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Full text of "Die Foraminiferen der Aachener Kreide."

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Abhandlungen der Königlich 

geologischen Landesanstalt. 
Neue Folge, Heft 3 



Foraminileren der Aachener Kreide. 



Von 



l^uiLx, BeisseL 



Nach dem Tode des Verfassers herausgegeben, und mit einer 
Einleitung versehen 



E. Holzapfel. 



Herausgegeben 
▼on der 

Königlich Prenfisisehen geologischen Landesanstalt. 

Hierzu ein Atlas mit IG Tafeln. 



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BERLIN. 



BCiJgniniissioij bei der Simon Schropp'scfaen Hof- Landk&rtenhandlang. 
(J. H. Neuwaon.) 

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Abhandlungen der Königlich Preitssischen 
geologischen Landesaustalt 
Neue Folge, Heft 3. 



Die 



Furaminileren der Aachener Kreide. 



VOII 



Iftimz Ittiissssel. 



Bach dein Tode des Verfassers herausgegeben, und mit eiiier 
Einleitung verseben 



K. üolzapfel. 



Herausgegeben 
von der 

Königlich Preussischen geologischen Landesanstalt. 



Hierzu ein Athis mit IG Tafeln. 




BEELIN. 

missioD bei der Simon Schrupp 'gehen Hof- LasdJurtenhandlung. 
(J. H. Nou mann.) 



1891. 




Abhandlu ngen 

der 

Königlich Preussischen 

geologischen Landesanstalt. 



Neue Folge, 
Heft 3. 



BERLIN, 

In Commissioti bei der Simon Schropp' sehen Hcrf-Landkartcnhandlung. 
(J. E. Nenm&nn.) 
1891. 



Die 

Foramimferen Her Aachener Kreide. 



Von 

Ignaz Beissel. 



Nach dem Tode des Verfassers herausgegeben, und mit einer 
Einleitung versehen 



E. Holzapfel. 



Herausgegeben 

von der 

Königlich Preussisclien geologischen Landesanstalt 



Hierzu ein AtUs mit IG Tafeln. 



BERLIN. 

In Commission bei der Simon Sehropp'schen HoF-LaudltÄrt«nuandluug. 
(J. H. Neumann.) 
1891. 



LIBRARY 

»GRIPPS IN STITUTION 

OF OCEANOGRAPHY 
UNIVERSITY OF CALIFORNIA 
LA JÜLLA CALIFORNIA 



Einleitung. 



Im Jahre 1887 starb nach längerem Leiden in seiner Vaterstadt 
Aachen Herr Ignaz Beissel. In ihm verlor die geologische Wissen- 
schaft einen hervorragenden Vertreter eines leider immer seltener 
werdenden Typus: einen eifrigen Lokalsammler und bedeutenden 
Lokulforscher. Ursprünglich Jurist, vcrliess BeiSSEL schon als 
Referendar den Staatsdienst, und widmete sich ganz den Natur- 
wissenschaften, vornehmlich der geologischen Erforschung seiner 
engeren Heimath. Dadurch, dass er seine Forschungen auf ein ver- 
hältnissmässig eng begrenztes Gebiet beschränkte, war es ihm mög- 
lich, dieses bis in alle Details genau kennen zu lernen. In der Stadt 
Aachen wurde kein Kanal, kein Brunnen gegraben, überhaupt kein 
Aufschlüge gemacht, den BEISSEL nicht untersucht, und in seine 
Karten eingetragen hätte, und in der Umgebung der Stadt existirt 
wohl kein anstehendes Gestein, das er nicht nach Streichen und 
Fallen gemessen, kein Brohl, das er nicht genau aufgenommen hätte. 
Wie sorgfältig er hierbei zu Werke ging, erhellt am deutlichsten 
ans seinem letzten Werke: »Der Aachener Sattel, und die aus dem- 
selben hervorbrechenden Thermalquellen«. Bis in die kleinsten 
Details werden hier die einzelnen Ablagerungen beschrieben, ihre 
GesteinsbescbafFenheit und Possilführung, und die Lagerung wird 
meistens nicht nur mit dem Kompass, sondern bei den flach 
liegenden Kreideschichten mittelst des Nivcllirinstrumentes fest- 
gelegt. — In uneigennützigster Weise stellte BEISSEL seine reichen 
Erfahrungen in den Dienst des Gemeinwohles, und wo es sich 

Heue Folge. Heft 3. 1 



2 



Einleitung, 



um eiue Frage handelte, die irgend eine naturwissenschaftliche 
Seite hatte, wurde er gewiss um seinen Rath angegangen. 

Die ausgezeichnete Sammlung von Versteinerungen, welche 
Betssel zusammenbrachte, war ausschliesslich eine Lokalsammlung, 
aber als solche von seltener Reichhaltigkeit. Einen bedeutenden 
Theil derselben schenkte er bereits vor Jahren dein städtischen 
Museum, den anderen Theil erwarb nach dem Tode des Besitzers 
die Königliche geologische Laudesanstalt und Bergakademie zu 
Berlin. 

Speele!] waren es die Schichten der Aachener Kreide, mit 
ihrem stellenweise so ausserordentlichen Reichthum an trefflich 
erhaltenen Versteinerungen, welche Betssel's Interesse in An- 
spruch nahmen. Seine geologischen Erfahrungen sind in dem 
bereits genannten Work über den Aachener Sattel niedergelegt, 
welches deutlich den ausschliesslich lokalen Charakter der Beissel'- 
seben Forschungen erkennen Iässt. 

Von den Versteinerungen waren es besonders die kleineu 
und kleinsten Formen, deren Studium er mit besonderer Vorliebe 
oblag. Neben mehreren kürzeren Notizen veröffentlichte er bereite 
18(>5 seine Bearbeitung der Bryozoen. Schon damals hatte er 
die Untersuchung der Foramiuiferen begonnen, einen Theil des 
Manuskriptes fertig gestellt, und zahlreiche Zeichnungen ange- 
fertigt. Die Arbeit war dann längere Zeit liegen geblieben, aber 
mehrere Male wieder aufgenommen worden, ohne dass es ge- 
lungen wäre, dieselbe fertig zu stellen. Vor seinem Tode übergab 
er dem Unterzeichneten sein Manuskript und die Zeichnungen 
mit dem Ersuchen, die letzte Hand anzulegen, und dann die 
Arbeit zur Veröffentlichung zu bringen, eventuell die Beschrei- 
bung der noch fehlenden Arten hinzuzufügen. Bei der Durchsiebt 
ergab sich, dass nur die Familien der Cornnspiriden und Lage- 
rnden fertig bearbeitet, und dass von den Grlobigeriuiden nur 
die Zeichnungen vorhanden waren, neben einzelnen Notizen, die 
aber in keinem Fall zur Zusammenstellung einer vollständigen 
Beschreibung der Arten ausreichten. In dem bereits erwähnten 
Werk, über den Aachener Sattel, hat Beissel eine Zusammen- 
stellung seiner Bestimmungen gegeben, und einigen Arten kurze 



Einleitung. 



3 



Bemerkungen beigefügt. Ein Vergleich dieser Listen mit dem 
handschriftlichen Nueblass ergab, doss von den allerkleinsten 
Formen auch die Abbildungen zum grossen Theil noch fehlten. 
Auf Seite 137 führt BEI88RL als die häufigste n derselben au: 

Lagena emaciata ÜEUSS. 
Polymoiyhina Tkouini d'Orb. 
Virgulina squamom d'Okb. 

» Hemprichii Ell REN b. 

» Schreibm-Mi Cztz. 
Textilaria gibbosa d'Orh. 

» striata Ehrend. 

» agglutinam dObB, 

» mgütuia Defk. 
Verneuilina pygmaea Egger. 
Globigerina cretacea d'Orb. 
Sphaeroidina bulloides d : Orb. 
Planorbulina farcta F. u. M. 
Ihdcinulina repanda var. ptikhel/a 
Planulina armüne?ms d'Qrb. 
Rotalia aspera Ehrenb. 

Auf der anderen Seite fehlen den Listen im »Aachener Sattel« 
mehrere der Arten, welche tu dem Manuskript eingehend be- 
handelt, oder in den Zeichnungen dargestellt sind. 

Es seineu mir daher zweckmässig, von einer Bearbeitung der 
von Beikset, noch nicht beschriebenen Arten abzusehen, und nur 
die Zeichnungen und Bestimmungen Beissel's zu bringen, unter 
ITinzufügung von Bemerkungen, falls sich solche vorfanden. Es 
ist demnach die folgende Arbeit iuhaltlich vollständig geistiges 
Eigcnthum Beissel's. Ich habe nur die üruppirung der Gattungen 
etwas geändert, sowie einzelne redaktionelle Aenderungen vorge- 
nommen. Dagegen hübe ich ganz darauf verzichtet, abweichende 
Ansichten über Abgränzuug und Benennung von Arten und 
Gattungen in den Text aufzunehmen, solche vielmehr nur in 
einzelnen Fällen in Fussnoten zum Ausdruck gebracht. Durch 
dies Verfahren ergab sich auch die Notwendigkeit, von einem 

1* 



4 



Einleitung. 



kritischen Vergleich der Aachener Formen mit anderen Vorkommen 
abzusehen. BeiSSEL hatte einen solchen Vergleich leider nirgends 
durchgeführt, worin sich wieder die erwähnte eigeuthümliche, 
ausschliesslich lokale Richtung seiner Forschung äussert. — Die 
zahlreichen vortrefflichen Abbildungen, sämmtlich von Beissel 
selbst ausgeführt , erläutern die Ansichten des Verfassers in 
treffender "Weise, und erleichtern auch den Vergleich anderer 
Vorkommen mit den Aachenern wesentlich. 

Was die vorliegende Arbeit werthvoll macht, und ihre Ver- 
dffentlichung trotz der Unvollständigkeit des Textes veranlasste, 
ist die peinlich genaue Untersuchung eines ungewöhnlich reichen 
Materials, auf welche sie sich gründet. Wenn BEISSEL sagt, dass 
die Beobachtungen an 240 Exemplaren gemacht seien, so sind diese 
240 Exemplare auch wirklich untersucht, und nicht etwa blas 
gezählt worden. Dieselbe Gründlichkeit veranlasste den Verfasser 
auch eingehende Untersuchungen über die Struktur der Schale, 
besonders der Lagcaideu, anzustellen, und dieselbe näher zu be- 
sprechen, sowie einige bereits von anderen gemachte Beobachtungen 
durch z. Th. höchst mühsame, eigene Arbeiten zu kontrolliren. 
Wenn in den betreffenden Abschnitten manche Angaben nicht 
neu sind, so habe ich doch in Anbetracht des Umstandes, dass 
sie z. Th. bereits vor etwa 30 Jahren niedergeschrieben wurden, 
geglaubt, diese Abschnitte möglichst vollständig wiedergeben zu 
sollen, einmal, weil sie doch manche wichtige und auch neue 
Beobachtung enthalten, und dann auch, weil doch jede derartige 
Untersuchung, besonders wenn sie ohne jede Voreingenommenheit 
— wie das hier der Fall ist — ■ vorgenommen ist, von wissen- 
schaftlicher Bedeutung ist, auch wenn sie nur bekannte That- 
sachen bestätigt. 

Aus dem reichen Material erklärt sich auch die weite Fassung 
der einzelnen Arten, deren Abgrenzung ja bei den Foramiuiferen 
besonders schwierig ist, und aus dieser weiten Fassung erklärt 
sich die verbältnissmässig kleine Anzahl der Arten, welche be- 
schrieben werden. Während z. B. Reuss aus dem sächsischen 
Turon (Planer von Strehlen und Weinböhla) 101 Arten beschreibt, 
darunter allein 26 Nodowrüi- Arten , bestimmt Beissel aus dem 



.Ij i [il ■ , ' 1 i Ii ii. 



5 



gesammten Aachener Senon von zahlreichen Fundstellen die z. Th. 
ausserordentlich reich an Foraminifcren sind, nur 67 Arten, zu 
denen dann noch die im »Aachener Sattel« aufgeführten kleinsten 
Formen mit 16 Arten kommen, darunter nur 7 Nodosarien. Es 
hängt das eben von den verschiedenen Ansichten über die »Speeles« 
ab. — In Folge des ausserordentlich reichen Untersuchungsmateriales 
war IJeissel weiterhin in der Lage, bei vielen Arten interessante 
Mißbildungen zu beobachten, von denen ein Theil abgebildet 
wurde. — Von besonderem Interesse ist die Untersuchung der 
künstlichen Steinkerne, weil durch dieselbe einmal die Wuchs- 
tlnimsvcrhältnisse der Gehäuse, andererseits die genaue Beschaffen- 
heit der inneren Kammerwänclc viel besser klargestellt werden, als 
durch Untersuchung aufgebrochener oder angeschliffener Exem- 
plare. BeisSEL hatte diese Untersuchuugsmethode bereits hei den 
Hryo/,oen angewandt, und giebt zur Herstellung der Kerne fol- 
gende Anweisungen: Die Schalen, von denen Steinkerne herge- 
stellt werden sollen, müssen natürlich hohl sein, und möglichst 
reine Kammern haben. Dieselben werden äusserlich gereinigt, 
und dann in eine mit Kieselsäure gesättigte Wasserglaslösung 
gelegt, welche man in der Weise herstellt, dass man zu einer 
Lösung käuflichen Wasserglases so viel Kieselgallerte hinzufügt, 
dass ein Ueberschuss derselben bleibt. Nach langsamem An- 
wärmen zum Austreiben der Luft aus den Schalen, dampft man 
die Lösung bis zur Sympdicke möglichst langsam ein. Am besten 
ist es, dieses Eindicken durch Verdunstung hei Zimmertemperatur 
zu bewirken, was etwa 12 Stunden dauert. Die Flüssigkeit ist 
dabei öfters umzurühren, damit sieh keine Haut auf der Ober- 
flache bildet. Hierauf werden die Schalen votsichtig ans der 
Flüssigkeit genommen, am besten mittelst eines Pinsels, und in 
einer flachen Schale mit einer Lösung von Ammoniak übergössen, 
welche man zweckmässig mit etwas Kupfervitriollösung blau färbt. 
Sind die Schalen von der Flüssigkeit durchdrungen, so giesst 
man diese bis auf einen kleinen licet ab, welcher dann möglichst 
vorsichtig mittelst Chlorwasserstoffsäure ncutralisirt wird, wobei 
darauf zu achten ist, dass die Schalen nicht augegriffen werden 
dürfen. Dann wird die Flüssigkeit langsam eingedampft, dann 



G 



Einleitung. 



die Schalen herausgenommen, und nachdem sie vollständig aus- 
gewaschen sind, wieder in Wasserglas gelegt, und das Verfahren 
von vorher wiederholt. Am besten ist es, wenn man die ganze 
Operation dreimal vornimmt, oft genügt aber auch ein zweimaliges 
Fällen von Kieselsäure in den Kammern. Nach den Erfahrungen 
Beissel's genügte dagegen ein einmaliges Bad in Wasserglas nie. 
Die Gehäuse, in deren Kammern nun Kieselsäure ausgeschieden 
ist, werden dauu — am besten in einem Uhrglase — in sehr 
verdünnte Salzsäure gebracht, um die Schalen aufzulösen. Dabei 
ist darauf zu achten, das 8 die Elitwickelung der Kohlensäure 
möglichst langsam vor sich gehen muss, wenn durch deren mecha- 
nische Einwirkung der Steinkern nicht zerstört werden soll. Man 
bringt daher zweckmässig die Schalen in Wasser, und setzt vor- 
sichtig tropfenweise die Säure zu. Erst wenn die Schale aufge- 
löst ist, kann man zur Entfernung der letzten Schalenreste die 
Steinkerne in concentrirte Säure bringen, resp. diese aufgiessen 
und erwärmen. Dann werden, immer ohne die sehr leicht zer- 
störbaren Steiukerne zu berühren, dieselben möglichst ausgewaschen, 
dann das Wasser abgegossen und durch Alkohol ersetzt. Mit 
diesem erwärmt mau vorsichtig, bis die Luft ausgetrieben ist, und 
bettet dann die nun fertigen Steinkerne auf dem Objectträger 
vollständig in Camidabalsam ein, den mau zunächst etwas mit 
Terpentin verdünnt. Diese Steiukerne werden in dem Balsam 
vollständig durchsichtig, und eignen sich vortrefllich zur mikro- 
skopischen Untersuchung. 

Das Vorkommen der Foraminiferen in der Aachener Kreide. 

In den untersten Schichten der Aachener Kreide , dem 
Aachener Sand, finden sich Foraminiferen nicht. Auch der Grün- 
sand mit Actinocamax quadratus ist im Allgemeinen arm an 
solchen, nur an einer Stelle kommen dieselben in zahlloser Menge 
in einer losen Sandsehicht zusammen mit kleinen Austern- und 
Anomieu-Sehalen, Fischschuppen etc. vor. Durch einfaches Aus- 
sieben in der trockenen Jahreszeit kann man die kleinen Schalen 
iu beliebiger Menge gewinnen. Die Fundstelle liegt in der 



Einleitung. 



7 



Böschung der Lütticher Landstrasse , fast auf der Höbe des 
Aachener Waldes, hat aber nur eiue beschränkte Ausdehnung. 

Die hauptsächlichsten hier vorkommenden Arten sind: 

Dentalina acuta d'Orb. 

» projrinqua Beksel 
Frondicularia inver&a ReüSS 
Cristdlaria rofulata d'Orb. 

Die erstgenannte Art ist die bei weitem häufigste. 

Wesentlich seltener, und viel schlechter erhalten, finden sich 
Foraniiuiferen in den thonigeu Grünsanden des Preussbergcs, 
besonders in der Sehafskul bei Heldsruhc, wo sie mit verkie- 
selter Schale in rundlichen Concretionen liegen, welche ausser- 
dem massenhafte Schwamm -Nadeln enthalten. An allen anderen 
Stelleu bei Aachen werden immer nur einzelne Exemplare gefun- 
den. Dass indessen während der Ablagerung des Grünsandes 
allenthalben Forainiuii'eren in Menge die Aachener Bucht des 
Kreidemeeres bevölkerten, beweisen die massenhaft vorkommenden 
Glaukonitkörner, die oft ein Drittel der Gesaniintmasse bilden. 
Wenn auch bei weitem die meisten derselben keinerlei regel- 
mässige Gestalt zeigen, so lassen doch viele von ihnen erkennen, 
dass sie Steinkerne von Forainiuii'eren, oder Theile von solchen 
sind. Auch schon im Aachener Saud, namentlich in den oberen 
Lagen desselben, wie im Eisenbahneinschnitt bei Ronheide , bei 
Altenberg, am Wingertsberg bei Aachen, sowie bei Gemmenich 
und Tertraeten finden sich vereinzelte Körner von Glaukonit, an 
denen hier und da zu erkennen ist, dass sie Bruchstücke von 
Foramiuiferen darstellen, deren Bestimmung freilich unmöglich ist. 
Viel häufiger als in den unteren sandigen Ablagerungen der 
Aachener Kreide, finden sich die Forainiuiferen in den höheren, 
kalkig- mergeligen Schichten mit Beiemnitelia mucronata. Die 
unteren Lagen dieser Kreidemergel enthalten gewöhnlich noch 
reichliche Mengen von Glaukonit, dessen Körner oft die Gestalt 
von allerdings schlecht erhaltenen Foraminiferen-Steinkerneu be- 
sitzen. Zusammen mit diesen finden sich indessen fast immer 



8 



Einleitung. 



Schalen, wenn auch gewöhnlich nicht gut erhalten. Nach oben 
hin wird allgemein der Glaukonitgehalt geringer, und sind dann 
auch ebenso allgemein die Schalen der Foraniinif'cren besser er- 
halten. J. BEISSEL hat beobachtet, dass in den Kreideinergelu 
ohne Feuerstein, die Schönheit der Schalenerhaltung im umge- 
kehrten Verhältuiss zu der Menge der in Salzsäure unlöslichen 
Bestandteile steht, d. h. je grösser die Menge dieser unlöslichen 
Bestaudtheile ist, um so ungünstiger ist der Erhaltungszustand. 
IJeisskl machte in dieser Hinsicht nachfolgende Angaben: 

In den Mergeln am Friedrichsbeige, am Landgraben, in einer 
Höhe von 600', enthalten die Mergel 51 pCt. in Salzsäure unlös- 
lichen Rückstand, und sehr schlecht erhaltene Schalen. Dasselbe 
ist der Fall bei den Mergeln am alten Vaalser Weg, mit 48 pCt. 
Rückstand. Recht gute Schalen dagegen finden sich schon am 
Friedrichsberge in einer Mergelgrubc, welche etwa 100' höher 
liegt, wie die vorstehend genannte, in der die Mergel nur 38 pCt 
Rückstand haben, und bei weitem die besten Schalen kommen 
in einem noch 100' höher liegenden Mergel vor, der beim Be- 
handeln mit Salzsäure nur 21 pCt. Rückstand ergiebt. 

Die Gewinnung der Schalen aus diesen Mergeln ist vielfach 
eine leichte. Oft braucht man das Gestein nur scharf zu trocknen, 
und dann in Wasser zu legen; dasselbe zerfallt dann zu einem 
leicht schlemmbaren Brei. Namentlich die Mergel der Höhe des 
Friedrichsberges, und die Cirripedeurcicheu Mergel des Preuss- 
berges gehören in diese Kategorie. Etwas härtere Mergel kann 
man oft schlemmen, wenn man diesen Froccss wiederholt. Ganz 
harte Mergel, sowie die in Wasser nicht zerfallende Schreibkleide 
von Henry Chapelle behandelte BeiäSEL derart, dass er das scharf 
getrocknete Gestein in eine übersättigte Lösung von Natriumsnlfat 
legte. Das eingedrungene Salz sprengte dann beim Krystallisiren 
das Gestein, und machte es zum Schlemmen geeignet. 

Die höheren Schiebten der Mueronaten -Kreide, die Mergel 
mit Feuersteinen, enthalten zwar ebenfalls Foraminifereu, und 
stellenweise in grosser Zahl, Indessen ist die Erhaltung der- 
selben ineist eine ungünstige, und vornehmlich die Gewinnung 
eine schwierige. Am häufigsten pflegen sie in den Feuersteinen 



Einleitung. 9 

zu sein, wovon man sich bei der Untersuchung von Dünnschliffen 
Überzeugen kann; und in manchen hohlen Feuersteinen finden 
sich in dem eingeschlossenen, ineist ockergelb gefärbten sandigen 
Pulver viele Schalen von Foraminiferen. In den festeren Kalken 
kommen meist nur schlechte Steinkerne, vielfach ans Glaukonit 
bestehend, vor. 

Naturgemäss findet man hei Aachen sowohl die Schalen als 
auch die Steinkerne der Foraminiferen auch in den Lehm-artigen 
Gesteinen, welche vielfach die Kreideablagerange n bedecken, und 
aus deren Zersetzung hervorgegangen sind. 

Bemerkt mag noch werden, das» Belsskl nur die Vorkommen 
der nächsten Umgebung Aachens berücksichtigte. Die zur Qua- 
dratenkreidc gehörigen saudig-thonigen Gesteine, welche bei Aubcl 
und anderen Orten des benachbarten Belgisch-Limburg auftreten, 
sind ebenso wenig in den Bereich der Arbeit gezogen, wie die 
Kreideschieliten des Maassthaies. Nur die weisse Kreide von 
Henry- Chapelle ist noch mit untersucht worden. Dieselbe lieferte 
besonders viele Rotaliuen. 

Die hier beschriebenen, resp. nur abgebildeten Arten sind 
die folgenden: 









Unt. Miifiron. Mergci 








T3 












Obere 


No. 


Namou.dor Arten 


et 

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Mucrori, 






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Mergel 


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Liluola nquisgranensis Bkiss. . . . 




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3 


Haplophraijmium Mim-fiisuni Reusa. . 




X 






X 






4 


» compressum Bkisshi. 




X 












5 


» iuüoifles Beisskl . 




X 




X 








6 


» grantle Keusm» , . 






x 










7 


i> inßaliim BeisgEt, . 


X 


X 




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X 






8 


Polyphragma variabik i>'0kb. . . . 


X 


X 




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x 


X 




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» » > var. . . 


X 




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10 










X 








11 


H'oijjmorphim ep. äff. eitkea Schdltu 




X 






X 







10 



Einleitung. 



— •— 


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Unt. Mucron. 


Mergel 









1 


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nftnvn uor arten; 


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Jll ' 1 ^ 1 1 


12 


Gtandulina i-yündracea Revss . , . 


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X 


X 


X 


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13 


Nadosaria Zippti Ekvss .... 


— 


X 


X 


X 


X 


X 


— 


14 




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X 


X 


X 


X 


X 




15 






X 


x 


x 


X 


X 




16 




— 


x 


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X 




— 


— 


17 


» incrassata Bkismkl . . . 


— 


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— 


•18 


> propinqua Beikel . . . 


X 


X 





X 


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— 


19 




X 


X 


X 


X 








— 


30 


» pvlyphragma Rkums . 


— 


X 


X 


X 


X 


X 


— 


21 


FrondkularUi Arcläaci d'Oüe. . . 


— 


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X 


X 


— 


— 


— 


n 


» augwta Nilss. . . . 


- 


X 


X 


X 


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X 


— 


23 


» strigillata Reuss . . 


X 


X 


X 


X 


X 


X 


— 


24 


s inversa Rkubs . . . 


X 


X 


X 


X 


x 


x 


— 


25 


» radiata d'Ohb. . . . 






X 










•26 


Flaicllina iuversa Bkisskl .... 


— 




X 








— 


*27 


» Archiaei Befsskl . . . 






X 










*28 


a eltiptica Nitss 




X 


X 


X 








29 








X 










•30 


s radiata Beissel .... 






X 










•81 

32 


» Haudouini »Qua. . . . 
» favosa Beismk.i 




X 


X 


— 








33 


Vaginvlina costulata Roem. .... 


X 




X 










34 






X 


X 


X 


X 


X 




35 


Cristellaria triangularit d'Orb. . . . 




X 




X 








36 






X 




X 








37 


» rotidata Lam 


X 


X 


X 


* 


X 






*38 


» umbiUeata Beisskl . . . 
















39 


I'ohfmor-fifdtia complanatn ü*Oke. . 




X 












40 


o pratew Beisskl . . . 




X 


X 


X 








41 


» glommisrata Roem. . . 




X 


X 


X 


X 


X 




42 


l'yrulina acmmmata u'Oku 




X 




X 








43 


Pkuroatomclta mhnodosa Rehs» . . 




X 


— 


X 









i 




Einleitung. 



11 









Unt. Mucron. Margel 








C 








1 , 


i . 


Obere 


No. 


Namen der Arten 


er 

1=3 




1 


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Mueron. 






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Mergel 


44 


Virgvlina Utjufata Reusa 










— 


— 


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*45 






X 




X 


- 




X 


46 


Textidaria bolirinoidas Rbuss . . . 




X 








— 




47 




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X 






- 




_ 


*48 


» 8p 










- 






*4'J 


» cf. corwlun Reuss . . . 




X 




I 




1 




50 




— 


X 












51 


» oryconus Rtuss .... 




X 












53 


Fcrnc«(7i'n« tricarinata d'Okb. . . 




X 












»53 


Biginerina tretacca ISir--n. . . . 






X 










•54 


Webbina rvyosa d'Oüb 




X 












*55 


Giobiyerim cretacea d'Okb. . . . 




X 












56 


RotaHa nitida Reuss 








X 








*57 


» cf, Bouei d'Ohk 


X 














*58 


» cf. K "lilembargensi* d'Okb. . 




X 








X 




59 










X 


X 






*G0 


o aapcra Ehkksu 




X 


X 


X 




X 




*61 


» Nicbelini d'Obb 




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X 




*G2 






X 








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*G3 


» OmiUOnoide» Reuss . . . 




X 












»64 


» Clementiiia d'Okb 




? 








X 




*E5 


» S|l 


X 














»66 


Truncatulitia sp 






X 










67 






X 













Von diesen Arton sind die ungestcrnton im »Aachener Sattel« nicht aufgezählt, 
während andererseits die dort angeführte Gaudnjina arycamm in den Landschriftlichen 
Notizen nirgends erwähnt wird. 



I. Imperforata Cakp. 



Familie Cornuspiridae v. Zittel. 

Genus Lituoln. 

Liluola aqnisgranensis Bbissbl. 
T»f. III, Fig. 1-54. T«£ XVI, Fig. 33 - 35. 

Anfangskammer kugelig, von 0,07 — 0,09 mm Durchmesser. 
Es gelaug indessen nur bei 20 Exemplaren, dieselbe frei zu legen. 
In einzelnen Fällen zeigte dieselbe eine etwas ovale Gestillt, 
und besass dann eine Scheidewand. Zuweilen wurde auch beob- 
achtet, dass der Anfang des Gehäuses von 5 oder 6 gleich grossen 
Zellen gebildet wurde, deren Lage zu einander keiner Gesetz- 
mässigkeit zu folgen schien, so dass sich auch nicht feststellen 
liess, ob diese Zellen etwa durch Ausbitdung von Septon ent- 
standen waren (vergl. Taf. XVI, Fig. 35). Die folgenden Kammern, 
7 — 13 an Zahl, haben die Gestalt von Kugel Segmenten, ihre 
Wandungen sind etwas aufgetrieben und tragen in der Mitte in 
einer schwachen Eiusenkung die kreisförmige Mündung. Sie 
ordnen sieh zu einer, aus I 1 /) — 2 Umgängen bestehenden Spirale, 
über welcher noch 5 weitere, ähnlieh gestaltete Kammern gerad- 
linig angeordnet sind, deren letzte eine kreisförmige Mündung 
von 0,10 — 0,18 mm Durchmesser hat. Ausnahmsweise ist diese 
Mündung abweichend gestaltet, und zwar oval, halbmondförmig, 
hufeisenförmig, kleeblattförmig (Fig. 6) oder spaltförmig (Fig. 28). 
Da die Gestalt der Kammern und ihre Grösseuzunahme mancherlei 
Schwankungen unterliegt, so ist auch die Gestalt des Gehäuses 



I. Imperfecta Gutr. 13 

eine verschiedene. Zuweilen ist der spirale Theil relativ breit, 
während die Kammern des gestreckten Theilos nahezu die gleichen 
Abmessungen sseigen , so dass das Gehäuse die Gestalt eines 
Iiischofstabes besitzt (Fig. 1 — 3). In anderen Fällen ist der 
Spirale Theil mir schwach entwickelt, und die geradlinig ange- 
ordneten Kammern umfassen denselben zum grossen Theil, so 
dass er äusserlich kaum hervortritt. Solche Gehäuse haben dann 
eiue mehr kegelförmige Gestalt (Fig. 17 — 24). So sehr aber 
auch diese extremen Formeu von einander verschieden sind, so 
sind sie doch durch alle möglichen Uebergänge mit einander ver- 
bunden {?,. B. Fig. 8), so dass eine Trennung in mehrere Arten 
durch die genannten Unterschiede nicht begründet werden kann. 

Bei beiden Formen kommen nicht selten Unregelmässigkeiten 
in der Aufeinanderfolge der Kammern vor, und zwar derart, dass 
die jüngereu Kammern eich schief an die älteren ansetzen, oder 
dass die Grössenzuuahme einer Kammer ungewöhnlich stark ist. 
Auf eine solche , besonders weite Kammer folgt dann wohl eine 
besonders kleine, so dass das Gehäuse eine wulstförniige Ver- 
dickung besitzt (Fig. 22 — 24). — Die Kammern werden durch 
Scheidewände, die bis zu 0,09""" dick sind, und deren Zahl 7—10 
beträgt, in kleine Unterabteilungen zerlegt. Diese Scheide- 
wände, welche radial angeordnet sind, stosseu in der Mitte der 
Zelle nicht zusammen, der innerste Theil des Gehäuses ist daher 
nicht weiter getheilt (Taf. XVI, Fig. 33, 34). Oft kommen auch 
Septen zweiter Ordnung vor, so dass dadurch die Theilung der 
Kammern eine sehr weitgehende wird. Noch complicirter kann 
dieselbe dadurch werden, dass zuweilen horizontale, querboden- 
artige Scheidewände auftreten, wenn dieselben auch Btets unvoll- 
ständig bleiben. 

Mit Rücksicht auf die Schalenstrnktur unterscheiden sich die 
beiden oben charakterisirten Varietäten in der Weise, dass die 
Form mit breitem, deutlich abgesetzten Spiraltheil, eine weniger 
rauhe Oberfläche hat, als die andere, die als var. conica bezeichnet 
werden mag. Bei ersteror sind die Saudsplittcr auch meist in 
regelmässiger Weise angeordnet, und zwar so, dass eine grössere 
Platte von kleineren umgeben wird; dieselben liegen mit ihrer 



14 



I. Tmpcrfor&ta Cabp, 



grössten Fläche auf der Schalenoberfläche, Bei der var. conica 
dagegen sind die Kieselsplitter unregelmässig angeordnet, und 
treten meist an der Oberfläche mit Kanten oder Ecken hervor. 
Der zum Bau der Schale verwandte Sand besteht meist aus farb- 
losen Quarzsplittern, die durch ein spärlich vorhandenes, körnig- 
kalkiges Cement verkittet werden. Hin und wieder findet man 
auch SiKcatkörnehen , dagegen beobachtete ich nur einmal einen 
schaligen Anflug aus Glaukonit, uie dagegen ein Korn dieses 
Minerals innerhalb der Schalsubstanz. Bei der var. conica hatten 
die Splitter einen Durchmesser von 0,18 — 0,22""°, meist aber 
nur von 0,02 — 0,09""". Die Splitter bei der typischen Form 
hatten höchstens 0,12 — 0,14 mm Durchmesser. 

Oft beobachtet man, dass die Kammerwände ausser der 
Mündung, noch ein zweites, rundliches Loch besitzen, das in ein- 
zelnen Fällen sicher durch eine äusserliche Verletzung entstanden 
sein dürfte. Ueber einem solchen Loch entwickelt sich meist 
eine normal gestaltete Kammer, welche nur selten ringsum ge- 
schlossen ist (Fig. 38, 46), meistens vielmehr eine gleichfalls nor- 
mal gestaltete Mündung besitzt (Fig. 44). Ueber einer solchen 
Knospe entwickeln sich dann noch mehrere Kammern (Fig. 35 — 41), 
stets in geradliniger Anordnung, welche auch dann vorhanden ist, 
wenn die Knospe sich au einer Kammer des spiralcn Theiles 
bildete. Wenn mehr wie eine Knospe vorhanden ist, so wird 
doch immer nur bei einer derselben ein Fortwachsen beobachtet. 
Zuweilen findet auch eine Gabelung des Gehäuses dadurch statt, 
dass sich eine Kammer der noch jungen Schale in der Längs- 
richtung thcilt. 

Die Dimensionen der typischen Varietät betrugen: Länge 
2,73 mm , Breite an der letzten Kammer 1,09, an der Spira 1,18; 
Dicke obeo 0,98, an der Spira 0,54. Diese grössten Exemplare 
hatten 5 geradlinig angeordnete Kammern. 

Von der var. conica maasseu Exemplare mit gleichfalls 5 ge- 
radliuig augeordneten Kammern: in der Länge 2,91""", in der 
Breite oben 1,60, unten 0,91; in der Dicke oben 1,G0, unten 
0,81°"". 

Die Beobachtungen wurden gemacht au 3838 Exemplaren, 



-. i 1 



I. ImperCorata Carp. ]5 

darunter 2025 der typischen Form und 1 7 1 f> der var. coniea' 1 ). 
Darunter waren 97 Exemplare mit Knospen, oder mit gabelig- 
getheilter, resp. doppelter Endkammer. 

Vorkommen: Kreideinergel ohne Feuersteine bei Vaals, am 
Friedrichsberg und Preussberg sehr häufig. Selten, mid meist 
in kleinen Exemplaren am Branderberg. 



Genns Haplophragm tarn Reuss. 

1. Haplophragntinm Murchisoni Reuss. 

Taf. IV, Fig. 1 — 10. 

1854. TWp&Mta Murchisoni Reuss, Sitssungsbcr. d. K. K. Acad. Wien, p. 65, 

t. 25, f. 1—2. 

Anfaugskammer kugelig, von 0,054 — 0,227 n " n Durchmesser, 
darüber 4 — 5 reitende Kammern, welche die Gestalt des Segmentes 
einer Linse haben. Dieselben bilden eine hyperbolische Spirale, 
und über dieser folgen 5 — 6 geradlinig augeordnete, bedeutend 
grössere Kammern, von niedriger, drei- oder vierkantiger Gestalt, 
mit scharfen vorspringenden Kielen. Dem entsprechend sind die 
Seitenflächen des kantigen Gehäuses rundlich ausgekehlt. Die 
Endignng der letzten Kammer ist spitz glockenförmig, ungekielt, 
und trügt die oft etwas röhrenförmig ausgezogene Mündung, 
welche rundlich, ausnahmsweise auch wohl spaltenförmig ist. Die 
Wandungen der rauhen, sandigen Schale sind 0,128— 0,236 ,m " 
dick, • und die Quarzsplittcrehcu sind uuregelmässig angeordnet. 
Die Spira ist sehr klein, sie wird von den folgenden Kammern 
meist vollständig umfasst, und ist äusserlieh nur dann bei ge- 
nauerer Untersuchung wahrnehmbar, weun sie zufällig einmal in 
einer der Kanten liegt. In diesem Falle ist sie aber sehr oft ab- 



') Nach der vorstehen (Inn Beschreibung und dem vorliegenden Material kann 
es wohl keinem Zweifel unterliegen, dass die im Vorstehenden als Varietäten 
beschriebenen Formen gut ebarakterisirte Spccies darstellen, wenn auch mannig- 
fache Uobergänge vorhanden sind, was bei olnem bo reichen Material nur natur- 
gemäß ist. Die beiden Arten werden als Litui/Ia nquiftgranensiis Bkissfi. und 
Lituola coniea Bkissbi. za bezeichnen sein, H. 



16 



L Imperforata Cabp. 



gebrochen, und daher meist nur in Schliffen zu sehen, welche 
dieselbe gerade treffen. Da aber die Anfertigung solcher Schliffe 
bei weitem nicht immer gelingt, so mag das wohl die Veran- 
lassung gewesen sein, dass auch Cahpentek Triplaria Murchi- 
soni EeuSS zu Orthocerina stellte. Exemplare ohne den gerad- 
linigen Theil der Schale wurden nicht beobachtet. Yierkantige 
Exemplare fanden sich nur vereinzelt, ebenso solche, welche an- 
fangs dreikantig, später vierkantig waren. Die Dimensionen 
waren: Länge 0,781 — 5,00 mm , Breite oben 0,418—2,00™"'. Die 
Spira der grössten Exemplare hatte einen Durchmesser von 
0,727— 1,091 M . Untersucht wurden 278 Exemplare, unter denen 
nur 8 vierkantige waren. 

Vorkommen: Kreidemergel ohne Feuersteine, Nur am 
Friedrichsberg (häufig) und am Brandenberg (selten). Die Exem- 
plare von letzterer Fundstelle pflegen auch bei der gleichen An- 
zahl der Kammern wesentlich kleiner zu sein, wie die vom 
Friedriehsberg. 

2. Haploiiliragmium compressnin Beissfx. 

Taf. IV, Fig. 11 -23. 

Anfangskammer kugelig, von 0,14 — 0,18™"" Durchmesser, 
darüber 5 seitlich zusammengedrückte, reitende Kammern, welche 
sich auf der einen Seite stärker umfassen, wie auf der anderen, 
und so eine aufsteigende Spirale bilden. Es tritt daher auch die 
Aufangskammer auf der einen Seite meist deutlich hervor, lieber 
der Spirale folgt der gestreckte Theil, welcher gleichfalls aus 
seitlich comprimirten Kammern besteht, die sich au den ge- 
rundeten Kanten stärker umfassen, als an den Seitenflächen, wo- 
durch ihre Gestalt sichelförmig wird. Die Mündung der letzten 
Kammer ist spaltförmig, die der älteren Kammern rundlich. Die 
Schale besteht aus Quarz, Glaukonitkönichen und selbst Bruch- 
stücken von Molluski'iischali t! , welche durch ein spärlich vor- 
handenes Cement lose mit einander verkittet sind. Meist ist die 
letzte Kammer etwas schmaler als die vorhergehende, und hMufig 
beobachtet man auf einer der breiten Seiten der Schale eine stark 



L Imperforata Caiii-. 



17 



gerundete, dachförmige Kante, durch welche das Gehäuse einen 
gerundet dreieckigen Querschnitt bekommt; derselbe hat aber 
niemals die ausgehöhlten Seitenflächen des H. Murchinoni. So 
verschieden diese dreikantigen Formen nun auch erscheinen, 
so finden sieh doch genügend Exemplare, welche den ganz all- 
milliligen Uebergang der einen Form in die andere vermitteln, 
die dreikantigen Exemplare betrachte ich daher mir als Abnor- 
mitäten. 

Die Dimensionen betrugen: Länge 1,09 — 3 mm , Breite 0,5)8 
bis 1,27 n "°, Dicke 0,36—0,54'"™. Der Durchmesser der Spira 
betrügt 0,27 — 0,91"™. 

Oft finden sich Stocke mit unregclmässig augoordueteu 
Kaminen), die sich bald auf der einen, bald auf der anderen 
Seite stärker umfassen. In manchen Fällen ist die Mrinduug 
durch dieselbe Masse, welche die Schale zusammensetzt, ge- 
schlossen, ohne dass eine andere Oeffuuug sich gebildet hätte. — 
Untersucht wurden 373 Exemplare. 

Vorkommen: Kreidemergel ohne Feuerstein auf dem Fried- 
riehsberge, häufig, 

Ein Exemplar, das sich durch seine Grösse auszeichnet, fand 
ich in einem losen Grüusand am Königstlior, mit anderen sonst 
nur in den Mergeln sich fiudenden Arten, so dass es fraglich ist, 
ob dasselbe dort auf ursprünglicher Lagerstätte war. 

3. Haplophragmiom bnlloides Beissel. 
Taf. IV, Fig. 24-30. 
Die kugelige Anfangskammer hat 0,073—0,091™™ Durch- 
messer, um dieselbe wickelt sich eine, aus 8'/s Umgängen be- 
stehende etwas uuregelmässige Spirale auf, welche aus niedrigen 
reitenden Kammern besteht, die einander stark umfassen, so dass 
der Nucleus von aussen nicht sichtbar ist, obschon die Mitte des 
Gewindes nicht verdickt ist. Der letzte Umgang besteht aus 
3 — 4 Kammern, die ausser) ich durch schmale und schwache Ein- 
sonkungen abgegränzt sind. Die letzte Kammer hat eine etwas 
eingedruckte Vorderwand, welche unten, dem vorhergehenden 

N(U» Folg«. Heft 3, 2 



18 



L lmperforata Caot. 



Umgang unmittelbar aufliegend, die gekrümmt spaltfönnigc Mün- 
dung trägt, welche 0,20 "" n laug und 0,02"" n hoeli ist. Die Mün- 
dungen der verdeckten Kammern sind durchaus gleich gestaltet. 

Die Oberfläche der Schale ist ausseu und innen vollständig 
glatt und glänzend. In der Sehalenmasse finden sich indessen 
zahlreiche Quarzsplitter, seltener Glaukonitköruer eingeschlossen, 
deren Grösse höchstens 0,07 """ beträgt, im Durchschnitt 0,03""°. 
Die Struktur der übrigen Schalensubstanz ist dieselbe, wie die 
des Dementes der Lüuola- resp. Haplopkraffmium-Artcu, und von 
Sc-Iialcnporcn ist niemals etwas zu bemerken, so dass dir vor- 
liegende Form sicher zu den Impcrforaten gehört. 

Die Höhe des Gehäuses schwankte zwischen 0,56 und 1,36 
die Breite zwischen 0,51 und 1,20™"", die Dicke zwischen 0,47 
und 1,09""". 

Die Art hat viel Aehulichkeit mit Nonionina bulloides t/Orb, 
(FW. des Wiener Beckens p. 107, tab. 5, fig. 9, 10), ist indessen 
ohne Poren, und daher keine Nonionina. 

Untersucht wurden 109 Exemplare. 

Vorkommen: Kreidemergel ohne Feuersteine am Friedriehs- 
berg und Schneeberge, an beiden Orten ziemlich selten. 

4. Haploplirugniiiini grande Reuss. 

Taf. IV, Fig. 31 — 40. 

1854. Spinttina graiulü Rehs», Sitzungsber. der K. K. Academio Wien, p. G9, 

tab. 25, fig. 14. 

Die verhältnissmässig sehr grosse Anf'angskammer ist kugelig, 
und hat einen Durchmesser von 0,33 — 0,44 lieber derselben 
entwickeln sich zahlreiche reitende Kammern, die sich weit um- 
fassen, seitlich nicht zusammengedrückt, und daher ungekielt sind. 
Dieselben haben nur eine geringe Grösse, und bilden ein stark 
eingewickeltes, nahezu in einer Ebene liegendes Gewinde, dessen 
Nabel meist etwas verdickt ist. Bis zu 23 Kammern folgen meist 
der spiralen Anordnung, dann aber streckt sich das Gehäuse, 
und bis zu 5 weitere Kammern haben eine geradlinige Anordnung. 
Dieselben sind von kreisförmigem Querschnitt, sehr niedrig, und, 



I 



L Imperforala Caup. Iii 

wie auch die Kammern der Spira, äusserlich durch dontliclio 
Furchen von einander abgegrenzt. Das ganze Gehäuse hat etwa 
die Gestalt einer bauchigen Flasche. Die Mündung liegt iu der 
Mitte der schwach eingesenkten oberen Fläche, und besteht aus 
2 — 4 runden oder spaltförmigen Oeffimngeu. Ist indessen nur 
der spirale Theil vorhanden, 60 ist die Endfläche nicht einge- 
drückt, sondern etwas gewölbt, und die Mündung liegt auf der 
inneren Seite (Fig. 33). Die Oeffmingen der verdeckten Kammern 
sind ahnlich gestaltet (Fig. 31, 32, 35). Die Schale besteht aus 
Quarzsplittern von höchstens 0,18""" Grösse, seiteuer fanden sich 
rundliche Glaukonitkörner von 0,18 — 0,27""° grösster Länge. 
Aussen ist die Schale sehr rauh, innen dagegen glatt. Wie 
Schliffe zeigen, ist die Innenfläche der Kammern mit einer be- 
sonderen, schmelzartigen Kalklage überzogen. 

Die meisten Exemplare bestehen nur aus dein spiraleu Theile, 
die mit gestrecktem Theil sind geradezu selten. Die kleinsten 
beobachteten Exemplare hatten !) Kammern. 

Die Abmessungen der grössten Exemplare betrugen: Länge 
4 n "\ Breite oben 1,50, unten (an der Spira) 2,10— 3,10™'", Dicke 
oben 1,50, unten 2""". 

Untersucht wurden 453 Exemplare, unter denen nur 8 waren, 
die mehr wie 2 gestreckte Kammern besassen. 

Vorkommen: Bis jetzt nur in den glaukonitreichen unteren 
Mueronatemnergeln am Prenssberg. 

5. Haplophragraium iiiflatum Bei.hsel. 

Taf. IV, Fig. 41 -45. 
Anfangskammer klein, kugelig, von 0,07 — 0,09""' Durch- 
messer. Doch miiss bemerkt werden, dass es nur in wenigen 
Fällen gelaug, dieselbe iu Schliffen zu beobachten. Uebcr der- 
selben folgt der aus 2 Umgängen bestehende spirale Theil des 
Gehäuses, und über diesem folgen 4 grosse, blasenformige Kammern, 
welche die vorhergehenden umfassen, äus-serlicli durch Furchen 
deutlich abgegräuzt sind, und einen Querschnitt haben, der einem 
vierblätterigen Kleeblatt gleicht. Die Kammern des Spiralen 

2* 



•20 



I. Imperforata Carf. 



Theiles sind äusserlich nicht geschieden. Die spaltförmige Mün- 
datlg Hegt in der Mitte der 4 grossen Kammern, in einer Ein- 
senkung, die durch die Neigung der Wand entsteht, und zwar 
in der Vorderwand der letzten Kammer, so daes sie die OberflÄche 
der gegenüber liegenden Kammer berührt (Fig. 42, 45). Ein 
eigentlicher gestreckter Theil fehlt, und hat die Schale im äusseren 
viel Aehnlichkeit mit gewissen Globigerinen. Der Spirale Theil 
ist äusserlich nur sehr selten wahrnehmbar. Die Schale zeigt 
niemals Spuren von Poren, sie besteht aus bis zu 0,14, im Durch- 
schnitt 0,09""" grossen Quarzsplittern, welche durch ein kalkiges 
Cemcnt äusserst fest verkittet sind. 

Bei Exemplaren vom Friedrichsberg beobachtet mau häufig 
im Innern der Kammern einen rauhen Ueber/.ug aus Kalkspath- 
Krystallen, derselbe ist wohl als nachträgliche, anorganische Bil- 
dung anzusehen. Sonst ist die Innenfläche der Kammer von 
gleicher Beschaffenheit wie die Aussenfiäehe, also rauh, und von 
einer inneren Schmelzlage wie bei H. yrande ist nichts zu sehen. 
Die Beobachtung wurde gemacht an 300 Exemplaren. 

Vorkommen: Kreidemergcl am Friedrichsberg, ziemlich häutig 
(242 Ex.), Vaals und Branderberg , selten (38 u. 20 Ex.). Die 
Exemplare des Branderberges unterscheiden sich von denen der 
anderen Loealitäteu durch geringe Grösse, wie dies auch schon 
bei anderen Arten bemerkt wurde. Die grössten Stücke vom 
Brauderberg waren 0,6ü ml " lang, die kleinsten vom Friedrichsberg 
0,99 n "", die grössten von letzterer Stelle 1,49'"™. 

Genus Polyphragma Reuss. 

Polyphragma variabile d'Orb. sp. 

Taf. II, Fig. 46-53. 

1840. BuSmma oariabiiä „'Oan-, Foram. d. L ci aic blanche p. 40, Ub. 4, fig. 9, 10. 
1846. » » Reuss, Böhmische Kreide p. 37, tab. 8, fig. 77. 

Die kugelige Anfangskammer hat einen Durchmesser von 

0,07—0,13""". Die folgenden Kammern sind klein, und ordnen 

l ) Reuss hat im Jahre 1875 für seine Bulimina variubUU eine besondere 
Gattung, Ataxophrayiaium, errichtet (Güisitz, das ülbthalgebirge in Sachsen II, 



L Imperfornta Cakp. 



21 



sich nach Art der Guttulinen und Globulinen zu einer uurcgel- 
mässigen Spirale. Dünn folgen niedrige, hufeisenförmige Kammern, 
welche eine Spirille bilden, welche die vorhergehenden Theile des 
Gehäuses meist völlig umfasst und verdeckt. Stets wird der 
linden einer Kummer durch die Oberfläche der vorhergehenden 
gebildet. Die Mündung ist halbmondförmig, 0,22— 0,36 mu hing, 
0,08— 0,04»» weit (Fig. 50, 51), und liegt in einer kleinen, aber 
ziemlich tiefen Einrenkung der vorderen Wand der letzten Kammer. 
Die Oeffnungen der verdeckten Kammern sind ganz ähnlich ge- 
staltet. Während der innere Kaum der älteren Kammern voll- 
ständig der äusseren Gestalt entspricht, besitzen die jüngeren 
zahlreiche, radial gestellte, aber nicht weit in das Innere vor- 
ragende, sternleisteuartigc Septen (Fig. 52). 

Das Cement, welches die Quarzsplitter der Schale verkittet, 
ist nur spärlich vorhanden. Diese selbst sind bei den älteren 

Kammern sehr klein, ihre Abmessungen betrugen 0,005 — 0,010 , 

während in den späteren Theileu der Schale Splitter von 0,l lnra 
vorkommen. Silikatkörner sind selten, von Glaukonit wurden nur 
stengelige und schalige Stückchen, keine Körner beobachtet; die- 
selben waren nicht vom Thiere zum Aufbau der Schale verwendet 
worden, sondern hatten sich später während des Fossilzustaudes 
gebildet. 

Zuweilen wurden warzenförmige Knospen beobachtet, die 
keine bestimmte Lage hatten. Nur einmal bestand eine solche 
Knospe aus mehreren normal gestalteten, bogenförmig angeordneten 
Kammern. 

Die Abmessungen der grössten Stücke waren in den drei 
Dimensionen 2,18, 1,64 und 1,23""", die kleinsten Stücke zeigten 
mir 0,78, 0,72 und 0,69""". 

Als besondere Varietät ') des P, variabiU betrachte ich eine 
ganz involute Nautilus-artige Form (Fig. 46, 47, 53), welche fast 

|>. Iii). Jedenfalls ist die liier beschriebene Form nicht festfjewachsen , was ein 
wichtiges Kennzeichen von I'otgpkroffHUi ist. H. 

') Es scheint kaum einem Zweifel zu unterliegen, dass diese -vom Verfasser 
als Varietät betrachtete Form eine sclbstständige Art darstellt, die neu zn be- 
nennen igt, zumal Ucbcrgänge eich nicht in dem Maassc finden, wie bei manchen 
anderen Formen, und aach die Form im Grilntand nicht vorkommt. H. 



2-2 



I. Imporforata Cakp, 



die Gestalt des IL bvüoides hat, sich aber, auch von der Ausbil- 
dung der Septen abgesehen, schon äusserlich durch die rauhe 
Schals unterscheidet. Die Kammern sind äusserlich nur undeut- 
lich abgegräuzt, und die halbmondförmige Mündung liegt am 
inneren Ende der stark eingesenkten vorderen Wand, die Scheide- 
wände sind in der Hegel etwas länger, als bei der typischen 
Form. Die Dimensionen der grössten Exemplare betrugen in deu 
drei Abmessungen 1,88, 1,16 und 1""". 

Vorkommen: Die typische Forin findet sich als Seltenheit 
im Grt'iusand des Aachener Waldes, des Preussberges und vor 
dem Kölligsthor. Häufig dagegen ist dieselbe an allen Fundstellen 
in den unteren Miicronatenniergcln, besonders am Fri ed ri ehsbe rjr. 
Die seltenen Exemplare vom Branderberg zeichneu sich durch ge- 
ringe Grösse aus. Untersucht wurden im ganzen 705 Exemplare, 
darunter 555 vom Friedrichsberg. 

Die Varietät wurde bisher im Grünsaud nicht gefunden, das 
Vorkommen im Mergel ist dasselbe wie der typischen Form. Es 
wurden 280 Exemplare untersucht, darunter 250 vom Friedrichs- 
berg. 

Genns Trochamina Park, u. Jon. 
Trochamina ') recta Beissel. 

Taf. V, Fig. 1-3. 

Das Gehäuse ist stabförmig, AWosana-artig, und besteht aus 
höchstens 5, einander mehr oder weniger umfassenden, und ausser- 
lich stärker oder schwächer abgesetzten Kammern, von denen die 
erste eiuen Durchmesser von 0,36— 0,54 """ besitzt. Die Mündung 
ist bei allen Kammern einfach, rund, und liegt in der Mitte der 
oberen Fläche; sie ist zuweilen etwas umrandet. Die Schale be- 
steht aus scharfkantigen Quarzspütteru von höchstens 0,1 3""" 



') Nach der Diagnose der Gattung TYockamina Park, bei v. Zittki. (Hnnd- 
buch ], p. 7t>) gehört die vorliegende Form nicht zu derselben. Sie gleicht in 
der Gestalt vollständig der Gattung llajiloftklw Rkush, ets fehlen ihr indessen die 
Sejiten, die für diete Gattung besonder« charakteristisch sind. H. 



I. Imporforala Cahc. 



23 



Durchmesser, die durch ein kalkiges Cement verkittet sind. Poren 
fehlen, ebenso sceuiidüre Scheidewände. Die Dimensionen sind: 
Länge 0,94— ],51 ,M1 , obere Ilreite 0,33 — 0,54""% untere Breite 
0,31 — 0,54""". Untersucht wurden 31 Exemplare. 

Vorkommen; Untere Kreidemergel ohne Feuersteine am 
Sehneeberg bei Vaals, selten. 

Polymorph ina sp. '). 

Taf. V, Fig. 3—15. 

Das Gehäuse gleicht in der Gestalt einer zweizeiligen Poly- 
morjikina, es besitzt höchstens 23 Kammern, die etwas zusammen- 
gedrückt sind, und von denen wenigstens die jüngsten durch deut- 
liche Furchen äusserlieh von einander getrennt sind. Bei manchen 
Exemplaren ist die Anordnung der Kammern etwas unregelmässig 
(Fig. 7, 10, 13), Die Anfangskauimer ist kugelig, klein, von 
0,03 — 0,07 1 °" 1 Durchmesser. Die Mündungen liegen auf der 
inneren .Seite der Endfläche, und haben eine runde Iiis halbmond- 
förmige Gestalt. Die Schale besteht vorwiegend aus farblosen 
Qmirzsplitteru, die durch ein wenig voluminöses Cemetit fest ver- 
kittet sind. Poren und Septen fehlen. 

Die Dimensionen betragen: Dange 2,18 — 2,25™°, Breite 0,65 
bis 0,78"™, Dicke 0,54-0,6S ra,n . Untersucht wurden 198 Exem- 
plare. 

Vork o m m e u : Kreidemergel ohne Feuersteine am Friedrichs- 
berg (128 Expl.), Schneeberg (56 Expl.) und Branderberg (H Expl.). 
Die Exemplare von letzterem Fundort zeichnen sich diirchgohends 
durch geringe Dimensionen aus. 

') Es ist klar, das« die vorlifßondo Form nicht zu I'olymorphina gehören 
kann. In seinem Manuskript hat Bkimkl sie als Pohpiwrphina siluca M. Schulze 
(Ueber den Organismus der Polvllialamien p. 61, Taf. 6, Fig. 10—11) bezeichnet 
Im »Aachener Satteli (p. 138) als Pob/mOTjthina »sehr ähnlich der P. a'licea Sch.*. 
Offenbar gehört die Form in die Nahe der Torher beschriebenen Trochamina 
recta Bkisski,. H. 



II. Pcrforata. 



Familie Lagenidae. 

Die folgenden Beobachtungen über die Struktur der Schale 
sind vorzugsweise au lebenden Arten aus dem Mittelmeere an- 
gestellt worden, und erwiesen sieh dieselben übereinstimmend mit 
den fossilen Formen von Aachen, soweit bei diesen der Erhaltungs- 
zustand eine Untersuchung gestattete. 

Die Schalen der Nodosarinen bestehen aus einer wechselnden 
Zahl von Schichten, welche wie die Jahresringe der Holzpflanzen an- 
geordnet erscheinen, und bei günstiger Erhaltung und entsprechender 
Beleuchtung schon bei schwacher Vergrößerung wahrnehmbar sind 
(Taf. I, Fig. 1 ; Taf. II, Fig. 8 — 10) ; ihre Dicke beträgt bei den von 
mir beobachteten Arten 0,007 — 0,043 mnl . Die einzelnen Schichten 
scheinen ursprünglich durch dünne Lagen organischer Substanz von 
eiuander getrennt gewesen zu sein, an deren Stelle jetzt Hohlräume 
vorhanden sind. Es geht dies daraus hervor, dass mau oft bei 
künstlich hergestellten Steinkernen die Ausfüllung dieser Hohl- 
räume in Form von dünnen Kiescllamellen beobachtet. Bei starker 
Vergrössernng (1000 : 1) sieht man in den einzelnen Schalschichtcn 
eine wechselnde Menge paralleler, dunkler Linien, welche anzu- 
deuten scheinen, dass jede Schicht wieder aus mehreren Lagen 
besteht. 

Gegen den Nucleus zu nimmt die Dicke der Schale im All- 
gemeinen zu, und mit ihr die Anzahl der Schichten, woraus her- 
vorgeht, dass wohl Wiixiamson's Ansicht über die Entstellung 
dieser Schalenlagen die richtige ist, dass dieselben nämlich auf 
der Schalenoberfläche abgelagert wurden. Die Anzahl der Schaleu- 
lagen stimmt indessen nicht mit der Anzahl der Kammern, wie 



II. Perforata. 



25 



dies Wiluamson will, sondern einkammerige Exemplare besitzen 
oft bereits mehrere Schichten. 

Die Weite der dicht stehenden Schaleuporen variirt nur sehr 
wenig, sie betrug 0,001 — 0,002 mra . Am zahlreichsten sind die 
Poren in den Aussenwänden der Kammern, sie finden sich aber 
nur in geringer Zahl in den Zwischenwänden derselben (Taf. II, 
Fig. 9). An der Ansatzstelle einer neuen Kammer sind die Poreu 
' natürlich verschlossen, und auch um diese Ansatzstelle werden in 
einem schmalen Ring die Poren verstopft (Taf. II, Fig. 4). Bei 
längsgerippten Arten drängen sich die Poreu stets in deu Furchen 
zusammen, in den Rippen selbst beobachtet man unr spärliche, 
sehr undeutliche Poren, von denen nur ausnahmsweise eine bis zur 
Oberfläche durchgeht (Taf. I, Fig. 1). Aehulich verhalten sich 
die Poren in dem Stachel, den manche Arten besitzen, der auch 
nur von wenigen verworrenen und verwirrten Röhrchen durchsetzt 
wird (Taf. I, Fig. 1 ; Taf. II, Fig. 6). 

Die Substanz der Schale scheint zunächst ganz homogen zu 
sein. Jedoch erscheinen Schliffe, die durch Kochen mit Kalilauge 
und Glühen von aller organischen Substanz befreit sind, bei ge- 
kreuzten Nikols heil, wahrend die organischen Häutchen, welche 
nach dem Behandeln der Schalen mit Salzsäure erhalten wurden, 
dunkel erschienen. Hierdurch wird die Angabe Ehrenbbrg's 
bestätigt, nacli der die Schalen der Polythalamier eine krystalli- 
nische Struktur besitzen. Bei starker Vergröstserung schienen 
besonders diejenigen Stellen, an denen nur spärliche Schaleuporen 
vorhanden waren, eine feinkörnige Struktur zu besitzen. Die 
Körner schienen sehr ähnlich denen, welche man erhält, wenn 
man, wie Kainey angiebt in eiuor Gummilösung enthaltene 
Kalksalze durch kohlensaure Alkalien fällt, so dass vielleicht die 
Bildung der Nodosarieu-Sehale auf einem ähnlichen Vorgang be- 
ruht. Zuweilen lagert sich auch in den Poren Sehalsubstanz ab, 
und füllt dieselben ganz aus, was besonders dann geschieht, wenn 
die Mündung einer solchen Pore irgendwie verstopft wird. Es 
bestätigt dies die Angaben von Parker und Jones, dass die 
fibulöse Struktur zuweilen in die dichte übergehe. 

') Quat. Jouro. of microse. sciences 1861, p. 23. 



26 



II. PurfbraU. 



Bei faßt allen Formen der Aachener Kreide, welche darauf 
hin untersucht wurden, zeigten sich die meisten Schalenporen 
vollständig durch K:dk oder Kiesclsubstunz ausgefüllt, was durch 
den Fossilificationsprocess bewirkt wurde. Häufig ist hierbei 
auch der den Poren Wandungen zunächst liegende Theil der Schale 
verändert worden, was sich gut bei durchfallendem Liebte sehen 
lässt. Solche Schliffe scheinen dann eine faserige Struktur zu 
besitzen. Einzelne Poren sind aber stets offen, was an Schliffen, 
besonders gut aber au Steiukerneu zu sehen ist. 

Zuweilen finden sich in der Schale stark doppelbrechcude 
Splitter von Kieselsäure oder Silikaten eingebettet. Es ergab 
indessen die Untersuchung, dass diese Splitter sich durch einen 
späteren Umwandluugsprocess bildeten, und daher eine andere 
Natur wie die Quarzsplitter in der Schale der Cornuspiriden be- 
sitzen. Bei Besprechung der D. Lorneyana, bei der solche Ge- 
bilde besonders häufig sind, wird hierauf zurückzukämmen sein. 

Sämmtliehe Nodosarinen besitzen eine kugelige, eiförmige oder 
ellipsoidiscbe Anfangskammer, die folgenden Kammern sind ähn- 
lich gestaltet, und (ragen auf einem warzenförmigen Vorsprung 
die Mündung, welche bei der Endkammer aus radial gestellten, 
keilförmigen Spaltöffnungen, selten aus einem Bündel rundlicher 
Rohrchen besteht. Bei den verdeckten Kammern besteht die 
Mündung aus einem verschieden weiten, trichterförmigen Loch, 
au dessen Umrandung oft noch die Reste der ehemals vorhandenen 
Spalten sichtbar sind. 

Die Innenwand der Kammern ist stets glatt, der Hohlraum 
entspricht im ganzen der äusseren Gestalt. 

Eine scharfe Trennung der Gattungen Ghindulina, NoJosana 
und Denttilina erscheint mir nach dem vorliegenden Material un- 
möglich. Schliffe zeigen leicht, dass die Einschnürungen zwischen 
den einzelnen Kammern oft durch lierabreichende Verdickungs- 
schichten ausgefüllt werden, so dass aus typischen Nodosaricn 
im Alter Glandulinen werden. Das Maass, in dem die Kammern 
sich umfassen, ändert nicht selten bei demselben Exemplar be- 
trächtig ab, so dass ich die für GlanduUua als charakteristisch an- 
gesehenen Eigenschaften zur Trennung nicht für ausreichend er- 
achte, und mit Parkeh und Jones denselben nicht einmal für die 




II. l'erfbrtOa. 27 

Speeies-Bestiiiiwung eine besondere Bedeutung heimessen kann '). 
Etwas konstanter shid die Merkmale für Dentaliaa, die geflogene 
Schule und die seitlich« Mündung, wenngleich auch hier mannich- 
fiiehe Uehergänge vorhanden sind. 

Auch die zur Begrenzung der Arten gewöhnlich benutzten 
Merkmale unterliegen vielen Schwankungen, so die Grösse, Zahl 
und Gestalt der Kammern, die Trennung derselben, die Dicke der 
Schale, die Ausbildung von Lüngsrippcn and ein etwa vorhandener 
Stachel. Es mag daher besonders betont werden, dass die im 
folgenden festgehaltenen Unterscheidungen mir für das von mir 
untersuchte Material Geltung haben, sich aber bei Untersuchung 
reicheren Materials als bedeutungslos erweisen können. 

1, Glandnlina cylindracea Reuss*). 

r.r. V, Fig. 1-54; T«f. VI, Fig. l-G. 

1846. \'odo»aria ct/Kndracsa Reuss, Vcrstcin. d. bökm. Kreide I, p. 215, tab. 13, 

fig. I, 2. 

1S50. » iaeerta N«ir<uraoiitis, Foramin. aus der Ordnung der Stichostoxier 

von Ober Lapugy in Siebenbürgen. Denk- 
schriften d. iiüil. nat. Klasse d. K. K. Acad, 
Bd. XII, p. 8, tab. 1, fig. 10 n. 11. 

1S56. » Heyi-khi id. ibid. p. 8, tab. 1, fig. 7 — 9. 

1857. Qlandutina candela Egoeh, Foramin. d. Miocün - Schichten von Ortenbarg 

p. 51, tab. 11, % 28-29. 
1857. » awjuatw id. ibid. lab. 11, fig. 2(5. 

1860. » cglindracea I{kv«s, Foramin. der westfälischen Kreide p. 4G, 

tab. 4, fig. I. 

1875. » » Reuss in Geikitz, Das Elbthalgebirge II, p. 89. 

Aiifrin^skamnier tropfenförmig, von sehr verschiedener Grösse, 
iiusserlieh glat^, ohne Stachel. Spätere Kammern, bis zu sechs, 
glatt, bald durch kaum wahrnehmbare Linien , bald durch deut- 
liche Einschnürungen von einander getrennt. 

Längsachse des Gehäuses gerade, selten schwach gebogen, 
oder unrege'hnässig wellenförmig. Mündung auf einem warzen- 

l ) Diese Ansicht Bcheint J. Bkissbl später etwas geäudert eh Haben, da er 
im »Aachener Sattel« die folgende Art, welche er in seinem Manuscript als Nodo- 
snria beschreibt, als Glundidiaa cylindracea aufführt, welcher Name daher such 
hier angewandt ist. 

>} Vergl. die vorstehende Bemerkung. 



28 



IL Perforata. 



förmigen Vorsprang gelegen, aus radial gestellten Spaltöffnungen 
bestehend. 

Gl- cylindracea ist eine im hohen Grade veränderliche Art. 
Oft umfassen sieh die einzelnen Kammern soweit, dass sie äusser- 
lich nicht von einander zu unterscheiden sind, während andere 
Exemplare, welche mit diesen durch alle Uebergängc verbunden 
sind, deutliche Einschnürungen zeigen. Bei den erstgenannten 
Formen stehen die Kammern untereinander durch eine weite 
Oeft'tmng in Verbindung, welche durch Resorption nicht bloss des 
warzenförmigen, die Mündung tragenden Vorspruuges, sondern 
eines grösseren Theiles der Sehale entstanden seheint (Taf. VI, 
Fig. 6). Bei den meisten Exemplaren, «reiche Einschnürungen 
/.eigen, stehen die Kammern untereinander durch wesentlich engere 
Oeffnnngen, die mitunter noch Andeutungen einzelner Spalte 
zeigen, in Verbindung (Taf. VI, Fig. ä). Dennoch lassen die beiden 
Fonnenkrcise sich nicht von einander trennen, da leicht Reihen 
gelegt werden können, in denen alle Zwiseheuformen vorhanden 
sind, und man zuweilen beide Merkmale an demselben Individuum 
vereinigt findet (Glutid. elonyata Reijss). Ebenso wenig lassen 
sich aber auch diejenigen Formen, bei denen durch schnellere 
Breitcnzuuahme der Kammern eine mehr ellipsoidische Gestalt 
entsteht, von solchen, die fast eylindriseh sind, trennen, da auch 
in dieser Beziehung alle Uebergängc vorhanden sind, und Exem- 
plare vorkommen, welche anfangs oval, später eylindriseh Bind. 
Bei den künstlich angefertigten Steinkornen zeigt sich dieser 
1) ubergang deutlicher, weil bei beschälten Exemplaren durch Auf- 
lagerung von Schalensubstanz auf der Oberfläche noch später Ver- 
änderungen entstellen können. 

Bereits Reuss erwähnt gekrümmte Exemplare. Ich fand 
solche bei allen im Vorstehenden erwähnten Varietäten, und da- 
neben auch solche Exemplare, bei denen die Axc wellenförmige 
Biegungen macht (Fig. 51, 52). Solche Formen sind wohl als 
besondere Arten unterschieden worden (Gf. inaequalüs Eggeii), die 
aber durch die Menge der Uebergängc unhaltbar werden, 

Als Abnormität kommen Exemplare vor, deren Schalen zwischen 
den Spaltchen der Mündung stark verdickt sind (Taf. VI, Fig. 4). 



IT. Perforata. 



29 



Manchmal waren aucb die Spältchen ganz verschlossen. In diesem 
Falle hatte sieh jedoch eine normal gestaltete, neue Mündung ge- 
bildet, einmal an der Anfangskammer, das andere Mal seitwärts, 
auf einem knospenformigen Vorsprang. 

Dimensionen der Sehalen: Länge der einkammerigen 0,73 
bis l,(i2"" n , der zweikainnicrigen I,1C — 2,2ö""", der drcikanimcrigen 
l,fi4 — 2,50""", der vierkammerigen 1,74 — 3,2G ,nm , der ftlnfk amme- 
rigen '2,00—3,00""", der sochskainmerigen 2,5— 3,00 ,u,u , der sieben- 
kanimerigen 3 — 4"" n . 

Breite der Anfangskainmeru : 0,54 — 1,37™'". 

Die Beobachtung wurde gemacht an 818 Exemplaren, darunter 
nur 16 mit 5, G mit 6 und 4 mit 7 Kammern. 

Vorkomm en : Sehr selten im Gruusand an der Lfittiehcr 
Laudstrasse. Sehr häufig allenthalben in den Kreidemergehi ohne 
Feuerstein. 

2. t.laudiiliua lauvigata d'Orb. 

Taf. VI, Fig. 7-0. 

S'odumTin laeriyata n'Oun , Dio fossilen Foraniiniftfrcn des Wiener Boekens, p, 29, 

tab, 1, fig. 4, 5. 

» » Pauk kr und Josl:s, Foramiuiforen der KusLe Norwegens, 

r«t x, Fig. c. 

Bei Vaals linden sich sehr selten Exemplare einer Glaiululina, 
die der von d'Orbigny als Gl. laecigata beschriebenen Art sehr 
nahe steht. Sie gleichen vollständig der Form, welche von 
Parker, und Jones zu der Wiener tertiären Art gezogen wurden. 
Von d'ÜRüigny's Figuren unterscheiden sieh die Aachener Stücke 
dadurch, duss sie bei gleicher Kammerzahl die doppelte Grösse, 
und eine kleinere Anfangskammer haben, dass sie nicht selten 
Einschnürungen zwischen den letzten Kammern zeigen, und dass 
diese Kammern sich nicht immer geradlinig aneinander reihen. 
Doch sind diese Unterschiede nicht ganz beständig und konnte 
ich mich daher nicht zu einer Trennung entschließen. 

Wegen des geringen mir vorliegenden Materials — es liegen 
mir nur 9 nicht sonderlich gut erhaltene Stücke vor — bleibt in- 
dessen die hier gegebene Bestimmung zweifelhaft. 



30 



II. Perfornta. 



Länge der Exemplare von 6 — 7 Kammern: 1,03 — 1,45""". 
Breite der ersten Kammer 0,18""", der letzten 0,36 ram . 

Vorkommen: Krcidemergcl ohne Feuersteine am Fuss des 
Schnceberges bei Vaals. 

Nodosaria Zippei Rboss. 

Taf. V[, Fig. 10-29; Taf. XVI, Fig. 32. 

1845. Noifosarfa JCtypei Hkuss, HöhmUohe Kreide I, p. 25, lab. fi, fi^. I — 3. 
I S i ' 0. » * » Foraminiferen der wostfill. Kreide, p. 36. 

1875. » » » in GisisrTz, Elblhalgettirne II, p. 79. 

Anfangskammer kugelig, von 0,29 — 0,76" 1,D Durchmesser. Die 
folgenden Kammern nehmen entweder gleiehinässig an Grösse zu, 
oder es haben die zweite und dritte Kammer einen geringeren 
Durchmesser, als die erste, und erst von der vierten an beginnt 
ein regelmässiges Wachstimm. Der Grad dieses AVaehsthums 
ist verschieden, daher haben die Gehäuse keine gleiohmässig sich 
verbreiternde Gestalt. Einschnürungen pflegen zwischen den 
jüngeren Kammern scharf, zwischen den älteren dagegen weniger 
deutlich zu sein; indesi sind in dieser Beziehung die mannig- 
fachsten Unterschiede vorhanden, da sieb Exemplare mit gleich- 
massigen uud tiefen Einschnürungen nebeu solchen finden, die 
kaum Andeutungen derselben zeigen. Alle Uebergänge sind hier 
vorhanden. Ebenso finden sich alle Ueberj'äuf'e zwischen den 
angegebenen beträchtlichen Verschiedenheiten in den Dimensionen 
der Aufaugskammer. So konnte ich 20 sonst ganz gleiche Exem- 
plare zusammenlegen, bei denen die Aufangskammer je um 0,02 ml " 
grösser war. Auch eine Grösscnalmabme der zweiten Kammer 
kann keine Trennung veranlassen, da auch in dieser Hinsicht die 
aümähltgsten Uebergänge vorkommen, und manchmal Exemplare 
gefunden werden, bei denen auch später noch an Grösse ab- 
nehmende Kammern vorkommen. 

Die Oberfläche ist mit 9 — 25 oft geflügelten Eängsleisten be- 
deckt, welche sich oft, besonders bei sich stark verbreiternden 
Exemplaren durch Eiuschiebung neuer vermehren, und am Nucleus 
in einen stumpfen, kurzen Stachel vereinigen. KeuSS giebt nur 7 
bis 14 Kippen an, ich beobachtete keine Exemplare, die weniger 



IL Perforata. 



31 



wie 9 Rippen auf der ersten Kammer begossen. Oft finden sich 
«wischen den Hippen schwache Zwischcnleisten, welche auch 
Reuss erwähnt. Die Mündung liegt central, auf einer kurzen, 
vorgezogenen Spitze, und besteht aus einer verschieden grossen 
Anzahl von radialen Spalten (Fig. 20, 22). 

Die Anzahl der Kammern beträgt bei vollständigen Exem- 
plaren bis zu 12, doch deuten Bruchstücke darauf hin, dass bis 
über 20 Kammern vorhanden sein können. Rei'ss gieht "20— 30 
an. Als Abnormität kommen selten Exemplare mit mehreren 
Stacheln an der Anfangskanuner vor (Taf. VI, Fig, 24, 25). 

Länge der Exemplare mit 7 Kammern 2,5^5 ml ", von 6 Kam- 
mern 1,75 — 3,5™ m . Exemplare von grösserer KammerzabJ haben im 
allgemeinen auch grössere Länge, doch wurden auch Stücke beob- 
achtet, die bei gleicher Kammerzahl einander um das Doppelte 
an Lauge übertrafen. 

Die Beobachtungen wurden an 80 Exemplaren gemacht. 

Vorkommen: Allenthalben im Krcidemergel ohne Feuerstein, 
nicht häufig. 

Dentalina moiiile v. Hag. 

Taf. VI, Fig. 30-40- 

1843, Nodosaria monik v. H.ui , Monographie der Rügcnor Kreidoverst., p. 5G8. 
1845. Dentafina iiwnik Rr.usg, Böhmische Kreide I, p. 21, tab. S, fig. 7. 

iMntulina j/uÄu&jrw« Nkugeboilex, Forarainiferen von Ober- Lapugy, p, [7, 

tab. 2, fig. 10. 

Anfangskammer kugelig, glatt, ungestachelt, von 0,51 — 1,14""" 
Durchmesser. Folgende Kammern kugelig bis oval, bald gleich- 
massig, bald uuregelmässig zunehmend, manchmal sogar ab- 
nehmend, Anordnung derselben meist in flachem Bogen, zuweilen 
fast geradlinig, Einschnürungen meist tief. Oberfläche glatt, Mün- 
dung etwas seitlich gelegen, auf einem kurzen Vorsprung, aus 
radialen Spältchen bestehend. 

Zwischen den Formen, deren Anfangskanimer von 0,51 bis 
0,8""° beträgt, finden sich leicht alle möglichen Uebergänge, nicht 
dagegen zwischen diesen und den 2 kamuierigeu Exemplaren, deTen 
Aufaugskammer 1,14""* Durchmesser besitzt (Fig. 35). Doch 



32 



II, Pcrforiita. 



konnte dieser Grüsseuuntersehicd allein eine Trennung nicht ver- 
anlasset!. In Bezug auf das Waebsthum der aufeinander folgenden 
Kammern gelten die gleichen Bemerkungen, wie bei Nodomria 
Zippei, zwischen den maunichfaltigsten Verschiedenheiten finden 
sich alle Uebergäuge. 

Die Zahl der Kammern steigt bis 9, meist finden sieh Exem- 
plare von 3 — -6 Kammern. Die Länge beträgt in maximo bei 
9 Kammern 6'°'". Zuweilen finden sich Stücke von 2 Kammern, 
die länger sind, wie andere mit 5 solchen, obsehon im Allge- 
meinen die Länge der Schale mit der Zahl der Kammern zunimmt. 

Als Abnormität finden sich manchmal zwischen normal ge- 
bildeten, ganz unregelmässig gestaltete Kammern. 

Zusammen mit der besprochenen Form kommen nicht selten 
Exemplare vor, welche viel schneller an Grösse zunehmen (Fig. 31) 
so dass der Durchmesser der achten Kammer 3,5 mal so gross ist, 
wie der der Anfangskauimer, welch' letztere ausserdem eiueu sehr 
feineu nadeiförmigen Stachel trägt, welcher bei der Normalforni 
niemals beobachtet wurde l ). 

Die Beobachtungen wurden gemacht an "249 Exemplaren, 
darunter ca. 30 der letzt besprochenen Form. 

Vorkommen: Kreideinergel ohne Feuerstein, allenthalben. 
Unterschiede an den verschiedenen Fundorten wurden Dicht beob- 
achtet. 

Dentaliua communis d Orb. 

Taf. VI, Fig. 41 -65. 

1831h Dentalina communis d'Ohb., Craie blanche, p. 13, U.b. 1, fig. 4. 
1875. » » Rei-ss, Elbthalgebirgo II, p. 87, com. syn. 

An fangsk ammer kugelig, glatt, von 0,14 — 0,42""" Durchmesser, 
mit oder ohne Stachel. Folgende Kammern seitlich oft etwas zu- 
sammengedruckt, glatt, meist ohne deutliche Einschnürungen, oft 
aber auch deutlich abgesetzt. Mündung seitlich. 

Die normale Form, wie sie D'OimiGNY (I.e.) abbildet, hat 
schwach compriniirte Kammern, einen Stachel und undeutliche 



') Diese Form dür/Le wolil eine sclbststruidige Art sein. 



II. 



II. Pcrforata. 



33 



Näthe, nur die letzte Kammer ist deutlich abgeschnürt (Fig. 45, 46). 
Neben diesen kommen aber auch Exemplare vor, bei denen 2, 
3, 4 und mehr Kammern deutlich abgeschnürt sind, und alle 
Uebcrgänge zu solchen, bei denen zwischen allen Kammern deut- 
liche Näthe sich befinden (Fig. 52) und auch solche, die über- 
haupt keine Nath zeigen. Eine Trennung läset sich daher hierauf 
nicht begründen, ebenso wenig wie darauf, dass die Kammern 
seitlich etwas zusammengedrückt sind, oder nicht. Der Unter- 
schied der beiden Durchmesser einer Kammer ist stets ein geringer, 
er betrug höchstens 0,16, meistens nur 0,10" nn , und kommen alle 
Uchergänge zu vollkommen kugeligen Kammern vor, auch finden 
sich Stücke, bei denen die einzelnen Kammern iu verschiedenem 
Mausse zusammengedrückt sind. Schwieriger zu beantworten ist 
die Frage, ob das Fehlen oder Vorhandensein eines Stachels eine 
Trennung erfordert. Hierüber können meiues Eraohtens nur Beob- 
achtungen am lebenden Thier entscheiden; ob solche angestellt 
wurden, ist mir nicht bekannt. 

Da mir alle die Formen, die eben aufgeführt sind, sowohl 
gestachelt wie ungestachelt vorliegen, so rechne ich auch diese 
letzteren vorläufig derselben Art zu. 

Die Zahl der Kammern betragt 9 — 17, ReüSS giebt nur 
6 — 9 an. Die Länge beträgt 1,5 — 4,0""", und die Breite, an der 
vorletzten Kammer gemessen, bis 0,54'""'. 

Bei allen Abänderungen kommen Exemplare vor, die um '/s 
grösser sind, wie andere, von der gleichen Kammerzahl. Exem- 
plare mit verschieden grosser Anfangskammer haben im allgemeinen 
auch eine gleich grosse letzte Kammer, Abnormitäten wurden 
nicht selten beobachtet, wie: verkrüppelte Kammern (Fig. fU), 
fehlende Seheidewände zwischen zwei Kammern (Fig. 60), sowie 
Exemplare mit uuregelmässig gebogener' oder geknickter Axe 
(Fig. 65). 

Die Beobachtungen wurden gemacht an 543 Exemplaren. 

Vorkommen: Allenthalben im Kreidemergel ohne Feuerstein 
häufig. Verschiedenheiten an den verschiedenen Fundorten wur- 
den nicht beobachtet. 

H«t» Folge. Heft 3. n 





34 



II. Perforata. 



3. Dentalina Lorneü u Orbigny. 

Taf. VII, Fig. 1 - 9. 

1839. lA'ittaiina Larneiana d'Orbigsy, Craie blanche p. 14, tab. 1, fijr. S, 9. 
1875. Nudomria Lorueiana Reuss, Elbthalgebirge II, p. 80. cum syn. 

Anfaugskammer ellipsoidisch, l ! /s — ^ji mal so laug wie 
breit, glatt, mit Stachel. Spätere Kammern fast eylindrisch, 
glatt, nur schwach au Breite zunehmend, durch breite, nicht sehr 
tiefe Näthe getrennt, so das» das Gehäuse sehr schlank ist; die 
Krümmung ist schwach. 

Die eiuzeluen Kammern stehen mit eiuauder durch runde 
Oeffnumgcn in Verbindung, die Mündung befindet sich auf einer 
nicht ganz centralen Spitze, und besteht aus einer grösseren Menge 
siebartiger, feiner Poren (Fig. 4); dieselbe konnte indessen nur 
hei drei Exemplaren beobachtet werden, und stellt vielleicht mir 
eine Abnormität dar, ähnlich wie sie bei manchen Polymorpliineu 
vorkommt. Rkuss giebt eine runde Mündung an. Der Stachel 
variirt in seiner Form beträchtig, manchmal ist er nad eiförmig, 
scharf abgesetzt, manchmal allmählich in die Schale übergehend. 
Zuweilen ist die Dicke der Schale beträchtig, bis vier mal so gross 
wie der Durchmesser des Hohlräume. 

Als Abnormitäten wurden beobachtet: ungewöhnliche Ver- 
dickungen einzelner Schaleutheile (Fig. 7), welche nachweislich 
durch eine Ausbesserung der Schale bei äusseren Verletzungen 
entstanden waren, ferner geringere Breite späterer Kammern, was 
stets seinen Grund in geringerer Sehaleudicke hat, sowie ein 
Exemplar mit doppeltem, und fast kugeligem Nucleus ohne Stachel 
(Fig. 8). In einem Falle aussergewöhnlieher Verdickung der 
Schale an einzelnen Stellen wurden Einlagerungen doppel- 
brechetider, wasserheller Kieselstückeheu beobachtet (Fig. 7). Da 
dieselben den geradlinigen Verlauf der Schalenporen, sowie die 
Eage der Verdickungsschichten in keiner Weise beeinflussen, so 
lassen sie sich allein durch eine spätere Umwandlung der bereits 
in das Gestein eingebetteten Schale, nicht durch Einlagerung bei 
Bildung der Schale erklären. 

Länge der Exemplare $ — 8™, Breite 0,27 — 0,72"" u . 



II. Perforata. 



35 



Untersucht wurden 121 Exemplare, die jedoch bis auf 3 
sämmtlieh zerbrochen waren. 

Vorkommen: Kreidemergel ohne Feuersteine auf dem Fried- 
riehsbcrg und bei Vaals am Fusse des Schneeberges. 

4. Dentalina incrassata Beissel. 

Taf.VII, Fig. 10-13. 

Anfangskammer kugelig, von 0,36— 7 M' um Durchmesser, mit 
einem an der Ausatzstelle stark verbreiterten Stachel, Spätere 
Kammern ziemlich rasch wachsend, durch Eiuschnüruugeu von 
einander getrennt, welche auf der coneaven Seite der schwach 
gebogenen Schale tiefer zu sein pflegen, als auf der couvexen; 
die aus feineu Spaltöffnungen bestehende Mündung liegt ganz 
nach der coneaven Seite Inn gerückt. Die letzte Kammer ist 
stets glatt, die älteren tragen eine grössere Anzahl sehr feiner 
Längsrippcheu, welclie einen etwas nnregelmässigeu Verlauf haben, 
sich aber im allgemeinen schräge um die Schale herum ziehen, 
und sich durch Einschiebuug vermehren. Da auch die aus 
wenigen Kammern besteheuden Exemplare eine glatte Endkammer 
habeu, so muss sich die Streifuug später durch Ablagerung von 
Schalensubstanz auf der Oberfläche bereits fertiger Kammern 
bilden. 

Die beobachteten Exemplare besassen 6 — 10 Kammern, und 
hatten eine Länge von 2,75 — 5,50 mm , eine Breite der letzten 
Kammer von 0,82 — 1,11 ™. 

Vorkommen: Selten im Kreidemergel ohne Feuerstein au 
dem Friedrichsberg und bei Vaals am Fussc des Schueeberges. 
Untersucht wurden 17 Exemplare. 

5. Dentalina projriuqua Bkissel. 

Taf.VII, Fig. 14 — 27. 

Aufaugskainmer kugelig, von 0,27— 0,45 """ Durchmesser, un- 
gestachelt. Folgende Kammern wenig höher wie breit, bald 

3* 



36 II. Perforata. 

schneller, bald etwas langsamer au Breite zunehmend. Auch die 
Richtung, in der sie aufeinander folgen, unterliegt einigen Schwan- 
kungen, so dass das Gehäuse mehr oder weniger schlank, sowie 
stärker oder schwächer gebogen erscheint. Die Mündung liegt 
subcentral, die Einschnürungen sind deutlich. Die letzte Kammer 
ist, wie bei der vorigen Art, glatt, und trägt nur ausnahmsweise 
auf ihrem unteren Theile Andeutungen von Rippen. Die übrigen 
Kammern tragen 10 — 30 gerundete oder geflügelte Dängsrippen, 
die sieh durch Einsehicbuug vermehren, und im Allgemeinen auf 
der Mitte der Kammern am kräftigsten sind. Zuweilen haben sie 
auch überall gleiche Stärke, besonders bei jungen Exemplaren, 
und ihr Verlauf ist gewöhnlich etwas schräge, manchmal un regel- 
mässig. 

Die Anzahl der Kammern betragt 7 — 13. Exemplare von 
12 Kammern hatten eine Maximallänge von 6, solche von 7 Kammern 
eine Minimalläuge von 2""°. Stücke von 10 Kammern schwanken 
zwischen 2,75 — 4«™. "Der Durchmesser der let^teu Kammer 
difl'erirt bei Exemplaren von 8 Kammern von 0,36 — 0,76""". Im 
Allgemeinen sind Exemplare von mehr Kammern die grösseren, 
doch kommt auch das Umgekehrte vor. 

Als Abnormitäten wurden beobachtet: Exemplare mit knospen- 
förinigen Auftreibungen (Fig. 18, 27), solche, bei denen sieb unter 
rechtem Winkel normale Kammern abzweigen (Fig. 19, 25) und 
endlich solche, die in entgegengesetzter Richtung weiter gewachsen 
sind (Fig. 26). Offenbar haben alle diese Unregelmässigkeiten 
Verletzungen der Schale zur Ursache. 

Untersucht wurden 270 Exemplare. 

Vorkommen: Grünsand an der Eütticher Strasse, auf der 
Höhe des Aachener Waldes (100 Exemplare). Kreideniergel ohne 
Feuerstein auf dein Friedrichsberge und bei Vaals. Die Exem- 
plare aus dem Grünsand unterscheiden sich durch im allgemeinen 
kleineren Nucleus (in minimo 0,13 l " in ), durch oft gedrängter 
stehende Rippen, und dadurch, dass zuweilen auch die verletzte 
Kammer glatt ist. 



II. Porforula. 



87 



6. Dentalina acut» d'Ork. 

Taf. VII, Fig. 28 — 52. 

Dentalina acuta u'Ohh., Foramimferen des Wiener Tertiärbeckens |>. 57, tab. 2, 
fig. 40 — 43. 

Anfangskammer kugelig, oder etwas ellipsoidisch, von 0,073 
bis 0,24 Durchmesser, mit einem langen nadclförmigen Stachel. 
Die folgenden Kammern sind im Allgemeinen höher als breit, 
und durch mehr oder weniger tiefe Niithe von einander geschieden. 
Ihre lireitenzuuahme unterliegt geringen Schwankungen, so dass 
die Gestalt des Gehäuses etwas veränderlich ist, ebenso der Grad 
der Krümmung. Die sehr kräftige Sculptur besteht aus 5 — 13, 
meistens geflügelten Längsleisten, die sieh durch Einsehiebung 
vermehren , und deren Zwischenräume gerundete Rinnen dar- 
stellen. — Die Mündung liegt nur wenig seitlich. 

Die vorstehend beschriebene Art gehört zu den veränder- 
lichsten der Gattung. Von Exemplaren mit ganz kleinem Nucleus 
(Fig. 46) finden sich alle Uchcrgänge zu solchen, bei denen die 
erste Kammer grösser ist wie die zweite (Fig. 44, 45); ebenso 
von solchen, bei denen Einschnürungen fast ganz fehlen (Fig. 30) 
zu solchen, die zwischen allen Kammern deutliche Näthe (Fig. 32) 
haben. Viele Exemplare haben nur zwischen den letzten Kammern 
deutliche Einschnürungen (Fig. 28, 29). Die von d'Orbigny als 
D. acuta beschriebene, ueogene Form, stimmt mit denjenigen vor- 
liegenden Exemplaren übereiu, die kegelförmig sind, und bei denen 
nur die letzte Kammer deutlich abgeschnürt ist (Fig. 30). Ich 
stehe daher nicht an, die in Vorstehendem beschriebene Form in 
allen ihren Abänderungen als D. acuta zu bestimmen, da sieh die 
verschiedenen Abweichungen nicht von einander trennen lassen. 

Die Aachener Exemplare zeigen 8 — 28 Kammern, und eine 
Länge von D/ 2 (8 Kammern) bis 6,5 mm (ein Exemplar von 
21 Kammern). Die griisstc Zahl der Liingsleisten betrug 19, bei 
einem Exemplar, dessen Anfangskainmer deren 9 besass. Im All- 
gemeinen haben grössere Exemplare mehr Kammern, doch kommt 
auch das Gegentheil vor. Es fanden sich solche von 14 Kammern 
von 3,25— 5°"" Länge, bei 0,36 — 0,63"™ gröbster Breite. 



38 



II. Pcrforata, 



Als Abnormitäten wurden beobachtet: Exemplare mit zwei 
Stacheln, mit verkrüppelten Kammern, mit unregelmässig ge- 
krümmter Axe, sowie ein Stück, bei dem sich am Nucleua eine 
normale Mündung gebildet hatte. 

Vorkommen: Sehr häufig im Grünsand an der Lütticher 
Strasse im Aachener Wald (274 Exemplare), selten in den Kreidc- 
niergeln ohne Feuersteine am Friedriehsberg, Preussberg und bei 
Vaals (26 Exemplare). 

Die Exemplare aus dem Mergel sind in der Regel etwas 
kräftiger, als die des Grüusaudes. 

7. Dentalina polyphragma Reuss '). 
Taf. VII, Fig. 53-65. 

Das kräftige , schwach gebogene Gehäuse besitzt bis zu 
13 Kammern, meistens nur 7 — 10. Dieselben nehmen lang- 
sam an Breite zu, und die letzten derselben sind durch tiefe 
Näthe getrennt, während zwischen den älteren nur undeutliche 
Einschnürungen wahrzunehmen sind. Die Mündung liegt wenig 
seitlich, die Oberfläche ist mit dicht stehenden, feinen, gerundeten 
Längsrippchen bedeckt, von denen auf der kugeligen, lang ge- 
stachelten ersten Kammer 12 — 26 vorhanden sind, deren Zahl 
sich aber später bis auf 40 vermehren kann. Diese Kippen sind 
nur wenig schmaler, wie die Zwischenräume. 

Die Art unterscheidet sieh von Nodotaria Zippei nur durch 
die Biegung der Schale und die seitlich gelegene Mündung, es 
wurden indessen keine Uebergänge beobachtet. 

Abnormitäten kommen in gleicher Weise vor, wie bei D. acuta, 
so Exemplare mit 2 Stacheln, mit verkümmerten Kammern etc. 



') In seinem Manuscript bezeichnete J. Bhissel diese Art als D. mitltiHiicutn, 
welcher Namen bereite durch Reusü vergeben ist. Später bestimmte Beisski. die 
Form als lJ. polyphraiptm (A Eichener Sattel p. 13S). Diese Art ist indessen ver- 
schieden durch stärkere Biegung, schnelleres Wachstham der in grösserer Zahl 
vorhandenen Kammern (23), sowie dadurch, dats die Rippen breiter sind, nls die 
zwischen ihnen gelegenen Furchen (fcrgl. Ruus^, Sitzungsber. d. K. K. Acad. 
Wien 1859, p. 189, tab. 3, fig. I). H. 



II. Perforata. 



39 



Die Länge betrug höchstens 12""" bei 13 Kammern, die 
grösste Breite 1,5""°. Exemplare von 10 Kammern hatten eine 
Länge von 3,75 — 6,5™"", doch bind im Allgemeinen Stücke mit 
zahlreicheren Kammern auch die grösseren. Der Durchmesser der 
ersten Kammer schwankt zwischen 0,36 — 0,84""". 

Die Beobachtungen wurden an 84 Exemplaren gemacht, von 
denen indessen nur 40 vollständig waren, namentlich fehlt oft die 
durch eine tiefe Nath von der vorhergehenden getrennte letzte 
Kammer. 

Vorkommen: Kreidcmergel ohne Feuerstein, allenthalben 
ziemlich selten. 

Genus Frondicnlaria Lam. 

Die einzelnen Arten der Frondicularien sind ebenso, wie die 
fast aller anderen Foramiuiferen-Gattuugen, im hohen Grade ver- 
äuderlich, und auch die Gattung seihst steht durch mancherlei 
Uebergäuge mit anderen Gattungen, Z. B. CHstellaria, Nodosana 
und Flabdlina in Verbindung. Zur Charakterisirung der Speeies 
werden im Allgemeinen die Anzahl und Gestalt der Kammern, 
die Gestalt des Gehäuses, die Sculptur der Oberfläche, Vorhanden- 
sein oder Fehlen eines Stachels, sowie die Gestalt und Lage der 
Mündung benutzt. Alle diese Kennzeichen sind indessen mehr 
oder weniger unzureichend, und muss bald auf das eine, bald auf 
das andere mehr Gewicht gelegt werden, wenn man die sehr ver- 
änderlichen Formen zu Gruppen — Arten — vereinigen will, 
welche die durch ihren Gesammtbau als am nächsten verwandt 
sich erweisenden Formen umfassen. 

1, Frondicnlaria Archiaci i>'Orb. 

Tat. VIII, Fig. 1-12. 

IS40. Froiirlieularia Arcltiacianti u'Oitu., Craie blancbo p. 20, tab. 1, fig. 35— 36. 
1812. o solea v. Hagbxow, Moaogr. d. Riigen'schon Kieidovereteino- 

riingen p. 569, Lab. 9, iig. 20. 
1*45. » Archiariana Renas, Böhm. Kreide I, p. 31, tab. 13, fig. 39. 

1S45. » strmMa id. ibid. p, 30, tab, 8, fig. 23, II, p. 107, tab. 43, fig. 1 1 . 



40 



IL PerforaU. 



1860. Frondkitlarta strintula Reuss, Foruniniferen der Weetfll. Kreide p. 147, 

tab. 4, fig. 3. 
1860. » Archutdfma id. ibid. p. 193. 

1875. » » id. Elbthalgsbirge II, p. 96. 

1875. » tariatula id. ibid. p. 94, tab. 21, fig. 2. 

Gehäuse mehr oder weniger schmal lancettföruiig, gestachelt, 
Anfangskammer kugelig, oder schwach ellipsoidisch, mit mehreren 
kräftigen Bippen. Spätere Kammern hoch, kurzschenkelig, sich 
nur selten weit umfassend, äusserlich durch mehr oder weniger 
hohe, meistens kantige Leisten begränzt, welche sich am Rande 
vereinigen, so dass die schmale Seite des Gehäuses eine gerundete 
Längsfurche trägt (Fig. 3 u. 7). Zwischen den Leisten trägt die 
Oberfläche der Schale eine sehr wechselnde Anzahl von Längs- 
rippen und Wülsten. Die im Vorstehenden beschriebene Art ist in 
allen Stücken sehr veränderlich: die Anzahl der Kammern schwankt 
von 3 — 13, und die Gestalt des Gehäuses ist gleichfalls vielen 
Schwankungen unterworfen, indem die Breite der Kammern bald 
rasch, bald langsamer zunimmt. Abgesehen von den mannigfachsten 
Uebergängen fanden sich aber Exemplare, bei denen die einzelnen 
Kammern kein gleichmässiges Wachsthum zeigten, so dass die 
Gestalt des Gehäuses an der einen Stelle langsam, an einer 
anderen aber schneller an Breite zunahm. Eine Trennung Hess 
sich hierauf daher nicht begründen. Die Anfangskammer trägt 
16—18 Kippen, und manchmal zieht sich die Furche der schmalen 
Schalenseite um dieselbe herum, so dass sie 2 Stacheln trägt 
(Fig. 3 u. 9). Die Streifung der Oberfläche variirt in der mannig- 
fachsten Weise, von ganz glatten Exemplaren, der typischen Fr. 
Archiaciana d'Orb. (Fig. 1), finden sich alle Uebergänge zu den 
dicht und fein gestreiften (Fig. 5), und manche Exemplare hüben 
glatte Kammern neben gestreiften. Alle diese verschiedenartigen 
Formen lassen eine Trennung nicht zu, und stehe ich daher 
nicht an, die F. striatula KeüSS mit der Fr. Archiaciana zu ver- 
einigen. Letztere Art wird in den verschiedenen Arbeiten von 
Reuss als an allen Fundorten sehr selten und selten aufgeführt, 
und ist wohl nur der Mangel an genügendem Material die Ur- 
sache, dass Reuss die beiden Arten trennte. Auch bei Aachen 
ist die Art nicht häufig, es konnten indessen doch 130 wohl er- 



IL Perfurata. 



41 



haltene Exemplare untersucht werden. Auch die Anzahl der 
Kammern, sowie die Grösse der Gehäuse und der einzelnen Kammern 
erwiesen sieh als sehr wenig konstante Merkmale. Denn wenn 
auch meistens Exemplare mit mehr Kammern die grösseren waren, 
so fanden sich doch auch Exemplare, welche bei 10 Kammern 
kleiner waren, als andere, genau gleiche, die deren nur 5 hatten, 
und Exemplare, die doppelt so gross waren, als andere von gleicher 
Kannnerzaht. 

Als Abnormitäten fanden sich dreischcukelige Gehäuse, 
Vorkommen: Untere Mueronateu-Mergel am Friedrichsberg, 
Preussberg, Schneeberg bei Vaals, alte Strasse nach Vaals, allent- 
halben nicht häufig. 

Exemplare ohne Längsstrcifuug fanden sich bis jetzt nur in 
den blaugrauen Mergeln des Preussberges. 



2. Frondicnlaria angusta Nilss. 

Taf. VIII, Fig. 13 — 31. 

IS27. Piaaularia angtuta Nn.sa., Pdf. Suec. p. 11, tab. 9, fig. 22. 

1S3U. » » Geisitz, Charakteristik d. Schichten u. Petrof. d. sächs. 

Kreidegeb. p. 70, tab. 17, fig. 22. 
1841. Frviitiivulttria anyuztatti Roem., Nordd. Kreide p. 96. 
1840. » Vemeuiliana i>'0rb., Craic blanche p. 20, tab. 1, fig. 32, 33. 

184ü. » «»guttata Rf.uss, Böhm. Kreide I, p. 29, tab. 8, fig. 13, 14. 

1860. ■ anijusta id., Foraminiferen d. WMtfU. Kreide p. 106, tab. 4, 

fig. 5. 

ISfiO. » angtalimma id. ibid. p. 196, tab. 4, fig. 6. 

1875. » aitgiuta id., Elbthalgebirge II, p. 91. 

Gehäuse flach, schmal lancettfönnig, stark verlängert, An- 
fangskainuier kugelig oder ellipsoidisch, stark vortretend, meist mit 
8 Rippen, die sich in einen kurzen kräftigen Stachel fortsetzen. 
Kammern schwach gebogen, wenig umfassend, äusserlich durch 
gerundete Wülste von einander geschieden, die sieh nach beiden 
Seiten verflachen, so das« in der Mittellinie der breiten Seite eine 
flache Kinne verläuft. Mündung in der Achse gelegen, aus Spalten 
bestehend. Die Sculptur besteht aus dichten nud feinen, kurzen 
Längsstreifen. Die schmale Seite des Gehäuses ist entweder 



42 



II. Perforata, 



rinnig vertieft, oder gerundet, oder zugeschärft, und grosse Exem- 
plare zeigen zuweilen bei einzelnen Kammern eine Rinne, bei 
anderen dagegen eine Abrnndung oder Zuschärfiing. Die An- 
zahl der Kammern betrug 4 — 18, meist waren Exemplare mit 
zahlreicheren Kammern auch grösser, doch wurde auch das Gegen- 
theil beobachtet. 

Die Lange betrug 1 — 8,5, die Breite 0,36 — 1 ,45, die Dicke 
0,21— 0,41 aa . Zwischen der typischen Form und derPig. 15 ab- 
gebildeten, mehr linearen, sind alle Uebergänge vorhanden, ich kann 
daher diese, Fr. angustüsima Eedss, nicht trennen. Es gilt auch 
für die vorliegende Art das in dieser Beziehung von der vorigen ge- 
sagte, leb glaube auch, dass Fr. Vemeuüiana d'Orb. nicht ver- 
schieden ist, wenn auch d'Orbigny keine Längsstreifen zeichnet 
und erwähnt. 

Als Abnormitäten wurden Exemplare mit 2 Anfangskammcrn 
und zwei Stacheln gefunden, sowie solche mit dreischenkeligen 
Kammern (Fig. 29, 30). Einigemale waren erst die letzten 
Kammern dreischenkelig. Am seltensten kamen einscheukelige 
Individuen vor (Fig. 18, 19). 

Die Beobachtungen wurden an 230 Exemplaren gemacht. 

Vorkommen: Allenthalben in den Kreidemergeln ohne 
Feuerstein. Verschiedenheiten an den verschiedenen Fundorten 
wurden nicht beobachtet. 

3. Frondicularia strigillata Reuks. 

T»f. VIII, Fig. 32—43. 

JS60. Frondicularia strigillata Rbubs, Faramiuiferen d. woatf&l. Kreide p. 195, 

tob. 6, fig. 3. 

Anfangskammer ellipsoidisch, die folgenden sehr niedrig, flach, 
ganz umfassend, mit schwach gewölbten Schenkeln, gleichmassig 
an Grösse zunehmend, oben gerade abgeschnitten. Letzte Kammer 
oft mit einem knopfartigen Vorsprung (Fig. 36), auf welchem die 
aus Spalten bestehende Mündung sich befindet. Form des Ge- 
häuses lancettformig bis oval, seltener von unregelmfissigem Cin- 
riss, mit langem, dünnem Stachel. Die ü ranzen der Kammern 



II. Perforata. 



r.) 



sind auf der Sehalenoberfläche durch mehr oder weniger deutliche, 
gerundete Leisten angedeutet. Zahlreiche etwas schräge Rippchen 
sind vorhanden, welche sich bei genügender Vergrösseruug als 
aus gehäuften, sehr feinen, erhabenen Linien bestehend erweisen. 
Die Anordnung dieser Rippchen ist nicht «instant, neben solchen 
Formen, wie sie Rems» als Normalforin abbildet, finden sich auch 
solche, bei denen die Rippen nur auf den Erhabenheiten, solche, 
bei denen sie nur in den Vertiefungen der Oberfläche stehen, und 
schliesslich solche , die stellenweise ganz glatt sind. Da die 
Kammern sich ganz umfassen, so tritt die erste gar nicht hervor, 
und der Stachel erweist sich aus so vielen Schichten gebildet, als 
Kammern vorhanden sind. Die schmale Seite ist rinuig vertieft, 
oder gerundet. 

Als Abnormitäten wurden häufig einschenkelige (Fig. 39) und 
dreischenkelige Exemplare beobachtet, nebst Uebergängon in die 
Normalform, derart, dass bei manchen Exemplaren einschenkelige 
Kammern zwischen zweischenkeligen eingeschaltet sind (Fig. 42) 
und dass Exemplare, die in der Jugend zweisehenkelige Kammern 
haben, später dreischenkelige besitzen (Fig. 37). Bei einem ein- 
schenkeligeu Exemplar fand sich seitlich an die convexe Seite eine 
Röhre angewachsen, deren Bedeutung zweifelhaft ist (Fig. 82). 
Möglicher Weise ist es eine ähnliche Bildung, wie der Stiel, den 
MacdOnaLI> von Foraminiferen beschrieb, welche bei den Fiji- 
Inscln mit Bryozoen zusammen gefischt wurd en , und auf diesen 
befestigt waren (Ann. and Magazine of natural history Bd. 20, 
S. 193, Fig. 31 U. 32). Manchmal hat auch die Anfangskatnmer 
eine fast kugelige Gestalt (Fig. 41). 

Die untersuchten Exemplare hatten eine Länge von 1,69 bis 
4,00™", und eine Breite von 0,42—2,09""", bei einer mittleren Dicke 
von 0,09""°. Untersucht wurden 30 Exemplare. 

Vorkommen: Grönsand im Aachener Wald an der Lütticher 
Landstrasse. Kreidemergel ohne Feuersteine an allen Fundorten, 
Allenthalben recht selten. 

Exemplare mit einschcnkeligen Kammern fanden pich am 
häufigsten in den unteren Mergeln des PreuSabergeö. 



44 



II. Perforata. 



4 Frondicularia inversa Reuss. 

Taf. Till, Fig. 44 — 53; Ta/. XVI, Fig. 23—27. 

Froiiiüvuiarin inversa Rkubs, Böhm, Kreide I, p. 31, tab. 8, fig. 14, 15; tab. 13, 

&g. 42. 

» » » ElbthalgebirgR II, p. 94, tab. 21, fig. 5— 7 (cum syri.). 

Anfaugskaminer gestachelt, kugelig bis ellipsoidisch, von sehr 
verschiedener Grösse, bei manchen Exemplaren sechs mal so gross 
wie bei anderen. Spätere Kammern sehr niedrig, aus 2, unter 
spitzem Winkel zusaminenstossenden, schwach gebogenen Schenkeln 
bestehend, äusserlich durch niedrige, gerundete Leisten markirt. 
Letzte Kammer mit kurzem Vorsprung, der die normal gestaltete 
Mimdung trägt. Da sich die Kammern in sehr verschiedenem 
Maasse umfassen, ist die allgemeine Gestalt der Schale maunich- 
fachea Schwankungen unterworfen, neben Exemplaren von laueett- 
lichem, finden sich solche von herzförmigem und rhombischen 
Umriss. 

Die Anzahl der Kammern betrug 6 — 25, Reuss erwähnt 
Exemplare mit 30 Kammern. Die erste Kammer tritt zuweilen 
deutlich hervor, und trägt dann in der Regel einige Leisten, in 
anderen Fällen indessen bemerkt man den Nucleus auf der 
Schalenoberfläehc gar nicht. 

Abnormitäten fanden sich häufig, namentlich Exemplare mit 
2 Stacheln. Auch wurden Exemplare beobachtet, die fast an 
jeder Kammer auf beiden Schenkeln je einen Stachel hatten 
(Fig. 51). Diese Bildung ist dadurch entstanden, dass sich die 
jüngere Kaminer nicht vollständig auf die ältere auflegte. Ferner 
kommen Exemplare mit einscheukeligen (Taf. XVI, Fig. 23—27) 
und dreischenkeligen Kammern vor (Fig. 47 — 49). Fig. 50 stellt 
ein Exemplar dar, welches in der Jugend nur cinschenkelige, 
später normale Kammern hat. Bei dem Exemplar Fig. 52 steht 
die Ebene der späteren Kammern senkrecht zu der der früheren. 

Die Länge der untersuchten Exemplare betrug 1,00 — 5,50, 
die Breite 0,50— 3,00™' a . Untersucht wurden 120 Exemplare aus 
dem Grünsand, und 80 aus den Mergeln. 

Vorkommen: Grünsand im Aachener Walde, Mergel ohne 
Feuersteine an allen Fundstelleu. 



II. Perforata. 



45 



5. Froiidicularia radiata d'Orb. 

Taf. VIII, Fig. 54-58. 
IS40. Froiulktilaria radiata d'Orb., Craie blanche, p. 19, tab. 1, fig. 2G — 28. 

Anfangskammer ziemlich dick, kugelig bis oval, angestachelt. 
Folgende Kammer ziemlich hoch, weit umfassend, mit etwas ge- 
bogenen Schenkeln, die nach unten hakenförmig umbiegen. 
Aeusserlich tragen sie schwach hervortretende Erhöhungen. Die 
Mündung liegt auf einem kleinen Vorsprung, und besteht aus 
einem laugen Querspalt, dessen Räuder durch kleine, mehr oder 
weniger radial gestellte Spältchen ausgerandet erscheinen (Fig. 57). 

Die Gestalt der Schale ist herzförmig, manchmal nahezu 
rhombisch, der Nucleus springt deutlich vor, und ist mit zahl- 
reichen, parallelen Leistchen verziert, von denen aus ebensolche 
schmale Leistchen büschelförmig auf die Seitenfläche der Schale 
fortsetzen. Die letzten Kammern sind stets glatt. 

Als Abnormitäten wurden Exemplare mit doppeltem Nucleus, 
sowie solche mit dreisehenkeligeu Kammern beobachtet. 

Es wurden 122 Exemplare untersucht. Dieselben hatten 
5 — 13 Kammern, eine Länge von 1,45 — 5,50 und eine Breite von 
1.05 — 5,50 

Vorkommen: Fand sich bis jetzt nur in den unteren 
Muerouaten-Mergeln des Preussberges, 

Genus Flabellina d'Orb. 

1. Flabellina invem Beissel. 
T*f. IX, Fig. 1-3. 
Anfaugskammer kugelig, von 0,10 — 0,13 """ Durchmesser. 
Ueber derselben folgen 3 — 6 niedrige, einsehenkelige, und darauf 
zahlreiche zweischenklige Kammern, welche nahezu dieselbe Ge- 
stalt, wie die der Frondicularia inveraa d'Orb. haben. Die 
Mündung liegt auf einem kurzen Vorspmng, und besteht aus 
einer kurzen, ziemlich weiten Querspalte. Die Gestalt der Schale 
ist rhombisch bis herzförmig, die Kammern sind auf der Ober- 



46 



H. Perforata. 



fläche durch deutliche, oft leistenförmige Wülste von einauder 
abgetrennt. Die schmale Seite ist rinnenartig vertieft, gerade ab- 
geflacht oder leicht zugerundet. 

Es wurden SO Exemplare untersucht, welche 11 — 17 Kammern 
hatten. Die Breite der Schalen schwankte von 1 — 2,33, die Höhe 
von 1,50—3,50™; die mittlere Dicke betrug 0,23""\ 

Vorkommen: Untere Mucronatenmergel des Preusaberges, 
selten. 

2. Flabellina Arehiaei Beisskl. 

Taf. IX, Fig. 10-15. 

Die Gestalt des Gehäuses gleicht der von Frondicularia 
Arehiaei d'Orb., doch ist die Mündung spaltftrmig, und die 
ersten Kammern sind spiral eingerollt. Die Zahl der Kammern 
betrug bei den untersuchten Exemplaren 5 — 9 , die Lange der 
Schalen 1,66 — 3,00, ihre Breite 0,82 — 1,09 °"". Die Anfangs- 
kammer ist kugelig, über derselben folgen 2 — 5 einBchenkelige, 
spiral angeordnete, und über diesen 5 — 6 zweischenkelige Kammern. 

Vorkommens Untere Kreidemergel des Preussberges, sehr 
selten. Es wurden nur 4 Exemplare untersucht. Ein ausreichen- 
des Material wird vielleicht zeigen, dass diese Form nur eine 
Abnormität von Frondicularia Arehiaei ist 1 ). 

3. Flabellina elliptie» Nils. sp. 3 ). 

T*f. IX, Fig. 4— 9; Taf. XVI, Fig. 29. 

1837. Planiilaria eläptica Nassau, Petrificata Sueeana, p. 11, tab. 9, fig. 31. 
1845. Flabellina cordata Karras, B5hm. Kreide I, p. 83, tab. 8, fig. 37 — 46. 
1875. » elliptlca » Elbtbalgebirge II, p, 97, cum bjd. 



') Dar Verfasser icheint diese, in seinem Manuscript nur vermuthungsweise 
ausgesprochene Ansicht spater für aicher erkannt zu haben, denn im »Aachener 
Sattel« fehlt diese Form sowohl, wie die vorhergehende. Dagegen wird zu Fron- 
dicularia imserta die Bemerkung gemacht, dass sie TJebergange au Flahelüna 
zeige. Bkissbl scheint daher auch diese, früher als selbststandige Form be- 
trachtete FiabelUna inversa, spater nnr als Abnormität von Frondicularia innersa 
angesehen zu haben. H. 

*) Beisskl hat in sei Dem Uanoskript und im »Aachener Sattel* diese Form 
als FL cordata Rkosss aufgeführt. Es -war ihm offenbar entgangen, dass Rjtuss 
in Geinitz, Elbthalgebirge in Sachsen, den von ihm gegebenen Namen m Gunsten 
des alteren NiLasox'schen zu rückgezogen hat. H. 



II. Perforata. 



47 



Die Gestalt des Gehäuses schwankt innerhalb weiter Grenzen, 
dieselbe ist elliptisch, rhombisch, oval oder herzförmig, je nach 
dem Grade, in dem die Kammern einander umfassen. 

Die Oberfläche zeigt als Begrenzung der Kammern breite, gerun- 
dete Wülste. Sehr selten bemerkt man Andeutungen von Rippchen. 
Die Mündung besteht aus eiuem, mit uuregelmässig gekerbten 
Rändern versehenen Querspalt, sie liegt auf einem wenig hervor- 
ragenden Vorsprunge. Die Anfaugskainmer ist kugelig, oft mit 
einigen Knötchen oder Leisteben verziert, und hat 0,20—0,34 ™ 
Durchmesser. Auf dieselbe folgen 2 ein schenkelige, und dann bis 
zu 15 zweisehenkelige Kammern, die sich bald mehr, bald weniger 
umfassen. 

Als Abnormitäten finden sich Exemplare, bei denen zwischen 
normalen zweischeukeligen Kammern mehrere einschenkelige ein- 
geschaltet sind. Auch wurde beobachtet, dass die Kammern 
manchmal nicht alle iu derselben Ebene liegen, wodurch das Ge- 
häuse eine etwas gedrehte Form erhält. 

Die Exemplare besitzen 6 — 1D Karamern, und haben eine 
Länge von 1,27 — 8,5, eine lireite von 1,00 — 3,50, und eine 
Dicke von 0,27 — 0,G4 "" n . 

Untersucht wurden 73 Exemplare. 

Vorkommen: Untere Kreidemergel am Preussberge, Frie- 
drichsberg und Schneeberg. Nur am erstgenannten Fundort 
fanden sich Exemplare mit Andeutung von Läugsstreifen. 

4. Flahellina rugosa d'Oeb. 

Taf. 15, Fig. 20 - 24; Tai. XVI, Fig. 30 — 31. 
1S39. Fh&eWna rngem u'Ohe., Craie blanche, p. 23, Ub. 2, flg. 4-7. 
1860. » üUerpvnctata v. u. Makk, Reuss, Foram. der westf. TCroido, 

p. 72, tab. 9, ftg. 1. 
1875, » rugosa Reuss, Elbthalgeljirge II, p, 98 cum »yn. 

Gehäuse sehr flach, oben spitzwinkelig, von breit-eiförmigem 
bis rhombischem Umriss. Die spaltfürmige Mündung liegt auf 
einem kurzen, knosneufürmigen Vorsprmig. Die Mündung der 
verdeckten Kammern ist kreisförmig (Fig. 24). Die Nahtleisten 
der Kammern sind ziemlich hoch, aber schmal. Der Spirale Theil 



I 



48 



IL Perforata. 



des Gehäuses tritt deutlieh vor. Die Scnlptur besteht aus 
kleinen, warzenartigen Erhebungen , die meistens unregclmässig 
auf der Oberfläche vertheilt sind, manchmal aher auch in Linien 
geordnet erscheinen, welche der oberen Kammerwand parallel sind. 
Die Anfangskammer ist kugelig, oder schwach zusammengedrückt, 
von 0,09 — 0,10™"° Durchmesser, der spirale Theil besteht ans 5 — 6 
stark zusammengedrückten, niedrigen, einsehenkeligen Kammern; 
über diesen folgen 6 — 12 zweischenkelige, die sich mehr oder 
weniger stark umfassen. 

Es wurden Exemplare beobachtet, hei denen die warzen- 
förmigen Erhebungen der Schalenoborfliiche spärlicher und grösser, 
und die Nahtleisten der Kammern unregelmiissig waren. Diese 
stimmen gut mit der Fl. interjrunctata v. d. Mark überein. Diese 
Form steht, indessen durch Uebergänge mit der normalen in Ver- 
bindung; ich betrachte sie daher zu Fl. rugosa gehörig. Die 
Länge der Exemplare betrug 1,29 — 2,75, die Breite 0,07 — 1,70, 
die Dicke 0,09^0,18 mw . 

Untersucht wurden 97 Exemplare. 

Vorkommen: Untere Mucrouateumergel dos Preussbergcs. 
5. Flahellina radiata Beisskl i). 

Taf.IX, Fig. 16-19. 
Die Gestalt des Gehäuses ist dieselbe, wie bei FrondkuJai-ia 
radiata, herzförmig bis rhombisch. Der Spirale Theil tritt deut- 
lich hervor, derselbe besteht aus einer kleinen Anfangskammer, 
und 5 — 9 einschenkeligen Kammern. Aeusserlich ist dieser Theil 
mit feineu Rippen verziert, von denen büschelförmige Strahlen 
auch auf die anderen Theile der Sohalcnoberfläelio ausgehen, lieber 
dem spiraleu Theil folgen bis zu 12 niedrige, einander weit um- 
fassende, zweischenkelige Kammern. Die Nathleisten siud niedrig, 

') Da diese Art im »Aachener Sattel« nicht aufgeführt wird, so gilt für die- 
selbe das Gleiche, was bei Flabelliiia Archiaei bemerkt wurde. Es wird die 
Annahme, dass Beisskl die vorliegende Form später fÜT eine Abnormität von 
Frondicttiaria radiata gehalten hat, dadurch zur Gewissheit, dass er bei diesnr 
Art im »Aachener Sattel« die Bemerkung macht: Nicht selten mit Spiral geordneten 
ersten Kammern, IL 



II. Perfonrta. 



49 



gerundet, wenig hervortretend. Die Mündung liegt auf einer 
vorgezogenen Spitze. 

Vorkommen: Es fanden sieh nur 9 Exemplare in den 
unteren Mueronatenmergeln des Preusshcrges mit Frondicularia 
radiata d'Orb. 

6. Flabellina Raudouiui d'Orb. 

1840. FlaMlina ßaudouiniana n'Omunsv, Craie blanche, p. 24, tal>. 2, Gg. S-ll. 
187Ü. » » Reuss, Elbthalgobfrgc II, p. *29. 

Zu dieser Art rechne ich ein 5,5™ langes und 2,3""" breites 
Exemplar einer FlabeHina, welches 17 Kammern besitzt, von denen 
6 einschenkelig und Spiral angeordnet sind. Die Nathleisten sind 
scharf aber schmal. Das betr. Exemplar fand sich in den unteren 
Kreidemergeln des Preussberges. 

7. F labell in* favosa Beisskl. 

T*f. IX, Fig. 25 — 28; Taf. XVI, Fig. 28. 
Eine Beschreibung dieser Art fand sich in Beissel's Manusc.ript 
nicht vor, nur die angeführten Zeichnungen. Im »Aachener 
Sattel« wird die Art aufgeführt, und betont, dass die Oberfläche 
mit bieneuwabenartigen Vertiefungen bedeckt sei, und dass die 
Art yelteu auf dem Gipfel des Friedrichsberges (untere Muerouatcu- 
mergel) vorkomme. Aus eigener Anschauung ist mir die Art 
nicht bekannt. 



Genus Vagimilina d'Orb. 

Die Struktur der Schale stimmt vollkommen mit der von 
Nodosaria iiberein. Die Quervvülstc der Schale verhalten sich 
dabei ganz analog den Längsrippen bei Nodosaria resp. Dctitalina, 
sie werden von einer weit geringeren Zahl verwirrter, garben- 
formiger, meist sehr undeutlicher Poren durchsetzt. Anscheinend 
sind dieselben wie die Poren in den Zwischenwänden der Kammern, 
und in den Längsrippen bei Nodosaria, durch spätere Ausscheidung 
von Schalsubstanz ausgefüllt worden (vergl. Taf. 1 , Fig. 5 — 8). 

Neue Folge. Hüft S. 4 



50 



II. Perforata. 



Das Gehäuse ist geradlinig oder schwach gebogen, zusammen- 
gedrückt, die Anfan gskammer kugelig oder ellipeoidiBch, die 
Mündung randlich gelegen, auf einein Vorsprunge, und besteht 
aus radialeu Strahlen. 

Es scheint nach dein mir vorliegenden Material unmöglich, 
die Gattung Vagitiulina von Marginulina scharf zu trennen, da 
sich alle Uebergänge leicht finden lassen. Zunächst sehliessen 
sich an die typischen Vaginulinen solche Formen an, bei denen 
die auf den Nucleus folgenden Kammern schräger übereinander 
stehen, als sie es späterhin zu thun pflegen. Es ist auf diese 
Weise der Anfang des Gehäuses gebogen, und ganz allmählich 
durch alle Uebergänge entwickelt sich aus dieser Biegung die 
Spirale (vergl. die Zeichnungen Taf. IX, Fig. 3G — 48). Während 
so auf der einen Seite Vaginuiina in engster Verbindung mit 
Marginulina , und daher auch mit Cristellaria steht, ist anderer- 
seits keine scharfe Grenze gegen Nodonaria resp. Dentalina vor- 
handen. Auch nach dieser Seite hin sind zahlreiche Uebergänge 
vorhanden. Es bestätigt also auch das Aachener Material die 
Ansicht von PaRKER und Jones von der Unmöglichkeit, die von 
Carpenter als Nodomrina zusaminengefassteu Formen in gut be- 
grenzte Genera zu trennen. 

Bezüglich der Begrenzung der Arten gilt dasselbe, wie bei 
den anderen Gattungen. Auch hier sind bei genügendem Material 
die mann ichfaltigsten Uebergänge vorhanden. Die im Folgenden 
unterschiedenen Arten haben daher auch nur Gültigkeit für das 
von mir untersuchte Material, insofern als mir von Aachen keine 
genügenden Uebergänge zwischen den als Arten aufgeführten 
Formenkreiscn bekannt geworden sind. 

1. Vaginuiina costnlata Roem. 

Taf. IX, Fig. 29-33. 

J 84'2, Vngimtlina eostvfata Roem., in Lconh. u. Bhonx, Jahrb. p. 273, tab, 7, fig. 3. 
1845. Marginulina * Bxuu, BOkm. Kreide I, p. 28, tab, J3, fig. 25. 

» » Brosw, Letliaea geog. V. p. 90, tab. 29, fig. 22. 

1875. » » Rbus9, Elbthalgeb. II, p. 90. 

Anfangskammer kugelig, von 0,04 — 0,1G Durchmesser. 
Spätere Kammern stark zusammengedrückt, schief, niedrig, an- 



IT. Pcrforata. 



. r )l 



fangs zuweilen etwas Spiral angeordnet. Im Alter sind die 
Hummern meist etwas gebogen, und umfassen einander schwach. 
Die Oberfläche der Schale tragt kräftige, gerundete, fast immer 
etwas schräge Querrippen. Die radial gebaute Mündung liegt 
stark nach der ooneaven Seite, auf einem gerundeten Vorsprang. 

Die Ausbildung der Querwülste ist verschieden, bei demselben 
Exemplare sind sie oft an der einen Stelle sehr kräftig, an der 
anderen fehlen sie ganz. 

Die Anzahl der Kammern ist 13 — 20. Die Länge der 
Schalen betrug in minimo 2 mm bei einem Exemplar von 13, und 
höchsten« 4,5 ,nm bei einem solchen von 20 Kammern. Die Breite 
betrug unten 0,18 — 0,3(1, oben 0,25 0,58; die Dicke unten 
0,00—0,25, oben 0,20- 0,40 m "\ 

Untersucht wurden 130 Exemplare aus dem Grütisand des 
Aachener Waldes, und 10 aus den unteren Mueroiiatenmergelu 
des Preussberges. Die Exemplare von erstcrem Fundort unter- 
scheiden sich von den anderen durch bedeutendere Grösse, und 
einen grösseren Nucleus. 

Genus 3IargiiitiHiin d'Orb. 
1. Marginal ina ensis Reüss. 

Taf.IX, Fig. 40 - 64. 

IMS. Marginttlina ensis Rrvse, Böhmische Kreide 1, p. 29, t&b. 12, fig, 13, 

tab. 13, % 2G, 27. 
18G0. » » » Forum, der wo-tf. Kreide, p. 63. 

Anfangskaminer kugelig, von 0,04 — 0,09""" Durchmesser. 
Der spirale Theil besteht aus mehr oder weniger zusammen- 
gedrückten, niedrigen, der gerade Theil aus niedrigen, etwas 
schrägen, einander schwach umfassenden Kammern. Letztere 
gleichen häufig vollständig denen von Vaginulina cottulata, doch 
sind sie andererseits oft weniger zusammengedruckt, einander gar 
nicht umfassend. Demzufolge ist die Gestalt des Gehäuses den 
allergrössten Schwankungen unterworfen. Manche Stücke gleichen 
vollständig der Vaginulina costufata^ und tragen auch eine dieser 
ähnliehe Sculptur (Fig. 4'>), andere dagegen sind glatt, ohne Nath- 

4* 



92 



II. Perforata. 



witlstc, und viel weniger zusammengedruckt (Fig. 49). Aach die 
Ausbildung des Spiralen Theiles variirt beträchtlich, wie dies aus 
den gegebenen Abbildungen hervorgeht. So verschieden diese 
extremen Formen nun auch erscheinen, so kann mau bei aus- 
reichendem Material doch alle möglichen Uebergäuge /.wischen 
denselben zusammenstellen. Dazu linden sieh zuweilen Exemplare, 
bei denen die Eigenschaften dieser Extreme vereinigt sind, in der 
Art, dass das Maass der Zusammendrückung im Alter ein anderes 
ist, als in der Jugend, und dass auf dem einen Theile der Schale 
Nathwttlste vorhanden sind, auf dem anderen nicht. Eine Trennung 
dieser verschiedenen Formen erschien daher nicht angezeigt, leh 
möchte daher auch annehmen, dass die Marginulina elonffata d'Orb. 
(Craie blanche p. 17, tab. 1, üg. 20 — 22) mit in den, im Vor- 
stehenden besehriebeuen Formeiikreis gehört. 

Die Mündung liegt auf einem Vorsprung, der coneaven Seite 
sehr genähert. 

Als Abnormitäten fanden sich Exemplare, die nach oben 
BehmiÜer werden. Bei dem Fig. 48 abgebildeten Exemplar liegt 
die Mündung auf einem ungewöhnlich langen, zapfeuartigen Vor- 
sprunge. Oft zeigten die verdeckten Kammern zwei Mündungen, 
von denen die eine auf der der normalen gegenüberliegenden 
Seite sich befand. (Fig. 60.) 

Die Länge beträgt 1,33 — 5, die Breite am gestreckten Thcil 
0,5—1 ■». 

Die Anzahl der Kammern des gestreckten Theiles schwankte 
von 3 — 13. Exemplare mit nur spiralein Theil Hessen sich von 
jungen Cristellarien nicht unterscheiden. 

Untersucht wurden 270 Exemplare. 

Vorkommen: Untere Kreidemergel allenthalben häufig. 
Exemplare mit Nathwülsten fanden sich am häufigsten am 
Preussberg. 

Genus Cristellarin. 

Die Schaleustruktur der Cristellarien ist dieselbe wie der 
übrigen Nodosarineu. Die Sclialeuporen sind dort am dichtesten, 
wo sie ohne Behinderung, direet von innen nach aussen führen. 



TL Porforata. 53 

Etwa vorhandene Leisten und Wülste, schwielige Verdickungen 
des Nabels, flügelarttg verbreiterte Kiele am Aussenrande der 
Schale verhalten sieb wie die Leisten vou Marginulina und die 
Läugsrippen voq Nodotaria und Dentalina. 

Die Anfangskaniiuer ist kugeüg, oval oder ellipsoidisch, ihre 
Grösse schwankt beträchtlich, ohne dass hierdurch die Grösse des 
ausgewachsenen Gehäuses beeinflusst wird. Die folgenden Kammern 
ordnen sich zu einer logarithmisohen Spirale. Freilich ist die 
Differenz zwischen der beobachteten und berechneten Länge des 
Radius vectors nicht unerheblich, aber niemals so gross, dass man 
HO eine hyperbolische Spirale denken könnte, wie sie bei den 
echten Margiuulineu vorbanden ist, auch dann, wenn man allein 
den Spiralen Theil der Schalen dieser Gattung berücksichtigt. 
Auch diejenigen Cristellarien, welche Afarginulina-art'igc Gehäuse 
haben — die Projcctae Reuss — , haben noch eine echte loga- 
rithmißche Spirale. 

Die Mündung liegt meist auf einer etwas vorspringenden 
Spitze, dicht unter dem Rückcukiele der Schale. Ursprünglich 
scheint sie aus einer, in der Mitte etwas verengten Röhre zu be- 
stehen. Später setzen sich aber in derselben radiale Lamellen an, 
welche schliesslich iu der Mitte zusammeustossen, so dass die 
Mündung nur aus radialen Spalten besteht. Der Steinkern der 
Mündung hat die Gestalt eines halb geöffneten Schirmes (Taf. X, 
Fig. 42). Die Kammern stehen unter einander durch einfache 
Röhren in Verbindung. 

1. Cristellaria triangulaiis d'Oru. 
Taf.X, Fig. 1—9. 

1842. Crislc/laria trmagultirh d'Obu., Memoi res soc gcol. France t. IV, 1, p. 27, 

tab. 2, 6g. 21, 22. 
» navicuta ■ ibid. flg. 19, 20. 

Anfangskaniiner kugelig, von 0,07 — 0,14 mm Durchmesser, 
über derselben 8 — 14, im Querschnitt fast gleichseitig-dreieckige 
Kammern, die einander nicht umfassen. Ausseuseite zugeschärft. 
Mündung aus 12 — 20 radialen Spaltöffnungen bestehend, auf 
einem stumpfen Vorsprunge gelegen. Mündungen der früheren 



54 D. Pcrforata. 

Kammern rund, nahe der Aussenseite gelegen; im ihrem Rand be- 
merkt man zuweilen noch Andeutungen von Spalten (Fig. 8). In 
einzelnen Füllen sind diese Oeffuungen so erweitert, dasg von 
den Seheidewänden nur noch geringe Reste übrig sind. Die 
Kummern ordnen sieh zu einer logarithmischen Spirale (Beispiel: 

r — 15 . 5 . 2,4516 ~) aneinander, und ragen dabei mit der End- 
fläche bis zur Windung herab, oder lassen einzelne Kaminern un- 
verdeekt. Das Gehäuse bat daher bald die Gestalt der Cr. navi- 
eula i/Orb,, bald der Cr. trianyularw d'Orb. d'Orbigny sah den 
B&upttratetvchicd dieser beiden Formen darin, dass bei Cr. naci- 
rula alle Kammern (bis Centruin erreichen (Fig. 1), während bei 
6V. triangularit die Schale eine mehr Scaphitcn -artige Gestalt hat. 
(Vorgl. Fig. 2.) Anschliffe und künstlich hergestellte Steinkerne 
zeigen indessen, dass oft bei demselben Exemplare ein Theil der 
Schale mehr ssu frianguluris, ein anderer mehr zu navicula passt. 
Die Trennung der beiden Arten erklärt sich indessen leicht da- 
durch, dass äusserlich allerdings diese Uebergänge nicht beobachtet 
werden können. Auch bezüglich des Querschnittes variiren die 
einzelnen Exemplare sehr, so dass sich von Formen mit gleich- 
seitig-dreieckigem Querschnitt Uebergänge zu stark eomprimirten 
Formen bilden, die der Cr. karpa Reuss (Westfäl. Kreide tab. 10, 
fig. 1,2) nicht sehr fern stehen. 

Die Gehäuse haben eine Höhe von 1,18 — 2,5 mm, eine seit- 
liche Breite von 0,58 — 1,14 und eine vordere Breite von 0,11 bis 
1,09 "" ,n . Die Zahl der Kammern beträgt 9 — 15. 

Untersucht wurden 130 Exemplare. 

Vorkommen: Kreidemergel ohne Feuerstein vom Friedrichs- 
berg und Vaals, ziemlich selten. 

2. Cristellaria harpa Reuss. 

Taf. X, Fig. 10 — 10. 
1S46. Crisiellaria karpa Riesa, Böhmische Kreide, I, p. G7, tab. 10, fig. 1, i, 
» lhigertuxcii Riusa, id. ibid. p. fig. G. 

Anfangskammer kugelig, von 0,11 — 0,29""" Durchmesser, 
darüber 9—19 schiefe, eiuschenkeligc Kammern, deren Seiten- 



!I. Pcrforata. 



55 



wände unter einem Winkel von 52 — 68° zusammenstossen. Sie 
sind stark zusammengedrückt, und besitzen eine elliptische bis 
lancettliche, meist etwas aufgetriebene Eudwand. Die Mündung 
liegt auf siner etwas vorspringenden Spitze, nahe der Ausscnkante, 
und bestellt aus 7 — 11 radialen Spalten, die in der Mitte nicht 
sciisaminenstosseii (Fig. II, um:li innen setzt -ich diese Mün- 

dung in einen kurzen, trichterförmigen Kanal fort. Die Mündung 
der früheren Kammern ist rund, Andeutungen der früheren Spalten 
sind hei allen untersuchten Exemplaren beobachtet worden. Die 
Kammern nehmen sehneil au Grösse zu, sie legen sich so an ein- 
ander, dass der Kiel eine parabolische Curve bildet, mit dem 
inneren Theil ragen sie dagegen meist bis zum Nucleus herab. 

Die allgemeine Gestalt der Schale ist halbmoud-, bohnen- 
oder sichelförmig, stark seitlich zusammengedrückt, mit scharfer 
Aussenscite. Die Endfläche ist elliptisch bis laucettförmig. Die 
Scheidewände sind äusserjieh durch Leisten, Furchen oder auch 
nur durch dunkle Linien angedeutet. Ebenso wie ein allmählicher 
Uebergang von halbmondförmigen zu sichelförmigen Schalen vor- 
handen ist, welche ganz der Cr. Iiurpa entsprechen, finden sich 
auch alle Uebergangsformen zu Cr. Bagenmoi Keuss. Von Cr. recta 
ü'Okb. unterscheiden sich die Aachener Stücke stets durch den 
zugeschärften Spindelraud. 

Als Abnormität wurden sehr selten Exemplare beobachtet, 
deren jüngere Kammern in einer Ebene liegen, die mit der Ebene 
der älteren Kammern einen Winkel von 15 — 20° bildet. 

Die Höhe der Schalen beträgt 1,23 — 3, die Breite 0,61 — 1,45, 
die Dicke 0,18 — 0,54°"", die Zahl der Kammern 10—20. 

Untersucht wurden 136 Exemplare. 

Vorkommen: Kreidemergel ohne Feuerstein, Friedrichs- 
berg und Vaale, ziemlich selten. 

3. CristeUaria rotulata Lam. 
Taf.X, Fig. 20-43. 

1804. Lentkiilita rotulata Lam., Anuales da Maspe XIII, pag. 188, tab. 62, % U. 
1875. Crtileliaria rotulata Rkuss, Elbtbalgebirge, II, p. 104 cum Syn. 



56 



II. Perforat». 



Anfangskammer kugelig, sehr selten oval oder ellipsoidisch, 
von 0,05 — 0,36 """ Durchmesser, darüber 6 — 32 schmale, ge- 
bogene, dreieckige, reitende Kammern. Die Mundung liegt auf 
einem kurzen, warzenförmigen Vorsprung, und besteht ans 6 — 10 
keilförmigen Radialspalten, welche in der Mitte nicht zusatnmeu- 
stossen. Die Mündungen der älteren Kammern sind kreisförmig, 
mit Kesten radialer Spalten. Die Schale ist vollständig eingerollt, 
aus 2 — 3 Umgängen bestehend, welche eine logarithmische Spirale 
bilden, sie ist mehr oder minder zusammengedruckt, und hat eine 
scharfe, meist ganzrandige, nur sehr selten schwach ausgezackte 
Aussenseite. Die Scheidewände markiren sich auf der Aussen- 
fläche meist durch Furchen oder Leisten. Der Nabel ist bald 
mehr, bald weniger verdickt, zuweilen knopffönnig vorragend. 
Beträchtliche Verschiedenheiten im äusseren Ansehen entstehen 
dadurch, dass zuweilen die Kanunern gleichinässig, zuweilen un- 
gleiebuiässig anwachsen. Im ersteren Falle sind gewöhnlich 2—3, 
im letzteren nur 1 — Vj 3 Umgänge vorhanden. Einzelne Exemplare 
scheinen Uebergänge zur Gattung Marginulina zu bilden (Fig. 26). 
Abnormitäten wurden vielfach beobachtet, darunter Exemplare mit 
doppelter letzter Kammer, und sogar solche mit doppelter Spirale. 
Bei sehr kamtnerreichen Stücken nimmt oft die Grösse der späteren 
Kammern wieder ab. 

Die Durchmesser betragen : 0,54-4,00, die Dicke 0,36— 2,00" ia '. 
Es wurden Stücke gefunden, welche bei 6 Kammern einen halben 
Umgang hatten, bis zu solchen, die bei 33 Kammern deren 4 be- 
sasseu. Die Beobachtungen wurden gemacht an ca. 3000 Exem- 
plaren. 

Vorkommen. Grüusand des Aachener Waldes, häufig. 
Kreideinergel ohne Feuerstein an allen Punkten sehr häufig. 

4. l'ristellarla umbilicata Beissel. 

Taf, X, Kg. 44-47. 
Anfangskainmer kugelig oder cllipsoidisch, von 0,127 — 0,18 1 ma 
Durehmesser, darüber 16 — 31 glattwaudige, schiefe Kammern, 
welche anfangs wenig comprimirt und reitend sind, später aber 




sehr flach, nicht reitend, und im Querschnitt schiind-lancettförmig 
werden. Diese Kammern bilden ein aus Vj% — 2^2, in loga- 
rithmiscber Spirale angeordneten Windungen bestehendes Gehäuse, 
welches, stark zusammengedrückt, bald nautilus- bald ecaphiten- 
artig gestaltet ist, und einen warzenförmig vortretenden Nabel be- 
sitzt. Die Muiidöffnnng wird aus 8—11 radialen Spalten ge- 
bildet, welche auf einem kurzen, spitzen Vorsprung liegen. Die 
Kamuicrwändc sind äusserlich oft gar nicht markirt, oft aber durch 
Falten oder Furchen angedeutet. 

Die Schalen haben eine Höhe von 1,25 — 4,00, eine Breite 
von 1,00 — 2,50' nra . Der Durchmesser durch den verdickten Nabel 
beträgt 0,54—0,90 und durch den zusammengedrückten Theil des 
Gehäuses, nahe der Mündung 0,27 — 0,3 ü' Die Zahl der 

Kammern beträgt 17 — 32. 

Untersucht wurden 105 Exemplare. 

Vorkommen: Nur in den unteren Kreidemergelu des Preuss- 
berge?, selten. 

Genus Polymorpliina Williamson. 

Indem ich mich in der Auffassung der Gattung l'olymorphina 
der CABPKNTErt'schen Anschauung anschhesse, vereinige ich unter 
diesem Namen die D'OltBlfiNY'sehen Gattungen: Guttuhna, Globu- 
lina und Poiymorphina, hauptsächlich wegen der sehr constauten 
Form der Mündung. Die Schalenstruktur ist die aller Lagernden, 
nur zuweilen finden sich weite Poren, die an Globigeriniden 
erinnern. Eine solche weite Pore führt namentlich häufig von der 
Anfangskammer nach aussen, aber auch an anderen Scbaleutheilen 
kommen solche vor. Die Mündung besteht aus einem, in der 
Mitte meist etwas verengten Kanal, in welchem sieh zahlreiche, in 
der Mitte zusammenstossende , nicht poröse, radiale Lamellen be- 
finden. Von aussen gesehen, besteht daher die Mündung aus 
radialen, meist keilförmigen Spalten, die manchmal secundär mit 
Scbalcnsubstanz wieder ausgefüllt werden, deren Reste aber immer 
sichtbar bleiben. Es besteht dann die Mündung aus zahlreichen 
feinen, siebartigen Poren, den äusseren Oentiuugen feiner Köhren, 




II. Pt-rforata. 



welche in die letzte Kammer fahren. Zuweilen wird hei der 
Weitereutwickelung auch dieser Gitterverechluaa wieder resorhirt, 
und ist dann eine rundliche Oefthung vorhanden, wie eice solche 
stets die früheren Kammern mit einander verbindet. Oft wird 
diese Öffnung so weit, dass die Scheidewand bis auf geringe 
liest« verschwunden ist, daher ist oft die Grösse der Aufangs- 
kamiiHT nur schwer zu bestimmen. Die Anordnung der Kammern 
ist überaus schwankend, an demselben Exemplar ist oft der eiue 
Theil eine Gtobulina, der andere eine Guttulina oder Polymor- 
phina. Aus dieser grossen Veränderlichkeit ergiebt sich auch 
die Schwierigkeit, wenn nicht Unmöglichkeit, gut cbarakteri- 
sirte Arten auszusondern. Typische Formen Huden sich freilich, 
aber hei reichem Material sind Uebergäugc derselben zu einander 
sehr häufig, noch häufiger wie bei den übrigen Lagernden. Ich 
werde indessen diejenigen der in der Aachener Kreide sich finden- 
den Formen, welche sich einigermaasscu gesondert halten lassen, 
auch gesondert beschreiben. 

Die bei den Polyniorphineu nicht seltenen Ueberwucheruiigen 
der Schale mit geweihartigen Fortsätzen resp. Auswüchsen sollen 
bei den einzelnen Arten näher besprochen werden. 

1. Polymorphina complanata d'Ürb. 

Taf. X, Fig. 48 -53. . 

1S4Ü. Polymorphina complanala d'Okh., die Fobb. Forani. des Wituer Boekcns, 

p. 234, tob. 13, €g. 25-30. 

Uebcr der ellipsoidischeu Anfangskanimcr entwickeln sich 
glatte, zusammengedrückte, sichelförmige Kammern, die stark um- 
fassend sind, und zuweilen alle bis zur Anfangskammer herabragen. 
Die Mündung besteht aus radialen Spalten, die Ocfinung der 
früheren Kammern aus runden Löchern. Die Kammern sind meist 
regelmässig zweizeilig geordnet , und bilden so ein rhombisches, 
comprimirtes Gehäuse, welches der Wiener Form sehr uahe steht. 
Die Kreideforin unterscheidet sich durch etwas stärker gegen den 
Nueleus hcrabragetide Kammern, schwächere äussere Abgrenzung 
derselben, bedeutendere Grösse, bei geringerer Anzahl der Kammern, 



II. Perfnnita. 



59 



und eleu fitzen Winkel, unter dem die Seiten fliehen der Schale 
an der Mündung zusainmenstosseu. Diese Unterschiede sind in- 
dessen, wie oft nachgewiesen ist, so unbeständig, dass eine Tren- 
nung von der niiocacnen Form nicht angängig erscheint. 

Zuweilen ordnen sieh die ersten Kammern drei zeilig an, solche 
Formen sind mir dann als zu complanata gehörig zu erkennen 
re»p. von anderen mit vorkommenden Arten zu unterscheiden, 
wenn die Kammern in späterein Alter wieder in die normale, zwei- 
zeilige Anordnung zurückkehren. In anderen Fällen liegen in der 
Jugend die Kümmern nicht genau in einer Ebene, wodurch eine 
etwas unregelmässige Gestalt bedingt wird. Es sind indessen alle 
Uebergünge zu der Normalform vorhanden. 

Die Höhe beträgt 0,98 — 1,82, die Breite 0,69—1,14, die 
Dicke 0,45— 0,5t Die Anzahl der Kammern i — 8. Unter- 
sucht wurden 24 Exemplare. 

Vorkommen: Untere Mueronatenmergel des Friedriehß- 
berges. Sehr selten. 

2. Polymorphie Proteus Ueiksel. 

Taf. X I , Fig. 1 - 56 ; Ta£ XII , Fig. 1 — IC. 

Aufaugskammer kugelig oder oval, von sehr verschiedener 
Grösse, welche indessen nur schwer direct zu bestimmen ist, da 
der obere Theil der Kainincrwaud resorbirt zu sein pflegt Darüber 
entwickeln eich bis zu H mehr oder weniger zusammengedrückte, 
bis gauz kugelige Kammern, welche auf einer wenig vorspringenden 
Spitze die Mündung tragen. Dieselbe ist bei der letzten Kammer 
durch zahlreiche, in der Mitte nicht zusammenstoßende, radiale 
Lamellen verschlossen, bei den verdeckten Kammern dagegen durch 
Resorption beträchtlich erweitert. Die Kammern umfassen einander 
stark, auf einer Seite stärker wie auf der anderen, und ordnen 
sich im Allgemeinen zu einer schraubenförmigen Spirale. Liegen 
2 Kammern in jeder Windung, so entstehen normale Polymorph inen, 
bei drei Guttuliuen und bei einer grösseren Zahl Globulinen. 
Regelmässig zweizeilig angeordnete Kammern entstehen, wenn das 
Grösseuwachsthum verhältuissmässig langsam, und die Gestalt der 



«»«..Caogif 




60 



II. Porforat». 



Kammern dieselbe ist. Solche Gehäuse sind zusammengedruckt, 
ährcuföriiiig, und besitzen schwach aufgetriebene, und darum äusser- 
lich deutlich geschiedene Kammern. Ist bei solchen zweizeiligen 
Formen die Anfangskaunner klein, und ist das Grösscnwaehsthuin 
der folgenden ein rasches, so ist die Gesammtforru der Schale keil- 
förmig, im anderen Falle, d. h. wenn der Nucleus gross, und das 
Wachsthum langsam ist, entstehen schwach elliptische oder fast 
liueare Gehäuse, Solche regelmässig biserialen Formen sind in- 
dessen selten, und selbst bei den äusserlich vollständig symmetrisch 
erscheinenden Formen beobachtet man als Kegel, dass die Ebene 
der ersten Kammern gegen die der folgenden geneigt oder gedreht 
ist, resp. dass die Jugendkammern dteizeilig angeordnet sind, also 
Guttulinen oder Globulinen darstellen. Es kann daher die zwei- 
zeilige Anordnung der Kammern als Grund für eine epeeifisohe 
Trennung nicht erachtet werden, und nehme icli keinen Anstand, 
diese mit den uuregelmässigen Formen, wie solche in deu Fig. 12 
und 19 dargestellt sind, zu einer Art zu vereinigen, da alle denk- 
baren Zwischeuformen vorhanden sind, und zwar in solcher Häufig- 
keit, dass bei reichem Material eine Sonderling nach der Anord- 
nung der Kammern absolut undurchführbar erscheint, wie solches 
in gleicher Weise auch von der Poiymorphina communis d'ÜHB. 
durch Parker und Jones angegeben wird (cf. Ann. a. Magaz. of 
Nat.-Hist. vol. 19, p. 28S). 

Unter Berücksichtigung der Beobachtung, dass bei Polt/- 
morphina, wie bei allen Lageniden, die Aufaugskammer eine sehr 
verschiedene Grösse hat, sowie des Umstandes, dass die ersten 
Kammern fast aller Fol)' morphinen sehr oft eine globulinenartige 
Anordnung besitzen, muss man auch die GlobuliuRiifornien, wie 
sie in Fig. 1 — 5 dargestellt Bind, mit den vorstehend beschriebenen 
vereinigen. Da dieselben eine geringe Grösse besitzen, und zahl- 
reiche Uebcrgänge beobachtet wurden, sind dieselben als junge 
Exemplare mit grossem Nucleus, spiraler Anordnung, und starkem 
Umfassen der Kammern, und dadurch bedingtem, fast kreisförmigem 
Querschnitt des Gehäuses zu bezeichnen. 

Endlich kommen auch Formen vor, welche zwischen I'oly- 
wiorphina und Glandidina stehen. Dieselben unterscheiden sich 



II. Pcrforata. 



61 



von Olandulina lediglich durch eine, die vertical« mehr oder weniger 
verlassende Anordnung der Kaminern. 

Als Abnormitäten fanden sich Exemplare, namentlich der 
üuttulinen- und Globulinen -Formen, dereu Schale von einer un- 
rcgehnässig aufgeblasenen, und zu geweihartigen Fortsätzen aus- 
gewachsenen Kalk hülle überwuchert war. Diese Ueberwucheruug 
geht von der letzten Kammer aus, und durch Anschleifen er- 
giebt sich, dass, so isolirt auch oft die einzelneu Auswüchse auf 
der Schale zu stehen scheinen, eine der Schnleuoberfläehc nicht 
vollständig anfliegende Kalklage die directe Verbindung derselben 
herstellt. Die Oberfläche dieser Ueberwuche Hingen zeichnet sich 
bei Vergrößerung durch zahlreiche kleine dornige Erhöhungen 
vor der eigentlichen Schalenoberfläche ans. Auel» scheint die 
Ueberwucheruug von weiteren und entfernter stehenden Poreu 
durchsetzt zu sein, wenigstens so weit die nicht ganz einwand- 
freie Untersuchung der fossilen Exemplare erkennen lässt. Hei 
den überwucherten Exemplaren ist der Gitterverschluss der letzten 
Kammer ineist resorbirt, zuweilen ist er aber erhalten, und selten 
ragt die Mündung über die Ueber Wucherung hervor. Es sind dann 
die Spältchen immer verschlossen, und neben der eigentlichen 
Mündung liegen in wechselnder Zahl un regelmässige Oeffnungen, 
welche den inneren Hohlraum mit dem Hohlraum der Protuberauz 
verbinden. 

Durch ganz ähnliche Oeffnungen sind auch die sonstigen 
Hohlräume der Ueberwucheruug mit dem Schalen iiinern verbunden. 
Zuweilen finden sich Schalen, die siebartig von solchen Löchern 
durchsetzt sind. Die Enden der geweihartigen Verästelungen sind 
nur selten geschlossen, aber die unregelmässigeu und scharfen 
Ränder der Oefluungen deuten darauf hin, dass geschlossene 
Spitzen abgebrochen sind, uud finden sich solche abgebrochenen 
Spitzen auch isolirt. Die inneren Kammerwände der überwucherten 
Exemplare bleiben glatt und sind ganz so beschaffen, wie die der 
normalen Exemplare, bis auf die beschriebenen Oeffnungen, welche 
das Schaleninnere mit den Hohlräumen der Ueberwuchernng ver- 
binden. Ebenso haben diese letztgenannten Hohlräume glatte 
Innenwände. 



62 TL Perforata. 

• 

Diese eigenartigen Bildungen fanden sich vorwiegend bei 
kleinen Exemplaren, bei solchen, die mehr wie 7 Kammern hatten, 
wurden sie nicht beobachtet. 

Als eine viel seltenere Abnormität fanden sich Exemplare der 
zweizeiligen Form mit zwei ganz gleichen, je einen Gittorversehluss 
zeigenden Mündungen. Die letzte Kammer hatte sieb so weit 
seitwärts angesetzt, dass die Mündung der vorletzten Kammer 
frei blieb. 

Häufig findet sich am Nucleus eine abwärts gerichtete, weite 
Pore, welche die Schale senkrecht durchsetzt. 

Die Dimensionen betrugen bei der zweizeiligen Form : Höhe 
1,09 — 3,00, Breite 0,63 — 1,27 die Dicke erreichte gewöhnlich 
nur 40 pCt. der letzteren Abmessung. Bei den Globulinen-Formon 
betrug die Höbe 0,72 — 1,36 die Breite und Dicke 0,60 — 1,14'»™. 
Die überwucherten Exemplare hatten eine Höhe von 0,83 — 1,54 
«nd eine Breite von 0,54 — 0,91""", incl. der TJeberwueherimg. 

Untersucht wurden 636 Exemplare. 

Vorkommen: Grünsaud im Aachener Wald, selten. Mucro- 
natenmergel des Friedrichsberges, Preussberges und von Vaals, 
allenthalben häufig. Im Grünsand herrschen die zweizeiligen Formen, 
an den anderen Punkten die unregelmässigen vor. 

3, Pol) tuorphiua glommerata Rokmer. 
T»f. XII, Fig. 17—29. 

184 1. Poli/morjilima giommernta Kounn, Norddeutsche Kreide p. 07, tab. 15, fig. 19. 
1845. (tuttulina glommcrata Rnuas, Böhmische Kreide I, p. 40, tab. 12, Fig. 32. 

1845. » danutecoriü» id. ibid. tab. 13, Fig. 85. 

1846. » austriaca d'Okb., Foram. foes. du bans. tert. de Vicnne, p, 223, 

Ub. 12, flg. 23 und 24. 
1846. » probkma id. ibid. p. 224, tab. 12, fig. 2G, 27. 

Aufangskammer kugelig oder oval, folgende Kammern weit 
umfassend, glatt, oben spitz, durch grosse, oft unregelmässig ge- 
staltete Oeffnungeu communicirend. Die Mündung besteht aus 
12—23 radialen Spalten. Kammern ätisserlich mehr oder weniger 
deutlich abgegrenzt, und in verschiedenem Malusse herabragend. 
Wenn die jüngsten Kammern bis zum Nucleus reichen, entstehen 



IL PcrlbraU. 



68 



Gehäuse wie sie in Fig. 17 und 18 dargestellt sind. Es umfassen 
die beiden letzten Kümmern die vorhergehenden von zwei Seiten 
etwa zur Hälfte, während die zwei oder drei ersten Kammern als 
knopfartiger Vorsprung hervorragen, so dass die Gehäuse die 
Gestalt einer Knospenzwiebel haben, und sich der von BoBMBB 
dargestellten Form sehr nähern. Iiei diesen Formen beträgt die 
Dicke etwa die Hälfte der Breite. 

Weuu dagegen die letzten Kammern weniger herabragen, so 
bleiben die älteren Thcile der Sehale unbedeckt, und es entstellen 
Gehäuse, wie sie in Fig. 21—24 dargestellt sind, und welche mit 
den mioeänen Guitulina amtriaca und problema d"Orb. überein- 
stimmen. Solche Formen haben eine Länge von 1,05 — 1,30 und 
eine Breite von 0,73— 1,02 mm . 

Diese letztgenannten Formen müssen wohl als eine weitere 
Entwicklungsstufe der erst beschriebenen angesehen werden, und 
finden sich die allmählichsten Uebergänge zwischen den beiden. 

Die Zahl der Kammern beträgt 6 — 12. 

Geweihartige Ueberrindungen wurden bei mehreren Exem- 
plaren beobachtet, welche dadurch mit Gutt. damaecornis Keuss 
grosse Aehnlichkeit erhielten. 

Untersucht wurden 1 50 Exemplare. 

Vorkommen: Kreidemergel ohne Feuersteine allenthalben. 
Die verschiedenen Formen fanden sich an den Fundpunkten stets 
zusammen. 

Genua Pyrulin«. 
Pyridin» acumiuata n Orb. sp. 

Taf. X, Fig. 54-59. • 
1S40. Pt/rulinn muminata n'Oitn., Mem. sofi. geol. Fr., p. 43, tab. 4, fig. 18, 19. 

Anfangskammer oval, 0,14 — 0,20 mm lang und 0,09— 0,11 mm 
breit. Darüber wenig aufgetriebene Kammern, die äusserlieh nur 
durch dunkle Linien, in der Jugend auch wohl durch schwache 
Einsenklingen markirt sind. Die Kammern stehen mit einander 
durch runde Öffnungen in Verbindung, die Mündung besteht aus 



64 



II. Porforata. 



7 — 25 radialen Spalt™. Die Kammern ordnen sich Spiral, und 
zwar so, dass das untere Drittel der vorhergehenden Kammer un- 
verdeokt bleibt. Im Alter ist das Grössenwachsthum geringer, 
als in der Jugend. Alte Schalen bilden daher einen stumpfen, 
junge einen spitzen Kegel. Durch die Anordnung der Kammern 
gehört die Forin zu Pyruhna d'Orb., doch finden sich, wenn auch 
selten, Uebergängc zu Polyinorphina in engerem Sinne, und Guttu- 
lina. 

Die Höhe beträgt 0,96 — 2,36 ,1,ro , die Breite und Dicke 0,67 
bis 1,31 Untersucht wurden 70 Exemplare. 

Vorkommen: Kreide mcrgel ohne Feuersteine am Schneeberg 
und Friedrichsberg, selten. 

Genus Pleurostoinella Ekuss. 
Plenrostomella subnoilosa Reuss. 

Taf. XII, Fig. 30-38. 

1810. Plenroslomcllii stiimodosa BnNW, Foraminifcren der wostfülischim Kreide, 

p. 59, tab. S, fig. 2. 

Die kleine Anfangskainnier ist oval, die folgenden Kammern 
sind nicht zusammengedrückt, und besitzen eine unterhalb der 
Spitze gelegene Kiu Senkung , in welcher die halbmondförmige 
Mündung liegt. Von dieser Mündung reicht eine zweilappige 
Kalklamelle bis zur Basis, wodurch die Mündung selbst bis auf 
eine sichelförmige Spalte verengt wird. Die beiden Lappen der 
Lamelle vereinigen sieh in späterem Alter, so dass dieselbe einen 
hohlen Strang darstellt, welcher die ganze Schale der Länge nach 
durchzieht. 

Die späterer! Kammern umfassen die vorhergehenden allemal 
auf der Seite stärker, auf welcher diese die Mündung tragen, und 
entwickeln selbst eine solche auf der entgegengesetzten Seite. Die 
Anordnung der Kammern wird dadurch unregelmässig zweizeilig. 
Aeusscrlich sind die Kammern durch tiefe Einsenkuugen von ein- 
ander abgesetzt. Das Gesammtausseheu ist dem mancher Poly- 
morphinen nicht unähnlich, deren fein poröse Sehaleustruktur auch 



II. Perforata, 



65 



bei PleurmtomeMa vorhanden ist. Der wichtigste Unterschied liegt 
in der Mündung, und der Längsröhre. 

Die Zahl der Kammern betrug 8—11. Die Länge 2,80 bis 
4,00 rara , die Dicke unten 0,36 — 0,45 n "° und oben 0,90— 1,00 
Der Durchmesser der inneren Röhre 0,036 — 0,091"™. 

Die von Reüss abgebildeten Stücke stimmen bis auf die 
wulstige Umrandung der Mündung mit den Aachener Exemplaren 
vollkommen übereiu, erreichen aber kaum '/ 3 der Grösse derselben, 
obwohl sie in der Zahl der Kammern übereinzustimmen scheinen. 

Untersucht wurden 14 Exemplare. 

Vorkommen: Kreidemergel ohne Feuerstein au der Nord- 
seite des Friedrichsberges, und am alten Wege nach Vaals. Sehr 
selten. 

Geuus Virgulina. 
Virgulina tegulata Reüss ] ). 

Taf. XIII, Fig. 1-7. 
1846. Virgulina teguiata Rkiss, Böhmische Kreide I, p. 40, tab. 13, fig. 81. 

Die Anfangskammer ist kugelig oder eiförmig, und hat einen 
Durchmesser von 0,073— 0,191 mm . Die folgenden Kammern sind 
hakenförmig und ziemlich flach, sie sind regelmässig zweizeilig 
angeordnet. Je nach der Grösse der Struktur, nach dem Grade, 
in dem die folgenden Kammern die vorhergehenden umfassen, 
und nach dem Grössenwacbathuni entstehen so lancettliehe bis 
lineare Schalen, welche durch alle Uebergänge mit einander ver- 
knüpft sind. Die Mündung ist spaltförmig, die Oeffuuug der ver- 

In dem Manuskript Bkimkl 1 « wird diese Form an Polymorpläna angereiht, 
und in der Einleitung ausdrücklich zur Familie der Polymorphiiiidae gerechnet. 
Im »Aachener Sattel« wird sie unter den Lagernden aufgezählt (S, 140). Ist indessen 
die Angabe über die Struktur der Schale, speciuli das Fehlen von Schalenporen 
richtig, woran ich bei dir Sorgfalt der ßh.issi:t.Vhcu Untersuchungen nicht 
zweifele — eigene Beobachtungen wurden nicht gemacht — , &0 kann die Art 
natürlich nicht boi den Porforaten ihren Platz haben. Zur Gattung Virgulina 
d'Ohb., nach v. Zittel, eine Untergattung von ftntimina (Handbuch I, p. 01), kann 
die Art aus dem gleichen Grunde nicht gehören. E. 

Hai» Potje. H«Ft 3. 5 



II. Perforata. 



deckten Kammern ist oft durch Resorption eines Tbeiles der Scheide- 
wand vergrössert. Die Zahl der Kammern betrug 4 — 9jederseits. 

Ala unregehnässige Bildungen finden sich häufig Exemplare, 
bei denen eine Spirale Drehung der Schale dadurch entstanden 
ist, dass einige Kaunueru nicht in einer Ebene liegen. 

Die Länge der untersuchten Stücke betrug 0,618 — l,363"" n , 
die Dicke 0,145— 0,273"™, die Breite unten 0,073— 0,2 18 ■» oben 
0,273— 0,436 mra . 

Die Schaleustructur ist vollständig dicht, wie bei den Milio- 
liden. Poren wie sie bei den Lagernden vom gleichen Fundort 
leicht beobachtet werden können, fehlen vollständig, auch eine 
etwaige spätere Ausfüllung derselben ist nicht wahrzunehmen. 

Untersucht wurden 203 Exemplare. 

Vorkommen: Obere Mucronateumergel (mit Feuersteinen), 
hauptsächlich an der Grenze gegen die tieferen Schichten. 

Fundort: Gelbe Mergel des Schneeberges bei Vaals, oberhalb 
der Steinbrüche nach Lemiers zu. Häufig. 

Genus l.ulimiiia d'Orb. 

Ilulimina laevis Beissel. 
Tafel XII, Fig. 39-43. 
Die Anfangskammer ist kugelig, von sehr verschiedener Grösse. 
Die späteren Kammern sind blaseiifönutg, umfassen einander stark, 
und sind in 4 — 5 spiraleu Windungen angeordnet. Die Mündung 
ist spaltförmig, gebogen, und liegt auf der vorderen Seite der 
letzten Kammer, sie reicht bis zur Oberfläche der vorhergehenden 
Kammer herab, und zieht sich dann noch auf der Grenze der 
beiden letzten Kammern etwas abwärts. Die verdeckten Kammern 
stehen durch rundliche Löcher mit einander in Verbindung. Je 
nach den Wachsthunisverbältnissen der Kammern entstehen zwei 
in ihren extremen Formeu recht verschieden aussehende Reihen, 
die eine, kleinere, ist unten gerundet, und von ovaler Gestalt 
(Fig. 42 — 43), die andere, grössere, ist unten zugespitzt, mehr 
gestreckt, und hat die Gestalt eines Traubenkernes (Fig. 39 — 41). 
Beide Formen sind indessen durch alle Uebergängc verbunden, 
und daher als Spccies nicht zu trennen. Die Anzahl der Kammern 



II. Perforata. 



«7 



Hess sich nicht feststellen, weil die gewöhnliche Ausfüllung der 
Kammern mit Kalkspath die Herstellung von künstlichen Stein- 
kernen unmöglich machte, und die älteren Kammern äusserlich 
nur undeutlich oder gar nicht von einander abgesetzt sind. 

Die Abmessungen der ovalen Form waren: Länge 0,54— 0,80 mm , 
Breite am Nucleus 0,13 — 0,14""", grösste Breite 0,31 —0,45 am . 
1 >ie verlängerte Forin war dagegen 0,54 — 0,89 n " n lang, unten 
0,05—0,07""» und oben 0,34— 0,47 breit. 

Untersucht wurden 40 Exemplare. 

Vorkommen: Kreidemergel ohne Feuerstein am Friedrichs- 
berg und bei Vaals, sehr selten. Etwas häufiger in den höheren, 
gelb gefärbten Mergeln über den Steinbrüchen bei Lemiers. 

Die im Nachstehenden aufgeführten Formen hat Beissel in 
seinem Manuskript nicht mehr vollständig abgehandelt Nur von 
einigen Arten fanden sich kurze Notizen in den Papieren und 
der Tafelerklärung. Dieselben sind bei den Bemerkungen benutzt 
worden, soweit es ging- Eine auch nur eiuigcrmaassen vollstän- 
dige Beschreibung liess sich indessen, wie dies bereits in der 
Einleitung gesagt wurde, hieraus nicht zusammen stellen, bei 
manchen Formen fehlen Bemerkungen überhaupt. H. 

Genus Textularia Defr. 

Im »Aachener Sattel« sind zwei Textularia- Arten eitirt, nach 
seinen Zeichnungen unterschied Beissel ausserdem noch 3 Arten, 
die aber nicht benannt resp. bestimmt worden sind. 

1. Textularia bolivinoides Reüss. 

Tafel XIII, Fig. 8-13. 

Textularia boüvinoidet Reuss, Foraminifercn der westfälischen Kreide, p. 91, 

Taf.XIl, Fig. 6. 

Die Abbildungen stellen zwei Exemplare dar, Fig. 8, 9 und 
13 das eine, 10, 11, 12 das andere. Beide unterscheiden sich vou 

5' 



n. Perforats,. 



einander durch etwas abweichende Gestalt, das erste Exemplar 
ist mehr konisch, das andere mehr pfriemenförmig. Die Anzahl 
der Kammern beträgt bis zu 28. Die Schale enthält nur wenig 
Sand- 

Die Art ist selten in den Kreidemergeln des Friedrichsberges. 
2. Textularia aneeps Reuss. 

Tafel XIII, Fig. 14, 16. 

Textularia aneep* Reusa, Foramimferen der westfälischen Kreide, p. 90, Taf. XIII, 
Fig. 2. 

Die Schale ist breit, niedrig kegelförmig, und sehr sandig. 
Die Art findet sich häufig in den unteren Mucronateumcrgeln am 
Friedrichsberg, Schneeberg und Preussberg. 

Ii. Textilaria sp. 

Tafel XIII, Fig. 17-19. 
Fig. 17 und 18 stellen dasselbe Exemplar von verschiedenen 
Seiten, Fig. 19 eiu anderes Exemplar, dessen Kammern mit Luft 
gefüllt sind, bei durchfallendem Lichte dar. In der Tafelerklärung 
begleitet Beishel die Bestimmung als Te^ctüaria mit einem Frage- 
zeichen. Die Exemplare stammen aus der weissen Schreibkreide 
von Henry- Chapelle. 

4. Textularia sp. 

Taf, XIII, Fig. 20-22. 
Ein stumpf kegelförmiges Exemplar einer Textularia aus dein 
Kreidemergel des Friedrichsberges. 

5. Textularia cf. counlns Reiths. 

Taf. XIII, Fig. 23-29. 

Textularia eonulu* Rp.uss, Böhmische Kreide I, p. 38, tab. 13, fig. 75, tab. R, 
lg. 59. 

Fig. 26 stellt die Mündung einer verdeckten Kammer dar. 
Die Scheidewände der Kammern bilden gleichsam Falten auf der 



II. Perforata. 



69 



Schalenoberflächc (Fig. 23); über der in einer Einrenkung ge- 
legenen Mündung erhebt sich eine Art von Schutzdach (Fig. 24 
uud 25), welches bei allen gut erhaltenen Stücken gefunden 
wurde. Fig. 27 und 28 stellen Längssehliffie zweier Exemplare 
dar, nach dem letzteren ist der seheuiatisehe Längsschnitt Fig. 29 
entworfen worden. 

Vorkommen: Kreidemergel am Friedriehsberg. 

Genus (iaudryina. 
(jrandryina rugosa d'Orb. 

Tuf.XDF, Fig. 30-37. 

Gaudryina rvgosa u'Orb., Memoire sur Ie& Foraminifercs de !a craie blanche, 

p. 44, tat». 4, fig.20-21. 
Vtnttuilina trkarinata d'Orb., ibid. p. 3D, tab. 4, fig. 3, 4. 

» Bronnii Rkuss, Böhmische Kreide I, p. 38, tab. 12, fig. 5. 

Fig. 30 — 33 stellen dasselbe Exemplar von verschiedenen 
Seiten dar; in der Jugend dreikantig, mit dreiteiliger Anordnung 
der Kammern, wird die Schale im Alter vierkantig, und besitzt 
zweizeilig geordnete Kammern, wie dies die Fig. 31 zeigt. Ver- 
neuilina tricarinata, welche dieselbe rauhe Schale, uud die äusser- 
lich undeutlich abgesetzten Kammern besitzt, ist nur die drei- 
zeilige Jugendform dieser Art. Stets sind nur 16 Kammern 
dreizeilig, sowie sich die 17. Kammer bildet, beginnt die zwei- 
zeilige Anordnung, d. h. mit der 17. Kammer geht die Verneuüina 
in die Gaudryina über. — Fig. 34 stellt die Schalenoberfläche des 
Fig. 35 dargestellten Exemplares, in starker Vergrösserung dar, 
anscheinend ist dieselbe etwas verwittert. — Verneuüina Bronnii 
KeüSS dürfte kaum speeifisch verschieden sein. 

Die Art ist sehr häufig in den Mucronatenmergeln des 
Friedrichsberges. 

Im »Aachener Sattel« citirt Bbissel von dem gleichen Fund- 
ort als häufig Gaudryina oxyconus Reuss (Foraminifcrcu der westf. 
Kreide, p. 85, Taf. 13, Fig. 3). In den Notizen zu den Abbildungen 
fand sich über diese Art nichts vor. 



70 



II. Perforata. 



Genus Bigenerina. 
Big«nerina cretacea Beisskl. 

Taf. XIII, Fig. 38, 39. 

Die Anfangskammer ist kugelig, und hat einen Durchmesser 
von 0,09 Die späteren Kammern sind schräge, niedrig, und 
Laben stark bauchige Seitenflächen. Die Kammern sind wcchsel- 
tständig, oder sehr unvollkommen und unregelmässig zweizeilig, 
sie umfassen sieh in verschiedenem Grade. Das Gehäuse bekommt 
dadurch eine unsymmetrische Gestalt. Die Endfläche der letzten 
Kammer trägt in einer flachen Einsenkung die rundliche, meist 
flach umrandete Mündung. Die Üefthungen der verdeckten 
Kammern sind stark erweitert. 

Obwohl ein Uebergang zu regelmässig einzeiliger Anordnung 
der Kammern nicht beobachtet wurde, so betrachte ich doch die 
Art als eine in ihrer Entwickeluug »och nicht abgeschlossene 
Bigenerina, z. Th. auch wegen der Lage und Form der Mündung. 
Die Schale ist sehr rauh. 

Die Länge beträgt 1,27 — 1,48, die grösste Breite 0,f>8 bis 
0,72 mm , die Zahl der Kammern bis zu 13. Untersucht wurden 
12 Exemplare. 

Vorkommen: Sehr selten in den untersten Kreideniergeln 
des Preussberges am Wege nach Genimenich. 

Genus Webbina d'Ord. 
Webbina rugosa d'Oeb. 

Taf.XIlI, Fig. 40-42. 

Webbina rugosa d'Orb., Foraminiferen des Wiener Tertiärbeckens, p. 73, t»b. 21, 
fig, 11, 12. 

Die rauhe Schale besteht aus bis zu 6 unrege 1 in äss igen, un- 
gleich anwachsenden Kammern, die sich unregelmässig aneinander- 
reihen, und sämnitlieh mit einer breiten Fläche f'estgewachseu, und 



II. Pprforata. 



71 



durch sehr tiefe Einschnürungen von einander getrennt sind. Die 
Mündung ist rund, auf einem kurzen Vorsprung gelegen. Die 
sämmtliehen untersuchten Stücke stummen aus den Kreidemergeln 
des Friedrichsherges. Fig. 40 sitzt auf einer Austernschale, 
Fig. 41 auf einer CritUüaria rotulata, Fig. 42, eine Endkammer 
mit erhaltener Mündung, auf einem Lunulttes. Die Mündung 
ragt etwas über die Unterlage hervor. — d'Ohbigny beschrieb 
diese Art als bei Teuerimi lebend. 

Genus Globifferina. 
älobigerina cretacea d'Orb. 

Taf. XIII, Fig. 43-47. 

Glohif/erina cretacea d'Obb., Memoire« sur lea Foraminifcres de la craie blanche, 

p. 34, tab. 3, fig. 12-14. 

Die rauhe Schale, welche ans 2 — 2 '/ 2 Umgängen besteht, ist 
stark niedergedrückt — nach d'Ohbigny das Hauptkennzeichen 
der Art — , ziemlich eng genabelt, und besitzt bis zu 13 Kammern, 
die durch tiefe Einschnürungen von einander abgesetzt sind. 

Fig. 43 stellt ein Exemplar dar, welches mittelst verdünnten 
Terpentins durchsichtig gemacht wurde. Fig. 44 — 47 ein anderes 
Exemplar von verschiedenen Seiten gesehen. Die Mündung in 
Fig. 44 ist nicht vollständig erhalten. 

Die Art ist nicht häufig in den Krcidemergeln des Friedrichs- 
berges. 

Genus Rotalia. 

1. Rotalia nitida Keüss. 
Taf. XIV, Fig. 14-19. 
Rotalia nitida Raus«, Böhmische Kreide I, p. 35, tab. 8, fig. 58. 

Die Schale besteht aus 4 Windungen, die Kammern — bis 
zu 28 — umfassen einander auf der einen Seite vollständig, auf 
der anderen dagegen nur sehwach, sie sind demnach als reitende 
zu bezeichnen. 



72 



II. Perforata. 



Die Art ist häufig bei Vaals in den Kreidemcrgeln ftm Fuss 
des Schneeberges. Der Steinkern Fig. 19 ist von einem Exemplar 
vom Preussberg. 

2. Rotalia cf. Bonei d'Obb. 
Taf.XIV, Fig. 85-29. 

Rotalia Boueana d'Oeü., Forajniniferen des Wiener Terliärbeckens, p. 152, tab. 7, 
fig. 2Ö-27. 

Die Schale ist sehr stark glänzend, die Kammern sind auf 
der flachen Seite durch deutliche Wülste von einander geschieden. 
Der äussere Rand ist scharf gekielt. Ein Nabel ist nicht vor- 
handen, und an der Stelle, wo sonst die Rotalieu die Mündung 
tragen, ist von einer Oeffauug nichts zu sehen. Die spaltföruiige 
Münduug liegt auf dem Kiel der letzten Kammer. Die Verbindung 
der verdeckten Kammern wird durch eine rundliche, mehr oder 
weniger unregelmässige Oeffuung gebildet. 

Vorkommen; Im Grünsand des Aachener Waldes an der 
Lütticher Laudstrasse. 

3. Rotalia cf. Kalembergensis d Orb. 

Tal XIV, Fig. 11-13. 

Rotalia Kalembergensis d'Okb., Foramirjiferen dos Wiener Tertiarbeckens, p. 151, 

tab. 7, fig. 19-20. 

Diese recht constante Form ist besonders durch die auf der 
gewölbten Seite weit stehenden, groben Poren charakterisirt. Die 
erhabenen Leisten, welche äusserlieh dio einzelnen Kammern 
trennen, sind ohne diese groben Poren. Die flach gewölbte Seite 
unterscheidet sich von der Darstellung der R. Kalembergetws bei 
ij'Orbigny durch ihre glänzende Oberfläche, auf welcher Poren 
nicht wahrnehmbar sind. 

Die Art ist häufig in den Kreidemergelu des Friedrichsberges. 
Das abgebildete Exemplar stammt aus der weissen Kreide von 
Henry-Chapelle. 

') Bis auf die eigentümliche Mündung scheint diese Art übereinzustimmen 
mit R. exculpta Rsuas. (Foram. der westf. Kreide, Taf. 9, Fig. 4.) H. 



II. Perforata. 



73 



4. Rotalia sp. 

Taf. XIV, Fig 20 - 24. 
Diese Art steht am nächsten der oben als R. cf. Douei auf- 
geführten Art, ist aber besonders durch die sehr starke, schwielige 
Verdickung der Unterseite verschieden. Form und Lage der 
ersten Kammern konnten nicht beobachtet werden, wegen mangeln- 
den Materials, da sich die Art nur sehr selten in den unteren 
Kreidemergelu des Sehueeberges bei Vaals fand. Zwei an- 
geschliffene Exemplare (Fig. 23 und 24) gaben keinen Aufschlug 
über diese Punkte. 

5. Rotalia aspera Ehrenb. 

Taf. XIV, Fig. 1-6. 
Rotalia m/iera Eiikkxijkbg, Microgeologio, tab. 27, fig. 57, 58. 

Die sehr rauhe Schale hat kugelige Kammern, welche drei 
Umgänge bilden. Fig. 1 und 2 stellen 2 Exemplare bei durch- 
fallendem Licht dar. — Die Art ist häufig in den Kreidemergeln. 
Die gezeichneten Exemplare stammen aus der weissen Kreide von 
Henry-ChapeLle. 

fi. Rotalia Michelini d'Orb. 

Taf. XIV, Fig. 7-10. 

Rotalia MkheUniana »'Orb,, Memoire eur les Foraminiferes de la craio blanche, 

p. 31, tab. 3, fig. 1-3. 

Diese Art kommt in den Kreidemergelu ohne Feuerstein vor. 
Zuweilen wurde beobachtet, dass neben normal aufgerollten Exem- 
plaren auch solche von entgegengesetzter Aufwickelung der 
Kammern vorkommen (vergl. Fig. 8 und 9). Die Mündung der 
verdeckten Kammern ist von gleicher Gestalt, wie die der letzten ; 



! ) Diese Art dürfte kaum verschieden nein von Globigerina cretacea d'Okb. 
(vergl. S. 71), mit der auch E. Jones and Parker die EHBEMBBKo'iche Art ver- 
einigten. Die Angabe J. Beissel's im »Aachener Sattel« (S. 137), dass die eng- 
lischen Autoren die Art als bei batständig betrachteten (,0n the nomencluture of 
the Foiaminifera, S. 2i)4) beraht auf einem Missverstindnlss. H. 



74 



II. Perforata. 



bei Fig. 8 ist die letzte Kammer weggebrochen, um dies zu zeigen. 
Die abgebildeten Stücke stammen von Henry-Chapelle. 

Genas Rosalina. 

1. Rosalina sp. 

Tafel XIV, Fig. SO — 35; Taf. XV, Fig. 1-3. 

Die Schale ist ziemlich fein porös, wie das namentlich der 
auf Tafel XV, Fig. 3 abgebildete Steinkern zeigt. Die Fig. 35 
auf Tafel XIV stellt die stärker vergrößerten inneren Kammern 
desselben Steinkerns dar, Tafel XV, Fig. 2 ein stark vergrößertes 
Schalen« tflckcben. Tafel XV, Fig. 1 ist ein Stück einer Kammer- 
ausfüllung bei einem Steinkern, welches mit feinen aderartigen 
Aestchen bedeckt i&t. Die schwarze Stelle ist noch nicht aufge- 
löster Kalk, uud vcrmiithlieh sind die Verästelungen in dem übrigen 
Theil auch nur Reste der Schale, uud entsprechen nicht den 
Kunälcheu, welche Ehrenberg von Steinkernen dieser Foramini- 
feren-Gruppe beschrieb und abbildete, obwohl Aehulichkeit vor- 
handen ist. 

Die Anfangskammer ist kugelig, die folgenden sind reitend, 
äusserlich durch tiefe Einschnürungen getrennt. 

Bei Fig. 30, Tafel XIV sind die Poren durch Imprägnireu 
mit Carminlösung sichtbar gemacht. 

Die abgebildeten Stücke stammen aus den Kreidemergeln des 
Friedrichsberges. 

2, Ho sali na ammonoides Reuss. 

Tafel XVI, Fig. 1—5. 

Rosaäna ammonoides Reuss, Böhmische Kreide 1, p. 36, tab. XIII, %. 6G. 

Diese weit verbreitete Art ist nicht selten in den Kreide- 
mergelu des Friedrichsberges. Sie ist verhältnissmässig leicht 
kenntlich an den wenig umfassenden Windungen, und den durch 
Beichte Einschnürungen getrennten Kammern. 



II. Perforata. 



75 



3. Rosalina Clementina d'Orb. 

Tafel XVI, Fig. 6 — 16. 

Rosalina Clementina d'Obb,, Memoire sur le3 Foramiaiferes de la craie bJauche, 

p. 37, Tafel 3, Fig. 23 — 25. 

Eine sehr veränderliehe Art, welche oft genabelt ist, bei der 
aber auch oft der Nabel durch eine mehr oder weniger dicke 
Schwiele zugeklebt ist. Die Kammern sind äusserlieh durch Leisten 
abgetrennt, bei grossen Exemplaren, wie ein solches in den Fig. 7, 
8 und 15 in 3 Ansichten durgestellt ist, treten diese Leisten bei 
den letzten Kammern nicht hervor. Auf der stärker gewölbten 
Seite sind die Leisten stets schwach entwickelt. Zuweilen sind 
die Katumerbegreuxungcn äusserlieh ganz unregelinässig (Fig. 8), 
namentlich bei grossen Exemplaren, was scheinbar seinen Grund 
in äusseren Verletzungen, %. Th. auch in der schlechten Erhaltung 
seinen Grund hat. 

Die Art kommt häutig in der Schreibkreide von Henry-Cha- 
pelle vor, 

4. Rftsalina sp. 

Tafel XVI, Fig. 17-21 
Diese Form ist wohl ident mit der uubonanuten Art Seite 72 
Tafel XIV, Fig. 20 — 24, und stellt nur kleinere Individuen dar, 
wie sie im Grünsand des Aachener Waldes au der Lütticher 
Landstrasse vorkommen, während jene aus den Mucronatcnschichten 
stammt. Die Exemplare aus dem Griiusand unterscheiden sich im 
Wesentlichen durch die abweichende Stellung und Ausbildung der 
Wülste, welche auf der Oberfläche die Kammergreozen anzeigen. 

Genus Truncatulina. 
1. Truncatulina sp. 

Tafel XV, Fig. 4—11. 

Die Schale ist von dichtstehenden, feinen Poren durchsetzt, 
welche so zahlreich sind, dass bei der Herstellung der Steinkerne 
die äussere Gestalt des Gehäuses erhalten blieb (Fig. 6). 

Findet sich selten in den Kreidetnergeln des Preussberges. 



7 Ii 



II. Perforata. 



2. Trnncatulina sp. 

Tafel XV, Fig, 12-20. 

Auch bei dieser Art stehen die Poreu in ähnlicher Weise 
dicht gedrängt, wie bei der vorigen Art. Die Oberfläche ist stark 
runzelig, und bei manchen Exemplaren bemerkt man keine Spur 
einer Mündung. Bei anderen Exemplaren ist eine spaltförmige 
Oeffnung 'von verschiedener Form und Länge vorhanden. Bei 
Fig. 1 4 ist ein Spalt auf der Unterseite, der sich über 3 Kammern 
erstreckt, bei Fig. 8 liegt ein kurzer, weiter Spalt auf der Ober- 
seite der letzten Kammer, derselbe ist etwas umrandet; das 
Exemplar ist ein grösseres, als das Fig. 8 gezeichnete. Dasselbe 
Stück zeigt auf der Unterseite rundliche Knoten, und mehrere 
uuverdeekt gebliebene Mündungen älterer Kammern. Fig. 16 und 
19 stellen ein noch grösseres Exemplar von oben und unten dar, 
unten trägt dasselbe in der Mitte eine weite, spaltförmige Oeffuung. 
Die Anordnung und Form der Kammern ist ziemlich im regelmässig, 
wie dies besonders der Anschliff Fig. "20 zeigt. 

Die Art ist selten in den Kreidemergeln des Friedrichsberges. 



Alphabetisches Verzeichnis». 

(Dio beschriebenen Arten Bind gesperrt gedruckt). 



Seim 

Bigentrina cretacea Beisskl . 69 



Bulimina d'Okb . . 6S 

Bitlimina laevis Bkissel . . . 66 

Cornuspiridae v. Zittel .... 12 

Crktellaria 52 

CrMlaria Ilagenom Reusa . . 55 

Cr. harpa Reuss 54 

Cr. navkuia d'Orb 53 

Cr. recta d'Orb. ...... 55 

Cr. retulaia Lam 7, 55 

Cr. triangularis d'Ohb. ... 53 

Cr. umbilicata Beissel ... 56 

Dentalina acuta d'Obb. . . 7, 37 

l), communis d'Orb 32 

D. ghbuliyera Neugeb 31 

D. incraseata Bann*. .... 35 

D. Lorneyi d'Ohb 34 

D. manile v. Hao 31 

D. multilineata Rfissei, .... 38 

D. pa lypliragma Rhuss ... 38 

U, propinqua Bkissel . . . 7, 35 

Flabellina d'Oeb 45 

Flabellina Arch iaci Beishei, . 46 

Fl, Baudouini d'Orb 49 

Fl. cordata Reuss 4G 

FL elliptica Nilss 46 

Fl. fa sosa Beisbki 49 

KL interpunvtata v. d. Makk . . 47 

Fl. inversa Beissel 45 

Fl, radiata BaiMCL 48 



Salle 

Flabellina rugoaa d'Orb. . . 47 

Frondicuiaria Lam 39 

Fr. angnXata Roem 41 

Ft. angustiwima Reuss .... 41 

Fr. angusta Nn.ss 41 

Fr. Archiaci d'Oeb 39 

Fr. int» er»« Reuss .... 7, 44 

Fr. radiata Reuss 45 

Fr. lotea v. Hao 39 

Fr. striatula Reuss 39 

Fr. »trigillata Reuss .... 42 

Fr. VertumM d'Oeb 41 

Glandatina aequali» Euukr ... 27 

OL candcla Eqoek 27 

Ol. cylindracea Reuss ... 27 

GL ? laenigata d'Orb 29 

Gaudryina oxyconus Reuss ... 69 

0. rugosa d'Oru 69 

Globigerina cretacea d'Orb. 3, 71 

Gitttulina austriaca d'Orb. ... 62 

G. damaeconus Reuss .... 62 

G. glommerata Reuss 62 

G. prublema d'Orb 62 

Haplophraginium Reuss .... 15 

H. butloidti Beissel .... 17 
H. comprettttm Beissel ... 16 

//. grande Redss 18 

H. inflatum Bkisbei. .... 19 

//. Murchisoni Reuss .... 15 

JItrplostiche Reuss 22 



Alphabetisches Verzeichnis», 



78 



Imperforala Cabf 12 

Lagena emadaia Reuss .... 3 

Lagenidae 34 

LenticuKtes ratulata Lam. ... 55 

üftidta 12 

£. a;vt'i;riiii;ti;ii Beisbel . . 12 
£. ajuisjjranenet«- var. conica 

Bbisssij 13 

Margimdma »'Ohe 51 

M. cotlulata Rbubs 50 

if. elongata d'Oeb 52 

Af. e»««'s Reuss 51 

Nodosaria Beyriehi Nbuokb. . . 27 

JV. cyündracea Reuss 27 

W, incerta Neuohe 27 

X. Jaettyafs s'Obb 29 

JV. montfe t. Bau 31 

jV. Lorneyi d'Oeb 34 

Ä Zip fei Reubs 30 

Perforata Carf 24 

PlanorbaKna farcta F. o. M. . . 3 
Planularia angutta Nilbb. . . .41 

1'lanulina arimutensis s'Obb. . . 3 

Pleurottomella Reuss 64 

P. subnodosa Reuss .... 64 

Polgmorpkina Wilc^ahboh ... 57 

P. communis d'Obb. . . , , . 60 

P. glommerata Roem 62 

P. complanata Reuss .... 58 

P. Proteus Bbissbl 59 

P. sp 23 

P. Thünini d'Obb 3 

Polgphragma 20 

P. variabUe d'Ohu 20 

Pulvinuäna repanda 3 



8 «1t* 

Pyrulina aeuminata d'Ohb. . 63 



Rotalia asper a Ehkbnb. . . 3, 73 

Ä. Botm d'Obb 71 

Ä. Kahlemhergensis d'Ohb. . . 72 

B Michelini d'Obb 73 

ft. nitida Reuss 71 

Ä. ep 72 

Rosalina ammonoides Reuss . 74 

R. Clementina d'Obb 74 

R. ep 73, 75 

Sphaeroidina bulloide» Rbubs . . 3 

SpiruUna grandü Rbuss .... 18 

TexUlaria agglttttnans d'Obb. . . 3 

T. ancept Ricas 68 

T, conulut Reusa 68 

3". yiWasa d'Obb 3 

T. bolivinoidet Reuss .... 67 

71 n^iWWa Dbfb, ...... 3 

T. sp 68 

T. striata d'Oeb 3 

Triplasia Mvrchüoni Rbuss . . 11, 16 

Trochamina Park. n. Jos. . . . 22 

2>. recia Bbissei. 22 

TVuncafttlt'na Bp 75 

Vaginuiina d'Okb 49 

F. eoafüfoJa Roem 50 

Verneuilina Bronni Reuss . . . .69 

V. pygmaea Eqqeh 3 

V. tricariaata d'Orb 69 

Virgulina Hemprichi Ehresb. ■ • 3 

V. Schreibern Cziz 3 

V. tquamota d'Obb 3 

V. tegulata Rums 65 

BWt'rt« d'Obb 70 

W. rugoia d'Obb 70 



A.W. Sehlde Buchdruck««! (L. 8rh.de) in Berlin, flullschrelbentr. «MC. 



Publicationen der Königl. PreusBigchen geologischen 
Landesanstalt. 



Di« mit f bezeichneten Karton u. SchrifUn Bind in Commiraion bei Paul PareT 
hier, alle Übrigen in Commiasion bei der Simon 8 chropp 'achen Haflandkartenhand- 
lung (J. H. Niinnin] hier erschienen. 

I. Geologische Special karte von Preussen u. den Thüringischen Staaten, 

Im Maafestabe von 1 ; 25000. 

/ [ für daa einzelne Blatt nebst 1 Heft Erläuterungen ... 2 Marlc.v 
I Preis J * » Doppelblatt der mit obigem f bez. Lieferungen S » 1 
V ' » » » » Übrigen Lieferungen 4 » / 

Hark 

Lieferung 1. Blatt Zorge, ßenneekenetein, Hasselfelde, Ellrich, Nord- 
hausen*), Stolberg 12 — 

* 2. » Büttstedt, Eckartsberga, Rosla, Apolda, Magdala, Jena*) 12 — 

» 3. » Worbis, Bleicherode, Hayn, Ndr.-Orschla, Gr.-Keula, 

Immenrode 12 — 

» 4. » Sömmerda, Cölleda, Stotternheim, Neomark, Erfurt, 

Weimar 12 — 

»5 » Gröbzig, Zörbig, Petersberg 6 — 

G. » Ittersdorf, •Bouss, 'Saarbrücken, •Dudweiler, Lauter- 
bach, Emmersweiler, Hanweiler (darunter 3 *Doppel- 
blätter) 20- 

» 7. » Gr.-Hemmersdorf, * Saarlouis, 'Heusweiler, •Friedrichs- 
thal, •Neankirchen (darunter 4 * Doppelblätter) . . 18 — 

» 8. » Waidkappel, Eschwege, Sontra, Netra, Hönebach, 

Gerstungen 12 — 

» 9. » Heringen, Kelbra nchit Blatt mit 2 Profilen durch das 
Kyffhäusergebirge „,*„. einem geogn. Kärtchen im 
Anhange, Sangerhausen, Sondersbauseo, Franken- 
hansen, Artern, Greussen, Kindelbrück, Schillingstedt 20 — 

* 10. » Wincheringen, Saarburg, Beuren, Freudenburg, Perl, 

Menig 12 — 

* 11. » t Lutum, Grammen, Nauen, Marwitz, Markau, Rohrbeck 12 — 

12. • Naumburg, Stösseo, Camburg, Osterfeld, Bürgel, 

Eisenberg 12 — 

*) (Bereits in 2. Auflage), 



«Googk 



Lieferung 13. Blatt Langenberg, Grossenstein, Gera, Bonneburg .... 8 — 

» 14. > f Oranienburg, Hennigsdorf, Spandow 6 — 

» 15. * Langenschnalbaeh, Platte, Kölligstein, EltTille, Wies- 
baden, Hocbheim 12 — 

» 16. » Harzgerode, Pansfolde, Leimbach, Scbwenda, Wippra, 

Idansfeld 12 — 

17. » Roda, Gangloff, Neustadt, Triptie, Pörmitz, Zeulenroda 12 — 

• 18. » Gerbstedt, Cönnern, Eisleben, Wettin 8 — 

> Ii). » Riestedt, Schraplau, Teutschenthal, Ziegelroda, Quer- 

furt, Schafstädt, Wiehe, Bibra, Freiburg .... 18 — 

» 20. » f Teltow, Tempelbof, *Gr.-Beeren, 'Lichtenrade, Trebbin, 
Zossen (darunter 2 * mit Bohrkarte und Bobr- 
register) IS — 

> 21. » Rödelheim, Frankfurt a, iL, Schwanheim, SacbseD- 

bausen S — 

» 22. ^ Ketzin, Fahrland, Werder, Potsdam, Beelitz, Wildenbruch 12 — 

> 23. * Ermschwerd, Witzenhausen, Großalmerode, Alleodorf 

( die beid . I etzteren m. j e 1 ProfiLtaf. u. 1 geogn. Kärtch .) 10 — 

i 24. » Tennstedt, Gebesee, Grafen- Tonna, Andisleben . . 8 — 

» 25. » Mfihlhauaen, Körner, Ebeleben S — 

» 26. » t Cöpenick, Rudersdorf, Königs -Wusterhausen, Alt-Hart- 

maonsdorf, Mittenwalde, Friedersdorf 12 — 

27. » Gieboldehausen, Lauterberg, Dnderstadt, Gerode . . 8 — 

28. > Osthausen, Kranichfeld, Blankenhain, Kahla, Rudol- 
stadt, Orlamnnde 12 — 

29. » -r Wandlitz, Biesentbal, Grünthal, Schönerlinde, Bernau, 
Werneuchen, Berlin, Friedrichsfelde, Alt -Lands- 
berg. (Sämmtlich mit Bohrkarte und Bohrregister) 27 — 

30. » Eisfeld, Steinheid, Spechtsbrunn, Heeder, Neustadt 
an der Heide, Sonneberg 12 — 

31. » Limburg ; Eisenbach(nebstlLagerBtattenkarte),Feldberg, 
KettenBfcb (nebst 1 LagerstatteokartcbeD) , Idstein 12 — 

32. » f Calbe a.D., Bismark, Schinne, Gardelegen, Klinke, 
Luderitz. (Hit Bohrkarte und Bobrregister) ... 18 — 

33. » Schillingen, Herineskeil, Losheim, Wadern, Wahlen, 
Lebach 12 — 

34. » t Lindow, Gr.-lJutz, Kl.-HnU, WuBtrau, Beeti , 
Nassenheide. (Mit Eohrkarte und Bohrregieter) . . 18 — 

35. » t Rbinow, Friesack, Brutine, Rathenow, Haage, Ribbeck, 
Barome, Garlitz, Tremmen. ( Mit Bohrkarte und 
Bohrregister) 27 — 

36. » Bersfeld, Friedewald, Vacha, Eiterfeld, Geisa, 
Lengsfeld 12 — 

37. » Altenbreitnngen, Wasungen, Oberkatz (nebst 1 Prom- 
tafel ), Meiningen, HelmersbarjBen (nebst 1 Profiltafel) 10 — 



«Googk 



Lieferung 38. Blatt + Hindenburf, Sandau, Strodebne, Stendal, Arnehurg, 

Schollene. (Mit Bobrkarte und Bobrregister) ... 18 — 

» 39. » Gotha, Neudietendorf, Ohrdruf, Arnstadt (hierzu 

eine Illustration) 8 — 

» 40. » Saalfeld, Ziegenrück, Probstzella, Liebengrün ... 8 — 

» 41. » Marienberg, Rennerod, Selters, Westerburg, Mengers- 
kirchen, Montabour, Girod, Hadamar. (Im Erscheinen) 16 — 

» 42. » t Tangermünde, Jerichow, Vierita , Scbernebeck, 
Weissewartbe, Genthin, Seblagenthin. (Mit Bohr- 
karte und Bohrregister) 21 — 

x 43. » + Rehhof, Mewe, Münsterwalde, Marienwerder (Mit 

Bohrkarte und Bohrregister) 12 — 

> 44. ■•■ (Joblenz, Ems, Schauenburg, Uaehaenhansen, Rettert 10 — 

> 45. » Melsungen, Lichtenau, Altmorscbeu, Seifertshausen, 

Ludwigseck, Rotenburg. (Im Erscheinen) ... 12 — 

» 47. » i Heilsberg , Gallingen, Wernegitten, Siegfriedswalde. 

(Mit Bohrkarte and Bohrregister) 12 — 

» 48. > fParey, Pärchen, Karow, Burg, Tneessen, Ziesar. 

(Mit Bobrkarte und Bobrregister) 18 — 



II. Abhandlungen zur geologischen Specialkarte von Preussen und 
den Thüringischen Staaten. M «* 

Bd. I, Heft 1. Rüdersdorf and Umgegend, eine geognostische Mono- 
graphie, nebst 1 Taf. Abbild, von Verstein., 1 geogn. 
Karte und Profilen; von Dr. H. Eck 8 — 

• 2. üefcer den Unteren Kenner des östlichen Thüringens, 
nebst Hohschn. und 1 Taf. Abbild, von Verstein.; von 
Prof. Dr. E. E. Schmid 2,50 

» 3. 6eogn, Darstellung des SteinkobJengebirges und Roth- 
liegenden in der Gegend nördlich tod Halle a. S., 
nebst 1 gr. geogn. Karte, 1 geogn. Uebersichtsbl&ttchen, 
1 Taf. Profile und 16 Holzschn.; von Dr. H. Laspeyres 12 — 

» 4. fieog». Beschreibung der Insel Sylt, nebst 1 geogn. 

Karte, 2 Taf. Profile, 1 Titelbilde und 1 Holischn. ; von 

Dr. L. Mejn 8 — 

Bd. II, Heft 1. Beiträge zur fossilen Flora. SteinkobJen-Calamarien, 
mit besonderer Berücksichtigung ihrer Fructificationen, 
nebat ! Atlas von 19 Taf. und 2 Holischn.; von Prof. 

Dr. Ch. E. Weiss 20 — 

» 2. + Rüdersdorf und Umgegend. Auf geogn. Grundlage agro- 
nomisch bearbeitet, nebst 1 geogn. -agronomischen Karte; 

von Prof. t>r. A. Orth 3 — 

» 3. t Die Umgegend von Berlin. Allgem. Erläuter. z. geogn,- 
agronomischen Karte derselben. I. Der Nordwesten 
Berlins, nebst 10 Holzschn. und 1 Kärtchen; von Prof. 
Dr. G. Berendt 3 — 

» 4. Die Fauna der ältesten Devon-Ablagerungen des Harns, 

nebst 1 Atlas von 36 Tat; von Dr. E. Kavser. . . 24 — 



Hurt 

Bd. III, Heft I. Beiträge zur fossilen Flora. IL Die Flora des Roth- 
liegenden von Wiiuschendorf bei Lauban in Schlesien, 
Debüt 3 Taf. Abbild.; von Prof. Dr. Ch, E. Weiss . 5 — 

» 2. + Mitteilungen aus dem Laboratorium f. Bodenkunde d. 

Kgl. Preuss. geolog. Landesanstalt. Untersuchungen 
des Boden« der Umgegend von Berlin; von Dr. 
E. Läufer und Dr. P. Wah nachäffe 9- 

> 3. Die Bodenverhältnisse der Prov. Schleswig-Holstein als 

Erlänt. zu der daiu gehörigen (leolog. Uebersiehtskarte 
von Schleswig- Holstein; von Dr. L. Meyn. Mit An- 
merkungen, einem Sehriftenverzeichniss und Lebens- 
abriss des Verf.; von Prof. Dr. Q. Berendt ... 10 — 

> 4. Geogn. Darstellung des N'iederschlesisch-fiiihmisehiin Stein- 

kohlenbeckens, nebst 1 Uebersicbtskarte, 4 Taf. Profile 

etc.; von Bergrath A. Schütze 14 — 

Bd. IV, Heft 1. Die regulären Echiniden der norddeutschen Kreide, I. Gly- 
phostoma (Latistellata), nebst 7 Tafeln; von Prof. Dr. 
Clemens Schlüter 6 — 

» 2. Monographie der Homalonotns. Arten des Rheinischen 
Unterdevon, mit Atlas von S Taf.; von Dr. Carl Kocb. 
Nebst einem Bildniss von C. Koch und einem Lebens- 
abrisa desselben von Dr. H. v. Dechen 9 — 

■ 3. Beiträge znr Kenntnis* der Tertiärflora der Provinz 
Sachsen, mit 2 Holzschn., I (Jebersiehtskarte und einem 
Atlas mit 31 Licbtdrucktafeln; von Dr. P. Friedrich 24 — 

* 4. Abbildungen der Bivalven der Casseler Tertiärbildangen 

von Dr. 0. Speyer nebst dem Bildniss des Verfassers, 

und mit einem Vorwort von Prof. Dr. A. v. Koenen lö — 

Bd. V, Heft l. Die geologischen Verhältnisse der Stadt Hildesheim, 

nebst einer geogn. Karte; von Dr. Herrn. Koemer . 4,50 

» 2. Beiträge zur fossilen Flora. III. Steinkohlen-C&lamarien H, 

nebst 1 Atlas von 28 Tafeln; von Prof. Dr. Cb. E. Weiss 24 — 

» 3. + Die Werder'schen Weinberge. Eine Studie mr Kennt- 
nis! des märkischen Hodens von Dr. E. Laufer. Mit 
1 Titelbilde, 1 Zinkographie, 2 Holzschnitten und einer 
Bodenkarte 6 — 

• 4. Uebersicht über den Schichtenanfbaa fatthiiringens, 

nebst 2 vorläufigen geogn. Ueberaichtskurten von Ost- 
thüringea; von Prof. Dr. K. Th, Liebe 6 

Bd. VI, Heft 1. Beiträge znr Kenntniss des Oberharaer Spiriferensand- 
steins nnd seiner Fauna, nebst 1 Atlas mit 6 lithogr. 
Tafeln ; von Dr. L. Beushausen 7 — 

» 2. Die Trias am Nordrande der Eifel zwischen Oommern, 
Zülpich und dem Roerthale. Von Mai Blancken- 
horn. Mit 1 geognostisebeu Karte, 1 Profil- nnd 
1 Petrefakten- Tafel 7 — 

(Fortsetzung auf dem Umschlage!) 



Bd. VI, Haft 8. Di« Fauna 4m 6a»lindisclien Tertiärs. Von Dr. 

Fritz Noetling. I. Theil. Lieferung 1: Vertebrata. 

VI: 



ßd 



1 



23423 
Eeiasel, Ignaz. 

Tie forami-iferer. der Aachener 
Iü*eide. 



1U 



QE772 

B397 

SCRIPPS INSTITUTION LIBRARY 

UN1VERSITY OF CALIFORNIA 



Tafel -Sjj^^^^^^^V . . 

» 4. Beiträge nu> Kenntnis* der Gattung Lepidotus. Von 

IV'jf. Dr. W. Brauco in Königsberg i./Pr. Hierzu 
ein Atlas mit Tafel 1— VIII 13 

Bd. VIII, Heft 1. + (Siehe unter IV. No. 8.) 

» -2. lieber die geogiostigehen Verhältnisse der Umpegend 
von Dornten nördlich (Joslar, mit besonderer Be- 
rücksichtigung der Fauns des oberen Lias. Von 
Dr. August Denckmana in Marburg- Hierzu ein 
Atlas mit Tafel I— X 10 

» S. Geologie der Umgegend von Ilaiger bei Dillenaurg 
(Nassau). Nebst einem palaeontologiscben Anhang. 
Von Dr. Fritz Frech. Hierzu 1 geognostische Karle 
und 2 Petrefacten-Tafeln 3 

• 4. Aotbozoea des rheinischen Mittel I.ovon. Von Dr. 

Clemens Schlüter. Mit 16 litbographirten Tafeln . 12 

Rd. IX, Heft 1. Die Ecbiuiden des Nord- und Mitteldeutschen Oligoeans. 

Von Dr. Theodor Ebert in Berlin. Hierzu ein Atlas 
mit 10 Tafeln und eine Texttafel 10 



> 2. FL Caspary : Einige fossile Hölzer Preussens, Nach 
dem handschriftlichen Nachlasse des Verfassers be- 
arbeitet von K. Triebe). Hierzu ein Atlas mit 15 Taf. 10 



Bd. X, Heft 1. Da» Norddeutsche Unter-Oligocäu and seme Mollusken- 
Fauna. Von Prof. Dr. A. von Koenen in Göttinnen. 
Lieferung I: Strowbidae — Muricidae — Buccinidae. 

Nebst Vorwort und 23 Tafeln 

» 3. Das Norddeutsche Unter- Uligocän nnd »eine Mollusken 
Fau.ua. Von Prof. Dr. A. von Koeuen in Güttingen. 
Lieferung H: Conidae — Volatidao — Cypraeidae. 
Nebst 16 Tafeln 



Neue Folge 

(Fortsetzung dieser Abhandlungen in einzelnen Heften). 

Heft 1. Die Fauna des llaaptquarzits und der Zorger Schiefer des 
liiitcrlltti/.es. Von F. Kay scr. Mit 13 Steindruck- nnd 1 1 Licht- 

drncktafeln . . '. •• .'• • .• . ^ . .' . .« . . . . . 
Heft 3. Die Foraminifercn der Aachener Kreide. Von Ignaz BeisseL 
Nebst ein Atlas mit 16 Tafeln 



III. Jahrbuch der König). Preuss. geolog. Landesanstalt 
und Bergakademie. 

Jahrbach der KiSnigl. Preuss. geolog. Landesanstalt n. Bergakademie für 

das Jahr IS80. Mit geogn. Karten, Profilen etc 

Dasselbe für die Jahre 1881 — 1888. Mit dgl. Karten, Profilen etc. 
8 Bande, a Band 



IV. Sonstige Karten und Schriften. 

1. Höhenschichtenkarte des Barzgebirges, imMaarssta.be von 1:100000 

2. Geologische Uebersichtskarte des Harzgebirges, im Maarsstabe von 

1:100000; zusammengestellt von Dr. K. A. Lossen 

3. Ana der Flora der Steinkohlenlormation (20 Taf. Abbild, d. vichtigsten 

Steinkobleupflanzcn m. kurzer Beschreibung);TonProf.Dr.Ch.E.WeiBs 

i. Dr. Ludewig Heyn. Lebensabriss und Schrifteuveizeicbniss desselben; 
tod Prof. Dr. 0. Bereu dt. Mit einem Lichtdruckbildniss von L. Heyn 

6. Geologische Karte der Umgegend von Thüle, boarb. von K. A. Los se n 

nnd W. Dames. Maafsstab 1:25000 

6. Geologische Karte der Stadt Berlin im Maafsstabe 1:15000, geolog. 

aufgenommen unter Renntznng der K. A. Lossen'schen geol. Karte 
der Stadt Berlin dnreh G. Berendt 

7. + fieognnstisch-agronomische Farben-Erklärung für die Kartenblätter 

der Umgegend von Berlin, von Prof. Dr. G. Berendt .... 

8. t Geologische Uebersichtskarte der Umgegend von Berlin im Maass- 

stabe 1 : 100000, in 1 Blättern. Herausgegeben von der König). 
Prenss. geolog. Landesanstalt. Hierzu als »Bd. VIII, lieft 1« der 
vorstehend genanuten Abhandlungen: (ieognostisehe Beschreibung 
der Umgegend von Berlin, von G. Berendt und W. Dama« unter 
Mitwirkung von F. Klo ck mann . . . 






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Atlas 

zu den 

Abhandlungen 

der 

Königlich Preussischen 

geologischen Landesanstalt. 



Neue Folg«. 
Heft 3. 



BERLIN. 

In Commission bei der Simon Schropp*&chen Hof-Lacdkartenhandlimg. 
(J. H. Neumann.) 
189h 



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Atlas 



: e o h. & x e 1» n Tafeln 



zu der Abhandlung: 

Die Foraminiferen der Aachener Kreide 

von 

Iguaz B eissei. 



Nach dem Tode des Verfassers herausgegeben, 
und mit einer Einleitung versehen 



K . Holzapfel. 



Herausgegeben 



der Königlich Preuasischen geologischen Landesanutalt. 



BEELIN. 

In Commieaion bei der Simon Schropp'Bcheo Hof-LandkartenhaudJtmg- 

(J. H, Neumann.) 

1891. 



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Tafel I. 



Fig. 1. Längsschliff durch die Anfangskammer einer lebenden Dentalina von Nizza, die Verdickungs- 

sehichten und die Lage der Schalenporen zeigend. 
Fig. 2. Horizontalschnitt dtireh die ersten Kammern von Vrieteücaia rotulala Lam. aus dem unteren 

Obersenon vom Friedriehsherg. 
Fig. 3. Der innere Theil desselben Schliffes, stärker vergrössert. 
Fig. 4. Längsschnitt durch Flabellim rugosa d'Orb., vom Preussberg. 
Fig. 6. Mündung der drittletzten Kammer desselben Schliffes, stärker vergrössert. 

Fig. 6. Polymorphina Proteus Beissel. Stärker vergrössertes Stück des in Fig. 8 dargestellten Läqgs- 
schliffes. 

Fig. 7. TextUaria cf. conulus Reiiss. Stärker vergrössertes Stück des in Fig. 1 1 dargestellten Längs- 
Schliffes. 

Fig. 8. Poti/moiy>!tina Proteus Beissbl. Längsschnitt eines Exemplares vom Friedrichsberg. 

Fig. y. Rosalina ammonotilea Reuss. Horizontalschnitt eines Stückes vom Friedrichaberg. 

Fig. 10. Teztilaria cf. comdw Keuss. Die äussere rauhe Schicht der Schale, nach Auflösung der 
Kalksubstanz. Die hierbei auseinander gefalleneu Kieselkörner wurden dadurch wieder 
verkittet, dass das ganze Präparat in Wasserglas gelegt, und darauf die Kieselsäure durch 
Ammoniak gefällt wurde. Die runden Erhabenheiten sind Ausfüllungen der Schalenporen, 
wie sie der Schliff Fig. 7 zeigt. 

Fig. 11. Dieselbe Art. Längssehliff eines Exemplares vom Friedriehsberg. 

Die Originale befinden sieh in der Sammlung der Königl. geologischen Landesanstalt und Bergakademie 

zu Berlin. 



Tnffel II. 



Fig. 1 — 3. Haplopkragmium buüoides d'Orb. vom Friedrichsberg. S. 17. 

Fig. 1 zeigt ein gleiuhinfissig schwammig poröses Schaleustttck , Fig. 2 eiu Stack, bei dem 

in dieser glciehmässigen Grundinasse einzelne kryslsilinische Körner eingebettet liegen. 

Fig. 3 stellt einen vollständigen llorizantalechnitt dar. 
Fig. 4. Steinkern eines Längsschliffes von Nodosaria raphtmis(mm aus dem Mitteltoeer. Derselbe 

zeigt, das» die Schalenporen von den Kammern nur nach der Auasenfläche {Uhren. 
Fig. 5. Längsschliff einer VaginuHna aus dem Mittelmeer. Der Verlauf der Scbalenporen ist derselbe 

wie bei der vorigen Art. 
Fig. 6. Schliff durch die «rate Kammer derselben Art, von der schmalen Seite. 
Fig. 7. Schliff durch die erste Kummer einer Dentalina vom Friedriehsbcrg. 

Fig. 8. Schliff durch die dritte Kammer eines Stuckes derselben Art, die Verdickungsschicbten sehr 
deutlich zeigend. 

Fig. 9. Stück aus einem Längsschnitt einer Dentalina des Mittelmeeres. 

Fig. 10. Schliff einer gerippten Nodotariu des Mittelmeeres, den Verlauf der Schalenporen zeigend. 
Fig. 11. Dieselbe Art. Schliff durch die vorgezogene Milndnug einer verdeckten Kammer. 

Die Originale befinden sich in der Sammlung der Königl. geologischen Landesanstalt und Bergakademie 

zu Berlin. 



J. Beissel. Foraminiferen der Aachener Kreide. 




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Tafel III. 



Fig. 1 — 16. Lituola aguingranemin BurssEL. Friedrichsberg. S. 12. 

Typische Form in verschiedenen Stellungen und Anschliffen. 
Fig. 17 — 32. Dieselbe Art, var. canica Beissel vom gleichen Fundort 

Fig. 33 — 54. Dieselbe Art mit verschieden ausgebildeten Auswüchsen und Knospen. Von demselben 
Fundort. 

Die Originale befinden sich in der Sammlung der Königl. geologischen Landesanstalt und Bergakademie 

zu Berlin. 



J. Beissel. Foraminiferen der Aachener Kreide. 

AWiandl d. ttelat. LandesaTistaU.Kciie Folie Hfft. 3. Ti 

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Tafel IV. 



Fig. 1 — 10. HaplaphrQgmium Mwrcftisoni R.KC89 sp. Friedricbsberg. S. 15. 

Fig. 2, 5, 9: Vierseitige Exemplare. Fig. 7; Oeffnuug der vorletzten, Fig. 8: Oeffnuug 

einer der ersten Kammern des nicht Spiralen Theiles. 
Fig. 11 — 23. Haplaphragmium comprestum Beihsel. Friedrichsberg. S. 16. 
Fig, 24—30. IJaplapkragmiitm bulloiden ÜE ISSEL. Friedricfisbcrg. S. 17. 

Fig. 31 — 40. Baplophragmium gründe Uei-ss sp. ülaukonitreiche Mergel des Preussberges. S. 18. 

Fig. 31: Oeffnnug einer verdeckten Kammer des gestreckten Thciles. Fig. 32: Desgl. des 
Spiralen Theiles. Kig. 33, 34: Junges, nur den Spiralen TUeil besitzendes Exemplar. 
Fig. 35: Oefl'uiing einer Kammer auf der Grenze zwischen spiralem und gestrecktem 
The iL. 

Fig. 41 — 45. Haplophragmium inßatum BEISSEL. Friedrichsberg. S. 19. 

Fig. 46 — 47. Polyphragma variabite. d'Orb. sp. var. Friedriclisberg. S. 20. 

Fig. 48 — 53. Dieselbe Art, typische Form, von demselben Fundort. 

Bei Fig. 52 ist die Vorderwand der letzten Kammer fortgenommen, um den Beginn 
der Septenbildung zu zeigen. Fig. 53: Desgl. bei einem Exemplar der involuten Form. 

Die Originale beiludet) sieh in der Sammlung der Känigl. geologischen Landesanstalt und Bergakademie 

zu Berlin. 



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Tafel "V. 



Fig. 1 — 3. Trochamina recta BeisSEL. Kreidemergel am Fusse des Schneeberges bei Vaals. S. 22. 
Fig, 4—15. Polymorpkina sp. (äff, tüicea M. Schulze). Friedrichsberg, S, 23. 
Fig. 16 — 53. GlanduUna cyUndracea Reüss. Frifldrichsberg, S. 27. 

Zahlreiche Exemplare von verschiedener Kammerzahl , um die grosse Veränderlichkeit 

der Art zu zeigen. Fig. 38 — 40 und 54: Steinkern. 



Die Originale befinden sich in der Sammlung der König), geologischen Landesanstalt und Bergakademie 

zu Berlin, 



J. Beissel. Foraminiferen der Aachener Kreide. 

Abhandl d.geol.l.niidrsausrah. Neun Folge Hef] i. ^ 

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Tafel VI. 



Fig. 1 — 4. Qlandulina cylwdraeea Rspss, Friedricheberg. Verschiedene Ausbildung der Mündung. 
S. 27. 

Fig. 5. 6. Dieselbe Art Oeffnuugen verdeckter Kammern. 

Fig. 7—9. Glandulina laevigata d'Orb. Friedrichsberg. S. 29. 

Fig. ]0— 29. Nodosaria Zippei Eeuss, Friedrichsberg. S. 30. 

Fig. 20 — 23 stellen die in Fig. 16 resp. 13 gezeichneten Exemplare von oben und 
unten gesehen dar. Fig. 24, 25: Exemplar mit mehreren Stacheln. Fig, 26: Stein- 
keni der drei ersten Kammern. 

Fig. 31— 40. Dentalina immüe v. Hagen. Friedrichsberg. S. 31. 

Fig. 37, 38: Möndutig der letzten, Fig. 39: Mündung einer verdeckten Kammer. 

Fig. 41 — 65. Dentalina communis d'Orb. Friedrichsberg. S. 32. 

Fig. 41 — 52: Exemplare, bei denen die grosse Veränderlichkeit in der Zahl der äusaer- 
tick durch Einschnürung abgetrennten Kammern, und in der Ausbildung des Stachels 
hervortritt. Fig. 54 — 56: Mündung der letzten, Fig, 57,58: einer verdeckten Kammer. 
Fig. 59—65: Längsschnitte, z. Th. mit Unregelmässigkeiten. 

Die Originale befinden sich in der Sammlung der Köuigl. geologischen Landeeanstalt und Bergakademie 

zu Berlin. 



J. Beissel. FoFaminiferen der Aachener Kreide. 




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Tafel VII. 



Kg. 1 — 9, Dentalina Lorncyana d'Orb. Friedrichsberg. S. 34. 

Fig. 4: Ein Exemplar, welches die aus siebartigen Poren bestehende Mündung zeigt. 
Fig. 7: Längsschnitt mit abnormen Verdickungsschichten. Fig. 8: Exemplar mit doppelter 
Anfangskammer. Fig. 9: Steitikeru. 

Fig. 10 — 13. Dentalina incrwtaata Beikel. Frifldrichsberg. S. 35. 

Fig. 14—27. Dentalina 2>i-apinqua BEISSEL. S. 35. 

Fig. 14 — 17 and 27 aus dem Grttnsand des Aachener Waldes, die übrigen aus den 
Mucronateumergeln des Friedrichsberges. Fig. 19, 19, 25,37: Exemplare mit Seiten- 
knospen. Fig. 26: Exemplar, welches seine Wachsthumsrichtung umgekehrt hat. 

Fig. 28—52. Dentalina acuta d'Orb. Grünsaud des Aachener Waldes. S. 37. 

Fig. 28 — 36: Verschiedene Exemplare zur Erläuterung der grossen Veränderlichkeit 
iu der Ausbildung der Rippen, des Stachels, sowie der äusseren Kammerbegrenzungen. 
Fig. 39, 40, 5'i: Mündungen der Endkammer. Fig. 50: Mündung, bei der der Gitter- 
verschluss resorbiit ist. Fig. 41 — 43, 47 — 48, 51: Oeffnungen verdeckter Kammern. 
Fig. 49: Exemplar gegen deu Stachel gesehen. 

Fig. 53 — 65. Dentalina folyphragma Reiiss. Friedrieiigberg. S. 38. 

Die Originale befinden sich in der Sammlung der König!, geologischen Landesanstalt und Bergakademie 

zu Berlin. 



J. Beissel. Foraminiferen der Aachener Kreide. 



Aihand] d.geol.Lanclesarxslfllt. Neue Folge. Heft X 




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Tafel VIII. 



Fig. 1—12. Frondicularia Arckiaei d'Obb. S. 39. 

Fig. 1 und 8 vom Preussberg, Fig. 6 aus dem Orüneaud des Aachener Waldes, 
die übrigen vom Friedrichsberg. Fig. 8 und 9: dieselben Exemplare wie Fig. 1 resp. 
Fig. 3 von unten gesehen. 

Fig. 13—32. Frondicularia. angusta Nilss. Friedrichsberg. S. 41. 

Fig. 18 — 19: Exemplar mit dreischenkeligeu Kammern. Fig. 22: Steinkern. Fig. 24, 27: 
Mündungen. Fig. 23, 25, 26: Ansichten gegen die erste Kammer. Fig. 28 — 31: Drei- 
schenkelige Exemplare. Fig. 33: Einschenkeliges Exemplar mit knospe nartigem Aus- 
wuchs an der ersten Kammer. 

Fig. 33—43. Frondicularia atrigülata Reuss. Friedrichsberg (Fig. 39 vom Preussberg). S. 42. 

Fig. 37: Exemplar, welches anfangs zweischenkelige , später einschenkelige Kammern 
beBitzt. Fig. 39: Einachenkeliges Exemplar. Fig. 40 — 42: Schliffe von der breiten 
Seite, z. Th. mit Unregelmässigkeiten in der Ausbildung der ersten Kammer. 

Fig. 44—53. Frondicularia inversa Keuss. S. 44. 

Fig. 47 — 52 aus dem Grilnsand des Aachener Waldes, die übrigen vom Friedrichsberg. 
Fig. 47 — 52: Unregelmässig ausgebildete Stücke. 

Fig. 54 — 58. Frondicularia radiata d'Orb. PreusBberg. S. 45. 
Fig. 58: Steinkern. 



Die Ortginale befinden sich in der Sammlung der Königl. geologischen Landesanstalt und Bergakademie 

zu Berlin. 



J. Beissel. Foraminiferen der Aachener Kreide. 

Abhandl d.gcQl.LandesanKlall. Neils Folge Haft 3. 



Taf VIII. 




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Taftil IX. 



Fig. 1—3. Flabellina inwaa Beissel. Preussberg. S. 45. 
Fig. 4—9. Flabellina elliptica NiL88. Fried riehsberg. S. 46. 
Fig. 10—15. Flabellina Archiaci Beisskl. Preussberg. 8. 46. 
Fig. 16 — 10. Flabellina radiata Heissbl,. Preussberg. S. 48. 
Fig. 20— 24. Flabellina nwosa d'Orb. Preussberg. S. 47. 
Fig. 25 — 28. Flabellina facosa Beissel,. Friedriuhsberg. S. 49. 
Fig. 29 — 39. Vat/inulinu coitulata Ii OEM. S. 50. 

Grünsand des Aachener Waldes. 
Fig. 40— 64. Marginnlina enm Reuss. Fried richsberg- S. 51. 

Fig. 48 vom Fuss des Schticeberges bei Vaals, Fig. 46, 47, 58 vom Preussberg. 

Fig. 59 — 62: Oeffnungen verdeckter Kammern, Fig. 60 ganz nahe dem Spiralen 

Theil, die alte Oeffnung ist gesuhlossen, und au der entgegengesetzten Seite eine neue 

gebildet. Fig. 63 — 64: Stemkerne. 

Die Originale befinden sich in der Sammlung der K5nigl. geologischen LandesanstaJt und Bergakademie 

7,\\ Berlin. 



J. Beissel. Foramimferen der Aachener Kreide. 

AbhandLd.geol.Liindesflnstalt. Neue Folge Heft J. 



TifIX. 




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Tafel X. 



Fig. 1 — 9. Cristellaria triangvlans d'Orb. Friedrichsberg. S. 53. 

Fig. 8: Oefftrang einer verdeckten Kammer. Fig. 9: Steinkern. 
Fig. 10—19. Crirtcllaria karpa Recss. Friedrichsberg. S. 54. 
Fig. 20—43. Cvi»Ultaria rotulata Lam. S. 55. 

Fig. 22, 29 Grüüsaud des Aachener Waides, Fig. 31, 34, 35 Mergel am Fusse des 

Sehneeberges bei Vaals , Fig. 26, 27 Mergel des Preussberges, die übrigen vom 

Friedriehsberg. Fig. 34, 35: Junges Exemplar. Fig. 38 — 39: Oeffmingen verdeckter 

Kammern. Fig. 40—43: Steinkerne. 
Fig. 44 — 47. Cmtellaria vml/ilicata Beisskl. Preussberg. S. 5fi. 

Fig. 47: Exemplar, dessen Endkammer so zerbrochen ist, duss niflii sowohl die Mündung 

der letzten, wie der vorletzten Kammer sieht 
Fig. 48 — 53. Polymorphina armplanata d'Obb, Friedriehsberg. S. 58. 
Fig. 54 — 59. Pyrulina acuminata d'Obb. Friedrichsberg. S. G3. 

Fig. 57: Oeffnung einer verdeckten Kammer. Fig. 59: Steinkern. 

Die Originale befinden sich in der Sammlung der Kötiigl. geologischen Landesanstalt und Bergakademie 

zu Berlin. 



Brüssel. Foraminif ercn der Aachener Knude. 

Abband] d.g^l.Ulriesfiit&Ialt.I'feuB folge Heft V 




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Tafel XI. 



Fig. 1—56. Polymorphina Proteus Beisskl. Friedrichsberg. S. 59. 

Zahlreiche Exemplar«, um die grosse Veränderlichkeit der Art, und die Uebergange 
zwischen den extremen Formen zu zeigen. 

Die Originale befinden aicb in der Sammlung der Küuigl. geologischen Landesanatalt und Bergakademie 

zu Berlin. 



J. Beissel. Foramimforcii der Aachener Kreide. 

ADhandl d geol Landesanstell ffeuo Folge Hcfl 3. 

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Tafel XII. 



Fig. 1 — 8. Polymorphie Pivteua BEtssBL. Friedrichsberg. S. 59. 

Steiukerne der verschiedenen Formen. 
Fig. 9 — 16. Dieselbe Art, mit Ueberwuchemrigen der Schaleuoberfläi'he. 
Fig. 17—29. Palymarphina ylonrnierata Roemer. Friedriohsberg. S. 62. 
Fig. 30 — 38. PleuroBfometta subnodosa Keuss. Friedrichsberg. S. 64. 

Fig. 36, 37: Oeffnungcn verdeckter Kammern. 
Fig. 39—43. Ruhmina laeeis Heissel. S. fi6. 

Obere Kreidemergel des Sehneeberges hei Lemiers. Fig. 43 vom Friedrichsberg. 

Die Originale befinden sich in der Sammlung der König), geologischen Landesaustalt und Bergakademie 

zu Berlin. 





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Tafel 



Fig. 1 — 7. Virgulina tegulata Reuss. Obere Kreidemergel des Schneeberges bei Lemiers. S. 65. 
Fig. 8— 13. Textilaria boimnoides Reuss. Friedrichsberg. S. 67. 

Fig. 8, 9, 13 dasselbe Exemplar. 
Fig. 14 — 16. Tixtilaria anceps Reuss. Fuss des Schaueberges bei Vaala. S. 68. 
Fig. 17 — 19. Textilaria «p. Weisse Kreide von Üenry-Chapelle. S. 68. 
Fig. 20—22. Textilaria sp. Friedrichsberg. S. 68. 
Fig. 23—29. TexiSaria cf, comilun ReüSS. Friedrichsberg, 8. 68. 
Fig. 30 — 33. Gaudrt/ina rugosa d'Orb. Friedrichsberg. S. 69. 

Fig. 31 zeigt den Uebergang der dreikantige« Jugendform in die vierkantige des 

auBgcwaclsenen Thieres. Fig. 32: Ansicht von unten (dreikantig), Fig. 33 von 

oben (vierkantig). 
Fig. 34—37. Dieselbe Art. FriedrichBberg. 

Fig. 34: Längsschnitt 
Fig. 38—39. Bigenrnna cretacea Bbissbl. Prensaberg. S. 70. 
Fig. 40—42. Webbina rugoea d'Orb. Friedrichsberg. S. 70. 
Fig. 43 — 47. Globigerina cretacea d'Orb. FriedrichBberg. S. 71. 

Das Exemplar Fig. 43 igt mittelst verdünnten Terpentins durchsichtig gemacht. 



Die Originale befinden sich in der Sammlung der König], geologischen Landesanstalt und Bergakademie 

zu Berlin. 



J. Beissel. Forammiferen der Aachener Kroide. 

Abhandl. 4g«i1.Lan<lt™nstah.Neue Balg« Hefs 3. 

Tif Hir. 




-f Btissfl del. 

I.ichidruck i A Krisch Bsrlin. 



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Tafel XIV. 



Fig. 1—6. Rotalia aapera Ehrbnb. Weisse Kreide von Henry-Chapelle. S. 73. 
Fig. 7 — 10. Rotalia Michtlim d'Ohb. Weisse Kreide von Henry-Chapelle. S. 73. 

Fig. 8 : Exemplar, dessen letzte Kammer weggebrochen ist. 
Fig. 11 — 13. Rotalia ef. Kaklembergewü I>'Orb. Weisse Kreide von Henry-Chapelle. S. 72. 
Fig. 14—19. Rotalia nitida RedsS. Fig. 14—18 Tom FuBse des S«hneeberges bei Vaals, Fig. 19 vom 
PreuBsberg. S. 71. 

Fig. 17, 18: Angeschliffene Eiemplare. Fig. 19: Steinkern. 
Fig. 20 — 24. Rotalia sp. Fuss deB SchneebergeB bei Vaals. S. 73. 
Fig. 25—29. Rotalia cf. Bouei d'Orb. GrQnsand des Aachener Waldes. 8. 72. 

Fig. 27: Oeffnung einer verdeckten Kammer. Fig. 29: Mündung . 
Fig. 30 — 35. Romlina sp. Friedrichsberg. S. 74. 

Fig. 33-34: Anschliffe. Fig. 3o: Steinkern. 

I>ie Originale befinden sich ia der Sammlung der Königl. geologischen Landesanstalt und Bergakademie 

zu Berlin. 



Tafel XV. 



Fig. ]— 3. Bosalma sp. Friedrichsberg: S. 74. 

Fig. 1 : Stück einer Kammerausfollung bei einem Steinkern. Der schwarze Theil ist 
unaufgelöste Schale , die Verästelungen in dem übrigen Theüe sind vernmtblich 
gleichfalls unaufgelöste Schalenreste. Fig. 2: Schalstückchen stark vergrössert. Fig. 3: 
Steinkern, derselbe, von dem Tafel XIV, Fig. 35 die inneren Kammern dargestellt sind. 

Fig. 4 — 11. Truncatulina Bp. Preussberg. S. 75. 

Fig. 4: Stark vergrösserter Schalenquerschnitt. Fig. 5,6: Steinkern. Fig. 10: Anschliff. 

Fig. 12—20. Truncatulina Bp. Friedrichsberg. S. 76. 

Die Originale befinden eich in der Sammlung der KSnigl. geologischen Landesanstalt und Bergakademie 

zu Berlin. 



J. Ikissel, Koraminifoi-en dor Atichmioi Kroide. 




Tafel XVI. 



Fig. 1 — 5. Rosalina ammonoides Reuss. Friedricheberg. S, 74, 

Fig. 6—16. Romlina Clementina d'Oeb. Kreide von Henry-Chapelle. S. 75. 

Fig. 17—22. Roscdina sp. Grünsand des Aachener Waldes. S. 75. 

Fig. 23. Frondieidaria iitvma Reuss. Einschenkeliges Exemplar aus dem Grünsand des Aachener 
Waldes. S. 44. 

Fig, 24 — 25. Dieselbe Art aas den unteren Kreidemergeln des Preussberges. 
Fig. 26 — 27, Desgl. aus dem Grflnaand des Aachener Waldes. 

Fig. 28. Flabellina faeoea Beishei,. QiierecHiff eines Stückes vom Friedrichsberg. S. 49. 

Fig. 29. Flabellina elliptica NilSs. Müudung einer verdeckten Kammer eines Exemplares vom 

Friedrichsberg. S. 46. 
Fig. 30— 31. Flabeüina rugoea Beissel. Friedrichsberg. S. 47. 

Fig. 30: Oeftnung einer verdeckten Kammer. Fig. 31: Mündung. 
Fig. 32. Nodoearia Zippei Reuss. Friedricheberg. S. 30. 

Zerbrochene und vom Thier wieder hergestellte Schale. 
Fig. 33. Lituola aoAmgranenm Beissel var. con-ka. Friedrichsberg. S. 12. 

Untere innere Fläche der letzten Kammer. 
Fig. 34. Dieselbe Art, obere innere Fläche der letzten Kammer. 

Fig. 35. Dieselbe Art, typische Form vom Friedrichsberg. Längsschnitt. 



Die Originale befinden sich in der Sammlung der Königl. geologiechen Landcaanstalt und Bergakademie 

zu Berlin. 



J. Beissel. For amiruf eren der Aachener Kreide 

Ahhandl d geol UtiUessnstsIt.Neue Folge Hef'i 3. 

5 




J. BüisspI del. 



UNIVERSITY OF MICHIGAN 




3 9015 07995 SS1 1