Cor) Alter nr. 46. Sie [das s doch 
wohl weich, wie im D. ; vgl. von derselben Wurzel Pers. 
»Jl3j zinda Ad]. Alive, livingj Seele, Herz; naneles- 

keeksj und latskosescro [kaum zu ladshawa 
Schaam] I. 70. Rtw., vgl. läcze jileha (mit gutem 
Herzen) Pchm. S. 79., dfeskro herzlich, barmherzig, auf- 
richtig, baro dseskero manusch herzhaft Zipp. Put 
tschjeskre gedanken PL L. H. 35. Fr. — Tschi 
Herz, Seele, Gemüth, Gewissen, vgl. ob. H. 98. Bisch. 
— Parad. I. 198. dsi, dfeskero, dsia [Acc. mare 
dfija Nostra corda] Herz, Seele. S* noch khabni H. 
149. Zipp. — Lesco, thee [th gelispelt!] The soul I. 
148. Brj., wie Bisch, lakrotrupeskro I. 70.; ferner 
lakro göwa [ihre Sache?] Nächgeburt; iagurnak Brust- 
warze [etwa eig. : ihr, nämlich der Brust, Schnabel; wie 
Schnabel Kraus: leskronnak, seine, sc. des Vogels, 
Nase]. — Harr, ji, zi Heart, soul, life als Engl. Zig. und 
ochi Git. vgl. wohl mit Unrecht Pers. qL^^ aber richtig 
Hind. jy>>' (Sskr. g'iva) m. Life (vgl. Zig. dschyben), 
soul, spirit, und noch mit Lab. 3^^ ßo m. Life, soul, an 

animal; während Hindi tshltta (Heart, soul) H. 185. und 
chepo 181. unzulässig erscheinen. Dasselbe gilt von Hind. 
^^ Lp Äi, A(yä, bjP hirdä (Sskr. hrid, hridaja) Heart, 

breast, niind, soul, llfe; Ung. szü, sziv (Cor). — 99 Bw. 
ochi f. [also mit masc. Art., YgL u-chi vor. Art.] Soul, 
spirit. Alma, espiritu. Vvxri L. I, 46 cet.; por 0. ^v rcp 
nvivfxaxi 8, 27.; nvevf^a 8, 55. Orchi Bw." Dief. — 
S. noch vödi U. 78»; jilo m. (das Herz), Dem. jilöro 



B. Wörterbncii. 217 

• 

Pchm« and snilo Grellm., vgl. Georg. bvU (Seele) KIpr. 
As. Poljrgl. S. 180., s. II. 65. — Iiu Kartenspiel , s. 
Trumpf Bisch. S. 89*9 heissi Herzen (coeur) lodsclie [als 
PI. mit Art.??]. 

*j^DscHb Inip. lebe, Prät. dscliibdom. Vgl. dschi [iin 
vor. Art.]" Graff. Ms., dschiweeles Er lebte LG. — 
Tsivay (Vivere) Pred. p. 812. aus Molnar; czxiwawa 
s. II. 348. neben dem [fem. oder plur.?] dxid'i (ViVum, 
vivide) Alter nr. 225.; tschiwarva Leben Rtw., Grellm., 
eig. wie tschiwawa (vivo) Bisch., der auch schwiwawa 
st. des richtigeren schiwawa bei Grellm. und zugleich 
aus diesem ein sehr verdächtiges beschesch hat S. I. 
393. 402. — Me dschyvava (dschiwawa); Praet. 
dschjryijum (dschivjnm) und dschydjuni, 3. PL jol 
dschyvele (vixerunt); Imperf. dschyf tu, pl. dscht^- 
wenn (dfsyven) turne. Te dschywel also nach CLL; 
aber auch nach IL te dschywul, ke jov te dschjv- 
jul, tu dschyyjus; Imp. dschy vuf tu von te dschi- 
vovaf. Dschido lebendig. Zjreskero dschjben, 
das zeitliche Leben. Kanna ada swetto na vela : talla tschc- 
la dschlben dschimaster Wenn diese Welt nicht 
sein wird, so bleibt das Leben ewig Zipp. s. L 135. — 
Dschiwabcn (Leben als Inf.) Graff. S. 50., aber dschi- 
ben S.20. 60. , latscho tschiwSpi^nn Wohlleben Bisch., 
chibos, chibiben s. und chipen s. f. (Life. Vida) Bw., 
welches letzte den Lab. der Wurzel eingebüsst hat und da- 
her auch der Form nacl} dem Sskr. giwana nicht ent- 
spricht, was übrigens auch mit jiven 1.344. Hcirr. schwer- 
lich der Fall ist. — Part, xido (lebendig) s. L 384.; 
xid'arav Pchm. 43i. nr. 10. vgl. Shakesp. p. 879. ÜUb. 

jilänä (Caus. of \s^>' jinä^ Sskr. g'lwana) v. a. To give 

lifc to, to recover any thing almost dead, to foster, to 
patronise. Chodsch o hoino merrla, to Jov hi xi- 
do Wenn gleich der Fromme stirbt, so lebt er noch. 
Tschele dschito [er bleibt L] Rüd. L 64., tschido 
mit Var. dschid[-o?| Bisch., nicht ganz analog dschib- 
do Graff. = Hind. l;Lp>- jttä Adj., Alive von ÜU^jtiia 

V. n. To live, Beng. gi v. n. To live, to he alive; s« 
The tongue (also in beiden Verlust des End-Lab.!). — 
Xido rup Quecksilber Pchm., dagegen tzindo rup 
Grellm., und dschindo rup Bisch., was Zipp. tadelt, da es 
„beschnitten S.'^ hcissen würde. Ist n richtig, so müsste man 
darin ein präs. Part, suchen , Hindi in schwacher Form g'ivat 
(quick). „Q. — Dschivo lebendig; kweksilbro.^' Zipp. 

14** 



218 ni. Wörtcrbucli. 

^Dschämodro Eidam, tschaniotiro Schwager Bisch., xa- 
iniitro Eidam Pchm. — Sskr. gämkiri^ aoch y.^ Hindi 

g'ämkik^ ^amai, Bind. ^^U>-, ^^h^ jamäij jawät A 
son-in-Iaw. 

*D8clum Imp. wisse Graff. Ms. s. I. 392. 402. und der Conj. 
st. Ind. 355. Me prinscherwa [wohl -wa einmal weg- 
geblieben ; s. Übrigens das verm. als Comp. Iiieber gehöri- 
ge W. I. 432. nr. 24.] les nit, me dschannawa nin- 
na nit — Ich kenne ihn nicht, weiss auch nicht LG. — 
Ne dschanel dschale (sie kann nicht gehen) Rüd.1.65., 
me dschana [s. I. 341.] 70., und daraus Grellm. 1., me 
dachanawSz., me dschanau (scio; was Zipp. verschrie- 
ben hält für: me te dschinnav, wenn ich's weiss), me 
na dschanau (nescio) Grellm. S. 300. 2., me tschana- 
wa les Ich kann es, natschawa (Ignoro; in nicht rich- 

' tig'cr Fornij u. unbewusst s. Bisch., bei dem ferner \ A 
gawa hun te tschan^ha Das musst du wissen; me 
tschang'um, tschanjum les Ich hab's erdacht, erra- 
then. Bisch. — Chan dar v.a.n. To know. Saber. Falsch 
vgl. mit Pers. ^^LU;. Bw. Chaneleria ootpiu L. 7, 35. 

Si&voia 10, 25. Chandds Gelehrte, Lehrer L., PI. von 
chando S. et Adj. Wise, a sage. Sabio, doctor; schwer- 
lichaber chajamen. — Zipp. me dschinnava, dschin- 
jujn, dschin tu, PI. dschinnen turne mit i, das jnan 
leicht der Lith. Parallele Et. F. I. 182. nr. 4. bcimässe, 
wäre dasselbe nicht auch in jin (To know; acquaintance) 
L 232. Harr., jin (wissen) Rb. und dem verm. daher ent- 
nommenen ien (connaitre) enthalten. Man darf, ihm zum 
Trotz, nicht an Sskr. tshint (cogitare) denken, sondern 
Sskr. gnä, vgl. Essai sur le Pali p. 182., Ilind. UjLa. 

jännä v. a. To know, understand, comprehend, suppose, 
trust. Mit qL». m. 1. A conjuror, an astrologer. 2. Part. 

Knowing Shakesp. p. 271. mag dschaniniagkuru II. 
192. sich In Einklang setzen lassen. — Shinawa s. II. 
135. — Hannodomann |h irrig st. sh, dsh? oder zu 
hun dum? s. I. 392.] gekannt Rtw., nach Dief. „kannte 
mich^', allein eher: bekannt mir, falls man nicht vorn die 
1. Pers. Prät. [Ich kannte mich] darin sucht. Jedenfalls ist 
das erste o befremdend, und könnte beinahe zu der Thei- 
lang: Han nodo mann Ihr seid bekannt [It. noto] mir, 
veranlassen. — Schäno hom möchte Dief., es „Ich be- 
kenne, erkenne mich zur Schuld ^^ deutend, hieher bringen; 
mir sehr fraglich s. 11.76., obschon er seine Meinung* durch 



B. Wörterbucb. 210 

die Var. meischano [wahrscb. st, nie t^ohanair] fceniieii 
Bisch, und Schanes Romano? (Kannst du Zig'eunerisdi? 
v^]. 1. 272.) 9 eine mündliche Mittlieilung' aus Bukarest, ao 
unterstützen sucht. Gerraf )es schung>e]o (verschie- 
den) Bisch, soll nach Oief. ,, kenntlich ^^ sein; allein , ward 
viel!, das D, Wort verhört st. verschiessen (wo nicht g'ar 
Cacare s. sung*), so passte xun^alo. — Auch carlo- 
chines, deren Dief. als „Herzens^edanken^^ hier ge- 
denkt ^ würde Ich eher in Betreff des 2. Theils zu Pers. 
^^s> Cor. Cast. p. 216. verweisen. 

Chindar v. a. To bear, produce. Parir. Chinday f. Mo- 
ther. DebFeschlnday (Madre de Diös) Bw. — Aller 
Wahrsch. nach von Hind. [jj^jannä (S. g'anana) v. n. To 
produce jroung-, to be delivered; ^JJ^ jananl f. Mother. 

^jJins is added to nouns. Lovoo j. = Money* Jookil j. 
= Dog". Arah. jins in Hind. Is g-enus." Irv. A. ^j*.JL>. 

f. 1. Genus, kind, species, sort. 2. Family, race, Shakesp. 
p. 283., was demnach nicht dem Vor. beizurechnen, würde 
also ein expletiver Zusatz sein, ähnlich denen I. 104, 

Dschin (usque) I. 303. nr. 26. Leskero mui dschana [1 
st. n?] dschin ko kanna Sein Maul g^eht bis an die Oh- 
ren. Kizi phubja hi akarlk dschin ki Berlina? A 
hi seht aar phubja. Wie viel Meilen sind es von hier 
nach B/{ 4 M. Zipp. — Weicht dem Laute nach doch be- 
deutend vom Ital. sin, sinq ab. 

^ Dschangevava (ich wecke auf) I. 450. nr. 25. 

Xnugalo Adj. garstig- Pchni. Gerraf dschungSlo be- 
schmutzen, tschung-ülo verunreinigt, aber tschumulo,! 
hässlich Bisch., dessen Richtigkeit sich nicht sonderlich 
durch ein ausgestrichenes d&chumalo (eitel) Zipp. stützen 
lässt. Bei diesem zu GreHm. „dschungalo hässlich; 
ischorero heisst arm^'; dann dschungleponn Häss- 
lichkeit, dschungalo abscheulich, ungestalt, unrein (aber 
auch: nan hi dschudscho), dschungalo befleckt, 
dschungelö besudelt, unrein, unfläthlg. — Dschunga- 
lo und dsungalin [fem.?] VV. Grellm. S, 316. 2. novf]- 
gov ist nicht sehr passend perlciilosus, periculum übersetzt. 
Chungalo nuQaa^iog L. 22, 40., bei Bw., nebst chnn- 
go, ügly, heavy als Adj.., und davon das Subst. chun- 
galipen f. Cosa fea, pesada. Hind, Choonna. — Dief. 
bat, ausser czungard II. 196«, noch Sskr. tshikila 177«, 
g'ungita Outcast, injurcd, abandonned und Hind. ^^^IXl^ 

jangli Adj. Wild , savage , barbarian, down, boor ins Auge 



220 in. Worterbncli. 

gefasst; mir ist das jedocli audi Irelne Uebenseti^ng'strraft 
entwici^eliide Cng. tsunya, ^ässlicli, abscheulicli , in deu 
Wurf geraÜien. — S. noch sungalo (^nQod6Tf]g) Bw. 
0« s. w. später. 

'j^ jjDschausd Keh\ko]^f Seeiz, j ang'oris Liefl.Zieg** — Pers. 
jy$\A^ ^\y>' qs. nux gnlac." 

Von der asp. Palat. -Medial Itein sicheres Beispiel. 

Palataler Zischlaut. 

Dieser, Indien eigenthümiiche Laut tritt, des wohl nur 
fälschlich sich zuweilen einmischenden tsch nicht zu g'eden- 
ken, bald als sz (Engl, sh, Deut«eh seh) bald als hartes 
» Pchm. auf, wogegen Bw. (mithin einigermassen entspre- 
chend dem häufigen Hind. kh st. der Sskr. Cerebral - Sib.) 
oft anstatt der Zischlaute, selten jedoch anderer als sz 
(nicht gerade jedoch nothwendig in Indischen Abkömmlin- 
gen), das Span, j bietet, welches sonst Wörtern mit dem 
gutt. Deutschen ch II. 157. begegnet. S. jojöy (2 mal); 
Job (Pchm. szov d. i. sex); jerö; jil, jir; jele, jal, 
gilö; juco; jucal; junar; julabay; juti, juter; ju- 
tia vgl. zibaora, u. sivav; japune (Sp. jabon, Pchm. 
sapunis). Doj, doji (fault), jandojo (sin) vgl. Sskr. 
d6sha; brijindar; najar und najabar; erajay; be- 
jelar, bestelar; pajorias; carmujon; cajuko; tri- 
jul; pujumi, pajümi, papimia. Rujia (auch cuji) 
Rosa. 

^ Szuvlo Adj« geschwollen, szuvrövav Ich schwelle auf, 
szuvlipen Geschwulst Pchm. — Schubble nasti (dicke 
Aeste) Rttd. I. 68., von Zipp. in schuvle asti geändert; 
inzwischen ist nicht nur in Schwaben nast, PI. näste in Ge- 
brauch (v. Schmid , Schwab. Wb. S. 402.) , sondern es steht 

^ au^h Rtw. S. 18. netha (ein Eid), als wahrsch. aus dem 
nnbest. Art. mit dem Subst. zusammengeflossen. Schuwlo 
geschwollen, dick, grob. Schuvlo (-lidir) peer, ein 
dicker Bauch, vollleibig. Bakri hi schuvlee Die Scha- 
fe sind dick, thuhulee fett (vgl. tchulo), schülo 
kascht das dicke Holz für das fehlende: Stamm; phosf 
schuvlo grob Stroh, o schuviipen Geschwulst, und 
me schuvjevava (schwellen), Prät. schuvjejum, Imp. 
schuvjuf tu, pl. schuvjeven tume s. I. 424. nr. 22. 
— Unstreitig von Sskr. ^vi (To grow, increase), woher 
SU B. fotha (Swelling, intumescence) , Ilind. j^yu,^ -.>m 

U. und U>^ siynä y. m To swell, rise. 



B. Wörterbucli. 821 

^Szunav Ich höre Pchm., schunaf hören, a §^anna schan* 
111 ol apo man de Jetzt höre einmal auf mich Bisch. S. 88« 
58., vrie Rtw. S. 83.: ^^Hun, r ick er (Höre, ha1t!)^0! 
dass die Pferde stehen sollen '^ und erfahren, erhören hon- 
dum (d. i. audivi) vg*I. I. 380. mit h. Ne schunele 
(non audit) Uüd. 1. 66« und die Conjug-. des Worts S. 76* 
Zipp. bessert na schunnela von me na schunnava« 
Schunjum, schunn tu, schannen turne« — Sehn- 
n^penn Gehör Bisch, mit den Varr. sunju, sunjo aus 
Alter und Circllm. S.'888. !• s. I. 343.; aber aweschn- 
nepenn Geräusch s. chunias. „Schunaben hören^ 
Prät. schundom^^ Graff. Ms. — Shun Hearing' Harr« | 
und so auch verni. durch Druckf. shirn (To hear) mit r, 
allein* s h u n a 1 o e Bry. = shunalee Hearing* [eher 3. Sg.] . 
Rieh. Viell. hieher mit h st. sh : h i n d e e (ear ; etwa 
vielm. hear?) Irv., obwohl dieser Hind. kan (ear) vergl.; 
sonst stellt Dief. auch noch als nicht ganz unwahrscheinli- 
che Möglichkeit hin, dass hindee die Hindi -Sprache be- 
zeichne und das eig. Wort aus Verseilen fehle. — Junar 
V. a. To hear, listen Bw., junelar hören Luc, junto- 
nd Listener, scoundrel, juntunes PI. Horcher L. 20, 80. 
— Hind. Um sunnä (Sskr. ^rawana) v. a., Hindi ^unnk 

(To hear), sun6 suno, oder: ^ravau^a kara (Hark Interj.) 
= schun hör eil' Bisch. Prakr. sun'änii Deiius Radd. p. 84. 
= Sskr. ^rin'omi. 

* Szing f. (cornu), Dem. szingöri Pchm., shing Harr., 
Brj., Rieh., singe m. [so!] Bw., sching Hörn, schin- 
g^skero saster Hufeisen Bisch. — Schinj, -nja Kr., 
aber Zipp., dem es unbekannt, horno, z. B. gurowls- 
kro h. (ein Kuh -Hörn) aus d« D. — Liefl. Z. thin, aber 
Sjr. körniha I. 77. — Jeschingingri Ziege [dg. 
eine gehörnte, mit Art.] Grellm. S. 826. 1. — Sskr. ^ri'n- 
ga, Hind. i^jl^um slng^ auch (^^ ering m. A horii, nnd 

daher ohne r vom: CiyyfßtQig, Ar. J^u^^vi; zanjabU f. 

(Dry ginger) = Sskr. ^ringav^ra: q. d. Shaped like hom. 
Shakesp. p. 451. 

*Szero m. Kopf, Dem. szerdro; szerali f. Kopfmfitze 
Pchm., wie scheriling WIdh., tsheerlj Mütze Rtw., 
jeralii f. (Hunting-cap. Mont^ra), jeroscosa f. Crown 
of the head. Mollera, wahrsch. wegen des Span, gleichbe- 
deutenden coronilla im letzten Thelle dem W. doscusana 
f. A crown. Corona nahegebracht, falls man nicht Sp. cosa 
drin suchen will. laringhero (bonnetier) Kog.? — 
Scherö, czero, cheru Alter nr. 16., scheiro Lud., 



222 IIT. Wörterbacli. 

ehern WIdh., ehcron [etwa n falsch st. uj Vulc«, eher- 
ro Mcg". nach Pief., deren ch viell. dem j in Bw.*s jerö 
entspricht, da es wohl nicht in Eng>1.-Span. Weise wie 
isch lauten 8o4]. — Sherö Kopf, tschero Haupt, she- 
ring-re love PL Kopfg-eld, shero-dine-iele, tsche- 
ro-dias-tele köpfen, enthaupten s. dar. Doch auch 
wohl Tscherendoskry. Berniz^a Pfühl Rtw. trotz sei- 
ner noch räthselhaften Form [ist das Komma zu tilg'cn?] hie- 
her und nicht zu Uiiid. s^:^ chira ni. 1. A turhand 2. Mai- 

denhead. 1. 124. Rtw. — Seh erb (auch mit den g'ewiss Irri- 
g-en Varr. schere, scherft) Kopf, schereskSro lowe 
Kopfsteuer, u schereskrö (Boden, s. noch Kornboden), 
^schereskero g-og'allo (Hauptes Knochen) Hirnschädel, 
pessoschero (eig*. Dickkopf) lutherisch, pessosches- 
kro (st. -schereskrö?) Lutheraner. Bisch. — Sero 
Molnar bei Pred. p. 812.; wenn das s Ung*. Geltung' hat, 
g'leichlautend mit „schero m. Haupt '^ Graff.Ms., o sche- 
re, reskero, PI. re. Phantasiren : Andre schero hi 
l^anz verirremen, rakkarvehla e akawa e akowa 
[e st. Poln, i, und; also et — et?] vg-l. L 266. Im Kopfe 
ist er g^nz verirrt, er redet dies und das:. Baro sehe- 
riskero König* Zipp. — Syr. Zig-, szerinns [wie es 
scheint, falsch geschrieben ? Etwa szerius?], Liefl.Z. tsche- 
ro oder tschora [letzteres yerdächtig*, als sei es: Bart s« 
ob.]. — Sharrons 1. 105. Bry., shero Harr., shiroo 
Irv., sherrow Rb. Bei Marsden: „bol-shuroo (vg-l. 
Nase bol-nok), sharo Eng'l. Z., shero Türk. Z." — 
Nang-o schero kahl Zipp. Harr, nang'oshiro (bald, 
callow), Hind. ^ l^ij nangä sir Bare-headed. — Hieher 

auch unstreitig' Bikcheroo (Blockhead) irv., vielU mit 
fing], big* (crassus). — ' Jerd m, Head. Gabeza; im L^ 
AQch: Kapitel Bw., querelar jero die Spitze bieten L. 
}4, 31« — Sskr* ^iras, Pers* ^ sar m. The head, top, pin- 

nacle cet. Hind.^ sir m, The head, top, \^ sirä m. Extre- 

mity, LT^v^ si8 m. aus Sskr. ^irfha-The head* 
^Sohuhscho rein, sauber, g'crraf schühscho reinigten, säu- 
bern, scheuern, g. schuschi i sornies (machen rein 
den Stall) misten, schühschaf schälen Bisch. Dschu- 
d 8 c h rein ; wohl bloss durch Verhören : reif Kr. , wess- 
faalb Zipp. dasselbe als ihm unbekannt bezeichnet und z. B. 
{leif hi i pabbul (Der Apfel ist reif) nennt. Dschu- 
dschy durchscheinend. — Juzo, yuzi (clean), juzo 
vast (clean hands, PI.) Harr. p. 544. — Vgl. Sskr. futshi, 
auch (otshjra (To be cleansed or purlfied) und Hind. 0ju« 



B. Wörterbncli. 223 

sudh Pure 9 unpolluted von Sskr. ^odh; cntle^er wohl 
Hind. ^y>*^ swachchh Adj. Pure, clean, clear, als Comp. 

aus SU -|- acliha. S« noch ob. cziiczo. 

^^ Schuiker Adj. conini. , schön ; Comp, schukkcrder^' GralT. 
Ms. Sznkar rein, schön S. 12«, wo das Dem. szukaro 
zu verbessern in s z u k a r o r o , Ad v. -res Pchni. S c h u - 
kar* (pulchre) Alter nr. 218., naschukar* (male) nr. 222. 
— Schukker schön, zart, sauber (Comp, schukkidir, 
also r ansg^elassen?). Ada fechari hl schukker [also 
Adv,] niahleven [-men?] Dieser Fächer ist sehr gut g^e- 
uiahlt. Adeia hi jek schukker tatti [fem.] Das Ist 
ein schönes Zimmer. To baro schukker schtamena 
Jol fahnohla [-na?] man niua le Das sind sehr schöne 
Stühle, sie gefallen mir auch. — Shuker schön, scho- 
ker artig-, shoker achtbar (estimable Ko^., aber scho- 
kerben Estimer dessen eignes Gebäck!), tschuker 
fromm. Vgl. I. 39i. 435. lUw. — Schukker schön, 
schukkerben Schönheit Rüd. I. 71., aber 72. betschu- 
ker langsam, vgl. I. 212. 277. — Schukker siwaf 
(schön nähen) sticken; gerraf les schukker (putzen; 
vgl. verzieren, und I. 208. 442. nr. 25.). Schmeicheln, über- 
reden s. laczo. Schukker schukkerpenn Pracht s. I. 
140. 242. von schukker glatt, nett, hell, stolz, wie 
schukker lölo [stolzes oder schönes Roth] Purpur, schlank, 
aufrecht: a jowa dschala recht [Komma?] schukker 
hillo apo peskereheruia Der geht recht schön ist er 
auf seinen Beinen. Diknoschukker [eig. klein -schön] 
zart, vgl. niedlich; (schukker zierlich; glatko glatt, 
polirt; herrligo, schukker herrlich. Zipp.); schukker 
b a r T d 1 r (schön grösser) vornehm ; recht schukker 
kostbar. Schukker schäckig s. Forelle u. s. w. L 71. 
Schukker bahr Lustgarten; 1 schukker isnia Gast- 
stube; schukker riwepenn ruppeha [schöne Kleidung 
mit Silber] Livree. — Jucal, f. -i Lovely, generous. 
Ilermoso, generöse. (Jachipenes) jucal es Freuden- 
mahle L. 16, 19. Dief. verwirft eine Beziehung zu Sp. 
juego, indem er es hier einreiht; jedoch scheinen verwerf- 
lich auch Bw.'s Vorschläge: Sskr. sukala, prakula, Ar. 
«JUX.W Adj. Well shaped, handsome Shakesp. p. 517. Man 

vgl., ausser Ilind. jT^:^ chauiar [ quadrip.] Adj. Good, 

well, fine, excellent, dessen Anlaut höchstens Anstoss er- 
regte, etwa Sskr. ^ukra, 9ukla^(The planet V^enus; white) 
alsDeriv.von ^utsh (vgl. Hindi ^utshikarana PuriCcatlon) ; oder 
^ubbakara; Hind. ^^^ [^ quadrip.] ^ughar Adj. Elegant, 



224 



HI. Wörterbncb. 



tccomplished, beanUfal, virtoons, nach im Hindi handsome, 
worin man freilich das Präf. so- abnen möchte. — Scbut- 
kerwrie rein Rtw. s. h 301. 

"^Szuko dürre, trocken; szukipen m. die Dürre; s. noch I. 
423. nr. W. Pchm. Schukko dürr; i phu hi schukki 
Die Erde ist trocken; yg-l. I. 243. Zipp. Schukko dürr, 
schdkko trocken, verdorrt, mager. Schuhko gewa 
[6?] trockene Sache s. Apfelschnitte, und I. 72. Schuk- 
ko wijas panin Das Wasser ist vertrocknet. Bisch. Jh- 
co, fem. juqui Adj. Lean. Deigado Bw. — Ssiir. ^ushka, 
statt dessen 9 aber, dem Lat. siccus u. s. w. zufolge, bes- 
ser s stände, Hind. l^^ sülchä Adj. Drj, \J^y^ süihnä 

V. n. To drj, fall away, pine away, shrivel, withcr. 

^Szoszoj m. (lepus), Dem. szoszojdro Pchm. scho- 
schei, pLeija'1. 151« Zipp. Tshoshoi(so!) Rtw., tscho- 

' schal, schoschi Grellm. S. 226. 1. Shurshoo Frv., 
ajojoy, jojdy m, Hare, rabbit. Li^bre, conejo Bw. = 
Sskr. ^a^a, Hind. U^am sasä m. , aber auch bei Bw. sor> 

jia f., solgia f., was er, ich weiss nicht, ob mit Recht, 
auf Sskr. 9Ü1ika (unstreitig von 9u]a A spit — der Ohren 
wegen; s. Or. Ztschr. IV. 9.), zugleich aber — Eins aber 
wäre doch nur möglich — mit Ar. iüb?wM Parvus lepus Gast. 

p. 2501. zusammenbringt. Hindi sasä, lamha, chaugara 

u. s. w. Or. Ztschr. a. a. 0. — Sheshai (rabbit), aber 
Hase : kancngro* von den Ohren. Harr. 

^Eschastra de Moyses L. 2, 22. o vofioQ M. — Sskr. 9a- 
stra, Hind. shästr m. Hindu religious books, Hindu law, . 
scripture, Institutes of science Shaiesp* Um so wichtiger 
das wirkliche Vorhandensein dieses W.'s bei den Zig. sein 
würde , mit um so misstrauischerem Auge muss man es betrach- 
ten, wenn es, wie hier, nur auf Bw.'s Angabe beruht, der sich 
leicht in der Noth , ein nicht vorhandenes Wort zu ersetzen, 
zu Herübernahme desselben aus dem Sskr. könnte haben 
verleiten lassen. 

Wenn hieher auch mehrere Wörter mit s fallen, so rührt 
das aller Wahrscheinlichkeit nach daher, dass im Hind. 
der Sskr. pal. Zischer noch häufiger durch ^j, als durch fj;, 

wiedergegeben wird. 
*Saster m. das Eisen. PI. sastera Eisen, Bande s. v. a. 
bikovi PI. Pchm. S. 23. 36. aus üng. beko (compedes), 
woraus sich nach Vng. Weise v entwickelt hat I. 110. 
Auch Gitter Pchm.; vgl. Bisch, saster glan saster [E. 
vor E.J G. V. Eisen, gascht glan g. hölzernes G. — 



B. WSrterlmek 125 

Zaster Elsen, androffaster [iaElsen, ang^ebllcli: Fessel 
8. n. 115*] Rtw«, and daher ixaster; trascht [r hrlg 
st. z? fragt Dief.] Eisen GreUm. S.SS3. 1. — VielL stra- 
stiini f. Pfanne Pchm. entweder durch Transp. ans sa- 
strüno (ferreas) , oder eine Mischung* aus s a s t e r , 
traschtt Vgl.^asztnni [lignea] Löffel und Stuhl Pchm. 
S. 71. Auch sinastra f. (Capture) vidi, mit Hinblick 
hierauf oder auf stariben, obschon der Etj^ni. nach etwa: 
Unstern (ygh Frz. d^sastre). — Saster (Jem) Dph., sa* 
star Harr., sashtaa (iron) I. 346. Brj.; Liefl. Zig. sä- 
st er, Sjr. lehhy [etwa, den Vocalunterschieden zum 
Trotz, Hind. [Py! lohä m.?]; zaster, o fsastcr, fsa- 

stereskro Eisen Zipp. — Saster Fer, und angeblich 
auch Glace, welches letztere höchstens durch den Anklang 
der Deutschen Ww. veranlasst sein könnte, wie nach v. 
Grolni. in der Gaunersprache barsei nicht bloss für Eisen, 
sondern auch ftti' Eis gilt« Sastringhero Forgeron Eog. 
— Saces [c ähnlich, wie ch in cachas, rachi] pl. 
Irons, ctiains« Cadenas. Auch sas, sar m. Iron. Hierro 
gehören keineswegs, wie Bw. will, zu Sskr. ayas und sa- 
ran^a (oxidized iron) , sondern sind Kürzungen aus Sskr.fastra 
(A weapon in general« Iron. Steel). Hd. Jüm Iron, Sskr« sAra. 

*jy Silier Imp. lehre, lerne [mit derselben Doppelseitigkeit^ 
wie, ausser Mhd. l^ren, auch z.B. im Frz« apprendre, be- 
merkt Dief.], slkkerdo, PI. e Schüler ^^ Graff. Ms. s. L 
423. nr. 19. Sikkerpaskri PI. Lehrer, tschinneto- 
sikkerpaskro ein Schriftgelehrter, sikkermasri [-skrl?] 
Schule LG. s. I. 137. — SikTarav Ich lehre, man Ich 
belehre mich, lerne, stklariben die Lehre Pchm, SIs- 
cabelar (To teach) Bw. Tu nascht! fsfwiha, tu na 
ciggjcjall Du kannst nicht nähen, (weil) du hast es 
nicht gelernt Zipp. Tschawo slkjola tschomoni 
Bisch, u. Lehrjunge (asisnastri s. IL 61.), im Hindi 
^ikshanäwl^a (Apprentice) , ^ishya (disciple) , fikshaka 
(schoolmaster) , sikbanä, slkhal^nil, y-ikshi dink (Unterricht 
geben) To teach; sikhanä, sikhana, ^ikshii karni To learn; 
Prakr. sikkh (discere) Delius p. 85. SikSpenn Uebung 
von slklo gelehrt (auch gewöhnt nach Dief.) Bisch., s^ik- 
lo gewohnt (geschickt) Zipp., das also dem Poln. z-wjk- 
ly völlig fern steht. 

Silavav Ich zeige Pchm. s. I. 448. nr. 18. Kaum doch zum 
Vor. , noch auch zu Hlad. UL^<3 dihhanä (Causal of U^jCsO 
IT. n. To look , to appear , Sskr. dri^) v* a. To shcw. Ans 
D. zeigen schon wegen seines k nicht. 
IL 15 



22« ni. Wörterbadi. 

*Sät Adr. bald; geschwind. Siktf ro Adv. sehr geschwind, 
wobei nicht sowohl das SchlossL-o als Adv. s. s'igö 11.178. 
(und etwa dazu sikko, oft, bei Zipp.?}, als vielm. die 
scheinbar dem. Form Befremden erregen würde. Vgl. I. 276. 
Sid'dvar I. 422. nr.l8. Pchm. — Sich eilen, geschwind, 
FleissRtw., fsik geschwinde Räd. 1.68., sikk (alsobald)LG. 
— ' Vgl. 1.203. Zipp. zig Adv. eilend, schnell, geschwind, 
fsYgg (alacre!); zigno geschwind, z. B. manusch, 
hurtig, eilend I. 122. — Sik Eile [schwerlich Subst.!], 
rasch, schleunig, geschwind, gewandt« Sikidir (erst) 
ist Compar. Immer sik heran, d. h. immer hurtig! wie 

* gl eich sik zugleich, d. h. gleich sdinell Bisch. — Sigo, 
singd Adv. Quick. De priesa. L. u. Bw., angehlich aus 
Sskr. saukshu [?]• Nein; wahrsch. mit Unterdrückung des 
r (vgl. säst er): Bind, j^i^t shtghar or shlghra Adv. 

Soon, quicklj, speedilj Shakesp. p. 522«, Sskr. fighram 
von ^ighra Quick, speedj, hastj. — Sic, josta (soon) 
Bry», etwa mit Engl, just, wie just now (sogleich, nun 
eben) oder gar Sskr. güti (Speed, valecity)? — Hecco 
(se häter) Kog. verm. mit h st. s , wenn nicht s vorn durch 
Druckf. fehlt. 

SiV (gustus; Geschmack) Alter nr. 50. und dalier „sik, Hind. 
tschjk der Geschmack ^^ Grellm. S. 228. 1. Zipp., dem es 
unbekannt, zu Grellm.: „Moha dela, er schmeckt, eig. 
er giebt mit dem Munde. Mango hi fsalauter kirko 
andro mui Mir ist Alles bitter im M.^< Etwa st. Ge- 
schick = Uebung s. ob., oder wirklich verwandt mit Hind. 
Ia^^^,^ chikhnä V. a. (Sskr. tshashan'a) To taste? Dief. 

. vermuthet, wahrsch. der Ahd. Bedeutung von: schmecken 
wegen, einen Zusammenhang mit dem folg. Art. 

« 

^Stmg^ (Odoratus; Geruch) Alter nr, 51. Sung f. der Ge- 
ruch, sungav Ich rieche Pchm. Songawa, sung rie- 
chen, sung Geruch Rtw. und daraus Grellm., während 
Rieh, aus letzterem surgawa (To smell) mit falschem r 
anfuhrt. — Te songaf riechen. Me fsungava; Praet. 
fsunjum, me fsungjum [dies richtiger; vgl fzunav; 
ganz falsch vlell. das indess auch angemerkte me sung- 
dum], 3. PI. Jöl sunglee s. Parad. I. 469. Ssung tu, 
-gen tume! Andro sungepenn snnjum, ke hi ro- 
sa Im Riechen roch Ich, dass es eine Rose sei. Ada 
blüma fsungela schukker, akojja b. fs. schukkl- 

. dir Diese Blume riecht [also pass.J schön, jene schöner 
Zipp. — Sungäwa Ich rieche, süngelaf Taback schnu- 
pfen, sungemäskri Schnupftaback, aber auch: (Blumen-) 



B. Wörterbuch« 221^ 

Strauss, Rose, butsAng'Siniiskr! [mit bvt viel] Nelken- 
flor I. 141.9 aber sung'o [PI.?] Blame, nicht zu verwecb- 
sein mit der Var. sung* Gerte s. senk ob BIscb. — 
Sbocmaloe Brj. , viell. mit -valo I. 124. , doch verg^I. 
345. — Snuni (To smell) Harr, in einer etwas sonderba- 
ren Form, welche durch die, inzwischen wieder ausg-etilgte 
„ Schnupfen (Taback) te summaf^^ Kr. einigte Bestätig'ung^' 
erhalten könnte. — Hindi sünghanä To scent, sniell; Hind. 
^3^ süngh f. Smell, ^^^k^^ sünghm f. Snuff, {j^yn 

Münghnä v. a. (To smell) , welches Shakesp. dem Sskr. 
sughran'a und nicht ^in^h gleichstellt , so dass das Zig. W* 
unter dem dent. s seine rechte Stelle fände und der Strengte 
nach nur von Wohlgerüchen gebraucht werden durfte. — 
Bei Bw. s^ngelar r. n. To stink. Heder, und wahrsch. 
sungld m. (Meldn) des Dufts wegen, sowie im Sskr. 
^andhad'hya (The orang-e trec); hingegen glnglar v.-n. 
01er II. 146. — viell. eine Mischung' aus unserem W. mit 
g'andi 150. und angepasst dem Sp. ginglar (Faire des vi- 
brations, en parlant d'un pendule etc.)« -^. f^^ch Oief. fer- 
ner hieher, und nicht zu xung'alo: 

SungaU m. Traitor, he-goat. Traiddr, cabrdn als Stänker 
(vgl. hircum olere) und Stänkerer. Sun gar v. a. To be- 
trag, inform against. Soplar (soufTler), Sung>alo L. 6, 
16. nQodoTfjg*^ «;^(xpi<rro^ 35. PI. sungales; vnoxQhtjg 48., 
pI. 12. 56. — Sodann; 

Suncai (sunciie) f. Spirit, soul. Espiritu, alma. Ilvev/na L. 

*Sonakai Yulc. Meg*., sonnikey Btw., sownakai, 
schomnakai, sonnai (aurum) Alter nr. 122. und danach 
Grcllm. S. 223. 1. — Soneg-ai (sonägai s. acht) Bisch, 
mit mehreren eben daher stammenden Varr. sonnai, su- 
nakai, sonnikei, sonkai, schomnakai und -— dies 
g'ewiss Adj. f., s. u. — schomnakuny. Mahlschatz so- 
nägaskro doch leichter hieher, als zu fsauel (Ehe. 
Zipp.); vgl. I. 151. — Sonnekay (Guld) Dph. „Son- 
ne g* ei (sonne gai zweifelhaft), nicht, wie Ko^. schreibt, 
sonnai ^^ Graff. Ms. — „0 fsaunekai {akey heisst: 
hier), fsaunekkal, G. fsaunekaskro, fsaunikuni 
gustrin (ein goldner Rlng*)^^ Zipp. — Liefl. Zig. sona- 
ko, Syr. serrdy (vgl. Pers. ^^O^x zardl f. 1. Yellowness. 

2. The yolk of an eg'g: viell« mit Absicht st. des radical 
verwandten Pers. ^j Gold, ricbes cet.). — Somnakaj 

Gold, somnakaskero Goldschmied, so mnakuno (aureus) 
Pchm. — Soontkai Marsd«, suhakie [man schr.n st. h] 

15 * 



. • 



228 m. WorterbocL 

GM Bry., seneka, Hfaid. Ijym $anM m., Ssfar» srarn^a 

(Adj. «OMaJUi, sanakrä Golden. Skaiesp.) Harr« Sona- 
cai (irrig* mit Sskr. kaiiaka, Persu tJJa v^l.) Bw« — Im 

Beng. sawam'a, son'i, Malir. sen^, Sskr. suwam'a [eig* 
scbdnfarMg, und rftcksfclitlick des 'su also mit sang* ver- 
wandt] , swam'a [entweder andi eig*. dass., oder, als comp, 
mit sa: mit Farl>e] Gold, allein ^on'a (roth) als Kürzung 
daraus. Das m in mekreren der Zig. Formen erklärt sic£ 
kickt aus w; zur Aufkellnng* des ungewöhnlickeren Schlus- 
ses bietet sich entweder Sskr. kaja (The body) an, oder 
das Sskr. -Suff, -ka, dessen Dief. unter Anführung ron 
Tam'akü Et F. U. 410. gedenkt 

^ Ssaiikhirvava (schwören) s. L 440. nr. 17. — Yiell. mit 
Dief. hieher solajais ßXaawtifilai L. von sola ja f. Cur- 
se, i. q. olajaj II. 71., ^hibar una solaja To curse. 
Die Form ohne s hält Dief. schön mit der anderen durch 
Yoraufgegangenen Uebergang des s in h vermittelt, oder 
in der längeren s fßr Zusatz. Im zweiten Falle entsinne 
man sich des LUh. snlnjo szunnys (die Hunde fingen an zu 
bellen) neben lojoju Ich sdilmpfe, schelte, von löju Ich 
belle; Lett lahdeht (fluchen) von Iaht (belfern), Böhm, litl 
(schelten), Poln. tajac' (obs. Latrare) Id. 

Das pal. 9 steht im Sskr. nur vor Voc. und einigen we- 
nigen Gonss. (Bt. F. IL «93. Bindseil, Abb. S. 390 ff.): 
desshalb wundere man sich auch nicht ttber den Mangel an 
Zig. Beispielen des 9 vor Cons. , etwa swa st avs abge- 
rechnet — Wir bringen hieher die Ww. mit seh zu An- 
fange , worunter noch einige Sskr. - Ww. versteckt sein mö- 
g'cn, ungeachtet dasselbe im Sskr* in solcher Stellung nicht 
vorkommt; und sonderen fiberdem, so viel möglich, vom 
harten das weiche. 

«J Hartes wch {Engl, »h^ Frz. cA; Per9. {J^\ 

Aus dem Deutschen bei Bisch.: schaf (schaben) si- 
cherlich ungenau, da es höchstens Imper. sein könnte; 
sohachila Schachtel.; schippla Schaufel; scherblo 
Scherbe mit 1, wie Rtw. zwerglo (Zwerg), Deutsch, 
aber cziripos Slaw. Schllfa Schilf. Schuwaf (schie- 
ben), schuwkarro Schiebkarren. — Schuhuiju (Uhu) 
ans Schuhu Nemn. Cath. p. 1377. — SchuriSna Scheune, 
Tenne Bisch., fsurnja L. IIL 17. Fr., i schurna, nia- 
kro, schürne verm. durch Verschmelzung von: Scheune 
mit Scheuer, Walach. fura. — Sehli da Schlitten. Schlo- 



B. Wörterbnclu 220 

sepirrna Schlössen; ei^. Schi, fallen, vg*!. chihb per- 
rela Schnee fällt, es schneit. Sc höhst Hagel ohne 1 s. 

I. 88. und Bisch, u. Zwetscben. Schneppa Schnepfe, 
schneppari Schnepper; viell., mit H'^eglassung von n: 
scharkeaf (schnarchen). Schrauwo [so mit oj Schran- 
he. Schwalma Schwalbe [mundartl. auch mit m Nemn. 

II. 158.]. Schono Schwan, ohne w, wie ScheitzS- 
dikkotemni ob. 1. 100. Schwig-aritza Schwiegerin 
Rtw., aber aus d. Span, suegra ntvd-€Qu L. 

Szach m. das Kappiskraut Pchm. Schach Kohl, shach 
Kraut, bruneschach Braunkohl Rtw. und daraus, sowie 
Alter s. II. 198., schach Kohl, aher zhach; scha Kraut 
Grellm. S. 224. 1. vgl 290. 2. Schach, schoc (Chou) 
I^og*. , vgl. auch V. Grolni. mit o: seh och Kraut« — 
Schach- Kohl, Kraut, g'err^na schachas atren Sie 
machen Kraut ein Bisch., wovon uszanav II. 75. — vg-l. 
Shakesp. p, 459. Hind. LoLm sännä v. a. To knead, to 

mix up flour, dough, earth etc. — wohl nicht gebraudit 
werden dürfte. Der Kohl schachta, schacha (schach)» 
Tema schacha (PI.) junger Kohl oder Pflanzen Zipp. s. 
noch armin, drahb. — Chaja f. Cabbage. Col. Bw., 
aber chav (so!) Harr. — Cha /o()to^ L. 12, 28., cha- 
lachi [eig. gutes Kraut] tjSvoafiov 11, 42. u. s. w. ge^ 
hör§n viell. zu czar II. 198. — Etwa Sskr. ^akh^ The 
brauch, oder, freilich hinten unaspirirt, Hind. vi^U^ säg 

(Sskr. fäka) m. Greens, edible veg^etables, culinary herbs? 

Schoka (g-enae) Alter nr. 26. wahrsch. PI.; wenn aus Lett. 
schohkls ni. (Kinnbacke) entstanden, gehörte es zu wei- 
chem seh. S. I. 109. 

Schegari s.If.()6. — Pred. ausserd. sidah (Caccia) s. 11.226. 

-^Schüty Melone Seetz. Vgl. Knrd. sciuti (Cocomero angn- 
ria), auch debes Id. Garzoni Gr. Curd. p. 69. = uileppo 
Djabas Forsk. (Cucurbita citrullus) Nemn. Cath. p« 1309.; 
also nicht Ital. zatta. — Sjr. Zig. serrdschiitj Zucker- 
melone, vgl. Nemn. p. 1305. Das könnte Comp, mit Pers. j». t 

(Yellow, pale, livid)s.II.227.sein ; und ich möchte mich zu der 
in Seetzen's Ms. vorgeschlagenen Erklärung aus^JC^j».: ^^^ 

selbst dann noch ungern verstehen, wenn „Zoroaster's Me- 
lone " wirklicher Name einer Melonenart sein sollte. 

Szut m. der Essig, szutlo Adj. sauer, woher szutTarav 
Ich mache s., szutFövav Ich werde s. Pchm. Schut 
Essig, schutlo sauer Rtw.; schult Essig, schüttle 
mol (saufer Wein) LG^ schutt, teskero, schutta 



aM IflL WorterbvcL 

Mmtgj selitlo nicr Ktfp. — Sckitt Vmigj sckidlo 

- «rf a«8 Si. fie Yar« sckiklo, t -I, saier. Sckiili- 
«cktck ; sckidlo stkro (SSaierteigr) ; paksckiilo 
«taeriick, fAg. kalbsMer. Sehittlotit (Batteraiiek; Og. 
wM samre M.). Sckidli, abo f., Salat Sckattle 

* flirfce {dg* woU PL, r^l. SavergrnrkcB , u4 afekt »m 
T«r« jirt) Bisck. — Bei r. Groln. mit k: ackakel, 
tbekokely takel saaer; sckvkiesekoek Saaerknnt; 
aekaklethvt Saaermilck, aack mit taek nad t roni. — 
J«ti, jat^r Vlneg». Viaa^c, M§d. Gr. l^i Bw., kd 
DC« £»di, iiSt ans iJ^og, wogegen nor iaa fast darakgii* 
gige t oder k st J cteigermasseB streitet Uayergieicldiar 

« iM Tirk. g^^ tiridk, Hindi sirki Vinegrari feraer Sakr. 

'kWt'a (aeld, aonr), olisckoft dies als Bind, kkatta Ton 
Bkk. nit den aas Greltau S. 8S2. 1. entBOBnaciien sekit 
nsaanneBgekalteB wird. Yiell. kenikt sdimt die grosse 
JjuftkeroBg mekrerer Formen an Sskr. tskukra m« l^rrd; 
' «oamess; m* Vinegar nar aaf Zafalt 

SAMili Sekiesspal^er, und in Adj« sekattliakro (-k«- 
ro), aller als Mediein pulwra. Bisek. ^^Sekiesspalrer 
aekutli (sekvtlo kelsst: saaer); Polver puirro^^ B^PP*' 
^— Wokl niekt TOm Yot., nodi avek zu Niederd. Fimnea 

' ftr Sekass, wie Hell, sefcut (Gesdifitz). Ok aker Dfef.'s 
Deatang ans Sslnr. kskdda (Powder, palveriaed snbstaaoe) 
feaeriiestäadig sei, k&ngt mit der Frage in Belref ron 
|«rdi IL 159. vgl« SIS. zasammen. 

Säieira Violine Grellm., allein Pehm« S. 51. and Zipp. im« 

. kekannt VieH Fers. jJUa sitär (jun Tkree? ^^ p Sskr. tira 
n. A kind of gnitar with tkree strings. Shmlesp^ p, 463., 
woraos J. t. Hammer das Gricdi. xtduga %u deuten -^ es 
widerstrebt nämliek das x ! — rergeblicb Forsaeht kat •*<- 
SSlttära Zitter Biseh. kann daker nar mit dem Lat eitka* 
ra^ dessen Anlaat später aisckend gesproelien worden, 
stimmen. S. aueb noob n, skil. — Zipp. giebt i geiga 
(Geige) aas d. Deatschen ; die Polnische penaen sie ibm zn^ 
folge skripka, also mit dem Poln, N. -«- Kog. p. 16.: 

- i^Les instrnmens dont les Ogains se serrent sont le rio-- 
ton sar leqoel ils sont de la premitee foree; la eobza 

fing, koboz, koba Paadnra« Ljra. Geige, Leier Molmdr; 
ftrk* j^i^ kopo9 Cithara. Ctod. lex. Tare. p. 1S8. J , in- 

' äträment k neaf eordes qoi leor est partieolier, et qoi res^ 
mMe k la nandoline; la fldte de Pait ou le naii [Pers. 
\JU], le tambonria et le Mosealn [vgl. Solser, traasalp. 

Iteolea n. 419. 484.] o« FanoleB fTHiz poiir lo4«el Ils ont 



B. Worterbach. 231 

un talent pariicalier.^^ — Bei Bisdi. fOr Orgel Baro pa- 
sch a m ä s k r i an k an g r/n d. h. ^osses Instrument in der Kir- 
che, und Harfe L7i. kein Ausdruck s. manchouro* — Itom- 
buk Trommel; portomaskri s. 1.141.; gur^mni Basg, 
hegieduva, welljuna, paschoma Geige (vgl. I. 430.), 
auch s. szol Lex.; trumani Musik. — Ein etwaiges In- 
strnment mit Indischem Namen finde ich nirgends. 

Shaducca ThhWer. Kog. Etwa chang mit: Tuch? s. IL 196. 

'j;' Schebniza Bisch, als Var. ans Wldh., tschebenizaa Gal- 
gen Rtw. = Poln. szubienica. — S. Leiter IL 187. 

Shtvya Pincettes IL 209. Kog. Schammit (Chaine) K. 

Sshamm (propc). Sshamm o pasch o fooro hi ado 
gaav Nahe bei der Stadt ist das Dorf. Me shom sfhamm 
o pasche daadeste terdo Ich stehe nahe bei dem Va- 
ter. — Zu Hind. v^a^jwm samlp (Sskr. samipa) Adj. Proxi- 

mate, near, und unter s? Vgl. L 307. nr. 18. 
Schäno hom Ich bin schuldig Bisch, s. xanav. 

•{-«ScAtit Tcolor) Grellm. und Kog. Auch Bisch.: seh in hf 
äwri (die Farbe ist weg), — Dies Pchm. und Zipp. (der 
i farba giebt) unbek. W. ist Ung. szin. 

SchintU Futter Bisch. Viell. eig. Geschnittenes als Part. fem. 
von czlnav s. I. 125. S. noch IL 159. 

Szilo m. der Strick Pchm., shello Strick, schello Seil 
Rtw. Schalle Strang, Seil, Leine, Bindfaden Bisch. 
Schelenghero (cordier) Kog. schello, leskero, 
le Seil, Strick Zipp. — Sehli (Tent-rope) Ous.; Syr. 
Z. szalah (angeblich Ar. oder Türk.), Liefl. Z. scheel 
und toeblus. — Shalo, shelo Cable, rope, string, 
cord wird von Harr. p. 542. vgl. mit Sskr. ^ula s. String 
V. Am. Cosh, p. 204. , fulla , ^ulwa A rope , cord , string 
Wils. — Jele f., glld Kind of rope. Soga; gejiche m. 
Cord. Cordel. Jal m. Rope tied round the neck. Dogal 
Bw. — Wohl kaum, da schon in Asien vorßndlich, aus D. 

Seil, oder Russ. lUAek f., Poln. szla, szleja Lenkseil, Ge- 
schirrriemen. 

Shilloo (thing) Irv«, Hind. suloo Id. — Sollte etwa Hind« 
jJUm sallü m. A thong, narrow slips of leather with wh|ch 

shoes are stitched, gemeint sein; so dass Thing aus Druck- 
versehen i st o besässc? 

Schir (frigusl Alter nr. 72. — Sonderbarer Weise ohne 1: 
si (cold) Ous«, szy Seetz. i. q. Liefi. Z. seh Ol Kälte; 
ob auch Seetz. szaldra (Winter)? — Shalalu, shil 
Cold (Chili), Sskr. fiUlu [so?!] Harr. p. 540. 543. Shi- 



232 m. Worterboch. 

lala Rind. J^a^ «??, JjCaa«i «tto/ Cold (fhill). Soal, Danish. 

Baro-shil (a ^eai cold) Cough, Hind. hara-M (Ve- 
rj cold, clini) p. 542. Shillaloc (Winter) Brj., aber 
shill (A coal), etwa eine kalte Kolile, da dort vongor 
(a cinder), oder Vergehen st. Cold? — sfrhyl, G. les- 
kero, -la (i sehyla heisst das Fieber) Kälte, Frost. 
Baro schyl grosse Kälte. Man hi drovent schyl 
Mir ist sehr kalt. Te zittervaf zittern. Schyl lehla 
man Mich schaudert, frostert. [?J schylo, leskero 
Fieber. Schyl, schlllill kalt; schillello frostig*, 
schilelo gefroren. S. I. 424. nr. 23. Zipp. — „Schi- 
lo, öfter schililo, i, PL e kalt'< GrafT. Ms. — Szil m. 
die Kälte, szilalo kalt, und davon das f. szilali s. I. 
162. 1. Keller, 2. das kalte Fieber vgL I. 385., wie Wa- 
lach, friguri. Dem., szilaröri (Böhm, zymniczka). Szi- 

laTarav wohl nur begrifflich gleich mit Hind. loty^ To 

make cold Shakesp. p. 47t. — Schil kalt; schilSpenn 
(s. auch abhärten) mit der Var. schil alo Kälte; pah seh 
Bchill kühl; schilaf frösteln Bisch. — Tshillillo er- 
kalt«, frieren [eig. doch Adj.], t schiel kalt, Fieber, Be- 
ben und tschilhiman Zitter fsolj [nicht Guitarre, wofür 
es Kog. nahm] 1.234. Rtw., dem tsch zum Trotz, schwer- 
lich zu IL 201. - Jilar kühlen L. 16, 24.; jil, jir m. 
Cold. Frio [auch nach II. 67. Trigo] und daraus jircar v. 
n. To shivcr. Tiritar Bw. — Zufallig auch Tschetschen- 
Bisch schile (Kälte) KIpr. As. Polygl. S. 135.; wahrsch. 
Hindi ^Ita (Chili), ^itala (Cold), sei nun t ausgestossen, 
oder, wie in szel (100), I aus t geworden. Jedoch vgl., 

ausser II. 213., Hind. ^m slläj t^^uM slrä Adj. Damp, cool; 

c:^w^ Sit 1. Dew, 2. Cold, wctness, moistness; Jb'ojuM 

ait-iäl Winter; olyw sirät Adj. Cold, becoming cold. 

Sxudrdrav Ich kühle I. 433. nr. 31. Pchm. ; nicht füglich aus : 
Schauder. 

Szol f. Pfiff, me dar szola Ich pfeife (hwizdam) Pchm. 
Te schohlaf pfeifen, schohl Pfeife (fistula), tschirr- 
knlfengSri schohl Vogelpfeipfchen Bisch. Scholl A 
flute Bry.; Liefl. Z. scheia [P1.?J und s tabula [aus d. 
Lett.] Flöte. — Joja Pfeifen [das erste j, wie im Folg.; 
das 2. aus 1 I. 89.] Rtw. — „Te daf schoja pfeifen, 
eig. Pfiffe geben [vgl. sonum cderej. Schooj der Sing.[!]: 
i schooj, schoojakro, schooja P^ff. — Herleitungen 
sowohl aus Ung. szö (der Ton, Klang, Stimme), szöllani 
(sprechen) als mit Dief. aus üioXriy unhaltbar. 



B. Wörterbacb. 23S 

Szübbabik Flöte Beetz. — Vg^l. Span, xabeba. 
Szulavav (verro) I. 448. nr. 19. Julabay f. Escöba Bw. 
Schlawüni Feuerstahl Bisch, s. II. 402. 
Scharos' (^lobus; Ku^el) I. 105. 

Te scharaf ringen Zipp. — ,,Sharawa Ringe" hinter 
g-usderin Ring* Rtw.; also wohl: Ich ringe. 




Schare ppen Ruhm Zipp. 

-\-SzkornS f. Stiefel, Böhm. Ursprungs nach Pchm. S. VII. = 
Böhm, fl'korne f. grosser Bauerstiefel. — Shornia [also 
ohne k; wahrsch. PL] Rtw., schkornia Stiefeln , soh- 
körnia [o verdr. st. c] Schnürst., pahschkornia Halbst. 
Bisch. Liefl. Z. skorja Stiefel [verm. PL], schkorne, 
PL but schkorrnjia Zipp. Cornes [etwa mit Anspie- 

^ lung auf Frz. cor?] PL Buskins. Botines Bw. 

Sztuszka f. ein Taffetband Pchm. 

•\ Schmengtäna Rahm Bisch. Smentino (Creme) Kog.^ Wa-. 

lach, smentena Rahm, Schmand , Russ. cMemäHa, Poln. 
s'mietana. 

-^Schwetto Himmel Rtw., xwcto (coelum) II. 196. Alter 
nr. 2.; aber o swiacto (auch swieto, svätos s. I, 107.)^ 
teskero, te Welt Zipp. Sueti f. World, people. Mundo, 
jente. Thts word is pure Russtan (s. Dobr. Inst. p. 149., 

* Poln. s-wiat) Bw. ^^Olxov(Äivfi\ meist Volk: o/Xog , Xaog, 
^egantia cet, Sueste Welt, Volk Bw., PL suestiles 
Id." Dief. 

-^Schwendo katholisch [eig. heilig, Poln. s'wiSty], schw en- 
do dives [Poln. s'wi^to] Feiertag Bisch. — Szenta, 
szinton VU. Grellm. aus Ung. szent = Lat. sanctus. 

ß) Weiches sch (Frz. j\ Pers. J, Russ. HC). 

Inlautend: uzärav, uzlo 11.76., mizech Pchm.; ru- 
zho (flower) Harr., vgl. Böhm, ruze (Rose); rozho (seca*- 
le) Grellm., Böhm, rez'; boshltza Weynachten Rtw.; keez 
II. 119. 

•|- Jd[sc%e7^[PL?],G.dschilafrro, auch adra AderZipp., zilen- 
ge, Böhm. zilam(venis) Pchm. S. 68.; ly'*? "^^ SehneZipp. 

^Dschelto^ eig. zelto Zipp., schelte gelb, scheltepenn 
Dotter Bisch, s. IL 155. 180. 

-^Schämpa Frosch, i^champengSro laichd^pa [aus pe- 
da, Sache?] Froschlaich Bisch. Djanba Rtw., Grellm.; 

15** 



234 III. Wörterbocii. 

■acb Zipp. verschricbn st I 4schanba, pl* ^ 9 C. 
dscbambakro (dscli hier = hc), aber aufh dschadschi 
[d. h. rein] dscbamba ein Froscb; da^e^en g'herili [s. 
II. 141.] dschiamba = sehorfi^er Fr. (Kröte); nacb Graff. 
dsrhamba Kröte. — J a n b r 1 m. Sapo ( Vask. zapoa), weldies 
Span. W. unstreitig g^an» verschieden, mit einem r, wie 

in kitros* (Rass. KHmb, x^rog) Alter nr. 198., riistra 
Rass, insbes. aber auch II. 149. — Nicht im Verz., aber 
S. 66. hat Pchm. z*amba =3= Böhm, laba, und bezeichnet 
S. 23. jenes als fremd. Vgl. Bandtke , Poln. Gr. S. 408—9., 
NeugT. rCäfina n. s. w. — Ausserdem bei Pchm. nur noch, 
etwa nach ihrer Nahrung*, 

^Zambili Ente. 

Dentaler Zischlaut 

«0, Ao (quid?) L250. IL 173. — Savo, haro (qui) 1.252. 
^ Saro (omnis), sako (qolsque) 275. — Sserr (wie) 
u. 8. w. 313. 

*Sap m. (serpens). Dem. sapöro; Adj. sapiino von der 
Schlange. Sapli Eidechse Pchm., doch eher hieher als 

Ar. J^ Lacertae Arabicae s. Libvcae' genus Cast. p.3112. 

nr« 25. 8yr. Z. szopih, Liefl. sap oder sapp; tsapp 
Srhiange lUw. — Zipp. unbekannt Tsap; Vsap (die 
Schlang'e; der Drache) s. I. 284. bei Greihn. Ausg. 2., 
während I. S. 226. beng* (Teufel) für Drache steht. Sap 
Hölle Szuj. I. 124. und Bisch., wobei doch verm.: Teufel 
der vermittelnde Gedanke sein soll, s. stano. Zipp. für Hölle: 
I hoella, und pieklo aus d.Polu.; für Schlange: fsap 
(fsäp, zap), fsapeske/o, kri, pl. fsappa. — Ssap- 
peng're tschawe [d. i. Kinder] Otterngezücht L. III. 7. 
Fr. = rati [Blut] de birbirechas Bw. Sapp Otter, 
Natter, Blindschleiche, bari sapp Schlange Bisch. Sap 
(snake) Harr., sep oder sap (serpent) Bry., Rieh., deren 
der erste fälschlich cy^t^ vgl. Chaplesca f. Serpiente Bw. 
— Hind. y^\Mt sämp Tassy p. 30. , auch \^jf^ sarp m. = 

Sskr. sarpa. 

^^fSa (sane) Imp. Lache. Inf. sahen und sai^aben, 
Praet. sanjom" GraiT. Mg. s. L 389. nr. 12. II. 44. 173. 

*Sob (dormi) Graff. Ms. vgl. I. 383—4. 389. Szovav 
(dormire) Molnar bei Pred. p. 212. — Sovav Ich schlafe, 
Boviben der Schlaf, sovibnastar Abi. (aus dem Schla- 
fe, Böhm, rozespal^) 9 som suto Ich liege; suno m. der 



B. Wörterbttck. 235 

Traum. Ko — iuke hi snno te avel? Wer ist dir Tramn, 
dass er sei — , scheint dir za sein? S, 79. Pchm. — S»- 
no (s. Acc. sunes u. ausleg>en)^ auch pareinisso Trawii 
Bisch. Anni fsuni [PI. oder Loctj im Traume LG. 
Suno, fsuno, neskcro, fsune Traum. Me dikkava 
Bune (Ich sehe Träume, d. i. Ich träume), Praet. Me 
dikkjnm süne, dikkando sehend, d i k k a d o gesehen. 
Mro latscho mannsch, key hi tro rei? Mein Freund 
[eig". guter M.J, wo ist dein Herr? Noch fsotto hi? 
Schläft er noch? Na, mro rei, dschangelo hi. Nein, 
mein Herr, er ist schon wach. S. I. 128. Zipp. — ^ Sowi- 
bö (somnus) u. s. w. Alter s. I. 342. Sowawa Schlaf 
[vielm. Dormio, und so auch, nebst dem Part, sutti, falsch 
von Kog-. durch Sommeil wiedergegeben], sowopen La- 
ger, massoob [Sei — ] wachsam I. 320. Luno 70. Rtw. 

— Soben (dormir) Kog., gewiss eine irrige Bildung; so- 

fa (gire). — '■ Auch das Pers. verwandte ^^%ä»> Jacere et 

dormire; wie Bisch, soaf schlafen, Prät. so dum = Pchm. 
S. 17. sut*om; sowaf tfele legen, versowaf verschla- 
fen, sowello schläfrig. Beischlaf I. 185. 296. A gan- 
na sowawa gemer romnin (298.) Jetzt schlafe ich bei 
m. Fr., sowäf äpo r. [schl. auf d. Fr.] Kinder zeugen 
Bisch. — Sovanow (SIecp, or to sleep) Bry. , etwa mit 
Engl, now, weil sich sonst das n nicht rechtfertigt? Shu- 
tur (sleep), ja tur shutur I must go to sleep. Harr, 
p. 554. Abgesehen von dem räthselhaften r, lässt sich 
auch die erste Person darin nicht erkennen, Imper. : Geh 
dahin [Sskr. atra; vgl. akater, allhier. Rtw.], schlaf 
da?? Oder ist tur, was sonst Tuus bedeutet, nichts als 
Tu? — Sobelar Dormir, falsch mit Sskr. samwe^a (slee- 
ping) vgl. Sobindoy (Dormidura), mit querelar (ma- 
chen) = schlafen L., hält Bw. nur der, anders erklärba- 
ren Endung wegen I. 127. und zwar fälschlich für Buss. 

CHOBH/i,'BHie (Traumgesicht). Sudo ^dv. Asieep. Dur- 

miendo. Sornando, schlafend L. 22, 45. u. s. w. bezieht 
Dief. mit Recht auf eine Umbildung aus Span» sorna s. U. 

39. — llind. bj^ sota Asieep. Part, past of üj^ sdnä 

[nach Shakesp/s p. 497. , jedoch falscher Annahme aus Sskr» 

^•ayaua] und IXi^Mt sütnä (Sskr. supta) v. n. To sleep. Tas- 

sy Gr. p. 69. ; Alles aus Sskr. svap , In einigen Formen 
sup vgl. Dellus, Radd. Pracr. p. 66. Et. F. I. nr. 231. 

— Hieher so ha f. Nightmare. Pesadilla? Hind. knswapna 
Id* — Schwerlich dadurch gerechtfertigt söwöpejin Ün- 



230 ni. WorterbncL 

nlie Bisch., iMs eher: Rahe ^jlre. Vem. eben m wenig* 
sofanar aid soronj!. Soso s. IL 40. 
^SiwiAa (Imp. siwe?) Ich sähe; sab f., pl. sabia Nadel 
Graf. Ms. Coia rolschola aber bis nit fsiido [ungenähet], 
praal dele wirkedass [mössie Partie, sein!] durch ond durch. 
LG. — Te fsiFaf (suere), fsif nähe du: fsdh, i fso, 
fsuyiafcro, fsavja Nadel, Nähnadel. Naschii fsivoc- 
ha in lei oder te tschlvoeha flikkoapry? Kannst du sie nicht 
flicken oder: einen Flicken drauf lehren? 31e dijum leen 
rakjatte, ke te flikkerven [ei^. 3. Pl.!j leen. Tu kerdjan 
neschto. Ich habe sie der Strunipfflickerin [dem Mädchen] 
Ungeg'eben, dass sie sie flicke. Du hast wohl ^ethan. 
Ssjmaskri rakll Ein nähendes Mädchen. Zipp. vgL I. 
883. — Sirav Ich nähe, siribnaskero m. 1. Schuster 
(Lat.8ator; allein schonodlo Ahle, Pfrieme Wldh. S. 147. 
154. wohl eig*. nicht hieher, sondern: Schuh -Nadel). 2. Fin- 
gerhut (Bw. sirbalö m. Thimble. Dcdal, etwa mit r als 
Anspielung' auf Lat. servare?), ^Suv f. die Nadel Pchm. 
•— Suube Id. von slwawa Ich nähe, Prät. sldum flit- 
ken Rtw. — ' Siaf ungenau st. siwaf s. annähen, siwaf 
atrin säumen, siwawa Ich flicke, suw Nadel Bisch. == 
thubh Bry. weg'cn der ^elispeltcn Ausspraclie des th; 
Jutia II. 173., zibaQra f. Ncedic. Ag-üja, vsh chinaö- 
ra II. 809. — Siwaben [nach GraiT.?], sivit (Coudre) 
Kog*.; das 2. wahrsch. aus Rh. sivit (To see, als ver- 
druckt für: sew?). — Hind. q>jum siwan (Sskr. siwana) m. 

A seam; LLm» sinä (Sskr. siwana) v. a. To sew, stltch. 

Sskr. slv Westerg. Radd. p. 861. 

Sapäf triefen y sapano nass, sappeno feucht, sappeno 
dumpfig Bisch. Sapano nass, sapanipen Nässe, Mo- 
rast; sapnovav I. 183. 488. Pchm. — Ssapenno Rc- 
g'en, fsapenno dela Es giebt Regen Kr. — Etwa ein 
Caus. , wie z. B. Sskr. ^rdpayati Coquere , sudorem elicere 
Westerg*, p. 18., oder zu su, sru z. B. ^rawan'a Oozing, 
flowing, trlckling? 

'\'Sapünis m. Seife Pchm. fsapuni, neskero (-pun- 
jakro, wie von einem f.), punja Zipp. Saponi Bisch., 
sappuni Rtw., und aus diesem sapuni Grellni. S. 838. 
1., sapa (soap) Rieh., Harr. — Japuiiem. noch dem 
Sp. jabön näher stehend, als sampuKi f. Properly The 
Hindoo shampooing or rubbing. Sskr. sawahana [?]. Mod. 
Gr. aanovvi cet. Trotzdem dass Sapindus saponaria (Sskr. 
kshun'a, ph^nila) in Indien zu Hause ist, und das Wort 
als Pers. q^Lm^ o^^9 Kurd. sabun, Ar. q^U> Shakesp. 



B. Würterbncli. , 237 

p. 522. sich über den Orient ausbreitet, ja dieser bemerkt 
,, lleuce Gr. aanwv"^ kann es doch keinem Zweifel unter- 
ließen, wie dasselbe vielmehr umg-ekchrt erst aus Europa, 
aus seiner wahren Urheimath (vg^l. Radlof, Bildung-s^esch. 
S. 293—4.), gen Osten vordrang-; und es beunruhigt mich 
selbst nicht, wenn z. B. Adam Soap durch Hindi sawana 
wiedergiebt, und im Sskr. sawana PuriGcation, ablution be- 
deutet. Mitgebracht aus Asien haben die Zigeuner das 
Wort gewiss nicht, wie das fremdartige Suff. I. 103. 114. 
zur Genüge beweist. — „Sapunja Salben" Wö/iiger 1» 
71* dem vor. Art. unstreitig fremd und verm. hieher. 

Sauvee An eaglc Bry. — Gael. seabhag (Ilawk) oder in Han- 
nover Suwihe (Falco milvus) Nemn. Catli. p. 1580.? 

Ssauwja Schwerter LG., aber auch oft da als Sg. Ssaw'- 
jahha (mit Schwertern) ist wenigstens der Form nach Sg. 
— Zu: Säbel? Schwerlich zu Zend. s'uwra Bopp. Vgl. 
Gr. S. 45. 

jySei Adv. für: können, nasch di, uci für: nicht können; 
na seh de für: können [viclm. Non pos^e I. 370.]" Graff. 
Ms. — Vgl. Sskr. ut-sah (posse) Westerg. p. 331. z. B. 
Nal. III. 10. vgl. 8. 

-J-Sa(/a Eimer, isaia [mit w^eibl. Art.] s. I. 284. Bisch. — 
Verm. aus lt. sccchia (Lat. situla). Frz. scau m. (situlus); 

wohl nicht aber IVuss. maiiKa Wassergeschirr. 

-^-Somä Saamc Bisch, aus dem D. , wie saata (Saat) Zipp. 
und simiente L. aus d. Span. 

-j^Ssemädi^ i szemäddi^ djaJcrOj dja\ i fstmaddi, madia- 
kro , fsimedja Pfand ; t e t s c h o f z e m a d i versetzen II. 
188. S £ i m m a d versetzt , verpfändet Zipp. S i m m o d i 
Pfand, symmodi versetzen (ein Pf.) lUw. , aber hinten mit 
o: simedo Pfand Bisch. = DC. af]/iiuöi (pignus), sime- 
d e s k e r [also von einem m.] kehr Pfand - , Leih - Haus ; 
simmedo versetzt; gerraf simedopenules [machen 
zum Pfände es] pländen Bisch. — Simachi, e, PI. si- 
maches (Sign. Senal), azimache f. Sign. Sena ; mit 
Span. Präf. ensimacha f. Ensign. Enseaa Bw. Ch st. di . 
I. 87. aus Kgr. arifidöi, das nach Dicf.'s Bemerkung in 
beiderlei Sinn vorkommt. Auch DC. noch GTjfiddT]^ atj- 
fiaaia Vexillum. 

Simensa Relation (Kin), vgl. mit Hind. qUam samän (Sskr. 

samana) Adj. Equal, alike, akin. Harr. — Viell. genauer 
ol f^td^ fif,iwv s. I. 190. 277., vgl. con-a-mangue (bei 
mir) L. XXll. 28. Szemenzo [mit o hinten I. 109.] Ge- 
schlecht Kr.: i fsamenza (Sz^menza), zakro, Abi, 



238 HI. Wörterbnch. 

9 Inder ein Geschlecht. Verwandte (jek fsamenza). 
Verwandter: Mre tsrhatschi samenza (mein rechter 
Blutsfreund). Zipp. — SastrI s. Relation. Parieute Bw. 

Simirts ni. der Riemer s. I. 108. Pchm., was zur Noth auf 
Böhm, rzemenarz [mit dem r striduluni] leiten könnte, hätte 
nicht entschieden Zipp. scemyri ni. Rieme [so!]^ o fse- 
myri, mjreskero, fsemerja Riemen von der Sache, 
nämlich Lorum. Te fsivaf nähen s. I. 140. kann nicht 
gut Wurzel sein. 

Sammerhtta Pistole Bisch. — Etwa mit weichem s und von 
Pers. «;>*j; zambüra m. 1. A hörnet, larg-e bec. 2. A small 

gun. Zambür-cht A fnsileer. Shakesp. p. 451.; das SulT. 
mög-llcher Welse das eines Frz. Dem. 

Sano Adj. dünn Pchm. , sano dünne, fein Rtw., fsano dfinn 
(vom Haare) Rfid. I. 67., „sano dünne, Ilind. schano^^ 
Grellm. Sano schmal Bisch. — Seltsam (rarus) — : Das 
Korn steht dünne ghyv hi fsano; akoy jck, akay 
jek [dort eins hier eins]. Selten — Tu na vjal but 
w 1 1 e Du bist nicht vielmal g-ekommen. J o v v j a s e z I i- 
g'O wolte Er ist etliche Male g'ek. Ssaiio, dünn (Adv. 
fsanes, kutti dünn), fein; fsani fadma recht feiner 
Faden. Schmal fsano (sano); heisst eig*. dünn, dag-eg-en 
schmal : N a n i b u g 1 o Es ist nicht breit. Schwank, schmal : 
fsano, z.B. manusch. — Sskr. f;irn'a Thin, small, slen- 
der; oder kshäma? Suivetv*i 

Sanja (alo Rtw. aus d. D. ; wengoris Zipp. aus d. Lith.) 
Aal. Sanjeskero go tschnitscha (Aalfangj wider- 
strebt wohl nicht genügend der Annahme, das Wort als 
PI. f. vom Vor« zu betrachten. 1. 109. Immer wenigstens 
wäre ich dazu geneigter als zu einem Vergl. mit Sskr. 
^anku (Raja sankur), wie DIef. vorschlägt, oder mit sap. 

Sane m. , sonsane m. Sausage. Chorizo. Salvani f. A 
long sausage. Longaniza Bw. — Etwa zu sano, sanja 
nach Weise von LangUng (eine Bratwurst), Regenwurm 
(Wurst) in der Rtw. Gramm.? S. II. 134. 

Sihna Küche, gowa sihnaske [-ake oder m. ^eske als Dat.?] 
Küehengeschirr Bisch. — Aus Frz. culsine gekürzt? S, 
II. 129. 

Sonn/a Hundehütte, was PI. zu sein scheinen könnte aus Sskr. 
fvan (canisj in seiner Umwandlung zu ^un. Sornia 
(Stall; Acc. i sornies S. 68.) hat viell. verdruckt rn st. 
nn. Vgl. s6nnja Schafstall, pahlfengri sonnia 
Schweinstall Bisch, mit stagna Rtw., so dass etwa t ge- 
wichen wäre? 



B. Wörterbadi. 239 

Sehneko anständig' Bisch. — Sinnig*? wie eensinnigo (ei- 
gensinnig) Zipp. 

^-Senkos (ramus) Voc. Petr. , sung' Gerte Bisch, als Var. 
PI. senques Bw.'s L. — Slaw. I. 104. 

Shue I. 32 ff. 

-^Sentinelle Schild wache, s entin eil a Wache Rtw. — Aus 
dem Franz. 

Syntari Kasten 1. 69. 103. Szuj. — Ngr. mvTovxt, R. cyHA,yhh^ 
stammt aus d. Arab. ^JsX^d f. and m. A box, a trunk. 

•]- Saro (oninis , totus) I. 275. 

Sero See, Meer Rtw. Sero (niare) Alter nr. 99. neben 
moros' aus d. Sl. , und baropan' d. h. grosses Wasser; 
die See Grellm. S. 289. 2., aber Pchm. S. 51. unbekannt. 
Seero (lacus) Luc. IV. 1.2. Fr. Seero, mit Var. siro, 
See, auch Teich (Grellm. tallo) Bisch., und daher, renn, 
durch Verwechselung mit Teig (charo), bei ihm sogar: 
RChudlo sehro (Sauerteig)! — Zipp. hat u. Meer: wil- 
de serös [ausgestrichen, aber wichtig wegen des auf 
Fremdheit hinzielenden Suff.j und diwjo [aus dem Slaw.] 
sero die wilde See, vgl. I. 384. sero, G. seeres- 
kero, PI. seere. Sero heisst eine [g-enauer: ein?] 
See, auch Teich Zipp. — Wäre nicht Sskr. sara, Hind. 
yM 9ar A pond, a tank; sägara, Win^. ßL^ sägar m. Sea, 

occan vorhanden, unbedenklich würde man dann sero, sein 

s für weich nehmend, dem Slaw. zusprechen, R. ödepo^ 
Böhm, g'czero, Landsee (deren Anlaut die Zig. leicht für 
ihren Art. hätten nehmen können), Lett. esars u. s.w. — 
Jarando II. 171.? 

S*tr6wo, hindo (Humidum. Feucht. Roh) Alter nr. 213. Kach 
dem eben da aus der Moskauer Bibel Luc. 23, 31. ang'e- 
führten „w' surowje drewje In viridi (humido) ligno" [an- 
dre carschta bardry Bw.] zu schliessen, Russ. cypö- 
BJbiH, Poln. snrowy (roh u. s. w., allein nicht: feucht). 

Siireddo m. Igel. Graff. Ms. Mit weichem s? 
Sar m. Garlick Bw. s. ciria. 

Soreli Schwefel (schwefla Zfpp.), sor^leskero [also wie 
von einem m.] gas cht Schw.-IIolz Bisch. — Dem An- 
scheine nach Fem. von zoralo wegen seines starken Ge- 
ruchs. Sonst könnte man , was nicht sehr glaublich , auf 
Sskr. ^ulwdri, oder Böhm, syra f. u. s. w. (sulphur) rathen. 

^^Solibdri f. Bridle. Freno» Mod. Gr, avXkrißdQi" Bw. s. 
auch ajua II. 59., das, auch Unterdrückung von r voraus- 
gesetzt, sich nicht hieher schicken möchte. Salaveris, so- 



240 m. WvrterbKfc. 

lovaris Harr., solirfi^ro Brr. M., faidfss ei^. woM 
plar. Adj. daraus mit rDterdrückiiii^ des tmem r. — Ssal- 
wärfs, re^kero l'GebLss: o hesio aasd.D., aacii, wobi 
nickt ganz gensku räalweskro besfo, Litb. brisg-elisj, 
'Warja. -warjia. <ir.ch ohnel: fsawärgs Zaom« Zig-rl, 
i seh V aar, G. sehwariakro Halfler» Riker les kor- 
xidir andro r.salvari.s Halt e:< kürzer Iin Zaune Zipp. 

— Savariä nieder Zaum« Dem« sarariczkos das Zäun- 
chen Pchm. Savari Gebi>s and zawari Z^ian Rtw. s. II. 
190« — Bi.^cfa. sawarl Zii^el, Zaun [verdruckt Zanw st. 
Zaon. Hecke pahr = haar Rtw.] s. H. 187.. aber Zipp. 
De e greis [c jg'ren PI.] niujall Zäume das Pferd [Tha 
Ihn In den Mond I. 3()7.]. — Ans auhßugi DC. von sali- 
va, nicht durch Metath. aus Walach» ssbala das Geblss an 

Z. 9 Ung-. zabola Zaum, 3Iaü]korh, Slaw. ;KBa\a Frena 

(propter spanaroj von HCsaniH (nandere) Glag-. Cloz. p«72., 
noch Lith. xabötl (anfzäumen), das sowohl an Lar. babena 
als das Sskr. , etwa mit diesem durch 3Ietath. der Aspir. 
usannenhang^ende dschabh (Cohibere, refrenare) erinnert. 

— Vng, sövenr und Rass. 3a6öpb (sepes) g-ehören nun 
Tollends nicht hieher. 

O fsklwendo^ -de, fselwendesiro fhalec) Zipp. — Vgl, 
Nenn. Cath. p. 1073.: Schwed. sill, FInol. sllli, Lappl. sill- 

da, Dan. slld, Russ. ceA^b Dohr. Inst, p* 146. 

+Silabi8 m. (forceps) Pchm. — DC. ^vXußiov aus '§vv and 
Xußig s. I. 108. 

-{-«Si/aA Gewalt, scla Kraft, zilah Zwang; nanick-manki- 
f f i I a entkräftet [non est mihi robur] Rtw. — Verbuni I. 
422. Zi|)p., vgl. Walach. sile.scu (nöthigen, zwingen). — 
Bisch, siladas fs. I. 419. 442.] u. nothzuchtigen , silaha 
(mit Gewalt) f. 191. 201. n. Raub, berauben Bisch., fsv- 
linjhha ^Ischala Er geht mit G. Zipp., der Zig. fsjla 
Gewalt mit Lith. syla, Poln. sita o. s. w. richtig verbindet. 
Baro fsylakro nanusch Ein gewaltiger M. — Sila f. 
Strength. Fuerza. Posilati ^dv. Compulsively , . by for- 
te. Por fuerza, mit alter Dat.'Flex. , wie Dief. vermuthet 
(doch vgl. auch mollati von mol, und mulati II. 57.); 
Im Kurd. bezdr (a gran futigaj , Pers. ^^ß (vi) Or. Ztschr. 

111. 34.. Difio silo tdcoxtv dvvafuv L. 9, 1. Silnö 
Adj. Sirouf:. Fuerte. R. CHAbHmii Bw. Sllamente li^ 
Tovwg L. 23, 10. mit Span. Adv.-Endung. „Sisla f. i.q. 
sila entweder redupl. oder mit eingeschobenem s I. 95. 
Sarö aslsllable [so mit 2 I] Ali-powerful. Todo po- 



B, Wörterbneh.^ 241 

deröso Bw. s. II. 61. Asilar iaxvnv. Silares, iwaatai. 
Verm. solares p, pl. (Powers. Poderes) ans der Uebers* 
eines alten Kirchenliedes Bw. p. "^103. , v^I. ob. II. 203 

— 204. In manusalo (Valiant, powerful) dag'egen ist 
wohl nur -alo Suff. I. 125.'^ Dief. 

-^Sasos m. ein Deutscher, Dem. Sasiczkos (Nemeczek), 
Adv.Sasitka (Gerniauice), Saskina eine Deutsche Pchm. 
S. 11., aber zufolg'e S. 47.: eine SoldatennieUe. Buch- 
stäblich: Sachse wohl von den sog*. Sachsen in Siebenbtir- 
g-en, der Herrschaft Sächsischer Fürsten in Polen u. s. w. 
s. I. 43. 53. — Bisch, je Sasso ein Deutscher, mit Varr« 
aus d. Berl. Monatsschr» — Grimm I. 20. ed. 3. frag't: 
„Geben die Spanier^ der Zigeunersprache den Namen Ger- 
mania, germanesco in dem Sinn unseres Rotwelsch ?^^ 
S. die Note ob. I. 32., wozu ich aus Hidalgo p. 204. be- 
merke: „ otros dicen qne son de Europa, Bohemios, Ale- 
manes, y de otras Naciones della.'^ Mithin leicht möglich, 
dass Grimmas Vermuthung Grund hat. Vgl. Span. Alga- 
rabia f. (^jx) Langue Arabe. Im fig*. und famil. Stile: 

Discours ou ecrit inintelligible. Ferner: Glanieur, bruit 
confus de gens qui parlent sans s'entendre. Gen^t, ar- 
brisseau. Cormon, Dict. — Sodann Mtfm. sur la langue des 
gl. malb. par Ed^lestand du Meril p. 27:: „L'auteur 
de ce prologue [zur Lex SalicaJ appelle les interprötes des 
Grecs, par une raison semblable ä celle des ecrivains en 
langue vulgaire qui les appellaient des latiniers. Oh a 
d'ailleurs pu voir, note I. p. 9. , que le nom de grec etait 
quelquefois donne aux langues que Vonn*entendait pas^^ — 
zur Aufklärung des Namens Afinskoe 1. 8. vgl. grk 44*, dem 
sich viell., worauf mich Dief. hinweist, auch das sog. Mazo- 
wisehe anschliesst, eine eigne Mundart, welcher sich die 
Handelsleute im Gouv. Pskow in der Gegend der Stadt 
Toropza bedienen, und wovon Schaffarik, Alterth. II. 402 

— 403. einige Kunde giebt: — also ein Kriemerwälsch 
(Holl. kramerslatyn) , das Müller undWeitz Aachener 
Mundart S. 129. dem Ausdrucke Kauderwälsch gleich 
stellen, indem Kauderer im Oberdeutschen ebenfalls einen 
Krämer bezeichne. Vgl. auch noch: „Es kommt mir Spa- 
nisch Tbefremdlich , wunderbar) vor^' und „Böhmisch0 
Dörfer (unbekannte Dinge)". Prae vel iquantsproget 
S. 7. scheint mir jetzt auf Holl. preevelen (heimlich und 
stille reden) zurückzugehen. — Pers. ^-^^ iachmach 

Unintelligible or incorrect lang'uage. Shakesp. 

Sasto (sanus) Alter nr. 203.; sasto Heil, wohl e!^. Adj. 
II. 16 



8M m. Wörterboch. 

keil Riw.9 sasto Adj. gemind, sastipcn Gesundheit, 
BhsVkr^v leb helle, karlre L 433. nr. tS. Sasdo, i 
gesund Graff. Ms. s. I. 384. — Sasto g'esund, genesen, 
angeblich auch schädlich , wobei wohl die Neg. (nane sasto) 
eben so fehlt, als bei tahr^lo (on verzagt) Bisch. — l«uc. 
oft chibar sasto heilen, z. B. VIII. 12. vgl. ob. L 184. 
— Jek zyro fsboes lo [verbessert in: jov] fsasto 
[geändert ans: fsastewestoj, pale avjas nasfwelo 
Eine Zeit lang war er gesund, darnach wurde er krank. 
Ssasto (shasto) gesund^ fsasto westo Gesundheit du ! 
fsastoweste 6. ihr! fsastepen (fsastupen), fsa- 
stepaskro vgl. I. 359. Tuniare fsastopaske« Par- 
kirVava tot. Auf eure G. Idi danke dir. Ssir häl tu 
tokke bachtelo, ke tu hal tokke fsastewesto Wie bist 
du so glücklich, dass du dich so wohl befindest. Will- 
kommen! Ssastewestes avjal (sei du — vielm. du 
bist — gekommen) mre dsester (von Herzen). Ssa- 
stewestes [also Adv.]! Wohl bekomme es euch! Zipp. 
Sasti [fem.] acz! Bleib gesund (Valc!) Pchm. S. 72. — 
Vgl. Sskr. sw^asti [etj^m. aus denselben Elementen als 
ileard] A particle of benediction; sw-dgata n> [aus su 
Well, and dgata Come] Welcome, salutation. Diese, und 
Sskr. swastha (Well, at ease, In wealth), wären nur un- 
terVoraussetzung, es sei w weggefallen , wie in den, durch 
Vermittelung von ganz d. i. hell (Gr. awg) nicht durch- 
aus entlegenen Wwn. I. 276., herbeiziehbar. Mit acoaifg 
könnte des nirgends Im Zig. sich zeigenden wegen höch- 
stenä eine indirekte Beziehung statt haben; denn sosta- 
ste der (stärker) Sz. wiese viel annehmlicher auf Hindi 
sähasi (Valiant) und Zig. fsasti (fieri potest) s. I. 370. 
hin. Wieder könnten die obigen Wunschformeln einen wohl- 
begründeten Ansprach erheben auf Sskr. ^asta 1. llappy, 
well, right. 2. Praised, eulogised. 3. Best, excellent, ins- 
besondere wegen dessen Ursprungs aus ^as To bless, to 
wish. good to , to confer a benediction ; — und möchte dies 
fasta sich auch den übrigen Bedeutungen im Zig. recht gut 
fügen. — Namentlich sonderbar sind die Formen mit zwei- 
maligem st, wie auch „sisesto der Gesunde'^ als eine, 
ich weiss nicht woher entlehnte Var. bei Bisch. S.54. We- 
der die Annahme einer Redupl. noch des Zusatzes von 
Sskr. SU" (ev) reicht zur Erklärung aus, 

Salumito Arzt L., salamisto m. Plijslcian. Medice Bw. — 
Nach Dief. etwa Ar. vi>wotiU# salämat f. Safety, salvation, 
health, Adj. Safe, well, in safetj; oder ein Comp, aus 



B. WölierbaGh. 243 

ansul (Sick), sallp^nes Seuchen, s. u. n, niK misto. 
Vji^K noch IL 71. Das Sp. medico liegt wohl %u fern« 
SarballM Adj. Convalecienie Bw. enthält sichtbar sar IL 
42. mit einem Abkömmlinge des Span. W.'s. 

'j;'Stadi (plleus) Lud., Rtw., stading Wldh. , ,,s tadln f., 
Acc. und PI. stadia^^ GrafT. Ms., i schtadi, akro, 
schtaadi, djia Zipp. StadI f. der Hut, Dem. stad'öri 
f., stad'engerp Pchm. == stadiengro Huimacher von. 
stadI Hut, gul^skerl statin Zuckerhut Bisch. Stad- 
dinghero Chapelier von staddl, auch muschi [letzte- 
res unstreitig- Mütze, Zipp. mizka] Kog. Stadi Mütze 
Sz.; stadee Irv«; stär [so mit r] Bonnet, stari Harr., 
der, glaube Ich, mit Unrecht Fers. .Lmmj dastär f. A (ür- 

band herbeizieht, obschon auch die Liefl. Zig. stari (Müz- 
ze) mit r haben, das aber entweder Verderbniss aus d oder 
deniTn. Art sein mag. Bei Harr. p. 549. Halter — gri- 
stari (Horse-cap or bonnet) vgl. IL 143., aber bei Dorph 
nicht bloss stadi, sondern auch kristadi (en Hat), ob- 
schon des zweiten erste Sylbe nur dann etwa mit Pferden 
etwas zu thun haben könnte, falls ein Rossschweif oder 
dem Aehnliches sich dran befände. Est ich e m. (Som- 
brero) Bw. Vz. und Vol. IL 149. aus Rom. axiaöij DC. 
axiddf] s. uns I. 87. 88. IL 45. 

-j^ Stammen Bank, Stuhl, baro stammen [grosser Stuhl] 
Schemel Bisch. Koba stamin Stuhl, A. sg. les, PL 
len G raff. Ms. — Skamin (chair) vgl. Harr. p. 541. zwar 
richtig mit Lat. scamn um; es gehört aber wohl noch genauer 
zu Rom. axafivl, DC. axafÄvlov cet. , Walach. scaunu (Stuhl) 
s. L 88. — Dagegen Wldh. S. 156.: „Tisch, Rtw. glat- 
tert, blotte. Zig.» scammin^^, und Pchm. z. B. S. 72. 

skamin m. (der Tisch), Dem. skamindro; vgl. cmoA 
olim: sella, nunc: mensa Dobr. Inst. p. 156. — Zipp.: 
„Tisch skamen (i taaflen, taafjia, tafjakro aus: 
Tafel). schtamen, neskero, stamcna heisst Stuhl.^^ 
Soll kafidi Tisch L 200. etwa heissen : mit Speisen (o 
chaben, chamaskro, chabbena Zipp.) besetzt? — 
Skaurnin Grcllm. S. 23'2. 1., oder skaurkin (Stuhl) 
ed. 2. ist sowohl Zipp. als Pchm. unbekannt, und mag 
durch Druckfehler aus skammin entstellt sein. -^ EscamI 
s. IL 63. 

*Sfavva hüpfen, stawa, Imp. stie springen, stiben Sprung 
Rtw. — Me schtava Ich springe, me schtijum, 
schty ne und schtlnde. Schi tu! schtenn tume! An- 
dro schtyben im Springen. schtjben, Gen. und 

16 * 



244' m. WnrterbocL. 

V 

auch Adj. schijmaskero. Pnschum schtchla [ptilex 
salit], Perf. schtyjasi. Bakkri sclitena, kaniena tc 
schiin n Lämmer spriiig'en, wollen spr. Puls: Mre adre 
[niro shih mein Her/i] steh na Meine Adern schlag'en. 
Zipp. — St^na (sallunt) von steai'; brunnasiela [der 
Br. spring*!] Spring'brunnen, stela Luf'tspringer [eig*. bloss: 
Er spr. = stele Rüd. L 66.] Bisch. Tscherodia 
siele, was Rtw. S. 11. ganz in eins steht, kann ich nicht 
mit Dief. als: ,,wenn (di) der Kopf springt^^ fassen s. II. 
S%*2. — Me cammawa palT trin tiwess [Sg.?] sta 
[stav?] pree Ich will in 3 T. auferstehen. Job stejass 
pree catter i mu lender Er ist auferstanden von den 
Todten. LG, Ste pre (surge) u. s. w. Graff. S. 43. 
Apre stöhla [auf steht er] u. erwacht Bisch. Hieher' 
wahrsch. auch taschtaf aufmuntern Bisch., sei es nun, 
dass man darin eine Redupi. wie in Sskr. tisht^hdmi (Vari^/ui) 
und dessen Des. und Intens., oder vielmehr, was wahr- 
scheinlicher ist, t' st. te (ut) zu suchen hat. — Ostinar v.a. 
D. (To awake. Despertar) Bw. Bei Pchm. uszt'av Ich stehe 
auf, Perf. usztlTom S. 17., uszt*avav Ich wecke auf 
S. 16. Letzteres ein Cans. s. ob. I. 417., wie es solcher 
auch im Afgh. auf av giebt (Lassen, Alterth. 1. 432.). 
Mahr, ut'hivan'i v. a. To cause to rise; to raise up von 

ut'hani V. n. To rise; to get np. Hind. %i£hänä \S\^\ [o 

quadrip.] v. a. To lift or raise up; to abolish; to exhibit; 
to contract debts or purchase on credit. Ut'hnä v, n. To 
rise up. From Sskr. ut and r. Sthd Stand. Vgl. Sskr. ut- 
tlsht'ha (Surge) auch für: E lecto surgerc Rosen , Radd. 
s. V. Zwar könnte der Mangel des Zischlauts in Sskr. 
ut-thd^ Hindi ut'hanä (To ascend, spring), thämbhana^ 
auch tU'hänä (To stand), ut'hänä (To cxcite) einiges Be- 
fremden erregen; jedoch vgl. Buni., Ya^na, Alph.p. LXXXVI. 
— Prastav Ich laufe, vgl. Pchni. S. 18, Prastaf flie- 
hen Bisch., prastaw Id. Sz. S. 132., bei dem inzwischen 
auch S. 134. Pani prastal andy lenjae farte Das 
Wasser im Fluss läuft schnell. Prasthem [h wohl durch 
blossen Zufall mit dem Sskr. einstimmig] To run I. 345. 
Bry* Prastee! Run! haste! Irv. Im Sskr. pra-sthä 
Progredi, proficiscl Westerg. p. 21. Nach Dief. ausserdem 
plastanar I. 92. Ferner sustilar-se axijvai L., su- 
stilar V. a. et r. To detain, to be detained. Detener Bw«, 

der Hind. üUmmm sastänä^ or sustänä (from Sskr. svastha 
or sustha) v. n. To rest Shakesp. p. 476. vgl, , welchem 
Dief. noch Sskr. stbal beifügt. Abgesehen vom Lat susti- 



B. Wörterback. 245 

nere, Hesse sich aber, auch recht g^ut das W. als zo schtll- 
lava gehörig" — vg-1. Platz crg-reffen, nehmen — betrach- 
ten. Se sustino de 1a chariptf de lapa (He raised him- 
self froni his bcd with a start), utilö [s. stillaf] U 
pusca (took his musket) Bw. IL p. * 128» Pista halte 
Ich für eig*. Span, und ausser aller Genieiuschaft mit inl- 
aja/Liai. Sonderbar ist, dass die Grundbedeutung* vom Sskr. 
stha, nämlich: stehen, im Zig*, erloschen ist und anderwei- 
tig' — s. t e r d — ersetzt wird , was freilich auch z« B. 
in mehreren Rom. Sprachen der Fall ist, welche das Lat. 
stare in das Verb. Subst. anfg'enomnien haben , wie wir 1. 
459. sog'ar aczav in g-Ieichen Verdacht nahmen. Sprin- 
g'cn und stehen scheinen freilich sehr unvereinbare Beg^riiTe, 
allein zeiget sich doch im Sskr. sad (gehen , sitzen) ein g'e- 
wisses Analogen. Als einigender Mittelbegriff dürfte näm- 
lich für die erste Gruppe das Erheben der Füsse und des 
Körpers , in der zweiten deren Senken vorgestellt sein, üe- 
brigens verkündet sich die Bedeutung des Stehens, Stel- 
lens noch in: stano Ort L. X,32., benguistano (Teu- 
fels -Ort; vgl. Pers. qÜuw Place auch als 8. Cömpositions- 

glied) Hölle L. Hind. qI^ sthän Place, Station, qI^äamI 

asthän m. Place, abode, resideuce, Sskr. sthana. I stan- 
ja (auch i chchindi, djakro, chchindja alsParUs.H. 
35. 166.) Stall Zipp. fvgl^ sonnia) geht seines i wegen, 
trotz dem Hind. qL^' tnän m. LA plece of cloth (s. tchan) 

2. A stall for cattle, a manger, doch wahrscheinlicher auf 
ein, natürlich übrigens auch stammverwandtes Slaw. Wort 
zurück , als Böhm, stänj Standort , Stellung , Stallraum 
s. I. 90., Alb. Gtuv Stall, Pferch u. s. w. — Estaöas 
axrjvai L., das seines ersten a wegen auf das Griech. nicht 
zurückgehen kann, schliesst sich passend an, des Böhid. 
stan (etwa wie tentorium vom Ausspannen?) oder Zig. tan 
(Tuch) ungeachtet. 

Stacker treten [tielm. Imp.], stak erben Rtw. s. I. 437« 
Dief. hält es für D. stachern; sollte e» nicht die vor. War* 
zel mit kerav comp, sein? 

Stappiäf schreiten Bisch. , wie Böhm, staupati Id. ; s. H. 37. 
Diese alle venu, dem Sskr. Caus. sthapay (sistere, coUoca- 
re) analoge Bildungen. 

\Stächlo Stachel, stachl^ngro Igel. Bisch. Stachla 
Dorn s. I. 100., Zipp., der zegarja als PI. tantum an- 
giebt, viell* vergleichbar mit Lith. zagaras m. (ein Stück 
dürres Strauch). Erajarda II. 63. stellte sich noch eher 
zu raicha. 



246 ni. Wörterbadi. 

f / stfka Pfad Bisch. Stl^^a Rue Kog. Rb. — Vgl Fuss- 
steig'. Schwab, steig' f. eine steile Fahrstrasse , m. ein stei- 
ler Fusspfad. y. Schniid. 

Stekas Turnpike Harr. — Zum Vor. oder zu: Stecken? 

\Siagu8 8. q. Rick Harr. — Etwa, da rick, In ruc (zu Lat. 
rog-tts?) einen Schober bezeichnen, zu den Comni. LIth. H. 
p. 51. aufgeführten Wwn. , als z. B. Poln. stog, womit zu 
Tgl. Engl. Stack, in Schottl. „der Heu- und Getreidescho- 
ber^^ nach Kohl, Reisen in Schottl. I. %%o. 

'^Stutteraf stammeln Bisch, aus: stottern. 

\Sthppin Flachs; pah seh, stuppin [eig*. halber FL, indem 
das Komma falsch] Werg* Bisch«, Rom. aTovni, Lat. stuppa. 
— stoppen (seht.), schtopeneskro, PL schtop- 
pena Flachs Zipp. 

Ve stillaf greifen, fassen [sonst tappervava], fanden; 
fühlen. schtillepen das Gefühl st. des ihm unbek. 
ncht'ilma H. 73., allein auch o stilllpen, schtari- 
pen Gefäng-niss. Me schtillaTa Ich greife, schtild- 
Jum (schtildejum), schtilde (-die), schtill tu! 
schtillando greifend Zipp. s. I. 392. Rtw. stildum 
als 1. Prät. — Stillden^e L. IV. 18. Fr. = a os 
estardes Ib. Bw. (ol^f/tcaXciroif) von je stilldo LG. — 
Stildo gefangen z. B, ob. I. 139. und daher stildaf 419. 
Stilepenn Gefängniss, stil^pc^n Arrest Bisch. = sti- 
lepenne von stilen (anholde, satte fast) Dpb. — Util-- 
des Gefangene L. , und reutilar v. a. (To withdraw. 
Retirar) mit nahem Anklang'o an das Span, ermangeln des 
s, was nidit fehlt in ustil&r v. a. To take, to steal. To- 
mar, robar, z. B. Bi ustllar chichi (ohne etwas zu fan- 
gen) L. 5, 5. mit der Neg*., wie Sinelo chichi jikutv^ 
fiai 13, 32. s. ob. L 319. OstiUr s. I. 407. 409. H. 72., 
ostiladres (robbers), Bw. IL p. '^188., deren o durch 
das jedenfalls anklingende Vask. ostu (stehlen) Mithr. IV. 
901., dem sich auch Frz. oter anschmieget, veranlasst sein 
mag*, es müsste denn darin etwa eine Kürzung des Sskr. 
Präf. awa und nicht ut (s. stavva) liegen. 

Siaribcn m. der Arrest, stardo, i Arrestant, in Pchm. 
Starrapan (Prison) Rh.-Kog., staromangro (Prisoner) 
Harr., allein schtarepaskro = matschopaskro L. V. 
2. Fr., masfing'cro (Fischer) neben te fischervaf, ma- 
tschen te tapervav (fischen) Zipp. Me schtarava Ich 
fange, mc schtardum, schtar tu, schtarren turne! 
Schtardo heisst 1. wie schteldo: g'cfang'en, 2. ange- 
klebt s. L 391. IL 49. Zipp. Star dum (fischen) 1. Prät. 



B. WSrterbncli. 247 

Rtw., vgl. angeln I. 340* «isch. — Estaro (Prison) Bw. 
11. 149. Estaripel f. wohl mit Nachahmung des Aus- 
gangs vom Sp. Carcel; estardo s« et adj. Prisoner, cap- 
tive. Preso, angeblich, allein ohne Wahrscheinlichkeit von 
Ar* j*a»t\ asir A prisoner Bw«, wozu noch Dief* ostardö 

Bw. p.'^lS^. und starubun Irv. fügt Siehe cstäric^ II. 
168., sinastro m. (Preso) nicht Sskr. sandita (Bound, 
tied), wie Bw. will, noch auch im Ernst, wie Dief., zu 
sastcr q. V. Es hat den Anschein einer Compos. mit Lat. 
sine, wie verm. in sin pal om! Adj. (Peeled. De-cortica- 
ted. Pelado) vgl. palonia II. 8. Wenn, wie ich glaube, 
die Aficion ihre Hand im Spiele hatte, wäre es nicht zu 
kühn, an sinar v. n. To be. Ser, estär! zu erinnern, da 
dieser Span. Inf. gewissermassen der letzten Sylbe In si- 
nastro homophon ist, und, so zu sagen, als deren Re- 
dnpl. gelten mag. SIncarfial erklärte sich nun entweder 
eben daraus, sowohl begriiflich, weil der Sklave nicht viel 
besser ist als ein Gefangener, als auch sinnlich, weil man 
sinar in den ersten Lauten des Span. Es-clavo wieder- 
finden könnte, was freilich auch mit Lat sine = ex eben 
so möglich erschiene. Man entsinne sich aber, dass vor- 
, gedachten Sp. Wortes Ausgang, d. h. Span. Clavo Clou 
de girofle (Böhm, hrzebjczek , eig. kl. Nagel d. I. Gewiirz- 
näglein), im Böhm, aber harafidt^ karafildi (Dlanthus) 
und nach Nemn. Cath. h p. 904. vgl. 1402. sogar Beides 
Nelke (Span. Clavel s. clonel IL lt7.), d. i. Dianthos 
catyophyllusy und Gewürznelke d. i. Carjfophyllu$ aroma-^ 
ticus bezeichnet 

Starr gohli Schnecke Bisch, enthält man sich schwer, entwe- 
der unmittelbar, oder mittelst estarica (Area) an schta- 
r ava anzuknüpfen; viell. ist es aber Dem. aus ooTQa^ov mit 1 
st. r Diss. halber, und der Anklang an gohli (Stimme) 
eben so zufällig als an stahr (4). — Norical (Snail. 
Caracdl) Bw. macht sich in etwas einer Verderbung aus 
d. Span, verdächtig. 

Slirnaj gisterna [verm. mit indef. Art. je], maczka (Ca- 
tus. Kater) Alter nr. 155. und daraus Grellm. S. 2fto* 1. 
Auch stirrna Kater Bisch., allein wahrscheinlicher als fem« 
„Sterna f., pl. -e Katze, wie madschka^^ Graff. Ms., 
stirna Rtw., i stirna, -nja Katze, schtirnakro pi- 
ro (Katzenfuss) Pfote Zipp. — Erinnert sowohl an Sskr. 
sten (stehlen) als schtarava. 

Starosfa (Sorge) Pchm. S. 79. Vgl. Böhm, staranosc Be^ 
mühung, Bestreben, Flelss. 



248 in. Wörterbncb. 

Spilaf {9exL spildum) atrin oinspfjrren ; spielaf a vo- 
llste tschonioni spendiren [cig*. wohl: ihm etwas zu- 
stecken] Bisch. — Schpillava Ich stecke, schpildjum, 
schplll tu! Tre fsimaskri-pernizxa a hi rsüvjensla avry 
schpeldi Dein Nähekissen ist wohl mit Nadeln versehen [be- 
steckt]. Te schpellaf stecken, mit adrj: hineinstecken. 
S. Stopfen spillaf. Schpill Stecke! Me schpillava 
man apry Ich schürze mich auf; schpillola pes (Er 
— sich) apry. Schpilldo g'estossen , geschürzt [etwa 
cig. aufg-esteckt?] s. I. 392. Versenkt: Tellal awjas 
8 c h p e 1 d d Er ist nnterg-esteckt ; untergeschoben. Schpill 
les duriddir Stoss ihn weiter Zipp. vgl. II. 110. Da- 
her denn auch wohl als Inip. spill Stoss Rtw. — Viel!« 
hieher : 

Spinaf stecken, glanspinaf vorstecken Bisch. — Vgl. spi- 
Byu Pin Harr., spinga Epingle (steknatla Stecknadel 
Zipp») Kog. — Vgl. Böhm, s-pjpam (fibula consero) u.s.w. 
Comm. Lith. II. 67. 

Swa'B. avs II. 52. Zipp., dem es unbek., dafür: i jaswin, 
PI« jaswa (lacrima). Pani de aquias L. 

^Swinzi Blei Sz. Aus d. Slaw. — Siehe arczrcz, mol- 

llwo. 
'^•Svtri f. HammQr, Dem. sviröri Pclim. Gr. atpvgtov von 

üffvqa. — ^'Mlotko Zipp« aus d. Poln. 

Sabocar v. a. To inhahlt. Habitär. Sskr. sabhä (house) Bw., 
saboca (dwell) als Imp. Ev. L. a. E. — Socabar v.a.n. 
To fnhabit, dwell. Habitär, morär. ^IsOj To he. Estar. 
So z. B. im VU. Habia socabado ^r^aaca L. 2, 36. 
MivHv 8, 27. 10, 7. — Soscabar v.a.n. Habitär. Sskr, 
samwäsa (a house) Bw. z. B. II. '^122. 126., soscaban- 
do dicando dicö (Whilst looking* he saw) 130. 

Safacoro^ Ulilla n. pr. Sevilla Bw. — Etwa um des Frz. 
ville wegen, womit das Sp. W. scheinbar schllesst, aus 
foro (Stadt) verdreht zu facdrro m. (Halt* Alto)? 

SoJchuyo m. Anvil. Yunque Bw. 

Salquerd m. A glass. Väso, vielL durch Dissim. st. sar- 
quere m. A glass, cup. Sikr. saraka (A drinking* ves- 

. sei), Pers. jilL säghar m« A bowl, cup, goblet, sar- 

qnerin ul Larg'C pan. Bacin Bw. 
Sana Zorn L. 
Saniseo nXTjyrj L. 
Sapumetelll f. Trumpet. Trompeta. Mod. Gr. adXmyya Bw. 

(Kaum, doch sap, d. 1. serpent — als Instrument — von 

Metall?). Aber: 



B. Wörterbneli. 249 

Sibica t Trampet, proboseis» Trompa Bw. 

Sar prep. Wiih. Con Bw. s. I. S77« Daher sardenar If. 

42., sarball^ri 843.; s. iiocli sarracatin. 
Saraballi 1. 52« Dais ehinorrls saraballis (Two small colns) 

Bw. II. p. * 130. 
SaracdUy saray s. 11*^41. V^. sacojme 30. 198. 
Sardaha L Favour. Gracla. 
Sardo nu Aguardienie. Zu Span, arder ? Schwerllclt mit Bw. 

Sskr. sandhäna« 
Sarmuoe l'roifAog L. Prompt, quick.' Pröuto. Ssir. Bambhrama 

(Haste) Bw. 
Sarplar t. a. To pass jud^ment. Juz^ir. 

Sarracatin m. Huckster. Reg a tön Bw« Etwa das Sp. W. 

mit sar? 
Sarrasirdr v. n. Reir s. L 409. 
Saste Adj. High, tall. Alto. Ssir. sata (crest) Bw. 
Sastefi f. Complaint.- Quo ja Bw. 
Saullo m. Colt. Pötro« 

Segritan m. -tin f. Last. Egresiton IL 62. (vgl. gria 
147.), esorgie 64. viell. mit Transpos« 

Segron m. Fruit, benefit. Früto. 

Sejoniaj sejonia heute L. Vgl. IL 213. — Etwaige Ver- 
bind, eines Pron., .wie z« B. Lett. shodeen (ho -die), mit 
Vask. eguna .(Sskr. ahan) Tag, egun heute Mithr. IV. 
293. scheint mir besser gerechtfertigt als mit Hehr« &i*>. 

Selvahi f. BulTet. Bofetada. 

Servant f. Pilchard. Sardina. Vgl. Nemn. Cath. p. 1070. 1077. 

Serdahi f. Razor. Navaja. 

Semüche m. Mico , sicha f. Mona^ also movirend L 108. Bw. 
— Verm. aus Sp. simio, ximio^ a. 

Serviche m. Morning-star. Lucero. Gewiss nicht Sskr. sap- 
taglhra, Agnis d. i^ Personification des Feuers, wie Bw. 
wiH. Eher noch aus Hind. hujm^ ji^m saher ^ sawer (Sskr. 

saw^la) Adj. Earlj, soon, in good time, und daher sawe^ 
rä m. Moming dawn , oder gar aus Böhm, gitrznj hwezda. 

SentalU f. Front. Freute. Zu JSp. sien (Tempe, partie de 
la t^te entre röreille et le front)? So gletschän IL 
143. etwa aus einem der IL 45. angegebenen Ww. mit 
czam (Gesicht)? 

Seheba s. Fowl, pigeon Bw. 

Sese Spanien L. verm. PI. ron Sesö I. 54. Zu Span, seso 
(Cervelle, jugement)? 

Stehen s. t*hem] viel!, mit einem Zus. wie IL 66. 

Siariaa Rodillas Bw. s. IL 196. 



250 III. Wörtcfimdi. 

yjStcabar v. a. To extraci, pull oat. Sacir [daher?]. Pro-- 
perlyy To lift. Mod. Gr. atjxwvta* Bw. Sicabö Haxe h. 1, 
9«; pur se sicobö abri il^tXäciv S2.; sicobar {ixßaXHv) 6, 
42.; ngoffgeiv 45., infi^uv 7,, 12. , iiadovvai 11, 22.^^ 
Dief. 

'^ Siele m. Age, centurj s. I. 117. 

Silli^ f. Thorn. Espina. Ssir. ^üla (Pin , spit), Hind, dy*** 

fül The point of a spcar, a trideni or pike. A thorn Sha- 

kesp. p. 497. 
SimbreB s. p1. Eye-brows. Cejas, allein Bosimbres p1. 

Eye-lashes. Pestanas Bw. — Etwa Ung*. fzem, Esthn. silm 

(oculus) mit Sskr. bhrü (Braue), Zig*, pchova? 
Smar (To be) 1. 455. 
-^Singa f. Cantär, müsica Bw. Sin gas av/ii(pwvlai L. 15, 

25. Schwerlich zu sing-e Hörn, sondern Gerrn. s. L 111. 
SirguedeSj strquedis [dies 2. mit q], siscunde sämmtlich 

masc. L 116. — Zipp. schirodda Mittwoch aus d.Lith., 

was den Git. -Wwn. unverwandt scheint, in deren Schlüsse 

man sonst auf dives rathen könnte. 
Siroque m. Hemp. . Cäpamo Bw. — Viell. .^r. sjaranek Forsk. 

bei Nemn. Cath. p. 835. 
Sisli f. Momente. Or sisli AI mom. 
Sitacoria f. Kind of tax, carred work. Talla. Bw. — Zu 

corio IL 127.? 
Sitaescorial f. Unglazed jug. Alcarraza (Huber, Skizzen 

S. 241.). Dem äusseren Scheine nach comp« mit escorial$ 

etwa wegen coriä IL 154.? 
Start ilidr (urdiflar z. B. L. 8, 16. s. ob. IL 75.) v. a. To 

kindle. Encender. 
Sobadravj sodimidr v. a« To sweat. Sudar Bw« Zum Span. 

oder Sskr. svid? 
SocreUria f. Sinagdg'a Bw. Aus secrcto mit so (sub) st. se-? 
Sofanjir v. n. To travel, go. Viajar, ir. Ar. Jim ( journey) Bw. 

'^Soldres^ auch, verm. scherzweise gls. PI. von alar (Frz. 
allier): alar es (Pantaloons) Bw. IL 148. Ar. i\^jM s. uns 

IL 170.; dag'Cg-en in der Bed. Powers 241. 

Solth* (IIb and) m. Notar j public. Escribano. 

Stmsi f. Mouth. Böca. Sonsibelar v. n. To keep silencc 
(hold the mouth; also zu abelar? oder mit Dief. zu vo- 
lar To cut?). Callar Bw. — D. Schnauze? 

Swrinbo Adj. Serious, dejected. Serie Bw. — Aus d. Sp.? 
S. IL 156. 

Soripa f. Wood. Lena. 

Soronji f. Sdrrow. Afliccidn. Soronje Adj. Aflijido Bw. — 
D. Sorge, oder Goth. «aurg'a (fiigif^va, Tivnrj)'} 



B. Wörterbnek^ 251 

So$i f. uygog L. Comrt, yard« Corral Bw^. 

^^Sosimbo m. Oven. Horno Bw., xXißavog L. 112, 28.; 8* de 
jurcpenes tonoq t% ßaauvw 16 9 28." DIef. — Wa- 
lach, sola Heizofen? . ,. 

Soso ni. s. II. 40. 

Soiogaji f. Jujube, fruit of ihe Jujube. Azufdyfa Sslir. so- 
wirya Bw. Vgl Or. Ztsclir. V. 76. Nenin. Catli. p. 1149. 
Lassen, Alterth. I. 275. Wahrscli. ist unter dem dunklen 
Gitano -Ausdrucke nicht die Indische (Alahr. bora f. als 
Frucht), sondern die Eur* J. gemeint, Itai. giug-golo aus 
xfzulus (Zizyphus vulg-aris) Sprengel, Gesch. d. Bot. K 235. 
— Aus Span, doto (Bois, hocage touiTu) mit gajo (Branche 
d'arbre coupee. ^Grappc de raisins, bouquet de cerises, 
glane de poires cet.)? 

Sublimar II. 40. 

Sugerilar v. a. To put. Pon<5r. 

Sugilla f. Justice. Justicia. ' 

Si///7ftcfo Adj. Loose , light. Sudito Bw. Vgl. ulandar 11.57. 

Sulastrdba f. Chain, shackle 11.23. — Scham mit Rh. Kog. 

Sumu^uelar y. a. To cement, join. Pegar Bw. Sumfrqae* 
lö yes bmchasno [sonst -rno] on la tesquera He 
sent a bullet into the forehead Bw. II. p. * 128. 

Sundildr y. n. Descender. 

Sunpacel Adv. Near. C^rca Bw., vgl. fsamra Zipp. und Or 
chiro soscabela pajos The time is near Bw. II. p. *130. 
Allein auch, s. ob. I. 307«, bei Dief.: „suiiparal, nahe 
bei; -es m., -as f. Nachbar L. Verni. vom Sskr. (schwer- 
lich Span.) para und dem Fron. 3. pers. sun/^ Ob, wie 
rivaiis und Sskr. samipa eig. die Nähe am Wasser bezeich- 
nen, von Sskr. para, Ufer? 

Surdbi Adj. Fine. Fino. Sskr. saru Bw. ; k surabi de 
jannrö (by the edge of the sword) Bw. IL p. "^134. 
vgl. ob. II. 5. 

Surde Adj. Baff- coloured. Anteado Bw. 

Surddn Lj surdete m. World. Mundo Bw. nebst den unbe- 
gründeten Vergl. mit Sskr. sansära, sansriti. 

Surdinar v. a. et r. «To raise, stand up Bw.; etwa ardi- 
nar II. 61. mit einer Präp. (vgl. Span, suso, Lat. susmii) 
oder zu Hindi ut'hänä To raise, s. stavva? 

Susalar v. a. To satisfy. Satisfacör Bw. . VgU asaselarse 
II. 61. Zu Sp. asaz (satis), Yask. ase (sättigen)? Saro 
or susalo, sos terelaba All the substance which she 
had. Bw. II. p. ^ 130. 

Sustigui f. Chlbarase la s., ntqiC,waiTai L. 12, 37. s« ob. 



352 m. Wörterbadi. 

II. 66. 119. Aacb gedenkt Biet. Doeb schadncca C31. 
Schürze, Jedoch mit der Bemerkung, wie es an Wetter- 
auisdi: Schürtach erinnere. 

SusHry Lot, fortune. Surrte Bw., sustlrias Kkriqog L. 83, 
84« De siistiri (so that) Bw. II. p. ^\%%, entsprechend 
dem Frz. de sorte qne. Weder an einen Zasammenhang 
mit' Sskr. snsthata (Happiness) , noch Hind. sitaree — verm. 
Ist Pers. b.üuM Stern, oder Hindnst. .bu^ sutar aus Sskr. 

jBu mit tärS, also eig. guter Stern, dann: Time, opportu- 
Bitj gemeint — möchte ich mit Bw. glauben; Dief. zieht 
Span, tirar herbei, dem sich auch Lat. subtrahere (Loos 
ziehen?) beifügen Hesse. Viell. geht man mit diesem Al- 
lem fehl, und hat nichts als eine willkührliche Entstellung 
aus: surrte vor sich. 

Szihszik Küchlein Seetz. Offenbar redupl., vgl. Or. Ztschr. 
IV. 86. — Liefl. Zig. sziklize [etwa mit Slaw. Suff.^ 
indess ist das z undeutlich, so dass es vidi, auch r gele- 
sen werden könnte], ein Ettchelchen s. IL 800. 

^ySzMer Nims. Der Arab* Name fQr das Ichneumon. Muste- 
la ^< Seetz. Vgl. ^j^ Cast p. 8380. ^egypt. Nems ( Vi- 

verra Ichneumon) Nemn. Cath. p. 1574., aber auch Bar- 
harey Nimse Mustela furo p. 671. — Doch nicht etwa das 
Slaw. Wort für Iltis (Zig. ilska Kr.) Dobr. Inst p. 138-, 
Lett. dttkkuris Härder bei Wellig S. 35., Estn. tuhkur li- 
tis, Teufelskind; asch- oder m&uscfarbig; Mehlthau, vgl. 
tuhk Asche, tuhkias aschfiirbig; tuhkma Wieselchen? 

'^Szümszüm Sesam Seetz. Ar. (Mm-mm simsim The grain se- 

same. Cast. p. 8550. nr. 87«, allein nicht zu Ar. ^^y4M4 Bu- 

tjro condivit cet., worauf Benfej €r. Wurzeil. I. 418« 

. mjaofAov beziehen möchte. Das Wort stammt allem Vermu- 

then nach aus dem Aegypt. sempsen, semsen, semsain 

Nemn. Cath. p« 18d0. Kopt oeMOHU,. <;8caMeN ParUiey 
p. 449. 

^Szemmalik Fisch Seetz. Ar* ujUam C^st« p. 8557* 

-jl-SünbSlen Schnurrbart Seetz, a. Or. Ztsdir. III. 47. Kurd. 
simbel; allein Liefl. Zig. kalat. 

SoalphSrinkildindy Schläfhaare Seetz. — Türk. \£plyh und 
^yiyS tuluHy tulubler ftempora) mit J^ qü (pilus)? 

\Terrin Vögel Seetz., j^h sg. 

\Dihhry s. IL 79. 



B. Wörterbodfe 2&ä 

-^Ddkherd Berg Sceiz. Nicht sowohl Türk. ^^ tis rlel- 

mehr a. Bj^^ Saxum, pctraj scopulos« 

-J-Suir«^ Durra Sectz. ilJ, 

Welches Deutsches s^ Frz. und^bei Pchm. z, Pers,j^< 

ist, wenig^stens nach den Pchm.'schen Beispielen zu schlies- 
sen, dem Rom ursprOngrlich fremd. S« inlautend: bnzech, 
djz, hazika, razinav, hamzlnay; mit solchem An- 
laute nur die 4 Grundwörter zumln, zen, zeleno, zor 
bei Pchm. 

Zever Mouth Oas., serrlh Mnnd Seetz. — Etwa zu Kord. 
d^,v, Zend. g'afna (Mund) Or. Ztschr. III. 58.? 

*}-S^td Oel Seetz. Zett/ o sett, setteskero, sette 
Zipp. Tschett (oleum), tschett^skro köro Oelfla- 
sche, tschettdo ölig* Bisch. Dscheteskri [richtiger 
als mit a In der 1. Sjibe] dumba Oelberg LG, Cheti 
f. Olive-oll, Sp« aceyte; chetalli f. Ollra Bw«, zctal- 
las Oliven L. — Ar. q>äjj m. , Hebr. n'^t An ollve. Vgl. 

Nemn. Cath. p. 7Ö6« 

-j*JZea f. Sattel, zenengero Sattler Pchm. Söhn Bisch., 
1 fsecn, fsjn Kr., allein gewiss richtiger seen, sen- 
nlakro, sennja Sattel, z.B.Me kammawa te tschj- 
waw seen Ich will satteln II. 187. Zipp. — Pers. ^t 

(ephippinm, sella), Hindi dshina =s HInd. ^ m. A sadd- 

le; zin bändhnä To saddle; zin-gar (Sattel machend) A 
saddler Shakesp. p. 4S3. 
JuZor f. Stärke, zoralo stark, fest I. 124., zorale-mos 
kero hartmäulig, zoraTövay I. 424. nr. 30., zoraTa- 
rav 434. nr. 40«, zo raupen m. Festigkeit. Pchm. — 
Zor' (Potestas. Macht, Gewalt) Alter nr. 66.,. zoralo 
(Vis. Stärke, Kraft) nr. 64., vielm. Adj., zor na (Poten- 
tia. Vermögen)* nr. 65. viell. mit einem Slaw. Adj.-Snff. , 
wie z. B. Poln. silnj stark, oder verbal (3. PK); Zipp., 
dem es anbekannt, dafür: i soor, pl. bare sorja Macht; 
I zohr, 1 sohr, sor, soor, sooriakro, sorja Kraft, 
bat zohr hl les Er hat viel Kraft. Sorallo kräftig, 
sorello fest (kascht Holz), hart, mächtig, stark, mann* 
-haft (Compar. -relledir), sorelo gestärkt, suralo 
(sorallo) stark, nani soralo schwach, bisorello un- 
vermögend Zipp. Soor Macht XG. „Soro, I, pl. e 
stark ^< Graff. Ms«, wie Comp, so red er stärker Rüd« I. 
67. , und , wafarsch. jedoch Irrthümllch , s 6 h r (gewaltig) als 
Adj. neben sohr Kraft, Macht Bisch., ezor 1.284. Grellm. 
VU. — Sorlo Kraft (auch sela) ist wohl Adj., so gut 



254 III. Wörterbodu 

wie sorlo mäcMig', sorello stark Rtw. S&hrlo mäch- 
tig-, sorülo stark, fest, g-erraf s. fest machen, auch 
baonen Bisch. S. 6. 43. , sorSlis laut als Adv. — Su- 
rajl (firm) Bw. nach Dief. — Aus Pers. .^j u. s. w. Or. 

Ztschr. III. 34. — Sohr Gift Bisch, wohl kaum zu dem 
g>leicbbedeutendon Pers. j^, j^; ^^1* noch soreli. 

'j^Zumin f. Pchm., summin Suppe Rtw. I summen, me- 
Hiakro, menjakri, menja. Cha shalauter sum-* 
men Speise lauter Suppen [vlelm. Sg*.] Zipp., wie sum- 
min Bisch. Suppe, Brühe. Siman, samin 6roth Harr. 
Sumi f. Broth, sonp. Caldo. Mod. Gr. tjovfiL Sskr. süpa 
(dies wohl mit Engl, soup, aber nicht mit unserm Rom - W. 
vergleichbar] Bw. DC. \ovfii ^aus AUgrIech. J,w/t*og); niit 
n als üblichem Rhinismus. 

'^Sarwoj servo (slnister), serwi rlgg-, rig'ga, rlg-ga- 
kro linke Seite, -wast 1. Hand Zipp. Serfo (sinistra) 
mit f st. w Rud. App sarrwo zur Linken LG., dscbar- 
wes Adv. links Graif. Ms. = serwes link [nein: links], 
sarwestriall L 69., rings herum, wahrsch. verhört st. 
links herum, da es sich an die Ww. für: all, g-anz (Sskr 
sarwa) L 275. desswegen nicht anknüpfen lässt, well diese 
im Zig", anders lauten. Ga-sferwos I. 298. Bisch. — 
DC. ^f^ßog (slnister, laevus). — Davon natürlicb ganz 
verschieden -|-serfa Hirsch u. s. w. L 71., sarfäp^nn 
das Wild Bisch, aus Frz. cerf und nicht Ung. szarras (elg. 
cornutus von szarv, und 2. Cervus), dessen Schluss -Zi- 
scher schwerlicb weggefallen wäre. 

f^Zeljunos* VIrlditas. Das Grün Alter nr. 130. (aber für Vi- 
ride nr. 211. kein Zig. W.) und daraus Mithr. h 247. 
Dazu Zipp. „Gras, Laub — grünes Selleno oder senel- 
lo tschäär grün Gras; senelle paterja gr. Blätter; 
im Sg. jek senelll patrin.^^ — Zeleno grün, Russ. 
zelen' das Grün, Poln. zielen j, Böhm, zelenjr s. Pchm. 
8. VH., Serb. zelen Et. F. L 141. Zipp. unter: grün hat 
sellälo und über ausgestrichenes selleno übergeschrie- 
ben: sennello; z. B. sellenl tschaar gr. Gras, sel- 
leno ruk ein gr. Baum. Viell. Ist sennelo nicht ver- 
wandt mit Afgh. sheen (gr^^n)? S1. CHHb, Poln. sino 
blau u. s. w. Or. Ztschr* HL 44., sondern eine blosse 
Transp. aus zeleno, jedoch von weiter Verbreitung. Näm- 
lich: „Senelo, i grün, senelewaben grünen, [angebl.] 
Inf., koba senelo das Gras^^ Graff. Ms., sowie LG.: 
)ak' kVaha app u sennelo kascht, hol wela appo trnkk [aus 



B. Wörterbuch. 255 

d. D.]? So man [wir] das thut am gr. Hohe, was will 
dem dürren werden? — Sennole pattria gr. Blätter 
Rüd. I. 68. — Rtw. senillo (grün) und S. 25. senne- 
lowlsa Rasen [also cespes ob. 1. 69.]^ neben narwlllo rasen 
oder toll sein. Daher Ist geflossen sennelowisa (toll sein, 
rasen) Grellm. S« 299. 2. , und danach bei Woeniger 1. 133. 
das von ihm selbst fabricirte Sennelow losch? was: 
9, Bist du toll^^? bedeuten soll; — eine Frage, die an ihn 
selbst zu richten man den besten Grund hat! Richtig, ob- 
■ schon ohne die Verwechselung durch die Stelle im Rtw. 
belegen zu können, schloss Zipp., dass es — wie wirklich 
der Fall ist — eig. „grüne Wiese" bezeichne = wysa, 
senneli wjsa, PI. but senn.elle wise. 

Assibilirtes V (ts) = Pchm. €, R. ü, Deutsch Z. 

Das 9, s. I. 86., kommt bei Pchm. nie zu Anfange, ja, 
meines Erinnerns, auch nie anders als im Instr. man 9a, 
tumen^a, cziriklen^a u. s. w. ob. 1. 193. vor, wo An- 
dere Deutsch z, hartes fs, oder s aufweisen. — Inlau- 
tend erscheint c, vom Gitano abgesehen, in: 1) adec! 
(tot), keci (quot) I. 254. Pchm. 2) im Slaw. Suff. -Ica 
1. 101. 3) telenciko (vitulinus), pacal'a^ pocinav, 
lancos, rinckos I. 107., kockarida, pelcki Pchm., 
sowie belzko Pilz Bisch, und s. u. trdav« 

-^CaJclo m« Glas, cakluno von Glas, caklengero Glaser 

Pchm. s. IL 69. — Russ. cmeKAÖ u. s. w. Comni. Lith. I. 
68. Eben so c st. st (das Umgekehrte in bernista), al- 
so durch eine Art Transp.: 
'^'Zephani Kranz, tsaphina bund (ist wohl das Subst. Bund, 
wie z. B. ein Türkischer B. gemeint) Rtw. Ngr. oTtq>avu 

Cerha f. L ein Pflaster, 2. das Zelt; fremd nach Pchm. S. 23., 
wo: Plachte, Zelt. Etwa es strecha (Dach) S. 55. aus 
dem gleichbedeutenden Böhm, strzecha f.? 

-^Cuknida f. (urtica). Dem. cuknidka f. Pchm., i zigud- 
na, niakro, PI« zigudnja (ausgestr. sukkudschia) 
Zipp., tschukkjuhti Bisch. — l^C tt^ov^vlSa , Rom. auch 
TCtxviäuy ai^ixvida, Hell. xviSt]. 

Zeicha Neige. Zeichasäla Sie lacht nur ein wenig u. lä- 
cheln Bisch. S. II. 63. erdicha Pobreza. 

dpa f. Haut, nach Pchm. S. 23. fremd; cipa (cutis) Alter 
nr. 42. I cepa, G. zepakro, zepe, i zippa, -i Haut, 
Fell, Lcder Zipp. — Rom. x^iTia. 

Tsefindkro Alter nr» 144., zefniackro (piscis) Rtw. von 






256 m. Worterbnch. 

I scfnia (sqaama), maczing'ere zefnja Fischschuppen 
Zipp«; t schaff ja (Kartoffelschalc) Bisch. S. 79«, ^ah- 
rengSri dsch^ffjS Eierschale [cig*. doch wohl PL] S. 45. 
— Vgr. rl^dwXtov Hülse, r^otpXov Schale von Eiern, Nfls- 
sen; vgl. DC. r^'fpia, r^nuy j^vna Membrana. Vena. Mas- 
cnlns. Pelllcala« 

Cidav Ich wäge, cidipnaskere PL Waage Pchm.; allein 
nach 8. 13. cidav Ich schöpfe, und S. 17. czidav gar 
ohne Sinnesangabe. — Etwa, wie Tkxeiv dem Sinne nach, 
zu trdav? 

Cilo m. der Pfahl Pchm. Vgl. kllö IL 107. — Zipp. zum 
Voc. Petrop. : Stange, Pfahl — Istanga, -e. Opalo. 
kllo heisst eig. ein Prügel, KnitteL 

'^Zelo ganz Rtw., Zipp., tschelo GralT. S. 51*, tschöla 

(totos) L. IV. 5. Fr. — R. ij'B'AjbiÄ, Poln. caly. 

\Zelta Hatte Rtw«, aber, gewiss richtiger, 1 z^lta, ta- 

kro, te Zelt Zipp» 
j^Zosno fremd, czosno manasch, ein fr. M. Zipp. — Vgl. 

Poln. cndzj, BOhm. cjz^ (peregrinus) , cjzyua die Fremde. 

Wahrsch. mit soff, -no, wie silno, zigno, grosno 
* (zorna?) als Adj. nnd Bisch, nihrno, Zipp. njrno- 

nyrne Niere« 

Cirach f. der Schah, Dem. clrachdri; ciracheng^ro m. 
der Schuster Pchm. = tirichgingro Id. von dlrach 
Rtw«, dir ach (calcens) Lud., Bisch«, tirach Wldh., thj- 
rach, -racha, auch 1 tirach -i (PL tlracha) Schuh, 
tirachingero (von erster Hand: tiratschingero), PL 
tyrachingerl Schuster Zipp. — Koja dlrach, Acc. 
cha Graff. Ms., tyracha Schuhe L. IIL 16. Fr«, tita- 
jais, -aisch PL L. 3, 16. 15, 38., tirajai Shoes. Za- 
patos, angeblich zu Sskr« pddaträna, als PL von tiraba- 
ni m. als Sg.; tirajero (Zapat^ro) Bw. — Sasteres- 
kero [eisern] dirachia Schlittschuhe, dlrachengri der 
Leisten (leista Schuhleisten). Puro gordlrach^rl, 
auch gordlchirl [dies auch Schuhmacher; vlelL mit Aus- 
fall eines r] Schuhflicker. Verm. wie Altflicker, allein 
twer erklärlich trotz des Anklangs an Frz. cordonnier, 
Sg. klrchlnghero [k st. t, oder fälschlich st. c ge- 
«tlit?]Kog., chähengero von chaha, chäpar (stump), 

IBii« S^yi^ chapaura A sllpper Harr. , womit wohl ^\j^ 

1^ quadrip.] 1. Adj. Brazenfaced 8. m. Slippers Shakesp. 

^ 304« gemeint ist. Chaca (souliers) Kog., d. h. doch 
^^ ch nicht nach Frz. , sondern EngL Ausspradie« S. noch 



B. Wörterbndu' 257 

IL 192. a.i8cliaiiim. — Poln.tncwik^ der Sdioh; Tirk. 
^ L^ ciarik Calcous rusUcorum ex crodo corio paratus 

Clod. lex. Türe 9 oder ^jT^a^ovxia zierlich geflochtene re- 
ihe Sandalen, die Th. Koloi^otronis bei ßolnem Begr&bniss 
an den Füssen hatte ^< Au^rsh. A.Z. Beil. v. 14. März 1813, 
Ganz verschieden unstreitig Rthw« StritseB, Tri sehen 
(Schuh), Trittling (Fqss, Schuh, Stiefel) v. Qrolm., de- 
ren die ersten an trdav [vorn auch mit z] erinnern könn- 
ten. — ^ Tirachan (palliuni) Vulc mahnt theils an tacho- 
cha II. 178., theils an rachemni. 

Ciral m. der Quark Pchni. Parno [weiss] g ihr all Qnark; 
glhrall allein Käse Bisch. Quarg (s. Popow. S. 450.) 
bezeichnet in manchen Geg-enden die geronnene Milch, wie 
sie, abgerahmt und ohne Molken ,* zu Käse angewendet wird« 
Zipp. hat zwargo (nanus) neben b<aro riso Riese, ent- 
sprechend dem Rtw. zwerglo Zwerg, mit einem, viel!, 
deniin. Zusätze, wie sensla (Sense), seh erb lo (Scher- 
be) Bisch.; — dagegen anderwärts: „Zwerg [durch Ver*- 
nienguug mit Quarg, doch wohl nicht um des Lith. karlä 
Zwerg willen?]. kiral, pl. la, G. leskero ist mit 
Käse einerlei; kjrall heisst nur Käse allein ^^ [Lith. siiris 
ist sehr gesalzener Lith. Käse]. Ferner bei Zipp. glommso 
(Glums, Provinzialausdruck st. Quarg); dik thdd dicke 
Milch; tchuli Schmand. — Kiral Rtw., chiral (caseus) 
Yulc. Meg. , mit merkw. , etwa accus, s hinter k i r a s, Dle- 
besspr. Fändrich (Käse), aber kil, Dlebesspr. schninnck 
(Butter) WIdh., und aus diesen Grellm. S. 227.1. — Qni- 
ra, qnirälis f., nnd auch mit n: qninate m. [wie von 
q ulnar Coniprär] Cheese. Queso. Mod, Gr. tvqI Bw. — 
DC. hat zwar T^^igog (Serum lactis) , auch rt^ovQog und t^/- 
^or = Rom. rC/gog Molken (aber ni^xToyaXov Quark); al- 
lein dies mag, so wenig als sir Pchm. S. 47., sjr Quark 
= Czech. syr Käse Pchm. S. VII. , die richtige Erklärung 
geben. Zum mindesten leitet Hindi khiri, kshirf (An ud- 
der; eig. milchreich) mit Sskr. kshirln ganz wo anders hin, 
nämlich auf HInd. ^^ hhtr f. Rice -milk Shakesp. p. 627«, 

zumal bei den Sjr. -Z. (banir Käse aus d. Pers.) ktr 
Milch Seetz., bei den Pers. kihr (milk), allein tehl (but- 
ter) Ous., was an Hind. ^ tel (Sskn täila) Oll von yi 

til The seed of the Scsamum, allein auch t'hil Schmalz 
Pchm.., tchil Seife Sz. wenigstens erinnert» Im Slahpusch 
ist hila Käse. — Kiel Rtw., kjl Butter Grellm. S. 231. 
1., womit inzwischen Hind. ^ gJn m. = Sskr. ghrTta so 

wenig Gemeinschaft haben mag, als das dort erwähnte 
H. . 17 



258 m. Wörterbndi. 

Htiid. ^-j^ makUan m. Bntter. Danach klil and rerm. 

aach durch irgend ein Versehen frill (Bearre) Kog. — 
Klhl, Acc. klhlas s. battern (batjrum), kihlesk^ro 
waro BuUerbrod Bisch. kll, kjl, G. kjleskro But- 
ter, kutt! kyly but kyl (khjl) viel, wenig* B., te ke- 
raf kjl battern Zipp., Imp. keer khyl Kr. — Kil 
(Ciird), kil, .kael (cheese, wie cal Brj.j, aber kil (but- 
ler), kil-tod (Buttermilk) ans Hind. ^^ und p^^v>Milk; 

endlich kael-maro (Cheese and bread; also ein Dwand- 
wa, wie II. 8«.?) Harr., vgl. I. 171. Zipp. Kyl te ki- 
ralla Butter und Käse. 
^SÜrja Rtw., zirja; pura (vgl. DC. nogri) Knoblauch 
- Grellm. Ciria f., aber auch sar m. Garlidr. AJo Bw. 
I fsTr, fsyr, fsirjäkro, pl. firrja Zipp., serria 
Knoblauch, s er langer o goich Knack- [der Etym. nach 
wahrsch. Knoblauchs-] Wurst Bisch, s. IL 134. — ^ Kurd.sir, 
Pers. Mi rxu Garlick Shakesp. p. 503. 

CMa f. Passover. Easter. Pascua Bw. — Sonst bei diesem 
nur noch mit c vor e: 

Cende f. Light Lüz. Vgl. Span« encender. 

Cengarica f. Desire. Gana. Bw. mit den gewiss unzulässi- 
gen Vergl. Sskr. k&nkshA, Pers. »[^.^^JbfX. (Agreeablc to 

one's wishes). Hind. chana (to desire). 

Noch s. zaster, zawari, zilah Rtw. neben Formen 
mit s, und villizin unter f. 

Assibilirtes d (ds, ds), Pchm. 3; auch Sp. z. 

Als alleiniges Beispiel bei Pchm. S. 39. , vgl. ob. I. 86. : 

Tim* f. ein Haar (Böhm, chlup , d. i. kurzes Haar an Men- 
schen und Thieren; Zotte, Zottel), Dem. 3ardri f. ein 
Härchen, sarälo haarig. -* Sskr. g^at'ä f., auch g^4t*a 
m. The hair matted as worn by the eod S'iva, and by 
ascetics; the long hairs occaslonally clotted together, and 
brought over the head as to project like a hörn from the 
forehead, at other times allowed to fall carelessly over the 
back and Shoulders, und fat'äj sat'd (An ascetic clotted 
hair) lassen sich viell. vergl., mindestens besser als Ung. 
sz^r. — S. noch Zipp. thura — but thuree Locke. 

fDztvo (miraculum) Alter nr. 1S5. und Mithr. Zibo L. Id., 
zibar sldi wundern L. I. SL — Poln. dzlw, Böhm, diw 

Zi f. Hen. GaliJna Bw. Vgl. szikszifc. 
mmtra IL S36. 



B. Wörterbock 2S» 

» 

Zincalo L 3& 44. — Kopitar schrieb an Mich uitenn 9* Ml 
1844 aus Baden bei Wien: 1. ,>S. Opp. TheophjlacU Ar- 
ehiep« Bulgariae ed. Finetti mit Foscarini's Vennehnuii^en 
aus Codd. Da ist ein Brief von diesem Hoftheolog^n an 
einen Anti- Lateiner in Gunsten der Abendländer , die W0U 
fm Appetit, meint er, sich ron den Griechen untersdielden 
dürften. Man soll sie desshalb noch nicht ansehen für 2i- 
xavoi (sie üodd. omnes!). Wie wenn das die erste Erwäh- 
nung derZig*. wäre^^? S. ^^Ich kenne hier S Böhmen , wo- 
von einer Gilt an und der andere Cikanek heisst. Beide 
entsprechen dem Namen ; denn der erste ist gross , und der 
andere sein Dem. hjpocoristicum. Die Böhmen haben kein 
wahres g und müssen daher Cikan sdireii^en und spre- 
chen: wir Anderen aber sagen Cigan in Krain, und der 
Serl>e Ciganin mit dem gentiien -in^^ [8. noch Pos- 
sart, Fttrstenth. Serbien 1837. S. 106-114«, der mir auch 
Estn« Mustlane zu ob. L 98. nachweist]. 3« „£aT^/?A 
XiiQ (1. 29.) ist das Walach* cacivel, vom Lat captivos, 
captivellus« Also in der Weise, wie It. cattivo, schlecht.^^ 
Sancho bei Hidalgo p. 804. sagt, nachdem er die Ansicht 
Fremder verworfen , welche der Zig. Ursprung auf Spanien 
zurückführen wollten wegen des von Lucan angeführten 
Flusses Ciga: „Pero llamanse Gitanos, 6 Cingaros, 
d C ingalos en juicio de Escritores graves por parecer 
en todo a la Ave Cinclo, que el Espajiol llama üfe^a- 
cilla, 6 uiguzameve^ que es ave vagante que no tiene 
nido, j anida en los de otras aves, ave inquieta y pQlire 
de pluma, como escdbe Eliano.^^ Auch werden sie von 
ihm geschildert als „Bnxambres de zdngama$ (Mücken) ^S 
welche vom Schweisse der armen Bauern leben, wogegen 
p. W^ ihr Name auf den „Gran Mago Cineo'' aurückge- 
(Uhrt wird. Zu Motto's hat er gewählt: „Vidi afflictionem 
eorum, qua ab Aegyptiis opprimuntur; et scient'Aegyptii 
quin ego Dominus ^^ Exod. Cap. 3. et 7. „Haec dicit Do- 
minus, dispergaui Aegyptios in nationes, et ventilabo eos 
inierras^^ Ezech. cap. S9. und. beginnt, woraus man den 
Mann genügend kennen lernen wird, folgendergestalt: „Se- 
nor! siempre los Gitanos afligieron al pueblo de Dios [!j; 
pero el Supremo Hey le Ubrd de ellos con muchos milagros 
que cuenta la sagrada Escrltura, y sin tantos, solo con el 
milagroso Ulenio [!!] que en expuiaiones semejantes tiene 
V. Magestad, podra Hbrar so Rcyno de ellos, que es Ip 
que suplica este Discurso*^^ — Zu 1. 4t. bemerkt mir brief- 
lich Lassen: „Brockhaus's Vorschlag hat Vieles für sich; 
Dom ist ein weit verbreiteter Name filr die niedrigsten 

17 * 



^60 in. Wörterbodi. 

Kasten , in Assam vnd dem ödtlichen Bengalen , wie im Hi- 
inalaya findet er sicli als solcher. Am genauesten entspricht 

• die Form D'ama (d. h. rama). Ich sehe nur Eine Schwie- 
rigkeit, die: anzunehmen, dass das Volk selbst diesen Na- 

' men mit sich gebracht hahe.^^, und Diefenbach: 9, Die 
Dom's sprechen nach dem Miss. Lösch (Ausl. 1844. nr«97.) 
einen canaresischen Dialekt, gehören demnach nicht zu der 
ersten, schwärzesten Schicht der vorhinduischen Inder, son- 
dern zu der zweiten, dem grossen dekhanischen Stamme/^ 
Derselbe zu L S9.: „Serb. Gnrket Zigeuner (Scha- 
farik). In Westphalen hiessen die Zig» Scheerenschlel- 

' fer [daher wohl die Unehrlichkeit dieses Gewerbes?] s. 
Schückings hübsche Novelle „das Stiftsiräulein ^^ in Le- 
wald*s Dombausteinen, die einige interessante Züge aus dem 
Zigeunerthume enthält. — Zu I. 31.: „Vgl* Vann. ba- 
mein bezaubern, verzaubern, betragen. In Schlaf seh waz- 
zen. Selbst noch neuprov. bouamo f. Einschwätzerin, Be- 
trügerin ; viell. aus banniein , banmh : baobh [s. I. 29.] : 
ban.'^ In Schuster und Regnier Wörterb. d. D. u. 
Fr Spr. Franz. - D. 1842. : „ B h ö ni i e n Zigeunersprache, 
aber Boheme das Böhmische, b. Sprache. Boh^mien 
Bdhme» Zigeuner. Fig. Bohömienne a) listige Person, 
b) freies, freches Weib; eine Messaline. Vic deBohe^ 
me Zigeunerleben." — Zu I. SO. Woeniger I. 57. be- 
merkt, dass noch im 3. Jahrz. dieses Jhd.'s in der Umge^ 
gend von Lübeck eine alte Zigeunerin unter dem Namen 
„Tater Stien" [Christine?] bekannt war; und die Jun- 
gen sie oft „alter gelber Tater" schalten. Bw. IL 
liO. berichtet sogar schon ans El Estndioso Cortesäno von 

' Lor. Palmirdno um 1540.: „Germanj where thej call them 
'Tartars op Gentiles; in Italj they arc termed Ciani. 

' Sonic [In Spanien] understood the vulgär Greekf!], others 
did not" cet. und findet mit Recht (p. 103— 126.) In ih- 
rem Idiome viel Ngr., Slaw., Fers. u. s. w. Kohl 
Reisen in Irland 1843. Th. L S. 81. will von Irländern 
wissen, dass es In ihrem Lande „Gipsies" gar nicht 
gäbe und auch nie gegeben habe, was eben so mit Ju-- 
den, Ja sogar Kröten und Schlangen der Fall sein soll« 
-•Kr mag indess ausehen, wie ^ das kurze Wort „Efage 
An Irish Gypsef" Harr* p. 547* mit seiner Angabe reimen 
will. Blaslus, Reise Im Burop. RussK In den J. 1840 — 

' 1841. Th. I. 84. sah sn seiner Verwunderung hoch hinauf 
In Wytegra unweit des Onega-^Sees eine Zigeunerhorde, 

'* gegen 60 Köpfe stark. Eine Art augcsiedelter Zigeuner 
fHAd sich m Danllof S; S88. — Zu I. 57. Von der 



^ B. WSrterfcadr.' 461 

Spraohfcrtigkeit der Zig*, s. man anch noch Hidalgo p. S03« 
and Alter p. V — VI. Zn 67. Note füge man noch „die 
7t mühamnied. Hanptsekten '^ in (v. Hammer's) encjcl. Ce- 
bcrs. der Wiss. des Or. S. 410. — Zu 48. Shakesp. 
p. 589. hat Hind. t-A^sT Kacherä m. The name of a tribe. 

Sollte Knrb ad so viel bedeuten als ,, Verwandte ^^, vgl. Ar. 
c>oJ qurbat f. Nearness, relatlonship Shakesp. p. 566.? 

— Zn p. 49. Sollte Nüry mit LdrI einerlei sein^ so vgl. 

man wegen des Lautwechsels Shakesp. p. 792.: „HInd. 

^ nürt f. Name of a bird of the parrot kind coramonlj 

calied lüri (Psittacus). Femer p. 793. ^^ nont t Efllo- 

rescence of salt on a wall ; Lo^ nonijfä A maker or dea- 

1er in salt, a saltpetre- maker; vgl Zig. Ion. Oder darf 
an Ar. .U Luxit. Pavidus fnit, fugit. Fugam cepit, fuga- 

tus ab hoste fuit — als Flüchtlinge — , oder »^33 Prae- 

stigiatrix, fascinatrix Cast. p. S255. gedacht werden? .— 
Kouli, koulan I. 30. 31. 62. etwa erklärbar aus Arab. 
^ty> qawül m. (Adj. sup. of J>d A word, sajing. A kind 

of song) A kind of mnsician, a songer Shakesp. p. 571«? 
Schwerlich aus Tfirk. ^is quti ro. A slave, a labourer, 

porter, a coolej p. 570. 

Zamborino m. Pumpkin, calabash. Calabdza Bw. 

Zarapia f. The itch. Sarna. Zarapiado aossätsig L« — 

Vgl. u^'al Scabies. Cast. lex. Pers. p. 203.; jedoch erin- 
nert Dief. an Sp. zarapallon; und Kroat. sneghsräb (le^ 
pra) Meg. 

Sierecin m. Sausage. Salchichön. 

Zermaha f. Curse« Maldiciön« SsJcr. ^apana Bw.^ eher noch 
Hind. wf fAM 8aräp . (Sskr. fäpa) m. A curse. Dief. ans 

Luc zermanar ßXagqnif.iHv und zermana Eid als fem. 
Nichts desto weniger wahrsch. = sarrnian (Eid) I. 95. 
'Bisch, aus Frz. sernrent m. (Eid, auch Fluch) = Lat s»- 
cramentum. 

*Zobio (sextuö) Luc. L 26. 

Vgl. noch azia n. 61«; dsi S16. 

c) Cerebrale« 

Diese Indien eigenthttmliche, und desshalb ganz vor- 
züglicher Aufmerksamkeit wertfce Classe (s. I. 85.), wird 
von Shakesp. Prof, in Betreff d^r meisten, ihr ziibehdrigen 



aaa in. Wörterbodi. 

iiaate so beschrieben, dass diese ,,wUli ihe poiiit of tbc 
ton^ue strack (pressed) (back) on tbe palate^^ hervorge- 
bracht würden. In Arab. Schrift bezeichnet das Hindast. 
deren Mutä t', t'h, d', d'h darch o, ^, O , P3 mit 4 

übergesetzten Pnncten; daan kommt aber, ausser r (^) und 

der r vocaKs, auch das im Sskr. eig. unrorhandene Paar: 
^ r', «nd 0j r'h, deren Unterschied von d' und d'h nicht 

allaumerklieh sein kann; sowie zuletzt sh und n^ Das Sskr. 
zeigt sich, namentlich zu Anfange, wo nur das r hänfig 

-vorkommt, sparsam im Gebrauche dieser Laute, wogegen 
die Volksmundarten auch an dieser Stelle dieselben nicht 
scheuen, dagegen aber ihrerseits den cerebr. Nasal — 
wenigstens gilt ein Hind. ^ in der Schrift für s ä mm t li- 
ehe Nasale — nicht immer getreu zu bewahren scheinen. 
S. I. 85. und kandih IL 96., kuni 101., kinav 103., 
khäbn! 149., ginav 135., göno 136., sonakai%S7., 

- larno; vielL canrea IL 125. — Beispiele vom cerebr. 
Zischlaute zu Anfange nur szov (6); sonst dösch; 
irushilo (sitis) von Ss](r. trish, aber tahrschaf furch* 
ten von tras und truschul aus tri^äla; wtirrszinda II. 
81*; piszalo; mannsz; karmus 118.; raszaj; ru- 
szav. Moshee (tbe arm) Bry. aus Sskr. musht'i? Asch 
(8) s« I. 816. Anguszto fdigitus), aber angrusli 
Pchm., i gnstrin, gustrinjakro, strinjia Zipp. (an* 
nulos) IL 55. 56. und kaszt 120., wuhscht 86. mit 
sht'h im Sskr. Eines anlautenden d' verdächtig sind: 

1. Dar L Pchm., tahr Bisch, Furcht, Hind. j^ dfar m. 
Fear; Lj^^^ d'aränä (causal of ^;^) v. a. 1. To frighten, 
to make to fear. 2. Adj, frightfal; ferner ^S/> d'armonu 

Id. (== Zig. daravav) von ^Lv> Terrible; l^^.»^ ä^arwui- 
yU Adj. FearfuI; sämmtlicb mit quadrip. o, wogegen im 

- Sskr. dri. — 

• 

% Ihri f. ein Band (Böhm, kalaun j d. I. ein schlechtes Band) 
Pchm., dori Band, Binde Rtw, Dori (i dorik), G. 
doriakro, PI. dorija, dorrja Band, Schnur (dei(%a 
Angelschnur , viell. durch . Aphärese ans udice ; v e n t k a 
-ruthe s. IL 78.); fsahnl tikkiii, bugli dorik ein 
schmales, breites B. Heeringori dorija Kniebänder. 
Dorik gebogener Batid, 'Tonnenband Zipp. — Thorin, 
bahr da Band (vgL Hindi dori string, thread, packtbread; 
und ropeauch: barhd), pikkeskero thorin Achselband; 
Mch thörin GeseUsdiaft} bari thorin [grosse G.] Botte 



t.^^^k^lAMH 



' vlell. <hirc1i Verwechselung mit: Bande, welches selbst aber 
durch bari-tschor fd. h. grosse Diebe als PI.?] wleder- 
g^e^ehen worden Bisch. I torja L. 111. 16. Fr. (cor- 
r^a Bw. aus d. Sp. = Lat. corrigiae). — Dari f. Thread, 
llne. Hllera. Fid. Dori f. Rope. So^a. J^ers. ^^^^ [?] 

Bw., welcher Vergl. gewiss so wenig* Stand hält, als et- 
wa mit Hind. ^cJ^*^ ^ ^^^^y iineament, oder dhär' A crowd, 
multitude, Vielni. HInd. d'or, dorl f. (^o)"^ ^^^ quadrip. 
o) A string, cord, thread, rope; Sskr. dora, d'oraka. ^- 

Harr, dori, shalo Cord^ string; dori Twine, vidin 
string, ribband. 

Ritsch (ursus) l.»83. könnte dem Sskr. eufolge vom vocali- 
Bches r (sounded as in ,river* Shakesp.) haben, wogeg'en 
im Hind. das Wort cons. beginnt. — Rom L 4ft., roi; 
ran könnten zwar auf ein r st. d', jedoch nur unter Zwei- 
feln angesehen werden. — In Betreff von 

Rodav (Ich suche) Pchm. beruft sich Dief. auf Sskr. rud 
(Quaerere, adniti) bei Rosen, aber nicht bei Westerg*.; 
allein man beachte rücksichtlich dieses bei Bw. orotar und 
mit n: orondar IL 72. lautenden Verbs die an sich son- 
derbare Sskr. Sautra- Wurzel ^hundth^ welche jedoch durch 
das Hind. bei Shakesp. p« 416. beleg't werden kann, wo- 
selbst LUPJuy^> dthünd'hnä [mit 2 quadrip. aspir. S] UQd 

\J0^^^ [d. h. ^ und ^ quadrip.J v. a. To seak, to search 

for. — * Rodeaf fsuclienl s. krebsen; rodaf pale, pa- 
lall (unter-, nachsuchen) Bisch. — Rtw. suche, als wäre 
es Imp. , hatzjum (inveni) und rodium (quaesivi)« Imp. 
rode Zipp. suche s. 1.396. 

Man vergl. 1. t^: arro II. 50.; czafav 180.; czoro 
211. = Hindi chhöt'i Sniall, short, petty; p^t, per; 
pchar; pcharovav (d' oder t') I. 447.; bura, 
porr; borlin?; 3aräIo = Sskr. g'alala (Wearing 
clotted hear) ; kohra? 110.; kirlin IL 96. t', d', 
im Hind. \:>Sf llt' m« An insect, auch mit r': ilr'ä m. 

Karo Pchm. 95«, so wie jarres axdvd-ai L. VIIL 7. 
14. st. nY. — 2. nVh: canro ob. IL 95. — Piri [t'h 
ausgeworfen?]. — 3. d': kolin vgl. Sskr. krdd'a IL 108.; 
khelav 155. vgl Hindi krid'd, khela (Pastime), aber 
auch Sskr. h^U (Wanton, dalllance), kil s. noch Delius 
p. 47.; churdo 159.; irrae 143., tani gri (Youn^ 
horse) Harr. p. 557. mit i% d', r', vgl. khuro IL 155. 
Mit n^d': aaro (ovum) == Hind. ändf und öitV; chadum, 
chäro; maro« Muravar mit n'd' oder nV L 44^ — 
4. Wudda H, 78. mit d'b oder r'h; kaar 94., Hind. 



26« m. Wortovbneb. 



•• ^ 



kfir^ii. Parno (weiss) zu Mahr, pan'd'hara (White) oder 
Sskr. pan'd'u? — 5. Gudlo, ^alo II. 133. Hind. ^ur'; 
khöro 154«; <;harr 162. mit d' oder r^; perav, Hind. 
par^flä y, m To fall (Sskr. pat); Lär (sepes; Iiortns) mit 
r'; baro mit d', d'h, r'? VielK tschirikklo II. 199. 
(avis^ ang-eblich auch papilio), tschirlkliski-nesto ein 
Vogelnest Zipp. Wo nicht Dem. nach dem Master von 
marikli, etwa vielm. zu Afgh. chirg (fowl); chirga (hen) 
bei Leach p. 10. 

"^JRai (nobilis) und, offenbar mit Art., erani (nobilis matro- 
na) Vulc. Grosray II. 145. — WIdli. reih, in Die- 
besspr. grandigper (gross, Frz.grand) Sims, TulTer (S. 149. 
Tufser) d. i. Amtmann, Edelmann S. 147. 149. — Raj 
ni. der Herr, ran! f. die Frau Pchm. Auch rajkano 
herrschaftlich Ib., s..1. 123., rinkeno [das ersten etwa aus d. 
PU, z. B. renge, dominis, Zipp.] Adel [eher Adj.] Rtw., 
und, wie herrlich: Herr: rikeno (pretty) Harr», arlnci- 
na, -0 niedlich Rh. — Graff. Ms.: „Rai ro. "Herr, Acc. 

- res (rales verstanden, aber wohl nicht gebräuchlich [vgl. 
ob. I. 150. und Parad. 195., so wie z. B. raieske Bisch. 
S. 86.]), PI. rai [so!]; rani f. Herrin, Acc. rania; PI. 
rania, Acc. pL -en.^^ — €hrellm. S. 231.1. hat raja; ra- 
jah [Bisch daraus die Varr. raja, reiah, welches letztere 
indess wirklich so für Herr bei Rh. vorkommt], Hd. raja 
[es ist das Ind. L>.t. m. A king, a prince gemeint; j nach 

Engl. Ausspr.] der Herr, der Fürst; ranj, Hind. r^i [?] 
die Fürstin; raz [rag mit g! Principaute Kog.], Hd. raz 

[vielm. -.Lm., Sskr. r^g'ya Government, sovereigntjjk,reign, 

' kingdom], das Fürstenthnm. Dazu Zipp. : „0 rhei, rheis- 
kcro, reia Herr, Fürst; raja könnte der PI. sein [aller- 
dings; oder Vocat. I. 179.]. I rhdnl, rhanjakro, ran- 
jta Fürstin; rani, bari rani Dame. Bare refskero 
temm (d. i. eines gr. Herrn Land) Fürstenthuro.^^ Raz 
bezeichnet er als unbekannt, und, wenn es irgend Wahr- 
heit hat, möchte es wohl nur aus dem Acc. sg. hervorge- 
gangen sein. rei, 6. reiskero und raskero, G. PI. 
reiingero und rangero. D. Me dschava raste Ich 
g'ehe zum Herrn, auch Dh reiste, raste (Da domino); 
penn e reiske, e raske (die domino). A. Bitschuv 
e refä (e ras) krik Schick den Herrn weg. Soc. Reisfa 
oder e rasfa dschava (mit dem Herrn werde ich gehen) 



B. Wörterbuch. 205 

s. L 189. — Rat Herr, Anitmann, Ricliter, n rai Mei- 
ster, praduno [Id?] räi 1.124. Lehrmeister (vgl. besieget). 
B^aridir rai Baron s. I. 212», ranln Dame, bari ranin 
Edeldame Biscb. — Arai (gentilhomme) , de rai (maitre) 
Kog. , vieil. beide mit Art. , in weichem Falle de st. ye 
verdruckt sein oder dem Engl, the entsprerJien mtisste, 
sonst de die Part, (dass, wenn; und). — Bei Harr.: Lord 
(a gentleman), aber auch Farmer; landholder; a man of 

some property; a householder Rae, Hd. ^ff* ^cl;« N^oble- 
man Res [etwa Acc. sg. ?], Boro Rae (great man). Lord 
or Chief: Kraus, Boro Rae, Hd. bara-rai. Rani 
Lady, Hd. ränii boro räni A great ladj; aber auch 
rani Princess, räni Queen. — Riah or rai ah A Lord 
or Sir; raiena or roiena A lady Bry., welcher das 1, 
mit Pers. oder Hind. raiah, das 2. -^ unpassend — mit 
Lat. regina [Frz. reine] vgl. Riah, Hd. rae (Lord), rrie- 
na (Lady), Hd. ra,enee, ranee Rieh. — Engl. Z. räye, 
gajo Man, ratin ee Woman or lady Marsd. — Irr. ry 
(gentleman), ranee (lady) und p. 61. Ry, bara Ry, or 
Ry of the Roomdichels [s. ob. I. 37.] so viel als „Zi- 
geunerkönig ^^ Ein Zeltungsart. London, d. 6. Sept. 1844. 
berichtet: „Dieser Tage starb bei Beäulieu in Hampshire, 
86 J. alt, Joseph Lee, der' „König der Zig.^S <^- ^* ^^ 
anerkannte Oberhaupt dieser in Engl., bes. Süd -Engl., wo 
der grosse Wald an der linken Seite der Southampton- 
Bai, genannt New Forest, ihr Hauptquartier ist, annoch 
ziemlich zahlreichen räthselhaften Menschenclasse. König 
Joseph trieb in seinen Mussestunden , zur Erholung von den 
Regierungssorgen, eine Handarbeit, nämifch die eines her- 
umziehenden Schcercnschleifers ; daneben aber war er einer 
der kecksten und gewandtesten Schmuggler, und ein ^üld- 
dieb trotz Robin Hood, so dass im New Forest kein Reh 
vor ihm sicher blieb. Er erwarb sich durch diese Neben- 
gerälle eine schöne Privatdomäne, so zwar, dass, als vor 
einigen Jahren seine Grossnichte Karitas Lee sich mit 
einem Edlen des Volks, Namens Stanley, vermählte, diese 
vom Grossohm eine recht anständige Mitgift empfing, näm- 
lich 100 Spaden-Guineen nnd sehr viel Silberzeug, welche« 
aber zum Theil ein anderes Familienwappen , als das Lec'sche, 
geführt haben soll. Im Grafschaftsgefängniss der alten Stadt 
Winchester sass König Joseph bloss viermal." Vgl. Kog. 
p.7. — Eray Gentleman, knight. Caballero, Hd. rae. Rias 
f. Damsel. Doücella. Era&o. m. Lord, master. Sskr. bharan'- 

d'a, Russ. 6apHHb. Eraiül f. Lady Bw. ^ raun ah Rb. 



2«6 Iir. WörterboGh. 

Dief. hält erano, Dem« eranoro Herr, eranorear-se 
L. f9j 25.9 sich bemächtig-en-, aus dem Fem. g-ebildei; je- 
'doch hat Vans Kennedy im Mahr, rdn'ä A king*, wie rän'i 
A queen, beides anstreitig* aus Sskr. räg^an; ygh Hindi 
rkg^'d Prince, king", rän'i Princess, und nicht mit cerebr. , 
sondern dent. n : rdni Queen. Vg^l. Höfer, dial. Pracr. rang- 
gi (mit 2 g'utt. n) ^= Sskr. rag-'M; p. 148. ran^n'a Id., 

lind raA SS rkg^ä. — Cast.lcx. Pers. p.289.: ^^L Noni. regi- 

bus Indiae tribui solitnni; allein „Ray bezeichnet einen 
niedrigeren Grad als Radschah^^ Neuniann, Or. Zeitschr. 
V. 2. Wie wahrsch. nun für alle diese Ww. Gleichstäm- 
migkeit sei, so bleibt doch zu beachten, dass Shakesp. 
p. 423. zwar Hind. ÜV^ ränä m. A Hindu title of a prince 

or räjä; p. 424. ^\^ (Sskr. räg'ni s. ob. I. 112.) f. A 

(Hindu) queen or princess; auch ^L rao m. A prince, al- 

* • 
lein p. 425. auch X rä*e or rä^i (from Sskr. räi Wcalth) 

m. A (Hindu) prince. Ju\j ^\j A Hindu title {ht.) The 

Chief of princes bietet 

jRiiicAa Ruthe, raicha naschaf Splessruthen laufen Bisch. 
— Wohl kaum zu Lith. rykfste. 

Raan Rtw, , ranl f. Pchm., „rcän f. Ruthe, Acc. rania, 
PL rania (wie bei rani, Herrln)^^ Graff. Ms. I rhähn, 
nlakro (njakro), nja Ruthe, auch rant (Stange, An- 
gelstock) Zipp«, dessen t jedoch kaum auf Ij[|ifd7 d'an'd'ä 
ni. (Sskr. danM'a) A staff rathen lässt, indem es müssiger 
Zusatz, wie d in gand H. 102. scheint. — Je rann 
Wünschelruthe, rann Gerte Bisch.; ranora (eig. Dem.) 
Zweig Sz. — Rengalena WIdh. s. I. 339.; die Form 
/engaf (Staubbesen geben) ist gewiss bloss Bisch.'s Mach- 
werk; und rakaf (zerschlagen) vlell. vorn durch Druckf. 
mit r st. b versehen. — „Ran f. Rod. Yära. — Without 
doubt, one and the same with the Bengalic Ratan^ Sskr. 
ratha [Calamus rotang] ; whence the Engl. Rod and Germ. 
Ruthe '^ Bw. Nein; eher eine Rahne^ ein dickes unbe- 
schlagenes Stück Holz, wie Mielckc Lith. rastas tibersetzt. 
Vgl. Anzeige -Bl. S. 47. zu den Wiener Jhb. Bd. CVI. 
1844.: „Die Rohne ist ein grosser, besonders vom Winde 
gefällter alter Baumstamm, nach von Koch -Sternfeld im 
Baierischen Walde Rane. Im Stricker: ronen und este." 
Ahd«» rouen (trunci) Graff. Sprachsch. u. R. S. 522. ? 

Rmii f., pl. a, der Stock Pchm. S. 23. 

^Rihda Rohr £^' IL 120. Bisch. Reche Cane, reed Bw. 



- B. WörteHiBcl. 267 

v^l, ob. I. 87. — Deutsch Rieth, Riet, Reit (Armid«) 
Nemn. Cath. p. 485. 

*Rov To weep Irv., roob weinen Rtw., eig-. Imper« s. I. 
394. 433. Rov, roven (To cry), ma rov (I crj) Harn 
Rowan (ulnlatus) Alter nr. 57« — Me rauawa, me 
runjum Kr.; te rliowell [in rauell umg-oändert] jek 
jäswill f-n?], eine Tliräne, but jaswa viel Thränen. 
— Rohedas Er weinte, rboohodenles sie beweinten 
ihn, roowenn nit, weinet nicht! LG. — Rowawa Ich 
weine, heule von roaf; robaf beweinen, röwapenn Ge- 
heule ßisch. = roviben m. das Weinen Pchm; Orobar 
L. weinen, beweinen, heulen. — Vgl. Hindi röna (to howl, 
weep), rdäi(Weeping). Rauert (Katze), Rauling (infans) 
1.34., vg-l. Sskr. rudatha, mögen eher auf raiic 1. miauen, 9. 
weinen von Kindern in Aachener MA. zurückgehen. Bur- 
win (pleurer) Kog. scheint mir auf einem Missverständnisse 
aus Ung. bor (d. i. Wein) mit Lat. vinum, wegen der gros- 
sen Aehnlichkeit der beiden Deutschen Wörter, zu beruhen, 

Rudelar v. a. n. To ans wer. Responder, contestar Bw., 
antworten L. möchte ich, dem bei Bw. vorkommenden und 
gleichbedeutenden brudelar zum Trotz, mit Dief. Sskrw 
brü und rat' (loqui) beizuordnen nicht wagen , obschon Sskr. 
rud (flere) noch weniger passt. 

Ruv (lupus) Pchm. S. 6()., ruuw bei den Liefl.ZIg., aber 
diba ob. I. 76. bei den Syr. Rotliw. seef v. Grolni. — - 
Ru, Hd. bira Grellm. S. 2dl. 2. t) rn (rhu), rnes- 
kero, PI. riia (but rhua) Zipp. — Aruje, lern, ye- 
ru [mit Art]; ollarüb [mit einem Pron. ?], orioz; femer, 
wohl durch Annäherung an Span, lobo, auch lueyes pl. 
L., sg. luey m. Bw., welche schwerlich mit Bw. zu Sskr. 
wrika , Hd. bheruha (vgl. Hindi bh^d'iya, hun'd'Ara) zu zäh- 
len, sondern, vgl. Or. Ztschr. IV. 24., Sprösslinge sein 
möchten von te rauaf (weinen), rundle 3. pl. praet^, 
r.undo (beweint), rundando u. s. w. — Von derselben 
Wurzel vermuthlich, wie Sskr. rudatlm (A dog): 

JRecofto (Canis) Pred. p. 212. aus Molnar; rykano Sz. 

(fälschlich daraus rykaro als Var. Bisch.) mit dem SnfT. 

-kano 1. 123. — Gänzlich verschieden: 
Rubasuncha, ji\. es L. Fuchs. Verni. zu Oss. niwass, Tsche- 

rem. ribäsch, rübtisch Or. Ztschr. 1V^ 124. vgl. mit 24. 

(Pers. »bi»^)? und zwar mit demselben Suff. s. , ob. I. 73. als 

gosunchö /a^a L* 11. 13., sobrauncho UeberAnss XV. 
17. — Nähef an Span, raposö gränzend rapi^cha ob. 11. 
26. — fRenarda Fuchs Rtw.^ renade (renards) Kog. 



268 III. Wörterbuch. 

Roi Rtw., e rdi LIefl. Zig*., roy WIdh,, ruy (I roj — ro- 
ja), G. rojakro, rojaZipp., roj f. Fchni., rolch 
(Löffel) Bisch. RoK (cuiller) Ko^. — IVolli f., roin f. 
.Spoon. Cuchara Bw. weg'en II und n etwas sonderbar, s. I. 
89«, falls sich Verwandtschaft mit Hindi d'öi Spoon, laddle 

heraasstcllt. Shakesp. p. 414.: ^v^ dVi f. A wooden 

spoon, \^y:> d'awä m, A larg'e w. sp. , auch Lxi^^ m., 

^^^v> f. [dämnitlich mit quadrip. J] dfongäy dongi 1. A 

spoon. 2. A canoe. 3. A troug-h. 
Roi f. Flour. llarina. Ilind. ru-ee Bw., d. h. wohl HInd. 

^^ rat Bran.. 
tUjfi t Dust. Pölvo. iS^Jbr. rag'^a. Pers.{^. (Arena, sabulum) 

Bw., vlell. zum vor., s. IL 35. 

'\'Raco ni. A crab. Cangrejo. Russ. paKb Bw. s. IL 117. 

Rakkeraf sprechen, reden, rakkerpen Sprache, Rede, 
rakkerpaskro Schwätzer Bisch. „Rakker Imp. sprich! 
Tgl. pen (nicht: sage, mit demselben Unterschiede wie 
Im Deutschen) ^^ Graff. Ms. Racker Rede [wohl als Imp.J, 
rackervara plaudern, nahirackerwela 1.3^. stumm, 
rackerpen Sprache, shuckerakerben hi koles [Er 
Ist] beredt Rtw. — Rakkervoeha (du redest) Zipp. vgl. 
ob. L25(). Wldh. S.l^. — Racker dl Praet. Hann. Ro- 
ker. To talk (s. auch hinten ohne r: L 37.) Irv», der Hind. 
rokiia U^^ (To detain) und bukna [richtiger bakna] To talk 

vgl«, woran sich Zig. vakeraf s. I. 377. 436. schliesst. 
Rokra (To chat, speak; angeblich auch: I spoke), ro- 
kramen (Conversatlon; 1. pl.?) Harr. — Araquerar ru- 
fen, nennen L. v. a. To speafr, talk, call. Ilablar, llaniar. 
Sskr. rat^a, araquerep^nes pL Sayings. Dlchos Bw. 
s. U. 44. 

Rahhav Ich finde L 394. Pchm. 

"^Me rakava hefsst sowohl: Ich faste, als: Ich hüte mich. I. 
394, 401. Te rakaf oder te rakkel verthcidigen. Rak- 
do beschützt. Dewel man [?} kamchla te rajckell 
Gott will mich schützen; te rakillwell [?] o Dewel 
Gott beschützt [vielm. Conj.] uns Zipp., vgl. o bolloben 
te rackel tut der HIminel bewahre dich Rtw. S. 39. vgl. 
ob. L 359, Rakaf schützen; rakkemäskro Flurschütz, 
rakkemaskero [wenn Gen. vom vor., wie wahrscheinlich, 
inüsste das Suff, zweimal stehen, vgl. 1.150.} kehr Wacht- 
haus, rakoli Wache, rakkeli Nachtwache, rakkelcn- 
gro Nachtwächter Bisch. Aracatear v. a. To guard. 



B. Wörterbach. 209 

Guardär u, s. w. II. 44. Bw. Besonders seines bh wegen 
beachtenswerth : Arakhav Ich bewalire Pchni. -^ Stkr. 
raksh, Prakr. rakkh Delius, p. 85., Mahr. rakhan'<i v« a. 
To place 9 kcep, ^uard, protect. Hind. U^T. rakhnä y. a. 

To keep, put^ place , have, hold, possess, lay, sei, Sta- 
tion , leave, own, stop, save, reservc S^iakesp. p. 43S» 
Vgl. y5s^, raJchäk Keeper, ^}y^j raihwärä A keeper, 
guard, shepherd cet., Hindi palarakshaka (Herdsman) , ra* 
khawäla Id. und Pastor, kceper. 

Rdhlo ni. ein Bursche, 2. Knecht, Dem. raklöro, ein 
Bürschchen. Rakli f. ein Mädchen, 2. Dienstmagd, Dem. 
raklöri ein kl. Mädchen Pchm. Rakli das Mädchen, 
raklori d. kl. M., Szuj. — raklo Knabe s. I. 35« 
182., Parad. I. 194—5., Knecht. Me honi tiro kohn 
kandidir [auch tro kohna kamlidir] raklo, [Ich hin 
dein] gehorsamster Diener! Rakle (Schüler) Zipp. — 
Grcllni. S. 229. 1. rachljo ein Jünger, rachsjl ein Frau 
lein. — Rakto (Young man) p. 550. vordruckt st. raklo 
(Boy); rakli (Young womau) Harr,, roklee (girl) Irv., 
rackii Magd Rtw., rakli, jakro, kja Zipp«, raklin 
Mädchen, dermo raklo [wohl bloss wörtliche Uebers. 
des D,] Junggesell Bisch. -^ Der Secretär bei Irv. vergl. 
Mahr, rakhlee (A kept girl), als wäre es vom vor. Art. 
— Lacrd dovXog L. 17, 7., pl. lacres dotJAo« 10. Ser- 
vant. Criado. Ssh*. löka (A man), Ild. larka (Lad, boj) 
Bw., baro-1. , ofxovofiog L. 12, 42., lacri f. Mädchen, 
Magd L. wiesen ihrerseits auf Hind. WJ larlä (Sskr.Ia- 

d'aka, r. lad' Sport) m. A boy, child , Infant, habe, ITJ 
J^J lar'kß lar'ki Boys and girls , childrcn Shakesp« p. 667* 
(Lakrotrnpeskro Bisch, gehört schwerlich hieher, s. I. 
70. ygl. 27().); allein bedenklich bleibt die Gleichsetaung 
von raklo damit durch Transpos, 

Radchevo (A servant) Bry. sieht heinahe wie Brochabo 
(Muchacho) Bw., oder als Comp, des Vor. mit chavo (A 
son) aus. 

Rikkeraf Zipp., vorn ohne r: ikerav Ich halte Pchm. u.s.w. 
I. 435. Still — Schtill. Jov na annela tschi avrjr, jov 
scharo pasche pester [das falsche r wohl bloss wegen des 
folg.?] rikkerla Er bringt nichts heraus, er behält alles 
bei sich. Zipp. — Schon um des abweichendem Vocals hal- 
ber schwerlich zu Hindi rakhanä (To hold, detain), und 
= rakshä karnA (To keep) s. oh., allein auch kaum, nebst 
rig'u (Stralght), zu rig' (Fixum esse, stare) s. liggeraf. 



270 ni. Wörterbudi. 

Bik.t die Seite Pclmi., toie rick (latus corporis) LG. — 
I rik, rikakro, rikka Zipp., je rikk Seite; tschorrfe 
dfela man ano mer rikk Es sticht mich in der [meiner] S. 
Bisch.; allein ri gen der, was Dief. 99 von den Seiten ^^ 
fasst, bringe ich zu ril. — Andririck s. L70»299.; vgl. 

. prevvavverick jenseit Rtw. u. s, w. Ib, 279. 291. — 
Wahrsch, mit Interrogativpron. : Karik tu dschaha? 
Wohin wirst du reisen? Karik avle tri fsamenza? 
Woher sind deine Freunde gekommen? Karik awoeha? 
Woher kommst du? Katera [ist auch recht, sagt Zipp.] 
avaha? Woher kommen wir? Andere, wenigstens theil- 
weise, mit einer Präp. !. 257. 298.: Krik, weg, fort. 
Jov hi krlk Er ist weg. Krik tume reiale! Fort, ihr 
Herren! Krik, krik, mre reiale! Krik, mekkin 
meen apry grende te bfeschas Fort, fort, ihr Her- 
ren! Fort! Lasst uns auf die Pferde steigen [sitzen]. 
Dscha tu krik, ma keer mro schere tatto Geh doch 
hin, mach mir den Kopf nicht warm. Zipp. — Kr leck 
Rtw., gerik, hinweg, Adv. GrafT. Ms. — Dscha gcrik 
weg, eig. Imp. zu gerikdschaf fortgehen. G. hitschaf 
forttragen, u. s. w. H. 53. Zertahamen a gai gSrik 
Wir ziehen von hier weg. Gerik vorbei. Gerik hi a 
gawa gowa [Es ist mit dieser Sache vorbei], verdorben. 
Bisch. — AricataL. (auch a und e st. 1) Seite; Theil 
(wie f^igog) bringt Dief. mit dem von uns H. 40. anders 
gedeuteten aligata zusammen. — Das von Grellm. S. 227. 
1. beigebrachte Hd. terrik ist gewiss eben so unverwandt als 
Hadley's' turruf Ojb; und die allenfalls mögliche Bezie- 
hung zu Sskr. rTg'u (rectus) wenigstens Unklar. 

Reka Reihe Bisch. — Die Plattd. Form: Rege; oder Sskr. 
Hkhk f. A line, a continuous line (Hind. L^« rekha f. 

From Sskr. likh Write. Writing, line, mark, fate, destiny) 
s? lekliA A line, a mark, or row cet. , z. B. khad'galekha 
(A row of sabres)? 
lUkengre Landsturm Bisch. -^ Etwa, da an Linientruppen 
(vom Vor.) gewiss nicht zu denken, etwa s. v. a. Lat. 
alaril (von rik)? 

BekadÜ (Grandchlld) Harr. 

Rekabe s. H. 93. — Rezhy was sowohl Pchm. als Zipp. un- 
bekannt, Ib. 119. 

*ilt/*' (Arbor) Alter nr. 128., ruck Rtw., o ruk, keske- 

'^ ro, PI. rukka Zipp., dem ruk, Holz bei Grellm., in die- 
ser Bedeutung, wie Pchm. S. 51. völlig anbekannt. Ruk 
Braende (d. i. Holz, Brennholz) Dph. demnach viell. bloss 



B. Wörterbudi. 271 

aus Grellm. — Ruk Bisch., rak m., PLrukka Graff. Ms. 
und S. 39., auch L. IIL 9. Fr. Rook Bry., Rieh., ruk 
(trcc) Harr. p. 555. =s Hind» ^^j rükh m. A tree Sha- 

kesp. p. 441., mit Rückführung auf Sskr. rüksha m. (A 
tree in g'eneral), so dass man nicht gerade der Vermitte- 
lung* von Prakr. rukkha = Sskr. wriksha Lassen, Inst. p. 116. 
bedürfte; denn, wie wriksha aus wrih, entstand rüksha aus 
ruh (crescere). — Biruquero m. (Carpintero) etwa hie- 
her mit Beibehaltung' des Lab.? Nach Dief. zu berdo 
(Cart) als Wagner. — Eru, eruqnel m. (Olivenbaum) 
als Hauptbanm von Spanien, 'nebst dem spanisirten eru- 
car m. (Olivär), verni. liieher, was mindestens zweifel- 
hafter von luquindoiie m. Cyprcss - tree. 

*0 ritsch^ pl. a Bär [ganz, wie im D., bei Bisch.]; stilde 
e ritschas (ceperunt ursum)Zipp. = Hind. .^^j. rtcAA m. , 

Sskr. riksha. — Ritschni Bärin s. I. 112., mit demselben 
Suff., wie Shakesp. p. 521. Fers, j^yä shernl f. A lio- 

ness ; p. 158. Hind. ^y<M^ besam f. A female of the ^M^a 

bais (Sskr. wä\(;ysL) cast; p. 183. ic*^,^ pretnl (firom Sskr. 

pr^ta) f. A female ghost or demon. 

•^-Reescha Bisch., redscha f. Graff. Ms», raza Sz., hi- 

rezza [hl st. Art. i, oder Verb.: lst?j Rtw., hireca, 
reczori (anas) nr. 163. und daraus unstreitig retze; r€- 
tschori [das 2. gewiss Demin., allein Zipp. nnbek.J Grellm. 
S. 290. 2., wie aus diesem wiederum retse, retshori 
Dph. Retschen (Enten) v. Grolm. Retza (canard), 
en romdn ou valaque rizza Kog. , Walach. ra^e, [Jng. re- 
tze. Slowenisch raca, r^ca u. s. w. — Statt dieses Htm 
S. 51. unbek. W.'s bei Pchm. xambali. Bei Zipp. Enta 
aus d. D. und i hrezza, 1 retza, rezzakro, pl. re- 
tze, aber auch buglanakiskri (d. i. Breitschnabel von 
buglo breit, nak Schnabel). Or. Ztschr. IV. 30. 

Ratschbla Rock, auch vorn mit o: i rotschola u. beschneit 
Bisch. „Rodschola f., Acc. a, PI. a Mannsrock ^^ Graff. 
Ms., vgl. IL 110. 178. Je rotschola oder rotdschee- 
la; auch rotschola Rock LG.; duj rotschoole (8 
Röcke) L. IIL 11. Fr. = duls concles (vgl. ob. 1. 258.) 
Bw. — Dief. meint, es sei Deutsch, wo nicht Hd. razAj 
Cuberta, que trezem no tempo do frio; ruzauee Quist. 

Rachemi Rtw., rachmin Rock WIdh.; bjaveskri rä- 
ch emni hochzeitlich Kleid; rachamni Rock, Kleid (ei- 
nes Mannes) Zipp., und so auch im 4. Gespräche, über- 
schrieben: Rel rakkerjas fslmaskcreha, d. h. der 



tn UL 

rnwal: A4a rarheitfti |R«H^ PI. ricfc^MJa} h: 
»e«clil« apr« t*itr 'tt tM, ^mi £r; D»psc» Erirf :stt4i 
e«dk w«y a«: aftrui m^iik dtcmm veüser aaci: Jkaai^ka 

reia, *ke ker [*idke lia^« Ja. smi Hr.. i£a m e». Jie 
4>cliakrr4ja» ^FT t*lie» Proirir^-r !■ a^a r»«> 
cfca apri «laaJe. Ich varuir a«f tilcä. Pr^airt (s aar 
aa. Ja Im Trett«» rakar^lipes. KäÄlcB^CT iX G«- 
afiräirk. V<mi i^n Kleulenj: Si^awi fftorha rer«rka t« 
a4a dlrtki Wa» für do KlrMd vofit Ihr Wate aazic-^rmf 
h^ta ikttn^fz kioe# apri M^aJe. Da» ic^ eetät^ra am- 
Imtur {«rar skuf mlr\» O f^ifta^Lra te aaaell zi^ a^a 
itüMf: nni ti^0r,hä Utr ScLcdder »«ü ila* Udieae Udi 
lral4 htintiim. Kalo bi adar^ M'cr ist da'ir Aki ado 
nhimik^kf0* Lahn tri fi^ocfaa annrla. Ls £»( der Sdba.« 
wHdi^ rocT Kl. hnnf^U 5fo well jor adrj [Suas ia- 
iret) odrr Pen Irskr. tf irr 11 ja%' adrj Sar ikm. dass 
er Herein komme« — Krajami f. Drrss of Triar. Habito de 
fraile [erajar; dem ea aber waU eii^. fremd islj« aker 
arajambi U Cnder- peUicaaU Za^leja Bvr. — Etwa ja- 
rami IL 171. darch Transpo«.? Jaramäskrl s. IL 68^ 
rebam/^e.s 170. 

^Bal Riw«, o rat Ilfid. L 67., o rat (o rbad). G. ra- 
iefikero, radtesfcro, PI. ratta Zipp., rat m. Pcbm., 
rat' (»anf^l») Alter nr. 45. Rät Irr., ratt Bnr«. rad 
(blood) Harr. , f^ehörlg zo üahr. rag^ata n. , rakta m. Blaod, 
icizieres aacb alii Adj.« wie rala: Red; Hind« c^sT, ralai 

or rakt m* Biood Hhafcesp. p. 435., l^^ raiä Adj. 1. Red, 

% Died, coloared = Ssfcr« rakta, and nicht zu ^j. rudhir 

(Bloodj, womit indesi* erhir (Blntj der Syr. Zi^. iberein- 
kommen ma/^, an de<i«en Statt die Liefl. farba haben. 
Ratte^bro Iowl Blat^eld LG. — Jov drovent rat- 
Jeja« Er hat nich ^anz verblutet Zipp. S. I. lU. 395. 
433. Radibwa Ich blute, sog*. Inf. radaf. Radeskerl 
grolch Blutwurst. Radeskro Chlrurg^us , radlskri 
Ader (darum aber doch ardoria II. 58. schwerlich hieher 
•der zn Sskr. mdhira; eben so wenig* zu Pers. v^^ rag f. 

A rein, a fibre). Mekaf rades Ader [eig*. Bint] lassen. 
Radeli Wunde, /^urraf-rätteles, radeles verletzen, 
rerwanden; eig*. blutig [wohl kaum les als: Ihm Blut] 
aclilaj[r^> so dass es Acc eines Adj. s. IL 115., oder 
Adv* w*re. Bisch, — Arate m., rat! f. (San^e), wo- 
iA Bw« richtig läskr. rakta (Red; m Blood. Saffroa. Cop- 



B. Wörterboofc. 27S 

per. AHMiuifi. Vermllion), lAfr anriditfg' da« Rmh. pyA^ 
Blut; Erz vgL Dieses gehört näoilich zu einer gain ande- 
ren Wurzel, die noch am besten im Grieeh. f^eid-aiv, i^v- 
d-Qog (bei Hom. z. B. vom Kupfer), so wie in dem fklsch- 
lieh von rudk (to obstruct) hergeleiteten Sskr. rudhira n. 
Blood. Saffron m. The planet Mars (Lat. rutilusj i.e. Mar- 
tius^ fulgor) repräsentirt wird. Mit blossem h st« dk: rö- 
hita Red; n. Safflower (Carthamus tinctorlus). Biood; I6ha 
(Any metall; m. A red - cxiloiired goat), löhüa Red; the 
planet Mars; saffron cet., löhUd^as (Copper; dg, rothes 
Eisen). — lu Bw.'s L. rat! oft auch Familie, Geschlecht 
(s. IL 934. u. sap), wie Graff. Ms. eratti Blut — in der 
Bedeutung: Geschlecht ^ aus d. AusL 1836. Sept. nr.868. 
erwähnt. Dlef. rechnet dahin auch u rat he Gesindel, 
Spitzbube Bisch., dem dabei inzwischen nicht minder ran- 
de (Dieb) L. einföllt. Deutsch: Rotte und Rotwelsch I. & 
II. 1. Note müssen wohl eben so sehr aus dem Spiele blei- 
ben, als „das Rafs (race), schlechtes Volk^^ Aachener MA. 

^Rat* f. (Nox), rati (noctu), rat'aha (niane), ratuno (no*^ 
cturnus) Pchm. — Alter nr. 68. rat*, rattl, ratgin' -— 
darin g 'für j, oder durch Umdrehung aus rattlng? — 
(Nox), nr. 90. ratti (vesper); Wldh. ratting s. I. 86. 
(nun ist's Nacht), in Diebesspr. Schwarze (d. i. Nacht) nnd 
der rermnthliche Loc. in temporalem Gebrauche I. 188.: 
ratti spath, Abend, Nacht Rtw. sind wahrsch. Quelle ge- 
wesen für Grellm. S. 287. 1. ritji (Nacht) u. s. w. SSI. 
f.; ratli (Nnit) Kog. aber hat sicherlich durch Irrthnm I 
st. t. — Die rat, Nacht, z'ratte, bei Nacht, diese Nacht, 
aber Der ratt der Thaler v. Grolm. I rat, ratslakro, 
PI. ratsja; auch rad, radsehiabro, but radschja 
(die Nacht); jek rad (Eine N.), dui radschja TPIm 
nicht Du.]; ratti de» NadiCs, bei Nacht, allein dafür auch im 
Sg. ratsjakke, PI. ratsinge (nftchtlich, für die Nacht). 
Ssir tu ada rad anjal pirdal [herüber BIsch.]; Tsot* 
jal? Wie hast du diese Nacht zugebracht, geschlafen? 
Drorent tfchoreres, na fsutjnm. I zelo rad shis 
mande e schyla. Sehr übel, ich habe nicht geschlafen. 
Ich habe die ganze Nacht das Fieber gehabt. Zipp. «^ 
Graff. bemerkt mit Recht im Ms. zu S. 39.: „Rad f. soll 
im Acc. und PI. erst rad sc ha haben.^^ — Ratti Harn, 
ratee Irv., rattie Brj«, Rieh«; beiMarsd. Engl.Sü. rau- 
tee, Tttrk. Z. ratee Night — Rachi f. (Noche) ^ Ew., 
arachis Nachts L. 21, 37. [etwa Adv. auch der Endung 
nach? s. I. 212.] Arachi (Anoche) 1. 259., vgl. Hindi 
II. .18 



274 in. Wiirterbacb. 

idsharfcta (To niglit) als Conp. mit .T (To day) i Hd. äj- 

hol To-day or to-morrow, soon, in a fewdays. Vidi, hic- 
licr wrkif (g-estcrn) I. 79.; arräk [k st tV] Nadit Seetz. 
— Ratt Nacht mit dem Adj. ratteskero, f. -i, z. B. 
I. 71 «9 woselbst allerdings weder, wie Dief. warnt, aii D. 
Ratte, noch an das, dem Esthn. entnommene rot (Maus) 
Liefl. Zig. gedacht werden darf; aber 1 rattschak^ri 
gampäna Abendglocke. Ratti dunkel [wohl e\g. Adv.], 
rattepenn Dunkelheit; ratt-lodSpenn Nachtlager I. 
140* Bisch. — Pratness (obscurite) Kog. , nach Dief. ein 
entstelltes und hjbrides VT. [etwa aus Rh«, mit Engl. Suff, 
und Zig. Präf., vgl. aprt rad, auf die Nacht Zipp. ?]. — 
Sskr« rMri, Prakr. ratti und rai Lassen, Inst. p. 974., 
Mahr, rita f.. Bind, o?^ rät f. Night, 

\B4d Donner Seetz. Ar. <Ac^ m. Thunder. Shakesp. p.433. 

•{- ReddU%chiene Fr« s. I. S82. aus Dakor. radi'cinl , wie Dief. 
richtig bemerkt. — Irisa, sakro, se oder si (radix) 
ZIpp. Ngr. qlC,a. — Wurzlo -i aus d. D. 

-{-Ae^mga, oder dafür von der 2. Hand: i rettikka, -ke 
Rettig; redlikko, bat redllkke gelbe Möhre, ralik- 
kl (i rfedllkka, pl. ke, & redlikkakro Möhren, (Dau- 
eus carotta) Zipp., wie retticka Rübe Rtw. — Redin- 
ga Rettig, dikkni rihdinga [kl. R.] Radieschen Bisch. 
Raphanus sativus Nemn. Cath. p. 1133. Alle aus Lat. ra- 
dix, zumal auch die Möhren, welche man in Hannover 
sdilechtweg Wurzeln nennt. Auch DC. ^aiUi Cichorien- 
wurzel? 

^Bup&nuB'y jek rapanis (auch hinten ohne s), neskero, 
b u t r a p anj I a, n j a Rübe Zipp. — R e p a n i, en grec moderne 
Qviavi Kog. — Repani f. Turnip, radish. Nabo. Sskr, 
haritparn^a (A radish ; — der Vgl. natürlidi falsch). Mod. 
Or. Qandvi Bw., bei dem das Wort auch Brandjr — etwa 
Yom Rettig, der Schärfe wegen' — bedeutet. Bei Weigel 
Ist qanivi Rettig (Raphanus sativus}. S. noch DC. gdna- 
vov, qmavij sowie Lat. rapa. Rapaja [wohl PI] Cicho- 
rien Bisch. — -{-Rapukki WruckenZipp.s.Comm.Lith.lI.30. 

*Hupp Rtw., ruh Sz., Wldh., rup' (Argentum. Silber) Al- 
ter nr. 123., rup Grellm. , Dph. , Bisch., bei welchem in* 
dcss auch die falsche Yar. aup (s. noch Livree). — 99 Rup, 
es, en Silber" Gralf. Ms. Roop Bry., Engl. Zig. bei 
Marsden; rup bei Engl., ITng. und Span. Zig. Harr, 
p. 535. ürp orourp (Sllver) Ous., ureb Seetz., LIefl. 

- Z. urriib oder rubawo. — rup, rupp, rhubb, 



B. Wortefbudi. 27ft 

mpeskero, ruppa Silber; rappawo becliiris eis 

Bilberner Becher, ruppawi ^astrin, silberner Ring Zipp. 

- — Rup m. Silber, xido rap (arg'entam viruni) II. S17., 

rupoYO m. ein Thaler Pchm. — Bind» L^. rüpä m. (Sskr. 

rftpja) Silver, ß^,^j repya m. (A coin ao calied) Engl. 

Rupee. — Plubi (auch pomi f.) Silven Plata {properly^ 
llupi). Sskr« rAupjra Bw. Yiell. bloss dem Sjan. WorU 
angepasst, und beinahe plombo (Blei) und poma (Kernobst) 
entsprechend. — Ye-ref IL 66. zu rüpa nach Dief. 

jrRuppaf raufen Bisch, nach der Niederd« Form* 
HavQo or ravoos IL 105« 
Ruminav Ich verderbe L 98« Pchm« 

jl-Rumpälo Schirm Bisch, durch Diss. aus rempart L 95. 

Rom' (Vir. Mann) Alter nr. 9«, ^adzi (IL lt9.; doch nicht 
etwa Afj^h. ghaza Woman, aber — nach dem Pers., nur 
ohne r — meda Man Leach p. 10.), romn'i (Uxor. Weib) 
nr. 10., rumni (en Kone) Dph., g'hiromni (femnre) mit 
Art. Kog-., vgl Moüon L 118., Plur. 157. 160., Gen. u. 
Adj. 146. Rom*, mannsch', gadxe (homo) nr, 14. — 
„Rom Mann, romni Weib^ Graff. Ms., rom GhemAiin, 
ronini Frau S. 54.; Flexion von beiden aus S. 88. s. bei 
uns L 196—7. RomnI Bhefrau L. L 5. 13. 18. Fr. 
(mlnri romi Ib.Bw.), rommehe mit einem Manne (Ehem.) 
87«, rommester 34. — Wldh, rom, Diebesspr. pincke 
[vgh bings Dph.], aester Männsperson; romni, Dfe-' 
besspr. muldel, esche [aus d. Hehr.], kröne Frau. — LlelL 
Zig. rom Mann, romni Frau. Lakro rom (Ihr Mann), 
romni Frau Rüd. S.65., agawe rom (dieser M.), -les-p 
kri romn [i fehlt hinten] (seine Frau) S. 66. -^ Riw. 
ronim Mann, tschakrorum Eidam, tire rum (dein 
Mann; mariius) S. 39., romni Frau, Weib, mirl kom- 
li römrii (meine liebe Frau; uxor) S. 37. Vgh hiemit 
ro-camblo (Amigo), das Bw. fälschlich mit Sskr, rakska 
vgl., aus dem, auch wahrsch. in remuy (the face) — als 
Menschenantlitz — enthaltenen ro = rom. Dief. aus Bw. 
noch rom'ares Männer, rumlles Weiber. — Rom, mk" 
nusch, gäjo Mann; romnin Frau, Weib, romedini 
(mit einem Manne begabt s. I. 122 — 3. 395.) romnin 
Ehefrau, nane romodino ledig, unehelioh, romono hom 
Ich bin verheirathet Bisch. S. 44., s. uns I. 441. „Ro- 
ma dj in o männlich, romadyno mannbar (puhes [?]), 
fem. romadyini tscbai^^ [d. h, wohl, die einem Manne 
gegeben werden kann] Zipp. Romandiriar y. n. [man 
beachte die ailfTallende Sylbe -an!] To marry. Cäsar; to- 

18 * 



276 m. Wörterbacii. 

mandlAar-se sich vcrhelrathen !>• A yeque be4ori 
T omandi riada sat manu, sos se heto J. L. I. 27« 
Roraandifiipdn f. A marriage, hridaL Casamiento Bw. , 
Ehe, pl. -nes Hochzeitfest L. — Bei Marsd. p. 386. Man 
Engl. Gyps. räje [eig*. Herr !] , gajo, l'urk.Gyp». Rom, 
manush. Woman or ladj Rannee, gaiijee, Juri.Gj^ps. 
roBiee* — üng» Z. rome (A man) Bry., worin derselbe 
Aeg*. nfQW^ig (s. Creiraer, Comm. Ilerod. p. 202.) sucht, 
wie auch [s. uns I. 38.] in bal (A bough), wozu mir Ko- 
pitar bemerklich machte, dass veja Im Krain. jeder Baum- 
zweig, Ast heisse. [Kraus bat galandscha Ast aus den 
Slaw., allein Zipp.'s Zig., dem dies unbekannt war, dafür 
asta]. Rome (A husband), romee (A woman) Brj. — 
Rom auch Bräutigam, Catte Bw,'s L.; phiblo oder pbl- 

. blo rom Wittwer« Rom Mann, Zigeunermann. Romni 
Frau , ^igeunerfrau. Rani (bari rani), eine Dame. 
RemnI (oder gahji) VTelb Zipp. — Daher verm. einer der 
Namen, welchen die Zigeuner sich selbst beilegen I. 39 (f.; 
"-* ^n<^ Ansicht, welche mir noch immer am besten begrün- 
det scheint, zumal die Accentlosigkeit des rom bei Pcbm, 
(indess romni), zusammen mit häufiger Doppelung des m 

. %. B« Rom am f. Tbe Rommany language Bw. , auf Kür« 
«e des hinweist. Rakkervela meschto Wal- 
dschitkes; — Rommenes« Er r^det gut Französisch ; -^ 
Zlgeuqeri^di ZIpp« 

^BMckos m. ein Gulden Pdun, — « Renski zrebrom (budist. 

: ela Rheinischer ron Silber) Ist zufolge Kohl , Reise im In-r 

;lieni von Raasl. und Polen Th. HI. S. 174. Polnischer Aus-* 

druck far einen Guiden Münze. Vgl. Russ. P^hhckTh, 

Poln. Ren'sk}. (rheinisch) , R. p^HCKoe Rheinwein. 

ttßndscjikirvavß (exuo) 1, 440, nr. J6, -^ Ob rechipatls 
,. Adj. (Näked. Dpsnudo, en cu^ros) Bw., fragt Dief. 

T^ti roHdaf kratzen, ma randeyava Ich kratze, randedo, 
jrandado gekratzt Zipp, -r.- Vgl. Walach, radu (= Lat. 
fado Et. F. n. 804.), und allenfalls Sskr, rad (FIndere, 
fodere); vielleicht passender., wegen des n: Pers, qvXjJü. 
Sculpere, fodere, Dolare, asci^polire, PaU vel ligone In- 
tarn abradero: rasttrQ complanare. Laevigare, polire. Uli- 
nere trullÄ, und daher (jftJü. Raslo, rasura Cast. p, 295., 

femer (Jü^, »jj. randä^ randa A plane (for smoothing 

wöod). Shakesp. p* 437- Im Türk* rendelemek (abradere), 
rejide (Radula, Reibeisen; scobs HobelspMe). 

Handar v. a« To write. Gscribür« Part, ra»da4o (scripios) 



& Wärtorburlii 277 

Lhc. auf d. Titel. Utndi&ipen f. Eecriiiira, pl. -pen- 
nes Scltrifien L. Vg^l. ob* II. t08. den wahrsch. Zustni- 
menhan^ luit dem Vor. — Auch erklärt sich leicht daraus 
^randinar r. n. To work, labour. Labrar (das Feld be-) 
arbeiten. Randinador der (JPeld-) Arbeiter; vg*]. II. ICl. 

Randar y. a. To rob. Robar Bw. , berauben L. Randelar 
(aus der 3. Pers. randela) stehlen, randipenn Raub, 
ran de m. Thief. Ladrön Bw. , das ich sowohl zu Kratsea 
als zu Sp. labrar [ — freilich sachlich ein um so grösseres 
Widerspiel vom Ladrdn als sie dem Laute nach sieh nahe 
berühren — ] zu bringen wegen II. 8. geringes Bedenken 
trag'e. Bw»'s Vergl. mit Pers. jür^ Vir astuius, reg>loae8 

permeans. Vagator, dilapidator. IJomo deses et insolens 
Cast. Lex. Pers. p. 295., rind m. A reprobate, dronkard^ 
debauchee Shakesp. scheint wir eben so wen!^ das nichti- 
ge zu trelTen, als rathe (s. ob. rat) oder Altaord. ran 
(^poliuni) u. s. w., auf die sich Dief. beruft. 

\Rundo Kreis, herum Rtw. Rundo Zipp. , ruhdo run^, 
rondSpönn Kreis Bisch. Aus d. D. Aber näher dem Sp. 
Rendepe Adj. Redpndo Bw. . 

Ril f« der Furz, me dava rila [unstreitig* als Unbelebtes 
PI., und nicht Acc. sing.] Ich furze Pchm. Kilo m. Bei- 
ching. Pedo; rilar y. n, To belch. Pe^r Bw. Morr perr 
hi pesso rigender I. 88. Mein Bauch ist dick yon 
Blähungen Bisch. — Nicht sowohl Hlnd. ^^ m. Noise, 

wähne ich^ als vlelm. 9f*J>^ [sowohl . als o quadrip.] dhir'h 

m» 1* Pregnancy 2. A large bellj, in welchem letzteren 
Sinne auch Mahr, d'h^ra f. Auch vgl. JUahr. d'h^ud'hal- 
ran'e To be inclined to shite und, wegen der Zusammen 
Setzung mU dtV^ (To give), s. ob.: «fheiikaradiVe Beleb« 
y. n. von d'hdnkara f. ( Belch )^ 
ftullipaUj rullUoque f. Wheel. Rueda, Sskr. rathap4da 
Bw., roll itagar y. a* To turn upside down. Trastorn^ 
Bw. Vgl« Oiebesspr. rollen (ein Rad schlagen, yon el-« 
nem Schuss umstürzen) u. s, w. II. 35« y. Grolm. — Ru« 
llsarra f. Knee. Rodilla Bw., s. siarias IL 249. yeite. 
auch hieher , schon wegen Aehnlichkeit der ^p« Ww« 

Hesjaf treffen; das j bloss aus d. Perf. resjas Er hat ge^ 
troffen Biach. Me resfaya Ich treffe, reiche, resfjnm 
(resle les, sie haben -—>•); resf tu, resfen tame! Ka- 
rendui resfjum Schiessend traf ich; k. jol resfle^S, 
PI, Joy hl hoi^o karepasfcero. Kanna tpry fsos- 
te rikkerla, talla joy resfela mescbto. Er Ist 
ein guter Schutze, Wenn er auf etwas anscMÄgt [hllt], 



27S IIL Wörterbscli. 

80 hi ihm der Schuss gewiss [dann trifft er gni] Zipp. 
S. I. 389. — Dief/s Vergl. mit Ssltr. rish (Ferirc, laedere) 
oder Pers. (j^. resh A woand, a sore, pas, matter od^r 

^lyvazm (War, battie, combat) treff*en, besorge ich, doch 

nicht den rechten Fleck. 

Mc reschiirvava Ich kehre, kirdjam, kir tu, kirwen 
tume, Adj. reschkirdo verkehrt. Zipp. U raj risfer- 
daspes trujal Der Herr wandte sich um. LG. Risser- 
daspes L.II.19. Fr. elg. wendete [sich?], rirserdan[?] 
sie kehrten um Ib. 20. vgl. ob. L 337. 

-{-itrstf«, riso Reis. Jek kerne riso (ein Reiskorn) Zipp. 
Reiso Reis Rfscb. Aus d. D« und mithin kein in Indien 
^einheimisches W. mehr dafür. 

'l'Regis f. L., eresia f. Vine, rinejard. \ld, rina, Pers. 
t . raz f. Id. 

Rashejß Priester, Caplan. Barder rasliej Abt. Roshni 

JUönch [eher Nonne als f.] -Rtw. Raschäi Sz., raszaj 

der Priester Pchm. Rasch ai Priester, Beichtiger, Pastor, 

Geistlicher, raschaieskSro kehr Pfarrhaus Bisch., aber 

'Wldh. muss das angebliche Pfarre Raschai in Pfarrer 

' (Diebesspr. gallach) geändert werden. U schw^ndo gohn 
baridir raschai (der grösste kath. Priester) s. I. 212. 
Bisch., wie Zipp. Baridir raschei, oberpataris (d. i. 
Ober -Pater) für Pabst, und baro rei (grosser Herr) für 
Bischof anglicht. — räschcj, raschaskero, ra- 

- scheia, but rascheija Priester, Pfaff, Mönch, ra- 
schln n! Priesterin Zipp. — Rasbi Harr», rashee (Priest) 
Bry. , Ricbi wird von diesen Männern mit Sskr. BXshi ygl., 

* dem im Hind. rtkhi und rikh m. A sage , a saInt [d. h. 
yorn mit dem Voc. r, und ,^^ = the Sskr. «&, uttered 

as * with aspiration ^^ Shakesp. ; ygl. das Afgh.] entspricht. 
Bisch, hat sogar die Form „rischi Helliger", die, wenn 
richtig, einen höchst wichtigen Mitbeweis liefert yon der 
Zig. Ursprung aus Indien, wo RIsfhi der Name ist Insbe- 
sohdero für 7 (den Sternen des grossen Bären entsprechen- 
de) Heilige, im Allgemeinen aber för j e d e n geheiligten Weisen. 
Sonst ^hlt man aber auch 7 Classen Fon Helligen die* 
ses Namens, unter denen als dem Range nach an fünfter 
Stelle die Räjarshi [aus rdja King mit rishl] stehen: „A 
kind of Saint ; that hol^r and superhuman personago which 
a king or man of the militarj class may become by the 
practlce of rellgious austerities." Wils. Dict. p. 701. ed. 2. 
pief. hat wegen des Lith. Gebrauches yon kung'0 für Herr 



B. Wörterbncb. 279 

und lug'Ieich Pfarrer auch In unserem Rom - W. Sskr. rdg^an 
(rex)^ 8. jedoch rai, ku suchen für nicht unpassend grehal- 
ien. Wie, wenn wir das Wort in angegebner Weise mit 
rishi yerhonden vor uns hätten? was um so merkwürdiger 
erachtet werden niüsste, als nämlich dabei nicht etwa die 
Brahmanen-9 sondern die Krieger -Kaste ins Spiel käme. 
Nicht geradewegs unmöglich wäre der Ausfall des palat. J 
um eines gewissen Gleichlauts mit dem Zischlaute willen; 
zudem rechtfertigte sich so der Voc. a vor sh, was nicht 
in gleicher Welse gölte bei Fölliger Gleichheit mit rishf, 
öder 9 wie auch geschrieben wird, rishi; und es bliebe nur 
etwa noch Ein Ausweg: Annahme einer Transpos. des Voc« 
aus dem , Fon rishi stammenden Sskr. A d J. : ärsha^ ärshSj^a 
1. Relating or belonging to or derived from a Rishi 2. Ve- 
nerable, respectable. — Bw.'s Erinnerung an Arab. y^O^^j 

rähib A monk bei erajaj, arajay (Friar. Frajle) ist 
eine vergebliche, indem auch diese Ww. (j st. Zischlaut) 
vollkommen mit den früher genannten Zig. übereinstimmen. 
Erandia f. Nun. Monja Bw. als Motion davon stände we- 
nigstens schwer zu erweisen, und so mag DIef. passend 
Hind. üJü. [v> quadrip.] randfiyäj rund' (from Sskr. ran- 

d'd) f. 1. A widow (rand'ü*ä m. A widower; vgl. auch 
ränd^ä Adj. Barren) 8. A woman als dessen Parallele 
setzen. 

-^Razinav Ich zittere, razipnaskeri [der grossen Beweg» 
lichkeit wegen , s. Motacilla bei Nemn. Cath. p. 607.] Bach- 
stelze Pchm. — Doch wohl von üng. räznl (zittern), rez- 
zenek (trenio) s. I. 98. und nicht zu Arab. iiJxc. ra*sha 

(Hehr. udS^'n Trembling, concussion) m. The shaking palsj*« 

— S. noch arasno IL 60« 

• 

Ruszav man Ich zürne, bin zornig I. 388. Pchm. Me 
roschkirvava s. I. 441. nr. 19. Ruschto manusch, 
sauer aassehend, womit Zipp.Lith. rustus (grimmig), i ru- 
^tinu (Ich erzürne), raxlju (Ich zürne) vgl., zu dessen 
weichem z Inzwischen nicht füglich das harte sh stimmte In 
Sskr. rush (To be angrj, passionate or wrathfui), ruksha 
(Harsh, severe) = Hind. .^^^ (stern); Mahr, rnsan'ä 
V. n. To be oifended; to take offence; Hind. üL^. risäni 

or ru8nä (Sskr. rush Grow angry) v. n. To be displeased, 
angry, vexed. Shakesp. p. 430., Luv^^ rosnä or rüsnä 

(Sskr. roshan'a) v. n. To be displeased, to have a misun- 
derstandlng with a friend , to quarrel , ü^ ^^j ras (An- 
ger, rage) iarnü To be angrj, displeased p. 441. 



280 ilL W<nrterbiicli. 

JRI^tra Ru8S Bisck. Vgl U. S34. 
Rmtraf airhn eiDrosten, perdo rostro voll Rost 'Bisch. 
Roz4k (secale) Alter nr. 141«, «nd daraus (xrellm. S. SS4. 
1« zwischen Getraidearten rozho, Mlthr. IV. razo [a 

falsch] Rocken, rotso (Rüg-) Dph., ans Russ. pö?Kb n. s. w. 
(S. cereale) Nemn. Cath. p. 1268.; von Kog*. als Spinn- 
Rocken jZipp. hat schplnnrattg Rocken, aber o ghjw 
für das ihm unbek. r o z h o] niissdentet , s. I. 69. 

'^I rosa GraflT. S. 54., rosa, im PI. rosi Zipp. , rujia f. 
[j st. s, nicht zu: Geruch] Rose. Rosa Bw. Allgemeiner: 
JBIunie: roudza Rb., ruzha Kog*, rogeo or roseo 

' Brj., ruzho, ruzh (flower), Rosa (Latin) Harr. 

IRasajel Adj* Oppressed. Oprimido Bw. 

Rastrajel Adj. Miserable. Miserable Bw. Vgl Sp. vida arra- 
strada (Vie penible, malheureuse). Etwa mit jele (Sdga) 
wegen der Sp. Redensart Llevar, d traer la soga arra- 
strändo (Trainer sa corde apres soi, en parlant d'un 
nialfaiteur echappe a la justice)? Also: Strickschleifer? 
Das Vor« erklärte sich etwa eben so aus rasar (Toucher 
legerement) als: Einer, der an das (Galgen -) Strick streift. 

Rehardroy f. Obstinacj, rebellionsness IL 43. 

Reblandani f. Stone. Piedra Bw. Viell. ironisch aus blanda 

s. IL 11. 
Reblandete ni. Mat, clout* Pallete Bw\ 
Rehlanduy Adj. Second. Segnndo. 
Rehlantequere m. Joint. Coyantüra. 
Rehrino m. Respect. Respdto. 
Rebuldorico (ApostdIIco) IL 41. 
Recdfa f. Heat. Calör. 

Recardi Adj. Dragg-ed along, Arrastrado. S. ob. 
Relichi f. Bw. IL p. *122. Net. Red; rechibilly f. A 

üttle net. Redecilla Bw. , viell. durch Transp. aus d. Span. 

Redundis pl. Chick-peas. Garbanzos Nemn. p. 1037. Bw. 

Venu, aus redondo (Lat. rotundus); vgl. IL 35. 167. 
Rejelendre m. j jandeblabdn m. Proverb. Refran. 
Rejonisa f. Dough. Mä«<i. 
Relli f. Inclosure. Cercado. 
Remacha f. Procuress. Alcahueta. 
Resaronomo Adj. Cheap. Barato. 
Retahlejar v. n. To fiame, burn. Arder. 
Retaja f. Cabbage. Col Bw. , wahrsch. von Sp. retajar (Rog*- 

ner, cooper tout aotour). 
Retdm^ m. üloak. Capdte Bw. Etwa tu retama (Gen^t), und 

zwar 00 dass m die Groblidt des StolTes an Capdte (Sorte 



& Wiirterbaeb« 281 

de ^roA. luanteau) das VergletchsdrUte gelegt wire^ weil 
die Zweige von Spariiam junceum (Sp. retama majclio; 
hiniesta) zu Flechtwerk dienen, und aoa der Rinde ein 
zu Zeog taugliches fadiges Wesen gezogen wird (Nemn. 
Cath. p. 1331.)? So sagt man im Dentsdien x. B. grob, 
wie Bohnenstroh. Sp, tamo bedeutet Bonrre, duvet qul 

. sort de la teile et du drap qu'on travaOl^. 

Retejo Adj. Content, nierrjr. Contento Bw. — Wahrscb. ist 
Sp. retejo (Reparation d'un toit) hier tropisch gefasst. 

Retrique f. Pestilence, plague. Feste. 

Rifian m. Danger. Peligro Bw. — Halte ich für Sp. rafian 
(maquereau), weil der Kuppler sirenenartig verlockt; al- 
lein vorn mit i st. u des Sp. riesgo (Risque, danger) 
wegen. 

Rillt f. C^ra Bw. S. das ZIpp. unbek. jernf, wofür er 
momm hat. 

Rin f. Engine for drawing water. Ndria. Properly, Ä river, 
Icel.j RIn. Bw. — Eher das Sp. W. um- und verdreht. 

Rinhalldr v. a. To pull up bj the roots. Arrancir. 

Rochimel m. River. Rio. jfod. Gr. ^ärn, Bw. Verm. chi- 
bel IL S03. entweder mit Sp. rio, oder mit Pers« d^j in 

seiner hinten gekürzten Knrd. Gestalt Or. Ztschr. III. 19. 
Rescorre m« Lamb. Cord^ro. 

Rotuhi t Mouth. Boca. Rusa. pdmb m. Bw. 

d) Dentale. 

T. 

Tu Pron. I. 829 ff. Graff. Ms.: ,,Du du, dn me thr; diro, 
i dein; du maro, i (Ausspr. dd maro) euer^^ Graff. Mb. 

Ta^ te Conjj. I. 307 ff. — To viell. nicht Slawisch, «or- 
dern HInd. >> to (Sskr. tu) A conj. introdncing the aoswtr 

to a conditioual proposition , as (^.^L ys \jL^ yi ys^ jo tu 

äwegä to pawegä If thou wOt come , then shalt thou re- 
celve. Shakesp. p. 246. 
Tyino klein, Dem» tykndro ganz kl., tykaarav L 433. 
Pchm. — Tikuo, tjkkno klein, kurz. Kindisch — Ada- 
va hl tikne tschaavingero rakerpen D^« Ist kleiner 
Kinder Rede. ZIpp. — Dickno klein, tickno kurz Riw., 
tlkneder (miaor, vgl. I. 87. 8080 Rüd. I. 69. — DIJc- 
no, 1 (parvus, a) Graff. Ms. — Dikno klein ^ kurs^ epg^ 
niedrig; diknepenn I. 132^. Bisch., womit man. noch vgl. 
jShakeäp* p* 332* chhuf'^ä v^ Littleness. p.SÖl^ wJI^ 

18**" 



M3 m. l/l^rterbiidi. 



m, 



.'illng', art, von (jLum siyänm AdJ. Cnnnlng', artM. p. 96. 

'^Lj bälä'pan m. CbildTiood, infancy. ^^^a^JI^ , U^L 

llat-panj bälah-panä m. Childhood. p. 437« l^ivXJ^^ 

, ^tO^. randä^pä und nMMfä-parm. Widowkood. — Tic- 

cino (eiifaut) Kog'. wohl niclit aus It. piccino. — Harr. 
Uttle — tikno, beti [En^l. bit, oder pettj » Fra. pe- 
tit?]; tlkno gäjo Lilile man; tikno (oondse); heil^ 
tikno, tanc [das letzte wohl eig* sa tarno] Small, denkt 
dabei an HInd. uiiix3 (Sskr. tannka) AdJ« tanuk A little. 

Adv. Sli^htljr und Pers. t^Oj tang AdJ. Straigbt, tight, 

narrow, wanting', scarce, barren. Die Transp. des Nasals 
müsMe aber eine umgekehrte sein von der in nango, und 
flberdem hat Grellm. S. 234.: tikno, tigno^ Hind. tengna 
(kurs), worunter wohl nichts als Hind. U>wU^* t'hengnä 

Aij* Short, dwarfish verstanden werden kann. — T'iknö 

(humile) Alter nr. S05., ciknöro (parrum) nr. 807. of- 
fenbar mit Den. -Suff«, so dass es wenigstens radi:sidiiUoh 
dieses letzteren mit, dem schwerlich zu tschlndo II. SOS. 
(ifthlenden ehinorö klein, enge; Kind (chinoria rami^ 
vwoig) Ib. 204. stimmen dürfte, obschon Dief. sie, woge- 
gen freilich das k streiten tnag*, völlig gleich setzt. 

Täceree Dish, vessel. Irv. 

Tdt [schwerlich doch Tot, wie vom Ungarn der Slawe ge- 
nannt wird. Grimm I. 20. ed. 3.] Bauer Seetz., katzno [s. 
g&xo n. 129.] rungoaso Liefi. Zig. — Hkchoj büt 
, bacbe Bauer, Cöllner 2ipp* 

:8W«i (Yellow) Brj. 

T^dou^ cmxa (011) Bry. Zum Vor. oder za seid IL 258.? 

Tipp \. 163. Schlag, KnaH, PK tappii Hiebe, Prügel 
Bisch., tabba Prügel, dapp Schlag Rtw., und, was auf 

' Chiordnung' unter d fbhren müsste, hfttte er nicht auch 
dranxurfs, 4 ab f. Schlag, Wunde Pdim. I 4ab der 
Hieb; dabensfa dijas les te merr hiebweise (mit Hie- 
ben), wie tschoredlngensfa cet. stichweise. 

Tuti^^raf prflgeln ; ertappen, erhaschen, fangen (z. B. einen 

Vogel) s. I. 437. Tapp er Griff [wohl vielm. Imper.]. 

Täpperw^na sie packen an u. Strassenr&uber. Tappe- 

rif les pale [Ihn wieder prügeln; oder: ertappen t] rä- 

; eleu. A Jöwa g'errfela ge wawa tapperdo [Er 

-^muiit, dass Ich wefde erhascht] Er stelU mir nach. Tap- 

3^ er dam wawer k e A n Wir tabea einander angetroffen. 



B. Wörterbuch. MS 

Verta|iperdlum man Ick luibe midi vergTilTen; ^«riap- 
perdaa wastes Er kti die Hand verstaucht Bisch. — 
Dapperde (Part.) Haan. — „Dapperwaba Ich fas- 
se, tpreife fMe d. dud)^^ GraiT. Ms. — Etwa aus 8 vtr- 
scUedeaen Verben susaminengeflosseo , 1. ertappen , %, Fn. 
tape (Schlag mit der flachen Hand)? Vgl. auch Hind. yl^* 

thäp f. A tap [!] , a pat , a flap , paw ; the sound of a small 
drum. Üblft thäpnä To tap Shakesp. p.^ 850., t'hapnä 

y. a. To strike p. S61. 

•J-/ täflen Tisch I. «Ol. Aus: Tafel. 

Tepmuben 1. 134. 348. 

Tävav kochen (warziti, also Act.), tado gekocht Pchm. — 
Vgl. Ij^b täwnä (Sskr. tapana, täpana) 1. To heat, to 

raise heat by hiowing with bellows; to prove, to assa^r, 
8. To twist Shake^ p. 818. 

*Täio warm, tatipen m. Wärme Pckm. — „Datter bnp. 

' wärme^^ s. auch 1. 133. GraflT. Ms. Den man mro ghaad. 
Gebt mir mein Hemd. Nau hi tatto, noch gans schu- 
le lö Es ist nicht warm, noch ganz kalt. Kanna tu.ka- 
moeha, me les tatskirvava W^nn ihr es verlangt, so 
will ich es wärmen. S. I. 433. Man hi droven [-t?] 
thäto Mir ist sehr warm; — baro thatepen (tatte- 
pen) Ich habe grosse Hitze. B. tatt^penn Es ist schwül 
Zipp. — Tatoe (warm) Sz. mit der, ans Grellm. adopthr- 
ten Angabe tatto, tattip (Hitze), wofür Alter nr. 113., 
ausser dem Slaw. xaros, Tatto, tatia [hinten mit a] 
Aestus bietet; gerechtfertigt wäre das p im Subst. abstr.: 
Lieff. Ztg. tatipa oder tata, Sjr. Z. tata, Bisch, tat- 
tepen Hitze, tattopenn Wärme von tatto (warm, mit 
Var. tatib; heiss, mit Var. tuttu). — Tata (bot), vgl. 
miftaw (Moon), Pers. s^lji^mahtäb m. Themoon; moon- 

shine. Ous. — Tatto warm, heiss; angeblich auch: Hitze, 
erhitzen, schwitzen; tatto pani Warmbad Rtw. — Tatto 
(heat, bot, warm) Brj., Rieh. Tattov Hot (heat); tat« 
tavit vgl. 11.113., tetto warm (to heat) Harr. — Tat- 
tabeen (Summer) Brj. , vgl. Pers. qUmoLi The bot wea* 

ther, Summer. Viell. hieher tabuman m. (Mayo) Bw., wie 
Sskr. tapas (Jan. -Febr.), tapasja (Febr.-March), tapana 
(The bot season); mit man et (Monat), meint Dief., wo- 
gegen ich eher auf ein blosses Suff, rathen würde. — 
Bare thatja grosse (weitläoftige) Stuben« I tatii, but 
lattja, tatsiakro StiAe Zipp., vgl. He9, Hita (Stube), 
Heaer (Ofen) «. a. w. 11. la v. Grolnu "-- Tati f. Fever. 



28« m. Worterbucli. 

CalenUrt. Ssfar. Upaka. TatI bari f. The ^r«at or pu- 
trid fever. Calentiira maligna Bw. Vg4. Hind. v^b täp m. 
WarmUiy heai; f. Ferer, and Or. Ztschr. III. 36. Umge- 
kehrt schyla ob. II. «32. — Tato Brod L. Hieher oder 
Kinderwort ? fra^ DIcf. — Hfnd. owxj tapt Adj. Hot, warm, 

fervent, tapat f. Heat. Üa tattB (Sskr. tapta, r. tap^ s. 

X 91.) Hot, warm, zealous, oU tat Adj. Hot, warm. 

bU' titä Adj. m. Hot, heating (food) Shakesp. 

Twadei II. 101., verm. falsch trotz Hind. t^^i ioprä m. 

1. A fly 2. A kind of pig'eon. 
^Tuvrar (sword) Oas. Vgl. Hind. talabära, karabäla; Hind. 
y^yi, ^^ tarwmr (Sskr. taraw^ri) f. A sword, a sdmi- 

tar. — also wohl Transp. des Einen r. 

'j^Tover m. das Beil, die Hacke, Dem. toverdro Pchm. — 
Tower' (secaris) Alter nr. 175. Tob er Wldh., tower 
Axt Rtw., Bisch., Grellm. S. «31. U tower L. HL 9. 
Fr. Dikno tower Beil Bisch. Dower v. Groim., o 
tnucr, pl. thanra Axt, Beil; o desto e tanereskero 
der Stiel der Axt Zipp. S. noch I. 70. — Pers. y^ m. A 

batchet, an axe Shaiesp.^ Kard. teper' bei Alter a. a. 0., 
KIpr. As. Poljr^l. S. 99. Or. Ztschr. III. 35. 

Teschari Axt Luc. 1. 1. Bw. — Gewiss nicht Türk. y^^ 

al^er wohl, nach Dief.'s Vorschlag-e, g^leichstämmig' za er- 
aditen mit Sskr. takshan'i (A carpenters adze) s. Comm. 
Lith. II. p. 60. 
Tmmlo finster s. I. 70. Rtw. Tumli^o Id. Rfid. I. 69. 
Tamlo, tamli^o (z. B. thati Stube), dunkel, finster. 
Avry hi tammio Draussen ist's f. Tschemno, finster, 
ist dem Poln. , übrig'ens gleichstämmi|^en cienin j entnommen. 
tamlepcn, paskero Finsterniss, auch i tamlizza, 
lakro, ze Zipp. — Sskr. tam Et. F. I. p. 260., Hind. 

Lr^\ »^ Unnas ^ tama Darknoss. V^l« Dobr. Inst. p. 93. 

Tatnoljae. I. 154. Szuj. — Aus Rnss. möiumH nass, 
durchnässt ? 

Tambuk m. Trommel; tamboris Troramelschläg'er (Frz. 
tambour) Pchm. I tombak, bekakro, tombeka Zipp., 
tabnk GralT. S. 42., torabuck Rtw., tammpuk mit der, 
kinten verm. falschen Var. tambun aus Grellm. S. 232. i. 
Trommel, tammpukk Pauke, tammpukeri 1.103. Bisch. 
— Ar. ^yKxh t'ambür m. 1. A Turkish ^uitar , with six 
wires or string« Metdndy. 2. A drum (in Hindüstan) Sha- 
kesp. Pers. ^^J^ Tympaaum, quod manibus puisatur; 



B. Wörterbaok 285 

Eng*!, tabour, Ir. tabar, Welsch Ubwra (Haadtroiimiel), 
Frz. tabour^ tamboar u. «i w. .^aaj Tyiiipaiiuiii, pec nagivm 

aheno-tympannm, qaod In hello ^ vel ia arbihns, mani^ et 
resperi pobator. Ihres r weg^en ^ehen sie noch elae im- 

belügende Erklärung. Pers. i«i5^' Vas fictile, in qao me- 

talla sna liqnefaciunt anrifabrly pässt nicht von Seiten ies 
Beg'riiTs. 

Tonika (aus Rh.), chör, tschater Tente Kog., ten L 9& 
Harr. 

j^TallOj Uini. tallaaw der Teich <^ Grellm. S. 223* 1- Pdim. 
und Zipp. unhek. , welcher letztere dafür sero giebt. — 
Shakesp. p*. 217. als eig. Pers.: yJ^h^ ^^ tälab^ tHäw 

m. A pond, a reservolr of water, a tank (Sskr. tad'äg'a); 
allein Sskr. talla m. Id. und zumal tala (Depth, hottom^, 
Iowness), talaka (A large pond) weisen auf Zusammenhangs 
mit dem nächsten Art. 

*Tel (unter) Präp., tele (unten) Adv., telüno (untere) I« 
297. Telekhakh die Aechse (Böhm, podpax^j, d. h. der 
Ort unter der Achsel), so dass also nicht Hachse (Kniebui^ 
eines Thieres) gemeint sein und Comp, von tele mit d. D. 
Hacken (calx p.) statt gefunden haben kann, worauf sonst 
viell. auch HInd. JLü f. A bar (as of a cage cet.) , the 

calf ot the leg führen möchte. — Tschiaf tele niederle- 
gen, nakkSaf verschlingen, tele gnrraf pallenser 
verschlagnen mit Brettern, tele g'errdas [etwa das letzte 
e falsch st. u] o g-rai Das Pferd hat verschlagen u. s. w. 
Bisch. — Ber^a tehelee hergab, tcilal niedrig. Me 
kammava mre ratsiakri rachemnjatcr: telletuni 
krik te lav, poske drovent phaari hi. Ich will das 
Futter [Untere s. I. 123.] unter meinem Nachtrocke weg- 
nehmen lassen [dies letzte W. nicht übersetzt], weil es gar 
zu schwer ist. Zu Grclim. enthaupten: Mo dava 1 meen 
[den Hals] tehelo, o schero dava t. Don Koprschla^^ 
loh herunter Zipp. V^l. I. 329. 339. Daher vielK „Tel- 
ler machen ^^ für: köpfen v. Grolm. — De 11 ja Strümpfe 
Graif. und t^lezüss unterwärts s. II. 170. — Tale 
(down, below) Harr., Hind. ±itale [wahrsch« Loc.I«18S* 

von Sskr. tala Bottom] Adv. Below, down, beneath, an- 
der; und eben so atelis, und ostele, ostel^ (Abijo) 
Adv., dessen Anlaut scherzweise mit os^t^ (Ust^d) L 40*^- 
der Unterthänigkeit wegen — in Einklang gesetzt sein 
mag. Irrthttmlicb erwähnt Bw« Türk. «jguJt (sMib eo) zu 



28d in. Wiirtcrimeli. 

ies ersUa, und Sskr. adkastät in des leUteii jener Ww, 
AvfhelliMif. Eben so würde we^B telo (hamile) AHer 
v. 205.^ vgl. tölo (sub) BT. 863. und Mithr. — trotz man- 
cher Zig-. Formen mit d s. L 897. — Poln. dol: (das Un- 
terste einer Sache), u dota, na dole (unten), dolina Thal, 
Cloth. dalathro o. s. w. mit Unreeht in Anspruch genommen, 
indem diesen, auch wohl dem Pers. «^o dara m. A valley 

(especiaily between hüls through which a stream flows), 
. ein ganz anderes Btjmon, Sskr. adliara (Inferior), uim 

Grunde Hegt* 
Telaf tropfen Bisch, scheint mir aus einem „ herab ^^ ein- 
scbliessenden Verbum grundlos extrahirt und daher weder 
mit Lat. stilla noch Sskr. dhirä, die Dief.- nennt ^ ver- 
gleichbar. 
<j- Talpa die Fosssohle Pchm. 2= Ung. talp. — Demnach wohl 
durch blossen Zufall ähnlich: HInd. t^* taluä or talwa 

(Sskr. tala) m. The sole of the foot. 

j^Tel (Thread) Harr., Türk. Ja, Kurd. tel Or. Ztschr. III. 

68., wohl kaum Pers. ja, 

Kiel das Thier Grelim. S. 890.2. Etwa: „ein Thier^^ ver- 
hört st. nieder? Es ist nämlich Zipp. wie Pchm« unbek., 
und sagt ersterer: „Te lel heisst: zu nehmen, und für 
die Thlere giebt es nur besondere , keinen Gesammtnamen \'' 
— eine Behauptung, welche nicht durch das, dem Slaw. 
entnommene zwjerds' (animal, fera) Alter nr. 147. wider- 
legt wird. 

j^Telenios m. (Vitulus), Dem. telenticzkos, Adj. telen- 
ciko (vitulinus) Pchm. Vgl. Böhm, tele Kalb, telecf niaso, 

: Kalbfleisch. Dobr. Inst. p. 880. 476. hat meAA (vitulus) 

. mit dem nasalen Am in den obliquen Cass. ^- Zipp., aus- 
ser kalbo, nach dem Poln. ciel^: o tschelanto, pl. te; 
1^ischelanteskero pekippen Kalbsbraten* 

^Talam (talan S.54.) Adv., vielleidit, Pchm. — Ung. taläm. 

Winav Ich treffe, errathe, taiinava S. 74. Tallnd'as 
; -8. 54. 68. 78. Pchm. — Viell. tfng. talalok Invenio, nan- 
'Dlseor, tango. — Telepenn (Ziel) dagegen aus d. Nioderd. 
'PMkos m. das Zahnfleisch Pchm. 

^Tkmo^ i, pl. tarne jung, koba tarnSpSn T. 138. Graff. 
'tts-derrnSpenn Jugend von d^rrno jung, ternen (pul- 
bs) s. ausbrüten Bisch. Tcrno Jugend [vielm. jung, wie 

- bHZipp.], dernagrej Pfcrdefttllen Rtw. — Törno (ju- 
'yeni«) Alter nr. 801. Terno jung, ternövav I. 484. 

' Tgl. 4W. Pchvi. — Demo Adj. New. Nudvo. Sskr. ta- 



mn^a (Hiiil. ^^ tmrmm' Yomi^, ailuli) und offhitar Denu 

tcrnortf Jdren, nuevo Bir. mit falscher Herbei«lehiin|^ 
von Pers. -j (Molst, wet, fresli, green, yoiing-, Jnfcy SAa- 

]kesp,y - U unterdrackt In Tatic Young*, tano Jnva 
Rfaid, virgin, taue mafla Toang* donkej, tani grl 
Young* horse, i. e. coli. Harr. 

Tardo (dardo, ! Graf.), terdo gerade, aHfreclii, gelegen 
(situs), stehend. PI. terde I. 295. Me hom terdo Ich 
stehe I. 375*9 383. = terdsche vava; hi terdo ZIpp. 
SS terd'ol (er steht) 4^4. Pchm., wo»u hU loiper. ter- 
dlow' 343. Voc. Petrop. — „Vorstellen Tschiaf tardo. 
gaweskro [s. 11. 135.!]'' Bisch. S. !(». — VIell. Sskr. 
dhrita Stood, sta^ed, standing, Hind. 11,9^ dharnä To 

place, put down, to pat on cet., in welchem Falle, sofern 
nicht eine Art Transp. statt fand, das W. unter d stehen 
mttsste. Man vgl. ladess auch Hind. Ua^.L^i t'kmrhnä v. n. 

To be fixed, to stand. \J>Jl^ ^ auch \j^ fhär^kä^ t'härm 

[In diesen allen o und ^ quadrip.] Erect, standing Shakesp. 

p. 259.; bloss mit quadr. o p.864,: LL^^ t'haharnä v. n« 

To be stoppedj Gxed, to sto, to be settied, determlned, 
proved. 
Turäli Fass Bisch., I duralli, duralliakro, durija, ein 
Trunkgefäss, Tonne, pasch d. halbe Tonne. Aus Lat« 
doliolum? Sonst auch Deutsch i ton na, Poln. betschka 
Zipp. — Dief. fragt, ob tusni f. Earthen jar. Botlja und 
tuni f. 1. Oil-flask. Alcdsa 2. Apothecar/s sliop. Bjotica 
Bw.? Das 2. W. Ist in seiner 2. Bedentnng dem ersten, 
bloss durch Einsdiiebung von s I. 95. abweichenden sicher- 
lich wegen Aehnlichkeit der Span. Ww. so nahe gerockt. 

TaMvav Ich würge u. s. w. I. 424. nr. 24. 449. nr. 20« 

iTeschta Leib Grellm. = Ung. test. 
'ajriai Patera arg'cntea. X Hispanicum [also wie Deutsdb 
ch?] Vulc. 
Teifft-üa frühe, f eis r IIa [so mit f] Morgen [könnte ilen 
grossen Anfangsbuchstaben zum Trotz vlell. doch eben so 
gut Cras bedeuten als ManeJ Rtw. Taisjarla. [ist tasja, 
ante, I. 295. ganz verschieden?], fenzrile [so. mit n], 
Malab. fazir' Mane, Morgen Alter nr. 89. Daher feizrl- 
le [vorn i st. n] der Morgen Grellm. S. 221* 1« als an- 
geblicher Maassen Hind. fazir, was nichts Ist als Ar. ^^vi 

fajar f. (Orig. in deavjng^ Splitting or breaUng^; aa the 
dawn breaks through ibe diMrkness. — > Vgl, uns L 422. 
447.) Mornlng, dawnof daj^ earlj. Shakesp, p.&54. Cast. 



288 m. WörterbucL 

II. MS9. 3. — Das Wort In dieser Gestalt Ist sowohl 
Pchin., als Zipp. unbekannt 9 und seine Uehereinstinimung' 
mit der ursprüng'licli Arab« Form scheint um so mehr Zu- 
lall, als nicht bloss mehrere Formen hinten das r entbeh- 
ren, sondern auch das f in ihm nur einem Versehen seinen 
Ursprung zu verdanken scheint. — Zipp. als Verbesserung' 
von Grellm.: TheiTsirla der Morgen, G. theisfirla- 
kro, theisfirlakke des Morgens. Thelfsrila früh 
morgens. Mee dschaha teifsa teifsirlakke ke jov 
Wir wollen morgen früh zu Ihm gehen. Ferner: Ada di- 
ves (hodie); teisfa, theisfa (crasj, z.B. Me theifsa 
fshom andri khangerl (Ich werde morgen in der Kir- 
che sein), aber auch: gestern, wie paletheisfaste, pa- 
letelsfastl [clg. „hinter morgen, h. gestern"; wegen 
des, sonst In diesem Falle ttblicheren -ke am Ende s. I. 
184.] sowohl „ ehegestern " als „ übermorgen " besagt. S s o 
his -^ theisfa (heri), paletheisfaste (nudiustertius), 
was war gestern , ehe - oder vorgestern. T h e i s f 1 r 1 a , 
thelsferla Morgends, Morgens, des Morgens, auch frü- 
he und in dies umgebessert auch theisfera früh; theis- 
fera fdeisfira) morgen [?]. — Rüd. I. 69. Teiffe ra- 
tl (gestern Nacht) = Zipp. theisfetuni rat; ka di- 
wes teisarlo [heute morgens] &= Zipp. ada dlvesfes- 
kri theifsirla; S.*76. teisce gestern, morgen, awa- 
wer teisfe (am andern Morgen) übermorgen. S. I. S58. 

— Eben so deisa Beides: gestern, morgen GraflT. S. 44. 
8. uns II. 107. Pers. (j&^Jü^ Nudiustertius Cast. p. 119., 

Sskr. pari-djus Ind. Next daj und Lat. perendie haben 
nicht sowohl, was Schmitthenner's Meinung ist (Ursprachl. 
ä. 53.) ihre Bedeutungen „verschoben", sondern diese Dif- 
ferenz geht ohne Zweifel mittelst ihres ersten Elements 
Sskr. para (alius) vielmehr bereits auf ihre ursprüngliche 
Bildung zurück. — Bisch, daisa (heri), aber taisa (cras) 
u. bestellt. Desarl^ der Morgen, i dessarlä Morgen- 
dämmerung u. D^merung , dessarlä früh. A w' d e s ^ r- 
la ge nie Komm morgen früh zu mir. Desarrlak^ro 
ch'habben Morgenhrod. — Theisfirlakke chamaster 
(Deprandio). Anjal tu theisfirlakke tschimone ta- 
chall (etwas des Morgens zu essen)^? Hast du etwas zu 
frühstücken hergebi'achtt Zipp. Tajsa Adv. (Böhm, zey- 
tra) morgen Pchni. S. 71., tajsuno Adj. (zeytrzeglTj). 

— Liefl. Zig. sarra Morgen als Subst. — Sola, dei- 
sale (Matln} Kog. — DIef.'s Vgl. mit Sskr. divasa (dies), 
s. %. B. divesfira I. 189., oder sürya (sol), endlich mit 



B. Wortcrbneli. 289 

Pers. ^ = Kord, dai, ancb j^)^ Adv. Yesterdaj sdiei- 

oen noch Immer nicht das Rechte zu trelTeD. Das von ihm 
angeführte Hind. iursoon (fibermorgen; vorg-estem) ist bei 

Shakesp. p. 226. ^^y**f tarson Adv. The third day past, 

or to come fnot inclndlng' the present, I. e. two days in- 
tervening-), das die Dreizahl — vgl. z. B. JuJ itrpad 

(Sskr. tripada) m. A tripod — mit der Postpos. ^^^yn wm 

From , bj , with cet. enthalten mag. S. noch IL. 77. -^ 
Weitere Combinationen DIefenhach's : 

Tasdla f. EvenIng. Tarde. Sskr. saya Bw. Tasata Abend 
L. 24, 29., gewiss nicht durch Druckf. mit t. Detasala 
Bw. [wo?]; achlbes, — y tasata OT,f4eQov. — xal avQiov 
L. 12, 28. 13, 32 — 3. — Tasiar-sc /()6y/?«v 1, 21., 
tasalela Id. 3. Sg. 12, 45. Tasalar To delay. Tar- 
dar, vgl. Lat. procrastinare. Tasarden [mit Sskr. dlna, 
Tag?] Adv. Late. Tarde Bw. 

Tischai [sie] Sz. 1. 126. und danach verm. tischak (Sand) 
Bisch., so dass wohl nicht, wegen Zipp. piasko ans d. 
Lith. II. 89., das t In p umzuändern. Sonst hat Pcfam. 
pdszi f. (arena)^ vgl. Arm. po^chi (Staub) Kiapr. As. Po* 
Ijgl. S. 105. — Bei Grellm. S. 223. 1. j.Taio panj [d. I. 
elg. warm Wasser]; poschl, Hind. tschata, der Morast, 
die Pfütze ^S woher auch poschi (bourbe) Kog«, allein 
„Tofs, Hind. tschata Morast (Zipp. i morrasta, sta- 
kro), Sumpf ^^ S. 289. 2. und daher Bisch., während es 
weder Pchni. noch Zipp. kennen. Verm. eben so wenig za 
Sskr. toya (aqua), Ung. td (lacus), als Alb. %hg (pulvis). 

\Tyszera [-o? I. 108.] Pferdehändler Pchm. Vgl. Täuscber 
bei Schiller (Pegasus im J.). 

Trujal^ auch /ri^s/a/ herum Zipp. , truijall (umher), triall 
(um, herum) Bisch. Bei diesem auch: Einmauern trichaf 
parreliaha, worin das Verbum aber gewiss bloss sein 
eignes Machwerk Ist, erschlossen aus einer Phrase, wie 
triebe mande (um mich) I. 296. Der Soc. Hesse sich 
dem Sinne nach nicht gut auf prall (Kammer) Pchm. zu- 
rückbringen; ich rathe, wegen parröngro Mauerer (vgl. 
Steinmetz), auf ein Adj. aus parr (Stein) und übersetze, 
ohne jedoch Lat. partes mir zinsbar zu machen: „umgeben 
mit einer steinernen (sc. Mauer)." Dief. hält Ngr. T(>iyv- 
Qovy sonst oXoyvQa (herum) für einen Fingerzeig zur Er- 
klärung , wonach also^ die Dreizahl In unserm W. zu su- 
chen wäre; und möchte auch triallakri Brantschatz 
Bisch., trotz der Unklarheit des etjmol. Sinnes* nicht ohne 
Grund, hieher stellen. 
II. 1» 



2fiO III. Wörtei4)ncli. 

j^Dr^-a is prefixcd to verbs as an expleiivc, bot before 
nouns bas a special force; ibus dry-a nok = To take 
snuff^^ Irv. Ist jedenfalls eine Präp. L ^9. 300. nr. IB., 
die inzwischen auch als Adv. n a c h g'estellt werden kann, 
wie z. B. schivitadraa (Metlre dedans) Kog-., dschaf 
polokcs atr^n [^eben sacht hinein] einschleichen u. s.w. 
Bisch. — (Das g-anz verschiedene addar „aber" Rüd. 
S. 6«. 8. I. 317.) 

TräH h 287. 300. „Drän Adv. aus (aus etwas her), vgl. 
wrin" Graff. Ms. — Tran (Sp. Tan), z. B. tran-fli- 
ma Adv. So little, neither. Tampöco Bw. s. I. 274. 
„Trincho buter itiäXXov L. 5, 36. verm. eig. dreifach 
(vgl. terque quaterque beatus); doch auch Great Bw. Zu 
vgl. T(>ayo^?" Dief. 

•{•TVoÄJto Rinne Bisch. — Aus: Trog. 

Trdav Ich ziehe S. 14. 49., trdypnaskero grast m. ein 
Zugpferd Pchm. — S. 1. 136. 347. 396. 453. „Zerde 
)nip*, ziehe, auch vom Wandern, wie im Deutschen " Graff. 
Ms« und S. 43. Z erden [dies Perf. wohl nicht ganz cor- 
rect!] au Sie legten (zogen) an (ein Kleid) LG. Rikker 
apry, zirrde Schlagt an (eig. halt drauf, zieh, nämlich 
den Hahn). Te zirrdaf ziehen, Imp. zirrde tu! zir- 
dewen turne! Zird.edo gezogen, zirdando ziehend. 
Me zirdejum jeker Ich habe einen Zug gemacht (ein- 
mal gez.) von te zir daf (einen Zug geben) als wäre es 

. mit daf comp. Te zirdevav pasch, te reisferaf 
(aus d. D. Vgl. Leb vaver kangli, ke na reis- 
kerla Nehmet einen andern Kamm, der nicht so raufet) 
entzwei reissen. Me zirdevava tehele pflücken. Sik- 
liraf [ausgestrichen!], tehele zirdevav e tschaves 
ein Kind abgewöhnen Zipp.; vgl. z er tele (saugt) Rüd. 
S. 65. = zyrdal Sz. I. 132., nebst Lat. ubera ducere 
und Sskr* duh. Zertaf schleppen, rupfen; zertaf apo 
gawa gowa ziehen [an dieser Sache?]; zertahamen a 
gal gerik, wir ziehen von hier weg. Zertamangeri 
gühruwa PI. Zugvieh. Bisch. — Eher, als zu Walach. 

trag (trahere). Engl, tear, Russ. Ap^^nib (ziehen, reis- 
sen); oder zu Frz. tirer, aus Böhm, trh Zug, Riss, trham 
reissen, hinschleppen, herausziehen, pflücken (me tzirr- 
djom S. 451. zu Böhm, trh Kaufhandel?). 

Trddav Ich jage, tr. avri Ich j. hinaus Pchm. — Tradäf 
verjagen, treiben, tradena lende sie verjagen sie, s. 
auch I. 347. 396. 453. Bisch. Tradehla e karapas- 
kro Der Jäger jagt oder hetzt Zipp. — Etwa Caus. vom 



' B. Wörterbadu 291 

Vor. (wegziehen machen) oder von Sskr. tras mit dav 

(Furcht machen, Lat. terrere)? R. mpasiiinb abgrasen; 
hetzen, jagen (ein Thier) passt nicht. 

'^'Troupos (corpus) Vulc. Meg., trupos ni. Pchm. , trupo 
m. GraflT. Ms., truppo Leib Rtw, — Parad. 1.198. Rumpf: 
(o truppo, troppo der ganze Leib) schero hi krik, 
o truppo tschas Der Kopf ist fort, der Leib ist ge- 
blieben; truppos, G. truppeskero [so mit e vor k], 
truppe Leib, im Voc. PI. Treppe, atschon sfaste- 
weste! Bleibt gesund! Ausdrücklich bemerkt Zfpp. das o 
vor s in troposkero, posti u.s.w., wie auch in anderen 
(jedoch wohl meist fremden) Wwn. s. L 107« 159. 170. — 
Trupos Leib (Aas L. 17, 37.), trdpo m. Körper L«, 

drupos m. (Body. Cuerpo) Bw. — R. rap/^rit, Poln. 
trup (Leiche, todter Körper, wie LG. truppo Leichnam), 
Dakor. trupu (corpus) vgl. Dief. Celt. h 149. H. 2.' 446. , 
also mit umgekehrtem Gebrauch des Worts als beim Ahd. 
lih (corpus) , welches jetzt als Leiche nur Cadaver bezeich- 
net. — Trupo Leib, Körper, angeblich auch Rücken; 
trupp^skro Kamisol, Weste Bisch., truppa (corps de 
jupe) Kog., vgl. Leibchen, Frz. corset, corselet (Demin. 
von Corps) und Lat. tunica aus Sskr. tanu (Leib). 

Trambaoj Ung. rägom. Mangiare. Molnär bei Pred. p. 812. 

Tromav Ich darf Pchm. — Mango trebbohla ^lch brau- 
che; vgl. Poln. trzebla (opus est), Walach. trebi (Behuf, 
Angelegenheit). Tr. menge transuri te diklo Es fehlt 
uns Teller und Tuch (ein Gedeck). Den e reis seh ta- 
rnen. Nan hi keek kova, — na trebbohla. Gebt dem 
Herrn eineti Stuhl. Es ist nicht nöthig. Ueberfiüssig: Bu- 
tir fsir cet. Zipp. L 98. vgl. 421. 

Trumdni f. die Musik Pchm. 

Drommin f., Acc. und PI. mia ohne n Graff. Ms., tromme 
(Thaler), baro tromme (grosser Th.) I. 52. v. Grolm. 

U trimmo Vorsaal, dr^mmo Hauserden [Hauseren = Haus- 
flur, s. Minner, Ansichten u.s. w. S.IO., aus Lat; area'?] Bisch. 
tremmo Flur oder Vorhaus. Dscha perdall o trem- 
mo Geh durch's Haus Zipp. — Vgl. truni f. Floor, 
ground. Suäo Bw. 

-J-TW/iid Sz., trüna Sarg (sarga Zipp.) Bisch. — Poln. 
truna, trumna. 

j^Transheri Rtw., dranxuris Teller Pchm. tranfsüri, 
reskero, pl. snrja Teller, z. B. phuvjakro transuri 
(ein irdener T.) ; Scheibe Zipp. Transchuri Teller, Sup- 
pent. Bisch. — Frz. trancholr, Engl, trencher. 

19 * 



202 ni. Wörterbach. 

^TruMhawa (timeo) Scheu; trashlno grausam (eig*. terri- 
bilis) Rtw« — Kommt vielK in allen 4 Conjugg. vor. 
Tahrschawa Gl. L Ich fürchte , allein tahr (Furcht) s. 
11. dar; damit doch unzweifelhaft, wo nicht gleich, doch 
nächst verwandt : t r i s a f wackeln , t r 1 s i a f zappeln , t ri s - 
s^ioaf und daher trissiola Cl. II. (er zittert), vgl« L 
131. und LG. i pub trifsjas (die Erde erbebte). Tris- 
seräf Cl. III. schütteln, rütteln; trisserwenalis , er 
[vlelm. 3. PI.] rüttelt ihn Bisch. — Dazu bei Zipp. : te 
traschavaf sich fürchten, nach Cl. IV«, woher auch vielK, 
und nicht von traschaf (Id. und sich erschrecken) Cl. I., 
das Part, traschaiddo, erschrecklich, angeblich aber auch, 
wie traschado, traschedö, und traschendo, da- 
rendo, auch darelo: furchtsam! mithin activisch , sodass 
man auch die des n ermangelnden Formen als schwache 
ansehen könnte. Sind es aber Part. Prät. Pass., so 
mflsste man sie um des Vocales vor dem - do vrillen auf 
Cl. IV. beziehen. S. noch L 388. 403. — Das Regierte 
steht im Abi. 187. 323., z. B. Me kammawa te tra- 
schaf e dewlister Ich will Gott fürchten. Mro dsi 
traschela ada chamaster (Mein Herz fürchtet sich vor 
dem Essen: ^chamander vor allem Essen) 0, wie ekelt 
mir! Zipp. < — I trasch [trasf ausgestr.], G. trascha- 
kro; i däär, bari dar, daariakro Angst; se man b. 
d. Ich habe grosse Angst Zipp. — Tresh (fear) Brj., 
to frighten (Rh.?). Atraish (HInd. U^^i träsä Adj.) 

Afraid; dread, terror, Pers. ^j,,ß tars m. Fear, terror 

(Sskr. trasa), wovon Bw.'s arasno II. 279. gewiss eben 
80 verschieden, als von Sskr. a-rati; atraish, trase- 
la, (Fear; coward) Harr., deren das letzte 3. Sg. Präs. 
Das präf. a Art. oder nach dem Engl, afraid s. II. 50. 

*Trushilo Rtw., druschiilo (Durst), eig. wohl Adj., wie 
dru schule hom Ich bin durstig Bisch., me hom trusch- 
lo (mich dürstet) LG., truschalo (durstig) Zipp. Die- 
ser hat auch das Gebet - einer alten Zigeunerin angemerkt, 
welches so lautet: Sso chala, fso pjela glale linge- 
ro bokolingero [wahrsch. dies W. zu theilen und zwar durch 
ein Komma] truschal lingero dsi in ewiger Freud 
und Seligkeit. Ich übersetze: Was er- [oder sie?] is- 
set, was trinkt vor [für?] ihren [Lat. eorum!] Hunger, ih- 
ren Durst, ihre Seele [Herz] u. s. w; Es folgt noch: Ta 
chas mro dadiskero rat (Du frissest meines Vaters 
Blut), was aber nicht mehr dazu gehören mag. — Tras- 
lo (Dry, thirstj) Harr. — Hind. ^\yi tiräs or träs f. 



B. Worterbaek 293 

1. (Sskn iiisU r. trish) ThiniU t. (Ssb. tr&sa r. tria f. 
d. Von) Alarm, fear. L§r^ ftVM« or triihm f. TUrtt; 

desire. Ia^i JT tarasnä (Sskr. tarskan'a) r. a. To long oeU 

Traserrja Flintensdirot Bisch. — Frz. drag^? 

*Tru$hul Kreuz Rtw. S. 9.9 troszul m. das Kreuz , Den« 
truszalöro Pclini., truschull LG., truschu wohl mit 
Verlust von End-I, wie in mandien Slaw. Mundarten, o 
truschal, leskero, lesti cet«, PI. a KreOz, trusche- 
linde, trnschalinde kreuz und qneer Zipp. vgl. I. 188. 

— Druschul Kreuz (auch Schellen, d.i. Kreuz, im Kar- 
tenspiel) Bisch. — Trijul f. The cross. La cruz. Hlnd. 
trisool. ,Querelar la trijuT To make the sign of the 
cro&iß. Persignarse. S. II. 50. Trej.uficar [mit Lat Aus» 
gange] Bw. [wo?], trijular L. kreuzigen. — Vcrm. Hind. 
Oy^j^ ^r»«i»/ m. A trident (the weapon borne bj Mahäde- 
ya) Shakesp. p. 826« = Sskr. tri-^üla n. A trident, » 
threepointed pike or spear , especially the weapon qt S'iwa« 
Wih* Ein merkwürdiges Wort, zumal da von den Zig. 
das christliche Kreuz mit dem ihnen aus der Heimath her 
bekannten Symbole scheint verglichen worden. 

TaboHarre f. Mano der^cha I. 117. Gewiss nicht das von 

Bw. vgl. Sskr. awa-sawja (not left). 
TacuSi f. A kind of leather case. Pet&ca. — Thjnhi t. 

Box. Caja. 
Talabi f. Scdge. Esparto. 
jjTalolori ttfiauovy pl. talalor^s, tfidua L.; talard- 

ris pl. Garments. Vestidos. Sskr. tsh^ii Bw. Etwa: Ta- 

lar [d. i. talaris tunica]?^< Dief. 
TanbiAian m. Horse-jockej. Chalän. 
Tandal m. Court, yard. Patio. 
Tangli m. Abnl L 116. 
Tapillar v. a. To drlnk. Beb^r. Vid. Piyar. 
Taquibdque Ramrod. Baqu^ta I. 117. 
^^Tarpe m. Himmel L., btarpe m. und otal m. Cielo. Bw« 

— Sskr. drÄpa m. Heaven, skj.^^ Dief. 
Tärquino m. Parable. Parabola. 
Tasarbahi m. I. llo. 

Tasquiho m. Million. Milldn. 

Techafao Adj. Bent, crooked. Ägachdio. 

Teckescdr v.. a. To cast. Echir. 

Techorde Adj. Weak, infirm. Invalide. 

TejuU f. Tar&Btnla. 

Telejehi f. Mat. Est^ra. 

Tellorre m. MInistro. 



204 m. Worterbaeli. 

Tememblero Adv. Earij. Temprano. 

Tempano m. Piecc, portion. Pcdazo. Sskr. dambh (io divide). 

^Terelar y. a. To hold, havc, possess. Ten^r« (haben L.), 
tenclar Bw« Da sonst der Zig'.-Spr. (wie dem Hd.) 
elg, dies Ztw. fehlt , so ist eine Entl. von Homan. tener, 
ter zu vermuthen; doch bleibt der sehr häufige Gebrauch 
in L. auffallend. Man kann an Sskr. dhri denken , wie Bw. 
thut.^^ Dief« Vgl. inzwischen tcrdo. 

Temaciba f. Rage, madness. Rabia = tornasiba f. 1.117., 

wo auch tornasibe. Soberbia. Bw. 
Temasibel Worth, valour. Valör, valentia. Sskr. dhäran'a. 

Ternejä Adj. Valiente. Bw. 
' Terrepleco m. End, boundarj. Termine. 
Terruhi f. Scratch. Arano. 
Te$quelo m. Grandfather. Abuelo. 
Tesquera f. Front, forehead. Frente. 
Tesqutnso Adj. Sour. Agrio. Pers. jaj Bw. 
Temmidr v, n. To stop. Parar. 
Tibay Adj. Stiff, firm. Ti^so. 
Tinbalö m. Musico. Sskr. tdn'd^awa (dancing) Bw. 

j^ Tintin baro aQX(av L. 18, 18. Mann t. av&^wnog tvyiv^g 
19, 2. Tintines e sueti ol nQuizoi zov Xaov Ib. 47. 
Vgl. Chino ob. II. 204." Dief. 

Tarbergeli f. A piain, desert place, mountalnous region. 
Campo despoplado, serrania. Sskr. dhara Bw. 

Tosinbo m. Circumvolution , wheel. Törno. 

TraianS m. The post, Courier. Gorreo. Sskr. taraswin Bw. 

Tramaldr v. a. To tie, trammel. Atar. 

Trani f. Menth. Mes. 

Trasard6 m. Tiled roof. Tejado. 

Trimdn f. Alms, charitj. Limosna. IL 43. 

Trifusco elQ^vrj L. 11, 2i. Kaum doch zu Frz. treve u. s.w. 

Troecdne f. Work, dced. Obra. 

Tranfarön m. Stock, trunk. Tronco. 

I^östis Adj. Educated, nourished. Crlado, alimentado. — A 

child that has lost its parents , and is adopted bj other 

people, is Tröstis. — Zu Engl. To trust? 
Trujan m. Tobacco, s. tchuv. 
Trujatapucherido Adj. Conceived. Goncebido. 
Truia t Return. Vu^lta. Trutar v. a. n. To return. 

Volver. 
Tumbardo m. Purgatörio. Etwa aus Sp. tumba und arder, 

als Fegefeuer? 
Tundico Adj. Muddy, turbid. Turbio. Bw. — Aus tun 



B. Wörterimcli. 205 

(Tu) 9 Y^l. das Poss. tirö, und dicar (Ver), yermiitlie 
ich; — zum Scherz. 

j^Tunia f. i. q. cucni 11.164., furnia f. Cavc. Cueva. Bw« 
anrjXuiov L. 19, 46.' Turnlas qfwUovg 9, 58." Dief. 

Turno m. Castle. Castillo Bw.* Aus Thurm, früher Thurn? 

Turra f. Nail , claw. üfia Bw. Vgl. IL 19. 

TuyaU Adj. Bad, evil. Malo. Kaum zu dukh« 

Vh und üfcÄ Pchm. {ch Bw.) 

In der Mitte s. kathar I. 254.; ferner lit'hi, mat'hln, 
mort*hi Pchm. Bei Bisch, lotho (Loth) aus d. D.; g>atli 
Ileuid 11.132.; dawanthira (Frz. devantier). — Zu An- 
fang-e, ausser Pchm., s. noch Zipp. theisfirla, thug^a 
st« tajsa, dukh Pchm., u rathe Bisch, s. II. 273., tho- 
rin 262. und andoriles Bw.; thura II. 258. und 123« 
„-{-Thora, hekka das Thor; wudir heisst eine Stuben-, 
Scheunen- und Stallthür." ZIpp. Bei Pchm.: 

The (und) I. 309., viell. = Sskr. atha (hei Wils. auch im 
Sinne von And); zu unterscheiden von te (dass) ohne A- 
spir. bei Pchm., die freilich auch für „und" In den anderen 
Quellen fehlt. Z. B. Chulo tapaque (Duro y medio) 
vgl. L 285. Bw. — „ücberall: halauter (sfalantcr 
heisst Alles) akuy tekkay hier und da" ZIpp. 

Thalih f. S. 77., der Mantel ohne Ermel Pchm. Schwerlich 
zu talolorl. 

-J- Them die Herrschaft Pchm. , vgl. d^ii.ia (provincia) DC. 
Them m. Geg-end Graff. Ms., u tschölu temm die gan- 
ze Welt Luc. IV. 5. temm, meskero, but temma 
Land, Preufsittknttemm Preussen u. s. w. I. 100« 
Wawer temeskero manusch eines andern Landes 
Mensch (peregrinus) ; adda temmeskero mannscha die 
Leute des Landes Zipp. Anotemmdo I. 126. von temni 
(Land) Bisch., Rtw. und Grellm., der in Ausg. 2. ein* so- 
wohl Pchm. als Zipp. unbek. terum aufweist, das, trotz 
ob. IL 161« und Rothw. terra (Erde), terich (Land) bei v. 
Grolm. , verdächtig und desshalb einer, von Dief. vorge- 
schlagenen Anknüpfung an oltarique II. 72. ungünstig 
scheint. — Themmcscrou Landknecht Im Amt WIdh., 
vgl. t e m m e s k r Wachtmeister , kuremaskro ein Schulz, 
o pandllakro Amtmann ZIpp. — T'hIm, t'hin Reich Vü. 
Grellm. — Bittutheim (A country) Bry.? — Chim m. 
Reich, Land L. Kingdom, coiintry. Reyno, tierra. Von 



296 m^ Wörterbneh. 

Bw« nnwalirseh. mit Sskr. kshmk rgh Chen f. Earth, hind. 
Tierra. Sichcn m. Rejno Bw. s. IL S49. und 203. 

TJUlmm B. II. 108. 

Tkil m. dag Schmala, t'hilcng^ero der Schiualzhändler, t1- 
Icskeri [rh?] f. das Butterfass Pchm. V^l. IL «57—8., 
kihleskifro peda Butterfass Bisch. — Liefl. Z. tschieb 
and tschil L89.9 aberS^r.Z. girs (Butter) , etwa vielm. 
^irr st. Sskr. g^riha. — Tchfl Seife S%. S. 128. wohl 
weder zu Sskr. tila Sesam, noch axiaQ. 

^Tchulo dick, Adv.-les, Dem. tchulöro etwas dick; tchu- 
roVar L 424. Pchm. „Tulo, Hind. tschjli das Fett<< 
Grellm. S. 227. 1. aus tullo Fett [doch wohi Adj.] Rtw. 
— Bisch, tullo, fett, tullo Unschlitt, tutiodiwes Fast- 
nacht [viell. ironisch, wo nicht Jour i^as vor den Fasten], 
g'erraf tullo spicken, tällomas [fettes Fletsch] Speck, 
tuIlSpenn, tulSpenn Schmalz (schjfnalzo Zipp.), Oh- 
renschmalz, s. 1.140.— Gurwenü tnlippen^Tal^)L138., 
thüll, thujakro, Ja Schmant. Bailetscho, o ma- 
nusch hi thdlo (thühio) Das Schwein, der Mensch ist 
fett -^ Toola (marrow) Irv. Tulo, tullo (fat, corpu- 
lent) Harr. , dessen Yg'l. mit '^JJyt , J^Ju^* tondälä^ ton- 

dail (Sskr. tundila from tunda) Pot-hellied, g'or-bellied, 
corpulent Shakesp. p. 250. fehlschlägt. — ChuIIo Adj. 
Fat Gordo. Sskr. und Hindi sthdla (Thick) , dessen s, wie 
im Sskr. ut-thil unterdrückt sein mag., aber schwerlich das 
Ton Bw. auch erwähnte Hind. J^Cty^ chaudhar Adj. Ro- 
bust, active, vigorous, corpulent. Ausserdem bei Ihm chu- 
chiri f. Fat. IL 205«, chuchipon m. Suet, greas. Sebo.^ 
Chuchuquelar f. Oil- crnse. Alcuza. Onchullar To 
grow fat, to fatten IL 71. 

"^Tchud m. Milch, Dem. tchuddro (Böhm, mljczko), tchn- 

dengero Mildikeller Pchm. — Tchud Sz., thud IL 

230. y. Grolm.; o tud (thüd an einer St ausdrücklich als 

. vorn aspirirt angeg'eben), thudeskero, thuda, Milch, 

. dik thüd dicke M. Zipp. Die Aspir. verm. nach vorn 

übertragnen aus Hind. ^^^ düdh (Sskr. dugdha r. duh) m. 

Milk, etwa Me dvyartjQ aus Sskr. duhitri. Sollte Bisch, 
tuth, woher tuth&skero panin (Molken), noch die 
Aspir. an ursprünglicher Stelle zeigen? Pers. t^^ dogh 

n. Buttermilk. — Tut Rfld., tuud Rtw., tud Milch Liefl. 
Z., vgl. L 105. — Tood Bry., tod Rieh., tud Harr., 
dood Irv., zud Rh. Milk. — Bei Bw. soll chutf f. Milk 
auf Sskr. dugdha, hingegen toto m. Cheese auf Sskr. 
dadbi (Cardled aiilk) von einen ganz anderen Etymon , näm- 



B. Wöi-terbueh. 297 

lieh nach den Ind. Gramm, dhd (vielK aber dlie) zurückg^e- 
lien, was ich inzwischen hezwcifcln möchte. Völlig' ver- 
schieden ist natärlich dud m. (das Licht); vgl. Hind« ^JS^ö 

dütt f. 1. Sskr. düti A bawd. 2. Sskr. dyuti Refutgence. 
— Tohschela gurumniende I. 186. Bisch«, te do- 
schaf gurunija milchen (nein! melken), doschandi ra- 
kli die melkende Magd s. I. 389. 403« IL 142. Zipp. Vgl. 
Sskr. awidusa Milk of an ewe. Hind. i^^o m. 1. Thick 

sour milk« 2. A Muselman milkman; U^^O dohnä y. a« 

To milk. 

*Tchuv m. der Rauch, tchnvalo Rauchtaback, tchuvall 
f. Tabackspfeife Pchm. Thuvjeli, thuvjijakro Zipp., 
„tu^gli f., Acc. tuwelia" Graff. M?., tuuli Kog., 
tu wie 11 i Taback (eig. Rauchtaback s. Knaster) Bisch.; 
tschalli Taback Liefl. Z., viell. mit tsch st. tch, wie 
chubalo, chibalö m. (Cigarro), sinchule m. Roll of 
lobacco, cigar, aber trujan m. (Tobacco) Bw., wie ich 
sonderbarer Weise auch einmal trujilli (Taback zum R.) 
bei Kr. mit r vorflnde. Me pijav tchuvälo Ich rauche 
Pchm., vgl. Kog.: Tofe (fumer); pour fumer du tabac: 
pien t'uuli (eig. boire, s. piava). — In Diebesspr. do- 
brich Taback, doberschlinge (Tabackspfeife) Rtw. 
Beitr. S. 47. verm. hieher, und nicht zu: Taback. — Bei 
Sjr. Z. diffy oder ditty [ich bin zweifelhaft, wie ich 
das W. im Ms. lesen soll] Taback, hingegen dutty Rauch, 
vgl. Fers. Oj^ m. Smoke. ShaTcesp , Seetz., dem doch wohl 

dadu (smoke) Ous. entspricht, dies mtisst^ denn etwa mit 
einem Pron. verschmolzen oder als redupl. gedacht werden, 
indem sich Hind. \jjs>:>\ö (from dagdha Burnt) v. n. To burn, 

noch mehr tatto (warm) gegen einen Vgl. sträuben. — 
Tchu Sz. S. 134., und daraus verm. thu Grellm., tun 
Liefl. Z., tu Rüd., thub Grafl. S. 43., thuh Rauch, 
Dampf Bisch., o thu, thuveskero (auch ohne v), thua, 
sowie thu, but'thü [gewiss eig. Sg. und nicht PI.] 
Rauch S.L425., andri thu te blaavaf (in den R. hängen) 
IL 58. Zipp. — Tuv, tu vi (Smoke) Harr. — Hind. ^^^ 
(Sskr. dhüma) m. , auch ^^yS» dhuwän m., ]y^ö dhünwä 
m. , ^y^^ dhüni f. Smoke ; Hindi dhdanä To smoke« 

Tooph (Smoke) vgl. zwar Bry. p. 394. mit rvqog, daj 
ich jedoch höchstens indirekt vergleichbar wähne« Mit to. 
phis, con [n st. u oder e?] I. 148. vgl. Bisch, tuwes- 

kri Esse, und Hind. Uyiyi^^ dhünwärä m. A chimnej. — 

19 * * 



298 ja. Wörterbuch. 

Pers. t^' (k^Li or ^b ; also woU zn Sskr« tap) The part 

of a Hukka to which tbe tobacco is fixcd or the tobacco 
itself cet Shakesp. p. S46., und tovtovvi Taback aus dem 
Tllrk. kommen schwerlich in näheren Betracht« 

Tchav f. Pchm., taabe (filum) Rtw. Thaw Bisch., o täv, 
veskero, va Faden, Zwirn. De mang'e fadma tav 
Gieb mir einen Faden Zwirn. Te keraf taf spinnen. 
Zipp« — TaweskSro kehr, dawiskero kehr Ar- 
beits-, Zuchthaus Bisch. S. 30. 64. ^ allein mit o st. a u. 
Zfichtling' S. 109., was Dief. mit Recht für: Spinnhaus 
nimmt. — Tav Peloton- de -fil Kog*. Sjr. Z. daf, Liefl. 
dafo Garn, welches sich mittelst des Kurd. daf (Schlinge 
für Thiere) leicht an Pers. ^^o u. s. w. Or. Ztschr« III. 31* 

knüpfte. So schon Dief., der auch des D.Tau, und selbst 
Zig. nafre (thread) Bw. gedenkt. Sonst bieten sich noch 
allenfalls Pers. ^U täw Twist, coli, contortion, vgl. Cast. 

^vXmoU' contorquere, oder wegen der Aspir. Hind. l^U^«> 

dkägä m., auch L^b tägä m. A thread zu Berücksichtigung 

dar. Auch Sskr. sthawi (A weawer)? 

l thauj nfakroj nna Reihe. Andre trjne thanende hi 
terdee Sie stehen in 3 Reihen. I tann die Art, Gat- 
tung. Dul, trjn tanna 2, 3 Arten, tschirikle Vö- 
gel; sollte wohl tschiriklingeri sein, meint Zipp* 
Trjn [e dahinter ausgestr.] thane [verwandelt in tha- 
Qanne] tschiriklin dreierlei Vögel. 1 vagi tan tschi- 
riklo gabela Die erste Art singt. Jek 1 [jeki?] tann 
manuscha einerlei Menschen. Jek thanatte auf eine 
Art; ape (oder adri) trjne thanende auf dreierlei 
Welse. Dui e thanende fsasti dschaha auf zweier- 
lei W. können wir reisen. — Alles bei Zipp. Ob , gls. als 
Linie, zum Vor. oder gar, trotz des verschiedenen Ge- 
schlechts, zum Folg.? Vgl. Hind. (jL^* thänä (Sskr. sthä- 

na) m. A Station, guard und II. 245. 

^Tchan m. das Tuch, Dem. tchandro; tchanüno tuchen, 
tchanieskero, i Tuchmacher, in Pchm. — tann, nes- 
kero, na Tuch zum Rocke; auch Zeug, z. B. wo Ma- 
kro, poschumakro tan Wollenzeug Zipp. — Kang^- 
riakSro tann Altartnch, momejiskero tann Wachs- 
leiixewand Bisch. — Chan m. Cloth. Pano. Sskr. atshtshha- 
dana Bw.; der Vgl. sicher irrig. — Zipp.: „0 pochten 
Leinewand, teneskero, pochtja. Tan helsst Zeug, 
D&mlich Tuch oder Laken ^^ Zipp. Tann Tuch, poch tan 
Leinen Rtw«, thau [etwa u verdruckt st. n?] Tuch, lolo 



B. Worterbacb. 200 

thau roth Tuch, p ach tau weisse Leinwand Wldh., aber 
bockdam v. Grolm., wie poch tarn Bisch, angeblich: 
Tuch. — Poch tan m. Leinewand Pchm. u. s.w. (s. sp. P.) 
sieht beinahe, wie mit tchan comp, aus, wogeg>en aber 
viell. üng". por:6to (Pannus, Tuch) streitet« — Tanya 
(Tent) s. II. 245. 285. hält Dief., meine Ich, mit Unrecht 
für PI. (also: Tücher). — Etwa aus Hind. thäna (Web 
subst.) und Mahr, kintana n. Ganvas? Hind. bb (Sskr* 

tan Expand, strctch out) m. The warp, the threads that 
are extended lengthways upon a looni; ^b A loom er- 
klärten mindestens nicht die Aspir. 
Tchadovav Ich fliesse I. 88. 424. Pchm. 

Tchab6vav I. 424. nr. 27.; tchardo heiss, tchardi mol 
Brandtewein von tchärav Ib. Pchm. — Chapardo m. 
Tinder. Yesca Bw«, kaum aber chalchiben II. 2(>2. 

Tchovav g'eben; — pro g'rast e zen [aufs Pferd den Sat- 
tel II. 253«] satteln; — love Ich verdiene Geld, was sich 
begrifflich etwa durch Sskr. a-di (nehmen) von da (ge- 
ben) rechtfertigt. Diesem entspricht entschieden dav; 
tchovav aber etwa dem oft sich damit kreuaenden Sskr. 
dhä? s. I. 393. Chova s. IL 205. — Völlig andrer Her- 
stammnng dünkt mich tchovav avrl [d. i. aus] Ich wa- 
sche Pchm., vgl. Bisch. Dodt gawa gathes awri Sie 
haben das Hemd ausgewaschen , und s. das Folg. 

^Thauava Ich wasche I. 393. Zipp. Towamah (to wash) 
B''J-> gewiss 1. Pers. mit dem Pron. erster Per«., jedoch 
zweifelhaft, ob Sg. oder PI. — Dowemäsk^ro Adj. von 
dem Abstr. I. 139. Bisch. — Und booten (und sie wu- 
schen) Luc. \, 2. Fr., wo das 2. W. verm. bloss wegen 
des voranfgehenden d letzteres einbitsste. — Tshobe wa- 
schen [Imper.], tshowaben Wäsche Rtw., also ganz ähn- 
lich wie chobar (Lavar, falsch vgl. mit Pers. qJw^^ä) 

I. 409. Bw., chobelar waschen L. 11, 38 — 9., taufen 
12, 50. Muchobelar taufen, waschen 5, 2., mucho- 
belarle sat la pani de sus aqnias os pindr^s 7, 
38. ßgi/Hv rovg noSag avzov roiq Saxqvai, das nach Dief. 
mit Sskr. mrig' oder muc' verschmolzen sein mag; und zwar 
noch glaublicher mit des letzteren Parallele mukav (Ich 
lasse) als etwa in des Sskr. -W.'s Sinne von Effundcre 
Westerg. p. 98. — Hind. Ij^j dhonä (Sskr. dhAwana) 

V. a. To wash, v^^*^ m. Washing, ^^^ dhob-J m. A 

washerman, ^3^i> dhob-in A washerwoman; Sskr. dha- 

wala (White) cet. 



300 in. Wfirterbach. 

J». 

„Dav ich gebe; -ril Pchm. S. SS.^ aber rila (pedo) 47. 
Yg\. ob. h 277.; — szola Ich pfeife (Böhm, hwjzdäni); 
del briszind (pluii); dav karie Ich schiesse; — an- 
dre le grasten Ich spanne die Pferde ein; vgl. Zipp. 
„anspannen: Me dava adri, — ie daf adri gren," 
„De Inip. gieb, schlage, Inf. daben, auch von der Uhr^^ 
Graff. Ms. — In der Bedeutung „sclilagen^^ scheint es el- 
liptisch „jemandem einen (Schlag, dyben I. 135.) geben ^^ 
bezeichnen zu sollen. Vgl. del (frapper) Kog. und del, 
d e (Blow , a knock) Harr. , — eig. 3. Fers. Sg. Präs, und 
9. SiT. Imper. — , wesshalb ich auch des letzteren Deutung 
aus Ilind. JjP^ f. A thump, rap, slap missbillige. — Auch 

del man Interroger Kog. halte ich für: „Er gebe mir [et- 
wa: Antwort]. So hat Zipp. u. vermessen als Adj. : Na 
dela pale keekiste tschi Er fragt nach keinem was. 
-^ Farad, s. I. 465. ; Ferf« 395. Hind. Up denä or dJnä 

(Sskr. dana) v« a. To give, to grant, to jield. Dief. 
denkt an eine Vermengung der Sskr.-Wnrzeln da und dha, 
wie im Zond. und Lat.; doch lehrt tchovav Vorsicht. -^ 
Zipp. Gegenseitig: Tu dijal man, me dijum tot Du 
hast mir, ich dir gegeben. Medavakettene Ich gebe 
zusammen, traue [Brautleute]. -— Wetter: 1. Ssapenno 
(auch brischendo) dela, dijas Es regnet, hat geregt 
net; brischindo dela avry Es regnet draussen; ka- 
mela te dell fsapenno Es will regnen [eig. R. geben] 
Zipp. But dela (Platzregen) eig. bloss: „Viel giebt's^^, 
deaf prischindo regnen Bisch, mit der Var.: Dias bri- 
schendo aus Rüd. I. 69* Bei Szuj.; Dschilja [etwa zu 
geTom ob. IL 212—3.] brischind Es kam ein R. ^ 
8. I rotschola dijas perdo chib Don Rock hat es 
voll geschneit u, beschneit Bisch. Ghyv dela Es schneiet, 
vgl. parno gyw weisser Schnee, verschieden von ghyf 
Getreide, PI. gbywa, z, B, Schukker ghyw awela 
Das Korn geräth schön Zipp. s. II. 67. — 3. Ja ak dela 
(Blitz ; vielm. Es blitzt) Liefl. Z. s. II. 47. Zipp. zu dem 
ihm unbek. wahrsch. aus Ung. stammenden felheschine, 
was, nebst dem eig. Slaw. malnos', bei Alter nr. 84. für 
Fulgur steht: „Für Blitz kein W. s. L 97. Me dikjum, 
' ke jääk dela Ich habe den Blitz gesehen, eig. dass es 
Feuer giebt.^^ Ferner Bisch.: Dewl^skSri jahk dela 
(Es glebt Gottes Feuer) Es wetterleuchtet, wie D. j. di- 
jas (Der Blitz hat gezündet) u. zünden, nnd Jahkd^la- 
pcs s. uns I. 131. und vgl. Ajowa delapes a gol- 



B. Wörterbiiet. 301 

liske mlschto atr^n (Er giebt sich diesem gut ein) u. 
einschmeicheln. — 4. Hagle dcla Es hag-elt. — Schla- 
gen^ verletzen ägh Deaf je diikkepenn verwunden. 
Deaf g'ollis atren te merela vergiften (vgl. Gift von 
geben) Ihm eingeben, dass er sterbe [vielm. Ind.] s. mö- 
rav. Tele dina [-e? als Perf., wohl nicht st. dena 
Präs. vgl. u. verwilligt] leskero seh eres Sie haben sei- 
nen Kopf abgeschlagen u. enthaupten Bisch. Vgl. II. 222. 
285. Schero dijas tehele Er hat enthauptet. Jov 
hi temerrdynö Er ist todt geschlag-en. Zipp. P. de- 
Jas palall walletto, und dejas leskro tscha- 
tscho kan dele Petrus schlug* nach dorn Knechte und 
hieb sein rechtes Ohr ab. Dejas — Jesu je dscham- 
mutini Er gab J. einen Backenstreich LG., tschame- 
dinja Ohrfeigen 11.192. Mro rei dijas man tscham- 
mädyini Mein Herr hat mir eine 0. gegeben. I. 294« 
Dies und mehrere nachfolg'ende Subst. (gomatini II. 135.) 
scheinen Fem. zu Partie, wie tschorjedjnd gestochen, 
karedyno geschossen, tele [tehele] wela karedyno 
Er wird — , karje hi dyno Er ist geschossen u. s. w. 
I. 122. Akka dela lattedüni ada g-rei, fsir dika- 
va So schläg't dieses Pferd, wie ich sehe. Tschuri- 
dyini Stich 11.210. Me les dava — tehele tschor- 
je Ich werde ihn (oder tschuredinjensfa te merr' 
s. I. 357. n. 282. — d. i. ihm mit Stichen g>eben , dass er 
sterbe) todt stechen Zipp. vgl. II. 109. 270. Bisch., daba 
dschurje Ich steche Graff. — Banduk na dijas tele 
Das Gewehr hat versagt Bisch. Karepen Schuss, in 
Verbindung mit dava aber: karje II. 109. Me dava 
karje Ich schiesso; te dafkarijee schiessen, wie — * 
tschorije erstochen [eig. wohl bloss: stechen].' De ka- 
rije! Schiess! De tschorije! Stich! Nichts desto we- 
niger zwar Dine schoschas [Acc, vgl. L 176.] karie 
Sie haben den Hasen geschossen, aber Kohn dijas les 
ka repenn? Wer hat ihm den Schuss gegeben? La- 
der zig' tri karepaskri. Ladet eure Flinte« Kanna 
lader dj an, to de karie Wenn du geladen hast, so 
schiess einmal. A hi tri karepaskeri lademen? Ist 
dein Gewehr geladen? De karie Schiess los, gieb Feuer. 
Kerla dösch but wolta, kanna karepaskeri dena 
tehele karie, ke harga lademen haes. Es thut oft 
Schaden, wenn man [sie PL] ein Gewehr losschiesst, wel- 
ches schon lange geladen Ist« Kanna tu na ^amoeha 
te des je karapaskeri avrj karie, to shastl zir- 
dewoelia e krezzereha fsharo kurepen avry 



302 Üh WörterbDcb. 

Wenn du nicht willst ein G. losscliiessen , so kann'^t da 
mit dem Kräszer den glänzen Schass herausziehen. Zipp. S. 
noch armandjini IL 58.; Adj. romedini 275.; g-are- 
dini 117. — Me skornja dava Ich stolpere; schkor- 
nja dijum Ich h. gest., wohl eig. Ich stosse an die Stie- 
fel s. II. 233.9 wahrsch. scherzweise, weil die Zig*, solche 
kaum allzuhäufig hesitzen. Zipp. — Bei Schallwariem: 
1. B. g'ohlidena Bisch. =s godla kerna (sie machen 
Lftrm), godladjnö g-eschricen II. 134. s. auch szol 232. 
Zipp. — Mit dav comp. Verba s. I. 418 f., z. B. kan- 
dav (obedio) II. '102., also ganz ähnlich, wie jakh djn- 
dos (Acht gebend) Pchm. S.62., dar jakh (dass idi ge- 
be Acht, eig. Auge s. lav) 73.; dag'egen Zipp.: E jaa- 
kinsfa dela jov Er plinkt mit den Augen. — Dief. er- 
blickt hierin theil weise Sskr. dhä (Gr. ^17), was dem.Be- 
ipriffe nach füglich anginge, z. B. bei deaf (schaffen). 
Deaf ano parno [in weiss machen] verzinnen; triall- 
ikf = triallgerrat' (umstossen). A gänna wela tu- 
ke o pätschSpenn a pre dino Jetzt wird das Protocoll 
vorgelesen [vielm. eig*. aufgethan , eröffnet ? wie Sskr. 
wyÄ-di Aperire Westerg-, p. 7.] ; womit etwa zu vg-l. Harr. 
p«558. Dey apre (To read) oder Sskr. adhi? S.noch kenda«- 
va II. 103. Ob auch, wenn schon in begrifflich schwer er- 
klärbarer Weise: delapray (a dream) Bry»? A glan- 
Aikf Zeichen geben, eig. wohl: vormachen Bisch. Wenn 
Dief. weiter das Zi^. Prät. etwa dem Deutschen Prät. 
schwacher Conj. gleich, d. h. als mit Sskr. dadhau zusam- 
mengefügt, setzt, so kann ich ihm darin nicht beipflichten, 
weil mir ersteres aus dem Part, sowohl auf do als to u. s. w. 
hervorgeg-angen gilt. Mehrere scheinbar dem Prät. sich 
anschmiegende Formen I. 419. glaube ich mit Grund anzu- 
zweifeln, würde aber, im Fall ihrer Richtigkeit, jetzt gel- 
tend machen, dass auch im Hind. mehrere Verba, wie 

U^ob dädhnä (from S. daglida Bnrnt) v. n. To burn; 

Uj^m sütnä (S. supta) v. n. To sleep s. L 389., ULa 

tatänä (from S. tapta) v. a. To warm, vom Präteritalpart. 
ihren Auslauf nehmen, was an Bildungen solcher Art, wie 
TvnTBiv , rifivHv u. s. w. , erinnert. Viell. ist solcher Art, 
abgesehen von denaf lohn (salzen) Bisch., Bw.'s dlnar 
I. 407., dinelar v. a. (To give. Dar. Mod. Gr. difw; 
dessen v jedoch kaum auf das Git. W. influenzirte) , zumal 
Dief. „die Inff. und Präss. mit ab und el (auch 1-1) im 
Gitano aus der zerfallenden unverstandenen Flexion erhal- 
lend^ meint* Imp. din L. Auch: Dino saltos sprang 



B. Wörterbneh. 303 

I. 41. ygh Saltum ihre Ov. Met. IV, 552«, contra qne 
dihö sat sMa o len 6949.9 wog^eg-en [sich] stürzte (vgl. 
Sp. dar abaxo Tomber) mit Gewalt der Strom. Dinipen 
f. (-enes) L. 11, 13. ava^riua 21, 5. Auch der Aehn- 
lichkeit im Sp. weg'en dinople m. Harm, damage. Dano 
und diuator Doctdr Bw. — „Charitj *- Dein; aval 

Lova, Hind. ^b^^ Harr. p. 548., was. Im Fall dinar 

zum Grunde läge, und das Semikolon Irrig stände, allen- 
falls: Give away money bezeichnen könnte. Jedoch findet 
sich bei Demselben Davo Gift, present, das ich eher llUr 
1. Sg*. Präs. halten^ und mit Rüd. I. 70. d a w e vg'l. möch- 
te. Ausserdem lässt Hate doch g^alla (d. I. hunc s. 
1. 261. dem zum Trotz) dine g'atsches apr^ Hilf doch 
dem armen Manne auf Bisch. S. 31. auf eine Verwandtschaft 
rathen, die aber nach Dief.'s Erklärung dieses W.*s auch 
zugleich eine mit Sskr. dina (Poor, distressed. Afraid, ti- 
mid) wäre. In diesem Sinne vgl. bei Harr. p. 542. Co- 
ward, afraid Bara; dinlo\ atraish; trasela. Dina (Af- 
flictus , miser) geht auf di (Delere) zurück Westerg*. p. 35., 
nicht aber auf d^, daj (Misereri; auch Dare, tribuere) 
p. 238., und könnte mit dem von Dief. ans BIsdi. ange- 
führten „d^na gehen (zu Grunde dgl.)^^ Gemeinschaft zu 
haben scheinen , was sich aber nur aus dem Zusammenhange 
der mir jetzt nicht gegenwärtigen Stelle ergeben könnte. 
— Ziroha dena pes wohl Mit der Zeit wird sich's 
wohl geben (dass du mit dem Reden fertig* wir^t) Zipp. ; — 
als Germanismus. — Leske dejumles Ich habe es ihm 
geschenkt u. verschenken; rgl. I. 181. Hun te daha- 
men dewieske Wir müssen uns dem Heilande übergeben 
u. bekehren. Vgl. I. 378. verschwören. Dijäs pes 
recht atren verwickelt (in der Rede), eig. er hat ge- 
geben sich recht hinein. Dik bar schorajannes das- 
peslo maschkere m^nde Sieh, wie heimlich begeben 
sich der unter uns u. verstohlen. Dava gollis bornik 
Ich fasse diesen an; dass' pornik Greife zu. Bisch, (s« 
burnek, und vgl. Hand anlegen), was viell. Conj. 2. Sg. 
st. Imp. (de I. 347 ff. 360., aber pdda 343. Alter nr.244., 
vgl. Böhm, podati) vorstellen soll und nicht 1. PL; vgU 
deas man (give) Brj., was allenfalls aber auch Prät. sein 
könnte, vgl. Rtw. diasman [Dedit mihi] Gabe. — Ver- 
daf a gl an vorwerfen, s. ferdaf Bisch., lies^e sich viel- 
leicht für Entstellung aus czivrdav H. 183. halten; Dief. 
sieht darin eine Comp, mit dem Deutschen ver-, wo nicht 
Sskr. pra-. — Sehr fraglich dünkt mich „pahschdeäf 



304 m. Worterbneb. 

.salieileii^^ Blscb., welche Uebersetzuog' sich höchstens unter 
Annahme eines Versehens im Anlaute durch sasaf t^Io 
abheilen IL 841. Bisch« reditferti^te; ward aber das D.W. 
rerhört, so wiese: ,, zutheilen'^ entweder auf eine Coilip. 
mit pasch (zu) I. 295. oder pah seh (halb), wie in 
pah seh gerraf theilen, zerleg-en Bisch. 

Delale part. Presented. Presentado Bw.; zum Vor.? 

j^Doba derjenig^e, fem. doja? PI. dole^^ Graff. Ms. 
8. I. 869 ff. 

*D9/Jrhav (Video) 1.351. 400. Pchm. — Inip. 1.260. ,,Dik(k)c 
Siehe" Graff. Ms., tikk Fr, sehr oft, z. B. L. II. 25., 
dika siehe, dick [gicb] Acht Rtw. Dik' a g^lan tut 
Siehe dich vor. A glan dikela pes recht Der sieht 
sich recht vor. A g'awa dikjnm a g'lan Das habe ich 
vorherg'esehen. Te dikkawa man [dass ich ansehe mir] 
u. Probe machen. Dikaf schauen, dikäwa Ich sehe, de- 
kaw Ich bemerke Bisch, als Var. aus Sz. A gai dike- 
na da a g-ai dikena (sie, d.h. wohl die Augen, sehen Ue- 
hin und dorthin) Bisch, u. schielen. Nasbdi dekela I. 
320.; diköF 343. Me vijum adey, te dikaf, fser 
toke dschala Ich war [bin] nnr. hieher gekommen, za 
vernehmen [sehen], wie es euch ginge. A hl adova 
tschatscho? Kohn dikjas jekes [kann wohl nicht 
Acc. sein; sehr, jeker, jemals] akkia fsavo kova Ist's 
möglich [eig. wahr]? Wer hat jemals solche Dinge gese- 
hen? Zipp. — Dikkigom (vidi) Rüd. S. 69. = diklo 
me [sehr, diklom me] Sz. I. 154. Dikemaskro (Spie- 
gel; vgl. Lat. speculum; Frz. miroir von mirer) Bisdi. , 
wie dickerling Id., nicht vom D. dick, sondern dicken 
(mit Deutscher Endung) v. Grolm. , dikeu [1. Präs. Sg.?] 
sehen Hann. — Dicken (sight) Brj. , Rieh., dek To see 
n. sight, Hind. U^J, Imp.' ^<j^ Harr. Diklus (To 

show) viell. eig.: „Sieh es" Irv., jedoch vgl. Hind. Lj'i^j 

dihhläna v. a. To show und Ul^To dikhänä (JDausal of 

[JL^.^ ) v. a« To shew. Shakesp. p. 384. , U^<j^ dtkhnä 

V. n. To look, appear, Lj5Cp deJshnä v. a. To see. — 

Beide von Sskr. drT^, und nicht von dif, s. Delins p. 79.; 
kh st. 9, wo nicht st« der Gruppe in driksha -r- p. 408., 
ja eben daher Lumov> disnä To look, see, appear, wie 

„Diessav üng. Latofc. Vedere" Pred. p. 212. aus Mol- 
nar. Vgl. Zipp. te dizjul sichtbar I. 88. 303. 379. 427. 
Bei Sz. I. 126. Na-duscho [das Unsichtbare] die. Dunkel- 
heit, a diwese duschol am Tage wird's hell. -^ Dicar 



a Worterbnck ^ 305 

T. a. To see. Ver. Sskr. ikeh Bw., dlquelar enbst L.4, 
19. DicanJ f. (Veniana) Bw., rgh recani in der GenM- 
nia Bw. IL 150. 9 und viell. selbst di niste n. Glass. Vi* 
drio s. ob. II. 4S. 
Dekäf rafen , anrufen , d e k 6 1 i (ang-eblicfa : Er hat prüfen) 
Biscb. S. 77. mit den Bericlit. könnte man mit Hind. UfTo 

(montrer) neigen U43C0 (Vofr) Tassj, Rud. p. 68. zusam- 
menzubauen sieb yersucht fahlen; allein rätbllcber scheint 
mir De koli [mach Geschrei] als Imper. s. II. 134. /die 
yemieintlichen Inlf. aber als falsche Abstractionen BischoiT's 
zu fassen. Dabei irrt mich nicht, wenn DIef. unerwiesener- 
maassen dekaw Sz. als mündliches Bemerken nimmt, 
und, das beg^rilTiiche Verhältnlss zwischen Lat. dicere und 
Sskr. di9 {dBixwfu) «rwägend, die allerding's auffallende 
Stelle bei Bisch, u« untersagen (vgl. unterlassen) citirt, wo 
es beisst: ,,Dikäwa te nane tu gerraha les Ich «age, dass 
du es nicht thust, was mit einer kleinen Veränderung (Dik 
gawa): Sieh es (sieh dich vor); dass u. s. w. besagen 
könnte. 

Diar V. a. To see. Ver, mirir. Pers. qJ^^ Bw. Ist diese 

Vgl richtig, so müsste man das W. von dicar trennen 
und zu Sskr. wid Et. F. I. 846. halten, was doch seine 
grossen Bedenken hat. DIef. erinnert an Pali ditTa (mon- 
tre) von di(, und dit'tlii (Vue) von Sskr. dri^ Essai p. 95. 
und möchte zunächst ein d oder t ausgeworfen betradit^n, 
während mir die aspir. Natur des Schlussgutt. in d jkbav 
genügender Grund scheint zu Entstehung desHiatus. „Diar 
yvtaqK^Hv L. 8, 15. vnodhtlim 6, 47. DIalö ifirirvciv 80, 
37. Sinando diando avaßX^a^ 81, 1. Diö empo- 
sund itreviaaaa (blickte scharf an) 88, 56. Diö IvißXir- 
V/£ ib. 6i. Se ha diado üfp^ri 84, 34.<< DIef. 

J^Dyhhlo m. ein Tttchel Pchm. , doch gewiss aus diesem 
Deutschen W. — Diklo, leskero Halstudi und Tuch 
überhaupt. „Gesehen — diklö, heisst auch ein Tnch/< 
Dikklo, PI. -i Halsbinde. Pande dikklo trujal tri 
meen, — tro scheero Binde das Tuch um den [deinen] 
Hals, Kopf. Menlakro diklo ein Halstuch. Deh man 
nakeskero dikklo (auch moskero d.). Oke hi par- 
n 0. Gebt mir ein Schnupftuch. Da ist eih weisses. T scbak- 
ker ada taflen dikkleha. Deck ein Tuch auf diesen 
Tisch [bedeck den Tisch mit einem Tuche] Zipp. — Dik- 
lo m. Toch Graff. Ms., Halstuch Sz. Dicklo Schnupft. 
Rtw. Dikklo Halst., Lappen; nakeskiSro diklo 
Schnupft. Bisch. Diglo Toerklaede, Hakklaeie Dph. 
II. 80 



am IIL Wörterbaeb. 

'DeckU« A ftft^ Brj. D\e\i T«dier Bw. I. 333. , diclo 
■I. Tudi (Wiidd) L. Handkerchief , clout. Panuelo, panal 
Bw. — Decke s. 11. 10. Wldh., ihn och an 178. 

^Ducho m. Hauch Graff. Ms., o ducho, ducheskero, 
In che Athem, Geist, aber auch, wie von einem Fem., 

' düchakro geistlich ZIpp. — Döko (spirltus) Alter nr. 70., 
Hitlir.; undGreUnu S. S29. 1. Athem aus Rtw. docko. 
-^ Tuche Athcm, Odem, u tucho Lunge, Blasebalg 
. (kusch njaZipp.) Bisdi. Ducos Majaro rh uyiov 
»vwfia L. iS, 18. -* Duquende m. A spirit, ghost. 
Dtt^nde [ako offenb. unter Einfluss dieses Span« Worts]. 
From tho Russ. dook A spurlt, which is itself derived from 
the Sskr. dhüka (air) Bw. , was, vgL tchuv Rauch, und 
^vfiog, nicht uniudgUch wäre. — Daran schliesst sich vlell. 
J)uquendio m. Master, a principal person amongst the 
, Gitanos Bw, Bei L. z. B. 12, 13. Lehrer; also etwa eig. 

^^ Geistlicheres ^i^ ^* Ay^OBHHKb. Jedoch auch Docnr- 
dö Master. Maestro, womit Bw., nicht sehr befriedigend, 
Sskr. t'hakkura und Bind, t'häkur 1. The divinitj, S. An 
Idol, 3. A lord, master, chief (ameng the RJLjpüts), 4. A 
landholdcr, 5. A barber vgl., während man noch leichter 
an Doctor dächte. Das Fem. docurdanza (Maestra) ver- 
läuft viell. absichtlich in Sp. danza (banse) gleich Wörtern, 
wie concordancia u. s. w, 

]}^f9 Adj. Wroth in spirit , angry. Enojado. Vid* Duquen- 
de Bw. Siehe norungj. 

*Dulh f. Schmerz, te dukhal (schmerzen) Pchm. s. L 401. 
420 f., wie Mro schere dukalla Mein Kopf Uiut weh; 
danda dukana die Zähqe tb. w. Kipp. , tukalia (Krampf) 
Bisch. , was Ycrm« ^aucfa Verb« Hind. U^To dtikhnä (Sskr. 

du:khana) v. n.To ache, pain, smart« Duk', dukchalo 
(Dolor) Alter nr. 61., indess das 9. venu. Adj. Put tukk 
viel Schmerz LG. — I dnk, dukk, kakro, dukka 
Schmerz. Dukkedo, dukkakro schmerzlich (naslepen 
Krankheit). D u k e d o schmerzend ; d. s c h e r o kranker 
Kopf; dukede heera schUmme Füsse Zipp. s. 11. 162. 
Dukkedo hom (Es thut mir alles wehe), dukkSdo wund 

— vgl. Hind. ow^«3 dulhit Adj. Afflicted, in distress—, 

dukkepenn Wunde, dukk Schmerz, z. B. danteng^ri 
dukk Zahnschmerz, Zwang, Fi. dukka, die Wehen, pa- 
Ulldunidikka Nachwehen, dukkSdäf L 419. Bisch. 

— Duck Schmerz, Wehe, kurlodukallo II. 96. Rtw. 
Dfik (douleur), sehr, duk, Kog. — „Cholic:Perduk'ho, 

. Hbd. ipet'-dak'ai (BeUjr-painsy< Harr. -- Duquipen m. 



B. WSrterbndkt 307 

Grfef. Dolor; dvoantf Adj. Conpftsaloftat«. ConpaMrd; Ib- 
xwischen aach, gn^wiss fUschlldi rgU mit Sskr. tud« (pahj: 
du^a und, ohne die GuU. (s. ob. diar), daa i. B. Ima 
dnas fiiQifival L.8, 14. Vgh Hind. ^Tj dmth m. 1« Adhe, 

pain. S. Labour, fatigiie. 3. Annoyance, distress; Hind. f. 
Sskr. dii:kha Orief, pain. — Viell. davon vorschfeden^ olM 
schon sich aUenfalls anf Ümstellanp der Aspin rathen lies«e: 

I ihuga^ tAga f., bat tbng^e Mflhe; i tng'ha (thag^ba), 
thng'akro, thnge Sorgte; thü^e [PI.] Elend, bar! 
thn^a ^oss Elend, PI. thng'e. — Adj. s. I. ISS. Eipp., 
aber tug'eonso riViste) vonDief. schon als Iftstr. PI. er- 
klärt. — Yerbam I. 4S3. nr. 4S. 

Daschfnanuce^ Feinde L. I. 71« 74. vom Sg*. daschmann, 
wie batuces Ib. TS. von batn 73. Dief. v^l. tnit Recht 

Walach. AoyiuMdH, Illjr. dnschmanin, weiche aber ei^. das 
ins Tfirk. g'edrang'ene Pers. ^^^«.^ = Sskr. durnianas sind, 

so dass mithin, das Wort, seines a vorn st. u unbeachtet, 
mit dukh die g'Iefche Sskr. -Part dus- (^t;^-) enthielte. 

*Doo«& Schaden «Rtw. I dosch, doschakro, doscha 
Schade, doschjakro schädlich, nachthejlig, bidoscha- 
kro unschuldig*. D6schvalo I. 1S4.; ddsclivali rom- 
ni Eine fehlerhafte Frau, aber döschwali romni eljie 
säng^ende Frau, doschandi rakli die melkende Ma^^d s. 
II. 297. I ddsch Strafe. Tirl dosch hi Das Ist dehc 
Schuld. Adava anela meen andrj ddsch Das brin^ 
uns ins Verderben. Sh-asti laha nina dosch apo ia 
dromm Können wir auch auf dem Wege Schaden neh- 
men? Zipp. — Tohsch Unfall, Unglück, baritohsch 
Missgeschick Bisch. — Doj, doji f. Fault Culpa Bw. 
Sskr. dosha (Fault, defect, blamish S. Sin), Hind. ^j^^^ 

dos m. Crime, fault, blame, ^^v> dokh (kh e? sh) m. A 

crime, fault, blame, vice. — Jandojo m« Sin. Pecado 
Bw. etwa comp, mit einer Parallele von dschäna (debi- 
tum) II. 76.? 

Doga Sache Grellni. s« I. 89. 3S& und daher Ko^. Xich 
Pchra. und Zipp. nichts; doch allenfalls Ung. dvlog, Ar- 
belt, Ding, Sadie, mit Audfall von 1 und Anfiigns^ vonla. 

-j^DugB lang Adj., duglpen Länge P<$hm. Dlugö (Lin* 
gitndo) Alter nr- 117. Ans d. Slaw., «. B. Serb. /^yr 
st Böhm, dlauh^ Grimm Serb. Gr. S. XXXI. , Sskr. dirgba. 

''..Dugida Tochter L. I. 5., PI. -as XXlil.tS., Prakr. du- 
hidä Hoefer p. M).'« Dief. 

(Dohilo. Bhara Lamm bat Bisch, omgredreht aus 

SO * 



,. 906 m. Wärterbncb. 

I 

GrdlM, S. tM. 1. S91.S., woselbst Bhura dokilo steht, 
. «n das erste mit Hind. b^ra v^l. za können. S. II. 79. 
83« Es ist scbwerlioli so rlditl^, indem hi lo für: ,,ist 
es^^ stehen mag*- Dief. gedenkt des Sskr. dohada m. Em- 
bryo). 

Jkiha Adr. (satis) Pchm. Hi toha! Es ist ^enu^! LG. 
Doha Adv.y genag*, v^l. Graff. Ms. au S. 43. mit ho*ha 
. (womit), als wäre es Soc, allein fast möchte man an Yer- 
faretunf^ von st, wie sonst s, durch h glauben. Zwar 
Iieisst's auch d6ha s. I. 132. bei Bisck, allein dosta 
Rtw., doha, dosta Zipp.; z. B. Dosta, meschto hi 
Es ist g'enug, ist schon gut. — Dosta Adv. Enough. Ba- 
sta. From ihe Russ. verb. dostat (To suffice). Sskr. 

tashd [?] Bw. Das Russ. Aocma^mb, Poln. dostaje Es 
reicht hin, ist genug, Böhm« dost, dosti, Slowen. dösti, 
dosta (viel, genug) fflurko, Gramm. S. 135. Ausg. 8., 

Walach. destui (genug) sind sämmtlich comp, mit R. A^ 
bis an, bis zu; nach. — Crew (companjr) Dasto s. I. 37. 
Plentj (enough) Dasta wird von Harr. — wohl fälsch- 
lich — mit Fers. jüumO (Ansa. Glomus pec. filorum conro- 

Intorom CübU) vgl. Diesem aus s^z^^m^ (manus) s. II. 86. 

bergelelteten W. entspricht vielm. , da es nidit nur Manu- 
brium, quocunque res prehenditur, sondern als 1^3^ xXam«> 

auch Baculus manum implens, quive manu prehenditur , Cast. 
L S70. bezeichnet: 

^De9to m. Beilstiel 6. I. tM* Pchm. „Desto Stock, 
desto, desteskero, desto ist ein Peitschenstock; 
'kascht heisst sonst auch Stock ^^ Zipp. 

^ a) Dad m. Vater, dadoro Väterchen Pchm. Dod Sz., 
dad', dadi, panin' [das letzte ist nicht Father, sondern 
Water!!] Alter nr. 3., daade Rtw., dade Lud., Vulc. , 
bei welchem letzteren auch dal (mater), dessen riell. 
den männl. Art. entweder zum voraufgehenden dade oder 
nachf. deuel bezeichnet. — Parad. I. 194., Gen« 146., 
Voc. 178. Zipp. zu Grellm.: „0 däd, deskero, dada 
Vater; dade soll auch der PI. sein: die Väter. Dades- 
kro pral Vatersbruder (oder käkk Vetter), -kri 
peen V. - Schwester.^^ Vater — Dada Kr., allein Zipp. 
dazu: dhdd, deskero, PI. dhada« Stiefv.: schtief- 
did. Ferner: e le daadester lijum (a patre accepi); 
maare daden kendava (obedio), maare daadinge 
penjum (dixi);. dadingero väterlich. — Liefl. Z. da 
(ohne d hinten) Vater, daja {PI.?] Mutter. Dadi (father) 



B. Wörterbock 909 

Ous. — Dkii Vater, aadiskSro tenn Vateriand, -i 
peen Vaters Schwester Biseh. ^^Dada Gott als Vater 
(aUein aacb hato a. B. im VU. VoL IL Mise.) L.^' DIef., 
sk B. als Voc XXIII. 34. 4«. — Eo^l. Z. dade, dad, 
Ung'. Z. dade, Hind. dada (grrandfather) Harr. p. 535., 
allein p. &43. als üebers. des Engl. Dad: Zig. dade, 
dad, Hind. d&d&$ sonst Dade, dad Father, d&d Grand- 

father, Hind. \cAs> dädä n. (1. Paternal grandfather, 8. Ei- 
der brother Shake9p.)j und dade (grandnother), ^3b 

f. (Patemal grandm.). — Irv. dad (father), Hind. dada 
(grandf.), allein aach Father im Mahr, znfolge der Anm. 
Verm. ist bei dieser rediipl. Form (bei y. Grolm. dada und 
. tatte Vater) — s. II. 91. und meine, die weitgreifende 
Analogie In der Bildung der Aeltemnamen bei den ver- 
schiedensten Völkern hervorhebende Bern. A. L. Z« Mirs 
1839. nr. 55. S. 436 f. — die Unterscheidung zwischen 
Vater undGrossr. sowenig streng, als bei maami (Gross- 
mutter) Rtw., allein mami (niother) Ou). Im Hindi ist 
Tata, bäpa, pita, g'anaka (Father); pitilmaha, dadi: mäta- 
maha, niak (Grandfather ; sämmtliche hinten mit i: Grandm.). 
— Ming and dad (father) Brj.; dad, Hind. dada Fa- 
ther, grandf. und dal, Hind. da,ee Mother, a nurse. Rieh. 
Vgl. Hind. tj^^ dhäe (Sskr. dhdtri) A nurse Shakcsp. 
p. 398. 9 Fers. Hind. ^o däH f. (prop. lub) f. A mtlk- 
nurse; a midwife p. 374., indess l^o dah/ä f. A mother 
p. 406., Kurd. dal Or. Ztschr. III. 39. 

b) Dei Sz., Rod., dai, deji, deju (mater) Alter nr. 4., 
dal, dei, dajo (s. dal o Vulc.) Grellm., wahrsch. aus d. 
Voc. Petr., wo daju stehen soll, genau wie bei Lud. — 
I dei, dakro, deia [i deya als Sg. Kr. gewiss falsch] 
Zipp. s. I. 151. 195. — Daj Rtw., dal Bisch. Kog. 

Luc, dal, daj f. Mother (^properly Nurse). Pcrs. k^^. 
Modn Gr. d^tla Bw. — Mother Dae Diya [so ohne Kom- 
ma], Hind. Dal ^to und Pera. DadS \o^ A nurse. Harr. 

-^ Daj f. Mutter, Dem. dajöri f. liebe Mutter Pchm. 
Dad m. Vater, dal f. Matter Graf. Ms. Tiri dai oder 
dei deine Mutter, leskri dakrl pen seiner Mutter Schwe- 
ster LG. — Dief. meint, da das Fem. sicher aus Sskr. 
dh&tri (von dh&, und nicht von dhd s. Et. F. I. S89. 
nr. 86.?) hervorgegangen sei, müsse ihm auch als m. dhd- 
tri entsprechen, ohne dass man hiedarch berechtigt werde, 
die ähnlich lautenden Aelternnamen so vieler Sprachen ans 



310 ni. Wörterbaoii« 

Sskr« ansuschllcssen. Binds. SprachrgL Abb. 6. 54t. be-^ 
tracbtet dei u. s. w. als Motion von dad, wogeg^en leb 
A. L« Z. nr. 5d. 1839. S. 439. einigte Bedenken geäussert 
babe, die mir aach jet»t noch nnbeseitfgt dazasteben schei- 
nen , wenn gleich , Motion anauerkennen , in dem Falle ich 
gern bereit bin, dass man in dei, als unredupl. Form zu 
dad, dessen i als die im Sskr. and auch Im Zig. ganz ge- 
wöhnliche Feminal- Endung gelten lässt. 

Dudutn der Kflrbiss firellm. Statt dieses Pchm. und Zipp. 
unbek, Wortes hat der Letztere o kervesto aus d. D. — 
Verm. so wenig Armen, tandum (Cucurbita) als das Du- 
daKm der Bibel , das man mit Cucumis dudaim gleich setzt. 

^Dmd m. das Licht, Dem. d u d ö r o Pchm. s. L 426. und m o m m e 1 i 
Zipp. — Duddramangra Lanterne von dud Lumi^re 
Kog. Dud Tag Rh. Dood (Light), bauro, [Komma 
falsch] t.ood or dood [eig. grosses Licht; vcrsch. Tood 
Milk IL 296.] Lightning Bry. Dut f. Light. Luz. Sskr. 
djati, Hind. jt>t Moorish Ar. Dow Bw., L. und duto- 
80 licht L. -— Ausserdem vereinigt hiemit Dief. das verm. 
redupl. dundun f. Light. Luz, woher Chibar e^n dun- 
dun (ins Licht setzen) duQitifjvivuy L. 24, 27. 92.; sogar 
c^nde II. 258. Femer dundilo m. und andujo m. 
(Lamp. Veldn) II. 60.,. welches letztere wohl so zu fassen, 
wie andoriles (Ligas): dori (Soga); dandesquero 
m. Lamp, candle. Candil, und dend Lampe, Leuchter L., 
g'ls» Gen. und wie mit Anklang ans Sp. — Naduscho s.u. 
djkhav. Endlich das, allerdings wurzelverwandte: 

"^Divßs m. Tag, divesaTövav tagen Pchm. Diwes m. 
Graff. Ms., Rtw. Dives' (dies) Alter nr. 87., diwes' 
(lux) nr. 199., diewe das Licht, der Tag, auch diwe 
Tag Sz. Diwe (diwes Ausg. 1.) Tag, diefs Sonne 
Grellm. Ausg. 2. Deis Dag, deis-lavdni Solen, wie 
Bvas [d. i. Nacht-] -1. Maancn Dph. — Liefl. Z. diwes 
Sonne, Tag [verm. well im Estn. beide Begriffe durch Ein 
Wort bezeichnet werden], Sjr. Z. dis und Liefl. Z. dis; 
aber auch. arba dis Tag Sjr. Z. , diwes Liefl. s. 1. 78. 
116. Sonnenuntergang: Diwes teile [d. h. Soilne unter] 
Liefl. Z., wie gemm gartik [d. i. S. fort, s. 11. 152. 
270.] Sjr., und eben so Sonnenaufgang Liefl. Z. appertse 
diwes [verm. Auf ist die S.]. — Diwes Tag, glandlwes 
Vormittag, pahschdiwes Nachm., stahrto diwes Mittw. 
s. auch Sonnenschein.Bisch. — dives, seskero, dives fa 
Tag, efta divesfa andre kurkp 7 Ta^e in der Wo- 
che. Kizze divesfa bi meen andro tscbonneskro? 



B. Worterbncl, Sil 

Wie Tiel Thge haben wir im Monat [der Gen. schwerDcb 
XU rechtfertigen]. Kiazido [d. h. wohl Qnotus !• SM., 
so dass also do nidit ein S« Pton« wäre] dires hi nieiin 
anna do [ann'ado?] tschon? Den wie vielsten haben 
wir im Monat? Ada dires hl meen ochtarto, o d.e- 
schto, deschopanschto, bjschto, byschto schoof- 
to, triveldeschto Wir haben heute den 8.9 10«, 15*9 
80., 26.9 30. Pasch dives Mittag, ygl. Zipp., obschon 
es nicht daher stammt, nicht ganz uneben mit Lith. pufse 
dienos (der halbe Tag); djlos s. L 108. Dives fira 
bei Tage u. js. w. s« L 182. 188. — • Dives Irv., da- 
ries (day) und devus (to dajr) Brj., Rieh.; viell. wo 
es adv. steht, mit Wegfidl eines a vor d, s. sp. Bei 
Marsden Engl. Z. dewas, devas, devus, Türk. Zig. 

deeves, Hind. (jm^o (S. divasa) divaa m. A daj. — Harr. 

devas Daj (to dar), kaschko devas 11.157. Siehe la- 
tsche dives. — Chib^s m., auch chibdi (Day. Dia), 
verschieden von chibdl IL 203. — Ogj(^uszuno (quo 
tidianus) , igjesa (hodie), fzekogyefz (quotidie) 
Grellm. VU. s. I. 87. 276. nach Magjar. Orthogr., vergl. 
Pchm. adadivesnno 123«, Kr. da diwes (hodie). Bisch, 
a gi^wa diwes (heute; s. verdienen). ZIpp. hat statt 
Rad. I. 76«, wo die Ww. falsch verstellt sind s. uns L 
258. II. 288.: „Ada dives heute; theisfa gestern, 
auch morgen; morgen, eig. der andere Tag wawerdi- 
wes; übermorgen wawer theisfa, auch paletheis- 
faste.*' — Von gleicher Wurzel: 

*Devel m. Gott; mro devel unser Herr Gott. Devles- 
kero Gottes Pchm. — Deuel (Caeinm. Deus) Vulc, 
„Liefl. Z. dewel Himmel für Gott^S ^>® ^"^'^ ^^ Esin. 
Beides denselben Namen zu führen piegt. Dewel Rtw., 
dewöl Sz., dewel' (Dens) Alter nr. 1. — Davlla, 
mo-daval Brj.; bei Marsd. Engl. Z. me-dcvel, TOrk. 
Z. devlaa mit dem häuigst vorgesetzten Pron. Poss. s. 
1.178.238. Mor dewel s. verhüten, Ablass Bisch. Mre 
devliske [s. I. 108.] me butin kerava arbeite Ich. 
Mre devlis kamava lieb' Ich. Ada latscho manu* 
scha dikena mre devlis Die guten Menschen werden 
Gott sehen. Devlister mro dschiwen lijani Von G. 
habe ich mein Leben erhalten. Mree dewiiskeri willa 
hi Das ist Gottes Wille. „MuHer [der?] Götter Dewiin- 
geri dej. Gottes Mutter Devliskeri deU^ Dewle- 
küno geistlich, göttlich. Wawer zj ringe [1. 183.] 
shoes e manuscha devlekdnedir Vor Zeiten waren 



312 m. Wörterbuch. 

die Leute frömmer. Zipp. Sliakesp. p. 356. hat \JJ<.^ 

hkudäjfä s. Yoc. g'od! mit einer der Zig*. Vocativ-En- 
inng -eja L 177« selir sdiön harmonirenden Endung'; wo- 
mit das dem Pers. entlehnte khnia för Gott bei den Pers. 
und Sjr. Zig*, zusammenhänget« — Dewol, dewe Kog*. 
aus'Grellm. S. 221. 1., wo überdem nooh dewel; dewla 
[dies Voc.?]. Del Grellm. Vü. s. ob. I. 47. — Dfewel 
(Sott 9 Heiland; barod^wel Schöpfer, und dem gemäss 
ist auch wohl harodfewel u. wahrlich Bisch, zu verbes- 
sern, mithin „g^rosser Gott!^^ was passender als ^^g^anzer 
G.^S ^'^ ^^^ allenfalls muthmassen könnte nach: ,,0 de- 
Tel Gott; fshare devle alle Götter^^ s. I. 158. 
derel, PI. de via Zipp. Baro dewleskSro 
libto (des Heilandes grosses Buch) Bibel. — Graif. 
Ms. zu S. 38.: „Koba debel, was mir richtigeer scheint 
als deblo S. 36«, Acc. debles, pl. debel [so!];^^ zu 
S. 53.: „Debel, oft D^ewel; dageg>en Debla (Voc.) 
klingt nie Dewla.^^ Deblesg'ro wast Gottes (g'öttli- 
che) Hand 8. 46. — Duvvel Rb. Gott (auch Christus). 
Deval bei den Rnss. Z., .im Git. debel, undebel IL 
75. L«, debel, undeber Bw. (Dios); debla f. La Vir- 
jen. Diösa. La debel de Inerique (d. i. Protection) 
Bw. IL p. 80. Debleschindaj L 149. IL 219. Oste- 
b^ (z. B. Bw. IL p. 70. 86.), ostebel m. IL 72. Oste- 
linda f. 40« Tebleque Dids, Jesus. Auch nach Dief. 
Tenblesquero Gott Bw., was auf Lat. templum leiten 
könnte. Nibel s. IL 9. viell. mit Hindeutung' auf Sskr. 
Babhas (Sky) cet — Vom Adj. wird ein vielfacher Gebrauch 
gemacht bei Bisch. , als dewlesk^ro tschiro IL 206. , verg-l. 
47« und dav; — polopenn Himmel Bisch. S. 24. ; — kam 
Sonne; i dewiesköri momSlin Abendstern; s. Stern IL 
197.; dewleskeri g'usterin vg*!. 56. Regenbog>en; „i 
d. schukker brcwul d. h. Gottes schöner Abend ^^ als 
Beschreibung* eines seh. Abends. I d. patscherdi Abend- 
mahl; mer dewl^skSro letzte gowa (meines Heilandes 
letzte Sache) die letzte Oelung*. DewIesk^rSja [pl. aus 
rai?] Apostel. DewIeskSro tschawe (Gottes Kinder) 
Eng'el; dewel^skSro tschawo m a n g- e Schutzeng'el [eig*. 
för mich]. S. noch D. ^rai IL 144. — Unzweifelhaft zu 

Hind. ^o, \yjO devj dewä m. A ^od [verschieden von 

(^ dßwäy auch Jt^ dewäl m. A g'iver], woher auch 

^O dal (Sskr. dalva) 1. m. Destinj, the deity; 2. f. The 

godhead [versch. von ^o (in Braj) part« Giren; glft]. 



B. Wörterbndi/ 313 

Nnr das I, will niaii es nicht als postp. Walach« Art. gtH» 
tcn lassen, hat seine Schwierigkeit. Etwa st t in b«^ 
devtä f. A heathen god, a dlvinitj, oder aas J^ocfeufo/^ 
^l^o dewälai (Sskr. d^wilajra) m. A temple where idob 

are worshipped, a temple , a pagoda, also die Wohnung 
der Gottheit — materiell g'cnng' — für sie selbst? 

-^^jDeuw Götze, Bind, deuw^^ bloss bei Grellm. S. 9ii. h 
888. 2., und weder yon Pchm. noch Zipp. anerkannt. Im 
Fall seiner Richtigkeit aus Pers. ^o dev m. A demon« 

Zipp. au Grellm.: ,, Götze Derliskeri amposchla, pL 
le Gottes Bildniss. Amposchla, akero heisst überhaupt 
ein Bild. Mro derliskero amposchle Engelchens ab- 
gemalt. P4nedija Bilder von der Marie, welche sie an 

Halse tragen.«^ Aus R. öGpaib Bild, Heiligenbild? Das 
C. rerm. aus Poln. pan (Herr) oder pani (Frau) mit den 
PL Yon Zig. dai (Mutter). -^ Hievon viel].: 

Dinello dumm, rasend, djnallotoll, dinalo unvernünftig; 
bigodjiakro, dinello, bengvalö n&rrlsch; dwatsch, 
dumm bengyalo, dinallo unrersttodig.' Me hom di- 
nello (rasevara aus d. D.) Ich rade Zipp. Deenu- 
loo (mad) Irv», dennoloo A fool Brj., dinlo Fool 
Harr.; — im Fall Kurd. dina (stolto, pazzo cet), wte 
höchst wahrsch., dem Pers. «it^o diwäna A^j* Mad, in- 

sane, inspired [eig. Daemoniacns, besessen) gleich kommt. 
— D i n 1 subst. et adj. Fool. Tonto Bw., Utpqtov L. It, 80. ; 
sasta dinelo aawxwg, mit Prassen 15, 13. — Ninelo 
m. Fool, üiniiy. Tonto Bw. — Ojlino dumm, Adv. -es 
Pchm., vleli. durch Transp. s« U. 854., etwa Poln. duren 
ein Narr, Lctt. durns (toll) zu Liebe. S. noch dine g. n« 
dav. — Dagegen: 

Dunmo Thor (stultus), dumino alber Rtw. aus D. dumm, 
Poln. damny stolz? Schwerlich Sskr. durmanas Sad, dis- 

Diwio wild (toll), diwiö toll, diwio verwildert, diwiis- 
kero kehr Tollhaus Bisch. Dibjo Wild [doch wohl Adj.] 
Rtw. Baro diwjo grei ein sehr wildes Pferd Zipp., 
ihm aber unbek. dschikko (aus Poln. dziki) wild Kr. — 
Böhm, diwj (wild), wozu auch vidi, das Goth., von Grimni 
I. 68. ed. 3. sehr unsicher mit d^riQ vgl., dias [mit P^rt. 
Perf. auf -us, vgl. berusjds?j sich gesellt «— Dzlwo da- 
gegen s. II. 858. 

Debbüszeha Seetz. Hammer 8.1.77., LieiLZ. dimniskiea- 
ra [Adj. von djben Sehlag?] oder dennabosh^r. 

80** 



314 m. WorterliaeJi. 

*Duvar die Thflre Pchm. s. II. 78. Hind. y^^ dwär m., 

\\^o dwärä ni. A door. — Podwiira (Aula. Cors) bei 

Alter 9 y^l. Lith. padwarja (Hof eines Bauern) von dwaras 
(Hof, Ilerrenwolinung'). 

Duvdr (bis), davarbisv (40) I. 288. Pcbm. — Duxene 
L 92\. Pchm«, etwa wie Kettene dscbaiina Zusammen 
sie gehen Zipp«, oder Ilind. q^ü^ Adj. Twins (Sslcr. ya- 

mag^a), oder: * Menschen^ Vg^l. I. 351.; — eine Stelle, 
die vielL durch Benary, Naiod. p. 106. Not. „g'ana virum 

. et feminam significat, est ergo Latinorum persona ^ dein- 
de etiam (prim. pers.) pronominis loco adhibetnr.^' ihre Er- 
klärung empföngt. , ' 

Duffejmlh erstickt I. S43. Bisch. — Frz. etouffö oder Hind. 
dübnä To dive, to be drowned, immerged cet. 

Djiplo Asche Grellm., und daraus diiplo Kog. s. IL 212. 
kann nicht fOgllch das dem Sl. entnommene popjollus 

[aus d. D.: Ascha] Asche Zipp. sein, noch weniger »yneA 
(snlphnr) Dobr. Inst. p. 95. — Dief.'s Erinnerungen an 
Sskr. dip, dah, däwa oder Zig. urdiflar, gredepja- 
penn 1. 134« II. 145. scheinen, bei der Unsicherheit des 
W.'s selbst , fruchtlos. 
^Dehe Dorf. Seetz. Pers. a^x 

'j^Dembos* (Quercus) Alter nr. 131., dembo Pred. Aus d. 

Slaw. 
'j^Dumba s. IL 106. Baru dumbu hoher Berg L. IV. 5. 

Schwerlich au dumö« 

Duma Sprache Pchm. — Doch nicht au Poln. duniac' in Ge- 
danken sitzen; elegisch singen, Lett. dohmaht denken, mei- 

• nen, wie XSyogl 

Dumö (dorsum) Alter nr. 39. Dummo Rücken, Puckel Rtw. 
— LIefl. Z. tummo, aber Syr. Z. huscht, Pers. \^i^>^. 

Dunio m. der Rücken, Dem., dumdro Pchm. Domoe 
(the back) Bry. , domoo Irv., duma (back) Harr. — 
dummo, meskero, mee, audi o dommo, but dommee 
Rücken. Bango dummo krummer R. s. L 145. Zipp. — 
Dumen m. Loin. Lomo Bw., dum es Lenden L. 12, 35. 
Paldumd m. Hunchback. Jorobädo Bw. von pale L 294.^ 
Bchwerllch aber zu palomias (Hips). — Irv. vgl. Hind. 
nuddoo, der Secr. bei ihm Pers. ^ f. Tail, end, extremi- 
ty; Dief. Irisch druim (the back, the ridge of a hill or 
iMises) , drom The back part of either man , behst , or any 
¥fter «bject of the senses« Derselbe zählt hieher auch: 

Kittel Bisch. — Zipp. hat imter den Frauenkleidern 



a Worterbach« 315 

o d u m m Wüst (Wiesle , ein Fatlerhemde ? s. AUelcke. r. 
fcoboUs). 

Dwnuk Pchm«, i dammak, kakro, PL dammeka Faust 
Zipp« s. IL 135, 

-{-Dounih Seife Seetz. Wahrsch. = Kard. duna (Oel), Ar* 
^3 Oleom (]ttod Inongltur. Bntyrum, adeps, quo quid i»- 

huiiur. 

^Dant Riw., dant m«, Acc. es, A« pl. en Graff« Ms., o 
dand, deskero, a Zipp., denn! Seetz., aber choda- 
na [etwa zu Lith. kändu Ich beisse?] oder da na Liefl. Z.^ 
dand* (Dens) Alter nr. 89. Dand m.. Dem. dandöro 
Pclun. mit dem Verbum dand^rav I. 434. ygh 70. Zäbe: 
Bot shilo zag" (viel Ist es zähe), nascht! dander- 
vava ies Ich kann's nicht beissen. ZIpp. DäntSraf kauen 
Bisch, vgl. danbilar TTo chew) II. 75. — Dant Zahn, 
g>erraf danti'nde zannen, dantiSpenn Gebiss. Dan- 
ieng'ero (gatscho) Zahnarzt, danteskSro mas Zahn- 
fteisch Bisch. Mre danding'ero masf hi schuvlo 
Mein Zahnfleisch ist g-eschwollen Zipp. Dant, darja [r 
rerm. 8t.n] DentKog*. Dan! pl. Teeth. Dientes. Bw. Dlet, 
der nach mdndlicher Erfra^ong dan giebt, zweifelt an der 
PI. des W.'s, da im L. als PL dan las stehe. Es hat 
aber Harr, danyas (Tooth), mithin als Sg*., welcher 
schwer zu erklären, obschon auch bei den Eng'l. Zig*, diese 
Form als PI. in der Landessprache keinen Hinterhalt fönde^ 
Marsd. hat bei den Türk. Z. dan, aber bei den Engl, 
dan -au [so! Etwa u verdruckt st. n?]. Dennam (A 
tooth) Brj., Rieh., dessen Schluss viell. im Pers. ^tJuO 

dandän m. A tooth seine Erkärung* fände , falls nicht in der 
Analogie von IL 161., g'udlam 133., bor um (large) 

Ko^. — Hind. v:>Jjdai»f, c^ib </äif^ m. A tooth« 

-j-Z>ar (tree) Ous., d^r Baum (auch Dattelbaum vg^l. eru 
IL 271.) Seetz., daru, daro oder hascht Liefl. Z. s. Or. 
Ztschr, V. 60. 

Darüih Granatäpfel Seetz. Etwa dar mit QOid^ Ngr. Q6iiy 
QovSiy Qo'i'äi; denn Kurd. ist beb Mel cotogno, baif Man- 
dorle, aber nicht: Granate. Oder Hind. ȧ^ Ij quadrip.] 

dar im m. A poraegranate (Punica granatum). 
*^^Dar Imp. furchte, Prät. dardom (darejom wohl weni- 
ger gebräuchlich)^^ Graff. Ms., daraben Kog., s. I. 399. 
444. I dar, dariakro s. H. 868., auch i trasch 898. 
Darawe Ich fürchte Md. 1. 70«, wol'aus bei Grellm. 
S. 836. !• fälscldich vorn mit j: jarawe geworden. — 



il6 m. WSrterfouob. 

. Dar, dal, dan n. Temör ob. I. 91«, woher darano 
AdJ. Temeroso, daranar v.n., daranelar L., andi mit 
«-sc sich fürchten. — Vgl. zwar im Hindi vorn mit d': 
D^ara Fri^ht, fear, awe s«, i'ark Adj. Afraid, aber Sskr. 
dri Cl I. X. To fear, to be afraid und ddrun'a Horrible, 
fri^htfnl 2. Dreadfal, shocking. Dajirar y. n. Temblar, 
dajiro, dajiralo m. Tcmbidr Bw. etwa mit j st. seh 
und Auswurf des ersten r (v^l. trasch}? — Es frag^ 
flieh, ob nur durch diese mit tr beginnenden Formen misslei- 
tet Bisch, auch mit t: 

Ttthr Furcht, thar Angst, s. auch ängstlich, bitahro un- 
erschrocken, tahrengSro gatscho Memme, tahreno 
versagt, zaghaft von tahraf zagen, erschrecken, Praet. 
tahrjum Bisch. S. iOO«, was Dief., wie ich glaube, ohne 
Grund mit dem -jum II. 139. verbunden nimmt, wie es 
aber mit Je hiterni gejasman [Es hat mich geschau- 
dert, etwa Schauder ergriffen] der Fall sein möchte. Tah- 
riSlo (unfähig zu reden, nämlich aus Furcht) u. unfähig 
Bisch. , vgl. Sskr. tarala Trembling , tremulous« Hind. Ut^* 

tkarränä r. n. To tremble, to quiver, und ^ ^ thar- 

thar Adj. Trembling. Shakesp. p« 851», ^j^j^ tharhar-' 

näj (jf^.^ tharharänä v. n. To tremble p. 258. 

Darabar r. a. To praise {pröperljf ^ to fear'). Alabar , te- 
mdr Bw. S. d. Folg. 

Drabari (auch dabastro, was beinahe einem Gen. gleicht) 
Rosario. Drabarar or drabaro: ,To teil one's beads 
Rezar el rosdrlo. This word ia compounded of'dhV and 
*baro*: /tV. A thing of great fear or sanctity. Bw. Diese 
Etjm. scheint falsch, s« I. 439. Draberpen Gebet, Part. 
traberdo Zipp. — Etwa als (paQfiaxiveiv zum Folg.? 

Trab Wurzel, Arznei, latscho trab Balsam, s. grawa 
IL 145«, jalotrab 68. Tscharrtrab 198. Bisch., in 
dessen^ Vordertheile man Verschiedentllches , wie Hind. 
v3lf>> jAö/ m. Sharpness, heat, fieriness (as of pepper) 

Shakesp. p. 290«, aber chir^pirä Adj. Fiery, bot (as pep-- 
per), acrid p. 311., Sskr. tshataka m. The root of long 
pepper, dshira m. Drng, medicament, kaum Hind. .l> jär 

m. Virulence, oder jWm. A root, jedoch ohne irgend eine 
Gewissheit, finden könnte. — Drakh Kraut, PI. e. Draa- 
. ba Kräuter; auch Arznei L 171. 300. Dräba (Kraut in 
genere) oder drahb — drahba. Bengale drap 
Unkraut, eig. böses [teuflisches?] Kraut Zipp. — Doch wohl 

kaum Poln. trawa, R. mpaiiä Gras> s. B. jtjäpb inpaBä 



B. WörterbncL 317 

(AeoDitum lycoctonmii) , eine GifUrt Nemii. Catli« p. 58. 
Eher Sskr. drawja A drag, a medicameot, any tking ased 
in inedicine. S* d. Folg*. 

Drao m. Ven^BO« The GiUoos appljr thls word to a certain 
noxioas preparaüon y which ihey are in the habit of easthig 
in the nangers of cattle , to cause siclEness and death. Pera. 
j9^ (poison). Fid. Grao [lt. 147.] Bw. 

*Dur Adj, weit Pchm., Rtw., bei welchem leUteren auch 
pashe, nannidur Nähe. — Daro (dar) weit, dur ab- 
gelegen; dur drom ein weiter Weg. Quid amplius? 
Sao tu durudir ginneha? Was wirst du welter er- 
zählen? Zipp. -— Dur fern. A gi^wa tromm hi dur 
tri all (Dieser Weg Ist weit um) Umweg. Dure spät 
[als*Locat.?l Bisch., wie dur L« fern, und: in Jahren vor- 
gerückt. Dur (far off) Harr., auch Rieh, und Kog. aus 
Grellm.; dur Adr. Far. Lejos. Sskr. ddra A^f* (Distant, 
remote), n. adv. Far, far off. Hind. und Fers. ^ Bw. — 

Dur$p6nn Gegend, je duroduno I. i!23. Bisch., vgl. 
durotuno Hirt, pl. -n^s L. 8, 15. Duraaf, verm. mit 
Ausfall von n 1. 440. — DIef. reclmet auch hieher: iTuhr 
[s. indess chor' II. 164.] pejaslo.ano peskero sehe- 
ro [Tief? Ist gefallen er, oder: es? In sunm caput] n. 
tlefslnnfg [vgl. Dünkel , betäubt] Bisch. ; bei ZIpp. Verwirrt, 
bestürzt: Peljum andre thuge Ich bin in Traurigkeit 
verfallen. 

Ourrjevava irren, verfarren L 4X1. 

Durker wahrsagen [eig. Inip.] Rtw., dürkirvava Id. und 
daher durkirpaskro ZIpp. s. 1.440. nr. 16. Etwa, wie 
Hind. (j£Out .^o dür andesh Adj. Provident, foreseeing, 

sagaclons cet. Shakesp. p. 395., aus dur? 

Doriove or doriobb A river, und Bauro panee [grosses 
Wasser] oder doejave [ohne r] Brj., wie doe yar The 
sea, Fers. ^^ daryä m. The sea, a river, the wators. 

Harr. — Doriove (A river), sowie das, jedoch wahrsch. 
eine Fräp. einschliessende Drotc;^ pane^ja, e [in's Was- 
ser geh? viell. mit Anklang an Engl. Drowned s. I. t89. 
u. pani] bei Rieh, rührt aus Bry. — Bw. im Advert. to 
the Vocab. sagt, die Zig. hätten das Fers, durlya (The 
sea) au lurija verwandelt, wofür Im Voc. p. 64. loria 
f. steht. — Vidi. Vermengung des Irl. dur, duor (Water), 
das O'Brien sehr gewagt mit vitoQ vgl., und amhan (A 
river) = Welsh avon, Corn. auan, Armor. aun (River; 
Lat.amnls) This Irishword is pronounced auinn. (yBrienj 



318 m. Wortorl)udi. 

nit dem Pcra. Li^ and viell. selbst wt, ^f, Afgh. lu^l 

'jl'Dahns (sea) Ons. , den^iszy Meer Seetz. aus dem TOrk- 
j^sj den^s s« Klapr. As. Polyg^l. Sprachatlas Nr. XXXIL 

Y. Meer. 

Denszoro penebo (pe-nebo, am Himmel , R. Hä6o) Reg-en- 
bog'en Sz. I. 134. vgl. ob. IL 118. kann doch nicht fög- 
Hcfa Dem. vom Vor. sein. 

Diräk Wüste Seetz. 

IHrwanis (mag'num) Alter nr. SOG., aber dirwanOs* (Hila- 
ris, laetus) nr.21^. viel!. Adv. — Drovven (sehr) Rtw., 
viell, hinten apok., wenig-stens in Vergl. mit Zipp.: dro- 
rent sehr^ bots drovent g-ar sehr. Nan hl jov na 
drovent baro, na dr. tikno Er ist weder zu'^oss 
noch zn klein s. !• 321. Ada naslepen tschela dro- 
renthairga Das ist eine langwierige Krankheit [dauert 
sehr lange]. Bereuend: Leste hi drovent leid^ ke 
Jov les kerdjas Es ist ihm sehr leid, dass er das ge- 
than hat. — Sskr. draghimawat (Nom. -win) Long, 
lengthy? S. dugo IL 307. 

Duliiveh Widow. Ous« 

Defvo A vallejr. Brj. — Aus Thal u. s. w. IL 286. mit 
-vo SS vaux (Lat. valles) und ävau faval) l'eau d. i. zu 
Thale auf d. Strome? Oder Engl, delve (Grube, Höhle), 
woher delver (der Gräber), dem Lat. talpa anverwandt? 

'j^Dyz L Schloss (arx) Pchm. — Pers. j-^ Collis , vertex. 

2. Arx Cast. p.267. — Gewiss versch. dufs (Schloss) und 

dnfsen (schliessen) v. Grolni. 
^Detza Schnur; i dezza, zakro, zze Angelschnur ^ sonst 

dörik Schnur oder Band; aber ventka, kakro, ke An- 
,"jrelruthe s. IL 78. Zipp» 
'fDislender von Dornen LG. [eig. Disteln] s. I. 72. Biseh. 

* Drakh f. die Traube Pchm., Syr. Z. dräk die Weintraube. 
-— Dracay f. pl«, traquias pl. (Uvas) z. ß. arafpvXtjv 
L. 6, 44., aber, traqui es manuces awo/rj idycav 21, 
25., womit Dief. auch das, wie er meint, zufällig* an Sp. 
tncasso cet. anklingende trajatar rvgßal^ead'ai L. 10, 
41. 11, 7. verbindet. Nach ihm auch noch trujacai (gra- 
> pes) Bw. — Sskr. dr&kshii, Hindi dakha, schwerlich 
Kard. tri. 

"[-DroM m. der Weg", dromengero Wanderer Pchm. Drum, 
es, en Graff. Ms., drumm Weg, drum Strafse, Reise 
Rtw. and S. 37. apro drum unterweges [auf d. Weg^e], 



B. Wörterbacli« 310 

dromnashedum Irre (error) s. ob. L 178. -^ dronn 
Gasse, eig*. Weg*, PI. dromma, aber a. e. a. 0. dron* 
nie binten mit e. Gleich dr. Ebener W. Kej dsoba* 
ha in avrj? Karik in loeha tro drom? Wohinaw 
reisest du, wirst du deinen Weg nehmen? Zikkevava 
o drom Ich zeige den W, Zu Grellm«: 9,Die Reise 
dschaben, beskero, bena; o dromm heisst der Weg«^* 
Ale kammava te dschal Ich will reisen, eig. gehen. 
Ado dromma die Reise, eig. die Wege, »• B« Me wa- 
wa e dr Ottlinder Ich komme yon derR. Zipp. ^- Trom 
Wldh., tromm Strasse, Weg (I. 71.), apo tromm anf ' 
der Str. s. Strassenräuber. Tronimisk^ri I6we Wege- 
geld Bisch. — Droom Waj, distance Irv. mit falschem 
Hinweise auf Pers. door (distance) s. dur. Drom and 
po.drum A road; auch podrum (a path), podrom (a 
footpath) ßry. , von ihm p. 394. fdr qsi nodhg iqifiog ge^ 
nommen, wogegen ich, anf II. 117. gestützt, vielmehr vom 
darin eine Präp. [vgl. etwa Nebenweg] muthmasso. — 
Drnm Vojage, chemin, en Ronin druara Kog. — Pred. 
vgl. Walach. drom Weg, Gr. dQ6ftog Laufbahn Dies, Ron. 
Spr. I. 44., aber sonst noch, unter Vgl. von iQifiog, bei 
Pred. drom Aroma [a Roma?]. — Dron, drun [andi 
d r u Pfad nach Dief.] m. Road. Camino (bei L. auch Reihe) ; 
dron-grugi, drunji Rojral road, Uiewise a Footpatn. 
Camino real , vereda. Noch mit m [wegen der Endung vgl. 
I. 39.]: Dromalis pl. Carri^rs, mnleteers, men of tie 
road. Arrieros, viajeros Bw. 

-^Drosin Sz., Ngr. Sgoatä. — Rasnin Thau, rasjola Es 
thauet 1. 98. 361. aus Lith. rasa Thau. I pachlin aas 
d. Griech. 

Dahroco uniarog L. 12, 46. 
DeUo immer, ewig L. 
Deplemande IL 41. 

Dettecheacar IL 48. Unstreitig mit Anklang an Sp. deste- 
char (Decouvrlr une maison, en iter lo toit). Enthält es 
etwa den Dat. von tschi I. 3S4.? 

Dilia f. Lettuce. Lechuga Bw» 
Dini f. Pound. Libra Bw. 

iDiscoli m. Discipalo Bw. 
isde Adv. tJnUl. lUsta. Bw. 
Drabuco Adj. Fiat» Chato. Bw. 

Drami f. Week. Semina Bw. Dramia aaßßära^v L. S4, 1. 
S. kurko IL 116. 

Drante (auch drante) Ink. Tinta« 



320 m. Wörterbach. 

Drescos pl. Coras. Callos Bw. 

Dr6ji IL 7S. 

Drooa t Leather-bag* for wine. Bota Bw. 

Duhela f. Cup. Tasa« Eher Vask. dnpa, npela die Kufe, 
grosaea Fass, als das von Bw. ang^eführte Pers« «JLu. 

Duneo m« Domio^o L 116. Bw«^ wohl nach d/ Sp. 
Duquelea I. 58. 

Dur Im IL 39. vgl» Germ« durindana Justida and duros 
(azotes) II. 4. 

BuBuldo m. Drankard« Borracho. Bw. — Vom Deutsehen 
Dasei (vertigo)? 

» 

Na Neg*. s. L 318 ff. Ein andres 316. Ninna auch Ib. 

♦JV«; der Nagel («, Superl. s. L 208.) Pchm. Naj (un- 
guis) Vulc.y Rtw. — Nogtl [wohl nicht t verdruckt st. 

1, und aus d. D., sondern Slaw. nach Russ. näaHOKniH 
Klauen 9 Bömn. nehet Fingernagel u. s. w. Et. F. I. 86.]^ 
Bai (Ungues. N&gel) Alter nr.37«) deren das letzte verm. 
8g., wie Grellm. S. 288. 1., während ich naja S. 898. 
und Bisch., Nagel am F., vielni. ffir PI. halte, wie Liefl. 
K. „naija Nägel ^^. Bisch, hat noch die verm. irrigen 
Yarr« nagti [so mit a], nori. — nai, nafeskero, 
naija Nagel, Huf, Klaoe; fQr das letzte angeblich auch 
Nai — nja [so?], aber fsasterno naglus ein eiserner 
N. Zipp. — Nie (Nail of the band) Brjr«, Rieh.; näe fN. 
of thefinger), Hind. «,3 nuh m. Nail, talon Shakesp. p.793«, 

f5C3 nahh (Sskr. nakha) m. A finger or toe nail p« 786. 

— Ungla f. s. IL 75. ' 

"^Nalh m. Nase, Dem. nakhöro das Naschen Pchm. Nak 
Vulc Lud., nag 8z., nak Grellm. 8. 887. 1., nach Mol- 
nar bei Fred. p. 818., näk, PI. e Graff. Ms., o nak 
Rad. I. 66., nakch' (nasus), aber aus d. 8Iaw. nozdros' 
(nares) Alter nr. 18. 19. — Sjr. Z, nack, Liefl», ausser 
nasos nach d. D., eben so; nak or nank Oüs. Bei 
Marsd. TOrk. Z. nack, EngL bol-nok s. IL 888. Nok 
Irv. , nock Brjr., aber mit a Rieh., nak Harr., Hind. i^Li 

näk (Sskr. näsikil) f. The nose. — nak, nakeskero, 
nakka Nase, auch Schnabel Zipp., wie leskronnak Kr. 

— dem Pers. i^y nah f. (auch Jy) A bill, a beak, und 

Estn. nok Schnabel Nemn. Cath. p. 1178. zum Trotz — 
wahrsdi. hieher, und eig. Seine (I. 816«) Kaae^ f^er 



B. Wörterhiicli. 321 

Bisch, lakro g'dwa (ihre Sache) Nachgeburt, 9. auch I. 
70.9 und Teriii. Iag>ürnak Brustwarze [ihre, der Brust, 
Nase?]. — Nak Nase; Rdssel; Schnabel; Schneppe; Ver- 
weis (Nase). Nakz^skro naseweis (vgl. U. lOS.) riell. 

nichts anderes als Adj., wie In nakiskSro cheachhiw 
Nasenloch s. 11. 162. Bisch., nur dass der mindestens aus- 
serlich mit dseskero 216. stimmende Sdiluss räcksichtifch 
der Assibilatlon des k keine völlig genügende Rechtferti- 
gung fände I. 88« — N a q u i f. Nostrik Nariz Bw. — Vgl. 
noch, ausser näsikä, dessen s im Prakr. verloren gehen 
konnte Lassen Inst. p. W4.^ Sskr. nakra, nakut'a, narku- 
t^aka The nose. 

Naiie Imp. schlucke I. 450. Graff. Ms. 
Niderokeaf wiederkäuen Bisch. — Offenbar aus d. D. ent- 
stellt, allein verm. verhört st. niederkauern. 

*Nav m. der Name Pchm. Nao m. Name. Ndmbre bei üng. 
und Span. Zig. Bw. IL 122. und L., pL naues L., naa- 
be nennen, nahen [wahrsch. das n Hrn. K.*8 eigne Weis- 
heit] ^Vommer Kog. Nio, labe, kcharna s. IL 153. 
Name Alter nr. 54., allein law', alo Wort nr. S8., und 
daraus Grellm., Kog. Asnao [etwa durch Anschmieging 

an An ^?], acnao m. [wie vom Engl, know] Name, 

' • • • 

Word Bw. Vgl. Hind. ^jü, Q>iL3 nänwy nänan (corrupt 

of Jj) m., Sskr. n^man, Name, a noun, auch Ung. nev 

(Name); womit auch Irv« mav (Mark on one's own) trot» 
dessen m vereint. — Des möglichen Lantwechsels ungeach- 
tet viell. doch völlig verschieden und su Sskr. lap (Loqui) 
gehörig : 
Laawe Nähme [nur täuschend Ist die Aehnlichkeit mit la-v 
Ich nehme], laab Wort Rtw. Law Name, Wort, i law 
[also f.?] Buchstabe, lesaf law [lesen den Namen ?J nen- 
nen Bisdi. S. Uczo. — ZIpp., dem nao unbck«, zu 
Grellm.: Idv, veskero, but lava Name. Lava Name 
Kr., aber dies doch wahrsch. PL law, yeskero, wa 
Wort. Schun jek lav! schunnen tume! Höre eh 
Wort ! Zipp. — Alao,laom.A word. Palabra , Sskr. Ift^ 

pa (Speaking). Rmss. caöbo [dies gewiss falsch' vgl.] Bw. 
See Labelar v. a. To sing, to speak. Cantar, hablar* 

*Nevo Adj. (neu) Pdiu., Rtw., Zipp., newo LG., nebo, 
i, PI. e Graff. 9b. s. L 184., n^wo neu, niwüpenn 
Neuigkeit Bisch. Nar (news) Irv. Nevo (new) Ery., 
Rieh. , n e V i Harr. , viell. Fem. , oder das 1 von Sskr. na- 
wja, woher Hind. l^ ««jf^t Gi*« y<&(> MBst auch ifkid. 
IL «1 



S22 III. WörteriiQcfc. 

mid Pers. ^ nmm New, joang^ fre«h, raw, newlr. ^- 

Nebo nei L., nebo, nebcl (Sskr. nawa) New. N«ero, 
aber Dem. neboro I. IM. Peqaefio, jövcn Bw. 

NewtUseh Roaine frosina Bisdi. ans Frz. raisin, Lat. race- 
Mos] Seeix. — V'gl. Kord. mcTis (zebibbo) Gan. Gr. Curd. 
p. 68. 

*Nango nackt, nan^ipen die Nacktbeii Pchm. Nanjo, 
■ asg'O, Ba^i, bloss, Zipp. Nango (man^o wobl irrth. 
Bisch, mit m), bloss, Rtw. ond daher Grellni. und Kog". , wel- 
cher letztere aber falsch Seal (st nud) übersetzt Nange 
(nadi) PL Rtw. S. 38. — Harr. Naked, bald or callow — 
nängo, Hind. Mahr, l^ nangä (Sskr. nagna) Adj. Na- 

ked (HInd. anch Uxä3 nan^ä Id.), nnd daher nang-o- 

shiro (Bald, callow; eig. baarhaupt) = Hind. ^ IxJLj 

nangm sir Bareheaded. — Pernang'O barfass Pchm., 

Hind. ^^^ _^ miii^e jNiinMi Barefooted. Shakesp.p.790. 

Poln. nagi (nackt, bloss). 

\NiJan Frühjahr, nijall Lenz, Sommer Bisch. S. I. 66. 
und Kog. p. 41.: „Le mot wind (hiver) sert ponr expri- 
ner la manvidse saison, comme niell (et^) ponr deslgner 
la bonne; car les Gigalns n'ont de nom ni ponr printems 
ni ponr antomne.^^ Liefl. Z. nial, aber Syr. troal; ni- 
jal m. Grair. S. 46., ntal Rtw.; o njal (njjal), les- 
kro, njalla Sommer ZIpp., wie er statt des ihm nnbek. 
IJinai Voc Petrop. glebt, was bei Alter nr. 91. so aus- 
sieht: rinii (aestas), während für die übrigen 3 Jahres- 
zeiten der Name fehlt Gerechtfertigt ist diese Form übri- 
g'cns durch linaj m. Sommer, nnd adalinaj heoer rg'l. I. 
188. WO. Pchm. — Wahrsch. hat eine — etwa nach Manier 
der Nat's willkührlicho — Umdrehung aus Ung'. njar statt 
gefunden; s. indess auch das Folg. und niil st. Ion. — 
Dlef. erinnert noch an Nivel f. Ray. Raya Bw. , wobei 
Ich eher an Sskr. diw, s. n. devel, dächte, und Mahr. 
vnaltfj estio, Sskr. anala (Feuer). 

'^Naltsa Pfrieme, Schnhahle s. H. 236. Bisch. — Ich deute 
es ans Ahd. alansa und noch heute in der Sdiweiz alese, 
alsa n. s. w. , Frz. a\ino (alesne), Ital. lesina Grimm 11. 
346., sei nun n durch Metath. nach vom g'ckommen oder 
vorgeschlagen, wie in nasti (Aeste) Rüd., netha (ein 
Eid) Rtw. etwa mit Hinblick auf Holl. naald = Nadel. 
Dief. findet darin nailka (An Instrument for pierdng an elc- 
phant's ear), nilika u. s. f. 

^Ntla Green Ons., Sskr. nOa, Hind. J*^ nU m. Indigo, blue 



a Wörterbudi; S2S 

t^Aj ntlä Adj. Bluts — Nllilo m, Turkcy, peacock. Paro 
Bw. s. II. 147.9 wozu Dicf. Hind. ^äJüCIo nll-kanth A 
peacock ; auch Coracias beng'alensis Shakesp. p. 797. erwähnt. 

Narodos m» der Freund^ narodofikeri und narodo^kina 
f. Freundin Pcbm. — Etwa elg» popularis aus Böhm, narod 
(Volk) ? 

Narvvelo Narr; narwillo (rasen oder toll sein) elg*. davon 
wohl nicht versch. Rtw. Narbülo Narr, dunim (n. sche- 
re Dummkopf), einfältig*, abgeschmackt, narrbülo Maul- 
affe, wasserscheu, betäubt (dumm im Kopfe) vgl. narbu- 
laf ano schere taumeln. Narbiilo nasselpenn [etwa 
wüthende Krankheit] Pest. Rikkeraf narbuleske nek- 
.ken; gowa g'erraf narrbnle Possen machen; narbü- 
laf rasen, n. les [ihn narren] foppen. — Zwar möchte ich 
darin mit Dief., nicht Walach. nebunu (stultus) oder Lat. 
nebulo, sondern D. Narr suchen, achte jedoch dies nicht mit 
„Hind. Jw^L pägal m, A fool , idiot , madman {BaHgla) ^< 

Shakesp. p. 164. Fcrbunden, indem ich auf das SulT. -va- 
I0 I. 124. hier, wie bengvalö (s. Beng) rathe. 

Nasvälo krank, nasvalipen m. Krankheit Pdim« Naswa- 
lo ein Kranker Sz., gewiss richtiger als nasbalo (Dolor) 
Alter nr. 61. Naaswlipen Seuche von naswello 
krank, naswele (PL acgroti) Ktw« S. 37., nasweli 
(acgrota) Rüd. I. 65. Nasselo, 1, PK e GralT. Ms.; 
nasvSlo krank, nafswelo nnpässllch. Tu na homte 
te wisf n. Du musst nicht kr. sein. Me na kamniava 
te wisf n. Ich will nicht, dass du sollst kr, sein Zipp, — 
Nass^lo krank, fmm^er n. ungesund, vgl. Trunkenbold. 
NasselengSro kehr Krankenhaus; mit huhrd^nde 
[sehr, luhrd^nge, für Soldaten] Lazareth, Dlef. führt aus 
Bisch, anch noch das Adj. -jakSro an. Nasselepenn 
Seuche u. s. w. I. 140. =^ Bw, nasalllpen Enferniidad, 
Mod. Gr, voaev/Lta von nasale Sick, infirm. Enf^rmo Bw., 
-I0 m. L. 14, 2., -i f. 4, 38. Nach Dief. ferner hieher 
Nasula f. The evil eye, Mal de ojo, sowie, durch Me- 
tath., ansnl II. 60« Sodann durch Aphärese: Salipe- 
nes pl. Seuchen L. 21, 11«, panl-salipen Wasser- 
sucht 14, 2. S. noch ob. IL 242. -^ Naffli (^re indis- 
pose) Kog. scheint bloss verdruckt mit ff st. ss, wie in 
m äff ob (wachsam) Bisch, st. ma-^ssob I. 320« Eine 
gonderbare Aehnlichkeit jedoch tragen bei Brj« naphill- 
soll Sickness, naphiloosoli [vgl. Fitolong'soll Strait] 
A sick man, uaphilee phillee A slckwoman zur Schao^ 
und wohl möglich, dass ph dem sv hi nasvalo entspri- 

2i * 



S24 III. Wörterbach. 

dH^. Uebrig^ens gewinnt das Ganze das Aussehen einer 
Redupl« j mit VerstOmmelung an 2. Stelle. An voariXevofiai 
%ü denken hat einen Anstoss in dem ständigen a und nicht 
0, sowie Im a des Gr. Worts, welches dem Sskr. ^ in na^ 
nur etwa durch Vermlttelnng des Lat« noxa, wie avv aus |vy 
(Sskr. säkam), parallel gesetzt werden dörfte. Von na^ g-eht 
unzweifelhaft Zig. naszavav aus, also auch verni. nas- 
valo mit dem Suff, -valo, wo es nicht gar noch enger 
zu Sskr. na^wara (MIschlevous , destructive) stimmt. Las- 
sen vermnthet im Belutsch, nä-salim (unwohl) Or. Ztschn 
IV. 4M. eine Neg. , was aber doch wohl der von Dief. 
aufgestellten Verm. keine Stfitze gew&hrt, als möge das W. 
eine Neg. mit Dakor. me aflu (Ich befinde mich) enthalten. 
HInd. muflis Poor, miserable, helpless Hadley Ist Arab. 
yJU^ Poor, wretched Shakesp.^ und liegt also schon dess- 

halb 4bseit 

^Naszavav Ich tödte, 8. verliere, naszado g-etödtet, ver- 
loren Pchm., nashedoe (Lost) Brjr., Hind. c>wMi«a«Al' 

Adj. Lost, ruined. s. I. 430. 473. u. s. w. „Verlieren: 
naschevava, auch naschjcvava, naschedum, na- 
sohuf tu! naschaddo^^ Zipp. Najabar v. a. To lose 
Win Bw. iius Sskr. nakk (to destroj) deuten ; nicht nöthig, 
weil bei denGit. oft j st. sh steht, wie in Ind. Volksniund- 
arten kh st. sh. „Najiben f. Perdida, perdiciön Bw., 
lQ7l^(aais L. 21, 80., sinarä chibado andre n. igrjfiovv^ 
rat 11, 17. Se chibalaran a najabar anvoikovvTut 5, 
37. (die Schläuche), najabara 17, 33*; najara änoXi- 
OH 9, 84., najlb*ela axognl^n 11, 83., najabö duaxoQ-' 
Titas 15, 13. Querö najar duaxogmaev 1, 51* , aber 
najar v. n. Hui^. Hind. nathna [i] Bw., qwyBtv 3, 7., 
chalar najando dgaf^ny 15, 80.^^ Dief. — Nasch Imp. 
lauf, Inf. naschaben Graff. Ms. (nascheben Courlr, 
couler Kog.) s. 1.388., wo noch nash jagen [laufen, oder 
laufen machen?] Ktw. beizufügen, woraus Grellm. S. 898. 
8. schöpfte. — Bisch.: Nahsch' doch Laufe doch, nah- 
schaf laufen, naschaf (fliessen) mit kfetSne (zufliessen). 
N a s c h 1 a f entlaufen , durchgehen , rennen , fliehen. N a - 
sch'eäf verfliegen. Naschiaf schwärmen. Lassaf g'ol- 
lls pal all (laufen ihm nach) verfolgen; sicherlich nicht 
aus D. lassen, sondern hieher, etwa 1 st, n verdruckt. 
Naschi&s märo verschimmelt [etwa: verdorben ist das] 
Brod. A^nasch^as rostig [eig. Es ist angelaufen, wie 
- vernaschias verlaufen] oder solFs: rüstig heisseu? 

Nasiedi Rtw., i naschaddi Galgen M86. Zipp« Nashu- 



B. Wörtcrbitdi4 325 

doo To hang*, llind« nashdena. To annihllaie, phänsee dina. 
To choke Irv. — Harr. p. 549. s. I. 344. — Da nur rom 
Aafliäng'eii eines Menschen die Rede sä sein scheint, mag 
es bloss dem allgemeinen W. für tödten, s. von Art, ent- 
nommen sein , etwa so wie nojer aas Lat. necare entistand. 
Oder zu Sskr. ninats Des. von nah (nectere)? 

JVoschka (Jugum) Alter nr. 196. za R. HÖCKa (das Tragen), 

da HÖ9KKa (Fuss aii Hansgeräthen) nicht passt? Es erin- 
nert aach allenfalls air das Vor. mit dem Siiffi. L 99.? 

Nisuas%ehd Fuchs Seetz. Wäre es keine Redupi., wie doch 

allerdings sehr glaublich, so suchte man darin etwa Hind. 

' ijMi (Night)), wegen ri^Uo (A nocturnal animal); so aber 

scheinen Ar« jäoAj Properavit excoriare. Rapide yoravit 

cam^m Cast. IL S417. nr. 8., oder (j^UU^o nr« 11« Agills 

et dexteritate pollens in expediendis rebus ein passendes 
Etymon zu geben. 

jjNacdr, naqueldr y. n. To pass. Pasär Bw. Nacando 
as ocanas e rachi qwXaaaoyreg [durchmachend, zubrin- 
gend?] qwXaxug rijg yvKXog L. 2, 8«, pass. inXi^ad^aav 
ib. 21.; avvxeXetv 4, 13.; iuX&ety Ib. 30. 8, 82.; diano^ 
Qevea&ai 6, 1.; nacö sari a rachi brachte die Nacht sa 
Ib. 12., aber anacö es begab sich Ib. und 6«; noQsvia&ai 
9, 52 etc. Naquelo (passage) Bw. Vgl. anacar ob« 
II. 59." Dlef. 

^jNacardelar y. a. To read« Leer« Bw« Zum Vor. wegen 

diafti^wl" Dief. 
„ Nacicdr v. a. To grind , whet. Amolir Bw. , ßqvy^ig L. 13, 

28. äXrid^Hv (andre a asia in der Mühle) 17, 35.^' Dief. 

— Etwa Nachbildung des Span, aus on (Sp. en) und azia 

(Molino) IL 61.? 

Nacle f. 8. IL 18. — Nafre m« (Hilo) 298. — Nague- 
rindoy L 128. 

Najira f. Banner. Band^ra Bw« 

Nansu Adj. Pleasant. Chiisco Bw. Zu Sskr. nand? 

Narsichisle m. A dwarf« En&no Bw., der, indess wenig 
glaublich, Sskr. nara (man) und das eig. im Instr. PI. ste- 
hende Ady. nitshäis (low) ygl. 

Necaute oidelg L. 4, 24.; ä necaute de ocolas nghg oi- 
äifitav airuv 26., allein liiit Fem« -Form: andr^ o ne- 
cautia causa 23, 22., wie Zipp. (ygl. L 327.): ^^Kei- 
ner keek. Gen. kekeskro, fem. keekakro« Nahni 
keek Es ist keiner [als Umänderung von Nan keek der 
ersten Hand]." Na queraicis choro i cayqne, ni [yielL 



^^mmmm^^~ 



326 IIL Wörterbueh. 

entlehnt] le mareleis Mtjdiva iiaaelatjTi, ^itjii-avxoipay- 
ri^am L. ITT. 14. Bw. Nanai oi/i L. I. 60., pleon. am 
Ende: na le sinara ertinado, nanal 12 , 32*9 allein st. 
fievovv yi lt., 28. 

NastihrS m. s. I. 116. Nutibä m. Junio, rfcll. nm Sp. Jdren 
und nuevo willen, aus nebo (neu) und nu (neun); nunu- 
tibö Jülio aber weg'en Aehnlichkeit des Namens mit Ju- 
nio, wodurch beide den Anschein einer Monatskoppeking^ 
g'ewinnen, deren oft vorkommen s. z. B. Stern and Benfey, 
Monatsn. S. 137. 

y^Nicabar v. a. To take awaj, steal. Quitar, rob&r Bw. 
&q)tXHv L. 1, 25., nicobar a chipen tödten 12, 5. (ni- 
cabar) 18, 33. Se lo nicobelauios, ixioXvaafiev 9, 
49 cet« , nehmen , weg'nehmen« Viell. Hd. nickaulna To take 
off (the skin) Hadley '' Dief. Bei Shakesp. p. 785. : UIüCj 

niiälnä (caus. of LUbCj) v. a. To take out, to turn out, to 

take off, exciude, pull, do, performe, pick, invent. Von 
nikalnä v. n. To be extracted, drawn, pulled or taken 
out; to be taken off, to begin, to be invented, to escape, 
rise, slip, issue, spring- leitet Bw. : 

Niguillar r. n. S. jedoch II. 138. 

jyNichobelar r. n. To appear. Parecer Bw. Nichobeld er 
erschien L. 1, 80.; n. mistos av^qxavttv 5, 36. He pen- 
chabado mangue cabalico de nichobelar a orotarte, lixavrov 
ri%l(a(5B ngog as iXd^etv 7, 7« Senichobelan dalv S/ioioi 
7,31. S. bicholar" Dief. 

Nülo Adj. Prompt, quick« Prönto Bw. Vgl. sisli H 250. 
und sik 226. 

Nonabar v. n. To swim. Nadär Bw. 

Tfoques pl. Horns. Cuernos. Nicht das von Bw. vg-l. R. pörb, 
dem vielm« rogos' gegenübersteht Alter nr. 151,, wo die» 
ser sogar Pers. nahun*, Knrd. nachon' (vgLOr. Ztschr. IV. 
15.) für Cornu aufführt, die aber eher (s. ihn nr. 37.) Un-«- 
guis -^ und allenfalls die Hornmasse am Hufe — ^ be^eich-p 
nen dürften. S. noch II. 221. — ' Noque m, bedeutet im 
Span. Fosse etc. ou les taneura fönt tremper leurs cuirs. 

Norical s. Tl. 247. 

Norungf Adj. Angry. IfiKy'ado; nqrung^arse Enojarse Bw. 

NostUj nostdro [das 2., wie Dem.] I. 53. 

Nubes bares aroXal L. 20, 46^ S. ob. II, 18. und vgl, nu- 
be Gloak Bw. II, 150. 

Nuca f. JMother-in-law. Suegra Bw., von Dief, aus Sskr. 
BHusha^ Qr. iwog erklärt. 



B. Wörterbuch. 327 



Xo ni., li f. Pron. g. L S42. 

^ ^^Le nimm, Inf. laben^^ GrafiT.JUs. Lav (ich nehme) Pohm. 
s. I. 420., Parad. 465; Perf. 401. IL 139. besitzt einen 
bloss zufälligen Anklang an Walach. Iiiare nehmen, aus 
Lat. lerare Dlez, R. Spr. II. 215. und gehört vielm. zu 
Hind. I^na, l^lend [nicht redupi.] To take, receife, wel- 
dies letztere sogar Irv. in lulus To take finden will, wäh- 
rend vielm. entweder das 1. Imp. und das 2. Pron. (es, 
ihn?), oder das 1. Pron. und das 2. etwa 2. Sg. oder 1. 
PI. Conj. Vgl. Bisch. De les äwri GieVs heraus, und 
alales [le da! als Interj. Pchm. S. 34.« sonst na 1.316.] 

I. 259. (Toi) Akkeh [siehe; wohl kein Pron.] len tem- 
meh Hüter Da habt [nehmt] ihr die Hüter , und verwah- 
rets, har tumee dschanneela [1 st.n?J. LG. — Harr. 

p. 541. (s. ob. L 344., vgl. Alter 342.) vgl. Hind. liJUl 

tilnä Take inward; to catch; allein dies bez. To swallow, 

to gnip. — Zu lanar (bringen) L. = Hd. \Si s. L 420. 

bringe ich weder „umarmen ^^ 1. 402. trotz Hind« ü^^^ ur^ 

länä (To embrace) mit ur (The breast, bosom), noch auch 
die lav zuständigen Formen bei Bisch., obschon rücksichi- 
lich der letzteren in Widerspruch mit Dief. Diese sind 
nämlich theils Präs. 3. PI. , theils Part. Prät. PI. für 3. PI. 
Perf. s. l 131. 243. 387. 390. z. B. Tu lin^ pal all 
^aschtene lihlenser (Du bist mit Steckbriefen ver- 
folgt), was lino hinten mit o, s. I. 383., vorauszusetzen 
schiene, wogegen, etwa t von tut vor 1 assimilirt ge- 
dacht: ^,Dir haben sie genommen (gesetzt) nach u. s. w.^^ 
gemeint sein könnte. Lawa Ich nehme. Lawa tut atren 
Ich hole dich ein. Leäf paschepöste (nehmen zu sich) 
werben. Lela man (er nimmt mich unter — ) u. anwer- 
ben. — Liihaf schaffen Bisch., und «ima^ughi (creer) 
neben 1 1 m m a u gh I (produire) Kog. sind Missbildungen ans, ur- 
sprünglich in den Rtw. Beitr. befindlichen Formen s. 1.402. 

II. 111. cig. wohl: Ich habe mir verschafft, wo nicht: ge- 
schaffen, ans lium, Perf von lawa nehmen Rtw. Me 
lijum ado manuschester i zocha Ich habe von dem 
Manne den Rock bekommen. LImaskro manu seh neh- 
mender M. Zipp. — Lillar v. a. Bw. s. I. 10. — Re- 
densarten bei Zipp.: „Wo hinaus — Sso hi adava, 
key lela adava ada zjro? Was Ist das? was wird's 
für ein Ende nehmen? [wohin nimmt das die Zeit?]; — 
eine Zig. Phrase.^^ Me naschti lava keek ducho Ich 



328 in. WörterbocL 

kann nicht Lvft kricg'cn s. I. 177. — Mc lava man an- 

dri jakk Ich nehme mich in Acht [eig*. mir ins Ang^e]. 

Len tumen adry jak, te rakenn tumen adaiester 

Nehmt each in Acht [s. IL 140.] nnd hfitet euch davor! 

Denn jak, den kan [Gebi das Aug^, Ohr] Gebt Ach- 

tang*! L^ e reng'erl ^ren; le len meschto andri 

jaak, de len meschto tachall Nimm die Pferde der 

Herrn , nimm sie g^nt in Acht, g'ieb ihnen gut za fressen. — 

V. Bisweilen: Akkia sfi^ woeha bokkello tat Wie 

geschwind kommt der Hanger dir, oder: Hungert dich oft? 

[eig. wirst du hungrig, so dass tut falsch ist, falls man 

nicht woeha zur 3. Pers. macht]. Mennicbmal i bok 

lela man Manchmal ergreift [nimmt] mich der H. Schyl 

lehla man Mich schaudert, frostcrt. Fieberhaft: Man 

lena schj-la [PI. s. II. 232.] Mich ergreift das Fieber, 

Tgl.IL316. Je hiterni [aus hi est, tahr metus?] ge- 

Jas mair [cepit oder: aggressus est me?]. Adava hoes, 

ke man na fanijas (nicht gefiel), man cholin lijas 

Das war es eben, was mich verdross. I schlapa lela 

man Der Schlaf Obernimmt mich; i lindra lela man 

Mich schläfert. S. noch I. 4S0. II. tH)7. 

Laaf kriechen Bisch. — Nach Dief« aus : laufen , well viell. 

bei Insekten erfragt. 
^Lehaf awri auslegen Bisch. 

iMidy latd (Levis. Leicht) Alter nr. 214. vgl. Ib. p. YIII. 
Lotcho I. 208. [d. h. wohl asp. t und nicht pal.] Sz. , 
Bisch.; lako Ktw., loko Pchm«, läko, lokko leicht, 
lako kdwa geringe schlechte Sache, lokkcdir geringer 
Zipp. — Hind. ^^ laghü Adj. Short, Sskr. laghu Light, 

not heavy. Weak, feeble cet. Vgl. Poln. lekki und, anch 
mit t: letki Bandtke Gr S. 157. 511. Schwerlich aber 
Ueher Hind. bCJlP halkä Light cet. — Dschaf polokes 

.schleichen Bisch. „Lokkes sanft, heisst eig. leicht. Lok- 
kes, poschukker IL 223, langsam^^ Zipp. s. l. 212. 
S77. 292. Obgleidi laghu n. , adv. gebraucht , das Gegen- 
theil: Swiftlj, quicklj (wie iXaq>Q6g^ levis) bezeichnet, — 
äusserst naturgemäss: so konnte, weil der BegrlflT „ leicht ^^ 
auch Mangel an Stärke einschliesst , die Vorstellung von 
geringer Geschwindigkeit in ihn zu legen der Sprachge- 
brauch sich gleichfalls beigehen lassen. Vgl. Böhm, po- 
mala (sadite, langsam)*, po-lehku (leicht) mit der Präp. 
po Dobr. Lehrgeb. S. 148. Dief. nennt Illjr. lagahno 
(langsam). 

Liktn Gulden L 52. 



B« WörtetbML 3M 

-^Lokixi t Naddii Pckn. — * lUm. A«iun4 U«; Hafj.hAei 
laxa (Laganmn, Eine Gattung' tob KtIcUeiB, Pastete). 

'l'LeachÜMa Kfadbetterta rgl. f. 101. Awaf ano lea- 
c hussa (kommen in VToclien?) niederkommen« — Rom« li- 
Xovaa, Tfirk. ju^^i^, Altgr« Xi^w» 

-^Ltkhij PI. 1, Bast, Borke Zipp. Poln. fyko« S« IL Ua 

^Likh f. Pchm. Licka Nisse Im Haar Rtw. I ükk, 11- 
kakkro, likka Lans, Nisse (lendes) ZIpp«, likka Bisdu 
Liqnia f. NIt. LIendre Bw. — Sskr« llkki, likshA, Hhid« 
^5CJ liiJ^ f. A nit, tke egg of a lonse« 

"^Liecaw (Letters) L 845. Brjr*, Rieh., und daraas Milhr. 
IV. 84. und Biseh. als likan (Schritt). — Hind« L45Ü l&liM 

AdJ. Writt»; m. Writing-, fate, predestination ; ^^lü 

likhao m. (from U^ Itkhnä \. a. To write) Act of wrt- 

ting. Vgl. IL jr7a und lieh 

Lik^So Hochzeit, und überhaupt Jedes freudige Erelgniss, 
woran mehrere Theil nehmen. JHarktplati ; Messe s. L 71*9 
lik^lo (ano foro) Jahrmarkt Liköllo Trödel, S.L14L 
Bisch. — likallo rela berscheske DerMarktkommt 
j&hrlich. — Nach Dlef. ulique IL 7& 

Liucumaro Time Bry. 

Ldczo Adj. gut, Adv. liczes; Ucxlpen m. die Güte« 
Bllaczo schlecht, nicht gut Pchm« — Mischtö, lacx« 
(Bene, pulchre) Alter nr. 817«, Schnkar', Gtfxo [rfelL 
nadi Tilgung des Komma's: Pulcher rlr s. IL 188.], la- 
czi [wahrscfa. Pulchra] nr. 818«, lacsö (benignus, beatis) 
819., nanilalsch [hinten falsch mit Isch st. tsch] Maie. 
Schlecht nr.888. und Grellm. aus Rtw. nanilatsch (btfse) 
0. I. 819«, was renn« hinten haben sollte = Bisch« na- 
ne latscho (böse, schlecht, undankbar; wie Sa. na seh u- 
kar böse, ron schukar gut), tschllatscho Lump L 
881., nane latscho ano p^skero ganzko trupo 
(nichts Gutes an seinem ganzen Leibe) nlchtswflrdig« — 
Latsho gut, tapferi latsho-seskro IL 818.; lotsko- 
tshawa [vorn mit st a] Bürge, eig« Ich bin [sage] gut 
fllr J. Rtw«, wie Bisch, u. Bürge: Latsho hl niange a 
göwa (Gut ist för mich der), was Bisch, falsch deutet — 
Ladscho, i Ton Thieren und Personen, mischdo ron 
leblosen Wesen Kogaln. nach Graff. S. 50. und Jenes „ in- 
nerlich ^^ letzteres „äusserlidi gut^^ Ms«; jedoch bei Bisch. 
und Zipp. latscho „gut^^ in weitestem Sinne und in man- 
nichfacher Schattirung, und selbst Sachen, wie „ bequei« ^' 
von einem Stuhle Bisch«, latschi butin, dne ■OtzUdie 

81** 



SM m. Worterbndu 

Arbeit, Kipp»; s« aocli !• *17i. and bar. GralL Hb. za 
S. 50.: „Koba ladacbo rai der ^te Herr; Bicht 
miscbdo« Mischdo auch änsserlich von Menschen: 
Mange bom miscbdo doha FOr mich bin ich g'ut g'e- 
nug", wobei nicht an den inweadig-en Menschen gedacht 
wird. Für „böse" kein W. gefunden« [s, örio 11. 6«., 
nidschach], welcher Reg'el nicht bloss ,,Mischto = 
latscho rom ein gnterMann; je mischto maniisch 
ein frommer Mensch« LG., sondern im Grunde seine eigne 
Bern. SU S. 45« zu widerstreben scheint, wo es buchsUib- 
lieh heisst: ^^Me hom mange mischdo doha Ich bin 
fflr mich gnt genug, und Mange hom (ohne me) m. d« — 
Koba hi mander Das Ist von min Lesge hi mischdo 
doha Für ihn ist (es) gut genug.« In wie fern sich nun 
diese synonymische Unterscheidung bewahrheite, rouss noch 
genauerer Beobachtung überlassen bleiben. Zipp. sagt: 
„Latscho gut; meschto heisst eig. gut, so wie la- 
tscho; guter (gütiger) Mensch hojno manusch braver 
Kerl.« — Latscho reif, nane I. herb, bitter; noch I. 
rüstig. Latscho bescheiden [vgl. Abart], züchtig [wohl 
kaum zn lax], latscho treu, nane 1. treulos« Latscho 
hi gültig, pünktlich. Lj^tscho tschiwSpfenn Wohlle- 
ben. LatschSkStene (gut zusammen) einig, einträchtig; 
Utscho [-e?] hi kitSne sich vertragen, mischto ke- 
tSne vereinigt s. I. 131. — Lachö, f. -I Good. Bn<Sno. 
Hd. achchha. Sskr. rutschira (Beantiful). Lachip^n f. 
Goodness. Bondid, aber lachlp^ f. Silk, sowie gacho 
XQf]üT6gL.6^9&. 8. ob. II. 131., doch wohl verschieden Bw.; im 
Luc. u. A. gesund, zufrieden; chibär 1. heilen ob. II. 184. — 
Sso haddela e nafsweles bachteleskero latscho 
laava [gute Worte]? Was hilft dem Kranken das Schmei- 
cheln des Glücks? Zipp. Latshillawa [gewiss eben 
so; schwerlich zum Verb, lava, noch auch „schandbar«, 
wie sonst dem Sinne nach Dief. nicht uneben niuthmasst] 
schmeicheln, und davon als ein, mit Unrecht in 8 Theile 
zerschlagenes Adj. latshila WIngro [von guten Wor- 
ten] falsch; lathsillawdias [ein gutes Wort gab er] er- 
schmeicheln Btw., 8. Bisch, ob. L 176. II. 301. — Mro 
latscho manusch, keer mange adava Mein lieber 
Freund [vgl. Feind 1. 198.], thut mir [eig. das] den Ge- 
fallen. Mro latscho rei, keer mange adda patuv 
Mein Herr, erweiset mir diese Ehre, — do kamlepen 
diese Liebe Zipp. -— Latscho dives, latschi belval^ 
latschi rat! Guten Tag, Abend, gute Nacht! (anders 
IL 157. Qarr.). Auch mit tokke (dir), ■• B. Latsche 



& Wortrtrtiocl^. Sil 

dirfs, lat^chl kellwal, Ulsckl Iheisflrla 4okbe, 
mre reil Guten Tag*, Abend, Morgen, nein Herr! La- 
Ischo dlves toke, uro rei! Ikr Diener, n. H« Zipp« 
Als „rührende Beseichnnn^ der Gegenwart ^S bemerkt tkeil- 
nehmend Dief., im Compan s. h Wf* II« 91. Bisck« n. 
Begraasnn^: „Penn' a ^oliake latsckl^rat Sag dem ein 
Lebewohl [eig*. gnte Xacht!]i vgl. ob. II. 121. Bei der 
Ankunft sagen sie: Latschidir diwes, d« k. einen bes- 
aem Tag; beim Weggehen: ach mor Dewel d. h« ach, 
mein Gott! [also ein Adien, so scheint es, mit eihem Seaf- 
■er].^^ Gleichwohl machte ich, desshalb aich aaf tokke 
oA. bauend, in einigen dieser Formeln ein tor =: Hlsd. 
^ tar (In the eastem dialect) Pron. 2d. Pers. s. gen. Tkjy 

thine [vgl. morr perr mein Bauch Bisch« S. 89. mitHiad. 
jyA moTj \^yA moTä Mj, roine Shakesp. p. 751.J finden; 

vgl. Latschor [r falsch?] tor tiwes LG. = latscho- 
do [-r abgestossen ?] tiwes L. L 28. Fr. Gegrflsaet 
seist du u. s. w. Diese Begrtlssungsweise haben die Zig. 
höchst wahrsch. erst im Abendlande erlernt Nach Plnt. 
vita Alex, war die Indische: naU vgl. Reland, diss. Mise 
IL p. SiS., was Alter p. XIII sqq. irrig fQr Entstellung 
des Griech, x^'^9^ nimrot, indem Sskr. kaija ob. IL 107. 
unter Anderem auch Congratulation , good wishes, annin- 
dation of good tidings bezeichnet. — Vorschläge DieL'a 
xur Erklärung: 1. Hind. L^t (Sskr. achchha Clear, trana- 

parent) aehcKhä A^. Good, excellent, righteous, healthj', 
wshckkä iamä To eure Shake»p.y wobei freilich der Man- 
gel des 1 befremdet, welchen man kaum für das Zig. W. 
durch Annahme einer Comp, mit Sskr. alara (Enough) he- 
ben könnte. 8. Sskr. rig'u (rectus), Wurael raksh, allen- 
falls daksha (dexter; rectus, probus). 

Latmrleril verkaufen Grellm. Etwa hieher, als: gut (zu 
6elde) machen? S. indess audi I. 451. 

^Lojr t die Schande; Scham. Laxav man Ich schäme 
midi Pchnu — I latsch, dschakro Schande; i lädsch, 
schiakro, ladscha S<^am. Nan hi les keek ladsch 
Er hat keine Scham. Te ladschiaf ;(-iava) sich schä- 
men; me ladschava; Prät. me ladxejnm man. 
Ladsch tokke! [etwa eig.r Scham sei Dir?] Schäme 
Dich! Ladsch tu, ladschenn tumnie! Zipp. Ladsha- 
wa (eig. 1. Pers. Sg.) Scham; latsh Schande Rtw. — 
Lacha f. Shame, modestj. Vergu^nza, bes. Lacha je 
trupos (corporeal dwstitj of the females) Bw. I. 33S f. — 
Ladsch Ekel, lidsohilU ekelhaB, latsch* tuke sdüi- 



US HL Worterbucii. 



didi, Utscli Sdiinpf, Unsuclit; latsebeU blöde, 
leuiescliea [wo Dicht Mute» -o st a, nnd also verschämt, 
— 3» SfT«: Er achtet sich]. LatachSrdo derb, g'rob, 
«Brerschänt Bisch. Bei Zipp. steht Ladschvardö für: 
OATerscfa&mt, allein auch (mit e st a vor r): schamhaftig' ; 
lad a. e. a. 0.: Unverschämt biladsehwerdo .("^^^^ 
Dosch), auch uihöflich. Unter: schändlich steht: Latsch 
tokke Schäme dich, fsawo bilatschwerdo [bi- von 
der t. Hand] lav rakardjall was Ar ein unverschämt 
Wort hast da gesprochen! Bei Pchm. laxvakerdo un- 
yerschämt, was an Sskr. awa - kri (abjicere) „der die 

Scham weggeworfen hat^^ allenfalfs anch „ gebrochen <^ I. 
436« erinnern könnte« Oder sollte eig. ein Adj. anf -valo 
[s« f atvärav I. 1S4.] darin stecken? Ist kein negat. Wort 
darin enthalten , so mnss man es etwa als „ schandebedeckt ^^ 
•der ig}, fassen. Man vgl. Sskr. lag'g^akara Shamefnl, 
causinfip shame, aber lag^g'&hlna, lagV^^^IiI^ [schäm ver- 
lassen], nirlag'g^a Shameless, impudent, immodest. Hind. 
J^ Imj (Sskr. lag'g'ä) U Bashfolness, modestj, shame-; 

yL5^t lajUü Bashfnl. 

j^ L9i9chjevava (nascor) L 4t9. » 1 od seh Jemen (natuspner). 

I^edaehe s. II..ti7. 

LtMham Fonnd [wohl I have f.] Brj-., latscht Troaver 
Ko^. — Hataf [verschieden von hadaf IL 173.], aber 
auch te laaaf, lazsavav, und hatschaf (finden). Ro- 
dendui lazjum (quaerens in veni) , I a t s I o gefunden. 
Har hatsch^ha tot? Wie befindest du dich? Sser 
dschana (I. 313.) tukke, fser lazehla pes tnke 
[eigr* findet sich dir] Wie geht's Euch, wie befindet Ihr 
Euch? Mange dschala meschto, te kendevaf tut 
Sehr wohl. Euch zu dienen [eig. gehorchen] Zipp. — Ha- 
tschawajich finde LG., hatscheena ihr findet L.II.18., 
[hjatsohdall gnade du hast Gn. g^ef. I. 30. S. ob. I. 
894. — Alaohar v. n. To meet. Encontrar. Bw. und L.L 
80., rachar v. a. n, Bw. Id., und rachar, rachelar 
Anden L., rakhav Id. Pchm. S. 47., rakhle pes [st. 
pen] S. 73., sie fanden sich. — Dief. findet das Verb, zu 
Hind. auchaunuck {hy chance) paouna (UL =s Sskr. prd- 

pan'a To get, acquire, find, obtain ceU) To find ähnlich 
dem von laczo: achchhä; der Schein trügt aber verm., 
indem iic5NiL;^ achänak Ad?. Suddenlj, unawares, unexpe- 

ctedlf Skakesp. Passender, wie mich dünkt, erinnert er 
m laddij l&dih (Aabnadvertere , distinfnere) Rosen Radd. 



JB* WSrterbncfc. S89 

p. 109., woher a. B« lAndhchliaiia (Mark Wils.), weidhe 
gewiss mit den, von den Ind. Grann. aor Erklärong kel- 
l^fllgten laksh (To see, lock at, noUce or inspect), Hd. 
lakhüü^ karnonlren. — Hd« Uäinä v. a. To find, g«t, experienee. 

Lachiria itglag L. 11, 42., lachoria Id. 18, 31. Etwa 
xum Vor.? 

Idijcav Ich trage, im Perf. mit gl liged'om I. 398. Pdiai« 
Von Alter's Fennen L 342. sind lejaana (so bei Grellm.), 
läauna (Mithr.)? worin doch n kaum st v verdruckt, und 
hitsckawa Zipp. unbek. Dieser hat Ilg'gervava I.487« 
nr. S», auch Me lidschava Ich trag«, lidschadjon, 
lidsche tu, lidschen! Führen z. B. L 296., wie 319. 
Grellm«, z. B, VU. L Male dsaroe [sehr. Ma leds'ame], 
wo man nicht an D. leite denken darf. — Liguerar v« a. 
To carrj. LIevar Bw., und eben so oder vorn mit 11 Lic 
z. B. lo lllgieraron 2, 22. (anndennles anni J. bei 
Fr.), Ifiyuyov 4, 29., wegtreiben 6, 29., awrglßitv 9, 39. 
Enregandoös a la Socreteria (Delivering je to the 
synagogue); enregaos de bros batos (delivered over 
bj your fathers) etwa verdreht aus legar [Lat legare] t=3 
enviar. Y os legeraran i os Oclayes And they 
shall carrj ye to the kings Bw« IL p. "^132., wie regar 
To carry Harr. p. 540. 543. — „Hidsche Imp« trage. 
Präs. hidschewaba^^ Graff. Ms. Idscheweena (sio 
tragen) L. IV. 10«, app* wafs idscheweena (te ardl- 
nelen andrd sus bastes L. Bw.) Ib. 11. Und hidsche-« 
dass pesskro truschschull Und er trug sein Krepz. 
Toll les [sehr, tolles] dschidenn u tr. pre, und 
zwangen les, tall job u tr. Jesu palall hidscbell 
[eig. Präs.] hunte Dem legten sie das Kr. auf, und zw. 
ihn, dass er es J. nachtragen musste. E. hömmes [ich 
war! steht mOssig, allein in Folge des D.] hidschelle 
[trägt] kek frucht [keine Frucht] L. !• 7., wie Unfrucht- 
bar: Ada ruk na llggerla tschi Der Baum trägt 
nichts Zipp., vgl. ob. L ^6. — Liggerif, hitsckär 
(hUshavva Rtw.) tragen, hitschepaskro Träger, tl. 
tri all herumtragen, aber auch h. g^rik schicken, das zu 
dem [etwa mit einem Präf. versehenen?] biczavav 1.443. 
gehören mag. S. noch L 435. II. 269. — Viell. anknttpf- 
bar an Sskr. ridshra m. A leader, Lat. regere u. s. w.; 
dies aber nicht, dafern wir uns an Hindi IMshAnÄ, I^tscha- 
lanä To carry; letzteres auch To bear; Hind. üI>\aI fe- 

jäuä V. a. To take away , to carry , to run away with , to 
siüHntt, to wia wnitm dOrfea, d. h. eiae Co^^s« (fa- 



aS4 DL WSrtorbndb. 

' jmnmd) , wie ISkS. richtl|r ^^ Hadle^r bemerkt, einer Part, 
mit Üü^ To iroy wie la-ammm To bring* v^. h 4t0., 

dessen Identität mit Kg. Unar L. weg'en der Verscbieden- 

belt des beiderseitigen n (im Hind. ist es Nota Inf.) mit 

Gmnd bezweifelt. 
'^Idcxos' (facies) Alter nr. 17. Aas dem Slaw. Das äcbte 

ZIg.-W. ist czam Pchm. S. VI. 
*I latiedyini der Sdila^ vom Pferde, A. -dinja, D. -jat- 

ter, Soc. -jaha, G. njakro. PI. -dinja, G. -dln- 

iplng'eri. S. dar o. vgl. die Flex. yon armandylnl I. 

MO. — Mahr. liU, Hind. oV Jäi f. A kick, L3> oV 

la mämä To kick Shakesp. p. 660., ^o dm-tatti f. 

A kick of the two (y^) bind legs of a fonr-footed ani- 

mal p. 387. 

Lii^hi f. Baaro Pcbm. — Viell. Alb. Xlg, lisc. 

JLuutA M&dchen Seeti. s. II. «69. — Ans Ar. bß lautf m. 

Anj tbin^ a^reeable to tbe beart, an Inclination, mit Zig. 

fem.-i? 
Imuter 1. C76. 

JLbdepemm Quartier, aber wohl dnrcb Irrtbnm mit S I ancb: 
' löll^penn Herberge I. 140. II. S74. — Za Laden (taber- 

na) oder laden (invitare)? — 

läudemen n. s. w. I. 99. II. 301. anstreitig' Deutsch, trotz- 
dem dass auch Hind. üjJ v. n. To bc loaded , to be laden. 

Leperav Ich gedenke Pchm. S. 43., mange 1. Ich stelle 
mir vor S. 45. Zu araperar L 408., Lat. reparare? 
Oder llej3:t darin perav (cado) etwa mit der u. lixav be- 
sprochenen Hind. Part ^, oder die Ung. le (deorsum), 

z. B. le-döles Niederfall, Herabfall; also: einen Einfall 
babeu? 
'j^Lepedova f. das Betttuch Pchm., Üng. lepödö Leilach, Bett- 
decke; aber leketova f. das Fttrtuch Pchm. s. I. 110. 

^Lublin Hure, Dirne, Freudenmädchen, Beischläferin BIsdi. 
Lubniakro czawo Bast^ird, Hurenkind von i lobni, pl. 
lubnja; lubikano unzüchtig, lubekano, i hurisch (üp- 
pig' Rtw.) Zipp. Lubni eine Hure, lubikano ein Hn- 
renjäger Pchm. Lubni Hure, Inbkano rom Hurer, Inb- 
kerwela [3. Pcfrs. Sg. Präs.] huren 1.441. Rtw. — Lnd- 
■i (Whore) Harr, wohl verdruckt mit d st. b. Loova- 
nee (Wench), Pers. loelee (dancing girl; ^J^ loli A pro- 

stitnte Shakesp.) Irv. , nach dem Secr. HInd. ^yXS^ Uum^l 

It A (^, a slave ghrl, a senrant girl; — sdiwerlich mit 



& WSrtafbndU 

Recht Loaii, Ininia Bw., ImUca L. (meretrix). HlnH. 
U^^ (^tre amoureux) Tassy^ Rnd. p« 68.^ ^^^^i^ I0M-1 

Adj. Covetous, avaricioas, von Sskr. lobli. Nach Dief. xu- 
Bächst aas d« Slaw. s. Et. F. L MO. 

L6vo ein Geldstück, p1. 16 ve (mit -a s. L 15S.) Geld; 
Dem. lövoro Pchm. — Geld: lovo ein Geldstück, PI. 
love Zipp. Lauwo Geld bei den Liefl. Z., aber kar- 
wah bei den Syr. — Lone (argentam) Vnlc. Lobj, h 
Diebesspr. helllng*, pnn WIdh., Iowe Rtw., lowi Geld,, 
lowl-kifs Geldbeutel v. Grolm. = Lieft. Z. lanwis 
kissi Beutel. Ldvi (Peng'e) Dph. — Lowe pl. Geld, 
Acc. sg. lohwes u. ausleihen; 1. butlneske (für die 
Arbeit) Lohn, I. baripaater [von der Herrschaft?) Trink- 
geld; 1. rai^ske [für den Wirth?J die Kosten; lohwe 
Baarschaft; Iowe Münze, g'erraf Iowe münzen; lo- 
wengri Schatulle Bisch. Lovoo (monej) Irv. vgh h 
319. Loevu, Iowe (argent monnoje) Kog^. Laaa 
Bw. s. L 53. — Die Herleitung Ib. 52. sowie Dief.'s aus 
Sskr. 16ha (Eisen; Metall) noch wenig gesfcherL Lokn 
v. Grolm., lummik Dph. (Thaler) haben wohl nur eine 
zufällige Aehnlichkeit. 

'^Lovina t Bier, Dem. lovinka (plwiczko), nnd, wie von . 
einem m., Iovin<?«k^ro Brauer Pchm., gerraf lowinea 
brauen, aber lowina u.: L. dschala (das Bier geht) gib* 
ren Bisch. — Lavanah Brj., livin Rh. (Alle, biere 
Kog.), levina (Beer) und levenangro (Brewer) Ham 
— Lowine v. Grolm., luwina Rtw.^ lumino, in Die- * 
besspr. Plempel oder Brand -Scheger, d. I. Bier Wldb«, 
lammina, lommino Kr., aber i lowjna, G. lovjna- 
kro, pl. -ne. Vermischt: Keer tu lovyna panjiahallladi 
das Bier mit Wasser an. Panjiaha hi tschordi Es ist 
mit W. gegossen Zipp. Aus Walach* olavina, einer Wei- 
terbildung von Ltth. allus, Engl, ale Comm. Lith. IL 48t 

liowssttna (Victoria) Alter nr. 188. 

-j^Lawertäio Stockfisch Bisch. — Ans Laberdan (Gadns mo- 
rhua) Nemn. Cath. p. 8. 

Bari [grosse] Ussta Todesangst I. 111. Bisch. Zu Iva ff & 
nach Dief. — lischka L 99. 

*Les8in Knoblauch Seetz., Hind. ^^y*^ lahsan (Sskr. la^una) 

m. i. Garlick, % A fredde. S. IL S58. 

Lisdrav , isdrav Ich kehre zurück Pchm. S. 15. 41. 79. Sidie 
ob. I. 43S. nr. 16. IL S78. Irinav s. IL 65. 

LtmUdidty UnÜdidr y.tu n. Tt returs. Volv^ Bw. 



Ste HL W^erb«*. 

i lammin , mijAro , lamJ0% jek lammjin , 6« Jakro , 

SchriU Zipp., sU Unnja -nji Kr. 
Lemavav Ich schlafe Pchm. 
lAmnjae der Himmel Sx. VielL PL 9 kanm aber tob Lat« 

limbus, wie Dief. muthmasst, sondern Walach. lame Welt, 

lumena das Licht Celt. I. p.75., womit derselbe lume (das 

Reich) VU. and L. richtig zusammenstellt« 

Ijuna (Radius. Strahl) Alter nr. 78., Glana Voc Petr. — Zipp. 
unbek«, bei welchem dafür ,,i schük^ d. 1. die Schön- 
heit^^ IL 223., für Strahl aber: Ssawl schtrahla an- 
dre balepen hl? Was ist das für ein Strahl am Himmel? 
— Doch kaum R. AVHa (luna). 

XfOM Chalk, day Irr. Wohl aus Eng'], loam, wie lehma 
Lehm Zipp. entschieden Deutsch ist. 

lAmm Rtw., Bisch., lim f. der Rotz, limAlo rotzig* Pchm. 
1 llmm der Rotz, G. — wie von einem JU. — llmmes- 
kri, und llmallo rotzig* Zipp. — Dief. bring't es zu Sskr. 
It Et F. L 208. 

^Idancos Kette Pchm., Lith. lenczugns u. s. w. L 107. 

Mätn f. der Fluss, Dem. leriorl Pchm., Ijn Fluss Sz. 
Lein (fluvius) Vulc. Meg. Len f. Rio, \g:\. jebll^n H. 
163., aber schwerlich rin U. 281. — Im Tripartitiim s. de 
Analogia ling^uarum Llbelll. Contin. L p. 313.: Lau, laen 
Germ, (flumen) nebst Lahn, Leine, Lena u. s. w«, — wie 
dort gewöhnlich. In wildester Unordnung-! 

*Lidn Sg*. tantum GralT, Ms., lohn Rtw. , Ion Sz., Ion', 
loon' fSal. Salz) Alter nr. 124. — Ion (Ion), nes- 
kero (neskro), lona Salz. masf hi londo Das 
Fleisch Ist g'csalzen; PI. but masfa. Einsalzen: andri 
te lanskervaf bei Kr., von Zipp., als ihm unbek., ver- 
wandelt In Lonschkirvava, kirdjom, lontschkirr 
tu s. L 432« — Lob m. Salz, londo, s. I. 126*, g«sal- 
sen Pchm. — Londo hernig' Rtw. S. 16., viell. verdruckt 
st. Hering*, bei Bisch, londo matscho s. 11.240. Lobs 
Salz, lohneskri Salzfass, loh^skSro [n fehlt] panln 
Salzwasser. Denaf [st. dav] lohn salzen. S. noch L 
304. — Lon f. Sah Sskr. lavan'a, Hind. ^y Um m. 

Ha perddo la lim chtngaripin ' The salt of quarrel has 
fallen' ; a proverbial expression of the Gypsies when they 
Chance to drop salt, which thej' consider to be a prog'uo- 
stic of strifes. Daher Londllla (Sala; Eng-1. parlour, 
hall) I. 10. Bw. — Eng>l. und Sp. Z. lon, Vng. lohn 
Harr« p. 535., loon Brj., Rieh«, Irv., Engl. Z. lone, 
Beng. Boone Marad., ndl (salt) Ots« w»U dordi Traisp. 



B. Wiirtorbiick 337 

8. nijal. — Llcfl. Z. looa iSalz, lonno pane aiJstg^ 
Wasser; Syr. Z. nöloa^ banae Brakes W.^ d. b. doeb 
wohl Yon niil Ous. mit dem Suff. L 123. trota lönj Salz 
daneben. Hind. Ij^ lan-ä 1. A^. Salt, bracUsb. S. Bar- 
ren or salt (land). 3. m. Purslain (Portulaca oleracea). 
4. Tbe salt tbat cffloresces from walls etc. Für nr. 4. aodi 
_i^ lünty ^y nont f., für 3. Li^ naniyä ^ Sskr. la- 
wan1k&. üyV a-nonä (for a-fofiä) AdJ. WItboot saÜ, 

saltless. — Lonkeren Salpeter Grellm. S. SS4. 1. ist 
nacb Pcbm« S.51. nicbt Salpeter, sondern: sie machen Salz, 
und eben so bei Zipp.: 16n kercna sie m. S., Ion te 
keren Salz zu machen; o salpetro. — Schwärmer (von 
Schiesspul ver) : Lando schnttliater Bisch, hat mit Lunte 
verm. nichts zn thun; der Ausdruck Salz fttr Schiessblei, 
Schrot T. Grolm. l&sst auf: „gesalzen mit Pulver ^^ rathea. 

Luno m., olune IL 71., delune f. Sickle. Hoz Bw. Yg], 
Sskr. Id. (Luno trauen Rtw. s. L 70. — Dief. nimmt, 
wegen ululö IL 40., „ trauern ^^ als verlesen an.) 

-j^Luhka Wiese, Aue; Gras. Ldnkatschiaf m&ben, Ini- 
kaf tele abhüten Bisch. Poln. taka, Dakor. Innca. — La- 
gos* (pratum) Alter nr. 139. L., Russ« Ayrb. 

^Lang AdJ. hinkend, langav Cl. L ich hinke Pcbm., aber 
te langewaf, mee langejjum L 485. LangalOj 
-gallo, -gello, -gelo, -gulo hinkend, lahm. Es (das 
Pferd) ist lahm, blind: Langala [es lahmt, oder ist hin- 
ten st. a zn sehr, und das W. AdJ.?], koralli hi. Lan-^ 
gelo hl, nasch ti dschala Es ist lahm, kann nicht ge- 
hen. — Lange (pl. langues L.) Lame. Cöjo; lan- 
guear v. n. To limp. Cojear. Sskr« langa (Limpiag, la- 
meness), Pcrs. «.25^ lang AdJ. Lame, welchem lang we- 
gen seines stumpfen Ausgangs viell. am nächsten entspricht, 
auch P. H. langränä v. n. To limp von langrä AdJ« Lame 

Shakesp. p. 672* 

-^Lungo lange Sz., Bisch. Vgl. Walach. lungu (longus) s« 
II. 3M7. — Baro oder l&ugsto [sehr, n st. n] Rtw., 
lengsto, längste lang, lengstcs (longe), larepas- 
kereskeri [doppelter Gen.] lengstepen die Länge der 
Flinte Zipp., lengsternk (I. Baum) Stange Bisch. — 
Längs i chamasgri an den Tisch Graff. S« 41., wa- 
wer tromm längs (anderer Weg daneben) Nebenweg, 
langsisma Nebenzimmer Bisch. S. I. 303« ^ Walach« lo'n- 
gi längst, neben« 

Ijochinguel Adj« Long* L&rgp Ew. 

IL ffS 



S88 HL Wörterbuch. 

lä/mm'ka der Mannsrock I. 111« S%^. 

'j^Landinja Linse Bisch. Ung*. lencze a. s. w. Comm. Liih. 
II. 98. Siehe arlte ob. II. 61. , als ob es mit Clcer arie- 
tinuni znsainmenhing'e ; und mödschr. 

"^I tindra der Schlaf Zipp. s. lav. Sskr. nidrä, Hind. j^ 
Ulli L j sXJUJ nlnd f. SIcep. Ü Ju3 , U JOaj v. n. To sleep. 

Lmrdo m. (niiles), Dem. lurdöro; lurdica f. I. 101.; lur- 
dikanö soldatisch, kriegerisch 123. Pchm. — Lnrdo 
Graff. S. 42.; i larrdee die Krie^sleute L. III. 14. Fr. 
luredo (lüreddo, lürdo), deskero, de, auch kü- 
remaskro, 6. koremasfesfkro II. 114. Soldat vgl. 
II. 172. — Lnhrdesk^ro märo Commisbrot; lohr^nde 
I. 297., wo d hinter r fehlt; s. noch II. 323. Bisch. — 
Wohl kaum Rothw. lonrl, launiger u. s. w. II. 14. Eher 
Hindi lut'ir^y pin'd'ar^ (Banditti) von Hind. lüt' f. Plunder; 
oder von lamä [Sskr. lad^ Stir, agitate] v. n. To fi^ht, 

to quarrel. 

^Lolo Rtw., Rfid. I. 67., Mithr., Wldh. s. II. 298-, lolo, 
i Graff. Ms., lolö (ruber) Alter nr. 210. Lölo roth, Id- 
li f. roth, 2.rothe Rübe Pchm., dem zufolge S.51., eben- 
so wie bei Zipp., 1 ollpur um Grellm. S. 290. 2.: rothe 
Zwiebel. — Roth [als Subst.?]: I [?] lölo, aber Scharr- 
lach [Adj.?]: lölo. I löli Rothlauf; lolorad (rothes 
Blut) Ruhr; lolo polopcn (r. Himmel) Abendroth, lölo- 
penn Zinnober I. 140., vgl. 71. Schükker lölo (schö- 
nes Roth) Purpur Bisch. — Lolo, lohlo, lölo roth, lo- 
le jakka r. Augen; lole tschamnja r. Backen; I. 
chalovva r. Strümpfe; blizzohla ganz lolo Es blitzt 
roth Zipp., aber lelSnl Bisch, schwerlich hieher, sondern 
zn delija II. 170. GratT. — Allullo (rougc) Kog. Pred., 
lölo (red) Brj., Rieh., lalo Red (a crimson) Harr. — 
Lalö Adj. Red, purple. Rojo, purpureo, und daher La- 
lorö Portng'al, eig. Tierra bermeja s. I. 54 u. sp. La- 
lerro. Bw. Aach bei ihm: Labane Purple, a red cloak« 
Purpura, capa encarnäda, worin Dief. wegen lalanc twq- 
wvga U 16, 19. ein Versehen argwöhnt. Lole, lolo m. 
Love - apple. Tomate (Solanum Tfcopersicum) Bw. hieher 
wegen der röthllchgrelben Früchte. Nemn. Cath. p. 1317. 

— Mahr. Ula n. c. Red, Pers. J^ läl 1. Adj. Red. 2. 

Dumb. 3. Rubj (Rass. Adjvb). Hindi lala, arun'a warn'a 

Scarlet, purple. Bei Cast. I. 493. J^ Rubinus. RubinI co- 

lor. JJ 1. oppoi. r^ laXog. Matua. S. Rnbinoa. JTRqs- 



B. Wörterbncki 330 

8U8 color, Yul^ camaiiaH colour. ij^ i. q. iJ'i Tal^a 

flos. ^ . aJ^ /«/a - rvlh AdJ. Tulip - ckeeked, red <- cheeked. 

Lallero 1. stumm frgl, Pers. Jbl) 9. Lithaaer Blsdi.; La- 

lerro ebenfalls Beides Zipp., und es rechnet Dief« aacK 
selbst Lalorrf Portugal als Aasland dahin. S. Indor. 
Sprachst. S. 44. V^l. femer: „Do aufs g^ieng* das hao» 
Jacobs Ton dem stamelten volck Amm. Ps. 114. 1. (tyV) 
verm. s. v* a. stammelnd, was andern unverständlichi 
fremd , ausländisch lst/< v. Schmid , Schw&b. WB. S. MS. 

— Bei Schwartze, Altes Aeg*. Bd. I. 2. S. 985.: ^yWoKU 
ist dieser Stumme mit uns eing^estiegen? (nämlich ein, der^ 
G riech. Sprache unkundiger Aegjpter, der also anftMir' 
war, Griech. zu disputiren).^^ — Külb in Francisco de Xe- 
rez, Gesch. der Entd. u. Erob. Peru's S. 144. aus Garcfla- 
so de Vega: ^yDie Spanier fragten in Peru einen Indianer 
durch Zeichen und Worte, in welchem Lande sie sidi be- 
fänden und wie es heisse. Der Indianer nahm «war aus ih- 
ren Gesichtszügen und aus den Zeichen, die sie ihm, wie 
einem Stummen, vormachten, ab, dass sie ihn etwa» 
fragten, verstand aber nicht, was. Er sagte daher „Be- 
rn ^^ und „Pelu^^, womit er sagen wollte: „„Ich heisse 
Bern und wohne an dem Fluss (Pelu = Fluss iiberhaupt)«^^ ^* 
Daher der Name Peru." 

/ lälleri Gemeinde, Pöbel Bisch., lall er i Gemeinde r.GroIm. 

— Nach Dief. vom Vor. als die stumme G. im Gegensatse 
zum redenden Prediger. 

Lideh (Leg) Ous.; etwa daher leleni 11. 170.? 

„LtV/ oder tll m. Brief, Acc. es, pl. lil<< Graif. Ms. 
liel, lileskero, pl. lila, Ijla Brief (te tschinnav 
schreiben), Buch, eig. Schrift tiberhaupt. Draperbat- 
kro liel Gebetbuch, vgl. I. 300. Zipp. — Liel Brief 
Rtw. S. 9. 37., v.Grolm. Llhl Brief, Zettel, Pass, lih- 
leskSro botissa Brieftasche, pollamäskiSro lihi 
Taufschein, je lihl, ge plisscrdas ein Zettel, dass et 
bezahlt hat = Quittung s. IL 139. Lil fero (in Die- 
bcsspr« Kalm, Macken) Stadt Wldh., etwa ein Ort, wo 
mau einen Pass bekommt? Lil m. der Pass Pchm., aber, 
etwa mit n aus Diss., lini et Pas, Reisepas Dph. Lil 
Harr., Uli (Book) Rh. Li f. [also wohl mit Unterdrfik- 
kung Eines 1] mvaulSiov L. I. 36. Paper, a letter. Papä, 
carta. Sskr. Ilpi Bw. — Etwa Lat. libellus (libro Buch 
Bisch, ist nur entlehnt; law s. IL 321.) oder Ung. level 
(Epistola, literae; kiA Pagina^ pagella; faUum, pampU 



340 m. WSrtaAvcTu 

Ins)? In üenem Fälle, Jedoch auch wofern es zq Hindi 
. fikba d^nl, llpi karnA (To write) g. IL 29». gehört, be- 
fremdet der bestindigre Mangel eines Cons. in der Mitte. 
— Nach Dief. hieher : 

Lüüuto m. SalCy despatch , hnrean. Despacho Bw. 
ti&an6m.j pl, lihanes vQafifiajetg mit Span. Endung: Escri- 

h&no (Notary pnhlic), lihaneria Yga(pfi L., libanär y.a. 

Escrihir Bw. Yiell. Ssfar. Ilp (Lincre cet.)- 

Xirvfiar lesen L. u. s. w. s. II. 42. — Liri f. Law viel!. 

vom Span« ley? 
Lambar m. Law-suit« PIejto. Litingnagi s. II. 48. 
Latiüos Umbro Farming-man. Lahourer. Aperadör Bw* 
Idongar »• IL 54. 

Landdri f. Ribbon. Cinta s. dari U. 863. Vgl IL 310. 
Inrnguho m. Thigh. Moslo Bw. Etwa zn Hindi g'anghä IL 
. 196t mit absichtlicher Hinbengong zu lang? OderzuHind. 
Uf^ Umghm 1« V. a. To Jump or leap over. 2« v. n. To 

be Jumped, passed over, to pass? 

liünguro m. Back^door. Postigo Bw. 

Larpa f. A blow. Golpe. 

Lebati m. Flint. Pedern&l. 

Leherhenai legrentii licliri; ImtAerA s. IL 48. 

Lei m. The world* Mundo. 

Lembresgue t Lie, error. Mentira« 

Lendriz f. Partridge. Perdl« Bw. 

Leprefete m. Parsley. Pere^ü Bw. 

Leprentero m. Glazed pan. X^ftrillo Bw. 

y^Lias de paz tA nqhg elg^vfjv L. 14, 38. Wohl Friedens- 
bOndniss als PU von Sp. lia (petite corde de jonc ou de ge- 
bM) aus liar ; schwerlich Pron»^< Dief. — S. ob. IL 40. und 
Liganda f. Tassel Börla. 

LW m. Fool, madman. Loco, Sskr. ligu. Mod, Gr. XwXSg. 

Lip^ndi, Illipendi m. Fool, Ignorant person. Tonto, 

ignorante* Mod. Gr. X(oX6naiSo. Bw. vgl. IL 313. Sskr. 

lat'a erwähnt noch Dief.; ich denke an Span, lelo (Simple, 

Idiot). 
Lima f. Wood. Lefia Bw. mit Anklang an das Span», oder, 

wegen Sp. lino, vom Folg.? 
Jf4ma t, (Shirt. Camisa) IL 39. Vgl bei Dorph limcs 

Lerred, Unned, Umsk Skjorte, Saerk (audi kemsel = 

Wldh, gern sei für Hemde, so dass dies wie ein Dem. von 

camisia aussieht), 
Limufra t Public walkt Alamtfda Bw. Doch wohl nach d, Sp. 
Limi$e m, BfotiTe* Bbtivo, 



..mJ 



& Wörterbaek 341 

Liridne AdJ. Ligrlit. Lij^ro Bw. Yg^L loko. 

Liripio m« Lead. Plömo. Sskr. trapnla Bw. Ycmi. der An- 
fangs des Sp. W.'s, nit einer AndeutoBg des Vor. davw^ 
g-ls. als wäre das Blei leicht. 

Listrabär s. II. 48. Nach Dief. ylell« zu Ivtfiiyw. 

fjjLoo^lohie L. 16, 18., loando lobend S4, 43. Loor 
Lob IQ, 43.^^ Dief. Ist Sp. loar (aus Lat laudare) «= 
alabar. "^ 

Lofi f. Navel. Omblif^o Bw. — Sskr. nabhi nach Dief. 

Lombardö; Londone s. II. 54. 

läongano m. Comfort Consuelo. 

läOrampio IL 41. Etwa mit ampio (oleo) wegen Aehniich- 

keit der Span. Ww. ? 
lin^e m. Gnat Mosquito Bw« 

hwria f. El mar s. U. 317« — Danach Loriazo m. Marzo* 
Jjuandar s. IL 57. 

Luchardo m. Steel for striking* Are. Eslabdn Bw. s. IL 80S. 

Etwa zu tchärav IL 299. mit Span. Art. oder Inz? 
liUchipSn f. s. IL 73. 
hucrarre Larg'e jar. Tinaja. 
Lull f. Basket. Espu^rta. 
Ituquindohe s. IL S71. 

Lurco m. Well. Pözo Bw. 

Luricahi f. Guest-house. Posada Bw. Viell. vom Vor. we- 
g'en Aehnlichkeit der Sp. Ww. , allein kaum mit Pers. 9^is> 

House. 

^jLuriandßz f. Thunder. Tru^no. — It is probable that this 
word Sprung* from the same root as the Celtic Darauj 
which it very much resembics; which root seems to have 
been the Sskr. Indra, from which the Gothic ^thunder', 
^donner' etc. are more immediately derived. Xrtir, in old 
Danish, signifies ^a born\^^ Bw. — Alles wild und ohne 
Boden ! 

e) Labiale. 

JP. 

*Pesj pl. pen Pron. refl. s. I. 240 ff. — ^ Bei Shakesp. ujT 
äp Seif, yourself, you Sir. äp äp Selfishness, egoUsm. 

^^ äpan, pron. recipr. Seif. Lut apnä m., ^Jüt apnt f. 
pron. poss, Of or belonging to seif, own. üU^t apnänä 
T. a. T<o make a tiäBg one*s «wa , to coivert to one's own 



342 UL Wörterbock. 

use« Ljut apampm m. Onc's seif (osed in the Aoc. caae 

only). 
Ab^ poy aprOj pral n. a. Präpp. s. L 891 ff. — Graff.Ms.: 
„balal hinter, vgl. delal unter. Bale Ad v. wieder; bral 
Adv« ttber, ttbrig', oben. Baschal [paschall Bisch.] bei, 
neben Adv.^^ 

*Te piaf trinken, me piava n. s. w. s. l^arad. I. 464.; 
p 7 n getrunken ; pjando manusch ein trinkender 
Mensch; auch pinfaskro Adj. von pipen das Trinken, o 
piben. Te daf te pjell [au tr. g*eben] tränken. Pf 
kerudo panin Trink gekochtes Wasser; sowie: Ada 
gtaschnija pjena but panin Diese Stuten saufen viel 
W., enthalten auch das Deriv. panin. Zipp. — Pijav 
ich trinke, piben m. der Trunk, das Trinken Pchm. Le- 
pi 0ns., pi (to drink) Harr. s. L 348.; peola 345. Brj., 
Bich.; 328 Btw,; 342 Alter. — Biaf (zechen), but biaf 
saufen, matte bibaf voUsanfen; biahales Wir wollen 
einen [eig. es] trinken u. Schluck, als Fut.; bibenSpenn 
130.; dies alles ungenau mit b vorn, und daher zwar mit 
Lat. bibere verwandt, ohne eig. daher zu stammen. Bisch, 
hat übrigens auch piäwa u. austrinken, und ausrauchen.— 
Bibalengiro Ung. iszom. Bevere Pred. p. 212. aus Mol- 
när, muss wohl alsSubst.: Säufer dgl. bezeichnen. — Bie- 
baskro Kelch LG., bimangre Kaffeekanne, Porcellan 
Bisch., peamangri Tea (lit. A drinking thing) Harr. — 
Peomingro, baulo paramattee (A grape) 134. Bry. 
hieher? und das zweite etwa mit paloo (cup) Irv. oder 
gar Deutsch: voll, und matte (trunken) zusammenhän- 
gend? — Pita f. Drink, bcirerage. Bebida. B. nHinbd. 
Paspile Half drunk. Pijar v a. Beber. Sskr. piwati 
Bw., pijar, pijar (piar vgl. H. 13.) L. trinken; auch 
rauchen. Vgl. Hind. uL pinä v. a. To drink; to smokc 

(tobacco) , liLu piyänä v. a. To give to drink , to water 
Shakesp. S. auch H. 297., nivtiv xanvov, im Bothw. 
schwächen (trinken, saugen, Taback rauciien) v. Grolm. 
Daher dann wahrsch. auch pili (cigar) Bw. II. 150., und 
pinauih Pfeife Seetz. — Oropielar s. II. 72. — Germ, 
„tiple (wine) is the same a$ the Engl, word tipple;, Gyp- 
sy, tapillar [s. II. 293.]^ sagt Bw. IL 145. Ist's etwa 
^ te pjell s. ob. [Etifiiis — zu trinken]? Peuacorö 
aUiQa L. 1, 15«, penascoro, penaqucro m. Aguar- 
diente, nach Bw. von Sskr. päna (drinking) und agira (fire), 
80 dass es dem Span, nacl^ebildet wäre, allein es fragt 
rfdi, ob jene Ww. flieht Tieim. A^ «ind, von pefia, das 



B; Worterbnck. 343 

im Sp. Felsen, in der Germ, aber Brand j beaefclinet nach 
Bw. IL p. 150. S. das Fol^. 

Pantn Vulc, o panfn Rüd«, pani Lud.,Sz., panyVTldh., 
pan'i, panio (aqua) Alter nr. 98*9 baropan* (mare) 
nr. 99. und daraus Urellm. Pani Wasser, Meer Rtw., 
Vand, Hav, Soe Dph. panin, paning' (panjl), 
panjfeskro, auch mit blossem g oder j hinter n, panja. 
Panjinjeri Stiefel [wohl Wasserstiefel] ' s. I. 233. Zipp. 
— Pani f., pani f. (A^ua) == Hind. ^1^ pani (Sskr. 

päniya) m. Water; lustre; sperm; paniscara f. Water - 
melon. Sandia Bw. , bi panio so wasserlos L. 11, S4. — 
Pani m. das Wasser, Dem. panori m. Wässerchen (wo- 
diczka), Adj. päneskero Pchm. Paninfeskero temm 
(England), Adj. panjiskSro; Acc. panines mekaf 
tele (Wasser lassen) wässern, von panin Wasser, Bach, 
Fluss, pänin Meer; chorpanin II. 165. Bisch. Panin 
(aquam) LG., aber „Pani m., besser [?] vorn mit b, 
Wasser, banielo wässerig [pangeli mool wässerichter 
Wein Zipp.)'^, sowie „Ple trinke, Pract. pijom (auch 
vom Tabackrauchen) ^^ GrafT. Ms. — Syr. Z. banih (ba- 
ny Quell), Liefl. Z. banih Wasser, s. noch Ion; Syr. 
Zig. ferner bany daüary Fluss; pany ikshälary [et- 
wa als: Wasserrinne; doch nicht darin der sog*. Gen.?] 
Thal; g'uldipany See [d. h. wohl Lacus, im Gegens. zu 
d^ngiszü IL 318.] s. IL 133. — Tato panj s. IL t83. 
Morast, Pfütze Grellm. S. S23. 1.; aber tattopani (Eau- 
de-vie) Kog-., v. Heister S. 146. — Pini Ous.; Ttirk. 
Z. pag-nee [vgL IL 107.], Eng*L paunee bei Marsd., 
pani (p. 535. pani bei EngL, Ung. und Span. Z.) Harr., 
panee (Water) Irr. Panee (Water, auch Tears; drink). 
Bauro panee (Rieh, vorn mit ou st. an) A wave, the 
ocean, sea Bry., wie Boro pani Ocean, river, Hind. 
_jLjf^ I . gewiss quadrip.] Great water Harr. Ausserdem 

bei Bry. pashoo, pannee or pawnee (A brook), das 
viell. ungetrennt: „Hegendes [st. stehendes?] W.", d. h. 
stagnmn, bei Rieh, pownee (Brook, drink, water, tears). 
Jaromal eo panee A bath, water to bathe Bry. a. 1. 
«89. 345. IL 317. v^L Bisch, dschaf ano panin (ins 
Wasser gehen) baden; Zipp. andre panin im W«, au- 
nadawwa panig in dem W.; schtih andro {>aaln|^. 
Bedeutet javomal etwa: Ich geh, o Kamerad, und ist eo 
eine Präp. oder Art., oder gar Walis. awon (Fluss)? — 
Das von Dief. hleher gestellte panaigascha (moachair) 
bteate Inzwisdieii Meh iteL panno einscUiesseB« 



344 m. WorterbiMii. 

fPiAo E!9 Rtw., jeko II. 48.9 paho (glacies) Alter nr. 86«, 
wo es richtig* mit Ngr. nayog vgl. wird. Pago mit g 
hat Bisch, als Van; ZIpp., indem er jeko als unhek», 
phag'go bei Kr. = g>ebrochen bezeichnet, dennoch, aus- 
ser paho, o paggo, pahgg'O, nicht minder: phag*- 
g-o, 6. phaggoskero. Eis, pächlin Reif I. 361., 
peerela oder perla (fällt), peijas (ist gef.), I päch- 
lin, linjakro, linja = Bisch, pachni Thau. V^l. 
xaxvfi gefrorner Thau, Reif. — Te pachoiiel man Es 
friert mich Pchm. , vgl. naxv6(o durchschaudem. 

-j^Pahunü m. der Bart, Dem. pahuniczkos Bärtchen Pchm. 
Bachuno m», Acc. nes, PL ne Graff. Ms., pachuni 
Bisch., pahuni ausgestrichen, und paghdnis (s hin- 
ten wieder getilgt), guniskero, pagunja, auch pha- 
g'dnis (h erst drüber geschrieben) Kinn Zipp. — Gr. nw- 
ywv Bart; Rom. nfjyovvi Kinn, DC. nvyovvtj, ntjyovvri Men- 
tum, barba. 

'l' Pachtskiräu u. s. w. s. I. 439. nr. 12. 

Pakt Strafe, pakaf strafen, züchtigen, bIpakSdo unge- 
straft. Deaf paki bestrafen [Str. geben; etwa: Jeman- 
dem zuertheilen, oder pass.: poenas dare?]. Pahkiaske 
(für meine Strafe) u. abbtissen; mit s, obschon wahrsch. 
Fem. Bisch. — P. y. Bohlen erklärte es aus Sskr. pätaka 
Sin, crime; Dief. aus Sskr. parkat'a n. Regret, anxletj, 
Hind. puckna Hadley [bei Shakesp. finde ich nur pachhtiina 
von Sskr. tdpa: Heat: eig*. Nachbusse], oder zieht es, sich 
wohl der Mulct entsinnend, zum Folg. 

Pequinar v. a. To paj. Pagär. Hind. pukrana Bw., worun- 
ter nur pakränä r. a. To cause to be caught, seized or 

laid hold of ; to deliver over, to give in Charge, dem Caus. 
Yon pakar'nä To catch etc. verstanden sein kann. Dief. 
lässt, indem er Sp. pagär ausschliesst, für Comp.: po- 
quinar s. I. 451. die Möglichkeit offen. S. u. pokolno. 
Poquineles anodaig L. 12, 59., poquinela {ylyveaS^ai) 
imoSopia 14, 12. 14. — Wahrsch. verschieden: 

Pocinav Ich zahle, pocinlben die Bezahlung Pchm. Viell. 
aus Böhm, platce Bezahler, Poln. placic' zahlen, mit Aus- ' 
fall von l s. I. 89.; schwerlich zu placare (?) 1. q. pacare 
(solvere) DC. 

PloBarar v. a. Pagar, R. nAanrnnib Bw., Luc. 7, 42., aber 
platisarar 23, 2. — Pleifserpen Lohn, Bezahlung von 
tepleisferaf bezahlen s. I. 391. 438. Dief. sucht darin 
die Sskr. Präp. prati, wie wir In parikerav I. 438. 

^Pohoino friedsam ZIpp. HIs pokkone f-o?] Er schwieg- 



& WorterbiMi* 345 

still L& ,,Bok5iio, I, PL -e Hiebt wpteAeäi^ still. 
. Atschei bokone Bleibt atiUI<« Graft Ms. ELL «KL DL 49. 
151. De man pokoino Lass mich anfirieden, von Poln. 
koic^ a.s.w* Poqvinar möchte ich demnacb als „(dicGUii- 
blg'er) befiriedig-en , zufriedenstellen ^^ fassen , sowie ja die 
yiell. wurzelhaft yerwandten MLat. padficare, pacare, wo- 
ber Frz, pajer u. s. w., auf derselben Vorstellung' ruhen. 

^Pekav Ich backe 9 pekö gebacken, peklben der Braten, 
pekibnask^ri. f. Bratröhre Pchm. Peckeben Braten 
Btw. Pekyl [3.Sg.?]HitzeSz. Bekina siebacken, beko 
Gebackenes, pekko mas Braten, pekkamaskri Tiegel 
Bisch. — - Backen, braten: Te pekkaf; pekk tu, a. B. 
maro; me kammara e mafs te pekinn Ich will das 
Fleisch braten [eig. ut assent!]. maaro hi schon 
pekko [was merkwürdiger Weise ßixo^ ins Gedächtnisa 
ruft]. Das Brot ist schon gebackt. Zipp. S. I. 400. Vgl. 
Sskr. pakta von patsch, oder auch, so dass kk viell« nicht 
kt, sondern kv gleich gilt, Hind. L^ (Sstr. pakva) Adj. 

Ripe, boiled, dressed (opposite to raw), cooked, baked 
(as bricks) und selbst mit k (und nicht Palat.) im Verbum: 
UbC^ patänä Y. a. To ripen, to dress victuals, to cook, 

als Caos. von U5Cj paknä v. n. To be dressed or cooken 

cet, Pers. ^^yC^. Hieher gehört auch R. ninb Ofen, 
allein ich zweifle, ob darum auch bov. 

Pufaf kappen Bisch. Gewiss nicht zu palabear. 

Pqfer Rtw«, paiSr Scheide,* paier Gr&nze Bisch. — Kaum 
doch zu pajes (aear) Bw. II. p. *ia. o. s. w. , mithin J 
» seh s. I. 895--*6. nr. 8. 9.? 

PatsoUkeraf s. IL 488« nr. 11. FOr patschkero, oder 
-ris Windeln Kr. giebt Zipp., jene Hlr nichts erklärend: 
perne. An panschoraf [s. b] denkt Dief. Sskr. pi^a 
bedeutet A fetter cet. — Etwa zuPoln. plesTif, plott u*8.w. 
flechten, oder vorn mit Unterdrüdoing eines r und mit tsch 
wegen des dem Zischen nahe kommenden ti vom Folg.? 

Prati f. der Gürtel Pchm. — Pahrda, Schnur, parte Li- 
nie, bahr da Band (versch. von peda Binde) Bisch. 
Parta f. Ribbon. Cinta Bw. ~ Etwa Hind. L^y barhä 

(Sskr. waratra) m. Arope, a thong, oder, ¥ro ni(£t Borte, 
Ung. parta (Corolla linea vel serico lanaqne texta), parta 
öv [öv heisst Cingulum, zona] breiter Gürtel, Wehrgehing? 

Parta j Diebesspr. Flader (Brand) WIdh. Die Bed. Feuers- 
brunst und KoUe sind von Bisch, entnommen aus Sz. I. 
ta&, doch Kohle llmm irrthttmlick durch Verirm fai eine 



346 m. Worterbadi. 

nredite Reibe. Vgl. pardj f. Tioder. Tösca Bw. — Zu 
HfaiS. LS^ bamä r.ii.Toburn, aacb balnä [Sskr. g^wal?]? 

— Panna Kohlfeuer Bisch, halte ich fQr die Niederd. Form 
Yon Pfanne (patena), und pand^Ia II. 40. als daraas um 
n bereichert. 

^Pafav Ich glaube; te pat'al au gl. S. 76. Pchm. Bipa- 
tseno Aberglaube [eher: ungläubig] Rtw.; abergläubisch: 
Butir pazaela Er glaubt mehr u. s. w. s. I. 398. Me 
adava na pazzava Ich glaube das nicht. Me nina Ich 
auch nicht [die Neg. hinter nina fehlt, yiell. des ähnlichen 
Lautes halber]« Te pazzaf borgen (vgl. Lat. credere), 
pazejum, pazz tu! Ssapennö dela? Regnet es? 
Na pandavaya [s. I. 453. aus dem Part* pat'andilo 
Pchm. oder mit dav?] Ich glaube es nicht Zipp., womit 
allenfalls zu Tgl.: Akeake pennawämi So meine ich's 

Ieig. doch ich sage s. pcbenay), me patschawalis 
ch glaube es. Me na patschäwa tute nit Ich traue 
' dir nicht« Patschaf borgen; mit awri: ausleihen, Perf. 
a gollis patschjum lohwes. Patschepenn Ver- 
trauen, Zutrauen, mit a vor p: Verdacht. Gerraf pa- 
tsch epennes (protocolliren) ist dodi wohl versch. yon 
pdtschipinn [mitu] Verhör, Frage Bisch. ^ auch schwer- 
lich: Conyolute machen, ypn patscheraf, — Dief.'s Mei- 
nung. — Batsch glaube Gralf. S. 46. e=s pazz tu! 
(pl. pazzen turne) Zipp. = pat'a Pchm. S. 88. Me 
bunte batschaba Ich muss glauben Graff. S. 44«; me 
fsasti pazaya tot Ich kann dir gl. Zipp. Patschene- 
ies nit Ihr gl. es nicht LG., patscheenes sie meinten 
L. IL 43. — Pachabelar (sos na pachibelan anu^ 
&£Tg L. 1, 17.), panchabar y. a. To belieye. Cre^r Bw. 
glauben, ehren und achten nach Dief., obschon es Bw. yon 
pachibar trenne. Dess zum Beweise fohrt Dief. an L. 14, 
* 10.; Sixrog 4, S4.: Aromali os penelo, que nccaute Pro- 
pheta sinela pachibelado andre desquero chim, wofür bei 
Fr.: Me pennawa tumenge: Kek turkepaskro hi anni leskre 
[p.?] dädeskritem angenehm. Vertrauen 11, 92. Karou' 
axvviad'ai (mit -se) yerm. als nicht ganz genaue Ueber- 
setzung 13, 17. und schwerlich zu pajabar fühlen. — 
Bw.'s Vgl. mit Sskr. pikg" ist nicht stichhaltig. Es ist yielm. 
die Umformung yon Ssfar. prati+i (confidere), Prakr. pat- 
iiiasi cet. Delius, ling. Pracr. p. 30., Hind. üUü patzyä- 

nä (Sskr. pratjayana) y. a. To confide in, to trust, to be- 
lieye, to depend on. Shakesp. p. 169., Lx^t (Sskr. a and 

fraijiagfa Trost, Crfth, beUef , ooaidence. Aoch Farne, 



B. Wörterbatik 347 

tie\ebrlij s. Westerg. Radd. p. 98.) a^paü^ä AdJ. Faltk- 
less, treadierous 9 apatyärä Id. p. 9*9 vgk p. 109. pa- 
tiyärä m. Trust, oonfidenoe, belief, dependeace. 

l pattuv, G. pattuvakro Ebre. Tschivas ada bar 
patuf tebele Lasstuns die grosse Conpliiuente bei Seite 
sctsen. Me vava toke sbaare baare patnraba 
a gl all leb werde Eucb dafür yerbanden [mit aller grossen 
Ehre entgegen] sein. Joy man patnvaha mangjaa 
Er bat mich höflich gebeten. Tu hal bare patuvakro 
Ihr seid gar an böflidi. Blpatuvakro nnböfliGb, aber 
bipazzepaskro angläubig. Pathawalo, patturSlo, 
patowallo, auch patuvakro geehrt. Devlal I 
patuY mre devliste. Gott! Gott sei gelobt Zlpp. — 
Pattib Ehre, deaf p. loben, patt^walo ehrerbietig 
Bisch«, pativälo ehrlich, getrcuPchm., pachibalo Ho- 
nest, honourable. Honrado, pachibar v. a. To honour. 

Honrar. R. noHHinämb Ew., welcher Vgl., sdion wegen 
der Comp, des R. Worts, grosse Bedenken erleidet. IMef. 
erinnert mich an Arm. patiw, und sieht als dessen etwaige 
Wurzel pA, und mithin die S. Sylbe als SulT. an. HInd. 
K^iKA pat (Sskr* pada) f. Good name, honour, character; 

a-pat Discredit, disgrace leitet allenfalls auf Sskr. padawl 
in der Bedeutung Station, Situation, degree, rank. Sonst 
wäre ich auch um der Verstümmelung der Sskr. W. stn 
[mit upa?] Delins p. 85. im Prakr. willen nicht abgeneigt, 
auf ein Deriv. davon, wie prastilwa (Shakesp. p. 179. Hlnd. 
prastab Mention, occasion, opportunitj), das auch u. A« 
Occasionai or Introductorj eulogium bedeutet , zu rathen, da 
prastuta Praised, panegjrised, stawa Eulogium, praise. 
Pratha (fame) und parthawa (greatness , immensity) kommen 
wohl gar nicmt in Betracht. 

Pacht f. Modesty, honour, virginitj. Verguenza, viijinidid. 
Sskr. püg'a; naQ&evla L. 2, 36. hat viell., in Nadibildung 
von lächa, v aufgegeben, das aber noch in pachuno 
Modest, bashful. Vergonzöso Bw. stecken mag« Vlell. ist 
es dennoch vom Vor. verschieden. 

Patradi f. Feiertag Pchm. Paterzsi Ostern, patersiatte 
Beicht [venu. Dat.] Rtw. Patscherdi Beichte, i dew- 
leskSri patschlSrdi [Acc. -des, als wäre es m.] Abend- 
mahl. Patscherdi Ostern, patscberjäkiSro diwes 
Pfingsten, aber mit tsch st di und vorn t, wo an den an- 
deren Stellen tsch: pattertsohingSro diwes Weih- 
nachten Bisch. — Verm. doch auch, etwa mit Umstellung 
von r und ttberflüsBigem n: parcbandi f., pacbandri 



S48 IJB. WörtefbacL 

{Tke fetfttval of eatter. Pascoa), aber auch palckan- 
dra f. Cariival. Carnestoleiidaa Bw« — Ist daria Walaeh* 

3U (Ta^) oder ela fem. Parttdplij-Suff« la saohen? and 
Bwar ab Ekren [d. L Feat^]-, Glaabeas [s. pat'ay]- ader 
Paternoster -Tag? ~ S. noch II. 858. 

j-Arldvo m. ein Strampf. Dem« patavöro; patavenff^ro, 
I Strumpfvrirfcer , fa Pclmi., patt^wi Socke [woM PL] 
Bladi. — Ana Pera. a^jL pä - täba m. A sodc Shakesp, , 

h. e« pedl obrolntnm. Taeniae pedales tibialesqne Gast I. 
M.9 fol^ick nnr In Betreff des 1« Gliedes rerw'andt mit 
flsfar. pAdd f. A skoe, kingeg^en rücksicktHck des 8. verm. 
mit szirrtanwil Mtttae Seetz., vgl. IL 881., nämlich 
^fXfJi:^ Contorquere, conrertere, ut duabus volis funem, 

OMi aliud quid\ et Avertere fadem ^ caput. \g\. Ska- 
k^sp.: P« ^U'^ (yM Head and vl^ part act. of ^^y3lj To 

tarn) f. Disobedience, rebelDon. 

^Pamdschwihe Strümpfe, sg. i pantsckocka, okakro 
Zipp. = Poln. porfczocka, Bökm. panczocha« — Zlpp, e 
heering^ria, anck ckoleva Strumpfe s. IL 169 t 

^BtOuma f. die Ferse Pckm. — Ngr. naxoSva t. Fasssokle, 
aaek D.C« najovfia fplanta p.) Yon ndxog (pulvis qni pedi- 
b«0 terltnr) , allein dock irokl zu naTtiv* Bokm« pata Ferse 
am F., Poln. pigta n. s« w. Dobr. Inst. p. 8tL, deren 
rklnistiscker Voc, nebst Oss. fand-ag* (Weg), vortreffllck 
stimmen 2tt dem gleichfalls n aufnekmenden Sdtr. patkln 
(rla) Bopp. Gr. er. r. 882. Bt. F. 1.841. Hd. pantk nuAroad. 

'^Petalos m. Hufelsen, petalonde sie sckmiedeten an Pchm. 
a74. petallo, PL petalljia (a. e. a. 0. petalli) 
Hafeisen Zipp. P^ttälingro Hnfschmled, aber S. 81. 
pettalangro Sokmied, wofür nack den Corr. bei Bisck. , 
vielL weil er Zasammenkang mit Lat. pedes matkmasste, 
pedalangro gelesen werden soll, dem Welsck pedol f. 
(Wkat is ander a food; a pedalf a skoe of a horse or otker 
animal) Owen günstig schiene. Allein ricktig beziekt Bw. 
petali f., pL petallas Horse -Shoe. Herradora aaf das 
gieichbedeqtende Ngr. niiakov, dessen arsyrünglicher Sinn 
aber onzweifelhaft Lat. lamina ist 

""PairifC (folia; eher Sg.) Alter ar. i3a.< pattrin Blatt, 
pattria Lanb Rtw. » pattria Blätter Büd. L 68. — 
Bei Pred. : p a t r i a (fogUa) , p a t r I n (pnstola) ; letzteres 
wahrsck, falsch daroh Verwedisehing von Blatter mit Blät- 
ter. ^ PattSrja Grün im Kartenspiel a. Trumpf Bisch., 
aker blehtra Lauk, bUtra ang^ick Blatt, obsdK>n ge- 



B. WorMbaek' 349 

wlss ans dessen PL — I patrinn, -Dja, 6. patrinja- 
kro Zipp. si. des ausgestrichenen paterrin, -nja Er.; 
Liefl. Z. paitre, Pchm. pajtrin f. das Blatt, Dem. paj- 
trinöri f. — Hieher patarini (the rlne) Brj. wegen der 
reidien Belaubung, oder, was nicht recht glaoblich, za 
piav? — Harr. Brauch (bough; vgl. bai H. 276«) pn- 
tin, petin; — of a tree Petin ruk, Hind. rükha-pSt'; 
womit allenfalls, nur in umgedrehter Stellung, oropatiaf* 
U. 41« ttbereinkommen möchtcf« Paröji f. Leaf klingt 
thcils an Span, hoja, theils an unser W. und Sskr. pam^a 
an; s. noch oruji U« 72* — Hind. c>o pat m., ^yü 

pata m« , oL pät m. , yo patter m. (Sskr. patra) A leaf; 

\ji^pattä m. A leaf, a trinket. Laj [o quadrip.] m* A 

foil , a wooden sc^mitar for cudgelling with. — Daher rührt 
auch nijgog in dem Periplns, worunter zufolge v. Bohlen, 
Ind. Handel S. 66. Betel verstanden werden müsste, welches 
Wort (Port, betle, betcr Nemn. Cath. p. 9S7.) in der That cig. 
nichts als: Blatt zu bezeichnen scheint, so gut wie Hind« 

^l^ pän (Sskr. parn'a) nu Betel leaf (leaves of Piper be- 

tel). MaXaßa&QoVf seit Salmasius (so auch Wolfs Lit 
Anal. IV. S.333.) häufig für Betel gehalten, ist dies übri- 
gens zufolge Lassen, Or. Ztschr. II. 37., s. auch mich V. 
72., nicht, sondern = Sskr. tamilapatra. Dessen erste 
Sjlbe nämlich misskannten die Griechen als ihren Artikel 
tb (jt^a^.); ein Irrthnm, der im Arab. bei Fremdwörtern 
auch oft vorkommt s. Michaelis, Arab. Gramm. 1781. S.217 
— 218.; und demzufolge hatte v. Bohlen, Indien II. S. 173« 
Unrecht, dafür ein unvorhandenes Malaya- patra (Blatt von 
Malabar) aufzustellen. In Wahrheit gemeint ist sonach aber 

das, was im Hind. heisst: oL ^a^ tej-pät (Sskr. twakpa- 

tra) m. The name of an aromatick leaf Shakesp. p. 254«, 
und nach Dems. p. 254. Pers. ob i^ tez-pät (gis. vom 

Pers. jaj Sharp, pungent) als Corruption daraus, The leaf 

of Laurus cassia, welches Blatt im Sskr« auch tapasa n. 
heisst. Bei Shakesp. p. 220. ^ taj (Sskr. twacha) f. 

The bay tree or its bark (L. cassia). Vgl. noch Nobbe, 
Progr. 1844. Emendd. Ptol. p. 20. — Warako dara- 
stik Blatt Seeta. Wohl Ar. ^^^ mit einem Deriv. aus d&r 
Baum. 

*,jJls patrias e charaa to nmiva L. 8, 5, Sskr. patrln» 
patatrin m.^^ Dief. 

Padraa (SUirs) Harn Vgl. Sskr. pada, «ad IL 105. 



SM m. WorterbMh. 



Basfcet Irv. — Hliid. ^nU^ [o quadrip.] pit'äri 

(Sskr. pit'aka) f. A sraall basket, a port-maitteaa; aber 
pit'är'ä (Sskr. pit^A) m. A ]arg*c b., a portm. 

*Pe'ri f. der Topf, Dem. pfröri f., pirang'ero der Töpfer 
Pchm. Jeek plirin parrdo scbutt Ein Gefäss voll Es- 
nlg L6. Pirin f., Acc. und PI. piria Gralf. Ms., piri 
Riw.j pihri Topf, pebrjende D. PI, pihrieng'dro 

' ^atscbo Töpfer, plrin Botticb Bisch. I piri, riakro, 
pirja Topf, o pyriakro, pl. pyring-ere Töpfer Zipp. 
— Peri, pifi f. Earthen pot. 011a, was Bw., g'laube ich, 
mit Recht aus Sskr. pit'hari A pot, a pan erklärt, indem 
die cerebrale Mata vor dem gleichfalls cerebr. r leicht un- 
tergehen konnte. Vgl. den etwaigen Ausstoss von t II. 832. 

'j^Papusm^ Pchm., o .papo, G. paposkro [auch papeske- 
ro], pape Zipp«, bäröpäpo [das Adj. nach dem D.:] 
Gross vater. Aus n&nnog. — Pappus or paupus Bry« 
Bispapard m. (Grand&ither. Abuelo) vlell. mit de min. 
Endung und einem Zusätze, wie im Frz. bis-ayeul (Ael- 
tervater). Als Fem. paparuni und gekürzt paruni 
(Abuela). — Schwerlich Hind. v^L Father, Sskr. papu 

(Fosterer), wenn auch damit etwa verwandt. 

\Papin Lud., papi, papin' (anser) Alter nr. 162. Pa- 
pin Sz., papin Dph., pappin Rtw., papim Wldh. 
I papin (pappen), papinjakro, papinja Zipp», pa- 
bule Liefl. Z. (dagegen wusheh, Ar. «^^ »j^, Seetz.), 

papin f. Gans, Dem. papinöri, Adj. papinäkero 
Pchm. Papijengro Gänsehirt u. Hirt von papin Bisch., 
babing, bappni v. Grolm., bapin f., Acc. bapla 
Graff. Ms. und S. 39. vgl. ob. II. 89. Das c in capin 
(Oie) Kog. ist verm. Druckf. Papp in (a goose) Bry. , 
allein Harr. p. 545. papin, pepin (a duck). Vgl. DC. 
und Rom. namoi, (anas), aber Ital. papera, papero junge 
Gans oder auch Gans überhaupt. 
Papinöri der Affe und das Gänschen nennt Pchm. S. 51. ein 
seinem Kalo unbek. W. , und auch Zipp. verwirft es, In- 
dem er das D. o affa an dessen Stelle setzt. Papinoci 
(singe) Kog. ist nichts als das um einen Druckf. bereicherte 
papinöri (Affe; nicht: Gänschen) Grellm. S. 226. 1. 
^1. 2. ; dieses aber möchte ich nicht mit Grellm. auf Hind. 
yU bänar or vänar, .JüU handar (Sskr. vanara, auch 

yandara An ape) m. A monkey beziehen, sondern, im Fall 
,es wirklich Affe bedeutet, auf Lat. papiones, DC. babe- 
wynus, Pavian u. s. w. Nemn. Cath. p. 1300. als dessen 
De». S. noch 1. 77. iL 133. 



a WSrferbMk^ 851 

Papajdjf f. Parable. Paribola Bw. — Dief* meint: Aehnlicb- 
keit könne 9 wie keim Papagei, ao beim Vor., auf Nadiah- 
mung* zurüdrg^ftibrt werden. 

-j^Päpieris (papyrus) Vulc. Papir! Paper« Papcfl Bw. II. 

150. ^81. Vgl. Papp er t [etwa von Pappe?] L 36. v. 

Grolm. 
fPapros m. Pcbm., pepperi, peppereskero, perjia 

Zipp.y pepperi Rtw., pilpel (Pfeffer) v. Grolm«, deren 

das letzte der Pers. Form J^Jb pilpil m. (Sskr. pippali) 

entspricht, während dieersteren, welche arsprüng-lich eben- 
falls Indien entstammen , aog-enscheiniich erst auf Europäi- 
schem Boden von den Zig*. aufg>enommen wurden. S. bei 
Dief. Berl. Jhb. S.383. aus Bw. peperes, pespurö Pep- 
per. Pimi^nto m., pispiri f. Pimfenta, pfspindi [g-ls. mit 
Partie. - Endung*] f. Pepper - plant. Pimiento. S. noch meine 
Comm. Lith. II. 55. Nemn. Cath. p. 987. 
-j^-Batär Seetz., aus Pers. .^^ aber Liefl. Zig*, kes (Käse)^ 

wie im Esthn. S. noch II. 257. 

Pendech Nuss Sz. S. 138. Polen da m. Pchm. [schwerlich 
zu ßdXavog] mit, des a wegen auffällig-em Geschlechte; auch 
liesse 1 sich als irrig beargwöhnen wegen pehenda [die 
Aspir. etwa transp.?] bei Grellm. S. 824. 1. aus Rtw* — 
I pennach [nnst. nd?] f., chakro, pennacha Nuss. s. L 

100.Zipp. — Pendiriach, ohne r S.Sl.Bisch., etwamitAlb« 
Xiixh Böhm, orzech u. s. w. Nuss. — Ar. ^ JOi funduq or /?«- 

duq f. The filbert nut Shalesp. Nux aveUana Cast. L 4tt. 
Wahrsch. entstanden aus Nux pontica Plin. S. Nemn. 
Cath. I. 1250. , wo aber Arm. Ttirk. frandik ftlscblicb r 
hat, etwa durch Verlesung von ^ als ^ 

^Pana: (5) Pchm. Hind. ^adj panch s. I. 216. 

^Päf (foot), aber, etwa zu arav: paw (To come) Ous., 
pawuss, patüss Dickbein; pawiiss, pawiss Seetz.^ 

beidenLiefl.Z. pearo oder paurissl.78. Hind*^^ päi^w 

(Sskr. päda, Pers. L) m. Leg, foot Im Pers. ist «^ 

Crus, et sura, tibia. 

* Peroy per OS Foot (feet) Harr. , der richtig Hd. ^ pair nu 

The foot vgl. Peroe Brj., Rieh. Foot; allein peree Irr. 
nicht bloss dies, sondern auch heel, letzteres verm. der 
beigefügten Erklärung durch Hd. eree IL 162. zu Liebe« 
Piro Rtw., piro, pro Grellm. S. 292. 2., pre, pro m. 
dessen PI. zufolge S. 21. e hat Pchm., piro'm. Fuss GraflT. 
S. 37. mit Decl., biere Ffiaae L. L 79. Fr. O pire. 



S52 IIL Warterbuob. 

pjro (audi i herul), pjreskerO', pire Foss, Pf ro 
pri pyro oder PI. pyre pri pyrc, auch pyrc pyrcs- 
ke Fnss vor [im letzten Beisp* eig*. für] Fass, vg^l. Pers. 
^^O^^Adv. Saccessiyely. Piringeri sähle Fuss- 

soUe Zipp.) dem pro mibek» — Pihro Fass, Klaue, 
g>raieskSro pihro Huf; hi apo pihro [er ist auf dem 
Fusse] u« Schub; pirae [wohl PI] Pfote, und pir, wie 
Dief. recht yerm. , als Var. unter Fluss st. Fuss Bisch. , aus 
pir' Alter nr. 40., piero (pes) Lud. — PI., nicht Du. 
dui pire Rtid. I. 66. = di punre 2 Fttsse Sz. I. 134. 
— Prin^elo barfuss Bisch, s. II. 322. — P erring! 
[wohl PI. ohne r] Schuh Liefl.Z., pahschper^ngre [gewiss: 
Halbfüsslinge] Pantoffeln Bisch. Pirom«, pinro, pin- 
dro m. Foot. Pi<$, PI. pinres (Bw, II. 150.); pinre- 
can The left foot, — bustaro The right f. Bw.; pin- 
dre m. L. Fuss, sinar en p. stehen L., sinchitarse 
en pindr^ sich hinstellen. Enpirre pl. Peones Bw. — 
P a t u p i r e Staircase. Escalera. Sskr. pada (a foot) Bw. g-e- 
hört nicht unwahrscheinlicher Weise hieher, s. ob. päd ras 
und später pchiray. So steht pastimache f. rootstep. 
Pisiia Bw. äusserst nahe dem sehr onomatop* klingenden 
pachimachi f. (Foot and leg*. Päta), welchem auch Span, 
pata ähnelt. 
'^JKszo Adj., zu Fuss, Pchm. s. 1. 307. 

Pireskro Häscher Rtw., pireskSro Bedell, pireskro Büt- 
tel mit der Var« pireskroi», worin n falsch, st. pir es er ou 
Büttel in der Stadt, Stadtkneeht, in der Diebesspr. kielte, 
schoter, schuster Wldh. Preskero m. Thorwäcbtw, aber 
podeskero Büttel Pchm. — Für etwaige Abstammung* aus 
piro (Fuss) zeugt wenigstens nicht: Pedell. Poriskro 
Gerichtsschreiber Bisch, von pdr ist ganz verschieden. 

Paresquero fjyBfiwv L. will Dief« auf foros, wie qneres- 
, quero s. L 142. Haushalter auf quer Haus zurückleiten. 
S. jedoch porescarö I. 148. Gobernaddr de ciudad, nach 
Bw. nicht etwa Adj, von puri (Town), sondern, was sehr 
fraglich , Comp, mit kara (lord). Auch der Spitzname p ^ s- 
saperr^ngre u. besso erklärt nichts. 

'j^Prciosquero m. Herald, common crier (auch puccanö) s. 

I. 148. — Der Anklang* an Ung. poroszlo (Lictör, appa- 

ritor, praeco) gewiss zufällig« 
Puschiairo Wädh ter, Bettel vogt, ron puscht Spiess, u 

puhscht Lanze Bisch. Aprj bust am Bratspiesse Zipp. 

Gespr. 5* 
IHtq frei, pirojum [elg. wohl Perf. nach IL: kh.Ua frei 



B. Wörterbodw* t5S 

l^eworden] Freiheit Rtw. Piro frei, ofen; pIro plkC-> 
penn AucUon. Gerraf piro-les^ [gich, eig*. Ihn, frei 
machen] u. ausrelssen Bisdi. — Tawo[a?] tarnen pIro Ich 
gebe euch frei; pirodejas er gib frei; pirumniiiiela 
Er lässt frei; piero Icarrdo i wastester erlöset ans 
der Hand L. L 74. Fr. — ZIpp. hat: Frei S. los — wol- 
no (Poln. wolny frei von wola Wille), und zu Grelln,, 
glg. als lehne er pIro (frei) Grellm« S. 996. 2. ah: „o 
pyro helsst der Fnss^^; aber umgekehrt: Los (mit Ver- 
weisung auf: frei): pero pIro [mangelt aus Unachtsam- 
keit ein Komma dazwischen, oder soll es: „auf freiem Fus- 
se^^ besagen?]. Pihruv les aprl Bind ihn los; pan- 
dee les [die nicht angegebne Bed. wahrsch. umgekehrt]. 
Me pirevava Ich löse; piredjum, jol piredde; pl- 
ruY tu; pereddo hl Er ist losgebunden s. I. 447. Pir- 
ronit (ouvrir) Kog. — Graff. Ms.: „pre auf, hinauf, of- 
fen Adv. pre ab auf, gegen (gen)^' I. 292. könnten auf 
Zusammenhang mit dieser Präp. rathen lassen. Lat. aperlre 
zeigt wahrsch. nur eine zufällige Aehnlichkelt , wogegen 
mit dem D. frei, Goth. freis u. s. w. — vgl. auch Bfiytg 
nach Hesych. von ßqfyay frei Or. Ztschr. IV. 301. — ein 
tieferer Stammbezug nicht unmöglich scheint. 

*PirdnOj i Geliebter, te Pchm. Verm. aus Sskr. pri mit 
dem Suff. Part. Pass. Bopp. Gr. er. r. 598. . Vgl. die ähn- 
liche Bildung Yon lubnl aus Sskr. hibh. — BIrlo, I 
Bräutigam und Braut Graff. Ms. unstreitig doch auch hie«* 
her, und nicht Hind. tJo banrä m. A bride-groom, btmrJ 

f. A bride. — pirenno, G. pyreneskero, Bräuti- 
gam, 1 pirini, G. pyrinjakro Braut. pirepenndie 
Brautschaft I. 137., und hiezu, oder zu parepen (Tausch- 
handel) — gis. als Austausch — parplepen 131.? Vgl. 
II. 87. Pyrevaya Ich bin verliebt; pyredjum; pyruv 
tu. Pyrado verliebt. Ada rakll pyrevela man Die- 
se Jungfer liebt mich. Ich weiss nicht, ob dies Verbam 
zu II. oder IV. gehört. Hind. ^Lu pyär or piyär (Sskr. 

priti) m. Love , affection gieht gewisserm. ein Verbum nach 
III.: lüX ^Lo To fondle, s. auch Lebedeff: plear-corke 

(to love) p. 20. 30. — Part, praes. act«: PIrando m. 
Amante, hombre libidondso Bw. mit dem Irrigen VergL von 
Sskr. pdradiürlka. Pirandes /uoi/o/ vom Sg. -o; pirar 
^oiXivuv L. — Ob auch 

Pirabar v. r* a. To copulate, to heat. CopuUr, calentar. 
Mod. Gr. nvQmio. Sskr. pallawa (Love) Bw., oder zu 
parta Brand? 

n. 23 



S54 Iir. Worterbudi. 

* 

^Per Imp. MIe Graff. Ms.^ perela er fällt S. 4fi., pefa- 
ben S. 50. Pejas app' Icskre [p.?] tschamja (PK 

'II; 192.) dele Er fiel nieder aaf sein Angesicht LG. — 
Als unregelmässfg' bei Zipp. Fallen: perava, roeha — 
peijam, pene — pcer! [PK prenn fallet! LG.] — 
perando fallend; perello g'efallen; peno. Andri Ohn- 
macht a perrla Er fällt In Ohnmacht Züpp. S. K 384 f. 
390. IKS29. — P^rav ich falle, Perf. p^Tom vom Part 
pelö Pchm., das, wie auch andere Partie, im Zig*., und 
nicht minder im Sskr., z. B. Nal. IV. 25., als Finit-Yer- 
bqm steht — Paddees*I. 289. könnte Fem. oder PK 
sein. — Paijum Falle, g'efallen [eig*. cecidi], 3. paljas 
teil Abfall; pöne apermande Sie fielen über mich her; 
wiprejne ausfallen [wohl: Sie sind herausgefallen, mit 
wrin] Rtw. — Pelo s. verfllessen; mor mui pejas 
ketSne [ist zusammengefallen] u. faltig. Peaf [das r fehlt 
durch Missverstand] apo tschang^nde niederknieen = 
Kipp, apre tschanja te perel auf die Knie zu fallen, 
bei dem auch: „(tschan, tschanga IL 195.) pene te 

' mangle Knieend baten sie. Sie fielen auf die Knie und 
baten.^^ Atren paräf (sinken) dem a zum Trotz doch 
gewiss hieher. Peaf k^t^ne zufallen, d. h. unstreitig, 
nidit: accidere, sondern concidere, doch steht u. wiederfah- 
ren: peaf leske tschomöni [accidere ei aliquid]. Pe- 
jraf tele abfärben — trotz des gleichbedeutenden Böhm, 
obarwiti, zbarwiti — wahrsch. hieher; doch kann Tele 
peraiwa göwa nicht, wie es soll: „Es färbt ab^^ bedeu- 
ten, sondern höchstens: Ich färbe eine Sache ab. — Pe- 
rar v.n. Bw, L. = petrar To falK Caer Bw. IL p.*134. 
Beben petra f. A fall. Caida, so dass In den letzteren ent- 
weder das t aus Sskr. pat, nlntetv, sich erhielt, oder tr 
für d' steht — Vgl. Hindi pad'anä, patita hönd To fall; 
patakana, patana Fall s. und Prakr. pad'ami Delius p. 51. 
mit der von Lassen, Inst p. 204. bemerkten Verwandlung* 
von t zu t' oder d^ Hlnd. bei Shakesp. p. 184. Ü^. [^ 

quadrip.] pamä v. n, To fall, to lie down, repose, encamp, 

drop, to be confined, to bed hj sickness. Im R. näAsnib 
(fallen) mit d. 

*Parra* (ripa) Alter nr. 107. und daraus Grellm. und Kog. — 
Sskr. paran. The further or opposite bank of a river; aber 
awära n. The near b. of a r. Hlnd. pär^wär On both si- 
4es (of a river). .1^ pär Aiv. Oyer, across, on the other 

side, throug'h. 

Pmrevava (tauschen^ tt. s« w.) L 447. Etwa su Bind* ^ 



par (for S. para) Distant, renot«; otkeri atrasge: y«bp^ 

par-des Abroad, Adv. and conj. Over^ above, througk 
[ygi. Lat per], after, at, bj, for, of; bot — Avsserdna 
nach Shakcsp. 2. (for: «pari) prep. on, apon, at. 3. pari 
(Sskn pari) prep. in conipos. About^ around, round about| 
enUrelj. [Siehe parlas] 4* pra (Sfiilnr. pra) prep. in com- 
pos. Forth, for 9 forward; off, abroad, awaj. 

*Perda8 Strang'er, foreig'ner n. s. w. Harr. s. I. 44. ygi. 
Hind. (jmoO^ [Sslnr. parade^a, worin man, was sehr zwei- 
felhaft, die Quelle von: Paradies hat finden wollen] par- 
des ni. Remote or foreig'n coantrj. Adj. In apother conn- 
try, abroad« ^c^**^^, pardesi m. Foreig'ner, stranger. AdJ« 

Foreign. V^l. das Afghan. Indog. Sprachst. S. 5fi. — 
Pergoleto ni. Pilgrim. Peregrino Bw. hat augen- 
scheinlich eine Beziehung* zum Span. W. , dessen erstes Ele- 
ment mit dem in per das tibereinkommt. 

* Perjas Scherz Rtw., Spass Bisch, hat zwar den Anscheift 
einer 3. Sg. Prät., ist aber vielmehr ein Compos. aus asav 
I. 466.: Hind. (j«^!^^ (Sskr. parl-hisa Mirth, sport, pa- 

stime) parihäs m. Jest, joke, jeer, Hindi parihÄsa kamä 
To laugh. — Mit Unterdrückung von r: paias Fun Harr, 
p. 546., fino, paiafs (good sport) Bry. — P^riasfe- 
pen, p^rjasfapen, pariasfupen, -na, Scherz, Spass. 
Gespasst: Perjasfapen hl Das ist Scherz. Periaske- 
rava oder periaskirvava; periaskerena [als Umän- 
derung von kellena] Sie betreiben [doch wohl: Spass ?J. 
E tschave kellena perijas Die Kinder spielen -scher- 
zen. Te parlas kellaf (perjas te kellaf) spassen 
Zipp. — Zu Sskr. has mit einem anderen Präf., nämlich 
pra-has (rldere; Irridere) Westerg. p. 315., nicht zu ^ap 
8. H. 228. gehört: prassaf schimpfen, prasaf lästern, 
prasela dewelas [-es?] Er lästert Gott Bisch. Job 
praasdafs mor depless Er hat Gott gelästert LG. Präs- 
dom und präsjom von prasaba schimpfen Graff. Ms. u, 
S. 14. Vgl. saf awri (verlachen) Bisch., und bei Zipp.: 
Spott — Avr j fsähla [kerrla] man Er lacht [madit] 
mich aus. 

Parlirvava^ Part, -kerdo (3. Prät. PI. -^kerde), parki- 
rando s. I. 438. nr. 10. Biparkirpaskro wanusch 
undankbar Zipp, Unstreitig' mit Unterdrückung des einen 
r: Barkaf danken Bisch.; barke Imp. danke Gralt Ms., 
dem parrac Rh. zu entsprechen scheint. — Dief. erinnert 
an garapatia U. 145m pachibar u. s. w. 

«3 * 



tft6 in. WSrtertiuiA« 

Mt pM^ava Idi sdi^^fe, me perdjmii. Peer tu! perenn 
. tiirae! Siebe pcherdo« 

.Ptiraf seng'en . Bisch. Por (Imp.) seng'e (mit Feuer eine 
, Gans u. s. w.)'Graff« Ms. 

^Ptt [so mit t!] Seetz., per und mag'a [vg^L Mag^en] Liefl. 

- Zi^.; peer Rtw,, perr Bisch., o peer (pheer), pl. ra 
Bauch, perwallo manusch eiu Dickbanch (s. besso) 
Zipp. Per m* der Bauch, Dem* peröro, Adj. pervalo 
bauchig Pchm. Pör (venter) Alter nr* 38., per (ventre) 
Kog", Per Bry., Rieh., pur Irv., päx (Belly). Harr., 
bei dem auch noch perdulc'ho I). 306. — %s\. pet Jeä 

duih denä To starve; pet wäti f. Preg'uant, von sz>^ 

(Sskr. pel^a) pet m. Tbe belly; the womb, pre^nancj; 

Hindi p^t'a, talapet'a Abdomen, womb, beliy. — I haar 
Leib (Mutterleib) LG. erinnert an pari (schwanger) IL 
149. — Dag'eg'en: 

Porr Bisch., i porr, pl. porja (auch porra), G. porla- 

kro (sonst auch pemka nach dem Poln. p^pek, IL nfuHoi) 
Zipp., Liefl. Z. ippor [also mit Art.], aber Syr. Z. na- 
phük Nabel, v^l. Kurd. navek u. s. w. Or« Ztscbr. IIL 
.39. — Pofa Eingeweide Pchm., poria f. (auch pl. -^as) 
Mutterleib; anXay/va L. L 78. s. ob. IL 64., womit Bw. 
Sslo'. puritat An entrail, gut aus pura (body) vgl. Dief. 
erwähnt Hind. p^tt [s* obj, Mahr, poutt (Barriga). Mahr. 
. pdt'a n. (The belly) bei Vaus Kennedy; Hind. pötä Sto- 

nach; auch The eyelid [in diesem letzten Sinne= Sskr. 
^put'a]. Armen« por (Bauch) Klapr. As. Polygl. S. 99«, so 
dass man zweifeln kann, ob unserem W. eig. t' oder r zu- 
stehe. Gewiss ganz yersch. Sl. Gpioxo Dobr. Inst p.ll6., 
Alb. nuQx V. Xyl. S. 30t. 

Po m. Belly. Vientre, pos Belly. Barriga Bw. ; hingeg-en 
poste m. Bosom. Pecho Bw., welches fast wie Ital. busto 
klingt. 

•J*„-Pör«i?A (poitrine) Kog*. — Böhm, prsy, Poln. PI. piersi. 
Schwerlich Sskr. pär^wa m. n. (Latus, eris).^^ Dief. 

•J-Bor Bosom Harr. p. 537., hark Breast, bosom, Pers. ^ 

bar p.537., gäja bark A wonian's breast. — Vgl. brin- 
geree ob. L 148. Bry. — Palobrek der Busen Pchm«, 
etwa eig.: nach [ober] der Brust? 
Poluvree Milt Irv. ; venu, aus reinem Zufall dem Vor. ähnlich, 
f. der Schweif, Dem. poröri Pchm. Pori (queue) 



Kog. Puur (en Rumpe) Dph. Je tikno pori Ein kur- 
ze]^ Schwanz [als wftre es m.] Rüd. L 68. Pori L und 



B. Wörteri>aek ' 867 

manporl f. Tdll. Cola Bw* --^ Pdri, andi puri — a,.i 
phoöriy porriakro, porrija Schwaoa Zipp« — Wedeln 
s. II. 111« Lischkesk^ro pohrin Fuclisschwanz , und 
eben so pahlöskSri pohrin Windwirbel, bei dem man 
seines Krftuselns weg'en an balleng'ero sich mahnen las- 
sen könnte; es ist aber Uebcrsetzun^ von: Sauza'l (-sa- 
gel), wie man zufolge Dlef, in der Wetterau, nach Sdimidt 
aber im Westcrw. Idiot noch kräftiger: Mucken (d. b. 
Sau-)- Arsch für Wirbelwind sagt, wobei die Windungen 
des Schweineschwanzes verm. das Yergleichsdritte abgeben« 
— Schwerlich doch, dem n in p.oone (Schwanz) bei den 
Liefl. Z. zum Trotz, Hind. f^vi^ pünchh f., pünchhlä m. 

A tail. Eher puiffhä m. The buttock, the hip (of an animal). 

^P6r m. Pchm. S. 46«, aber f. S. 23., poor Rtw,, pohr 
Feder Bisch, und daher auch poriskro Gerichtsschrei- 
ber, d. i, eig. A penman. Por (Fjeder) Dph. For (Pen- 
na« Calamus scrlptorius) Yulc. Meg.; por, for' (penna) 
Alter nr. 158. — Epora Federn Sz. L 132. 134. mit Art 
Kaie por schwarze Federn Rüd. 1.68. ist verm. eig. Sg., 
wesshalb Zipp. es in den PI. poora umbessert. pohr 
(poor) -a, phoor, reskero, ra,- allein als fem. auch: 
i porr, riakro, rja, sowie porakero, pora mit ei- 
nem Striche bald über o bald über r, so dass entweder 
das eine oder andere als gedoppelt anzusehen wäre. Poo- 
ringeri tschdri Federmesser Zipp. — Engl. Z. pori, 
Ung. Z. por (feather) Harr. p. 535., por f. (Feather. 

Pluma), z. B. L. 16, 6. Bw. aus Pers. ß par m. A fea- 
ther, a quill, a wing, oder R. nepö, Poln. piöro u. s. w., 
die aus Sskr. patatra, nreQov durch Aufgeben von t ent- 
standen sein mögen. — Pelanbru f. Pen. Pluma Bw. s. 
II. 42. 

•}• Pernitschtngero tscMppen Federbett aus pernitscha 
Kissen, baridir p. Pfühl Bisch. — Tscherendoskrj. 
Bernizza Pfühl Rtw. s. I. 124. II. 222.; vgl. Zipp.: 
Ker mangc i scheranduni meschto. Zirde vor- 
henge aglal. Macht mir mein Hauptkissen zurecht. Zieht 
den Vorhang vor. — Bernista, in Diebesspr. SenfTtlinge, 
d. i. Betten Wldh. — Pernica f. (Böhm, perzina, d, L 
Federbett) Bett Pchm. — Zipp. Bettstelle: tschiben. 
Betten: i pernezza, pernizzakro, pernizze Betten. 
Pernizzo -i das Kissen (pulvinar). Sogar perzyna 
Zudeckbett, was ganz gleich «= Poln. pierzyna das Feder-^ 
bette , aus pierfze Federn , Bettfedern. Walacb. perina Pol- 
ster, Magyar, pima Polster, Kissen «.s.w. b. Comm»Lith. 



S58 ' m. Wörterbuek. 

IL S5« — Dief. ordnet bier auch Pondond m. Mattress. 
Colchdn Bw. ein, was sich durch parind ni. eine Matratze 
anterstütaen liesse, stände dies nicht bei Pchm, mit Bezug* 
auf r an einer unrechten alphabetischen Stelle, und zwar 
hinter paszlo (liegend), was, im Fall r fär das oben ge- 
häkelte Böhm, s Terdrud[t sein sollte, ein nicht ganz un- 
passendes Etjmon g&be. 

Perme Windel, PI. Bisch. perno, PI. perrne Windeln 
Zfpp. Anni parn' in Windeln L. IL 7., anni parne 
tt. Fr., wofQr andre dicles Bw. — VIelL verschieden: 

Pckerno m. die Kitze, Kopftuch Pchm. S. 2L Bei Vulc. 
bern Rota fasciis inyoluta, quam capiti imponunt roulieres 
Nnbianae. Nach Dief., unter Verweisung auf Celt. L 
nr« 312., nicht Zig. Man berücksichtige indess auch Hind« 
UjU^j pheni'ä L u. phetfä m. A small turband. 

*Porr Busch, Gesträuch, dikno p. Hecke Bisch. — Bura 
m. pl. das Gesträuch Pchm. — verschieden von bar f. — 
lässt b als regelrechter darin betrachten , zumal wegen Hin- 
di bdt'ä Herb , shmb , Hind. Ij^^ bütfä m. A flower (partl- 

cularlj, worked on cloth or painted on paper cet.), a bnsh, 
a shrub, Afgh. bootai (bush) bei Leake p. 10. 

I\»rr«<;id9«a Zwetschen, porrschossengSro rukk Zwet- 
scfaenbaum; dikne p. Kirschen Bisch. — Zum Vor. oder 
Folg.? Oder Ital. prugna mit susina (Pflaume) Nemn. Cath. 
p. 1071.? Poln. sliwki suszone (trockene Pfl.) Schmidt, 
Kuss. - Poln« WB. S. 1223. möchte ich darin so wenig su- 
chen, als Pers. ^J^y^ sosnl f. A blueish colour, oder g'ar 

schöhsi U. 229. 

Pmik die Beere Sz. L 128. — Schwerlich aus d. D., rielL 
aber nogixh (fructus) DC, Rom. nioQixöv Frucht, Baum- 
frucht st. on. — Verm. hieher monbörico S. et Adj. 
Violet. Morado Bw* Morado nämlich (wovon viell. MLat. 
murretus. Engl, murrej verschieden) ist: De couleur de 
mdre (Span, mora), so dass n Dissimilations halber für r 
stände, und der 2. Thell wenigstens begrifnicfa dem D. 
Maulbeere, Schwed. mulbär, Dan. noch mit r: morbaer 
u. s. w. Nemn. Cath. p. 602. entspräche. 

Pbhrin Schwägerin Bisch. , bohr!, riakro, borrja Schwä- 
g'erin, des Weibes Schwester Zipp. — Ylell* eig. zu b. 
Ein Zusammenhang mit pchral, vgl. Hind. ^^>^ bhaujt 

(Sskr. bhratrl^g^äjä) f. A brother's wife; aber eben so sehr 
mit Hind. Lj^ bahuriyä (sonst auch ^^ = Sskr. wadhü) 

L A daughter - in - law hat seine Bedenken« 



-r 



B. W5rterliai«K.' 950 

Pamo^ pama (albam) Alter nr.fiOS, Parno Riw. Barno, 
i Graft*. Ms. weiss ^ allein a. e. a. St. irrig: braun (bruno 
Zipp.); parnö der Weisse, parni die Welgse, parno 
sastra (fcr blanc) Blech Ss. s« I. 71. — Parrno w^iss; 
parno phoor eine weisse Feder, PI. parne pboora 
(pohra); wanta hl parnl die Wand ist weiss. Doi 
meritsche parno fi Scheffel Weizen s* I. 09«; ancb. 
parno ghyw g. II. 67., ein Aasdmck, der sidi zur Vvl-* 
terscheidnng* vom , schwärzeres Brot g'ebenden Rog'g'en recht 
wohl eignete« — Parno weiss, parnöro weisslicht; p Ar- 
no m. Kalk, fi. Papier, parni f. Kreide; parnardo ge- 
weisst L 43*2. nr. ti^.; parnerooskro weissmundig* n* m« 
Compp. Pchm. — Parno weiss; n parno Bleiweiss: parr- 
ni Kreide; parrn^penn Kalk; Elfenbein s. IL 92«; deaf 
ano parno (geben in weiss) verzinnen. . Parno maro 
Semmel I. 71. Bisch«, wie parne maro (Semmel) Rtw.^ 
allein irrthümlich S. 36. st. des vorigen: parni eniaro 
Zwieback oder Semmel. In wie fern damit „parnemi- 
rln Schellen im Kartenspiel^^ Bisch. S.89. in Bezug stehe, 
weiss ich nicht. — „Parno K. L. (Xa^nqig 23, 11.), 
parn^ m. Dineros blancos, t. e. de Plata Bw., vgl. aanqa.^' 
Dicf. — Paranah Ous.; Türk. Z. parnee, Eng. Z. pao- 
no (White) Marsd., der Mahr, paandra vgl., womit nur 
pänd^harä [a. e. a. 0. t'h st d'h] White bei Vans Kennedj 
gemeint sein kann. Porno Brj. , apono Hb., pano 
.(White) ohne r, und pano bal mit Hd. Jl^ (Hair) Harr«, 

wie parnebalengero weisshaarig Pdhm. — PanI fftr 
Europäer s. I. 27. — Mara (white) Irv. mag rücksichtUch 
des m ungenau aufgefasst sein. — Entweder ans dem an- 
geführten Mahr. W., oder, etwa rn st. nr, aus Ssddr. 
pdn'd'u (Pale or jellowish white) , sicherlich nicht aus pito^- 
d'uwarn'a; noch weniger aus Sskr. parn^ (To be g^een) s. 
Folg. Dief. erinnert noch an Alb. ndqdi weiss. 

Pano, ruzha Fleur Kog. halte ich für: weisse Rose, Indem 
mir das Komma falsch scheint. Sskr. pam'a, Hind. patmä 
m. A leaf geben keine befriedigende Deutung. — Bairnaf 
t^le abblQhen Bisch, ist viell. elg.: Blass, farblos (weiss) 
werden. 

j^Paramisa t Fabel, Erzählung Pchm., paarmisso Mähr- 
lein Rtw., paremisso Traum, barmisso Räthsel Bisch., 
paramifsus und paremifso, -fseskero, -mifse 
Mährchen Zipp. Paarmifse Geschichte L« II« 15. 
Fr. , obschon einer Note zufolge eig. Mährchen. — DC. 
Rom. naQOfiv&t [das Gr. Thete lispebdlj Fabnla, Ustmrla 



800 IIL Worterbudu 

fabulosa; und nicht etwa- der S. Th. aus ÜDg*. niese 
Fabel. 

-j^Pdrtuzt^iwin f. s. I. 88. vgl« 78« Pchm., i parfschto- 
Yen (aasgestrichen: paristschovenj Freitag Zipp. Spa- 
tes 1 6 win Samstag, aber j elf to [erster] sp. Freitag , de- 
ren s Dicf. treffend aus der Präp. €ig erklärt. chibes 
de Parasceve L« 23, 54. -* Ist Rom, nagaatuv^ (Dies 
Yeneris) s. auch DC, ferner Lazisch bei Rosen S. 34», 
Kopitar, Glag. Cloa. p. 78« und Denselben Wien. Jhb. An- 
zeige -Bl. nr. XLV. S. 6S.über die heil. Paraslieve, Siaw. S. 
Petka, in Sic. u. Südfrankr.S. Venera, Ste. Venerande [nach d. 

. Veneris gefiurmt], d.h. alies s.v.a. Freitag, welchen Namen 
sie dem Heilande zu Ehren erhalten haben soll. 

IWoma bei den Liefl. Z. für alle Gattungen Zwiebeln, auch 
Knoblauch (s. II. 858. 335.), Sjr. Z. biäs = P* jL^ 

piyäz f. An onion, woher ^^ i^j^ piyäzi rang m. A 
reddish colour, crimson Shakesp. p. ^96. Daraus erklärt 
sich loli^pnrum IL 338«, wie Dan. roedloeg (oignon 
rouge), Ung. rörös - hagjrma Zwiebel (AUium cepa. Nemn* 
Cath. p. 179 — 180.) von vörös roth, ein Comp, mit hagj- 
ma(Cepe. Allium), wie par-hagjma (Porrnni, bulbus) d.i. 
Allium porrum Nemn. p. 184. , welches letzte Wort im Cng. 
enthalten ist, und auch — freilich gegen die Bedeutung — 
In dem Zipp. unbek. pura Knoblauch (A. sativum) Grellm. 
und porsumi f., esporboria f. Onion. Cebolla schiene 
gesucht werden zu können. (DG. noQtj = ngaaov ist näm- 
lich Porre, Span, pucrro, Ital. porro, porrina u. s. f.). — 
Purum Rtw., purum Pchm., i purum, purumjakro 
(Zwiebel), PI. pürema, puriima, purama (ausgestr. 
purömma) Zipp., und so auch verm. PI. puhri&ma, wo- 
her puhremangSri summin Zwiebelbrühe Bisch. 

'\'Baripörta [grosse Thür] Pforte Bisch, Burda (gate) Bw. 
II. 148. s. ob. II. 78. 

Prali f. Pchm., i pirilli, rilljakro, pirillja [in pri- 
rillija wohl das 1. r falsch!] Kammer Zipp. ^ 

Pratcheely Flame Bry. — Eckysnatterr;f Flamme Seetz* 
Etwa aus ack IL 47. mit einem Deriv. aus Ar. Jjt 

\Te prettervaf drohen, Perf. me pretterdum I. 437. 

Zipp. — R, npemHinb verbieten , untersagen , drohen. Al- 
so nicht zu Lat. perterreo oder trädav II. S90. 

Prisseraf beten s. I. 439. vgl. 130. 

'j^ Prossera f erlauben I. 437. — Die dortigen Vermm. falsch; 

. es stammt aus tL npoujanib, npocniHinb verzeihen ^ ver- 
geben, erlassen. 



a Worterbook. 361 



Me primaeherwaj ffrinsehewaw j aucb -^wawa coli rom- 
mes n!t Ich kenne den M* nicht; leskre prinscher- 
dee seine Bekannte LG. &. I. 43fi. nr. t4. — Andlal 
SOS prejenäron los cambrais Sobald die Hunde sie 
[die Diebesbande] hörten [von ihr Kunde bekamen?] Bw«IL 
p "^128. allenfalls hleher, wo nicht zu junar IL 881« 

j^Prdcho» (arena) Alter nr. 102«, aber nr. 104. unter Pidyls 
nicht. Zipp. dazu: i santa Sand. pracho heisst das 
Anskehricht, Gemüll, welches aus der Stube gefegt wird. 
Tschordö avrj prachos Schmeiss das Auskehridit 
hinaus. — Pracos Staub L«; placo m« Tobacco; lü* 

Dust 9 powder. Russ. np&%b* Plajista m. Contrabandista 
de tabaco Ew. S. noch IL 289. 

Pall Rtw., y. Grolm.9 pal Grellm. S. 831. 1., I pall, 6. 
palliakro, paljiakro, auch pajakro, PI. pajja Zfpp.^ 
pall Brett, pessi pall (dickes Er.) Bohle, PI. pallja da 
balki (Er. und Balken) Gerüst, paija Fensterladen Bisch. 

— VielL balane pl. (die Mulde) Pchm. — Nicht unwahrsdi. 
Hind. oL [o quadrip.] pätf m. (Sskr. patYa) Silk: a mOl- 

stone; dann (angeblich Sskr. patYikä): A board, shutter, 
plank, Aap, seat, throne; a plank on which washermen 
beat clothes. Pat' m. a shutter, the valve of a folding 
door; vgl. pallä m. One shutter of a door. Pai'rä m* A 
plank; a plank to sit on cet. 

Paloo Cup (s. IL 107.)* — Schwerlich durch Pers. aJl^ 

mit Sskr. pä (trinken) vermittelt. Ohnedies unpassend ftr 
paloo (Lock) Irv., was im Hd. ^Lj, 

• 

PelcÜ f. pl. die Karten Pchm., p eis kl [PL?] Karte s. ü. 
156. Bisch. — Etwa aus Blattei , BläUchen fttr Karte bei 
y. Grolm.^ oder aus: Bild? 

^Pelzki PL Schwamm im Walde, belzko Eilze L99. Bisdi. 

— Aus Pilz (boletus). 

PlotBchka Nasenstüber, Schnippchen Bisch. — Vgl. Polo. 

plask Interj. klatsch! Nach Dief. zu 111 jr. ploskaÜ, mit 

Händen klopfen. 
Palimiiije übrig Bisch. — Etwa Gr. mQlfiiTQog'i 

Plima schwimmen Rtw. S. 88. , s. uns 1. 70. P 1 e m e Welle, 
Grellm. S. 883. 1., yielm. PI. (Fluctus. Wellen) Alter 
nr. 101., woraus es entnommen ist. — I plima, makro, 
PI. mja, auch plime die Schwemme, z. B. Me pllna 
dava grojTs Ich schwemme das Pferd; grenn [pl.] d. pl. 
Auch me dava plima Idi schwimme; jor dela hoines 
pL Er schwimmt gut ZIpp. — Aller Wahrsch. nach ein 



302 m. Wörterbudu 

Deriv« von Sskr. plu^ Poln. ptawii/ sdiwemmeiii Gr. nUTv,^ 
wohin nX^gifj , nXfifffifi Floth des Meeres. 
JRma f. die Welle Pchm. — Schwerlich Hd. lu^, phenä m. 

(Sskr. phdna) Foam, froth; eher noch Hind. ^^kj pain 

(from Sskr. pinija) m. A reserroir of watcr, a rill* 

-j^ Pollerdihna Truthahn Bisch., Ballerdini nebst Funcker- 
der Platt, Platt -Caporal (welscher Hahn), und Platt -Kach- 
ni, Plattener-Kachni (welsches Huhn) t. Grolm. S. 133. 

— Zipp«, ausser lolomeniakro, d. i. eig*. Rothhals, und 
1 kalkuna (wie auch im D. Kalkun, Kalkaun): pul- 
verdino, -i kalekutscher Hahn, Kurre, fem. i pulyerdina 
mit einem bemerkenswerthen v, was yiell. um eines Scherzes 
willen, ^Is. als wäre es „yerwittwete Dame^^ bei Kog*. 
pibblerauni (Dindon; Pred. Gallo d' India) lautet. — Ich 
denke, trotz des nicht ganz deutlichen r, nicht an polle- 
raf (poltern) Bisch., sondern an Frz. poule d'Inde welsches 
Huhn Nemn.j „Rom. vxi&va {p^tj^a fnatQiouxi^} der Trut- 
hahn, Indianische Hahn, (Ital.) il poUo d' India^^ Weig'el, 
Ngr. WB., deren das erstere aus: Indian gekürzt, das 
zweite aus dem Türk. ^j^oa v3^b, von fnarjg (Ae^ypten) 

übersetzt worden. S. noch I. 95. II. 147*, wonach ein o 
hinten in pulyerdino (das zufolge Zipp. auch das Weib- 
chen bezeichnete) lediglich dem Vergessen der wahren Ety- 
mologie beizumessen wäre. — Die Hantjrka hat tipan mit 
Anklang* an Böhm, topak. Die Richtigkeit der über Böhm, 
morka (1. welsche Henne, 2. Meerschwein) Or. Ztschr. IV. 
88. gegebenen Erklärung*, dass es eig. überseeisch bezeich- 
nen solle, bestätigt sich durch die Benennung des letzteren 
(Cam cobaya), welches gleichfalls nicht aus Ostindien, 
sofidcm aus Amerika zu uns herübergebracht worden : Poln. 
swinka zamorska [d. i. porcellus transmarinus] , It. il por- 
cellino dlndia. Frz. le cochon d' Inde Nemn. Cath. p. 924. 

— Das Beispiel jenes, ursprünglich dem alten Welttheile 
fremden Vogels möge, da er, nach seiner Einbürgerung^ 
daselbst, mehrere neue Benennungen erhielt, welche we- 
der den Amerikanischen Sprachen entnommen sind, noch an- 
derweitig auf diese Heimath zurückweisen, zur Warnung 
4ienen, damit man, bei Berufung* auf den allerdings oft zu- 
Reffenden Satz, wie mit der Sache auch gewöhnlich das 
heimische Wort fehle, sich g'egen zu voreilig'e Schlüsse 
verwahre. 

'jl'Pohno Pfau, pohnesk^ro pohr Pfauenfeder Bisch. — 
Walach« pa'unu, DC. naoviov (payo) u. s* w. s. Payo cri- 
statiis bei Nenm. — Herrn. Brockhaus hat mir briedich 



B. WSrterbireli. 363 

die Tamnlische BeneDnang^ jjt&gsA oder wobi besser 
to^bai^^ st. des üblicheren majU [vgh Sskr. najdra] Afer 
den Pfao ans TamuL Wbb, nachgewiesen , und es Ist da- 
mit das ursprüngliche Wort für Hehr. b*f»^n und Gr. ra&g 
gefunden. Ob übrigens dies togai, wie Lassen, Ind. AI- 
terth. S.538. muthmasst, dem Sskr. ^ikbin entspricht, scheint 
mindestens noch nicht völlig ausgemacht S.0r.Ztschr.IV.t8. 

Pildaw (gold) Ous. 

Pljai Berg Sz«, plai, praj f. A mountain. Sierra montaiia 
Bw., plaja, plai L. — Mahr, pdhäd'a m., Hind. paihär 

m* A mountain, pahäri f. A bill, a small mountain. S. 

noch bar* und II. 173. 

Plaatomingree A couch Brj. — Wohl zu Sskr. pra-stara 
(Any bed or couch), welches dieselben Elemente als Lat. 
prosternere in sich trägt, mit 1 st. r und Unterdrückung 
des 2. r. Uebrigens wäre esAdj.-Form von einem Subst. 
auf -ben s. I. 173. 

Päsch halb, pasch akkia but halb so viel. Theils: P&sch 
hi mesghto [Adv. s. L 213.] zikkerde, e le wawer 
hi kirne, na zikerna, Theils (die Hälfte) sind gut ge- 
lehrt, die andern sind faul, lernen nicht. Päsch lolo 
röthlidi (lold roth), ke pasch [was halb? oder mitPräp.: 
zur Hälfte?] d schelte gelblich. Gelbroth: Lole bala 
rothe Haare. Pasch dschelta pasch lole halb gelb, 
halb roth Zipp. — Pah seh halb, Theil; vgl. I. 155. II. 
112. 304. Antheil: Man pijas mer pahsch gowa 
[Mir ist meine halbe Sache zugefallen, von perav, wo 
nicht wijas von avav] Ich habe meinen Antheil bekom- 
men. Pahschgehlo Riss [eig. entzwei gegangen], pah- 
schepenn Spalte. Pahschkörnia I. 155. II. 233.; 
mit, unstreitig nur zufälliger Aehnlichkeit Ahd. päsocha 
Halbstiefel Graff. Sprachsch. HI. 352. Pahschbiben Ko- 
fent (Halbbier). Pahschpurikka Maulesel. Päschmul 
Hasenscharte. Pahsch, [das Komma gewiss irrig!] stup- 
pin Werg. Duipahschpochtam (Zwillich, vgl. DrH- 
lieh) von duipahsch zweifach. — Bei Adjectiven zeigt 
es einen geringeren Grad an, wie pahsch scbill kühl, 
pahschudlo säuerlich, pahsch matte [halb betrunken], 
pasch ano schüre [ein halber im Kopfe] s. Rausch, be- 
nebeln Bisch, und pas«pile (Medio borracho)H. 342. Pas 
xido [halb todt, eig. h. lebendig] Pchm. S. 78. aus Lue., 
wofür pas-mulo L. 10, 30. Bw. Sonst bei Pchm. mit 
Art.: jepasz halb, jepasz sze) (halbes 100 = SO), 
jepasz rat' Mitternacbt » pasrachi L. 11, 5. (sonst 



36i III. Wörterbaoh. 

olebar&chi U. 71.; v^l. halbe nacht, halber ta^ für Mit- 
temadit, Mitt^ Schott, d. Deutschen Col. S. 306.; Hindi 
adUräta aas Sskr. arddharätri, wie Mid-daj: madhjahna). 
Pal i pasch rad nach Mittern., pasch divesfeske zu 
Mittage s. U. 311. Bald pasch dires avela Es wird 
bald Mittagszeit sein. Sso mee keraha palo pasch 
diyes? Was wollen wir nach Mittag thun? Zipp. S« 
^noch djios. — Pasch diwes Mittag, Süden Lieft. Z.^ 
paschibe Half-daj »• e. Noon. Medio -dia Bw., aber So« 
den L. 11, 3i., pahschdiwes Nachmittag [wohl nicht 
ganz genau] Bisch. — Halbinsel s. IL 86. — Pas Adj. 
Half. Medio. The Engl. Gjpsies saj , Pas-korauni 
'Half a crown' etc. Bw., und bei ihm auch Ptisque f. 
The half. Mitad mit falscher Erinnerung an Sskr. bhdga; 
Ja sogar: chulo ta-paque [so ohne s \\. p.M05.] * Dol- 
lar and a half*. Duro y m^dio. Pas-callicö m. The 
daj after to-morrow. Pasado mariano Bw. scheint nach 
dem Span, etwa mit der Präp. pasz (neben) S« 32., pa- 
szal (herum, uml Pchm., bascher (bei) Rüd., pascho- 
peste (bei sich) u. werben Bisch. 1. ^5. 306. gebildet. 
•— Paüsh halb, aber pashe Nähe Rtw. — Hind. (j^L 

Eüs (Sskr. pdr^wa Side) postpos.: Near, about, at. Sha- 
esp. p. 163., so dass die Aehnlichkeit mit Lith. pas (bei), 
pusse (Hälfte) reiner Zufall sein könnte. Hind. ^^ hich 

Adv, In, into, among, between, during. s. m. Middle, 
centre kann schwerlich in Betraclit kommen, und eben so 
wenig riell. das, sonst auch von Dief. genannte Hind. ^o 

pachh or paJth (Sskr. paksha) A feather (s. demnächst 
pchakh), weil es auch A side or division of the month, a 
fortnight bezeichnet. P aquo (Cerca) s. pajes IL345. und 
das nach Dief. (wie sunparal) mit dem Pron. 3. Pers. 
comp, sunpacel [etwa: an seiner Seite?] könnten q 
durch j (= Sskr. Zischl.) hindurch erhalten haben, und 
apajenar (To approach. Acercär) Hesse sich sogar zur 
Notli aus Sskr. upawif (To approach) deuten. 

P^chwero Ribbe, PI. paswSre Gerippe Bisch. — P^sch- 
warro, ree, G. reskero Ribbe. 1! tu fsaha, tu na 
chaijaltschi Ei Possen! [du spassest] du hast ja nichts 
gegessen. Me chaijum meschto ada pekke pasch- 
werister [sg.?J, ki hi schukker kaulo; na haes 
hiart. Ich habe sehr wohl gegessen, von den gebratenen 
Ribben, welche sehr mürbe waren; sie waren nicht hart. 
Me chaijum but e pekke gojinder, ti schinkatcr 
Ich habe [auch recht] viel von den Bratwürsten und von dem 



B. Worteri>aclfw dß& 

Schinken gegessen. Zipp. — PajoriaspJ. BJbs. CoftU-* 
las; aber auch ein von ihm mit Sskr. paksha vgl pa|iii 
f. Part JPrfrte Bw. — Wohl nicht zu Hind. y^L pät^or 

(Sskr. panjara) The ribjs, the side, oder ^^^JUlj pasli t A 

rib, the praecordia^ sondern Sskr. par9uk& f. A rib, pftr^wa 
Adj. Near, hj the side of; aber als subst A side, die 
part of the bodj, sowie als n. A multitude of ribs, the 
thorax. 
j^Puschka, Diebesspr. Schneller , Bösche [sehr. BfichseJWldh* 
Buschka Büchse, Flinte, I buschka Gewehr u. abdrOk- 
ken, buschka, flitzboko [nach d. D.] Bogen (Armbrust) 
Bisch. — Zipp. zu Grellm. u. Büchse: „i karepaskri 
überhaupt ein Schiessgewehr [s. L 139. II. 109.], auch 
puschka, ist aber Lithauisch.^^ — „Fusil, puschca, en 
romhsk pussca, joggramangri^^ Kog. Pusca f. Mus- 

ket. Escopeta. R. nyuiKa (Kanone) Bw«, Walach. pusca 
Flinte. Putschka Rotw. Beytr., putschge, putsch- 
ke Flinte, buschke, buschge Schiessgewehr, kurze 
b. Pistole, lange b. Flinte v. Grolm. — Dief. bringt pu- 
scazo, pucazo m. Schuss, Hieb u. s. w. aus Bw. [wo?] 
hieher, die viell. eher zu pchosavar gehören. 

\Banduk Büchse Grellm* , woraus es Bisch., bei dem es auch 
Flinte, und Rieh, haben, welcher letztere es richtig mit 
dem, ins Hind. aufgenommenen Türk. yj^wXJb bandüq f. A 

musket ygl. Wenn Pchm. für das ihm unbek. W. sogar: 
Bürste aus Grellni. angiebt, so Ist das bloss Druckfehler 
(s. ob. I. 69.), allein Grellm. selbst begeht S. 831. 1. und 
894. 8. einen groben Irrthum, wenn er es mit Hind. san- 
duk, eig. Ar., auch Türk. ^yjj^ f. and m. A box^ a 

trunk, Alb. atvdovx u. s. w. , zusammenbringt, die zwar 
pyxis, cista, aber nicht: Gewehr bedeuten. 

yjPoschukker te dschav langsam gehen; für: kriechen kein 
eignes W. (s. II. 388.) E greia gene poschukker, 
pjre pjreske Die Pferde gingen sacht, Fuss vor Fuss^^ 
Zipp. 

Pfuchterlingri schach Unkraut Bisch., ygl. H. 316. — Zu 
Böhm, pastorny Adj. Stief-, oder pastfrz (pastor)? 

Poschmoohis Handkerchief qs. Hd. pouch mookt^ I. e. wipe- 
face [Hind. ^] Irv. — Pachnikas [ist's richtig ge- 
trennt?] Id. Harr., angeblich aus Hind. U^jpJ^ panchhnä 

or pUnchJmä v. a. To wipe [etwa verwandt mit pharehhä-^ 
nä V. a. To clean, wipe cet von fhmrchhä Adj. Pure» 
honest, lair]. 



Sm m. Worterbach. 

-j^Pmihum (lana) Rtw. und daraus pazhum Grellm. S. SS7. 
1. Poschomin Bisch., pischum f. und i poschum, 
makro, mma Zipp. — Sjr. Z. pas^chtfmma Wolle, 
aber anders bei den Liefl. Z« s« II. 178. — Pers. ^«^ pashm 

f. Wool, hairj a thing* of no moment [vgh flocci facerej: 
pubes tum luaris tum feminae; ausser welchem Dief« nodi 
Alban« /indafÄi, Hd. paxam (laa) Et» F. I. 85« anführt. 

Pesham Bce (honej) und Wasp, Fers. ^^^ Flj, gnat Harr. 

•— Das Fers. W. heisst übrigens vielm. »j^ pashsha m. A 

gnat Shaiesp. s. Or. Ztschr. IV. 37. — Auch hat Kog*. 
pischa (miel), s. noch mescho. 

Pmshum [also ftusserlich gar nicht von dem W. für Wolle 
unterschieden] Rtw«, pischomm (pulex) Bisch« — I pu- 
schum, makro, puschumma (ausgestr.pöschum, -a) 
Floh Zipp. — Grellm. S. 890«: ,,pisschom, Hind. pjsche 
Flohes allein Pchm. S. 51. bemerkt dazu: ,,Fuczum der 
Ziegenbock wurde angenommen, weil man auch puszum 
(fem. der Floh S. 46.) hhf Bei Kog.: „Poux, pu- 
zhum, dschulo [eher zu jua, tzua Pnce], paschan.^^ 
— Pajümi f., pujumi f. und auch [gis. redupL] papi- 
mia f. Flea. Fulga, aber bajuma f. Bug. ChincheBw. — 
Doch wohl Hind. y*^ pissü m., auch pthü m., Mahr, pisu 

f* und pufi f. A flea. 

Riczum Ziegenbock, s. so eben; allein bei Grellm. S. 291. 8. 
steht puzhum, für welches, ihm unbek. W. , Zipp. -^fe- 
genbokko aus d. D. giebt — Peujo m. He-goat. Ma- 
chö cabrio Bw. — Pessiolo Ziegenbock, auch Bock 
(Schafb., Ziegenb.), puhsnin Geiss, Ziege, puhsien- 
gro Ziegenhirt Bisch. Busni Ziege Liefl. Z. — Vgl. 
Belntäch. phishin (Ziegenbock) Or. Ztschr. IV. 465.; Afgh. 
buz (A he - goat) , buza (A she - goat) Leach p. 4. Booze 
kohee (Bergziegen) Pottinger, Belutschistan, Deutsch zu 
Weimar 1817. S. 30.; in Kabul bus>i-koh (Bergziege), 
gosfund-i-koh (Bergschaf) Burnes, Kabul Nacbtr.V.S.385., 
allein Ib. 387. noch Markhor oder Pazuhu vlell. Capra Ac- 
gagrns. Kurd. Pns' (aries) Alter nr. 150., Kafßr* pascbka 
(Schäfer), wasru (Ziege). S. Or. Ztschr. IV. p. 7. 

* Piszalo m., -U f. die Mühle, piszaleskero der Müller 
Pchm. — Hind. Umo pisnä (Sskr. r. pish) v. n. To be re- 

duced to meal, to be ground; liLo v. a. To griad; qUo 

pisäfi m. Meal, flour. Vgl. Lat pistrina von pinsere. 

Pitzot m. der Blasebalg, Dem. piszotoro Pdini. 

PoMtii, 'infuj an e. a. St. posnja [doch wohl Vl•^J ja- 



B. Wörterbuch. 887 

krO| 8ja Tasche Kr«, was gut zo Ahd. phoso, nord. pAss 
und posi (marsupium) u. s. w. Graff Sprachsch. III. 35S, 
stimmte, was schon von EngLpouch, Frz. poche , DC. pun- 
ga; oder Walach. budzinariu Ficke, Tasche zweifelhafter 
würde. — Noch hat Pchm. posJti f. die Tasche, allein, 
ausser puschinka Tabacksheutel, Blase (Taback) bei 
Bisch., das (s. phukni) Yöllig* anderen Ursprungs sein 
mag, bieten die übrig-en Quellen sämmtllch die Dental -Mutä 
eine Sjibe früher als s : Potissa Rtw., 1 pptlssa, fsja- 
kro, tisfjia Tasche, pottissa Schubsack. Deh man 
adova, ke andry mre fsochakri potisfa ahi Gieb 
mir das [Tuch] , welches in meines Rocks Tasche ist. 
Schpill ado maaro andri potisfo[-a?] Steck das Brot 
in die Tasche. Zipp. — Bodissa f., Accsa, Pl.sia Graff. 
Ms., botissa Tasche, potissa Schubsack, botissiake- 
ro kellepaskro Taschenspieler, ch'hollobeskero bo- 
tissa Hosentasche Bisch. Botlsta, Diebesspr. Mulden, 
Blancken, (Flcke)Wldh. -- Potösi Abisimo sin föndo. Fid. 
Butrön. Jllsoj A pocket, Faltriquera Bw. — Viell. auch 
portsee (pocket) Irv. und ba tokos Ranzen Pchm. 

•J-Posttiim. der Pelz, postineskero der Kürschner Pchm. Po- 
stil Liefl.Z., o pösten, -neskro, -stena. Kr. -stinja 
Pelz, fuksakro posten Fuchspelz Zipp. — In Belutschi- 
stan: posteen, ein Mantel von Schaffellen, und zwar die 
wollene Seite einwärts. PotUnger, Reise S. 67., Belutsch, 
post (Leder). Pers. ^^yO^^po^^-In 1. Adj. Leathern (gar- 

ment) 8. m. Für Shakesp. Yestis pellicea Cast. von \:>»mj^ 

Cutis et cortex cujusque rei. Corium cujusque animalis cru- 
dum, non paratum. — Praeputium s. IL 94., nicht zu no- 
ad-fj. — Postan m. Skin. Picl. Pers. v^^-m^j. ^Iso, Li- 
nen, Lienzo. Properly^ The skin or hide in which smug- 
gled goods are wrapped, und daher postani f. Parcel of 
smuggled goods. Contrabando Bw. Postan Tuch L. 16, 
19. B OS tan m. (als Adj. Weak, feeble. Flojo) Linen. 
Lienzo, was an Ung. poszto (pannus, Tuch) erinnert. 

Pochtan m. Leinewand, pochtaneskero Weber, poch- 
tang^ro [ist en vor g ausgefallen?] Leinewandhändler 
Pchm. Pochtan Rtw., poch tarn Leinen, Barchent (Acc. 
bochtamas) vgl. Engl, fustian, pochtam Tuch; s. noch 
I. SIS. Bisch. Te keraf pochten weben. Oke hi 
baro schuker tan, fser akanna liggerna Da ist. 
ein gutes Tuch , wie man es anjetzo trägt. Zipp. s. II. S96. 
Pochtall Leinewand LG. Bockdam Tudi, pischtum 
Flachsi plocken wollen Ta^ v. Grolm. — , Harr* .vgL: 



868 ni. Wörterbttdi. 

part&D Cloth (Ihteh) mit Hfnd. pat'a ^äj, linen cloth. 

Sskr. patta, woollen cloth. Darunter kann nur Hd. pat' 
(Sskr. pata) m. A cloth gemeint sein, dessen t' dem Eu- 
ropäer allerdings wie rt ins Ohr fallen könnte; sollte in- 
dess r etwa dem 1 in Poln. piötno , Böhm, plätno Leinewand 
entsprechen? Dahin , oder zu II. 58^ zählt Dief.: 

Flata IfjiaTiov L. 5, 36.^ Id. and platamugion Gloak. 
Cipa Bw. 

^PeloBchta (Gloak), Pers. (j&^ Harr., was aber vielm. P. 

^y!^ paläs m. Verj coarse canyas, vgl. Or. Ztschr. IIL 

14. — Purpurplaschta Pnrpurmantel LG. Plashda 
Rtw., plahschda Mantel Bisch. Plaschta (manteau) 
Kog. Zipp.: Mantel (mantla). Plaschta (ist Lith. — 
[Bei Mielcke findet es sich nicht. Poln. heisst ptaszcz, Sl. 

nAaujb, Ung. palast: Pallium. MantelJ). I kappa s. 11. 
100. — Pia cht a Linteus [so mit s hinten] Yulc Meg. 
Plächta Betttuch s. IL 334., Zelt Bisch. Pen, ke te 
denn meen parne plachte poringeri dikkle (Fe- 
dertücher) Befehlt, dass man uns weisse Bettlaken (Bett- 
tficher) gebe. Ado plachte, ke turnen te denn, to 
hl akanna avry mordi Die BettL, so ihr haben sollt, 
kommen aus der Wäsche [sind jetzt ausgewaschen] ZIpp. 
— Böhm, plachta Betttuch, Segel (placheta Kopftuch der 
Weiber), Poln. ptachta ein grosses Tuch, die Plane. 

Peis (Bad) Ous. Vgl. II. 330. ' 

'j^Pamni Seetz., basäru Kind Liefl. Z. — Dem. von Pers. 

jMO pisar m. Aboy, son, child; womit nicht zu verwech- 
seln ^^ cr^ pas-rau m. A follower. S. 1.78. 

PamTa f. Kuttel (Böhm, drfft'ka) Pchm. — Walach. MaijbAe 
Kaidaunen von ma^u Darm? 

Pacuari Adj. Handsome, pretty. Bonito. — The Gjpsies 
have a trick, which thej emploj when they wish to get 
rid of an anfmal with an uglj neck and head : thej place him 
in an attitude bj which bis ugliness is partly concealed 
from the chapman, which thej call De pacuaro. The word 

is pure Persian, ^«TL Bw. -^ Dies Pers. W. könnte nur 

,1 reinen Antlitzes ^^ bedeuten. Ghibar de p. avura^aad^ai 
' L. 1, 1«, xad^i^rig Ib. 3. 

Pmckarracar v. a. To sow. Sembrar Bw. — Doch nicht zu 
R. nax^mb, Praes. naui^, ackern, pflügen, vgl. L 439.? 
PiahaMKr v. a. Machaekr Bw. s. I. 448. 
Mlfo ■•' El que no es Jitano Bw. Tgl. I. 44. Aach von 



B. Worterbnck 80» 

Jesus als Sdilmpfvrort: Ocona palllo (o£ti»c) 15| f. 
&fineXov^6g I89 7.9 paillös fibrd^m 15, 19. PallUs 
f. pL Pallardos Fremde Bw.^^ Dief. 

Pajabdr v. a. To touch , feel. Tocar , tentar. Ssfar. pritsk. 
Pajanbo f* [In Betreff der Endung Tgl. sorinbo IL ISO* 
II. s. w. 156.] Temptation. Tentacidn. Ja 9 daher nadi Bw. 
aucb p a j a n d i f. Guitarra. Lit.^ The thing that is toachel 
or plajed upon* Aber audi s. I. 408.: bajanbar r. & 
To tooch. Tocar. Hind. pnkama [d. h. renn, nichts als 
pakarnä v. a. To catch ^ to lajr hold of^ to seize, appre- 
hend vgl. 11.344.] Bw., der hie von auch bajatia f. (A 
bell. Campana) leitet, obschon sich dies auch bei der Ver- 
tretung von Zischlanten durch j im Git. an baschevara 
L 472. leicht anknäpfte. 

Pajardö m., palarö Watch. Relöj. 

Pajilas A ball. Pelöta. 

Palabear v. a. To shave. Afejtar s. I. 406. , dchwerlldi ais 

dem selbst zweifelhaften Ssfcr. palyul (to cut), trotzdm 

dass es Bw. vgl. 
Palife AdJ. Esquisito. Sskr. p^lava (delicate) Bw. 
Palomias s. pl. Hips. Caderas s. ll. 314. Span, lomo? 

Paluli f. Acorn. Bellöta. Pers. JuL [?]• Ar. Jb^ Bw., 

woraus das Span. W. , s. auch On Ztschr. III. 4&, aber 
schwerlich das von Klapr. als Eiche, von Sjögren aber als 
Baum aufgeführte Oss. 6aAac, noch auch das Git« 

Paluno m. A wood, farm-house. Bosque, tambiäi cortQo. 

Sskr. palla (kind of shed) Bw. 
Pünelar v. n. To leap , jump. Saltar. Sskr. plawa Bw« 
Pansiberarse ^ persibararse v. r. s. L 408.; vom zweiten 

persibarao Adj. Living in concubinage. Amanccbado. Bw. 
PaquilU f. Silver. Plata s. II. 874. 
Paräni f. Broom. Escöba. Hd. burhnee Bw» Das mfisste 

vielm. Hind. ^Jj^ buhärtn f. A broom Shakesp. p. 135. 

sein. 
Paratute m. Rest Descanso hat Bw. ungeschickt mit Sskr. 

parag'dta vgl. , indess auch unsere Deutung des Worts 1. 183« 

schlägt fehl, indem es nicht: Rest, sondern Rast, Ruhe be^ 

sagt. L. 11, 84., paratatö 16, 85.; nach Dief. Sp. parada. 
Parauco m. Care. Cuidado. See the last. Bw. — Eher dodi 

zu Pers. \^j^ parwä t Care, concern, anxiety cet., audi 

sogar: rest, quiet. 
Parbaravj perbarar v. a. s. I. 408. vgl. Bw. auch wieder 

mit obigem parag'i^ta, besser uAt Pers. qO^j^, wovon bjd[ 

n. 84 



nO m. Worterbadi. 

, Skakeap. parwar Part, edocated , cherished ; parward Bred, 
reared, krought Hp, nourished. Parbaraura f. A cklld, 
inbnt. Criatüra und perbaraor m. Creator. Criadör Bw. 
sind vaii gekürztem Span. Soff, versehen. Siehe baro. 

ßfimrchmndr^ Adj. Ragged» slovenly« Despilfarrado Bw. 
kaum zu patscheraf, wie Dief. meint, und viell. auch 
iddit zu pchutrado, zerzaust Pchm. 

Värcharique Obstinate. Porfiado Bw. gis. als berührte sich 
dies W. mit dem vor. wegen der Aehnlichkeit in den Span. 

iR^dt ^ifiikiov L. 6y 48—9. 

Pariolar v. n. To rage. Rabiar. 

Paripen m. Danger. Peligro. L. 1 , 93. 

ParlaclM f. Window. Yentana. 

Parlaara f. A letter. Carta. 

Parrdcha f. Wave. Onda. 

Parrotobar v. n. To fast. Ajunar. 

Pasabia f. Strength. Fu^rza. 

Piutia f. Frog. Rana. 

jRtimmd [vgl. paluno] m. Farmhonse. Cortijo. S. IL 1S8. 

Pavi f. Nostril. Nariz. 

Pea t Chair y saddle. Silla. 

Pecdlis f. French silk. Seda Francesa. 

Pechisla m. Sexton. Sacristan. 

PitnchaMr v. n. To think. Pensar. Hind« ü.bpu hicK&rnu 

(from Sskr. wi-tshära) v. a. To condder, think, inresti- 
gate cet wird von Bw. vgl., darf es aber ernstlich kaum. 
V^. n. 346. und pchenav. 

Pendebre I. 116. 

Penehri t Boot. Raiz. 

Pmdche nl. El Esj^ntu Santo. Gr. itvivfia Bw. 

Pehaspe m. Blunderbuss. Trabuco. 

Pepidro m. Piain, field. Campo. 

fitrcmra f. Tongue. Lengua. 

Pigrdobal m. A debauchee. Tunante. 

Perfine Adj. Neccssary. Preciso. Mod. Gr. ngimi Bw. 

Ptrgenar v. a. To feel. Sentir. Pergenami^nto m. Fee- 
ling, grief. Sentimi^nto. 

Perifuyij persifuyem. Worm, reptile. Bicho. Bw. — Zu ful? 

Penndola f. Ball. Böla. Sskr. pariman'd'äla , pin'd'a «= Hd. 
pind'ä m. (1. Body, person. 8. A lump of claj. 3. A bündle 
or ball of string. Balls made of flour or rice , at a reli- 
gious ceremony of Hindus) Bw. — Sehr unsicher. Vgl. IL 57. 

PMs n. p. Cadlz. 

JRgfMMi f. Yolk of egg. Yema. 

PerimH f. Salad. finalada. 



B. Wörterbocb. 371 

PerpelUnü Peimu^baianim^ Bec^rro. Bw. — Vieil. refai wi- 

fMli^ Anklänge an GaeK baoghan (Calf ) n. s. w. Leo, Bbft. 

GL S. »4. 
Perpelo m, Peach. Melocotdn. 

Perpenia m. pl* -eS) Blinder L. ^ 

Perpiche m. Cat Gaio Bw. s. macska« . V 

Persine Adj* Sava^e, fierce. Bravo. 
PertQ m. Bolt. Cerröjo. 
Pertraha f. Knapsack. Mochila. 

^yPeruiques aweroi L. 10, Sl«^^ Dief. ^^ 

jyPesquibar y. a. n. To taste, eiyoj. Gnstir. Les pisqvl- 

bela, es freut sie L. SO, 4ß. (jfiXovvTtav). Daraoa: 
Pesquital m. Pleasure. Plac^r, giisto. Bw., x^ß L. 1, 14.' 

44., evSoxla 10, Sl., ^iXrjfAa 10, 11., ImdviJila St, 16.<< 

Dief. 

Pesquilar v. a. TUiQd^np L. To deceive. Engaoar. Bw. — 
Wie icb vermutke, ursprünglick vom Berücken der Fische ;\ 
vgl. Sp. pescar Pdcher; prcndre, attrapcr; dock denkt DieL. 
an Span, pesqoisar, oder Git. pesqulbar als reizen. 

Pichibibi t. Linet. JHgaero Bw. (Fringilla carduells). 
Piltra L Bed. Cama Bw. — Dief. vgl. Pfiihl, Polster. Bei 

Dph. byltes (en Seng, d. i. Bett) vgl. I. 104. 
Pilvo Adj. Bald. Ca/t;o Bw. 
Pindarro, i Muchacho, a Bw. 
Pifmelar v. a. To paint. Pi'ntar Bw. 
Pinpore m. Lip. Labio. Bemerkenswertk , dass die Span» Wiir. 

sowohl als die Git. in diesem und dem folg. Art. gana^. 

gleich anheben. 

Pinsarra f. Crab-louse. Ladilla. Bw. 

Pipochi f. Block, stock. C^po. Bw. — Viell. das Span^Wort 
umgedreht mit Vorsetzung von: pi. 

Pisabaia s. pl. Buckles. Hebillas. 

Pistat. Account. Cuenta. ^Dinar pista' * To g!ve account% ' 
Dar caenta Bw. — Verin. von Span, pista f. Piste, traop 
des animaux. S. II. 245. u. vgl. Sp. rastrear. 

Pjfai Play Irv. ; nach Dief. aus d. Engl. VT, 

Plaatahar v. a. To follow, to pursue. Seguir Bw., der es 
mit Sskr. prasthäna (Going forth, proceeding, departing, 
S. JMarch of an assailant. 3. March) — vieU. nicht unpas- 
send s. Ih S44. — vgl. Plastani f. Compania, caterva 
que sigüe a ladrönes. — Dagegen : 

Prami f. A familj, a tribe. Faniilia, triba. Sskr. prastita 
(crowded, swarming) Bw. gehört verni. zu pra-säna (Born, 
produced). Vgl prasuti (Bringing fortb, as a jroung 8.Birth, 

• «4 * 



372 IIL WSrtoitiaGli. 

prodacUim S. Offspring, cUldren, a son or daogliter; Goth» 
firasts Et F. I. S15. Lat. prosapia ähnelt sehr dem Sskr. 
prasawa = prasütl, allein sein p würde nicht dem Sskr. w 
entsprechen können, Hesse sich aber viell. caasatiy fassen« 

Platetquero m. Coort Patio Bw. — Plaaa Lag'e Bisch. 
KaHUa f. Straw. Paja Bw. — Die Anlaute sind in beidm 

Art sowohl im Git als Sp* gleich. 
Ptoyttlmportanitj. PorfiaBw., s. parcharique. Sp.plaga? 
Pleicari Adj. Clear. Claro. Bw. — Das Span. W. anklingend. 
Fiifco Adj. Strange, rudo. Fantistico, basto. Rnss« Plok [?] 

Bw. 
j^Pomfio n. Gonrt, yard. Uorril Bw. viell. mit absichtlidiem 

Anklänge an pasnnö (Cortijo) wegen der Span. Ww. Acker 

(%ov() L. 15, 15.^ Dief. Siehe pchnv und sosi 11.851. 

„PraohitM Adj. Dirtj. Südo Bw. s. IL 166. Bengnf 
pr*» iotifiiviop äxa&a^rov L. 4, 33.^^ Dief. 

Prelumtna f., pritingina f. Week. Semana Bw. 

Ptetimelar v, a. To begin. Empezir. Bw.'s Vgl. mit Sskr. 
prastiwana (eig. Anfang der Bücher, weil sie mit Lobprei- 
sungen der Götter beginnen) schielt 

Prestaiid L Pasture-ground, meadow. Dehesa. 
Prmfßringue s. Hell. Infiemo. Sskr. pratäpana vgL Bw. ge-* 

wiss falsch. Vgl. IL 1S6. 
Pretobolar r. ^. To eure. Curar. 
Prulano m. Hedgehog. Erizo. 
JRrffw» f. Board, chin. Barba Bw, 
Pmsiatihi PIstol. Pistola Bw. — Vgl. In Betreff der Endung 

IL 301. und perdine Musket 

Pl$cßnar s. I. 448., z. B. pucana o chim de Deb^I 
L. 9, 60. Sdiweriich comp, mit kh&ray* 

Pitekil f. Life. Vlda. 
yyPitUßs Vögel L. Ton novW Dief. 
Ahm' iL 43. 

Pyrelar Nac^r, vgl. repur^lar Reßuqlt^r I. 140. Bw. 
PmscaU f. Pen , feather.« Pluma Bw. 

PfUar m. Well. Pozo. Nicht Sskr. pdtäla, wie Bw. will, 
aondem zu Lat puteus* 

JPchj ph* 

Dies sind die Stellvertreter sowohl für Sskr. ph (z. B. 
pcharavav) als bh. Bei Bisch, ist, namentlich in Wor- 
ten ansSzujew, das pch verkannt, und daher an die Stelle 
des c darin ein Vocal gesetzt So plhabai st pchabai; 



B». Wörterback 379 

pohu fit pcha; pohowjae st pdiawjac; poliral st pdiral 
(s. auch pchen); p^haro st pcbaro. — Einzelne Ww. ha- 
ben yiell. miiUnreclit vorn pch st p, und vmgekelirt ande- 
re, z« B. bock, baszoyay, b st bh. 

^Pchalh L der Flügel, -kböri FlögelchenPchm. — Paeka 
Flügel [PI?] Rtw, Pak Flügel, Fittich. Bisch. I phak, 
kakro, PI. phakka oder i phdk, phagh, pl. ga, 
pahgha, G. phagkakro; ausgestrichen i pak, -ka. 
Ferner andre phakka (aaf den Flügeln) = andro pä- 
ka Rüd. I. 6a =: pe pchatin Sz. S. 134. rgl. 13«. Pa- 
cker ling IL 37. y. Grolm. -^ Trotz der Form mit t neh- 
me ich doch nicht Sskr* pat zu Hülfe, sondern bloss Illiid. 
fjCJb pankh (Sskr. paksha , Prakr. pakkha Hüfer p. 63») m. 

A feather, a wing. S. noch pasch. 

Pchiio m. die Schulter Pchm,, pecko Achsel Rtw. Beides: 
pikko, woher pikkeskero thorin Achselband Bisch. 
Pico m. Shoulder. Hömbro Bw. Psikd rhumerus) Alter 
nr. 33. mit einem Zischlaut, wie in pssaF (s. pchral). O 
peko, keskero, Schulter, dni peke Zipp. st. des gleich- 
bedeutenden pakko, -ki Kr., was eine Beziehung zum 
Vor. andeutet, welche der zwischen Lat alar und axilla nidit 
unähnlich sein würde. Schwerlich zu Pers. JJbf haghal f. 

The arm-pit; embrace; auch kaum, etwa mit Umstellung 
der Aspir., pit'h (Sskr. prishtOia) f. The back Dief. Celt 
I. 95., angeblich auch Hd. pitth (costas). • — Pumen Bu 
(Shoulder) Bw, Hesse allenfalls auf indfuov (Scapulare ni6- 
nachicum) DC. rathen. 

^PchagSrav Ich breche, pchagerdo gebrochen, auch S. 57« 
pchagerindos yasten^a Tringend die Hände) s. L 4D0. 
436. Pchm, — Me pchagau Ich breche, pchag bre- 
chen [eig, Imper.] Sz. — Phaggö, phaggerdö (pha- 
gerdo zerbrechlich) gebrochen s. L 91. mit der ausdrück- 
lichen Angabe, dass es ph habe, obschon auch o phaggej 
geskero Eis II. 344. eben so angegeben wird. -» Her- 
ja paage Beine gebrochen. Tu paagerwehe Du zar- 
brichst, hqnte pagerwenn ihr sollt brechen, pager- 
denn sie brachen LG. Paggherben (rompre) Kog« — 
Perf. pagerdum (entzweihauen) , packjum (bredben) 
Rtw., welches letztere, bei Grellm. S. S97. S., yon Zipp. 
der IJnrichtigkeit geziehen wird, obschon er doch ander- 
wärts sagt: „Paggeryaya und paggaya soll einerlei 
sein. Me pagjum. Pagger tu!^^ Brocken: te pa- 
gaf als Umänderung für das ausgetilgte pagewaf. -r- 
Bakaf, bredien, knicken, b.akäwaJch bredie auf, tile 



374 m. Warteitmck. 

b. feb pftttdcew Bako g^brocben [wo ?] ^ bikSrdo bl sdiad- 
baft. Rakaf verschlagnen [wohl durch Druckf. r st. b, 
wog'eg^n: rakkeraf leske a g'lan vorbeagen — s.zure- 
den — ,, reden Ihm Tor^^ bezeichnen mag', falls man nicht 
gar an rakaf IL S68. denken will). Bakkeraf serbre- 
dien. A jawa [jowa*?] bakerdas peskeri herüies 
[s. I. 174.] Er hat sein Bein gebrochen. Ajow a ba- 
kerdas peske [peskre?] romiake u. ehebrechen, vgL 
L 441.: Er hat [sich?] gegen seine Frau verbrochen. Ver- 
bakkeraf Verbrechen begehen Bisch. Pagur Inr«, pä- 
ga, pägar (to break), pägar Crack (broke) Harr., das 
sich übrigens sicherlich von pigar I. 451. unterscheidet. 
Vgl. von Sskr. bhang': Bhagna (Torn, broken), bhägja 
To be proportioned or divided, bhanga Breaking, Split- 
ting cet. — Wahrsch. gehört zu dieser Wurzel auch pchen 
und das elg, Pers. bacht. 

*Bntkaf tile niederbeugen; bukkerwawa man Ich beuge 
mich L 436. Bisch. — Vgl. Sskr. bhugna (Crooked, cur- 
ved. % Bent, bowed, bending, stpoping) von bhug^ To 
bend, to make crooked. 

Panscheraf biegen, p. durch durchkriechen Bisch, s. I. 431. 
seheint des unasp. b in band'arav Pchm. S. 15. wegen 
nicht sowohl auf Sskr. bhangura (Crooked , bent) als yielm. 
auf bango IL 89. rückführbar. Noch bleibt aber, insbe- 
sondere unter Berücksichtigung des übrigens auch aus g er- 
klärlichen d', Dief.'s Hinweis auf Sskr. bandhura (Bowed, 
bent) , Engl, bent u. s. w. zu beachten mit der Bemerkung : 
,^Vgl. Benfey IL 95. (der die W. bandh mit mancherlei zu 
vermengen scheint), wozu noch u. A. Lat. pandare (incur- 
vare) von pandus, Span, pando etc.; viell. auch kjmr. pan- 
tu To involve, compass, depress cet., pant Bottom, Val- 
ley; und so noch viele Sprösslinge einer von Sskr. bandh 
verschiedenen Wurzel.^^ 

Pchuiravav s. L 447. nr. 15. 

Pcharavav s. L 446. nr. 12. Vgl. Hindi bhängana, pbüt'a- 
nä, phad'and (To burst, break, split), phäd'anä To cleave, 
lance, Part, et Adj. phat'ä Cloven, Subst. phäd'a, phat'a 
Cleft, laceration. Mahr. phädWe v. a. To tear, separate, 
brauch of ; phat'an'<i v. |i. To be tom* 

PehoÜnovav^ richtiger S. 15. pokhinövav Pchm. s. I. 4SS. 

IL 151. 344. 
PchuJkavav s. I. 448« Schwerlich als Ohrenbläserei zum Folg. 
Pthukni f. Blase, wovon bogina Pocke ganz verschieden 

schcipt. Pchm. — Etwa Hind. U^ phukm m. A bladder 



B. Worterbodk 375 

angeblich von a(^ phok m. Dregs , sedlment. % A4]. Hol- 

low; eher viell. von IaT^ phuknä (Ssfar. phntlrara) v. a« 

To blow, auch phünknä To blow with the breath; to blow 
np a fire, to blow a hörn. Mahr, phunkan'^ v. a. To paff, 
to blow. Poln. fuk (saasender Ton, Gepolter), tpvxv ^^^ 
JUgr. fovGxa (Blase, Harnblase, la vesica, aber auch Was- 
serblase) geben höchstens Anklänge« Dem letzten, Ngr. 
fvaotn^axf, viell. Hindi phunsi (pnstule) = Hind. ^^m*1^ 

(A pimple) u.s.w. Dfef. Celt. L p. 177. neigen pusch In- 
ka Blase, Tabacksbeutel Bisch«, piszot u. s. w. H.. 366. 
zu. — S. noch n. 125. und kuzzum -mi die Blase, i 
kuzum, G. makro, PI. mnia der Magen. 

„OpA«it/a, esJkero Gerste; giv unbek.^^ Zipp. zu Grellm. 
Sonst pukklo, pukleskero. Auch phöklo. 

Pchuj pfuj! als Interj. Pchm. S. 34. Vgl. Russ. 4>f , Poln. 
fe, fi, fuj, und, augenscheinlich nach dem D. pfnija 
tut te Pfui dir! LG. — Viell. daher pchuj Adj., nichts- 
würdig Pchm. S. 46., fui (Malnm, maligne. Uebel, böse. 
Male, schlecht.) Alter nr. 220. 922. S. noch Mist unter f. 

*Pckucxav mau Ich frage [eig. wohl: Ich erkundige mich], 
pchucziben m. dieFrage s. 1.377. 394. Pchm. — Butsch 

» Imp. frage Graf. Ms.; puch faskj, s. I. S32. Harr, mit 
dem Vgl. von Hind. ^y^ püchh f. Inqulry, Investigation, 

Uf:^^ (Sskr. prichchhana) v. a. To ask, to inquire; Im- 

per. ^yj. So auch schon im Pali und Prakr. u st. rlf Essai 

8ur le Pali p. 182. Delius p. 41. Viell. ward die Aspir. 
vom Schlüsse auf den Anfang übertragen. Ser buchos? 
nach Vulc. ausdrücklich mit ch Hispanicum und demnach auch 
hierin von buchos (liber; Buch) verschieden, sowie So 
pas cha sia? WIdh. S. 154. s. I. 339. Das s wäre in 
diesen Formen also Zeichen der 8. Pers. Im Ind.,' wie bei 
Pchnu; sonst könnte man das a vor s aus eha contrahirt 
denken und sia, wo nicht für D. Sie, etwa für Slaw. Refl. 
halten, so dass es hier tut, nach Analogie von Pchm.*s 
Construction , verträte. — Puchabar, puchararv. a. 
To question. Preguntär. Bw. Puchabar, puchabelar 
L. und nach Dief. bei Bw. sogar noch. mit r hinter p, fra- 
gen. Pucha Frage L. 20, 30. Dief. weist noch hin auf 
brichardilar To ask, implore. Rogär Bw. — Putscht 
penn Frage, Verhör; putschäwa tutcr Ich frage dich 
I. 235. 187. mit dem Abi. Bisch., wie 186. Rtw. neben puz- 
zerdaspes [er hat sich befragt?], entschliessen , 241. So 
auch LG.: Putschdass leater (quaesivit ex eo). Ho 



tfjß m. Wörterbuch. 

putscKeke mandjer dolcske? Was fragst du mich dar- 
um? aber sogleich dahinter mit Acc., wie auch z.B. 1.337« 
Pm Sskr. mit doppeltem Acc.]: Putsche dolen, colFe 

. schuntennless Frage die daram, die es gehört haben. 
— Sso kamela ado manasch? Pala koueste pn- 
tschela jov^? Was will dieser Mensch? nach wem fragt 
er? Jov putschela pala totte, mro rei [von reia 
hinten a ausgestrichen]! Er fragt nach dir, m. H. Pn- 
tschoeha tu pala mandc? Fragst du nach mir? Sso 

' hamena tume^ Pala kohneste putschena tume? 
Was begehrt, nach wem fragt ihr? Putschena pala 
man de ada manuscha? Fragen die Leute nach mir? 
Putschte jol p. m.? Haben sie nach mir gefragt? Na 
putschJas keek p. m«? Hat niemand nach mir gefragt? 
Zipp. 

"Pthuv f. die Erde Pchm. — ,,P-hon Terra. P et A sepa- 
ratim una syllaba efferenda, non ut y^^Vulc«; — eine fibar- 
aus merkwürdige Uebercinstimmung mit der Aussprache 
Sans kr. Aspiraten, wie sie uns beschrieben wird z. B. 
Bopp Gr. er. n 23.^ wonach ,,/i& non uti / pronuncianda 
est, sed uti ph in Angl. hap-hazard'^ oder nach O.Frank 
bh, wie Lat. ab hcu)^ th^ wie cto hoc. Daraus erklärt 
sich dann auch z. B. der Compar. Sskr. bhuyas von bahu, 
oder Malaj. bahägi (partager) aus Sskr. bhaga Schleierm« 
rinfl. p. 469. Pahou Meg. nach DIef.'s Anführung hat 
diese Schreibung venu, rein willkührllch der bei Vulc. un- 
tergeschoben. — Ep-hu (terra) Lud. Pchu Erde, pe 
pchujae [pri puh Rfid. L 68.; Pchm. S. 54. hat pro 
pchuv zur Erde] auf die Erde S. 134. Sz. Pu, bu, pu- 
be, jepebu [epebu aus dem Yoc. Petr. Sz. S. 126. mit 
Torgeschobenem Art. ; kaum aber b verdruckt st* h ; übri- 
gens Zipp. unbekj Terra. Erde , Land Alter nr. 97. , p u 
(ager) nr. 195. Grellm. , der hieraus schöpfte , hat S, 922. 
1. bhu, allein phu S. 288. S. — Bülh (earth) Ous., aber 
behit Erde Scetz., welches letztere sich freilich anschei- 
nend entfernt von Hind. j^ (Sskr. bhü) bhü f. Earth, bJiü- 

tal Under the earth, the earth; »yi^ bhüm (Sskr. bhüml) 

f. Land, earth, the earth (Pers, «^). Wo das Zig. v am 

Ende zeigt, hält Dief. dasselbe nur aus dem u entwickelt, 
nicht aber entstanden aus m. Prakr. ponhavi (Sskr. prithi- 
yi) Essai sur le Pali p. 159. kommt kaum in Betracht. — 
Pofe (champ) Kog«, aber pup (terre) Erde aus GralT. 
Phu, puf. L. — Poor (ground) Irr. verm. nur irrthüm- 
lich mit r st« y, da Hiad. bhür (Sandy ground) sdiwerlich 



B. Wörteiimafe 87f 

das Reiskte gMit ^ Phove or pli^vee (thetuiky pnl 
daher ftiepou (a garden) mit Bd^. fine Brj« Bei Harr*: 
Groand v.field Paw [schwerlidi gciiaql], aber Field (Uad) 
pur s» II. 80. ISe. — Pobiackroh gajo s. L 149. vnri* 
70. Rtw. Dagegen pabiskSro^ wie tod einem masc* L 
ISl.^ pnb Erde, t^lepubo nnterirdisch Biscb« I phn^ 
pbü [i pah ausgestr.j, phüvjakro, aodi phnjakro^ 
ph^jakkro) PL phuja Erde. A skt aprj pkd Es Ist 
aof der Erde. Joy hi je rei drale mar! pdh (maari 
p u h j a 1 1 e r) Er ist ein Herr ans meiner Hefmatli* -* 
Pooingnree Inr.) proringra (pomme de terre) Kog.^ 
worin r -^ trotz poor Inr. s. ob« — wabrscb, Versehen 
st. oder L BeiZipp. pujingheri [dies ansgestn] Kar- 
toiRsln Ton pA Erde. PI. gerija. An e. a. 0. ,,1 phnv^ 
jingeri, G. geriafcro, PI. phnrjingere. Dieses W. 
hat e im PI., well es ein Nominale ist^^ — ein Grund, des- 
sen Gewicht ich nicht verstehe, xumal wieder an einem 
dritten Ortet jek puhjingeri, pl» gerija steht* Wäre 
e richtig, so müsste es in diesem Fidle masc sein. Auf-« 
fallender erachte ich , dass diese Ww» vom plural sind. •-*- 
Hieher auch ohne Widerrede bei den LieiL Z. puiakero 
Maulwurf, obschon ich bei Kruse dasselbe aus Esthn. put 
(Baum) und kerama (umkehren) gedeutet finde. 

"^Pchuufjae Sz. S. 125. und aus dem VoC. Petrop* rtditig 
powjae, Hind. baong Ib., so dass tu now^Ja (superci^ 
lia) Alter nr. Sl. sicherlich n st. p falsch ist, und von 
ihm yocne coenue Bry. s. I* 149* II. 46» kein Licht em- 
pfängt. Pchova Pchm., powja Bisch., i poov, la^ 
kro, pK ja Augenbrauen, aber a« e. a. St. povta (pp^ 
va in pov verändert), i p6y, G. povakro Zipp* — 

Hind. «J^ bhmh f., ^3^ hhaun t (Ssfar» bhrd, Per». 
yA) The ejebrow Skakesp. p» 146-^ 7* Tassy p. 85« 
B^ä (sobran cellhas) und Pali subhd bereits ohne t st. 
Sskr. subhru {jtiioif^g) Essai p. 92. bei Dief. «- Ob po, 
Diebesspr. Thiirling, Schelbling (Auge; nicht: Kopf) hie^ 
her, 8. iL 47. — Vgl. noch IL 250. 

*0 phumb^ phumbesieroj PL ba ZIpp., pomb der Eiter 
Bisch. — Mahr, pu m. (Pus), Hind. s;>w^ piA (Sskr. pdjra 
n.) f. Pus, matter, purulent running, Lat. pus. 

PchivlOj i Wittwer, e Pchm«, piblo, t Id. und verwittwet 
Bisch* Pewii Wittwe Rtw. und daraus Grellm. S. 295.2. 
und Kog., so dass ich DteL's Meinung, die Aussprache 
mdge E^i^isch sein, nicht beitreten kann, somal audk jiewil 

24*'* 



9. WorterbucL 87» 

pakrlSno diklo sefdeies Halstodi Bisick — Zlpp«: Paa- 
reno diklo ein seiden Toch. Paareno kdwa läeidci- 
zeug, -Sachen s. II. 119. von o paar, reskero, ra 
Zipp., pkaar, pl. pkaara Seide Kr. Na na! annen 
mange keschelune cholerva Nein, nein, brin^ mir 
meine seidenen Sirflmpfe. Zipp. — Hind. pSUt m. Sllk; fml^ 
m. A clotk* Sskr. patVa nu Cloth* Colonred clotk. Woye 
silk. 

^PchirQ sckwer, pchariben m. dieSdwere Pck». Pcka- 
rö L S8. Sz., pISharo [also woki pek » ph] sekwer 
Biscb. Phaaro schwer, aber baro gross Kr. Pkari(, 
paro schwer, pfiäro beschwerlich, d. I. schwer. Ph&- 
ro, paaro (diffidlis). parepen, paskro, pena Last. 
Me liggervara baro parepen Ich trage eine schwere 
Last Zipp. — Bari schwanger, trächtig Bisch, ist schwer- 
lich magna als f. zu baro, sondern als pari Rtw., Bttd. 
L65.7i., paari Luc I. 36. Fr. = cambri Bw. fem., zu 
unserm gegenwärtigen VT«, s. IL 149«, obschon HoU. so- 
wohl groot (eig. gross) als zwaar (schwer) gaan fßr: 
schwanger gehen beiderlei Erklärung rechtfertigen könnte. 
Bemerkenswerther Weise übrigens findet sich Dir das D. 
„guter Hoifnung^^ auch im Hind. s. Shakesp. p. 67. eine 

Parallele in dem ^^ juaS ummed se Pregnant vom Pers. 

ummed Hope; (in Hind.) Pregnancj. — Rtw. paro (Last) 
Ist vielm. Adj. und sein, Zipp. und Pchm. unbekanntes 
birda (Bttrde) stammt aus dem Deutschen, scheint aber 
auch dem Zig. wurzelverwandt, gleich dem jedenfalls «n 
ein r gekommenen pado (Bürden, a load) Harr., das man 
gewiss mit mehr Recht hleher als zu pcherdo stellt« Da- 
her Grellm. S. M3. 2. : „paro, birda, Hind. bharr, birz[?] 
die Last ^S allein Derselbe hat S. 297. bharahilo (schwer), 
das ich nicht mit Zipp. s. I. S43. zu baro (gross), son- 
dern, schon der Aspirate wegen, zu dem von ihm selbst zu 
Grellm. beigebrachten, phäro (schwer) zähle. — Man vgl. 

Hind. LL^ bhärä (Sskr. bhära) m. A load, burthen; jL^ 

bhär m. Weight, gravitjr, fagot, woher ^^L^ hhmrt Hea- 

vy, weight j; big, great, fat, large; troublesome cet. von 
S. bhri (ferre, gestare) =s Goth. bairan (woher auch: gebäh- 

rcn) Et. F. I. 220«, und daraus Pers. .I4 m% Load, bürden, 

heaviness, pregnancj [also wie im ZlgJ, fruit cet. Das 
Alban. nd^QB (schwanger) neben na^Q£ (Last) — beide mit 
punctirtem n — sind natärlich unter sich verwandt, allein 
der Anklang an die an^efthrtei» Ww. ist all^ Vermirthang 



8GK)' m« WSrterbitcIi« 

■adh 80 safklllf^ als an das, wfnfgstens letsteren vdlllg^ 
liremde ßa^g == Sgfar. f^ams. 

^Pßherdo voll; pcheribnaskeri f. eine Flinte Pokm« 
Pherdtf geschöpft; beisst aucli: voll, sagt Zipp.; z, B* 
knöpflcht-rr perdo kotschika vollKnöpfe; und zn Grellm. 
8.W7.298.S. „Me kerava perdo Ick erfülle ; perdo al- 
lein heisst: voll^^, weil nämlich daselbst aas Rtw,: perdo (voll, 
imilen, erfüllen) steht. De man te pjel te tschoor o 
w^alen perdo Gebt mir zu trinken und schenkt das Glas 
Toll ZIpp. y vgl. L 803. und gerraf pferdo vollenden 
Blsdi. Pardo, I Grait Ms«, barrdo voll, neben barr 
Leib (s. 11.356,) L. I. 41., parrdo 68* i. B. p. hell, 
g^'olstester [mit dem Abi.] lY. 1. Fr. = perelaltf [fem. 
9-i L. 1, 41.] e Penicbe Bw, — Perdo voll, Part.beladen, 
perdo rad hi vollblütig [voll Bl. Ist er], gatsche per- 
de [voll Leute] bevölkert Gerraf lauter schikker 
pendo [n verdruckt st. r?] eig. alles schön voll machon, 
d.i, verzieren. Tschaf [d.i. gehen] per wimmeln. Par- 
raf stopfen-, z«B. p&rrela tschantelles Er stopft die 
Pfbife. Bisch» — Unstreitig doch auch hieher perawa 
schöpfen Rtw. =& peerava II* 356,, woher z. B. Part^ 
perdando perepenn Zipp. — * Pordo Brj»; ohne r 
padoo, Hindf poora (füll) Irv., perdo, podo (plein) 
Kog. P o F , Hd. poör (füll) — d. h. das ins Hd. aufge-r 
■ommene Pers. ^ pur Adj, Fall, complete, loaded, charr- 

ged SS Hdf i^^ pürä (Sskr, p&rn'a) A^j. Entire, exaot, 

füll cet. von üp^ V. n, To be filled — könnte man, da 

Rieh, sonst mitBry. übereinstimmt, einer Verschlimmbesserung 
durch Ihn aus pordo bezichtigen, obschon er dagegen zu 
demGre11m.'sGhen perdo HInd, poordo (Tofill up, to accom-r 
plish) beibringt, was höchstens Imper. oder Part, sein könnte i 

|Id. lj\j^ puränä v. a. ist To fill, purwänä v. a. To caur- 

se to flii, auch piirä harnä v, a. To fill, to reimburse, 
Por als Yar, bei Bisch, floss gewiss ans Hichy durch das 
Medium von Mithr. IV, 84,, und bewiese demnach nichts^ 
Nun hat aber auch Harr»; „Ful} (complete) — Peru, Hind, 
^ ft'ar, Pors. ^ pwir.^' Daneben aber gleichfalls perdo 

(to fill up), Hd. Up ^ bhar denä v. a. To paj; to fiU; 

to reimburse; to dam Shakesp. p. 140., dessen Imper. 
Vuv-'do (Fill) Harr, namentlich geltend macht. — Perdo, 
perdoripe (mit r&thselhaftem Zusätze, der sich beinahe 
wie eine umgekehrte Rednpl. ausnimmt), perelalo [pl. 
^I^s !/,] 4AJI* Fall, |ilen0| Se^crt pMt» Bw^ wo^n auch 



B. WiirteriinGl. S81 

perdiSö f. Mnsket Escop^te, perdin^les pl. fiscoj^ct^ 
rosy a. ob. Pchin., gehören, iHdem man dabei Rothwelsch 
perschiren (Gewehr laden) v. Grolni. vor Äugten hatte. 
Sonst bei Zipp.: Kizi pulvra hi- tot ana tro hör- 
DOS? Wie viel Palver hast du in deinem Home? Man 
hl akkia bat, ke trianda wolta fsasti laderyara 
Ich habe so viel, dass ich SOmal laden kann. — Adam hat 
für Füll A4J*: Purn'a, sampurn'a, piir4 einer- und bhträ 
anderseits, ja sogar Beides ausammen in bbarapdra, so dass 
die Frage entsteht, an weldbem dieser beiden unsere Zig. 
Ww. gehören. Antwort, falls man etwa por, poru aus- 
nimmt, weiche dem Sskr. pri (Implere; auch Negotium per- 

ficere) Westerg. p, 77. 13. Et. F. 1.364. näher stehen mögen: 
Zu Sskr. bhri, was ausser Ferre, nutrire auch implere fFe- 
sterg. p. 65., (To fill mis.), Part bhrlta, bharita, unter 
Anderem auch Filled, bedeutet. Daher dann Hd. bhartmä 
y. a* To Sil, to cause to fill; to cover (a mare) — vgl. 
obf schwanger — , femer ^ (Sskr. bhara Mach, excessi- 

ve, wie bhrifa, womit ich sowohl Lat. firequens als fardre 
— r s. ob. Bisch, stopfen — rerelnigen möchte), bhar AdJ. 
Füll, as much as, as far as, up to, whole, all cet; \j^ 

hharä AdJ. Füll. Hieraus würde aber Gleichstämmi^eit 
für den vor. Art und den jetzigen folgen« 

"^Pchüro alt; pchuriben m. I. 139«; Voc.pchureja Alter! 
pchurovay s. 1.428. Pchm. Pchurl das alte Weib Sz.S.lC& 
Pfurö, puro (yetus, senex) Alter nr. 902. P u r o Rtw., p u r o, 
i GraiT. Ms., puro alt, puriben das Alter Rüd. 1.71. — 
Phuro, pdhro, puro, phuranno alt, puro yeraltet, 
„Alter -r- purepen, 6. purepeskero, auch pure- 
pen, paskro, na. Puro ziro die alte Zeit^^ Puro 
(auch purano) manusch ein alter Mensch. Ssir pu- 
ranno hl tro rei pr&hl? Joy hi deschberschln- 
gro. Wie alt ist dein Herr Bruder? Er ist lOjährig^ 
Ssir puri hi tri [terni, junge] peen? Joj hi descho 
dui berschingeri. Wie alt ist deine Jungfer Schwe- 
ster? 12 Jahr alt S. auch 11,77. Zipp. — Liefl. Z. paur 
oder purom [mit rom H. 275.] ein Alter, und pru rom- 
ni eine Alte. — Paroo Iry., puro Old. Yiejo. Sskr. 
pura [eig. ein Indecl.]j Pers, ^ (vgl. Et F. II. 587.) 

Bw. — Engl. Z. puru, Span, Z. puri — doch wohl fem. 
— (Old) und dort puru mush (Old man), wie hier pa- 
ri; puro. Harr. p. 535. Er ygl aber Hind. ÜU pmränä 
(SskTf purün^a 0|d, «at^t) A^}, Old; ferjier l»^ [^ ^ua- 



S82 IIL Worterbadu 

Mp.] büi/h& A^. Oid; an old man sSsbr. wriddha, wel- 
chem leisteren indess Shakesp. aaoli Hd« so^ briddh or 

vriddka Adj. Old i^leichstellt 8. IL 78. Im Uebrigen soll 
nacli Harr, dem purti mush ein Ild. bad'a-manush entspre- 
chen, worunter nor das angefahrte W. gemeint sein kann: 
dem pvrv jorn (Old woman) hingegen ein Ild. pnrana- 
jovan 8. IL 215.; — höchst unwahrscheinlich, da unser 
Zig. W» sicherlich nichts Anderem als den Indischen, rom 
mit p beginnenden Wörtern parallel geht. Buda; pnra- 
na (das Alter) Grellm. S.2I^. 1. 893.8. und daraus Bisch., 
obschon er das 8., wie sein Eigenthum, giebt, nehme Ich 
In starken Verdacht, Alschlich fQr Zig. ausgegeben zu sein, 
da sie im Voc* Petrop. als Malabarisch gelten. Vgl. In- 
dogerm. Sprachst. S« 43. — Porutschau s. II. 188. — 
Porado yeraltet, puro alt, gana puro uralt, poro 
maro [alt Brot] altbacken« Puropa Alter, Abi. puro- 
p^nder (rom Alter) o. altersschwach s, I. 190. Bisch. 

^I^hirav Idi gehe (Böhm, chodjm) Pchm. — Phlrao, Ung. 
Jarok. Andare — der Schlnss verm. s -ar Im Präs., 
Tgl. trambao 11.891. — neben pumro Lap. Piede Pred. 
p. 818. aus JUolnar. — Piren Walking, walk Harr. Pi- 
rar y. n. To walk. Andar. Proper ly, To flj, Pers. 
^^v\^ Bw. Diese Bemerkung ist falsch. Ihm entspridit 

Tiehn. Hindi phirna (To walk, jaunt), Hind. li^ phimä 

V. n. To turn, to return, walk about, whire, wheel, wan- 
der, und eine Verwandtschaft mit piro (Fuss) H.BSl«, so 
nahe sie begrifflich läge, wird doch durch die ursprüngli- 
die Verschiedenheit der beiderseitigen Aulaute unsicher. 

• 

Pchurdt Pchm., i purt, purtjakro, purtja Zipp., t 
port Brücke, s. auch Zugbrücke Bisch. Porgee (a brid- 
ge) Bty. p. 388. verm. anglisirt, wo nicht eig. PI. mit 
Mouillirung des t. Gewiss nicht Lat. pons, sondern aus 
dem Persischen Sprachkreise: Ghilek purd Chodzko, Spec. 
p.456., Zend. pSrStu Or. Ztschr. 111.49. — Bw. hat per- 
peni f. und pul m. (Puente), welches zweite richtig von 
ihm als Pers. y^ pul m. (A bridge, an embankment) ge- 

fasst wird, indem das von ihm zugleich beigefligte Sskr. 
päli (A raised bank, a causewaj, a bridge) höchstens eine 
entferntere Beziehung dazu hat 

^^^jtlgdtiy Ich blase auf s. 1.396., pchurdipen der Athem 

^^Jl^^SSr— Purdepaskri Pfeife (blasende) Rtw. — DI- 

>^t tnmee jek greis, kohn mange agUl vela 

H^lMtlpiint]^ ke ■»■ hi bni latncho. Sehet da ein 



B* Worterbnclu 888 

Pferi, weIckM «rir rrnkmani^ ids teage es nicht. Denn 
taine man vayer (^reis; me adales na kanrnva* 
Pkordenntf hL Gebt mir ein ander Pfard; dies befr^kre 
ich nicht Es ist dampficht s. L ISS. Zipp. — Portiwa 
apo g-oliste (anhauchen einen). Portamaskro Blase- 
rohr, -kri Trompete, Fa^t und ttberhanpt jedes Blasin- 
strnment (baro p. Posaune), portamang'ri [Fem. oder 
PI.?] Blasebalg s. I. 141. 306. IL S31. 366. Bisch. — Me 
pchurdaw Idi blase, aber porraw (gähnen) Sn., welcJies 
letaterean pcharar (ich öffne) oder, wegen des o, allenfalls 
auch an pchutrayav- I. 447. erinnert Ph und sph be- 
ginnt im Sskr. solche Wurzeln, die einen gewaltsamen Laut 
des Berstens, Spaltens u. s. f. bezeichnen. Siehe phukni« 
Leidit möglich daher, dass unser Verhum ein Comp, ist aus 
dav etwa mit Hind. o^ phüt' (A flaw) von phüinä 

(Sskr. sphut'ana) y. n. To be broken, to burst; to arise 
(as a smell) or to burst forth. ^ phurr m. The noise of 

a bird, as a partridge or quail, suddenly taking wiog; or, 
of a small quantity of gunpowder exploding. J^p phül 

(Sskr. phnlla) m. A flower, a blossem; a swelling; lights 
or fire (seen at night); phül par'nä v. n. To break out 
Ta fire); im Hindi phülana (To blow, blnnder) ron phnla 
(Blunder, subst). Mahr, phnraphuran'ä y. n. (To snort), 
allein Hind. phurphuränä y. n. To tremble; to wave (as 
hair in the wind). — Harr, mit Unterdrückung von r: Blow 
(as the wind) Pude. Blows (the wind) Beval pude, 
bevo pude. Blow (up the fire) s. n.47. — Auch möch- 
te Dief. puraf (sengen) H. 356. des Geräusches wegen 
hieher bringen, mahnt übrigens auch an parta H. 3&., 
das viell. von Sskr. pratapa (Heat^ splendour, brilliance) 
ausgehen könnte, wie das ihm von Shakesp. und VuUers 
Inst p. 32. gleichgesetzte Pers. yi^ partu m. Light, the 

sun-beams, rajs, obschon in diesem p noch durch ^ ver- 
treten wird. 

Bhara doMo (Lamm) Grellm. S. S9L 1. Siehe ob. H. 79. 
83 — 4. Nach Grellm. s. v. a. Hd. bhjra, bhjri, d.h. ty^ 

hker^ä m. A ram, ^-xj^ hhh^t f. An ewe, Sskr. bhed'ra ; 

ein Vergleich, der wenigstens noch nicht als zweifellos hin- 
genommen werden kann. Braji f. Schaf, Lamm L., bra- 
com., braquif. Bw. u. s. w. scheint ebenfalls ganz an- 
derer Art. Span, braco ist = Frz. braque. 

Pchral m. der Bruder, Dem. pchraldro Pchm., pchral 
Sx. S. 1S8. nnd daselbst ans den Voc^ Petr. pschal [viell. 



3M UL Wörterbqdk 

irit Pobi. n — 8. ob. pchiko — , obsckon tm Pota. brat 
für Bruder] and brale, vgl. mit Hd. berag*, Ibah, bei; 
aber pffaT, prale (firater) Alter nr. 7« Präl GralT. Ms. 
«nd S. 39. pr&l (pral)-la Parad. s. I. 240. Zipp. 
Prablasliero (praleskero Zipp.) romni Brudersweib 
Kr. u* s. w. 8. L 146. — Praal Camerad Rtw. s. mala* 
•— Liefl. Z. pralil Bruder, Sjn Z. babarür (bacba-* 
rür) 8. L 78-9 das man mit Afj^. ^^.^ Kusammengestellt 

hat, w&brend bor bei den Pers« Zig. nach Ous. allenfalls für 
Kürzung' des Pers. ^c^ß hirädar Shakesp., Tom mit n 

Vnllersp. 16. undCast, welchem Letzteren zufolge es auch 
oft st. q>tkog steht (vgl. .^j = -mo Et. F. I. 90* und Frz. 

frere aus frater), gelten könnte. Die Formen mit b vorn: 
Brale Rüd..I. 66., brahl Bisch., Zig. brahl, allein in 
Diebesspr. braske, brifschen [Poln. bracki, brüderlich?] 
zeigen eine, wenn gleich viell. zufällige , doch höchst merk- 
würdige Aehnlichkeit mit Lettisch brahlis, Lith. brolis, die 
ich aus Sskr. bhrStr! in der Weise deute, dass t schwand, 
1 aber Dissimilations halber für das zweite r eintrat« Mahr. 

bhäu , bhrätä, bandhu; Hind. ^«l^ hhälj L^j bhaiyä 
(Brother) und daher bhSi-band (Sskr. bhritrifbandhu) m. 
Brothers, relations, friends, sodann bhdwahy bhaHiü (an- 
geblich aus Sskr. bhrätri'wadhü) f. A younger brother's 
wife; bhusur (Sskr. bhrätri^wa^ura) m. A husband's eider 
brothcr; Ma^Tia (Sskr. bhrätri-g'a)m. Nephew, brother's son, 
-^t f. Niece ; bhäbhi (Sskr. bhrdtri) f. A brother's wife — s« 
pohrin IL 358. — lassen, in so fern sie wirklich Kürzungen 
~ vgl U. 309. — aus Sskn bhrätri sein sollten, kaum eine 

Verwandtschaft mit {jtiy ^^ (Soeur) zu, obschon dieses 

Tassy p. 38. als Motion von ^^Ljj (Frfere) betrachtet — 
Pal Brj., Kog«, päla (Brother) Harr. p. 539. wird von 
diesem mit Hd» "^L Tpaln (son) -—nein b: bäls A boj 
Shakesp. p. 95. — vgl.; allein, da bloss r ausgefallen 
scheint) verm« irrig. — Pel and nookipel are terms of 
respect and endearment addressed to men Irv. p. 61. brauch- 
te nicht: Bruder zu sein, und ist, da Dyl nooki-dy Ib. 
als Gruss an Frauen gilt, dies aber auf dei (Mutter) II. 
309. führt, vielL mit Recht ron Dief. Hall. A. L. Z. nr. 69. 
p. 550. als Verderbniss aus Sskn pitri (Vater) angesehen 
worden. Ist nooki etwa Pron. poss. (Lat* noster)? oder 

Adj. in dem Sinne von Pers* ^SA nek (Good , luck j) z. B. 
ntk-'W^i (A good nan) oder Hd. ^^^ lukt (Sskr. sndhi) 



a WBrteribncI^ 

A fHeiid? — ^»Plftl) plan, piano m. BrotW. RmiiÄNi. 

— The first of these words is neithi^r morc nor less tkat 
the En^Iish palj a cant express^on mach In nse amoitgsC 
thieves, which si^ifies a comrade or brother in villalnj/^ 
Bw. Dies p a 1 selbst ist aber wahrsch. erst dem Ztg. ent- 
lehnt, und vielL ohne Verwandtschaft mit mal, jedoch nach 
diesem geformt. Plal z. B. L.90, 88. scheint dem obi- 
gen pchral durchaus bis auf I st. r entsprechend; weitere 
scherzhafte Umbildungen sind dann aber plan (fan Span« 
ein Plan u.s. w.), piano (im Sp. Piain, plat, unf, '«ans 
inegalite: also etwa wie im Deutschen Rothw. Gleicher. st 
Mitgesell?) nebst dem Fem. plana Bw. IL ISO. (im Sp. 
Truelle. Page d*nn livre. Plaine, plate campagne) sowie 
plani Bw., plarii L. für: Schwester. Dief. 1. 1. S. ÖSf. 
nennt noch opranos Bw.IL*132. [also noch, oder wieder — 
mitr! o yerm.Art.], dasDem. masc. planelillo, femer z.B. 
L. 80, 89. eftapialores imä adeXqiolj welche Form er 
aus Sshr. bhritaras (fratres) entstanden glaubt, als habe 
sich die Endung, etwa unter Einfluss des Dakorom. PI. nri 
(lt. ora)* über die gewöhnliche Grenze verbreitet. Meines 
Eraditens ist es , obschon solche mehrere Autoren , so z. B. 
Rüd. I. 78., der darin eine Uebereinstimmung des Zig. mit 
dem Hind. erblickt, dem Rom. bestreiten, nichts weiter als 
Dem in., wie z. B. schon bei Grellm. S. 885. !• czlrik- 
loro kleine Vögel. Siehe uns I. 108. Auch hat Borrow 
in seiner Bible in Spain (Deutsch unter dem Titel : Fünf 
Jahre in Spanien Bresl. 1844. Bd.I. S. 189.) planoro flr: 
(leiblicher) Bruder. P anal es q)tkoi L. ist allerdings ge- 
wiss auch Umbildung unseres W.'s, allein zu dem, selbst 
begriffiich nicht unpassenden Span, panal (Rayon, gäteaa 
de miel. Chosc qui flatte le goüt, les sens). 

"^Pchen f. Schwester, Dem. pchendri Pchm. Pchen Sz. 
1. 188., pön (soror) Alter nr. 8. und daraus wohl paen 
Grellm. S. 895. 8. — Geschwister (soror) peen Rtw. S. 15., 
woraus eine Verwechselung S. 8i8. ihre Bestätigung em- 
pfängt s. ob. 1.70. — Pehn, peen Bisch., pen GralT. 
S. 50., pehn v. Grolm., behn Ous., pan and pen Bry., 
pen Harr. — I peen (pheen) -a, auch G. peenjakro, 
pen ja s. Parad. I. 196., vgl. auch 146. Zipp«, und mit 
Quetschlaut statt der Mouillirung PI. pendchias L. 14, 86. 

— Aus Hind. Ua^ bhenä Shakesp. p. 149., q^j hahin or 

bahan p. 144., Mahr, bahtn'a, Sskr. bhagini, bhagni, 
Prakr. bahin'i (soror) Lassen Inst. p. S03. 810. wird es von 
Dief. mit Recht gedeutet; Bopp's Erklärung aus Sskn 
swasri war rerfehlt. 
IL 85 



Wm DDL WcirtefliiifL 

^Pek^mav Idk tmge. PckenU [I. SlO.], pehenel Gelt! 
iprickt «ie Pchm. S. 71^ pchendyndos S. 57. 61. vg^l. 
«B8 L 404. mit einem fiberflassig^n d, daa in terdindos 
glekend S.58.) cxumidindos besser gerechtfertigt scheint. 

. -^ Pennaf reden ^ sagen, sprechen Bisch. — ^^Pen Imp. 
rede, sage, vgl. rakker II. 268«, sprich.^^ Graff. Ms. Ausser- 
dem meint er handschriftlich %n S. 40», dass es statt: ^yMe 
rakkerwaha a tschatschaben Ich rede die W^ahrheit^^ 

. wohl penaba heissen müsse, indem penaben S. 50* nicht 
sowohl: sprechen, als yielm.: sagen bezeichne, z.B. me 
penaba (nicht: rakkerwaha) dudde, di dschahes. 
Es steht übrigens dabei der Dat. auf - k e s. I. 179. 18a 
183. So LG.: Penn menge les Sage es uns. Pen- 
nawa tumenge les Ich sage es euch. Aber eben da: 

. rakkerwenne ihr antwortet; pendenn le sprachen sie; 
tume penneneles Ihr saget's. — Me pennawa Ich 
sage; Perf. penjum. Pen leske sage du ihm, turne 
pennen lenge sagt ihnen. Sso kamoeha? fso pen- 
noeha? Was willst du? was sagst du? Ssir penne- 
na tume? Wie sagt ihr? Me pennava ada tscha- 
tschenes. Ich sage es in rechtem .Ernste. Sso pennela 
jov (joj')? Was sagt er (sie)? Jov (joj) na pen- 
nela tschi. Er (sie) sagt nichts. Jov noch na pen- 
Jas mange adolester tschi Er hat mir noch nichts 
davon gesagt. Sso pennena tume ado koveske? 
Was sagt ihr dazu? adolester? davon? Befehlen: Jow 
penJas Er befiehlt [nein: Perf.]. Me pennawa, tu pen- 
na [unstr. -ä contr. aus -eha], jov pennela.> Praet. 
me pennjum, tu pennjal, jov pennjas. Penne- 
pen Gebot. Me pennava tokke noch jek wolta Ich 
verbiete [vielm. sage I. 380.] dir es noch einmal. Zipp. — 
„Pennawa sagen (reden) ^^ Rtw. Femer Imper. I. 3X0. 
pen (Antwort), was auchGrellm. daher entlehnte; Zipp. ver- 
bessert: Penn mange paali Gieb mir eine Antwort (eig. 
sprich zurück) und lässt auch die Part, paali bei Kr. mit 
Recht nicht für eig. Antwort bezeichnend gelten. — Pe- 
nar L. To say, speak* Decir, hablar. Bw., bei dem auch 
pendar Id. und contr apenar Widerreden L. — Prät. 
pendum melden, me nina [d.i. auch] pendum Beifall; 
pändium Meinung I. 39^ Rtw« Vgl. II. 346., wonach 
das letzte ganz verschiedenen Stammes sein möchte, falls 
man nicht etwa das Denken als innerliches Sprechen auch 
hier aufTassen darf. Dalla pendafs = toi denke- 
dass Pilatus da gedachte P. LG. Die Lautähnllchteit 
mit pencbar denken L. s. ob. und vollends pincherar 



II. 361. sowie penjcke Geist L. scheint rein «iMHg-. 
Sonderbar sind nocli Rtw. penn es mftn^i [etwa DIcas 
mllii?] erinnern, und penen^es mangi errathen« — Ssjkr. 
' blian' (Loqni, dicere) cum: prati (respondere) rgl. Delius 
p. 49. 

^Pchandav Ick yerscliliesse; binde Pclini. 8.14.9 pclianillo 
verschlossen S. 31. — S. ob. I. 125. 397. 453. «nd Parad. 
469. Har Jon Jesnm pannedenn nachdem sie J* jr^* 
bunden hatten LG. Pandel! Pferch y. Grolni. 1 paiidli 
ein Amt [unter: Hof]; daher Amtmann: o pandlia- 
kro, auch pandjakro, G. pandiakereskero [mit 
dopp. sog". Gen.], PI. pandjingere ZIpp. -^ U bandlo 
Horde, Schafhürde (s. Corr. hei Bisch.), bandaf binden, 
verbinden, knebeln, versperren, soroüs [d. i. fest] ban- 
daf wühteres verrammeln die Thttre, bandif che- 
achhew, cheachhewes s. I. 174. ein Loch sv-, ver- 
stopfen. Bandela Verband [eig. wohl Ligat]. Me ban^- 
dadum man a g^oleha Ich habe mich mit dem verbnndeffx 
u. Bündniss schliessen. Band* o wuhteriis apr^ mach 
die Thur auf Bisch., vg>l. me kerava apri baklo Ich 
mache das Schloss auf Zipp«, despandar aufmadien L. 
Pand! (Bind), pandi to pre [Pand' it opre?] I. 348., von 
Harr, mit Hd. bändo y^JüU vgl. — Pandopen binden 

[vielm. Subst.: das B.; daraus Grellm. bandopen], pan- 
jum [Idi habe] geknüpft, pandluliel gesiegelt [liel Ist 
Brief] Rtw. — Pandar L. a. B. 21, W., auch pandi- 
sarar 12, 17. 13, 16., pandelar v. a. To inclose, tie, 
shut. Atar, cerrar. Pandipen m. Dungeon, prison. Gn- 

labözo, carcel. Bw. — Hind. Uu^XjU händhnä (Sskr. bandha- 

na) V. a. To bind, tie, shut, stop water, embank, fasten; 
to invent, contrivc, stop, pack, aim, build, put, settle; 

iPJül^ bändh (Sskr. bandha) m. An embankment; f. Confl- 

nement, imprisonment. Shaiesp, f. 97. U^JU^ bandhnä v. 

n. To be tied, fastened, bandhü^ handhüä [Sskr. bandhu] 
m. A friend, a prisoner, one bound p. 129., und — falls ^u 

derselben W. gehörig: mit Umstellung des Hauchs: UXX^ 

phandnä v. n. To be imprisoned p. 203., pkandä m. A 
noose, a net; perplexitj, difficulty, phandlänä v. n. To 
inveigle , to entrap , phundnä [mit u] m. A tassel. Man 
sieht, dass de für unser ZIg.-W. wohl unzweifelhafte 
Hauchumstellung doch in Betreff des ebengenannten Hind. 
W.'s ihre grossen Bedenken hat. Wir müssen nns selbst als 
gewiss^masscn in einem pAomfil aitaiend bekennen y ans d^m 

25 * 



9B8 HL Worterbucb. 

. ier Ausweg* nldit Idclit scheint. Zwar hat das Pers. 
1X4 hamd (Sskr. handha) m. A üastening'; a kiiot, a bond, 

-' Imprisonmeiit, ä fcanda^, bell, roll, strlng*, jofnt, knockle. 
Aqf« Fastened, bovnd; shut entschieden die Asp. von Sskr. 
bandh, g^anz aufgegeben; allein in BetreflT von Pers. sjo^ 

iamda n. A slave, a servant, f^cXJL^ bandüä m, A priso- 

ntVf a captive, wird durch Sskr. wand! A captive, a pri- 
•oner, a man or beast conflned, dem Hind. ^yAJo bandi ni. 

A prisoner, captive (^r^'^ bändif., SLUchbandor^j Afema- 
le slave) , woraus bandi - hhäna s Pers. band - khäna 
(Sskr. bandhanalaja) A prison, entsprechen, einigermasseu 
zweifelhaft, ob sie nicht an Sskr. wandi u. s. w. sich an- 
scUiessen. 

Btmda Bflschel Bisch., bnnet (bunch) Harr. — Etwa ans d. 
D. Bund? S. noch bnndal (Gate, door) 11.78. 

BtMe f. The act of sticking or joining togethen Pe^atura. 
Pers. AÄM^Bw., welches Pers. W., bei Shakesp. basta 

Part, past, Bound, shut, closed, fastened; s. m. Cloth in 
which any thing is folded up, a parcel, a bündle, aller- 
dings eig. Jüu zum Stamme hat. Vnllers Inst. p. 153. 

*Pehu8 m. das Stroh, pcüusdro m. ein Strohhalm Pchm. 
Phas ^a Kr., phusf, o phosf, poss, seskero, 
sfa Stroh, posfeskero tschiben Strohlager Zipp. Pos 
Wldh«, puss Rtw. Stroh, aber pufs Heu v. Grolm. 
Puss Streu, Stroh, puss f er daf [Str. werfen] streuen. 
Pusseskero g oh no Strohsack, puss^ni kajitta Stroh- 
htltte. Puss Halm, und aus dem D. halmo Strohhalm, 
woher halmopuss Binse Bisch. — Pus (straw) Harr, 
p. 554«, Hind. (ja^-^j phüs m. (Old, dry grass or strawj, 
Sskr. busha , vgl. Afgh. ^^ und ^^ bousy pous (paille) ; 
p.548. pus (chaiT), Hd. ^c*^y^ bhüstj auch phüsi (Sskr. 
wusa or wusha n.) f. ChaiT, ^j^ bhus m. Bran, husk, 

chalT. — Pus f. L., pus m. — als Span. W. bedeutet es: 
Eiter — Straw. Paja. Bw. Eben dies aber auch, ausser 
platilla — im Span, espöce de toile fine — viell. spani- 
sirt puy Id. — Bei Grellm. S. 229. 1. „pnl; pos, Hind. 

pual das Stroh.^^ Ist pul richtig, so wäre es Hind. 6]^ 

puwmly v3Uj payäl (Sskr. paläla) f. Straw, vgl. Comm. 

. Lth. II. 54. Slaw* nAesa und daraus in Deutschen Mund- 
• arten FIeje (Spreu = Zig. schprya Kr.) Schmeller, die 
MfHawcDsprache In Böhmen S. Sft., Lat. palea, l^rz. paille 



B^ Worterimab/ S89 

a. s. w. Allein Grellm* S« S89. S. steht 99 roh, HInd. pnal 
Strok^S worin das Z\g. W. falsck scheint, da rub nach. 
Sz. S. 126. Silber = rup Id. bei Grellm. eben da. 

Pthosavav Ich steche, pchosadl [etwa Aiit mehreren ande- 
ren Wörtern 1.126. schwache ParticlplaI*Fonn im Präs. 
Act?] Gabel, pchosad'akeri f. die Ahle Pchm. Pns- 
ramangara Fourchctte Kog. — Posomiso, g'ree (A 
spnr) 1. 134. Br^r», das verm. fälschlich an g'ree (horse) 
II. 144. erinnert, und nach Hinweg'nahme des Komma's eher 
ald eig. Adj. erscheint. Siehe buzech. — Pusabar y. a, 
To prick. Plcar, sowie das fälschlich von Bw. mit Sefar. 
tshantshd vgL pnnsabö m. ßeak. Pico. — Dief. rechnet 
Ueher, ausser anderen Wwn. u. pnschka IL 365.: pu- 
schiakro 352. anscheinend aus einem fem. pnscht Spiess 
(spjrfsa Kr.), Zinke, obschon diesem das n in u pnhscht 
Lanze zu widersprechen scheint Bisch. — Dief., der Sskr. 
bhusundi (Teli ^enus) und HInd. l^ß harchhä m. , barckhl 

f. A (long siender) spear, a javelin — schwerlich passend 

— heranzieht, bemerkt, dass in der Wetteran der Spiess- 
^ mann von seinem Amtszeichen, einem Splesse [welchen 

auch In Norddeutschland die Scharw&chter tragen], seinen 
Namen fdhre. In der Diebesspr. steht übrigens putz Air Bet- 
telvogt Rtw. Bejtr., für Spiessmann, Tagewäditer v. Grolm. 

— Pushum (pulex) IL 366. — vgL Pers« ^j*^^ Id. von 

fyx^ Or. Ztschr. HL 49. — Hesse sich viell. auch hier 
einordnen. — Eine auffallende Uebereinstlmmun^ zeigt Ahd. 
phoson (pungere^ Graff, Sprachsch. III. 332., auch pnsln- 
gere {ynoKtvriiv) DC. 

Da dem Sskr. und seinen Töchtern' eben so wenig als 
den Lith. und Slaw. Sprachen ein eig. F zusteht , lässt sich 
dasselbe auch nicht als der Romsprache eigen, sondern nur 
als ein von ihr gelegentlich aufgenommenes Gut betrachten. 
Um desswillen darf man es auch in acht Zig. Wörtern nicht 
erwarten , und es kommt daher , abgerechnet noch die F&lle, 
wo F ungenaue Europäische Schreibung sein mag, nur in 
solchen vor, die der Fremdheit, wenn gleich nicht tiber- 
wiesen, doch mit Grund bezichtigt werden können. Auf 
Druck- oder doch Versehen ähnlicher Art beruhen wahrsch. 
frillIL258., feisrila, fenzrlle 287., naffli, maf- 
fob 323. Fas to Bisch. S. 19. u. sonst; s. I. 379. — 
Ungenau st. ▼ oder w geschrieben ^ind; 1) -af in der 1. 



300 In. Wörterbuch. 

Pers. Pr&8. st. av s. L 93. Es bemerkt in dieser Rflek- 
dcht Zipp«: 9) Der Inf. mfisste nach meinen Gedanken sich 
anf y statt auf f enden , weil das Präs. davon unmittelbar 
herkommt und dies auf va ausgeht, wo das y nicht als fj 
sondern y oder w g-esprochen wird.^^ 2) of (he), Pers. 
Ji^ ygl.Zend.aya, Harr, p.548. st. oy p.538. = Zipp. jo w* 

Serfo S.IL854., tofe 297., pofe 376., paf 351., boof 
Btboy. — Mit inlautendem f entschieden fremd: efta 11.62., 
karfin 117., sarfäpenn 254., tsefinäkro 255«, bifi, 
niftaw^ muffla* — Efage (An Irish Gjpsy) Harr, 
p. 547. — Kufa, kufo Ib. p. 540., ang'eblich Hd. ^cyi^i^ 
Ihopri (Sskr. kharpara) f. The skull, a shell, pate. S. II. 
100. — Kafidi Tisch s. Parad. I. 200. aus Grellm. S.301. 
S. könnte yiell., wie chamasgri II. 158., aus chdben 
inU fem. Participialsuff. stammen, so dass es: „mit Essen 
versehen ^^ w&re. — Bei Bisch, z. B. fo]g>ende Ww. aus 
. den D.: safta, saffiana, schilfa, torfa, je traufa, 
wallfährta, fiebra (Wundfieber) , feldscherari 
(Wundarzt, aus: Feldscheerj. — Inlautend beiBw.: Espu- 
sifia, yiell. — yg"!. buzech — mit f st. ^tt. Aspir.*, 
^ wie in miftaw, im Kurd. kolaf st. Pers. »^ Or. Ztschr. 

IIL 4., yg>l. 37. und sonst in manchen Sprachen. — Ma- 
ramfios = Dp. marathus, also st. th? — Ye-ref II. 
66., orfi 71., urdifar, urdiflar 75., calafresa 124., 
recafa 280., techafao 293., tronfarön 294., nafre 
325., Ieprefete340., lofi 341., sillofi, sofanar250., 
Safacoro248., Simprofie 1.54., palife 11.369., per- 
fine, perifuje 370., bufa, bufaire, meelfa. 

Fiiolongsoli^ crooco bango Strait Brj. — Dürfte man yon 
der Engl, üebersetzung' absehen, so schiene sowohl Engl. 

' crooked als Zig. bango (lahm) auf eine Deutung ,, fuss- 
krank^^ aus Eng'l. feet und Zig. nasyalo II. 323. hinzu- 
führen. 

Fedost^ Ung*. bereit Capro. Prcd.p.212.ausMolnar. Ung. bereit 
bedeutet übrig*ens: spado, castratus; also nicht Lat. hoedus. 

\Fadinav Ich erfriere I. 87. Pchm. 

^j Felde auf dass, damit; yerb. mit di, z. B. fei de di welo 
[yerm. Conj. wel mit -lo er], damit er känie^^ Graff. Ms. 
zu S. 42. — Etwa Frz. afin de? Oder durch Germanismus 
pre (auf) mit di (dassj? S. 1.310. 

Feder (melior) Pchm. 8. 12. „Feddeder, Compar. zu 
nischdo gut^^ Graff. Ms. Fedidir, besser, kohn fe- 
didir besste s. I. 207 ff. Auch ady. vgl. 213. feddidir 
(melius) von mc8Ghto(beBe)^nau hi m.(ioabeAe). Koh- 



a Wörterbodi. Ml 

iie feddldir rakkerjas Er hat aufs beste geredet Zlpp. 
,,Fetör Ady. Better. Mejör. Pers. jn^ Bw., besser (f|^s- 

ser), mehr L., aus fendo, fendi Adj. Good. Bueno, a 
[auch Best]. Bu- fendi Adv. Better. (From bns/more' 
and 'fendi') Mejdr Bw* Somia Jalarla fötemönte 
[so ohne r mit Span. Suff.] ?ya ivg>Qavd-ß L. 15 , 29. ^ nidit 
etwa: festlich.^^ Dief. Dass, etwa mit Umsetzung der Aap. 
unser W. aus Pers. beh-ter, dem Compar. von ^ (Sskr, 

y asu) Et. F. I. 79. Or. Ztschr. III. 10. , entstanden sei , Ist 
nicht recht glaublich. Zu Ar. rsJJti fctlda (from sX^ 

m. Profit, /?ain, utilitj, dessen Dief. gedenkt, kann id 
midi auch füglich nicht bekennen. Es bliebe also ylelL 
nur Sskr. bhadra es Hind. J^ bhdl A^J* Good, wtlly 

U^ hhalä Adj. Good , excellent cet. Et. F. I. S45. , somal 

sich im Sskr. von gleicher Wurzel auch bhandila n. (Good, 
happiness cet) mit n vorfindet ; und treffend hat daher Oief« 
schon auf Zend. hufSdris Bopp, Vgl. Gr. S. 39. $ sich desa- 
halb berufen. 

^^Fano der Geist (heisst auch die Lufl;)<< Sz. S. 124. 

Fahnevava (II. oder lY.'?) gefallen, fahnaha [-oha?Jy 
fahnola. Perf. fahnejum, fahnijas (es hatmir.ge- 
fallen). Wohlanständig — Fahnohla Er geföllt. Ada 
keer fanohla man fedidlr, fsir akko vaver Dieses 
Haus gefällt mir besser als das andere. Meschto te 
dienervaf te doch na te fahnevav Wohl dienen'and 
doch missfallen, als Sprttchw. Zipp. — Etwa zum Vor., 
oder (palvead-at im Sinne des Lat. ridetur (i. e. Übet, pla- 
cet)? Shakesp. p. 135. UL^ bhänä v. a. To suit, to fit, 

to be approved of, dessen n inzwischen dem Inf. angehört. 

Finepou (garden) IL 377.; fino, paiafs (good sport) wohl 
ohne Komma 355.; fino, wocklee [etwa st. work?] An 
Image; fine choverie A picture Bry. — Aus Engl, fiae? 

-^ Finitrmghero (vitrier) Kog. — Aus fen^tre. 

-fPhindschdn (Tasse) Seetz. — Pers. ^L^Ui finjäm m. A 

porcellain dish. 

-^FufUos, Poln«, Ung. funt, Pfund Pchm. 

XPunda Quaste Bisdi. Ngr. qfovvta. 

Fanze, vonze I. 316. 

Futimihrdro Mist Bisch. — Kaum zu pchuj; eher zu Frz. 
fumier. It. fimo (Mist) mit merda? Oder von ful, das 
aber, als m. , nicht so leicht ein I erzeugt hätte? — Ful 
m. Dung. Estiercol. Sskr. mala [s. später mel]. Fulanl 
f. Dirtiness. Sddedad. Filalo m. A dirty fellow. Homhre 



SM m. Worterbaeh. 

dtspreciable Bw. — fnlil, leskero, pL fahla, Koth, 
Menschen- und Vieh - Excremente , o g'noio (nach dem 
Slaw.) Mist s. IL 177. Zipp. — Doch nicht zn: faul; na- 
tfirlich ist auch Ngr. cpovaxl (Düng'er) zu entlegen« 

Boro^ fule (a steeple) Brj. — Das 1. W. (gross) muss un- 
streitig, nach Löschung des Komma , mit dem S. verbunden 
werden. Siehe fillozin. 

Baurifoki (a nation) Ery, — Verm. : grosses Volk aus EngL 
folk mit Unterdrückung von L 

F6li f. eine Graupe Pchm. — Gewiss nicht ovXaL 

'j^ Felheschtne , malnos (fulgur) Alter nr. 84. S. Indogerm. 

Spr* S. 44. Das letzte ist Slaw. , z. B. R. MÖAmn ; erste- 
yes aus dem Ung. fölyhös (nubilus) von följhö (nubes). 
Daraus, s. uns L 126., felheschnodi (die Wolke) Grellm« 
S. 888.2., felesnodi Bisch, und sogar LG. S.S., wäh- 
rend Zipp., der alle diese Ww. nicht kennt, für ersteres 
I blizza (Me dikjum, ke blizzijas Ich habe blitzen 
gesehen), fürs zweite 1 wolka aus dem D. angiebt. 

-^Foljasi Quelle Grellm.; Zipp. unbek. S. IL 165. — Ung. 
forras; foljas FIuss, foljovis Bach nach Pchm. S.VI. 

nilozin Castcll, villi zin Palast Rtw. Bari filetschin 
Burg Bisch. — Bari filizzen, lizjakro, fllizja (wie 
baro schlosfos Schloss) Palast, i filizzin, jakro, ja 
Gut, Hof. Sso rakervena annakia fsavi bari fi- 
lizzen [an so einem grossen Hofe], andrj baro sehe« 
riskeri [königl.] filizzen? Jol rakkerna dschama- 
ster. Was sagt man bei Hofe? Man redet von einer Reise 
Zipp. Dagegen: K'jafs le Jesu [gehört le als Pron. 
zum Verbum, so fehlt die Bez. von: mit] tr&n annu kebr 
1 bariterraschaj Er ging mit J. hinein in des Hohen- 
priesters Palast LG. mit der Angabe, dass rajtutschino' 
= Palast, Schloss. Unzweifelhaft stammt dies von rat IL 
S64.; die Bildung jedoch ist nicht recht einleuchtend, auch 
wenn man t sehe er IL 148. darin suchen wollte. — Fe- 
iich a f. Tower (prison). Torre. Mod, Gr. (pvXaxij, aber 
auch (gls. von firmus, wie Festung aus fest?) fermicha 
f. Id. — Philatri Castrum, q>vXaxi^ Vulc, wobei auch 
viell. zu beachten das in der Diebesspr. übliche polen der 
Schloss, Burg bei Schottel und in den Rtw. Beytr., sowie 
polender, polent Schlossgebäude , Burg, Palast v. Grolm. 
— Wegen des f ist schwerlich Ital. palazzo, Pfalz (pala- 
tium) oder It. villaggio gemeint. OvXaxzi^QiOv würde sich 
gut für philatri eignen, allein die übrigen Formen müss- 
ten die Endsylbe nach dem Muster der Zig. Abkönunlinge 



B. Wörterbndu 303 

aus kartri) riM 1.87. mouillirt haben, oder es sMiide auch 
etwa r in ersterem entweder überflüssig' s. z. B. 11. 880. , 
oder durch Irrthum st. z. OiXdl^ig bedeutet bei 00. Be- 
satzung* $ dies, oder, etwa hinten, wegen des Itakismus as- 
sibilirt: q>vXaxi^ könnte den Formen mit Zischlaut zum 
Grunde liegen. 

f7t«^«ra/ spinnen, flissermaskeri isma Spinnstube, und 
vilunsa [v mit der Aussprache von f?] Spinnrad Bisch. 
— Zu It. filare (spinnen), filuzzo (Fädchen), MLat. fila- 
cinm, oder Flachs? 

Far s. 11.357. Deh mange boga papyra te jek poor, 
te kutti tinta. Gebt mir einen Bogen Papier, eine F^- 
der und ein wenig Tinte* Dscha tu anne mri tschin- 
nepaskri tatti, 'aduy lazoeha tu aprjr taflin, 
shaaro, fso tokke trebobla Geh in meine Schreib- 
stube, da wirst du finden. Alles was dir nöthig ist. Nan 
hi latsche Sie taugen nichts [die Federn sind nicht gut]. 
Aiuy hi waver Da sind andere. AduUa nan hi 
tschinde Die sind nicht geschnitten. 

-{•„JForo« Urbs. Oogog^ vulgare idioma Graecorum^^ Vnlc 
Ist, wie richtig Pchm. S. 28. bemerkt, ein Fremdwort , und 
nicht mit Adelung im Mithr. und Bw. — s. II. 358. — auf 
Sskr. pura, puri (A town, a diyi im Gr. nöXig^ so dass 
also Städtegründung viell. schon über die Zeit der Abtren- 
nung der Griechen von ihren fernen Asiatischen Stammge- 
nossen hinausreicht) zu beziehen. Es entspricht dem Lat. 
forum, bei DC. forum, forus Marktflecken, wie bei Bisch. 
S. 66. auch dikno foro (d. i. eig. kleine Stadt) ;/^DC. 
q^oQog (forum) ; im Ung. Lat. fora (Markt , Jahrmarkt) Mol- 
nar, Dict. Ungarico- Lat. -Germ. Pars II. 1708. p. 572. — 
Förjus' (urbs) Alter nr. 171. Mithr. L 246. Foros StadL 
foroskero Städter Pchm. Foro m., Acc. fores Grafl. 
Ms. Foro Bisch, Foro Rtw. S. 30., Newoforo Neu- 
stadt S. 39. Foroose (a citj) Brj. Foro, foros m. 
City. Ciudad. Sskr. puri, Hi. jj pur m. Bw. foro, 

reskero, forja, audi re. Ko forus dschiava Nach 
der Stadt gehe ich. Manuscha rakervena doch la- 
gerater (trujal o fohro) Man redet doch von einer 
Belagerung [um die Stadt]. Na,,wawer manuscha ra- 
kervena pokoinopaster. Im Gegentheil, redet man 
[reden andere M.j vom Frieden« Rakervena, oder*) 



*) Oder, auch adder für: aber und t.t. Büd«1.77. IL62. erklärt 
sich aus der in Oftpreussen ühliGhen Verwechselung der beiden F«k^ 



394 III. Worterbncb. 

Ban hi dolester tscli Man redet [woht daron], aber 
es ist nichts daran. — Ujar Stadt Seetz. hat man mit 
Hehr. *niy rgl Bei Liefl. Z. Foras und — falls der 1. 
Buchst, nicht vielm. ein t u. 6.w. ist — Ljritlo. 

'^Fortschitta Gabel s. IL 156. Bisch. — Frz* fourchette. 

"Farte schnell Sz. s. L208. 

"Fraterpqka (mit List, Falschheit) Zlpp. Gebot IX. wohl 
aus: Yerrath und nicht zu prodere. Fratervitkes jov 
man chochedas. Er hat mich fälschlich belog'en. L lOO. 
Zipp. 

jyFerdaf werfen, f. tele niederwerfen, puss f. streuen; 
triall f. wälzen. Fertaf abschütteln. Ferdila [eher 3. 
Sg.] Schleuder. Ferdepenn Wurf" hat Dief. aus Bisch, 
gesammelt, und gesellt ihnen auch Maro ferden^la Brot 
krttmelt er [eher 3. PL] bei. Ich möchte darin eine Apha- 
rese von czivrdav U. 184. 303., jedoch mit Ausnahme 
des letzten, vermuthen, Dief. dagegen Comp, mit dar. 

FarH^tscho Muff, fornotschia Handschuhe Bisch. for- 
lozzo, pL forlozja Handschuh Zipp. 

i Forma Form Rtw* 
'ampihU die schwarze Beere Bisch. S. 35. — Ob Brom- 
beere durch Dissim. und mit Anklang an Frz. framboise 
(Himbeere?) — Brosibana f. Bramble. Zarza [s. 11.63.]. 
Hd. Bhur-band Bw., worunter er wahrsch. ftAariiaitif The 
name of a prickly poppy (Argemene Mexicana) versteht. 

-^Frishho munter Rlw. Frischko, frisch, freudig. dsi 
hi frischko, oder heera na kamena te dschan 
[nan hi sorelle sind nicht stark] Das Herz ist frisch, 
aber die Beine wollen nicht fort Zipp. 

Fdcho Andenken L. 

Fachoyi f. Grub, insect. Vicho, vichnelo. 

Facirro m. Halt. Alto. Querelar facorro To halt. Ha- 

.c^r alto. 
Farafais pL Buttons. Botönes. 
Farsildja f. Fault. Falta. 
Feda f. Way, path. Camino Bw. ^Odog L. 19, 36. — Etwa 

Sskr. patha, Pfad, mit Umstellung der Aspir«? S. II. 348. 

Fermentar f. Penitence IL 40. 

Fiafo m. Eslabön. IL SOS. 833. 

Fäa f.^ Face. Cara. — Etwa als Gegentheil von : Profil ? 

Filimicha f. Gallows. Horca. R. BHc'B'AHija Bw. 



tijkeln oder und aber. Siehe NeBselmann» Sprache der alten 
PreuMen S. 85* 



B. Wortorbueli. 305 

Finguli m. Kind of gnuU Cagarröpa. S. IL 341. 
Firi ph Sparrows. Gorriones. 

Fldcha f. Ashes, Ceniza. SchwerliiA das von Bw. rgl. Hd. 
^L räkh {Sskr. rakshä) f. Ashes. 

Flamdr m. Jest» Cltanza Bw. — Etwa Witzfunken von Lat. 
flammare ? 

Fl6ja f. Account. Cuenta Bw. Nachricht L. 14 , 81. S. II. 

371. — Etwa als fluxa fama von Span, floxo? 
FloHpi t Mass. MIsa. 

Fondila f. Tavero. Taverna Bw. -^ Aus j^p, fonda. 
FracoMo m. Hog. El pudrco. Fracasia f. Sow. La padrca 

Bw. — Wohl aus Sp. fracaso (Chdte suivie de rupture. 

Dösastre, mauvais succds) mit wahrsch. Anspiehmg an 

pu^rco. 

Frasardo m. t. q. Trasardd 11.894. 

Fresiigo m. Golf. Golfo. From ihe Sskr. asthA^a (deep) 
Bw. — , falsch! Fresiög'o e Bombardo Golfo deL^n. 

^jFrima Adv. Little. Poco. — *Frima, frima' *By de- 
^ees' *Poco k poco' Bw. Frim^s wenige L. 10, 8* 
De frima (6 iXiyomaroi 18, 88., frima sinara cura- 
do 48. Sa^airai oXfyag. Yeqne fremi (ein wenig') 5,8. 
Th IXaxifTTov. Frimita ariYfifj (xatgov). Tran-fliina 
Adv. So little, neither. Tampöco vgl. I. 874.« Dief. 

Fronsaperar y. a. n.. To wait, to hope. Esper&r Bw. — Wie 

es scheint, das Span. W. mit einem seltsamen Zusätze, 
Frujeria f. Fruit. Fruta Bw. — Vgl. Frz. fruiterie, 
Fufu m. A well. Pozo Bw. — Verm. Redupl. der 1. Sylhe 
von Span, fuente. S« IL 378. 

Furt f. 1. Jacket. Chaqueta, ;(iT۟yL. In diesem Sinne auch 
fili f. 8«Pudendum muliebre. Ich halte das W« Im 8. Sinne 
vom 1. nicht verschieden, wie Nemn. Cath. p. 1083- z. B. 

Tasche fflr Vulva hat. Jedoch erklärt Bw. es aus Ar. ^f 
faraj f. Cheerfulness , delight, pleasure, joy. farj f. Pu- 
dendum tum maris tum feminae Shakesp. p. ^55. Näher läge 
dann wenigstens noch Hd. ß hur f. P. feminae, ihosr'u 

Fumia f. Cave. S. IL 893. — Etwa aus homo (Lat farnus) ? 

Furunif. Favour, grace. Favör, grada Bw. Gnade, Gunst 
L. — Viell. aus favör; wenigstens eher als aus Sskr. pri. 

JB. 

Bereits S. 76 — 90. sind einzelne Ww. mit B als Anlaute 
anfgeftthrt, sofern dieses aidi mit Sicherhett als spätcsrer 



SM HL Wörteibuck 

Vertreter von V ergab. Einige der hier eingestellten Ww. 
mOgen indess, auch wenn sie Indisch sind, nicht nothwen- 
dig einem Sskr. b begegnen; s» z.B. bokh, 

^Bokh f. der Hunger s« I. 4t5. Pchm. entspricht dem Hind. 
iSy^ hhühh (Sskr. bubhuksha vom Desid. :(U bhug^) f. 

Hunger, hhukh-ä Adj. Hungry, so dass, vorausgesetzt 
die Richtigkeit der AuflTassung des b als eines unaspirirten 
Lautes, selbiges entweder in Geniässheit mit dem Sskr., 
nach Unterdrückung des bh, den Cons. der Reduplications- 
sjlbe festhielt, oder, behufs Vermeidung zweier Aspir. 
[kh aus ksh], seine Aspiration aufgab. — Bock Rtw., i 
bo-k, bokk [bokkopen ausgestr.], kakro, bokka der 
Hunger ZIpp. — Bok (faim; aber falsch bkö Farne Pred.l 
und buceloben (avoir faim) Kog. — Boko (hungrig) 
Grellm. S. 296. 1. erklärt Zipp. als Ihm unbek. Buko sei 
die Leber, bokelo, bokallo (bokello mannsch) 
hungrig 8. L 124., me bokjevava midi hungert. — 
. HIsle [-lo, oder fOr les A. st. D.?] pokklo hungerte 
ihn L. IV. 1. Bokelo, i hungrig Graff. Ms., bakalo 
Harr«, bocolee (hnngry) Brj. Rieh. Pokkölo hungrig» 
pokköli^pinn Hunger , mit t a 1 1 o Helsshunger, und doch : 
Mande hl tatto pokkSlo Ich habe den Helssh., muiaf 
bokoliha (elg. Hungers sterben, mit Instr., s. I. 191. 
Pchm., wie auch im Lith. Comm. Lith. II, p* 11.) verhun- 
gern, vgl. verdursten Bisch. — Boqui, boq^uis f. (PK 
boquises Hnngersnöthe L. Sl , 11.) Hunger, famine« Ham- 
bre Bw. , woraus Dief. flberdem noch bocatas (famlnes) 
beibringt. — Bockillo Geiz Rtw. findet thclls In der Auri 
Sacra fames, specleller aber seine Lösung In Bisch, u. gei- 
zig: A Jowa nane wila tschalo Der wird nicht satt 
n. 801., und Zipp. u. geizig: „Bokkelo heisst. hungrig 
j(auch begierig); tschindo geizig, auch Jude (s. 11.808.).^^ 
Uebrigens hat Dief. auch Hd. bököl (avariza), bäkll (ava- 
rente)« 

O iukelmdtOj mateskro Geschwür. Man hi b«, dukala 
man b. Ich habe ein G., thut mir weh. Zipp. — Etwa, wie 
q^ayiSatvaj um sich fressend, und dann zum Vor.? Merk- 
würdiger Weise könnte das S. W. Sskr. matta Intoxica- 
ted (drunk with liquor); forious, mad, Insane sein, und 
demnach etwa: „von Hunger wüthend^^ bezeichnen. Siehe 
mato, aber auch merdo. 

Bogina f. Pocke Pchm., bökja Pocken, aber b6kja Blat- 
lern u. einimpfen BIseh. S. IL 374. — Viell. nicht aus dem 
Dentfchei. Vgl. Hiid. ^l^ häo f. The pox. S^e sX^had l 



B. Wtirterbuck 387 

A bobo, worauf ancli anter ^c^U ^^S^* '• -^ bubo ver- 
wiesen wird Shdkesp. p. 95«, Loy^ hauhä Adj. Pocky, 
l9t^ bawähä Adj. Pocky, affected with Lnes venerea. 

*BtJte pL Eingeweide Pchni. Bucko Leber Rtw. buk- 
ko, keskero, bukke Leber* Jek bukk -bnt fcnkki 
Lung'e; kaulo [d*i. weicb] bukko Plauz [in Lithanen für 
Lun^e], aber Leber aucb bukk (hart bukko). Mro 
dsi! mro bukko Mein Herz! mein Seelchen! ^^eig-. meine 
Leber! ist wirklich ein Liebeswort ^^ sag^t Zipp. VgL Kurd. 
melak Fegato^ melak spi (d. i. weisse Leber) Pulmone. 
Femer Tfirk« Jj^ ^\ (album jecur) Poumon, yC>- vy» (atrum 

J.) Foie, |>iX>- cet. Mon eher! Roehrlg, Sp^c. des 

Idiot, de la langue Turque p. S3. — Pukko, Adj. puk- 
keskero Leber, auch Eingeweide [so im Sg. angegeben, 
aber auch wenterja] Bisch, s. auch 11. 3d6. — Bucos 
m. Liver. Higado Bw., V^/179 d. i. Innerstes L. S, 35. -— 
Sskr. bäkka (heart), brikka (heart; kidney). — Ob auch 
Bauch von Sskr. bhug' (To eat), fragt Dlef. 

Bikkus Kugel. bikko, keskro (keskero), bikke, 
but bikki Flintenkugel, aber kug'la Kegelkugel. Je 
lurdedeske trebohna bikke, oder je karapaske- 
reske trebbohna bikke nin [d.h. auch] schrote Der 
Soldat braucht Kugeln , aber [s. II. 393.] ein Jäger Kugeln 
und Schrot. Zikku mandf^ ada bikku, te de man 
kutti schrote Zeig* mir diese Kugel, gieb mir ein wenig* 
Schrot Zipp. — Bicki Schrot (im Schiessenl Rtw. S. S8. 
wohl als PL, dagegen steht S. 19. vor: Kun — „Kötzel 
[falsch st. Kugel? wenigstens schwerlich Kitzel] bicko.^ 
— Boxla (globuli bombardarum) DC. 

'^Biggüs (hordeum) Liefl. Z. — Nicht zum Vor«, sondern 
Schwed. bjugg, Dan. b^g Nemn. Cath. p. 17^. — Ist, 
nebst botnos Norden 1. 105. um so beachtenswerther , als 
dem Esthn. zu Anfange Mediä abgehen, und es sich also wohl 
als ein in Liefland über See eingedrungenes W. erweist. 

-^Bihovi f. pl. Eisen (Böhm, pauta) I. 110. Pchm. S. 83. — 
Ung. b^ko (compedes), Poln. o-kowy pl. m, aus kuc'. 

Boholi t Semmel; Buchtel Pchm. S. 36. 71.; bokolörl f. 
kl. Semmelchen. — Vgl. Böhm, buchticzka Buditel, kleine 
Buchte = buchta (Art von Kuchen oder Mehlspeise). 

-^ Bulla Schloss, d. h. Thür-, Anlegeschloss (s. Corr., nicht 
Chdteau, wie fälschlich Ko^. meint, oder Castello Pred.), 
-engero gatscho Schlosser. Bnkli Schnalle (Ngr. 
fjtnovxka Sdinalle, HLat Iracnla, woher Eogl. bwMe^ Rr«. 



398 m. Wörterbacb. 

boucle u. s. w. In Schwaben wird Schnalle «■ Klinke ge- 
braucht) Bisch. Buklo Schloss Rtw« Bukkus [ausgestr.], 
buklo, bukklo, kleskero, kle Schloss, Hängeschloss 
8. I. 442. Zlpp. 

-^Bugaris Spinne (Bisch., Zipp. spinna) Pchm. — Ung-« 
bogar Insekt, Wurm. 

Biggherit Charrier [Laugentuch?] Kog., wofür aber brlg- 
gherit Carreggiare [!] Pred. 

\Bucho9 (liber) Ynlc, aber libro Buch Bisch. 

\ Backt Glück Rtw., woraus durch Versehen, das auch von 
Zipp. für verschrieben gehaltene baxt Grellm. S. S89. 1« I 
bacht, bachtjakro (tiakro), bachtja Glück; i bi- 
bacht (jakero, tja) lela [11.328.] man Das Unglück 
verfolgt mich. Bachtäluno, auch bachtallo glücklich, 
bibachtalo unglücklich. Jov hl bachtallerdir, fsirr 
me (tu, akawa) Er ist glücklicher, als ich (du, jener) s. 
LSIO. Me hom kohn o bibachtelledir manusch 
shaaro manuschinder Ich bin der unglücklichste unter ^ 
allen Menschen. Kanna akkia hi, fsir bibachtelo 
ne fsasti vava Wenn dem so ist, wie unglücklich kann 
Ich dann werden. Ssir han turne akkia bachtelles 
[Adv.! etwa Versehen st -le?] Wie seid ihr so glücklich! 
Ssir bachtelo hom me Wie gl. bin ich nun! Ssir me 
hom akkiake bibachtelo Wie bin ich doch so ungl.! 
devla! o bibacht! Eejamee avjam! Ach! oGott! 
o Unglück! Wohin ist es mit uns gekommen! Te del 
mro Dewel tumen bachtallo dschaben Gott gehe 
euch eine gl. Reise. Kanna heidne mre tschatsche 
devlis lena; to wela [-na?] jol bachtallo Wenn 
die Heiden den wahren Gott annehmen, so werden sie glück- 
lich sein. Zipp« — Bacht f. das Glück, bachtalo glück- 
lich, zu dem äusserlich sich, wie Fem., verhält: bachtali 
f. die Fledermaus. Bibacht f. Unglück, bibachtalo un- 
glücklich Pchm. — Pacht Glück, Acc. pächtes u. ver- 
scherzen, pächtölo glücklich. „Vorbedeutung. Auf 
verschiedene Fragen wurde geantwortet: A ganna wi- 
jas a gai puri gatschin glanmände (Jetzt ist hier 
die alte Frau vor mich gekommen; s. gegenwärtig), a 
ganna na hom gäwa diwas nit pächtälo (nun bin 
ich heute nicht glücklich; mit dopp. Neg.).^^ Schaden s. ob. I. 
S99. Bisch. — „Gewiss (sane): — Adava bachtmen- 
ge [d. h. doch verm.: Glück uns!] nan hi godwero, 
kohn devlis na kamela. Der ist gewiss unklug, der 
Gott liGht Hebt.<< Zipp^^ — Pers. u:^ iuKki m. Fortune, 



B. Wörterbacb. 999 

luck, prosperity, Mlcitj Shakesp*, von Vullers, Inst« p. 17, 
mit Recht auf Sskr. bhaDg (frang'ere, dividere) bezogen, 
woher sowohl hhkgh (A portion, a share, a part; fate, 
fortune, luck), als bhakti f» (Part, portlon cet.), womit 
aber p a j i n U. 365. wohl keine Gemeinschaft hat* — Wahr- 
scheinlich mit j St. ^ und Abwurf des t, oder, wie Bw« 

will, aus Sskr. bhag'ja n. (Destiny, fortune, good or iil 
luck): 99Baji f. Luck, fortune. Suerte, Ventura. Penar 
baji'to teil fortunes' Decur la buena Ventura. [Vgl. über 
La bahi Bw. I. 314 ff.] Instcad of this word, the Eng*- 
lish Gypsies make use of a derivative from the Sclavonlan, 
dnkkerin. In their dialect, to teil fortunes is ^penaw 
du kk er In' [s. uns II. 317.]^^ Bw. — Bajin m. Event. 
Caso. Bajine ^that which has happened' Acaecido. Ba- 
J Hache m. Deer, venison. Venado, was Dief., wahrsch. 
mit Redit, für „gut Glück ^^ hält. Derselbe hat gesam- 
melt: „baji f. igyij/^egla L. 1, 5. 9. Garlar b. nQOfftj" 
zevHv 67. Tami o sos juncla, y na querela bajin 
o di axovaag xal (if] noitjoag 6, 49., wie 12, 47., pleon. 
nach^ TioKri^. Baji Schicksal, Loos 10, 18. 14, ovala 
15) 12. Sos — nl querelaba bajin a manu jeque 
xal av&Qwnov firi ivTgeno/Litvog 18, 2. Le terelen hh" 
j\n evTQan'^aovTai 20, 13. Por baji, etwa, wol; viel- 
leicht. Y na querelais bajin e lachiria [also mit 
Gen.] xal naqiQXiod-B r^v xQiatv 11, 42. «* Begai, a. B. 
aver begai L. XX. 11. s. ob. I. 229.^^ 

\Boctaro Morgengegend L. 13, 29. Pers. ycjU^ Orfens 
Gast. I. 73. Burn. Comm. sur le Ya9na Not. p. CXIL 

Buchloy i Graff. Ms«, buchio breit, buchlipen m. die 
Breite, buch 11 f. Taffetband, Dem. buchröri Pchm. 
Buchio Brut [sehr, breit, wie die Buchstabenfolge ver- 
langt], buchlippen Platz Rtw. — Puchlo breit, weit, 
z. B. Beinkleider. Puchlo Raum. Puchll Streifzug; 
etwa verwechselt mit: Streifen Zeug? Puchlo wijas 
verbreitet. Bisch, vgl. 1.431. — Buglö, bulhailo (La- 
titudo) Alter nr. 116. und daraus das wahrsch. verderbte, 
auch Zipp. unbek. bulhaila breit Grellm. S. 233. 1. — 
Bhughlo weit, buglo (ausgestr. bühllo) breit, weit- 
läuftlg. Bngll dorik ein br. Band; o buglo dromm 
der br. Weg. Nan hi bugll I purt Die [Brücke ist 
schmal [nicht br.]. Rakli! tot ht je glatko te bugli 
tschekat. Jungfer! Ihr habt eine glatte und breite Stirn. 
BugUnakiskri Ente ZIpp. — Etwa ^^yi [^ j[aadri|u] 







B. Wörterbncb. 401 

(wo nicht des Positivs). Bus jidv. ei Camj. 

ro [wohl auch mns Bach Mas umgebildet; aber 

;an2 versch. hus Cuando] s. L 317. nr» Sl«, de- 

ienias) mit Span. Präf. nach Analog-ie des Frz. de- 

lalleln schwerlich vom Lat. plus 9 so wenig* als bu- 

:. f Better). Vielleicht steckt Sskr. bhüyas drin; vgl. 

' Celt. Spr. S. 34. 

* Hacke, pitscha Radehaue Bisch. — Etwa Frz. pio- 
n)C. picea == pica , i. e. unidens ligo , Deutsch Bicke, 
— 8. Hejsc WB.), oder beche? 

^jh Imp. schicke. Praes. bitschewaba. Im Prät. 
ich bitschedom mit leichtem e.^^ Graff. Als. s. I. 
vgl. II. 333. Parad. 1.475. — A ganna venila 
ik bitsch^de Jetzt werden sie weiter gebracht, von 
chaf g^rik abliefern Bisch. — Me beczadjum 
o naswaie manuschinge Ich habe diesen kranken 
4schen zu essen geschickt Zipp. — Bichabar v. a. To 
-"l. Enviar; nach Dief. auch: entlassen, verschicken L. 
• cbabar v. a. To send. Mandar. Bw. vgl. Sskr. wis 
^ throw, to send), wiksh^pa (casting) aus kship — of- 
-bar also bloss dem b oder w zu Liebe, vgl. chibar 
- 184 f. — wahrscheinlich irrthümlich. Jedenfalls passte 
von ihm auch genannte bhejwa*d aus Hindi bheg'anä, 
i^g'a wk d^na (To send) besser. Auch Sskr. presh We- 
erg. p. S78. muss trotz des Fallenlassens von r im Pal! 
ssal p. 134. zurückgewiesen werden; so gut wie ädisht'a, 
■- as Bopp Nal. IV. 85. missus tibersetzt, obschon es elg. 
loh^ffcwiesen" besagt. 

-'Aotö äq>&rj L. 22, 43. Bicholar, abicholar (auch 
^ichobelar II. 326.) v. n. To appear. Parecer. B i c h - 
la f. Likeness, similitude. Semejanza Bw. — Dief. vermu- 
thet, wie ich glaube, mit Recht, einen Zusammenhang mit 
^em Sskr. Pass. widyatd (Sciri, cognitum esse cet., aber 
elg* doch ursprünglich : gesehen werden , wie Lat videri), 
und nicht Sskr. wichchh (To shine; to speak). Das Wort 
liat den neutralen Sinn gemäss der Cl. II. , welcher es ver- 
möge des angehört. Vgl. 1.379. Bei Bisch.: A Jowa 
pitschola har me (Er sieht aus, wie ich) n. ähnlich. 
Und: A jawa hi pitschola gSrad har me (Das istmein 
Ebenbild), worin hl viell. aus Missverstand überflüssig steht, 
man müsste denn ein Komma dahinter setzen: „Er ist, siebt 
aus, gerade wie ich.^^ Jedenfalls, selbst, wenigstens der 
Form nach, im GitanOj dürfte es nicht Subst., sondern 3. 
Sg. Präs. sein, 

IL 86 



SM m. llVSrterbneli. 

tfspredable Bw. — fahl, leskero, pK fahla, Kotb, 
Menschen- und Vieh - Excremente , o g'noio (nach dem 
Slaw.) Mist s. II. 177. Zipp. — Doch nicht zu: faul; na- 
türlich ist auch N^r. q>ovaxl (Dünger) zn entlegen« 

Baro^ fule (a steeple) Bry. — Das 1. W. (gross) muss un- 
. streitig, nach Löschung des Komma, mit dem 2. verbunden 
werden. Siehe fillozin. 

BaurifoH (a nation) Bry« — Yerm« : grosses Voll aus Engl, 
folk mit Unterdrückung von L 

F6li {• eine Graupe Pchm. — Gewiss nicht ovXal, 

^ Felheschine y malnos (fulgur) Alter nr. 84. S* Indogerm. 

Spr. S. 44. Das letzte ist Siaw. , z. B. R. MÖAmn ; erste- 
.res aus dem Ung. fölyhös (nubilus) von följhö (nubes). 
Daraus, s.unsl. 126., felheschnodi (die Wolke) Grellm« 
S. S88. 2., felesnodi Bisch, und sogar LG. S.S., wäh- 
rend Zipp., der alle diese Ww. nicht kennt, für ersteres 
I hlizza (Me dikjum, ke blizzijas Ich habe blitzen 
gesehen), fürs zweite i wolka aus dem D. angiebt. 

'^Foljasi Quelle Grellm.; Zipp. unbek. S. IL 165. — Ung. 
forras; folyas Fluss, folyovis Bach nach Pchm. S. VI. 

Fillozin Castell, villizin Palast Rtw. Bari filetschin 
Burg Bisch. — Bari filizzen, lizjakro, filizja (wie 
haro schlosfos Schloss) Palast, i filizzin, jakro, ja 
Gut, Hof. Sso rakervena annakia fsavi bari fi- 
lizzen [an so einem grossen Hofe], andry baro sche- 
riskeri [königl,] filizzen? Jol rakkerna dschama- 
ster. Was sagt man bei Itofe? Man redet von einer Reise 
Zipp. Dagegen: K'jafs le Jesu [gehört le als Pron. 
zum Yerbum, so fehlt die Bez. von: mit] trän annu kehr 
1 bariterraschaj Ef ging mit J. hinein in des Hohen- 
priesters Palast LG. mit der Angabe, dass rajtutschino~ 
= Palast, Schloss. Unzweifelhaft stammt dies von ral H. 
S64.; die Bildung jedoch ist nicht recht einleuchtend, auch 
wenn man t sehe er II. 148. darin suchen wollte. — Fe- 
iich d f. Tower (prison). Torre. Mod. Gr. (pvXaxjj, aber 
auch (gls. von firmus, wie Festung aus fest?) fermicha 
f. Id. — Philatri Castrum, qyvXaxi^ Vulc, wobei auch 
viell. zu beachten das in der Diebesspr. tibliche polen der 
Schloss, Burg bei Schottel und in den Rtw. Beytr., sowie 
polender, polent Schlossgebäude , Burg, Palast v. Grolm. 
— Wegen des f ist schwerlich Ital. palazzo, Pfalz (pala- 
tium) oder It. villaggio gemeint. OvXaxri^Qiov würde sich 
gut für philatri eignen, aliein die übrigen Formen niüss- 
teii die Endsjlbe nach dem Muster der Zig« Abktanlinge 



B. WorterbncL 393 

aas kartri) ritri 1.87. mouOlirt haben, oder es stflnde anch 
etwa r in ersterem entweder überflflssii^ s. z. B» II. S80«, 
oder darch Irrthum st. z. OvXa^ig bedeutet bei DC Be- 
satzung; dies, oder, etwa hinten, wegen des Itaklsmus as- 
sibilirt: q^XoK'^ könnte den Formen mit Zlschlant zam 
Grunde lieg-en» 

jF7i««era/ spinnen , flissermaskeri isma Spinnstube, und 
rilunsa [t mit der Anseprache von f?] Spinnrad BIsdi* 
— Zu It. filare (spinnen), filuzzo (Fädchen), MLat. fila- 
cium, oder Flachs? 

For s. 11.357. Deh mangle bog^a papjra te jek poor, 
te kutti tinta. Gebt mir einen Bogen Papier, eine F.e- 
der und ein wenig Tinte. Dscha tu anne mri tschin- 
nepaskri tatti, 'aduy lazoeha tu aprj taflin, 
shaaro, fso tokke trebohla Geh in meine Schreib- 
stube, da wirst du finden. Alles was dir nöthig ist. Nan 
hl latsche Sie taugen nichts [die Federn sind nicht gut]. 
Aduj hi waver Da sind andere. Adulla nan hl 
tschinde Die sind nicht geschnitten. 

\^^Foros Urbs. Oogog^ vulgare idioma Graecorum^^ Volc 
Ist, wie richtig Pchm. S. SS. bemerkt, ein Fremdwort , und 
nicht mit Adelung im Mithr. und Bw. — s. IL 35S. — auf 
Sskr. pura, puri (A town, a citj: im Gr. n6XiQj so dass 
also Städtegrttndung- viell. schon über die Zeit der Abtren- 
nung der Griechen von ihren fernen Asiatischen Stammge- 
nossen hinansreicht) zu beziehen. £s entspricht dem Lat. 
forum, bei DC. forum, forus Marktflecken, wie bei Bisch. 
S. 66. auch dikno foro (d. i. eig. kleine Stadt); ^DC. 
q>6Qog (forum); im Ung. Lat. fora (Markt, Jahrmarkt) Mol- 
nar, Dict. Ungarico- Lat. -Germ. Pars IL 1708. p. 57S. — 
Förjus' (urbs) Alter nr. 171. Mithr. L S46. Foros StadL 
foroskero Städter Pchm. Foro m., Acc. fores GraK 
Ms. Foro Bisch, Foro Rtw. S. 30., Newoforo Neu- 
stadt S. 39. Foroose (a citj) Bry. Foro, foros m. 
Cltj. Cludäd. Sskr. puri, Hd. ^p»r m. Bw. foro, 

reskero, forja, auch re. Ko forus dschiava Nach 
der Stadt gehe ich. Manuscha rakervena doch la- 
g'erater (trujal o fohro) Man redet doch von einer 
Belagerung [um die Stadt]. Na, wawer manuscha ra- 
kervena pokoinopaster. Im Gegentheil, redet man 
[reden andere M.j vom Frieden« Rakervena, oder*) 

*) Oder, aucli adder für: aber und t.y. Rüd. 1.77. 11.62. erkIKrt 
sich aiu der in 0«tpreussen Ubliohen Vejrweduelung dar beiden Pa^« 



394 III. Wörterbuch. 

nan hi dolester tschi Man redet [wohl daron], aber 
es ist nichts daran. — Ujar Stadt Seetz. hat man mit 
Hebr. '-)*«y v^l. Bei Liefl. Z. Foras und — falls der 1. 
Bockst, nicht yielm. ein t u.6.w. ist — Ljritlo. 

Fartackitta Gabel s. II. 156. Bisch. — Frz. fourchette. 

Farte schnell Sz. s. L208. 

Fraterpuha (mit List, Falschheit) Zipp. Gebot IX. woU 

aus: Yerrath und nicht zu prodere. Fratervitkes jov 

man ch och c das. Er hat mich fälschlich belogen. I. 100. 

Zipp. 

^yFerdaf werfen, f. tele niederwerfen, puss f. streuen; 
triall f. wälzen. Fertaf abschütteln. Ferdila [eher 3. 
Sg.] Schleuder. Ferdepenn Wurf^^ hat Dief. aus Bisch, 
gesammelt, und gesellt ihnen auch Maro forden ela Brot 
krttmelt er [eher 3. PL] bei. Ich möchte darin eine Aphä- 
rese von CzirrdaT 11.184.303., jedoch mit Ausnahme 
des letzten, vermuthen, Dief. dagegen Comp, mit dar. 

FwV^scho Muff, fprnötschia Handschuhe Bisch. for- 
lozzo, pK forlozja Handschuh Zipp. 

i Forma Form Rtw. 
'ampihli die schwarze Beere Bisch. S. 35. — Ob Brom- 
beere durdi Dissim. und mit Anklang an Frz. framboise 
(Himbeere?) — Brosibanaf. Bramble. Zarza [s. 11.63.]. 
Hd. Bhur-band Bw., worunter er wahrsch. bharbhändf The 
name of a pricklj poppj (Argemene Mexicana) rersteht. 

'^Frishio munter Rtw. Frischko, frisch, freudig. dsl 
hi frischko, oder heera na kamena te dschan 
[nan hi sorelle sind nicht stark] Das Herz ist frisch, 
aber die Beine wollen nicht fort Zipp. 

Fdcho Andenken L. 

Fachoyi f. Grub, insect. Yicho, vichuelo. 

Fficirro m. Halt. Alto. Querelar facorro To halt. Ha- 

.cer alto. 
Farafais pl. Buttons. Botdnes. 
Farsiläja f. Fault. Falta. 
Feda f. Way, path. Camino Bw. ^OSog L. 19, 36. — Etwa 

Sskr. patha, Pfad, mit Umstellung der Aspin? S. II. 348. 

Fermentar f. Penitence II. 40. 

Fiafo m. Eslabön. II. 802. 833. 

Füa f.. Face. Cara. — Etwa als Gegentheil von: Profil? 

Filimicha f. Gallows. Horca. R. BHc'B'AHija Bw. 



tikeln oder uad aber. Siehe Nesselmann» Sprache der alten 
PreuMen S. 85- 



B. Wörterbttcfa. 3tt5 

Finguli m. Kind of gnat Caganrtfpa. S. IL 341. 
Firi pl. Spanrows. Gorriones. 

Fldcha f. Aslies. Ceniza. Sclwerlidi das von Bw. rgh Hd. 
^rt^ rdiA {Sskr. rakshä) f. Ashes. 

Flamdr m. Jest. Chanza Bw* — Etwa Witzfunken von Lat« 
flammare ? 

f7ö;a f. Account. Cuenta Bw« Nachricht L. 14 , SL S. II. 

371* — Etwa als fluxa fama von Span, floxo? 
Flartpi f. Mass. Misa. 

Fondila L Tareni. Tarerna Bw. -^ Aus Igp« fonda. 
Fracaso m. Hog. EI puärco« Fracasia f. Sow. La puärca 

Bw. — Wohl ans Sp« fracaso (Chüte saivie de rupture. 

D^sastre, mauvals snccis) mit wahrsch. Anspielony an 

pu^rco. 

Frasardo m. I. q. Trasardd 11. 894. 

Fresiego m. Golf. Golfo. Fram ike Sshr, asthAg'a (deep) 
Bw« — , falsch! Fresiego e Bomhardö Golfo deL^on. 

„FH«ta Adv. Little. Poco. — *Frima, frima' *By dc- 
grees' *Poco k poco' Bw. Frim^s wenige L. 10, 8« 
De frlma fe oXiyomaroi 18, 88., frima sinara cara- 
do 48. da^fjonai oXly ag, Yeqne fremi (ein wenig) 5,8. 
Th iXA/tarov. Frimita ariyfiij (xatgov). Tran-flimi 
Adv. So little, neither. Tampdco vgl. I. 874,« Dief. 

Fransaperar v. a. n. To walt, to hope. Esperär Bw. — Wie 
es scheint, das Span. W. mit einem seltsamen Zusätze. 

Frujeria f. Fruit. Früta Bw. — Vgl. Frz. fruiterie. 

Fufu m. A well. Pozo Bw. — Verm. Redupl. der 1. Sylbe 
von Span, fuente. S* IL 378. 

Furt f. 1. Jacket. Chaqueta, ;(ircoi'L. In diesem Sinne auch 
fili f. 8*Pudendum mullchre. Ich halte das W« im 8. Sinne 
vom 1. nicht verschieden, wie Nemn. Cath. p. 1083- z. B. 

Tasche für Vulva hat. Jedoch erklärt Bw. es aus Ar. ^^ 
faraj f. Cheerfulness , delight, plcasure, joy. farj f. Pu- 
dendum tum maris tum fcminae Shakesp. p. ^5. Näher läge 
dann wenigstens noch Hd. ß hur f. P. femlnae, hhasr'u 

Fumia f. Cave. S. IL 895. — Etwa aus horno (Lat furnus)? 

Furuni t. Favour, grace. Favdr, grada Bw. Gnade, Gunst 
L. — Viell. aus favdr; wenigstens eher als aus Sskr. prt. 

JB. 

Bereits S. 76 — 90. sind einzelne Ww. mit B als Anlaute 
aufgeführt, sofern diese« sich mit Sicherheit als späterer 



396 IIL Worterbacli. 

Vertreter von V ergab. Einige der hier eingestellten Ww« 
mögen indess, auch wenn sie Indiscli sind, niclit notliwen- 
dig einem Sskr. b begegnen ; s. z. B. hokh. 

*Bokh f. der Hanger s« I. 4S5. Pchm. entspricht dem Hind. 
fSy^^ bhükh (Sskr* bubhnksha vom Desid. ^n bhug^) f. 

Hanger, bhukh-ä Adj. Hungry, so dass, voraosgesetzt 
die Richtigkeit der Auffassung des b als eines nnaspirlrten 
Lautes, selbiges entweder in Geniässheit mit dem Sskr., 
nach Unterdrtickang des bh, den Cons. der Redupllcations«- 
8jlbe festhielt, oder, behufs Vermeidung zweier Aspir. 
[kh aus ksh], seine Aspiration aufgab. — Bock Rtw., i 
bo-k, bokk [bokkopen ausgestr.], kakro, bokka der 
Hunger ZIpp. — Bok (faim; aber falsch bko Famo Pred.^ 
und buceloben (avoir faim) Eog. — Boko (hungrig) 
Grellm. S. 896. 1. erklärt Zlpp. als ihm unbek. Buko sei 
die Leber, bokelo, bokallo (bokello manusch) 
bungrig s. L 124., me bokjevava mich hungert — 
. Hisle [-lo, oder für les A. st D.?] pokklo hungerte 
ihn L. IV. 1. Bokelo, i hungrig GralT. Ms., bakalo 
Harr., bocolee (hungry) Brj. Rieh. Pokkölo hungrig» 
pokkölepenn Hunger , mit t a 1 1 o Heisshnnger, und doch : 
Mande hi tatto pökkSlo Ich habe den Heisslu, muiaf 
bokoliha (eig. Hungers sterben, mit Instr., s« I. 191. 
Pdim. , wie auch im Lith. Comm. Lith. II« p. IL) verhun- 
gern, vgl. verdursten Bisch. — Boqui, boq^uis f. (PI. 
boquises Hungersnöthe L. 81 , 11.) Hunger , fiimine. Harn- 
bre Bw. , woraus Dief. fiberdem noch bocatas (famlnes) 
beibringt — Bocklllo Geiz Rtw. findet theils in der AurI 
Sacra fames, specieller aber seine Lösung in Bisch, u. gei- 
zig: A jowa nane w61a tschalo Der wird nicht satt 
IL 801., und Zlpp. u. geizig: „Bokkelo heisst. hungrig 
^auch begierig) ; tschindo geizig, auch Jude (s. 11.808.).^^ 
Üebrigens hat Dief. auch Hd. bököl (avariza), b&kil (ava- 
rente). 

O hukelmdto^ mateskro Geschwür. Man hi b«, dukala 
man b. Ich habe ein G., thut mir weh. Zlpp. — Etwa, wie 
qtayiSaiva^ um sich fressend, und dann zum Von? Merk- 
würdiger Weise könnte das 8. W. Sskr. matta Intoxica- 
ted fdrunk wlth liquor); farlous, mad, insane sein, und 
demnach etwa: „von Hunger wüthend^^ bezeichnen. Siehe 
mato, aber aach merdo. 

Bogiaa f. Pocke Pchm. , bok ja Pocken, aber b6kja Blat- 
tern u. einimpfen Bisch. S. IL 374. — VielL nicht ans dem 
DeatsdieB. Vgl. Hind« ^l^ bäo L The pox« See wX| iad f. 



B. Wwterbnck; 397 

A bubo, worauf ancli unter ^c^L bäght f. A bobo ver- 
wiesen wird Shalesp. p. 95.} Loy^ bauhä Adj. Pocky, 
|pt^ hawähä Adj, Pocky, alTected with Lues venerea. 

^BtJce pL Eing^eweide Pchni. Bucko Leber Rtw. bnk- 
ko, keskero, bukke Leben Jek bukk -büt bnkki 
Lung'e; kaulo [d.i. welch] bukko Plaaz [in Lithanen filr 
Lung'e], aber Leber auch bukk (hart bukko). Mro 
dsi! mro bukko Mein Herz! mein Seelchen! ^^elg-. meine 
Leber! ist wirklich ein Liebeswort ^^ sag^t Zipp« Vg-1. Eurd« 
melak Fegato, melak spi (d. i. weisse Leber) Puimone« 
Ferner Tflrk. ß^ ^t (album jecur) Poumon, yC> »y) (atrum 

j.) Foie, r/^ ^^^ ^^° c\itt\ Roehrig, Sp^c. des 
Idiot* de la langue Turque p. 23. — Pukko, Adj. puk- 
keskero Leber, auch Eingeweide Iso im Sg*. angegeben, 
aber auch wenterja] Bisch, s. auch 11.356. — Bucos 
m. Liver. Higado Bw., '^/Ay ^* ^* Innerstes L. 2, 35. — 
Sskr. b§kka (heart), brilika (heart; kidnej). — Ob auch 
Bauch Ton Sskr. bhug*' (To eat), fragt Dief. 

Btkkus Kugel. bikko, keskro (keskero), bikke, 
but bikki Flintenkugel, aber kug-Ia Kegelkugel. Je 
lurdedeske trebohna bikke, oder je karapaske- 
reske trebbohna bikke nin [d.h. auch] schrote Der 
Soldat braucht Kugeln, aber [s. IL 393.] ein Jäger Kugeln 
und Schrot. Zikku mandß ada blkku, te de man 
kutti schrote Zeig mir diese Kugel, gieb mir ein wenig* 
Schrot Zipp. — Bicki Schrot (im Schiessen) Rtw. S. 28. 
wohl als PI., dagegen steht S. 19. vor: Kuh — „Katzel 
[falsch st. Kugel? wenigstens schwerlich Kitzel] bicko.^^ 
— JBox/a (globuli bombardarum) DC. 

\Biggüs (hordeum) Liefl. Z. — Nicht zum Vor«, sondern 
Schwed« bjugg, Dan. byg Nemn. Cath. p. 172« — Ist, 
nebst botnos Norden L 105. um so beachtenswerther , als 
dem Esthn« zu Anfange Mediä abgehen, und es sich also wohl 
als ein in Liefland über See eingedrungenes W. erweist. 

\Bikovi f. pl. Elsen (Böhm, pauta) I. 110. Pchm. S. 23. — 
Ung. b^ko (compedes), Poln. o-kowy pl. m. aus kuc'. 

Boholit Semmel; Buchtel Pchm. S.36. 71.; bokolör! f. 
kl. Semmelchen. — Vgl. Böhm, buchticzka Buchtel, klefaie 
Buchte r= buchta (Art von Kuchen oder Mehlspeise). 

\BiMo Schloss, d. h. Thür-, Anlegeschloss (s. Corr., nicht 
Ch&teau, wie fälschlich Kog. meint, oder Castello Pred.), 
-engero gatscho Schlosser. Bukli Schnalle (Ngr. 
imoB^Xa Schnalle y BILat. bvcula , woher Engl. bvdEle ^ Frz. 



398 m. Wörterbnclr. 

boucle u. s. w. In Schwaben wird Scbnalle «■ Klinke ^e- 
braucbt) Bisch. Bultlo Schloss Riw. Bukkus [ausgestr.], 
buklo, bukklo, kleskero, kle Schloss, Hängeschloss 
8. I. 442. Zipp. 

-j^Bugaris Spinne (Bisch., Zipp. splnna) Pchm» — IJng* 
hog&r Insekt, Wurm. 

Biggherit Charrier [Laugentuch?] Kog., wofür aber brlg- 
gherit Carreggiare [!] Pred. 

\Bucho9 (über) Ynlc. , aber libro Buch Biscb. 

\ Backt Glück Rtw., woraus durch Versehen, das audi von 
Zipp« für verschrieben gehaltene baxt Grellm. S. 289. 1* I 
bacht, bachtjakro (tiakro), bachtja Glück; i bi- 
bacht (jakero, tja) lela [11.328.] man Das Unglück 
verfolgt mich« BachtSluno, auch bachtallo glücklich, 
blbachtalo unglücklich. Jov hl bachtallerdir, fsirr 
me (tu, akawa) Er ist glücklicher, als ich (du, jener) s. 
L210. Me hom kohn o bibachtelledir manusch 
shaaro manuschinder Ich bin der unglücklichste unter 
allen Menschen. Kanna akkia hi, fsir bibachtelo 
ne fsasti vava Wenn dem so ist, wie unglücklich kann 
Ich dann werden. Ssir han tume akkia bachtelles 
[Adv.! etwa Versehen st ^le?] Wie seid ihr so glücklich! 
Ssir bachtelo hom me Wie gl. bin ich nun! Ssir me 
hom akkiake bibachtelo Wie bin ich doch so nngl.! 
devla! o bibacht! Eejamee avjam! Ach! oGott! 
o Unglück! Wohin ist es mit uns gekommen! Te del 
mro Dewel tumen bachtallo dschaben Gott gehe 
euch eine gl. Reise. Eanna heidne mre tschatsche 
devlis lena; to wela [-na?] jol bachtalle Wenn 
die Heiden den wahren Gott annehmen, so werden sie glück- 
lich sein. Zipp« — Bacht f. das Glück, bachtalo glück- 
lich, zu dem äusserlich sich, wie Fem», verhält: bachtali 
f. die Fledermaus. Bibacht f. Unglück, blbachtalo un- 
glücklich Pchm. — Pacht Glück, Acc. pächtes u. ver- 
scherzen, pachtölo glücklich. „Vorbedeutung. Auf 
verschiedene Fragen wurde geantwortet: A ganna wi- 
jas a gal puri gatschin glanmände (Jetzt ist hier 
die alte Frau vor mich gekommen; s. gegenwärtig), a 
ganna na hom gäwa diwas nit pächtälo (nun bin 
ich heute nicht glücklich; mit dopp. Neg.).^^ Schaden s. ob. I. 
299* Bisch. — „Gewiss (sane): — Adava bachtmen- 
ge [d. h. doch verm.: Glück uns!] nan hi godwero, 
kohn devlis na kamela. Der ist gewiss unklug, der 
Ckitt liGht liebt.<< läpif.* — Pers. u:^ hakki m. Fortune, 



B. Wörterbacb. 999 

luck, prosperity, felldtj Shakesp. j von VuUers, Inst« p« 17. 
mit Recht auf Sskr. bhang (frankere, dividere) bezogen, 
wober sowohl Bhäga (A portion, a share, a part; fate, 
fortune, luck), als bhakti f. (Part, portion cet), womit 
aber pajin II. 365. wohl keine Gemeinschaft hat. — Wahr- 
scheinlich mit j St. ^ und Abwurf des t, oder, wie Bw« 

will, aus Sskr* bhag'ja n. (Destiny, fortune, good or 111 
luck): 99Baji f. Luck, fortune. Suerte, Ventura. Penar 
b a j i ' to teil fortunes' Decir la buena Ventura. [Vgl. über 
La bahi Bw. I. 314 ff.] Instead of this word, the Eng- 
lish Gypsles make use of a derivative from the Sclavonian, 
dnkkcrin. In their dialect, to teil fortunes is *penaw 
dukkerin' [s. uns 11.317.]" Bw. — Bajin m. Event. 
Caso« Bajine 'that which has happened' Acaecido. Ba- 
Ji lache m. Deer, venison. Venado, was Dief., wahrsch. 
mit Recht, für 9,gut Glück" hält. Derselbe hat gesam- 
melt: 9,baji f. iq)rj(,UQla L. 1, 5. 9. Garlar b. nQOtpfj- 
zeviiv 67. Tami o sos juncia, y na querela bajin 
o ii axovaag xal fii] noitjaag 6, 49., wie IS, 47., pleon. 
nach^ nouTv, Baji Schicksal, Loos 10, 18. 14, ovata 
15, 12. Sos — ni querelaba bajin a mann jeque 
xal avd-Qwnov (iri irTgeno/ntvog 18, 2. Le terelen bsL- 
j\n evTQantjaovTai 20, 13. Por bajl, etwa, wol; viel- 
leicht. Y na querelais bajin e lachiria [also mit 
Gen.] xal naq^QX^od-B rtjv xQiatv 11, 42. «* Begai, z.B. 
aver begai L. XX. 11. s. ob. I. 229." 

-j^Boctaro Morgengegend L. 13, 29. Pers. ycjU^ Orfens 
Cast. I. 73. Bnrn. Comm. sur le Ya9na Not. p. CXIL 

Buchlo^ i Graff. Ms., buchlo breit, bnchlipen m. die 
Breite, buch 11 f. Taffethand, Dem. buchröri Pchm. 
Buchlo Brut [sehr, breit, wie die Buchstabenfolge ver- 
langt], buchlippen Platz Rtw. — Puchlo breit, weit, 
z. B. Beinkleider. Puchlo Raum. Puchli Streifzug; 
etwa verwechselt mit: Streifen Zeug? Puchlo wijas 
verbreitet. Bisch, vgl. 1.431. — Buglö, bulhallo (La- 
titudo) Alter nr. 116. und daraus das wahrsch. verderbte, 
auch Zipp. unhek. hui hall a breit Grellm. S. 233. 1. — 
Bhughlo weit, buglo (ausgestr. bühilo) breit, welt- 
läuftig. Bugli dorik ein br. Band; o buglo dromm 
der br. Weg. Nan hi bugll 1 purt Die [Brücke ist 
schmal [nicht br.]. Rakli! tot ht je glatko te bugli 
tschekat. Jungfer! Ihr habt eine glatte und breite Stirn. 
Baglanakiskri Ente Zipp. -. Etwa ^^yi [;» guadrip.] 



MO HL WSrterbuck. 

pau/ha Adj. Wide, broad Shaiesp. f. 195«? Oder Sskr. 
.bahala (Miich, many)? Im letzteren Falle zum folgenden. 

*JBitf Adv. viel, buter mehr Pchm. s. I. 807 ff. — „Put 
(viel) scheint mit dem Zusatz der einzelnen Zahlen g^ebraucht 
zu werden ^^ Graff. S..48. mit der handschriftlichen Bemer- 
ikung, es heisse nicht put, sondern buth — „buth Adv* 
viel Budder mehr, d. 1« ferner. Comp.? *^ — ; welche 
Aspiration allenfalls durch das Hind* v:>i^ bahut (Sskr. ba- 

hu) Adj. Much, many gerechtfertigt erscheint, aus dem 

auch \ffj^ hdhuterä (Sskr. bahutara) Id. und die Subst. oLä^ 

hdhutät t Excess, abundance \s^\Ji^ ftoAt^öyo^ (Sskr. ba- 

hutä; vgl. rticksichtlich des Suff, noaovrjg) Abundance, 
plenty , multitude entspringen. — Buut viel, Menge 
(etwa auch buth Preis S. 85.?), butter mehr, but- 
ten (multos) S. 38. Rtw. Daher Grellm. S. 894. 8. but, 
Hd. pot, die Menge, allein S. 888. 1. but; behjr 
Id., daraus auch Kog. sein la foule (Pred. multitudine) hat. 
Das angeblich Zig. behjr indess ist unzweifelhaft irrig* 
mit dem Hind. ^a^ [. quadrip.]' bkir f. Multitude, crowd, 

mob Shakesp. p. 148. vermengt. — Itschelaput lurr'- 
de Die ganze Schaar [elg. Menge] Soldaten LG« Put- 
Bester (ex mnltis) L. IV, 41., cig. doch Sg. — Nanö- 
but' (wenig) Alter nr. 807. — But Much, multitude, a 
'^eat deal; but, dasto Crowd Harr. Boot (much; num- 
bers), auch bootsee (great) Bry. vgl. ob. L 351. — 
Botshl but pepperi adrj Es ist allzu viel Pfeffer dar- 
in. Bots hi ada manusch dinello Der Mensch ist 
allzu dumm. Möglich wäre, dass der Zischlaut eig-« zu hi 
oder si (est) gehörte, doch s. I. 304. und pntsester 
oben. „Bot heisst: sehr« keer hl bot baro Das 
Haus ist sehr gross.^^ But, but viel, Menge; zu Grellm* 
' jedoch : „ Menge ist nicht ; but but manuscha eine gros- 
se Menge [eig. viel viel] Menschen ;^^ e butir manu- 
scha die Meisten. Butir, buttir mehr; noch butidir 
noch mehr; kohne butidir am meisten. Pot akey pot 
akuy Bald hier bald da; das, trotz des Gr. t6t€ (liv — 
Torc Si^ schwerlich für ttotc steht. Zipp. — But viel, but 
Menge. Butgöwa Yorrath. Butdela IL 300. A jow 
a. gerrdas mände but Der hat mir viel geschadet [elg*. 
g^than]. BAtidir mehr, mit gerraf (mehren); butidir 
.(abermals) u. s. w. I. 889., was wenigstens den Stamm mit 

HiBd. u. Sskr. IPücg^ hahudha Adv. Usuallj, often theilt 

Bisch. — Butör, batr^ Adv. Minre« Mas L. Bw., PL 



K WürtoHrndi. 401 

butres (wo nicht des Positivs). Bus Jldv» ei Cmf. 
Mas, pero [wohl aach inus aach Mas umgebildet; aber 
yerni. g>anz verscb. bus Cuando] s» L 317. nr« Sl«, de- 
bus (Denias) mit Span. Präf« nach Analogie des Frz. de- 
plus, allein schwerlich vom Lat. plus 9 so wenig als bu- 
fendi f Better). Vielleicht steckt Sskr. bhiiyas drin; vgL 
Bopp, Celt. Spr. S. 34. 

Beischa Hacke, pitscha Radehaue Bisch. — Etwa Frz. plo- 
che (DC. picea =■ pica , i. e. unidens ligo j Deutsch Bicke, 
Pldie s. Hejsc WB.), oder beche? 

^^^Biisch Imp. schicke. Praes. bitschewaba. Im Prät. 
höre ich bits che dorn mit leichtem e.^^ Graff. Ms« s. I. 
443. vgl. IL 333. Parad. 1. 475. — A ganna venila 
gerik bitsch^de Jet/A werden sie welter gebracht, von 
bitschaf g^rik abliefern Bisch. — Me beczadjum 
addo naswale manuschinge Ich habe diesen kranken 
Menschen zu essen geschickt Zipp. — BIchabar v. a. To 
send. Enviar; nach Dief. auch: entlassen, verschicken L« 
Dichabar v. a. To send. Mandar. Bw. vgl. Sskr. wis 
(To throw, to send), wiksh^pa (castIng) aus kship — of- 
fenbar also bloss dem b oder w zu Liebe, vgL cblbar 
II. 184 f. — wahrscheinlich irrthflmlich. Jedenfalls passte 
das von ihm auch genannte bhejwa*d aus Hindi bh^g'anä, 
bhdg'a wa d^nd (To send) besser. Auch Sskr. presh We- 
sterg, p. 878. muss trotz des Fallenlassens von r Im Pal! 
Essai p. 134. zurückgewiesen werden; so gut wie ädisht'a, 
das Bopp Nal. IV. ^. missus tibersetzt, obschon es eig. 
„ hergewiesen '' besagt. 

Bichotö wcp&fj L. 22, 43. Bicholar, abicholar (auch 
nichobelar IL 326.) v. n. To appear. Parecer. Bl c ho- 
la f. Likencss, similitude. Semejanza Bw. — Dief. vermu- 
thet, wie Ich glaube, mit Recht, einen Zusammenhang mit 
dem Sskr. Pass. widyatd (ScIrl, cognitum esse cet«, aber 
eig. doch ursprünglich: gesehen werden, wie Lat videri), 
und nicht Sskr. wichchh (To shinc; to speak). Das Wort 
hat den neutralen Sinn gemäss der Cl. IL , welcher es ver- 
möge des angehört. VgL 1.379. Bei Bisch«: A Jowa 
pitschola bar nie (Er sieht aus, wie ich) u. ähnlich. 
Und: A jawa hi pitschola gSrad bar me (Dasistmein 
Ebenbild) , worin h i viell. aus Missverstand überflüssig steht, 
man müsste denn ein Komma dahinter setzen: „Er Ist, sieht 
aus, gerade wie ich.^^ Jedenfalls, selbst, wenigstens der 
Form nach, im GitanOj dürfte es nicht Subst«, sondern 3. 
Sg. Präs. sein, 

IL «6 



4M m. Wjhrterbiidi. 

ttUto (petit) Ko^« — Harr.: Leaii Blte (lit. Small), aber 
Utile Bcti, tikno s. ob. 11.988. Beti (small, shori), 
bete Brief («hört). Beti cliävo Little child; biti- 
guoni Calf (small cow); beti g'ay Street; beti pani 
(small water) Brook; ker bitta Cottag'e, a small hoase. 
Bete g\v (A piece of wbeat) Harr. p. 539. doch wohl 
nicht aus Eng'l. bit (morceau), wie im D. Bisschen für: 
wenig** — Bittutheim [eig'. wohl kl. LandJ A countrj 
[so!] H. S95. Bry.; viell. daraus verderbt : Besham A 
Gountj [so!] Harr., dessen Vgl. mit Pers. ilmXa^ (A wood) 

nicht anschlagen will. Bottoo, g^eorgio A dwarf Bry. 
vgl. n. 1Ä9. — Aus Engl, petty, Frz. petit? Dief. vgl. 
Hd. !^ patlä Adj. Fine, thin (doth or liquids); lean, 

meagre, delicate, weak. 

-j^Pisla wenig Btw., und daraus pisla (die Wenigkeit) 
Grellm. Bissla wenig, noch je bissla (noch ein we- 
nig) n. verweilen, Dat. bissigste (zuweilen) Bisch. Je 

. bissla ein wenig L. Y. 3. Fr. — Aus Deutsch Bissei, 
vgl. Schwäbisch: Anbissle, Bischele (ein wenig} v. Schmid 
S. 70., in Aachener MA. Bllz u« s. w. 

Büth tliigh Ous. — Doch nicht etwa thick und zu but 
oben? 

, butin* (Labor. Mühe) Alter nr. 62. But'i (Opera. 
Arbeit) nr. 63* Butin Arbeit; apri butin tshidde sie 
haben auf die Festung [eig. zur Arbeit] g>ebracht Btw. 
S.38. V£rl« ob. 1.387. — Butin Arbeit, Instr. butjaha 
n. 137., butinaha L 191., Dat. lowe butineske 113. 
Lohn Bisch. — I butin, butjakro (butsakro, also 
mit Zischl. 8. L 87.), butja Arbeit, s. Parad. L 201. But- 
jakro geschäftig*, arbeitsam. Müssig: Nan hi leste bu- 
tin, nani les tschi te kern [PK?]- Te keraf butin 
(arbeiten). Eeer b. (arbeite). Mro dad kerla but 
butja Mein Vater thut viele Werke. Me kerduni ada 
dives but butin Ich habe diesen Tag viel gearbeitet. 
Bari butin kerdjas Er hat unniässig' gearbeitet. Kan- 
na mc mre butin kerdjum, to wela mangc mesch- 
to Wenn ich mein Tagewerk werde verrichtet haben, so 
wird die Arbeit, beendigt werden [vielmehr : das wird mir 
gut, sein]. Adava mro preiskerpen mree butjakke 
[richtiger fem«, als ob. Bisdi.] Das ist mein Lohn für mei- 
ne Arbeit Zipp. — Puditam (wir haben gearbeitet) L. V. 
5. Fr. — Buti f. Arbeit; Schmiedearbeit Pchm.; das letz- 
tere, weil das eins ihrer gewöhnlichsten Geschäfte ist. 
Vielleidit desshalb auch bud-jut Tinkör Irv. [s. I. 99.} 



B. Würterbuck, 4ßß 

hielier, unbeachtet dieser es ausPers. jk^ (Bad) und Hfaid* 
\di^ jäi (Sskr. g'äti) i* Cast, sect, tribe, class, race deu- 
tet. Unstreitig- beruht die Trennung* des W.'s nnr auf die- 
sem Unistande, und möchte das dj darin leicht mit der flfis- 
sigen Aussprache von buti, d. h. batji. Im Böhmisdieir s. 
1. 87. sich vereinigen lassen, selbst dann, wenn man in 
bntin, butsi (travail) Kog. das Komma streichen , und 
dies : „ labor niultus [s. ob. b u tj ^^ erklären wollte. — Dief. 
mochte das W. seines ephelkystischen n *} weg'en nieht, 
nach dem Muster des Dakorom. lucru (Arbeit), auf Rom« 
butin (Beute) beziehen. Er hält es vielm. Air gleich mit 
buchi und aus Sskr. bhdtl (cxisteotia) entstanden. Ich 
rathe lieber auf Hind. o^ (Sskr. writti) briui or vriiti f. 

Livelihood, stipend, pension, income, estate, Insbesondere 
da bei Alter p. 185. für Labor Malab. pravarti, Sskr. yrtti 
angegeben wird, und Arbeit ja allerdings das ist, \^as Im 
Sskr. vrittl bezeichnet , nämlich Livelihood , profession, 
Bieans of acquiring subsistence. Vgl. auch Sskr. pravrftti 
Activlty, occupation, active life as opposed to contempla- 
tive devotion cct.; pravarttana Adlon, business, wordljr 
Interest or activitj as opposed to abstract contemplatlon. 
Sowohl Bedeutung (Westerg. p. 150 sqq.) als Form , z« B. 
Mangel des r, Delius p. 51., würden passen. 

Buchi f. Any thing, the public executioner. Gualquiera co'sa, 
el Verdugo. Bw.; — das zweite vorm., weil es mit dem 
Henker (vgl. fibcrdcm Frz. boucher. Engl, butcher, Flei- 
scher) allerdings „ etwas ^^ auf sich hat; .auch ma^ Ybu- 
cho IL 65. auf unser W. anspielen. „Ding sehr häuGg* Im 
L. , jedoch anders als peda Bisch., nur für Ding, Sa- 
che. Presas na sincla buchi pandada, sos cet. 
L. 8, 17. ov yag iari xgvnrov 8 — ; buchias lachias 
de ocona chipen fjdoval tov ßiov Ib. 14. Buchenge- 
res Dinge Bw. Hieher puchel u. s. w. IL 44. ( — ich 
glaube eher, von Span, puchero Pot; vlande etc. qu'on fait 
culre dans un pot — ) und bausale?^^ Dief. 

Beda f. Ding, Acc. und PL bedia Graif. Ms. Bei Bisch, 
p^da Ding, wie gowa, In vielerlei Umschreibungen s: I. 

*) Nach einer schönen Bemerkung dieses meines Freundes an I. 
86. 113. 207. beruht das häufige Erscheinen eines mobilen n im 
Zig. auf ne.u griechischem Einflüsse. „DieNgr. Dem. »Endung 
I (aus iou) y sind seine Worte , ging nachweislich durch iy hin- 
durch; obschon das Ngr. im Allg. das End-y verhallen liisst (wie 
noch viele Deutsche Diall.) , so wird es doch hie und da , t» B. auf 
Kjprof, über G«biUur ephelkyirU^* 



4fM ni. Wörterbaclu 

71* und xaweilen in concreterem SiBne angegeben, als ilini 
fai Wabrkeit sakommen möchte, x. B. Bürste, obschon im 
Contexte selbst nichts als ^jDing'K So pcda [also schiver- 
lieh »1 Sskn bandh , trotsidem dass dies n in manchen Formen 
einbasst] Binde, Gurt, vgl. n. abg'ttrten Acc. pedes, als 
wäre es m., und dann doch auch wieder 1 peda. Ferner 
i pedende die Ding'er st. Hülsen, n. abhülsen. Pendi- 
riachakSro peda JNussknacker. Mellelfeskero p., 
kihleskSro p. Dinten-, Butterfass. Stuppin^skeri p. 
(Flachs «) Breche« Dikno sastereskero peda (kleines 
eisernes Ding*) Felle [raschpe Kr. aus: Raspel] s. jerni* 
I mulering'Sri peda Bahre, mulereng'Sri peda 
Todtenbahre, TschämmSrdeskero peda Tüte s. II. 
IM. PI. goghlengre pedi Würfel, allein mit tt s. II. 
159. und mohljengSri p6tti Weinbeeren, Sg-. mohi- 
JakSri petta Weintraube, neben mohljäkeri p^da 
Traube. PraldunI peda das Chor in der Kirche; der 
Etjm. nach I. 124. eher Oberbühne, Gallerie, wie Dief. 
T^rmuthet. Peda Kanzel, wohl nur im Contexte, ' z. B. 
Raschai dschalfela apo p^da Der Pfarrer g>eht auf die 
K»; prisseraf apo peda predigen. Pedamaskro Ro- 
senkranz s. I. 141. stimmt wohl nur zufiillig zu Engl, beads, 
und Roth welsch bodenell - schnür (Rosenkranz) von bodc- 
nellen , d. h. beten. Schwerlich zu Hd. , .j^aj bedi or vedj 

(Sskr. y^di) f. An altar. — Ganz verschieden auch bete 
g\Y s. ob. — Dief. verweist auf Pall vatthu == Sskr. vastu 
(chose) Essaip. 95.; Hind. ou (Sskr. vitta) hitt^ or vitta 

m. Wealth, substance, thing, von Sskr. vid (obtinere, adi- 
^pisci) wäre leicht eben so möglich: — überzeugen thut 
keins von beiden. 

jyBeda f. Manner, way, custom. Manera, costumbre. Bw« 
Lehre L. 4, 32.; rh cvvti$^ia(ilvov 2, 27.; i^og ib. 42.; 
tlcad^fig 4, 16. De tal heda solcherweise 5, 7.; de 
aver b., sonst, autrement ib. 36. — Bedar lehren 4, 31. 
11, 1. To teaoh. Enser^ar. It has manj other meanings; 
e. g. Bedar or jaque *To light the fire' Encender fue^ 
go* [Vg'l* sat yaque, que na se bodela nvQl aaßi- 
CT(f 3, 17.] — Bedar or chiros *To pass the tinie' 
Pasar el tiempo etc. Viell. auch hieher Bede de mulo 
^Funeral of the dead' El intierro de un difunto Bw. — 
Stkr. v^da Lehre u. s. w. Vgl. Gr. Xoyog^ Xo^^ot;, Xoy^, 
Xoyöf etc.^^ Dief. — Zwar würde zu bedar in der Bed. : 
lehren y vortreiTlich das Sskr. Caus. v^day passen; im Ue^ 
briftii Jedoch nicht. Für Einzelnes schickte sich Hind. 9j^ 



B; WSrterbacli. 405 

bidh or vidhi f. Rule, order, precfpt, directfon, decree; 
Proridcnce; narac of Brahma: mannen Sskr. widhi, wi- 
dh& Form, formala, rule. 8. Manner, Und, sort vgl. sa- 
widha (of the same kind). 3. Act, action cet. 

-^.^^Budiita Laden Bisch. Verm. darans' aach barme o 
• (boutique) Kog*. , doch vgl. bnrica Cell. I. nr. 306. b.^< DIef. 

-^Baua^ Diebe^spr. Schmiegeley (Ban) WIdh. — Ist Dentsch, 
und hängt nur mittelst dessen mit Sskr. bhavana (A hoase, 
a dwelling) zusammen , obwohl Bisch, das W. mit v schreibt, 
als Var. neben barokehr (d. lu grosses Haus; Schloss). 

Bov m« der Ofen Pchm. — Boob Kachelofen Rtw. — Bow* 
(Focus. Heerd) Alter nr. 178. Poh Backofen, pow Ofen, 
und davon das Adj. powjeskero. Wohl durch Missver- 
stand: Palall u pow (hinter dem Ofen) st. des bekannt- 
lich fttr Arab. gehaltenen Alkofen. Bisch. — Pop m. Ofen 
Graff.Ms. und aus S. 42. Kog. pop (poele). — Buf, bif, 
boof, boov, veskero, boowa Ofen Zipp. — Liefl. 
Z. ^bau (Ofen), Syr. Z. phurrniha, Ar. ^^ (aus Lat. 

furnus, fomax) und Backofen täbunih, Ar. Q3^Lb s. I. 67« 

— Dief/s Mnthmassung, das W. möge mit Sskr. patsch, 
nlmuv^ zusammenhängen, stösst auf formelle Schwierig- 
keiten. Bemerkenswerth ist die, übrigens, wenn nicht rein 
ssufällige, höchstens sehr vermittelte Aehnlichkeit von Lat« 
popina , Wälsch poban f. An oven ^ poh m. A hake , a ba- 
king; pobt v. a. To bake; to roast, to toast Pobi hara 
To bakc bread. Owen DIet und Prichard Natnrgesch. des Men- 
schengeschl. herausg. von R. Wagner HL 1. S. S98. Soll- 
te man auf Mahr, wäpha n. f. Steam; fume, Hind. ^(^ 

bäphj ^jU^ hhäph (Sskr. washpa) f. Steam, vapour, ia- 

phärä m. Vapour, vapour bath rathen dürfen? Ilind. bhMr' 
(Sskr. bhräshtVa) m* A furnace, kiln (particularly, forpar- 
ching grain) weicht formell zu weit ab. 

'\'Bahbi Geifer Bisch. — Frz. bave. 

Bibi f. die Muhme. Blböri f. das Mühmchen Pchm, -^ I 
bibi, bybi Muhme, 6. bibjakro, PI. bibja. Vaters 
Bruder Weib; auch Vaters Schwester. Trutsto [trdsto, 
was schwerlich: treueste] bibi Liebe [eig, trauteste] Mnh- 
me! Zipp, — Pipi Base, Muhme, Tante Bisch, — Bibbi 
(Tante) Kog., bebee, bibbi (Zia) Pred. — Bibi Anrede 
der Zigeunerinnen unter einander , wie von einer solchen Dief. 
mündlich mitgetheilt wurde. Vgl mro kako Vetter Kr. IL 9L 
Siehe Malay. btb$ Tante, kdk& Frere ain^, soeur ainee cet. 
tSchleierm, llnfl. y.Ul.j vgl, 493* — * Bcb^e (aiint) Br^., 



406 m. Wörterimcb. 

eben so Ricii., nur mit dem Zusaize: liind. beebecj Aant, a 
respcci fnl feminine «ppellation fron Baba Father. — Bi- 
bi (Aant) Harr., der Hind. ^^^^^ phupphi L (A patemal 

aunt) als fem. zu phupphä m. (The husband of a patemal 
MutJ mit Unrechl vgh , indem dieses — phoophee (Faihers 
irisier) nach Hadlejr, pu/A (irniaa do pai) — sehr rer- 
schieden ist von Hindi, bibi, im Moors beebee (Lady). Hind. 
Lg^\s^ fiiÄ? f. A lady, (volg-arly) a wife Shakesp. Vgl. 
CasL L 156. _>^ Domina. Matrona. Aach ^^a<o et 
qI> _ao Honoris titulus, quo mulieres invicem honorffice 

se conipellant, ac virginibus aetate se superantibns, ac di- 
gnitate superioribus , it. sororibus tribnunt. Nach Ooseij, 
Trav. Vol. i. p. 872. Bibi Joan (or rather Jauj ^L^, 

d. h. Seele) is a name very frequent amonjsr Persian fema- 
les. Das W. ist offenbar , wie so manche Verwandtschafts- 
Bamen, ein redupK, z. B. I. 309*9 und Hd. ^ it, A ro- 

cative partiele nsed in speaking* to women: (contract of 
^ -a) lady: nicht noibwcndig* eine Kürzung* daraas, wie 

m Nordameril^a Pa st. Papa. Ferner Hind. ^^^ biAü f. A 

sister: (on the west of India) a lady, See blbt: a favori- 
te concubine or one of snperior rank, neben t^ buä f. Si- 
ster: (in Hindawi) an annt by the father's side [also etwa 
Ton A. ^ (for ^t) Father. So auch Pers. UU mamä L 
JMother (Old woman in general), Hind.. U« maij/ä f. A 
mother. Hind. UU, ^U m. (A maternal uncle, mother's 

brother) ans Sskr. mämaka, das in diesem Sinne wohl 
nicht dem Pron. mamaka entspross. 

^O bobboy bobbosiero und -beskero^ bobbe Zipp. Lieft • 
Sig*. bobbus. Bohne. P6hbo Saubohne Bisch. Bob es 

pl. Beans. Habas. R. 6ö6b m. Hd. lobiya Bw. Böbes m. 
KiQAria L. 15, 16. — Bw.'s Vgl. mit Pers. L03J lobiyä m. 

A kind of bean (Dolichos sinensis) ist irrig, trotz der An- 
nahme einer Gleichheit zwischen bombardo und lom- 
bardo. S. Et. F. I. 112. — Weniger genau Bobi, ha- 
bt (pea) Harr«, bobee Pease etc. (Hd. muterry i. u bei 
Shakesp. mat'ar ni. A pea, Pisum sativuni) Irv. 

Bivant (masf) roh (Fleisch) s. I. 68. Zipp. 

^Babaria Gurke Grellm. ist trotz seiner Vgl. mit einem an- 
geblichen Hd. birka sowohl Pchm. als Zipp. (dieser hat 
^urka) unbek. und nichts als Ung. uborka ss «i^orka 
Conw. Ltk IL 9& 



B. WorteriiDch. 407 

•{- Böhme Groschen L 53. 

'^'Bojmo stolz Rtw.; bnjno, buino stolz, hoclmiütliig', rer- 
messen 9 von vielem Geprangte, prächtig'; efg*. hoff&rthig^. 

Buinipen der Stolz. Zipp. — Vgl. R. GyHHidu heftig, 
ung'estüm; jähzornig*; Poln. buynj fruchtbaft, üppig-; Lith. 
buinus geil; Böhm, bujn^ geil (von Bäumen oder Gewäch- 
sen) ; mnthwlllig , zu muthig n. s. w. 

Biniha Schlehe Bisch. — Etwa Frz. epinaie wegen spineo- 
lus (Schlehe. Prunus spinosa Nemn. Cath. p. 1076.) oder 
Ital. prunaja wegen prugnolo Schlehdorn? 

fBuneta f. die Mütze, Dem. bunetka Pchni. — Punitta 
Mütze, Haube, Nacht-, Weiber- Haube. Auch verm. nicht 
aus Barett, sondern hieher: poletta Kappe Bisch. — Frz. 
bonnet m., Ahd. ponit (tiara) Graff, HI. 34t. 

Beng m. der Teufel, bengipen m. die Hölle Pchm. — 
Beinck (diabolus) Vulc. Beng Teufel, Drache Rtw., 
baro peng Löwe (gewiss bloss als augenblickliche Um- 
schreibung: „der grosse Teufel ^^) Grellm. S. 1^25. 1. — 
Byng Teufel, augusch' [sehr. ang. H. 53.] bjngamo 
[vielL bjngano nach Analogie von I. 122.?J des Teufels 
Finger (so heissen auf Russ. die Belemniten ; — [rgl. Nemn. 
Cath. p. 587.]) Szuj. S. 184., wo auch sap (Schlange, s« 
ob. n. 234.) st. Hölle. — Beng Bisch., hing v. Grolm., 
benk Graff. S. 47., u pengk L. IV. 3., Abi. ! penge- 
ster (vom Teufel) Ib. 8. Fr. beng, geskero, ga 
Teufel Zipp. mit der Bem., dass benja Kr. wohl der PI. 
sei. beng dschala pala nieende Der Satan geht 
nach (verfolgt) uns Zipp. Patschaf apo bengeste (an 
d^ Teufel glauben) hat Bisch, u. Abgötterei treiben; vgl. 
auch ihn u. Aberglaube. — Lieft. Zig. Beng, aber S^rr« 
Z. Ahasscheitan j s. I. 67. — Beng and benga (the 
devil) Bry., bei dem p. 394. Bet^ga The devil, Beugy 
night. Mindanao unzweifelhaft u falsch st. n steht, und 
die Vgl. überdem keinen Stich hält. — Irv. p.56.: Bing, 
devil, Hind. bhuo, Jupiter; ^) s. auch den „common cur- 
se^^ aus ihm p.62., bei uns I. 368, Beng (judge) bei 
demselben begreift sich leicht genug im Sinne von Leuten, 
welche den Richter zu fürchten haben. — Bcngel Russ. 
Zig. nach Bw. s. I. 67. mit derselben Verlängerung, wie 

*) In der Note heisst es: 9, Mr. Irrine's absence from England 
renders it impossible to ascertain bis reasons for his rersion , which 
seems to be objectionable.'' — - Irr. meinte Term. Hind. y^ (Sskr. 
bhaya) bhav m. Exiitencey the world; the godAtahidera orSira. 



408 nL Worterbach. 

in Devf 1. Beni^aistano Hölle L. s. II« 845. „Ben- 
l^ue, beng'ui (pL benjes) nu Devil, evil ApIrlL Demo- 
Bio, espiriiu niaio. Sskr. panba t. e. mad, bo^. Accor- 
ttng to Ibe Hindoo nijtholog-j, tbere Is a bell of mud, cal- 
led Bengaprahka — vielnu Sskr. pankaprablid Wihr^ \g\. 
Lett. parw& un eilo, d. b. In den Sumpf und In die Hölle, 
weil Sümpfe und Moräste dem Leiten oft das Leben ver- 
leiden Kohl Ostseeprbv. IL 116., v^l. meine Comm. Litb. 
IL 14. — : tbe Beng'ues of tlie Gypsies appear to be tbe 
tenants of tbis bell. Tbe Russian Bo^ (God) — neini s. 
Et. F. L S. 236. — y and tbe Eng:llsb mirsery demon, Bo- 
gey — damit vcrg-licbe sieb docb eher Ilind. ^^^, hui f. 

A word used to fri^bten cbildren, a goblin; oder R. 6/Ka, 
Poln. buba, bnbo Popanz — , are possibly derived from tbe 
same Sanscr. root.^^ Bw. — Beng^alo drap Unkraut IL 
816. Beng^vald rdaemoniacus?! närrisch, aberwltxf^ 313. 
Jov hl dinalo oder beng'valo Er Ist dumm. Na bal 
tu bcng'valo? Bist du nicht dumm? Zipp. — Dief« er- 
innert theils, weg>en der Tlg'eranbetun^ bei einigen Indi- 
schen Stämmen, an Ilind. ^L bägh (Sskr. yy^ghtZi) m. A 

tiger, tbeils an Litb. pykulas (Ilöllengott) , pekU (Hölle) 
n. 8. w., s« z.B. Uannsch, Slaw. Myth. S. 818., sowie an 
Lth. Besas , Poln. Bis (Teufel) u. s. f. Ich halte das wah- 
re Etymon noch fßr ungefnnden. Zwar könnte Tbc Ben- 
gui Lange [mit der Anm. Tbe lame devil: Asmodeus] 
Bw. I. 233. IL *9. darauf führen, dass Bengul eig. nichts 
anders als das Ihm dort beigelegte Epitheton (s. uns IL 337.) 
besage, allein nicht nur wissen wir nicht, ob diese Vor- 
stellung vom Teufel nicht erst In Europa den Zig. zuge- 
kommen sei, sondern auch die merkliche Formabweichung 
Ton bango 11.89. macht stutzig. In Betreff der letzteren 
jedoch würde Rath, wenn man das von IL Brockbaus 
mir ins GedächtnIss gerufene Sskir. wy-anga (1. Bodlless, 
S.Defornied, lame, 3. Ul-arranged.m. A cripple. Afrog*)) 
ins Interesse zieht, bei welcher Erklärung Ich vor der Hand 
stehen bleiben möchte. An anderen zwar möglichen Deu- 
tungen, Indess der luftigsten Art, ist kein Mangel, wie 
z. B. Belutsch, hing (Hund). Der stetige Anlaut b (oder 
wohl weniger getreu: p) lässt kaum bb als Sskr. Parallele 
SU : sonst Hessen sich von dort — wenigstens dem Begriffe 



*) Daher wobi Hind. («S^aa^ heng^ m. A frog, paddocky toad 
[Kröle ! renn, wegen ihrer Ungestalt] , ungeachtet Shakcsp. dies 60 
gnt aU u^^ bhtk m. A toad , a frog auf Sskr. bhlka bczitht. 



B« Worterbnch. 4N» 

nach — sieht Qbel passende Hind, Ww. anniehen. N&adlGh 
Uju^ bhengä m. Squlnt-eyed« Bhmyämak m^uLf^ (Sakr. 

bhayiinafca, was anch Tiger ^ und Rdhu^ tbe personified 
ascendin^ node) A^j. Terrifjin^, frl^htfal, terrified. Oder 
auch ^^xJs(4 (Sskr. bhangf) ihang-J m. A drinker of 
hhang^ anch bhäng f. (und Ia^ iCA>y^) '^ Penu ^fCl^ 
&aif|r. ^* Hemp (Cannabis satiFa); an inioxlcatinip potlon 
made from the leaves of hemp, woher auch Pers. bangl nu 
One who intoxicates bimself wlth ban^. So ist der Fflrst 
Sarang* mit Zanamen ^^Bhungy, from bis propenskj to the 
intoxicating dru^ calied bhung'.^^ Transact. of Borobaj Lond« 
1818. T. L p. 166. — Bw. I. 330. spricht ron La raiz 
del huen Baron [fielt. Parslej root], wobei anter den 
guten Baron der Satan verstanden werde, 

Bar Vulc., bar', bare (lapis) Alter nr. ISl. und daraus 
Grellm. Bare, barr(en Steen) Dph. Bar Sz. S. IM«, 
Wldh.; bär Stein (aber bar f. Garten; baro gross) GrafT. 
S. 50«, dem aber, so scheint es, entgegen: je baru 
harr (ein grosser Stein) neben je baar (ein Garten) LG., 
bareske zum Steine L. IV. 3* Fr. Bar (der Accent deu- 
tet Länge an) m. der Stein, Dem. bardro^ Adj. bariino 
von Stein Pchni. neben bar f. Zaun; Garten, Dem. baro- 
ri f. das Zäunchen; — so dass also der Unterschied bloss 
im Geschlechte läge, s. L 119. — Zipp. unterscheidet o 
barr Stein, barreskro (-kero), PI. barra, e le ba- 
rk ( — zum Voc. Petr. : „o bar, PK e bara die Steine; 
bare ist nichts.^^ — ) von i barr, G. bariakro der Gar- 
ten. jagakro bar Feuerstein s. IL 48., indem Je- 
kekoro Grellm. verhört sei. — Barre Stein, barr Fels, 
barno tscharo irdene Schüssel (vgl. Steingut) II. 198. 
Rtw. So anch bei Zipp.: Barenno (waleneskero glä- 
serner) koro ein steinerner Kruss IL 154. Barenno 
ghaaf ein steinernes Dorf. Barenne dromma steinige 
te Wege, PI. von barenno dromm. VgL noch Blsdi« 
ob. IL 92. — Parreski$ro [also masc] dumba IL 108. 
Fels, von parr Stein, auch als Krankheit. Parrengro 
Mauerer vgl. 289. 360., wo prall sich schwerlich mit MLat 
pyrale — s. indess Ahd. pheral GraiT, IIL 347. — vgl. — 
Bar (a rock) Bry., barr Irv., bar (stone) Harr. Falsch 
vgl. Irv. Hd. bujur, d. i. .^5^ bajr or vajra (Sskr. vag'ra) 

m. A thunderbolt, a diamond; erträglicher wäre sein, sowie 
Bw.*s und Harr/s, Vgl. mit Hd. ^^ patthar m. (Sskr. 

prastara, und folglich ohne Zusammenhang' mit Lat. petra) 

«6** 



41d III. Wörterbuch. 

A itone. Nach Paolinim bei Alter S« 193. Malab. pdra 
(lapia), S« 19S« Malab. pdrra est rupcs, lapls, non mons 
at falso svmfiur In aliquot dialectls pro roonte. Diesem ent- 
spräche aber HInd. .1^ [^ qiiadrip.] pnhär' m. A moiint«n. 

S. a. b H r (Hflirc]). — B a r f. [so !] Stone. Piedra. Bar 
lachi f. The loadstone. La piedra iman Bw. bedeutet wört- 
lich ^uter Stein, wie latscho parr (Diamant), PI. la- 
tsche parrja (Juwelen) Bisch., wegen seiner, ihm von 
den Gitanos angeschriebenen wundervollen Kräfte Bw. Zinc. 
I. 887., Fünf J. in Span. L 153. „Bei Luc. pl. baras; 
barias pacuarias {Xid-ot MaXol) tl, 5. Barendanias 
. Xldtci 3,8. 59. von barendani f., berrandana f. Stone. 
Bares dei mol N.pr. Val de penas lUer. The ^rocks of 
the wine' Penas del vlno Bw.^^ Dlef., der auf Kurd, ber, 
bei Rieh, bird Or. Ztschr. HL 50., her' Alter S. 73. ver- 
weist. — Wutt (Stein) bei den Zig. Syriens könnte al- 
lenfalls hinten auf einen Cerebrallaut rathen lassen; allein 
Sskr. patYa (A stone for grinding* with a mullar) darf nicht 
xn dem Ende missbraucht werden. — Bauro balsco- 
platti (A tonib) Brj. halte ich für: „eine grosse Stein- 
platte,^^ platta Platte Bisch. (Engl, plate), so dass balsco 
ein sog. Gen. mit 1 st. r und -sco st. skro s. I. 148. wäre 3 
und unverwandt mit plastomingree IL 363. 

Bar* (Collls) Alter nr. 108. und daher Grellm., welcher 
S. t88. 2. damit Hind. pahr (Berg) zusammenstellt, wäh- 
rend Zipp. zu ihm bar nur als Stein gelten lässt, und Hü- 
gel klein berga, Berg i berga, gakro, ge (s. auch 
IL 106. 173.) nach dem D. übersetzt. Man würde demnach 
das W. für eine blosse, etwa durch: Fels vermittelte Ab- 
änderung des Sinnes vom vorigen Art. betrachten, hätte 
nicht Bw. II. 128. Ung. Zig. bar, aber Span, mit u: bur 
m. Mountain. Montana, wie es auch Im Luc. vorkommt, und 

von Bw. — schwerlich begründet — mit R. Gyrdpb (Ha- 
gel) vgl. wird. S. noch ob. IL 363. , Sskr. paru u. s. w. 

JBSr (Ball) Harr. — Aus dem Engl ? Vgl. z. B. den ähnli- 
chen Wechsel Hind.^L^ bar Child, und Hair (beidemale st. 

Sskr. bäla) Shakesp. p. 92. — I balla, i kugla Ball, 
Kugel Zipp. aus d. D., indem er scbaros' (globus) Al- 
ter nr. 74. ihm unbek. und vielL zu szero (caput) IL 281. 
gehörig erklärt 
*Bdr f. Zaun; Garten Pchm. — . „Garten 1 bär, riakro, 
. helsst auch Zaun. PI. bar 1 ja. Nevl bäär (neuer Gar- 
ten) ^^ 8. I. 164. Zipp., wie auch Kr.: bar Zaun, Garten 
PLbarrJla« Dscha (schtakker steig) perdeli baar 



B. Wörterbudi; 411 

Geh über den Siiiun 8. 1.890. — Je baar (ttit S a!] ein 
Garten LG., aber Graff. S. 30. öO. koja bar, pL baria, 
v^l. Pchm. S. 82-23., Garten, mit knraem ä. — Bare 
(Kilcbeng^arten) im Gegensätze zu besh (Baumgarten) Sxig* 
— Baar Zaun (sepes) lUw., pahr Biscb. S. 108. [nicht 
Zaum a. II. 840. , wohin aber das fäiscbifch mit n g^dracl^- 
te: abfaulten gehört] == bahr Garten, woher schnlcker- 
bahr Lustgarten, bahreskro [wie von einem masc] Gärt- 
ner. Dies ist nicht su vermengen mit porr II. 358. , ent- 
spricht, aber wohl unter den Hindi Wörtern bad'ä, hiih'k 
(Iledge), wedli'a, h^ra (Fence) dem ersten , obschon Irr* 
biir (hed^e) auf Ilind. bar'h (Fence) zurückfuhrt, welchem 
Im Hind. U^^ [^ quadrip.] ber'hnä v. a. To enclose with 

a fence^ to Surround; to pound (cattle etc.): to drive awaj 
cattle, neben her' m. An enclosure Shakesp. p. 157. ge- 
genüberstehen. Hind. bär (Sskr. r. hat' Divide) f. Bdge, 
margin; a fence, a hedge; bär'ä m. An enclosure; '(^ 

bär f. Verge , edge. Aber bär'i f. (Sskr. wat'l) f. A 
kitchen garden; a house with the garden, orchard etc., 
attached to it, sowie auch, mit gewöhnlichem r: &üri f. 
A garden, an orchard, a house. — Bai f. Garden, kit- 
chen- garden. Jardin, huerta bedarf um seines 1 (st« r) 
willen keiner besonderen Deutung aus Sskr. vdia n. (Gar- 
den), obschon diese Bw. vorschlägt. Pers. ^ bägh m. 
A garden, orchard, grove Et. F. I. 850. lasse ich trotz 
des gurgelnden Lautes von ^ zur Seite« 

Breji m. Fleld, mountain. Campo, monte. Ist sicherlich nicht 
das von Bw. vgl. Ar. ß barr ( Drj land , a desert) ; könn- 
te aber in der 8. Bed. an D. Berg sich anschliessen , In 
der 1., wie Dief. meint« an Kelt. bro cot. Dieser erimiert 
auch noch an torbegeli f. (toberjeli m.) 11.804. 

*Baro (magnum) Alter nr. 806., barah or varah Oas«, 
bara (great) Irv., baro, i (gross) v. Grulm. , Zipp., 
GraflT. S. 50. Baro, fem. i gross, harovav ich wadiae, 
werde grösser, barvol m. der Wudis Pchm. Vgl. L4tl. 
481. Cow* tschawo wejass baro und wejafs soor*- 
lo Das Kind ward gross und ward stark LG. W*Jass 
baro er wuchs Luc I. 80. Bariowau (Statura. Wuchd) 
Alter nr. 69. (s. ob. I. 348.); Zipp. bemerkt dazu: „0 
barrjepen Wuchs. Barjowau kann das Präs. sein von 
barjewawa Ich waehse^^ Bar.owaf wachsen, zunehmen 
CK II., aber viell. von der gleichen Wurzel nach IlL: 
Prawerwäwa o dikao tschawea (loh ziehe d4d klei-^ 



412 IlL Wörterbuch. 

ae iOnd auf) Blscli., wie barjlrvara (cnieben), 8« PL 
Perf. barjirde, Imp« barjirr tu aebea barjerava 
(wachsen), 3. PI. Perf. bärjele, Part, barjando, bar- 
gtio Zipp. Vg^l. inzwischen parbarar II. 869., was 
nan-, nebst Pers. perwerden (1. natrire, 2. cducare), wie 
Dlef. will, in Verdacht einer Comp., etwa mit Ssln*. bhn, 
oder anch Rednpl. nehmen könnte. ,,Parbarar (ylell. ver- 
wandt mit pnrelar II. 37S.) L. rQiifuv l%y 84., bervor- 
kringen, trag'en 6, 48. -se, TQi(fiad-ai 4, 16., vuoqxuv 

7, 93.^^ Dief. mit V^. von LiU^^ [^ quadrip.] harhmnä 

T. a. To Increase, to lengihen, to malce adyance, to raise, 
promote, rear up; to extinguisb, to shut np (a shop), to 

remove the table cloth, trans, of Lä9^ [^ qnadrip.] har^k- 

mä (Sslo'. wridh) v. n. To increase, to go on, to proceed, 
adrance, exagg'erate, g^ow, rise, swell, to be promoted. 
Shaiesp. p.116. Für parbarar glaube ich seines gewiss 
genau aufgefassten p wegen nicht an eine Gemeinschaft mit 
den so eben angeführten, b st w als Anlaut besitzenden 
Wörtern, mindestens nicht in seiner 1. Sylbe. Eine andere 
Frage erhebt sich, ob wir für die Zig. Ww. : wachsen, er- 
lieben u« s. w. Hind. bar'hnä n. s. w. in Ansprach nehmen 
dttrfen, was, ohne Entscheidung in Betreff des Etymons von 
baro, sich nicht ausmachen lässt. Dieses, ohnehin schon 
nit p c h a r IL 379., noch anch mit Hd. ^^^ bhür (Sskr. bhn- 

rf) Mach, many nicht zu vermengende Adj. entspricht dem 
lundl bad'i (great, roomj, big), Hind. und im Moors 
hurra nach der ungenauen Schreibung von Hadley, Sha- 
kesp. 1^^ d. h. mit gewöhnlichem ^, femer LX^ [d. h. o 

qnadrip.] haää p. 109., endlich p. 116. (^ [nämlich mit 

fnadrip. ^] har^m (Sskr. wad'ra) Adj. Large, great etc. 

■nd daher [s. bei uns I. 411.: barkirvava] hat^m Teamäj 
To enlarge, exalt, promoto; to extinguish, to pnt out (a 
lamp etc. as to use tlie direct phrase is deemed unluckjj. 

Liesse sich nun etwa Sskr. wad'ra, dem Hind. \j^ [^ quadr.] 

Grand bei Tassy p.31. ganz entschieden begegnet, dem Man- 
gel einer Aspirate zum Trotz, mit Sskr. wäd'ha (Mach, 
abnndant , exceeding) , vrihat u. s. w. und mit den von mir 
Et F. I. unter nr. Wt» zusammengestellten Wurzeln verei- 
nigen, dann mflsste anch ein etjm. Nexus unseres baro 
mit Hind. bav^hnm u. s. w.. Jedoch immer nur indirekter 
Art, anerkannt werden. — ' Hind. ftor'a-t (Sskr. wad'rata) 
f. Greatness, excellence; magidfying, boasting; bar^ä^i 
Hm9 [also elg.: grojNiy did^ tboa, wie Im D.] To extoi, 



a W5rteriiiu4i/ 413 

ma^nify) boaai, raunt erklären 1. Grossrnfithif^ [wolii hier 
in tadelndem Sinne st liochmOthig' , welches letstere ehe- 
mals in edlem g'ebraocht ward]* — Bots kerla pes baro 
Er thttt sich sehr gross ZIpp. 3. baremoskro (elg. 
Grossmaul) prahlen Rtw., was Grelim. S. 836. 1. 899. 8. 
xn bareskro -* denn „grossthueud^^ als Adv. mit ke- 
rav wäre durch kein Zeugviss verbftrgt — verderbt hat, 
dem Kog*. seinerseits glaubte einen vermeintlichen Verbal - 
Tjpus (nach Graff.) durch eigne Machtvollkommenheit auf- 
drflcken su müssen In der Unform barcskroben (briller). 
Zipp. zu Grelim* sa^t: ,, Bareskro heisst: des Grossen«^^ 
Jov pes kokero Scharia (anstatt scharela) Er prahlt 
[rühmt] sich selbst. Me scharava Ich prahle, schar- 
djum, scharr tu! scharrenn turne! — Baro sehe- 
riskero [das 2. W. sollte viell* einen dopp. Gen. haben, 
Indem es, elg. Possess. „ grosshäuptig ^S ^ür König* gilt] ma- 
jestätisch. Baro cholinjakro [von ^osser Galle] un- 
versöhnlicli. Vgl auch 11.98. Me hom baro biduldi- 
g'O [mit der Privatpart« bi-] manu seh Ich bin gar zu 
ung^uldig*. Sso penneha tu mre kotschekinder te 
mre schnelllnder ? Jol hi bare schukker te 
kutsch. Was sagt ihr von meinen Knöpfen und Schnal- 
len? Sie sind sehr schön und theuer. Ada rakja (as- 
silla d.h. Est eam st. ei) bari schoena stimma Das 
Mädchen hat eine sehr schöne Stimme. Vg-i. Les hl la- 
tacho kurlo Er hat eine gute Stimme (eig*. Gurgel). 
Zipp. — Mee naschti vaha ada dives aduy, schon 
nan hi baro dives. Wir werden heute nicht dahin kom- 
men können; es ist schon allzu spät [nicht lange Tag]. Nan 
hi butidir, fser pasch dives. Es ist nicht mehr als 
Mittag. Vgl. L 189. barl rad; apri rad bei der Nacht 
Zipp. — Baro bnt manuscha avie keteny Es sind 
viele Menschen zusammengekommen Zipp. ist wegen der 
folgg. Beispiele von Interesse, jedoch nicht recht dcutBch, 
ob baro but eig.: „eine g-rosse Menge (s. but)^^ oder 
„sehr viele ^^ besage. 1. Tiro hin-o [Grelim. hat ed. 8. 
falsch bino] baribo [wahrsch. Dein Ist die Grösse] VU. 
Im Mithr. IV. 90. schickte sich vortreOllch zu Hind. bar^ä-- 
pä m* Grandeur, dignitj, elcvation Shalesp. p. 116., ei- 
nem Abstr., wie l^^Uo dubia -pä ni. Leanness von Ji^j 
(Sskr. durbala), oder mit -pan: ^\^baurä-pan m. 
Madness, von t^^ Adj. Mad, iusane; ^^j^>4 bach^pan 
(von lu^o) m. Childhood, Infancj vgl. I. 113. II.8S8. So 
hat Zipp.: Barepen keereskero die Höhe, eig. die 



414 IQ. WortoHiucli. 

Grftsse, den Haukes , Indem er iitscho II. 73. ^r nicht, 
und pral nnr als Bruder kennt Bisch«: Baropenn Grös- 
se, Wuchs [ygh ob. barVol Pchm.] und davon als Ahl. 
lowe baripäster, was ich, wog'eg'en schon der Abi. 
spricht, nicht: Geld für die Last (Mühe), sondern ron 
der Herrschaft (elg^. Grösse) übersetzen %u müssen g-lanbe. 
Rüd.: Barnben Grösse von baru (g'ross S. 71., lang* 
S. 67.); ygri. uns I. SOS. S07. S. berlbu f. (MnlUtddl. 
Davon nun yerm. gawA verschieden 3. barlbu Adj. Muco. 
Mncho , ang'eblich , aber gewiss falsch , von Bw. mit Sskr« 
puru vg-l. Nach Bw. LS87. S88. ^^exceeding* much^^, viel, 
sehr. «,P1. barlbustrcs, z.B. Wo Ist Antonio? Cu- 
relando, curelando, barlbustrcs cureios tereia 
In Geschäften, in G., er hat viel G. Fünf J. Th. I. S. 166. 
Freunde — baributre, barlbu in. Mcng-e, in M. S. 185. 
Baribnstria nt^haivfia L. 6, 45.; -i f. neQiaaevuv IS, 
Ib.'' Dief., der, wie Ich glaube. In baribu mit Recht 
eine Verbindung mit but (vgl. Sskr. bahn), In den übri- 
gen eine solche mit dessen Compar. erblickt. Das st darin 
betrachtet er als möglicher Weise aus t + t entstanden; s. 
Jedoch I. 95. und (mindestens der Curlosität wegen) Irl. 

bus (plus) Pict. p. 136. HInd. bus (vielm. eig. Pers. y^^ 

bas Adj. Enongh, plenty, abundance, too mnch, very 
much) , das Nessclm. Preuss. Spr. mit Sskr. vicva (All) be- 
grifflich etwas gewagt comblnirt, möchte ich hiebei fern 
halten, und höchstens In barsamla ^ift;. Enough. Ba«tan> 
te Bw. , Ixavov iaxi L. SS , 38. , eine Vermengung dessel- 
ben mit baro erblicken. — Barltschor s. II. S63. • — 
Bi^röpi^po 350.; barimami Gross (auch AeUer-)-Mot- 
ter Bisch, st. maanii Rtw. durch Germanismus. — Bo- 
rum (Large), wie gu dl am II. 133., baro (grand) Kog., 
gross Bisch., gross, lang Rtw. Baro Adj., pl. bareles. 
Great. Grande Bw., ö baro xpanaTc L. 1, 3., nebarl 
(kleine) IS, 3S. Bei Bw. II. p. ^ISS. wird Pilatus chi- 
nobarö (the great Alguazil), Gott batu tosaro-baro 
(Father all - great) — tosaro aus Span, todo mit dem 
glelchbewertheten Git. saro s. II. S40. — genannt. Ib. 
cangri majari barea (the church holy and great) und 
a las haste de Un-deböl barrea (At the major band 
of God), woraus ich b astarre f. mit Wegfall des S. b, 
sowie tsibastorre [hinten gls. torre Thurm enthaltend, 
daft wohl in ta, wie redupl., erscheinen soll] I. 117. comp, 
erachte. — =* Boro [so auch vorn mit o| Great, big, aber 
baro Long, i. e. great; richtig vgl. hieau Harr. HInd. 



B. Wörtcrbarlu 415 

bardj aber %n bfiro (brare = Deiitech brav, weldiem 
docb unstreitig bravo berübnit Rtw. gleichfconnit) Irrig 
Hind. ^ bir or vtra (Sskr. vlra) m. A bero: adj. Brave 

Shaiesp,; bSro mash Brave {prop» great) man, Hd« 
bara-ttianns, Boro rae (Lord or chlef), Hd. bara-rai 
Harr., bara rj Irv« s. 1(. t65. Dseba ko baro ras 
Geh zom gros8en Herrn hat Z!pp. und es scheint bei ihm, 
neben o rei I. 195., auch noch ein o ras als Nomln. zu 
gelten, also wie res tit. Harr., dessen s entfernt aach 
an die Ww. 105. erinnerte; — als Acc. hinter einer Prftp« 
fiele es ans aller Analogie heraus. Barerey (Obrigkeit) 
IL 145«; curomangreingro barder 114. [Der Solda- 
ten Grösserer] 01>erst, ein Oberofficier; barder rashej 
Abt S78. Rtw. Paro grafis [gr. König] Kaiser Liefl. Z. 
Sarajr (Sergeant) 41.: baricuntus 103. Noch mehr 
persönliche Ww. mit baro oder Comp, bareder. So- 
perl, kohno bareder z. B. grei (das grösste Pferd) Zipp. 
8. I. %05. 211. — Wie es scheint, ohne Zusatz: Bauro A 
Judge Bry«, indem sowohl Ung. bird (ein Richter, Beslz- 
zer, von birni besitzen) als Ir. breitheamh (A Judge) u.8.w. 
Dicf. Celt. L S. 50. nur zufällige Aehnllchkelt zeigen. 
„Barate, baret^ L. (Alcalde) Bw. wohl Compar. mit 
Unterdrückung von r hinten aus Dissim. Baril (A judge) 
Bw. IL 148. als gaunerisches W. Barader ra. Justice of 
peace, a person of authoritj. Alcalde, honibre principal 
Bw. Barander Richter L., pss. -ie cangri (auch ba- 
ra der). StQajTjYog 22, 4.52.; agxcav 23, 13.^< Dief. — 
Borwardo (A giant) Brj«, das mit dem gleichbedeuten- 
den , aber — trotz Bw.'s Anffihrung von Pers. .oU^ (streng 

man), Sskr. patti , wikraniln — unerklärt gebliebenen Be- 
drajami m. schwerlich übereinstimmt, verbinde ich auch 
nicht mit Slaw. obr, poln. olbrzym Schaffarik, Alterth. L 
51., sondern halte es für ein Part. Prät. , etwa „gross 
gewachsenes '^"^ ^^^^ ^^^ jedoch barvol (Wuchs) Pchm. 
unräthllch macht, das Prakrit- Part, vaddhö von Sskr. vrTdh 
(crescere) Delius p. 60. hinzunehmen will. — Mit sachli- 
chen Wwn. verbunden s. I. 71 — 72. Femer Bry.: Llght- 
ning IL 310.; storm 169.; nation, steeple 392. Bauro 
chumbo A grave [gewiss st. chumbo 193. vielm. cum- 
bo 106. zu lesen!], s. auch A tomb 410. Sword 210. — 
Harr, boro-ker (great house, vgL I. 71.); cough IL 
232. — Boro pani River (a strcam); stream (a great) 
p. 558. s. IL343.; baropan', sero und, aus dem SL, 
nöros' (mare) Alter nr. 99. ; kobu baridir panln [wel- 



416 ni. Wörteriiadi. 

clies ^röMer Wasser?] Weltmeer. Boro-mochi WlMiIe, 
Hiiid* bara-mschi (a lar/are fish) Harr. p. 557. == baaro 
nattabee [a gewiss falsch st. c] Id. Bry., vg^l. Hindi 
bei Adam: Samndra kä eka vadamatsya (d. h. ein grosser 
Meerfisch) Whale. 

Bauro Escargot Kog. — Vidi. Venez. bovolo (Cochlea) NenD« 
Cath. p. 1092. — SchnekkcT, schnekkschalo Sclmek- 
ke Zipp. 

'^'Puriila (Adj. -cskero, also wie von einem niasc) Esel, 
und, als Schimpfwort , tschatschi purikka (wahrer Esel) 
Schlingel Bisch. Bork (Esel) v. Grolm. — DC biirichus, 
Sp. borrico u. s. w. Dief. Celt. I. nr. 306. V^h noch Jil- 
dischdentsch »1t (Manlesel) y Hebr. t(*it (onager). Des Ar. 
^(^ Burräq n. propr. The ass, on which Muhammad Is sald 

to have passed from Jerusalem to heaven gedenkt schon 
Dief. — Gan» verschieden erachte ich baraga esheri 
ob. H. 102. 9 das mir dem Sinne nach mit caningo (lapin) 
Kog. nahe verwandt däucht. 

'^'Barcka Rinde U. HO. Rtw«, borka Grellm. ist, trota des 
wahrsch. daraas entnommenen bolka Kog. sicherlich Deotsdb^ 
und nicht Sskr. valka n. (The bark of a tree). 

•J- PriJI:o Damm , Rand , Ufer Bisch. — R. G^perb n. s. w. 
Dobr. Inst. p. 116. — Zipp« znm Voc. Petr. (vgl. 11.354.) 
hat ewro (pasch o paning bei dem Wasser) Ufer, 
Gestade, aus d. Deutschen nach platter Ausspr. 

Beri pheridünja Blitz Seetz. — Erklärt finde ich es aus Ar. 

^^ (Lightnfng) und Lov> ^^li (angeblich: spaltend die 

Welt); — wenn man an Pers. Feridun denken dürfte, et- 
wa: Splendor mundl. Vgl. II. 310. 392. 

-^Brija Brej, bria Papp [d. h. gewiss Essen, und nicht: 

JPappe als dickes Papier] Rtw. 
I brida Gehirn (verm. aus Deutsch brägen. Engl, brain). 

Schakri (Schädel) Kr. wohl aus: Schale, vgl. hirr- 

schala (Hirnschale). 

'j^Bifi f. Snow. Pers. o^ Bw. — Da es im Kurd. bafer 

Garz. p. 58. lautet, brauchte nicht nothwendig r vor f 
weggefallen zu sein. 

Bart;<l/o reich, barvalipen Reichthum , barval'dvav Ich 
werde reich, barvaTArav ich bereichere Pchm. — Bar- 
wello reich, barwelo Mittel [d. h. unstreitig: Geldmit- 
tel] Rtw. Barvelo, barvald reich. Sshal tu bar- 
walo? Akkiakes. Bist du reich? Einigermassen [eig. 
so so] Zipp. — Brabelo, I Graff, Ms., prawlo reiä 



B. Worterbach. 417 

LG., I praaw* lenn die Reiclien (A, pl.) L. I. 53. Lau«- 
ter praawl'penn alle Reiche [ef^. wohl: allen Relch- 
tham] IV. 5. Fr. — PrawSIo reich, prab5lo schiffreich 
[d. h« wohl s. y« a. steinreich, und nicht von einem Strome], 
prawälo vermögend Bisch. — Balbalo Adj. Rich,8tröng>; 
Rico, fuerte, balbalipennes rä äyad'a L. 18, 18. Wenn 
die Bedentung* (Streng) Grund hat und nicht bloss der Vgl. 
Bw.'s mit Pers. ^JL^ und Sskr. balavat zu Liebe erdichtet 

ist, 80 würde es nebst brabani Adj. Valiant. Valiente — 
mit Ausnahme des, so scheint es, rechtmässigeren Anlauts 
b als p — treffend zu Hind. J^^paria/ (Sskr. prabala)A4J« 
Predominant, superior, prevalent, yiolent,' und zwar besser als 
zu Sskr. pravara, passen. Oder wäre es ein Compos. aus 
baro (gross) mit Hd« Jj bai (Sskr. bala) m. Power, 

strength? Hd. Jt^, "^(^ wäl^ wälä m. Denotes (in com- 
pos.) agent, keeper, man, inhabitant, master z. B. ghar- 
wälä Master or keeper of a house u. s. w. 

BarbaJu m. Phjsician. Medice Bw. — Zum Vor. als Mäch- 
tiger oder wegen seiner Mittel? fragt Dief. 

^ Büros (procella) Alter nr. 81. Mithr. ulaTkaxp, ofjßfog 
L. 12, 54. Aus dem SI. 

ßarval f. der Wind, barralori kl. Wind Pchm. Balle- 
wall Rtw. Ballwali Wind. — Sturm: Njna ball- 
wall, d. h. auch Wind, wahrsch. Antwort des Zig. auf 
die an ihn von Kr. gerichtete Frage. Sonst bei Bisch, 
prawul (Wind, Luft), i pr. u. windstill, aber bari pra- 
wul (Sturm), wie Zipp. bari ballwall (grosser Wind, 
Sturm), bari balwljakro stürmisch, ballwijakro win- 
dig, yon 1 balyal, yiakero, PI. ballwija Wind, auch 
Luft Zipp. — Prabal (a6r) Lud. Baiwal Wind Sz. 
S. 126. ygl. Luft S. 124. 125. BalwaF, bear" (yentus) 
Alter nr. 79., prabaP (a^r) nr. HO. Paulinus Ib. p. 170. 
bemerkt: „Prabal Zingaricum, et prabha Sanscr. signifi- 
cat lucem, splendorem, seu radiossolls, quos Zingarus eon- 
fundit cum aßre lucido^^ und p. 171.: ,, Balyal corruptum 
significat yentum septentrionalem seu Boreamj non autem 
yentnm In genere^S — ^^ Beides ich nicht unterschreibe. 
Grellm. S. 222. 1. 288. 2. (probat Luft in Ausg. 2. und 
Bisch, mit falschem o st. a), Kog. schöpften aus den ange- 
gebenen Quellen. Bear kennt Zipp. nicht; balyal (Luft) 
bezeichne elg. den Wind. — Wariwal, Hind. barah Wind 
Rüd.L70. — Ung.Z. barbar, Sp. Z. barban m. Bw.IL 
122., audi p. *9. (von ihm ygl. mit Ssfar. pradhAvana, pa- 

n. 27 



418 nL Worteiliacli. 

vana). Bear, bearbal m. Wind, alr. Viento , ayre. Bind, 
bara Bw., aucb balyal bei ihm zufolge Dief. — Lieft. Z. 
balwa (Wind) wohl mit Verlust von l; s.' L 149. kwaar- 
SOS [d. h« Oairne u. s« w», Goth. quairnas, Mühle, s. Ul- 
fllas, neue Ausg. IL 52.] balwaäkkia. — Vkj Wind 
Seetz* s. ob« IL 77., wo auch bear' erklärt ist, womit 
man nicht buros verwechsele, noch auch paros Wolke 

L., eig. vapor Alter nr. 66. as R. näpb, und daher nicht 
. aus Sskr. abhra s* IL 60. — Bavel (wind) Irv« Beval 
Wind, breath, vgl. auch IL 107. 169. Bry. — Bei Harr.: 
Beval pud'e, bevo pnde s. 11.383. Bavol (breath), 
beval (air), bevel, bevo (Wind), womit er Hind. ^L 

bäo f. and ^L bat f. (Wind, air) aus Sskr. wä vgl., und 

Dief. hält beval für blosse Verlängerung von bevo, wo- 
bei aber doch in Frage bleibt, ob nicht r oder 1 vor v er- 
loschen und überhaupt das Wort eig. rednplicirt sei , wie 
anschdnend etwa in Mahr, wdwat'ala f. A small whirlwind, 
Hind. f>oy^ \j> quadrip.] bawandfar m. (auch bandühä m«, 

baJend'ä) A whirlwind , a devil, Kurd. babelisk (turbo) Or. 
Ztsdir. lil. 53. Bar in der Metsch- und barowa (Luft) 
in der Garo-^Spr. Lassen, Alterth. L 459. verdienen we- 
nigstens Beachtung. Das gilt auch von Altböhm, preual 
(procella) Schaffarik und Palacky, Böhm. Denkm. S. 2%2., 
vgl. Böhm, przjwal m. (Platz-, Gussregen), Poin. przy- 
walic' (heranwälzen) und nawalnosV (der Sturm). 

Barbdle Geist (Gespenst) L. 84, 39. bringt Dief. zum Vor. 
YgL fand IL 39t., aber döko 306. nebst mulro [eig. 
wohl: ein Gestorbener] Spiritus. Geist. Alter nr. 70. — 
Auch hält Dief. berbal m. Picture. Cuadro, gls. alö Geist, 
Erscheinung, davon abgeleitet, und modificirt: B er bei m. 
Looking-glass. Espejo Bw. 

Berdacuhi U Window. Ventana Bw. — Dief. sucht darin 
bear (wind), wie im Engl, und Span.; allein man beachte 
Hd. .^.Lj bärt f. A window Shakesp» 

I brewul ier Ahenij Adj. brewijakero; agaia brewul 
(diesen Abend) u. einladen, breweje Dämmerung (Abend -) 
viell. als Loc. vgl. L 189. Bisch. I belvcl, G. belwi- 
jakero [-kro], pl. wija Abend, aber balwal Wind 
Zipp. B e 1 b i h (soir) Kog, B e l'w ö 1', r a tl i (vesper) Al- 
ter nr. 90. — Brebel f., Acc, mit Wegfall des -el, 
brebia Abend. Ab f nicht: komm, sondern Präp.] i bre- 
bel am Abend Gralf. Ms. — Etwa zu Ifgr. ßfidSv (d. i. 
serum diel) ? Gewiss nicht lUnd. ^^ t Dawn of inj. 



V 



& Warterbudb 419 

-^Bardel Casa, «bitasione, cq»üina Pred. mit der Anm.: E 
propriamente il nome clie i Zing'ari danno alle proprie aU- 
lazionl. DalP esser qoeste rieettaeolo dl dbonesU e dl la- 
sdvi irafBcl sarebbe mai venuto a nol Tiiso della voce ftor- 
detto'i Siehe DC. bordelluni (aedicdia, tognriolaiB) Dim. a 
bardaUjomnSy tug'uriuniy ex Saxon« iorilDoiniig, hospitiom. 

Bifmeir f. eine Handvoll, Dem« burnekdrl Pcbm«, vgLILSOS. 
Kaum doch zu Sskr. pdn'i^hata (Striking' with Se hands, 
boxing*), obschon das n' irhotakisUsch klingen mag« — 
Dicf, rechnet dazu, jedoch yiell. mit Unrecht: 

Purräda Stoss, deaf purrädes siossen; poräta Ribben- 
sloss Bisch. — Ob p als Anlaut richtig* sei, steht dahin. 
Schwer lässt sich der Vgl. mit Span, porrada (Coup de 
massue, et, par extension, coup de poing cet) abweisen, 
allein Böhm, buchta (Rippenstoss) wüsste ich nicht, damit 
zu vereinigen. 

-^Brüno Z!pp., bruno braun, bruno gullo (Kandelzucker), 
pruno Lack Bisch. — Gewiss Deutsch; allein dem W.: 

braun sdieinen R. G/puä dunkel (von Farbe), Hind. \^j^ 

bhürä Adj. Fair, aubum or brownish (as hair), Sskr. 
babhru Adj. Tawny cet, n. A tawnj or brown colour nahe 
zu stehen. 

Brando Go^}. But, yet. Pero Bw., wahrsch. dem Span, pero 
zu Liebe mit zwei o, und zwar scherzhafter Weise «us 
brinda f. Pera, fruta. 

Birlitt Biene (apis) Rtw. s. L 164. 11.57.89. — Pärreni 
Biene, PL i perrenja u. schwärmen; pärrenesktro 
[wie von einem masc] gotschniza Bienenkorb« PirrS- 
ni Hummel. PerrSli Wespe, perrelengeri nesta 
Wespennest Bisch. — Berilli f. Wasp. Avispa, welchem 
letzteren offenbar bispibi f. Hörnet. Avispön angepasst 
worden. B er alias f. pl. Bee-hives. Colmenas könnte der 
Form nach an beralli H. 89. oder prall 360. erinnern. — 
Hind. ^ barr f. Shakesp. p. 109., '^ burlä m. A wasp 

p. 113., ^^ß btmt f. A wasp; a small grain, aber audb 

im Hindi Hörnet. Im Sskr. bhringa (abeille), Pali bhingo 
Essai p. 159. s. Et. F. U. 484. Bimi ist doch kaum aus 
Sskr. dwir^pha Ib. 4S7. durch Abfall de^ d entstanden; 
Walach. albina aber scheint Umdrehung von Lat. apicula 
(Frz. abeille) mit neuem Suff. 

^Burlo m. Play, sport. Juifgo Bw. — Vgl. Ital. burla. 
\Perrschiri Schäfer, Schafhirt Bisch. — Frz. berger. 

^Bal m. das Haar, Denu bal^iro Pchm. Bai (capiUus) 



420 KL WSrterbucL 

Vnk. et L«d. Bei Inr., ballow Brj.^ Ridu; Engl. Mg. 
ballaa, bolav [etwa PL?], Tfirfc. Z. bal (hair) bei 
Marsd. Jek bal elaHaar Rfld. L67. »»Bäl m. Accles, 
CTen. esder, pL bäl Haar« Kole bale [?] die Haare. 
Bslo Schwein, bala AdF. nodi (bei Conpar.), bale 
Adv. wieder (wie der PL von balo), balal hinter ^^ Graff. 
Ms. %n S. SO. Ball Rtw.; Llefl. Z. bahl, Sjr. wähl; 
ewala Sx. S. 13t., bala (crinis) Alter nr« S5. wabrsch« 
PL; pall Wldh.; bäl, päl Grellnu S.tK7.1. — Ball 
[ansgestr. ballo] -a Sjt., o bal (bäl), baleskero, PL 
bala das Haar. Ada terno manaschasti avena bala 
apro leskero mal Dieser junge Mensch beginnt rauh 
vms Kinn za werden [elg. ihm kommen Haare auf seinem 
Gesichte]. Jakkingeri (balla-Haar) Augenwimpern s. 
n.46., aber phdw (poov) -Brauen; jakingri cippa 
-Lieder (pestaiias Eye-lids Bw. LS^.); jakkingeri 
dhAd [d. h. Licht] -Apfel; jakkingero parllppen das 
Weisse im Auge Zipp. — Bsl, Hind. JL^ (Sskr. bäla) m. 

Hair (auch A boj, a child) Shakesp. p. 93.; balas, bal 
[verm. ist das Komma zu tilgen, und das erste W« ein 
rerstftmmelter Gen.], Hind. barahks bäl (Bristie), vgL 
Hindi sdaraki bäla Id., aber s. mänsa (pork), — wie ba- 
leskrebal Borsten Rtw. und pahleskSro pall Schweins- 
borste, graiiskSro pall Pferdehaar, pall Mähne, ball 
Haar, ballengro Haarzopf, pallengro Zopf Bisch., 
womit, des Hind. .1^ bär (for Ssinr. bäla) m. Hair Shaiesp. 

wegen, viell. auch barra, barru Zopf bei v. Grolm. zu 
verbinden. — Bal f. Hair. Pelo, von Bw. falsch mit Ngr. 
fiaXXtj richtig mit Sskr. bäla m., bälä f. vgl. — Diet er- 
innert noch an die venu, ganz fremden LIth. walai Schwanz- 
baare der Pferde, Poln. wtos, Gadh. folt, und bringt, je- 
doch auf Sskr. balln eig. Streng, stout, robust und daher 
als m. A camel, buflTalo, bull; sogar Ahog (s. bälo) sidi 
wohl mit Unrecht stützend, hieher: 

Baluni f. Wild-goat, chamois. Corza, gamüza Bw. 

Bälogar v. a. To fly. Volar Bw. — Zu Pers. JL m. A wing, 

a pinion'^ 

Bdlo m. das Schwein (weprz). Dem. balöro das Schwein- 
chen. Bali f. die Sau (swine). Dem. bäldri die kl. Sau. 
Baläno Adj., vom Schwein (weprzow^)« Balovas m. 
der Speck, offenbar comp, mit Ssinr. vasä — Adeps, fat, 
suet« Bale ja m. ein Saumagen Pchm. gehört gewiss nicht 
zu Böhm, bachor (Sanmagen, Köder), ist viell. ein, bloss 
als Schfanpfwort gebrauchter Voe. a. 1. 177f — Palo (sus) 



B. Wortefiinoft. 421 

Lud. Bslo Graff. Ms., balo 8« tl. imi Kog. (bei dem 
aber avcli bolo Cocbon) y. Grolm.; ancli Rfld. L 78. 
Schwein, neben bali Sau. Balo Schwein, ballitsehi 
(mit Slaw. Motionssnff. I. lOi»), ba hie was Spcclr Rtw. 
— Baloj'bala [etwa Acc fem.? s. I. 17b. vgl. 154.], ba- 
rischnJ [etwa mit -ni als Femin. -Saff.? s. I. ii2.J Sns 
Alter nr. 153. Daraas Grellm. S. 291. 8.: Balo, bala, 
Hind. pala Schwein; ballitsehi, bali, HInd. pali Sau; 
baldra das Ferklein, welches aber Zipp. unbek., der o 
terno baletscho und — dies wohl mit Böhm« Dem. -ek 
Dobr. Lehr^eb. S. 4& — o blikko(-a), keskero, ke 
(-ki) Ferkel angiebt. Balo et Swiin, balora en Griis 
Dph«; verm. bloss aus Grellm. S« I. 108. — Balltscho, 
PI. -litschi Borg-, baletscho [auch mit i st e], tsches- 
kero, pl. tsche Schwein