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Full text of "Ernst Hamburger Collection 1913-1980"

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-■nl rer "nivcrcit,-,-; an der er den Lchrstolil ftlr Pftdaro;:ik i- ncha-.Lc 
^rr-;^ T:;ji:;ti"rnicir.cn Zahl dcut:;c;!icr Zionistcn, die scher, vor IS'33 nac.: 
"-ältlstinn nus-.;ai-.dortc^r.. Von 1923 biG 1931; war or dort al3 Lohroran httnnrcn 
Sc-.volcn 'dnd den L'o;irer£OL-i-.ir ttltic. 193li fol-tc er.cinoi:: R-.ue_ cc^nos LChrci-s 
'i'.d -rcAuidec ;:ar'..in y^er m.ö iiali' ilun,in Deutschland dio -toeistelie lUi' 
j'Adiscr.o Sr.rachcer.enbildunc a-ai' zubauen, die den durch cn.o ..av;iKa„astrop.ie ^ 
ontorarzclten doutoclien Juden neuen jüdischen GeistesnJ^-hrboacn scn^:en 
vjollte. Lr hat über diese Tttti^^koit in seiner Schrift Aufljai: m Unterranr: , 
-übi:^-cn 155?,?.echcnschaft abrolcnt. Ernst Sinon ist durcii ^-olne Ea:U.reiclieri 
Aastvo-le-^-rcn i: Ilord- und Südamerika -and Suropi weit über Israel hinaus axs 
"..„^^ ^j,„ c-cisti-on Pülirer des acitjcnessisdicn Judenturus aner,:annt. Jas 
judIöc--trSclc--ischc Se-änar in Xev; York hat ih,n den Dr.thcol. h.c. verliehen . 
1Ö77 ■<-t er vor der Deutscher Akaderie für Sprache und Literatur xr: Dams.aot 
z^ ih^n ko-rcspondierenden I'dtclicd ernannt -.;o:xien. Politisch ist Srr.st Sxrx)n 
n^ .-'*—«»—,**» -o^künpf er f«r iüdisch-arabicchc Vers-i^ndi-unc ho i"/orcet rec.cn. 



E I N L i:: I T U N G 



/ 



Die vorliegende Arbeit versucht, eine LUcke zu schliessen, die in der 
Darstellung des deutschen Judentum! 



besteht, wahrend auf literarischem 



in ersten Drittel dieseo Jahrhunder 
klins tierische Kl, wisse nsc ha itlichem 



und politischem Gebiet zahlreiche Untersuchungen vorliecen, ist der zen^:r3le 



organisatorische Aufbau dies 



er Gemeinschaft selten behandelt worden. Dif^ 



ist umso bemerkenswerter, als gerade in dieser Hinsicht das deutsche Juden- 
tum eine besondere Stellun- einnimmt. Im Gegensatz zu den jlklischen >-• 



mein 



Schäften der meisten anderen Lönder becass e 



öffentlich - 



r e c h t 1 i c }i e 



Vortretunrsköroerscliaften sowohl in seinen -.•e:..eind: n 



als auch in deren grösseren Bezirksverbänden. Damit varen ihnen R3ch-^e 



verliehen und Funktionen Ubertrar.en 



die sonst nur staatliclien oder koi.. u- 



rr:anisatoriscber Aufbau 



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lanmässif'-keit meiner 



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nalen Behörden zukamen. Das birgebni:; v/ar ein o 

in der Vielfalt seiner Arbeitsgebiete und in der 

tralen Lenkung vorbildlkih war und auch heute noch 

Aktivitäten in grösseren jUdischen Diaspora-..entren dienen kann. Jies ii 



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Ig 1 odell f^.^r öhnlici e 



Einzelnen darzustellen, ist eine der Aufgaben 
der vorliegenden Atbeit gestellt hat. 



die sich der Verfasser mit 



Der öffentlich-rechtliche Charakter d .-r ..emeinden und ^/erbändo f lU.ir te auch 
zu einer einzigartigen Auseinc-ndor^ie tzung mit den Staatsbehörden. i^'öch 
langen und schwierigen Kämpfen gipfelten diese Bemühungen in der frlVnen 
Periode der l.eimarer Republik in der Gleichstellung der Jüdischen Religions- 
gemeinschaft mit den Kirchen in rechtlicher und fiskalischer Beziehung. xxä 
Damit erreiciite die Emanzipation ihre Endphase: die Emanzipation nicht nur 
der Juden sondern auch des Judentums. Dass kaum zehn Jahre spater diese 
Errungenschaften von den Kazis ausgelöscht wurden, kann bei aller 'xragik 
des Geschehens nicht die Bedeutung des vorangegangenen Zeitabschnitts 
verringern, der hier zum ersten I.al ausfuührlich und im Zusa . menhanr; dar e- 
s teilt ist. 

Schliesslich war die Erhebung in die Sphöre des öfientlüien Rechts in d-- 
meisten Landesteilen mit der \/orschrift demokratischer Labien v^rbunden, 
die der Führung der deutschen Judenheit einen echt repräsentativen 
Charakter gaben. Dies führte nach dem ersten .eltkriege zu einer Poiq^ierun 
der jüdisch-politischen Gegensätze. Die Balf our-Deklaration von 1917 {/ 
und der Zustrom jüdischer rlüchtlinge aus Osteuropa und de n/abge trete nen 
Gebieten hatten zu einem ..nwachsen der zionistischen Bewegung in Deutschland 



fl 



geftort und sie zum ersten yal zu einem beachtlichen Faktor im jüdischen Leben in 

Deutschland gemacht. Diese inner- juridischen Auseinandersetzunr^en nahmen - irle liberal! 

in der Politik - oft den Charakter eines Machtkampfes an, in dem es nicht an Tntrircn 

tmd persbnlich)^et Eitelkeiten, an unnötigen Schärfen und Überspitzten Ideologien 

mangelte. Das darf aber nicht das erstaunliche Mass an ehrlicher und uneij^ennV^tsircr 

>!itarbeit verdunkeln, das von den vielen ehrenamtlichen Funktionaren zum Wohle der 

j^tdischen Geraeinschaft und der von ihnen geleiteten Einrichtungen (^oieistet worden 1-t, 

Die eingehende Behandlung der inner- politischen Kämpfe muss in einem solchen Gesamt- 

rahmen gesehen werden. Andererseits dürfen diese GegenSLci^ nicht verwischt werden, 

weil "die inneren Diskussionen und Kämpfe .... aus dem intensiven geistigen ur.d 

'/ apolitischen Leben der deutschen Judenheit in der Vor-Nazi Aera nicht wegzudenken sind". 

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Sie sollten zuder.i - auch r^lckblickend - nicht nur negativ beurteilt werden. Sie haben 

wesentlich dazu beigetragen, dass viele Tausende, die, besonders in den Gros rstÄdten, 

allen jüdischen Dingen femgestanden hatten, ziir Teilnahme herf^ngezoren wurden.. 



1^ 



Die vorliegende Arbeit wird sich im wesentlichen darauf beschränken, die Periode der 
Weimarer Republik und der ersten Jahre der nationalsozialistischen Herrschaft in 
ihrer Pedeut'ing für die organisierte jüdische Gemeinschaft an dem Beispiel des 
Preussischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden (l^LV) zu behandeln. Der "^r: unf aaste 
rund 1% der deutschen Judenheit, d.h. fast UOO.OOO Juden, und hat das hij^torische 
Verdienst, in seinen jährlichen Verbandstagen eine auf streng demokratischer VJahlen 
beruhende Plattform geschaffen zu haben, auf der neben den laufenden Geschäften auch 
die grossen geistigen Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen Strömungen in 
^ Judentum stattfinden konnten. Der Verbandstag des PI.V war wahrscheinlich bis zur ^ 
Knesset des Staates Israel das einzige so gewählte repräsentative SXEHjüdischo Groniim. 



1) Dr.Sidgfried Moses in Bull. Nr.32, 1965, S.1^1. 



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Erster Teil; VORGESCHICHTE, 

!• Organisatorischer Aufbau des deutschen Judentums vor 1911|. 

Gesetzliche Grtodlagen - Deutsch-Israelitischor Geneindebund - 
Verband der Deutschen Juden - Separatorthodoxie* 

Die wichtigste rechtliche Grundlage der jMischen Religionsgemeinschaft in Preussen 

2) 
war das Gesetz \!iber die Verhältnisse der Juden vom 23« Juli l81i7 (s^nlage !)• 

Im Gegensatz zu den co^ regations in den meisten westlichen Ländern, die vtillig 
unabhängig vom Staat und auf freiwilliger Mitgliedschaft aufgebaut sind, gab 
dieses Gesetz den jüdischen Gemeinden oder, wie es sie nannte, "Synagogengemeinden" 
einen komm'analen, öffentlich-rechtlichen Charakter. Die Bedeutung dieses Unter - 
schiedes kann garnicht gen\!igend betont werden, denn er bot die Grundlage für die 
einzigartige Entwicklung jüdischer Gemeinschaftseinrichtungen in Deutschland. 
Zwei Prinzipien bestimmten den öffentlich-rechtlichen Charakter dieser Gemeinden: 
dc^s Parochialprinzip und das Recht der Besteuerung. 

Das Parochialprinzip begründete die zwangsläufige Mitgliedschaft jedes in einem 
bestimmten, örtlich begrenzten Bezirk wohnenden Juden zur Synagogengemeinde (^3? 
des Gesetzes vom 23.7.18U7). Man ivurde in die Gemeinde geboren. Bei Zuzug von 
aussen wurde man ohne besondere Erklärung des Zuziehenden oder Aufnahmeformali tat 
Mitglied der Gemeinde, selbst wenn das Gemeinde -Statut das Wahlrecht zu den 
Organen der Gemeinde von einer sogenannten "Karen^.zeit" (meist nur ein Jahr) 



2) Dieses Gesetz löste das Interregnum ab, das in Preussen seit 1812 auf dem Gebiet 
des jüdischen Gemeindewesens bestanden hatte . Das Edikt vom ll.März 1012, das 
den preussischen Juden die Emanz ipation bringen sollte, regelte lediglich die 
bürgerlichen Verhältnisse der Juden und :iie5S ihre religiöse Organisierung un- 
berührt. Die jüdischen Gemeinden nahmen damit den Charakter von I^ivatj^e soll- 
schaften an, denen der Staat seine Mithilfe in Bezug auf die Eintreibung von 
Mitgliedsbeiträgen oder sonstigen Zwang auf die Mitglieder versagte. Da aber 
diese Gemeinden gesetzlich verpflichtet waren, für die Beschulung der jüdischen 
Kinder und die Instandhaltung von Synagogen und Friedhöfen zu sorgen, ergab sich 
ein unhaltbarer Zustand, der 1833 zu einer Zwischenregelung für das zu Preussen 
gehörige Grossherzogtum Posen führte, in dem damals über UO?J aller preussischen 
Juden wohnten. Für das übrige Preussen brachte das Gesetz von 18U7 die lang 
verheissone Neuordnung, die die "kirchlichen" Angelegenheiten der Juden aus der 
Sphäre des Privatrechts in die des öffentlichen Rechts zurückführte. Siehe 
Dr.Ismar Freiind, Staat, Kirche und Judentum in Preussen , in Jahrbuch für jüdische 
Geschichte und Literatur, lU.ßand, Berlin 1^11, S.109 ff. - Vergl. auch die 
Staats politische Analyse dieser Periode von DrJIerbert Strauss, Pre-Emancipation 
Prussian Policies towards the Jews l8l$-l8U7 ^ in YB XI, 1966, S^ToTITTTund 
den ausgezeichneten Aufsatz von Rabb. Dr.Kurt Wilhe]jn (1900-196?) , The Jewish 
Community in the Post-Emancipation Period , in YB II, 1957, S.hl ff. 



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abhlnpig machte. Dieses Parochialprinzip Ralt in alleni&ndem des damali-en 
Deutschen Reiches trotz der Verschiedenheit der fttr Reli-^ionsfragen zusVindi^en 
LUndergesetzgebungen . 

Das zweite »ffentlich-rechtliche Charakteristikum der jüidischen Gemeinden war das 
ihnen vom Staat verliehene Besteuerungsrecht. Es gab den zustitadigen Organen der 
Gemeinden nicht nur das Recht, von ihren Mitgliedern Kultussteuem - meistens in 
Hunderts&tzen der staatlichen Einkommensteuer - zu erheben, sondern stellte ihnen 
in fast allen Teilen Deutschlands die unmittelbare Mitwirkung des Staates bei der 
Eintreibung und, wenn n»tig, Zwangsvollstreckung ohne die Notwendigkeit langwieriger 
und kostspieliger Gerichtsverfahren zur Verfttgung. Nach ^^8 des Gesetzes von I81i7 
nahm dieses bracchiura saeculare in Preussen die Form an, dass "die Kosten des Kulfeis 

auf die einzelnen Beitragspflichtigen umgelegt und , nachdem die Heberollen 

▼on der Regierung für vollstreckbar erklärt worden" waren, "im Verwaltungswege ein- 
gezogen" wurden, und dass "der Rechtsweg wegen solcher Abgaben und Leistungen'» 

erheblich beschrankt und vor den Verwaltungsgerichten (also nicht den Zivilgerichten) 
auszutragen war. Aehnliche Bestimmungen fanden sich in fast allen deutschen Ländern. 



3) 



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Die innere Verwaltung der Synagogengemeinden entsprach im Bereich des Gesetzes von 
18U7 dem Aufbau der Kommunalverwaltungen. Eine von sämtlichen volljÄhrigen - aller::^ 
dings nur mftimy^hen - Mitgliedern gewählte Repri.sentanten-Versammlung (RepVers) als 
beschlussfassende^s Organ wählt ihrerseits den Vorstand als die Exekutive, wobei 
alles Nähere \tt)er die gegenseitigen Kompetenzen und einzelnen Verwaltungs zweige, ins- 
besondere auch hinsichtlich des Kultus, einem von der Regierung zu bestätigenden 
Statut vorbehalten bleibt. 

Die wesentliche und vom Staat beabsichtigte Schwäche des Gesetzes von 18U7 war die 
Vermeidung jeder liber die »rtliche Synagogengemeinde hinausgehenden organischen 
Zusammenfassung der jüdischen Religionsgemeinschaft und die fehlende Einbeziehung^ 
der nach 18U7 von Preussen erworbenen Gebietsteile (die Provinzen Hannover, 



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3) Vergl. Dr. Siegwart Wertheimor, Die Bedeutung des Artikels 137 der Reichsvorfasn^mg 

U rf^,sra-iitlrch^nTleliKicn3|j.r;rn3chnrteu, ::nrl.ruh. lyr^, :\ i:.. :^^ T^^^V) •'''''''Z'?\ Li 



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Hecsen-Nassau einsciil. Frankfurt/M, Schleswig-Holstein sowie eine Anzahl kleinerer 
Enklaven) in die BestlMnungen des Gesetzes. Dies hatte zur Folge, dass ausser den 
Gesetz von 181+7 nicht weniger als 12 verschiedene Rechtssysteme mit zm Teil vBll* 
veralteten und überholten Polizei-, Wahl- und Steuervorschriften gleichzeitig die 

U) 

Verhältnisse der jüdischen Religionsgemeinschaft in Preussen regelten. 

Im Gegensatz hierzu bestanden In Baden und Württemberg und in einigen kleineren 
deutschen Lündem (Oldenburg, |irkenfeW) Mecklenburg-Schwerin, Lippe-Detnold) 
jüdische Gesamt Organisationen, z.T. in der Form eines regul&ren hierarchischen 
Kirchenaufbaus mit staatlicher Oberaufsicht. Bayern dagegen, der zweitgrösste Bundes- 
staat, entbehrte ebenso wie Preussen ein alle Gemeinden umfassendes Band^ 



Als 1867 mit dem Norddeutschen Bund die Einigung Deutschlands eijigeleitct irorde, 
empfanden auch die deutschen Juden, von denen viele in der V^rfront der K&inpfe um 
die de\itsche Einigki^ gestanden hatten, das Bedürfnis eines ZusaiTimenschlu3ses. So 
entstand I869 der Deutsch-Israelitische Gemeindebund 
(DIGB), der nicht nur in den ersten drei Jahrzehnten seines Bestehens die einzige 
und anerkannte Gesamtvertretung der Juden in Deutschland war, sondern auch eine 
Reihe wertvoller Wohlfahrts-, Erziehungs- und Bildungseinrichtungen schuf deren 
Bestand durch erhebliche Stiftungen und VermÄchtnisse gesichert erschien. Viele 
später selbständige Organisationen verdankten ihre Entstehung der Initiative des 
DIGB, do das Gesamtarchiv der Juden in Deutschland, ilie Zentralwohlfahrts stelle (ZT/.'St), 
die Zentralstelle f«lr j«uüsche Wander^sorge, die Vereine fto j\ldische Geschichte 

5) 

und Literatur und der Verband der jüdischen Lehrervereine in Deutschland. 



U) Ein vollständiger Abdruck dieser Bestimmungen ist in dem Anhang zu Dr.Ismar Freund, 
Die Rechtstellung der Synagogengemeindon in Preussen und die Reichsverfassunn , 

Berlin 1926, S.U7 ff«, enthalten. 
5) Ueber die TÄtigkeit und Bedeutung des DT"B siehe Wilhelm, a.a.O., S. 62/63. 



Als diese vielseitigen Aktivitäten sich unter der Führung von Prof .DroMartin Philipp.son 

6) 

(I8li6-19l6) gegen Ende der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts verdichteten, 

wurde der üangel einer juristischen Persönlichkeit für den DIGB fühlbar. Das BGB und 
sein Vereinsrecht waren noch nicht in Kraft getreten. Die einair;G Llbglichkeit, 
•• geschäftsfähig" zu werden, bestand in der Verleihung von PCbrperschaf tsrechten durch 
kt^niglichen Erlass. Die zu diesem Zweck einzureichenden Statuten mussten einem Norral- 
statut des Innenministeriums entsprechen, das u.a. "die Erörterung politischer 
Gegenstände" ausschloss. Ob es v/irklich notwendig war, dass der DIGB sich zu dieser 



einschi%nkenden Klausel 



«.•»;«vl.^^.#.« 1.4 •• «• !.♦.••,♦• 'i,.| •. 



verstand, lÄsst sich heute kaum fest- 



stellen. Die Mitteilungen vom DIGB (Mitt.) aus dem Jahre 1899 (No. 50-52) , die die 

Statutenänderung behandeln, geben daiilber nur unvollständig Auskunft. Offenbar hatte 

das Bestehen des 1893 gegründeten Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen 

Glaubens (CV), der die bis dahin vom DIGB geleistete Abwehrarbeit gegen den Antisemitisnus 

übernommen hatte, den Entschluss der massgebenden Persönlichkeiten erleichtert, zumal 

aus praktischen Gründen Eile geboten war. Am 13.Februar 1899 wurden dem DIGB durch 

königlichen Erlass die Rechte einer juristischen Person verliehen. Mit Recht hat der 

damalige Generalsekretär des DIGB, Dr.Wilhelm Ne\imann, erklärt: 

»'Um nicht durch die Beschäftigung mit politischen Fragen die juristische Persönlich- ' 
keit zu verlieren, verzichtete der DIGB auf die Gesamtvertretung der deutschen Juden.» 

Dass dieser Verzicht sehr bald als untragbar empfunden wurde und zu Bemühungen un eine 

Aenderung der Statuten oder Schaffung einer selbständigen neuen Gesamtvertretung führte, 

8) 9) 

haben Toury und Breslauer ausführlich dargelegt. 



6)Näheres über Martin Philippson in t^anna Philippson, The Philippsons, a German-Jel^^ish 
Family 1775-1933 , in YB VII, 1962, S.llO/ll, und Dr. Jacob Toury, Organizational 
Problems of German Jewry , in YB XIII, 1968, S. 59-66. 

7)Encyclopaedia Judaica, Verlag Eschkol, Berlin o.D., 5.Band, Spalte 968. 

8)a.a.O., S. 59-72. 

9)Dr.Walter Bresla^ier, Der Verband der Deutschen Juden , in Bull.Nr.28, I96I4, S.3U5 ff. 



Das Ergebnis - nach langwierigen und wechselreichen Verhandlungen - war die Schaffupc 
des Verbandes der Deutschen Juden (VDJ) im April 190h und 
die Einberufung seiner ersten Hauptversanimlung im Oktober 190^. Breslauer hat mt 
Recht betont, dass in der Folgezeit der VDJ in immer steigendem Masse als die Gesamt- 
Vertretung der deutschen Juden den Behörden gegenüber angesehen wurde. Enge Personal- 
unionen iTdt dem DTOB - Philippson war 190U/5; der erste Vorsitzende des VDJ und spÄter 
dessen stellvertretender Vorsitzender - und dem CV, dessen Vorsitzender, JR Dr.Maxi- 
milian Horwitz (1856-1917), von 1909-1917 zugleich Vorsitzender des VDJ war, 
erleichterten diese Position. Ein weiteres starkes Bindeglied bestand in der 
Persönlichkeit von GehJR Dr.Eugen Fuchs (1856-1923), der nicht nur der geistige 
Führer und 2. Vorsitzende des CV war, sondern auch in den leitenden Organen des DIGB 
und VDJ wie auch im Vorstand der JMischen Gemeinde Berlin eine massgebende Stellung 
einnahm.- So war von 1905 ab die deutsche Judenheit für die damaligen Bedürfnisse 
und >!otwendigkeiten durchaus befriedigend organisiert; sie besass nicht nur eine 
sondern zwei harmonisch zusammenarbeitende Gesamtorganisationeni den DIGB f\\r innere 
Angelegenheiten und den VDJ für die Äussere Vertretung. Dieser Umstand vrlrd in manchen 
Darstellungen dieser Periode nicht gebührend betont. Dass beide Organisationen un- 
demokratisch aufgebaut waren, dass die konservativen und zionistischen Kreise in den 

leitenden Organen kaum oder .jedenfalls ungenügend vertreten waren, spielte bis zur 

10) 
Zeit der Weimarer Republik aus drei Gründen keine Rolle : 

a) Das Uebergewicht der Liberalen in den Gemeinden, besonders in Berlin und in fast 
allen Qross- und Mittelgemeinden, war so überwältigend, dass die Führung aller 
zentralen Einrichtungen der deutschen Juden selbstverständlich ihnen zufiel. 



10) Toury, a.a.O., weist diesem Umstand eine viel zu grosse Bedeutung zu, die er erst 
nach 1918 gewann. In gleichem Sinne auch Broslauer in seinen Bemerkungen zu der 
Toury» sehen Arbeit in YH XIV, 1969, S.259 ff. Lamberts a.a.O., behandelt aus- 
führlich die an der politischen Tätigkeit des VDJ geübte Kritik und führt sie 
überzeugend auf die zwiespältige Einstellung der jüdischen Führerschiclit zu ihren 
jüdischen und deutschen Interessen zurück. Das aber ist eine Kritik an den 
persünlichkeiten, nicht an der Organisation als solcher. 



b) Das Prinzip denokra tischer Representation, insbesondere in der Fom der: fWr 

/ Minderheiten so ausschlaf-ßebenden Proportionalwahlrechts, gerann erst nach der 
November-Revolution 1918 weitere AnhÄnßerschaf t im Volksbevmsstsein. 

c) Die extrem-orthodoxen Kreise hatten sich in der 1907 reorganisierten mid aktivi^.rter 
Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums -(£5^ i^i Frankfurt/M 
eine unabhllngige Organisation geschaffen, die in allen gesetzgeberischen und 
religiösen Fragen - neben dem VDJ - an die Regierung herantrat und von dieser 

als - wenn auch zahlenmÄssig unbedeutende - unabhängige Vertretung angesehen wurde. 

Die Stellung dieser sogenannten "Separat-" oder "Trennungs-Orthodox^!^^ 
bedarf einer besonderen Erlüuterung. Es genügt nicht, das Problem mit dor 

Bemerkung abzutun, dass die SeparatorShodoxie nur einen verschwindend kleinen Bruch- 
teil der Juden in Deutschland repr» sentierte. Eine solche Einstellung verkennt üe 
geschichtlichen Auswirkungen dieses Konfliktes und die ideologische und organisato- 
rische Bedeutung der F\ihrer dieser Bewegung, ohne die es kaum zur Grtodung der Agudas 
Jisroel ¥elt-Organisation im Jahre 1912 gekommen wÄre. Die Argumente und innerjUdischen 
Auseinandersetzungen, die damals das deutsche Judentum bewegt haben, finden heute im 
Staate Israel in beinahe gleichen Formulierungen ihren Ausdruck und stellen neben den 

jttidisch-arabischen Konflikt eines der ernstesten Probleme des jüdischen Geneinwesens 

11) 
dar, 

Zun&chst iiiiss klargestellt werden, dass eine dauernde Trennung der extrem.- 
orthodoxen Kreise nur in Preussen und dem Grossher zog tum (spÄter Freistaat) Hessen 
bestand, obwohl auch in anderen Staaten, wie z.B. in Baden und Hamburg, gelegentlich 



11) Jacob Rosenheim (1870-196^), der Führer der deutschen Separatorthodoxde , betonte 
diese ZusammenhÄnge in seinem Aufsatz The Historical Significanco of th e Strurglo 
for Sec ession from the Frankfurt Jewish Community in Historia Judaica , Vol.X, No.2, 

New York 19^3,3.13^: ^ ^ u4 u v, i ^ 

"This unive rsal-historical str u ggle for the Kingdom of God .,.. which has loa 

to a preserrUday struggle for democracy or theocra c y in 

a pa le 3 tine- Jewish Commo nw ealth basically provided the thcme for the great 

spiri t ual controv ersies b etween Samson Raphael Hirsch and bis ornononts, ... . 

even though the participants hardly r ealized this ." 

R. der 19U0 nach New York ausgewandert war, übersiedelte spÄter nach Jerusalem, 

wo er - 9$ Jahre alt - starb. 



7 



heftige Auseinai dersetzungen stattfanden, die die Einheit der jMischen Oencinschaft 



bedrohten. 

Die separatistische Bewegtmg hatte ihren Ursprung in den religiösen KÄim^fen um die 
"Reform" in der Mitte des 19. Jahrhunderts • Mit dem zunehmenden Erfolg der Reforrc- 
bewegung, vor allem in ihren gemilderten Formen, die in dem sogenannten "liberalen" 
Kultus ihren Ausdruck fanden, sahen sich die streng traditionellen Kreise in den 
grösseren Gemeinden in die Enge getrieben und manchmal in einer hoffnungslosen Minder- 
heit, Sie grtodeten eigene Betstuben und Synagogenvereine, die sie selbst unterhielten, 
obgleich sie auf Grund des oben dargelegten Parochialprinzips verpflichtet waren, an 
die Hauptgemeinde Steuern zu zahlen. Da diese für Wohlfahrtseinrichtungen und den 
Friedhof zu sorgen hatte, erschien die Extra-Belastung den Strenggläubigen als ein 
nicht untragbares Opfer, das sie ihrer religiösen Integrität brachten.- Auf dieser 
Basis hatte sich u.a» auch in Frankfurt/K eine "Israelitische Religionsgesellschaft" 
gebildet, die von einer Reihe alt-eingesessener, orthodoxer Familien - unter ihnen die 
Rothschilds - gestützt wurde und 1851 als eigenen Rabbiner Samson Raphael Hirsch (l8o6- 
1888) berief. Tinter der FHihrung von Hirsch schufen sie sich eine eigene Synarroge, 
sowie eine Volks- und höhere Schule und andere eigene Kultuseinrichtungen. Es ist hier 
nicht der Ort, die geistige Bedeutung S.R.Hirsch» s fttr die Stärkung und Entwicklung 
der Orthodoxie in Deutschland zu erörtern, die trotz aller späteren Auseinandersetzunjen 
allgemein anerkannt ist. Die Problematik seiner Persönlichkeit jedoch lag in der Starr- 
heit und Unbeugsamkeit, mit der er seinen Standpunkt vertrat - einen Standpunkt, dessen 

extreme Forderungen von der Mehrheit auch der orthodoxen Rabbiner in Deutschland abgelolint 

12) 

wurdo\und zu einem "ungllicklichen Bruderkampf" zwischen Gemeinde- imd Separatorthodcxie 

führten. 

Im Jahre 1873 hatte Dismarck im Verlaufe des "Kulturkampfes" ein preussisches Gesetz 

über den Austritt aus den Kirchen und anderen Religionsgesollschaf ten mit Körperschafts- 

der^ 
rechten durchgesetzt. S.R.Hirsch, der es als Gewissenszwang empfand, einer von /Reform^ 



12) Rabb. Dr,, Joseph Carlebach, Das gesetzos treue Judentum, Berlin 1936, S.U3. 



iv 



beherrschten Gemeinde angehl?>ren und an sie Steuern zahlen zu rnttssen, und j^chon lanre 

die vttllice Unabhängigkeit der von ihm geführten Religionsgesellschaft angestrebt 

hatte, sah die Gelegenheit gekommen, eine gesetzliche Grundlage für seine Ziele zu 

erlangen. Er bediente sich dabei der Hilfe gerade derjenigen liberalen Politiker, 

die den Klerikalismus aus dem Prinzip der Gewissensfreiheit bekärrpften und zu diesen 

' ^^ 13) 

Zweck das Austrittsgesetz von 1873 durchgesetzt hatten. Durch Vermittlung von 

lU) 
Rabb, Dr.Esriel Hildesheimer wandte er sich an den führenden liberalen, jüdischen 

Landtagsabgeordneten Eduard Lasker (l829-lvß8U) und erreichte durch ihn nach fast dr-ji- 

jthrigem Kampf und gegen den Widerstand des DIGB und der Jüdischen Grossgemeinden den 

Erlass eines Spezialgesetzes über den Austritt aus den Synagogengemeinden vom 23,J^xli 

15) 
1876. Der erste Paragraph dieses Gesetzes bestimmte, dass es jedem Juden gestatte 



j. 






ist, 

"ohne Austritt aus der jüdischen Religionsgemeinschaft (dem Judentum) wegen 
religiöser Bedenken aus derjenigen jüdischen Synagogengemeinde •••• auszutre 
welcher er auf Grund eines Gesetzes, eines Gewohnöeitsrechts oder einer Ver- 
waltung svorsclirift angehört. 

Ein Jude, welcher von dieser Befugnis Gebrauch gemacht hat, wird bei der Ver- 
legung seines Wohnsitzes in den Bezirk einer andern Synagogengeneinde nicht 
Mitglied dieser Gemeinde, wenn er derselben vor oder bei seinem Einzüge eine 
schriftliche dahin gerichtete Erklärung abgibt," 

^ 8 des Gesetzes bestimmte femer: 

"Vereinigen sich die Ausgetretenen behufs dauernder Einrichtung eines besonderen 
Gottesdienstes, so können demselben durch Königliche Verordnung die Rechte 
einer Synagogengemeinde beigelegt werden." 

Im übrigen enthielt das Gesetz weitgehende Einschränkungen hinsichtlich der Befreiung 



13) Wilhelm, a.a.O., S.65, weist treffend darauf hin, dass paradoxer Weise die allge- 
mein erstrebte Lockerung konfessioneller Bindungen in diesem Falle den Vorwand 
für "ultra-konfessionelle" Bestrebungen im jüdischen Bereich abgab. 

1h) Dr.Esriel HildesheiTner (1820-1899), in TTalbersbadt geboren, begründete iS^l iie 
berülimte Jeschiwa in Eisenstadt (Burgenland). I869 wurde er nach Berlin berufen, 
um die orthodoxe Vereinigung Adass Jisroel zu führen. Tm Jahre 1873 [gründete er 
das orthodoxe Rabbiner Seminar in Berlin, das er bis zu seinen Tode leitete, 

l5) Dieses Gesetz ebenso wie das vorangegangene Gesetz von 1873 sind in Freund, Die 
Rochtsteilung ...., S.38 ff., abgedruckt. 



// 



der Ausgetretenen von den Steuer- und Abgabeleistungen an die Synagogengemeindo, soda^^s 
eine volle Befreiung mitunter erst nach 5-6 Jahren eintreten konnte. 

Die Erwartungen, die Hirsch an den Erlass dieses Gesetzes geknl\pf t hatte, verwirklich ^.on 
sich nicht. Er versuchte, die Mitglieder der Religionsgesellschaft geschlossen zum 
Austritt aus der Haupt geineinde zu bewegen. Doch die meisten der alten Familien, die ihn 
25 Jahre zuvor nach Frankfurt berufen hatten, folgten ihm nicht, da die Hauptgemeinde 
im Interesse der Aufrechterhaltung der Gemeinde-Einheit weitgehende Konzessionen an 
ihre orthodoxen Gemeindemitglieder machte, indem sie ihnen 

"die religibsen Institutionen, deren sie bedUtrfen, aus Gemeindemitteln herstellen 
lassen wolle, und zwar Alles unter orthodoxer Leitung und Aufsicht, während die 
erwähnten orthodoxen Gemeindemitglieder zu den cultuellen Reformeinrichtungen 
nichts zu zahlen hätten." l6) 

Hirsch liess sich jedoch nicht von seinem Standpunkt abbringen, dass der Austritt aus 
der Hauptgemeinde religionsgesetzlich geboten sei, und geriet dadurch nicht nur in 
Gegensatz zu der Mehrzahl der Mitglieder seiner eigenen Gemeinde - von ihren 355 Mit- 
gliedern verliessen nur 85 die Hauptgemeinde - sondern auch zu dem Würzburger Distrikts- 
Rabbiner Seeligmann Bär Bamberger (l807-lß78), der in weiten Kreisen der Orthodoxie 

17) 
als der grttsste lebende Talmadist in Deutschland galt. 

Der extreme Standpunkt Hirsches fand nur wenige Nachahmer ausserhalb Frankfurts. Zwar 
gewann in Berlin die Hilde sheimer« sehe Gemeinde Adass Jisroel im Jahre 1885 die Rechtu 
einer Synagogengeineinde gemäss ^8 des Austrittsgesetzesj der Grund aber lag offenbar 
mehr in dem Mangel an Bereitschaft seitens der Hauptgemeind-^, ähnliche Konzessionen 
zu machen, wie sie in Frankfurt der Orthodoxie gewährt worden waren, als in der Haltung 



16) Offene Antwort des Distrikts-Rabbiners Seeligmann Bär Hamberger zu \^raburg auf de n 
an ihn gerichteten offenen Brief Sr.Ehrwürden des Herrn S.R.Hirsch, Rabbine r ^er 
Israelitischen Religionsgesellschaft zu Frankfurt a.M. , vmrzburg 7«Mai 1877, S.l6. 

17) Eine ausführliche Darstellung der damaligen Vorgänge, die er als junger Mann mit- 
erlebt hatte, gab der Londoner Bankier Saerror Japhet in einem Vortrag vor Studenten 
des Jews» College im Jahre 1935; wiedergegeben in Historia Judaica , Vol.X, No.2, 
New York 19Ü8, S.99 ff.- Eine tiefgehende Analyse der menschlichen und psycho- 
logischen Hintergründe der Frankfurter Sa-«ession ist in Yeshayahu Wolfsberg, 
Populär Orthodoxy, in YB I, 1956, S. 251-53, enthalten. 



/ > 



Hildesheimer's, f\lr den - im Gegensatz zu Hirsch - der Austritt ans dem Verband einer 

13) 
Reformgemeinde kein unter allen Umstanden gebotenes, heiliges religibses Prinzip war. 

Sowohl die Adass Jisroel als auch die Frankfurter Religionsgesellschaft zahlten selbst 
in den Zeiten ihrer grbssten Blüte kaum mehr als 1000 Mitglieder. In KbOji wurde eine 
Separatgemeinde, die Synagogengemeinde Adass Jeschurun, im Jahre 1908 vom Staat aner- 
kannt. ZahlenmÄssig erlangte sie keine Bedeutung. Ihre wesentliche Funlction war die 
Schaffung eines orthodoxen Lehrerseminars, damit die gesetzestreuen Kreise Preussens 
nicht auf die Absolventen der einzigen derartigen Lehrerbildungsanstalt in \>mrzburg 
(Bayern) angewiesen waren. Diese Kreise, die überwiegend der Gemeinde-Orthodoxie an- 
gehörten, trugen denn auch wesentlich zu der Unterhaltung dieses von der Separat- 
Orthodoxie geleiteten Seminars bei^- Schliesslich bestand in Wiesbaden die Altisra- 
elitische Kultus gemeinde, gleichfalls sehr gering an Mitgliederzahl, der als erster - 
schon im Jahre 1879 - der öffentlich-rechtliche Charakter auf Grund des Austritbsge- 
setzes zuerkannt war. Diese vier waren die einzigen Austritts gemeinden von Bestand 
in ganz Preussen» 

Hatte S.R.Hirsch in dem engeren Bezirk der Gemeindestruktur mit seinem Appell z^ir voll- 
stÄndigen Trennxing zwischen Orthodoxie und Reform (oder "Meologie", "Liberalismus") 
nur geringen Erfolg, so wirkten doch die von ihm in Bewegung gesetzten Tendenzen weit 



18) Vergl. Joseph Walk, The Torah va-Avodah Movement , in YB VI, 196l, S,238. Anderer 
Ansicht ist allerdings Jacob Rosenheim, Aufsfttze und Ansprachen , Frankfurt/N 1930, 

Bd<.T, S.3U3 ff., in zwei Aufsätzen aus dem Jahre 1920 über Hildesheimer» s Stellurg 
zur Aus trittsf rage, deren Argumente aber nicht überzeugend erscheinen. Hildesheimer 
hatte 1873, anlÄsslich der Berufung von Marcu» Horovitz an die Frankfurter Haupt- 
gemeinde, schwere Bedenken nicht so sehr gegen die Doppelmitgliedschaft orthodoxer 
Kreise in beiden Gemeinden, als gegen die Schaffung einer quasi "Konkurrenz"- 
Synagoge orthodoxef Prügung in der Hauptgemeinde. In dieser Hinsicht hat er offen« 
sichtlich später unter dem Eindruck der Horovitz» sehen Erfolge seine Meinung ge- 
ändert, und man kann dies nicht, wie Rosenheim es tut, nur seiner persönlichen 
Freundschaft mit Horovitz zuschreiben. 

19) Hirsch selbst hat übrigens nie für die FranlcCurter Religionsgesellschaft einen 
Ahtrag auf Anerkennung nach 4 8 des Austrittsgesetzes gestellt. Erst im Jahre 
1899 wurde anlÄsslich eines gerichtlichen Streitfalls ein l iiii rt ii g e a Gesetz zur 
Regelung der Synagogengemeindeverhültnisse in Frankfurt/M erlassen, und erst 1923 
wurde die Religionsgesellschaft d^urch ein besonderes Gesetz als Körperschaft des 
öffentlichen Rechts anerkannt. 



über den ursprllnf^lichen Rahmen hinaus fort - wenngleich erst in der Generation seiner 
Enkel. Im Jahre 188^, drei Jahre vor seinem' Tod, Tiatteer die Freie Vereinin^öng^ (?VJ) 
mit dem Sitz in Frankfurt/M gegrtadet, dU^e von seinem Schwiegersohn und Nachfolger 
Rabb. Dr.Salomon Breuer (18U9-1926) geleitet vnirde. Die P/J war zun&chst "auf oinen 
kleinen Kreis beschränkt" und fUhrte "zwanzig Jahre lang ein beschauliches, stilles 
Dasein" \ Erst die Erstarkung der zionistischen Bewegung um die Jahrhundertwende i.md 
die um die gleiche Zeit einsetzenden Be---strebungen zur Schaffung einer OeGamtvertretimg 
der deutschen Juden, die in der Hrtadung des VDJ gipfelten, veranlassten ihre Aktivie- 
rung, Jacob Rosenheim hatte im Jahre 1906 den Verlag der orthodoxen Wochenzeitung 
"Der Israelit" Übernommen und damit entscheidenden Einfluss im Lager der Orthodoxie 
gewonnen. Mit der Klarheit und Konsequenz, die ihn in seinem langen Leben auszeichncite, 
erkannte er die Notwendigkeit, die provinzielle Enge d--es Frankfurter Kreises zu durch- 
brechen und mit den Zentren der Orthodoxie in Hamburg, Halberstsit und Berlin in engere 
Verbindung zu treten. Dem diente die von ihm durchgeführte Reorganisation der F\^J im 
akxK Juni 1907 durch Erweiterung ihres Ausschusses und Vorstands. R, hoffte, damit 
die F\^J zur Repräsentanz der gesamten Orthodoxie zu machen, zu der auch die Vertreter 
der Oemeindeorthodoxie d^^n Weg finden würden. Der erwartete Zustrom von dieser Seil^ 
blieb jedoch aus, nicht zuletzt weil R. und seine Anhänger an der alten, noch von S.R. 
Hirsch herrührenden Feindseligkeit gegen den Fltlgel der gesetze streuen Judenheit fest- 
hielten, der sich mit den Anschauungen von Zacharias FrÄnkel und dem von ihn geleiteten 

22) 
J14disch-Theologi sehen Seminar in Breslau identifizierte. Die Folge war eine Ver- 
schärfung des kf^.mpf er i sehen Geistes der FVJ und ihr Widerstand gege-^ alle Versuche, 
eine Einheits Organisation der deutschen oder preussischen Judenheit zu schaffen. 

Gnmdlegend war hierbei die entschiedene Ablehnung der Auffassung, dass die Orthodoxie 



20) Encyclcpaedia Judaica, Verlag Eschkol, Berlin o.D« Pd.8, Spalte 93, unter "S.R.Hirsch", 

21) Dr.Ismar Elbogen, Ein Jahrhundert jüdischen Lebens , Frankfurt/M 196?, S.3^9« 

22) Vergl. VJalk, a.a.O., S.238. 



eine Richtung im Judentum sei, der das liberale Judentum als gleichberechtigte 

Richtung gegenüberstehe • Für die Separatisten handelte es sich um zwei fundamental 

verschiedene^ religiöse Bekenntnisse, f^r die eine einheitliche Gesamtorganisation der.- 

halb undenkbar war. Ihr Vorbild war die ungarische Orthodoxie, die 1908 als "Ilngar- 

ländische Autonome Orthodoxe Konfession" unabhängig von der übrigen Judenheit vom Staat 

anerkannt worden war. Rosenheim gab dieser Auffassung im Mrz 1906 Ausdruck " ; 

"Das Judentum würde sich selbst seinen welthistorischen Totenschein ausstellen, 
wollte es die organisierte "Gesetzestreue" und den organisierten "Abfall", in 
Fraktionen verkörpert, mit gleicher Zärtlichkeit umfangen. Der Jude kennt keinen 

wie immer gearteten Respekt gegenüber einer Gesamtheit, die nicht mit ihren 

Grundsätzen ausschliesslich im Boden des Gesetzes wurzelt, die sich vielmehr als 
das Prirrtäre, das Bedingende setzt und nun im Namen ihrer eigenen Majestät eine 
sittliche \mrde in Anspruch nimmt, die ihr nur die Gedankenlosigkeit zuerkennen k.inn." 

Hier finden wir nicht nur die kategorische Absage an alle Einheitsbestrebungen sondern 
auctkn unmissverständlicher Schärfe die Absage an das demokratische Prinzip, dem die 
Orthodoxie - so wie heute in Israel - die Theokratie als die dem wahren Judentum im- 
manente Form entgegensetzt. Diese beiden Grundsätze haben das Verhalten dec extremen 
Flügels der Orthodoxie in Deutschland in den nächsten dreissig Jahren bestimmt; an 
ihnen musste der mit vollem Recftt genachte Einwand, dass im Separatismus eine verschwin- 
dende Minorität {^% der jüdischen Bevölkerung, wenn nicht noch weniger) Gleichberechtd.- 
gung gegenüber der Vertretung der Majorität verlange, abprallen.- So gab es von 1906 
an bis in die Nazizeit keine einheitliche Vertretung der deutschen Judenheit. Dass 
dies ein empfindlicher Mangel in praktischer Beziehung war, wird sich im Laufe der 
weiteren Darstellung zeigen. Das Fehlen einer jüdischen Einheitsfront gab den Staats- 
behörden nur zu oft den gewünschten Vorwand für obstruktives Nichtstun oder bestenfalls 
minimale Konzessionen. 

II. Das Fehlen einer Gesamtorganisation in Preussen. 

Obgleich, wie oben (S.7) dargelegt, das deutsche Judentum in DIGB und VDJ sich für das 



23) Rosenheim, Aufsätze ...., Bd. IT, S.8/9. 

2U) Erst im Sommer 1937 schloss sich die Separatorthodoxie der RöLchsver tretung der 
Juden in Deutschland an. 






/ 



Reichsgebiet befriedigend organisiert hatte, machte sich der Mangel eir^er organisato- 
rischen Zusammenfassung der Juden in Preusren als dem grbssten Bundesstaat unsomehr 
fühlbar, als die Religions- und llnterrichtsf ragen nicht zur Koir^etenz des Reiches ^Ek 



gehörten sondern der LÄndergesetzgebung unterlagen. Dass der VDJ wiederholt in Ange- 
legenheiten der preussischen Judenheit diese den preussischen Behörden gegenüber ver- 
treten hatte, war kein ausreichender Ersatz für eine staatlich anerkannte Dachorgani- 
sation. Dieses Problem hatte den DIGB seit langem beschäftigt. In seinem Auftrage 
legte Prof. Dr. Heinrich Rosin aus Freiburg im Jahre 1906 einen Entwurf vor, der von den 
badischen Verhältnissen ausging. Da sich erheblicher Widerspruch geltend mchte, wurce 
RA Machol aus Kbnigstein mit der Ausarbeitung eines neuen Gesetzentwurfs beaul'^ragt. 

Dieser wurde dem XI. Gemeindetag des DIGB in Berlin am l6.Mai 1909 unterbreitet, schei- 

25) 
terte jedoch gleichfalls an der vereinten Opposition der verschiedensten Gruppen. 

Es war offenbar, dass die seit 18U7 tief eingewurzelte Autonomie der Gemeinden den 
Gedanken einer übergeordneten Organisation nur dann Raum geben wlirde, wenn sich dafür 
ein besonderer zwingender Anlass ergab. 

Ein^lcher bot sich, als gegen Ende des Krierres - in den Jahren 1917/18 - eine Reform 
des preussischen Herrenhauses beraten wurde. Der Regierung sentwurf sah die Berufung 
von l6 Vertretern der evangelischen und katholischen Kirche auf Grund von Frflsentaticnen, 
jedoch keinerlei Vertretung der jüdischen Religionsgemeinschaft vor. Im AbgeordnetenJiaus 
erkl&rte der Minister lediglich, dass die Regierung beabsichtige, unter den "^us könig- 



lichem Vertrauen" zu berufenden Mitgliedern auch 



Angehörige der jüdischen Religions- 



gemeinschaft vorzuschlagen. Dies wurde von den jüdischen Organisationen als Zurl\ck- 
setzung empfunden. Der VDJ richtete im Einvernehmen mit dem DIGB, den CV und dem All- 
gemeinen Deutschen Rabbi nerverband eine Eingabe an das Abgeordnetenhaus mit dem Antrag-, 
"dass im Gesetz eine Vertretung des Judentums durch Vorschlagsrccht ausgesprochen wird". 

Der VDJ regto femer an, dass dem T.andtag alsbald eine Vorlage über die Schaffvmg eines 
jüdischen Vorschlagskbrfiers unterbreitet werde» -^ Im Zusammenhang hiermit verbreitete 



2$) Ausführlicher hierüber Dr. Tsmar Freund, En twurf einer Verfassung für eine Gesamt - 
organisation dos deutschen Judentums , Berlin 1920, S. 12/13. 

26) Geschäftsbericht des VDJ 1913-1920 , Berlin 1920, S.3lu Siehe auch Eugen Fuchs, UM 
Deutschtum und Judentum, Frankfurt/M 1919, S.300. Femer Toury, a.a.O., S. 80/81. 



n 



der VDJ Anfanß mrz 1918 die folgende iTessenotiz: 

"Der DIGB hat beschlossen, die seit fast einem Jahrzehnt liegen gebliebenen 
Arbeiten fto die Vorbereitung eines Gesetzentwurfs Über den Zusamnenschluss der 
indischen Gemeinden in preussen wieder aufzunehmen, und hat bei den VDJ .-ngefrac^t, 
ob er sich an dieser Arbeit wie früher beteiligen wolle. Der grosse Ausschuss dor 
VDJ hat beschlossen, an diesen Arbeiten sich wieder zu beteiligen." 2?) 

Das Problem des "Vorschlagsk«>rpers" für das Herrenhaus hatte also den Stein wieder in:> 
^ In einer 

Rollen gebracht, aber nicht ohne sofortige Opposition von Seiten der P/J. SbacodoöttKbi 

Eingabe an das Abgeordnetenhaus bezeichnete sie die Berufung jüdischer Vortreter "kraft 

königlichen Vertrauens" als den gangbarsten Weg und lehnte die Schaffung eines P^- 

28) 
sentationskörpers als ersten Schritt zu einer Zwangsorganisation entschieden ab. Der 

Erfolg, die Vereitelung der Bemühungen des VDJ, blieb nicht aus. In Verfassunrsaussch-.ss 

des Abgeordnetenhauses beantwortete der Minister die Anfrage eines Fortschrittlers dahijn, 

dass aus allerhöchstem Vertrauen Vertreter der orthodoxen und liber 

29) 
Juden in gleicher Zahl berufen werden sollen. Die Herrenhausvorlage selbst kan 

infolge der Kriegsereignisse nicht mehr zur Verabschiedung. Das Interesse an ler 

Schaffung einer Dachorganisation der Synagogengemeinden in ^eusssen aber hielt an. 

Ende mrz 1918 veröffentlichte GehR LGR Eugen Loewe, der seit Jahrzehnten den A'os- 

schuss des DIGB angehbrte und auch an der Arbeit des VDJ massgeblich beteiligt sowie 

Mitglied des Vorstands der jüdischen Gemeinde Berlin war, einen Aufsatz "Zur Frage der 

30) 
Gesamtorganisation der Juden Preussens" , in dem er darauf hinwies, dass der rdZ von 



a I e 



a » * •' 



27) IFB Nr.ll vom lh.3.19l3, S.3. 

28) TFB Nr. 10 vom 7.3.1918, S.l. Interessantes neues Material Über die Vorkriagsnericde 
hat Dir. Mar jorie Lamberti in ihrer Untersuchung THB Prussi a n Government ar- i the Jews 
in YB XVII, 1972, S.5 ff. zugänglich gemacht, insbesondere durch Auswertung von \y. 
Deutschen Zentralarchiv in Merseburg befindlichen Akten des Preussischen Innen- und 
Kultusninisteriums. Aus ihnen ergib t^sich, dass die Separatorthodoxie in r.ahlreichen 
Eingaben an die Ministerien und persfSnIichon Vorsprachen bei den rAistÄndiTon Beamten 
die Bestrebungen des DIGB und VDJ bekämpfte und den Staatsbehlirden einen nur zu 
willkommenen Vor^/and gab, die IVtosche von ^^t der preussischen Judenheit zu ignorioron 
oder dilatorisch zu behandeln. Dr. Lamberti kommt zu dem Schluss: " For govemment 
off icials, it wa s conveni ent to be able to o ppo se cormn al reCorms b y making refo - 
rences to the relTgious ob.^e ctions of the orthodox Jews ins tead of admit ting their 
own political rea3ons ."( a.a.O., S.ll). Wir werden sehen, dass dieses Urteil über 

die seltsame Allianz zwischen Minis terialli|iÄokratie imd Separatorthodoxio auch für 
die Zeit nach dem ersten V/eltkrieg zutrifft. 

29) IFB Mr.l6 vom 18. l^. 1918, S.l. 

30) IFB Nr.13 vom 27.3.1918, S.2, und AZJ Nr.l3 vom gleichen Datum, S.152-5U. 



den StaatsbehöWen nicht immer als Vertreter der preu::sischen Judenhoit anerkaimt^ 
kbnne, iind deshalb dio Dringlichkeit der geplanten On^anisalion betonte. Auf die 
Ge/gnerschaf t der FVJ eingehend, erklärte er: 

"Der Behauptung der FVJ, dass sie die religiösen Angelerenheite- der 
preussischen Judenheit vor den Staatsbehörden vertrete", imiss nit aller 
Entschiedenheit in Schrift und Wort , namenolich durch die jüdischen 
Parlamentarier im Abgeordnetenhause, entgegengetreten werden. Die 
religiösen Angelerrenheiten der Juden werden von den alle Pachtun-en 
umfassenden Vereinen, dem V^J, de.a Gemeindebund und dem p^bbinerverband 
vertreten. Eine Vereinigung von vielleicht 2$ 000 Seelen hat nicht 
einmal die Befugnis, namens der weit zahlreicheren konservativ rrencnt^- 
ten Mitglieder der preussischen Gemeinden zu sprechen." 

V.^ dürfe der Pegierung nicht die Handhrbe bieten, "bei Ablehn^ing der i'^r ^.inbe- 

quemen ^;mnsche sich auf die en^^regen-esetzten ^estrebur.gen der Seraratl'^ter: 

zu berufen." L. schläc"^^ drrhVib vor, das Austrittsgesetz von I876 dahir zu er.-.'ei- 
temj "dass auch ganze Gei-iei-den aus der La:.desger.:eindo dor J-^der. i-^a'^ioZirz aus^-- 
treten beroch tigt" sein soller. üa übrige], empfahl er, den Geretzei.Ur^r" ledig- 
lich einen preussischen üer.ioindetaä vorz-dle^on, da ir der v;u::*Ln.Mnj 
ausscrpreusaisch-r Kreise nicht beaUx-fo. Loe-:c»s Artike.l blieb nicl.o G:-::.e s 
Zurückweisung seitens der Separat-Orthodoxie, In einem Leitartrcel des "Isrc 
vom 6. Juni 1918 erklärte Jacob Rosenheim, clor inzwischen als latre^rünier cer ir.i 
Jahre 1512 geschaffenen Veit-Organ isal.ion Aguoac Jisroel ui. bestrittene AutcritÄ-u 
in L^: t^r der extreiricn Ort.hodoxi-f; besassj 

"da::s die »Verabschiedu: g« der ihror gois Ligen Se jbs lÄi^.dlgkelt bewcwto:. 
Orthodoxie von dieser natürlich nicht etwa danV:bai' alis Akt der lolera.:: 

entgercngenomsnen verden wird KeinepfallG. ..LUnr.te uia'. wtirde der 

Staat 'den ausserhalb dor Grga.raGation steher.don ge setz er. treuen Ccjt-.dcn 
das Recht vei'sagei: kbnnen, aic.-i ebenfaris zu eine-n staatlich ancTkrj-.!'': a- 
^^echtsgebilde zusa!Tcnenzuschrie.s3en, sodass kcS cllesem '/egc dio S-'tT.dcx- 
lung sehr rasch zur BilduTig z^^eler jüdischer Konfessionen iii Ppe-^sren 
nach dem Vo^^üd lIj^^^raTiis führen r.i?Un*ito," 

Es war rdcht r5o ßchr diese Ccnn-^rcchLTt, ebonsov/cniß w^.o ardcro kritische .turse- 

^ 31) 

rungeiWori Triton do- Coiy5i::idoorti^.o<^a'd.o u/c dor Zionismen, die eine 'ajorisio- 

runfe rU-^h dio von rlun Lateralen böhorrschten GrOGSgemeindon fürchteten, als 






||-e;Y,«,-s"» T 4-11 



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11- 



31) Vgl. die Artikel von I.'ori!/.'. A.Loob in IFB Nr. 17 vom 2^Mi.l9lB, S. 1/2^ und 
von dem da-ials noch in Poson ■ : **r rügen Rechtsanwalt Dr.Kax Kollonnchor, dor 
spÄter eine führende Rolle ii. der Pcrliner zionistsischen Gemeindcarbeit 
e'.nr.alm, in der "Jüdischen ITesse" Nr. ]6 vom I8J4.I9IÖ, 3. lU3Ah. 



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vielTTiehr die turbulente politische Entwicklunr^ der na^chsten Monate, die eine 
IJeiterverfolgung des vom DTGB und VDJ ins An^e gefassten Projekts aufhielt. Eine 
genischte Kommission, die zu ihrer ersten Sitzung auf den l^.Dezember 1918 ein- 
berufen war, wurde auf unbestimmte Zeit vertaf^t. 

IIT. Das Anwachsen der zionlst^ischen Bewegung nach dem ersten Weltkrieg. 
Derjiieg der Alliierten* die November-Revolution in Deutschland; das in Durch- 
führung der Balfour-Deklaration geschaffene englische Palästina-Mandat und der 
damit zusa^ nenhän^ende Aufschwung der zionistsischen bezw. national jüdischen Bewe- 
gung in der Welt; die von der »veimarer Nationalversammlung verabschiedete neue 
Reichsverfassung und ihre Bestimmungen u^ber die Religionsgesellschaften; und 
schliesslich die katastrophalen wirtschaftlichen Folgen der deutschen Inflation 
^Änderten den organisatorischen Aufbau des deutschen Judentums von Grund auf. 

Der politische Umschwung in Deutschland hatte zwiÄchst nur geringen unmittelbaren 
^,influss auf die jüdischen Geminden und Organisationen, abgesehen von dem bald 
nach der Revolution ergangenen Erlas s der Volksbeauftragten, dass künftig alle 
Öffentlichen Wahlen nach den Grundsätzen des Proportionalwahlrechts durchzuführen 
seien. Obgleich die Anwendbarkeit dieses EjJ.asses auf kirchliche Wahlen zweifel- 
haft war, empfahl der DIGB den Gemeinden mit mindestens 50 Wahlberechtigten, das 
Verh&ltniswahlrecht einzuführen, das aujch kleineren Minderheitsgruppen eine ange- 
messene Vertretung in dey RepVers sicherte. 

Von wesentlich grösserer, ja entscheidender Pedeutung für die neue Epoche, die im 
jüdisc-hen Gemeinde- ur.d Organisation sieben in Deutschland nach dem ersten v;eltkrieg 
bega>:n, wa- die Balfour-Deklaration vom 2. November 1917 und ihre Folgen für das 
Anse?ien und den E^nfluss der zionistischen Bewegung in der Welt und für die realen 
Kläglichkeiten einer Verwirklichung der zionistischen Idee. Ijj den ersten Wochen 
nach der Revolution forderten in zahlreichen Massenversammlungen nichj nur die 



5?lT'itt . Nr. 90 vom Jtai 1919, S. 3-6. 




Ftthrer der zionistischen Bewegung; in Deutschland (Hantke, Klee, Bliimenfeld, Licht- 
heim, Julius Berr^er) zur Umwandlung der jMischen Gemeinden in wahre "Volkscemeinren" , 
zur Schaffung eines jMischen "Na tionala^s Schusses" und zur Solidaritätserklffunc 
der deutschen Judenheit mit den zionistischen Forderuncen auf, sondern auch aus den 

Reihen äkx ihrer ehemaligen Gegner kamen Aeusserungen wenn nicht offener Zustimmung 

33) 
so doch mindestens rein defensiven Charakters. Wie sehr sich die Fterung der 

grossen Organisationen von dieser Propaganda bedroht f^ihlte, lÄsst die fol.^ende,um 

3U) 
die gleiche Zeit veröffentlichte Erklärung erkennen: 

"Die unterzeichneten Verbände, welche die überwiegende Mehrheit der Deutschen 
jüdischen Glaubens in sich vereinigen, erkl&ren im Gegensatz zu dem Stand:-unkt 
der einen Bruchteil \mserer Glaubensgenossen vertretenden Zionisten, dass v/ir 
ims als unablbslichen Bestandteil des deutschen Volkes fühlen, dass wir eine 
Glaubensgemeinschaft, nicht aber ein jüdisches Volk in Deutschland sind und 
jeder nationalen Absonderung widerstreben." 

Verband der Deutschen Juden Deutsch-Israelitischer GemeLndebund 
Geheimer Justizrat Cassel Professor Dr.Xalischer 

Gentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens 
Geheimer Justizrat Dr. Eugen Fuchs 

Der Nachtkampf zwischen Liberalen und Zionisten um die jüdische 'Gemeinschaft in 

Deutschland hatte begonnen. Die Zionisten, die vor dem Kriege kaum 10^ der Juden 

zu ihren Anhftngem gezfthlt und die Führerposition der Liberalen in den "remeinden 

und allen zentralen Organisationen in keiner Weise bedroht hatten , v;aren - gleichsam 

35) 
"über Nacht" - zu einem ernsten T^achtfaktor geworden. Toury erwfthnt sogar, dass 

manche Vorstandsmitglieder des CV im Januar l^^l" befürchteten, dass bei freien '.Zahlen 
zu einem Jüdischen Kongress die Mehrheit der V/ähler ihre Stirnen naldonaljüdischen 
Kandidaten geben vA\rde. 

Dieser Umschwung war nicht nur eine Folge der Balfour Erklärung und der daran an- 
schliessenden Verhandl\ingen über das Palatinamandat. Ein weiterer Faktor, der den 



S.2-3w 

33) Vergl. IFB Nr.UB vom 20.31.l9l8, /TnsTJesondere die Reden von Urias und den F^!Lhr(3rn 
der nicht-zionistischen, deutsch -jüdischen Jugendbewegung, Dr.Alfred Apfel und 
Dr.Cora Berliner. Siehe auch Dr. Herbert Strauss, The Jugendv erbai d, in TB VT, 1961, 

S. 218/19. 

3U) IFB Nr.W vom 28.11.1918, S.2. 
35) a.a.O., S.86. 



zionist^ischen Sektor be.n:ünstigte, war der während des Krieges und unrnittelbar nach 
dein Krieg erfolgte Zuzug aus dem Osten. Jüdische Zwangsarbeitcr imd Flüchtlinge aus 
po5.en und deutsche Juden aus den an P^len abgetretenen Gebieten (Posen und V/est- 
preussen) Änderten den sozialen, religiösen und politischen Charakter vieler Gemeinden. 
Die neu flin zugezogenen waren zum erheblichen Teil aktive Zionisten und standen in ihrer 
üben-n.en:enden ^Vnrheit den jüdisch-nationalen Forderungen dc'r Zionisten poiitiv gegenüber. 



An 20. Juni 1920 fanden die ersten, auf dem Verh&ltniswalilrecht basierten Wahlen zur 
Rep Vers der Berliner Jüdischen Gemeinde, in der 12 von insgesamt 21 Repräsentanten 
neu zu viühlen waren, statt. Der Wahlkampf, dessen Heftigkeit für jüdir.che Ge-.einde- 
walilen eine Neuigkeit darstellte, wurde unter der Parole "Religionsgemeinde oder 
Vollisgemeinde" geführt. Den Liberalen war es gelungen, die nicht- zionistischen konser- 
vativen Gemeindekreise unter der Führung von H.A J.oeb (1862 - 19351), dem Vorsitzenden 
des ^cr]aner "Vereins zur E|shaltung des überlieferten Judentums" , durch weitgehende 
?r@nzcssionen zu einem Wahlbündnis zu bewegen, während die zionistische Jüdische Volks- 
partei {iT^V) mit Vertretern ostjüdischer (meist orthodoxer) Synagogen- und Gerieinde- 

vereine verbunden w^. Bei einer für jüdische Gemeindewahlen relativ hohen Wahl- 

36) 
beteiligung von 31% erhielten: 



Vereinigte liberal- konservative Liste 
Jüdische Volkspartei und Ost Juden 
Poal;^ Zion 
Unnarteiische 



8 666 Stirnen 
h 5l6 " 

939 " 

29U " 



37) 



y 



Die Ziordsten und die ihnen nahestehenden Grippen hatten also fast l;^ der aktiven 

;;ählorschaft für sich gewonnen. Die von Dr. Oskar Cohn, dem unft^ hHngAc - ffO B i a la e m &^ 

* krfetischeft- geführten Poale Zion (PZ) hatten wenigstens den Posten eines stellver- 

36) Allei-dings waren die vmhlerlist^n offerBichtlich unvollstÄndig und fehlerhaft und 
vdesen nur rd. liO.OOO Wahlberechtigte auf, während in spÄteron Jahren - wesentlich 
auch durch Einführung des Frauenwahlrechts -diese Zahl auf das Dreifache anwuchs. 



l^ii 



ri) AZJ nr.26 vom 2^.6.1920; IFB Nr.26 vom 2I4.6.I92O; JR Nr.l43 vom 2.7.1920. ^ 

38) RA Dr.Oskar Cohn (1869-1930 war von 1912-1918 sozialistischer Rei chsta,n:sabgeordneKv 
und nach der Revolution Al^eordnetor der Nationalvorsammlung und des Preussischen 
Landtags. Nach dessen Auflösung Ende 192U Hess er sich jedoch nicht wieder auf- 
stellen, sondern widmete seine ganze DjJTahrung und Energie den Interessen der jüdischen 
Arbeiterschaft in Deutschland. Kr trat in das Prisidium des ArCeiterfürsorgoamtes , . ^ 
ein und wurde 1923 bei dem Berliner Wahlkonpromiss im Einvernehmen mit der JVP V^-^^ j!^ 






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^rde md di. letharele dor vcrwnconen ,I»lir/.el»,te .W«st«. 

.!„ l„t,«s=»tes =.«inicht ..T don du.ch d.s Berliner W.hl.r.ebPAs »eiiTeUos ve.- 
„Mrften 0,.»==^ »i-h» .,..,al» -d Zioni.t.n gl.t di= V,»di™e »^ de. ,«3a>.^- 
„*„e des CV » der P»,,. der „„ters«U». de= P.X^tl^aa^a.e. I. der V,■a^.voc■„e, 



.!,„ ,aue a»i 1920, ,er,«,„.«c.t. der vor,U„d de, CV die rollende Erkl«™..: 



Uo) 



«Die Jütischen Vereinbaz^nnen J" ^an Remo Über Palftgina^h^^^ der^^^^^^^^ 

Stelluns der ^beruiegenden ^'gf^,^J^,f,f jSsMrgerlich, kulturell vmd 
Vaterland nichts eeUnder.. Sxe fWiien sicn ^ ^g^^gcher. Volkes. 
national wie bisher als r^. 1 i e ^ ^/ ^ „"^^ Menschenpflicht an allen 
Diese Tatsache hindert uns nicht, ^^^J^J^"" ^^ normle. nenschcnTÄrdif^e 
Bestrebungen mitzuarboiten, die f ^«"f^^^^^.^Jf * ^°S53tina für alle dieje- 
Daseinsbedingungen allerorten ^A^Jf °^<^Srei „erenCSgen Verh&ltrJ sson 
nigen Glaubensgenossen zu schafien, die in ihren gegei 

nicht leben kftnnen." 



39) 



38)(.orts.>wiederu. stellvertretender fXZZZ"'^eZl'''''Äfl'^:'^^^eZ '''^ 
vmrde er im Wahlkreis ^'«'^l^"/™ Y^^^f^^^^^rstf ^toprität mit Herzenswftn.o 

-ÄLft^vrrbSr^ieh: SiS^^^^p^-5--^^ 

Br.Alfred Klee a875-19U3) war einer der "-^/,-J-;;'^?S;S"Vnt^^^^^ 
?S Deutschland (er >^alf ^lerzl bei der Ausarbemng de.^c^^^ ^^^^^^ ,^^^^^^ 



IS Deutschland (er half Herzl bei aor ^^^^«^"^i;""' "sprechen hatte, betrachtete 
"Die Eroberung der "«^^^^^^^^^''l^'li^^''!! :^Tls ZmoT^t von Dr.Arto.r 
er als seine besondere Aufgabe. 1920 "«^«^.- ^L vereiripurr ft.*r Deutsch- 
nLitke (187U-1955:^- Vorsitzender der Zi«"^/^^^'^^;^ '19 J! nieder, da er "in 
land (ZVfD), legte dieses Amt aber bereits im J'^^ 1^21 nie ^^^^^^.^^,^^^^.^,,,^ 

erster Zionist dem Voxva ^^f =^f ^;^?^/^^/;;,?rsind S Bew&hrv.ng JL^ 
Familie t-rischos Seh c.sal 1 ^^^^^^^ nachg^ipÄTHfJ^o 

'bSi S^n's hln''d n ntral ionLt Archive, in Jerusalon (CZA). 



UO) 



AZJ Nr. 26 vom 2!;.6.3920, S. 290, und IFB Nr. 26 von 2U.6.1920, S.3. 



2^y 



A.cr scho. a. 2U.0Hober des ..eichen Jahres fasste der C; an.^^sslich der OrUr.don, ^^^ 

des -.eren Hajessod und eines "Hilfs.o.itee f.r Palästina" den feinenden .cschlvss: 

..ES He,t nir den CV .ein 'Vnla.s vor Oeldsaj^a^een f^r^-//,i^SJ-- 

fondszu fördern Es erscheint nicht zwecKmassxg, in ux r 

konrdssion einzutreten." I^gx 

Koch sch&rfer erkl&rte er in einer Resolution vom lO.April 1921: 

Die Besiedlung von Palftstina ist aber in erster Linie das ^iel der 
;;ü;SL;rSdSon Poütik, ihre F»rden>ng und Unterstützung daher 

abzulehnen." 
Diese .eschlüose hinderten allerdings ftlhrende t ersbnli chkeiten des CV, Vie 
Rabbiner Dr. T,eo Baeck, nicht, öffentlich den Keren H.jessod zu unterstützen ur.d das 
ervmhnte ..nicht-zionistische" Hilfskondtee ins Leben zii rufen/ 

schliesslich führte die Balf our-Deklaration und die aus ihr sich ergebende 'olge, 

dass die Friedenskonferenz sich nit der Judenfrage auf einer internationalen Ebene 

zu befassen hatte, auf einem ganz anderen Gebiet zu einem interessanten Ergebnis: 

Der Orientalist Prof. Dr. Koritz Sobomheim wurde im Dezember 1918 in das Au.w»,rti.e 

Amt als Sachbearbeiter für jüdische ^nrtelegenheiten berufen und spÄter zum 
Lägationsrat befttrdert.U3) 



Palestine Comntoe" , das 1920 nicht bestand. 

U2) Ibid., S. 73 

ION o 1. w,v,»-im (^°.^7.\^^X\ vrar wfthrend ^.qs Krieges in den von den grossen jüdischen 
^'^ ??aris:tToien'gescälfrnL""-<omitee für den Osten.- führend t.Ug -\- f^^ 

^ ^rr. T-r Toc^7 c il.i u 1 c^l * Xhxä Rabb . Dt. Mexandor Carlebach, 
fi^i.^. foefEaftf ln^x?^:-i96i,1^6! 89, 93, 10.; -sa Szajko.ski, 
Thn Rtrui^rte f er Yiddish during World War I , in YB IX, 1?6U, S.13p. Da-. LBI 
in Jerusalem bes itzt ein Sobemheim Archiv, das reichhaltiges Material über 
seine Tätigkeit im Auswärtigen AmL enth&lt. 



iJ3 



i 



Trennunp; von Staat una k ' rt.nc ij-^-n j 

nn^Lttelbar nach der .ove.ber..evolution be.taad allse.ain die Bef.rcht.nc, das. In 
Durchsetzung des Erfurter Progra^s der Sozialdemokratie die neue Regieran, eine 
radikale Trennung von Staat und Kirche herbeifuhren wUrde. De^'Rat der Vol.sboauf- 
tragten" ,der in den ersten Monaten der Republik die Regierungsgewalt im Roich_und^ 
in P^eussen ausübte, hatte fUr KultuX- .md Unterrichtsfragen den U.PD Landtacsabne- 
ordneten Adolph Hoffmann (13^8-1930) und den der SH) angeh.rigen Konrad Haenisch 
(9L876-1925) gemeinsam eingesetzt. Obwohl Hoffmann^ wegen seiner 1391 erschienenen 
A Flugschrift "Die zehn Gebote und die/hergchLd^ Klasse" allgemein der "Zehn-aebot.o 
^ Hoffmann" genannt^ als besonders extrem galt, zeigte er in der kv.rzen Zeit seiner 
rdnisteriellen Tätigkeit mehr Verständnis für die besonderen jüdischen Belanre al. 
seine ITachfolger. Er setzte in ^reussen eine Ninisterialkot^ssion zur -'orbereit-xng 

-^,.+ „nH Kirche ein. der f^i/hrende Vertreter der Kirchen angehftr'.on, 
der "'rennung von 3i.aat und Kircne em, ui,i x j» n 

nnd in die er als -achmann für fragen des Judentums den juristischen Beirat dor 
Berliner Jüdischen Gemeinde Dr. Tsmar Freund berief. Hoffmann kannte Freund nie. t 
persönlich, hatte aber anlässlich einer Rede im preussischen Abgeordnetenhaus im 
Jahre 1913 Freund' s damals gerade herausgokomene Geschichte der Emanzipation der 



' ! ^ 



),Ji^ lir Tsmar Freund (1876-1956), Sohn des Kaufmanns Isidor Fre-ond und seiner Ehefrau 
^^ CääS geb Shmann, studÜrte an der Universität Breslau ';-JJ-']:-;-f,J;J,3 
\J Tr^TVe,x^T-+c,nhAft oleichzeitir besuchte er das dortige jMisch-.heoioci^^cnQ 
S^lar ^8^9 le"; er die erste" juristische Staatsprüfung ab -^ P----^.; 
=m i^nkl 1900 z;i Dr.iur. mit einer Dissertation über "Die Regentscha t naci 
'l?^L™^taat^recht" 1903 in erw^eiterter Form verftff entlieht). Danacn 
Srt^"er:ici^:?d:?LS2tät dem'studium der Philosophie und setzte se.ne 
theologischen Studien fort, die aber erst, nachdem er 1902 in ^en Di.-n.t der 
TttdiiShen Gemeinde Berlin berufen worden war, ihren Abschluss mt der w oon- 
s^SrtS^hftreo^ogischen und Rabbinatspx^uög fanden^Da^^ 
dieser Arbeit ist, braucht hier auf seine weitere Laufbahn ^"^^^^^^_'^-':-" 
schaftlichen Arbeiten nicht eingegangen zu werden.- Er ^^"^«[^^„^J^J^J^^^i.donen 
Palästina (Jerusalem) aus, wo er ^^^^ ^^ ^^f -=-,3f 5;^Tef erS^InlS^f e?nS 
ef^s^n^tef rtaSriTrSru ::^rnk;n."1; ^L^b^fzVor Vollendung seine. 
80. Lebensjahres am 21.-ebniar 1956. 



f 



Damit wurde F. der einzige Volljurist in ü«"^^°^^«"<i'/°^„"Ä'^5lf ' 
rabbinische Qualifikation besass. Siehe auch AZJ Nr.7 vom ^-^.^g.', 



l 



iy 



l 



^^ 



Juden in Preussen studiert und erinnerte sich jetzt an ihn als Autoriti a^oT dem 
Gebiet des Staatskirchonrechts und der j\!idischen Rechtsgeschichte in Deutschland. 
Freiind selbst schreibt über die Beratung^en dieser Kommission: 



;5^) 



<• o 



"Entgegen der in der Oeffentlichkeit verbreiteten Darstellung war von irgend 
welchem Radikalismus, wie er insbesondere dem vielgeschmähten Kultu?;minister 
Adolf Hoffmann unterstellt worden ist, tatSahlich keine Rede. Im Gegenteil 

hatte gerade Hoff mann durchaus den Wunsch, dass es eine friedliche ..- 

Lbsung der Beziehungen werden sollte. Selbst die Staatsbeiträge sollten nicht 
auf einmal eingestellt, sondern langsam abgebaut werden. Inbezug auf die 
Belassung der Korporationsrechte und des Steuerrechts der Religionsgonell- 
schaften^atte man sich nicht auf einen bestimmten Standpunkt festgelegt. Aber 
es war auf ein weitgehendes Entgegenkommen auch in diesen Fragen zu rechnen. "U^) 

Die Kommission setzte jedoch ihre Arbeiten /(infolge der politischen Entwickl^mg nj-cht 

fort. Ende Dezember 1918 schied die ÜSPD und damit auch Hoffmann aus der "^.e gierung 

aus. Die im Januar 191? stattfindenden Wahlen zu der Verfassunggebenden National- 

w/^ Versammlung, die in V/eimar tagte, führten zur Bildung der sogeneinnten "V/eimarer 

^'' Koalition" von SPD, DDP und dem katholischen Zentrum, in der der Einflu-'s des Zentrums 



y 



,^ehr bald die Vertagung der Pläne für eine Trennung von Staat und Kirche bewirkte. 

Hoffmann« s Ausscheiden vereitelte auch die Durchführung eines bisher weithin unbekann 
gebliebenen Planes, der die Beziehungen zwischen dem Kultusminister!. m (KII) und der 
preussischen Judenheit von Grund auf hätte ändern können.- Im Verlauf persönlicher 
Besprechungen mit Hoffmann, die noch vor dem ersten Zusammentritt der Kommission 
stattfanden, hatte Freund ausgefülirt, dass "es nicht genügen kbnne, wenn in dem vor- 
liegenden besonderen Falle für die Fragen des jüdischen Kultus und Unterrichts eine 
fachliche Vertretung geschaffen würdr-e, dass eine solche vielmehr als ständige 



U5) T?reund war neben seiner hauptamtlichen Tätigkeit bei der Gemeinde seit 1?05 
Dozent für diese beiden Fächer an der Hochschule für die V/issenschaft des 
Judentums, dem Berliner "liberalen" Rabbiner semi.nar.- Sein zweibändiges V/erk 
Die Emanzipation der Juden in Preu s sen unte r besonderer Berücksichtigung des 

Gesetzes vom Jl.März 1B12 , P.erlin 1912, v/ar aus Anlass des 100. Jubiläums des 
Emanzipationsedikts vom CV unter Beteiligung des DIGB, VDJ und anderer Organi- 
sationen veröffentlicht worden. 

1^6) Die Bedeutung der Trennung von Staat un d Kirche für das Judentum , Sonderabdruck 
aus dem Bericht der Orossloge für Deutschland VIII, Unabhängiger Orden Pne Briss 
(U0B3), Nr«3A, T^rz 1919. Ein kürzerer I eitartikel unter dem gleichen Titel 
war bereits am 2lj. Januar 1919 in AZJ Nr.U erschienen. 



V- 



hl) 



Einrichtung eine dringliche vnd unerlÄssliche Notwendif^keit sei".' Zw -e-rün^hm.- 
unterbreitete er dem Ministerium im nezember 19lB eine ausn^hrliche Denkschrift, in 
der er auf die Kompliziertheit der RechtsgrundlaF^en für die j\!idi.sche Relifionsne- 
meinschaft in Preussen, insbesondere auch hinsichtlich des -.chulwesens, hin-^es und 
die Notwendigkeit der Schaffung eines nebenamtlichen Fachreferats ^jüdirxhe Anre- 
legenheiton nÄher darlegte. Die Denkschrift empfahl femer, die bisher zur ZustAnili.- 
keit des Innenministeriums gehbrigen "Judensachen", der veränderten politischen La-(3 
entsprechend, gleichfalls an das K!-I abzugeben. Auf Grund dief^er Denksenn ft 
händigte Hoffmann am 31.Dezember 1918 - ur.mittelbar vor seinem Rücktritt - das fol-orde 
Bestallungsschreiben an Freund aus (Faksimile S. ): 

"TTnter ^ezupnahme auf die gepflogenen Vorverhandlungen bestellt das !^'inisterrin 
für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung [Dies war der neue Marne des K!!. 1 Sie 
hierdurch nebenamtlich zum wissenschaftlicTien Beirat und Fachreferenten "für die 
Angelegenheiten der jüdischen Religionsgemeinschaft zur Frage der Trennung von 
Kirche und Staat. Die näheren Bestimmungen über Ihre Stellung und Amts Oblie- 
genheiten bleiben weiterer Vereinbarung vorbehalten." 

Am 2. Januar 1919 übersandte Freund seine Denkschrift und eine Abschrift dec; Bestallungs- 
schreibens an den ünterstaatssekretÄr des K^! Dr.Paege und fügte hinzu: 

"Herr Hoffmann lÄsst Sie bitten, die Zeichnung des Herrn Haenisch einzuholen 

und ihm das Schreiben dann noch einmal zur Zeichnung vorzulegen. Vv'egen der 

vorbehaltenen Instruction werde ich mir gestatten, mich mit "^hnen demr.ttchst 
ins Vernehmen zu setzen." 

Es folgte ein Brief Baege' s an Freund vom 29.Januar, dem offenbar eine persönliche 
Aussprc^che vorangegangen war. Mach Bezugnahme auf eine Berliner Schulangele^enheit 

heisst es darin: 

"Die zweite Ihrem werten Schreiben beigefügte Anlage werde ich verabredeterweise 
weitergeben. Wann sprechen wir uns wieder einmal? Haben Sie schon mit Hoff- 
mann über die Dinge geredet? Mit besten Grüssen " 

Diese Zeilen deuten bereits an, dass Haenisch nach dem Ausscheiden von Hoffmann die 
Bestallung nicht gegengezeichnet hatte. Dass er dar^Sber hinaus die ganze Berufung 



U7) Die Materialien für die folgende Darstellung befinden sich im Freund-Archiv (F\), 
einer noch der Auswertung harrenden, ausserordentlich umfangreichen Sanrlung von 
Urkunden zur Geschichte der Juden in Deutschland aus den letzten zwei Jahrhunderten 
und von persönlichen Papieren und Aufzeichnungen, die ^r.Ismar Freund den Central 
Archives for the History of the Jew i sh People in Jerusalem (CAJ) vermacht Ha^.; ^ 

A| /.,/>-> y) wesentlich in der T'appe IX T/3B, mit F.rgÄnzungen in XIX Me/17, Mc/31 (T.ilienthal) , ' 

/le/Ji-t^-wxy^ Me/32d (Hoffmann^ XXITI P/ß und v/2^. 

1|8) Zur Kompetenz des m gehörten der Kultus und das Hntorrichtswesen der Juden, danerrcn 
war das Innenministerium in allen Fragen zuständig, die die Verfassung der Synaf:o- 
gen^:emeinden betrafen - ein Heborbleibsel aus der Zeit, in der "Judensachen" ledig- 



7 



'(B 



/f-C»' 



als verfrüht, wenn nicht «iberhaupt als Ubcrfll^ssig ansah und dies in einem Schreiben 
an Freund vom S.Februar zum Ausdruck brachte, lÄsst sich nur indirekt aus der spfttoren 
Korrespondenz erschliessen. Ilaenisch' s nrief ist anscheinend verloren ^er^an-en. ^r 
war aber offenbar so negativ, dass Freund einige Zeit in der Sache nichts unteniah-. 
Er wandte sich dann 2n)nÄchst an das Preussische Ministerium des Innern, an das k^arz 



19) 



/■ 



zuvor der f^donis tische, der SPD angehbrige Assessor Dr.Hermann Badt''^^ bereifen wordon 

[ r> , ' — ^- klftren 

war. um die Frage der Behandlung: Jftdischer Angelegenheiten zu lOuaiX. In 3esprechun-en ^ 

mit Badt, dem Innenminister Heine und dem Unters taatssekretftr Oscar T'eyer glaubto 

er genügend Unterstützung f\!ir die in seiner Denkschrift vorgeschlagene Uebertrarun?: 



51) 



um er- 



der Juden-Kompetenzen des Innenministeriums auf das KTI erhalten zu haben 
neut an das Letztere herantreten tm dUrfen. Zu diesen Zweck wandte sich Freund an 
den langjährigen Parlamentarier \ind Vorsitzenden der DDP in der Preussischen Landes- 
versammlung Prcf.Dr.Robert Friedberg (1851-1920), einem getauften Juden, der im 
letzten Kriegskabinett des Prinzen Max von Baden geschäf tsfUhrender preussischer 
Ministerpräsident gewesen war." ' Friedberg brachte Freund mi.t dem Leiter der geist- 
lichen Abteilung des KM, MiriDir Oerlach, zusagen, mit den Freund, in seinen eigenen 
Worten, "in der Folge wiederholt und eingehend die Angelegenheit erörterte". V/ahr- 
scheinlich hat Gerlach ihm nahegelegt, eine förmliche Eingabe auf PestÄtigung seiner 




U9) Dr.Hermann Badt (1887-19U6) rückte bald zum Ref^ierungsrat, Ministerialrat und 1^26 
zum ^'inisterialdirektor und BevollmÄchtigten/Preussens im Reichsrat auf. Von 
1922-26 v/ar er SPD-Abgeordneter imM,andtag. Wir werden ihm wiederholt, u.a. auf 
den Verbandstagen des PI V als Mitglied der zionistischen Fraktion, begegnen. Siehe 
auch EJ, Bd.ü, Spalte 76/?? und The Diaries of Ernst Feder in YB XIII, 1968, S.22?, 
227/8, 230 über seine Rolle wÄhren^des Staatsstreiches von Fapcn's. Er erkrankte 
bald nach seiner Auswanderung nach Palatina zu Beginn des Jahres 1933« 

50) Oscar Meyer (I876-I96I), ein getaufter Judo, war von 190U bis 1933 Syndikiis der 
Berliner Handelskammer. Von 1915-1921 war er Abgeordneter des Preussischen Land- 
tags bezw. der Landesver Sammlung, von 192U-1930 Reichstagsabgeordneter (DDP und 
später StaatsparteiO). Als parlamentarischer Unters taatssekretÄr im Preursischon 
Innenministerium fungierte er von 1919-1921. Seine Lebenserinnerungen hat er 
I9I4I; in New York unter dem Titel Von Bismarck zu Hitler vertiff entlicht. 

51) Tatsächlich wrde kurz darauf d -as KM auch für diese "Judensachen" als federführend 
bestimmt. 

52) Friedberg» s politische Roll'- ist in Dr.Krnost Hamburger, Judon_ im öffontlichon 
Leben Deutschlands I8U8-I9I8, Tübingen 1963, S.112 und 350- 5ii aüaTüFrlich" behandelt, 



Vi^-^ 



Bestallnnf: an Haenisch zu richten. Freund bat dies am 19.Mai 1919 in einen f^fsoi^icen 
Brief, in dem er nach eini.^en fomalen Pemerkuncen erneut die llctvjendlrrkelt Aar eines 
nebenamtlichen Fachrcferats im -.inne seiner Denkschrift be-rflndete und auf seine b..- 
sonderen Qualifikationen - einziger jüdischer Theologe mit voller juristischer Aus- 
bildung und Erfahrung, Dozent fto das Staatsldrchen recht der Juden in Preussen, Gchul- 
und ünterrichtsreferent der grössten jVidischen Gemeinde in Deutschland, wissenscha:^^ 
liehe Veröffentlichungen - hinwies, auf iGrund deren er geglaubt habe, die -oruT^ing 
durch Iloffmann annehmen zu sollen. Er fährt dann fort: 

"So la^-en die Dinge für mich bis zum Empfang ihres gefl. Schreibens, l'achden ich 
demselben entnomi^en, dass die Angelegenheit fl\r das -^ noch in keiner ..'eire 
spruchreif, ja dass sie von den Abteilungen noch gamicht durchgearbeitet -jar, 
sah ich mich' einer neuen Sachlage gegenüber. Tn einer Zeit, in der die vrichti-- 
sten und dringlichsten Staatsangelegenheiten ihrer Erledigung harrten, schien os 
mir nicht an^rebracht, Sonderfragen zui* Erörterung zu stellen. Sobald die Ver- 
hältnisse sich jedoch consolidiert hatten, habe ich dem gleichfalls beteiligten 
Ministerium des' Innern, das scheinbar auch noch nicht gefragt worden war, die 
Angelegenheit unterbreitet. Wie mir von dort mitgeteilt worden ist, teilt das 
Ministerium grundsätzlich die von mir in der Denkschrift vertretene Auffassung 
von der Notwendigkeit einer Aendcrmg der Ressortverhältnisse und beabsichtigt, 
sich in diesem Sinne dem KM gegenüber zu erklären. 

Bei dieser Sachlage scheint mir der Zeitpunkt gekommen, Ihnen, Herr rinister, 
die Bitte zu unterbreiten, der Angelegenheit Ihre Aufmerksamkeit zuzuwenden, 
sie freundlichst von den zuständigen Stellen im Ministerium prüfen zu lassen und 
demnächst selbst zu ihr Stellung zu nehmen," 

Er schliesst seinen Brief in Erwartung einer Gelegenheit "zu persönlichem Vortrag". 



Freund, der später ein besserer Kenner der Taktiken der Minis terialbürokratie v;ar 
/ ^ 'als irr^endein jüdischer Verhandler vor oder nach ihm, hatte in diesem frühon Stadium 
seiner Berührung mit dem m keine Ahnung, welches Doppelspiel die führenden Beamten 
der geistlichen Abteilung mit ihm trieben. Er hat dies auch nie erfahren, da diese 
Information erst kürzlich zugänglich gemacht worden ist.- Es ist kaum vervainderlich, 

dass die für Kirchenangelegenheiten zuständigen Sachbearbeiter des ^Ministeriums, an 

53) 
ihrer Spitze MinDir Gerlach und der Geheime Oberregierangsrat Paul , von der Idee, 



■*r 



53) Gehn Paul war mit kurzen Unterbrechungen für die jüdischen Angelegenheiten im 
KT-i zuständig; in der Hauptsache nber war er der Referent für Kirchensteuern. In 
beiden Eigenschaften hatte Freund beinahe ein Jahrzehnt ständig mit ihm zu ver- 
handeln. Ihr erstes persönliches 7. usa^nmen treffen fand jedoch erst im /ebruar 
1921 statt; 1919 hatte F. offenbar nur mj.t Gerlach und dem Untern taats severe tär 
Prof .DraTroeltsch Fühlung, Obgleich Paul rechtsstehend und , nach eigener Er- 
klärung, ein "Antisemit" war, zeigte er den jüdischen Forderungen gegenüber^ 
zunächst wohlwollende Objektivität. Diese Einstellung änderte sich JQdoch i" '^-^üj^^f 
Masse, in dem sich das politische Schwergewicht in Deutschland nach rechts vorl'i:.er. 



r* i.df'J^'Jfrt:! 



IJ«1"_J, 



ein eip:enes Fachreferat für .iüdische /Vn Gelegenheiten - selbst nebenamtlich - einzu- 
richten, alles andere als begeistert waren. Nachdem Haenisch - offenbar aus t^errßr 
' \!iber lloffmann's eigenmÄchtises Vorgehen - im Februar die Ge?^enzeichnunf^ für die 
( Freund» sehe Bestallunc abgelehnt hatte, hofften sie, dass die Sache damit erledi,-o 
war. Als es jedoch Freund gelang, das Innenministerium fl*ir seinen ?]an zu inter- 
essieren und mit Hilfe verschiedener einflussreicher demokratiscrier Abgeor±na -.er 



! i. 

Im» 



erneut an das KM heranzutreten, schritten sie zur Gegenaktion, und zv;ar mit der sei 

fast zwei Jahrzehnten bewfthrten Methode ihrer Abteilung: der Ausnutzung der Separat- 

Orthodoxie für die von ihnen erstrebte Obstruktion unerwtoschter ReformplÄno (ver-^l. 

Berliner^ 
^ussnote 28). Zu diesem Zweck lud GehR Paul den ihm bekanntem Vertreter der ^/J xr 

9i) 
Xkzüx , Rabb. Dr.Fsra Kunk , am 9/'ai 1919 - also zehn Tage vor Freundes Eingabe - 

zu einer Besprechung ein, an der auch MinDir Gerlach teilnahm. Zu Beginn und am 

Ende der Unterhaltung wurde diese von den Regienmgsvertretem für "streng vertraulich" 

erklärt. Nach dieser Einleitung wurde Munk gebeten, zu einer Anregung Stellvjig zu 

nehmen, die dem "•■inlsterium unterbreitet worden sei. p]s handele sich a) um ebertra^'^ui'^ 



Sh) Rabb. Dr.Esra Munk (1867-19UO), ein i:effe und Schüler von Esriel Hildesheimer, 
worde als dessen llachfolger im Jahre 1900 an die Separatgemeinde Adass .Usroel 
in Berliö Berufen. Obgleich ein strenger Anhänger d-^s Austrittsgedankens - in 
Königsberg, wo er von 1897-1900 wirkte, hatte er seine orlhodoxe SynagO:;onvere: Til- 
gung zur Trennung von der Hauptgemeinde veranlasst (ein Schritt, der nach seinen 
Weggang wieder rl\ckgÄngig gemacht wurde) - vrar er persönlich ein ausserordentlich 
liebenswürdiger und konzilianter Mann, eine Eigenschaft, die ihm in seinen Bezie- 
hungenjsowohl zu den Staatsbehörden als auch zu Vertretern der Einheitsgemeinden 
besonders zugute kam. Innerhalb der Separatorthodoxie neigte er - ebenso wie 
Hildesheimer - mehr zu dem Halbers tÄdtor FlVigel als zu den extremen Frankfurter 
Kreisen. Kr wurde Vorsitzender des 1897 von Hildesheimer gegründeten Traditionell- 
Gesetzes treuen Rabbinerverbandes, der im Gegensatz zu dem von Salomon Breuor-Frank- 
furt/M geleiteten Verband der orthodoxen Rabbiner Deutschlands auch iiaboinor auf- 
nahm, die gleichzeitig dem Allgemeinen Rabbinerverband in Beutschland an-^hörter. 
Ebenso arbeitete er in dem von ihm geleiteten Büro für SchJlchtangelegenhtUten mit 
Vertretern der Einheitsgemeinden zusammen. Seit 1909 war er der Berliner Vertrauens' 
mann und Vertreter der FVJ gegenüber den Staatsbehörden und wurde in der Folge 
qfuasi der "Aussenministor" der Separatorthodoxie. Seine grundsätzliche Stellung 
zur Frage der Gemeindeorganisation legte er in seiner Schrift Dio Entwicklung der 
VerhHtltnisse der ^eussischen Synagogen gem einden , Frankfurt/^ 1931, nieder, "im 
Jahre 1938 wanderte er nach Palatina aus, wo er zwei .Tahre s^^4e^ in Jeniralem starb. 

55) Der Verfasser verdankt seine Kenntnis des Inhalts dieser Besprechung der 'reund- 
lichkeit des verr;torbenon Rabb.Dr.'sli Munk- Jerusalem (I890-IQ78), einer. Solui von 
Esra M. , der ihm Einsicht in die Originalniederschrift gewährte, die M. unmittelbar 
nach der Besprochung diktiert hat. 



y 



der bisher von dem Tnneninira.sterium bearbeiteten "Judensachen-' auf das KTI, wodurch ita 
dieser SonderbehandlunR der Juden im aepensatr, zu den christlichen Relisions.'^omeinsoharte: 
ein Ende bereitet würde, und b) um die Emennunn eines nebenamtlichen jüdischen Refcirentoi 
im m fttr die so erweiterten jüdischen Angelegenheiten. Paul meinte, dass s i den ersten 
Punkt wohl mit der 7ustimmang aller jüdischen Kreise gerechnet werden könnte. Hinsiohblic; 
des zweiten Punktes gab er zu, dass ein nicht- jüdischer Referent die inneren jüdischen 
Fragen und insbesondere Fragen religiUser !'atur in der Regel nicht ausreichend zu be- 
urteilen in der Lage wäre. Bevor er die Quelle der Anregung bezeichnen und Freund' s 
Kandidatur erwähnen konnte, bat ihn Munk, dies einstweilen zu unterlassen, damit er 
zu der Frage ganz unbefangen Stellung nehmen kttnne. Tatftahlich war eine solche Kamer.c- 
nennung für T'unk ranz unerheblich. Da er wusste, dass die Anregung nur von "reinen 
auss^alb der Separatorthodoxie ausgegangen sein konnte, war sein grundsätzlicher- Stand- 
punkt gegeben, ebenso wie die Herren des KII genau mssten, trelche Antwort sie von il-im 
ZU erwarten hatten. Munk wies denn auch auf den "der Regierung bekannten Dualisinus 
innerhalb des Judentuins" hin. Keine PsTiinlichkeit, einerlei aus welchem der beiden Lager 
sie genoiTBTien werden vjUrde, könnte sich derart objektivieren, d^ss sie den Interessen 
beider religibsen Parteien gerecht werden wVirde. Eine Verwirklichung der ge'^Gb-r.cn 
Anregung wÄre daher nur in der :Joise r.brlich, dass zwei Referenten bestellt wlArden, 
ein orthodoxer und ein "Neologe". Gerlach erkl«te darauf, dass der "^rifang de^ vorrjofl 
schlagenen Referats so beschränkt sei, dass nur an eine nebenamtliche BeschÄftigunr^ 
gedacht worden sei. Zwei Referenten könnten darum keinesTregs in Frage korunen. ::unk 
entgegnete, dass er (ebenso \de Paul) ein starkes T3edttrfnis fHr ein Jl'idisches Referat 
nicht sehe und, wenn es sich lediglich um eine I^'restigefrage handle, gern auf einen 
solchen "Ehrenanspruch" verzichten wVirde, wenn seine Erfüllung "eine Gefahr r^r unsere 
religiösen Interessen im Gefolge haben" könnte. Er gab deshalb die Anregung, dem 
Bedürfnis der Regierung, sich in jüdischen Angelegenheiten fachmännisch belehren zu 



56) Dies wird bekräftigt durch T^unk»s folgenden handschriftlichen Zusatz zu seiner 
Aktennotiz über die Besprechung: 
"G. sagte auch, dass er sich den Inhalt meiner Ausführungen im voraus gedacht habe." 



4*^ 



o 



lassen, dadurch Rechming zu tracon, dass die Hepionmc "in jedem eir.7,e].non :'fille" ".v b- 
achten von der I^J imd den VDJ einhone. Gerlach meinte, dass dieses Vcrfal'.reP, dos r 
grundsätzlich billige, weniger umständlich geriacht worden könnte, inden beide Parteion 
Berliner Vertrauensleute bestirnr.en, r-it denen die Regierunf; irtbidlich verkehren kftnne. 
Munk stimte dem zu, vorausgesetzt, da.ns die Regienmc sich verr.fli chte, in .joden F.lle 
beide Seiten vor einer EntscheicU^ng zu hbren. Gegen Schluss der necr.rochunr / 
wurde T'imk dann mitgeteilt, dass es sich bei der in Vorschlag gebrachten rerftftnlichkoit 
um Ismar ^^reund handle, offenbar wurde ihn auch angedeutet, dans F. selbst der -'rh^ler 
der ganr^en Anrerriinr war. (Daf^oßen wurde die Hoff mannt sehe " i.estallunf:" nicli^ er')^t,/. 
Munk erklärte, dacs dies an seiner von ihn dar^elef^ten p^rundsÄt glichen Einstelluns 

nichts andere. 

Die Tatsache dieser Fesprechun^ vmrfle streng geheim f^ehalten und ist nie Vber der. 

enpsten ^reis der Leitunf^ der FVJ hinausgelangt. Insbesondere hat Freur.d nichts von 

•j^arrLl9*!^aiy 
ihr erfahren. So richtete er ahnum^sT^seinen langen Hrief an Haenisch urd hatte 

»^dem Il n ter s ta a ts nek rej'lT F^-Pili^^lO 
drei Tage spftter eine Unterredung im ^isterium, offSnBar mi^)TroelTich, an den 

Haenisch wohl die Angelegenheit zwv weiteren Pehandlung abgegeben hatte. Uecer cien 

Inhalt dieser Besprechung ist aus den Akten nichts ersichtlich. Es scheint aber,dars 

Troeltsch die Absicht geäussert hat, sich mit seinem DDP-Farteigenossen Geh?. Cassc , 

dem Vorsitzenden des VDJ, in der Frage in Verbindung 7x\ retzen. DieH \^^<^.^ erklären, 

dass Freund am 23.!:ai eine Abschrift seiner Eingabe an Cassel sandte und hii.zm-l^gte: 



57) Geheimer Justizrat Oskar Cassel (I8I49-I923), der ein n\hrendos vitgli ed der berliner 
Stadtverordnetenversammlung war und später KhrenbUrger der ^tadt Ferlm wuix^e, ^war 
von 1903-1918 fortschrittlicher Abgeordneter im Preussischen Landtag und 1^19-^0 
Mitglied der demol-va tischen Fraktion der Preussischen Landesversammlung. Den Aus- 
schuss des VDJ gehörte er zunächst als Steilvertretender Vorsitzender an imd über- 
nahm nach dem Tode von JR T'aximilinn llorwitz im Oktober 1^17 dessen Vor.^dt?.. Kr 
trat vielfach aktiv fttr Gleichberechtigung der Juden und der .jü d i schen ■^.cligions - 

gemeinschaft in Verwaltung und Gesetzgebung ein. M ft o) > i^ i nn i fLUUlUllMii iLihL i -lj . r 

V ) \ ^ liai i lL'iiH a e»-¥f>(^ c»TW- 'HirtffÄbe «n- d«ir-iW7- 'In dn-r er T«^ Kinstel lur.g von 



^Ori^teln für lel 9 tunp^a schwache Syna^o^enKemeinden in <len Staatrsh^nshalt ^^^^^^^^'*>j(. . 
♦ff4>eF »#*i%# f rMiheren Bemühungen in dieser Richtung siehe f^^^ Auf ^-- ^ r* oohc.,*^.. t^" ••< 
^>\lkji.dU. ^iehe jM*i Geschäftsberi cht des ^/DJ 1913-1920 ; Dreslauer, Der VDJ , S.3^^ u.3*^V^^^; 
Hamburger, a.a.O., S. 306/09. 



^l tA 



^f 



"In Verfolg desselben hatte ich riestern eine Pesprechun^, über deren Ercebnis 
ich mi-r erlauben werde, Ihnen rontas persönlich zu berichten." 

Troeltsch traf Cassel in der nächsten V/oche anlaslich einer Ta^^unr der Preussischcix 
Landesversa^mlimc und bat ihn bei dieser Geler^enheit um seine Stellungnahne zu den 
Vorschlag eines Referenten für jüdischeyf Angelegenheiten beim m. In diesen Zusam- 
menhang wandte sich Freund nochmals schriftlich am 31*Mai an Cassel und übersandte 
ihm eine Abschrift xErHBXx5öix±xiteK5c des Hof f mann« sehen Bestallmgsschreibens. 
F. war offenbar daran gelegen, die Perconenf rage nicht als offen sonderr. als durch 
seine "Bestallung" bereits entschieden darzulegen. Dies deckte sich nicht mit den 
Standpmkt der leitenden Beamten des 'CT!, die die Hoffmann» sehe Bestallung als ung^r.tir 
ansahen und sie in der Besprechung mit Tlunk überhaupt nicht er^Tfthnt hatten. Zueiiel- 
los ist dies auch Cassel mitgeteilt worden, denn, als er die Angelegenheit im 
GeschÄftsführenden Ausschuss des VDJ zur Sprache brachte, beschlcss dieser, die F,:-i- 
richtung eines nebenamtlichen jüdischen Referats zu befürworten, für das reibe aber 
seinen stellvertretenden Vorsitzenden JR Leo Lilien thal (1857-192?) zu nordnioren. 
Freund hätte dieses Ergebnis voraussehen können und hatte v/ahrscheinlich gehofft, 
dass Cassel die Sache nicht vor den Ausschuss bringen würde. Die Beziehungen zwischen 
Freund und Lilien thal, den beiden höchsten Beamten der Berliner Jüdischen qemeirdc, 

waren seit geraumer Zeit gespannt, und es war kaum anzunehmen, dass L., der im VDJ 

Verhältnis zvrischen 

massgebenden Einfluss Chatte, sich für F. einsetzen würde. Da das YSXMIMIS 
diesen beiden I!Ännem in der Folgezeit vielfach den Gang der Ereignisse ni.cht unwesent- 
lich bestimmte, ist es notwendig, hierauf näher einzugehen. Lilienthal, der als Mit- 
herausgeber eines der ersten Kommentare zum BGB einen ausgezeichneten juristischen Ruf 

hatte und gegen die Jahrhundertv;ende r'itglied des Gemeindevorstands vrar, imrde im 

"Syndikiis" 
Jahre 1902 als IsyMiDüUSX zum leitenden Beamten der 'berliner Gemeinde bestellt. Vier 

V/ochen später wurde der fast 20 Jahre jüngere Freund als wissenschaftlicher Hilfssrbeite 

und bald danach als "Beirat" an die Gemeinde berufen, Ueber diese Periode schreibt 

Freund selbst: 

"Mein Verhältnis zu L« war im Anfang ein durchaus f re--undliches Er begegnete 

mir auch in der Folge mit der freundlichen Sympathie eines älteren Kollegen und 

mit ausgesprochener Wertschätzung meiner Fähigkeiten Er empfand meine 

Spezialkenntnisse auf dem Gebiet des Staats- und Staatskirchenrechts als erWhschte 
Ergänzung seiner eigenen Qualitäten." 






Aber, wie so oft in ähnlichen Umntftnder., entv;ickelten sich mit der Zeit ^^.eibuneen 
zwischen den ehrgeizigen jüngeren Mann und dem ihm vorgesetzten Älteren "-ol legen", 
zumal F. unter Umgehung von 1. direkten Kinfluss im Vorstand zu gevrinnen be.r-ann. •ine 
weniger eingemdllige und unkonventionelle Natur als Tsmar Freund hätte vielleicht 
einen modus vivendi finden kftnnen. Es vzar und blieb Freundes Uärke und CchwÄchc 
zugleich, dass er, wenn er von der Richtigkeit und Notwendigkeit eines T^ntemehnons 
überzeugt Txar, dieses mit unbeirrter Zähigkeit und Energie durchzusetzen ben'Aht und 
keine Kompromisse mit persönlichen Empfindlichkeiten zu machen bereit war. ^c v;and-.lte 
sich das ursprünglich wohlwollende Verhältnis Lilienthal' s zu ihn in elnn ausgeGprochen." 
Animosität, wenn nicht Feindschaft. 

Die Frage des jüdischen Referats im KM entiNri ekelte sich genau nach dorn rian, den 
Gerlach und Paul in klarer Voraussicht der von ihnen veranlassten Stellun-nahma ::u-.>»5 
ausgearbeitet hatten, l'mhrend Freund sowohl von Ministerium als auch von GaGsel b-zw, 

dem VDJ während des ^-^onats Juni über den Hang der Dinge vbllig im Dunkel gelassen 

'58) 
wurde , ersuchte das m offiziell die 7\J.l um ihre Stellungnahme. Fs teilte sodain 

dem\q^J mit, dass es sich im Hinblick auf die von orthodoxer Seite geäusserten -^edankon 

entschlossen habe, von der gchaf fmg eines besonderen ^^.eferats für jüdische Angelogor.- 

heiten abzusehen und statt dessen im ^.edarfsfalle die Gutachten von zv;ei jüdischen 

59) 
SacLverstän-'igen einzuholen, die ihn von der r/J und dem TOJ zu benennen wären. 

Freund erfuhr von diesem Plan erst am 11. Juli durch einen nrief Friedberg» s an iln. 

Er v/ar von diesem Ergebnis und dem Verhalten Cassel' s tief enttäuscht und - da er von 

der Besprechung liKX mit Munk vom 9.^^ai nichts wusste - überzeu -t, dass seine l^en'Ahungon 

gescheitert v/aren, weil der WJ statt seiner Lilienthal nominiert hatte, der dem o:cl,rem 

liberalen Flügel angehörte und deshalb für die Orthodoxie unannehmbar war. Da oin 



58) Dies ergibt sich aus den in den Akten befindlichen Briefen Freund» s an Friedberg, ^ 
Rabb. Dr.Jakob Gut tmann- Breslau und Oscar Meyer vom 18.U.20.6. und an Cassel v.26.o 

59) Geschä ftsb ericht des VDJ 1913-1920 , G.36. 

60) Vergl. Alexander Carlcbach, A German Rabbi ..., in W VT, 1961, 3.69. 



formeller nescheid des KT-l noch nicht erf ol.'^t war, machte Freund einen letzten Versuch, 
die Entscheidunf:; zu seinen Gunsten zu Ändern. Er war Ende :'ai auf Vorschlag von rroT. 
Sobemheim in den Ausschuss des DTGB berufen und p:ebeten worrlen, den Entwurf f^r eine 
Gesamtorcanisation der deutschen Juden auf Grund der ihrer Vollenduncr ent.c:er:en f^eherden 
neuen Reichsverfassunc auszuarbeiten. Jetzt veranlasste Freund den DIG^, an 2a.J^-li 
eine Eincabe an das Kl! zu richten, in der unter Hinweis auf die alle Richtungen u.^^ rasend 
Mitgliedschaft des DIGB dieser F.»s Denkschrift "vollinhaltlich" unterstutzt und ^^in "in- 

richtunc eines besonderen j\!idischen Fachreferats bittet. Die "r^elecentliche Anhbrirc 

eines Sachverständigen" sei "nicht ausreichend". Es mllsse 

"ein ständiger 'Referent bestellt werden, der vermöge seines fachlichen :jeberblicks 
über das ganze in Rede stehende Gebiet die llbglichkeit hätte, auch initiativ zu wir--, 

Tn der Eingabe wird dann T?reund auf Grund seiner besonderen Qualifikationen für die ru 

schaffende Gtelle vorgeschlarren. Es -/ar ein offensichtlich zu spät erfol-ter und a-s- 

siclitsloser Schritt. V.-ährend Freund auf nrlaub war - er hatte das IC: gebeten, die Tnche 

bis zu seiner RVlckkehr ruhen zu lassen,- ernannte der Minister am 19 .August 1^1? ent- 



T^ T-» 



sprechend den Vorschlägen des VDJ und der FVJ Justizrat Leo T ilienthal und Rabb. 

62) 
Esra Munk zu Sachverständigen für jüdische Angelegenheiten. In den^. Erlass heisst er; 

"Ich beabsichtige, beide Herren vor der Entscheidung in allen wichtigen Fällen zu hbron.^' 

Am Schluss wird "der vortragende Rat in der geistlichen Abteilung des vinisteriuns 

Geheimer Oberregierungsrat Paul" als die zuständige Instanz fUr etwaige Gutachten bermnt. 



l 



Damit war diese Episode beendet. Ihre P^^deubung sollte nicht unterschätzt worden. ::s 
bedarf keiner übermässigen Phantasie, um sich auszumalen, wie anders die organisatorische 
Entwicklung des preussischen und deutschen Judentums ausgesehen hätte, wenn statt 
gelegentlicher Gutachter ohne exekutive Funktionen ein jüdischer Fachreforent mit Zugang 



61) FA-GAJ, XXT Or/13-5 DTG^. Freund war bereits seit 191^ Schriftführer der Kommission 
für RechtgausW\nfte des DTG^. 

62) Der Erlass -Gl Nr.B88 TI TH - ist boi TT.n.^uerbach, Die Geschichte des "Rund 
gesetzestreuer .iüdischor Gemeinden Deutschlands", Tel Av^iv 197if, G.3?"'aHrfodruckl. 



zu allen internen Mitteln der Vorbereitung und ^eeinflussunc im KT^ ccnecnen h^tto. 
üerSfSTsverband, der, wie wir sehen werden, im Jahre 1921 ceboren wurde, nur um 
sozusagen "in der V/ie-e" von der preussischen Ministerialblirolo-atie erwUr>-t zu werden, 
hÄtte sich entmckeln ktoonc kbnneh. Rei der 1920 erfolf:ten Revision der Austritts-er^etz- 
gebunfT hÄtten die für die jüdische Rolirions Gemeinschaft besonders serfthrlichen norhim- 
TTT.mnen verm5eden oder mindestens F^emJ.ldert werden können. Die ge-en hundert V/iderc t^.nde 
erkämpften "taatsbeihilfen hfttten auf befriedinendere Weise und in ancemessoner im- 
erlanct werden können. Den raninulationen der neheimrttte im '^t T-;ar es vriedor einmal 
mit Hilfe der Separatorthodoxie coliincen, diese verheissun^s volle Entvrlcklv.nc -.u ver- 



hindern. 



V. Auf dem Wege zu einem jüdischen Reichsverband. 

Artikel 137 der neuen Reichs Verfassung - Spannun^^en zvrischen 
DIGB, VDJ und Separatorthodoxie. 



Die Weimarer Ilationalversammlung verabschiedete am 31* Juli 191? die neue Reichsver- 
fassunc (RV). Zum ersten Hai waren in ihr die wesentlichen Grundlagen des VerhÄltniscc.-! 
zwischen Staat und Kirche nicht, wie bisher, den einzelnen Bundesstaaten überlassen 
sondern in bestimmten Richtlinien für das gesamte Reichsgebiet festgesetzt worden. 
Der endgültigen Formulierung waren lang;d.erige Beratungen im Verfassungsaus nchuss 
vorangegangen, in denen sich der durch die politische Konstellation bedingte Sinflu.^s 
des katholischen Zentrums in wachsendem :Tasse durchsetzte und die Sozlalde-olvratcn 
zu weitgehenden Konzessionen bewegte. Das Ergebnis Wcir Artikel 137 der RV, der \Ae 



folgt lautete: 



Artikel 137 



(1) ^,s benteht keine Staatskirche. 

(2) Die Freiheit der Vereinigung zu Religionsgesellschaften wird ge;>^hrleistet. 
Der Zusanmenschluss von Religi.onsgesellschaf ten innerhalb dos Reichsgebiets 
unterliegt keinen Beschränkungen. 

(3) Jede Religionsgesellschaft ordnet und verwaltet ihre Angelegenheiten selb-^ 
ständig innerhalb der Schranken des für alle geltenden Gesetzes, '"^io verleiht 
ilire Aemter ohne Kitwirkung des Staates oder der bürgerlichen Gemeinde, 

()4) Religionsgesellschaften erwerben die lechtsfähigkoit nach den allgemeinen Vor- 
schriften des bürgerlichen Rechtes. 

(5) Die Religionsgesellschaften bleiben Kttri^crschaf ten dos öffentlichen Fcchtos, 
soweit sie solche bisher waren. Anderen Religionsgesellschaften sind auf ihren 
Antrag gleiche Rechte zu gewähren, wenn sie durch ihre Verfassung und die Zahl 
ihrer Mitglieder die Gewähr der Dauer bieten. Sclilin.-ren sich mehrere derartige 
öffentlich-rechtliche Religionsgesellschaf tcn r.u einem Vorbande zusa.-non, so 
ist auch dieser Verband eine öffentlich-rechtliche Kön'>erschaf t. 



sr 



/ 



/ 



fAy nin neliHonsr^e'.ellschafteP, welche -Brperschafter. des Bf f entliehen Rechtes 
^^ sind strc' boa-echtiGt, auf Grund der bürgerlichen Steuerlistcn nach vasseabc 
Hpr landesrechtlichen Bestimnunccn Steuern ?,u erheben. 
(7^Den SiSonsresellschaften werden die Vereinigungen sleichcestel t, dxe rir.n 
^ d?e "enefnSchaftnche Iflc^re einer Weltanschauung zur ^.ufgabe nacnen. 
(6i soweit die Durchführung dieser Restir^mgen eine weitere Re^elv^n, erfordert, 
liest diese der Landes ßesetzoebunc ob. 

Artikel 138 der WJ bestirnmte ferner, dass die bisherif^en Staatslei stun:-;en an f.ie 



nr'f- rtVi^"^ 



ReliEionscesollschaften durch die lande sfjosetzcebvmc abgelftst werden .ollen, cacc aber 
das Reich die On.ndsfttze hierfür aufzustellen habe. ErEÄnzend_Eah Artiko]^ m 
vor, dass bis zum Erlass dieser reichsgesetzlichen Grundsnt|^ die bisherirer Staat.- 
leistungen an die Relicions.enenschaften bestehen bleibt'.' Tatsächlich kair. es nie zu. 
einer, solchen Reichsßesetz, ^^ie Staats zuscftuse an die Kirchen blieben nicht tu- 
bestehen sondern VTurden stSndir erhbht. 

Es gibt eine umfangreiche Literatur über die "edeutung dieser Besti-,r,^inren, änsbesondor^ 
ttber Artikel 137 RV. Selbst auf dem engeren Gebiet der Anwendbariceit -.nd ^clgen Tlr 
die jüdische Religionsgemeinschaft sind zahlreiche Abhandlungen urd^Rissertaticnoi 
veröffentlicht worden, deren Krgebnisse oft einander «-idersrrechen. 
Eierungen der einzelnen Länder ur.d dos Reichs vertraten verschiedene mterr^rctationor 
hinsichtlich der Frage, wieweit Artikel 137 uiunittelbar vdrksames Reichsrecht darr; teilt, 
das cntgegonsiehcndes Landesrecht ausser Kraft setzt, oder aber zu seiner DurchfWir-ung 
der Landesgesetzgebung bedarf.- Fane ähnliche rechtswissenschaftliche Unsicherheit 
bestand hinsichtlich der Bedeutung des öffentlich-rechtlichen Charakters der Religions- 
gescllschaften und über den Begriff der ttffentlich-re.chtlichen Körperschaft ttberh.nupt. 



63) 



Auch din Re- 



'ffBff i t^"'^"- -■ 



63) Ausser den in ?ussn. 3) ui>d h) ervmhnten Schriften von Freund und Uertheiner scn. 
hier nur auf die folgenden Arbeiten - in chronilogischer Folge - hinge-,;iesen: 
mx Cohen, ^j^Ph^g^i^tsstellung der jüdischen Religions gemeinschaft in Vreussen. 

Rechtswissenschaftliche Dissertation, Köln 192li. 
Dr.Arthur Lilienthal, Di e Staatsaufsicht über die Religionsg escllschaften räch 

Arid fcel 137~crer Rei chsveri'ass\mg , Berlin SYd'y. 
Dr .Wilhelm fü^Solin, G r.mdzttge der Geschichte und Verfassu ngen der ftffontlich- 

rechtlichenT eligl -onsgesellschaftlichen oberver bän de des doutscnen 

Judentums. Juri sti sehe Dissertation, T einzig 19267 
Dr.T'anf red -aalhnimer, Der^ jU di sehe Reichsverband; ftber eine bff entli eh- rnc>it1j£he 

Gesamtorganisation der deutschen Juden , ITlnchen 1930. 
Dr.lothar Tazams. Die O rganisation der preusslschen S:magogengeneinden ,Gttttingen 



Vbllif» r^eklÄrt wi^rclen diese Fra^^en nie; ir:nerhin haben aber das Reichsr-ericht mid 
andere hbchstrnchterliche Instanzen cinif-e Streitpunkte eindeutip' entschieden: 

a5))dass Artikel 137 Abs. 3 Satz 1 dem Staat zwar nicht die aus der Kircl:onhohnit 
fliessenden Auf pichtsrechte nimnt, ihm aber jeden Eingriff in die eigentliche Kircnon- 
verwaltung verbietet und insoweit alle dardt nicht vereinbaren älteren Landesrosetze 
ausser Kraft setzt, (RGEntsch. vom 26, Oktober 1921), 

b) dass Artikel 137 Abs. 3 Satz 2 "unzweifelhaft ..•.. nicht nur eine ^.ichtlinie 
für die I,andesp^esetzr;ebung aufstellt, sondern sofort und unmttelbar anwendbares 
Recht schafft", sodass die Relif^ionsgesellschaften ihre /Vemter ohne "itmrkung de;-^ 
Staates oder der bürgerlichen Gemeinde zu verleihen berechti-^t sind, (RG:-.v.27»31,1923) 

Dagegen blieb der für die organisatorische Entwicklung der Kirchen und der jüdischen 
Religionsgemeinschaft besonders wichtige Absatz 5 des Artikels 137 umstritten, '^ass 
der erste Satz unmittelbar anwendbares Recht war, unterlag keinem Zweifel, ebensov/eni- 
dass der zweite Satz im Gegensatz hierzu landesgesetzlicher Durchführun^sbestimur -ai 
bedurfte. Dagegen wurde der entscheidend ;vi.chtige dritte Satz über den bif entlich- 
rechtlichen nharakter eines Zusammenschlusses von Religicnsgesellschaften in Literatur 
und Verwaltungspraxis in der verschiedensten Weise interpretiert, ohne dass durch 
gerichtliche Entscheidung eine Klärung herbei freiffiirt wurde. Dieses -roblcn \n.rd uns 
in der Folge wiederholt begegnen und dann nälier erörtert werden. 

Prima facie erschien die Destimmung mit Recht den leitenden ::ännem des DIG^' als 
gegebene Grund]age;, den T)jr.p. als Zusammen schluss öffentlich-rechtlicher ^'';^'Tiagogon- 
gemeinden in die erstrebte öffentlich-rechtliche Gesamtorganisaticn der -^uden in 
Deutrrchland umzuw€|nde]n. V/Ährcnd also 1917/lB DTGD und VDJ im Zusar^monhang mit der 
Reorganisation des Herrenhauses die Frage einer jüdischen Gesamtvertretung für 
preussen erneut aufgenommen hatten, wurde jetzt das Problem wieder für dar; 
gesamte Reichs gebiet auf gev/orf an . Ende Oktober 1919 verbreitete der DLi'.H eine 
Pressenotiz, in der unter Hinweis auf Artikel 137 Abs.? t^ ausgeführt wurde: 



f 



"Da nun die Synagogenrjemoinden, wie anerkannt Rechtens ist, l!)f i'entlich-rechLlicho 
RGlif^ionsf;^ese]lschaften sind, so ist der DIGB im Sinne der Verfacsun^: ein Verband 
von - zurzeit 1200 - bfrentlich-rechtlichen Religionsgesellscharten und hat aui* 
Grund vorstehender Verfassunf^sbestinmunc ohne weiteres selbst die Stellun[; eirer 
öffentlich-rechtlichen Körperschaft erlnnf;t. Damit ist das Ziel, das der ''•enein^]^.'- 
bund seit Jahrzehnten erstrebt, hämlich die Schaffung einer bffentlich-rGchtl'-chor 
Gesamtorganisation des deutschen Judentums, grundsätzlich erreicht. Eine ejnts^^re- 
chende Umgestaltung seiner Grundverfassiuig auf Grundlage der Auf rechterhaltiu": • 
der unveränderten Selbständigkeit der einzelnen Gemeinden ist bereits in Vorberei- 
tung und v;ird dem Gemeinde tag, dessen Zusammenberufung für Ende Jarj^ar 1?20 In 
Aussicht genommen ist, zur -"eschlussfarsung vorgelegt werden." 6)i) 

Diese Erklärung des DIGB mag im Zusammenhang stehen mit der kirz zuvor erfolgten .'.:.- 

kUndigung des VDJ, dass nach der durch den :.rieg ver\irnac^-:ten Unterbrechung seine 

nächste Hauptversammlung für November 1919 in Aussicht genonrien sei und -rieh mit 

einer Aenderung der Organisation des Verbandes beschäftigen solle. 7.s ist Jede n- 



falls sowohl aus Zeitungsnotizen als auch aus Sitzungsberichten dieser ''onate L^nvor- 
kennbar, dass der VDJ der Initiative des DIGB von Anfang an skeptisch, v;e:in nicht 
ablelmcnd gegenüberstand. Die Gründe hierfür, wie überhaupt Tür die sich ir::2r devtlic: 
entvd-ckelnden Spannungen zi^schen diesen beiden Organisationen w-^ren sov;ohl sachlicher 
als auch persönlicher Ilatur, 

Während bis zum ersten Weltkrieg das Verhältnis zwischen VDJ auf der einen und DIHB 
und CV auf der anderen Seite ein harmonisches war, dank vor allem der engen Personal- 
union, die sich in Persönlichkeiten wi.e Philippson, ^-orwitz, Fuchs und Loewe aus- 
drückte, war durch den Tod bezw. das Ausscheiden aus aktiver Mitarbeit dieser '"änr'or 
dieses persönliche Pand gelöst worden. Hiervon war vor allem der IHDJ betroffen. Se5.n 
Vorsitzender seit 1917, GehJR Cassel, war /vornehmlich ein Politiker, der) m:. t .^I5di schon 
Gemeinde- und Organisationsarbeit nicht näher vertraut war; zudem vrar er 1^1? boro'ts 
ein Siebziger und erkrankte im -erbst 1920 s chwer. Die verantwortliche Peitung d-'^s 

VDJ fiel infolgedessen auf die beiden Stellvertretenden Vorsitzenden, ^JR ^elix ''ako.^er 

(1%3-1933) 



6)4) AZJ ]]T.)0 vom 2J4.lO.i9i9, S.hßl;, uhd IFB Nr.)43 vom 23.10.1919, S.U. 

65) AZJ !Ir,36 vom 5«9*1919, Beilage "Der Gemoindebote" , S.l. Allerdings brachten die 
in ^'*'ussn.6)4) genannton Blätter eine Notiz dos VDJ, dass die geplante Hauptvor- 
sammlung bis auf weiteres wegen "Verkehrsschw:Lerigkeiton" vertagt werden müsse. 
Auch der Gemcindetag des DIGB trat, wie wir sehen worden , erst Anfang 1921 zm.Trjn.-n 



und 



2- M« JR Leo Lilientbal. Beide waren Form al.1urj .sten mit grosser Rrfahninr: 1ri jUdirc^rr 



Gemeindeangelegenheiten, deren Stärke in der Beratung im engeren Kreise urd rieht in 
bffentlichen Debatten lag, und denen die wesentlichen Qualit>Äten für eine Reprilsentptic! 
des deutschen Judentums nach aussen fehlten. Beide waren entschiedene Antj -Zionirten. 
Andererseits besass Lilienthal als Syndikus einen ausschlaggebenden EinTluss a\if don 
Vorstand der Jüdischen Gemeinde Berlin und stand mit den anderen GrosGcemeindon, inri- 
besondere Breslau, Frankfurt, Hamburg, Köln, Leipzig und >!tachen, die oich in einer 
"Konferenzgemeinschaft" lose zusammengeschlossen hatten, in enger Verbindung. Den 
Ausschuss des DIGB hingegen gehörten weder Cassel noch Lilienthal oder KakoKor an, 

sodass die Verbindung zwischen beiden Organisationen im wesentlichen in der Fer?;cn des 

66) 

damals schon Thjfthrigen Vorsitzenden des DIGB, Frof .Dr.Salomon Kalis cher^ , bestand, 

der in den Geschäfts führenden Ausschuss des VDJ gewählt worden war. Rabb. Dr.Leo t 

67) 
Baeck , der in den folgenden Jahrzehnten die führende Rolle im deutschen Judentun 

übernehmen sollte, war als Vorsitzender der Literarisch-apologetischen Konrissicn mit 

der Arbeit des VDJ eng verbunden, d~€igegen in den Arbeitsorganen des DTOB nicht tä-ir:. 

Freund, auf der anderen Seite , hatte zwar im Jahre 1908 auf Veranlassung und im Auf- 

trage des VDJ seine massgebende Arbeit über das jüdis-che Volksschulrecht in Freusi'cn 

veröffentlicht, seitdem aber keine Verbindung mit dem VDJ. 



66) Prof •Kalischer (l8U^-192li) war ein Enkel des aus der Frt^hge schichte des Zionisnris 
bekannten Thomer Raw Zwi ICaddbakcc Hirsch Kalischer. Er studierte u.a. am Pres- 
lauer Rabbinerseminar und promovierte 1868 mit einer preisgekrönten Ar^ eit über 
Aristoteles zum Dr.phil., wurde aber sfÄter Fhysiker und Professor an der Tech- 
nischen Hochschule in Berlin. Von 1905-1920 war er liberaler Repräsentant der 
Jüdischen Gemeinde Berlin, die letzten drei Jahre als stellvertretender Vorsitzender 
der RepVers. Bei den Ergän zun gs willen von 1920 (siehe S.20) führte er eine "un- 

1%^-^ parteiische" Liste, die aber mit/knapp 300 Stimmen keinen Sitz erlangte.- Er 
hatte den Vorsitz des DTGR 1916 nach dem Tode von Martin Philippson übomomnen 
und sich trotz seines vorgerückten Alters dieser Aufgabe mit bewundernswerter 
Energie gewidmet. 

(I873-I956V 

67) Rabb. Dr. Leo Baeck» s^idbensgang und seine historische und geistesge schieb tlichc 

Bedeutung sind dn der Biographie von Albert H. Friedlander, Stuttgart. 1973, dar- 
gestellt worden; es erl^brigt sich deshalb, im Rahmen dieser Arbeit seine Ferj;ön- 
lichkoit zu vrürdigen. An den Arbeiten des FLV hat Baeck verhältnismässig gorirgon 
Anteil genommen, lieber seine Tiigkeit al s jjkü scher Sachverjitändiger des KT' in den 
Jahren 1928-1932 v'^iehe S. ^ . 

68) Die Rechtsstellung der Juden im pr eussischen Vo lkyschulrecht, Ber lin 1900^ Dieses ^ 

Werk enthält alle einschlägigen Gesetzesbestimmungen, Minis terialerlasse und Gericht; 

entscheidungen. 



<* ( 



f 



in sachlicher Beziehung bestand zwischen DIGB und VDJ ein grw^dle.ender 
unterschied. Der BIGB war eine praktischer ae^ei^dearheit gewidmete Zweclcor.anisation , 
ein Zusa^enschlnss aller Kategorien von Oer^inden, deren kleinste das Recht auT min- 
destens einen Vertreter auf den Oe^eindetagen haite. In seine, .ehr als ^Oö.hrigen 
Bestehen waren ih. zahlreiche Stiftungen und Vem*chtnisse zugefallen. Seine Bezie- 
hungen ^r öMischen Tehrerschaft, vor alle, auch in den kleineren nebelnden, war .ino 
besonders enge, da die Victoria Versicherungsgesellschaft einen Vertrag Mt de. DIOB 
hatte, der ihn eine beträchtliche .lahresko^ission und den Lehrern, erhebliche Prän:-.en- 
rabatte fUr ihre eigene Lebensversicherung sicherte. Die zu diese. Zweck errichtete 
Friedrich..ilheln.Victoria-5tiftung allein belief sich a. BL^rz 1920 auf 'ast 
575.000 Mark. Die Gesamtaktiven des DIGB -^ diesem Zeitpunkt, also noch vor der 
schlimmsten Inflation, betrugen fast l|- Millionen Mark. Die Ver.-altungskosten seines 
Hauptbüros allein beliefen sich im Jahre 1919/20 auf ca. 50.000 Mark, die Beitx*ge der 
Mitgliedsgemeinden auf etwa den gleichen Betrag. 

demgegenüber bewegten sich die Jahresabschlüsse des VDJ um 60.000 Mark, von denen ,=twa 
die Hallte durch Beiträge gedeckt war.''^ Stiftungs- oder Kapitalvermögen besass der 
VDJ nicht. Er war so^sagen nur das Aussenministerium der im DIGB zusanmongeschlo.sener 
Jüdischen Gemeinschaft. Wie oben (S.6/7) ausgeführt, war seine Gründung auf den Aus- 
schluss "politischer" Betätigung seitens des DIGB zurückzuführen. Mit den durch die 
neue Reichsverfassung f^r den DIGB eröffneten Möglichkeiten war die Existenzberech.igunr 
des VDJ praktisch weggefallen. Hierzu kam der ausgesprochen undemokratische Aufbau 
des VDJ, der in seinen leitenden Organen fast nur Vertreter der wenigen Gross gemeinden 
^d fast ausschliesslich Vertreter der liberalen Richtung neben wenigen Konservativen 
und 1-2 Misrachisten z&hlte. Dem G es chüfts führenden Ausschuss gehörte Ende 1919 nicht 
ein einziger lUcht-L^lf^aler an. Das war aus den oben angeführten Gründen für die Zeit 
vor dem ersten Weltkriege kein ungewöhnlicher Zus^tand. F^r die durch Revolution ..kI 



o -xtir^ cr-i>.+ an "dass etwa 200 Gemeinden laufende Beitr^ce 
69^ Breslauer, Der VDJ .•., S.350, p:ibt an, aass ex-wa ^uu . Fin-elnersoncn". 

leisteten, neben T 6 bis 20 Verbünden und Vereinen und 2(1) Ein.eipcr.oncn 



^0 



Balfour Deklaration geschaffene neue Lage war er eine uniaöeliche "Gesantvertretunr <Ier 

deutschen Juden". Dementsprechend fasste das Zionistische Zentralkomitee in Berlin 

70) 
Anfang November 1919 den folgenden Beschluss: 

"Der Gesch&ftsfUhrende Ausschuss wird beauftrag*, dem Verband der Deutschen Juden 
mitzuteiSaP, dass die ZVfD sich an dem VDJ nicht weiter beteiligen kann, wenn nicht 
Garantien dafür gegeben werden, dass vom nUchsten Verbandstage ein denokratischos 
Wahlsystem ftlr sämtliche in Deutschland wohnenden Juden angenommen wird." 

Bei dieser Sachlage und ohne eine starke Führerpersbnlichkeit blieb dem VDJ nur eine 
Machtnosition: die liberalen Kreise in den Verwaltungen der Grossgeneinden. Entsprc^chend 
schlug der VDJ gegenüber der angekündigten Absicht des DIGB, sich durch eine neu aus- 
zuarbeitende Satzung in die öffentlich-rechtliche Gesamtorganisation ur/z;uwandeln, vor, 
dass die Grossgemeinden von sich aus die Initiative zur Schaffung der Cesamtcrganioation 

ergreifen sollten. 

Es vjUrde zy weit führen und ist auch kaum noch von Interesse, das Hin und i:er zwischen 

gemeinsamen Kommissionen, Unterkommipsionen, Beratungen mit den Verbänden (CV, Z^/fD, 

Frauenbund, UOBB Loge etc.) im einzelnen wiederzugeben. Diese Verhandlungen zogen sich 

71) 
über ein Jahr hin. Ihnen lag ein Verfassungsentwurf von Freund zugrunde , der im 

wesentlichen auch vom VDJ akzeptiert wurde, nachdem ein vom VDJ veranlasster Entw.a^f 

72) 
der Konferenzgemeinschaft von den Zionisten entschieden abgelehnt worden war. In 

»* 

de» entscheiden^den tXK Punkt, wer der TV'^er der Organisation werden sollte, strÄubt.en 
sich aber VDJ und Grossgeneinden lange gegen die Umwandlimg des DIGB in die Gesamt- 



organisation. In einer zur Beratung dieser Frage xt am 9.Mai 1920 einberufenen ?.cpjvv? 
der Berliner Gemeinde konnte Kalischer mitteilen, dass bereits U25 Gemeinden - unter 
ihnen eine grosse Zahl namhfif ter Mittel^emeinden - sich mit dem Entwurf des DIGB gnnd- 



-0 » r-^^f 1 1 

sktzlich einverstanden erklÄrtliätterp Lilienthal, der im November 1919 sein Amt als 
Syndikus aus Gesundheitsgründen niedergelegt hatte, aber das Recht behielt, an den 



70) IFB Nr.h6 vom 13.11.1919, S.3. 

71) TFB Nr. 8,9, 10 u.ll vom 19.2, 26.2., I4.3. u.ll.3#1920. Hier wie in den folgenden 
Fussnoten wird meist ntr eine Pressequelle zitiert, da vielfach AZJ und IFB übor* 

einstimmende Meldungen brachten. 



72) JR Nr. 89 vom li.12.1920, S.669. Daselbst auch' 
suche des VDJ bezw. Lilienthal« s. 



über spÄterc Stünmgsver- 



(/*, 



.kl^'w ^^"^"^^ 



73) 
Sitzuncen des Vorstrndes und der RepVers teilzunehmen , erklärte demGerenllLor, darjs 

es verkehrt wftre, sich auf den Entwurf des DIGB festzulegen, und bestand auf weiterer 

7h) 
Beratung in einer »»gemschten Deputation des Vorstands und der RepVers". Auch von 

anderer Seite blieb die Kritik n5cht aus. Die Lehrerschaft verlangte stärkere Ver- 

7S') 
tretung in den Verbandsorganen. Die Zionisten legten einen eigenen Entwurf von 

Br^ 76) 

RA.'Victcr-Wandsbek vor, der jedoch nach Verhandlungen mit den DIGB zurückgezogen vinx:e, 

nachdem Freund den Zweckparagraphen den zionistischen WVmschen entsprechend geändert 

hatte.-^Emster war die Gegnerschaft der Separatorthodoxie. Bereits am 21;. Febn^-r 1920 

konstituierte sich in Halberstadt ein "Bund gesetzestreuer jüdischer Gemeinden Devtsch- 

lands" (HB= HalberstÄdter Bund) unter den Vorsitz von Rabb. Dr.Tsaac Auerbach-Haller- 

77) 
Stadt (1970-1932). Die Stellungnahme des HB zu der gerlanten Gesamtorganxsation blieb 

zunächst unbestimmt. Es bestanden offensichtliche Keinu -sverschiedenheiten zwischen 
»^^Svt^f u^ dcu k^u^U^ ^li^'^^J^'^ f^nZ/^^iyUA^, ^ ^ Y p ) 



der KeugiHtedung^und den von Breuer und Rosenheim geleiteten Frankfurter Kreisen. 



73) IFB Nr^ii^ vom 6.11.1919, S.2. 

7U) AZJ Nr.20 vom 114.5.1920, Beilage "Der Gemeindebote ", S.l/2. 

75) IFB Nr.lJ^ vom 1.1|.1920, S.U. 

76) IFB Nr.l2 vom 18.3.1920, S.l 

77) Israelit Nr.9 von U. 3.1920, S.3. neber Auerbach und seinen Vater und Grossvater, 
die gleichfalls Rabbiner der Gemeinde Halberstadt waren, siefte den Auf '^atz seines 
Sohnes, des Rabb .H.B.Auerbach, Die Halberstädter Gemeinde ISIU; bis zu ihr em Ende, 
in Bull. Nr.38-U0, 1967, und die in Fussn.62) genannte Broschtoe des gleichen Autors 

78) Aehnliche Differenzen im orthodoxen Lager zeigten sich in Sttddeutschland anlässlich 
der Grtodung des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden im April 1920. 

Im Zusammenhang mit der Vorbereitung eines staatlichen Kirchensteuergesetzes hatten 
die bayrischen Gemeinden die Gelegenheit ergriffen, auf der Grundlage der neuen RV 
eine eigene öffentlich-rechtliche Landesorganisation zu schaffen, um eine gleichberech- 
tigte Behandlung der jüdischen Gemeinschaft mit den Kirchen zu erzielen. 0b:;leich 
in "dem Rosenheim» sehen Israelit (Nr.l? vom 15.U.1920,S.5) ein "unabhängiger"^ Zu- 
sarnmenschluss der gesetzestreuen Gemeinden gefordert wurde, gaben die orthodoxen 
Vertreter auf der Grtadungsversamml.ung in Nürnberg ( ,an der Freund als Gast teil- 
nahm,) unter der Führung von Rabb. Dr.Pinchas Kohn-Ansbach ihre ZustiTnnung zur 
Schaffung eines Einheitsverbandes. Sie wurden entsprechend von Israelit gerügt, 
der das Ergebnis der SKZX±HXgMK Versammlung als "bedauerliches Konprcmiss" und 
"von der übel beratenen bayrischen Orthodoxie in einem unglflckseligen Augenblick 
der Schwftche akzeptiert" bezeichnete (Nr.l8 u.20 vom 6.5. u. 20.5.1920). 



WÄhrend der Israelit eine scharfe Ablehnung der aesamtorgarc sation propa^p-erte, 
beiTÄhten sich die Rabbiner/flnchas Kohn-Ansbach (1867-19U2), der spÄtere Sekretär der 
Agudas Jisroel Weltorganisation, und Dr.Isaac Auerbach-Kalberstadt um eine Verstän- 
digung, die dem HB zrwar seine unabhängige Existenz neben den DIGB sichern aber ander- 
erseits den rneisten seiner Mitgliedsgemeinden den Eintritt in den oder Verbleib im 

79) 
DIGB ermöglichen sollte. 

Im September 1920 erschien als Resultat aller dieser Verhandlungenjiind Erl?)rterungen 
eine BroschUre des DTGB Entwurf einer Verfassung für eine Gesamtorganisation des 
des deutschen Judentums, im Auftrage des DIGB für den XV. G emeind e tag verfacst von^ 
teSxxxxKxBSOci Dr. Ismar Freund, flie nicht nur den Text des Entwurfs sondern auch 
eine ausführliche Begrl3uidung enthielt. Als wesentliche Gesichtspunkte f\!ir die Ur>- 
wandlunc des DIGB - statt der vom VDJ bevorzugten direkten Gr»indung durch die Genoin- 
den - wurden neben ideellen Gründen geschichtlicher Kontinuität praktische Er.-ägui'cen 
im Hinblick auf die vielfältigen Einrichtungen und Anstalten des DIGB und s'^^Ln beträcht- 
liches Stiftungsvermbgen angeführt. Gleichzeitig mit der Broschüre erschien die Sir- 

80) 
ladung des DIGB zu seinem XV. Gemeindetag am 17/13. November. Ende Oktooer jedoch 

gab der DTG^ bekannt, dass der Termin für den Gemeindetag verschoben werden nusste, 

weil "seitend der Gross gemein den ... der W\insch geäussert wordeü" sei, nochmals mit 

dem DIGB zu verhandeln. Eine Spezialdebatte über die Gesamtorganisation in der 

82> 
Berliner RepVers am 21.November 'zeigte, dass nicht nur die zionistischen und konser- 
vativen sondern auch die meisten liberalen Repräsentanten für den DIG^ als den Träger 
des Verbandes eintraten, und dass in der "gemischten Deputation" eine weitgehondo 
Einigung über den Wortlaut der Verfassung erzielt worden ixt war, dass aber der VorsLanrl 



79) Auf einer solchen Basis war in Würzburg am 8 . August 1920 ein Bund der ^:osotzor- 
treuen Gemeinden Bayerns gegrl\ndet worden, der Jter "als Zweckverband" korporativ 
dem Bayrischen Landesverband angehörte. (Israelit Nr. 33 vom 19.8.1920, S.?) 

80) Mitt. Nr,91, September 1920 

81) AZ.T Nr,35 vom 29.10.1920, Beilage "Der Gemeindebote", S.U. 

82) AZJ Nr.38 vom 10.12.1920, Beilage "Der Gemeindobote", S.l. Siehe auch die in 
Fussn.72) erwähnte Nummer der JR. 



nach wie vor, offenbar unter dem Einfluss Lilien thal» s, eine Entscheidung hinaus:^-.- 
schieben suchte Erst in einer weiteren Sitzung der RepVers Anfang Januar 1921 ^^irdo 
eine Einigung erzielt. Die li^berale Majorität stimmte einigen Aenderungs vorschlafen 

des Vorstands zu, deren wichtigster den Zweckparagraphen der Verfass^ing entgegen den 

83) 
Wtoschen der Zionisten in seiner ursprünglichen Fassung wiederherstellte. 

Inzwischen war der Gemeindetag des DTGB auf den 23. Januar 1921 nach Berlin einberufen 

worden. Ihm gingen erneute Verhandlungen nit der Separatorthodoxie voran. Am 19.1^.19?^ 

fand eine Besprechung statt, an der fUr den DIG^ Kalischer, Sobernliein und ?rcund ind 

von orthodoxer Seite ?A Dr.Isaac Breuer-Frankfurt/M , der Syndik-us der r\rj,und ^ibb. 

Dr.Pinchas Kohn-Ansbach teilnahmen. Ihr Ergebnis i-Td^r ein an den Dl3B gerichteter -o- 

meinsamer Brief der FVJ und des HB vom 10. Januar 1921: 

tt In der Voraussetzung, dass der DIGR sich mit der Tatsache abfirdet, da-^s 

eine einheitliche Gesamtorgan i.sation des deutschen Judentums z'jrzeit nicht nttgllch 
ist und daher zwei selbständige öffentlich-rechtliche jüdische Organisationen 
nebeneinander bestehen müssen, sind \-riv zur Erfüllung der aus dienor Doppelor.^.mi- 
sation sich ergebenden Notwendigkeiten gegenüber dem Staate bereit, eine Delegation, 
bestehend aus Vertretern beider Organisationen, zu bilden, wobei wir üVar unnoron 
ursprünglichen Vorschlag hinausgehen, der lediglich eine von Fall zu :-all zusa-imen- 
tretende Kommission vorsah. Wir betonen aber nochmals, dass unumgüngliche Vorius- 
setziing einer solchen Delegation die Schaffung einer Atmosphäre ist, die jede 
Befehdung unseres Bundes arasschliesst und seine Existenzberechtigung in vblligor 
Selbständigkeit sicherstellt " ^5) 



83) IFB Nr.U vom 27«1.192ai, S.3. 

81i) Dr.Isaac Breuer (1883-19U6) war ein Sohn des Rabbiners der Frankfurter ndigions- 
gesellschaft und ein Enkel von Samson Ranhael Hirsch. Er entwickelte ^^»s noch 
von den deutsch- jüdischen Assim.-ilationstendenzen des 19. Jahrhunderts erfüllte Ideen 
weit über diesen Rahmen hinaus, insbesondere durch Betonung des nationalen Chai-alctor 
der jüdischen Religion. Dabei lehnte er die zionistische Bewegung vehem^-^nt ab. Itt 
Nessiasspuren , Frankfurt^! 1918, S.88, erklärte er: "In Westeuropa sin^. der messia- 
nischen Ilation zwei Todfeinde erstanden : die Reform und der Zionirmus."- Seine 
frühen Schriften zeichnen sich durch die Klarheit und konsequente DurdifVüiring ihrer 
iden5.ogi3chen Linie aus und sind auch heute - gerade für den Andersdenkenden - von 
aktueller Bedeutung, besonders in Israel. Seine Schrift Judenproble m, ^^rankfur'./^' 
1919, enthält eine VJürdigung der Persönlichkeit von Theodor Herzl, "^e in Tiefe der 
Einsicht iind Kraft des schöpferischen Ausdrucks zu dem Schl!>nsten gehört, dar; über 
ihn geschrieben worden ist. Vergl. auch Kurt Blumenfeld in E rlebte Judcnl'rage , 
Stuttgart 1962, S.I7I, wo er beschreibt, wie nt^rk er von Breuer bceindrickt war. 
Nach seiner Ueborsiedlung nach Palästina im Jahre 1936 widmete Breuer sich der 
Organisierung der Poalei Agudat Jisrael und wurde ihr Präsident. Vor kurzem ist 
eine Sammlung seiner Schriften in englischer llebersetzung erschienen: Conccpts of 
Judaism, Jerusalem 1975- 

8?) IFB rir.3 vom 20.1.1920, S.l. 



Dies war offenbar das ^'^axirniim, tm dem die llalberstÄdter Kreise ihre ?rankfiirtGr Froande 
überreden konnten. Ks war ."jedenfalls unverkennbar, dass hier im orthodoxen I a^er 
Keinungsverschiedenheiten vorhanden waren , die die Leitung des DTG^ hÄtto wahmohnon 
und ausnutzen sollen • Rauscher und Sobemheim waren auch offenbar geneigt, den Tor- 
schlag der gemeinsamen Delegation zu akzeptieren. Freund hingegen lehnte diese Li*).:ung 
ab und hoffte, für die Reichsorganisation dasselbe zu erreichen, was in Bayern gel.mgen 
war, n&mlich den kort^orativen Beitritt des HB. Der HB solle die Orthodoxie inner- 
halb des DIGB vertreten statt neben ihm. Diese Einstellung Freunder: sollte 

Aus gang de s/ 
den, körnenden Gemeindetages entscheidend bestimmen. 



i^lK, 



VI. Der XV. Gemoindetag des DIGB vew 23,Januar 1921. 



R<' 



Der Gcmeindetag trat im Tempel des Logenhauses in der Kleiststrasse in Berlin zusa^inen. 

Kalischer begrüisste in seiner Eröffnungsrede "325 Vertreter von 669 Gemeinden und 

und Gemeindetrerbänden" . Unter den 110 Vertretern aus Berlin fehlten Baeck und ::akowor. 

Cassel war, wie erwähnt, schwer erkrankt. Vom CV waren weder Eugen Fuchs, der 1^19 den 

Vorsitz aus Gesundheitsgrllnden niedergelegt hatte, noch sein üachf olger, JR Dr.Julius 

Brodnitz (1866-1936) anwesend. Aber ronst war kaum einer der im jüdischen Geneindo- 

und Vereinsleben tätigen I'^enschen zu vermissen. Fttr den l^p waren Rabb.Dr.Isaac Auerbac'v 

Halberstadt \md Rabb.Dr.Pinchas Kohn-Ansbach erschienen. 

Kalischer wies zu Beginn seiner Ansprache au.f das Elend der polnischen Judenhoit hin, 

die gegen Ende des Krieges und unmittelbar nachher von Hunger und Progromen heimgesucht 

war, und fuhr fort: 

»'Und da muss es als ein Lichtblick betrachtet werden, dass Palästina unter mÄchtijTen 
Schutz sich vorbereiten darf, den Einwanderungs ström .... dorthin zu lenken. Aaf 
welchem parteipolitis-^hen Standpunkt auch der einzelne steht, kein Judo, der das 
Gefühl des Judeseins hat, kann gloichgUltig an der Tatsache vor^Abergchen, dass :\il»l- 
stina, das uns allen doch das Heilige Land ist und Millionen von Juden das land der 
Väter, auf das sie einen historischen Anspruch zu haben meinen, in die Woltpolitik 
einbezogen ist, dass dort eine Heimstätte errichtet werden soll, wo Juden, die da 
hinaufziehen wollen, gesichert vor jeder VJillWlr, geschätzt durch Recht und Gesetz, 
untor der Sonne der goldenen Freiheit sich DancinsmWglichkeLtcn schaf fon und n-ioh 
ihrer Eigenart sollen leben kl^nnon." 

Verglichen mit der fast gleichzeitigen l^osolution dos CV (s.S. 22) beachtliche Worte 

eines liberalen deutschen Judenl 



86) Mitt. Nr.9li, OTrz 1921, enthalten das Stenographische T^rotokoll des Goneindetagos. 



(/',' 



/Der Rede Kalischer» s folgte die Wahl des Präsidiums der VersaimLunc. Zum Voraitzendon 

wurde einstimmig Kalischer gevfthlt, zu einem seiner Stellvertreter 6fe6!VDr«Nöumoyer- 

87) ^ 

Wttnchen , der Vorsitzende des "Bayrischen Landesverbandes. Danach erhielt Freund das 

Wort zum Referat Über den Hauptpunkt der Tarjosordnung. Er bezeichnete als wichtigste 

Momente, die zur Hchaffunn der Gesamt Organisation d!^ängten, die "Verschiebung der 

88) 
SiedlungsverhÄltnisse innerhalb des deutschen Judentums" und das "Verhältnis de'3 

deutschen Judentums nach aussen, insbesondere zum Staate." Das "Fortstreben der l^bor- 
wiegenden T'ehrheit der Juden vom flachen Lande und den kleinen Städten in die 'Iros.'j- 
Städte" mache es notwendiger als je, "wenn man überhaupt das Judentum noch erhalten 
und jüdisches Gemeindeleben in den kleinen Gemeinden als den eigentlichen Keimr.ellon 
jüdischen Lebens aufrechterhalten wolle", dajs die Gemeinden sich zusajTinenschliesscjr, 
"um durch gemeinsame Arbeit die Leistungsschwachen zu stützen ^jnd damit das Klal J.'rrool 
aufrecht'^aerhalten". Die WÄhrungs Zerrüttung und Wirtschaftskrise verschärfe diese Not- 
wendigkeit und mache "den Zusamnenschluss jetzt buchstäblich zu einer Lebensfrage,". 
Ein drittes bedrohliches Moment käme hinzu: 

?Es mutet uns an, als ob sich die Grüfte des Mittelalters auTfetan, als ob ein Geist 
der Gehässigkeit, der Menschheitsvergif tun-^ durch das deutsche Volk schritte, v.dc 
wir ihn seit den finstersten Zeiten unserer deutschen \ind jüdischen Geschichte 

nicht erlebt haben Wir Juden müssen uns klar sein, dass noch auf lange 

hinausdie inneren Kämpfe sich weiter auf unserem Rücken abspielen werden, dass .rir 
Juden weiter das Kampfobjekt sein werden, das die kämpfenden politischen und irirt.- 
schaf tlichen Kx Parteien in die Arena werfen." 

Das erfordere auf jüdischer Seite einen Zusammen seh luss aller Kräfte, um den Kampf 

"auf Leben und Tod um unsere soziale und unsere rechtliche Geltung ... mit irgendwelcher 

Aussicht auf Erfolg" bestehen zu k(!>nnen. 



fr^ 



r\v^ 



87) OLGR Dr .Alfred lleumeyer (1867-I9ltl4), später zum Obers tlandesgerichtsrat aufgerüclct, 
wu37de einer der entschiedensten Vertreter der "süddeutschen Relange", die die 
Schaffung eines Reichsverbandes auf der Basis der Beschlüsse von 1921 verhinderton. 
Er war ebenso verbindlich in den äusseren Formen wie hartnäckig in der Vorteidirung 

. seines Standpunktes. Sein Bruder, Prof .Karl Meumoyer (1869-19U1) , orlanf-te welt- 
weite Bedeutung als einer der Begründer des intemationalen/2ivi>rechts. 

88) 1871 wohnten nur Icnapp 20f, der jüdischen BevlMkerung Deutschlands in Grossstädten, 
während eine Generation später, im Jahre 1910, fast 60fo Grossstädter waren. Eine 
ausführliche Darstellung dieser strukturollen V/andlung findet sich in Prof .Heinrich 
Silbergleit, Di e Bevülke r ungs- und Berufsverh ältnisse de r Juden im D eutschen Reic.i, 
Band I, Freistaat Preussen , Berlin 1930, S.2-k-21^j; eine'ncuere Zusairrrien Stellung m-lt 
zusätzlichem Quel lenmaterial in Max P.Birnhaum, Die jüdische Bevülkerun<- in Preussen, 
in Gegenwart im Rückblick , Heidelberg 1970, S.llFlT;; ' 



Hinsichtlich der Grundgedanken des vorgelef^ten Verfassun^sentwirf n konnte ^-Teund 
auf die von ihm verfar.ste Broschüre des DTGR verweisen, die eine ausführliche DccrMn- 
düng enthielt. Er hob lediglich die Einrichtung des Bundestages als ei.nec 
«auf denkbar breitester demokratischer Basis»' gelfeiten Organs und die leitenden Gerichts 
punkte ftir die Zusammensetzung des Rates (Vertretung der Gemeinden ils der eigent- 
lichen rechtlichen TrÄger des Bundes und der Rabbiner als der Repräsentanten Ärra ::eine 
religiösen Charakters) hervor und erfeite die in den A u s s c h !i s s c n verankerten 
Vorkehmingen zum Schutze der inner jüdischen Richtungen gegen !-:ajoricier.ing. Er schlocs 
mit einem nochmaligen Apell an den Gemeinschaftssinn aller Teiljiehjner und r±t dem 
Hinweis auf die historiische Bedeutung der Stunde. 

In der ans chliec senden Generaldebatte wies TIeumeyer a^f die erfreu] icl^er Folger dnr 
Gründung des Bayrischen Landesverbandes hin: mm ersten !:al seien nun nuch füdischo 
^ Vertreter zusammen mit den Vertretern der christlichen Kircnen vom Staat zur Beratung 
in Schul- und allgemein- religiösen Fragen herangezogen worden.- Staatsrat Dr.Cchn~?cs:^n 
hielt eine Rede, die in ihrer prophetischen Eindringlichkeit im Auszug wiedergegeben rei 

»•Wenn heute nicht das deutsche Judentum den Ring schliesst, der es dauerr.d verbindet, 
dann ist der historische und psychologische Koment verpasst ...., dann ist di.e 
Stellung des deutschen Judentums in der nächsten Generation urnd.ederbrLnglich ver- 
loren. .... Dazu malint uns ... die furchtbar ernste politische Lage. •.. Sicher ist, 
dass wir Juden zu grossen Kraftproben unter uns keine Zeit mehr haben. Wir brauchen 
unsere Kräfte jetzt nur zur Abwehr des gemeinsamen Feindes. ... v:as ist denn roch 
f1!Lr uns verl»sslich? Die Reichswehr, durchsetzt von antisemitischen Elementen?^ Die 
Regierung, die heute von dieser, morgen von jener Seite abhängt?.... Nichts ist 
dort fto uns zu haben. Für uns zu haben sind nur wir« " 

Anschliessend vertrat Rabb.Dr.Pinchas Kohn-Ansbach als Gast den Standpunkt des IIB. 

Im rinblick auf den späteren Verlauf der TagTin- und die kl\nftige Haltung der Scrarat- 

orthodoxne kommt seinen Ausführungen besondere Bedeutung zu. ülachdem er auf die vom 

HB geforderte "gemeanssme Delegation" eingegangen vjar, deren Verwirklichmg zeigen 

würde, "dass es unter den Juden oinon Separatismus nicht gibt," erklärte or: 



89) JR Dr .Hermann Cohn (1B69-1913) war der Vorsitzende der nemeinde Dessau im Frei;'i<^at 
Anhalt und des bald nach der DIGB-Taj^ng gegrüi^ideton Anhal.tis chen Landcsvorbnr.los. 
Seit 1902 war er freisinniger und nach 1916 DDP-Abgeordneter im Anhaltischon Land- 
tag, in dem er wiederholt fl^r jüdische Belange und gegen antisemiiischo Anrr^f^\- 
auftrat. Von 191Ö-1922 gehörte er als Staatsrat der Anlialtischon Staatsregienm:: 
an. Siehe auch Hamburger, a.a.O., S.3^5>/06. 



'/ ,/ 






4. 



"Es ribt aber eine Reihe von konservativen Juden, die schon jetzt sagen: •.•.enn 
diese Verfassung der Gesamtorf-anisation in einzelnen Pimkten derart ceHndcrt 
virt dass eine Synthese sich findet zwischen dem AutoritÄtscedanken und der, 
ÄrftiscSen GeSnken, dann sind eine grosse Monge konservativer Juden auch 
ietzt schon bereit, in die Gesamtorganisation einzutreten. Ich darf ^le '.voh- 
bitten diese« Grundgedanken der konservativen Antrftge bei der Spezialdebatte 
Recta^ng^^agen. Der mnd gesetzestreuer Gemeinden will also nicht wie meir 
verehrter Freund Freund sagt, Gewehr bei Fuss stehen, sondern nur noch etvas 
artend hinter der r,chranke, bis wirrgemeinsam verbinden ''^»"^^"' ^^,^^i?,^^^^ ,^,^ „ 
vielleicht durch die Antrftge und Acnderung der Satzungen eine Form da.ttr fander. 

Nach einer kurzen Erklün.ng von T^oritz A.I.oeb fttr die Gemeindeorthodoxie und von 
RA Heinrich Stem^° f^r die Liberalen vmrde die Generaldebatte abgeschlossen, in 
der Kalischor pr&sidiert hatte, und unter der Leitung des berliner Vorrtandsnit^ 
glieds Leopold Bad^t die Spezialdebatte eröffnet. Nach einer lungeren KitattE Aus- 
einandersetzung ttber den Zweckparagraphen wurde der Berliner AendcrunGsantrag 
(siehe oben) mit den Stinmen der Liberalen gegen die Zionisten und meisten Konser- 
vativen angenommen. Das Stimmverhftltnis, das sich bei späteren Absti™r..n;:en väoder- 

Es 
holte war etwa 2/3:1/3. 5äadöx«h handelte ex sich dabei, wie Freund rit Recht bc- 

onte, UF, einen seirantiachen "prinzipiellen" Unterschied, der sachlich mafccbixÄEX 

praktische Bedeutung war. Gerade deshalb aber hinterliess die Absti-irsung 
den Eindruck eineY von Berlin dirigierten liberalen 
nach einigen unwichtigeren Punkten wandte sich die Diskussion der Frage des V.'ahl- 
rechts zum Bundestag zu. S 10 des Entwurfs bestimmte: "Wahlberechtigt und «fthlbar 
zum Bundestage aind alle vollj&hrigen Goneindemitglieder beiderlei Geschlechts." 
Hierzu stellte Louis Ladewig-Ghomnitz namens des Verbandes der israelitischen P.e- 
ligionsgemeinden in Sachsen den Antrag, zwischen "volljährigen" und "Gemeindemit- 
gliedcr" das VJort "deutsche " einzufügen, also den auslandischen Juden das V.'ahlrecht 
zu nehmen. Zur Begründung führte er an an, dass von den 20.000 Seelen der Leipzig-r 
Gemeinde 16.000 Ausl&nder seien, und dass von h.OOO Juden in Chemnitz nur 900 die 

90) RA Heinrich Stern (l883-19?l) war seit 1917 Vorsitzender der Vereinigung für 
das liberale Judentum in Deutschland und Ftthrer der liberalen Fraktion in der 
Rep'/ers der Berliner Gemeinde, von 1930 an Vorsitzender der RepVers. Von 19W -- 
1932 war er Präsident der j&hrlichen Verbandstage des HV, die er mit vorbild- 

4. lieber Unparteilichkeit leitete. St., der religitts zur Tradition neigte, war 
allgemein bemöht, eine VerslÄndigung zwischen den widerstrebenden Tendenzen der 
verschiedenen Gruppen zu erreichen. 



ifr.M»- 



i3:^P«^ ^^/^ ^^"^^ ^'%-/ • 



91) 
deutsche Staatsannehttrigkeit ber^Äcaen. Die deutschen Juder. kftnrter, sich n^ ch" von 

Ausländem mjorlsieren lasaen. Der Antrag l»ste erregte ZwischenruTo aus ("ar.tisnrJ. 

tischcr Chauvüiiismus" u.U.). Nicht nur Zionis^^en «ie Dr.Aron üandxer und Gateu> 

Schocken-Zwickau^^^ sowie der orthodoxe oldenlMreische Landesrabbiner Dr.de Haas 

polemisierten gegen seine Absurdität, sondern auch Freund erklärte mit aller Schflrf«, 

dass es mr einen Religionsverband keinen Unterschied zwischen In- und Ausländem 

geben WJnne, und dass weder die katholische noch die protestantische Kirche in ihron 

Verfassungsgesetzen einen derartigen unterschied kennen. Im übrigen handle es sich 



91) Die besonderen Verhältnisse in -.achser erklären sich aus der geschichtlichen Snt- 
wLcklunp. seit l51i3 war den Jiiden in Sachsen die Ansiedimg verboten. Dies hirder.e 
aber nicht zahlreiche jüdische Hftndler aus dem Osten, wie seit Jahrhunderten aucn 
weiter die Leipziger Messen zu besuchen, die einen wichtigen Umschlagspurkt.ttr 'Ion 
Handel zwischen Deutschland und Osteuropa darstellten. Gegen ^nde des iB.Jahrhun^iori.s 
kamen .i&hrlich mehrere tausend jüdische "Besucher" - übervrf.e.-end aus Polen, aber 
auch aus Hamburg und Berlin - nach Leipzig, wo sie ihre eigenen Vohn quartiere vtA 
Betstuben und, seit I8II, sogar eine BegrübnisstÄtte ausserhalb der Stadt unter- 
hielten - jt^mrr Brst nach I838 wurde Juden wieder unbesohrHnkt gestattet, sich in 
Leipzig'und Dresden anausiedeln, und erst I869 wurde dieses Recht auf rjanz Sachsen 
ausgedehnt. So standen relativ wenige "deutsche" Juden einer weit grosseren Zahl 
von "Ausländem" gegenüber, deren Einbürgerung - selbst nach vielen Jahrzehnten - 
von den Staatsbehörden abgcletot wurde. Maturgeltias war ein relativ grosser Teil 
des Flüchtlings Stromes aus Polen nach dem ersten Weltkrieg in diese.-« Gebiet geienKt 
word-n, zu dem seit Jahrhunderten wirtschaftliche und verwandtschaftliche Bezie- 
hungen bestanden hatten. Vergl. Dr.Fred Grubel, Der Judenfriedhof in Joh annistal, 
in Bull.Fr.28, 1962, S.132 ff., und Dr.Wilhelm Ilarmelin, Jews in the Leipz.\g F- .r 
Industiy , in YB IX, 1961, S.239 ff. 

92) Dr.roed Aren Sandler (1879-19514) war T4itglied des Berliner Geneindevorstandes. Er 
war obwohl Arzt, einer der besten Kenner des Gemeinderechts und zeichnete sic.i 
in allen Verhandlungen durch seinen scharfen analytischen Verstand aus. An der 
Gründung des H,V war er entscheidend beteiligt (sieho S.'^'k.?/), ebenso an den ^em- 
tungen über ein neues Judengesetz und die Schaffung einer Reichsorganisaticn. tm 
Verbandstag trat er wiederholt als Sprecher der JVP auf und gehörte seit 1?2Ö den 
Grossen »at als einer der Berliner Vertreter an. 1933 wurde er nach der, Ausscheiden 
KareskiM als stellvertretender r.chatzmeister in den Engeren Rat gevrtlhlt. 193^ 
übersiedelte er nach Palüstina. Seine Papiere und Aufzeichnungen befinden sich 

Im CZA. Ein Auszug daraus ist unter den Titel Th e Stmggle for Unification in 
englischer üebersetzung in YB TI, 19?7, S.76 ff, veröffentlicht worden. 

93) Es erübrigt sich, die Bedeutung \ind Leistunjjcn von Salman Schofcken (1877-1959), 
dem T^itinhaber des tanin grossen deutschen Warenhauskonsem s und späteren Verleger, 
hier darzustellen. Es genügt, auf Dr. Siegfried Moses» ausführliche v.-ürt'.igung 
dieses eigenwillig-genlslen Hannos in YB V, 3''60, S.73 ff-, und Robert Weltsch's 
Machruf auf S.Xn AlTT des gleichen Iiandos sowie auf S. 92-99 In Blumonfold's 
Erlebte Judenfrage , Stuttgart 1962, hirr^iwoisen.- Im PTV, in dessen Grossen und 
Engeren Rat er raA 1931 nach :neiner Ilebersiedlung nach Berlin gewählt wijrdc, 
Interessierte sich Seh. vornehmlich für die Schaffung einer Pensionsversicherung 
bezw. Pensionskasse und für Massnahmen zur Rationalisierung der Rabbinorbildungs- 
anstalten. KMxeEr wanderte 193U nach Joiusalem aus, ging aber 19U0 nach den U.S.A., 
wo er bis zu seinem Tode blieb. 



um das Wahlrecht der nesamtorganisation und nicht um das Wahlrecht in den einzelnen 

Gemeinden, deren ^utonomie im Rahmen der Landesgesetze unberührt bleibe.- Schliesslich 

wurde ein Antrag des Vorsitzenden der Frankfurter Gemeinde, JTi Dr. Julius Blau (1861-1939), 

einstimmig angenommen, der den Wahlparagraphen wie folgt fasste: 

"Wahlberechtigt und wahlfähig sind alle volljährigen, in Deutschland wohnhaften 
Juden beiderlei Geschlechts, die mindestens ein Jahr vor Ausleg'ing der '..-Ähler- 
listen in ihrer Gemeinde ihren Wohnsitz gehabt haben." 

Dagegen wurde ein konservativer Antrag, den Frauen das aktive und passive Wahirc.'cht, 

mindestens aber das passive Wahlrecht vorzuenthalten, entsprechend dem Vorcchlag der 

Antragsteller selbst lediglich dem Ausschuss als ^-^aterial übenviesen. Entrjcheider i f'lir 

die offensichtlich schwache Haltung der Konservativen in diesem Punkte war die Erklft- 

rung von Rabb. Dr.Nehemias Anton Nobel-Frankfurt/M (1871-1922), dass die Frage des 

Frauenwahlrechts "religionsgesetzlich strittig" ist und deshalb nicht zu einer Ablehr.unr: 

des Entwurfs seitens gesetzes treuer Kreise führen sollte. Er sprach nicht nur nit der 

Autorität des Vorsitzenden des Allgemeinen Rabbinerverbandes, sondern als einer der 

Mitbegründer des Tüsrachi, der Weltorganisation religiöser Zicnisten, an der^sen Cbser- 

qU) 

vanz und halachischer Gewissenhaftigkeit nicht gezweifelt werden konnte. 

Angesichts der Zur« ckhaltiing des konservativ- orthodoxen FWgels in dieser Frage ist 
es umso unverständlicher und bedauerlicher, dass die liberale :!ajoritÄt und Freund mit 
ihr wenig Kompromissbereitschaft hinsichtlich der weiteren konservativen Antr?4fe 
zeigten, die fast den gesamten Rest der Beratungen in Anspruch nahmen. Sie betrafen: 
a5) Die Rabbina tsver tretung im Grossen Rat; der Entwurf sah vor, dass neben drei 
vom Bundestag zu wählenden Rabbinern jede der drei Rabbinerbildunrrsanr falten 
einen Vertreter entsenden sollte. Die i:onservativen wollten die hierin ent- 
haltene Anerkennung der Gleichberechtigung der drei Anstalten vermeiden, weil 



9I4) Dr.Ernst Gimon in seinem Aufsatz N.^.TIobel als Prediger In BrlSckon, Meidclborr 1^6<, 
S.3BO, berichtet, dass Nobel ihm seine Ste.1 lungnahme anlässlich einer Wahl in den 
Frankfurter Gemeinde vor stand wie folgt erklärte: 

"Frankfurt hätte noch warton kbnncm, aber Erez Jisrael kann nicht mehr wartx^n. 
V;ir kennen das Land nicht aufbauen, ohne unseren Mädchen und Frauen Gleichbcv- 
rechtigung zu geben. Ich habe es für dar; Land geUn." 



sie nur das orthodoxe Rabbinerseminar in Berlin fVlr befugt erachteten, da 



s 



Rabbinerdiplom zu erteilen. Sie schlugen deshalb vor, die Zahl der von Bundes- 
tage zu wählenden Rabbiner auf sechs zu erhlihen und die Delegation der (ir<.;i 

95) 
Rabbinerbildungsanstalten zu eliminieren, 

b) Der Verfassungsentwurf sah Kultus- und UnterrichtsausschUisse "für jede religdittso 
Richtung besonders" vor, dagegen nur einen Ausschuss f\lr die V/issenschaf t 
des Judentums« Die Konservativen beantragten, auch für die Wissenschaft doc 
Judentums zwei Ausschmisse vorzusehen. 

c) Der Entwurf bestinimte femer: 

"Mitglieder der Kultus- und Unterrichts-Ausschlisse sollen nur solche Personon 
sein, die der für den Ausschuss massgebenden religiösen Richtung anf^ehbren." 

Der konservative Antrag ging dahin, die V7issenschafts aus Schüsse mit elnsubeziohen; 
nicht nur die !^hlbarkeit sondern auch das Wahlrecht auf Personen der rleichen 
Richtung zu beschränken; und schliesslich '7a bestimmen, dass für diese Ausschüsse, 
soweit sie gesetzes treuer Richtung sind, "Frauen kein Wahlrecht haben." 
Trotz der Erl-rlÄrung eines der Antragsteller, dass die Annahme dieser Anträge ":^-lnderte 
gesetzestreuer Gemeinden für den Anschluss an die Gesantorganlsation gewinnen" Tvürde; 
trotzdem ?A Dr.Victor-4Mndsbek namens seiner zionistischen Freunde beton be, dass sie 
den »»Anträgen voll und ganz zustimmen"; trotz des dringlichen Appells von Rabb. Dr. 
Auerbach-IIalber Stadt namens des HB und von Lazarus Seckbach namens der Halbers tAdter 
Gemeinde wurden die ersten beiden Anträge abgelehnt. Der Antrag hinsichtlich der Rabbin^r- 
vertretung im Rat war durch zusätzliche Anträge der Lehrerschaft, die gleichfalls eine 
Vertretung im Rat forderte, kompliziert worden. Förmlich abgestimrat wurde nur über die 
Eliminierung der Vertretung der drei Rabbinerbildungsanstalten. Das Ergebnis war - wie 
bei der Abstimriung über den Zweclrparagraphen - etwa ein Drittel für Streichung der 
Bestimmung, über zwei Drittel dagegen. Konservative und Zionisten waren von oiner ge- 
schlossenen Front der Liberalen überstimmt worden. 51chuld war nicht nur eine längere 



95) Vergl Walk, a.a.O., n. 237/38 über die Gegnerschaft der Soparatorthodoxie get:on das 
konservative Jüdiscli- Theologische Gomlnar in Breslau. 



k^H'?Uii r/ 



Erklärunc von Freund, dass die AntrÄf^e mehr oder wenif^er toerflttssin seien und ein 
besonderes Entgegenkonmen eigentlich nur dann rinn hfttte, wenn nicht nur die einzelnen 
gesetzestreuen Gemeinden sondern der IIB als solcher sich der Organisation anschlftssor. - 
ein Schritt, zu den dieser nicht bereit war-, sondern vor allem die unge^ichickto und 
konfuse Art der VerLammlungsleitung durch Leopold Badt. Unter allgemeiner Unrahe und 
Ungeduld wurden schliesslich fast alle AbänderungsantrÄge - auch die der Lehrer - ab- 
gelehnt, obgleich sich Freund z.B. fto den konservativen Antrag b) ausdrücklich ein- 
gesetzt hatte. Selbst die Annahme des Antrags c) (ohne Einschluss der vJissei- 
schaftsaus schösse) erfolgte in so grosser Unruhe und Hast, dass die orthodoxen Antrag- 
steller selbst sich darüber nicht im Klaren waren und Seckbach am Schluss der Tagung 
offenbar in gutem Glauben erklären konnte, dass "die Antr&ge der Orthodoxen sämtlich 

abgelehnt" worden wären. Wie nachhaltig dieser Eindruck war, ergibt sich aus einer 

iÄä^ 96) 
Pressenotiz des HB vom 7«3«1921 : 

"Nachdem unser .... Aufruf bereits verschickt war, wurden uns die neunn Satz'.innen 

des DIGB bekannt Diese Satzungen enthalten einige nicht unwesentliche Ab- 

wei-^hungen von den BeschlVissen, die auf dem Gemeindetag vom 23. Januar gafanst 

vnirden, Der vielumstrittene <5 26 Abs. 2 zeigt den nachträglichen Versuch ei -.er 

Annäherung an die auf dem Gemeindetag i-eäusserten und mit 2/3 Majorität abgelehnton 
Anträge der Vertreter gesetzestreuer Gemeinden." 

Diese Darstellung - sechs V/ochen nach der Tagung - zeigt, wie hartnäckig die Orthodoxie 

an ihrem Irrtum hinsichtlich des Schicksals des Antrages c) festhielt, obgleich Frea^l 

dies schon am 30..Tanuar richtigzustellen versuchte (siehe weiter unten). 

Dieses Ergebnis der Tagung war weit folgenschwerer, als die Teilnehmer es ahnten. Die 
Anträge selbst, \iber die man gewiss geteilter Meinung sein konnte, waren weniger von 
Bedeutung als der Mangel an Verständigungsbereitschaft in Fragen, die von einer Minder- 
heit als religiöse Gewissensfragen empfunden wurden, und deren Behandl\ing als sympto- 
matisch für die allgemeine Einstellung der Majorität angenohen wurde. Die Folge war 
eine Stffkung des intrans igen ton Frankfurter Flügels, der nur auf einen solchen Fohl- 
schlag der llalberstädter Initiative gewartet hatte. Eine einmalige Gelegonlieit zu 
einer grosszttgigen Vers bändigung war versäumt, worden. 



96) Israelit Mr.lO vom lG.3,19r'l, S.U. 



vTi. 



Die Tagunc von 1921 endete mit der Annahme der nosamtverfassung mit ÄberwÄltigender 
Mehrheit. Nach dem stenographischen Protokoll stiften nur h Vertreter daj^egen. 
Kalischer und Freund wurden lebhaft beglückwünscht, und allgemein herrschte der Ein- 
druck, daj3S ein entscheidender Schritt zur Einigung der deutschen Judenheit getan und 
die Schaffung der Gesamtorganisation, des Reichsverbandes, erreicht war. 
Das Gefühl einer nie zuvor erreichten Einmütigkeit wurde am eindrucksvollsten von 
Alfred Klee in seinem Schlusswort zum Ausdrucl: gebracht: 

"Was heute hier entstanden ist, ist letzten Endes für uns etwas ganz Grosses. ... 
Auf der ganzen Welt gibt es bis heute keine Judenschaft, die auf der Basis des 
allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen proportionalen Wahlrechts jedes in 
dem'l.ande befindlichen Juden ihre Geschäfte erledigt, d.h. eine Heranziehung auch 

des Letzten und Kleinsten für die Arbeit der Gemeinschaft Es ist endlich 

einmal eine Einigung der überwältigenden KajoritÄt des deutschen Judentums für 
eine rrrosse und wichtig© Auf gäbe erzielt. Ich hoffe, dass, nachdem in dieser 
Organisation absoluteste Gewissensfreiheit garantiert ist, der kleine Teil, der 
noch "Redenken hat, diese Bedenken zurückstellen und bald zur gemeinsamen Arbeit 
kommen wird. Dann haben wir das gesamte Judentum für eine der wichtigsten und 
grÖGsten Aufgaben, die wir zu leisten haben, gewonnen, nümlich für die Kräftigung 
und Stärkung unserer jüdischen Gemeinden.»» 



VII. 1921/1922: Zwischen Reichsverband und preussenverband. 

Gegnerschaft der Separatorthodoxie - Schwierigkeiten im KM -. 
Obstruktion der Süddeutschen - Demise des VDJ -Sp an n ungen h^f^c'^C..y. 
vv>v inm^rhalb doo DIGB^.^e^^ .i^cw^i^ 4**v^- (ijttw4,*^^w ^Iv. • 



Das Hochneftthl über den Erfolg des 23»Januar hielt nicht lange an. Der Erste, der die 
'"efahr der verfehlten Verständigung mit den Halberstädtcr Kreisen erkannte, war Freund, 
obwohl gerade er der schärfste Gegner des Gedankens der "gemeinsamen Delegation" war. 
':chon am 3Cyanuar, noch bevor irgendeine Be^Tj^rechung innerhalb des DIGB stattgefunden 
hatte, richtete er einen persönlichen Brief an Lazarus Seckbach als den Vertreter der 
^'emeindo 'lalberntadt auf dem Gemeinde tag. Ihm lag vor allem an einem Beitritt der 
IJesetzestreuen Gemeinden, an ihrer Spitze ^falberstadt und Altena, die bis dahin Mit- 
[jlieder des DIGB gewesen waren. Auf diese Weise hoffte er, die Spannung zwischen Halber- 
::tadt und Frankfurt zu verstärken und schliesslich doch den kor[)orativen Beitritt des 
HB zu erreichen. Was er unterschätzte, war die Entschlossenheit auch der Halbers tädter. 



S'7) Allerdinns versicherte Geckbach, dass "eine grosso Anzahl Delegierter von gesetzes- 
treucn Gemt^inden ... sich der Stimme enthalten" hätten. - Vorher war ein in letzter 
llinnte von den Zionisten untemomnoncr Versuch gescheitert, die Verfassung als "ver- 
lauf i^:" zu bezeichnen und ihre endgültige I'\issung dem ersten Bundestage vorzubehalten, 
sodass also zur Aenderung von überstürit gefassten Beschlüssen nicht die in der Ve3>- 
fassung vorgesehene Zweidrittelmehrheit erforderlich wäre. 



Äusserstenfalls eine Doppel mitgliedschaft Gesetzes treuer Gemeinden zu akzeptieren, 
aber lediglich auf der Basis der korporativen UnabhÄngigkeit des HB und der Schaffung 
der "gemeinsamen Delegation". Freund berichtete über diesen Brief in einer Konmissions- 
Sitzung des DIGB am iJ.Februar und ferat erneut dafUr ein, der Orthodoxie in der Frage 
des besonderen wissenschaftlichen Ausschusses entgegenzukommen. In der gleichen Sitzung 
verlas Kalischer ein Zirkular des der Separatorthodoxie nahestehenden Vereins für die 

jüdischen Interessen des Rheinlands, in dem die gerade in der Rheinprovinz noch zahl- 

99) 
reichen kleineren und traditionell geleiteten Gemeinden ^vor dem Beitritt zum DIGB 

gewarnt und zum Anschluss an den HB aiif gefordert wurden, ^md g war mit der in den 
nächsten Wochen und Monaten ständig wiederholten Behauptüi^^^ß^ auf dem Gemeindetag 
vom 23. Januar sämtliche AntrÄge der Gesetzes treuen abgelehnt worden wären* 
Sobemheim, der m.Lt Pinchas Kohn korrespondiert hatte, berichtete über dessen offen- 
bare Verstimmung über den Verlauf des Gemeindetages, besonders auch uarüber, dass die 






Leitung des DIGB es nicht für nbtig gehalten habe, der Versammlung von dem Brief des 

omd den Vorschlag der "gemeinsa men_Delegation" ^z ur Debat tg_zu_^ teilen J 
HB und^er 'F^!J vom 10. Januar Kenn tniF^zöTgebe^ Schliessiich wrde in der Sitzung 

100) 
mitgeteilt, dass der Vorsitzende der Gemeinde Halberstadt, Dr.Emil Hirsch , seine 

Wiederwahl in den Ausschuss des DIGB, dem er seit langem angehört hatte, ablehnen würde. 

schrieb 
Freund x xjikiJLig deshalb am T.Februar mt an Rabb.Dr.Auerbach-H alber stadt und wies darauf 

hin: "dass bis auf zwei Punkte sümtliche Anträge der Gesetze streuen tats»chlirh angenomaen 
worden sind. Das ist ein so ungeheurer Erfolg der konservativ- orthodoxen Sache, 
dass - von dem Gesamtimteresse ganz abgesehen - es eine Versündigung der Gesetzes- 
treuen an ihren ureigensten Interessen bedeuten würde, diese Tatsache zu ignorieren»' 

In einer kurzen, formellen Antwort vom 10. Februar betonte Auerbach lediglich die Selb- 



ständigkeit des HB, dagegen erhielt Freund von Seckbach eine 



dreiseitige 



98) Es handelte sich um eine sogenannte "Personalienkommission", die die auf den Ihm 
Februar anberaumte Sitzung des Ausschusses des DIGB vorbereiten sollte (FA-CAJ,]OCI Or/| 
Kopie des Briefes an vSeckbach befindet sich in FAH^AJ, XXI Or/3, ebenso seine 
Antwort und die weiter erwärmte Korrespondenz mit Rabb. Dr.Auerbach-Halborstadt. 

99) In den 3 südlichen RegBez Köln, Koblenz und Trier gab es nur 7 jüdische Gemeinden 
mit mehr als 500 Seelen, gegenüber 125 kleineren Gemeinden, von denen die meisten 
noch nicht einmal 100 Seelen zählten. 

100) Dr.Emil Hirsch (1870-193B) war ein Vetter und Altersgenosse von Rabb.Dr. Auerbach 
und Leiter der weltbekannten Metallfirma Aron Hirsch ^ Sohn. Mehr über ihn siehe 
bei Auerbach a.a.O. in Bull.Nr.33-UO, S.l^?, 312, 316/17; femer bei Dr.Siegfried 
Auerbach, Jews in the German Metal Trade, in YB X, 1965, S. 189-191. 



SV 



Erwiderung vom ^^.Februar, in der er die Beschwerden von Pinchas Kohn wiederholte und 

u.a. ausfUhrffcirfi : 

"Die ganzen Verhandlungen zu unseren Anträf^en machten den Eindruck eino3 absichtX- 
lichen Negierens; denn selbst über Forderungen, die seitens der Liberalen hatten 
ohne weiteres angenommen werden kennen, ist man einfach zur Tagesordnung ttberge- 

gangen Unsere Gegner zeigten sich als prinzipielle Gegner, und deshalb nur:s 

ich^ wenn eine Einigung bedauerlicherweise nunmehr nicht zustandekomen sollte, 

die Schuld daran lediglich auf Conto der T,iberalen stellen Ich bedaure 

ausserordentlich, dass wir auf dem Gemeindetag nicht zu einer VerstJlndi'-^ung ro- 
kommen sind, indessen haben wir, die Orthodoxen, eine Verstadigun?^ am Judentum 
nicht begangen. Jetzt, glaube ich, haben Sie den Zeitpunkt zu einer Vcrständirurig 
verpasst." 

Vergleicht man diese ''.eilen mit r5eckbach»s Aeusserung auf dem Gemeinde tag: 

"Sofern die AntrÄr^e der Orthodoxie angenommen werden, bleibt die Grneinde Halber- 
stadt ohne weiteres Mitglied des DIGB. Sie können ... der Ueberzeug^ong sein, dars 

tatsächlich bei Annahme der orthodoxen Bedingungen eLne rrosse Anrahl von 

Gemeinden, die nach Hunderten zählen, dem Gemeindebunde weiter angehören und nei^ 
hineingehen werden." 

so ist eklatant, dass der Verlauf des Gemeindetages einen grundlegenden V/andel in der 
Haltung und Taktik der Orthodoxie herbeigeflihrt hatte. Bestand vor dem Geneindetag 
offensichtlich eine erhebliche Spannung zwischen Ilalberstadt und Frankfurt, die unter 
Umständen in einem späteren Zeitpunkt zu einer engeren Verbindung zairischen ::3 und DIG3 
hätte flihren können, so hatten Breuer und Rosenheim die Enttäuschung der !Ialberst»d-^or 
Kreise über das r.rgebnis des Oemeindetages unverzüglich ausgenutzt, um eine endgültige 
Versteifung der Fronten zu erzielen. Ilalberstadt hatte offensichtlich daran gedacht, 
dass die dem HB angeschlossenen Gemeinden mit x.^nigen Ausnahmen auch der Geramtorgai..: - 
sation angehören wUrden. Das hätte nach innen und in verwaltungsnässirer Hinsich 



4- 

o 



praktisch die erwünschte Einigkeit hergestellt und lediglich nach aussen, dem Staat 
\md der Oeffentlichkeit gegenüber, eine etwa bef1*.rchtete -M ajori gi cmfl g- durch die 
Liberale Mehrheit in der Form der "gemejr.namen Delegation" verhindert« Jetzt waren 
unter dem Druck von Frankfurt und dem traumatischen Effekt der Geneindetag-Ha^orisier^n! 
(ob diese tatsächlich oder eingebildet war, ist psychologisch unerheblich) das Ziel 
ein anderes: es galt, den HB durch den Beitritt möglichst vieler Gemeinden zv stärken 
uid deren gle:5 ch zeitige Zugehörigkeit zum DIGB nach T-^ögli chkoit zu verhir.dcm. Bereits 
am 3»T-^rz 1921 brachte der Israelit (Hr,9, S.1/2) einen von Auerbach unterzeichneten 
Aufruf des 103 mit der folgenden Aufforderung an die gesetestrouon Gemeinden: 



■^^r 



"1. Pleibet der gcr^lanten Oesaratorgardsation fem imd machet ^.uch nicht durch -03- 
tritt zu derselben mitschiildi.- an der Geffthrdunc des eres etze streuen Judentujrvirl 
2 Tretet sofort dem Punde gesetzestreuer Gemeinden bei und fördert durch di- aus- 
schl? essliche Zugehbri/^keit zu diesen üunde ein ceschlosscnes Arbeiten f^lir cie 
kräftige Erhaltung des orthodoxen Judentums l " 

Atis der VerstÄndiguncsbercitschaf t war eine Gegnerschaft geworden, mrdestens bis 7ur 
Annahme der "gemeinsamen Delegation" seitens des DIGP. Diese aber hatte in dem ver- 
Änderten Rahmen den Charakter der Vertretung :^eier paritätisch gleichrestellter Spit7e;^r:- 
organisationen angenommen, deren eine sich als die einzig legitime Vertretung' der 
fllßcetzestreuen Kreise darstellte. Sie war damit für den DIGB und die drei in ihn vor- 
tretenen Richtungen unannehmbar geworden: f\Jir die Liberalen, weil sie die parilötischn 
Behandlung einer Gruppe, die weniger als ^% der deutschen Judenheit reprftrorticrte, 
ablehnten; fttr die Zionisten, weil sie darin eine Proklamierung zweier Juden ttoer nach 
ungarischem Küster befürchteten; und schliesslich mv die zahlenmftssig wesentlich 
stärkeren, im DIGB verbliebenen Gesetzestreuen, besonders in den Grossgeneinden, weil 
sie ihren Einfluss in diesen Gemeinden und die Erfolge, die sie für ihre Belange er- 
zielt halten, nur aufrechterhalten konnten, wenn sie den Anspruch des DIGB, als die 
Gesamtorganisation aller Richtungen zu gelten, unterstützten. 
Es ist müssig, auf alle Phasen der weiteren Entx-ricklung der Beziehungen zTd.schen DIGB 
und ra ausfVihrlich einzugehen. Beide Seiten beschuldigten einander des Bruches von 
Zusagen urid falscher oder einseitiger Darstellungen, und beide Seiten nicht ohne 

iri^ 

» ' ^ Leider blieben diese Auseinandersetzungen, wie wir sehen werden, nicht 



guten Grund 



a\if den jüdischen Kreir beschrftnkt. 



'f\^ 



\ 



101) Freund verti ff entlichte im Auftrag des DIGB eine Artikelserie "Gcsantorf^anisation 

und Orthodoxie" in IFB Nr.11,12 u.l3 vom 17. ,2h. u.31. 3.1921. Auerbach entgegnete 
ihn mit "Der HalberstÄdter Bund und die Gesamtorganisation" in IFB r:r.l6 vorn .1.1. 
und Israelit Mr.l5 vom lU.l4.i92i.- Der Provinzialverband rheinischer synagogen- 
gomeinden, der korr)orativ dem DIGB angehbrte, erliess Anfang Mai einen Aufn:f , ir 
dem er der Propaganda des HB und des Voreins für die jüdischen Interessen des 
Rheinlands entgegentrat und zum Anschluss an die Gesamtorganisation aufforflerte. 
(AZJ !Tr.lO vom 13. <. 1921)- Auch in Hamburg und Breslau entspann sich eine leb- 
hafte Debatte für und gegen die Gesamtorganisation. 



Am rontag, den lluFebruar 1921, trat der Ausschuss des DIGB in Berlin zu seiner 
ersten Sitzi.ng nach dem Gemeindetag zusammen./er bisherige Vorstand wurde ..^eder- 
gewählt, mit Kalischer als Vorsitzenden), Sobemheim als seinem ersten und JP. Dr. 
Salomon als seine-m zweiten Stellvertreter. Nach eingehender Aussprache vnirde ein- 
stimmig die Schaffung einer ü e b e r 1 e i t u n g s k o m m i s s i o n bem^hlcssen, 
die die Umwandlung des DIGB in die Gesamtorganisation durchjführen sollte. Sie be- 
stand aus Freund als Vorsitzenden^, den oben genannten drei Mitgliedern des PrÄsidlumc 

4m^Gu>>v-' 103) 

sowie dem Schatzmeister des DIGB, Emil Cohn,^ Dr.Max Kollenscher für dxe 

Zioni^ten und RA Heinrich Stern für die Liberale Vereinigung.- Die endgültige Fonn 
der neuen Verfassung auf Gnind der Beschlüsse des Gemeinde tages wurde nacli loir^.er 
Diskussion verabschiedet. Sie sollte nunmehr dem Ministerium zur Genehmigung ein-^ 
gereicht werden.- Die Ueberleitungskommission konstituierte sich am 20.Febn'ar/r^'^ 
am nächsten Tag unterbreitete der DIGB dem Preussischen Innenministerium das Pro- 
tokoll des Gemeindetages mit der neuen Verfassung und bat, gemäss ^30 der alten 






Satzung des DIGB aus dem Jahre 1912 die damit beschlossenen SatzungSaAerungen zu ge^- 
nehmigen. Bereits zwei Tage spÄter, am 23.Februar, hatte Freund eine T^esprechun- 
mit dem zust&ndigen Referenten des Innenministeriums, GehORegR Dr.Stoelzel. Dierer 
vertrat den Standpunkt, dass, obwohl es sich formal lediglich um Genehmigung einer 
Satzangsanderung handle, der tatsÄchliche Zweck des Antrages die Schaffung eines 
bffnntlich- rechtlichen Verbandes gemÄss Art.137 RV sei. Die hiermit zusarmenhängenci: n 



102) Protokoll in FA-CAJ, XXI Or/8. 

103) RA DÄ.Hax Kollenscher (1875-1937) war schon vor dem Kriege in Posen als zionisti- 
scher Führer hervorgetreten und hatte eich durch seinen Gesetzeskomnentar Die 
Recht sverh>^ltnisse der Juden in P reussen, Berlin 1910, als Fachmann auf diesem^^ 
Gebiet einen Namen gemacht. Nach seiner Uebersiedlung nach Berlin wurde er 1920 
RoT^rÄsentant und spÄter Mitp;]ied des Vorstands der Berliner Gemeinde. Auf dem 
ersten Verbands tag des PIV (192^^) wurde er zum stellvertretenden FrÄsidcnten der 
Versammlung gewtthlt und behielt dieses Amt bis zu seiner Auswanderung nach 
Palästina im Herbst 1933. 

lOU) FA-CAJ, XXT Or/7. 

105)FA-CAJ, XXI Or/8. Diese Akte enthalt auch in 25 Schriftstücken das wesentliche 
Material über die von Februar 1921 bis mr% 1922 mit den Ministerien geführten 
Verhandlungen zwecks Genehmigung der Verfassung der Gesamtorganisation. Bei der 
im Text folgenden Darstellung dieser Verhandlungen wird deshalb auf diese 
Quelle im einzelnen nicht mehr verwiesen werden. 



grundsätzlichen Fragen - insbesondere auch die Frage, inwieweit Art.137 unnittel- 
bar w^rksaT^es Reich^echt schaffe oder aber zu seiner Durchführung der Lar.cecce- 
setzgebung bedürfe - würden fedcrHihrend vom Y^' Gehandelt. Es wäre daher ein Ver- 
stoss gegen die elementarsten Fordenmgen einer einheitlichen Staitsverv.'altung, 
wenn das Tnnenmnisterium unter Ignorierung des m ein Place t erteil^Sen ur.d damit 
ein in seiner Tragweite unabsehbares Präjudiz schaffen wflrde.- Freund bat darauf, 
zur Klärung und Forderung der Angelegenheit eine gemeinsame Besprechung mit dem 
zuständigen Referenten des IC'I herbeizuführen. Diese fand am 28. Februar im Innen- 
ministerium statt. Als Vertreter des m erschien GehR Paul, den Fre^xnd hier zum 
ersten Mal kennenlernte. Stoelzel meinte, dasc der Antrag des DI^iB ruhen m'liSGe, 
bis die gesetzliche Regelung der Verhältnisse der Religionsgemeinschaften in all- 
gemeinen zum Abschluss gebracht sei, was unter Umständen Jahre dauern kttnne. Paul 
stimmte dagegen der Rechtsauffassung von Freund im wesentlichen zu, die dahin girr:, 
dass a) unter Religionsge Seilschaften im ^,inne der RV sowohl die Ertlichen ^remeinden 
wie auch Verbände von solchen zu verstehen seien, 

b) diese Religionsgesellschaften sich innerhalb des Reiches, ohne dass es hier- 
zu einer staatlichen Genehmigung bedarf, zu Verbänden zusa-^uienschliesson du: .'er., 

c) soweit es sich dabei um öffentlich-rechtliche Religionsr "Seilschaften han]^'.e, 
diese Verbände auf Grund der RV gleichfalls ohne weiteres als Kl^rpernchaf ton 
des öffentlichen Rechtes anzusehen seien. 

GehR Paul hielt aber trotzdem eine landesgesetzliche Regelung für geboten, weil der 
Begriff der öffentlich-rechtlichen Körporschaft zu unbestimmt sei, sodass mn ohne 
nähere gesetzliche Umschreib\ing damit etwas Rechtes nicht anfangen)^ könno, und well 
das wichtigste Recht der öffentlich-rechtlichen Körperschaft, nämlich dar^ :^>teuor- 
recht, eine Staatsaufsicht zum unerl^^ islichen l'orrelat habe. Deshalb plane das 10! 
die Einbring\mg von Gesetzen für die Evangelische und Katholische Kirche und für 
die jüdische Religionsgemeinschaft, und zwar für jede dieser drei Religionsgemein- 
schaften besonders. Hieran knüpfte Freund an, indem er ausführte, dass eine Vertagung 
der Entscheidung für die jüdische Religionsgemeinschaft nicht geboten sei, da das 



" "den Kindruck einer ünbeÄrli^enheit j\?idischen Dingen ^egentoer erhalten, vne bei 
wenif^en Mitgliedern de/hftheren Bürokratie. Er gehbrte zu den wenigen Menschen 
dieser Art, den ich fto frei von einem geftthlsnässigen Antisemitismus hielt," -^^^ 

nOTGCXESDOSIKH erwiesen sich GehR Israelis staatsrechtlifccte Ansichten in mehr als 
einem Falle als wesentliche Hindemisse für eine schnelle Erledi.-ung der Angclecenhoit, 
wie sie ursprünglich von Freund und Faul erwartet worden war. WMhrend Freund yßs. aur 
Grund seiner Besprechungen mit Israel glaubte, die Gegenzeichnung des Ministers zu 
dem Gesetzentwurf stehe unmittelbar bevor, erhielt er dm l8.yai den folgenden Brief 

von Israel: 

"Heute suchte mich Herr Dr.Munk auf, um mich als den neuen Referenten kennen zu 
lernen. Er kam bald auf die Verfassungsfrage zu sprechen, über die ich ihm 
Aufsch?,uss gewähren musste. Schliesslich bat er, es mbge den IntereGsonten 
seiner Seite Gelegenheit zu einer Aussprache mit denen Ihrer ::icht-ang gegeben 
werden. Ich habe dem Wunsch entsprochen und Termin auf Montag, den 23.:'ai, 
10 Uhr im Kleinen Sitzungssaal des Ministeriums anberaumt, zu dem Herr Dr.Munk 
nebst zwei Vertretern seiner Richtung erscheinen wird. Ich erlaube mir die 
Bitte, dass Sie selbst an der Besprechung teilnehmen und zwei Ihnen genehme 
Herren Ihrer Richtung dazu des ferneren einladen." 

An der Besprechung, die auf den 25.Nai verschoben wurde, nahmen für den DIG3 Freund, 
Kalischer und der konservative Berliner Gemeinderabbiner Dr.Loewenthal teil. Die 
Separatorthodoxie war neben Munk durch ^\ Dr.Isaac Breuer und Jacob Rosenhein vor- 
treten, ein deutliches Zeichen dafür, dass der extreme Frankfurter Flügel jetzt 
auch für die " Halbers tÄdter" sDrach/und jede etwa noch vorhandene Vorst4ndir::ungs- 
bereitschaft dieser Kreise endgültig unterdrückt hatte. 

GehR Israel führte einleitend aus, dass auf dem Clemeindetag eine Reihe von Anträgen 
seitens der Orthodoxie gestellt worden seien, von denen die meisten angenommen, zwei 
jedoch abgelehnt worden seien. Es bestehe die Besorgnis, dass mit Rücksicht hieraui* 
manche orthodoxen Geme.lnden, die bisher Mitglied des DIG3 gewesen, aus diecom aus- 
treten, andere den Eintritt ablohnen würden. Zweck der Verhandlung sei festzustellen, 
ob nicht die Möglichkeit bestehe, durch ein Entgegenkommen in den beiden noch vor- 
handenen Differenzpunkten eine breitere Plattform zu schaffen. Nachdem dies von den 
Vertretern des DIGB ausdtücklich bejaht wurde, brachte GehR Israel die übcrraschendt^ 
Frage auf, ob nach den Zweckbestimmungen seiner neuen Verfassung der DIGB überhaupt 
als "Religionsgesellschaft" im Sinne der RV anzusorechen sei. Indem er dem Verband 
einen lediglich organisatorischen Charakter beilegen wollte, mag er versucht haben. 



Ministerium selbst ja eine gesonderte Gesetzgebung plane und die Verhältnisse in 
den drei Religionscemeijischaften vbllis verschieden lägen. Gegen die gewtor^chte 
Staatsaufsicht als Korrelat der bff entlich- rechtlichen Privilegien ben^nden seinar-- 
seits keine Bedenken. Daraufhin kam eine zunächst unverbindliche Verständigung f. 
dahin zustande, dass das KT! durch einen k^arzen Gesetzentwurf die landesgesetzllche 
Genehmigung der Verfassung des DIGB unter der Bedingung herbeiftoren wolle, dass 
Aenderungen der Verfassung der Zustimmung der Staatsbehörden und das Steuen-echt 
der staatlichen ]Titwirk>ing bedürfen. Auf dieser Grundlage verhandelte Freund weiter 
mit Paul, der offenbar eine schnelle und reibungslose Erledigung der Angelogenhoit 
erwartete. Dies zeigt die Notiz ^iber ein Telefongespräch, das Freund am nächsten 

Morgen mn-t ihm führte: 

"Herr GehR Paul, den ich meine Befriedigmng über die erzielte Verst^igung 
aussprach, ^ gab seinerseits derselben Empfindung Ausdruck und erklärte, dass 
diese umso lebhafter sei, alc er mit den grbssten Bedenken z^a der Konferenz 
erschienen sei und an den schlier^slich vereinbarten Ausweg von vornherein 
überhaupt nicht gedacht hätte." 

Am ll^.März unterbreitete Freund den kurzen l-ntwurf eines Gesetzes betreffend "die 
Umwandlung des DIGB", nachdem ihm in der zweiten .^itzung der lleberleitungskoimission 
am 2. März die Ermächtigung zu weiteren Verhandlungen auf dieser neuen Basis erteilt 
worden war. Am T.April schickte Paul einen Gegenentwurf, den er in einem langen 
Brief an Freund ausfVihrlich oegrllndete. Er unterschied sich von dem Freund' schon 
Entwurf durch eine detailliertere Aufzählung der Satzungsbestimmungen, die der i:it- 
wirkung bezw. bei Aenderang der Genehmigung der Staatsbehörden bedtofen. Ausserden 
wurde stipuliert, dass die Mitglieder des Engeren Rates, also der Exekutive, Deutsche 
sein TiftLSsen. Paul schloss seinen Brief, wie folgt: 

"Meinen Entwurf bitte ich nur als eine vorläufige und rein persönliche Arbeit 
zu betrachten, die insbesondere auch dem nunmehr zuständigen Referenten Perm 
GehRegR Dr.Tsrael in keiner Weise vorgreifen soll. Ich habe sie, um längeren 
Aufenthalt zu vermeiden, ohne Benehmen mit ihm angefertigt und werde ihn erst 
jetzt informieren. Ich darf ergebenst bitten, sich wegen des Weiteren an den 
Genannten zu wenden," 

GehR Israel, in der Hauptsache Verfassungsreforont des KT-T, war nicht etwa Jude, sondern 
entstaimte einer alten Pastorenfamilie. Obwohl Freund schreibt, er habe von ihm 



^: 



''relic^iC>sen" Bedenl:Gn der Orthodoxie zu be^gnon. Die Vertreter der Separatorthodo:^io 
sprachen jedoch in schärfster Form nicht mir der nesamtorf'^cinisation sondern allen 
nicht- orthodoxen Gemeinden den Charakter einer Religionsgcsollschart ab. ^^c fehlo 
dort, an jeder Gemeinsamkeit des reli^i^sen Grundes, und es handle sich ledif^lich im 
Verwaltungskttrper. Irgendwelche Wglichkeit des Zusamnenarbeitens und des 'sintritt.i 
in die Gesamtorganisation gebe es für die Orthodoxie überhaupt nicht, auch nich"^ in 
Falle weiterer Konzessionen in den beiden angeregten Fragen. Das einzige, >;as f^Ar 
sie in Frage komme, sei ein ZusaTmenge^^.on in geT^ssen Fragen nicht-religlÄr^er ^'atur 
durch Schaffung einer sogenannten Delegation dem "^taat gegenliber. 

Freund erwiderte, dass man zifischen Cirthodoxie und Orthodoxie zu unterscheiden habe. 
Seit dem A us tri ttsge setz von I876 haben sich die VerhÄltnisse grundlegend ::ewandelt. 
Die Gefahr, dass das Judentum einem uferlosen radikalen Tdberalismus anhemfalle, 
bestehe nicht mehr. Deshalb stehe die überwältigende Kehrheit der Gesetzes treuen 
heute auf dem Standpunkt, dass man eine Verständigung mit den anderen Richtungen 
erstreben müsse, \ind das'^ die Gemeinsamkeiten innerhalb des Judentums stark genug 
seien, tun endlich wieder zu einer ?:inheit im deutschen Judentun zu gelangen. Diese 
erdrückende Mehrheit sei in den Einheitsgerieinden geblieben und habe von der Aus- 
trittsmftglichkeit keinen Gebrauch gemacht. Es könne deshalb nicht zugestände:^ werden, 
dass die Vertreter der WJ, die lediglich die Austrittsorthodoxie repräsentieren, 
im Namen des orthodoxen Judentums in Deutschland sprechen.- Hinsichtlich des 
religionsgesetzlinhen Charakters der Gesamtorganisation wies Freund darauf hin, dass 
nach bestehendem Recht die öffentlich- rechtlichen jüdischen Gemeinden unzweifeLhaft 
Religionsgesellschaften seien. Die W be:7timme lediglich, dass, wenn derartige 
Religionsgesellschaften sich zusammenschli essen, dieser Zusarnnenschluss ein öfl'entlich- 
rechtlicher Verband sei. Bei dieser Sachlage irflsne er es ablohnen, sich an dieser 
Stelle in Religions-Disputationen einzulassen.- Wa<^don Vorschlag der "geneinsamen 
Delegation" anbelange, so habe er ihn persönlich bei allen Besprechungen abgolelmt. 
Keineswegs liege - entgegen der Darstellung der Gegenseite - eine bindende Zusage des 
DIGB in dieser Richtung vor. 



Die Vertreter des HB (bezw. der I^/J) erklärten nach weiterer Biisloission schllesjüch, 
dass sie der staatlichen Anerkennung des DIGB keine Schwierirkeiten bereiten wolltor., 
wenn seitens des DIGB die paritätische Anerkennung des orthodoxen Bundes bei der 
Staatsregiening befürwortet wttrde. Freund eimderte, dass es geradezu Verrat an den 
orthodoxen Mitgliedern des DIGB bedeuten würde, die alles daran gesetzt hM.tton, eine 
Verfassung zustandezubringen, die den orthodoxen Gemeinden die Mitgliedschaft er- 
mögliche, wenn der DIGB sich nunmehr der Vertretung der orthodoxen Interessen ent- 
schlagen und diese einem anderen Verband \iberlassen würde. 

Damit schlössen die Verhandlungen. GehR Israel stellte mit Bedauern fest, dass bei 
der Divergenz der Anschauungen irgendeine Einigung nicht erreicht werden kbnne. 

Diese Besprechung bedeutete in vielfacher Beziehung einen entscheidenden Wnndepunlct, 
Nicht nur war jede Aussicht auf eine Verständigung mit der Separatorthodoxie bei der 
verschärften Intransigenz beider *^.eiten ausgeschlossen und damit, wie wir sehen werdon, 
der kollektive Beitritt des Bayrischen israelitischen Landesverbandes praktisch un- 
möglich gemacht worden, sondern auch die Verhandlungen mit den Staatsbehörden nahnen 
einen neuen Charakter an. l'/ührend das ^Ministerium bis dahin, offenbar unter den 
Eindruck einer überwältigenden Einigkeit in deutschen Judentum, bereit war, die 
Gesamtorganisation möglichst reibungslos und ohne grosses Aufsehen in der ^orm eines 
harmlos aussehenden Rahmengesetzes zu genehmigen, begann jetzt eine deutlich dilato- 
rische Taktik mit stÄndig neuen Bedenken und bürokratischen Komplikationen, Daran 
konnte auch die grundsätzlich wohlwollende Haltim^; des neuen Kultusministers, I^of. 
Carl Heinrich Becker (1^76-1933)5 nichts ändern, m.it dem Freund durch Vermittling von 
Sobomheim und gemeinsam mit ihm am l6,Juni 1921 eine Rücksprache in Gegemi/art der 
GehelTTtrftte Israel und Paul hatte, Angesichts der von der Separatorthodoxie angedrohten 
öffentlichen Auseinandersetzung, die sich natürlich auch auf die '"teratungen im Landtag 
erstrecken v/ürde, nahmen die T^inisterialräto ihre alte, vorsichtige Haltung wieder ein. 
Das Widerstreben, die viel wichtigeren Verhandlungen mit den Kirchen durch eine vor- 
zeitige Regelung im jüdischen Bezirk in irgendeiner Weise zu präjudirieron, nahm Oberhand 






Fragen der Kompetenz zwischen jldom Reich und den Landern, die stark diverr;ierondo 
tuffassrni^en von der Tragweite des ^rt.l37 RV hatten, spielten gleichfalls eine ^.ollo 

in den stÄndif^ neuen Verz<!>r:^i^nrTen, die sich in der Folge ergaben. 

10 
Inzwischen hatten TTunk und Hosenheim gleichfalls eine Besprechung mit TTinister ^ock^'r, 

in der sie ihn offenbar von der ^Notwendigkeit ^erzeugten, dem IIB gleichfalls ^ie 

Anerkennung als öffentlich- rechtliche Körperschaft auf Grund des Art.137 RV :ra gc.vnhren. 

Freund' s wiederholte Versuche, dies zu verhindern oder mindestens solange auf z^ahalt'3n, 

bis sich die Notwendigkeit für einen orthodoxen Sonderbund erwiesen hÄtte, blieben 

erfolglos.- Am l^.November 1921 benachrichtigte MinDir Dr.Fleischer im N^nen des 

Ministers (G I Nr.2172) den DIGB davon, dass er "wegen Erlass eines Gesetzes z^jr 

Regelung der Rechtsstellung des DIGB mit den tlbrigen beteiligten Ministerion (dos 

Innern, der Justiz und der Finanzen) ins benehmen getreten"^ sei und vorgeschlagen 

habe, "Aeusserungen der Oberpräsidenten und Regierungspräsidenten zu dem abschriftlich 

lOö) 
anliegenden Gesetzentwurf einzuholen". ÄiKXJDQpridbc Diese Heranziehung der unter- 
geordneten Regierungsinstanzen (12 OberprÄsidenten und 3U Regierangspräsidenten) z ir 

Beurteilung einer Frage, deren Staats- kirchenrechtliche Bedeutung zweifellos n*jir von 

sollte 
den zentralen Regierungsstellen entschieden werden konnte, aclulliit offensichtlich nir 

d-em Zweck einer vreiteren Verschleppung dienen. Auf den Einspruch des PTG^ versprach 

denn auch GehR Israel am lO.Februar 1922, die Frage der Anhörung der Ober- und R9gi>- 

rungspräsidenten dem ^'inister erneut zur Entscheidung vorzulegen, sobald die Akten 

vom Finanzministerium zurück seien. Mit dem .Sachbearbeiter des Finanzminis teriiLms. 

MinR Dr.du Mesnil, der durch Krankheit, Dienstreisen und T.andtagsberatungen längere 

Zeit verhindert war, sich mit der DTGB-Vorlage zu befassen, bitte Freund am 3«Febr'aar 

eine Aussprache, in der Dr»du Mesnil erklärte, dass ihm der Zweck- Paragraph der DIGB- 

Verfassung nicht unbedenklich erscheine. Er warf die Frage auf, ob nicht der Bogri*rf 

"Judentum" zu weit gehe und eine Ausdehnung über den Kreis religiöser Interessen 



10?) Protokoll der Ueberlcitungskommission vom 2U.9.1921. FA-CAJ, XXI Or/7. 

108) Der Gesetzentw\irf entsprach mit unwesentlichen Aündenmgon dorn ursprünglichen 
Paul» sehen Entwurf. 



hinaus zularse. Ferner könne nian auf dem Standpunkt stehen, daps durch di^e Ir Ansrranh 
genommene "Vertretung aller der jüdischen Relif^^ionscemeinschaft gerne insar:eii An£;elerrn- 
heiten nach aussen" die Vertretunf: auch solcher Kreise usurpiert werde, die von der 
Organisation nicht vertreten zu sein wünschen, insbesondere des HB. Offen rieb tl"ch 
waren ahm diese Ueberlegungen von Vertretern der neparatorthodoxie nahegebracht wordnn, 
denn er ervjfthnte in der Unterhaltung mit Freund eine Eingabe aus Hamburg, in der 
dortige orthodoxe Kreise mit dem Austritt aus der Gemeinde drohten, falls diese ihren 
Bei tri t* zum DTGB erklärte. 

Am 30.!1lrz 1922 teilte dann endlich GehR Paul mit, dass die Akten von den angef rarton 
Ministerien an ihn zurückgelangt seien, aber mit "einem langen Votum" des Finarzniri- 



steriums gemeinsam mit dem Justizministerium, das im wesentlichen die von du vesral 
Freund gegenüber geäusserten Bedenken wiederholte. Es sei runmehr beabsichtigt, "in 
gemeinsamer kommissarischer Beratung jider in Betracht kommenden Ministerien über die 
zur Biskussion gestellten Fragen eine Einigung herbeizuführen". Freund schliesst mit 
Recht seine Aktennotiz über diese Besprechung mit dem Satz: "Die zunächst sich erge- 
bende Folge ist eine weitere Verzögerung der Angelegenheit." Es sollte eine ^'er::»*- 
gerung ad calendas graocas werden. 



Inzwischen hatte sich nicht nur die politische und wirtschaftliche Situation in 



Deutschland grundlegend 



« »_ 



.4.«.«.l< I «1»^. 



gewandelt, sondern auch im inner jüdischen Lager 



waren entscheidende Veränderungen eingetreten.- Während sich die deutsche üark 1920 
und in den ersten Monaten des Jahres 1921 ziemlich stabil r.^vdschen 60 - 70 r:ark fWr 



109) Damit endet die in Fussn. lO^^i bezeichnete Folre von Schriftstücken über Freuml's 
VerhandlTingen mit den preursischen '^inistcrialbeh^^rdon 1921/22. Die gleiche \':to 
- FA-CAJ, yjJ Or/8 - enthält in ihrem zweiten Teil, der die ProtokoZlo des Aus- 
schusses des DIGB in der ersten Fälfte des Jahres 1<^?? umfasst, in den Frot<?ko:!l 
vom llt.Mai noch die folgende, von rünDir Dr.Fleischer nnterr.eichnete Antwort d<^s 
m (0 I Nr. 292 vom 10. April 1922) auf eine um Beschleiu^i.gung bittende F.ingabe des 

DIGB: 

"Aiif die Vorstellung vom 9.Fcbniar 1922 - O.VII.- erwidere ich ergebenst, das 
die gutachtlichen Aeusseningen der von mir um eine Aeussen:ng ersuchten TMni 
sterion zn dem in Rede stehenden Gesetzentwurf mir noch nicht sämtlich vor- 
liegen. Angesichts der mir soeben zugegangenen Ausführungen dos Herrn Firnn 
ministers miiss ich damit rechnen, dass noch weitere Verhandlunren mit den 
beteiligten Zentralstellen über den Gesetzentwurf selbst nl*>tig werden." 



s 






den Dollar - aiich dies bereits nur l/l? des Vorkrief^cwertec - cehaJ ter. hatte, berjann 
unter dem Tlruck der vor aUen von Frankreich barti^ÄckiR verfolgten unrealif^tischer 
Reparationsforderungen eine st»nd3R nmRhmende KrscWUtenmf: der wirtschafte chan 
Grundlagen und ein entsprechender Verfall der deutschen WÄhrmg. Zu BegLnn dos Jafvrns 
1922 stand der Dollar bereits bei l62 Mark, dem Vierzigfachen seines Vorkriccc werte-. 
Diese Entidcklung hatte naturgonUss auch f«r die jüdischen loneinden und Tnstitutior^or 
schwerwiegende Folgen, obwohl diese erst in den Jahren 1922/23 ihre erschreckendsten 
Formen annahnen. Eine geordnete Fin.nnzvertoaltung wurde uniiiBglich, weil die Veranla;'.ur.p 
und Einziehung der Kultussteuem mi t der zunehmenden Entwertung der T'ark ni cht Schritt 
halten konnte. Vor allen aber wurde die Lage der Kultusbeamten /, einschliesslich dnr 
Beamten iir. Ruhestand und der Beamtenwitwen, in vielen Gemeinden verzt^-'ifelt. Die 
Lehrerschaft stand ohnehin seit dem ßemeindetag von 1921 den DIGB kritisch gerenttbcr, 
teils unter dem Einfluss der orthodoxen propananda, vor allen aber wegen der Ablchr.vxg 
ihrer Forderung auf Einftthrung einer einheitlichen Beamtenbesoldung ur.d entsprechenden 
Beschränkung der Gemeindeautonomie ii 
schaftlichen Lage verschärften sich die Forderungen auf sofortige J'othilfe und die 



TTit der Vernchlechtering der v.-.rt 



]1C^ 



damit verbundenen Angriffe se^en das Versanen d^s DTGP in dieser Fmge* Der DIGr> 
andererseits sah sich selbst in schwieri,^er finanzieller Lage, weil sein Verrttr-en ui'd 
seine Stiftungen täglich an V/ert verloren und die Beitrüge der aencirden mit der 
Inflation nicht Schritt hielten. 



110) Beginnend mit IFB Nr.6 vom 10.2.1921, S.9, verWfiite der Sprecher der Lehrerschrft, 
Ü.Steinhardt-f'agdeburg, der die rer^elmÄssige Silage des T.ehrerverbandos ^^»^ TFF 
redirierte, keine Gelegenheit, den DIGB und Freund anzugreifen. Kr >-ab smnfe..os 
der allgemeinen r.timmung Ausdruck, wenn er am 1.12.1921 (IFB Nr.h^, S.9) schrieb: 
»»Ich verrate ein offenes Geheimnis, wenn, ich KZJbcbs er'/.fthle, d.Tss dio Gesamt-. 
Organisation jetzt schon als gescheitert angesehen werden kann, dass es fast 
als V/under angesehen werden muss, wenn sie noch zustande kommen sollte." 
Tnteressanterweise forderte St. bereits in einem Leitartikel vom U.?.l'^22 (TFP Mr.l. 
die Schaffung eines Preussen Verbandes zwecks Erlangung von Sta.itsbcihilfen 
und empfahl, dass der DIGB oder VTiJ die Initiative dazu ergreifen sollte. 



Die ablehnende oder bestenfalls skeptinche Haltmf^ der T ehrerschaf t war nicht das 
einzige Ercebnis des enttäuschenden Verlaufs der Verhandlungen ttd t den !:in*.stori-jn. 
Auf den Gemeindetag im Januar 1921 hatte der Vorsitzende des kurz zuvor r^c-r^^ndoten 
Bayrischen Landesverbandes, OLGR Dr.Neumeyer-Mtochen, die Schaffung: der Oesimtorrari - 
sation lebhaft begrüsst und durch eine von ihm beantragte und von der Ver-armiimg an- 

genommene Ergänzung des Mitglied schaftsparagraphen den korpora tiven ^oi- 

Ul) 
tritt der süddeutschen Verbände im Prinzip embr^licht. Als jedoch am 19. und 2C, 

Juni 1921 der erste Rundestag des bayrischen Verbandes in T'ümberg stattfand, rrelarr 
es Neume3rer nicht, den Widerstand des konservativen Blocks zu überv/inden, (V'.r uj:ter 
dem Einfluss der Frankfurter "^eparatorthodoxie die Verfassung des DTGB ablehnte /^ 
Auch Freund und Kalischer, die als Gäste eingeladen waren und ihre ganze ^':;red3amkelt 
aufboten, konnten nicht verhindern, dass der Antrag auf Anschluss an den DI-B ledir- 
lich "dem Ständigen Ausschuss zur weiteren Prüfung überwiesen" wurde. Die folger- 
schwere Besprechung mit GehR Israel, die die TToffnuög auf einen m odus vivandi zwischen 
DIGB und HB endgültig zunichte gemacht hatte, la^ kaum einen Konat zurVick -md hatte 
hier ihre erste unmittelbare V/irkung. Diese ging über die Frage des Beitri+ts Bayerns 
hinaus, da der bayrische Landesverband als der grtSsste zugleich der Sprecher für Baden 
\md Württemberg war, eine Position, die später in der sogenannten "Süddeutschen 
Arbeitsgemeinschaft" eine feste Form fand. Die unabhängige Haltung der Süddeutschen 

wurde dadiirch erheblich gestärkt, dass sie staatliche Zuschüsse zur Besoldung ihrer 

finanzielle 
Rabbiner und Kultusbeamten erhielten, also keine ^finllastung durch die noixideutschen 

Grossgemeinden benötigten. Wie sehr diese wirtschaftlichen Gesichtspunl^te damals aus- 
schlaggebend waren, d-arf nicht übersehen werden. Die weitere Entwicklung rückte rAc 
vollends in de^^ nrennpimkt des Geschehens. 



111) V/ie schon erwähnt, bestanden in Baden seit l809 und in \\'\irttemberg seit 1826 
staatlich organisierte israelitische "Landeskirchen", deren Vorfansiuif^en nach 
1918 lediglich mit Art. 137 W in Finklang gebracht zu werden brauchten, irden Ue 
direkte staatliche Kitwirkimg in den fipitr.enbehftrden beseitigt wurde. Vergl. 
prof.Dr .Nathan Stein, Oberrat der Is raeliten Baden s, 1^22-193 7, in Yl^ I, 195^, 
S.177 ff., und Leo Adler, Is rael itis che Religionsgcvneinscha f t of Württemberg , 
in Y^ V, i960, S.287 ff. 



112) Israelit Nr,26 vom 30.6.1921, S.I4, und Nr. 29 vom 21.7.1921, S.3; 
vom 6.7.1921, S.l, und IKB Nr.28 vom ll|.7 .1921, S.1/2. 



feiT.er AZJ ür.lli 



If)^^/^ u^^ 



(■ 



Mit Befp-nn des Jahres 1922 setzte eine raride Verschlechtenne der V7irtschaf tslare 
in Deutschland ein. Die unmittelbare Folr^e im Bereich der fidinchen Orranisationfin 
und Einrichtungen war ein Verfall, oft sogar ein Zusammenbr^ich aller hauj^tsHchlich 
auf freiwilligen Beiträgen oder Stiftunf^s vermögen beruhenden Anstalten und Vereini- 
gungen. Die Argumente, die 1920/21 ftSr die Wahl des DIGH als TrÄf>:er der Gesantor^jani- 
sation gesprochen hatten, nftinlich dass hier ein^ Bund nicht nur mit Erfahn;ng ■'jj.d Tra- 
dition in Gemeindof lagen sondern vor allen a-^ch mit wichtigen Einrichtungen und An- 
stalten und beträchtlichem Vermögen bestand, wurden zum erheblichen Teil hinfällig. 
Auf der anderen Seite wurden die Gemeinden und insbesondere die Grossgeneinden in 
zunehmendem Masse die einzigen Überhaupt noch vorhandenen Stützpunkte für di^ Bedürf- 
nisse der jüdischen Gemeinschaft inmitten des Maelstroms der TrJ*laticn. Die KorJrer^snz- 

113) 
gemeinschaJ^t der Gross gemeinden erwachte zu neuer Aktivität und war wahrscheinlich 

massgebend für die Entscheidung, den VDJ end- -gültig aufzulösen und wegen Ucbemahme 

lll^) 
seiner noch verbliebenen Funktionen mit dem DIGB zu verhandeln» Entregor de::i An- 

s-«hein war dies keine Freundlichkeit dem DTGB gegenüber, sondern nur ein zurfttrliclier 

Ausdruck der Tendenz, die Gemeinden von allen in der gefährlichen Wirtschaftslage nicht 

unbedingt notwendigen Verpflichtungen zu befreien. Das Protokoll des Ausschusses der 

DIGB vom Ih.üai 1922, das diesen Punkt behandelt, zeigt denn auch deutlich diese rein 

115) 
wirtschaftlichen Erwägungen. 

Zwei zusätzliche Gesichtspunkte drängten die Dynamik der Entwicklung in eine reue P.ich- 

tung: 1) Die Bemühungen um Staatsbeihilf on, die bei der durch die Inflation verschärften 

Notlage der Gemeinden an Dringlichkeit gewannen, und 

2) die oben (S.36) zitierte Reichsgerichtsentschhid ung vom 26.10.1^^1, die Art. 

137 Abs .3 Satz 1 der l^.V dahin interpretierte, dass dem Staat jeder Eingriff 



113) TFB Tlr.20 vom Iß. ?. 1922, S.3. 
llli) IFP Nr.21 vom 2?.?.1922, S.lj. 

115) FA-CAJ, XXT Or/8, zweiter Teil . Dieses Protokoll gibt die von ^>rrs]auer in 
Bull.Nr.28, 196)i, S. 378/79, verminste Information über das Ende des \T).\ 



t^e innere Verwaltung der Religionsgesellschaften verboten sei iind insoweit alle 
dardt nicht vereinbaren L a n d e s ,. e s e t z e ausser Kraft gesetzt seien. 
Die rechtlichen Gr^mdlagen und der gesamte Fragenkomplex der staatsbeihiDfc^ werdor 
später im Zusarnnenhamg dargestellt werden. Fier mag der Hinweis genUgen, da.s die 
Linder ausschliesslich f«r ihre Ge>*hrurc zust&ndig waren. Der bayrische Lander- 
verband hatte gerade auf diesem nebiet bereits ausserordentliche Erfolge erzielt, dio 
allerdings in den - von Treussen abweichenden - Landesgesetzen begründet v;aren. Jeden- 
falls lag hier ein erneuter Ansporn vor, eine Aenderung der bis dahin ur.befriedinorcisn 
Haltung der p r e u s s i s c h e n Regierung herbeizuftthren, zumal die Aussichtor 
für eine von OTGB und den Gross gemeinden und Organisationen versuchte Selbst- 
hilfe infolge der Inflation illusorisch erschien».>n, 

in ahnlicher Weise war die zu 2) erwRhnte Reichsgerichtsentscheidung gerade für die 
preussischen Verhaltnisse von ominftser Bedeutung. Sie drohte nach der 
Ansicht nencher Kommentatoren, das Judengesetz von 18U7 ausser Kraft zu setzen, bevor 
etwas Neues an seiner Stelle geschaffen war. Wenngleich die preussische -erieninr 
sofort ur.d nachdrücklich ihren schon vorher eingenommenen Standpunkt aufrechterhielt, 
dass bis zumErlass eines neuen Landesgesetzes das alte Gesetz massgebend bUeb, 
so betonte sie doch ihre Absicht, die Gesetzgebung fttr die Synagogengemeinden in 
Preusscn einheitlich und der RV entsprechend umzugestalten. TTnter diesen "rnslÄnden 
lag CS zweifellos im Interesse der preussischen Gemeinden ui.d ihrer Vertreter, die 
Initiative nicht dem Staat zu überlassen, sondern von sich aus geeignete Vorschlage // 

fttr die 'Icuordmmg zu machen. 

Derartige preussische Belange wnren bis dahin vom WJ vertreten worden, und es lag 
nahe, dass der DTGB als die neue Gesamtorganisation diese Aufgaben des DIG^ ttbemiimt, 
ja auf dem Gebiet der Staatsbeihilfen war dies tatSahlich begonnen wollen. Anderorr^oit- 



1161 Erlasse des Preussischen Ministers des Innern vom 13.10.1,'IS' - Ib, \h-?l I^-und 
vom 21 2.1921 - Ib 5l/21. In beiden Fallen handelto es sich um Versuche rhcxn.,- 
scher Gemeinden, das Wahlrocht ausländischer Gomeindemitgliedar zu beschranken,^^ 
was pegen^Ul dos Judeagosotze.T von IBU? Verstössen hatte . IFB Nr.c. vo-n 1.'^. , 
S.li, erwähnt eine ähnliche vntscheidnng des Oberprasidonten der I'rovinz Sachson 
fttr die Synagogongemeinde i:rfnrt. 



hatte der durch die verzögerte aenehirdc^m.^ der neuen Verfassunn^ der; DIGB gerrhaf fen-.) 



Schwebezustand auch hier seine nachteiligen Fol^^en. Es tauchte der - von '-^ollensch'-r 
vorgeschlagene am - Plan auf, den Bundestag nach der neuen Verfasoung ohno cjfren 



vorherige Genehmigung einzuberufen. Dem wurden ernste juristische 3eden]-:en entgege:i 

gehalten, da der DIGB als bisheriger rrivatverein zur Aenderang seiner Verfassung d«ir 

staatlichen Genehmigung bed^Lrfe und Art*137 HV hierauf keinen Einfluss habe. Es kf^-mto 

also nur ein Gemeindetag nach den alten Statuten einberufen werden, was sich angesichts 

ihres undemokratischen Charakters verbiete. In der Ausschuss Sitzung von li^.Mai 1?'.:2, 

in der diese Erörterungen stattfanden, wies Dr.Sandler auf einen Ausweg aus diesoin 

Dilemma hin: 

»«Sollte die Einberufung des Bundestages sich verzögern, so schlÄrt Redner vor, 
die Grtodung eines preussischen Gemeinde Verbandes vorzunehmen und dann :lie 
einzelnen Gerne indeverbÄnde in der Gesamtorganisation zu verbinden." 

117) 
Dieser Vorschlag wurde jedoch von GeW. Dr.Minden als mit der Verfassung des DIGB 

unvereinbar abgelehnt, (n i ui, ^ ft. |r.]T p^] ,^{ ^ , l lo^ ks wurde beschlosren, a^of den 11. Juni 



eine neue Ausschusssitzung anzuberaumen, die sich ausschliesslich mit der durch die 
Reichsgerichtsentscheidung geschaffenen Lage und ihrer Bedeutung für die Gesamtorgari- 
sation sowie mit der etxvaigen Einbejrufung eines Bundestages befassen sollte. 

Der weitere Gang der Ereignisse ist ohne die Behandlung gewisser persönlicher "omente 

nicht zu verstehen. Seit Schaffung der Ueberleitungskomnission des DIGR unter der 

Leitung von Freund tauchten immer wieder Koir?)etenzkonflikte zwischen ihm und Kalischer 

auf, der als Vorsitzender des Ausschusses des DIGB die letzte Entscheidung beanspruchtx^, 

wÄhrend Freund seine Mitarbeit von völliger SelbstJ^oigkeit der Ueberleitun.^skoiTinission 

118) 
abhängig machte» In einer Ausschusssitzung vom 26*Februar 1922 wurde diese Frage 

ausführlich behandelt, wobei seitens der Herren Talischer, Kakowor und !^alomon Kritik 



117) GehRej^ Dr.Georg Kinden (18^0-1928) war seit l881i Syndikus dos rfandbriofants der 
Stadt Berlin und seit 1905 bis zu seiner Pensionierung 1921 sein Direktor. Er war 
Vorstandsmitglied und viele Jahre Vorsitzender der Berliner Reform^'emnindo.^ r)er 
RepVers der Jüdischen Gemeinde Hnrlin gehörte er seit 1R86 an; von 12Ä 1*">1[>-1"^21 
war er ihr Vor5^1 tzender. NÄheres über ihn und sein Haus, das ein Kittolp^inkt go- 
sellschaftlichen Lebens in Berlin war, siehe bei Felix Hirsch, Pas Hans !!i ndcn in 
Gegenirart im Rückblick, Heidelberg 1970, S.23'7 ff. 

118) FA-CAJ, Xn Or/8, Tweiter Teil. 






mm Tätirkelt der Ueberleitunrskommission settbt vardo, während alle andoren Anwesen- 
den, insbesondere Kollen.cher, -"andlcr und Sobomh.lm, Freund- s -tthr^.n. der Verhand- 
lungen rät den Ministerien ^i^isten. billigten und Ihn von jeder r.chuld -Ir die '/err.'S- 
gerur.g freisprachen. In der Debatte schl.g Makower vor, st.att der einen 2 Ko.".ii.sionon 
einr^usetzen, die eine - unter Fremd - fttr die orr^anisatori sehen 'ror.rbeiten; and 6io 
zweite - unter TÄlienthal, "der rrrosse ^'rfahnmc und Geschicklichkeit für die -er'-.ar.i- 
l.mg ndt Behörden" besitze - fttr die Fortftthr-.nf^ dieser Vcrnandlnn-en. Die '<^n3l^-^ rrrr 
des mj mt dem m^l stehe bevor; "ihre TrerbeiftthninfT vrtlrdc .efftr^^ert vr^rdon Mrch -•- 
Zuwahl des Vertrauen snannes der nrossgemelnden, Herrn Tdlienthal" , in den ••asschur.- des 
DIGB. sandler srrach sich dagegen ans, Lilientnal, den er als Gegner der -c.a^torMni- 
sation bezeichnete, mit der Ftthrunc der Verhandliin>-en ^i betrauen, «uf An-,ra- von 



Kollenncher wurde beschlossen, die Kompetenzen der i'eberleitungskonni-sion -tlarcr -h--.- 

^^Q^ / .schon wiederholt crHfthnteri) ,. , -j. j 

grenzen. ^■^ In d^n5Hhit?ntA^ii5H5.siiit^nc vom U.Mai teilte Kalischcr ni., dass 

die "Personalienkommission'- die Zuwahl von JR Lilienthal in den Ausschnss i« •-orsd-.aG 

bringe, in der Debatte wurde betont, dass dies im 7.usa.-.jnenateg mit der vorher in der 

gleichen Sitstuig behandelten ITebernahme des VDJ geschehe, und dass die Zuwahl von ^ . 

als den "Begutachter des Ministeriums in jttdischon Fraf^en" einen Ge^^lnn bed.^u^en .•'i-io. 

Dengegenttber wiesen Freund und Sandler auf das "politische Versagen" Lilien thal-s In 

der Frage der "Austrittsgesetzgobung" hin. Schliesslich warde L. mit 6 ^egen 5 ?ti:Ti-r 



ll^-) Der hierfür eingesetzte kleine Ausschuss auc den Herren Kalischer, Fro-^nd, "oY an- 
scher, Minden und Salomon hahte eine klare "Anti-Freund" Majori tHt. 

120) Das am 30.\'ovenber 1920 erlassene Gesetz ttbor den "Austritt aus den '^^^:^^- 
' gesellschaften Iffentlichen Rechts", durch da^ die Gesetze von 1873 ^"'\ l«?^ 
(siehe 5 9-11^ auf (gehoben wmien, hatte die T<autelen hmr^ichtlich dos "^^r^i.rxAr- 
aus der einzelnen Gynagogen-cmeinde ohne Austritt aus dem Judentum bosoiti,;t. 
Yor allem fiel das F.rfordomis von "relif^iftsen Hndonken" weg. ebenso wo .\o 
oft lang.iaihrigc weitere nteuorpfli cht. Dam^t war dem Austritt ans der i omoindc 
wecen Steuerflucht Tttr und Tor ge»f fnet worden. Tn einer Tntorro.Uation in der 
RcpVers der Berliner Gemeinde rondcücc am 31.10.1920 m,achte Klee in sclvirfor Form 
Lilienthal, der als Sachverständiger des Kl! gehört worden w_ar, hiermr voran - 
wortlich: "Man hatte sich sa£ den ehemaligen Syndikus der Gcnoindo vcrla-^sen, (.er 
in seinem Gutachten jeden jüdischen Standpunkt vermissen liess -md sich ledigl:.c.. 
auf die Erörterung einiger Formali taten beschr&nkto."- Die Gutachten von L. und 
Munk sind in Drucksache Nr.2ö22 der VcrfasDun,:gebenden rrousslschcn l.-uuiosvor- 

J sMimlung 1919/20, Spalte 23-26, wiedergegeben. Abschriften befinden sicli in cor 
HV-Conection dos LBT-NY. - Siehe Anlage Xf für den Wortlaut dos uesotzos. 



^ 



bei einer ^tiTnnenthaltiinp: in den ^ussch\lss p^ewtthltr-Eine objektivo V/ertunn- ^r.^ "-> -h. 
.zeif^t unverkennbar, dass im Ziisa-^enhanr^ mit der Aufll?>cunn der VDJ die Au^ :c'\%,tM- - 
Fre^md's und seine allmÄhliche isrsetz^inr; d-irch Lilienthal rre^^lant war. 

Trivial und unbedeutend wie diese persönlichen AnimositÄten heute erscheinen mftgon, 
gehbren sie doch zum Geschichtsbild dieser Periode, das sie an entscheidenden V/endc 



y\ —o 



r>^ 



punkten immer wieder massgebend beelnflusst haben. So auch dieses ^-^al. ^reund wir 
nicht der !"ann, sich kampflos zu ergeben. Ausserdem war er Uberzcurt, dacs mehr a:f 
dem Spiele stand als seine Person. Eine nüchterne, kritische Ueberprüfunr; der Sac'i- 
lage masste ihn zu der gleichen reberle/nin^^ führen wie Sandler, dass nÄnlich, unab- 
hängig von der GesamtorganJ-sation, die Schaffung einer aktionsfähiren Vertretinr dor 
preussischen Gemeinden gegenüber den Staate vordringlich war. Dass der DI''!^ in sei- 
nem gegenwärtigen Zustande hierzu nicht fähig war, lag auf der Fand; ebenso dass 
eine Aenderung dieses Zustandes erst mit Genehmigung seiner neuen Verfiss^ong eintre- 
t,en könnte, diese aber in unbestimmter ^-'eme lag. So blieb nur - insbesondere ange- 
sichts der Haltung der süddeutschen Verbände, deren vom Geneindetag gewühlton Ver- 
treter nicht einnial an den Ausschusssitzungen des DIGB teilnahmen - die Einborufun^ 
eines Preussentages und Schaffung eines preussischen Landesverbandes, der d';:-in spHter 
korporativ der Gesamtorganisation beitreten könnte. Die Frage war lediglicli, von 
wem die Einladung ausgehen sollte. T-Ünden hatte in der Sitz'jng vom l'u^'ai uni/idor- 
sprochen erklärt, dass dem DIGB hierfür jede Gnindlage fehle, und damit offenbar die 
Ansicht der Mehrheit der Anwesenden vertreten. So stellte Freund kurz entschlossen 
am l6.rai im Vorstand der Jüdischen Gemeinde Berlin den Antrag, die preussischen 
Synagogengemeinden zu einer Tagung zwecks Schaffung eines Preussenverbandec c^inzulaien. 
Der Verfassungsentwurf war nach den Vorarbeiten für den DIGR praktisch vorhr^nden; es 
galt nui%^ noch, den von orthodoxer Seite und von den Ministerien geäusserten ^^Anschen 
so weit wie möglich Rochnnng zu tragen. Ein spontaner unmittelbarer Zusamnenschluss 
der Gemeinden beseitigte im übrigen die dem DIG3 begegneten Schwierigkeiten, da es 
sich zweifellos um einen Zusammenschluss im Sinne des Art. 137 RV handelte, der - nach 
der Rechtsprechung des Reichsgerichts - unmittelbar wirksam sein wt\rde, o^ne dass er 
einer formellen staatlichen Genehmigung bedurfte. Freund» s Verschlag fand im Vorstand 



einstimmic® Annahme. Bereits eine Woche später legte Freund dem Vorstanä 
den Entwurf einer Verfassung des Freu ssen verbanden vor. Kurz darauf gingen, ohne 
Fühlungnahme mit anderen Gemeinden oder dem DTOn, Einladungen des Vorstandec der 
Jüdischen Gemeinde Berlin zu einer Tagung der preussischen Synagogengemeinden am 



121 > 



Sonntag, den 25« Juni 192$, ins Land . Ihnen war eine von ^reund verfassto DenJcschr^fb 
und der Verfass^angsentwurf beigefügt« 

Dieses schnelle und unabhängige Vorgehen war unr:ei^hnlich aber zweifellos vrirkoam, 
indem es die Opposition vor vollendete Tatsachen stell^^ und damit praktisch ent- 
waffnete. Diese VJirkung wurde verstärkt durch einen dreiseitir^en Leitartikel von 
Sandler in der Jüdischen Rundschau vom 31 »Mai 1922 Über "Die Gesamtorganisation der 
deutschen Juden", in dem er nach eingehender Analyse der rechtlichen und pclitischori 
Gesichtspunkte sich entschieden für die Einberufung des Preucsentages und Schaf f\ing 

einer preussischen Landesorganisation aussprach. Da Sandler nach seiner eigenen Angabe 

122) 
die "Ansichten der zionistischen T^eitTing" wiedergab , kam seinen AusführiLrgen 

besondere Bedeutung zu, zumal in ihnen die weitere Oeffentlichkeit z^om erst/?n !'al 

über die jüngsten Vorgänge inforroiert wurde.- Auf der anderen Seite wurde Freund 

von der Leitung des DIGB Hinterhältigkeit und "'Treubruch" vorge^Torfen, weil er, ohne 

den DIGB zu verstand:^ gen oder in der Sitzung vom lii.Mai seine Absichten auch nur anr.u- 

deuten, zwei Tage später die neue Initiative im Berliner Gerne Indevor stand angeregt hitto» 

Am 11. Juni fand die nächste Ausschuscsitzung des DIGB statt, die sich mit der Zulrinft 
der Gesamtorganisation befassen sollte (s.S.68). 'ollenscher regte erneut an, den 
Bundestag ohne abwarten der staatlichen Genehmigung einzuberufen, damit die GesamV 
Organisation ihre Aufgaben erfüllen kf^nne. Er berief sich auf die jüngste Reichsge- 
richts entsch ei düng, die seines Erachtcns einen solchen Schritt rechtfertige. Ihm 
widersprach Sandler. Der Bundestag würde von den süddeutschen Ländern nicht beschickt 
werden und deshalb, von allen Rechtlichen Bedenken abgesehen, nur ein Rumpfparlament 



121) IFB Mr.2U vom 15.6.1922 brachte diese Denkschrift als Leitartikel. 

122) FA-CAJ, XXI Or/8, zweiter Teil; i rotokoll der AusschuaBsitzung des DIGB vom 11.6.22. 



7z 

darnlenon. Tn der praktischen Politik m^irse mn don yut haben, wenn ein Weg: sich 
als unz^-xeckriftssig erv/eise, eine bessere ^lethode zur l^.rreichung des Zieles zu suchen. 
Das Ziel sei die Oesamtorcanisation, und rerade weil ihm an deren baldiger Ver^./irk- 
lichunn lioce, scheine ihm der Wec Viber die T.ftndcr unter den r^er^ebonen Umständen 
schneller zum Siele zu führen, ^sinen ähnlichen .Standpunkt nahm rakower ein. Freund 
lerte ausführlich die rechtliche Unmbrjlichkeit der ^^inberufunfT eine-. Rundesta.r^es ohne 
vorherige nenehmirninr^ der .Statutenänderung dar und -ab seiner Ueberzeu^ng Ausdruck, 
dass der von ihm gewählte Weg nicht nur die Oosamtor^anisation nicht schädigen. sondern 
als einziger zu ihrer baldigen Verwirklichung führen werde.- Auch Lilienthal machte 
dieselben juristischen Bedenken gegen die Einberufung des Bundestages geltend und 

fügte hinzu: 

"Wohl hätte der DTO^ die preu3sischen Gemeinden zusammenbenifen kbnnen, umsomehr 
als er ja^die Angelegenheit in der nand hatte, aber nun habe einmal der Vorstand 
Berlin die Gemeinden zusa-imenberufen. Jetzt mltssen wir den 25.Juni abvjarten, 
H» ob der :^reu-sentaö zusa-imen kommt. Gegeneinander geht's nicht, vde man auch 
über dieres/ Vorgehen denke." 

luch Staatsrat Cohn-I^essau unterstützte den Weg über Preusscn. Er sei überzeugt, 
dars im Hinblick auf die bezüglich der Kirchengesetzgebung bestehenden Meinungsver- 
schiedenheiten zwischen ^^eich und I ändern, über die z.Z. verhandelt und ein Abkommen 
angestrebt werde, noch Jahre vergehen werden, bis die endgültige Genehmigung der 
neuen Verfassung des DIGB durch alle in Betracht kommenden Stellen erfolgt sei. In- 
rw^ischen sei jedoch die Schaffung des Proussenverbandes dringend notwendig. Die 
Gesar.lorgand.sation werde nicht anders als über die Landesverbände zustandekornnen.- 
Die fast 6-stündige Sitzung endete nach einer bitteren Auseinandersetzung zwischen 
Kali scher und ^reund mit der Ablehnung des Antrags Kollenscher, einen Tandes tag ein- 
zuberufen. Dagegen wurde ein Antrag Salcron angcnomnen, dem Vorstand Berlin die in 
der ^itzung geäusserten Bedenken gegen die Schaffung der Preussenorganisation mitzu- 
teilen und ihn zu ersuchen, den DTGB zu den Verhandlungen des ^-reussent^ges einzuladen. 
Schliesslich wurde die Auflösung der neberlei tungskoi-nnission beschlossen, nachdem 
Freund erklärt hatte , dass er "sein Dezernat in die Hände des Ausschusses" zurücklege. 



73 



pie T.cii.vmr de::; PTr,^>, Hess? ec bei diesen nescblUr.se^n nicht bewenden, sondern sandte 
an die n^n 2^', Juni elnroladenen HoTnoinden ein ^^mdschreiben, in dem sie Freund und 



der berliner ^p^ic:indevorrtand der rabotdr^e an der nosamtorcanination besch\ildirte. 



123) 



Die Onpositlon benchrÄnkte sich .iedoch nicht auf die nit dem DTOB verbundenen Kreise. 
Auch innerhalb der berliner RcpVers, die vom Gene indevor stand in^mschen zur Beratung 
des ''^erfaps'inr:sentw3rfs in einer rTemischten ^omnij^sion eingeladen worden war, wurden 
kritische r.tirnen laut. Nachdem diese ronmisrnon ihre Heratunf^on am 19.oTuni abr^e- 
schlcssen hatte, fand an 21. Juni, also vier Tar:e vor der entscheidenden Tagunr^, eine 
Sitsunf^ der RerVers statt'^''^^ in der u.a. RA Heinrich Stern, der spfttere langjährige 
Verbandstagspr&sident des PLV, den Preussenverband als "bestenfalls ein notwendiges 
Uebel" und als "ersten Schritt 7,un ^egrEbnis der Gesamtorganisation" bezeichnete,- 
Hinsichtlich des Verfassungsentwurfs selbst verlangten die Zionisten - im Hinblick 
auf die Versuche einzelner Gemeinden, das v:ahlrecht ausländischer Gemeindemi tglieder 
zu beschneiden, - eine stärkere Einflussnahme auf die angeschlossenen Gemeinden, die 
gleichen demokratischen Wahlrechtsbestimnunr;en einzuführen, die fttr die VJah^en zum 
rreussenverband selbst massgebend waren. Da dies aber der von allen Gemeinden ängst- 
lich ^eM\teten und in de» Verfassungsentwurf verbrieften Gerne indeautcnomie widersprah, 
fand sich fUr eine solche Zwangsbestimming keine ''ehrheit. 

Freund selbst hatte fttr die Tagung eine neberraschung - oder besser drei U eberras chungen 

12 <) 
vci^bereitet: nicht nur hatten GehR Israel f«r das KM und ^TinR Dr,J<!>hlinger '''fllr das 



123) IFB l!r,25; vom 22.6.1922, S,l, und Israelit vom gleichen Datum, S.V5. 

Das I"^B äusserte sich in der gleichen Nummer, unabhängig von der Zuschrift des 
DIGR, gleichfalls sehr kritisch über das Vorgehen der Gemeinde Berlin: 

"..,. der Verdacht, dass es sich hierbei um den Versuch einer Uoberrumpelung 
der Jüdischen Ceffentlichkeit handle, erhält durch die auch m\s nicht er- 
klärliche Taktik der die Konferenz einberufenden Faktoren eine gewisse Nalirung« 
4* Etwas weniger Eile und UeberstUurzung wäre jedenfalls hier mehr gewesen." 

Dies, obgleich das Blatt Freund» s Denkschrift in der vorangegangenen Nimmer als 
Leitartikel gebracht hatte. 

1214) Protokoll im FA-CAJ, Teil V/89. Siehe auch Bericht im IFB Nr.27 vom 6.7.1922, S.h* 



1 



?<) Dr.Cito Jöhlingor (l88h-192li) gehörte dem Vorstand des 1921 gegründeten ultra- 
patriotischen Verbandes National-deutscher Juden an. 1921 hatte er in Perlin 
ein Puch Bismarck un d die Juden verfiff entlicht, in dem er den Kanzler gegen den 
Vorvmrf des AnTisemTl^ismus verteidigte. 



^f 



proussipche FiranzministcrJum ihr Erscheinen zugesagt, sondern auch der Reichs-Innen- 
minister hntte sich bereit erkl»rt, durch seinen Vertreter KinR Dr.Kaisenberg 



126) 



die 



Ta-imr. berrl^ssen 2ai lassen. Doch selbst diese, sicher strenf^ geheim gehaltene Aktion 
verlief nicht ungestbrt. Am 23.Jiini hatte Freund eine Besprechung irdt Israel, der 

versprochen hatte, ihm die ErklÄning, die er fWr das KM abgeben wttrde, vor der Tagung 

127) 

mitzuteilen. I^ier folgt ein Auszug aus Freundes Miederschrift 

"^-Terr ^rehH Israel empfing mich mi.-^. einer bei der Art unseres sonstigen Verkehrs 
befremdlichen Zur^^ ckhaltung und erkl\«»rte -ir, dass er leider nicht in der Lage 
^ei die Erklärungen, die er ursprllnglicb habe abgeben wollen, tatsächlich ab- 
zTigeben. Fs sei dem Ministerium in der Zwischenzeit mitgeteilt worden, dass 
'^io ^chaffunr eines nreussischen Landesverbandes eine private Angelegenheit von 
mir <^ei, dass ich, der ich bisher dem rinisterium gegentoer als Vertrauensmann 
de^ D^-OB gegolten, die Sache gegen den niGB und hinter seinem R^ickcn betreibe. 
T^ach den rev/ordcnen Mitteilungen sei mit einer so starken Gegnerschaft zu rechnen, 
dass das Zustand eko-'nen der Verbandsgrl^dung auf der Tagung fraglich erscheinen 
mVisse. ^^nter diesen Fmstftnden müsse sich das ^Ministerium Zurückhaltung auferlegen.^ 

Der v;ortlaut der Erklärung vjürde weit hinter dem zurückbleiben, was GehR 
-^srael selbst ursnrimglich gewollt und aufgesetzt hatte." 

Diese '^nterhaltun- ist umso beachtlicher, als zwei Tage zuvor, am 21. Juni 1922, auf 
Eirladur.r des I-IB Vertreter der ihm angeschlossenen preussischen Gemeinden 
in I'^ulda zusamengetreten waren und einen 

preussischen Landesverband gesetzestreuer Synagogengemeinden 
mit dem Sitz in Halberstadt gegründet hatten ^ im folgenden Halberstädter Verband - HV - 
renarntl."^^^^Dies wurde damit begrtodet, dass "die von der Berliner Jüdischen Gemeinde 
beabsichtigte Bildung eines Allgemeinen preussischen Geneindeverbandes aus prinzipiellen 
und rrjiktischen nc Sichtspunkten die LXLstenz einer entsprechenden gesetzestreuen 
Kbrr^erschaft im allgemeinen Interesse wünsch ensv:ert erscheinen lässt". Die "einstimmig 
anrer.onr.ene Gatzung" des WI entsprach im wesentlichen der des HB, wie auch dessen 
Vorsi-tr.onder, Rabb. Dr.Tsaac Auerbach-Ilalberstadt, gleichzeitig zum Vorsitzenden des 
ir; gov/ählt vmrde. a.u^' der Tagung verlas ^'abb.^r.'-lsra Munk das folgende Begrüssungs- 
schreiben des 'Ministers f*4r V/issenschaft, Kunst und Volksbildung (K>!) vom 20.6.1922: 



126) Dr.^corg Kaisonbfirg, mit dem Freund in den folgenden .Tahren noch häufig bezüglich 
der ^;C>^affunr oinos Heichsverbandos verhandelte, zeirte diesen Bestrebungen gegen- 
über wohlvro]]endes Verständnis und Fnterstütz^mg. Fr ging ^[^^^^ ^^ fliegenden 
/V^f < /-///oFnhnnn r.um rational Sozialismus übex^md gab bereits 13J3 clie Fcffrif t^nreihe ttas 
/ . 2r Recht der n.'3tiona]on Revolution heraus, deren zweites Heft Gleichschaltung der 



A 



,./^ 



T,tt.ndor mit dem Reich er vcrfasste. 



A/ 



A^ 127) FA-C/.J, XXI Or/8, zweiter Teil. 
n 128) Israelit rr.?i> von 22.6.1922, S.h. 



73" 



»»nachdem ^u^r ^^hrvTtlrdon nrirh davon in icenntnis r^esetzt haben, dasr, a!n Ki"»-,twoch 
aen 21,jiini l*?«^^ eine Konferenz r.er^etzontTe^^er r-^emeinden in Fulda über den 
'^U5=:a'^ensnhlnss dieser 'leTnelnden zu einem preun tischen Landesverband beschliessen 
vrird, ersuche ich Taxier r.hrwtlrden in "^hrer lif^enschaft als SachverstÄndirer meines 
T'inistari' ms errebenst, der Vorsanr]nnf>; in Fulda meine OrV^sse zu überbrinf^en. 
Ich stehe Threk-m Plan mit Wohlwollen r^erenViber und bin, sofern Ihre Feschllisse 
mir hierzu die ^^indhnbe bieten, r:em bereit, mich dafHr einzusetzen, dass der zu 
schaffende T,andesverband sobald als mtt>r:lich als Kbrrerschaf t dej öffentlichen 
Rechts anerkannt v/ird. 

Beelitz " 



Der Name "Boclitz" 



1291 



erv^cheint in Freund» s Verhandlimf^en nir^^ends; es ist deshalb 



durchaus mttr-lich, dass ''lehF Israel von diesen Brief seines Chefs nichts wusste. Je<Ļn- 
falls en-rflhnte er ihn offenbar nicht in seiner Fnterhaltunf^ mit "^ö^nd. 

Die Separatorthodoxie war nicht nur \^±c im Reich (siehe S.l'l) den Vertretern des 
Firheitscedanicens - wenn auch diesmal nur um vier Tage - zuvorpekomnen, sondern 
hatte erfolr^reich die dor^nelte Vertretung der I'.e^ierung gec;enüber verankert, die 
.1eder Villensftusserunr: von über 95? der Judenheit ihre eigene abweichende Stellung- 
nahme frleichberechtigt gerrenttberstell te« 



129) Dr.Otto Poelitz war ."chul- und FrzieiiunfrsfachJiann. Er war von 1921-1925 als 
üachfclner von Becker preussischer Kultusminister, wthrend Recker unter ihm 
als Staatssekretär wirkte. 1925 wurde Becker wiederum Kultusminister (bis 1930), 
Boelitz hingegen volksparteilicher landtagsabgeordneter. 



,/f 



% 



"In AbÄndorunr: den Erlarjscn vom 21.Au,^ust usw» ktJnnen ohne neue Umlagebeschlttsse 
VorsciiU:;se für die bis zum l.O^ctober 19^3 zu zahlenden Besoldungen an Beamte 
und Annen toll »biJ in voller !löhe rowMlhrt werdon, soweit nicht Pfarrerbesoldung 
durch Vorschüsse besonders gedeckt ist." 

Auf dieser msis hatten die Gemeinden lediglich ä±ä ihren tatsächlichen Bosoldungs- 

bedarf an:!:umelden und erhielten - nach Freundes Bericht - *'in einer Zeit, in der 

alle anderen Quellen versiegten, Woche f^r Woche die Geholter fttr ihre Beamten von 

den Puegierjngshauptkassen." Auch nach der in November 19^3 erfolgten Stabilisienng 

und Umstellung? auf Renten- bezw« Goldmark wurde fUir eine kurze Uebergangszeit - bis 

Febmar 192)^ - die Reichshilfe in verringertem Umfange weiter gewährt, um den 

Relir:ionsgesellschaften die üeberleitung auf die wiederher^is teilende eigene 

I geopinete Steuererhebung zu erleichtem. Insgesamt sind dem PLV und den ihm ange- 



schlossenen Gemeinden in dieser Periode von etwa einem Jahr i 



Beträge im 



riegenv:ert von über 6U0,00() Goldmark aus Reichsmitteln zugeflossen. 



13) 



Die letzten Auszahlungen erfolgten der Einfachheit halber nicht durch die Regierungs- 
haaptkassen an die einr.elnen Gemeinden, sondern seitens des ^ichsfinanzministeriums 
direkt an die Zentralstellen der Religionsgesellschaften (d •h.auch an den PLV), 



denen anheimgestellt wjn.le, die Verteilung "nach freiem Ermessen unter dem Gesicht 

1)4) 
punkt dos Ausgleiches" vorzunehmen. 



Eine i'Ügenart dieser Reichshilfe war, dass sie vornehmlich den grösseren Gemeinden 
zug\ite kan. Tatsächlich war im Endstadi-im der Inflation der paradoxe gustand ein- 
getreten, dass der Uotstand mit der Grbnse der Gemeinde wuchs. Der engere perslin- 



1 -; 



iche ".usamenhang in den kleineren Gemeinden 



führte in der Regel zu praktischer 



Hilfe für die Kultusbeimten, oft in der Form von "Sachwerten bezx>r, Lebensmitteln statt 



13) ^m einzelnen haben - in Goldmark umgerechnet - erhalten: 

Jl^aische Gemeinde Berlin 233. '483 Goldmark 

Andere Gemeinden 237.01? " 

Ferner nach der Gtabilisierung 5l.'i62 •• 
PTV als Abschl.iss7.ahlung fllr Bbticc 

ÄKxtx)Doa>:'«^xiÄx Dezember - Febr. 120,000 »• 

11;) Die diesbezüglichen !:rlasse des Reichsfinanzministoriums und des KM befinden 
sich in FA-GAJ, IX t/31. Daselbst auch die vorstehende Uebersiclit ttber die 
Gesamthtthe der i-^eichshll fe. Detailliertere^ aber nicht sehr klare Ziffern in XII L/2, 



f7 

des wertlos cewordenon Papiergeldes. Daref-on vmssben die Gross gemeinden wie Berlin 

und Breslau, die rechtlich und moralisch verpflichtet waren, ihren Beamten die 

f^loichon P.czWrß z^ rewtlhren v/ie den Staatsbeamten, oft weni^-e Tage vor dem Ersten 

nicht, woher sie die föllii^en C.ehHlter fl^r ihren umfann:reichen Beamtenapparat 

nehmen sollten. Die Rcichszuschüsse waren daher ftlr sie eine Hilfe in höchster Not.- 

Mit der Stabilisieranr Änderte sich diese Situation grundlegend. Deshalb verwa.idte 

'- Ermächtigung 

der ?T\r die an ihn gezahlte Endaus schttttunp: entsprechend der ihn erteilten KdWi 

zunächst' . 

im Taufe des Jahres 192h /für l^eihilfeh an leistunr^s schwache Kleingememden .waä 

teH3:^3ck nen I^.est von etwa ßO.OOO Gold -mark übergab Freund bezw. die Berliner Gemeir.do 

den ordnungsmÄssiren Organen des Verbandes nach den Wahlen von 1!?25 als Kassenbestand. 

Der }N, der an all diesen Bemühungen um Reichshilfe offenbar nicht beteiligt und 
in der Interkonfessionellen Arbeitsgemeinschaft nicht vertreten war, wurde nichts- 
destöT-rcniger als gleichberechtigter Zentral verband neben dem PLV behandelt und - 
entsorechend der Seelensahl seiner Mitglieder (etwa 1/30 der Seelenzahl des H.V - 
aus den Reichcmitteln bedacht, 

T^üc>l:vtickend ist diese ausserge^^hnliche Hilfsaktion, die in einer aus serge wohnlichen 

/ 
Zeit ind mit aussergowtihiilnchen Kitteln durchgeführt wurde, von grosser grindsätz- 

licher P.cdeutung, Sie stellt nach Jahrzehnten vergeblicher Bemühungen, eine Gleich- 

stell'^inn der jüdischen Religionsgemeinschaft mit den Kirchen zu erreichen, den 

ersten praktischen Erfolg dar, und zwar in Umfang und Form auf einer völlig pari- 

tKtischen Grundlage. Dies ist zweifellos aus den besonderen Verhältnissen dieser 



H 

I 
I 

F 






r 



\ 



15) Die Geschichte des "Rund rese tzes treuer jüd ischer Cremelnden Deutschlands" 1919-1 936^ 
'^erTvlv"l'9T2\' von "T^ab^^ (1901-1973), dem Sohn des Vorsitzenden 

des HB und T7, bringt hierüber nichts. Leider ist diese Broschüre voller Druck- 
fehler und Irrtümer in ^ezug auf Jahreszahlen, Organisationsnamon und Persönlich- 
keiten, sodass sie als historisches Katerial nur nach kritischer I^rüfung ver- 
wendbar ist, obgleich sie einige neue, bisher unveröffentlichte Dokumente enthält» 
Der als Anlage 5 auf S.39 abgedruckte Krlass des RIM betrifft weder den auf S.19 
geschilderten Tatbestand, zu dem die Anlage geüren soll, noch die von uns be- 
handelte Reichshilfc, sondern eine Bewilligung aus dem »»Kultumotfonds" des RIM, 
einer vorübergehenden Tnflationsoinrichtung, die vd.r nicht erlWhit haben, weil sie 
bei dem rapiden Teini^o der Inflation ohne praktische Bedeutung war. 



1^ 



y 



G 




n 



Jahre 7,n erklären, in denen bUrokratinc)ie Bodenken unter dem Ansturm der wirtschaft- 
lichen Katastrophe fallen rrelassen ^^rdon. Ks i<^t aber ebenso zweifellos auch das 
eins'rartice Verdienst Freund» s, die ihm zufÄllip: und fast formlos gebotene Gele- 
genheit einer engen Zusammenarbeit mit den .Spitzen der Kirchenverwaltungen und den 
ihnen nahestehenden Politikern schnell und entschieden ausgenutzt und aus ihr ein 
Tnstnment zur Durchsetsunc der bis dahin vemachlÄssigten jüdischen Belange geformt 
zu haben. Die staatspolitische F.infUhrung des gerade neu entstandenen PLV nicht nur 
Ln Preu.iscn sondern auch im Reich war mit einem später kaum wieder erreichten Elan 



geftlttckt. 



iV» De jure oder de facto Anerkennung des FT^V. 




Es ma? an dieser Stelle am Platze sein, kurz auf die Frage der staatlichen Aner- 

'r- 

konnung des H.V einz^agehen, weil in der Literatur verschiedentlich falsche oder 
unvollr^tändige Darstellungen gegeben v^orden sind. 

Auf der Grtodunrs Ugung vom 25,Juni 1922 hatten sowohl !^nR Kaisenberg ftlr das RIM 
nls such nehP t ^rael n\r das V:\ die baldige und reibungslose Anerkenn-.ng des FT.V 
aln l^fl entlich- rechtlicher fCörperschaft auf Grund des Art. 137 RV zugesagt. Eine 



entsprechende Zusage hatte der Brief des Kultusministers enthalten, den Rabb.Dr. 

Die aiv/ 

?-^unk auf der Grtindungstagung des !W am 21. Juni 1922 verlesen hatte. .-lE^se Zusagen 



^«.^IKSCimaiaxXlXXXMiXKHXia^ gelcnürf ten Erwartungen erwiesen sich jedocß als 
trtlf'erisch. Ende 1922 hatte die Preussische Staatsregierung auf Antrag der Berliner 
Genoindo den Landtag einen Gesetzentwurf unterbreitet, durch den in Abftnderong des 
Judonrosetzes von l8U7 die llöchstzahlen für die Mitglieder des Vorstands und der 
Herf/crs angemessen heraufgesetzt werden sollten. Bei den Beratungen im Plenum ergab 
sich die grundsätzliche Frage, ob die betreffenden Vorschriften des alten Gesetzes 



nj 



icht durch Art. 137 RV als aufgehoben zu gelten haben, weil sie zu der inneren 



Verfassung der Religionsgesellschaft geh^^ren, in die der Staat nicht mehr eingreifen 
dtirfc. Da die Staatsregierung demregenlibor den «Standpunkt vertrat, dass jede 
Aondening der bisherigen Gesetzgebung einer landesgesetzlichen Regelung bedarf. 



..^4,MMM«U*A«i£u.tN -,.. 



«». «^.^.MMi^HlMiMMfli 



u 



99 



l 

beschloss der Verfassungsausschußj des Landtags Ende Fobruar 1923, die'HtlrtJrterungen 
nber dio Au3lep:ung des Art»137 IT/ erst bei der bovorstehenden Beratung den Oosetse», 

betreffend die Verfassung der evangelischen Landeskirchen vor^unehinon»» xmd de^^halb 

16) 

den vorliegenden Gesetzentwurf bis daliin zu vertagen*- Damit war die Frage der 

formellen Anerkennung des PI-,7 gleichfalls verschoben. Die Proussische Staatsregierung 

lehnte es ab, eine solche Anerkennung d^arch staatlichen Verwaltungsakt auszusprechen, 

wie es andere Ilnderre.ierangen getan hatten, sondern hielt eine gesot.Hche Regeltmg .(C^ 

nctwer.dlc. H»ch den Lrfahrun-en mit o^^n AnU^a,- der berliner Geneinde rmisste die Re-ierun^; iilX 
jTzht anrifrhnien, dass vor Verabschiedung de» Gesetzes über die avan^elischen Lsndeskirchen eine 
reiche 'T-ecstresvorlage keine Aussicht «uf Annathnu durch c*n LancUg hfb<?n wt^.rdc. Als dann im 
Jih2e l:^?li die aesetze betr» dio evangelische und katholische Ivirchcnvcrfassun^ vtrsbschiedet 
wunl^r, beschlcss die Str.t tsrecieruni:, die Traj^c der Anerkernunc der beiden jüdischen Landes- 
vc;rl>ar.ä«; im Y.k]vr.en der gleichfalls i;^pl»nte.i NeiLri:3Sunc; der [>reu3sischen Judencrer.et^^ebung 
-ü teilen cl-In. Diese 20^ sich jedoch weit ^ttni-r als er-^artet hin urd war, wie wir sehen yter^k-- 

h 

.-mes vier Hauptprobleme, nit ^>nen dtir i-lV i\z eriten Jahrzehnt ^«ineß !3e£teher.?-, befasst war» 
Erst im März 1932 legte die Staatsregiorung doxa Landtag einen Gosetzentwurf vor, der 
jedoch werben Auflftsiing de3 Landtags nicat wehr zur Beratun?^ kam.- So ist der PLV 
11 von der Regierung nie de jure als öffentlich-rechtliche Kbrj:>ersc}iaf t anerkannt worden* 

j 

In? ^eC'^tu^.i; dieser Tatcaciie scllk «L,.r nicht UlercchllLi,t 'rferden. Wi« schon erwähnt (sieh« ! 

".^O) hatte J«r ilV in Art. 35 .oeiner jr.rUssmä - in Osiientatz zu dex' arders ^sirt-itsn üechts- ^ 

]. .- fUr i<rn Dia». - rein? nraktische „-irkaarj^eit nicht vor. eli.er rCmllchen Anerkennung sciter ' 

:?f Gtastes aU.Bnjij tjenscht. tJclerdies v.-urde ¥ielfsch - ant^-ecen d-m Standpunkt der preussi- 

icl.^n reherden - die Ansicht vertr-sten, dsKt;*'«: fines C ■»' -sktes fttr die Anerker.mm,? des 

: 'J!.''?v^rU!iJes Überhaupt r.lcht bedarf 4 r. u vx ^ , " 

so hatte «.B« die Anhaltiache r^taatörogierung 



'^^ S;'Äk3acheJ S'Sp? ^IMT;-"!"^'"" '''T' '^^"^" ^«'«5»"^' insbesondere auch 
aie urucKsacnen Kr.U127 und 7hh9 des "rensaischen Landtag:», I . Wahlperiode 1921/21*. 



'•«&JUit»<^' 



m 



f I f erklÄrt, dass sie eine Anerkennung wüadst des Anhaltiechon Lande srverbandes nicht 

aus7.tisprechen habe, veil nach Art,137 RV Religionageoellachaften, die sich aueanwen-» 

17) 

schliessen, ipso jure öffentlich-rechtliche Körperschaften sind. 



'.ichtl^jer ?cer sls die^e rein tliooretisch-Juristiscucn >;rw1l;Cim^eii v/ir ciic Ti»t.?ache, cUes von 
rci*-r Grtiridung »n dar nv (und ebenso (J^r KV) in der Praxis von der Reichs i-egieratig 






Qfr rrsuf tischen StÄatsrci^ierun;, sc b^hsruelt v.-urde^ wie ts nur einer öffentlichen Behörde 



U.'. 



j.m. Di« letzte r aurüulausssyiluns der Reichshilfe in der Inflationszeit errd^-to - völlig 



jsrUitisch nit den Kirchen - seitens des: ncichcfin3n2ninist«rium3 direkt >n d^sa PLV zur wai- 
tf^ytr: Vartfilunt; / (o'^h e üi93} > In .;leich?»r V/tr^ise wurde bereitaj^/orher von Rflchsinnenministe: 
finf bfpcndsr* Notstandshilfe (Kulturnotfcndü) verteil t'^'^^1<''schll es n lieh *rrttchti^'te Cis^r 
r.'':ch5:ninister der Finimscn durch Srl«oS von 30.April 1925 - III f. IhO, III C 1 1776 - die 
:'in-ini.tlnt-r, der. FLV '»«uf Arfracjc Über Ji^r rtfuffrlichen VfiiJltni^se der jUJl5:crc'. Ctouer- 
-j:.]?r Auskunft zu erteilen," '•^/ Z\r.^ der»rtirie Crr-ittchtirrun^: i'u^Jiieten •lx\tT Stelle, die nicht 
il;-. t»;i>r!tliche Lshördt rr:err:;»'\nt ist, v;ttre undi^r.kl-r.- A^.er ni^iht rur d»3 Reich ^^dnderu 
•-LC' ?r??u3r*p. behandelte ccr ?LV de fgctc äIg el'rrrtlic!i* KÖrj-ersohaft, :lr, »h.ilichcr V/eise wie 
ff er ?archen g<j^--enUbcr c'^'^cbah. D-s {^ g ^u-X ' if.ü i ie Kult . - .; sraiiiirj tiejp^btiTi hat die l^hriiclicn Kirche 



\ 



h- 



nr ..rrerl;.-nse ^-eit 1923) re^elnttssi^ i'uch dc>! beiden jtidiachea Länder verbanden '^Ui^^'hen lassen. 
:,iere irlifse erithielten der. auGdiilcklichen Abf^atz: 

'T'^r. beider VerbMndei JUaijcbcr C-en.tit.d'rn ^tel]* ich ^rt^prcchende VcrstRndi^ung der 
S^naiiüger.tie'nrinden Äiihciia." 



4 •'■ 






T ^ AUL ' ü^ rHe Unterriclitc^bteilun- das i^^iU^isiiifti- ' 



■ :.*.rJ>chtete der ILV al^ -i« öffentliche Vertretun-; der Jüdischen R^ülisionöii^neinschaf 
ir :reu53en. Den enispracli es, dÄSS/von ?!// ausgearbeitet« und eingereichte Richtlinien fUr 
einen LeV.rplan ir^ jüdischen R^lirioncu'^ierricht an den höheren I.e^;rar.st3lten rr«u;;^cn3 vom ^ 



^ 



17)Der Bescheid des Anhnl tischen Staatsrninisteriuias vom 22»U«192U ist in IFB Kr •18 
vom 1.5.192U, S,2, wiedergegeben. 

18) VBl 3.Jhg. Nr.5 vom 28.5.192^, S.3. 



«IMIMlifMMilMMI'v; 



»■ fri*.»*»»«* 



(Ol 



8 



KM veröffentlicht iand als Grmidlage f^r die Ausarbeitung Ton AnstaltalelurplÄnen • 

ange-jehen wurden (s»S « )»^ ^^ 

^cv;tthrt wurJon, an die otx-.i. ^anu«^ u ^ 

Unt.r.tllt7, .ns5bedarftic-i 3cT.eind*n vorn.hi.en und hierüber u.r; .^nx3ter_a^ .. 

If. f?\ hatten. 

v.at,u.nini.ter3 an .lle r.achaeordnelen 3tellen, dla ;.nc.9 192. o.^r Anl. „ ^^ ^ 

,-,« * 1.,. Mrt^t^r c',1-5 die "beider. Vorblnca zwar noch nicht rechtlich 
1 vsr. In dies«!' erklärts der hinistcr, '••■'-•' ^-» 

......nt .ind, d... sie trotzde. aber so beh.r.lelt v,rd,n .cll.n, nls ob .ic .. viren." P 

...entsprechend i.t bis irt die r^.iperiode hinei^n verrohren v.orien. Ilid.t ,in ein.i.es ::.! 
is^ in den za-hllcsen Verhandl'^.jcn -üt den Regierun,;.oeh(Jrden rAe r..3.c..e, ..a..,. 

-^+^.*iT-,.» a-p\ r.ur t*^/Ähnt oder sum VorK«rd TUr eins , 

n-,ativr i:n!.::cheiduns Gcno;nnen vordon. 

^ . ^ u + .^^v, «nf «Piner Tasimp vom VU.PebruÄr 19^9 mit dor FJ^ge der 
Der Verbandstag hat sich auf seiner lagiing vum ^^a.r ^ ^^ einai-! ^indg 

staatlichen Anerkennung befasst und seiner^Auffassung ^ . InaH ^folgond^^mmuXm 
anf-enonmene^Resolntion Ausdruck gegeben: 

" "r srÄSe\s?er?oSSt=d^^^^ 

SÜts Se SecS^ SnefSsJperschaf t des öffentlichen Rechts hat, ohne da.s es 
eines besonderen Aktes behördlicher Anerkennung bedarf.« 

so kann abschliessend festgestellt worden, daas dar PL.V auf Qnmd der F.eichsverfassung 

de iure eine öffentlich-rechtliche Körperschaft war und defacto «1« |?lcho Ton der- 
?±_Jli_ Regierung anerkannt worden ist. U>^) 



•m T<n-,r,+>,«i »nf r.rund seiner HtellTins als SachTersttodiger 

Vrl. auch AuSbach, a.a.O., S.19 unter 1). Das von lim angesebeno Dat^^ ist 
falsch; ^s muss 20.2.1926 - nicht 192U - heissen. 
20) VBl T.Jhfi. Kr,2 vom 30.5.1929, S.27-32. . . . . J) ^L llßTi/k^/- i«r» 



/^i 



V« Bemikhun^en um Staatsboihil-fen 1919 • 192Ü. 



\ 



TTnabhÄncic von der auf der WShe der Inflation gowÄhrten Reichs hilfe ftr 
die Hellß5onsßesellschaften, die ausserhalb der normalon Kompetenz deö Heichs 
Ing, versiichten die jüdischen Spitsenorganisationon seit der Novejnber-Revolution, 

vom preussischen Staat Beihilfen für die jüdische Religionögenein- 

21) 

Schaft entsprechend den hohen Staats zuscftasen für die Kirchen zu erlan;:en. 

Am 6,April 1919 ersuchte der VDJ, dessen Vorsitzender, <JR Oskar Carsel, der 
Preussischen Landesversammlung als Abgeordneter der DDP angehörte, das KW um 
Bereitstellmig von T^itteln für die jüdische Religicnsgemeinschaft. Als auf diese Bin- 
.TL.; ei:\ ?e-cheid nicht rrfolcte, untorbreitete der TOJ arn C, Juli VA'J cier ?reu:.£i£cher. Landes 






n . 'I n , •■ .1 1- ■ Mw iii LT ^ hTT ELL^i^Lü ^ Lc 1 j 'frnr^;rh^ &U>^ ur.t :r Hi*v.;eic ^.uf die TrU- 



.'.«r-n vrrjiblich-jn Be.T.tlhun,.cn «inen fbrrilichen Antrag »uf Sinctrlluai: sines angercecser.r. 2etrag 

i! ien lliushaltsplsu d^ s 4Ufar t u^/ii v Huü U r i > >->§ ^ Der AnlrÄ^.; 5Chlcs«-<^> 

« 

«^Ge.'ilss d^r Abksshi von der :!evcrüU£;u;ie bestirriter kirchlicher acrt^^iriSChftft^r Tr'p:s.r^^r\ 
vir, solfln-^e die Zuwerdun^-tn rn dir b#-idan christlichen -Circheri - ,:lcich\riel in welcher 
rchc - ?iuf recht erhalten wcr.i«»n, jtttzt die -gleiche ?'erück5ichti ^jun:^ der jüdischen 

Re3 i '.lonsgRsellschaft und bcantrar;«*'^* 

für" die entsrkrechenden Zweckt der jüdischen rc«lik'}.ons;Temclnsch«rt. In5?bf.spnf^#'r« 

alic ?ls r-Jitr^c zu döii voa d^n Synfl;jOi;en,;erae.lxiQen zu i-ewÄhrendsn ^-isoliuniienj 
Ditrnstaltcr.i-zul^jer, Rul:et;eh»ltcn; 'ird Pir Icrblioben'^.nrentan i:tr Rabbirer und 
sonstige Leitf-r jüdischen aottScdienstes und zur Unters tut sun^, leiijtur^sunfthi::er 
SynÄeo£criCenieinc>n •••.. eiv.ftn d-n Zuwenduncen m cie christlichen Kirchen ent- 
sprechenden :'?trci2 in den Ilautili.nlti-plan einzasetzen.** 

-i .jrr !cr?tung dieses Antrat^s in llaushaltsausschuss widersprach der he ;ierjr-s\ertreter den 

.r.-.chen ces VDJ mit d-r f e,:ründuni:, d£G3 bei der i'uiimehrigtrn Trenrur.c von SV.-t und Kirch» die 

izur-g eines Staatszuschusses fUr die ^U^isoh* Rcli,;,icnsjcst?lAschÄ:t nicht angÄnci« sei. Di« 

sr (ffenl-ir nicht nur die Ansicht d^r IlLniiiterialbÜroktatie scnd-^rr vor nllem *uch der I^nistcj 



21) Derartige Anträge waren schon seit der Jahrhundortwi^nde wiederholt gestallt 
vjorden, Sie waren aber sowohl bei der Regierung als auch im Landtag regel- 
mÄssig auf Ablehnung gestossen. Die einzige Autnnahme bildete von 1908 ab 
ein sogenannter "Rer olutionsfonds'» von IjO.ÖOO Mark im Etat de» KM f«r Zwecke 
des jüdischen Ueligionsunterri.chts an Volksschulen, aus dem aber nur urbederv 
tende Betrüge in wenigen Füllen bewilligt wurden. Er vAxnio nie audh nur an- 
n^^hemd voll au sf^o schüttet. Siehe hierüber und über die Vorkriegsporiode 
den Aul'satz des Verfassers in Tl^ 

22) FA-CAJ, IX TA; weiteres Material In t/3* 



.dUMvar 



I'3f!nl3ch selbst. Sowohl der Aus:schu3f^ wie: fuch das P3enum schloasf^n eich ab«5r dlftsam Standpjnkt^ 
rieht an, und an 12sDczcxber 1919 beschlu::c li« TreusiiiscKie Landefrvffrsairnilur^; mit den Stiirjuen 
üller rarteien ausser der USn)23), die Petition des 'vTJ "der StaAtsref^ierunt; ..•zur ferttck- 
iuchti^uxiß" zu übci'wcisen« 

.rst nach einen halben Jnhr - rlt Erlass G I Nr.lO? II 1 vcm 21. Juni 1520 - erteilte haeriisch 
ce.T \OJ einen Heccheid auf seinen Antrag ^)KntGprechend dem n^ecYlu^a clar Lanoesv^^rcarTiiuns hat« 
.ie :ta?»tsre;;lcruna die Fm^e erneut i;;ei rllf t/ und sei nrundgttzlich bereit, die Kii.stellur.- vcn 
"iltelu für 1921 zu er>/1li;e!i, Dann jedoch fährt er fort; 

"::ur .-nuss zuvor zi£>:^a2xxxxjctx3uq( Uber .:ie Ln in<?inen Schreiben von ?• Ok.tober iyi!y -Gl 9G2 
*ls Voraussetzung staatlicher Lei5tun{:cr b^zölchnele Krrichtung «'-iner die Gesamtheit der f^ 
Svna^Cfe-^nceneirdeniunifacsenden Crböniscticn Klarheit ^^sch^fren 3e5n. Eine 'lolche Crgfinisat. 
soll <ir:^10f-; cer Rce:eluni; bei der evaM;,el Ischen und der kothclischen Kirche neben der auc- 
hilfc;;i..5:en LetKtinur.t:- des Staates ia erster Linie die Krlfte der liiistunjsfMhißen Glieder 
i-: der. Tvieust der Unte. .itCLtzun;^ für die hilfabedürfti^en Helif.ionscemeinden stellen. V/Urde 
rin« solche» Orgsnisr.tior: nicht^ecchÄi'rea, sc wären vuc der Bereitstellung leuiglich ataat- 
lic'n-r :at^el für leistunr-sunfHhice Syn^'-ogen^jemeirden und der darin liet;enden erheblichen 
>f vorzu p:ns vor d«»n christlichen Kirchen berechti^;te Berufungen auf evangellGL^-er und kathc- 
llrcb-r Seite zu beft\rchten. 

L/-r. VeiT.ehmen nach sind V-^rh.ondlun.^en Über Schaf fun- einer solchen Crgcni.-r.t ^cn bereits in 
G^Hi;«. Ich kann diesen Töstreburiiten n.r den besten Krfülg wünsch-n uni würde darJcbar sein, 
v-r.n ich über den Fortrjan^, - vielleicht durch genehmen de? mlv als S.-^.ohverstÄnJi^an bei^ 
.-eordneten Herrn Justizrat Lilienthil ^ init neiner. r^eforenten-auT dein Icu/erden erhalten w«^^ 

ilei( hzeitig :ndt den resc- «id an den ^/TJ vp.rRnl«snte GehR Faul die beiden jüdische:. Sachver- 
.:«*:.. i^-c5n, -ir;- TjTufrtre bei den Syntijocen.enieinden zu veranstalten, un c«nauerc Untorlsjen ütjr 

> >soldunj ihrer "Geistlicher, "celicionslclirer und Gottesdienstleiter" 2^) su erhrlter. Ein 
-r.t.«; rechendes \on Lilienthal ur*.d IlurJc unterzeicMr.etas Gchr<»iben ^jin,: \inriitiL am u.Juli 1?2C an 
uie C-fc.Tieinden hinraaX'^^, Das Brt;ebnis dieser Urfd'r".t.e war «her offt:nbar so unvollsttndig, dass 

inl^'e ?:on4te später eine erneute ijiquete uj"iter .-difüttun'' ei'-os Frf^iebogens tinutirncrwien wurde. 



2) 




jiy AZJ \\-.:7 von ').'(. V)7Q, C.30)i. 

Or :";.-CAJ, D: t/u, kurze lebersicht »'Staatsbeihilfen" , Nr.ll, 

a() T^tc., ::r..l7; verjl, «jch XXI, Or/3, I^rief K^li^chcrs an Kreund von 3C.6a?20. 



•■^r* .■iMni li t -iiimii f Mii tiiif - ^■|t"-yffjJ'-^'~-'- 



t ,• < iiliL. <iMkt 



/^f 



,> -.rUr..r >n«indo ttbornahm aie K.o.t,n dies.r zweiten U^-raa«^'^^ "•^- Orund d,r« die beiden 



[.Ch vT 



.turdi-sn dem lanisL-riu-T. eine »usftthriiche r.epv.chrtn. -ar, terbreiteten und um .ewilUcur.^ 
r '.^27.700 i'«rk seitens d.s Sin.tes b.tenS». Der t':inan«ainist.r :e^..t.e Jedoch jede rcwilll- 
,-.t.r: vcr d-n -ncültigen Zust;^nd5korjnen d«r ^sarritorr.anisrticn ab. 

. ^ .^ w— -erf.->'>U^' des Diar a^i 23. Janiiar 1921 5e-.cn L Tv/andlung in die Gesamt 

^^^i*A^^ d-r '-eri^runc weren nen^hnic^nc d-ir neuen 7«r- 

!• -»-^'..irs^icn beschlossen. et«( .crii^n^Uunj^en irat u-i ..^b---«- b 



'A T r^Ti 



•(, 



die yrzit -isr Ötaatsbeihilfen zur Gpracl^e brachte, r.alin zu seiner Ueler 



..,...,.,. ..-TP Tcra^l, dfr von 1:J?1-';1 Juaera-eferent -.wr (Gtti?. PavJ. v.r ir^ dieceu J.Vr.ren li'ter.siv 
.t :.r. drinjlichen j:irche:..roe^^^rfrs -er. ber^is^t), rir-:: vcn 5.sine i Vor;;»r.^tr sbv.-eichenden Stand- 

,-.k;, ?ii;. är erklHrte, 

><^5o- r-c-- 'irt.133 --r ■■'•• die ■"ewilliruii;.: d^rarti^er »elhiiren Tttr die Syna -^Oöcnteneir.den 
ricM i- "'rare ko:-.i«r. ktlr.ne. Dem wei.r dort besti.n.'^t. vrlrd, dass selbst oie auT Oesetz, 
vertr'ä oder besonderen Titeln bsrahenden, bisher schon geleisteten Staatsdotsticr.en .n 
-..Urlon3,;erellsch*rtcu ^arcL die L»nde-e.etz£ebar.r abzulesen sind, so ergebe sich c. raus 
,1^, s-;lbstvert>t«ndlich, <\zc.s neue ^.ewillii^-.u.gen «r. Relii;icnsäo-...l3Ch8.ten, uj.e b.slier 
:;t,'.arrsubrenticr.en nicht erhr.] teni< bitten, nicht erfc^en durften." ji) 

,-,.: --.^--le rdt Recht, uass diese iinstellun;:, wenn sie rieht zu erschttttem wlre, das end- 
,,.,.-., -.-..,-• tern .-»ner auf die vrlnn<juus cer StsaLsbeihiH>n ,:;crichteten r.estrebur,?en bedeutet 
b^tte. ,Ms er am l6.Jiinl 1^21 mit Sobemheim mm Vortrag bei dem neuen Kultusminister Beckey 
we-.n -.enohrlE-ang der DTaTVVerfa.sunE geladen war (s.S.6l), brachte er deshalb a^ch die Frage 
der ntaatsbeihilfen zur Sprnche. Unter Himipis auf die Beratungen der Kationalverna-malung 

- Jahre 1 MV ftthrte ?reur.d aus, dasn Art.133 RV nicht die vcn :-eh;: Israel •ni;e::o.-r.en« nedeutur. 
■ -.. T- -..-ent'il sei der o.Ter.sichtliche Zweck der '^estitir.'.un: ^^ewesen, von Reichs wejen de . 
r.jlksler kirchenf elndllch-^r » -streb-^iyen t:e^ris3er Länder ilnen Riecel vorzuschieben, irsbo- 
. „r.ere die veme5„c.i=rechniche Auaeinandercotz'.mc mit d'.n Relisioncrtellschaften nicht der 
„iUkUr cer :»nder zu tlberiacsen. üecwe-en sollten die r.rundsitze dafttr vom Reich «ufeestellt 

n u-- nicht vcr den einzelnen Lllndern. ?i3 dahin aber sollten (-eTRES Art .173 IT/ den 

r.ftll^-icn'-erellschaften cüe ^ i.Th-ricen Heihilfm erhalten bleiben. (Viil.ll Oifli' ♦«*^ 




27' AZJ Tlr.36 von 12.11.1920, S.m2. 

2'T) FA.C^J, TT T/3, MS Freund "Erstes Kapitel. Die früheren Versuche zur Erlanping von Staats- 
beihi^fen."- Der ervAhnte Retrag spiegelt das Ausmass der damals bereits bestehenden 
Inflation Tfieder. 

?-• Tbid., "^weites vaT.itel"5 avch fttr die folr^endo Dnrstellunc. Vergl. auch einen ähnlichen 
Poricht ttber die TTnterredung mit necker in XIX T''e/32 b, Paui. 



___ lor 

.::-* !• - ■>7^j^.\.%zs dorn Staat keir^ 3chran>:Qn in Ztz\\\ äiu die Unterstützung von ReDi.t'ions^ecell- 



:is:Hen auf. Der I-Iinister cchlccc jichr^era FrtundL.(..hen SUnclpur.kt an. ir erklär:« 




o das 



"'.:. die Gyn&goi^engeneinden bisher StAatEbeiliilfen nicht erhalten hätten, sie doch eine;: Anspr 
ir*ui' ;;:ehabt hätten. Es hindle sich somit nicht um ei(;er.tlich neue Rewilli;;u:ijcn, sende rr. 
ru-i:remv-if£en um eine restitiitio in intecruii , 

>»^,': isr-«l hielt sich in d«?r rolf-e loyal an diei^e Direktive seines r-ÜriGters, Scv.^hl er ^-»13 
uch Freund ctie.rsen aber weiterhin a^j.f den .^üert'tfcnd cer rinancnir. :.; *.^riums. ::acriden es 
..':**cnst .-'.bs.elehnt hatte, ir,:eu±7'-lche Mittel vcr nchrffuii;^ einer JUdi^cnen GerÄr.tcre^nisaticn 
^reiVzuLtellen, richteten der VDJ o.vA der DI":?" a.r,i ?1, Toveriber 1921 - also urjrlttelbar »^.achden 
'ir.rir ylrijcher l'round von •:.•:' weiteren Veri:t*jrnvn^* der Genc^imi^an<j der Ges^r.tcrf:onisatior4 
* ;.?cliri(:htict hatte X.'.ir!iit. 'Ü^C?') - eine ;.:erieirGtne Rinj^^be pv\ die Re.dsrung^), in der darauf 
:? ^.;*.'l^ifftn -rird, dass die "jerw-^tori^snisatiQ'" '*!^.pätejtens sfit dem 23, Januar 1921 j-erchaf i'en" 
.- "Ihre Cer.ehmirjung •... /.;i>; vir hoff'jn dürfen, in Kürze zu erwarten" sei. Im :iinblick auf 
.- •• ^ht?ntc*^ ^^j villi runden !:^\r die Kirchen und die infolge der lurirtion i:^irr4ar jrtoccr verier.de 

tl?.:e J-^r J.-.^^inden bät-jn desh.r.lb die beiaen Verbünde, in <^tn nttchrten Staatshau'jhalt Kittel 
lUr !ie j'lcirchen Uenelndon zur ' ecolduiifj ihrer Rübbirer, Kelif;ionoiehrer ur.d Vorbeter*' in eine: 

.-■;. ::\.i;e?idur::en ^t\ die chrlL-tlichen Kirchen ^/crV.Jlltnis'nässii: entsorecherden ^etrar einzustellor? 



^ :'c, Jinuar 1922 berichtete der Generalsekretär cep VDJ, Dr. Max J. Looventhal, — - 

.^p i^y.^r.A.^^o^ ^^'^r^t^rzy.^^f- ^ ^^ ^ ^>^ ^rirj^^ Ta in,„-j A rfrl ^ rüTTv Fl T. ^flyiA., ^ dsTS das Fi na n rjTiini 5 teri an 

nzAl.-chen die ilim vom Ikw \ tr.i nn'iir.ia4;ertrttri unterbreiteten statistischen Erhebunren bei ^txi Sj'na- 

ob 
":. erneinden (;eprUft hibe 'or.d danach bezweifle, sixcs übei'haupt eine !:ct3age dieser Gemeinden 

. :d i •(,- ; im ULricen käm.^i' \ro.r lucchUcce iin RaV/biner - .-»naloc ^ö*^ christlichen Geistlicher - 

• . • o*; •ev.'illi^unccn TUr drn cleniG minor seien RrundcÄtzlich im-ier #b^*ele!int vorden.^ ' 



.,;*•:. chtG ulfr:er intrsnsic-nten "altun-: verlej^to Freund im Frtthjal'jr ui.d Joiimer l«/22 das Schver- 
Vic.'tt seir.er Verhandliu: jrn ^)2 dac ]1'euf.3ische Fin-'^nsnänist^rium. In wiederholten f int'ehendcn 



30) ]'A-CA.l, TX t/U, Uebersicht "Staatsboihilf en" Nr. 12 und zu^eh^^rige Anlagen. 
,1) ^bid. llr.33. 



>.-*<«b4,Uw 



WL 



psirechur.t'en (gelang «s ihn, d&s Hiniaterium von der grandsttzlicliftn Verschiedenheit der Ver* 
nl3trisse bsi den Synagoi^engerueinden aiid den !Circaen(:,eTTie luden zu Hber£eui:en, insb^ü-ondere hin- 
-ich^.lich der ^edeutunji ttv Reli3ionslehrer in den Klein^eineinden, die dort vielftch die Stell« 
..«i "Geistlichen" cinnArmien. Uni entsprecherden Fcrderur^en der Kirchen au be^-e^p^en, denen 
stattzugeben die Ro-ierun^' nicht ,^evillt war, einicte man 3ich schliesslich nach mon^telan gen 
>r:nnuliinr,en auf den Ausweg, daas l^r die Syntgogenneineinden eine Pauschalsiunrie zur Verlogne 
t'St^llt vüi 'e, die •^icht r.nch der. tsitstohlic^i vorhandenen Itabbinaten berechnet w-rd'^n sollte, 
-v-n'r*rn nsch d-^r 2>hl der ^.rVbinerGtellen, aui* <:üe unter Zur;nmde3-erung der Veriilltnisse bei ^^t, 
(•iiri..tlicber. Kirchen die roT.a-o^ene^emeinden Anspi-uch hätten, Ici den Kirchen entricl durch- 

r 

■,chi ttlich ruf ?^'00 Seelen eine rfamitelle. Unter Annahme «iner jtidischen ^eelenzAhl in 



r^^euirsen \^o\\ hr^J^OOG er-^r.ben -icli danach fUr ::tt:iioliche preussischen Geneindtn 170 Iti^bbinerstelL 
;,ur .ües.T ^aris und unter 'n^^cndun^^ des von Staate durchiichrdttlich ^v Jede Ffarrerrtelle 
^^..iLli'ten Zuschusses seilte der ftlr die Synajjonenf.eraeinden in 6tv. Staatshaushalt einzustellend 
^-"»li-C b*recrinet werden, der d-inn ar 'lie jüdisch.e Gesantor^^anisatio: ru3 zuschütten wftre» Dies 
v-r :.ic f.ituaticn Inirz vor -Itr arUndurt;cta{;u^i^ des PL/. I.^achdem die »em^hur^-en des DIGI un eine 



.€" 



(;a.i2e lieich ujofasf^ende Gcsantcrj^tnisaticn sich endlos hinzuzishen drohten, stellte diese 



..-eicht auf GewUhrung von Staatsbeihilfen einen Hauptantrieb zur beschlcurdj^ter Schaffung: der 
rfUf cenvr:-anij::ation dar, eine Di^wartung, die dann ?.ui' der Tagung vom 25* Jvni V)72 durch die 
.rn ::ia^. Dr. J»hlint',er narr^ens des Freunsischen Pinanzrai nisters ab2et'<^^«nejff Zusaj^c^ (siehe S*7f) 
.-rtttijt vr^rde, - Leider liefen Über '/reunda Verh^.ndlurcen in diesen I'onaten keine näheren 

^K^\f -.Ct-w T-C__ . ^^ > 

-^==±!SÄrf-ae- vor''^, sodass nicht Tertzurtelien i^t, v;or:»uf die plt^tzlioh so positive Strilun;; des 



:r.ar zministcriuns zurückzuführen wnr. An;:esichts der u'i ciie jleiche Zeit 'fcai«is»=*sÄir 



und 



"i 



5,]en r;:iteren Verhandlunrftn imincr wieder auftretor*den, rjisreonicchen feindlichen :ialtvmc des 
irtl^ndigen Y{eferenten bcin rinpnzministerium, des ücrrn »:in3i du Kemil, llrst sich die Annahme 



• icnt vcp der Hand weisen, dass es Freur^d d^^nals (:elun.:en sein muns, ihn zu uin^jehen und direkt 
'^uK en Minister oder v^toatssckrettr Elnfluss zu nehnen. Dies na ;t '^A^h erkliren, dass nicht 
iu :>rnil sondern UMt Jöhlin^er nt.Aüns dea iMnanzninistero die {;tlnrtit;e Krklirung auf dar 
:rlinciun;;stac;ung de:; FLV ab4;e/;eben >utte. > : ,al. a lii ^ii mw ii üin \ AWf { % Ubaii at t^ ^ ^w w i np d^ »^ - l i a n i aujh 



-i:« Lurch aie fortschreitende inXiatton herbei^jeftlhrtr Loci^cnuiß der Üblichen fia^ilischen ZurUc 
.^..:ltun^ und Vor?^icht, 



32) Tatsächlich gab es uin dieoe Zeit in Preu^aen nur etwa 60 Gemeinden mit ca*90 Rabbinerstelle» 



■ . «/H '■•*♦• »»w . 



(M-i.4 tir -■■VfKi.i 



(Ol 

Klirze Zeit nach der Ortadunf^sversaTnmlting unterbreitete der PI,V die vom KM gewtaschten 
TTnterlacen fttr die Bevrillif^np von Staatsbeihilfen, die zwar "xmvollstÄndig« waren. 



aber als "ausreichendes >'aterial" angesehen wurden. 



33) 



Und bereits im September 
im 
1922 konnte in der jüdischen Presse berichtet werden, dass tmx. nächötm^taatshaus- 

3U) 
halt Beihilfen für 5;ynagogenE:emeinden vorgesehen seien. Die Position (#123 b> im 

Etat des T^inisteriims für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung fÄr das Jahr 1923 



lautete: 



tiSynagogengemeinJen. 

FUr Zwecke der geistliclien Versorgimg leistungsunf&higer Synagogen- 
gemeinden unter Ausschluss einer rechtlichen Verpflichtung des Staates 

6. 800. 000. oc Mark 



n 



Die vage Formulierung des Titels entsprach den in den vorangegangener Vorhai^dlui^n 
crr.ielten Kompromiss, durch das die Bewilligung nicht auf Rabbiner besc! rtnkt blieb; 
ebenso ber uhte der vorg esehene Betrage 
^-auf der. von FreunJ erreic^t-n SchlUssel von 173 fiktiven ^.r'b::ir.cr stellen, wolüi entsprechi^^^i» 
tf^.:-. darr.jilijcn Durchschnitt für Pfxrrerzuschllsse hO.OOO Ilark pro rt*ll^ zugronde gelegt waren. 
'J«££ inneriirlb :-:?r.lc-er Ilcr.att: diese Zahlen und !^euilli jungen durch das galoppierende '^trvpc der- 
j'^utschen Inflation pr^iktisch bedeutungslos wurden, Jlni-^rt nichts an ihrer gran dsBtzlichen und 
•istcrischen Bedeutung. Nach Jahrseluiten \crgeblicher ?.in;;ens v.^r zur :r:-tcn \\^\ die Qleicii- 
ötfMjnr ;:er J^Adischen ?wcli£:icr.p^L*r:einscasft nit der Kln^rien von preu-rsischen Stoat in unzwei- 



:.^jiijer '„'eise anerkannt worden. Freund schreibt mit Recht, das5 dies "den Schlussstein der 
:.n.ar.":pation dos Judentums in I^eucsen" bedeutete - zehn Jahre vor ihrer völligen Hs^-icrran^. 

-,:rr. c^r jrundstttzllchen I?cJcvtun.: der SUlposition Leinünte FreiL-^.c^' sich in Laule des Jah.res 1?Z3 
u.-.d bis Anfang VJ2h uia Auszalil^m^; wenigstens einer syrlolischen Sur:me an den TLV.^^^ AjLcL^ 



33) IFB Nr.a2 vom 19.10.1922, S.2/3* 

3h) IFB Nr.liO vom 5.10.1922, S.2; Israelit Nr.38 vom 28.9.1922, S»5. 

35) Die folgende Darstellung stützt sich im wesentlichen auf Freundes Aufzeichmingen. 
FA«-OAJ, TT t/3 und t/U enthalten entsprechende Notizen, die Sondorlijte lA^ 
eine zusanmenhÄngende Niederschrift unter "Verhandlungen mit dem Ministerium, 
rtaatsbeihilfen". 



/OS 



inonatelann;en Y<irhandliin^en erklärten r-ich schllosalich daa Finiinssminijjtorlura lind 



das Ml hiorzu bereit. — 



Ei entcil.Tnd 



lue rrags, in velcher Weise die 



;ilalsuTne unter die beiden Lande sverbÄnde verteilt werden sollte. Kine detaillierte PrÜ:Cunj 
.>5 tatijttchlichen »edarfs Irj für das Mirdsterium ausrerhalb der praktischen I!^glichkeiten, 
u^Tiroinehr ^Is Art. 237 RV die Zulttssickelt eines derrrticen i:in[rrirfc des Staates ir. die inneriii- 
Vri'höltniüse einer Relii;ionsi;e''-llsc}iart *lr sv/eifelhaf t erscheinen Hess. I'ar '^ir.ijjte sich 
.irrh^lb in Oktober 1923 auf die Verteil ung der üittel nach !:ar::jibe ^^t Seelenzahl der ^^^.vi 
Ic-iäen Verbänden anciescolcsse/.en Gcneinüen, cbrleich ."labb. Dr. irunk eich ^ec-en einen cerartif^^in 
Vertfilunjsschltlrsel strö-ubte. !:ach weiteren Verhsndlunjen, die auch zur Annahr.e von Vertei- 
]un^.5richtlinien führten, ;,-urde dann an 25. Januar i:?2]; ein von beiden Verbänden unterzeichnefc^ 



Sclir-lftstUck dem Ilinisteriui-n eingereicht, das die folgende Lrklllrunij enthielt: 

•'Die unterzeichneten Verbttnde bringen er^ebenst zur Kenntnis des : anist eriuTis fUr 



^ 




.\^: :rdr.d 44^4>^^, r fttr r arc-\:r-t^w3iterei> r^.eit rltt^er.atln.r.^ en rcTcIiter. vi#r-4, üJe beider, "erbinco 

--?r; Kir.isteriara an l. i;irz iy7l eine tatÄ^^^fsiellu::;: ni t den f o? :;enden D'^ten ei-, 

PI.V 520. '^S r,c?len 
KJ 23.386 Seelen, 

ri-sf -..ilrde rlr.^m Verteilun::s5)ChlH5'jel vcn etwa r2jl entsprechen. 3elbst ^^ann nan lUr den 
■l!^' cie^SÄ« en/Ähnte Its.v-tzahl von etwa 3 7 '^'/ 3-^0.00^ Seelen trnimt, ergibt sich rrn ein 
>^1ei] >in^s;schltt3rel von Icjl. 



I • 



:ie-- er.Uhunjen fUlirt^n .jedoch i'u koinen ])rakti3r:hen Erijebnis. 'lerr du Jlerirll erkltrti 



>^zl r.?..-*rris des rinanzrlr.isteriuris, da:.;c rtetnJs-iij fUr die Vrjrjpgjenheit 2ahluni;en nicht 
:*- r ,_cle;.:-tet v:erden i-rl^i.iit-n. Infolge der Tnnaticn hÄtten die be-.dlliüten reti'ü-e ohnehin 
.- -r: .-;rt vericre?.; p.us;:-rden hPtte drs licich in :U 'arr. des rinanr/ius^leichH-es^-tzes ii. den 
:.cvie/i>:^^*r: Zeiten wirirca-e Mlfe üelefcutet. Ob^:leich I'reund darauf hinwies, da?s das 



36^. -}ie r:Gclonzahl für die Gomelndon dos PI.V ist offensichtlich faüsch. Ftlr Berlin - 
aber auch für Frankfurt/K, Breslau und Köln - waren Schttzuiifren enthalten, die »ich 
bei dor Volks zöhlunF: im Jahre 192^ u;i^ mehr als ein Drittel zu hoch eind.csen. Auf 
der r,ruT!d]aro cpÄtorer und zuverlÄ seigerer Krhobun^ron des PLV selbst Icann die 
damalire Seeionzahl der dem PI,V angeschlossenen nemoinden auf otwa 37S/380.00O 
ingenommon werden, nach dem Zcns^is von 1925 zÄhlto lYeucsen I4O3.Q69 Juden 



i&i 



■'ir.;uiLml:>iEterium in den vorsin(;eK^nßcnen Pciiirechuneen eia« «ui\;euertf>tc Au!:schttttung def 



Km 



^A7 

la^-^portf^r^rtir 192} nicht nur ihm und den i;uM^ * im .i ni e^rrrUw in Aussicht gestfilt, .'sondtm im 

I-r. !Ui-sus-chucs cnts; rechend© Erkltrur.gen äbi;et.eben h^-be, blieben alle Schritte - auch von 

KM 

Seiten Geh^v Icrael's Tlir das lLu3 i l »< ian i .i .* «A4 i >» a . iU i i . r j» - ohne .jirrol^;. 

-i". l'>:i v>->-ichte hat scnit ü^.'ar keine ur.Tlttelb«ren praktischen F.esultate gehabt, es blieb 
,U i^ T^l'!^'^ l:"^ i^nmwii*^^ m? '■ -^- M -^^ri --^"-'^'>-''-^^^'^^'-^- Nw^-^^g, die Grmdlr.^e, vqp. .jer alle 
srk« Irren ^ e-Jl^iunnen iusci^^o'-ii/-i"-ö »^^ -«^ -i« schliesslich«;! F.rfolne erhielt '.rarden. 

ZiinRclist brachten die Stabilisierung und die zu ihrer Unterstützung dosrchgefUhrten 



37) 



rigcros-en Spanras snrhmen der öffentlichen Band einen empfindlichen Rlickschlag in 
Beraj^ auf die 53 taatsbeihj.lfen. In einer Besprechung itdt GehR Israel am 13.3.1921* 
erfulir Freund, dasr das Finanaministeriun ^en Etatentwurf f^x 1921* bereits fertig- 
gesteUt und hierbei die vorjährige Position für die ^ynago^engeineinden gestrichen 
habe. • Zur ^gr»lndung wurde in dem Entwurf vennerkt, dass die Bewilligung im V/ider- 
fipruch zu Arta38 RV stände und man sich nur mit R\»icksicht auf die besonderen Um- 
stände der Inflationszeit zu ihr versanden hätte ♦ GehR Israel erwähnte, dass der 
Etatcntvnir^ des Finanzministeriums während seiner durch Krankheit bedingten Abwesen- 
heit von seinem Stellvertreter MinR Stal'nann und dem Abteilungsleiter, MiriDir Fleischer, 
gebilligt worden sei, sodass in der Sache nichts mehr unternommen werden könnte.- 
Freund erklärte demgegentlber mit aller Entschiedenheit, dass die preussischo Juden- 
heit sich mi.t diesem Verfahren keineswegs zufrieden geben werde* Angesichts der 
ausserordentlichen f^parmassnahinen der Regierung hätte sich in Bezug auf die Hl^he 
der BeirLlliguög i^^ 192^ sicher eine Einigung erzielen lassen. Die angef!\hrte Be- 
gründung für die Streichung der Position aber sei \n sich wl.derspruchavoll tmd stehe 
im Gegensatz zu den ausdrücklichen früheren Erklärungen des Kultusministers* Nachdem 
Min^ir Fleischer zu den Beratungen hinzugezogen worden war, versuchte dßs K^v, die 






37> FA-CA.T, IX t/3 - auch für die folgenden Verhandlungen über die Staatsboihilfen 
für 192U. Vergl. auch Freund' s Tätigkeitsbericht auf dem Ersten Verbandstag 
- und Badt's Bemerkungen hierzu (VBl U.Jhg. Nr,l vom 10.3.1926, S.6/7 u»31-3a). 



- (I ö 

Tiegii\ndung für die -treichunn dahin abz^inndem, da.s lediglich der Zwang zu Äusserster 
Sparr^amkeit die EliminJer^nc des Etatposiens im laufenden Jahre veranlasst habe. 
Uerr du -oisnil lehnte jedoch ft!ir das ^'Finanzministerium eine solche Formalierung ent- 
schieden ab. Da -:ehR Israel die ^ecH^ndunr des Finanzministeriums ebenso entschieden 
surltc^-vies, einigten sich die Ferren daraiLf , dass in der Ktatvorla^e überhaupt keine 
T^egi-ünd-.nr f\!ir die -treichun^ erscheinen T^rde. Dieses Ergebnis war höchst unbe- 
friedigend, denn nunmehr verriet der Etatentwurf \!iberhaupt nicht, dass je eine Be- 
valli-runr f\^T die Synagogen cemeinden bestanden hatte. Freund vorsuchte deshalb, 
durch ^'orsprache bei Staatssekretär Becker eine Aenderung herbeizuführen. Becker 
richtete auch ein förmliches Schreiben an den Finanzmd.nister, in dem er ihn um eine 
ausdrückliche Erkl^irun^: bat, dass das Finanzmi.nisterium keinen V/iderspruch erheben 
v.llrie, falls die rositlon in Landtag wiederhergestellt würde. Auch dieses Ersuchm 
iTjrde nach lanren Hinhalten vom Finanzministerium abgelehnt. Inzwischen war am 
l.A-ril I92U rjehH Israel aus dem IC^T ausgeschieden, ^ond GehR Paul übernahm wieder das 
Referat für die jüdischen Angelegenheiten. Nach den Notizen von Fre-jnd hatte er 
seine Einstellung seit 1921 wesentlich gcÄn-^ert und war mit Stalmann und du I^esnil 
gc-en •Jiederherntellunr der Staatnbeihilfen. JR Makoiver gegenüber, der wfthrend 
■^reund^s Urlaub im ,^uli 1^21; mit ihm verhandelte, erklärte er dies unumwunden. Herr 
Geh^ Israel mtSge rewisse gusagen gemacht haben, er aber stehe anders zu den Dingen. - 
r^ -Kvion --irhts anderes Hbrip^, «ils nn den am l.geptember zusammentretenden Landtag 
eine p.urführliche :in^abe des ri.v zu ric-iten, in der um Wiederherstellung der Position 
mit einem "e trage von 68'^. 000 Reichsmark (RI!) gebeten wurrie. Die Eingabe \7urde am 
B.geptember im I^aurtnusschuss beraten. Fro\ind verhandelte mit der SPD, DDP, DVP und 
dem Zentrom und erreiclite - nachdem du ^'esnil jede Festlegung auf einen bestimmten 
Retra^ abgeleluit ha^te - die Annahme eines gentrumsan träges, der dahin ging, die 
Position 123 b "nach den für die evangeli.'3chen und katholischen Geistlichen geltenden 
Grunds>ltzcn" wiederherz^istellen. Dieser Antrag wurde zunächst einem Unteraus schuss 
lüberwiesen. Hier verbuchte Freund mit Hilfe von üinDir Fleischer, die Einstellung 
einer bestimmten Eumine zu erreichen. Er einigte sich nach eingehender Beratung 



y^ 



III 



38) 



l'l 



niif '>lo.om -a-^ , doron n,owillir^iT)r FToinchnr im AuGnchur^s befUrworboto. Dem ont- 

r^chioc^onon Mideriitand von du -esnil re\^n- on je-^och, alle diese Penahun.cren zu ver- 

Jteln. ^,in Antraf: der S^^D auf ^ewinifTim'^ der^ ^etrapres, an dessen Zustandekomen 

^ndt pl3 ' andta^sabgeordneter mssr^ebend boteili.rrt war, fand nnr die rinterctUtzunc 

der T)iv- xmd wurde abr^elehnt. Schlies.^lich w^arde auf Antrag des Zentrums beschlossen^ 

"das Staatsninisieriun zu ersuchen, für ^wecke der geistlichen Versorg-an^^ 
le-'stunnsunffthi-rer r>:/na^of^enG:emeinden unter Ausschluss einer rechtlichen Ver- 
p^lichtiing aussonüanm^ssig anr^emessene ^-^ittel im Rechnungsjahr 192U zur Ver- 
^'l!i-^un^ zu stellen* und erforderlichenfalls im Haushaltsplan des Ministeriums 
ri!ir V/issen schart, Kunst und Volksbildung mr das Rechnungs jähr 1925 einen den 
TiedUrfnissen entsprechenden Betrag im Kxtraordinarium an zpif ordern." 

Im iiaui-tausschuss, an den der ^esch.luss surlickcing, stimmte das Zentrum wiedenjun 

<-cfren die von der SPD bcantr^,-te newillirning von 510.000 RI4 und brachte den Antrag 

f des iTn^orausschusses zur Annahme. Inzwischen drftn ^ die b eyoiu^teliönde Auflösung 

des ^andta^er zu einer beschleuninten Verabschiedung des Etats, dessen dritte Lesung 

nach d^'^ereinbarui-iron des Aelte'^ilenrato.^^hne AbftnderungsantrÄge land ohne Debatte 

stattfinden sollte, '^'rotzden gelan^- es -'reund, ^PD, DDP und Zentrum (letzteres auf 

-.^,v,„' r^^.ner T>ers^nl1 c^nn Intervention des -roslauer Fürstbischofs) dazu zu bewe'^en, 

nm 2'^.! ".l^^'i alr ?r.icksache *^r.B313 einen \ender,ingsantr?.g zum '^aushalt des K"' ein- 

rubrin^-en, der die ^emllin:nn von ^i'^.^OO RM für die Synagogen geneinden als K^n. 123a 

in ^rdinariun vorsah. ^a\aber die Peutschnation.nlen mit einer Obstraktion des 

resaTiten ^tats drohten, fa^s entgegen der '^ereinbarjng dieser (einzigel) AbÄnderungs- 

?3ntra- beraten würde, b-rrt-i>rt-r d-r '.Vertreter des Zentrums die Ueberweisung an den 

^'au-tr.isschuss. Dami.t v/ar fl^r das Jahr 192U die Angelegenheit erledigt, da infolge 

der Auflf?>Liunr des Landtags - die ^^euwahlen fanden im Dezember 192U statt - der Haupt- 

ausschiir,:; nicht r.ehr z^as armen trat. Die erneuten ^.emühungen, die im Jahre 192? endlich 




zu einem 7.rfolg fülirten, worden in Abschnitt B, der die Entvd-cklung des PLV nach 
^ildvin?" seiner ojpunrsmAssif'en Organe umfasst, behandelt werden (S.S» )• 



3^^ offensichtlich beruht dieser Petra^^ auf der 1923 erzielten Vereinbarung, nach der 
170 fiktive Pa'^blnerstellen f^fir "^reussen angemnmen wurden, die jetzt mit einem 
der ppndhahun^ bei den ^'irchen entsprechenden durchschnittlichen Staats zuschuss 
^'on 3000 R^l mi'jltinli ziert w^jrden. 



Il-L. 





X 



r 



VT. VorbGrei.tiinf^en zur ^ildunr der verfass'ancsmftssif^en On^ano des H.V. 

Politische Entwicklung - Der nomoindetaK vom l6.3,l?2U - CV/wvA?^^ "' 
VJahlen zum Verbandstar: und Rat. 

Das Jahr V}2\x war in jeder Beziehung ein Jalir des Ileberfranf^es. Die verheerenden 
VJirVr^inrei1--der Inflation zeir^ten sich in voller Schftrfe erst im Laufe der Stabilisie- 
rvinr:. Die y.rsnarnisse und /Vnlaf^e werte, besonders des Mittelstandes und der Pensionäre, 
I ebenso ide das Stif tannsvermbr^en vieler remeinntttziger Einrichtungen hatten sich in 
^/fypv< ^ "Mich+s auf^elJ^^t, Auf der anderen "^eite waren sehr erhebliche Geiclnne, nicht nur von 
einzelnen ^relr.ilanten - unter i^-nen ^uch Juden - sondern auch von Tndustrieuntemeh- 
nun^en, die ihre Schuldenlast losgeworden waren, erzielt worden. Dies führte zu einem 
Anschwellen de^ ^ntisemitism'.ls xmd zu einer Radikalisiennc auf der Rechten ^jnd Linken. 
Die Ostjudenhetze nahm verstärkte "Dimensionen an, die sich in einer neuen Welle von 
AusvrelsunfTon, besonders in Bayern, äusserte. Die antisemitischen Blätter und Agita- 
' toren beschTildirten die ausländischen Juden des Schwarzhandels in Devisen und der 
Dereicheranr: am Elend des deutschen Volkes. Im Oktober 1923 kam es zu t5ff entlichen 
Sewaltl.ätiskeiten f^enen Juden in Beuthen, Ntirr^bern und Oldenburg und schliesslich 
P\ am 5« "^^-d 6.>!ovember in Berlin zu den ersten prjo/rromartigen Ausschreitungen in der 
Reichsh^'.iptstadt. In sogenannten Scheunenviertel, der Gegend um die i^toz-, Grenadier- 
und ^ra^onorstrasse, in der der Ilauptteil der jMischen Flüchtlinge aus dem Osten 
lobte, fanden PlUnderjngen jüdischer Läden und Ueberfälle auf jüdisch aussehende 
"^assnnten statt, die misshandelt und denen die Kleider vom Leibe gerissen wurden, 
rin '^ Chi ächtcrme ister '^ilborb-^rg, der rieh rc^en die Angriffe auf seinen Laden ver- 



m 



teidi^te, erlag seinen ^''crletz'i.ngon. Die 'Vorfälle erregten auss.3rordentliches Auf- 
lohen im In- und Ausland. IVie weit r;ie daz'i beigetragen haben, die Regierung aus 




/^^hrer Tothargie aufzurütteln und zu Gegenmassn ahmen zu veranlassen, mag dahingestellt 
bleiben. Der lairz danach - am ^.-ll/'ovember - unlemomnene riünchener Bierhallenputsch 
Ludendorffs und Hitlers wurde jedenfalls m^ihelos unterdrückt. Trotzdem Hess die 
iTorar'.inde der Rochtsi^arteinn niclit nach. Die Reichs tagswahlen Anfang :!ai I92I4 wiesen 
bedeutende Gewinne dieser 1 arteien aber auch der Komrniinisten auf Kosten der gemässigten 
::ittolparLeien auf. Erst im weiteren Verlauf des Jahres zeigten sich die Vorteile 



MMMa««MHM0**<u««*M«MMt^aMMHMai»«MraiflM*a 



1/3 

der Stabilisierung. Neue Reichstagsvahlen ira Dezember 192U ergaben eine Stärkning der 
Sosialdemokraten. Unt«r der Führung von austav Stresenann als deutschem Aussenratnister 
und Aristide Briand als seinem franzbsischen Gegenspieler bahnte sich eine Periode 
der Verständigung und des wirtw«5chartlichen Aufschwungs nicht nur in Deutschland sondern 
in ganz Europa an« 



Nicht nur die Unsicherheit der politischen Entwicklung sondern auch die im Gange 
befindlichen Beratungen über die Verfassungsgesetze der evangelischen und katholischen 
Kirchen veranlasste den Berliner Gemeinde vor stand als der vorläufigen Gesch&ftsftorung 
des nv mit den V/ahlen zum ersten Verbands tag zu warten, da die Regierung die Aner- 
kenming des PT.V erst nach Verabschiedung der Kirchengesetze vornehmen wo:.lte» Anderer- 

--'..\'s rchi'.r. es - f-st zwei J;.^,re nach Jer arllndim-staijun^' - notwendig;, nit Jen V«rtKtern der 
W . iff..'!:je...ei:i:>n p-jrsbraic: .'livaunj zu nehüvt'^, ihhc:i Über das bi,'3h-rr Erreichte und a-sleistote 
r::^:t z'i rrr,t:*ttcn und Anre.iur.^en ftlr da- w.^itere Vor,;Ä;:en 5ussatau:;i.Vien. Zu dl-cerü Z\it(.\: 
-.ifi* der Vcr.'-.tor.G .laMe.'^s des UV eineri l-e:.ieindetÄi: r:7cr 'srliri, ..;»3r am 16. j.Urz l'j2\x in dan 

. ~. -•: pu.".?.^ v;le die 3rUn.h ./.rsvercn'-a.mr (Lc.^crhtuü :jc-' '^ne -risr) statu'-au. Ii Jcr An- 

39) 

. Mn..^,.-..ii;. / ^ '^ ■ ■■ I i-fi1tf:»rrT , vMJ*'-e aus drü. '.dich J-rciul' hir..;ewitaen, cisss ec sich bei drr Tai'unc 
.r. Lire in ^er Verfaüsur;; ^-s nv n i c h t vor^'esehenr 7ex*»n2 fj?lt'^n^^ handle und deshalb kein«: 
.rrJi^Jlic» er. feschlUsce ^cr;ic2t werden kt^nnt*n, dac;- ibf^r die r:eratü;i;en der vorlKufigen Ge- 
•(•njj'snv.irur.ij Kichtijd.\r.re;;i.r.,;en und Richtlinie- r^r^f^n ^nU'gjew.g 

> ' -rri-i.nlur.s, zu der Vertreter allur Gro3fi,3e.'i'jin-^?u urd siner »npchnlichen, .'>hl \o:; *:ittel- 
■•.-.:.d-r: erschienen warenW, v.nirde vor Y:.)?. Leo l^olff :r leitet, der einen Monat zuvor zur.; 'Jcv^- 
t:-'.Jen J-r 2r]lr.er Ceiieindevcrstsndes ^p-^tliill- v;or'i*ri ;^ar. Den rcrici.t lloer die bisherii*« 
a:/! :eit der ?LV erct» Lletr. :m'. }'reund als »"Vorsit-^ender des -escli».! tcnihronde>i Ai^ochu^ses*'. 



39) GBl lU.Jhg, Nr.3 vom 7.3«192ii, S.25. Die folgenden Nummern des GBl enthalten einen 
ausfuhrlichen Bericht Vlber die Tagung, und zwar Mr^U vom ii.b«, S.üo-Ui, Nr«6 rem 9«?», 
S.82-8li, iJr.7 vom 6.6., S*10li-107, Nr.3 vom lu7., S.122-123. Nach diooem Beridit 
waren mindestens 3h Gemeinden vertreten. Eine Anwesenheitsliste ist nicht vorhanden. 



//f 



•? i:. schlierter Je Generil- und 5pozi5ldeb:»itn ))rachte A^^r^«up..<?n hlns-i 'j^UIcVj '•ir^^r cUrl'.erer 
ro. a,>naÄ .Hir den ?LV inrjrhalb der Gemeinden und >'?!raf:ste sich im übrigen hauptsö^hlich init 
ri'Ktischen Ven;altur;ES rrä;:en, dis sich aus 6^r Vifthrjr..;sGUbilicierun2 Tür die SteuererheVon^ i^ 
-er. Geir.eipden erjreben hettcn. 



.'. .':.chr.i^.ts.^. T^-uri? 4 



di^ rra;;« der KrxtK ■.■;?hlen zan ersten 7erbardstÄ;;e cr^*>rtert. Fr<fund 
n^Tich sie L'«^-*'* "Aui^dfthr/^^^ cl;s aujenblicklich bestehenden ProvincriiLTis auf allzu lange Zeit" 
aas, riet «ber, zunichst die bf vorstehendö Verabschiedung der Kirclien^esetze aüzuwi-ten. In de: 
;.r.r)CMiesr:enien Ausspr«che 2ei;;te sich bald, dsTS füe ''erliner ::-eP.ei".dt7ertreler '/^ineswei;s 
- 1 ^ c V Anrieht waren, iir.j rwar unabhilnr:iK von ihrer Iartei2Uf;ehl5ri,.:k:elt, Dementsprechend 



boteilirte sich die Berliner Gemeinde nicht an 



der darauffolgenden Abstliummg, da 



^»infolge innerer VerhÄltnisse ein Beschliiss der Gomeindekl^rperschaften in dieser Ange- 
legenheit" nicht herbeigeführt worden sei. Die Abstimmung, die ohnehin keinen bindenden 
CharakLer trug, ergab die Ablehnung des Antrages, die Wahlen noch vor Ende des Jahres 
^ibsuhalten, obgleich 19 Gemeinden mit Ja und nur 13 mit Nein gestimmt h&tten^Dor Grund 
^r diei^en scheinbaren Widerspruch lag d^rin, dass den Gemeinden eine ihrer Grösse ent- 
r-prechende Stimmenzahl zuerkannt wurde und die Gemeinden Breslau, Frankfurt/M und KBln 
fttr Verschiebung der Wahlen waren« 



Der Hauptgrund ftlr eine solche Verschiebung erwies sich .jedoch als hinfällig. Der 
Verabschiedung der Kirchengesetze im April 1921; folgte nicht die Anerkennung des PLV# 
Die Staalsregierung gab ihren ursprünglichen Plan auf, ein allgerrjeines Rahmen ^esota 

fttr die Anerkennung öffentlich- rechtlicher Religionsgesellschaften und Ihrer Zxisnxmen-' 

O^eligionsgemeingch aft« ebenso 
rchlUsse nach Art.137 RV zu erlassen* Statt dessen sollte jetzTTG^die .ItdischeTx 

•;i. :Ur ^ir ev^n^^elisch- .xnä katholische Kirche, eir Gonder^ecetsi erlassen werden, J.:^3 9u die 
:,«: - Jcs J.-cetzes vun 131;? und der ir den vcrschiede-^.i neu-erwcrber^n Dreu;:<.i3chf- Landes^-i^ 

^^Itrnden ::er^ti,., traten i;cUte. In diesem P.ah^nen collte euch die Fra,:e der Aner^ernun^ des ,IP 
^^■:i' >lt ^.:zr>n. Unter uie^er ;:^i:UrJer r^ah rirh -Ur :^vS der Cründun^stRiurj für besonders 

vichti- Ue:;er;;ani:sent3cheidut..,en vor^esehene^usschu^s ^zs TLV, in d-n nusser rerlin die drei 



'% 



■z'.r.ritr. :ro::s-eneirden 5r?-l.au, rr;.nkrurt/:: ii-d Kblr 30wie die >n-in.ien Kaorel, .^»*ni,j:;b«r- und • 
:'i-iv.-n<Ahl v*rtreten uar.-n, v^ranlar>st, Jif ITs^-e der "enslitu Urur.- uer in d-r Verfaijsun- 
i.'S^^.iPren Cr^'^ne, i.hc insbejjndere der :;shlen zun r^r::!«:? VcrbardGUi: erneut zu überprüfen. 



.r bf ccV.lonF, nicht iön:;nr :rai' .i«^ styatlic'^ie Anjjrker:.;.^- zu v/arlcn, sondern cie l.'shlen nccjfv 
'=•..'' .<^o Ji-hr-5 ybhslt.^n zu la--en, Ls iat v;;;:-rr;cheir 1 Ic::, aas^i acr m c:en Reicastigswahl-n in 
= i ]^-^2[; fr:\)l;;tft "Ruck n^ch -ecl-ts'» zu iie-fT ^-jchlmr^ bel-ctra--- :.5l. Üne nit 7cller Auto- 
i'i^ttl aurj-3t5tlete Vcrtretjni; der Judenheit frschier crin,:licher i\z .'-j. Der Vorrtand der 
•Ilci:-cher >r:^inde ;;erlin :;5t.ae denentsprecl.erd Anrun^ Ji-d den Wshltf^rmn au^ :Ien T.Deze-ber 
■ .'.»; :>st.-^ - :,.i. nUchste .••ur-" :>- Jes vrl (2.J1,-. j:r.2 to,^ 25.7.1^rii) cnthBlt urter cer. DHun de« 
K.:-,-!! -Inf rrtsprechence .'-/.anntr.Pchur.- <>s IXV £-oui. ILe aiuf 37 frrscrsplmn unTi-^send- Wahl- 



.1; .::j nir Jie '.."ahlen ::ur; ercten V«rbsnd;5tc-. 



^anf!!iriYr':l)iir;rta-BU4-^'jt;-**'^ijgj' 




..*.•• >.' •■» 



"• 3ie entspricht der in Ar>+, 10-13 der V-rfassung 



7 e:-!^-^"-^.- 



Itenen 3rundcöt::en,. PPch d?ner alle vc]l jtthri^jen einer VtrLr^nds^.^r inde »ngeheri^er 
.:-.- b - : d e r 1 e i deschlechts dis Ab^eürdnetea i:. .;lilieim^r „shl npch -^i^w Orur^isÄtzen d-^x 
^-.«Ilniswshl zu vÄhlen h;bfn, wobo-d auf Je 300C Ceelen -^Ir. Abgeordneter ertrüllt. 

Die vjichtigsten Vorschriften der Wahlordnung betrafen die Anlegung der Wählerlisten. 
Entsprechend dem Gesetz von I8li7 hatten Frauen kein Wahlrecht in den Geneinden; im 
Jahre V)2\\ hatten nur sehr v/enige Gemeinden das Frauenwahlrocht eingeführt. Es war 

■ 

schon deshalb fast überall notwendig, neue l\%hlerlisten anzuliegen, ds die Fmuen für 



die V/ahlen 7>am Verbands tag stimmberechtigt waren. Dazu kam in Berlin, Breslau und 
einigen Gemeinden dos rheinisch- westfälischen Industriegebiets der starke Zustrom «us 



liO) JH TJr,{|o/1^7 vom 13,6.192li, 5.336. Die übrigen Zeitungen brachten die offizialle 
Tlotiz über die Wahlen und den Wahltormin erst einen Konat später, zusammen ndt 
einer kurzen Hebers icht über die Vlahlkreiseinteilung. Wahrscheinlich war die 
Z^^4schenzeit benbtigt worden, um die V/ahlordnung fertigzustellen. Siehe GBl Nr»8 
von h.7.192li, S. 121/22; TFB Nr.29 vom 17.7.192U, S.2. 

[;]) TTierbei kam der Wahlkreiseinteilung besondere f^edeutung zn. Nach einigen aus prak- 
tischen Gründen vorpenommenon Aenderungen wurden die folgenden 13 Wahlkreise festgesetstj 



Ost- und Westpreussen 
Gross-Perlin 
Brandenbjrg-Pommern-Grenzmark 5 
Preslau 10 

Schlesien 6 

Sachsen 2 



\x Abgeordnete 
?3 " 



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N 
ff 

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Hannover Abgeordnete 

Schleswig- Hol stein 2 «• 
Westfalen $ 

Frankfurt/M 10 
Hessen-Nassau 1| 
Köln 7 

Rheinprovinz 10 



ff 
tl 

IT 
H 




Ili. 

den abgetretenen Ostgebieten und aus Polen, der vielfach von den Gemeinden noch nicht 
erfanst worden war. Die Wahlordn^mf: s^h demgemüss vor, dass überall, wo vollsttndige 
Listen nicht vorhanden iraren, die Wahlberechtigten sich zur Aufnahme in das Wahl- 
kataster anmelden konnten.- Für jeden V/ahlkreis stellten die Parteien Kreiswahlvor- 
schlÄc© a^» Ausserdem konnten beim Vorstand der Jüdischen Gemeinde Berlin Landes- 
wr.hlvorschlÄge eingereicht werden, denen nach einem ziemlich komplizierten System 
plus- u:id ^Tinus-Gtimmen angeschlossener KreiswahlvorschlÄge zugerechnet wurden. Tat- 
sachlich hat nur ein einziger Abgeordneter - Alfred Berger - auf der Liste der Poale 



Znon sein Mandat auf diese V/eise erlangt. 
^ Ankllndi^ur.^^ L;er Wähler, hr- tt? C5a:g = : - -a ft < . i xi.-vl^.>.L:r-tr „vfcigiiLu£4 s»^ge«±a 



V/irk:ur.%« virht nur Ir den Gross« 



. .'Lttel;,c:.«ir:den, oondcrn vor £0 lern tv. wCü Ivondrrtrn ••:lelMf?rcr :'?..eirden ;^ewarx :jtv G«.:iankc 

.-- £i53iTr:<?ri3Chlu5£f;3 neue /.UL*:".crksank'2it ui.a vr.ter.-:+(i1.£unr:. Lac, z-^irjte sich in csr fclgendcn 

-.nr^icn vor aller, i-. einer berisrkensv/erten An^^ahl neuer Deitrittc;erl:lftrur./cn. > ^ '< » ..qmw r: y ! l i\\ : 



tt? ci- Z-^Vl der Hiti:lie bccTicindcn des UV y ^ '^■?m ^j. \ f^ rund VX betragen; z^r Zeit der 
•-?:.£:arv nr^. lü.i.'Hrz \92\\ v,'Rr sie auf U20 ^-ostif.rjen. Zi3 r.um i;nce Jcs Jahres tratr^ ni?h* 
>^ -^ir 1-3' ne-e v^encinif^n b«I, dc5i>'^n '>nfar.£ 1?2^ weitere 31 O'sneiKdcn ^bljten^^. 



/«^ h2) 



^^\.. 



Ii3) 



Das beste Beispiel fttr diese Verllndermgen ist PerHn. Bei den ersten Nachkriegs- 
vnhlen zur RepVers im Jahre 1920 waren mir rd» I4O.OOO Wahlberechtigte eingetragen, 
während 192U bei den Verbands tagswahlen die Gesamtzahl der Wahlberechtigt«r\ sich 
.auf 132.620 belief (siehe Anlage IV). 

öer-er (1891-19UO) lu ii Kit JiwPti» n\^ 4 m Wnhlv i rnnh lft g <• » I\« l t S iif . « .Jp war der 

Bruder des Sekretärs <ier Zionistischen WaltorcunisaUcn Jxuiua 3er£sr uäö i'tfiörte 
zu den ftihronden Kreis jüdischer Sozialaxi)«iter in Teutschland, die nach den «rate» 
Weltkrieg sich im Arbeitorftlrsorgeamt betatict^n, dessen GeschirtsfCU-irung er im 
Jahre 1921 (zusamnen mit Dr. Womer Senator) ttbemahm, AdleivRudel chaxmkorisiert 
ihn treffend in Cstjuden in Deutachlanrf, Ttlbinr«n 195?f S.X27/8i «Br «mr «in 
ktopferischer und rcbol'iiereuclerlleüch idt einen stark auö£6prii:tea Geftol ftir 
soziale rrotstiade, die ihn schon in seiner Jugjcnd ii. d^e Reihen der 80«ialdei»kre* 
tischer lirbaiterbewocunß geführt hatten, .... und bracht« eine unbtiAdii:« E^iergi« 
in seine neue Tätigkeit mit." 1923 wurde er in die Leitung des Kare» ijay aso* für 
Deutschland berufen und ijehBrto dem OeaciiäftsfUlircnden VorsUad der 2WSt jwch ihrer 
Re-or^anisierung an. Auch im PLV bewies er dia ilim eigene VitaliUt. In df$n oft 
monotonen SitBungen vai^n seine Reden wie ein Zug frii'cher Luft. Wi» werden ihra 
im Verlauf dieser Arbeit wiedertiolt begegnen. 1933 i»nderte er nach PÄltatina au» 
und v;ar massgebend ¥ii <^^r Organiaierong der Einwanderer aus Deutsciaani boteiligt» 
Nach dem Zusanienbruch der Wiener Phoenix-Vereicherungsgesellachaft, Rit d er er achoE 
in Deutachland verbundoa war, übernahm er die Informtiünaabtoilung der Äüpooi 
irebräischen Univf^rsitlt Jerusalem, bis ei» frühxeitiger Tod seinem Wlrksn ein Kiid« 
beiseite te. 



Uli) VBl 2.jh5. T!r.5? vom 1^,12.192^, S.2t Nr.6 
21.1.1925, S.9j Nr.2 vom 21.2.1925, n.8. 



6 vom 16,1.1925*, S.2| 3.Jhß. Nr.l vom 



1(7 



Der ntp:liederbe stand des H.V zu beginn seiner vollen orf^anlsa torischen Axisgestaltun^ 
Iäc: danach nit 6I46 r,emoinden nicht sehr erbeblich unter der Hbchstsahl von 781 ''^^^ 
gliedern, die er Anfang 193^ erreicht hat.- Dem standen rund HaO Gemeinden des H7 
gegenüber, von denen allerdings eine erhebliche Zahl Doppelmitglieder ifaren, also aucfe 
dem PLV angehörten, zo z.B. die grtJsste Gemeinde des IW: Altena.- Zusammenfassend 
kann festgestellt wenlen, dass von 192^ an H.V und m praktisch die gesamte preussische 
judcnhcit vertraten und nur eine geringe Zahl von Gemeinden keinem der beider Verbände 

angepchlcssen vrar. 

Es sah snmftchst so aus, als ob ein a^isgesprochener n/ahlkarof" vermieden werden könnt«. 
:n :-rIia, d:is Tllr das inner jUdl eiche politische "Kliraa" mncs-eb^nd war, Uitte seit den v/ahlen 
^^^*'*4ir4,^-v^i»6Ä,4j^l^Ht-^ in Jahre 1^20 ^'-^^^^^^^•.•^t^iiJ^ '<'-\v.t Wohlhandlur'g statt-e- 



:.j 



fur-.den. Tei den 19?2/23 fälligen Ersatzwahlen, bei denen 11 ne ic Tleprftc entarten (von insj:cc^. 
21) SU vö^aa: waren, wurJ- in letzter stunde ei-^ U'u:l<cnprorüs3 err-icht und eine Dinhcitslisit 

T.if.ert-llt sodass vcn 1923 an die Berliner V.iri t-Ur^r U .itmiivr^ , ; -n -> ■ ini; aus 10 Liberalen, j> 



t V* 



^fjl^.r'',:Ur:, (^üonisten) , i: Konsei-zaliven uid MUcliartLilern und - al^ Koriprciii^s - eine.-n Ver- 
;r ö-r jüdischen Kandwcrkcr, den Vorcitzenden .^c:^ Cöntrnlvcrbrndec Jlidinciier rlanu.^erker 

:^i«T» Glaccr-.-ijter ;;ilhel.': ::?.rc:is, bc^tandf*). uz la^ deshalb roho, i^sz auch bo 
■..'! PLV ein ;;?:;11"^'v^ ver:iied<:n werden v.iirde, inaem eich die farteien auf 2inheits- 



sc.il^ric. 



den '.^Me^. l 



i^-v.i -iiii-tcn. Tatsächlich ccheint sunüchst in Lande ^-ll-emein Jer l/unsch bestanden za ha'ocr 



I'^') TF^ rr.l5 vom l^.h.l92h, S.2.- Freund Mn^egen orwÄhnt in seinem Bericht auf dem 
*' zweiten '^erbai dst^p; (VBl 5.Jhg. Nr. 3 vom 2li.?.1927, S.7 rechts oben) nur "etwa 

90 Gemeinden»» des CT, die aber, vie aus dem Zusammenhanc hexnrorceht, nur diesem 
anrehören. Danach f^ab es offenbar c«.<0 Donnelmitglieder.- Im Osten des Landes 
pchbrten dem m^ keine Gemeinden an. Ausser den vier Senaratgemeinden \ind den 
Geneirden Altena und Halberstadt zählte er einige Mitglieder in Hannover und West- 
falen. Der Haupt teil seiner TTitRlieder aber bestand aus Klein gemeinden im Rheinland 
und im ehcmalicen Kurhessen, insbesondere in den Rabbinatsbezirken F>.ilda und Hanau, 
die vcn dem streitbaren ProvlnKialrabhiner Dr.Leo Cahn in Fulda beherrscht vmr«oi, 
der schon 1905 als Vertreter der F/J gegen den DIGB und den VDJ aiüTgetreten war. 
(Vergl. Lamborti, a.a.O., in YB XVII, 1972, v'5.12.)- Eine nicht unerhebliche Zahl 
von Gemeinden scheint im Laufe der Jahre den f!V verlassen und sich dem II.V ange- 
schlossen zu haben. Das KA-CZA enthalt in Kr* 88/7 ein im Jahre 1936 angefertigtos 
Ven^eichnis der Mitglieder des IIV, in dem nur 86 Gemeinden angeführt werden, von 
doncn 20 Doppelmitrjlieder sind. Der Rückgang gegenUbor I92I4 kann allerdings «•?• 
auch darauf zur^^ckzuflühren sein, dass eine Anzahl von 2 wer e: gemeinden sich 1936 
bereits aufgelöst hatten. 

h6) Wie sich bald heraus rj teilte, war dies kojne Schwtchung der liberalen Majori tÄt, 
da V/ilhe3m Marcus sich der Liberalen Partei anschloss \md einen ausgesprochen 
anti- zionistischen Standpunkt einnahm. 



I(? 



i,;e inr.'rjndlsclxe Au£:einariderrf.tzur.ccii in Hinblick nuf --Icn wiCiwe-.een Antiscriitisinua zu M! 

t't ■ -' . I.. l.r,.uL> d.fts l'o-:tt.G ^-^ptenber ksn ^iz vi Vffreinbanr.Lcn Ücrr ein<5 Kir.htlt-liote Li Uahf 

:rris 1, Cst- und ;;e5iprt^i^::en, ura GpHler -ach tm ;;aMkrels 7, nrarc:jriburc-ro»nri^rn-Grenz:Tiark, 

.::; iü .irr Provinz üanncvr. T |^ i f i i i >r « hll lii a i im Hr'^ ti ' fn iii irinw ii ii j w i^ rntttt^ ^-^ct^ vc dicrcn är'?i 

::<^.:lr:cen ;pbjc5^h*n, drr ;;alil-:''npr nicht nur nicht voinif:!*n werden konnte sAndem vielfach 

v:rv rdcntlich cciiarfe rcvM-?n annahn, l^^j -^r eirein 3eL'chlu?s, der; der CT/ in seircr Hauptvci^- 

.ds3i1::i:MC — l-uSepterribcr l?2l^ -t£sLLZX li^iti-, Lr Inuiste^/^: 

'T/f^ CT' ^iot .für .vt: .;ahlcr zun Verbandst? j des HA' dir V.'ficunj auc: 
^0 ^^^ deut3ch:*5 Jnd'jntim und ::cr;en ien Zionisrmst 

I^in; Sti'ii'ift rilr .linÄ Li::te, ^ui icr *ia Zlonist £t.f»ht, 
2) Für jede lir-t*, ortliodcxÄ od*i' liberr*!*, stiiiiicn^ Wfjnri 5T-; k<cinf^:. Zionisten 

enthält vind keine Listenverbindunc rat einer Liste zulüsst, die Zionisten 
enthalt." 

•_ .1 2) »er v;e:.i^cr v:icl;tij, r.*nkt 1;) da^^e^^cr b-i^tinril - , dnr>s dir rra^« d^s Zusn'viciijchens dss 
3'r ^üt den ultra dejtsch-nationplirtiscliffn und ^^-shSsGi^: inti-w^atjtl-lrchen und ^nti-zioniotisch? 
"--: rr^d r.-^.tionaldeutschsr Jud;n (Vnj)^xi>iii»r der im .jö!ir* 19?1 von «md R/i Dr.^'ax Niunann ge^ 






Y^ 



^.-U- >< vir Icr '.;ar, -..-f L:»rliner !itt^lis.>rn c«£ iI'''uptvoritar.a3 :.i.r I.nt30heici:n£ ttterlr.jsen 

wrr .fn seilte. 

■Tt^lcinh dies- lecchl^sse vertraulich bcliPndelt werden ^eilten und In der CV-Zeituni; nicht ab- 

* 

' >jck1 wurden, jjerietcn :.ie selir bald ''ui dl.t Ce:'l>ntlichkelt und er-^ei.te'i -erhebliches Aufsehe 

-rc- - d-^r Lcr.cn 1913 erf^^tcn drcrzaiehunij dcc CJ ,;c.'rrtlbcr den Zicnicinu.s und allen jUuisch- 

■' t irnnle!' 'Je^"» rcbun^en ir Drutsclilnnd^'' <U rrrcjclite di'^ Schftri'e '..er Ablehn-n^- a] ]cr V'ohlkonr: 

' \rTft bezv:. Einheitslisten, v.\xvr'\ der CV i.'ic drliin sich nuf seine Ben^^-rile AuTj-'^te der lekeLnpXv 

;nMse^.lt isnus -*nd Verteidigung der bUrjerJ iohcn Rechte der deutsche» Juden konzeutricrt *« 

vcr^'.iru?'^ h.atte, sich als Cri:3nisation i:i inner jUdi sehe AuseifKudersetzun^-^en ei!:2unischen. 



^ 



•■>:;/.;, '1\. Cr/22 Cl\, "MMtrilaV-- rx r-.^kt 1 der T\.ertrdnuri:" (clTcnbar fUr die sprtt-re 
.:-• "■^vcrst'^.idsiitz'irc v^ L';. 12. 1921;), S.3. 

•>!- LJ, Id. 16, :p.lOVc7 :rd 3. Ar»ler-Hr/Vi , Cct^ lien in Deut jc hli'^d, TUbin-sn 1^59, S.2^[6C. 

^ .ilenriÄ5si^ iT..er bedeutur.-slcr?: V?rbai>d nnirde trotz '.rlederhcUer Anbicderirjsversurl^. 
.c: den nnzis scijn l';'«^: r/J^jelbst. Ti'' relativ hohe Aufla^-ezif Ter sJ.ner Monate sehr ift 
'•:-- liPtiDPc-^ldeutsche Jude" (j:^- 1^.000) ist irrerUlü-end, d^^. die:-s Qr-.\ nicht ^ur ar. !*d.t- 
•jr C'jndtr- -«uc rropo;-rndn:;r«l'u!en n;i cL'^e ^rosije U-^M vc.n rditlkem und Inrlar/j-tarienv 



:.J,„ uJUüt^i. a^Y . ..-i^^^ilL^ .\.^J.,L^^..^ ^^^ ^ . 






. - ,»<taon Uicb nicht .us. Die Zloni^tcn, die bis cMhin orfenhr,r .- c^r- ".r-.- 

J..1 u.iciiDtPr 8., Gin» .'ernsi^ur-c von Wahl 

t, >-i.>T. „atten , ..-hmcr von nun an *iren Idlnpf-rirc:!-- fc 
^. ^■^"'^ ""^^ *^"* "U.V laubliche /:or.peten2ftbercc}a-eitun" in 

^ .•.r....::i3c!..en Pm^en-. ... er.lH.t.n in ei... -ri. :.x.,ran3.,e Uc. Ce-ralv^relns" nL^^ch.i 

- .. LeiV.t,i:<el .er ^ von 3.C.toUn -Vir ...... Ucn ...pr nicht .evcllt; abe. .i. .,^„ ^ 

^ ^^ J,2c.hi nxr von 'zior.irtischer Seite v\Lrd^ -M^ '-.f.'n 

i.cine.rfn .. jtner ^^.t eine unzweideutig antizionistische 
.'-•t:jn^ vj^rtrat, bedauerte mr d^*e f'^r^v, '^. <^»r , . . 

^ c.e carc. .er c; veranlasste Verschärfung d^s Uahlkani>fe. ^d 

--•♦rie sich '"tlr eile Aul'steilu^) - vr^ v^r,i, ^^ ^^ x >«v 

.te.lu.,, ^ca ^inneit.liaten zur V.meidunc in^crJtldiscLer .r^npfe ein.^-) 

. /^:le C?rcv,S?chsen) -r.1 T der -0--—..^.-^. t--v - ^ 

; . aer «===o l.b.r«ie acmeindcverein die W Farole a. und verlan-t, 

*.cj.tn^ujna Juuiccner rrontßclc^lea (^Jj' 
r nl- reicher -'•idsr ebercc wie der <^- -^^^ -.w ^ t . *' '-^ 

cler .. a- .rrbuncenheit von Deutrehtun urd J.d.n,^^ ^.etcnte 



.r ^^.t.r-r^ster Neutralität de- P'u^^ v. ■!>, ,.^», ^.,. . i$&) 

-^»^^ iL., A.-Cn "Prr Israelit»*, das Crjcn 
r :'^..ra^crthodcxic, tearct.ndete die Gegenai.r-^te^ 1vp'> u..^..,^^.^^ v u 

'^ ^' - ^'- ^'-^^-^"^^ -- .^«^-cche:, rolk.,edan.en ..i ..^at der Treue d-r de-^t^c-. 

:.e,: z;: ihre-, "nterland" ri-a '.zrveirsir.bf.r. M;-, ' nte .e-enm.r ' n ^^ 

..i^tte ..c„en««.ber .,-r 'Jv.insnr-^ru^p- -Ire -riin- 

rte.ic ebe-.3c scharle Abrrer.z'.irr "rfol- en -uto^-n »ö). ,- , 

^(Korrer^-at-ve);, " -"^^^-''^ '■'^-^-«»- ^Lcr üchTfete Ari;riff aber kr,., von Seif- 

, >--^--eor-.535ri^nne .ich l^i3 ir der Achduth ein, ,i-,.e C>-a.-..lon - . . 

■^■^ot. e (..;,ani.7tlon ;.et;v..ä.Ten hat*,«^^ 

-•■^.-rj.r., ^-«n VUdiccuer.%^c:x./olatt% v.re:i>ntl-:,.:,te .e^-.- - akteur i- M. ^-/^-^ 
.,, «.axT.eur, hr, hlired '«iei et 
. .3,-.. eirei Artikel "Zfr.t^-alverein v.'^d P^v-^i^r' ^. r^n' v ' 
r. u . 1 . r l.enuesverb^r, abwählen" , JL;, den er 2uj-< 



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76 von 23.?.l?r)i, G.'ttj?; Il'D :;r.37 vom 11.9.-li-:!4, C,3 
7/73 von 26.;.l;':',, Z.''6S. 






-re!.! vcn ?.10.1?:i'., :J, und ::r.Ui ':on 10.10. 1?2!4, 3.1 



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M/'-' 



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10.19 







.e CV Bcschlttsce vor. Ih. C^; ♦'■r^ler ab-iruckt un.i sie (lar.:- QntnchioJ'ir verurteilt. »'Ohne irgend 
;;filch<r positiven Ziele n\;r zurjl-llen" habe der CV den Knnpf <sr^i:<in dftr. Ztonis'ins zum ausschliess- 
.".ober. Frojrarynpunkt seiner '.;<^h3 tätijkeit ^eixicht. Er ctellc sich dadurch in Widersprich ?u 
■■■^'ii.t: AuiVaber und seiner Tradition, Jie der ^ekRmpfan;: des Antiseniticmus gelten, und trage 
♦•Karipi*, Zv;ietracht und l^cindschaft in dos jüdische L'^^er" hinein. In Ziordanus seien "KräTtc 
>hrrviir*n Judentums wirkst*' 'ind Jionir.ten hotten itn ?reussenverband "die a31;;cineir.ea Intercss 

*r jifutschen Judenheit ebenso ^^ul vertreten vie der CV". Das VJ'a hlpro^-rarrari des CV bedeute eine 
''seh- vre VersUndijunt; am deutsclien Judentu"\" und rapclic die weit'ure i:it3rbeit der Konservativen 
.ir CV probleiiu. tisch,- Auch in der Folje griii das Blatt die V/ahlinethoden des CV wiederholt an 
ui:d ^f^Urv'crtete ein Zusa-nj^en^ehen der Kcnncrvativen und iT/P gegen die Literale Partei« 
:;ie Kritik sn der Kaltuiig dfis CV i^inj bis in reine eigenen HeiheÄ, In vielen Orls;:rappeu (z«E» 
Hannover, Kassel, Ma^debur;;) wurden gedenken jegen das l/phlpro^rariTi geäussert, insb'-scndcre avdi 

.n^ichtlich des Fehlens einer klaren Distanzierung von dem VnJ, dessen Versitzender heftige 






ft-lic^e Angriffe ^-egen eir.en rührer d^r Breslaucr CrtsgiMi-pe des CV gerichtet hatte. Das 



^--arJ'^sste diese Crtsrnippe, ira !\ovenl)er Vj^h die fol{:ende Resolution zu fassen : 



^v 



"Die Ortsgruppe 3rcslau des CV lehnt dl.? radikale rcmuli erun^;; der Wnhlpnrole des 
Ijaurtvorstandes von la.September 2lr> die Kinijkeit des »>r.t3chen JudentaTU jirA 
den gestand des Centralvercins ^leffthrdcnd ab. Z3n ir^^endwie ^:eartete;; Z^is-'^nracn- 
jehen ^it den NDiu^-arnbunde wird rorclwec ab{jelehnt»" 

;:ütz dieser 3e;;nerschart ir: eiferen La^er bcstfttiijte der ilauptvor stand des CV in stirer Sitz^-.'^ 

u 

...i 1 .. ^ezeriber lS>2i4 die drei Senate zuvor beschlossere/ Wahlparole rnit der einzit^cn ::odirikat 
.pss runrehr auch "jede liste'^' Verbindung; mit dem VnJ ab;;elehnt" w^ircJe.-^ Aller ein js war In ä 

reyj'^r^an sie 



•ni^eit l^*reits der ip VrJ führend tnti :e SanJi Dr. Alfred 



:herer d teile auf 



ff-^ h.fr le ■•;?h:iiste in nerlii -esetzt worden. Der VnJ selbst stellte nir^jends eine ei^iene Liste 






rs irt nicht ganr. klar, was den CV veranlasst hat, direkt als Organisation in den Wahlkaapf 
r^inzvi^reifen. Die Berliner Verhältnisse gaben hierzu keinen Anläse, denn die 



57) FA-CAJ, XXT Or/22 CV, a.a.O. 3.1$. 

<6) CV-Zcitung llr.5l vom 19,12.] 92l|, S.8I8. 

<<-j) peyser ist der Vater der bekannten Schauspielerin Lilli Palnwr» 



60) 



A/ 



Yereinigwß fHr das liberale Judentum in Deutschland als der berufene Sprecher der 
Liberalen hatte in ihrer Vorstand3sitzung im September 192k nicht nur gleichfalls 

b.--chlc*^sen, »'jedes Xompromiss zu vermeiden" , sondern sich in den folgendec Wochen 

62) 

entschieden gegen jeden Plan einer Eigenliste des CV in Berlin gewandt • Das Ein- 
greifen des CV richtete sich also vomehnl.ich gegen die in der Provinz viel- 
fach vorhandene Neigung zu WahlkoiT^)romissen. In Hessen-^jascau stellte der CV XKXftt 
aus diesem Grunde eine eigene Liste auf, die dazu beitrug, dass die Liste des 

•;cr:iitz«r.deii .ier Gcn<? Ir.Ce '.Mtcla^tj-, JH ^''\n:arlncr, d^.x^ zwar lilcral aLer ein bei;.:.;t^rter Frcrj 
:ef? iula.stl-a-Aun)auu ;.'ar (i.9t%^n^v¥), nicbl dier ^enf^-^^r^de Znhl vi>r. :tlmcri ft\r ?inc,i Ab^^c- 
cvzlnci^T. frliielt, A-^hrlic- sind in Gchlcr:icn der J^/P -:urch eine :;ericirca,'ne Li':tö cer Kcnsen^a- 
tivf.r. und 1 i\>r.crlcr: \r.ihr3c:/: Inll ch Cti-^sn verloren z.^^r^r,-tr\. Da,,eren bewirkte die J rcpa^j^arda 
>s CV bei-.w. der LiberrJe.- ir. rrankTurt/:: so^iic in '.Vectfalen urd Itr Rheinpro vi,aZ| dair gcmeiR- 
-me li-te^. der Konservativen ur.d cT/P aui*f:esiellt vrardcn, die in Frankfurt faat kO; , in h'bln lo 
.nd in der abrisjin Khcinprovlrz ctu-a 30.: der nb;;egcbenen 3tir.;:en erhielten. ':)^sc der v.'ahl in 
.iencr. I^ei.irlcen ein Icbharisr ;,aMkajnpf v-oröto^e^^an-en war, kam Jciraua geschlossen ^icrd^n, ds.3 



> .;■;? ailelTi Über 60 V^r-ncV Itun-en in der Ehfeir.provi-r. und Westfalen ah^er.alt-?r. hatte 



^) 



Ein v;ei lerer Beweggrund Hlr den CV, sich - neben der Liberalen Partei - a! tiv 
mrit den Wahlen zu befassen, ist in seiner grundDiklichen Einstellung ru den Progr«mn 
des PI.V zu suchen. Dies wird deutlich in einem Artikel des CV-Syndikus Dr. Alfred 
Wiener (s.Fussn.^ö) . In ihm verlangt er, dass der PLV sich auf Sicherung des 
"rolir^^sen Gemeindelebens" beschränken solle, und warnt, dass "gewisse jüdische 



60) reber Gründring \ind Fr^ihfreschichte dieser Organisation siehe Dr.Walter Broslauer 
in Bul3. Tlr.36, 1966, S.302 ff. 

6:.) IFB Kr.38 von l8.9.n92U, S.U. 

6?) FA-CA.T, XXI Or/22 CV ^^ Protokolle der Wahlkommission des CV, Sept/okt» 19^^ 

6:0 'TH Tlr.l3 von 13.2.1925, S.122. 

61;) CV-"eitung Nr.39 vom 29.9.192li, 5.?85J/86. 



— ilMMWl— W—mwailM«»» Mlfc«!**! I— *' '"-' 



R'chtur.-sÄ fti"- liJ!iH*'^5S 29dttrfnia .... 



lp.> ••..:, Jie verbcrv:'5vflr!:-..r.-auri- aux r'orun -roisser pclitJaohssr DMVjnslmtionen su .Tochsn und dsr. 
,.^„-,,,.„i 2^ StelUincnaJime ur.d zur Tati-Ksit In all^enH- politischen Fräsen au zwir.fen." 



w liü l ijitW tt t * ! i i 



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m yjp ii pm I II i | u n ,,, ^ 1 ' 



, Im -L -"iLiatüi- ^'^cnn Jic ?aiii:kci.t des La/..j',esv?rrb8r:c«s sich nicht nar a 



^;. r..uonj-- d« relli;i»!r.r-. L«bfns in d«n Gen-inden sondern auf die politischs uvlCf.i-Mig der 
prcassischrn Jud^r.hcit a-.l;c-".5in erstreckte, »war die raison d'ftre des CV ue^hrdet, der i'tL 
^;vn eben diese ioliiische V.rtreion; ir. Anspruch na:.«. Die3,^erkl,R.L auch d'. ■ nll ■e-.euv ktüAe 






anc reservierte ::aitur;t; der CV ..Ireloe i«''aen n«r.tt!vanKea um die Scharrun:: einer 3esa.-.:.or-ani3a 
l.e7;. des ; reusEtr.verbsnces ir. d-n vorn .-.;ar.!;'-i.etijaiircn*^- gnaz ir. .}ocen3r.t8 sa cer ;-C". 
:jl v.inrio;: :5tern jertthrteu ^.r-lnijun^ itir da3 Ubernlo Ju^. • f > b...:. Jer liberalen rrsl:ticr 
in der berliner RepVerc. Der Direktor des CV, Dr .Ludwig Holländer \ hat diese Geäx^hts- 

T5unkte in einer kleinen Schrift "Katerialien zn einem Vortrag «ber die prei^sf sehen 

66) 
Lande :?verbandswahlen" unnissverständlich zun Ausdruck gebracht : 

"Lr 3ird -licht ?twa dir Lreiae dcf? JV, ii« aul "^chaiTun;; Lir.cs aolchen Lan> :/frb'i:;des und 
insbesonaere aiu oirekt** '..ahlen hLni;evirkt haben, pei aller Anerkennung den^.'lcra tischer 
Grundsätze schien tf^r^ vin^eversl^r.licl^ceiten, die eich init dieser ;.n;:ele,:enheit zu befaccc 
Tiattm - der 0\- als sclciier !iat sich nie dar.tt befasst - nicht die gerinjist<^ Veranlaa3»ins 
vorzulifjen, un zur li^rledi ;un»j df^r sehr v;ichtit,«;n jcraeinüenn-elej;enheitcn, ciie von den 
,}e.'nciri.iebund auf den Landesverband ttb-^r^^ehen, eine allj^iueine direkt'? V/:^hl auszu- 
schreiben . •^, . ... die AnhÄn-er der jtidiscl en Volkspartei sind es „evveücn, d-ü.en ursprUnslic: 
..ie r;.^i'ilen aiiT breitester demokratischer Grundla.je als etwas una-^^'inj^lich :;otwcndii;es er- 
schienen 2s ist also fcjanz unbegründet, zu behaupten, .... dass der GV diese reue 

Or^-anis?:tion veranlagst hätte.»' 

Die Schrift ^eht dann sehr scharf auf den ?7egensat2 »'Volksßernoinde versus Religions- 
fremeinde" ein und behandelt u.a. die Frage des HebrÄischen als ümgaiags spräche und den 
Aufbau "^alistinas als Anf^ele^enheit privater Philanthropie wnd nicht als national© 
Aufgabe. Zun Schliss erörtert H. das Ostjndenproblem, das damals in der deutschen und 

l 



65) Dr.MidTd.p: lIolIÄnder (1877-1936) war eine der markantesten Krscheimmgen auf den 
jährlichen Verband stauen. Seine ideologischen Auseinandersetzimgen, meistens mit 
Kurt Blumenfeld, wurden stets auf einem hohen Niveau geftthrt und stellen einen 
bleibenden Beitrac zur Geistesceschichte dieser Periode dar. Siehe den biogra- 
phischen Aufsatz von Dr.Alfred Hirschberg, dem früheren Hedakteur der CV-Zeitung, 

Ludwin Hollaer.der, Director of the C.V. in YB VII, 1962, S.39 ff. 

, 1 I ■ - ■■■-,, 

66) Di« national- und i^ni.versitÄti^bibliothek in Jerusalem besitzt ein Exemplar dieser 
Broschüre, die kein Datum trÄ?:'t und wohl Anfang 192^ an die CV Vertrauensleute 

im Lande versandt wurde. 



/o 



jlV:M. sehen Pe^fentlichknit infolp^e der Iletzprorap'anda der rechts -radikalen Parteien 
ojne rro'sc ^olle spielte: 



' :V.r ..jUt.äti:,kr-lt urij ta^:;rnrtx..c .::li> iUr äf Vj-rrd^tcii \xr. . i^eJrücktcn w:.rd urcl muj- 
.*.>r Juuf tintx'eten. :.. r CV .,.. '.,?t rc ub-sr stete ab;;elehnt, cir.e Jclicaritttt des Jud??:i- 



,.*.-*r t.'uu'? tin.xct,cn. .... ... .,.. .,? t rc u^-sr stete ab;;eier.nt, cir.e Jclicaritttt des Jud??:i- [ 

tj:-.s Mn;:uer)v'c-r en, di- 1.. Je-v-c.: Cr^tju^jen fi:: zj vrrlil-nelndf.': ^^m-" -rlllckt. jit Ostjude:. * 

' Itlc'c .... IUI flrrr :ciiltür?»ll und sozial 






..f.->'l..'*-r- raur . iH: --n i;ii-, in -ifjrnrni: zur J«c:i:;che- Volxspartei, .... uns 

-or Ai.^^:. hrll-n, d:.-- >:-.;-c!i ein- :: a s <: e n ^ 1 n w 3 :. d f r u n r Vc::i Cstjucicr:, uie 
riff Lr ..?r T^t nic-it, bt-Uflndet. und ni-i\nl- ::titt<-cri;nd'?r« h?it, v-j £.usi?l>ckllcb hcxrvor- 

,r!;cbc- wer^sri mur,::, Ifiit.scMnnd s^hr l-i.>n \vlU-J- n- :;; ,:^r Und-cv-rnariinlJn^ auch 

je >r :.ijhtd-utschp Ju;> .:H:.l~:i d;:rr, u-i -c die c-t.;Udischen Cti-nraen di'^ Zu^ar-^tn^-tzun' 

irr :.::>s.f-vrsa-UTaL..^: l^'^Liiilu — -n wf?rd*n, ::^c v:it'J nuch in Z^i^^u^^rt Jrr CV allein 
>..:i*^/.>ri ::elr, vor ;-•:(»:'.:•- t;::v. .L- ncl : U;^c;L^ •; ::Äc.^^te :>.r Mi^i-chen rcL:.t!:ch-:i ru v^r- 



.'•r: ::. dicr*;-: l^ttitf^ri ::^;iL: v-i-^n^trnen rur ir^ ^lic' - . -.rr^rninlit '— t cer Z\ bi- i:_r '^-ürd-.r 
• ' ; j:.rv?r'r?uin;; der drutrchr^^ Ju-len i;. ,;• r- 1 /• :, .^./ilt-•>, 



• -!•-> ^ »» 



>r ;> i.ch!^',3t; ^nd :'rru«:si sc'^e Ic.'-'.ta,; /\u:' ;eit?'-i 
^* :r>:ahlen vorr;^^ehe!'":. renn!: - :'e::i ••cf?t;:1 w.:r 
• ' . . 14 \ 'f . V. e ^ . . u ^ i. ••,.., • • .1 . V ' • • • j- ,^ t . , / •" 



':tol-2r 



r:;;:i!.Jen auf <>.t. /.Lezenr^r - ^il. o dea für 
In r:i..f;r- flli^ct h«.rsi.;..,:'?.r?c;;ten 



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K. V 



r- • •» 






"Mt Rl'crcclc-^it auf dio . '•^^;.i:;tp.t:ü- '..:.a I iadt.''.';*;waf:len hnt ler Vorci-nd de>^ JU.iscl.f»n 
.r:'ieinde ?'.; ?/^rlin de:; .-iMln flir di- ..rnhler. zup rTeussiac^eii I.a.-^derverbaj'ie auf 

Soli [ :i -, u e r ]. !• e l r ;: a r l'^Pi;, 
v-il'^^:. J^ec wird hijr.!;:t P/rcntlüch Lelca-nt-eMachl. fierlii-., der ZS.dktcber ly2i|." 

p-r.e ^^orlef^inc erfoln;te c^-n^"' die rtinren der Vertreter der JVV^ die in ihr eine "einseitige 
i^ckfj chtnahrie auf den CV ur ci die Interessen der ibm nahestehenden Orjranisationen" sahen. 
Der CV hinderen iind mn 1 ihn die ^'ehrheit der jtldiscbien HevtMkerunc sahen angesichts 
des >nic}:sendcn Antisenilismis die Stärkung der Parteien der ritte bei den all>;enieinen 
;;ahlen cils vordringlich an; tatsKch 1 i oh hat.ton die V/ahlen dieses gewünschte Ergebnis« 

^Tach den ''.eichstar^swnhlon begann der jüdische V/ahlkanpf mit erneutem Eifer. Der Ton 
verschttrftc rieh auf beiden Seiten. Dem Gegner wurden Entstellungen und "üble \Vahl- 
nant^vpi*» vorrf'worfen. Von al]en Parteien wurden die ^y^mhler dringend angemr.hnt, sich 
rechtzeitig in die V/ahlliston eintraf^on 7ti la^^sen. 



^7) .P. "r.^^7 von 31.]0.19?a, ^.61"^; T^P Nr.l4< vom 6.11.192h, f,.!. 






/ 




Endo. Pozenbor 1921; fand in Wiesbaden der 20. BeleRiertentaß der ZYfD in Beisein von 
Ghain ^'«m1nn, dem imnidcnien der Zionistischen Weltorf^anisation, statt. WUhrend 

, -■,!. ",. ; -., 1 1 -..-,--,.• r-rr-x'^ i-'.' ..icrl.ad*^-r „f --ilndrrn:!;; herzlichste 

•; - rlir,r,'ü^T-H«i-, lehnte .'. y ... . xt^^^e__^^^^_^ 

.^..: der ■ranun,, auf c-r .-•.'..rt ..lu.Selc?^. vcn:.i '..r'i.i-r ;rr r.vr:. .-^'B-lt v;.r«, .Mr.en auch 
.. .... ,..,o., i.» -.,-fr cei-.r.t vor. Dr. •Icrbert ,oerder 7 .r ^.^r-'^'.cr e^^' . D.r D.le-i.rtentas 

,..., aie .':sc>.li^r:s^n.> ;..:.•-•. -oche ir > erlir (^.-1;. Jr-^var 1-^^;), in c=r :,ciznrrn in .iner 



I 



. . .,......-1.1». • J.:.»ch M..i VC;, Vcrst.-ai i^r .'«cür^'.CT .;==« i-'l= ~'''V^<-- oi'-UUW b,.;rtir( 

,. . .,,-.'.nc-^ dat^n bci^eiiT-n. tz.r zionl.ti.o;■^ ' •w..;uni' in .eut::c:,la..c: vl^len^nHher zu ^ 



r,:. .en, c'.i-* 



,;b blF i-^hr.. V.: i:.t..recriT-1 cdcr •.•. 'Crend .'C-eriULtr .:.)rtPn^en haitt-.. -/urz 



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.Ja!' i-^r, :'2nc dir ^rr'c ;rcj..c .'.vl lvcrr:a:. Ji>ni; aüsr t. . . i.. ..-.ix*.-i i^- - . n 






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fesJ. .'.er „r.hlpravie- des CV v;uid- -..;.'^ "üynth-cC \oi\ ncl.l^ 

4 . .1 ..-.•..•l>n->-M pv,, ,• r^^et.-.'t.- In d-?n Ictzi.en z^lui Ta.jcn /^.r den .;?hlterT::in Tandcn Mi 

;>• --vV ■ '>':ht. veal.f^r ^]c o "icsse V«>^rairu^u:i.:'T dsr JVF ^\\(^ !i der I iL2r?len : artei und dec ij 



- Icr.le :.-on ni 



r^>c:t-;— - ^i rur i -elai-ren in rcrlln \\v 1 f:ine in T'rnnkfurt/::/ 



^Q'^ 



rR> T^uH. -^unerfeld (1^-B)i.l963) , dessen Gebens ranc und ftorende Rolle in der r.icnisUs: hen 
' ' r;;wc-'n- ;^]- beknnnt vcraiisresetzt werdon 1<t^nneh, hat in Erl eb te Jud enfrape , Stuttgart 
]96? -ino fae:7lnipror,rie MitobiorraPhie reinor TÄtigkeit bis 7Air Tiebersiedlunf: nach 
raift'iina i^i ,^ahre ]013 hinterlassen. Kr leitete mit Kollenscher die J\^P Fraktion im 

Verbands tag« 

To rr.-^ von o.].]02^% n.2V^U) sinhe auch Nr.l vom 2.1.1925, S.l, Eröffnungsrede 
von r/. ^ 1 f roH -andsborp:, in der gleichfalls die pi.V-Wahlen erwÄhnt werden. T,andsberg 
T^.ir'le av-f' H-r '^isto Hör ,r^^ i'? ^erlin Ir^ den verbandstar^ gevilhlt. 

Hans -^orlar '1 ^^^-r')i^'> ,/f^)r im Der.embor 1^26 zum vinR befördert wurde, war F^esse- 
c>-of dor -^T^piirsischpn ^tfaat srefrierinr b5s 7?m T-apen-rutsch,4J;R^932. Kr wurde auf der 
/ ^Tiste der X^^ in Westfalen in den l^erbandstan re^TÄhlt. 1^33 fl^-ichtete er mit seiner 

/ ^rau, e^'ner '"orhter von ALfred -Oeo, und seinen Kindern nach Holland, wo or fttr die 

Ti'^a fVir ^v-schonrocbtc tHtir war. ^•:r w^^rde 10li3 von den Nazis verhaftet ^^^^ J-^^ «'^ 
2^^ebruar l^)i5 in Konzentrationslager ^^ergen-^ol.sen gestorben, nachdem seine -rau 
bereits frl^her ir einem bollllndischen ] ar:er ums ^ben gekonmen war. 
^n.) .TR rir.9 von V\1.1^2?, ^.^'2. 



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» J* .<. m^' ^i^Jtim i .\ 



/ 



"ler '^nj der - vae on-/t^hnt - keino eineno Ti^^te aiifr:ontellt hatte, Triff unmittelbar 
vor dem "ahltermin in den Wahlkanpf ein, indem er riesice Plakate an den Berli.ner 
Titfa^s-'^^Sulen anbrin^i^' lier;s, in denen Padt und Gonlar in übelster denunzia torisch er 
VJoir^e anrefrriffen vnirden, vreil sie als 7.ionisten i^ ^reussischen ^Staatsdienst führend 

t^^tir* vuren. dieses '^'Ustrar^enj^ des Ka'^T^fej^ in der nicht jüdischen Oeffentlichkeit "vmrde 

72) 
in v:eiten, auch nicht- zionistischen Kreisen schürf ntens verurteilt.- ' Die jüdische 

:-r-' :i-^'. r ?'i:^c vf^jt'i'iitl'-It eii.rr. dfr^tl io'i^-r> iLifi^r.ir!:, ir. v:-lchrr. .ßzc.z vi:.«: Interc.:je nr 



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n ui^s'^n nr .nc. 



i'd.n^.CHK) ..'HM»;!' '.ir. :' ■■ /cstirrT.h;: t-sil, d.h. in 



:\\rc-'.:tl ♦Her h^:'. 



I « ' ."» r- 



,T>-T::rc::'5n .nrrlc^^t? die 'ililbfacili ;un.: f^st 



■ v>,-« 



Dar, IJahlerfTobnis w^jrde rehr bald bekannt, we^mf^leich die offizielle Feststellung 



er: 



:t an 2^.^^T? erfcl-te ^jnd erst in Nr.l- de? '^^1 von 21-. 14.1925 vertJ ff entlicht wurde 



^ siehe ,\nlane VJ) . "^gnach waren in den Verbandstag j^eUfthlt : 

68 Abf-eordnete der Liberalen Partei 
32 »' " 'VJV (einschl. 2 Poale Zion) 

17 w " Konservativen Partei 

7 " " Pelifibsen r^ittelüartei 



Trsgesamt I2I4 Abr:eordnete. 



73) 



^ie liberalen hatten nls^ die absolute ^'ehrheit in \^erbandstaf: errungen, benötigten 
aber r.u der in vielen "»llen erforderlichen "!weidrittelmehrheit die Unterstütrmg der 
• •VP oder der ^'onscr\''ativen. 



72) So z»^\ von dem Mittejnnrteiler Prof .Dr.':ugen VJolbe in einem Leitartikel im 
IFP Mr.6 vom ^'.2.1925^. 

73) Diese Zahlen berl^cV. nicht irren bereits kleine Verschiebnnn:en, die sich durch die 
V/ahlen zum Piat und das damit verbundene Ausscheiden gewisser Abgeordneter ergaben. 
Im einzelnen zeir^en die in Anl.r/ wiedergegebenen Abstimmiingsei*gebnisse, dass die 
Liberalen in dem rrt^ssten Wahlkreis, der Jüdischen Gemeinde Berlin, schlechter 
abgeschnitten hatten als in allen anderen V/ahlkreisen (mit Ausnahme der nur 12^ 
V/ahlborechtirrte umfassenden provin?. Schleswig-Holstein). Sie hatten gerade noch 
^<y der Stimmen erlangt, während die J^^"^ zusammen mit den Poale Zion ein Drittel 
der .T^hler erfasst hatte. Besonders auffallend war der Erfolg der MF in Berlin, 
die rdt über lOf der ^tinmen offenbar dem in weiten Kreisen einpfundenen Bedürfnis 
nac^ einem Ausr:leich der inn.erjüdischen ^regensÄtze Ausdruck gab. 



}xL 



Dio PT.V-VJahlen haben blcibonrin hist<5rische nockjntuiic. Klee» n bereift terte Worte am 
nchluss der DIGR-Geneindotaf;es von 1921 waren V/irklichkeit gevrorden (s.S.52), zwar 



n 



ncht i- dem danal:i on.^arteten Rahmen einer Reichsorranisation, aber fIXr das ^r^sste 



deutsche ^Jiindesland Preussen, in den 3A ^^^ deutschen Juden lebten. Zum ersten Mal 
hatten Juden in allf^emeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlen ihre Vertreter 
reKf*hlt, Auch nach 1^^2? fand nirgends in der i«Adischen V/elt ein verr^leichbarer Wahl- 
statt . "^rrt A.nfanf' 19h9 folpte dem "Juden Parlament" von 1925 die Knesset des 



ranr 



!^taator "^^rael. 



>'eben den ^-ahlen zut. '.^erbandstap; war es notvendi,^, das zweite Verbandsorgan zu kon- 
stitineren: den Rat. Wie oben (s37/8') ausf^eR^.hrt, war er nicht r^ur das -^xekutiv- 
cr-^ar. ?or.r^or^ auch - Ähnlich den amerik?«nischen Penat - die z^v^ite Kammer, deren 
".uptinrv.nr z^im '^Uv^Un de kommen einer "'^orbandsbeGChlusses" erforderlich war. Gemäss 
den lieber ^ancsbestinrnim^en der PI V-Verfassung erliess ^reund als ^evollmHchtigter 

der '^^^rJinor Gemeinde am ll.Pebniar 1925 eine "\/ahlordnung fliir die ersten Wahlen zum 

75) 
pat". Dien waren keine n^-wahlen sonden Abordmmr^en der Gerieindevervraltungen auf 

^r^ind von Ger.eindebeschinp!=;en. Dier?e vnrrn bin P.nde T^rz nach Gerlin zu melden. 

■^n der r-leichen Nummer des VPl, die das offizielle Ergebnis der Verbands tagswahlen 

urd die Tiste der Xfe ^^irbaiidstarrsabreordneten enthielt, w^irde auch die Zusammensetzung 

der Rates bekanntgegeben. Danach waren in den Rat des PTV gewählt: 



7U> pni den r^erbands tagswahlen für die zweite V/ahlperiode im Jahre 1930 wurde mit 
Auf^nahmo von 'Berlin liberall durch Annahme von Pinheitslisten ein Wahlgang ver- 
rdeden. Tn "^esterroich, der^sen H^.dische Gemeinden Ähnlich or<^anisiert waren 
vrie in Deutschland, hatten nur oesterreic^ische GtaatsbUr,^er das passive VJahlrecht. 

7r'> v^i\ 3.,Thg. Pr.2 vom 21.2.1925. 

76^ V^^l 3.-Thr. Nr.li von 21, L«. 1925, S.3. FHr die im Text folgende Tiste der Gewählten 
sind ai^rserdem die ' r'-'Snzungen und Aenderunren berücksichtigt worden, die sich 
aus den entsnrechenden 'Bekanntmachungen in ^^Pl h.Jhg. Nr.l vom 10.3«1926, G.52, 
und Pr.2 vom' 20.9.1^26, G.17, ergeben. 






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1, * TÜin 






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3. i'r.inkfurt/i: 



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Tit. ii. iV^»'ij|>ii'in";on 
1 icrii, (V>iii! \j!uivf. 

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•f.'nofi'.prouin » ' 



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r.\TS:iITGLIi::D 

JR Leo Lilif^nthal 
JR Felix riakower 
Helene Jleyer-^tar^.'^rci 
Wo*:. Cr, Korits Tlirk 
KGR Leo Wolff 
Direktor aeorjj Kareski 
R^. Dr. Alfred Xlee 
Dr. Tsr.:ar rreard 
Bankier Enino G^levcki 
tugen Ca«:pari 

LCDir Deh^m Leo acldfeld 
JIl Georj leiser 

JR Dr. Julius ]?lau 
Kapbtali frcimri 



ERSATi:] A!i.:eiKR 



JR Bernhard ^reslauer 

James Goldschrddt 

Studiendir. Dr. Joseph Gutnann 

Mira Dr» Hernann iiadt 

RA Sa'^'" aronemmi 

Magistrat 'irat Dr, Adolf rr^urnann 



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Emil Walds t- in 
Loo Snoschfwcr 



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Eliel 



Dr. Rudolf Gcir.er 
Prof. Dr, Aron rrein^.nn 

RA ßr. gigmind Itlelji ' 



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'. iv r i>i t «M »> it » • 






(vdj. '.)uu ooltci5!}aiii. ki'n'iv.^uan. jiiiibl'. 'Z'i\ iKi'fci, aii'il. 



Tv. :U»ct,\OtUl). :5'M^^o• 



:i'r. ^.V.»); r>irf4 VAU»-'- 












Tir 'Jninu:-, »>cvfini. 

Wild) V.>kij:v^')l(jtfr!t, CS ö Wen-, 



pgv, "-VThttt i;: allen crBsseren aenieind?verKaltU!;gen entspr<!Cher.d, ;.eherten x'ast all« Gawthlts 
cfr librn?l?r Richtunj; an. AuGr^hr^n waren lecUglich die beiden ?5erliner Zioninten Kareski 
und Klee, die Konservativen Galt^wski in Berlin \^t^ Krom in P*«nkf urt/>te»m^ il»i.^1^7eui^ der 



77) Georr Kareski (1878-19U7) war, wie KolTenccher, mch dem Kriege von Tosen nach Berlin 
rreko^en. ^r wurde Generaldirektor der Kahlbauüi A.G. Später grUiidete er die Volksbank 
Iwria, deren Zusamenbruch imMahre 1937 seiner TÄtigkoit in der Jüdischen Geineind&. 
nolitik ein Ende bereitete. (KA-CZA 87/39 enthält ÄusfTVhrliches Material %ber dxe 
// I Iwria Affäre.)- Seit 1925 war er Xitr^lied des Vorstands der Jüdischen Gemeinde Berlin 
Q >;f / und von 1929-1931 sein Vorsitzender. Im FIV bekleidete er von 1925-1932 mit einer 
^1 Y kurzen T'nterbrechung das Amt des Schatzmeisters und Finanade^ementen.- In der 

zionistischen Politik stand er den Revisionisten nahe; seine gespannte Besdehtuac tur 
T eitunr der ZVfD führte 1929 zu seinem Ausscheiden aus dem Goschäf tsftlhrendim Ausschusr 
der 7Vfn (s.B^umenfeld, a.a.O., S.188). Später war er Präsident der von ih« gegxlindeten 
j\\aiscben Staatspartei und des Betar in Deutschland. K.'a Rolle unter dem NasJregiJie 
ist von Herbert S. Kevine in A Jewish Col labor ator in Naai Germany; The St TW^e Carew ^ 
of ncor^ rareski, 1933-37 in Central lC\ifopean ^istory , VIII Nr.3, New York 1975, S251-281, 
ausfl^hrlich unter Ben it7?ine: reichen Quellenmatertals behandelt worden.- 1937 wanderte 
er nach PalÄstina aiis. Er verglich te, sich vor einem Rabbinatso bricht durch eine Be- 
leidiir? ngsklAge ^ef^en die Hitachdut O le,1 Germania zu rehabilitieren, jedoch ohne Erfolg. 
Eine deutsche Ausfertic^ung des Urteils dieses Gerichts befindet sich in KA-CZA B7/39» 



i>e 



T 1( tel;r.rl^: aüCÄribrlr. \')iti :^e;ie'u^ :: ^; ctr ::-! r. Tli.^er V<?ru-^lsr ^in-; nicht ehr,'? -rre^ic: 

«ÖL;/» ^Jv<i I 



: <- . v:'^r V5rbar-idstn^3'Ja}il r r'.t,3r^pecheLd -f 



•?^f' . ' %]r;} , Vi'lnn^,!.'»^ Jx<r Zlotiintcn iiiiiitisclenr 



-■•1"-. :;ie w^^rdfM- ifdcch alercti-rit, und als Kon-roiiics \^.;rd? ncMies^Iich der 7orsitzen< 
' :-t ;:r;c :les Wohlfahrt-^r^Mt«:: uer :v-.:'?ince^ .::u, er. Jr-^r^arV, bfr.ar:t, Jcr - ob jleich liberal Iv 



<n.:i «^c!i-L^ol.itiFch n"^ c.':i let^li.-'t hatte. 



7S^ 



jter-'-t^'fi.aA. 



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fjj ^•*nc« beka:.r.tn:twhun^:: 



ani::a 1 1 r' j:c\er. Au3bnu ccr PLV !'• ^-^i'^ .-^'^c au 
.. ■ ■-■■ ■■«-■..Gt?): ■;r;;-.';r t'ss Vil' '"^ aul' der TiteS 



I' "^ * "' r: 1'' <"■ 

4> ^ . .\ \.» ^ 



Gen v;?ihl«n vo;:i 1. yelrjT d. Js, "i^ ♦•vorr;er.-':3r. :cn* errt*^ Verbai-icstaj r.cs 
?reuscir:cher. L^rivA^r/eruandes wird hi.'rcur'.h ivvl 



"* > ■ < * «-^ -• , ^ '■*! '''1 "*;]'"■ i • » '1 ' i ■ i I * '^ f^ <7 7 



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Vorr-.and e.ei- ,]l\..irj.^ er Jr.meinde. 

r. 






II 



)cr o 



rntG Absclinitt der -'renchichte dec fVJ war beendet. 



Wesens in ^eut|Chl=>nd ^^^^f . J^^^^^^f/^rritzender der OTSt ab. Siehe auch 
S^^^'-^^'-^'^J^^^^^-^ä, ribin.en 19^9, S.127.29i ^ber seine 

neft 3/h der jMischer^yohlJj^hrt^^^ o^.Aainoiixaj^, 

70) '^bl 3., Ihn. '•'r.< von 23 /'ai 1925. 



nic-se 9 



Ablehnung des Anschlusses seitens der Geneind« Halberetadt Ist vmsp bemerkens- 



u^^rter, als n«ch v#r 1\ Jahren der Vertreter der gleichen Gemeinde auT dem Gemeindetaj des DIGB 

unzwridratij; erklärt hatte (stoben S. «0^) : 

»♦S^rem die Anträge der Orthodoxen angencranen werden, bleibt die Gemeinde Halberatadt ohne 
weiteres Mitglied des DIGF." 

!;ic damals abgelehnten Anträge der Orth«d#xie aber wkren, wie Freund kurz zitver ausgefthrt hatte 

in dem neuen Verfassungsentwurf ftb* die preussische Landesorganisatien restlos bcrtcksichtigt 

worden* Nicht einmal die Kilillim paiBg jetzt van der Separat-Orthadtxie in den Vardergrand 

^jertckte/ •«st'trii^iw^ Forderung auf Schaff ong einer "gemeinsamen Delegation" war mit einca 

- fTSprechen verkntpft, dass im Falle ihrer Krftllung die Gemeinde Halberstadt zur D o p p o 1 •- 

niitglledschaft bereit sein wtrde. In dieser Hinsicht äusserte sich der nächste Sprecher, HA Dr« 

lf^9 Koref-itanaÄ, der nicht nur Vorstandsmitglied seiner Gemeinde sondern auch der Kroisvorstoher 

ftr die Synagogengemeinden des Landkreises Hanavi (Kurhessen) war, konzilianter« Sr schilderte 

das besondere Problem seines Bezirks, in dem die meisten der kleinen und kleinsten Landgcneindoj 

"aaf streng orthodoxem Standpunkt stehen", während die Stadtgemeinden, insbesondere Hanam selbst 

>>, 

äb-r-v/iegcnd I "liberal gesirjit sind". Deswegen sei Zusammenarbeit zwischen den beiden Richtung 

^! 
"unbedingt erforderlich* und "jede Separation" mässe "vermieden werden". Wenn die beiden Lpaa- 

des verbände einen "ständigen Ausschuss" z« ihrer Vertretung gogentber den Staatsbehärden bilden 

'»-trden, dann wirde nicht nur Hanau sondern auch die grooa« Mehrheit der Landgemeinden des 

ziriccs sich "dem Verbände an schli essen". 



Als Sprecher der Gemeinde Orthodoxie nahm Moritz A« Loeb-Berlin zu der Erklärung von Dr. Hirsch* 

Kaki^rotadt Stellung, Er kennzeichnete sie als 

"ein Ausfluss der Austrittsbewegung innerhalb der grossen Gemeinden, die berechtigt war 
vor 50 bis 60 Jahren, die aber heute keine Berechtigung mehr hat, weil der Geist unserer 
Krosren Gemeindon inzwischen ein anderer geworden ist. Ich darf ftr mich und meine kon- 
servativen Freunde Zeugnis ablegen, dass wir mit unseren Bestrebungen auf demselben Boden 
wurzeln wie Halberstadt, und kann bezeugen, dass wir Verständnis und Sntgegonkoivnon in 
weit;;ehendem Masse gefunden ^^^'■n' '* P i tttr rrr r' i i Hr^ tirh rtrioeti o n, and iir i Tin KrriTU i 
iniierhalb des geeeteef^trruen Juden turne --aua-oiAem^ Mlnitironon^ riii 1n dnii Irfatimingen ver- 
gangencr Jahr zahnte wurtelt, abaeita-^tchen-^toeiben^— e»^4arf 4ae nioht ine wattmiu Wenn 
die Männer, die auf liberalem Boden stehen, in gleicher Weise wie bisher «it uns einig 
gehen, so werden auch Jene Kreise in unsere Bahn gez4gen werden. Dann wird die Kinigkeit 
des preussischen und deutschen Judentums hergestellt werden«" 

Schliesslich wies RA Heinrich Stem-Perlin fär die Liberalen den Standpunkt Halberstadts turtck 

"Die Erklärung der Gemeinde Halberstadt ist eine Erklärung eines gani geringen, abseits fi .^ 
stehenden Teils gesetzestrouer Juden. Wer heute abseit« der Gemeinschaft steht, hat koinei 
Anspruch darauf, gegenüber der Regierung und der deutschen Judenheit eine gloichberechtigti 
Delegati4»n zu fordern," 



H 



rr^amit war die Generaldebatte abgeschlossen. (Wh einer Mittagspause traten die 
TlelecierteiT^ur Spezialdebatte zusammen. In ihr versuchten die Vertreter der 
T.ehrercchaft, in der Verfassung des PTV den Grundsatz zu verankern, dass die Kultus- 
beamten so wie die entsprechenden Staatsbeamten besoldet werden sollen. Die JVP 
wünschte Zwangsbestimmuncen hinsichtlich der Wahlen in den linzeinen Oemeindon. 

Um dem Gnindprinzip der Autonomie der Gemeinden nicht zu widersprechen 

einigte man sich auf den Ausweg, dass die Anträge nicht in die Verfassung hineingearbeitet, 
sondern in der F«rni v«n Resolutionen als wtnschenswerte Ziele bey.eichnct werden stllten« 

Denient5ipr?chend wurde beschlossen^ 

l)"dass vom Verband angestrebt werden soll, dass die in den Verbandsgcmoinden wirkenden il 
Funktientre nach denselben Gnmdsitzen besoldet werden wie die Staatsbeamten," ^ ^; 

2) «Die Versarmraunf erwartet, dass die Verbands gemeinden, sobald und soweit es gesetzlich P 
zulässig ist, die in den Art. 11 und 12 getroffenen Bestimnuncen auf das aktive und ^ 
passive VJahlrecht zu ihrer Gemeindevertretung in Anwendung ^m bringen. Das gilt nicht |. 
für die Einführung des Frauen wähl rechts ••• ^ 

Ferner wurde auf Antrag vcn Tl\ Stern-Berlin die fol;;ende Resolution angenommen: 

3)«Als vornehmste Aufgabe liegt dem Verbände die Mitwirkung an der Schaffung einer 
Ge Samtorganisation des deutschen Judentums ob." 

Hanau* s 
y^t^ien wurde ein Antrag ^fittll auf Schaffung einer gemeinsauien Delegation mit dem HV zur 

Vertretung der Gesamtheit der preussischen Gemeinden gegenüber den Staatabehirden lediglich 

»•dem Rat als Material tlberwi*sen". / 

!:ach pcendigimg der r.pezialdebatte ergab die Schlussabatiinnung^'die widerspruchslose 
Anratoe der Verfassung und den einstimmigen Beschluss der Gründung 

des Landesverbandes." 

Die Gemeinden Berlin, Breslau und Stettin sowie Frankfurt/h, Kbln und Königsberg - 
die letzten drei unter Vorbehalt der Zustimmung ihrer Rep5^•en tan tenver Sammlungen - 
und noch "etwa 100" andere Gemeinden erklärten daraiif ihren Beitritt, sodass Freund 
iTin niViirnix^ feststellen konntej 



"Der Vorband ist somit konstituiert." 



nr. H-^ineirann Stem a.a.O. behauftet auf S. 136, dass dieser Ceschluaa «gegen Freunds 
rrbitt-rt^ C^^pocition»» r-efa-st wcrdf^n sei. Das Gegenteil ist offenbar der Fall. Nach 
derr. cffizitHen .V.richt war es l'reurd, der die sichere Ablehnung de» Lehrerantrtgs 
Jadv.rch abwendete, dass er an Ctelle einer Zwangsbestiimnung in der Verfassung die Annahme 
der Resolution empfahd.C^ßt NT^t-v. ¥.*J.'^x^, 5. S'7). ■ 



11 



* .fßit^m' 



1. .i"t . .« t ■ 



:^ 



S 




Dtraufhin i^ab QehR Israel di»? feigende Erklirung ab, die effenbar die Kirglichkeit seiner 

Prgrissunjswerte wiedergutmachen gellte ^ ( dtl i O^iMii (' > Miwt^wiHt 

1l"£inen Auftrag von dem Herrn Minister, am Schluss der Tagung nochmals zu sprechen, habe 
ich nicht. Aber ich glaube den EntSchliessungen meines fferm Chefs nicht verzugreifen, 
wenn ich Ihnen in seinem Namen den herzlichen Glückwunsch zu dem Werk ausspreche, das 
Sie heute beschlossen haben. Es ist Ihnen bekannt, dass sich der alsbaldigen Aner- 



\\ 



i 




zung dieses Eunaes ergaben. Soweit ich die Sachlage heute zu Überblicken vennagl 
werden sich in dieser Hinsicht, was die heute besclxlosseno Organisation anlangt, keine^ 
•der sicher nur geringe Schwierigkeiten ergeben, sodass wir hoffen dtrfcn, Ende dieses 
Jahres, vielleicht aber noch früher, eine preusjdsche Landescrganisation der Synagogen- 
gemeinden zu besitzen, die als tUfentlich-rcchtlicher Verband anerkannt ist.»* 

Auch Ministerialrat Jl^hlin^'er yjnU t i a i nt T nlm r c ht ^ t " rffrnhar l i o r Tlafi^ml ttT^gaAl i ii r^ Trink t 

moar . beigewohnt ^- Äusserte seine Cienui;tuunr; Aber den Erfog der Tagung und wies darauf hin, 

CS SS ovofv der Vttg zum Deutschen Reich /UterTreussen geftlhrt habe. Er schloss init einer noch-^ 

maligen Erwähnung des Rathenau-Mordes| 

"Es zeugt von dem Vertrauen in die Zukunft, dass Sie am heutigen Tage, wo einer der 
Edelsten von Ihnen auf dem Totenbett ruht, Geist und Mut finden zum Ausbau Ihrer 
Organisation." 



^och rrareen Dankesworten vcn Emil Jal ds te in- ires/l au an den Vorstand der Berliner Gemeinde 
uno ihren Vereiieeaden, Goi-i^ -S4oviiy schloss diogo» die Tagung kurz nach 8 Uhr abends. 




Ihr Erfofe und im ganzen reibunc^sloser Verlauf war zweifellos das Verdienst Ismar Freunds, 
der allen AiLfeindungen und VOa^aüOtiOM Quertreibereien zum Trotze einen Aufschub der 



l^b'^iJ^S verhindert hatte^ Keinemonn Stern, dem man gewiss kein Vorurteil zugunsten Freunds 
unierstellca kann, hat das in seinen Lebens er innerun gen (siehe Xmm J irAnT) treffend aus- 

gedrtckt: 

"Im Philo-Lexikon (1935) wird berichtet, Ismar Freund, der bekannte Syndikus 
der Serliner Gemeinde, sei der 'Mitbegründer« des Verbandes. Das ist ein 
Irrtum, der nachdrücklich zu berichtigen ist, Isnar Freund ist der eigen!-» 
liehe Schßpfer des Verbandes, den er buchstäblich aus dem Soden gestaaipft 
hat, Ist es ilim doch gelungen, den Grttndungsbe schluss und die Annahme der 
Verfassung in einer einzigen Sitzung darchzusetzon, ein Erfolg, dessen sich 
ganz gewiss kein anderer Politiker, der es mit Juden au tun hatte, rthmen 
kann. Es war eine Ueberrumpelung der Gemeindegewaltigon, bei der die damals 
noch hochgemute republikanisch-demokratiach-sozialo Grunds tinmnuif doa Slaa 
freunde zustatten kam.' 



1 



•s * 



|l .JEJ^r. Die Verfmssunc des UV 



& 



rie v.n der Grtndmcaversamnaung beschlcssen« Verf.ssung d« PLV (AnUg« &t) lehnt« sich, 
v.e ervthnt, weltgehend an die Boatinnungea an, die V?21 ftr die DDVGesamt^reaniaaU.n 
beinahe elmnttlg angen.mmen w.rden waren. Die PrI.mbel stellt/ fest, dasa die beigetretenen 
preussischen Synag-genge^-inden sich gen*33 Art. 137 Abs. 5 W "z- einem Verb«.de mit den 
Rechten einer K»rperschaft »ffentllchen Rechtes unter dem HainenjIfPreuasischer Undesverband 
jtdischer Gemeinden« zusammengeschloss«* haben. Um diesen Anspruch nech zu besttrken und 
-iner. wttrTend der DIG?-Verhandlungen geftusserten Zweifel einzelner Regierungsvertretar hLn- 
Girhtlich des religiösen Charakters der Organisatlen zu begegnoh, wurde ein neuer 
Art. 1 eingertlst, der ausdrücklich betont, dass der PLV "eine n^ligions^esells :haft" ist und, 
Art. 137 Abs. 3 RV w«rtlich zitierend, "seine Angele sonheiten selbständig innerhalb der 



schranken des fÄr alle geltenden Gesetzes ordnet und vergaltet". B«. «iiuHiU hvU ^n»M 
::r^u2sens^i^:-'Art^a«3t der zweckpar^graph, der sich^jWN»-r!frras3>ang von 1^21 nur inscfen 




ur.terscneidet, als er selbst7ersttodli2B««s?iu^ ^^ Preussen beschränkt und 

iiT. tbrigen di^^^itf«^ -ftff^^^^Be ^ der wi^Uchaftiich^^^35?^i^G^^ Stellang der 

i»Mn«ntieU#a ^RW>>ttkU»i^l^l»UM>f ^uliM >» li i i qui w in d i ei ^ . Eine weitere fi:r|ir.iunß der Fassung 
vtn 1921 besUnd darin, dass nicht nur «dl« Vertretung aller der jüdischen Relisi^nsjeinein- 
:.chaft in Preussen geneiiisamen Angelegenheiten nach aussen« in Anspruch gentmnien wird, sendar: 
avxh "die Mitvirkunß bei der Vorbereitung von Gesetzen und allgemeinen Verwaltunfisanordnuncen 



wiche die jüdische Religicnsgemeinschaft beiühren". 

tKTondere au^jJTTSass au.j ^rtan totlO^ger'^niT'dirt'eltrag« der mtgliedsgeneir.den, in einem 
-rr»zent.3atz der Reigfiseii^i^etis^^^"^ffg*?n-'Tiwr- 4tti f i^ i «flftr rll gser Oeneinden besteht. Neu is- 





ii-es itls erJin^entie-g lnna t L '^ i e di o Bilanz; uii^ t> u "flUiimVi 

D.r AJton#r.iieartikel (Art,?), der einen so grossen Kaum in den Beratungen eiiAiononmen hatte, 

vi.r schliesslich in einer kurzen und allgemein gehaltenen Fassung ar.genomcn wordeni 

"Die Selbstlndigkeit der Gemeinden in der ürdnunt oind Verwaltung ihrer Angelegenheiten 
wird durch die Zuj^chUrigkeit zum Verbände nicht berülirt," 

,;:.e foii;cnaen Artikel 8 bis 2? --gl. ei c)i fall 5 in enger Anleitung an die DIGB-Varfassung von 



»krtf^-J- " 




i:??l - die innere Struktur des PI.V, d.h. seine Organe. Diese sinÄ: 

m) der Verbandstag 
b) der Rat und En4:ere Rat, 
/y l ^ c) die Ausschtsse. 

'Der V erbandstag besteht aus Abgeordneten, welche von den lütgliedern der zum 

Verbände gehörigen Gemeinden in allgemeiner, gleicher, unmittelbarer und geheimer Wahl nach 

den Grundsttzon des VerhUltnisvahlrechts fUr die Dauer ven U Jahren gewthlt werden. Das 

aktive und passive Wahlrecht erstreckt sich auf alle velljÄhrigen Juden beiderlei Geschlechts^ 

die einer Verbands gemeinde/ ani^ehiren und in ihr mindestens ein Jahr ver Auslegung der V3hler 

l:.£ten ihren Wohnsitz gehabt haben. A-Äi^-^je-SOOO Se«l« 

bitndstag tritt In der Kegel elnwel Jini ^lahre aueAwiiMm.---*^^iwe'"'V»r H aftdIun g ia ^ ift^-»f f 

Zu Beginn ^eder Wahlperiode %#• hl ter«^ini>vÄ»idiKWi^ d»»-«wi»*#iaer' Ätai^lcatßÄ, -4i»e»e»-et^ll- 

vrnretern und1gHg!Ttrg?^.re^^^ 

Die Zusaxaensetzung uhd Fur.ktion des Rates ist keniplizierter und war auf der Tagur.g 
des DIuB Im Januar 1921 Hauptge,3enstand der Auseinandersetzungen mit der Lehrerschaft und 
Jer Orthodexie. Der neue EntiAirf h a lt-e diese Streitpunkte «^4fmrhrct, indem er die direkte 



Vertretung der drei Rabbiners eninare 




abscharrte und statt 



cessen bestimmt:^ dass "6 an Gerne Ind'^n oder Rabbinerbildungsanstalten wirkende Rabbiner sowie 
I Lehrer" vem Verbands tag in den Rat gewählt werden. Im übrigen setzt sich der Rat als die 
Vertretung der Mitgliedsgerrieinden nicht aus Urwahlen sendcm aus "Vertretern der dem Verbände 
angeschlossenen Gemeinden'* zusaimaen, wobei in der Regel auf je 20.000 Seelen ein Vertreter 



^ntfttllt und die Zahl der Vertreter der Jüdischen Gemeinde Berlin htchstens 10 betrtgt. 



^ 



Scuiesslich wird die Gesantmltgliederzahl des Rates auf 35 festgesetzt, wobei die an dieser 
Zahl fehlenden Mitglieder vom "Verbandstag nach den Grundsitzen der V e rhu tnis wähl" zu wthlen 
sind. Diese Kenzessien ai. aas demokratische F'rinzip bezw» an die Zienisten, die den undene- 
kr* tischen Charakter des Rates beanstandet halten, war in der Praxis bedeutungslos, weil es 
sich z»B. bei den ersten Waiilen zum Rat um ganze h Personen handelte, von denen zwei der 



liberalen % und Je eine der zionistischen una der konservativen Fraktion angehörten; 
g>;a;il dÄr Ra t^ialtglicdÄr erstreck 
ftr jedes :U.tglied% 



^ 



Der Rat ist zugleich Oberhaus und Exekutive, ein damals wohl verfassungsmissiges Novum. Zur 
Herbeiführung eines '»Verbandsbeschlusses** bedarf es eines Ubereinstiruncnden Beschlusses des 



1:jte?5 und Verbanclfliages, ähnlich wie dies in der amerikanischen Verfassung fÄr Senat und 
I.cprtßenlpntenhaus vergejjehen ist. V^tthrend aber dort in der Institution des Präsidenten 



d 



le Lxekutivgevwlt deutlich von der Legislative getrer.nt ist, ••verwaltet" der Rat "die 



OschÄfte des Verbandes" und "vollzieht die Verbajuisbeschltlsse", Zur "Ffthrung der laufender. 
CeschÄfte" wtlhlt er aus seiner Kiitte einen S n g e r e n Rat von urspr^lnglich 9 Mit- 
gliedern, der afeer^ »♦HJ»-"*'»*W, iiuf 11 llitglieder erhUht wurde. Er besteht aus dem Präsidenten 
des Rates, der zugleich als Prtsident des FLV d^in Verband nach aussen vertritt, drei stell- 
vertretenden Präsidenten, einem SchriitfUhrer und dessen Steilvertretr, einem SchaL^meister 
und decsf'i Stellvertreter, und drei Seisitzem. In der Pi-axis wurde dit fUr den üngeren Rat 
vorgesehene Führung der laofeiidsu Geschürte auf Grund der Geschtf tsordnung, die er sich gab, 
in wesentlichen von seinen in Berlin wohnenden (7-3) Mitgliedern ausgeübt, die als "Dezernent' 
fttr beEtinmte Tätigkeitsgebiete (Dezernate) celbsttndig verantwortlich und entschoidongsbe- 
r-fchtigt varen und in der Fonn dfts De zernentenkollegiums 'rfichentlich 



»der vierzehntttgif zu (;emeiii2amer Eeraturig wichtiger Angelegenheltea zusamiaenkauien. 



dauernden 



Schliesslich sieht die Verf2^surig die Einricritung von Ausschüssen "zur 



»*;»rbeitung bestimmter GeschUfts zweige" vor, die "insbesondere zu bilden" sind fU.r 1) den 

r:ultus, 2) den Unterricht, 3) die Wohlfahrtspflege, h) Rechtssachen. Um eine UeberstLmmung 

in Gewissrnsfragen zu verhindern, ist "für jede relij^iise Richtung" ein besonderer Kultus- 

dencn 
\ii*d Unterrichtsausschuss vcrc^ sehen, ^^ "^ä* ^^^ "Anj^ehJrige der betreffenden Richtung" aktiv^ 



und pasrives Stimmrecht haben, und fUi* die, falls die betreffende Richtung dies verlangt, das 
Visuer.wahlrecht ausgeschlorsen werden kann. Ayti ?fl ^ieiti f^nteir vt^n 



"2^ Ausschüsse für c*en Kultus und üritorricht siriü^^HSCVeit ##ij.ai><i»i '»wn riow '•roli|;ii^ff^ 
Stanciptir.kt handelt, dem }{ate gegenüber selbständicr'^'Den Gemeinden gegenüber haben 
ihre Beschlüsse lediglich gutachtliche, nicht zwingende Bedeutung. Sei Aeusserungen 
des Verbandes t'.Ct;cnüber deii SeSIrden in. Fjrag^en des Kultus und Unterrichts ist bei 
Nich1Üt»ereinstinimun{=^ der für die verschiedenen "RlrhttWfi^u be:,iehend8n Ausschüsse den 
3ehi*-den Von Cev. vrr'jchiedenBn Ansichten Kenntnis zu geben« ^'^'-— --.. 

Dio religil^se Selb-?tindl[;kelt tfer Cemi<?lrci«n tmc! ?.abMTt!fr^ti«rf äu£Ui.,^A-A««McIi 
in keinor Weise kn^ctaistßi worden ^" 

Di^rse Vorschriften entsprachen villig den 1^21 geiucsertoa Forderui.gcn der Grthocoxie. Da 

z\icem cier damals vorgesehene besondere Ausschuss für aie Wisr>enschaf t des Judentums, der 

• inen wesentlichen Streitpunkt dargestellt hatte, rlindniert wordei^ war, so konnte grund- 

'•lii,2"lich vom orthodoxen Staad[ imkt aus f:e(-en dieee J-ertimmuncon der Verfassung nichts eln- 

{;e\:endet werden. 



u 



öid Vericesung gibt n^r wisr^it^» Ormidri^gtiln r%i^^tiiy^' Au t Jgiüh ttWf < «"^iite-Minii»« 
(ursprti^kgirch l5j^»ptter auf 9 reduziort), fti* die Kultus- und ünterrii 




dchtlsse ferner 



■*!>■ 



elae Min de st zahl ven Rabb 



chrem und KanUrenu— -i>«rfber hinaus aber bleiben "alle weL- 





te^'cn Bestimmungen über die Zusaniner^ft#ti:Üng7*'tli«. Wahl, die Wirksainkeit und die GeachtftÄerdnunil 
der Ausschtcae einem V^arbanasbeschluss verbehalten, »♦ Dieöe^VnU??stlinmtheit der wichti..jtcn 
▼•raussetEOTt^en Vtr die Bildung der Ausschtsse verhinderte ihre Kensti^ 
Verbandüjttg bezw/^Ütr ers L&r.. ligt^^slt&ung Ull i ! ^n — ^erte- 'gie-uffr-e lii » dei. . 



auf dem ersten 




Ven den anceftlhrten, in der Verfassung ausdrücklich vorgesehenen Verbandsaus Schüssen';^ i^r-4i 



ein tbereinstiniTuender Beschluss des Rates und VerbandsUges notwendig war, sind die Au5schts' ^ 
zu unterscheiden, die sich der Rat Je nach Bedarf z\ir Bearbeitung bestininter Aufgaben schuf; 
z.?.. ein Au:.schus3 ftr die Revision ^a^ Gesetzes von iSi^? bezw. die Schaffung eines neusa 
preussischcn Judengesetzes; ein Subvent ionsaus schussj ein Ausschuss fÄr die Erhaltung jUdische. 
Kunstdenknäler} »fAt«r ein Witieei«if't»Äu»TCh«»^ ein Ausschuss f%r ein Nemalstatut und eins 
?e&;:itenerdivdag-vnd viele andere, die oft nur vorübergehend tätig waren. Ebenso bildete der 
Verbandstag auf Jeder Tagung einen Haushalte aus schiiss und andere Arbeitsausschtsse Je nach 

PeG:arf. 

Lin« besondere Rollo spielte schliesslich der vom Vorbandstag auf seiner orMon Tagung (1925) 
geschaffene Stlndige Ausschuss , der aus 15 ^"^r die Dauer der Wahlperiode 
gewählten Kitgliedem (und ebensoviel^^ Stellvertretern) bestand und f«r die Zeit zwischon den 
Verti^ndstigstagurigen als Vertretung des Verbandsttges gegenllber dem Rate fungierte, und dorn 
•uch sonst bestirnte Aufgaben zugewies-^n werden konnten, iirn flu' irntwurf den in i]i 



vorf.eeeher.pn Ge 




i\m 



, .io ^chaffun. eines verbandsblattc ': vor, in dorn "dia 
v■^.r,^ ''7 der Verfassunc sah die oCUai.in,, 
Artikel ?- der v „ ,,^ M, solcuos erschien vom 25.9.1923 

— '- '°*"^"= t:: : :; ::; ,.« . ^ » - — 

-, n ^<i■\?, ain Verwalt""r=' 
bis r-^im 1.11.193» „,. Glieder und Verbandstagsabgeordneten 

A von 1925 ab - auch an die Ratsnutßlleder una 
•ereinden und - von i^O >,.vn„r>hilen Solteoheit«. 

^. seine ersten Jahrr.Änce gehören zu den bibliophilen 
versandt vurde. Seine ^^^^^ ^^ ^,^, 

,. .latt V-a. bis 193U .1« nach Bedürfnis in freier , olg 

^ .„„ ..„fanc der erfschienen Thunmern.- Vom l...al 

- -— • '*"' *'" ^■'°" ""\i:rL .le .,«.i.-" — -»-" 

, j Tmi ^n Pin "rieTnoindeblat:.!» i^^x ^^'^^ •> 
X93U ab vnirde das TOl in ein 

.gewandelt (siehe ^^.3^^ ^J7). 




crmtchticcn ihn, "aofem eine staatliche Anerkennung des Verbandes als Körperschaft des 

* 

•ffentllchen Rechte erfor^dcrlich sein seilte»«, die Verhandlungen mit den StaatsbehÄrden zu 
fuhren. Hierin liegt ein entscheidender Unterschied gegenttber der vom DIOB 1921 angenemmenen 
Vorfassurg ftü« die Gesamtorganisation. ^;tthrend dort - weil es sich um die Umwandlung eines 
vom Staat 1899 mit Rechtsfähigkeit ausgestatteten Privatvereins in eine Körperschaft des 
irfentlichen Rechts handelte - die staatliche Genehmigung als notwendig anerkannt und von 
ihrer Erteilung das Inkrafttreten der Verfassung ausdrücklich abhingig gemacht worden war, 
bestand ein derartiger Zwang fdr den PLV nicht. Sr konnte deshalb die Frage, ob es einer 
solchen staatlichen Anerkennung nach der Rechtssprechung des Reichsgerichts überhaupt bedürfe 
•:rfen lassen und, wie wir sehen werden, sich erfolgreich mit einer de facto Anerkennung be- 
gnügen, ohne je eine formale staatliche Anerkennungsurkunde erhalten zu haben. 



zum ersten Verbandstage sowie zum RaT^'Vorrub^reit^nj^^^^ hierfür festzusetzea und 

n*.ch der Wahl den Verbandstag^.^in2ttbe"lniren hat. Dabei ±rt füräie jndisciie^ Gemeinde Berlin 






' ♦i * ^P ff ■ l 6o-,<X)a ^ Aftlca> 



nimen-wercen 



r>ie Verfassung des PLV hat sich im ganzen nicht schlecht bewthrt und in den Jahren ihrer 

praktischen Amxendung nur unwesentliche Aendeningen erfahren. Kiner ihrer Rauptvorteile lag 

darin, dass sie alle Details spÄtercn "Verbandsbeschlüssen»« vorbehielt und nur einen Rahmen 

schaffen wollte, der in der Folge auf Grund der praktischen Erfahrungen und Notwendigkeiten 

«bfer/ 
ausgefüllt werden seilte. Ihre grCsste \ind einzigartige -B#d»utung Oiegt-dari nf i tee g ■ • i a i m 

Verbandstag für die rund liOO. 000 Seelen umfassende Jüdische Gemeinschaft^ In Preussen ein -«nj 

echt 

jrixküadi^ «i o m ok r a t 1 s c h e n Wahlen -herv^rrepangenos^P»ljwnt ß^^ 

t Juden in keinem Lande au ^&^er 1 g^€»Mr -af r^sTOAtr -h ^betrrf 






fc^^»^^^98S8»«aöKMi^ 



>r^i5?feV^ÄJ:dboclÄiwc 



•i't-. 









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ir^ 



TTT 1022 -3- IrJ-laticn - IriterkorfcGsioncDlc Arboitsgcmeinschaft - Reichshilfe 
1'^' ■^' '•-'• f^r die Synaßogenconeinden. 

nnn:.ite3bar nach der Gntal.nr-.taci.nr richtete der Berliner Ge,neindevorr.tancl fttr die 
vorlft^Ifice FUhn-nr; der Geschäfte des PLV ein besonderes Dezernat ein, ndt dem Freund 
btrant v.-urde.- Der «eitere Gang der Ereignisse kann nur im Rahmen der allgomeinen 
politischen vnd wirtschaftlichen Kntwickl^nr Deutschlands versUnden werden. Die 
r.r...rd^m. V.'alter nathenau's erschtUterte endgültig das Vertrauer in die deutsche 
,-»hru>g. vmhrcnd .u Beginn des Jahres der Dollar mit l62 T^ark bereits das Vierzig- 
.Ojl^ fache seines Vorkrieg r.ertes erreicht hatte, stieg der Kurs in der z.reiten imifte 

des Jahres auf Über 7000 fark. Die inti;a_nsig«ite Haltung der Franr.oren in der vr^ 
der deutschen Reparaticnsleistungon ver^hJlrfte die Lage. Am 9.Januar 1923 w^^de 
Deutschland im PUcksl^-^nd mit KohlenlJefen-ngen erklärt, und französische und bcl- 
rischo Tnippen besetzten das nuhrgebiet, um weitere und grftssere Kohlen lieferungen 
zu erzvrlngenj' Die deutsche Regierung verkündete daraufhin passiven WidersUnd und 
stellte alle Lieferui-.cen an die Alliierten ein. Die Folge war der Zusemenbruch 
der deutschen V.Uhrung, die als interr.ationales Zahl^mgsnittel wertlos wurde. Mach 
einer Stlltz^mc=«ktion des Reichs im Febniar, die etwa ein Vierteljahr lang die Mark 
^Ir,l etwa 20.000 i:ark z:i.i Dollar stabilisierte, begann im Mai ein rapider Verfall. 
Am l.Juni stand der Dollar bereits bei 7^.000 Hark, an I.Juli bei I6O.OOO Kaxk. 
Danach gab es kein Halten mehr. Die Preise änderten sich nicht täglich sondern 
stündlich; die rotenprosse konnte nicht nachkommen und half sich mit den Pcbeiw 
drucken dec in der ntaatsdruckf>roi liercndcn Papiergeldes. Ersparnisse und "mttndel- 
sichere' Anlaren Wrten sich in f'ichts auf. Das Spukhafte dieser Wonate kann nicht 



i 
t 




7) Tn1,c.ressant ist das fo2.gende Brief telegramm - \Nr.7li/23 T, G TT - vom ll.l-3^923, 
das das K?' aus diesen Anlass an Freund« s Privatwohnung gerichtet hat (F. fungierte 
in c'ieien frflhen rtadiun offensichtlich als Adresse fttr den n.V) 1 
■ "Reichsrerierang beabsichtigt Kundgebung gegen Rechtsbruch durch ^•i^^'^^sch in 
das nuhrrobiot. Christliche Kirchenobrigkeiten sind gebeter, TrauergeUltt und 
Traucrkundgcbun-ren von den Kan^.eln an nächsten Sonntag zu jernnlasoen.^ni- 
sprcchendo Kundgobunron in den Synagogen an nächsten Sabbnth 3«»^ ej^^^ 
nehme Dezug auf gestrige femmfiindliche t'ittollung des Ministerialdirektors 

Dr.Fleischer." 
{FA-CAJ,XXT]T ?/25) 



9x 




^ 




borner wieder^efi^eben werden als in der Rntwlcklunf; des Dollarlcurses: 

Anfanc Au^st 1.100.000 Mark 

" September 9.700.000 " 

I.Oktober U;2*000.000 " 

l.vovenber über 130.000.000.000 " 

(8.-11.TI0V. nitler's vereitelter 
Rierhallenjmtsch in Stachen) 

12.November 8U0. 000.000.000 »• 

l5.November U. 200. 000. 000. 000 »» 

Am l^'.^Iovenber 1923 schuf Hjalmar Schacht die Rentenmark, die ,^egen eine Billion 
der alten !''ark ei n^^e tauscht werden konnte. Der Dawes-Plan im Frühjahr 1921; er- 
möglichte dann mit Hilfe einer internationalen Anleihe von 800 lüllionen Goldmark, 



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r 



' I die 7Aim c^^ssten Toll von Amerika gezeichnet wurde, die erfolgreiche Stabilisierung 
der deutschen VJÄhrung ^ und leitete eine Periode internationaler Verständigung 

(Strosemar.n-Briand-Kellor:g) und vrirtsc haftlichen Aufsch>jung3 ein, die Über ftof 
Jahre dauerte. 

Die geschilderte Entwicklung hatte nicht nur zu einer schweren Erschlitterung der 
or':anisatorischen Struktur der jüdischen Gemeinschaft geftlhrt, sondern auch die 
christlichen 'rirchen entsprechend getroffen. Schon Ende 1921 hatte der Reichstag 
eine F.ntschliessunr ar-r^cnommen, dass den "^.elirionsgesellschaften öffentlichen 

^.echts bis zur endr^ltir^en Regelung der Kirchensteuer Vorschttsse vom Reich 

9) 
geleistet werden sollen. Das Heichsfinanzministerium verhielt sich jedoch dieacr 

Kntschliessung gerenllber passiv, weil es auf 6qv\ Standpunkt stand, daiss derartige 
VorschUrse von den 1 Ändern im Rahmen ihrer allgemeinen Zuständigkeit für die An- 
gelegenheiten der Religionsgesellschaften gevjährt werden mttssten. Die weitere 
ZerrVittung der deutschen V.Uhrung veranlasste die Kirchen, Schritte gegen diese 
ablohnende üaltunr ^^-^ Reiches einzuleiten. Durch eine zufällige Verkettung von 



8) John T'a:>Tiard Ke^^ios hat das ganze System, in dem die deutschen Reparations- 
leirtungen an die Alliierten von diesen zur Zahlung ihrer Kriegsschulden an 
Amerika verwendet wT;rden, treffend charakterisiert: "Reparations and inter- 

lllüil _^gfijg_-^jy JQ^^ ^^ main],y settle d in p apor and noF in goods Wo TH Inr 

-r^l^V^^^^^ - no one is a renny the worse.^^Tfhe Nation and Athenaeum , 11^ 97192 5 . ) 

9) IFP !lr.3l vom 22.1?. 1921, ^M^ AZJ Nr.l vom 6.1.1922, Beilage "Der gemeindebote", 
U.3.- Die folgende Darstellung sttttzt sich im wesentlichen auf FA-CAJ, IX T/2/8 
und T/31 sovae Sonderliste I Kr.66 (interkonfessionelle Arbeitsgemeinschaft). 






r 




^3 

TTinstftnden >iar Freund an diesen Verhandlungen zentral beteiligt. Er hatte sich 

wiederholt mit der Frage der AbzugsfÄhigkeit von Kultussteuem bei den Einkommen- 

10) 
steuererklUrungen bofasst und Artikel hierüber veröffentlicht • Im Somner 1922 

war er im Auftrage der Berliner Gemeinde darum bemllht, in einer Novelle vm Reichaein- 
>orinfnstcuerseset2 diese Ab zugsf thigkeit unawftidmmtig festlegen zu lassen. Diea führte ihn mi.t 
"erirclern der evaneelisci^en \ind katholischen Kirche, die das gleiche Siel vcrfol^^tenj und mit 

diec<*^n nahestehenden Parlaiaentarieni der Rechten ausarjnen, u.a. auch nit dem deutschnational ea 

r 
^ eichttiS-abceordrieten Dr. Ilumm, dem Schwiegersohn des berüchtigten Ilofpredlcers Adolf StÖcker« 



!J«ch der erfolgreichen Durchftlhrunc 



AiÄ^ 



Aktien 




äusserte 



M^-inm den Wunsch, dass sie %uch weiterhin IH FUhlung bleiben" und sich «au dauernder gemeinsaaer 

^rbeit zusamenfinden möchten»'. Daraus entstand die socenannte Interkonfessionelle Arbcitagemetr 

5cha::t. Freund selbst schreibt hierher in einer Aktennotiz vom 11.12 .1922 ^ 

"Die Konferenz trttgt ausgesprochen privaten Charakter, die Teilnehmer gchJ^ren ihr 
l^iiclich als Privatpersonen an ohne Ilandat von irgendwelcher Seite, und zwar je 
ein Vertreter der evanselischen Kirche, der Icatholischen Kirche und des Judentums, 
r^nier mehrere Minis teritlreferenten, die Ämtlich mit den einschlÄglgcn FrÄ[;en 
bef«s3t sind, sow^.e eine Reihe interessierter Fe rlainen tarier der verschiedenen 
Fraktionen. Das Reichafinanzministerium hat sich erbeten, Herrn MinDir Popits 
oder einen anderen seiner Herren zu den Beratungen abzuordnen. Die IConlerens tritt 
nach Bedarf im Reichstes z'^^-iwrie*"^»" 



Die erste solche Zusammenkunft fand 



am 30. November 1922 im Fraktionszinier der 



IjputLchnationalen Partei u-^t^r Ctr^ Vorsitz von Dr. Kum statt. A*n ihr naljnen «us.er Mum und 
T^reund teilt der Zentruins abgeordnete Prof. ^%%^ der Kons istorirl rat Ilosenann vom preussischen 
T vicfi^eiischen Oberkirchenrat (späterhin Cberkorujist^riclrat und Direktor des Deutschen Svange- 
lischrn Kirchenbundesamts) und die Geheii-jrät- Paul und Schltlter vom 




*i»ii lO i - •- 



££ i-^arde ein einheitliches Vorgehen sljr^tlicbcr Religionsgesellschaften in Aussicht genotnmen, 
um die ^K^to^-'JiMiüwii! GewUhrong von Rcichsvcrschtlssen auf die zu erwartenden Kirchen- bczw. 
vni.zorensteuern zu erreichen. Der Entw^irf ftlr eine wyW ^ m l i ii En tschliessur.g des Reichs- 



Synngog« 



\^\CiQ,^ 



Ui2s wurde auf gesetzt, und Prof. K^^tlbernahm es, mit dem glcid^alla dem Zentrum angeharigen 
^.cichsfinanzminister Dr. Hermes wegen seiner Zustiinming zu einer solchen Sntschdiessung zu 



- W 



10) IT.a. in TFB Nr.26 von 30.1i.l921, n.l. - Diese Frage war materiell von ausseroruant- 
licher P.edeutung. Ihre positive LWsung trug dasm bei, grosse Steuerzahler, die nur 
lose mndupf^en zur jMischen Gemeinschaft hatten, vom Austritt aus der Gemeinde ab- 
zuhalten« 



9f 



verhandeln. Der Erfolr blieb nicht aus. Am ll4«12«1922 nahm der Reichstag die ge- 
wünschte Kntschliessung an, und im Januar 1923 erklärte nich stac Hermes nach einer 
gemeinsamen Vorsprache der Interkonfessionellen Arbeitsgemeinschaft bereit, dem 
preussi sehen Staat ein Darlehen zu gevrÄhren, aus dem "evangelische und katholische 
Kirchengemeinden, Farochialverbände vrie auch Synagogengemeinden*' auf die zu entar- 
tenden Kultussteuem Vorschüsse erhalten könnten. Diese Entscheidung fiel mit der 
am ^nfnng dieses ''anitelr: erwtthnten, kurzlebigen Stabilisierungsaktion des Reiches 
zusamon, sodass in den nächsten "^'onaten das angeregte Verfahren reibnnrslos durch- 
geführt werden konnte. Als im Mai 1923 die ^'ark aber erneut und rapide absank. 
\7urde es unn^^^lich, auf diese Weise mit dem Tempo des l.'Ährungsverfalls Scnritt zu 
^ halten. TÜcht nur für die ^'^^ligionsgesellschaften sondern für alle öffentlichen 
Einrichtungen einschliesslich der Länder imd Kommunen wurde eine auch nur eini^er- 
massen geordnete Budgetgebarung unmöglich. Sie hatten die Gehälter ihrer Peamten 
nach vom Reich festgelegten Rnchtzahlen laufend den IJtthningsverfall anzupassen» 
Hierfür rab es nur einen Ausweg: die Notenpresse des Reiches. Dem sollte ein 
•T'inanzausgleichsgesetz" dienen, das dem Reichstag Ende 1922 vorgelegt wurde und u.a. 
vo:::ah, dass die Tänder für sich und ihre Oemejjidon vom Reich Zuschüsse in mhe von 
7S% der T'ehraufwendunren für die Peamtongohälter erhielten. Beratungen in der zu- 
ständif-en Konnission des Reichstags befassten sich mit dem immer dringender werdenden 
^rcblom, wie weit diese Regelung auf weitere Gebiete halb-bff entlicher Einrichtiingen 
- wio 7..^. des Wohlfghrts- und FJild^mgswesens - ausgedehnt werden könnte. Dabei 
stiessen -'ersuche, auch die öffentlich-rechtlichen Religionsgesellschaften in diesen 
Kreis einroibeziehen, z^jnächst auf ^/iderst/^nd. Auf Grund von Besprechungen innerhalb 
der Interkonfessionellen Arbeitsgemeinschaft übernahm Kumm im April 1923 die par- 
lamentarischen Verhr.ndlmgen mit dem Zentrum und den Rechtsparteien, während Freiond 
sie mit der DDP und SPD führte. Im Gange dieser Ftemühungen unterbreitete Freund im 
::ai dem gteuerausschuss eine Eingabe, in der er darauf hinwies, dass die Unterrichts- 

— - — — — — — — , _ 

11) Die Einrichtungen der privaten gemeinnützigen Wohlfahrtspflege erhielten der- 
artige Zuschüsse. Pur den jüdischen Sektor spielte hierbei die 1917 gegründete 
ZVJSt ihre erste wiclitige Rolle. Vgl. Dr.Giora Lotan, The Zentralwohlfahrts stelle, 
in YP IV, 1959, S.195. ^ 



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9S' 



14. f^Y^^'^'^y 

anslalton der .,yt,agogencemeinden eben.o .^e die jMischen Lehrersemimre und theo- 
loftischen nildxmcsansUlten zwar zweifellos zu den im FinanzausgleichsRCseU vor- 
ncehoncn Einrichtunren .ehttren, "die blTcntliche Aufgaben der I.Änder oder Gor«inden 
erfttllen-S auf die aber aus überholten historischen GFÖnden die weitere Bedingung, 
dass sie "fianz oder zu einem wesentlichen Teil zu Lasten der Lftnder oder Gemeinden 
erhalten werden", nicht zutreffe. Er erreichte die Zustiirmmf, der SPD zu einer 
entsprechenden Aendcrung der Gesetzesvorlago, sodass die drei Rabbi nerseminare und 
die wex-.igen noch bestehenden Jüdischen Lehrerscndnaro, die bis dahin die Katastrophe 
der Inflation nur durch Hilfe von Ausland überstehen konnten, in der zweiten K&lfte 
1923 r.uch ".eichszuschttsse erlangten. Dieser PrSzedonzfall trus dazu bei, dass es 
den vereinten BemSlbunRen der Interkonfessionellen Arbeitsgemeinschaft gelang, am 
20..Tur.i im Reichstag die folgend -e Ergänzung zu I 60 des Finanzausgleichsgesetzes 

zur Anr.ahjne zu brinf:en: 

..nie Pe-tLnr-unren dieses Paragraphen , die nir die Gemeinden (Gemeindeverbtade) 
Wlten" selten nach nÄherer RestiOTing des "aushaltsplans auch flir die in 
Artikel 137 der ^eichs^/erfassung genannten Körperschaften des ftffentlichen Hechts." 






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Da di£ 



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; Durchftthrunn des Gesetzes kompli7Äerte und zeitraubende Erhebungen erforderte, 
,sto eine Z'^schenlOsung gefunden werden, um oline weiteren Zeitverlust den Reli- 
gions-osellschaften lle bitter nötige Hilfe zukonr.en zu lassen. Als im August der 
Dollarmrs in die Killionon stieg, sprachen am 2U.August Mum, Tlosomann, der PrÄlat 
Dr.Bai-nasch und Erdond zunächst im ReicVisfinanzministerium vor, das sich bereit 
crlcltlrto, "unbeschrankt diejenigen "ittel herz'igeben, die von den LÄndem, insbeso:idcre 
preusren, angefordert w^irdon", da die I ander ja dem Reich für diese Zuteilungen 
haf teicin. Die Peputation begab eich daraufhin zum m und, begleitet von HinDir 
pr .Fleischer und Geh'^ ^'^racl, zu-n pr.^ussl schon vinanzidnistorium, wo sie mit MinR 
Dr.du •■esnil verhn:-idolte. ''an einigte sich darauf, dass anstelle der bisherigen 
Vorschusszahlungon auf die Kultussteuerumlagen jetzt Vorschüsse auf Grund des 
Finanr,ausgl3ici-'S"Qr,etzcs gevAhrt werden würden. Ein entsprechendes Staats- 
Telerr^T-m - G T 2197 vom 27. August 1923 - inform.ierte alle zustandigen Behörden» 



N 



H 



12) P. gehörte zur nreslauer Fürstbischof liehen De-iegatur und war der Vertreter 
der I'uldaor Bischof sUonferenz. 



Leo T>aeck ^nstit-ite 
129 ^':ar5t 73rd St. 
>!ew York, !\Y, 10021 



Lieber T^^rr Dr. '"irubel 



HAX P. BIRNBAUM 

E. Oelb«r St. U 

Ramat Dany« 

94 748 JerutaUm, Isra«! 

7«l. (02)-41Si70 



lli. Januar 1979 



S 

^ 



Anbei 



Zw eiter Teil: PRF/JSST SCHER L/^> 1DKSVSRPAND JI JSDISCIIER GEMEINDE!- ]. 
A. aründunc und Uebergancszeit 1922-1925* 



SSiitB 



I. Die Grtoduncstagung vom 25» Juni 1922, 

II. Die Verfassung des PliV, 
TIT. 1922/23: Inflation - Interkonfessionelle Arbeitsgemeinschaft - 

ReichshiTe für die Synagogen^-^emeinden, 
'^^* ^Q J^^Q oder de facto Anerkennung des PLV» 
V. BemJAhunr^en um Staatsbeihilfen 1919-192U. 
VI, Vorbereitung zur Bildung der verfassungsmässigen Organe des PLV« 
Politische Entvdcklung - Der Gemeindetag vom l6,3»192U - 
CV und PLV - Wahlen zum Verbandstag und Rat. 



91 
98 

102 



112 



I 



"^er Stoff ist neu angeordnet, was sich schon vxegen der Herausnahme des Kapitels 
l\ber die Vorgeschichte der Staatsbeihilfen als notwendig erwies. Die Zahl der 
y^anitel und TTnterabtoilungen ist von 1? auf 6 reduziert worden. Der beiliegende 
-"eil umfHngt statt 77 Seiten Text plus 10 Seiten mit 129 Anmerkungen nur 53 Seiten 
einschliesslich 79 "Pussnoten - eine Reduktion von fast UO?!. 

namit h;5be ich das "editing, soweit ich es mit Prof.Angress durchgesprochen habe, 
erledigt. 

■'.•richtig für die Lektoren des folgenden Teils ist: 

1) In teil B,Kan.T«/TI a [ursi^rllnglich b^ Staatliche Anerkennung S. 266/67 fÄllt 
weg, weilte s oben in Kap. IV mitverarbeitet worden ist. 

2) Anmerkungen litö und 213b fallen weg, weil sie in Fussnote h^ m5t enthalten sind. 

3) Auf S.272 am Ende des ersten Absatzes nach "Unterrichtsverwaltiing" ist (statt 
des Hinweises auf S.123 und Anm.71) anzufügen: . 

(Jhg.68, Heft 9 vom 5.5.1926, S.lSUff.) -^^^*) . 
Die zugchttrige neue Fussnote muss lauten: 

360a) Der Minis terialerlass vom 21 J4. 1926 - U II Nra575.1 »nix - und die 

Richtlinien sind in VBl luJhg* Nr.2 vom 20.9.1926, S.8/9, abgedruckt* 

Schlinsslich mbchte ich vorschlagen, die Fussnoten in Abt. B. Der PLV 1925"1932 
weder mit 1) beginnen zu lassen; ebenso in Abt. C. Der PLV unter dem llaziregiine . 

Der bcroits dort befindliche Erste Teil des Ms. enthalt auf S.7 in Fussnote 10), Zeile J 
einen Irrtum: Statt "Lamberti, a.a.O." muss es heissen: 

Dr.^^arjorie Lamberti, The Attempt to Form a Jewish Bloc in Central European 

Histoiy, Vol. III rr.1/2, March 1970, S. 73-93, 

Damit konme ich zu Ihrem Brief vom 27.12,1978, den ich dieser Tage erhalten habe, 
^ch habe bisher das Ruch von Lamberti nicht gelesen, hoffe aber, es morgen in der 
Hni versitz tsbibliothok zu erhalten. Inzwischen habe ich jedoch das IB XXIII bekommen 



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:Z<:/^'a ' 'hM 






- 2 - 

und - nicht ohne T).odauern - festr^estellt, dass Trof . Lambert! dort fjenau den Stoff 
bohindMt den ich für T)r,Paucker vorbereiten wollte. L.'s Beilra^ ist ausgezeichnet, 
s(bdn<5S ich Dr.^aucker nnr vorschlagen wiU, im nftlkihsten YB einige ergänzende "Notes" 
von Sr zu brinren, Ähnlich den Bemeriamron von Dreslauer ±n YB XIV zm dem Toury' sehen 
Artikel In einem Punlcte ist Dr.Lamberti m.B. ein Fehlurteil unterlaufen. NÄheres 
l':t?)nnen ^ie aus dem beiller:enden Brief an Dr.TTflmbur.r^er ersehen, den ich Sie !5itte, 
an ihn weit er zu rieben. 

Ich hoffe, diese Sendung erleichtert Ihre Vorhandlungen in Tübingen. Lassen Sie mich 
bitte von deren Ergebnis vn.J3sen. 



Mit herzlichen Grllrsen von ^Taus zu ITaus 




Vi'-i^ • 



^ 



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7& 



O 



Zwoiter Tflil; » RSnSSISCHER IJaiDESVKRBAND JUEDISCHER GEMEINDEN .. 

/// I —- ^ 
I. Die nrUndune^stagung vom 25,Juni 1922, 

Am Sonnabend, den 2U.Jiini 1922, wurde der jüdische Aussenminister der Weimarer 
Republik, Walter Rathenau, ermordet. 

Es ist eine Ironie des Schicksals, dass die Geschichte des PLV, die^ von dieser 
Mordtat eingeleitet wurde, mit einem zweiten I'ord ihr Ende fand: Am T.November 
1936 feuerte der 17-,1fthrige Herschel Grynszpan mehrere Schlisse auf den Sekretftr 
der Deutschen Botschaft in paris, Ernst vom Rath, denen dieser In der Nacht vom 
8. 2aim 9,NoVember erlac. Vom 9. -11. November tobte die »»en^^brte Volksseele« in 
Deutschland in der ber«Lchtigten "Kristallnacht", die das Ende aller selbständigen 
jüdischen Organisationen und Einrichtungen bedeutete. 

Die Gründ^jngstagung des H.V fand am Tage nach den Kord an Rathenau statt. Während 
Hunderttausende berliner vom frühen Morgen an unter schwarz- rot- goldenen und roten 
^ahnon in vier '<olonnen neben einand'^r schweigend in Trauer durch die Stra-sen des 
VJestenG zogen, versamelten sich die Vertreter der preussischen Synagogengemeinden 
auf Einladung der Jüdischen Gemeinde Berlin im Bne Briss Loge- haus in der Kleist- 
strasse. Die Anwesenheitsliste dieser Versammlung ist nicht erhalten, aus den 
Begrlirsungsworten des Vorsitzenden der Berliner Gemeinde, GehR Julius Stern, ist 
aber ersichtlich, dass der grosse Saal dicht gefüllt war und ausser den Delegierten 
der Gross gemeinden auch zahlretihe Mittel- und Kleingemeinden vertreten waren. 



1) Die Darstellung der Gründungs tagung stützt sich auf den Verhandlungsboricht, 
der im Gemeindeblatt der Jüdischen Gemeinde zu Berlin (GBl), Nr. 7/8 vom 
U. 8. 1922, veröffentlicht ist. Aus ihm ergibt sich, dass u.a. die folgenden 
Gemeinden Vertreter entsandt hatten (nach Grbssenordn\mg) : Berlin, Frankfurt/M, 
Breslau, Köln, Hannover, Königsberg, Wiesbaden, Kassel, Stettin, Magdeburg, 
Gleiwitz, nalbor.stadt, Schneidemühl, Hanau, Görlitz, Insterburg, Pasewalk. 
Ausserdem hritten sahireiche kleinere Gemeindon die Anwesenden ermächtigt, sie 
zu vertreten, sodass über 70?^ der in Preussen lebenden Juden repräsentiert 
waren, darunter sämtliclic Grossgomeinden. 



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noM r/tem bc,-rttsste insbesondere die drei ReRierunRsvertreter: MinR Dr.Kaisenborg 
vom Rcichsninisterium des Tnnern,irehH Israel vom W und MinR Dr.Jtthlinrjer vom 
rreussischen Finanzministerium. Er verwi^die den Anwesenden nit der Einlad^ong 
zunecancene Denkschrift Dr.Freundts nebst Verfasf^ngsentw^arf und gab der Hoffnung 
Ausdruck, dass "der 25-Juni 1922 sich würdig dem 23-Januar 1921 zur Seite stellen 
lassen" und durch die Schaffung der Preussenorganisation zur Ver^.drklichung der 
nesamtorganisation beitragen werde. Sodann erteilte er Freund als dem Bericht. 

erstatter das Wort. 

Freund wies kurz auf die rechtlichen Schwiericrkeiten hü^die der staatlichen 
Anerkenming des DIGB nach Art.137 RV entgegenstehen. Dazu Wimen die inneren 
Schwierigkeiten: die GegBerschaft der Separatorthodoxie und die Haltung der 
süddeutschen Verbände, die die nesamtorganisation nur auf dem Wege Aber die 
Tande s^/erbftnde schaffen wollten. Zu den"bereits bestehenden Landesverbänden 
von ^a^en, vmrttemberg, Oldenburg, I.inpe-Detmold, Mecklenburg-Schwerin, 
T^eck]enburg-Strelitz" sei "aus freier Fntschliessung ein Landesverband der 
ba:n-ischen Gemeinden getreten, dazu ein thü-Mngi scher, ein anhaltinischer und 
ein sächsischer. Es hat sich so die Tatsache ergeben, dass nur noch preussen 
unorganisiert blieb." Abgesehen von diesen mit der Gesamtorganisation zusannen- 
hftngenden Erwägungen sei aber die Schaffung eines Preussenverbandes geradezu 
eine Lebensfrage für Hunderte von Klein- und rittelgemeinden. Ihre Notlage und 
die unerträglichen Bcsoldungsverhftltnisse der meisten Kultusbeamten vertrügen 
keinen Aufschub. Bas T>reussische Fin^.nzministerium sei grundsätzlich bereit, in 
den Staatshaushalt für 1923 einen Betrag für die Synagogen gemeinden einzusetzen, 
mache dies aber von dem Bestehen einer Organisation der Gemeinden abhängig, die 
- ähnlich wie bei den Kttchen - zunächst im Wege des Ausgleichs r'er Kräfte Selbst- 
hilfe leinten mücse, ehe der Staat zusätzlich eintreten ktinne.- Ein weiteres 
Ttoment bestünde in den mljglichen staatsrechtlichen Auswirkungen der jüngsten 
P.eichsgerichtsentnchoidung. Das preussische Judentum müsse eine "Organisation 
schaffen, die als Träger des autonomen Willens der preussischen Judenhoit an- 
genprochon worden kann." Staatsrechtlich sei die Schaffung dos Preussenverbandes 



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auf Grund des Art,137 Abs.? Satz 3 RV wesentlich einfacher ala die ümiiandlung des 

DIGB von einem Privatverein in eine öffentliche Kbrperschaf t« Deshalb glaube er, 

dass rechtliche Bedenken der Regierung gegen die vorgelegte Verfassung kaum zu 

beftlrchten seien.- Gegentoer den Bedenken der Orthodoxie wies Freund darauf hin, 

dass der rHV kein Zwangsverband sein wolle, und dass die beiden Punkte, an denen 

die Orthodoxen auf der DIGB-Tagung Anstoss genoimnen Xt hatten, in der neuen Ver- 

fassimg vomiieden worden seien. Er hoffe deshalb zutiefst, dass die orthodoxen 

Gemeinden und insbesondere Halberstadt nunmehr den Beitritt zu der preussischen 

Organisation erklären werden.- Zum Schluss kam Freund nochmals auf das Verhlltnis 

des Preussenverbandes zu der zu schaffenden Gesamtorganisation zurück. Der heutige 

Schritt bedeute 

daramj 

"keinen Partikularismus. Denn wir halten/Test, dass wir nicht ein preussiöches, 
bayrisches, anhaltinisches oder thüringisches, sondern nur ein deutsches 
Judentum kennen und die Gemeinsamkeit dieses deutschen Judentums in einer- 
Organisation zum Ausdruck bringen •••• wollen»" 



GehR Stern dankte dem Berichterstatter (ftlr sein Referat \ jja Namen der Versamklm gt 

"Ich glaube, Sie sind mit mir eins darin, dass ich diese Gelegenheit benutze, 
um dem Herrn Berichterstatter und Verfasser des Entwurfs fUr die Arbeit, 
die er geleistet hat und die ausschliesslich sein geistiges Eigentum ist, 
unseren herzlichsten Dank abzustatten. « 



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' n::chli( c-renc r.^^^n die droi ?.c;jierunGGv.2rtr»;tor die reifenden £r'cl»rjnf:en abt 

.10 ht 1 "nr.^ t I £ r.-^ cl : 

"Ich iPbe die Ehre, iV/.'ie." die CrU:.3e des Kcrrn ülnicters für '.:if5::<3nsch3ft, Kunst und 
Vülicdlilciimi: zu l*.Vcrlrinjen. Er f?rr:ciint nn, Jarc der Zussn'nonnchluss der preussischen 
f;;yTiri,;o„*enf;':.nGinüen (;ine:i PcdUrfiüs entspricht und hfit dcmLjXol;;e den V/unsch, dass' die 
heutifjcii Verhsncllun en vcn lirrdi' begleitet izhi :;it>chlon. Der i:err:iinicter steht 
Ihr? i plan Tiit ;;ohl'/c]lcn "r-^'-nttber und ist r^ri bereit, Ihre joschlUsce dflraufhin zu 
;:rtiren, ob oc ii;n n(J.;lich ist, üich für ihre V' n\drklichunj einzasctzen« Kann die 
vrr.jn bejaht werde; , sc vrlVd «:r d.ifUr Goi':jc trafen, dk3z^ soweit seine Ven^nltun;; bc- 
t*^ilii:t ist, das Lr:'orr>rliclio ;.il ttüilichsifjr "csclileunifj^^n:; veranlasst islrd." 



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ini&teri:lr;jt Kc'iseab^^r^: 

"Di^ :veichsro::ieriUi/, iiiGbc sende rc* incln Herr C^cf, der Herr Rcichci!Ü4d3t.or des Innern, 
'.iat vAch bcauftrc^:t, Ihneri die lierzlichßteu Grll gc für Ihre !ieuti::en BorjfctUn^jen zu 
übc-rl riii-icn und dtr Taj-inn die bieten ./llnsche TUr einer. ,;edeihlichwn Erifbl;: au^zu- 
sirfchsn. Die '^;oic!isrü,;icrtinf^ be;;rü53t den Zus^mensfchluas der preussischen S^naß^sari' 
j^cn^indf^n zu rirer I-ndesorcanisnlion lebhaft, Sie erblickt dprin einen wichtigen 
Schritt auT de;, „et zur r,ildur; , einer .}esnp.tcrr:nni3ntion des deutschen Judentuns. 






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i"~r •Uli ixr 






Dem Voll"i^clTc Art. 137 der P.elchaverf^sr.m.; bringt u.9 Relchsminlcteriu>.n oes Innei-n 
srin- besondere Aui-.ncr'<sflinlceit e. tce:-on und wird stets bed'.cVit sein, -Jsss die besonder. 
Stillunr! die d«i Pfrentlich-rechtlichen Relli.:i..nseesen3choften in der Reicnsverfassu- 
.in-er»u.mt ist, Uieren auch voll zu ;jute kc.-r.t. Die Reichsrc .lerdnc v^ünscht^und hofflj 
^a^'^ durch den ZuEannensclilusE der prsusEischen Sjaianosenreneinden auch aer Gedanke 
^ircr "eichsor-arAsation waitere FUrd-sninr cr£ahj«n wird. Sie becrÄcst dies auch um 
r>^ .illln weil si" -la-abt, dasr: durch einen ^unaiuionschlusc aller Sj'nc-SO-jenceneinGen 
l'^:^4-n ^eichsverband ttber die rein rell!:itt"^n Interessen Mnaus auch der Oedanlic der 
^\i--lcn Sinheii cxc Jcutschon Volkes Kciiore ntUrkun- erfahren wird. Von Reichs 
«e--«n 'sie'H 1ac r.cic':i.''nini3teritm ccr; Innom l.clne rjcdenkcn, Jass irreuncen der heute 
-o" Isnten'cr-pni^.'^^ion in ?.al-.r«;s sclnar ct-.i.nhuhoitlicher 2ujtMndic-ccit die Anerkemwj 

erteilt." " ^ 



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ltfri:?.lr i Jb'.ilincer: 

i.n^r ':rrr ßrcu^sirche ünisL^r d-: r rir^nzcn h-i ..ch bcnirirc^t, Tinur: ' .. clLser Slello 
teilen ?A^^. auüzuü' r..chon TUr Uic Tro ;nJlicho ^i l-^dun^. Jurc: .ie Vcrjttnj^ uer IcUten 
T-. c verhindert, ncrcönlich 2U .rsclvilion, hr.l ^r .den üit Gciicr Vertrot.ji^ bcaultrcct, 
Di^ r5-eu5.^ische Fi- ri.zveiv^lti'nn vcrfoLt ml. r.-^nr, brtscr.dcrcn :r.tererce IiJ^e rcctrcbm-c. 
^i^ h;=it bei der Les. roclun en keinen Z^Jeifel anrllbor f.elaüscn, drr.c li. der ^jeccnvilrti^en 
i^pi^-strci.halen Zeit unrierer riHnnzla^^e nur die Lobcnsnotwcndi.v.eiten der: Staates berrie- 
-i.-t r^-'^cn können, und daüü ;.'ichti.;e kulturelle, nationale und ivlrtsch^^ftlichc Aufc^oen 
r/^»c:-e^tellt wt.-rdcn iiUsf^on. lüchtndcstovcnl.-cr hat die preaccische Finfiizven:altu-4: 
.-rk'ör^ in Li-^^'.iir dnrHler cintrcUju zw wollen, ;;ic den lciGtun.jscc!iyac.i«5ri C-eiieinden 
(\oirjr, ,:orCj2v. knaii unter der Vor-^uGjetsan::, dn:::; cir:c Cr.:cnij;ntion der rrcuscischen 
>nei- K-^ Vü-hnn.xr. i:a, ^d.t vier die :fci .Icrvn... verhandeln hü^-i. .:it der ^chnifurc d^esj 
Cr -'lisaticn tun 3i- einen" wicht!.. uu <::ci.ritt in der Frar;e der rinanzioririL IfcistunjG« 
ccWc'-cr ac;;icind3n. -Jiü jn'cuGTijch'jrinp.nzvc.'wrltuui: ist bereit, ..n riiianzielxe.' Kc- 
-•^ .' • jub::ldi»^.r cinzi; reii'cn, m tcr Joi* V^'-"Ät^Ä5ö'-v.n'j, dnac zuixftchst die Goneinden i.^ 
vi-anrrjrcov;eit vrU i..:end uib-lich anspannen. ;.2nn dar'Jiber hincus aber ein ..ccnri'. vOr-^ 
v-.-Jin s.'.in üclltc, i:i.^\:Lrd die iMr.anzvcnvaltunc unter C.o:\ Vorbehalt der Tachpr^ung 
cn.»i-^n, dic.-cn : ed.^ri ir. den Ltat TUr drn Jalir r^23 einsustcacn. Die Vcraassützun^ 
c>.iur ist jedoch uitj Ijdia.duni: einer jeei,;neten Crjriiisaticn. - ..dr stehen in einer 
schwi.rirtn Zeit, Die Lrclfnisr'; von ijcstcrn, die einen der Dosten von ui j und von 
Ih-:ien hinweje;c rafft \irb(in, weil er sich treu zu Ihnen bclcannt^, zeijon deutlich, wo wir 
ctshen. :iur dv.rcl; Lini,;keit Li Innern ka;m der ..cj nach aufw^rtj ^^cdur.dea v;ordenl Daran 
.iitr-'i-beiten, IjI .. ^. c 'h^^^I-tciafc^be ihrer Taijuiu;," 



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i:;l int^rcf^spnt, cacj wtthrcnd der ,; c c^ v t i: n Yä''/.:.. 1 t' .^-i ' r '- . 

*'' irr.ccn eer Linziiie '..or, der die an Vcrta.e eriYlr.tc r.r iOrduntj ;r;t:ien3U3j|V.r.jA iit .?t.- 
r-i!ivcn hr-J>^run./n. djr ..r :i 'llinl^tcrinlboa itcn h;:tlun nicht nur praktisclx den lirfolc 
.. ^ntscMedrn, s.rdcjrn nuch ><!i€: etwa .;c(Äl-n1.. tbotniktloi.o! uü^r Vcr^e,xrun:3- 
M.- r ' jL^cicht.-los je/ir^uht. Jc.iontsprcclicr.d Dcrtm«' .fcifiis der veit- re Vcrl-iiT ('er 0?.nerra- 
. -'♦- •' /. ru;.3Ch]iec:llch r;jc Zu::'.i ivvujscrkl^ir.m^xn. ZuuÄchot u. cttttißtr A:nt3.;oricht5T't 
.1:' «'': -^r. Vcr5^trnd der y.crliier Gciclnde vleprori IcrcLtrchaft, div im Vcrra3:iun.:3entv.n;rf 



2) Teo VJolff (1870-1958), spHterhin KaTWiergerichtarat (KOn), war Kitgllad de» 
T3erliner Ceireindevorntands und von 192U-27 desaon Vorsiteender*. Br iforde 192? 
z\un Präsidenten des H.V gewfthlt Tind behielt dloee» Amt bis zur Atiflbstuig de» 
Landesverbandes im Jahre 1939. Im gleichen Jahre wanderte er nach London aiis, 
wo er in hohem Alter starb. Papiere aus reinem Nachlaa« befinden sich al« 
Collection Leo Wolff im Archiv des I,PT-NY# % 



/ 



. Min »iU 




JR Kola-Kb-ir^düor^, JTi Gcldjreld-Drtslau und M laeri.aid-^rankTurt/n^'Hr ic 



y.T. zur Konstituier-inj dar Vv^rbr.uü3ür;;anc zu nihrcii. j.irc-- -^ - ^ v^ar der VenKdtun;,«^ 

nn-^rnt der ^rlTcsten Jtiuiyciiei. Qe.ujindc in den Dicru^L Cor noueu Cr ;:^i;.i.jf.tior .enteilt, ccJass 
.ic Liriordcraicse der tM.llcaon prcktitjchon Aj'bcit v^marleistct nrüM. Als^ anchi- K^dncr 

: klärten c-ich 
;re.i33encr:"aisption, schon ^. ;il uie ::ct ..^r ;a:^ir..c:^iciriue.n ':cl:.ea weiteren Aufschub -^sUtts. 

JR J^rthiur Kochmarm-oieivliä^) , der nicht xmr fir sdlne Oomind« 8ender%,ils 7eralt»end«r dt« 

«berschleslachen STz^oeensemeindovorbandaiT^^ in HAmen dar Qaarr.9iiid«n diasaa Batirks sprach» 

Perstnlicakait M^r94jL 
war einer der nichatan Radner« £r war ainahochcaaohtate/ BMI j mlihl rmr vacan seiner ps^«» 

minentan Stellunc im iffentlichen Leben seiner Stadt and frovinx^ anntitni dank der Shrliohkait 



mnd Intei^rittt seine» 



• « 4 I k«« 4 



Wesens • Seine vazme Beftrwortane der Schaf fan^ eines 



Pre«s 3 en verbende s and aein Dank an den Berliner Gemeindevorstand Xtr dessen Initiative rar- 
fehlten deshalb nicht ihren Sindrack aa^dia Anwesenden. Ibansa drtckta JrIM^ HUE^aiaar«» 

Wiesbadeir ^ seine Zastinnanc nicht nar ftr Wiesbadens aondam nr alle Gemeinden des ahemalicen 

\- 
Harr.«»cta»es Nassaa ama» d»h, desjenigen Teils der pravins Ifessen--^;assaa» der im wesentlidian 

rüt dem Rccienincsbezirk Wiesbaden (((Usser dar Gemeinde Frankfart/M) identiaah war# 







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1U'(i^fe^I^) war lanßjihriger Stadtvererdneter, S tady-attm d^hrenbtrger ven OleiifiU 
ur.d wurde 1919 Abgeordneter (DDP) seines WahlkrelaaafWf i üiiWt1Saii»m u«kat«rr AlJ ia 
den Jahren 1919-1921 das Schicksal Oberschleoiens auJTOanmd ^w LestlÄiunge» daa ^W^ 
sailler Friedensvertrages in Frage stand und darch eine Valkaabstinwing antachiedell werde 
seilte, trat er an fahrender Stelle ftr das Verbleiben bei tTwitschland ein und wardewege 
dieser Haltung zeitweise ven den alliierten Besät «angsbeharden aaa Öberaöhlesien venHeae 
Nach dorn MachUntritt der Nazis stand er an. der Spitae des aberschlesischen Jtdischen 
Aktiens-AusEchusses, der auf Grund des deutsch- polnischen Minderheitenabkeiwaena van 1922 
(sogenanntes Genfer Abkommen) die Befreiung dar oberschlesiachen Judenheit van den «aij^ 
ladischen Hassnahmen und Gesetzen des Regimes erreichte. Hach Ablauf dieses Abkoarnjeaa- 
in Juli 1937 und selbst als 19U2 die nach verbliebenen Qe meinde mitgUederjaach Auschwitz. 
deportiert wurden, blieb K* unbehelligt uwöfttf ^ftsaÄ^efTW? WXtvar -bia toda 1Ä3 
in Gleiwit», weil seine Tochter mit dem itali«:dachan a«ieralkansul nanaa^U in Btrlia 
verheiratet war, der ein Freund von Gamnt Ciana, dam Schwiagarsahn Maaaalinia, wfr# Irat 
als die GesUpo erfuhr, dass Renaetti mit Mossalini gebrochen hatte, wurde dar faat 
ÖOJlhriga Arthur Kachmann am 28» Detentor 19U3 «1« latatar Juda Obarathlesien« nach 
Auschwita verschickt* Vgl. Bull.22, 1963, S* 160 ff • and !5ewthrunc im OnUrgaag , Stut^, 
196$, S. 102. . ^~ 

^"^(1871-1912) geharte dem SynÄfi:«««a»t in Wiesbaian, der abarsten JWiaahen Bahirde daa 
ehemaligen Heraogtums Nassau, an. Kr war aliie charmaÄtMalegante Srtfoheinung und ein 
konzilianter Vorhandler, der aber deine üebaraomgungen mit Satsohiadenheit vertrat« .Z% 
wie Baeck geharte er als nicht- aionisUschea WLtgUad dam Varstand d^t Karen Hayaaaod 
seit seiner Qrtadung an und war ein begeiatartor Treund daa paiastiJ»*«f.ufbaM* Seit 19?3 
war er Vorsitsender der Synagogengemeinde Wiesbadah, «in Aat, das er bis au «einer 
DeporUtion nach Auschwit« im FrÄhjahr 19li2 ifinehattOii Kr atarb dort wi 26. Ol:' tb^-^r 191^ 



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RA Dr. Eliel-Klln begrtsste im Namen des Vorstandes der Synago- 
jengemeinde KlUn mnd der Gemeinden Aachen, Benn, Dtsseldorf and Trier, mit denen er Fthlung 
cenemmen hatte, die Schaffung der Preussenorganisatien mnd gab seiner U ebenem jung Ausdrmckj 
das» «die grosse Mehrheit der rheinischen Gemeinden'^ sich dem Landesverband »«mit Begeisterung" 
anschliessen wtrden« 

Rabbiner Dr» Blmmcnthal-Berlin gab "im AmTtrage des Herrn Rabbiners Dr« Baeck sowie des Ver- 
standes des Allgemeinen Deutschen Rabbinenrerbandes"'^ die Krkllrmng ab, 

■dass wir amT das herzlichste das Zustandekommen der premssischen Organisation wtnschea, 
mnd dass wir bereit sind, nach Mass mnserer KrtTte an den Amf gaben, welche diese Orga- 
nisation in der Zukunft zm erfillen haben wird, mitzwirken*** 

/ 

RA Dr. Klee sprach sich im Namen seiner "Freunde* (d,h, der Zionisten bezw. der JVP) ftr die 
Grfndung des Premssenvcrbaidcs ams^ co^ /S^Z^^^v^" 

lnnM>ia^;ftQj b o t o ii ^ e r die Notlage der Jtdischen Lehrerschaft in den Kleingeraeinden. Die 
«dringendste" Aufgabe des Landesverbandes bestehe darin, den Lehrern, die die Trlger des 
Jüdischen Lehens in den deinen Gemeinden seien, eine loenschenwUrdlg^f Existenz zm sichern. 
Dieses Thema vmrde von dem ntchsten Redner, dem Mittelschmllehrer Heineaann Stern-Berlin, 
c:er kurz zuvor zum^orsitzenden des Verbandes der Jtdischen Lehrervereine 1ä Deutschen Reich 



tiä). 



an die anwesenden 



gewfthlt worden warf), eifrig aufgenommen. Kr appellierte 

Vertreter der Staatsbehörden, durch Qewthrmng von SUatsbeihilfen den Landesverband bei der 

■rechtlichen, materiellen und sozialen Regelung der jtdischen Beamtenverhlltnisse" zm mnter« 

stitzen. 



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'^ f) \U:VS78-1957) hatte nach 13Jthriger Tttigkeit als Lehrer an der sttdtischen Jtdischen 
Volksschule in Kattowitz dieses Amt nach der Abtretung von K# an Polen 1922 aufgegeben 
und var einer BcrvuTung an die Knabenmittel schule der Jtdischen Gemeinde Berlin gefolgt» 
l;/!^ prornevierte t zum Cr, phil« una 1731 tbernahjn er die Leitung der vereinigten Knaben- 
un:' KÄcchen-f'ittelschulc. £r c:ei^^*rte ^iem Hauptvorstand des CV an und wurde 192$ als Lehren- 
Vertreter in den Rat des hLv fc:;evllhlt. Seine Lebenserinnairuncen - 191^1 nach seiner Aus- 
^ vanaenin,'; nach Rio de Janeiro geschrieben - sind erst nach fast 30 Jahren vor\|^ans Chanoch 
^ Kfty«r als i*d. 3 der Docu menta Judaic a herausgegeben vordem Warum hassen sie uns ei;:entli cSV 
\ Dtssrldorf lyyo* Sie ^ben {»-ielfach lebendige, werir auch subjektive Eindrtcke von der 
' jüdischen G-^meindearbeit in Brrlin. Seine Angaben tber die Finanzen des DIGB und des 
', Hilfsvereins der deutschen Juden auf S« 65/66 sind allerdings irrttmlich; seine recht 
; sun-Tarische Darstell uTig der TMti^keit des PLV (S, 135-138) enthtlt gleichfalls einige 
Unrichti,;kcitcn. 



innüsitr! 



--^"-TTSSsmsssA K 




Oie erst. DiascnaM in dea fast z u hanoonlschen Verlauf der Tag^nj ergab sich, als Pr.f. 
iliocher als eingeladener Vertreter des DIGB 0« ■ »•»* •n'^'* ■• «rkUrt«! 

"Wer den ?3. Janutr des voricen Jahres miterlebt hat, hat den heutieen Tag n\»r ndt 
tiefer Wehnwit anbrechen sehen.— ,••• Durch die Ortndung einer Landesversannlmne geben Sie 
meiner Ansicht näcL der Oesamtorganisatien den Tedesst««», »• g»t a»ch die Absichten 
sein mSgen. Ks mtsste der Ge«aintcrganisati»n Iberlassen bleiben, je nach Ketwendig- 
keit Landesorganisationen su bilden. Diese Ansicht hat a»ch der Referent Iber die 
Verfassung seinerzeit auf dem Geneindetag vm Ausdruck gebracht.'*« . . , « . 



2- 



I 



M.nd-4H^ «echl^&fi 



^eschliesscn Sie heute nicht die Ortüidimg des Verbandes, sondern verUgen Sic sich 
noch einnall Iibgen die Leute, die im vcriccn Jahr mitgearbeitet haben^ nochmals 
ziÄsarjner.treten, un darttber zv beraten, ob nicht ein besserer und richtigerer V/eg z\m 
Ziele fuhrt als der hier eingeschlagene •»• 

i,s war ein trügischer Ilomcnt ftr den 76-Jthrigen, der mit Recht den Genieindetag vcn 1921 

als Krtnung seines Lebenswerks betrachtete und das dawils Erreichte unter dem imerbittlichen 

tinTlmss der pelitischen und wii-tschaftlichen Entwicklung zerbrtckeln sah. Sein Appell 

erregte Feüamem mud Kivgefthi, aber er ivoiüite den Verkauf der Tagung nicxi\. indem. Die ^ 

allgemeine Reaktion war wohl ara besten in der kurzen Antwort. Dr. Sandlers «uijaxnmengerasst i 

«Wenn wir es ernst meinen mit der Organisation der Judenheit, dann wissen wir alle 
Mittel wthlen, von denen wir annehirien, dass sie uns zum Ziele ftlhrcn werden» Die 
Arleit des DIGB ist nicht Selbstzweck. Wir kinnen amch nicht behaupten, dass sie 
fruchtlos geblieben ist. Wenn der DIGB lun ersten Male alle Jtdischen Partei- 
schattierungen im Deutschen Reich xusammengebracht hat, so hat er damit den Organi- 
st tionsgedanken einen grossen Dienst erwiesen und sich um das Judentum ein unstoit- 
liches Verdienst erworben. Wir ernten nunmehr die Frtchte der Arbeit des DIGB." 



ner liest der Vormittagstagung und Generaldebatte war der Frage des Verhältnisses des Landesver- 
c.and«-s zu dem kurz zuvor gegründeten }W, d.h. üur Separatcrthodoxie, gewidmet. Ausgelist wurde 
c:>se Debatte durch die Srklirung des Vorsitzenden der Synagogengemeindo Halberstadt, Dr. iail 



Hirsch 




^ dass seine Gemeinde leider nicht in der Lage sei, sich der neuen Organi- 



satitn enzmschliessen. i 



• • 




»«Dio <rroditioaalloa Wurgelff -Ihro« VmnJnrinlrilionn Li 
d^r reirmny iron "Zugestindnisse a-an d e n -gei igeist -f : _ 

Icgondo Tendeaa^ kaiui nur aufr^ohter h al ton wax<ii»wiM||iM ^1f> i^i^ » ^ i ^C^8V*tfy i^yi Selbstiadigkol 
der Ci Uli iiJLlo J^"ö'iit kann im Rahmen der ^/on Ihnen zm bo*g rindenden 'Organisation nicht go- 
wihrleistet werden. Die Synagogengemeinde Halberstadt hat sich daher dorn Preussiachen 
Landesverband gesetzt Streuer Gemeinden angeschlossen. Treu ihrer Tradition nUrde es aber 
die Synagogengemeinde Halberstadt begrissen, wenn trotidem ein Boden fir die einheitliche 
Wahrnehmung der staatlichen Notwendigkeiten geschaffen wirde. Der Weg hierzu ist gegeben 
in der Schaffung einer Delegation bestehend aus Vertretara dieses Verbandes and des Bundes 
gesetzestreuer Gemeinden/' * 






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l2 
hinius dia g«ize Berufung «Is verXrtot, '«nr nicht übsrheupt als ttberfinssig ansah und dies 
in einem Schreiben «n Freund vom 8. ?ebru«r zum Ausdruck btachte, lisst sich nur indirekt aus 
dem unten wiedergecebenen Brief« Freunds «n ihn vom 1?. Mai 191? achliessen. Haenisch's Brief 
selbst ist «.scheinend verloren gegangen. Sr w«r *ber offenbar so negativ, dass Freund einfee 
Zeit in der Sache nichts urtemahm. 3r wandte sich dann zunttchst an das Preussische Ministe- 
rium des Innern, an das kurz zuvor der zionistische, dsr SPD angeherige Assessor Dr. Hermann 
Badt (l387-19U6)5^)berufen worden war, um die Frsge der Behandlung jüdischer Angelegenheiten 
zu kllren. In Besprechungen mit Eadt, dem iünister de= Innern Heine und seinem' Unter staats- 
sekretlr Oscar Meyer (I8l4 -i'lCl)^^) glaubte er gentlgend Untersttttzung fttr die in seiner Dento. 
Schrift vorgeschlagene Uebertragung der "Juden-'-Kompetenzen des ^'^«"'"^'^l'^Slit a"da3 
Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung erhalten zu haben, ^**lüCAJüui»aiXn«aa 
Letztere herantreten zu dürfen. Zu diesem Zweck setzte er sich mit einer Reihe ihm bekannter 
demokratischer Abgeordneten in Verbindung, u.a, mit den IßDir.a.D. Kanzow, den er als den 
Schatzmeister des Vereins zur Abwehr des Antisemitismus k-.nnte, und der seinerseits mit dem 
Cleichfalls der DD? angehSrigen Unterstaatssekretlr im Kultusministerium, Prof. Dr. Troeltsch, 
Fühlung nahm. Femer wandte sich Freund an den langjährigen ^^^^^J^J^Jg^*^ Vorsitzenden 
' der DDP in der Preussischen Landesvers amlung, Prof. Dr. Robert ?riedb"5?t^VeIhem getauften Juden,! 

i. I 

der im letzten Kriegskabinett des Prinzen Max von Baden geschttftsfttlirender preussischer Minist9iv| 
prisident gewesen war^). Friedberg brachte Freund mit dem Leiter der geistlichen Abteilung 
des Kultusministeriums, HinDir acrlach, zusammen, mit dem Freund, in seinen eigenen Worten, 
■in der Folge wiederholt und eingehend die Angelegenheit erörterte". Wahrscheinlich hat ihm 
Gerltch nahegelegt, eine förmliche Eingabe auf Besttttigung seiner Bestallung an Haenisch zif 
richten. Freund tat dies am 19. Mai 191? in einem fttnfseitigen rrief, der hier nur auszugsweise 

wiedergegeben werden soll} 

«Auf das geflllige Schreiben, das Sie unter der. 8. Februar d.J. an mich zu richten die 
Ottte hatten, gestatte ich mir heute surnckzukomraen. 

Ich darf einen Punkt von nebensHchllcher Bedeutung vorwegnehmen: die von Ihnen berührte 
formale Gültigkeit meiner Berufung. Hier Ägt wohl ein Irrtum vor. Hat, wie ich Ihre» 
cefl. schreiben entnehme, Herr Hoff mann die ihm durch die innere Ordnung der Geschifte 
gezogene Grenze überschritten, so bleibt er dem Staat für die Ueberschreitung seiner 
Befugnisse verantwortlich, der Akt selbst aber ist nach unbestrittenem staatsrechtlichen 
Grundsatz rechtsgültig und fttr die Staatsgewalt verbindlich (....). Ich erwähne dies 
lediglich der Vollstündigkeit halber, denn ich lege auf das formale Moment keinen Wert. 

Ebensowenig dürfte die Frage von Self.ng sein, ob dem Ministerium zur Zeit po*^,«'-**«^. ,^^ 
zur Verfügung stehen oder nicht. Denn ich habe schon in der er*en mündlichen Besprechung 

der Angelegenheit für den Fall meiner etwaigen Zusage (i- die Unentgeltllchkoit 

meiner Mitarbeit von vornherein und grundsützlich zur Bedingung gemacht." 



■/ 



i/ 







Freund geht dann auf die Motwandigkoit der Schaffurj eines Fachreferatec im Sinne seiner Denk- 
schrift ein und weist auf seino besonderen Qualifikationen - einziger jüdischer Theologe mit 
iroller Juristischer Ausbildung und Erfahrung, Dozent fUr das Staatskirchenrecht der Juden in 
Preussen, Schul- und Unterrichtsreferent der grbssten jüdischen Gemeinde in Deutschland, 

wissenschaftliche Veröffentlichungen im Auftrage der führenden jüdischen Organisationen etc» - 

auf Grund deren 
hin,HiabdMöixtx±BDC±x er geglaubt habe, die Berufung durch Hoff mann annehmen zu sollen. 

»So lagen die Dinge für mich bis zum Empfang Ihres ,^efl. Schreibens. Nachdem ich demselben 
entnonroen, dass die Angelegenheit für das Kultusministerium noch in keiner Weise spruch- 
reif, j« dass sie von den Abteilungen noch gamicht durchgearbeitet war, sah ich mich 
einer neuen Sachlage gegenüber. In einer Zeit, in der die wichtigsten und dringlichsten 
Staatsangelegenheiten Ihrer Erledigung harrten, üchier es nlr aw g Kki iK k i nicht angebracht, 
Sonderfragen zur Erörterung zu stellen. Sobald die Verhilltnisse sich jedoch consolidiert 
hatten, habe ich dem gleichfalls beteiligten >tlnisterium des Innern, das scheinbar auch 
noch nicht gefragt worden war, die Angelegenheit unterbreitet. Wie mir von dort mitge- 
teilt worden ist, teilt das Ministerium grundsätzlich die von mir in der Denkschrift / 
vertretene Auffassung von der Notwendigkeit einer Aenderung der Ressortverhtltnisse und 
beabsichtigt, sich in diesem Sinne dem K^iltuijministerium gegenüber zu erklären. 

Bei dieser Sachlage scheint mir der Zeitpunkt gekommen, Ihnen, Herr Minister, die Bitte 
zu unterbreiten, der Angelegenheit Ihre Aufmerksamkeit zuzuwenden, sie freundlichst von 
den zuständigen Stellen im Ministerium prüfen zu lassen und demnächst selbst zu ihr 
Stellung zu nehmen." 

Freund führt dann aus, dass es ihm im Hinblick auf die verschiedenen Strömungen und Richtungen 
im Judentum als wünschenswert erscheine, dass die 

"Vertrauensfrage sowohl nach der politischen wie nach der religiösen Seite in aller Form 
sichergestellt wird. Ich vjürde es deshalb für richtig halten, dass als die weitaus 
umfassendste und bedeutsamste politische Organisation der deutschen Juden 
der Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens (Vorsitzender Geh. Justizrat 
Dr. Eugen Fuchs) und alj religiöse Fachorganisation der sowohl die liberale 
als auch die conservativ- orthodoxe Richtung umfassende deutsche Rtbbinerverband (Vor- 
sitzender Rabbiner Professor Dr. J« Guttmann, Dreslau) und evtl. auch Herr Geheimrat ^ 
Cassel als Vorsitzender des Verbandes der deutschen Juden in der Sache gehört wird»»*^?; 

Der Brief schliesst in Erwartung einer Gelegenheit »»zu persönlichem Vortragt , 

Es mag dahingestellt bleiben, ob es weise von Freund war, durch selche persönlichen Refeimzen 
sich dem Ministerium gegenüber als Repräsentanten der jüdischen Religionsgemeinschaft bestätigen 
lassen zu wollen. Seine Berufung war erfolgt auf Grund seiner besonderen fachlichen Qualifi- 
kationen, und hierfür hätte das Ministerium keine jüdischen Organisationen zu hören brauchen 
-^(ebensowenig wie dies im Falle von Prof. SobernheimTge?chehen war), zumal durch Adolph Hoff- 

mann^s Bestallungsurkunde, trotz ihrer formalen Mängel, die Personenfrage geklärt zu sein schi«n< 
Die Vermutung ist nicht von der Hand zu weisen, dass ihm dieser Weg gleichfalls von MinDir 
Qerlach nahegelegt worden war. Denn Freund, der später ein besserer Kenner der Schliche und 
Taktiken der Minis terialbürokratie wurde als irgendein jüdischer Verlundler vor oder nach ihm. 



^-r 



hatU l« diesem frtiy.en St.di.n seirer Bertlhrun, ndt dem Kultu^rdnisteriuM keine Ahnung , welch.. 
Doppelspiel die fahrenden Beamten der geistlichen Abteilung mit ihm trieben. Er h^c^. .uch 



nie erfahren, da diese Informticnen erst kürzlich zuc»r.-lich cer-cht worden sind.'^| Es ist 
kau« verwunderlich, das. die fllr Kirchenangele.enheiten zuständigen Sachbearbei^r des MJ.nl- 
steriuma, an Ihx^r Spitze MinDir Gerlach und der Geheime Cberregierungsrat Paul^«), imm 
von der Idee, ein eigenes F^chreferat fUr jüdische Angelecenheiten - selbst nebenamtlich - 
einzurichten, alles andere als begeistert waren. rachden> Haerisch - offenbar von sich ..s und 
aus Aerger über Hcffnann-s eigentnUohtiges Vorsehen - in Februar die Gegenzeichnung m die 
rreund.sche Bestallung abgelehnt hatte, holTten sie, dass die Cache dandt erledigt w»re. AI. 
es jedoch Freund gelang, das Innenministerium für seinen Plan zu interessieren und mit Hilfe 
verschiedener einflussreicher demokratischer Absecrdneter erneut an das Kultusninisterium 
heranzutreten, schritten sie zur Gegenaktion, und zwar ,.dt der seit fast zwei Jahrzehnten 
bewthrten Methode ihrer Abteilung: der Ausnutz-ong der Separatcrthcdoxie für die von ihnen 
erstrebte Obstruktion unerwünschter Reformpläne 6<). z. diesen Zweck lud GehR P»;f^Jj«^/^ 



zu einer 
,>XKX1IKKR 



bekannten Vertrete^r^EjVJ^ in BeriinUiSbbinfi*-^-^ , Es^» J^jLi§H:i!!i^L-^ 
Bespr^^^Hi^?feSiJ^Sl^?^-f;r^^^^^^^ - - -- 



6i) 



tor Unterhaltung wurde diese von den Regierungsvertr.tern für «streng vertraulich" erklärt. 

Nach dieser Einleitung vmrde Kurie Uti,±,üi±^.U gebeten, zu einer Anregm.g Stellung zu 
nehmen, die dem Ministerin, unterbreitet worden sei. Ks handele sich a) un Uebertragung 
der bisher von dem Innenministerium bearbeiteten "Judensachen" auf das Kultusndr.isterium , 
wodurch dieser Scnderbehandl^^ng der Juden im Gecensaiz r.u den christlichen Religionsgemein- 
schaften ein Ende bereitet u-ürde, und b) um die Lrner.nun, eines nebenamtlichen jüdischen 
Referenten im Kultusministerium für die so erv;eiterten .iüdischen Angelegenheiten. Faul 
meinte, dass zu dem er.^en Pur.kt wohl mit der Zusti,x-.un, aller jüdischen Kreis, gerechnet 
Verden k»nne. Hinsichtlich des zv.-eiten Punktes gaU «r r.u, das. ein nichtjüdischer Referent 
die inneren Jüdischen Fragen und insbesondere ?ra,;en religiöser »latur in der Regel nicht 
ausreichend zu beurteilen in der La«e v^re. Bevor er die Quelle der Anregung bezeich^nen 
und Freund.« Kandidatur erwähnen ko.nte. bnt Kunk ihn, dies einstweilen zu unterlassen, damit 
er zu der Frage ganz unbefangen Stellung, nehmen kftanc. Tat.sMchllch war eine solch. Namens- 
nennung für Ilunk ganz urerheblich. Dn .r wusste, a.,s die Anre.urg nur von Kreisen ausser- 
halb der Separatorthodoxie ausgegangen .ein konnte, war .ein grundsätzlicher Standpunkt 



gegeben, ebenso wie die Herren des Kultuyminisieriur.is ^enau wusGten, welche Antwort sie von 
ihm zu erwarten hatten. ^^^ Munk wies denn auch auf den "der P.et;ierung bekannten Dualismus i 
innerhalb des Judentums" hin. Keine Persönlichkeit, einerlei aus v:elchem der beiden Lager 
sie genommen werden würde, künnte sich derart objektivieren, ds.r.3 sie den Interessen beider 
religiösen Parteien gerecht werden würde. Sine Verwirklichung der gegebenen Anregung wtre 
daher nur in der Weise möglich, dass zwei Referenten bestellt würden, ein orthodoxer und 
ein «Neologe««.- Hinsichtlich dor Art der Bestellung srrach sich Hunk gepen eine Ernennung 
seitens der Regierung ohne Vorschlagcrecht auf jüdischer Seite aus. Als ihm Gerlach darauf 
entgegnete, dass die Regierung im allgereinen ihre Referenten selbständig und unabhängig aus- 
wähle, wies Munk darauf hin, dass den Judentum «ine einlieitliche Vertretung gegnüber der 
Regierung, wie sie die evangelische und die katholijtche Kirche habe, fehle. Eine solche 
Zentralorganisation könne auch nicht ohne "die schwersten Känpfe innerhalb der Judenheit« 
geschaffen werden, wie die vi?rgeblichen Versuche d?r letzten zwei Jahrzehnte gezeigt hätten. 
Infolgedessen würde ein jüdischer Referent "allmählich einen ausserordentlich weitgehenden, 
bestimmenden Einfluss auf die Entwicklung des Judentums" erlangen. Dies schliesse seines 
Erachtens eine einseitige Ernennung; durch die Re.'ierung aus. Gerlach erklärte darauf, dass 
der Umfang des vorgeschlagenen Referats so beschränkt sei, dass nur an eine/ nebenamtliche 
Beschäftigung gedacht worden sei. Zwei Refemten kör.nten darum keineswegs in Frage komnen. 
Miihk entgegnete, dass er (ebenso wie Paul) ein starkes 3edürfnis für ein jüdisches Referat 
nicht sehe und, wenn es sich lediglich um eine Prestigefrage handle, gern auf einen solchen 
WEhrenanspruch" verzichten würde, wer.n seine Erfüllung "eine Gefahr für unsere religiösen 
Interessen im Gefolge haben" könnte. Er -ab deshalb die Anregung, dem Bedürfnis der Regierung, 
sich in jüdischen Angele gen?ieij^ten fnctaännisch belehren zu l?:^sen, dadurch I^echnung zu tragen, 
dass die Regierung "in jedem einzelnen Falle" Gutachten von der ?^^ und dem VDJ einhole. 
Gerlach meinte, dass dieses Verfahrrn, das er nrundsötzlich billige, weniger umsUndlich ge- 
macht werden könnte, indem beide Tai telen 3erliner Vertrauensleute bestiniT.en, mit denen die 
Regierung mündlich verkehren körme, Ilunk stimiate den zu, vorausfjesetzt, dass die Regierung 
sich verpflichte, in jedem Falle beide Seiten vor einer Lntscheidung zu hören. Gegen 
Schluss der Besprechung wurde Munk dann mitgeteilt, dnris es sich bei der in Vorschlag gebrachten 
persönlichkeit um Ismar Freund handle. C iTenbar wurde ihn auch an^;edeutet, dass F. selbst der 
Urheber der ganzen Anregung war. ?-flink erklärte, dasfi dies an neiner von ihm dargelegte» 
grundsätzlichen Einstellung nichts ändere. 



Die Tatsach« dieser Besprechunc; vrarde streng c«hein ^^ehalten und ist nie Über d#n engsttn Kreia 

der Leitung der F/J hinausgelangt; insbesondere hat Freund von ihr nie erfahren. So richtete 

er ahnungslos seinen langen Trief an llaenirch vom 19« ::ai 1919 und hatte drei Tage später eine 

Unterredung im Kinisterium, offenbar mit Troeltsch, an den Faenisch wohl die Angelegenheit zur 

weiteren Behandlung abgegeben hatte. Ueber den Inhalt dieser hesprechung ist aus den Akten 

jeinem parteigeno^en ' 



nichts ersichtlich. Es scheint abef , dass Troeltsch die Absicht gcäuss^ 

GehR Cassel, dem Vorsitzenden des TOJ, in der Frage in Vtrbindung zu setzen. Dies wtlrde er- 

klSren, dass Freund am 23. Mai eine Abschrift seiner Einf:abe ^n Cassel sandte und hinzufügte i 

"In Verfolg desselben hatte ich gestern eine Pesj: rechung, über deren Ergebnis ich 
mir erlauben werde, Ihnen Montag persönlich zu berichten." 

Troeltsch traf Cassel in der nttchsten yoche anlftsslich einer Tagung der Preussischen Landes- 

versammlung und bat ihn bei dieser Gelegenheit um seine Stellungnahme zu dem Vorschlag eines 

RefciHiten für jüdische Angelegenheiten in Kultusministerium. In diesem Zusammenhang wandte 

sich Freund nochmals schriftlich am 31« Mai an Cassel: 

"Ich möchte mir gestatten, Ihnen in Er^^änzung meiner AusfUhrungen noch Folgendes zu Ihrer 
gefälligen Information mitzuteilen: V;ie Sie auw«? der abschriftlich beigefügten Bestallung 
ersehen, ist meine Ernennung seiner Zeit entsprechend dem Vorschlag meiner Denkschrift 
nebenamtlich erfolgt. Ich hklte es für v/ichtig, dass der Verband in gleichem 
Sinne Stellung nimmt, v/ie überhaupt nach dem Eindruck, den ich aus den letzten Besprechun- 
gen im Ministerium gewonnen habe, alles vermieden werden muss, was neue Gesichtspunkte 
in die Debatte hineintrügt, weil Herr h'aenisch dies sonst zum Anlass nehmen würde, die 

Angelegenheit bis auf Weiteres zu vertagen v;ie mir Herr Geheimrat Troeltsch 

sagte, legt er keinen .;ert auf eine ausführliche ijegründung. ^r wünscht vielmehr lediglich 
eine förmliche Unterlage, die ihn gegen etwaigelvorsteliungen von separatistischer oder 
zionistischer Seite sichert. Nachdem das Ministerium des Innern statt eigener Begründung 
sich auf die Darlegungen meiner Denkschrift bezogen, stelle ich ergebenst anheim, vom 
Verbände aus das gleiche zu tun. Ebenso, was die Personenfrage betrifft, von der aus der 
Anlage ersichtlichen Tatsache auszugehen und eine Erklärung des Inhalts abzugeben, dass 
gegen die in Aussicht genommene Persönlichkeit Bedenken nicht bestehen " 

Dieser Brief zeigt zweierlei: einraal, dass Freund im Hini^^terium voraussichtliche Einsprüche 

von orthodoxer Seite angedeutet worden waren (dar:s er Cassel gegenüber auch solche aus dem 

zionistischen Lager en/fthnt, scheint eher eine auf C.«s antizionis tische Einstellung abgezielte 

Taktik als tatsächlich begründet zu sein)| und zweitens, dass Freund daran gelegen war, die 

Personenfrage nicht als offen sondern als durch seine »«Bestallung" bereits entschieden zu 

behandeln. Dies deckte sich nicht mit dem Standpunkt der leitenden Feamten des mnisteriums, 

die die Hof f mann» sehe Bestallung als ungültig ansahen und sie Zo3o in der Besprechung mit Munk 

überhaupt nicht erwähnt hatten. Zweifellos ist dies auch Cassel in weiteren Besprechungen 

mitgeteilt worden, denn, als er die Angelegenheit im geschttf tsführenden Ausschuss des VDJ zur 

Spri^ache brachte, beschloss dieser, die Einrichtung eines nebenamtlichen jüdischen Referats 



zu befttrwort«n, fttr dassel'oe aber seilen stellvertretenden Versitzenden JR Leo Lilienthal (1857- 
1927) 2U nominieren. Freund hHtte .iieses Erj^ebnis voraussehen IcBr-nen und hatte wahrscheinlich 
gehofft, dass Cassel die Sache rieht vor den Ausschuss bringen '.vttrde. Die aezlehungen zwischen 
Freund und Lilienthal, den bsiden hUchsten Beamten der Berliner Jüdischen Gemeinde, waren seit 
geraumer Zeit gespannt, und es war kaum anzunehmen, dass L., der im \TiJ massgebenden Einfluss 
hatte, sich fttr JXXX F. einsetzen ;rtlrcle. Da das Verhältnis zwischen diesen beiden l-JInnem in 
der Folgezeit vielfach den Gan- der Ereignisse nicht unwesentlich besti-iimte, ist es notwendig, 
hierauf näher einzugehen. Lilienthal, der als llitlierausceber eines der ersten Kommentare zum 
BOB einen ausgezeichneten juristischen Ruf hatte und gegen die Jahrhundsrwende lütglied des 
Gemeindevorstands war, wurde im Jahre 1>'02 als "Syndikus" der Jüdischen Gemeinde Eerlin zu deren 
leitenden Beamten bestellt. Vier Jochen später/ft ward« der fast ?0 Jahre jtngere Freund als 
5ixijSi»4tr4iri?sarbeiter und bald danach als "jMBtrkiJudocr Jeirat" an die Gemeinde berufen. 
Ueber diese Periode schreibt Freund selbst: 

«yein Verhältnis zu L. war im Anfang ein durchaus freundliches Er begegnete mir auch 

in der Folge mit der freundlichen Sjonpathie eines älteren Kollegen und mit ausgesprochener 

Wertschätzung meiner Fähickeiten Er empfand meine Spezialkenntnisse auf dem Gebiet 

des Staats- und Staatskirchenrechts als erwünschte Ergänzung seiner eigenen Qualitäten. 

Aber, wie so oft ir ähnlichen Umständen, entwickelten sich mit der Zeit Reibungen zwischen dem 
ehrgeizigen Jüngeren Mann und dem ihm vorgesetzten älteren "Kollegen", zumal F. unter Umgehung 
vonl.rdirekten Einfluss im Verstand zu -<jv.lnr.en begann. Sine weri^-er eigenwillige und unkon- 
ventionelle Natur als Ismar Freund hätte vielleicht einen nodus vivendi finden kännen. Es war 
und blieb Freunds Stärke und Schwäche zugleich, dass er, wenn er von der Richtigkeit und Not- 
weadigkeit eines Unternehmens überzeugt war, dieses mit unbeirrter Zähigkeit und Energie durch- 
zusetzen bemüht und keine Komprüiriisse mit persönlichen Empfindlichkeiten zu machen bereit war. 
So wandelte sich das ursprünfilich wohlwollende Verhältnis Lilienthals zu Dm in eine ausgespro- 
chene Animosität, wenn nicht Feindschaft, 

Die Frage des jüdischen Referats im Kultusministerium entwickelte pich genau nach dem Plan, den 
Gerlach und Paul - in klarer Voraussicht der von ihnen veranlassten Stellur.gn»hrae ^}unks - aus- 
gearbeitet hatten. Während Freund sowohl vom f<inisteri'am als such von Cassel bezw. dam VDJ 
Während des Monats Juni tlber den Ganc dsr Angel«r«nheit vbllic irn Dunlcel erlassen wurde 5), 
trsuchte das Ministerium olTizAell die IMJ um ihre Stelluncn-ihrae. Es teilte sodann dem VDJ mit, 
dass es sich im Hinblick auf üe von orthodoxer Seite n«ftusserten Bedenken entschlossen habe, 
von der Schaffung eines besonderen Referats für jüdische An,;elegenheiten abzusehen und statt 



\ 



dessen im Bedarfsfälle die Gutachten von zwei jüdischen Sachverständigen einzuholen, die iha 
von der K/J und dem TOJ zu benennen wÄren^^). Freund erfuhr von diesem Plan erst am 11. Juli 
in einem Brief Friedbergs an ihm 

"Vorgestern hatte ich .lele^-miheit, Herrn yanisterialdirektor Gerlach zu sprechen. Er 
theilte mir mit, dasu der Gedanke, ein besonderes Dezernat zu schaffen, aufgegeben sei. 
Man habe sich überzeugt, dass der Umfang des Dezernats zu klein sei, um eine ständige 
Einrichtung zu benötigen. Auch die befragton Verbände hätten sich in diesem Sinne 
geäussert." Kan fürchtet offenbar von dieser Seite, dass durch das D«zemat in die 
Selbstbestimmung der jüdischen Gemeinden stark eincegriffen werden würde. Man habe sich 
darauf geeinigt, dass von jeder Richtung sachverständige Männer bezeichnet werden, die 
vor jeder wichtigen Entscheidung des Ministeriums im voraus gutachtlich zu hören sind," 

Freund, der von der Besprechung des Ministeriums mit mnk am 9. Mai nichts wusste, war von 

diesem Ergebnis ttmt und insbesondere von dem Verhalten Gasself ti«f enttäuscht und überzeugt, 

dass seine Bemühungen gescheitert waren, weil der TOJ statt seiner Lilienthal nominiert hatte, 

der dem extrem liberalen Flücel angehörte und deshalb für die Orthodoxie unannehmbar war. ^^ 

Da ein formeller Bescheid des Ministeriums noch nicht erfolgt war, machte Freund einen letzten 

Versuch, die Entscheidung zu seinen Gunsten zu ändern. Er war am 29. Mai 1919 auf Vorschlag 

^von Prof, Sobcrnheim in den Ausschuss des DIG3 berufen und gebeten worden, den Entwurf für 
l/ eine Gesaratorganisation der deutschen Juden auf Grund der ihrer Vollendung entgegengehenden 
neuen Reichs Verfassung auszuarbeiten,^^' Jetzt veranlasste Freund den DIGB, am 2U» Juli 
eine Eingabe an das Ministerium zu richten, in der unter Hinweis auf die alle Richtunf:en unw 
fassenden Mitgliedschaft des DIGB dieser F.'s Denkschrift "vollinhaltlich" unterstützt und 
um Einrichtung eines besonderen jüdischen Fachreferats bittet. Die "gelegentliche Anhörung 
eines Sachverständigen" sei "nicht ausreichend". Es müsse "ein ständiger Refemt bestellt 
werden, der vermöge seines fachlichen Ueberblicks über das ganze in Rede stehende Gebiet die 
Möglichkeit hätte, auch initiativ zu wirken." Die Ein.^abe schlägt dann Freund auf Grund seiner 
besonderen Qualifikationen für die zu schaffende Stelle vor.- Kc war ein offensichtlich zu 
spät erfolgter und aussichtsloser Schritt. Währ-nd Freimd auf Urlaub war - er hatte das Kultus- 
ministerium gebeten, die Angelegenheit bis zu seiner Rückkehr ruhen zu lassen • , ernannte 

' der Minister am 19. August 1919 ents]. rechend den Vorschlafen des VDJ und der YVJ Justizrat Leo 
Lilienthal und Rabbiner Dr. Ecra P^ink zu Sachverständigen für Jüdische Angelegenheiten.^^) 
In dem Erlass heisst es: "Ich beabsichtige, beide Herren vor der Entscheidung in allen wichtigen 
Fällen zu hören," Am Schluss wird "der vortragende Rat in der geifstlichen Abteilung des Mini- 
steriums Geheimer Oberregierurigsral faul" als die zuständige Inst.anz für etwaige Gutachten 
der b«>iden Sachverständigen benannt. 



( 



2-1^ 

Damit var di.se Episode beendet. Ihre Bedeutung sollte nicht unterschätzt werdem. Es bedarf 
keiner ttbernAssicen Phantasie, m' sich auszumalen, wie anders die orsanisatorische Entwicklung 
des preussischen ur,d deutschen Judentums auscesehen hHtte, wenn statt ßeleeentlicher Gutachter 
ohne exekutive Funktionen in dem massgebenden Ministerium ein jüdischer Fachr-fe^t mit Zugang 
zu allen internen Jlittela der Vorbereitung und Beeinflussung cesessen hätte. Der Reichsverband, 
der, wie wir sehen werden, im Jahre 1921 fieberen wurde, nur uin sozusagen "in der Wiege" von 
der preussischen Kinisterialbttrokratie erwürfet zu werden, hatte sich entwickeln kOnn.n. 



jr^ietrh«« OTitJWflTt» •iwi^-w--w±F!^^ ij*;k*n^e* » «i t. 




ivttijFwr 



Bei der 1920 erfolgten Revision der 



Austrittsgesetzgebung hätten die für die jüdische Relisionsgeraeinschaft besonders g.fihrlich.n 
Bestimmungen vermieden oder mindestens gemildert werden können. Die gegen hundert Widerstl-d. 
erkämpften Staatsbeihilfen hätten auf befriedigendere Weise und in angemessener Höhe erlangt 
werden kftnne«. Den mnipulationen der ueheimräte irr Kultusministerium war es wieder einmal 
' gelungem, mit Hilfe der Separatorthodoxie diese verheissungsvolle Entwicklung zu verhindern. 



'^«' - ^ 



- 2 - 



please, let me know your own as well as Dr.Anr^ress» and Dr,Hambur-er»s reactlcn to 
the new format which, I think, is tthicVi more readable and not overburdened with detni 
(e.g. instead of 1^7 only 129 f ootnotes) , although enmigh new and othon-äne :ot 
available or accessible Information has been included. 

Awaiting to hear from you - also regarding the part that is to be published in the 
Year Book in English (see x^ letter of the Uth) - I remain 



^ 



Cordi^lly ^iirs 



PS. Please, give attached letter to Dr. Lowenstcin. ^ /t 



;i ./'<'•' 



Also attached a perr^onal note to you. 





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\i: 





anzufragen, voa welchen Verband sie sich df'.r :ir ierui.^' {;c,';r:iULer vertreten larsen vrollen. 

Auf Grund dieser Unifra^-e u.nd v;eiterer r5eitritt£*riciörar.ren '^f icf.tft-i da::ri die beiden VerbMr.de| 

dem Ministerium am f^« riUrz 1^^2l| eine neue Aufstellung mit den fol2;enden Daten einj 

PI.V 52O.9I4B Seelen 
liV 23öo86 Seelen. 

Dies würde einem Verteilunf;sschlttF:sel von etw.i 22 jl entsprechen« Selbst wenn .^^n lUr den 

PLV die oben erwthnte ^esar^tzahl von etwa 37?/3-0,COC Seelen annimrat, .ergibt sich jdüoi ein 

Verteilungsschlüssel von 16 ;1. 

Alle diese ??enillhungen führten .jedoch zu keine:i ^^raktipcheri Lr^-ebnis. Herr du r!esnil erklärte 
jetzt namens des Finanzministeriums, dasc etetnifts.sif; für die V^r-;;ag2enheit Zahlunj^en nicht 
mehr geleistet werden kannten. Infol^je der IrJ'latioii htttt(?n die bevrillijten fetrM;3e ohnehin 
jeden VJert verloren; ausserdem htttte das Reich in ro'vrirr. des rinanzaus^leichs^esetzes in den 
sdvierigsten Zeiten wirksame Hilfe geleistet, res'-^slb lohne es sich nicht, die Fra^c etwaige 
Nachzahlungen noch auf zubrin^-en und durch zukttnpren. Obgleich r'reund darauf hinwies, dass das| 
Finanzministerium in den vorange^^pngenen f.esprechun^en eine aufgewertete Ausschüttung der 
Etatposten für 1923 nicht nur ihm und dem Kultus minister iura in Aussicht gestellt, sondern im 
Landtagsausschuss entsprechende Erklärungen übf;r^^rben habe, blieben alle Schritte - auch vcrJ 
Seiten GehR Israelis für das Kultusministerium - ohi.e 2rfol^;. 




JDas 1923 Erreichte hat somit 2war keine unmittelbaren praktiscb.en Resultate gehabt, es blieb 
aber, über seine grundsllizliche historische r.ejeuturu; hinnns, üe Gr-indla^e, von der alle 
spHteren ?em<lhungen ausgingen und auf der die schliesslichen Krfolge erzielt wurden. 

VI. De jure oder de facto /.nerkennun;; des VI}1 % 

der Gründungs tagung vom 25« Juri 1922 war '-iclit nur cir evttlinupg von Str.atsbeihilfen 
in Aussicht gestellt worden, sondern sowolil IlixH ^air^enber;,; fl'r das Reichsministerium des 
Innern als auch GehR Israel füi* das Preussisch-? Kultusmir.irt erium hatten die baldij;:e und 
L^ reibungslose Anerkennung d^z ILV als öffentlich- -echtllcher Körperschaft auf Grund des 
Artol37 RV zugesagt. Eine entsi rechende Zusage listte der ^^rief des Kultusministers ent- 
halten, den Rabb. Dr. Munk auf der drüiidungstagun;-; des i!^/ cm 21. Jani 1922 verlesen halte (s*.| 

Eine unglückliche Verkettun.; von Umstunden vereitelte diese lOnjcrt.mgen. Die Berlin-r demein. 
hatte schon seit einem Jahrzehnt die Vorschrift .lös^39 des lesetzes vom 23o7#löli7, die den 



f 1 / 

Vorstand auf mindestens 3 uriJ höchstens 7 iatj,i:-::-r r:sr.chrttrikte, als un zweckmässig und fttr 
die Aufgaben einer Gemeinde von 1^0 - 200^000 lat^liedem unjenU;^eiid angesehen. Auf Drtn^jen 
der Raprisentantenversaiiurilunr richtete der VorjjttnJ am 27,12 «1921 einen Antrag m das Kultus- 
ministerium^ >, in dem er dem Ministeriuia den Entv/arf eines Gesfitzes zur Aenderunj der$39-Ul 
des altön Judengesetzes unterbreitete. Danach sollten die §39 und I4C die folgende Fassung 

erhalten I $ 39 

Der Vorstand soll aus nindestens 3 und höchstens 15 !-Iitgliedem 
bestehen, die ihr Amt unentgeltlich verwaltca. 

Die Zahl der Repräsentanten der 5:ma-o:jen^jeminde soll mindestens 
9 und höchstens l\S betragen. 

Die gleichzeitig vorgeschlagene Aenderung des ^Ul, dtr das Wahlrecht zur Itepräsentantenver« 
sarrjnlung regelt, wurde vom Ministerium rundweg ab^:elehnt, v;eil sie nur im Rahmen der geplanten 
Neufassung des ganzen Judengesetzes behandelt w-rcen könnte. Sie kann cer^halb hier unberück- 
sichtigt bleiben. Dagegen erklärte sich das Ministerium mit der vorgeschlagenen Aenderung 
der I 39 und liO als einer rein praktischer und drir-lichf-n MÄr-nahmo einverstanden, zumal es 
sich nicht um Zwangsvorschriften handelte und keine Gemeinde gezwungen vmrde, ihre bisherigen 
xtKf S^atutenbestimiaungen geilen ihren Willen zu ändern. Am 21. Dezember 1922 unterbreitete 
die-!3taatsregiermng dem Landtag einen Gesetzentir.rf, der - such in seiner r.egrUndung - fast 
wörtlich dem Antrag der Berliner Gemeinde entsprach^'^) .- in aer rlenarsitz'ung des Landtages 
am 20oia923 wies MlnR Dr, !3adt, der als sozialdemokrÄ Lischer Abgeordneter Berichterstatter 
fttr den Gesetzentwurf war, daraitf hin, dass der kleine, hanalos aussehende Entwurf eine grund- 
sKzlicha Frage verfassungsrechtlicher Art berühre, nJlnlich wieweit die Religionsgesellschaf ten 
bei der Ordnung und Venvaltung ilirer Angelegenheiten nach 4rtoi:7 RV noch der latwirkunc^ des 
Staates bedürfen und sein^^r Aufsicht unterliegen. In der Debatte wurde zwar anerkannt, dass 
dem öffantlich-rechtlichen Charakter der Religionsgerellschaften ein staatliches Kohelts- und 
Aufsichtsrecht entspreche, aber nur dann, wenn es sich tatsächlich um str^tliche Hoheitsrechte 
handle. Das treffe axif die Steuergesetzgebung der nrligionsgesellschaften zu, aber nicht auf 
\ die Gestaltung ihrer inneren Verfassung. Da die CtP-tsregiening auf dem Standpunkt 
verharrte, dass jede Adnderung der bislierigei: .Gesetzgebung eine landesgesetzliche Regel-ang 
erforderlich mache, ^^^urde beschlossen, die Vorlage zur rrl5:\u-.,.; dieser grundsätzlichen Frage 

« 

dem Verfassungsausschuss zu überweisen. Dieser besclilo.s Ende Februar 1923, die grmidstttzlichrr 
"Erörterungen über die Auslegung des Artikels 137 c^er ::eich.;verrassung erst Lei der bevor^ 
stehenden Beratung des Ge«:etzes, l^cbreifencl die V- Hassan,- >r '•v,'»n,.c^ ' ::rl:er. ^mdeski-ohcn 



vorzunehmen" und deshalb die lerciunc des vorIie_:er. :•-;:: ^nV^nirfo ILs ÜJhin ^u vertagen, obglaihch 

GehR Israel als Resieruiio'svertreter erklirt hatte, ii^jc das Mr.ii-.eriiun aus der Verabschiedui^g 
des sachlich für den Staat unerheblichen Gesetzes kein prinzipi^^Hes Präjudiz herleiten wUrdo. 

Mit diesem Vorgang war die Fra^« der formellen Anerkennuni; des ILV cleichTalls aufceschoben. 

Die Preussische Staatsrec:ierung lehnte es ab, eint solche Anerkenn-ong durch staatlichen Ver- 

(e ine f^esetzliche Regelung J 
waltungsakt auszusprechen^ wie es andere Länderrei;ierungen getTn hatten, sondern hielt »M für 

notwendig. Nach den Erfahrungen mit d^m Antrag d^r berliner Gemeinde musste die Regierung mit 
Recht annehmen, dasa vor Verabschiedung de» Gesetzes über die evangelischen Landeskirchen eine 
solche Gesetzesvorlage keine Aussicht «uf Annahme durch cen Landtag haben würde. Als dann im 
Jahre 192U die Gesetze betr. die evangelische und katholische ICirchenverfassung verabschiedet 
imrden, beschloss die St^iatsregierung, die Trage der Anerkennung der beiden jüdischen Landes- 
verbände iiQ Rahmen der gleichfalls geplanten Neuftcsung der preussischen Judengesetzgebung 
zu behandeln. Diese zog sich jedoch x;eit lttn^;cr »Is entartet hin und war, wie wir sehen werden,] 
eines der Hauptprobleme, mit denen der PLV im ersten Jahrzehnt seines Bestehens befasst war. 
Erst im MUrz 1932 lag dem Preussischen Staatsrat ein endgültiger Gesetzent;7urf der Regierung 
;vor,^^den er mit einer geringfügigen Aenderung an aen Landtag weitergab, ru-ieser Entwurf, der 
' ' keineswegs den WUnschen und Beschlüssen des PLV entsprach, kam jedoch nicht mehr im Landtag 
•'•;' zur Beratung, da im Juli 1932 die preussische Regierunc durch den Papen» sehen Staatsstreich^^ 
* abgesetzt wurde und ein halbes Jahr spÄter die Naziherrschaft begann. So ist der PLV von der 
Regierung nie de jure als öffentlich-rechtliche Klirpcrschaft anerkannt worden. 

Die Bedeutung dieser Tatsache sollle aber nic}it überschlltzt werden. Wie schon erwtihnt (siehe 
S.87) hatte der FLV in Art. 35 seiner Verfassung - im Gegensatz zu der anders gearteten Rechts- 
lage für den DIGB - £?eine praktische ..'irksamkeit nich.t von einer förmlichen Anerkennung seitens 
des Staates .abhängig gemacht. Ucberdies wurde vi'-.lfach - entgegen dem Standpunkt der preussi- 
schen Behörden - die Ansicht vertreten, dass "es eines Staatsaktes für die Anerkennung des 
Landesverbandes überhaupt nicht bedarf." Freund reibst hat dies in seinem Geschäftsbericht 
auf dem ersten Verbandstage des PLV am 21. Juni 192!> betont '''^: 

"Diese Auffassung wird nicht nur in <kr Wissensch-wit vertreten, sondern auch in der Praxis 
der Regierungen. Ich möchte insbesondere mit Rücksicht auf dsn anwesenden Staatsrat 
// Dr> Cohn_ darauf hinweisen, dass, als es sich jr. ^.io Anerkennung des Anhaltischen Landes- 
7W^'^^:;^lf5Sr3es handelte, das dortige Gtaatsministeriuin- 'sich dahin gellussert hat, dass es eine 
Anerkennung nicht auszusprechen habe, weil n;ch Art,137 dar Reichsverfacs^jng Religions- 
gesellschaf t.-n, die sich zusÄmme>;3chliessen^ ipso jure öffentlich-rechtliche Körper- 
schaften sind»" 



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Vorstand auf mindestens 3 '-i^-'- htichstens 7 Mitj,!li*::Isr l;eschrtlnkte, als un zweckmässig und für 

die Aufgaben einer Gemeinde von 1^0 - 20CoOOO Mitgliedern unjenll^^ead angesehen. Auf Drtn^-cn 
der ReprisentantenversaiTunlung richtete der Vorstand am 27.12«1?2I einen Antrag an das Kultus- 
ministerium^^), in dem er dem Ministeriura den Entv/urf eines Oesfitzes zur Aenderun^* deri39-lil 
des alten Judengesetzes unterbreitete. Danach sollten die 539 und I4C die folgende Fassung 

erhalten I i* 39 

Der Vorstand soll aus mindestens 3 uiid höchstens 15 !4itgliedem 
bestehen, die ihr Amt unentgeltlich verwalten. 

Uo 

Die Zal-il der Repräsentanten der Sz/najogencjemeinde soll mindestens 
9 und höchstens US betragen. 

Die gleichzeitig vorgeschlagene Aenderung des ^Ul, der das -.Wahlrecht zur Rcpräsentantenver« 
Sammlung regelt, wurde vom Ilinister.ium ruhdv/eg abgelehnt, v;eil sie nur im Rahmen der geplanten 
Neufassung des ganzen Judengesetzes behandelt werden kannte. Sie kann deshalb hier unberück- 
sichtigt bleiben. Dagegen erklärte sich das Ilinisterium mit der vorgeschlagenen Aenderung 
der I 39 und UO als einer rein praktischen und drir-lichen Mar-isnahmo einverstanden, zumal es 
sich nicht um Zwangsvorschriften handelte und keine Gemeinde gezwungen vmrde, ihre bisherigen 
x±m Statutenbestimiaungen c«:>en ihren V;ill«n zu ändern. Am 21. Dezember 1922 unterbreitete 
die^tStaatsregiermng dem Landtag einen Gesetzentirurf, der - auch in seiner Begründung - fast 
wörtlich dem Antrag der Berliner Gemeinde entspriich^'^^ .- In aer rlenarsitz'ong des Landtages 
am 20ol«1923 wies MinR Dr. J3.adt, der v^ls sozialdemokratischer Abgeordneter Serichterstatter 
fttr den Gesetzentwurf v/ar, daramf hin, dass der kleine, han.ilos aussehende Entwurf eine grund- 
sätzliche Frage verfassungsrechtlicher Art berühre, nämlich wieweit die Religionsgesellschaf ten| 
bei der Ordnung und Ven^altung ihrer Angelegenheiten nach /^rt.lj? RV noch der Ilitwirkung des 
Staates bedürfen und seiner Aufsicht unterliegen« In der Debatte wurde zwar anerkannt, dass 
dem öffentlich- rechtlichen Charakter der Religionsge Seilschaften ein staatliches Koheits- und 
Aufsichtsrecht entspreche, aber nur dann, wenn es sich tatsächlich um stratliche Hoheitsrechte 
handle. Das treffe auf die Steuergesetzgebung der r.rligionsgesellschaften zu, aber nicht auf 
die Gestaltung ihrer inneren Verfassung. Da die Staatsregier-ung auf dem Standpunkt 
verharrte, dass jede Adnderung der bisherigen Gesetzgebung eine landesgesetzliche Regelung 
erforderlich mache, T^rde beschlossen, die Vorlage zur FrUran^ dieser grundsätzlichen Frage 
dem Verfassungsausschuss zu überweisen. Dieser besciilcs Entle Februar 1923, die grundsätzlicher 
"Erörterungen über die Auslegung des Artikels 137 der Reichsveriassung erst Lei der bevor- 
stehenden Beratung des Gesetzes, betreffend dir V^ rlassung der e-van,,elisclien Lmdeskirohen 



Fr«und, daas di« Antrige nohr oder weniger ttberflHssig seien und ein basondereo Entgegeakcmr»m 
eigentlich nur dann Sinn httte, wenn nicht nur die einzelnen geset^estreuen Gemeind.n sondern 
der HB als solcher sich der Orcanisation anschlBssen (ein Schritt, zu dem Rabb. Dr^uerbach 
nicht bereit war), sondern vor allen die unßeEchickte und konfuse Art der Versarnmlungsleltur.g, 
bei der unter U-ruhe und U-ngeduld schliesslich fast alle AbUnderungsantrÄge (auch die der Lehr.r) 
sumarisch abgelehnt wurden, unter ihren auch der oben zu b) an-eftthrte, f«r dessen Annahme 
Freund sich ausdrücklich eingesetzt hatte.- Selbst die Annahme des Antrags zu c) er- 
fogte, nach dem Protokoll zu urteilen, in so grosser Unruhe ur.d Hast, dass die orthodoxe» 
Aatragstellar selbst sich darüber nicht im Klaren waren und Seckbach am Schluss^ der Taguxg 
offenbar in gutem Glauben erklären konr.te, dass "die AntrBge der Orthodoxen sämtlich 
abgelehnt" worden w«ren. Wie nachhaltic dieser Eindruck war, ergibt sich aus einer Preswnctia 

des HB vom 7„^.1921^°^\ ^. ^ , _ ,_. „„_ 

"Nachdem uaser ... Aufruf bereits verschickt war, wirden -ans die neuen Satzungen des DI-jB 
bekannt, in der Form, wie sie an die Gemeinden mit der Aufforderung zum Anschluss ergaage» 
sind. Diese Satzuneen enthalten einige nicht jnwessntliche Abweichungen von den Beschlttsse«, 

die auf dem Geneindetag vom 23. Januar gefacst wurden Der vielumstrittene ^26 Ats.^ ... 

zeigt den nachträglichen Versuch einer Annäherung an die auf dem Gemeindetage geäusserten 
und mit 2/3 Majorität abgelehnten Anträge der Vertreter gesetzestreuer Gemeinden. 

Diese Darstellung - sechs l/ochen nach der Tagung - zei£t,wie Hartnackig die Orthodoxie an ihrem 
Irrtum hinsichtlich des Schicksals des Antrags c) festhielt, obgleich Freund dies schon an 
30. Januar richtigzustellen versuchte (siehe nächstes Kapitel). 

Dieses Ergebnis der Tagung war weit folgeuschwsrer, als die Teilnehmer es ahnten. Die Anträge 
selbst,«*er die man gewiss geteilter Meinung sein konnte, ,.-aren weniger von Bedeut^jng/ als der 
Mangel an Verständigungsbereitschaft in fragen, die von einer I'inderhait als religiftsa Gewissens- 
fragen empfunden vrarden, und deren Behandlung als syriptomatisch fttr die allgemein« Einstellung 
der Majorität angesehen wurden. Die Folge vrar eine Stär'.cung des intransiganten Frankf-urter 
Flttgels, der nur auf einen sclcJien l'ehlschlag der Ilalberstädter Initiative gewartet hatte. Eine 
einmalige Gelegenheit zu einer grosssttgigen Verständi£;ur.g war versBmit worden. 



Dia Tagung von i;^21 endete mit <>r Annahme der Gecamtverfassung mit überwältigender üehrheit. 
Nach dem stenographischen Protokoll stimnten nur 1; Vertreter dagegen.ll^^ Kalischer und Freund 
wurden lebhaft beglttckwttnscht, und allgemein herrschte der Eindruck, dass ein entscheidender 
schritt zur Einigung der deulrchen Judenheit getan und die Schaffung der Gesamtcrganisation, 
des Reichaverbandes, erreicht war. 



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DEUTSCHE 
FORSCHUNCSCEMEINSCHAFT 

»IBLiOTHEKSRCPIRAT 



5320 BAD CODESBERC , den 2$. Jyjlt 1968 

TikiroN. T»ii lOuacNWAHk 7ei/3.44. I Dr.Stb/M» 

TtkiOB.-AN»cNairri roatCMUNOtoiMiiMacHArr bao oooisbiro 

509,2/8/66 






GeneralkonsulÄt der Bunde örepublik 
Deutschland 

460 Park Avenue 

LS^J! I,A.?^Jg,i ,N^Y> 10022 



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Generalkonsulat 

N(fW York. 

liHI, AUS 26 1968 
Tgb. Nf,;, 

AnL Geld 



^"*^^^^*' - »i"«'^«°l'aftliohe Bearbeitung: und pädagogische Verwertung 
von Manuskripten im Leo Baeok Institut in Mew.York._ 

P^'^K*. Unser Schreiben vom 3, April 1968 
Sehr geehrter Herr CurtiusI 



Wie Ihnen bekannt iet, hat Herr Dr. Steintarg von der i'riearloh^« .,- 
Stiftung in Bonn die Manuskripte, die das Leo Baeok InstitufVrsMn- 
sohaftlioh bearbeitet haben «öohte, in New York bei einem kurzen Auf- 
enthalt angesehen. Das Leo Bae«k Institut hatte ihm dann das Manuskript 
des Katalo_gs^dieser Dokumente, der in Kü rze gedr uckt werden soll, hier- 
her gesandt. Wir haben uns diesen Katalog mit einem anderen deutschen 
Wissenschaftler angesehen und sind auf Grund dessen zu der folgenden 
Ansicht gekommen. Es handelt sich ohne Präge um wichtiges Material, 
das unbedingt erschlossen werden sollte. Pur die Art der Erschließung 
ergeben sich auf Grund des Eindrucks, den wir durch das Manuskript des 
Katalogs gewonnen haben, vor allen Dingen drei Möglichkeiten. 

1. könnte eine Auswahl in Porm einer Anthologi_e zusammengestellt werden, 

2. könnte daran gedacht werden, eine wissenschaftliche Editionsreihe 
herauszugeben, für die ebenfall, eine Auswahl aus der großen Zahl 
der Manuskripte xu treffen wäre, 

3. Wäre au prüfen, in welcher Porm dieses Material für eine Wissenschaft- 
liehe Arbeit ausgewertet werden kann. Es wäre z.B. daran zu denken, 
die Manuskripte unter_bestiamten Themen zusammengefaßt für eine wis- 
senschaftliche Darstellüng~zu verwenden. 

0« eine Entscheidung zu treffen, welche dieser oder vielleicht auch noch 
anderer Möglichkeiten gewählt werden soll, wäre es unserer Meinung nach 
notwendig, daß es einem deutschen Wissenschaftler ermöglicht wird, sich 



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während eines Aufenthaltes .von etwa drei Monaten im Leo Baeck Institut 
ein Bild des Materials zu machen« 

^ie Deuts cheF orsc hungs g emeinscha ft könnte diesen ca. dreimonatigen Auf- 
enthalt^ur Durchsi cht de s Materials allerdings nicht finanzieren. Wir 
'halten diese aber für so Wichtig, daß wir glauben, das Auswärtige Amt 
I oder Inter Nationes sollten prüfen, ob sie die Mittel dafür bereitstel- 
I len können. Der^Antrag sollte dann vom Leo Baeck Institut gestellt wer- 
den. Wir halten es f ür dessen^ Aufgabe die_I nitiative z u dem ganzen Vor- 
haben., zu .ergreifen. Daß es unter Mithilfe eines deutschen Wissenschaf t- 
lie^^i^ ^®^® durchgeführt werden soll, findet unsere volle Unterstützung. Es 

//C wird nicht einfach sein, einen geeigneten deutschen Mitarbeiter zu fin- 

y den. 

Wir möchten vorschlagen, wenn die Frage der Finanzierung gesichert ist, 
sich an Herrn Dr. Konrad Schilling, Köln, Kerpener Straße 7, zu wenden. 
Herr Schilling hat seinerzeit in Deutschland die Ausstellung "Germanica 
Jucylca" vorbereitet und ist dadurch mit den durch die Bearbeitung ent- 
stehenden Problemen am ehesten vertraut. Er würde wohl unter Umständen 
auch in der Lage sein, geeignete Mitarbeiter zu nennen. Eventuell könnte 
auch Pater Dr. Willehad Paul Eckert von dem Deutschen Koordinierungsrat 
der GelfeXlschaften^für christlich- jüdische Zusammenarbeit in Frankfurt/ 
Main, Cronstettenstraße 15, nach solchen Personen gefragt werden. Wir 
hoffen, Ihnen mit dieser Stellungnahme gedient zu haben und bitten Sie, 
uns über den Portgang der Angelegenheit auf dem Laufenden halten zu wollen. 

Mit freundlichen Grüßen 






y Hct^lcc^ 



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( Dr. Ursula Steinbrecher ) 



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Hannover-Döhren ScHützenallee 9+11 
Telex 9 - 22365 
Telefon (0511) 834041 



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Stiftung Volkewagenwerk 3000 Hannover 26 ^Pp^J^ach 26^09 

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.• m~.4. 



An das 
Auswärtige Amt 



53 Bonn 
Postfach 



liVl.^v/ :TTr-sA-- (7) 



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- Referat III - 

den 12. September 196 8 

Az. : 50,1 



Anl P opp 1 '^-{Zi? 




Betr. : Wissenschaftliche Bearbeitung und pädagogische 

Verwertung von Manuskripten im Leo Baeck-Institute , 
New York, 

Bezug: Schreiben vom 21. August 1968 
^Az.: IV 7-80 SL/SP~91.36 




Leider ist es mir erst jetzt möglich, auf Ihr Schreiben ,. 
vom 21. August 1968 zu antworten. Da die Stiftung Volks- 
wagenwerk im allgemeinen keine derartigen Einzelstipen- 
d'ien vergibt, wie sie zur Sichtung des Materials erfor- 
derlich sind, haben wir uns mit der Fritz Thyssen Stif- 
tung in Verbindung gesetzt und sie um Hilfe gebeten. In 
der Anlage darf ich Ihnen Ablichtung des uns in dieser 
Angelegenheit zugegangenen Antwortschreibens übermitteln. 
Danach ist die Fritz Thyssen Stiftung grundsätzlich bereit, 
1 die_ Reise- und Auf enthaltsko sten^ür eine_n_deutschep Wis- 
^ senschaftler zur Verfügung zu stellen, sofern die Deutsche^ 
Forschungsgemeinschaft hierfür eine geeignete Persönlichkeit 
namhaft machen kann. Ich darf Sie bitten, sich wegen der Ein- 
zelheiten mit dieser unmittelbar in Verbindung zu setzen und 
dann wieder an die Fritz Thyssen Stiftung heranzutreten. 



Mit vorzüglicher Hochachtung 




Anlage 



(Dr. H. Flitner) 






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Dr. Ernst Coenen - 



^ Herrn 

Dr. H. Flitncr 
Stiftung VollcGv/accnwerk 



Hannover 



26 



Postfach 26 o5 o9 



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s^%tt%,44^.- i5^.-w/fr! tS 44 7/ 

9. September 1968 C/Sch 



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^Gtr. : Bearbeitung von Tlanuskripten im Leo Baeck-Institute in 
Nev; York 

Bezuc: Ihr Schreiben vom 30.8.I968, Ihr Az. : 13 o219 



Sehr Geehrter Herr Dr. Plitnerl 



Nach dem Schreiben der DFG vor. 25. Juli 1968 käme es zunächst 
darauf an, daß ein deutscher V/isscnschaf tler sich während sei- 
nes Aufenthalts von etwa drei iMoanten ein Bild von dem iMaterial 
nacht, damit alsdann die Frage der Bearbeitung entschieden v:er- 
den kann. Die Thyssen Stiftung könnte für diese Sichtung des 
Materials Mittel zu einem Stipendium an einen V/issenschaftler 
in Höhe der Sätze der DFG für drei Monate zur Verfügung stel- 
^^^^- Was^die PasSsine koston anseht , so müßte nach der Möglich- 
keit einer preiswerten Passage Umschau geha'lten werden. 



/ 



Mit dieser Bereitstellung von Mitteln für die Sichtung des 
Materials v;ürde der weiteren Frage seiner Bearbeitung nicht 
vo rgegriffen werden. 17 ir nehmen an , daß die DFG hi er^heiren 
würde, v/eil es sich mehr um eine wissenschaftliche Anthologie 
oder Edition handeln würde, was nicht in den Aufgabenbereich 
aer Thyssen Stiftung fiele. 



v;ir würden_e_s_schr_begrüßen, wenn die DFG sich darum bemühen 



v;ollte, einen geeigneten deutschen V/isscnschaf tler i\xv die 
Sichtung des Materials zu finden. 



Mit den besten Grüßen 



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19. September 1y68 



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AUSWÄRTIGES AMT 
IV 7-80.SI/SP-91.36 



An die 

Deutsche PorflchutigB- 
gemeiuschaft 

532 Bad godes'berg 
Kennedy Allee 40 



GeneraJkonsulat 

der Bundctrtpubiik D^ucachltad 

i New York. 

jE'n«. SEP 26 m^ 
; Tgb. Nr. :. ^ ^- ^ 
sex Geld 



JAnl.. 



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1 



Betr.: Wissenschaftliche Bearbeitung und pädagogische Ver- 
Wertung von Manuskripten im L eo-Baeck>Institut^ ^^yj y 

New York "^ "" """^ ( 

Bezug; Schreiben des Auswärtigen Amts vom 21 . August 1963 an 
^ ^ die Stiftung Yolkawagenwerkt das im Durchdruck über- 

sandt wurde 



Anlg 






- 2 - 






wie aus den Anlagen erstchtlioli, ist die Pritz-Thyssen-Stif- 
tung bereit, die Kosten für den dreimonatigen Aufenthalt zur 
Sichtung und Vorbereitung des Materials zu finanzieren. 

Das Auswärtige Amt wäre dankbar, wenn Die Deutsche Porschunea- 
gemelnschaft ihm schon bald eine für diese Aufgabe geeignete 
Persönlichkeit vorschlagen könnte. 

Das Generalkonsulat Hew York erhält Durchdruck dieses Schrei- 



bens mit Anlagen. 

» eines deutschen Wissenschaftlers 



Im Durchdruck 
dem 



Deutschen Generalkonsulat j/ 

New York 

zur gefälligen Kenntnis übersa 




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Im Auftrag / 

^^Jl^lr^f^^ Lederer^ l. .i..^ 



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.'/ h Im Auftrag 
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TELEGRAMMADRESSE 
CONSUGERMA 

IV7-82.00 



DEUTSCHES GENERALKONSULAT 
GERMAN CONSULATE GENERAL 

460 PARK AVENUE 
NEW YORK. N.Y. 10022 






TELEPHONE 
MURRAY HILL 8-3523 



♦ 




10. Oktober 



Herrn 

Dr. Fred Grubel 
Leo Baeck Institute 
129 East 73rd Street 
New York, N.Y. 10021 






Sehr geehrter Herr Dr. Üruhei! 




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„^^o Toi o-f nniT-pflnrächs von heute morgen 
In Portsetzung ^^^^eres Telefongespracns Überlegungen 

^^^i^ JSri?rdÜ"!?ulliirricSi^ beurteile, .a.ste. 
folgende Schritte unternommen werden: 

1. »aoM.. «e Th,s=e„-SU«ung.erelti = t die vorarbeiten 
ILfi;;SSS^^-l-ci^ n^nfu £aae ro,e« .. 5n_.er- 

essieren Brief der Thyssen-Stiftung vom y.y^iy > 

die Finanzierung des Projektes ^^^^^JJ^^'^Sf^ Stiftung 
die Finanzierung der Vorarbeit fragwürdig. .^^^^^^.^^^ 

Volkswagenwerk gibt °f J^^^^^^^f ^g/^leibt also nur noch 
dien" (Schreiben vom 12.9.1960), so °f;^. -,. ^gr. 
die Deutsche Forschungegemeinschaft als Geldgeoer. 

=ä?^:-.rreo^BaeS°i^^:i?iS\trL^?Ä -„ vor- 
s?"lutt"n dtr j.->.tsd.en ,-ürschuw;9ge»etn80hatt koor 

dinieren. . . ._ j. v. t^ 

3. Das Leo Baeck Institute -llt^-if „eirrG^nf ralkonsSf 
ausarbeiten und nach Abstimmung ^^^^^f J^^^^^Se Forschungs- 
Curtius über das Auswärtige ümt an die ueuxsui e 
gemeinschaft weiterleiten. 

-niä^ °rf. ?iäL""i/j.Lrrä7sre?i^^:f ssi-ior-- 

Mit freundlichen Grussen 
Ihr sehr ergebener 



(Gerhard Koen 
VizeKonsul 



fe) 



DEUTSCHE 
FORSCHUNGSGEMEINSCHAFT 

BIOLIOTHEKSREFERAT 



The Leo Baeck Institute 

z.Hd. von Herrn Fred G r u b e 1 

129 East T3rd Street 
U.S.A. 



5320 BAD CODESBERC ? den l8. Oktober 68 

/3UI4 Dr.StbAte 



KENNIDYALLEE 40 

TEUePON: 7011 »DURCHWAHL 701 

TILECII.-ANtCHRIFT! FORSCHUNCtC EMEI NtC H AFT tAD COD 



5o9, 2/8/68 



IBIM« <!•< » ■ Zmkdkum in d«r Antwort ansiMroW«!) 



Sehr geehrter Herr Grubeil 

Durch den kurzen A\if enthalt von Herrn Dr. Steinberg im Sommer dieses Jahres an 
Ihrem Institut ist Ihnen bekanrt geworden, daß vir uns gemeinsam mit anderen 
deutschen Stellen darum bemühen, eine wissenschaftliche Bearbeitung und Auswer- 
tung der im Leo Baeck Institut befindlichen Manuskripte zu ermöglichen. Ich 
möchte Ihnen heute mitteilen, wie wir uns den nächsten Schritt für die Verwirk- 
lichung dieses Planes vorsteilen und bitte Sie uns mitzuteilen, ob Sie mit die- 
sen Vorschlägen einverstanden sind. Wir glauben, daß zunächst eine acht- bis 
zwölfwöchige Sicht ungsarbeit ar^ dem Material von einem jüngeren deutschen Wis- 
senschaftler durchgeführt werden sollte. Auf Grund dieser Aufbereitungs arbeiten 
könnte dann gemeinsam mit Ihnen besprochen werden, in welcher Weise die Manus- 
kripte für die wissenschaftlicne Arbeit und Publizierung erschlossen werden 
sollen. 

Durch Vermittlung von Herrn Professor Schieder ist es uns möglich gewesen, 
Herrn Dr. Helmut Berding, einen wissenschaftlichen Assistenten des Historischen 
Seminars der Universität zu Köln, für die Sichtungsarbeiten zu gewinnen. Herr 
Dr. Berding wäre bereit, am 1^. Februar I968 nach New York zu reisen und sich 
dort zwei Monate oder falls notwendig auch drei Monate lang mit den Sichtungs- 
arbeiten zu beschäftigen. Wir bitten Sie uns mitzuteilen, ob Sie mit diesen 
Vorschlag einverstanden sind und wären Ihnen dankbar, wenn Sie Herrn Dr. Ber- 
ding während seines Aufenthaltes in New York alle Ihnen mögliche Hilfe sowie 
Ihren Rat zur Erschließung des Materials zuteil werden lassen könnten. 

Wäre es Ihnen möglich, für Herrn Dr. Berding eine preiswerte und gute Unter- 
k\mft zu finden, so daß er bei seiner Ankunft in New York nicht durch Woh- 
nungssuche Zeit verliert? Es wäre sehr liebenswürdig, wenn Sie auch in dieser 
Beziehung Ihre Unterstützung für eine erfolgreiche Durchführung der Aufgaben 
von Herrn Dr. Berding zur Verfügung stellen könnten. 

Mit freundlichen Grüßen 
( Dr. Ursula Steinbrecher ) 




20, Oktober 1968 

U^$t - fg:de; 



i %. 



An die 

Deutsch« Porschungagecuiljischart 

Bibliothekareferat 

z» Hd«: Prau Dr« Ursula Stelnbrocher 

Kennodyalied i|.0 

S320 Bad Godesberg, Bundearopublick Deutschland 




Ihr ZelchÄii 509,2/3/68 



( 



SirtHr gMrtvta Frau Dr« ^tointarMiteFf 

ioh bestaetifi^e C^^n Jingaag Ihi^os rraundllchen 
Sehraibens vom iJ^ds« iloiiat.3 und noochte zimaechst 
Bfteinon verblndlichea Dan*: auaaprochon, dass die 
Deutaoha i^rsohuiagagamainaohart an der wisaenschaft- 
liehen Bearboituiii^ und Auswertung uniiQx^ör Memoiren- 
«anusicriptQ incerosaiört ist. Das Leo Baeck Institut 
war oerelt« durch das Deutsche Creneealkonsulat in 
Itav York davon unterrichte l» 

Ich werde nunmehr Ihr Schreiben dm zustaendigen 
Oremlen des Leo Baeck Instituts zur Stellungnahme 
vorlegen und haben Sie doshalb die Freundlichkeit, 
sich noch eine ii.urze Zeit zu «^^dulden« Sie werden 
siobald wie ßioeglich wieder von nir hoeren« 



Mit freundlichen Gruessen 




Dr. Fred Grubel 
Direktor 



Afceclirlft ; Deutsches OeiMralkonsulat 

Kew York, ll.Y. 



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Dr. Helmut Berding 



Köln, am 2. Dezember 1968 



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Lebenslauf 

?1 . September 1930 
1Q-^7 - iq45 

1945 - 1948 
1948 - 1951 

1951 - 1953 . , 

Sommer 1953 

Herbst 1953 - Herbst 1954 

Herbst 1954 - Herbst 195'^ 



Herbst/Winter 1955 
1956 



?rUhjahr 1-^57 
PrUhjahr 1959 

1959 - 1961 



1961 - 1967 



17. Dezember 1967 



Seit Sommer 1968 



geboren in Quakenbryck/NiedersachBen 

Volksschule In QuakenbrUck 

kaufmännische Lehre in Quakenbrllck 

kaufmännischer Angesteller In 
QuakenbrUck 

kaufmännischer Angestellter im 
Holzimport in MUnster (Vestf) 

Praktikant in Nordschweden 

Aufenthalt in Lausanne; französische 

Sprachstudien 

Sprachstudien an der Universität 

Lyon; "Diplome de la langue et 

civilisation fran9ai3es'* 

Volontär in Paris 

Fernstudium zur Vorbereitung für die 
Reifeprüfung; daneben berufstätig als 
Korrespondent in Hannover und Inter- 
n«it8erzieher in Rint eln/Veser 



Brauns chweig-Ko lieg; Reifeprüfung 

4 Semester Studium an dör Universität 
Göttingen. Geschichte, Französisch 
und Philosophie 

14 Semester Studium an der Universität 
Köln. Geschichte, Philosophie, 
Pädagogik 

Promotion zum Dr. phil. Thema der 
Dissertation: "Rationalismus und 
Mythos. Geschichtsauffassung und 
politische Theorie bei Georges Sorel" 
Das Thema behandelt Probleme der 
ideologischen Voraussetzungen des 
Faschi smus . 

Wissenschaftlicher Assistent am 
Historischen Seminar der Universität 
Köln. Hauptarbeitsgebiete: Bearbeitung 
einer wissenschaftlichen Ranke-Edition; 
sozialgeschichtliche Probleme des 
frühen 19. Jahrhunderts 



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XI, De er I968 



Herrn Oeaeralkonsul Klaus Curtiua 
Roonötr. 2 
69 Heicielbex^g 
Dtutachland 



S^hr geehrtex" Herr Generalkonsul, 



Tiit besteiTi Dank lestaetlge 
vooi 4. d.M. 



ich Ihr Schr-el^en 



v*e 



rdo riui 






: r dl# Angelegenheit unserem 
.3 uriterlreiten, da» in den naech- 
us. antritt H Ich neirune an, daee 
Ihx-e . Vorschla|i iol^:en vilrü und werde^ 
.e ::uBllra.mng ha.e, ich nit Herrn 



J^eriLLugs 



\/ 



Ich 
jBxekutlv 
eten Tagen 

das K .. tee 
sobald icK 

liehet noch vor den Feiertagen in Verbindung 
setzen. 

Da vvlr der Deu. sehen fibrsehungfige^-einschaft , 
die urspruentilich Dr. Berdün^ In Vorschlag ge- 
bracht h^t, noch eine Äntw^ schulden, moechte 
ich zur ^;lei€ . Zeit .^ucn uer Deutachen Por- 
acnungsgemeiaschalt wegen Berdlng schreiten, 
tollte ich von Ihnen keine gegenteilige V<eiaung 
erhalten, so noechte ich der Forschunga^e i3in- 
»Chart erklaeren, daas zwischen unserer vor- 
laeuiigen Antwort vom 28. Oktober d.J. und dem 
Jetzigen Brief i'.wiechen Ihnen und Herrn Prof. 
Schieder ein Briefwechsel stattgefunden hat, 
der die Situation voelli^ geklaert hat. Alles 
haengt natuerlicli davon at, da»s die Herren 
u res Komitees einen positiven Beschluas 

/ 

Mit testen Oruessen und guten WuenSchen luer 
frohe Feiertage und ein gesunde» llfu#B J§ä\e bin 

ieh ///" 

Ihr^-^ 




Fred Qrulel 
Secretwiry 



/ 



LEO DAECK !r:STlTUTE, IK 
123 Ea\ST 73riD STREET 
NEW YORK 21» N* ^* 



\ 



MEMO 



Dece Tiber 11, 1963 
C/SS-FG/IS 



TO: 



Dr, Max Gruenev^ald 
Dr. Priok: Bamberger 
Dr. Ernest Hambu rger 
Mr. "Fred W. Lessing 
Dr. Franz Winkler 



FHOM: Fred Gxnabel 



Ret Deutsche Forschungsgemeinschaft - Dr.He l.nut Berding. 

Enclosed please find copy of ;.he letter which I just 
received fro ; Generalkonsul Klaus Curtius. 

YoQ v/ill r-^ . iber that the Deutsche Forschungsgemein- 
schaft sußgestea that Dr. Helmut Berding study our leaoirs 
for the period oi two to three .onths in order oO forsmlate 
a proposal for the actual project. 

Generalkonsul Curtius oreanwhile clarified that the 
entire Berding trlp will definitely be rinanced by the 
Thyssen Stiftung. He tried to persuade Dr. Schieder to 
undertake this sifting and evaluatlon job, however. 
Schieder «s answer is apparent fro.i the enclosed letter. 

I send this material in preparatlon for discussion 
and decision at the ne^t Executive Conünittee taemtlng 
which is invited for Wednesday, December lö, 19^0. 



Fred Grube 1 



Sncl. : 



photocopy of letter from Generalkonsul Curtius, Heidelberg, 1)60.4,1968 
M Of • Lebenslauf* Dr. Helmut Berding, Koeln, Dec.2,19ö8. 



H 



HISTORISCHES SEMINAR 

DER UNIVERSITÄT ZU KÖLN 



To: Leo Baeck Institute 
129 East 73rd Street 

NEW YORK. N,Y, loo21 

Herrn Direktor 

Dr.Pred Q r u b e 1 

USA 



5 Köln-Lindenthat, den 
Tal. joa<aao6 470 2206 



23.De2.i968 




Betr.: L/11^9 - FG:DZ 



Sehr geehrter Herr Dr.Grubel, 

haben Sie verbindlichsten Dank für Ihren 
freundlichen Brief vom 13. Dezember. Ich bin außerordentlich erfreut 
darüber, daß Sie meinem Vorschlag entsprechen wollen, Herrn Dr.Helnut 
B e r d 1 n g In Ihrem Institut zu empfangenen. Ich bin sicher, daß er 
für die vorgesehene Aufgabe menschlich und v/issenschaftlich in besonde- 
rem Maße .geeignet ist und Sie in ihm einen zuverlässlr;en und sympathischen 
Jungen Wissenschaftler kennen lernen werden. 

Ich habe Herrn Dr.Berdlng von Ihrem Schreiben in Kenntnis p^esetzt und 
Ihn gebeten, sich unverzüglich mit Ihnen in Verbindung zu setzen. Er 
wird dies In den nächsten Tagen tun und dabei auch seine 'Jünsche für 
eine Reihe von technischen Prägen vorbringen. 

Ich gebe meiner Genugtuung darüber Ausdruck, daß damit ein so wichtiges 
und wertvolles Projekt in Angriff genommen werden kann und danke Ihnen 
für Ihr großes Entgegenkommen. 

Mit meinen besten Wünschen für ein gutes neues Jahr und freundlichen 
Empfehlungen 



Ihr ergebener 




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ttdber d«6 MMBOirMt-rrojckt 



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1« Vom Imio 



2. 



iMMbitatct 






Vie>rb#richtui 



, als 



%. JiMNyyML «»•%• d« Inhalt MlnM ^fi»^^ 
aidit aJUi mdvuttitl« aiifrafMMii« wtmäm »u 

3«n wasmltif^n B^rUirib «u biet«». 

Qr^ m^%\ »t^Ut dar, Auis « «iA ^i?*«*^^!^^ 
Üt fir« iSrdiag untsrhÄltmi )iAb#« «•* MC Bwiiwt 
viAlM von <IM# %•« bs«f«oÄ«Ä i w Mrrt i i i>tt^ 
•nthMlt. Br hÄb« suMTSt «»fUiibtt Ä«« &» 
fr^l^it va» «wel »xiMi i *— - ^w« «ÄifcscTiÄii und 




•olltf»» Mb« «icsh «iMwr von Or* BsTdliig iMter- 




Imaimnä von a«n Bmdh^m em t m & ntX w^ n NL%** 
9ll«4«ni dtt« Ziuitltttts I wa rrt M H eu Iasmn 
nr« ■irding stiMit sia» das« di«« 6mm 

■rtnaiiii« ihrMT Viterlagung^i 

Mi« 



f^Att X9r • ll«[wli|l«i l«t d«ar Auf Ammm«« da«« auch 



«1« Er9i*ni«0<i «•• troJ«kt» d«r 'oral hiatory' 
imd dl« familicn g^sehlehtllchMi llat«rla&i#n 
«•• Archiv« «ter Leo »aaok Xnstltttt« b«i a«r 
hxfbmLt bmM^WKikmidhtiqt ^tmr^mn mu#«»t«n. Da« 
•ei %ilclitl9# lMiMii#ir« «R die StlOTien \$maiqmr 
Mkanatav »«rscHien« klainar Leut«, osw. anur 
a«ltimt| zu bringim« 

V barAita ia aaincai iftMrlMrialit mm Aa a <rac» 
gabzTiicht haatta* »aaoiidara varaaiat mx auf dia 
ijQtnanrtifa Oarduartelt von aaataaadan daa Mrahiv- 
«ataciala Mm IMl. Aaah dla aiaaifartifa llblio«* 
«iMk daa lAX aal «raandlich ana au w agt an^ 

malt von 1933-194S# in ämt baaandira froblana 
antataadaa aind, ^faaondart balia&dalt iMrdan 
aoUta« 

TW-, ^^jirAin^ dankt an ain ßahloaak^pital daraid^tt« 
ni dar ttLakaaalon %^lrd wmitmt auagafttahrt, daaa 
mm nicht noti*andigar%ialaa ain tcäauaakapital 
aain iMaaaat abar ain baaandaraa Kapital an^e- 

taacht aal, 

Fraii Ik^l^iiAMm ^mmAmt ain. daaa dia llaiiPiran 
Mwailan dia »alt vor dar Var nichtun l aa parti a und 
wmä Tail wnahrand dmr Varnichtungaapoc^ia ba handaia # 
und daaa daraua Schwirr i^^i tan antatahaa kommtm^. 
Wim diaaas rroblam »a loaaan ist* muaa aidi bai 
dar Baarbaitung argakan« 

Baa lIiaiantilKii^aiJil %Miiat fam a r daraufhin« daaa 
. Bardlag auf dalta 2 nldht l aB W ii infl su» Aua«» 
Anidi 9ahracht haba« *tMm «adh NanDiran prcMiaaatar 



nanat ainiga 





^t^MUl Mhliaaat sich dar AaffaL . 

,.« batraffanda Sat« in daa larldht aina rormlia 
ung arhaltan aollta, dla diaaam OadaidUMi Baahnuaf 




Frau liuaaathal walja x a ü da t alak t< . 

dia Var^0aadun9 daa liortaa *8yabiaaa* und vaiat 
darauf hin« daaa dlaa nicht alt Aaaiallatiaa 
glaichsuaataan aal. Br. »ardins/ %rlrd bai aaiaar 
valtaran Baarbaitung diaaan üinwaia In B a tr aali t 



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.5*- 



.__jtt£ UnamilMm« dwt dl« B^haltiiiKi dw 

■ondarart dMt JMisi%«wi nieht nur auf rcictrixtlvii 



HmiBto 2aru#ekj5ufu«air«A# Mndwii «ttflh positiv m 
bMTMttdm Mi, Dr« INMrdtng wird «icSi d^-^^^ 
tosiishtqpidit b«i d«tr •cfelussbMrbeittmqr 
•ic!!ttig«?n, 

Bi der llisku0«ion wir<l ferner Eln3tl3Mii?pG#it 
atnmtiOT •rsislt« daes dl# 2«it vw dar BMasl- 
Mtion« »aifi# »i« Iä d»n lUwoiren b^uehrt ^Ird^ 
v^ eteMO dl« Vtemi^ht ui i f « itt %ii< mAoh wtm 
tnm»hnt, su totfuaidslii ist« dsss tiMor aas Haupt- 
Mviisftit auf <^i« Äwisipationspsriods vöä 1»« 
dM 18» Jahrhunderts liis 1933 su legsn ssl • 

fU«d»t« dass airna SoftAwrbahaKd- 
iwa dar ^^smicditungssait aicht i^timnuaig sai» 
Brinigt fari»r Dr* Bardinfft ob ar bal dar Oarch- 
sictit dar ManiDiran solcha «aftmdm haatta, die 
sidb SU aiiHur Vwmiffantllchun? in toto aignau 



n>, Bürdt n n «rwldart* dass mr etwa lö^ aar iwMiiivHt 
ISm Mdh niAit alle vollstaandi^t durcSigaarboitatt 
and dass er einiget ^afundan haba« dio sich |uar 
eins icmdarvaroallantlichun« eignen. Kr erlnaart 
sioh stMiadaat an sahn# die dafuar in Betraft 
Imwüimi misiJaa 9r «svaalmt tt«a. t*ia Maaeiran van 
fhilipp x-oaaanfaldt aia natuarUch angesichts ihrer 
Xittanga gekuorst aarden touessten« UAd von Frau 
■iBismlhil tfeleni die auf ihn einen beeondaraa 
■iadru^dc gaMMdit haatten, 

richtet an Hr. larding die Frage« 

ulnar Auf «assuaf die Manairan als Material 
«aacteichtsuntarricht ia dautaeten Spulen 
ia Batraaht kaeeMm« 

«rwidart* imm» aiaa an sich erwuanacht 
ar auf grosse tadteiacftia Mtasierig- 
Dar Sidiulunterricht iüi Daateohland 
aad nähr dea naturvlsfoenschaft- 
sa» Sie anderen Ckigaostaeade« und 
nicht suletat dar Oeach t cdttaanter r icht ♦ trete» 
dahintar aaruacdc« eodaaa es schwierig sein waards« 





kaitaa atoaae. 
aiA 



Oeschlchtttunt^r rieht« emmx di«i««n z^mcK zu 



-^ \mmi fuehrt aiMt 4M« tfi« iMXlMltttii« 

amr mmmitm am» Bmcht 4mm Ziuitituts nicht beein- 
trM«diti«M dnurfta« ut« mm^irmm mMtor auai 
in m<tor#ir Forni m«k^i in deitts<^«ir •!• mA in 
«!i9li««fh«r Sprach# zu ^mx^mttmn. Er IgXmtiht nicht t 
das« aicdi darau« ir9imi^NM]^di# Schwiaricdceiten 
ar^lidMm kOMcit^nr Or«. terdia« atiaait adt ih» 
tt^boroin. Es waare aneh ^ichthj, das« hai «f^i» 

*^^i^**?f f^f ^t«iÄl al<!ht an ai^ur v^rschwlnda^ 
%mö l<fe<!4giich in 2iiti«rmigan vmrwmk4mt wir<1^ 
mdarn nacli m^iglicrMuiit an alMn Appandi^ gwla<At 
wlrdt ia «iaai aln Taii dar fiaaioiran attssuaawaiaa 
mrBchmint • 

, Ar» Maiabiirgar fuahrt wf!it«r a«ia« daas aa auf 
inn aijiaa tlafan Eindmek jaaiaiiia iMMittat wla mt 
alöi 0r. »arding naeh ainar Icaan m^hr min «onatliohan 

tmitigm^ in daa Matarial alngearbcita* haatta 
an** «MUT akanao arfraut, d«aa m in daai Vorbar icAt 
^ BQ «rysvathiac^ Wuardi^f«if arhaltcn hactt«. 

\ dann aabar «a dc^r B^andluag der Strviktur 

berlcsht« «nd achlaagt folganAai Eintailaa.g wra 



1) 

2) 
3) 

4} 



8 



BoachrailMmf dkir Niaioirani 
dia Ventartttit ga w aau Uriagaltany 
dia Kritik jc»^l^3e ainE^lmen 

»oagllahkaitr 
#10 Intaatiaidana tmmt dia aosial^aaaliiAt 
liAa ftahaa(<lmg »«5 dia Be^ruandiaM 
dafnaxf 

dia knlmßgm ^r tebaiti 
Salt «ad Itoatanaufwmd« 



Aarwia argibt sicii, daaa baatinaite Tijaitallunaa» 
*^J;^«*£f«i«** öia ^oritiacha Balauchtung dar 
I^MHiar t Mf aaia i ilicftikaitan ia dtosM Vorbariaht aollt« 
y Iteita J^j tt*a. hara» arj a iia aa i a > und daM mitar 
PiHNtt 3 gaaeliloaaan behandelt %fardan« Ma Bnt 
Mhaidong tnmr dia aoisialifaacshicAitXicdto IMiandlana 
aollte von Bml^m 2 untwn «nd 3 ««tfamt imd^aaiiiiiian 
fafaaat mit dan (qpaatM^an Yaiian uatar Mr. 4 

SnchXoaaan araabainan. Aaeh %«aara aa mmm^kammmmiq, 
a aoxial^aaühiehtlicüia Wmlmmtmmm^immtlmtmm ~ 
dia apaatar in Or. »aa^infa ¥aat^ " ht ala'^QaMr 
achnitt^ imd "z^aangaaehnitt- ^t barauagaarbaitat 
iatt i« BitaaMaanliaaif mit funkt 4 sa batendaln« mm 
sltfi bai ^r vor9«achl»|anaii Manaintailang aHnahin 
«Tfaban wti<»rda« 



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Dr. mmOMxqßx ituahxt w«iter au«. «•»■ «r «xa» 

P.icht^ t»iinchr'-*n so komtamn» hab« dUjwr •%•*•««*» 
Punkt. ...it Dr. nmOmx^t ^^^^^^'V^^'^^^J^* J^' 

wrtur MBruec>.««<3ra»n':;t wird, an«» hat «••••*"*** 
fanitt besüwtaars h«rwrgrtiob«n » «ro »«»eint ••, 
dMs di« 3ozl»l<?»»obichtli<sji« »••rb^itttiM «o 

Lamma »«Itraua von 2-3 Jahren nicht durcihgafoaurt 
v^d«n kann. 8r weist daraaf hin, aaa« «»»il^ 
«•chichtlichd Vorarbeiten, daran Vof ^•^•q»» *»* 
Mtrding vora«««iiaat8«(» schaiaa, nur in ««rin?«« 
VmUaa vorhmaaen »aian. Er «uagt hin«», daa« 
atfhrare Male Him*ei«a auf StatiattKan i««« 

StLatistlk. tt«w. ?war natuarlich heran*u«l«»an aaian, 
SSr doS liai Caita» nicht aie aar 8aaial«aachichta 
Mritoaxendm BlasMnta arachoapfan« 



ar, leröiaH »timitt ««, *mm «ina SozialgMChichtc 
Sner ünlvarsalgaacihichta glcic^uaatean «ai. ««5 
daswagaa aruandliche Vorarbaitaa erfordert. IJ» 
diaa »ollkownen Itlar, und er hab« dea««9«n 
an »unkt auegewMhlt. ««f,i»^<5«. vorb«rl«&t 
vtallf t nicht Mfear gluacklicb «««ifl^«^ r« 
«ei. t _.ch daa» «an »xHaau^U» apllta m diw 

rraga, %.la %*ait die SiahaU da. J«f «»J«^" J^ - 
fraalifldMft »ait lww«nrt und wie wait V«^***7"__ 

h«lten «um Au.druck «MM «« ^^ ' 4 "? »^*L» 
fiMr die MMOiran reichliche« Material boataa. 
Oad«r<A wuarda ««gleich den Wimt^mn *on Or. 
•aRAMrgcr Rechnung gatragan, '««^^•»»f.f^^^'ff'S 
tait(> die Bearbeitung mai einen bastlmaten Funkt 
iSn«antriert, Dr. lardliig waiat «och «««« J^Jj» 
daaa tnen fe«t.tellen »uaaea. «owohl in *~i«f»^ 
«ia auch bei de« Leo B««ck Institut in l«««»« ««• 
i» laraal, ob dlaaar öa«i4ftt«puÄkt •«»«»^«•J. . ^^ 
■aarbeitacn baraa«floiiishtlt!t word«i aal. damit Kaiaa 
Vabaraohaaidunqan erfolgen. 



, iHriHMIK. ^aadat »i^ aodan 

die viallaieht durch g«»ia 

Klaxhait gewinnen Tcoännta»» 



ftr« BHrtlW AiBMt Iturs Btt den «Inaalna« 4^a^ 

Itailottf und wird die Anregungen in Erwaegaag «iinnii. 

1^^ *xvin«w«]iid dairitt Br. Bardiug fuar die Arbelt, 



tmtmi ™^* .*''*^" „'^^-^ft Behandlung oä» w«»» "•^7^ 
SJtuutf ;iicro'J Sc^l:i« ^^^f - an. f««r di- 



g^lOMS ^^ SltK«ng» 4.^5 Uhr. 



>.<^. mm /^-jb csk^'i.^^üt^Aiiaii 



""i^' "^ ■'i"^ I ; ^ig* *' I ^**'"**i. 



17. April 1969 
W/26O-FG/IS 



/ 



Herrn Professor Dr. Th. Schieder 

Gyrhofstrasfte 21 

5000 Koeln - Lindenthal 



\ 



\ 



Sehr gaehrter Herr Professor Schieder, 

wit? hoffen, dass Herr T>r, Berding inzwischen 
wieder wohlbehalten in Ifoeln eingetroffen ist. 

Vir moechten Ihnen gegenueber unseren beson- 
deren Dank dafuer aussprechen, dass Sie es moeg- 
lich gemacht haben, einen Jungen Gelehrten von 
d«m Rang und von den menschlichen Qualltaeten 
des Herrn Dr. Berding fuer i^erau-ne Zeit unserem 
Memoirenprojekt 2:ur Verfuegung zu stellen. 

Herr Dr. Gruenewald, der Praesident unseres 
Instituts, Herr Dr. Hamlurger, der dem Memoiren- 
Projekt wissenschaftlich besonders nahesteht, und 
wer immer aii. Herrn Dr«. aex-^ding persoenlich oder 
sachlich zu tun gehabt hat, haben ihn ausserordent- 
lich zu achaetzen gelernt. Fuer mich selbst war 
es ein ausgesprochenes intellektuelles Vergnuegen, 
viele zwanglose Unterhaltungen nit Herrn Dr. Berding 
zu haben, und sein zusehend wachsendes .r.enschliches 
und wlBsenschaftliches Verstaendnis fuer den Pi^t>- 
lemkreiß dieser Juedischen Itemoiren aus Deutschland 
zu bewun4ei'n. Aus mehreren Uhterhaltungen mit Herrn 
Generalkonsul Curtlua habe ich ebenfalls entnoaimen, 
daee auch ihn Herr Dr. Berding sehr wohl beein- 
druckt hat. 

Wir haben das Qefuehl, daee es Sie interaseleren 
mag, diesen perBoenllchen Bericht zu e/halten. 

Mit wiederholtem Dank und ergebensten Oruessen 
bin ich - ^ ^' 



Ihr 




Dr. Fred 

Direktor 



bei 



HISTORISCHES SEMINAR 

DER UNIVERSITÄT ZU KÖLN 

Prof .Dr. Th. Seh ie der 



t> 




/^ 2, 



5 Köln-Lindenthal, den 2^1. April 1969 

Tel. 30 34 3306 470 2206 



Herrn Direktor 

Dr. Fred Grubel 

Leo Daeck Institute 

129 East 73rd Street 

N e v/ York, N.Y. loo21 



USA 




Sehr verehrter Herr Dr. Grubel, 

für Ihr freundliches Schreiben 

vom 17. April danke ich Ihnen aufrichtig. Ich freue mich natürlich 
sehr, daß Sie mit der Arbeit von Herrn Dr.3erding so zufrieden waren 
und möchte meinerseits nur meinen Dank für die freundliche Aufnahme 
aussprechen, die er bei Ihnen erfunden hat. Ich bin mir bewußt, 
daß es sich für ihn und fflr Sie um eine heikle Aufrabe .gehandelt 
hat, war aber sicher, daß Herr Dr.Berdinr, mit seiner taktvollen und 
überlegenen Art allen an ihn frestellten Anforderun,^,en p;ewachsen 
sein würde. Daß Sie mir dies ausdrücklich bestSti,-en, freut mich 
außerordentlich. Auch von Herrn Generalkonsul Curtius habe ich 
ähnliches gehört. 

Herr Dr.Berding hat mir gestern seinen Bericht über seine Arbeit 
ausgehändigt, den ich mir heute Abend ansehen werde. Ich. hoffe, 
daß es gelingen wird, ihn oei dieser besonders wichtigen Aufgabe 
halten zu können^ 4ii^ auch seine Habilitationsabsichten damit 
verknüpft werden können. 
Mit den besten Empfehlungen und freundlichen Grüßen 



Ihr sehr ergebener 




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T^Köln, am 10. Aprii n69 

n ^ '-^ h i?^ l.a 1 1 e 71 u n i r <=^ c h t q n ^ e n *=- h t e n p' ' < . - r i n 1 c h 



Sprp geehrter üerr Dr. Grube 1, 



w ' ) h 1 b f ' h '1 ■ t e r: wieder in rC ö 1 n g ^? I «^ n i e t . A. i .: i rr e i r. e 
Prnu i s *; ohne 3chw i e ri ^k e i ■♦^, p n in die A 1 *: e W^> . ' ■ : t: - 
•" e -<■ ^'- h r * . N '\ cm. i e r r c? v a ] t i »^ <? n Ü b e r f •" 1 1 e r a r: ■ - i "■ L i r. i e 
d f^ r SuT'^-- ^i*ive K "Itten w'r ur:.^^ einige 1 'i^e Pause f^e- 
Af '- r ^^ '^ r t " ;i ij r. •- /, u 'm V ►- r i ]• r. . i : e r i der ; : c . c .'i i 1 r. i r • ' : k e . 
Doch sie war uns nie:.*" v h r ^ - n n t . M e i r. e F r i u m u ? t e 
n o A'- ! e i '^ h i r~: r e n S c h u l ^^ i e n a t wieder antreten, u -i 'i i c ri 
taur-te vom ersten Ta^-^e an wieder in den unvorstell- 
bar ener^' i c rend en Trute. ein, den ich erst im Fe- 
bruar am Ta'^-'e der Abreise entronnen war. Mit diesem 
N e r V e n k a r u s s e .1 v '^ r ,^ 1 i c h e ri w a r «=» n -i i e Wochen im Leo 
B a e . ' k Institute ein 3 a n a t o r i u m : von nichts b t? p i n - 
t r -i c h * : -t t e intensive Studienzeit, f es .- e ! n '^ e L e k t ' i r e 
•j n d h b •_' h ■-' t a n r e ^ e r: d e Diskussionen. 



U r e i n i r e T a ^ e werden s i -: -^i e i n e Plane -^ u n r-, o t e; e - 



n ■ j ri .-* ^i Ti V e r ^"i i.: n i t: l e n . i ^ :* r. a ri i. 



u : . t.' -.,' i3 1 ^ I ' 



.'•. d e n 



Bericht herangehen, weil ich vom Universitatsbetrieb 
nicht verschont bleibe. Doch in etwa einer Woche 
werde ich dennoch den Bericht abschließen und Ihnen 
zustellen können. Bei dieser Gelegenheit werden Sie 
auch mehr von mir hören. F\;r heute nur soviel: sehr 
herzlichen Dank für Ihre M'^he, f'^'r Ihre wirksame 
Hilfe, f^'ir Ihre f r -^und schaf t ] i -/he Aufnahme. 3i * te 
<y^'j?en Sie die Teilnehmer der I^i nkus si onsrunde . 



]Ut [iU^cc %c^tlc^j 



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i^r. 



HISTORISCHES SEMINAR 

DER UNIVERSITÄT ZU KÖLN 



5 Köln-Lindcnthal, den 2 9 • ^ • ^ 96 9 

Tel. 20 24 2206 



Dr.H.Berding 



An das 

Leo Baeck Institute 

129, E»«t , 73 
Mew York 1oo2T 
U.S.A. 



^^ Street 




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Sehr geehrter Herr Dr.Grubel, 

endlich ist es mir gelungen, 
^T' t Av.vÄi4- wn-r #»a nachdem der Vorbericht 

hatte ia nicht mehr. Dennoch werden Sie fegtstexien, ^sb u 

^* !:^i EndfassunK doch erheblich vom Vorentwurf abweicht. Ich 

ger ausgefallen sein. 

diese Vermutung ganz und gar zutrifft. 

Der Bericht geht gleichzeitig an den ^-^-^«^.J'J^jif ?;j^3ierg. 
New York, an die Deutsche Forschungsgemeinschaft in Bad Godesberg,^^ 

" Jrin'inrafiJrMe'nin^rvrrfahi:; J^in^rrd^ damit der Empf.h. 
i^ngiuchJie Realisierung folgt. Überblicke ich «^^^^J «*-«;;*;,, 
DocJ vir-ute ich. daß Herr Curtius am ehesten den Stein in. Rollen 

bring.n kSnnte. , 

^ • i. _iv-t Ai » Realisierung des Projektes in Angrxrr 
Di. Frag«, ob ich selbst *i« ^"^Jj^^h^^^ Professor Schi.d.r hab. 
nehmen w.rde, i.t noch ung.klirt. "^^ /*"\;J°; Dr.Rürup au. B.r- 
ich .chon ge.proch.n. noch nicht »^"^^J ^it Frau Dr.Bohnk.-Koll- 
lin. Ich warte auch noch auf ein ^••P'^*^^/^* .^J^^^^g ai^gt ledig- 
witi aus der O.rmania Judaica in Köln. Die Ent.ch.iQung u b 
lieh daron ab, ob .ich das Projekt vereinbaren laßt ^^* «^«^«^ 
iabilitaUon.Ichrift. Ich denke, daß ich »"\Y!^wende"k«n! * 
innerhalb d.r nächsten vier Wochen wieder an Sie wenden kann. 

Mit abermaligem Dank für hilfreiche Unterstützung und freund.chaft- 

lieh. Aufnahm, v.rbleibe ich ^^^^ ergebener 

Anlag. 




V R L M r W ü R F 

zu einem Borlciit ueber die i^ewio.ren-Bestaende des 

LHI in New York 



Vorbemerkung 



Die folgende Skizze fasst nur die wesentlichsten 
Grundzuef-e der Empfehlungen zusammen, die spaeter 



in 



un 



einem offiziellen Bericht folgenden Institutionen 
d ^ersoenlchkelten vorgelegt werden sollen: 

* der Frit» Thpssen Stiftung in KoeLi 

4fc der Deutschen Forschungsgemeinschaft in Bad 
Godesberg 

* dem LBI in ^wi York 

^ Prof • Dr. ih. Schieder in ^^eln 

* Generalkonsul Curtius in :Jew York 

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Die Skizze ist lejliglich als Diskussionsgrundlage 

■^' ■'■"•—■■ ■ -■ , ,,, . 

gedacht. Der endgueltlge Bericht soll die Anregungen 
und K^ritiken «vb der Diskussion aufnehmen und dann 
redaktionell gestaltet werden. Dabei waere »ussu- 
gelien von einer Aeusscrung von Theodor Ticuss ueber 
die l'iemoiren des LBI: "Da ruht ein iitoff fuer 
Historiker, die faehlg sind, das Einzelschicksal 
in der Bewertung der Zeit »u begreifen, diese selber 



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aus dera !!or:kreten 5:u dtuten,»» „Ichllessen «ird 
der J erlctit Kijt t;: M'wtis, da»s die .•icnwr.r cer 
Mwnolren daa '^rtoll von m. Heuss voll bes .aetlgt 
gel ur den hat. 

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Dem Historiker, der 3\.ch um ein uri^il ucbcr den 
historischen Auie«e«iiftrt der Memoiren Im Lbi u, 

draengt sich schon nach kurzer 2elt der • Ir.dru.;k 
auf, dass es sich \m .uelieninaterlal : esonaercr 
^igen^t handelt. erin ^ffenslchaich^^ewaehren 
die mÄDiren 1 Iribllcke In die ,€.^chlchte des deut- 
schen Judenti;:ris, clo sich aus der wlsscrschai'tllchfen 
Literatur nicht p:ewlnnen lassen, obwohl las aterlal 
auf dem ersten -llck wenig Aussercewoehrlicnes zu 
' enthalten schoLnts keine Lrlnnerungen von wlrKllch 
' prominent« Politikern, nur wenige Eeltra ege von 
bekannten Persoferilichkelten aus dem kulturellen u^d 
wirtschaftlichen f^ben, nur vereiniell« cke von 

hohem literarische... ang. Lntsnrechend sind aus 
den Me«olr«n Keine neuen historischen Kenntnisse 
zur grossen oiltlk äu erwarten, l'eber die Mitwir- 
kung deutscher Juden an der grossen oiltlk fehlt 
es aller- InßS «ÄSh gar nicht an wlsäenschaf tllchen 
Darstellungen und fv^alÄlTirtereurfiurgen 
gilt fuer lonograrhlen ueber grosae deutsche Juden. 
Dei^egenueber «angelt es trota vieler i inselunter- / 
suchungen an einer modernen so: lalgescnlchtllchen 



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Oesamtanalyse der Geschichte des Judentums In 
Deutschland seit der Emanzipation. Hierzu koennten 
die Memoiren des LBI In vieler Hinsicht wertvolle 
Beltraege liefern. Inwiefern Memoiren -also Quellen 
aus dem persoenllchen Dereich- die hier unterstellte 
grosse Bedeutung fuer eine sozialgeschichtliche 
Arleit -also fuer eine voniehmlichjastis tisch zu 
untermauernde Strukturanalyse- haben koennen, 
bedarf allerdings einer Begruendung und Erlaeuterung 



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Fuer eine sozialgeschichtliche Analyse sind unbe- 
streitbar amtliche '^nellead^'i^ordnungen,, Gesetz- 
gebung/ Bevoelkerungs- und Berufsstatistiken usw.) 



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^.on groes.ter Bedeutung. Ohne sie sind Wissens chaftf 
lieh fundierte und historisch relevante Av.ssagen 
ueberhaupt gar rächt denkbar. Und doch wird durch 
sie nur eine Seite des juedischen Ubens sichttar 



^^«**^ und rekonstruierbar. fdese Elnseitickeit Hesse 



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sich grundsaetaich auch dann nicht korrigieren, 
wenn die genannte vuellengattung in grossem Umfang ^ 
verfuegbar und von der staatlichen bis hinunter zur / 
kommunalen ttwne vorhanden waere. v.as konkret zum 
Beispiel die gesetzlichen oder gesetzlich nicht 
fassbaitn Schranken, die die juedische von der nicht- 
juedischen Bevoelkerung trennten, fuer Konsequenzen 
auf das deuteoh-juedische Verhaeltj-.i3 gehabt haben, 
laesst sich nur zum geringeren Teil durch eine Struk 



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turanaiyse auf der ! asls anitlicher v..ucllcn darstellen. 
üuiOzh in sich unendlich vielfaeltige "Inne nseit«" 



dieses Verhaeltoiüses bliel.e im tekeln. l'nd sie 
gerade ist so üedeutuDgsvoll fuer das Verstacndris 
der Geschichte des Judentums Lr; Deutschland von der 
Emanzinatlon bis zur Vernichtung durch die .iS- 



Diktatur. 



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Diese "Innenseite" -eine breite ßkala juedi^cher 
Bewuss tseinshaltunfi von juedischer irsdltionsge- 
bunden:ieit bis zu vorbehaltloser Assimilation und 
bis zum de'/idierten Zionisnus- wird in wohl einzig- 
artiger Weise durch aie lemoiren des LBI sichtbar. 
In ihnen Komnen ?erade üie Bevoclkeruncsschichten 

^ zu .vorte, von denen der Historiicer r.ornalerweise 
keine Kunde hat. Ts sind dies der ifoedler in 
' westoreussen oder der Viehaendler in .esUalen oder 

i . der Volksschullehrer in .Mierttemberr: oder der 



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[Handwerker in Sachsen* Oie Memoiren enthalten 
(vgl. die tabellarische Uebersichw Familiengeschichten, 
Klrmengeschichten, oersoenliche l rlebnls berichte oder 
TagebuGcher von deutschen Juden aus ollen sozialen 
Schichten, aus allen deutschen Kei^onen und aus allen 
\ Perioden von l'U2 bis 19U5. 



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Vmx Memoirenbeatacnden des LBI ist tretender breiten 
Streuung und der Rrosaen Fuell« /keine repraesentative 



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^lJ[0 ^u—^ B»<MI'tang im » tat Is tischen Sinne beizumeesen. Haau 



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ist die Oeberlielerung zu vielen /uf «eilen aus^^e- 
setzt geweeen« f Sie waeren also als ucllenbasis 
fuer eine sozialgeschichtliche Darstellung der 
"Innenseite" des deutschen Juden tow« au schmal, 
SUMil -wie angedeutet- eine solche Darstellung 
auch rioch P:,anz andere quellen mit beruecksichtigen 
ntueeste» Aber fuer eine sozial^eschichtlicha 
Analyse, die auf breiter wueliengrundlage Remrteitet 
ist, und die irrTebnIsse der Forschung in sich aulnimmt, 
bieten aie Hemoiren reiches Auschauungsmaterial, aas 
dem senr lebendig an vielen individuellen Schicksalen 
^ die Situauion des Judentums in Deutschland dokumen- 



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tiert werden koenrte, Hieriuer sollten die Meaoiren 



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/ herangesogen werden. 



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Fuer die AuswertAing bietet sich eine Reihe von 
Mpeglichkeiten an. um eine optimale Verwendung 
zu erreichen, gilt es, alle diese :ioeglichkeiten 
in Betracht zu ziehen und das Fuer und Wider sorg- 



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faeltig abzuwaegen. 



1.) Aus den Msmoirsn koennte in dopoelter V^eise 
#ine Dokumen taiion zusaiwisnges teilt werden i 
a) ÄS waere denkbar, die i^inzelstuecke 

herauszusuchen, die aufgrund ilirer histo- 
rischen iielevanz und ihres literarischen 



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Range« #ltie gan^e Anüahl solcher -«1- 
traege, die allerdings zuneist mehr oder 
weniger stark redigiert und auch kom- 
«ertiert werden muessten, Vorbild fuer 
diese Verwertung koennte die seit iy63 
in bisher ewa \b ßaenden im Koesel-Verlag 
errcheüiende ^^eihe •» Lebens laeufe, Bio- 
graphie, Erinnerungen, Briefe" sein* 
Zwei Oruende sprechen gegen ein solcher 
Vorhaben: erstens die rrage derjiohl_or 
unffeklaerten Urheberrechte} zweitens 
feende nur ein sehr geringer i^^rosenteati 
des wertvollen Materials Verwendung. 
Gerade de», was seirien historischen 
Aussagewert erst begmendet, wuerde nicht 
auegenutzt werden: die breite Streuung 
des aterials in zeitlicher, rei^ionalcr 
yad sozialer ilnsicht. 
Die rokutTientation waere denkoar als eine 
Art ologie , fuer die 3us der ganaen 

I reite des Materials sorgfaeltig die- 
jenigen '^asiagen aueaMwage tragen wuerden, 
die erstens -Jede fuer «ich g 



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sprachlich daau geeignet und historisch 
intereesant waore, und die aweitene 
-insgesamt betrachtet- »o etwas wie c iAen 
repreeeenVitiTen QiÄlWtoiU des HaUriaXa 



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bieten wuerden. Auch hierfuer gibt es 



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Vorbilder wie fet>wa 

Leo W. actiwarz, 'KriOIRS OF MY ^'EO^LE 
■ THRüUGH A THOUSAMD YEARS, Philadelphia 1:^55 
oder wie IliL GOLDEN rRADITION. Jewish 
Life and Thought in Lastern lurope. ..d. by 
Lucy S. Dawiddowicz, Mew York 1966 
-Gegen diese Art der Dokumentation Hessen 
sich ebenfalls zwei Linwaende vorbringen: 
es ist sehr die i^rage, ob das .emoiren- 
material ohr^e uTif angreiche Kommen tierung 
so fuer sich spricht, dass eine solche 
Dokumentation neue Einblicke in die 
Geschichte des deutschen Judentums bietet; 
zweitens waere zu bedenken, ob in einer 
notwf:ndiKerweise strikten Auswahl ohne 
wesentliche Kommen tieruns:, die den Hahmen 
einer Antholo ie sprengt; der ganze Reich- 

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tum de« Mtlerials voll zur vvirkung kommen 

koennte« 
2.) Statt zur reinen Dokumentation koennten die 
Mimoiren zur reinen Darstellung herange80t;en 
werden. Fuer eine wlsserischaf Uiche Analyse 
aber koennten die Memoiren aus den schon 

• unter rielen sein. Sie keemtn dann »war in 

Welse als bei der DokumenUtion zur 
Qeltungi sie koennten In ihrer ganzen Fuells 
zur Information herangsiogsn werdtn. ftber^ 




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als selbsiaunuiger jieilenbesr.and in ihrer 
besonderen iieenart wuerutir- sie slcrierlich 



nicht voll zum Tr^^gen kcn^ien 



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Die Mielle 6(^t> '*a-a-jrialo ü^erüe wohl aia besten . 

ausgenutzt und seiner tev'^onderen Ligen art wuerde 

wo ) il am e hes 'ten , er: ts o roc hc r i i*^ c r v. en , -w erii: 

aus den 'einoiren eine sozialoschich'Aiche Arbeit 

entwickeln vjuerde, die zugleich Pars teliung 

im d Vk) kumen ta t ion waore« Das rojckt öir;er 

solcher; .'ublikation draen^t sich nicht nur ex 



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nef^ativo luö den Bedenken 



n eine loüse 



#W Dokumentation oder ,::egen eine l/loGse Darotellong 
aui , ts laesst sich auch positiv Legruenden und 



prae 2. leieren. 



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Fuer einen sozial^ et chichtlichcn Cuerschi.itt 
und Laengsschnitt c;er Geschichte des deutschen 
Juden tuios von der • an^ipation bis zur e 'nich- 
tung erth^ilter;^ die ^'^ewoiren reiches Anschautungs- 
material, das erst au., ue.a ^-inütjrarund zusa^ tz- 






.u^ler 



licher -.uellen voll aussaprekraeltig wird« ui# 
MiBoiren muessen also quellenmaessig ergaenzt 
und in einen dars tolle ri sehen Zu^amaMihang 
gebracht werden, der sich nur aus der schon 
bestehenden wissenschaftlichen i-iberatur gewinnen 
laesst« Wef«A d«r eiHKicartigen Anschaulichkeit 
der Memoiren sollte diese aber nicht ?anz, in die 






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Dara^elluriß aufgeliuii, aonderr In ftt-azue on als 
Dokvnentation f;elr/^. Ht wcnie: . 'ur so erhielt 
ein breitere. ■ .bllkum cien olastlscher. -Ir.druck 
Wi der "Tnnenseite" oes Ju^dischen L« ens, uen 
die Lektuere der .emotren v<rmit elt. ie c«r 
dokumentarische "eil die wisoenschaltliche 
DarsT^Uunf, so er-aer:2 o diese als Ii:formatlons- 
hinternnind der. dokurnentarischen lell. 3o 
•tm, «l« »Ich eine Statistik zur Judenverfül- 
gung urd das raL-ebuch di.r Anne .rank se.^enseitig 

■de ungeheure «ucht des Llends 
kaeae weot^r bloss ii^ eire nuechterr:en wisser;- 
schaftllcher i-arawellung noch allein d.,rch das 
erschuetlemde Dokiiment einer i^ltizeLschicksais 
voll zu Le'-usaisein. arsUllung :nd jokü .en- 
tation ^<oennter 7.u einer f^ubliKa lior. -.uSAmaen- 
^efuc,.;t Verden, die ..eelKnet waere, r.eues Licht 
auf eines der zentmls t«n w.d noch nicht 
g,r.ue,end -eklaerten --roblor.e ir der .csohlchte 
(tos deotachen Judentums »u wcrrent aui daa 
roclem naeralich, Ir wie weit das deutsche 
Judentums in den verschiedenen haaen seiner 
r^awicklung seit aer Vr-Änsinatior litisch, 
•••Ulund 1. tellektuell in die deutsche 
Goachichta. ■<ifl!»««ng«n oder in wie weit «a 



sich in allen, dieaen Bereiche^ als eine durch 



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S,i4^y^ TVaditlon und H.ligion b..ti«.t. .alba ta.ndi«. 
> -^- ^hel^erhalten aat. 'as in der UteratAir bl. 

'' ^^^^Y^^ni^BO umstritten ^ roble.0 uer .vsslmi]- ->n 



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ose), des An oiseidt Ismus, der Abwehr 
dil^es Anti»afniti8«i«nr (1 damit der Beurteilung 
sowohl der nlcht-z Ion Is tischen juedlsch^. 
Organisationen wie auch des Zionismus :oennle 
in diesem 2usafi. -erhäng tehande^U und um neu« 
/Vspekle bereiche-t viprder y ■ ie ii^itoi^co rage 
fuer die wissenschartliche Darstellung und 
somit das '^r^n'/ip der Auswahl luer die Doicu- 
«tnUtion sollte dieses Yoolem der his ^^orisch^ 



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...i.-i^»i.w ^*JC*»^"'*«*-*' 



Kontlr.uiU«t u..d der sozialen wie kulUirellen^^ 



MiB*.vr-'«w.nA.vJfd^'t!'*»*''^''^ 



Einheit Jes deutschen Judentums sein. ie Frage 



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Vi.'»i*»*->*lj|Ai(»^.li&rfrt-*M9*|.i(i;,J^. - 



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nach der Einheit wiederum laosst sich nur beax.t- 
wcrten, wenn die .■itua.ion des Judentums etn* 
in folgen den Hins ich len untersucht wuerde: 
a) so2ialir;eschic'atlicher .uerschnitt 

1) Der *iude auf' dem Land, in der kleinen 
Staiit, in der Irosstadt) 

2i -^er Jude In den verschiedenen deutschen 

Laendern ; 

3; 'i}<^T Jude in den verschiedenen Berufen 

I4) 1 er -ude in seiner politischen Jrientierung 

5) Ter Jude ix. Vvisaenschalt vma Kunst ^ ^^l^^^ß^\ 

dmr Grundlage schon estehender £in««l- ^^ 

unterfivichungen und evtl. H^^^^^ vuellen 
liessen sich aus 6en ileraoiren B«l«g« 
beibringen, die exe:r.3lariöch und doku- 
««ntariach an besonders eindrucksvollen 



10 



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Einzelfaellen das zum Vorschein bringen, waa 
die weitgehend staUsiisch operierende wissen- 
schaftliche Analyse nicht deutlich genug 
aufzeigen kann wie 5.um ceis.del die Auswir- 
kung einer restriktiven 'JasÄttgebung odsr 
latenter antisemitischer SLroeimingen aul* dl« 
individuelle Lebenserlahrung eines deutschen 



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Juden 






b) Historischer Ls sfirgschnitt 

11t d«a iortschreiten der Lmanzipatlon, dem 
sozialen aufstieß: des Judentums, der Lnt- 
wickl\mg der ^nodemen juedisjch religioesen 
Stroemungen U")rthodo.xie, Uberalisraus, <eforra) 
dmm An- und Abschwellen an tise-^i tischer 



S 



trocnun(^en, der Intensivierung des ationa- 

lismus, dem Weltkrieg, (in'üer Weimarer 



Republik usw. ••ncert sich die jeweils t« 
Quersc^iriitt analysierte Situation des Juden- 
tums zu.n eil erheblich. D«swsgen naiss (nach 
einer in der Konkreten Ausiuehrung zu 
bestimmenden Periodisiervu'g) der sozial- 
geschichtliche QttÄiHQtaaltt gleictisam in 
verschiedenen Schichtungen angelegt und 
Jeweils in gewandelter Form wiederholt werden. 
Das Beartftitungsorinzip :: leibt dasselbe: iuer 
die in der Analyse sich errebendsn Grundzuege 



11 




/ 



liefern die Memoiren in allen Kapiteln 
(Periocien) die tjn^ischen dokumentarischen 



Belege 



Selbstvers bacndlich kann die detaillierte 
Ausgestaltimr des hier nur in einigen 
Grundziuegen konzipierten /rojekts sich 
erst ir der Ausfuehrung seilst ergeben. 
/ Ebene o/muss ^r vSchaet::ung des ?eit und 



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Kos tenaufwandcsNÄC' twündii^erweise eini 



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rhebliche Tolcr«n«br«ite zugestanden 



werden* Der 7kit- und da^nit der ;ios ten- 
aiifwar.d fuer die emofohlene Auswertung 
dM MtÄoirenmaterisls ist in hohem lasse 
abhaengi!^ von der s;>e?.iellen lachkennt/iis 
des wiss-nschartlichen Bearbeiters, 
BrinfTt er schon als hochspei'ialisierter 
Hiw«5torlker Sachkenn totsse liit sowolil fuer 
die deutsche ro7Aair.6Schichte des 19. und 
des beginnenden 2 ). Jahrhunderts wie auch 
soeriell fvier die Geschichte des deutschen 
Judentums in diesem Zeitraum, dann waere iuer 
die Ausfuehrunr des 'rojekts ein Zeitraum 
von etwa zwei Jahren Ins Auge zu fassen. 
Ohne dieae Soesialkenntnisse wuerde ein 
im allgenieüien mit der deutschen Qaachichte 
des 19. Jahrhunderts einigermaeaen 



12 



vertrauter Historiker sicherlich ein Jahr 
yusaetzlich benoetigen. Denn die ?.u den 
beiden genanr'«n -ereichen vorhancißne 
Wichtige wisser schai tliche Literatur ist 
urgew' ehnlich uri'angreich. Auf ihre 
gruendliche \nelgnurg kann nieM&nd 
verzichten, der sich diesem .'rojekt 
zuwendet, wenn aas Resultat den loe ,llch- 
kelten arf^emessen sein soll, die das 
Cuellennaterial bittet. Bei dem V-Iang der 
:^^moirensamraurg wuerde allein die ueber- 



»'•''lÄn^ 



bllcirshafte LekLuere ^^ur aer '^*enioiref5 
mehrere i'ora e In Arspmch nehmer • Das 
geziele Studium dieser ^^ernolren mit dem Blick 
auf eine geei^ete .Auswahl setzt aber schon 



eine gewisse Vertrautheit dt dem historischen 



Hintergrund voraus« 




lieber den Umfang der projektierten ubli- 
kation lassen ^^Ich vr sehr schwer Voraus- 
saren treffer. s waere wegen des langen 
Zeitraums, den es zu behandeln und zu 
dokumentieren qi^lt, und wegen des doch sehr 
verschiedenen Charakters etwa der Situation 
zu Beginn des 19« Jahrhunderts und waehrend 
der r/eiriiarer Zeit durchaus denkbar, dass es 
ar;::eraLen schiene, die Arbeit zweibaendig 
, «nzulegenT i'ierue^er kann wie ueber die 



13 



anderen i«UilB des rojekts, wie cei^lte 

Grwaehr:t, r.ur der endfjuclttge /earteiter 
eine hnUJcheidunfr ireiren. 



(rhyftAJ^4^. J^ ^^^^ />> 4^ i/%^fwy 



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Fttiily hlatorlw 

Botin««« hlatorlM 

Covmmlty hlstorlM 

OMiT«! rcport« 

Dlari«« 

Coxvp o nd i ia« 



Total 

Analyil« 

Pwlod 
Safer« 1800 
X800-1870 

I87O-I9IU 
World War I 

1919-1932 

1933-19[l5 

Aft«r World War U 

Ooom)«tlon of "QbJ«ot" of ia«iBolri 

hk\rj%TB 

Pkmiloiftzi« 

jfUibbl« 

3a«ll bu«nl«8«Tn«n 

Bu«ln«88 le«d«rat lxu]vi«trl«li«t8, banker« 

Eduo«tors 

Fhllo«oph«r« 

Jouni*ll«t« 

CoDcnmlty vork«ra and polltloian« 

Palnt«r« 

Wrlt«r« and po«t« 
Ku«l«i«n« 
Hou««iiflT«« 
Suadry 

Principal looation 

B«rlin 

Btonburg 

Bavaria 

Pp««nt Sa«t and U«8t ?ru««l«, Pomarania 

H«««« Inol* Prankfurt 

Rh«lnland»W«« t phal ia 

Bad«x»»Wu«r t t«mb«rg 

C Sil««ia 

Othar r«glon« in Oamany 
Vi«nn« «nd *^u«tria-Hun8«r7'* 
Otbar countrl«« 



SuBbar 

aSBBJSSm 

1 

9 

25 
12 



UJ7 



39 
J79 

178 
177 



r. r 



16 
7 

78 




Dr. Helmut Berdin,: 



5 Köln, Heinrichstr. 45 
ar. ?1 . AT^ril 1969 



1 j- •• - - A ^ f- T -^ ^ T> o ^ r- V " r' *= 1" 1 t li t. :~ in 1^ '' w * r K 



la Juni 195S besuchte der dar.ali,-e Bundespräsident Prof. 
Dr. Theodor -euß das Leo Baec> Instiute in New York. Er 
sagte über die v.or.oirer. : "Sa ruht ein Stoff fr.r Historiker, 
die fähig sind, das Sinzel cchi cksal in der Bev:egung der Zeit 
zu begreifen, diene selber auo -i.r. Konkreten zu douter.." 
Diese Aufgabe harrt noch der '^-rfrllung. Bisher sind die seit - 
1058 erheblich bereicherten Xeir.oi renbestände noch nicht f^^r 
die Vissenschaft auscewertet oder auf andere Weise der Cffent- 
■ lichkeit zugänglich gerächt worden. 

Durch die Verr.i * tlur.- des deutschen Generalkonsuls in New 
York, Herrn Klaus Curtius, der Deutschen ?or schungsgenein- 
* haft in Bad Socesb^rg und von Herrn Prof. Dr. Th.cdor 

Thyssen Stiftung in 



sc 






Schied er in Köln hat :-ion ^ic 
Köln beauftragt, mit .nrer fin^;.z i eilen Unterstützung die 
Menoircn in ::ev; York za sichten und zu prü.'en, ob und in 
welcher Wei^e eine Erarbeitung dec Materials zu er.pfehlen 
sei. Dieser Aufgabe habe ich mich von 15. Februar bis zur. 
15. April 1969 ur.-..r£Ogon. In diesen-, Zeitraum konnte ich 
etwa 150 :-^e^oiren, das i.t «twa ein Drittel der gesagten 
Sair.xlung, durchsehen. Der dar.it gewonnene Überblick d'irfte 
gen'igen, den historischen Aussagewert zu beurteilen und 
eine Empfehlung Über eine geeignete Verwendung zu entwickeln. 



Dem Historiker, der sich um ein solches Urteil benüht, 
drängt sich schon nach kurzer Zeit der Eindruck auf, daS 
es aich bei den Memoiren im Leo Baeck Institute ut. iiuellen 
besonderer Eigenart handelt. Denn offensichtlich gewährelf- " 
die Memoiren Einblick in die Oenchichte des dcutr^chen Ju- 
dentums und in das deutsch- jüdi ^-che Verhältnis, wie er sich 
ohne Zweifel weder aus anderox Quo 1 1 enr,.a ter i al noch aus der 
wissenschaftlichen Literatur gewinnen läSt. Denn diese "e- 



r 



.< ..) Ö X «i :a i» - i O .3 C. i-< ^ i.i *. C 






1 G cl". i c k 3 a 1 e deutscher 



m i r e n "b t3 r i c: :. i cj : 
Juden von der Emanzipation [und zum Teil früher) bis zur 
Vernichoun-; des deutschen Judentums durch die Hitler-Dik- 
tatur. In ior. Memoiren kommen die ^^evölkerun^ssch i cht an 7.u 
Vorie, von der.er: der Historiker normalervrei se nur sehr -s^r- 
lich Kundo hat. Ha sind dies, um einige Beispiele zu n^nneri, 
der Trödler in VestpreuSen , der Viehhändler in Westfalen, 
der Volksr.chullehror in V': r 1 1 cmher g, der Handv/erker in 
Sachsen, der Tex t i 1 Tcabr ik^nt in Gchlesion oder dor Bankier 
n. Die Memoiren enthalten ?ami 1 i enges chi cht en , r'ir- 



1 n j e r 1 1 



^ r> V. - 



A ,. - 



men^escMchten, -[iersönli cno ::.r .e ^ni s oeri cnt e oder .ageo::cnc. 
von deutschen w^uden aus .--^o jut wie allen sozialen Schichten, 



deutschen ?. e .■: i o n e n 






1^^5. (V^l. dio 
Sc^mt enthält :i 



.J vT -^ 



c; -^ ex * 



tor lachen Phasen von etwa 17 3C bis 
'irische Übersicht. Insge- 
r30 *-:emoiren. Die hohen Zahlen 






\I 



Ci. «T 



der Auf ^tf.llun-^ erklären sich durch Doppel Zählung solcher 



-emoiren, d^u verschiedene gereiche umfassen/ 



?'ir die Auswertung bieten oich eine Reihe von Möglichkeiten 



Aus den .'.emci 



♦^ r'. •< -^ Q ^^ 






Dokumentation zusammengestellt 



Yerdor., 2s wäre denkbar, aus :ier Sammlung die :iinzel stücke 
herauszusuchen, die aufgrund ihrer historischen Relevanz 
und ihreL literarischen Rangs als gesonderte Publikationen 
erscheinen könnten. .-.Is Vorbild für eine solche Memoiren- 
Serie wäre die Reihe "Lebensläufe, Biographien, Erinnerun- 
gen, Briefe" zu r.er.r.QT., die seit 1963 im Kösel Verlag er- 
scheint und bisher ca. 15 Bände umfaSt. 



2. Statt in einer Reihe selbständiger Schriftf^n könnten die 
Memoiren auch in einer Art Anthologie zur Dokumentation 
herangezogen werden. In die?.em Falle mü?ten aus der riesi- 
'gen Fülle des Materials solche Pns.sagen ausgev/ählt werden, 
die erstens -jede f-'ir sich genommen- sprachlich dazu geeig- 
net und historisch interessant wären, und die zweitens 



J 



.■..-.e.= ::r.. befrachtet- so etw.s wie einen repräsentativen 
.;,';,...,.nitt des Materials Meten würden. Auch hierfür e^^^t 
es Vorbilder wie zuin Beispiel 

. Leo W. .chwarz. Me.oirs of -y^^-P^« "^''^^-^^ ^ 
Thousand Years, Philadelphia 1955 

. .Udi.ch. Ke.oiren aus ^-^/fJrBa:hrB;r;irrS36 
wählt und herausgegeben von Hans ^acn. 

, The Golden Tradition. Jewiah Life and Thought in 
Eastern '^^urope. 3d. by Lucy S. Davxddowxcz. 
New York 1965 



«1 



t - T. e ^' ^ e Cx e r n e c e 



reine D o k uir. e r. t a t i 



.•^ >", 



i dsr Yerwendun.: der Memoiren für eine 
wie sie unter 1. und 2. ins Auge ge- 

für eine reine Dar- 



" f 



f r^ ." t wu r ci e , - ^ <.. - ----- -^ •- • 



~ - 1 . , »-> ;,'• 

'., ^ -. v.4.i C 



,v, '^-e :.:cxc.iror.sai...lung würde als iuellenbasis 



benutzt für ei 



deniu^. 3 VC 



n der 'Jrr.arizi patio:": 



G 'c: c c h i c h t e de 

dis zur VernichtuneT 






oie M 



eich schlic'?:icr: roci. ai 



iö Auswertung des 



r* 



ateriai 3 



eine- J'^z ^ ^ i^ >.^ ^ 






v;eder reine Dokument aticn nccn 



. » w» r^ 



r c 1 r. li- 



,.-^. co^-'e-- Dokumentation unc ^ars'-e^- 



r z u g - ^ i<^ '• 



^. *- ^, » r. 






. V r-^ '- e^-ar gar nicht ocer nur 

-•'-.e solche Ver- 



gehe n ; 



^ '^ -^ - 1 i n w u r a d e i 
kn:.n-> kommen:^:.--'...- ---■- -«--^^ 

, —..., ^^r.- Teil breiten -Äaur:. € 
öi'i c^ntiicn^.../ ^-^- ^^- ^^'•' ^ _ ^ 

. ^ .-^.-^ n^-'-'-e' ■ un/T, in der das x^ue.^en- 

-•" Unterscniöd i^u c^nc. Je. ^ -c^ ^u.^b , 

in ^itaten i^ur v^ui^anc^ u..-. 



V ^ - — 



*» » 



na 



e r i a 1 i * u r 



v; * * r d e sie die 
r. a c h e n . 



''* e m 1 r e n i> e .^ »^ -> ^ ^u o ^ ^ -* 



v>.^^ i p-vp^ ten sollte derjenigen oder 
Von den eTeri.'.nnten vier .^.o.-. ic.Ke. .cn 

h denjeni.^en dor Vorzug ref^eben werden. 

!.ter.oirens.<imr.lun^ verporicht 

iie eine oj)zi:u^^^-- - ^ - • ^. 

^ .^ V. ,.1't also, Sic alle in Erwä><unr ^-u 

j ^ . „ r ^ -• • '. > 7 u betrachte:., 
ziehen und icr. -^- ^-^ 



unter Umständen auc 

ine optim^lo :Iutzun,^ der !• 



. ; . . . 



- . , jir v; ' i r > 



ohne ioden Zweifel ein 



VH)ci:v:u:: an >:o;:;oire.\ d^r Offon 

Donnoch ^^pro-chc: 

._• .- ..->>c^e -e,-cn ein solchen Vorhaben. 
Kostcnaufwana, eini:;^ ^* -^-^ --••^* 






w.keit i:u>:än/Tlioh rächen 
: -. Gicherlich enorr.en 



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1 - ^ V p ^- 



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- -» _ V. 






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intensiver hii:to^i^c:.c.' 



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»-'•-' " ^ ^ » 



w ü r. s c h e n 



.:-. ier. li "cc rari:^ ch^:. oder eprach- 

-^ u n vorzieht- 
a u c r. n i c h t v r. s 
w 1 e z M r* c c 3 : c r. ^ . r e ^ n e 
. Diese bei den Merkmale 



'.y.i -j'rr/ cst'C i C cnt':. i c':.'dn p 



v^ ^ V^ >-/ A w 



G c :; t e 



se: h:^t'in.:if-ü Schrli ' 
d23 literarischen Ranrs und der historischen Relevanz weisen 

.'Torin-^e Znhl von Zi nzel stl^cken auf. ?iir sie 



nur eine relaviv 

wäre es sehr zu v;:'n- c; ..^ , d:,? sie nach der erforderlichen Re- 



daktion und r.ö'.:li ehr 



T. cii~aren an die Cf f en 1 1 i chkei 



!- a 1 *i n ,? t e n 



o 



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u.'hel^rre jh t .iehe Bedenken i.us::erauxt vre r der, 



^ ^ ^ -i- 

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'^ ä '• 

-^ V^ w 



können. Für den v.eitnu:^: -il er . i c 7^:^^^ ^ri Teil der oa^-lung .: 
^edoch oine Ein::el ;ju"..l 1 .. -V i c j 
verrr.itteln acer .. ft ;:crtvoi.;j linhlicko in 
deutöchen Juien t u:;. :: . A ^ . e ciic m een sprac... ^ «... u..^ ^^ -..c, ^ - c.ic 
Msr^oiren enthaltenen 1 .. /or... a-:icnen blieben also un^en-^tzt, 
ürde n;an nur eine Publ^ka". : en von besonders reei^neren Zinzel- 



V 



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^ ^-^ -^ -< -» I». •.- »-» ^ • 



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e r e r v o i' t e 1 1 









V« ^ C &> .A c 



auch nient irr. .nazistischen S^nne) 



rpi y.y^ c- c- p ■«' TP 



1 V e v^ u e r - 



Sv. 






^ r^-. 



2. Gögenr.ber einer Doku:;. e;.--.-.t iono-::;eri e würde eine Antholcs:ie 

den Vorteil bieten, dai: das Material in seiner ^T^nzen Breite 
vorgelet^t werden könnte. Kine geschickte Auswahl vcn besonders 
au3saf:ekraf ti^-en ?aoi:a,:on wiirde jleichsaT. wie ein DokuT.enten- 
Mosaik die Geschichte . ^ j deutschen Judentu.T.s sovie das 
, aeutsch-jUdieehe Verhältnis wid erspiooeln . Loch es bestehen 
Zweifel, ob das Xcnoirenrr.atorial onne umfangreiche Kon^.r.en- 
tierung genügend für sich spricat. WUrden nicht manche Aspekte 
* unberücksichti(;t und viele Zusanrr.enhän^e verbor^Ten bleiben, 
weil das ^^aterial allein sie nicht aufzuweisen verniag? "üßten 
nicht durch einen Kommentar oder c^ar eino* ur.f assende histori- 
sche Analyse die Verbindungen herfCes t ol 1 1 , ohne aio eine Do- 
kumentation nur uncenü^end Ausku/.ft ci^t? Sollten nicht die 
in langen Jahren wissenschaftlicher ForsohuncT c^-'-^or.non Kennt- 
nisse herangozo.^en werden, u.r. f'^r die DokuTiontat i n ein Xaxiir.ur. 
an Vcrvorstandnis bereitzustellen? 



* 

i 






3er ''.rti-hg der ':' o r s c ünn e; ließe sich in einer Wissenschaft- 
--•-.^op- &b^.a-dlun-r .;usar.xenf assen . Würde man fMr sie die bis- 
her noch nicht aus.Tewerteten T^emoiren als Quellenbasis mit 
heranziehen, könnte sicherlich das heute bekannte Geschichta- 
cild um r.ancho Aspekte bereichert und vielleicht sogar in 

•o,,r.vr..-- v.~.>^->^^- .r-: .--r-;- Verden. Das spricht sehr für ein« 

uellenbasis. Sie könnten in 



c;. JL 3 '<\. 



einigen funkten komgiur-c 
Verwendung cor iionioiren a 

^^^r. U.Li\^n.: zur Information hc. rr.n/^ezo^en werden, wenngleich 
ir 3ino ur.fasGönde Analyse durcn andere Quellen ergänzt 
werden nU3ten. Ss besteht die Gefahr, da2 sie in der Dar- 



sy X J. 



O ^ ^ 



-- f P "^ "" U ^ ^^ 



allzu sehr un 



c *. 



n^ren un 






ihrer besonderen 



t nicht so zum '2c::^z^'^^ kämen, wie man es . an:res_-^ c.s_ 
der Anschaulichkeit und Ausdruckskraft sehr vieler -emoiren 
h f f e n m ö c h t c . 



Der soeber 



ich beheben und dem Aus- 



sa;^ewert d^r -'^e 
man aus den 



,-"• ^ r 1 c n ^ a r s t e ^ o. u 



G e d a n k e 



erwähnte /.anirc. .le^e s 
-^•-- '-^emoirtn w"-:rde am ehesten entsprochen, wenn 

• '^■' > "^ -i 

^^r.i Dokumentation sein wi: 
t ^icn n:.cn-. nur ex neg-ativo aus den verschie- 






ction entwickelte, die zu- 

Ürde . Dieser 



A -r» ''i 



.-^ ii -^ r^ >-, "^. .-- "^ P "^ V --• k. 






V.; . » vj ^ . . w »^ ^ v^ ..^ v^ 



okumentation oder eine 



aui . 



o X (^ << 



auch p c s 






^ . . Va »J 



tJ - .^ /. -l. ^^ ^ 'S i C A* • 



Die -emoiren enthalten, wie cn^edeutet, reiches Ansc:;au- 
ungsmatcrial zur Ditu.-tion der Jucien in Deutschland. Sie 
r. in Zcihllosen r:i n::el f all en , was konkret zum Bei- 

--'o- -esetzlich nicht bestimmbaren 



Schilder n 

spiel die ^:esct zlichen oder j 

Schranken, die die jndi::c;.e vo- der ni cht- j Ud i sehen Be- 

Vi>i Körung; 



i^lkorung; trennten, für Kensequenzen auf das deut seh- jlidi- 
Vürhä:tni:' T^^h-ibt haben. An innen wird in wohl einzig- 
;.rti^or Anschaulichkeit -lösche Bewuf? t se i nsha 1 tun^ ables- 
bar; eine breite Dk.lü v... .:U.:isc:her ?r:.d i tions Gebundenheit , 
vorb. n:i1t loser Ass im i : at ion::beroi t schaf t , entsch: o ssener 
.;•••-,•-- ^.. ,. ' * ■ \ ■ ■• z",,r bo^roisterten Zuwendung 

'.. •.-.. clor wichtigsten Positionen 

zu r.»;'nnL-n, an denen sich deul.'iche Juden orientierten. 



II 



auf genuin jüdi- 



■ -.^Mi-^isohe-i Positior.on. die ebenso a- 

'-'" .: „.e auch auf Besonderheiten des politischen.^:. 

r. deutschen Lehens zurückzuführen 3l>nd, 

ntwicklung des deutsch 



-! I 



-c-lalen und kulturelle 

r.en in den Memoiren des 



^ \^ ^ «- •* 



c; j. 



r.isses dar. Sie komr. 



vp^t die Hexoiran nicht nur für eine 



^;^UdiBchen Yerhäi ..n 

L 

da3 Vers 

^u vertiefen, sollten des 

, ....,v. ...lyse nutzoar gedacht, sondern .le.c.zei- 
v;is.^enschaf tl-^*-^ "-^^* -^ -^^ 

■»--•■-' ■'. n größeren Jrt 1 s. - J 

:.er:.n,re:^05en werden. v^^v-^PL^en 

-ition von SinzelscnxCKoa.e.. 

eineni Bild zusammen- 



c ^ .- * 



»S .A ^ »» ** ' 



Dokumentation der Darstellung 
.-e ■.'■• -isenschaf tliche St 



<^*rukturena- 



yse und eindringliche Doku-..:e.-. 

, ,.. ;,y, .~erer..:.£-itic er,::-::r.zer. und zu 



T- ■• : '^ -^ p 



■üfligt werden. 



■ w' '^ ,'> ** 

»\ >"* v^^ • « 



,-•.: 1 r 



s r T ^ ^1 w - ? . ^ 



-? P-p.r. Abwü^en des 



rur und Wider sollt 



e der. zuletzt 

o- der 



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- • ' ■ "- -^ t c n V r 3 c . - - <^ .,• 



* * f 



:■ dio Virwondunj der .•-exo-r en-.--....-i an = 

.-- ...^ ei"ö 0T)tir.ale Auswertung d^s 

r-.,,,,-, .-rfe^Tebon wcrcun, ...,.- „ - • . 

. , . ...-.>.. :.ii. ::.::bi.-..tion von Do.<ur.en .a «.i.n .-d 

........r..--. -^- _ _^ skizzierenden Vcr- 

:.&r3til-ur.: ist nur .i-c -^-^ -^ -- 

j an. -^ 



r./er,. j-^ 



^e w c nr. 3 r. e n x^^e n .. w 



K e n n t n 1 3 - e ^ - - ^ 



•.er icochäfti.-un.- T:it den ..etr.oire. 
_a 333chf-ffenheit des Materials 



e 
erlc^uten un^ -ebic-c--.: 

sonde 



es , 



dl. d ..r)f eniuncjen n 

WW ^ "^ 



licht nur forma. 



, . , -,..,• ^v v-G^^er :-:u Dräzisieren 
IT. auch mn-il-^^-cn /.c^«v,x . wt ^ 



er Kenioiren in seitlicher. 
w-rden sie eine r.us,T^2ei ch- 



■v.r 



Aufgrund ci^^r breiten ^::reuUwö 

sozi-^ler und rc::don-Uer hi..^ich 

, ., ^.,,^ . ^- .- ^ i ons^-^rundlage abgeüen 
r-Pte OuellenbasiL, und Jo.'TUir.v... -r. -lon^^ru 

'^^ , . ,. .,. ..,-^..hon Judenturr.3 von der Smanzi- 

c^r^-^ Sozial^escnicatc c^«.s «-n 

"^ ^. -,.. , c^.iche umfassende Arbeit mit 

„.i.xv.. ^^- -- orn^c-unK,. 

^ . • >-,.rr. wü"de eine Lücke m uer 

sozi.lsoscn.chtlichcr Ausricn.ung .u-.e v,te-al 

. .,.....>,,^--c.-..,.. :.itor..ur schliefen und sich vor. >.ate..al 
"^^--"'^^ ., -.-... t .-.: .e. cr.ten Blick wenig Außer.e- 

V -■; -, -prn^ f^en von hoch- 
Vi' n 1 f^ e hi r 1 n . . e r u . » o ^ ** 

in^en Prozentsatz 



w ö Vi n 1 1 c h e 3 

pro^-.i r.onten .'^ .. . t: >: 



,-. ,<^ ^- , > "i >•. t 

e n : 









' V p T ' 



US de n k u 1 - 



_:..n nur relativ ^cr 
>^ v.-,r-'.....pr ?or.:rnliöhkeiten aw 

-^>i .eben, nur vereinzelte Stucke 
T'.-.. •n-.sorcohönd sind aus den 



t u r f; : ^ t^ " 
V n *n r. 



•■• p '. 



i «w» V^ » * ^ 



Xer^oiren kein.i veö-... .:.c;. neuor. Konr.tr.i s = o zur großer. Politik 
zu erv,-.rtcr.. Voa:- d-o IM t., : -kung de--'.cchcr Juden an der gro- 
:?c-n Pclini-.: r^r.lt o.i a:,le-;.i.-.-s auch -ar reicht so sehr an 
wissensch<.f:lic.'en Jarat e'. lur.c^r. und Spe/.ialunter suchur.,'en . 
--o-r-^^o ^'Ix fi-'r :'ono TTOhien ü'-sr gro3e deutsche Juder.. 
Oas^e-en'iter zsngelt es trotz visler Sinzelunter suohungen 
an einer -od^^men sczi ^1 -e schi cht 1 ichen Gesa- tanalyse der 
Geschichte des Judentums in Deutschland. 



Sine solche Ai.a^y^e Ww^iro t;^.^!: 



r- r 



. ^ o , 



neues Licht aut eine 3 



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k 1 ii r t e n ? i- c c ^ e r. c 



•♦■-»«■'''S'"* '*'!'!■ "P'^ 



3 {; i t der r] r. a n z i p a t i s n 
ier dout^.chen Geschichte 



r 1 1 e n diesen 



r e 1 c n e n 



d Religion bestir.r.t e Xincritav. 
le in der Literatur ". i a heute 

Anti serr.itisir.us . 



V T"^ .-- f^ c.o.r Wechsel- 



cer zentralsten ..n^ n^^c ..^^.^ v, ^f-^-c.« 
zur Geschichte .'. ^o ..uurcchc:. Judentums z 

- , -, •-• ^ - -• . . , , . 4 - . . -— ■■ ■ c - fe i: t s c h e J '.: c e n t u rr. in c e i 
Problem nnr. ^^^-., ^ .. .^ ^ '^ ^^ -^ ^ ^ v... b ^e^^t^D^^i.^ 

verschiedenen ^-nuos;.. ^-^^^^..^j- .^.. ^w-. ^a^ ai. 
politisch, iozinl und ^^-^'--w - 
verknüpft oder inwieweit e3 i.i c 
ci 1 s eine durch T r a d i - i :■ •.". '- 
s u i g e n ü r i 3 o r r. a * >. d n ...... 

so UEStri'. ter.en l'robler.c öo-- .^.ssir.i l'. t ion , :.e£ 
der Abwehr dieses Ant i -e-ni t i sn'.us und die Fra-^e ce 
v;irkung dicaor Vor rVlnr.-. kb/.n-on neu aufgeworfen werden. 
In dic.'sera Zusäm.r.enhang könr. -e auch das ^ufkon:r.en sowohl 
der nicht-3ioni.-5ti.-,ohon jüdischer. Organis.^.tionen wie det- 
2ionir,.ius behandelt und ur. neue Acoekto bereichert werden. 
Anhani ei.-. :• Ar..".l..rao d.r 7, -.hl rei eher; jüdischen Or.r^r.i sati on^ 
wirc der /ra-c nachzu-ehen, in welcher Weise .^-.ich der Zu- 
sacT.enhalt dca deut.5chen Judentur.s nus jr .:i sch-rel i gicscn 
oder anderen eigenständig- j-di sehen Mo'ivon erklärt oder 
in welcher. Ausraaße die Provokation durch den Antisemitismus 
dar-^n Anteil hatte. Die ?rage nach der hi r.tori sehen Konti- 
nuität und der sozialen wie geistigen Einheit des Judentums 
zielt inf, Zentrum einer noch nicht b.'f ri ed i -end f:elöaten 
■.-roblematik. Sie könnte .jerL-n'-t so.n. daa 7heaa einer So- 
zi -3 Ige, schichte des deutschen Judentur.3 von der Hnanr.ipation 
bis zur Vernichtung einz ugrer2i.r. . 



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■^^->e^t de:^ deutsch..:. Judv.:;tuns ^^^--e eine Situations- und 

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sich aus Ccn Lericir.n ^c;-.o^c .c^. ^e-, --^ 



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und 



kumontariscn -.:. L^con^er- eindrucksvollen Einze 



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.. ^ \J ^ .'. V^ *. V- Ji. •* «---». 

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eines i e u ': :*- c h e n J u o s^ n . 



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dem nicht-perionalc 



restriktiver Cv^^ot^:^ 



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ac r.na^yse nicn. 
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Individuelle Lebenserfahrung 



vie zur. jeir;piex ^xo 

nd offener antise- 



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j) Hiatoriocher L-infrsschni 1 1 



Mit dem /orti:c 



h r c 1 "- •- n Ci e 



:-r F.: rr.zi pat ion 



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stie^ de3 Judentums, der rlntwicklung d*.r modernen jüdisch 
-reli-riösen Richtungen (Orthodoxie, Liberal i err.us , Reform), 
dem An- und Abschwellen antisemitischer :; trömun^-en . der 
Intensivierung; des Nft t ionali snu3 , dem V/eltkrieg, der Wei- 
marer Republik und com Ilationr, Isozi -U i r.mus ändert sich 

analvsierte Situation des Ju- 



p'^ — 



die jewoilo im v^uerscnnivo a: 

dentums zum Teil erheblich. ^..v;e-en m^'^tc der sozialgo 

üchic.tliche Querschnitt .rluichsa- in verschiedenen Schich- 

tuni;:.n angelegt und jeweils in gowanaelter ?or:' wiederholt 

werden. Das 3earbc i tun.?.=:r: 

in der A n a 1 y c, e c : c h 



: bliebe dast'.r-lbe: ivr aie 
n J-;.:i.^ ■: -^^ liefern die Me- 






e;:o 



-■• . - -^r.^iiM -^--te Aus-er:tftltun2 des hier nur in einigen 

Crur.azi;::.;n vorge ^ chla-enen Projekts wird sich erst in 

ccr konkreten AuLsf^'hrung festlegen lassen. Sie kann. r.i.cAt_._ 

... ^^^., . , v^.M... •. werden. Unverbindlich wie die nur 

:,:-. A.-ire^unc zu verstehenden Erörterungen Uher die mbe?- 

i.nlage der Arbeit sind auch die Schätzungen des 

rd-rlichen Zeit- ur.i Kost enauf v^andes . Dem künftigen 

^^A^^^ '^-j-P r-5- -rV-tiv rro^c-r Stiiolräuni zugestanden 
J ö £..r c elter v^irc i^-*.* j.t,^^k.j.^ ^^v^i^-^* , ^ 

z 5elcing wird die speziellen Fach- 
icin. ^rin -t er als hochspeziali- 



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deutsche 



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e n r.'. ^ ■• s .i c n 
kerir.tnis des üearDei-c.- 

ri:-:£r i:;ch:.-i .^ti-L Sachkenntnisse mit sowohl 
:o2ia: jescn:ch:e c:e3 1^. und des begin- 

:auch ^ooziGll f^;r die Geschich- 
: in dieser. Zeitraum, dann waren 
,^rc3ek~s etwa zwei Jahre ins Auge 
^ ^ , - •■ - -. r. -■••--.>' r-, "»- ^1 ■? C5 :i p v; 'J r d e ein mit der 
' 'schon ajschichi^ des 1^. Jahrhunderts ver- 

. Jahr zusätzlich benöti- 
T.a.-nxe:\ Gebieten vorhandene Litera- 

Auf ihre gr^^ndliche An- 
:, d., r sich diesem Projekt 



. - e li v ^ » . >- -^ • 
-: ü d t: s d e u ^. s c h c n J u ■ . 
" ■• • V» r> - c. '"• p- .-^ "^ *" s i c r un r. 






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i- :::: jlichkei ten angexessen 
ori^l bietet. Bei dem Umfang 
die Überblickshafte Lek- 
hon-te in Anspruch nehmen. Das geziel- 
te ^Studium dieser -oinoirc 
Auswahl setzt aber .-cl.on ei.-- 
historischen Hintergrund v o r uu l- 



1 c r :• - e n 1 r e n s a m r. X u n g . . .> x- ^ c 

1 •'• ;^ -^ nur der M e m o i r e n . . o n -: ^ e - 1- .v ;. c. p 

n i.r. k'inblick auf eine geeignete 

Vertrautheit mit deni 



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Was für die konkrete Durcnf ü:;rung und den erforderlichen 
Aufwand gilt, triff". :^^^:^-':- :" '^^ ^^^^ Umfang der projektierten 

.iich weder genau voraussehen noch 
..llu L'^cz^2 ?ragen mvissen letzt- 
..^^rbeiter entschieden 
.... ^_^^',^ ._.. _.;rcnhoit w^ihrnehmen, sich 
z:. den sachvcr3tän.i:en >:i tarbei tern des Leo Bneck 



'; vor.:..;.' 

- •■'. «,• * c? <? cv '■, •- 

.... »« .. l«» »^ t ' * ' 



e 1 0', 



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Institute:, berf.ten ^u 1..3sen. Solche Diskussionen w'.irden der 

A:-::ei-. lvL che r 1 i er. cbc.-.so forderlich ^em .....7,...g rigr 

n Institutshibliothek. Ferner birgt 






h ,-■ r V o .- r ;•. • e r. d .i u c r 8 

ria.: :..o 2:.ock In^tiV.te noch ur.:an;:rei che andere Quellei'.oe- 

rtänhö v.-io -.'..rerla.-.-.;- von Hunderten j'.;discher Cexoinden in 

- - ••c-ln-.i und ei: ••-' KHchlr,'3s^.nTrl -.ns .— iColl 9.; t ic:-. en 

bedeutender deutscher Juden aus Politik. Vir t-schaft und der. 
kulturellen Le'oen. Sie könnten für die Arbeit nit herancezo- 
een werden. Von großer Bedeutung- dürfte auch das zusätzliche 

^ . . A^ ^nc c,^- -h o^ <^ e-'ner "bald anlaufenden 

C-ae: lenniaterial sein, das s^^n ..^^ ^^.it:. 

r. ^ A^^ n--^.T > -• c ••- -. xtr »' ergeben wird. 



-^as 



"• .^ ^- 1 z w a r .". <s r u c 



auf enge Zusa-^r.enar- 



Leo 3aeck Institute i 
._.. J..V .p::, k^nfticren wi 3scn3chaf 1 1 i chen 3ear 

-•ur an eine ber:, tende 



beitcr des 



Pro^ilcts, 



abe 



-^vp-it des iie- 






^ s^ ... O 



e o 



r selbstvcrstäni^icn is- 

-^-..-r-. Lie v:i3senr.cnaf :liche rreineiu 

-—•"-- d'.iu^ch beeinträchtigt, daß sicn 

:,rbenälx. 15ber die /ler.oiren 
-^ •• • .- ^ *^ Un o r b 1 e TT. '• t i s c h 



b - c. u 



g ,:; 2 CL a c n t . 
wird ti u c / 
a e c -I Institute - a s -^ o c n t 
r in jeder bc:iebif:en ?o-n z\x verrufen. 
/.^.^^ ._cn der Wunsch des Leo I^ac^c Institutes sein, da3 
di:2 .latc-.'-" -;1 bei der 3earbeit 
Darstellung unter^reht, 
v.ird . j'^-t H nioiren so 

Xop;lichAeit sollten sie. in 

ich r.-.it den Er.pf ehlun^«" . die 






IT nicht allzu sehr m cier 

s.-> 

-u- in Zitaten verwende 



lle.-. stärker zua Vorschein korken; nacn 

endix auszugsweise er- 



j. 1. tr ..• *■• , ■■ ^ 



t^ri^cne Publikation zur c^o'ia. 



T _ 



r ?h '> inen, ^i e s e r Vu n 3 c h deckt s 

...ch.chte dftS deutschen Judentui^s von der Emanzipation bis 
r ' : j V • r ^i c h . u f)T v j r o o h c n . 



i e A n r e 



e r 3 1 V* 1 1 e r i n 



3rund.\ire des nier entwickelten Projekts 

k Institutes .crefunden, 

u diese:.- "Bericht vortrelegen hat. Für 

der Bericht- 
üincn Vorentwurf er-pfan^^en 

o B a e c k 



Die W»a..tigs*.erv 

haberv die Zu^ti m.munt^ aes Leo Baec 

de:: ti n YcrentMU^i' z 

,":unscr\ Urti kriti.-.cho.i ..invc-ise. die 



n dtr Jiskvnr '^.: . 2cr ^.u 
hat, i.t er C^:. leit.n<^in Da^.n unö herren des Le 
In.-tutes .u ^jrolem . a..k v.rpf lieh t e t . Xit Dankbarkeit ist 
auch die Un t .^ rstlit zun,': ^U 

Ar 



rv..-....cn, die ihr. während seiner 

~<» ^^ •••, + Tirc^v x^abi:hrt schließ- 

boit in X..v; York zu^tll :o^;oruen i:3t. Da..xC g^üi.nr^ 



•.«.-*- ^ ' 



...... >^,.._, -:^-p durch ihre finanzielle 

: '^ r. y s £^ '3 ^' ^ ^ ^ * t ^ f -* -^ - 

rh'-^-upt erst errr^bglicht 

den 






w» u o 



'. -■ *■ a ri. .'-i 1 s '■>■ -•' e 



-..■,,„.-. :-,-> Mittel -ar.d Vfege finden, 
.-..,--.-= ■• ...u:- -.och bevrorteten Kemoirenschat 



ea 



.^..'i.or. vor: i.:.^^^--'- 

,,4 •. ,-. -^- c-> ; i"- : ich zu t 
r.-/cön, i:.'- w ^ ^-.c -^ --— — 

..-..,^ V.^r::tändniß der Geschiente d 



Z ZU 

roeiten und für ein bes- 



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deutschen Judentur. o 



-utzcar zu 



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HISTORISCHES SEMINAR 

DEBUNIVERSITÄT ZU KÖLN 

Dr. H. Berding 



5 Köln-Lindenthal, den 20. Mai 1969 

T«i«fon 20 24X6 




Leo Baeck Institute 
129 East 73rd Street 
New York 10021 
USA 



MAy/s/969 



JU-i^''^ 



Lieber Herr Dr. Grubel, 

besten Dank für Ihr Schreiben vom B. Mai. Ich freue mich 
53ebr, da- der Bericht Ihre persönliche Zu« t. lm!»iung gefunden 
hat . 'Hof fentlich sind auch die anderen Mitglieder des Executive 
Commitees voll einverstanden. 

Eine weitere "offizielle" Stellungnahme erwarte ich eigent- 
lich nicht. Mir liegen inzwischen auch die Antworten der Fritz 
Thyssen Stiftung, des deutschen Generalkonsuls in New York und 
der Deutschen Forschungsgemeinschaft vor. Alle sind von dem 
Bericht sehr angetan. Doch scheint leider die Frage, wie nun 
das Projekt ins Rollen kommt, noch nicht geklärt zu sein. Wahr- 
scheinlich hängt des auch damit zusammen, daS bisher nicht ge- 
klart ist, ob ioh daß Unternenmen selb?! ir die Hände nehme. 
Die Deutacne Forschungsgemeinschaft hat mir mitgeteilt, daß 
Herr Dr. Treue die Angelegenheit weiter bearbeiten wird und 
daß Herr Professor Schieier oder icn einen Antrag stellen könn- 
ten, in dem um Unterstützung für die weitere Bearbeitung der 
Memoiren nachzusuchen sei. Ich werde die Sache noch ausführlich 
mit Herrn Prof. Schieder zu besprechen haben, wenn er in den 
nächsten Tagen von seiner Reise nach Süd d eu t schland zurück sein 
wird . 

Ziemlich einfach würde sich die Sache weiter verfolgen lassen. 



wenn ich seihst das i'rojekt zut 



Ge.'/ens^'^nd einer Habilitations- 



schrift machen könnte. Diese Aussicht ist zwar noch im-er nicht 
endgültig ausdiskutiert, doch mehren sich nach den bisher ge- 
führten Gesorächen die Bedenken. Der Einwand von Herrn Dr. Bam- 
berger, daf? der in meinem Bericht an vierter Stelle genannte 
Vorschlag sorar f'^r ein Forscherteam lange Jahre Arbeit zur 
Folge haben würde, gewinnt leiier sehr ?n Gewicht. Auch Herr 
Dr. Rürup betont, da^ es kein Zufall sei, da^ die dringend ge- 
forderte Sozialgeschichte des deutschen J^jdentums noch nicht 
geschrieben sei. Sie ließe sicii eben nicht erarbeiten, weil 
dafür noch manche Vorarbeiten fehlen. Auch würden die Memoiren 
für eine solche vom Thema her kaum e i n^e.^renz t e Problematik eine 
viel zu sc male und unter Umständen nicht einmal übermäßig ge- 
eignete ^.uellenbr.-: s sein. Alle diese Gerichtspunkte kann man 
nicht einfach be i ae i t e tu;. . 31-- sind um.-o ernster zu nehmen, je 
gewi r.senhaf ter m^n die Vereinbarkeit des Pro.^ektes mit den Kri- 
terien einer Habilitationsschrift pr'ift. Eine Habilitations- 
schrift mu/ ^ine begrenzt- Problematik behandeln, die sich in 
el^ner halbwegs vertretbaren Zeit bew^iltigen lä-t. 



- 2 - 



EndrintiR werde ich Ihnen in den nächsten Wochen meine Entachel- 
dw TitJeilen. Wie i.mer sie ausfallen wird, möchte ich schon 
"^t^ betonen, d.a? ich T.ich jedenfalls weiter mit der ^roblema- 
tlk hefas-ifn wei-e. in die ich während meines Aufenthaltes in 
1:1 York die ersten Einblicke gewinnen konnte. Sollte sich die 
iusf' hrunR des Projektes nicht mit einer Habilitationsschrift 
Vereinbaren lassen, wäre zu erwägen, wie weiter zu erfahren 
sein wird. Es böte sich die Möglichkeit an, das ProjeKt einem 
anderen Wissenschaftler anzuvertrauen; vielleicht ""«"•" 
Ir Schorsch oder Herr Dr. Rürup zu gewinnen. Vermutlich »«8te 
dinn von einem dieser Herren bei der Deutschen Forschunrsg.mein- 



SC 



haft der Antrag auf Unterstützung gestellt werden. 
Sollte sich herausstellen, daß sich der Realisierung des Projektes 




Dokumentationsserie als h 



CiuellensanT.lun^ für den Historiker an- 
kennen 



sr.e en m.-.e. Frau Dr. Bchnke-Kol Iwi t z und Herr Dr. « -«P ^« 
IZl ninnt die Me,.oiren. sie verfügen aber beide ohne Zweifel 
Ub^r sehr fundierte Sachkenntnisse, so daf? man ihre Gedanken 



ernsthaft bedenken sollte. 



Ich habe in de 
immer wieder b 
fassen seien. 



n besprächen mit Ihnen und ^vcn im Bericht selbst 
etont da3 die Vorschläge nicht alternativ aufzu- 
Die Entscheidung fUr eine der empfohlenen Verwen- 

Viel leicht 




Habilitationsabsichten Nähe 



über Hprrn Dr. Ottfriec' Da. eher hab^^ ich in Erfahrung bringen 
können, da- er zur Zeit als Kegi erun .-s- Archivasse ssor an der 

H e s 3 i s c ri e n 

Arbpit über "Das Textlig' 

Jahrhundert" promovierte. Diese Arbeit ist 1^68 in Marburg ge- 

druckt erschienen. 



er zur Zeit als Kegi er uni-s- muni v <.o.,v..,»-- -■- 
Staatsbibliothek in Marburg tätig ist "'»'^^ ^^ \^^"*^ 
"Das Textilgewerbe in Hesfen-Kassel vom 16. bis i^. 



Mit freundlichen Grüben an Herrn Dr. Qruenewald. Herrn Dr 
Hamburger. Frau Blu.en thal -We. 3 und Frau Dr. ««J^«" «"^^^ 
die anderen Damen und Herren des Institutes verbleibe ich 



an 



Ihr 



((tiu^ Bo^-^ 



PS 

Meine Frau bittet 
sie sehr herzlich 



m c n , 

zu erwidern. 



Ihnen für Ihre 3rüf?e zu danken und 



v. 



HISTORISCHES SEMINAR 
DER UNIVERSITÄT ZU KÖLN 

-Dr. Helmut Berding- 



5 Köln-Lindenthal, den -^ ^ Juni 1969 

Telefon 470 2206 



Luftp ost 

Herrn 

Dr. Brnest Hamburger 
67 Riverside Drive 
New York, N.Y, 10024 




Lieber Herr Hamburger, 



sehr herzlichen Dank f^ir Ihren freundlichen Brief. Sicherlich 



haben Sie inzwischen von meinem 



letzten Schreiben an das Leo Baeck 



Institute Kenntnis erhalten. So sehr mich die von allen Seiten 
eingegangenen positiven Urteile über den Bericht erfreuen, so 
sehr bin ich betrübt über die Schwierigkeiten, die sich einer 
raschen Realisierung des Projektes entgegenstellen. Mir ist von 



Herrn 



Prof. Schieder, Herrn Dr. Rörup und Frau Dr. Bohnke-Kollwi tz 
berzeugend dargelegt worden, daP sich die Aufgabe, eine Sozial- 
geschichte des deutschen Judentuns zu schreiben, in Form einer 
Habilitationsschrift nicht bewälti-en läßt. Die Problematik ist 
zu komplex, das Thema müßten deutlich eingeengt werden. Angesichts 
der breiten Streuung des Memoirenmaterials (dar. als Quellenbasis 

bei we 
aber n 



item nicht ausreichen würde), ist eine solche Begrenzung 
icht durchzuführen. Ohne sie jedoch läßt sich das dann allzu 



globale Thema nicht neben der sehr anstrengenden Assi stentenver- 
pflichtDn^ in einem Zeitraum von etwa zwei Jahren hinreichend 
bearbeiten. Prof. Schieder hat mich darauf aufmerksam gemacht, 
daß er sich in einigen Jahren emiritieren lassen wird, und bis 
dahin mu.^ meine Habilschrift abgeschlossen sein. Es ist also bei ^ 
den weiteren Überlegungen davon auszugehen, daß ich für die Reali- 
sierung des Projektes 4) meines Berichtes ausfalle. Soweit ich 
sehe, stellt sich unter diesen Umständen das Problem der Memoiren 
-Auswertung wie folgt dar: 

Es wäre denkbar, daß das Leo Baeck Institute einen anderen Wis- 
sensch-^ftler gewinnt, der die Aufgabe übernimmt. In diesem Falle 
müßten das Leo Baeck Institute und der wissenschaftliche Bearbeiter 
bei Herrn Dr. Treue von der Deutschen Forschungsgemeinschaft um 
Unterstützung nachsuchen. Sicherlich würde Prof. Schieder den Antrag 
mit Nachdruck unterstützen. 

Man könnte auch erwägen, ob man nicht einen anderen der Bericht- 
Vorschläge ins Auge fassen sollte, besonders dann, wenn unabhängig 
von meinem Einsatz die Bedenken gegen das Projekt 4) sich erhärten 
sollten. Würde man sich also für eine Edition (Projekt 1> oder 2) 
meines Berichtes) entscheiden, dann müßte die Frage nach dem Bear- 
beiter neu gestellt werden. Für einen etwas späteren Zeitpunkt wäre 
ich jedenfalls sehr gern bereit, mich dieser Aufgabe zu widmen. 
Außerdem hat Herr Rürup zu erkennen gegeben, daß er interessiert 
wäre. Für eine mehrbändige Dokumentationsserie könnte man durchaus 



blatt 2 



an zwei Bearbeiter denken. Unter Umständen könnte das Leo Baeck 
Institute hierfür Mitarbeiter gewinnen, die sich dieser Arbeit 
schon bald zuwenden könnten. Vielleicht möchte man, für einen 
etwas späteren Zeitpunkt, diese Aufgabe auch Herrn Dr. Rürup oder 
mir oder uns beiden geraeinsam übertragen. Auch in diesem F^-^lle 
scheint es mir aussichtsreich zu sein, die Deutsche Forschungs- 
gemeinschaft um Unterstützung zu bitten. 



Ich 



wäre Ihnen sehr dankbar, sehr geehrter Herr Hamburger, wenn 
ich gelegentlich zu diesen Überlegungen Ihre Ansicht erfahren 
dürfte. Mir ist sehr daran gelegen, daß die Memoirenschätze ge- 
hoben^^'^daß das Material in der einen oder anderen Form an die 
Öffentlichkeit gelangt. Das ist der Hauptgesichtspunkt. Außerdem 
bin ich auch persönlich außerordentlich an der Mitarbeit inter- 
essiert. Doch fürchte ich, daß sich die Einwände gegen die Über- 
nahme des sozialgeschichtlichen Projektes durch mich nicht ent- 
kräften lassen. Dafür, daß ich dann aber zurücktreten 



muß, hoffe 



ich auf Ihr volles Verständnis. Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie 
meine Überlegungen im Leo Baeck Institute zur Sprache bringen 
würden. Wie mir Herr Dr. Grubel sagte, wäre es wünschenswert, 
wenn die Diskussion über das i^emoirenpro j ekt bis zur LBI-Tagung 
in London zu einem gewissen abschließenden Ergebnis gebracht 
werden könnte. 




"Bismarck und der Imperialismus". Wehler geht übrigens m seiner 
sehr kritischen, nationalökonomisch orientierten Analyse eingehend 
auf Bamberger ein. Ich vermute, daß Sie an seiner Interpretation 
große Freude finden werden. 

Sehr freundlichen Dank für Ihre Anmerkungen zu meinem Artikel 
über "Freiheitskriege". Sicherlich hätte ich Goethe behandeln 
sollen, doch der Verlag hat sehr auf Straffung gedrängt und mein 
Manuskript um die Hälfte gekürzt. 

Meine Frau und ich denken oft in sehr lebhafter Erinnerung »mf 
an dip erlebnisgefüllten Wochen in New York zurück. Den G^ng 
durch das UNO-Gebäude sehen wir als einen der Höhepunkte unseres 
Auf'^^nthaltes an. Wir sind Ihnen sehr dankbar und glücklich, daß 
Ihre Gattin und Sie für uns Zeit gefunden und uns um viele anre- 
gende Gespräche bereichert haben. 

In Dankbarkeit und Verehrung 
Ihr 



tft^UAU i^O^ 



> 



/ 



13. Juni 1969 
W/405- SH/IS 



Herrn Dr» Helmut Berding 
Helnrlchstrasse 43 
5 K o e 1 n a,Rh. 



y. 



Lieber Herr Berding, 

ich danke Ihnen fuer Ihren ausfuehrllchen 
Brief vom 3. d.M. 

Ich kann neute nicht gruendllch darauf ein- 
gehen, da ich an einer schmerzhaften Guertelrose 
ertcrankt bin^ xvollte Sie aber wenigstens wissen 
lassen, daes ich Ihre Gruende fuer die Ablehnung 
der Bearbeitung des Projekts h voll verstehe, 

Sie koennen selbstverstaendllcb auf keinen 
Fall ohne die volle Zustlnmung Professor Schiedsrs 
an diese Arbeit herangehen, wenn Sie Ihre Ifabili- 
tationa •Aussichten nicht gefaehrden wollen. 



Wir werden uns irjd- :cu^c;.»t#n Woche mltiL d 
ueber die Situation unterrialcen^ wie aie nach den 
Bri i, die Sie an das Institut und einige von 
uns gerichtet haben, aussieht. Wenn diese Sitzung 
stattgefmiden hat, werde ich auf Ihren Brief zurueck- 
kcMsuaen. Jedenfalls freue ich mich ueber das Interesse, 
das Sie dan Projekt nach wie vor entgegenbringen, und 
rechne ich auf Ihre spaetere Mitarbeit, falls eine 
Dokumentationsserie in Aussicht genommen werden 
Bollle. Aue:i Ihre Information, dass Herr fluerup an 
der Arbeit interessiei-t ist, war mir wertvoll. 

Besten Dank auch fuer den Minweis awf die Erwaeh- 
mmg »•Inos Buches in der neu erschienenen Publika« 
tlon von Hans-Ulrich Wehler, Ich werde versuchen, 
mir das Buch hier zu beschaffen. Sollten Sie weitere 
Hinwelse auf mein Buch In der neuesten Literatur ent- 
decken, so werde ich Ihnen stets fuer eine entspre- 
chende Kitteilung dankbar sein, da es von hier aus 
natuerllch unmoeglich ist, dies alles zu verfolgen. 

mt freundlichen Oruessen 

Ihr 

I.A. : 
Diktiert aber nicht gelesen. ^'^/^ D^/ßrnest Hamburger 



C '^.G 



HISTORISCHES SEMINAR 

DER UNIVERSITÄT ZU KÖLN 
Dr. Helmut Berding 



An das 

Leo B^eck Institute 

Z.H.Herrn Direktor Fred Grubel 

129 East 73rd Street 

New York, N.Y. loo21 ^3^ 






5 Köln-Lindenthal, den 24. Juni 1969 

T«l. dftd4^a06 470 ?206 






.It^^^^*- 




.,e.e. Herr --^X.^^^^^^^^ ^^^ ^^^ ^^^^^^ .^^^^ ^^^ ^^^^ ^^^^ ^^^ ,^^, 

.uß mein Brief vom 2o.Mai 1969 verloren gecangen sein. Entgecen meinen 
sonstigen Gewohnheiten habe ich von diesem Brief eine Durchschrift 
anrefertif-t. Diese finden Sie beigefügt. 

Di e^anJchte Information über Herrn Dr.Ottfried Dascher finden ie 
in dL erwähnten Brief vom 2o.Mai. Dort hatte ich auch schon ange- 
deutet, was ich dann in einem späterne Brief an «e-n Dr. Hamburger 
schon deutlicher formulieren konnte und was nunmehr als unwiderruflich 
TZeL ist: ich selbst Kann die Bearbeitung des von mir vorgeschlagenen 
.Memoiren-Proje.tes .) nicht übernehmen. Die Gründe sind in den er- 
wähnten vorausgegangenen Briefen ausführlich dargelegt. Ebenso habe 
ich darin zu,n Ausdruck gebracht, da. ich grundsätzlich am Prob em der 
Geschichte des deutschen Judentums weiterarbeiten möchte und m^chauch ^ 
sehr gern für einen späteren Zeitpj^kt zur Zusammenarbj^mit dem 
Leo Baeck-lnstitute bereitf_lnden machte. 

ich hoffe, daß Sie durch'^ie 'Mn^eise.' die Sie in der beigefügten Durch- 
Schrift finden, sowie durch die Ausführungen in meinem Brief an Herrn 
Dr.Hamburger so gut über den Stand der Dinge informiert "-^-;^"^; 
wie es von meiner Seite möglich ist. Zu weiteren Fragen und für alle 
Sonstigen Wünsche, die ich von Köln aus für Sie erfüllen kann, stehe 
ich P!;ern zu Ihrer Verfügung. 



Mit freundlichen uru.oei 






7 






Doppel ^}^J^^^^ y^eo ö^ecj 



Auswäröges Amt 

lY 7 - 80.SL/3 • 91 06 



Generalkonsulat 1 

der Bundesrepublik Deutschland f 

j New York. 

•f-*g. DEC5-cl969^.t' 

An diG ^T^ V ^_ X -i^^^ 
Deutsche porschuagsgemeinacaart ^gu. ^^ ••« 

' AnL G€l(K 
5;!; Bonn-Bad Godegberg 
Kennedy-Allee 40 



26. November 19^9 




Betr.: Wiasenaohaftliche Bearbeitung von Manuskripten Im Leo Baeck 
Inatltuto, New York 



T,„„,,^. -nn-t vorlie—nder Bericht über die Memoirenbeatände do3 Leo 
^^^^ Baeck Institute In New York vom 21.4.1969 von Dr. Helmut 



Bai 
Berding 



nachdem Herr Dr. Berding gut ein Drittel der bei den Leo Baeck , 
Institute befindlichen Manuskripte durchgeoehon und in dem oben I 
ermahnten Bericht Vorschläge für die Veröffentlichung dieser Do- 
kumento gemacht hat, wäre das Auswärtige Amt für eine Stcllun^- 
nahme zu der Präge dankbar, welcher der mfjglichen Auswertungen 
nach dortiger Auffassung der Vorzug gegeben werden soll. 

Ferner bittet das Auswärtige Amt um Prüfung der Frage, ob die 
Deutsche porschungsgemeinschaft die Finanzierung des Projekts im 
Hinblick auf den wissenschaftlichen Charakter der geplatton Edi- 
tion übernehmen kann. Die Förderung von Projekten wiseenschaft- 
lichen Inhalts gehört, wie die Frltz-Thyssen-Stiftung in einen 
schreiben an das Auswärtige Amt bereits mitteilte, nicht zum Auf- 
gabenbereich dieser Stiftung. Von Ihr wäre eine finanzielle Förde- 
rung also nicht zu erwarten. 



Im Durchdruck 

dem Deutschen Generalkonsulat 



Im Auftrag ^ 

(Dr. Peuser) iy 



gez. Dr. Peuser 



New York 

unter Bezugnahme auf den dortigen Bericht Nr. 574 vom 11.7.1969 

zur gefl. Kenntnisnahme. / L'^ 



Im Auftrag 



W-r 'i*f/'/f^ pvyJ 










DER DEUTSCHE GENERALKONSUL 



^, X 



460 PARK AVENUE 
NEW YORK. N.Y. 10022 
TELEPHONE 688-3523 

30. Dezember 1969 / 



Herrn 

Dr. Fred Grubel 
Leo Baeck Institut 
129 East 73rd Street 
New York, N.Y. 10021 






f^J^ 



L*iy^ 



./ 



/ 



Lieber Herr Dr. Grubel! 

In der Angelegenheit betreffend wissenschaftliche 
Bearbeitung von Manuskripten des LBI nehme icn Be- 
zuß auf Ihren gestrigen Telefonanruf und ubersenae 
Ihnen als Anlage Fotokopie eines Schreioens des Aus- 
wärtigen Amts an die Deutsche Forschungsgemeinschaft 
vom 2b. November 1969. Wie Sie sehen, wurde der Brief 
dem Generalkonsulat New York zur Kenntnisnahme gesandt, 
und zwar unter Bezugnahme auf den hiesigen Bericht vom 
11 Juli 1969, d.h. unseren ursprünglichen Bericht m 
dieser Sache - inzwischen hatten wir mit Bericht vom 
6. November 1969 erinnert! 

Der Vorgang liegt hier auf Wiedervorlage zum 6. Januar 
1970. Ich habe nicht allzuviel Hoffnung, daß wir bis 
dahin Neues vom Amt gehört haben werden. Ich beabsich- 
tige gegebenenfalls eine weitere Wiedervorlage von 
einem Monat zu verfügen. 



Mit besten Grüssen 



bin ich wie stets 
Ihr 



( Klaus Curtius ) 



1 Anlage 



^'f 






A 




Köln, am 2. Mai 1970 



Sehr geehrter Herr Dr. Hamburger, 



/ 



Sie haben mir durch den Ernst Klett Ve-rirag einen Son- 
derdruck Ihres GWU-Aufsatzes über das Leo-Baeck-Insti tut 
zusenden lassen. Ich habe ihn mit größtem Interesse gele- 
sen und danke Ihnen sehr. Ihre Ausführungen haben mir 
nicht nur wieder in Erinnerung gebracht, was ich aus -vielen 
Gesprächen in New York und aus der Lektüre der Veröffent- 
lichungen des LBI an Kenntnissen gewonnen hatte; Ihre eben- 
so knappen wie u-nfassenden Darstellungen haben mein Wissen 
darüberhinaus weiter bereichert. Für besonders glücklich 
halte ich es, daß Sie diesen Überblick über die Tätigkeit 
der LB-i-Institute und zugleich über die Probleme einer 
historiographischen Bearbeitung der Geschichte des deutsche: 
Judentums in der GWU veröffentlicht haben. Denn diese Zeit- 
schrift wird ganz besonders von den Geschichtslehrern an 
Gymnasien gelesen. Sie spricht also gerade den Kreis von 
'♦Multiplikatoren" an, der etwas am zweifellos beklagens- 
werten Wissensstand vom Judentum in Deutschland ändern, 
der das verzerrte Bild korrigieren und das Verständnis für 
den Beitrag der deutschen Juden zur deutschen Geschichte 
wecken kann . 

Ich selbst werde aus Ihrem Aufsatz Nutzen ziehen können, 
wenn ich demnächst für die Historische Zeitschrift den 
neusten LBI-Band bespreche. Prima vista macht der Katalog 
einen ganz vorzüglichen Eindruck, und dieser Eindruck wird 
sich gewiß bei genauerem Studium bestätigen. Es wäre zu 
hoffen, daß Ihr Aufsatz und der Katalog-Band zur Erschlie- 
ßung der reichen Bestände des LBI in New York beitragen. 
Ihre Aussage, daß noch manche Vorarbeiten vonnöten sein 
werden, ehe an eine breit angelegte Darstellung der Ge- 
schichte des Judentums in Deutschland gedacht werden kann, 
muß m^n wohl mit Nachdruck unterstützen. 

Hoffentlich hat sich Ihre Gesundheit wieder soweit ge- 
bessert, daß Sie mit ganzer Kraft an der Fortsetzung Ihres 
Werkes arbeiten können. Ihnen und Ihrer verehrten Gattin 
darf ich, auch im Namen meiner Frau, die besten Wü'nsche 
aussprechen - in dajikbarer Erinnerung an manche anregende 
Gespräche und an die Führung durch die UNO, an die wir so- 
oft zurückdenken. 

Mit sehr freundlichen Grüßen 



(tc^Lv:.( ILo^^i 



^»M**- 



/ 



20. Mai 1670 



Lieber Herr Berding, 



Beaten DanK: fuer Uir Schreiben vom S.x^ai» l'^e hat 
mich gefreut jdaas iyie meinen G/«ü Aufsatz fuer nuetzlicti 

die Darstellung fuer gut halben. iJa die von mir zitierten 
kel von diegfrie. ^loaes in englisch^^^r oprache erschienen 
I sc ist mein Aufsatz wohl, abgesehen von einer üebersicht 
r das LBl aurch -eissner in der Listorischen ^Jeitschrift 
einzige, der in deutscher oprache ueber l.ntstthun^^t^^s^*^^^^^^"^^ 
Aufgaben aes xnetituts infortaicrt • I^ahur erscheint er mir 
tig* 



und 

Arti 

sind 

ueb 

der 

und 

vsici 



'l3 freut mich besonders, d^iss ie den ^-atalog in d r 
His torisci-iCn Zeiuschri:t besprechen v.erd n, v'.as eiri^^ sacriver- 
ßtae:.vlige Beurteilung sichext« .Ae l?:;i:ige z.eit,d4.e crford rlich 
war, um den i-atalof; herauszubringen, na t sicn gelohnt» riucn nach 
aeincr **einung ist es ein {futea ^verü gev^ordai una (iie ^.inleitung 
ist eindrucksvoll. I'i Lauf*^: der ^lieit werden l^eitcre Katalog- 
baende htrausi:omnen,aber auch das icann nicht ucbcrellt v^erden« 
üi? am 1 einer von denen, die verstehen, viirviel .^rbext in eit.eji 
so-chen irand hirein,eeht. 

Leider bin ich noch nicht 30^\eit wiederhergestellt und 
genuegend Sühmsrzfrei, um in üibliotheivcu luengere ..eit ar- 
beiten z^ koennen.-'Onst v.aert ic^j gt.rne nach Bonn und roblenz 
gfcfdhrfn,oO aber i3iejc.en \^ir uns »ait einer i''eritni ei^e in 
die oühv.ei'^ in d n oorrjav^rraon-» ten begnuegcn« ^s h-ettL- uns 
Freude gedacht, oie und ihre Gattin wieaer zu .sehtn. -ir 
freuen uns,dass bie New Yom in guter .rinnerung haben« 

Uit herzlichen Gruesaen 



ihr 



J-'Köln/^ am 17. Juni 1970 



Lieber Herr Hamburger, 



m 



wie imm 



it Frau Blumenthal haben wir einige sehr angenehme und 
er höchst anregende Plauderstündchen verbracht. Ich 



habe mit großer Befriedigung erfahren, dai3 nun ernsthaft 
an die Verwirklichung des f!emoirenpro j ektes gedacht werden 
kann, weil die Finanzierung durch die Deutsche Forschun^s- 



gemein 



Schaft gesichert zu sein scheint. Damit wäre die 



erste und bedeutendste Voraussetzung geschaffen. Die da- 
nach wichtigste Frage dürfte die nach dem Bearbeiter des 
Projektes sein. Sie wissen 



u 



bernommen hätte 



we 



wie gern ich diese Aufgabe 
il mich die Thematik anspricht und 



re 



__izt. Ebenso habe ich Ihnen schon vor einem Jahr in New 
lork angedeutet, da3 ich >n andere Arbeiten in den Blick 
genommen habe, die im Zusammenhang mit meinem Verbleib an 
der Universität stehen. Sie haben sich gerade in der letz- 
ten Woche konkretisiert: die Deutsche Forschungsgemeinschafi 
hat mir zum 1 . Oktober dieses Jahres ein auf zwei Jahre 
veranschlagtes Habilitandenstipendium bewilligt, damit ich 
ungestört von dem Universitätsbetrieb (der mich auch in 
diösem Semester völlig "verkonsumi ert" hat ) eine Untersu- 
chung über den sozialen Wandel in Norddeutschland während 
der napoleonischen ^eit durchführen kann. Ich werde mich 
also, so sehr ich es auch bedaure, in absehbarer ^eit nicht 
für einen längeren Auslandsaufenthalt freimachen können. 
Im Hinblick auf das ^"^emoirenpro j ekt bleibt mir wohl nur 
übrig, erstens Ihnen und anderen Vertretern des LBI sehr 
herzlich zu danken für das Vertrauen, daß Sie in mich ge- 
setzt haben, und zweitens zu wv^nschen, daß sich rasch ein 
geeigneter Bearbeiter findet. Wenn 



ich dazu beitragen kcnn- 
de ich es natürlich sehr gern tun. Professor Schie- 



te, wür 

der wäre ebenfalls berei 



t, seinen (gar nicht zu überschät- 



zen 



den) Einfluß spielen zu lassen. Vom Thema und von der 



Aufgabe her gäbe es 



zwar überhaupt keine Schwierigkeiten 



gute Leute zu gewinnen. Etwas problematisch wird die Suche 
dagegen deshalb, weil es nicht leicht ist, wirklich gute 
junge Historiker für einen längeren Zeitraum von der Uni- 
versität freizubekommen für eine Forschungsaufgabe in den 
USA. Doch letztlich müßte sich die Frage des Bearbeiters 
i?"ut lösen lassen. Aller^inxra meine ich nach wip vor mit 



derselben 



Entschiedenheit , 



t die ich schon bei den Ge- 



spräc 



hen in New York zum 



Ausdruck gebracht habe, daß 



die Verantwortung für die wissensc 



haftliche Durchführung 



in der Hand eines His 



torikers liegen müßte 



Sollte darar. 



gedacht werden, me 



hrer Wissenschaftler an dem Projekt zu 



beteiligen, könn 
Fall wäre der 
iesen. Er könn 



te das durchaus smnvo 



11 sein. In jedem 



Bearbeiter auf die Mithilfe des LBI ange- 
te auch von regelmäßigen Konsultationen 

ich auskennen etwa in Sa- 
tlich profitieren. Das ver 



andere^ Wissenschaftler, die sich auskenne 
chen der Judaistik, außerorden 



s 



teht sich von 



anzura 



axcu V.. selbst. Und doch sollte man diese sehr 
tende Kooperation scharf trennen von der heute so 
^® ^ (etwa naturwissenschaft 



sehr propagierten und für andere 



liehe) Arbeiten une 



n 



tbehrlichen "Teamarbeit", das heißt 



Verantwortung 



. A-«v.^-?+ m-i + ö"emeinsamer veranxwur i^uii^ 

Pinpr s-emeinsamen Arbeit mix gemexuöa-uic ^ ^^ „v.+ 

einer g^mei „^^. ^^ . , . . ^^^^^^tenz" . Ich kann mir nicht 



und sagen wir 



Richtlinienkompetenz 



vorstellen, daß es bei einer 



Aufgabe wie der der ^'^emoiren 



bearbeitung mog 



ö^lich und sinnvoll sein könnte 



in dieser 



Weise die Ve 



Verantwortung u 



n 



d i-eitung aufzuteilen. Diese 



Oberzeugung würde ich. wenn Sie es wünschen 



sollten 



gern noc 



auch Herrn 
weise besu 



h näher begründen. In jedem Falle werde ich sie 
Grubel, der mich ja in 14 Tagen f reundlicher- 
chen will, zum Ausdruck bringen, falls das 

Ute. Ich würde mich dann aut 



Gesrpäch darauf komme 



n so 



Stellungnahme währen 



meine o 

vor einern 

Frage auch schon m 

ben. Auch von diesem 

Hamburge 



d der Abschlußgespräche im LBI 



Jahr beziehen und nicht erwa 



hnen, über diese 



it Frau Blumenthal gesprochen zu ha- 
Brief an Sie, sehr geehrter Herr 



r wird nicht die Rede sei 



n 



. V. A^a ThrP Gpsundheit wieder wenigstens so 
re^t'iSert: Itl'st 'dL's;: sich wieder Ihren Arbeiten 
: dLn und nach Europa reisen können. ^J^/^J-.^f ^^ " 
halt in der Schweiz wünsche ich Ihnen eine völlige (.e 
nfsung! gute Erholung und viele schöne Stunaen. Bitte 
empfehlen Sie .ich Ihrer Gattin und lassen Sie mich die 
besten GrUße von meiner Frau ausrichten. 

Mit freundlichen Grüßen 



21. Juni 1S70 



Lieber Herr Berding, 

10 ft HnhP ich mit Fi-osser Freude erhalten. 
Ihren Brief v-a 17.6. ^^^^,^^11 ihrer kuenftigen Laufbahn 
Ich vruehe daraus. ^'^^ ^f^/^J^L^^fJen S'luecic«aen5che ich Sie 
und .rb..t 6'-f f^ü^^^J^fe^klea äbiut.kdenstipendiua. erhalten. 

dazu, d>as£ ie ein -^®ti s unSeatocrt von Lefcrauf gaben wissen- 
„as ihnen ■^rmoegixoht, sioxi ungesto.ru von ^^^ ^^^,^ ^^^^ 

«ch^.rtUcher ^'^-^:.''^J^l^:tU^^JiS^ Prof esaur.ur.a ich 
Vorbercitane iuer dxe hablUtation ^nu dxt ^,^^^^^^^3 ein^chaft 

I,.tue.lich bedaure xch - ,-i-. ..f-^,,ruS:ruehLnrSef;o 

gerne Ich dies ersehen baette- ^^' ^^^^.„"i .„^roi-essor ochie.er 

lemaoht. ni^i'V^i^^;^««!» i^^" ^ntveii ic^mir auch klai;/eemaoht 
beeiufluüaten 4^3chlus3es, sondern v^eix ic ^ .tunß/der Ha- 

hab.. dasG -de nicht nur J" 'f," tJ^^^^^S^^^^ °Lht fUer die Arbeit 
bilitation, sonaern auo. ^""^^f ^^^"Ji^J'^-^ärc ünivcrsitaets- 

laufbahu ernstlich gefachrden -sollten. 

Da.3 Sie sich begehen ^ollm.einenF^iK^^^^l^^ 
.. fiudeu.ist u.beraus wichtxg uua mx. nn^^^^ ^^^^^^^^3, 



^^fSrr d\e Anroie^eühei t intensi interessiert. 



Professor oohieaer sich lucx- "^;; 7"!ir--^g"j"n^5ird. sinen jiutsn 

Ich stimrae ihnen zu, dass «^^^^^t^^^^Jf dafucr frei zu be..orr.ren, 
jungen Historiker vor a.rü^niver.itaet^^^^a^^^^^^ 

umsomehr.als er ja nicht nur f't^ ,„ U^ttehend frea e Aiatsrie 
auch fucr die ..infuehlun^ in f^ s,,^,^,™ f -^^^V^- p.nNro,,au:-.3etzunGen 

und fuer die ..usaraiuenarbeit n^i. u... ^;;^ f ^J^^3'-°ies trotzd m 
udtbringen rm.s. xch noi^e abcrj^oi. nm.a d^^ ^^^ ^^^^ 

gciineen vrf.ra,un(l fuor i3L.ncDen -^t -^^ serh'iib Ue^tauhl mds 

doch einen Reiz h^ben.der .an. Ar.eit au^..rh.l^^^^ .^^^^^^^ ^^^^^^^ 

rucntfertifen unc. ueber die eisentiicnc x^c t. 
bringen erscheinen Koennte. 

Wie Sie von Frau ßlumenthal *i^-="» ,^^\f,tntchar?licSf 

Auffasaxn«, dr as die J.-^^^^^^^^^""! 3f^^fke;s ile^en muss und 
Durchfuehrunt in. der h^nd eines Historxk^rs lieg ^^.^^^ 



n der band eines nx^uuxx^.^.^^. ausdrueoken 

dass Teauarbeit in f ^,,f ""f'*".^^^ "^.v.cn.als .ie i^: Nev. York 
nicht in Frage kommt, i^ie haben davOn s...cn,axa 







waren. Herrn Grubel ueberzeugt, wie aus seinen Ausfuehrjii.gen 
in unse'rer daioalipen penieinsamen oitzunr h' rvor^'.ing, und ich 
sSh^aus Ihrem Brief, dass ihr Standpunkt, ebenso «ie uebrigens 
der meine, sicn in axeser Pinaicht nicht ge a ender t hat. Dass 
fnn-1 Otnt oren nit dei LBI und uiit den in ihm vArKen en .,i:.sen- 
;"haf t!c;;%uetz?ich. ja unentbehrlich ^^nd aaru eher bes and 
bereit., dnaialö _.inigkext. Uie iieranziehun,: ^1°^^ -5^^ -^ ^^';^° 
G^l^f-t^n als Consultunt "U clcscr ..uf.;abc, der xi; beratender 
saiSer^S endi^cr „litarbult ueberaus .laetzlicbes '^. de. Ueling.n 
beitrar-n itoennte, if-t meines hrr^chiam^ ueberaus \<-ohtif:, 
auch Sarin 3Clme*ich lait xnncr. u.bcrexn. Ich freue ^icn, d.BS 



Jie die Ans3hauan^;en,die Sie 



in 



Ihrem Brief zum ^vusdrud: brine^en, 



auch in der Untcrhu.tune; ^nit herrn ^^'^i'^\^^^^^''^'''\l''J'^Z' 
falle dir; Rede darauf kor.-7it,una merdc auch laemerüeits unseie 
-'.orresponder-E vertreu lid:i bcnundexr.. 



Ich daTilce Ihnen 



vielmals; fuer ihre fre-JUdlicb en Auensche 



furr Kc;nc Gecunlheit und unsere f i rienzcit.-s tut rnir leid, 
dass ich -.leinen !>lan, in uen .vrchiven J;" ^^°"fV,'f°^ -;f i^^"^ 
an Ecineffi .elxor-fcand 2:u arbeiten, nicht f [f ^^^l''^^^^, -^^'-,^ 
da ich fu?r eine laengere ani3trengenae arbeit mxci. nov-.i ni^.it 
hergestellt genug fuehle. Ich'hoff e aber^on ^«»/ ^f;-*:" ^'|;'' ,. 
eine ueitcre ße^aerunc inein:r Gesundheit un : einu intonsiv^rt 
Fortfuchru'.g 3,eincr /rbeit in einer spaetren ...eit. 

Ihnen selbst wensche ich rützz Golit.een bui der Durch- 
fuehrunp Ihrer v.i ssenschaftlichen .ibsicntcn- m einer ;>cnri.ft Ucber 
den lo^iaSn anJel in Kordd utschland veehrend der napo.eoni. oben 
Zeit kann Jt: auch uer Blick auf die Unvdrkung Hapo-eons auf 
die Juden eraanzipation in Treussen gelenkt v.eraen. 

Ihnen und Ihrer G&Ltin senae ich, auch i .. .laiueu aein^^r Fmu, 
beste ..uenschG und freundliche Üruayse 



Ihr 



i 



^ /^ 



Dr. Helmut Ber^^ing 



Leo Baeck Institute 
-Herrn Dr. Fred CJrubel- 
120 Gast 73rd Street 
New York, N.Y, 10021 



5 Köln 1 

Keinrichstr, 45 



^. ^. ?© 



I 



Neue Anschrift (ab 15.9-70): 

5 Kein 41 
Wiethaaestr. 64 





Lieber Herr Dr. Grubel, 




ich durch Zufall ganz vertraulich erfahren habe). Nach dieser 
Vorrede nun zun Zweck dieses Briefes: 

F13r das Memoirenprojekt gibt es einen Kandidaten ^^.1^^"^^J; . j'^f 

Berlin^ Sie hat eine Dissertation 




bereitungen der ReichsgrUndungsausstel lun^ . 



ie Fräulein Aicharz schon. Ihre Arbeit soll 




schreiben. . ..... ^ 

Was halten Sie von dem Vorschlag - wie wäre, wenn o 



^ie 



se 



interessier"! 
ein sollten, weiter zu verfahren UJbrlf^ens; rrx. ... ...arz ^i^^ !J^ 

i. etwa Mitie nächsten Janres mit der Ausstellung zu tun haben)? 



(nbrif^ens; Frl. Ri charz wird noch 



I 



■I 



Blatt 2 



Sie würden sich vielleicht a^ besten 
setzen oder auch (bzw. gleichzeitig; 
?rof!Dr. Reinhard RUrup, 1 .ierlin 3'5. Rüdeshex.er 



wieder mit mir in Verbindung 
mit Herrn RVirup (Anschrift: 

Platz 3/ . t)ie 



und Herrn Prof. Leir.nitzer (iu dem 

bekannt , w ' * 

Prof. Dr. Lothar Gall, 63 Gießen, 



Anschriften von ^''^^^^ ^^^ ^'^" ^t'nd "mir leider nicht bekannt, wohl 
Sie .ja Kontakt haben wirJ^n sind mir leicier 

dagegen die v .n Herrn Gall: 
Gnnthersf^ratei: ^3 . 



j 1- "^A-. m4/>v» ■pT'jaiipn wenn das Memoiren — 
Grubel, ich w irde micn ireuen, wcuü v^^i^ 




richten f5 o 1 1 . 



Ihr 



K^uu:^C Si^oL^'y^ 



1 



/ 



Tot 



liEO BAECK fNSTITUTE. INC. 
% ÄÄdS EA9rr 73rvD STREET 
• NEW yCRK 21, N. Y- 



Octob«r 13t 1970 
I/IOIO - WOnJM 



0r, Nftx Grueiunmld 
Dr. Ernagt HMnbtirgT 



Front frod Qrulbol 



mm mmsM project 



Professor Schorach called l^^dtay« Mo told 
«^ that h« had given very thorough oonsldtermtlon 
to ths proposml mado by Dr. Haniburger that he 
•erve aa Consultant to the Menoir Project with 
responsibility essentially for the Jewish aspects 
o£ the »«aoirs while another scholar be in Charge 
o£ the project • 

He thanks us for considering hlm, but he 
Is sorry, h© cannot accept this proposal. 

Be repeated the argunent he already voiced 
to Dr. Hamburger that he feels that the Jtenoir Pro- 
ject is so emincntly Jewishia laatter that only a 
Jevish scholar should be in lüharge and, if neces- 
sary, vith a OMSum hiatorian as a Consultant, but 
not the other way around. 



( 




# 




,/ 



MEMO 



October 19. 1970 
U/69^-SH/IS 



/ 




TO: Dr. Preci Grubel 
PROM: lernest Hambureer 



Re; Your memorandum of OODber 13, 1970 - I/IOIO« 



I regret that Dr. Scnorsc dld not accepL our 

proposal Ina I deplore it still =f Jj^^^f '^d to be 
that. as a matter of princtple, a Oerraan had to be 
excludsd from belnt; cons Idared for the project. 

I may recall that the proposal, as I made It 
to Dr. Schorsch,«as agreed upon ^y Dr. Gruenewald 
and myself and that the ^ecatlve Commi.tee has 
always been unanimous In 1^8 convLction that a 
GemL, acceptable In every respect to und«rtjf 
the work on the memolrs. snould not be rejected 
for the sole reason that he was a Genuan. Haa 
D? ä?dlng accepted the o.fer /ou made last aummer 
wUh^he approval of Dr. Gruene«ald, he woald have 
been put In cha-ge -without a J««i«^'=?f ^J^f^l. 
but wlth the understanding that, in aoing the Job, 
he Bhould seek and receive advice fro^. all oi us. 

I susgeat that we discuss the -aatter at our 
next Executive Meeting; in order uo enaole /ou to 
give Dr. I^erdlng a Substantive answer. 



Irn««t Hamburger 



cc: Dr. Max Qruenewald 



^•7^ 



t 



.K.« 



LEO BAECK INSTITUTE 



JERUSALEM • LONDON • NEW YORK 






10. November 1970 



[H 



4 DEVONSHIRE STREET 

LONDON W.l 

01-580 3493 

An: LBI Neiu York - 1/1086 
\lon: L3I London 



it 



^kOM >^ 



>97Ö 



Bö 



tr.: nionika Richarz / ^^ ' A ifi^J^Jt-x^ yl^^^^ i. - ' ^-< ^'^' ^ / M ; ' ^ 



Lieber Dr. Grubel, 

Ihren Brief v/om 6. November beantujorte ich deutsch in Anbetracht 
der Thematik. Die Arbeit von lYjonika Richarz ist uns, iiiie Sie luahrschein- 
lich wissen, vor ungefähr einem Jahr zur Veröffentlichung von Professor 
Leschnitzer vorgeschlagen Uiorden. Sie ist von drei (Mitgliedern unseres 
Board durchgesehen und approbiert u/orden. Allerdings ujurden eine ganze 
Reihe von Vorschlägen für eine Überarbeitung Hieser Diss .rtation gemacht, 
auf die Fräulein Richarz ujillig eingegangen ist. Verabredet wurde, da3 
sie uns das überarbeitete (Ylanuskript im nächsten Januar »einreicht. In- 
zwischen hat sie uns bereits mitgeteilt, da3 sie es bis Januar nicht 
schaffen kann und daß noch einige weitere ITicnate vergehen werden, llenn 
wir das überarbeitete Manuskript erhalten haben, kann ich Ihnen gerne 
die Fotokopie eines der Kapitel zur Verfügung stellen. Ich glaube also, 
Sie müssen bis dahin warten. 

IDonika Richarz ist eine Schülerin von Adolf Leschnitzer, der auch, 
wenn ich nicht irre, das Thema gestellt hat. Sie scheint seine Lieblings- 
schülerin zu sein. Jedenfalls hält er sehr viel von ihr. Ich habe sie 
einmal getroffen und kann nur sagen, daß sie einen ausgezeichneten Eindruck 
auf mich gemacht hat. Sie ist sehr verständig. Ich würde Sie aber bitten, 
eine genaue Auskunft von Professor Leschnitzer einzuholen, der sie j? ganz 
genau kennt und alle Einzelheiten über ihren background mitteilen kann. 
Jedenfalls ist sie eine 33-jährige Nicht Jüdin, gebürtige Berlinerin, die 
Germanistik und jüdische Geschichte in Bonn und Berlin studierte. 

Herzliche Grüße 
Ihr 



Cv^sN.^ OV ci2r^ 



Arnold Paucker 



II 



c.c« Dr. ITlax Kreutzberger 




W* 



i 





#.# 



J» .. 



10. iJebruar 11^71 



Lieber Herr Berdli^ % 

Frau Biunientlial tat ximeu uebv-r den Staiia der Aii^t?- 
legerheit riefl L'^moiron-iTo jekte geschrieben. Mehrere Kan- 
dliaten sinfi ertwof^ea vcrden,aus verschiedenen Gruenaaa 
kommt keiner von ii'iuan in Betr^ioht. I^':- eulein iUcharz 
bleibt}^ elnzi.^?e Kaadida tliif 



Aber die Saclie braucht Zeel;, und xch bin aicnti &bc3 
lu t siober ob es gelingen und des Projekt niciit vielle 
aufgeschoben wird. iA sv.e^t'n nioeohib ich uicbc vcrantÄor 
lieh dgftHrr seil;, dass l'i p. eu le iin .^.ichar:.. in äer Iloffnun 
auf die Roalielerun£ diesoG iroj'^^.tö eine au^iei-c urbci 
p^elefTenheit ??UÄ.schiaegt. l)>\s heiüst nicht., dass ich pe.'i 
mistir.cii wacre. I-:^ bf-ueutc.:: nur,dii3ß ich uicht; ^cnuegcn 
eicher bin,un Fm^^ul^^^ln : icnarz :irini::eua zizuref:ien, t^i t 
einem sohnellejj Beschluss vor.- unö zu reüLn^r. unc. aaher 
darauf z\ laj^teo« 



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Natueriich vaero e? £anz anof:rs,'Äenn aic- i'rag;:» 
Finanzierunß ^^eklaert v.aere. Dann v-uerde 3in^^ so^ortirre 
Entscheidung leicht.vr durch zu setiien aein. Aber ob.\ohl 
seit Ivjonatcn aavon riie i\Q^^ ist, hat das hletf-igc U^.ner;?l - 
Konsulat unr: bisher eine sehnX'tiiche anu cC;;as detaillierte 
Information ueb«?;r einen cerartigexi BeschiUoS nicht ^^^p^n 
noennen. Diese Unsicherheit haette unb niciit verhindert, 
von un.> aus eine 'P^'eiu^ vor) i?rc-.euleiii i ichaxz hierher fu-r 



etv.a zv.ei r-ochen '/:u rinanz^t^rer-. ,uie J 



M U 



Vc>iauoset::.unp: 



iMer einen positiven Beschlus»s unsrerseits sei/x v?J-erf:e. 
Aber.vfie gesagt, das erwaexAnte rlnanzielle Llcment erlil^ert 
zum Teil das Zoe^'ern. 



Diesen Brief bitte ich öie, vert.aul..ch zu behandeln. 
;boweit Sie vüü diesen informatiün'.n Gebiaucn n.ichcn, bitte 
icr: Sie, diese al^ Ihre Vermutungen und Torsoenllche Auf- 
fassungen aus Ihrer Kenntnis der Dinge von ihr »;•:.. danaligen 
New Yorker Aufenthalt zu verwerten. 



iJa ich in Eile bin,begnuege ich mich iiit airsen Zeilen 
und sende ihnen und Ihrer Gattin -ai^inv^ ner:5ii:ih? ;en üruesse. 
iioffeutlich gent es der ganzen ^'amiiie gut 



\ 



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inr 



a/11 - 



1971 
I 



N « » o 



Toi Dr. Fr It« Mmfehmr^mz 

Dr« Wrmd Grub«! 

Dr. EriMigt Banlmrgar 

Mr. Wrmä w. Wssing 

ttr. rranx wifikl^r 

Frowt 0r. Max aruen«rwald 



1. Bacaua« of aiy taadiing aasLgnment at th« 

Jewlah Wiaological 3<miiiary I »hall not ba abla 
to achedul« tha naxt t^io maatinga of tha Bxacutive 
Cownittaa aa luncheon Mtatlttya. I %«oiil<i tharafora 
suggaat that wa »a«t in tha af tarnoon aiiy ti«a af tar 
4t 00 o'clock. 

2« Mr« Bainbersiar fiKr raaaona Knoim to all of ua 

will i»t ba abla to attand to tha iwr^iMurttiomof tha 
^Lamtagung" during tha naxt nontha* wa tharafora 
bava to aat a nimm data for our -Larntagunci". X auggaat 
wa poatpona tha "Xiarnt ap a ig * iintil tha «prtng of 1973. 

3. I ahould lika to hava an asqiraaaion of your 

a^inlon on tha mattar of tha Maaoir Frojact. 

lAat waak, I had anothar naating with Dr. »chorach 
%#ho ia Intaraatad in aditing tha projact. Oowavar, hia 
attitvJa haa not baaieally changad. 

Xt ia now «y intantion to invlta «iaa Monika 
Richars from Oanoany ao that i#a »ay ««in a paraonal 
ifl^raaaion of har bafora wm eamm to a final daciaion. 
Wa hava to mova off daad eantar at thia point. Xt 
MM iDugh^^ homm to na qoita rao^fitly that ina ara ax- 
to aMüca an early daciaion in thia «attar« 



Max flaaanawaK 



v^ 



8* Maers 197 I 
H/163 - FQ I DZ 



Herrn Dr, Helmut Berdlng 

Wlethaeestraeoe 64 

5 K o e 1 n 41« Bundesrepublik Deutschland 



.!&.^ 



Lieber Herr Dr« Berding, 

hoffen wir» daes das alte Wort "Mae lange 
waehrt« wird gut** sich bewahrheitet« Ich koasMi 
heute auf Ihren VorscHtoig zurueck, das M«oiK>iren- 
projekt Frl. Monika Uicharz anzuvertrauen« Wie 
Sie aus den mehreren Zwischenbescheiden ersehen 
haben, haben wir wea die Sache sehr gruendlich 
diskutiert« 

Wir sind nunmehr zu der Ansicht gekommen, 
dass Ihre Btaqpfehlung und was wir sonst ueber die 
Qualifikationen von Frl« Richars erfahren haben, 
die Kandidatur durchaus interessant machen. Wir 
halten es jedoch fuer fair, dass, bevor irgend- 
welche Beschluesse gefasst werden, Frl« Richarz 
die Gelegenheit bekonsit, sieh mit uns auszuspre*^ 
chen und das Material wenigstens ueber8ichts%#eise 
anzusehen, und wir die Gelegenheit haben, die Dame 
kennenzulernen« 

Wir haben deshalb beschlossen, Frl« Richars 
einzuladen, auf unsere Kosten fuer ca« zwei Wochen 
nach New York zu kommen« Da wir jedoch ihre An- 
schrift nicht kennen, muessen wir Sie wiederum bit- 
ten, fuer uns taetig zu werden und, na tue r lieh auf 
unsere Kosten, Frl« Richarz vienn moeglich anzurufen, 
vm zu erfahren, ob und wann sie fuer diese Reise 
zur Verfuegung steht« 



Bei diesen ReiseplaeMm bitte ich Sie einige 
Zeiteinschr Senkungen in Betracht zu ziehen t ZunaBchst 
einmal die Osterwoche, die in diesem Jahr fuer die 
christlichen und juedischen Feiertage identisch ist 
und waehrend deren wir am 9« April nur halbtaegig 
und an 15« April das Institut ueberhaupt nicht geoeff- 
net haben« Andererseits findet Anfang Mai die jaehr- 
liohe Tagung der drei Ul-Institute in London statt« 
Die Schlussfolgerung aus diesen Zeitbedenken ist, dass 
es uns am liebsten waere, wenn Frl« Richarz noch im 
in Uiufe dieses Monats oder spaetestens waehrend der 
nrsten Haelfte des Aprils hierher kssns^ Sollte das 

- 2 - 



Herrn Dr, Helmut Berdingt Koeln a/ihein 



- 2 • 



8. Hmm 1971 
H/163 - FGiDCZ; 



4 



nicht noeglich sein, »o niueaste ihr leeuch praktisch 
\xm einen Mcmet aufgeschoben werden, Itas an sich nicht 
sehr angenelHi vaere, da, wie Sie selber am besten wissen, 
wir nunmehr gern sekald wie moeglili «u einer Bntschliessung 
wollen« 



l^arf ich also die Bitte wiederholen, dass Sie in 
unserem Hamen Frl. Richarz einladen und uns bei ihr 
entschuldigen, dass wir ihr nicht direkt schreiben. 
Wir %#ollen jedoch nicht noch einen Poatgang verlieren, 
der notwendig waere, um von Ihnen ihre Adresse aus- 
findig zn machen. 

Es ist natuerlich zu verstehen, dass dieser Besuch 
iisder Prl. Richard noch das Institut bezueglich des 
Memcircnprojekfe bindet. Das Resultat des Besuches al- 
lerdings ooll dann eine endgueltige Entscheidung brin- 
gen. 

Darf ich Ihnen nochmals im Vmen des Instituts und 
in meinem eigenen Hamen fuer Ihr Interesse und Ihre 
IlTiehe in dieser Sache danken. 

Ich hoffe uebrlcrens, Sie Ende April gelegentlich 
eine» kurzen Aufenthaltes in Koeln wiedersBusehen. 



Mit besten Qruessen 




Ihr 



Dr. Fred 
Direktor 




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21. April 1971 



Herrn Dr. Helmut Berdlng 
Wiethasestr. 64 
5 Koeln kl - 



\ 



Lieber Herr Berding> 



glueckllcherweise haben sich Ihre Befuerchtungen nicht 
bestaetigt, dass Praeulein Dr. Richarz das Interesse an 
unserem Memoirenprojekt verloren haben koennte. 

Wir haben inzwischen die Mitteilung von ihr bekomraen, 
dass sie in der zweiten Haelfte Mai hierher kommen und 
waehrend ihres etwa l4-taegigen Aufenthalts die ganze 
Frage gruendlich mit uns besprechen wird und auch in die 
Memoiren Einsicht nimmt. Erst dann kann von ihrer und 
unserer Seioe eine Entscheidung getroffen werden, da wir 
Ja von Frl. Richarz bisher nur indireic etwas wissen. 

Bei dieser Gelegenheit moechte ich Ihnen mitteilen, 
dass ich beabsichtige, einige Zeit im Monat Juni in deut- 
schen Archiven zu arbeiten. Infolgedessen werde ich Frau 
Dr.Bohnke-Kollwitz waehrend unserer Anwesenheit im Rhein- 
land besuchen und dazu nach Kbeln fahren. Herr Dr. Orubel, 
an den Frau Dr.Bohnke im Januar geschrieben hat, wird bei 
seiner diesmaligen Reise im April diesen Besuch nicht vor- 
nehmen, sodass ich mich ueber das Projekt, von dem Frau 
Bohnke seinerzeit schrieb, mit ihr unterhalten werde. 

Es wird uns freuen, Sie und Ihre Oattin dann wieder- 
zusehen, hoffentlich sind Sie zu der Zelt in Koeln. An 
Frau Dr. Bohnke werde ich direkt ueber den geplanten 
Besuch schreiben. 



Mit freundlichen Qruessen 



Ihr 



Ernest Hamburger 



Köln, am 24. April 1971 



Sehr verehrter Herr Hamburger, 

der Entschluß von Fräulein Richarz, dem Memoirenprojekt näherzu- 
treten und nach New York zu reisen, stimmt zuversichtlich. Nach al- 
lem, was mir über sie berichtet worden ist und auch nach dem Ein- 
druck, den ich aus zwei Telefongesprächen gewonnen habe, m^ißte es 
eigentlich zu einer positiven Entscheidung von beiden Seiten kom- 
men. Vielleicht und hoffentlich geht es zum Herbst oder Winter noch 
dieses Jahres ans Werk! 

Mit großer Freude habe ich Ihrem letzten Brief, für den ich mich 
ebenso freundlich bedanken möchte wie für den vom 23. März, die 
Nachricht entnommen, daß wir Sie und Ihre verehrte Gattin demnächst 
in Köln begrüßen können. Wir sind im Juni hier. Ob Sie mir über 
Ihren Kölner Aufenthalt noch Einzelheiten mitteilen könnten, damit 
ich weiß, wann und wo ich mich mit Ihnen in Verbindung setzen soll? 
Wir wünschen sehr, daß Ihre Zeit nicht zu knapp bemessen sein wird. 
Für alle Fälle darf ich Sie bitter> vorsorglich meine Telefonnummer 
zu notieren (49 43 51); sie ist neu und noch in keinem Telefonbuch 
ver zei ebne t • 

Bitte, empfehlen Sie mich Ihrer Gattin. Meine Frau und ich freuen 
uns sehr auf das Wiedersehen. Wir wünschen Ihnen schon Jetzt eine 
gute Reise und grüßen sehr freundlich. 



Ihr ergebener 



Üc/uuXl l^ 



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Or« Uonlkä RLcharz 




Juni 1971 



Vorschlaege zum Memoiren-Projekt des LBI in New York 



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Waehrend meines knapp 2iroechigen Aufenthaltes in New Yoidt habe ich von den ca« 500 im 
Leo Baeck Insitut befindlichen Memoiren etwa 60 durchgeseheno So konnte ich mir einen ersten 
Einblick in Thematik, Stil und Charakter des Materials verschaffen» Darueber^hinaus benutata 
ich die kui^en IrihÄsangaben der Memoiren im gedruckten Katalog des LBI« Auf dieser Basis 

koennsn nur >vorlaeuf ige Vorschlaege fuer eine Edition gemacht werden« 

^- 

1) Die Memoiren geben ein anschauliches Bild des juedischen Lebens in deutschsprachigen 

Gebieten fuer die Zeit von etwa 17^0 - 19U5o Der unmittelbare Erlebnischarakter 
vieler Berichte macht sie zur Publikation geeignet \md duerfte nicht nur Wissen- 
schaftler sondern auch ein breiteres Publikum interessieren» 

2) Im Gegensatz zu den von Bach, Schwarz oder Dawidowicz herausgegebenen juedischen 
Memoiren handelt es sich hier erstens um ungednucktes Material und zweitens 
zumeist um Erinnerungen von Personen ohne eine besondere Bedeutung im politischen 
oder geistigen Leben© Das Material ist dagegen von hohem sozialgeschichtlichen 
Interesse, denn es bietet Einblicke in das Leben aller sozialen Gruppen« Es gibt 
Auskunft ueber so wesentliche Probleme des deutschen Judentums wie die kulturel- 
le Assimilation, den sozialen Aufstieg, die nationale Identifikation, die poli- 
tischen und religioesen Gruppenbildungen und schliesslich den Antisemitismus 
und die Epoche der Verfolgung, Emigration und Ausrottung« 

3) Der besondere Charakter des Materials bringt es mit sich, dass die Memoiren 
-es handelt sich tim mindestens 15 000 Seiten- fuer einen Gesamtabdruck nicht 
geeignet sind« Eii5)fehlenswert ist eine geeignete Auswahl \md eine Zusammenstel- 
lung der Dokumente zu einer thematisch gegliederten Anthologie« Die ausgewaehl- 
ten Passagen sollteh dabei den Umfang von 1-2 Seiten nicht u^Äerschreiten# 

h) Bei der thematischen Einteilung muss ein Kompromiss zwischen einer chronologi- 

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sehen und einer systematischen Gliederung gefunden werden« G^t man von einer 



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Dokumentation von etwa UOO Seiten Umfang aus, so sollte man nicht mehr als 

8-10 Themenkreise bilden« 

5) Zusaetzlich ist zu jedem Thema im Anschluss an die Dokumentation ein einfueh- 

V rönder und interpretierender Text des Herausgebers zu planen, der einen Umfang 
von etwa 10-15 Seiten haben koennte« Aufgabe dieser Erstellung ist nicht 
nur die einfuehrende Information des Lesers, sondern auch die sozialgeschicht- 
liche Ergaenzung und Einordnung der abgedruckten Dokumente o Der reine Sach- 
und Personenkommentar zu den Quellen sollte in den Dokument at ionsteil ver- 
wiesen werden« 

6) Faer die gemeinsame thematische Einteilung von Dokumentation und Jferstellung 
wird folgende Gliederung vorgeschlagen: 



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1) Das religioese Leben der Juden in Deutschland s 

Tradition« - Konfessionalisierung - Religioese Spaltungen - Deismus - 
Indifferenz - Ifeligioese Erziehung - Feste - Ostjuedische Einflueöse» 
Die juedischen Gemeinden» 



2) 



Soziale Institutionen - Landgemeinden - Stadtgemeinden - Sozialstrok- 
tuT - Siedlungsform - Einwanderung - Auswanderung - Aufloesung» 

3) Die kulturelle Integration. 

Wandel in Bildung und Erziehung - Sozialer Aufstieg und Assimilation • 
Kulturelle Identifikation - Intellektuelle und kuenstlerische Pro- 
dukt ivitaeto 

h) Die Juden im Berufsleben » 

Voremanzipatorische Berufe - Emanzipation und Berufs struktur - 
Berufsgruppen: ünternehmeri Kaufleute; Kleinhaendler; Handwerkerj 
Lehrer; Akademiker© - Sozialer Aufstieg und Antisemitismus» 



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-3 - 






5) Die nationale Assimilation 

Befreiungskriege - 18U8 - Liberalismus - Reichsgruendung - National- 






liberalismus - Erster Weltkrieg» 

6) Judenfeindschaft und Antisemitismus » 

Emanzipation und soziale Wiiiclichkeit - Organisierter Antisemitismus 
(bis 1933) - Abwehr und Bewertung» 

7) Die politischen Gruppierungen der Juden 

Liberalismus - Sozialdemokratie - Zionismus - Centralverein - 
fieichsbund juedischer Frontsoldaten» 

8) Die Juden unter dem Nationalsozialismus 



Eeichsvertretung - Entrechtung - Reichsvereinigung - Deportation - 
KZ - Vemichting - Hinig^ation» 









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24. Juni 1971 
H/630 



Herrn Generalkonsul 

Dr. Harald Oraf von Posadowsky-Wehner 

Deutsches Generalkonsulat 

460 Park Avenue 

New York, N.Y. 10022 



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Sehr geehrter Herr Generalkonsul, 

die Plaene des Iieo Baeck Instituts fuer die Aus- 
wertung der ungefaehr 500 unveroeffentlichten Memoi- 
ren deutscher Juden aus den letzten zwei Jahrhunder- 
ten sind nunraehr in ein entscheidendes Stadium ge- 
treten« 

Hach ausfuehrlichen Beratungen in unserem New 
Yorker Vorstand und Gedankenaustausch mit unseren 
Kollegen in Jerusalmi und London und unter Zugrunde- 
legung des Berichts von Herrn Dr. Helmut Berding ha- 
ben wir beschlossen, der^ wissenschaftlichem Erfor- 
schung, Auswertung und Veroeffentlichung des Memoiren- 
materials Vorrang innerhalb unseres Programms zu ge- 
ben. 



Mein Vor Standskollege, Herr Professor Dr. Ernest 
Hamburger, ist beauftragt worden, die wissenschaftli- 
che Arbeit zu koordinieren und einen Beratungsaus- 
schuss einzusetzen. DwUMjltarlMiteri^^ als be- 
sonders wichtiges MitgliedTTerrl^rofessor Dr. Xsnar 
Schorsch angehoeren, der Spezialist in moderner 
deutsch-juedischer Geschichte ist und eine Professur 
am Jewish Theological Seminary, New York, sowie einen 
Lehrauftrag an der Columbia University, New York, inne 
hat. Fuer die vollamtliche wissenschaftliche Bearbei- 
tung des Materials erscheint uns Frau Dr. Monika Ri- 
charz, Berlin, besonders geeignet. Frau Dr. Richarz 
hat auf unsere Einladung hin das Material in unserem 
Institut studiert imd mit den als Mitarbeitern in Be- 
tracht konBMnden Persoenlichkeiten sowie mit Herr Pro- 
fessor Hanburger und mir das Projekt durchgesprochen. 
Sie ist bereit, sich dieser Arbeit zu widmen und wuerde 
im Spaetherbst 1971 beginnen. 

Nach unseren Schaetzungen wird die Durchfuehrung 
des Projekts ungefaehr z%^i Jahre in Anspruch nehmen. 

- 2 - 



k. » 



Herrn Generalkonsul 

Dr. Harald Graf von Po»adow»ky-4^ehner, Mtw York, M.Y. 



- 2 - 



24. Juni 1971 
H/630 



Wir haben auch unverbindliche Unterhaltungen 
mit der Deutschen Verlags-Anstalt, Stuttgart, einge- 
leitet. Dieser Verlag, der bereits eine ganze Reihe 
von Schriften, die das Iiec Baeck Institut vorbereitet 
hat, veroeffentlicht hat, wird die Frage der Veroef- 
fentlichung des grossen Memoirenprojekts pruefen, 
sobald Teile des Manuskripts vorliegen. 

Die Kosten eines solchen Projekts sind natuer- 
lich erheblich. Sollte jedoch die Deutsche Porschungs- 
aemeinschaft Honorar und Unkosten^ die auf die Teil- 
nahme von Frau Dr. Rlchmr» entfallen, uebernehmen, so 
waere das Projekt gesichert i denn unser Institut wuerde 
es moeglich machen, den nicht auf die Arbeit von Frau 
Dr. Richard entfallenden, ebwfalls nicht unerheblichen 
Aufwand aus anderen Mitteln zu bestreiten. / 

Dass dieses bedeutsame historische Projekt nunmehr 
spruchreif wird, ist zum grossen Teil Ihrem und Ihres 
Amtsvorgaengers tiefen Verstaendnis fuer die Arbeit 
des Leo Baeck Instituts im allgemeinen und fuer di^ 
Memoiren im besonderen zuzuschreiben. Ich vj^fff^ ^ 
mich freuen, wenn diese Ausfuehrungen ^^'^ ^^i^i^^}? . 
finden wuerden und Sie wuerden der Verwirklichung die 
ses Programms einen weiteren grossen Dienst «rwtisen, 
wenn Sie den hier gemachten Vorschlag an die zustaen 
digen Stellen befuerwortend weiterleiten werden. 

Sollten weitere Informationen erforderlich sein, 
eo stehen Sie Ihnen ohne %feiteres zur Verfue^ung. 

Mit erneutem Dank und freundlichen Graessen ver- 
bleibe ich 

Ihr sehr ergebener 



Dr. Max Gruenewald 
Praesident 






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SECOND FOLD 




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LEO BAECK INSTITUTE 

129 HAST 73rcl STREET • NEW YORK, N. Y. 10021 • RHinelander 4-6400 



8, Juli 1971 
T/562- FG/IS 



Herrn Dr. Ernest Hamburger 
c/o Kurhaus Cademario 
Cademario sur Lugano- 
Schweiz 



^ 



/ 



C7 



Lieber, sehr verehrter Herr Dr. Hamburger, 

besten Dank fuer Ihren Brief vom 29. v.M. 

Ihre Annahme, dass die rauschenden Feste beendet sind, 
ist korrekt, und v/ir danken Ihnen noclimals fuer Ihre 
schriftlichen und telegraphischen guten Wuensche. 

Ich hoffe, dass Sie nun v;irklich eine Ferienzeit 
geniessen und nicht nur *a busman's holiday». Der iScht- 
Stunden-Tag in den Archiven in Frankfurt und Bonn v/ar 
sicherlich nicht genau das, was der Doktor vorschreibt, 
und ich hoffe, dass Sie sich nun gruendlich von diesen 
Arbeitssuenden erholen. 

Es vjaere wirklich schoen, wenn die Cohen »sehen Memoiren 
uns ueberschrieben vruerden. Da wir gerade von Memoiren 
sprechen: 

Anbei eine Durchschrift des Briefes, den Herr Dr. 
Gruenewald an Posadowsky im Anschluss an die Unterhaltung 
geschickt hat, an der leider Dr. Gruenewald nicht teilnehmen 
konnte. Der Brief ist natuerlich verabredet. Die Tagebuch- 
notiz, die ich ueber die Unterhaltung gemacht habe, ist die 
folgende : 

"Consul4itPosadowsky and Consul Engemann in German Consulate 
Generar: 'We shall write to Posadowsky and ask for his Inter- 
vention wlth German Forschungsgemeinschaft for assignment of 
Dr.Richarz for two years to project memoirs and to be pointed 
out that "other expense" (Schorsch, etc.) is carried by LBI, 
also mention basic interest of DVA. Posadowsky gave Orders 
to process letter even before he returns to New York (mid July)." 

Frau Dr. Russell hat mich gestern angerufen und mir mit- 
geteilt, dass sie in Bonn unseretwegen energisch vorgesprochen 
hat. Das Auswaertige Amt und die Forschungsgemeinschaft sind 



-2- 



CONTRJßUTlOm TO THE LEO BAECK INSTITUTE AHB TAX DEDUCTIBLE 



- 2 - 



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8. Juli 1971 
T/562 -PG/IS 



Herrn Dr. Ernest Hamburger, Cademario, Schweiz, 



sich beide darueber einig, dass das Projekt finanziell 
unterstuetzt v;erden muss. Dr. x^ussell hat mir uebrigens 
gesagt, dass, von den vielen Projekten, die sie Bonn 
"verkaufen" v/ollte, unser Projekt das Einzige ist, das 
akzeptiert wurde. Die Form der Finanzierung wird eine 
scholarship sein, die Fr^i^^Dr. Richarz von der For- 
schungsgemeinschaft bekommt, und fuer die von einem 
/] deutschen Professor, unter dessen Aegide Frl, Dr. Richarz 
arbeitet, ein Antrag gestellt v;erden muss. Die Forschungs- 
gemeinschaft glaubt, dass Professor Nipperdey die xRolle 
des Antragstellers spielen soll, aber das muss noch geklaert 
werden. Frau Dr. Russell v;arnte, dass sie nicht glaubt, dass 
zunaechst mehr als ein Jahr bewilligt wird. Aber auf jeden 
Fall laeuft die Geschichte. 

Das Schneckentempo des Wandel-Projekts erklaert sich 
damit, dass Prof. Born vier VJochen lang schwerkrank und bett- 
laegerig gevjesen ist, und erst jetzt wieder zu arbeiten beginnt. 
Born hat sich im handgeschriebenen Brief entschuldigt und ver- 
sprochen, nunmehr die Sache v/ieder aufzunehmen. 

Anbei finden Sie eine Statistik der Katalogarbei'c, die ich 
aufgrund von muendlichen Berichten von Miss Osten und Mrs.S^:ern 
zusamm.engestellt habe. Die Damen haben jetzt von mir work sheets 
bekoffimen, die es praktisch ohne jede grosse Muehe moeglich 
macht, die statistischen Zaehlungen der einzelnen Unterabtei- 
lungen der Katalogarbeiten am Ende des Monats akkurat zu haben, 
anstelle schaetzen zu muessen, wie es im Juni passieren musste. 

Die Arbeitseinteilung in der Bibliothek isi: nach Angabe 
von Frau Osten v/ie folgt : 

^^ Mrs. Stern: 1. Typing of catalog cards 

2. Book repair and supervision of repair work 

3. Accession of books and control of xerox v;ork 
5. Control Ol' periodicals 

H.Galliner: Reference work and preparation for microfilming 

pro ject 



Mrs. Block: 



Typing of subject headings on all catalog cards and 
to some extent Vera Rubin »s work. 



The library pages -one boy and three i_,ii'ls- are busy with: 

a) Pulling library cards, transportation of books, 
marklng books, shelving books, 

b) book repalrs under Mrs. Stern 's supervision, checking of 
periodicals and collating of periodicals in preparation 
of mlcrofllm-pro ject, 



-2- 



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I 



-3- 



8, Juli 1971 
T/562 -FG/IS 



Herrn Dr. Srnest Hamburger, Cademarlo, Schweiz^ 

c^ scannlng of New York Public Library microfilras of 
periodicals for completeness and readablllty. 

BezueFlich des Mikrofilm-Projekts beziehe Ich mich auf das 
MPmo vom 1 Juli, das an Herrn Dr. Gruenewald addressiert ist. 
^ch c^Iaube; es ist eine ganz schoene Wendung, dass der^^aeber- 
raschungskontrollbesucher'nach ueber zwei Stunden als begei- 

s?lr?er^LBI-Anhaenger den Vorschlag f^^^^f ^, J?^^"if^,JS^;, 
rundun^ unserer Bibliothek mit erheolichen Regierungsgeldern 
Gemacht hat Herr Bnerson ist sich vollkommen darueber klar, 
Sss das t66,oSS. Projekt nur eine erste Stufe zur Erfuellung 
seiner Idle ist, und dass sich dahinter noch ein im Augenblick 
uniebersehbarer Betrag aufbaut, der notwendig waere, um Mikro- 
?nme der fehlenden Buecher entweder zu kaufen, oder _ herstellen 
zi Tassen. Auch die zweite Stufe hielt er fuer wich.xg und reif 
fuer'Pederal Support". 

Die Nachpruefung der Mikrofilme in der New York Public 
Tlbrar- ist das Resultat einer Unterhaltung. mit dem neuen 
Direktor d^rJewish Division, der vor einigen Tagen hier war 
.^nSse^re becreisterte Mitarbeit an dem Mikrofilm-Projekt ver- 
sprochen hat! Die New York I^ablic Library hat ^Jf o^il- -n 
Mner sehr grossen Anzahl juedischer Journale. Mr.uold hat 
Sif ^eloch geSarnt, dass er nicht weiss, welche MikroiUme 
Srkllch gut lesbar sind, und dass er auch nicht sicher iSo, 
ob die auf dem Film gemachten Ar.gaben ueber Luecken in den 
Gefilmten Zeltschriften tatsaechlich korrekt sind. Jnsere 
f rnrarv Sapes soweit sie wenigstens halbwegs deutsch ver- 
stehen! befucAen nunmehr auf Sinladung von Mr. Gold die Public 
LibrI?; und pruefen die von ihm ihnen gegeoenen Filme auf 
Lesbarkeit und Luecken. 

Ihen Brief vom 29. v.M. habe ich natuerlich auch mit Herrn 
Dr Gruenewald besprochen, und wir sind uns darueber einig, 
da;s soblld Dr Bambergerivieder in New York Ist, eine erneute 
Unterhl?tuig, vor^nem zwischen Dr.Bamberger und Miss Osten, 
empfehlensv/ert ist. 

Damit habe ich Ihnen, glaube ich, einen ungefaehren Bericht 
ueber alle moeglichen LBI-Dinge gegeben. 

Dass uns der Wettermann fuer heute und die naechsten Tage 
95 Grad versprochen hat, wird Ihnen den Schweizer Aufenthalt 
bestimmt noch angenehmer machen, als er sowieso schon i^t. 

Mit freundlichen Gruessen-auch an Frau Hamburg^- 

TXfX ergebeoÄter 

Fred Gi'ubel 






Anla(i;en. 



M^^i^f^/ 



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ZU.Cli' 






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postäge 15c 







V\A AIR MAIL • PAR AVION 



SECOND FOLD 



DO NOT USE TAPE OR STICKERS TO SEAL 
NO ENCLOSURES PERMITTED 

FIRST FOLD 





DER DEUTSCHE GENERALKONSUL 

H. Graf von Posadowsky-Wehner 



460 PARK AVENUE 
NEW YORK, N.Y. 10022 
TELEPHONE 688-3523 

29. Juli 1971 



Herrn Dr. Max Gruenewald 

President 

Leo Baeck Institute 

129 East 73rd Street 

New York, N.Y. 10021 




Ä 




3 



Sehr verehrter Herr Dr. Gruenewald! 

Bei meiner durch Krankheit verspäteten Rückkehr nach 
New York am 28. Juli finde ich Ihren wichtigen Brief 
vom 24. Juni auf meinem Schreibtisch, für den ich Ihnen 
herzlich danken möchte. Ich hoffe sehr, dass das Projekt 
der wissenschaftlichen Auswertung der fünfhundert unver- 
öffentlichten Memoiren des Leo Baeck Institute nun endlich 
seiner Verwirklichung entgegensieht. Sie wissen, dass 
ich mich dafür von Anfang an nachdrücklich eingesetzt 
habe. 

Die Kulturreferentin des Generalkonsulats, Frau Dr. Haide 
Russell, hat bereits Anfang Juni in Bonn und Bad Godesberg 
ausführliche Gespräche über das Forschungsvorhaben geführt 
und fand sowohl auf Seiten des Auswärtigen Amtes wie der 
Forschungsgemeinschaft grosses Interesse und Entgegenkommen. 
Dies ist besonders wichtig, weil im Augenblick die Budget- 
knappheit eine Reihe von anderen Vorhaben verhindert oder 
gefährdet. 

Eine Ablichtung Ihres Schreibens ist zusammen mit einem 
formellen Antrag auf Übernahme der Kosten für Frau Dr. 
Richarz inzwischen an das Auswärtige Amt bzw. die Deutsche 



- 2 - 



|i «lir« mf 



- 2 - 

Forschungsgemeinschaft weitergeleitet worden. Ob es 
möglich sein wird, gleich für zwei Jahre eine Zusage 
zu bekommen, ist zwar ungewiss, jedoch würde man, wie 
ich hoffe, mit einem Verlängerungsantrag Erfolg haben, 
wenn das Projekt erst angelaufen ist. 

Das Generalkonsulat wird mit Herrn Dr. Grubel Verbindung 
aufnehmen, sobald die Antwort aus Bonn vorliegt. 
Einzelheiten des Arrangements werden zweckmässig zwischen 
ihm und dem Kulturreferat des Generalkonsulats ausgehandelt. 

Mit freundlichen Grüssen und allen guten V/ünschen, 

Ihr ergebener 







_ /VWi^i^AX 



/ 



August 4, 1971 
H/838 - MQiOfiS 



N • n o 



TOi 



Br« Fritz Bamberger 

i 

V Dr> Brne»t Hamburger 




^ 



Fromi 



Dr* Max OtanMiunvald 



Ret Conference wlth Dr* Zamar Schorsch - Memoir Project 



I had a very pleaaant naeting with Dr. Zsraar 
Schorach with whom I diacuaaad hia own participation in 
the Mainoir Project« Or« Schorsch stated that ha was 
favorably impressed by Miss Richarz. I shonad hi» the 
outline preparad by lUss Richarz and X3r. Schorsch ap- 
provad of it* His only criticiim rafarrad to the last 
Paragraph bMMmaa it vas dlctatad by a chronological 
point of View while the rast is thematic. He conceded, 
howaver, that it would have been difficult to proceed 
otherwisa since so many of our menoirs deal with tha 
Hazi period« 

Dr. Schorsch does not have the time to '•co-sign" 
aa aditor of the Memoir Projact. Ha agraadt howevar« to 
discuaa pariodically with Miss Richars tha salection of 
tha iBwioirs as wall aa the actual work she intends to 
do on the memoire. In other %#ords# ha saas his role as 
that of a Consultant and suparvisor. An agreement ra- 
garding his personal Ipaflicipation should ba drawn up. 
He is particularly intaraatad in clarification regarding 
poaaible differencaa of opinion that might arise. By 
that ha »arely %#ants to make sura that hia iidvice will 
not ba dlaregarded. ^ " ^ 

I promised to show him the draft of such an 
agraament which then will also be brought to tha atten- 
tion of Miss Richars. 

Z aasurad Dr. Schorsch that thara will ba ad-* 
aqtuata ranumaration for his participation. 

Tha extant of tha ranumaration will have to 
ba datarminad by tha actual aaK>unt of time put in by 
Dr. Schorsch. 



Dr. Max Oruampifald 



9 



/ 



10. August 1971 



MEMO 



Dr. Max Gruenewald 
cc. Dr, Fritz Baraberger 






von Ernest Ha :burger 

Re: Ihr Memorandum vom 4. August 19fl betr. das 

Memoiren Projekt 

u • jIs^, l^t'ßruosse es sebr, dass Dr^ gehorch bereit ist. Dr^.Richarz 
bei der Auswanl der Memoiren und bei inrer Arbeit im allgemeinen 

zu beraten und demgemaess als ''Consultant'* taotig zu werden. 



Wenn aber diesem Satze 
in dem ausgefuehrt wird, Dr. 
Holle als diejenige eines " 
ein «Widerspruch zu dem vor 
unterscheiden sich begr^ffl 
auch dem Inhalt der zahlrei 
Ihnen und mir. In diesen Be 
nungsverschiedenhait hatten 
als "Supervisor" niemals di 



des Absatzes 2 ein 
Schorch saehe " mit 
Consultant and Supe 
hergehenden Satz. Di 
ich von Auf siciitsfue 
chen und gruendliche 
sprocliungen, in dene 
, war von einer Taet 
e Rede • 



weiterer Satz fplgt, 

anderen Worten" seine 
rvisor", so liegt darin 
skussion und Beratung 
hrung. Dies widerspricht 
n Besprechungen zwischen 
n wir nie eine Mei- 
i, keit Dr. Schorchs 



Im letzten Satz des Absatzes 2 ist zu/ lesen, dass Dr. Schorch 
sich zu vergewissern wuen8cht,dass sein Rat nicht unberuecksichtigt 
bleibt. Dies fuegt ein Recht der Zensur hinzu, das mir prinzipiell 
bedenklich erscheint. Auch kann ein agreement,das so schwerwiegende 
birigriffe in die Arbeit von Frl. Dr. Richarz enthaelt, dieser nicht 
lediglich " zur Kenntnis gebracht" werden. 

Kin agreement auf solchen Grundlagen wuerde m.E. im Widerspruch 
zu den Grundsaetzen einer gesunden Organisation und Durchfuelirung 
wissenschaftlicher Arbeit stehen. 

Auf weitere Einzelheiton moeclite ich nicht eingehen. Ich 
schlage vor, dies alles einer muendlichen Besprechung im Septeinber 
vorzubehalten. 



Köln, am 16.8.71 



ehr verehrter Herr Hamburger, 



M 





ich freue mich,"daf? Sie es mit dem Wetter gut getroffen haben und 
sich in der Schweiz gut erholen können. Wir sinri vor wenigen Tagen aus 
Dänemark zur'^ckgekehrt , nicht sehr beg'mstigt von der Sonne. Gleichwohl 
konnten wir uns einige rmaf?en erholen. 

Praäulein ^icharz scheint noch in Urlaub zu sein. Jedenfalls h-be ich 
sie heute nicht telefonisch erreicht. Aber ich habe ihr einen 3rief ge- 
schrieben und sie gebeten, sich mit Ihnen in Verbindung zu setzen. Die 
Botschaft, dafB die -^'inanz i erung des Memoirenvorhabens nunmehr doch wohl 
endg^'^ltig geklärt ist, hört man gern. Mir war sie eine rechte Erleich- 
terung, denn mir liegt sehr viel daran, da(3 das Projekt zur Realisie- 
rung gelangt. Außerordentlich gllicklich und fvir das gesamte Unternehmen 
von Gewinn ist es ohne jeden Zweifel auch, da.^ Sie sich um die Koordi- 
nierung und den Planungsstab bemühen werden. Dem Resultat sehe ich 
schon jetzt erwartungsvoll entgegen. 

Sehr verehrter Herr Hamburger, ich wünsche Ihnen für den Fortgang 
Ihrer Arbeit Schaffensfreude und Erfolg. Sicher werden Sie noch manche 
m'ihevolle Arbeitsstunde zu bewältigen haben, aber die einhellig gute 
Resonnanz auf den ersten Band wird Sie gewi.? beflügeln. 



Kosten sind mir für frühere Telefonate mit Fräulein ^ticharz nur in 
einer erstens nicht genau fixierbaren und zweitens in so p-eringer 
Höhe entstanden, da? ich sie nicht zu benennen wüßte. Im übrigen ver- 
danke ich dem LBI , das mir seinerzeit die Bulletins zur Verf^'gung ge- 
stellt hat, soviel, daß ich sie auch nicht benennen möchte. 

Ich darf Ihnen und Ihrer verehrte Gattin weiterhin sonnige Srholungs 
ta^e in der Schweiz sowie einen guten ^^ückflug wünschen. Bitte, seien 
Sie so freundlich, Frau Blumenthal sehr freundlich zu gr^'ßen alle diese 
Wü'npche und Grüße auch im Namen meiner Frau. 



Mit freundlichen Grü'ßen 
Ihr 



.'' 



Direktor Dr.Grubel 
Leo Baeck Institute 
129 East,73rd 
New York, N.Y. 10021 




Monika Richarz 
1 Berlin 33 
V.Laue Str. 8a 

12.8.71 



Lieber Dr.Grubel, 

heute rief mich Dr. Treue anjund später sprach 
ich nit Prof.Rürup. - Dr. Treue setzte von vornherein als selbstver- 
ständlich voraus, daß ich den Stipenrlienantrag selbst stelle, so daß 
hier scheinbar kein Problem mehr lie.^t. Ich werde morgen die nötigen 
Fragebögen erhalten, habe mehrere Referenzen angegeben und wurde ge- 
beten, sowohl HU Inhalt und Ziel des Projekts als auch zum Pinanzbe- 
darf Ausführungen zu machen. Die Pinanzangaben sollen sich beziehen 

auf die Kosten für : t) Reisen 

2) Sachmittel 

3) Beratung c^urch Dr.Schorsch. 

Hierzu bitte ich, mir mö, liehst umgehend mitzuteilen, an welches Ge- 
samthonorar in Dollar das LBI für Dr.Schorsch denkt. Für die Sach- 
mittel wüßte ich gern, was 1 Seite Verfilmung bzw. Fotokopie in USA 
kostet. Solche Kalkulation ist ja wirklich schwierig - und dann noch 
in Dollarpreisen. 

Als Stipendiensatz nannte mir Dr. Treue 1375 DM (steuerfrei), hinzu 
kommen 200 DM Sachmittel im Monat. Mein jetziges Brut.togehalt be-^ 
trägt 2193 DM,d.h.l621 DM netto. Da ich vom Stipendium die laufende 
Sozialversicherung in Höhe von 347 DM selbst entrichten muß, bleiben 
mir 1001 DM netto, was eine reale Gehaltsminderung von netto o2ö DM 
im Monat bedeutet. - Solange ich mich in New York aufhalte, bekomme 
ich einen monatlichen Zuschlag von 1080 DM sowie die Reisekosten und 
die hiesige Miete. 

Ich fragte Dr. Treue, ob ich angesichts dieser für mich sehr ungünsti- 
gen Lage nicht weiterhin nach dem mir zustehenden Tarif BAT 2a (Assister 
ten, wissenschaftliche Mitarbeiter, Studienräte) bezahlt werden könne, 
aber er verneinte, da es sich hier um ein Stipendium, nicht um ein 
Arbeitsverhältnis handele. Ich muß sagen, daß ich eine 38^oige Gehalts- 
minderung beim Übergang zu einer doch eigentlich höher qualifizierten, 



lUMlt^ 



tOimiatmiiMimmtunm 



■MitoNHHMMVM*! 



da selbstänaigen Arbeit als nicht gerechtfertigt betrachten kann - 
zumal das Geld in beiden. Fällen von der Bundesregierung kommt. Ich 
werde den Antrag also hhJex Hinweis darauf unter Vorbehalt stellen. 
Die Zeit ist sowieso schon knapp, wie Dr. Treue meinte. 

Ich bitte Sie nun herzlich, dies neue Problem mit Prau Dr. Russell 
zu besprechen, der vielleicht eine Vermittlung möglich ist. Dazu 
noch ein Hinweis : bei der Historischen Kommission Berlin wurden 
solche Mitarbeiter von der DPG nach Tarif bezahlt, deren Antrag 
und Arbeitsverhältnis über einen Ordinarius liefen. Außerdem ist 
mir bekannt, daß sich flie Habilitationsstipendien des DPG durchaus 
am vorausgehenden Gehalt orientieren. Ks f;ibt da also sichtlich ver. 
schiedene Pinanzierungsf ormen.und eventuell sollten wir doch auf 
die Vermittlung des Ordinarius zurückkommen müssen. 



Ich bin keineswegs entmutigt, aber es eilt mir ein bißchen, be- 
sonders, wffiil die Ausstellung wahrscheinlich verlängertund erweitert 
wird, so daß ich mich entscheiden muß, wann und wo ich neue Ver - 
pflichtungen eingehe. Bitte grüßen Sie Prau Dr. Russell und seien 
Sie selbst herzlich ge,-rüßt 



Ihre 



"HoS^U^ Kic3:)0^ 




v^ ^ 



J 



Monika Rioharz 
1 Berlin 33 
von Laue Str. 8a 

15.8.1971 



Herrn Dr. Treue 

Deutsche Foraohungsgemeinaonaix 

53 Bonn - Bad Godeaberg 
Kennedyallee 40 



Sehr geehrter Herr Dr. Treue, 

besten Dank für de?, überaanäten 
Fragebogen, den ich beiliegend .u Ihrer beaseren Information 
sch!n .uruokachicke. Die Erläuterung dea Pr.,ektB und die 
Kostenkalkulation werde ich noch dieae Woche -«^^^^ „^^f 
habe auch das Leo Baeck Inatitute über unser eratea Geaprach 
inf r Irt und werde ea auf de. laufenden halten, ^-^eaaor 
ieachnitzer und Professor Rürup bat ich. Gutachten über .exne 
Qualifikation direkt an Sie zu senden. 
Anknüpfend an unser erstes Telefongespräch .öchte ich noch 

einmal auf das Stipendium eingehen. Sie -^^-;^^; 'abe iLwilchen 
Pesehene Satz 1375.DM beträst.(plua Sachkosten) .Ich habe inzwischen 

"fet, wie Sich .eine wirtschaftliche ^^^^^^^^^ ^^^^^^^^ 
Stipendium verändern würde. Mein jetziges Nettogehalt betragt 
r^l d" Da ich vom Stipendium die laufende -.ialvera cherung 
m Höhe von 347 DM zu zahlen hätte, blieben mxr 1001 DM. was 
einer Einkommensminderung von netto 620 DM im Monat oder 38/. 
entspricht. Sie werden verstehen, daß ich das nicht ohne Exn 
wände hinnehmen mochte. 

r.^r.^^ cha Aa'i ioh nach Ablegung der 
Aus meinem Fragebogen ersehen Sie, dai ion n 

wobei mein Gehalt dem Tarif BAT 2a entsprach, ux . „-..^^ ..v, 

„loh, »le Prifaaaor Laaohnltzar beatatlgen wird, ='" 
vart^ga also übar baruflloha Erfahrung und ='"« =»-^^'"' «"^"^ 
fllcatlon. Das Stlpandlu« dasegan Ist. »le Bla mir "«"»• ''^'• 
Jünger. Wiasan.ohaftler gedaoht. die also borufllch .ehr am- 



Anfang stehen. 

Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie unter dieaen, Ihnen bisher 
nicht bekannten Bedingungen, den Stipendiensatz noch einmal über- 
prüfen konnten- Vielleicht gibt es ein Möglichkeit, meine beruf- 
liche Vorbildung mehr zu berücksichtigen und das Stipendium stärker 
am vorhergehenden Tarif gehalt zu orientieren. 

Da ich am Dienstag und Mittwoch ganztägig im Reichstag bin, können 
wir das Broblera auch gern telefonisch besprechen- Mit freundlichen 

Empfehlungen 

Ihre 



f '. 



#-Xi 



TELEPHONE: ORegon 4-5858 



ALES: "MECULTFUNO" NEW YORK 






./f 



x. 



MEMORIAL FOUNDATION FOR JEWISH CUi;rURE / ^ ^ 



\ 



215 Park Avenue South, New York, N. Y. 10003 



\ 




Ref. No. 5070/71 



y/ll/4^ 



August 16, 1971 




Leo Baeck Institute 
129 East 73rd Street 
New York, New York 10021 

Gent lernen: 

^, o. .T.-Ti -nnt at vour disposal during the 

as per our letteLdated June 30, 19^0. ^ ■ - 

We vish to call your attenti;n t^'t^-standin. conditions attac.ed to all 

our grants that: 

or,fl -inancial reports te submitted in duplicate 
a) semi-annual progress and ^^^l^UfJ^H^^^ 20, 1972 for the preceding 

S rr^!^at^väl"a; ?n a.aued ann^l report vit.^n^tMrt. da.s 
rtTs-Uref if trauiit-S r/t^e ^^cfunt whic. deals wlt. pro- 
grams supported by our Foundation. 

j «v^/^ /^^r- -nnhi T qhed with Foundation 
^) pu^lications vhich --^P-^^-^J/^^/^^^^Se title page a note 
Support must carry on ^^e reverse side 01 ^^^ ^^^^^ ^^^ 

statine that the Pr^P^^f^°^„^'^J/°Lmorial Foundation for Jewish 
rurtu^^t'^vSASuire^th^tTo fopierof the supported pu.lication 
"be sent to us . 



S/ncerely yoiors, 



9 



Mark Uveeler 
Executive Director 







MU:gk 



ß s 



\ 




LEO BAECK INSTITUTE 

129 i:AST 73rd STREIiT • NEW YORK, N. Y. 10021 • RHinelander 4-6400 



Br, Ernest Hamburger 

Hotel Beatus 

3658 Merligen, Schweiz 



Lieber ''err "Or. Hamburger, 



August 18,1971 
b/J2 f/G Im 



l 



Besten Dank fuer Ihre Briefe vom 11. und IJ.d.M. 

Ich bin froh, dass Sie die 2, Auflage vor ^.Vandelf erstem ^<apitel 

akze^bel finden. 

Von Staudinger habe ich noch nichts gebeert und werde^. Ihrem Vorschlag 
gemaess^Born so antvvorten^ wie Staudinger es fuer richtig haelt. 
Ich werde auf jeden Fall Staudinger darauf r inweisen, Hass Sie 
Bedenken haben, Born's Plan abzuaendern. 

Von Frau Bohnke kamen die Koelner :,iemoiren. I^as Brunnenberg Buch 
werdp ich versuchen, von Tuebingen zu leihen. Die diversen von 
Ihnen vorgeschlagenen BuchJ^S^S« habe ich an Dr. Baraber^er 
zur Gegenzustimmung weitergegeben. 

"Der Zeitgenosse" ist inzwischen als Geschenk hier eingetroffen. 
Seit meinem Besuch in Marbach und Zeller' s Gegenbesuch hier im 
Institut bekommen wir regelmaessig komplimentaere Exemplare von 
Zeller' s V/erken. 

Nun komme ich zur Hauptsache dieses Briefes. 

Von Monika Richarz kam gestern der Brief, dessen Kopie ich beilege. 
Sie h::itte urspruenglich gedacht, dass der Antrag bei der Deutschen 
Forschungsgemeinschaft nur von einem habilitierten Dozenten 
gestellt werden kann und deshalb nicht von ihr selbst. 
Professor Ruerup^der einige Tage hier im Institut verbracht hat, 
hat sich gerne bereit erklaert, wenn notwendig, diesen 'ntrag zu 
stellen. Wie sioh aus dem heutigen Brief ergibt, ist aber seine 
Intervention garnicht notwendig. Ich habe, der Bitte von Frl. 
Richarz folgend, mich mit Dr. H. Russell gruendlich darueber aus- 
ges,>rochen. Das Resultat unserer Hnterhaltung ersehen Sie im 
wesentlichen w2 der. beiliegenden Brief, den ich ebenfalls heute 
an Dr. Richarz abgesandt habe. 

Dr. Russell und ich befuerchten, dass hinter dem Interesse fuer 
Wicrofilm-Ausgaben und der Unzufriedenheit mit dem Stipendium 
die Idee stecken mag, dass '^r. Richarz im wesentlichen in Berlin 
mit Mikrofilm-Kopien unserer .V.emoiren zu arbeiten r^edenkt und 
gewissermassen eine Stipp-Visite in Mew York beabsichtigt, und 
das waere natuerlich vollkommen entgegen allen Ideen, die wir 
haben. Andererseits wuerde es die Unzufriedenheit mit dem Sti- 
pendium erklaeren. ^'^enn jedoch Or. RJoharz fuer die naechsten 
2 Jahre ein Momtsgehalt von beinahe 210C DM netto zur Verfuegung 



CONTRJBUriONS TO THE LEO BAECK INSTITUrE ARE TAX DEDUCTIBLE 



y 



/ 



- 2 - 



haette, koennten weder "Dr. Russell noch ich verstehen, warum sie so 
unzufrieden ist. Unter diesen Umst^enden haelt es Dr. Russell fuer 
absolut unpolitisch, um nicht zu sa^^en unklu,^, dass sich das IIY General- 
Konsulat in die Stipendiumfrage hineinhaengt . 

Ich glaube, dass ich in meinem Brief an Frau Dr. iiicharz deutlich 
genup zu verstehen gegeben habe, dass wir damit rechnen, dass sie 
den wesentlichen Teil der fuer das Projekt geplanten Arbeitszeit 
in New York verbringt. 

Kine andere ueberra sehende V/endung ist die Frage nach der Bezahlung 
von Dr. Schorsch. Herr Dr. Gruenewald, mit dem ich mich in dieser 
Sache ausgesprochen habe und der ueber meinen Brief an P^au Richarz 
und an Sie voll Bescheid weiss, hat die Finanzfrage nur ganz prinzipiell 
mit Schorsch besprochen. Keinerlei Zahlen sind bisher diskutiert worden. 
Es ist Dr. Gruenewald^s Vorsc' lag, den Betrag von 2000 '^•ollar pro Jahr 
zu erwaehnen, obgleich er der Ansicht ist, dass das Honorar wahr- 
scheinlich hoeher sein niuss. In diesem Falle muessen wir eben einen 
Teil der von der Memorial r'oundation fuer das Uemoir-Projekt bewilligten 
und noch offenstehenden 6000 Dollar fuer Schorsch benuetzan. 
Dr. Russell ist der /ansieht, dass eine Zahl von 3000 Dollar, die ich 
mit ihr diskutierte, zwar in Amerika relativ bescheiden, aber fuer 
die DFG horrend waere. 

Sollten Sie der Ansicht sein, dass sogar die von uns vorgeschlagenen 
IPOO Dollar noch fuer w iooro - Vörhool t nio oe^^ viel waeren, wuerde 
es wohl dem Projekt nicht schaden, wenn Sie Dr. Richarz entsprechend 
in Abaenderung meines Briefes instruieren wuerden. 

Um zum Schluss zu kommen: Es wird wahrscheir lieh zum mindesten 
psychologisch gut sein, wenn Sie mit Dr. Richarz die Angelegenheit 
noch einmal telefonisch durchsprechen. Das 'A'ichtigste erscheint, 
sie darauf festzulegen, dass der Arbeitsort im wesentlichen New York 
sein muss, um constante Zusammenarbeit mit Ihnen, mit Schorsch und 
mit allen anderen zur Verfuegung stehenden Personen und Resources 
des Instituts zu ermoeglichen. 

Es tut mir leid, dass ich Ihnen in die Ferien so viel Geschaeftliches 
nachsenden muss. Der Brief von Dr. Richarz gibt uns jedoch den 
Eindruck, dass die Dinge nun auf einmal sehr eilig geworden sind 
und nicht noch einige '.Vochen warten koennen. Eine persoenliche Unter- 
haltung mit ihr, auch wenn nur ueber das Telefon, kann wahrscheinlich 
Fragen und P^fissverstaendnisse schneller und gruendlicher klaeren 
als transatlantische Korrespondenz. 

Und nun lassen Sie mich Ihnen und Frau Hamburger trotz dieses Briefes 
noch recht angenehme Ferien wuenschen. Meanwhile we sweat it out! 

Mit freundlichen Gruessen 



Ihr 



A nlage; 

r.c^pie V.Brief M. Richarz 
" F.Grube l/Richarz 










2J ^ 






b/50 I'/G - In 



Frau Dr. 'onika Hichara 
1 Berlin 53 



aue 



;itr. Oa 



Liebe Frau Dr. iiicharz, 

T, ^-^^ -nnk fuar Ihr r.c reiben voi? 12. d.M. Die -ieuigkeitcn 
siM "irkiic! i:ter;BBnnt. Vor niler, hat eich das Proble« 
deo nS^Btoller. ßcl..eBt, und ic) renne .u. «;«-« ^^^^/^J 
freundliche 3ereiti.iUirtVeit vor. irofeor,or ..uerui- uicu. in 
Anßi^ruch zu nehmen brauchen. 

Vs. die l-inanaiellen Antoben betriift, so «or<Jen 3ie ie 
bezuerlich dor Reiae-AusE'-'^'er in Berlin voUe InforL.ation 
^!kon^en .ben. 3io Kosten einer Fotokoi.ie oder enos 

"erden, üabei .;iU es ale eine .'ufnahEe, *«^"^ «^^^««^l^"' ^"'' 
Ht einer Bclicitunr. ^^^ei Seiten ^u ,hoto«ruph leren. 

Bezueslich der Konoultation d.. Herrn Irofeccor .chorsoh 
hiben «ir noch keine genauen Verabredungen ^'^l^fHl' 

.unsch *''^]»^^ ^ ji.^^^ jjTief entnoi;- en zu hoben, das. 

ßehalt von 1001 XI + AUBlmdszuschla,.', von lOHO DK luer ^ 

Ihrei Lcbensunterbnlt .ur Vcrfuegun« etehen «uerde. d.. . 

1 !^ » t; -«r^rtbetrap von 2061 DM pro !.-.onat. *-.c n-.ch den 
augenbllc!. liehen .-oll-irkurB raindeeten« 6o0 :>oll"^T ^f'^ 
eenUeren «ird. enn ,.lr ferner anne.x.on.dae.j.le die /-eit 
des rro,5ekt3. d.h. also «ohl 2. J .hrc ir. .eaentUclen in 
SJw yo?k ve^brxncen werden, so erecheint un. «i"/«^"-^«^^" 
tirrerheben.uu torhalt Gesichert. Frau Dr. ^useell i«^^/«"»«" 
ii ;ie »iHer Ansicht, daae man al> Einzelperson in New York 
"u 6^0 Dollar netto /.war keine Reichtuener ...=..oln kann, 
ober doch an.;taondiü zu leben iustande oein «^^d. 
Unter dioBen Unetaenden Gl«ubt ?rau Dr. ussell nicht, 
daee es ratsam und erfolgreich waore, wenn aie in Kamen dee 
Sieslgen OeneralkoHBulat wegen .er Stü-endienfraße vorstellig 

nuerdoe 



\. 



's 



• 2 - 



Wir hoffen, da 88 wir Ihr Schreiben richtig veretanden h-iben, und 
dasö Ihnon die aus diesem Schreiben ert? ich t liehe Inf orm^ation zu 
einem endgueltigen Entschluß« verhilft. ])en Stipendionantra^ 
•'unter Vorbehalt" isu otellen, mag nicht ebhr hilfreich sein« 
Es koennte p.ehr wohl i^aosieren, da8.> die D»F.C« einen oolchen 
bedingten Antrag ueberhaupt nicht behandelt. Das ist ziun rdn- 
deaten Jr« {:useell'8 und aeine ei^:ene Befuerchtuii£;. 



oollten Liie sici^ in diobor Angelegenlieit direkt mit Herrn Dr. 
Hanburßer besprochen "wollon, ro wuere dies telefonitich cioejjlich. 
liiirT Lr» H.imburr:er befintiet sich fuer den Hent d s r.ouütü iE 
Hotel Beatuö, :'»^rlicQn in der Schweiz. Die Telefon-üunnior lioennen 
Siö ^oiii in B«?rlin ausfindig machen« sollten ie es vorziehen, 
dabo LT» lianbur/Tor :;ie anruft, so t?uerde ich vorsci^l i,'j;er:, daßc. 
Sie ihm ein jJQht ..eilen senden und ihr. mitteilen, }ß'i7ia und unter 
welcher IluiiUner Gie in Berlin erreicht werden koennen. Iserr *'r« 
Hamburger ist uebor unj^ere Korreepoiidenz voelliß inforniiert. 
Ich sende ii.rn mit ,ilo icher Poet eine 'blicl-tun^ I>res Briefes 
VOD 12« August und eine Durchschrift dieaeü üchreibens. 

Wir sehen nuninohr weiteren ^'uten JJachrichten gerne ontfje^^^eju 
Sollten id c-ß fuer raoe(jlich halten, uns Durchschriften oder 
Abiich tun^^en Ihrea Anurajjs an die JFG fuer imBore '\kteu zu 
uebersenden, so Y/ner»^n wir dafuer diuikbart 



Mit besten Gruessen und V/uenschen, vic}) von 
bin ich 

Ihr 



-'rim Dr. riu«»ell, 



Dr» ?'red Grube 1 
Direktor 



c c i Dr • Hr no st 1 ' :i tuburijer 
Dr. : eide Russell 



Sehr geehrter, lieber Dr. Hamburger ! 



Monika Richarz 
1 Berlin }:> 
von Laue Str.öa 

20. August 71 



Gestern erhielt ich von Dr.Berding Ihre 
Ferienadresse und freue mich, Ihnen nun vom Portgang der Ver- 
handlungen berichten zu können. Der in der DFG zuständige Re- 
ferent Dr. Treue war in Urlaub und rief mich dann auf meine 
schriftliche Bitte hin am 12.8. erstmals an. Er teilte mir 
mit, da.) ich das Forschungsstipendium möglichst schnell per- 
sönlich beantragen solle, da die Bearbeitung drei Monate zu 
dauern pflegt. Zu dem Antrag sind nötig: 

1. Ein Personalfragebogen (Vorbildung, berufliche Tätigkeiten, 
Gehalt, Thema und Dauer des Projekts). Den Fragebogen habe 
ich zur besseren Information von Dr. Treue bereits abge- 
schickt, vgl. Anlagebrief. 

2. Zwei Gutachten über meine Qualifikation. Ich habe Professor 
Leschnitzer und Professor Rürup gebeten, diese einzusenden. 

5. Eine Erläuterung des Projekts : Aufgabenstellung, Ziel , 

Methode, Arbeitsprogramm. Ich werde dies morgen in Anlehnung 
an mein kleines Expos^^^twerf en .und dabei natürlich Änderungen 
aller Art vorbekalten. Die zeitliche Dauer haben wir auf zwei 
Jahre abgesprochen - mit Verlängerungsmöglichkeit. 

Eine Kostenkalkulation für: 

a) Reisen 

b) Sachkosten 

c) Beratungsvertrag Dr.Schorsch. 

Wegen Punkt b und c habe ich Dr.Grubel sofort geschrieben, bin 
aber noch ohne Antwort. Natürlich möchte ich auch Ihre Meinung 
dazu gern hören, kann aber zunächst auch vorläufige Werte an- 
geben. 

Leider waren die Mitteilungen, die mir Dr. Treue über die Höhe 
des Stipendiums machte, ein bil^chen überraschend im negativen 



Sinne. Es handelt sich um ein Stipendium, das weit unter meinem 
jetzigen Tarifgehalt liegt. Ich erhob dagegen schriftlich Be- 
denken und lege Ihnen eine Kopie des Briefes bei. Dr.Grubel 
habe ich darüber ebenfalls informiert, hoffe aber, daii sich 
dasynoch irgendwie lösen lassen wird. Eine Antwort habe ich noch 
nicht. Soviel ich weiß, kommen die Gelder der DFG vom Bund, und 
ich sehe nicht emn, wieso der Bund mich quasi für eine höher 
qualifizierte Arbeit wesentlich geringer bezahlen sollte als 
bisher. Es gibt zudem bei der DFG durchaus Stipendienformen, die 
sich am vorhergehenden Gehalt orientieren. 

Ich werde Sie mit Dr.Grubel in New ^ork dann weiter auf dem 
laufenden halten, zumal mir Dr.Berding schrieb, Sie seien ^ 
jetzt eine Art , Generalbevollmächtigter" für das Projekt. In- 
zwischen machte mich Frau Belke schriftlich auch mit Dr.Kreutz- 
berger bekannt, dessen handschriftliche Anmerkungen ich mehr- 
fach in den Manuskripten fand. Sicher wäre mir sein Rat auch 
wertvoll, und vielleicht ist es mir im September möglich, ihn 
zu besuchen. Frau Belke kommt nächsten Monat wegen der Ost- 
berliner Handschriften von Lazarus nach Berlin, und am 15.9. 
werden ja hier die Feder -Briefe in der Edition der Familie 
Lowenthal durch Herrn Paucker feierlich der Öffentlichkeit 
übergeben . 

Ich hoffe, Sie hatten gute Tage in der Schweiz. Bitte grüben 
Sie auch Frau Blumenthal, auf deren Rat hin^ ich hier neulich 
S.Gronemanns "Hawdalah und Zapfenstreich" antiquarisch kaufte 
und gleichzeitig mit Zechlins Buch über die Juden im ersten 
Weltkrieg studierte. Ich wünsche Ihnen einen guten Ruckflug 
und bin mit herzlichen Grüben an Sie und Ihre Frau 

Ihre 



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24. August 1971 



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2U Ifiindcn von Herrn Dr« Treue 



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Sehr geehrter Herr Dr. Treue! 

Bei meinem Besuch In der DFG Anfang Juni habe Ich 
Slo leider verpaßt. Das Projekt des Leo Baeck Instituts 
hat zu unserer Freude konkrete Formen angenomnen. 
Generalkonsul Graf Posadowsky hofft sehr, daß das 
Forschungsprojekt im Herbst dieses Jahres In 
An^lff genommen Verden kann. 

Inzwischen hatte Frau Dr. Rlcharz eine Korrespondenx 
Bit dem Direktor dos Leo Baeck Instituts, Dr. Fred Grubel. 
in der sie ihre finanzielle Lage darlegte. Herr 
Dr. Grubel und ich verstehen ihre Situotlon so, daß 
das Hetto-Inlondsgehalt plus Aualandszuschlag ihr 
einen Gesamtbetrag von DM 2.031 ,- pro Monat sichert, 
das Bind umgerechnet etwa S 600,-. Leider muß loh 
Ihnen Äagen, daß es für Frau Dr. Rlcharz schwierig 
sein wit'd, von diesem Betrag in MarJiatten ru leben, - 
und zwar wogen des Wohungsproblems. Ich.^.habe mich 
beim "Barblzon for Women", einem anständigen, aber 
keineswoßs luxuriösen Hotel für Damen, in dem man 
©In Zimmer mit Bad auf Wochenbasis mieten kann, nach 
den dortigen Raten erkundigt. Demnach müßte Frau Dr. 
Rlcharz d 62,- bis $ 68»- pro Woche rechnen, das sind , 
$ 2A8,- bis s1 272,- im Monat - ohne FrUhstUci. Da sie 
gleichzeitig unbedingt eine Kronken- und UhfaUversl- 
cherung abschließen muß, würden Ihr höchstens $ 300,« 
zu» Leben bleiben, und das Ist bei den hiesigen Pr«lB«n 
■ehr als knapp. 

. 2 - 



- 2 - 

Ich bin mir klar darüber, daß die DFG Ihro Stipendien- 
sätze hat, dio unveränderlich sind, aber vielleicht 
könnte man an einen Itoufkraftausgleich oder zumindest 
Wohnungszuschuß danken. Den Kauf kr af tausgleich erhalten 
;ja auch die Angehörisen der amtlichen Vertretungen, dos 
Goethe Instituts und dos DAAD. 

Natürlich gibt es viele junge Akademiker, die in New 
York mit S 600,- auskommen müssen. Der Unterschied 
liegt darin, daß Jemand, der nur temporär hier ansässig 
ist, für Wohiv-a:s, Ver-^ichoi-^ng und sch3.ioßlich auch 
Lebensführung mehr reclinen ßuß als jemand, der hier 
Haus und Familie hat bzw. sich auskennt. Die Unsicher- 
heit der Stadt nacht es außerdem notwendig, daß gerade 
eine Dame in einer relativ sicheren Gegend und in 
einem gut bewachten Hause wohnt. Vielleicht ist es 
Ihnen möglich, das Angebot an Frau Dr. lUcharz In diesem 
Sinne noch einmal zu überprüfen. 

Mit bestem Dank und freundlicher Empfehlung 



(Dr. Haide Russell) 
Kulturreferentln 



im/wi 

gp/Drjj„ Fred Grub^l,. U-^^^ ü.^-'>f/-. ^ v- 



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SOMMER UND WINTERKURORT STATION DETC ET DMlvER SUMMER AND W^ NTgR ■ «E SDR T 



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Antrag Rlohare 

25. ö. 1971 



20 





Angaben .ber das Fcröchungavorheben 



Im Loo Baeck Institute New York befindet eich eine Samlung 
von jetzt faöt t>00 ungodruokten lleaioireöt deren Verfasser 
in der Zeit ;5wi3chea 1750 und 1945 ala Juden in Deatachland 
lebten • las ßilt, dieoö Dokumente f^r dlo GeaoMohte der 
Juden In Deutochland au eraoiaio en. Gedacht lat an eine 
auewahlvoiae Edition t^lt Koiaaentar und Daratellungatell» 

über das Katoriol Itogvn biahar von 

1. outaoliten von Dr. Bording, I£6la IWj (bei den Akten der Wd 

2. Kurze Inhaltuangaboa von 450 Maouakripton, sedruöHt Ixi: 
Loo Doooic Inatituto New York, üibllothok und 4roJiiv, Ka- 
talog Band I, hrag. U- Kreutzberger, Sübingen 1970. 

la Ooßeuoets eu doa freier v.,n Bach, Sohwora und Dawldcwica 
herouoGOßobonon iieuoirenoauxalun^on (Titel bei üerding S. 3) 
handelt ea oioh hier um Erinnerungen von Juden, die auaeiat 
keine führende Bedeutung iia politioohen, wirtaohaftliohen 
oder kulturellen Loben hatten. Daa ilaterial'iat ober von 
starkem aozialgoochichtliohen Interoooo, denn eo bietet - oft 
sehr plastioch - Einblick in daa Loben und die Probleoe der 
verachiedenoton aozialen Gruppen Gutachten Btrding). läina 
soaialgeochichtliche Dokuaentation über die Juden in Deutaoh- 
land gibt es noch nicht. Die bisher publizierton Quellen eind 
BUBieist entweder ataatlioho Akten (z.B. £ielao Stemi Der preu- 
.ioohe ütaat und die Juden, Sabingon l;i62) oder ober individu- 
elle Zeugnisse einzelner hervorragender Judlacher Pereonlioh- 
keiten. Die Veröffentlichung und erate Auawertung der Hew Yor- 
ker Manuokriyte wird eine notwendige Vorarbeit sein au der 
nooh ungeachriobonen uufaaoenden Süzialgeachlohte der Juden 
in Deute ulxland. 

Im Mai/Juni diaaej Johroa konnte ich uioh auf Einladung des 
Leo Baeok Inutltutea Bwei Wochen iung in Hew York aufhalten 

-2- 



- 2 ~ 



und 80 ..ora^-nliob ein«o ©raten Eindruck von den Manuskripttn 
gewinaon. £a hoadelt oich uu Autobiographien, Biographieo, 
Faiailien- und Pirmongeaohiohten, die auaaaraon etwa 15 000 
Manuskriptaeiton uafaooen. Zeitlich liegt ihr Schwerpunkt 
auf der Epoche nach lo70, aber das Material für die frühere 
Zeit iot durchaus auaroichend für eine ßleiohaäiige Beruok- 
aiohtigung bei der Publikation. Wie bei Quollen dieser Art 
üblich, entatoamen die Autoren «berwiegend der Mittel- und 
Oberschicht ♦ doch durch eine ontoprechondo Auswahl wird ea 
Qüglich sein, auch die Situation der oosialoa üaterochioht 
aur Anochauung su bringen. Ein großer leil dea Koterialo 
iot naturlich vorwiegend von privaten und fomiliengeachioht- 
liohea Intereoae, eo da^ eine kritische und sorgfältige Aua- 
wohl nötig ist, die lauhevoll, aber lohnend oein wird. Gelei- 
otot wordeu kann eine doloho Arboit nur von eiaea Bearbeiter, 
der Qit der judiachen üoaialgoaohichte ao vertraut iat, daß 
er bei einer eraton Durchsicht, die bereite etwa ein balbea 
Jehr beanapruohoa durfte, die öllceaein relevanten lartien 
8u erkonnoü voriaag. Aufgrund -aeinor aehr ala sehnjiihrigon 
Boachüftigung uit dar Sozialgoachiohte der Juden in Deutaoh- 
lond glaube ich, hier über die nütwendlgon Vorauaaotsungen 
SU verfugen (vgl. Dioaortation und Outaohteo). 

Dao Arbeitspr gramia orf ordert aunüobat die intonaive Lekt-re 
der flanuBkripte bei gloichcettiger Beatinaung ^oner Sheaen, 
für die daa llatorial aia ergiobigoten iat. Hach dea ersten 
Eindruck lä t oich enge«, da,» dieoe Quellen Auakunft geben 
über 80 weaontliohe irobloae deu deutachea Judentuua wie 
die nationale und kulturolle AauiTailation. die Bewahrung 
roligi-oer und aozialer Traditionen, die Eaanaipotloa und 
den oüsialen Aufstieg, die politischen und religlüeen Gruppen- 
bildungen, die Geueindeatruktur in Stadt und Land, die iudl- 
aohe Ealgratiun und laalgratitm, die Wandlung der Berufa- 
atraktur sowie aber alle Auawirkungen dea Aatiaeoitiaaua und 
der Verfolgung. Uolohe Iheaenkreiuo wären nach der Lektüre 
au yrüzieioren und aollten dann eine endgiatige Gliederung 
der Lokuuontetiou eria. glichen. Euiifehlenawort eraoheint eine 
theiaatiaoh gegliederte Anthologie, üin unverbindlicher Vor- 
aohlag hierfür wurde von wir dea Leo baeok Inatltute bereita 
vorgelegt: 



- 3 - 



1) Dua raliBieoe Lebon der Judea in Deutsohland 

Tradi-ticn. - KonfeBolonaliBierung - KoUglöe« 

üpaltungon - Doiauua - Indifferena - Itolißioa© 
ErzlohuHü - Pooto - üütjadisohe JiinflUoo«. 

2) Mq ^jUdloohen Qemeindon 

Süzialo laotitutionon - Landgomolndoa - Stadt- 
eomoindon - Soslalotruktur - Siodlunfloform - 
Einwanderung - Auswanderung - Auflüeunß. 

;) D ie kulturollQ Intfl^^ration 

Wandel in Bildung und ErEiohujig - SoBialor Auf- 
gtioß und Aaaxmilation - Kulturell© Identifikation - 
Intolleictuollo und klütiotloriache Produktivität. 

4) Die Juden ia Eerufslebon 

Voremonaipatorioche Berufo - fiiaanslpatlon und 
Beruf astruk-cur - Berufaürupponi Untemöhnorj 
Koufleutoj Kleinhändler; Handwerker; Lehrer; 
AkQdouiker. - Sozialer Aufstieg und AntieemltiemuB. 

5) Die n^it ionalQ Aa^itailotion 

Befreiunßakrioße - ia4d - Liberali sauo - Roicho- 
{jrutidun,- - Nationallibarolic-Jiauo - Järater Weltkrieg. 

6) ■Tuifl nfflindaohaft un d AntiaoMitianua.. 
EaanEipation und aoziole Wirklichkeit - Organi- 
sierter Antiaemitioaiua (bio V^bj) - Abwehr and 
Bewertung. 

7) Die v>olitinchen Gru npierun/^en dar Juden 

Liberaliuuiuu - üozloldouokratio - Zionlamua - 
Central verein - Heichobund Jadiaohor »ronteoldaten. 

d) .Jie Juden untor dem nationol Boziullaoua 

lielchavortretuno - Entrocliting - Kolchavereinlßung - 
Deportution - Vernichtung - Kaigration. 



- 4 - 
. ,«or, n'ha.üönkroiso viliro choonologlaoh vor- 

BohnitMn ntoM dlo «üuainon Aitonwtu. bl»t.t 

.on^t.« ler »ngootrobUn Sy-"-"^-^^" ^"""^ ,,. ,« ,^. 

1. Voremansiya*o^i-'°^® ^®^* 

5. Juaon i^ Koiüoxrrolch und or.ten yelUriea 
4. V/oiiaarer Hopubliic 



5. 



Hationalü0üiali3au3. 



Eine Entooheiauno f «;"J''i^^„,„,^i ,,, .lotorUlo BO««'" 
„„ca .«.- und '^«-»»°^°-'f;::;t : n 3„dot »011«. Der 

„„ .,. .„dio. .in 10. do, '---;::.:::»- :r.r::n- 

to. l)l«o« «»'■■ "■""""^ ""' , „ „„„ ototlotiaoiou Qu.lUn, 

.„Ob „ot».«di.o i^-'^^--»-"»'";/;^;;;:, ;.„.oi. .u om« ».- 

bio«n. i)ar.>,.r hinaus •^"" ^^„,^ „ «rdon. ohn, 

4.. dob.1 der Ano.rucb ■'■^'""«"' jf °° '".L \. U»nn,n. IX.. 
,.3oblo«, der .udon in «»" — J ^ T,^„„, „r.rd.rn 

-^' «"■•" 'Tiurlener u;iiLoel. .o«u..ot..n. - 
und oine woueutllch bio^toro , ayotstaatiachon 

^ n^v-,/1« 'Cnil wird alon ^jIt« <*«'' *" "*" ' 

o,„.oln«n Kapiteln Joweilo -«••-/;;; ;;^7r,^,, ,., .o.u..»- 
BlocK von XOü - i'::>'^' -*''* 

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5 - 



tatlon orscheinen. Leltfrago dor D^-retollune wird flia 
Diolektlk von Aaeiullatlon und ijolbatbewahruna iu deut- 
aohen Judontuu eaia. 

Dl« Bearbeltunsodouor für das Projtitt wird auf cwel Jahfe 
goacbätat. I»lo Eohauöwahl lau'J in llow York orfclgon, die 
Endauowahl icoan ovontuoll naoh Koyion ßoaacht werden. Pur 
die iLojsDontioruns und Darotellung biotot die Bibliothek 
doa Hew Yori^or luotituts die booten Voroueoetaurißen, diese 
Arbelt könnte aber telXweioe auch in Doutochlonö durchge- 
führt werden. Wichtig oind ein atlLndleer Kontakt nit den 
Mitarbeitern doo Inatituta oowie die vorßoaehene Boratunga' 
o^igliohkoit wit Profeaaur Schoraoh. 



AoL.,U^ 'R,^^-^ 



Antrag Riohar;: 



Zum Plnanssbodarf 



Beaondore Aufwondunson «rfordort doü Projekt f-r Boioent für d«a 
Bar« tung8 vertrag ai:d f^r Kopion oua den oa« 15 OOü Iiaaua^rl:>t- 
Holten. Durch Kuroöchwoakungen oder durcli eoohllobo Erfordern ig t3ef 
die oioh erat während der Arbeit seigont ^r^ der Geldbedarf Ver- 
änderungen unterließen • ^r^ 



!• Reisen 



2 t Borotum^ 



3*3achtnlttel 



V/oiin toilwoice in den OSA, tollwoioe In Deutochland 
goarbeitot wirdf ist lait etwa drei Beioen Berlin - 
New York und suruck cu rechnen. Ein Koatenvoron- 
fc^chlag lat woßen der Kuraochwankungan la Augenblick 
eehr schwierig. Nach einer heutigen Auokunft des 
Eeiaeburou kootet ein Linionflug auf der geannten 
Strecke DH 1.999.—. Jßü üibt aber ßahlrolche Son- 
derfluge. Ber billigote kostet gegenwärtig eb Küln 
und zuruok DH 695. — t wo2sa noch D14 160, -- fUr die 
Strecke Koln-Berlln käuen. Die drei Beioen wurden 
elao im gUnotlgoten Fall ^^usaiaaen rund DÜ 2«6^0«-*«> 
erfordern. 

Bau Leo Ba0uk Institut New Vork hat ssur Beratung 
der Boorbelterin vor alleu in theologloohen Pra^-en 
liabbiner iTofeoücr Dr. Schjrooh (iJew Yoi-k) Vür^e- 
oehen. üt^ achlug daf.r vorläufig eine Uonorlerung 
von 2000 Icllar pro Jahr vor. Ich bitte, oich in 
dleuor l'r^ge direkt an dau Institut z\x wenden. 

iSine Vorfllmung bzw« Xorokopiorung von allen in 
die engexe V;ahl gezogenen Quellenpartien lat t *v 
die Arbeit unuugünglich. Haohnet man olt ICOO Auf- 
nohmen, jo wurden dieae nach Auskunft dea Inatitute 
ou^enblDklich 200 Dollar koaten, - Hinzu koaaon 
eventuell noch einuialii^e Koaten f Ir die Relnachrift 

dea v)Ch}u>iuanuakrii>ta . 

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LEO BAECK INSTITUTE 

129 EAST 73rd STREET • NEW YORK, N. Y. 10021 • RHinelander 46400 



26. August 1971 
T/622-PG/IS 



Herrn Dr. Ernest Hamburger 
c/o Hotel Neues Schloss 

Stockerstr.17 
Zuerich 



Sehr verehrter, lieber Herr Dr. Hamburger, 



sogar auf Ihrer Heimreise werden Sie von LBI-Sachen 
belaestigt . 

Ich glaube jedoch, dass es sehr interessant fuerSie 
ist zu sehen, dass Dr. Russell auf Veranlassung von Posa- 
dowsky doch noch in der Richarz Sache interveniert hat. 
Anbei eine Kopie von Dr.Russells Brief an Dr. Treue. Das 
Konsulat glaubt aus "diplomatischen" Gruenden sich nicht 
in die Bezahlungsfrage einmischen zu koennen, haelt es 
Jedoch fuer vertretbar, Herrn Dr. Treue darauf aufmerksam 
zu machen, dass der Lebenskostenzuschlag fuer New Yorker 
Verhaeltnisse unrealistisch ist. 

Nun wuensche ich Ihnen und Frau Hamburger einen ange- 
nehmen Aufenthalt in Zuerich und Paris undverspreche, 
Sie erst wieder in New York zu belaestigen (am S.September 
werden Sie bereits das Vergnuegen haben, ein Exekutiv Komitee 
Meeting mitzumachen). 

Bon voyage und ergebenste Gruesse 





Fred Grubel 



Photokopie d. Briefes von Dr.Haide Russell vom 24. August 1971. 



P.S. Ihr Expressbrief vom 23. d.M. ist soeben angekommen. 



CONTRIBUTIONS TO THE LEO BAECK INSTITUrE ARE TAX ÜEDUCTIBLE 




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Jeptoüibcr 19?1 



frmx Dr» ;lonlka Rlcharz 
1 lierlln 33 



Liebe Frau :UcnarZ| 

t ir .-rdiiCl Dun ^-luecLiicii in i^eiÄ .oric wieder gelandet. 
Der Flug war gu t,c.ai.:e^^on ist dii-^ Yeigani^vne ■oche klimatisch 
infole:;e ueuvraus hoher I.uf tf eucbti^iirtd t recht unangeneii 
f^ewesen ,una ?;ir muessen un;-> cruit allr/i;-ehllch :;ii ias hiesige 
lim^ wieder ^tVkoehxien* 

I'off entlich erhallen .iie \xnö wir bald einen positiven Be- 
seheid von vier PbrsehungbKemeinschaft ,cler aua.i ihren rinanziclien 
'.uen sehen i.ecimur. tr^rie^t« 

. ie üie sicii erinnern werden, konnte ich linen i.i uriL,erer 
telefonischen Unterhaltung, aus ^.uerich nicht den ^^ortlaut des 
?arc^re\phen in dea x>riei' von r>r# Gruencwald an Generali-vonüul 
Grnf von Posadov/sky ^.ehncr nicht aus der i;.. inncrun^ ua Utilen» 
ich fuettü ihn zu ihit r- vrrtrMjlichen Kenntnis hi.r sn: 
•*tiein Vorötandsko liege, Herr Professor Drm i^rnest harubur^.er 
isc bcauftra^^t Aorden, dic^ v.lssenschr.f tliche Yrbeit zu Ko- 
ordinier*: n und einen Beratun^trausschuss üinzusetir^.en« i'eni ^.li b- 
arbeiti r^tab wird als besonders wichtiges iviit^-lied Herr 
Pro es30r Dr» lisraar Schorsch an^rehoertr^ , der opezialist in 
Moderner deutr>ch- juedischer Geschic^jte ist una eine i rol'essur 
au »'ewish Theoloßioal iieciinary, i*ev^ York, sowie einen JL-ehr- 
auftrag ^^n :.er Columbia ünivfrsity Ke^a lorn innehat, ruer die 
vollaoitliche ^Aissenschaftliche Bearbeitung des i^iateriala er- 
scneiüt uns Frau Dr» ly.onil« p.ichar2:,13eriin, besonders gc.eiei>nv;t» 
Frau Dr# dicharz hat auf unsere i-^mladun^-; hin das ^.-aterial in 
Uiijeren Institut siuci^rt un ■ ; ml': cien als Iduar heitern i*. x:etraoht 
kommenc: n Persoenliohkeiten, sowie miu Herrn rroiessor i:iai.iburi.,er 
und mir daj Projekt durch^^^.espr cnen» oie ict bereit, sica di-.scr 
Arbeit zu l^ldr;ien und v.uerde in opaetherbst 1^71 oeginnen»" 

Die l4it£:.lieoer dfr Exekutive hüben .'hotoxopieen von Ihrer 
eine;abe :in die Forschun'^s^fenieinschaf t erhalten una wir ha-^en das 
Projekt in unserer .'Jitzunr* vor einigen lac-en b .sproc/icn» 



Mit herzlichen Gruessen 



I.r 



D 'itJTSCHE 
FORSCHUNO ^GEMEINSCHAFT 



r 



Cr. ['TQK 



Frau 

Dr» Kai'ie Russell 

-I^ilt.ur;''c;ferat.- 

GerTic3.n (Konsulate C-^neral 

4 60 pa:..^k Avenue 

V e V York, N.Y. IC 022 




5300 DN\-üAD CODL£SB£RC, den l4 . Sept. 19' 



TELErO >i 
TELECR - 
ß A N K K ( ) r 
SPARKAS I 
COMMER 
D R £ S D N. t I 
DEUTSCHI 
BANK FÜ • 
LANDESZi 






• Lt fc 40 

Oll (DUKCHVr'AiiL 70 I . (/.'.<'.,....• 
SCrinfT; FORbCHUNCi^GilMElNSCHAFT BAD CODESBtRC 

£N : 

BOT N, FILIALE BONN-bAD CODESBERG 29001500 
ASK FILIALE BONN 107 '2 164 
3AN;, FILIALE BONN iO. 14320 

öAN ., rlLlALE BONN-BAD GODESBEBC 119/0306 
3EM ;ir. WIRTSCHAFT. FILIALE BONN 10131076 
lTRAi.&\NK. BONN 3£t00u0ö3 



Ri 2::;4/l 



(bitte Uiene« Zeichen In u«r Antwort anzugeben) 



DorLigiCS Aktenzeichen! Ku IV 6-83.0^ 



o 



ehr verehrte gnädige Frau, 



rnren Brief vom 24. August im Z^JX-.amrnenhang mit dem Antrage von Frau Dr. Richarz 

habe ich erhalten. Der Antrag von Frau Richarz ;:e findet sich zur Zeit in Bearbeitung, 

so daß ich leider die dazugehörigen Unterlagen, insbesondere die Angaben zur Person, 



nicht 



zur Hand habe. Auf jeden Fs.ll kann ich aber schon heute mitteilen, daß der 



Innen von Frau Dr. Richarz genannte Betrag von 2.03l monatlich v7ohl auf einem 
Mißverständnis beruht. Es v/ird gut sein, v;enn Frau Dr. Richarz mir zu gegebener 
Zeit noch einm,al die Einzelheiten mitteilt, von denen aus sie zu diesem Betrag 
gekom^^n ist. V/ir v/erden dann scr^.ell feststellen können, vjo der Irrtum liegt. 
V.'ir haben schon vor lä:-:g-erer Zeit eine Stipendienrege l^,^ig dergesxalt getroffen, 
daß zu den Gr^.;r.dstipendien, die nach dem für das Lnland gültigen Satz berech^iet 
sind, ein Auslandszuschlag komr.t, der dann von den besonderen Kostenverhältnissen 
des jev;eiligen Landes abhär^gt. h'ach m.einen ErfahriT:gen sollte es keine allzu großen 
Schwierigkeiten geben. Daß m.ir die Einzelheiten, die Sie mir zu diesem Punk^.e mit- 
teilen, selir Vvcrtvoll sind, darf ich hinzufügen. 



Mit den besten Empfehlungen 'und fre^ondlichen 
Grüßen bin ich Ihr secj? ergebener 



cra 



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TELEGRAMMADRESSE 
CONSUGERMA 

KU IV 6-85.00 



DEUTSCHES GENERALKONSULAT 
GERMAN CONSULATE GENERAL 

460 PARK AVENUE 
NEW YORK, N.Y. 10022 



Herrn Professor Ernest Hamburger 
Leo Baeck Institute 
129 East 73rd Street 
New York, N.Y, 10021 



TELEPHONE 
688-3523 



21. September 1971 



l^'^ir 



'jj 



Sehr verehrter, lieber Herr Professor Hamburger! 

Wie Sie aus dem in Ablichtung beigefügten Schreiben der 
Deutschen Forschungsgemeinschaft sehen, ist die finanzielle 
Lage von Frau Dr. Richarz offenbar nicht so schwarz wie 
sie sie geschildert hat. ihrem Schreiben an Herrn Dr. Grubel 
vom 12. August lag wahrscheinlich ein Missverständnis 
zugrunde. Dies nur zu Ihrer Beruhigung. 



Mit herzlichen Grüssen und Wünschen, 

Ihre 



(Dr. Haide Russell) 
Kulturreferent in 



HR/cc 



Reinhard Rürup 



1 Borlih 55, dem 27.9.^971 
Rüdesbeimer Platz 5 



l/lw^'^^^ 



/^ 



Herrn 

Dr. Robort V/eltscb 
Leo Baock Institute 
4- DevonGbire ßtreet 
London W.I 






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3 S£P \S?\ 



SoVir verehrter Herr V/eltsch, 

i. Laufe des vercan^enen Oohres be.arn ich ---^.^;^^7;^;;j;;"; 
düngen T^rea Insbituts,fr,r die ich Ihnen nachtmclxch d nKen 
föchte, insbesondere Treue ich .ich sehr über den Band .-deut- 
sches Judentum in Krie, und Revolution" .der wxeder exne Fülle 
von wichtigen Beiträcen und allsemeinen Anregungen enthalt 
Ich habe den Band gleich an einen meiner Studenten ausgelxehen, 
der corado eine Magisterarbeit .um Selbstverständnxs der deut- 
.cb^n Juden im Ersten Weltkrieg anfertigte. Wohl .ulet.t beKam 
ich eine Einla.hmg anläßlich der Veröffentlichung der Fed^^r- 
sehen Papiere,de. ich leider nicht folgen konnte,da ich zur 
gleichen Zeit an einer internationalen Konferenz in Osterrexcn . 

^ ^ A^-Kc^-i-h T, -ppq Institut 3 st nicht 
teilnahm. Mein Interesse an der Arbext I^reo insT:x^ . , ,„, ^ 

erlahmt, obwohl ich mich in letzter Zeit so beharrlxch xn ochwex, 
p-en gehüllt habe/. Ich bin ,.it meiner Korrespondenz xnsgesa.,t 
ins Hintertreffen go.aten.da ich im letzten akademischen Jahr 
eine Gastprofes.ur in Ber.el ey .Gal. innehatte und exnxge Proble- 
me mit der Postnachsendung au P bauchten, ich auch xm ganzen sehr ! 
angespannt war. Oe.ade in Berkeley, habe ich aber haufxg an o e , 
gedacht,da ich ein l'-eminar über "The 'Jewish Questxon :.mancx- 
pation and Antisemitism in Modern üerman History" abhxelt,da3 

r> 1 . n -j^vi o<- -in 7.woi Gruppen abnieit;, 
so starkes Interesse fand, ..aß xch oo xn zwex r pi ^ 

Bei der Auswahl der von den otudenten für die exnzelnen oxtzun- 
gen zu lesenden Artikel habe ich sehr stark mit dem Yearbook 
gearbeitet,ich war aaßerox-ienülich beeindruckt von der -ulle 
^ater Beiträge und der gleichbleibenden redaktionellen Lexstung, 
durch die Jahre hindurch. Viele Zeitschriften verlieren aa,wenn[ 
man sie einmal systematisch durchgeht - das ^«-^^^ ^^^^ . 
dabei noch mehr. Im übrigen wurde mir gerade xn den USA deutlxc 



iwpi 



- 2 - 



wie sehr ich Ihnen zu Dank verpflichtet bin dafür, daß Sie mei- 
nen Artikel aus der Göhring-Gedenkschrift in einer englischen 
Version (und einer so guten Version) abgedruckt haben: denn 
nun war er offensichtlich vielen Leuten bekannt, die ihn sonst 
nie entdeckt hätten, und ich hatte dadurch eine Reihe von inter- 
essanten Diskussionen und Anregungen. - In New York haltte ich 
Gelegenheit, einige Tage im Leo Baeck Institute zu arbeiten, um 
die Maioirenbestände etwas durchzusehen, mit denen ich)^ vorher | 
bereits indirekt befaßt war, da ich Frau Dr.Richarz zur Bearbei- [ 
tung vorgeschlagen hatte (das scheint jetzt richtig zu laufen, • 
ich habe inzwischen auch ein Gutachten hierzu an die Deutsche 
Forschungsgemeinschaft geschickt). - Meine Emanzipationsstudien 
sind in der letzten Zeit leider etwas liegen geblieben, da ich 
durch Habilitation und Professur sehr beansprucht war und einigej 
andere Projekte zwischendurch bearbeiten mußte. Ich hoffe aber, 
daß ich im nächsten Jahr zum Abschluß komme, da mir nach dem Som- 
mersemester ein Freisemester zusteht, das ich zum Niederschrei- 
ben der Arbeit benutzen möchte. Publiziert habe ich außer ge2Öe- j| 
gentlichen Rezensionen zur deutsch- jüdischen Geschichte nichts, 
abgesehen von einem Artikel zur i^ntwicklung der Antisemitismus- ' 
forschung in "Sowjetsystem und demokratische Gesellschaf t" , den 
ich Ihnen, falls Sie diese Enzyklopädie nicht haben und den Arti- 
kel für Ihre Sammlungen gebrauchen könnten, gern in einem oder 
mtebreren Exemplaren schicken könnte (es ist nur ein Abriß). Ich 
hoffe, daß ich in absehbarer Zeit ftdh wenig mehr dazu schreiben 
kann. Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn ich Gelegenheit 
hätte, Sie bald einmal wieder zu sehen, und bin mit den besten 
Grüßen - zugleich auch an Herrn Paucker - 



Ihr sehr ergebener 



^ 



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J^' 'H 



Monika Richarz 
1 Berlin 53 
vnn Laue fltr.Ra 

1?„10.71 



Dr »Hamburger 

Dr.Grubel 

Leo Baeck Institute 

129 East 73 rd F^treet 

New York,N.Y.100?1 



CT.i^^-'' 



Lieber Dr. Hamburper, lieber Dr.Grubel - 

endlich kann ich Ihnen etwas Neues von 
unserem Projekt berichten/Letzte Woche t;elr.nt' en mir, Dr. Treue 
von der D^^G telefonisch ^avon zu uber-wut-en, daß ich nit dem 
angebotenen Stipendiim zu sohlecht fahre. Daraufhin wurde mir 
eine reguläre Gehaltstahiung entsprechend Tarif zugesagt, die aber 
nach den Richtlinien nur über einen Professor ttewiihrt werden kann. 
Also habe ich nun doch auf das Angebot von Professor Rürup zurück- 
gegriffen. Seit heute führt er die Verhandlungen mit der DFG weiter 
und übernimmt ihr gegenüber die wissenschaftliche Verantwortung 
für das Projekt, Alle Finanzmittel -auch die für Prof .Schorsch - 
werden über Prof. Rürup laufen, mit den ich einen Pri vatarbeits- 
vertrag schließen muß. Das klingt vielleicht seltsam, ist aber bei 
der DFG eine übliche Form der Finanzierung, Ich bin in Wissenschaft 
lieber, menschlicher und finanzieller Hinricht mit diee,er Lösmng 
zufrieden und hoffe, Sie auch. 

Leider dauert aber nun die Bearbeitung des Antrages bei der DFG 
länger als erwartet. Sie zog, wie übüch, einen^-ungonnnnten- 
Drittgutachter heran, zu dessen Kritik am Expose ich gestern noch 
einmal schriftlich Stellung nahm (s. Anlage). Dr. Treue sagte mir, 
daß mit der Bewilligung vor Januar nicht zu rechnen ist, so daß 
ich meinen Arboi tsvertr;ig beim Innenministerium verliuigern lassen 

werde. 

Ich danke Dr. Hamburger flir den froundUchen Brief vom 13.9o und 

werde Sie weiter informieren. Mit herzlichen Grüßen an Sie beide 



Ihre 



AöSiU^ ^\0>'*'^tU' 



Monika Richarz 
11.10.71 



Stellun/mahme zum Gutachten 



Das mir am 1.1Ü.71 außzujrBWßlHe zu-repohioxte ßutaohten gibt nir 
Gelegenheit, einige meiner tjberlei^tonaen Kum TAer'oirenprojekt 
weiter zu präzisieren. Ion mö<'hte dabei ib«r v'1ftrt.*r -MadrUcklich 
auf rten vorlHuflL'en Oharnkter rieiner Ausf Ihn.irit'en lin^/eison unä 
betonen, da3 ein en>-t,: litigiös Kditlonaprogr ujin er-t nach etwa 
halbjähriger Siclitun« des JVatwriale 'luf jef'tellt -yerden kann. 

Per Gutachter ernpfiahlt - -uv esichtp der 'ililo das Material« - 
eine Unverteilun/^ der ae<vic;te von <'.f!r"])o'':u;Tmtntion mit Textan- 
han£^" zur -Dar^t^llunr n;it Dokunf nte rianhanr," . ür fahrt als Be- 
grUndun- elnerßeits die Z.- tknappheit an, unter der der Darstellunge 
teil leiden känne, andHrerneitß die Gefahr einer " quantitativen 
Manipulation" bei der Dokninontenaußwahl. Zud<i>ji erscheinen ihm die 
Auswahlkriterien der Texte nicht nfnüc^n'' erlivatßrt au nein. 

1. Die beBchrä:ikt.e Arbviitsztii-'i vcn zwei Jahren nu3 jiHer-^incTS bei 
einem anfünclieh in ;u:\nnr^ THf-r.:.. rc^rev nb,.>-?ch..ubaren Projekt 
besonder? bea<!h^:et v,'.:>rdt;n. i»er VorP^hln- der Gutcichtere lauft aber 
neinur AnBich- n-ch t;prr.de auf eine erheblicha Vemiehrunß des 
Zeitau-i-wmuleF hin?'UF, -'a zusätzlich z'i.- ;'>lch tia-C und Auswahl der 
Dokumente urifan-rr^iche Yomrbo tcn j'lv d-r. J)"rrtclluiij«teil not- 
Wf'ndig wären. Ab.-efjehcn von dioaer ce;!. tlic-hon G.^.-.ichtf.puukt halte 
ich ea auch -vie ro^jon darreicht - hai rter; Jeti'ir.en ForschuntJB- 
Btand fUr kour K6,:lioh, ei.ie ::ncnT'.r.eni'H'-ti itie. 'Jozialceechichte 
der Juden in Bc-uiuehl.inri 2a £;chre.\')en, ^a s«-i dtim vielleicht, nan 
habf» fllr «•)in nolthcr. l'rdjekt allein nchr alu z\«:i Jtihre zur Ver- 
füßung. Daa L'jo B.;ecic Ins-:: tute Je2'ui?aif.ii hkt vor etv;a einem Jahr 
eine Wlrtech?./ üsi^etjchjchxc der Juri, n in Deutschland in Auftrag ge- 
geben, und es v'iire z.B. auch rutB.-jr, zuerst deren ürgeonisse abzu- 

wnrx&n. 

Ich halte es für die wichtigste Aufgabe dea Projekts, POzialp;e- 
echlchtllch wertvolles Qurllennaterial aup der "Mer.olrunßciniralung" 
des Leo Baeck Institutes New York zu ver3ffentlichen. Kommentar 



und Daretellung haben das Ziel, dleB Material <em Le^er wieeen- 
ech.-ftlich zu ^r.chliei-in; riie ijokuiu^nt;. tdon -..ird durch den epi- 
Bchen Charakter ^^^r Qu. Uen abc-r -ach Les-r au.T.rhalb der Universi- 
täten anBprechr-.-n kennen. 
2. Die "McmolrenBtuntnlun^:" ist In Bntrtehunr und Zu^fltnmenpet/.unff einer 
gewlßaen Zufälligkeit unter/orten, die der Ber.rbeiter nioht dop- 
matiBieren sollte, somdern der er -aroh entapraohende Auswtüil 
("quimtitative J'.nnipulation»-?) entx-8f;enwlrken muß. Nur so ist es 
oörlich, repräsentative Dokumente für alle Sozial-ruppen vorzu- 
legen.-Soweit er den Inhn.lt betrifft, ?1>H die Auswahlkriterien der 
Texte aus dar RVßtenatiRchnn Gliederunr; ersichtlich. "Die dort ge- 
nannten Theruenkreiße können mit den Quellen ab-edeckt werden und 
erscheinen mir fUr die Sozial -asohiob'.e ^.Is vorr-.nrig. Bine nicht 
unbeträchtliche Zahl von Memoiren )^^^ra. bei der Aur.wnhl von vornherein 
ausgeschieden werden, da es sich hier um Inhalte von prinär priva- 
tem Interesse hMTidsat oder r:ber die D'^rf.telluur, nur imirer wieder 
erneut die Tatrache der Arüiitiilt.tion ver(mf;ch.mlicht, ohne da^ 
spesiell Jüäiüche rroblorne beleuchtet wer^^en. 
5. Ea ist schwer nbzuschatzen, welches Quantum des Materials sich 
für eine Publikation ei^inen wird. Meine Absicht i6t, mößlichst 
längere Partien fUr den Druck auFZU (v len, um die Le.-barkeit zu 
erhöhen und die Auf splitterunf; zu vermeiden, tinter diesera Geuichts- 
punkt wird auch über die endgülT.ige Glierierun- e.utHchieden -.»erden. 
Sollte sich das Geöar.tinnterial als sehr ergiebig erweisen, werde 
ich vorschlagen, es auf zwei Bände chronolo^.isch bu verteilan, und 
BunächBt nur den ersten Band bearbeiten. 
♦ , Als Vertreter des Leo B.^eck In^•tituteti wird mir in New York Herr 
Rabbiner Prof .Sohorrch zur Verfürung stehun für alle notwendigen 
Konsultationen. Die Beratung wird sich einerseits auf Jüdisch- 
Theologisches eritrecken, e.B. ßpeziellG Fragen der orthodoxen 
Religion und Kultur f^ov^-ie des liberalen Refomjüdf:ntumB, anderer- 
seits ist auch nn eine Beratung in den fanilicngeschichtlichen Zu- 
BßinnienhHnren der Quellen zu d. nken, iber die im LBI noch ein leben- 
iligfiB Wissen vorh-nden ist, dae bei Frrchlielnng und Komnontlerung 
des Materials als Kontext herangezogen werden ruß. 



"Z^oS^U^, %^c%«TL 



^r 




25. Oktober 1971 
TA38-SH/IS 



/ 



TO: Dr. Max Gruenewald 
F30M: Dr.Ernest Hamburger 



Ich beziehe mich auf unsere kurze Unterhaltung 
vom 21» d. M. ueber den Brief von Frau Dr.Hicharz 
vom 12. d.M. Wir waren uns darueber einig, dasB die 
von ihr uiltgeteili.e Loesun^^ unervmenscht ist, weil 
sie das LBI so gut wie voellig ausschaltet. 

Dr. Richarz scnreibt, dass mit der Bewilligung 
vor Januar 19/2 nicht zw rechnen ist. Jedoch wird 
natuerlicri der Antrags bereits jetzt bearbeitet?. 

Da wir zu der naech.sten Sitzung der Exekutive 
erst in der zweiten liaelfte November zusammentreten, 
so wuerden Anregungen und Einwendungen von uns erst 
Ende Noveuiber in die Haende der Forschungsgemeinschaft 
kommen. 

Das halte ich fuer bedenklich. Ist die Verwal- 
tungsmaschine erst einmal richtig in Gang geko.nmen, 
30 ist es schwer, etwas rueckgaengig zu macher. Inter- 
veniert man frueh, so ist eher mit einer befriedigenden 
liOesung zu rechnen. 

Icli r'ege daher an, dass Sie sich mit Dr. Bamberger 
und Dr. Grubel bei Ihrer Zusammenkunft auch kurz uwber 
diese Frage unterhalten und, wenn. Sie meine Ansicht 
teilen, sich schon Jetzt ueber eire baldige Stellungnahme 
schluessig werden. Diese koennte bei der Forechungs- 
gemeinschaft direkt erfolgen, oder unsere Einwendungen 
und Vorschlaege koennten dem OeneralkonsÄl oder der 
Kulturreferentin des KonsAlats mit der Bitte um Uhter- 
stuetzung und Weitergabe ueber^nittelt werden. 



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S.H. 



Dr. Fritz Bamberger 
Dr. Fred Grubel 






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FORSCHUNGSGEMEINSCHAFT 
Dr» Treue 






5300 BONN -BAD GODESBERG den 2^.11.1971 
KENNiorALtee 40 2 if 6 DP . Tp/Az 

TELEFON I 70 11 «DURCHWAHL 701 " ' 

TEUECa.-ANSCMBIFT. f OR 5CH UNOS CE M t INSC H AFT B AD CO D t S Bt R C 

»AWKI.ONTEMS .„•»'.• ^.. <>.' 

SPARKA1.se IONN. FILIALE 50NN-BAD COOESBCRC 99001600 

COMMEI ZBAMK. FILIALE BONN 1072164 

DR SDNtft BANK. FILIALE BONN 103432« 

DEl'TSCME BmNK. FILIALE aONN-BAO CODESBERG 119/030» 

BANK FÜR CLMEINWIRTSCHAFT. FILIALE BONN 101*107« ^ 

LANDESiiENTRALBANK BONN 38006063 

Ru 128/2 



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(filtta diete« ZeiAea tn d«r Ant>^orl »nxugeboft) » 






Herrn Generalkonsul . ' 

Dr. Harald Graf von Posadowsky-Wehne: 

Deutsches Generalkonsulat i 

460 Park Avenue 

New York, N.Y. 



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i'11,1. 



10022 







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Sehr geehrter Graf von Posadowsky -Wehner, 

Ihren Brief vom 29. Oktober habe ich erhalten. Es ist, wie ich meine, not- ^ 

' wendig, daß ich unsere Verf alirensweise darstelle damit deutlich wird, daß" V,. 

-möglicherweise zwischen Ihnen und uns ein Mißverständnis besteht. 

■" ■ ■ i " 

■ Frau Dr. R i c harz hat an die Deutsche Forschungsgemeinschaft das 

Ihnen bekannte Projekt herangetragen und um die Qowährung eines Stipen- 
.. diuras und der erforderlichen Reisemittel gebeten. Aus Gründen, die ganz 
wesentlich in den wirtschaftlichen Interessen von Frau Dr. R i c h a r z 
j lagen, hat sich dann Herr Professor R ü r u p dieses Vorhaben zu eigen 
: gemacht und eine Bewilligung der Deutschen Forschungsgemeinschaft würde 
nun so aussehen, daß wir ihm eine Sachbeihilfe zur Verfügung stellen, aus 
der er Frau Dr. R i c h a r z ein Gehalt zalilt und aus der auch die 
erforderlichen Reise- und Aufenthaltskosten bestritten werden. Uns ist 
selbstverständlich bekannt, daß die Memoirensammlung des Leo Baeck Institute 
die- Grundlage der geplanten Arbeiten ist. Aber Gegenstand unserer Förderung 
kann in keinem Falle das Leo Baeck Institute mit seinen Aufgaben sein, ..-ä. 
sondern immer nur das unter der Verantwortung von Herrn R ü r u p . und 
Frau R i c h a r z stehende konkrete Forschungsvorhaben. 
Die Übernahme der Drucklegung durch einen deutschen Verlag, und die evon- 
4 tuelle Bereitstellung von Subventic len durch das Leo Baeck Institute wäre 
'uns natürlich sehr erwünscht, da wir ja anderenfalls wohl damit rechnen 
müßten, daß die Veröffentlichung nur mit einer Druckbeihilfe der Deutschen ^ 
Forschungsgemeinschaft erfolgen könnte. 
Ich muß aber alle Beteiligten bitten, in der Übernahme d,es Antrages durch 



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Professor R ü r u p nicht eine bloße Foiialität zu sehen. Er ist für uns" 
der einzige Partner, er ist für uns der v<jrantwortliche Leiter des Unter- 
nehmen und bei ihm v/ird die Verwaltung der Gelder liegen. Wir können 
keinesfalls zustimmen, daß nach der einmal, erfolgten Entscheidung über 
den Antrag und der Bereitstellung der Mittel - die ja bisher noch nicht * 
erfolgt ist - irgend eine andere Ini.tanz einen Einfluß auf den Gang der 
Arbeit nimmt. Herr Professor I< ü r u p muß für sich selbst entscheiden, 
ob er in' der Zugehörigkeit zu dem erwähnten Koordinierungs- und Beratungs- 
ausschuß eine Verstärkung seiner Position sieht oder ob er nicht viel 
mehr mit der Gefahr rechnet, daß sich daraus Interessenkolisionen ergeben 
könnten. Ich muß £lLso leider im Gegensatz zu Ihrer Formulierung fest- 
stellen, daß für die wissenschaftliche und finanzielle Verantwortung der 
Deutschen Forschungsgemeinschaft gegenüber - die Federführung und die • 
alleinige Zuständigkeit bei Herrn Professor R ü r u p liegt und 
bleiben muß. ' .1 

Sie werden gewiß Verständnis dafür haben, daß mir an dieser sehr deut- 
lichen Darstellung gelegen j sein mußte um spätere £chwierip-ke\ten zu ver- 
meiden. ^ . . I 



««. 






Mit verbindlichen Empfehlungen ' 
Ihr sehr ergebener 



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1 3 . Dezem^e 



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Sehr geehrter Herr Dr. Hamburger, 



meine Befürchtungen, daß Fräulein ^icharz sich 
nicht mehr auf die Zusage aus New York verlassen und 
um andere Möglichkeiten bemühen wiirde, waren leider 
nicht g"nz zu Unrecht. Konkret läuft eine Bewerbung 



o 



bei der FU Berlin. Dennoch wird sie das *'^emoirej>pro- 
jekt weiter ernsthaft mit in Erwägung ziehen und sich 
bis Mit4;e März entscheiden. Dieses ist das Ergebnis 
eines Telefongesprächs, das ich gef^tern mit Fräulein 
Richarz geführt habe und dessen Inhalt ich auch offi- 
ziell dem LBI mitgeteilt hnbe. Ich wollte Sie davon 
außerdem unterrichten und mich fVir Ihren Brief vom 
l8.Februir bedanken. Gebrauch konnte ich von diesem 
Brief nicht m'ichen, weil sich Herr R15rup zur ^eit in 
den USA aufhält und ich vor allem über ihn in ange- 
messener Weise solche Bedenken hatte weiterleiten 
müssen. 

Es wäre ioch schade, wenn es nicht zu einer Zusam- 
menarbeit mit Fräulein Hicharz kommen würde. Doch 
noch bin ich zuversichtlich. Für den Fall, daß sich 
Fräulein Richarz nicht gewinnen läßt, möchte ich Ihnen 
von einem Brief berichten, den ich vor ganz kurzer 
Zeit von Prof. Koselleck aus Heidelberg erhalten habe 
(der offensichtlich für die Stiftung Volkswagenwerk 
tätig gewesen ist und auf mein Gutachten gestoßen war). 
Ich wur<ie gefragt, ob das LBI schon einen Bearbeiter 
ins Auge gefaßt habe. Wenn nicht, hätte er, Prof. K., 
einen ausgezeichneten Studenten vorschlagen wollen. 
Auf meine Auskunft hin, daß das LBI doch wohl Bewer- 
bungen vorliegen haben würde, hat sich ''rof, K. nicht 
weiter bemüht. Auch ich habe dieser Anfrage keine Be- 
deutung beigemessen und niemandem bisher davon berich- 
tet. Unter Umständen könnte man diese Sache doch noch 
mal aufgreifen. Jedenfalls schien es m.ir angezeigt, 
Ihnen hiervor zu berichten. - Mit den besten Wünschen 
und Grüben, auch an Ihre sehr verehrte Gattin, und 
mit. freundlichen Grüßen von meiner Frau, bin ich 

Ihr sehr erflrebener 



4 

4 



\ 



inr senr er^eoener 



y 



Frau Dr. Monil^a Richar/. 
von I.aue Strasse 8a 
1 Berlin 33 




W ^ %• Januar 1972 

/^ // 



f 



Liebe Frau Dr. Richar«. 

He„ ».. «-bol hat s.i„.r =eU ^rdScf '"iK^'-rSr 
in meinem Namen peantworc^t, u.io -ca naou aai-t. 
inzwischen nichts hoeren lassen. 

Die Angele«enhoit.des,Me^oiren-ProieXt.^ist vi^ J.^L^'sicS' 

bei c>r Fo^^-•^•'^-^^«^^s^^I^■'-'''^vLb^n Jon denen ich hoffe, dass sie 
neuerdings Schwierigkeiten ergeben. ^«^/^JJ^i^ j,^,,.^. t^. Treue 

loesbar sein «erden. Ich ^^^^^'^g^J' ^^^^ ä^wn wissen, aber ich 

in Verbindung stehen. ""^, f *" ? JteitSn^ dLSt Sie nicht it. 
vjollte Ihnen eiea ^ecentalls uatuci-u^n, u«. 

Ungewissen darueber sind. 

zum Neuen Jahre wuensche ich Ihnen alles Gute und 

bleibe 

mit den besten Gruessen 



Ihr 



■ I 



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S-^'t^, c^^^-^ ^5M,-f^ 



eicr a>^-' H^--!^-^;]^ - 



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Du^cLa Hof/— t "^ ^"^ S^ C/^--J 

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ERNEST HAMBURGER - 67 Riverside Drive - 



New York^ NY 

10024 



9. Februar 1972 



Frau Dr. Monika Richarz 
von Lauestrasse 8 a 
1 Berlin 33 



Liebe Frau Richarz, 

vielen Dank fuer Ihren Brief vom 15. Januar. 
Wir haben inzwischen noch keine Nachricht ueber das 
Schicksal des Projekts erhalten. Ich kann Sie daher 
etwas Neues noch nicht wissen lassen. 

Es ist Ihnen sicher bekannt, dass das 
Leo Baeck Institut lediglich mit dem New Yorker J^ 
Generalkonsulat korrespondiert hat, aber weder mi:^*^ 
der Forschungsgemeinschaft noch mit dem AuswaertTgen 
Amt direkt in Verbindung getreten ist. Wir werden 
daher Informationen vermutlich erst als Letzte bekommen. 
Es waere daher, wenn Sie an schnellen Mitteilungen ueber 
den Stadd und den eventuellen Ausgang der Sache inter- 
essiert sind, richtiger, dass Sie sich direkt oder ueber 
Herrn Professor Ruerup an Herrn Dr. Treue wenden. 

Natuerlich wuerden auch wie es sehr bedauern, 
wenn das Projekt doch noch scheiterte, aber die 
Schwierigkeiten, die aufgetreten sind, lassen es als 
moeglich erscheinen, dass das Ergebnis negativ sein 
wird. Ich wollte Ihnen dies, da Sie ja daran inter- 
essiert sind, so schnell wie moeglich klar zu sehen, 
auf jeden Fall mitteilen. 

Mit allen guten Wuenschen und herzlichen Gruessen 

Ihr 



DEUTSCHE 
FORSCHUNGSGEMEINSCHAFT 



. •-• 



Dr. Treue 



Herrn 

Dr. Max Gruenewald 

Präsident des Leo Baeck Instituts 

129 Eaet 73rd Street 

New York N.Y. 10021 



5300 BONN -BAD GODESBERG den 3. Februar 72 

KENNEDYALLEE 40 pTß Dt Tt / At - TT A T - 

TELEFON: 70 II (DURCHWAHL 701... .^.TT.r. •l'X • A 1 / Ä^ ±± Ä X 

TELFCR. -ANSCHRIFT: FORSCHUNGSGEMEINSCHAFT BAD CODEbBTRO 

BANKKONTEN : 

SPARKASSE BONN, FILIALE BONN-BAD GODESBERG 29001500 

COMMERZBANK, FILIALE BONN 1072 164 

DRESDNER BANK, FILIALE BONN 1034328 

DEUTSCHE BANK, FILIALE BONN-BAD GODESBERG 119/0305 

BANK FÜR GEMEINWIRTSCHAFT, FILIALE BONN 10131078 

LANDESZENTRALBANK BONN 38008083 



etea Zeidhen in der Antwort anzugeben) 



FEB(1 




128/2 



ji4uthr-i 




Sehr geehrter Herr Dr. Gruenewald, 

der deutsche Generalkonsul in New York, Graf von Posadowsky - Wehner, hat 
die Freundlichkeit gehabt, uns eine Kopie Ihres an ihn gerichteten Schrei- 
bens vom 9. Dezember 1971 zuzusenden. Zugleich hat er uns mitgeteilt, daß 
er unseren Brief an ihn vom 2k. November 1971, in Ablichtung an Sie weiter- 
gegeben hat. Ich möchte meinem Bedauern Ausdruck geben, daß ich nicht schon 
in einer früheren Phase der Bearbeitung des Antrages von Professor R ü r u p/ 
Fräulein Dr. R i c h a r z, die unmittelbare Verbindung zu Ihnen herge- 
stellt habe. Ganz gewiß wäre es dann nicht zu dem Mißverständnis hinsicht- 
lich unserer Möglichkeiten gekommen. Allerdings - und das muß ich zu meiner 
Entschuldigung aussprechen - uürfte ich wohl insbesondere noch der Betei- 
ligung Prof. Rürups - der ja mit der Arbeitsweise der Deutschen Forschungs- 
gemeinschaft nicht ganz unvertraut ist - an dem ursprünglich von Fräulein 
Dr. Richarz gestellten Antrags annehmen, daß kein Zweifel bestehen würde, 
was wir tun - und was wir leider nicht tun können. Mein Brief vom 9.12.1971 
an den Grafen von Posadowsky - Wehner wäre gewiß anders ausgefallen, wenn 
ich hätte annehmen können, daß er unvermittelt an Sie gelangen würde. Es 
hätte mir vor allem daran gelegen sein müssen, Ihnen die Grenzen unserer 
Zuständigkeit zu erläutern. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft darf bei 
ihren Entscheidungen lediglich die wissenschaftliche Bedeutung eines For- 
schungsvorhabens und die fachliche Qualifikation dessen, der es durchführen 
will, berücksichtigen. Daß wir Zuständigkeitsgrenzen manchesmal schmerzlich 
empfinden, gestehe ich gern ein. Aber eine Selbstverwaltungsorganisation 
kann unmöglich Zuständigkeitsfragen unbeachtet lassen, um kulturpolitischer 
und politischer Erwägungen willen - also eben jenes Bereiches, der ganz aus- 
drücklich unö versagt und den staatlichen Instanzen zugewiesen ist. 



« \ 



\ 



Sie, sehr geehrter Herr Dr. Gruenewald, haben meine Bemerkung über die 
Möglichkeit einer Interessenkollision, in die Herr Professor Rürup 
geraten könnte, peinlich empfunden. Ich glaube doch, daß es gelingen 
wird, Ihr Verständnis zu finden für das, was in dieser knappen Formu- 
lierung enthalten ist. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft kann (in 
dem hier zur Diskussion stehenden Bereich ihrer Aufgaben) ihre Forderung 
nur dem einzelnen Gelehrten (oder einer Gruppe) zuteil werden lassen, 
nicht aber einer wissenschaftlichen Institution. Wir müssen daher stets 
voraussetzen, daß alle etwa erforderlichen Absprachen, die Art, Umfang, 
Materialgrundlagen usw. eines Forschungsvorhabens betreffen, zwischen 
dem Antragsteller und Institutionen, mit denen er zusammen arbeiten will 
oder auf deren Hilfe er angewiesen ist, bereits erfolgt sind, w^nn der 
Antrag zu uns gelangt. Ob dann die Voraussetzungen für die Forderung - 
unter Berücksichtigung unserer Zuständigkeit, unserer Richtlinien wie 
aber auch der einzuholenden wissenschaftlichen Gutachten und schließlich 
auch unserer Finanzlage - gegeben sind, unterliegt der Entscheidung 
unseree überwiegend aus Wissenschaftlern aber auch Vertretern der Bundes- 
und Länderministerien bestehenden Hauptausschusses. Ist die Entscheidung 
aber positiv erfolgt, liegt die Verantwortung für die Durchführung des 
Vorhabens ganz beim antragstellenden Gelehrten und die Deutsche Forschungs- 
gemeinschaft kann keiner anderen Stelle, welcher Art sie auch sein möge, 
das Recht der Einflußnahme auf Zielsetzung und Durchführung zugestehen, 
da ja anderenfalls die Entscheidungsgrundlagenjin Frage gestellt würden. 
Und nun darf ich vielleicht doch noch einmal wiederholen, daß die Gefahr 
einer Interessenkollision nicht von vornherein ausgeschlossen ist, wenn 
der der Deutschen Forschungsgemeinschaft verantwortliche Gelehrte zugleich 
einem wichtigen Gremium einer in engster Verbindung zu dem von ihm gelei- 
teten Vorhaben stehenden Institution angehört. Die Interessen dieser Insti- 
tution könnten - z.B. in der Schließung größerer Materialbestände - über 
das hinausgehen, was zur Bewältigung des von der Deutschen Forschungsge- 
meinschaft finanzierten Projektes erforderlich ist. Ich glaube doch nicht, 
daß in einer solchen Überlegung - die uns ja durch Erfahrungen nachegelegt 
wird - etwas Kränkendes enthalten ist. 

Daß der Ausdruck "Interessen" zu einem Mißverständnis geführt hat, bedaure 
ich aufrichtig. Mir ist der Charakter des Leo Baeck Instituts selbstver- 
ständlich bekannt und ich hatte nicht gemeint, daß auch andere Definitionen 



1' \"^\ 



\ 



dieses Begriffes als die des Interesses an der wissenschaftlichen Auf- 
gabe und ihrer Bewältigung überhaupt denkbar wären. 

Meine Bemerkung, daß nicht das Leo Baeck Institut sondern nur das kon- 
krete Forschungsvorhaben Gegenstand der Förderung sein kann, erklärt 
sich aus dem Vorstehenden, und von mir war auch nicht unterstellt 
worden, daß das Leo Baeck Institut an einer Förderung durch die Deutsche 
Forschungsgemeinschaft gelegen sei - umso weniger, als ich ja im 
gleichen Brief die Bereitwilligkeit zur Drucksubventionierung des 
Werkes ausdrücklich gewürdigt hatte. 

Die Deutshhe Forschungsgemeinschaft ist - in ihren leider sehr eng ge- 
wordenen finanziellen Grenzen - vielerorts bestrebt, zu ihrem Teil an 
der Erforschung der düstersten Abschnitte der deutschen Geschichte der 
hinter uns liegenden Perioden beizutragen und unsere Bemühungen reichen 
weit über das aus unseren Publikationen Erkennbare hinaus. Ich möchte 
aber verzichten, dazu Ausführlicheres zu sagen, denn es ist gewiß nicht 
erforderlich, die Deutsche Forschungsgemeinschaft oder mich gegen einen 
Vorwurf zu verteidigen, der von Ihnen nicht ausgesprochen worden ist, 
der aber vielleicht von einem weniger informierten Leser bei der 
Lektüre Ihres Briefes empfunden werden könnte. 



*> If:. 



Mit den besten Empfehlungen 
Ihr sehr ergebener 



i/6 



^^^^U-'^li^'^U^^J^ 



Monika Richarz 
1 Berlin 3:5 
von Laue Str. 8a 



Berlin, 21 .4.72 



Herrn Br.Ernest Hamburger 
67 Riveraide Drive 
New York,N.Y. 10024 



Lieber Herr Dr .Harnburger, 



wie Sie vielleicht schon wissen, hat 
mir die Forschungsgemeinschaft Anfang April ein Porschungsstipen- 
dium für das Memoirenprojekt bewilligt. Die offizielle Mitteil 
habe ich noch nicht erhalten, denn sichtlich ging das Einschreiben 
verloren, ich konnte aber die an Professor Rdru 



un 



(7 



p gesandten Durch- 



schlage des Bewilli^r 



gungsschreibens inzwischen eingehen. D 



emnach 



hat man nun doch wiederum auf die Stipendienf 



30 da 3 der Antrag über Professor RüruD voll 



orm zuri.'Ckgegriffen 



uns natürlich einigerma::^en befremdet 



ig überflüssig v;ar,was 



e, zumal Herr Rürup keinerlei 



erklärendes Begleitschreiben zu dem a 



n mich gerichteten Brief er- 



hielt, über den Beratervertrag enthält die genau spezif 
willigung (insgesamt 54 380 DM) kein Wort 



izierte Be- 



und deshalb möchte ich 



zunächst einmal bei Ihnen persönlich anfragen, ob diese Angelegen- 
heit inzwischen mit der DFG über das Institut direkt geregelt worde 
ist oder ob sich darauf der Schlu.-^passus beziehen soll: "Dem darüber 
hinausgehenden Antrag konnte leider nicht entsprochen werden". 

Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir Ihre Stellungnahme zur 
Situation möglichst schnell zuschicken könnten, damit ich etwa 
notwendige Rückfragen in meiner Antwort an die DFG berücksichtigen 
kann. Hit herzlichen Grü.en - auch im Auftrag von Professor Lesch- 
nitzer - an Sie und Ihre Frau 



n 



Ihre 






O 



o 



^)k3, Ksc9->ö^^ 



26. April 1972 



Frau Dr. Monika Hicharz 
von Laue Str. 8a 
1 Berlin 33 - 



Liebe Prau Dr. Richarz, 

besten Dank fuer Ihr Schreiben vom 21 ♦ April. 
Es hat mich ausserordentlich gefreut, daraus zu 
entnehmen, dass Ihnen von der Forschungsgemein- 
schaft Anfang April ein Forschungsstipendian fuer 
das Memoiren- Projekt bewilligt v/ordei: ist. Auch 
Herr Dr. Gruenewald und die gesamte Exekutive teilen 
diese iänpfindung. 



Ihr Brief 
darueber erhal 
noch beim Deut 
bisher irgend 
aber an, dass 
ist, dass das 
kann, wie ^5 ich 



ist die erste Mitteilung, die wir 
ten haben. Weder oeim Leo Baeck Institut 
sehen Generalkonsulat in New York ist 
eine Nachricht eingetroffen. Wir nehmen 
diese bald kommen wird. Die Hauptsache 
Projekt bald in Angriff genormaen werden 



aus Ihrem Brief 



zu 



ergeben scheint. 



Sie haben inzwischen sicher den ulinscnrei bebrief 
oder eine Abschrift des Briefes von der DFG ernalten. 
Aber Sie kennen Ja den Inhalt ohnehin aus der Abschrift, 
die Professor Huerup erhalten hat. Sie wissen dadurch 
ueber die ganze Angelegenheit mehr als wir. Auch dass 
die DFG wieder auf die Stipendienform zurueckgegriffen 
hat, ist uns erst aus Ihrem Briefe bekannt geworden. 
Ebenso wissen wir nichts ueber die Ihnen bekannt gege- 
bene Spezifizierung der Bewilligung, sodass ich leider 
Ihre Frage nicht beantworten kann, worauf sich der 
Schlusspassus bezieht . 

Jedenfalls ist es nun wichtig, dass Sie und das 
Leo [3aeck Institut in enger Verbindung bleiben, und 
dass wir uns alle weiteren Entwicklungen gegenseitig 
mitteilen. Es hat mich gefreut, durch Sie Oruesse von 
Herrn Professor Leschnitzer zu erhalten; ich bitte, 
diese ebenso herzlich zu erwidern. 

Auch Ihnen herzliche Giniecse, denen sich meine Prau 
anschliesst, von Ihren. 



Ernest Hamburger 



.*. .•r.-,." H#1%j4^: 



-^ 




.r:. 



n>\ "y. •; 



*^*^<4*: ::tÄ'.»^-.-'I 



-ÜVm*.V ./'*!;«*. 









.•Monika Richarz 
^ 1 Berlin 33 
4^f: VOA Laue ^:tr.Ra 



f^' 









Berlin, 3. 5. 72 






•^■"^r^ •: '.Herrn Dr^HjT'nert Hamhurger 



.. 67 Rlverf^ir^e Drive 
. New, York, N.Yo 10024 






'■•»;r.-^ 



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Lieber Herr Dr.Hanhu^^Ter, 



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t. ♦-; 



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1 , ■• ' ■ 

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' ; -'SV,?;' freun'^l liehen Dank für Ihren Brief von 

^•.^ -^ -^^A*"^ ''^ 26.4. Gestern erhielt ich nun f^n^Uich den "Bewilligunj^bescheid im 

Original un-i kann Ihnen eine Kopie rMeses etwas lakonischen Schrei- 
^v^n^'v.bens beilegen. Zusatzlich wurden -luf einen Vordruck noch 1500,- DM 
für ?otokopien bewilligt. Die Beträge liegen unter (ien beantragten 
^ (z.B. bei den Reieekosten) un^"' berücksichtigen einen Beratervertrag 
.finanziell nicht. Ich werde bei 'er DFG noch einmal rückfragen, 
\-ltuX warum das Tarifgehalt und der Beratervertrag ohne jeden Kommentar 
geVtrichen wor-^en sind, bitte nber ^ie und das Institut raöglichst 
bald um eine Stellungnahme, dri ich ohne diese meine eigene Entschei- 
düng nicht treffen kann. • ^ 















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». 






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Sollten Sie durch das Konsulat Nachricht erhalten, lassen Sie es 
mich bitte wissen. Ich werde Ihnen eine Kopie des Antwortschreibens 
.der DFG zusenden. 

Mit den besten Grüften an Sie und Ihre Frau 

Ihre 



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nc^^'sU^ r\^^c9\^ytz^ 



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>CMB^i^;, .,4 J. ^t•: -j.^. •• -ü, ^'-^ 53 BONN - 



DEUTSCHE ^^ 
FORSCHUNCSCEMEINSCHAFT 



DER PRAtlbllsli-^ 



- Ri 23 Vi a - 



Einschreiben 













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^au ... , . ^. ..... .... ■.^^^^'^^^••^k^ 

Dr. ^Mönika ' it^'.%,;:fiM'^^ ■ 



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Berlin ^^ 



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Von Laue Straße 8a 

Selyr geehrte Frau Doktor 1 



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■^'v^.: 



Die Deutsche ForschuÄgsgemeinschaft hat Ihnen auf den von Herrn Prof essoÄ^f^'^^^^^^^ 
Drw Reinhard ^R u r u p , Berlin, vorgelegten Antrag vom I3. Oktober l97lÄte;. .^?:#^1 
unter. dem Vorbehalt des Widerrufs ein - ^ ->Ä^-!i^S-iiK^^ 

■■.\f.V>-- %».-'^-.--.- V Mi"'i ^'i >*^ 



. u.. .. • , "" °.,''r ° ^ " " S « « t i P e n d i u m („sa und Deuts6hlanm4:M^ 

^w«7°^T°" f .^^•^" ™ f^*"*' ^i^rundfünfzigtausenddreihundertachtzig DM) für^^^p: 
zwei Jahre ^,1.. Februar 1972 bewilligt, und zwar: ^ U' ;^, J^*^?.?''^^ 



?I S'"" S^ """'^^^^''u - ^^^•- °"^ Aufenthaltskosten Tür ein Jahr iS^lföw'^rkJ^»'! 
t iS'~" ™ '»°'^^^^^°^ 1 375.- DM Stipendium für ein Jahr in Deutschland %t^^i 
h 800,- DM (monatlxoh 200,- DM) Sachkostenzuschuß für zwei Jahre. deiT.zar|;%| 

Beschaffung von Büchern, kleineren Gerätenl ''jf! 
für Reisen zu Fachtagungen u.a. bestimmt isli^x^j' 
Reise-(Flug-)Kosten Berlin-New rork-Bei'l.tB». 4%' 
Zuschuß zu den in Deutschland weiter^^^ -V < -'«^^^^^^^ 






2 000,—. DM ^;g > 

1 620,— DM (monatlich 133,— DM) 



:'«»•■•■?•► 



laufenden Verpflichtungen für ein Jahr' 



va:.^ 



■*r^<^^f^, 



Dem darüber hinausgehenden Antrag konnte leider nicht entsprochen werden^ .. "■' :' J^ 
Die szt. überreichte^Öissertation wird, als Anlage zurückgesandt. ' ■*'"^'":*' %^.,|§|^^^ 

M»lf i^^'^'^^r^^^^ ^^'^^^ "^^^ Auswertung der sozialgeschichtlich/b^äeut^lin^n'^^^ ''^*^|i 
Memoxrensammluns zur deutsch- jüdischen Geschichte ermöglichen, die z.T. am v.^ r.^. 'fi 
Leo Baeck Institute in New York durchgeführt werden soll. ;, . ' ■^i.:i^,yM.-^p-..^,^\ 

°J:L^T^^"'%'^^t Stipendiums verpflichtet Sie, der Deutscheh ForschungsSifi-' ^ -"^^ 
Schaft .zum. 1 Februar 197'f über Ihre Ai-beiten zu berichten und jeweils zum ,....-^41 
J:.?:!!°-'L!??\'^"1^•^"^^''573 einen Zwischenbericht über den Stand Ihrer : VV^:'äS' 



i 






ZILT . .^ sind inre. Angaben über Ihre wirtschaftlichen Verhältnisse- zu- '■' J-i 
illT.%^ii^^ /"l^""* etwaige Veränderungen sind der Deutschen Forschungsge- -v, . n -..v'^^i 

memschaxt sofort anzuzeigen. -^:- ^w;s^>'^i,0-'i^$. 

odL'^^StSr^^'""''"'"'''^^''""" "''''' ''' "" Angabe ;ihres ^o^tscM^^-^'l^ß 

Sie werden gebeten, den Vertrauensmann der Deutschen Forschungsgemeinschaft: '^M^M 
an Ihrer Hochschule, Herrn Professor Dr. Hans Frhr. von Kressf 1 Berlin 12,.: m^'^f 
Lindenallee 35,. von dieser Bewilligung ssu verständigen.'* •< '■*>^;^ri'^■ -W|:^|L-«t. 

Die Deutsch?. Forschungsgemeinschaft wünscht Ihnen für Ihre Arbeit gut«»: Wlöig^'"'^' ' 

< . '' ' N .'■* ■•■"■■*' ^t^'~'- '!,/-<.' :• '■■■ c'.''. 



^'^^■ 



«»* 



.,,,,^ , In vorzüglicher Hochachtung 
Im Auftrage 



^ 



. 1 Dissertation .Tfi, 




■•% : 






(Dr. Pf»tf»rf!on) 









'r» 



^^^*lM 



ERNEST HAMBURGER 67 Riverside Drive, New York, N.Y. 10024 



4. Mai 1972 
PERSOEBHilCHER BRIEF 

Frau Dr. Haide Rüssel 
German Consulate General 
460 Park Avenue 
New York, N.Y. 10022 

Liebe Fr^u RusselL 

ich habe Herrn Dr. Grubel gebeten, Ihnen eine 
Ablichtung des Schreibens von Frau Dr« Sicharz zu 
ueber senden. 



Unserer Verabredung gemaess werde ich bis zum 
15/ Mai warten, ob inzwischen das Generalkonsulat 
einen Bescheid bekommt oder Frau Richarz meinen 
Antwortbrief vom 26. April d.J. beantwortet hat. 

Immerhin bleibt es hocherfreulich, dass die 
Angelegenheit mit dem Memoiren -Projekt gut abfelaufen 
zu sein scheint, und wir alle wissen, dass wir dieses 
guenstige Resultat nur dem Einsatz und der Energie 
des Herrn Grafen Posadowsky-Wehner und seiner Mit- 
arbeiter auf diesem Gebiete, vor allem darunter Ihnen 
zu verdanken haben/ 

Wir hoffen nun, dass die etwaigen technischen 
Schwierigkeiten, die noch vorhanden sein moegen, 
sich leicht und reibungslos beheben lassen werden, 
sodass die In-Angri ff nähme des Projekts so bald wie 
moeglich erfolgen kann. Ausserdem wuensche ich von 
Herzen, dass etwaige Unstimmigkeiten recht bald ausgeglichen 
werden koennen, sodass die Zusammenarbeit zwischen dem 
Generalkonsulat und der Forschungsgemeinschaft sich wie 
frueher in freundschaftlichem Geiste vollzieht/ 

Mit freundlichen Gruessen und in der Hoffnung auf 
ein baldiges Wiedersehen, 



SSM 



Ihr 



//. y- ^^ 

^4 ^^i(> /^^4^ >»^^^ 











^-C^ 




^^ /.v" ^4. ^^ /^^ ^^ • 






• »»f V 



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MoniVa Richarz 

1 Berlin 33 

von Laue Str.vR a 



Leo Baeck .Institute 
129 East, 73 rd Street 
New York, NoY. 10021 




Berlin, den ^7.^.72 




Lieber Herr DroHamburger, lieber Herr Dr.Grubel, 



haben Sie freundlichen Dank für 
Ihre Briefe von B.und lO^Maio '^/'or ihrem Erripfr^nj hatte ich bereits 
an die DFG geschrieben und erhielt inzwischen von Dr. Treue ein er- 
läuterndes und um Verständnis bittendes Schreiben, das aber an der 
Bewilligung selbst nichts verändert. Was den Beratervertrag betrifft, 
so schreibt Dr. Treue, daß eine derartige Beratung "auf dem Weg kolle- 
. gialer interdisziplinärer Zusammenarbeit erfolgen sollte", für die 
' eine Honorierung nicht üblich und möf:lich sei - auPer im Falle not- 
wendiger Reisen« Über Prof.Hürun ko?inte das Projekt nicht abgewickelt 
werden, da dieser "einem Gremium des LBI angehört", seine Förderung 
also eine des LBI gewesen wäre, die der DFG nach ihren Richtlinien 
verboten sei. Es scheinen aber noch andej^e Schwierigkeiten im Spiel 
gewesen zu sein, worüber wir persönlich spr-echen werden, wenn Dr.Treue| 
•Ende Juni nach Berlin kommt. 

Natürlich teile ich Ihre Freude darüber, daß das Projekt nach diesen 
schwierigen Verband .lungen endlich (^i^'^nh nocli bev;illigt wui'de. Ich 

r 

überne>ime f^erne die eigenverantwortliche Bearbeitung des Vorhabens 
und bin sicher, daß mir die notwendige Beratung dui^ch die versehieden-l 
i eten Mitglieder des Instituts auc>i ohne formellen Vertrag zuteil 
' v/ird .-Finanziell ist das Stipendium für mich - nach hiesigen haß- 
stäben - allerdings eine KuttäiAscI^ung. Bedenkt man, dnß mein Monats- 
gehalt beim Dci^tsc^hen Bunde stM„<^ aurenbli ckl i cb fast ;^600 D!' b^'utto 
beträgt und die Tari fgehä l tor regelmäßig erhöht. vverdc:i, während ein 
Stipendium bei ("^ar jet^.igen Inflation [n zwei «rnbren um. mindestens 
10 ^^' an Wert verliert, so b?jbc ich mit nicht hnierhobli chen fiivmziello 
Einbußen zu rec^lmen. Dennoch bin ich :iV)tvT' mus Interesse -».n diesen 
tdoch einmaligen Vorhaben bereit, f'ir ::wei Jabre auf eine tarifge- 
rechte Beza,hlnng zu verzichte^n. Dies ist v}? v als r.inzelperson vorüber- 

r 

f *- 

\ 






•-rn.1».' 



l)^t •«••'V^v 



f gehenc^ möglich, e.ine Verläncerunr, m.rde ich aber zu -ien cleiohen 
'Be'linßimceu nicht ak^.optieren. In die«M'. Sinne werde ich 6er: D?^ 
schreiben. , 

Sie frac;en freunilioherweise rm, welche UnterFtütr.unc daF Institut 
mir gewähren kann. Ich i^öchte desh-^-lh bitten, die -.yahrend der 3ear- 
• beitung notwendi-en r.chreibnr^.ei ten zu übernehinen, Povveit dies Rein- 
schriften und Abschriften betrifft. Int es ^:'erner möglich, mir für 
meine Entwirfe eine kleine SchreibnaKchine zu leihen, solange ich 
in New York bin ? Zweckmäßig wäre es auch, wenn die notwenriigen 
Xerokopien (nicht Filme) im Haur. gemacht wer^'en könnten und danit 
.Eigentum des InstitutR blieben. Wem --^ie auf Kop.ten der DFG hergestellt 
' ten Filme nachher gehören, werde ich noch klären. 
Was'.den Beginn meiner Arbeit betrifft, so habe ich, ganz wie Sie, 
"an den 1.|^ gedacht. Ich plane, meinen für ein Jahr bewilligten 
^Aufenthalt in New York zweizuteilen, '^a mir dies aus sachlichen 

Gründen nötig scheint. Ich werde also zunächst in sechs Monaten oder 
etw-as mehr eine Rohauswahl treffen und verfilium. Voraussichtlich 
■ ]' werde ich schon Anfang August für 1-? Tage nach New York kommen, 
dann an die Westküste fahren und Ende des Monats zurückkehren. - 
'- Natürlich wäre ich Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir bei der ?eschaf- 
^ fung eines 1-Zimmer-Apnartements behilflich sein könnten. Wäre es 
nicht möglich durch eine der UniversitJlten oine kleine Gastwohnung 
zu bekommen ? Sie haben doch durch den ^oard Vei-bindungen zu ver- 
8chied>,.nen Hochschulen, deshalb möchte ich Sie bitten, dort einmal 
Nachfrage zu halten. 

Sobald Ich noch einmal mit Dr. Treue Rücksprache genommen Und die 
Plugtermine geklärt habe, werde ich Ihnen schreiben. In der Erwartung 
unseres baldigen Wiedersehens bin ich mit freundlichen GrüBen 

Tlire 



nosiU>, ^icSwz 



/ 




.% ^ 



.^ 



X' 



8» Juni 1972 
G/683 - FG:DS 



Frau Dr» Monika Richars 

von Laue Strasse 8a 

1 B e r 1 i n 33, Hest Germany 




Li9be Frau Dr. Richarz, 

Herr Dr# Hamburger, der bereits inmitten *^eie<^- 
vorbereitun^iot, und ich danken Ihnen beetonn fuer 
Ihr i^chreiben vom 27. vorigen Monats* 

Die notwendigen Schreibarbeiten werden sclbst- 
verstaendlich von Institut uebernoai^n und wir werden 
es bestiBffiit arrangieren koennen, dass Urnen eine Kieme 
SchreilÄiaß Chine zur Verfuogung steht, notwendige Xero- 
oder Photokopien koennen bei uns im Hause hergestellt 
fierden. 

Wenn Mikrofilme erforderlich sind- koennen wir 
sie Ihnen als wissenschaftlicher Bearbeiter zur Ver- 
fuegung stellen. Allerdings sind wir den Autoren 
und Schenkemder Nenoiren gegenueber verpflichtet, 
das Eigentumsrecht an den Mikrofilmen nicht aufzugeben, 
sondern, nachdem Sie die Filiae benutzt haben, sie in 
unser Archiv einzureihen. Diesem Gmindsatz haben 
sich bisher alle Forscher und Forschungsinstitute ge- 
fliegt, selbst wenn sie auf ihre Kosten die Filme ha- 
ben herstollcn lassen, wir sind der Ueberzcugung, 
dass die Forschungsge«einschaft in dieser Hinsicht 

keinerlei iichwierigkeiten machen wird. 

>> 

Wir sehen also Ihrer Ankunft hier in New York 
gern enirgegen. Anfang August werden jedoch weder 
Dr. Hamburger noch ich in New York anwesend sein. 
\^^etTX Dr. Gruenewald wird in New York sein und auch Frau 
Dr. Muehsam. 

Wegen Ihrer Unterkunft werden wir uns umhoeren. 
«ollte vor Anfang August eine Moeglichkoit auftauchen, 
werden Sie von uns hooren. Sonst wuerde ich vorschla- 
gen, dass Sie sich bei Ihre» Aufenthalt Anfang Auyust 
mit meiner Sekretaerin, Frau Dora :uiegellaub, in Ver- 
bindung setzen, die sich in dieser Angelegenheit be- 
muehen wird» 



- 2 



Wmmi i^r. t. Rlcharz, Berlin 



8. Juni 1972 
G/603 - FG:D2 



- 2 - 



H^rr Dr Hamburger wird vom 18. Juni bis 4. Juli 
1972 irLSlenfSSn tind «oechto sie f^^^Jf^^f ^^ 
IrltxlhBnyoenrm. Bitte eeian Sie so freiindlxch una 
?aiien IL JSnisaen, unter welcher Tf^^^?^^^^ 
und 2u welchen Tageszeiten er Sie erreichen kann. 
Smttm Adresse ist 

Ilotel Union 
Loehrstraese 73 
54 Koblenr, a/Rhein 

Tel.s 3 23 32» 

Mich wir fr a uns auf ein baldiges Wiede 
und auf eine godeiftlicha ZuaMi^narboxt. 

Mit freundlichen Grueeaen 




1 

Dr# Fred Grubel 
Direktor 




(SJ 



KXTO / 



^2. 



H OWT^t^J^y^XV^ 



^^jlLüc |v;.^W^>«^ U(x^^in ^ <3loü^ elouM^^ i-uS-n^J^' S~> 




20-2^ U5lr odn ^^^^^s ^S J ^^^. 

boo^ ^^^ 'C^ 3UU^^ i-^^ ^^ "^^ ^^ 



Ij o c ri 1- r 1 o , i 9 . J 'i n i 1972 



An: LBI New YorK 
Von: M a x !\ r e u l : : 1^ ^ ^ i' >t o i* 



Lieber F.G . , 






ich möchte ^ie darüber i uf o rmie i'Oii , dafi's vor einei' Y/oche Frau 
D r. Lionika läcu arz bei mir v;.';!.' uiiC hioji' in Locri'no auch über- 
naciil.ete* Sie beute mir mit, da:-JS aio For sc iiungt'gemeinschaf t 
die Beträ>-:e, die zur Du rciiluiirun,': des l/iemoiron Drojek tes notwendig 
sind, bewilligt hab, und dass si'' demnach Anfang Ser-tember nach 
New York zu übersiedeln .--edenkb, Icii habe zw^r von Ihnen nichts 
darüber gehört, abci ich nehme -an, casc Sie mit ihr in dauernder 
Verbindung stehen unc' von dem Beschluss der Foi-schun/rsgemeinschrf t 
und Frau Dr. Ricnarz' Reise wissen. 

Ich habe mich viele Stunden mit Frau Dr.Hicnrrz unterhalten und 
ich h;vbe im grossen und ranzen ^on ihr einen recht guten Eir. druck 
gewonnen. Sie hat ei*s taunliche r Wei^e sich recht ^-ute jüdische 
Kenntnisse erworben und zwrr besonders auf dorn Gebiete, auf das 
sich ihre Doktorarbeit bezieht, nämlich Juden im akademischen 
Leben, besonders an den Universj baten um 18oo herum und auch 
früher. Ich glaube, dar^s sie recit gewr^ndt uno findig ist und mit 
einiger Unterstützung der an sie /restellten Aufgrabe gerecht wer- 
den wird. Viele Dinge, auf die sich unsere Memoiren bezienen, sind 
natürlich für sie Neuland o Sie icennt die Zusammenhänge nicht und 
auch nicht die Namen, so dass eine .lev.isse beratende Hilfsstel- 
lung schon t.-egeben v/erden niuss. Ich habe ihr freigestellt, sich 
gegebenenfalls meiner und Fr.-i.ulein Foer*gs Hilfe zu Dedienen. Aus 
der Ferne kann dar siehe rlicn nur in bescheidenem Iviasse geschehen, 
so dass die letztlicne Verantwortung für die Herausgabe der ..le- 
moiren doch beim LBI New York bleiben muss. 

Hat sich Dr. Schorsch zui' Mitarboi t en tscnlossen? Auch darüber 
habe ich seit dem letzten ProtokoJl dei- LBI-i-ixeku ti ve niciits 
menr gehört. 

Ferner möchte ich Ihnen mitteilen, dass sich übers Wochenende 
F rau Belue rait mir wegen dei' Berliner Archi Valien erneut in Ver- 
bindung" gesetzt hat. Sie ist, was ich verstehen kann, unruhig, 
da wir bisher von der Humbold t-LTnivorsi b.L tsbi bli o thek keinerlei 
Antwort erhalten konnben. Sie hat mich um Rat gefragt, ob sie 
nicht besser daran bäte, soforb nruäi BerHin zu faht-en und ich 
habe ihr zugeredet, dies zu tun, da ich inzv.ischen von dem uns 
befreundeten Archivar Dr. Walber Kral von <^.^.\- .'iumbo.l (i t-Un i vor- 
si tätsbiblio thek Maciiricnten erhaJben habe, dass es das Beste 
wäre, wenn I^'rau Be.lke pe/'sön .1 i cfi vors. f~>rechen würde. 

V/lr werden sichej-licfi :i n eini/.en Ta m von Fi'au Bc^lk-e über d-s 
Ergebnis ihrcT Rois.c^ fi;i<;',li i3erJin i n f o »-m i ■ -]• b wcn'den. 



Ivii b meinen besten Grüs«sen, 



liir 





M a x K r* o u b r. h ( ^ r g t-} r 



v/.w>^ 



Monika Richarz 
1 Berlin 33 
von Laue Str. 8a 



Berlin, d. n 25.6.72 



Herrn Dr.Grubel 

Leo Baeck Institute 
129 East,73 rd Street 
New York,N.Y.}0021 



JUN 2 3 1972 






'•^ 



Lieber Herr Dr.Grubel, 



vielen Dank fUr Ihren Brief vom 8.6. Inzwischen 
habe ich vor einigen Tagen mit Dr. Treue und Professor Rürup hier 
in Berlin ein klärendes und abschließendes Gespräch geführt, von 
dem ich Dr. Hamburger bereits telefonisch berichtete. Ich glaube, 
daß jetzt alle Fragen ausreich.6;nd geklärt sind. Die Mikrofilme, die 
auf Kosten der DFG angefertigt werden, kann ich nach Abschluß der 
Benutzung dem LBI übereignen. An der Bev/illigung selbst hat sich 
nichts verändert. 

Für die Zusage, mir eine Schreibmaschine zu leihen, danke ich herz- 
lich, - das erleichtert mein Gepäck. Ich plane, vom 8. -10. August in 
New York zu sein, werde aber den geneuen Ankunf tstermin dann Frau 
Ziegel/laub noch mitteilen. Natürlich bin ich ihr sehr dankbar, 
wenn sie sich schon nach einem kleinen Appartement umsieht, und wir 
dann bei meiner Durchreise eine provisorische oder endgültige Lösung 
des Wohnungsproblems finden können. 

Mitte dieses Monats war ich in Florenz und lernte auf der Durchreise 
in Locarno zu meiner Freude Herrn Dr .Kreöitzberger und auch Frau 
Poerg kennen, wobei wir natürlich viel über das Memo^renpro jekt spra- 
chen. Vermittelt wurde dies Treffen durch Frau Belke, die ja augen- 
blicklich wegen der Lazarus - Briefe hier ist und in Ostberlin dies- 
mal viel Entgegenkommen fand. Gestern besuchten wir geneinsam Dr. Löwen- 
thal, als dort gerade Herr Hamburger anrief. Sie sehen also, daß 
es an Kontakten nicht fehlt. 

Nun möchte ich Ihnen schöne Ferientage wiinschen und bin mit freund- 
lichen Grüßen 



'^"^ i~VA-v,U. X^d^^^rz. 







,A^< 



\^ 



•0'^ 



Frfiu i 

Dr» Monika Ivi b r« 
Dl Berlin 35 
von Laue rtratse 6 a 




Vrx KreutzV' erger 
0. 9i\ Pobertn 
Via ?rrmantino 7 
C ' 66oo Loc rno 



SJuli l'i72 




1 



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,-' ; '• ' HM w^ (Tc ' • /. f 

-i^ — L 



Liebe Fr? u Riclirrz, 



f 



haben »Sie violen Danke für Ihren Brief vom 2^»Juni. Auch ich 
hf<be mich gefr utf J ie kennr^nzulernent unc* ich rrr froh, dass 
Ihnen die für mich bec tim-ate f chokolade ':ut gopchraeckt hnt. 

Ich dfnka Ihnen Rehr für die Bcilr en zu Thier. "^rief, die 
mich f^ehr intoroasiort hnben» Kf i.9t doch eine ^^nz Ansehn- 
liche Bewilligung der Peut*:c}.en Vorr huncpge'^oinBc' pft her- 
auBgekommon, die Ihnen richorlic^h erraoglichen pollte, da." /^ä- 
plante *"erk zu'^.tnnde zu bringon. fo^.oit rir, ;.h. ic»h un- FrRu 
Foerg, Ihnen c:Fbei behilflich Kein können t d'irfen Sie -icher 
sein, daoe wir diM goine tun wenden» 

Schreiben f-le doch bi t;tG von 7oi t zu "olt rle I^\re Arbf?it 
#ortschi eitot, und wenn Sie wieder einnal in der Te end Bind , 
80 Vor Bäumen Me nichts uno r.ui zUBucKen. 

Mit heizlichen GrUrsen, nuch von meinei* Frr.u und Irrai Foeig, 



/ 



1>^U^ 




Ihr 



M<! 



*W-x Kreut7-borger 



Dr. Monika Richarz 



New York, 13. Dezember 1972 



1. Bericht ueber das Memoirenprojekt (schriftliche Fassung) 



I. Arbeitsaufwand 

Die sogenannte "Memoirensammlung" des Leo Baeck Instituts 
enthaelt jetzt ueber 520 Manuskripte und Privatdrucke von 
denen 450 im gedruckten Katalog des ^^^^i^uts verzeichnet 
sind. Die Abfassung der Manuskripte faellt in den Zeitraum 
1790-1965. Ausgehend von einem durchschnittlichen Umfang 
der ueberwiegend maschinenschriftlichen Texte von ca 50 
Seiten, kann man das Gesamtmaterial auf mindestens 25 000 
Seiten veranschlagen. Um einer solchen Menge qualitativ 
hoechst ungleichwertigen Materials begegnen zu '^°^">^^;^' 
wurden die Quellen zum Zwecke der Auswahl zunaechst entspre 
chend derV^'ihnen jeweils dargestellten Zeit in drei Epochen- 
gruppen aufgeteilt: 

1790 - 1871 
1871 - 1918 
1918 - 1945. 

Die erste Epoche wird in etwa 150 Manuskripten behandelt 
waehrend die beiden folgenden Epochen in ueber 200 (1871-191bJ , 
bezw ueber 300 (1918-1945) Manuskripten dargestellt werden. 
Dabei ist zu beruecksichtigen, dass manche Berichte sich 
ueber zwei der genannten Zeitraeume oder, bei Familiengeschich- 
ten, sogar ueber den gesamten Zeitraum erstrecken. 

Der erste Teil umfasst den Zeitraum der staatsrechtlichen 
Emanzipation und kulturellen Assimilation der Juden in Deutsch- 
land. Von den hierher gehoerigen 150 Manuskripten konnten in 
den ersten drei Arbeitsmonaten 75 fuer eine Druckauswahl kri- 
tisch durchgearbeitet werden. Bei gleichem Tempo wuerde demnach 
allein die Grobauswahl der abzudruckenden Quellentexte fuer 
das gesamte Meraoirenmaterial mehr als eineinhalb Jahre bean- 
spruchen. Hinzu kommt dann die weitere Arbeitszeit, die 
aufzuwenden sein wird, fuer die Feinauswahl und Gruppierung, 
die Heranziehung der notwendigen Literatur, die Ueberpruefung 
und Kommentierung der Texte sowie nicht zuletzt fuer die Ab- 
fassung einer wissenschaftlichen Einfuehrung. Bei realisti- 
scher Einschaetzung ist leicht zu erkennen, dass das Gesamtpro- 
jekt von einer Einzelperson durchgefuehrt, wesentlich mehr 
als zwei Jahre Zeit in Anspruch nehmen duerfte. Aus diesem 
Grund habe ich mich entschlossen, zunaechst die Epoche von 
1790 - 1871 als ganzes - mit einfuehrender Darstellung - ab- 
zuschliessen, um nach zwei Jahren wenigstens ein greifbares 
Teilergebnis vorlegen zu koennen. 

II. Planung 

Bei der Kalkulation des Arbeitsaufwandes fuer die Epoche 
von 1790 - 1871 ist zu bedenken, welche grundsaetzlichen Schwie 
- rigkeiten einer Publikation zur Sozialgeschichte der Juden m 
Deutschland vor 1871 im Wege stehen. Fuer diese Epoche gibt 

- 2 - 



- 2 - 



es bisher in der Literatur weder eine ausreichende Gesamtdar- 
stellung zur Wirtschaftsgeschichte noch zur Sozialgeschichte 
der Juden, so dass Bezugspunkte noch weitgehend fehlen und 
viel Neuland betreten werden muss. Als weniger schwierig, 
wenn auch zeitraubend, duerfte es sich erweisen, die Quellen 
in den Gesamtrahmen der deutschen Wirtschafts- und Sozialge- 
schichte zu stellen« 

Die Aufteilung des Projekts in Epochen ist nicht nur eine 
Notlesung aufgrund der beschriebenen Quantitaeten sondern mehr 
noch eine inhaltliche Notwendigkeit. In den einzelnen EJjochen 
weist die Geschichte der Juden in Deutschland besondere Kri- 
terien auf, die sich in dieser Form in den anderen Epochen 
nicht finden. Dies trifft in besonderem Mass auf die Epoche 
von 179Q-1871 zu, die zweifellos in sich den groessten Wandel 
des deutschen Judentums enthaelt, da sie vom Schutz Judentum 
bis fast zu den Gruender jähren reicht. Als wichtigste Kriterier| 
dieser Epoche seien genannt: 

1) Staatsrechtliche Emanzipation 1810-1869 
/ (Unterschiedliche Rechtslage der Juden in allen 

deutschen Staaten bis zum Abschluss der Eman- 
zipationsgesetzgebung! ) 

2) V/andel im religioesen Leben 

3) Kulturelle Integration 

4) Berufsumschichtung und sozialer Aufstieg 

5) Soziale Emanzipation und Judenfeindschaft. 

Fuer eine gesonderte Darstellung dieser Epoche spricht 
ferner, dass auch sozialgeschichtlich relevante Quellenpubli- 
kationen ueber diese Zeit selten sind, waehrend fuer die bei- 
den spaeteren Epochen bekanntlich gedruckte Memoiren in groes- 
serer Zahl bereits vorliegen. Das Quellenmaterial fie: die 
Epoche von 1790-1871 rechtfertigt daher ebensolche Beruecksich- 
tigung wie das quantitativ umfangreichere zu den beiden spae- 
teren Zeitraeumen. 



III. Quellen 



Bei der bisherigen Durchsicht des Materials zu der Epoche 
von 1790-1871 wurde festgestellt, dass die Quellen lokal und 
sozial ausreichend gestreut sind. Sowohl das Stadt- ais auch 
das Landjudentum aller Schichten kann - unter Ausschluss Oes- 
terreichs- gut dokumentieet werden. Wenn auch die soziale. 
Unterschicht bei den Autoren unterrepraesentiert ist, so be- 
richten doch viele Biographen von Vaetern und Grossvaetern aus 
dieser Schicht, da die Mehrheit der Familiengeschichten bis 
1871 reine "Aufstiegsberichte" sind. 

Der groesste Teil der Quellen besteht aus verhaeltnismaessid 
anspruchslos erzaehlten Erinnerungen von Durchschnitssmenschen 



- 3 - 



- 3 - 



fuer ihre Kinder. Das Reflektions- und Abstraktionsniveau ist 



me 
Ans 



ist nicht hoci^^dafuer ist aber der Stil manchmal von grosser 
schaulichkeit. Um eine qualitative Einschactzung der C>uel- 
len zu ermoeglichen, wurden bei jedem Manuskript folgende Kri- 
terien besonders beachtet: 

1) BeiELch: zeitlich, oertlich, sozial 

2) Gattung und Stil 

3) Adressat und Tendenz 

4 ) Glaubwuerdigkei t 

5) Informationswert: fuer den Abdruck, fuer die 

Darstellung. 

Die Ueberpruefung der Glaubwuerdigkei t ist schwer und z.B. 
bei Firmengeschichten nur durch die intensi-ve Heranziehung der 
einschlaegigen Sekundaerliteratur moeglich, die allerdings 
auch nicht immer ausreichende Informationen bietet. Der Quel- 
lenwert der Manuskripte variiert je nach Gattung, Zeitpunkt 
der Abfassung und Adressat erheblich. Vertreten sind folgende 
Gattungen: 



1 
2 
3 
4 
5 
6 
7 
8 



Autobiographien, ca. 50% 

Familiengeschichten, ca. 25% 

Firmengeschichten, ca. 10% 

Biographien ueber Familienmitglieder 

Gemeindegeschichten 

Tagebuecher 

Reisebeschreibungen 

Brief Sammlungen. 



Die Familiengeschichten sind meist zum Abdruck als Quellen 
nicht geeignet, da sie oft nur aus einer Kette von Kurzbiogra- 
phien bestehen oder den Charakter wissenschaftlicher Abhand- 
lungen tragen, also der Sekundaerliteratur angehoeren. Die 
Firmengeschichten koennen nur mit hoechster Vorsicht ver\';endet 
werden, und Briefe werden aus prinzipiellen Gruenden fuer den 
Druck nicht vorgesehen. 

Ein grosser Teil des Inhalts der Memoiren ist natuerlich 
nur von privatem Interesse. Dennoch werden hier, wenn auch 
manchmal nur in geringem Umfang, alle wichtigen sozialgeschicht- 
lichen Probleme des deutschen Judentums dieser Zeit zur An- 
schauung gebracht. Von den Quellen her gesehen liegt Material 
vor allem fuer folgende Themenkreise vor: 

*i 

1) Religio n: Religioese Feste im Haus - Wandel der religioesen 
Haltung und Erziehung - Schwinden der orthodoxen Haushalts- 

fuehrung - Synagoge nbe such - christliche Einfluesse - Taufen. 

2) Berufe: Etwa die Haelfte der Manuskripte stammt von Kaufleu- 



- 4 - 



- 4 - 



Mann und 
Gene- 



ten ca. 10% von Handwerkern, 10% von Lehrern, 10% von 
Akademinern. - Viele Auf Stiegsmodelle: vom Kleinhaendler 
zum Grosshaendler, Handwerker, Fabrikant oder Akademiker. - 
Haeufigste Handelsberufe: Hausierer, Vieh- und Weinhandel 
auf dem Lande, Messe- und Jahrmarktshandel, Grosshandel m 
Leinen Metall, Getreide; Wechselhandel, Bankiers, Heereslie- 
feranten 1795-1871. - Handwerksberufe: Baecker, Weber, Buch- 
drucker, Schreiner, Handschuhmacher. Lehrlingszeit, Wander- 
schaft 'Niederlassung. Zusammenhang von Handwerk mit Handel 
und Fabrikation. - Intellektuelle: Lehrer, Rabbiner, Ju- 
risten, Aerzte, Journalisten. 

3) Die juedische Familie : Ehevermittlung - Die Rolle von 
Frau in der" Familie - Frauenarbeit - Kindererziehung - 
rationsprobleme . 

4) Die Gemeinde ; Siedlungsformen: Ghetto, Judengasse, Land Juden- 
tum. - Urbanisierung - Auswanderung - Geijieindeverf assung: 
i^teste, Ehrenaemter, Stiftungen, Synagogenbau.- Sozialer 
Zusammenhalt . 

5) Juden als Buerger : Schutz Judentum - Emanzipationsgesetze - 
Erwerb des Buergerrechts und Namensaenderung - Juden als 
Soldaten - Teilnahme an den paLitischen Ereignissen von 1806, 
1813-15, 1848, 1866, 1871. 

6) Akkulturation ; Schulbesuch - Privatunterricht - Universitaets 
Studium - haeusliche Lektuere und Hausmusik - Theaterbesuch - 
Salons. 

7) Juden und Umwelt : Nachbarschaft und Freundschaft mit Christen- 
antisemitische Erlebnisse - Binnenkontakte und Aussenkontakte. 



Eine endgueltige Festlegung der dokumentierbaren Themenkreise 
kann natuerlich erst nach der Durchsicht des gesamten Materials 
dieser Epoche erfolgen. Erkennbar wird aber bereits jetzt die 
Notwendigkeit einer ergaenzenden und einfuehrenden Darstellung, 
die in mehr systematischer Form u.a. folgende Punkte zu be- 
ruecksichtigen haette: Rechtsverhaeltnisse, Sozialstatistik, 
theologische Veraenderungen und vor allem die Verbindung der 
juedischen Soaalgeschichte mit der allgemeinen deutschen Wirt- 
schafts- und Gesellschaftsentwicklung. 



;1: 



3' 






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•4 

■ * 



Dr. Monika Richarz 



Bericht II 

Meine Arbeit im Leo Baeck Institute New York, 1.9.72-21.^.73 



Anknüpfend an Bericht I gebe ich hier nach Abschluß meines ersten 
ISenthaltes in New York einen kurzen Überblick über die dort ge- 
leistete £?eit für eine Dokumentation zur Sozialgeschichte der 
Juden in Deutschland. 

Aufteilung des Pro.iektB 

Angesichts der Fülle der über 520 autobiographischen, familien - 
iSf?irmengeschichtlichen Manuskripte, die teilweise nur hand- 
schriSiich vorliegen, ergab sich zunächst das Problem eines sinn- 
vollen Beginnens uld Aufteilens der Arbeit. Ich entschied micn 
dafüJ? wif bereits mitgeteilt (Bericht I,S.1), die Textauswal-xl in 
d^P-i ohrorolo isch i-e^liederten Teilen vorzunehmen und begann mit 
Teil if der EpocS der Emanzipation 1790-1871 .Diesen Zeitraum be- 
handelA die etwa 150 ältesten Manuskripte der Sammlung, die aesha 
ein besonderes Interesse beanspruchen dürfen, weil aus dieser 
Epoche vergleichsweise am wenigsten publiziert worden ist. 



Einen 



intritt der 




n Re^ierunesaspekt des Emanzipations- und Assinila.-^ns 



primär de 

Prozesses widerspiege , . r ^ 
graphischen Quellen die Haltung der Juden s 
veranschaulichen wird. 



e 1 b s 



t. 



Quellenauswahl zu Teil I 

Meine tätliche Arbeit im Archiv des Leo Baeck Institutes war ganz 

gang konnte aus dem Quellenmaterial natürlich nur eine Rohaus^-n^ 
fetloffen werden, da sich während der Lektüre ^^:f ,^^1%^ ^f ^'^^^i 

noch wandelte. Ich erfaßte die Quellen }5ff ^^-"^"f^Ji^^f f?f Je?iiS 
Auswahlvorschlägen nach den in Bericht I(S.4 genannten Krit^ien 
Am Ende des Aufenthaltes nahm ich 89 Manuskripte in Kopien t an- I 
oder teilweise mit nach Berlin. Ergänzend dazu werde ich noch 




m' ^ i"w 



m ■ii— pi 






einige weitere einschlägige Quellen aus Jerusalem erhalten, die 
sich noch im dortigen Leo Baeck Institut befinden. Ferner sollen 
in Einzelfällen auch bereits in den Periodica des LBI gedruckte 
Autobiographien für die endgültige Auswahl herangezogen werden. 

Gliederimg der Dokumentation 

Für die Endauswahl der Texte stellt sich zuerst das Problem einer ^ 
Gliederung der Dokumentation. Eine thematische Gliederung erscueir.*, 
zweckmäßig, wobei die Themenkreise nicht zu eng gefaßt sein aurfen, 
da sonst die Aufsplitterung einzelner Memoiren auf mehrere Kapitel 
unvermeidlich erscheint. Gänzlich wird sich dies vielleicht auch bei 
der unten genannten Gliederung nicht vermeiden lassen, aber die 
meisten Memoiren enthalten relevante Stücke nur zu ein bis zwei 
Themen, z.B. "Handwerk" , "Erziehung" usw. Die geplante Arrangierung 
der Quellen könnte dann durch ein Register im Anhang ergänzt werden, 
das die Queilen noch einmal schärfer systematisch aufschlüsselt 
durch Stichworte wie z.B. "Urbanisierung" ," Auswanderung" usw. - 
Jedem der acht Themenkreise soll eine einführende Darstellung vor- 
ausgeschickt werden, die auf jeweils etwa acht Seiten geplant ist. 

Die folgende Kapitelaufteilung ist unter verschiedenen Aspekten 
vorgenommen worden : Kapitel I dient als historische Einleitung und 
soll einige der reizvollen ältesten Quellen enthalten, die den 
Umbruch in der napoleonischen Zeit zeigen und den Beginn der Emanzi- 
pation; Kapitel II-V fächern dann die Memoiren nach Berufsgruppen 
auf, wobei jedes Kapitel in sich chronologisch gegliedert wird; 
Kapitel VI-VIII fügen Materialien zum sozialen Wandel m Religion 
und Kultur hinzu und veranschaulichen die sozialen Binnen- und 
Außenkontakte der Süden sowie ihre politische Integration in die 
deutsche Staatenwelt. 

Arbeitsentwurf einer Gliederung 

I Der Beginn der Emanzipationsepoche 

Ende des Schutz Judentums -Umbrüche in napoleonischer Zeit - 

Emanzipationsgesetzgebung - Gewerbefreiheit 



II Handelsberufe 

Klein- und Wanderhandel - Landwarenhandel - Ladenhandel 

diener - Großhandel und Verlagswesen - Geldhandel 



- Handlungs- 



III Handwerk und Industrie 

Lehr- und Wander jähre — Niederlassung 
Handel zum Handwerk und zurlndustrie - 



- Konkurrenz - Übergänge vom 
der Unternehmer - der Arbeite 



IV Landwirtschaft 

Grundstücks- und Güterkauf - Nebenerwerbsstellen - Bauernwirt- 
schaften - Tagelöhner 

V Freie Berufe und Staatsämter 

Ärzte - Juristen - Lehrer - Professoren - Journalisten - Staats, 
diener 



1 



■i,^ 



'•"X 



VI Assimilation in Erziehung, Religion und Kultur 

+V, Ar.^^ M-iiiPn - iüdische Feste im Wandel - religiöse Reformen 
^^indlf^ereftismif Snd ?aufe"^ Wandel der Er.iehungsformen - 
Akkulturation 

VII Binnen - und Außenkontakte 

Die Familie - die jüdische Gemeinde - Umweltkontakte und Antieemi- 
tismus - Auswanderung 

VIII Teilnahme an der deutschen Politik 

Planung 

AUS dem bisher gesagten ergeben sich bereits die weiteren^^^^^ 

schritte : 1 . Endauswahl und Redaktion der o^^^^J^J^^ kleiner 

und Verteilung auf <ii%S-?l^f « ^^^^f ^^^n Me^irenaus Jgen, die 
biographischer Vorspanne (6-8 Zeilen; zu aeni^ Verfassung 

Herkunft, Stellung und Bl"!^!!^f «J^Jf J_ijJ°n ^nd HiS;eise zu den 
von ^-ß-J-' f %'^°rfaLungier^SirE??lJi"ngen zu den Einzel- 
Memoiren bieten. 4. ADiasbunö ^^^ on>n«Phi ä^i^en Literatur. - Die 
abschnitten ""'"/"f"f3^^''^f,J"^t in 5«fin durchfuhren, für 3 
inff^lSf ii rrlLäpL^ätr nihtfn ausreichende. Ma.^ 

SSSSreJf .f S^ Sr^iri^ernritfeL^ArLit auch .it Kennern 

der Materie besprechen kann. 

Abschließend rnüchte ich noch einmal nur die -^--^f^^^fseiner^ 
des Leo Baeck Institutes ^inweisen, das mir einen uro^ ^^^_ 
Publikationsreihen als Arbeitsmittel geschenkwexsenacn^e 

sandte und mich einlud zu der von ihm i5!^iP^^^^l^;\?;poiogy of^ 
veranstalteten internationalen Tagung "Exploring ^^^yP^ii'^^J^^ 
Serman Jewry", die vielfache Anregungen für meine Arbeit bot. 



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Dr.Monilca Richarz 




Bericht II 

Meine Arbeit im Leo Baeck Institute :iow York, K j .72-21 . 5.73^ 



Anknüpfend an Bericht I gebe ich hier nach Abschluß rneines ersten 
Aufenthaltes in New York einen kurzen überblick über die dort ge- 
leistete Arbeit für eine Dokument^Ltion zur Sozial£^eechichte der 
Juden in Deutschland. 



AufteilunfT des Projekta 

Angesichts der Fülle der über 5?0 au 
und rircien-'ieschichtlichen Kanuskript 
schriftlich vorliegen, er,;ab sich v.\x 
vollen Beginnenü und Aufteilens ^^^v 
dafür, wie bereits init";eteilt (Beiic 
drei chronolo iich : e/^lie^^.erten Teil 
Teil I, der Epoche der Enianzipation 
handeln die etwa 150 ältesten Manuck 
ein besonderes Interesse beanspruche 
Epoche vergleichE'.woise ar wenigsten 



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nächst 


Arbeit 


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1790-1 


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rapaischen, familien - 
teilweise nur hand- 
das Problem eines sinn- 
. Ich entschied mich 
•1), die Textauswahl in 
zur:ehmen und begann mit 
871. Diesen Zeitraum be- 
oer Sammlung, die deshalb 
en, weil aus dieser 
iert v/orden ist. 



Einen ersten r 

der iilinc^nziP^^'^i 
veröffentlicht 

Juden ins dcut 

umfaßt und aus 

Der Charakter 

primär den Re^^ 

Prozesses wide 

graphi sehen Qu 

veranschaulich 



rößeren Ansatz zur Dgkur:.entatipn der^So 
onnzeit unternimmt die mz-vi sehen 197? 

e Quellensammlun,p: von J--";.cob Toury •'Der 

sehe B;ir(:er"um" , die ':.^)o,v Vi.\ir lic J-ihre 

schließlich Akten deutscher Staatsarchi 

dieser Akten rublikation bringt es nit s 

ierunrsaspekt des Emani^'ipations- und As 

rspiegelt, so daß die Veröffentlichung 

eilen die Haltung der Juden selbst 

en v/ird. 



zial:"'eschichte 
in Töl AVIV 

Eintritt der 

1770-1849 
ve enthalt, 
ich, daß cie 
aimilation:^- 
^on autobio- 

koinpleiuentär 



Quellenauswahl zu Teil I 

Meine tätTliche Arbeit im Archiv des Leo Baeck Institutes war janz 
überwie :end der Loktüre (z. t. mehr*' Entzifferung" ) und Auswahl der 
150 Manuskripte zur Emanzipationszeit gev/idmet. In enger und freund- 
schaftlicher Zusammenarbeit mit den sehr hilfsbereiten Mitarbeitern 
des Instituts konnte ich gleichzeitig-: erste Informationen zur not- 
wendigen Kommentierunt^ der Einz.ltexte sammeln, z.B. über Herkunft, 
Entstehung und Tradierung der Men:)iren, über familiengeschichtliche 
Zusammenhänge und über ergänzende Archivbestjinde. Die hervorragende 
und zu diesem Fachgebiet einmalige S'.'ezialbibiiothek des Instituts 
ermöglichte er m.ir, jedrrzeit die einschlägige Literatur einzu- 
sehen und eine Arbeitsbibl iographj e zu beginnen. Im ersten Durch- 
gang konnte r:U5; dorn Que 1 lenn.ateri al natürlich nur eine Rohauswahl 
getroffen werden, da sich /^ahre.^id rler Lektüre da.:. Bild des Besii.ndes 
noc^' .van^elte. Ich erfMi.He die C'uellcM kai^teir! ./ig in Regosten und 
AuswahlvorPchla<-Hm nacVi den jn .'^Herlcht l(S.O ,:e;ir'nnten Kriterien. 
Am Ende des Aufenthalt. s nahm ich 8) Manuskripte in Kopien ganz 

oder teilweise mir nach Berlin. Erf^anzend dr^zu w(^rde ich nooh 



einige weitere einschläfrige Quellen aus Jerusalem erhalten, die 
sich noch im dortigen Leo Baeck Institut befinden. Ferner aollen 
in üinzelf allen auch bereits in den Perioc' ica dey LBI gedruckte 
AutolDio^-^raphien für die end.:;ülti^:e Auö//ahl he ränge zor.en werden. 

Glioderun^g; der Dokumentation 

Für die Endaui-./ahl der Texte stellt sich zuerst das Problem einer 
Gliederung der Dokumentation. Eine thematische Gliederung erscheint 
zweckmäßig, wobei die Thernenkr-ise nicht zu fnj gefaßt sein dürfen, 
da sonst die Auf splitterunf einzelner Memoiren auf mehrere Kapitel 
unvermeidlich erscheint. Gänzlich wird sich dies vielleicht auch bei 
der unten .-enannten Gliederung nicht vermeiden lassen, aber die 
meisten Memoiren enthalten relevante Stücke nur zu ein bis zwei 
Themen, z. B. "Handwerk" , '»Erziehung" usw. Die geplante Arrangierung 
der Quellen könnte dann durch ein Re.-istor Im Anhang ergänzt v-erden, 
das die Que2ilen noch einmal schärfer systei-atisch aufschlüsselt 
durch Stichworte wie z.h. "Urbanisierung" ,"Aus>var.dorung" usw. - 
Jedem der acht Themenkreise eoll eine einf ::hren:Ie Darstellun- vor- 
ausgeschickt werden, die auf jeweilc-J etwa acht [Reiten geplant ist. 

Die fol-^ende Kapitelauf toilun^' ist unter verschiedenen Aspekten 
vorrenommen worden : Kapitel I dient als historische EinL^itung und 
soll einige der reizvollen ältesten Quellen enth.-lten, dae den 
Umbruch in der napoleonischen Zeit zeigen und den Beginn der Emanzi- 
pation; Kapitel II-V fächern dann die MemoiT-en nach P.eruf sgruppen 
auf, wobei jedes Kapitel in sich chronologisch gegliedert wird; 
Kapitel VI-VIII fügen Materialien zum sozialen Wandel in Religion 
und Kultur hinzu und veranschaulichen die sozialen Binnen- und 
Aui-^enkontakte der Juden sowie ihre ijolitische Integration in die 
deutsclie Staatenwelt. 

Arbcitsentv/urf einer Gliederunf: 

I Der Beginn d-.r Emanzipationsepoche 

Ende ies Schutz Judentums - Umbrüche in napol-.onischer Zeit - 
Eman^'ipationsgesetzgebung - Geverbofreiheit 

II Handelsberufe 

Klein- und Wmderhandel - Lr-ndwaronh-mdel - Lad^ iihaji'lel 
diener - GroTih-ndel und Verlagswesen - Gelda<';.niel 



- Hanfllungs- 



III Handwerk und Industrie 

Lehr- und Wanderjahre - Nioc^erlassung 
Handfl zum H'indwerk und zurlndustrie ■ 



- Konkurrenz - Übergänge vom 
. der Unternehmer - der Arbeiter 



IV Landwirtschaft 

Grundstücks- und Güterkauf 
Schäften - Tar:e Löhner 



- Nebencrwerbsstellon - Bauernwirt- 



V Freie Berufe und Staatsämter 

Arzte - Juristen - Lehrer - Professoren - Journalisten - Staats- 

diener 



VI Ar>r.ii'.iir,ition in l^rzlehung, Heli;'ion und Kultur 

Das orthodoxe Iviilieu - juf^ lache Fet3te im V/andel - religiöse Reformen 
- Inaifi'ereuti.'in.ui:- und Tnulo - /.' .ndel der I]i'::iohitngs rorriien - 
Akkulturation 

VIT Binnr.'n - u:i'' Au-^on':ont:ik"/o 

Die Pariiilio - r'ü'^; ji;.!ii3v;;io r^c-ii-jindc - jr/volt^roTu^-hte avA Antißomi- 
tisnius - Auswanderung 

VIII Teilnahme an d->r dcnitso'non Politik 

Napoleonlsehe Zoit - n:"il.ioii:ile Inte^rcxtlon - Devolution von 1848 - 
partelpoli tische Haltun^vjn. - Krle^-^e 1866 u.70/71 - Reich8r,randung 

PI rinun;!; 



Aus dern bisher r;e saften e 
ßchrltte : 1. i^ndauswahl 
und Verteilun^3 auT die ^^e 

h 1 o r r ap } i j r? c 1 1 er V o ?• b p cxrine 
Herkunft, Stellun_r und Bl 
von if'ußnoten, die ,1^0 weit 
Mer Olren bieten. 4. Abf3'j 
fibr^chnitton unter Her^mzi 
Arbeitögan<L%^ 1 und 2 lasr. 
und 4 ;iteht in Perl in H? 
V e r f ü , 'un ; !; . Ich plane d -ih e 
rückzu''ehren, v^o ich die 
dei" :.'aterie bei'^.)reo^.en. <:\ 



r,'roben sich 
und Redaktio 
plante Glied 
(6-8 Z^.-llen) 
icV-.vinkel ie 

nötir:, Krkl 
3un..' der -ich 
ehim^^ d- r e i 
en sich ^r:ut 

Literatur ^^ 
r, -»m L'tTifc 
fortrc-t'chr.i t 



bereita 
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p Autor 
:i,runf en 
t rlinlo 
nr>i'hlar 
in Berl 
icrit in 
d e s 'V i r 
teno /.r 



die weiteren Arbeitß- 
enauen Cuel lenabschni tte 
1'. Anferti^un>3 kleiner 

;.IenioirennUüZiI{;en, die 
n klaren. 3. Verfassung 

und Ilinvveir^e zu den 
i vun.^en zu 62n Kinzel- 
i^'en Literatur. - Die 
in durch rihren, f'ir 5 

•!i'.i:^rjlcae..doni Ma^e zur 
terr nach N'ev/ York zu- 
b e 1 1 ^. u c h c . i t K e nn e it. 



Absjchlle'.^end mdc?ite ich -icc': oinnrj -m.' r'ic umf r f-r-nde Unteretiitzun£: 
des Leo iktcck Institutes ainy/jiten, da:^ mir eiriea Crou-teil seiner 
Publii."itionsrc i'^ien '.Ir Arboi tsr.i ttel rescnenk ^'eii^e nsicJi Berlin über- 
sandte und Liic'i einlud ^n ■''er von ihr. im Axpril 1 ?7? in ilarrinan (N.Y.) 
v'-rran?T,Lil t'jten internationilen Tarunf " j.x/lorin..' a Ty^olofzy ofO 
Gerrian Je\/ry" , die vielfache Axive /Mmrar. f';r rcir.e Arbelt bot. 









's 



— ^. 



Dr. Monika Richarz 
1 Berlin 33 
von Laue Str. 8a 








r\ 



V, 



/ 



.16. Okt. 73 



-^» ... ■- 




Herrn Dr.Grubel 
Leo iBaeck Institute 
129 E, 73rd street 
New York, N.Y. 10021 



Lieber Herr Grubel, 



herzlichen Dank für Ihren Brief vom 9« Ok- 
tober. Über mein heftiges Korrespondieren und Telefonieren mit 
Herrn Paucker habe ich in letzter Zeit das New Yorker LBl wirk- 
lich ein wenig vernachlässigt. Aber, wie Sie so schön schreiben, 
auch hier "gibt es viel Arbeit, also nichts Nöues"» - Nachdem ich 
von meinen sehr schönen Perientagen in Osteuropa zurück war, hat 
mich Herr Paucker im September zunächst mit dem Umbruch und dem 
Wunsch nach einem Register für mein Werk gut beschäftigt. Das 
aber liegt jetzt hinter uns, und spätestens Anfang Dezember wird 
das Buch herauskommen. 



1 ' 



. V. 1 



Das Memoirenprojekt kommt voran, aber unterwegs sieht man erst 
so richtig, auf welche Arbeit man sich da eigentlich eingelassen 
hat. Aus den 90 Manuskriptkopien, die ich hierher mitnahm , 
schneide ich die endgültige Textauswahl heraus (Abschreiben ist 
zu zeitraubend) und schreibe die notwendigen Vorspannt und Über- 
leitungen. Der so mit Leimtopf und Schere entstehende Gollagen- 
band wird ca 500 Schreibmaschinenseiten Quellen umfassen und 
Ihnen allen als ziemlich spannende Lektüre zur Verfügung stehen, 
wenn ich voraussichtlich am 2.Januar wieder ins Institut komme. 
Der Verdichtungsprozeß tut den Texten sehr gut, und ich glaube, 
das Ganze wird eine brauchbare und anschauliche Quellensammlung 
zur Sozialgeschichte vor 1871. Bisher habe ich fast nur längere 
Texte zusammengestellt, so daß die Sache nicht zu kurzatmig ist 
für den Leser. Die Gliederung dagegen erweist sich als ziemlich 
aufspaltend, ich werde das Problem jetzt aber erst angehen, wenn 
alle Texte vorliegen. Vielleicht ist eine chronologische Quellen- 
gliederung mit thematischem Indexe kombiniert^ doch die bessere 
Lösung. 

Sehr viel Mühe werden Textkritik und Fußnoten noch bereiten. Durch 
mehrfaches Abschreiben, Entzif ferungs- und Sprachschwierigkeiten 
der Abschreiber sowie Unkenntnis von Ortsnamen sind viele Fehler 



/ 



|i in die Texte gekommen.- Daneben studiere ich natürlich die all- 

f gemeine sozialgeschichtliche Literatur über diese Epoche und 

"sammle Stoff für den Rahmen der Einleitung. Eben bin ich mit 
.^, der Lage der Handwerker und der Geschichte des Getreidehandels 
beschäftigt, aber natürlich kann man sich in diese Einzelgebiete 
nur begrenzt einarbeiten, wenn man vorankommen will: -^' 

Ihre Einladung zu einem Vortrag ehrt mich sehr. Ich werde im 
April sicher in N.Y. sein und plane, erst im Juni zurückzufahren. 
Als Thema schlage ich vor "Emanzipation und Assimilation im 
Spiegel jüdischer Autobiographien des 19. Jahrhunde-rts." Ich kann 

.j^^K7i;?lchichte' in Deutschland vor 1971, behandeln uf^d eventuell auch aus 
u^^^-^T^-den Quellen illustrieren. Oder möchten Sie lieber etwas Spezielle- 
L^ res, z.B. berufliche Umschichtung ? 




€\^ 



ly 



J,> 



j^Noch eine praktische Präge an Herrn Galliner : Ist das Buch von^ 
^ Toury "Der Eintritt der Juden ins deutsche Bürgertum" , Tel Aviv 




\ ^^ . ^a'1972, jetzt in der Bibliothek und wurde auch e in (histoi^^cher_^ . ,, 
y^l-. U /Atlas angeschafft ? Beides benötige ich, unbedingt und müßte ich ' 
"' ' sonst~äu's meinem Besitz mitbringen. 

Zum Schluß noch ein kleiner Hinweis : vom 19. Okt.- 4. Nov. 73 
veranstaltet die Berliner Akademie der Künste eine Ausstellung, 
eine Tagung und eine Pilmretrospektive zum Thema "Theater im 
^W. Da ich schon im LBI durch Frau Bluraenthal von diesen Pro- 
jekt hörte, konnte ich Werke eines befreundeten New Xorker Bühnen- 
bildners, der 1933 aus Berlin emigrieren mußte, in die Ausstellung 
vermütteln, bekam so eine Einladung und werde auch an einigen 
/w^k* Veranstaltungen teilnehmen. Haben Sie ein Programm bekommen ? 
fipf Lieber Herr Grubel, können Sie mir noch einen großen Gefallen 
^ /[^ tun und Kopien dieses Briefes zur Information und mit sehr 
Y/"], herzlichen Grüßen an Dr.Schorsch, Prau Blumenthfil und Herrn 
' Galliner gelangen lassen-? Das würde mein Gewissen etwas er- 




V ' 



1 eichtern. 

Was macht die Nachwuchspflege ? Ich hoffe, bald wieder von 

Ihnen zu hören und bin für heute mit herzlichsten Grüßen 



Ihre 



T^o^\iu^ fSiC^ 



cW'Z-— 



P.S. Natürlich bitte ich auch Dr. Hamburger zu grüßen ! 



/ 




.-o^ 





Strong vertrcvjlich 



23. üacrr 197G 
DL/130/G - FG 



Herrn trofocror Dr. I cinhr.ra Rucrup 

EruGt-Rcuter-i'latj^^ 7 

1 Berlin 10, uCct Cerxaany 



Lieber Herr Dr. Rucrup, 

lüsson :>ic mich Ihnen lun.ioclißt noch oinnrl fuor 
Ihren oucfuchrlichen unc woiil durchdachter Criof vor 
26. Fcbrur.r 10 7G daniien. 

Unrer Vorstand hnt auf Grund Ihres Schreibens und 
dec Briefes von Frau Dr. richarr von gleichen Dntur. die 
Angelegenheit dos Goloitwortcc ::un Kcnioironbnnd gruend- 
.lich durchgesprochen, i.ir sind l-u der UeberrouQ-ung c^o- 
koniiiicn, dr.GS liir Vorsc.ilncj die boctc Locsung des Iroblorts 
dcrctcllt. 

Uir glauben rdt Ihnen, dr\cs von allen Gcrichtr-i^än'.tcn 
Ihr freundliches Angebot, das Gcleitv;ort ru ucberi.ehi.ior, , 
der beste i.'eg ist. Auch Dr. Richarc teilt diese Ansicht. 
v;ir halten also Ihren Vorschlag ^uor richtig, dass cor 
Text in Uobercinstirrxiung nit uns festgelegt worden sollt 
und v/aeren Ihnen dankbar^ wenn üic ihn un:^ zusenden 
vmcrden. 

Bcsucglich der Finanzierung des Prcjehtes, lassen 
Sie nich Ihnen die Aufsaeiilung der Stiftunjen criilacron, 
die in den urspruenglichen Entwurf enthalten ist: 

Die Thyssen-Stiftung hat, soviel vjir wissen, auf 
Anraten der Dcutscnen ForschungsgeiTiOinschaf t, die rittcl 
zur Verfuegung gestellt, die es ernooglichten, dass Dr. 
Ilelnut üerding zur Ueberpructfung und Dcgutachtungddes \'on 
uns angeregten lier:ioirenwcr::es nach i:ew Vor*; korjaen iconnte. 
Dr. Derding hat einige ^;ochen in LJcw York verbracht und 
hat das grundlegende Gutachten vorfasst, auf Grund dQ:^scn 
die Forschungsgeruoinschaft zunaechst einnal die i:?tir>^ndion 
fuer Frau Dr. I.icharz be\;illigt hat^ :Joviel ich aus rueincn 
Unterhaltungen nit Dr. Trcuo cntnelimen konnte, spielt aas 
Berdingschc Gutachten eine wichtige Rolle in den iJntscilucsser 
der ForschungsgoDoinschaft. Welchen Betrag die Thyssen- 
Ctiftung fuer diese vorbereitende Arbeit ausgegeben hat, 
ist uns nicht beliannt. 

Die rjenoric;l Foundation for Jewish Culturc hat $9,000 
bc;;illigt, die wir brauchen, uro die jahrelange Deratungs- 
crbeit von Irofessor Dr. Isnar i^cuorsch als Gutacutcr und 



iToCczcor Dr. r:. K'^£rur;^^Berlin 



— i. 



23, MDcr2 10 7G 
D1./130/G - FG 



und Consultant ir. f: 



t ir. /ragen jucdiscbcr Religion, juociicchor 
Geschichte und juoßicclior litten üu finnniiicrcn. Polu 
konr:;on natucrlich noch weitere Ausgaben des Institutr:, aic 
wir in Laufe der l.usonracnarbeit nit Frau Dr. Kic.iarz: -c- 
ctrciten und fucr die die rorcchungsjcnoinschaft ueme 
Kittel zur Vorfuogung gestellt hat. 

Die Bewilliaung von d:: 25,00C, die vir von der uobcrt- 
^5o-ch-^-tiftung boicorjncn haben, ict I.mon ja ixihannt. bxo 
macht OS noe-lirl^ dncn 300 bis 400 fuohrcnde Geschiente- 
lehrer Dcutcclilands den nencirenband kostenlos cr.oltun 
kocnnen und hilft un£^ ausserdeni, dafucr r.u sorgen, aass 
der verkaufsr^reic des ersten Bundes von der DVA auf einen 
ertraeglichcn und den Vertrieb nicht hindernden Detrag 
lestv^'esctzt werden kann. 

Wir sind durchaus JJ^rnr .nsicht, dass der grosse '-"^ter- 
schied in Finanzaufwand zwischen der Forschungsgonoinschaft 
und den andern Stiftungen znu .vasdruck ];orr.ien nuss. ^.ns 
halten Sie davon, wenn in verco der Titelseite v;ir :iq 
DVA bitten, die folgende Klausel zu drucken: 

"Die wissenschaftliche Vorbereitung und die vcrr^us-vibe 
dio^-e- imciies wurden von der l>eutschen Forscnungc- 
gcueinschaft crnoeqlicht, ^1 r.obort I^oöch SttftTsn^, 
die diw K.^::.orial r9unda4:ion tor JGwisa Culturc: unc alc 
rritz-Thvsi;Ca-:>'oiftuno ha.'x^n ebenfalls dieses %'or.: unter- 
etuetiit.*» 

Ich glaube nicht, cLc.zc es not\7endio und gesclicackvoll 
waerc. die cffe!:tiven FinauÄihlen iiu liucli zu cr\;aohncn. 
Die ucbrigcn D-nhsagungen, die Dr. kichnr^ ausi^usprecaen 
beabsichtiget. \;orden durch uicse Formel natuerlxc.i nicat 
beruehrt. ';;andcls :>c.iaef fer-aiographie, Friedlanders 
Leo ßaerk-Dioyraphie, die i:rnst Foder-Tagebuecher una 
andere buecher haben auf den der Titelseite vor jescti:ten 
üiatt die Der.eichnung »«verocffentlicaung dos Leo Baeck 
Instituts»'. Ebenso wird es bei dera ner.ioi renwerk gohand- 
habt werden. 

Mit diesen Funkten bin ich schon sehr weit v/eg gckoi.- 
mcn von den iiauptthena des Driefcs, naenilich dem Geleit- 
wort. Fir k.orxit nunmehr der Gedanke, ob, in llin:.>lick. auf 
alle diese technischen Fragen (die Frage des Vcrlagsvor- 
trcgc habe ich noch gar ni.ht er\7aehnt, sie ist alxir 
bcstinr.t a3;ut), eine Unterlialtung zwischen Dr. Treue und 
rdr in der nahen -ukunft ratoan i;acro. Heine bisherige 
nrfahrung hat mich gelehrt, dass eine solche Unterhaltung 
zu guten Resultaten fuehrt. i;ir v/uerdcn bei einem solcnen 
Gespracch auch die Frage der weiteren Finan.:ierung croortern 



- 23 - 



nerrn irofccsor Dr. R. F-uerup, Berlin 



- 3 - 



23. Macrz 127C 
D:./130t- - FO 



und sie nocalichorweisc focrdorn Jiocnncn. Ihr an Dr. 
Treue gcricUtoter Brici voi:i 10. Jnnuar 1J7C ict ciuiacr 



-.11?' 



oxuUDOn 



SIC, 



eine gute Vorbereitung. Gl . . ^4^. 

Lusaraiaenkunft in Godocbcrg zwischen Dr. Treue unu nir 
in Laufe des Fruohjnhrec nuct;:lxch \iocro7 

Un Lucai-onennufassan: Vir sind Ihnen dcnlibar 
dafuor. clasG ^ic die Vorantv/crtuna fucr das ^ielcitvort 
zun Monoirenband ucbcrnclinen wollen. Sooald lar lexc 
hier vorliegt, werden :.iie unvcrzueglich von uns üooron. 
racz^crdom waore mir Ihr Urteil wichtLj uebcr die luoe 
eines persocnliciien r;uGaranicntrc£fens izwiscaen Dr. rcuo 
und mir.. .enn dies zustande ::o::;ncn collto, irjcrdo ica 
vorher naca bcrlin }:or.\r/jn, ur:. r.iich i.iit Ihnen una Trau 
D^". ;.icaarL zu beraten und uv:. die Docprccnunu r.i^ 
Dr. Treue vor2:ubercitcn. 



2-iit besten Craossen bin ich 



/ 



Ihr 



; 



Dr. Fred crubc. 
DiroUtor 



l.^. Auf neinon «Druckbricf " von 10. Nacrz ir7G and 
die DV;. habe ich bisher noch hoinon Dccchoiu. 



F,'^ 



o . 



cc: Dr. Ilonika i^ichar^- 



30. Maerz 1976 



\ 



Prau Dr. Monika Richarz 
von Lauestrasse 6 
1 Berlin 33 



/ 



y 



\ 



Libbe Frau Richarz, 

Herr Grubel hat mir Ihren Brief vom 26. Februar ueber- 
mittelt» Inzwischen ist ja auch Herrn Ruerups Brief eingetroffen, 
Wie Sie von Herrn Grubel wissen, sind wir gern auf den Vorschlag 
eingegangen, dass Herr Ruerup die Einfuehrung uebernehmen soll. 
Auch hat uns Ihee Idee zugesagt, dass Sie Ihren Dank selbst zum 
Ausdruck^ bringen. 

Ihr damciliger Brief enthaelt eine Reihe von Punkten, mit 
denen ich durchaus uebereinstirame. Auch auf die Erwaehnung 
des Beraterausschusses koennen wir verzichten, obwohl es mir 
schwer faellt einzusehen, wieso Schwierigkeiten daraus entstehen 
koennten* Schliesslich steht die Einsetzung eines Berater- 
ausschusses nicht im Widerspruch damit, dass Sie als Stipendiatin 
der D«F»G. die alleinige wissenschaftliche Verantwortung fuer 
das Projekt tragen. 

Mit dem Verzicht auf di^xi Beraterausschuss faellt auch die 
Erwaehnung von Frau Muehsam fort. Die Einfuegung des betreffenden 
Satzes stammt von mir. In ihm war nicht gesagt, dass Frau Muehsam 
Ihnen bei der Arbeit durch Beratung behilflich war, sondern ledig- 
lich, dass sie das Erscheinen des Buches leider nicht mehr erlebte. 
Dass es mir am Herzen ifag, dies hervorzuheben, werden Sie verstehen. 
l8 handelte sich um die Nennung einer Frau, die 60 Jahre lang 
ein Leben voller Arbeit gefuehrt hat und dem LBI ueberaus nuatzlich 
gewesen ist. 

Nicht einverstanden kann ich mich damit erklaeren, dass es 
"auch mit Ruecksicht auf die DFG nicht gluecklich ist, dass man 
hier wieder ausdruecklich die ausgeschiedenen Generalkonsuln 
nennt **• Wir haben ihnen, vor allem dem Grafen Posadowskir, zu 
verdanken, dass das Projekt zustande gekommen ist. Ich nabe ihm 
zu verdanken, dass ich die Freude hat#e, Ihre Bekanntschaft zu 
machen und gelegentlich mit Ihnen zu arbeiten. Ihre Idee, den 
Generalkonsuln Widmungsexemplare zu ueber senden, aus denen sie 
ersehen wuerden, dass sie in der Reihe der Bedankten jiicht erscheinen, 
wuerde man in Amerika mit "insult to injury" bezeichnen. Es ist mir 
unverstaendlich, dass Herr Dr. Treue an der Erwaehnung der General- 
konsuln Anstoss nehmen koennte. Die alten Sachen sAnd laengst 



./. 



- 2 - 

vergessen« Was Sie als "den ungluecklichen Streit von 1971/72" 
bezeichnen, ist der Kampf des Leo Baeck Instituts, unterstuetzt von 
den Generalkonsuln und vom Auswaertigen Amt, gegen Herrn Dr. Treue 
gewesen« Wir haben seinen kraenkenden Brief nicht mehr in Erinnerung^ 
und setzen voraus, dass er gleichfalls diese Dinge innerlich vergessen 
hat« 



t" t"^ /Wv-cv* 



Fuer mich ist die Erwaehnung der Generalkonsuln eine "conditio 
sine qua non"« Ihh glaube, durch meine Besprechungen das Meiste dazu 
beigetragen zu haben, dass Posadowsk|r eine so entschiedene Stellung 
eingenommen und das Projekt gerettet hat« Sie waren ja anwesend, als 
Oflj wo, Abschied des LBI von Posadowsky zum Ausdruck gebracht habe, 
wieviel wir ihm auf diesem Gebiet zu verdanken hatten« Es waere 
eine grobe Undankbarkeit, wenn wir das nicht erwaehnten« Dazu wuerde 
ich meine Hand nicht bieten« Wenn es von Seiten des Herrb Ruerup und 
von Ihrer Seite fuer unmoeglich gehalten wird, weil Herr Tratte i'tYty 
d«n widersetzt, so werde ich meinen damaligen Kampf gegen Herrn Treues 
Verhalten wieder aufnehmen« Glauben Sie mir, er wird nicht gut aus 
ihm hervorgehen i 



Dieser Brief ist ein rein privater Brief an Sie. Sie koennen 
gegenueber Herrn Ruerup natuerlich davon Gebrauch machen« Die offi 
ziellen Briefe sind von Herrn Dr« Gruenewald und Herrn Dr. Grubel 
gekommen. 

Mit herzlichen Gruessen und allfeen guten Wuenschen 



Ihr 



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Frau Dr. Monika Richarz 
1 Berlin 33 




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- 2 - 
27.ADril 1976 



/ 



Dass es dennoch zu der Bearbeitung des Projekts gekommen ist 
und wir die Feeude hatten, Sie in unserem Kreise zu sehen, ist 
im wesentlich dea Bemuehungen des Grafen Posadowsky beim Aus« 
waertigen Amt zu verdanken. Gewiss hat das A.A. einen Druck auf 
Herrn Dr. Treue ausgeuebt, weil es eben anders nicht ging. Er 
fuehlte sich vermutlich dadurch verletzt, dass er dies als ein 
Eingreifen in seine Kompetenz betrachtete. Aber sein Verhalten 
Hess keinen anderen Weg. 

Die alles ist, wie ich wiederhole, lediglich zu Ihrer persoen- 
lichen und vertraulichen Information bestimmt. Es gehoert der 
Vergangenheit an. Aber Sie verstehen, warum wir den Herren 
Curtius und Grafen Posadowsky den ihnen gebuehrenden Dank in 
geeigneter vveise ausgedrueckt sehen moechten. In welcher Form das 
geschehen soll, ist natuerlich in erster Linie entweder Ihre oder 
Herrn Ruerups Angelegenheit. Ich stelle mir vor, man koennte sagen, 
dass die beiden Herren in allen Stadien des Projekts tatkraeftig 
fuer seine Verwirklichung eingetreten sind. Ich gebe Ihnen die 
genauen Bezeichnungen der beiden einitigen Generalkonsuln der 
Bundesrepublik Deutschland in New York an: Dr.h.c. Klaus Curtius 
und Dr. Harald Graf von Posadowsky-Wehner. 

Gefreut hat mich der zweite Absatz Ihres Schreibens, in dem 
Sie mir die Aufrechterhaltung jugendlichen Kampfgeistes attestieren. 
Ja, meine liebe Monika, ich hoffe, ihn mir bewahrt «u hj^en^und 
zu bewahren. Lange "eit meines Lebens habe ich, um einen /aus der ^ 
Geschichte der KPD bekannten Ausdruck zu verwenden, als "Versoehnler 
gewirkt Aber im gegebenen Mirihtigen Moment schreibe ich nicht mit 
der Feder sondern mit dem Besenstiel, wie Hie gemerkt haben, und 
dann tritt der alte Kampfwille wieder zutage, der doch allein 
jemanden in das politische Leben treibt. Dass Sie das recht 
verstanden haben, har mir besondere Freude verursacht. 



Auf gutes Wiedersehen gegen Ende dieses Jahres und 
mit herzlichen Gruessen, auch von meiner Frau, 



Ihr 






i 



.r.Mor.iKa Kicnarz 



t 



% 



30 •April 7b 



Sehr reehrter Herr Dr.Grubel, 



y 




vielen Dank für Ihren Brief vom 
20. April und die beiden Durchschlä^-e» Dem heute eintreffenden 
Durchschlag entnahm ich erstaunt, daß es da i^ntv/ürfe für den 
Buchumschlag gibt, unter denen Sie mit anderen wählen konnten. 
Nur m.ir hat der Verlag leider keine Entwürfe geschickt. Sehr 
schade. Ich nehme an, daß das nicht Ihre Schuld ist, aber haben 
Sie sich nicht einen Moment gefragt, was meine Ansicht zu dem 
Umschlagentwurf ist ? V/ir hätten das v/irklich zusammen entschei- 
den sollen, denn .ier Umschlag 'vird doch für die ganze "Reihe" 
gelten. Und ich bin schließlich die Herausgeberin«, 
Wesentlich mehr verblüffte mich - um es gelinde auszudrücken - 
eine andere Nachricht. Sie schickten mir einen Durchschlag des 
von Ihnen am 20. April an Prof.Rürup gerichteten Briefes. Aus 
einem Nebensatz dieses Durchschlag;s entnahm ich, daß das LBI 
das Buch, an dem ich zweiein.halb Jahre gearbeitet habe, ohne 



V^ 1 



1 -1 p '•'-; 



ZU fraren oder zu informieren einem. Mit^^lied des LBI Vorstandes 



zu widmen plant. Ich muß sagen, ich bin wirklich em.pört über diese 
Verhaltensweise. Und das keineswegs vregen Herrn Lessing, der ein 
sehr liebenswürdiger Herr ist und aufgrund seiner Stiftung jede 
Ehrung durch das Institut verdient. 

Als Herausgeberin der Dokumentation und Autorin einer einleitenden 
wissenschaftlichen Abhandlung habe ich persönlich meiner Ansicht 
nach das Recht, das Buch jemandem zu widmen, wenn ich das möchte <> 
In der Tat habe ich mit dem Gedanken an eine Widmung gespielt. 
Ich begreife nicht recht, wieso nun das LBI auf die Idee kommt, 
ein Buch, das es weder erarbeitet noch finanziert hat, einem 
Mitglied des eigenen Vorstandes widm^en zu können. Da an diesem 
V/erk so viele Personen und Institutionen nn^xiPxrsSÄXia beteiligt 
waren, halte ich es für das beste, wenn sowohl das LBI als amch 
ich von einer persönlichen Widmung absehen. Eine solche würde 
auch in keinem rechten Verhältnis si-ehen zu dem von ProfoRürup 
verfaßten Geleitwort, das ja gerade die allgemeine Kooperation 
betont und den Band nicht für eine Institution allein in Anspruch 
nir;"^t. 



Sie wir.sen, ich habe immer gern mit Ihnen ^^^earbeitet und v;erde 
das auch in Zukunft tun - darum schreibe ich so olTen. Ich vei-- 
stehe völlig, daß und warum das LBI Herrn Lessing ehren v;illo 
In rev/isser Weise betrachte ich es sogar als ein Kompliment an 
m.ich, dal? Sie dazu die Memoironedition für geeignet hnlten. Ich 
weiß aus persönlicher Erfahrunr, wie sehr sich Herr Lessinr iur 
das Buch interessiert. Aus diesem Grund möchte ich einen Vorschlag 
machen, den ich für alle Beteiligten für gangbar halte. Warum ver- 
fahren Sie nicht wie bei dem Besuch des Bundespräsidenten m^it 
Dr^Hamburgers Buch und lassen für Herrn Lessing zu einem besonderen 
Anlaß ein eigenes Exemplar mit rredruckter Widmung des Instituts 
anfertigen und vielleicht schön binden? I.>em würde ich :\it ?reuden 
zustimmen und niemand könnte etwas dagegen einwenden. 



Inzwischen liegt Ihnen vielleicht schon Prof.Kürups Geleitwort 
YOT. Et übernahm, alle Danksagungen außerhalb des LBI und legte es 
auch sonst so an, daß ich an meinem ursprün,-lichen Vorwort ( das 
versehentlich schon gesetzt wurde) nur den Hchlußteil kürzen 
mußte. Ich lege Ihnen die neue Fassung des Schlußabsatses bei und 
schicke sie auch dem Verlag, mit der Auflage, sie erst zu setzen, 
wenn von Ihnen Rürups Geleitwort eintrifft. Ich finde, das Geleit- 
wort betont am Anfang gut den auch populären Charakter der Edition 
und schildert dann in fairer V/eise die komplizierte Geschichte des 
Projekts. Rürup v;olltc nicht ausdrüc]:lich die Namen der General- 
konsuln nennen, denn diese langen Titel hätten ihr Gewicht im 
Gesamtrahmen zu sehr hervorgehoben. Bitte respektieren^'^ifese seine 
Ansicht, denn es geht uns allen doch hier nicnt um Verganrenes, 
sondern um die Zukunft des Projekts. Prof .Rürup hat glücklicher- 
weise ein besseres Verhältnis zur IWG n.ls das LBI "^^-ü hei', und das 
nutzt er nicht nur für das LBI sondern anch zur Fördei'ung :\nderer 
Projekte der deutsch-jüd inchen Geschichte. Es wäre nicht in unserem 
Interesse ihn da in Konflikte zu bringen, zumal er all dirse 
Mühe un'^ Arbeit ehretiamtlj ch ausübt. V.lv war es in letzter Zeit 
oft p.^inlich, wieviel Mühe ich i^im machen muhte. Er las übrigens 
Tür dis Geleitwort nurh die f'M nleitun/:, die ilim zu meiner Freude 
gut ge^'ielo Ich schicke nie morren zum Satz. 

S^-'it gestern streiken die Drucker! Viel lei ..'r.t kann das unr.cren un- 
menschlj c^ion Korrektur'termin verschieben ? Am S. schicke ich meine 



Fahnen an den VeT'lar> v/o nach rundlicher •" urV'u.nft^ dnn r.:-in3r.l^-»-i iit 
auch noch einmal durchkorr: riert v/ird. Unermorren v/erde icn 
die Fahnen von Fron Günther erhalten, urr \veni^:stent: diese Teile 
noc'^. Gclbct einarbeiten zu liür^^r., bevor ich ^h G, in U-^-laub 
rehe • 

Ich habe niese v/oche Herrn Kürup alles Material für den .jFG 
Antrag übergeben, den er nächste '.Voche in Ur.fanf: von etwa o-T 
Seiten einreichen v;ird, i^in Durchschlag geht an das L3I. 



Von der sich in letzter Zeit sehr häufenden Arbeit und ^.en 
vielen »'Etikettfragen" etwas erschöpft, ziehe ich nich ietzt 
für drei \*ocnen Ferien zurück und hoffe, bei neiner Rückkehr 
nicht zu viele aufregende Briefe vorzufinden. Bis dahin nit 
herzlichen Grüßen 



Ihre 



'T)(ry^\ii>^ -S^c^^i' 



Vorwort Richarz, f^eänderter Absatz 



'r /.</ 



Den l'xicr voreielegten Band habe ich zum größten Teil ini Leo Baeck 
Institute in New York erarbeitet. Mein Aufenthalt ^ort war jetra- 
gen von einer glücklichen und vertrauensvollen Zusajrjnenarbeit mit 
allen . it^yliedern aes Instituts. Oline ihre iiithilfe und stujridi,-e 
fi'Gun'^'-Ochart.liche Unterstützung v/Lre dien Buch nicht zustsmde re- 
koiuiien. Kabbiner Dr •(xriinev;,'>ld , der Prr-rident der Instit^it^s, ctnnd 
r:ir bei in ira::c;n der jUdi^^cUen Keli -ion und t3Lh frcundliche2*'.veiL'e 
die 'orterI:laiiuif-on in^. hiihviir durch. Air Tirt^ktor de? T.'ew Yorker 
luj^ti tut)i$r> lieLi mir Dr. Fred Grubel jede nur mo^:liche pr^-kti^^che und 
techniache llilfo zuteil v/erden und üorijte aucli iür die Iruclcle^ung 
des Werkes. Rabbiner Dr.Isnür L-chor.Mch K^tsxjii v/ar nein sttLnci^er 
historischer Berater und iibernahrii die kritische LektUre -i^es Gesxit- 
n£uiUHkript;ji. BeHonders d^aircbar bin ich Dr.i-^rncst Hixibur.-er lur sein 
nimi'iermüdeß Interesse und clie Vorsohlä'^e zur A^'orbesserunr' der Ein- 
leitun^% Bei der Textkritik sov/ie den sprachlichen und biblischen 
liiklaj*un./en hali'en nir iiabbiner E.Liberles, Ur.otevc Lo.vciistein und 
\ierxieT S.Viktor. Hilfreiche Untrrstfitzun, fand ich fernor lei ^lerm 
Fred Lesain/^, bei dorn Institutsbibliothekar Helmut Galliner und bei 
Prau/Ilt4e Blurjunthal, (iar Betreuerin ^er IviemoirensaiwKilun^j. Das Lesen 
der Korr<?k"turen üburnahrri P'ruu Hanrifi Günther, die »uch zwei der Heri^tc 
Btor anle^jte. Ihnon allan :ilt mein herzlicli empfundener D^uik. 



Böi 11 



* 



ntnil 1375 



Moiik;. Ivi3h:u:a 



Fachbereich 1 - Kommunikations- und Geschichtswissenschaften 
Institut für Geschichtswissenschaft 

Prof. Dr. U. R'iru;^ - Lehrgebiet .euere Genchicr.t 

Sekr. PE 5 - TU Berlin - InstMut fOr Geichlchtswl$$en$diaf> 
1 Berlin 12, Straße des 17. Juni 135 







AY/ 4/976 



herrn 

Dr. Fred Grubel 

Leo baeck-Institute 

129 xJast - 73rJ Street 

i.ew York, :\.Y. 10021 




///V y 



1 Berlin 12, den 2 3.1. 76 



Telefon: (030) 314- 32S4 



USA 



Luftpost 








Lieber Lerr Dr. Crubel/ 

haben Sie vielen Dan!: für Iliren Drief von. 2D. ?vpril . \o\\ hoflTci^^a^ 
mein ScLrciben vom 9.4. doch ii^zwischen bei Ihnen eingetroffen ist; 
sichcriieitshalber lege ich aber eine Kopie bei. 

In der Anlage schicke ich Ihnen das von mir verfai3te Jtieiuv/ort. Ich 
habe versucht, einen sorgfältig formulierten Text zu verfassen, ier 
allen Interessen gerecht v/erJen sollte. Falls gegen a.cse.T. Text -^zt 
dem Institut keine beaenken bestehen , könnte er von Ihnen cire];t an 
Qa^^vl Verlag v/eitergeschickt v/erden. 

Vielleicht sollte ich noch einige Punkte j.urz crl'Iutern. Auf uie Ge- 
schichte der üemoiren-Sammlung bin ich nicht im einzelnen eingegangen, 
da sich dazu ausf ührliciie Informationen in der Linlei'cung von Trau 
Dr. Richarz befinden; dort findet uer Leser auch die volle bibliogra- 
phische Angabe für den iv'atalog. Auf wlie Benennung der Thyssen-Stiftung 
habe ich verzichtet, da die seinerzeit für Dr. Bcrding zur Verfügung 
gestellten I'ittel nicht unmittelbar in das vorliegende^ Proje'Kt einge- 
gangen sind. Ich habe mich in diesem Fall bei erfalirenen r.ollcgen er- 
kundigt. Dem von üerrn Dr. Gruene\7ald und Dr. ilamburger geäußerten 
Wunsch, auch die Verdienste des Generall^onsulats zu crwJ'hnen, I;abe ich 
versucht l^cchnung zu tragen. Ich habe es allerdings bei uer :ennung 
der Institution belassen iiüsson, d=\ die Namen der heider Amtchefs sonst 
in dem Vorwort ganz unverhältnismäßig in den VordcrgrunJ getreten v/.'ircn 
und die Proportionen des ganzen Entv;urfs gesprengt liütten. Ich sehe aucP. 
nicht, daß man hier, v;cnn man mit ^i^x\ anderen Personen und Institutioner , 
denen Dank auszusprechen ist, vergleiciit, mehr tun kT^nnte. Ich wäre Ih- 
nen dankbar, wenn Sie eine I-.ur.tiru.rung zu dies(-r Lr>sung herbeiführen 



- ^ - 



könnten. Sclilic Olicli habe ich v/ucfcn v;cr bereits rra!icr 'je äuß^-rtcn 



üeacnj 



:en in iiinblich auf «^ie Forscliungsgüiacincichaf t u(m J-oratun-jS- 



QUSSCi.U 



*-■• 1 



licht alr. GreLiiun erwälint. Alien v/ichtiqcn *'i tclir^c^crr* 



V7ird von Frau y)r 



.icnarz m mron Vor 



ausf:mrli(;^h,.ui;iu pars^nlich 



übriqen hinzufügen, daß icii den Icxt dieses Celeitv.-crts auc 



'rau 



Dr. Richarz zugeleitet habe, aic sich mit ihn ohne ::insclir*hikuncj' 
einverstanden erklMrt hat. 

Unangcneliiri ist nir, daß ich nun doch nccn einnal auf ein Probleia 
zu sprechen hciaucn muß, aas Sie in Ihren letzten Brief nur sozusagen 
indirehu zur Kenntnis bringen. ':)a.C der Band den rinLiruck 'Veröffent- 
lichung c^es Leo baeck-Institures" trdgt, ist iilar und dirfte keiner- 



lei bedenken. unterliegen 



i . 



uDerrascnt nat rnicn vi^acegen 



- ^'^■ 






^ ; 



Uc. 



aß Sie suara 



f^ 



denken, den Band Ihren Vors'candsri-^glicd Herrn bessi 



r-.r^ 



;u aeaizit^ren 



Gewidnet j.bnnte der ban.; nemcs i racntens 



,^iur vc: 



n- 



xrau ur 



* JuN. 



icnarz 



al; 



s Verfasserin bz^ 



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eraus'^ 



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erue; 



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enc 



auch in einer solchen tiberlequna eine Jiskreranz zu neinen Geieit- 



v.'crt und furchte, daß wir dadur« 
usnen JisJ.ussionen kor.iTaen v;ürde. 



noch einnal in die jetzt 



joervun- 



A • 



bei allen Veruieiisten ces Insti- 



turs ka; 



Ti es aocn nicnt einen Sana 



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i^»^-f-t 



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angenorenüe 



Wissenschaftler selbstdncig crarbe, 



+- .^ t- 



et una von einer 



.n<a 



sren Institution finanziert v;crden ist, eincni seiner Vorscan^s- 



Liitglieder v'ianen. Ion nöchte Sie daher dringen, 
noch einnal zu überlegen. 



1^ 



ittcn, diese- 



k^ W% \^ i 



n ^"i 



In der Hoffnung auf eine baldige 7--ntv;crt bin ich v/ie stets 



xnr 






.^.. f ''"^C 



/ 



Ich shhe gerade, daß Sie nach dem blau- '.anuskript fragen, das Sic 
nir vor ITingerer I^eit gcscliickt hatten. Oa scheint !iir ein .Mißvor- 
st'indnis vorzuliegen: Ich nöcl-ite ciese Arbeit in -'.ahnen neiner Stu- 
dien zur Sozialgeschicb^tc bmanzipation auswerten, plane aber nicht 
eine eigene dcr.iographischc Untersuchung. 



>jelnit',.'Grt 



/ 



Mit uein vorliegenden Kerl: wirJ eine Publikationsreihe eröffnet, 
die iu voraussicntlich urei banden eine Falle bisher unLekann- 
tcr Quellen zur jüdischen So2ialgosc!;ichto in .-jeutschland er- 
schließen wiru. Ihre besondere Eedeutun<j ist in uer Jigenart 
aes ",uellennaterialo begrandct: es handelt sich ausschließlicn 
ura Selbst;:eusrnis3e des deutschen Judentuns - un Lebenserirne- 
rvarren, autobiographische Skizzen oder auch Farailiengcschicn- 
ten'vom snäten 13. Jahrhundert bis zui:. Ende des -Jritten l.eicaes' . 
Oa.T.it wir-; eine '.-.■iclitige Grundlage fdr die noch zu erarbeitende 
'■Oziai-Tcschichte des aeutschsn Judentuns seit dem beginn der 
bn^anzi^abion gescaaffen. bardber hinaus err^öglichea diese Quellen 
eine un:.ittelbare .egegnuug mit der WirklicnKeit jduiscr.en Leoens 
in Deutschiana. sie bieten bilder aus der jüdischen Vergangenneit, 
die in inrer Anschaulichkeit und ^-.ebendigkeit wesentlich aazu bei- 
tragen konn.n, einen wichtigen Bestandteil deutschar Geschichte 
cer kollektiven bevubtsein unserer Gegenwart zuruckzujev.-mner. 
liier ist von Kindheit, Schule und FarPilie die r.ede, von j-;discner 
'ra- litten und noderner Kultur, von Uandel und Gewerbe, von ^.rf-- 
licncra una städtischem Leben, von nachbarschaftlichen Seziehungen 
und '.clitisch-sozialen r.onfliktan. bei ier bektüre füllen sicn 
die LctraKten Kategorien unseres historiscn-r-olitischen Denkens 
,nit Leoen, uif f erenzicrcn sich unsere Kenntnisse und Vorstellun- 
gen von vergangener '.'irklichkeit. 

D-r er.^te .and der -.cihe isc i* aen Jahren zwischen 173J an- K- • 1 
gowidnet, d.n. deir. Zeitalter cer .-aanziration, das in :eut3cnlan„ 
i.chcn vor der Französischen levoiution ocgann und nit der Jruncvang 
des deutschen Reiches zum Abscnluü kan. bs ist zugleich ^as .bei- 
a^t-r -er bdr-jcrlichen bewecung und des Aufstiegs und der .\usror 
ir.ung der bürgerlichen Gesellschaft, In der. .ic gesantgesellschaf t 
llc... ^-nanik auc!. die Entwicklung des jädischen bebcns in .-utscn 
land cntscneidend -.rlgtc.. Trotz aller l.e.^misse und Vor.ögerunacn 
des bnanziT)ationr.- und lntcgrations:>rozeS3es handelt es sich für 
aie judische bevölkerung insgesar.t um eine .:eit des sozialen ^ur- 
stie -3 und der rasch voraaschroitenaen Verbürgerlichung In all..n 
LebcLbereichon. Her ■.ssrnilation au ..orr.cn un. Verhalteusw -isen 
c.r .iehtj-Ubischcn ::ehrheit entsi-rachen tiefgreifende Auflosunr.- 
t.,v.uzca innerhalb des Judentu.n^. al. religihs-sozi M r :ru-.e. 



1- — 



aio ihren ..usarack in Jer Uninterirctation jadi.cher ^.eligion 
zur "-lonfession" und in wachsona<2n InJif f arentisr.ius fanden, ^en- 
nccn blieb auch in iic.-scr ^eit Gtdrniscucn sozialen Wan.els .,ic 

^ ^^r»-^],-.-^- ^"»r-. h-ipr «'^stnali'^ veröffent~ 
lichten Ouallcn belcucnten .ics.^n in der Geschiente uos JuJcn- 
tu,n*s besonders dramatischen .citraura auf neue und eindruc:<svollo ^ 
.,.is.^, indem sie .e:. ilandeln una der Lrfahrun-j jädischer Ina.v.- 
duEu aus ucn untorschie.licncn sc.ialcn Schichten unu religiöse. 
Ladern :.usdruc]. verleihen. 

Daß autobiogra^.niscae i:eur:ni3,se nicht nur teilnehnand, sondern 
auch kritiscn zu lesen sin., liegt auf aer Ilanc. Der vorix'.,=.: 
d- Lan ist uauer in r.nlage una Gestaltung den strengen -aast.- 
ben einer wissenscnaf tlicheu nuellenodition verpflichtet, o.v.onx 
or =icn Keineswegs an ein nur fachwissenschaftliches Pu^I^kui:. 
wendet, üb.r uio bei .er Auswahl und Edition der Quellen lei.en- 
aen Grunusdt.e gibt .io . inloituag genaue Auskunft, ^ue tc:'-t...... 

tiscne uearbeitupg und die sacnliche I.onnentierung bieten aerp.^ 
-.sur alle zu einer, angemessenen Verstdn.nis nötigen Inrcrraati- 
oren, während die sach>.undige Einführung der -erausgecerin zu- 
,-lc^.- d'^a allgemeinen sczialgescnichtlichen ^.alx-en für aie em- 
lo^n D^ku^ente .eutlicn werden läßt. Oie sorgfältig gearbeiteten 
Verzeichnisse und Register ..achen den Inhalt cies .an.es scnlie.- 
lici. in jeder nur wünscnensv.-crten u'eise zugänglich. 
:-;as k.rscneinen .icses ersten Landes bietet die willko::;r.ene Gelc- 
..-rd.c-it, vielfältigen ,^.ank abzustatten. Meser Oank geführt .u- 
ndchst unu nit besonc.erem ..achuruO. len keo BaocVAlnstitu^ m 
•.ew York, dessen reichhaltige Archivbestdnde -.ie Grundlage uer 
r^icion bilden. Onne die Vorarbeiten, Anregungen und .ulfestcl.un- 

-« T--titut3 h:«tte aas vorhaben nicnt verwirklicht weraoa 
:ö..ner.. unter der Leitung von dr. hax kreutzbcrger begann aas 
Institut 1955 eine 3ar..dung unvcrdff entlichter i;rinnerungssc.-.ri.- 
ten ueucscner ducon anzulegen, .ie inzwischen auf aber .00 .xt^l 
angewachsen i.t. rrrautigt unu bestätigt durch einen oosuch .es 

,,« ^ ^v "o,'-- '-r 195J diese Lainnaang Losich- 

•>.,,.,- f'r ihre FortfüliruivT unJ wi3r,cn^:»^iu\r u 
ticjtc unu sich mit Liauiu;ruc.v r^r iure iulx,l i 

iicne Auswertung aussrrack, wurde die Sa,.nlung systc:.atisch au.- 
.ebaut und V^O in eine.a Kacalog des Instituts .rstr-,.aig einer 
Coit.^-en .ffentlicakctt vorgestellt, oas Institut hat aann .ic 
inicx.ave zu einer Veröffentlichung ergriffen und .:i. VerMnuung 



zu slcxitsCiiiiii '.issciiscb.af t-lnrn n'-.'rcjcstf'llt:, .-.fr aa;i vcrii'-T'.-rr«: 
l/erk seine L'ntstehuiij verc.an].t. H':!hrcnd der hcarirr i tun'j les .'.a- 
nusl.ri: cc hat c.aG x.^stitut seine Archiv- un: •:ii>iiütiic}:3]^cstdri- 
ac ohne r.in.schränJwUng zugLnglicii gcniacht un.; der Merausc;ebcrin 
jede mögliche v;issenschaf tliche unu technische Unterstützung an- 
geaeihen lassen. £'innf cllliger Ausdruck dieser upf assei^ucn Föree- 
rung ees Trojektes durch uas Institut iot J.ic .citsacho, uaß ^s 
aann auch die Drucklegung des Manuskripts übc5rnG::::.ien hcrc - cin- 
schlieijlich Lxcr beiuühungcn uii die notwendige.. druc]:}.cstcnzusciids- 
se. :jer üank an das heo Raeck^ Institut gilt insjjesonaore -lerrn 
Dr. lax druene\;alu als den rrdsiaentcn, derrn Jr . ivreutzberger 
als ae:ä Iniv:iatcr unu langjährigen Getreuer Icr na.JuulUi.g \i.v^ 
Hern Dr. Fred Grubel als der.i tatkrdfti^cn unc uner:-ddlishen 
Förderer ues i^eitiicnsvcrhaLcnc . In dicken ^usai:u.\enhanj ist schlie- 
lieh auch uas ^.eutsche 3eneral]:cnsulat in de:; Ycr: .^ani.har ^u er- 
wähnen, dessen verständnisvoller Unterstützung sich uas Institut 
auch in dieser. Falle erfreue^i Jicnnte. 

Das Projekt hätte sich freilich nicht, vervrirj.licncn iass-n cane 
uie Hilfe aer Deutschen Forschangsgc:/.einsc-iaf r , die über nehrere 
Janrc hin die nötigen lictel ::ur Verfügung stv-:lltf.- - zunächst 
als Stipendiur.i an Frau hr . -"^icnarz, aann in r"cr^. einer großzdci - 
gen Sacnbeinilfe an den unterzeichneten, die neben den unenr^ehr li- 
ehen Per5:onalkosten auch die zusätzlichen Üttel oinr^c-^dc;: , die 
für die notv7enc.igcn \rbeitSr'Taf enthalte in .:ev; Yor]: benötigt "ur- 
den. Der "deutschen Fcrschungsgeneinscl-iaft Gebührt daher ein ganz 
besonderer .)ank, V70bei die: lang jdh.r ige un^ vcrstdnanisvcllc 'de- 
treuung durch Herrn dr . v:olfgarg '.""reue hervorgehoben zu \»rrdon 
verairnt. Darüber k.iraus ist der 'Robert bosch-Stif tung f'ir einen 
beträchtlichen :;ruc] ]:ostenzusc::ur zu danken, .vcr es er::idglich. t 
hat, den Preis dieses Pandes so v/cit zu senkr»n, ^.a.P seine Verbrei- 
tung nicht auf uio Vermittlung /lurcii Ü3?ientlici;c bibliotiiek be^ 
schränkt bleiben .nuß. DanJibare }'r\/chhnung verdient ^c':lit-".:iicn 
auch die MertiOrial i'cunuation for Jov:ii;)i Cultur<^, lie das Leo Bacclif 
Institut hinsicntlich der d ircli clie ^»-jssenschaf tliche und techni*- 
sche Betreuung der !.vaition entstehenuen IvOsten unterstätzt hat. 



-F 



•ias i.aitionsvorliabcn v/urde vor})ereitet und gefördert eurch ein 
Gutachten, das ^\)6'^ von Professor ')r . hclnut P^erdinj (Ciur.en) 
aufgrund einer zv:eirüonatigon Durchsic^it der 'Icinoirensaruilung er- 
stellt V7urde. Die Durchführung des Projelwts lag - und liegt auch 
für uic \;eiLeren Lände - in den h.-inden von i ran ;'r. 'lonil:.! Ucharz 






(BerliTi) . Frau ':)r. ?vicharz hat ira Konta]:t init Jen r.-ctciii'^ton 
l'ersoncn unu Institutionen Jie .'Erarbeitung Ics )ruc}:r-ianu3kript5 
in voller SelbstCinaigiLcit. una wir.sonschaf tliciier Verantv.crtana 
vorgcnoiTuUen. Ihr gilt daher an aicser Stolle eii* bc Gonuers herz- 
licher jank. 

Eg ist cic Hoffnung aller Beteiligten, daß aer vorlie9eno.e .^aiid 
nun die Aufner]:samkeit finvaen v/irvl, Jio ihia von scincir. Inhalt und 
seiner Gestaltung her gebühr L, and daß er dar.iit einen v/esentlichen 
Beitrat; zu einera besseren Verständnis der ju-Tischen Geschichte in 
Deutschlane zu leisten vermag. 



Berlin, i.n Z.pril 1976 



rle inhard R Ir up 



Herrn Professor Dr. Reinhard Ruerup 
1 Berlin 10, Germany 



- 2 - 

1. Juni 1976 



Als zweiten Punkt heben Sie hervor, dass nicht der geringste 
Anlass fuer neue Bedenke und Vorbehalte des Herrn Dr. Wolf gang 
Treue geboten werden duerfe. Dem stimme ich absolut zu. Aber 
ich kann nicht einsehen, warum die dankbare Erwaehnung der Namen 
zweier hoher Beamte der Bundesrepublik Deutschland einem anderen 
deutschen Beamten Anlass zu Bedenken oder Vorbehalten geben 
koennte. Ich schliesse die Moeglichkeit aus, dass Herr Dr. Treue 
sich wegan frueherer Meinungsverschiedenheiten zu einer unsach- 
lichen Stellungnahme veranlasst sehen koennte. 

Ich bin in dieser Sache persoenlich beruehrt. Ich habe die 
meisten Verhandlungen, vor allem mit Herrn Grafen von Posadowsky- 
Wehner, selbst gefuehrt, und es waere mir ueberaus peinlich, wenn 
die Namen unerwaehnt blieben und statt ihrer die Wendung "das 
Deutsche Generalkonsulat * gebraucht wuerde. Ich stehe nach wie vor 
mit beiden Hwrren in haeufigem, freundschaftlichen Briefwechsel. 
Ich habe das Empfinden, dass die Herren sich gekraenkt fuehlen 
wuerden, wenn ihre Namen neben denjenigen der anderen in dem 
Geleitwort erwaehnten Persoenlichkeiten nicht erschienen, unbe- 
schadet dessen, dass sie dies natuerlich nicht zum Ausdruck bringen 
wuerden. 

Aus diesem Gruende waere ich Ihnen ausserordentlich dankbar, 
wenn Sie die Frage noch einmal durchdenken wuerden. 



Mit freundlichen Gruessen 



Ihr ergebener 



4 

i 



KOPIE FUER HERRN DR, MAX GRUENEV7ALD 



ERNEST HAxMBURGER 



2. Juni 1976 



Herrn Professor Dr. Reinhard Ruerup 
Institut fuer Geschichtswissenschaft 
Technische Universitaet Berlin 
Ernst-Reuter-Platz 7 
1 Berlin 10 ^ Germany 

Sehr geehrter Herr Dr. Ruerup^ 

Sie ersehen aufe dem Briefe von Herrn teo Gruenewald vom 

27. Mai 1976^ dass alle Mitglieder der Executive des Leo Baeck 
Instituts Ihr Geleitwort zu dem Gesaratwerk der von Frau Dr. Richarz 
bearbeiteten Memoiren mit Freude begruesst haben. Dazu gehöre 
auch ich. Sie haben das Geleitwort mit grosser Kunst verfasst und 
die Verdienste des Leo Baeck Instituts besonders eindrucksvoll 
hervorgehoben. 

Der Brief von Herrn Dr. Gruenewald stellt weiterhin fest, dass 
die Executive den beiden in Ihrem Briefe an Herrn Dr. Grubel vom 

28. April 1976 erhobenen Einwaenden Rechnung getragen hat. ^^I^i^s 
ist, wie es Herr Dr. Gruenewald ausdrueckt, in einem Falle "mit 
schwerem Herzen" geschehen. Es handelt sich um die Weglassung der 
Namen der Generalkonsuln. 

Ich habe Herrn Dr. Gruenewald und die anderen Mitglieder der 
Executive unterrichtet, dass ich, unabhaengig von der Stellungnahme 
der Gesamt -Executive, einen Privatbrief an Sie schreiben und in 
ihm auf diese Frage nochmals zurueckkommen wuerde. 

Meine dringende Bitte geht dahin, dass Sie diese Frage einer 
abermaligen Pruefung unterziehen. 

Sie geben zwei Gruende an. Sie erwaehnen zunaechst, dass 
die Danksagung an die Generalkonsuln umfangreicher sei als die- 
jenige an die Deutsche Forschungsgemeinschaft. Dem kann abgeholfen 
werden. Die Formulierung, die Sie auf Seite 3 des Manuskripts 
Ihres Geleitwortes gefunden haben, ist voellig ausreichend. Der 
einzige Unterschied waere, dass an Stelle der Worte "das Deutsche 
Generalkonsulat in New York" gesagt wuerde "der deutsche ^ Generalkonsul 
in New York, Herr . Dr. h.c. Klaus Curtius und seine: Amtsnachfolger, 
Herr 1 Dr. Harald Grafen von Posadowsky-Wehner". 



TECHNISCHE UNIVERSITÄT BERLIN 

Fachbereich 1 - Kommunikations- und Geschichtswissenschaften 

Institut für Geschichtswissenschaft 

Prof .Dr.R.Rürup 



Sekr. PE 5 - TU Berlin - Institut för Geschichtswissenschaft 
1 Berlin 12, Straße des 17. Juni 135 



fee^rfi t p o s t 

Dr. Ernest Hamburger 

67 Riverside Drive 
New York, N.Y. 10024 
USA 



BERLIN 



1 Berlin 12, den 14.6.1976 
Telefon: (030) 314- 3254 



Sehr verehrter Herr Hamburger, 

haben Sie vielen Dank für Ihren ausführlichen Brief vom 2. Juni. Ich 
verstehe Ihr Engagement in dieser Sache und bin Ihnen dankbar, daß 
Sie die Dinge noch einmal so offen angesprochen haben. Allerdings habe 
ich schon bei der Abfassung des Geleitwortes mich darum bemüht, den 
Interessen des Instituts hinsichtlich des Generalkonsulats und der 
beiden Amtschefs gerecht zu werden. Ich sah dabei letzlich doch keine 
Möglichkeit, im Rahmen einer einigermaßen abgewogenen Würdigung der 
Verdienste aller Beteiligten die beiden Herren persönlich herauszu- 
stellen und hoffte andererseits, mit der ausdrücklichen Nennung der 
Institution des Generalkonsulats doch das Nötige getan zu haben. Die 
Danksagungen sind bewußt knapp gehalten und in erster Linie, auch in 
den anderen Fällen, auf die Institutionen hin ausgerichtet. Sobald man 
den Rahmen weiter spannt, wären auch in Deutschland noch eine ganze 
Reihe von Beteiligten zu nennen, die dem Projekt in der einen oder ande^ 
ren Weise weitergeholfen haben. Angesichts Ihres so dringlichen 
Schreibens will ich aber bei dem Korrekturgang gern noch einmal prüfen, 
ob sich doch noch eine andere Möglichkeit findet, die Ihren Wünschen 
gerecht wird und zugleich auch mir vertretbar scheint. 

Inzwischen bin ich mit den besten Grüßen stets 



Ihr 



/ 



'Liu^ Ci^ ^ f^ 






KOPIEN GEGEBEN AN, DR. GRÜENEWALD, DR. GRÜBEL, DR. BAMBERGER 



22. Juni 1976 



Herrn 

Professor Dr. Reinhard Rürup 

Technische Universitaet Berlin 

Fachbereich 1 

Institut fuer Geschichtswissenschaft 

1 Berlin 10 

Ernst-Reuter-Platz 



Sehr geehrter Herr Rürup^ 



Nehmen Sie meinen besten Dank fuer Ihr Schreiben vom 
14. Juni. Ich wuerdige es sehr, dass Sie Verstaendnis fuer 
meinen Standpunkt haben und bereit sind, bei dem Korrektur- 
gang noch einmal zu pruefen, ob sich eine Moeglichkeit 
findet, die meinen Wuenschen gerecht v^ird und Ihnen vertret- 
bar erscheint. 

Sie schreiben, dass in Deutschland noch eine ganze Reihe 
von Beteiligten zu nennen waeren, die dem Projekt weiter 
geholfen haben, wenn man die Namen der Generalkonsuln nennt. 
Ich habe, wie Sie wissen, bei der Vorbereitung und Durch- 
fuehrung des Projekts intensiv mitgearbeitet und kenne daher 
seine Vorgeschichte und Geschichte recht genau. Wenn Sie 
mir auch nur einejflDder zwei Fersoenlichkeiten angeben koennten, 
deren Hilfe selbst nur annaehernd an diejenige der General- 
konsuln heranreicht, so weeöe ich fuer solche Hinweise stets 
empfaenglich sein und mich gern ueberzeugen lassen. Ich selbst 
von niemandem ausser denen, die Sie selbst und Frau Richarz 
aufgefuehrt haben. 



Ich beabsichtige 
Ferienadresse vpm Jul 
Hotel Victoria. Ich 
hinzu: (033) 75 14 44 
Wenn Sie glauben, das 
sein koennte, so habe 
zurufen, am besten zw 
des Telefongespraechs 
Lasten gehen. 



1 



New York am 1. Juli zu verlassen. Meine 
_ ab wird sein: 3718 Kandersteg (Schweiz), 
fuege auch die Telefonnummer des Hotels 

Dazu kommt die Vorwahl Berlin - Schweiz 
s eine telefonische Aussprache nuetzlich 
n Sie bitte die Freundlichkeit micht an- 
ischen 7 und 8 Uhr abends. Die Unkosten 
waerden selbstverstaendlich zu meinen 



Ich danke Ihnen nochmals bestens in der Hoffnung, dass 
wir zu einer Uebereinstimmung gelangen werden. 

Mit freundlichen Gruessen 



Ihr 



TECHNISCHE UNIVERSITÄT BERLIN 

Fachbereich 1 - Kommunikations- und Geschichtswissenschaften 
Institut für Geschichtswissenschaft 

Prof .Dr.R.Rürup 



BERLIN 



Sekr. PE 5 - TU Berlin - Institut fOr Geschichtswissenschaft 
1 Berlin 12, Straße des 17. Juni 135 



Herrn 

Dr. Ernest Hamburger 

Hotel Victoria 

3718 Kandersteg (Schweiz) 



7 



1 Berlin 12, den 2,7.1976 
Telefon: (030) 314- 32 53/54 



Sehr verehrter Herr Hamburger, 

haben Sie vielen Dank für Ihren Brief vom 22. Juni. Es wird mir bei 
der Lektüre deutlich, daß ich bisher keinerlei genaue Information über 
die von den beiden Generalkonsuln im Hinblick auf das Projekt geleistete 
Hilfe erhalten habe. Von Herrn Dr.tfrubel oder Herrn Dr. Gruenewald 
ist ebenso wie jetzt auch von Ihnen stets nur allgemein festgestellt 
worden, daß diese Hilfe wichtig gewesen sei. Vielleicht würde es 
unser Problem doch wesentlich erleichtern, wenn Sie mir ein paar Zeilen 
darüber schreiben könnten, in welcher konkreten Form die beiden Herren 
sich um die Edition verdient gemacht haben. Auch Frau Dr. Richarz 
scheint in diesem Falle nicht hinreichend informiert zu sein. 

Mit den besten Grüßen und guten Wünschen für Ihren Aufenthalt in 
der Schweiz 



Ihr 



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I200 M SCHWl 1/ SUISSE SWITZfRLAND 4000 TT 



TLL 033 7'5 14 44/45 TELEX VICKA 32 921 TELEGR VICTORIA KANDERSTEG 



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LEO BAECK INSTITUTE 

129 HAST 73rd STREET • NEW YORK, N. Y. 10021 • RHinelander 4-6400 

22. Juli 1976 
DZ/45 7/6 - FG 



Herrn Dr. Ernest Hamburger 

Hotel Victoria 

3718 Kandersteg, Switzerland 



/ 



Lieber Herr Dr. Hamburger, 

haben Sie schoenen Dank fuer Ihr Ichreiben 
vom 13. Juli. Die Kopien sind ordnungsgemaess 
verteilt worden. 

Sie haben wieder einmal ganr. klar und deut- 
lich den Sachverhalt festgestellt und ich bin 
neugierig, ob unter diesen Umstaenden Herr 
Ruerup sich ruehren wird. 

Es freut mich ?:u hoeren, dass die europae- 
ische Hitze wenigstens nicht bis nach Kander- 
steg gekommen ist. Hier ist es - touch wood - 
wettermaessig helbwegs ertraeglich. 

Im Institut spueren wir nicht sehr viel 
von Sommerruhe. Aber im grossen und ganzen 
im Viesten nichts Neues I 

Mit herzlichen Gruessen und besten Erho- 
lungswuenschen an Sie, Frau Hamburger und 
Frau Blumenthal-Weiss, / 



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Fred Grubel 



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LEO BAECK INSTITUTE 
129 EAST 73rd STREET 
NEW YORK, N. Y. 10021 . 





Herrn 



Dr. Ernest Hamburger 
Hotel Victoria 



Switzerland 



3718 Kandersteg 



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AEROGRAMME • VIA AIRMAIL • PAR AVION 

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TECHNISCHE UNIVERSITÄT BERLIN 

Fachbereich 1 - Kommunikations- und Geschichtswissenschaften 
Institut für Geschichtswissenschaft 

-Prof .Dr.R.Rürup - 

Sekr. PE 5 - TU Berlin - Institut fOr Geschichtswissenschaft 

1 Berlin 12, Straße des 17. Juni 135 



Herrn 

Dr. Ernest Hamburger 

Grandhotel Viktoria 

3718 Kandersteg 
Schweiz 






BERLIN 



1 Berlin 12, den 11 ,8.1976 

Telefon: (030) 314- 3253/54 



Sehr verehrter Herr Dr . Hamburger ^ 

bei der Rückkehr aus dem Urlaub finde ich Ihren Brief vom 13. Juli vor, 
für den ich sehr danke. Allerdings muß ich Ihnen offen gestehen, daß 
ich mich auf Grund Ihrer Darlegungen nicht entschließen konnte, in den 
Korrekturabzug des Vorwortes eine noch ausführliche re Danksag ung an die 
Adresse der Herren Generalkonsuln aufzunehmen. Was Sie schreiben, war 
auch das, was mir in groben Zügen bekannt war, freilich verbunden mit 
einer anderen Einschätzung der Dinge. Ich verstehe vollkommen, daß sich 
beide Herren sehr für das Projekt engagiert haben, muß aber darauf hin- 
weisen, daß mein erster Antrag bei der DFG, den ich auf Bitten des 
Instituts gestellt hatte, gerade wegen der Interventionen des Auswärtigen 
Amtes gescheitert war. Die DFG fühlte sich - ob zu Recht oder Unrecht, 
möchte ich dahingestellt sein lassen - durch politische Erwägungen unter 
Druck gesetzt und stoppte daraufhin das ganze Unternehmen. Als Übergangs- 
lösung wurde dannn das persönliche Stipendium an Frau Dr. Richarz bean- 
tragt und bewilligt, das jedoch von vornherein auf zwei Jahre begrenzt 
war. Erst danach gelang es, nachdem diese älteren Probleme ausgeräumt 
waren, das Projekt auf dem Wege einer Sachbeihilfe über mehrere Jahre 
endgültig zu stabilisieren. Vor kurzem habe ich übrigens die Nachricht 
erhalten, daß uns ein weiteres Jahr von der DFG bewilligt worden ist. 

Ich habe allen Respekt vor Ihrer Haltung in dieser Frage, möchte aber 
auch Sie herzlich um Verständnis für meine Position bitten. In einem von 
mir unterzeichneten Vorwort kann nach Lage der Dinge der Dank an das 
Generalkonsulat nicht persönlicher und ausführlicher ausgesprochen werden 



Mit den besten Grüßen 



Ihr 



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cuANO iiorr:i. vic roRiA 

C 1 1 37IS K A N r> K U S T K O 

I200 M SCHWEIZ SUISSt SWITZERLAND 4000 FT 



TEL- 033 75 14 44/45 TELEX - VICKA 32 921 TELFGR VICTORIA KANDERSTEG 



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SOMMER- UND WINTERKURORT STATION D ^Tt ET D HIVER SUMMER AND WINTER - RESORT 




LEO BAECK INSTITUTE 

129 EAST 73rd STREET • NEW YORK, N. Y. 10021 • RHineiander 4-6400 



19. August 1976 
IS 248/6 - FG 



Herrn Dr. Ernest Hamburger 
c/o Hotel Neues Schloss 
Stockerstr. 17 
Zuerich - Schweiz 







Lieber Herr Dr. Hamburger, 

die Geschichte der Memoiren 'Bewilligung ist, 
soviel ich mich erinnere und weiss, von Ruerup 
richtig wiedergegeben. Ich weiss dies deshalb 
ziemlich genau, weil ich es war, der durch per- 
soenliche Unterhaltung mit Treue die Sache wieder 
auf die Beine gebracht ha]2e, nachdem das zwei jähr- 
liche Stipendium fuer Monika abgelaufen war. Treue 
hat mir damals den Rat gegeben, zwei etablierte 
Professoren ausfindig zu machen, die das Projekt 
als ihr Projekt der Forschungsgemeinschaft unter- 
breiten wuerden und zur gleichen Zeit beantragten, 
dass Monika als die Sachbearbeiterin budgetier^- 
wird. 

Meine telefonischen Gespraeche von Treues 
Godesberger Buero mit Berlin-<Ruerup)und Giessen-^erding^ 
haben dann zur Loesung gefuehrt. 

Ich glaube, ich habe Ihnen auch damals berichtet, 
dass die Zuvorkommenheit von Treue, der wahrscheinlich 
froh war, auf diese Weise sich aus der Affaire zu ziehen, 
und die schnelle Bereitwilligkeit von Ruerup und Berding 
tatsaechlich die Fortsetzung des Projekts moeglich gemacht 
ha^^v . 

Die ein^Jahr-^Verlaengerung der Bewilligung ist schoen, 
aber ich bin sicher, dass wir auch noch eine Verlaengerung 
fuer das Jahr 1977/78 brauchen und hoffentlich bekommen. 

Weiter gute Ferien, die ich hoffentlich nicht dadurch 
stoere, dass ich Ihnen sage, dass wir am 8. September ein 
Exekutiv-Komitee^-Meeting haben. / 

Mit freundlichen Gruessen -auch an die beiden Damen- 

ergebernsi^r 



Anl.rl Luftpostbrief an 
Sie addressiert. 

CONTRIBUTIONS TO THE LEO BAECK INSTITUTE ARE TAX DEDUCTIBLE 







// Fred Grubel 



^C<^;^_^j__^;&d<:.^^__2^ <^^^ 



cc: Dr. Max Gruenewald 

Dr. Britz Bamberger 
^ 2. September 1 

DZ/494/6 



976 



Kopie 



Dr. Ernest Hamburger 
z.Zt. Zuerich, Switzerland 



27. August 1976 




Sehr verehrter Herr Ruerup, 

Ihre Entscheidung ist eine Enttaeuschung fuer mich, 
wie Sie sich vorstellen koennen. ich bin aber ueber- 
zeugt, dass Sie sie nach bestem Wissen und Gewissen 
getroffen haben und die Gruei^b dafuer Ihnen zwingend 
erscheinen. 

Dass die beiden Generalkonsuln sich Verdienste um 
das Zustandekommen und die Durchfuehrung des Projektes 
erworben haben, wird auch von Ihnen nicht bestritten. 
Die Erwaehnung der Namen - um nichts anderes handelte 
es sich - erschien mir unanfechtbar und aus Gruenden 
der Dankbarkeit erwuenscht. 

Die Wesensverschiedenheit zwischen uns in der 
Behandlung solcher Dinge, deren Feststellung kein Werturteil 
einschliesst, soll uns nach meinem Wunsche nicht ver- 
hindern, an wissenschaftlichen Aufgaben auf Gebieten 
gemeinsamen Interesses vertrauensvoll zusammenzuarbeiten, 
wenn sich die Gelegenheit dazu bietet. 



Mit besten Gruessen 



Ihr 




gez 



Ernest Hamburger 



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14. Maerz 1978 



Rabbi Dr. Max Gruenewald 

18 Harlan Circle 

Millburn, New Jersey 07041 



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Lieber Herr Dr. Gruenewald, 

Frau Dr. Richarz hat mir - nicht gerade sehr frueh - die 
Einleitung zu dem zweiten Band der Memoiren zur Lektuere gegeben. 
Ich bin dabei, die Einleitung zu lesen und mit ihr au besprechen. 

In der Einleitung findet sich ein Abschnitt -Religioese 
und soziale Entwicklung". Ich sende Ihnen Photokopieen von 
denjenigen Seiten zu, die sich auf die religioese Entwicklung 
beziehen, und waere Ihnen dankbar, wenn Sie sie lesen und kom- 
mentieren wollten. Es handelt sich um die Seiten 49-54. Die 
folgenden Seiten haben nichts mehr mit Religion zu tun. 

Ich frage mich, ob auf S. 49 unten / 50 oben die Interpretation 
von Frau Richarz jpoac^Uch ist und dass liberale Rabbiner aus Furcht 
vor Massenaustritten gegen die Gesetzesvor*ege Stellung genommen 
haben. Meiner Ansicht nach handelte es sich nicht um die Befuerch- 
tung, dass Indifferente austreten, sondern dass Orthodoxe mehrheit- 
lich liberale Gemeinden verlassen koennten. Samson Raphael Hirsch 
wuerde ich nicht als "ultra -orthodox" bezeichnen; "orthodox" genuegt. 

Auf S. 50 MBt^er unten, glaube ich, dass die Hochschule zuerst 
"Lehrqnstalt" fuer die Wissenschaft des Judentums und nicht "Hoch- 
schule" hiesapnnwas erwaehnt »erden sollte. 

Auf S. 51 unten muss Leo Baecks Ausdruck "Milieufroemmigkeit" 
in der Fussnote belegt werden. 

Auf S. 52 wuerde ich die Gegenueberstellung "Gottesdienst in 
der Horber -Synagoge" und "Kalte Pracht^ operot^^nhafter Gottesdienst;:, 
zwar zitieren, da es so in der Memoire steht, aber qualifizieren, 
dass sich dies nicht auf alle grosstaedtischen Synagogen beziehen 
kann. 

Weiter unten auf S. 52 glaube ich nicht, dass "nicbt selten" 
in den groesseren Staedten Gemeindevorsteher niemals die Synagoge 
besucht haben. Ich halte das fuer einen Sonderfall, und das sollte 
zum Ausdruck gebracht werden. 



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415 East 52nd Street 
New York 22, N. Y. 



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19. April 19S9 



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ilo Lov/enthal-I iOi" ^3 ol 



l-er.aclaoo'on-G-esollschai't 
1 Berlin 57 



-Sohr vershrte Frau Dr.Lowonthal-Hensel: 

Ei.on^l.cU -Ilte ich dio^ Brier^.o.roi^^^ ' 

|:^^'5u2?ricri^aSf ;i^d°^ lco..e ich erst heute dazu. 

verometot aber trotzdem nicht venlcer herzlich, EOGch- 
Ie'irzS;;iech.t IV-en_und^.eixe.Jreund ....L. L. 

rer 



rt*r%v^ 



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ziuiaecac-o J..;^aöxi ^"^^^;:''r,;"::.;hQ aussi^rechen. 3a- 
v.rnaohlunG ^P^t^^lJf^S.iiT^^'ild^r einr..al hier er- 
Sio ihm, es iso ZOJ-^. _«:'^"^-,®?.„,i^^v. 



scheint uiid dcrai nius^- 



er' Sie nitbrinöen. 



^.-.-3 ■« r.'>ö%-i '^•'pI'^.g interessiert, 
ES hat mich in einer .e'arpersoenlxC.ea.ei.e^xn^^ ^^^^^ 

dasG das ::oscs ::ondolsso.2n-o..xpend.uu .7^ ^^^ ..^^^^^ ,,^^^3 



^s ::oEC3 ::ondelsco.iri-ü..iu>^.xv.-^^ -^ ::oses 

cell. (■■,eltsar.:,^icahaette Ce^e^Sf J^jr'c^hiolt ich ein 
vendelDco:-ai--^^-oix uUixoj'^-r. ; x.n , •• u-r^^'iaer'onc i^ 

r/cipendiuvn/uer__ein £.uch^ueoer ^^a..one^^^^^.^ 

13. Jahrhundort. Kit j.or nao aie^em 

"borGitot. 

..■oar »oruobo.- loa r.r..r. ;.-.aujt.aociaioh -gl^'-^^^-äS.! 

öer Uo-c.ornah.e J-o-^JJ-^-^^f/SsucheL 5er ::inic.terprae- 

!T%^tlS.'^S:n:^ScinSairSnd der e^J^Ji^-v--:^ f d^ 

Beoääu waren -tatutence^.aeas mra.orxu,...._-^.xx^ 

Stiffuns T.it v;elt3ehenaen Rechocn una ^^ox ^^^^^^ ^^^^^. 

hatte cehoart dasn^aie ^|^i- -^° ^er StlftunG fuer anü- 
hatten, ooaü^^ic.i.is-n axe uex^. ^^^__^^ ^^,^ .,^.^^ 



M • p ^^ T7"v-»n- -7 von yendolssofin 

seiTiitiscfiO rorocauiic ^^ 

7\ r> r» 



^■^"^'r ^°':?Sr'^.u i^urDer;.aü ätai.r.t.o. und er fragte 
vra.3te,_daca r,oine .r^u^^u. Deo^ , durch Tni-'e Fre-onae 
, oo eine -■-OCt^iic....i.j.o__ut,^^^^ ^,„;,„„ norucchten v;ahr 



,ich. ob eine --O^Slio^^Kel-. oes ouux..^ ^^^ - ^ ..^.^^.^^ ^.^^._^,^3^ .^i. 
in Der.sau heraus zufinaen, ^^J^ J^J^-^^-^^J ^iiter keinen Ur.- , 
Cr selbct und seine l^f''-^,^"®"^?^."" .„lort erwaei.int wer- 
tacndcn als an der SrlcundlGu^S Anuoi0.^xv.r o 

den. 






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fracte einen Onkel meiner Frau in Dessau, der :r.ir 



B-ittolltc, cu-.sr. einer dor r.iniitcr acr. ^moc Arinalt , 

^P-'-^nr.^Gr °?? -r.it ihn 2U^ -chulG -cAnüon sei ur.a dc.::G 
Se^-.oruen ..^-i , ...j-^- j-iu.i ^^ vpi->-oindun," zu treten, 

er verGUoaen vmerde, nj.t laiv. in yei oinauno^u u 
Nicht lar,r-e danach lieco ir.ein Onkol raic.a ^vincen, a^.^ 
ich den viniäior sehen koennte. Ich fuhr naca :.oosau 



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ihn in seinem Bureau • 



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ich 



inesdor \m::laublichi3ten Dinc:e, 



folrrt'^. iGt eines clor \m::iauüxj-^ri^t.u.i ^o^-o-i ^^^^ 
in der'l-azizeit erlebt habe. Der I'ini.ter ver- 
schleus oeine Tuer imd fragte mich, ob^icn OA.a^-^oc^_^os 



Ju2ti:iratD Baiüborccr 



in AGCherQlcbon v/aore. Ich ver- 



neunte das, aber er;aehl^ei^. da.s die Techtar die- 
ses Ju.tizrat. die beste Freundin rneiner ^^au sei. 
••erauf er saste. das sei ein ^oz.or.o^^^^^^^ 



er viel verdanlco und der ihm einmal ^n einer .ca.; e 
?i^In Situation seine Karrlere cerettet ^^^^^'^^f t^^^- 
^o-'-nier '-rossa-tise Xenschen und kein Jude sei ..o 
^fA,^ie de- donali'e Reichsbischof. Es sei v;undervoll, 
Sas eJ'aetesenhS'i^habe, sich nit -^°- ^'^f 5 -fS" 
lieh zu unterhalten und ihm zu sacen,_ vae er uxr.clxch 



denke • 






er' dann in einem langen :-:onoloe tat. 



Ich fragte 



ilm ueber die vendelssohn StiftmiG, Jon de. 
er nichts wusste. 2r sarte, er wueree f^^'^ .^^^/-f^^^ 
icoir-en lassen, vmerde dann ein Dol--u,r,en. voroerei.en^ 

das die Rueckzahlunc der Gelder an ^^"^ ''^:^l^''2;^^^r 
und dieses Sokuraent dem Llinisterpraesiden^en, ^-lejm er 
^vlei retrunken haette, mit andern ^okunenten zur Un- 
terschrift volecen lassen. All das v.-uerae er uun, ^-^xl 
er de"; Justizrat .^ambercer so viel verdanke. 

-1 Berlin berichtete ich all das des Herrn von I.'endels- 
;äm u^i hSIte den Eindruck, dass er r.ich fuer verruect 
hielt. Xonate 



s^aeter bat er nich nochmals ua einen 3e- 



\ n^ i/-such: das Geld war ansel-iominen: 

' uCo ^^ ^^^ >^ 

"A vjeird story" , wuerden v:ir hier sa^en. 



Kit fruondlichen Grueosen 




Fritz 3a)nberBor 
P.S. Dieser Bericht ist nicht fuer VeroeffentlichunG- 



^ 



. >> 



PI 1 N > !7 1 1 3 n 

LEO BAECK INSTITUTE 

Founded by the Council of Jews from Germany 
JERUSALEM • LONDON • NEW YORK 

Jerusalem , 6.5. 1970 



Herrn 

Dr. So Hamburger, 
67 Riverside Drive, 
JMew York, N.Y. 10024 



/ 




/ 



Lieber Herr Dr, Hamburger, 

Ich habe nich f;efreut, von Dr. Gruenewald zu hören, dass es 
Ihnen o-esundheitlich wieder befriedigend geht. 



v^ie Sie wissen, bereiten wir eine wissenschaftliche Tagung vor, 
die ein Bild von der Arbeit des Leo 3aeck Instituts geben und 
im besonderen auch das Interesse neuer Mitarbeiter erwecken 
soll Den vorläufigen Plan für die Tagung ersehen bie au? der 
4.nlase. »/ir würden Ihre Teilnahme an dieser Tagung sehr be- 
'prüssen, und wie Punkt 3 Ziffer 4 des Plans zeigt, hoffen wir, 
dass oie einverstanden sein und Ihre Teilnahme ermöglichen 
werden. 

Bitte, lassen 6ie uns im besonderen wissen, ob Sie dem in dem 
Plan vorgeschlagenen Thema zustiimnen oder welches andere Thema 
aus Ihrem Arbeitsgebiet oie vorschlagen.^ Wie ^i«/^^' J^^^^f^^ 
ersehen, nielten wir es im allgemeinen für ricntig, _ auch einen 
Vortrae; der sich mit der Darstellung einer Personlicnkeit 
oder mehrerer Persönlichkeiten beschäftigt, durch das Problem 
zu kennzeichnen, das durch diö Biographien dargetan werden 
soll. 

Würden 3ie vielleicht ausserdem bereit sein, sich an dem 
Colloquium iir. 2 zu beteiligen? 

Das Süraciienproblem hoffen wir in gewissem Umfange - namentlich 
in den Golloquien - durch eine Simultanübersetzungs-Apparatur 
lindern zu können. 

Abgesehen von der Wichtigkeit Ihrer Teilnahme ari der wissen- 
schaftlichen Tagung legen wir noch aus einem weiteren urunde 
grossen Wert auf Ihr Kommen. Nachdem sicn Dr. Gruenewald - 
der'ia leider a n der wissenschaftlichen Tagung nicht teil- 
nehmen kann - bereit erklärt hat, am 28. Juni, d.h. wenige Tage 
nach dem iSnde der wissenschaftlichen Tagung, nach Israel zu 
kommen, pla nen wir, dann die diesjährigen Geschäftsf uhrungs- 
besprechungen in Jerusa lem stattfinden zu lassen. 

Mit herzliclien Grüssen für Sie und Ihre Gattin, auch von meiner 

Dr. S. MOSES 
1 Anlage — — 

JERUSA16M, BAECK HOUSE, 33 BUSTANAl STREET, PHONE 33790 pa'JB ,33 'KinOlI 3im p3 n'3 .D'lllJIT 

CABIES; MAHOBEK p3inO:D'pT3D 



n c ^wi m * ty *i'n-^ ^ 



Copy 




12.3.197Ü 



Herrn Dr. Siegfriel Moses 
Leo Baeck Institute 
53 Bustanai Street 
Jerusalem 

Lieber Bek-tof 



j^f 




/ 



>ieinen besteh Dank fuer Ihr freundliches Schreiben vom b.Uaei^ 
und fuer die ehrSvolle Auf f orderung. an Ihrer Tagung xm Juni aO. 
Vortragender und evt. als Teilnehmer an 
beteiligen. 



dem Colloquium Nr. 2 mich ai 



Ichwuerde es gerne angenommen haben aber leider ist mein 
Gesundheitszustand noch nicht so, «le es nach ^f ."^^"^^j-^'Sfrr 
Br! Suene^ald an öie scheinen koennte. uas Jabe ich auch Herr 
üt.T.iin£r ^pcsnet der mir schon vor eintreffen ihres arities xnxc 
äSssl fnrfh^f Einladung uebermittelte und mit .^em wir eine 
ueberaus angenehme 6it2Xing vor einigen Ta; en hatten. 



Sie 

lüai 



Gewiss, ich bin nicht mehr in dem ^laeglichen Zustand in dem 

a^h in'-erligen angetroffen .hab_en .Aber^ niemals -^J.^l^^^^nutzen. 



bin ich schmerzfrei gewesen, icn kann ™®^^®". ^^^„ , „„j,.-_ 

teren Besserungschancen aufs -piel setzen, ^'f^^'^"^'.. . ihnen das 
Grubel und Frau iluehsam darueber gesprochen haben, wird innen aas 

bestaetigen. 

Ebenso wird Ihnen Gerling sagen oder S^^^ft haben, dassDr^ 

ueLiäurSeUneten YortraEe..d6n aus Ke, York, «nn dieser Plan 

zustande kommt. 



sehe auch ich 



keine unueberwindlic hen 



lassen wird.Gerling indessen, aer ja die Va^P^^^^^,^^„ ^i^fj^c^ 
versicherte es uns, una wir alle hatten einen so guten ..indrucK 
von ihmldass wir nun*ehr keinen Zv-eifel daran haben. 

In der Besprechung mit Gerlinv haben wir auch einige Anregungen 
gegebe? Snd ??rKhSgl gemacht. Da die Tagung ^^^f^^^^T^^^S'^rl^.u 
feriment ist, schien es mir, dass sie nicht ^^J^^^^°f J^^. f g^tii^f ° 
iroblemen belastet werden sollte, die ihren Erfolg J^/;^^.^.^^^^^^^. 
Soennten.Deshalb glaube ich, dass das 2- Colloqium das recht ko^^^ 

verse Fragen auf wirft, einer spaeteren T^f^°ej.°^J^^JJJf'nur der 
sollte. Da nach Gerlings Informationen die Tagung nicnt nur aer 



Lh i^ 



^ 



Heranziehung junger Kraefte dien oi , sondern auch das LBI in wei- 
teren Kreisen bekannt machen soll, so glaube ich, däss es gut waere, 
den letzten iNiachmittag der Feststellung der Ergebnisse vorzubehaltan. 
Das waere auch fuer eine erfolgreiche Publizitaet wichtig. Die Zu- 
sammenfassung koennte nach Problemkreisen erfolgen - ich habe 
^erling darueber einige iinregungen gegeben- aber auch andere Moeg- 
lichkeiten waeren gegeben. Er wird Ihnen darueber ja noch im Ein- 
zelnen berichten» 

Lassen Sie mich bei dieser Gelegenheit , da ich mich iinmer noch 
mit Freude Ihres Briefes erinnere, in dem Sie als erster so freund- 
lich ueber mein Buch gesprochen haben, auch erv^aehnen, dass nach 
einer vorgestern eingegangenen Mitteilung von Siebeck an mich 
die Bundeszentrale fuer politische Bildung 500 Exemplare des 
Buches bestellt hat. Dies freut mich natuerlich auch im Interesse 
des Leo Baeck Instituts. 

Schliesslich noch eine Bemerkung zu4 ^iB vom 20.2.1970. 
Professor Egmont Zechlin hat mir einen etwas bitteren Brief ueber 
die Zuschrift von Peitsch gesandt, die in dieser Nummer erschienen 
ist. Ich finde die Zuschrift unnoetig scharf, aber das werde ich 
Weltsch noch selbst schreiben; bezgl.d s MB scheint es mir, dass 
es ein redaktioneller Fehler war, vier halbe Spalten ueber eine nicht 
allzu bedeutende Stelle in di^-i^sem Buche zu veroeffentlihhen, bevor 
eine Gesamtbesprechung in der Zeitung erfolge ist. Ich finde, 
es ist ein gutes Buch, in der. viel ilrbeit steckt, und Zechlin ist 
der erste 'der aelteren Generation, dir sich an Band von Material, 
das noch unerschlossen war, mit einem wichtigen jueaischen Pr- blem 
beschaeftigt hat. Er scheint auch seine Publikat ionstaetigkei t 
auf diesem ^ebiet fortsetzen zu wollen, wenn im letzten Absatz der 
Zuschrift von weltsch gesagt wird, dass ein Fehler das Vertrauen 
in die Zuverlaesiigkei t auch anderer Zitate zu erschuettern ge- 
eignet ist, so geht dies wirklich zu weit. Wer diesen Iviassstab an- 
legt, der koennte dasselbe auch von meinem Buch sagen, in dem 
gleichfalls einige Irrtuemer sind, und ebenso von jedem anderen 
wissenschaftlichen Buch dieses Umfangs, das eine solche geographische 
zeitliche und politische Spannweite hat. 



W^ 



'erd n wir die Freune haben, Sie und Ihre Gattin wiedrr in 
Merligen zu sehen? Wir wollen ii. August fuer drei V.ochen dort 
sein. 

Herzliche Gruesse Ihnen beiden auc von meiner Frau 

Ihr 



V 



Vertraulich 









l^red ü- rubel 

c/o Leo Böeok iaiiuituta 



Ü2. Macx^ iS70 



Yoir>:,i^.'% 



Lieber Horr vlruut;!^ 



eolite icLi üici 



uicxiic ^.CfiiiUx;^ aeuciöürn» 



3# B^ öprt^ciurtti iiiu - t-rctb, >.ir ^tit^ii^^:* iill^ anrin ucl.^.Töxnt daöü K« 



als I/o.srbci tcr ce* i i;tciIo^ii ^UiÄg^ta.6^v..i2.iicu xal« Ja 



IS"» •/- 



*^ 



f'^-radi. daii bi»iuchcm^ 



i \r 






so li^t ;^r uni> i:.t'i.A iiu;u.l;'.licl. , 2^)<.v iii^jr-i. «^rser-oeo/'t «^lich nacii s^iu 
brauc*:bari;^il. 1^1. v.äKTiv i\Si^iu ^^L^i; cuuüww^tii, fve.ii> ^.'ic mn nicx^t in \n- 
sicüt?'. uacv ;\ui>s;rij.«.t. .Ä\/*Uwi^it<i:ri, u^u Uc b.r ai: se?. CreM«^t riinMU-ä^^-hen. 
;i>ic öeijujt iitiütii vii'« Cc'tcrzeuiC^iuui'; 'tu rigcüx*u€:0kl,d>i;^)i5 awi.rj Ihre, unrnoc^lich 
die i^eprat seilt i irlor u^jö Li^i bei ..mir* ^.u^aiui^iraikuiiiH ucr t iblioth^'-.are 
i.a Juni Uv.b:x-Xs...';4:n AO^anle u:iu dti.^^s deiacr ^h.i <; -tu-»c:-en^.M r ir diesem 
^.eitrjn.t unv.rl;;^6i;alici: ii.x» icl'! DtLum'?, Ihncki hifrir vcli -.^a» i dieselbe 
tr^uccufi^.^ ir.?40>it hii viiUfio^^?Iior»,ihn faer -^///eoK*^ der beratunp von \^-.xbo-- 
nen zu tc r'..erten, vie lii^sacru-r un;3erer libliotheK ^lr<i* 

il3 Ferrwi; aea Gf iaai-.en ri»utu5T»r80ii - d r in »elrj'^in Vvjmü ni^ht 
neu ijt -ckT3» anjöiö iUiCj:ior v-ei-^'-t^he/iü auch .in t:i*ivli;$;ch»^ r Hrbe^'öetzung 
vorbnxidea i^^eiri lijU^eu» Iiaben -ic^ Ihn dar.'.n .'riuutljy^t« ^^•l^:? 'ira ;iur 
fu r cmoii ^erint,t.ii x;ruüi.ittul ci-r HicJ:.tif'.oi;*n üuec'ier ;rr3rh*;|'«^rn sollte, 
ist ein i^rgebnia uae^^i^er ::uaaffiu»ni<uni*x voifi 17» i3» Derartige Vorschli^ege 
V -Tbli^tea 3i(»h aua den ^serade voa ^ ere th seit Jobren öl» Kritit^ch er- 
klaer<:en Haura(a^aenuaii,/vrner aus f ijianzlclleri uruinden un.l siciiiiisslicb 
nee^^n Ihrer iüj^.r^ tcrtioaitf .iit, eil ohne Kenr.tnJ«. d r (.ev'tftchtn 
^.^prache die aelatc-n öui' uiU'Jöi-'etä ^^euiwt^ll ff, enden ^rbflter» «nch 'oei;i 
Vorhin'! on^exn '-iiiU'Ga-ui\;:,üAierc,>:^äi;aeiiae 'nioh^ ujUf.irMomüifrr '^^erden koennen» 
Dr» BnrAb'?re*'?r uik iuii ^iabtto. -iaT aii~'«e .jres^ciUj;;urikt€ hia^e?^'! ecen# . eltst 
nenn ?iU3aer ret-^r vay und Bauke all^? aaderea L^it-^r d^r C-er^^mo D»^ 
partaient» am^rxkaaidüiKx ^'Oj.l^g<$« uaä UniY^-rBittt«t?*n auf die Ducrfti^:-' 
keit lor /cnntni^aü vier -wauenlc-u iu der deu:üc^. n irrßcl?e aufmerksam 
macl-en eollteti, i^erde icii meiatiu Standpunkt ^uf iiieeem Gebiet nicbt 
aendrrn» 



\ 



c le haben hcrcth auch derip eine Xßiutlgun, aitcil wera#*n lassen, 
da»ö man ihn damit betrautn soll te^^rf: wisse Luccher oder iste^orietn 
^ou Buech<*rn selbötaeadifc, Siu bcatellen. vUcb blcrau Vrerdr ich pereoen- 
lioh nie:i^la uAtine /i:u,jtimju)ang geben. ; . ist mer ^U\^~ solche .ufg?.bc 
nicht gcschafren, auoh twenn ca sich nur um Ge acindegeachichten htindult» 
er nirüfflt auf die finuns^i eilen JkoegliohKeiten des Instituts Keine 



/ 



J 



-a- 



K .y. ^ie r ßtalo«'r Ton &ßry ««»««»»«rg exzerpieren 
Bucoksioht. Die ^rt, «ie er die 'f/^J-'^J^^ups «it aeborfiuessiten. 

laesst, voellig «'-^'»^?^^'»e^./f,,'"clen Reßtellanssvvrflcbl.^«pen vorlegt, 
xücii-. in ui^-^er .u:bat3gebi.A fali.nd.n Bc«^ I ,,ar^at,en.auch nur 

l..es..t e» nicht i^^^ f^'\''l^l^'l^'Z\^ nLcr ^v itzaag h^b^-' icT' aar^.uf 
äx-JrLtn *^.--«*»^,»^V^:f ::S"u'l?'l-S- diriiJUn chn. vorherige 

8ic5 nur £>inc e-a r s^a "«\'^" «tf-i o / -r?«t«n «srd-n - ursi ia diesen 
selten v.ceimtrn ^'icht.^.x^t ^-o^jh£^;\^f ^^at^ohnften .nthr.ltm .-^on 



nü i^'-. Jir.lic aiaii f:<rre 



bf^lt zur ^J<irfu--un2.£-^r-^^:%"in";ilJ ?'j.'onat«. rlut-cfroa uiiJ ?twa 
l£-%5 .iaze.b>iiy-e1.-.- ^n-^^"*'^-* '.;^^^.t-.^ ,t ohtfiiinliDtüalier ds,runr keine 

«enlung fiAÜ..a "?/• ^^^ ^-^l^ J"^ f :;^i i4-ll«t vor <5e-r uox..t.-nä- eme 

werden, -.elcij^s iot ^-'^. ---»'"^'''^rl'iüf s i/Tu ü** sofort sui'aubrin^.er.den 
iU.l? 1-ui- dann ln«03t ':if\^'^«^«^>^'^^:^j.^^ß.„iii. vGr',vu2Ur.t,sn: *=m^iF.e 

Vorbereitung aleser v.i-.t.- •»■jv u**,ie^ 

^ ,.* .-,,>-.-.•» iiu 3oU-;hf i>OT"jlui>£,vor. ?raeulein 

l'oerc ar.,<«lf«t, ^5 ■}«^''' -^'f. i:'''.^-,. f; .. eroer . ' n J3-le > raffte Jiai' den -•<.«- 
MOh i-.cr. i.ußoc^cl.'en un...x-^i-c.ci "1 ••^■?^-^'{U^ jel-t wiener aafircaOP- '.en 

taloG Kca-,«.triert -^eroo« «"»'^M-^':'it>r-ar: verlor er gdiüU v<ir4. .ch 
„erden, d^ non.t Met<ri^l i:i» ;;;;i^;\ä^,i'Lr! Uraö^^rgfr .U.xuober ayrec-h»* 
»erde aiioh uw dir sc ; ecnc ^';"^=^-^<^^°!*^'^ /!)•",„ riM-a MosierVaua. Uie von 

Ibr jetzt au^e^viebte 'J'-^tifc^'^^^'^!^^ Vi^^S^Hann «uch >c.a acu ui.3 zur 

A.nna Hertz. die aiir <?rr.l^»crt bat, dt.t.s fcic vcj cf ^^j^j^ ^^^ 

Lllft^kraft fu.r die -rbelt an ^^' ^^StJJ^iBl'taetit ^«rdcn i^onu. 

die *unu.ohat a^eitraubena und .ojpUatrt^x^^ , /voxgvfciaufccn »erden. 

Dabei aiutis natuerlicb ic tni-ti i'ueni.ttUBuaiiu»- 



-3- 

um die Katalogisierung derjenigen, die fuer die Bibliothek vorgesehen 
ist| moe lichat i^eitgehend anzupassen» 

4* ochriftweohsel alt Dr> ^ reutzberRcr bezAl»d r von ihm ang« '* 
kauften Bueober : Lereth brachte di se Frage auf wegen der 
Doubletten iia .^ußa *menhang mit dem Haufluat»ngel» Kreutzbergers Verhalten 
war unerfreulicäi,da Dr. Oruenewald ihm bereits nach seinem ersten An- 
kauf uieser Art dringend nahegelegt hatte, in BXiehlung lait uns zu 
arbeiten» v»ie sich aus ihrtm v.chreiben vom 11» Maerz ergibt, hat 
Dr# I reutzberger acht (unter insgesamt 12) Bueoher geiLauft^die; wir 
xfiKkxxloüric besitzen oder bereits bestellt haben» s hat auch im 
Bause einen ueberaus unangenehmen Eindruck gemacht, daas Dr» Kreutz- 
berger Buecher fuer seine eigenen /vvsoke kauft, uns dann nach der 
Lcktuere "geschenkiftieise^' uebcrlaesst und schliesslich auf seinen 
Jahresbeitrag anrechnet» .inen wie- hohc^n Beitrag er bezahlt, ist 
seine oache» .^ber wenn e:;r »loh einen Beitrag von , 100» üü anrechnen 
lassen will, in den er einen fuer uns zum groesseren Teil wertlosen 
Anivauf von Buechern einbezieht, so kann ein solches Verhalten nur 
^staunen erregen» 

Die Formulierung: Ihres Briefea vom 11» Laerz ist nicht ge- 
eignet, solche Vorkomianisse iu der Zukunft zu verhindern» ^-s handcl- 
%m sich nicht darum, Dr»} » mitzuteilen, dass es "wahrscheinlich 
eine gute Idee ist, wenn .^ie uns mitteilten, welche Buecher öle fuer 
das Institut zu kaufen planen"» Die Bestl mungen ueber d n Ankauf 
von bueohem uimt liegen beim Library Commlttee» Dr»L» kann nicht 
aus der Ferne Buechc^r fuer das Institut kaufen oder zu kaufen planen, 
wohl aber kann er uns mitteilen, welche Bueoher wir nach seiner 
Ansicht kaufen sollten» w^olche Mitteilungen weruen Immer mit dem ^ 

selbstverstaeiidlichi n Respekt behandelt werden, den seine Inforroatioen 
und Ratschlaege verdienen» Jedooli so, wie Sie es foriaullert haben, 
werden die Mssstaende sieb fortsetzen» Ir wierden danach entweder 
seine Pleaene gutheisseti,und damit wu erden unsere Bueoher, dort ange- 
kauft, f ut r konate oder Jahre in Asoona liegen bleiben, worueber schon 

oft geklagt worden Ist, od r wir wu erden sie nicht gutheisscn und 
beleidigte Briefe erhalten» 



-4- 



A i^ü^M ftn die hi:>iden iUr Q^-iv ^rinnen: 

V . ^A. .^. ^.«.n «><i« und unter 




=> "' '"5!: «fr.'ro"fhn'rB".Sf.° ort -P™"örÄl'f".k Se„. 
Sinn nicht und i'0«^nn5/,*i'';f ohiierir»« ver5tehen.*as le unt^r 

itncn* !Iat l^erhalb eines '^^"«'J^f J^l'^t^beiulgUcb Ihrer Beispiele 
Kanr na^ ihrer S-'ormuH' rung darauf ^oj.m. »^^.^^^^ria eine 

1«W geboren. -"°" «tJjf vorSzieten ist "^nioh.mvaria(no»^ 
«aa miiisverstaenalioh ist. ^°\'°"; . w^varia.t'ederal iiepublic -f 
5Jl,S^Bp«bÄ*»i«ÄnßB«it««Wia „t'^tf'ttlf international unit. i>a8- 

"oialist S«PU»^i^««^'^"^f.tH?i fcibliotht:iue uation«le d«, «^J»» ^^ 



i 



iialist aepublioöCOöuriVum ^J J^^,.jj| ^ Uation«le de . aris . 

ateta verwandt ^^'J^l^^f^fe Kationaie/.'ari.. ich * 

;en .ic bitte blbliothequ..^^^ irgek ein-r :^om^ 



IVX !trS;t/^IbU;^I^e-KationaJ.^.arJ.. t5^-i^^!.^I?l??nn.n 
Hrtefltnti/l/rtiS^rSnf Serafr^iatttn zu vermeiden. 



kit freundlichen Grue^,öen 



ihr 



\ 




/ 



. / 



«!^, 



^ 







f 



Dr. Ernest Hamburger 
67 Rlverslde Drive 
New York, N.Y. 10024 



17. April 1970 
ü/300-ü:i-i/lS 



Herrn Professor Dr. 

Goethestr. 'So 
8000 Muenchen - 



Karl ]3osl 



Sehr geehrter Herr Kollege, 

ich hatte die Freude, Sie bei der Eroeffnung 
unserer Kafka Ausstellung durch Vermittlung von 
Herrn Stadtlmayer persoenlich kennen zu lernen. 

Bei dieser Gelegenheit waren Sie so gut, mir 
zuzusagen, dass Sie uns eine bevorstehende Ver- 
oeffentlichung von Ihnen fuer das Leo Daeck Institut 
zusenden wollten. Wir haben, wie ich Ihnen damals 
sagte, Ihr schoenes Buch "Bayern im Unbruch". In 
der Zwischenzeit haben Sie, wie ich gesehen habe, 
abermals neue Puecher veroei'f entlicht , und ich waere 
Ihnen dankbar, v;enn Sie an Ihre damalige Zusage 
denken wollten. 

Um Ihr freundliches Interesse am Leo Baeck 
Institut weiter zu beleben, habe ich Herrn Dr. 
E.G.Lowenthal in Berlin gebeten, Ihnen ein Exemplar 
des Sonderdrucks neines Artikels ueber das Leo Baeck 
Institut, der im Maerz-Heft von "Geschichte in Wissen« 
Schaft und Unterricht" erschienen ist, zu uebersenden 
Ss kann einige Zeit dauern, bis Sie dieses Exemplar 
erhalten werden. 

Ich hoffe, dass es Ihnen inzwischen gut gegangen 
Ist und begruesse Sie in guter Erinnerung 

Ihr ergebener 





Q/^y\Ay^ f^ 



J . ,.X^ ^ ^ 



/ 



ji 



gi:rmania judaica 



KÖLNER BIBLIOTHEK ZUR GESCHICHTE DES DEUTSCHEN JUDENTUMS E.V. 

KÖLN UANSARING97 HOCHHAUS TELEFON 52 8678 BANKKONTO 22 8086 BANKHAUS LD. HERSTATT KÖLN 



Herrn 

Dr. Ernest Hamburger 

c/o Leo-Baeck-Institute 



129 East 73rd Street 
New 



York, N. Y. 10021 






iA^ 




.^. 



y// 



Köln, 12. 10. 1971 



Sehr geehrter lieber Herr Dr. Hamburger, 

Wir strecken die Uaffen! Es gibt niemanden hier, der sich der 
Wühe der Übertragung des letzten Tagebuch-Bandes von L.A. Cohn 



unterziehen 



könnte. Unsere langjährige Helferin auf diesem Gebiet 



deren Übertragung zwar in v 



ielen Details falsch und unzuverläs- 



sig war. 



die aber doch, getrieben von Sympathie zu diesem klein- 



nen, armen, v 



erwachsenen Kerl und von Neugier, sicn ausseror- 



dentlich tapfer 



durch die bisherigen Bände hindurch gewunden 



ha 



t, sodass immerhin ein Rohmanuskript entstanden ist, - diese 



Dame ist zu krank, als dass sie die 



Arbeit zu ende führen könnte 



üas sie eventuell machen könnte, ist eine Zusammenfassung der 
letzten 100 - 150 Seiten, damit man w 



eiss, ob die Weiterf ührung 



der Übertragung in Schreibmaschinen- text lohnt. Nach meiner Er- 
innerung waren es gerade diese letzten Seiten, 



kß^ 



^i*^ von atmosphärisch und geschichtlich in 



die eine Fülle 



teressantem Haterial ent- 



I 



hielten. Ich wer 



de darüber mit ihr sprechen. Kommt sie dazu, 



dann geht das Naterial in etwa 14 Tagen an Sie ab, schafft sie 



es nicht, geh 



w 



t es noch in dieser Uoche los. In jedem Falle wären 
ir Ihnen sehr dankbar, wenn Sie uns den Eingang bestätigen könn- 



ten. 

V/on meinen biographischen Nachforschungen zur Emanzipationsge- 
schichte der Familie Cohn habe ich Ihnen damals erzählt. Neues 
hat sich da nicht ergeben. 
Ihnen sehr gute Wünsche und freundliche Grüsse 



V^ 



iV i 



^/r^ 



/ / 










/ 



Ihre 



( 






(Dr. Jutta Bohnke-Kollwitz) 






2li. Novembtr 1971 



Mrs. Elisabeth D. Freund 
6050 Overbrook Avenue 
Philadelphia, ^a. 19131 




Sehr geehrte Yr&u Freund, 

wie versprochen, schreibe Ich Ihnen nun ueber Ihre Arbeit 
"Zwangsarbelt fuer Hitler." Ich Vrauche Ihnen nicht zu versichern, 
dass ich sie nicht nur mit grossem Interesse, sondern auch mit 
Bewegunsge lesen habe. Sie ist auch ausgezeichnet geschrieben, und 
es sind Stellen darin, die in dieser ^eise vorher nie so gefasst, 
Dinge, die nie so abgewogen und gleichzeitig kraftvoll ausgesprocnen 
worden sind» 

Wenn ich also kaum eine Hoffnung fuer die Veroeffentlichung sehe, 
80 liegt das nicht an c'em Inhalt und an der Form Ihres Opus. Es 
haengt lediglich damit zusammen, dassArbeiten dieser Art heut» keine 
Verleger mehr in Deutschland linden. Wir haben unter den I450 Memoiren, 
die beim L.B.I. Hegen, manche, die nicht in der gleichen Weise und aus 
d« gleichen Grunde, aber in anderer Hinsicht, z.B. durch die staerkere 
BeziShung zu Dingen des oeff entlichen Lebens wert waeren, veroeff entlieht 
7m wenien. ES ist uns aber in der letzten Zeit nicht mehr gelungen, solche 
Memoiren publizieren zu laaseni das Publikum ist in dieser Beziehung 
saturiert. 

Ich habe auch Irau Ilse Blumen thal-Weiss konsultiert, die, seit sie 
in frueheren Jahren einiges selbst publiziert hat - auf dem Gebie^ der 
lyrischen Dichtung - mit vielen Verlagen in Verbindung geblieben ist. 
Sh sie sieht keine Aussicht daluer, zu einer Veroeffentltchung zu kommen, 
auch nicht bei der Furche. Da "de aber selbst auf die Furche hinweisen, 
so bin Ich gern bereit, das Manuskript dieser mio empfehlenoen Wor^n vor- 
zulegen, wenn V.te es wuenschen. Dazu rauesste ich aber natuerlioh bie 
bitten, es In einem andern '/untande vorzulegen, und ich weiss nicht, ob es 
Ihnen angebracht erscheinen wuerds, die damit verbundene Itiehe auf aicb tu 
nehmen, Ingcsichts der geringen Aussicht, die fuer eine Publikation besieht. 

Dass das Manuskript, wenn Sie es wuenschen, innerhalb des >.'erkes Ver- 
wendung finden wird, das vom Leo Baeck Institut gepl^tist. und dessen Vor- 
bereitung Anfang 1972 beginnen wird, is|b aelbstverstaeudlich. Dabei lies aen 
sich auch bestimmte, besonders charakteristische SteUen des Manuskript» 
zitieren. 

Ich sehe Ih-e- Antwort entgegen auch darueber, ob Sie das Manuskript 
zurueck erhalten wollen oder ob es der Menolrensamralung des Instituts 
einverleibt vrerden soll. 

Mit bet'ten Gruessen 
Ihr 



r 

/ 



/ 




.•^2s 



« 



LEO BAECK 1H3TITÜTB 
founded by the Council of Jews from Germany 



Protokoll 

der Boardsitzung am Donnoratag, den 22. Juni 1972 
nachmittags 5 Uhr im Leo Baeck Institut. Jerusalem 



Anwesend ; 

Dr. S. Moses, Vorsitzender 

Dr. P. A. Aisberg 

Prof. J. Arieli 

Dr. A. Bein 

H. Gerling 

Dr. M. Heymann 

A. P. Michaelis 

P. Rosen 

Prof. S. Sambursky 

Prof. G. Scholem 

Prof. B. Simon 

Prof. J. Toury 

Dr. H. Tramer 

M. Unna 

Dr. J. Walk 

Prof. C. Wormann 



Ala Gast ; 

Dr. R. Weltsch - London 



Entschuldigt ; 

3. Adler-Rudel 
Prof. H. Sh. Bergman 
Dr. J. Burg 
B. Cohn 



Dr Moses eroeffnet die Boardaltzung mit Worten des Gedenkens an Dr. ^^^"^ "^>-^'-' 
■grSend vieler Jahre Kitglied des Board des LEI war und an dessen Arbe.t 
aktiven Anteil genommen hat. 

Zum ersten Punkt der Tagesordnung erlaeutert Dr Moses die Liste von Praxen 
•und Ein.elthe.en. die er als eine Grundlage ^^l'^Z^^-^eliTlZ K -E ist n. 
der .oeglichen Verfassung eines «-f « "«^^Hafd^lf S fb fd ies^ .ufsteUung 
auf kulturellem Gebiete" vorbereitet hat, es h<-"'^^"^^°" Anregungen, die 
von Fragen und Themen nicht um Thesen -nde^" - Tiste wfrde " d" Boardmlt.lied.,- 
nicht beanspruchen, das Thema zu erschoepfen. Die Liste wurae 
verteilt und wird diesem Protokoll als Anlage angefuegt. 

P^of,.^cholem bejaht die Frage, ob es eine Aufgabe <ie3 LEI ist ^-/--f^.-^,^, , 
machen, die Bilanz deutsch-juedischer Ko-&cistenz zu zieh n ^^J^^^^^,^^ 
Die Vorbedingung fuer einen solchen Versuch waere, das. ein 2"!° und umfasse,. den 
koennte. der"^ ^rsoenlicher Verantwortung und -^ -;-; "^ ^e r^^^^'' 
Blick einen produktiven Beitrag zu ^J^'^^f'^l^'^^,^,^^ Kultur. 
koennte. Ein solcher Autor -esste nicht nur ^IZlrZJZiil vertraut sein. 
sondern in gleichem Masse mit ^e« Juedischen Kulturerbe zu ^^^^ ^^^^^^ _ .^ 
Prof. Scholem glaubt, dass es in keinem Fall die Aufgabe uc t„,.^„ 

Sammelwerk herauszugeben, das von verschiedenen -toren mi ^^"^ ^^,^^,^,, 
Meinungen geschrieben werden wuerde, zumal dann. zu erwarten waere. 



- 2 - 

ein Teil der Autoren nicht die erwaehnten doppelten Voraussetzungen erfuellen 
wuerde. (Hieraus ergibt sich, dass ein Deutscher fuer die Beteiligung an eine: 
solchen Werke nicht in Frage kaeme, da nur ein Jude aus der vollstaendigen 
Kenntnis des Gesamtproblems ur teilen. kann. ) Eine Samraelschrift dieser Art 
wuerde nichts als die Herausgi^be eines neuen Söimmelbandes neben den bereits 
erschienenen sein, und das LBI wuerde damit die ihm gestellte Aufgabe nicht 
erfuellen. ^ 

Niemand in dieser CJeneration scheint Prof. Scholem als . erf asser des 
Werkes in seinem Sinne geeigneter zu sein als Prof. Ernst Simon. 

Dr. Tramer stimmt Prof. Scholem vor allem darin zu, dass nur, wer beide 
Teile des deutsch-juedischen Kulturerbes kennt, als Autor fuer ein solches 
Buch in Frage kommt. Die Frage sollte aber nicht so gestellt werden, dass 
der Plan des Buches fallen gelassen werden muesste, wenn sich nicht der 
eine wirklich voll qualifizierte und legitimierte Autor finden kann. Es 
waere denkbar, das umfassende Thema in die Hauptgebiete: Geisteswissen- 
schaft, Literatur und Kunst aufzuteilen und vielleicht so drei groessere 
Beitraege zu planen. - Eine der grossen Schwierigkeiten fuer die Verfassung 
einer solchen Arbeit liegt in der Notwendigkeit, geeignetes Quellenmaterial 
zu finden, so vor allem Briefe, die nicht zur Veroeffentlichung geschrieben 
wurden und in denen die Problemlage von beiden Seiten zum Ausdruck kommt, 
eine Problemlage, die ja in verschiedenen Epochen ganz verschiedenartig lag. 
Wenn es sich auch bei dieser Arbeit darum handeln muesste, grundsaetzlich 
Stellung zu nehmen, gibt es methodiach kaum eine andere Moeglichkeit, als 
sich auf Beispiele zu stuetzen. 

Prof. Tourv erwaehnt in einer Zwischenbemerkung seine Durchsicht des hoechst 
umfangreichen Materials zur Judenfrage aus den Jahren 1753-1819 und weist 
darauf hin, wie wenig Ernstes aus diesem Material ueber wirkliche Wechsel- 
wirkungen zu entnehmen ist. Die Quellen aus dieser Zeit deuten immer wieder 
darauf hin, dass man nie zueinander gesprochen, sondern immer aneinander 
vorbeigeredet hat. 

Wie Dr. Tramer, glaubt auch Prof. Ayieli . dass Prof. Scholem die Moe^lich- 
keiten zu sehr begrenzt hat. Natuerlich waere es verfehlt, an ein inkohe - 
rentes Sammelwerk zu denken, aber es waere berechtigt, ein Werk: mehrerer 
Autoren zu planen, wenn ein Herausgeber die einheitlich konzipierte Anlage 
des Werkes gewaehrleisten und vielleicht auch diese Konzeption in einer 
umfassenden Einleitung darstellen wuerde. Als Beispiel fuer diesen Vorschla,; 
koennten die Oxford und Cambridge History dienen. 

Herr Michaelis ist der Meinung, dass die positiven Ergebnisse der Ko-Existen? 
fuer die Deutschen nicht von einem Juden, sondern gerade von einem Deutschen 
dargestellt werden sollten. 

Dr. Walk bejaht die Aufgabe, zumal nur diese Generation noch iiastande sein 
wird, das Problem auch intuitiv zu erfassen. - Ein Teilthema, das nicht 
uebergangen werden darf, ist die Bibelforschung hier und da, und es mafe 
sogar berechtigt sein, diesem Thema eine Einzelarbeit zu widmen. - Ist dara-. 



- 3 - 

gedacht, nur die Zeit von der Emanzipation an zu behandeln oder soll auch 
Sf StUlalter einbezogen werden ? Ist nur von den Juden xn J-tschland 
die Rede oder soll auch der Einfluaa der deutschen Kultur auf Juden in 
anderen Raeu.en, z.B. in Oateuroi«. dargestellt werden ? ^ine genaue 
A^g^^zung des Themas in zeitlicher und raeumlicher 3icht ist notwendig. 

Prof. 3cholem bemerkt, dass keine der zu behandelnden >Yagen wirklich 
öbTektiv behan delt werden kann, in jedem Fall handelt es sich fuer beide 
Se tel Ler u. eine persoenliche Sicht dessen, der die ^^^ge aus eigenem 
Erleben kennt. Auch darf man nicht nach positiven MSE negativen «J^^^-Jj^ 
fragen, da beides moeglich ist. - Die Frage des ^uellenmaterials ist m der 
Sse^r schwierig, viele persoenliche Dokumente, vor allem Briefwechsel 
s^nd verloren gejngen. Vorhandene schriftliche Quellen --l^T^ZfreZ- 
sichtig bewertet werden, da oft besonders von juedischer oeite veroeffent 
uäte DoJ^ente einseiUg sind und nicht der Wahrheit des Verfassers selbst 
enSprech^ Ein g^^sser ?eil der Juden hat aus Gruenden der Reserve geschwiegen. 
"d £her";t es Lwierig. sich nur auf schriftliches Quellenmaterial zu 
verlassen, 

Prof. Simon bejaht den Vorschlag von Prof. Arieli, aber auch hier «erden 
Sr auf gro sse Schwierigkeiten stossen. den geeigneten Redakteur zu finden. 
Und kann ein einzelner Verfasser wirklich alles kennen und umfassen . - 
- SollSn wir uns fuer die verschiedenen Epochen mit einer grossen zentralen 
FiJi be^ue^n. in der die anderen zusammenlaufen ? Duerfen wir uns n^ auf 
A'.a Hf^r^he beschraenken ? «ie weit soll nach unten gegangen werden . - Uas 
ri hfige wa^e dt Terausstellung profilierter und typischer '^-che.nungen 

Tobei wir beruecksichtigen muessen, dass auf f "/-^f^f -^^/X^J, r 
wirklichen Hoehepunkte auf die verschiedenen Zeiten fallen. Auf J^^en Jaxi 
Ss die Gefahr eines Katalogs, der Aufzaehlung von Namen etc.. vermieden 
werden. 

nr.' Weltsch Sieht in dem geplanten Werk eine ---^"^f^J^^^f jf ^^^ther 
aller Probleme, die das LBI seit seinem Beginn beschaeftigen ^"^^^^^ J . ^ '^^ 
tiien Niederschlag in Einzelarbeiten gefunden haben. - enn von Objekt v^.^aet 
der Darstellung gesprochen worden ist. muss gefragt ^l'^'^J^^^H^TZn 
Objektivitaet verstehen, denn das Urteil wird ja davon abhiengig sein, von 
wefchem juedisch-politischen Standpunkt aus „.n die ^ff ^llZerTen 
darauf ankommen, das Objektive zu suchen, das hinter den proklamierten 
Gesinnungen steht. ■ Am schwierigsten wird es sein, das J^edisch-Funktionelle 
ZTZ^ Einwirkung zu erfassen, denn dafuer gibt es keine wi..en3chafai.nen 
Maastaebe, ur.d seine Erfassung ist nur durch Intuition ir.oerlich. 

P^^of^j^OTM betont, das. das Gebiet der Naturwissen.chafton ^^^;^^-^^^^-- 
werden darf. Auch er schliessL aioh der Meinun.T an, dass irol. oiuon 0^ 
gefixt Autor ist. Sollte jedoch dieser Vorschlag -^^^^' ^''''';''''''^^^" 
Sss^er von Prof. Arieli angeregte Weg eingeschlagen "--d--- .^^-J^od. k eu. 
^^Lste dann das Recht haben, die Autoren fuer die einzelnen .nemcn .el.st 



- 5 - 



wenn diese wirklich repraesentativ sind. Das wesentliche ist, dass Gedanken 
gebracht werden, die dann durch Beispiele belegt werden koennen. 

Alle Teilnehmer an der Diskussion sind der Meinung, dass der wuenschens werte 
Weg ist, einen Autor zu finden, und von allen Seiten ist die Meinung ausge - 
sprechen worden, dass Prof. oimon dieser Autor sein sollte; das waere die 
bei weitem beste Loesung, selbst wenn es dann noetig waere, eine gewisse 
thematische Begrenzung des so umfangreichen Fragenkreises vorzunehmen. 
Sollte das jedoch nicht moeglich sein, muessen wir in der Richtung des 
Vorschlages von Prof. Arieli denken, zweifellos unter Beruecksichtigung 
der Einwände von Prof. Scholem gegen ein Summelwerk, das ein Forum fuer 
die Darstellung einander entgegengesetzter Auffassungen werden koennte. 
Es ist jetzt unsere Aufgabe, die praktischen Moeglichkeiten fuer die Durch- 
fuehrung unseres Planes zu pruefen. 



Zum zweiten Punkt der Tagesordnung uebergehend, faast Dr. Moseq 
zusammen, in welcher Form das LBI bisher mit deutschen Wissenschaftlern 
Kontakt gehabt hat. Der Schwerpunkt der Zusammenarbeit liegt in der Beteiligung 
^ deutscher Historiker in den vom Londoner Institut herausgegebenen Sammelbaenden, 
Deutsche Wissenschaftler haben zu diesen Buechern nicht nur Beitraege geliefert, 
sondern auch in der Form eines Beratungsausschusses, der mehrfach zu Arbeits- 
konferenzen zusammengetreten ist, einen gewissen Anteil an der Planung der 
Sammelbaende genommen, wobei es unsere Tendenz war, bei den Beitraegei; von 
deutscher Seite konkrete historische Arbeiten in den Vordergrund zu stellen. 
Es besteht nun die Notwendigkeit, die Frage der Zusammenarbeit mit deutschen 
Wissenschaftlern noch einmal zu durchdenken, angesichts der T^^tsache, dass 
jetzt die Plaene der Universitaeten in Tel Aviv und Jerusalem fuer uns eine 
neue Situation geschaffen haben. 

Wie bekannt, ist im vorigen Jahr an der Universitaet Tel Aviv das 
"Institut fuer deutsche Geschichte" unter Leitung von Prof. Grab gegruendet 
worden, und zwar mit sehr erheblichen Mitteln, die der Universitaet Tel Aviv 
von der Volkswagen-Stiftung zur \^erfuegung gestellt worden sind. Das Institut 
beschaeftigt sich vorwiegend mit deutscher Geschichte, aber auch deutsch- 
juedische Geschichte ist, in allerdings begrenztem Umfang, in sein Arbeits - 
gebiet mit einbezogen. So enthaelt das kuerzlich in deutscher Sprache erschienene 
erste Jährbuch des Instituts eine Reihe von Beitraegen zur deutsch- juedischen 
Geschichte, und nach unserer Information haben auch einige der ca. 25 Schueler 
des Instituts (die nach dem BA aufgenommen werden) die Absicht, MA-Arbeiten 
oder Dissertationen ueber deutsch- juedische Themen zu schreiben. 



I 



Unsere Beziehungen zu dem Institut sind durchaus freundschaftlich, doch 
sehen wir vorlaeufig keine konkreten Ansatzpunkte fuer eine wirkliche Zusammen- 
arbeit, Zu erwaehnen ist noch, dass das Institut bereits begonnen hat, deutsche 
Wissenschaftler als Gastprofessoren einzuladen. 



- 6 - 



Weniger klar, jedoch fuer die Arbeit des LBI von groesserem Einflusa 
ist die inUiat^v; der Universitaet Jerusalem. Noch am Ende des oommers 1971 
ist aie iniT,xauxvc Rektor der Universitaet, 

deutsch-juedischen Einflusses in der «^^^^f S^^°^^=f^"' VItSemtIte 
^»,.+aoh-iuedischen Einflusses in der Sozialgeschichte, c) Antisemtilca, 
dWuSniroSeme im "Dritten Reich". - Ein Teil der Themen der vorgeschla- 
lef Forsch^irbeiten, deren Formulierung eher den Eindruck von Impro- 
visation ^cht ist identisch mit von uns durchgefuehrten oder geplanten 
Arbeiten. 

Prof Katz war mehrfach in Deutschland, und inzwischen ist ein ivrbeits- 
ausschifs-gegruendet worden, dem von -^-n der universitaet J^^^^^^^ 
Katz und Prof. Talmon. und von deutscher oeite Prof. .^°"^^J^f 7°'^;^^„o 
...ehoeren Ferner Sind Dr^^.^^^^^^^^^^^^ 

'fir eSscrrsLfcLfriern Fuehlung zu nehmen. - fh Ju^ f ten 
•auf dem Gebiet deutsch- juedischer Geschichte ^'^t^^^^^^^'^«"' f ^J^^^^"*^ 
t!tenwaertig damit beschaeftigt. persoenliche aussprachen mit diesen 
, ilfJZTAlm zu haben. - .uch gehoeren gemeinsame Arbeitstagungen und 
Konferenzen zu dem Plan von Dr. Katz. 

Unbekannt ist uns. wie weit von Prof. Katz bereits Finanzierungsquellen 
fuer sein Projekt gefunden worden sind. 

Vor mehreren Monaten hat Prof. Katz eine Unterhaltung mit Dr. Koses 

üeixe ner au xxu „ j^„ ^-rPoncii r-htlich von ihm in Deutschland 

mit dem LBI besteht, eine trage, die offensichtlicn von 

Mitteilung gemacht und vorgeschlagen, dass demnaechat eine weitere p 
mit ihm stattfinden soll. 



l 



Zusammenfassend muss gesagt werden, dass die Plaene Jer Universitaet 
Jerusalem, die sich ganz weitgehend mit dem --^-^/^^^--f^//;^ find Die 
uns verspaetet und in unvollstaendiger ^eise mitgeteilt ««^'^^'^ ""^ 
Z ZI Lversitaet kontaktierten deu1 sehen Historiker sind dieselben 
die seit langem mit dem LBI zusammenarbeiten und die bereits zum Teil mit 



• 



/ 



- 7 - 

gewisser Ueberraschiing und Verwunderung die Frage gestellt haben, ob denn eine 
Koordination zwischen der Universitaet und dem LBI vorliegt. Ferner taucht die 
Frage auf., ob und in welchem Masse die Aktion der Universitaet Rueckwirkungen 
finanzieller Art fuer uns haben kann. Im Augenblick scheint das nicht der Fall 
zu sein, doch lassen gewisse vorsichtige Aeusserungen zumindest einer deutschen 
Stelle darauf schliessen, dass das fuer die Zukunft keineswegs ausgeschlossen ist. 

Angesichts dieser Entwicklung haben wir uns zu fragen, welche Stellung wir 
zu den Plaenen der Universitaet Jerusalem nehmen wollen. Voelliger Verzicht auf 
Zusammenarbeit ist schon wegen der deutschen Faktoren kaum moeglich. Wir haben 
wohl zwischen den folgenden drei Moeglichkeiten zu waehlen: l) prinzipielle 
Vereinbarung einer Kooperation, mit der Tendenz, abzuwarten, welche Vorschlaege 
uns gemacht werden, 2) Kooperation mit gewisser Initiative von unserer Seite 
(z.B. einem Vorsehlag, in das Forschungsprojekt der Universitaet uns interessie- 
rende Themen wie Wirtschaftsgeschichte oder Demographie einzubeziehen) , 3) Koope- 
ration als voller Partner, was sich darin ausdruecken muesste, dass das LBI in 
der bereits erwaehnten Kommission vertreten ist. 

An der sich an die Einleitung von Dr. Moses anschliessenden Diskussion 
nahmen teil: Prof. Wormann, Prof. Simon, Dr. Tramer, Dr. Weltsch, Prof. Scholem, 
Prof. Arieli, Dr. Aisberg, Gerling und Ginat. Alle Redner gaben ihrer Verwunderung 
und Betroffenheit ueber die Aktion der Universitaet Ausdruck. Es muss natuerlich 
verhindert werden, dass der Plan der Universitaet Jerusalem stoerend in die zukuenftige 
Arbeit des LBI eingreift, wenn auch nicht uebersehen werden kann, dass eine intensivere 
Beschaeftigung mit deutsch-juediacher Geschichte in universitaerem Rahmen auch eine 
positive Seite hat, besonders in Hinsicht auf die Heranziehung von neueren und juen- 
geren Kraeften aus den Kreisen der Studenten, die unter den heutigen Bedingungen 
durch das LBI zu erfassen sind. Auf jeden Fall ist es dringend erforderlich, eine 
grundlegende Aussprache mit Prof. Katz zu haben, um zu pruefen, ob und in welcher 
Weise eine Zusammenarbeit moeglich ist. Eine Beantwortung dieser Frage wird weit- 
gehend von dieser Unterhaltung abhaengig sein. 

Es wird beschlossen, dass sich an der Aussprache mit Prof. Katz ausser 
Dr. Moses, Prof. Simon, Prof» Arieli und Mitglieder der Geschaeftsfuehrung beteiligen. 

Im letzten Punkt der Tagesordnung wird der Vorschlag von Prof. Simon eroertert, 
dass sich das LBI an der Herausgabe der Dissertation von Dr. Elieser Stern beteiligt. 
Dr. Stern, Leiter der Sohool nf Education der Universitaet Bar Ilan, hat eine Arbeit 
ueber das Thema y-ix ^-n üy T]-]-]!-)'- geschrieben, in der Prof. Simon, unter dessen 
Anleitung die Dissertation geschrieben worden ist, einen wichtigen Beitrag zur 
Geistesgeschichte der Orthodoxie in Deutschland sieht. Die Universitaet Bar Ilan 
hat beschlossen, diese Arbeit - nach gewisser Umarbeitung - als Buch (in hebraeischer 
Sprache) herauszugeben, unter der Voraussetzung, dass das LBI sich mit einer gewissen 
Summe an den Druckkosten beteiligt. - Nach kurzer Diskussion wird der Vorschlag von 
Prof. Simon grundsaetzlich akzeptiert, doch ist es notwendig, noch eine Reihe von 
Fragen mit der Universitaet Bar Ilan zu klaeren. 

Schluss der Sitzung 8 Uhr . 



BILANZ Dcvt OKUToGH-JUiÜ)IoCHi::N KÜ-ruvloTü. 



I. Das Thema 

1. Welche positiven Ergebnisse hat die Ko-Existenz gehabt 

a) objektiv ? 

b) fuer die Juden ? 

c) fuer die Deutschen ? 

2. Im einzelnen, u.a.: 

a) Hat ein deutsch-juedisches Gespraech stattgefunden, in welchem 

Masse und mit welchen Ergebnissen ? 

b) Ist juedisches Geistesgut durch die Ko-ßxistenz bereichert worden 

und inwieweit ? 

c) Welche Rolle hat das Juedisch-Punktionale in der Ko-i^ixistenz gespielt ? 

d) Welche negativen Wirlcungen hat die Ko-Existenz auf kulturellem Gebiet 
fuer die Juden gehabt ? 

e) Was bedeutet die Kunstwart-Debatte fuer unser Thema ? 

f) Inwieweit sind negative und positive Auswirkungen in Betracht zu ziehen, 
die die kulturelle Ko-Existenz auf andere Gebiete ausgeuebt hat ? 

II. Die Aufgabe 

1. Ist es eine Aufgabe unseres Instituts, die Bilanz der kulturellen 
Ko-Existenz zu ziehen ? 

2. Inwieweit koennen die Ergebnisse der Ko-Existenz nur aurcu :^Kd..piolo 
dargetan werden und inwieweit ist eine allgemeine, in i>:ewi3Ge-n Umfang 
abstrakte i?'orm der Darstellung moeglich ? 

5. In welcher Form kann die Aufgabe erfuellt und geloest werden: 

a) durch ein umfassendes Werk eines Autors ? (wenn ja: wer meme dafuer 
in Betracht ? ) 

b) durch ein oammelwerk ? (wer kaeme als Herausgeber in Betracht ? ) 

c) wuerde auch ein nichtjuedischer Autor heranzuziehen sein, um die 

Ergebnisse der Ko-Existenz fuer die Deutschen zu behandeln ? 

• 

Dr. 3. KOSES 



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ADDENDA Tu REPORT SUBMITTED MAY 31, 3^972 



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1 1972 




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SincB the ueek of June 19, Mrs. Thalheimer spends tuo days per 
ueek cataloging. Uihile her efforts ars directed primarily tü- 
uard thGSB books within the old collection that are slated for 
inclusion in vol. 2 of the LBI catalog, she has also helped to 
reducB the backlog of more recent purchases uhich had accumu- 
lated during the past year. Mrs. Thalheimer is capable and co- 
operativB. She offered to do her oun typing, uhile regrBtting 
that it uouLd provB rathsr timB-consuming duB to hBr lack of 
proficioncy. Because I feel that hsr skills. should bB Bm- 
ployBd lüherB thay arB most productive, I decidBd to undBr- 
takB this task. liJhilB thBre is no good alternativB to thia 
coursB, it is an addsd factor in a difficult Situation to 
uhich thBPB is, at present, no Solution. Gv/er any extendsd 
pBriod of tima it will not bß possibla for ma to combinB thB 
rasponsibilitiBS and dstails of my pravious position with my 
neu Obligations and continuB to make affective progress, 
ÜB havB at prasant tuo College girls uho are each giving us 
an avaraga of four hours a day. Thsir usual tasks consist 
of rspairing, labeling and shelving books, filing catalog and 
authority cards, and checking pariodicals, 
Additionally üb havs, for the summer months, one full-tima 
young man, also a colisge student, uhose Job it is to rsshelve 
cur Bntira L. C. cataloged collection, uhich is moving into 
the nsuly expanded shelf-f acilities. At the same time, uith 
thB part-time help of one of our girls, ue are taking a long- 
ovBrduB inventory of our books by checking them against our 
shalf-list Cards, This Operation has several purposes: 

a«) prevant misahelv/ing of bonks. 

b.) correct previous errors in labeling. 

c.) determine uihich books are missing or unaccounted for 

d.) find btinks that uere apparently lost, but uere in 
roality mislabeled or misshelv/ed. 



Furthermore, all the books uhich uere on open shelves during 
the alteration uill bü vacuum-dusted. Follouing the comple- 
tion üf this phase, the books prGsnntly shelv/ed on the first 
floor behind Mrs. Turnheim'r; nfficc uill be rnnv/ed into the 
hasement in ordnr to give /Irchives ronm for expansion. 



Stephanie M. Stern 



^^^A'Ci^luiA.Lc pi :^uXi<^ 



-1 1 



71 1.(7^ 



» 'Ift- 



November 28, 197S 
s/828- EH/Iß 



)^^4i 



TOt 



MSMORANlXm 

Cr. Max Oinienewald 
Dr. PritB Bambarger 
Dr. Fred Orubel 



FRQMi Kmest Hamburger 



In Order to further the preparatlon of the aeoond 
volvnne of the Catalog, I dlacuased the problem wlth 
several menibere of the ataff of the Library whose 
Cooperation is requlred for the fortl.comln& volume. 

Mr. Oalliner 1» the only Btaff metiber who took part 
in the preparatlon of tho flrat volumo andle therefore 
thorovifihly familiär wlth the raaln polnts Oi vlew an« 
the methods of worlc by whlch Dr. Kreutaberger ».as^ulded. 
1. theraforc, askad hlm to prepare a racmoranduiri wf^lo?! 
Beta forth our conßlderatlons and the conclueiona towhloh . 
we arrlved. Mr. Galllner'ß raemorandum 1b encloaed herewltn. 
I eepeeially wlah to draw your attention to paragraph 3 
relatlng to the polntB of vlew to be reconcllod. 

I propoae the followln^ pi-ocedurei We »»^"uld flrat 
find out whether we agree on the propoeed co»t«"tB ot the 
forthoomlng volume. We should then dlscußa the matter wlth 
MTB Stephanie Stern In order to ascortaln whether the 
SS^ieS work 18 compatlble wlth the entlre «f^»* •«f'^'^lj. ' 
Sf the Ubrary. Thei-eafter Di«. Kreutiberger «»^ould be con- 

Bulted and If he Is not oppoeed to the P^t?;.« r«S^no?oval 
Bhouid be Bubmltted to the Executive Coramlttee lor approval. 
Thereafter, work on voluine 2 could atart. 

In the meantlmo, MrB.Thalhelmer could con^j2''!K!'n!ii;SS"* 
m conforralty wlth thla plan. Thla would promote the prepar- 
-♦^1«« r.f rhe cataloF. If the plan 18 acoepted, and not do 
!Sm"to thS wori i^ihe litr.?y If onother plan wäre preferred 
in the course oi* our dlacuoBlons. 






•t> 



// 



Kmeßt llamburgor 



SnoleS Mr.Oallincr*ö raemorandum. 



Memorandum 



Nov««^iber 28, 19 T^ 
S/B31-Ha/IS 



49n 



S^iÄS! ™i».. or th, LBI-Cataloe . 

SlntÄoks. London lyby -. a« did Wi.i. 

All «.r. alBO a^reed that "--•i^P^^^^JrSutiä^giJ': 

to ^•/•«?"«^if U'^: SiJllir'.. JirrliS Tv.'rou^n -/»r « 
introductlon to Vol.I »"''l^^^^"' " . Bafflol^nt nuob«r of 

JSsslble. The <^o"l«f - fiiiatton o? lo^e hundred page.. 
If Jhe forthcomlng volume i. to be pabli. ^^ ^ , 

reasonabl« Pe^l-o^,^^,^^"®;'^^^;, «n whlch cataloguing and 
moorporatlon of t^««« ^^Jf J^J JJ^rar. of Contreaa ay.tam 
r»-catalotiulng accordlng to the u-or^rj 
(L.C.S.) IsIK^ most advanced. 
* / . 






1 1 






«comn« to Dr.icreat...rc.r-. pl«..Voa.II .hould c.v.r 

the followin^i, Bubjectsi 

DeutBCh-Juedlaohe Oeachlchta 1« jl^^JJ^Jj;"' 

J^sbesondere neuere ^"J^^J^jf ^„3 J5ui?. - 
(EraanzipatlonBselt - Aufstiefe unu ru. 

Niederganb und Zerstoerun^ J, 



Judenfrage und AntlaemltlBmuB. 



It will be extremely dlffloult ^^ P^«P?^ JJÜJoS (Sp««^- 
Sth til. plan. Blnce « |^jf "l^^^tlloguiS! "hH^If J e? the 
ately 1500^ hae not yet been J«-^f JJ^^Jeaeid to carry the 
Library would therefore have *^^,°® ^"^^ work wlthout undue 
äditlinal workload ^"^^^J^-Hhi prep^»t!^ of the «anuaerlpt 
jrv;i!riVoS!d^?:irth-rir io"f L?Tear3 . 

.ccordin. to Dr. ^reut^berger-e plan the oont.nt. of •. 
vol. III would Cover the followln^; eubject.« 

OeBchichte der groB.en JuedlBC».en religloeaan 

und alU*melnen OreanlBatlonen^ Soslalge.ohlehte, 

4ZIIVZ ÄM :« ^^ Sozialpolitik, 
Demographie und Statistik. 






;>» 



* ■ . * 



-2- 



- 2 - 



)lovwib«r 23« 1972 
B/8-^1 -HO/IS 



HMkOrandum. 



La fmr as th« subJeetB to be eov«red in thlt volume mv 
JSnJSnJS/the Situation 1. «ore f »vorabl. . Cat.loßuln^ 
JS ri-catalogulng of books wlthin these «•t'torl«« hav« 
SooSt baen coiapleted. It la, therefore. Propoaad to 
Jiblieh Vol.III ahead of Vol. II. Suca a ohange Jj •••»JJJJJ^ 

jrsi"u.h:5'y i^i"°iiT;rrai :S'vo?^-iri' ÄtJ'cSs. 

^ SiiiSuon foJ'ihi'pSor publicatlon of th. forthoajln^ 
vSlumi could be «.Ivan in the introÄüotion to <^hat volu«.. 
Hoiav.r th« contenta of th« volume, aa propoaad ^^J^'.^.^ 
?SlIt«b4rgar/2ould not covar a aulflolant number of »ubjoct» 
S ?iu thtS voLue. Addltlonal toplc.for Vol.III oouldbe. 
sSlinci. Mediclne and Paychology. If thesa <»f «üorl« jro 
inoludad, the new volonia would comprlsa about 58OO bookai 
3S0O öf thaia hdv« alread> baan re-catalo&ued, ^22.^^2 
to ba dona! Aa far aa cataloguln^ alona la concarnad, th. 
work oould be completed In the flrat montha of 19/'3. 

Bvan wlth the addltlon (Sclenca, etc.) tha nuaber of 
booka would not be aufflclent for an entira ^oluo«. It «, 
therefore. au yested to include In the volume the «unmiurteB 
ifl^Sr&O memoire, reoelved durin^i the laat /«fra» Jj! 
hav. not yet oeen prlnted In Vol. I. Ukawlae, «i*?^^*» »,,_., % 
5? Su? a»^ut 200 uSpubllahed manuacrlpta ("Ot autoblo&raphloal) 
Sould bl added. Moreover, our mlcrofllma of «hlch wa "OJ ta^o* 
tho titlaa but not yet the contenta Include valuable auto- 
biographlcal and other materlal. 

The aunmvariea of memolra^d '"""•«j:^?^',^";^.?^^!'*" 
filma) will be completed In the courae of 19p. ^"J. ™ 
iitSlal a volume. oovering a aulliclant nu-ber o' Ijem. 
to Warrant a publicatlon, can be expccted to be coraplete, 
5S ISoS ahoSld be also «ade to include the j^jrjj^jjj»,^ 
autoblOKraphical memoire In thla volume. Dr. «onlk* IUOUWTb 
S^J la SJklnfe on thi. materlal could be J-lP^I^-. J" *J ^Jj 
non-hutobiographlcal "manuacrlpta " on »^cro^^^"" i* '^.JJonal 
h!rdly Poaaible to include th*a in the volume unlea« eddUlona* 

help la aecured. 



'i ) 



, J« 



•> V 



1" 



■ ( 



Althou&h catalogulnß, re-catalogulne *"? •^^^jJSfd 
will be coBDleted in the courae of the year 1973« i* «o«!« 
S in erSSr to aas ime that the manuacript can be ready for 
publicatlon by the end of 1973. 



-3- 



- 3 - 



Nov«nb«r 28, 1972 
S/831 -HQ/IS 



MsmorwTHlua . 



In addltlon to cataloi^uinc, th« followinü preparatory 
work for Vol. HI will be necessaryi 

Cheoklng and ra-ohackln« of the Ubranr-oardJJ 
cÄtheririK all rtlavant matarlol fron» th» antar» 
UbriS^n Order to toa »ura that all book. da^lng 
wlth tha raspeotiva Bubject« ara belnß Inoludedi 
and preparatlon of notan whenavar book-tltiaa 
ara not ßelf-explanatory, olarlfylnc tha r«a«on 
for tha Incorporablon of euch oooka Into tha 
Library of tha LBI. 

In addltlon, a Oenaral Indax intagratint all »actlona of 
tha TOlUBO Bhould be fumlahad. 

I may be ullowad to Include hara an ?-nt«rP<>l**^**J,^. 
palatlng to tachnical proülara. whlch will hava to ba aolvad 
S aomSctlon wlth tha preparatlon of thls voluaa. I do not 
«Sah to bürden thla raemorandua wlth too «"»ny/f^^ü'^^*.,. 
I^t to mantlon that tl^ee proolama rafor mainly to bojfj- 
llna oa.a8 of topios which balon^ aither to yol« II' J" «' 
^? a» daaorlbed in Dr.Kreut^bergar'B projact. Thay arlM 
in oSt f rom tha fact that Dr. Krautzbarticr'a plan !• »»»fj 
on thTpriviouB suudivlsiona of t\M Library, wharaaa na ahall 
SSw havS to follow thoao baaad on vha LCS. A daoiaion will 
SIo have to be takan on Paatachriftan «Ijl?»^* „»?ö°?;^"« *<> 
te. Krautabarger, would hava to ba liatad in Vol. IV. « 
Sihtbaprefarable to ll.t genaral Pastschrlftan in tha 
voluna noW in preparatlon ander the varlou. headlnga. ^^ 
Jeilsh FestBOhriften would be dealt wlth aa a unit in Vol.IV. 



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3 












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Plnally, Introduotlona to «»o»^ »•<^''^®V °J.yS^:"L S^ 
and a caneral Introduotion to tha vola,.« *J".w?r«?Jn 
oraDarad. If the work proccede, accordlng to thia pl*«* 
SrSIS^b; aaaumed that the preparatlon of tha introduotion 
iould Btart aai'ly In 1974 and ba completed wlthin a Perlod . 
of about Blx montha. Thua, the antlre work could f« oo^ljt«« 
in tha oourae of the year 19Y4. which moana that tha manu». 
arlpt would be ready for publioation within two yaara. 






•1 * 



i 



•V 



If a declBiin Is reaohed on the baala of th«»a 
proposala, the table of contente to Vol.lH will ooinprli 
tha followinü Buujeotat 



-Ü- 



- i4 - 



Movember 28, 1972 
s/831 -HO/IS 



Memo r and Jin 



I Books 

/iBSffHTCHTS PSA QflOSSSN JUßDISCHEN ÜH D ALLOSMglNBM OROAIHSATIOHIM 
JUSPISCHE WOHLFAHRTSPFLISGS 
JUi:J)ISCHE SQZIALQESCHICHTK 
T).^MRUmiK UND STATISTIK 



Teilnahme der Juden im deutschen Sprachgebiet Im 
VTTn-SCHAFTS GE SCHICHTE 

Blbllographia 

Allgemeines 

Horjuuen 

Dankwesen und i^lnanzen 

Handel . . . 

Industrie (nach m-anchcn geordnet) 
Verlai::;«- und Zeilungsvesen 
Landv/ii'tschaft und Handwerk 

RECHTSVISSENSCHAFTKN (subdivislons to follow) 
3TAATSVI3SSNSCHAFTSN (SozlallBmus etc. ) 

NATURVISC aNSClIAFTEN 

Cheraie, Physik, Astronomie 

MATHEMATIK 

MEDIZIN 
PSYCHOLOGIE 



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II Me nioiren und ander e Manuskripte 

"Cataloguc raisonn*" von Memoiren und anderen nicht 
^ oefTentlichten Manuskripten. 



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Columbia llnivcrsitv in tlu- ( itv of New York New York, N. )\ 10021 



CENTER FOR ISRAEL AND JFWISH STUDiES 



International Affairs BIdß. 

January 8, 1973 

y 5d 



Mr. Fred Grubel 
Leo Baeck Institute 
129 East 73rd Street 
New York,, N. Y. 10021 



Re: G/1322-PG:DZ 




/ 



^ 



/ 



Dear Mr. Grubel: 

I have pondered over your Inquiry of December 22, 1972 and feel a 
blt of an urge to undertake the preparation of a book of the klnd mentioned 
by you. 1 should be particularly interested In the international aspects of 
dealing wlth the Jewlsh question in post-Napoleonic Europe. It now looks as 
if I could complete the manuscript of Vol. XVI of iny History durlng the sunmer 
and could start worklng on that topic sometlme In the Fall or Winter. 

However, I have not worked in this area for the last thirty years 
and there has been a tremendous accuraulation of new materials, both primary 
and socondary in varlous languages. It appears to me now that I would re« 
quire a miniraum of fifteen months, a stay of three to four months wlthln that 
period, primarily in Germany and Austria but also in West- European countries 
and possibly in East Germany if, with the present thaw in international ten- 
sions, worklng opportunitles there would be better than they appear now. To 
put it blintly, I would have to engage the assistance of a research fellow 
durlng those fifteen months, defray the expenses of a European trlp, pay for 
clerlcal assistance, photostats, mlcrofllms, and the llke. In other words, 
If I could find the approprlate fellow I would have to award him a fellowship 
of $300.00 per month for those fifteen months and expend at least $3000.00 on 
the other Items. 

Do you thlnk that the Leo Baeck Foundation could obtaln such a subsldy 
of say $7,500.00 for the preparation of such a volume? I assurae that the volume 
would run to 400 or 500 hundred prlnted pages and should have no dlfflculty In 
securlng a good publlsher. At least thus far I have had to decllne qulte a few 
Invltatlons from reputable publlshers In thls country and abroad. I also 
take It for granted that I am to wrlte the book In Ehgllsh. 

If your answer should be that the Foundation cannot afford such an 
Investment, please do not hesltate to say so. Even If your answer should be 
positive, we would still have to iron out certaln detalls before a contract 
could be slgned« 

Wlth klndest regards and best wlshes for a happy New Year, 



Slncerely yours, 
Salo W. Baron 



MEMORANDUM 



to: Dr, MAX GRUENEWALD 

cc. Dr» Bamberger, Dr» Grubel, Mr. Lessing 

frora: Ern^ert Hamburger 




I read Dt. Herbert A. StrauasSe Memorandum and agree with him that it 
is desirable that the Leo Baeck Institute acquire as much archival raaterial 
aa possible, as far as it is within our terms of reference, I am doubtful, 
however, whether we can prevent the fragmentation of the archival material 
by our policy of acquisition since we have neither the power nor the financial 
means necessary for this purpose« 

rfevertheless, if Dr. Grubel thinks that by discussin^ the matter with 
Dr. Strauss with regard to obtaining funds for collecting such material, I feel 
that he should be encouraged to get in touch with him. 

Dr. Strauss nientions the archive of Manfred George which has been partly 
inventorized by Professor John Spalek. I had several talks with Mrs. Manfred 
Geo^'ge some months ago and diecussed the matter with her again on the basis 
of Dr.ntrauss's memorandum in order to find out whether she would be inclined 
to consider the Lpo Baeck Institute as a recipient of the archive of her late 
husband. 

I ascertained the following: Mrs. f-lanfred George is not sure whether she 
should hand ox^er the whole literary es täte to another person er Institution, 
since she would like to retain at least oart of it. She is, furthermore, 
aware of the fact that she is not legally er.titled to dispose of the literary 
.eeiate as far as it includes letters written to r4anfred George in his capacity 

editor of the "Aufbau"^ and this is a considerable part of the estate. 
Mrs. George also mentioned that her sister-in-law, Mrs. Oscar Maria Graf, 
received $21,000.00 for the literary estate of her husband, and she telieves 
that she could mbtain more than that for her husband's archive. Finally, 
Mrs. George expressed the wish that as much as possible should be published 
in the near future in order to preserve er to revive the meraory of her 
husband. 

Under these conditions I feel that we should refrain at the present time 
frora pursuing the matter further. 



January 16, 1973 






2. Februar 1973 



Lieber Herr Dr. Gruenewald, 

Ich fuerchte,dass ich Sie in der naechsten Woche nicht 
sehen werde, da ich nur am Donnerstag in das Institut zu Jc^ 
v^«>.«4r.v.4-4rro. Ich moechte daher schriftlich einige Fragen 



kommen 
an- 



beabsichtige. Ich moechte 
schneiden. 

Die zwei Sitzungen im Februar habe ich erbeten, damit wir 
vor dem Eintreffen unserer Freunde Einigkeit ueber alle Probleme 
erzielen, die bei den Beratungen der drei Institute aufkommen 
koennten. Wir muessen aber auch sogleich nach der Rueckkehr vpn 
L-ssing und vor der Abreise von Wiiikler,der im Ma rz nicht in 
USA sein wird, das Budget besprechen. Ich selbst moechte Zustim- 
mung zu dem Plan von Band 2 des Katalogs erreichen- in dieser 
Sitzuna muss Bamberger anwesend sein,waehrend Lessmg mir sagte, 
dass sie in seiner Abwesenheit stattfinden koennte. Wir muessen 
versuchen, Einigkeit ueber Band 2 zwischen uns zu er zielen, bevor 
KreutsToerger eintrifft. Auch die Heranziehung von Frau Heike im 
Jahre 1974 muss prinzipiell entschieden und eventuell Verbindung 
mit ihr noch im Maerz aufgenommen werden. 

Was unsere lectures betrifft, so waren Grubel und ich 
uns einig, naclidem wir einen Vortrag von Mommsen vor i^nem kleinen 
Kreis in Columbia University in englischer Sprache gehoert haben, 
dass er l^i uns am 22. 2. in deutscher Sprache seine lecture 
aeben sollte. Grubel moechte auch Kesten im Maerz bei uns sorechen 
iassen,was bedeutet, dass wir den Vortrag von Maass auf den April 
verschieben rauessen,worueber wir uns einigten. Fuer eine weitere 
lecturp ist dann vor dem Sommer keine Zeit mehr, wenn wir nicht 
unser Programm ueberladen und unserem Publikum zuviel zumuten 
wollen. Grubel und ich einigten uns darauf , dass der Vortrag ueber 
Schnitzler, ursoruenglich fuer den April vorgesehen, auf den 
Herbst verschoben werden soll, /«as den Vortrag ueber Gustav 
Landauer betrifft, so kann er gleichfalls erst nach der Sommer- 
pause stattfinden. Sie machten aber in unserer vorigen Sitzung 
darauf aufmerksam - und ich stimmte sogleich zu - dass ein Vor- 
trag ueber Landauer hohes Niveau haben muesste.Ob die in Aussicht 
aeno«Biene Vortragende diese Voraussetzung erfuellt, kann ich nicht 
sagen.Aber wir sollten jedenfalls uns nicht dem Risikoa aussetzen, 
einen unzureichenden Vortrag zu haben, und vor unserer Entscheidung 
sollten wir zum mindesten eine Disposition, wenn nicht das gesamte 
Manuskript sehen. 



/ 



^ 



Der Veranstaltung der Lesser-üry Ausstellung haben wir alle 
sugestimmtpund es ist in der Tat eine sehr schoene Gemaeide* 
Sammlung, Aber es hat sich wieder gezeigt, wie ueberlastet unser 
nicht mehr jugendlicher staff durch die extra-curricular 
activities ist, und es waere gut, wenn dies die letzte ausser- 
halb unserer eigentlichen T aetigkeit liegende Veranstaltung 
in diesem Jahre bleiben wuerde. Vorsichtig werden wir auch mit 
der Zustimmung zu aehnlichen Veranstaltungen im Jahre 1974 
sein muessen. 

Bei der Eroeffnung der Ausstellung am Mittwoch gab es pein- 
liche Nomente, so unangenehme, dass Winkler, sonst so zurueckhaltend 
»ich am gleichen A bend anrief , um sich mit mir darueber aus- 
zisprechen. Die Ansprache Grubeis enthielt Taktlosigkeiten, auch 
sagte er einiges ueber Lesser-Ury als Maler, wofuer ihm die 
Qualifikation fehlt. Die Ansprache von Werner war ganz ueber- 
fluessig, da sein Artikel im Newsletter als Soncierdruck ver- 
teilt wurde und der Eindruck des Autors als Sprecher denkbar 
unguenstig ist. Als im Publikum Unruhe entstand - kein V</under 
nach vier Ansprachen- schrie er lauti ShutI Das"up" hat er gerade 
noch verschluckt. 

Winkler regte an, dass \fir in der 25ukunft uns in der Exekutive 
rr-f^) ueber Form und Art der Begruessung und der ßinfuehrung solcher 
Sonderveranstaltungen unterhalten sollten, und ich schlAesse 
mich dem an. 



Mit herzlichen Oruossen 



Ihr 



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THE 



PENNSYLVANIA 

STATE 

UNIVERS ITY 

PRESS 



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215 WAGNER BU'LDING 

UNIVERSITY PARK. PENNSYLVANIA, 16B02 



TFLErJHONE: 814.865-132T 



TELEGRAMS: UNIPRESS 



February 9, 1973 



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Dr. Fred Grubel, Secretary 
Leo Eaeck Institute 
129 Fast 73rd Street 
New York, New York 10021 

Dear Dr. Grubel: 



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Reference is made to the manuscript by Dr. Percy Matenko on the 
Letters of Rahel Varnhagen and Ludwig Robert . Based on our internal 
evaluation of this manuscript as well as the report of an external ^ • 
reviewer, I wish to indicate that the Penn State Press has a continuing 
interest in considering this manuscript for publication. 

In view of Mr. Kentera's recent discussion with you as well as the 
fact that he will be the Press Director on l6 March 1973» I think it 
best that further communication on this matter be handled by him upon 
his arrival. 

We are currently undertaking a review of the manuscript, A Voice 
Still Heard... and I am sure Mr. Kentera will be in communication 
with you about this at a later date. 

Sincerely yours, 




fst J. Remick 
Acting Director 



FJR/mew 

cc: Mr. Chris Kentera 



LONDON OFFICE: 70 GRBAT RUSSELL STREBT W.C.1. 

TELEPHONE: 01-405-0182 TELEGRAMS: AMUNPRES8 LONDON >V.C.1. 



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February 26 



F/223 - FGlD 






To: 



From: 



Dr. Ilax Gruenewald 
"pr. Srnest Hamburger 



Fred Grube 1 



Re: Prepaz^ation of socond 



Of KATALOG 



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/ 



Dr. Bamberger talked with Dr. Charles Berlin 
< Harvard) • 

Dr. Berlin is v/illing to advise us in th« 

matter of the catalog, however^ he suggests that he 
meet v/ith Dr. Bamberger at our Institute and discuss 
matter s in porson. 

Or. Bamberger will invite Dr. Berlin to meet 
not only with him but with the Uxecutive Coramittee 
as soon as Dr. Bamber ler will liave roturned fron his 
trip^ that is iX)ssi:oly by the raiddle of I^arch. 




Fred Grubil 




67 Riverside Drive. New Yorlc, NY 10024 

28. Februar 1973 



Dr. E.G. Low 
1 Berlin 
Kaunstrqsse 33 







/ 



Lieber Dr. Ijowenthal, 

besten Dank fuer Ihren Brief vom 18. Februar. Soeben 
traf aScJ ISr Schreiben vom 22 Februar ein. mit den Anlagen 
betreffend Ihren Schriftwechsel mit H.St. 

ich finde meine Diagnose durch den Brief von H.St. vom 
X5.2. J^BtÄ und li»^?,;,? riJTnd"rr°Sr;Sg d^r T^ 
J^UJ^SrerÄ^lragM^^^^^^^ eine Klaerung 

seitens des Herrn H.St. in Aussicht genommen ist. 

Zur vervollstaendigung Ihrer Sammlung macdie ich Sie 

ein alter Freund, fuer ^^nxchbex dieser Geiegenn^^^^ 
Weae ueber den Aufbau und auf andern wegen etw^a f v ^, , . 
«vege "^"3* "" . _, ^twas zu versbhoenen, den er aixein 
gemacht habe, um fe^-^J^pJ^^^^igco zubringen musste. Seine Frau 
in seinem Zimmer ^n San Francisco zuBiy England. 

lebt nicht mehr, seine Toechter und ^"J^Jj^^^J^g'-ge^ilse Rolle 
Er ist zu Unrecht vergessen und hat einmal eine gewi» 
in der Zeit von Weimar gespielt. 

merkungen und natuerlich ^"^^^J^LSiJ nicht missvelstanden 
dass der Absatz, um den es sich handelt, J^J^J^JJ^^^i^^ Parteien 
werden kann. Er handelt doch »Jlein von J^J/^JJ^aemokratische 

und macht klar, dass die »*»"« ^«^^^"fSes^anns Volkspartei 
Partei und nur eine kleine Zahl fuer Stres^anns p^ ^^^^ 

stimmte. Deswegen glaubte i°^'^J*"teien beziehen koennten. 
two parties" nur »»«^^r« ^«ijj^ t^ jSiS" sollten sich 

''^% T'^deSatisSi und S?e VoL^partei beziehen. Mit der 
auf die ^emokratiscne una axe v ^^^ ^^ tun zumal 

sozialdemokratischen P«*«*-.^*^^®^,"®.?^ verschwand. Vorher 
man ja von ihr nicht "9«",^*"^',^*".^^? mig du?ch die 

war der ^"J^ ««^i^l^^^i^SI^^äilSh g^rlen sein, wie 
Kuerzungen nicht ganz so ^e"Y*"*°^„^. ^.^ „-„« „an ein Manu- 
er vorher warr Sie wissen, ^J;e«%J«5*43''|JSr einen Vortrag 
Skript »o zusammenschneiden muss. dass e»J^~. ^^ 
Jon nicht mehr als etwa einer Stunde bestimmt ist. 

Mit herzlirtien Gruessen von Haus zu Haus 



Ihr 



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Ras Bibllografiiy o^ .ü»tory and Literatur« #« Ommi 

ÄpÄÄldlny Jewry fitHB thö t±eio ol -«^ »Mincij^tioii 
t» ita DMitruction by the uitiar HttgiJMg 



m. «ra«MMld MüeaA M t0 MAd 



you copie© Ol 



1. n^^ Max Kr0ut2b©t^ir*« tottM- «f July 17, 1074, aa 
wall aa 

2. hia outlio« ratfarding tha Mbll<yjrapay of Juna 21.1974: 

S« «y MMMMÜMi O. jIMt 7, 1974 ( /703)« 



Tilia ßwitörlal Ä^il ba discuaaed at tiio naxt 
Maating of tha ssfiacutivc cooi&ittoe« 



rrad OruDel 



3 itoam aa ^iam^m amtionod 



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LEO BAECK INSTITUTE 

129 HAST 73rd STREET • NEW YORK, N. Y. 10021 • RHinelander 4-6400 

oOTDtomber 19, 1973 
F/927 - FG:DZ 



Dr. Ernest Hamburger 
6 7 Riverside Drive 
New York, N.Y. 10024 

Re: LBI ALMANAC 

Dear Dr. Hamburger: 

''JhQ InteGt v7or]:incj Conference of the Leo 
Baec: Instituter. Jcrucalor.', London, and 17ew 
Yorl: cGcided that an :.ln?.nac of the LBI be 
publiched in the ncc-nrest futurc. The ?amanac 
will '-rivc a coia^lcitG cntalogue raiconne of 
all our piiblications and v/ill be edited by 
Dr. IIa:: Ivreutzberger . 

Dr. iCroutzbergor plans to inclv.do in the 
Almanac Short excerpts from somo of the books 
we V70uld be r^ratoful if you indicate to us at 
your earliest convonience one to th-ree pages 
of your v7oric you consider most significant. 



•::e V7ill advise Dr. Krontzbergcr or your 



suggcsuion. 



it i, 



f course his final res- 



X^onsibility to dccide ho'- nuch. space he v/ill 
havG availäblo and thercfore to vrhich extent 
such o::cer-otr: can actually bo included. IIow- 
evor, it is cssential for him to have your 
ov/n reconmondations concv^rning your vjork. 



■}ith bind regards, 



tJincerol^^ 




Fred Grui'^el 
3ocretarv 



Re: Your book "Juden im oeff entlichen Leben Deutschlands. 

Regierungsmitglieder, Beamte und Parlamen- 
tarier in der monarchischen Zeit ,1848-1918" 
J.C.B.lIohr, Tuebingen, 1968 



October 23, 197 3 



/SH 



Memoranduw to Dr. Fred Grubel 
from: Ernest Hamburger 



/ 



j T .^»-r,4-e to Professor Born, and I am 
1.- As <3i8<=""^^vL fetter sen?to him. 
enclo8i.ng copy of the letter senr 

, . X. received a letter from Dr Sf^ypcak -ferring^to^the 
qGestion as to «hether ^omeone in the Le| B ^^ ^^ 

Suia prepare a report on t^%^°""^theY exist in the archivea, 
the Geman labor movement f^ «*^ " Institute. Thevlnternationale 

libra?y or memoirs of the 1-^° f ^^J/^ie ArbeiterböC»egung bei der 
iis'senschaftliche Korrespondenz fuerdxe^^^.^^ ^^^^ 

SderirXmiSarize'??« readeis of the Korrespondenz v;ith our 

collections, books etc. 

i: r> ».«Kot- 17 1973 to Dr . Skr zypcaK . 
I am enclosing my ^^^^«^ °J ^''^giibilities which we have 
■X cautioned him «ith regard to the posii^i ^^^^^^ ^^^^ y 

especially since ^^^^yPr^^jJ^^^s of «uch reports. I hardly 
the Organization and the J^^^^'J^^,. ^^e a report of this 
believe that we shall be aDie to v^ y 

l^i"^*^« , , '..4.,-. 

^ £.1 ■! -p \/oii would look into 
Nevertheless. I should Je grateful .f you^wou^ ^^ ^^^^^^^ 

this matter and let mejcno« y^^^^P^J^^"; ^nd work to a larger 
of course. if we -^.^^HchoL^s anS students. who so far 
circle of persons, mainly schoiars 
may have never heard of us. 



3 enclosures 



/ 



/ 



THE LEO BAECK INSTITUTE 

New York, New York 



SCHOLARS CONFERENCE 
Exploring a Typology of German Jewry 



Arden House 

Harri man, New York 

April ö lü 10, 197;^ 



PARTICIPANTS 



PROGRAM 



Alexander Altmann, Philip W. Lown Professor of jewish Philoso- 
phy, Brandeis University, Waltham, Mass.; Member of the Board, 
Leo Baeck Institute, New York 

Werner T. Angress, Professor of History, State University of New 
York, Stony Brook, N.Y.; Fellow, Leo Baeck Institute, New York 
Fritz Bamberger, Professor of Intelicctual History, Hebrew Union 
College-Jewish Institute of Religion, New York; Vice President, 
Leo Baeck Institute, New York 

Ingrid Belke, Research Associate of the New York Leo Baeck 
Institute, Basle 

Jutta Bohnke-Kollwitz, Director, Germania Judaica, Cologne 
Werner J. Cahnman, Professor Emeritus of Sociology, Rutgers 
University, New Brunswick, N. J.; Member of the Faculty, New 
School for Social Research, New York; Guest Professor, Sozio- 
logisches Institut, University of Munich 

Abraham G. Düker, Professor and Chairman of the Department 
of ludaic Studies, Brooklyn College of the City University of New 
York; President, Conference on jewish Social Studies 
Albert H. Friedlander, Rabbi, Westminster Synagogue, London; 
Rabbinic Director, Leo Baeck College, London; Fellow, Leo Baeck 
Institute, New York 

Peter Gay, Durfee Professor of History, Yale University, New 
Haven, Conn.; Fellow, Leo Baeck Institute, New York 
Heinz Gerling, Member of the Board, Leo Baeck Institute, Jerusalem 
lochanan Ginat, Director, Leo Baeck Institute, Jerusalem 
Nahum N. Glatzer, Professor of jewish History and Social Ethics, 
Brandeis University, Waltham, Mass.; Member of the Board and 
Fellow, Leo Baeck Institute, New York 

Robert Gordis, Professor of Religion, Temple University, Phila- 
delphia, Pa.; Professor of Bible, jewish Theological Seminary of 
America, New York 

Max Gruenewald, Rabbi Emeritus, Millburn, N. j.; President, Leo 
Baeck Institute, New York 

Ernest Hamburger, Professor Emeritus of Political Science, Ecole 
Libre des Hautes Etudes, New York; Member of the Executive 
Committee and Fellow, Leo Baeck Institute, New York 
Arthur Hertzberg, Rabbi, Temple Emanu-El, Englewood, N. j.; 
Adjunct Professor of History, Columbia University, New York 
Edith Hirsch, Economist; Member of the Board, Leo Baeck Insti- 
tute, New York 

Werner jochmann, Professor of History, University of Hamburg 
Alfred Jospe, Rabbi; International Director, B'nai B'rith Hillel 
Foundations, Washington, D.C. 

Max Kreutzbcrger, General Consultant, Leo Baeck Institute, Lo- 
carno; Member of the Executive Committee, Leo Baeck Institute, 
New York 

David S. Landes, Leroy B. Williams Professor of History and Polit- 
ical Science, Harvard University, Cambridge, Mass. 
Adolf Leschnitzer, Professor Emeritus of German Literature, City 
College of the City University of New York; Professor of jewish 
History, Free University, Berlin; Member of the Board, Leo Baeck 
Institute, New York 

Fred W. Lessing, Chairman of the Board and Treasurer, Leo Baeck 
Institute, New York 

Peter Loewenberg, Associate Professor of History, University of 
California, Los Angeles, Calif.; Fellow, Leo Baeck Institute, New 
York 



Michael A. Meyer, Professor of jewish History, Hebrew Union 
College-jewish Institute of Religion, Cincinnati, Ohio; Fellow, 
Leo Baeck Institute, New York 

Siegfried Moses, President of the Leo Baeck Institute, Jerusalem 
Werner E. Messe, Professor of European History, School of Euro- 
pean Studies, University of Fast Anglia, Norwich, England 
Max Nussbaum, Rabbi, Temple Israel of Hollywood, Calif.; Mem- 
ber of the Board, Leo Baeck Institute, New York 
Arnold Paucker, Director, Leo Baeck Institute, London 
Jakob J. Petuchowski, Professor of Rabbinics and jewish Theology, 
Hebrew Union College-jewish Institute of Religion, Cincinnati, 
Ohio 

Arthur M. Prinz, Professor of Economics Emeritus, Dickinson 
College, Carlisle, Pa. 

Eva Reichmann, Member of the Board, Leo Baeck Institute, London 
Hanns G. Reissner, Professor of History, New York Institute of 
Technology, Old Westbury, N.Y.; Adjunct Professor of History, 
Queens College of the City University of New York; Fellow, Leo 
Baeck Institute, New York 

Monika Richarz, Research Associate of the New York Leo Baeck 
Institute, Berlin 

Chanoch Rinott, Director, Center for jewish Education in the 
Diaspora, Hebrew University, Jerusalem 

Werner Rosenstock, General Secretary, Association of jewish 
Refugees in Great Britain, London 

Erich Rosenthal, Professor of Sociology, Queens College of the 
City University of New York 

Reinhard Ruerup, Professor of History, Friedrich-Meinecke Insti- 
tut, Free University of Berlin 
Emil Schorsch, Rabbi Emeritus, Vineland, N. j. 
Ismar Schorsch, Associate Professor of Modern jewish History, 
jewish Theological Seminary of America, New York; Visiting As- 
sistant Professor of History, Columbia University, New York; 
Fellow, Leo Baeck Institute, New York 

Kurt Schwerin, Professor of Law Emeritus; Law Librarian, North- 
western University, Chicago, III.; Member of the Board, Leo 
Baeck Institute, New York 

Guy Stern, Professor of German Literature, University of Cincin- 
nati, Cincinnati, Ohio; Member of the Board and Fellow, Leo 
Baeck Institute, New York 

Herbert A. Strauss, Professor, Department of History, The City 
College of the City University of New York; Member of the Board 
and Fellow, Leo Baeck Institute, New York 

Uriel Tal, Professor of History, School of jewish Studies, Tel-Aviv 
University, Tel-Aviv 

Hans Tränier, Member of the Board, Leo Baeck Institute, Jerusalem 
Bernard D. Weinryb, Fellow, Russian Research Center, Harvard 
University, Cambridge, Mass.; Professor Emeritus of History, Drop- 
sie University, Philadelphia, Pa.; Fellow, Leo Baeck Institute, New 
York 

Robert Weltsch, Chairman of the Board, Leo Baeck Institute, 
London; Editor, Year Book of the Leo Baeck Institute 
Shalom Weyl, Associate Professor of German, The City College 
of the City University of New York 

Franz Winkler, Member of the Executive Committee, Leo Baeck 
Institute, New York 

Fred Grubel 

Secretary of the Conference 



Sunday 

11:00 A.M. 

Leo Baeck 

Institute, 

New York 



April 8 

OPENING RECEPTION 

Chairman: Max Gruenewald 



4:00 P.M. Introductory Remarks 

Arden House Fritz Bamberger 

Typology and Stereotypology: 
The Jewish Merchant in Germany 



Speaker: 

Discussant: 

Chairman: 



David S. Landes 
Hanns G. Reissner 
Fritz Bamberger 



Monday Apni 9 



9:00 A.M. 

Arden House 



3:30 P.M. 



The Rabbi 

Speaker: Alexander Altmann 

Discussant: Alfred jospe 

Chairman: Nahum N. Glatzer 

The Jewish Teacher 

Speaker: Max Gruenewald 
Discussant: Jochanan Ginat 
Chairman: Ismar Schorsch 

Major Trends in Jewish Youth 
Movements in Germany 

Speaker: Chanoch Rinott 
Discussant: Werner Rosenstock 
Chairman: Herbert A. Strauss 



9:00 A.M. 

Arden House 



Tuesday Aprii io 

Village and Small-Town Jews in Germany 

Speaker: Werner j. Cahnman 
Discussant: Emil Schorsch 
Chairman: trich Rosenthal 

General Summary-Discussion 

Chairman: Fritz Bamberger 



THE LEO BAECK INSTITUTE 

Jerusalem • New York • London 

Siegfried Moses, President 



THE LEO BAECK INSTITUTE 
New York 



Board of Directors 

Max Gruenewald, President 

Fritz Bamberger, Vice President 

Fred W. Lessing, Chairman of the Board and Treasurer 

Fred Crubel, Secretary 

Max Kreutzberger, General Consultant 

Ernest Hanourger, Member of the Executive Committee 

Franz Wmkler, Member of the Executive Committee 



Aiexaruier Altmann 
Rudolf Callman 
Gerson D. fohen 
Mrs. Gerald W. Elsas 
Howard J. Fields 
Nahum Giatzer 
Mariin C. G( Idner 
Kurt H. Gruri'joaum 
Edith Hirsch 
Gustav Jacobv' 
Fred L. Klestadt 
Adolf F. leschnitzer 



Charlotte Levinger 
Gerald Meyer 
Max Nussbaum 
Gerald Oliven 
Joachim Prinz 
Kurt Schwerin 
Gurt C. Silberman 
Hans Steinitz 
Guy Stern 

Selma Stern-Taeubler 
Herbert A. Strauss 
Leo Strauss 
Albert U. Tietz 



Fellows 

Werner Angress 
N.Y. State Uni"crsity 
Stony Brook, N.Y. 

Gerson D. Cohen 
The Jcwish .heological 
Seminary of America 
New York, N.Y. 

Albert H. Frjediander 
Leo Baeck College 
London, England 

Peter Gay 
Yale University 
New Havcn, Conn. 

Felix Gilbert 

Xhe Institute for Advanced Study 

Princeton, N. J. 

N. N. Glalzer 
Brandeis University 
Waltham, Mass. 

Ernest Hamburger 
New York, N Y. 

Peter Loewenberg 
University of California 
Los Angeles, Calif. 



Michael A. Meyer 
Hebrew Union College- 
Jowish Institute of Religion 
Cincinnati, Ohio 

Hanns G. Reissncr 

N.Y. Institute of Technology 

Old Westbury, N.Y. 

Ismar Schorsch 
The jewish Theological 
Seminary of America 
New York, N.Y. 

Guy Stern 

University of Cincinnati 

Cincinnati, Ohio 

Selma Stern-Taeubler 
Basle, Switzerland 

Herbert A. Strauss 
City College of the City 
University of New York 
New York, N.Y. 

Bernard Weinryb 
Harvard University 
Cambridge, Mass. 



THE LEO BAECK INSTITUTE was founded 
in 1955 by the Council of Jews from 
Cermany for the purposes of Sponsoring 
research into the history of the Jewish 
Community in Cermany and in other 
Cerman-speaking countries from the 
Emancipation to Its decline and new dis- 
persion, and of collecting material perti- 
nent to this history. The Institute is named 
in honor of the man who was the last 
representative figure of Cerman Jewry in 
Cermany during the Nazi period. 




THE LEO BAECK INSTITUTE 

129 Last 73rd Street 

New York, N.Y. 10021 



\ 



x^ 



Wm m&mmto^ 1973 
F/1151 -- fCnüz 



Ibirrn Dr. iMMwyk fkirsypesak 

Tiatzommg 73 

1 iiariiR 45 ( JUichtcjT Iaido )t ^^^^ O^rmany 







• 



nachdUM ich Ibnon a& G« lio^anter 1973 
fsaclirlalMin haba^ habe Ich ainen weitaran 
Baric t '^n^^n&r Archlvara arbalten^ daaa ala 
ur^prueagllch uabajtaahan hattan^ adch auf 
xwal unaarar Arcl^ivaanalusigan autearkaaia 
att nachan, dio fuar Sla van Interesse sain 
duarftan« Und zwav handelt a& aicl. ^*ni dla 
SasMdttng^'Fajallle Anna '-^T-tz*" und um dia 

•faul ilrsch»*. 



9Hm t Aaaa Bayta iawüliiiig* anthaalt aina 
fanaa Anaahl von Material^ das auf den ^^anator 
tacüL Horts ssmacOcgaht^ waahfWKl dla "iPaal 
iilracb^^ aawl mig * ivlafa und andaraa ur^eundli- 
chaa Natarial das Mlnistarpra^tisidontan a«D# 
faMl Hiroca ;3nthaelt» 

Anbai aaada ich Zhnan da^ Verzoichnia dar 
Harts^jjia—il ung ^ daran Toll II sich auf Paul 
Uartr baxiaht« Ich kMiimta mix ^mämch danken^ 
daaa i^io dar rail I dar Sasaalumy^ dar sich idt 
4an Vorfahran von Paul aartaü^ boütsat. ebenfalls 
intciraaaiart^ doahalb findan ^ia ainilagond 
dia KOpia dos Oasaattv^^rzeichniasas« AUi^.;;er« 
d«a aanda ich Ihnan Fhotokoplan dar Katalo,^» 
fuar dia "^i^aul uirsch«*JSaiBKdiing*'« 



Sollt«)n Sie waitara Anfro^c^n haban^ zM^^rn 
tia bitta nichts ich atalia Ihnan gorn ^u Varfiia- 



Mit baatoa Gruoaaan 



Ihr 




/n/ 



Anlagas Obas arwahn«* 
taa Matarial 



8r« 'rdd Grubel 
aircktor 



I 



TODROS BOOK EXPORT 

J. T. HANTKE 
P O. B. 556, Jerusalem, Israel 



To . 



Dr . liainburger ' ' z —< 



PEG \ 'i ^^''^ y^ ^JhMy^ 



--] 



r. 



Leo Baeck Institute, 
129 E.73rd, 
New York 21» 



December 7, 1973 



•1 



m- 



Dear Sirs, 



Re: Joel: Index of Articles on Jewish Studies 

Reshimat Maamarim al Madaey haYahadut 



On Oct.l9, 1970 we sold to you volumes 1 and 2 
of the above titie as per your order No.l5 of Sept.29 ^?7(:) 
U/662-FG/IS. ' ' 

Three more volumes are out re^arding articles 
published 1968/70. Moy we supply them? They are S'.4.- 
per volume. Permi t us to repeat that our minimura" order 
is 10.- Dollars. 

V/e also should like to drawyour attention to 
our catalogues Nos.70 Eji 71, in the last of which is a 
second index of titles while the catalogues themselves 
are arranred according to authors oreditors. 

Yours faithfully 



{ \ 








/'' '^ii/\ 



^\;ltETiW 






^- <- 



1) K 3 



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ß A !•: K 



IN:)TITUTS 



DEC / 1973 



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JAJ03 :<ATZ 
INGIHID 13r:LKE 



i^.:;ü:iriITA PA2i 



ü.T./V/.K 



CÜH.iiLIi: G. VAN LIKHK 



•r.- 



ADCLP GAX.>JÖAÜi;a 



^. 



-1^' 



U 



di;: A:r-vXNoa dkü juDMKMAiiziPATion 

"Dai tiAluOli IliT .;IN.: BESTIE..." 
:.i-i unveröffßntlichtör Brief 
Theodor i-'ontanea an Horxtz Lazarus 

F'aXX .V'r^LToOR - OIK SCKüPF.'.'itlSCÜK 

JAKOö VAN HODDIS - 

\^:±n deutsch- iiHi*^<*>»*fl Mchterschicksal 

GÜOKG a>:KIUNN 

Jiidiachc; Aufbauforraexi in Beinen 

RomamveriC 

DHli'i IMSTO/Mi-jChK HIKTÜHaiiUlil) VON 
AHTUUK JOilNITZLHi-S "PROFÜSiiÜtt 
B.-:iü;UArtDI" 






15. JAdr.OA.NG 



NüfAldKß 50 



V i: H L A d 



B I T A .1 



LIMITE* D 



T E. L A A V 1 



Cf^ihu.^^ 02^"^- ^ '- ' '' ^ '^ 






11 Leo Baeck - Leben und Lclire' 
Ein Buchbcricht von Dr. K. L. Ehrlich 

Das in aho die cr.e Biographie Leo B-^ks Würö.^ung 
seiner Persönlichkeit und Analyse semes \Ve . . M^«" -st 

Nachdenken« gilt besonders für '''^,..""^'''" ,';,,„,,, 
Biecks wissenschaftlichem Benm'nen, für die Darhietun 
f^ni Gerfanl^-. für den Versuch der ^-tcsge.h^^^^^^^^ 
liehen Einordnung t.nd des A'^f-e.sens des Hmt- -n 

"-tz ^^e.ri'rsrd^r^-:: '^i: :':n^:::i.n.t, 

::U r: rslh:;.:rden. und daher hat n^-'J- Autor 

^^^rr^t;n""it'e:r";2ScSS 
7,u danken. Oan/- neu i^i t, „irlir- 

Analvsc von Baecks Lebenswerk freilich a.J, n.chr, 
Hans Liebeschütz hatte hier bereits Beträchthches gel e.- 
tet und es ist bedauerlich, dass T-riedlander d-e S.ud.e 
7(2t nicht genügend beachtete, o-hl s.e a.J 
en-l'sch und deutsch erschien (^ car BooV. U, 1 «/_. 
S 8 ?0 Von Georg Simniel 7,u Pran. Roscnzv..g 
?ri- 1070 S 5S-99). Sie findet sich nicht in der 

3::::;h e V'e alr erwithnt die Studie iedoch 

^veinfal A'h.einein wird man sagen können, dass de 
r; aus l.^:;dlanders Buch^Zutreffen CS ubcr^^^^^^^ 

Iide;;in der hier v<>rUege,Kl..n deutschen Aus^J, 
dieses Buch.-s - schwach und teilweise so„ar kiciw 
hre:d. Oft handelt es sich .war "- - ^ -- 
VJ.,enauigkei.en, die f er aud. mcnt 1 t . st lKn_ 
M(^;iv-n dürfen, v/cnn das lUKh a.. ^'"\ ■'"\. ...,- ^ 
Bi^. r'aphio gehen soll, und vor allem eine »Veroftent- 
W s i.eo Baeck Instituts« ist. In diesem /usam- 
'; .1 ist es unerheblich, wer diese Irrtümer und 
PC hch':n Scl,.,it.er n, vorantwor.en hat. Sie stehen n 
^1 s m Buche, und alle., das haben wir '-r anxtm i- 
ken- Baeck war nicht .(-.rossmeister- des ehem. i. deiit 

, ;,„,„, r„.ai.u,.l.r. ..,.. ».,c>l, IxW lol.n.. S,.m,,>r, 1-73. 

Dculsdi? Vcrl,,E..innr.U 103 Seiten 







I 



1 



C ylSa: 



St.it.uar. V>n. Deutsche Verlagsanstal.. .V,C S.ucn 
S.o. S. 7:; (f. 



r / 



sehen Distrikts des B'nai B'rlth, sondern -Grossprasi- 
dents und nicht -Professor« an der Lehranstalt sondern 
Dozent (S. 12). Statt jüdische Gemeinschaft wird stand.g 
der Terminus .Gemeinde, verwendet was .rrefuhrend 
ist (S 16 u. a.). Der bedeutende jüdische Historiker 
Eugen' Täubler ist nie -Nachfolger« von Mommscn 
gewesen (S. 25). Oft ist die deutsche Übersetzung derart 
unkundig, dass sie komisch wirkt, obwohl sie angeblich 
vom Autor durchgesehen worden sei. Die Halachah soll 
Baecks tägliche »geistlichen Briüiche« gestaltet haben^ 
Gemeint ist offenbar, er hatte Tefilhn gelegt (S. 26); und 
in das gleiche Gebiet gehört der Terminus »weihen« für 
die Semicha des Rabbiners (S. 30). Wer hat in diesem 
Buche nur die Behauptung stehenlassen, in Oppcln hatte 
es die einzige liberale Kanzel in Schlesien gegcW Gab 
es solche nicht u. a. in Breslau und Beuthen? (S. 36) 
Unkundig ist leider manches, was die Person Baecks und 
sein Leben anbetrifft. Er kannte Menschen aus dem 
deutschen Adel, aber er hatte nie enge Beziehungen zu 
vielen von ihnen (S. 41). Einmal behauptet Triedlander, 
Baecks Stimme sei .sonderbar vibrierend« und hochlie- 
gend gewesen, dann findet er die Stimme »angenehm« 
(S 44) Sicher hatte Bacck eine Beziehung zum deutschen 
Widerstand, und zwar zu einer bestimmten Gruppe in 
Stuttgart, für die er ja auch das von Enedlander 

• erwähnte Memorandum ausarbeitete. Aber diese Bezie- 
hungen darf man. nicht überschätzen, sonst kreiert man 

• einen weiteren Baeck-Mythos, was nicht Sinn einer 
Biographie sein kann (S. 46). Leider trifft es nicht zu, 
dass Baecks Werke in deutscher Sprache durch Taschen- 
bücher verbreitet wurden, und auch die Wirkung der im 
Schocken-Verlag in Amerika erschienenen Bucher ist 
leider begrenzt (S. 68). Überhaupt neigt der Verf. zu 
Verallgemeinerungen: Es trifl't glücklicherweise n.du zu, 
dass in Europa (in USA war es leider anders) die Kirche 
angesichts der Bedrohung des Staates Israel vor Aus- 
bruch des Sechstagekrieges geschwiegen hätte. Im übrigen 
gibt es schon seit der Reformation nicht mehr den 
Begrift- «der Kirche« (S. 142). Es ist unzutreftend von 
Baeck zu behaupten, er hätte keine »Gefolgschaft« 
gehabt. Wo hört Schülerschaft auf und wo begmnt 
Gefolgschaft? Baecks Einfluss auf nicht wenige seiner 
Schüler der Lehranstalt war durch seine Lehre und 
Persönlichkeit beträchtlich (S. 203). Anders war es leu^cr 
mit der Buber-Roscn/weig-Übersetzung der Bibel. Ob- 
wohl der B'nai B'rlih 15 000 Exemplare vom I.Band, 
dem der Torah, erwarb, war der Einfluss keineswegs 
»unermesslich«; und die bekannte Irankfurter Institu- 
tion, von Eranz Rosenzweig miibegrundet, hiess >»Lehr- 
haus« und nicht Lehranstalt (S. 203), eine Schlamp.gkeit, 
die sicher nicht hätte stehenbleiben dürfen. Ähnliches 
gilt für zwei tragikomische Schniizer: Die Jüdische 
Rundschau hätte die Ereignisse von 1933 mit dem 
bekannten Artikel ^on K. Welisch .begrüsst«, und 
»Baeck war ein Staatsoberhaupt mit allen damit 
verbundenen Pflichten« (S. 205, 207). Da kann man s.di 
wirklich nur fragen, ob dieses Buch aus'Jer von der 
Übersetzerin und dem Setzer von sonst jemand v.>rher 
gelesen worden ist! Auf das Konto der Übersetzerin mag 
vielleicht auch der .merkwürdige, Sa^. -gehen, dass Israel 
für Baeck ^^immer ein Volk ist. das aus dem Jenseits 
entstand« (S. 215). also wohl ein spiritistisches Volk? 
Völlig abwegig ist die lU-haupiung, Kathennu hätte, w.ire 
er am Leben geblieben, eine nlührnngsposition für das 
deutsche Judentum« ausüben k(.nnen (S. 251). Das hat 
Baeck nie behauptet und stellt ein.e völlige Verkennung 



der Persönlichkeit Rathenaus dar, der sich im jüdischen 
Bereich i-anz bewusst niemals engagiert hat. Auch die 
Anmerkungen sind teilweise unsorgfältig gestaltet (so das 
Hebräisch in Anm. 5 S. 265 u. 24 S. 267). Heikel ist die . 
I-rape, wann Baeck Genaues über die Todes agerertahren 
hat \S. 268). Auf dieses Problem hätte sich Eriediander 
besser nicht eingelassen. In Kreisen der Leh'-anstalt hat 
man jedenfalls seit der I.Hälfte des Jahres 1942 
Genaueres über die Ermordung der Juden im Osten 
gewusst, und das darf auch für Baeck gelten Salomo 
Buber war der Grossvater, nidu der Vater von Martm Bu- 
ber (S. 278), und die Erage der unterschiedliciien Wirkung 
von Baeck und Buber auf das deutsche Judentum ist viel 
subtiler zu behandeln als in einer Anmerkung (S. .7» 
Anm. 3). Baeck wirkte auf andere Weise wie Buber. 
Dieser hatte Einfluss auf die zionistisch orientierte 
Tu-end, teilweise auch auf ostjüdische Kreise; Baeck 
acwann das deutsch-jüdische Bürgertum, ohi^e dass dieses 
Thn wirklich verstanden hätte. Es respektierte seme 
Persönlichkeit, drang aber nicht in den Kern seines - 
durchaus der Bourgeoisie abgeneigten - Werkes ein, 
sondern begnügte sich mit seinen eleganten Eloskeln. Das 
eioentliche^ Werk wurde nur von relativ wenigen zur 
Kenntnis genommen, denn das war trotz der weichen 
Verpackung keineswegs ungefährlich. Schliesslich ist es 
unverzeihlich, dass in der ersten Baeck-Biograpn.e die 
Bibliographie seiner Schriften absolut unzureichend ist. 
Das ist sorglose Pietätlosigkeit. So fehlen u.a. die 
Arbeiten in den 6 Bänden des Schocken-Almanach von 
1933-1938, ferner besitzt der Rezensent nicht weniger 
als 12 Studien nach 1945, die in der Bibliographie nicht 
verzeichnet sind, darunter der schöne Vortrag »Changes 
in Jewish Outlook« (London 1947), schliesslich hat man 
die Neuherausgabe der neutestamentlichen bzw. der 
Pharisäer-Studien vergessen, wobei hier der Paulus- 
Artikel zum ersten Male auf deutsch erschien (P^"^^^' ^'^ 
Pharisäer und das Neue Testament Erankf^urt 1961). 
Dass solche Sorglosigkeiten gerade bei Baecks Lebens- 
werk geschahen, ist besonders peinlich weil gerade er die 
Andadu für das Kleine, den Sinn für das Detad forderte^ 
Und dieser Mangel kennzeichnet leider weitgehend 
ohnehin dieses Buch.= Dennoch ist seine ^f^l'^'' 
c-mpfehlen, denn Eriediander bemüht sich rechtschatten, 
sieh mit Baecks Werk durchaus nicht unkritisch ausem- 
anderzuset/en. Er sieht in ihm richtig den bedeutendsten 
Apologeten und Polemiker der deutschen Juden und 
erkennt, dass Baeck viel schärfer und komprom.ssloser 
als etwa Buber und Rosenzweig mit dem Christentum 
umgegangen ist, mit dem er währet.d seiner ganzen 
Schaffensperlode in einem kritischen Dialog stand, der 



I 



= Ddür nur nod. 7^vci weitere Beispiele: .Sdiolcm verbm.let keincs- 
...;. m,J,:^.Trnncrt S.bkui.nisnuu nit Reform Judentum: er ^gt 
v,clr.u-hr. ..e .n eini,cn I.iindcrn. so ctw.^ .n Bohnen, der Han^ 
k,s„u.. zur AufU>su,n; dev r.ahUnisd.en Judentums f.hrte. und 50 
H,u!unr,cn ,ef..Ilcn w.uen, w..s dem Reforn.,udentum ^^^^ l^^' 
Vun (S 19/). Oder: Der I.e.ter de. \\•hus.hu^nw^^ m MunMer^O 
J^.u..!. 'seine letzten pr.-.en Vorle>un»;cn hielt, h.ess "'^.^ ' j "J" 
,.„„, sonder. K. H. Ken.storf. (S. 2^?). Kmer smd n..h ..nn.c 
l),u.i.fehler stehen^cMu-lnn (Mendelssohn SM; C hod.n... S. KS 
. .,.). Sa.I.osluh iM d.e lUme.kun,; über d.e Bedeutung; emer lUeA- 
lU,,,.,ph.e .m /.u.An,menh.uM, nu. dem A-ttrcten neuer rc.^Jlsrudi- 
i.aln C.uPiun in Deut.dd.uul unsinnu;: 1. s.nd f,lu.kl,d.e..euc sut 
l..l.ren sold.e Stromun,en ni.hl mehr /u >cr/e,chnen, ""^^ ;-"■;[, 
..der .udtr.tten. sv.ue 2. e.ne lVu-.k-B.o,r.,ph.e kaum d.u educ 
M.tte!. sie n. i.ekiunpfen. O.wu sind in V;-\^;^^':"-^"/ ";' ^^^ 
kran.hen P.u.elen d.; oder ,e,ebenenf.>Us Polue. -•<•"-; 
AuJ, t..,r dl. y...uyy Ausein-^nderu-t/un, m.t :'f ^ ""«^ .^;: '^^.'^ 
k.Kn du.tte e.nc H.te.k-U.o.raph.e kern t.u,l.du-s M.ttel s-.n v^pL 

S. K. i). 



. / 



/ 



freilich die Grundlagen des Christentums >n Frage stcl te^ 
Friedlander hat ferner richtig gesehen ci.ss f" »^ ^^ 

nicht die HalaAah, sondern der M-'^f ''./^'^'^f '* Xn 
und daher erfindet F. für Baeck den tr ..end n 
Terminus Baal Ha-Midrasch, um anzudeuten, w >e B e k 
Judentum eben nicht in der F.inspur.r.ke.t f" f^""" ' 
ondern in der Polarität des I"f"S"^^""--"^^„^^Sji ! 
wobei freilich zwei Konstanten aufzuweisen s.ml. 
G^h mnis und Gebot, Begriffe^ die -l' >" -hlre.c., 
Variationen durch Baccks Denken -^';^"; J^^ 
beschreibt Friedlander ferner und das , st t^'^^er sei " 
geschehen, obwohl es offcnsichtUch ,st n, welcher Wa 
Leck von Hermann Cohen beemf usst und siehe, 
Ks .ethischer A'^^viM-s.-ch durch Co - 
bestimmt wurde. Anders ist es freilich mit dem Em luss 
von Dilthey, den Friedlandcr viel zu bestimmt postuliert, 
Ze aber dafür konkrete Anhaltspunkte zu haben. 
SebesAütz (a. a. O. S. 75 f.; S. SO) differenziert hier 
schärfer und sieht nur eine Partizipation »•" S^"-'"" 
■ lamen Zeitgeist, zumal Baeck, wenn bei ihm überhaupt 
ton "typ nleh;e« die Rede sein kann, diese nicht zum 
^Verstehen., sondern zur antithetischen Polemik benutz , 
wie diese i.; der Kennzeichnung des Christentums als 
.romantische Religion« 7um Ausdruck kommt, und all 
dem was daraus theologisch im Christentum gefolgt ist. 
BaTcks totale Ablehnung des Luthertums resultiert aus 
■ Teiner Konzeption der sittlichen Strenge des Judentums, 
d'e urjüdisch ist, rabbinisch, aber bei Baeck te, weise in 
der Sprache des Neukantianismus ausgedruckt wird. 
Friedlander führt in diesem Zusammenhänge ,m wesent- 
lichen nur zwei Kritiker Baecks vor, wovon eigentlich 
allein J. Aviad-Wolfsberg wirklich ernstzunehmen ist, 
denn mit dem lutherischen Judenmissionar M. Witten- 
berg ist ein Gespräch über Baeck gewiss nicht möglich, 
weil dieser den »Erzjuden« Baeck ohnehin nie verstehen 
kann. Die Argumente, die eine sachlich orientier 
jüdische Orthodoxie gegen Baeck vorzubringen hat. das 
seine Begriffe und seine Sprache fliessend und nicht 
selten unbestimmt sind, dass er der Halachah nia,t den 
entscheidenden Stellenwert im Judentum /ubilligt, al 
das legt Avlad in vornehmer Weise dar und Fnedlander 
• referiert hier. Dabei bleibt erstaunlich, dass ausser Aviad 
bisher kaum ein relevanter jüdischer Kntikcr Baecks 
aufgetreten Ist, es sei denn, man erwähnt hier, dass 
Friedlander Baecks Char.^ktoristik des Chnstentuins als 
einseitig bezeichnet. Von katholischer Seite hat sich der 
• Tesuit Przywara kritisch mit Baeck beschäftigt (vgl. 
S 197 (T ) und wohl doch nicht ganz begrillcn, weldicn 
Wert BaeA audi dem .Geheimnis-' beigemessen hat. 
.Liebe deinen Nächsten wie dich selbst, so spricht der 
Herr«. 1« eine Einheit und ohne den Nachsatz unvoll- 
ständig zitiert, das aber bedeu.et eine theologische hun- 
dierung jenes »cthlsdien Aktlvlsmus«, der Christen im 
Judentum fragwürdig erscheint und, wie man leider lest- 
zustellen hat, für sie auch nicht selten unvoU/iehbar ist. 
jedenfalls soweit Christen diese Ethik an Juden zu be- 
währen hatten. ., 

Aber darin bestand ja ger.ide das E.gcntumlKhe ^ol 
Baecks Betriff der Polarität, den Fnedlander treffend 
nachzeichnet (wobei die Kapitel \ -1 imd S weitaus die 
wertvollsten des ganzen Buches sind; hatte sich dei 
Verfasser allein darauf beschränkt, wäre es em gutes 
Buch geworden). In diesen .^ Kapiteln behandelt Iried- 
lander »das Wesen des Judentums.., -Leo BaecK und das 
Christentum.., -Leo Baeck und die Polarität.. Es ..st 
zweifellos Frlcdlandcrs Verdienst, die Nunteinrcihbarkeit 



Baecks herausgestellt zu haben, der ke.ncswrg, e me 
eindeutig .liberale« Position bezogen hatte. Wenn Baeck 
auch Do..-me,i als »gefrorene Stimmung« ablehnte, so 
'sieht Irledlander richtig, dass Baeck schon eine Art von 
System besessen hat. das etwa so formuliert w.erden 
kann: Das Volk Israel ist Paradigma der ■""'^'hhchen 
Existenz. In der Offenbarung hat Israel das Gebo 
erfahren und in seiner F.xistenz^ sittlid. zu bewahren Au 
diese Welse tritt das Ewige und der Eine in die >\ eh der 
Vielfalt. (Leider operiert auch hier Fnedlander mit dem 
Begriff des .. Jenseits... den Baeck nicht verwendet.) 
In seinem Spätwerk hat Baeck diese Gedanken noch 
einmal entfaltet, weniger straff wie im 'N^ "- ^e 
Judentums«, eher predigtartig, aber in der Sache mcht 
minder deutlich. Und In seinem »"^-^ -dieses \ olk 
Jüdische Existenz...» tritt nun auch die I>'"^^"f " J^" 
Landes Israel verstärkt in Erscheinung. Baeck hatte 
allerdings auch früher dessen Existenz niemals negiert; 
die Leugnung der nationalen Existenz des juc^.schen 
Volkes gehörte nicht zu seiner 1 heologie Sein Ums er 
sahsmus, zeitweise sein Deutschtum, seine Liberalität und 
sein Sinn für Tradition bildeten das. was Fned- 
lander Polarität nennt. Aus Ihr war daher auch da 
Festhalten des jüdischen Volkes an seinem I-»nd "'^h 
verbannt; auch diesen lebendigen Strom judischer 
l-xlstenz vermochte Baeck In sein fhessendes System vom 
Judentum einzube/.lehen. Baeck konnte dieses weite 
Spannungsfcld mehr oder weniger harmonisch bearoe. 
ton weil für Ihn das Judentum nie am Ziel, sondern 
immer auf dem Weg war. Theologla viatorum nennt es 
rrledlander, ein R.griff. den Baeck wahrscheinlich so 
nicht billigen würde, der aber in etwa die Tatsache 

erfasst. dass für Baecks Denken .'"d^"""! "'V?r W 
Ist, denn nur der Spiesser ist es. Was bleibt also? Gebo 
„nd Gnade, die der Mensch erfährt, wenn er sich der 
Auf<gabe des Tages stellt, sich in ihr bewahrt. 
Und so Ist auch bei Baeck Judentum nicht ein ab trakter 
B.-.'riff, sondern abgeleitet aus der Verpersonlichung. 
d h aus dem, wie er in seiner Lebenszeit, in der eine 
Welt erschüttert und sechs Millionen Juden untergcgan- 
oe., sind, ludenium erfahren hat. Dabei und das zeigt 
Un Spätwerk, sind mannigfache Krücken zerbrochen 
worden. Baeck versuchte, sich zu vergegenwärtigen, was 
ihm geblieben war. Kennzelchnenc^ genug d.xss hier 
Baeck über das grosse »Nein« nachsinnt, das ihm zu 
sprechen so unencllul, schwer fiel, und das er mandtmal 
hätte sprechen müssen. Aber durd, sein Erleben ist ihm 
dann doch noch viel deutlicher als vorher geworcen, *^e 
wesendlch das ..du sollst nicht« Ist. dass eine Grenze zu 
ziehen ist, ein Weg da ist, der nicht b"chritten werd n 
darf (Dieses Volk, S. .SS). Und noch ein N'''" ".'■•d 
sichtbar, das, wie alles, was von Baeck ausging, urjudisch 
ist: Das Schwelgen über das Christentum m seinem Bucii 
.Dieses Volk«. Im rabblnlsclien Judentum ist d.as 
Schwelgen die wirksamste Polemik. Baeck war wohl der 
Meinung, und nicht wenige Juden sind es nm ihm, dass 
die Ma^se der Christen die Prülung, die ihnc-n in den 
Lahren 19.VV TMS auferlegt wurde, nicht bestanden 
haben, und mit Ihnen ihre Institutionen Dieses Wissen -- 
hüte er wohl .anderes erwartet? - schloss natürlich die 
ilofc Dankbarkeit nicht aus. die er gegenüber den 
Wenigen hegte, welche den Juden die Treue hielten: 
Allen' voran Gertrud Luckner. die Herausgeberin de 
IX o.'-r jener unbekannte Mann auf der Str.'.ssc. der 



. I.,„opHl»!,c- V..rl.„-.s.nu,l,, rr,,nkfur> .955. 2. Tel 1«7 Vgl. FR 
IX 3.VJ!,, S. 57; 2. •Icil .l.»/u XI. ^V4^, S. 87 I. 



/ 



/ 



i / 

/ 



•, A.n. ludenstcrn Gekennzeichneten verstohlen 
"*"" TnfeUus eckte E3 ^-aren nicht mehr so viele und 
einen Aptel zustecKic. x.> ßaeck am 

die Zelten -"- >,"f ^jfh ;n. t ho"iette. Diese 

fr"^''GS:cWt't r rsfie^^und es hl.eben die 
luftige Gescllscnaii \Nai nky.iväWcn an den 

Wgen Treuen ei^ paar Ncnschnh^^^^^^^^^^^ ^^^^^^,^_ 

Fingern emer «and^ E^ -^ " .^^,„,ig j.hre 

dass von dieser Atmosphäre ae ^^^^^ 

von Baecks Leben -.n,n,erune erlange Ze^, ^^^^^^ ,^^ 

Erdenwege - f^J " ^„'^ ^^ "und diese mit Menschen, 
Selbst d,e wemgen InterMCY. .^^^ „.^r 

„U denen Baeck v 19 9-^9j^^_^ ^^ 7^, „„a 

zusammen war <conmen aa 'tteln. So knnn er 

damit auch um jenen Baeck nicht ^^^n mem 

in diesem Buche -g""''^^ ""^^^ /, ' ist v e ^icht die 

uägliA ins Ucht 7,u ruckem ^^ - "^ ';^J^,i, „„, „it 
wohl ein unvollkommenes »'»d- -^ « h ben - .r .^__^^ 
dem zu be|nügen.^as w.r n ScW.hc^^ ^^^^^_^^__^^ 

t' t'en" Es gXrt u d e^ Manne, dass die meisten. 
kannten Es gehört z ^_^^_^^^^_ ^^j j^^, 

t^J^d -rntstieS C:. Zu seinem Wesen gehörte es, 

S^:StX:^^^Ätw^.,.ena^ 

Dl... Wo... S.I..,.; «. I». .' "t t£. . .. i.W""" 



Kulturkreis verwurzelt gewesen; er ''"/"f'j. ^" 
Sdt als -le seiner iOdisa^nun n.art ,ud.*en 

Zeitgenossen, aber deutsche Kultur ha"e n 
Sed-ÄSrd^nl^Ää^^^^^^^ 

L e,nen deutschen Juden der G--- „^-';:,^;aen 
wichtig Scnug war nur n , . mget,,^ ^^. ^^^^^ ^._^^ 

:Xh:oi;^.:^feni Problem wird tH-. W. 
^"kleir"^TLC'lrU;^:rÄ 'darin zu 
- £ It dass sein jüd.sches --^ ^u hS" 

r^' 'nl^kJi'the Di n hat^hn davor bewahrt, ein 
hatte. Uic Kntiscne i^»'\'^ r-U.,Uf»n«;u zu se n und 

„deutscher Staatsbürger ,ud,schen Gbul'ens ju e 

den Torheiten »nat.ona! gcs.nn te « ^^sch^'^^J^.^^, 
^'"^•"'^^^"^"dlheT'a :f das^Cl ris erum^abgew-icsen hat. 

"'die "nt u A, wie OS für diesen sonst so ungemem 

und dies m einer /Mt, Antwort auf 

höflichen Mann ungeu^hnhch - ^J^'^ Xift: .Aus 

wohin er f;chorlc. 



. niese .c,ne..un. Y^ au.. ^ St^t^rs^^u^n JX 
gcdKlcben wir.l. d.h. naJ. dem y^^^^^^^^ -^^ ,,•,,, jass beute gc- 
Lms, von den. hier ;'-\^-'^"^;^V^^;^'tdcn hinslrfullch ihrer Intc- 
,e,entlid, das Gefühl ;'^^'^•^;^;j; f/^JX^.eck harte i.doch stets 
,.at,on in I^^'^^^^^^';" T T n IcT /ün .Deutschtum jüdischen 
e.ne Distanz xu jO' - l^--^^"^'; ' ^ ^.'^ i„, .xVesen des Juden- 
Glaubens.. Ohne Scheu verwendet^ er tva ^^^^^^^ ^..^^ ^^^_ 

,ums. Begrifte wie «'-^-'^^.^'^^ \" °^", Ideologen des Central- 
,,n,e Tcr:ninologlo wurde Hoch on den 1 s ^^^ j^^^^^^_ 

vere.ns durd.aus bekan.pft (v^^l^ - ^ ^^^f" 
for.i mul Judentum. Frankfurt 1919, S. 36!> lt.;. 



u 




Columbia University in the City of New York New York, N. Y. 10027 



CENTER FOR ISRAEL AND JEWISH STUDIES 



420 W. 118 St. 



^»^^«OdfiM 






29 Claremont Avenue 
i^ew York, U. Y. 10027 
Pecember 10, 1973 



^n 



Mr. FreH Grube 1 

Leo öaeck Institute 

129 East 73rf1 Street 

iMew York, xu Y. 10021 



Dear Mr. Grube 1: 



,1973 




I am sorry that I have to report to you some very r'isappolntlng news. 

Since my return to i^ew York I have spent the last two nonths looking for 
a research fellow to assist ne on the "International Aspects. " But I have 
not been successful. True, apart from ny personal difflculty of «ielegatini? 
any part of research, or even checkini, to assistants, the objective requlre- 
ments for this job are rather u.iusual. The man or vornan concernec^ woulr^ have 
to have a gooH linguistic equlpnent, primarily in French and German, but also 
some Dutch, Hebrew, an<^ YiHr'ish. iie or shc would also have to have a good 
familiarity with historical and particularly archlval technlques, have experi- 
ence in reading photostats or microfilm In manuscripts written In the old Scripts, 
and know a good deal about Jewish and European hir.tory of the nineteenth Century. 
Such pG'jple aro vcry rare; tlus-, wao 'iclo.^ :c l:'-pt c^tegory are usually ensconced 
in good academic positions and prefer to do research on their own account. At 
any rate no one qualifie^' has ai)peared on the scene. 

In desperat ion I turned to iny vrlfe who has had both experlence arv^ trainlng 
in all these directions, has worked with me for the last forty years, and would 
be fully qualified to do the job. However, she got herseif involved in a variety 
of communal activitios connected with Columbia, the Conference on Jewish Social 
Studies, the Visiting hurses, and the like. She has also been constantly assist- 
ing me with The Social and Religious Historv of the Jew s, Volume XVI of whlch is 
scheduled to be subi-iitted to Columbia University i^rcss in a couple of months. 
She would have to give up some of her voluntcer work to have fime necessary for 
this additional project. 

Even more importantly, she reminded me that we have had a long-standing moral 
commitment between ourselves not to use any foundation money for my research and 
writing, but rather pay for them ourselves. cur feeling has been that there are 
other students who necd the money more than we do. As a matter of fact, I have 
never even applied to a foundation such as Guggenheim, Kockefeller, anö the like 
and in flfty-one years of teaching have had only four half-year sabbaticals which 
I have usually applied to lecturlng elsewhere (Hebrew University, Colgate-Rochester 
r3ivinity School, all South African unlversl tles, etc.). It certainly Is not the 
time in our lives to break with that long-stand Ing precedent. 



Mr. FreH Grube 1 



I know thac Chis late Hecision mny Inconvenlence you. öut It niay ^e better 
«11 arounH iFwe .Ive up our assoclatlon an^ If my wife and I pursue J^U partl. 
cilar area of research without any tlme table. Xf everything goes well. I hope 
that wtthtn thenoxt three or four yoars 1 .ay hnvo a .anuscrlpt on the subject 
ready for publicatlon. I am not concerr.eri about a pubUsher. 

Will you please convey to your 3oard my sincere thanks for Its "llllnS"^" 
to asslst me in carrylng through this project? iut you may assure them that 
1 expeit that y accustLeC lonely pursuits will be crowned with equa success. 
After au! what really .atter. is that n book of this type be available for 
future readers and researchrrs. 



Wlth personal thanks to you, too, anH klnr^est 



regarris. 



I am. 



Slncerely yours. 



Salü^V. tiaron 



/rvf 



auv- 



7 



t •<• 



T.tel 



Nr. 



Datu^T^ 






%0 





Buchbesprecliuiigen 



Albert H. Friedlandcr 
LEO BAECK 

Leben und Lehre . „. .^ . 

Deutschi- Verlags-Anstalt Stuttgart 
1073, 500 Sei'.on 



Es war die Nummer 187.894, die ein 
Mann im Konzentrationslager There- 
sicnsladt trug, ein Mann, der, 1R73 ge- 
boren, sdion damals c!n rer.es und rci- 
dics Leben hinter sich hatte, ein Leben, 
mit dessen Fortsetzung man kaum rech- 
nen Itonntc. Dieser Mensch, der schon 
m seinen Studienjahren an die organi- 
sche Eialieit im Leben geglaubt hatte, 
ist oft als Meister verehrt worden. Und 
hundert Jahre nach seinem Geburtstng 
stand der Lehrer von Thcrcsienstadt, 
wie viele ihn nannten, im Mittelpunkt 
zahlreicher Ehrungen. Leo Baeck, einer 
der grüliten unter der an großen Gestal- 
ten w.ihrlich nicht armen doutschm .Tu- 
denhcit, überlebte auch die Schred.on 
dn-, K'-in 'ontrationslnRer«:, iihrrlebl" die 
dunkle Periode, die er einst als den Krieg 
des Kommandos gegen das Gotle-gebot 
bezeichnet hatte. Leo Haeck, dessen 
Denkweise Liberalismus und Beja- 
hung der Wissenschaft verband, dessen 
Rcligiiisität so ticl war, weil für ihn der 
Glaube au.-? der Sorge um den Sinn des 
I,r.s...i^ .-T.t-t-in'lon war, h'^^tpnd viele 
Bewi.hrungsproben. Der Rabbiner, der 
in der düsteren Zeit des d( utschcn Ju- 
dentums die Prarident'chafi der lU-.dis- 
vertretung der Judrn in Dcul;:diland 
übernahm, wußte gan?. genau, daß die 
Mon.schen, die ihm vertrauten, sidi 
I'ioblemcn gc;;cnüborsohen, die die 
Grundlagen der Existenz jodcs einzel- 
nen ebenso wie der Gemeinde bedroh- 
ten Kraft seiner rcrrönlidikeit gelang 
OS Leo Baeck. das unerhittlidie Sduck- 
I sal für viele hinauszuzögern, einige ko- 
I gar zu retten, in erster Linie aber das 
Antlitz des Menschen zu wahren. Der 
Autor des vorvvcaundcn Buches, Al- 
bert H. Kricdla«dcr, nennt Baeck einen 
Zeugen Gottes lür dl« Weit. "Welch 
Geisteskraft mußte Leo Baeck inne- 
wohnen, wenn er es zuwege brachte, 
im Konzentrationslager Vorträge über 
Plato und Kant lu hallen! Ohne 
Irgendwelche Unterlagen schrieb er 
dort auf Fetzen von Papier den ersten 
Teil seines großen Werkes „Dieses 
Volk. Jüdische Existenz". Welchen Mut 
bewies er, als er b€i der Befreiung des 

36 



Konzentrationslagers in die Baracke 
der Typhuskranken zog, um seinen Mit- 
häftlingen, denen er in den seltensten 
Fcillen das Leben geben konnte, wenig- 
stens noch Menschlichkeit und Liobe zu 
geben. Auch hier zeigte Baeck seine 
Auffas>ung, daß die Lehre gelebt wer- 
den muß. Und selbst unior Bedingun- 
gen, die darauf ausgerichtet waren, den 
Menschen zu zerbrechen, lebte Baeck 
das „Menschcnrc-dit, vermöge dessen 
jeder Mensdi verlangt, als unser Mit- 
mensch anerkannt zu sein". 

Rabbi Fricdlander, der nach dem 
Kriege bei Leo Baeck in Cincinattl ge- 
lernt hatte und später der Leiter des 
Lco-Baeck-CoUege wurde, versteht es, 
den lebendigen Menschen Baeck darzu- 
stellen, seine Lehre — oder besser gesagt, 
seine Lehren — zu vermitteln. Beim 
Meister bedeutet Leben stets auch 
Schaffen, und so kommt es, daß in die- 
sem umfangreichen Budi geistige Werte 
und philosophisdic Inhalte mohr PLatz 
einnehmen als die Einr.clheitcn, die 
sonst in Biographien zu finden sind. 
Baeck war die Ehrfurdit vor dem un- 
bedeutenden Detail zu eigen; wenn 
Friedlandcr in diesem Werk mandimal 
gegen diese Maxime verstoßt, ist dies 
zweifellos darauf zurüdc/.u führen, daß 
ein langes Leben voll von zahlreichen 
Aktivitäten boschrieben werden muß. 
daß die Vorträge. Artikel, Predigten des 
Moi.tcrs in die Tnusende gehen. Viel- 
Icuht ist es der Wille de:; Autors, daß 
der interessierte Leser i^elbst Zusam- 
menhänge erkennen mag. Baeck halte 
große Lehrer, unter anderem Dilthey, 
der als kleinere Ausgabe von Hegel galt. 
Sein EinHuß zci:;t sidi immer wieder. 
Es ist kein Wunder, daß Leo Baeck für 
die Weimarer Republik Ratgeber für 
jüdisdie Angelegenheiten war. Baeck 
war ja der Autor des großen Werkes 
Das Wesen des Judentums". Er führte 
zahlrcidie Polemiken mit chri-stlidicn 
Theologen. Für ihn war das Judentum 
di2 Religion, die nidit mit einem Pro- 
pheten beginnt oder endet. So unum- 
stritten seine Integrität audi war. 
wurde Baetit dennoch wegen mancncr 
seiner Aussagen angegnUcn. So cL'..a 
errcgto seine Meinung, das Judentum 
habe kein Dogma, bei manchen Kreisen 
AnstoQ. Der Mann, der seine Disserta- 
tion über Spinoza schrieb, begriff diesen 
Philosophen in seiner Jüdisdien Essenz. 
Und in der In Böhmen erschienenen 



Zeitschrift „Jüdische Chronik" sagte 
Ba'^dc: „Wir rechnen Spinoza stets und 
stolz zu den Unseren." Baedc bean- 
spruchte auch Jesus für das Judentum. 
Und über Paulus sagte er: „Der letzte 
Jude in der jungen Kirdie war ihr 
letzter Apostel." Nach Eaecks Auffas- 
sung war dem Judentum der Universa- 
lismus eine wesentliche Eigenschaft, ein 
charakteristischer Inhalt. Gleich darauf 
sogt er: „Ganz, ebenso Ist er es danach 
im Christentum und auch im Islam. 
Audi sie sind daher Wcltreligionen; sie 
sind es, insoiern sie aus dem Judentum 
hervorgegangen sind, und soweit sie mit 
ihm zusammenhängen. Es ist Glaube 
von Israels Glaube, wenn sie die reli- 
giöse Zukunft der Mensdiheil im Lidite 
der eigenen Religion schauen und so in 
ihrer Religion die Rel:gion schon." (Das 
Wesen des Judentums. 4. Auflage. Frank- 
furt am Main, 1926). Von der roligiö.sen 
Erneuerung in der Zeit der Renaissance 
bis hin zu den .sozialistisdien Bewegun- 
gen spürt Leo Baedc dem Einßuß des 
jüdischen Universalismus in den großen 
geistigen Strömen der westlichen Kultur 
nach. Leo Baeck beleuditcte Karl Marx 
und Moses Hess im Rahmen einer Reli- 
gion, von der er sagte, sie sei zuerst 
in die Welt eingetreten als eine religi- 
öse Revolution, aber ebensosehr als eine 
soziale Revolution. In einem Essay über 
Moses Hess spricht er von den großen 
Propheten, die sich nidit mit der Ge- 
genwart abgefunden, sondern sie da- 
durch bewältigt haben, daß sie die Ge- 
genwart in die Zukunft einpHanzton. 
Die Zukunft ward das Rcdil bedeuten, : 
das die Gr-enwart hat; die Zukunft j 
wird Zeugnis für das ablegen, was die . 
Gegenwart ist", das war die Idee von 
Mo.ses Hess. Baeck, der in .seinen wich- 
tigsten Thesen auch von d'.r Religion 
der Polarität spradi. be.prifT das Leben 
als Spannung. Im Aufeinanderwirken 
verschiedener Elemente begriff er audi 
die deut.sche jüdisd-c Gemeinde. Er er- 
klärte Heinrich Heine. Walthcr Ralhe- 
nau, Sigmund Freud, Albert Einslcm 
aus ihrem Judentum heraus. 

Der Autor der Biographie versteht es 
vorlrefllich, den Rabbiner in Leo Baeck 
hervorzuheben. Aber es iA der Rabbi- 
ner, der gesagt hat, die Torah, die ]udi- 
sdie Lehre, müsse gelernt werden, und 
nidit nur befolgt. Aus allen Seiten die- 
ser Lebensbesdircibung" spridit die 
Verehrung, ja die Liebe, die Friedlander 



I für Leo Baeck empfindet. Ob er nun 
seine Tätigkeit als Erwachscnenbildner 
oder seine Piasidentschatt eines zioni- 
stischen Fonds beschreibt, immer ver- 
steht es der Autor, den Menschen Leo 
Bsock in seiner Gonzheit zu vermitteln. 
Ohne Pathos, doch zutiefst ergreifend 
ist die Sdüiuerung der moralischen Pro- 
bleme, die jenen gestellt wurden, die in 
der bittersten Zeit in der Reichsvertre- 
tung der Juden in Dcutsdiland oder in 
einem Ältestenrat tälis waren, ja, oft 
tätig sein mußten. 



Leo Baeck spürte schon sehr früh, 
daß eine neue Zeit beginnen will. In 
diditerihd^cr GrüCc dennierl er in sei- 
nem Vortiag im Jahre 1019 die sittlichen 
Gebote der mensdilichcn Exislcnz: 
„Eine Erde geht, und eine Erde kommt, 
und das Men.^chcngcschlocht bleibt 
ewiglich. Es wechseln die Zeiten, und so 
manche hat ihre reue Erde; aber der 
Mensch, derselbe Mensdi, steht imn^er 
auf ihr. Der Mensch bleibt, und darum 
bleibt die Pflicht. Arbeiten und Vor- 
wärtsschauen, das ist daher das Gebot 
für uns. Eine Erde geht, und eine Erde 
kommt, aber der Mtn-sdi bleibt — der 
Men.-;di und jcine P.'lidit. Mit diesem 
Worte gedor.kc.i wir de.^ Vergangenen, 
mit ihm grüßen wir die Zukunft." 

Dem Autor gebührt nidit nur der 
Dank des Lesers, sondern auch die An- 
erkennung ob seiner besonderen Mühe 
um die Ai. merkungen, die Bibliographie 
und das Register. Der tiefste bleibende 
Eindruck ist aber die universale Huma- 
nität und das jüdisdic Solbslvcrständ- 
nis von Leo Baeck. Die Erkenntnis, daß 
der moderne Jude ohne den Zionismus 
nicht ver:.tanden wvrdoii könne, ist für 
Leo Baedc ein Wosenselement. sieht er 
dodi zwischen jüdi.sdier Hü-Tnung und 
jüdischem Bemühen einerseits, der all- 
gemeinen Kultur und umfas:.enden 
Menschlidikcit andererseits keinen Wi- 
dersprudi. ..Kultur ist die Durchdrin- 
gung der Gomcinwirt<;diaft mit einem 
Geist, so daß eine sittliche Idee vor dem 
Gesetz und der Geschichte .steht und 
diese sittliche Idee dem Gesetze und der 
Gcschidite den Wog weisen kann, und 
die Gcmeinsdiafl so nicht nur durdi Bo- 
den und Geschidt gegeben Lst, sondern 
durch einen gemeinsamen wahren Geist. 
Damit erst gewinnen Volk und Staat 
einen inneren Wert, eine eigene Würde." 
Und Baeck setzt die Persönlichkeit des 
einzelnen Menschen, das heißt, sein 
I seelisches, geistiges, sittliches Besitztum, 
dem Volke, dem Staate gleich. „Sie kön- 
nen auch eine sittliche, eine geistige 
Kultur haben — diese allein ist ja wahr- 
haft Kultur — und damit der Mensch- 



heit etwas geben, schon dadurch, daß sie 
da sind." 

In einer Zeit, die so heftig über Juden, 
Exjuden, Haibjuden usw. spridit. seien 
die Worte über die „jüdische Renais- 
sance", mit denen Leo Baeck den großen 
deutschen Juden Franz Rosenzweig 
würdigt, an das Ende dieser Betrach- 
tungen gesetzt. Sie äuiiort sidi für ihn 
in vcr^d'.icdenen Gowändorn, in einer 
reilgiö^cn Orthodoxie und in einem 
religiösen Liborah^-.'nus, In einer jüdi- 
schen Zionsbcgoistcrung und in einem 
jüdisdien Universalismus. „Die Jahrtau- 
sende haben ihren Weg, ihren Ausgang 
gefunden, und die große innere Sicher- 
heit ist über die Monichcn gekommen." 

Mi-nahcm Bargil 



Titel 



Nr. 






:> 



b 2 .G 2 ;/ 4 



Datum 



Wertung 



\(V o L^ L 'j :• wa 1 d 'J :• Z o i t ung 
Montabaur ( 18,8/66) 



iaecks Lehre 



*Ä)nt»ert H. Fricdlander „Leo Baeck - 
^ Leben und Lehre", 500 Selten, Leinen, 
-Deutsche Verlags- Anstalt. h^ßdL 




Dteses Buch hätte nidit geschrieben wer- 
den können ohne die vielen Gelehrten 
und Sachkenner, die Im Text zitiert wer- 
den und die auf unterschiedliche Art mit- 
wirkten. Leo Baecks 100. Geburtstag war 
am 23. Mai 1973. Auch in Deutschland 
wird man dieses letzten großen Repräsen- 
tanten des deutschen Judentums geden- 
ken. Der Autor hofft, daß seine Arbeit den 
Lesern zur tieferen Kenntnis eines Men- 
schen verhelfen wird, in dem sich zwei 
Kulturen verbanden, der nach Brüder-.^ 

■m 

Ichen 

Isehr nachdenklich macht 




a- 



fjgi-'^^) 



= sehr gut (regional) ; 2 = gut ; 
aschzettel ; B = Bibliographie 



•* 1ÜW 



Ausgabe vom 



/.■«^.■?v 



I Bonner Zeitung 






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Bonner S»aot-Aor.Tiger 



Bad Godcai-c'^jr Zeitung 



5-^jlof Nachrichto.i 



••••J I.'; /;.77 /:.•//, I 



Die Gedankenweif Leo Baecks 

ZENTRALGESTALT DES DEUTSCHEN JUDENTUMS 
Von Richard Ford 



y 



Albort H. FrJedländer, der Pin Schülrr Leo 
Baedrs v/nr und heule das Leo-B !erk- 
Collegc in Londoix leitet, r-.et2t sich in einen», 
umfancircichcn Work niii clpin Leben, vor ol- 
lem abci mit dei Cit d u->i:en\velt seiju---» «»«n- 
stigen Lehrers ausoinnndcr. Leo Bdv'^ch war 
neben Buber und Roscnvweirj einer der gro- 
ßen judic.rhcn Denkr^r un^^^eres JahrhimJcrtr;. 
Geboren im Mai 1873, winde er 1933 Pr.'si- 
dent der Reichsvertr'Hu'Kj der Juden in 
Deuti.cb]find und v.Mndte sieh in den Sehn k- 
kensjalirea der Naziiicrrscudft mit all seiner 
Kraft der Not und den Problemen 5.e)nes 
Volkes 7u. Als er keinen Weq mehr «^ali, in 
der F'^ciheit zu helfen, lieli er sich nach 
Theresienstadt deportioien. Er, der so vielen 
zur Auswanderung oder zur Flucht verbol- 
fen lialte, weigerte sich standhaft, Deutsch- 
land zu verlassen und U)l(ito seinen Glau- 
bensbrüdern ins Kon/entrationslaqer, „wo 
man den Siebzigjährigen kräftig genug er- 
achtete, eine.-; der Zugtiere des Lagers abzu- 
geben". 

• Inmitten der Qual und der Erniedrigung 
fand Baerk auch hier \V«^ge, zu lehren und 
zu trösle'i; nie „entzcq er sich dem Lager, 
doch in seiner Nähe ^ c.hicn es nicht zu be- 
stehen, V, r.s daran li, gen mochte, driß all 
der SchTuutz rundum ihn nicht beflecken 



konnte", schrieb H. G. Ad'er einer seiner 
Leidensgcno*<sen. Wie duirn c ui Wunder 
liberiebte P.ficcL das Inlcrno, und wie. durch 
ein Wunder konnte er au( ]\ sein zum gro- 
ficn liil iiv, l,.-.rjor geirrl lii briu ^ Sp-üwerk 
retten: Dieser. Volk. JüdisoK- Lvislonz." Es 
erschien eritmais 1955, genau ein halbes 
J'jhrhTmdeil nach seinem ersten großen 
Buch „Das Wesen des Jud«^ntums" . 

Emen großen Raum im Wc ik Baecks, das 
Friedländer mit großer LinfiihiUng, aber 
nicht upkiitiscli, kommen'iert nni interpre- 
tiert, nimmt der Dialog mit diiu Christen- 
tmu, die Auseinandersetzinnj rjit Jesus und 
Paulus ein. Nidi dem Kriecjo übernah-ni 
Baeck ein Lehir'.nit in Cinri\in<t<i am Hebra'- 
sdien College, außerdem wurde er der er^te 
Präsident des nach ihm benannten Leo- 
Baeck-Institufs in Jerusalem, wie auch des 
Council of J-äv-s from Gctpumv, d^'s Rates 
der durch die Na7i Verfolgungen in uUn Welt 
zersi reuten deutschen Juden. Baeck starb 
im November 1956. Er var ,,rr.ebr als ein 
Symbol, ci war das Zentium cl'^; deutschen 
Judentums . 

Albeit IL Piiedländer: l<o Baeck. Le- 
ben und lehre, (Deutsche Verlag&a;islall, 
Stullgaji;, ^»1)0 S. : " 



r^aiWaM 



««r 



Hans I. Bach 
Jacob Bernays 



f>')^ 



Bibliographie 



Fnghsh Summnry 



Hans I. Bach: Jacob Bernays. Ein Beitrag zur Fmanzipations- 
geschichte der Juden und zur Geschichte des deutschen Geistes 
im neunzehnten Jalirhundcrt. Tübingen: J. C. B. Mohr (Paul 
Siebeck). 1974. XV, 251 Seiten. Mit XVI Tafeln (Schriften- 
reihe wissenschaftlicher Abhandlungen des Leo Baeck Insti- 
tuts 30). ISBN 3-16-835142-3 Ln. DM 72.- 

Aus zahlreichen, weitgehend unveröffentlichten, inzwischen 
fast völlig untergegangenen Handschriften und Briefen wird 
in diesem Buch eine der glanzvollsten !• pochen des deutschen 
Geisteslebens lebendig. Jacob Bernays (1S22-1881) war einer 
der Meister der Altphilologie zu einer Zeit, in der diese Hüte- 
rin der als Vorbild empfundenen griechisch-römischen Bil- 
dung die führende Stelle unter den Wissenschaften einnahm. 
Sein Buch über Aristoteles und die Tragödie hat ihm euro- 
päischen Ruf gebracht, in Deutschland und in Amerika wer- 
den seine Werke neu gedruckt. Als Sohn des Hamburger 
Oberrabbiners Isaac Bernays, des geistigen Begründers der 
modernen Neuorthodoxic, versuchte er, eine Brücke zu schla- 
gen zwischen dem Griechentum und seinem Judentum. Der 
Kampf der Emanzipationszeit um die Zulassung von Juden 
zu akademischen Stellungen in Preußen spielte sich weitge- 
hend um seine Person ab. 

Befreundet mit Männern wie dem Dichter Paul Heyse, 
dem Historiker Theodor Mommsen und Bismarcks Gq^^ 
genspieler, dem Liberalen Freiherr v. Roggenbach, in re- 
gem Umgang mit dem glänzenden Kreis um das Fürstenpaar 
von Wied und dem preußischen Gesandten in London, K. J. 
V. Bunsen, und im Geistesaustausch mit vielen führenden 
Männern seiner Zeit, nahm Jacob Bernays Anteil an ihrem 
literarischen und politischen Leben weit über sein eigenes 
Gebiet hinaus. Ein sorgsam gesammeltes, reiches Bildmate- 
rial, zum großen Teil aus Privatbesitz, bringt dem Leser die 
wichtigsten Persönlichkeiten und Städte nahe, die für Bernays' 
Lehen und Wirken von Bedeutung waren. , 

Kurztext 



Aus zahlreichen, weitgehend unver()ffentlichten, inzwischen 
fast völlig untergegangenen 1 landschriften \\\\^ Briefen wird 
in der Biographie des Altphilologen Jacob Bernays (1S22-81) 
eine der glanzvollsten Epochen des deutschen CJeisteslebens 
lebendig. 



Jacob Bernays. A Conrribution to the History of the Emanzi- 
pation of the Jews and to German Cultural History in the 
nineteenth Century 
by Dr. Hans I. Bach, Privat Scholar, London 

One of the most brilliant periods of German culture is 
brought to life in this biography of the classical scholar Jacob 
Bernays (1822-81) from numerous documents and letters, 
many as yet unpublished, of which most of the Originals have 
been lost. 

Interessenten 



Altphilologen und Fachleute der antiken Philosophie, insbes. 
Aristoteles, an der Geschichte der Emanzipation im 19. Jahr- 
hundert Interessierte, entsprechende Institute und Bibliothe- 
ken, Kenner und Freunde der deutschen Geistesgeschichte. 

Inhalt 



Jugend in Hamburg unter dem Einfluß des Vaters ,Cha- 
cham' Bernays (1820-44) - Studienjahre in Bonn (1844-48) 
- Privatdozent in Bonn (1848-53) - Am Jüdisch-Theologi- 
schen Seminar in Breslau (1853-66) - Äußere Erfüllung, in- 
nere Enttäuschung (1866-81) - Nachwort: Jacob Bernays' 
Stellung in der klassischen Altertumswissenschaft bis zur Ge- 
genwart - Werke, Nachrufe und Würdigungen, Quellen, Bi- 
bliographie, Namenregister, Sachregister. 

Verfasser 



1902 in Stuttgart geboren; Studium der Philosophie, Germa- 
nistik und germanischen Philologie, Musik- und Kunstge- 
schichte an den Universitäten Freiburg, Frankfurt, Leipzig, 
Berlin und Paris; Promotion 1928; 1928-33 Lektor der Ber- 
liner Schundprüfstelle im Reichsministerium des Inneren; 
19.>3-38 Mitherausgeber der Monatsschrift „Der Morgen"; 
im Mai 1939 Auswanderung nach Lngland; Vorlesungen am 
Institute of Jewish learning; r>58 (>b Redakteur der ,.Syna- 
gogue Review of Great Britain"; nun im Ruhestand. 

Auslieferung 



Juli 



\ 



J. C. B. Mohr (Paul Siebeck) D-74 Iiibingen Postfach 2040 Ku uUilueiben 3/19^4 



; 



5 



13. Maerz 1974 




Dr. Max (Jrneru 
18 Haran^eirfcle 
Millburn, New Jersey 



07041 



Lieber Herr Dr. Gruenewald, 

Sie werden sich daran erinnern, dass ich Ihnen vor einigen 
Wochen einen Brief an Wandel zeigte, in dem ich mich gegen die 
verharmlosende Behandlung der Rolle des Reichsbankpraesidenten 
Luther wandte. Luther hatte das Amt des deutschen Botschafters 
in Washington unter Hitler angenommen und eine antisemitische 
Rede zugunsten der Rassenpolitik Hitlers gehalten. 

Erfreulicherweise hat dieser Passus in meinem Briefe 
ein Ergebnis gehabt. Wandel hat mit Professor Born in Tuebingen 
gesprochen, und die beiden haben mir jetzt folgende Text- 
aenderung vorgeschlagen: 

"Besonders eindringlich wandte sich Schaeffer gegen eine 
Rede, die der ehemalige Praesident der Reichsbank und spaetere 
Botschafter in Washington, Dr. Hans Luther, in den Vereinigten 
Staaten gehalten hat und in der er mit antisemitischen Aeusse- 
rungen die Rassenpolitik Hitlers verteidigt hatte. Diese Rede 
Luthers ist bezeichnend fuer den Niedergang politischer Moral 
und humanistischer Bildung und Gesittung in der damaligen 
deutschen Puehrungsschicht. Dies gilt umsomehr, als Luther 
den Nationalsozialisten nicht nahe stand und das Amt des 
Reichsbankpraesidenten nach der Machtergreifung Hitlers raeumen 



musste. 



II 



Der zweite Satz ist neu und traegt der Kritik in meinem 
Brief Rechnung. Ich glaube, dass wir mit diesem Ergebnis^^ 
zufrieden sein koennen. Natuerlich meint Wandel "humaner 
Bildung und nicht "humanistischer" Bildung. So sehr ^ch der 
klassischen Philologie ergeben bin, wuerde ich doch nicht be- 
streiten, dass auch aus der Realschulbildung hervorgegangene 
Menschen human sein koennen... 

Mit Grubel hatte ich heute eine laendere Unterhaltung - 
ueber schwebende Fragen. Dabei stellte es sich heraus, dass 
wir beide zuf aeilig, ohne voneinander zu wissen, an Dr. Otto 
Nathan geschrieben haben. Ich habe ihn um einige Angaben fuer 



./. 



- 2 - 



mein Buch gebeten und ihn dabei aufgefordert, gelegentlich ina 
Leo Baeck Institut zu kommen, damit wir uns dort persoenlich sprechen 
koennen. Davon koennen wir vielleicht eine fuer das LBI nuetzliche 
Verbindung erwarten. Nathans Antwort ist in Photokopie beigefuegt. 



Mit herzlichen Gruessen 



Ihr 



Anlage 



c opy for Dr. Ha.mburger 



.EU bAECi > . „ . . 

12^ HAST 73RD STREEl* 



jiiii.!ort/iNDii'i' 



To: Dr. Fred ^rriibel 
Fr-oni: Hanna ."nTither 

re: J'ZH Project — periodicals 



T Vifcr Hh 






V 



l . 



As of June 30, 1^7(4 ^ 

( 



1. 



Since the last report, we rcceiv.d .ns.;e.s fvc. -'^I: ^f „^-„"-J;;^^^:; 
had •'T-nter to. Altbou^h their -ct. sl holcm-s ..o not ol...y., a::ree t.i.m 



Libraries ■writtento 



Boston iVrlic Library 






risv.ers received 



rnaterial only partially available 



I'arvard 



Hcover Institution 



no ar.svver yet 

microiilm of reqi.ested material 
received 



Hebrev/ Union Coilej^e 



vTat«::rial available but will have 
to be ch^-cked by us pare by pa^-e 
fcr coiupleteness 



JevdLsh Theolo;dcal Sermnary 



::aterial req\ ested has been 
received. In this pa^ticular 
case, riol(ünr;s do not at all 
ac^rr^o 'Ai-th catalo;.ues since the 
Tire ol* Ipo^/. Also, eve-':' pa^^e 
>-.as tu üe cher.k^-i Tor fire and/or 
water damaj^e. 



Johns Hopkins 



Some üT the material available — 
soinc tue brittle for loan or 
T^hotor^raohin»: 



O' 



Library of Oon^-reös 



Seme of t>ie rr.aterial available; 
ndcrofil^^i ^^"^ order 



Princeton Thf^o}o.;ical S-ninary 



Yale 



Latorial wailaLle, microflln 
on (^vder 

1,0 auHWt'r yet 



MaMMteM^M 



Memorandum 6/30/','li 



-2- 



V^fhen all this material will have been ch^^ck-d, iT^icro: iLmed, etc., 
15' Periodic eis ^^ill have been '^omploted. 



In the course of checkinj thron h the holfin s of other l.ibraries, the narae 
of a priv:te cc!!lector has beer Jiscovereo. Ig have contacted hirn and he 
is willinc^ to coopcate; he has sc lar riven u^' ono periodic al to microrilni. 



2. Genieindeblaetter 



Total nu ber: 5U 

Complete at LBI: 6 

Of the I48 to be completed: 



1 can be completed from U.S. sources (according 

to the ^'nion List) 

17 are rariria I7 listed 

30 ai-e not listed at all 



We are now compilin^ an exact list of all missin.f"^ material not available in 
WS» or british libraries. This list "vvill be circnlated among; Oennan libraries, 
Institutes, and •'^tadt- and Landc-emeinieno ''ie have alread^' establishod contact 
v;ith the follovrin^: 

Internationales Zeitun^sarchiv Aachen 
Deutsche National bibliothek Berlin 
Juedische Gemeinde Berlin 
Stadtbibliothek "'''rankrurt am Lain 
'icrmania Judaica, Kranit: fürt am I.^ain 
Staatsbibliothek '.'arburp; 
Deutsche Buecherei Leipzig 
Presseforschun;^sinstitut Üremen 
Iresseinstitut Ocrtmund 
Gemeindebiblioth.ek Saarbruecken 



On bis recent trip, ->r, Irubel arran^ed fcr a permanent co7"r<^spondent and 
representative in Berlin vrho will help dotermine vjhere missin material can 
be located and ;vi]l follov; up on om^ reqiirsts. 



T/e hC've establdsh.ed contact in T5;rae] with : 



Yad Vashem 

har Ilfan l'nivcrsity 






Hemer an ium 



6/30/7lj 



-3- 



1|. 7/e have rccently hir.d a -raduate svjdent (parttir.ie) to "-heck all existinj 

matcrial (butb or- mcrc^il-n collection ard the cri>>nal periodicals on our 
shelves) page hy p^ge for conpletenet:G. This necar:ie rircessc.ry since v;e found 
out that some of the iss'.ies consiiercd compleV. h:..ve p- ,es r-r parts of pares 



missing« 



The locatin-: of inis:in;.: material in general, gs describ^d in our last report, 
does of cor.rse continre. 



^ . &vU '<r^^ ■ l 



l'u 



,'> ^ ^ iy.c«-c<^ 



\ 

\ 

/ 



A« 



B. 



i«i£». 



Dr. Max Kreutzberger 
Cai3a Itoberta 
Via Brarnantino 7 
ClI-6üoo Locarno 



7. Juli 1974 




Bemerkungen zur Arbeit der drei Leo Baeck Institute 



im nächsten Jahrfünft« iviv^-v-j/; .S, »U^ K»^<»i»^^f-x '^j^-»»^- — »-^-♦ 

• 

Angesichts des Ausscheidens von Dr. Siegfried Moses ujjid der 
»entralen Bedeutung, die er für die Führung und Durchführung 
unserer Arbeit hatte, scheint es mir geboten zu sein zu über- 
leben, welchen Charakter die Arbeitsplanung der drei Leo Baeck 
Institute in den nächBten fünf Jahren haben soll. 

In jedem der drei Leo Baeck Institute sollte eine Spezialkom- 
mission eingesetzt werden von nicht mehr als drei Personen, 
die sich allein mit der Frage der Hinzunahme neuer Persönlich- 
keiten in die Leitung und Durchführung der Arbeiten des LBI 
beschäftigt. Dadurch sollte eine Erneuerung; und Verstärkung 
der Arbeitspositionen der führenden Gremien des LBI durchge- 
führt werden. Wir haben uns mit dieser Pra,,e n^r gelegentlich 
befasst, aber keine energischen Schnitte zur Gewinnung neuer 
Personen unternommen. 

In diesem Zusaiamenhang wird auch die Situation in Deutschland 
zentral neu zu erörtern sein. 

Ich denke, wir sollten in den kommenden fünf Jehren mehr Ge- 
wicht auf die Sammlung von gedrucktem und ungedrucktem Material 
für die Bibliothek und das Arohiv des LBI legen. Ich habe den 
Einaruck, dass in den letzten Jahren manche der Möglichkeiten 
für die dringend notwendige Erweiterung unserer Bestände ver- 
absäumt worden sind. Wir bearbeiten kaum noch mit Intensität 
und Systematik die Antiquariatskataloge, und noch weniger tre- 
ten wir bei Buch Versteigerungen als Käufer auf. Die Möglich- 
keiten verringern sich von Jahr zu Jaiir, so dass jedes Jahr der 
Yernachlässi, ung dieser Sammlorarbeit einen nicht wieder gut 
zu machenden Verlust darstellt. 

Alle drei Institute sollten stärker als bisiier aufgefordert 
werden, sich an der Erweiterung des Archives und der Biblio- 
thek zu beteiligen. Ausserhalb Auerikas sind die Institute 
bisher dieser Samralerpflicht kaum, oder immer wi^niger, nach- 
gekommen. Wir sollten heute den eriiathaften Versuch machen 
in allen drei Zentren Umschau zu halten nach N. chliui sen, und 
durch persönliche Besuche und Mitteilung der Presse mehr dar- 
auf aufmerkaiim maciien, dass d; s LBI ein^^ zentrale Sammelatellt 
für die Dokumentation der deutsch- jüdischen Geschichte ist. 

Ferner sollte festgelegt werden, dass ein bestimmter Prozent- 
satz der Budgets der Leo Baeck Institute - ich denke dabei an 
mindesten» 20^0 - für die Erweiterung unserer Sn;:\mlungen zur 
Verfügung steht. 



- 2 - 



> I lll>1 II 



Arbeitsplan LBI 



. 2 - 



7. Juli 1974 



Ich erinnere mich noch an Ges.iräche kurz n&ch Be/^ründung des 
LBI, wo führende Persönlichkeiten, z.B. Salman Schocken, der 
Meinung waren, dass der Auf- und Ausbau von Bibliothek und 
Archiv überhaupt die einzige Aufgabe des LBI ßein sollte. 

C« Die drei Institute sollten für die nächsten fünf Jahre, bei 
nicht allzu grossen wissenschaftlichen Mö/';liclikei ten, die ich 
»ehe, eine Konzentration in der Planung ihrer Arbeit vorneh- 
men, und zwar sollten die einzelnen Institute sich in erster 
Linie auf folgende Unternehmungen konzentrieren» / 

1. Jerusalem 

a) auf die Darstellung der Ein?/anderung der deutschen Juden 
in Palästina als ein exemplarisches Vorbild für eine 
geordnete Einwanderung überhaupt, und dfjnit im Zusammen- 
hang, auf die Darstellung der weit verzweigten Arbeiten 
der Hitachduth Olej Germania bzw. des Irgun OleJ Merkas 
Europa. 



/ 



^) 



Die deutschen Juden haben in der zionistischen Bewegung 
eine ganz bedeutende, zu manchen Zeiten eine entscheiden- 
de Rolle gespielt. So sollte jetzt unternommen werden 
eine Darstellung der Ge.schichte der Zionistischen Ver- 
einigung für Deutschland in Dokumenten und als V/irkungs- 
geschichte. 

c) Die deutschen Juden haben in Palästina poli tisciijeine ganz 
besondere Kolle gespielt durch eine gesonderte politische 
Formation, die von ihnen aufgebaut und geführt wurde, die 
Alija Chadascha. Diese politische Bewe.^ung raüsste unter 
allen Umständen jetzt dargestellt T7erden, da sie und auch 
die Bedeutung der politischen Meinun, sbildung und des po- 
litischen Einflusses, die von ihr ausgegangen sind, heute 
völlig in Vergessenheit geraten sind und in \vichtigen 
Darstellungen der letzten 5o Jahre kaum Erwähnung finden. 

Als weitere zentrale Aufgabe sollte die Geschichte der 
deuts hen Juden als Bildges-hichte mit Energie durch^-e- 
führt werden. 

e) Die Herausgabe wichtiger deutsch- jüdi scher Werke in 
hebräischer Übersetzung sollte \voi tergeführt vserden. 

2* London 

a) Fortsetzung der üerausgebersch^if t des Ye^r Book. 

b) Weiterführung der vorgesehenen QeiirhichtRdnrstellung in 
Scuiimelbänden. 

o) Geschichte des Central-Vereins. 

3. New York 

a) Verstärkter Ausbau der Bibliothek und des Archive. 

b) Erstellung d*.;r Katalogbände der Bibliothek und des Archivs« 



d) 



- 3 - 



tm^^mtm 



^^^^„jKü^JbtaJhiO— > 1», n « ^ 



Arbei tsplan LBI 



- 5 - 



7. Juli l'>74 



c) Durchführung der geplanten Üesaintbibliographie. 

d) Reihe englischer Übersetzungen von bedeutenden Einz«l- 
werken, von theraji tischen Sammelbänden wichtiger Auf- 
sätze, oder von Auswaiilbänden gewisser bedeutsamer Per- 
sönlichkeiten (z.B. Zunz, Abrahrüi Geiger etc.) / 

Diaser Vorschlag einer plcmmäs eigen Arbeit der einzelnen In- 
stitute schiiesst natürlich nicht aue, dass gewichtige andere 
Porschungswerke, die sich anbieten, von den einzelnen Zentren 
durchgeführt werden. Im wesentliciien sollten jedoch die auf- 
geführten Gesichtspunkte für die Arbeit der nächsten Johre 
massgeblich sein. 



jVax Kreutzberger 



• . . * /" ,»■ 



1 r A 



THE DROPSIE UNIVERSITY 

Broad and York Streets 
Philadelphia, Pennsylvania 19132 



Prof. &-vrfr I. Frledmtn 

1)3 l.lanberrls Apts. 

1(11 ( onshohocken State Rd. 

Hala CNnwyd, P«. 19004 






The Director, 

The Leo Baeck Tr.rtitute, 

129 Säst 73rd Street, 

New York,F,'r. 

Dear Sir, 



11 July ir7!i 



I am a graduate of the Hebrew University of Jerasalem and of tjjg^^ ^ ß -jCj^^ 
London Unive-3it:/,fthll ? '^-ce im has been teachin^ at the abnve University. -^ 
I have a nunber of nublications t^ ^y credit and r,y recently oublished ^ / 
t:ook T he 'Qaestion of Palo-tine,19lL-inQ,grl tich-J-owish-Arab RelaUon? V^ 
won the Morris J.Kaplun Awa^d of the -ewish Book Council. It vas naned the A / 
best bock of 1973 on the rre-history ^f Israel. 

I am now cornpleting another na^or stidy entit^ed fierriany and Zlonis'i, 

1897-1913 based on documents from the Ger-an Fo-ji -n i-i-'.nistry, those in 

Z"ioni st -n. , 

the Central. A"^ch-.ves and other nrevi^^isly untapned sources. ihis study 

is an ex^ansicn of ,ry dcctoral dissertnti on sul-mi tted a number of years 

ago to the Unive>^sity of London. A ch^^.^t-r fr-orn th* s ;vork entitled «Gernan 

Intervention on behalf of the Y^: shuv,!^! ^t w,is publlshcd tn the Journal 

of Jewish Social Studies (January 1971) and made an imnression ox\ 

historians. 

foj will be interested to hear tiat the Oxford University Press has 

accented my work for oublication. Tl:e/ reachod thcir cJoci sicn on the 
basis of the first ten chantors uhich they v^-xd arvi I an now comnlet^ 
inf^ the re.^ainin^r ten chaoters. T am 'lovovi-r -* n ;> predicanent. The 
University I -^rr. vorkin;'; for js in a v iry critical financial Situation, 
and I was t>old that In the next acadenl c year( K o.l ^^l^/r:) niy tonrhing 
progran might be curtailed. If 1t was di Hl cul t to --.nlnta^r a family 
on my prosent ^lalary, it wou^.d be imrossible for- less.It is also 

impossjble so lato t/O find a por.i tlon a !/ ano*hf-;r University and,should 
T undertike a non-academi c po-^i tion, ^ fe;ir it vjould be ^o the dotrimont 
of my Germany an d Zionism . 

I am grati li or^, hov\iov» r, that Mr.Firry Stnrr, P'^t^sir.ont of tle Llt*"aU''r 



Jlb 



.XJBui 



THE DROPSIE UNIVERSITY 

Broad and York Streets 
Philadelphia, Pennsylvania 19132 



Foundation Is «ilUng to help me w1 th a ^rant (about 3-l.,000 doUars) 
bat unfortunately current regulations nreclude the Foundation from 
(ziving direct aid to Indivtduals. The omy way is to Channel the money 
through a chari table and non-profi t makinp instltution and it aonears to 
me that the Leo Baeck Institute would b- ideal for thls Puroose. If It 
is possible for the Institute to act in this caoaci ty it would be 
rendering me a great service for which I should rer.ain forever grateful. 
It would'not involve you in any expense, nor in any extraordinär/ amount 
of adminlstrativo work. I shall send you all Lhe nacossary Statements and 
documentsCi.e. curriculum vitae,plan of work and the budget) which have to 
be forwarded to the Littauer Foundation. Eat the apnlication vculd have to 
be submitted by you. <3ome time later, if i;d when the amcunt is aorroved, 
you would receive a check on my behalf.vMc!. y^'^s '■<•.■) e fr.-..ard to me. 

Unfortunately, fcr a var: ete^ of reasr.rs.r f Wirt vr. Starr is aware, 
Dropsie University caiinc^t i^er^'c a- an intermediary hetweer the Foundation 
and myself, but in view of my former association wi th the Leo Eaeck 
Institute in Lordon, I hone you will be -"kle to help ne. DurinR my nost- 
graduate study at the London School of Iconomics, the Leo Baeck Institute 
gave me a grant for the sum of £600,vhic', I shall be hanny to acknovledtre 
in the Preface of my book. Dr. Robert Weltsch is very much interested in 
my work and is eancr to see it putli sher^ as early as possible. I am 
sending him a co^y of y-ri s 1 ettcr and, I am saro.he will recommend me to 
you warmly. 

Yours very truly, 

Isalah Friedman 



V. 



'tlir^n^^ ^^ \u ^-^^^ 



r 



Herrn )r,\uiLreut«berger • 26mT*l/i^¥ - ,ic:ite 2 



r 



^ielmn i)ank fuer die air uebereandten Kopien, auf die ich !■ •inselnen 
noch ■urueckkonuae, d.. h« nas loh im Moment zur Fra^ der "öeeaÄtbiblio- 
graphie'* zu Bi\ßen habe, steht im Briefe an Jr« Gruerewald. ZonaeohBt 
aber nochmals Dank fuer Ihren Trief vom 16. Juli. Von meiner k .rsen 
Genf*Eeioe bin loh plfimmaeseig zurueckgakehrt und habe euoh ulleSf so- 
weit man dag von dem engten Bezirk sa^^n ka/in, "in ^i^uter Ordnung*" an^- 
troffen. In«wlaonen haben wir ja eine Zypernkrise, als ob «ri^n unseren 
eigenen Zorea nicht genug haetten ! Ka gohoeren sohon starke Rerren dasu, 
in dieser Zeit zu leben und das Gleichgeivicht zu behalten 



. . • 



Ja, 3ie haben richtig gehoert, es ,^{ibt einen photomechanlsohen Wachdruck 
des Buches von Sichstaedt. Ich habe das .ixemplar, daa der fei-Aviver 
üniversitaetsblbllothek gehoert, in der Hand gehabt. Kr ist sogar, wie 
ich zu meinem iCrstaunen sah und Ihnen erzaehlto, in Israel hergestellt« 
Aber eben nur hergestellt, erschie nen ist das Buch in einem uns gaentlioh 
unbekannten Verlag, der vielleicht nur zu diesem Zwecke in« Leben gerufen 
^^^^^•» in London « #ir haben daraufhin sofort nach London an Pauoker ge- 
schrieben, ob er irgendwie Exemplare auftreiben kann, aber sind bisher - 
wohl durch die Postverhaeltnisse - ohne Antwort geblieben* Ich habe 
inzwischen uebrigens auch Prof. Tormann mobilisiert, vielleicht kann ±9T 
uns auf die beehrte bringen, wie «ir zu mehreren üxemplaren dieses 
Buches kommen koennen. Sobald sich etwas er. eben hat, hooren Sie natuer- 
lieh wieder« 

Ihre Arbeitsintensitaet, Maoki, bewimdere ich, schon allein, wenn ich 
von ^en Kopien ausgehe, die ich sehe. Und damit bin ich bei Ihren 
"Bemerkungen zur Arbeit der drei Leo Baeok Inatitute im naechsten Jahr- 
fuenft**» Diese Bemerkungen steilem eine wichtige Grundlage zur planmaess^ 
gen Konzentrierung unserer Arbeit in den naechsten Jahren dar und geben 
entscheidende Anregungen zu ihrer iurchfuehrung. lüt Ihrem allgemeinen 
Teil» also A und B, bin ich fast durchweg voll einverstanden. Die ?rag« 
i>eut8chland, wie wir sie verstehen, sollen und muessen wir immer wieder 
von neuem eroertemt aber sehr viel echte Aussichten werden sich dabei, 
wie mir scheint, nicht eroeffnen. Die Forschung, soweit sie auf unserem 
Gebiete ueberhaupt stattfindet, ist doch sehr weitgehend zersplittert und 
wird auoh von den Juengeren Akademikern • es ist eben 197^ • nicht mehr 
als Zentralthema empfunden. Gewias koonnten wir, staende uns die geei^r- 
nete Fersoenliohkeit zur Verfuegung, lenkend und richtnußgcbi^ud hier und 
ta eingreifen, aber im ganzen sehe ich nicht, viie sich die augenblioklichA 
Situation, auch wenn wir in Jeutac bland ein Arbeitszentrum eroeffnen 
wuerden, aendem liesae. vVir wollen einmal sehen, was iie deutach-juedisch< 
Sektion auf dem Hiatorikertag erK«ben wir.!, welches Interesse sie findet 
und welche Kraefte sie anziehen kann. Vielleicht, dass diese iirfahrung 
uns zu anderen k^rgebn lasen bringet. 

Wenn Sie andererseits auf Iie s.Z. geaeus^erto Vnsicht von Salman 



Schocken verweisen, n-ch der '*der Auf- und Ausbau von Bibliothek und 
Arohiv die einzige Aufgabe den LBI aein sollte", ättm so gl«abe ich 
nicht, daBB das richtig war oder waere. ijehen Sie, die von uns gelei- 
stete Arbeit, die Irodur tion von Ruechern und Schriften, ist in ihrer 

- 3 - 



He^rn 



Dr.Vi.Kxeutzberger - 26.7«197'^ 



Seit« 5 



-ij.- -^««^ o^o wirklicn als eine Portsetzung der 
Gesamtheit so f jaUig^ lass ^^^ J^j'^^i^^,, ,,^. jeh habe gerade 

"Wissenschaft des Judentums gew« j^. .^ Krohn. Die Juden in 

LBI »loh. h„tt. |«=f f,^Jt:.":t"«"«";u.h»,«.. de. LEI, dl. 
a„,».rord.ntUoli»l.l stellen SU ,„.i, i^.,.ts, .„ 

«lbUogr.phl. •"«''"" ""'""i*!/!., .„ .le .Ir do.h olle .l.sen, 
illtT^i'li. ::L?:":er;:n% d.t PtoÜ.. d.r d..t..K-...dl.c.,n 
Geschichte zum Ge^^enstand haben. 

.US diese. Orunde -erde ich auch glauben, ^-%- ^-.^,5^-^^"" 
Teils B die ??r*^f ^fnftl^ute «ehoe^fünrich wuerde auch nicht 
taetigkeit »JJ^/^^J/^^ä anbiften-rBonlern «^ wir sdlfn daruebe 
sagen, nur solche, die sion »»^"^^ » ^ geeigneten Gelehrten 
hinaus, doch noch auf «J^f^" ^^^J^^:^ ^beSbeUen imstande eind wie 

suchen, die ^!:«*i'»"*«'i^"*"^^ das noch fast brachliegende Feld 
s.B. Wirtschaftsgeschichte oder das nocn 

Oesterreioh usw. *n«v 

scheidende Bi°''P«'^S*:?/"^?j!!,?en Steije^ng der Kosten« vomi-at. ' 

^ aSi^he «e"^«j*«-rt':::;i::i^e:rif gi:'" rBi:;:^::;.':^: li" , 

budgctaer «««P'^'^^'j^l^^^^f^f^JS! hofhfren A«forder..rngen entspreche 
uebrlgen -««J noch »^^JJ^^^^^^f^flnlasa. *ir «uessen daher mit 
■uessen, "V^H.^lf Ilsbishor auf die Mobilisierung neuer, «uaaet«- ' 
groeosere« «achdruok als bishor *^ »umindest d«m inf lationae- 

licher Pinan«quellen und Mittel «J»^«"^ ^^^^^^ Richtung Tersteh 

Tch !:S^?h*re:1rrerror8."nl. ^rr-or! .cbert Braunschweig. 

Tit^l f b)Vn1ire^rte%tefir;u-ruÄ\tt! iZ^Hjn Sine^" 
Zionismus ("^^^ ^^^ ^J^^Lerhalb des deutschen Judentums. Hiasichtlich 

r:)^rdTo':inTcrd::retwas.weifejhaft^^o^^^^^^^^^^^^ 

Stellungen --\^f"lll\TeZltZll^l^el llsTc): wo.it ich aber 
LBI gehoeren. 1 a) vieiieicn^ n . , ^ -icht unternomaen werde» 
nicht sagen will, dass diese '^«^1«^. ^^°^Sl ueberha^t nicht geurteil 
sollen, wie wichtig sie sind, ^^^«^^'^"Jts LBI fallen, das erschcilJ 
werden -r ob sie J^^J-,^ ^ f/:ir'unf :iiig, wobei' wir aller- 
Sng:'::crdfe':^«^bi^haben^est.ustellen, welche Werke wir al.^ ^ 



^/ 



Herrn Dr.M.Kreutaberger - 26-7.197^ - Seite k 



deutsch-juedi3chG Schoepfungen verstehen. Zu 1 d) , iaa ,1a Bohon in 
AnMlff genommen ist, noch weiter unten im Zuaemraonhang mit Ihrem 
Brief an Oinat vom 8. VII. 197^ einige BePaerkungen. 
Dem Kapitel 2, London ist voll zuzustimmen. (Zu Kapitel 1 gehoert 
im uebrigen auch das Bulletin, las ?^ir mit aller Kraft aufrecht 
erhalten wollen und muessen.) Bei lapitel 3 moechte ich von air aus 
noch ganz besonders eindringlich "die Erstehung ier Katalogbaende 
der Bibliothek und des Archivs" interstreichen. ^as allein schon der 
Band I fuer das wissenschaftliche Arbeiten bedeutet, ist gamicht zu 
beschreiben. »Jnd was fuer ochaetae, von denen niemani etw38 weiss, 
enthaelt dieses Haus in ITei» York noch ! ^rst duroh die Katalogbaende 
koennen sie ueberhaupt ans TagG-.licht kommen und beautzbar werden. 

Zum ochluss noch ein Vort zu Ihrem Brief an Ginat, soweit er Gidal 
und die Bildgeschichte betrifft, uiit Gidal muessen «ir, das wird mir 
immer klarer, im Herbst bestimmt ein bis z^ai Tage intensir "sitzen . 
Ich bin daher sehr erfreut, dass 3ie ernsthaft in Betracht «lehen, 
in der zweiten Gktoberhaelf te nach Jerusaleiu zu kommen. Die genaue 
Festlegung der Termine, auch im Zusammenhang mit dem Besuch von 
Dr. Gruenewald, hat ja noch Zeit, und ausserdem sprechen wir uns 
inzwischen. Ich glaube aber, dieser Gedanke ist gut, schon damit 
Dr. Gidal an Urt und Stelle das gesamte von ihn bisher gesammelte 
Material vorlegen kann. Also wuerde ich meinen, an diesem Plan sollten 
wir festhalten« 

üeber Ihren Brief an Grubel vom 22. VI. 197^ in der Angelegenheit dea 
Projektes Huettenbach brauche ich mich ja wohl nicht zu aeuasem. 
Ganz sicher haben Sie recht ! 



Deshalb fuer heute nur noch sehr herzliche Gruesse von 

Ihrem 






Dr. Ha^ ramer 



P.S. Uebrigen^* Mackip dor Blumenfeld-Brief vom 20oIIol962 ist 
nicht in der oammlun : vorhanden. Koonnten L3ie ihn photoko 
pieren lassen und uns schicken ? 



ifc > 



'^ 



ijocrrno, I7. Juli 1^74 



An: LBI New York 
Von: Max Kreutzberger 



/ 



Betr.: 




^^Vbi phie 



Lieber F.G. , , 

in der Anla,'=re übersende ich Ihnen rn(iinen T^er-icht über die 
^/eplante Gesamlbi bliographie autV^c^uncl der Unterhaltung: mit 
Frau Bode-Hannich, den ich an \Jv , Gruenewnlci ^Te,^reben habe. 

Ferner übersende ich Ihnen ^iie Kopie oinor^ Vc^i-tjb ichni sses 
der,jeni^':en biblio^'-ra i.hi sehen V/er-ke, dio Ki'au Bode-Hannich 
ständig zur Vo rt'ü,fj:unf'^ stehen soliton. Ich bitte Sie zu 
veranlassen, dacs sowohl der LHl KatrilOj'^ Band I als auch 
die kleine ijchrii't von Ki sch-Hoopke an Fi'nu Bode-Hannich 
gesandt werden. Um die Resorii^^unj'!: al Icr anaeren Werke bleibe 
ich temüht und wefde die Ausla^^en .';ele^'-«'n tl icii mit dem LBI 
New York vorrectinen. 

Mit meinen best,cti Grü:iJen, 

Ihr 

Max Kreu tzbo r/re r 



«^■T' 



A; r X 'Cr u u t z berge i 
CftBa Kobertä 
ViK i^rftiiu xitino 7 
C -v*<,00 Loc;.rrio 



ilcrrn 

Di'. Max Gruenev'f'lci 
la, Huren Circle 
Millburn, I.J. o7o41 



17. Juli 1974 



Betr.: Getf ;: thibliofrrephie 



Lieber K-ax, 

gestern una vorgost'irn hatten rir iier Rasführliche Unter- 
haltungen mit h'T. u Bore-ii?^nnich fuic ^-rsol. Ohwoiil ßie mit 
dem historischen Ui:'tergrund der in Aufsaicht .?^T-^nommenen He- 
spmtbiblio.-rar^hie nicht sehr vertr- ut if-t, Idn ich doch der 
Aleinung, dRi.^ß sie dirch i::re Schulung und i; ^e unfresende 
bibliogrtivhisciie Frtxi^ ia y-BT La ;e sein \ir', sich der ihr 
iibt}rtr8.,5enen Aufgabe zu untoj ziehen. Nat-ilich br-ucht sie 
eine fortlaufende Tiers tun/j; und Anleitung una ich bin bereit 
dies zunichpt zu übernehiuen, bi ; ihr Arbei taa-f tra^,^ eir.e 
genau uaiscruiebene Forn; und Abyrenzun^ hf/oi n v.iid. Natürlich 
Boll ßie in ständigem Kontakt mit Dir bleiben U';r von Dir 
auch angeleitet und üiri^iert werden. 

Ich bin aufgrund unserer Unterhaltung vorerst zu dem Gedf-nken 
gekommen, ihr eine Teilauf^rbe 2iu ühortra, en, dar:it ßie star- 
ker mit der Metorio vertraut viid unr. ich ha^e sie c^^ebeten daa 
ManuRkript, das einmal Frf u Hüllbiisc h zur <lf3ut8:;h-,jiif^if^ ben 
V-irtscifif tßbibliot^rathie zus c» ien»je:'tellt hr,t, dfti;in.;ehend zu 
überprüfen, ob es ^.ve. enuber Jenea biblio.-rap.jißchen i/.atorial, 
dan unter meiacr Anleitung: in Nev ^orl: gef;."minel t i^ornen ist, 
Neues enthUt un. welcher Art er* i^'t. Dies knnn sthr leicht 
geschehen, aa ich hier eine Photoko])ie dec sehr umfang, eichen 
New Yorker Mattriala besitze und ich ihr beidea, die Arbeit 
von FrtiM flüllbüsch und das "Ten Yorker KTiitexial, mitgeben konn- 
te, iiollte sich nach ttberpraiung iiei auontel Len, daes dra fiüll- 
basch-Matcirial veit über d^a Nev. Voi ker hinauf^^-reht, oder dase 
• ß unzul.in. lieh un.i erg Inzun ;sbedürf tig ist, so v;Urde mit die- 
sem be(;innenden Arbe itf.auf trag f i- Fr^.u Bode-il-nnich minde- 
stens ein vichti^ier Teil der geplanten GeF;r!a tbi nliOe-rr. pnie 
entweder bereits vorh^kien sein odev unt; vor er änzende Aufga- 
ben ß ti. llen. / ' 

Frau Bode-Tiannich v./ir mit dieaoir. VoiaeMla«; sohr einverstanden 
unci BO iat üieses LUterial mit irr nach Bnsel jeroibt und eo- 
vie sie damit fertig ißt, meiden vir unt' sofort wieder tref- 
fen« 

Ich habe ihr vert t^rochen, ein i'^^ieuplar der Neunu. gäbe der 
Eibogenschen deutach-jädiachen Gv:;ßcl!it ht.e, ergänzt von Fr^u 
I3terlin^i", zu be:'ch/f f en, cpmit ßie, cbvoLl öic. Ruch höchst 



H9 9 9 »1 



I ■ ] i -■'<w 



Herrn Dr. I*'vX JruenewAld 



17* Juli 1974 
GeaaiütbiblioKra' hie 



unzulänc';li<^h ii>t, Qi^ien ell,;emei nun :^b.;rblick zur deutoch-JÜ- 

disciien Geschichte bekoraiut. 

Femer bin ich der Vieinung, dans die in dei- Anln,^e vermerkten 
hauptßächlichsten bibliographiochen v-'t^rke, die binher zur/ 
deutBch-ijUdiFchen Geschichte bestehen, ihr nls Arbeilegrund- 
1r, e Btändig zur Verfügung gestallt rv-erdon «ollten. Ich wür- 
de bitten, die Poöitionen 4 und '> dieser AufF;tf;llung (L^I Ka- 
talog Band I und Kipch-Roepke) von Ue^ York 3uc an Frnu "Rode- 
Hi.nnicii uelpn-^en '/u lasyen. Alle anderen "\erke werde ich be- 
sorgen oder -weraan von Fr.-iu loüe- j.rinich direkt beeohafft. 
Die Auslagen werde ich dann ftelef^en tli ch mit dem L'-^I Ne? York 
verrechnen. 

Bei dex Diskursion, welcne Iilinzeltc^ile aus d r ueutnch-jü i- 
ßchen Ger.C'ächte iür die be;rbüitan in i^rf^^e komiaen, h/be 
ich vorlaufig mit ihr f e^tgel ■.•. t, dai^s ble Gic . nicht bescnäf- 
tig:n soll mit zwi-i üebi..^ten, nämlich T eolo.citi unc Literatur. 
Ich nehme an, daes die thoologiecen V;erK.e e/it?eder in Wo? 
York oaei in Cincinn^ti vorhaüOen una bereits renU end kt-talo- 
gisiert &iiiü. .Sollte sich zu eiaera y-ätcren Züitpunkt erge- 
ben, dasß dies nicnt aer Fi-11 ist, k innen '/-ii drs nachholen. 
Pur d 8 Gebiet Literatur t^ibt i;s, ü0\\eit es ^icn jedenialle 
aus diebeb Jaurhundert bezieht, uiiu' a.;-. =^ eicn.'-te Voraib ,i ten, 
die, wie W Moh vielleicht erinnern -irst, meine Fr^ u Lisa 
seit vielen Jahren zusf.ißiusn.v'r tra,,en hat. 

WaB die Bezahlung von Frr.u Boae-Hpnnich anbj trifft, so habe 
ich auch d..ei::es Taeiüa mit ihr sehr ei;».;ohenc erörtert, und 
ich vüjde vorschla en iiire Mitaibeit, vorl^ufi^; jedenfflls, 
stundenwciine zu honoi'iei'on, wie en auch bliihei der Fall war. 
bie ist auw0:;rordentlich bef oheiden in ih.en oorderun/Ten und 
auch sehr korrekt, ßo djf.sß eich aajL..uß keinerlei SchTicrigkei- 
ten erc-'eben vorden« 

Gleichzeitig^: hrt sie von ßich au? v03i.;0i^chl; .en, da:s üie 
dl. Bestände der Tit.slvii ünivcT-^il.x t, ^io unt r dem S "hifi;:- 
vort Ju'.iMica zuueMiiuea; efajjr.t fsiru-, du.chsjl;Gn uiu. rufneiiiaen 
wird. Ko uandelt sich leidei ud nie. i. s'^nr u...frn\:roiclie ?e- 
etände. Mit uieHfcu Verabreaungen unUe. ich mic. vo läuii-{ be- 
, nii^^t. 

Sie ikiid jei^t etwa zwei ^.on' to :..it r j -i V(.'.i,v;lciciien der wirt- 
8cii<.f togeBc ichtlic cii i' ;• t».'r 1 alß bc • .rti,vt sein \md dann 
können l^ir mit ihr erneute VerabiCnunt^en , Dvien sie arbeit s- 
mäbßi^^er üd-jx ^iIJ^n>/lclioI• Art, ciit ihi trc»^J,»ri. 

Ich entnehiue de.-n Biief von "Hr. Gin/ t, dac-P goplr.at i.t, et^vÄ 
Ende Oktooei eine Aib-. itrl-er. , recKun,;. mit Dir in Jc^rus.r leiü fb- 
zunalten. Ich halte da für eine f-chr .sutc» I ee. Ich wüide 
mich dann au dieaei Besprechung, Uesoruiei i' ruch im fiiiiblick 
auf die .eplante Bildgcbohiciitc , b teili;,en. 



Mit meinen be:iton Gr'l sen, 



i^c i n 



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Wpy Kr utzber.Tor 



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)/ ...A^t-T^" ^ v^ ^-^^^^^ y Locrrnot 21« Juni 1974 



Aal LBI New vork 

Vom Max Kreutüberger 



oCtUf^ 



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4 >^w ß<— p-J ^ 



Betr.i ::eBf Uitbiblios^'a ^i« ^ur GeBCiichte 

cl«B deutMO'ien Jucentuiss« 



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])1« O««ohichte deB deutöchen Judentiims in neuerer Zelt i«t 
bia heute nicht g#HCh,ioberi w >r< en uad knnn nicht geechi le- 
ben werden, v^tiil die wisecnschf f tlichen Vorrxbei t,en hlerf ir 
in weitoni Uüifane« ItJ^ien. Eß f;ibt weaex ei le .genaue unc ^ic* 
Benßohn£tlich fundierte beschichte ihres Aufstie/e. au?' dem 
Getto, noch ihrer virtöchi-d^tlicnen i»intwic^lun?:, noch ihrer 
Bedeutun.^ fUr den wirtec .f^ftlichen Aafrti«.- Deutschlands 
selbtt. Ks gibt f«uch nicht eine umf«a»ende aeschichte ih er 
religiösen ^intwicitlurg (von cter Orthodoxie aber dnr konf=er. 
v^ tive asum Helormjudentua) . Bt fehlt oie enaue Deuogrf^phie 
und ..t^ tiwtik, ebenso eiue »an tellun^ ihres .-ozirlon Daseins, 
ihrer ro.,. . i P.i o leao una cL&j:ea l^ewil ti-unx, un' ihxer c- 
meiiv licr.en Ui^anieation. Ehenro fehlt eine :e8i:i:itdf rs U. lluntf 
ihres wi»ßea£»chf,ftiicj; n «oitrotys, 3i^i et. auf öen all - üinen 
wissenschaftlichen Gebieten, sdi en auf den wisr^enscli ftlichen 
Oebieton des Judentiune selbst. Ep fer It insbee ndere eine 
fundierte Untersucnum^ der zentmi^m Bedeuturi^ des üeutechen 
Judentu:..B für die üntwiüi.lun^ des v eitoucen ourna und seiner 
Stellurv: iunerhtab dieser Entwicklung» 



AI: Grundla^« ^ -^ ^i« Darsteliunj der Oerchlchte de« deut- 
Bc:;en Judentums seit der E-irnzipation«zei t wäre ei ^e umffis- 
— nde Urkundenauxprbf Ituri notvendi^-, wie er xum Beiopiel 
Frr^.u Professor . -:x : t unternommen hf^t in ihr^^r. sie^-en- 

banci.^en quellen- uno D^rt ttjliuugswerk '»T^r Preuf^f iFcro ' tflf^t 
una die Juoen" bie etwa zum Ende des lO. Jahrhunderte* 

luabeeondere ftb«r ^^^re von grurids s-tÄlicher wissenschnf tlicher 
Bedeuiun,- für die fernere Forec^huag die Erstellung einer 
(Tesy^rxitbibllo^ir ^r.ie zur üeschicrte dmt deuttJCi.en Judenturns 



• 2 - 



r 



Anj LBI Nef^ York 



21. Juni 1^74 
Gera::ttbibiiOji:raphie 



I 



In tillmi seinen Sparten, soweit »i© in ä^n V,o Jrhron von 

Juden unü Hie; tjudän ,.;efc', hiiobeu voiaen i^t, und e^)enro eiae 
bi^iio^r- . hiBüh« Srfa^.s^u ; dei nie- tvexof featlic.nten •)oV:umente 
u.iCi ii/ udectexif ten, etva erualt ner Kegiei-ungsakten, Oemeiiuie- 
protoicolll'ilctiei , Voj iiinBaokuiiientationen und ähnlich«« mehr» 
Erst eiuö solche Ges.' "tbi: lio jrr -hi« iiü. de f^e^ wisBonac-.nf t- 
licnen Foracnun^^ eine .iru;.cllii-.,e und Möc^liohVceit eben, die 
Geschichte cte^ deuttchen Judentuuis uaiaasönd zu echrei cn. 
üiui dies uueo rrjehr, als neute dae deuiBch-j iaische Sclirilttum 
In eller Welt vei^ßtieut uiiu teilweise so. ar als aerstört an- 
sutretien Itt* 

AIb Ansitze u ^vi Vorarbtriten zu einer eoloi >en Oeeaiatbi lio, ra- 
phie kbnuön an .eüe*-en werden, uia eini e Bei;.; iele zu nennmit 
der Katilo^- der "Juuaica" de^ StaUtbibliotiök Fr nkfurt tm 
Main, <tei von Aron Freicif in Ijyi nach fart dreipi.^jlgjahriger 
Vorbereitunfi Vi^röff ntli ht werden konnte, ferner die Kat^log- 
b in^^e der ?'iener Library, Loncon, und nio:.t minder nntilrlich 
die photographiseh reproc^uzierten Zettelkatalo.-H der t^'ew Vork 
Public Librrry und des hebrev Union College, Cincinnfvti. tlXo 
dieae Kat io^e har-en keinen ^.^^^ ' ^'itbibliogra hiecrcn Charakter, 
oa sie »ich nur auf die me i <ii^i Inder z«-fälli^^en >UbliotheVce 
bestände be^c .renken. Aber üv er nicn um Xi^c t ursfaagreic^-c? 
Beat;.nde »it e^etematißc er ü. aun handelt, Bind siö wert- 
volle biblio,;rf^phi8ChG Vorarbei len« Sben.'-o iA\t die^ iuf decj 
Gebiete von urkkndliciiem Material f ir den "Cal^rlogue of the 
Hebretf aanuß ri^ts in ti.e Library of tne Juedio'. h-Theolo-it-cneB 
Seminar in ^real;iu", der, beaibeit. t von D.S. Lot irijer und 
B.Ü. V»>einr-b, 19^^^ ale eiuo Veröife li( hung dee L^I erec io- 
n«n i£>t« 



e 



Ibenfalls alß Vorarbeiten fir eine Ge^" ntbibliojrr hi 
üeö.hiclite d«B deutschen Judentuae können die eehr weni^^en 
wirklich bi 'liOf.^rf phiBciien erku ani^eaehen werciün, die fWr be 
• tiiamt Zeitt.n oder Then^en er«^ teilt worden Bind, und zwar die 
»'Bibliogxa >hie zui Oe6chich^• dei JudenfrR,;e 17i;o-la/-0" von 



3 - 



Ant b^'I Nöf» Toik 






21. Juni 1974 
OeBr/itbibllograrMi 



hie der in 



C 



( 



VoL.uar BlchBtJidt (Hn.X.rg 195«), die -ibliogr- 

der J....'en v.m ^uic^o Kle-;h u d Kurt Voepke 



Deutschi anti uri 

tionen" zu: Geiichlctite 

(TObi. on l.!>;), u«. .cUlleBBlich <lie »eit 19';b Jährlich in> 

Year T^ook 4er. LKI (Lonaon) er.cheiaenöen gründlichen biilio- 

graphischen N.c.»oi..o all.r Ncueracheinun e-n «um 

8oae8 Judi^iitum*'» 



Thecnft "Beut- 



BIO ;r.i,ellan,. ei.er solchen :^es .,tM^.Uo,,r. r.ie i.t .ex.e 
einfache Auf ,abe, r.il e« kei .. '-f liothok .,1 t. die .ie ;-e- 
e.nte Litoretur .ur ae«.hlc.t. der deutschen J.den u.d de. 
deutschen Judentums in sie. u.f...t. -c.it ..olch. B.stinde 
vorhanden sind. Bind «ie .umeist nicht .j.tc.tisch geordnet, 
be.timu,t nicht au.fa.Bor.d. B.un ch ist die .oru ellung «ine 
eolcuen Hi lio«ra hie kei, un-öi:liche. üntemehraen, sondern 
.ie kH n »it rosse, .ner.ie im Verläufe .enl .r J.:.r.> d^^ch- 
gefahrt .orae:. >i. TrUhere leit.,n:e ihliothe..rin de« eut- 
.chen Litoraturaxcn.v«. M«rb.ch, die jetzt in ^a.el leM und 
die beielt« d.^cn mehrere hervorra ende ,1. e ,«chaftlich-bi- 
blio,ra-hisc.e Arbeiten au.,.- ie..«« i«t. i.t bereit, .ich -He- 
ser Aufec.b. zu unterziehen, witcre Kr.fte k nn.n ohne .Cwie- 
xi <eit\n .urop. g.wonnen .ercen. Zur aktiven '^er- tung steht 
die lr,ihere leitende Mhliothakarin des L^,! H., York, Pr«u 
ir^r.rd Foerg. .b.nlalls .ur '/..fü un.-. Die O.e.uat.rbcit roll 
hen.fBici:ti,t ^crden .urch ein Komitee be.t.hend aue den -.or- 
r.a DT. Kax Oruen.reld, «.'■ York. Or . mtz ^<. , b.r^'.::: , M.* 
York, Dr. Krne.t ■ .arger, .e^^ York. un. Pr. Max Kreutzber- 
ger, l;Ocrrno. 



CADICSiMCCULirUND' 




YORK 



M€MORIAL FOUNDATION FOR J€WISH CULTURe 

15 €Qsr 26th Street • New York, N.Y. 10010 • ORegonP 4074 



74-IG-20 



July 22, 1974 






/ 



Re: Project ^^74-515-01 ( Leo Baeck Institute)" 

Title: Catalogue of Library and Archlves, 
Vol ume I I 



Gentlemen: 

Your applica 
the academic 
evaluated by 
and reviewed 
and Board of 
difficult to 
submitted, p 
able to the 



tion for surDport to the Memorial T^-oundation for 
year 1971-75 for the above project ^/as carefully 
appropriate exnerts selected by the Foundation 
by the Allocations Comnittee, I^xecutive Board, 
Trustees of the Foundation • Our Board found it 
nake choices among the many excellent projects 
articularly because of the limited funds avail- 
Foundation this year for distribution. 



We regret that the Board did not find it possible to act 
favorably on your, as v;ell as many oth'^r, noteworthy 
applications. 

Sincerely yours, 

Arnulf M. Pin>? — ' 
Executive Director 
AMP:mh 





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Columbia University in the City of New York 



DEPARTMENT OF QERMANiC LANQUAGES 



P^tliosopny Hall 



July 24, 1974 



Dr. Fred Grubel 
Leo Baeck Institute 
129 East 73rd Street 
New York, New York. 




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Dear Dr. Grubel: 

On behalf of the class of Columbia students, 
I would like to thank you for the excellent talk 
you gave to my students and the conducted tour. 
The students came away feeling that this had been 
a truly worthwhile trip and that for the first 
time in their language studies, they had personally 
encountered German life and letters. 

Thank you again for an inspiring day. 




Kurt S. Maier 
Assistant Professor 



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Herrn Dr. Jonei^h /. rruee 
u'einricii-i(einG-.Ir*otitiit 
L'indoD- und ::t:-LtbiiaiotLek 
Portf-ch ll^X' 
4 Duetjceldorf 1 

Sehr c^^ohrtcT ]qtt . r. /.'rucc: 

Wir kovMion Iieuto auf die ;.n{-elc -eniicit der '"iriiincrun-on*» 
von ::axii..iliL]n reine zuruocL. 

Das Projekt hn t \mr, otnrk beDch.Jof ti,:jt uiid \:iv hofften, 
Ihnon doch noch oinc positive ntwort .-ohon zu izoonren 
bezueclich uncorer '..i:5eensc. aftlicüoi und fin-n'^iellon 
Beteili-unc un der Veroorxontlicliun^rv dieser rlcit. 

Leider iot ec uno jedoch nichi i:oo^lich in dioccr rev.iao 
interer.oiinton <.;^che bohilflich zu oein. Ur^cr :^.udfet ist 
üo ßlark ein/-eGchraei)Lt, d-jat? v;ir des irojekt: oinfc^ch 
nichü uobornüiu..Gn koomicn, Icl br.:>uche Ihnen nicht zu 
vercichem, ü:iiB oa uns Dohr Toi:: tut icce no ctive nt- 
Vi ort üu cjeben. 

Mt beoten ucnschon und arue::iGon 



Ihr 



FGiI v7. 







r« .rod C> 
)irohtor . 



IgI 




-^ «— 1,^1 



^*r^ 







Toi Dr« Max Gruenewald 
Fromt Frod Grubcl 



i;/7v)3 — '.*G;ul> 



uaj Blbliograr^y of iliotory and Litoraturo of Gornan^ 
Speaking Jowry from tho Timo of tho ^^manctpation 
to itß i>eßtruction by tho ;:itler .-egiino 



X am hörctkith subnitting a draft of tho research prograra 
for tho Dibliography which uay öcrvo as a basio for dls- 
cuseion and final decision« 

A* Foundation Support and Dudgot t 

We eubmittod to tho Meraorial roundation for Jewish Culture 
for tho period etartinc; soptor3:>or 1973 (in accordanco wlth 
their reqruiroDontß for tho tino of «ubnission) an applicatlon 
for the ßupix>rt of the project planned on a 3-yoar baolB 
and budgetod for a total oxixinso of about $30^000. 

Thi« budget roprosents a oininam 03tiir.ate and noat probably 
will have to bo drastically rovicod aftor tho füll roaearch 
proqraiTv is ostablished in detail. This ninimuw budget 
inciudes the following positionsi 



Recearch Librarian 
(füll tinc for 3 yrs«) 

Rocoarch Asöociatoc and conßultants 

Clerical liolp 
(3-yoar bacis) 

Exponßos for Iceproduction^ Typing , ctc% 



Travol Gxpcnees 



$36^000 



20^000 
15,000 



5,500 



4^Q0()^ 



Total 



$80,^0 

•rs i-n =3 r» •-» JU ai «i 



Whatöver tl\e Memorial Foundition roay allov; will only bacomo 
payable starting in aoptomh^r 1075. rurthonioro, it haß 
to bo kcpt in mind that tho Hc?iorinl Foundation on prlncipi« 
only ßupportß about 25 to 3i\: of the coat of any projoct 
ßubraittod to thcm« 

After tho reaoarch prograti lais bota wor:;ed out, other foun- 
dationß will havo to bo aprcoachoa. It iiay >>c posalblo to 
intorost ono or the other cL tho r.-rican foundationö» In 
ony ovcrt, it apFv^aro foaciolo to ribudt this pro:<oct jlßo 
to the :tlftung Volkswagen Drk. i.c ae cimo igo, I mentioned 

- 2 - 



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-ai«. 



- 2 - 



the bibliography plana to the President of the Stiftung 
Volkswagenwork« Dr. Gambko. tho prosldcnt, asaured ne 
of hls grcat interest In this "very important undertaking"* 
He asked oe to koep him Informed ao our plana are firolng 
up. 



Bft Recearch Prograra t 



/ 



My suggesttns for topica to be discusscxl and to sosia oxtent 
£or possible conclusions ace as followss 

!• Seppe and outline tof tho Bibliography > 

The exact scropo of the Bibliography ia still to be deter«» 
minod« Its oubject will bo tho poriod fron about 
1750 to tlio procenti The authors to bo included ehould 
both be physical persons and Publishing organizatlons» 
Howevcr^ there may be a difforentiation in tho aeloction 
of works deponding on the authorßhip. Fublicationa of 
German->8peaking Jews and Jev/ish organizationa ahould 
includo all writings ani publicationsthat appeared 
during the above period as lon<j as they have Jewiah 
content, Ib^ regardloGs of oro and area they cover« 

Publications of Jewiah content writton and publiahcd by 
non-Gorraan spoaking Jews and Mon-Jews or non-Jo%fiah or- 
ganizationa ahould only bo included if they actually 
covor Jewiah lifo and thoughfin Gorman-apoaking coun- 
triea and concern tho period from 1750 up to tho preaent« 

The outline of the Bibliogrcpliy will determine tho various 
fielda to bo covered (hietory piiilocophy, theology, lit- 
erature, ctc«)» 

2* Languaqo t 

Since the proapective uaors of tho Bibliography preaumably 
will have at loaat a reading knowledge of German, tho 
text and apparatua ahould be in Gorman languago, Xt might 
howover be conaidored whethor introduction and othor 
important textual partu bo also surjriarized in cngliah« 



3. LDI Cataloq and 
rariesi 



shed Cataloqa of other Lib- 



The LBI catalog and reaclily avoiliole published cataloga 
of Jowish librarioo and collcctiona will bo acrutinizod 
and titloa fitting into tho Blbliocjraphy wiUbo aoXocted« 

A tentativo liat of eucI» publiahed cataloga propered by 
Hr. n. Gallincr äs attofhed to this inomoranduro. Thia 
liat iß of courae subject to cLcnge and cornpleix^ntation* 
Tho rclected titlos wil"< bo coi cd by field and catogory* 

- 3 • 



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- 3 • 



4. 



Union Li st Stage 1 : 

A non-duplicatina liot of all titles (U'^ion Lt.t Sta^e 1) 
solected according to :io.3 will ho r^cporol. poaslbly 
bv coBputar. Tiio conputo rcad-out aUould Indlcauo sor 



and tho catalog 



by coaputor 

cach titlo Its fiold and cafcfljory 

froBi which it v»ae oolcctoa. 

m addition, to this Union List ^tn.^o 1, therc should bo 
a llotina of tho scloctod titlcc for each catalog usod. 
tho respöctivo librarios .md colloctiono will bo aekcd 
whethsr tho tltloo aro still physically available at 
tha librnry or collection and uhothc-r ^a^coirroctlona 
or chansjeo are nocesoary. 

5, Card Cataloqo of Selacted .Li^rario.s ; 

rroro the card catalo<je of librarics thot dld not publleh 
thoir catalooB but whiCi havo in;portnnt Iioldinge in 
the fiolds of tho Uibliocraphy sclcctiona x»ill ^,?«»f°.,. 
by icGiaboro o£ tho projcct tcnu:. .'hace oain bor e will violt 
the librarlos and chcc.t jdttubccsa3:nck±imaiajfccttösaDe 
mmakttax tha Union List :itaac' 1 a'jainat the catalog caroa, 
ThuB nowly found tltlor- will l« aOded by conputor to 
tho Union Liot Stago 1. -■ subscqu-at new comiwter road- 
out roeults in Union Li:/- jtago k, 

6. Inquiry anong Scholaro t 

A nunbor of scholaro siccinlls-imj in tho variou» «ield« 
of the öibllograpiiy ehould bc uclcctcsd and aol.od for 
coopüration. Thoy 3hould rccc^ivc a copy of t'ao por« 
tlnent rxirt of tho Union Liot ^tayo 2 and bo nsJced to 
indicato titlos for inclußion in fchc Qibliogrnphy whlch 
do not appoar in Union Liüt -tacjf! 2, 

An off ort should bo maco to firjU out which library or 
collection is holdin<j tUouc titloa, 

7. Artlcloa in Poriodic olt; anJ _sq.on: 

A rpecial projoct will conc.?r:i itnelf with perlodicala, 
SaSlschrifton and so or.. ..fter it will bo dotormlnod 
which publicotions choulC bo ijicluUtd in tho r>ro3c.ct, 
the ixipsro and orticlo;; h;iVo to 5>c aoloctcd for tno 
bibliajraphy, 

, Yho complato Diblioc y r.» <>v U.ni ou uint stacjo 3)< 

Tho now titba roconr'onaca by ~.ic ai;üoclatc ccUolorc and 
tho napors and articlc : caUcni £roi.. tho poriodicola and 
SanKolBbrlften v*iH Ix alLiO conrucorl-rod and thua rooult 

- 4 - 



-. 4 - 

in tlMi Union Llat Stage 3. i*hls list will roprosont 
tho ßkeloton of the comploto Bibllograpiiy» 

9^ Cataloquo Raiconnet 

A dcciolon is nocossary whcther and to what extant to 
enlargo the Bibliograptiy into n catalogue raisonne« 

/ 
10* IntPduction and Annotations a 

Tmr'ifciiitl^yir ^^ An introduction and noceseary annotcAona 
othcr than a catalogue raiconno chould cooploto 
the nanuscript of tlie öibliograpliy which thon will 
l)e roady for publication, 

11, staffinqa 

Aftor tho roßcarch progran v;ill hovo beon dotomlned 
it will be poseiblo anci noceseary to make final plana 
for ctöffinü and to rovice tha prcliminary budget tliat 
was subciittod to tho »oraorial Foundation for Jewiah 
Culture« 



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onctt Liet of publishcd cjtalofja of librarion and 

collcction/j 



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6366 



;\rfore:»co 
IJeilin, ( harlos. l:0;- 

I!:irv;inl Colloi--»' Ijhiarv. 1"»71. 
\i. :;r.> p. 'Ji nn. >;:r..(M» 

finlii«!«'^ l»iMi':.'r.i;tFiirMl r«'f«'i •ii' ••-. 

Adcied titlo nago in H^*hrow, 



(\iin!)ri(l;:^o. 



S 



1. rcstsiliiiitoii J»'\\s — Iii<l«»\('s. '1. Jows — HlhlloKTJiphy. 
I. litl«'. 



isl;n (^ s7(m;s 1-:? i:::{-8 



()ir,.!to:)'(>rf)LM 






I.iln-.'irv of Con^'n's« 



71 ,1, 



Ref. 

Z 688 Reference. 
.H3 Freimann, Aron, 1871-19^8. 
F7 Katalog der Judaica und Hebralca. Krater 

Band: Judaica. Frankfurt am Main, I>ehrber - 

ger & Co., 1932. 

XII, 6^16?. 25cm. 

At head of title: Stadtbibliothek Frank- 
furt am ^U^in. 

No more published. 



1. Judaica — Bib]-* -nraphy. !• Frankfurt 
am Main. Stadtbibl iothek. II. Title. 



r^ 



Pof • 
Z 6366 
«F8^ 



Reference. 

Fürst, Julius, 1805-1873. 

Bibliographisches Handbuch der cesammten jü- 
dischen Literatur; mit i^inschluss der Schriften 
über Juden und Judenthum und einer Geschichte 
der jüdischen Bibliographie. Leipzig, En«el - 
mann, l8^9-l863« 

3v. 23cm. 

At head of title: Bibliotheca Judaica. 



(SEK NKXT CARD) 



V I 



.Jm/tittttmjL^J^ 



ANNEX 



Fublished Cataloge of Jewish Libraries and Coll^ctions 



t=3iS3B;3=s;i.zuBC:^S3K:t;:e3-:i:z^-z.r-.jrraai^S3:-:£=: '.snza: 



«ea attached copies of tho library carxis of such cataloga 
which are part of the LDI Library« 

Zn addition, there is also availablc the LBX Bibliogrdphy 
of Post'-War Fublications on Gorman Jcwry which is contlnued 
through all voluiaes of tho LDI Yoar Book. 

Not available at the LDI aro tho following catalogsi 

Dictionary Catalog of tho Jewish colloctions 4f the 

New York Public Library (14 vols») 

Dictionary Catalog of tho Klau Library of Hebrow Union 

Collorjc, Cinibtnnati (32 vols«) 

Harvard Catalog of llcbrow Docks 



23= 



.1 



Ref. 
Z 6373 

.Gh Gh 



Gl.inr.» Rudolf 

The Gerrr.an Jew in An^rlca; an annotated 
bibliof^rarhy includlnf^ bookn^ p'imphlot53 and 
articlcG of np'jcial intoror.t. r»ow York, 
Ktav, 1069. 

XIV, 192p. 29cm. (Ribliof^raphica Judaica, 1) 



1. Jewr» in tho 

2. Germann in the 
I. Title. 



U.fi. — Ribliofrraphy. 
11. C. — Ribliof^raDhy. 



noforonco, 
Ref. 

z 6367 

.1^5 Index of Articloo on Jewioh otudioo, v.l.- 
*^eruoalem, t'faf^en Preßo. 

^1 _ I o'. H«- L '.'iro.'- v.:^ MAIN CA«n 

V. 2'*cm. annual, 
Editor: losachar Joel, 
Added titlo-pafje In ^^ftbrew. 



1. Jewß—Perio^lcaln— Indexe«, 
!• Joel, Ißcachn r 



Ref. 

z 6367 

.15 



Reference. 

Index to Jewieh periodicalo. v. 1- 
June/August 1963- -" 
Columbia Heights, ^hio, College of Jowinh 

Studios Preßn 



V. m 



26-29cm. 



Vol. 1» quarterly with ^ith ir,r,ue cumulative; 
V. 2- ßemiannual. 



1. Jewß — Per 



iodicalß — Tni^xos. 



Ref. 

z 7070 

.L762 



Reference. 

Lippe, Chajim David, 1823-1900. 

Ch. D. Lippe* G Bibliographinches Lcxicon 
der f^esammten judiachon und theolof;ir.ch-rab- 
biniiichcn Literatur der *^ogcnwart, rdt Kin- 
RchlURG der Schriften über .luden und Judon- 
thum. Neue Serie: Krr.ter Hand. Wien, Lippo» 

1899. 

XXXII, ^96p. 23cm. 

Added title-page in liebrew. 
Addition to the l8;-)l- 1889 ed. 

1. Hebrew lite ature— Rio-;Hbliography, 
I. Title: lUblio^^i -phiachen loxicon- 






•j ^Tii^fc 






Ref. 

:: 6373 



Eichstädt, Volioiar 

niblioqranhie ::"r Tcncfuchhc Icr Jtirieafrans 



von ^^ollmar Tiicluv *»;'... . 
Vcrlapnanstalt, 1 



i'an'JcaMccfK 



V. 23cn. (?hl^^-title: ::c!iriftcn des Rcids- 
institutos f'lr C:ci:chichte cicr: r^-icn Dciitsclüard) 

ClasGificd. 

Only vnl. 1 v;ar> ^/cr r'ibl i:;'iC']. CS. V/Inchd, 
p. ^-co« ^ 

1. Je\js — Ilistorv — iUl)l. 2. Jews in Icnarny. 
BiM. I. Title. 



>/.i 



Prof. 

z 6366 

.K55 



Kisch, Guido, 1889- 

Schrifton zur Geschichte der Juden; eine 
Biblio^aphie der in Deutschland und der 
Schweiz 1922-1955 erschienenen Dissertatio- 
nen, von Guido Kisch und Kurt Roepke. 7^'jbin- 
ßen J.C.3. Kohr, 1959. 

XI, ^9p. 23cm. (Schriftenreihe wissenschaft- 
licher Abhandlungen des Leo Baeck Institute of 
Jews from Germany, ^) 

Biblio/p:'aphy: p. [VIIl] 

1. Jewish studies — Bibliof^aphy. 2. Disser- 
tations, Academic — Germany — Bibliography. 3. 
Dissertations, Ac ademic — Sv/itzerland — libl.io 
graphy. I. Roepke, Kurt, 1901- II. Title« 



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Ref. 
Z 

6575 
K5 



Reforence 

Kißch, Guido, I889- 

Judaistische Bibliographie; ein Verzeichnio 
der in Deutschland und der Schweiz von 195^ bin 
1970 erschienenen Dissertationen und Habilita- 
tionsschriften. Basel, Helbing & Lichtenhahn, 

1972. 

lO^p. 23cm. 



\ '. 



1. DisGertations, Academic — Germany — Biblio- 
graphy. 2. Dißserta+--^ons, Academic — Switzerland- 
Bibliocraphy. 3» . Judaism — Bibliography. 
I. Title. 



L.O.I. 

z 6605 

.Hl; 
L58 



Löwinc:er, David Samuel, 1001- 

(\italonfuo of tlie Ilclu'cw maiiuscripts in (lic lil)rarv of 
tho .iu(Mlis('li-'rho()lo<ris«'hos Soniiiiai- in l'ic'slini, by J). S. 
Lorwiii^ifor and Vk D. A\'(''!nrvl). A\'iosha»l«Ji, Ilarras^owitz, 

lonr». 

xiii, 0O3 p. 25 cm. (ruhlirarioii of tlio T.oo Haork Institnto, Now 
York) I)Mt)4.- 

(GDBßO-A14-8) 

On spinp: Flobrow Manuskripts Juod.-Thool. Somlnar Breslau. 

1. ManusoriJ)t^:. llol>ro\v — ratalnirs. r. \\«iiii\ h. Borna r<l Dou, 

IfXKK- Joint aiiflior. ii. Uroshiu. .Iü(lis(Ii-riiri.:..u'isf'lirs StMiiinar. 

liihliotlK^k. in. Titl»\ (S«':-i<'^: L«>o r.-M'( Ic 1 1,-: it iito of Jons fr<>ni 

<lornianv. rul»li<-atioMs) 



Z()C.Or).1 141.58 
Library of Conj;ro.<s 



oi>r.of)ir5'02i 



Cm-Tcoo;] 



;-i 



Z 22uO Wiener Library, London. 

• w5 IVisoc iitioii and rosistaiu'«^ inidor \\\^ Na/.is. 2d rev. nnd 

i960 pnl. od. London, ValloTitino. .Milclicll, 1!m;.i. 

208 p. 22 nn. ( Tta rataloi'MP s-tMirs. no. 1 ) 

Fir.sr jmhlisliod in ini!> «iiid»'!- fitl«': Hooks on iMM-.<orutlon, torror, 
an<l rosistaiic«' in Na/.i (Jormanx. 



1. fiorinany -Ilist. IJKT. 1!M.'. r.jt.l. 2. .\nti Na'i niovoniont- 
IM!>1. :i. .I»'ws in «Jorrnanv l'.il.l i.'l'itl.v 



Z-2l>K).W5 VM'A) 



- oir..!)i02.5<;<r> 



r»'2— 880 



lilhrarv of Tonirross 






• 






Ref. 

Z 

.M3 



Reff^roncc 

Marbach. Schiller-Nntlonalnuseur.. Drutacheö 
Litoraturarchiv. 
Litorarisch^ ^''^oitschriften und Jahrbüch^^r, 

1880-1970; Vorzf*ichnin df^r in Doutr,chon Lite- 
raturarchiv orr.chlor.r.enrn Poriodica fbf^nrb. von 
DafTnar Laakmann und Reinhard T^^ahrt] Marbach 
am Nockar, Vi??» 

2?7p» ?lcn. (Deutscher Literaturarchiv; 
Verzeichnisse, Berichte, Informationen. ?.) 

I. German literat.ure — Riblio^raphy. ?,. Ger- 
man periodicals— . Bibl ioßrap}iy/ I. Title. 



Ref. 



Z 



.M5 



Refo 



or'^nce 



r*arcus, Jacob Rader, l8or^- 

An index to Jev/ir.h fostnrhri f ten, by Jacob 
R. Marcus [and] Albort T. Bilf^ray. Cincinnati, 
Hebrew Union Coller;e, 1^57. 

6, IS^+p« .'^8cm. 

"Corrifionda'*: leaf inserted. 
Typescript, altornat'-' r-r:^" ^i^'^nk. 



1. Festschriften— Jows — Indexes. 
Bibliof^raphy. I. Bilf?:ray, Albert T 
II. Title. 



2. Jews— 
1910. 



Ref. 

z 7070 

.062 Oppenheim, David, 'Graham, 166^-17^6. 

Collectio Davidie, id eot Catalogun celeber- 
rimae illiuß Bibliothecae hebraeao , quam indofefl- 
ßo otudio magnaque pecunia»- impensa colleßit R. 
Davides Oppenheimerus. Hanburg, I'onn, 1Ö26. 

XVI, 796p. 19cm. 

Latin änH Hebrew on oppoalte pagen. 

Added t.p.ri^iDDri ^)i \\^ noH'n .TiT n*?r!p 



i__ 



Ref. 
Z 

6375 
.R6 



I. 



1. Hebrew liter 
Title. 



ature— Bibliography. 



Reference 

.1 i|,|:t |.;l : ;| - IlMf« li I 1«' r I f i '< »rnf < ' 1 | ||i- I».m.I> . | '1 1 1 ' | ' I » ' -. 

;,,,,! !ii imi ■? lf.|- iflitinr ;«« i lir |"liiir;il, -...inL iv { n! 

Iur:il In '"IN nt ihr ,\r\\- Mlul '<• t!n Jl»\V| h «jlH'-fl'>»i li. fli«" 
(lfii;:»fl, II«l»r»'\N I liiOM < nll«')'.' 1*1«'^-. Ijr.I. 

••'I'lil- i» JIM •m1i|i.»ii of !'••> <Mpl"^. • 



1 .i«'\K- r.iMl'i-iMphN 






II. S'T:«^« 



77 iioj-.r» 
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I iIm .11 \ <»r ( Miii" «'s-i 



I 



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Z7070 
.R82 



Ref. 

Z 

6366 



Heforonco, 

Ror.onthal, Zliezer, !';'<"- 't-l^/o. 

Systematir-cho catalc^-ur, var» .'':• Juirvicr. 
der Bibliotheca RoronthalinrJi. Ar.r.t'^rd:;rr., 
Internationaal Anti.iunri'vt'J'.er.no li^rtzüv^r^er 
S Co) 1^36- 



V. ifi 



2^cn. 



• ■ < •- 



■yj-j-^^ 



At head of title: Univerßitoitßbibliotheek 
van AmBterdam. 



1. Hebrew irr / 
UnivorsitoitsbiblA 



^.rints. I- Amt er dam, 
othcek. II. Title, 



Reference 
Schwab, Moise. l>:;'.»-rn>. • , ,. . ., mm,! lit.'ri- 

by Zosa Szajkowsld. New 1 01 k. Ktav Pub. Houce .iJUu 
i. 0. ll)Ti2, 

subjects and Hobrew words Iq tho l.MX) ea., pi... 
errata. by F.. Wacbsteln. 



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Ref. 
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1053 

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Roferenco 

Bücher von Autoren jüdirch^r Herkunft in d-ut- 
Kcher Sprache; eine Aursntellunf: der i^ nai 
B»r5th Wien. [Ausstollunr:5>leitun^ und Kata- 
lof^: Denider Stern] Vien, 19^v. 
2^7 p. 17cm c 



1. Authorr,, Ger-ian ( Jewi.sh)— Biblio^rnnhy. 
?. BiblioF:raphiral oxhibitionn. I. R'nai 1^'rith. 
District no. 12, Vienna. Wien. 

II. Stern, Ver/i der, 1^.^07- 



mm ■*■ 



■ * 



.Ref. 

z 22U0 

..;53 

196U 



Wiener Ijbrary, f.ot.'htn. 

From W»iin:ir lo Hiilor: (H-iinnny, 191B-1033. 2(1, rev. 
nnd enl. od. lx>n(lon. riilili.-lwMl for tho Wiener Library by 
^':lllentiIH^ Mitolu'll. 10<'1. 

x, 'JOS i>. 2?, ciji. ( Itü C'atalo^io sorlw. no. 2) 



< I 



1. Gormnny— nist— lOl^-lO.T}— Hlbl-CataloRS i. Title. 
(S»Mios) 



Z-2-2iO.Wr)3 1001 



05-77135 



<• > 



z 6375 

1958 






.1 • 



Library of Consio>s 



fl| 



Wiener Library, London« 

German t^ewry; its history, life and 
culture. London, Vallentine, Mitchell, 
1958. 

279p. 21cn.(Its Catalof:ue ßeries, no. 3) 



1. Germany—History— 1933-19^5— BibliogTÄ- 
phy. 2. Anti-^'azi movement — Bibliography» 
3. *Jew6 in Ger- many— 1933-19^5— Biblio- 
graphy. I. ^i- tley 



Ref. 
Z 22k0 
.W532 
1953 



Wiener Library, London. 

Books on persecution, terror and resistance 
in Nazi Germany. 2nd ed. London, Wiener Libra- 
ty, 1953. 



51p« 21cm. 

-— Supiplemont: *^ookö received up to I^ecember 
31, 1952. 



1. Germ;iny— 
graphy — Catalogr,- 



Hir.tory— 1933-19^5— Biblio- 

1. ^'itle. . 



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Friedberg, H.D. 

Bet Eked Sefarim, Antwerpen l^?P/M^ T^l Aviv I9SI-I056. 



Jevfißh book annual. 19^2- 

New York, Jewish book Council of Americn. 



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Oxford. Vnivcrsity. Bodhian lihrniy. 
173 (;.it.ilo!;ns lihroruni Iichracoriirn in l^ililinf hf( .1 nodici.in.i, jiissii 

. curaforiim ili\t:cssit et notis instrnyil M. St'insc hn'-ijrr. Jkrolini. 
18')2-('>(\ 2. (raksimilc) Aufl. lurlin. 1 •!. 2 p. I, ^^^Mr rol. i /. 
310 1 toi . r p. 



Bibliothek der Israelitischen Kuliusgemeinde Wien. VcröfTcntlidmnf^cn. 1-9. [Mehr nici.i 
crsdilencn.] Wien 1911-1034. 9 Bde. ' <2834/ 

[1.] Wadistein. Bernhard: Katalog der Sa!o rohn'scfrn SJ.rnl.unf^en. 1: hi,,lrr aui Her .Samm- 
lung Nadium Beer Fricdmann [au^] Sadar.ora. l'/ll. X\llI.2lS'p. 

[2.1 Wachstein. Bernhard: Katalog der Silo C.ohn\^hcn Fd.er.kunrm. 2: Büu*i'-r aus der Samm- 
lung S. II. Halbcrstam, Bielit?.. 1914. XIII, 17F p. 

3. 4. 5. 6. Wadiuein. Bernhard: 7ur BiMior^raphie Jcr Geii;u.'.rni':- »rd Tracrrvorträ^e in der 
hebräischen Literatur. Folge 1-4. 1922-1932. 4 Bde. 

7. Wadistein, Bernhard: Literatur über die jüdische Frau. .Mit einem Anharr: Literatur Lber 
dicFhe. 1931. 47 p. 

8. ChnJrc. «^imI- B^bliopr.nphie der S.frifren Bern'.T ' Vr-^'-rrinr, nn!:;r!i<f. .-nrr V.lihrifen 
DicnstjubiLuims (1. Juli 19C3-1. Juli 1*^33). 1933. 23 p. 

9. Viadistein. Bernhard: Geographisdics Kcgiitcr 2u .h.v.ilog der Salo roha's.f.cn .Sd.cnkun- 
Rcn", Wien 1911, 1914. 1934. 25 p. 

- Spinoza-Literatur Vcrzcicfinis. Zum 250. Tode-tapc Fpino7as (21. rcbniar 1927). 
Wien: Selbstverlag 1927. 23 p. <2835> 

- ZuwMchsvcr7.cidinIs für die Jahre 1926 und 1927. 1033 und 1931. 10',2 und IO33. 
Wien: SelbstvcrLig 1929-1934. 3 Bde. <2836> 



\ • - * 



Zeitlin, William. 

1181 *BIhli()thcca hcbraica post-Mcndclssoiiniana. Hibliopraphischcs 
Handlnich der ncuhcbr.iisdicn Littcratur seil lk;;inii d.cr Mcn- 
dclssohn'schcn Tpochc bis 18.S0 ... I.fr. 1. Pctcr^burfr. ISSl. 
80 p. 

No morc puhllslicd? cnds witli ffuruit:. 
cf HB. 1881-82. V. 21. p. 1 M). 

1182 — "iDD n"'"lp Hibliothcca hcbraica post-Mcndt.Kso!iiii uia. Bibiio- 
^rapliisclics Ilandlnicli der iu'iilK'fn.!r:( luii l.itUr.itwr siit lk«:inn 
tlcr Mcndf'lssolurschcn Tpochc bi^ /iiin j.ifiii- IS""*») ... mit bio- 
graphischen Daten iinil biblio^raphisc hen K«^ti/eii ... .\ lu u Ih\uIv 
und erw. Aufl. I.cipzin, 18')l-0''). ' p I.. in iv. "^ \^\ p. 



Po f. 

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r'arrur,, Jacob l^idor, 1'^'»^- 

An index t.o Jov;i:di fo: * rrhri ff «v^ by Jacob 
R. Marcur. fand.] Albor(. T. Mlrray. 'V. rr i nnat :i , 
ilchrcw Union CoLlof»;«^, h« •''. 



T), IVfp 



o-'. 



)cm« 



'»Corrir^nda": loaT ln;««rt.oj. 
TyfH^r.cri })t. , al t'M'n.il,.« -irnr blanl;. 

1. Fcntr.chri fton— Jow:.--ln(i«^y<v' . 
BiM io/':rat)}iy. 1. '''- ilpir'!;' , Alb.-! 
11. Titlo. 



P. Jowr.— 

1*|(^. 



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August 8, 1974 



Dr. Max Grunewald 

President 

Leo Baeck Institute 

New York City 



Dear Dr. Grrunewald, 

As you already know, I have received a grant from the Deutscher Akade - 
mischer Austauschdienst to spend next year in Frankfurt ^rorking on my disser- 
tation. I am eure you join me in ny excitement in having the onportunity to 
"work full-time on my research« 

}fy year at the Leo Baeck Institute has been both enjoyable and enriching. 
The staff of the Institute has been interesting to vrork -with, charming, and 
always helpful« In T^forking with the Spiro Collection of Hebren» books and with 
the Hebrew sections of the Jacobson collection, I have handled a treraendous 
variety of materials previously unknown to me. I think niy article on the 
Spiro collection in the LEI Nei?s indicates my excitement over some of the 
material. 

My main area of aotivity this year, once I had concluded nith the Spiro 
collection, "was in assisting the archives in idontifying and in cataloging 
Hebrew documents. In addition, Dr. Richarz required a great deal of assistanoe 
in preparing volume I of the memoirs. I identified Hebre^ quotations and explained 
to her a number of religious customs which were referrod to in tho various texts. 
I ippas also called upon to identify Hebrew books for Mrs. Stern and to summarize 
in Bnglish the Hebrew correspondence addressed to the IJIurfvreiler Foundation 
from Israel« 



^»K 



— -fc^^. 



Dt« Grubel suggested that I place into ¥friting some thoughts on hon I 
might envision ray role at tho Institute nhen I return to America during the 
summer of 1975« There are several scholarly functions that could be performed 
and I ifill describe them later, but I think at the core of iny irork should ba 
ona or more specific projects that are of interest both to the Institute 
euid to i^yself • 

The library and arohi-Tes of the LBI contain an extensive collection of 
JeTiish sermons that could provide inaterial either for an anthology with an 
introduction or for a series of essays« Such a project vrould enhance cur 
repuliation as possessing naterials in Judaica, in addition to the materiala 
in ^erman art and politics for "which 7ie aro already so well known. "^he 
library houses 180 volumes of Jewish sermons from Gerraany from the 19th and 
early 20th centuries, an additional 30 volumes from Austria, and an additional 
100 volumes from special occasions such as funeral orations. Msmy of the 
volumes are 100-400 pages long. They span the entire time period from the 
early serraons of David ^riedlander to the end of the community. Prominent 
Personalities such as Grotthold Salomon, Hirsch Chajes, Adolph JeHinek, 
Samuel Holdheim, Eduard Kley, Ludwig Philippson, Michael Sachs, Leopold 
Stein, !\ferkus Hirsch, and Mendel Hess are well represented. Some additional 
materials in both printed and manuscript form are contained in the archivos» 

Accompanying an anthology would be an introductory essay, •^here are a 
number of theories that attempt to explain the introduction of the German 
sermon into the synagogue at the beginning o? tlie 19th Century. These include 



-2- 



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the suggestions that the sermon ifould serve as a vehicle for increasing 
seoular knowledg«, for spreading the results of Wissenschaft, and for en- 



hancing the spiritual quality of the Service* 



he extent to "vihich any or 



all of these is valid can best be determined by a care Pul study of sarmonio 
texts. Our extensive collection provides an opportunity for just such a 
study. The introduction, homever, should not be limited to the sermons 
themselves« I suspect that additional insight into the raotivation for intro- 
duoing sermons may be obtained from related historical documents. Myr stud^y 
of such documents pertaining to the e^rly reform groups in London and Charleston 
suggests to roe certain other religious amd political objectives that I ffould 
lik« to test by examining our sermon collection« 

As an alternative to an anthology, I can envision a full-length analytical 
study or a series of essays on specific topics« In addition to the questions 
disoussed above, the orthodox sermons of the later 19th Century should be 
examined. Hovr did they contrast with the ''derashah" on the one hand and with 
the early reform sermons on the other T The LBI collection inoludes sermons 
by Hildesheimer, Marcus Horonitz* Markus ^irsch, Salomon ^reuor, Salomon 
Carlobach, and Nehemiah Nobel among others« 

SomeTwhat separate from these two projects, I should add that the Spiro 
collection (Manass«) contains two volumes of Hebrew derashot delivered in Posen 



during the important period of partition and of the Napoleonic wars. hose 
volumes may deserve a study, but I have not yet had an opportunity to examine 
them carefully. 



-3- 



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Several files in the «Jacobson collection are of tremendous importanca for 
the study of Javrish emancipation in Gorraany. Jacobson had copied doouments 
from the Prussian archives relating to the Jews of Posen in the late 18th and 
early 19th centuries. These files contain correspondence and reports centaring 
around F. Schroetter, the Prussian Minister. These are not Jewish connunal 
records, but documents reporting on various aspects of Jewish economic and 
religious life as seen by the Prussian authorities. Indirectly, they could 
serve as a source for Posen Jewish history, but more importantly, they pro» 
vide nei^r information on the development of Prussian policy towards the ^ews« 
This fact is especially important when it is recalled that Schroetter "was tho 
author of the original draft of the emancipation edict of 1812. Until now, 
Prussian policies have been examined in the light of the Napoleon! c catastropha 
and the ensuing liberal period. Freund in his history of emancipation asks 
rhatorically if Schroetter iwas influenced by this influx of ideas. Our 
documents iwhich mostly preceed that period may show to "Vfhat extent Schroetter* s 
ideas had or had not already been formulated. "^-here is about a foot of 
documents« Since I ci|n find no reference to Schroetter in Moramsen's catalog 
of archives or in the Potsdam or Berlin-Dahlem catalogs, vve may possess a unique 
collection* In any case» an extensive essay on this material nould be a valu- 
able contribution to ^erman as iwell as ^ewish history. 



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less extensive project, but one of some importance, would be the pre- 



-4- 



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paring for publication of the pinkus book of a tailors* guild in Posen (Genesen) 
^ith entries frora the 1770'8 to the ISTO's, ^ischnitzer records that ho 
knows of only 18 such documents and Dr. Segall of the General Historical 
Archives, Jerusalem, cornmented -when he "was here that the Israeli Archives 
have no works of this kind from Posen« 

There are several aspects of activity here at LBI that I still know only 
a little about, but I -woald think that as time goes on,I might become involved 
iwith various comnittees pertaining to publications and to the library. I 
mould also imagine that I "would, to some extent, continue to serve as Hebren 
and Judaica Consultant« 

Ifay I onoe again extent rny condolences to you and -wish you a peaceful 



nei» yearl 



^ith best wishes« 



-5- 



Dr. Gertrud Luckner 



D-78 Preiburg Br*, 7.8.1974 
Privatanschrift: Habsburgerstr. 1 24 
(für den Preiburger Rundbrief: Postfach 420) 



Leo Baeck Institute Inc. 
Herrn Direktor Dr. Fred Grubel 

129 ISast 75rd Street 
New York N.Y. 10021 



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Ihr Z.: P/57B-Fa/lS 



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Sehr geehrter Herr Dr. Grubel, 

sehr herzlich danke ich Ihnen für Ihr mich freuendes Schreiben 
vom 5.7. mit Ihren Wünschen. Ich habe dajnals wenig genug tun 
können. Dankbar weiss ich mich aber durch die schwere Zeit in 
besonderer Weise mit den Anliegen verbunden, die das Leo Baeck 
Institut bewegen. Sehr dankbar und lebhaft erinnere ich mich an 
meinen Besuch dort und an die mir erwiesene Güte. 

Nach den Jahren seit meinem Aufenthalt in New York sah ich kürz- 
lich erstmals wieder Herrn Generalkonsul und Frau Curtius und 
verbrachte anlässlich eines -Gesuches in Bonn einen schönen Abend 
bei ihnen. Sie leben dort jetzt im Ruhestand und nehmen nach wie 
vor an den deutsch-jüdischen Fragen sehr Anteil. 

Mit den besten Wünschen und Grüssen 
Ihre sehr ergebene 



(Dr. Gertrud Luckner) 



3. Juli 1074 
P/378-.FG/IS 



Frau Dr. Gertrud Luckner 

c/o caritasverband fuer die E^zdioozese Freiburg 

78 Freiburg 
Hilda Straese CS - 



Sehr geelirte gnacdige Frau, 

mit aufrichtijor Genugtuung haben wir gelesen, 
dass Ihnen der grosse Verdienstorden der Bundes- 
republiK Deutsciiland verliehen worden it. Nehmen 
Sie bitte unsere herrlichen Glueckwuenrche entgegen. 



1 v^ 



ist uns eine ©sondere Freude zu sehen, dass 
Ihre aufopfernde Menscalichkeit, die Sic ohne Furcht 
vor barbarischster Verfolg^mg bewiesen h^^ben, nun- 
mehr mit dieser Aus ^eichnung durch den deutschen 
Staat a: nnt word ist. 

Wir denken immer noch gern an Ihren Besuch in 
unserem Institut, das in gewissen Sinn ein Symbol 
der verfolgten deutschen CJudenschaft darstellt, 
als deren getreuer Freund Sie sich in dunkelster 
Seit bewiesen h' ' n. 



Mit wiederholten be 
Gruessen 



ergebensten 




Dr* Fred Grubel 



Di: 



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IiOc?-rno, 2b. Au; uet 1974 



An: LBI New York 
Vont Max Kreutzberger 



B etr.; Ges>-^mtbibliofrraphie_t 





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Rund- 



schr'jjben vom 12. Au.^ust 



Lieber F.G. , 



ich habe Ihr Kundschreiben, das sich sowolil auf finanzielle 
Fragen im Zusammenhang mit der f^e planten Gesr.jutbibliographie , 
als auch jiuf die Arbeit selbst bezieht, sehr genau gelesen'. 
Ich möchte dazu Folgendes sagen: ♦ . 

Ich glaube nicht, dass wir uns im Moment sehr grosse Sorgen 
machen sollten über die finanzielle Seite der Arbeit. Ich 
habe ursprünglich nicht gedacht, sie so grosszügig aufzuzie- 
hen, wie es nach Ihrem Finanzplan den Anschein hot. Wie ich 
in meinem Brief vom 17 . Juli an Dr. Griuenewaid auseinander- 
\\ gesetzt habe, werden die Verabredun,ren, die ich mit Frau Bo- 
de-Hannich getroffen habe, keinerlei erhebliche Unkosten 
beanspruchen und sie werden uns in nicht zu langer Frist 
zwei Dinge brin;,en i 

a. die Feststelluno?, ob das jüdisch-wirtschaf tsgeschicht- 
liche Material, das in New York in jahrelariger Arbeit 
gesammelt worden ist, durch die Arbeit von Frau Hüll- 
büsch wesentlich ergänzt wurde, und falls nicht, was 
zu ergänzen v/äre . Damit warde ein bestimmtes Arbeits- 
gebiet in einigen ivlonaten übersehbar abgeschlossen 

sein ; 

b. die Aufnahme des Ju<^aica-'^es tandes der Basier Univer- 
sitätsbibliothek, der, wie: i cn schon in meinem Brief 
erwähnte, leider nicht sehr umfan^^reich ist. 

Anhand dieser beiden Arbeiten wird sich Frau Bode-Hanmch 
in das Gebiet grundsätzlich eingearbeitet haben. Sie ist 
eine ungeheuer erfahrene Bibliographin, aus.rewiesen durch 
viele wissenschaftliche Werke, die sie e..tweder für dns 
Deutsche Literaturarchiv in Marbach, oder in letzter Zeit 
für die Wolf enbüttler Bibliothek horges.ellt hat, oder auch 
durch eigene Veröffentlichungen. Sie wird sich auch eine 
Übersicht über d. s ihr zugänglich gemachte jüdische Kfitalog- 
material gemacht haben und wir weraen dann S'^üien, welche 
Vorschläge sie selbst zum Fortgang der Arbeit machen wird. 

Die Situation ist natürlich eine ganz andere, wenn Sie beab- 
sichtigen, wie aus Ihrem Kesearch-Programm hervorgeht, die 
Arbeit grosszügig im New Yorker Büro zu zentralisieren, was, 
wenn Sie die geeigneten Kräfte finden, sicherlich der schnel- 
ler zum Ziel führende Weg sein kann. Dieser Weg ist natürlich 
mit viel grösseren Kosten verbunden und dafür mag das von 
Ihnen entworfene Arbeitsbudget wohl den Tatsachen entspre- 
chen. 



- 2 - 



'f'^ft ' 



J •" 



An LBI New York 



- i^ - 



26. August 1974 
Gesamtbibliographie 



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» .•« 




Über die von Ihnen für diesen Fall vorgeschlagene Form der 
Arbeit, kann ich nicht sehr .viel sajen, da ich von Computer- 
Dingen nicht sehr viel verstehe und persönlich auch nicht 
sehr viel davon halte, jedenfalls nicht auf diesem biblio- 
graphischen Gebiete. Ich würde in einer sehr einfachen Form 
vorgehen, dass ich die Bestände der direkt oder durch Katalo- 
ge zugänglichen Bibliotheken, soweit sie unser Al-beitsgebiet 
betreffen, auf Karten aufnehme und das Erarbeitete durch ^eu 
Hinzukommendes immer wieder ergänze. Das uns dadurch erreich- 
bare Material wird schon so grors sein, da. s wir, glaube ich, 
kaum an andere V/ege denken brauciien. Natürlich sollte ange- 
geben werden, wo die Titelangabe eines Werkes gefunden worden 
ist und auch, wenn es sich durch Bibliothekskataloge ergibt, 
wo es vorhanden ist, aber nicht durch evt. Nachfragen bei 
Bibliotheken, wie Sie es vorschliefen, ob dieses Buch auch wirk- 
lich vorhanden ist. Das wüi de meines Erachtens auch die Ar- 
beitskraft anderer Bibliotheken über Gebühr belasten. 

Schliesslich würde es sicn vielleicht jetzt noch darum han- 
deln, genau unser Arbeits,- ebiet zu umschreiben. Ich würde 
mich im Moment damit begnü.Ten zu sa,-;en, dass wir alles das 
aufnehmen, was von deutschen Juden geschrieben und über deut- 
sche Juden geschrieben worden ist. Wobei man ausschlieseen 
kann, wie ich selbst vorgeschlaKen hr.be, Theologie, Literatur 
und wenn Sie wollen Physik, Mathematik und einige andere 
ferner liegende Gebiete mehr. 

Ich möchte mich vorläufig auf diese Bemerkungen beschränken 
und nur hinzufügen, dass das LBI New York noch mehr Katalog- 
Material hat, als das, was in der Ihrem Kundschreiben beige- 
fügten Liste aufgeführt ist. loh erinnere zum Beispiel nur 
an den sehr umfangreichen Pinczower-Porges Katalog "Bib'liotheca 
Judaica", der in 5 , 6 oder mehr Bändchen im Institut vorhan- 
den ist. 

Im übrigen können wir in einer mündlichen Aussprache noch 
einmal das ganze Problem behandeln und die Grenzen fest- 
legen, innerhalb derer wir jetzt oder vorläufig arbeiten 
wollen. 

Mit meinen besten Grüssen, 

Ihr 




Max Kreutzberger 




P.S. Haben Sie inzwischen ein Exemplar unseres LBI Kataloges 
Band I und den Kisch-Hoepke an Frau Bode-Hannich abgesandt? 
(Vgl. mein Schreiben vom l] . Juli). Besten Dank. 







en '^ü.A'r-^u.vt i w 



Lie'ber Herr Dr.Grubel 



E/751 - 



FG 



T)Z 




z' 



Haben Sie herzlichen Dank für Ihren ?rief vom ?C, und für Ihren sofortigen 
Brief an Dr. Siebeck - hoffentlich akzer-tiert er rUe 'üoinewhat lall order', aber 
wenn Sie so schi'ieben, h^'b' icß keinen "veifel. 

Wollen wir die g-eß^enseiti^en Kntschuld ip-unf?:en - rnöine hiermit* gegeneinander 
aufrechnen und ^erne zugeben, dass wir alle menschlich sind? (Mit Vergessen ist 
es bei mir sowieso eine Sache. ••) 



Fast gleichzeitig mit Ihrem Brief bekam ich die erste Reaktion auf meine 



n 



Versand der ersten Exemplare: Prof^Schmids "Hank. Ich lasye Ihnen die erste Seite, 
die ja auch Sie und das LBI an^-eht, photoko] ieren un- bin sicher, dass Sie sich 
mit mir über diese Anerkennung^ freuen werden, die bei Frof.Schmid als Autor einei 
der besten Arbeiten über Bernays ia aus ] 



ciist sachverstfindi^er Peder kodimt 



Falls wir uns bis zu den Feiertap,-en nicht mehr schreiben, senden meine Frau 
und ich Ihnen alle ^uten und herzlichen 'Jansche auch für das kommende Jahr, und 



ich fü/re ^erne nochmals allen Pan' 
mich und das Buch getan haben.* 

Ihr 



fnT» Vi 



r. ai ur 



k 



mzu, 



7 



was Sie alles in diesem Jahr für 



CLcl^ 




Wolfgang Schmid 
55 , Bonn-Röttgen 
Am Kottenf orst ^3 



Bonn, den 21.8.197^ 



Lieber Herr Dr. Bach! 



f • 



. : » 



- C^ 



Vorgestern Nachmittag fand ich bei der -Heimkehr aus der Stadt 
Ihr Buch vor, und ich habe seither nichts anderes getan als 
in ihm zu lesen, ist es doch auch. in der äußeren Formung und 
Darbietung eine ungemein reizvolle Lektüre. Ich hatte viel 

von Ihrem Buch erwartet, aber daß es ein so großer Wurf wer- 

( • ■ 

den würde, war ja nicht ohne weiteres als sicher vorauszu- 
sehen. Nehmen Sie also meinen herzlichsten Dank. Vielleicht 
kennen Sie die große Harnack-Biographie aus der Feder seiner 
Tochter, die selbst einen Atomphysiker wie Max Born einst be- 
geistern konnte ; ich würde sagen, daß bei Ihrem Werk nicht 
nur der Gegenstand, sondern auch die Darstellung nicht allzu 
weit hinter jener Harnack-Biographie zurückbleibt. "Offensicht- 
lich haben Sie, obwohl nicht von Haus aus klassischer Philo- 
loge, eine gute Antenne für das Besondere , 'das die geistige 
Existenz von Jacob Bernays ausmacht . Dabei kann es durchaus 
sein, daß der eine oder andere bei der geistigen Gesamtdeu- 
tung Ihres erstaunlichen Helden Dianches vermißt , "aber hier 
kam es in der Tat ja zunächst einmal darauf an, möglichst 
umfassend das Tatsächliche auszubreiten: die Gedanken über 
die Vereinbarkeit des Widersprüchlichen und ' dergl . mag dann 
jeder Leser, sofern er dazu fähig ist, selbst weiterführen. 
(Was die gute Sophie Ritschi - P. 79 Ihres Buches ~ sich zur 
Erklärung ausgedacht hat, ist natürlich nur ein mehr oder 
. minder geistreiches Apercu ). Es liegt, im Wesen der Sache, 
daß Sie durch --Irschließiang unbekannten Materials mit einer 
besonders lohnenden Aufgabe sich konfrontiert sahen, und es 
mag Sie mit einer großen Genif:tuung erfüllen, daß es Ihnen ge- 
geben gewen ist, ein so wesentliches Kapitel aus der Emanzi- 
pationsgeschichte der Juden auf so hohem Niveau darzustellen. 
Das Leo-Beck-Institute kann zufrieden sein, einer so ausge- 
zeichneten Publikation zum Erscheinen verhelfen zu haben. 



I 



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illMfllL MlLllfil 



CH 3775 



BERNER OBERLAND. SCHWEIZ 
PERROLLAZ. PROPR. TEL 030-31761 







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JUigust 30, 1974 
E/783 - PGiD^ 



TOS imeatlve Oif i »t— 

rroms Fred GruLjol 

Ml läew udition of LEXIKON X>iS.S JUMUTOMÄ 



f 



At the London conf«r«nce In May 1974 lbi-hsw vork 
«M aaked to inveetigat» tho possibility and feaaitoilty 
of assuBing rosponsibility and sponoorGlilp for **>• P"f- 
lication of a thoroughly rovlaod andnorc er lesa dofinite 
nmr edition of the LBXlKOK DES JUDBÄtmi« whoae two odition» 
had John Qppanhai—r as chief editor. 

SMM timc ^o, John Oppenhoimer was in »y Office 
and told ae that he and a «aall group of aa»ociate« 
hav* been keeping the filae of the LEXIKON up to date 
in Order to have the up-to-dat« »aterial ready fof a^V 
future edition. .l.e BertolWMinn Lexikon-yerlag which 
13Ublished the first two editions and who is holding th« 
Copyright ie apparently no longer interestod in any 
future venture regarding the Lr;xiKCßJ. 

I tola nr. (^ppMihaiAar that I would appreciate 
if he puts in writing his ideas rogardina the no« edition. 
1 would then rafor his proposal to tho proper comittee. 
I stresaad that I could not make any coinnit««nt as to 
the dociaion the LBI will come to in this matter. iMwivar, 
I definitely will am» to ii that tha »atter b« di»cu«»ed. 



I now received Kr, cppenheimor^ fropoeal ^ ^ 
21 1974. copy of whicli is attached. t*» «atter will öe 
on the ageada of tlie aaeting of the ix^Tcutive coiaiaitteo 
on September 11« 1074. 




pred Grube 



2/ 



•ncat copy of «Te Oppeiüieiraer • » proposal of Äi^ot 21, 1974 



\xk Ü*' Oppeiiheimer 
^6-35 i93rcl Street 
/Flusiiiiig, IUI. 11J558 

. Herrn Direktor Grube I 
L*eo Baeck Institute 

iNlew York, K.X., USA 



Z./Jo, nooel .vaidrand 
.;cxi{rcn, DChweiz 
/ ; ^ xUißust ?.lf lb)74 



CJ 






?^w?iS*thes?iines on a borrowed, süranfe typev/riLor. i^lcase excu^e uu.relore 
I write tnese ±xneb on ^- ' „^^-i^ i-; on I xora-ob l;o take the liistitute 's 

the apüearance of this lelLex» in adJibion, x xüxb" nf.-ifc 

address along. The letbcr v/iil ue lorwardeu Lo ./ou i.., a/ oi.icc. 

Since the question of the future of bhe ■■'Lciiilcon dea JuaenfcumG" had beea 
hiSSshfSp^Stthe LEI raeeting in Londonin IIa., -^-^^ --;-:- ,^ ^,^. ^^^ 
^iihiPfit: in Hew York ou June 14th, ühe situabion iiix^ c;!a..,,eü uia^LicaJ.Xj . .- 
personall^fchS to the beL-ber, siAce ib uromiseo üo jivc us ^Teafer f lexxoxxxty, 

As you will recall, we ^ased our discussion of a ühird - an^ if SoJS' " 



edifcion of the LdJ on a proüiifie of the ^ertelyra;um 
10 1973 in which •"YerlaGSleitcr" Werner Lenz vrobe 
finance one third of the coat and all expen;seü_ xor 
tion, etc. However, on July 10 - in response öo - 



Lexikon-Verlab* of üctob-jr 
bh;j.t- they v/ere prepared to 
^)uüiic roiation, ciisL-riou- 
ic:3bor inioriains the puj- 



lisiier of our conversatiäin - I recexvea 



a 



j- ^ 



bber fro::i Wiiich I :raote as follows: 



-Die Chancen hinsichtlich einer Paperhack-Aus;jaue aes Ldü waren g.^s.ern 
Gegenstand einer ausfiUirlichen ^isku.:..io.i iu_.Caiu.ien aer J«riagslei .un^ 
unter feilnalune von ner.ni ..'reioerg ax. -uxtgiieu der ^eschaxtöxext.u.6. 
Das ürgebnis möciitc ich linien gleich i-it teilen, ^onacnst aarf xcn xnc^- 
blendend noch einmal feststellen, da.;ü v;ir seinerzext ger-.e aen ^^ 
zur Herausgabe des LdJ aufgegriffen iiabon. um ..xüsein Projekt xn ^öat^-.ci>- 
land eine Chance zu geben, hatten v.ir es in c^^m .ev.oisstsein auigeBriiiei 
dass damit ge.;iss auch nicht der geringste normale Verl agsgev/xnii zu 
zielen war. vVir haben praktisch an aieseiti üu.jcict nitincs veraienb, _ so..- 
dern zugezalilt, nicht zuletzt auch uurch 
zweite Auflage folgen zu lassen 



.-•>_ ■• 



uie i^ereitsciiaf t, noch exne 



o o e 



uIt seilen 



aach beim besten V^ixlen 



keine realistisclie Ohmice für eine ij'ori 
unseres VcrlagGpx*ograimiis 



o • o 



Auf de?: 



üie;-.es 'v^'erkes im Kainnen 

wir natüj?lich 






durchaus auch" die von Ih.ien angGsp3:-ociisne luoraxiscn-politische /cr- 
pflichtung, alles xi,rdeiüvliche zu tun, uui aios.;ia v-erk gerade auf ueia 



deutschen Markt eine möglichst strixiaige Präsenz aucn lur^die ^üaa.^t 



... ^ad.er fällt uns di..se .^ntscheiaung gewxss nxcht lexcnt, 

v/ir einer 



ZU sichern» 

doch möchten 

nehmens aiif ked.iien i*\-)ll 

bereit, uns zu f:eß-ebener ^^oit und 



ir^-ei^dwie reartoteu i^'ortf uhrunß dieses unter- 



im j;e,;e 



o ..ir siiLü daher grundsatzlich 
n:;.ch Cxiusprocnender '/ereinbarmiG i.^i 



stehen 



^ 



derart von uem v^erk zu 
delnde üblösunsssimine 
ten farthex 



troiuien, düss wir 



es für eine noch auszulian- 



^-»"aüÄ^iorG 



„^ ^._ v/oitorGn '/erwertunr; einem anderen interessier^ 
Ten. im Auitrac; von Herrn i^'r^ioerG macne icn diesen 



zur 



o • • 



in soü.chor ^n 



Vorschlag offiziell. , 

welchen un'jnßcnn.essenen i''orderun(::en soneitern 

im Interesse 

des Gre sprach darü-uor 



im Interesse einer r orLf unruxi-; aes ;veri:es seur a.aKüscniossen fui 



v/urcicj üw.^stimmt nicht an irgend- 
..ir weruen in jedem 



x»^all 
Jo- 



se m. 



On purnose I don't go again into the de ails o., ^^^Jff- ro:^-i ated) iL % 
l-he LdJ (the successor of the f :mous_x^nxlo-n..xxi-con ^•'^■'-^\' >, °^,f\^f, ^.^.'i.it-^iJ^l- 
1 only mention that the cditor ana his coliaooratorc havu l^^ept the materxal 
up-to-date without amy compensation mid ar... v.x...rxni;; to uo .,o ^^^^^1^^,^^;^ ^/^J °-^ 
the year responding to the specirü. pl..adxng o.l maiiy xnuerestud yci.ouo «xtu 
whom I airod the problem over thc; last twolvc iaoi.tris. 

Gnn-idorim- the px-oscnt uus tabiiities in the oconouie as v/oll as the political 
f?eld I Sould cSnsider it unwlsc to make at t.e present L Imc miy calcuiat:,.o-ns 
concerning the cor.t or any dofinite commitracnt (;oiK;..Mnxng a third udxLxon, x 
rather urge the foliowing course of aetion: 



.*t^ 



'Jüid\ i?'. 0±^je.jJi;nii.rivliiiK£__iH2^i_t Z-§-r 



jL>J 



acquirin^-; ülie 



The LBI will become biie "protecfcor" oi the -eii.-L. cuid 
Copyright from .ße-rfcelLUiiraLi. 

i'^he LBI will assißu bo t'ae Uiidersieiiea -iü ^^i^coliaborators bhe ^^'f J^° 

1977, giving üertelciaa.ui ab the oaue L-.u.ie _ Cüo rijuo .aria^ tax., ptnoü lg 
seil the remaiaing copiea ol' tlie 2iat c-aition. 



--»ri 



The midersipned will bequeaüh tu fche U,i all Mafcorial in hi3 poses.ion .. 
Iihine fo fche Ph.-Lo UJid the LDJ, i.e.: ..o.;^:-;, c;or.-uopoiid-.iice, clx^jyHJ^^, 
f?les^ ijdexes, ^ic:- ,kal material o.id o....er Jud.ica. wich luight ue valuaole 
to the LBI. . / 

Li return the LBI will pay Tor tue woric o.: re--.;riti-i:, t.ie .laxiascript, .or 
clerical worlc and oi.iice expenseü (sacn as 'Jolep^:o.)e, D;.'bt...,,e, otauxu.i..,r^ J . 

Wie new edition will ue plaimed a.; a onc- or two-voluine paperbaci: in^ order 
to bring the price dowa aaü iuake it av-axlaui-e lo a ;V.:.aer circie o^. o..e 
Gennan speaklng cultural Lipheru. 

Most importanfc, the new edition will he expandou o/ aüäiU(j an Index ui 
naiaes a£id places. i'his part haa oeen stric-:ea .ro..i .ne ori.,,.,.nal conce,,t 
of the LdJ by Lerfcelsiaarm to lower tne pr±co. 

One more word: l'he LdJ has ueen severely ci-itiziea ;;^/ ,^.;'^ff 1. ™^^ °f,,i^^l 
reviewers for mistakes (many oi them unjusuxxied) "'^t,l!l{^^^\^,^,f ^.^Jf^^n- 1 
section. üo critic has touched on uhe contenus ut. 4.vhoie, tne principcl^ 
SticlSs (on wMch the work is oased), on tne oujcctivity ana conpleueness. 




in contr- *-' 



OLtO 



t to 



tho 



i'il o ~ii • 



had gener ous subsidies 



Finally: After the new manuscript has been completea, the Li.1 would have 

to make the followiiii^- decisions: ^ . 

1. To get estinates iroiii uem;m or .^ii^.ncüii pauii^^iiers as to tne co.b 
afc that time. I would suggost an original prxntxne, ox^,OÜÜ copie^ 
of which only a ccrtain aiaonnt üiioulu oe ooiiao. i^inieciately loi suo- 



$cribGr3o Tho rcmaining flat copieo to oe 



jtored uuitil the noed lor 



3 
4 



additional Dindings arises« _ . . -. n 4-1-^ >^•oV'^i- 

bhould co3t or other circuinstanccs make lu i^cvisable not co pru.u 
at all, the Lbl would be in the pooition ol a valaable and uni^iue 

object for its collection. .,.,,. -.^,.,„^,■; 

Microfilm:5 01 the inanuscript could oe jujpiuoa ju moeioob^a 

scholars, libraries, institutions, otc, ^ - ,^,^ ^^ 

Whether a small ^italf nhould continue bo u/.-oaüo tho nianuL.oiipu 

into the future. 



l would appreciate it to have the UiV.^ ^■''•■^^^^'-"^>. ^°/'''^^.r,^rnwS final 
earliesfc pos;;iblo momont to givo nie an opi-ortunity to niake my own -L^u^^^ 
decision L to the future of ttie LdO , E^xj 1 -■.ug.-est "'f^^xng you, dear .o.. 
Grubel, and maybe soinc otlier inombers ox Ine Lbl r^ uoard "-^ ,"/^.^^.':°^^,„;^ 
the approtfiate tlme to di.scuss freely the ^l'aestxons posed xn thi^ comiuu- 
nications and. I am üure, niaxiy more on yc.ur part. i-'or xnstmice whethcr 
the emphasis on certain .-juujects sliould i>v r.lix.i ttid, 

üeedless to say that I rnxd my co-workor.s ho(K-- iov a ('0'^^^^^^ ';f^f,;^^'^:j°"- . ., 
With best reeards and mmiy thanks for the xnterest; ,yoa havo taken xn tnxo 

Problem, I remain, ^^^^^ slacerely, 

Until Sept. 8, c/o ütökle > 7".'/^ f .■',-;~.^^^^ 

Karl-Theodoi' .^tr. 73 

8183 Rottach-^gorn, üerman.y 



L E 



O BAECK INSTITUTE 

Founded by the Council of Jews from Gcrmany 
JERUSALEM • LONDON • NE^ YORK 

P r o t c k c I 1 
der Sitzung ies Jerusalemer Board 
von 6. Noverrber ^91t 



Entschuldigt 

Dr. A.P. A Isber^ 
Prof. J . Arieli 
3 . 3ohn 
Lt. Ch. Rinott 
Prof. S. Stein 



fc , Gaeste 
Anwesend 

a A^n D A^^ ^. M. Gruenewald 

^^f%^ ^^'^^ Dr.M.Kreutzberger 

^- f- l^^"" Dr. I. Schorsch 

Dr. D. ^ohen 
H. Gerling 
J . Ginat 
Dr. M . Heymann 
P » Jacobi 
Dr. S. Krolik 
A.P. Michaelis 
p . Rosen 

Prof. Seh. Sairbursky 
Prof. G. Scholem 
Prof. E«A. Simcn 
Prof. ü. Tal 
Dr. H . Tramer 
M. Unna 
Dr. J . ^'alk 
Prof. C. Wormann 

Dr. Tramer begruesst in seinen einleitenden Worten Dr. Gruene-ald. den 
Praesiaenten des Instituts. He Caeste aus den, Ausland und die neuen Board- 
Mitglieder. Ferner teilt er .it. dass Prof. Bergmann ^uf eigenen Wunsch 
aus den. Board ausgeschieden ist. da es ihr. seit laengerer Zeit nicht «hr 
moeglich war an den Boardsitzungen teilzunehmen. Mit allgemein« Zusti.- 
mung «ird Prof. Bergir.ann als Ehrenmitglied des Board gewaehlt. 

Dr. Oruenewald . der zur ersten Mal seit seiner Wahl als Praesident d.. 

Gesamtinstituts an einer Sitzung des Jerusalemer Board teilnirmt. spricht 

ueber die zukuenf t igen Aufgaben des Instituts und die Verpflichtung. 
1 alles zu tun, u. das Institut in Geiste von Dr. Moses -elterzufuehren, 
Itrotz zunehmender Schwierigkeiten, die sich aus der wirtschaftlichen Situ- 

ation ergeben. Er berichtet u.a. ueber eir. wachsendes Interesse an der 



BAECK HOUSE. 3J 8USTANA1 STREET • TEL. 33790 .hv ■ »3 'KlHDia HHH ,pa n'3 

93229 JERUSALEM, P O.B. 8 2 9 8 .l.n ,93229 D'Vtm' 
CABLESi MAHOBEK p3inD ;Difn3n 



V 2 \ H y i 1 1 3 n 

LEO BAECK INSTITUTE 

Fouoded by the Council o( Jcws from Germaoy 
JERUSALEM • LONDON • NEW YORK 



Geschichte der Juden in Deutschland, das in den letzten Jahren In Ü.S.A. 
bemerkbar ist und sich darin ausdrueckt, dass Fragen und Probleme dieser 
Geschichte in zunehmendem Masse auf Kongressen amerikanischer Historiker 
behandelt werden. Hier bestehen wichtige Ansatzpunkte fuer die zuknenfti* 
ge Arbeit des LEI, New York. 

Dr, Tramer gibt einen umfassenden Bericht ueber die Publikstionen der drei 
Institute, die in letzter Zeit erschienen sind oder sich im StadixuB der 
Vorbereitung befinden. Er erwaehnt den Plan des Londoner Instituts, is 
Jahre 1976 in England eine wissenschaftliche Tagung abzuhalten, im Ansehloss 
an die Jerusalemer Tagung und die Zusammenkunft im Arden House.- Im zwei* 
ten Teil seiner Ausfuehrungen berichtet Dr. Tramer ueber den Fortschritt 
des üniversitaetsprojekts. Als Resultat einer Arbeitssitzung, die im Sep- 
tember d»J • in Hamburg stattfand und an der Vertreter des Londoner und 
Jerusalemer Instituts teilnahmen, befindet sich nunmehr ein Memorandum 
fuer die DFG in Vorbereitung, um das auf die Periode von 1860 bis 1920 
konzentrierte Schwerpunktthema zu begruenden und in Einzelheiten darzu- 
legen. Im Uaerz 1975 soll, wieder in Hamburg, ein Symposium stattf inden^ 
dessen Aufgabe es sein wird, sich mit dem Hauptproblem des vorgeschlage- 
nen Schwerpunkt thema auseinanderzusetzen.- Abschliessend informiert 
I>r. Tramer ueber die finanziellen Schwierigkeiten im deutschen Verlags- 
wesen, die auch zu einer Krise in der Deutschen Verlagsanstalt gcfuehrt 
haben. Es ist zu hof frr , dass diese nicht die Herausgabe der Buecher des 
LBI betreffen wird. 

In der Diskussion wird darauf hingewiesen, dass die zunehmenden finanzi- 
ellen Schwierigkeiten, das Institut veranlassen rouessen, sorgfaeltig die 
Frage der Prioritaet zu ueberpruefen und zu entscheiden, auf welche Ge- 
biete es seine Arbeit in den naechsten Jahren konzentrieren will. In 
diesem Zusammenhang weist Dr. Kreutzber^er auf seine schriftlich vorlie- 
genden Vorschlaege hin, in denen er fuer jedes der drei Institute einen 



JERUSALEM, BAECK HOUSE, 33 BUSTANAI STREET. PHONE 33790 113*30,33 'NinOll 3im p3 n»3 .D'*5ron' 

CABIES: MAHOBEK paiHD : G ' pT 3 D 



LEO BAECK INSTITUTE 

Founceci by the Council of Jews from Gcrmany 
JERUSALEM • LONDON • NEW YORK 

- 3 - 

Plan fuer die naechsten J ahre unterbreitet, der auch die Moeglichkeit der 
praktischen Durchfuehrung beruecksinht igt .- P. Ja< obl ist der Meinung, 
dase Fragen der inneren Entwicklung des deutschen Judentums mehr in den 
Vordergrund gestellt werden sollten.- Der Anregung von Dr. Cohen , in das 
Arbeitsgebiet des LEI auch die der Emanzipation vorausgehende Periode cln- 
zuschliessen, wird allgemein widersprochen, und es wird auf die grundlit- 
genden Diskussionen verwiesen, die seinerzeit ueber dieses Thema statt- 
gefunden haben. 

Dr. Gruenewald und Dr. Kreutzb erger berichten vorr. Gedanken ueber die Be- 
arbeitung einer Bibliographie der Juden in Deutschland. Der Sitzung vor- 
ausgehende Besprechungen haben angesichts der Schwierigkeiten und Proble- 
matik eines umfassenden Planes dazu gefuehrt, dass vorlaeufig nur zwei 
bibliographische Arbeiten durchgefuehrt werden sollen: a) Eine moeglichst 
vollstaendige Bibliographie zur Wirtschaftsgeschichte, fuer die bereits 
wichtige Vorarbeiten vorliegen, b) Eine Bibliographie der Geschichte der 
Gemeinden in den deutschsprachigen Laendern, fuer die der Katalogband des 
New Yorker Instituts bereits 'jmfassendes Material enthaelt.- Eine erfah- 
rene und klassifizierte Fachkraft steht fuer Mitarbeit an beiden Projekten 
zur Verfuegung. 

In der Diskussion sprechen sich vor allem Prof. Scholem und Prof. Wormann 
gegen den Plan einer GessT .bibl iographie aus, befuerworten aber, zusammen 
mit anderen Teilnehmern ar. ier Diskussion, den Plan einer Bibliographie zur 
Virtschafts- und Gemein3efeschichte .- Im Zusam.menhang mit der Eroerterung 
neuer Arbeitsplaene auf bibliographischem Gebiet wird von Prof. Scholem, 
unter allgemeiner Zustiirmung- betont, dass die vordringlichste bibliogra- 
phische Aufgabe die Fortsetzung des New Yorker Katalogs wacre. Die von 
Dr. Kreutzberger begonnene bedeutende Arbeit erfordert dringend eine bald!« 
ge Fortfuehrung. Dr. Gruene^aH berichtet, dass gute Aussichten fuer den 



BAECK HOUSE, 33 BUSTANAI STREET • TEL. 33790 . "? ü • SS "i K 3 n m 3 1 n "» .pn n^a 

93229 JERUSALEM, P.O.B. 82 9 8 -I.n ,93229 D'^PttHT 
CABLES: MAHOBEK pmn» : DV'>2D 



LEO BAECK INSTITUTE 

Founded by the Council of Jews from Germany 
JERISALEM • LONDON • NEW YORK 



Beginn ier Arbeit an dem zweiten Band des Katalogs bestehen. 
IB zweiten Teil der Tagesordnung wird ueber die Arbeit an der Bildge- 
schichte berichtet. Dr. Gidal hat bereits erhebliches und z.T. sehr 
interessantes Bildmaterial gesarrir.elt. In den naechsten Monaten wird es 
seine Aufgabe sein, die bestehenden Luecken. so weit wie moeglich, syste- 
inatisch unter Benutzung aller in Jerusalem zur Verfuegung stehenden 
Quellen zu fuellen. Als Abschluss seiner Arbeit an der Zusammenstellung 
des Bildmaterials ist fuer das Ende des Winters ein Besuch in ü. S.A. 
vorgesehen.- Die ?rage des Textes soll im Augenblick noch zurueckge- 
stellt 7;erden, da ihre Beai.f.vortung weitgehend von dem endgueltig vor- 
liegenden Bildmaterial abhaen^ig sein wird.- Dr. Gidal hat sich ver- 
pflichtet, Ms EpacU-stens April ^9^b die Sammlung zu beenden und die von 
ihm vorgeschl&rene Auswahl in geeigneter Form vorzulegen. 



Jochanan Ginat 



BAECK hüü3E. V. iVJiTAMAl STREET • TEL. 33790 .bü • 55 ^KJnOia 2^^^ .pi H'S 

93229 JERUSALEM, P.O.B. 8 2 98 .l.n ,93229 D^'jBm' 
CABLES: MAHOBEK p^HD : D^inn 



r^4'^(^a^^^^^t^^ 



Dr. Zoltan Tar and 

Judith Marcus-Tar - — . 

THE CITY COLLEGE i^tU^ .u y *- >^ W *-> ^/i^^c^^^y^^ 



THE CITY UNIVERSITY OF NEW YORK 



at-^-^^ 



/^ 




DEPARTMENT OF SOCIOLOGY 



^ 



NEW YORK, N.Y. 10031 



r" 







Lejt^^ 



Home : 



0-5^86/7 
5-2270 



Dr. Fred Grübet' 

Secretary 

Leo Baeck Institute 

New York, N.Y. 

Dear Dr. Grube 1: 






OCT 



/ 




^6<- *^ L^^ 



y 



^ 



I 



In reference to our telephone conversatlon In August, we 
should llke to Inforra you of the projects proposed to us by the 
llterary executors of Georg Lukäcs and the Lukacs-Archlves In 
Budapest. 

Budapest asked us to establlsh contacts for and to partlcipate 
as edltors and translators In such projects as one or more ^ ^- ~ 
publlcatlons In Engllsh of selected letters to and from Georg Lukacs. 
In addltion to ^the materlal already on hand, some 1600 letters 
wrltten to Lukacs between the years I9O8 and I917 were dlscovered 
In 1973 • The rlchness of thls find would, no doubt, guarantee 
both Interestlng and hlstorlcally ( kulturgeschichtlich ) slgnlflcant 
volumes of correspondence. 

In llght of the above facts and the suggestlons put forth 
by the Lukäcs people In Budapest, we ask you to conslder one or 
more of the followlng projects: 

1. A selectlve, small-scale publlcatlon - posslbly In the 
form of a Year Book contrlbutlon - of the exchange of letters 
between Georg Lukäcs and prominent Jewlsh personall tles of the tlme. 

List of contrlbutors comes both from the German and Aus tro-H Ungar lan 
Intellectual and artlstlc sphere. There are letters by Julius Bab, 
Ernst Bloch, Martin Buber, Richard Beer-Hofmann, Friedrich Gundolf , 
Franz ßaumgarten, Salomo Frledländer, Harry Kahn, Emil Lask, the 
Lederers, Karl Mannheim, Albert Salomon, Georg Slmmel, Margarete 
Susman, Leopold Ziegler, et al, ^.--— - "^ ' 

For obvlous reasons, Budapest would be reluctant to contrlbute to 
a representatlve book of correspondence that would narrow down the 
eelectlon to Jewlsh contrlbutors only. Therefore, the Lukacs people 
are of the oplnlon that a klnd of Year Book -selectlon would easlly "* 
clear the hurdle. Of course, any selectlve volume of correspondence 
would still have a predomlnance of Jewlsh contrlbutors glven the 
Intellectual landscape of Europe at that tlme and the dlrectlon of 
Lukäcs • own Interests. 



f 



/ 



2. A representatlve selection in book form contalning letters 
to and from Georg Lukacs, between I9OO and 1917. The selection 
would amount to 350 to 400 letters wrltten by famlly, frlends and 
contemporaries of Lukacs. There are about 140 to 200 letters of 
Lukäcs in existence, and the search for more continues. 

The exchange of letters should be presented in chronological order: 

the volume is envisaged to consist of three parts, representing 

the stages of Lukacs* personal and intellectual development up to 1917» 

Part One - to I9O8 - would contain letters by family, boyhood 

friends and partners in early intellectual and artistic ventures 

of Lukacs; through this selection, the beginnings of his youthful 

productions and their echo in Hungarian and German intellectual 

circles can be reconstructed, 

Part Two - from I909 to I9II - would contain correspondence of the 

stage of Lukacs • life that he called the aesthetic period, which 

culminated in the publication of Die Seele und die Formen (Berlin, 

Pleischel, I9II). 

Hungary is represented by Franz Baumgarten, Arnold Hauser, Oszkar 

Jaszi, Karl Mannheim, Leo Popper, Karl Polanyi et al. There are 

hundreds of letters to and from Georg Simmel, Ernst Bloch, Harry 

Kahn, Leopold Ziegler, Margarete Susman, Paul Ernst, Salomo 

Friedländer, Martin Buber et al. 

Part Three - from I9II to 1917 - would cover Lukacs in Heidelberg 

when he was a respected member of the so-called "Max-;Veber-Circle" , 

along with his then-best-friend, Ernst Bloch. The correspondence 

of this period is particularly rieh in names and intellectual 

content. 

Contributors include Max and Marianne Weber, Alfred Weber, Karl 
Jaspers, Ernst Bloch, Emil Lask, Friedrich Gundolf , Julius Bab, 
Richard Beer-Hofmann, Paul Ernst, Albert Salomon, Karl Mannheim, 
Franz Blei, Georg Simmel, Hans and Else Staudinger, Profs. Gothein, 
Rickertand Troeltsch, Emil and Emmy Lederer et al. 

Any of these selections would be based on raaterial in the 
Georg Lukacs -Archives of the Hungarian Academy of Sciences, Budapest. 
In case of a Joint venture with the Leo Baeck Institute, the 
Institute would receive copies of the material of interest to it. 

Because of the possibility that the literary estate of, e.g., 
Julius Bab, Margarete Susman, Richard Beer-Hofmann may contain 
material referring to Georg Lukacs or perhaps letters written by him 
we would like to request access to those materials in your possession. 

In Order to assure you of our qualif ications for any such 
undertaking, we are enclosing a brief professional resum^. 

We shall be happy to hear from you at your earliest convenience. 



Respectfully, 

Dr. Zoltan Tai and 
Judith MarcusUTar 




/^ 



cus 



T 



• ^ 



CURRICULUM VITAE 



NAME 



ZOLTAN TAR 



ADDRESS 



13^ West 93rd Street, Apt. 5B 
New York, N.Y. 10025 
Phonei (212) 865-2270 



PERSQ'^IAL DATA 

Birth Datei 
Birth Place: 
Citizenshipi 
Marital Statusi 

EDUCATTOK 



July 10, 1929 
Hungary 
U.S.A. 
married; wife: 



Judith Marcus-Tar 



University of Economics, 
Technische Hochschule, 
University of Illinois, 



Budapest, Hungary 

Aachen, West Germany 

Urbana, Illinois 

A.B. in German f-^^g 

M.A. in Sociology i9öö 

Ph.D.in Sociology i^; s 

(minori Labor and Industr.Rel. ) 



MASTER ' S THESIS 

•'Science and Politics in Postwar Hungary" 

DISSERT ATION 

"Linke Melancholie I The Social Theories of Max Horkheimer 
and Theodor W. Adorno" 

AWARDS 

Summer Grant, Graduate College of the University of 

Illinois, Urbana 

Harold L. Geisert Dissertation Fellow in Sociology 
(honoring Ernest T. Hiller), University of Illinois 



1966 



1970-71 



T^pn-ppgciT OMAT. KXPERIENC5 

Teachins Assistant. Dept.of Soolology, "• »f Illinois 1968-70 



Lecturer, 



Dept.of Sociology. City College of .„.gent 
the City University of New York 1971-presenx 



TEACH ING KXPERIF.NCE 

(Credit Courses for Undergraduates - CCNY) 

Introductory Sociology ,„^^^^^ 
Foundations of S?ciol?g^°^J. f^^^^^^^ 
Contemporary Sociological Theory 

Sociological Analysis 
Sociology of Knowledge 
Political Sociology 
Social Stratification 
Social Change 

American Society , , „ „u'\ 

(credit Course for Undergraduates - New^School for Social Research) 

Political Economy 

OTHER INFORMATION 

r„.el.n Langua..s. "„fj-^frei3?n1:npea.ing .nowledge) 

French, Russian (readmg knowledge) 
. Professional Organization. American Sociological Association 



RS FERENCES 

Prof. Alexander Vucinich, 

Prof. Rita James Simon, 

Prof. Joseph Gusfield, 

Prof. Adolf Sturmthal, 



Dept.of History, University of Texas 
at Austin, Texas 78712 
Dept.of Sociology, University of 
Illinois, Urbana, 6I8OI 

Dept.of Sociology, University of California 
at San Diego, La Jolla, Calif. 92037 

Dept.of Labor and Industrial ^elations, 
University of Illinois, Urbana, 111. 61801 



PüBLICATIONS 

^^^' . , T.^+. The riMiiVfnrt <'->--'■>•' »^^ , Sociology 

-i-^-ilü-^. BC'r/esrS65!"' " Trencsenyi-Wal.ap.el 
Teds.) BudapesLi »^o^vina Press. xyo:>. 
Review in SCIENCE. July 1. 1966. 

Geor^^I^iKaelMar^a^^ 

ji^rxismu3_jffldM^^ 

RPvolution Snl918-19. ^7 uavxu 

Luchterhand Verlag, 19t>'^' ^ h is ideas . Edited by 

.sMcJsof^ocloioffl. By the fran^^rt Institute for Social 
fe^rSS!SrsOO^lS?oö/?5Sly X973). PP. 391-93. 

fglt sS' Littie, uro«~a hd Company, i9^3. ^„.„. 

ReJiew in THE NATION, November 5, 1973. PP- *" /5 

«^jaea^I,CultiE^lr4>l|-S0^^ 
K^I^^^^iSälSS^SioSSf U5iy"l97*) , PP. 319-.1. 

^ +v,o rpnerations of Science . By Lewis S. Feuer. 
]r^»g-h ft<n and the »^^"Q^^^-^"' ", i _i , , ' 1974. 

January 1975. P- 53- ^ u ^ 107? 

■hinlrfjl" ^-TK^^li/^htenment. By Max nor 

New York. Herder ana ''^l'^''^'Jzl'i;^eT . New York. The Seabury Press. 197^^. 
Kclit>se of R easoQ. ^y Max Horkheimer ^ ^^^ 197/,. 

^^^M^"X"^^"okotr. Adorno. New York. The Seabury 
Revle^-Ssi; in CONTEMPORARY SOCIOLOGY ( forthcoming) . 
ConversationsjathlWcs. Edited by Theo Pinkus. Cambridge/Mass. 

The MIT Press, 1975- niioT-t-pylv of Soviet and East 

Review in SLAVIC R-- VIEW. American Quarterly 01 bovi 

European Studies (forthcoming). 



PUBLICATIONS (Works in progress) 



Booki 



I mlMHim, c.^.^.n>.tn. Democracy. 



and ^nrAa.! Theory (A Textbook) 



Articlesi 

oapl.aXls». socialls». "o"J;--,?^^!»- »' ""'^"^ IntelUctual 

Existence in Modern European History. 

«ann«l™-s Path to -free-floaUns Intelleetual Exlstance", fro. 

Budapest to Heidelberg. 

Lukäcs- Critique of Dilthey and Simmel. 

The Weber Circlei Recent Findings. 



R E S U M E 



NAME 



Judith Marcus -Tar 



ADDRESS 

13^ West 93rd Street, Apt.5B 
New York, N.Y.i0025 
Phorie: (212) 865-2270 

EDUCATIöN 

University of Budapest, Budapest/Hungary 

Majors: Philosophy, Sociology 

University of Cologne, Cologne/W.Germany 

Majors: Philosophy, Sociology 

University of Illinois, Urbana, Illinois 

Major: German, Minor: History 

A.B. 
M.A. 



1950 



1957-60 



1963 
1966 



University of Kansas, Lawrence, Kansas 

Dissertation submitted: Sept. 1975 



PROFESSIONAL BXPERIENCS 

University of Illinois, Urbana, Illinois, Dept.of German 

TEACHING ASSISTANT I963-66 

University of Kansas, Lawrence, Kansas, Dept.of German 

INSTRUCTOR I966-69 

Licensed Beverage Industries, Inc., New York, Asst.Llb. 1971-73 
PUBLICATIQNS 

"Georg Lukacs, Thomas Mann und •Der Tod in Venedig*, in 
DIE WELTWOCHE (Zibich), July 2, 1971, p.31. 

"Georg Lukacs and the Jewish Questlon," in SALMAGUNDI (fort^oming) 
DISSERTATION 

"Thomas Mann und Georg Luk&cs; Beziehun^^, Elnfluss und 
repräsentative Gegensätzlichkeit" 

HONORS AND AWARDS 

Delta Phi Alpha (German Honorary Society) 1964 

Summer Study Grant of the Graduate College of the Univ. of Kansas I967 
Dissertation Fellowship, American Association of University 
Women, top prize 1970 




i^. 



LEO BAECK INSTITUTE 

129 HAST 73rd STREET • NEW YORK, N. Y. 10021 • RHinelander 4-6400 

October 1975- 
iu( ^™ 555/5 - FG. 



Sitzung der Gesohaef tsfuehrung der Leo Baeck Institute in London ^ October 1975 



Die Sitzung der Gesohaef tsfuehrung der Leo Baeck Institute fand in den Rae\men 
des Leo Baeck Instituts, London, am 14. und 15. Oktober 1975 statt. Die drei 
Arbeitszentren, Jerusalem, London und Neu York iraren vertreten. Den Vorsitz 
fuehrte der Praesident der Leo Baeck Institute, Dr. Max GrueneiJald, der in 
der Leitung der Besprechungen sich mit Dr. Hans Tramer abnechselte. 

Anwesend naren ausser dem Praesidentent 

Herr Joohanan Ginat, Jerusalem 
Herr Heinz Gerling, Jerusalem 
Dr. Fred Grube 1, New York 
Dr. Max Kreutzberger, Looarno 
Herr Fred W. Lessing, New York 
Dr. Hans Liebesohuetz, Liverpool 
Dr. Ernst G. Lowenthal, Berlin 
Dr. Arnold Paucker, London 
Dr. Eva Reichmann, London 
Dr. Eduard Rosenbaiim, London 
Dr. Hans Tramer, Tel Aviv 
Dr. Robert Weltsch, London. 

Am Anfang der Sitzung gedachte der Praesident der seit der letzten Sitzung 
der Gesohaeftsfuehrung verschiedenen Mitglieder des Board des Leo Baeck 
Instituts New Yorkt Dr. Margaret T.Muehsam, Rabbiner Dr. Max Nussbaum und 
Theodore Schocken. Alle Anwesenden erhoben sich zu Ehren ihres Andenkens 
zu einer Pause stillen Gedenkens. 

Jeder einzelne Punkt der Tagesordnung wurde behandelt und besprochen. Je 
nach den Anforderungen der Sachlage wurden entweder Informationen zur 
Kenntnis genommen oder Anregungen zur V/eiterverfolgung gegeben oder Be- 
schluesse bezueglich kuenftiger Aktionen gefasst. 

Das Konferenzresultat war das folgende: 
I. Arbeitsberichte und Koordination der drei Institute. 

Auf der Grundlage der vorliegenden schriftlichen Arbeitsberichte berichteten 
Dr. Paucker ueber das LBI London, Dr. Fred Grubel ueber das LBI New York und 
Herr Ginat ueber das LBI Jerusalem. Jeder einzelne Bericht wurde im Hinblick 
auf die mit Memorandum vom 7. Juli 1974 unterbreiteten und auf dieser Sitzung 
von Dr. Max Kreutzberger auch persoenlich vorgetragenen "Bemerkungen zur 
Arbeit der drei LBI's im naechsten Jahrfuenft" durchgesprochen. 



-2- 



- 2 - 



Sitzung in Londor Oktober 1975. 




1) Beschluesse: 

a) Bi bliothek und Archiv des LBI Ne?y York . 
Im Hinblick darauf, dass dem LBI Nei» York die Aufgabe des Aufbaus 
und Ausbaus der Bibliothek und der archivalischen Sammlungen fuer 
das Gesamtinstitut anvertraut ist, sollen nicht nur in Nev» York, 
sondern auch Jerusalem und London das systematische Sammeln von 
Archivmaterial und moeglicherY?eise auch wichtiger Buecher aus Privat- 
hand in ihren aktuellen Aufgabenkreis einbeziehen nach von jedem In- 
stitut neu aufzustellendem Aktionsfplans. 

Dem LBI New York wird dringend empfohlen, substantiell fuer die groesst- 
moegliche Vervollstaendigung der Bibliothek durch laufende Kaeufe von 
Neuerscheinungen und im Bibliotheksbestand fehlender frueher erschienener 
Werke zu sorgen und entsprechend unter Vorrang zu budgetieren. 

b) Er neuerung und Verstaerkung der Arbeitspositione n> 

ySdes der drei LBI's soll ohne Verzug Schritte tinternehmen, um neue 
Persoenlicbkeiten juengerer Generation, nicht nur als Vorstandsmit - 
glieder und wissenschaftliche Autoren, sondern auch zur laufenden 
professionellen Arbeit heranzuziehen, wenn moeglich und notwendig 
im Anstellungsverhaeltnis. 

c) Year Bobk und Index . 

Die jaehrliche Herausgabe des Year Book soll zunaechst fuer weitere 
fuenf Jahre fortgesetzt werden, mit einer Planung bis einschliesslich 
Year Book XXV. Die Frage der Weiterfuehrung ueber Year Book XXV hinaus 
soll im Laufe der naechsten Jahre in einer Geschaef tssitzung erneut 
ueberprueft werden. 

Ein Indexband fuer Year Book I-XX soll sofort in Angriff genommen werden. 
Sein Format soll dem Year Book selbst gleichen. Dr. Tramer unternimmt 
es, fuer die schnellstmoegliche Herstellung des Manuskripts des Index 
durch den Herausgeber des Index des Bulletins, Herrn Eli Rothschild 
(LBI Jerusalem), natuerlich in engster Zusammenarbeit mit Dr. Weltsch 
und Dr. Paucker, zu sorgen. 

d) Leo Baeck Institut Symposium, London. 

LBI London soll die Veranstaltung eines Symposiums im Rahmen des von 
Dr. Siegfried Moses aufgestellten Symposium-Planes vorbereiten. Dieses 
Seminar soll einen kleineren Teilnehmerkreis und ein weniger kost - 
spieliges Budget als die bisherigen Symposia (Jerusalem 1970 und New 
York - Arden House - 1973) umfassen und im Jahre 1978 moeglicherweise 
in einer englischen Universitaet abgehalten werden. Es wurde zur Kennt- 
nis genommen, dass als Goneralthema Wirtschafts- und Sozia Igeschichte 
erwogen werden. 

e) Bildgeschichte. 

Das dem LBI Jerusalem uebertragene Gesamtprojekt der Institute -Erstellung 
des Manuskripts einer Bildgeschichte der deutschen Juden - soll inner- 
halb eines Jahres vollendet werden. Es wurde zur Kenntnis genommen, dass 

-5- 



- 5 - 



Sitzung in London Oktober 1973 



die im ersten Arbeitsjahre von Dr. Gidal gesa.mmelten und kommentierten 
ca. 1500 Bilder eine ^wichtige und beachtliche Teilleistung darstellen, 
dass jedoch Ergaenzung durch Material, insbesondere fuer die Geschichte 
der letzten 100 Jahre, notwendig ist. LBI-Jerusalem viurde ermaechtigt, 
diese Ergaenzung Dr. Gidal fuer ein Honorar von S5.000.oo anzuvertrauen 
und ihm aufzugeben, innerhalb eines Jahres aus dem so ergaenzten Material 
ein dem LBI-Jerusalem akzeptables Manuskript von ca. 450 zu publizierenden 
Bildern mit kurzer Bilderklaerung und als Anhang zu druckendenAnnotationen 
herzustellen. Wenn diese Bedingungen vom LBI-Jerusalem als erfuellt ange- 
sehen i?erden, ist es weiterhin ermaechtigt, Dr. Gidal ein zusaetzliches 
Vollendungshonorar von $10.000. 00 zu bG^willigen. 

f) Publikationskatalog. 

Da der von der Sitzung der Geschaeftsfuehrung Basel 1975 beschlossene 
Plan eines LBI-Almanachs sich nicht hat verwirklichen lassen, wird die 
Herausgabe eines gedruckten Verlagskatalogs aller LBI-Veroeffentlichungen 
in Aussicht genommen, falls es gelingt, eine ^reitschichtige Verteilung 
dieses Katalogs sicherzustellen. Dr. Grubel unternimmt. Kraus Periodicals 
und Harrasso77itz bezueglich Uebernahme der Verteilung unter den ueblichen 
Empfaengern ihres Werbematerials anzusprechen. Dr. Kreutzberger erklaerte 
sich bereit den Katalog herzustellen, falls die geplante Verteilung moeg- 
lich ist. 

2) Anregung. 

a) Arbeitsplan fuer die naechsten fuenf Jahre. 

Den drei Instituten wird nahegelegt, in ihren Arbeitsplaenen den von Dr. 
Kreutzberger in Abschnitt C seines Memorandums vom 7.J^li 1974 nieder - 
gelegten Empfehlungen besondere Beachtung zu schenken und sie - soweit sie 
Gegenstand von Beschluessen dieser Sitzung der Geschaeftsfuehrung sind - 
vordringlich zu behandeln. 

3) Information. 

a ) E nglisches Uebersetzungspro jekt (LBI-^^ew York). 

Der Planungsausschuss, bestehend aus Dr. Max Gruenewald, Dr. Fritz Bamberger 
und Dr. Alfred Jospe unter moeglicher Hinzuziehung von Dr. Gerson Cohen f 
Kanzler des Jewish Theological Seminary of America, New York, beabsichtigt, 
als ersten Band Uebersetzungen von Zeitschriften- und Festschrif ten-Auf saetzen 
unter dem Titel '»Jewish Thought" herauszubringen, moeglicherweise zunaechst 
VogelsteinB^ "Die Entstehung und Entwicklung des Apostolats im Judentum" als 
»pilot study». Dr. Liebeschuetz regt an, die einzelnen Baende der Ueber - 
Setzungsserie, die zum erstenmal unter den LBI-Veroeffentlichung-n einen 
Uebergang von der historischen Forschung zur Paedagogik darstellen, mit einer 
ausfuehrlichen Erlaeuterung des geschichtlichen Hintergrundes der in Ueber- 
setzung folgenden Literatur einzuleiten. 

b) Spanische Uebersetzung von LBI-Veroeffentlichungen. 

Dr. Gruenewald berichtet, dass er Unterhaltungen bezueglich eventueller Ver- 
oeifentlichung ausgewaehlter Year Book Aufsaetze und anderer LBI-Literatur 



-4- 



- 4 - 



Sitzung in London Oktober 1973. 



in Spanisch eingeleitet hat. Er wird ueber den weiteren Verlauf dieser 
Angelegenheit zu gegebener Zeit berichten. 

c) Dokument enband zur deutsch- juedischen G eschichte. .. „ -u •^..r.r. 
^ LBI-New York erwaegt - auf Anraten von Dr. Gerson Cohen - die Vorbereitung 
eines Dokumente nbandes zur deutsch-juedischen Geschichte seit dem 18. Jahr- 
hundert, wahrscheinlich in englischer Uebersetzung, als Quellenmaterial 
zum Geschichtsstudium. Koordination ist notwendig mit dem vom LBI-London 
vorgesehenen Quellenband zu den Sammelbaenden ueber kritische Begegnungs- 
perioden zwischen Deutschen und Juden in den dem Hitlerregime vorher - 
gehenden 150 Jahren. Eine von Dr. Hans Bach im Manuskript fertiggestellte 
Anthologie von Dokumenten wird auf ihre Anwendbarkeit fuer dieses Projekt 
vom LBI-New York untersucht werden. 

d) ü niversitaetsproiekt LBI-Jerusalem und London. 

Dr. Tramer berichtet ueber das Hamburger Symposium und das an aie Deutsche 
Forschungsgemeinschaft eingereichte Memorandum der Hamburger Koordmations- 
stelle. Die folgenden Arbeitsvorhaben sind im Rahmen des Projekts der 
Deutschen Forschungsgemeinschaft zur Finanzierung unterbreitet worden: 

Sozialgeschichte der Juden im kaiserlichen Deutschland. 

Mordechai Breuer, Bar Ilan Universitaet: Die traditionell-religioesen 

Gruppen im deutschen Judentum und ihr Verhaeltnis zur 
Umwelt. 



Chaim Schatzker 



Michael Klöcker 



Hebräische Universitaet »Jerusalem: Sozialisa tions-und 
Erziehungsprozess im deutschen Judentum (1870-1918). 

Universitaet Koeln: Moderner Staat, Judentum und Schule 
(1871-1918). 



Moshe Zimmermann, Hebräische Universitaet, Jerusalem: Die national- juedische 

(zionistische) Bewegung in Deutschland in ihrem Verhaelt- 
nis zum deutschen Nationalismus bis 1914- 

Shulamit Angel-Volker, Universitaet Tel-Aviv: Die deutsche Landbevoelkerung 

und die Juden (1876-1914). 

Ingrid Belke,Basel:Anteil und Aktivitaet der Juden in Reformvereinen des 

kaiserlichen Deutschland. 

Ursula Huellbuesch,Leutershausen: Wirtschaftliche und soziale Organisationen 

und Institutionen der Juden im deutschen Kaiserreich. 

e) Laufende Information ueber wissenschaftliche Arbeiten. ^ ü, ^ 

Die LBI-Arbeitszentren sollen immer weiter einander ueber Arbeits- und Pub- 
likationsprojekte auf dem laufenden halten, die sie selbst unternehmen. 
Darueber hinaus soll versucht werden - soweit irgendmoeglich - Informationen 
zu erlangen und innerhalb des LBI weiterzugeben ueber Forschungsprojekte 
anderer wissenschaftlichen Institute, die sich mit fuer das LBI interessanten 
Themen befassen. Das Wiederaufleben des Informationsdienstes der Germania 
Judaica, Koeln, wird in diesem Zusammenhang besonders begruesst. 

-5- 



- 5 - 



Sitzung in London in Oktober 197^ 



II, Bibliographien zur Geschichte der deutschen Juden, 

' ^^ libliogfa phie der seit 1945 erschienenen Literatur ueber deutsches 
Judentums In;.ie'»eit die von Frau Bertha Cohn veroef fentUcnten Bib- 
liographien "Post-War Publications on German Jewry" sich dazu eignen, 

/ die Grundlage fuer eine umfassende Bibliographie der in den letzten 
z^ei Jahrzehnten erschienenen Literatur zur deutsch-juediscnen Ge- 
schichte zu bilden, T.ird von Dr. Kreutzberger untersucht werden. ^^^ 

\ Ser Grundlage der In den juengsten Year Books erschienenen Bibliographien 
y,±Tä festzustellen sein, in ^»elchem Ausmass sie der Ergaenzung be - 
duerfen und ob und irniiemeit in ihr aufgenommene Literatur eliminiert 
werden kann. 

2) Information; 

bA Wirtschaftshistori sche Bibliographie. „•vt,*,^ot,>,Ho ■!«+ 

Das Gesamtprojekt einer Wirtschaftshistorischen Bibliographie ist 
unter Dr. Kreutzbergers Leitung (Sachbearbeiter: Frau Bode-Hannich) 
in Bearbeitung. Es ist so weit fortgeschritten, dass Dr. Kreutz- 
berger die Fertigstellung des druckreifen Manuskripts im Winter 
1975/76 eruartet. 

b) Gerne ind ehistorisohe Bibliographie. ^. -^ . 

Dr. Kreutzberger plant, eine Bibliographie zur Geschiente der 
juedischen Gemeinden im deutsch-sprachigen Europa m Angriff zu 
nehmen. 

III, Dr. Selma Stern-Taeubler. 

Anregung und Information; 

D r. Stern-Taeubler hat sic h Dr. Kreutzberger gegenueber bereit erklaert, 
ihr eigenes Arohiv und den wissenschaftlichen und literariacnen Nach- 
lass von Professor Eugen Taeubler dem LBI-Nen York zu uebereignen oder 
zu vermachen. Die theologische Fakultaet der Universitaet Basel unter- 
hanc5elt mit Frau Dr. Stern-Taeubler wegen moeglicher Uebernanme des bibel- 
wissenschaftlichen Nachlasses von Professor Taeubler. 

Dr. Stern-Taeubler plant auch, ihre Memoiren zu schreiben, die fuer LBI- 
New York von grossem Interesse waeren. Dr. Kreutzberger wird diese Ange- 
legenheiten weiter verfolgen - und Dr. Gruenewald wird sich zumindest 
schriftlich mit Frau Dr. Stern-Taeubler in Verbindung setzen, wenn nioeglicn, 
sie demnaechat in Basel besuchen. 



IV. Vorschlaege zur Ehrung von Dr. Sie gfried Moses 



Dem LBI- Je rusalem wird, entsprechend einem Vorschlag Dr. Kreutzber^jers, 
die Stiftung eines substantiell dotierten jaehrlichen "Siegfried Moses 
Preisausschreibens" empfohlen. Der Preis soll fuer den Verfasser der 
besten Bearbeitung eines von zwei wissenschaftlichen Themen aus dem 

-6- 



. 6 . 



SitzTing in London^ Oktober 1973, 



Arbeitsfeld des LBI zuerkannt und vom LBI-Jerusalem je¥»eils auf Zwei- 
Jahresfrist ausgeschrieben werden. Entweder der Geburts- oder der Jahr- 
zeitstag von Dr. Siegfried Moses s.A. mag aur Preisverteilung bestimmt 
werden. 

V, Projekt I Stellung des deutschen Judentums in der juedischen Umwelt. 

Anregung; 

Dr. Gruenewald sohlaegt vor, dass das LBI eich Projekten zuwendet, die 
die Stellung des deutschen Judentums in der juedischen Umwelt erforschen 
und darstellen. 

Zu diesem Themenkreis erscheint eine Darstellung der Bedeutung und Aus- 
wirkung des Breslauer Rabbinerseminars und der anderen Rabbinatshoch - 
schulen Deutschlands und der Entwicklung der Position des modernen aka- 
demisch gebildeten Rabbiners im allgemeinen, von Wichtigkeit. 

Andere Themata moegen seim Die Entwicklung von der Zedakah zur modernen 
Sozialarbeit und Weiterwirken und Fortsetzung der Wissenschaft des Juden- 
tums ausserhalb Deutschlands. Schliesslich ist auch daran zu denken, 
wissenschaftliche Veroeffentlichungen ueber den juedischen Anteil an 
der modernen Wirtschaftsentwicklung bestimmter deutscher Staedte und 
Regionen zu foerdern, Projekte, die moeglicherweise von spezifisch in - 
teressierten deutschen Stadtgemeinden oder deutschen Landesregierungen 
auf Anregung des LBI finanziert werden. Dr. Gruenewald will diese letztere 
Idee praktisch verfolgen ( Mannheim, Baden, Pfalz). 

YI. Memorial Foundation for Jewish Culture. 

Information; 

Die mangelhafte Unterstuetzung der Arbeit des Leo Baeck Instituts durch 

die Memorial Foundation wurde zur Sprache gebracht. 

VII. Lexikon des Judentums* 

Das LBI ist bereit, das Archiv des "Lexikon des Judentums" -^ n das Archiv 
des New York Instituts zu uebernehmen und der wissenschaftlichen Forschung 
und Nutzung zur Verfuegung zu halten, ohne jedoch irgendwelche weitere 
Verpflichtungen einzugehen, 

Dr. Paucker wird Dr. Oppenheimer^ der sich in dieser Angelegenheit an ihn 
gewandt hat, entsprechend Bescheid zukommen lassen und ihn fuer die tech- 
nische Durchfuehrung der eventuellen Uebergabe des Archivs an das LBI- 
New York verweisen. 

VIII. Beziehungen zwischen LBI-New York und dem Israeli Konsulat. 

Information. 

Seit dem Weggang der Generalkonsuln Amir und Aviad hat das Israeli General 
konsulat in New York im Unterschied zu anderen New Yorker Konsularvertre- 
tungen weder Einladungen zu Veranstaltungen des New Yorker LBI angenommen, 



-7- 



- 7 - 



Sitzung in London« Oktober 197S 



noch das LBI zu Veranstaltungen des Konsulats eingeladen - und auch 
sonst keinerlei Interesse fuer die Arbeit des Instituts gezeigt. 

IX. Durchfuehrung der Beschluesse und Anregungen der Sitzung der 
Geschaef tsfuehrung . 

B eschluss t 

Jedes der drei Institute soll Ende Dezember 1975 dem Praesidenten 

einen kurzen Bericht darueber geben, ini»ieveit es den Beschluessen 

und Anregungen dieser Arbeitskonferenz nachgekommen ist. Kopien 

dieser Berichte sollen auch den Leitungen der Schiwesterinstitute zugesandt 

iverden. 




o. 



V 



<n 



/?^^, 



Mr. Fred Grubel 



\;\" 



Oc tober 7» 1975 




Mr. Arnold Paucker 
Leo Baock Xnatltuto 
4 Dovouöhiro Stroot 
London, X/iN 2bli 
Kii{;land 

Dcar Mr« Paulcer, 

.Even thou^h I novor had the pleasure of meetin^; 
you personallVt I Uop© that liry nome ±& not ontirely 
unluio\m to you. Tlii;ri ßives mo tlio coura^o to address 
luyöelf to you in a laattor whloh ia of considerablo 
iaterest to luo« You iiiay al«o Jicno^r tbat X am for many years 
a member oT tho Board of* Dir€:Otor6 of the Leo Ba^ok 
Institute ia New Yor!c| it io my pleeeure to roj>ort that 
I havo lately talceu axt incx-oaöinti'ly active part in tho 
vox'k of our Xnutituto höre exid tliat (c^o I dare to aasiime) 
my contributioae to it liavo bocn incret^ein^x^y reoo^niaied 
by ito ii):iooutive Ox^ficorti* 

Tho roaaon I vrito thic lotter ia tho reqiuei^t of 
Mr» Jolm OppcnUoimer» oditor of the ^^Lexiicon des Judentums**^ 
for a ne\r ioriu of Cooperation botT/een hluii as the oopyrißl^it 
ox/ner of the Loxikuia» and tho LDX. X ain a vexy enthuaia/s»- 
tio öupportor and aUüiirer of tliat "Lexikon", and X knoi^ 
that auion^' tho Geraianx'Joui&h roadorohip of •*Aulbau'' it : 
hi^^hly appreijiatod und ofton con&ultodg and X aitiü laiov 
tliat it playa quite a praotical rolo in •'Aufbau'^A*^ o\rn > 

editorial day-^tu-day v/ork. I thox*efore tal^e the liberty 
of aecondiuß: Mr. Oppcnheiiiier*s rcqueetti (i/ith wh:i.cli I am 
familiär) and wouXd Xiho to (^'> on reoorc^ a& weloomin^ 
any forci of LBI-on0a£:cir(ent ii). futuro editions of the 
Lexikon . 

I have lately bx*on(jhfc this isaue up eeveral tlmes 
durin^ Board mootin^e of the New Yoxk Xnotitute; Ma^ra. 
Grunewald and Orubel aro fowillar uith uy pobition in 
this matter. X &eot indeed« oitily udvantag:oi:» in Mx'*. Oppon^* 
hoiuor*ö propoaalsp for e-vsry on© concomedi for the Leo 
Baeok Institutoi for tho fjMax^ariteo of oontinuin^ tho 
Lexikon, emd, oopeciallyt fox^ tho bulk of the GemiaAi«>Jewl»h 



.1 A 

U.8 



LllUiüJJ 



(Arnold Patücer) 



/2 



^. 



i. 



public at lar^Om A i^econdary thou^ht is» ae the Loxihon 
in its i'lrat oS,iLtion& ttfua quito a eucceas vithin Gevtaany and 
haö boen purcliaaed lyy ui^uaox'outj Goruioxi public librarlida» oto*» 
it ia aloo importajit for tho Jcvißh "imut'yo** in Gemiaä oyoa 
to l^iavo the vork ncntlnucd» 



\ 



\ 



\ 



I Iiave no rißht, olt couroot to impooD npon your Executive 
deliberatious in Lontdon^ und I cortainly dr not vaiit tp olbov/ 
luy wuy into your conf eronoo room« i5ut to the extont ihat my 
vcioe cotuits within tho Goi^man-jci/lßh coiiimunity» I ftel,t it was 

lay duty and rospoiisibility to put my vieve on tho ta^lo« 

' '' . 

I am ^roatoful zo you foT liaving read this lott^r atiil 
authorikiO ycu» of courc^Ot to malce any uöo ot it, ±f you ejo 
dcsiro« And 1 hopo it iilll not liavo been written In yaiii|» ; 

Tmily and einceroly yotijrSf 1 



M 



I 



Ilano Sto^nltSB, Editor 






CC: Dr. Fred Grubel, LBI, New York 
Mr. John Oppenhoimor, New York 









;\ 



V 

\ 



\ 




Novembor 28, IS) 75 
DZ/ 180/5 - FG 



LEO BAECK INSTITUTE, INC, 
129 Köst 73rcl Stroot 
New York, N.Y. 10021 



EXECUTIVE COliMITTEE MEETIM'G 
Thursday, December 4, 1975 
12:15 P.M. 



:=::=: 



1. 



Tentativo Agenda 



Approval of Minutes of the Exocutivc Committce Meetina 
of September 17, 1975 ^^-^ncj 



2. Personnel 

3. LBI- Working Conference, London Getober 1975 

4. LBI Catnlog 

(a) Peter Cradonwitz: Die mucikalische Literatur in 
Deutschland ijndo des 19. J->hranndertfi( Pro ject L3I-Jerus-le 

(b) Ingrid Heiko: Lazarus/Steinthal Corre.spondcnce, vol. 2 

(c) Hajo nernett: Geschichte des juedischen Sports 

1933-1930 ^ ' 

(d) Paul R. Flohr: From Kulturnvstik to Dialogue. An 
Inquiry mto the Formation of Martin Buber 's Philo- 
sopy of I and Thou 

(e) Nathan Rotenstreich: German Philosophy, Judaism and 
Emancipation of tho Jews 

(f) Joseph ivalk: Education of tho Jev/ish Child in Na-i 
Germany 

(g) Dr. i::oltan Tar and Judilh M:ircus Tar: Project on 
Georg Lukacs "^ 



- 2 - 



Tentative Agenda f. ijxcc.Com. Moeting of Decembor 4, 1975 



- ^ - 



^ • Proc }resß Rc^po rts : 

(a) Translation projoct 

(b) LDI Exhibit at Washington Univorsity, St. Louin, Mo. 
Symposium "Jews and Gormans at tho Turn of the Century: 
The Problematic Symbiosis", March-April 1976 

(c) Meeting of jewirh Welfarc Fund and Largn City Budgeting 
Conference, Miami, November 1975 

7. cooperative Arrangement with Inter Documentation Company DV 
The lietherlands, Leiden, The ITetherlands 



Fred Grubel 



LüC^rno, 8. Dezember I^j']";^ yj ^ > 




^: 



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uu 



An: LBI New York 
Von: Max Kreutzoorger 



"V 
Betr.: Dissertation von ?/alter Eschenbacher 
II 
Fritz Mauthner und die deutsche 

"Literatur um 19oo". 



Lieber F.G., 

Sie haben mir in London drei Teile des oben genannten Manuskriptes 
überlassen und zwar 

1. den einleitenden Teil, S. 1-8 

2. Kapitel 5 des zweiten Teiles: Die politische una religiöse 
Bewusstseinssituation Mauthners, S. 52-63 

3. Kapitel 3 des dritten Teiles: Sprachkritik: und das Problem 
von Lüge und V/ahrheit, S. I84-202. 

Diese drei Abschnitte der Arbeit geben, so glaube ich, eine genü- 
gende Grundlage zur Beurteilung der Arbeit, soweit meine Kenntnis 
Mauthners und der Probleme der modernen Germanistik es mir erlau- 
ben. 

In der Einleitung umreisst Eschenbacher die Probleme der heutigen 
Germanistik und die Fragestellung, die sich aus der sprachkriti- 
schen Einstellung der heuti.cen Germanistik ergibt. Er gibt eine 
kurze Übersicht über die Archivmaterialien, die ihm durch den 
Fritz Mauthner-Nachlass im Besitz des LBI für seine Arbeit zur Ver- 
fügung standen. Er betont ausdrücklich, dass er nicht den gesamten 
Nachiass für seine Arbeit benutzt nat, sondern nur die Briefe an 
Mauthner (ca. 5ooo Briefe, Postkarten und Telegramme) und die Ar- 
tikel aus Zeitungen und Zeitschriften von und über iuauthner (ca. 
3400 Nummern). Ferner bezieht er sich auf die im Besitz des LBI 
befindliche Clara Levysohn-oajrimlung, der Schwägerin Arthur Lev;y- 
sohns, des Herausgebers des Berliner Tageblattes. Diese Sammlung 
umfasst etwa 400 Briefe, Postkarten una Telegramme und zusätzlich 
Briefe Mauthners in Tagebuchform von 19o^-19o7> die von Clara 
Levysohn auf ca. 7^0 Seiten abgeschrieben worden sind. 

Auf die Bemühungen Es henbachers, seine snrachkri tische Fragestel- 
lung in dieser Einleitung aufzuzeigen, brauche ich nicht einzugehen, 
weil sie für d; s LBI irrelevant sind und, wie ich glaube, auch in 
sich mehr Probleme aufwerfen als klären, wie überhaupt meiner Mei- 
nung nach, die moderne Germanistik nur ein Beitrag zur Auflösung 
der germanistischen Wissenschaft ist. 

Bedenklicher wird schon, wenn er in der Einleitung die Einordnung 
Mauthners selbst in die literarische und sprachliche Bedeutung 
seiner Zeit versucht und dazu ein Zitat von Karl EIBL (S.3) Ge- 
nützt, mit dem er, wie er betont, übereinstimmt: "Doch es scheint, 
dass so vielseitige - una in den einzelnen Leistungen zweifellos 
medioki-e - Naturen wie Landauer oder auch Mauthner für die geisti- 
ge Atmosphäre einer Zeit unter Umständen aufschlussreicher - weil 
dem allgemeinen Zeitgespräch näher stehend - sein können, als z.B. 
Vertreter der Universitätsphilosophie, die zur Breitenwirkung erst 
der Popularisatoren von der Art Landauers, Mauthners oder Bahrs 



- 2 - 



An LBl Wew York 



- 2 - 



8. .'Dezember 1^)1^ 
Eschenbficher: l'.iauthner 



bedürfen." (Da mir, nebenbei gesagt, der Anmerkung sapparat Eschen- 
beichers nicht zur Verfügung t^teht, auch nicht für die mir vorliegen- 
den Seiten seiner Arbeit, kann ich nicht feststellen, wer Eibl ist, 
oder in welchem Zusammenhang er sich in dieser Weisse über Mauthner 
geäussert hat.) Das Problem der "Ivlittelmässi kei t" Mauthners zieht 
sich durch die ganze Arbeit Eschenbachers hindurch und wird dnnn 
im Schlussteil insbesondere erläutert durch eine Untersuchung sei- 
ner Romane, die, wie ich glaube, für die Beurteilung Mauthners ziem- 
lich unwichtig sind. Wichtig allein sind i*lauthners "Beiträge zu 
einer Kritik der Sprache", sein "Philosophisches V/örterbuch" und 
vielleicht noch sein vierbändiges Werk "Der Atheismus und seine Ge- 
schichte im Abendlande''. Auf das letzte Y/erk geht Eschenbacher in 
seiner Arbeit so gut wie garnicnt ein. 

In dem mir vorliegenden dritten Kapitel (S. 184-2o2) gibt es nichts, 
was das LBI interessieren könnte. Hier gibt Eschenbacher eine Zu- 
sammenfassung des dritten Teils seiner Dissertation, der den Titel 
trägt '»Gesellschaftskritik als Sprachkritik - der Schriftsteller 
Fritz Mauthner". Er beschäftigt sich mit einer sprachkritischen 
Analyse insbesondere der Komane Mauthners, von denen er selbst 
einleitend zugibt, dass sie für Mauthner nur eine Nebenbeschäfti- 
gung zur Aufbesserung seiner finanziellen iziituation waren und von 
Mauthner selbst mit strenger Selbstkritik betrachtet wurden. "Aber 
diese unleugbare Selbstkritik verwandelte sich nie in schöpferi- 
sche, literarische Sprachkritik" (S. 1Ö2) . Aus dieser Tatsache, 
so meint Eschenbacher, "lässt sich sehr leicht und konsequenterwei- 
se ableiten, dass er wahrscheinlich auch nicht beabsichtigte, ja^ 
überhaupt nicht in der La^^e war, das Phänomen der echten literari- 
schen Sprachskepsis zu gestalten" (S. 182). Eschenbacher führt 
dann weiter aus (S. 182/18:5) "Wir vermissen bei ihm die künstleri- 
sche Entsprechung zu den Gedanken, Beobachtungen und Fragestellun- 
gen, die in seinen theoretischen Schriften erscheinen. .." o Und 
Eschenbacher versucht dann zu entwickeln, dass das Sprachproblem 
bei Mauthner, sofern es sich in seinen Romanen überhaupt manife- 
stierte, mit der Antithetik von Lüge und Wahrheit bezeichnet wer- 
den kann und dass dadurch das Sprachproblem zu einer hervorra.-^enden 
moralischen Angelegenheit wird - was immer der Verfasser sich 
darunter vorstellen mag. 

Ich glaube, dass alle diese Untersuchungen nicht genügend durch- 
dacht sind und selbst wenn sie besser durchdacht wären, nicht 
Gegenstand einer Veröffentlichung des LBI zu sein brauchen. 

Das wichtigste Stück, das mir zur Lektüre vorlag, ist der mittlere 
T eil "Die politische und religiöse Bewusstseinssi tuation Mauthners" 
Xs. !)2-6$) . Hier hätte meiner Meinung nach das Zentrale der Unter- 
suchung und Darstellung der ganzen Arbeit liegen müssen, insbeson- 
dere wenn sie für eine Veröffentlichung des LBI geeignet sein soll- 
te. Aus der politischen und religiösen Situation Mauthners ergibt 
sich in der Tat eine entscheidende Möglichkeit der Definition von 
Mauthners Gestalt und Sprachkritik. Der Böhme Mauthner, der aus 
kleinsten Verhältnissen stammt, völli,^^: unreligiös erzogen wurde 
und von jüdischen Dingen kaum eine Ahnung hatte, klammerte sich 
an die Sprache als sein ei,^enstes und lebensbestimmendes Instru- 
ment, und hier an die deutsche Sprache in einem Raum, der dopnel- 



An: 



Li3i Wew YorK 



- 5 - 



8. Dezemher 197^ 
EschenbacherrMauthner 



sprachig war. Durch die einseitige Betonung und Heraushebunrr der 
einen Sprache, ihrer Literatur und ihrer Ausdrucksformen allein, 
stellte er sich in einen nationalen Geg-ensatz, den er späterhin 
auf Deutschland übertrug und der sich dort zu einer deutsch-natio- 
nalen Haltung entv/ickelte, die ihn um die Zeit von 1914 z^ eir.er, 
seiner geistii^en Bedeutung völlig unan- emessenen EinstelluriR brach- 
te. Durch die religiöse Entfremdung oder Leere und die Überbetonung 
seiner sprachlichen Situation entwickelte sich in ihm eine "Krise", 
die die drei Elemente, Sprache, Keli^ ion und Abstammung immer wie- 
der umkreiste. Es wäre interessant gewesen, wenn Eschenbacher un- 
tersucht hätte, wie das mangelnde Geschichtsbewusstsein der Abstam- 
mung immer mehr zu einer Schwächung des religiösen Geschichtsbe- 
wusstseins bei Mauthner führte und immer stärKer die Herrschaft 
des Geschichtsbewusstseins der Sprache als zentrales Bewegungsmo- 
ment seines Denkens und überhaupt seines Seins hervorrief. Diesen 
Prozess zu deuten, ist Eschenbacher aus Mangel an Kenntnissen nicht 
gelungen und dadurch wird die Arbeit, so glaube ich weni-irstens, 
nicht sehr interessant und für das LBI nicht veröffentlichungswert. 
Die beiden Zitate, die er erwähnt von Max Brod (S. 57) und Felix 
Weltsch (S. 61) sagen mehr zum Thema der politisch-religiösen 
Bewusstseinssituation Mauthners aus, als alles, was der Verfasser 
über Mauthner ausführt, weil sein Interesse sich nach Kategorien 
richtet wie Sprachbewusstsein, Sprachkrise, Sprachhass etc., die 
der modernen Germanistik entsprechen, aber nicht dem vollen Tat- 
bestand der Person und der Bedeutung Mauthners in seiner Gesamt- 
heit gerecht werden können. Insbesondere zur Beleuchtung der jüdi- 
schen Situation fehlen Eschenbacher die genügenden Kenntnisse und 
sicnerlich auch das genü^.ende Interesse. 

Die im"Year Book 1965" veröffentlichte Arbeit von Gershon Weiler: 
"Fritz Mauthner: A study in Jewish self-ref lection" ist für die 
Forschungen des LBI ergiebiger, als die Dissertation von Eschen- 
bacher, wenn auch längst nicht ausreichend. Die wenigen, aber be- 
deutsamen einleitenden Bemerkungen von Hobert Weltsch zum "LBI Year 
Book 1963" dürften in keiner weiteren Bearbeitung des Themas über- 
sehen werden. 

Die Person, die Arbeiten und die Probleme, die mit dem Namen Fritz 
Mauthner verknüpft sind, sollten der Gegenstand einer gründlichen 
Untersuchung sein, die das LBI auf Grund des umfangreichen, einzig- 
artigen Materials, das heute dem Institut zur Verfügung steht, durch 
einen erfahrenen Geisteswissenschaftler in die Wege leiten sollte. 
Ganz unabhängig von der Bedeutung dei* Sprachkritik, die Hofmannsthal 
in einem Briefe an Mauthner als von fundamentalster Bedeutung im 
allgemeinen, aber insbesondere auch im Hinblick auf sein eigenes 
Schaffen beurteilt, ir.t Mauthner der Prototyp des entwurzelten 
deutschsprachigen Juden, der trotz aller - manches lAnl ganz unwür- 
digen - Äussei-un; en, sein Judentum nicht verleugnen kann und will 
( vgl. seine Briefe an Landauer), ein Typus, der heute lohnen wür- 
de, giündlicher dar,<';este 11 1 zu werden. Keineswegs für das deutsche 
Judentum massgebend oder vorbildlich - wie heute vielfach an.^venom- 
men v^ird -, ist Mauthner wegen der V/eite seiner Kenntnisse und sei- 
ner in vieler Hinsicht recht profunden Untersuchungen noch von ge- 
genwäi'ti, ei' Bedeutung und wert, in allen Aspekten umfassend er- 
forscht und dargestellt zu werden. 

- 4 - 



« 



An: 



Ll3i iMev. lortc 



- /] - 



b, Dezember i'-J'Cy 
Eschenbacher: Mnuthner 



^ 



Vielleicht könnte als Be{_unn eine Auswahl aus den fünftausend 

Briefen getroffen werden, Briefe, die von den bedeutendsten 

geistigen Figuren der Zeit an Mauthner gerichtet wurden und 

ferner aus der nicht aufgenommenen (?) Sammlung Monty Jacobs 

auch Briefe von Mauthner selbst. Unser Llauthner-Archiv enthält 

UoBc folgende umfangreichere Brief fascikel: 

Hermann Bahr (2l), Gerson Bleichroeder (2), Georg Bondi (5o), 

Otto Brahm (5l), ^Heinrich Braun (ö), l^artin Euber (50), 

Faul N. Cossmann (Südd. Monatshefte) (45)» Friedr .Dernburg (2?), 

Hedwig Dohm (Mutter von Thomas Manns Schwiegermutter) (l2), 

Kurt Eisner (2) Karl E. Franzos (59), Maximilian Harden (568!) 

Auguste Kauschner (79), Monty Jacobs (1281 ), Siegfr. Jacobsohn (8I), 

iJustav Landauer (22), Richard M. Meyer (28), ^ 

Paul Schienther (2^), Georg Simmel (4), 



•Wo Rathenau (lo), 
Hans Vaihinger (I6) . 



Mit meinen besten Grüssen, 



Ihr 



Max Kreutzberger 




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osomber 30^ 1975 

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Bet Jotneph ÄOth ( ollactii» oi 



LEI-i^ew York 



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Ol an excerpt from the 



introauctlon tii th« Ju#t pibliÄii^sa new ©dition 
of Joe«i^ noth«« iMHiirs«« 

of oui. x.xstituto writtfn by Her««mi 



a^scripti 



KStftea 



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0f ©©•37-4C of the "Vorwort lf75-1976« \ 

MfH Wiii^ . ner»u«g«g«ban und oingalaitet I 

in Kasten. Erster Band, lUepenheuer & witec ,1 





Joseph Roth 

Werke 

Herausgegeben und 

eingeleitet von 

Hermann Kesten 

Erster Band 



Kiepenheuer & Witsch 




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VORWORT 197s- 1976 



37 



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Schmuggler an der russisch-polnischen Grenze, aus dem später Das fal- 
sche Gewicht wurde. 

Das Kuriose an dieser Sammlung von Romanentwürfen war, dalS diese 
halben Romane und Romanskizzen in den verschiedenen Stilen Roths 
verfaßt waren, im diskursiven, epigrammatischen, feuiUetomstischen, 
zeichnerischen Stil der frühen Romane, im malerischen, deskriptiven, 
farbenbumen Stil der mittleren Periode oder gar im ätzenden gemischt 
pathetisch ironischen Stil der späten Periode, als hätte Roth alle seine li- 
terarischen Perioden zur selben Zeit gehabt, und sie beliebig, )e nach Pl- 
euren und Sujet angewandt. 

Wir hatten Roth kaum begraben, so ging ich in sein Zimmer um seme 
nacheelassenen Manuskripte zu retten. Mit mir gingen Friderike Zweig, 
die erste Frau von Stefar. Zweig, die selber eine begabte Autorm war, 
und Soma Morgenstern, ein Freund von Roth, vormals Wiener Feuille- 
ton-Korrespondem d.r Frank furter Zeitung, und Autor einiger damals 

uncedruckter Romane. 

Roth hinterließ kernen Pfennig Geld, nur einen Anzug, einen abgetra- 
genen dünnen Mantel, einige Verträge mit ausländischen Verlagen, das 
Verzeichnis einiger Darlehen, die er von Freunden empfangen hatte und 
die er hatte zurückzahlen wollen, eui Adressenbüchlem,emige semer 
eigenen Bücher, bei weitem nicht alle, einige französische und txil- 
Zeitschriften und Manuskripte, getippt oder mit der Hand geschrieben, 
Aufsätze, Tagebuchnotizen, Novellen, Romanentwürfe und Briete^ 
Wir packten alles Geschriebene und Gedruckte zusammen und schall- 
ten es in einem Taxi zur Pariser Wohnung von Friderike Zweig, der ein- 
zigen von uns, die eine Wohnung hatte. Soma Morgenstern wohnte in 
einem Zimmer des Hotels de la Poste und ich in einem Hotelzimmer der 
Rue de l'Universite. , 

Friderike Zweig und ich hatten besprochen, wenn möglich alle Bucher 
sowie Roths im Exil in vielen Ländern erschienenen Aufsätze und Feuil- 
letons zu sammeln, damit nicht alles unrettbar verloren ginge. 
Als m. Mai 1940 Hitlers Armeen sich der Stadt Paris näherten und zu- 
sammen mit Millionen Parisern auch die letzten deutschen Gegner des 
Dritten Reichs auf allen Landstraßen nach Süden flohen, soweit sie 
nicht schon in französischen Konzentrationslagern sichergestellt wa- 
ren, offenbar zum Schutz der anrückenden deutschen Armeen überließ 
Friderike Zweig vor ihrer Flucht den literarischen Nachlais Roths, aus 
dem einige Erzählungen in den Amsterdamer Exilverlagen AUert de 



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38 



HERMANN KESTEN 



Lange und Querido erschienen waren, wieD/e Legende vom heiligen 
Trinker und Der Leviathan, der französischen Übersetzerin von vielen 
Romanen und Novellen Joseph Roths, Madame Blanche Gidon, der 
Witwe eines Radiologen. 

Madame Gidon, die in ihrer Wohnung, Rue des Martyrs 41, den Krieg 
heil überdauerte, hatte den ganzen Nachlaß, aus Angst vor Hausdurch- 
suchungen der Gestapo oder SS zum Concierge des Hauses geschafft, in 
dem sie wohnte. Der Nachlaß blieb durch die ganzen Jahre der Beset- 
zung unter dem Bett des Concierge in der Portiersloge. Nach Ende der 
Besetzung nahm Madame Gidon die Papiere und Bücher wieder in ihre 
Wohnung. 

Durch den Vetter von Roth, Dr. Fred Grubel (jetzt Direktor des Leo 
Baeck Institute in New York) kam der Nachlaß nach dem Krieg nach 
New York, wo ihn eine Wiener Advokatin, Dr. Caroline Birmann, die 
nun in New York tätig war, in Verwahrung nahm, im Interesse aller Er- 
ben von Roth aus seiner Familie und der Familie seiner Frau Friedel. 
Nach dem Ende des Weltkriegs ging ich eines Tages mit Dr. Fritz 
Landshoff, der bei Gustav Kieoenheucr und bei Querido verschiedene 
Werke von Roth gedruckt hatte, zu Dr. Birmann, zusammen mit einem 
Freund von Roth, Joseph Bomstein, vormals Redakteur am Tagebuch, 
Berlin, xxnd^m Neuen Tagebuch, Paris, später Chefredakteur der Pan- 
zer Ze/>««g, um im literarischen Nachlaß Roths nachzusehn, ob Lands- 
hoff das eme oder andere ungedruckte Werk von Roth publizieren 
könnte. 

Wir fanden rasch heraus, daß ungedruckte Romane und Novellen und 
anderes vorlagen, die aber nur mit großer Mühe aus der mikroskopi- 
schen Handschrift zu entziffern waren, unter anderm auch jener 
»Trotzki- Roman«, Der 5tu?nme Prophet. 

Als ich von Rom aus 1955 die dreibändige Ausgabe der gesammelten 
Werke von Roth für die Verlage Allert de Lange, Amsterdam, und Kie- 
penheuer & Witsch vorbereitete, zusammen mit dem Verlag Kiepen- 
heuer öc Witsch und insbesondere der unschätzbaren Hilfe von Frau 
Alexandra von Miquel und mit Dr. Joseph Caspar Witsch, schrieb ich 
Dr. Caroline Birmann und bat sie, uns den literarischen Nachlaß zur 
Verfügung zu stellen, damit wir allei> Passende in unsere Ausgabe auf- 
nehmen könnten. 

Dr. Caroline Birmann weigerte sich aus juristischen Gründen, da sie 
annahm, ohne Erlaubnis der Erben, die sich noch nicht gemeldet oder 




f*-i 'u-n I 



VORWORT 1975- 1976 



39 



1 

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geeinigt hatten, kein Verfügungsrecht über diese Manuskripte von Roth 

zu haben. 

Als ich im Mai 1962 nach New York zurückkam, nach zehnjährigem 
Aufenthalt in Rom, rief ich bald darauf Frau Dr. Birmann an und er- 
kundigte mich nach dem literarischen Nachlaß von Roth. Ich wußte, 
dieser Nachlaß lag irgendwo in Packpapier in der Privatwohnung von 
Dr. Birmann, die allein lebte. Die Gefahr bestand, daß dieser Packen 
vergilbter Papiere, in einer fremden Sprache und in unleserlicher 
Schrift, im Incinerator oder Kehrichteimer endete, sollte Frau Dr. Bir- 
mann etwas zustoßen. 

Ich schlug nun Frau Dr. Birmann vor, den Nachlaß Roth, um ihn sicher 
zu stellen, dem Deutschen Literaturarchiv im Schillcr-Nationalmuseum 
Marbach oder der Bibliothek Germania judaica in Köln zu übergeben, 
wo der Nachlaß auch literarisch genutzt werden könnte. 
Frau Dr. Birmann fand es unangemessen, einen verfolgten jüdischen 
Autor einer deutschen Bibliothek anzuvertrauen. Wir kamen in Über- 
einstimmung mit den Verlagen Allert de Lange und Kiepenheuer & 
Witsch überein, den ganzen Nachlaß dem Leo Baeck Institute in New 
York zu übergeben, einer privaten, nach dem Krieg entstandenen Stif- 
tung, unter der Leitung erst von Dr. Max Kreutzberger, danach von Dr. 
Fred Grubel, dem Vetter von Joseph Roth. Im Laufe weniger Jahre 
wurde eine bedeutende Sammlung von Nachlässen, Handschriften und 
Büchern deutschsprachiger Juden geschaffen, Werke aus der hundert- 
jährigen Symbiose von Deutschen und Juden. Erst kürzlich kam der 
vorher erwähnte Nachlaß von Joseph Bornstein ins Leo Baeck Institute. 
Das Leo Baeck Institute hat auch eine Reihe interessanter Publikationen 
aus dem deutschjüdischen Kulturkreis veranlaßt und finanziell und edi- 
torisch unterstützt. Das Leo Baeck Institute hat den Nachlaß von Roth 
geordnet und uns viele, z. T. unveröffentlichte Manuskripte zur Verfu- 
gung gesteUt, darunter die Manuskripte zum »Trotzki-Roman«, Der 
stumme Prophet, die beiden Fassungen von Der Vorzugsschüler, den 
Kssay Clemenceau und viele bisher z. T. unbekannte politische Aut- 
sätze und Feuilletons von Roth. 

Fritz Hackert, Universität Tübingen, schreibt in seinem Beitrag ^Jo- 
seph Roths Nachlaß im Leo-Baeck-Institut« {in: Joseph Roth und die 
Tradition. Darmstadt: Agora Verlag 1975), der uns bei der Arbeit an 
unserer neuen Ausgabe sehr nützlich war: 
»Ein noch zu lokalisierender Aufsatz Hermann Kestcns bietet ein Jahr 






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HERMANN KESTEN 




40 

nach dem Erscheinen dcsHiob unter der Überschrift >Moderne Epiker. 
Der Schriftsteller Joseph Roth< die meisten der Deutungsformeln, die 
Resten auch in seinen Essays zur erneuten Bekanntmachung Roths nach 
dem Kriege immer wieder gebrauchte.« 

Der Aufsatz ist leicht zu lokalisieren, er erschien am 26. 6. 193 1 ini Ber- 
liner Tageblatt. . , „ x, • l u 
Hat Hacken recht? Aber warum sollte ich, aus bloßer Bemühung nach 
falscher Originalität, nicht wiederholen, was ich als erster so richtig ge- 
sehen habe? Ich zitiere meinen Aufsatz von 193 1 wörtlich, auf die Ge- 
fahr, daß der Leser dieses zweiten Vorworts die eine oder andere Wie- 
derholung in meinem ersten Vorwort von 195^ mit einiger Ungeduld 
bemerkt: 



DER SCHRIFTSTELLER JOSEPH ROTH 

Joseph Roth hat die Klarheit eines klassischen Stils. Eine strikte Ein- 
fachheit, aber die Einfachheit der bedeutenden Rede, die einfache Be- 
deutendheit derer, die zu viel oder zu nachdrücklich zu sagen haben, als 
daß sie sprachliche Umwege nehmen könnten, Prunk brauchen konn- 
ten es ist die Sprache der von der reinen Idee Besessenen, wobei man 
wissen muß, daß diejemgen, die anscheinend zu viel zu sagen haben, 
Menschen sind, die nur einer Sprache mächtig sind, Menschen, die nur 
eins zu sagen haben, das »Eine«, was sie reden macht, was sie überflie- 
ßen läßt. , , , . j- D" 
Es gibt verschiedene Gründe, Bücher zu lieben. Ich habe immer die Bu- 
cher am meisten und leidenschaftlich geliebt, die un> die intime Kennt- 
nis eines Menschen vermittelt haben, nämlich des Autors. Von gewissen 
Autoren ist es genug, 17 Sätze zu lesen, um ihnen so nahe zu sein wie ei- 
ner Geliebten, einem alten Onkel, einem guten Freund oder dem heben 

Gott. 

Joseph Roth gehört zu den Schriftstellern, die Intelligenz haben, und zu 
den Schriftstellern, die böse sind, wenn sie schreiben, so ingrimmig 
böse, wie es nur wahrhaft gute Menschen sein können, von jener rich- 
tenden, predigenden, »liebenswerten Bosheit«, die sieht, daß es 
schlecht bestellt ist, und so gerne möchte, daß es gut besteUt sei. Roth 
gehört zum Geschlecht jener großen Moralisten und Prediger, die böse 
sind wie Korrektionsanstalten und feurig wie die kleinen Propheten. Er 





LEO BAECK INSTITUTE 

129 HAST 73rd STREET • NEW YORK, N. Y. 10021 • RHinelander 4-6400 



January 13, 1976 
DZ/19/6 - FG 



To 



Dr. Max Gruenewald 



From: 



LBI - Nev7 York 



Dear Dr« Gruenewald: 

According to the resolutions passed by the London 
i^orking Conference in Cctober 1975 , I should like to 
submit a short report on whatever action the LBI- 
Kew York took regarding the resolutions and recora- 
mendations of the Conference. 

(a) Library and Archives 

The construction work extending the facilities 
of library and archives took place essentially 
during the last few months of 1975, In a short 
while we shall be able to take over the additional 
Stack room and working space. Although the -^.ctiv- 
ities of the library and archives were handicapped 
by this construction work, our library was able 
to increase its cataloging work. v;hile during 
the period from January through October 19 75 
an average of 181 books per monthv/as cataloged, 
thore were 615 books cataloged during November 
and December alone. 65 orders for books were placed 
during the last three months of the year. The 
archives received 80 collectiorfe during the last 
three months of 1975, thus adding 8 feet of shelf 
space of material to our collections. 

Important acQuisitions other than purchases were nearly 
400 books from tho estate of the late Frederick H. 
Brunner including his Rothschildiana collection 
and 231 Julie Ehrenberg letters donated by Pro- 
fessor Nahum N. Glat::er. 



On October 1. 1976 the 



$110.000 



3~year grant of 



the National Endowment for the Humanities became 
effective. The grant is carmarked for furthoring 
and possible completion of the catalog of the lib- 
rary and archives. 

(b) "Re juvenation of Staff" 

The NEH grant allowed us to employ for library and 
archives two highly rrur.lified Professionals, i.e. 



-2 - 



Report of LBI Nev/ York 



- 2 - 



January 13, 1976 
DZ/19/6 - FG 



Dr. Steven Lowenstein, born 1945, historian and 
trained archivist, and Dr. Kurt S. Maier, born 1930, 
ly Professor of German Language and Literature and 
Master of Library Science. Both nev; staff members 
are completely bi- lingual, English and German. 
Dr. Lowenstein has, in addition complete knov/ledge 
of Hebrew, Yiddish and French. 



former- 



The monthly Faculty Seminar continues its activity 
and brings into constant close Cooperation with the 
Institute about 15 to 20 members of the faculties 
of various Nev; York metropolitan Colleges and univer- 
sities. Their average age is in the high 3Gs. 

(c) Pictorial History 

Cooperation v/ith Dr. Gidal continues. Iloreover, con- 
versations with the manager of Schocken Books, Inc., 
have Started and Schocken Books are highly interested 
in Publishing the volume. LBI~Jerusalera was inforned 
accordingly. 

(d) Translation Project 

Plans and outline for the first volume of English trans- 
lation of important German language scholarly paper 
under the heading of "Jev/ish Thought" are nearly complete 
Dr. Alfred Jospe is in Charge of the project and is 
working in close coooeration v/ith Drs. Gruenewald 
and Bamberger. 

ht this moment, a number of scholars have received the 
outline for the first volume and have been asked for 
tneir comments. 

(e) Publications in Print 

Diaries and selected lotters of Heinrich Graetz edited 
by Reuven Michael under tho guidance of Professor Ismar 
Schorsch. J.C.B. Mohr, Tuebingen 

The first memoir volume "Jucdisches Leben in Deutschland 
1780-1871", Deutsche Verlage-Anstalt, Stuttgart. 



grant was allowed by the 



For this project a DM 25,000 

Robort Bosch Stiftung. This grant will ensure the nub- 

lication by the DVA without any payments by LBI-New York. 



- 3 



Report of LBI-New York 



January 13, 1975 
DZ/19/6 - FG 



- 3 - 



In addition, it will finance the free distributicn of 
the volume to 400 leading history teachers of German 
"Gymnasien" and other high schools. 

"A Voice Still Heard " by Eric v;erner. In addition 

to the printed book, there will be a taped cassette 
of synagogue music chanted by Cantor Erv/in Hirsch of 
Gongregation Habonim and accompanied by the author himself . 
Cantor Hirsch is donating his Service to the Institute. 
The book v/ill be the first publication in the LBI Series 
of the Pennsylvania State University Press. 

(f ) The Catalog of Library and Archives 

Although the NEH grant can only b^used for payroll ex- 
penses, the newly engaged library and archive staff 
make it possible to prepare the raanuscript for the 
second volume of the Catalog. The v/orK is under way. 
The Library Committee in Cooperation with the profes- 
sional staff decided that the emphasis of the second 
volume will be on the archival collections of the In- 
stitute. Nevertheless, some part of the library and, 
most probably, memoirs and manuscripts will also be 
included in that volume. 



(g) Lectures and Seminars 

The Faculty Seminars were held on topics of "Fritz K. 
Pvinger, The Decline of the German Mandarins" and "Istvan 
Deak, Weimar Germany's Left- Wing Intellcctuals. A 
Political History of the 'Weltbuehne and its Circle.'' 

Lectures were given by Jacob Toury "Public Opinion 

on Jewish Topics in Mendelssohn ' s Germany" on October 29 

1975; Samual Sandmel "Leo Baeck on Christianity" 

(Leo Baeck Memorial Lecture, Nr. 19, just in print ) ,Nov.l3; 

Lotte Pulvcrmacher-Egers "20th-Century Jewish Artists 

in Germany" on Nov. 19; and Ilse Blumenthal-VJeiss "Rilke 's 

Verhaeltnis zu Juden und Judentum" on Dec.l7. 

(1^) Meetings of Officers and Board Membcrs 

The ;.jxecutive Committee of the Institute met six times 
during the ycar in addition to the Annual Meeting of 
the Board of Directors and special mcetings of various 
committees- (Library, Building Extension, Fublications, 
Translation Projoct, Library and Archives). 

Sincercly yours, /' 




1 



\ 



'^'^ 



(•' 



RABBI DR. MICHAEL L. MUNK 

16':n - 52ND BTREET 

BROOKLYN, N. Y. 11204 



MAY 2 



TEL. (212) B51-D762 




May 23, 1976^ 



Dr. Fred Grube 1, 

Secretary, 

Leo Baeck Institute, Inc. 

129 E. 73rd St. 

New York, N.Y. 10021 

Dear ür. Grubel, 

Re! sachverstaendige n-nutachten 

1o^^*.r o£ Mav 2 and a subsequent Information 
I refer to my letter o£ "^^ ^^^^^„..„g ligt of the Gut- 
by telephone that a more fo^'P-^f ^"!J''|„ti?e. 
achten could be expected in the near future. 

I am happy to be able to rS^ed'L??f 3of 1976^ Thif uf ting 
of the "Ezra Munk Archiv" da ted ^pr^l 30^ i ^^^^ ^^^ 

ÜrJifheSS^oriSf StiistfrL^fs Jeifas the na.es of the 
respecttve "Sachverstaendige". 

This listing is al--V--P3^?r%i;;^3 rconvocfte'or''Ki?chen. 

r.'.c.efi is pow approximately 375, plus a convu^o 

stlulr" 1921-24, being No. R.15 in the enclosed listing. 

I assume that the material i«, "°-gt^^^iS^"?£e'Sb??cacion 
Institute to reach a conclusion regaramg tnc v 

of the "Gutachten". , ., 

■ if fr^ Torael during the summe r Ol f^tt-- 
Since I am planning on a Jisit to Israel during r 

months, it may be advisaoleifyou could let ^iscuss 
intentions before my «ip. Tnis "°^^2^^^'*^rthe editing 
certain details regarding forms f"*^ "jy^^^J^ prepare the 
so that I could utilize try stay in Israel co p f 

material. 



Sincerely yours 



•1 



a^ 




P.S. Would it be.P-^^l;^^,,^f,K^/iri;Seu"?Ls'jS3ertimf' 

..Gedenken an ^^^J^lt regarding the "Vorbildliche Bereit- 
Auf stieg, etc." (^963)regardlngtne ^^^^ ^^^ ^^ 

Schaft u. Zusammenarbeit «IPP»i^at,fnc , ^ 
laeck" bei Ministerialrat Trendelenburg „ referred to.. 



^t 



S^^t 



H 4 



V 



*^ Tl. 






i 









30. April 197c 



\ 



' '->.v-. 



Tüt-tifA RUIIK A HCHIV 

V o r z o i lx_o_i_2 äor fmcVivortitnendlgon G'Jtachteo, 

^tfllirvöo'Rabtioor Leo Haeok, «J«'^ti'i^'^^,^^}-^fi?^']ii.^ 
fmrt Hnbbiocr Sora MwnU. üom ProuPniBChon I.lioi!?ter fuor 
SJnPoSociafl. kuoBt und Volkobölduoß '^^^.^"J^j;^?., 
nehoordeo. oowie elnißor Reichs- uod I'a»^cPC^f'0;-e 
SSd Vcrfucguncön, und Vorkehr mit Behoordo«, 1913-193,'. 

An« « Arit«'/oicheo" hosichon Pich auf obißeo ninintorivra, 
SiJeitii dSSuS^i!c"Hnmc^•c.ioo. andere Bohoordo ccnavm 

ssr— :« = :^ OS ^ SS CS ■^3 ► : 



Arohiv AratP- 
Hyramer zolohen 



rat um 



Harne 



GetcnnotHnd 



R !• 



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R 4. 



^ R 5. 



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R 7. 



R 8, 






R 9 



R 10. 



R 11, 



132 . 302 
\V1 U.2 



t /. J.4 6498 



/VB 13. 



V.2144 
Tb.345 



Gl 888 
Ü III 



5. III. 13 

i 

9.VII.13 

i 
3. III. 15 

24.V.17 

ig^viiiag 



Mlu.Gointl.u^ aohülprnef»Jn^o'*i am 



riin, f. Handel u 
Goworbe 



DittD 



Hln.clcr Int^orn Motil fuor Peopach, 



ti 



Auf'laendlrcho 
Uchaechtcr« 



Miuf.^V^p K,u.V. F.rnoonung von 

l>achvoro taonclx£;nn • 



nm^MOa ,„.,.„ 



lVb2715 

Ol 1560/19 
GII - Ol 1419 

1856 



i.xiag 

3 •XII. 19 



Mut)fc 

Mi». den Innern 
Munk-lilienthal 



Untorrioht in 
' Roli£^ion# 

AwPlaenclit^cho Arbeit' 

Auptrltt auo don 
Roli£^ionc) - 
gemoinpcliaf ten • 



25 •VIII #20 Verband der 



Ol 1821 



ü III B 
4019 II I 

ü'lll 
1269 II 

iV b,3139 

■I 

Ol 55Ö 



16.x. 20 



0.1.21 



20.11.21 



VorhaeltwiPFO der 
dc'jtpöhen" Jodoo. SyttagOf^or>f;craoindea u 
Liiienthal-tiunk, ihror Kyltyt'boamto». 

Lilioothal - Muok AnPtellung cinöo 

Rabbitjoro in llnnovor 



Uunk 



Hluolc 



BGaufnichti.?T'Jnc: f^oo 
nolißiooHuntort'ichto 

Uoterotyotcoon einop 
Lehroro, 



3. III. 21 Mio.des lonero lotoroioruonnlagoi-. 



21.IV,21 



Mio.f.W.,K.u.V. Reforoot in .juodl.ocl' 

Aogolo£joohoitfuj, 



Arohiv AmtB*- 
ftummer ss^ichet) 






Datwra 



Käme 



20.J.22 



R 14# U jIII E 
3914 III 

n 15# Ol 652 GII u.a. 19^1-24 



tlln*f.W'.,IC.u#V. 



II 



ff 



n 



a 17. Ol 9234 
H 16, Gl 8 II 

19. Gl 529 



R 20. Gl 5022 




/ 



n 21. 



R 25. 



R 26. 



R 27. 

R$8, 

R 29. 
R 30. 



/ 



7.II.22 
25.1.22 
4.IV,22 
12.IV.22 



Lilien thal-Muolr 
n H 

Elunlc 
Kin,f.\7.,K,u,V. 



/" 



R 35 



U II 11252 
U II W. Ol 



25.VIII.22 Munic-Lillcothal 



17. VIII. 22 nuoJc 



Ooconotand 

■ ■■■■■—■■■—■.■■*■ -n- '""" 

Jvodiocho V^llcnrchuH 
in nandhoim# 

Klrchonntcucr 

Judon(]:cnct2« 

lanäx-abbltiat Hannovoi 

Friedhof Oborhaurcn« 

Bund f:oPot?:ectrower 
juod#Gqmol6acr) i)eutr?i 

KrmaGchtieunß. 

BcaMfoiqhtißttng üot^ 
RcllglonDüafccrrlchbn 



R 22* Ol 1060 II 23*XI1*22 Illlcnthal-ruinlc Botraal In Buor ilov^t: 



Ü 23. Io#53»4 
H 24 .n Gl 1143.23 



10.VI.23 
6.VII.23 



Mlo.doo lonorn 

MutJlc (Lillonthal 
fohlt) 



Otandonboantc. 
Trauunui 



A III 14425. If 

U III C,UV, 21.VIII 23 

Gl, OII 

A III X4677 3.x. 23 
U 11^ :j III C, 
IiV,OI,GII,l. 



Kln.f.H.,K.v.V. Boeotßto GoMoto 



- r, 



II 



Buitrag f^Jfor Crcnnlndi 



Ol 6649 
0% 5076/23 
CID 5958 



is 11372/25 

.. . " ' 



Jan. 25 
21.VII.24 
2. VII .24 

19 .VI. 25 



Hunlc 



Jugondarat Ilarburr^ 



Llllenthal-llunlc Traut^ogi 



R 31. Ol 1320 II 13. 11*25 



25-II#25 



n 32* 



;j 



R 33. Ol 1467 



R 34. "Gl 5563 



A 



Gl 159/26, 

2101/25, 

1921/25 



15 »IX. 25 



14 .¥1.26 



14 .VI .26 



Mln.f.V/.,K.U.V. 



nuDlc nn 

Provlnrlnlochol- 

IcolleGlum 

Llllonthal-Munk 



Auc^HchUPci f uor 
Vollen trauor tag 

Llllcnthal-Mwnk 



ipr.Rolicl^orroroll- 

ÖOhaft Iti Fraokf.a.l! 
Davlöpotero 



Doordlß'^oc von 
Kicht-Judon 

Volkotrauortas 



Prauonwahlrooht in 
Borlln* 

Ipr.noligl^nngoo.^ 
Prankf .a.n. 

Wahli'ocht 
auPlaondlocher J^jdon 



Arohiv 

Kumner 



a 39 



R 44. 
R 45. 
R 46. 

R 47. 
R 48. 




H 50. 
51. 

R 52. 



Amta- 
Zolohon 



Datum 



Name 



Oogonotand 



R 36. Ol 5112 



11.III.27 



R 37. lV.3252/?9 30. III. 28 



R 38. Gl. 2320 



Lilien thnX-Munte Icr.Relißlooogep. 

Fft.fi.Il. 

ReiohparbeitPraio. Jopdincho ArboitPlono 

nm Samt» tag. 



Gl. 1147 



y 



H 55. 
R 56. 
R 57. 



R 40. - 

R 41. 01.1786/29 

R 42. - ~ - 

R 43. 01.154 



Munk: 
naoclr-Muok 

Muok-Baeck 
Munk 

Doeck-?/Iuok 



Gl. 11134 
01.10900 

01.1003 
Gl. 1569 

i 

01.1911 
Ü III D. 



18.XII.28 
19 .VI. 29 

21.VI.29 
8,X.29 

5.XI.29 
12.11.30 

9. VII. 30 

I 

18. VII. 30 " " 

7,VII.30 " " 

11 .VII, 30 •• *• 

5, VIII .30 ITutik-DaooSc 



n 



N 



R 49, Z.1270-10564II lö.VIIl.30 



01.2322 



22 .XI, 30 
4. XII. 30 



Roiohnmlo.der 
Pioaozen 

Bneok-Muolc 
Rubb. Auerbach 



Ol 



.2739 



20.V1I1,31 Mvink 



R 53. 01,2574 



R 54. 



24. IX. 31 



5.X.31 



BaeokoMualc 



•Jyn.Gemoindo Kooln, 

RGprenentnntoov/nhl 
Wat tonn oho 1(1. 

lotörno Korroppondonri, 
AufnahTie 1«£» 

Rabblnorn • 

Reprencntnnteti in 
Daldcnbur{^» 

GoniGindentouor« 

(Jemi echte Bhev 

Aunlaondi^ohe Kartoreo« 

Beairknrabbioato* 

Sohaoohtorcfohule . 



ZollermaeflPlßJOiT fuor 
Palmoo • 

Syn^Gemeiude Uiodon, 

Pruofung fuor dao 
hoohero Lehrfach* 

Trauung durch 
tf'ChcchDrlowalclncho 

Kabbtnor • 

oytiacasengemolodG 
Wloden« 



Zontralblatt f.d. LohrbuöoUor f.d. 
goo. antorrloht- Juod.nolic^lonn- 
vorwaltunß lo Pr. untorricht. 



oiiia 242 

1.43012 



5.x. 31 
9. XII. 31 
30 .XII. 31 



Munk 

Pr.Mlp.fuer 
Landwlrtc^chaft 



Prauonvjahlrooht • 

Boordißuoß. 

Mllohcopotz. 



ynlraer aelohen 



i 58. 



l 59. 



a 64. 
R 65. 



R 69. 



R 70. 



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Datum 



Ol .12 164 1 
12078 



l 60. Gl. 3920 



l 61. Gl .1009:. 
l 62. Gl. 863 



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Gl. 119 86 

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10 .XII. 31 

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3I.III.32 

22 .VI. 32 

4. XI. 32 
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Pr. Staat r- 
minir'tcfium 

Oooorül- 
ütoatnaowalt 

nelohnaootalt 
fuor Arboltß- 
vormlttluoß 



Botr.oinon Rabbiner. 



Kn o t oronvorband « 
Syo^Gomeloäo Uinaen. 
Boordi/i;»Angt 

Öooleor^re f#dto 
jt>oa.Gofanßenon* 

Kltnbuorccruns olneo 
RabbiaerP« 

Stiftung Sonnoborn# 

Bontouoruußf»reoht 
ir) Kurhcot^en. 

liuoUlhein a^li» 

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Schae,chtvoi"bot ' 



Schulboovch 



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Jued »S traf cef an^cnc * 



Juod.ArbcitPlono 



G onoin d orabblnor • 



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LEO BAECK INSTITUTE 

129 HAST 73rd STREET • NEW YORK, N. Y. 10021 • RHinelander 4-6400 



Jh. 2i 



tSii Herrn Heinz Gerling 

Herrn Jochansn Ginat 
Dr. Hex Kreutz berger 
Dr. E. G. Löwen thal 
Dr. :\rnold paucker 
Dr. Hr.ns Tränier 

Von: Dr. Max Gruencwald 



24. November 1976 
DZ/688/6 - MG 



/- 










■"// ' 




^/V: 



7? 



/ 



Betr.: Geschichte der Cberschlesischen Judenschaft 



Dr. G. KaLin, der das United Restitution Office 
in Nev; York leitet, wird jetzt seine Erinnerun- 
gen an Beuthen O/S diktieren. 

V.'ir v:erd^^r. uns bcmuehcn, auch Erinnerungen aus 
anderen Staedten und rlaetzen Cberscblesiens 
zu crhclten. Ich v/aere Ihnen dankbar, wenn 
Sie diese "iemuehungen unterstuetzen und Per- 
sonen ausfindig rr.achen \7ucrden, die Materialien 
fuer eine r/ukuenftioe Geschiche der Oberschle- 
sischen Judenschaft aus eigener ijrinncrung lie- 
fern iioennen. 

Mit besten Grucssen 






Max Gruenewald 









An: LBI Ngw York 
Von: t'ax Kroutzber^^er 








Betr.: Familie Cassirer 

Ihr Brief vom 3* Februar 1977 



Lieber F.G., 

vielen Dank für die Übersendung des Gutachtens von Dr. Trarner 
und der kurzen Bemerkun.'T von Dr. Bamberger zu dem Projekt Cas- 
sirer- Familie« 

Die Meinrnv- von Dr. Tramer deckt sich uncrefähr mit der meini^ren, 
die ich am 26. Januar in meinem Memo zum Ausdruck "cebracht iiabe. 
Darin stimme ich auch mit der Lleinun,? von Dr. Baraber-er überein, 

dass Dr. Henry R. Cassirer wohl kaum der Herausgeber einer sol- 
chen Arbeit sein dürfte. 

Ich habe auch inzwischen einen unverbindlichen Briefwechsel mit 
Frau Edith Tie tz geführt, die sich im Aufrenblick in :.:iami pufhält. 
Sie schreibt, dass sie auch Zweifel habe an der Geeignetheit von 
Henry Cassirer und dass auch Fred V. Grunfeld, ein Vetter der I.Iut- 
ter von Frr.u Tietz, ebenfalls an dem Memo von Henry Ca-slrer nicht 
sehr grossen Gefallen gefunden hat. 

Fred V. Grunfeld, der ja auch der Cassirerschen Familie anrehört 
und der, wie Frau Tietz mir mitteilt, "Rovin.^: Editor des 'Horizon'" 
ist, wäre vielleicht, wie ich Proben seiner Aufsätze entnehme, 
nicht ungeeignet, ein Buch über die Carsirer-Familie zu cciirei- 
ben. 

Ferner teilt sie mir mit, dass Fritz Cassirer - ici: weiss nicht, 
in welchem Verwandtsc^iaf tsgrad zu Henry Cassirer er steht - ihr 
mitgeteilt habe, dass er an einer Cassirer-Gesc- ichte schon ar- 
beite. Seine Adresse ist II Riverside Drive, New York, II. Y. 1002,-). 

Dr. Gruenewald soll angeblich Fred V. Grunfeld kennengelernt ha- 
ben. Ich weiss nicht, welchen Eindruck Dr. Gruenewala ^ox\ ihm hat- 
te. Auch Fritz Cassirer soll er kennengelernt haben. 

Zusammenfassend möchte ich noch einmal sa.^n, dass ich auch nicht 
daran gedacht habe, die umfangreiche Geschichte der ganzen Cassi- 
rer-Familie in allen Einzelheiten zu schildern. Das würde in der 
Tat eine uferlose und auch vielleicht garnicht interessante Historie 
geben. Hingegen habe ich mir gedacht, dass, wenn wir den richtigen 
Iviann finden, mit einer allgemeinen Einleitung über die Cassirer- 
Fnmilie, vier Persönlichkeiten herausgearbeitet und ge:-ondert ge- 
schildert werden sollten: 

Die beiden Verle.^er Paul und Bruno Cassirer, 
der Philosonh Ernst Caesirer und 

Edith Cassirer Geheeb, die eigentliche Begründerin der Odenwald- 
Schule. 

Dies sind allerdings vier ausserordentliche Figuren der dou: sch- 
jüdiscnon Geschichte, jeder sehr bedeutsam in seinem Fach und 



f 



- 2 - 



An: I^BI New York 



- 2 - 



??. Februar I977 
Casr.irer-Pamilie 



2 ih^KT • 



in seiner Art. Eine solche Darstellun,^ würde einen wertvollen 
Beitrag zur modernen deutsch- jüdischen Geschichte ergeben. 

Es brauchte kein umf an-^^-reiches Buch zu sein, sondern eine Dar- 
stellung von I00-I50 Seiten vairden ausreichend sein. 

Wenn nicht einer der oben genannten Herren dafür in Prap"e kommt 
- Fred V. Grunfeld oder Fritz Cassirer - würde ich vorschlagen 
diese Arbeit an Guy Stern zu übertragen. Er hat damals doch die 
Sache Efraim Frisch archivalisch ausserordentlich gut bearbeitet 
und seine zv/oi, drei Arbeiten, die er veröffentlicht hat, haben 
doch ein gutes Bild gegeben über die Person und die Arbeit die- 
ses Hannes. Er ist archivalisch sehr interessiert und es vmrde 
Wert sein, mit ihm darüber zu sprechen. 

Gewisse Zweifel habe ich, ob er der Figur von Ernst Cai-sirer ."-e- 
wachscn ist. Aber dafür wirden wir auch jemanden finden. Viel- 
leicht würde in Frage kommen Professor ? in Freiburg, der sich 
vor Jahren dem LBI gegenüber sehr interessiert verhalten hat und 
damals, wie Sie sich vielleicht noch erinnern werden, den Preis, 
den er in Deutschland biekam, von mehreren tausend Mark dem LBI 
überlassen hat. 



Ich denke also, dass die Sache der Familie Cassirer doch noch 
einmal einer Überlegung in unserem Kreise wert wäre. Für eine 
Finanzierung könnte ich vielleicht Frau Edith Tietz interessieren. 



Mit meinen besten Ginissen, 



Ihr 




Max Kreutzberger 



#' 



^9^ 



1 N > b 




Foundcd by thc Council of Jews from Germany 
JERUSALEM • LONDON • NEW YORK 

Februar 19*"^ 
An die Vltrlieder des Jerusslemer Board 



n, .r, 






I iere ireunde, 

es war urFrniervTllch unsere Absicht, irr Laufe oes 
Vonats Januar eine bitzurifr dep Board abzuhalten, doch haben viir 
nach reiflicher Ueberlef:unr beschlossen, von diesem Plan Abstand 
zu nehmen. Iir. ^epenwaert Iren Aurer.blick stehen keine besonderer 
fragen zur Diskussion und sind keine Entscheidungen zu treffen, 
so cass Sien eine B oe r d s 1 t zunf ir wesentlichen auf einen Bericnt 
ueb'^r die Taetifi-keit des Instituts beschraenken wuerde. ?.ir 
hoffen, dass die Boardmitfrlieder es berruessen werden, diesen 
Bericht vorerst schriftlicn zu ernalten. 

rs ist vorresehen, eine Sitzunr der Bcnrd in t^r 
zweiten Haelfte April einz^/D«=»rufen. Zu dieser. Ileitrunkt ».rd 
Ir. Gruenewald in Israel sein und an der Sitzung teilnehmen. 



^•ir waeren Ihnen allen sehr dank'r^ar wenn Sie un 
dern-.r'ChFt iritteilen wuerden, ob una welcne Vc^-scnlaeg-e :^i 
fuer 3ie Tagesordnur." der Sitzung ir April haben • 






Mit bestem Gruss 



Jochanan Ginat 



Beiliep-end Bericht ueber erschienene und in Vorbereitunr re 
findliche Veroef fentlichungen. 



BAECK HOUSt. 33 BUSTANAI STREET • TEL 33790 ,b^ • 35 ^KanOin Sini ,p3 n^3 

JERUSALEM 93229, P.O.B. 8 2 9 8 .1 .n ,93229 D^"?«?!"»' 
CABLES t MAHOBEK paiHD : D^p2n 



Taeti^keits'b vricht der Institute 
in Jerusalem, London und New York, 



Seit der letzten Boardsitzun^^ ist die Board-Kommission zwei If.al zusammen, 
getreten, I^ie im Board bereits diskutierte Fraf^ des Archivmaterials ist noch 
einmal in Einzelheiten besprochen und geklaert worden. Ferner hat Dr. Tramer 
ueber seinen Besuch in New York berichtet, und anschliessend sind Fragen der 
laufenden Arbeiten eroertert worden« 

Am 23.11 «1^76 hat der erste Vortrag,- zur P>\rung des Andenkens an Sieg* 
fried Koses stattgefunden* Prof. Nachmansohn wird seinen Vortrag ueber "Jewish 
Scientists in Germ?-ny and their Impact on Twentieth Century Science" ausarbei- 
ten. Entsprechend dem Beschluss des Board wird diese Schrift durch das LBI 
herausgegeben werden und somit die Keihe der Veroeffentlichur^gen der Siegfried 
Moses Memorial Lectures eroeffnen. Prof. Scholem hat sich bereit erklaert, 
die naech