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Full text of "Jacob Picard Collection 1882-1992"

VI. Korrespondenz No, 1-3 



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JAKOB PICARD 

Zum heutigen 70. Geburtstag 

Von STEFAN ANDRES 









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Jakob Picard lernte ich in einer 
Kölner Weinschenke kennen, wo 
sich gelegentlich einige Schrift- 
steller trafen. Ich wußte von ihm 
nur. daß er Rechtsanwalt sei 
und Cjredichte schreibe, manchmal 
auch eine kurze Geschichte. Daß 
er vom Bodensee stammte, das 
verriet seine Sprechwelse. Er sah 
ein bißchen wie Ramses aus, fand 
ich scherzend, also sehr mager, 
durchgeistigt, temperamentvoll 
und doch zugleich still und ge- 
sammelt. 

Dann kam das Jahr 33. Mit 
Überraschung stellte ich fest, daß 
der Mann, den ich für einen ka- 
tholischen Alemannen genalten 
hatte, ein gläubiger Jude war; 
und auch: daß der Lyriker, der 
so gerne Verse anderer und auch 
eigene leise vor sich hinsprach, 
im Dreck und Feuer der Front 
als junger Offizier sich ausge- 
zeichnet hatte. Und ich erfuhr 
weiter, daß einer seiner Brüder 
1914 aus dem Ausland heim- 
gekehrt war, um für Deutsch- 
land zu kämpfen und zu ster- 
ben. Er las mir die Sonette vor. 
die er seinen zwei gefallenen 
Brüdern auf die Gräber geschrie- 
ben hatte. Wir alle versicherten 
ihm damals gutgläubig, wie wir 
waren, daß die trüben Wellen 
des Antisemitismus l>ute seiner 
Art niemals erreichten, dafür lebe 
man ja, das war unsere Beweis- 
führung, in Deutschland und 
nicht in Polen oder sonstwo. 

Aber dann kam die Stunde, 
daß ich in Berlin Abschied von 
ihm nahm. Indes — nicht er 
war es, der aus Deutschland fort- 
ging, sondern ich. Er stand auf 
dem Bahnsteig und reichte mei- 
ner Frau mit dieser hilflosen 
Herzlichkeit eine — Kristallvase, 
die noch von seiner Mutter 
stammte, ins Abteil! Drei kleine 
Kinder bei uns plus Kristall, 
meinte meine Frau, <Ja müsse 
* eines von beiden auf der langen 
Reise wohl Schaden nehmen. 
Und sie bat ihn, uns die Vase 
doch aufzuheben, bis wir uns 

wi#»rtprs«h#»n "Arh". .Sflfft^ pt und 



nach Deutschland zurückzukom- 
men habe. Und er bewies mir 
die ganze Nacht hindurch nur 
dies: daß es für ihn keine Rück- 
kehr mehr gebe; daß vierzehn 
Lebensjahre in einem anderen 
Lande uns mit diesem verbinden 
und von der Heimat lösen. Nicht 
ein erlittenes Unrecht, sondern 
dessen Folgen hätten ihn zum 
Bürger eines anderen Landes ge- 
macht. 

Dieses Thema kehrt« immer 
wieder: in der donnernden Sub- 
way, auf seinem winzigen Zim- 
mer in dem trostlosen Rooming- 
house. auf Spaziergängen durch 
Harlem, Manhattan und am East 
River entlang, dies bittere Thema: 
es gibt kein Zurück. 

Jeden Abend aber, wenn wir 
auf seinem Zimmer saßen — die- 
sem kleinem Museum eines Her- 
zens, das nicht vergessen kann — , 
Jeden Abend begann ein leises, 
flüsterndes Zurück. Er «aß an 
seinem Schreibtisch und reichte 
mir Photos herüber. Gedichte, 
Briefe: "Lies mal'" Städte tauch- 
ten auf. Landschaften und vor 
allpm die Namen von Freunden, 
von getreuen und ungetreuen: 
Schaefer, Reinacher. Kneip. 
Woehrle, Paquet, Brücs. Ehrler, 
Jaques. Jeder die«er Namen hat 
für den einsamen Mann In der 
122. Str. eine geheime Geschichte, 
in der sich die Literatur, aber 
noch mehr der deutsche Mensch 
der letzten fünfzig Jahre spiegelt. 
Unsere deutsche Tragödie — das 
ging mir langsam aus diesen 
Nachtgesprächen auf — kann nie- 
mand s^ schmerzlich klar sehen 
als ein deutscher Jude, der dieses 
Land mit dem Herzen eines Dich- 
ters geliebt hat. 

Als mir Jakob Picard erzählte, 
wie der Dichter Mombert, .eben- 
falls Im letzten Augenblick, als 
ein Gejagter das Land seiner 
Liebe verließ — er starb dann 
Jenseits der Grenze — , da wußte 
Ich. wen Ich hier In New York 
zurückließ, einen von den Hun- 
derttausenden, denen die deut- 



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Kurt Kersl-en 

472 Columbus Avenue 

New York 24, New York 



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Alfons hothschild 

64 V/adsworth »Terrace, Apt.3lk 

New York 33. N.Y. 



Jan. 12/53 



Lieber Jacob 



Sowohl am Samstag als auch am Sonntag ver^iuchte ich dich telefonisch zu er- 
reichen unter ?vro2 -0050 aber leider vergebens. Der Zweck war dir lieber Jacob 
herzlichst zu deinem Geburtstag zu gratulieren »Bleibe gef^und u.weiter so gut 
aussehend wie jetzt» Sicher bist du im Kreise deiner Bekannten u.Lieben sehr 
gefeiert worden» Fanny Gunzenha'jser( geb. Harb* ) laesst eberfalls herzlichst 
gratulieren. i7ir wuerden uns freuen ,wenn du mal des Abende zu uns komren 



wuerdest 



Herzlichst 




rysh 



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Tel. Roslyn 30230 



AulluS (15 ab 

33 VILLA STREET 



Roslyn Heights, L, I. N. Y, 







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Tel. Roslyn 30230 



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33 VILLA STREET 



Roslyn Heights, L, i. N. Y, 











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*• Januar 1*53 



J<art O. Paetei 

68-43 BURNS STREET 

FOREST HILLS. N. Y.. U. S. A. 

TEL: BOULEVARD 3-2855 

ARCHIV "DEUTSCHE GEGENWART' 



' Lieber Freund Picar^ I 

» 

-JLr sinA iwar erst gelt relativ kurzer Zeit raiteinander naeher 
bekannt geworden, aber meine Frau und ich - und unsere beiden Katzen' 
moechten Ihnen zu Ihrem 7o. Oeburtataä- ( bei .lott ein seltener Tag 
fuer -en Durchschnittsienachen! ) sagen , dass *ir Ihnen alles, alles 
3ute wuenschen und hoffen, Sie waehrend der naochsten lo Jahre oft 
bei uns zu sehen, 

Selegentllch passiert es Ja , dass rmn sich benachbart fuehlt und 
als ob man sich schon lan^e gekannt hat , aubh wenn der Kalender das 

nioht registriert hat, 

/ 

Herzlichen Sruss und Handschlag • 



Ihr KOP 












REPftESENTATIVES 

los Angelas 

Miami 

Boston 

Chicogo 

OoMos 



LO»»gicf« 5-7741 






<^-po^U4u/eaA, cJnc. 



141 WEST 36TH STREET 
i NEW YORK 18, N. Y. 
/ 



Jan. 12, 1953 



Mr. Jacob Picard 
c/o New World Club Ine « 
2700 Broadway 
New York 25 ,N.Y. 



Dear Mr. Picard: 

I read in the "Avifbau" the newa about your 
70th birthday. I dont »ant to miss this opportunity to 
extend to you ny and iny fa«ilj»s best wishes and congratu- 
latlons. 

I sincerely hope that you will be able to 
continue to work in the same good health and spirit as in 
the past for many more years to come. 



EFN:D1 



Si^Mrely yours,) 



ERIC F. NEW 



Vtom Coast to Coaat C.^U4F^ C/f^^^r 



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DR. FRITZ CORSING 



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Tel. ILLINOIS 7-9677 






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Konstanz 27.Jan#53 Adresse ab l.Pebr.: bei Oaertner, 

[Bodanplatz 2 

Mein lieber Jacob, - — - - — ' ^ 

f a las; loh gestern abend bei Erna Veit In Kreuzllngeh ften^Aufbau*'- 
und sah Dein Bild (a^uch nicht mehr ganz so knusprig wie auf dem Photo, 
das ich vor ca 15 Jahren von Dl;r in Hörn unten am Wasser maichte - wie 
auch bei mir urÄtllchelr Schmelz seither heruntergegangen Ist)- las, 
dase Du am ll.I.dle 70 geschaf^ft lias\- elnllge Monate vor mir.; Ich 
möchte ja nicht so alt werden-8,ber da es nicht von unserm '^ögen^ 
abhängt, Terde ich wohl x)der übel, wenn, nicht vorher In^ Graa^. In den 
sauern Apfel belssen «üJssen. i uxj j-^a >io'i i •>. siki i«- vJ! 

Also, mein lieber alter Freund r. aj.t in Freunc^schaft und Jahren - ich 
wünsche Dir herzlich alles Gute - bleib gesund und jung - mach welter 
aus Deinem Leben, was daraus gutes zu machen Ist. Mehr können wir ja 
nicht tun. Da habfe Ich Von Dir einiges vor mir liegen: ••der Gezeichnete* 

; ''Vas Ufer "j-'Sirschütterung'^ (diu s sogar zweimal). Da liegt auch ein 

Photo von Dir drin, das, wie mir Frau Bugge sagte, von Ihr gemacht ist. 
Ich hatte sie schon vor längerer Zelt hier kepnen gelernt und^^a er- 

n:, wähnte, ple Pich, üe scheint llir ^^^ßundjielt 11 c)a nicht sehr 6ut_?u gehen. 

Zum Fall ö.Moos - es Ist schade um^ jedes Wort, dafe man über soiclies 
Gesindel { er -¥ sie) verllertir^ ci tu ^ : jno v^ /loo 

In in.Wl^dergutmachungsklage gegen Baden hat nun doch das Amtsgericht 
für mich geg^n Baden entschieden - ßß wlj:d sich noch zeigen,, pb Baden 
Berufung einlegt. Ich fr.eue mich, .dass Du gesund und zuf;rledpn bist - 
auch meine Gesundheit läset plchts zu wünschen übrige w;ir, sind yjohl 
eine zähe Rasse -, aber zujfTiJ-eden? neiA«** Wenschllchen Kot^Jrf^t habe 
ich hier kaum r Manschen und DAnge ^nd hJLer klein, kleinbürgerlich 
und verschlafen r ^«^^ ^^^ Wledergutfiqi,otoung geregelt, Ist, will ich 
mich mal In München oder Stuttgart nach l^öglj.ph^elten umsehen - ich 
habe wohl noch/ nicht die fiuhe des Altern, fjiv -'^-)r 
ich las auch heute bei Schef felt(der Dich giüssen lässt) In der 
••Badischen Zeltung."v^7.I,. yt.And'jre^V, Worte zu Deinem Toten. Aber sein 
Schlup^?7Qr.t) (trefft, wie loh meine, r.f! aneben: dass einer In S.Mutter- 
sprache dlph.tet, hat wohl jnlt Hass .oder Liebe, mit Sentlments oder 
Ressentiments nichts zu J.uiV-. wan^.Jcaijja wohl, wß.« man füiilt^ .restlos 
nur m der Muttersprache^ ^^en, tti der man den grössten Teil seines 
Lebens gedacht, gesprochen Sinr geschflrleben hat, in der sich die Ge- 
danken von selbst Xn Worte formen- man könnte trotzdem diese Menschen 
hassen - aber rfie Sprache Goethes, die sie ja geschändet haben, Ist 
meine, nicht ll^re. ,So ähnllcl^ geht es mir hier -mit den Menschen habe 
Ich keinen Kontakt iaehr t ich hasse sie nicht, sie gehen mich nichts 
mehr an- aber die Landschaft liebe Ich, und mit Ihr bin ich verbunden. 



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-Ich' schrle'b Dir mal (1934) zu einer Zeichnung vom Untürsee:^^! r^) 



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Und diese Heimat Heiner Jugend, * 






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cf :1 ?' li.; ^ 

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dle^ Land,i dem Hu gehörst, wie aö zu Älr, Iriov/ rfox .) ..fii^näilr' 

für das Bu kämpfenc^ Blut und Leben wagtieslV locj^rbc" 1j^']A 



"^"^wolSelne Kindheit froh und gljickllch floss, , '-^^^ ^'^ T^^to- 
'"wo Äelne Väter lebten, wo sie ruhn^ ; , , \ , r/ r" ^.^ It 



wohlh aich Sehnsucht imn'er wiedef trieb, 



n^^ f)ae'yollst du nicht mehr Heimat nennen ? ^-J-C • T:ü(fyll nio 



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Getrost - was so^ jleln eigen ward,^^. .u^tr>h 3 vr 
, kann keiner Menschen Machtwort von dir trennen. 



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von Deinem doppelten Namensvetter Jek ob = P. -Bruder Martins- soll ich 
..r.x ^ Dich auch grüssen -^ er wohnt In Kreuzungen. Kit Natu^ Wolf lii^ - 
i -' Wangen habe Ich welter keinen Kontakt - ich irar kurz nach meiner^ 
• .jiu.;^ Rückkehr Ende 1950 mal -dort - seither habe ich Ihn nur gelegentlich 

mal bei Beerdigungen. In Kreuzllngen gesehen* , . .,^,^ ^ rr^T ^^uj^ 

Um aber doch nochmale nuf Snnuel Moos zu kommen: Du schrei'bst "Öu 
'hoffst, seinen Verlust noch mal gut machen bu können" - nun,* da i 
i »^ brauchet Du Dich nicht zu sorgen - er dürfte Immerhin seine ---^ 
- ^ J-tf' 50. OÖO.- engl »Pfund = ca 150. 000. -Doli, nach ilngland und von da 
J^^*^ nach Australleh verschoben haben - nun hat er sein Hajis hier In 
der Lilibe für über 100. OOO.- DM verkauft und seine liebe Erna hat 
'^" hoch neuerdinge aus Urbechaft beaw. Restitutionen -v. Verwandten ^ 
noch wesentlich mehr ^»ek]b«»en- (wie en^t Heine? *: 'i-^- '»^ 

poj. - .. -Hnet'^-u viel, so wirst <iu bald -r>c»ff.!;.i .;. i •. , iio.' 

noch viel- mehr dazu bekommen, >^fioiti \&jon Irluvr ocfßri 
ia-> Kl (J- i.:^-eoch wer wenig hat, dem wird i«*" t^JJ^H ,: j •! rfox 
«loj iü<^A .aa30\ "auch das wenige' genommeli .s^ • e<.c.l"^Jl9r> no-o". :_• 
""' so dace man seine Vermögen heut mit mlnd-estens ;>ÖO.C^Ö»-"Doll. 
" annehmen kann - da brauchst Du kein Mitleid zu habenyi'i^ ' '''^ 




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r\r. and i^irs. Uscar Kowal 



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TELEPHONE HArbison 7-6282 



Cabcc Address - UHLCRAIN .Chicago 





FOUNDED BY FRED UHLMANN 



RICHARD F UHLMANN. President 
JACK A. BENJAMIN. Vice Pres -Secy. 
ERWIN R.JESSEN Vice Pres 
JACK N GREENMAN.VicePres 
ROBERT L DAVID. Treas 



January 9, 1953 



MEMBERS: 

CHICAGO BOARD OF TRADE 

KANSAS CITY BOARD OF TRADE 

MINNEAPOLISGRAIN EXCHANGE 

NEW YORK PRODUCE EXCHANGE 

WINNIPEG GRAIN EXCHANGE 

DULUTH BOARDOFTRADE 

FORTWORTH GRAIN AND COTTON EXCHANGE 

COMMODITY EXCHANGE INC. 

NEW YORK COFFEE AND SUGAR EXCHANGE 

NEW YORK COCOA EXCHANGE 

CHICAGO MERCANTILE EXCHANGE 



RICHARD F UHLMANN, 

( MCMBCR MCW YORK COTTON CXCHANGC I 
NEW ORLEANS COTTON EXCHANGE 



Mr. Jacob Picard 
500 W* 122nd Street 
New York 27, New York 

Dear Sir: 

At the request of Mr. Otto Liebmann of Zürich, 

Swltzerland we are enclosing a check for $20.00# 

Yours very truly, 



UÄLMANN GRAIN CO., INC. 



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GDE: j 



TELEPHONE 
BRYANT 9-0485 



Hon. President: 
PAUL TILLICH 

President : 

FRITZ BAMBERGER 

Vice-Presidents: 

HERMAN L. FILENE 
ADOLPH LOWE 
HELMUTH NATHAN 
ELSE STAUDINGER 
NATHAN STEIN 
ALFRED WYLER 

Treasurer: 

PAUL SIMON 

Board of Directors 
New York: 

ELSE ABELMANN 

BERNARD ALTMANN 

LISA ARNHOLD 

LUDWIG ARON 

CHARLES S. BAER 

MARTHA BERGMANN 

FRIEDRICH S. BRODNITZ 

HILDE FELIX-BRILL 

GRETA FRANKLEY 

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KURT H. GRUNEBAUM 

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EDWARD HEIMANN 

ELSBETH HIRSCHLAND 

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GEORGE KLEIN 

CHARLOTTE LEVINGER 

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ARTHUR LOEWENGART 

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HAROLD MANHEIM 

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OTTO NOETHER 

WALTER H. ROTHSCHILD 

ELISABETH SCHERK 

LILLI SELIGSOHN 

RUDOLPH F. STAHL 

FREDERICK M. STERN 

TONI STOLPER 

MORITZ STRAUS 

FREDERICK J. WILD 

FRIEDA WUNDERLICH 

* ♦ * 
WILLIAM F. BECKER, Chicago 
ALBERT EINSTEIN, Princeton 
JAMES FRANCK, Chicago 
WALTER FRIEDLANDER, Oakland 
ROSE E. JANDORF, Brookline 
CARL LANDAUER, Berkeley 
EUGENE E. NOYMER, Boston 
MARGARET PLAUT, Topeka 
FREDERICK POLLOCK, Santo Monica 
CECILIA RAZOVSKY, Jackson 

FRED SCHWAB JR., Detroit 
GABRIEL STEINER, Detroit 
SIEGFRIED THANNHAUSER, Brookline 
MARGARET TIETZ, Nework 
OLIVE L WHITSON, Princeton 
JENNY WOLF, Chicago 

* * ^ 

Executive Secretary: 
FRED S. WEISSMAN 

Service Department: 
IRMA MAYER 



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147 WEST 42nd STREET, ROOM 519 
NEW YORK 36, N. Y. 



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OF EMIGRES FROM CENTRAL EUROPE, Inc. 



January 12, 1953* 



Mr» Jacob Plcard 

500 West 122nd Street 

New York 27, Ne^e 



Lieber Herr Plcard: 

Spaet, doch nicht zu spaet, las ich im Aufbau, dass 
Sie gestern Ihren 70« Geburtstag feiern durften. 

Im Namen der Selfhelp, und vor allem auch persoenlich, 
moechte ich Ihnen nachtraeglich aufs allerherz lichste 
gratulieren und Ihnen und vor allem uns vuenschen^ 
dass wir noch viele Jahre uns Ihrer Verse und Prosa 
erfreuen duerfen. 

Als ein Zeichen unserer Anerkennung Ihrer hervor- 
ragenden Taetigkeit gestatte ich mir, Ihnen einen 
pheck von $50e-* beizulegen* Der Betrag ist zwar klein, 
aber er korömt von Herzen. 



Hit allen guten wuenschen 
denen sich meine Frau ansc 



rzlichen Gruessen, 
.esst, bin ich. 




Fred S« Weissman 
Executive Secretary« 



Anlage 

FSW:Iil 



CONTRIBUTIONS ARE DEDUCTIBLE FOR INCOME TAX PURPOSES. 

Programs and fmancial stotcments filed Mnder registration No. VFA 021 wifh ihe 
ADVISORY COMMITTEE ON VOLUNTARY FOREIGN AID of the UNITED STATES GOVERNMENT 



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OHN F. OPPENHEIM 

43-01 46TH STREET. Apt. 2A 
LONG ISLAND CITY 4. N. Y. 



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Wilhelm Levinger 

251 West 89th Street, Apt. 8A 

New York 24, N. Y. 



10. Jan, 1955, 



Lieber Herr Picard I 



loh las soeban den schönen Seburtstags - 
Aufsatz , den Ihnen Bertha Badt - Strauss im Aufbau 
gewidmet hat & fasste sogleich die Heujahrs ^ Resolu- 
tion , Ihnen meine herzlichen ölUckwlinschG zu senden. 
Aber ich rechnete nicht mit d.r Sorglosigkeit de« Auf- 
baus, der weder im Anschluss an den Aufsatz noch in 
Personalia . Spelte des gleichen Ausgabe Ihre Adresse 
verriet. Da ich aber im Gegensatz zu so viele n Neujahr. - 
Resolutionen sie vdrklich .vahr nachen wollte , hatte ich 
erst durch einen .nruf beJLJIary_S^o_senber£ Ihre Ad- 
resse zu ermitteln. Ich sto-r.. sie . .ie Üblich in der 

dicksten .^rbeit ; sia ßflo-f^ ^.a t^ ».^ 

. SM sagt« , sie mbehte gern auoh Ihnen 

erutull,«.. ^see aber nl cht . ol .1, ,„, ,„ ,j,j ,^_ 
belt dazu kcMen „„,, , , beauftn-gta „i.h. Ich «ge 
"'"'" "Uo.o^.0^« auch ihre el,a„a„ ^.r«„n. i,h 
»0«., 31e 3ind hinreichen. a«rl.anlalert, u. acloh, 
.rbeUs,«rend, M.th„a,n nicht «bei .„ nehMen. 

30 ^s. loh a.„ an.,., Berth. B^af, ( nebenbei ein 
alte Bakujurit« hus meino« t.-- u 

^^Ken ; unsere vereinigter 



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axifrichtigen Vfünsche Tür noch viele glUokliohe 

Tmjjo &^ manche befriedigendo Jahre tUchtigen Schaf- 
fens bei. 

Ihr freund sc Imft lieh ergebener 





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Dr. Jacob Plcard, 
c/o "Aufbau", 
2700 Broadway, 

YORK 25, N.Y. 



London, den 11. Februar I953. 



NSvV 



Lieber Herr Dr.Plcard, 

Im "Aufbau" las ich den schönen Glückwunsch-Artikel von 
Frau Bertha Barft-Strauss anlässlich Ihres 70. Geburtstages. 

Dies gibt mir willkommenen Anlass nicht nur Ihnen meine 
allerhzerlichsten Glückwünsche auszusprechen, sondern auch mit Ihnen 
nach so langer Zeit wieder in Verbindung zu treten. Ich denke ins- 
besondere an die letzten Monate vor meiner Ausv^anderung als wir 
uns häufiger in Berlin sahen, 'lenn ich mich nicht irre, waren Sie 
auch noch nach Kriegsausbruch mit meinen Eltern in Verbindung und 
haben mit meinem Vater Schach gespielt. Meine Eltern hatten ein 
Affidavit nach Amerika, sind aber wegen der zu hohen "'artenummer 
leider nicht mehr herausgekommen; ich habe authentischen Bericht, 
dass sie in Auschwitz umgekom.'-nen sind, ^''ir hatten ursprügnlich 
die Idee, uns. alle wieder in .Amerika zu vereinigen, Wegen der ver- 
änderten Voraussetzungen und auch aus sonstigen Gründen sind wir 
aber in England geblieben. 

Ich selbst hin seit Gründung Sekretär der Association of Jewish 
Refugees, die eine Schwester-Organisation der Ihnen bekannten 
American Federation of jews from KÄXicisHy Central Europe ist. 
Obwohl inzwischen die Einwanderer längst naturalisiert sind] * 
bestehen doch noch eine sehr grosse Reihe von Sonderaufgaben, 
vor allem auf dem Gebiete der Wiedergutmachung und der sozialen 
Tätigkeit. Wir geben auch eine kleine Monats-Zoitschrif t heraus 
die ich redigiere. So kohnte ich denn auf der gleichen Linie ' 
weiter arbeiten wie in Deutschland. 

Wie ich dem Artikel entnahm, hatten Sie eine recht 
bewegte Zeit vor Ihrer endgültigen Einwanderung nach TT, S.A., 
umsomehr freue ich mich, dass Sie sich dort wieder ein'wirkunp:s- 
feld schaffen konnten. 

Sollten Sie Zeit und Lust haben, mir einmal ein paar 
Zeilen zu schreiben, so würde ich mich natürlich sehr darüber 
freuen. 

Mit den herzlichsten Grüssen bin ich 

Ihr 

(W. Rosenstock) 






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LT= Int'l Letter Telegram 



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W. P. MARSHALL. Frcsidcnt 



The filing lime i,hown in ihc daie hne on lelegran.s and duy letieri, i.^ STANDARD TIME at pr/.rtt oforigin. Timeof receipt i.s STA.N] )ARD TIME at po.nt of Hest.naiion 

'•BDA CA515 nT PD« CHICAGO ILL 10« .nj h .^, 12 L> 1 

JACOB PICARD« 





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-«DEAR FRIEND «E REGRET NOT TO BE ABLE TG CONGRATULATE 
YOU PERSONALLY BUT ALL OUR BEST flISHES ARE VfITH YOU 



CORDI ALLY« 



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THE COMPANY WILL APPRECIATE SUGGESTIONS FROM ITS PATRONS CONCERNING ITS SERVICE 




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DR JACOB PICARD/7^ 

500 WEST 122 ST NYK 
CONGRATULaTIONS AND SINCERE GOOD WISHES ON YOUR BIRTHDAY 



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MR AND MRS PETER M LINDT 




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COFYBtOHT 19M BV THE WESTERN UNION TEL. CO 



214Rivers.Dr. 

N.Y.25. 

Jan. 8, 1953. 

iiieber Dr.Picard: 

Die sute Berta Badt-Strauss MUSS sich einfach irrenJAber. 
zxm wievielten auch immer-sute Wuensche Vcann man immer 
brauchen,und das beiliegende macht Ihn.n viellei ht eine 
kleine Freude. 



Herzlichst Ihre 



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MRS. NORBERT BERNHEIMER 

48 NORTH PLEASANT STREET 

MIDDLEBURY, VERMONT 










Mrs. Norbert Bernheimer 

48 NORTH PLEASANT STREET 
MIDDLEBURY, VERMONT 



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NORBERT BERNHEIMER 



Middlebury,Vt. 
January 10, 1955 



70 Jahre lange Zeitl 

Es war nicht immer schoen.« 

Doch wenn Du erst mal 80 bist, 

Ich wuenche Dir viel laen^re Frist, 

Wird's wieder schoen, wie's g'wesen 



ist. 



Wi e shoen war's doch am Bodensee, 
ImSchwazwald und am Rhein. l 
Der Hudson ist ja noch viel b reite rl 
Gewoehn Dich dran,undwerde wiederheiterl 

Wir alle liebten Berge, Wein und Kirsc h— — 
Setz Dich auf den Pegasus und trink 

und sing und dichtel 
Dann bleibst Du immer jung, 

Auch mit den Jahren, und traeumst von 

**der Geschichte. " 



Das ist "Mein" Geburtstagswunsch. 



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(.or^. niöv Dless you and -our work. 

i n.ä no irtea you si-e in 

the buaxes— -aJia since iy4o?VYv? 

So that my wiehes '^iH 
..8ch vou m tine,i mxsx use .Ms card, 



v.'icn i nave,j:iere. 



üorci.icily Youi-s, 





N-'j-ft"! ••■-J^ 





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frienclship,too 

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A078 BDA P^D=NEVi YORK NY 11 1205?^ 
,DR JACOB PI CARD: 




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COPVRtQMT 196 1 BV THC WESTERN UNION TEL. CO. 



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MRS. RUDOLF OESTREICHER 

5427C UNIVERSITY AVENUE 

CHICAGO 15, ILL. 



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GERTRUDE H. LICHTENBERG 

107 WEST 109TH STREET 

NEW YORK 25. N. Y. 



RIVCRSIOE 9-57BS 



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504 West llOlk Street 

New Yorlc 25, N. Y. 








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Kurt Boknhkim 

ea WBST iotth strkkt 

NEW YORK a«, N. Y. 



9.eJanuar 1953 



Lieber Herr Picard, 



Ich las im Aufbau, dass Sie 70 Jahre werden.Herzlich- 
sten Glueckvojnsch von mir und meiner Frau. Ich hatte Rie 
fuer ein Jahr juenfeer gehalten» Aber der Aufbau hat siche.^lich 
Recht* Die Photogr iphie ist ungev/oehnlich gut. S o sehen Sie 
wirklich aus. 

Sie iverden ja sicherlich den Tag bei Ihr-.^m Bruder fei^^rn. 



J»!it herzlichen Gruess-:n von uns Peiden 



Ihr 



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Charlotte Linton 
80 Vine Street 



Hartford 5j Conn, 




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RABBI HUGO HAHN 



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2O0 WEST 72ND STREET 

ROOM 67 

NEW YORK 23, N. Y. 

TRafalgar 7 -3280 



T.Januar 1953 



RESIDENCCi 

806 FORT WASHINGTON AVENUE 

NEW YORK 33, N. Y. 

TOMPKIN8 7«2444 



Herrn Jacot Picard 
500 West lc^2 Street 
New York 2?. NY. 

Lieter Jacot Picard: 

Einem Geruecht zufolge, treten Sie in diesen Tagen 
in das gesegnete bitlische Alter ein. Nichts desto trotz moechte 
ich Ihnen hierzu aufs Herzlichste gratulieren und Ihnen alles er- 
denklich Gute fuer die Zukunft wuenschen« 

Ich glaube Sie duerfen an diesem Tage mit Genu^uung 
auf den Weg zurueckblicken, den Sie zurueckgelegt haben, Sie haben 
sich in der Welt des Geistes eine geachtete Stellung errungen und 
alle, die um Ihr Werk wissen, sind Ihnen von Herzen fuer Ihre li- 
terarische Leistung dankbar. 

Ich hoffe, dass Ihnen der liebe Gott die Kraft geben 
moege, noch viele Jahre in Seinem Sinne taetig zu sein. 

Meine Frau schliesst sich meinen Wuenschen an. Ver- 
bringen Sie einen schoenen Tag und seien Sie herzlichst gegruesst 
von 



Ihrem 





Rabbiner Dr. Hugo Hahn 



226 WARD AVENUE 
TOMPKINSVILLE,S. I 




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rhe State University of New Jersey 
THE NEWARK COLLEGES 



NEWARK 2, NEW JERSEY 



den 19. Januar 195J?. 



Dr. Jakob Pickard 
500 Viest l£f Street 
Nev^ York &//, N.Y. 

Lieber Herr PickardI 

Nehmen pie bitte meine herzllchrten 
Glueckruensche zum Geburtstag entgegen. 
Sie kommen zvar etv.as vcrspaetet, ^ber 
dennoch von ganzem Herzen. 

Sie bissen, ^^elche hohe Meinung ich 
von Ihnen und Ihrer Leistung habe. Die 
^HT^nnci^n die Sie va ehrend der letzten 
?agrir?ih^'n, kornmen Ihnen rechtens zu. 

Moegen Ihnen noch viele Jahre in 
Gesundheit und schoeof erischer Arbeits- 
kraft beschieden sein. 

Mit den besten Gruessen und Wuenschen. 
auch von meiner Frau, 

Ihr 
stets ergebener 




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ALBERT S. SCHWAB 

397 CANTERBURY ROAD 

ROCHESTER 7. NEW YORK 



9, Januar 1953« 



Lieber Herr Picard, 

Aus dem AUFBAU entnehme icn soeoen, 
dass Sie übermorgen Ihren slebaigsten Geburts- 
tag begehn dürfen, zu welchem Anlass ich Ihnen 
herzlichst gratulipre,ich T/ünsche Ihnen noch 
viele Jahre ungetrübten ^Itixjy.s u.V/ohl er gehen 

Ja, ja wir werden alle zusammen alter 
aber in diesem Lande bleiben die Menschen viel 
länger Jugendlich u.8J?beitsam,las ich doch m der 
N.Y.Times, dass ein Bankdirektor mit 102 Jahren 
vom Amt zurückgetreten istlEr wurde durch einen 

82 j&hrigen ersetzt. 

Es ist schon lange her, dass wir uns 
nicht mehr gesehen haben, ich glaube zuletzt bei 
Ervdn Spiegel in Forest Hills, damals notierte ich 
Ihre A^dresse u.ich hoffe, dass dieser Brief Sie 
erreicht, da im Aufbau Ihre jetzige Adresse nicht 

angegeben war. 

Uns -eht es hier G.L. ordentlich, ich 

habe vor einem Jahr an obiger Adresse ein Einfa- 
milienhaus gekauft, da wir irJlpjäiaus zu wenig 

Platz hatten. 

Wir haben hier sehr nette Freunde, u,a, 
auch Dr. E.Herz früher Verlagsdirektor von Ullstein 
u.Author des Buches"Denk ich an Deutschland in 
der Nacht". Dr.H.ist nun auch über 75 Jahre alt. 

Der Freundeslcpeis ist hier naturlich 
viel grösser wie im kleinen Itpeuzlingen,es wohnen 
in Rochester ca. 21. 000 Glaubensgenossen mit 
18 Synagogen.Die Stadt ohne Vororte hat 331.000 
Einv/ol-mer mit Umgebung über 4.00.000. Das Klima 
ist etwa wie in N.Y.aber nicht so feucht. 

Lassen Sie es sich weiter r^cht gut 
gehen u. seien Sie herzlich gegrüsst 



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Dr H. Abt-ÄJ>A»^sojpio 




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rSru STREET AT UROADWAY, 
NEW YORK, 23 N. Y. 



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760 WEST END AVENUE 

NEW YORK 25, N. Y. 

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FRITZ NATHAN • ARCHITCCT • 200 CENTRAL PARK SOUTH • NEW YORK 19, N. Y. • JUDSON 6-0348-9 



8» Februar 1953. 



Sehr verehrter, lieber Jacob Picard l 



Als sehr saeuadger '•Aufbau'* -Leser habe ich den schoenen Anlass 
versaeumti Sie mit loeinen guten Gluedcvuenschen am 11« Januar 
zu sehen und wollte mir heute daher die Freude machen, bei dem 
Aufbau-Abend Ihr Zuhoerer zu sein« Auch das ist mir leider vor- 
beige glueckt, da ich zu einer dringenden beruflichen Verpflich- 
tung heute abend "verurteilt** wurde« - 

Wie Sie wissen, kannte und verehrte ich Sie lange bevor Sie von 
meiner Existenz wussten« Zwei Maenner, die Ihnen und mir sehr 
nahestanden und die inzwischen von uns gegangen sind, haben mich 
mit Ihrem Werk vertraut gemacht : Gustav Nathan, Konstanz, und 
Eduard Strauss« - Ich habe Sie dann - Sie werden sich dessen nicht 
mehr erinnern - persoenlich gesehen als ich in Konstanz die von 
Nazis abgebrannte Synagoge mit Ihrem Vetter, dem Architekten Picard, 
wiederaufbauen durfte« - Es ist zu schade, dass das dann ueber uns 
gekoosnene Leben des Erwerbs Zwanges persoenliches ZusammenkGomen 
aeusserlich so schwer macht« Aber ich will endlich meinVersprechen 
halten, das ich Ihnen jedesmal gegeben habe, wenn wir uns " zuf ae Uig** 
sahen, dass wir uns bald - wenn es Ihnen recht ist - "•unzufaeUig" 
treffen l - 

Lassen Sie mich doch bitte wissen, wie ich Sie telefonisch erreichen 
kann, um ein nachtraegliches Geburtstagszusammensein wahrzumachen« 

Hoffentlich bleiben Sie sich und uns gesund und schaffe nsfreudig fuer 
lange lange Jahre erhalten. 



Ihr Ihnen herzlichst ergebener. 



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STEFAN ANDRbS 

Unkel 2o.l,53 



Liebster Jakob, 

ist 68 nicht wunderbar,daß es soetwas noch auf der Welt 
eibt^Von einer uns völlig unbekannten der ochrlft nach 
woSl-noch jungen .^rau) erhielten wü: ?;"«« f ^^^^,f^^ ^,,. 
Dich u. einen an Stefan,darlnsie j3chreibt,daß btefane Aui- 
Ratz un der Bad.Zeltung sie so berührte, daß sie Dir so- 
\t\ Sa Bodenseebuch «chlckt IVlellelcht w rd dies der 
Anstoß sein, daß Du doch eines Tages zu besuch ^"/^^/;®^-« 
kommstn Beachte auch,v/le sie Y/angen ^^^3^"*^^ ^J^J^JJ^ ®"* 
sorpchendeninn vta Ravensburger Tor Deiner Heimatstadt wi« 
lerum elHlümleln anbringt l!Du mußt ihr schreiben, ich 
leg Dl? hier die Anschrift bel:Ul]£__Brandes, Freiburg i.. 

4on u 8 Ist etwas sehr Schönes zu sagen:heute T^f[.^'\^^.^ 
S?efan den "Knaben Im Brunnen" beenden, das Buch Ist herrlb 
dicht und schön ge.ro rden ! Aber eine gewaltige Arbeit von 
uns beiden liegt vor und ich muß nun nochmals m alier aiU 



Br. 



300 Selten in die Reinschrift neu tippen, v«iler be- 
reits gewaltig viel daran umgearbeitet bat. 
In die'^'ocbweiz fahren wir nun erst Mitte März, was ca^r 
garnicht so lieb ist, trotzdem dann das ^//etter dort ja 
anfrenehtner u. ich wohl m t unsem ^'reuiiden, während 
armer Autor Geldverdienen muß mit Lesungen u, am Funk, 
evtl, im Y/asen durch die Landschaft fahren kann. 
Laß bald einmal etwas von Dir hören und bleibe weiter 
so jung und eben, wie Du bist! Nimm herzlichste Grüße 
von ns allen, besonders von Deiner 



VihPu^ 



Jaoob Ptoard 
500 ff l??ncl St. 
New York 27,N,Y. 



5*Ua9rz 1953 



LI ab 9 Trau Brandes, 

loh erlaube mir, Sie so anzureden, wetl 
Slo mir öogLelch rertraut v/orden aind durch Ihren Bnef u^nd 
die besondare Art des Qesohenices, das Sie, eine Uribelcaniite|Diir 
geaatidt haben« Sehr dattice loh Ihnen fuer Ihre GebifrtstagB •* 
va<iT\3che und ruo? das uirmvoixe i^cht^le haben mir eine ganz 
besondere Fretidö damit gemachttln ner Tat, unter den vielen 
Zeichen freuncaioher Anteilnaiime|dle za moiner Ueberrasohung 
von uoborell her zu mir gekomiiion oind^nißiiat das Ihre einen 
ei5en<^n,b3Vor2Uf-ten Rang einjos ist ungeifo ähnlich, sowohl v/as 
aen Oeber anlangt, als auch wafi seinen Inhalt betrifft« Ss hat 
mich waihrhart geruehrt,unü das i>uoh ro;is 3it dich lumer noch, 
so olt ich das ode:* jene« Blatt oiner vertrauten LandsoheUFt 
beschaue» ?äin, Sie haben es Ja so gewollt^Mit a>n Jäinniebrung 
werten des von uiir so hochverehrten Albert Sohv/elzer in Ihr- 
em Briefe stiii-^c ich v/ahrhaft Uuborein^U d dass tr:ein llebor 
J?reunci Stefan Andres mit seinem^ Artlkel( ^ler auoh hier m el?3 
er deut och sprachigen Zeltung erschienen ist) das bewirkt hat, 
hat auch ihn ueborrascht und bo^oncLars erfreut. 
Wie aber hcII Ich Ihnen meinen JDfenk abstatten? Am besteh 
v;uere natuerllch oin llaendedruok und ein ins-Auge^schauen» 
Sa dxej^es aber 2wr Z^lt ein wenig schra^ng zu erfuellen ist 
80 dachte Ich mir, einige Gedichte tmerden Ihnen vielleicht 
eine kleine Vergeltung bedeuten ko ennen» Denn naoh allen aue; 
aen oie doch ein üt»n^ch Svjin, dör auch cias Ori;an luer Lynk 
hat und f^ini^e Preuda daraxuloh erkenne es beinahe an Ihrer 
Handschrift; nach Ihr auch muecsen Sie noch Jung sein und 
allea offen unc: glueckllch alt Ihrem ILaxm. 
Ich habe Ja auoh eine ziemliche Anzahl von Erzac>hlungen ge^ 
söhn eben mit helmatlicheti Ton,von denen ich eine haettt 
sohioken koenren,aber die Terse scheinen mir dooh besser dian| 
297eck zu erfUellen,den loh wllljeinipje davon eflidlnen mir 
irgendwie eine Ergaenzung zu Ihren Buch« Neben Baaniel von 
BodmaB war loh einst V/o hl der läinzlge, dessen deüLohte aua 
Jener Landschaft vAichson,van unserer Generation, der auoh de 
geboren Ist, unter allen anderen, die sich dort angesiedelt 
haben und DlohtenscheE schufon.Leine £^amille lebte naohwel 
bar etwa dreihundert Jahre m Wangen am Unter8ee,wahrsch( 
lieh aber noch laenger, dooh das kann loh nicht beweisen« 
Um ein ICls8verstaenaril& auszu80hllessen,iiAoohte Ich in dleseml 
Zusammenhang bemerken, dass in dem Oedlcht ^elm Atosohled« Oi^ 
nausen Jahre •• natuerlioh nicht die onunoosen des Hitler - 
Soheusals sind, sondern die Zelt bdeuten sollen, da Juden tm 
deut3ol^j\j^iji(^ i?Afc^ ^^^ wurden, so wie sie es verlaaaeB 
haben-<^ ^^q l^^ alles Jetzt untergegangen, unt 

»ur eimge Kameraden aus &m guten anst wissen nooh von mlrl 



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Nur diosoa laoohteloh noch sagen: aein yreuRd StofÄn V^at oIä 
wenig uebertneben b ©zw, untertrieben ..unclerstateiaentyCaBttSevlr 
hier, und es ist elgentlloh aiu typisch onglisoh-amenkani scher 
lärisaehlertnok - wenn er taeine Behausung ziaolloh truebseltg 
darstellte; offenbar tat er es^vlelloleht halb unbemisst doch, 
Ulli lü.tleld idlt dam Vertriebenen zu wecken, und es hat uioU gar 
geruehrt.Tatsaoohllob ruolüo loh mich gar KloUt mehr oo hottte, 
sondern habe es auch aeusserltoh ganz nett und beUagltoU,un«l 
öö hat ilua,\rt.e andoi'en i3eut3ohen gerade in let:iter Semt gaus 
gut bol alr gofallon«Und «s ist Ja ein so groas-sro unu t^tos 
Land hier, döDsen Wey in laan nur wahrhaft kennen raus c, um os5 &x 
lieben und sich in ihm wshl zu fUohlen,so weit es oben fuor 
Jemand tH noch noegllch ict,adr oin Loben ßü'cion smd^VBMO hint«^r 
sich hatte, i»oh in Ihrem Prelburg verbracute loh sohoane »Taiir» 
.-Viel mehr v.ill ich heute nicht sohrelben^und «He Godiohto tioll-| 
en Ja oic T*il ciXasea Briefes sein. Doch hoff «.töh, von ihnen 
und Ihreai llanrajo »chi» su hoei*en,m;im öl© es v.ollön;ja,ioh mocl: 



e liorne tjohr uebov Sie T/i8Sön,T/ie Slo verstehon \rerd>?n. 




häibtf,.de,(38 icii «ocU ixi<a^* oivie Welle damt zu tun haben werde} 
auoh bin lob iMer ol>^go Kbcben^von Preuiiaeu oin£,aLad»n,l« 
öchnoo üiner Scb\;öt?zwulGluiidechaft vota Vernont Ecn7Csen,uRd 
habe alles hl er Itogeu lassen. 




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Dlgbr 4-6494 
■ Etabliert 1931 




80. Geburtstag 



In 



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In 
In 



Am kommenden Freitag, den 
16. Januar, begeht Frau Elise 
Frank, geb. Dünn, im Hause ihrer 
Tochter. Frau R. Lorenz, Shan- 
daken-Hights in Shandaken. N. 
Y.. in geistiger und körperlicher 
Frische ihren 80. Geburtstag. Die 
Jubilarin, eine gebürtige Karls- 
ruherin. ist eine eifrige Leserin 
der "New Yorker Staats-Zeitung 
und Herold." Der Jubilarin gra- 
tulieren ihre Kinder. Enkelkin- 
der und Urenkelkinder. sowie 
ihrer vielen Freunde und Be- 
kannten mit dem Wunsche, daß 
sie sich noch viele Jahre guter 
Gesundheit erfreuen möpe. Die 
Redaktion unserer Zeitung 
schließt sich den Gratulanten an. 



EUngehende persönliche und 
onTerbindliche Hrratung in 
einer Anlage von aungesuchten 



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Ihre persönliche Vorspräche i»t 
uns jederäeit trillkommen, 

JOSEPH MAYR & CO. 

Inr*ttmmn$ Smcuritim» 

50 Broad Str., New York City 

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JAKOB PICARD 

Zum heutigen 70. Geburtstag 

Von STEFAN ANDRES 



4 



Jakob Picard lernte ich in einer 
Kölner Weinschenke kennen, wo 
sich gelegentlich einige Schrift- 
steller trafen. Ich wußte von ihm 
nur, daß er Rechtsanwalt sei 
und Gedichte schreibe, manchmal 
auch eine kurze Geschichte. Daß 
er vom Bodensee stammte, das 
verriet seine Sprechweise. Er sah 
ein bißchen wie Ramses aus, fand 
ich scherzend, also sehr mager, 
durchgeistigt. temperamentvoll 
und doch zugleich still und ge- 
sammelt. 

Dann kam das Jahr 33. Mit 
Überraschung stellte ich fest, daß 
der Mann, den ich für einen ka- 
tholischen Alemannen gehalten 
hatte, ein gläubiger Jude war: 
und auch: daß der Lyriker, der 
so gerne Verse anderer und auch 
eigene leise vor sich hinsprach, 
im Dreck und Feuer der Front 
als junger Offizier sich ausge- 
zeichnet hatte. Und ich erfuhr 
weiter, daß einer seiner Brüder 
1914 aus dem Ausland heim- 
gekehrt war. um für Deutsch- 
land zu kämpfen und zu ster- 
ben. Er las mir die Sonette vor, 
die er seinen zwei gefallenen 
Brüdern auf die Gräber geschrie- 
ben hatte. Wir alle versicherten 
ihm damals gutgläubig, wie wir 
waren, daß die trüben Wellen 
des AntisemitismiK Iz-ute «iein«»r 
Art niemals erreichten, dafür lebe 
man ja. das war unsere Beweis- 
führung, in Deutschland und 
nicht in Polen oder sonstwo. 

Aber dann kam die Stunde, 
daß ich in Berlin Abschied von 
ihm nahm. Indes — nicht er 
war es, der aus Deutschland fort- 
ging, sondern ich. Er stand auf 
dem Bahnsteig und reichte mei- 
ner Frau mit dieser hilflosen 
Herzlichkeit eine — Kristallvase, 
die noch von seiner Mutter 
stammte, ins Abteil! Drei kleine 
Kinder bei uns plus Kristall, 
meinte meine Frau, <ia müsse 
eines von beiden auf der langen 
Reise wohl Schaden nehmen. 
Und sie bat ihn, uns die Vase 
doch aufzuheben, bis wir uns 



nach Deutschland zurückzukom- 
men habe. Und er bewies mir 
die ganze Nacht hindurch nur 
dies: daß es für ihn keine Rück- 
kehr mehr gebe; daß vierzehn 
Lebensjahre in einem anderen 
Lande uns mit diesem verbinden 
und von der Heimat lösen. Nicht 
ein erlittenes Unrecht, sondern 
de.ssen Folgen hätten Ihn zum 
Bürger eines anderen Landes ge- 
macht. 

Dieses Thema kehrte Immer 
wieder: in der donnernden Sub- 
way, auf seinem winzigen Zim- 
mer in dem trostlosen Rooming- 
housc. auf Spaziergängen durch 
Harlem. Manhattan und ««m East 
River entlang, dies bittere Thema: 
es gibt kein Zurück. 

Jeden Abend aber, wenn wir 
auf seinem Zimmer saßen — die- 
sem kleinem Museum eines Her- 
zens, das nicht vergessen kann —, 
jeden Abend begann ein leises, 
flüsterndes Zurück. Er saß an 
seinem Schreibtisch und reicht« 
mir Photos herüber. Gedichte, 
Briefe: "Lies mal'" Städte tauch- 
ten auf, Landschaften und vor 
allem die Namen von R-eunden, 
von getreuen und ungetreuen: 
Schaefer, Reinacher, Kneip, 
Woehrle. Paquct. Brües. Ehrler, ' 
Jaques. Jeder dieser Namen hat 
für den einsamen Mann in der 
122. Str. eme geheime Geschichte, 
m der sich die Literatur, aber 
noch mehr der deutsehe Mensch 
der letzten fünfzig Jahre spiegelt. 
Unsere deutsche Tragödie — das 
ging mir langsam aus diesen 
Nachtgesprächen auf — kann nie- 
mand so schmerzlich klar sehen 
al.«; ein deutscher Jude, der dieses 
Land mit dem Herzen eines Dich- 
ters geliebt hat. 

Als mir Jakob Picard erzählte, 
wie der Dichter Mombert. eben- 
falls Im letzten Augenblick, als 
ein Gejagter das Land seiner 
Liebe verließ -- er starb dann 
jenseits der Grenze — , da wußte 
Ich. wen Ich hier In New York 
zurückließ, einen von den Hun- 



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wjeder«:ahen "Arh". sact^ #r und ( -erttausenden. denen di*» deuU 
nahm sein Geschenk wieder ni'^-l-'^chrn Ann.=;emitcn (..'■• Hrim^t ge- 
stohlen habrn. aber einen, der 
selber sein Herz dem Haß vpr- 
Rchlo.s.cen hat — und darum ncoh 
Gedichte in .«meiner Muttersprache 
schreiben k.'inn. 



dergeschlagen zu sich, "das wird 
wohl lange dauern!" Ich t>eugte 
mich hinaus uncr flüsterte ihm 
zu: "Jakob, ich habe dir jetzt 
oft genug gesagt: es wird Zeit. 
es wird höchste Zeit! Mach dich 
auf die Socken!" Wir saßen schon 
unter unserem politischen Wet- 
terdach am Mittelmeer, der Krieg 
war bereits ausgebrochen, da er- 
hielten wir — es war Ende 1940 — 
von ihm eine Karte aus Japan. 
Via Rußland war er. genau ehe 
die Mausefalle zuschhu, nach den 
USA unterwegs. Und dann er- 
hielten wir noch einige Nach- 
richten, wie sich die Quaker drü- 
ben seiner angenommen hätten, 
wie er Blumen zog und eine Fa- 
brik zur Nachtzeit bewachte. Und 
vor allem: wie er in Massachus- 
setts versuchte, ein Amerikaner 
zu werden. 

Vierzehn Jahre waren vergan- 
sen. da schickte ich ihm aus 
Neufundland nach New York das 
Telegramm, daß ich In der fol- 
genden Nacht auf dem Interna- 
tionalen Airport aus dem Himmel 
fiele. Das Flugzeug hatte vierj 
Stunden Verspätung, ich konnte' 
nicht hoffen, daß er noch da 
war. vier Stunden, in der Nacht! 
Und ich dachte daran, daß er fast 
siebzig sei. Aber er war da — i 
und an vsein Alter konnte ich 
dann nicht mehr denken, wie ein 
Junge lief er auf mich zu. Wir 
sagten beide zueinander, wie man 
das so sagt, vielleicht aus An^st, 
der andere könnte etwas anderes 
saaen: "Ganz der Alte!" 

Es war später Abend, als wir 
uas zum Wiedensehenstrunke zu- 
sammensetzten; und es war spä- 
'T Morsren. als wir aufstanden, 
um ein wenig zu schlafen. Über 
was aber hatten wir so lange, so 
unaufhörlich und mit dieser selt- 
samen Erregung gesprochen? 
Nicht über die vierzehn Jahre 
dazwischen, nicht über die Lite- 
ratur der Gegenwart, nicht über 
die USA und Rußland und die 
Weltpolitik. Nein — ich hatte 
ihm nur das eine zu beweisen 
versucht: daß er noch der Alte 

>ei. der.selbp. der Lyriker au.s Wan- 
gen am Boden^ee, der Unrecht 
erlitten hatte und nun rii*"> Un- 
ipcht nip p\n WcLSPr. wif f'in 

Dichter zu eitrigen und mit mir 




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Ein Bericht von Th. F. Meysels 



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Safed ist die jüngste unter den vier uralt- 
heiligen Städten der Juden. Jerusalem und 
Hebron gehören zur heroischen Vergangenheit 
des Pentateuchs. Tiberias, die Freistatt jüdischen 
Forsdiens, weil es sich dem Aufstand gegen die 
Römer nicht angeschlossen hatte, ist die Stadt 
der Mishna. Safed, wo sich die Weisen im 16. 
Jahrhundert unter dem Schutz wohlwollender 
Drusenemire sammelten, ist die Stadt der Cab- 
bala, des Sohar. Safed, wo Josephus Flavius den 
Hügel der Feuerzeichen befestigte, die Jerusa- 
lems Neumondsignale nach Galilea weitergaben, 
wo die Ritter des Tempels eine Burg erbauten, 
ist nodi immer ein Platz für Träumer, „günstig", 
wie der große Ari sagte, »den tiefsten Geheim- 
nissen nachzusinnen". 

Die Cabbalisten, deren größter Meister, Si- 
meon bar Yochai, jenseits des Tales in Mcrom 
Schaft, studieren noch immer in Safeds alten 
Synagogen, wo Römersäulen Kreuzfahrerbogen 
tragen und die Silberhüllen der Heiligen Rollen 
wie Türme einer Märchenburg leuchten. Aber 
eine neue Art von Träumern ist nach Safe d ge- 
zogen. Eine Gasse im verlassenen arabischen 
Viertel wurde Künstlern überlassen, die bereit 
sind, sich in Safed niederzulassen. Diese „Straße 
der Künstler" ist eine recht verrückte Gasse, 
wie so wiele Straßen in Safed: Sie schlängelt 
sich am Hang entlang, den die Häuser Safeds 
in kubischen Terrassen erklettern. Ihre Häuser 
und Gartenmauern hängen in jeder Richtung 
über. Kein Auto könnte in ihre Engen und steil 
getreppten Abhänge eindringen. Wegweiser in 
allen Farben des Spektrums zeigen auf ebenso 
farbenfreudige Haustüren. In jedem zweiten 
Haus ist eine „Ausstellung" in großen Lettern 
angekündigt. Ein Dutzend Kollektivausstellungen 
ist in der Saison das Normale, während es in 
Tel Aviv oder Jerusalem selten mehr als zwei 
oder drei zur gleichen Zeit gibt. Sogar ein Kunst- 
laden hat sein Fenster aeöffnet, das in schwung- 
volle Barockornamente gerahmt ist. 

Und jeder Künstler hat ein eigenes und be- 
sonderes Tarumland hinter der gewölbten Pforte 
seiner Gartenmauer aufgebaut. Man kann nicht 
vorhersagen, wohin man gerät, wenn man eine 




Rathenau verwandt, dem ermordeten deutschen 
Außenminister?" 

»Sein Neffe", antwortete der Rekrut. 

Adjutant Ernest Tessier schwieg ein paar 

Augenblicke, und sein ledernes Gesicht schien 

bleicher als sonst. Dann sagte er: »Rathenau, ich 

bin einer der vier, die Ihren Onkel ermordet 

üppig fallende Grün eines Terrassengartens ge- haben, damals am 24. Juni 1922 im Grunewald. 

stellt. Die Ausstellungshallen, deren jeder Kunst- Mein wirklicher Name ist Ernöt Werner Techow." 

1er seine eigene hat, sind eine Augenweide in Dann zog er aus seiner Tasche ein zerknitter- 

der einfachen Harmonie ihrer Bogen und Ge- tes Stück Papier, glättete es sorgfältig und gab 

wölbe. Die „Künstlerstraße", kurz und gut, ist es dem Rekuten. Es war ein Brief an Techows 

das Land der unbegrenzten Möglidikeiten für Mutter, datiert ein paar Tage nach dem Mord: 

den Ardiiiekten, der in jedem Künstler sdilum- »In unsäglichem Sdimerz reiche idi Ihnen meine 

mert. Was die Hausherren der Ateliers anderer HaYid, Ihnen, der ärmsten aller Mütter. Hätte Ihr 

Städte gewiß nicht erlauben würden, wird von Sohn meinen Sohn gekannt, er hätte eher die 

den verständnisvollen Stadtvätern Safeds noc#i Walle gegen sich selbst gerichtet als gegen ihn, 

ermutigt den edelsten aller Sohne . . . Möge ihr Sohn 

Künstlerstadt ohne — Caf6 vor dem irdisdien Richter bekennen und vor 

Die Baufreude der Künstlerstraße hat das dem göttlichen bereuen." Der Brief war gezeich- 

ganze Städtchen angesteckt. Safed, all seinen net „Mathilde Rathenau". 

malerischen Winkeln zum Trotz, ist heute die Tediows ünkel war der bekannte Architekt 
reinste Stadt in Israel. Das ruinierte, mittelalter- Peter Berens, der die A.E.G.-Hallen gebaut hatte, 
hdie Knödelpllaster, die gebrodienen Stufen der uiici er und seine Schwester waren mit den Ra- 
steilen Gäßdien werden durch ordentlichen Be- thenaus sehr gut bekannt. Der Brief stand zu- 
ton ersetzt, so daß der Bummler in Künstler- erst in der »Wossischen Zeitunn", bevor Frau 
Sandalen in jeden Winkel vordringen kann. Un- Tediow ihn bekam. Die Polizei hatte ihn abge- 
unterbrodien wird getüncht, und Sonnenbrillen fangen. Als man Tediow nahelegte, er solle das 
sind unentbehrlich. Der Burghügel ist der Stolz doch in der Verhandlung vor dem Leipziger 
des erwachten Safed. Dieser Waldgiptel, um den Reidisgericht zur Sprache bringen, meinte er: 
sidi die Stadtviertel lanern, ist ein Park gewor- „Was denn, wir morden da in der Gegend 
den, der sich in stillen Teichen spiegelt Ein La- herum und wollen uns künstlich aufregen, wenn 
byrinth von Wegen leitet endlich zur höchsten bei der Polizei im Kampf gegen uns ein paar 
Bastion, auf welcher der schlichte Obelisk des kleine Unregelmäßigkeiten vorkommen?" 
Kriegerdenkmals ragt, wo einst die Neumond- zwanzig Jahre später, an jenem Abend in der 
teuer brannten. ^; . , ., , , ^. ,^.. , Sahara, schrie Tediow beinahe: „Sie verstehene, 

Nur eine einzige Neuigkeit haben die Kunst- Rathenau. dieser Brief ist mein wertvollster Be- 
1er nodi nicht eingeführt: Es gibt kern Kunstler- ^^^^ £, ^^^ ^^^e neue Welt für midi ersdilossen. 
cafe. kein lokales „Du Dome . Aber, wie em ^^ ^^^ ^^^^ j^j^ren im Gefängnis las idi jedes 

Wort das Walter Rathenau geschrieben hatte, 



Die schönste Thora der Sepharden 



Notabel der „Künstlerstraße" mir bedeutete; 
„Das hat auch seine Vorteile, die Maler malen, 
statt im Cafe über Kunst zu debattieren. Kunst- 
freunde besuchen die Ateliers, statt den Künst- 
lern im Cafe zuzuhören. Hin und wieder wird 
sogar ein Bild verkauft . . ." 



\ E: 



\ \ einer von vieren 

Begegnung mit Ernst Werner Techow alias Ernest Tessier / Von Herbert Freeden 



jedes seiner Bücher, jeden seiner Artikel. Dann 
begann ich jüdische Geschichte zu studieren. Und 
ich wollte zu den Quellen vorstoßen und mich 
nicht auf Übersetzungen verlassen. So lernte ich 
Hebräisch. Und während der letzten fünfzehn 
Jahre versuchte ich mich selbst zu bezwingen, 
wie die Mutter Rathenaus siai bezwang, als sie 
jenen Brief schrieb. Wo immer i.ii konnte, habe 
ich versucht, den Juden zu helfen." Und er er- 
zählte — was sich als wahr herausstellte — wie 
er 1941, als Hafenarbeiter angezogen, in Mar- 
seille 700 Juden aus dem besetzten Frankreich 



^ Vor zehn Jahren ging eine kleine Nachricht über jenen Mann, der groß, hager und damals hefaussdimuggelte und sie nach Casablanca 

Schwellender „Künstlerstraße" überschreitet Auf durch die Presse, daß ein gewisser Ernest Tes- ungefähr 39 Jahre war, mit einem brutalen Kinn, bradite. 

jeden Fall beq"ibt man sidi von Safeds Wirklidi- sier, Adjutant bei der französischen Fremden- aber einer sanften Stimme. Er spradi deutsdi und Tediow war einer der vier Rathenau Mördpr 

keit, die an "sich unwirklich genug ist, in ein legion, vierundzwanzig Nazis des Rommelsdien französisdi ohne den merklichsten Akzent. ^wei andere Kern und Fisdier nahmen «;iHh vot 

Milieu besonderer und individuell entworfener Afrikakorps gefangen genommen hatte, ohne In Tessiers Kompanie gab es eine Reihe von ^ Festnahme das Leben Die 'von Kanitän Fhr 

Unwirklidikeit einen einzigen Sdiuß abzufeuern - lediglidi in- mitteleuropäisdien Juden, die den Nazis entkom- hardrausaewähUe Grabsdiri?t auf ihre^^^ 

Da gibt es eine Kunstsdiule, die genau wie dem er ihnen Orders in deutsdier Spradie zurief, men konnten und in die Fremdenlegion eintra- Saaledc lautete- Tu was Du mußt c^Tph' oHpr 

^ Rabbi Ely E. Pildinik, der als Chaplain bei der ten. Seltsamerweise beschäftigte sidi Tessier ge- 1?;; f^ i r n'ff ^' ^ .1^ «^ i T 

amerikanischen Armee gedient hatte, berichtet rade mit ihnen besonders. Eines Abends befahl ,1°' ^"° laD uou aie tntsoieiaung Jedes 

^ , Jahr an ihrem Todestag trafen sich Techow und 



ein sephardisches Lehrhaus aussieht Die Zwil 
lingslöwen des großen Ari füllen einen blauen 
Bogen über einem Springbrunnen, der sich aus 
dem Taufbecken einer vergessenen byzantini- 
schen Kirche erhebt. Ein Maler hat sein eigenes 
Amphitheater in die Ruinen einer Karawanserei 
gebaut. Eine Bildhauerin hat ihre Werke in das 



Allen Anfragen bitten wir 
Rückporto beizulegen 



K 



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da, 



»9 



im Fluge* erlebt 



er vier von ihnen, sich bei ihm im Büro zu inv,*- , ♦c* c ^ oi^o, 

den. Sie kamen mit klopfendem Herzen, denn ^^' ^If^^^' ^^.^^^ ^.°^ Salomon, in Saale^. Salcj- 

sie daditen, es handelte sidi um eine Straf- "^°!^' Romancier, Film-Autor, Lektor bei Rowohlt 

w- u u i u r>i * 4 u und jetzt Verfasser des bestseller „Der Fraae- 

aktion, aber er bot ihnen Platz an sagte ihnen, u « ^^^locuci „l^x=i nayc 

daß die Juden die einzigen zivilisierten Leute ^ 

wären, die er in der Hölle der Sahara getroffen ^^ „Frageboaen" erzählt er über Techow: 

habe. „Ich glaube, daß die Juden zu den besten «Wahrend des sonenannten ,Stennes-Putsches", 

und begabtesten Völkern der Welt gehören", der Meuterei der Berliner SA gegen Goebbels, 

stelke er fest und dann sprach er mit großer *raf Techow im Gebäude in der Hedemannstraße, 

I^pU^ttic von jüdischer Geschrchte und jüdisdier ^^ «ich der ganze Krach abspielte, mit Goeb- 

Religion. bcls zusanimo^ und haute ihm eine Ohrfeige 

Jene Gespräche wurden an vielen Abenden herunter milT den Worten: .Wegen Euch 



'on jüdischer Geschrchte und jüdisdier Y°, *^* ^^^ ganze Krach abspielte, mit Goeb 

Von unserem Sonderkorrespondenten Günther Lucas 

T j X • XT ... r.. ., ., , . ^ -r 1 j r- i»u u- A fortaesetzt Aber für die iüdischen Soldaten Schweinehunden haben wir Rathenau nicht er- 

In der viermotorigen „North-Star"-Maschine anderen Teilen des Commonwealth. Hier und iortges>e^t. Aoer lur aie juaiscnen :>oiaaien ^ ,. pj verschwand Pr - WiP wir iPlrt 

der Transkanadisdien Luftfahrtgesellsdiaft wird da wird aber hinterher audi sdion das Lied „O ^^'^^ Tessier immer geheimnisvoller. Eines ^^^^"^"l In d^P Fremd^n^Painn ^ 

ein Blatt herumgereicht: „Captain's Bulletin" du mein Kanada" gespielt Vielleicht gibt es spä- Abends, als sie wieder beisammensaßen, wurde wissen^ i n Qie Fremdenlegio n. 

steht mit großen Lettern darüber. Die Passagiere ter einmal an Stelle des Nationalismus einen ^^^ Unterhaltung unterbrodien. Ein neuer Rekrut 

können sich mit einem Blick überzeugen, wie „Kontinentalismus" als Bewußtsein der Zusam- meldete sich beim Adjutanten. 

hoch und sdinell der silberne Riesenvogel fliegt mengehörigkeit gefördert durch die Möglidikei- „Legionaire Rathenau, mon adjudent-chef", sa- 

welches das nächste Ziel ist und wie das Wetter ten, die ein Land wirtschaftlich jedem einzelnen lutierte der Neuankömmling. 

dort sein wird. Acht Journalisten sind auf dem bietet Kanada scheint nicht weit von einem Tessier sprang von seinem Stuhl auf. „Ra- 



thenau, sagten Sie? Sind Sie etwa mit Walter 




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LXXI Ernst Cohn-Wiener' Forscher, Historiker und Lehrer bildender Kunst 



Wege nach Kanada. „Nächste Station Keflavik solchen Kontinentalismus zu sein. 
(Island)", sagt das Bulletin. Vor drei Stunden 
noch in London, hat die „North Star" soeben die 

r.^pn^%'rlt J/i'^K^-^?-, ^^^ sdiottisdien Flug- Kanada, das drittgrößte Land der Welt nimmt 

.n^ pr^Ln^n 9^^sg°7 ^^,^ f ^t"' "™ ^^^ fast einen halben Erdteil ein und ist mit 3 Mil- 

zu?d winqen ^"'^°'" ^'""^^^ ^^"^ Gesamtflädie größer als ganz Europa. 

^^ * ^ Man stelle sich vor: die Strecke St. Johns (At- 

lantikküste)-Amsterdam ist kürzer als die Ent- 
Europäer, die Kanada zum erstenmal besuchen, fernung zwischen der gleichen Stadt und Van- 
begegnen im Gespräch mit Einwohnern aller couver an der kanadischen Pazifikküste. Trotz- 
Schichten einer neuen Art von Nationalgefühl, dem entspridit die Bevölkerungszahl nur einem ^^® Einleitung zu seiner »Jüdischen Kunst, nommen und dabei wichtige Baudenkmäler des 
für das es keine von der Alten Welt her ge- Viertel derjenigen der deutschen Bundesrepublik. ^^^^ Geschichte von den Anfängen bis zur Ge- Islams entdeckt hatte, war Kunstschriftsteller 
wohnten Maßstäbe gibt. Es ist ein alle verbin- Das ist in jedem Erdkundebuch nachzulesen; aber genwart" (Martin Wasservogel-Verlag, Berlin und Dozent lür Kunstgeschichte zugleich. Wahr- 
dendes Bewußtsein von den Möglichkeiten, die zu erfassen ist das an Ort und Stelle am besten ^^'^^) 9^^^ ^^^ Grundfrage: Gibt es eine jüdische scheinlich lag seine wesentliche Stärke im An- 
das Land jedem bietet, sofern er guten Willens aus der Vogelperspektive. Die Städte Montreal Kunst? Dieses schöne Buch von Dr. Ernst Cohn- leiten und Lehren. Mit ihm ist die Entwicklung 
ist, etwas aus seinem Leben zu machen. Es und Toronto sind ungefähr so weit voneinander Wiener umfaßt den gewaltigen Zeitraum von der ehemaligen „Humboldt-Hochschule" in Berlin, 
äußert sich in kaum verhehltem Stolz, wenn z. B. entfernt wie Düsseldorf und Hamburg. Sie liegen ^^^ Nomadenzeit Israels bis zu Erich Mendels- der ersten deutschen Volkshochschule, deren- 
der Liftboy eines großen Hotels feststellt, daß im dichtest besiedelten Südostteil des Landes. Der ^°^"' Liebermann und Ury und Marc Chagall Lehrkörper er jahrelang — vor 1933 — vorstand, 
„unser Land alles, aber auch alles hat", wenn Fluggast sieht selbst auf dieser Strecke nur wei- "'^^ ^^*^ ausgestattet mit vielen guten Repro- eng verbunden gewesen. Tausenden wißbegieri- 
selbst der Schubputzer genau weiß, daß die tes hügeliges Land mit vielen kleinen Seen und duktionen. gen Menschen aller Kategorien hat er, der eine 
Transkanadische Luftfahrtgeseilschaft jetzt „so- Flußarmen des St. Lorenzstromes, aber wenig über die ältere jüdisdie Kunst so meint der besondere Begabung für volkstümliches, aber 
gat" einen deutschen Flughafen anfliegt. In der Ansiedlungen. Der St Lorenz ist eine Lebens- Autor sei fast nur von Nichtiuden geschrieben fundiertes und nie trodcenes Dozieren besaß, das 
iTr^t^rK^if .^;* A .-._. ... ^ ,......-.. _ ' ja Sehen von Werken der bildenden Kunst bei- 



u^lfI?!^l^^,^^_:^^L^^^^^°5^9^^ geistiger Berufe ader des kanadischen Verkehrs. Seegängige worden; offenbar sdiätzten wir unsere religiöse 

weit höher als un- 
c ivLiiioiiv.x*ov..xv. ^..v» v,...t..änden jüdische Kunst , ,, . _, j. ,-. j. r , - , . 

sidi als Illegitim, hödistens als geduldet Aber ^^" "^r°" ^'"^^^^ ^"^* Studien ahrten durdi 



kommt noch ein anderes Moment' zum Vorsdiein: Schiffe fahren flußaufwärts über Montreal und und "g'eistTär Vergangenheit '^^^^ gebracht und ihnen viel Verständnis für diese 

Es ist die Überzeugung von einer großen Auf- Toronto, werden in Kanäle geschleust und kön- sere künstlerische und empfänden jüdische Kunst ^^nstgattung vermittelt. Seine Vorlesungen wur- 



trotz der Tatsache, daß sidi die Synagoge vom Deutsdiland, andere europaisdie Länder, nadi 

griediisdien Tempel und von der mittelalterli- dem Orient zuletzt nadi Gnedienland. Dr. Cohn- 

dten Kirdie durdi ihre „kategorisdie Bildlosig- UnXnrh'^vfr^^^^r.f? "^ t^^T ^% ^^"^ ^^?- 

.. 11 1 ,. ^ "^ • ,• .^ Umbruch viel Kraft und Zeit der „Freien Judi- 



gabe, die Kanada als selbständiges und wirf- nen so Detroit und selbst Chikago (USA) er 

schaftlich starkes Land im Hinblick auf die Siehe- reichen. 

rung des Weltfriedens hat. Diese Überzeugung * 

ist keineswegs vereinzelt. In diesem Zusammen- 

^^^1 ^^A^ immer wieder der Name des kana- Die mehr als einstündige Fahrt durdi die vor- k^^jt- untersdieide, habe es immer eine jüdisdie --—- -- -^-^ ' . 

disdien Außenministers Lester Pearson. des jetzi- nehmen Wohnviertel von Montreal. Toronto und k'.inst aeaeben Israels Phantasie war nicht ^"^^^ Volkshochschule" in Berlin und war auch 

..n Pr;iciH..t.. H..TTKTr.w.n,, ^„, „_.._._.._. .._._„ ,. ., Kuu gy • . lern intellektuell und see- ^" ^^^^'■^^J^disdien Gremien ein oft und gern 

;ie trotzdem in der Atmo- gesehener Sp.ed.er. 

, ,..„,,,, . 'on snhäre des Unbewußten, wie jede Phantasie, -r i * • _i r. i , ... - 

gesprochen, laßt er sehr deutlich merken, daß den Erfolgen und Verdiensten der Bewohner die- „„h suchte immer wieder Ausweqe" Und Cohn- -Turkestanisdie Baudenkmaler', „Asia" und 

sein Land eben Kanada ist und nidit die USA ser oder jener Villa. Es gibt drüben keine Stan- wiener kommt zu dem Sdiluß, daß audi der "^^V^^^l^"^^^,^^^^ des Ostens" sowie die „Stil- 

sind. desUnterschiede. Im „Royal York", dem vor- i'^jisdie Mensch immer den bildnerisdien Aus- g^sdiidite bleiben lebendige Zeugen seiner 

♦ nehmsten Hotel Torontos (es soll mit 27 Stodc- i^^^k für seine Gedankenwelt gefunden hat und h ^^^'?^'' Forschungen. Studien und Reisen 
Daß sidi Kanada nach wie vor der englisdien werken und 3000 Betten das größte des briti- ^^ß es in diesem Sinn eine jüdisdie Kunst gibt. ^'^\'^ Europa und insbesondere durdi Asien. 
Krone verbunden fühlt, wird bei allen als selbst- sehen Empire sein), ist die Atmosphäre zwanglos Allerdings habe sie nie die Tiefen der Bekennt- ^^^^ .^.^^9^^ ^^' Cohn-Wiener, der nach mehr 
verständlich angenommen. Im „Maple Leaf Gar- "^^^ keineswegs gedämpft, wie man es in euro- ^^^^^ erreicht, die Israel in Lehre und Diditung ^'^ 25jahriger erfolgreicher und anerkannter 
den", dem größten Eisstadion Torontos, erheben päisdien Hotels des gleichen Standards anzutref- geformt hat' Aber sie begleite den ganzen Wirksamkeit im Kunst- und Kulturleben Deutsch- 
sich 30 000 Kanadier, nleich welcher nationalen ^^"^ pflegt. Die Gäste, die die eichengetäfelte Qrhiricsalswea der Nation. Israel ist nadi Cohn- ^^"^^ ^" ^^^ Ausgeschalteten und Ausgestoße- 



gen Präsidenten der UNO-Vollversammlung. Das Ottawa gehört zum festen Bestandteil einer sinnlich gerichtet s"ondG 
alles konnte zu Vergleichen mit den USA veran- „Sight-seeing-tour" (Stadtrundfahrt). Der Chauf- k^Hi aber tätig war si( 
lassen. Wird der Kanadier aber daraufhin an- feur erzählt dabei mit fast liebevollem Eifer von c.hii'ro dt^'^. Unbewußt« 



Herkunft, beim Ertönen der englischen National- Halle bevölkern, scheinen keiner exklusiven so- 
hymne von ihren Plätzen wie in England oder zielen Schidit anzugehören. Da steht der einfach 

gekleidete Angestellte neben dem Offizier, der 
Mann im großkarierten, robusten Lumberjacket 
neben dem befrackten Teilnehmer einer der zahl- 
reichen Hotel-Parties. Der im Lumberjacket ist 
Autosdiweißer, verdient monatlich 300 Dollar 



IcUiifm 



Schicksalsweg der Nation. Israel ist nadi .... ,. , , 

Wieners Auffassung eher ein denkendes als ein ^^^ gehorte, einem Ruf nadi Indien: als Leiter 
aestaltendes Volk, das literarisch stärker begabt ^^^" Gemalaegalerie in Baroda, der Hauptstadt 
war als künstlerisdi. Aber, so sdilioßt er, es sind ^^^ gleidinamigen Fürstenstaates. Sidierlidi war 
^*^ l^j^j diese ehrenvolle Berufung in die Ferne Beweis 

auch für das Ansehen, dessen er sich in der 

Welt des Orients erfreuen durfte. In diesem sei- 

Der erfahrene und weitgereiste Kunstforscher nem, ihm zwar nicht ganz unbekannten Land 



newöhnlich die tiefsten Dinge, die sich ni( 
nach außen wenden". 



er 



^^. , T^^i^B (^^^ ^^'^^ ""^ besitzt natürlich einen Wagen, und Kunsthistoriker Cohn-Wiener. der sdion des Exils ist Ernst Cohn-Wiener gestorben. Seine 

^leOCr kosfl^^ (Jeder dritte Kanadier ist Autofahrer.) Er nimmt 1924/25 mit Unterstützung der „Notgemeinsdiaft Wiege hatte einst in Bromberg gestanden, wo 

'Ich an einer Tagung seines Fachverbandes im „Royal der deutschen Wissenschaft" eine Forsdiungs- er vor 70 Jahren, am 25. Dezember 1882, ge- 

York^-Hotel in Toronto teil. " fahrt durch Turkestan und Teile Chinas unter- boren war. Dr. E. G. Lowenthal 



9. Januar 1953 



ALLGEMEINE 



VII/40 — Seite 5 



Musischer Jurist 

deutsch-jüdischer Prägung 

Glückwunsch zu Jacob Picards 70. Geburtstag / Von Dr. E. Löwenthal (London/Hamburg) 



vor allem der ,C.-V.-Zeitung (Allgemeine Zei- Tür, für den Weg in eine bessere Zukunft aus 

tunq des Judentums)", später, nach 1933, audi allen Nöten der Vergangenheit heraus. H. Elkes 

der Monatsschrift „Der Morgen" sowie der ,Jü- vom Lagerkomitee und H. Kloß, der Leiter des 

dischen Rundschau". Heimes, dankten allen Rednern. 

Wie tief deutsches und jüdisdies Erbe in Im zweiten Teil der Feier zeigten Mäddien im 

Picard wurzeln, spricht immer wieder aus dem, Alter von fünf bis 15 Jahren eine Anzahl Tänze 

vj>uvi^*Tt.u3«^ — — '• --. was er geschrieben hat und schreibt. Früh hatte nach den Melodien von Haydn, Ravel, Katscha- 

. .» .., ,, , r-^ ,,u x«Tr, Aiitnr Hpr Biooiaphie er Zugang zu kulturell interessierten deutschen turian, Strauß, Verdi und Delibes, die von Frau 
Es mögen wohl 14 Jahre vergangen sein, seit- zahlt, dessen Gestalt dem Autor der Biogiap ^^^ j^disdien Menschenkreisea, einerseits die Winninger sorgsam einstudiert waren. In kür- 
dem idi ihn zuletzt sah und sprach Das war m nunmehr wie<ler lebendig A^^^"^^^" ,\^^.,. . _„ freundschaftliche Verbindung zu den zeitgenössi- zester Zeit hatte sie die Tänze mit den Kindern 
Berlin, unser beider zeitweiliger Wahlheimat. j^cob Picard hat, bevor er ausschiiemicn zu ^^^^ deutschen Diditern um Bodense« und Rhein eingeübt, die die Anwesenden immer wieder zu 
Aber Jacob Picards straff-sportliciie äußere bx- ^en Rechtswissenschaften hinüberwechselte, Uer- ^^^ andererseits und parallel die geistige Be- begeistertem Beifall hinrissen. Sie selbst bewies 
Bcheinung. sein ausgesprochen guter Kopf, sein „i^nistik und Geschichte studiert, in Münciien Ziehung zu Persönlichkeiten wie Franz Rosen- durch den Vortrag einiger Gedichte von Rilke 
Uef künstlerisches Wesen, seine sympatüisdie ^^^ Berlin, und in Heidelberg den Dr. iur. er- zweig, Eduard Strauß, Martin Buber und Leo ihre starke Ausdrucksfähigkeit. Die schönen 
oberdeutsche Sprache sein Temperament, aie ^^^.^^^^ ^^^ viermonatigem Kriegsdienst ließ ßaeck. Schon vor 1933 hatte Jacob Picard jüdi- Kostüme waren in den Kursen der Ort-Werk- 
Schattierung seiner Stimrnungen ^ind mir m . , " , Anwalt nieder zunächst in Konstanz sehe Geschichten aus einem Jahrhundert: .Der statten angefertigt. 

bester Erinnerung. Und auch die markante, (ha- ^' ^'"^.^^^^^^^ Svndikus des Gezeichnete" begonnen. Als sie 1936 erschienen, Im Anschluß an die Feier fand eine Besieh- 
raktervolle Handschrift dieses Mannes, der zeit ^nd 1925 in Köln, ^o ^^^^^^^ff^^Xr^^^^^^ fanden sie im jüdischen Bereich und darüber hm- tigunq der neuen Schule, in der zur Zeit 120 
seines Lebens gesonnen, gedichtet und gesA e- "SAu^verbandes de^^^^^^^ ._ beträchtiiche Beachtung, auch wegen ihrer Kinder unterrichtet werden, und des Kinder- 
ben hat und darm -JJ^ben seinem Anwalts- ^eit seine frühen Stude^^ hat ^ P _ ^^^^^^^^^^^^ Qualität. Diese in deutscher Novel- qartens statt. 

beruf - seine eigentlKhe ^^^"1^^^ J^nHcH^rm fi^inn^n" tiq2ol Ir^^luna^^^^^ ^nd lenform geschriebenen Erzählungen halten das Wenn wir auch wünschen, daß das Lager 

gißt man auch nicht; ich habe seine Handsduift temngen (1^^^ w^rfe er^ Mit^be fer ^^ Dasein süddeutscher Landjuden in ihrem fried- Föhrenwald nicht von Dauer sein möge, son- 

in manchen seiner Manuskripte zu studieren Ge- Kunstkritiker^ bo wurde ^^^i^^^^^^'^' z^,^^^^ u^^n Zusammenleben mit ihrer christlichen Um- dem daß sich seinen Menschen Wege zu einer 

lecienheit gehabt und sie mir außerdem in Brie- ^eutsAer Zeitungen der „Frankfuxte Zeitu g ^ ^^^ ^^^ Vermdä- sinnvollen Emigration, oder zu einer normalen 

fen bewahrt. In für Deutschlands J^den schon f^^^^ ''Polnischen Zeitung^^to t'Z deutschen Judentums, sozusagen ein histo- Eingliederung in das Leben ihres Aufenthalts- 

W?nU*-"un^:r^\V7nw^ ab^r au^jüciuSerZeitllf^^^^^^ risches Dokument dar. ^^ landes öffnen mögen, so muß allen beteiligten 



bescheidenen Stolzes und voll von der Verbun- 
denheit seiner Ahnen mit dem alemannischen, 
auch in die Schweiz hineinragenden Raums. Ge- 
meinsam be-suchten wir 1938 den alten, roman- 
tischen jüdischen Friedhof an den Berghängen 
des kleinen Bodenseestädtchens und ließen die 
Geschichte einer frommen jüdischen Familie an 
uns vorüberziehen. 



„Heim der offenen Tür" 

Einweihung eines neuen Hauses im Lagei Föhrenwald 



staatlichen und jüdischen Orgaxiisationen doch 
der Dank dafür ausgesprochen werden, daß der 
Jugend dieses Lagers die Möglichkeit zu Spiel, 
Sport und Wissen gegeben wird. 



Jetzt lebt Jacob Picard in New York, wo er 



• _u A«f.«rw T,,^«« i« r>oiitcrhi;»nrt lind HPT Zp«ntralwohlfahrts- Drehbuchautor und Regisseur Ernst Marlsdika 
Eine große Anzahl Gäste hatte «idi^^ntog -^^"^f" ^^^^5^^,^^^^^^ hat einen neuen großen Unterhaltungsfilm fertig- 
Dezember anläßlich der Einweihung des neuen stelle der Juden in Deutschland e.V. uDerDracnte ^ soeben in Wien uraufgeführt wurde. 
..rH in New York wo er «^^^^^ in Föhrenwald eingefunden Dieses Haus Dr. Berthold Simonsohn. Er betonte^das Interesse ^^, p^;^ heißt .Hannerl" und behandelt in humo- 
-i ^ K ♦ ♦ K^K^n soll in erster Linie den Kindern und Jugendhcien ^as auch die zentralen judischen Organisationen ^^5^15^^,. stofflich nicht ganz neuartiger Weise 
am 11. Januar semen 70. ^^^''J}^^-^^^^^ des Lagers dienen; darüber hinaus aber ist es ^^^ ^^^^ j^^^^ in Deutschland an dem Schicksal ^.^ Gesdiichte einer traumhaften Revuegirl- 
kann vermutlich in stiller f^^^^^^f J^^^^^.^^^ als kulturelles Zentrum für das ganze Lager ^^^ .^ ^^^ ^^^^^^^ jüdischen D.P.-Lager fest- Karriere. In der artistischen Ausführung ist der 
und BesmnhAkeit so wie es^^^^^ bestimmt. . gehaltenen Menschen nehmen und gab dem streifen indes ungemein gelungen. Die Haupt- 
pLnnir Z^'spft^ dPs Aüant^ IiTt veraessen ^as neue Haus enthalt folgende Räume: einen 9^ Ausdruck, daß der Name dieses Heims rollen sind mit Hannerl Matz, Paul Hörbiger. 
Freunden diesseits des Aüantik nicht vergessen Kinderhort, Räume für Gymnastik und Sprach- ^^.^ ^ ^^^ ^^^ Haus der offenen Adrienne Gessner und Fritz Imhoff besetzt 
»St. Unterricht, Lesezimmer, Bibliotheksraum u. a. m. «y*" ^ 

Er gehört zu den letzten Juden, die sich aus £,^5 Heim wurde mit Mitteln der norwegisdien TWY ,^^ i^m^-^U^^ ^wi^v^^Wv^v f« f< ^^ 

dem Deutschland des Unterdrückungs- und Ver- Europahilfe des Herrn Thorgensen, unter firan- W 6rTv0116 dl060niSS6 



folgungswahnsinns in die freie Welt zu retten ^ieller Beteiligung bayrischer Stellen, des Joint 
vermochten. Noch Ende 1940 fand er über R\iß- y^^j jes Bayrischen Hilfswerks errichtet. Bauherr 
land, Sibirien, die Mandschurei, Korea und Jap^ ^^j. (j^j. Leiter der Fürsorgeabteilung des Bayri- 



Der Vorstand der ORT-Weltexekutive in Deutschland 



re;nen'''werin'"^d;rvTrTi;i;teäTta"airn: Äu* sAen" HiUs^rkr fürdirTuT* 'dirNlmb"e"rger Der in Genf amtierende Präsident der World einen überaus positiven Eindru* von d^em vor- 
dort hat er neben seiner nicht immer leichten Gesetze Betroffenen, Hefter. Das Heim wird sich ORT Union, 



besetze öetroiienen, neuer. i.a» r^ciu. ...^ ...» wxvx uuxu., Dr. Aron Syngalowski. weilte zu handenen Menscheninaterial erhalten. Idi kann 

und nicht immer „gehobenen" Alltagsarbeit noch i„ besonderem Maße der mehr als 350 Jugendlichen einem kurzen informatorischen Besuch in Deutsdi- mit Genugtuung feststellen, ^^JfV. f «^^^ ,^^;- 

genügend Zeit und Muße zu schöngeistigem Tun. ^„^ Binder im Lager annehmen. land. Unser Korespondent hatte Gelegenheit. Dr. Schulen em sehr guter Geist herrscht und daß 

Er ist freier Mitarbeiter der .New Yorker Staats- Die Fete/ ^^^^^ mit einer Anzahl Syngalowski kurz über seine Eindrücke vom Be- die dort lernenden Menschen emube^e^^^^^^ 

Zeitung-, auch jüdischer Zeitschriften, wie der Ansp.aAen Z^ächst^S such der hiesigen ORT-Institutionen zu befragen. Beweis für die hohe Qualität d^r D^«. s^^^^^^ 

.Menorah Journal", des „Commentary-, des stalSferunrNani^^^ die Er- Wiederholt habe die Frage der Liquidierung Unsere Zeugmsse A^^^^ß^^^if „^usjand emen 

Jacob Picard sagt von siA selbst, daß er nur unc^ den guten W^^^^^aUer bayrisAen Staat^^ aber vc^n der Wkhtigk^^^ Weiterbestandes ginnen. Um den arbeitsfähigen jungen Menschen 

gestalten kann, was er selbst erlebt hat. Auf stellen, das Los der Heimatlosen "^d^rn und ^^^^^J^^^^^^^^Jsen. Obwohl er beträchtliche auch weiterhin eine gediegene Fachausbildung 

dieser Grundlage ist auch die große Arbeit sei- bessern zu helfen. Gute Wunsdie ^berbraA en "^^^.^^f ^^^^^^^ Weiterentwicklung sieht, zu vermitteln, müßten Spezialfonds geschaffen 

ner letzten Jahre entstanden, die demnächst im auch der Leiter der Norwegischen Europah Ife ^*!^l^^\f ^f ^^ ^11 gerade derzeit die aller- werden, zumal über die vorhandenen offensicht- 

Druck erscheinen soll: die umfangreiche Biogra- Thorgasen, der in hohem Maße zur Entstehung "^f^^^^^j^^^^^g'^^t^^^^^ "^ lieh irrige Meinungen herrschen.- 

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12. 


1. Die Entführung aus dem 

Serail 20.00 Uhr 


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1. Die Liebe der Danae 19.50 Uhr 



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9. 1. Remda Albas Haos 19.30 Uhr 

10. 1. Die verlorenen SAuhe 19.30 Uhr 

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12. 1. Die Liebe der vier 

Obersten 19.30 Uhr 

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und Menschenfeind 19.30 Uhr 



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10. 


1. Rose Bernd 19.30 Uhr 


11. 


1. Maria Stuart 19.30 Uhr 


12. 


1. Julius Caiar 19.30 Uhr 


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1. Rose Bernd 19.30 Uhr 



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Seite 6 - VII/4Ü 



ALLGKMEIINE 



9. Januar 1953 



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Jakob Picard 70 Jahre 



Der Schutiverband doutsdier Schriftsteller 
war bis 1933 in Cuiiie einqotoilt; er leistete frei- 
lich damit der n^chhongen politischen Gaueinlei- 
lunq keinen Vorschub. Der Gau Köln-Mittelrhein 
durfte sich der steten Hilfe eines ehrenamtlichen 
Justitiars rühmen; es war Jakob Picard aus 
Wangen am Bodensee. Wangen, das Dorf, m dem 
heut noch hochbetagt der Dramatiker Ernst Bac- 
meister lebt, war damals von eigentümlichem 
Wuchs; dort saßen nämlich seit Jahrhunderlen 
arkeibautreibcnde Juden, und noch Jakob 
Picards Vater ist hinter dem Pflug gegangen. 
Die Sohne freilich wandten sich von der Land- 
wirtschaft ab, und dieser eine, den der erste 
Weltkrieg der Familie ließ, wurde Jurist. Aber 
das war für ihn selber in etwa nur ein Neben- 
beruf; denn er schrieb Gedichte. 

Daß der erste Weltkrieg den Mann den Sei- 
nen zurückgab, bedeutet nicht, daß er daheim- 
qebliebcn wäre. Er zog mit seinen Brüdern als 
Kriegsfreiwilliger in einem badischen Infanterie- 
reginient an die Front, erwarb schon Anfang 1915 
das Eiserne Kreuz (was damals nodi selten war), 
und führte zuletzt die Maschinengewehrkompa- 
nie seines Regiments; jeder, der Infanterist war, 
weiß, was das bedeutet ... 

Damals waren schon Gedichte von ihm erschie- 
nen; er war Gefallenen wie Stadler und Trakl 
brüderlich verwandt, aber ein oberrheinisches 
Erbgut saß als ein tiefer Drang zur Plastik in 
ihm, und eigentlich war jedes seiner Gedichte — 
wohl auch dieser Vergleich hinkt — eine Statue. 
Es schimmerte vom Glanz der Bodensee-Heimat 
etwas in jedem dieser Verse, die Nachbarschaft 
zu Reichenau, zu St. Gallen und anderen alten 
Kulturstätten; Ndtur und Kultur woben sich in 
diesen Versen ineinancfer. 

Als der Nationalsozialismus kam, blieb Picard 
zunächst in Deutschland; es war sein Land, seine 
Heimat! Er hatte nicht im Sinn, sie zu verlassen. 
Und zu der Geschichte dieser Jahre gehört es, 



daß manches sich erst langsam ankündigte, was 
dann jählings als Sturzflut hereinbr<ich. So ge- 
lang es den Freunden des Dichters zunächst, 
seinen Ausschluß aus der Reichsschrifttumskam- 
mer zu verhindern; selbst deren Präsident war 
damals noch nicht gesonnen, einen Frontsoldaten 
zu diffamieren. Aber bei weiteren Bemühungen 
fiel uns Picard selber in den Arm, der dann ge- 
nauer sah, wie die Dinge laufen würden; in einer 
abenteuerlichen Flucht über Rußland und Japan 
gelang es ihm, nach Amerika hinuberznkommen. 
Und dort, in New York, lebte er in einer lauten 
Straße in schmerzlicher Einsamkeit, das Land 
der Deutschen mit der Seele suchend. Stefan 
Andres hat ihn jüngst besucht und von dieser 
Begegnung erzählt, daß Picard „sein Herz dem 
Haß verschlossen hat"; denken wir daran, wie 
uneigenniitzig er seinen Kameraden von der 
Feder geholfen hat, denken wir daran, daß seine 
Verse zu denen gehören, die man in die Hand 
nehmen und gleichsam von allen Seiten betrach- 
ten kann, denken wir daran, daß sein Schicksdl 
ein Gleichnis ist für viele andere; will dieser 
Mann auch nidit bedauert werden, so bleibt es 
doch uns zu sagen, daß uns sein Sdiicksal dauert. 

O. B. 



Kennen Sie Rene Clairmont? 

All zweite Uraufführung in dieser Spiel/eit bracht« 
die .jung« biihne/kassel* ein Kriminallustspiel .Kennen 
Sie Ren« Clairmont?'. Der Vetfdssor Horst Schäfer vom 
Jahryang 1930 duilte einer der juugslfii Buhnenschrift- 
»lellcr »ein. Sein .Luatspiel' hat er nicht aus jugendlich 
drängenden und überzeichneten Unlustcjefühlen geschrie- 
ben. Er kennt ollenbar keinen Stachel, gegen den er 
löciien könnte. Den hübschen Einfall von den jungen 
Mannern, die vor ihre angebeteten Ballbekanntschaften 
al« verfcjlgte schwere Jungen hintrcten. behängt er zwar 
mit Satire über die (wie er meint) scheinbaie Redlichkeit 
arrivierter .bürgerlicher* Standcspersonen. Aber im 
Grunde dienen diese Spollreden nur zur Auspolsterung 
des harmlosen Unterhaltungstheaters, das an manchen 
Stellen der sieben (!) Bilder etwas dürr ist. 

Schäfer, der sein eigener Spielleiter war, steht «udi 
als Darsteller in Priesileys .Ein Inspektor kommt' auf 
der Buhne. (Man merkt, woher der Wind und die Lust 
zur Variation kam ) Priestleys Schauspiel ist das Erfolgs- 
stuck des kleinen Ensembles, mit dem es schon seit zwei 
Jahren (!) in vielen Vorstellungen für Schulklassen und 
Cewerkschaftsmitglieder, für Angehörige der Justizver- 
waltung im Schwurqeriditssaal eines Landgerichts und 
im — rrd\ienzuchthdus besonders überzeugt und gewinnt. 
Ebenso erfreulich, wenn auch weniger in die Breit« 
wirkend, ist die dialektisch und szenisch sichere Wieder- 
gabe des Traumspiels .Don Juan in der Hölle' aus 
Shaws Schauspiel .Mensch und Übermensch', mit Sonja 
Buckstiegel als hervorragender Donna Anna und Walter 
Krausbauer als Komtur. W. S. 



Die erste Mles-van-der-Rohe-Ausstellung seit der 
Emigration des Architekten und letzten Leiters des 
Desöduer Bauhauses 1936 in die USA wurde im 
Berliner Amerika-Haus eröffnet. 



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^ v^^ Jakob Picard 70 Jahre 



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^fc^^Der Schutrverband deutscher Sdiriftsteller daß mandies sich erst langsam ankündigte, wa 

* war bis 1933 in Gaue eingetÄJlt; er leistete frei- dann jählings dls Stui-ztlut herembrddi. So gi 

lieh damit der n-achherigen politischen Gaucintei- lang es den Freunden des Dichters zunächst, 

lung keinen Vorschub. Der Gau Köln-Mittelrhein seinen Ausschluß aus der Reichsschnfttuniskam- 

durfte sich der steten Hilfe eines ehrenamtlichen mer zu verhindern; selbst denui Präsident war 

Justitiars rühmen; es war Jakob Picard aus damals noch nicht gesonnen, einen Fronlsolddlen 

Wangen am Bodensee. Wangen, das Dorf, m dem zu diffamieren. Aber bei weiteren Bemühungen 

heut noch hochbetagt der Dramatiker Ernst Bac- fiel uns Picard selber in den Arm, der dann ge- 

meister lebt, war damals von eigentümlichem nauer sah, wie die Dinge laufen wüiden; in einer 

Wuchs; dort saßen nämlich seit Jahrhunderten abenteuerlichen Flucht über Rußland und Japan 

ackerbautreibende Juden, und noch Jakob gelang es ihm, nach Amerika hinuberzukomnK u. 

Picards Vater ist hinter dem Pflug gegangen. Und dort, in New York, lebte er in einer lauten 

Die Söhne freilich wandten sich von der Land- Straße in schmerzlicher Einsamkeit, das Land 

Wirtschaft ab, und dieser eine, den der erste der Deutschen mit der Seele suchend. Stefan 

Weltkrieg der Familie ließ, wurde Jurist. Aber Andres hat ihn jüngst besucht und von diese r 

das war für ihn selber in etwa nur ein Neben- Begeqnung erzählt, daß Picard „sein Herz dem 



Mahlers „Dritte" in Düsseldorf 



Ist der Künstler vogelfrei? 

Ist der Kunstler vogolfrei? fragte man im Kölner 
.Mittwodisgcsprach". Der aktuelle Anlaß wär von den 
augenblidclichen Arbeitern zur N»Hifdssiing des Ur- 
heberschutzgesetzes gegeben und die Antwort, formu- 
liert in einer äußerst lebendigen Diskussion mit Wer- 
ner Schulz, Berlin, dem Generaldirektor der GEMA, 
war bei allem guten Willon der vielen Beteilgten, 
objektiv und sachlich die Unwagbarkeit des kunstleri- 
sehen Einfalls und des schöpferischen Geiites in Ein- 
künfte zur Bestreitung dos Lobensunterhaltes tu über- 
setzen, recht pessimistisch: Macenas ist tot, und was 
der gute Wille und das Kunstverständnis emes ein- 
zelnen, wenn auch nur für einige Auserwahlte und 
nicht für die Allgemeinheit der Kunstschaffenden, tat. 
läßt sich in der Allgemeingultigkeit von Gesetren nur 
schwer verankern, über den Anteil, der dem lebenden 
Künstler aus seinen Werken zusteht, müssen nach An- 
sicht der .Betroffenen" aus den verschiedenen Lagern, 
die Meinungen neu gebildet werden. Das Wie blieb — 
naturlich — strittig und wurde von den Fachleuten — 
es waren mehr anwesend, a!» wegen der besduankten 
Zeit zu Wort kommen konnten — «mdringlich abge- 
handelt. ^*' 



Gustav Mahlers künstlerische Leistung ist nicht 
leicht lu fassen und wird heute noch vielfach um- 
stritten. Gerade in der fast zweistündigen, scchssätzi- 
gen dritten Sinfonie, die Nietzsches Zarathustra. des 
Knaben Wunderhorn, Sologesang und Chore aufbietet, 
sind ganze Kataloge von fremden Anklangen ausfin- 
dig gemacht worden: Sommers Einmarsdi mit ..Ich 
hab' mich ergeben", dann ..Venczia e Napoli" (oder 
war's eine andere Lisztparaphrase) quasi als deutsches 
Volkslied von der fernen Trompete geblasen, usw. 
Diese weitgehend unkritische Versponnenheit ist 
bei Mahler jedodi nur der Anfang und Ansatz. Irgend- 
wann einmal macht seltsamerweise die Musik wie 
von selbst nicht mehr mit. Sie schlägt in eine Disso- 
nanz um und fragt: Was nun weiter? 

Damit aber ist die echteste Romantikerfrage auf- 
geworfen. Es ist die Fr.iqe des Fremdlings nadi dem 
Weg 7uruck in eine musikalische Heimat — zu der 
wohl Mozart und Scluibert ebenso gehören wie irgend- 
ein einfddies Lied. Mahlers Gedanken kreisen nun 
in gigantisdien l'mweiien um den ersehnten Mittel- 
punkt des reinen Dreiklcings. Sie verfangen sid» in 
Akkorddickichten und lassen doch den Zentralklang 
nicht aus den Augen. Das ergibt dann don Stil. d#'n 
Mahler in den spaten großen Liedzyklen am zwingend- 
sten geprägt hat. 

Schon im zweiten, vierten und letzten Satz der 3- 
Sinfonie läßt sidi das auf gar keine Weise überhören. 
Fraglich ist. ob das Publikum die offensichtlichen 
Schwächen anderer Partien mit In Kauf nehmen mag. 
Auf jeden Fall aber erlebte man hier, was es heißt, 
wenn Werk- und Wiedergabestil einander völlig 
decken. Eugen Szenkars Art. den großen Ausdruck 
herauszufordern und sein Orchester daraufhin grund- 
legend zu bilden, wirkt anderweit manchmal wie ein? 
(wenn sdion meist vertretbare) maßstäbliche Vergrö- 
ßerung. Hier bei Mahler ist li« in d«r Partitur «xakt 
vorgeschrieben. Mehr noch, die scheinbar maßlosen 



Einzelheiten tun sich zu einem Ganzen zusammen, 
das sein eigenes und eigenartiges Maß hat. Aus wi- 
dersprüchlichen, vor Mahler nicht dagewesenen Instru- 
mentenkombinationen, aus der Nutzung extremer 
Klanglagen bei den Bläsern und der Überbetonung des 
Streicherspiels erwachsen hier Kontrapunktlinien von 
wundervoller Sanglichkeit. Ein Menuett, dessen Satz- 
struktur nach nichts aussähe, offenbart seine farben- 
reiche Idyllik. Uird der Weg. auf welchem die Schluß- 
melodie bis zur Überhöhung des Trompetenchorals 
fortschreitet, ist in seinen sämtlichen Stationen ver- 
folgbar. 

Bei aller Kraft, die es teils zu entfalten, teils zu 
beherrschen galt, musizierte das Düsseldorfer Städti- 
sche Orchester unter Szenkar mit vollendeter Bild- 
schärfe. Auch wenn Mahler uns die Instrumente von 
ganz neuen und für den Spieler höchst unbequemen 
Seiten her kennen lehrt, war der Klang meistens 
makellos, charakterisiert und, wie gesagt, besonders 
bestrickend im Gesanglichen. Leider war das bei 
Marion Matthäus' Altsolo, was Farbe und Tragweite 
des Melos anbetraf, nicht der Fall. Dafür hielten der 
Frauenchor des Städtisctien Musikvereins (Einstudie- 
rung Reinhardt Zilcher) und der Knabenchor des Hum- 
boldfgymnasiums (Einstudicrung Helmut Rosendahl) 
in allen Stücken das hohe Niveau des Abends, der 
unter lange fortdauerndem Beifall sein Ende fand. 

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beruf; denn er schrieb Gedichte. 

Daß der erste Weltkrieg den Mann don Sei 
nen zurückgab, bedeutet nicht, daß er daheim- 
geblieben wäre. Er zog mit seinen Brüdern als 



Haß verschlossen hat"; denken wir daran, wir 
uneigennützig er seinen Kameraden von d(M 
Feder geholfen hat, denken wir daran, daß seint> 
Vcrsp zu denen gehören, die man in die Hand 



Kriegsfreiwilliger in einem badisdien Infanterie- nehmen und gleichsam von allen Seiten betrach- 
regiment an die Front, erwarb schon^Xnhmg 191^- ten kann, denken wir daran, daß sein Schicksal 



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das Eiserne Kreuz (wus damals noch selten war), 
und führte zuletzt die Maschinengewehrkompa- 
nie seines Reg^m*n***j«der, der Infanterist war, 
weiß, was da!r»bedQ\rtet ^. •. | 

JlfDamals wa#n scMli Q*«ich<tyon ihm trsciije- 
nen; er war GiPaliencn vrie SUdIrr i^nd T.räkl 
brüderlich verwandt, aber ein ooerrneimischcs 
Erbgut saß als ein tiefer Drang zur Plastik in 
ihm.'und eigentlich war jedes seiner Gedichte — 
wohl auch dieser Vergleich hinkt — eine Statue. 
Es schimmerte vom Glanz der Bodensee-Heimat 
etwas in jedem dieser Verse, die Nachbarschaft 
zu Reichenau, zu St. Gallen und anderen alten 
Kulturstätten; Natur und Kultur woben sich in 
diesen Versen ineinander. 

Als der Nationalsozialismus kam. blieb Picard 
zunächst in Deutschland; es war sein Land, seine 
Heimal! Er hatte nicht im Sinn, sie zu verlassen 
Und zu der Geschichte dieser Jahie gehört es 



ein ''llcichnis ist fiir vitale andere; will dieser 
Mann auch nicJit bedauert werden, so bleibt c^> 
doch uns zu sagen, daß uns sein Schicksal dauert 



Die Hagener LeSebühne unter Dr. Paul Andreas 
bringt im Januar „Die gezkioiberte Jungfrau" von 
W. Altendorf, .Bis zur Neige . • ." von Gerd 
Lüpkp, ,,Brot des Gefangenen" von Helmut Harun, 
Gunter Jannascks .Straßen ohne Häuser" und Ger- 
hard T. Buchholzs ,,Re.ch Gottes auf Erden 

Elisabeth Fllckenschlldt ist von ihrem Gastspiel- 
urlaub in Berlin nach Düseeidorf zurückgekehrt 



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SEITE 5 



SONNTAG, 11. JANUAR 1953 



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Die Kraft der Liebe 

Verzweiflung und Dichtung - Vor 200 Jahren wurde ,, Werthers Lotte" geboren 



„BERLIN S^CHWARZ AUF WEH 

ters Gccrt T u c k e r vi a n n , die (im 15. 



• Bo y^cyint sich eine Ausstcllunrf unseren Mifnrhei- 
lers ufcri i ur ncr in u /» n, ...r- .,," *'• ^onuar in der Galerie von der Becke (Kurfürsten- 
damyn 159} eröffnet wird. Auch diese Skizkt, die eine der Grenzstraßen des westlichen Stadt- 
teils, die Stresemannstraße^ festMält, y^ird dort zu sehen sein. 



Es gibt nicht viele Bücher, die eine ganze 
Welt so erschütterten, wie Goethes „Werther". 
Diese „Leiden des jungen Werther" haben 
nicht nur ihre eigene Generation berauscht, er- 
hoben, in Seligkeit und Verzweiflung gestürzt 
(und auch in den Tod getrieben): sogar die 
Generation unserer Mütter hat noch etwas von 
dem gewaltigen Zauber gespürt, den dieses 
vielgeliebte, aber auch vielgescholtene Werk 
ausströmte: man erinnerte sich wohl noch, zu 
welchen Taten die Leser fähig waren, als dies 
erschütternde Dokument einer reinen Leiden- 
schaft erschien. Man trug nicht nur Kleidung 
ä la Werther, man liebäugelte auch mit dem 
Tod aus verzweifelter Liebe. 

Elementare Leidenschctfl 
Inzwischen haben sich die Zeiten gewandelt. 
Werther ist unmerklich ein wenig in den Hin- 
tergrund getreten — die Hauptfigur ist jeUt 
Lotte. Lotte, die einen solchen Charme, einen 
solchen fraulichen Zauber besaß, daß sie einen 
großen Dichter entflammte, dergestalt, daß es 
vieler Jahre bedurfte, um seiner Seele wieder 
die Ruhe zu geben. Die unsterbliche Leiden- 
schaft Goethes, rein und echt elementar: ihr 
entsprang daa Werk, daa eine einzige Ver- 



l 




kam die Treppe herab 



Jl^f^hlung von Ruth Hoffmann 



Ui- 



i\ 



^flS nach Hause kam, fand sie Catherine In 
"Tincn der Wohnzimmerscssel gerollt wie ein 
frierendes Kätzchen, verloren vor sich hlnstar- 
rend. Ein Buch lag auf der Erde. 

„Catherine", sagte die Tante, „was Ist 
denn?" 

Sic setzte sich auf die Sessellehne und griff 
nach der Jungmädchenhand. 

„Eiskalte Hände hast du, ist dir etwas?" 

„Michael war hier", stieß Catherine hervor, 
und das war daa zweite Mal, daß sie vor den 
Ohion der Tante den Namen aussprach. ,,Es 



Sic 
An 
um 

viel 



stand auf und ging durch das Zimmer. 



herrlichung eines Mädchens ist, der Lotte Buff, 
zweiter Tochter des Dcutschordens-Amtmanns 
Buff zu Wetzlar, die als Neunzehnjährige zehn 
Geschwistern die Mutter ersetzen mußte, dem 
Vater die Hausfrau dazu; die — ohne daß der 
junge am Wetzlarcr Kammergericht arbeitende 
Goethe dies zuerst wußte, bereits verlobt war: 
mit dem damaligen Legationssekretär der kur- 
fürstlich-hannoverschen Gesandtschaft Johann 
Christian Kestner, den sie auch geheiratet hat. 

Wie ein Spiegelbild 
„So viel Einfalt bei so viel Verstand, so viel 
Gii'te bei so viel Festigkeit, und die Ruhe der 
Seele bei dem wahren Leben und der Tätig- 
jteit" _ mit diesen Worten hat er sie im 
„Werther" beschrieben, und man sieht das 
Mädchen sofort vor sich, auch wenn man Kaul- 
bachs berühmtes, aus der Phantasie gemaltes 
Genrebüd nie angeschaut haben sollte. Um- 
ringt von ihren kleinen Geschwistern, teilt 
Ix)tte, eine licbUche jüngere Mutter, sorgsam 
Brot an die kleine Schar aus: ein Anblick, der 
den herzutretenden Goethe bis in seine tiefsten 
Seelengründc anrührt. Hat er doch selber eine 
Mutter, eine verständnisvolle Schwester, weiß 
er doch nur zu gut, daß dieses Urbild mütter- 
lichen Spendens, das ihm da fast wie ein lieb- 
liches Gleichnis entgegentritt, dem gleichen 
Bilde in seiner eigenen Seele wie ein Spiegel- 
bild entspricht. Zum erstenmal vielleicht in 
seinem Leben sieht er nicht nur ein Mädchen, 
kraftvoll-einfach in sich und seiner Güte ru- 
hend, sondern zugleich auch den Rahmen: den 
wärmenden Kreis der Familie — und dies ge- 
rade zieht ihn, den genialisch Unabhängigen, 
mit all seiner süßen Macht gewaltig an. 

des Jung- 



lAEQB PICARD 



Von STKFAN ANDRES 

Jakob Picard lernte Ich In einer 
Kolner Weinschenke kennen, wo 
sich gelegentlich einige Schrift- 
steller trafen. Ich wußte von ihm 
nur. daß er Rechtsanwalt sei 
und Gedichte schreibe, manchmal 
auch eine kurze Geschichte. Daß 
er vom Bcxlensee stammte, das 
verriet .seine Sprechwel.se. Er sah 
ein bißchen wie Ram.ses aus. fand 
ich scherzend, also sehr mager, 
durchgeistigt. temperamentvoll 
und doch zugleich still und ge- 
sammelt. 

Dann kam das Jahr 33. Mit 
Überraschung stellte ich fest, daß 
der Mann, den ich für einen ka- 
tholischen Alemannen gehalten 
hatte, ein gläubiger Jude war; 
und auch: daß der Lyriker, der 
so gerne Verse anderer und auch 
eigene leise vor sich hinsprach, 
im Dreck und Feuer der Fi-ont 
als junger Offizier sich ausge- 
zeichnet hatte. Und ich erfuhr 
weiter, daß einer seiner Brüder 
1914 aus dem Au.sland heim- 
gekehrt war. um für Deutsch- 
land zu kämpfen und zu ster- 
ben. Er las mir die Sonette vor. 
die er .seinen zwei gefallenen 
Brüdern auf die Gräber geschrie- 
ben hatte. Wif alle versicherten 
ihm damals gutgläubig, wie wir 
waren, daß die trüben Wellen 
des Antisemitismus Leute seiner 
Art niemals erreichten, dafür lebe 
man ja. das war unsere Beweis- 
führung, in Deutschland und 
nicht in Polen oder sonstwo. 

Aber dann kam die Stunde, 
daß ich in Berlin Abschied von 
ihm nahm. Indes — nicht er 
war es. der aus Deut.schland fort- 
gine, sondern ich. Er stand auf 
dem Bahnsteig und reichte mei- 
ner Frau mit dieser hilflosen 
Herzlichkeit eine — Kristallvase, 
die noch von seiner Mutter 
stammte, ins Abteil! Drei kleine 
Kinder bei uns plus Kristall. 
meinte meine Frau, da müsse 
eines von beiden auf der langen 
Reise wohl Schaden nehmen. 
Und sie bat ihn. un.s die VR.se 
doch aufzuheben, bis wir uns 
"•iedei-s3h'»n. "Ach", sagte er und 
nahm .sein Geschenk wieder nie- 
dergeschlagen zu sich, 'das wird 
wohl lange dauern!" Ich beugte 
mich hinaus uncr flüsterte ihm 
zu: "Jakob. Ich habe dir .letzt 
oft^ genug gesagt: es wird Zeit. 
es wird höchste Zeil! Mach dich 
auf die Socken!" Wir .saßen schon 
unter un.serem politischen Wet- 
terdach am Mittelmeer, der Krieg 
war bereits au.sgebrochen. da er- 
hielten wir — es war Ende 1940 — 
von ihm eine Karle aus Japan. 
Via Rußland war er. genau ehe 
die Mausefalle zuschlus. nach den 
USA unterwegs. Und dann er- 
hielten wir noch einige Nach- 
richten, wie .sich die Quäker drü- 
ben seiner angenommen hätten, 
wie er Blumen zog und eine Fa- 
brik zur Nachtzeit bewachte. Und 
vor allem: wie er in Massachus- 
«ptt^f ver.suchte, ein Amerikaner 
zu werden. 

Vierzehn Jahre waren vergan- 
gen, da schickte ich ihm aus 
Neufundland nach New York das 
Telegramm, daß ich in der fol- 
genden Nacht auf dem Interna- 
tionalen Airport aus dem Himmel 
fiele. Das Flugzeug hatte vier 
Stunden Verspätung, ich konnte 
nicht hoffen, daß er noch da 
war. vier Stunden, in der Nacht! 
Und ich dachte daran, daß er fast 
siebzig sei. Aber er war da — 
und an sein Alter konnte Ich 
dann nicht mehr denken, wie ein 
Junge lief er auf mich zu. Wir 
sagten beide zueinander, wie man 
das so sagt, vielleicht aus Ansst. 
der andere könnte etwas anderes 
sagen: "Ganz der Alte!" 

E.S war .später Abend, als wir 
uns zum Wiedersehenstrunke zu- 
sammen.setzten: und es war .spä- 
ter Morv;en. als wir aufstanden. 
.um ein wenig zu .schlafen. Über 
was aber hatten wir so lange, so 
unaufhörlich und mit dieser selt- 
samen Erregung gesprochen? 
Nicht über die vierzehn Jahre 
dazwischen, nicht über die Lite- 
ratur der Gegenwart, nicht über 
die USA und Rußland und die 
Weltpolitik. Nein — ich hatte i 
ihm nur das eine zu beweisen i 
versucht: daß er noch der Alte 
sei. derselbe, der Lvriker aus Wan- 
gen am Boden^ee, der Unrecht 
erlitten hatr>e und nun dies Un- 
recht wie ein WeL=;er. wir em 
Dichter zu ertragen und mit mir 



nach Deutschland zurückzukom- 
men habe. Und er bewies mir 
die ganze Nacht hindurch nur 
dies: daß es für ihn keine Rück- 
kehr mehr gebe; daß vierzehn 
Leben.sjahre in einem anderen 
Lande un.s mit die.sem verbinden 
und von der Heimat lö.sen. Nicht 
em erlittenes Unrecht, sondern 
de.s.sen Folgen hätten ihn zum 
Burger eines anderen Landes ge- 
macht. 

Die.se.^ Thema kehrte» Immer 
wieder: in der donnernden Sub- 
way, auf .seinem winzigen Zim- 
mer In dem trostlosen Rooming- 
hou.se, auf Spaziergangen durch 
Harlem. Manhattan und am East 
River entlang, dies bittere Thema; 
es gibt kein Zurück. 

Jeden Abend aber, wenn wir 
auf seinem Zimmer saßen — die- 
.sem kleinem Mu.seum eines Her- 
zen-s. das nicht verge.ssen kann — , 
jeden Abend begann ein* lel.se.s, 
flü.sterndes Zurück. Er saß an 
seinem Schreibti.sch und reicht-e 
mir Photos herüber. Gedichte, 
Briefe: "Lies mal!" Städte tauch- 
ten auf. Landschaften und vor 
allem die Namen von Freunden, 
von getreuen und ungetreuen: 
Schaefer, Reinacher. Kneip, 
Woehrle. Paquet. Brüe^ Fhrler, 
Jaques. Jeder dieser Namen hat 
für den ein.samen Mann In der 
122. Str. eine geheime Geschichte, 
in der sich die Literatur, aber 
noch mehr der deutsche Mensch 
der letzten fünfzig Jahre spiegelt. 
Unsere deut.sche Tiagödie — da.^ 
ging mir langsam au.<» dle.sen 
Nachtgesprächen auf — kann nie- 
mand .so schmerzlich klar sehen 
als ein deutscher Jude, der die.ses 
Land mit dem Herzen eines Dich- 
tens geliebt hat. 

Als mir Jakob Picard erzählte, 
wie der Dichter Momberf. eben- 
falls Im letzten Augenblick, als 
ein Gejagter das Land seiner 
Liebe verließ — er starb dann 
.lenseits der Grenze — . da wußte 
Ich. wen Ich hier In New York 
zurückließ, einen von den Hun- 
derttausenden, denen die dcut- 
.«chen Anti.semiten die Heimat ge- 
stohlen haben, aber einen, der 
.selber sein Herz dem Haß ver- 
.schIo.=;.<^n hat — und darum ncoh 
Gedichte In .«einer Muttersprache 
.»-chreiben kann. 

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SONNTAG, 11. JANUAR 1953 



SEITE 6 



Der Einsame in der 122. Straße 



Der Win tpr wind 



■:i 



Von Stefan Andres 



HERAKLES, der Erneuerer der Ohnyipischen 
Spiele. Rclicfplattc vom Zciis -Tcv\pcl zu 
Olympia. Entnommen dem ersten Heft der 
„Klei7xcn Bibliothek für den Kunstfreund" 
(Ob pach er Kunstverlag^ München) : „D a s 
Olympische Fes t", die Geschichte einer 
großen Idee in Wort und Bildwerken. Band 2 
bringt in teils farbigen Drucken „Die Sonder- 
linge des Malers Carl Spitzweg" mit einem 
launigen Text dazu. 



Jakob Picard, der heute seinen 70. G e - 
burtstag feiert, lernte ich in einer Köl- 
ner Weinschenke kennen, wo sich gelegentlich 
einige Schriftsteller trafen. Ich wußte von ihm 
nur, daß er Pvcchtsanwalt sei und Gedichte 
schreibe, mancl'mal auch eine kurze Geschichte. 
Daß er vom Bodensee stammte, das verriet 
seine Sprechweise. 

Dann kam dj*s Jahr 1933. Mit Überraschung 
stellte ich fest, daß Picard ein gläubiger Jude 
war; und auch: daß der Lyriker im Dreck und 
Feuer der Front als junger Offizier sich aus- 
gezeichnet hatte. Und ich erfuhr weiter, daß 
einer seiner Brüder 1914 aus dem Ausland 
heimgekehrt war, um für Deutschland zu 
kämpfen und JU sterben. 

Und dann kum die Stunde, daß Ich In B e r - 
lln Abschied von ihm uaiuii. Indes — nicht 
er war es, der aus Deutschland fortging, son- 
dern ich. Er stand auf dem Bahnsteig und 
reichte meiner Frau mit hilfloser Herzlichkeit 
eine — Kristaüvase, die noch von seiner Mutter 
stammte, ins Abteil! Ich beugte mich hinaus 
und flüsterte ihm zu: „Jakob, ich habe dir jetzt 
oft genug gesagt: es wird Zeit, es wird höchste 
ZeitI Mach di(h auf die Socken!" 

Der Krieg war bereits ausgebrochen, da er- 
hielten wir — es war Ende 1940 — von ihm 
eine Karte aus Japan, Via Rußland war er, 
genau ehe die Mausefalle zuschlug, nach den 
USA untorwc^'-s. Und dann erhielten wir noch 
einige Nachrichten, wie sich die Quäker drüben 
seiner angenommen hätten, wie er Blumen zog 
und eine Fabrik zur Nachtzeit bewachte. 

Vierzehn .fahre waren vergangen, da 
scliickte ich iiim aus Neufundland nach New 



^h- 
jch 



York das Telegramm, daß ich in der folgen- 
den Nacht auf dem International airport aus 
dem Himmel fiele. Ich dachte daran, daß er 
fast siebzig sei. Aber er war da — und an sein 
Alter konnte ich dann nicht mehr denken, wie 
ein Junge lief er auf mich zu. 

Es war später Abend, als wir uns zum Wie- 
dersehenstrunke zusammensetzten; und es war 
später Morgen, als wir aufstanden, um ein we- 
nig zu schlafen. Über was aber hatten wir so 
lange mit dieser seltsamen Erregung gespro- 
chen? Nicht über die vierzehn Jahre dazwi- 
schen, nicht über die Literatur der Gegenwart, 
nicht über die USA und Rußland und die Welt- 
politik. — Nein, ich hatte ihm nur das eine zu 
beweisen versucht: daß er noch der alte sei, 
derselbe, der Lyriker auo Wungen am Bouon». 
see, der Unrecht erlitten hatte und nun dies 
Unrecht wie ein Weiser, wie ein Dichter zu er- 
tragen und mit mir nach Deutschland zurück- 
zukommen habe. Und er bewies mir die ganze 
Nacht hindurch nur dies: daß es für ihn keine 
Rükkehr mehr gebe. Nicht ein erlittenes Un- 
recht, sondern dessen Folgen hätten ihn zum 
Bürger eines anderen Landes gemacht. 

Jeden Abend aber, wenn wir auf seinem 
Zimmer saßen — diesem kleinen Museum eines 
Herzens, das nicht vergessen kann — , jeden 
Abend begann ein leises, flüsterndes Zurück. 
Er saß an seinem 'Schreibtisch und reichte mir 
Fotos herüber, Gedichte, Briefe: „Lies mal!" 
Städte tauchten auf, Landschaften und vor, 
allem die Namen von Freunden, von getreupii 
und ungetreuen: Schaefer, Reinachcr, Kn'-ip, 
Woehrle. Paquet, Brües, Ehrler, Jaques. Jjder 
dieser Namen hat für den einsamen Mann in 
der 122. Straße eine geheime Geschichte, In 
der sich die» Literatur, aber mehr noch die Po- 
litik und noch mehr der deutsche Mensch der 
letzten fünfzig Jahre spiegelt. Unsere deut.scho 
Tragödie — das ging mir langsam aus diesen 
Nachtgesprächen auf — kann niemand so 
schmerzlich klar sehen wie ein deutscher Jude, 
der dieses Land mit dem Herzen crines Dichters 
geliebt hat, der aber sein Herz dem Haß ver- 
schlossen hat — und darum noch Gedichte in 
»einer Muttersprache schreiben kann. 



Ein'Wind,der keine Blätter hat zum Rausehen, 
Ist anders als der sommerliche Sturm, 
Wann aus den Äckern kriecht der Regenwurm 
Und sich die Segel auf den Seen bauschen. 
Vereinsamt ist er und hat nichts zum Spielen 
Und klagt wie ein verlosseiicr Hund im Feld; 
Nur da und dort auf Hügeln treibt er Mühlen, 
Von denen dann utid wann ein Ziegel fällt. 
Doch nachts, wenn er in Höfen und Gewannen 
Für eine Weile eingeschlafen ist, 
und Schnee fällt leis auf Birken und auf Tannen, 
Spürt jäh ein Mann, wie ihn die Stille frißt, 
Weil er den Bruder Sturmwind mißt. /y 

Jacob Picard /^ 

OCOC000COCO00COOO00000OCO000OOOOCXXXX)OO0(XOOO 

Gedenken für Geschwister Scholl 

Anläßlich des zehnten Jahrestages der Hin- 
rlciitung der Geschwister Hans und Sophie 
Scholl veranstaltet der Verband deutscher Stu- 
dcntensrhaften am 21. Februar eine Gedenk- 
feier im Titania-Palast. In der Feierstunde 
wird voraussichtlich der Regierende Bürger- 
m<6ister, Prof. Ernst Reuter, sprechen. Außer- 
dem sind Ansprachen dos Rektors der FU, 
Prof. Dr. Rohde, des ersten Vorsitzenden des 
Vi ist, Koinhold, und von Inge Scholl vor- 
gesehen. Am 22. Februar werden Hochschul- 
ah Ordnungen dann Kränze in München und am 
Godenkst^nn für die Opfer des Faschismus. 
dJm Stcinplatz In Berlin nicj 



lete 



IS 



Schiffahrts- und 
Posl-Nacliricliten 



Dl» Fahrp.«ne fnr nie tnicommprii 
iind »olahrfr.den Sch;tf« und Fludze 
• sind Änderungen 1-. rier letzten Min 
' untprworfen una häufig iinvoU.«tandii?. ! 
, Antraben sind dahfr rpjn provuorljch 
als "ungefähr» ■ Zcitangaoen ■r.zu'eh'^l 

In Ntw York angekommtn 

Samstag, 10. Januar 

Gatewar Citr (Waterman): Brenrl 
P\fr 6. B'J«h Dock.'. 

Mormaci.«;!« 'Mornuc): Bueno« k\r\ 
Pier B. Jer.^P▼ City. 

Amerlran In\en'or "US Lines»: Hai 
' burs:, Bremen Pier 59. N. R. 
I ünitea dtates (U. 8, Lin^^ : Brem« 
j hav«r., Le Havre. Pier «6. N. R 

Orlp'holm iSwedish); Goeteoo: 

' Pier 97, N. P. 

Schilfs-Ankünftf 

MonUg. 1^. Januar 

Li'n^rt* iFienrhi: L« Havre: Pirr 
.V R 

Tianconia iCun^rdi: Southamr 
P:<T 90, N R 

Schiffs-Abfahrten 

Montag, VI. Januar 

EUipna: Briefe. DrucKsathen iir.d P) 
i<etf fiir l.'-r«el und Trie.^i: Pakete ff 
Albanien, Bulgarien. Ungarn und Jiiit| 
-lawlen. Pier D. Jersey City; Po.'tscn' 
6 Uhr morRens • 

Dien!(tag. 13. Januar 

.^meriran Importer Briefe Druticfatt, 
und Pakete fur Deut^rhiand und ri| 
T.^checho>:owaket, Pier .S.Q. N. R. f' 
Schluß 1 Uhr nnchmitta«* • 

.Mittworh. 14. Januar 

United State»: Brief« und Drtjcksachi 
für .Albanien Algerien. Osteireirh. Bp| 
gien. Kanarische In.^fln. Kap Verde I^ 
sein. Z> pern die Ti!checho.<lowafc.ei Fra 
leich. Deutschland. Ciibialtar. Engla 
Ungarn. I.«land. Irland Lu.\emburg. NTi 
d^tgaskitr. Nordirland. Portugal. Rumanicl 
Spanien, die Schweiz. Tanger, Tunesier 
die Türkei und Jugo."<lawlen Pakete 
.Algerien. Ö.steirelch die TsrhunoslOÄ^ktJ 
Frankreich. Deut-scliland laulier Sowjet 
■«ektor Berlins und Sowjetzonei. Englanc 
Island, Nordirland und die Schweiz: Piel 
8€. N. R , Po.-^tschluli 4 Uhr morgens.» 

Liberte: Speziell adres.4erte Bneie ful 
.Albanien. Algerien, ©.«-terrelch Belgi-iJ 
Bulgarien. Kanarisch« Inseln, Kap Ven 
In!.eln, Zypern. Frankreich. Gibraltar] 
England. Ungarn, I.«>land. Irland Luxctt 
bürg, Madagaskar. Nordirland. Portugal 
Rumänien, Spanien, die Schweiz. Tangef 
Tune.slen. die Türkei und Jugoslawlei 
Pier 88, N. R. Pc-^^tschluß 5 Uhr ntorgen^ 

,JeJf Davis: Briefe und Drucksachen fi 
Deutschland und die TsciicchO;lowake| 
Pakete fur Deutschland «aufier So» Jej 
Sektor Berlins und SowJet^one• und rij 
Tschechoslowakei Pier 6. Bu^h Dockl 
Brooklyn: Post?^chluß l' Uhr nachmittagsj 

•Die angegebene Zelt gilt fur das Hau,it| 
postamt und die Church Str. Station. If 
der Morgan Str. Station f30. Str. und 
Ave.» i.'^t der Po t.^chluO eine halbe Stundl 
spater und in der Grand Central Statioi 
eine Stunde früher. Postschluß für Druck] 
sarnen und Pakete jeweils 2 Std. frühei 

Im Haupipostamt In Brr>okiyn Ist dej 
Po.^tschluft Montags b;« Fr^irag«- 1 Stundf 
mrier als Im Hauptpo-tamt In Manhattai 
Satr.'tag« »wel Stunden und Sonntags un| 
Feiertags rir^l Stunden früher Driirkl 
sarhen und Palc'e v;e; S'it^den frnh»r] 

Lultpostvirkihr 

D'ut.^chland Täglich nach a..en Zrir^ij 
außer Sonntags. 

o>tevreich Täglich, außer Sonntagi. 

Belgien: Täglich. 

Frankreich Taglich 

Großbritannien TUglifh. 

i, lederlande- Täglich. 

Schwe;z; Täglich 

Dänemark: Tifiglich. 

Tschechoslowakei; Tigllch. aulSer Mirf| 
wochs. 

Israel MontAg. Dienstag und Stm'tai 

Argentinien Täglich. 

Brasilien: Taglich, 

Chile: Täglich. 



-•-•- 



— In Los Angeles wurden Hei 
and Frau Peter Muccio um $20( 
be.^tohVn, «Is «i« Ihre Steuere] 
klärunp Ausfertigten. 



• « • • 



• . 1 • 

friäay, Januory 9, 1953 



A U F ■ A 



HIEWII5H€CEN 

HIWlimHMIII'lMlilltltlillltMMItltlllllllHIHMUlllllHllllllllitlllllllllllllltllillilllilllMliniH^^^^ 

K(*il}i Hittdiinson, dev langjäh- Amt beurlaubt worden. Das SED- 

rig* Hiuuiolsredakteur von 'T/ip ZcMitialkomitet? hatte in der letz- 

NcifJOM", ist von seinem Posten ten Zeit mehifath Arnold Zweip 

xui ück^etieten. um sich seinen gerügt, weil seine "Kunstuuffas- 

schriftstelLM-ischen Arbeiten wid- sung" nicht mehr den "Gesithts- 

men /u können, bleibt aber stän- punkten de> .>o/:iahslisc hen Auf- 

dit»er Mitarbeitei' des Blatte.s. Da.«^ baus" entspreche. Bis zur Nc-u- 

Blatt ver/<Mchnet fernerhin zwei wähl im März 1953 wird dei- 



neue 'Conti i bot ing editors", Pro- 
fessor H. H. Wilson von der 
Princetcm University und Profes- 
sor W. Macinnlion Ball von der 
University ol Melbourne. 

David Low. der die letzten drei 
Jahre .<*eine Cartoons für den 
l^Hidoner "Daily Herald" gezeich- 
net hat. wild vom 1. Februar ab 
für den "Mnnchegter Guardian" 
arbeiten. 

Harohl N'coJson. der seit vier- 
Tiehn Jahren einen wöchentlichen 
Aitikel tür die englische Wochen- 
SK-hrift "Speciator" schrieb, hat 
iich von seinen Lesern verab- 
tchiedet. Man nimmt an. er wolle 
«ich ganz dem Schreiben von 
Büchern widmen. 

Howard SuntueJ, ein wohl- 
habender Sozialist Londons, ist in 
den Autsichtsrat der englischen 
Zeitschrift "Tribüne" eingetreten. 
dl«» von Michael Foot und Jeiinie 
L'e. der Gattin Aneurin Bevans. 

redit^iert wird. ,...«. -, . . , t^ 

bis 1.'I19 und 5 mg dann nach Pa- 

Der Dichter Artu>ld Zweig, der ris. Im Mittelpunkt seiner vielfdch 

die Stelle eines "Präsidenten der umstrittenen H ei ne-Foi .seh untren 

fowjetzoiialen Akademie der stand der Briefwechsel des Dich- 

Künste" in Berlin bekleidet, ist. ters. v»)n dem er diei Bände 

wie bereits von uns gemeldet. Biiefe und zwei Bande Kominen- 

*'auf eigenen Wunsch** von diesem tare heiausgab. (-z). 



Vorsitzende des sowjetzoiialen 
Kulturbundes Joiiaunes R. Bev}(er 
die Geschäftsführung innehaben. 

(-ZI 

In Piag starb nach einer Mel- 
dung des dortigen Rundfunks der 
bekannte Assyriologe Dr. Bed rieft 
Hroztiy. dei als erster die Keil- 
schrift der allen Hettiter ent- 
zirterte. Dr. Hrozny ist 73 Jahre 
ah geworden Ihm gelang es. die 
Grammatik und Syntax der 
Sprache der Hettiter. die etwa 
2000 Jahre v. Chr. Geb. Klein- 
asien und Syrien beherr.schten. so 
weit zu enträtseln, dass aus 
Schriftfunden wei tvolle Eikennt- 
nisse ül)er die Geschichte dieses 
alten Volkes gewonnen weiden 
konnten. (-z> 

Der Heineforscher Prf>f, Dr. 
Friedrich H'rih. .seit 1940 Ordina- 
rius für Literaturwissenschaft an 
der Universität Main/., staib dort 
im Aller von 75 Jahren. Prof. 
Hifth. ein geborener Wiener, 
wirkte an der dortigen Universität 





Or. Norbert Goldenberg 

Mi der Vorsitzende des Testimo- 
ni«l Dinner, das am 18. Januar 
Yon der "Conference of Jewish Im. 
migrant Congregations of Greater 
M«w York' für Rabbi Dr. Sig- 
mund Manöver in Washington 
Heights reranstaltet wird. Das 
Dinner steht unter den Auspizien 
d«« "Greater New York Commit- 
t«« for State of Israel Bonds" und 
wird ein Ausdruck des Bekennt-' 
ntsses der deutschjüdischen Im- 
migranten-Gemeinden und ihrer 
Freunde xum Smn und der Zu- 
kunft des Staates Israel sein.| 
Hauptredner des Abends sind der | 
frühere amerikanische Botschaf- 
ter in Israel, James G. McDonald 
und Rabbiner Dr. Robert Sere-, 
brenik. ' 



Der Physiker- und Nobelpreisträger 
Prof. Jam«c Franck. der vor seiner 
Kmigijliaii riaori Jen USA in Göttinnen 
lehrte, wiid aul Antia^ dei SPD- 
Kiaktion m» R.<». der Slddt Gottingen 
zur 1000 laJirleier Jer Stad» in diesem 
Jjhr tiiit der Ehrenbürgerschaft au^- 
ge/eichiiet weiden Der in H.uiibiirg 
i'.eborene. 70jährige Gelehrte. inus.«»»e 
bckannihch sein Atnt :?<' weisen sei- 
ner judischen AbsluiMunuii^ autgeben. 

K-Z) 

In Weimar starb im Alter von 

T-i Jahren der Dran^atiktM*. Ro- 
mancier und Novellist Hetnncti 

Lilievfein. Er war auch General- 
sekretär der deutschen Schiller- 
stiftung, (-z) 

Der Westb'^rUjier SenjJ hat den V.»r. 
Itai^ mit Boleslav Bartog. dem Inten- 
danten des Schillertheaters und des 
Schlosaparklheaters. nun doch nact» 
lan jv\ ien;ien Wrhandlun^en. die oft- 
in;*ls kiisentiatle Formen annjtimen. 
um em weiteres Jahr, bis /um Juni 
ia.4 verlängert ihe» 

Der au«h in Amerika hekjnnte Re- 
gisseur Berthold Viertel wurde vom 
Wiener Burgtheater mit der Ins/ome- 
I mg von Stiakespeaies "Aniomus und 
Klfopatia' betraut Die Hauptiolle 
wird Käthe Gold spielen ihej 

Das Grosse Verdienst kreuz des 
Verdienstordens der deutschen 
Bundesrepublik wurde deth Maler 
Prof. Mar Pec}(steni zu seinem 
71. Geburtstag im Namen des 
Bundespräsidenten Houss durch 
den Berliner V.ilksbilduni*sseria- 
toi- Prof. Joachin\ Tiburtius über- 
reicht. 

Pi ne-,>or Ernst Huber. der mit Oskjr 
Kokosihka .iti.j K: m- Guettr-xlot» rxt 
den gröaaten lebenden Malern Oester- 
reicha sjehoi i isi tri New Yjrk City 
'Miigf (1 otlen. "jm Sti assens/fiien der 
Stadt /u malen Kr wird auch im Mit- 
tel westen und Süden I. ardschal tsbiider 
malen Prolessor Hubei hat zweimal 
den bstei rei« hisc-tien Staatspreis für [ 
Kunst und Wissen>«.Haft ei'lialten; seine 
Bilder wurden von dem Carnegie In- \ 
-.titute in Pittst)urgh -.owie von Museen 
in seiner Heimatstadt Wien, in Ve- 
nedig. Florer»/ i,u«d l.«>ndon angekauft. 
Er wei 11 zum erstenmal in den Ver- 
einigten Staaten. 



R^HÖROWIIZ-WIARGAREIEN 




Jacob Picard — 70 Jahr« 
am 1 1. Januor 

''Zioeistromland" — so nannte 
Franz Rosenzweig einst mit bib- 
hschem Anklang eine Sammlung 
.seiner l.ebensgedanken. Mit dem 
-gleichen Namen könnte nian die 
Welt pines Dichters bezeichnen, 
der Kindheil und Jugend lo der 
Welt iiiidde}ttschen Judentums 
verbrachte — emer Welt, in der 
die beiden Ströme jüdischen und 
deutschen Wesens freundnach- 
barliih nebeneinander strömten 
Jakr>b Picard wuchs auf in det 
Welt der süddeutschen ' La»»d- 
judeu", wo im Herbst die Laub- 
hütten Haus bei Haus ßrüniea 
und irti Winter die Chanukkah- 
lichter hinter jedem F'enste. 
k»uchteten. Die Juden in Wat^ger) 
am Bodensee wo er geboren war 
und seine Kindheit verbiachte, 
hatten Gälten und Felder und 
Vieh im Stall. Die Verwachsen - 
heit mit der Landschaft ist Picard 
bis zum heutigen Tage treu ge- 
blieben. Sprössling einer altjüdi- 
schen Funiilie. die über 300 Jjhte 
>u>h.kri in Wanden ansässig war, 
hat der junge Bursche in Mün- 
chen. Heidelberg. Berlin studiiert. 
im Weltkriege gekämpft, wo zwe« 






^»•nn Sie ntwat au!(«er|{4>>Mf'^ht-« - 
li< K Gute« KaK^n wollen ver- 
suchen Sie die aus^je^eicKni'*:«-»». 

Schokoladen 

Waller 

Napolitaiftis 

1 ÜR DtN BJiSONDERS VtR 

wöHNiKN glschmack: 

J^aller 

Katzenzungen 

SIND UNVERGLEICHLICH 

l^aller 

Edel-pualitäf' 

5 1 T z 1 SICH durch: 

J^allec 

Kannen Sie in allen U^t^ffftt. 
rin^cKläigitjen QetcKäften find«*« 

IMPORlELRt .V CROSSISILIN 

C. & J. WILLENSOnO INC 

HOBOKEN, N. J. 



liebe Brüder als deutsche Solda- 
ten "das höchste Opfer brachten", 
wie man hier sagt. Dann wiikte 
er als Jurist in Kijnstanz und 
Köln. Aber intmer .schon schrieb 
er Gedichte und Prosa. Er selbst 
weiss gut dass in den Novellen. 
in denen ei dn? 'Zweisti om>A elt" 
seinet Kindheit .schildert, sein 
eigentlich.-ite- Wesen zum Aus- 
druck kj(t\ 

'Der Cfeie'chnete" nannte er 
de(\ Novellen band, an dem sich 
viele Leset in Lachen und Wei- 
nen, in Heiterkeit und Ernst er- 
freuten. Manche dieser Novellen 
sind in deti letzten Jahren schon 
in englischei Uebersetzutig in 
amei ikanischen Zeitschrilten er- 
schienen: es ist sehr zu hoHen. 
dass eine Uebeitragung des gan- 
zen Bandes nicht mehi lange auf 
sich warten lä.<st 

Picard kam erst 1940. auf einem 
Umwege über die halbe Welt 
nach Amerika, wo er sich den 
ersten Dollar als . . . Gärtner in 
einetn Doiie in Ma.ssachusetts 
verdiente. Et hatte das Glück, 
hier da> Denkmal eines Helden 
seiner Kmdheii zu finden, des 
badischen Generals Frau: Sigel, 
unter dem sein Grossvater im 
badischen Aufstand 1849 ge- 
kämpft hatte und der als Lnmi- 
grant in Amerika ein berühmter 
Führer in\ amerikanischen Bür- 
get krieg gewoiden war. Diesem 
Manne widtnete ?r eine umfang- 



reiche Biographie, die tioftentlicli 
bald in englischer Uebertragung 
verötTentlicht werden wird. Da - 
iK'ben aber haben ihm die letzten 
Jahre eine Anzahl seiner .schwer- 
mütig schönen Gedichte gebracht. 

Mag der jugcndfri.sche Mann, 
der unermüdlich arbeitet tiier 
im jugendf tischen Lande, das itui 
rettete als die Barbaren seine aU.c* 
Welt vernichteten, selljst oitK* 
neue Jugend erleben, die auch 
uns. den Freunden seifies Sch.if. - 
fens. noch manche.^ .schöne Ge - 
sehenk zu bieten hat! 

Bertha Badt StriU)». 

Aus der Musikweft 

The National Federation ai Ma>«a.* 

Clubs .schieibl wiedef iiuen .«HjitTt 
liclien Wettbeweib lui den $'))) l»-* • 
tidgendcn Edgar Stillniann-K«ll<9jf • 
Preis liir Instruinentalisten und Sjnßc*« 
unter r/ Jaliren aus. Die EinieiiltuMtj; 
niuss bis ?3. Februar pifol^i .sein 

Die Walter M. Naumburg Found*iti<>aa 
halt ihie eiston Audition^ lur Snn(»<*i . 
Violinisten. Cellisten. Bratscder und 
Pianisten im Alter von 1^ — 30 Jj>tion 
im März ab. Antrj^e müssen bi'^ /LMri 
1. Februar mit Beiiügung von 7.s^'rt• 
vollständigen Piogramnien ein^^-rv^i« Jif 
sein. Der Gewinner erhält ein. T>wr« 
Hall-Kon/eit kostenlos ?e>tellt. 

Die Central Synagogu« wiid im 
Sonntag Natlunittag i- F.-bi k «• . 4 
p. m. eine Kant;ite "Th« Song« ok 
Arnos" von Charlotte Garden unt^( d«-c 
Leitung von Lasar Weiner /Uf ei.jc.e« 
New Yorker Auttühiun^ bringen 



There are three thinj^s j v^/oman 
can make out of nothin^ — a haih, 
a salad and a quartel 

— S'j.^'C BiiäMt,. 




M ETRO' S 





■ 



DISC0ÜHTS 



CIVC TO THE BtUC CAftil^e 




Radio I?<rog.rum.T» WWRL; S>nnt«« 10:30—11:00 «.m .• Montrsiy 10. t«»—!©!!© p.m. 



% IM« 



Foftoy« 



f / l^M 



A « f • A II 



21 



.«' 



Ti*A Gk>Hk> Kif^i-h hat mit 
>ir»M (in No 1, 2. Jan ) darauf 
>»»iigtwje«>€n, wckh eine "grosse 
Atifj'.'ibt" es wäre, das unvüll- 
••*4i»l«», wt«hl kUInfialige, Zeugnis 
>»)*»» ••'ih*'! W»b!»en«;»haft in Deutsch- 
J.ai«# »u ve> voUsländigen, Wenn 
kh tj^th r»Kht M re, sah ich in 
A»»Klf»>li*m (1^39) in einer be- 
dtuUndtn <k;.u#in mehr vorhan- 
dfr.trj) Piiviilbibliolhek einzelne 
Di »ii k biigen der noch nicht ver- 
♦»rft ».ihrhtt^n Bünde. Sicher wa- 
♦^« ]VI;inuski »|»te, fe)tiK^estellte 
r»iütkb<^^en t-ic. irgendwo vor- 
)i«»iiden. Sind j«ic gerettet? Sind 
wie dMii-kfe? tig'^ 

Dt€ A»<1uo»t «iuf die«e Fragen 
n»4ivs ^fH')ss vorausgehen, bevor 
dif Fiiijj'e nach der Mittelbeschaf- 
fkPiiit /Ol D\*UwisiQn steht, Fer- 
«♦•» M.t€ ist es um €laK Probleni 
dei Spiiuhe? Rechtfertigt sich 
!.♦.« h (».dei wieder?) die Fort- 
1K*«12UF*^ «ie? Er^z^'klopäiiie in der 
Sp».ich€. in der sie iMsprünglich 
eM.«!<i»nd^ 

JD;'»rtM ist wohl »web ein Pro- 
blf'»i ;ir.j'e«'rh»»itfen, «Jas in ande- 
re* Be/.)) ken üwr Diskussion 
s1^*>t und dw:, wie ich sehe. z. B. 
in «Vr Schweii f?elej{entlich er- 
«■»»•leit wird: Noudru4k deutscher 
P'tel-Ueteei Setzungen, übersetzte 
Gf-l.« tbiii-her, Machserim usw. 

iUkfi e* K»c»ih ein gewichtige.« 
/i*k»>sch-dt ij<<vhef; Kullur/entruin. 
«lij^ s«.)ch< BemuhiMigen recht - 
It'it.gt? 

M««v) D. Darmstadter 
< ^V•».•^<»<9tow. D. C. ) 



Dif A^offtM^g des Prof. Kisch 
l^H^ti. «he Ft»)t«e</ung und Voil- 
tutJunj.' «iei En*"ycIopedia Judaica 
5;4)»Hc nicht lautlo.s verhallen. 
Wi'i'T (i)f Föilsttzung in Deutsch- 
li»rid >.'t.d»ut.Kt k*nd v«n denselben 
P#Ud ^i^en hergestellt wüide wie 
dir eisten itthn Bände, so könnten 
-4*i€ K*'vk-n nicht uneisilnv inglich 
neir Wenn mit der Bundesregie- 
j»inj.> eine Vereinbarung /ustai^de 
kitiiic, dus& Sperrn\;tik zun^ 
Zwe« h€ dejt Druckes die.<or Enzy- 
!Kk>)i^iie in dfuf selber Sprache 
v*')Uf«THk-f wejilen darf, so wer- 
den M»;>rKh€ SperriYun kbositzer i 
^m )hr Srhtjfiein zu diesem' 
K »Ihii» xA>)ke feeitiagen. Denn 
ili».»t^U) diMttt dfH-h kein Zweifel \ 
4>e*iiihen. dass e? kein glcichwer- 
i.fj'»s Werk dieser Art gibt — auch i 
Mii >»t die ümerjkanische Enzky — ' 
U»f.;'di*. iiC'lz ihrer Verdienste. ' 
«4i« Fm'I Kisch hervorhebt, d. m. 

V#>: Hl. AM>tOf>iws «md cüe Ftsck* 

lk>**j S»« »Hftter den Heiligen 
w» 'ie»e Veiwirnmg anstiften und 
dt^tiir v«^n den Maclithabern die- 
HT*. Favhe^ »»it den Ruten des 
•ti»«i-ea Brnfies gestäupt weiden. 
»44«^>iie ieh Ihrven verraten, dass 
der Ais»t«»#*io.«; von Padua, den wir 
ikk^ dtm 'F»t*st' kennen, nicht 
H.t«-vdi«ch ist mit dem Heiligen 
>^HU.nJii^ au* F];»uberis Dichtung 
P»mI Mayti ^Me.rico, D.F.). 



Editor 



In .«meinem au.sgezeichneten Nach- 
ruf auf den Rognanschriflfcte)le*' 
Max Rene Hesse (' Auft)aü" v^m 
26. Dezember 1952 No. 52, S. 10) 
ist O. K. insofern ein Iirtum un- 
terlaufen, als er dit von der 

Vossischen 2^nung" in Bei Im 
veröffentlichte Reuhsw thinovelle 
Hesse« mit dem "Ende diesem .in- 
gesehenen Bialtes'" in Veibindung 
bringt. 

Hesses Novelle isl »n dt i Ntninhi«; 

nuinmer '.»'t der Vos> «»i sfhin^*^«) Ob 
j Wolfgan« Yon Einsi*«»«! die Vei*»tTenl- 

lichung bcwiikto \'ei m.H it-h nu ht Mi 

sagen. Jedenl.iUs blieb n «»ngesi-hoie». 
'vielleicht von -.einem Fitiintk' <*»»«• 
: Chef Gubl*r j^edtcKt. der «Mfh in «*it 

Wii.ste scliKken hess G übler wuuU 

fristlos enUüsven und gm^ in s» m» 
1 Schweizer Heim.d /u'm-k. »»-eKiwiitif 

murmelnd, ei w« idt ^*nrr>äI r,tt 

vergessen' . 

Das Veibut düf d-m..i.- at-ft^n tttf 
Vosüische ZeUiini e't»nk; ^«^i ^♦'»^ 
Wetirministerivim. a\sv nu-ht x €•■ **•-» 
nationalso/.i.<listischen Vi«»tei veian 
lasst Das Wfhrmini.<1eM»»»ri /e»p1e suh 
durch die vom Verlag lUslein fe)*-i 
stete Sühne rasrh bey-mtiir' »*"*i '^• 
wurde da? Verbot niiih K»#'*ei Di.««*i 
wieder «luf gehoben. 

Mit der ein Vieilcl.ii*.)« s^>ater 
durchgeführten Einsiellung des 
Blattes hatte es nicht.« ^u m Hal- 
fen. Die wurde von, VeiJa^ Ull- 
stein Mitte März l^H^ btschl^s- 
sen. aus Rücksicht auf du ;*>l|fe- 
meine Entwicklung d»^ Piesse- 
wesens im Diitten Reich, ohne 
dass ein besondere! Anlass vorge- 
legen hätte. Die >«ertvi41e Ruck- 
schau auf die Gesthichle des ira- 
ditionr beladenen BiatVes. eir»€ Ar- 
tikelserie, die in den le/ter Nunf^- 
inern der Voj« er.M-hien. ^chrieb 
Ttieodor Heuss. der heute Pra.«»- 
dent der Bundesrepublik ist. M>t 
dem 1. April lf»34 haui-))»e Tante 
Voss ihr Leben aus. 

Cerl Miftch ( Dotth^irp. K»i '• 



ZiieKher Wechselkurse für Bonknofen 



T#« 



^K D*zemli*r 1952 
EUROPA: 

■^9M» tKM FrM»k*B) 

V*clM«lMsl*«ak«i (100 Kronen; 

Däncmavk (IM Kronen) 

»•wlkcklaml^ ittmi) . (100 Mark) 

Sparrmafk «DM 100) 

England _ (1 Fhind Sterling) 

Frank«eicb (100 Franken) 

NollMid- (100 Florini) 

Itallan- dOO Lira) 

Narwagea (100 Xionen) 

, (100 SchillingaJ 
._ (100 Cscudoa) 

(100 Kronen) 

^ (100 Ptseien) 
.._ (100 Forini) 
(1 liärk. Pfund) 



A n - 



«ad 



A.C^ Zwick 
V t r k a « f 



• 



Schwerer 
Fr^nk^n- 
W«thi Linf 



O^atarr eich 

Portugal 

Schweden . 

Spanien 

Ungarn 

Türkoi 

AFRIKA: 

Aagyptan 

Siidafrlkan. 

ASIEN M. 

AnalMilian _. 
laaMl 



(1 äfypt- 

Union ( 1 



Pfund) 
Pfund) 



AUSTRALIEN 

(1 Pfund) 

(1 Pfund) 



• •♦• 

1.4S 

1.02 

10^.25 

.^7'.;: 

<.00 

Ifc.fcO 

14.70 

7 ^.00 

9. ©5 

•.?© 

.»3 






1.70 



— ».a3 

— i.fef. 

— ^^.•>0 

— «>i.2i 

— :i.«»c 

— i.e> 

— JH. 00 
.4.» 

14.f«f 

«•.10 

Jf.S( 

.M 



UM 

iJ.Vf 



U. S. Dolktr 
AoQUival«nt 

• >i = -< 30 Frs.) 

12.toC — 12.« 
21M% — 21.30 



i4.«»5 — 

??« — 

25 3€ — 

.J^7f — 

)2.tO — 

3.t7»;i — 

34;- — 

J7.05 — 

7 i-i — 






?.5*»,(. 
?4t»'. 
2f.80 

J? 45 

3.47 
57 35 
? 12»i 

i 4f. 



? 3--« M 



OffizieUe 

ye^pective 
Clearing- 
Kurse 

»73 

8.56 

«4 90 

104.00 

12 20 

1 25 
115.38 
.70 
tl.2t) 
20.50 
]'5.20 
«4 5« 

?* 5« 

1.55 



)1.M) 
12.2« 






AMERIKA: 

Argantlnian (IM Paaoa) 

■raailien (100 Cruieiroa) 

Kanada .-... (1 Dollar) 

Terainigta Staaten . (1 Dollar) 
AJMnerkung: Die Ein- und 
Banknoten ist in der Schweiz, frei. — 






— 4«)7 



*.70 



- 15. W j i •♦• 

• 4 42 I J.a2>! 



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il.4C 
4.40 
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Tal.: Myttatfleld 8-8543 und 8- 

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Boxb«rc«r KISSINGER PILLEN 
(einpackt varatärkt u. Entfeltunca) 

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2 0^75 24.50 

i C>2f ^^L. 

4 2* 

iMftd aii<-)«»ndis«kei 



■; 



Kuri von. 



.(i«fiu*«i J«>^3. 



S\% sollen k«in« AusqoIm ^»s 
"Aufbou" versöumen. 

Lassen Si« uns d*sha)b )«ci« 

AdrMs«n«nd#rung swei Wocb«R 

vorher »ug*h«n. 



ebvwehl der Ruhm Ban}amin Brittens 
e^«t wenige Jahre alt i«t. hat sah 6« 
ie>4« eine Gruppe von Spe/ialisten *ur 
H«)>^ausfMl»e eines ' CommentMiv on h»ü 
WorlMS ' verbunden, der von Donald 
MitclieH Mnd Hans Keller k>ei Rockliff 
in Lendon »leraMsjjegeben wordtn »st 
D;iS Biuh enthalt über 300 Mu.Mkbei- 
spitle, einen chronologischen K^iit»«t 
der Werke, ein kritisches Veiyeichn».v 
dar Plattenaufnahmen, unter ver.schie- 
denen desnchlspunkten angeoixliwr»« 
Re)t)«ter und mehrere lUustrittionen. 

(i»p » 



WHOLESALE 



G. DAVID 

^PEelAL^ZED IN 
CU LTD RED PEARLS 



TIMM BkÖfl. 

Shanghai 



>80 cknthal pamk »«vth 
mcw york 19. m. y. 

eitel« 7-4l»77 



Jüdischer Friedhof \n Londori 

(Kreis Gieaseia) 

AnUsslich v»n>ei*ff AiUKfl» •'l^df )»- 
' difch« Frledhol« »hn« Ff»»9« ' »ItrlM 
uns unser l.e*tr. Di W»»haii •••▼♦?, 
lernen Bi uf de.« E^^^no*■^^T^^,^u^^^^*rt! ^»es 
Innern 7uv Wrrijyun^ «Jt-r er s»»f Ant- 
wort aiil eine Be.«.ch\» « »tlf etmell E? 
wird diJiin aiispt fühi t. ctass il»e C^- 
meinde I.ond<»ii durch Vertiag v<»m Ji. 
Dezember ;"^C der IRSO pt-fenufeei 
die V'erpfluhtunp iibeiniHvinien hat 
den Ftiotllioi Mit/vili irtli»*en und »u 
pflegen. Der nahtbele^t^ Teil «lef 
Friedhof's wurde an die (;e»»eK»«i*^ 
veikauM. zur El>^eHerunp des beste- 
henden pi (.tt.st4.nlis4-hen Firedhots. Der 
jüdische Fi iedh«t ist seil Sommer «••'2 
vollständig neu etn?e/.u»nt >»'<>i«en. 
Dcirüber hinijup i^t btitbsM-htipt. r\m«4- 
um eine Fichienecke ;.n/i>pflnn^en Ef 
ist I einer drliit geHorgt wt.iden, i»*»» 
die umbei hegenden ^Men Gt ;<b*teiiir 
w irder i»iiige«t^llt wiifclen E.^ t» »Iti 
nicht 7M. da:if Crii.b»-U)n€ d«i»«h «»e^ 
Burscrmeisler der Gea^etnd* > ei ka»*n 
worden sind. B»i der Ai»tia»>mung« 
üibeiten .<ind Mebnehr einige Ste»«» 
gefunden wo; den. die s•l»^ den Jahie». 
SH) bis l«*'0 s»-»T»nr>»en uxn\ %>H /») 
einem Meier unter de-^ Eid» tafen 
.^uch die"« Steine >»'>»ide*. wie^ie- aut- 
geütellt. 
t Die Bundesieffiei unf Vv;»i v«»»», H«»»«f- 
h*iltsiahr i'»'^^ -b e»nen Bet'^i: w^ 
7unachst loo.aoc D M-rk ru' du v*»« 
Landern und Gemeinden bell iebene 
Wiederhei -t« Ihmg jüdincUer Fiiedh«»»e 
voi 2esch<n. Es stt-ht /n e>»:.»ier •*a»»?' 
in pl.inrtiH^siger Atb«i1 . Ilt Uid)M>>e» 
Fuedliole im B.Ji.d* -l-t » en»> bi td >•' 
oirien o^dMllnf^gem^♦^se•^- Z,t>»<U*n«l 
' Iconimen. 





MANISCHEWITZ 

AIVIERICAN MATZOS 



1ti5?lt itiiit »<ph1 — 

tl«tv 't •» 

^|Mt1 i<i< CtritsM! 







Heins Koeher Baked Beaitf iiow 
pack^d two different way»? 1b th« frc«»> 
)ab«)ed can« and jar, they*re »teeped in 
deHctou« tomato sauce! In th€ brown- 
labeled can, they're drenched in tenopi- 
ing molasses sauce. Both kinda of 
Heinz Kosher Beans are baked— 
oven-baked — tili each morsel is 
tender, n^ellow, nut sweet! 
••Mm...a meichel!" Try some 
for supper or lunch today! 



iWlEDBEAf, 



> / ^ * « . A 






.^-— TjJBM? r; 









ORIGINAL- 



EyROPÄISCHE THERMOMETER 

OAÄ VORZÜGLICHE NEUE ABFÜHRMITTEL 

CHARLES HERB PILLS 

•^«. »einen Kräutern, frei ▼on «>Un ( K«>miWfc»M'n 









«1«: 



:v.tlv^/ 









l^reen lobel . . . toivKylc »«tite) 






'., >' 



TW7*«-* 



BEAN' 



o> 




!«"•«« 



The (u) Kosher Seol 

>Mf UHK>N Of 0*fH0»OX Ü^MSii 
C0N6HGA1I0NI Of AMMCA 

HEINZ KOSH ER 
BAKED EEANS 



CoBficfation 
HABONIM 

RabbinM Dr. HUGO HAHM 

Büro: 200 W. 72 St.. M.Y.C. 
Tel.: TlUfalgnr 7->280 

FveltAff. 9. Janiiar. 8:15 P.M. 

ABEND. 
GOTTESDIENST 

in» Trtte Slaters BuUding 
VJG We»t 85th Street. M.Y.C. 

Anschliebbtiid . 



Y O m T » A G 

Dr. Hnnn« R«i»*ner • 

Dr. Stephen K«y»er: 

"Der geecKichtlicKe 



Frau««v«r«im Enm« Wo«e<leli 

% 

SONNTAG, 11. Jan., 2 UWr 

GEMÜTLICHES 
BEISAMMENSEIN 

•R <ler AUDUBON HALL 

Alle hei /lieh \a iMkummtn ! 



i»ta«. 16. Jan.. 1«:15 A.M. 

MORGEN- 
GOTTESDIENST 

iM Mispah Te«npl« 
87-11 Whitney At.. Elmhitr«! 



Kalender -laiel 

Fr. abds : Sa , lO JanuMr l«»'v: 
Pi. Tev^es b7l3. 

Sybbath-Ant'ang: ^:'.ti p. nr, ; 
Sabbath-Ende: 5:24 p. m. 

Wochenabsehnitt: Scheii»o« {7. 
Buth Mos. 1,1— fc.l). 

Haftora: Jesaja 2", i-i.-; ?f. 

l-i-v 2". 22-23. 



"Dil fitichu Mol»*; Uk wtW 4otK }(nige)iev und diese 
tvuyiderbare Ersehtmtnifß belrttehten. Vi'arum oerbrjfnni 
der Dornbusvh ntchi?' (Exodus 3,3.). 

»rehiung ^iicJ Mose und den Propheten iinnier noch 
in leic'henn Masse zuieil. Gleichwohl beruhen ihr Ruhm 



•ck*k. I»c. Ii«rxr Htn«y M. SKot- 
1 nd. *ie»vieee ;,♦ PUC. -^S« We«t 
I5»th Si — *f , • Ja», 4 JC 
p. W) ; Sa . ^ a. m . Mtnchah 4 j« 

p. w> ; Fr.. 1*. Jam , 4 45 p. nr>: 
anschi. Svhiur m. Maattw. Reli- 
ßioneunierjuhi : .So, * >C bis 12 
Sa , 9 a. im . Miini»ah * X p m 
Uhr. Spi e-fhhionUt Sc i« bis 
12 Uhr. 

Congregatlon Enket Woxedek 
Alldllbon H^l), jcc Sil u. b vva> 
Fr.. 4 4' p. n, ] s^, . '/ a m , Prc- 
1 u /- • *• »:< u ** j T < - ^^ il'Kl Pubb Dr Koppe); So.. ^-i2. 

und ihre Grosse »*ut Eigenschaften und Leistungen, die Reh{;ions».thoi« u. Sprechstuniie. 

mit dem Sinnen und Trachten dti Menge wenig gemein Taglieh: y-^ p. m , Untemcht 

. . r .»11- • »_A j i- *:.e.4.^ i'^c a. m.. : p. «r»., Andai-hten. 

hüben. E*> ist duithaws nicht .so, dass die tiefsten t^^ y. jj,n 2 p m. Fr.tucn 

Wun.schregungen bei beiden die gleichen sind und der vtrem »n at-i A>idi*bon H..11. 

Fort Washington Synagcgue, 



Kalender -Vorschau»: 

Sa , 17. Jan., 1. Sthwat; Woert. 
.Sa., 24. Jan., 8. Schwftt; Bo 
Sa., 51. Jan.. U. Schwül; Be- 
'.sthalach. Schiibbos Schiro. 



AUS DEN GEMEINDEN 

CMi«te«atioA Habenini. 2oe W Bloch. - Fr . 9. Jan . .Schabbos- 
-2nd St. Rabb. Dr. Hugo Hahn. ^ Eingang 4:28 p. m.: Sa.. Scha- 
Fr , 9. Jnn.. t.J5 p. »«., Tiue'chaiis ^ a. m., Piedigt. Minchuh 1 
Sisters BlUg.. i^O W. &5th St., < 35 p. m.. anschl. Lehi voilrag. | 
AASchl. Vortrag Dr. H. Reis.sner. Ausg. 5:24 p. m.; Wochentags. 
Dr. St. Kayser: 'Der geschieht- Schacharis 630 a. m. »So., f> 
liehe Jesus". Sa. iCis a. nn.Ja. m ). Ma ariw 8 p. m.; Fr., u. 
Mizpah Temple, 67-n Whiltney ' Jan.. Schabbos-Eing. '^ j»o p. m : 
Ave., Elmhur.»;!: Fr., it-. Jan. ' Sa., Schacharis 9 a. m.. Mind-ioh 
t 15 p. m., Tiue Sisteis BUig |4:40 p. m.. anschl. Lehivortrag, 
Sa., ic:i5 a. m.. Morgen- und ' Ausg. 5:31 p. m.; Wocherftagp. 
Jkigendgottesdien.«!. Tu»« Sisters schacharis fc:30 a. m. (o»o. c 
BIdg. 'a. m ), Ma ariw 8 p m. HebroA 

American Con9»e^»ion ei Jewt School. Mo. Do, ,:i5-fc p. m. 
fiom AuttTia. - .^ W. ^nd St. 1 D' • Mi., 4-fe p. m. Oneg Shab- 
Rabbi Dr. E. Landau. Oberkan 'ba^h— gioups tor boys and giriF: 
tor G. Maigolis mit Chor. — Fr., 'Every Shabbos 3 p. m. Retre-^h- 
* .36 p. m., mit Piedipl; Sa.. ^:3e nients. Children of non-inemberf 
a. m. Sehachris, *:m: p m Mm- are heartily welcome! 
tha, anschl. Muariv. | Congrvgat. Nodah Biychndah. 

American JcwUh Con«««9aHon, >250 St. Nicholas Ave. Rabbi U 
>b7 W., ^3id St.. New "ioik. — Scheinfeld. — Fr.. «. Jan, - * 
Jeden Freitag f:i5 p m., ieden P m., 8 p. m.. Rashi Siuur Tt-i 
Schabbat 10 a. m. Ansprachen: ^ hilim, Mr. Sales; Sa.. «3 a. m.| 
Geoige Wolfinger. ,\Hh\\in LJn-l3:45 p. m.. Gcmoro. Min«hoh i 
•len. Pvä«.; Max Wrtlenberg, P- tn , Meläwe M.Jkf; Fr. it 
Kantor. J»« . '' ''O p. m.. e p. m.. Ra.<hi 

_ * ». ^. , , », _, « ! Shiur. Teliilim, Mr. Säle«-; Sa.. 

Ce«9»e9atK>» Ob.l Jacob, »ji , ;„ , ^_ Gemoro. M..^ 

Amsterdam Ave. (bet. >0^ '*^^ ..woh w^^iUtu»« t,M« a m <^o 
St.). Rabbi L. Munk. - rr..|^^o*^- ^^^"*''^«*' ^ ^« *• "" ^"^ • 
Jan. 9, 4:iC p m ; Sat . •Ol a. m., ; f . . _ . _ . 1 



Prophet nur dies vor der Menge voraushatte, dass er 
sie besser und künstlerischer artikulieren konnte. 

Der Prophet ist ein Gottessucher und Wahiheits- 
sucher. Das nuicht ^ein Wesen aus. Das unterscheidet 
ihn >on der Menge. Zwar behauptet mancher, in allen 
Menschen sei dieselbe Quelle der Religiosität vorhdn- 
den. allen .sei, mehr otler minder stark, ein Gelühl eigen 
von der Ewigkeit, von etvt^as Unbegrenztem und Unend- 
lichem. Aber ^selbst wenn Millionen Menschen die.ses 
Gefühl in sich entdeckten, so lässt sich dennoch nicht 
demon.strieren, dies sei die eigentliche Quelle der Re- 
ligiosität bei jedem Einzelnen. Weder die Empfindung: 
von etwas Unbegrenztem noch das Gefühl der unauf- 
lösbaren Verbundenheit mit dem Ganzen des Seins 
macht einen zum Gotte.*«sueher. 

Gefühle sind blind. Sie können sich auch ans Nie- 
diigste urni Nichtigste heften. Die Gefühle der Fülle. 
etwa das Gefühl der Zusammengehörigkeit, und die 
Gefühle des Mangel.«, etwa dae Gefühl der Abliängigkeit shabbat 
und der Anlehnung — beide können erkläit und gestillt p ™ ^-/•';*^/'^*^;*"*^ 
werden oder unerfi*llt Weiteen, ohne da.ss man zum 8 1 m : Mo v D» . 



I 3f a. V, JugeAtiftoMeWtemU 

» a. m.. 4:45 p. m , t '' p m^ 
Wei-hentage i >« a. m , / >c p4pL. 
So, 1 3« a. m, 4 4i p. m. 

Contie«aMe« OliaT Sbolawan. 
4(24 Broadway. Habbi Ralph 
Neuhans. — Fr. •. Jan. * 1' 
p. ro ; Sa , •:4i. a. m . Jufend- 
gottesdiennt 3 p. m . Mmcba 4 •>« 
p. m., Lehivortrag. Ausf 5 ?5 
p. m ; Fr , u. Jan . * *i p ir. ; 
Sa.. 8.45 a. m.. Jugendgoiier- 
dien.'t 3 p. m . Mincha ' p. m., 
Leltrvertrag. Ausg. ^ ?s p. m. 
So , 8 a. nr». 7 p. m. Wochenlagf 
/ a m . 8 p. m. Büro: So . »1 k.»r 
i2 und Ml.. 8 15 bis ic p. nn 

Confre«aMen B'nai J»cob. 
Bronx. 1j>?S Momis Ave N4>«.rii c. 
Rtv. Mäx Gruenfeld. - Fr., 



*. Jan., 7 >6 p ni 



« i 



: W J-/fU; S1 Dl 1 Mi)ilii»>ej 

Bloom n.ibbi. Rev. W»iner Si- 

mon. Cantor. — Seivices Fr Neumonds - Vei kundigunf Pit- 

8:*C p m : Sa. i(- ^ a r*\ RtDg- <''g^- S.'»bbatende ^:25 p. m : Fi . 

ioiic Sv),r.«.| S,.ri .( Ol ►■ tn ]>*•■ J»» • 7.^0 p m. Rau»'ch Chau- 

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p. m Sc c j nn.. Piedij»! Ju-;.fve. — Fr. Ji»n <>, < m p m.; 

?endgoitei.il»t)».-t j i jC tiC. J.>n ) Sa , Jan. >♦. k )0 a. m. 4 25 
Minchah * ^'^. Maaiix "= .:4 p. »n. o. m., 5 25 p. »»i ; Fi Ji*n x 

• 17. Jan.^ Minchah 4 !,§. Mauiiv |4:-30 p. m ; Sa. Jan i7. » j( a. m . 

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Mo., f : •>( p. m.. Ui« H<! ren: Di. 
IM ; Sc., if Jan 
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Gottessucher wird 

Menge sind, wer »rurd woW im Ernst glauben wollen, ^''^r p 
dass alle, die sieh regelmässig eder gelegentlich in den 0. u> 
Gotteshäusern veisa»>»meln, Sucher und Forscher nach 
"ff»n* et orige" def Seins sind? ).m. 



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t:3C a. m. «i/i. SVr., t 15 a. w» ), 
8 p. m.: Fr.. U. Ja« , 4 3* p. m ; 
Sa, 9 a. m. U7i. Str., * 45 a. m.) 
P)e<ligt <171. Sir'l, Schiar 5*3« 
p. m . Minch« f p. m.. Aii^g. ■: 31 
p. nr..-. So, 7 3C a. wi . fc p. m 
(171. Str.), : p. » >; Weiktag' 
t ; 3C a . m . f p m . 

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i t:ort W.i.-hinjiic.n Ave R.-bb' 

Herman l>ieber. Fi «. Jan 



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Mtneha U. .Schrifterkl. i:*"^ p m 
Ausg. l:25 p. m; Fr., u. Jun 
446 p. m ; Sa.. <? a. m . Predigt 
Oneg 4 p. m . Minclia «:'-C p. m . 
Ausg. : '0 p. m : Wciktügs 7 
.1. m., £ p. m. RelisJonsschul«- : 
So. 9-12; m der Woche -s-c p m 
Cengrcgation Tikwoh Chado 



Pre«iigt. Pak>sch Chaude«jcr. Ben- 

sehen, Mincha ^35 p. m.. Maa- 

I iw 20 p. m ; Fr., u Jan.. * *c 

p. M : Sa. 8:^5 a. m. R^uvch 

,Ch..inle«.ch, X^iiicha ^ «r p. m.. 

••15 i r^^inv(.ifr»g. Maanw -^ »r p rn ; 

Rabbi K.ihn !So. 8 a. «n . f p w; Mr, l.>f D*.. 

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Rabbi. — Sa . i*. Jan . Etr,f.ittf 
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2700 Broadway. New York 2S N. Y. - UW 5 0330. 



Alle unsere Veranstaltmigen fümdern Im der 

Vestry Hall des Communiity Cenfer, 

270 West 89th Stree» sta+if. 

Bitte bringen Si« Ihre Milgliedskart« su aU«« V^raaicallun^en mit. 



i)(lllMIMIitm|MMIU|llllilllll||||||||||jlilJHI||||illlllll<IIIIIIMIIIIIIIIIIIIII<H^^^^ 

1 Sonndbend, 17. Januar, 8:30 p. m.: | 

Der Vortrag von Ludwig Mcncuse ist auf den 2'^ Januar ver- § 

Jryt worden, dafür findet der jolgenj^ V jrtrig statt: i 

Julius Bab: Die Jüdin von Paris | 

RACHEL — ilN WUNDER «IM JFR ANBRUCHS | 

KULTURGESCHICH PE | 

D«r Vortrag ist ein SCHAUSPIELER-PORTR AT ia demselben = 

Sinne, in dem Bab Tor kurzem das wunder vatie Bassermann- 1 

Portrat in der Gedenkfeier des "Aufbau' uai New World E 

Club geschaffen h.it. = 

Eintritt: Für Mitglieder 30^ Ind. tax iur Ca«^i '>1^ tncl. t«K. ^ 



_ l>tllllltllllMIII|t(lllllltlllUllllllllMl|tHllllltil(IMIIIIIIIIIIIIIill|||||||l|j|||ll|||||||||||||||)|^ 

= Sunday, February Ist, 8 p. m.* = 

1 Shiarpen Ya^uf W'ifs i 

I Big Quiz Night | 

I Cottte.^tayUs from every groui) wtll be seiected. PRIZES will | 

= he awdrdeS to the n;'»»»»»r,>v 1 

m The questions will be in the following categories: 1 

I History. Geography, Music. Sports, General Knowledge, Etc. | 

= People with unusual professions please contact us (UN 5 0800J 1 

p MC: Loh Suga^-tnan = 

g Dancingtafollow. = 

S Admiftsion: For member« »1 the N W.C. 5i)*. for 9u««t« 75*. = 



= Sonntag. 8. Februar. 8:30 p. m.: 



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GRUPPE FÜR KRANKEN- & SAUClINGSPflEGE 



M Vorsitcende: Dr. M«i-thi Htii^'Xdt 

1 Dienstag, 20. Januar, 8:30 p. in.: 

1 I Cn'halisf ragen. Social Secitray E rumernhed'o.'jiiitgeii. 
J 2^ Beantwortung von Fragen an.y der tagUch.en Prax>i. 
3> Vortrag i'or? 

DR. LUDWIG JOSEPH, Leiter d-*r Sprichklinik am 
Jewish Memorial H-J^pitit: 

*'HHf9 bei Spra€h- und Sfiimtpnsioru'fngen von 

Kindern und Erwa<lf«S0'f«<9Tt" 




/ 



Erzählfes Feuilleton 



rühmte "Aufbau"-Autoren berichten über Erlebnisse 
oder lesen aus ihren Werken. 
ES W' ERDEN' SPRECHEN . 

Claiie Coli Kur» Kerst^c». Jj^ob Puard 

O. M. Graf H E Jacob Kun PifUhus 

iDie.ser Vortrag i^t vom 25 Jitn,ar jut da.< ihige Datum 

verlegt worde» ) 

Eintritt: Für Mitglieder 40r inci t«K für C««(e 7Sr incl. tax. 



^ /Ti(llliillllllMtiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii(iiiiiii(iiiiiit(iiMMiMiiHiiiH)niiiiniMiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin 



THE ClUtt 

Age Group 23 3S 

Chairman: F. K H«pp4aii«»im«»r 

For information call; Helmut F«l<i 

TW 7-2tf52 

Sundc<\ . Jamiai.v ii- Wcdther f>^r - 
iiiittiM4, we plan a slioit Wiilk in Um 
allernoon and diimer, j<jintl.v in Ctiiin- 
town. We sliall meet in the lobby of 
tlie Bearon Hotel (Bioadway and 7'itti 
Street) al 3 p. m. In case o( hi*l 
weatlicr we shall attend a tnovie (l.> Vk? 
decided b\ inajoiit> ol people pieseut) 
and ha\e dinner alteiwards 

Wedne.^day. Januar y i«; Brtil(S*^ aii 
N'eugrocNi'lirs at 3 p in 

SvMiday. January 14- We siiall inv»»*t. 
at 3 p 111. at Vestiy Hall. C'cnnmunity 
C!enter on 8->!h St. toi a pei forni.'juce 
lo be stased by one ol New Y,>rk:'r* 
ainatoiir theatte groups. Fuittie» dii-«. 
laiis to f()llow in next week'j colMinn 



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Age Group 28 and Up 

Sunday Jan lUii 12 noon 
Untermeyer Estate 

Meet at '/And Stieel and Btoidvw.iv, 
last stop o» IRT subvvay, rit.nk-^i V nt 
Coitlandt Pjik 

Bring luiicli, weai stuidy Jutf»* \ 7 
iiours Walking tune Ai»pi\»>C(in.it«* 
lares: 30f. l« rhaiae: Ro*e Li>we'»>ti »1. 

Wer den "Aufbau* Me«t« 

lebt mW der Zeit 



Eintritt- Mitglieder de« N.W.C. Zix Gt^t*« >4)<ir 
wcUkommen! 



/'••iifrcn tnn hertlicti = 



i Sonnabend. 2S. Januar, 830 p. m. 



Ludwig Marcus«: Voii Berlin 
nach Jerusalem 



1 Dies wird der einzige Vortrag des bekiont-en Lileraturhislori- E 

i kers und Professors an der University -ii Southern California E 

i sein, den er in diesem Winter in New York hall. Marcuse ist s 

1 soeben von einem halbjahrigen AufenthiU in Europa (speziell J 

I in Deutschland und Israel), wo er im Auttri>^ les US Foreign § 

= Service an den verschiedensten Universititan gesprochen hat. 1 

= zurückgekehri. = 

= Eintritt: Für Mitglieder 30r incl. tax für OiU'i y)« incl. tax. ^ 

,%iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii)iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiii^ 



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«ctiltecslicli in den Sprechttunden. 
Schriftlictie und telefonische An- 
m-^ldungen und Anfragen werden 
nicht berücksichtigt. 

E« wird ersucht, NICHT VOR 10:15 
lu arscheinen, da der Warteraum 
vorher nicht geöffnet wird. 

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stund« at>4ehaUen. die unseren Mit- 
^lir*.iein die einen Wechsel ihrer Stel- 
luci.» bejb>iLhtigcn, die Möglichkeit 
get»»;»i »oll ihr Probiet« mit dem Lei 
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„Denk' ich an Deutschland . . ." 

Zum 70. Geburtstag Jakob Picards / Von Stefan Andres 



Jakob PI Card lernte ich in einer 
Kolner Weinstube kennen wo sich ge- 
legentlich einige Schriftsteller trafen 
loh wußte von ihm nur, daß er Rechts- 
anwalt sei und Gedichte schreibe, 
manchmal auch eine kurze Geschichte. 
I>aß er vom Bodensee stammte, das ver- 
riet seme Sprechweise. Er sah ein biß- 
chen wie Ramses aus, fand ich scher- 
zend, also sehr mager, durchgeistigt, 
temperament\'oU und doch zugleich still 
und gesammelt. 

Dann kam das Jahr 33 Mit Über- 
raschung stellte ich fest, daß der Mann. 
den ich für einen katholischen Aleman- 
nen gehalten hatte, ein gläoibiger Jude 
war; und auch: daß der Lyriker, der 
so gerne Verse anderer und auch eigene 
leise vor sich hin&prach. im Dreck und 
Feuer der Front als junger Offizier sich 
ausgezeichnet hatte. Und ich erfuhr 
weiter, daß einer seiner Brüder 1914 
aus dem Ausland heimgekehrt war, um 
für Deutschland zu kämpfen und zu 



Minima Moralia 

^-Von Theodor W. Adorno 

Der Splitter in deinem Auge ist das 
beste Vergrößerungsglas. 

Bei vielen Menschen ist es bereits 
eine Unverschämtheit, wenn sie Ich 
sagen. 

m 

Ein Deutscher ist ein Mensch, der 
keine Lüge aussprechen kann, ohne sie 
seihst zu glauben. 

Der Antisemitismus ist das Gerücht 
über die Juden. 

Erster und einziger Grundsatz der 
Sexualethik: der Ankläger hat immer 
unrecht. 

m 

Geliebt wirst du ein2ig, wo du 
schwach dich zeigen darfst, ohne 
Schwäche zu prov>ozieren. 



Kunst ist Magie, befreit 
Lüge, Wahrheit zu sein. 



von der 



Von sehr bösen Menschen kann man 
sich eigentlich gar nicht vorstellen, daß 
sie sterben. 

Wir sagen und Ich meinen ist eine 
von den ausgesuchtesten Kränkungen. 
Entnommen: Minima Moralia. Reflexionen 
aus dem besdiädigten Lieben. Suhrkamp 
1991. 



ßlei ben. Er las mir die Sonette vor, die 
er seinen zwei gefallenen Brüdern aai 
die Gräber geschrieben Jiatte. Wir alle 
versicherten ihm damals gutgläiubig und 
ahnungslos, wie wir waren, daß die 
trüben Wellen des Antisemitismus Leu- 
te seiner Art niemals erreichten, dafür 
lebe man ja, das war unsere Beweis- 
führung, in Deutschland und nicht in 
Polen oder sonstwo. 

Aber dann kam die Stunde, daß ich 
in Berlin Abschied von ihm nahm. In- 
des — nicht er war es, der aus Deutsch- 
land fortging, sondern ich. Er stand auf 
dem Bahnsteig und reichte meiner Frau 
mit dieser hilflosen Herzlichkeit eine 
— Kristallvase, die noch von seiner 
Mutter stammte, ins Abteil! Drei kleine 
Kinder bei uns plus Kristall, meinte 
meine Frau, da müsse eines von bei- 
den auf der langen Reise wohl Scha- 
den nehmen. Und sie bat ihn, uns die 
Vase doch aufzuheben, bis wir uns 
wiedersähen. „Ach", sagte er und nahm 
ßein Geschenk wieder niedergeschlagen 
zu sich, „das wird wohl lange dauern!" 
Ich beugte mich hinaus und flüsterte 
ihm zu: „Jakob, ich habe dir jetzt oft 
genug gesagt: es wird Zeit, es wird 
höchste Zeit! Mach dich auf die Sok- 
ken!«* Wir saßen schon unter unserm 
politischen Wetterdach am Mittelmeer, 
der Krieg war bereits ausgebrochen, 



da erhielten wir — es war Ende 1940 — 
von ihm eine Karte aus Japan. Via 
Rußland war er, genau ehe die Ma-use- 
falle zuschlug, nach den USA unter- 
wegs. Und dann erhielten wir noch 
einige Nachrichten, wie sich die 
Quäker drüben seiner angenommen 
hätten, wie er Blimien zog und eine 
Fabrik zur Nachtzeit bewachte. Und 
vor allem: wie er in Massachussetts 
versuchte, ein Amerikaner zu werden. 
Vierzehn Jahre waren vergangen, da 
schickte ich ihm aus Neufamdland nach 
New York das Telegramm, daß ich in 
der folgenden Nacht auf dem Interna- 
tional airport aus dem Himmel fiele. 
Das Flugzeug hatte vier Stunden Ver- 
spätung, ich konnte nicht hoffen, daß 
er noch da war, vier Stunden, in der 
Nacht! Und ich dachte daran, daß er 
fast siebzig sei.. Aber er war da — und 
an sein Alter konnte ich dann nicht 
mehr denken wie ein Junge lief er auf 
mich zu. Wir sagten beide zueinander, 
wie man das so sagt, vielleicht aus 
Angst, der andere könnte etwas ande- 
res sagen: „Ganz der Alte!" 

Es war später Abend, als wir uns 
zum Wiedersehenstrunke zusammen- 
setzten; und es war später Morgen, als 
wir aufstanden, um ein wenig zu 
schlafen. Ueber was aber hatten wir so 
lange, so unaufhörlich und anit dieser 
seitsamen Erregung gesprochen? Nicht 
über die vierzehn Jahre dazwischen, 
nicht über die Literatur der Gegen- 
wart, nicht über die USA und Ruß- 
land und die Weltpolitik. Nein — iöh 
hatte nur das Eine zu beweisen ver- 
sucht: daß er noch der Alte sei, der- 
selbe, der Lyriker aus Wangen am 
Bodensee, der Unrecht erlitten hatte 
und nun dies Unrecht wie ein Weiser, 
wie ein Dichter zu ertragen und mit 
mir nach Deutschland zurückzo- 



kommen habe. Und er bewies mir die 
ganze Nacht hindurch nur dies; daß es 
für ihn keine Rückkehr mehr gebe; daß 
vierzehn Lebensjahre in einem anderen 
Land uns mit diesem verbmden und 
von der Heimat lösen. Nicht em erlitte- 
nes Unrecht, sondern dessen Folgen 
hätten ihn zum Bürger eines anderen 
Landes gemacht. 

Jeden Abend aber, wenn wir auf sei- 
nem Zimmer saßen — diesem kleinen 
Museum eines Herzens, das nicht ver- 
gessen kann — jeden Abend begann 
ein leises, flüsterndes Zurück. Er saß 
an seinem Schreibtisch und reichte mir 
Fotos herüber, Gedichte, Briefe: „Lies 
mal!" Städte tauchten auf, Landschaf- 
ten und vor allem die Namen von 
Freunden, von getreuen und unge- 
treuen: Schaefer, »Reinacher, Kneip, 
Woehrle, Brües, Bhrler, Jaques. Jeder 
dieser Namen hat für den einsamen 
Mann in der 122ten Straße eine ge- 
heime Geschichte in der «ich die Lite- 
ratur, aber mehr noch die Politik und 
noch mehr der deutsche Mensch der 
letzten fünfzig Jahre spiegelt. Unsere 
deutsche Tragödie —das ging mir lang- 
sam aus diesen Nachtgesprächen auf — 
kann niemand so schmerzlich klar se- 
hen als ein deutscher Jude, der dieses 
Land mit dem Herzen eines Dichters 
geliebt hat. Als mir Jakob Picard er- 
zählte, wie der Dichter Mombert, 
ebenfalls im letzten Augenblick, als 
ein Gejagter das Land seiner Liebe 
verließ — er starb dann jenseits der 
Grenze — da wußte ich, wen ich hier 
in New York zurückließ, einen von den 
Hunderttausenden, denen die deutschen 
Antisemiten die Heimat gestohlen ha- 
ben, aber einen, der selber sein Herz 
dem Haß verschlossen hat — und dar- 
um noch Gedichte in seiner Mutter- 
sprache schreiben kann. 



Geburt und Tod 



Von Ricarda Hudi 



„Wenn ein Kind geboren wird**, sagt 
Luther, „sehe ich Gott auf frischer Tat.** 
Ein sdiönes Wunder begibt sich: im 
Schöße der Mutter hat sich ein kleiner 
Mensdi gebildet und arbeitet sidi aus 
der dunklen Höhle, in der er reifte, ans 
Lici^it. Staunend betrachtet die Frau 
das zarte Gebilde, das Kind, beglüdct 
und besorgt zugleich: vollendet liegt 
das kleine Ebenbild da mit beweglichen 
Cllcx^tiTi • uiiO klaren GesJditszügen; 
aber ob die dunkelsdiimmemden, ziel- 
los blickenden Augen sehen? Ob es bei 
einem Geräusche den Kopf wendet, ob 
es hört? Ob die Organe dieses zier- 
lichen Körpers richtig arbeiten? Denn 
sie, die Eltern, haben es ja nicht ge- 
madit, obw^ohl es von ihnen stammt, es 
ist eine Gabe, gesdienkt von einem, der 
Wunder tun kann. 

Den aufmerksamen Menschen der 
Vorzeit ist nicht entgangen, daß jedes 
Jahr ein ähnliches Wunder in der Na- 
tur geschieht; aus winzigen Samenkör- 
nern, die in die Erde gesenkt werden, 
erwachsen Halme, Stauden, Bäimie, die 
Frudit tragen und Völker ernähren. 
Die Samenkörner sind in der dunklen 
Erdhöhle geborgen wie der Keim des 
Kindes im Sdioße der Mutter, der Him- 
mel sendet Sonnenschein, Tau und Re- 
gen, damit die Pflanze wadise. Him- 
mel und Erde, Gott und Göttin, sind 
Vater imd Mutter. Urano5 und Gäa 
werden von den Griedien als das erste 
Ehepaar betraditet und deshalb bei 
Eheschließungen angerufen. Bei allen 
alten Völkern waren bei der Hochzeit 
Gebräuche üblich, die sich auf den Vor- 
gang der Fruditbarkeit in der Natur 
bezogen und der jungvermahlten Frau 



„Die Welt Werner Bergengruens" 

Von Theoderidi Kampmann / In der Sammlung »Gestalt und Werk* 



Die von Wilhelm Grenzmann Im Ver- 
lag der J. Schneiischen Buchhandlung 
herausgegebene Sammlung „Gestalt und 
Werk" kommt gewiß einem echten Be- 
dürfnis entgegen, nämlich dem Verlan- 
gen nadi gültiger Ausdeutung besonders 
begnadeter menschlicher Bekenntnisse. 
Wenn die Interpretation dann noch im 
Hinblick auf die gegenwärtige geistige 
Situation gewagt wird, darf sie als eine 
wertvolle Hilfe für alle angesehen wer- 
den, die in den Wirrnissen unserer Zeit 
um Klarheit bemüht sind. 

Diese Suchenden sollten auch an dem 
Werk Werner Bergengruens nicht 
vorbeigehen, denn es gehört zu den 
Zeugni.ssen universaler Lebensbewäti- 
gung, die durch ihre exemplarische Be- 
deutung hervorragen. Bergengruen ist 
ein nüchterner Verfechter verbindlicher 
Ordnungen, die er im Wandel der Er- 
scheinungen gewahrt sehen will. Damit 
aber tritt er in eine Problematik ein. 
der höchste Aktualität zukommt, denn 
wir sehen ja heute immer wieder die 
Unzulänglidikeit jeder durch Mensdien 
errichteten Ordnung. Es ergibt sidi des- 
halb die Frage nach der Autorität, durch 
die alle Gesetzmäßigkeit let/tgülticje 
Legitimation empfangen kann. Die Ant- 
wort gibt Bergengruen durch den Hin- 
auf das Urbiki des Reiches Gottes, 



dem die irdisdie Ordnung entgegen 
wadisen soll. Dann kann sie trotz ihrer 
Unvollkommenheit der Erneuerung der 
Welt den Weg bereiten. 

In dem Büdüein über die Welt Ber- 
gengruens, dem 7. Band der erwähnten 
Sammlung, übernimmt Theoderich 
Kampmann die Aufgabe des Inter- 
preten. Seine übersichtlich gegliederte 
Arbeit läßt dem Dichter volle Gerech- 
tigkeit zuteil werden. Der Zweck, eine 
verständliche Einführung in das Werk 
Bergengruens zu bieten, wird durchaus 
erreicht und auch solche Leser, die den 
Dichter noch nicht kannten, sind nach 
Beendigung der Lektüre gut informiert. 
Die Deutung Kampmanns zeichnet sich 
besonders durch ihre bescheidene Grund- 
haltung aus. Eine bedeutsame Ergän- 
zung erfährt die Interpretation noch 
durch ein Nachwort, in dem der Dich- 
ter selbst in eigener Sache spricht. 

Die Sammlung „Gestalt und Werk" 
entspringt einem glücklichen Gedan- 
ken, und es darf wohl der Wunsch 
ausgesprochen werden, daß sie im bis- 
herigen Sinne fortgesetzt werden möge 
iamit durch sie auch weiterhin ein 
vichtiger Dienfit an dory Menschen die- 
ser Zeit getan werden kann. 

Gerhard Aretz 



Kindersegen wünsdien und mitteilen 
sollten. 

Ein lieblidies Licht der Hoffnung um- 
spielt das Wunder der Geburt. Mann 
und Frau sehen ihren Bund gesegnet, 
durch ihr Geschenk hat ihn die Gott- 
heit besiegelt Sie sind nun eine Fami- 
lie; so wie sie zu ihren Eltern vertrau- 
end und verehrend aufgeblickt haben, 
werden Kinder zu ihnen a-'fsehen, ihre 
Kinder "werden, wenn .-**. gestorben 
9ind, ihnen die Pflicht des Begräbnisses 
leisten, ihnen Honig, die Speise der 
Unsterblichkeit, opfern, ihnen den Weg 
in das unbekannte Jenseits bereiten. 

Denn dieselbe Allmadit, die das Wun- 
der der Geburt tat, vollzieht ein ande- 
res, ein grauenvolles Wunder, das des 
Todes; sie nimmt zurüde, was sie ge- 
geben hat. Der Mensch stirbt wie die 
Blumen, die Halme, die Bäume sterben. 
Furditbares Erleben: die Gestalt, die 
sich kräftig bewegte und in blühender 
Farbe glühte, liegt still wie Stein, die 
liebkosende, die hilfreiche Hand ist er- 
starrt, das geliebte Antlitz ist fremd ge- 
worden in der entsetzlichen Erhaben- 
heit der ewigen Ruhe. 

Von allen Urphänomenen sind die der 
Geburt und des Todes diejenigen, die 
uns am allgemeinsten mit der Gottheit 
verbinden. Nicht jeder ist musikalisch, 
nidit jeder hat Sinn für das Schöne, 
und mancti einer hat ein stumpfes Ge- 
wissen; aber jeder wird geboren, und 
jeder stirbt, jeder wünscht sich Kinder 
und funiitet den Tod und weiß, daß er 
in Beziehung auf beides abhängig ist 
von einer höheren Madit, auf die er 
nur durdi Gebet wirken kann. Wir 
können uns kein Kind erzwingen, wir 
können es nur empfangen von einem 
Geber, der gibt, wann es ihm gefällt, 
und "wenn ein höherer Wille uns von 
der Erde abruft, müssen wir folgen. 
Wie wir au3 dem Nichts herausgeführt 
sind, werden wir wieder in das Nidita 
zurückversenkt, wir, die wir glaubten, 

der Mittelpunkt einer Welt zu sein, mit 
dem die Welt 2aisammenstürzt. Nur der 
hinter dem Schleier des Tode» verbor- 
gene Gott, zu dessen Ebenbild wir ge- 
schaffen sind, läßt uns hoffen, daß un- 
ser Ich an der Fülle seines Lebens teil- 
habe. An der Grenze unseres Erdenda- 
seins wird sidi immer wiader, wenn 
wir auch unfähig sind, uns die Form 
eines Jenseitigen vorzustellen, die sehn- 
süchtige Frage und das stolze Bewußt- 
sein erheben: et ultra. 
Aus: „Urphäncxme", Atlanti»-Veilag, Frei- 
burg 'Breisgau. 



<f ^me 



Der französische Schauspieler Sascha 
Guitry erklärte einer jungen Schau- 
spielerin auf die Frage, wie man sich 
meinen Charme bewahren könne: 

„Denke immer daran, auf irgendeine 
Weise heiter zu bleiben. Denn wenn du 
traurig bist, wirst du unschön; wenn du 
unschön bist, wirst du verbittert; wenn 
du verbittert bist, wirst du unliebens- 
würdig, und eine unliebensxcürdige 
Frau hat niclits — weder Freunde^ noch 
Liebe, noch Zufriedenheit. Devka ihr 
fehlt 4et Cborme* 




Guter Wein im fatsdien Glas 

f,Der fröhlidic Weinberg'' — ein Film von Eridi Engel 

Wenn der deutsche Film in Rhein, Liebe und Wein macht, geht man 
am besten gar nicht erst ins Kino. Langweilen kann man sich daheim 
billiger. So war es jedenfalls bisher, und auch dieser neue Film um 
Zuckmayers „Weinberg" stimmt nicht unbedingt fröhlich. Nicht daß er 
etwa Langeweile verbreiten oder gar unkünstlerisdi-platte Unterhaltung 
geben würde. Nein, seine Gestaltung ist in ihrer Lauterkeit durchaus 
ernst zu nehmen — aber dennoch. Zwei Namen von Rang und Klang, die 
dem Filmwerk sein Gepräge verleihen sollten, finden nicht recht zuein- 
ander. Zuckmayer ist zur Zeit unser gewandtester, vielleicht sogar 
bedeutendster Bühnendichter und Erich Engel ein nicht minder her- 
vorragender Spielleiter — doch ihr Zusammenwirken ließ einen „Wein**- 
film erstehen^ der zwar Geist, aber keinen Weingeist hat. Die Zuckmayer- 
sehe „Blume** ging in Engels „kalter Ente" verloren. Das hat seine tieferen 
Urscu^hen. 

„Der fröhliche Weinberg" ist Zuckmayers erster großer Erfolg gewesen. 
Mit diesem volkstümlichen Lustspiel, dessen saftig -kernige Natürlichkeit 
zunächst mandien Theater skandal hervorrief, gelang ihm ein Repertoire- 
stück von kaum zu überbietender Beliebtheit. Dabei sind die Verwick- 
lungen, die er kunstvoll um die Figur des verwitweten Weingutsbesitzers 
Gunderloch und dessen Haushälterin Annem,arie, um Klärchen, Jochen 
Most und Knuzius konstruierte, gar nicht einmal so sehr originell. Die 
nach dem Muster des bürgerlichen Lustspiels gearbeitete Liebesintrige 
hätte unter den Händen eines unbedenklichen Stückeschreibers ebensogut 
in die handfeste Kunstfertigkeit des bloßen Schwanks einmünden können. 
Hier aber wurde ein echtes Lustspiel von komödiantischer Prallheit dar- 
aus, ein Stück, in dem Zuckmayer das warmherzig -menschliche Empfin- 
den des Rheinländers und den dionysischen SöimeU der rheln-hessisäieix 
Landschaft zu einem Ganzen verbindet, dessen sinnenhafte Gelöstheit, 
dessen glückliche Heiterkeit in rielem an die Erzeugnisse kostbarer 
Volkskunst erinnert. Eine gutartige Daseinsfreude ist darin, deren ge- 
lassenes Selbstvertrauen fast heidnisch wirkt. Alles riecht nach Brot, 
Erde und Wein. Die Personen sind weder Gliederpuppen noch Marionet- 
ten. Sie sind „rund" und vital; in ihren Charakteren ist dieselbe einfache 
Gewalt, dieselbe elementare Kraft und die gleiche natürliche Heiterkeit, 
die das Gesicht der sie umgebenden Landschaft bestimmt. Ihr Humor ist 
nicht aus der Situation, sondern aus ihrer GrundJialtung entwickelt. Er 
mag mitunter derb und vielleicht sogar gewagt sein, doch vie fehlt ihm. 
jenes Quentchen Güte und Selbsterkenntnis, das den Menschen erst be- 
fähigt, m,it sich und seiner Umwelt ins Gleichgewicht zu kommen. 

Diesen solchermaßen vorgeformten Stoff, der sich zwangsläufig moderni- 
sierende Zutaten und abschwächende Einschiebsel gefallen lassen mußte, 
gab man zur Verfilmung in die Hände Erich Engels. Das konnte nicht gut 
gehen, zumal Erich Engel ein Spielleiter ist, dessen künstlerische Stär- 
ken auf ganz anderem Gebiet liegen. Er ist der typische Vertreter einer 
Regieauffassung, die von der ratio ausgeht. Nach experimentellen Thea- 
terinsrenierungen, die das expressionistische Denkspiel wie auch selten 
gespielte Klassiker in neuem Lichte erscheinen ließen, hat er sich auch in 
filmischer Hinsicht einen festumrissenen Regiestil erarbeitet, dem Klar- 
heit und Logik über alles geht. Der kühle Atem seiner skeptischen In- 
tellektualität ist der prallen Lebensfülle und der Gefühlswärme der Ge- 
stalten Zuckmayers nicht sonderlich gut bekommen. Hier war nichts zu 
konzentrieren. Seine Empfindlichkeit gegenüber falschen Herztönen hat 
ihn hier in die Irre geleitet, und der üppige Schwung des dichterisch Ge- 
wachsenen, das Sinnenhaft-kräftige der Diktion wurde als unnötines Or- 
nam,ent verworfen. So kam ein, was Schau Spieler führung und Überwa- 
chung der Dialoge anbetrifft, außerordentlich präziser und sauberer Film 
zustande, der leider vnit Zuckmayers Atmosphäre zu wenig gemein hat. 
Das Ganze ist zu vegetarisch geraten und entbehrt der saftigen Diessei- 
tigkeit. 

Es ist schade um den Film. Hier hätte ein stilistisch selbständiges 
deutsches Filmlustspiel entstehen können. Freilich hätte man dazu nicht 
nur einen guten, sondern den richtigen Re0sseur gebraucht. So 
wurde ein untauglicher Versuch am tauglichen Objekt daraus. 

Günter Eb ert 




Blkk vom MhMien HMibcir 



Seite 8 — W, Januar 1^3 



DAS FBEIE WORT 



Nr. 2 — 4. Jalhrgaoc 



Der glückliche Prinz / von o^ar wSde 



Hoch über der Stadt stand auf hoher 
Säule das Denkmal des glücklichen 
Prinzen. Es war ganz bedeckt mit 
dünnem, feinem Blättchengold, trug 
als Augen zwei funkelnde Saphire, und 
am Schwertknauf glühte ein mächtiger 
Rubin. 

Alle Leute bewunderten das herr- 
liche Standbild. 

„Nimm dir ein Beispiel an ihm", 
mahnte die Mutter ihren Jungen. 
„Schön, daß es jemanden gibt auf die- 
ser Welt, der ganz glücklich ist", mur- 
melte ein alter, vom Leben enttäusch- 
ter Mann. „Grad wie ein Engel sieht 
er aus", meinten die vorbeikommen- 
den Waisenkinder, denn solche Engel 
sahen sie in ihren Träumen. 

Eines Abends kam ein Schwälbdien 
über die Stadt geflogen, das sich auf 
der Reise nach Aegypten verspätet 
hatte. 

„Hier ist ein schönes, luftiges Plätz- 
chen", rief es, als es das Standbild auf 
der mächtigen Säule sah, und ließ sich 




zwischen den Füßen des glücklichen 
Prinzen zur Nachtruhe nieder. 

„Ein goldenes Schlafzimmer hab' ich", 
sagte das Vöglein leise und steckte den 
Kopf unter die Flügel. 

Da fiel plötzlich ein schwerer Was- 
sertropfen nieder. 

„Wie seltsam" rief es verwundert, 
„am Himmel ist doch kein Wölkchen zu 
sehen! Ja, das Klima hier im Norden 
i»i nicht, sdiön." 

Da fiel ein zweiter Tropfen. 

„Was soll mir denn so ein Stand- 
bild nützen, wenn es nicht mal den Re- 
gen abhalten kann?" Die kleine 
Schwalbe war ganz unwillig und wollte 
eben weiterfliegen, da fiel ein dritter 
Tropfen! Und als sie nun zum Denk- 
mal hinaufblickte — ach, was sah sie! 

Die Augen standen voll Tränen, imd 
die Tränen rannen die goldenen Wan- 
gen herab. 

„Wer bist du?" fragte die Schwalbe 
voll Mitleid. 

^Ich bin der glückliche Prinz." 

„Und warum weinst du denn so bit- 
terlich?" 

„Als ich noch lebte und ein mensdi- 
liches Herz hatte", kam die Antwort, 
„da wußte ich nichts von Tränen, denn 



Notizen 

Von Karel Capek 

Ich kannte einen Schrijtsteller, der 
gestand mir, er sei nur deshalb zu sei- 
nem Beruf gekommen, weil sich zu- 
Sällig einm,al ein Berg weißen Papiers 
vor ihm auf dem, Schreibtisch auf- 
türmte. Da fiel ihm ein, daß er es am 
besten loswerden könnte, wenn er es 
beschriebe. So entstand das Manuskript 
seines ersten Romans. Er hatte Erfolg. 
Die nächsten schrieb er schon auf der 
Schreibmaschine. 

Wir erhielten einmal von einer Frau 
ein längeres Gedicht eingesandt. Es wa- 
ren die Verse eines berühmten Dichters, 
wortwörtlich abgeschrieben. Wir waren 
wütend über den versuchten Betrug und 
luden die Einsenderin mit einem 
freundlichen Brief zu einem Besuch ein, 
um ihr die Meinung zu sagen. Aber es 
icar entwaffnend: „Sehen Sie mxil, mir 
hat das Gedicht so gut gefallen, daß ich 
es fünfmal abschrieb und an die Zei- 
tungen sandte. Sie sollen au<^ wissen, 
wie schön es ist." So müßte m^n Ge- 
dichte lesen. Vielleicht war in diesem 
reinen Herren mehr Poesie als in man- 
chem Dichter. 

Irgendwo in den Alpen las ich einmal 
die Inschrift: Glücklich ist nur, wer 
ohne Glück glücklich sein kann. 

Vielleicht ist das der Gipfel der Le- 
bensweisheit, den ein Mensch erreichen 
kann. 



Wenn die Leute doch einsehen woll- 
ten, daß ein einziges Wort ein ganzes 
Gedicht und eine einzige Seite Prosa 
einen dicken Roman aufwiegen können! 
Schade um die Zeit, Ballast zu schaffen 
und meterweise Papier zu verbrauchen. 
Man dürfte nur den Rand einer Zel- 
fiinn beschreiben, das nntiqt ziir Kürze: 
dnnn vergHiimt m.nn n^irh nicht so viel 
vom, Lebrn. 

Aus dem Tschechisdien von Julius Mader 



ich lebte In meinem Palacte, der ,Ohne- 
Sorge' hieß. Meine Hofleute nannten 
mich nur den glücklichen Prinzen — 
und ich war wirklich glücklich. Und 
jetzt da ich tot bin, haben sie mich hier 
so aufgestellt, daß ich alles Häßliche 
und das Elend meiner Stadt ©ehea 
kann. Mein Herz ist zwar aui Blei, 
aber ich kann doch nichts tun aU mir 
weinen." 

„So ist er also doch nicht durch und 
durch von Gold", meinte die Schwalbe 
bei sich selbst. 

„Weit von hier", fuhr da« Stand- 
bild fort, „steht ein armseliges Häus- 
chen. Ich sehe eine Frau am Tliche 
sitzen, verhärmt und mit schmalem 
Gesicht, die Hände ganz zerstochen 
von ihrer Nadel; sie ist eine arme 
Näherin. Im Bettchen in der Ecke 
liegt ihr kleiner Junge, er hat «chwe- 
res Fieber und verlangt nach Apfel- 
sinen. Aber «ein Mütterchen kann Ihm 
den Wunsch nicht erfüllen. Muß der 
kranke Junge da nicht weinen? Ach, 
mein Schwälbchen, willst du nicht mein 
Bote sein? Bring der Mutter den Ru- 
bin au« meinem Sdiwertknauf. Ich 
kann mich ja von der Säule hier nicht 
entfernen.** 

„Ich muß weiter, nach Aegypten", 

sagte die Schwalbe, aber der Prinz 

fuhr fort mit seinem Bitten. „Der 
Junge hat doch so sdirecklichen Durst, 

und die Mutter ist so traurig.** 

„Jungens mag ich sow^ieso ni<iit lei- 
den", erklärte die Schwalbe, „erst im 
letzten Sommer haben zwei solche 
rohen Bengel mit Steinen nach mir ge- 
worfen." 

Aber der glückliche Prinz blickte so 
traurig drein, daß die Schwalbe Mitleid 
bekam. „Es ist ja zwar kalt hierzu- 
lande", erklärte sie, „aber idi bleibe 
über Nacht und will dein Bote sein.** 

„Ich danke dir, kleine Schwalbe", 
sagte der Prinz. 

Und sie pidcte den Edelstein aus des 
Prinzen Sdiwert und flog damit über 
die Dächer der Stadt und zum Hause 
der armen Frau. Der Junge hustete 
in seinem Fieber: die Mutter war vor 
Uebermüdung eingeschlafen. 

Neben den Fingerhut legte die 
Schwalbe den kostbaren Rubin auf den 
Tisch, schwebte um« Bett und fächelte 
dem Kinde mit sanftem Flügelschlage 
die Stime. „Ach, diese Kühle w^ird 
mich gesund machen", flüsterte e«, und 
sank in süßen Schlaf. 

„Wie seltsam", meinte die Schwalbe 
zum Prinzen, als sie ihm von ihrem 
Botenfluge berichtete, „jetzt ist mir 
ganz warm, und dabei ist es doch so 
kalt heute." 

„Das kommt, weil du etwas Gutes 
getan hast", sagte der Prinz. 

Als der Mond aufstieg, wollte die 
Schwalbe sich auf die Weiterreis« ma- 



chen. „Jetzt geht's los, Prinz, nach 
Aegypten, rief sie fröhlidi. 

nAÄ, mein Schwälbchen, willst du 
laicht noch eine Nacht bleiben und mein 
Bote «ein? Ich «ehe dort drüben einen 
jungen Menßchen In «emer Dachlcam- 
mer titzen. Er art)eitet an einem 
Theaterstück und kann vor Kälte kaum 
die Feder führen " 

„Ich bleib«", sagte die Schwalbe ent- 
schlossen. 

»So nimm einen Saphir aus meinen 
Augen. Der junge Dichter soll sich 
davon Nahrung und Feuerholz kaufen I" 

Da pickte sie des Prinzen Auge aus 
und legte es dem jungen Menschen 
neben seinen Strauß verwelkter Veil- 
chen, ^etzt kann ich mein Stück 
vollenden!" rief der Dichter und 
blickte ganz fröhlich drein. 

AI« der Mond au&tleg, kam die 



Und dann flog sie auch über die 
Stadt und berichtete dem Prinzen von 
allem, was sie dort sah. Und als sie 
v^ der Not erzählte, die unter den 
AiTnen herrschte, da hieß er sie das 
feine Blattgold, das ihn bedeckte, ab- 
lösen und den Armen bringen. 

Das Schwälbchen tat nach seinem 
Wunsche und verschaffte vielen Men- 
schen Brot. 

Doch dann kamen Schnee und Frost, 
und es halte Mühe, sich warm zu hal- 
ten, indem es mit den Flügeln schlug. 
Schließlich hatte es nur noch so viel 
Kraft, noch einmal auf seine Schultern 
ZU flattern. „Leb wohl", sagte es, 
l<üßte ihn auf die Lippen und — fiel 
tot zu seinen Füßen nieder. 

In diesem Augenblick vernahm man 
einen seltsamen Laut; Des Prinzen 
bleiernes Herz war entzweigeborsten. 
Ja, der Frost war wirklich streng. 

Tags darauf spazierte der Bürger- 
meister mit ein paar Stadträten am 
Denkmal vorbei. »Wie schäbig der 




Sdiwalbe, un\ Lebewohl zu sagen. 
„Ach, kannst du bei mir nicht noch 
eine Nacht bleiben?** bat der Prinz. 
„Dort unten auf dem freien Platz 
steht ein kleines Streichholzmädel. 
Ihre Ware ist ihr in den Schmutz ge- 
fallen, und nun wird der Vater sie 
schlagen, wenn sie kein Greld heim- 
bringt!" 

„Es ist Winter, und bald wird es 
Schnee geben!" entgegnete sie. „Doch 
ich will nodi eine Nacht bei dir blei- 
ben. Dein zweites Auge aber kann ich 
dir nidit auspicken, denn dann wärest 
du ja ganz blind!" 

Doch dann tat «ie nach seinem Be- 
fehl und brachte dem aimen Mädchen 
den Edelstein. 

»Jetzt bist du blind", sagte das 
Schwälbchen, »ich werde immer bei dir 
bleiben!** 

Der Print wollte es nidit leiden, aber 
•ie saO fra^^n auf meinen Schultern 
und erzÄhlle ihm von ihren Reiseer- 
lebniasfn, vom Nil und von der 
Sphinx und von den Wüstenkarawanen 
luxl vielen Wundern Afrikas. 



glückliche Prinz ausschaut", meinten 
sie, „der Rubin ist aus dem Schwert- 
knauf gefallen, und Augen und Ver- 
goldung sind fort: er sielit ja aus wie 
ein Bettler." 

„Und dort liegt ein toter Vogel zu 
seinen Füßen. Wir müssen eine Ver- 
ordnung erlassen, daß Vögel hier nicht 
sterben dürfen!" 

Da beschlossen die Stadtväter, das 
Standbild einzuschmelzen, und sie 
konnten sich nicht darüber einigen, 
was mit dem Metall geschehen sollte. 
Jeder war dafür, daß man ihm selber 
ein Denkmal daraus mache. 

„Seltsam", sagten die Arbeiter beim 
Schmelzofen, „dieses geborstene Herz 
will nicht schmelzen. Wir müssen es 
fortwerfen.** Und so warfen sie es auf 
einen Abfallhaufen, wo auch das tote 
Sdiw^älbchen schon lag. 

Eines Tages befahl Gott einem Engel. 
«die awei kostbarsten Dlinge aun der . 
Stadt zu bringen. Und der Engel brachte 
ihm das bleierne Herz und den toten 
VogeL 

»Du hast gut gewählt", sagte Gott. 



Unterwegs auf der Landstraße 



Der Wind spielt mit den kahlen 
Ästen der Bäume. Die Telegraphen- 
stangen surren Ihre eintönige Melodie. 
Die Landstraße kennt Schicksale von 
Heimatlosen, Entwurzelten und Land- 
streichern, die uns, den Bürgern, Seß- 
haften und Wohlgeborgenen, unbekannt 
sind. 

Wir nehmen keinen Anteü an der 
grauen Kette, die zwischen den Städten 
unstet ihr Leben fristet; die dahingeht, 
namenlos und ungekannt. Aus dem 




dämmerigen Morgen lösen sich die Ge- 
stalten, und im dunkelnden Wald ver- 
lieren sie sich, nicht gefragt nach Ihrem 
Weg und nicht von sich redend. Sie ge- 
hören zum gewohnten Bild det Alltags. 
Manche erzählenswerte Einzelheit 
könnte man von jedem aus dieseni 
Heer der Wurzellosen berichten, manche 
belustigende Begebenheit und manch 
ergreifendes Geschehen aus diesem Auf 
und Ab einer Lebens geschichte; denn 
sie sind — die Landstreicher — ge- 
sprächig und vertrauensvoll, wenn man 
«ie draußen trifft. 

Nun, wo die Tage kürzer geworden 
sind, wo ein dunstiger Morgen der wol- 
kendurchzogenen Nacht folgt, wo die 
Sonne taE^s nicht mehr wärmt, und der 
AkK'nd sich früti mit seinem Tau auf 
Felder und Wiesen legt, welkt mit den 



Von Heinz Bläser 

Blättern auf den Bäumen die Poesie 
der durchlöcherten Hosen und s^erris- 
eenen Schuhe. Schwere Gesichter tra- 
gen sie statt der sorglosen Mienen. 
Mutlos schlendern sie dahin, die Hosen- 
beine in die Stiefel gesteckt und die 
Hände tief in den Taschen. 

Wenn ade nicht zu den Mutvollen und 
gänzlich Heimatlosen zählen, die sich 
beizeiten wie die Zugvögel nach Süden, 
zum Balkan oder nach Spanien auf- 
machten, Ißt ihr Leben beschwerlich 
und ermüdend. Wohl sind die Leute, 
bei denen sie anklopfen, im allgemei- 
nen zugänglich und mitleidig, aber es 
ist so manches, das sie verdrießlich 
macht öd und einsam liegen die Fel- 
der. Kalt und fn»tig knarrt es im Aßt- 
werk der kahlen Bäume. Und ein paar 
aufgescheuchte Krähen fliegen mit mat- 
tem Flügelschlag hungrig krächzend 
über die nebelfeuchte Erde. 

Hat der Landstreicher dann noch 
keine Bleibe in einem Arbeitshaus ge- 
funden, dann schleicht er, wenn es 
Nacht geworden, durch die Stadt. 
Überall lauscht er, überall blickt er 
fiuchend um «ich. In dem fahlen Later- 
nenlicht der kleinen Gassen kannst du 
seinen Schatten «eben, wie er sich 
ängstlich an nackten Häuserfronten 
entlang schleicht 

Dann und wann stockt «ein «chJep- 
pender Sehritt. Radiomusik plärrt hin- 
ter einem dichtverhängten Fenster. 
Lachen, Gläser und Tellergeklirr dringt 
verhalten zu ihm. Und er preßt sein 
Geeicht gegen die Scheiben, um durch 
die Ritaen der Vorhänge blickgierig in 
das Zimmer sehen zu können. Er fühlt 
sich einsam und veri aasen, ausgesperrt 
von der menßchlichen Gemeinschaft, 
deren Brosamen er aufliest 

Vor dem breites^ Kellerloch einer 
Backstube zirpt unaiÜ^rlich ein Heim- 
chen. Es klingt so geborgen und häus- 
lich. Kein erhelltes Fenöter mehr in 
den schwarzen Mauerreihen und ge- 
spenstisch aussehenden Fassaden, die an 
^ne friedlichere Zeit erinnern. Alles 
schläft. Von einem Kirchturm fallen 
nilt großen Pausen elf nebel verfangene 
Schläge in die «chlafende Stadt — 

Ja. wenn es erst Sommer wäre. Som- 
n^er und die hellen Nächte mit den Lie- 
bespaaren. Leichter ist dann das Leben 
und die Natur ersteht verjüngt. Hinter 
jeder H0>cke kann m«n sich dann nachts 
hinlegen und nichts braucht man. um 
sich wohlTufühlon, al» die .stern^er- 
löcherte, luftig-dünne Decke des Him- 



mels, das Murmeln des Flusses, die 
Zwiesprache mit dem Frühlingswind. 
Jeden Abend leuchtet das erlöschende 
Rot der sinkenden Sonne, und jeden 
Morgen -wuchtet das brandende Wogen 
des ßteigenden Lichts empor, das sich 
rauschend und sinnbetörend über den 
milchig-matten Himmel ergießt. Und die 
Erde atmet wieder. 

Aber nun, wo der Boden gefroren ist. 
wo allea Leben der Natur erstarrt zu 
sein scheint, wird der Ruhelose stiller 
und bedrückter. Der feine, tagelang an- 
haltende Regen zieht durch das Land, 
und über die Städte ist ein großes, 
bleiernes Tuch gebreitet. Die Kleider 
trocknen nicht mehr am Leibe, und das 
Gras am Wegrain ist klamm und feucht. 
Ein Auto, dad hochmütig vorbeischießt, 
ißt ein unliebsamer Gruß aus einer an- 
deren, fernen Welt. Kot und Dreck 
spritzt es aus den aufgew^eichten Pfützen 
in sein Gesicht, und der übermütig 
hüpfende Talisman im Rückfenster 
grinst hämisch hinterher, bis sich wie- 
der beide im Regen verlieren. 

Der Wind spielt mit den kahlen 
Ästen. Die Telegraphenstangen surren. 




Die Landstraße trägt Schicksale, von 
denen wir nidits wissen. — 

Der Sturm reißt Äpfel aus den Kro- 
nen der Bäume am Straßenrand, gleich- 
viel ob sie reif oder unreif sind. Der 
Wagen des Lebens geht über sie hin. 
Wer spricht davon. — 

Zwischen den großen Städten stehen 
die Telographen.-^tangen. Das rastlo.se, 
geschäfti'jo Surron tönt \vf»iter. unbe- 
teiligt dafür, wa.>^ unter den Drähten 
geschieht. 



BLICK IN BÜCHER 

.Der Meister" 

Von Max Brod I Verlag C. Bertelsrruiain, 
Gütersloh 

•Der 70jährige Max Brod hat in seinen 
Bomanen und Novellen schon mehrmals gro- 
ße jüdische Gestalten beschworen. Wir nen- 
nen hier nur »Tycho Brahes Weg zu Gotf 
und „Ileülbeni, Fürst der Juden". S'ein« Al- 
terftdichtung .4>er Meister" darf als die gei- 
stige und künstlerische Krönung seines Le- 
benswerkes angesehen werden. Hier «etzt 
sich ein Jude unserer Tage mit der Gestalt 
des Jeschua (Jesus) auseinander, des Mei- 
sters, der die eigene Epodie erschütterte und 
die Welt umwandelte. Brod sieht, ausgestat- 
tet mit allen historischen Kenntnissen, aber 
do<*i freischaltend und auseinanderliegende 
Ereignisse zusammenziehend, den Wunder- 
baren mensdilich, und zwar durdi den Grie- 
chen Mel eagros, Jesu Ziehschweetcr 
Schoschana und den Nihilisten Jason, 
der als Judas Isdiarioth in die Gesdii<i)(te 
einging. Brod schaltet in aller Freiheit! er 
rückt zweitausend Jahre alte Probleme in ^n 
modernes Ucht und stellt vor unser Auge 
eine Welt in fiebriger Erwartung, dei«n 
Mitte der Künder einer umstürzenden L-ehre 
ist. Der Diditer unterscheidet scharf zwi- 
«iien der in Palästina herrschenden S<äii<iTt, 
die Jesus kreuzigen ließ, und dem jüdisdien 
Volk, das von alledem nichts wußte und das 
dodti dadurdi schweren Anschuldigungen 
und Verfolgungen ausgesetzt war: „Das Volk 
ist rüdit schuld am Tode eines aeiner besten 
Söhne, einige wenige nur sind es, die «tun, 
was man ihnen ansdiafft", das Volk hat gar 
keine Ahnung von dem was vorgeht! — Das 
Werk ist für den Christen und Juden eljenso 
bedeutsam, wie für den, der keäner ReKglon 
angehört: dem einen wird der Mensch 
Jesus in seiner Würde und Hoheit näherge- 
bracht, der andere vielleidit durdi das Mit- 
erleiben seines indischen Wirkens zum Gött- 
lichen zurikckgeführt — X— 



.Wie Schatten dahin ..." 

Von Hartzell Spencer I Dikreiter Ver- 
lagsgesellschaft m. b. H., Freiburg i. Br, 
Hartzem Spencer ©öiildert in seinem 
Bucii, das in den U^'A bereits zum Bestseller 
»wurde, die Entdedcung des gewaltigen, nocii 
heute tefilweaae unercdüossenen Amazonen- 
stromes dur<di den spanis<iien Konquistador 
Franzisco Orellana , der sich, nicht in das 

Bibd der grausamen Cortez und Pizarro ein- 
fügt, sondern der sein Abenteuer als Auf- 
trag Gottes ansah: er will nicht die Unter- 
drüdtung fremder Völker durdi geistige und 
militärische Gewalt, sondern ihre Hinfüh- 
rung zu den <iiristli(iien Idealen. Ihm 
stiiwebt ein freies Land vor, In dem „Gene- 
rationen jetzt und In der Zukunft si<4i tref- 
fen, miteinander reden und frei handeln 
können — frei von dem Aberglauben, dem 
Haß, der Eifersudit und der Voreingenom- 
menheit der Alten Welt". Er sucht die 
arreundschaft der Eingeborenen, ihr Vertrau- 
en, die ihm wertvoller s<±ieinen als alle 
ßdiätze des Goldlandes Eldorado, das sie ur- 
sprünglich EU finden hofften. Orellana war 
mit diesen Gedanken, wie Spencer in einer 
Erklärung betont, seiner Zeit weit voraus. 
IDie von ihm ausgearbeitete Denkschrift über 
die Kolonisation der neuentdeckten Gebiete 
gilt noch heute eis mustergültig. Er sdirieb, 
daß „es weder jetzt no<ii zu irgendeiner an- 
deren Zeit gereiiit sei", in den neuen Gebie- 
ten Sklaven zu halten. Das Eigentum der In- 
dianer möisse geachtet werden; niemand 
dürfe zur Arbeit gezwungen w^erden. Er for- 
derte die Spanier auf, durdi christlldies Bei- 
spiel die Ergebenheit der Völker zu gewin- 
nen. Freiheit des Eigentums, Freiheit der 
Person, Freiheit des Geistes! Die Thesen 
Orellanas konnten bis heute nicht verwirk- 
lidit werden. Sie sind zwar 1949 in der De- 
klaration der Menschenredite niedergelegt, 
aber längst nicht überall realisiert . . . Das 
IBuch Stpencers ist kein Abenteuerroman im 
üblichen Sinne, sondern eine lebendige Bio- 
graphie eines der unbeachteten Schrittma- 
cher der Humanität. — ^nd 



Zwei Jungenkalender 

Wie in jedem Jahr, so hat der Deutsdie 
Jugendverlag Münster audi für 1953 einen 
reidihalt.gen Tasdienkalender herausgege- 
ben, der jedem Jungen von 10—18 Jahren un- 
entibehrlldi sein wird. Er findet wichtige Hin- 
weise für Spiel und Sport, für Fahrt und 
Lager, erfährt Wissenswertes aus allen Ge- 
bieten der Technik und wiixl behutsam in 
die Grun<llagen des politischen Lebens ein- 
geführt. — Ebenso zu empfehlen ist der im 
gleldien Verlag erschienene Wandkalender, 
der 54 gute Photos aus dem Leben der Jun- 
gen, unzählige praktische Ratschläge und 
viele Erzählungen enthält. Besonders erfreu- 
lidi ist die geistige Ausrichtung des Kalen- 
ders: jede Woche begleiten Worte der Dich- 
ter den Lebensweg des Jungen und erziehen 
so zu geistiger Verantwortung und diristli- 
cher Haltung. ß. 



Kultur-Notizen 

Auf Grund des großen Er- 
folges der Fischer-Bücherei, 
von deren 22 Bänden innerhalb von 
11 Monaten über eine Million Exem- 
plare verkauft wurden, ist jetzt die 
Verlagsgesellschaft G. B. Fischer & Co. 
gegründet worden, in der umianqreiche 
moderne Romane deutscher und aus- 
ländischer Autoren zum Preise von 7,80 
bis 12,80 DM in größeren Auflagen her- 
ausgebracht werden sollen um mög- 
lichst vielen Lesern den Erwerb dieser 
Bucher zu ermöglichen, deren Preis bis- 
her meist um 20 DM lag. 

Ein literarischer Aus- 
/k *^^ ^** ^^^^^^d wurde auf einer 
Arbeitstagunq vereinbart, zu der Ver- 
treter der Heimatbexcegunq aus Olden- 
burg, Ostfrieslnnd und de. Provinz 
Oroningpn in Winschooten (Holland) zu- 
f^ammenrjekammnv vmren A^,nerdnm 
9fr7rf mechself^eitior^ fTnsfvniPf^ de- Hei- 

mnthührren und eiv Siudn-ntc,j„uniausch 
geplant. 



4. Jalgyang 



DAS FREIE WORT 



10. Januar 19.-3 — Seite 11 



Fremdrenten- und Auslandsrentengesetz 



Von Dr. Rudolf Hoernigk, Bundesminsterium für Arbeit 



I>ie sozialversicherungsrechtliche Be- 
handlung der Heimatvertriebenen und 
der im Bundesgebiet wohnhaften Per- 
sonen, die Rentenansprüche und An- 
wartschaften gegen ausländische oder 
nicht mehr bestehende deutsdie Ver- 
sicherungsträger der gesetzlichen Un- 
fall- und Rentenversicherung erworben 
haben, ist bisher im Bundesgebiet sehr 
unterschiedlich und daher wenig befrie- 
digend geregelt. Es bestehen landes- 
und zonenrechtHche Regelungen, die 
sehr voneinander abweichen und daher 
insbesondere beim Wechsel des Wohn- 
•itzes innerhalb des Bundesgebietes zu 
Härten und Unzuträglichkeiten geführt 
haben. So werden z. B. im britischen 
Besatzungsgebiet Rentenansprüche die 
gegen ausländische Versicherungsträger 
erworben wurden, überhaupt nicht be- 
rücksichtigt, dagegen werden Renten, 
die auf Ansprüchen gegenüber Sudeten-' 
deutschen Versicherungsträgern beru- 
hen, dessen Leistungen seiner Zeit von 
der deutschen Angestelltenversicherung 
übernommen worden sind, einschließ- 
lich aller Zusatzrenten gewährt. In den 
süddeutschen Ländern der amerikani- 
schen Zone dagegen werden im Rahmen 
der Flüchtlingsrentengesetze zwar auch 
Rentenansprüche gegen ausländische 
Versicherungsträger honoriert, die an 
Personen im Bundesgebiet keine Lei- 
stungen gewähren, aber nur soweit 
diese Ansprüche nidit die Ansprüche 
auf Leistungen nach den deutschen so- 
zialversicherungsreditlichen Vorschrif- 
ten übersteigen. 

Vielfach fehlt auch die vollständige 
Gleichstellung der Ansprüche der Hei- 
matvertriebenen mit denjenigen der 
Einheimisdien. Ein weiterer Mangel deg 
geltenden Rechts ist es, daß zwar den 
Vertriebenen Leistungen zur Ablösung 
ihrer Ansprüche gegen ihre heimat- 
lichen Versicherungsträger jrewährt 
werden, jedodi Einheimisdie. die bei 
denselben Versicherungsträgern An- 
sprüche und Anwartschaften erworben 
hatten, keine Leistungen erhalten. Auch 
die Frage der Anrechnung von Renten- 
anwartsdiaften, die bei Versicherun »<;- 
trägem in der Sowjetzone und im Lande 
Berlin erworben worden sind, ist noch 
nicht einheitlidi und restlos geregelt. 
Weiterhin fehlt es für im Ausland le- 
bende Ansoruchsberechtigte an einer 
befriedigenden Regelung. Schließlich 

niliii"i"niii!inMiiiimill!llllll!llllll||ll(nil|lilll)l||lllll||lll!llllfli||!||ili|H»^ 

Jüdische Vermögen 
enteignet 

Alle ehemallgren Jüdischen VermS- 
genswerte in Ostberlin, die während 
der nationalsozialistischen Zeit zugun- 
sten des Staates eingezogen und seit 
1945 treuhänderisdi verwaltet wurden, 
werden seit Beginn dieses Jahres wie 
„Volkseigentum" behandelt. Zinsen auf 
Hypotheken unbeteiligter Dritter wer- 
den vom Januar 1953 an nicht mehr 
gezahlt. 



wird auch die Finanzierung der bisher 
für Flüchtlings- und Fremdrenten auf- 
gewandten Beträge sehr unterschiedlich 
gehandhabt. Während in den Ländern 
der amerikanischen Zone, die für die 
Aufwendungen nach den Flüchtlings- 
rentengesetzen zu zahlenden Renten zu 
etwa 40Vo vom Bund übernommen wor- 
den sind, müssen in d^r britischen Zone 
und im Lande Rheinland-Pfalz die an 
Flüchtlinge gewährten Renten ganz aus 
Mitteln der Versicherungsträp«- be- 
stritten werden. All diesen aus der un- 
terschiedlichen Entwicklung in den ein- 
zelnen Teilen des Bundesgebietes zu er- 
klärenden unbefriedigenden und unzu- 
länglichen Zwischenlösungen soll das 
am 19. Dezember 1952 vom Bundes- 
kabinett verabschiedete ,.Fremdrenten- 
und Auslandsrentengesetz" ein Ende 
bereiten und für das gesamte Bundes- 
gebiet in diesen Fragen einheitliches 
Recht schaffen. 

Einheitliches Recht 

Das Gesetz soll vor allem erreichen, 
daß die sozialversicherungsrechtliche 
Behandlung der in das Bundesgebiet 
und das Land Berlm zugezogenen Ver- 
triebenen vereinheitlicht wird. Es wer- 
den diesen Personen sowie Einheimi- 
schen des Bundesgebietes und des Lan- 
des Berlin nach gleichmäßigen Gesichts- 
punkten Leistungen zur Abgeltung von 
Ansprüchen und Anwartschaften ge- 
währt, die sie bei nicht mehr bestehen- 
den, stillgelegten oder außerhalb des 
Bundesgebietes und des Landes Berlin 
befindlichen Versicherungsträgern im 
Bereich der gesetzlichen Unfallversiche- 
rung und Rentenversicherung erworben 
haben. Dabei werden Leistungsan- 
sprüche und Anwartschaften Deutscher 
im Sinne des Artikels 116 Abs. 1 des 
Grundgesetzes sowie früheren deut- 
schen Staatsangehörigen im Sinne des 
Artikels 116 Abs. 2 des Grundgesetzes 
sowie heimatlosen Ausländern im Sinne 
des Gesetzes über die Rechtsstellung 
heimatloser Ausländer im Bundesge- 
biet vom 25. April 1951 (Bundesgesetzbl. 
I S. 269) sowie nichtdeutscher Ehegatten 
dieser Personengruppen auch berück- 
sichtigt, die gegen nichtdeutsche Ver- 
sicherungsträger erworben worden sind, 
wenn diese Personen oder ihre Hinter- 
bliebenen im Zusammenhang mit den 
Ereignissen des letzten Krieges infolge 
Vertreibung oder Aussiedlung ihren 
Wohnsitz in Gebieten außerhalb des 
Deutschen Reiches nach dem Stande 
vom 31. Dezember 1937 verloren haben 
oder verlieren, oder aus diesen Gebie- 
ten zuir Arbeit in das Deutsche Reldi 
»'ermitieW wurden oder in tier Zeit vom 
30. Januar 1933 bis ni^ H. Mai 1.945 nach.. 
UJcisItch wegen ihnen drohender 
nder 2une^-Hnfer natinvnl^o^inlintischer 
Gewaltmaßnahmen auf Grund ihrer po- 
HHschen Haltung, ihres Glaubens, ihrer 
Weltanschauung oder ihrer Rasse aus 
den genannten Gebieten gezüchtet sind 
Dagegen haben alle im Bundesgebiet 
wohnende Personen (Deutsche und Aus- 



länder) einen LeisTungsanspruch ß^®" 
nicht mehr bestehende, stillgelegte oder 
in das Bundesgebiet keine Leistungen 
gewährende deutsche Versicherungs- 
träger (Abschnitt I). 

Renten für Emigranten 

Ferner werden Leistungen der gesetz- 
lichen Unfallversicherung und Renten- 
versicherung an Berechtigte im Ausland 
unter Anpassung an die veränder- 
ten staatsrechtlichen Verhältnisse in 
Deutschland gewährt. Dabei sind insbe- 
sondere die nationalsozialistischen Ver- 
folgung smaßnahmen^ die zu einer um- 
fangreichen Auswanderung in das Aus- 
land geführt haben, zu berücksichtigen. 
Diese Leistungen erhalten die Berech- 
tigten vorbehaltlich späterer zwisclwn- 
staatlicher Abkommen. Der gesetzliche 
Anspruch wird hier jedoch beschränkt 
auf Personen, bei denen während ihres 
Sozialversicherungsverhältnisses ein ir- 
gendwie gearteter Zusammenhang mit 
dem Bundesgebiet bestanden hat. Im 
übrigen sieht der Gesetzentwurf vor, 
daß deutsche und frühere deutsche 
Staatsangehörige, die sich in einem aus- 
wärtigen Staat aufhalten und An- 
sprüche aus der gesetzlichen Unfall- 
versicherung oder I^entenversicherung 
haben, jedoch dieser Anspruch nicht ge- 
gen einen bestehenden Versicherungs- 
träger im Bundesgebiet gerichtet ist, 
die Möglichkeit haben, zur Vermeidung 
von Härten Ersatzleistungen zu erhal- 
ten, wenn sie darauf zur Bestreitung 
ihres Lebensunterhaltes für sidi und 
ihre Familienangehörige angewiesen 
sind (Abschnitt II). 

Personen, die früher außerhalb des 
Bundesgebietes und des Landes Berlin 
krankenversichert waren, eröffnet das 
Gesetz die Möglichkeit, eine früher be- 
standene Versicherung bei der gesetz- 
lichen Krankenversicherung im Bun- 
desgebiet oder im Lande Berlin frei- 
willig fortzusetzen. Hierbei handelt es 
sich überwiegend um Vertriebene, die 
infolge der unsicheren Verhältnisse in 
den ersten Jahren n?ch dem Zusam- 
menbruch versäurlt haben, die frei- 
willige Weiterversicherung in der Kran- 
kenversicherung zu beantragen. In die- 
sejn Zusammenhang wird audi durch 
Änderung bisheriger Vorschriften der 
Reichsversidierungsordnung Versicher- 
ten, die zur Arbeitsleistung im Ausland 
oder in sonstigen Gebieten außerhalb 
der Bundesrepublik Deutschland sich 
aufhalten, das Recht der Weiterführung 
ihrer bisherigen Krankenversidierung 
insbesondere zum Schutze der zurück- 
bleibenden Familienangehörigen gege- 
ben (Abschnitt III) 

Die Aufwendungen für die nach die- 
sem Gesetz zu gewährenden Leistun- 
gen sollen vom Bund, von den Versiche- 
rungsträgem und aus dem Vermögen 
der stillgelegten Versicherungsträger 
bestritten werden. Die Bereitstellung 
von Mitteln des Bundes beruht auf der 
Erwägung, daß es sich bei den vom 
Bund zu übernehmenden Aufwendun- 



gen um Kriegsfolgelasten handelt, die 
nach Artikel 120 des Grundgesetzes 
vom Bund gelragen werden müssen. 
Während den Trägern der Rentenver- 
sicherung von den Flüchtlings- und 
Fremdrenten im wesentlichen die nicht 
auf Versicherungszeiten im Bundesge- 
biet entfallenden Rententeile vom Bund 
erstattet werden, sollen die Träger der 
Unfallversicherung mit Ausnahme der 
landwirtschaftlichen Berufsgenossen- 
schaften, der Gartenbau-Berufsgenos- 
senschaft, der Feuerwehr-Unfallver- 
sicherung, der I^ndesauslührungsbehör- 
den für Unfallversicherung, der Träger 
der gemeindlichen Unfallversicherung, 
der Bundesbahn-Unfall Versicherungsbe- 
hörde und des Amtes für Unfallver- 
sicherung der Deutschen Bundaspost 
die ihnen aus diesem Gesetz erwach- 
senden Aufwendungen selbst tragen, 
soweit sie nicht aus den noch verfüg- 
baren Vermögen der stillgelegten Be- 
ruf sgenossenschaften bestritten werden 
können. Diese Regelung ist getroffen 
worden, da die Unfallversicherung allein 
aus Beiträgen der Unternehmer und 
ohne Beteiligung öffentlicher Mittel 
finanziert wird. 

Der Entwurf geht davon aus, daß den 
gewerblichen Unternehmern zugemutet 
werden kann, in einer solidarischen 
Haftung die Verpflichtungen aus Un- 
fällen zu übernehmen, die in Betrieben 
außerhalb des Bundesgebietes entstan- 
den sind. Bei den übrigen obengenann- 



ten Unfallversichc-rungslrägern handelt 
es sidi entweder um süijhe, deren Auf- 
wendungen ohnehin aus Mitteln der 
öffentlichen Hand bestritten werden 
oder um territorial gegliederte Ver- 
sicherungsträger, die außerhalb des 
Bundesgebietes nach 1945 vollständig 
untergegangen sind. Für die letztge- 
nannten besteht im Bundesgebiet kein 
Rechtsnachfolger. Deshalb werden für 
ihre Aufwendungen nach diesem Ge- 
setz Mittel des Bundes bereitgestellt. 
Durch die Aufwendungen nach diesem 
Gesetz werden für den Bund Mehr- 
kosten in Höhe von 305 Millionen DM 
jährlich entstehen, von denen 294 Mil- 
lionen auf das Bundesgebiet und H 
Millionen auf das Land Berlin ent- 
fallen. 

Die im Gesetz vorgesehene Leistungs- 
gewährung ar^ Personen, deren An- 
sprüche nach bisher geltendem Recht 
nicht oder nur teilweise anerkannt wer- 
den, soll mit Rückwirkunf? vom 1. April 
1952 durchgeführt weiden. Soweit für 
diese Leistungen die Aufwendungen 
vom Bund zu tragen sind, werden sie 
von ihm nach dem 1. April 1952 über- 
nommen. Im übrigen werden die vom 
Bund zu übernehmenden Aufwendun- 
gen den Versicherung.strägcrn erst vom 
1. April 1953 an erstattet. Es bleibt also 
hinsichtlich der Erstattung durch d^n 
Bund insoweit für das Jahr 1952 bei der 
bisherigen gesetzlichen Regelung. 



Menschenrechte - Menschenpflichten 

Modernstes Flüchtlingslager in Westberlin 



Bei der Erklärung der Menschen- 
rechte am 10. Dezember 1948 durch die 
Vereinten Nationen konnte niemand 
ahnen, daß sie für die politische Ent- 
wicklung in Deutsdiland besonderen 
Wert haben würden. Nachdem Deutsch- 
land in zwei Staaten geteilt ist, die so- 
genannte „DDR" eine Fortsetzung des 
nationalsozialistischen Unrechtsstaates 
darstellt, in der Menschen versklavt, 
gejagt und verfolgt werden, wurde Tat- 
sache, daß diese Gejagten und Verfolg- 
ten jetzt im eigenen Vaterlande, d. h. 
im demokratischen Teil Deutschlands, 
in der Bundes-Republik. für sidi den 
Artikel 14 der Erklärung der Menschen- 
rechte in Anspruch nehmen, um vor 
ihren Verfolgern Asyl zu suchen. 

Hinter dem Eisernen Vorhang gibt es 
kein ve orieftes Recht auf freie Mei- 
nungsäL orung, auf die persönliche 
Freiheit. Kein Bürger dieses Landes 
kann unangefochten, so wie es der Ar- 
tikel 19 der Menschenrechtserklärung 
vorsieht, seine Meinung äußern oder 
Informationen und Ideen mit allen Ver- 
ständigungsmitteln ohne Rücksicht auf 
Grenzen suchen, empfangen oder ver- 
breiten. 

Unbeschreiblich ist die Flüchtlings- 
not, und es ist sch\ver, gerade hier in 
West-Berl'n das erforderliche A^yl für 
diese Opfer der Diktatur zu schaffen. 
So ist es ein besonderes Verdienst der 
„Liga für Menschenrechte", wenn sie 
vor wenigen Tagen ein neues Flücht- 
lingslager, in Gemeinschaft mit der 
Senatsverwaltung für Sozialwesen, 
aufbaute und eröffnete. In diesem La- 
ger wird Platz für 1 000 Flüchtlinge 



geboten. Es ist mit seiner neuzeitli- 
chen Kücheneinrichtung, seineni gro* 
ßen Kultursaal. seiner modern einge- 
richteten Krankenstube, seinen Be- 
schäftigungswerkstätten und seiner 
Bibliothek das beste Flüchtlingslager 
in West-Berlin. 

„Man hat dem neuen Lager keinen 
bedeutsameren Namen geben können 
als den Helmuth von G e r 1 a c h s , der 
1933 vor der nazistischen Diktatur ge- 
flohene und in der Emigration in Pa- 
ris verstorbene Vorsitzende der „Liga 
für Menschenrechte", erklärte der jet» 
zige Vorsitzende der Liga, Rechtsan- 
walt Jochen-Klaus Schaefer, in 
seiner Begrüßungsansprache. 

Senator Otto Bach, der offiziell 
dieses Helmuth-von-Gerlach-Flücht- 
lingsheim einweihte, appellierte an die 
Flüchtlinge, sich immer der Tatsache 
bewußt zu sein, daß die Berliner Be- 
völkerung durch ihre Haltung in der 
Blockadezeit die „Insel Berlin" tapfer 
gehalten habe. Diese tapfere Haltung 
kommt jetzt den Flüchtlingen a-us der 
sowjetischen Besatzungszone zugute. 

Das Helmuth-von-Gerlach-Hc:m, das 
unter besonderer Initiative des zweiten 
Vorsitzenden der Berliner „Liea für 
Menschenrechte" Alfred Goetze, 
aufgebaut wurde, sollte allen anderen 
Organisationen, die sich m't Flücht- 
lingsfragen beschäftigen, ein VorbiM 
sein. Hier wurde bewiesen, daß <^ps 
E'ntreten für Menschenrechte gleich- 
zeitig auch Menschenpflichtcn brinTt, 
um die Not der Verfolgten und Ge- 
quälten zu lindern und zm be<:oi 'S'^n. 

Herbert Dewald 




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„Denk' ich an Deutschland . . ." 

Zum 70. Geburtstag Jakob Picards / Von Stefan Andres 



Jakob Pi Card lernte ich in einer 
Kölner Weinstube kennen wo sich ge- 
legentlich einige SchriftsteUer trafen. 
Idi wußte von ihm nur, daß er Rechts- 
anwalt sei und Gedichte schreibe, 
manchmal auch eine kurze Geschichte. 
I>aß er vom Bodensee stammte, dtas ver- 
riet seme Sprechweise. Er sah ein biß- 
chen wie Ramses aus, fand ich scher- 
zend, also sehr mager, durchgeistigt, 
temperamentvoU und doch zugleich still 
und gesammelt. 

Dann kam das Jahr 33 Mit Über- 
raschung stellte ich fest, daß der Mann. 
den ich für einen katholischen Aleman- 
nen gehalten hatte, ein gläubiger Jude 
war; und auch: daß der Lyriker, der 
so gerne Verse anderer und auch eigene 
leise vor sich hinsprach. im Dreck und 
Feuer der Front als junger Offizier sich 
ausgezeichnet hatte. Und ich erfuhr 
weiter, daß einer seiner Brüder 1914 
aus dem Ausland heimgekehrt war um 
für Deutschland zu kämpfen und zu 



Minima Moralia 

'^Von Theodor W. Adorno 

Der Splitter in deinem Auge ist das 
beste Vergrößerungsglas 

« 

Bei vielen Menschen ist es bereits 
eine Unverschämtheit, wenn sie Ich 
sagen. 

Ein Deutscher ist ein Mensch, der 
keine Lüge aussprechen kann, ohne sie 
selbst zu glauben. 

Der Antisemitismus ist das Gerücht 
über die Juden. 

* 

Erster und einziger Grundsatz der 
Sexualethik: der Ankläger hat immer 
unrecht. 

Geliebt wirst du einzig, wo du 
schwach dich zeigen darfst, ohne 
Schwäche zu provo2ieren. 

Kunst ist Magie, befreit von der 
tiüge, Wahrheit zu sein. 

Von sehr bösen Menschen kann wan 
sich eigentlich gar nicht vorstellen, daß 
sie sterben. 

m 

Wir sagen und Ich meinen ist eine 
von den ausgesuchtesten Kränkungen. 

Entnommen: Minima Moralia. Reflexionen 
aus dem beschädigten Liel>en. ffuhrkanip 
1951. 



da erhielten wir — es war Ende 1940 — 
von ihm eine Karte aus Japan. Via 
Rußland war er, genau ehe die Mause- 
falle zuschlug, nach den USA unter- 
wegs. Und dann erhielten wir noch 
einige Nachrichten, wie sich die 
Quäker drüben seiner angenommen 
hätten, wie er Bliunen zog und eine 
Fabrik zur Nachtzeit bewachte. Und 
vor allem: wie er in Massadi-ussetts 
versuchte, ein Amerikaner zu werden. 
Vierzehn Jahre waren vergangen, da 
schickte ich ihm aus Neufundland nach 
New York das Telegramm, daß ich in 
der folgenden Nacht auf dem Interna- 
tional airport aus dem Himmel fiele. 
Das Flugzeug hatte vier Stunden Ver- 
spätung, ich konnte nicht hoffen, daß 
er noch da war, vier Stunden, in der 
Nacht! Und ich dachte daran, daß er 
fast siebzig sei.. Aber er war da — und 
an sein Alter konnte ich dann nicht 
mehr denken wie ein Junge lief er auf 
mich zu. Wir sagten beide zueinander, 
wie man das so sagt, vielleicht aus 
An^t, der andere könnte etwas ande- 
res sagen: „Ganz der Alte!" 

Eö war si>äter Abend, als wir uns 
zum Wiedersehenstranke zusammen- 
setzten; und es war später Morgen, als 
wir aufstanden, um ein wenig zu 
schlafen. Ueber was aber hatten wir so 
lange, so imaufhörlich und mit dieser 
seltsamen Erregung gesfprochen? Nicht 
über die vierzehn Jahre dazwieohen, 
nicht über die Literatur der Gegen- 
wart, nicht über die USA und Ruß- 
land und die Weltpolitik. Nein — loh 
hatte nur das Eine zu beweisen ver- 
sucht: daß er noch der Alte sei, der- 
selbe, der Lyriker aus Wangen am 
Bodensee, der Unrecht erlitten hatte 
und nun dies Unrecht "wie ein Weiser, 
wie ein Dichter zu ertragen und mit 
mir nach E)eutschland zurückzur- 



kommen habe. Und er bewies mir die 
ganze Nacht hindurch nur dies; daß es 
für ihn keine Rückkehr mehr getoe; daß 
vierzehn Lebensjahre in einem anderen 
Land uns mit diesem verbinden und 
von der Heimat lösen. Nicht em erlitte- 
nes Unrecht, sondern dessen Folgen 
hätten ihn zum Bürger eines anderen 
Landes gemacht. 

Jeden Abend aber, wenn wir auf sei- 
nem Zimmer saßen — diesem kleinen 
Museum eines Herzens, das nicht ver- 
gessen kann — jeden Abend begann 
ein leises, flüstemdas Zurück. Er saß 
an .seinem Schreibtisch und reichte mir 
Fotos herüber, Gedichte, Briefe: „Lies 
mal!" Städte tauchten auf, Landschaf- 
ten und vor allem die Namen von 
Freunden, von getreuen und unge- 
treuen: Sohaefer. »Reinadier, Kneip, 
Woehrle, Brües, Ehrler, Jaques. Jeder 
dieser Namen hat für den einsamen 
Mann in der 122ten Straße eine ge- 
heime Geschichte in der eioh die Lite- 
ratur, aber mehr noch die Politik und 
noch mehr der deutsche Mensch der 
letzten fünfzig Jahre spiegelt. Unsere 
deutsche Tragödie —das ging mir lang- 
sam aus diesen Nachtgesprächen auf — 
kann niemand so schmerzlich klar se- 
hen als ein deutscher Jude, der dieses 
Land mit dem Herzen eines Dichters 
geliebt hat. Als mir Jakob Picard er- 
zählte, wie der Dichter M ombert, 
ebenfalls im letzten Augenblick, als 
ein Gejagter das Land seiner Liebe 
verließ — er starb dann jenseits der 
Grenze — da wußte ich, wen ich hier 
in New York zurückließ, einen von den 
Hundert tausenden. denen die deutschen 
Antisemiten die Heimat gestohlen ha- 
ben, aber einen, der selber sein Herz 
dem Haß verschlossen hat — und dar- 
um noch Gedichte in seiner Mutter- 
sprache schreiben kann. 




Geburt und Tod 



Von Ricarda Hudi 



„Wenn ein Kind geboren wird**, sagt 
Luther, „sehe ich Gott auf frischer Tat.** 
Ein schönes Wunder begibt sich: im 
Schöße der Mutter hat sidi ein kleiner 
Mensdi gebildet und arbeitet sich aus 
der dunklen Höhle, in der er reifte, ans 
Licht. Staunend betraditet die Frau 
das zarte Gebilde, das Kind, beglüdct 

_^____.«.^.________^,____^_^_^_ und besorgt zugleich: vollendet liegt 

das kleine Ebenbild da mit beweglichen 

©leiben. Er las mii die Sonette vor, 02^ a GlleCtri-n • unJ klaren Gesichtsrügen; 



er seinen zwei gefallenen Brüdern s<af 
die Gräber geschrieben hatte. Wir alle 
versicherten ihm damals gutgläubig und 
ahnungslos, wie wir waren, daß die 
trüben Wellen des Antisemitismus Leu- 
te seiner Art niemals erreichten, dafür 
lebe man ja, das war unsere Beweis- 
führung, in Deutschland und nicht in 
Polen oder sonstwo. 

Aber dann kam die Stunde, daß ich 
in Berlin Abschied von ihm nahm. In- 
des — nicht er war es, der aus Eteutsdi- 
land fortging, sondern ich. Er stand auf 
dem Bahnsteig und reichte meiner Frau 
mit dieser hilflosen Herzlichkeit eine 
— Kristallvase, die noch von seiner 
Mutter stammte, ins Abteil! Drei kleine 
Kinder bei uns plus Kristall, meinte 
meine Frau, da müsse eines von bei- 
den auf der langen Reise w^ohl Scha- 
den nehmen. Und sie bat ihn, uns die 
Vase doch aufzuheben, bis w^ir uns 
wiedersähen. „Ach", sagte er und nahm 
sein Geschenk wieder niedergeschlagen 
zu sich, „das wird wohl lange dauern!** 
Ich beugte mich hinaus und flüsterte 
ihm zu: „Jakob, ich habe dir jetzt oft 
genug gesagt: es wird Zeit, es wird 
höchste Zeit! Mach dich auf die Sok- 
ken!" Wir saßen schon unter unserm 
politischen Wetterdach am Mittelmeer, 
der Krieg war bereits ausgebrochen, 



aber ob die dunkelsdiimmemden, ziel- 
los blickenden Augen sehen? Ob es bei 
einem Geräusche den Kopf w^endet, ob 
es hört? Ob die Organe dieses zier- 
lichen Körpers riditig arbeiten? Denn 
sie, die Eltern, haben es ja nicht ge- 
macht, obwohl es von ihnen stammt, es 
ist eine Gabe, gesdienkt von einem, der 
Wunder tun kann. 

Den aufmerksamen Menschen der 
Vorzeit ist nicht entgangen, daß jedes 
Jahr ein ähnliches Wunder in der Na- 
tur geschieht; aus winzigen Samenkör- 
nern, die in die Erde gesenkt werden, 
erwachsen Halme, Stauden, Bäume, die 
Frudit tragen und Völker ernähren. 
Die Samenkörner sind in der dunklen 
Erdhöhle geborgen wie der Keim des 
Kindes im Schöße der Mutter, der Him- 
mel sendet Sonnensdiein, Tau und Re- 
gen, damit die Pflanze wachse. Him- 
mel und Erde, Gott und Göttin, sind 
Vater und Mutter. Uranos und Gäa 
wnirden von den Griechen als das erste 
Ehepaar betrachtet und deshalb bei 
Eheschließungen angerufen. Bei allen 
alten Völkern waren bei der Hochzeit 
Gebräudie üblich, die sich auf den Vor- 
gang der Fruditbarkeit in der Natur 
bezogen und der jimgvermahlten Frau 



„Die Welt Werner Bergengruens" 

Von Theoderidi Kampmann /In der Sammlung »Gestalt und Werk* 



Die von Wilhelm Grenzmann Im Ver- 
lag der J. Schneiischen Buchhandlung 
herausgegebene Sammlung „Gestalt und 
Werk" kommt gewiß einem echten Be- 
dürfnis entgegen, nämlich dem Verlan- 
gen nach gültiger Ausdeutung besonders 
begnadeter menschlidier Bekenntnisse. 
Wenn die Interpretation dann noch im 
Hinblick auf die gegenwärtige geistige 
Situation gewagt wird, darf sie als eine 
w^ertvolle Hilfe für alle angesehen wer- 
den, die in den Wirrnissen unserer Zeit 
um Klarheit bemüht sind. 

Diese Suchenden sollten auch an dem 
Werk Werner Bergengruens nicht 
vorbeigehen, denn es gehört zu den 
Zeugnissen universaler Lebensbewäti- 
gung. die durch ihre exemplarische Be- 
deutung hervorragen. Bergengruen ist 
ein nüchterner Verfechter verbindlicher 
Ordnungen, die er im Wandel der Er- 
scheinungen gewahrt sehen will. Damit 
aber tritt er in eine Problematik ein, 
der höchste Aktualität zukommt, denn 
wir sehen ja heute immer wieder die 
Unzulängliciikeit jeder durch Menschen 
errichteten Ordnung. Es ergibt sidi des- 
halb die Frage nach der Autorität, durch 
die alle Gesetzmäßigkeit let7tgülti?^p 
Legitimation empfangen kann. Die Ant- 
wort gibt Bergengruen durch den Hin- 
ikii das Urbild des Reiches Gottes, 



dem die irdisdie Ordnimg entgegen 
wachsen soll. Dann kann sie trotz ihrer 
Unvollkommenheit der Erneuerung der 
Welt den Weg bereiten. 

In dem Büdilein über die Welt Ber- 
gengruens, dem 7. Band der erwähnten 
Sammlung, übernimmt Theoderich 
Kampmann die Aufgabe des Inter- 
preten. Seine übersiditlich gegliederte 
Arbeit läßt dem Dichter volle Gerech- 
tigkeit zuteil werden. Der Zweck, eine 
verständliche Einführung in das Werk 
Bergengruens zu bieten, wird durchaus 
erreicht und auch solche Leser, die den 
Dichter noch nidit kannten, sind nach 
Beendigung der Lektüre gut informiert. 
Die Deutung Kampmanns zeichnet sidi 
besonders durch ihre bescheidene Grund- 
haltung aus. Eine bedeutsame Ergän- 
zung erfährt die Interpretation noch 
durch ein Nachwort, in dem der Dich- 
ter selbst in eigener Sache spricht. 

Die Sammlung „Gestalt und Werk" 
entspringt einem glücklichen Gedan- 
ken, und es darf wohl der Wunsch 
ausgesprochen werden, daß sie im bis- 
herigen Sinne fortgesetzt werden möge 
iamit durch sie auch weiterhin ein 
vichtiger Dienst an den Menschen die- 
ser Zeit getan werden kann. 

Gerhard Aretz 



Kindersegen wünschen lUJd mitteilen 
sollten. 

Ein lieblidies Lidit der Hoffnung um- 
spielt das Wunder der Geburt. Mann 
und Frau sehen ihren Bund gesegnet, 
durch ihr Ges<iienk hat ihn die Gott- 
heit besiegelt. Sie sind nun eine Fami- 
lie; so wie sie tm ihren Eltern vertrau- 
end und verehrend aufgeblickt haben, 
werden Kinder zu ihnen a* 'liehen, ihre 
Kinder werden, wenn iJ^ g«ßtorben 
sind, Ihnen die Pflidit des Begräbnisses 
leisten, ihnen Honig, die Speise der 
UnsterbJidikeit, opfern, ihnen den We^ 
in das unbekannte Jenseits bereiten. 

Denn dieselbe Allmadit, die das Wun- 
der der Geburt tat. vollzieht ein ande- 
res, ein grauenvolles Wunder, daa des 
Todes; sie nimmt zu rüde, was sie ge- 
geben hat. Der Mensch stirbt wie die 
Blumen, die Halme, die Bäume sterben. 
Furditbares Erleben: die Gestalt, die 
sidi kräftig bewegte und in blühender 
Farbe glühte, liegt still wie Stein, die 
liebkosende, die hilfreiche Hand ist er- 
starrt, das geliebte Antlitz ist fremd ge- 
worden in der entsetzlichen Erhaben- 
heit der ewigen Ruhe. 

Von allen Urphänomenen «Ind die der 
Geburt und des Todes diejenigen, die 
uns am allgemeinsten mit der Gottheit 
verbinden. Nidit jeder ist musikalisch, 
nidit jeder hat Sinn für da« Schöne, 
und manch einer hat ein stumpfes Ge- 
wissen; aber jeder wird geboren, und 
jeder stirbt, jeder wünscht sich Kinder 
und fun:htet den Tod und weiß, daß er 
in Beziehung auf beides abhangig ist 
von einer höheren Madit, auf die er 
nur durdi Gebet wirken kann. Wir 
können uns kein Kind erzwingen, wir 
können es nur empfangen von einem 
Geber, der gibt, wann es ihm gefällt, 
und wenn ein höherer Wille uns von 
der Erde abruft, müseen wir folgen. 
Wie wir aus dem Nichts herausgeführt 
sind, werden wir wieder in das Nidits 
zurückversenkt, wir, die wir glaubten, 
der Mittelpunkt einer Welt zu sein, mit 
dem die Welt zusammenstürzt. Nur der 
hinter dem Sdileier des Tode» verbor- 
gene Gott, zu dessen Ebenbild wir ge- 
schaffen sind, läßt uns hoffen, daß un- 
ser Ich an der Fülle seines Lebens teil- 
habe. An der Grenze unseres Erdenda- 
seins wird sidi immer wieder, wenn 
wir auch unfähig sind, uns die Form 
eines Jenseitigen vorzustellen, die sehn- 
süchtige Frage und das stolze Bewußt- 
sein erheben: et ultra. 

Aus: „Urphänome", Atlantis- Verlag, Prei- 
burg Breisgau. 



vu 



r ^rme 

Der französische Schauspieler Sascha 
Guitry erklärte einer jungen Schau- 
spielerin auf die Frage, wie man sich 
seinen Charme bewahren könne: 

„Denke immer daran, auf irgendeine 
Weise heiter zu bleiben. Denn ^oenn du 
traurig bist, wirst du unschön; wenn du 
unschön bist, wirst du verbittert; wenn 
du verbittert bist, wirst du unliebens- 
würdig, und eine unliebenswürdige 
Frau hat nichts — weder Freunde, noch 
Liebe, noch Zufriedenheit. Dertn ihr 



Gwfer Wein im ialsdien Glas 

„Der iröhlidie Weinberg*' — ein Film von Eridi Engel 

Wenn der deutsche Film in Rhein, Liebe und Wein macht, geht man 
am besten gar nicht erst ins Kino. Langweilen kann man sich daheim 
billiger. So war es jedenfalls bisher, und auch dieser neue Film um 
Zuckmayers „Weinberg" stimmt nicht unbedingt fröhlich. Nicht daß er 
etwa Langeweile verbreiten oder gar unkünstlerisch-platte Unterhaltung 
geben würde. Nein, seine Gestaltung ist in ihrer Lauterkeit durchaus 
ernst zu nehmen — aber dennoch. Zwei Namen von Rang und Klang, die 
dem Filmwerk sein Gepräge verleihen sollten, finden nicht recht zuein- 
ander. Zuckmayer ist zur Zeit unser gewandtester, vielleicht sogar 
bedeutendster Bühnendiditer und Erich Engel ein nicht minder her- 
vorragender Spielleiter — doch ihr Zu.sammenwirken ließ einen „Wein**- 
jüm erstehen, der zwar Geist, aber keinen Weingeist hat. Die Zuckmayer. 
sehe „Blume" ging in Engels „kalter Ente'* verloren. Das hat seine tieferen 
Ursachen, 

„Der fröhliche Weinberg" ist Zuckmayers erster großer Erfolg gewesen. 
Mit diesem volkstümlichen Lustspiel, dessen saftig -kernige Natürlichkeit 
zunächst manchen Theaterskandal hervorrief, gelang ihm ein Repertoire- 
stüdc von kaum zu überbietender Beliebtheit. Dabei sind die Verwick. 
lungen, die er kunstvoll um die Figur des verwitweten Weingutsbesitzers 
Gunderlodi und dessen Haushälterin Annemarie, um Klärchen, Jochen 
Most und Knuzius konstruierte, gar nicht einmal so sehr originell. Die 
na^ dem Muster des bürgerlichen Lustspiels gearbeitete Liebesintrige 
hätte unter den Händen eines unbedenklichen Stückeschreibers ebensogut 
in die handfeste Kunstfertigkeit des bloßen Schwanks einmünden können. 
Hier aber wurde ein echtes Lustspiel von komödiantischer Prallheit dar- 
aus, ein Stück, in dem Zuckmayer das wamüierzig-menschliche Empfin- 
den des Rheinländers und den dionysischen Sclirnel^ der rheln-hessischcix 
Landschaft zu einem Ganzen verbindet, dessen sinnenhafte Gelöstheit, 
dessen glückliche Heiterkeit in vielem an die Erzeugnisse kostbarer 
Volkskunst erinnert. Eine gutartige Daseinsfreude ist darin, deren ge^ 
lassenes Selbstvertrauen fast heidnisch wirkt. Alles riecht nach Brot, 
Erde und Wein. Die Personen sind weder Gliederpuppen noch Marionet- 
ten. Sie sind „rund" und vital; in ihren Charakteren ist dieselbe einfache 
Gewalt, dieselbe elementare Kraft und die gleiche natürliche Heiterkeit, 
die das Gesidit der sie umgebenden Landschaft bestimmt. Ihr Humor ist 
nicht aus der Situation, sondern aus ihrer Grundhciltung entwickelt. Er 
mag mitunter derb und vielleicht sogar gewagt sein, doch vie fehlt ihm 
jenes Quentchen Güte und Selbsterkenntnis, das den Menschen erst be- 
fähigt, mit sich und seiner Umwelt ins Gleichgewicht zu kommen. 

Diesen solchermaßen vorgeformten Stoff, der sich zwangsläufig modernl^ 
sierende Zutaten und abschwächende Einschiebsel gefallen lassen mußte, 
gab man zur Verfilmung in die Hände Erich Engels. Das konnte nicht gut 
gehen, zumal Erich Engel ein Spielleiter ist, dessen künstlerische Stär- 
ken auf ganz anderem Gebiet liegen. Er ist der typische Vertreter einer 
Regieauffassung, die von der ratio ausgeht. Nach experimentellen Thea- 
terinszenierungen, die das expressionistische Denkspiel wie auch selten 
gespielte Klassiker in neuem. Lichte erscheinen ließen, hat er sich auch in 
filmischer Hinsidit einen festumrissenen Regiestil erarbeitet, dem Klar- 
heit und Logik über alles geht. Der kühle Atem seiner skeptischen In- 
tellektualität ist der prallen Lebensfülle und der Gefühlswärme der Ge- 
stalten Zuckmayers ni&it sonderlich gut bekommen. Hier war nichts zu 
konzentrieren. Seine Empfindlichkeit gegenüber falschen Herztönen hat 
ihn hier in die Irre geleitet, und der üppige Schwung des dichterisch Ge- 
wachsenen, das Sinnenhaft'kräftige der Diktion wurde als unnötines Or- 
nament verworfen. So kam ein, was Seh au Spieler führunq und Überwa- 
chung der Dialoge anbetrifft, außerordentlich präziser und sauberer Film 
zustande, der leider mit Zuckmayers Atmosphäre zu wenig gemein hat. 
Das Ganze ist zu vegetarisch geraten und entbehrt der saftigen Diessei- 
tigkeit. 

Es ist schade um den Film. Hier hätte ein stilistisch selbständiges 
deutsches Filmlustspiel entstehen können. Freilich hätte man dazu nicht 
nur einen guten, sondern den richtigen Regisseur gebraucht. So 
wurde ein untauglicher Versuch am taufiilichen Objekt daraus. 

Günter Ebert 




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sind Änderungen to der letzten Minuta 
unterworfen und häufig unvollständig. Die 
Angaben s«nd daher rein provisorisch und 
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slawien: Pier D. Jer.^ey City; Po$tschluS 
8 Uhr morKen.s.* 

Dienstag. \%. Januar 

American Importer: Briefe. Drucksachen 
und Pakete fur Deutschland und die 
Tschechoslowakei. Pier h9, n. R. Fost- 
schluB 1 Uhr nachmittags.« 

Mittwoch. 14. Januar 

United State«: Briefe und Drucksachen 
für Albanieq. Algerien, o.iterreich. Bel- 
gien, Kanarische Inseln. Kap Verde In- 
.^eln, Zypern, die T.schechoslowakei. Frank- 
reich. Deutschland. Gibraltar. England, 
Ungarn. Island, Irland, Luxemburg. .Ma- 
dagaskar. Nordirland. Portugal, Rumänien. 
Spanien, die Schweiz, Tanger, Tunesien 
die Türkei und Jugo.slawlen; Pakete für 
Algerien, Österreich, die Tscherhoslowakai. 
Prankreich. Deutschland «außer Sowjet- 
sektor Berlins und Sowjetzonf. England. 
I.sland, Nordirland und die Schweiz. Pier 
86. N. R ; Postschluß 4 Uhr morgen.«.* 

Uberte; Speziell adie.sslerte Briefe für 
Albanien. Algerien. Osterreich. Belgien. 
Bulgarien Kanarische Inseln, Kap Verde 
In.sein. Zypern. Prankreich. Gibraltar, 
England. Ungarn. Lsland, Irland. Luxem- 
burg. .Madagaskar. Nordirland. Portugal, 
Rumänien, Spanien, die Schweiz. Tanger. 
Tune.^^len. die Türkei und Jugoslawien: 
Pier 88. N. R. Poit.schluß ä Uhr morgens.» 

Jeff Davis: Bnife und Drucksachen für 
Deutschland und die Tschechoslowakei; 
Pakete für Deutschland laußpr Sowjet- 
sektor Berlins und Sowjelzonei und die 
Tschecho.slowakel: Pier 6 Bu.>^h Docks. 
Brooklyn; Postschluß I Uhr nachmittags.» 

•Die angegebene Zelt gilt für das Haupt- 
postamt und die Church Str. Station. In 
der Morgan Str. Station «30. Str. und 9. 
Av.-.» lot der Po^t'Chluß eine halbe Stunde 
*pater und in der Grand Central Station 
pine Stunde fruner. Po.stschluß fiir Druck- 
iarnen und Pakete Jewciis 'l Std. früher. 

Im Hauptpo5tamt in Brooklyn l.^t der 
Po tschluß Montag.i bi< PYeltag« 1 Stunde 
fna'ier als Im Hauptpo tarnt In Manhattan 
.Sam.stag« «»el Stunden und Sonntag« und 
Feiertag« dr»l Stunden früher Druck- 
sachen und Pakete Mer Stunden früher. 



Luftpostvarkahr 



D'utschlar.Q rag.;ch nacn allen Zonen, 
a .lier Sonntag- 

Osterreich Täglich, außer 8onn-ags. 

Belgien: Tagluh. 

Frankreich Täglich 

Großbritannien Tagllrh. 

Niederlande Täglich. 

Schwe.z: Täglich 

Dänemark: Taglich 

Tschechoslowakei. Täglich, auSer Mitt- 
woch«. 

L-rael: Montag Dienstag und 8am.naf. 

Argentinien. Taglich. 

Bra.'ilien: Täglich. 

Chile: TagMrh. 

* • » 

— In Lo!^ Angeles wurden Herr 
und Frau Pet^r Muccio um $2000 
bestohl^n. al,«, ^p ihr* Steuerer- 
klärung ausfertigten. 

i 



Die KolumbuskaJe in Bremerhaven 



Ankunit der "jUnifeJ States** war 
grosses Ereignis in Bremerhaven 



BREMERHAVEN ^dpa). Bra- 
merhavens großes Ereignis '^ar^^|||ff3||e33tzung gab 



Österreich noch 
ohne Ziviiiuftfahrt 

WIE:N. — Österreich be.saß vom 
Jahre 1923 bis 1938 eine eigene 
Luftverkehrsgesellschaft (ö.ster- 
reichische Luftverkehrs A.G. — 
ÖLAG>, die 1938 von der Deut- 
schen Lufthansa übernommen 
wurde. Sie hat in diesen Jahren 
vorwiegend in Poolarbelt mit 10 
ausländischen Luftverkehrsunter- 
nehmungen wie z. B. mit der 
I.A.L. (Britische Luftverkehrsge- 
sellschaft), K.L.M. (Niederländi- 
sche Luft Verkehrsgesellschaft) , 
mit der Air France, der Swiss-Air 
oder der LOT (polnische Luftver- 
kehrsgesellschaft) gearbeitet. 

Die Österreichische Luftver- 
kehrs A.G. hat in den Jahren 
ihres Bestehens über 7.5 Mill. 
Flugkilometer geleistet und mehr 
als 100.000 Gäste befördert. 
Die BeLriebsergebnisse des Jahres 
1937. des letzten Jahres vor der 
Oklcupation, geben ein instruktives 
Bild über den östeneichischen 
Luftverkehr. Der flugplanmäßige 
Luftverkehr 1937 des Flughafens 
Wien-Aspern wies damals 7200 
Flüge und 43.441 Fluggäste auf. 
An erster Stelle stand Budapest 
mit sieben Linien (2548 Flügen 
und 15.922 Fluggästen», an zwei- 
ter Stelle Prag mit 3 Fluglinien 
(2236 Flügen und 11.978 Flug- 
gästen). 

Ihrer Nationalität nach standen 
unter den Fluggästen an erster 
Stelle die Deutschen mit 11.091, 
gefolgt von den Briten mit 4228 
und den Österreichern mit 3905. 
Österreich hatte vor dem Krieg 
sechj Zivillufthäfen, und zwar 
Wien - A«pem. Linz, Salzburg- 
Maxglan, Innsbruck - Reichenau, 
Klagenflirt- Anna bichl, Graa-Tha- 
lerhof. Außerdem gab es, dem 
t*chnlachen Stand der damallgeii 
2jeit entsprechend, eine Anzahl 
von Notlandeplätaien. bei denen 
Flugzeuge bei schlechtem' Wetter 
notlanden konnten. F*ür den 
Flugsport standen die gut ausge- 
bauten Fluggelände von Spitzen- 
berg bei Hainburg, Niederöster- 
reich 'i>owj. Zone» und Gaisberg 
bei Salzburg «US-Zone i zur Ver- 
fügung. 

Der größte Teil des Luftver- 
kehrs wickelte sich auf dem 
Flugplatz Wien-Aspem ab. Die 

Flugzeuge der ausländischen Luft- Die -United States" hatte die 
Verkehrsgesellschaften flogen 1 piaggen der Bundesrepublik und 
sämtlich Wien an. von hier aus , ^es Landes Bremen gesetzt. Spä- 



Hier legte die ''United States'' an 




die — bereits kurz gemeldete — 
Ankunft der "United States" am 
3. Januar, des schnellstens ama- 
rikanischen Fahrgastschiffe« der 
Welt. Bereits am Tage vor Em- 
treffen waren sämtliche Hotels 



in Bremerhaven in 34 
Stunden 90,000 DM ays 

BREMERHAVEN <dpa». — Die 
etwa 1000 Besatzungsmitglieder 



und Pensionen von auswärtigen ^ de» amerikanischen Passagier- 
Besuchern belegt. Die Bevölke- 1 dampfers "United States", der 
rung war aufgefordert worden. 34 Stunden in Bremerhaven lag. 

Privatquartiere zur Verfügung au gaben während der Liegezeit etwa 

stellen. Sechs große Schlepper mit I 90.000 DM aus. die sie gegen Dol- .Q/f^"" *J"^" wurden im Jahre 
zusammen 6000 PS-Maschinen- f lar eingetauscht hatten. Die rund ! ;|,^^^ ^"<^ 1^.2 Millionen Tonnen, 
stärke drehten dann das Riesen 
schiff auf dem Strom seinem 



VBn der Schiffahrt 
in Deutschiand 

Deulsc'her Gemeinsrhaftsdienst 
nach der Westküste Südamerikas 

HAMBURG, (dpa» — Die Ham- 
burg-Amerika-Linie (HAPAG> in 
Hamburg und der Norddeutsche 
Lloyd in Bremen eröffnen Jetzt 
einen Gemeinschaftsdienst nach 
der Westküste Südamerikas. Das 
Motorschiff "Kassel" der HAPAG 
^ird am 15. Januar über Bremen. 
Antwerpen, durch den Panama- 
Kanal den Liniendienst aufneh- 
men Als zweites Schiff folgt 
die Brandenstein" vom Norddeut- 
schen Lloyd Anfang Februar. Der 
LiniendienAt erfolgt in Gemein- 
schaft mit der chilenischen 
SUat.sreederel Compania Sud- 
americana de Vapores. Die bei- 
den deutschen Reedereien haben 
für den neuen Dienst sechs 
Schwe.ster.schiffe von je etwa 
5600 BRT vorgesehen, von denen 
vier im ersten Halbjahr 1953 von 
den Werften abgeliefert werden. 

Mit der Wiederaufnahme die- 
ses Verkehrs knüpfen die beiden 
Linien an eine alte Tradition an. 
Die Kosmos -Li nie, die spät«- von 
der HAPAG übernommen wurde, 
betrieb den Verkehr nach der 
Westküste Südamerikas bereit« 
seit 1872, und der Lloyd Ist auf 
dieser Linie seit 1904 tätig. 

Hamburger Hafenumsrhlsf 
aestiegen 
HAMBURG (dpa) — im Harn- 



DER 



700köpfige Besatzung der "Ame- 1 ^*^ ^^"<1 *^^a eine Million Ton- 
rica", die seit 13 Monaten regel- , '^'^ mehr als im Jahi-e 1951. um- 



Llegeplatz an der Kolumbus-Ka je mäßig Bremerhaven anläuft. If^f^^j^«*''^- Mit diesem Ergebnis 



entgegen, wo vor dem Krieg« di«| bringt bei Jedem Besuch Im 
großen deutvschen Fahrgastdamp- IXirch«chnit>t etwa 60.000 DM In 



fer "Buropa" und "Bremen" fest- 
machten. 



Bremerhaven unter dl« Leute. 

iinHiwiWNRWKfifWiniiinitiiififHtiiiiHiiiiHtiiiimiiiiiiitiiiiittiiiiiniiii 

Zollbeamte, Beamte der Wasser- ^^ Konferenz- VerhÄltnisee in der 
schutaspoliael und «wel Bisenbahn- | Seeschiffahrt wieder geordnet i zielte höhere Güterverkehr Ham^ 

werden können. Die. werde nur , bürg« wird in erster Linie auf die 
möglich »ein. wenn beteiligt« neuzeitlichen und rationell ge 
Reedereien einsehen, da« die in ' * 



sind jedoch erst etwa 68 Proeent 
der Jahresleist/un^r von 1938 er- 
reicht. Der trot« der scharfen 
Konkurrena der übrigen west- 
lichen Häfen Rotterda,m. Antwer- 
pen. Amsterdam und Bremen er- 



beamte waren bereits in L« Havre 
an Bord gegangen, um Paß-, Zoll- 
und Gepäckabfertigung der 617 
Fahrgäste unterwegs voi-au neh- 
men. 

Von der hell erleuchteten Bre- 
merhavener Landungsbrücke aus 
sahen trotz der nächtlichen 
Stunde viele hundert Menschen 
dem Anlegemanöver zu, unter 
ihnen der Bremerhavener Ober- 
bürgermeister Hermann Gul lasch. 



ter fand an Bord ein Empfang 
statt, an dem der bremische Se- 
natspräsident Wilhelm Kaisen. 
Bundesverkehrsminister Dr. See- 
bohm und der amerikanische Hohe 
Kommissar Samuel Reber teil- 
nahmen. 

Ansprache Oberkommissars Rebers 

Bei dem Empfang an Bord des 
Schiffe« erinnerte der amtierende 
amerikanische Oberkommissar für 
Deutschland. Samuel Reber. an 
ein Dcricument, mit dem George 
Washington im Jahre 1794 die 
Ernennung eines gewissen Arnold 
Delius aus Bremen zum Konsul 
der USA verfügte. Reber sagte 
dann. ungea:htet seiner alten 
Tiaditionen und engen Bindungen 
Zu den älteren seefahi-enden Na- 
tionen habe Bremen, das sich da- 
mals wie heute zum Grundsatz 

I des freien Handels bekannte. 

1 seine Entwicklungskräfte und 
seine jugendliche Fähigkeit be- 
wiesen, neue Ideen aufzugreifen 
und neue Handelsbeziehungen zu 
knüpfen, aus denen sich alsbald 
ein reger Handelsverkehi- zwi- 
schen dieser alten Hafenstadt und 
der neuen Republik entwickelte. 
Bis 1830 sei Bremen bereits zum 



den ersten Naohkriegsjahren 
selbstverständlich gewesene Über- 
nahme ehemals deut.scher Ar- 
beitsgebiete durch andere Reede- 
reien eine vorübergehende Er- 
scheinung gewe.sen sei. 

Die Reedereien müßten ein- 
sehen, sagte Seebohm, daß nun- 
mehr der deutschen See.schif fahrt 
und den deutschen Häfen wieder 
ein angemes.sener Platz einge- 



führten Umschlagseinrichtungen 
im Hamburger Hafen zurückge- 
führt. 



■< • » 



Nachrichten über Ost- 
ZoneR-Paketabfertigung 



Abfahrten und mit Range-Zu- 
schlägen zum Nachteil der deut- 
schen Häfen nicht abfinden 
könne. 

"Man wird sich nicht damber 
wundern, daß wir gerade in die- 
ser Hinsicht die verständnisvolle 
Hilfe der amerikanischen Schiff - 
fahrt erbitten", erklärte See- 
bohm. Die deutschen Reedereien 
betrachteten es als ihre vor- 
nehmste Aufgabe, sich im inter- 
nationalen Wettbewerb wieder als 
faire Konkurrenten zu bewähren. 



fertigten auch die ö.sterreichi- 
schen Luftverkehrsunternehmun- 
gen alle nach dem Ausland und 
nach dem Inland führenden Li- 
nien ab. Die Kapazität des Flug- 
hafens Wien-Aspem war indessen 
trotz der starken Frequenz nicht 
voll in Anspruch genonunen. Ohne 
weiteres hätte das Doppelte der 
Leistung bewältigt werden kön- 
nen. Der Wiener Hafen war tech- 
nisch modern eingerichtet, hatte 
ein Rollfeld von 800x650 Meter, 
zahlreiche Hallen. Werkstätten 
und Betriebsgelände. Es gab eine 
nach dem damaligen Stand der 
Forschung hei'vorragend einge- 
richtete Flugsichei-ungseinrichtun- 
gen, sowie Einrichtungen für den 
Flugfunk und für die Naviga- 
tionshilfe. 

Wiederaufbau gehemmt 

Nach 1945 waren österrei- 
chische Stellen bemüht, ein Amt 
für Zivilluftfahrt zu gründen und 
sofort einen normalen Flugver- 
kehr wieder aufzunehmen. 

Im Februar 1946 aber wurde 
vom Exekutivkomitee des Alliier- 
ten Rates das Verbot ausgespro- 
chen, ein Amt zu errichten, das 
sich mit Fragen der Luftfahrt 

be.schäftige. Auch wurde jede aus- wichtigsten Umschlagplatz der 
übende Tätigkeit insofern unter- welt für amerikanischen Tabak 
sagt, als die Gründung iigend geworden 18^0 spi e«» aurh der 1 t V" ^^ ^^" 

einer Gesellschaft. Sportvereini- ^I^u^i^^ste Mail des eumpä- f*^"^' '^'' ^'^^^' ^'^'^^ ''^ ^'^- 

oeoeutenasie Maikt des euiopa {honen BRT. Seit September 1949 
ischen Kontinents fur ameriKa- 
ni.sche Baumwolle gewesen. 1874 



Einem unserer Leser. Herrn 

Paul Reimann, Bergenfield. N.J., 

verdanken wir die Mitteilung daß 

räumt werden mü.s«>e und daß ; Oe.schenkpakete die er in die 

sich die Bundesrepublik mit ; deutsche O.stzone sandte und die 

einer zu geringen Zahl deutscher .sowohl Itaffee und Kakao und 



Schokolade enthielten, dem Emp- 
fänger ausgehändigt wurden, 
nachdem er die gültigen Zollsätze 
entrichtete. Demnach wurde die 
Höchstgrenze von 250 Gramm für 
jedes einzelne Genußmittel. Kaf- 
fee, Kakao oder Schokolade an- 
gewendet. Andererseits erhielten 
andere Empfänger von Sendun- 
gen unseres Lesers In der Ost- 
zone von den dortigen Zollbehör- 
den die Mitteilung, die Gewichts- 
grenze von 250 Gramm gelte für 
Kaffee und "Kakato oder Scho- 




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Seebohm erinnerte an das erfolg- kolade". Dies ergäbe für Kaffee, 
reiche Zusammenwirken zwischen I Kakao und Schokolade ziisam- 
dem norddeutschen Lloyd und I "^^^^ die Höch.stgrenz€ von 500 
der Hamburg - Amerika - Linie Gramm, was auch der Auffas- 
einerseits und der United- -"^^^ der amerikanischen Postbe- 



States-Linie andererseits. Von 
1922 bis zum Beginn des letzten 



hörde entspricht. 

Wenn in dem einen Fall ein 



Krieges seien diese Reedereien in i P**^***^ ^on den ostzonalen Be- 
einer Pool - Gemeinschaft gefah- ' l^^o^den nicht beanstandet ^iirde. 



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ren, die für die Wirtschaft se- 



! welches 250 Gramm Kaffee. 250 



«ensreich gewesen sei Seebohm P^^»"^"^ Kakato und 150 Gramm 

Schokolade enthielt, im anderen 
Fall aber die Auskunft erteilt 



sprach die Hoffnung aus. daß der 
Besuch der "United States" den 
Weg »u einer neuen Lösimg ähn- 
licher Art ebnen möge. 

Nach Angaben des Mini.sters 
betrug die Tonnage der deut- 
schen Handelsflotte Ende des 



gung oder öffentlicher Dienst- 
stelle verboten wurde, die sich 
an handelsmäßiger Verkehrsluft- 
fahrt beteiligen. 
Eine Lockerung die.ses Verbotes 



wurde, daß die Grenze von 250 
Gramm für Kakao und Schoko- 
lade gelte, so zeigt das von 
neuem, daß die Handliabung der 
Paketvorschriften nicht einheit- 
lich erfolgt. Nicht völlig klar ist 
in dieser Hinsicht auch der 
Wortlaut der Verordnung der 



^. . „ ,,, .. , Programme abgeschlossen sind, 

sei m Bremen eme Baumwollbörse üben^-iegend aus eigenen Mitteln 
gegi-undet worden, die zum Brenn 



seien, wenn die laufenden Bau- 1 sowjet-Zone: '*i:>as Höch.stge- 

wicht je Sendung wird für Kaf- 



punkt des gesamten amerikani- 



erfoIgteerstimAu-ust 1947. Man j sehen Baumwollhandels In Eu- 
gestattete Österreich die Giiin- 

dung eines Amtes für Zivilluft- 
fahrt, das der Kontrolle der AI- 



ropa entwickelt worden sei. Diese 
maßgebhche Rolle im Handel mit 
Baumwolle. Tabak und anderen 



liierten Rates untersteht und nur ^Gütern aus den USA habe Bi-e- 
berechtigt ist. Plane auszuarbei- men auch heute noch inne. Einen 



ten. Eine weitere Lockerung des 
Verbotes erfolgte Dezember 1949. 
als Österreich der Wiederaufbau 
des Segelflugsportes bewiLigt 
wurde: dessen Ausübung unter- 
steht gleichfalls der Kontrolle des 
Alliierten Rates. 

Der österreichische Äroklub hat 
vor einigen Monaten eine Al- 
pine Segelflug-schule m Zell am 
See eiTichtet. die auf Grund der 
außerordentlich günstigen mete- 
orologischen und geländemäßigen 
Voraus.se tzungen breites interna- 
tionales Interes.se gefunden hat. 
Durch Kurse und Prüfungen wird 
eine Anzahl junger Sportsleute 
herangebildet, die der internatio- 
nalen Konkurrenz im Segelflug- 
sport gewachsen sind 



aufschlußreichen Einblick in diese 
Wirtschaftsbeziehungen werde 
eine Aufstellung veimitteln. die 
in wenigen Tagen im "Amerika- 
Haus" in Bremen eröffnet werde. 

Reber erinnerte weiter daran, 
daß 1847 der Paketdampfer 
"George Wa.shington" Bi-emen als 
erstes Schiff der heute initer dem 
Namen "United States Line" be- 
kannten Schiff ahrtsgesellschaft 
angelaufen habe. Der amerikani- 
.sche Oberkommissar äußerte die 
Ansicht, daß die Ankunft der 
"United States" in Bremen auf 
ihrer ersten Europafahrt ein wei- 
terer Beweis für den Ausbau der 
Handelsbeziehungen zwischen 
Bremen und Amerika und damit 



Österreich besitzt also keine i ^^^'^'^^^^^ Deutschland und Ame- 
eigene Zivilluftfahrt, die Flughä- ! ^^^" ^^^^ vcio^^. Er .sagte, daß sich 
fen in Österreich unterstehen j ^" ^°^'^ ^^^' "United States" wie- 
nicht der Verwaltung österreichi- I ^^^^"^ Familienangehörige vieler 
scher Stellen, sondern werden ^" Deutschland stationierter ame 
nur notdürftig von den alliierten 
Besatzungsti-uppen für den Be- 
trieb erhalten, daher weder mo- 
dernisiert noch au.sgebaut. 

Mit Erlaubnis der Alliierten 
fliegen derzeit die Maschinen fol- 
gender 10 ausländischen Flug- 
ge.sellschaften Österreich an: 

BE.A, bnti.sche Verkehrsge.sell- 
.schaft: AF Air France: SAS, 
Scandinavian Airlines System: 
SABENA, belgische Verkehrsge- 
selLschafi: KLM. niederländische 



rund 1.5 Milliarden DM in die 
deutsche Handelsflotte Investiert 
worden. 

30.000 bei Abfahrt 

Nach 34stündigem Aufenthalt 
legte das größte amerikanische 
Passagierschiff, die 'United Sta- 
t'Cs", wieder von der Bremerhave- 
ner Columbus-Kaje ab. um mit 
370 Pa.ssagieren die Rückreise ! düng». — Zum Jahresende konnte 
nach New York anzutreten. Im das Richtfest beim Bau der neuen 
Bahnhof und auf der Columbus- Bremer Beruf s.schule gefeiert wer- 
Kaje hatten sich etwa 30.000 den. die mit einem Kostenauf- 
Menschen eingefunden, die das wand von rund 8 Millionen Deut- 



fee. Kakao oder Schokolade auf 
je 250 Gramm, für Tabakwaren 
auf 50 Gramm festgelegt". 

Richtfest der neuen 
Bremer Berufsschule 

BREMEIN. 10. Jan. < Postmel- 



Schiff bei der Ausfahrt sehen 
wollten. Aus Bremen mußten Poli- 



schen Mark erbaut wird. Die 
Stadt erhielt hierfür den größten 



zeiverstärkungen h e r a n geholt ! bisher vom U S.-Hochkommi.ssa- 
^^rden. um den Besucherstrom ; riat gewährten Zuschuß für be- 
vom Schiff fernzuhalten. Auf- '\ sondere Projekte, und zwar in 



sehen erregte der Bremerhavener ; Höhe von DM 1.961.241 '$466.775>. | durch Teilnahme am deutschen 



Der A. F. S. schickt 120 
Kinder nach Deutschland 

DÜSSELDORF, 10. Jan. — 
Durch Vermittlung des "Ame- 
rican Pield Service" werden 
etwa 120 amerikani.sche High 
School-Schüler ihre diesjährigen 
Sommerferien bei westdeutschen 
Familien verbringen, davon 20 
in Nordrhein-Westfalen. Dies 
wurde bei einem Treffen junger 
Deutscher, die dank des A. F. S. 
die Vereinigten Staaten besuchen 
konnten, durch Helga Cramer. 
Vertreterin des "American Field 
Servnce" in der Bundesrepublik, 
bekannt geseben. 

Das New Yorker Büro des 
"American Field Service" wird ! 
amerikani.sche J\mgen und Mäd- 
chen für den Besuch Deutsch- 
lands auswählen und die Kosten | 
für die Reise, Versicherung u.sw. 
übernehmen. Die A.F.S. -Komi- 
tees in Deutschland treffen die 
Auswahl unter den deut.schen 
Familien, die einen .nmcen Ame- 
rikaner als Sommergast aufneh- 
men wollen. 

Durch diesen Austausch sollen 
16- bis 19 jährige Amerikaner 



Direkt nach 

DEUTSCHLAND 

BREMERHAVEN 




"Elferrat", der in seinen karne- 
valistischen Kostümen das Schiff 
verabschiedete. 



* • » 



rikanischer Soldaten befunden 
hätten, die nicht wegen kriegeri- 
scher Absichten in Deut.sch- 

land seien, .sondern weil Die USA I ^"Zug" zusammenge.stellt. In fünf 
und ihre Partner innerhalb der i ""^^^^auten Schnellzugwagen ^ 
Atlantik-Gemein.schaft die drin- j ,^" ^^'-^.e sollen drei weitere dazu- 
gende Notwendigkeit erkannt »^^"^"^^n - zeigen hier Firmen 
haben. die Verteidigung.skraft | ^"^ dem ge.samten Bundes2ebie. 
Westeuropas und damit Deut.sch-!."."^ ^'^^ «^^^^ Branchen ihre Er- 
lands zu stärken. 



Anläßlich der Richtfeier spra- 
chen der Bremer Senatspräsident 
Wilhelm Kaisen und der Senator 
für Bauwe.sen. Emil Theil. die 
beide die amerikani.sche Hilfe bei 
diesem Bau anerkannten, die 
nicht nur aus finanzieller Unter- 
stützung, sondern auch aus fach- 
licher Beratung bestand. Für die 
U. S. sprach der liiesige amerika- 
nische Generalkonsul Edward D. 
McLaughlin. 

trag mit der ELsenbahndnekUon , '°'' J^^^^*}" , «"^ , '''"™ ""■ 
StuURart eine -Ausst^llunR Im f»" Fach.schulen b^len: die In- 

du.stneschule mit Abteilungen fur 
Metallarbciten. Bauwe.sen und 
T^xtil. die Handelsschule für 
Frauenbenife. die Hauswirt- 
schaft.'-sihule und die Vorwal- 



Deutschland hat eine 
Messe auf Rädern 

OFFENBACH «DB». — Unter 
dem Motto: "Für die Familie", 
hal die Württembergisch - Badi- 
sche Me.ssegesell«ichaft stuttgart- 
Bad Cannstatt nach einem Ver- 



Die "United States" wird Bre- 
merhaven voraussichtlich sechs- 
mal in die.sem Jahr anlaufen 



Familienleben mehr über Deutsch- 
land, seine Bräuche und Ideale 
und über die E>euUschen lernen. 
Frl. Cramer gab ebenfalls be- 
kannt, daß das näclistjährige 
Europa -Sommerlager des "Ame- 
rican Field Sen'lce" in West- 
deutschland abgehalten wii-d, 
wahrscheinlich am Es.sener Bai- \ 
deney-See. Land- und Kreisver- 
treter versprachen Unterstützung 
aus deutschen Mitteln. 

"Santa Teresa'' bald 
auf der Jungfernreise 

HAMBURG »dpa). — "Santa 
Tere.sa '. der erste Neubau der 
/.weiten Serie von vier "Santa"- 



Mit ()«■ keliebten tJberteedanpfer 

"NEPTUNIA" 

Mindestfahrpreis et r a 
Touristenklasse lOU 

ZWEI 'Thrift Season*' 
SPEZIALFAHRTEN 

von New York 

nach BREMERHAVEN 

(VIA KANAL-HAFENJ 

4. FEBRUAR* 

nTid 
reo RR^MKRH4VF> nark NEW \ORK 

21. JANUAR* 

(•via Halifax) 

Da« gesamte Bedienungsperso- 
nal der *'\e|)tunia'' be«teht aut 
früheren Angestellten des Nord- 
deutsf hen Llovd. Sie finden auf 
der*'Neptimia*' die.spjbe Saubfr- 
heit, vorzügliche deutsche Kiich« 
und auimerhsnme Bedienung 
wie auf den beliebten Vorkriegs- 
jw hiffen des Norddeutschen 
Llovd und der TIamburg-Ame- 
rika-I.inie. — V ilm\6rfjjbrun- 
gen. Tanz und sonstige Lnter- 
lialtungen. 

GeB«ralT«rtrcfHa| \m Deattcklai^ 

Hapag-Lloyd 

REISEBÜRO 

Cai>tav-Deetjen>Allee 4, Brem«B 
Hafen»tra§fe 141, Bremerhaven 



Verkehrsgesellschaft: Y.ATT. ju-^^"^ '^^'^^ *"™ ^^ Januar, 8. Pc- 
go.slawische Verkehr.sge.sellschaft- ! *>^ua^- 26. Februar. 15. März. 
CSA. tschechische Verkehrsge.sell- 1 25- November und am 12. De- 
schaft; PAA. Pan American Air- ''^"^^^ ^^^^ 



ways: EL-AL. israelische Ver- 
kehnsge.sell.schaft: Swi.ss A;r. 

«BPD.) 

■ » • e 

— In Northampton .starb W:1.5on 
Tmoog. der Organist des Smith 
College. 

I 



Comeback der Deutschen See- 
schiffahrt 

« 

Bundesverkelirs - Minister Dr. 
Han.'^-Christoph Seebohm .sprach 
In Bremerhaven anlaßlich eines 



Zeugnisse. All-s laßt .^ich in die . ^ • 

^en Wagen bestaunen: Kleider «uche und Speiseraume. eme 
und Wäsche für Damen und Her- Turnhai e mit Brausebadern und 

Spielplatze, die allen Junsen und 



lunesschule. Ferner enthält der ] 3^i.,jff^,T ^ie auf der Hamburger 
Neubau eine Biicherel. eine Aula. 



alten Bromern 

stehen werden. 

< » » 



Empfang« 



der "United 



r^n. Badeeinrichtungen und Ra- 
siergamituren, iBpiel waren und 
Möbel. 

Auf ihrer Fahrt durch Südwest- 
deutschiand öffnete die Ausstel- , Deutsche Kohlenforderung 
lungsme.s.se bisher u. «• ihre Pfor- 
ten in Lindau. Fiiedrichshafen. 
Rottweil. Offenburg. Baden-Ba- 
den. Karlsnihe-Durlach, Pfoi-z- 
hf.m. Calw. Tubingen und Plo- 
cl^ingen. 



zur Verfügung 



^ ♦ » 



States" die Hoffnung aus. daß — Achtet auf Zonennammer! — 



■Ho wa Idtswerft für die Hamburg- 
Süd gebaut ^ei;^«n. soll am 31. 
Januar die Jungfernreise nach 
Südamerika antreten. Das zweite 
Schiff dieser Serie, die "Santa 
Ines", wird voraus.sichtlich am 
14. Januar von Stapel laufen, um 
im Mäi-z ebenfalls in den Süd- 
ESSEN. «dpa.> — Die Stein- amcrika-Dien.st gestellt zu wer- 
kohlenfördening in der Bundes- ! den. Die Hamburg -Süd will ferner 
republik betrug nach voiiäu- { am 23. April das Fracht-Motor- 



Wenn Sie «in«n Freund oder •!■•■ 
Verwandten nach den U. S. od«r 
KA.NADA bringen wolieii, benutz«» 
Sie iin<(eren direkten Verkebr vaa 
BREMERHAVEN nach New York, 
Hallfax oder Quebec. 



Auskunft und PlatxbcteruBf 4i 
Ihr örtlichee Reiaebttr« o4«r 

GENERAL STEAM 
NAVIGATION CO., LM. 

of Greeet 
8-1» Brid(* St., NEW YORK 4, 11. T. 



figen Berechnungen im Jahre 
1952 123 3 Millionen Tonnen Das 
bedeutet gegenüber dem Jahre 
1951 eine Steieening um 4 3 Mil- 
lionen '%)nnen oder um 3,7 Proz. 



schiff "Babitonga". das auf der 
Lübecker Flender-Werft für die 



In Port Worth wuid« Robert 



Rudolf A. Oeiker-Reederei gebaut ! Wilhelm getötet, a'.i w In itlnem 

wird. In ihren Sudamerikadienst j Heim mit .einer elektrisöhen bel- 
auf nehmen. ^ tung In Berührung kam.. 



4 B 



.ZEITUNG 




East Brooklyn 



^^^JUAd/iA ANDLOAN 
^Wn/l%^<S ASSOCIATION 

,1012 GATES AVE. of Broorfwer 
BROOKLYN 21 • GL 54307 



ERSPARNISSE 
VERSICHERT 
BIS ZU S10,000 

durch di« Fedcral Savingi 
and Loan Insuranc« Corp. 
Spar«inlafcn bis tum 10. 
d»s Monats brinfen Zinsen 
vom 1. des fleichcn Monats 

FanffM Si« Jttzt zi sparci 

an durch dit Pott odir 
parsönlich 

r,**m%%\irk für 
T rmuhmnd'FoHtt» 



Frau Anni Richter feiert 
Dienstag 95. Geburtstag 

Am kommenden Dienstag, den 
13. Januar, feiert eine liebe, treut 
Leserin dieser Zeitunp. FYau Anni 
Richter, in bewundemwürdiRer 
körperlicher und Reistieer RüstiB- 
keit ihr 95. Wiegenfest. Das Ge- 
burtstagskind, da.s au.«; der i 
deutsch - sprechenden Schweiz 
stammt, wanderte vor 60 Jahren 
hier ein und gehört vom ersten 
Tace der Landung zu den Le- 
sern dieser Zeitung. Frau Richter 
führt noch immer ihren eigenen 
kleinen Hausstand im Hause 3012 

, Third Ave.. New York, und viele 
I ihrer zahlreichen Freunde werden 
es sicherlicl\, nicht unterlassen. 
i ihr am Dienstag persönlich zu 
gratulieren. Wir von der Staats- 
Zeitung und Herold schließen 
uns mit den herzlichsten Glück- 
wünschen an. 



Eestli 



der Hannover schrn Prinzen familii 





Rosinger Opera Guild 
plant Februar-Aiiffiihrung 

Ein besonderes musikalisches 
Ereignis steht in Paterson, N. J., 
für das kommende Fiühjahr be- 
vor. Die Rosinger Opera and 
Operetta Guild bereitet Mozart's 
entzückende heitere Oper "Die 
Entführunar aus dem Serail" vor. 
Die Proben unter der musikali- 
schen Leitung des Kapellmeisters 
Alfred Rosinger und unter der 
Regie des Kammersängers Dr. 
Paul Kuhn sind In vollem Gange 
und versprechen in der Besetzung 
der Hauptpartien mit erstklassi- 
gen Künstlern einen ganz großen 
Erfolg. 

Die Guild hat bereits zirka 40 
glanzvolle Auffühiningen italieni- 
schen, französischen und deut- 
schen Opern herausgebracht. Es 
besteht in der Guild für sanges- 
und musikfreudige Menschen die 
große Chance, sich mitwirkend 
oder auch nur zuhörend zu be- 
tätigen, wenn sie Mitglied der 
Guild werden. Man wende sich 
diesbezüglich an die Adresse: 

Rosinger Opera «nd Operetta 

Guild, 167 Sheridan Avenue, 
Paterson 2, New Jersey, oder an 
Kammersänger Dr. Paul Kuhn, 
309 W. 99. Str., New York City, 25. 
•N. Y. 



< • » 



Edelweiss Damenverein 

Frau Katharine Voges schreibt 
uns: Der Edelweiss Damen- Verein 
wird am Dienstag, den 13. Ja- 
nuar, in der New Yorker Turn- 
halle. Ost 85. Straße und Lexing- 
ton Ave., seine Monatsversamm- 
lung mit anschließender Neu- 
jahrsfeier veranstalten. Freunde 
und Gäste sind jederzeit will- 
kommen. 



< • » 



für Chaim Weizmann 

Dr. Henry Goldschmiedt schreibt 
uns: Die "American Society of 
European Chemists and Pharma- 
cists", Präsident Kurt G. Stern, 
wird am kommenden Mittwoch, 
den 14. Januar, im Master In- 
stitute Theatre, 310 Riverside 
Drive, N. Y. C. abends um 8. 30 

Uhr eine Gedächtnisfeier für Dr. 

Chaim Weizmann veranstalten, 

dessen hervorragende Leistungen 
auf dem Gebiete der Chemie ge- 
würdigt werden sollen. Es spre- 
chen: Louis F. Fieser (Harvard 
Universität) über "Contributions 
to Organic Chemistry". Ernst 
Simon (Weizmann Institute of 
Science) über *'Contributions to 
Microbiology", Walter G. F^an- 
kenburg über 'Contributions to 
Catalysis" und Walter F. Mark 
(Polytechnic Institute of Brook- 
Ijm) über "The Weizmann In- 
stitute of Science". 

Damen-Verein des 
N. Y. Turnvereins 

Frau M. Pistorius schreibt uns: 
Die reguläre Mitgliederversamm- 
lung findet am Mittwoch, den 14. 
Januar, nachmittags 1.30 Uhr, in 
der New Yorker Turnhalle. Ost 
85. Str. und Lcxington Ave., statt. 
Zahlreiches Erscheinen ist er- 
wünscht. 



Teutonia Schwesternzirkel 

r>er Teutonia Schwestern-Zirkel 
hielt kürzlich seine gut bevsuchte 
Monatsversammlung ab, und 
Präsidentin Frau Marie Hauff 
war glücklich, u. a. Fiau M. Wen- 
ninger begrüßen zu können, die 
sich zwei Augenoperationen un- 
terziehen mußte. Frau Gavender 
war von Washington, D. C, zu- 
rückgekehrt, und die 83jährige 
Frau K. Durst aus Bayridge war 
ebenfalls zugegen. Ein spezielles 
Willkommen galt ferner den 
Damen E. Feltmann, A. Stahl 
und Wangler. 

Präsidentin Frau Marie Hauff 
gratulierte Ehrenpräsidentin Frau 
L. Muller in ihrer Eigenschaft 
als Matrone des Loreley-Chapters. 
ferner Sekretärin M. Hauser, zur 
Ernennung ihres Gatten zum 
Stuhlmeister der Teutonia-Loge 
Nr. 617, Frau Schricker zu Ihrer 
neuerworbenen Großmutterwürde 
und FYau K. Schweizer zu der 
bevorstehenden Hochzeit ihrer 
Tochter Helen. 

Mitglied Frau W. Hemmer, die 
sich auf dem Weg* der Besse- 
rung befindet, aber noch keine 
Besucher empfangen darf, wur- 
den aufrichtige Wünsche zu einer 
baldigen völligen Genesung aus- 
gesprochen. 

Im Mitelpunkt zahlreicher Auf- 
merksamkeiten standen die Ge- 
burtstagskinder K. Hasse. R. 
Heidt, M. Steingräber, W. Hem- 
mer. P. Oetjen. M. Hauser, E. 
Schoeps und E. Bolsterling. Zu 
den Ehejubiläen wurde den 
Damen Marie Hauff und Ehren- 
präsidentin Frau L. Muller gra- 
tuliert. 

Das 29. Stiftungsfe.st findet am 
3. Februar im Deutschen Frei- 
maurer-Tempel, 220 Ost 15. Str., 
N. Y. <:., ab 1 Uhr nachmittags 
statt. Das Programm umfaßt ein 
Festmahl und vielseitige Unter- 
haltung. Jedermann ist herzlich 
willkommen. 




4 » » 



Prof. Roth 79 Jahre alt 

Am gestrigen Sonnabend, den 
10. Januar, feierte Prof. Walter 
Roth seinen 79. Geburtstag. Der 
Jubilar war Professor für Chemie 
an der Technischen Hochschule 
in Köthen (Anhalt) und war 25 

Jahre lang — bis zum Jahre 1933 

Chefredakteur der EXeutschen 
Chemiker-2^itung". Prof. Roth 
wanderte nach 1933 nach Palä- 
stina aus, lebte zunächst in Haifa 
und später in Jerusalem, wo er 
wissenschaftlicher Mitarbeiter an 
der Universität wurde. Im Jahre 
1951 kam Prof. Roth nach New 
York, wo seine Frau am 13. 
Februar 1^52 starb. Jetzt ist 
Prof. Roth wieder Korrespondent 
und Mitarbeiter der "Deutschen 
Chemiker-Zeitung". Die Redaktion 
der "New Yorker Staatszeitung 
und Herold" wünscht dem Jubi- 
lar noch manches Geburtstagsfest 
in der Zukunft. 



4 • > 



Turnerpräsident Luth 
wurde Urgrossvater 

Mit offensichtlicher Fieude 
wurde uns von John Luth. dem 
Ehrenpräsidenten und neuerwähl- 
ten Präsidenten des Union Hill 
Tiu'nvereins mitgeteilt, daß er am 
vergangenen 1. Januar der Ur- 
großvater eines strammen zu- 
künftigen Turners geworden ist. 
Die glücklichen Eltern sind Wil- 
liam und FYau Betty Trapp in 
ehester. Pa. 

— In Wilmington wurde ein 
Ehepaar zu 5 Jahren verurteilt, 
weil es sein Kind verhungern 
ließ. 

— Bei einer Kollision in Mill- 
ville. N. J., wurden drei Personen 
getötet. 



^onttlagsblatt ^»taats-Zrttititii mih l^tvolh 

RPK. U. S. Patent Office 
An Ampriran »H«pap«»r Printed in the Cerman T^iifcuafe 



NEW YORK, den 11. JANUAR 1953 



Publi.^hed every Sunday by the 
STAATS-HEROLD CORPORATION 
at 32-24 North William Street, New York 38, N, Y. 

Tel.: BEekmaii .^.4.'500 

Vlff»r F Rldder. Pre.^ident. Oswald F. Srhuette iWashin»ton. D. C). Vlre-Presl- 
dent. John A Borst. Treasurer, Charles .J. Fuersf. S»cretary. Dr Ludwig Oberndorf. 
IfAnatlnf Editor; Willy Seemann. As.sistant Managing Editor. Mary Ridder Hart- 
mann. Henrv H Heide, Associate Editors. 

ABONNFMF.NTS-PRKISF 
Inland, Besitiunfen und Territorien: 

1 Monat 3 Monat« 6 Monate 1 .lahr 

T«f*.«s#ltunir ll.T.s f.s.oo iiooo $2n no 

Sonntagvblatt 70 2 00 ; "J.S 7 .in 

Tac«»- und Sonntasrsyeltung 3 4.S 7 00 13.75 j7.so 

Kanada. Mexiko, Mittel- und !*udamerika: 

T«f«.szeitunf $L7.S »S 00 $10 00 $20 01) 

SonntagÄblatt 80 2 2.S 4 2.S n .-^o 

Tages- und SonntagszeltunR a .55 7 2Ä ]4 25 28. au 

tbrigea Ausland. einarhli^Rlirh Deutschland und Osterretrh: 

TagMreltung $2 20 %fi 2S $1 ' .SO $2.^00 

Sonntagsblatt 1.00 2 7S 's 2S 10 ."»0 

TagM- und Sonnt.agsBfinintr 3.20 »00 i" 7.S 35 50 

MEMBER8 OF THE ASSOCIATED PRESS 

Th^ Aasorlated »rev, 1« enMtIed exrlu-^ivflv tn the ii^e for repuhlir^i lon «f «11 
Ih« local news pnnted In this newspaper. as well as all AP new.s diipatche». 

Artikel, dl^ unter dem Namen der Verfas.^er erscheinen, gehen deren eigene 
Anschauungen wieder, die nicht notwendigerweise mit denen der Redaktion uoer- 
tlBstimmen. 

• • • 

Pur die R(lekf*nd'jnf «Ichl angeforderter Manu.^krlpte übernimmt die Redaktion 
kein« Gewahr Die Einsender werden ersucht, stets einen frankierten, »elbftadrei- 
tiert«B Briafumsehiag mit einxusenden. 



laiw-PhotiO) 

Nach der Taufe der kleinen Prinzessin von Hannover (v. 1. n. r.) ! Prinz Tonstantin von Griechen- 
land. Prinz Georg Wilhelm von Hannover mit Gemahlin und seinen »neiden Kindern, Prinx Heinrich 
von Hannover. Herzog Ernst August, der Vater des Erbpriniei», und seine Gemahlin. Heirogin 
VictoHa Luise von Braunschweig-Lüneburg. Hofprediger Osterwann au» Gmünden, der Tauflin* 
mit seinen Eltern. Herzogin Olga von Hannover (mit weißem Haar) und Königin Friederike von 

Griechenland 

A. ^ — 



Freunde der Wohltätigkeit 

Frau Willamowski schreibt uns: 
Der Verein "Freunde der Wohl- 
tätigkeit" wünscht der tüchtigen 
Protokoll-Sekretärin Frau Helene 
Rosenthal von ganzem Herzen 
eine rechtbaldige Genesunp. Sel- 
bige ist sehr schwer erkrankt und 
befindet sich im Memorial Hospi- 
tal auf Staten Island. In einigen 
Tagen, so meinen die Ärzte, wird 
es sich entscheiden, ob Hoffnung 
auf Genesung vorhanden ist. Es 
ist recht traurig. Anfang Dezem- 
ber kehrte Frau Rosenthal von 
einer mehrmonatlichen Besuchs- 
reise nach Deutschland zurück, 
und am 14. Dezember erkrankte 
Herr Hans Rosenthal an einem 
Schlaganfall, und am Fi*eitag. 
den 26. Dezember wurde er aus 
dem Memorial Hospital entlassen, 
wenn auch noch nicht vollstän- 
dig gesund, so doch bedeutend 
besser. Am Freitag, den 2. Januar. 

eine Woche später, erhielt Frau 
Rosenthal einen Gehirnschlag: sie 
hat bis jetzt noch nicht sprechen 
können und die rechte Seite ist 
fast gelähmt. Herr Rosenthal 
glaubt, es geht ihr etwas besser, 
denn es sind Anzeichen vorhan- 
den, daß Frau Roscnthal ihn er- 
kennt. 

Der Verein "Freunde der Wohl- 
tätigkeit" feierte im Dezember 
sein Stiftungsfest, welches gleich- 
zeitig mit einer Weihnachtsfeier 
verbunden, war. Die Vize-Präs.. 
Frau Elsie Willamowski, war sehr 
erfreut über den zahlreichen Be- 
such und hieß alle Anwesenden 
herzlich willkommen und begrüßte 
folgende Vereine und deren Ver- 
treterinnen: Bad. PYauen Verg. 
Verein. Bad. Harmonie D. V.. 
Rheinpfälzer D. V.. Wartburg- 
Waisenhilfe. Geselliger D. V.. 
New Yorker Turner Damen. Bronx 

Turner D. V.. Edelweiß D. V., 

Yorkville Hllfs-Verein. Westfalen 
D. V., Good Samaritan von 
Wellfare Island. Murray Hill 
Schwaben u. a. m. 

Die Ti.sche waren festlich mit 
Tannengrün und WeihnachLsker- 
zen geschmückt und die reich ge- 
füllten Teller mit Weihnachtsge- 
bäck und Süßigkeiten und Nüs- 
sen fehlten ebfflifalls nicht. Der 
große Gabentisch war mit vielen 
schönen Preisen und Geschenken 
beladen, und Frl. M. Haeberlen 
und Frau K. Müller betreuten 
denselben. Präs. Frau Ciaire weilt 
noch immer in Deutschland zum 
Besuch und sandte dem. Verein 
zum Stiftungsfest die besten 
Wünsche und herzliche Weih- 
nachtsgrüße. 

Das Komitee, bestend auf den 
Damen E. Busche. M. Haeberlen, 
G. Bigalke. Frau G. Schmidt. R. 
Müller. I. Virgens. E. Winkelholz, 
half mit zum Erfolg des Festes. 
Die Vi2;e-Präsidentin FVau E. 
Willamowski dankte allen Damen 
herzlich für ihre Mithilfe. 

Herr Martin Opitz und Herr 
Simmer am Piano spielten die 
trauten Weihnachtsliedern und 
trugen zur festlichen Stimmung 
bei. Das Programm eröffnete 
Frau LiOttie Träger. Präsidentin 
des Bad. Frauen Verg.-V.. und 
sang mit ihrer schönen Stimme 
mehrere Lieder. Sodann erfreute 
die Violin-Künstlerin Frl. Helen 
Elias, mit einigen Violin-Solos 
die Anwesenden. Auch ihr wurde 
für das kunstvolle Spiel großer 
Beifall und Dank dargebracht. 

Während der Pause üben-eichte 
die Ehren-Präsidentin. Frau Eli- 
sabeth Busche, im Namen des 
Vereins der Vize-Präsidentin. Frau 
Elsie Willamowski ein Geschenk, 
eine schöne lederne Handta.sche. 
als Anerkennung ihrer Arbeit für 
den Verein. Mit herzlichem Dank 
wurde das Geschenk entgegenge- 
nommen. 

Auf Veranlassunsr von Frau 
Becker fand eine Sammlung für 
Pakete statt, welche an deut«;che 
Kriegsgefangene ge.schickt 
werden sollen. Die Geselligen 
Damen feiern am Ifi. Januar, 
nachmittags 2 Uhr, in der New 
Yorker Turnhalle, ihr 3.5jähii- 
ges Stiftung.<=fest mit einem Kar- 
tenfest. Nächste Versammlung 
des Vereins Freunde der Wohl- 
tätigkeit findet am Montag, den 
19. Januar um 2 Uhr nachmit- 
tags statt. 

• m • 

— In Memphi.s iiR ein Mann, 
dessen Heim in Brand erraten 
war. mit seinem Autr>mohil ein 
vpr21ttert.es Fen5t4»r I05 und konn- 
te seine beiden Kinder retten. 



Kindtaufe in Hannovers 
eliemal. Fürstenfamilie 

Auf der Marienburg bei Han- 
nover wurde die am 26. Novembe- 
1952 geborene Tochter des Erb- 
prinzen Ernst August von Hamio- 
ver (Cumberland) und seiner Ge- 
mahlin Prinzessin Ortrud von 
Sonderburg-Glücksbtirg im Bei- 
sein der griechischen Königin und 
anderer Familienmitglieder ge- 
tauft. Sie erhielt den Namen 
Marie Victoria Luise Hertha Frie- 
derike. Prinzessin von Hannovei 
und Großbritannien und Irland, 
Herzogin von Braunschweig unC 
Lüneburg. Der Taufakt fand air 
5. Januar im historischen Teras- 
senzimmer der Burg statt, übei 
der die gelb-weiße Weifenfahne 
wehte. Zu den Taufpaten der 
Prinzessin gehört auch die Köni- 
ginwitwe Mary von England. 

Frau Carl Rusche 

70 Jahre alt 

Am vergangenen Donnerstag 
feierte Fiau Carl Rusche, 39-43 
56. Str.. Woodside, L. I., im Kreise 
ihrer Familie ihren siebzigsten 
Geburtstag. 
I Frau Rusche, geborene Mathilde.^ 
Mader, kam mit ihrer Mutter im Uten. Bei Kerzenlicht und in Kla- 



Goethe Schwesternzirkel 

Frau Rosa Zeller schreibt uns: 
In recht feierlicher Weis« begin- 
gen die Goethe Schwestern ihr 
Weihn achtsfest. Freudestrahlend 
begrüßte die Präsidentin ihre 
Mitglieder und deren Freunde, die 

so zahlreich er.schienen waren. 
Der Ehrw. Meister Br. Ernst 
Graewe hielt eine wunderschöne 
Ansprache, die allen tief zu Her- 
zen ging. Auch hatten sich viele 
Brüder eingestellt, die in stim- 
mungsvoller Weise einige schöne 
Stunden mit den Schwestern ver- 
lebten. Liebevolle Hände hatten 
die Ti.sche dekoriert und mit vie- 
len Süßigkeiten versehen. Schw. 
Jaborg. Fehler und Werner hat- 
ten schöne Cookies gebacken, die 
allen gut mundeten. Geschenke 
für den Gabentisch wurden reich- 
lich in liebevoller ^eise darge- 
bracht. Schw. Fortran und Eis- 
meier und ein Bruder, der night 
benannt werden möchte, mach- 
ten dem Zirkel eine Geldstif- 
tung. Auch wurden die "Capsule"- 
Pieundinnen herzlich bedacht. 
Prau Minni Austin, die Gattin 
von Br. Arthur Austin, wurde als 
neues Mitglied aufgenommen. 
Musik und Cocktails trugen zur 
stimmungsvollen Feier bei. Die 
Gast-Schwester Therese Fiey, 
Schw. Zahler. Werner und Rosa 
Zeller präsentierten schöne Ge- 
dichte. Viele Kinder trnd Enkel- 
v-y-^T ßrqVv»p ihr^ Kunst 7iim "Re- 



German Union 
Schwesternzirkel 

Im Deutschen Freimaurert-em- 
pel. 220 Ost 15. Str., N.Y.C.. fand 
kürzlich das Weihnachtsfest der 
Damen vom "German Union 
Schwestern-Zirkel" statt. Präsi- 
dentin Elisabeth Schreiber hieß 
ihre Schwestern, die sich sehr 
zahlreich eingestellt hatten und, 
von echtem Weihnachtsgeist be- 
seelt, viele begehrenswerte Ge- 
schenke mitbrachten, herzlich 
willkommen. 

Das Weihnachtskomitee hatte 
umsichtige Vorarbeit geleistet. Es 
zierte ein herrlicher Tannenbaum 
den Festsaal. Die weißgedeckten 
Tische bogen sich unter der Last 
der vielen delikaten Kuchen imd 
der mit schmackhaften Plätzchen. 
Nüssen und Früchten gefüllten 
Gabenteller — alles Spenden ge- 
befreudiger Schwestern. Anwe- 
send waren auch dreißig Kinder, 
die mit Ballons und einem Imbiß 
bewirtet wurden. Die belegten 
Brote stiftete Vizepräsidentin 
Berta Pickel. 

Nach dem Essen kehrte auch 
der ganz besonders von den Kin- 
dern spannend erwartete Weih- 
nachtsmann bei den Damen ein. 
Alle wurden mit begehrenswerten 
Geschenken bedacht. Auch für 
die Erwachsenen — Schwestern 
und Gäste — hatte der "Santa 
Claus" schöne Gaben. Die Ko- 
mitee-Damen überraschten ihre 
hochverehrte Präsidentin mit 
einer prächtigen Handtasche, ein 
Geschenk, das Frau Schreiber 
dankend akzeptierte. Ihre Ko- 
miteemitglieder beglückte Präsi- 
dentin Schreiber mit wunder- 
schönen Tischdecken und anderen 
Geschenken. In kurzen Worten, 
es war ein vergnüglicher Nach- 
mittag, an den alle Schwestern 
und Gäste noch lange Zeit zu- 
rückdenken werden. Um die mu- 
sikalische Unterhaltung machten 
sich die Schwestern Bolle und 
Rupprecht verdient. 



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80. Geburtstag 



Am kommenden Freitag, den 
16. Januar, begeht Frau Elise 
Frank, geb. Durm, im Hause ihrer 
Tochter. Frau R. Lorenz, Shan- 
daken-Hights in Shandaken. N. 
Y., in geistiger und körperlicher 
Frische ihren 80. Geburtstag. Die 
Jubilarin, eine gebürtige Karls- 
ruherin. ist eine eifrige Leserin 
der "New Yorker Staats -Zeitung 
und Herold." Der Jubilarin gra- 
tulieren ihre Kinder, Enkelkin- 
der und Urenkelkinder, sowie 
ihrer vielen Freunde und Be- 
kannten mit dem Wunsche, daß 
sie sich noch viele Jahre guter 
Gesundheit erfreuen möge. Die 
Redaktion unserer Zeitung 
schließt sich den Gratulanten an. 



EingeheMe persönliche asd 
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-^' 



s*=s 



JAKOB PICARD 

Zum heutigen 70. Geburtstag 




Jahre 1898 mit fünf jüngeren 
Geschwistern im Alter von fünf- 
zehn Jahren in dieses Land, wo 
der Vater bereit« geraume Zeit 
für die amerikanische Regierung 
als Ledersachverständiger im spa- 
nisch-amerikanischen Krieg tätig 

und nun in der Lage war, seine 
Familie aus Deutschland nach- 



vierbegleitung von Br. Rhein- 
hardt stimmte die Prsäidentin mit 
ihrer PYeundin Frieda Wohlleben 
das Lied "Stille Nacht, heilige 
Nacht" an. Eine himmlische Stille 
durchzog den Raum. Manche san- 
gen leise mit. und bei manchen 
rollten die Tränen über die Wan- 
gen. Endlich kajn der spannende 



Hochzeit im Kreise 
der Cadenterger 

Fräulein Edna Margai-et Sticht, 
die Tochter von Wilhelm Sticht, 
dem Präsidenten des Cadenberger 
Vereins in Brooklyn, wird am 
heutigen Sonntag, den 11. Januar, 
mit Herrn A. Kenneth Laport 
den Bund für da^s Leben schließen. 

Die kirchliche Trauung findet 

nachmittags um 4.30 Uhr in der 
St. Paul's Lutheran Church statt. 
Anschließend wird ein Empfang 
im Plattdeutschen Park Restau- 
rant in Franklin SQuarc, L. I., 
veranstaltet. 

< e » 

Dienstag Sitzung des 
Plattd. Frauenhilfsbundes 

Am kommenden Dienstag, den 
13. Januar, findet die reguläre 
Versammlung des von Präsiden- 
tin Frau A. Ruschmeyer geleiteten 

PlcLttdcutschcn Frauen - TIi:f:,bui:- 
des ab 2 Uhr nachmittags im 
Cafe Rheinland. 228 Ost 86. Str . 
N.Y.C.. statt, wie Sekretärin Frau 
Meta Bakhart mitteilt. Es werden 
alle Mitglieder erwartet. 

Solan Schwesternzirkel 



kommen zu lassen. 

Frau Rusche erblickte das als Weihnachtsmann verkleidet. 
Licht der Welt in der Dresdener in die Halle kam. Mit viel Ge- 
Altstadt — worauf sie sehr stolz schrei sammelten die Kinder sich 
ist. Sie sächselt heute noch! um ihn herum, und er hatte 

Vier Jahre nach ihrer Ankunft viele Geschenke für sie. Auch 



Frau Hilde Kramer schreibt 

i uns: Der Selon Schwestemzirkel 

Moment, als Br. Alwin De Haan, j hatte seine Weihnachtsfeier im 

Temple. Eine große Zahl Schwer 
Stern. Brüder und Kinder wohn- 



heiratete die junge Mathilde Ma- 
der Herrn Carl Rasche aus Drans- 
feld, Hannover. Der glücklichen 
Ehe Ist ein Sohn. Herr Raymond 
Rusche, entsprungen und der En- 
kel Raymond jr. steht im Begriff, 
sich demnächst zu verheiraten. 

Vom Tage der Landung an hat 
F^"au Rusche un.se re Zeitung ge- 
lesen — das sind 55 Jahie! Wir 
wünschen der treuen Leserin 
noch viele glückliche Lebensjahre 
und hoffen, daß sie bald Urgroß- 
mutter wird! 



* • 



— In Summerville entkam 
Jack Haixlin aus dem Gefängnis 
und hat 20 Stunden später sein« 
Frau ermordet. 

— Bei Oakland wurde Leutnant 
William Videto getötet, als scir 
Fluszeug ins Meer stürzte. 



90 Jahre alt 




Therese Auer und Tochter 

Am vergangenen Dienstag, den 
6. Januar, wurde F^au There.^^e 
Auer. eine gebürtige Ö.sterreichf - 
rin, 90 Jahre alt. Die Jubilarin, 
die .seit vielen Jahren zum Leser- 
kreis der 'New Yorker Staatr- 
Zeitung und Herold" gehört, vei- 
bringt ihren Leben.saoend bei ihrf-r 
Tochter. Frau Therese Mannsba-t 
und ihrem Schwiegersohn. Josff 
Mannsbart, im Hause 238 Ost «2. 
Str.. New York City, wo der Ge- 
burtstag am gestrigen Sonnabend, 
im trauten Familien- und B<»- 
kanntenkreis. gefeiert wurde. Mut- 
ter Auer. Tochter "Tessie" und 
Srhwieeer.^ohn Josrf gehören .u 
der Odd Fellnw L-odee. Die TU- 
daktinn unserer Zeitung wünsclit 
der Jubilarin noch Mele .schöre 
Wiegenfeste in der Zukunft. i 



wui-dcn die Schwestern. Brüder 
und Gäste mit einem Geschenk 
bedacht. Zum Schluß dankte die 
Präsidentin Ella Zahler allen Be- 
suchern für die mannigfachen 
Wohltaten, wünschte fröhliche 
Weihnachten und ein gesegnetes 

neues Jahr. 

Mit aufrichtigem Bedauern ver- 
nahmen die Damen die Meldung 
von dem Ableben der Schwester 
Bertha Koenig. 

» 4 a > 

Trinity Schwesternzirkel 

Fi'äulein Lina Gaentzle schreibt 
uns: Die Weihnachtsfeier des 
Trinity Schwesternzirkels, welche 
in der New Yorker Turnhalle. Ost 
85. Str. und Lexington Ave. statt- 
fand, war überaus gut besucht. 
Auch eine Anzahl von Kindern 
war erschienen, welche mit Spiel- 
waren beschert wurden. Präsiden- 
tin Lina Gaentzle begrüßte alle 
Schwestern. Freunde und Brüder 
auf's herzlichste und wünschte 
allen einen vergnügten Nachmit- 
tag. Besonders erfreulich war es. 
den ehrwürdigen Meister. Bruder 
Edmund Oppenheim. Seki>etär. 
Bruder William Hockemeyer und 
Bruder Alfred Gaentzle der Trinity 
Lodge begrüßen zu dürfen. 

Die Tafeln waren mit Tannen- 
zweigen, brennenden Kerzen, aller- 
lei Süßigkeiten. Gebäck und 
Früchten festlich geschmückt. Die 
Geburtstags - Schwe.^tem Emma 
Hockemeyer und ^Mimi Grabsch 
traktierten alle zu Portwein, und 
Schwester M. Grabsch brachte 
selbstgebackenen Stollen. Allen 
Schwestern, welche ihren Geburts- 
Ug im Monat Dezember feierten, 
wurde herzlich gratuliert und ein 
"Happy Birthday". gesungen. Mit 
Klavierbegleitung und Singen tru- 
gen Frau L. Traeger und Schwe- 
.^ter Grace Guenther zur Stim- 
mung bei. und alle Anwesenden 
sangen die schönen Weihnachts- 

liedrr mit. 

Die Präsidentin dankte allen 
für die Mithilfe, auch für die vie- 
len .schönen Prei.se für den Gaben- 
tisch, welche nach einem gemüt- 
lichen Kaffeetisch verteilt wur- 
den. Zum Abschluß eimahnte die 
Präsidentin alle Mitglieder, daß 
die nächste Versammlung am 20. 
Januar im Cafe Rheinland, 228 
Ost 86. Str.. New York City statt- 
findet und hofft, alle beerußen 
TU dürfen. Allen Anwesenden 
wünschte sie ein cluckliches und 
gesundes Neues Jahr! 



ten der Feier bei. Präsidentin 
Schwester Mathilde Wenz be- 
grüßte alle und wünschte einen 
gemütlichen « Nachmittag. Die 
Tische prangten im Weihnachts- 
schmuck, versehen mit allerlei 
Kuchen, Gebäck und Obst. Die 
Augen der Kinder glänzten im 
Scheine des Weihnachtsbaumes, 
voller Erwartung, was der Weih- 
nachtsmann wohl bringen würde. 
Und als er dann erschien, wur- 
den alle Kinderhände gefüllt. 
Schwester Blank war auch in die- 
sem Jahre der bereitwillige Weih- 
nachtsmann. Weihnachtslieder 
wurden von alt und jung ge- 
sungen, und einige Kinder tru- 
gen Gedichte und Lieder vor. Nur 
zu schnell mußte diese Feier zum 
Ende kommen. Schwester Wenz 
wünschte allen ein glückliches 
neues Jahr. 

Am 27. Januar ist die nächste 
Versammlung, verbunden mit Be- 
amtenwahl. 



J'prlobung bei den Ensfianern 




Marian Engeleit und Fred Schmid 

Herr und Frau Engeleit in 235 
Longsti-eet Ave. gaben am Weih- 
nachtstage die Verlobung ihrer 
Tochter Marian mit Herrn Fred 
Schmid. 330 Ost 35. Straße, be- 
kannt. Der Vater 6esi Bräutigams. 
Fei-dinand Schmid, ist seit zwei ' 
Jahrzehnten Mitglied beim' 
"Schuhplattler Volksfest Verein 
Original Enzian" und gehört seit 
etwa 12 Jahren dem Rheinpfäl- 
zer Männerchor an. Die Mutter 
des Bräutigams ist ein beliebtes 
Mitglied beim Rheinpfälzer Da- 
men-Verein in New York. Seit 
ihrer Ankunft in Amerika vor 25 
Jahren gehört die Familie Schmid 
zum Kreise der treuen Leser der 
"New Yorker Staatszritung und 
Herold". Fred Schmid. der Bräu- 
tigam, ist 19 -Jahre alt. und die 
Braut. Marian Engeleit, ist 18 
Jahre alt. 



Von STEFAN ANDRES 

Jakob Picard lernte ich in einer 
Kölner Weinschenke kennen, wo 
sich gelegentlich einige Schrift- 
steller trafen. Ich wußte von ihm 
nur, daß er Rechtsanwalt sei 
und Gedichte schreibe, manchmal 
auch eine kurze Geschichte. Daß 
er vom Bodensee stammte, das 
verriet seine Sprechwelse. Er sah 
ein bißchen wie Ramses aus, fand 
ich scherzend, also sehr mager, 
durchgeistigt. temperamentvoll 
und doch zugleich still und ge- 
sammelt. 

Dann kam das Jahr 33. Mit 
Überraschung stellte ich fest, daß 
der Mann, den ich für einen ka- 
tholischen Alemannen genalten 
hatte, ein gläubiger Jude war; 
und auch: daß der Lyriker, der 
so gerne Verse anderer und auch 

eigene leise vor sich hinsprach. 

im Dreck und Feuer der Front 

als junger Offizier sich ausge- 
zeichnet hatte. Und ich erfuhr 
weiter, daß einer seiner Brüder 
1914 aus dem Ausland heim- 
gekehrt war. um für Deutsch- 
land zu kämpfen und zu s^- 
ben. Er las mir die Sonette vor, 
die er seinen zwei gefallenen 
Brüdern auf die Gräber geschrie- 
ben hatte. Wir alle versicherten 
ihm damals gutgläubig, wie wir 
waren, daß die trüben V/"ellcn 
'V:^ .•rf-i*-rin:*:.-:nTJ.- lA'utr ^r-ri-^r 
Art niemals erreichten, dafür lebe 
man ja, das war unsere Beweis- 
führung, in Deutschland und 
nicht in Polen oder sonstwo. 

Aber dann kam die Stunde, 
daß ich in Berlin Abschied von 
ihm nahm. Indes — nicht er 
war CS. der aus Deutschland fort- 
ging, sondern ich. Er stand auf 
dem Bahnsteig und reichte mei- 
ner Fi'au mit dieser hilflosen 
Herzlichkeit eine — Kristallvase, 
die noch von seiner Mutter 
stammte, ins Abteil! Drei kleine 
Kinder bei uns plus Kristall, 
meinte meine Frau, da müsse 
eines von beiden auf der langen 
Reise wohl Schaden nehmen. 
Und sie bat ihn. uns die Vase 
doch aufzuheben, bis wir uns 
wiedersähen. "Ach", sagte er und 
nahm sein Geschenk wieder nie- 
dergeschlagen zu sich, "das wü'd 
wohl lange dauern!" Ich beugte 
mich hinaus uncr flüsterte Ihm 
zu: "Jakob. Ich habe dir jetzt 
oft genug gesagt: es wird Zeit, 
es wird höchste Zeit! Mach dich 
auf die Socken!" Wir* saßen schon 
unter unserem politischen Wet- 
terdach am Mittelmeer, der Krieg 
war bereits ausgebrochen, da er- 
hielten wir — es war Ende 1940 — 
von ihm eine Karte aus Japan. 
Via Rußland war er, genau ehe 
die Mausefalle zuschlug, nach den 
USA unterwegs. Und dann er- 
hielten wir noch einige Nach- 
richten, wie sich die Quäker drü- 
ben seiner angenommen hätten, 
wie er Blumen zog und eine Fa- 
brik zur Nachtzeit bewachte. Und 
vor allem: wie er in Massachus- 
setts versuchte, ein Amerikaner 
zu werden. 

Vierzehn Jahre waren vergan- 
gen, da schickte ich ihm aus 
Neufundland nach New York das 
Telegramm, daß ich in der fol- 
genden Nac^it auf dem Interna- 
tionalen Airport aus dem Himmel 
fiele. Das Flugzeug hatte vier 
Stunden Verspätung, ich konnte 
nicht hoffen, daß er noch da 
war, vier Stunden, in der Nacht! 
Und ich dachte dai;3n, daß er fast 
siebzig sei. Aber er war da — 
und an sein Alter konnte Ich 
dann nicht mehr denken, wie ein 
Junse lief er auf mich zu. Wir 
sagten beide zueinander, wie man 
das so sagt, vielleicht aus Anast. 
der andere könnte etwas andei-es 
sasen: Ganz der Alte!" 

Es war später Abend, als wir 
uns zum Wieder.sehenstrunke zu- 
sammensetzten: und es war spä- 
ter Morgen, als wir aufstanden, 
um ein wenig zu schlafen. Über 
was aber hatten wir so lange, so 
unaufhörlich und mit dieser sclt- 
.samen Erregung gesprochen? 
Nicht über die vierzehn Jahre 
dazwischen, nicht über die Lite- 
ratur der Gegenwart, nicht über 
die USA und Rußland und die 
Weltpolitik. Nein — ich hatte 
ihm nur das eine zu beweisen 
versucht: daß er noch der Alte 
sei. derselbe, der Lyriker aus Wan- 
gen am Boden!>ee. der Unrecht 
erlitten hatte und nun dies Un- 
recht wie ein Weiser, wie ein 
Dichter zu eHraten und mit mir 



nach Deutschland zurückzukom- 
men habe. Und er bewies mir 
die ganze Nacht hindurch nur 
dies: daß es für ihn keine Rück- 
kehr mehr gebe; daß vierzehn 
Lebensjahre in einem anderen 
Lande uns mit diesem verbinden 
und von der Heimat lösen. Nicht 
ein erlittenes Unrecht, sondern 
dessen Folgen hätten Ihn zum 
Bürger eines anderen Landes ge- 
macht. 

Dieses Thema kehrte Immer 
wieder: in der donnernden Sub- 
way, auf seinem winzigen Zim- 
mer in dem trostlosen Rooming- 
house. auf Spaziergängen durch 
Harlem. Manhattan und am East 
River entlang, dies bittere Thema: 
es gibt kein Zurück. 

Jeden Abend aber, x^'enn wir 
auf seinem Zimmer saßen — die- 
sem kleinem Museum eines Her- 
zens, das nicht vergessen kann — , 

jeden Abend begann ein leises, 

flüsterndes Zurück. Er saß an 
seinem Schreibtisch und reichte 
mir Photos herüber. Gedichte. 
Briefe: "Lies mal!" Städte tauch- 
ten auf. Landschaften und vor 
allem die Namen von Freunden, 
von getreuen und ungetreuen: 
Schaefer. Rein8u:her, Kneip, 
Woehrlc, Paquet. Brües. Ehrler, 
Jaaues. Jeder dieser Namen hat ^ 
für den einsamen Mann in der 
122. Str. eine geheime Geschichte, 
m der sich die Literatur, aber 
noch mehr der deutsche Mensch 
der letzten fünfzig Jahre spiegelt. 
Unsere deutsche Tragödie — das 
ging mir langsam aus diesen 
Nachtgesprächen auf — kann nie- 
mand so schmerzlich klar sehen 
als ein deutscher Jude, der dieses 
Land mit dem Herzen eines Dich- 
ters geliebt hat. 

Als mir Jakob Picard erzählte, 
wie der Dichter Mombert. eben- 
falls Im letzten Augenblick, als 
ein Gejagter das Land seiner 
Liebe verließ — er starb dann 
jenseits der Grenze — , da wußte 
Ich. wen Ich hier In New York 
zurückließ, einen von den Hun- 
derttausenden, denen die deut- 
schen Antisemiten die Heimat ge- 
stohlen haben, aber einen, der 
.selber sein Herz dem Haß ver- 
schlossen hat — und darum ncoh 
Gedichte in seiner Muttersprach« 
.schreiben kann. 

t e > 



Geseiliger Damen-Verein 

Frau Elsie Willamowski schreibt 
uns: Der Gesellige Damen-Verein 
feierte Ende Dezember in der 
N. Y. Turnhalle Weihnachten mit 
einem Luncheon. Die Präsidentin 
Frau Gussie Schmidt hatte für 
die schöne Ausschmückung der 
Tische gesorgt. Weihnachtskerzen 
brannten und Herr Simmer 
spielte am Piano die schönen 
deutschen Weihnacht^lieder. 

Die Präsidentin begrüßte «11« ■ 
Mitglieder sowie die Gäste recht 
herzlich und war erfreut über 
den guten Besuch. Man bedau» 
erte. daß Frau Lina Jeeger sowit 
Frau Boi-g Schulte wegen Krank- 
heit verhindert waren und 
wün.schte ihnen recht baldig© 
Genesung. Unter den Damen 
herrschte eine festliche Stim- 
mung. Der Gabentisch war reich 
mit schönen Geschenken beladen. 
Schatzmeisterin Frau Sophie 
Neuschaefer hatte einen großen 
Korb, gefüllt mit allerlei schönen 
F^-üchten. gestiftet. Die glücklich« 
Gewinnerin war FYau E. Willa- 
mowski. Die Präsidentin hatt« 
das Gebäck und Stollen gestiftet. 
Die Vizepräsidentin Fiau Eva 
Meyer. Frl. Margaret Wilkcns, 
Frau R. Mooney und die Sekretä- 
rin Frau E. Mielke .sorgten für 
die Verteilung der Geschenke. 
Auch der Weihnachtsmann (Frau- 
Mooney» war reich beladen und 
hatte für alle schöne Ge- 
schenke. Die Präsidentin Frau G. 
Schmidt machte bekannt, daß 
alle Vorbereitungen für das 
35jähriße Stiftungsfe.st getroffen 
sind, es wird mit einem Karten- 
fest gefeiert und zwar am Don- 
nerstag, den 15. Januar, nach- 
mittags 1.30 Uhr, in der New 
Yorker Turnhalle. Lexington Ave. 
und Ost 85. Straße. Alle Verein« 
.sowie Fi'eunde sind herzlich ein- 
geladen. Für schone Tischpreis« 
sowie Turpreise ist gesorgt. 
Nochmals dankte die Präsidentin 
allen Damen und wünscht« «in 
gluckliches neues Jah^. 



• ♦ > 



Safed, Galileos Barbizon 



Ein Bericht von Th. F. Meysels 



Safed ist die jüngste unter den vier uralt- 
heiligen Städten der Juden. Jerusalem und 
Hebron gehören zur heroischen Vergangenheit 
des Pentateudis. Tiberias, die Freistatt jüdischen 
Forschens, weil es sidi dem Aufstand gegen die 
Römer nicht angeschlossen hatte, ist die Stadt 
der Mishna. Safed, wo sich die Weisen im 16. 
Jahrhundert unter dem Schutz wohlwollender 
Drusenemire sammelten, ist die Stadt der Cab- 
bala, des Sohar. Safed, wo Josephus Flavius den 
Hügel der Feuerzeichen befestigte, die Jerusa- 
lems Neumondsignale nach Galilea weitergaben, 
wo die Ritter des Tempels eine Burg erbauten, 
ist noch immer ein Platz für Träumer, „günstig", 
wie der große Ari sagte, „den tiefsten Geheim- 
nissen nachzusinnen". 

Die Cabbalisten, deren größter Meister, Si- 
meon bar Yöchai, jenseits des Tales in Merom 
schaff, studieren noch immer in Safeds alten 
Synagogen, wo Römersäulen Kreuzfahrerbogen 
tragen und die Silberhüllen der Heiligen Rollen 
wie Türme einer Märchenburg leuchten. Aber 
eine neue Art von Träumern ist nach Safed ge- 
zogen. Eine Gasse im verlassenen arabischen 
Viertel wurde Künstlern überlassen, die bereit 
sind, sich in Safed niederzulassen. Diese „Straße 
der Künstler" ist eine recht verrückte Gasse, 
wie so wiele Straßen in Safed: Sie schlängelt 
sich am Hang entlang, den die Häuser Safeds 
in kubischen Terrassen erklettern. Ihre Häuser 
und Gartenmauern hängen in jeder Richtung 
über. Kein Auto könnte in ihre Engen und steil 
getreppten Abhänge eindringen. Wegweiser in 
allen Farben des Spektrums zeigen auf ebenso 
farbenfreudige Haustüren. In jedem zweiten 
Haus ist eine „Ausstellung" in großen Lettern 
angekündigt. Ein Dutzend Kollektivausstellungen 
ist in der Saison das Normale, während es in 
Tel Aviv oder Jerusalem selten mehr als zwei 
oder drei zur gleichen Zeit gibt. Sogar ein Kunst- 
laden hat sein Fenster geöffnet, das in schwung- 
volle Barockornamente gerahmt ist. 

Und jeder Künstler hat ein eigenes und be- 
sonderes Tarumland hinter der gewölbten Pforte 
seiner Gartenmauer aufgebaut. Man kann nicht 
vorhersagen, wohin man gerät, wenn man eine 
Schwelle der „Künstlerstraße" überschreitet. Auf 
jeden Fall begibt man sich von Safeds Wirklich- 
keit, die an sich unwirklich genug ist, in ein 
Milieu besonderer und individuell entworfener 
Unwirklichkeit. 

Da gibt es eine Kunstschule, die genau wie 
ein sephardisches Lehrhaus aussieht. Die Zwil- 
lingslöwen des großen Ari füllen einen blauen 
Bogen über einem Springbrunnen, der sich aus 
dem Taufbecken einer vergessenen byzantini- 
schen Kirche erhebt. Ein Maler hat sein eigenes 
Amphitheater in die Ruinen einer Karawanserei 
gebaut. Eine Bildhauerin hat ihre Werke in das 




Die schönste Thora der Sepharden 



üppig fallende Grün eines Terrassengartens ge- 
stellt. Die Ausstellungshallen, deren jeder Künst- 
ler seine eigene hat, sind eine Augenweide in 
der einfadien Harmonie ihrer Bogen und Ge- 
wölbe. Die „Künstlerstraße", kurz und gut, ist 
das Land der unbegrenzten Möglichkeiten für 
den Arcilitekten, der in jedem Künstler sciilum- 
mert. Was die Hausherren der Ateliers anderer 
Städte gewiß nicht erlauben würden, wird von 
den verständnisvollen Stadtvätern Safeds noch 
ermutigt. 

KUnstlerstadt ohne — Cai6 

Die Baufreude der Künstlerstraße hat das 
ganze Städtchen angesteckt. Safed, all seinen 
malerischen Winkeln zum Trotz, ist heute die 
reinste Stadt in Israel. Das ruinierte, mittelalter- 
liche Knödelpflaster, die gebrochenen Stufen der 
steilen Gäßchen werden durch ordentlichen Be- 
ton ersetzt, so daß der Bummler in Künstler- 
Sandalen in jeden Winkel vordringen kann. Un- 
unterbrochen wird getüncht, und Sonnenbrillen 
sind unentbehrlich. Der Burghügel ist der Stolz 
des erwachten Safed. Dieser Waldgipfel, um den 
sich die Stadtviertel lanern, ist ein Park gewor- 
den, der sich in stillen Teiciien spiegelt. Ein La- 
byrinth von Wegen leitet endlich zur höchsten 
Bastion, auf welcher der schlichte Obelisk des 
Kriegerdenkmals ragt, wo einst die Neumond- 
feuer brannten. 

Nur eine einzige Neuigkeit haben die Künst- 
ler noch nicht eingeführt: Es gibt kein Künstler- 
cafe, kein lokales „Du Dome". Aber, wie ein 
Notabel der „Künstlerstraße" mir bedeutete: 
„Das hat auch seine Vorteile, die Maler malen, 
statt im Cafe über Kunst zu debattieren. Kunst- 
freunde besuchen die Ateliers, statt den Künst- 
lern im Cafe zuzuhören. Hin und wieder wird 
sogar ein Bild verkauft . . ." 



Ei 



mer von vieren 



Begegnung mit Ernst Werner Techow alias Ernest Tessier / Von Herbert Freeden 



Vor zehn Jahren ging eine kleine Nachricht 
durch die Presse, daß ein gewisser Ernest Tes- 
sier, Adjutant bei der französischen Fremden- 
legion, vierundzwanzig Nazis des Rommeischen 
Afrikakorps gefangen genommen hatte, ohne 
einen einzigen Schuß abzufeuern — lediglich in- 
dem er ihnen Orders in deutscher Sprache zurief. 

Rabbi Ely E. Pilchnik, der als Chaplain bei der 
amerikanischen Armee gedient hatte, berichtet 



Allen Anfragen bitten wir 
Rückporto beizulegen 



'\ 



über jenen Mann, der groß, hager und damals 
ungefähr 39 Jahre war, mit einem brutalen Kinn, 
aber einer sanften Stimme. Er sprach deutsch und 
französisch ohne den merklichsten Akzent. 

In Tessiers Kompanie gab es eine Reihe von 
mitteleuropäisdien Juden, die den Nazis entkom- 
men konnten und in die Fremdenlegion eintra- 
ten. Seltsamerweise beschäftigte sich Tessier ge- 
rade mit ihnen besonders. Eines Abends befahl 
er vier von ihnen, sich bei ihm im Büro zu mel- 
den. Sie kamen mit klopfendem Herzen, denn 
sie dachten, es handelte sich um eine Straf- 
aktion, aber er bot ihnen Platz an sagte ihnen, 
daß die Juden die einzigen zivilisierten Leute 
wären, die er in der Hölle der Sahara getroffen 
abe. ,Idi glaube, daß die Juden zu den besten 



Rathenau verwandt, dem ermordeten deutschen 
Außenminister?" 

„Sein Neffe", antwortete der Rekrut. 

Adjutant Ernest Tessier schwieg ein paar 
Augenblicke, und sein ledernes Gesicht schien 
bleicher als sonst. Dann sagte er: „Rathenau, ich 
bin einer der vier, die Ihren Onkel ermordet 
haben, damals am 24. Juni 1922 im Grunewald. 
Mein wirklicher Name ist Ernst Werner Techow." 

Dann zog er aus seiner Tasche ein zerknitter- 
tes Stück Papier, glättete es sorgfältig und gab 
es dem Rekuten. Es war ein Brief an Techows 
Mutter, datiert ein paar Tage nach dem Mord: 
„In unsäglichem Schmerz reiche ich Ihnen meine 
Hand, Ihnen, der ärmsten aller Mütter. Hätte Ihr 
Sohn meinen Sohn gekannt, er hätte eher die 
Waffe gegen "sich selbst gerichtet als gegen ihn, 
den edelsten aller Söhne . . . Möge Ihr Sohn 
vor dem irdischen Richter bekennen und vor 
dem göttlichen bereuen." Der Brief war gezeich- 
net „Mathilde Rathenau". 

Techows Onkel war der bekannte Architekt 
Peter Berens, der die A.E.G. -Hallen gebaut hatte, 
und er und seine Schwester waren mit den Ra- 
thenaus sehr gut bekannt. Der Brief stand zu- 
erst in der „Wossischen Zeitunn", bevor Frau 
Techow ihn bekam. Die Polizei hatte ihn abge- 
fangen. Als man Techow nahelegte, er solle das 
doch in der Verhandlung vor dem Leipziger 
Reijihsgericht v7iir Sprache bringen, meiittc'^TT 
„Wds denn, wir morden da in der Gegend 
herum und wollen uns künstlich aufregen, wenn 
bei der Polizei im Kampf gegen uns ein paar 
kleine Unregelmäßigkeiten vorkommen?" 

Zwanzig Jahre später, an jenem Abend in der 
Sahcira, schrie Techow beinahe: „Sie verstehene, 
Rathenau, dieser Brief ist mein wertvollster Be- 
sitz. Er hat eine neue Welt für mich erschlossen. 
In den fünf Jahren im Gefängnis las ich jedes 
Wort, das Walter Rathenau geschrieben hatte, 
jedes seiner Bücher, jeden seiner Artikel. Dann 
begann ich jüdische Geschichte zu studieren. Und 
ich wollte zu den Quellen vorstoßen und mich 
nicht auf Übersetzungen verlassen. So lernte ich 
Hebräisch. Und während der letzten fünfzehn 
Jährt' versuchte ich mich selbst zu bezwingen, 

- die Mutter Rathenaus siai bezwang, als sie 
n Brief schrieb. Wo immer i.h konnte, habe 
ich versucht, den Juden zu helfen. " Und er er- 
zählte — was sich als wahr herausstellte — wie 
er 1H41, als Hafenarbeiter angezogen, in Mar- 
seiiles 700 Juden aus dem besetzten Frankreich 
herausschmuggelte und sie nach Casablanca 
brachte. 

Techow war einer der vier Rathenau-Mörder. 
Zwei andere, Kern und Fischer, nahmen sich vor 
der Festnahme das Leben. Die von Kanitän Ehr- 
hardt ausgewählte Grabschrift auf ihrem Grab 
in Saaleck lautete: „Tu, was Du mußt, sieg' oder 
stirb, und laß Gott die Entscheidung*. ' Jedes 
Jahr an ihrem Todestag trafen sich Techow und 
der vierte, Ernst von Salomon, in Saaleck. Salo- 
mon, Romancier, Film-Autor, Lektor bei Rowohlt 
und jetzt Verfasser des bestseller „Der Frage- 
bogen". 

Im „Frageboaen" erzählt er über Techow: 
„Während des sonenannten .Stennes-Putsdios', 



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Musischer Jurist 

deutsch-jüdischer Prägung 

Glückwunsch zu Jacob Picards 70. Geburtstag / Von Dr. E. Löwenthal (London/Hamburg) 



vor allem der „C.-V.-Zeit\ing (Allgemeine Zei- Tür, für den Weg in eine bessere Zukunft aus 

tung des Judentums)", später, nach 1933, auch allen Nöten der Vergangenheit heraus. H. Elkes 

der Monatsschrift „Der Morgen" sowie der „Jü- vom Lagerkomitee und H. Kloß, der Leiter des 

dischen Rundschau". Heimes, dankten allen Rednern. 

Wie tief deutsches und jüdisches Erbe in Im zweiten Teil der Feier zeigten Mädchen im 

Picard wurzeln, spricht immer wieder aus dem, Alter von fünf bis 15 Jahren eine Anzahl Tänze 

was er geschrieben hat und schreibt. Früh hatte nach den Melodien von Haydn, Ravel, Katscha- 

Es mögen wohl 14 Jahre vergangen sein, seit- zählt, dessen Gestalt dem Autor der Biographie er Zugang zu kulturell interessierten deutschen turian, Strauß, Verdi und Delibes, die von Frau 

dem ich ihn zuletzt sah und sprach. Das war in nunmehr wieder lebendig geworden ist. "^^ jüdischen Menschenkreisen, einerseits die Winninger sorgsam einstudiert waren. In kür- 

Berlin, unser beider zeitweiliger Wahlheimat. Jacob Picard hat bevor er ausschließlich zu freundschaftliche Verbindung zu den zeitgenössi- zester Zeit hatte sie die Tänze mit den Kindern 

den Rechtswissenschaften hinüberwechselte, Ger- ^*."" deutschen Dichtem um Bodensee und Rhein eingeübt, die die Anwesenden immer wieder zu 

., , ^ ^,4.f f,^- ♦ \a' ^ ^^^ andererseits und parallel die geistige Be- begeistertem Beifall hinrissen. Sie selbst bewies 



Aber Jacob Picards straff-sportliche äußere Er 
ßcheinung, sein ausgesprochen guter Kopf, sein 
tief künstlerisches Wesen, seine sympathische 
oberdeutsche Sprache, sein Temperament, die 
Schattierung seiner Stimmungen sind mir in 
bester Erinnerung. Und auch die markante, cha 



manistik und Geschichte studiert, in München 



Ziehung zu Persönlichkeiten wie Franz Rosen- durch den Vortrag einiger Gedichte von Rilke j 



und Berlin, und in -Heidelberg den Dr. iur. er- z^veig, Eduard Strauß, Martin Buber und Leo ihre starke Ausdrucksfähigkeit. Die schönen 
werben. Nach viej*iiönatigem Kriegsdienst ließ ßaeck. Schon vor 1933 hatte Jacob Picard jüdi- Kostüme waren in den Kursen der Ort-Werk- 
er sich als Anwalt nieder, zunächst in Konstanz sehe Geschichten aus einem Jahrhundert: „Der statten angefertigt. 
>^ raktervoUe Handschrift dieses Mannes, der zeit und 1925 in Köln, wo er auch der Syndikus des Gezeichnete" begonnen. Als sie 1936 erschienen. Im Ansdiluß an die Feier fand eine Besich- 
«'^ seines Lebens gesonnen, gedichtet und geschrie- „Schutzverbandes deutscher Schriftsteller" war. fanden sie im jüdischen Bereich und darüber hin- tigung der neuen Schule, in der zur Zeit 120 
v^ ben hat und ciarin — neben seinem Anwalts- Seit seiner frühen Studentenzeit hat er publi- aus beträchtliche Beachtung, auch wegen ihrer Kinder unterrichtet werden, und des Kinder- 
S^ beruf — seine eigentliche Erfüllung fand, ver- ziert: Gedichte „Das Ufer" (1913) und „Erschüt- literarischen Qualität. Diese in deutscher Novel- gartens statt. 
V >^ gißt man auch nicht; ich habe seine Handschrift terungen" (1920), Erzählungen, Literatur- und lenform geschriebenen Erzählungen halten das 
V;J in manchen seiner Manuskripte zu studieren Ge- Kunstkritiken. So wurde er Mitarbeiter großer Dasein süddeutscher Landjuden in ihrem fried- 
\a^ legenheit gehabt und sie mir außerdem in Brie- deutscher Zeitungen, der „Frankfurter Zeitung", liehen Zusammenleben mit ihrer christlichen Um- 
^ fen bewahrt. In für Deutschlands Juden schon der „Kölnischen Zeitung", der „Vossischen Zei- gebung fest und stellen heute, nach der Vernich- 
recht schweren Zeiten zeigte er mir seine Heimat tung", des „Berliner Tageblatts", gleichzeitig tung cleutschen Judentums, sozusagen ein histo- 

\. V Wangen am Untersee, unweit Radolfszell, voll aber auch jüdischer Zeitungen und Zeitschriften, risches Dokument dar. 
">>4 bescheidenen Stolzes und voll von der Verbun- 






denheit seiner Ahnen mit dem alemannischen, 
auch in die Schweiz hineinragenden Raums. Ge- 
'imfttiSftifl besuchten wir 1938 den aUen, roman- 
tischen jüdischen Friedhof an den Berghängen 
des kleinen Bodenseestädtchens und ließen die 
Geschichte einer frommen jüdischen Familie an 
uns vorüberziehen. 

Jetzt lebt Jacob Picard in New York, wo er 



„Heim der offenen Tür" 

Einweihung eines neuen Hauses im Lagei Föhrenwald 



Wenn wir auch wünschen, daß das Lager 
Föhrenwald nicht von Dauer sein möge, son- 
dern daß sich seinen Menschen Wege zu einer 
sinnvollen Emigration, oder zu einer normalen 
Eingliederung in das Leben ihres Aufenthalts- 
landes öffnen mögen, so muß allen beteiligten 
staatlichen und jüdischen Organisationen doch 
der Dank dafür ausgesprochen werden, daß der 
Jugend dieses Lagers die Möglichkeit zu Spiel, 
Sport und Wissen gegeben wird. 



Eine große Anzahl Gäste hatte sich Anfang Juden in Deutschland und der Zentralwohlfahrts- Drehbuchautor und Regisseur Ernst Marischka 
Dezember anläßlich der Einweihung des neuen stelle der Juden in Deutschland e.V. überbrachte hat einen neuen großen Unterhaltungsfilm fertig- 
Heims in Föhrenwald eingefunden. Dieses Haus ^r. Berthold Simonsohn. Er betonte das Interesse, gestellt, der soeben in Wien uraufgeführt wurde. 



am^^i: 7a"nu;rseinVrVo."G;b;rtst'ag "begVhe^n f »^ f erster Linie den Kindern und Jugendlichen ^as auch die zentralen jüdischen Organisationen ^ er Film heißt Hann^l" und be^^^^^ 

1 .1. j . ..11 r^ •• j 1- •. des Laaers dienen* darüber hinaus aber ist es i n r • • t^ . i i i j o l-_i i ristiscner, stoiuicn nicnt ganz neuartiger weise 

kann, vermutlich in stiller Zuruckgezogenheit ^f^^ Lagers aienen,^^aamDernH^^^^^ m js ^^^ ^^j^ j^^^^ ^^ Deutsciiland an dem Schicksal ^.^ Geschichte einer traumhaften Revuegirl- 



V kann, vermutlich in stiller Zurückgezogenheit ,^ i-aycio «icncxi, uai^^ci iii.iau=, «u^i loi ^^ ^^^ 
< und Besinnlichkeit, so wie es seine ;^t ist. Aber jls kulturelles Zentrum für das ganze Lager ^^^ 



in dem letzten jüdischen D.P.-Lager fest- Karriere. In der artistischen Ausführung ist der 



vi 

I 



XA 11 • j D j- T i- • • bestimmt -v,-.. .^ v,.. j — ^.. — . — ~,^. rvarnere. in uer ariisiisuieii .^uaiuuiuiiy isi uci 

5 ^r^nnr d"f.' 'fu dL"\tn?;? Ifr v" ""^n Das neue Haus enthält folgende Räume: einen ?.^haltenen M_enschen nehmen^ und ^ gab ciem Streifen indes, ungemein gelungen. Die Haupt. 



Freunden diesseits des Atlantik nicht vergessen ^inderhorT Räum^VtiT' GVm'nasirk'^und'^SpVadh- Wunsch Ausdruck, daß der Name dieses Heims rollen sind mit Hannerl Matz," Paul Hörbiger, 

T j j _u Unterricht, Lesezimmer, Bibliotheksraum u. a. m. symbolisch sein möge als ein Haus der offenen Adrienne Gessner und Fritz Imhoff besetzt. 
Er gehört zu den letzten Juden, die siA aus ^^^ ^eim wurde mit Mitteln der norwegischen 

dem Deutsdiland des Unterdruckungs- und Ver- Europahilfe des Herrn Thorgensen, unter finan- 

folgungswahnsinns in die freie Welt zu retten ^-^^^^^^ Beteiligung bayrischer Stellen, des Joint 

Ta^nT^^slLfrien ä* MandsAmei Korel und'japan ""^ ^^' Bayrischen Hilfswerks errichtet. Bauherr ßer Vorstand der ORT-Weltexekutive in Deutschland 

lana, biDinen, die Mandsoiurei, Korea una Japan ^^^ ^^^ Leiter der Fürsorgeabteilung des Bayri- 

seinen Weg in die Vereinigten Staaten. Auch ^^^^^ Hilfswerks für die durch die Nürnberger Der in Genf amtierende Präsident der World einen überaus positiven Eindruck von dem vor- 

} l»^"" "^ i^^S^^ . Aiu"™"^®^ » !I! Gesetze Betroffenen, Hefter. Das Heim wird sich ORT Union, Dr. Aron Syngalowski, weilte zu handenen Menschenmaterial erhalten. „Ich kann 

und nicht immer „gehobenen Alltagsarbeit noch j^ besonderem Maße der mehr als 350 Jugendlichen einem kurzen informatorischen Besuch in Deutsch- mit Genugtuung feststellen, das in den ORT 

genügend Zeit und Muße zu schongeistigem Tun. , i^- j._ ._ r u ° .__j tt t^ j„_* u^»*„ r-^^ u«;* t-»^ o^..i„^ „;_ „„u, ^„*^, r-^;^* i „^* .,^a a^i 



Wertvolle Ergebnisse 



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v\ä 






P . , . ^. u * H M V if <5t t ""^ Kinder im Lager annehmen. land. Unser Korespondent hatte Gelegenheit, Dr. Schulen ein sehr guter Geist herrscht und daß 

ilul?L- ^Y.,^ t,^H?ir^L T^iJc^iftf^ w^^^^ Die Feier wurde eröffnet mit einer Anzahl Syngalowski kurz über seine Eindrücke vom Be- die dort lernenden Menschen ein überzeugender 

M^nl^ Tnnrna^^^^ Hoc Ansprachen. Zuuächst begrüßte für die Bayrische such der hiesigen ORT-Institutionen zu befragen. Beweis für die hohe Qualität der D.Ps. sind. 

Aufbau- ua ' »'-ommeniäry , aes Staatsregierung Ministerialrat Seemeyer die Er- Wiederholt habe die Frage der Liguidiening Unsere Zeugnisse genießen im Ausland einen 
• richtung des Heimes und bekräftigte das Interesse der ORT-Schulen in Deutschland zur Debatte ge- hervorragenden Ruf und gestatten den Menschen, 
Jacob Picard sagt von sich selbst, daß er nur und den guten Willen aller bayrischen Staats- standen, erkläte Dr. Syngalowski; er habe sich damit ein Leben voller Lebensbejahung zu be- 
gestalten kann, was er selbst erlebt hat. Auf stellen, das Los der Heimatlosen lindern und aber von der Wichtigkeit des Weiterbestandes ginnen. Um den arbeitsfähigen jungen Menschen 
dieser Grundlage ist auch die große Arbeit sei- bessern zu helfen. Gute Wünsche überbrachten überzeugen müssen. Obwohl er beträchtliche auch weiterhin eine gediegene Fachausbildung 
ner letzten Jahre entstanden, die demnächst im auch der Leiter der Norwegischen Europahilfe, Schwierigkeiten in der Weiterentwicklung sieht, zu vermitteln, müßten Spezialfonds geschaffen 
Druck erscheinen soll: die umfangreiche Biogra- Thorgasen, der in hohem Maße zur Entstehung bestätigte er aber, daß gerade derzeit die aller- werden, zumal über die vorhandenen offensicht- 
phie des Generals Franz Sigel, des Führers der dieses Hauses beigetragen hatte, Mr. Haber vom besten Aussichten bestehen. lieh irrige Meinungen herrschen." 
badischen Revolution von 1849, der in seiner American Joint Distribution Committee, Dr. Dr. Syngalowski erklärte weiter, daß er von Mit mahnenden Worten über die großen Auf- 
Jugend ein Sozialrevolutionär war und als Spanier und H. Hefter für das Bayrische Hilfs- seinem Besuch wertvolle Ergebnisse mitnimmt, gaben, welche den hiesigen Jüdischen Gemeinden 
Flüchtling und Einwanderer im amerikanischen werk, Direktor Troberg für das Landesentschä- Er habe sich mit der Auswertung des vorbände- in den kommenden Jahren bevorstehen, und 
Bürgerkrieg berühmt wurde. Picards Großvater, digungsamt Bayern uncj Msgr. Jandel, Direktor nen Arbeitsmaterials befaßt, habe mit dem Lehr- deren sie gerecht werden müßten, verabschiedete 
ein Anhänger Sigels, hatte dem Enkel während der Caritas, für die Verbände der Freien Wohl- phrsonal eingehende Unterredungen betreffs der sich Dr. Syngalowski auf dem Flughafen Mün- 
der Ferien immer von dem badischen Helden er- fahrtspflege. Die Grüße des Zentralrats der Intensivierung des Lehrprogramms geführt und chen-Riem. 



Ifl^twocfa, 



Baötfcht lettong 



Settei 



ÄÜ0 Öern baöifcben UnÖe 



Ein Arzt klagt gegen das Ehrengericht 

Ist die Badische Ehrengerichtsordnung rechtsungültig? 



bw. Trelburg. Der badische Landtag hat 
•m 27. Mai 1949 ein Landesgesetz über die Bil- 
dung von Kammern für Ärzte, Zahnärzte, Apo- 
theker und Dentisten erlassen und im Para- 
graphen 8 dieses Gesetzes das badische Mini- 
sterium des Innern ermächtigt, für jede Lande.s- 
kammer eine Ehrengerichtsordnung zu erlassen. 
Dies geschah am L Dezember 1949 durch die 
Ehrengerichtsordnung für ^ie Landeskammem 
für Ärzte. Zahnärzte, Apotheker und Dentisten. 
Der badische Verwaltungsgerichtshof in Frei- 
burg wurde als Berufungsinstanz mit den Be- 
fugnissen eines Revisionsgerichts im Ehren- 
gerichtsverfahren eingesetzt. 

Ein praktischer Arzt, der die Bestallung als 
Arzt für das Gebiet des Deutschen Reiches 
hatte, wurde 1951 durch die Große Strafkammer 
des Landgerichte Konstanz wegen Verbrcch?ns 
<ler Abtreibung und Vergehens gesen die Ver- 
ordnung zur Ausführung des Erb?esundheits- 
gesetzes in mehreren Fällen zu einer Gesamt- 
straff von zwei Jahren Gefängnis verurteilt. 
Daraufhin wurde ihm durch das Ehrengericht 
der Bezirkskammer Villingen die Ausübung 
des ärztlichen Berufes innerhalb der Länder 
Südibaden, Württemberg - Hohenzollern und 
Württemberg-Baden für dauernd untersagt. Der 
Ehrengerichtshof der Landeskammer Baden 
änderte diese Entscheidungdahin ab, daß sie nur 
für das Gebiet der Landesärztekanumer Baden 
gelten sollte. 

Gegen dieses Urteil hat der Arzt, der inzwi- 
schen seine Praxis wieder aufgenommen hat, 
Berufung beim badischen Verwaltungsgerichts- 
hof eingelegt. Er begründet sie damit, daß das 
badische Landesgosetz über die Ärztekammern 
mangels Zuständigkeit des Landesgesetzgebers 
und ebenso die auf Grund der pauschalen Er- 
mächtigung durch das Ministerium erlassene 
Ehrengerichtsordnung rechtsungültig .seien. Die 
ärztliche Ehrengerichtsbarkeit stehe in Sach- 
sammenhang mit der dem Bund ausschließlich 
zustehenden Gesetzgebung über die Zula.ssung 
von Heilberufen. Mit dem Inkrafttreten des 
Grundgesetzes sei eine, wenn auch ungesclirie- 
bene konkurrierende Gesetzgebungskompetenz 
des Bundes in der Sparte der ärztlichen Ehren- 
gerichtisbarkeit erwachsen. Die badische Ehren- 
gerichtsordnung verstoße im übrigen auch gegen 
die Grundsätze des Artikels 92 des Grund- 
gesetzes, in dem die rechtsprechende Gewalt 
den Richtern anvertraut sei. Da die badi<chen 
Ehrengerichte dies nicht täten, seien sie auch 
keine verfassungsmäßigen Gerichte. 

Der badische Verwaltungsgericbtshof hat im 
Hinblick auf diese Sachlage beschlossen, das , 
Ehrengeriditsverfahren auszusetzen und dem | 
Bundesverfassungsgericht die Frage vorzulegen, 
ob das badische Landesgesetz über Kammern 
für Ärzte, Zahnärzte, Apotheker und Dentisten 
Bundesrecht geworden ist. Der Verwaltungs- 
gerichtshof ist der Meinung, daß es den Ländern 
auch nach dem 27. Mai 1949 bis zum 7. Septem- 
ber 1949 möglich gewesen sei. ehemaliges 
Reichsrecht abzuändern; er erachtet daher das 
Landesgesetz vom 27. Mai 1949 als recht.- gültig 

In bezug auf die Ehrenoericht.'=^barkeit ver- 
tritt er die Auffassung, daß deren Ordnung zur 
Kompetenz des Bundes gehöre. Zähle aber die 
ärztliche Ehrengerich t^barkeit zur konkurrie- 
renden Gesetzgebungskompetenz des Bundes, 
so sei das badische Landesge.setz vom 27. Mai 
1949 am Tage des Zusammentritts des Bundes- 



tages Bundesrecht geworden. Damit wäre das 
badi.^che Ministerium des Innern nicht mehr 
berechtig« gewesen, eine Ehrengerichtsordnung 
zu erlassen, sondern dieses Recht wäre auf 
die Bundesregierung übergegangen. Die Ehren- 
gerichtsordnung sei aber auch dann ungültig, 
wenn das Landesgesetz als Landesrecht fort- 
bestehe, jnd zwar insoweit, als in der Ehren- 
gerichtsordnung Regelungen vorgenommen 
worden seien, die nur dem Gesetzgeber zu- 
stehen. Dieser habe aber die Exekutive nicht 
ermächtigt, die in der Ehrengerichtsordnung 



ausgesprochene Regelung au üb«*n*'hfn«n. TM« 
Zuständigkeit des badischen Vcrwaitungs- 
gerichtshofes als Ehrengericht mit den Befug- 
nissen eines Revisionsgeric±Lt« «ei somit nicht 
gegeben. 

Nichtigkeitsklage gegen Suspendierung 

O Kehl. Der seines Dienstes enthobene 
Bürgermeister von Kehl, Dr. Ern5t Marcello, 
hat gegen die vom Regierungspräsidium in 
Freiburg am 12. Dezember 1952 verfügte Eröff- 
nung des Dienststrafverfahrens mit gleichzei- 
tiger Suspendierung von seinem Amt beim 
Verwaltungsgericht Freiburg Nicht ?keitsklage 
erhoben. Dr. Marcello weist darauf hin, daß er 
nicht Beamter im Sinne des Reichsdienststraf- 
gesetzes sei. Davon abgesehen sei ihm von der 
Behörde in Freiburg auch keinerlei Gelegenheit 
gegeben worden, sich zu den gegen ihn erho- 
benen Anschuldigungen zu äußern. Für die 
Klarstellung seines Falles sei allein das Innen- 
ministerium in Stuttgart zuständig. 



Im Namen der Hunde und Katzen 

Der Oberbürgermeister kommt den Haustieren zu Hilfe 



rls. K a r I s r u h e. In Karlsruher Mietverträ- 
gen findet sich vielfach die Bestimmung, daß 
das Halten von Haustieren in den Wohnungen 
verboten ist oder einer besonderen Genehmi- 
gung de? Hauseigentümers bedarf. Mieter, d:e 
gegen d'e^e Bestimmung das Frieden sgeTi cht 
angerufen hatten, sind von diesem abgewiesen 
worden. Jetzt hat sich auch der Frankfurter 
Oberbürgermeister Dr.Kolb als ehrenamtlicher 
Leiter des Deutschen Tierschutzbundes an den 
Karlsruher Oberbürgermeister mit der Bitte 
gewandt um eine Aufliebung dieser nicht mehr 
zeitgemäßen Bestimmung besorgt zu sein. Der 
Deutsclie Tiersdiutzbund bemüht sich, eine 
grundsät dich und für das ganze Bundesgebiet 
einheitliche Regelung dieser Frage herbeizu- 
führen, da er der Meinung ist, daß die ein- 
schränkenden Bestimmungen der Mietverträge 
auch einen Eingriff in die persönliche Freiheit 
der Mieter darstellen. Im Bundesgebiet haben 
sich schon mehrere Gerichte gegen die Ein- 
schränkung der Haustierhaltung ausgesprochen 



und darauf hingewiesen, daß beispielsweise die 
Haltung von Hunden in weiten Kreisen der 
Bevölkerung als eine wesentliche Bereicherung 
des Lebensinhaltes betrachtet werde Der Karls- 
ruher Oberbürgermeister und der Vorsitzende 
des Tierschutzvereins wollen versuchen, für 
Karlsruhe eine für Mieter und Vermieter erträg- 
liche Lösung zu finden. 

Von Jugoslawien nach Baden 

rls. K a^r 1 s r u h e. Anläßlich t^ner Brief- 
taubenausstellung des Kreises Baden-Mitte, dem 
die Reisetaubenvereine von Karlsiuhe und Um- 
gebung, Pforzheim, Rastatt und Baden-Baden 
angehören, wurde bekanntgegeben, daß die 
Rei.setauben in diesem Sommer nadi Agram 
in Jugoslawien gebracht werden, um von dort 
ihren Rückflug in die heimatlichen Schläge an- 
zutreten. Infoige ungünstiger Wilterungsver- 
hällni^i»e war der Flug nach Norden im ver- 
gangenen Jahre für die Rei- ^n recht 
schwierig. 



300 Grenzgänger weniger 

O Lörrach. Die Schweizer Arbeitsbehör- 
den haben Ende Dezember dreihundert deut- 
sciien Grenzgängern aus Oberbaden, die in der 
eidgenös^ischen Grenzzone beschäftigt waren, 
die Arbeitsbewilligung nicht verlängert. Be- 
gründet v-urde diese Maßnahme mit der jahres- 
zeitlich bedingten Beeinflussung des Arbeits- 
marktes, die vor allem zu starken Arbeitsein- 
schränku igen in den Außenberufen geführt 
hat. Betn'ffen wurden in der Hauptsache Hilfs- 
und F "^.räfte des Baugewerbes: abfj* audi inj 
den ]Me^i;ijC:i 'itcii wxirdcn "Kiitl.Kssvii.gen vor- 
genomin»! n. Für den vihnehin stark abge- 
schwächten oberbadischen Arbeit.smarkt be- 
deutet diese iahreszeitlich bedingte Maßnahme 
eine erhebliche zusätzliche Belastung. 

Auf neun Monate nach Amerika 

O Freiburg. Im Rahmen des Auslausch- 
programmes der amerikanischen Regierung 
werden in diesem Jahre voraussichtlich zwan- 
zig Praktikanten, junge Männer und Frauen 
aus Südbaden, für einen neunmonatigen Stu- 
dienaufenthalt in den Vereinigten Staaten aus- 
gewählt. Die Teilnehmer werden, wie die 
amerikanisdie Austauschabteilung in Freiburg 
mitteilt, an amerikanischen Universitäten Kurse 
für Frauenfragen, Rechtsfragen, Erziehungs- 
wesen, Jugendarbeit, Sozialarbeit und Arbeits- 
fragen hören, daneben aber auch Erfahrungen 
im praktischen Berufsleben sammeln. 



Für diesen Austausch sind guie Englisdi- 
kenntnisse, Abitur (eine gleichwertige Prüfung) 
oder eine zehnjährige Schulausbildung erfor- 
derlich. Im allgemeinen sollen die Bewerber 
zwischen 24 und 40 Jahren alt sein. Die Aus- 
wahl der Teünehmer findet im offenen und 
freien Wettbewerb statt. Jeder Bewerber kann 
sich unmittelbar bei der Austauschabteilung 
des amerikanischen Büros für öffentliche An- 
gelegenheiten in Freiburg, Deichelv eiherweg i, 
melden. 

Schachspielen als SchnV^^h? 

O Rastatt. I>^r Scliachbe/.;rk Mitelbaden 
hat d;o Absicht, das Oberschulaiit in Fre'bTg 
zu bitten, Schachspielen als Pflichtfach an der 
Volksschule einzuführen. Schachspielen fördere 
die geistige Beweglichkeit und diene de.>halb 
der Jugenderziehung. 

Wieder Kurbetrieb im Radiumsolbad 

O Heidelberg. Der Kurbetrieb im Hei- 
delberger Radiumsolbad, dem einzigen Bad 
dieser Art im Bundesgebiet, wird Mitte Januar 
zunächst in beschränktem Umfang wieder auf- 
genommen. Das Radiumsolbad, das nach 
Kriegsende von der amerikanischen Besat- 
zungsmacht beschlagnahmt war, ist im Sep- 
tember letzten Jahres wieder in die deutsche 
Verwaltung übergegangen. Die Kosten der 
Wiederherstellung werden sich aut etwa 250 000 
Mark belaufen. Mit einem vollen Kurbetrieb 
ist erst im Sommer zu rechnen. 



..Old Heidelberg'' lädt ein 

O Heidelberg. Freien Flug von New 
York nach Miami und zurück hat ein Gastwirt 
aus dem Staate Florida in d^n Vereinigten 
Staaten in einem Schreiben an die Stadtver- 
waltung Heidelberg allen Heidelberger Stadt- 
räten, Polizeibeamten und Geschäftsleuten an- 
geboten, die sich für einige Tage bei ihm zur 
Erholung aufhalten wollen. Der Gastwirt 
namens Frank Förch besitzt in Hallandale ein 
großes Restaurant, das den Namen „Old Hei- 
delberg" führt. Dem Schreiben an die Stadt- 
verwaltung fügte Förch eine Speisekarte .seines 
Hotels bei. Ihre Umschlagseite zei'^t Studenten 
in vollem Wichs bei fröhlichem Umtrunk. 

Ein rabiates Mädchen 

dl. Pforzheim. Als ein Polizeibeamter auf 
dem Marktplatz in Brötzingen gegen drei ran- 
dalierende junge Männer einschreiten wollte 
und den Rädelsführer festnahm, wurde er von 
einem 22 Jahre alten Mädchen rücklings an- 
gefallen. Gleichzeitig drang einer der Täter 
auf den zweiten Polizeibeamton ein. Durch den 
Überfall des Mädchens gelang es den Radau- 
brüdern zu entkommen. 

Silvesterschießen mit gräßlichem Ende 

O E ß 1 i n g e n. Zwei junge Leute im Alter 
von 23 und 19 Jahren, die in der Silvesternacht 
in Harthausen ein mit Sdiwaizpulver gefülltes 
Wasserleitungsrohr als Feuerwerkskörper be- 
nützten, wurden -dabei auf gräßliche Weise 
verstümmelt. Einer von ihnen verlor beide 
Augen, er erlitt außerdem eine Gehirnverlet- 
zung durch Splitter und eine erhebliche Ver- 
letzung in der linken Gesichtshälfte. Vermut- 
lich hat er auch das Gehör verloren. Sein Ka- 
merad verlor das linke Auge und erlitt leich- 
tere Gesichtsverletzungen. 

Im Durchschnitt ein kalter Monat 

Die voraussichtliche VVetlerentwicklung 
im Januar 1953 

OFreiburg. Im Januar dürften nac±i einer 
Mittteilung des Wetteramtes Freiburg in etwa 
14 bis 18 Niederschlagstagen normale bis über- 
normale Niederschlagsmengen fallen. Bei grö- 
ßeren Temperaturschwankungen während der 
einzelnen Witterungsabschnitte werde das Mo- 
natsmittel der Temperatur unter dem langjäh- 
rigen Durchschnittswert liegen. 

In der ersten Monatshälfte wird, abgesehen 
von nur kurzdauernden etwas milderen Witte- 
rungsabschni^ten kaltes Winterwetter erwartet. 
Während kurzfristiger Wetterberuhigungen, die 
in den ersten Tagen des zweiten Monatsdrittels 
am wahrscheinlichsten sind, können stärkere 
Fröste auftreten. 

Nach der Monatsmitte wird voraussiditlidi 
ein Übergang zu recht wechselhaftem und viel- 
fach für die Jahreszeit zu mildem Wetter statt- 
finden. Bei häufiger Zufuhr von Meeresluft 
dürften dann die Niederschläge in tieferen Lfa- 
gen öfters als Regen fallen. Für die letzten 
Monatstaee wird w^ipder kältetes Wetter er- 
wartet. 

Die Schneeverhältni^^se werden in höheren 
und mittleren Lagen vor allem während dv?r 
ersten zwei Monatsdrittel günstig für den Win- 
tersport sein. 

Wie wird das Wetter? 

Bericht de«» Wettcramtes Freiburg 

Die Wetterlage anr. 6. J a n u a r : Unser Wet- 
ter bleibt im wesentlichen unter Tiefdruckeinfluß. Zur 
Zeit bewegt sidi ein Tief von Südens land in süd- 
licher Richtung zum Mittcimeer, gleichzeitig deutet 
starker Druck fall übei Jugoslawien auf die erneute 
Ausbreitung des Mittelmeertiefs nach Norden hin. 
Da sich Im Norden von uns wieder höherer Druck 
aufbaut, wird sidi das winterliclie Wetter fortsetzen; 
es ist mit neuen Schneefällen zu rechnen. 

Aussichten bis zum Mittwoch abend: 
Meist stark bewölkt bis trübe und erneut aufkom- 
mende Neigung zu Schneefällen. Leichter bis mäßiger 
Frost, Tagesteinperaturen in den Niederungen nahe 
Null. Wieder aufkommende östlidie bis nordöstliche 
Winde. 



^ Ein Herz ohne Haß 

Jakob Picard zum siebzigsten Geburtstag 

Von Stefan Andres 

Jakob Picard lernte ich in einer Kölner Wein- 
schenke kennen, wo sich gelegentlich einige 
Schriftsteller trafen. Ich wußte von ihm nur, 
daß er Rechtsanwalt sei und Gedichte schreibe, 
manchmal auch eine kurze Geschichte. Daß er 
vom Bodensee stammte, das verriet seine 
Sprechweise. Er sah ein bißchen wie Ramses 
aus, fand ich scherzend, also sehr mager, durch- 
geistigt, temperamentvoll und doch zugleich still 
und gesammelt. 

Dann kam das Jahr 1933. Mit Uberraschun:^ 
stellte ich fest, daß der Mann, den ich für einen 
katholischen Alemannen gehalten hatte, eil 
gläubiger Jude war; und auch, daß der Lyriker, 
der so gerne Verse anderer und auch eigene 
leise vor sich hinsprnch. im Dreck und Feuer 
der Front als junger Offizier sich ausgezeichnet 
hatte. Und ich erfuhr weiter, daß einer seiner 
Brüder 1914 aus dem Ausland heimgokehrt war. 
um für Deutschland zu kämpfen und zu ster- 
ben Er las mir die Sonette vor. die er seinen 
zwei gefallenen Brüdern auf die Gräber ge- 
schrieben hatte. Wir alle versicherten ihm da- 
mals gutglä jbig und ahnungslos, wie wir waren. 
daß die trüben Wellen des Antiscmiti'jmjs 
Leute seiner Art niemals erreichten, dafür Icor? 
man ja, das war unsere Beweisführung, in 
Deutschland und nicht in Polen oder sonstwo 

Aber dann kam die Stunde, daß ich in Berlin 
Ab-chied von ihm nahm Indes — nicht er war 
es, der aus Deutschland fortging, sondern ich. 
Er stand auf dem Bahnsteig und reichte m nnej 
Frau mit dieser hilflosen Herzlichkeit eine — 
Kristallvase, die noch von seiner Mutter 
stammte, ins Abteil! Diei kleine Kinder bei uns 
plus Kristall, meinte meine Frau, da müsse 
eines von beiden auf der langen Reise wohl 
Schaden nehmen. Und sie bat ihn, uns die Vase 
doch aufzuheben, bis wir uns wiedersähen. 
,.Ach". sagte er und nahm sein Geschenk wieder 
niedergesch' i-^en zu sich, „das wird wohl lan^e 
dauern!** Ich beugte mich hinaus und flüsterte 



ihm zu: „Jakob, idi habe dir jetzt oft genug 
gesagt: es wird Zeit, es wird höchste Zeit! Mach 
didi auf die Socken!" Wir saßen schon unter 
unscrm politischen Wetterdach am Mittelmeer, 
der Krieg war bereits au^r^ebrochen, da erhiel- 
ten wir — es war Ende 1940 — von ihm eine 
Karte aus Japan. Via Rußland war er, genau 
ehe die Mausefalle zuschlug, nach Amerika un- 
terwegs. Und dann erhielten wir noch einige 
Nachrichten, wie sich die Quäker drüben seiner 
ans^enommen hätten, wie er Blumen zog und 
eine Fabrik zur Nachtzeit bewachte. Und vor 
allem: wie er in Massachusetts versuchte, ein 
Amerikaner zu werden. 

Vierzehn Jahre waren vergangen, da schidcle 
ich ihm aus Neufundland nach New York das 
Telegramm, daß ich in der folgenden Nacht auf 
dem International airport' aus dem Himmel 
fiele. Das Flugzeug hatte vier Stunden Verspä- 
tung, ich konnte nicht hoffen, daß er noch da 
war, vier Stunden, in der Nacht! Und ich dacht'j 
daran, daß er fast siebzig sei. Aber er war da — 
und an sein Alter konnte ich dann nicht mehi 
denken; wie ein Junge lief er auf mich zu. Wi»- 
sagten beide zueinander, wie man das so sagt^ 
vielleicht aus Angst, der andere könnte etwas 
anderes sagen: „Ganz der Alte!" 

Es war später Abend, als wir uns zum Wie- 
dersehenstrunke zusammensetzten; und es war 
später Morgen, als wir aufstanden, um ein we- 
nig zu schlafen. Über was aber hatten wir st) 
lange, so unaufhörlich und mit dieser seltsamen 
Eire:»ung gesprochen? Nicht über die vierzehn 
Jahre dazwischen, nicht über die Literatur der 
Gegenwart, nicht über die Vereinigten Staaten 
und Rußland und die Weltpolitik. Nein — ich 
hatte ihm nur das Eine zu beweisen versucht: 
daß er noch der Alte sei, derselbe, der Lyriker 
aus Wangen am Bodensee, der Unrecht erlitten 
hatte und nun dies Unrecht wie ein Weiser, wie 
ein Dichter zu ertragen und mit mir nar^h 
Deutschland zurückzukommen habe. Und er 
bewies mir die ganze Nacht hindurch nur die- 
daß es für ihn keine Rückkehr mehr gebe; daß 
vierzehn Lebensjahre in einem anderen Lanie 
uns mit di^'sem verbindf-n '.md von der Heimit 
lösen. Nicht ein erlittenes Unrecht, sondern des- 



sen Folgen hätten ihn zum Bürger eines anderen 
Landes gemacht. Dieses Thema kehrte immer 
wieder: in der donnernden Subway, auf seinem 
winzigen Zimmer in dem trostlosen Rooming- 
house, auf Spaziergängen durch Harlem, Man- 
hattan und am East River entlang, dies bittere 
Thema: es gibt kein Zurück. 

Jeden Abend aber, wenn wir auf seinem Zim- 
mer saßen — diesem kleinen Museum eines 
Herzens, das nicht vergessen kann — jeden 
Abend be;;ann ein leises, flüsterndes Zurück. Er 
saß an seinem Schreibtisch und reichte mir 
Phot'J€ herüber, Gedichte, Briefe: „Lies mal!" 
Städte tauchten auf, Landschaften und vor 
allem die Namen von Freunden, von getreuen 
und ungetreuen: Schaefer, Reinacher, Kneip, 
Woehrle, Paquet, Brües, Ehrler, Jaques. Jeder 
dieser Namen hat für den einsamen Mann in 
der 122ten Straße eine geheime Geschichte, in 
der sich die Literatur, aber mehr noch die Poli- 
tik und noch mehr der deutsche Mensch der 
letzten fünfzig Jahre spiegeln. Unsere deutsche 
Tragödie — das ging mir langsam aus diesen 
Nachtgesprächen auf — kann niemand so 
schmerzlich klar sehen wie em deutscher Jude, 
der dieses Land mit dem Herzen eines Dichters 
geliebt hat. Als mir Jakob Picard erzählte, wie 
der Dichter Mombert. ebenfalls im letzten 
Augenblick, als ein Gejagter das Land seiner 
Liebe verließ — er starb dann jenseits der 
Grenze, da wußte ich, wen ich hier in New York 
zurückließ, einen von den hunderttausenden, 
denen die deutsdien Antisemiten die Heimat 
gestohlen haben, aber einen, der selber sein 
Herz dem Haß verschlossen hat — und darum 
nodi Gedichte in seiner Mutter<?pra(±ie schreiben 
kann. 

Das §tück eines Häftlinos 

„Die TauflioRe" von Charles Wilson 

Charles Wilson ist Häftling der Kantonalen 
Strafanstalt St. Gallen. Seine erste, in der Zelle 
seschriebene dramatische Arbeit ..Was würden 
Sie tun, wenn Sie Dr. Charles Wilson wären?" 
wurde v:)n Mitgefangenen im Gefängnis urauf- 
geführt. Der Eindruck muß nach Presseberich- 
ten ein sehr starker, ein erschütternder gewe- 



sen sein. Die Stuttgarter Komödie im Mar- 
quardt brachte jetzt in ihrer Reihe „Das 
Experiment" die Uraufführung des Stückes 
„Die Taufliege" von Wilson, die Städtischen 
Bühnen Ulm kündigen „Die Auferweckung des 
Lazarus" von ihm an. 

In der „Taufliege" kreist das Denken des 
Autors geradezu besessen Uin die Problematik 
der Euthanasie, des medizinischen Gnaden- 
todes also, die für uns in Deutschland ja be- 
sonders und unheilvoll offenkundig geworden 
ist. Wilson schreibt sich hier wohl viel Selbst- 
erlebtes von der Seele. Eine junge Frau hat 
ihrem halbjährigen Söhnchen, das verkrüppelt, 
gelähmt und taub ist, eine überstarke und 
dadurch tödlich wirkende Dosis eines Medika- 
ments gegeben, das von dem behandelnden 
Arzt offensichtlich zu diesem Zweck verschrie- 
ben worden ist. Der Arzt ver.^raß jedoch auf 
dem Totenschein die Todesursache anzuheben. 
Das rief den Argwohn der Staatsanwaltschaft 
hervor. In bohrenden Verhören tritt immer 
mehr die Wahrheit zutage. Die junge Frau 
bricht zui>ammen tmd verübt an dem einen 
Tag, den der Substitut des Stantsanwalts ihr 
noch läßt, Selbstmord. Sie glaubt nun selbst, 
daß sie das kleme Wesen nicht genug geliebt, 
die Heiligkeit des Lebens nicht ^eachtf^t hat. 
Immer wieder gebraucht Wü.^on VerJ*'.eiche aus 
der Naturwissensdiaft, so kehrt vor allem das 
für die Situation des Menschen fragwürdige 
Bild von den Taufliegen wieder, die mit ver- 
kümmerten Flügeln oft länger leben können 
als die artgerechten, die vom Wind auf das 
Meer hinausaetra?en werden. Wilsons Stück 
hat einen erbten dramatischen Ansatz. Er kann 
auch unerbittlich Thesen und Menschen gegen- 
einanderf'ihren. Sein»^ Stäike liegt jedoch zu- 
nächst nofh in der Frncestellun?, nicht in der 
Lösung. Auch unterlaufen ihm noch viel Unse- 
sdücklichkeiten in der dramaturgischen Füh- 
rung des Geschehens und in der snraehlichen 
Formulierung, die auf^ord^m mit zu viel Fach- 
au:^drücken belastet ist. D'e Wiedergabe dieses 
problemreichen und problematischen Stückes 
litt unter einer textnn.--icheren und auch nidit 
immer richtig beset 'ten AuMuhrung. 

Hermann Danneker 



Badische Zeitung LS PSi 



FÜR DIE FRAU 



Mittwoch. T. Januar 1«» / Wr- 



Ein TellßT voll Vergnügen 

Von Hellmuth Holthaus 

Sie haben heut abend Gaste. Was wollen Sie 
ihnen auftischen? Wie wollen Sie sie unter- 
halten? 

Geben Sie ihnen ein Spaerhetti-E^sen! Es 
wird ihnen schmecken, und für Unternalt ung 
ist auch ge?orgt — vorausgesetzt, daß Sie es 
richtig machen, das heißt in diesem Fall: ita- 
lienisch. 

Es ist ein Ein-Gang-Ge^-icht. Denken Sie aber 
dar.n: Je einfacher ein Essen ist, um so weni- 
ger darf der Küchenchef es sich einfach machen. 

Sie fangen am besten damit an. daß Sie mit 
Ihrer Fam'.lie mittas^s einen Braten essen (es 
knnn auch ein Hackbraten sein). Nicht, um sich 
für die Strapazen dv^s Spaghetti-Essens zu stär- 
ken, sondern weil Sie am Abend den Sugo di 
Cinne brauchen — den Fleischsaft, mit dem Sie 
die Tomatensauce machen. 

Denn vielerlei darf in der Sauce nicht fehlen: 
Der eingedickte Fleischsaft. Rindermark, feines 
Olivenöl, und die altmodischen Küchenkräuter 
Salbei und Rosmarin, die bei uns leider fast 
ganz vergessen, in Dro-^erien und Apotheken 
aber immer noch erhältlich sind. Da:'u Tor^a- 
tenmark, Zwiebel, Sellerie. Petersilie, Paprika, 
etwas Butter, fein 'Tewür feite Salami oder zer- 
drüditer Hackbraten und vielleicht noch ein 
Guß Wein. 

Machen Sie die Tomatensauce sehr dick, in- 
dem Sie sie mit dem ßratensaft mehrmals ab- 
löschen und immer wieder eindicken. Schonen 
Sie nicht das öl, schonen Sie noch weniger das 
Tomatenmark, damit die Sauce kräftig rot 
wird und ebenso kräftig schmeckt. Ein Döschen 
für ein Vierpersonengericht ist eher zu wenig 
als zu viel. Teigwaren an und für sich sind fad. 
um so würziger muß die Sauce sein, dam'.t 
etwas aus ihnen wird und sie ebenso schmecken 
wie in der kleinen Trattoria am Bahnhof .n 
Mes-ina. Roh war der Tisch, blechern das Be- 
steck, alt, fett und schlampig die Wirtin, aber 
blüt?nweiß das Tischtuch und sauber das Ge- 
schirr — und kochen konnte sie! 

Die Salsa hätten wir, die Sauce, von der alles 
abhängt und die die meiste Arbeit macht. Sie 
ist so italienisch, daß wir ihr keine fremden 
Snnghetti anbieten dürfen. Lassen Sie sich im 
Laden die Spaghetti geben, die länger als ein 
ha'ber Meter sind, es gibt sie auch in Deutsch- 
land. Und zerkleinern Sie sie nicht, hüten Sie 
sich vor solchem 'Frevel! Lang, lod^er, biegsam 
und glatt müssen sie sein: klebrig ist verboten. 
Füllen Sie die Teller — Sunpenteller! — gleich 

In der Küche und gießen Sie die Sauce auf die 
Portionen. 

Nun können Sie auftragen. Auf den Eßtisch 
stellen Sie eine Schale geriebenen Parmesan- 
käse. Eine große Schale! In deutschen Delika- 
teßgci^chäften bekommt man manchmal gerie- 
benen Parmesan in winzigen Glasröhrchen. 
Parmesan ist aber kein Gewürz, das man zwi- 
schen zwei Finger nimmt, man nimmt ihn aufs 
gehäufte Löffelchen. Kaufen Sie ihn am Stück 
und reiben Sie ihn selber. 

Ist der einfache rote Wein nicht vergessen^ 
Steht der Nachtü^di bereit — Orangen. Äofel 
oder, wenn Sie üppig sein wollen, Trauben? 
Dann kann das Essen beginnen — und der 
Spaß. 

In der kanadischen Stadt Quebec hat Herr 
Philippe Piche eine mechanische Spaghetligab'?! 
erfunden, die vom U. S. Patentamt unter der 
Nummer 2 602 966 patentiert worden ist. Es 'st 
eine rotierende Gabel, die die Spaghetti selbst- 
tätig aufwickelt, bevor man sie zum Munde 
führt. Ich weiß nicht, ob dieses Eßaerät einen 
kleinen Elektromotor birgt oder eine Spiral- 
feder, die man von Zeit zu Zeit aufziehen muß. 
Auf jeden Fall ist Herrn Piches Erfindung ein 
Zeichen, daß man nicht bloß bei uns das Spa- 
ghetti-Essen schwierig findet. 

So schwer ist es aber in Wirklichkeit gar 
nicht. Es ist kein Zaubertrick dabei. Zuerst 
mischen Sie Snaghetti und Sauce auf dem Tel- 
ler. Dann räumen Sie das Essen ein wenig bei- 
seite, d-^mit an einer Stelle des Tellers ein 
freier Platz entsteht für das Werk des Auf- 
wickelns. Dort postiert sich der Löffel, von der 
Linken gehalten Die Rechte ergreift mit den 
Gabe^snit-^en einige — wenige, höchstens fünf 
— Snaghetti-Enden, führt sie in die Höhlung 
des Löffels und dreht sie. ziemlich senkrecht 
stehend, zu einem appetitlichen Röllchen zu- 
sammen, von dem keine lansen Schwänze mehr 
herabhängen. Beginnen Sie gleich mit zehn 
oder noch mehr, dann entwickelt sich das 
Knäuel mit Lawinen schnelle zu einem Knödel 
vr-n bayerischem Umfang, für den Ihr Mund zu 
klein ist. 

Fortgeschrittene Snaehetti-Esser werden ohne 
Löffel fertig. Sie drehen die Gabel einfach auf 
dem Teller. Das gilt in Italien für eleganter 
Es gehört aber Übung dazu. 

Wer kanns am besten? Sie werden sehen. 
Ihre Spaghettischüler werden nicht nur viel zu 
loben, sondern auch viel zu lachen haben. 



Nach Washington berufen 

Die Damen in der Re g ie run g E is enhow er 



Weibliche Bergführer. 48 Schweizerinnen 
meldeten sich im Laufe des Jahres 1952 zur 
Bergführerinnen-Prüfung nach erfolgreicher 
Absolvierung eines Alpinistenlehrgange'^ 43 von 
ihnen bestanden die Prüfung mit Auszeichnuna. 
sehr gut und gut. (fem.) 



Unter den Wähleigruppen, die außer den re- 
gulären Republikanern den Wahlsieg Eisen- 
howers herbeigeführt haben, waren die Frauen 
wohl die gewichtigste. Sie haben jetzt ihre erste 
Belohnung erhalten, indem zwei aus ihren 
Reihen zu Mitgliedern der „offiziellen Familie", 
des Kabinetts, ernannt wurden. 

Tüchtigkeit und Eleganz 

Mit der Berufung der 47jährigen Mrs. Oveta 
Culp Hobby aus Houston (Texas) hat Eisen- 
hower nicht nur die Frauen geehrt, sondern auch 
den demokratischen Südstaat, der sich am ent- 
schiedensten für ihn eingesetzt hatte, eine 
direkte Vertretung in der Regierung gesichert 
Mrs. Hobby gehört zu den erfolgreichsten 
Frauen Amerika.«:. Ihre eifrige Arberitsleistung 
auf den verschiedensten Gebieten hat weder 
ihren Charme noch ihre jugendliche Eleganz 
beeinträchtigt oder ihre Freude an ausgewähl- 
tem alten Silber und seltenen Büchern gemin- 
dert. Mit zehn Jahren ist sie ..in die Politik 
gegan<-'cn". als sie ihrem Vater die Protokolle 
des Kongresses vorlas. Vor dem zweiten Welt- 
krieg war sie als Bankdirektorin, Parlamenta- 
rierin und Schriftstellerin tätig: nach der Heirat 
mit dem Gouverneur von Texas, William 
Pettus Hobby, hatte sie eine leitende Stelluns 
in dessen Zeitung, der „Houston Post", ein- 
genommen. Erst im Weltkrieg ist sie aber der 
breiten Masse bekannt geworden, als sie mit 
dem Rang eines Obersten im Mai 19^2 die Or- 
ganisation und Leitung de«; neu zu bildenden 
weiblichen Hilfskorps der amerikanischen 
Armee übernahm. 

Diese WACs (Women's Army CorDs) mit ihren 
olivgrünen Uniformen und ledernen Schulter- 
taschen sind auch in der amer'kani'^chen Be- 
sat7imf?S7one aufr^etreten. Bis Mrs Hohbv die- 
ses Hunderttausend-Frauen-Heer. dessen Ober- 
befehl sie im Sommer 194^ ab^rab, in Form ce- 
bracht hatte, waren beträchtliche Schwierig- 
keiten zu übervnnden Dps schlimmste Hinder- 
nis war die öffentliche Meinung, die die Idee 



weiblicher Soldaten ebenso lächerlich wie un- 
nütz fand, weshalb sich zuerst auch nicht gerade 
die tüchtigsten und feschesten amerikanischen 
Mädchen zu diesem Dienst meldeten. Dann 
ging es um die leidige Gleichberechtigung, was 
Ver^'orgimg, Invalidität und andere Soldaten- 
rechte betrifft. Schließlich waren aber die 
WACs doch zu einem geachteten und begehrten 
Bestandteil des Heeres geworden, und statt nur, 
wie ursprünglich geplant, beim Backen, Kochen, 
Fahren und Schreiben verwendet zu werden, 
dehnten sie ihre Tätigkeit auf über hundert (Ge- 
biete aus, darunter Kartographie, Nadiridit«!- 
dienst, Chiffrierdienst und ähnliches. 

Nach ihrer Rückkehr Ins bürgerlidie Leben 
hat Mrs. Hobby allmählich die Gesamtleitung 
der ..Houston Post" übernommen und die Auf- 
lage in ficharfer Konkurrenz mit anderen Zei- 
tungen auf 170 000 gehO'ben. Sie wurde als erste 
F^au zur Vorsitzenden des Südlichen Zeitungs- 
verleger-Verbandes gewählt. Als „Administra- 
tor der Bundessicherheit" wird sie in der Re- 
gierung fast mehr Einfluß haben als der Mini- 
ster des Innern. Ihr unterstehen Gesundheits- 
wesen, Wohlfahrt und Fürsorge ebenso wie das 
Erziehungswesen und die Fragen der Zivilver- 
teidigung. 

Die Unterschrift 
auf der Dollarnote 

Neben ihr verblaßt die zweite Frau, die Eisen- 
hower nach Washington berufen hat. Die eben- 
falls 47jähri£re Mrs. Ivy Baker Priest aus Boum- 
tiful in Uth. bisher stellvertretende Vorsitzende 
der Republikanischen Partei, ist in mehrfacher 
Hin.<;icht eine Zweite* Sie ist die zw^eite auf dem 
Posten des Schatzmeisters, ihre Vorgängerin, 
Mrs. Clark, war v^on Truman eingesetzt wor- 
den. Sie wird neben dem Landwirtschaftsmini- 
ster Pearson der zweite Mormone in Eisen- 
howers Regierung sein. Ihre Unterschrift wird 
nun auf jede^ Dollarnote zu sehen sein, die 
nnch dem Amtsantritt Eisenhowers gedruckt 
wird. -ri. 



Die Familie ah ühungsfeld 

Müssen sich die Geschwister streiten? 



Die Familie ist das Übungsfeld, auf dem wir 
vom Ich zum Wir gebracht werden. Gerade zum 
Jahresbeginn sollten wir uns dessen besinnen. 
Glücklich, wer das in einem Geschwisterkreis 
lernen kann; denn bei allen Auseinandersetzun- 
gen umgibt ihn im Schutz der Eltern die Nest- 
wärme. Eigentlich ist die Mutter die Hauptleid- 
tragende in^iesen oft jahrelang andauernden 
Kämpf eT^.'Tt^'ist wie ein Sbismo'-^nph. der die' 
leisesten Schwankungen registriert. Die Span- 
nungen zwischen ihren Kindern reiben manche 
empfindsanie Mutter nahezu auf. Schon beim 
Erwachen und Anziehen geht es los. Noch vor 
dem Frühstück ist die beste Schlägerei im 
Gange, und die ersten Tränen fließen. Hier ste- 
hen die Buben gegen die Mädchen, dort die 
Älteren gegen die Jüngeren, und jeder meint, 
er müsse das größte Stück Kuchen, das hüb- 
scheste Snielzeug für sich behaupten. Den gan- 
zen Tar? geht e«:; so weiter, kaum d'ß das Abend- 
gebet die streitenden Geister zu beruhigen ver- 
mag. 

Menschen, die solche Streitigkeiten nicht ken- 
nen, kinderlose Frauen oder Mütter mit nur 
einem Kind, meinen mitunter, der Ton zwischen 
den Kindern sei lediglich das Echo der Erwach- 
senen. Wo Vater und Mutter miteinander hpr- 
monieren. könne kein Streit zwischen den Kin- 
dern entstehen. 

So einfach ist es aber nicht. Selbstverständ- 
lich wirkt sich eine gestörte Ehe oder das un- 
beherrschte Vorbild der Eltern höchst ungün- 
stig auf Kinder aus. Warum aber kommen die- 
.*^elben Klagen aus den verschiedensten Lagern* 
aus einer bewußt christlichen Familie wie aus 
einem kirchlich nicht gebundenen Haus, von 
einer ohne männlichen Schutz dastehenden Frau 
oder einer normalen Vaterfamilie? Daß es kein 
besonderes Merkmal unserer zerrissenen Zeit 
i.st, geht aus manchen Erzählungen unserer 
Großeltern hervor. Allerdings haben Abgehetzt- 
heit der Mütter und Wohnungsnot die Span- 
nungen verschärft. 

Wenn Mütter sich gegenseitig ihre Herzen 
ausschütten, stellen sie gewöhnlich fest, daß sich 
bei ihren Kindern der Kampf um die Selbst- 
behauptung — um nichts anderes geht es ja — 
in sehr ähnlichen Formen abspielt. Warum sind 
die Ältesten oft geradezu die Tyrannen ihrer 
Geschwister? Belasten wir sie vielleicht mit zu 
viel Verantwortung, zu der sie gar nicht die 
nötige Autorität besitzen? „Paß mal auf die 
Kleinen auf", heißt es da, „hilf dem Schwester- 
chen", „geh' du mit gutem Bei.spiel voran", und 
was derlei freundliche Ermahnungen mehr sind. 
Ist der Altersunterschied ziemlich groß, dann 
lassen sich meistens die Jüngeren ganz gern be- 
muttern. Liegen aber nur ein. zwei Jahre da- 
zwischen, dann wehrt sich so ein Jüngerer aus 
Leibeskräften gegen diese willkürliche Autori- 
tät. Man will genau so wichtig, genau so groß 
und stark und unfehlbar sein. Um das zu er- 
reichen, läßt man kein Mittel unversucht Die 
Altesten aber halten krampfhn.ft an ihren Rech- 
ten fest. Jetzt geht es hart auf hart. 



Unser Eingreifen in die kindlichen Ausein- 
andersetzungen verlangt ein hohes Maß von Ge- 
rechtigkeitsgefühl und Unparteiischkeit. Wie oft 
merken wir selbst gar nicht, daß wir ein Kind 
vorziehen, ihm gegenüber nachsichtiger sind. 
..Die andern hast du viel lieber als mich!" lau- 
tet dann der Vorwurf des Kindes, das sidi zu- 
rückgesetzt fühlt. Aus seinem Schmciür entsteht 
die Lusf. die Harmonie der übrigen"«u stören. 
Glücklich, wer es versteht, mit Humor und 
Sachlichkeit und ohne Sentimentalität durch 
r>Ue Wechselfälle des Lebens hindurch in seinen 
Kindern das sichere Gefühl zu erhalten, daß 
die Mutter, selbst wenn sie straft, ihrem Herzen 
immer am nächsten steht. 

Wie wir Erwachsenen, werden auch die Kin- 
der von Sympathien und Antipathien geleitet. 
1^ Tauche wirken wie ein rotes Tuch aufeinan- 
der. Von Zwillin^smüttern kann man das mit- 
unter hören. Es ist, als ob sich die Natur ge- 
gen ein allzu inniges Miteinanderverkettetsein 
wehre: der Bruder, mit dem man in die gleiche 
Klasse geht, dem das Lernen leichter fällt, wird 
'^'nem überall als Vorbild hingestellt; dieser 
Bruder, mit dem man oft verwechselt wird, der 
einem geradezu das eigene Ich raubt. 

Gibt es eine Hilfe, eine Lösung für alle diese 
«^chwirriiilkeiten? Sicher gibt es kein Allheilmit- 
tel. Aber wie all unser Tun in Haus und Familie 
sich ewig wiederholende Kleinarbeit ist. dürfen 
wir auch hier, gerade hier, nicht die Geduld 
verlieren. Voraussetzung ist. daß wir Mütter — 
Väter erleben die.se Kämpfe nur am Rande — 
möglichst ruhig und ausgeglichen sind. GewiR 
ist das leicht gesagt. Aber wenn wir uns die 
ATT':r»pfrii(>i-,er^Vip,;f ,•„ einer halben Stunde Aus- 
ruhen verschaffen können, dann ist das wich- 
tiger als ein noch so spiegelblanker Fußboden 
oder tadellos gebügelte Wäsche. 

Erstaunlich, was oft ein humorvolles Wort bei 
Kindern vermag, viel mehr als Drohunöen. Ab- 
lenkung ist auch ein bewährtes Mittel, wenn 
sich zwei Kampfhöhne ineinander verstrickt 
haben. Bringt man sie nur auf andere Gedan- 
ken, dann ist schnell alles vergessen. Auch rich- 
tiges Spiel kann einigen. Schließlich könnte 
man auch die Verantwortung für einen Tae 
dem jüngeren Bruder übertragen. N-^ch einer 
Ferientrennung versteht man sich viel besser 
die Kinder habor, sieh weiter imd selbständiger 
entwickelt, die Reibung^flächen sind auf einmal 
fort'TefaMen. Wie wäre e^. wenn wir es wagten, 
einm-^l ausnahmsweise die Bonbons nicht haar- 
gennn gleichmäßig zu \'erteilen? Das darf natür- 
lich nur eine ganz seltene Ausnahme bleiben 
und muß ber»ründet sem. Wenn un«^ere Kmder 
nirbt vor Neid platzen, weil der Bruder (\Qn 
dickeren Anfcl. die Schwester das größere Stück 
T<-MoV,en bekom»^en hat. stehen sie einmal de-n 
Leben ge?enüber. das seine n'>ben auch nicht 
'^V^'cbmäßtg verteilt, gefeiter da. 

Dies sind nur kleine Ratschläge, denn im 
Grunde muß jede Mutter ihren Weg allein fin- 



den. 



Brigitte Marggraf 




KAREN HORNEY ^ 

Psychologin auf eigenen We^en 

Im Alter von 67 Jahren ist in New York Frau 
Dr. Karen Horney gestorben, die dort als Psy- 
chotherapeutin sehr bekannt und geschätzt war. 
Frau Horney, die Mutter der Filmschauspiele- 
rin Brigitte Horney, war, als sie 1932 von Ber- 
lin nach den Vereinigten Staaten auswanderte, 
in Fachkreisen herzlich willkommen geheißen 
worden. Die Voraussetzungen für ihre Tätigkeit 
als praktische Psychologin waren in Amerika 
denkbar günstig, und die deutsche Ärztin fand 
für ihre reichen Erfahrungen ein neues und 
großes Wirkungsfeld. Neben ihrer Arztpraxis 
ergriff sie während aller Jahre die Gelegenheit, 
auch auf die Katheder der Hochschulen zu stei- 
gen oder als Gast in neuen Instituten ihre Er- 
fahrungen mitzuteilen. 

Schon in Berlin hatte sich Karen Horney ein- 
gehend mit der Psychologie der Frau befaßt. 
Sie war dabei allmählich über Freud, den Be- 
gründer der Psychoanalyse, hinausgegangen 
und bezog nun die moderne und mehr oder 
weniger selbstsichere Haltung der Frau zur 
Umwelt in ihre Darstellungen ein. In ihren in 
Amerika geschriebenen Büchern fin Deutsdi- 
land sind! erschienen: „Der neurotische Mensdi 
unserer Zeit" und „Neue Wege in der P.sycho- 
analy^e") legte sie ihre Auffassungen dar. Ka- 
ren Horney war dcavon überzeugt, daß der 
Mensch wandlun^sfähig sei und daß er die 
Wandlungsfähigkeit sein Leben lang beibehal- 
ten könne. 

D?n größten Teil ihrer Arbeit widmete di? 
V-crstorbene ihrem New Yorker Institut und 
der Ausbildung ihrer Schüler. Die großen An- 
strengungen hätte sie nicht zwanzig Jahre hin- 
durch aushalten können, wenn sie nicht drei- 
mal im Jahr radikal abgebrochen und in Me- 
xiko, der Schweiz, auf einer Südseeinsel oder 
sonstwo in der Welt dem Treiben der Großstadt 
den Rücken gekehrt hätte. Aber auch in ihren 
Ferien gönnte sie sich nicht das beschauliche 
Genießen des Ferienglücks, sondern arbeitete 
an ihren Vorlesungen und ihren in Amerika 
weitverbreiteten Büchern. 



Peinlich 

Lord Mancroft, ein Mitglied des englisdien 
Oberhauses, wird nicht nur wegQn seines guten 
Au'Jsehens. sondern auch we2en seiner geist- 
reichen Schlagfertigkeit gerühmt. In seiner 
politischen Laufl^ahn erlebte er einmal einen 
besonders peinlichen Augenblick. „Das war", 
erzählte er später, „so schlimm, als wenn ich 
eine hübsche Frau darauf aufmerksam gemadht 
hätte, daß ihre Strümpfe Falten werfen, und 
dann von ihr erfahren hätte, daß sie gar keine 
Strümpfe trägt." bf. 



Kw7. qerneldet 



Bäuerin erhält das Verdienstkreuz. Als erste 
Bäuerin in Bayern erhielt Frau Therese Wie- 
ser in Gronsdorf bei München das Verdienst- 
kreuz der Bundesrepublik. Ihr Mann wurde im 
Jahre 1944 durch eine Bombe getötet. Sie hat 
zwölf Kinder großgezogen, leitete zwei Bauern- 
be^ riebe und ist eine bekannt tüchtige Lehr- 
frau. In Bavern gibt es übrigens 68 000 land- 
wirtschaftliche Betriebe, die von Frauen ge- 
le tet werden (fd.) 

Eine Snezialistin für Verkehrsfraffen. Die 

Ausarbeitung des neuen „Code de la Route*', 
der die Verkehrsgesetze Frankreichs den mo- 
dernen Erfordernissen anpassen soll, ist Mme. 
Li"er übertragen worden. Sie ist Oberregie- 
rungsrätin im französischen Verkehrsministe- 
rium und Spezialistin für Verkehrsfragen. Frau 
Liger besitzt selbst keinen Fi^ihrerschein und 
bevorzugt auch für ihre Reisen die Eisenbahn. 

Drei kostenlose Tanzstunden vom besten 

Tan/lehrer der Stadt erhalten alle Damen in 
Los Angeles (Kalifornien), die in einem be- 
stimmten Warenhaus ein Abendkleid kaufen. 



lOlMk 



V. 



OiTLtfL(ZtL auch im neuen Jahi . . . 
W/7 wollen Freunde bleiben, wie's im allen war! 



STOFFjzWz/y^ 

INR FACHGESCHÄFT AM STAOTTHEATEt 



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Leitung 

Tele^amm''7IOreUe: Oazet Frefburgbreleg^iu • Erfdieint an allen Werhfageii 



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Nr. 3 a / 8. JAHRG. 



FSt 



MITTWOCH, 7. JANUAR 1953 



20 PFENNIG 



Rene Mayers Programm 

Ein europäisches Saarstatut vor RatiAzierung der Verträge 



P Paris, 6. Januar. Der Radikalsoziale Poli- 
ta^er Rene Mayer hat sich am Dienstagnachmit- 
tag der französischen Kammer vorgestellt, um 
von ihr die Einsetzung als Ministerpräsident zu 
erhalten. Noch bei Beginn der Sitzung, die um 
16 Uhr eröffnet wurde, war ungewiß, ob er eine 
sichere Mehrheit erhalten würde. Die Sitzung 
begann mit der Erklärung Mayers, in der er 
die Grundzüge seiner Regierungspolitik dar- 
legte. Seine Regierungserklärung wurde von 
den Radikalsozialen, den gemäßigten Konser- 
vativen, den Volksrepublikanern, dem über- 
wiegenden Teil der ehemaligen Gaullisten und 
einigen zu de Gaulle haltenden Abgeordneten 
mit Beifall begrüßt. Der Generalsekretär der 
Sozialisten, Guy Mollet, sagte, seine Partei 
könne nicht für Mayer als Ministerpräsidenten 
stimmen, da sie sein Programm ablehne. Die 
Kommunisten sprachen sich scharf gegen das 
Regierungsprogramm aus. Danach wurde die 
Sitzung bis 22.30 Uhr unterbrochen. Die Gaul- 
listen schickten in der Pause eine Delegation 
zu Mayer, um noch zusätzliche Fragen zum 
EVG-Vertrag zu stellen. Von Mayers Ant- 
worten wollten sie ihre Stellung abhängig 
machen. (Um Mitternacht hatte die Abstimmung 
noch nicht begonnen.) 

Änderungen an den Verträgen? 

In seiner Regierungserklärung sagte Mayer, 
nach seiner Auffassung sei die Festlegung eines 
europäischen Status für das Saarland die not- 
wendige Voraussetzung für die Ratifizierung 
des Deutschlandvertrages und des EVG-Ver- 
trages. Der Augenblick zu neuen Saarverhand- 
lungen mit der Bundesrepublik sei gekommen. 
Die Saarkonventionen von 1950 müßten abge- 
ändert werden. Die Saarwahlen hätten gezeigt, 
daß die Saarbevölkerung im Rahmen Europas 
ihre polrtische Autonomie ebenso wie die wirt- 
schaftliche Angliederung an Frankreich wah- 
ren wolle. Der Aufbau Europas bleibe der 
Grundstein der französischen Außenpolitik. 
Jede französische Regierung müsse in Kürze 
dem Parlament den EVG- und den Deutsdi- 
landvertrag zum Studium und zur Ratifizierung 
vorlegen. Während die Parlamentsausschüsse 
die Vertragstexie prüften, werde die Regie- 
rung nicht untätig bleiben. Sie werde Ver- 
handlungen aufnehmen, um durch Zusatzpro- 
tokolle bestimmte Klauseln der Verträge zu 
vervollständigen und zu präzisieren, und um 
eine engere Verbindung Großbritanniens mit 
der EVG herbeizuführen. 

Im Fahrwasser Pf.nays 

Auf innerpolitischem Gebiet bezeichnete er 
die baldige Verabschiedung des Staatshaus- 
halts als eine besonders vordringliche Auf- 
gabe. Er forderte eine rigorose Finanzpolitik, 
die Bekämpfung inflatorischer Entwicklungen 
und eine Verfassungsreform. Die Maßnahmen 
Pinays zur Preisstabilisierung müßten beibe- 
halten werden. Unter dem Beifall der Mitte, 
forderte Mayer eine spürbare Hebung der 
Kaufkraft der arbeitenden Bevölkerung, fer- 
ner ein Fünf Jahresprogramm für den Woh- 
nungsbau, die Steigerung der französischen 
Ausfuhr und ein neues Investitionsprogramm 
für die Landwirtschaft. Unter den Punkten, 
die bei einer Verfassung-^refo» m von Bedeu- 
tung seien, nannte er die Erweiterung der 
Befugnis der Regierung, Maßnahmen auf dem 
Verordnungswege ohne vorherige parlamenta- 
rische Zustimmung zu treffen. Auch sollten 
bestimmte Beschränkungen des Rechts der 
Regierung zur Parlament.sauflösung aufgeho- 
ben werden. 



gungsminLster U Ba Swe sagte bei der Eröff- 
nungsrede, die asiatischen Sozialisten sollten 
wohl untereinander Kontakt haben, aber keine 
Gegenorganisation zu der der europäischen So- 
2dalisten bilden. 

Viele Delegierte sind der Ansicht, daß die 
Sozialist iir che Internationale erst dann zu einer 
' wirklich weltumspannenden Organisation wer- 
den könne, w^enn die sozialistische Bewegung 

in Asien und Afrika gut organisiert sei. 

Ein Umstui"?versuch in Bolivien 

La Paz (Bolivien), 6. Januar (dpa). Die boli- 
vianische Regierung hat am Dienstag eine 
revolutionäre Bewegung unterdiückt, die in 
den frühen Morgenstunden einen Staatsstreich 
zu machen versuchte. Die Aufständischen, dar- 
unter fünf Armeeoffiziere, hatten bereits den 
Minister für Landwirtschaft und den Chef des 
Generalstabes verhaftet. 

Nicht wie mit Roosevelt 

New York, 6. Januar (dpa). Der britische 
Premierminister Winston Churchill sagte am 
Dienstag in New York, er habe nicht die Ab- 
sidit, in semen Verbindungen zur Regierung 



Biserrhower dte normalen Verhandlungskanäle 
zu überspringen. Churchill, der Eisenhower am 
Montag im Hause Bernard Baruchs gesprochen 
hatte, traf am Dienstag nicht mit ihm zusam- 
men. Er hatte aber mit dem neuen Außen- 
minister Dulles am Dienstag ein Abendessen 
im Hause Baruchs. Vor dem Besuch Churchills 
war in der amerikanischen Öffentlichkeit ver- 
mutet worden, daß er beabsichtige, seine Ver- 
handlungen unter vier Augen fortzusetzen, die 
er in der Kriegszeit mit Roosevelt geführt 
hatte. Roosevelt hatte es häufig unterlassen, 
den damaligen Außenminister Cordeil HuU 
über den Stand der amerikanisch-britischen 
Verhandlungen zu unterrichten. 

600 Millionen Ausfuhrüberschuß 

Der Gesamtumfang rund 16 Milliarden 

O Bonn, 6. Januar. Wie das Statistische Bun- 
desamt bekanntgibt beträgt auf Grund vor- 
läufiger Berechnungen der Gesamtwert der 
Einfuhr in die Bundesrepublik im Jahre 1952 
voraussichtlich 16,0 Milliarden Mark (3,8 Mil- 
liarden Dollar) und der der Ausfuhr 16,6 Mil- 
liarden Mark (4,0 Milliarden Dollar), so daß 
sich ein Ausfuhrüberschuß von etwa 0,6 Mil- 
liarden Mark (0,2 Milliarden Dollar) ergibt. Im 
Jahre 1951 hatte die Einfuhr 14,7, die Ausfuhr 
14.6 Milliarden Mark betragen, so daß sich da- 
mals ein Einfuhrüberschuß von 0,1 Milliarden 
Mark ergab. 



Die SPD legt ihren Kurs fest 

Die obersten Parteigremien beraten zwei Tage lang 

(D r a b t ber ic b t unseres Korrespondenten) 



FB Bonn, 6. Januar. Die höchsten Partei- 
gremien der SPD sind am Dienstag und Mitt- 
woch in Bonn versammelt, um die politische 
Lage zu prüfen und die Riditlinien für die 
künftige iPolitik der Partei neu abzustecken. 
Am DiJiÄagvoraii+tpg try ♦ yler Parteivorstancl. 
zu einer Idcn ganzen Tag über dauernden Be- 
ratung zusammen. Am Vormittag wurden 
hauptsächlich interne Fragen der Partei be- 
sprochen. Der erste Vorsitzende, Erich Ollen- 

i hauer, hielt ein politisches Referat, das sich auch 
mit der außenpolitischen Situation befaßte. Am 
Nachmittag wurde dann in die Beratung des 
eigentlichen Tagungsprogramms eingetreten. 
Am Mittwoch wird der Parteiausschuß gemein- 
sam mit dem Parteivorstand und in Anwesen- 
heit des Kontrollausschusses die Beratungen 
fortsetzen. Der Kontrollausschuß besteht aus 
erfahrenen älteren Sozialdemokraten, die die 
Beschlüsse der beiden anderen Organe vor 
allem darauf zu prüfen haben, ob sie mit den 

j Richtlinien, die auf den Parteitagen gegeben 

j wurden, und mit der grundsätzlichen Politik 

! der Partei übereinstimmen. 

Einen wichtigen Beratungspunkt werden die 
künftigen Gespräche Ollenhauers mit dem Bun- 
deskanzler bilden. Dabei geht es unter ande- 
rem um die Einzelheiten der von Ollenhauer in 
seiner Rede während der zweiten Lesung des 
Vertragswerkes angekündigten außenpoliti- 
schen Gegenvorschläge der SPD. Es soll nun 
vereinbart werden, in welchem Umfang dem 
Kanzler Details über dieses Alternativpro- 
gramm, das in der Schaffung eines kollektiven 



Mussadek erzwingt eine Abstimmung 

O Teheran, 6. Januar. Das persische Parla- 
ment sprach Mini.->'tcrpräsident Mussadek am 
Dienstag erneut das Vertrauen aus. Von den 65 
anwesenden Abgeordneten stimmten 64 tur ihn. 
Mussadek hatte diese Abstimmung verlangt, 
weil einige Abgeordneten einen Antrag auf 
Begrenzung seiner Sondpi^voilmadhten einge- 
bracht hatten, die er sich vor zwei Monaten 
für ein halbes Jahr ausdrücklich geben ließ. 
Er bezeichnete diese Abgeordneten als ..Söld- 
ner des Auslandes", die ihm ojerade jetzt, da 
er ernste Besprechungen in Teheran führe, 
einen „Dolchstoß in den Rücken" zu versetzen 
suchten. Ihre Hände seien mit dem „Blut der 
nationalen Märtyrer" befleckt. 

Asiens Sozialisten treffen sich 

O Rangun. 6. Januar. In der burmesischen 
Hauptstadt Rangim hat am Dienstag ein Kon- 
greß der sozialL'itischen Parteien Asiens be- 
gonnen, auf dem auch über das Verhältnis 
zwischen den Sozialisten Asiens und Europas 
beraten werden soll. Der Kongieß wurde von 
200 Delegierten aus Asien, Afrika und Europa 
beschickt. Die europäische Delegation steht 
unter der Leitung des früheren britischen 
Ministerpräsidenten Attlee. Auch der Bund 
jugoslawischer Kommunisten und die natio- 
nalistische Neodestur-Partei in Tunesien haben 
Vertreter entsandt. Der burmesische Verteidi- 



Sicherheitssystems gipfelt, dargelegt werden 
sollen. Auch der Brief, den der Bundeskanzler 
an Ollenhauer nach dem Gespräch mit ihm 
geschrieben hat und der die Bitte enthält, die 
SPD solle ihre Haltung in den großen außen- 
politischen Fragen schriftlich ^fesj^^rgen. war 
Gegenstand der Besprechungeiii; liw vVli.ui d<i 
Besprediungen wurden auch die Äußerungen 
von Brentanos, Dr Schröders (beide CDU) und 
Dr. Schäfers (FDP) erörtert, daß die Koalition 
dem Vorschlag der Opposition, gemeinsam um 
ein Reditsgutaditen in Karlsruhe zu erbitten, 
zunächst nicht zustimmen, sondern das Ergeb- 
nis der Klage vor dem Zweiten Senat abwarten 
wolle. 



Arndt klagt gegen Dehler 

Bonn, 6. Januar (dpa). Der sozialdemoki^atisdie 
Bundestagsabgeordnete Dr. Arndt hat beim 
Landgericht Bonn gegen Bundesjustizminister 
Dr. Dehler eine Zivilklage auf Unterlassung 
und eine Strafanzeige wegen Verleumdung ein- 
gereicht. AiTidt fordert, bei Androhung einer 
Geld- oder Haftstrafe Behauptungen zu unter- 
lassen, nach denen er seine Pflichten als Richter 
aus selbstsüchtigen Gründen gröblich verletzt, 
seinen Richtereid gebrochen, seine Verschwie- 
genheitspflicht verletzt und sich geinihmt habe, 
zugunsten der Nationalsozialisten Recht ge- 
sprochen zu haben. Eh*. Dehler hatte Anfang 
Dezember in einem Brief an den Vorsitzenden 
des Rechtsausschusses im Bundestag solche 
Vorwürfe gegen Dr. Arndt auf Grund von Vor- 
gängen im Jahre 1933 erhoben. 



Einsparungen aus politischenCründen 

Die Sowjetzone kürzt die Gelder für Parteien und Organisationen 

( D r a b t be r 1 c b t unseres Korrespondenten) 



AE Berlin, 6. Januar. Von zuständiger Seite 
der Regierung der Sowjetzone verlautete am 
Dienstag, daß mit dem Beginn des neuen Jahres 
eine ..rigorose" Etatkürzung bei den Schwester- 
organisationen der Einheitspartei, bei den bür- 
gerlichen Parteien und im Verwaltungsapparat 
vorgenommen worden ist. Die Massenorgani- 
sationen und die CDU. die LKD und die NDP 
der Sowjetzone haben sich, wie früher schon 
berichtet, nicht aus eigener Kraft finanziell er- 
halten können und wurden deshalb in großem 
Umfange von der Deutschen Notenbank der 
Sow.ietzone mit Geld versorgt. Diese Gelder 
sind jetzt nahezu um die Hälfte gekürzt wor- 
den. Den Organisationen, zum Beispiel auch der 
„Nationalen Front" und dem sogenannten 
.,Deutschen Friedenskomitee", wurde mitgeteilt, 
daß sie ihren Personalbestand nach Möglichkeit 
um 30 Prozent vermindern und die Werbungs- 
kosien erheblich einschränken sollen. 

Für diese Kürzungen sind vorwiegend poli- 
tische Gründe maßgebend, die im Zusammen- 
hang mit der angekündigten Umwandlung der 
Verwaltung und des Parteiapparats gesehen 
werden müssen. Die von der Staatsgewalt der 
Sowjetzone der LDP und der CDU zugedachten 
Aufgaben v.'urden nämlich im Zuge der ..volks- 
demokratischen Entwicklung" kleiner. Der Füh- 
rung der CDU der Sowjetzone wird heute vor- 
geworfen, ihr sei es nicht gelungen, die Massen 
der Christen mit dem Staat zu befreunden. Auf 
Grund der Versorgungskrise und seit der Ver- 



haftung des Ministers Dr. Hamann und anderer 
Funktionäre der LDP ist auch das Mißtrauen 
gegenüber dieser Partei ständig im Wachsen. 
Die von der Regierung angeordneten Ein- 
schränkungen betreffen aber auch die Ver- 
waltung, die vorwiegend mit Funktionären der 
SED besetzt ist. Man muß aber bedenken, daß 
manche Aufgaben, die in anderen Ländern dem 
Staat obliegen, von der SED unmittelbar über- 
nommen worden sind. Die Wirkungen der Ver- 
öffentlichung des Beschlusses des Zentralkomi- 
tees der SED über die Folgerungen aus dem 
Prozeß gegen Slansky scheinen erheblich. Vor- 
läufig können jedoch noch keine Zahlen der 
Funktionäre der SED angegeben werden, deren 
Stellung gefährdet ist. 

Zuckermann geflüchtet 

Berlin, 6. Januar (dpa). Der ehemalige Chef 
der Präsidialkanzlei der Sowjetzone, Professor 
Dr. Leo Zuckermann (SED), ist, wie am Diens- 
tag bekannt wird, bereits vor einiger Zeit mit 
seiner Familie nach West-Berlin geflüchtet. 
Dr. Zuckermann hatte vor etwa zwei Jahren 
seinen Posten in der Präsidialkanzlei über- 
raschend verlassen. Er war nadi längerer Zeit 
der Ungnade Ende November 1952 zum Direk- 
tor des Instituts für Rechtwissenschatt in Pots- 
dam ernannt worden. Auch sein Nanrie tauchte 
dann am Sonntag in der großen Säuberungs- 
ankündigung der SED auf. 



Tageefplegel 



Das r,Und" ist wichtig 

Die Christbäume in den Stuben werden 
abgeräumt, die Feiertage haben mit dem Drei- 
königsfest ihr Ende gefunden. Aus der Besinn- 
lichkeit kehren wir zurück in den Werktag, zur 
Hobelbank, zur Bohrmaschine oder zum Sdireib- 
tisch. Der Alltag wird die Zeit der meisten von 
uns wieder ebenso ausfüllen wie vor dem 
Zyklus der Feste. Aber das, was ^^är uns in 

den Stunden der Ruhe und des Feiems nach- 
denklich haben durch den Kopf gehen lassen, 
wird vielleicht noch eine Weile wirken. In die- 
ser Übergangszeit tritt die .,Deutsche Hilfe 
1953" zum ersten Mal vor uns. Sie nimmt ge- 
wisseiTnaßen noch Bezug auf die weihnacht- 
liche Stille, indem sie als Einleitung für ihre 
Ziele eine Woche der ..Sozialen Besinnung" 
proklamiert. Diese Woche beginnt am T.Januar; 
ihr werden andere folgen, denn die „Deutsche 
Hilfe" soll das ganze Jahr über wirksam sein. 
Es ist nicht an öffentliche Sammlungen ge- 
dacht, es ist auch keine neue Organisation ge- 
gründet worden, sondern die Wohlfahrtsver- 
bände aller Konfessionen und aller politischen 
Richtungen haben sich nur als die Anreger und 
Träger des Gedankens zusammengetan. Und 
dieser Gedanke heißt, sich der Not des Nädi- 
sten bewußt zu werden und aus eigenem An- 
trieb zu helfen. Die Deutsche Hilfe soll über 
das Jahr 1953 hinaus andauern, aber für jedes 
Jahr soll ein anderes Stichwort gegeben wer- 
den. In diesem Jahre wollen wir besonders an 
die Familien ohne Väter und an die einsamen 
Alten denken. Das bedeutet eben nicht nur, in 
,.sozialer Besinnung" an sie denken, sondern 
von Mensch zu Mensdi beispringen. (Die Wohl- 
fahrtsverbände stehen mit Rat und Tat zur 
Seite, wenn einer nicht wüßte, wo er zupadcen 
könnte.) Die Deutsche Hilfe fängt eigentlidi 
ganz unten an: schon bei der Erziehung der 
Kinder, die ein offenes Auge für die Not be- 
; n,.v.-. >«f»llr»n , rH>v T f^jtgedonke nh^r heißt 
oaim: ..Sieh Dich um und liili!" Ohne das auJ- 
merksame Umsehen geht es nicht, aber ohne 
das „. . . und hilf!" wäre alles nur eine halbe 
Sache. 



Der Glückwunsch des Papstes 

Bonn, 6. Januar (dpa). Papst Pius XII. hat in 
einem Telegramm Bundeskanzler Dr. Adenauer 
zum 77. Geburtstag gratuliert. Der Papst bringt 
den Wunsch zum Ausdruck, daß Gott den Be- 
mühungen des Bundeskanzlers um Frieden und 
Freiheit für sein Vaterland den Ausgang gebe, 
der zum wahren und dauernden Wohl des gan- 
zen deutschen Volkes sein werde. 

Auch Wünsche aus dem Saarland 

Saarbrücken, 6. Januar (dpa). Die .,Saarlän- 
dische Volkszeitung", das Blatt des Minister- 
präsidenten Johannes Hoffmann, sdireibt am 
Dienstag in einem Glückwunschartikel zum 
77. Geburtstag des Bundeskanzlers: „Wir Saar- 
länder, die wir Anteil an dem Schicksal unserer 
Landsleute in der Bundesrepublik nehmen, 
wissen genau, was der für sie fast unersetzliche 
Siebenundsiebzigjährige an der Spitze der Re- 
gierung bedeutet. Wir wissen, daß von ihm 
auch für die europäische Integration einer der 
wesentlichsten Beiträge zu erwarten ist. Wir 
kommen über gewisse Bundest-J?igsreden Dr. 
Adenauers bei Saardebatten hinweg, weil ihm 
in der Saarfrage nicht immer die besten Be- 
rater zur Seite standen. In dieser Beziehung 
war das Ergebnis der saarländischen Landtags- 
wahlen besonders aufschlußreich, so daß zu 
hoffen ist, daß es in der Zukunft noch einmal 
zu einer vernünfti:-ien Zusammenarbeit zwi- 
schen Bonn und Saarbrücken kommt. Jetzt 
sind dafür die Voraussetzungen noch gegeben. 
Wenn wir da» an Dr. Adenauers Gebuiistag 
feststellen, meinen wir das .sogar^ im Sinne 
einer durchaus herzlichen Gratulation.'* 

Der Wahlkampf in Österreich beginnt 

Wien. 6. Januar (dpa). Der Wahlkampf für die 
auf den 22. Februar festgesetzten österreichi- 
;schen Parlamentswahlen hat begonnen. In Wien 
waren am Montag zum erstenmal Wahlplakate 
zu sehen. Die Sozialistische Partei (SPÖ) erließ 
als erste der großen Parteien einen Wahlaufruf. 
Sie stellt in ihrem Wahlaufruf den Kampf gegen 
reaktionäre und monarchistische Umtriebe, ge- 
gen die Gefahr des Neofaschismus und vor 
allem gegen die kommunistische Bedrohung in 
den Vordergrund. Als wirtschaftliche und 
soziale Ziele werden die Sicherung der Voll- 
beschäftigung, gleiche Entwicklungs- und Auf- 
stiegsmöglichkeiten für jeden Bürger statt 
einer Gleichmacherei bei Löhnen und Gehäl- 
tern, eine Bodenreform zur Ansiedlung von 
Landarbeitern, die Rationalisierung der land- 
wirtschaftlichen Produktion und ein gesicherter 
Lebensabend für alle Österreicher in Form einer 
Volkspension genannt. Die (christliche) öster- 
reichische Volkspartei (ÖVP) wendet sich in 
einem Wahlplakat gegen sozialistische Bestre- 
buni^en zu einer „staatlichen Durchdringung der 
verschiedensten Lebensgebiete". 



j 



Seite t 



BflMf che Zcltan0 



Mittwoch. 7. Januar 1953 / Nr. Ss 



nLuflverkehrsbedarf 

Der erste Schritt für den Luftverkehr 
Köln, 6. Januar (dpa). Am Dien.stag wurde in 
Köln die „Aktiengesellschaft für Luftverkehr.s- 
bedarf" gegründet. Sie soll den Luftverkehr 
und den Betrieb aller mit der zivilen Luftfahrt 
und ihrer Förderung zusammenhängenden Ge- 
schäfte und Einrichtungen vorbereiten. Träger 
der Aktiengesellschaft sind der Bund, die Deut- 
sche Bundesbahn und da.s Land Nordrhein- 
Westfalen Das Gründungskapital beträgt sechs 
Millionen Mark. 

Bundes verkehrsminister Seebohm erklärte, 
die Gründung der Gesellschaft sei ein entschei- 
dender Schritt auf dem Weg zu einer neuen 
deutschen Luftfahrt, die jedoch von der Ratifi- 
•zierung des Deutschlandvertrages abhänge. Aus 
der vorbereitenden Gesellschaft solle eines Ta- 
ges eine neue deutsche Luftverkehrsgesellschaft 
gebildet werden. Dr. Seebohm appellierte un 
die Bundesländer und die private Wirtschaft, 



die Gesellschaft zu unterstützen. Dr. Kurt Wei- 
gelt wurde zum Vorsitzer des Vorstandes des 
Aufsichtsrates der Aktiengesellschaft gewählt. 
Stellvertretender Vorsitzer ist Ministerialdirek- 
tor Dr. Kurt Knipfer vom Bundesverkehrsmini- 
sterium. 

Zum Schutz der Kunstgüter' 

Bonn, 6. Januar (dpa;. National wertvolles 
deutsches Kulturgut und Archivmaterial soll 
nur noch mit einer Sondergenehmigung ins 
Ausland gebracht werden dürfen. Die Bundes- 
regierung hat dem Bundesrat einen Gesetz- 
entwurf darüber zugeleitet, der die bisher 
geltende Hechtsverordnung der früheren Reichs- 
regierung zum Schutz deutschen Kulturgut? ab- 
läsen soll. Es soll ein Verzeichnis der Werke 
angelegt werden, die nur mit der Sonder- 
genehmigung ausgeführt werden dürfen. Über 
die Aufnahme in das Verzeichnis sollen Sach- 
verständige der Länder entscheiden. Ein Bun- 
desausschuß gilt als Berufungsorgan. 



Freiheit und Rechte der Hochschulen 

Wünsche der Deutschen Rektorenkonferenz an die staatlichen Stellen 



Straßburg - europäischer Tagungsort 

Am Mittwoch beginnt eine Reihe wichtiger Sitzungen 



O Straßburn;. 6. Januar. Am Mittwodi be- 
ginnt in Straßburg die erste einer Reihe von 
Tagungen, die alle den großen europäischen 
Fragen gewidmet sind. An diesem Tage tritt 
die sogenannte ad-hoc-Versammlung zusam- 
men, die aus dem Parlament der Montanunion 
entstanden ist und den Auftrag hat, eine euro- 
päische Verfassung auszuarbeiten. Ein erster 
Entwurf für diese Verfassung ist inzwischen 
von dem unter der Leitung des Bundestags- 
abgeordneten von Brentano (CDU) stehenden 
Unterausschuß ausgearbeitet worden. Dieser 
Entwurf wird nun in Straßburg beraten. Ab- 
geordneter von Brentano hat dazu im ..Bulle- 
tin" der Bundesregierung geschrieben, die 
wichtigsten Fragen seien die nach der Zustän- 
digkeit der zu gründenden „Europäischen Po- 
litLschen Gemeinschaft", nach ihren Organen 
(Völkerkammer, Senat und Exekutivrat) und 
nach den Beziehungen der Gemeinschaft zu 
anderen Staaten und zum Europäischen Rat. 
Zunächst meinte er, solle die Gemeinschaft nur 
jene Zuständigkeiten haben, die an sich der 
Montanunion und der „Europäischen Verteidi- 
gungsgemeinschaft" übertragen sind. 

Einige Tage nach der ad-hoc-Versammlumg 
tritt dann in Straßburg das Parlament der 
Montanunion zusammen und nach ihm die Be- 
ratende Versammlung des Europäischen Rates. 
Das Parlament der Montanunion wiid- einen 
Bericht der Hohen Behörde entgegennehmen 
und seine endgültige Geschäftsordnung be- 
schließen. Zwisdien diesen Tagungen sollte sich 
iri Straßburg auch der Ministerrat des Euro- 
päischen Rates versammeln, doch ist diese Ta- 
gung am Dienstag verschoben worden. 



Der luxemburgisdie Arbeitsminister, Victor 
Bodson, hat in einem Interview den Vorschlag 
gemacht, die Stadt Luxemburg zur „europäi- 
schen Hauptstadt" zu machen. In Luxemburg 
sollten also, wenn die Politische Gemeinschaft 
zustandekommt, deren Parlament und die zu 
erwartenden „europäischen Ministerien" ihren 
Sitz erhalten. 



Wünsche auch für das Gastvolk 
r. Freiburg, 6. Januar. Der italienische Staats- 
präsident Luigi Einaudi hat zum Jahreswechsel 
an alle Italiener im AusJand eine Botschaft ge- 
richtet, in der er über die Verbundenheit des 
Vaterlandes mit ihnen sprach, und dann fort- 
fuhr: „Und wiederum, wie jedes Jahr, ist es mir 
eine besondere Freude, auch die Völker der 
Gastländer zu grüßen, in deren Mitte meine 
Landsleute unter Aufbietung all ihrer Kräfte 
ihre Existenz bestreiten, in gemeinsamem 
Schidcsal, mit gleichen Zielen und im gleich'^n 
Bestreben um die tiefen, in uns wurzelndan 
Ideale für menschliche Würde und Fortschritt- 
lichkeit, die Sinn und Halt unseres Daseins 
bedeuten. Italien begrüßt das Jahr 1953 in dem 
Bewußtsein, seinen Teil beigetragen zu haben 
zur Verwirklichung einer frohen Zukunft für 
sich selbst und für die Gemeinschaft der freien 
Völker. Der Weg, den wir zu gehen haben, ist 
noch weit, aber mit Gottes Hüte, gestärkt durch 
das, was wir bis jetzt erreicht haben, und vor 
uns die Vision einer Welt, in welcher die Soli- 
darität der Menschen V/irklichkeit wird, hoffen 
wir, diesen unseren Weg gemeinsam mit d3n 
befreundeten Völkern glücklich zu Ende zu füh- 
ren." 



Berlin, 6 Januar (dpa). Das Verhältnis zwi- 
schen HorJischule und Staat stand im Vorder- 
grund der Beratungen der Rektorenkonferenz, 
die vom 2. bis zum 5. Januar die Rektoren der 
Universitäten und Hochschulen des Bundes- 
gebietes und West-Berlins in Berlin zusammen- 
führte Wie der Vorsitzende der Rektorenkon- 
ferenz, Professor Dr. Fues (Stuttgart), bekannt- 
gab, fordern die Rektoren für die Universitäten 
und Hodisdiulen grundsätzlich das Recht, sich 
ihre Satzungen selbst zu geben und ihre Diszi- 
plinarordnungen selbst zu erlassen. Das Recht, 
Berufungsvorschläge für die Besetzung der 
Lehrstühle zu machen, müsse aussdiließlich den 
Fakultäten vorbehalten bleiben. „Es wider- 
spricht", heißt es in einer von der Konferenz 
angenommenen Entschließung, „dem verfas- 
sungsmäßig garantierten Gixindrecht der Frei- 
heit der V/issenschaft in Forschung und Lehre, 
den Fakultäten Persönlichkeiten aufzuoktroyie- 
ren, die auf den Vorschlagslisten der Fakultäten 
nicht stehen." 

Auch für ihre Wirtschaftsführung wird eine 
stärkere Mitwirkung der Hochschulen gefordert. 
In diesem Zusammenhang wurden stärkste Be- 
denken gegen die Einrichtung dos staatlichen 
Kurators erhoben. In Übereinstimmung mit dem 
Verband deutscher Studentensciiaften vertrat 
die Konferenz die Auffassung, daß die Studen- 
tenschaft in den neuen Universitätssatzungen 
als Glied der Hochschulen und nicht als abge- 
sonderte Körperschaft des öffentlichen Rechts 
fungieren solle. Die Konferenz beauftragte einen 
besonderen Arbeitsausschuß, sich im einzelnen 
mit den Fragen des Hochschulrechts zu beschäf- 
tigen. 

Im Interesse der Ostforschung will die Kon- 
ferenz die Kultusminister der Länder bitten, 
neue Osteuropa-Institute zu fördern unO durch 
geeignete Berufungspolitik eine Reihe von 



Sdiwerpunkten für Oststudien zu schaffen. „Mit 
großer Sorge besd.äftigten sich die Vertreter 
der Hochschulen mit den Unterrichtsverhältnis- 
sen im sowjetisch besetzten Gebiet." Die Ber- 
liner Universitäten wurden beauftragt, vor- 
bereitend zu prüfen, wieweit an den Hoch- 
schulen des sowjetisch besetzten Gebietes ab- 
gelegte Examina anerkannt werden könnten. 



Es waren keine Ordensschwestern 

Limburg, 5. Januar (dpa). Die neun am 
30. Dezember aus Rocherath in Belgien nadi 
Deutschland zurückgeschickten deutschen katho- 
lischen Schvve.stern waren, wie ein Vertreter 
des bischöflichen Oidinariats in Limburg mit- 
teilte, keine Ordensschwestern, sondern Mit- 
glieder einer rein privaten Vei'einigung. Die 
Vereinigung, die sich „Frauen von der gött- 
lichen Liebe" nannte und Alte und Kranke 
pflegen wollte, hatte zuer.>;t vom Greneralvika- 
riat in Trier und später vom General vikariat 
in Limburg eine vorläufige Genehmigung er- 
halten, was jedoch nicht gleichbedeutend mit 
einer kirchlichen Anerkennung war. Die Ge- 
nehmigung wurde vom Limburger General- 
vikariat wieder zurückgezogen, als es durch die 
Eigenart der Oberin zu Unstimmigkeiten kanru 
Sdion vorher hatte ein Teil der Sdiwestern 
die Vereinigung verlassen. Die übrigen sie- 
delten dann nach Beli^ien über, wo sie eine bis 
zum 31. Dezember belri.stete Aufenthaltsgeneh- 
migung erhielten. Der kirchliche Sprecher be- 
tonte, daß von einer antideutschen Maßnahme 
bei der Ausweisung überhaupt nicht gesprochen 
werden könne. Die belgischen Behörden hätten 
den Schwestern auch genügend Zeit zum 
Packen ihrer Sachen gelassen. Die ..Schwestern" 
hätten sich bei kirchlichen und weltlichen Stel- 
len mißliebig gemacht. 



AUS ALLER WELT 



'^ Kleine Nachrichten 

In Hessen wird wieder ein Landwirtschafts- 
ministerium geschaffen; die Landwirtschaft ge- 
hörte bisher zum Arbeits- und Wirtschafts- 
ministerium. 

Fünf neue Richter haben beim Bundes- 
gerichtshof in Karlsruhe ihr Amt angetreten; 
sechs Bundesrichter hatten die Altersgrenze 
erreicht. 

Die tausend Besatzungsmitglieder der „Uni- 
ted States" haben während ihres Aufenthalts 
am Wochenende in Bremerhaven rund 90 000 
Mark ausgegeben. 

Der Besuch des österreichischen Außenmini- 
sters Dr. Gruber in Bonn wird nicht vor den 
österreichischen Wahlen, die am 22. Februar ab- 
gehalten werden, stattfinden. 



Die SiA^ete holländische Taeesreitunip, das 

liberale „Allgemeen Handelsblad", hat sein 
125jähriges Bestehen begangen. 

* 

Mehr als hundert Frauen in der Sowjetunion, 
die dreizehn und mehr Kinder zur Welt ge- 
bracht haben, haben den Titel „Heldenmutter" 
erhalten. 

* 
Beim Absturz eines britischen Verkehrsflug- 
zeugs in der Nähe von Belfast (Nordirland) 
kamen am Montagabend 27 Menschen ums 
Leben. 

* 
Neun lateinamerikanische Staaten forderten 
Spanien auf, sich um die Aufnahme in die UNO 
zu bewerben. 

* 
Drei syrische Politiker sind nach dem Liba- 
non geflüchtet. Sie gehören zu den Personen, 
die im Zusammenhang mit dem mißglückten 
Staatsstreich in Damaskus genannt wurden. 



Berlins Sicherheit 
O Berlin, 6. Januar. Die Alliierten haben es 
zwar, wie berichtet, abgelehnt, die West- 
Berliner Polizei stärker zu bewaffnen, sie 
haben aber eigene Maßnahmen zur Verstär- 
kung der Sicherheit West-Berlins angekündigt. 
Hierzu gehört, wie am Dienstag mitgeteilt 
wurde, daß künftig alliierte Streifenwagen 
ständig an den Grenzen zur Sowjetzone 
patrouillieren und daß in den westlichen Sek- 
toren besondere Einsatzwagen bereitstehen, um 
bei einer Gefahr schnell eingreifen zu können. 
Bürgermeister Reuter hat in einem Schreiben 
an den Bundeskanzler auf die schw^ierige Lage 
hingewiesen, die in Berlin durch das Anhalten 
des Flüchtlingsstromes aus der Sow.jetzone ent- 
standen 4st. Er hat die Einberufung Ifher Kon- 
ferenz der Bundesregierung und der Minister 
der Bundesländer angeregt und um Mittel für 
die Schaffung neuer Aufnahmelager gebeten. 

Die fremden Firmen werden gewarnt 

O Kairo. 6. Januar. Das ägyptische Amt für 
den Boykott Israels stellt in einem Bericht 
fest, daß die verschlechterte Wirtschaftslage in 
Israel zum guten Teil auf* die Wirtschafts- 
blockade der arabischen Staaten zurückzufüh- 
ren sei. Das Amt erinnerte alle ausländischen 
Firmen, die Vertretungen in den arabischen 
Ländern unterhalten, daran, daß die Einrich- 
tung von Filialen in Israel den Boykott dieser 
Firmen durch die arabischen Staaten zur Folge 
haben werde. Alle arabischen Staaten würden 
diesen Firmen ein Vierteljahr Zeit geben, um 
ihre Vertretungen in Israel zu liquidieren. Die 
holländische Fimia Philips habe dies bereits 
getan, um nicht ihre arabischen Kunden zu 
verlieren. 



Die äg\'ptische Regierung hat am Montag 
über alle Pressemeldungen aus und nadi 
Äg>'pten wieder die Zensur verhängt. Den 
Journalisten wurde versichert, daß die Zensur 
sehr wohlwollend gehandhabt werde. 



Reste eines „Urmenschen"? 

O Johannesburg, 6. Januar. Überref^te von 
fünf .„Urzeitmenschen" sind nach Mitteilung 
von Professor Robinson vom Transvaalmuseum 
bei Swartkranz in Transvaal gefunden wor- 
den. Der Telanthropus. wie dieser Fund ge- 
tauft worden ist, soll die älteste Kreatur ge- 
wesen sein, die als „Mensch" anzusorechen sei. 
Er weise Eigenschaften des südafrikanischen 
Affenmenschen, des Java-Menschen und des 
Peking-Menschen auf. Er habe aber wahr- 
scheinlich 500 000 Jahre vor diesen anderen 
Urmenschen gelebt. 

♦ 

Der Fisch war in schlechtem Zustand 

O Durban, 6. Januar. Der prähistorische Fisch 
Coeiacanth, der vor einigen Tagen so großes 
Aufsehen erregt hatte, ist in einem so schlech- 
ten Zustand, daß die wissenschaftliche Unter- 
suchung sehr erschwert wird. Professor Smith 
von der Universität von Durban, der den. Fisch 
mit einem Sonderflu^^zeug nach Südafrika ge- 
bracht hatte, sagte, er sei zuversichtlich, daß 
noch mehrere Exemplare dieses Urweltfisches 
gefunden würden. Zur genaueren Untersuchung 
brauche man ein frisdies oder gefrorenes 
Exemplar. 



Verlag: Badischer Verlag GmbH Frelburg l Br. 
Verantworilicher Redakteur: ür Rupert Gießler 
Henstellung: Rombach & Co GmbH und Poppen 8e 
Ortmann. Freiburg I Br (Anzeigenpreisliste Nr 12) 



Was machen wir mit Steffi? 

Roman von Gitta von Getto 
41 

„Wie lange noch Geduld haben?" rief Steffi 
leise aus. 

„In spätestens drei Tagen werden wir es 
wissen. So sagen die Ärzte." 

Sie sahen sich an, lasen sich gegenseitig die 
Sorge von den Augen ab und versuchten durch 
ein schwaches Lächeln einander Mut zu 
machen. Keine der beiden Frauen hatte be- 
merkt, daß die Türe sich leise geöffnet und 
wieder geschlossen hatte. Erst als Hannes an 
das Bett herantrat, blickten sie gleichzeitig zu 
ihm hin, die eine mit einem erlösten Ausdruck 
und die andere mit einem sehr ruhigen, ge- 
lassenen» Hinwenden ihrer schönen, hohen 
Stime. die unter dem blauschwarzen Haar wie 
Porzellan schimmerte. Hannes hatte die Tiiten 
mit Obst, die er Steffi mitgebracht hatte, l»stig 
auf das Bett gelegt und beugte .sich über die 
ihm dargebotene Hand. 

„Sie sind Hannes Gonthar? Ich kenne Sie von 
den Bildern her, die Pablo von Ihnen allen auf- 
genommen hat. Sie wissen ja. daß er gern 
photographierte.** 

„Auch ich kenne Sie von Bildern her", er- 
widerte Hannes etwas riJgernd imd ohne seine 
leichte Verlegenheit verbergen zu können. Steffi, 
die ihren Blidc nicht von ihm gelassen hatte, 
entging die dunkle Färbung seiner Stirn bei 
diesen Worten nicht, und wären die Umstände 
dieser ersten Begegnung nicht so tragisch ge- 
wesen, hätte sie die Befangenheit des Bruders 
als köstliche Sensation empfunden. Sie hätte 
diesen Augenblick mit einer kribbelnden Ge- 
nugtuung genossen, wie sie es genossen hatte. 
als Blanquitas Bild durch den rauhen Zugriff 
der Zollbeamten der süßen Vei-borgenheit in 
Hannes' Brieftasche entrissen worden war. 

„Ich war bei Pablo. Pobre hombre! Glauben 

Sie, daß " Ohne den Satz zu vollenden. 

senkte sie den Kopf und blickte auf die Spitzen 
ihrer sehr kleinen, eleganten Schuhe. 

iJch kann die Hoffnung noch nicht aufgeben." 
£s war Hannes, der das nach langem Schwel- , 



gen mit belegter SÜinme sagte. Sein Gesicht 
war fahl. Er hatte die vergangenen Nächte 
kaum ein Auge zugetan, immer wieder hatte 
ihn die Sorge um den Freund, vor allem auch 
die Bangigkeit, wie Pablos Frau die Nachricht 
hinnehmen Werde, wachgcrüttelt. Nun schien 
ihm alles leichter. Da sie jetzt gekommen 
war, lastete die Verantwortung nicht mehr 
allein auf seinen Schultern, und sie saß vor ihm 
nicht kopflos und aufgelcist. sondern äußerlich 
gefaßt und legte eine bew^underung^swürdige 
Haltung an den Tag. 

..Nun sind Sie da. Ich bin sehr glücklich", 
sagte er und sprach damit mehr von seinen Gr- 
danken aus. als ihm bewußt war. Diese kleine, 
zarte Gestalt strahlte eine unerwartete Kraft 
und Ruhe aus. ..Ich — ich wagte es nicht. Sie 
persönlich zu benachrichtigen. Ich wollte keine 
Unkorreklheit begehen, aber ich dachte, Ihr 
Scliwiegervater würde sicher bessere Worte fin- 
den, um Sie vorzubereiten." 

..Oh, ich glaube, Sie befinden sich in einem 
großen Irrtum.- Die dunklen Augen zeigten 
die Andeutung eines Lächelns. „Sie beide wis- 
sen nicht — — Haben Sie denn mein Tele- 
gramm nicht erhalten?" 

Hannes verstand nicht. Nein, er habe kein 
Telegramm erhalten. Vielleicht hatte man ver- 
sucht es telephonisch durchzugeben, hatte ihn 
aber nicht erreicht. Er war den ganzen Tag 
außer Haus gewesen. „Wieso befinde ich .mich 
in einem Irrtum?" 

„Ich bin nicht Pablos Frau. Ich bin seine 
Schwägerin Sol. die Zwillings.schwester voa 
Blanquita." Sie lachte kurz auf und hob die 
Schultern. „Zwillinge liegen in unserer Familie. 
Sie tauchen immer wieder bei den Cabreras 
auf. Den Rekord errang allerdings meine 
Schwester Blanquita mit ihren drei Pärchen." 

Steffi, die rasch von einem zum anderen ge- 
blickt hatte, entging das freudige Erstaunen 
ihres Bruder.>> nicht. Er sah so glücklich über- 
rascht aus, als wolle er im nächsten Augen- 
blick etwas höchst Albernes und ITngehörlges tun. 

„Sie starren mich ja an wie "eine Erschei- 
nung", lächelte Solin, und eine feine Röte 
färbte ihie Wangen. 



„E:s ist nicht zu glauben! Diese Ähnlidikeit, 
wenigstens soweit ich es dem Bild nach beur- 
teilen kann. 

„Ja, wir gleichen einander sehr. Man ver- 
wechselt uns immer. Selbst guten Freunden 
geht es manchmal so.'* Ihr Gesicht war jetzt 
wieder ernst geworden. „Ich konnte es mein-r 
Schwester nicht zumuten, nicht die volle Wahr- 
heit zumuten", sagte sie leise. „Sie müssen 
nämlich bedenken, daß die Nachricht uns am 
Sonntagabend erreichte, nach unserer Zelt ge- 
lten neun Uhr, und daß das nächste Flug/eug. 
da« die direkte Linie fliegt, erst am Dienstag 
kurz vor fünf Uhr nachmittags abging. Die 
KLM. sie fliegt Montevideo, Recife, Dakar, Lis- 
sabon. Genf. Frankfurt. München. Es sind im- 
merhin 11 600 Kilometer, und man ist achtund- 
vierzig Stunden unterwegs. Die Wartezeit bis 
zum Abgang der Maschine und der lange Flug, 
immer in der Angst. Pablo nicht mehr lebend 
anzutreffen, hätten Blanquita getötet, wenn sie 
von uns die ganze Wahrheit erfahren hätte. In 
ihrem Zustand hatte sie den Flug überhaupt 
nicht ertragen. Sie erwartet Ende August ein 
Baby, und sie litt an bösen Vorahnungen." 

..Ich weiß, Pablo hat es mir erzählt", fiel 
Hannes dazwischen. „Sie hat ihn diesmal' nur 
schweren Herzens ziehen lassen. Ihr sechster 
Sinn ist das nicht merkwürdig?" 

Steffi hatte bisher zu allem geschwiegen, und 
die beiden anderen schienen ihre Gegenwart 
während ihrer Unterhaltung ganz vergessen zu 
haben 

„Wir beide können also ganz offen zueinander 
sprechen." Hannes hatte neben Soiin Platz ge- 
nommen. „Wie finden Sie Pablo?" 

Solin zögerte mit der Antwort. .Jch war über 
seinen Anblick erschüttert. Wenn es nach die- 
sem Eindruck und dem Urteil der Ärzte ginge, 
das ja eehr hoffnungslos klingt, müßte man 
wohl " 

Steffi, die sich plötzlich in ihrem Bett aufge^ 
flehtet hatte, fiel ihr leidenschaftlich ins Woi-t 
«Die Ärzte verstehen nichts! Sie verstehen gar 
nichts und haben in diesem Fall auch keine 
Möglichkeit, zu helfen. Man muß es mit dem 
Himmel ausfechten. • 



„Ausfechten? *• meinte Solin mit einer gewis- 
sen Zurückhaltung in der Stimme und blickte 
erstaunt in Steffis flammendes Gesicht. 

„Jawohl, ausfechten! Man muß dem Himmel 
ein Opfer anbieten. War es denn im Alten Te- 
stament anders? War Abraham nicht willens, 
seinen Sohn Isaak zu opfern?" Es war ihr jetzt 
ganz gleichgültig, was die anderen von ihr 
dachten, ob sie sie für verrückt hielten oder nur 
lächerlich fanden, und sie fuhr mit prophetisch 
erhobener Stimme fort: „Ich schwöre, daß 
Pablo gesund wird. Der Himmel wird mein 
Opfer annehmen." Das Opfer, das sie zu brin- 
gen bereit war, war ihre Liebe zu Pablo. Sie 
würde zwar nie aufhören, ihn zu lieben, nie 
mehr im Leben würde sie einen anderen Mann 
lieüen, und es lag sogar im Bereich der Mög- 
lichkeit, daß sie an dieser großen, nun auf Ver- 
zicht eingestellten Liebe sterben würde. Aber 
sie wollte nicht mehr den leisesten Versuch 
unternehmen, Pablo für sich zu gewinnen, und 
auch gegen Blanquita wollte sie keinen Groll 
mehr hegen. „Wie hat sie es hingenommen?" 
fragte sie kaum hörbar. 

„Wer? Meine Schwester?" Solin. die über 
Steffis alttestamentari.sche Anspielungen nach- 
gedacht hatte, konnle dem Gedankensprung 
nicht aleich folgen. „Sie ahnt ja nichts von der 
Schwere des Unlalls." 

„Sie wird mir die Scliuld in die Schuhe schie- 
ben." Steffi hatte das so heftig erregt hervor- 
gestoßen, daß die beiden anderen sie verwirrt 
anblickten. „Es war wegen Stephan. Wir haben 
den kleinen Hund abgeholt", fuhr sie in etwas 
ruhigerem Ton fort. 

„Ich weiß, Steffi. Es hätte eine Überraschung 
für mich werden sollen. Ich weiß alles." Solins 
Augen ruhten mit einem begütigenden Lächeln 
auf Steffi, die plö^^lich das Gefühl hatte, als 
wisse diese Frau, die sie er5t wenige Minut'-n 
kannte, mehr von ihr, als sie aussprach. Sie 
war rot geworden. Solin. die ihre Verlegenheit 
gewahrte, wandte den Blick zum Fenster. Ich 
heiße Sol Cabrcra: sagte ich das eigentlich 
schon? Sie müssen ja wenigstens meinen Na- 
men wissen. Nennen Sie mich Solin. So nennen 
mich alle.- (Fortsetzung folgte 



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RATIO 



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Frankfurt. 19.1.58 
^hlandstrasse 13 



Sehr geehrter Dr. akob "^ickard 
"'"ch rufe '*'hnen genau sowie DRi -^öwe^thal zu ^•Herzliche Glückwünsche 
zu Ihrem 

75 geburtstage 
"^alles Mebe Gutes. *^ehr hAe Ich mich gefreut, dass nach dem ''^itteren 
-^rlebten in ^In ,nun ein »»Happy end retum,eing€|:eten ist. -^ch denke 
nt^ch oft an den Jisndau %ttagtisxh. Wo steckt '^jspr -^-öclifferl^ein. 

aHaben Sie sie je wiedergesehen. .Von -"^rau Kober hörte ich vershiedent 
lieh von Ihnen, ^eflrvwürde ich mich freuen von Ihnen zu -i^iä hören 

Freundliche ^'rüsse 




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faharia,clen 24.if'etoruar 19 1?« 



Dr.iiJrlch liloch 
Herülütr.3l. 



Lieber Jacob Picard, 

wir sind wieder seit zwil Monaten in ^araei 
und haben uns auch m unserer neuen ffeimat gut eingewoehnt. 
^o haben wir aas uiuctc als üueger zweler'^^gHdf^Mfi^^Qnd idea- 
len i^ebenaraura zu haben.mt Jhrer bchwester sind wir auch in 
schril-tlichem Kontakt und wir hofien sie aemna ecnst, weonn wir 
wieder unsere i'ochter im Wegew besuchen, a»e auch zu sehen. 
i3le bedauert sehr,dass ble letztes Jahr nicht nach «^srael'ge- 
kommen sind.Aber vielleicht waren Sie durchaus nicht das letzte 
i^l am Bodensee, so dass immer noch Aussicht besteht, dass Sie 
auch einmal den oprung nach dem Mittleren Osten wagen. 
wutter Levlnger ist auch w*der von Jhrem Ausflug nach USA 
zurückgekehrt, so dass wir alle zusammen unsere lorlebnisse 
und Begegnungen austauschen koennen. festem kam sogar Anna 
"ei tzen berger ^ aus New York zu uns zu >such.^o findet sich 
halb hörn in fsiaharia zusanraien. 

^on Jhrer Sch«^ster haben [wir erfahren, dass Sie ihren Tb.^eburt, 
tag gefeiert haben. Wir beglueckwuen sehen Sie herzlichst und 
hoffen, dass Sie Veiter so ruestlg bleiben und mit i-'rfjtlg ^ich 
der gijiLtigen Arbelt zuwenden koennen. ■ 

^ch habe noch eine kleine Bitte. Sie erinnern ' sich sicher noch 
an meine erste 'Frau Paula Bloch in Wangeii, welche jetzt in i^g- 
land lebt.Sie hat 'eine kleine Por aerung an Wiedergutmachung 
.und benoetigt dafuer eine Bestaetlgung von einigen beuten, 
welche bei ihr gKg«i in Logis ,der in Kost und Logis waren, 
i^amals war Jhre »Verlobte mala Laaser mehrere Monate als Gast 
bei Ihr.hala Laaser ist In i^hglana gestorben, ^ber Sie koennten 
auch bestaetigen,ich glaube es war im ^^ahre 1937?dass Jhre dama, 
llge Verlobte bei iTau Paula Bloch mehere Monate in Kost und 
-^ogis war* 

\^on Wangen haben wir auch gute NachrKahten. Wenn es auf mich 
antaeme,so wuerde Ich am liebsten jeden Sommer dort und den 
Winker hier verbringen. 

Schireiben Sie uns einmal. .Mit)^ fteundlichem Gruss und l. stem 
Dank lUer .Jhre ^erauehung«n verbleibe ich 

iTlJlllfT/u^l ";'"'" ""^^ pestl^tigung bitte i^h beglaubigen 
2U lassen. iJie Unkosten erhallten Sie hier oder am Bodensee 

einmal vetgyetet. 



Dr.vTacob Plcard 
500 W 122 St. ■ 
II ew York 27,H.Y, 



EIDESSTATTLICHE ERKLAERTOG 

Ich vorrlchere hiermit an Eides r>tatt,dass Fraeuleln Ilala Laaser 
aun Berlin, meine dam?aige Verlobte, ia Seniler 1938 niehrcre Ilonate 
lang in Komt \ind Logis gewe.jen ist bei Frau Patda laoch in Wangen 
ueber Radolfzell am j3odensee,und daso ich nolbrt waehrend jener 
Zeit einen Teil meiner Mahlzeiten in der Pension von Jrau Sloch 

genom'iien habe. 

Ich weisr,da!^c ich mich durch Abgabe einer fcil:;chon oideGEtatt- 

lichen Veroich'rrung otrafbar jachen wuerde. 



Kew York,ajii 23.i:aerz 1953 



Dr. Jacob Picard 



am 

^■pailuapunqjoA aeqojfieöüuopoq uj 
lofXZJoii ©i'CB ofS oasenaS pim'aaapuoueqauf uoum DfA'oi^no uöiib jüq.feA 

l-cjae-eratöSoj qoi: 'Bp*exxGnq.3iv s^p iioti'e^q.jo'pmjojuT: tiBUoS qoiiuTo-pz xo-bjci 
jcaqon GiuoSjjqon ujq iioi^uojqBj nz aaan saaqü.'japa'pA jq'sp sosafp iioub 
3a q.2uT:ia2 Q-Hot^liaT-^ pun'uaapuf^ uau-pain nz puBnon ijoi^u vxepapi qo-püi 
a imafz q.zq.ap*i[OfxsöaT"[U^s uoBs^t uaiioBin %Kpju uapuanJo'uouaqaßaSjaq 

l-JOAun^uoSTUfö STiB qoT'j sa q-^q JifBf jaq.zq.afj'uaS'paAqos nz xiepxmajj uap 



^ 



JACOB PICARD 



New York, 500 W 122 St. 
28,ilaer2 1958 



Lieber Erich Bloch, 

verzeihen Sie die Verzov3gcrung dieser Antwort auf Ihren ;rief vom 
24. Februar. Ich habe einen triftigen Entcchuldigungsgrund;Ihr Brief 
kam in den Iloehepunkt einer Influenza-?iebercurve hinein, die zwar 
bald hinab ging, aber die Krankheit verhinderte mich weiter, irgend 
etwas zu tun, lenen, schreiben, bis vor wenigen Tagen, und heute ist 
der erste, dasc ich auegehen kann, um die eidesstattliche Erklaerung, 
um die Sie baten, beglaubigen zu lacson..iie zuvor hat lüioh etwas 
achnlichec befallen;und man muc^ offenbar dreiviertel Jahrhundert 
alt alt werden, um dessen wuerdig zu sein.F.s war freilich nichts ün- 
gewoehnliches hier und es war ein normaler Ablauf jvIgIg hatte es so 
ergriff -n. 

Ich danke Ihnen zunaechst fuer die GeburtGta^rwuencche,die in ein 
mich ueberracchendes Uebermass von Anteilnahme und Zuctimaung von 
uoberall her hinein kamen. Das alles sehe ich mit zwie-paeltigon Ge- 
fuehlen und Gedanken, da ich um die menrchlichen Jinga doch ziemlich 
Bescheid weiss. Man muss oben nur aJ.t genug worden. Und doch erfuellt 
es einen mit einiger Genu^'tuung,zu wis3en,dass nicht alles \unsomst 
war, was man zu bestehen hatte und getan hatjSie werden mich verstehen 

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Die eide;:stattlichv- Erklaerung wird so wolil in Ordnung rein. Am besten 
wacre es natuorlich gewesen, Sic haetton mir Frau .'ülochs Adresse in 
England angegeben, dfiait loh Ihr das Schriftrtueck haette direkt send- 
en kocnncn.nt der arr.en I^nla habe ich uebrigonr biß kurz vor, ihrem 
Tode in .:riefwechsel gestanden, und es hat mich hart getroffen, dacs 

sie, die das Leben so liebte, so frueh hat fortgehen muessen. 

Ich freue mlch,dass es Ihnen allen g-at geht. Ich denke sehr viel an 

das Land dort und dasc ich es einmal sehen mu3s,canz abgesehen davon, 

dass ja meine Schwerter dort ist, der Hauptgrvmd des inneren Zwanges, 

die Reise zu untemehmen,von der Begegnur.g nit anderen Verwandten und 



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1372 RIVERSIDE DRIVE 

NEW YORK 33, N. Y. 

WADSWORTH 7-3345 



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5. februar 1958 



Lieber Jakob: 



Wenn wir eine so schöne Charakter sehr ift hätten wie Du, dann bekämst 
Du heute einen handgeschriebenen Brief. Aber eben. Entschuldig drum 
die Schreibmaschine. In Kreuzungen spricht man von dem Artikel von 
Dr. Max Rieser in der Staats- Zeitung und dass Du 75 Jahre alt geworden 
sein sollst. Wir, die wir uns zu Deinen Getreuen zählen, hatten keine 
Ahnung, dass Du, so bald nach unserem Zusammensein^ einen so grossen 
Geburtstag zu feiern hast. Aber aufrichtig freuen wir uns, dass Du 
in der Tat so viel jünger bist und beglückwünschen Dich auf's herz - 
lichste. Letzthin Hessen wir uns von einem Arzt sagen, dass der 
Mensch von heute, gegenüber der Generation unserer Eltern, körperlich 
zehn Jahre jünger sei. Bei Dir trifft das ganz sicher zu. Soeben 
lesen wir Bernard Baruchs Autobiegraphie. Der ist heute 87 Jahre alt 
und kann mit seiner Jugendfrische jedem von uns als Vorbild dienen. 

Gleichzeitig mit diesem Schreiben, aber als gewöhnliche Post, geht 
eine leichte Drucksache an Dich ab. Wir wünschen guten Empfang und 
freude daran, auch wenn es nicht vom Untersee ist. 

Wenn alles klappt wollen wir dieses Jahr zur Weltausstellung nach 
Brüssel und dort unseren Aeltesten mit familie treffen. Sehr wahr- 
scheinlich würden wir dann, d.h. wir Alten, bei Ernst und Erna wohnen, 
die uns sehr lieb eingeladen haben. 

Lass es Dir, lieber Jakob, weiter gut gehen und auch noch Dank für 
Deine sehr schöne Neujahrskarte. 



Sehr herzlich 



ß^U-c^ ^W^ H ^Si^<^^/ 




CONGREGATION BETH HILLEL 

OF WASHINGTON HEIGHTS, Inc., NEW YORK 




571 West 182nd Street New York 33, N. Y. Photie: LOrraine 8-3933 



No. 146 



Shc'vat - Adar 5718 



February-VIarch, 1958 



SYNAGOGUE SERVICES 

S A B B A T H Morning Services at 9 A.M. — Sermons at 10.30 A.M. 
Beshalach Feb. 1 Eve 5.00 Mincha 5.20 Maariv 5.51 P.M. 



5.15 
5.15 



5.30 
5.30 



5.30 



5.45 



5.59 
6.07 

6.15 



Yithro 8 

Mishpotini-Sab. Sh'kolim 15 
(Blessing of Adar) 

Terunio 22 

Tetzave — Sab. Zochor 

Marcli 1 
Ki Sisso 8 

Vayakhel ■ Pekudey — 

Sab. Poro 15 

(Blessing of Nisan) 
Vayikro • Sab. Hachodesh 22 
Sab. Rosh Ghodesh 

W E E K D A Y S 

Morning: Sunday — 8.30, Monday - Friday 7.00; Evening; 7.15 P.M. 
ROSH GHODESH. Adar, Thu.-Fri., Feb. 20 21; Nisan, Sat. March 22. 
PURIM : Fast of Esther Wednesday, March 5. 
Reading of Megilla. March 5 — 6.30 P.M.. March 6 • 7 A.M. 

GRAND PURIM CELEBRATION OF THE CONGREGATION 
SATURDAY. MARCH 8 — SOCIAL HALL — 8:15 P.M. 



5.30 
5.45 


5.50 
6.00 


6.23 
6.31 


5.45 


6.00 


6.38 


6.00 


6.15 


6.46 



DIE JAHRESVERSAMMLUNG — THE GENERAL MEETING 

OF THE CONGREGATION 

Sunday, March 16th, 1958 at 3 P.M. in the Upper Hall 
Jahresversammlung der CHEVRA KADISHA, 

Sunday, March 23rd at 11 A.M. 
Jahresversammlung der SISTERHOOD, 

Tuesday, March llth at 8.15 P.M. 







HUGOBURGER 
KONSTANZMÜNSTER 



SUPPORT THE UNITED JEWISH APPEAL 



PAGE TWO 



BETH HILLEL 



Synagogue Administration ^ 



DR. PAUL SIMON 



v^ 



Honorarv Chairman: DR. HERMAN SCHUELEIN 

l V^^^ ^ , ^. HUcfo STRANSKY \ 

\1A Wadsworth Ave. (3-A) 
.. Tel. : WAdsworth 8-4348 

>^. Vil/^^'^H^ ' ^ Office: 
(A^ \y* DR. FRED S. DREIFUSS 

894 Riverside Drive 






First Vice-Presiäent : 
EMIL I. PELZ 

Second Vice-Presichni 
FRED NEUBAUER 

Tredi^vrey. 
DR. KURT M. FLEISCHHACKER 

.4.s.s*/.sf. TreaHurer: 
HERBERT HÖRN 

Secretarif. 
WILLIAM BLANK 

Assist. Secretary 
SIEGMUND HAARBURGER 




Tel. : WA. 3-4637 

CANTOR: FRED KORNFELD 

718 West 178 St. 

Tel.: WAdsworth 3-0710 

Sifyi. Service: 

JOSEPH SILBERMANN 

497 West 182nd St. 
Tel. : WAdsworth 8-9008 



Sisterhood : 
MRS. R. STRANSKY 



Chevra Kadiaha: 
SIEGFRIED KAHN 



In allen Familienangelegenheiten sind zustaendig: Rabbi Dr. Stransky, 
Dr. Dreifuss, Gantor Kornfeld, in Trauerfaellen insbesondere Mr. Emil 
Silbermann als Beauftragter der Chevra Kadisha (LO 8-6815). 



Die JAHRESVERSAMMLUNG DER CONGREGATION 

NOTICE 

Notice is hereby given that the annual meetin^ of the niemhers of the 
CONGREGATION BETH HILLEL OF WASHINGTON HEIGHTS, 
will be held at OUR BUILDING, 571 West 182nd Street, New York, N.Y., 
our usual place of vvorship, on SUNDAY, the SIXTEENTH OF MARCH, 
1958, 3:00 P.M. sharp. 
AGENDA: 1. Reports 

2. ELECTION of OFFICERS and TRUSTEES 
BEKANNTMACHUNG 
Zur ordentlichen Mitgliederversammlung der Congregation Beth Hillel 
am Sonntag 16. Maerz 1958, 3:00 p.m. puenktlich, im OBEREN SAAL 
571 West 182nd Str., wird hierdurch eingeladen. 
Taj^esordunfi: Berichte, Wahlen 
New York, N. Y., the first day of February, 1958. 

Dr. Paul Simon, President 

Der Kassenbericht liegt vom 9. Maerz an in unserem Office, 
waehrend der ueblichen Bureau - Stunden zur Einsicht auf. 



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LEOPOLD LEVI 

303 EAST 188TH STREET 

NEW YORK 58. N. Y. 






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Sccond fold hcrc 



Sendet'? Dame and address : ;^.^™......™.....™...T..i'.y, 

2,Ilenheim 'Joad 
lUIIü'C.-, i:.\7.9 



AN AIR LETTER SHOULD NOT CONTAIN ANY 
ENCLOSURE ; IF IT DOES IT WILL BE SURCHARGED 

OR SENT BY ORDINARY MAIL. 



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W. Sternfeld 
2,"ßlerjheirii lioad 
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Lieber Jcacob Picar 



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^eit V/ochen liejt Ihr Ab.^chiedajrae:S aus 2 



ur Opa 



auf dem inn^ier grösser v/erdenden Stapel unbeantv/or teter Briefe, 

BS ich im Oktober einen schweren 

und Icomoli- 






Aber vielleicht v/issen Sie, o 

Unfall hatte (■CrehirnerschLltter un^/Lun jenentz'ndun 

zierten Beinbruch) und seitdem fehlt mir leider auch die 2ner 

Briefe zu beantworten. - 



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ITun eehe ich heute, dasa, .S ie^ in ;' 1^-en Ta "en 75 Jahre 



:ev/oruen sind, und wenn auch 



iie 1 n^ 



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uml zu s p.'it k:omiat 



möchte ich doch nicht versäuinen, Ihnen aufs herzlichste zu diesem 



Jubiläum zu .iTat ulier en 



j.^en Ihnen noch recht viele Jahre in 



Gesundheit und ceiQti.-er Frische .::e;:;önnt sein, aus -ef ällt mit be- 



friedigender Arbeit und entsprechendem literarische 



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Lassen iie recht bald 



^ ie bestens fjeorüsst von 



ieder von sich h:3ren und seien 



Ihrem 



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14 Mulford Place 

Hempstead, Long Island, N. Y. 

IVANHOE 9-9662 



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GERTRUDE H. LICHTENBERG 

107 WEST 109TH STREET 

NEW YORK 25, N. Y. 



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MRS. NORBERT BERNHEIMER 

48 NORTH PLEASANT STREET 

MIDDLEBURY. VERMONT 



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ERNST WARSCHAUER 
250 CABRINI BOULEVARD 
NEW YORK 33, NEW YORK 



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Lieber £ i c a r d ! 

Nein, das ist ja garnicht moe^^lich, dass Sie 
schon wiedo^r Jubilar sind und sc^on den 75. «*c- 
buttstag feiern, \l±r haben doc^j " eben " erst Ihren 
70. festlich began^jen, zu dem Stefan AJhidres den 
Geburtstagsartikel in der Staatszeitung ^eferacht 
hatte, das v/ar doch sozusagen " vorgestern "I I« 

Wie den auch sei, moege Ihnen koerperliche und 
geistige ü'riüche wie bi^er beschert sein und 

v/eiter gute -i^rfolgei 
./ir muessen recht bald mal bei uns nachfeiBam 
und ich will eine PI, «acktarsch dazu brsorgen, 
wofuur ich eine guue Qudle habe, nicht teuer. 



In^ivvibchen nochmals edles Gute 



Ihr 




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V\ illy Uppciiheiiner 

50 i West llOll, Strert 

New YorL 25, N. Y. 





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Dr. Steven S. Schwarzschild, Rahhi 

Residencei 51 Rockaway Avenue 
Marblehead, Massachusetts 

NEptune 8-5394 
RäbU's Stwly: LYnn 2-6568 



Israel Harburg, Rahhi Emeritus 



Morton S. Shanok, Cantor 

Residence: 24 Stephen Street 

Lynn, Massachusetts 

LYnn 2-1622 



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12 Breed Street 



Lynn, Massachusetts 



Office: LYnn 5-5694 
Vestry; LYnn 5-9717 



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JACOB PICARI) 
500 WEST 122ND Street 




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Rudolf Joseph 06. 49 Burns iltreet f-orest Hills 75, K.Y. 



Herrn Dr. J-cob Picard 

500 '/.est ly.ii nd 
New York Cit-y 



^;treet 



S 



ehr v^irehrter Herr Dr. Piedra, 



ripc^ro Voi-r,o -:i • . T. . ^'^ gestrigen Sorintug verscii,jr;ielte ich, 
ciesruc,l Keine L.ayisions-Erinnerune;sgruppe in unsret. Hein, über ledi-- 

t^!^,^''®J^^^-^-'^-^J -f/^®J? ^"^^ Verbindung h.be seit den frohen StudieS- 
t^t^en n aer Techn. Hochschule K rlsruhe,v,o ich von 1913 bis 16 rit 
einer "leichten Unterbrechung" (^/orld-V.'ar Dstudiert h tte ' '" 
_ Da einige _Qo: von ihnen bekannt w ren.oder vice versc.: dl \v r a s 
einstige musikalische '..unüerkind , .lice Lrieger ,ruit aer ich einst 
rennis spielte, und in ihren Konzerten Beifall kl tschte. 

Da war FTi^u Carola Lc.uder,rat der ^;ie "Hiüe .-.nd Seek" spielün 
una die nun herL.usf.nd, dass Kurt i.ersten Sie e. 1 mitein nder be- 
kannt gen cht h:..be. Und da \r..r Frau Jr.Ing.Tausz , deren Gatte, d.n.ls 
als ..ssistent von Prof. ^ngler, nit i.ir bel'reunaet gewesen v; .r.x.eider 
ist er vor etwü 5 J- hren dahingegangen. 

Ks wurde da so ra.nches us den "Badischen L endle" besp-o- 
chen, una ich hqerte.natuerlich auch neine Fraum nit st .unenden Zwei- 
fe. aber v.'ohine^ienster Hevunderung, dass im ".rnfbau" gestunden h ben se 
soll, Qass ^ie Ihren 75 sten Geburtstag vor kurzen befe ngen h..ben 
sollen. Dazu nun wollen j/vir Ihnen, vvenn .uch verso etet.unsre be- 
sten Glueck/.uensche senden/l. \Vir glaubjren alleruings von Ihnen .in 
nuecchenh-fter Bescheidenheit, gehoert zu hüben, duü.. dieser bedeut- 
saB-e ueaenKt.g erst in et;va -^ Jc-hren zu er;vartön sei. ber i^eschichtli- 
che, mit Uruckerochw: erze belegte Tutsachen sind iji.lt nun n.l Tatsachen. 
„., , ^^^ erinnert nich an einen dten Bekannten von nir, einen 
V^iesbaaener r.unstnaer, u ^r es .ber ux.igekeLrt n..chte: er liess oefters 
yeri: uten,Qass sein öo s-^er Geburtstag bevorstaenae, und eines T ges 
trafen sich etwa 30 Patre, un einen dc^von zu feiern. Und da ich die 
Festreae h..xten nujste (un Hand von selbst-gezeichneten "'Südes ') ,hub 
ich an: "es ist eine grosse Freude fuer uns „lle, unsren belieuten tl.E. 
von Jp.hr zu Jahr seinen öO sten Geburtstag in erneuter Frische begehen 
zu sehen." ^ 



Lit den besten Gruessen vcn neiner Frau und nir 



verbleibe ich 



Ihr ergebenster 
(Unterjßö.e.D. ) 



2. 



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7 



Una vlÄleioht iPt «« ia,f*,vaf mioh Teramanftte^üap zu «rzaehlen, 
w«l ^e mich in Ihrer freundLiohen Widniung erinnern, 4«»s wir unp 
gar fUenrziK J$axe lcennen.Kan taucht hinein m ote Vergangeaheit; 
una wap bringt man herauf? ünbepohwerte Hwterkeit, Hoffnungen und 
Traeume von ein*'t,una äieyrag«:hat «^ geüLohnt? 
Ja, et» mag wohl 1905 gewepen >»ein,alp ich ein 9oraf»ter in Pretburg 
studierte, da \7ir einanaer zuerpt begegnet Pin(i,Ihre freundltche 
Sendung hat mich wirklich gemehrt, 14 e Worte ueb er 51 e, die Gedichte 
mit ihren» beponderen *?toff,PreiP der alten guetlgen i^tadt uatd die 
Bilde tr auch.Ich habe doch alp Rechtppraktikant ein halbep Jahr 
lang m eineoi Bureau dep Bezirkpamt« gepeppen,1910-ll,mit Bllclc 
auf den Mu enpt erpl at z; vi ei Zeit verwandt mit Hinabsohauen mr d^n 
Gemuef'ft-und Bluraenmarkt,v7o die jungen Jrauen hm und her glTlgen, 
deretwegen vor allecuDap hat mich wahrhaft geruehrt. 
Und rain nupp ich noch raeine herziiohea Wuenpohe nachholen zu Ihrem 
AietaruittfcU^scfttBn und manche mehr m der pCben Pni»che u»d Ge- 
sundheit, r;ie Ihr Bild Pie zeigt. iär sind Ihre alten aiege,djren ich 
oirh TTohl ennrjert habe auch zuvor.Und moegen Sie immer noch 2iele 
haben,Dinge zu tun,die Ihnen am Herzen liegen, vie Sie ep doch offto 
bar konnten die vielen Jahre her, 

Dap Ganze Ihrep Gedenkheftep bildet eine Polch pchoene Einheit. &- 
ipt ein Denkmal auch füer ^e.GewlPP iirerden Sie mcht erwarten, 
dapp ich mich nun kritisch ueber die Gedichte her mache.Princip- 
lellep waere natuerlloh ai Pagen; aber darueber habe loh Ihnen, 
gaaube loh, rrueher Pch»n t,xnmal geppr»chen.Da« ^nett l««t Ja '..arfc- 
llch eine deutPche Gedlohtform auch geworden, Wap es ai reiner 
Lyrik macht, kann pchwer kurz dargelegt werden; vi «11 eßuht nur durch 
Bei epÄe;lloerike, aber auch Georg Heym und von neuePt«n etwa der 
untf.ueckliche 4Lbrrfeht Hauphofer^um nur wenige zu nennen,Ioh la«Pe 
von mir p^ber wemg nur mehr geaten.ifcn lyriPchep Gebllae ist ebeo 
mchtp -üeber" einen Erl«bniPinhaiLt,Pondern da« BrlebniB.da«' Bing 
pelbPt,Ihre »trophen Pind ja m der Jbrm meist vollkommen und sich- 
er dap, wap ep imijer wieder geben wird, auch beaeutP« luer die 4L1- 
f eoeinheitf wenn aichadap,wap gePagt wird, ebenpo gut m i'rof'a g». 
pagt werden koennte,und manchep eben mcht itt. *niP, sondern- Ups en- 
pchart ist;Bil«angPlyrik hat man dar Bepte der Art genannt,Da iPt 
•Der Muenpterturm-.Mir n^ jiE)et2lioh ein,^P loh eP g«a»pen hatte: 
dap hart tti Ja auch gemacht, und ich puohte unter meinen Pmieren 
weil Ihnen zeigen moechte,wap ich aeine,obr/ohl Ich z«idere da lih 
dap PeibPt heute 2u doenn finde, -Der GcthlPche luna» ist d^ JVei- 
burger MuenPter, damaiP,1910, cntPtanaen,und manchmal schon public- 

mn '*h^!,f ^^•J ^" ^"^ "«^t^«tPzeitung»,l943.Vi«.lettht lehnen 
^L S*^^'' ^'^ ahead,Ich kann Ja euch Jenen «^tefan Zwei« von 
ein^mcht mehr leiden,Der wusne zwar,worum ep ging aber 0^^««^ 

BrJri,""^^*-**." !'"'^"" wohl, dap. er PiJh waehrenf SlitneJ^ m 
Ä?Sie'lXt'^'" r'^r^'' ^'*'^' ^»^^^ ^" "och.kurz^oJ^eJner 
r 6TO wai, einer «41. «n Äs'obwmng ajf dem annt. 
Moht. N«i«> «on« «nt mnnm letzten Brlef.Ji. 0«,.r««tmn. i.«» 
e. gro-i'en U-orpt».ist nun ganz beenaet- it w^a hA^^rT^K^ 

in donen Juden heru»lauren,a«.«ttPoh. JuaeS.hab. iT J.^n «T«, 

«. ft.«nr5?i«: boa«,.ts«,ai, a. trg«,<, nn.,,«„„ „^^ 



An 1. November 1955 



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Herrn ^ 

Karl Willy Straub 
Tivoli "tr. 10 
JPreiburg l«Br, 

Lieber Karl Willy Straub, 

Ihr« beüeutungpvoll Sendung aer 

üecu-chte ait üer Jihrung zu Ihrem 75.üeburtftag und mein letzter 
Brief haben floh gekreuzt. Wir haben po air^pelben Zeit an«in- 
anäer gedacht. xben kuerzlich hatte ich ein ei genar tl ge^ LYlebm 
f»oloher Art, eine?' d^r peltPaaiPten^oie mir Je begegnet "ind. 
Vor einigen Jahren habe ich hiei einen irofeppor der freien 
UniverPitafctetin Berlin kennen gelernt, der alP AiPtfiUPcbprorepp- 
or an Columbia UmverPity war ruer eimge Zeit, und mit dem loh 
waiirhaft berrenndut v.orüen bin, da er, obwohl JuriPt,llterarl"ch 
pehr interep'^iert iPt,ja pelbPt wertvollep gepchrieben hat; er 
iconnte, aLp wir unn^-lcennen lernten, ein Gedicht von rait hersag'" 
^^fip mit einem Artikel von ihm vor Jahren m der "WandLung"ge- 
atand«n hatte,aeine erPte x-ubilkatlon dort nach d-m Krieg. AlPe» 

2Wrueckg€icstirt '..ar, blieben wir in lopem BrienrechPel^Dlcen 

.*%muer nun habe ich Ihm aup ber;onüer«i Grund« pohreiben raue«»p«| 
In peiner Antwort teilte er mir mit, euch er habe Pich gerade 
üie letzten Woohen be^ona-^rp mit mir abgeg«ben,lch verde bald 
errohren wie.Nun, einep Tagep kam eine Druckpaehe an; ep war mein 
IQjpl bei Hermann lieiPter erPchienenp Gedichtbuch "Dap Ufer* mit 
meiner ei genhaendi gen Widmung an einen lieben IVeund auP Jeneii 
Heidelberger Tagen,kurz vor dem Krieg und dc-m pohoenen Krei« 
von damalp,dap er in Berlin gemnaen hatte.jJer PreundSPt 1 
to d, waehr end dep Hitlerkriegp m Baden-Uaden gePtorben,wo er 
trofep^or ruer DeutPch an Gymnasium, glaube ich war,1937 hatt 
loh Ihn zum letzten ia£],„gßf tQgetjof^uJi.iXttikettcli^wlBan^tiHtÄeh 

" HW|^iafc^ß^Äti®H*^na|%la*«Bl!*»»Ä*ß»»a:Pranz Hein- 
SftW'^n^c^i^fcfi't 8h«% W 2Ä«Bi€?«f*:®arC»Äfl«»iaÄr««t 
^«SyfUÄ'^^iWftckitHffÄÄ «taÄefHÄewAatHÄPgetoerm«! 
t®8Äb^cK^ifiBh«ftf% *l«^e^1»i*«nc«npÄel«reiio. 

_ptenp raeuull oh, durch dap Zeitgepohehen getr^Hil» 
worden waren. Er llt t 




(wie Wilhelm von Scholz daP genannt haj^^^^ ^^ ^^ ^^^^ 
AlebniP pehr bewegt »vi erzig Jahre, Zelt und Raum und aOLlep^aii 



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,ATT STAATS-ZEITUNG UND HEROLD. DEN 5. JANUAR 1958 



Ein badischer 



Jakob Picard 75 Jahre alt 



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Der Dichter Jakob Picard — 
als Lyriker und Erzähler von 
unverkennbarer Eigenart — ist 
fem von seiner badischen Hei- 
mat, an der er so treu hängt, 
in New York 75 Jahre alt ge- 
worden. Er Ist in Wangen am 
Bodensee am 11. Januar 1883 
geboren. Er studierte in Mün- 
chen, Freiburg i. Br. und pro- 
movierte 1913 in Heidelberg als 
Doktor der Rechte. Seine Doktor- 
these richtete sich bezeichnen- 
derweise gegen "Klassenverhet- 
zung'*. Er kämpfte als Freiwilli- 
ger im ersten Weltkrieg in 
Fi-anki-eich und Rußland vier 
Jahre lang und erwarb das 
Eiserne Kreuz noch im Jahre 
1914. Er verlor im Kriege zwei 
Brüder, kam aber selbst mit 
einer Verletzung davon. Von 
1919 bis 1925 wa: er Rechtsan- 
walt in Konstanz, dann bis 1933 
in Köln am Rhein. 

Als Dichter gehörte er dem 
rheinischen Dichterkreis an, 
mit Emanuel von Bodman, Hans 
Heim*ich Ehrler, Norbert Jac- 
ques, Wilhelm Schäfer, Alfons 
Paquet, dem katholischen Lyri- 
ker Jakob Kneip, dem jetzt 
berühmten Romanschriftsteller 
Stefan Andres, Rudolf Binding, 
Adolf von Hatzfeld. Auch Her- 
bert Eulenberg und Otto Prües 
sind zu ihnen zu zähilen. Manche 
von diesen Männern wahrten 
Picard auch über das Jahr 1933 
bis auf den heutigen Tag 
Fi'eundschaft. — Picard ver- 
öffentlichte schon vor dem 
ersten Weltkrieg z. B. in der 
* 'Frank flu* ter Zeitung" Skizzen, 
dann Erzählungen und Gedichte. 
Am längsten, und zwar regel- 
mäßig bis 1935 bedachte er mit 
seinen Beiträgen die Kölnische 
Zeitung. Dann machte ihm das 
bekannte Regierungsverbot die 
Mitarbeit immöglich. Er sprach 
auch im Kölner Sender. Seine 
Beiträge erschienen in der 
''Neuen Zürcher Zeitung**, im 

"Hannoverschen Coiu*ier", auch 
in der **Vosslschen Zeitung'* und 
im "Berliner Tageblatt'*. Er ar- 
beitete auch an den meisten 
deutsch-jüdischen Publikationen 
mit. 

Der Erzähler 

In den dreißiger Jahren ver- 
faßte er die bekannten Erzäh- 
lungen aus dem Leben der Land- 
juden in Südwestdeutschland, 
die Brauchtum, Lebensart imd 
Sitte einer dem Untergange ge- 
weihten Volksgruppe und ihrer 
Gemeinsamkeit mit den nicht- 
jüdischen Menschen festhielt, 
um sie der Vergessenheit zu 
entreißen. Damit rückte Picard 
in die Nähe der alemannischen 
Heimatschilderer, die durch He- 
bel und Gotthelf so berühmt 
wurden. Diese Erzählungen er- 
schienen 1946 in Buchform in 
Philadelphia ab "The Marked 
One" (Der Gezeichnete), wobei 
der bekannte Schriftsteller Lud- 
wig Lewisohn die englische 
Übersetzung besorgte. Sie fanden 




Jakob Picard 



als originelle Leistung weithin 
Beachtung und Beifall. Als 
Lyriker hat Picard echtes Natur- 
empfinden, seine Schreibweise ist 
schlicht, herb und echt. Er ist 
allem Wortgeklimper und der 
Klischemetaphorik abhold. Seine 
Gestalten sind fern von aller 
Schablone. Sein Stil ist unver- 
fettet. Was sprachliche Zucht 
und Form anlangt, hat Stefan 
George und Conrad Ferdinand 
Meyer auf ihn den größten Ein- 
druck gemacht. 

Picard, der über Rußland, 
Sibirien, Japan, den Stillen 
Ozean vor 18 Jahren nach 
Amerika gekommen war, be- 
suchte im Vorjahr die alte 
Heimat. Er wurde mit großer 
Herzlichkeit von seinen Freun- 
den empfangen. Seine Erzählun- 
gen und Gedichte werden jetzt 
wieder von den bedeutendsten 
deutschen und Schweizer Zel- 
tungen und Zeltschriften ver- 
öffentlicht. Seine Erzählungen 
werden auch vom "Südwestfunk" 
in Baden-Baden, vom "Süd- 
funk**, Stuttgart, vom Bayeri- 
schen Rundfunk, München und 
von der RIAS. Berlin gesendet. 

Picards Erzähler werk hat do- 
kumentarischen Wert, was keine 
alltägliche Leistung ist. Der Le- 
bensbereich, den Picard gestal- 
tet, mag wie alle regionale Kunst 
begrenzt sein. In diesem Rahmen 
Ist er aber sein eigen und wird 
bleiben. Sein Werk hat auch 
tief sittlichen Hintergrund und 
trotzdem realistisches Gesicht. 
Manche seiner Erzähilimgen wie 
•'Raphael und Recha" erheben 
sich vom Niveau einer Sitten- 
schilderung zu w^ahrer Tragik. 
In Form und Wesen wider- 
spiegelt das Werk den Charakter 
des Dichters. 

Zu erwähnen ist noch das 
Manuskript der Biographie, die 
er dem deutschamerikanischen, 
aus Baden stammenden General 
Franz Sigel widmete. Auszüge 
daraus erschienen in der *'N. Y. 
9taats-Zeitung und Herold", in 
dem "Badisch - Württembergl- 
schen Staatsanzeiger", in der 
verbreiteten Zeltung "Rhein- 
pfalz" wie auch in der "Deut- 
%hen Rundschau", Stuttgart. 

Dr. Max Rieser 



Weihnachtsfeier der 
Von Mensch Schwestern 

Verbunden mit der Monats- 
versammlung des Von Mensch 
Schwesternzirkels fand eine 
Weihnachtsfeier statt. An den 
festlich geschmückt«! Tischen 
versammelten sich j zahlreiche 
Mitglieder, die von Jaer Präsi- 
dentin Marie Vogt Mei*zlich be- 
grüßt wur<fen. Nacly dem Tisch- 
gebet, das die VJzepräsidentln 
J. Gassmann sprach, wurde ein 
schmackhaftes Essen serviert. 
Es folgten R/zltationen der 
Schwester I Hupe, musikalische 
on/ Schwester Adele 
Klavier begleitet, 
Insam gesungene 
WelhnachtfeTieder. Frau Neu- 
weiler wuj&e als Mitglied auf- 

Dle nächste Ver- 
des Von MeiLsch 
Schwest^rnkü'kels findet am 15. 
Januar /sta -t und zwar verbun- 
den mit de ' Wahl der Beamten. 



Vorträge 
Buchler 
sowie g 



genomme 
sammlun 



•• 



in Amit 



I. 



Didioeilie-Scilwestero 
feierten im 'Tempel" 

Der Goeme Schwestemzirkel 
beging am! 18. Dezember im 
"Tempel" ii der Ost 15. Str., 
N. Y. C., eine sehr «timmungs- 
volle Weihnachtsfeier. Das Fest- 
komitee scimückte die Tische 
und zwar init kleinen Christ- 
bäumchen. I brennenden Kerzen, 
Tannengrün und Weihnacht^ 
tellern, aniefüllt mit Konfekt, 
Bonbons ind Nüssen, sowie 
Schokolade I Von der Verwaltung 
des TempeA war wie alljährlich 
ein herrlicier Weihnachtsbaiun 
aufgestellt. 

Präsidentin Schwester Hilda 
Schuler beirüßte ihre Mitglie- 
der, deren {Küider, Großkinder 
und FreuncfB sowie die erschie- 
nenen Gäsie. Es waren auch 
einige Brüder erschienen, u. a. 
auch der Meister der Goethe 
Loge, Ehrw.] Br. Karl Schuler, 
der die Grilße und Glückwün- 
sche seiner 1 Loge überbrachte. 
Man sang gemeinsam die inni- 
gen deutschin Weihnachtslieder. 
Schwester Ella Zahler bzw. 
Schwester Btsh begleiteten am 
Klavier. Dai Christmas -Gebet 
wurde von der R'äsldwitin ge- 
sprochen, »ie Vizepräsidentin 
zitierte ein fettes Gedicht, be- 
titelt: "Untefm Christbaum". 

Schwester "iherese Frey brachte 
(In Gedichtlpi*m) einen Weih- 
nachtsgi-uß aJus der alten Heimat 
und überrelÄte der Piäsidentin 
dabei einen Inetten Heidestrauß 
und guten /deutschen Kuchen. 

"Klein-Anh" unterhielt die 
Anwesenden/ durch "Tap-Dan- 
cing". ' 

Nach der Kaffeetafel kün- 
digte der gute Weihnachtsmann 
(dieses Jahr übernahm Bruder 
Ludwig Hertlein diese Rolle) 
sein Eirschelnen an. Er wurde 
von jung und alt freudig be- 
grüßt und die großen un 
kleinen Kinder nahmen ge 
die dargereichten Gaben an. 

Den Geburtstagskmdern d 
Monats und den Ehejubilar 
nen wurde das übliche Liedche 
gesungen. Es wurde auch d 
erkra nkten Schwestern gedach 
•dpü, 



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OHickwiinsch übers Meer >9 

Ynv Jacub Piiärri / /ii seinem tüiituiidsiebzijttiteii am IL Januar 



I''rankfurt u. M., Antdiicj Janudr 1958 
Uebfcr Jacob Picärd, 

nun haben wir es Icidcv docli luclit (jeschdlft: 
«in VViederbehen, dls Sit vor einigen Monaten 
in PÄutschleind waren (ich glaube, zum eibtenmal 
wieder und j>icher nicht unbeschwerten Her/ens), 
ui der Laiidbchaft am Bodensee, aus der Ihre 
Ahn«0 vnd Sie stammen und aus der Sie ge- 
i5di#tf<j>n haben, dann am Kht3in bei Ihrem Ihuen 
-0 cjutgefiinnlen, tröu«^n Freund Steian Andres, 
rjapach womöglich noch in den Ihnen von Ju- 
qenU an 60 vertrauten Schweizer Bergen. Schade, 
ciai5 es nicht geklappt hat. Wir hätten una viel 
/u erzählen gehabt aus den letzten '-^0 Jahren, 
manches zu s>agen, was un$ als Juden aus 
Deutschland angeht. Ich halte, um gleich zum 
„Thema" zu kommen, an Ihre vor Jahrestribt 
in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung" ver- 
öffentlichte, das Gute im Menschen herausstrei- 
chende, schöne Erzählung „Das Zeitungsblatt aus 
riner anderen Welt" angeknüpft, die so ganz 
Ihre alte Linie, ihren woldtuend-knappen Stil 
verrät, diq Wärmu d<?s Herzens, die für das, was 
>\e zu i>agen haben, trotz, alles Geschehenen, 
frötz der großen Zäsur, entscheidend geblieben 
ibt Wir hätten auch von Gertrud Kolmar (-Chod- 
/iesner) gesprochen, der in der Ungewißheit des 
Ostens ums Leben gebrachten jüdischen Lyrike- 
rin, deren umfangreiches Werk Sie gemeinsam 
mit Hermaiin Kasack im vergangenen Jahr wie- 
dererstehen ließen. Auch von Ihren eigenen „Ge- 
sd>icht€m*, die, das Lebern süddeutsclier Land- 
iuden und deren friedüch^ä Zusammenleben mit 
ihrer chriBtlichen Umwelt schildernd, nun auch 



in Ihrer neuen Heimat erschienen sind, ins Eng- 
lische so ausgezeichnet übertragen von dem in- 
zwischen verstorbenen Ludwig Lewisohn. Ich bin 
froh, zu wissen, daß, wie Sie mir unlängst schrie- 
ben, „The Marked One" (wie der onglische Titel 
Ihrer „Gezeidineten" lautet) in Amerika eine gute 
Presse gehabt hat, noch mehr, daß Sie weiter 
mit allerlei literarischen Planen beschäftigt sind. 
Ich pflichte Ihnen bei: Kurzgeschichten, short- 
stories, haben durchweg gute Crfolgsaussichten; 
dds allein hat der Abdruck Ihrer Urzahlung in 
der „F. A.Z." bewiesen. 

Jetzt steht Ihr 75. Geburtstag vor der Tür. Je- 
der, der Sie und Ihren Lebensweg kennt, weiß, 
wieviel Schweres und Schwieriges hinter Ihnen 
liegt; er weiß indes auch, was Sie, der Sic zwar 
einst Anwalt waren, aber seit langem mit d?m 
Wort gestalten, was Sie erleben und erfühlen, 
als poetischer Schrittsteller uns gegeben haben 
und uns noch geben werden, geben können. Las-, 
sen Sie diese Ihre schöpferische Gestaltungs- 
kraft, die Ihr Leben damals am Bodensee und am, 
Rhein und in Berlin erfüllte und jetzt in New 
York ausmacht, nie und nimmer versiegen. In 
Ihren Brieten liegt immer noch viel kräftiger! 
Elan, der gelegentliches Resignieren erfreulicher- 
weise in den Schatten stellt. Dieser jugendliche 
Schwung, gepaart mit guter Gesundheit und 
hoffnungsfroher Zuversicht für die Zukunft, soll 
Ihnen nodi lange erhalten bleiben, znmal „es" 
für Sie, nach Ihren eigenen Andeutungen, „erst 
mit 50" begdun. In diesem Sinn, mit dem Akzent 
auf jedem der drpi Worte, „Manv happy returns"! 

Tn frpundsfhottlirlir'r V«ibnnflenheit. Stets Ihr 

E, G. Lowenlhdl 






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f)älLu - Mf.L^ 




SONOTAGSBt ATT STA'ATSZEITUNG UND HEROLD. DEN 5. lANU. 

Neues aus der R 




Das auf den New Yorker Piers, hältnismäßig wenig Europarei- 
wiedereingeführte Verfahren der sende gezählt wurden, stieg da^ 



ISABEL SIEGTE: Die aus den 

peruanischen Anden stammende 
Isabel Mamani wurde im Rah- 
men eines Wettbewerbs unter 
reinrassigen Indianerkindern zur 
Schönsten erwählt. Sic darf sich 
ein Jahr kostenlos in Lima, der 
Hauptstadt des Landes, aufhalten 



Zollkontrolle für ankonunende 
Überseepassagiere hat sich, den 
Angaben des Zollamtes zufolge, 
bereits in den ersten Tagen als 
Erfolg erwiesen. Die Abfertigung 
2. B. der über 1100 Passagiere 
der "Queen Mary" am vergan- 
genen Donnerstag wäre rascher 
und reibimgsloser beendet wor- 
den als es vorher der Fall war, 
solange die Zollbeamten, auf den 
ganzen Pier verteilt, Gepäck und 
Passagiere erwarteten. Auch bei 
der rascheren Zollabfertigung 
seien nicht mehr Inspektoren 
als gewöhnlich, nämlich 84, not- 
wendig gewesen. Immerhin dau- 
erte es rund eine Stunde, bis 
fast alle Passagiere der I.Klasse 
und die Hälfte aus der Kabinen- 
klasse abgefertigt waren. Das 
Gepäck der Touristenklasse wird 
gewöhnlich als letztes aus dem 
Schiff entladen. 

In New York wurden Elven 

S. Sheahan, ein gebürtiger Ka- 
nadier, und John S. Quinn zum 
Assistant Manager bzw. stellv. 
Passage-Manager, einem neuge- 
schaffenen Posten, bei der Cu- 
nard Line berufen, wie deren 
hiesiger Generaldirektor, E. Sey- 
mour-Bell, bekanntgab. 



Interesse ab März stark an, und 
im Frühsommer 1957 war es 
fast immöglich, noch Schiffs- 
plätze zu erhalten. Ungefähr 
ein Viertel der Atlantikreisenden, 
erklärt die englische Reederei, 
seien mit einem ihrer zwölf 
Schiffe gefahren, nämlich 263,- 
000 gegenüber 275,000 für 1956. 



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["Berlin" entflieht 
lew Mz Winter 



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"Sonnige Tage und frohe 
Nächte" — so vielversprechend 
lautet die Ankündigung des 
Norddeutschen Lloyd für die 
bevorstehende West indienreise 
ihres Dampfers ''Berlin", der am 
13. Februar von New York aus 
in südliche Gefüde auslaufen 
Iwird. Und nicht minder viel- 
versprechend ist das für 18 
schöne Reisetage unter der Tro- 
pensonne vorgesehene abwechs- 
lungsreiche Programm dieses 
deutschen Schiffes, das in die- 
sem Winter seine Gäste nach 
San Juan auf Puerto Rico. 
Bridgetown auf Barbados, Port 
of Spain auf Trinidad, Port-au- 
Prince auf Haiti und Cubas 
Hauptstadt Havana führen wird. 
In allen fünf Häfen, die das 
schmucke Lloyd-Schiff bei dieser 
Reise anläuft, werden inter- 
essante Landausflüge vorbereitet, 
an denen sich die Reisenden 
sicherlich mit gleichem Genuß 
wieder beteüigen werden wie an 
den Ausflügen bei den vorher- 
gehenden Winter - Erholungs- 
fahrten der "Berlin". An Bord 
wird nicht weniger an Abwechs- 
lung, Unterhaltung und Erho- 
lungsmöglichkeiten geboten. Das 
Bordprogramm sieht Schwimr 
men, Deckspiele, Gesellschafts- 
spiele aller Art, Filmvorführun- 
gen, Konzerte, Bälle und Kostüm- 
feste vor, wie zum Beispiel den 
payerischen Abend mit original 
rachlederner "Musik", und die 
Ute deutsche Küche wird jeden 
leiseteilnehmer darüber auf- 
lären, warum auch diese vierte 
t/estindienfahrt der "Berlin" 
ieder zum Treffpunkt vieler 
^eutschamerika,ner a- .j^pa gilt. 



Der Schiffsverkehr über den 

Nordatlantik hat 1957 seinen 
seit 27 Jahren höchsten Stand 
erreicht, erklärte die Cunard 
Line in einem Bericht aus 
Europa, wonach im abgelaufe- 
nen Jahre 1,036,923 Personen 
über das Meer fuhren — ver- 
glichen mit 1,008,248 im Jahre 
1956. Obwohl in den ersten drei 



Die Tradition der Erholungs- 
reisen der Hamburg-Amerika- 
Linie von Deutschland aus wird 
dies Jahr nach fast zwanzig- 
jähriger Unterbrechimg wieder 
aufgenommen, und zwar mit der 
8000 BRT großen "Ariadne", 
der früher schwedischen "Pa- 
tricia". Sobald der Umbau des 
Schiffes bei Blohm & Voss. 
Hamburg, beendet ist, wo die 
GeselLschaftsrämne vergrößert, 
Lidodeck mit Schwimmbad, 
Klimaanlage und Bäder bzw. 
Brausen und Toiletten für alle 
Kabinen eingebaut werden, soll 
das Schiff sogar den Komfort 
der aus der Vorkriegszeit be- 
karmten H. A. L. - Vergnügungs- 
dampfer übertreffen. 



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AJR INFORMATION March, 1953 



Pag« 7 



Bernhard Brilling: 



T\I^O GENTURIES AGO 

Germ an Jews Settle in England 



Cecil Ruth, thc historian of English Jcwry, 
fullowed up bis intcTiial and external " History of 
the Jews in England " up to their parlianicntary 
cmaiicipation in 1858-.')!) with a book covering local 
and 'family history, entitled " The Rise of Pro- 
vincial Jewry." (London, 1950, pnb. The Jewisli 
Montldy.) This ilhistratcd and indexed book, 
uliich contains material from the history of Engüsh 
provincial communities between 1740 and 1840, 
reniinds one of the vvorks abont the Jewish com- 
munities of the prov'ince of Posen by Heppner- 
Herzberg, and of the series by Gold about the com- 
munities of Bohemia and Moravia. There is a 
fundamental dilfcrence between thesc Continental 
and English communities of modern times, which 
has its etfects on their importance for Jewish 
history. Posen (like other regions of Germany), 
Bohemia and Moravia werc countries of emigration, 
England was a country of immigration, where the 
young Ashkenase communities could not point to a 
tradition of Yeshivotli, scholars, and Minhagim, and 
where they could thcrefore not rival the communi- 
ties of the Continent — at least during the period 
covered by Koth — in importance for the internal 
development of Judaism. 

Attracted by Tolerance 

There are facts about the origins of English 
provincial Jews scattered throughout Roth's book 
which show that, apart from a small and locallv 
restricted Maranno-Sephardic admixture, modern 
English Jewry during its first Century was a 
descendant of Central European Jewry, but one 
which developed in its own way in the particular 
political conditions and the tolerant atmosphere 
of England. This origin will probably be confirmed 
by the results of genealogical research on English 
Jewish f amilies. 

Roth's work, although not wTitten for this 
purpose, provides us with some material about the 
contribution of German Jewry to the formation of 
English Jewry in the 18th and the first half of the 
19th centuries ; this was the period before East 
European immigration changcd the face of English 
Jewry. 

Unfortunately there is no Statistical material in 
the book about the composition by origin of English 
Jews during the period under review. But perhaps 
we will not be far wrong when we accept the figures 



for Glasgow — the only place for which we possess 
these — as valid for the other English provincial 
communities of this time. The Jewish comnumity 
of Glasgow comprised 47 persons in 1831 (by way 
of comparison we may mention the figures for a few 
European communities in the same year : — Zduny, 
in Posen, had 140 Jews, the little town of Prausnitz 
near Breslau had 108, the great Community of 
Krotoschin had 2, .327). Of these Glasgow Jews, 23 
had been boni in Germany (11 of them in the 
province of Posen), 3 in Holland and 21 in England. 
We have to consider, however, that the parents of 
tl.e21 " native " Jews may also have been German 
and Dutch Jews. According to this, Jews from 
Germany still accounted for nearly half of English 
Jewry in the first half of the 19th Century. We can 
recognise that fact even to-day from the family 
names of that time and from the religious officers, 
nearly all of whom were brought over from tho 
former home, as there was no possibility for them to 
tiBjn here, and members of the communities were 
unwilling to forgo the old melodies and the 
accustomed rites. 

From Lissa to Plymouth 

We see that immigration from the Prussian 
provinces beyond the Elbe — especially from Posen — 
played the larger part. We find Jews from Lissa 
(Joseph Levy, clerk of I'lymouth Synagogue in 
1784, C. Cohnstaedt, main support of the Kings 
Lynn Community after 1843), from Meseritz, from 
Schönlanke (the first Anglican bishop in Jerusalem, 
Solomon Alexander, was born there in 1799, came 
to England as Shochet, was a private teacher in 
Colchester, became Chasan in Plymouth in 1823, 
was baptised there, became Professor of Hebrew in 
London in 1832, and in 1841 Bishop in Jerusalem, 
where he was buried), from Schwerin a.d. Warthe 
(Mose Lissack, author of an interesting auto- 
biography entitled " Jewish Perseverance," settled 
in Bedford in 1839), and from other localities. From 
the little town of Zuellichau in the province of 
Brandenburg there came to Plymouth " the very 
learned Rabbi and Philosopher Moses Ephraim " 
(1745-1815), whose portrait by the Jewish painter 
A. Daniel is included in the book. 

West and South Germany are also represented. 
Here the main reservoir of emigrants were the small 



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towns and villages, where the Jews were suffering 
from restrictions from which they wantcd to escape. 
Emanuel Hyman Cohen came to Brighton in 1782 
as a teacher from Nicderwerren in Lower Franconia ; 
in 1825 Salomon Nathan from Bernkastei in the 
Rhineland was a member of the Board there. 
Among those who also came from small places in 
the Rhineland there was Jacob Meyer Sherrenbeck 
(from Schermbeck. Reg. Bez. Düsseldorf) in 
Plymouth, who, in 17G1, together with Gumpert 
Michael Emden, also from Germany, belonged to 
the " Eiders of the Synagogue of the Jews," under 
whose Orders he had bought the cemetery there in 
1751. There was also Israel Solomc»n from Ehren- 
breitstein near Koblenz, who came to Falmouth in 
the 18th Century and became one of the first 
members of the Community there. The name of 
the Mohel of Portsmouth, Leib Aleph(l7()3-1808), 
may originate from the Rhenish place Alf bei Zell 
an der Mosel (Reg. Bez. Koblenz). 

Naturally the origins of the English provincial 
Jews of that period also include the great German 
Jewish communities, such as Frankfurt/Main, 
Fuerth, Hamburg, Worms (Moses Lazarus from 
Worms, referred to as Moses Rochford according 
to his English place of settlement, is the ancestor 
of numerous distinguished Anglo-Jewish families) 
and communities such as Berlin, Wiesbaden etc. 

These few examples which could be multiplied 
from Roth's book and from other sources, show the 
active collaboration of the immigrant German Jews 
in the newly founded communities of their new 
home country, where there were no Ghettoes and 
no anti- Jewish laws, and where the formation and 
development of Jewish communities was left to the 
Jews themselves. 



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Fuge 8 



AJR INFORMATION March, 195^ 



FROM MY DIARY 



The luimber ol " leen-agers " aiiiuiig thc rcfugce 
organisations lias been increascd by thc " Club 
1943 " which rcceiitly celebrated its tenth birthday 
by an impressivc gathering at 1 Ikoadhurst 
Gardens, its traditional meeting place. The Club 
may indeed look back at many achievements. 
Founded in Opposition to the political outlook of the 
" Free German League of Culturc " which was very 
active in those days, the Club has become a spiritual 
centre for several hundred former refugees. It helps 
to ease the feeling of intellcctual isolation, one of the 
unavoidable phenomena of refugeedom, especially, 
but not ouly, among members of the eider age 
groups. The Club has a record of more than 500 
meetings with lectures on general and Jewish 
subjects and literary and musical Performances. 
The continuous activities have wielded the members 
into a closely-knit Community. The Tuesday 
evenings have become the " At Home " for an 
interested crowd of listeners and also an inspiration 
for those who addressed them. The widespread 
appreciation of the Club's work was revealed in the 
congratulations which representatives of other 
refugee organisations. including the AJK, conveyed 
at the birthdav party. As a Beacon of Hampstead 
the " Club 1943 " may continue its imj)()rtant and 
successful work for many years to come. 

The Opera Group of the West Central Club 
(Montagu House, W.C.l) recently gave a delightful 
Performance of Gounod's " Faust " at Steiner Hall ; 



the producer was Pet<T G. l'ostcr. It had a high 
artistic le\el. At the same time it retlected the 
enthusiasm witb which this group of arnateurs had 
devoted much preparatory work for the function, 
and this is even more essential for such a venture. 
As the opera provides opportunities not only for 
soloists but also for a chorus, its choice was parti- 
cularly happv for a communitv of this kind. 

NAKRATCR 



MEYERBEER ARCHIVES RESCUED 

The last living grandson of the composer Giacomo 
Meyerbeer, the lawyer Dr. Hans Richter (Berlin), 
dedicated Meyerbeer's private archives to the 
Berlin Municipality. They will be kept by the 
" Institut für Musikforschung " in the Charlotten- 
burg Castle. The collection contains Meyerbeer's 
interesting correspondence with prominent person- 
alities ancl original scores of his operas. 



it 



FREIKORPS DEUTSCHLAND " 
DISSOLVED 

The Federal Goxernment has decided to prohibit 
the activities of the " Freikorps Deutschland." The 
leaders, including the former Gauleiter Frauenfeld, 
were arrested. The Federal Ministry of Jnterior 
declared that the membership of the " Freikorps " 
was estimated at 1,000-2,000 and that the 
Organisation had propagated Neo-Nazi ideas. 



EXHIBITION OF PALESTINE-ISRAELl 

STAMPS 

An Kxhibition of Palcstine-Israeli Stamps at the 
Anglo-Israeli Club, 43 Windmill St., WM (see 
announcement in advertising columns) will be 
opened by His Excellency the Ambassador of 
Israel on April 20. 



ENGLISH CRIMINAL JUSTICE ACT 
IN GERMAN 

These days, the English l^ress is füll of articles 
and letters for and against corporal punishment. 
Not every reader will know that flogging was 
abohshed by the Criminal Justice Act, 1948, a major 
achievement in the field of penal reform which, 
among other measures, also brought about an 
improvement of the probation System. A German 
publication (Das englische Gesetz über Kriminal- 
rechtspflcge von 1948 — Criminal Justice Act, 1948 — - 
Walter de Gruyter, Berlin, 1952, DM. 12) contains 
a translation of the Act by Dr. Arnim Künemund, 
preccded by an introduction written by Prof. Dr. 
Rudolf Sievert. The Federal Government of 
(Western) Ciermany is preparing for a reform of 
criminal law and criminal justice. Hence, much 
study is tlevotcd to the criminal laws of other 
countries. The translation of the Act is excellcnt 
and interesting from the comparative and linguistic 
angles. The introduction is a lucid explanation of 
the background, purpose, and Contents of the Act. 



FAMILY EVENTS 

Entrics in this column are free o) 
Charge, Texts should be sent in by the 
ISth of the month. 

Births 

Ward. — To Lotte and Julius Ward, 
Wheathampstead, Herts, on Janu- 
ary 24, 1953, a son (Philip Jonath) was 
born, brothcr f(jr Antonia Lilly, 
grandson of Dr. and Mrs. L. Weil, 
Johannesburg (formerly Ludwigs- 
hafen), great-grandson of Mrs. L. 
Rothschild, London, NAV.6 (formerly 
Dortmund). 

Markiewicz. — A son (David Norman) 
was born on February 13, 1953, to 
Mr. and Mrs. A. Markiewicz at 398 
Watford Way, N.W.4. 

Marriage 

Daus — Weg. — The marriage of Robert 
Michael Daus, only son of Mr. and Mrs. 
J. Katzenstein, of Macclesfield, to 
Renate, eider daughter of Mr. and 
Mrs. F. Weg, of Croydon, took place 
on February 8, at the New Liberal 
Synagogue. 

Deaths 

Mrs. Betty Levy (nee Bradt), formerly 
Berlin, wife of Ernst 1. Levy, of 34 
Victoria Crescent Road, (Glasgow, W.2, 
died on January 22, 1953. 

Mrs. Paula Gohn (nöe Rosenberg) 
passed away on February 2, 1953, 
deeply moumed by her son and wife, 
Mr. and Mrs. Erich Cohn, and grandson 
Michael, of 53 St. John's Court, 
Finchley Road, N.W. 3, her daughter 
and husband, Mr. and Mrs. Karl 
Preuss, of 3 St. Martin's Terrace, 
Leeds. 

Mrs. Emma Weltmann (nee Blum- 
berg), born in Danzig 1872, passed 
away on February 9, 1953, deeply 
moumed by her son Dr. Lutz Welt- 
mann, Beryl Weltmann (nöe Hopper), 
Austin Jaques Weltmann, of 37 St. 
Stephen's Road, West Ealing, W.13. 
Dr. Franz Pollak, of "The Limes," 
Stafford Road, Oakengates, Salop, 
passed away on February 10, deeply 
mourned by his wife Hedwig (n^e 
Feige). 

Mr. Bernhard Louis Hofmann, of 
47 Graf ton Street, Manchester 13, 
formerly Frankfurt a.M., died on 
February 6, 1953, at the age of 70. 
Mourned by his wife and relatives. 



Mrs. Gertrude Rieser, wife of Mr. LITERARY GENTLEMAN, experi- 
Julius Rieser, of 24 Wendover Court, enced in editing and Publishing lields, 

requires position or part-time work in 
translating, editing of manuscripts, 
etc. Apply Box 151. 



N.W. 2, suddenly passed awav on Feb- 
ruary 3, 19.53 

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essential. Please reply with ref. & sal. 
to Box 155. 

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voicing and F.A.Y.E. wants part-time 
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interested worker, wants position. Box 
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time, by exper. lady. Box 143. 

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German, wants füll- or part-time work. 
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sh. 45/-. Box 153. 

LADY of Belfast, living now in S.\V.12, 
wants to meet Jewish family in the 
neighbourhood as she is lonelv. Box 
148. 

HRAHMS LIEDER for Mezzo-soprano 
wanted. Box 149. 

FLUTE wanted for Student of music. 
Box 150. 

LESSONS on spiritual foundations of 
Bible (especially Pentateuch and 
Psalms) by renowned Scholar and 
Writer. Please write Box 137. 

LESSONS for shorthand (Reichsein- 
heitskurzschrift adapted to English). 
Write f^ox 158. 

MISSING PERSONS 
Enquiries from AJR 

Berliner, Alfred, doctor, from Berlin 
C.2, Hackescher Markt J , for Irma 
Rodenwald, Berlin. 

Griboscheck or Gribescheck, Bene- 
dikt, from Riga, Ohiononavo 53, for 
JRSO, Berlin. 

Weiskopf, Ernst, abt. 45, born at 
Roth Kosterlitz, Czechoslovakia, for 
relatives in Ecuador. 

Bitter, Susan, nee Reinhardt, last 
known address : 123 Brownlow Road, 
N.ll, for WGA, Frankfurt. 

Seelenfreund, Malka, survived at 
Bergen-Belsen, for Zentralrat der 
Juden in Deutschland. 

ALL MAKES 

BOUGHT 

SOLD 

EXCHANGED 

REPAIRED AND MAINTAINED 

ELITE TYPEWRITER Co. Ltd. 

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1 12 CRAWFORD STREET 
off BAKER STREET, W.l 




AJR INFORMATION March, 11M(3 



Pa^e 9 



AJR AT WORK 



SOCIAL SERVICES DEPARTMENT 

\Ve received urgent requests for domcstic lielp 
from families which are aftected by the present 'flu 
wave. Any offers would considerably ease the 
Situation. 

We are also setting up a list of people who would 
be available at short notice to attend sick people in 
emergency cases and should be glad of any offers. 



INVITATIONS FOR SEDER 

We have been asked by lonely people vvhether 
we could provide them with invitations for Seder 
celebrations with private families, as guests or 
paying guests, and should be grateful for any ullcrs 
of hospilality. 



LENDING LIBRARY 

The Lending Library for German books is open 
from Monday to Thursday : 10 — 1, 3 — 6 ; Friday 
and Sunday, 10 — 1 at Room No. 3 of the AJR 
premises. The books are lent out free of Charge. 



INFORMATION ABOUT NAZI LEADER 

REQUIRED 

The former SS-Gruppenfuehrer und Waffen-SS- 
General Erich von dem Bach-Zelewski is accused 
of having taken a leading part in the anti-Jewish 
persecution measures in Sosnowitz and l^endzin 
and, later on, in Middle Russia. Any information 
on Bach-Zelewski's activities should bc scnt to the 
1. Untersuchungsrichter beim Landgericht 
Nuemberg-Fuerth in Nuernberg, Karl-Broeger- 
Str. 9. 



GIFTS FOR FLOOD VICTIMS 

Clothing gifts lor flood victims are accepted at 
the W.V.S. centres (Headquartcrs, Bromyard 
House, Bromyard Avenue, Acton). 

There are local collection centres in all parts of 
London and the Provinces. The following addresses 
mav be of particular interest : — 

' Hampstead — 162 Finchley Road, N.W.3. 
Hendon — 43, Vivian Avenue, N.W.4. 
Stoke Newington— 191 High Street, N.16. 
Willesden— 7 High Road. N.W.IO. 
The address for monetary contributions to the 
Netherlands Disaster Fund is : Netherlands 
Disaster Fund, Blijdenstein Bankers, 54 Thread- 
needle Street, London. E.G. 4 ; for gifts of clothing. 
(.'tc. : The Netiierlands Ked Cross Society. The 
Haguc, Holland. 



Order Your Tickets now 

AJR MEETING 

Wednesday, April 1, 8.15 p.m. 
Tuck Hall, Woburn House, W.C.l 

{For details see front page) 
Free admission with ticket only 



RECORD OF THERESIENSTADT INMATES 

The names of over 36,000 former inmates of the 
Theresienstadt camp have been collected by the 
Hamburg Office for Tracing Missing Victims of the 
Nazi regime. Enquiries should be addressed to 
" Suchdienst Zimmer 131, Drehbahn 36, Hamburg." 



ARGENTINE 

In ii stateniLiit to two Jewisii dclegations, Presi- 
dent Peron strcssed his determinaiion to prevent 
anti-semitism in his country. He also expressed his 
repugnance of anti-Jewish developments in Lastern 
Europe, urged the strengthening of Israel, and 
declared that the gates of Argentina were open to 
all victims of persecution. He added that since his 
accession to the Presidency there had been no 
anti-semitic outbreaks in the country. 



VISAS TO GERMANY 

Mr. Nutting declared on behalf of the Foreign 
Office that under an agreement with Germany 
American Citizens did not require visas for Germany 
and that Germans visiting the United States received 
visas without payment. Negotiations for a similar 
Visa agreement between the United Kingdom and 
the German Federal Republic were in progress. 
Meanwhile British nationals under the age of 2o 
were receiving free visas. 



HUNGARY 

The Cultural Attache of the Israeli Embassy in 
Budapest, Josef Walter, was requested to leave the 
country bccause of alleged spy activities. 

The Hungarian Minister of Justice, Gyula Decsi. 
a Jcw. has been arrested. Among other Jews who, 
according to recent reports, have been arrested are 
Dr. Stoeckler, Head of the Hungarian Jewish 
Community, Major-General Peter Garbor, Head of 
the Kommunist Secret Police, Zoltan Vas. Head of 
the Planning Bureau, and Prof. Benedek, Director 
of the Jewish hospital. 



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Vol. VIII No. 3 



MARCH. 1953 



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MAIda VaU 4449 (Employmant Ac«ncy) 



\ 



TWENTY YEARS 

IN these days, our mind goes back to the events 
of the year 1933, when the Nazis came to power 
in Germany. The happenings of that time. first 
considered as an internal German affair of only 
temporary significance, led to developments which 
ultimately shaped the destiny of mankind. For us, 
the former German Jcws, war began in 1933. It 
Started with discrimination and persecution and 
cnded with expulsion and cxtermination. We have 
no right to let our ovvn past fall into oblivion. It is 
the meaning of days of remembrance that we pause 
for a moment to recognise our lives in their historic 
setting. This is a duty not only towards ourselves 
but also towards thosc who were not permitted to 
survive the catastrophe. At the same time, historical 
dates are a fitting opportunity for looking upon the 
tasks which are lying ahead. 

These are the reasons for which the AJR invites 
its members and friends to a meeting on April 1. 
The date has been chosen not to recall the particular 
events of the Boycott l)ay, but to mark the beginning 
of those measures of the Nazi regime which were 
specifically directed against the Jews. The choice 
of the Speakers on the occasion could not be more 
appropriate. Dr. Leo Baeck links the past with the 
present. This undisputed leader of German Jewry 
was, throughout the dark years, at the heim of the 
" Reichsvertretung " of the Jews in (iermany and 
has, since his liberation from Theresienstadt, been 
the President of the " Council of Jews from 
Germany." His message to former German Jews 
on this solenm occasion will, therefore, be of out- 
standing importance. 

Of the other two Speakers Dr. Erich Eyck, who 
in Germany took an active part in public affairs^ 
has acquired a wide reputation as an author in this 
country, and Dr. Ludwig Guttmann, O.B.E., has 
added lustrc to the name of our Community by his 
scientific achievements which have been of benefit 
to many people paralysed by war action or illness. 

Tt is expected that the number of those who wish 
to associate thcmselves with the objects of the 
function on Aj)ril 1 will be very large. Therefore 
admission to the meeting should be applied for as 
soon as possible. 



Ro 



lO Guardini: 



mano i. 

XSpermany's Uiiexpiated Guilt 



* 



THE FLOOD DISASTER 

IN common with all the inhabitants of these 
islands we are stunned by the catastrophe which 
befell the coasts of this country and of the Nether- 
lands during the last weeks. Sympathy is not 
enough and everyone realises that he has to relieve 
the pliglit of the unfortunate victims. We know 
that former refugees respond to the best of their 
ability to the appeals now made to the public. 
Perhaps, consciously or subconsciously, their under- 
standing for tho misfortune of the flood refugees is 
even accentuated by the remembrance of their own 
past : tliey too had once to experience what it 
means to lose a cherished home, and this may also 
have some bearing on the extent to which they 
lend their support. Whilst their adequate contribu- 



What conöerns us here is the fact that a 
great number of innocent people lost their 
honour, their possessions, and their lives. 
Manv of them were German Citizens, and 
their relationship to the German State was 
one of mutual rights and duties. The actions 
against them were not carried out in the face 
of imminent danger, or under any kind of 
emotional stress. They resulted from a well 
thought-out political theory. 

If we now appealed to one of the great 
Spiritual leaders for a judgment on what has 
happened, what are we going to hear ? I am 
picking at random some of the great names : 
Planck, Helmholtz, Mommsen, the Brothers 
(irimm, Goethe, Hoelderlin, Mozart, J. S. 
Bach, Leibniz, Pascal. How, under their 
eternal gaze, should we ourselves pass 
judgment ? They would, I think, look at us 
with unbelieving horror. Perhaps they 
would say : " We are faced with something 
here that has mounted from the darkest 
depths of humanity : the barbarian, the 
animal within the human personality. It has 
become clear, how little our task to which 
we devoted our lives, has been accomplished, 
how formidable are the Forces of Chaos and 
Destruction even now ! " Perhaps it would 
also shake their belief that their mission 
could ever be fulfilled. . . . 

Human dignity ignored 

The autonomous modern state, hitherto 
kept in check by conscious or subconscious 
regard for the human person or for a trans- 
cending authority, got rid of all inhibitions 
and assumed power to decide on the unalien- 
able right of all human beings : their right to 
exist. Such a State of mind has never betöre 
been a factor in historical life. There have 
been beginnings, cases where political powers 
disregarded the fundamental rights and the 
dignity of individuals, and during the Roman 
Civil Wars, the Kreuch Revolution, etc., 
cqually terrible actions were carried out. Yet 
they did not develop the forces of evil in 
such an unreserved way. This has now 
happened for the hrst time. The political 
argumentation of the State enters into an 
alliance with modern tcchnique and trans- 
gresses all the borders put up by di\'ine 
authority or human dignity. 

tions to the Lord Mayor's Fund will be a matter of 
course, they should also use this opportunity, un- 
fortunate as it may be, to exprcss by their gifts their 
gratitude to the Nctherlands where, after the 
November pogroms, thousands of German Jews 
found refuge and where, thanks to the courage of 
the Population, many of them were kept in liiding 
when the country was occupied by the Germans. 



One Symbol that threw light on this 
historical Situation was the systematical 
cxtermination of the Jews. Even though 
this action may not have reached its climax 
betöre a certain date during the war, it had 
always been a theory otficially acknowledged 
and accepted by the State itself. 
I The tremendous impact of these happen- 
ings may be seen from the way in which the 
German people has reacted to them since the 
war. It is a cause for amazement and wonder 
how very little the (ierman people as a whole 

Ihas gone into these matters, how little it has 
realised what had been done, and what these 
happenings mean to (iermany's whole 
existence. 

l As if nothing had happened 

^ How could Germans go on living as if 
nothing had happened ? It is bad enough 
that there are people who still deny that these 
things ever happened, or who trv to defend 
them or to prove that the people so cruelly 
wronged were themselves morally wrong. 
Yet this might be explained as the reaction 
of men who feel guilty without wishing to 
face their guilt and who therefore try to 
justify themselves, and to accuse and even 
hate their victims. Evil though this is, it 
is understandable. We are, however, refer- 
ring to something deeper rooted. It seems 
as if the conscience of the Community was 
stunned by such terrible happenings which 
loom in their minds untackled and dangerous. 
1 (io not want to imply that the happenings 
should result in feelings of so-called " col- 
lectiv^e guilt." This unfortunate term would 

(Continued on page 2) 



1 



" REMEMBRANCE AND OUTLOOK" 

The AJR invites all memhers and friends to a 

PUBLIC MEETING 

on the 20th Anniversary of the Boycott Day 

Wednesday, April 1, 1953, at 8.15 p.m, 

at Tuck Hall, Woburn House, 

Upper Woburn Place, W.G.l 

(near Euston and Euston Square Undergroiind Stations) 
Speakers : 

Dr. Leo Baeck 

Dr. Erich Eyck 

Dr. Ludwig Guttmann, O.B.E. 

Free Admission with ticket only 

Tickets should be ordered by March 15 at 
AJR Headquarters, 8 Fairfax Mansions, 

London, N.W.3 

(stampod envelope to bc enclosed) 



Page 2 



AJR INFORMATION March, 1953 



(Continued from pont page) 

only confound the issue and is without 
meaning. Moreover, it has stopped the 
individnal conscience from assuming re- 
sponsibility. There is no such thing called 
" collect ive giiilt." The black deeds ot one 
individnal can nevcr be laid at the door of 
another one, unless this other one has aided 
and abetted him or has at least lailed to 
hinder him when he should and could have 
done so. There is, however, something eise, 
the collective solidarity of the individnal and 
the people he belongs to, and of all indi- 
viduals belonging to the same people. 

If a member of my family commits a 

wrong, I may well say that I am innocent 

of it, but I must never say that this has 

nothing to do with me. Though I am guilty 

only of what I myself do, I am involved in 

anything done by any member of my family. 

1 share in its prosperity and in the glory that 

may have been achieved by one of its other 

members, but for the sanic^ reason 1 also 

share the responsibility for any wrong per- 

petrated within the family circle ; I must 

confront it and do all I can to put it right. 

The same applies to a people. Every normal 

individual feels closely tied to tlie life of bis 

j)eople. Each individual claims for himself 

what great things happcn to bis people, and 

nuist therefore also bear responsibility for 

the wrong done by this people. 

The ultra-modern externiination campaign 
relied on this argument : Once a certain 
course of action has been completed and its 
aims are achieved, the deeds and sufferings 
IM) longer exist. The human beings who were 
killed are no longer there. 

The danger of oblivion 

A wrong once done, however, rcmains a 
power of immediate historic activity. We 
have learned from psychology that health 
and sickness of human beings largrly depcnd 
on psychological and nioral factors. Sickness 
of the mind that has not been properly dealt 
with results in organic sickness of the body, 
and, far beyond this, it linishes by forming 
the underl^dng pattern of all future behaviour. 
Similar things happen in the lives of peoples. 
Where the guilt of the " res publica " has 
not been realised, judged, and atoned for in one 
way or another, it tends to become the ever- 
recurring pattern of all future behaviour and 
eventually to destroy the political cxistenc. 

Tliere is something terrible in the history 
of the past twenty years which has not been 
properly dealt with yet. Whether one likes 
it or not, this is a fact. Whatever is said to 
deny, or minimise, or even justify this fact, 
is only another instance of the depth to which 
th(^su hapj)enings have penetrated. 

There is guilt — guilt that burdens tlie 
conscience of the people, even far below the 
threshold of consciousness and that asks to 
be atoned for. 

Furthermore, what has bappened is to the 
Occidental world the hrst pattern of that 
dreadful possibility which overshadows the 
future. Thus it is a warning. If we try to 
evade the red light by sinking these happen- 
ings in the past and in com})lete oblivion, 
they will live on as a wound on the soul of 
the people, of us all. And it will become the 
pattern of things to come in the future of 
our people. 

Excetpts front an ariicle in "Hochland" (Mutiich) 
by kind permission of the publishcrs 



FOCUS ON IRON CURTAIN 



RELIEF FOR EASTERN REFUGEES 

The American Joint has cstablished a Relief 
Oftice in Berlin, Pestalozzistr. 14. The Director of 
the Joint for Germany and Aiistria, Mr. Samuel L. 
Haber, declared that the refugees were going to be 
supported by money, food, clothing and accommo- 
dation and that assistance for their emigration to 
Western conntries would also be granted. 

The AJR has recei\ed enquiries from former 
German jews who wish to bring to this country 
relatives or friends who have escapcd from Eastcrn 
Germany. Wählst the applications for admission to 
the United Kingdom have to be submitted by the 
applicants themselves to the ap])ropriate British 
authorities in Western Berlin or Western Germany, 
it might increase the prospects of obtaining visas 
if the applications were endorsed by guarantees for 
entire or partial maintenance and, if possible also 
for accommodation. Such guarantees have to be 
sent by the guarantors in this country to the 
refugees who have to attach them to their applica- 
tions ; they should include evidencc about the 
financial position of the guarantors. 

The Immigration Department of the Jewish 
Agency has opened an oftice in Berlin to deal with 
those refugees who wish to settle in Israel. 

With the help of the Joint a temporary home for 

I refugees from Toastern Germany and Eastern Berlin 

has been establislied in Wannsee. The Gemeindesaal 

Joachimsthaler Str. 13 is being used as a reception 

centre. 

Political Aspects 

The political aspects of the escape of Jt-ws from 
Eastern Germany are considered b> \ arious Western 
German newspapers. They dema nd that the acti\ i- 
ties of those refugees who'had hcld olhces with thi- 
Eastern German authorities had to be scrutinised. 
whether these refugees were Jews or non-Jews. It 
would be wrong if former Communist ofhce-holders 
were treated more leniently in case they were Jews. 
As far as they were active Comniunists lliey liad 
been faithful Stalinists. The point was that they 
had not deviatcd from their political Jine, but that 
the " line " had taken a tlitferent tlirection. 

The Eastern German weekly " Die Tat " 
publishes a Statement by Prediger of the ICaslern 
J^erlin Jewish Community, Martin Rieseiil)urgtT, 
against " alleged anti-semitic tendencies in the 
German Democratic Republic." They are described 
as lies of the Western Press ; all Jews in Eastern 
Germany were content, whereas in Western 
Germany anti-semitic tendencies were common. 

One of the reasons for which Jewish communal 
leaders had left Eastern Germany was their refusal 
to sign a declaration covering the following hve 
point s — 

The " Joint " was an Organisation of American 
agents ; Zionism was a Fascist movement and the 
Israeli Primc Minister, Ben (Gurion, an agent of 
U.S. imperialism ; American Jurisdiction was 
criminell, because the Rosen borg cou])le has been 
sentenced to death ; Restitution to Jews was an 
Exploitation of the German jx'ople ; the Luxemburg 
agreement was to be disapprovecl of. According 
to the " Neue Zeitung," several Jewish refugees 
have reported that the Eastern German population 
had been niost helpfui to the Jews and did not agree 
with the recent policy. The American Jewish Com- 
mittee, New York, has Ixhmi informed that 912 
Jewish familics and 1,U98 families of mixed 
marriages have been put on a special list by an 
Order of the East German State Security Ministry. 
The Order, according to the report, directs the East 
German authorities to use the Nazi racial laws to 
determine who is, or who is not, a " non-Aryan." 



NEW JEW ISH COMMUNITY 
IN EASTERN BERLIN 

The Jewish comnumity in Berlin which until 
recently comprised Jews living both in the Western 
and in the Eastern sectors of the city has been split 
up. The Board of the East Berlin Jewish Com- 
munity consists of Georg Heilbrunn, Bernhard 
Jacobus and Israel Rothmann. 



S.E.D. AND ZIONISM 

The S.E.D. paper *' Neues Deutschland " appealed 
for a üght against Zionism which was being abused 
by American imperialism for criminal activities such 
as espionage and Sabotage, it would be a mistake, 
the article says. to watch the activities of Jews with 
lesser diligence than those of t)ther inhabitants of 
Eastern Germany. Whilst there should be strong 
feelings against anti-semitism and compassion with 
the past sufferings of the Jews, it w(juld be wrong 
to overlook the class origin in the case of people of 
Jewish descent or even of Zionist convictions. 



EASTERN GERMAN TRIALS AGAINST 
" ANTI-SEMITES *' 

In Magdeburg, four persons, including one Jew, 
were put on trial because they had criticised the 
persecution of Jews. The prosecutor stated that 
" criminal Zionists " were no Jews and that work 
for Zionism was anti-Semitism. In Frankfurt/Oder 
a member of the Christian Democratic Union was 
sentenced to one year hard labour because after the 
arrest of the — non-Jewish — former Eastern German 
Minister Dertinger he had said : "I did not know 
that he was also a Jew." 



'* VERDIENSTKREUZ " FOR JEWISH 

EDITOR 

The editor of the " Allgemeine Wochenzeitung 
der Juden in Deutschland," Karl Marx, Düsseldorf, 
has been honoured by the " Verdienstkreuz " of the 
Federal Republic in recognition of his Services for 
German- Jewish understanding. In accepting the 
honour, Mr. Marx declared that although he could 
not forget what had been done to the Jews by the 
Nazi regime, he hoped that the Germany of Heuss, 
Adenauer, Kurt Schumacher, Lueth, Prof. Boehm 
and Ministerpraesident Arnold (of Northrhine- 
Westfalia) would be successful in her fight against 
the powers of darkness. 



WEEK OF BROTHERHOOD 

l'or the second time a " Woche der Brüderlich- 
keit " has been arranged for in Western Germany, 
trom March 1-7, under the patronage of President 
Heuss. Its object is to remove Christian-Jewisii 
tensions. The Siieddeutsche Rundfunk has prepared 
a number of topical broadcasts on Jewish subjects, 
including the rccital of Jewish songs, a taik on 
literature in Israel and an address by Rudolf 
Hagelstange about the " Peace with Israel " move- 
ment : under the heading " Vergesst es nicht " one 
feature programme will deal with the history of 
Jewry in Mannheim. Amongst the Speakers during 
the week is Dr. Hermann Mueller-Claudius. 



JEWISH TRUST CORPORATION 
General Meeting 

The Second Annual General Meeting of this 
Corporation, established— under the auspices of the 
Foreign Office — tJianks to the endeavours of 
the British Jewish bodies under the leadership of the 
Central British Fund, was held in London on the 
2üth January 195:}. The Corporation is the official 
Successor Organisation for heirless, unclaimed, 
communal and organisational Jewish property in 
the British Zone of Control in Germany. 

Sir Henry d'Avigdor Goldsmid, Bt., the Chairman 
of the Corporation, in presenting the Second Annual 
Report, stated that it was very gratifying that until 
3(^th November 19oi>, approximately 3,300 cases 
were either adjudicated by courts or amicably 
settled ; property, or comjiensation in lieu of such 
property, to the value of D. Marks 7,855,000, had 
been recovered. Since then further verv satisfactory 
progress was achieved. 

He had recently visited. together with the 
Honorary Treasurer, Mr. H. Oscar Joseph, the 
Corporation's ofhces in Germany. They were in- 
tensely impressed with the energy and speed with 
which Operations were conducted. 

The Chairman, in concluding his Report, paid 
tribute to the devotion of all members of the staff 
and in particular to the work of the General Manager 
for Germany, Dr. R. Lachs, and the General 
Secretary in London, Dr. C. Kapralik. 

Mr. Barnett Januar, M.P., on behalf of the Board 
of Deputies, moved the adoption of the Accounts 
and the Annual Report which was agreed unani- 
mously. 



AJR INFORMATION March, 1953 



Page 3 



RESTITUTION NEWS 



Ij 



SOZIALVERSICHERUNG 
Entwurf eines Fremdrenten- und Auslands- 

rentengesetz 

Im Ausland lebende Verfolgte des National- 
sozialismus, denen Kentenansprueche aus der 
Angestellten- (jder Invalidenversicherung zustehen, 
oder die Kentenansprueche gegen Berufsgenossen- 
schaften hatten, konnten bisher eine Wiederher- 
stellung ihrer Rechte nicht erlangen, weil gesetzlich 
noch nicht festgelegt war, auf wen und in welchem 
Umfang die Verpflichtungen der stillgelegten 
Reichsversicherungsanstalt fuer Angestellte und der 
uebrigen Versicherungstraeger uebergehen. 

Nach 1945 waren in den einzelnen Laendern 
voneinander abweichende Regelungen ergangen, die 
sich nur auf die im Inland Lebenden bezogen. 

Durch den obigen Ciesetzesentvvurf soll eine ein- 
heitliche Regelung fuer das Bundesgebiet unter 
Beruecksichtigung der besonderen Lage der im 
Ausland lebenden Berechtigten herbeigefuehrt 
werden. Das Gesetz zerfaellt in drei Teile. 

Teil 1 regelt Versicherungsverhaeltnisse bei 
nicht mehr bestehenden, stillgelegten oder ausser- 
halb des Bundesgebiets und des Landes Berlin 
befindlichen Traegern der gesetzlichen Unfall- und 
Renteiuersicherung an Berechtigte im Bundesge- 
biet uufl im Lande Berlin (Fremdrenten). Als still- 
gelegter Versicherungstraeger kommt insbesondere 
die Reichsversicherungsanstalt fuer Angestellte in 
r>age. Hier werden die Ansprueche von Fluecht- 
lingen und Heimkehrern geregelt. Diese Bestim- 
mungen beziehen sich auf Berechtigte, die sich 
staendig und befugt im Bundesgebiet oder im Lande 
Berlin aufhalten, werden aber im Teil 2 fuer Nazi- 
verfolgte oder im Ausland Lebende fuer entsprech- 
end anwendbar erklaert. 

Teil 2 regelt die Leistungen an Berechtigte im 
Ausland (Auslandsrenten). Diese getroffene Rege- 
lung geht davon aus, dass bei dem im Ausland 
Lebenden eine Beziehung zu der jetzigen Bundes- 
republik oder dem Land Berlin bestanden haben 
muss. 

Unter Beruecksichtigung dieses Gesichtspunkts 
sind die jetzigen Traeger der Sozialversicherung zur 
Leistung nur verpflichtet, wenn das letzte versiche- 
rungspflichtige Beschaeftigungsverhaeltnis oder die 
Mehrzahl der I^eschaeftigungsverhaletnisse sich im 
Bundesgebiet oder in Berlin befunden haben. Fuer 
Bearbeitung fuer die Rentenversicherung wird die 
Landesversicherungsanstalt in Duesseldorf fuer 
zustaendig erklaert. Fuer die Berufsgenossen- 
schaften, die im Osten ihren Sitz hatten, wird die 
Zustaendigkeit noch durch besondere Verordnung 
bestimmt. 

Bezueglich der Berechtigten, die hiernach keinen 
Anspruch haben, sieht das Gesetz Ersatzleistungen 
in Hoehe des Rentenanspruches vor, wenn der 
Berechtigte zur Bestreitung seines Lebensunterhalts 
auf die Rente angewiesen ist. 

Die Sozialversicherungsgesetze bestimmen, dass 
eine Rente ruht, wenn sich der Berechtigte freiwillig 
im Ausland aufhaelt. Um den im Ausland lebenden 
Verfolgten des Nationalsozialismus die Geltend- 
machung ihrer Ansprüche zu ermoeglichen. be- 
stimmt das Gesetz, dass der Aufenthalt im Ausland 
dann nicht als freiwillig anzusehen ist, wenn der 
Berechtigte als Verfolgter zur Auswanderung 
gezwungen wurde. Durch diese Bestimmung wird 
ein Ruhen der Rente vermieden. 

Teil 3 des Gesetzes enthaelt Bestimmungen ueber 
die Moeglichkeit der Erhaltung der Anwartschaft 
durch Zahlung freiwilliger Beitraege. 

In den Uebergangsbestimmungen werden Fristen 
fuer diejenigen verlaengert, die bisher die laufenden 
Fristen nicht einhalten konnten. 

Der Gesetzesentwurf ist von der Bundesregierung 
dem Bundesrat zugeleitet worden und wird jetzt 
von diesem beraten. 

Wir werden ueber den Inhalt des Gesetzes einge- 
hend berichten, wenn es Gesetzeskraft erlangt hat. 

BUNDESRAT RATIFIES REPARATIONS 

AGREEMENT 

On February 20, the Bundesrat ratified the 
Reparations Agreement with Israel. The Agree- 
ment now passes to the Bundestag which is expected 
to ratify it very soon. 



AUSLANDSBEAMTENGESETZ 
Fristablauf 31. Maerz 1953 

Es wird nochmals darauf hingewiesen, dass 
Pensions-Antraege von frueheren Angehoerigen des 
oeftentlichen Dienstes und ihren Hinterbliebenen auf 
Grund des Auslandsbcamtengesetzes bis zum 31 
Maerz 1953 beim Londoner Generalkonsulat der 
Deutschen Bundesrepublik, Rutland Gate, 
London, S.W. 7, eingereicht sein muessen. Das 
Auslandsbeamtengesetz bezieht sich auf diejenigen, 
die eine pensionsberechtigte Stellung hatten oder 
eine solche erlangt haetten, wenn sie nicht auf 
Grund der Verfolgungsmassnahmen entlassen 
waeren. Es regelt die Ansprueche unabhaengig von 
dem frueheren Wohnsitz in Deutschland (d.h. 
einschliesslich der russisch-besetzten Gebiete und 
der Gebiete jenseits der Oder-Neisse Linie). Das 
Gesetz bezieht sich auf Gebietskoerperschaften 
(Staat, Stadt, usw.) und auf die oeffentlich-recht- 
lichen Koerperschaften, die im Gesetz aufgefuehrt 
werden, z.B. auf Handelskammern, Handwerks- 
kammern, Landwirtschaftliche Anstalten, Reichs- 
versicherungs-Anstalt, Krankenkassen, Sparkassen, 
oeffentliche Banken (Reichsbank, Preussische 
Staatsbank, usw.) und Reichsbahn. 

Soweit die Beamten juedischer Gemeinden gleich- 
zeitig Staatsbeamte waren, muessten sie neben dem 
Antrag im Entschaedigungsverfahren auch einen 
Antrag auf Grund des Auslandsbeamtengesetzes 
beim Londoner Generalkonsidat der Deutschen 
Bundesrepublik, 6 Rutland Gate, London, S.W.7 
stellen. Aus einem Erlass des bayerischen Staats- 
ministers fuer Unterricht und Kultus vom 20.8.1951 
No. II 35337 ergibt sich, dass die Lehrer der 
frueheren Israelitischen Volksschulen in Bayern 
Beamte des Staates waren, ihre Gehaeiter vom 
Staate erhielten und einen Gehalts- und Ruhege- 
halts-Anspruch gegen den Staat hatten. 



COMPENSATION IN BERLIN 

According to an Information received from the 
United Restitution Olhce, Berlin, the Entschaedi- 
gungsamt Berhn will not give priority treatment 
to applications which have been submitted as late 
as Summer or autumn 1952, unless the applicants 
are over 80 years old. 



KRIEGSVERSORGUNGSRENTEN IN 
BADEN-WUERTTEMBERG 

\\'ir haben in Nr. 9/52 auf einen Erlass fies 
Bundesarbeitsministers betreffend Zahlung von 
Kriegsversorgungsrenten an im Ausland lebende 
Berechtigte hingewiesen, die nicht die deutsche 
Staatsangehoerigkeit besitzen. 

Auf eirund dieses Erlasses koennen im Falle 
der Beduerftigkeit an Schwerkriegsbeschaedigte, 
Kriegswitwen und Kriegswaisen vom Bewilli- 
gungsmonat ab Renten gezahlt werden. 

Das Justiz- und Arbeitsministerium des Landes 
Baden- Wuerttemberg hat mit Erlass vom 10.1 1.1952 
angeordnet, dass, soweit Leistungen auf Grund des 
obigen Erlasses festgesetzt sind. Zahlungen fuer die 
rueckliegende Zeit seit dem 1.4.1950 auf besonderen 
Antrag erfolgen, wenn der Antragsteller vor dem 
8.5.1945 aus dem Gebiete des Landes Baden- 
Wuerttemberg infolge von Naziverfolgungen aus- 
gewandert ist und auf die Versorgungsbezuege zur 
Bestreitung seines Lebensunterhalts angewiesen ist. 

Voraussetzung ist, dass der Anspruch auf Kriegs- 
versorgungsrente auf Grund der Entschaedigungs- 
gesetze angemeldet worden ist. 

Der Antrag ist bei den zustaendigen Landesaem- 
tem fuer Wiedergutmachung Freiburg, Karlsruhe, 
Stuttgart und Tuebingen zu stellen. Die Zustaendig- 
keit bestimmt sich nach dem letzten Wohnsitz. 



HAFTENTSCHAEDIGUNGSANSPRUECHE 
IN BADEN-WUERTTEMBERG 

Nach einem Erlass des Badisch-Wuerttem- 
bergischen Justizministeriums koennen Haftent- 
schaedigungsansprueche solcher Berechtigten, die 
nach dem 8.5.1945 verstorben sind, zur Erstattung 
kommen, wenn die Berechtigten entweder an den 
Folgen der erlittenen Verfolgung oder in Armut 
gestorben sind. Die Landesaemter in Baden- 
Wuerttemberg sind jetzt bereit, Antraege dieser 
Art zu bearbeiten. Anspruchsberechtigte, die nicht 
in der Lage sind, einen Anwalt oder Rechtsberater 
zuzuziehen, werden gebeten, sich an das United 
Restitution Oftic(\ S l"airf.i.\ Mansions. London, 
N.W\3, zu wenden. 



JEWISH CLAIMS CONFERENCE ON 

AUSTRIA 

It was resolved in New York that about twenty 
of the organisations which form the Board of the 
" Conference on Jewish Claims against Germany " 
will also contact or advise on the negotiations with 
Austria which are presumed to commence in 
Vienna in April after the elections are concluded. 
Former refugees from Austria will be represented in 
tliis Conference ; the problem is under discussion 
and efforts are under way to appoint a Joint repre- 
sentative for the former Austrians in Israel, the 
United Kingdom, and the U.S.A. The Association 
of Jewish Refugees and the Jacob Ehrlich Society 
have agreed to the Suggestion of the U.S.A. Organi- 
sation that the Nobel Prize-winner, Professor 
Loewy, formerly of Graz, should be the representa- 
tive of all the Austrian Refugees. They further 
suggested that a World Council of Former Austrian 
Refugees should be established on the model of the 
Council of Jews from Germany. 



COMPENSATION FOR DEPRIVATION OF 
LIBERTY FOR FORMER AUSTRIANS 

The present Austrian law on compensation for 
deprivation of liberty refers only to victims v.ho still 
possess Austrian nationality. The Austrian 
Government was advised by the Allied Council in 
Vienna to enact an additional law within six months, 
i.e., by the end of February, 1953, by which all 
former victims irrespective of their present nation- 
ality would receive compensation. The inter- 
national Jewish organisations, in collaboration with 
the Association of Jewish Refugees and the Jacob 
Ehrlich Society, have urged the enactment of such 
a law, and now learn that a draft law is being 
prepared, but has to await discussions until after 
the elections in Austria at the end of February. 



EXCHANGE RATE OF BLOCKED MARK 

The " Aussenhandels-Blaetter der Rhein-Ruhr- 
Bank " of January 7, 1953, publish a summary of 
the exchange rate of blocked Mark during the 
twelve months of the past year. The tablets reveal 
that in January, 1952, the selling rate amounted to 
DM. 19 and in December, 1952, to DM. 17,80 for 
£1. The climax was the month of September, when 
£1 could be obtained for blocked DM. 16,20. 

FEDERAL INDEMNIFICATION LAW 

In accordance with the undertakings of the 
Hague Conference the German Federal Government 
has drafted an Indemnification Law. The draft is 
now circularised amongst the German Laender. 



ENTSGHAEDIGUNGSGESETZ HESSEN 
Aenderung der Verfahrensordnung 

Im Gesetz und Verordnungsblatt des Landes 
Hessen vom 23.12.1952 ist eine Aenderungsverord- 
nung vom 15.12.1952 veroeffentlicht, in der die 
Zustaendigkeitsverordnung vom 27.2.1950 ergaenzt 
und geaendert wird. 

Auf folgende Bestimmung der umfangreichen 
Verordnung wird besonders hingewiesen : — 

Bisher war die Frist zur Anmeldung auf Grund 
des Hessischen Entschaedigungsgesetzes gewahrt, 
wenn rechtzeitig eine forwlose Anmeldung ein- 
gereicht war. 

Die I'Yist war auch gewahrt, wenn bis zum 
30.9.1950 angezeigt worden ist, dass die Anmeldung 
irrtuemlich im Rueckerstattungsverfahren in Bad 
Nauheim rechtzeitig erfolgt war. 

Nunmehr bestimmt Par. 7a, dass in diesen Faellen 
die formale Anmeldung auf den vorgeschriebenen 
Formularen bis zum 31.12.1953 nachgeholt werden 
muss. Geschieht dies nicht, so gilt die Frist als 
ersaeumt. 



Hart Son & Company (london) Ltd. 

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New Addrkss: 

Dashwood House, 69 Old Broad Street, E.C.2 
Tel: LONdon wall 2641 

BLOCKED GERMAN MARKS 
AND AUSTRIAN SHILLINGS 

ENQUIRIES INVITED 



I 



Pajje 4 



Dr. I. Moybaum^ 

DIALOG UE WITH BUB ER 




In this paper which is read bv Jcws front Germanv and A iistna, it is not necessary to puhlish htographical 
details about Martin Buher on thc nccasion of hü 15t'h birthday. He was, and rnnains, ofie of us. German 
fewrv shaped his outlook and hc, thc great teacher, shaped German Jewry's lijc in many ways. ^^ e read ivith 
admiration his Essays about Chassidic Pietv and näther he nor we drcw conclusions from this type oj Judaism : 
German fewrv remained in the tradition of Moses Mendelssohn, Hcrman Cohen and Leo Baeck ; it was a 
tradition in which Synagogue and lecture room spread Judaism oj a rational and moral knid ; mysticism 
bccame for US a hind ot Jcwish litcrature-it ivoidd not become a way of life. . , , r ., m 

We remembcr that part of Buber' s way which he shared with Franz Rosenzwetg. In those unjorgcttablc 
vears he was nearest to us. Later on, in the vears 1933-1938 Buber, lecturing, nay, preachtng to German 
Jewry and giving consolation, rose to his greatest staturc. In Israel he became the fighter on the side of Magnes, 
a ßßhter for an understanding with the Arab world. . . , ,_,.-/.. l / ; 

We sincerely hope that Buber has still an importanl role to play, not only in thc world of letters, but also 
on that stage of history where the Jczvish people pleads for fair understanding of its c/aims in the Diaspora 

and in Israel. . . ,, , , i j ^ / ^( 

This article is meant to celebrate Buber' s birthdav bv talking with htm. Buber gave us his whole pcrsonality 
when he talked with us and when we ialked with him. The article is not mcrely a review of J^ub^r's jätest 
publication, but a dialogue with him, who was never the writer hidden behind the pages of his hooks, but ahvays 
the master in personal contact ivith thosc who listened to him. 



Martin Buber has published a number of books 
since he left Germany and settled in Israel. But only 
the book under review (Recht und Inrecht-^ 
Deutung einiger Psalmen, Benno Schwabe & Co.. 
Basel, Fr. 3.75) and that published immediately 
before it (" Images of Good and Evil," Koutledge 
& Kegan Paul) face the Situation confronting the 
Jew after the catastrophe in thc course of which 
Oi million of our people perished. All the other 
publications. very valuable as they are, could have 
been written before 1945, even before 1933. Ihat 
is by no means a derogatory statement. It is 
bound to take a long time until our reaction to 
events of such immensity and of such terrible 
cruelty can be expressed in words. The first reaction 
is mute Stupor, a silence lasting for years ; tears, 
outcries, and protests are also reactions, but it needs 
more than that to adjust oneself to a new Situation. 
What is necessary is a creative answer to the 
challenge of a world utterly changed, cruelly 
different from what was before. Thc wholc Jewish 
writing of the years after the Sccond World War, 
plentiful as it is, so far reveals an incapacity to 
answer the challenge of the ncw age. The exceptions 
are few. Buber is now one of these few. In this 
world, created by a nierciful God, there is injustice 
and sin, and something which is worse : wickedness 
which is willed injustice and sin. This is the problem 
with which our generation is burdened. 

After having dealt with this problem of our age 
in his previous book, " Images of Good and Evil," 
delving deep into academic learning, Buber now, in 
this little commentary, turns to a few selected 
psalms. He throws off the mantle of the scholar 
and speaks in the language of a modern psalmist. 
It is often said that Buber's style is difficult. This 
does certainly not apply to this valuable little book, 
which may be compared with the books of pious 
stories and homilies which our ancestors read for 



their religious edilication and uplift. Buber does 
not lecture, he teils his story, beginning again and 
again in the first person : " To-day I return again 
to the Psalm which, in accordance with Franz 
Kosenzweig 's will, I read at his grave . . ." or 
" Often, when 1 turn to the Psalms . . ." or " The 
deeper the experience of my life penetrates this 
Psalm ..." In this way, the great sage talks to 
US, and we can easily understand him, whether we 
are learned or not learned, young or old, or whether 
wo are — and that must be specially emphasised — 
Jews or Christians. This little book with its 74 
pages and its moderate price can bring inspiration 
to a great number of people. 

The " Law " and the *' Lehre " 
I Buber never translates Torah with the word 
T Law," as the Jew of the Anglo-Saxon countries 
ioes. He says " Weisung," this being his own 
Version of the word " Lehre," with which we 
(}erman Jews were used to translate the word 
Torah. Ho thus stresses the doctrinal side of the 
Torah, whereas the legal dement is either not there 
or not emphasised. (iod is to him like a loving 
teacher. But (iod is also a father whose love does 
not prevent him from giving commandments to his 
children. These commandments are expressed in 
the strict imperative " thou shalt." As regards the 
difference between good and evil, Buber evades 
consistently translating the word " Tsaddik " into 
" just " or " righteous." The " Tsaddikim " are the 
" Bewährten," those who walk in harmony with 
God's tuition. " Es gibt ' die Guten ' nicht. Aber 
es gibt das Gute," he writes. 

Here is the reason why I call Buber's profound 
and Jewish book a Cierman book, and 1 hope what 
I say will not be seen as an inappropriate paradox. 
Buber's endeavour to avoid legalism, to avoid pride 
in moral satisfaction shoots over the mark. He is 
in the camp of Immanuel Kant who, in his ethical 



LAW and LIFE 

LegcU A dvici (for persons with limited means only) may be obtained through the A J R Social ServicesDepart men t . 



THE CONVENTION ON THE DECLARA- 
TION OF DEATH OF MISSING PERSONS 

One of the more fruitful activities of the I'nited 
Nations, in a humanitarian field, is the Convention 
mentioned in tiie headline which was signed at Lake 
Success on April 0, 1950. As always in the case of 
international Conventions, this one too can only 
obtain practical iniportance if it is ratified by a 
suHicient number of countries. This is generally a 
slow process ; in the case under review, however, 
a hopeful beginning has been made by the fact that 
the State of Israel has been one of the first ratifying 
States ; it is hoped tliat other countries of special 
iniportance to our readers will follow. 

Due to the effects of the Xazi terror, most of us 
have, in recent years, become involved in proceed- 
ings for declarations of death. Thc procedure was 
sometimes cunibcrsonio, and, c\n\ if it had been 
successful, there was no guarantcc that the dcclara- 
tion of death by thc Ctmrt of one country, say of 
Crcrmany. would be rocognised by th«^ Court of 
another country, say (^»reat Britain or Israel, where 
assets of the nnssing porson had been Imi nd. 



The most important provision of the United 
Nations Convention (space does not permit to report 
on its clauses in detail) is that declarations of death 
pronounced in accordance with the Convention will 
be valid in all the contracting states, unless contrary 
evidence is submitted. Applicants will have the very 
wide choice to apply to either 

(1) The Tribunal of the place of the last domicile 
of the missing person or of his last voluntary or in- 
voluntary residence ; 

(2) the Tribunal of the country of which tlic 
missing person was a national ; 

(3) the Tribunal of the place where there are 
assets of the mivSsing person ; 

(4) the Tribunal of the place of decease of thc 
missing person ; 

(5) the Tribunal of the place of domicile or 
residence of the applicant if he is a near relative of 
the missing ptTson. 

An International Bureau for Declarations of 
Death has been established at the Palais des Nations, 
Geneva, wliirh will assist in carrying through the 
Conventicui. It issues in suitable intervals a Bidletin 
which will Ix» widely distributed and. ivtcr alia, 
regularly taken by AJH Information. 



AJR INFORMATION March, 195 3 

treatise, wrote the monumental sentence : " There 
is nothing in the world which could unconditionally 
be called good, except the good motive." The best 
motive transformed into action is, if not failure, 
certainly imperfect. This is the tradition of Luther 
who denied the possibilities of " good works " and, 
to go further back, of Paul who complained : "1 
know what is good, but l do what is wrong ' 
(Romans v, 19). 

1 do not say Buber is mistaken ; what l nican is 
that he sees only one side of the matter, namely, 
that side which reveals itself to one whose surround- 
ing Christian civilisation is of German Pauhne 
fabric. Buber's " Es gibt ' die (Uiten ' nicht," only 
reveals one aspect of thc Jewish position. Ihe 
Jewish conviction is that justice is possible ; the 
Jewish ambition to do good, to be just, to be a 
Tsaddik is not out for an illusion. We say in our 
Yom-Kippur liturgy : " We are not so arrogant 
(asepanim) as to say, we are Tsaddiknn, alas, we 
have sinned." But we know we can do the good 
deed. We can be Tsaddikim. They do exist. 

Two Civilisations 

How is it that 1 feel able to argue with Buber, a 
giant of Jewish learning indeed :" Why can 1 sec 
what Buber cannot see ? It is because I am now 
living in the midst of the Anglo-Saxon world. 
Buber, though originally a native of Hastern 
Europe, is still a German Jew. Nowhere but in 
Israel could German Jews, intellectually and 
spirituallv. remain to such a degree what they were 
before. 'There, no indigenous civilisation forced 
them to change. It is different with the German 
Jew who went to England. Here the Christian 
civilisation is not of Pauline but of Petrine fabric. 
Even if we think of the boy scout who sets out 
for the " good deed of the day," we realise the 
difference in the atmosphere from that of Luther's 
country. We understand Shylock, with the com- 
mentary of English daily life around us, as an 
English character. What Shylock says amounts t(i 
the often heard sentiment : The Law is the Law. 
" ' We have to take the Law as it is,' Lord Goddard, 
Chief Justice of England, once said, ' always 
remembering that in Other and Higher hands mercy 
may be extended.' When Lord Goddard refers 
to the Almighty, there seems to be the Suggestion of 
another court, not unlike his own, but far away, 
and possibly slightly eccentric." [Thc Observer). 
Shakespeare never met a Jew. Shylock is not a Jew 
but, being truly human, he has Jewish features ; 
he is a hero who fights a moral battle for the validity 
of legal undertakings ; he is an luigHsh cliaracter 
and he would not understand a (ierman, who called 
a contract "a scrap of paper" as the disciple of 
Kantian philosophy, Bethmann- Hollweg. did. 
Portia's casuistry in her speech in court outdoes all 
the casuistry which is supposed to be typical for 
the talmudic Jurist. But in the antagonism between 
Judaism and Hellenism, she gives the palm to 
Judaism : " How far that little candle throws his 
beams, So shines a good deed in a naughty world." 
She does not speak of "the word" (logos) which 
shines in the darkness, but she clianges the words 
from the gospel and speaks of the good deed which 
shines in the darkness. In this light man can walk 
here on eartli ; he who does so is the Tsachhk. 
He exists. 

Middle class " respectability " is spoken of iu 
P2ngland without the reproach of bourgeois 
hypocrisy. Integrity means not merely good 
motives, it means the success of a man, of a group, 
of a country of putting into practice what is honest 
and fair. We Jews call ourselves the heirs and 
trustees not only of tlie prophets, but also of the 
Pharisees. We certainly do not translate the word 
Tsaddik into Saint. In Chassidism this wrong 
translation caused nearly wliat could be caded ;) 

I Jewish heresy. But when we reuK^mber an honest 
friend or neighbour whom we could trust and who 

j never failed us, we may see in him the man whom 
the Hebrew word Tsaddik denotes. 

! Cierman spiritualisation of morality, dangerouslv 
unprotected against barbarism, and English legal- 
ism, dangeroUvSly unprotected against hypocris\ , 
, harshness and rigidity, give a chance to prove the 
I mettle of Jewish universalism. which must be moii* 
I than the abstract political ideology of cos- 
I mopoHtism ; it must be the hnman ability to com- 
bine in one : midat-hadin and midat-harachamim, 
) the measure of judgment and the measure ol 
I mercy, the spiritual depth of the good motive an«l 
a wide reality in which R(iod dc(xls can hajipily 
succeed. 




AJR INFORMATION March, 1953 

H. L. Berlak: 

A CHAPTER IN OUR HISTORY 

60th ANNIVERSARY OF THE C.V. 

ßut for Hitlerism, the " Ccntralvereiu 



Pa^e 5 



Staatsburger judischen (ilaubens " would havc 
celebrated its 60th annivcrsary on March 22 1{)53 
To-day. thc achievcments of German Jewrv are 
largely forgotten, the remnaiits of Clcrman Tcwrv 
are dispersed, their institutions dissolved, their 
ideas, Ideals and organisations often misunderstood 
or even despised. So we ask ourselvcs if there is a 
place in history for this Organisation, which once 
pnded itself on being the largest of the inanv 
organisations of German Jewry. 

The 19th Century was the era of eniancipation of 
Jevvry. European civilisation knocked at the gates 
of the ghettoes and in all countrics Jews had to 
face the contact with the outside world, their self- 
contamed shelter having disappeared. Xo statistics 
teil US how many were lost to Judaism in those years 
when " baptism provided the ticket for admission 
to European civilisation." Were Judaism and the 
Jews to disappear ? 

The answer of German Jewry came first froni the 
religious leaders. Samson Raphael Hirsch on the 
one side and Zunz and Abraham Geiger on the 
other. proved that Jewish religion and European 
civilisation were not irreconcilable. Aside of the okl 
congregations, innumerable charitable organisations 
grew up ; orphanages, hospitals. old age homes, 
seminaries for the education of teachers were 
established, rabbinical seminaries were endowed 
where the " Science of Judaism " was taught in close 
connection with the Universities. A renaissance of 
Judaism had begun. 

*' Schutzjude oder Staatsbuerger ? " 

Yet no political Organisation of Jewry existed. 
A new danger threatened C;erinan Jewry. The 
pohtical movement of Jewish emancipation had 
never silenced its adversaries. Higher and higher 
became their aims, under the leadership of the 
Ahlwardts and Stoeckers, the nearer the Century drew 
to Its close. German Jewry remained sileiit and left 
the light against anti-semitism to the well-meaning 
Gentiles, the Gneists and Mommsens. 

It was a small group of Jewish undcrgraduates 
of the University of Breslau which, in 1886, re- 
mmded German Jewry in their " Aufruf an unsere 
Glaubensgenossen " that Jews had to act theni- 
selves. and to fight in self-defence. The " Viadrina " 
was formed and out of her grew the K.C. Xo similar 
Organisation of Jewry as a wliole resulted from this 
move until, on New Year's dav 1893, a Httlc 
anonymous brochure, " Schutzjuden oder Staats- 
buerger," was published which demanded that Jews 
themselves should claim and defend their rights and 
that they should not remain merely objects of 
politics. 

This lighted the fire, and only a few weeks later 
the C.V. was formed. The name-^later so often 
sarcastically interpreted --" German Citizens nf 
Jewish persuasion " is best explained by the words 
spoken by Eugen Fuchs in 1897 : " If there is room 
in our country for classics and romantics, for 
individualists and .socialists, for free men and 
zealots, for Nazarenes and Hellenists, so future will 
prove, this 1 am convinced, that there is room on 
German earth for (lerman Citizens. Christians as 
well as Jews. . . . It is not necessary to take any- 
thing away from Jewish belief in order to be a good 
Citizen." In 1895, Fuchs had alreadv proclaimed 
rather prophetically : " We do not want to allow 
our rights as Citizens to be diminished by reason of 
our Jewishness. If our rights should be denied. we 
will gain in sympathy, and if my hope in man- 
kind should prove wrong, for our own sake I would 
advise to continue our fight." The founders of the 
e.V. were conscious of the limitations of their 
Solution. ^ At the lOtli anniversary iMichs said : 
" The C.V. is not the last word. Perhaps we will 
live to See the C.V. replaced by the ofticially 
recognised, all embracing representation of Jewry." 
It was a time of awakening of political conscious- 
ness of Jewry. The Ahlwardts and Stoeckers had 
shovvn in Germany, as the Dreyfus aflair in France, 
that eniancipation by itself was no Solution of the 
eternal Jewish problem. The conception of the C.V. 
was not the only answer to the challeiige either. 
Only two years later. Herzl pubhslied the " Juden- 
staat," and soon the internal Jewish controversies 
raised the question of " assimilation." What made 
the " Jew," what distinguished him from the 
" Gentile " f If we read to-day the (hscussions of 



these days they speak a language which is not any 
longer our own ; they were possible only in a 
country where everything had to be rationalistically 
scrutinised and logically explained. 

The C.V. had accepted the equality of Jews laid 
down by the Constitution as a basic human right 
of the law-abiding and loyal Citizens. At no time, 
the C.V. deviated from his principal aim to fight 
for Jewish rights. But could this be done without 
going into the fundamental question of the position 
of the Jew in the non- Jewish world ? Much energy 
had to be devoted to the discussion with Zionisni. 
German Zionism, in the days of its youth, thought 
little of defence against anti-Semitism. For some of 
its followers it was the " Negation of the Galuth " 
which made any defence senselcss, for others it was 
the belief that the creation of a Jewish State, the 
re-birth of a Jewish Nation, would automatically 
remove all prejudices against Jews and Judaism'. 
In later years, the problem of dual loyaltv, although 
fought on the grounds of theory only, lieated heads 
and hearts. 

From 1897 onwards, the question was asked : Is 
the C.V. " Abwehrverein oder Gesinnungsverein " ? 
Is it an Organisation for defence only, is it " anti " 
only, or is it also " pro " something ? Again and 
again the answer was : The C.V. is both. It 
claimed equal rights for the Jews as German Citizens 
based on the conception that thev can do so if they 
are faithful to their fatherland. The Jew was 
expected to be faithful to his Judaism but second 
to none in his patriotic attitude. 

The C.V. was a child of its time and its surround- 
ings. It was born at a time when the best men 
of all nations considered nationalism a passing phase 
to world citizenship, although, in Germany, the 
liberal meaning of nationalism of the 19th Century 
gaye way to a more narrow and militant interpre- 
tation. The C.V. therefore sometimes appeared to 
(iver-emphasise the national aspect of its attitude. 

The Palestine Problem 

The problem of the foundations of Jewish 

existence made it also necessary to deal with the 

problem of Palestine. In its early days. the C.V. 

could refrain from entering into this question. 

Palestine was then a field for charitable activities, 

and the answer given by Fuchs in 1897 seemeci 

suflicient. The objects of the association did not 

embrace this sphere. The C.V. as such was never 

" anti-Zionist " beyond demanding loyalty to the 

Homeland to which many Zionists subscribed whole- 

heartedly. Among tlie inem!)ers there was certainly 

a majority of non-Zionists, but as years passed by 

no responsible leader of the C.V. restricted the 

definition of Jewry to a religious Community only. 

Zionism too lost some of its nationalst tlavour in 

Germany, and when the VVeizmann -Marshall agree- 

ment transformed the Jewish Agency into a co- 

operative between Zionists and non-Zionists, many 

of the leaders of the C.V. shared in tiiis work. 

Few of the thousands who were members of the 
C.V. were fully aware that these di.scussions hardly 
touched the fringe of the real work of the C.V., the 
untiring efforts in all spheres of political activities 
to fight for Jewish rights. ^Vhen in Germany few 
politicians were aware of the danger of Xazisni, the 
C.V. Cassandra-like raised its voice, warning 
secretly here, accusing publicly there. 

The days of the C.V. were numbered, when 
Hitler came into power, but it did not give in. It 
shared in the great upheaval of German Jewry in 
those hopeless days from 1933-1938 to which "füll 
justice has not been done yet. Should not just 
AJR Information reniind its readers of the 
courageous language spoken then by " C.V. 
Zeitung" and " Juedische Rundschau" aHke in 
the spirit of Fuchs's word of 1895 ? 

The great conception of the Right of Man on 
which the work of the C.V. had been based was 
overthrown by thc powers of tyranny. They 
trampled down all ideas of equality and liberty, they 
destroyed all mo\ ements which stood for these ideas 
and with them Jewish organisations of all sliades. 
Hitler proved right tlie word so often quoted by 
Ludwig Hollaender : " F'rom humnnism throii^h 
nationalism to bestiahty." 

The C.V's postulate of Jewish pride, combining 
faithfulness to the Jewish heritage and loyalty to 
the country, and the belief in the duty of fighting 
for one's riglit have become generally accepted by 



ANGLO-JUDAICA 



Jews and Comniunists 

The new Russian antisemitisni continues to 
arouse the fiercest indignation. After a debate on 
the alleged " doctor's plot," the Board of Deputies 
passed a resolut ion expressing " abhorrence at this 
tatest use of antisemitisni as a dcliberate instrunient 
of policy by the rulers of the Soviet Union." A 
solemn protest by the Chief Rabbi was broadcast 
in the liuropean Service of the B.B.C. Dr. Brodie 
also issued a special })ra>er for Eastern Jevvry to be 
recited on Sabbat h after the prayer for the Royal 
Family, and on liis initiative communal leaders 
met to consider Joint action. A mass meeting of the 
Zionist Federation in the East End was held in the 
teeth of interference by Jewish Comniunists (mostly 
voung people) who included the Stepney Borougii 
Councillors, Messrs. Max Levitas and Arnold 
Posner. 

At the Board the Soviet cause was defended by 
three — Labour Councillor A. Wolffe, speaking in the 
name of the Grand Order Sons of Jacob ; A. Stein, 
representing the Kingsbury Synagogue but speaking 
in a personal capacity, and H. Miller who was 
expressly disowned by his constituent, the F^ulham 
and Kensington Synagogue. 

On a larger scale the Soviet attack was carried 
forward at what was called " A Meeting of Jewish 
Workers " which was addressed by Mr. Jack 
Gaster, a son of the late Haham, now prospective 
Commiinist Parliamentary candidate for Stepney, 
and Mr. Solly Kaye, local Party organiser, wh() 
urged the faithful not to leave the Party " as a 
number have done." Another prominent Sovietist, 
the Hon. Ivor Montagu, brother of the AJA's 
President, in an address to the British Soviet 
F'riendship Society, accused the leaders of Anglo- 
Jewry of being " reckless though not deliberate " 
spreaders of falsehood. An active part in the cam- 
paign is also taken by Professor Hyman Levy, Chief 
Professor of Mathematics at the Imperial Colk'ge 
of Science, and Mr. Andrew Rothstein, London 
repräsentative of TASS. 

Education 

The percentage of London children recei vi ng 
Jewish education is constantly declining. From 
(34 per cent in 1923 and 50 per cent in 1935, the 
figure has fallen to tx^low 40 per cent — 13,000 out 
of approximately 35,000 Jewish children of school 
age. In Manchester only 1,000 children out of 
3,000 received any Jewish education, in Leeds 850 
out of 2.000 and in (Glasgow 717 out of 1,240. 
though in Birmingliam the figure is more 
encouraging — 510 out of 550. 

Notable progress is being made by the Hebrew 
Teachers College at Gateshead. Within the seven 
years of its existence. it has trained 208 students. 
At present Hl lecturers are in Charge of 74 pupils 
including50 Hritish-l)ornand 24 from Israel, l-Yance, 
Belgium, Switzerland and Morocco. 

Board of Guardians Social Work 

The Loan Department of the Board of (iuardians, 
whose purpose is to assist small Jewish traders. in 
1952 granted 123 loans. amounting to £1,H77. i.e., 
an average of /(U. In 1950 the total amount lent 
was {4,500, with an average of ^57 ; in 1940 the 
figures were £i),lH'2 and ^01. 

A Jewish landmark of the East End is to dis- 
appear. .The Workers Circle Friendly Society, 
Socialists Left to Labour. will seil their head- 
([uarters for over 25 years, Circle House, which has 
been a centre of communal activity. The reason is 
said to be dwindling membership and especially 
that lack of new young members which is feit in 
inost friendly societies. The Jewish Lads Brigade 
will also leave Aldgate as their headquarters since 
1913. Cauiperdown House, is closing down this 
inonth. 

The next Lord Mayor of Manchester will be 
Alderman Abraham Moss, J.P., a Vice-President of 
the Board of Deputies. Another Jew, Councillor 
Shlosberg, will be Mayor of Salford. 



Jews all over the world. In all countries of Westeru 
civilisation Jews live their lives — as Hollaender once 
put it — as loyal citi^< ns " nicht gleichartig aber 
gleichwertig." The world in which the C.V. worked 
d(jes !iot exist any more, but wherever Jews, both 
the former adherents and the former opponents 
of the C.\'.. may stand to-day, they can agree on one 
point ; It has written a great chapter in the history 
of German Jevvry. 



Page 6 



AJR INFORMATION March, 1953 



Herbert Freeden (Jerusalem) : 



\ FROM REXINGEN TO ISRAEL 



" Inventions " are often madc by chance, even 
sottlement innovations. Wheii, in the year 1938. 
iiewcomcrs froni Germany (mainly from Kexingen 
in Württemberg) foundcd a village in the Western 
Galilee which was called Shavei Zion. they did not 
know that they were making settlement history. 
They wanted to live in their own houses, the wives 
were used to their own kitchens and the c liildren 
were supposed to eat with theni at the same table 
and sleep under the same roof. On the other band, 
they needed, for their pioneering venture in a part 
of the country which, at that time, was undeveloped, 
collective security which prevents illness, or the loss 
of a cow or the failure of a crop from spelling disaster 
to a whole family. Thus they combined the features 
of a kibbutz with that of a moshav — they took the 
best from collective settlement, mixed it with 
characteristics of the private sector and created 
what is called a Moshav Shitufi — of which there are 
to-day 30 in the country. 

But time does not stand still, and forms of settle- 
ment have to be modified according to the changing 
circumstances ! Now, Shavei Zion has drawn up a 
new Constitution which, in many respects, presents 
a development of the original idea. At the time of 

PERSONA LIA 

The art historian, Prof. Max J. Friedlaender 

(formerly University 13erlin) was awarded the Grand 
Gross of Merit with the Star of the West-German 
Republic. Prof. Friedlaender now lives in Amster- 
dam. 

On the occasion of bis 75th birthday, Kommer- 
zienrat Frederick Preston (formerly Fritz Pretz- 
f eider) was given the freedom of bis former home 
town Klingenbrunn, l^avaria, in recognition of bis 
outstanding Services. Mr. Preston, who now lives at 
16 Hillcrest Court, Shoot-up Hill, London. N.W.2, 
was the owner of the Glashütte Spiegelau. 

* 

Dr. Julius £lkan, formerly specialist for Ear- 
Nose-Throat diseases in Munich, now living with bis 
wife in Lugano, Switzerland, will receive bis Golden 
Doctor Diplonia at Munich University on lOth 
March 1953. 

On 26tb March Dr. Otto Simon (67 Chesterton 
Road, Cambridge) celebrates his 80tb birthday. 
Dr. Simon, who is the descendant of an old Magde- 
burg family, was a highly respected Ophthalmie 
surgeon in his bome town, where he also held leading 
positions with Jewish organisations such as the 
B'nai JVrith Lodge and the jewish Central- Verein. 
He has been a most interested member of the AJR, 
Cambridge Group, since its inception and has 
througbout the years taken an activ^e part in its 
activities. Together with his other numerous 
friends the Hon. Othcers of the AJR extend to 
Dr. Simon their sincerest thanks for all his devoted 
Services in the interest of German Jewry and wish 
him many happy years to come. 



The author Jakob Picard, who now lives in the 
United States, recently celebrated his 70th birth- 
day. Picard comes from a family which forcenturies 
had been living at a small place of Southern Badenia 
and is particularly well known amongst former 
German Jews by his novelettes which reflect the 
life of " Land Juden " in Southern Germanv. 

♦ 
The former Rabbi of Halle, Dr. Albert Kahlberg 

(Göteborg C, Olivedalsgatan 20) was 70 years old. 

DEATHS 

Rabbi Dr. Julius Jelski (formerly Jüdische 
Reform-Gemeinde Berlin) died in Montevideo 
(Uruguay) at the age of 85. 

« 

Mr. Georg Less, formerly Stadtrat in Breslau, 
died in Montevideo at the age of 82. 

* 

Rechtsanwalt Dr. George A. Jacoby (Frank- 
furt/Main) died at the age of 54. Prior to 1933 he 
was a well-known lawyer in Berlin. When, after 
the war, be resumed his legal activities in Frankfurt, 
he also closely co-operated with the l'nited Restitu- 
tion Office. 



the foundation, eacb member of the settlement had 
invested 1/1,000. Now, these investments have 
been transformed into the " hard " currency of the 
value of houses. Altbougb the houses are the 
property of the Community, eacb member, after 15 
years of residence, is credited with a certain pro- 
portion of the value of his house. A settler who 
leaves the settlement can claim compensation on 
the basis of a twentieth part of the value of a house 
for each year of his residence in Shavei Zion. These 
new arrangements were made as the settlement 
decided to increase the number of the population 
from 50 to 80 families. The newcomers, who almost 
all hail from Europe, especially from Hungary and 
Czechslovakia, make only symbolic payment of 
I/IOO, and, therefore, the investments of the 
founders had to be safeguarded. However, a new 
member who wants to invest more capital, will 
receive the same benefits as the old settlers. 

Shavei Zion, which belonged to the first two 
Jewish Settlements in the Western Galilee, can look 
back on a chequered history. Already at the time 
of the foundation, 14 years ago, it had to brave the 
Arab riots and defend the seil, on which after the 
Sectmd World War, many other, now prosperous 
; Settlements were established. Again, it stood guard 
I in the fateful days of the year 1948 when, severed 
from the rest of the Yishuv, it belped to win the 
Western Galilee for Israel. 



Against Urbanisation 

Shavei Zion 's bigger sister, the neighbouring 
Nahariya, has developed into a veritable township. 
But Shavei Zion is untouched by the " trend 
towards the city," it is free from the ambitions of 
so many other Settlements to become urban. This, 
of course, has its cause in the origin of the settlers 
who, in their majority. hail from villages, and 
villagers they want to remain. They are " rural " 
not by necessity but by choice, and do not wish to 
turn suburban or to industrialise their settlement. 
From this point of view, the new members are being 
selected. They are not only to fit into the social 
atmosphere of the village, but before all, they must 
have the firm resolve to pursue agriculture. 

This does not mean that Shavei Zion is content 
with its achievements, impressive as they are. 
There are plans for the expansion of agriculture, 
in which, only recently, another 1/80,000 were 
invested. A cold storage plant is in the process of 
being built, new irrigation projects have been 
Started to extend the area for intensive farming. 
But intensive agriculture requires skilled labour and, 
naturally, in such a small Community, the problem 
of the second gencration plays an important part. 
Ivuckily, the cbildren of the founders, on the whole, 
are willing to carry on with the work of their parents 
and remain faithful to the settlement, apart from 
cases, of course, in which the daughters " marry 
away." Nevertheless, the problem of manpower is 
serious, for the average age of the founders is now 
over 50, and altbougb the new immigrants who have 
joined the village recently are younger, the annual 
number of births is, on the average, not more than 
6-7 — not enough to maintain a school. Thus, the 
lower forms are being taught in Shavei Zion, and 
the oldcr pupils are sent to Nahariya. 

Farming requires soil, and the shortage of soil 
from which Shavei Zion had sulfered for ten years 
was solved in 1948 when new areas were added to 
the settlement. In the beginning, 50 families had 
to live on 600 dunams, which made their existence 
precarious. The present area of 2,400 dunams, toa 
large extent soil of the Jewish National F\md, 
enables a füll utilisation of the manpower of the 
village. The largest part is under cereal and 200 
dunams have been set aside for vegetables. There 
are 200 cows and 600 poultry. The few Workshops 
operate solely for the repair and overhaul of tlie 
agricultural machinery. 






When one walks through the shaded lanes, lined 
by gardens and neat houses, one breathes an air of 
success and prosperity. Well-cared for lavvns and 
sturdy trees add to the pleasant and cheerful 
atmosphere. Yet there is no possibility for summer 
guests. Even the fact that the settlement is situated 
by the sea, even the sandy beach could not induce 
the settlers to turn it into a seaside resort ; Shavei 
Zion stays rural. 



Old Acquaintances 

A Bestseller : —She was a very young and 
promising Journalist, when we met her first in 1933 
in Vienna, and we used to work together on the 
staff of Hans Habe's first newspaper, " Der 
Morgen." Now, Annemarie Selinko is the authoress 
of " Desiree," a best-selling novel all over the world. 
She published her first book still in Vienna ; it 
was called " Ich war ein haessliches Maedchen," 
became a success and a picture on top of it. When 
Hitler invaded Austria she went to Denmark and 
married the diplomat Erling Christiansen. She 
wTote two more books : " Morgen ist Alles besser " 
and " Heute beiratet mein Mann." But only her 
fourth novel brought her fame. " Desiree " is the 
diary of Marshai Bernadotte's wife, and a best- 
seller everywhere. Annemarie Selinko still lives in 
Copenhagen with her husband and her five years 
old child. 

Home News ; — Lilli Palmer's sister, Irene Prador, 
is appearing in the new cabaret " La Ronde " 
successfuUy. — Hilde Spiel- de Mendelssohn is 
adapting " Women of Twilight " into German. — 
Martin Miller will be in the new picture " Final 
Night " ; Fritz Schrecker in " Counter Spy." — 

Milesiones: — Ludwig Nuernberg, father of the 
late Journalist Rolf N. and one of Berlin's best- 
known hosts, celebrates his 90th birthday in Buenos 
Aires. The famous parties and recej^tions in his 
house, Tauen tzienstrasse 13a, used to be attended 
by everybody who was somebody in the old days. — 
Vicky Baum, the celebrated novelist, is <iSb ; she 
now lives and works in Hollywood. — Elow, who was 
the founder of Berlin's " Kabarett der Namen- 
losen " and has been vice-president of the refugee 
Organisation in Los Angeles for the last ten years, 
celebrated his 60th birthday. — Film producer 
Viktor Skutezky is 60 ; his latest independent 
picture, " The Yellow Balloon," with Andrew Ray 
scored a big success here just now. 

Ohiiuaries: — The German composer Theo 
Mackeben, aged 56, died suddenly in Berlin. — In 
Hamburg the tenor Eduard Lichtenstein, who 
survived the war years in Holland, died, aged 65. — 
Eighty-two years old opera singer Heinrich Knote 
has died near Munich. — Lucie Carow, the wife of 
Berlin's fpmous romedian Erich Carow, died aged 
61.« — Former actor Emil Stettner died, aged 85, in 
Hamburg ; be was the father of Willi Stettner. — 
In Montevideo Berlin's well-known theatre lawyer 
Richard Otto Frankfurter died, 80 years old. 

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Taice advantage of the expert 
advice and guidance freely 
given bytheoldest established 
and largest ISRAEL travel 
Organisation. 



PELTOURS 

P9 DUKE ST LONDON Wl Y^dbeck 994317 



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H.G.Reissner 

43-18 168 St 

Flushini^ 58,N.Y. 

1/13/58. 
Lieber Herr Dr.Picard, 

ich habe insofern dem von Ihnen gegenueber Dr.Pinthus geaeusserten Wunsch Rechnung 
getragen, als ich Ihnen nicht '•zum*', sondern erst ''nach"* dem Geburtstag schreibe. Es 
ist mir ein Beduerfnis, Ihnen viele weitere Jahre von beschaulichem Daseinsgenuss 
und weitere professionelle Erfolge (nicht als "Anwalt", sondern) als Schriftsteller 
und Dichter zu wuonschen. Fast haette ich gesagt "als Musiker"; denn die Sprache er- 
scheint mir als das Instrument, das Sie als Kuenstler meistern. 

ZU sehen, und verbleibe inzwischen mit freundlichen (iruessen 

Ihr ergebener 



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ROSUTN HEIGHTS. L. I. N. Y, 












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1050 AMSTERDAM AVENUE 

NEW YORK 25, NEW YORK 

UN 5-2671 



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RUDOLF KAYSER 

16D CABRINI BOULEVARD 

NEW YORK 33, NEW YORK 




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Class of Service 



This is a fast mcssage 
unIcss its dcferred char- 
«ctcr is indicatcd by the 
proper bynihol. 



WESTERN UNION 



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SYMBOLS 



DL = I>ay Letter 



NL = Night Letter 



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Iniertiational 
Letter Tcleyram 



The filir»}^ tiinc showti in the date line on dome>tic tclecrams fs STANDARD TIME .»t pDint of ori>;in. Time of receipt is oTANDARD ^JMF ^fvW*"»^ ü) Jcst iniKon 



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•MIT HERZLICHEN V/UEMSCHEN GRUESST= 



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THC COMPANY WILL APPRECIATE SÜGGESTIONS FKOM ITS PATRONS CONC RNING ITS SERVICE 



Class of Service 



This is a fast mcssage 
unlcss its dcferred char- 
actcr iä indicarcd by the 
proper Symbol. 



WESTERN UNION 



TELEGRAM 

W. P. MARSHALL. Prcsiocnt 






SYMBOLS 



DL = F^ay Letter 

NLs=^|sJig}»t;Lettcr ' 

Iritcrnational 
Letter Tclcgram 



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J h'." hlir^^; titne showr^ ir» the date line on domestic tetegrams is STANDARD TIME at point of origin. Tirrvc of receipt is STANDARD TIME at point of dcstination 



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=ACCEPT OUR SiNCERE \/lCHEG r'OR TMi^ PROUD AND JOYOU-^ 
OCCAS|OM= 

LISA ANO HAR*^Y A.'^.HER- 



THE COMPANY WILL APPRECIATE SUGGESTIONS FROM ITS PATRONS CONCERNING ITS SERVICE 





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NEWYORK NY JAN 10 1958 



JACOB PICARD 



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500 WEST 122 ST NYC 

ALL CUR BEST WISHES TO OUR FRIEND AND COLLEAGUE TO 

YOUR 75TH BIRTHDAY 

GERMAN PRESS CLUB RICHARD PETERS AND 
KARL PAETEL 

110A JAN 11 



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Cla5S of Service 



This is a fast message 
unloAS ita deferrcd char- 
acter is indicatcd by thc 
proper Symbol. 



WESTERN UNION 



TELEGRAM 

W. P. MARSHALL. P*»B9ioent 



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SYMBOLS 



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DL = Day Letter 



NL = Night Letter 



i-T-__ International 
Letter Telcgram 



Thc fillng »mt shown in thc Jarc linr on <iom.«lc «l^ram. I. STANDARD TIME a. poin, of orlgm. Time of receipt is STANDARD TIME at poin< of de.tination 



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B LLC122 NL PD=TDB BROOKLINE MASS 10= 
^JACOB PICARD= /^)/ 

50C WEST 122 ST NYK= 

=SINC£RE WISHES AND FRIEHDLY GREETINGS FRO^^ = 

THE SANDERS«=« 



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THE COMPANY WILL APPRECIATE SUCOESTIONS FROM ITS PATRONS CONCERNINO ITS SERVICE 



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Central Ave.. Lakewood, 



The Ideal Place for Complete R 
Phones: LAkewood 6-1666 & 












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IIB-II B4TH AVENUE 
KEW DARDENB 15, N. Y. 

Telephone VIrqinia 7-3692 



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Li ober ilerr Albert .'>ahux:.l), 

oic* haben nir eine bec^ondoro Troudo riit Ihron I'ü::t;m 
rrii xn^lonn mo hoohbp':trfcrt.i7n Gelmr-fcr/ua^; fTvOi'iacht» ViMSur (Ion 
\l.lön Teichen der Anbc:ilmihmo und -niter Oeninnuix^ ucben 
?air ja 'i.ie ototr ^Uo mointo CJoni\:tuurHrCtClie von IIonr;chGn aus 
^ixzzercui cc^ot^j:^ ..^l^aL^roli Uor^^-ien^ülo vor-Ion dar vorrjtuliGn* 
Abrr ""--^l Xh'^ien Jco. lH nv:i r.oc-i dlc-?3o<- Mn:n!,clnrr ülr plootz- 
liuL öinfxv:l^;;d.. Id.- di.;:. £,:in Ihr 3' Iiamcn laefClaoj es SliDon 
boclcv:tr=t rw*^ <3er V.n.na V-Tor. r,^Xi.y;(^i Vator;^ lat^dcr ein ^jv^tur 
l'rcu:,:.u d4%> L*ci:acrii vi\r,vdc 3ie richor ^^'^^Ib.^t auch wt-isoii« 
Al'^rcsfem.? Erl;'i on;j\,^on,clio V(rTind..n# 

Und iiWA nunrlcli Il^'.eu ri^rch iccb draücen fuor Ihr froundlichec; 
Grrr;chf>>ik;r;ay>che vorrnl'ieclonütcr Art habo ich rativ rlich auch 
nori:ju noch :rhixltiiii^::o vrjrdo ich riiij^vl*? oie oc> mv:?nrchon, 
vdnen JiL^.nc!i Pi^r^llen,don Ich rolbv.t cchcn laojjgor hatto^ 
'JLr ^:ixi bc3ti:-...toü I^uoh ::aarou,^''^h,lai 4>eutfjc;hlc^d horitoll^n. 
a.\'3 Xt in. Sl:i->o llr -t.'xcd d-i.^ ich fucr TiCin '^ünnohoxft'* , 
d^h.boruriloli i^obrauohc'U kaiin.ünd wenvi ioh^^ benuat)/e,v;ill 
ioh 1^-ior on 31 o (^mken» 

Ich bin lotztö^i ^:dir aohr aLU. .ooa'ho -A •'ja'^e i.i Europa >.?:owepen 
in dor ^lauptfiacho bei •vciiner '-oohtor,dnn r>i3hwlo^niMoIin und 
m>a :r;/oi li.-bci '^-ilc.-.Xoäon in -lollcuid; "ai; *~':?.r oin c';i^.'38e3 ET- 
1' a>ii .püa icli >:la8 iCind seit lehr alo .T^rauii^ilf: Ja'irnn nicht 

in (kn- ochvolr:,-i;3;d mich in .■i:o3<;ion bf,! Eioia'iÄ/i T.ru'lor Si-nnt. 
.^o ^-'a." oc; ein ^.-utei;. Ja -ir , icC. uuoh .utöy ftior die 2tiJ-r.r»ft 
vcr{:prccIionci in die al.tfn Tr^;c- Lliu'iii y-ocJi fiohwmo?i vcr£:i"!Ji^- 
onon Z:.itwn. loh \m<inrch«s au<;h Ilmen ?c?tv-ndhoit vnd Gellnfl-.m 
all©'- öofsonj'A'aG .>io Vaor eich im L;iii.'.o huX>on, 

rdt horslichou CDnioncon 
dor Iliro 



397 (janterLury Koaa 



Rockester 7. N. Y. ^^^ 20. Januar 1958. 



Lieber Herr Doktor, 

Im Aufbau habe ich erfahren,dass Sie 
ins 2/k- Jahrhxindert hineingerutscht sind und 
beeile ich mich Ihnen hierzu meine herzlichsten 
Glückwünsche 21 entbieten. Wie ich mich schon 
wiederholt Überzeugen könnte, sind Sie immer noch 
schriftstellerisch tätig, was ja hier in USA nichts 
ausser gewöhnliches ist. Aber wenn wir berÜcksichti - 
gen, wie die meisten unserer Grossvftter im Greisen- 



alter aussahen, dann ist es schon etwas besonderes. 

Ich bin Ja inzwischen auch schon 71 
geworden und glaube es manchmal selber nichtt 

Als kleines Angebinde, gestatt;e ich mir 

Ihnen anbei einen Check mit zu senden, kaufen Sie 

Sie 
sich etwas dafÜr,was^ gerne haben möchten. 



Weiter alles gute und noch viele Jahre 



ge sund I 



Recht herzliche Grtisse Ihr 




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AUFBAU 



2 12 1 BROADWAY 
New York 23, N. Y. 







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S.^VtNGS BONDS 



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Iv!r« Jacob Picard 
500 West 122 Street 
New York 25, N.Y, 




LEON KIRCHHEIMER 

X xxsxxsxBL Sdlflclo 8 7 19, Vedado, 

HAVANA. CUBA 

Havana, 11/21/1958. 



Lieber Herr P 1 c a r d , 

Durch einen Freund der nach Miami fahrt, habe 

» 

Ich Geleganhelt Im A\iftrag meiner Mutter Ihnen elnl, 
kleinen Gruss aus Cuba, noch nachträglich zu Ihrem 
75#ten Geburtstag zuzusenden* 

Wir lasen Im Atifbau, der Immer mit Verspätung 
hier ankommt den wunderschönen Artikel ttber Sie xind 
Ihre llter* Tätigkeit und freuten \ms sehr* 

Mit bestem Gruss, besonders von Mutter, da Ich 
diese Zellen von der Stadt aus schreibe und auch von 



meinem Bruder u* mir. 



herzlichst. 




Leon KirchheliaiH!^ 



13»i-obruar 19i>3 



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Lieber ko^afrccl G-^orr^'e, 

Ich wj-r: frchy;;anr: ic*^ a.?anbliuen ko^mite^daGn oio idcut 
glauotcn^aoluc; i>6aut\;oi*t'ni^; Iliro3 G3l)urt3t£V5rbriüfo3,uor 
mir 'r;jsozxcl;jrc ^^cxi'Xi'u^'^iiic!, /ab, habe bo laii^^o auf .'.jicii ir^rtjn 
lacroii^u^cdi „a* oiicli t;leiclv:;ilti^j llüjr^otler /air iiioh nicht 
uohr orfr'-iite^al: uor .l)uroliiVw^.:iultVi dor vriuieii a.ndüran, ilo 
ich criiioit. L''7r (irancl dor Yor^Oü^joruiJ^ic 11;!; tdnfach dor^duGD- 
00 viel Qiite • dor Art u^bor iJLoh ::axi3 uio lt;t.:;i;'jii v/ochen hcTt 
daso IcL €;liixc.ch liicht ileiT daruol:>cr .rurdc^ü. d ,<;orat1(5 •lie 
i^in.^idori-i^,': dcii' vio:ii-i;i^;i:]';tiz; Zvoiolionje'iie iii(jht elu.rch yedraokte 

E« kaa Ui;uordi6r> htiiLU üiii€^,L'Vi,a* iilcbt ^foxuv^UrliolK: Srlr-aolt— 
iiji'i. iie"i>rr ^f;Iij:i li'af^e^difi i.icli liiiraoLi^c nac;Iio^:,/>u Iti/cm uiid 
^M LCiireitcnjich ".>ln Ja uioin oigejüei* Uoi-ri-uat^r. 
3o ciaiiko ic'i lliucn -..Llir f*vür l'^rc :v.i;e;n v;ortf?iu:iici auch dc-- 
fn xsdao:' 'ilo r'fir- jilbcu Freunde Pi^itlaio soi-viel-lllirss: spar»- 
liehen Ba;i:rien ?air VerfuefTim^t ?.:tcHk4Ä,uiä üiicii oeiToti blich 
^\i ui^gj.uoök\iU ix^CiiiJü ..ix l/or'*!:iiXi^viiü :.u ^"r^;lmilicn lui-'i nacli- 
^^iohti/;: \Trz:':n^'^\)i iiioril ein bi;jif^^oüOeiuulu. t-iU: uenxtipror Yor^^ 
pfiichtunr: in ^lir r;u vockcm.Ich habe aa i:.üricr eixi bciu..icht- 
ua -iowi^iStirifVOuii \Kiii aix diu Ii:l::tur doüko« 
2\x Ihren oir^'.m'.^n \/ort;^Ti ^irfviS'iho ich /iiahtt; w<dtor r.ii r;.-:.^r:?n; 
3i<} hanon loich r.o b(vni<::'hrtf v/io 3i<3 v.:?j v/oll tv,i.i,Lui«J ^.;aöon air, 
rr.i& ando>M£i >rt^.;axi!j<:):i,du3 ->vn/u::''at»^jiii|(^o.:r , o'.onh nioIib:i*jJloe 
U]/:r;oriol» var,:'le .TC^hyD^^-» vi^l^^r Jaiü^.: Luid diu vicduld^dio xiöi- 
iß vmr$»:lo V.V. bti ;ttJh(.n m>d dooh düu i:u x\)lf:onpWarj Drjti ^xLb 
^tA\ ir>r.crMto WM:jtin d.>i; «^^iejenem -3i*l' ./(. ^^r rannt }-r;.%tt<'',P-lo man 
Ml ibn vor^^jedruivcf^t vTfiTf *">ülb't vuiri der Loanüike au die uohü 
JahrenrcCil^diu Hrroii/at; vrurd..| uiai^ut; i;.tiiaiion kaiia.L'cVbci irt 
Ol' ja £lU'-tok.' ion^jrif'ji.je rOfCxtü^ iael:i ]voorrK)rl5-o!i<-r Zuetiuid 
kei.nor'wof^c dec^ f.>ntf^pri^>!t*vnfi m n f^n;oohnlich alc boi solch- 
or J^aabascri^STRl^ -'O dat;; Ich i:lt oi::^igex^ Zu- 

vtr.siolit iu dic:? iu -i-ltr bof:r6nrii;o ^iifainfc nooli vii*h r:ii 
i:cL«uffi:. trauo, rvjnal aii er durch mnnoh Ontof:,ur..? r^ir in lotz'^^- 
cr Zeit b'j£j<jgnot ir-'t,£i")rochtiPrtist uoz*dor. kram» 
Und dti.n u'io.^(?).i ur- uio l'ala'ich^^p'::.?'^ rurj! ii3 Vr^rbi'/id-uii^ hat 




AUFBAU 



I ;fCCN<»TCl^ClirN 



An American WeeUy 
Published in Netf York City by tfie Neu; World Club, Inc. 



Manfred George. Editor 



Board of Directorsj 

ALFRED PRAGER 
Chairman 

DR. MORRIS DE88AUER 

MANFRED GEORGE 

DR. NORBERT GOLDENBERG 

LUDWIG LOWENSTEIN 

DR. FRED S. SCHLEGER 

HANS E. SCHLEGER 
Advertisjno Manaocr 

MICHAEL 8CHNAITTACHER 



ADVISORY BOARD: 

ROGER N. BALDWIN 
PROF. FRANZ BOEHM 
D. A. JES8URUN CARDOZO 
EMANUEL CELLER 
NAHUM GOLDMANN 
MAX GRUENEWALD 
JACOB K. JAVIT8 
FREDA KIRCHWEY 
GEN. JULIUS KLEIN 
ADOLF KOBER 
PROF. OTTO LOEWI 
HAROLD R. MOSKOVIT 
MAX NUSSBAUM 
A. A. ROBACK 
FREDERICK TAYLOR 
FRITZ VON UNRUH 



Former Advisory 
Board Members: 

LEO BAECK 

RICHARD BEER-HOFMANN 

ALBERT EINSTEIN 

BRUNO FRANK 

THOMAS MANN 

FRANZ WERFEL 



January ^, 1958 



Herrn Jacob Picard 
500 West 122 Street 
New York 25, N.Y^ 

Lieber Jacob Picard: 

Kurt Pinthus hat Ihnen so schoen im A\ifbau 
gratxaliert, dass er mir alle Worte weggenommen hat# 

Sie wissen, mit welcher Bewtmdenmg und 
Freundschaft wir alle im Aufbau Ihr Leben und Ihre 
Arbeit verfolgt haben land wie sehr Sie unseren Lesern 
ans Herz gewachsen sind« In der Tat: Sie nehxoen xm- 
ter den Juedischen Schriftstellern deutscher Sprache 
wahrhaft eine seltene Stelliing ein und Sie wissen Ja 
selbst, wie wenige Maenner so wie Sie juedisches Wissen 
und ein volles und schoepferische53 Leben in Deutschland 
miteinander verbiinden haben -« so wie es Ihnen glueckte« 
In diesem Wort gluecken steckt schliesslich das, was 
Ihx^n zuteil wurde: naemlich das grosse Gliieck, auf ein 
langes und makelloses Werk zurueckblioken zu koennen« 

Ein Geburtstag ist aber nicht dazu da, nur 
zu Rueckblicken anzuregen« Darum wuensche ich Ihnen 
fuer die Schau nach vom von Herzen sehr viele weitere 
Jahre der F!roduktivitae t und erfolgreichen Arbeit« 

Mt herzlichen Gruessen und Wuenschen 

Manfred George 



mg/p 



Editor 



Office : 2121 Broadway. New York 23. N. Y. • Telephone TRafalgar 3-7400 



Cable Address : "Aufbau" New York 



^/•Jaim:.r 1953 



!lomi 






.ÜJ.<r;aor ProunÄ Hugo nähr», 

dto^ei- rtof vracro mvo>) jcitv-L ,o;<."AOcu:tn,\;ci;ii Ici; . .•.r^lit Ilirrn 
lotj;ton ci i-u..J.T,er' hcottc :..it doi- Hi'v^^v wct:on .Icr, Andpcks 

iaar. 3i€ crDcLt-tTiOn virC. i^-xdcmvo, uo i; t dnr f;ln ovri r :ts.t«»*i 

dc.^ xacUl tc hrt uio Option uucu 0,^r^yf2.^Y^^\ fr^ on 

;ji';'iorheit|iinü oie .uvueu ...iab .— .-.>i vor: •.- •;,'•. _^ , 
l^Lr v.ui. aic :. .i-c^;x.nt ralc.r^t,..o -.-ii: inh pi'ir:.ciplell und 

lollert .•ol1;ucli In ixjiuloxi rn.igc-n.:iiüü,i.iij£:c Si.ohrj r:3..t Jp rieht 
Dc>r nauir!-.wilar,r. dioaot Jiiorcc lue rrt^-ilioh r.ln Dnccrcr, 

lt>-iTid t'icr <^ic> Vorr,o raii,- irit d^r,d.'.;riy ioh uolin ..nt'o Itin^ 
kpwn f^rhrniboa ujid ioB...n .£0)ü/;;<-. uud ..•,oc.riuvi-t v:).facalg war, 
otvrio covfcec, :^ tun,:>.r ucollclvo ...a; Jorircr '^<=^'^»f ^^;f^^ 

AT?o^ --ch l.tn mm v.lf.ler iv. Oi-du-a.,w;,iacn. oic^:. ,va- co..cer 

Oior also zu s'uiacr .:;uiia?.tuiiö, ,^ » , v, a». 

loh 'i>oecht.o Ilvnon oöia- dt^ucca .J-o'^t iv.x . r .ic .rrcvLndr?chaftfc 
lloHcii ;-or-fg I>ref! Gebuj-bfJ-.u^'r !.ricX<.n,-cudö-T.. vor 'f^l'^^-/-'»-^ 
funr.desr;' iüe ?ai mi .or ti^rou Uöborr^rcl.anG; i«. o-ottocdl-n-jt 
^^elnlr f;odrxht -.^ik«. c^ gidc:) Vorto gcrii.roclxn.vcr c.IIok aber 
den a.>s«t^ i-.obor .ich Kosafit :£.l.c.ü.Oio kernen . loh ja uobl 
^emv'in der ::'in.gicht,Wi ''U wiesen, vaa oOi.n.de (.er. Lotato für 
rlici/ijodcnit-on i.TU«?f;.öai-um ".Ax^^on 3ie on ja axwb .idchorlioii ßo- 



Da ich no ^trmd,Icrji mir r.urf clzuic^l joiior orcto PC^^ovA in 
der* ülin l>.da 19^-0, rvl;^. ich in .Thrcrejr:-^<>n Gemeinde nach dem 
Oottoridleji'^.t In r:^'^^>r!i Meinen TcA^ni clor Lc::dl?igton Ato^ito b.'.\'^nxonst 
vAirciOfOben ^ßTottot nvi^ Dcuti^chlnnd m'i^ekoniu^n^rT'^v'i c,o dac Sr3.ob- 
nin luitte nach allem, van ich hinter nir 2;ola.?3on hrittoj^xi biot 
nioi.'t rlloin und da eind f;ar Trcundo. Hnc^. E^.uard '^traiion hatto 
fuor oie allo ^^orjproohon üit ssinor ^aucm oinflrinrliohon Stinii^. 
^iai^chci" ±i:t .loltlror uel>ürrta*iden vordtin.ilan hat 03 hcstandon. 
'ia.ruri?Ich do^-üre^woil uan den Cflaubon hr?.ttc;a^- dac 'Toncinnamo und 
üxich an f.^ein Solbct,d'c;r: üian troij. c:^'bli(Pc-Cxi ict,i:'-.:l die gerönne 
ücoiilcl,::.io cucauc k:?j^.So fue»jt rlofc Hce^ 'Vin "icho^m iind niin- 
voll 'Turrxirfraen in rino''*7:nd_;:r^V:^e;-'5'!ft,dai^ iianao l^afc doch wohl 

Inarfjon r>a:a]c noch dicialjdarj v/i.al uiohL /eDr^oa.^ .n werutin* 



Ii?h iarae'^;^(: £!;:• 
«Oiir hcrsli:5h 



i .1 al c (, r ' : rbuiidenhoi t 



jLi^^r 



CONGREGÄTIGN HABQNIM, Inc. 



NEWADDRESS^ 

44 WEST GSth STREET 

WEV^ YC.IK 23, W. Y. 

Tel: SUcquehanna 7-5347 



200 WEST 72nd STREET 
New York 23. N. Y. • Tflafalgar 7- ^^BO 



22. Januar 1958 



Herrn Jacob Pdcard 
500 West 122 Street 
New York City 

Liebes Jacoebchen: 

Sie haben mir juengst erzaehlt, dass naechstens Ihre 
Selbst-Biographie erscheinen wird« Wie waere es, wenn 
Sie mir einen interessanten Abschnitt fuer Vorabdruck 
in unserem Bulletin ueberlassen wuerden? Es duerfen 

ruhig 2 Seiten, d«h* 1200 Worte sein. 

« 

Ich waere Ihnen dankbar, wenn Sie meine Bitte erfuellen 
koennten und bin 



mit besten Gruessen 




RABBINER DR. HUGO HAHN 



CGNGREGATIDN HABONIM. Inc. 



44 v.:cT erth street 

"Uai YCf7K 23, IL Y. 
Tel: SUsquchanna l-bZ'*! 



200 WEST 72nd STREET 
New York 23. N. Y. . TRafalgar Z-^^BO 

jdod 

10 «Januar 1958 



Herrn Jacob Picard 
500 West 122 Street 
New York City 

Mein liebes Jacoebchen: 

Zu Ihrem 75 »Geburtstag moechte ich Ihnen meine 
herzlichste Gratulation senden. Ich erinnere mich 
noch gerne der Zeiten, da wir in Koeln zusammen in 
der Loge fuer den Geist des Judentums gekaempf t haben« 
Ich bin gluecklich, dass ich an Ihrer hervorragenden 
schriftstellerischen Laufbahn insofern Anteil habe, 
als ich wohl einer der ersten war, der Ihr Buch be- 
sprochen hat und ich bin froh, dass sich unsere 
Freundschaft ueber den Ozean hinweg erhalten hat« 

Ich wuensche Ihnen von Het*zen, dass Ihnen noch 
viele Jahre in Frieden und Zufriedenheit geschenkt 
werden moechten, und dass wir beide gute Freunde 
bleiben» ^ 

Feiern Sie schoen und seien Sie herzlichst ge- 
gruesst von 



Ihrem 



// 






/ 



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RABBINER DR. HUGO HAHN 




VEREIN DEUTSCHER LEHRER VON NEW YORK UND UMGEGEND 



1957 



74. Vereins jähr 



1958 



Den 28. Januar 1958 



Februar slttungt Sonnabend, den achten Februar 1958, drei Uhr nach- 
mittags im GOETHEHAÜS, 120 Ost 56. Strasse, New York City 



Vortrag! 



Kollege LIENHAiiD B E R G E L 
BEMERKUNGEN ZUR DEUTSCHEN BAROCKFORSCHUNG 



Um recht zahlreiche Beteiligung und Mitbringen von Freunden bittet 



1324 Brooklyn Avenue 
Brooklyn 3, New York 



Der Sekretär: 



O^^f^ JcWo/fÄ W4 



rsrssssssssssrsesssrsssssssftSrsssssssrsacssrsrrrsssss: 



NACHRICHTEN) 

1. Im Jahrbuch II, Publioations of the Leo Baeck Institute of Jews frozn 
Germany, London 1957^ erschien ein Artikel von unserem Kollegen Hanns 
Reissner '•Rebellious DTlemma: The Case History of Eduard Gans and Some 
of His Partisane" a 

2. Am lle Januar feierte Kollege Jacob Picard seinei75. Geburtstag. Wir schätzen 
ihn alle als Sohrifsteller, Kritiker, Kollegen, Menschen und Freund, gratu- 
lieren ihm von Herzen und hoffen, dass er die nächsten 75 Jahre etwas leichter 
haben wird« 

3. Unter mehreren vor kurz« erschienenen Schriften über italienische und andere 
Autoren von der Feder unseres Vortragenden, Kollegen Lienhard Bergel greifen 
wir herauf! *'Benedetto Croce, Wyndhaa Lewis, and the Problem of Modern Art", 
erschie;>en im Novemberheft 1957 der italienischen Zeitschrift Criterio. 

c 

4. Die nächste Sitzung des Lehrervereins ist am 8. März. Vortrag von Professor 
Josef Soudek (der uns den schönen Vortrag über Schundliteratur geschenkt hat), 
diesmal über die Motivationen, die die Periodisierung der ersten deutschen 
Literaturgeschichten bestimmten. Der genaue Titel fehlt noch. 

5. Für die Ap^ilsitzung ist es gelungen, einen unserer Gäste— Dr. Ernst Hamburger , 
bie vor kurzem Mitglied des Sekretariats der Vereinigten Nationen — als Vor- 
tragenden zu gewinnen. Sein Thema lautet i "Die allgemeine Menschenrechtser- 
klärung der Vereinigten Nationen als politisches Bildungs Instrument." 

H. Lenz 

An die Herren v 

Picard 
Berger^Hf^lÄ^anaJf, Lenz, Leschnitzer, 
Meissner, Schwarz bach und Taub 

Gemeinsames Abiendessen zu Ehren von Dr. Jacob Picard nach der Sitzung. 



SCHUTZVERBAND DER SCHRIFTSTELLER DEUTSCHER SPRACHE IM AUSLAND (SDS) SITZ SCHWEIZ 

Postfach 188, Zürich 33 
Postcheck VIII 25954 






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/^'d4^TO^^A<} 






















0i4L^,,^^^)t^^,^^fC€^ 



JDr« . . .Jacob . . Jic.ard 



tfe ^ 



To VEREIN DEUTSCHER LEHRER, Dr. 

Seymour L. Flaxman, Treasurer 

University College 

New York University 

New York 53, N. Y. 




Ducs for the academic year 195.7rr5.9. 



•^3.».Q0. 



Total . . $..3ä.><m 



(Phase make check payable to Seymour L. Flaxman 

Return this bill with your remittance. Your check is your receipt.) 




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LITERATUR 



Israelitisches Wochenblatt 

hWdefi ' VC 



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Jan. IS53 



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Jacob Picard 80 Jahre 

Der Dichter Jacob Picard konnte am 11. Januar seinen 80. Ge- 
burtstag feiern. Der aus Wanden am Untersee gebürtige jüdische 
Dichter, heute als amerikanischer Staatsangehörij^er in der Nähe 
seiner Kinder in Holland lebend und immer wieder in der Schweiz 
weilend, hat sich besonders durch seine «Jüdischen Geschichten aus 
einem Jahrhundert», die 193() unter dem Sammeltitel «Der Gezeich- 
nete» erschienen, einen Namen gemacht. Sein großes Erzählertalent 
und vor allem seine Gabe, jüdische Typen lebensecht zu charakteri- 
sieren, konnten auch die Leser des «Israelitischen Wochenblattes» 
verschiedentlich kennen lernen. Seine erste Gedichtsammlung «Das 
Ufer» kam schon 1913 heraus. In einer Veranstaltung des Schutz- 
verbandes der Schriftsteller deutscher Sprache im Ausland rief vor 
Jahren sein Gedicht «Letzter Brief» aus dem Jahre 1942, das er 
vorlas, starken Eindruck hervor. In Amerika schrieb Jacob Picard 
neben vielem anderem auch eine Biographie über «Franz Sigel, 
Bürger und Soldat, Kämpfer für Freiheit in zwei Welten», nämlich 
den Revolutionär, der 1849 den badischen Aufstand anführte, dann 
nach Amerika ging und hier im Bürgerkrieg Führer des amerika- 
nischen Deutschtums war. Der feinsinnige Dichter und vornehme 
Mensch Jacob Picard darf als eine markante Gestalt der jüdischen 
Kunst betrachtet werden. 7ik. 

Unter dem Titel «Atereth Zwi» 

veröffenitlicht soeben die «Rabbiner Samson Raphael Hirsch Society», 
mit Sitz in New York, ein Standardwerk anläßlich des 80. Gehiirts- 
tages von Rabbi Dr. Joseph Breuer, welcher es verstanden hat, in 
seiner Gemeinde Adass Jeschurun mit ihren 2000 Mitgliedern einen 
prominenten Träger der Hirschschen Weltanschauung in Theorie 
und Praxis zu schaffen. Indem man sich bewußt macht, daß dieser 
Tage, am 27. Tewet, 75 Jahre seit dem Heimgang von Rabbiner 
Hirsch verstrichen sind, so wird man die starke Wirkung dieser 
einzigartigen Persönlichkeit auf alle Teile der Judenheit noch in der 
Gegenwart erstaunt feststellen, wenn man an die Lektüre des ge- 
nannten Werkes herantritt. Der erste Teil des Werkes enthält auf 
(iO Seiten eine Bibliographie der Werke, die Rabbi Dr. Joseph 
Breuer in deutscher, englischer und hebräischer Sprache veröffent- 
lichte. Einige wenige dieser Werke, namentlich in New York ge- 
schrieben, sind auch auszugsweise wiedergegeben. Der zweite Teil 



nahegelegenen Quellen gelöst. Verschiedenen landwirtschaft- 
lichen Siedlungen in der Aravah gelang es, die Schwierigkei- 
ten, die die Natur ihnen entgegenstellte, zu überwinden. Sie 
versorgen heute Elat mit frischem Obst und Gemüse. 

Das milde Winterklima Elats ist einzigartig im Lande. Die 
Steinbrüche und Bergwerke der Umgebung sind eine wichtige 
Einkommensquelle für die Bevölkerung der Stadt. Das Rote 
Meer bietet die Möglichkeit, Fischfang zu treiben, und der im 
Bau befindliche Hafen wird bereits von Schiffen aus dem 
Fernen Osten angelaufen. Der Lebensstandard der Einwohner 
bewegt sich in aufsteigender Linie. In fast allen Häusern wur- 
den Luftkühler eingebaut, die das Leben selbst in der heiße- 
sten Jahreszeit erträglich machen. Moderne Läden und kultu- 
relle Veranstaltungen beleben die Stadt. Obgleich sich das 
Wachstum der Bevölkerung in dar letzt3n Zeit verlangsamt 
hat, wird alles getan, um die Ansiedlung- in Elat zu fördiern, 
und man schätzt, daß es im Jahre 1970 20 000 Einwohner zäh- 
len wird. 



NEUERSCHEINUNG zum 175. Gebuilslag von Lord Byron 
imi 22. Januar 1963 : 



in seinen Briefen und Tagebüchern, 
dargestellt von Cordula Gigon 



Leinen Fr. 43.50 



BUCHHANDLUNG ZUM ELSÄSSER 

Arnold & Stamm 

Limmatquai 18 Zürich 1 Telephon (051) 47 08 47/32 1612 



handelt ron dem gemigen Erbe Rabbiner Hirschs in seinen ver- 
schiedensten Verzweigungen. Es sind einige Autoren darunter, die 
bereits das Zeitliche gesegnet haben, während die Mehrzahl, wie 
Dr. Marcus Elias, Dayan Dr. I. Grünfeld und Dr. Elieser Posen, 
aus eigener Erfahrung, namentlich pädagogische und religions- 
philosophische konkrete Resultate der Hirsch'schen Gedankenwelt in 
Westeuropa schildern. Der dritte Teil bringt in englischer Sprache 
eine Reihe origineller Essays über den jüdischen Gedanken, so z. B. 
von Rabbi Simon Schwab über jüdische Chronologie, von Dr. Forch- 
heimer über die wesentlichen Punkte der jüdischen Symbolik, ferner 
von Leo Levy über die astronomische Feststellung des Tages- und 
Nachtbeginnes in der Halacha u. a. m. Der vierte Teil enthält auf 
()0 Seiten in hebräischer Sprache Beiträge von Schülern, Verehrern 
und Freunden von Rabbi Joseph Breuer und einige bisher noch un- 
gedruckte Erzählungen aus den Handschriften Rabbiner Hirschs zu 
seinem Bibelkommentar. Von in der Schweiz lebenden Autoren sind 
im Werke vertreten: Rabbi Weinberg, Montreux, und Dr. S. Ehr- 
mann, Zürich. Die äußere Aufmachung des vom Verlag Philipp 
Feldheim, New York 2, herausgegebenen Leinenbandes ist muster- 
gültig. Möge die Lektüre des Buches die Fackel, welche Rabbiner 
Hirsch szl. entzündete, einer dritten Generation weiterreichen. E. 

Afrikanische Anthologien 

Tam Tam und andere Erzählungen aus Ost-, West- und Zen- 
tralafrika. Herausgegeben von Marie-Louise Lüscher. — Das 
Grüne Gnu und andere Erzählungen aus Südafrika. Heraus- 
gegeben von Elisabeth Schneck. — Das Sandkorn und andere 
Erzählungen aus Nordafrika. Herausgegeben von Frangois 
Bondy. Alle drei Bände erschienen im Diogenes- Verlag, Zü- 
rich, 1962. 

Seit der von Leo Frobenius gesammelten und veröffentlichten 
Reihe von afrikanischen Ei^ählungen hat es in deutscher Sprache 
kaum mehr — von kleineren Zusammenstellungen abgesehen — 
afrikanische Anthologien gegeben. Nun liegen — ähnlich und doch 
anders — in der Reihe der Diogenes Anthologien erschienene Bände 
vor, die durch die geographische Herkunft dem Frobenius'schen 
Material ähneln, in ihren Auswahlprinzipien jedoch andersgeartet 
sind. Waren es dort vorwiegend wissenschaftlich-ethnologische Ge- 
sichtspunkte, so sind es hier literarisiche; stützte sich Frobenius 
hauptsächlich auf das überlieferte und mündlich weitergegebene Er- 
zählgut, so greifen die Herausgeber der vorliegenden Bände nach 
gedruckt Vorhandc'nem: sprach aus dem Stoff des Ethnologen allein 
das schwarte und das braune Afrika, so spiegelt sich hier auch die 
Tatsache, daß der dunkle Erdteil teilweise seit Jahrhunderten Wohn- 
und Kulturbereich auch des weißen Mannes ist ( — oder war?). 
In einem glücklichen Nebeneinander finden wir hier Arbeiten von 
Weißen und Schwarzen, die alle von der Verbundenheit mit der 
afrikanischen Heimat zeugen. Es spricht aus diesen Bänden eine 
alte Kultur — oder vielmehr eine Gruppe von Kulturen — in 
ihrer ursprünglichen Weisheit und Menschlichkeit; und es ist dar- 
aus die Lebendigkeit eines erwachenden Kontinentes zu spüren, der 
auch im Bereich der Literatur mitzusprechen beginnt. k. r, 

Hans Fischer. Arzt und Humanismus; das humanistische 
Weltbild in Naturwissenschaft und Medizin. Artemis- Verlag, 
Zürich, 1962. 

In der «Erasmus-Bibliothek» erscheint dieses Buch, in einer 
Publikationsreihe, der die Aufgabe gestellt ist, durch Bewußtma- 
chung der geistigen Kräfte der Vergangenheit, durch Anstrebung 
eines klaren sittlichen Urteils und durch Bezugnahme auf die Werte 
dss menschlichen Zusammenlebens die Gegenwart und die Zukunft 
in humanistischer Haltung z.u meistern. Die vorliegende Arbeit des 
langjährigen Zürcher Ordinarius für Pharmakologie entspricht die- 
ser Aufgabe in hohem Maße. Wegleitend ist dem Verfasser dabei, daß 
sich im Menschenbild der Heilkunde die Zeit selbst widerspiegelt. 
Durch die Darstellung großer medizinischer Denker der Vergangen- 
heit versucht er, die wesentlichen Erscheinungen der Gegenwart 
zu beleuchten und zur Lösung der zentralen Probleme beizutragen, 
wie sie aus den Gegenüberstellungen Mensch und Technik, Natur 
und Geist, Individuum und Gemeinschaft sich ergeben. Beginnend 
bei Roger Bacon, über Cusanus, Leonardo, Paracelsois, Geßner und 
Scheuchzer gelangt er dabei schließlich zu Goethe, Novalis und 
Rudolf Kaßner, bei denen der geistesgeschichtliche Hintergrund der 
Medizin mit besonderer Klarheit deutlich wird. k, r. 

Hebräische Schriftsteller in russischer Übersetzung 

Die Werke von etwa einem Dutzend hebräischer Schriftsteller, 
viele von ihnen aus Israel, sollen in einer Anthologie in russischer 
Übersetz-ung von dem in Moskau befindlichen Staatsverlag publiziert 
werden. Die Anthologie wird in einer Auflage von 25 000 heraus- 
kommen. 



52 




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H^^^dT^^'"^'^' ^^"^ ^^'' ""er 20 Jahren in 
New York ansässigen, oftmals in Holland an7i, 

Sun?" ^tl^'V ^r '-SisX- 

Süddeutscher iandjurntnälerffidf^eslr 
eben unter dem Titel Jfe^X^ÄrenSC" 
Picard stammt aus Wangen am UnterseP M;,rh 

Anwalt und Syndikus des SchutzJerSeT deS 



Zum Achtzigsten 

Botschaft an Jacob Picard 



Staatsmannes Bernard Baruch: Wenn ipma^n 
vom Alter spricht denkp irh imm: ? Jemand 
1«; T^i, ..,^^ ,' uenKe icn immer an Leute rfip 
15 Jahre alter als ich sind.- ' 

Möge er dieser Arithmetik treu bleibenJ ^hal 



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Der Dichter Jacob Picard 

Von Harry Proß 



Allen deutschen Landschaften ist die um den Bo- 
densee unvergleichbar in ihrer Urbanität. Ihre Kon- 
turen schmelzen unter dem schon südlichen Himmel. 
Sie schmiegen sich ineinander und liegen besänftigt 
von der Hand des Menschen. Hier scheidet der jähe 
Norden, den Jacob Burckhardt floh, in den Süden 
jahrtausendalter Bearbeitung durch den mensch- 
lichen Verstand. Denn dies sieht man sofort: Hier 
war nicht nur Fleiß, sondern auch List am Werk, 
kluges Ausweichen vor dem Unmöglichen und um 
so größere Anstrengung, die Möglichkeiten der Natur 
ganz auszunützen. Alles ist auf Steigerung bedacht, 
aber nichts zielt über das Maß hinaus. Der See sel- 
ber, mag er auch stündlich sein Gesicht wechseln 
und wüste Stürme aus sich herausschleudern — er 
trägt Weingärten an seinen Ufern und hat es eher 
ermöglicht als verhindert, daß die Dörfer mehr Städ- 
tisches an sich haben als anderswo. Darf man ihn 
einen römischen See nennen? Den Spuren des Welt- 
reiches begegnen wir allenthalben, ohne daß ihr An- 
blick Resignation erweckt. Für den sinnlosen Kreis- 
lauf der Geschichte, wie ihn die Nebelmänner sich 
ausgedacht haben, ist hier kein Verständnis zu er- 



warten. Mit Verwundern wird man ihti als eine 
merkwürdig abstruse Vorstellung empfinden, denn 
augenfällig ist doch alles auf Fortbildung, auf Wei- 
terbauen angelegt. Erheben sich nicht die Häuser der 
Heutigen auf den Trümmern der römischen Ge- 
bäude? Zwingt nicht immer wied-er die von histori- 
scher Spekulation unbelastete Intelligenz, gerade dort 
zu bauen, wo schon einmal gehaust wurde? Solche 
Erfahrungen vermitteln Gelassenheit, spendieren Ein- 
sieht in die vorwärtsschreitende Mühe des Menschen 
urn Vollendung, die doch immer nur für den Augen- 
blick gewährt wird und sonst unerreichbar bleibt. 

Eine Halbinsel im Untersee heißt die Höri, ein 
Dorf dort Wangen. Wangen war bis ins Dritte Reicri 
hinein eines von den südwestdeutschen Judendörfern, 
eine von den Gemeinden, in denen Jud und Christ 
seit Jahrhunderten miteinander lebten und ihr be- 
scheidenes Leben machten. Nach Wangen kamen die 
ersten jüdischen Familien im 14. Jahrhundert, die 
Picards stehen dort seit dem 18. Jahrhundert im 
Grundbuch. Sie bestellten ihren Boden und trieben 
Handel. Die Verhähnisse von Mehrheit und Minder- 
heit variierten in den einzelnen Dörfern. Kirche und 
Synagoge waren benachbart. Das Zusammenleben re- 
gulierten im Grunde die Interessen der ganzen Ge- 
gend, nach ihnen richtete sich die Arbeitsteilung. 
Was die Feste der verschiedenen Religionen anging, 
so waren die Dörfler schlau genug, manche Ge- 
bräuche doppelt gelten zu lassen. Doch hielt jeder an 



seiner Religion fest. Eine gutgefügte, auf Erhalten 
und Kontinuität erpichte Ordnung herrschte. 

Jacob Picard wurde am 11. Januar 1883 geboren; 
er ging in die Dorfschule und dann aufs Konstanzer 
Gymnasium, studierte in München, Berlin und Hei- 
delberg die Rechte, wurde Anwalt in Konstanz und 
später in Köln. Sein erster Gedichtband erschien 
1913. Er reflektierte, wie Picard sagt, den «Zustand 
Bodensee». Melancholische Verse, Stimmungen, dc- 
I nen der Schalk im Nacken sitzt; das Ganze lyrisch, 
i doch nicht ohne jugendliches Bekennertum, das ge- 
rade in Schwung kam: 

Da wir müd vom Fischen heimwärts kehren — 
feuchte Netze hängen über Bord, — 
hören wir verhüllt nur da und dort 
andere, wie sie Winterboote teeren. 

Denn im Nebel loTchen allzufrüh 
Häuser, Kirche und bebuschte Ufer. 
Keiner überhört den dunklen Rufer, 
der in jedem von uns mahnt: verglüh. 

Das war am Vorabend des Ersten Weltkrieges, der 
Picard zwei Brüder nahm, ihn aber nur leicht lädiert 
entließ. Seine Lyrik blieb auch danach einfach und 
unexaltiert. Die großen Auseinandersetzungen um 
Stü und Ausdruck berührten sie wenig. Aber der 
Eindruck der sozialen Verwandlung um ihn verwies 



den Dichter auf seine Herkunft, seine dörfliche Ge- 
schichte. Er begann, und er ist ein großer Fabulie- 
rer, die Erzählungen von den süddeutschen Land- 
juden zu schreiben. Um dieselbe Zeit öffnete Martin 
Buber mit den Chassidischen Geschichten der deut- 
schen Literatur eine neue Sphäre. 

In der Hitlerzeit erschienen Picards Novellen im 
«Morgen», den Eva Reichmann redigierte. Im Auf- 
trag des Oberrates der badischen Israeliten reiste er 
1937 und 1938 von Gemeinde zu Gemeinde, lesend, 
stärkend, den «Menschen viel gewährend», wie ihm 
Leo Baeck bescheinigte. Im jüdischen Verlag kam 
ein Band seiner Geschichten 1936 heraus, ein denk- 
würdiges Dokument dessen, was badisch-jüdische Le- 
bensart war. 

Mit gewissem Recht hat man die Emanzipation 
der deutschen Juden zu jüdischen Deutschen seit 
Moses Mendelssohn im Zusammenhang mit der Ver- 
änderung Deutschlands betrachtet. In den Städten 
war die Zivilisation am weitesten, und wenn über- 
haupt ein soziales Gebilde als solches schon frei ma- 
chen kann, dann waren es in den letzten 150 Jahren 
die großen Städte, die alte Bindungen vergessen lie- 
ßen. Für das Judentum brachte diese Bevölkerungs- 
verschiebung, wie für die christlichen Konventionen 
auch, schwere religiöse Krisen mit sich. Indifferenz 
breitete sich aus, Ermüdung und Flucht vor der Re» 
ligion, die durchaus nicht immer Aufklärung waren, 



H<^i€^%^\ v v^ • 



»er 5i 

einem guten Teil von der in London als übereilt er- 
scheinenden Anerkennung des republikanischen Re- 
gimes in Jemen durch Washington herrührt und in 
gewissen Kreisen natürlich immer noch stark von der 
Suezkrisc her nachwirkt, hat nicht nur den Gegnern 
des Gemeinsamen Marktes Wind in die Segel ge- 
blasen, sondern erstaunlicher-, jedoch nicht ganz 
unlogischerwcise auch den Befürwortern, die sagen: 
«Jetzt erst recht.» Mit elwelcher Genugtuung haben 
sie nämlich vermerkt, daß sich Präsident de Gaulle 
von seinem eigenen Weg zur Atommacht auch durch 
Kennedys Polaris-Angebot nicht abbringen zu lassen 
scheint. Viele, die Kennedys Aeußerungen in seinem 
Fernseh-lnterview als Arroganz empfanden, glauben 
deshalb, die einzig richtige Antwort des britischen 
Volkes sei eine enge Partnerschaft mit Frankreich, 
mit andern Worten, der möglichst rasche Beitritt zur 
Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft. Denn man be- 
ginnt sich auch Rechenschaft darüber zu geben, daß 
sich die Vereinigten Staaten unter der Kennedy- 
Administration nicht mehr durch «besondere Bezie- 
hungen» (special relationship), die Winston Churchill 
1946 in einer Rede noch feierlich hochleben lassen 
konnte, mit England verbunden fühlt und daß des- 
halb die britische Regierung nur noch auf dem Weg 
über ein eng zusammengeschlossene Europa einen 
maßgebenden Einfluß auf die weltpolitischen Ent- 
scheidungen in Washington ausüben könne. 



lenten schon die verschiedenen diplomatischen Be- 
sprechungen im Laufe dieser Woche, die mit dem 
Englandbesuch Außenminister Schröders am Wo- 
chenanfang begannen. Besonders große Hoffnungen 
werden in London jetzt auf Italien gesetzt, dessen 
Regierung immer offenkundiger für die Aufnahme 
Englands einzutreten bereit scheint, weil es sich von 
der «französisch-deutschen Allianz» dominiert fühlt 
und deshalb einen Ausgleich der Kräfte sucht. 

«Der Beitritt muß bald erfolgen» 

London, 10. Jan. (Reuter) Premierminister Macmil- 
lan erklärte am Donnerstagabend in einem Fernseh- 
interview auf die Frage nach dem Zeitpunkt des Bei- 
trittes Großbritanniens: «Der Beitritt muß bald er- 
folgen. Ich kann keinen Zeitpunkt angeben, aber die 
Verhandlungen können nicht weiter hinausgeschleppt 
werden.» Die Frage, ob General de Gaulle Groß- 
britannien von der EWG fernzuhalten versuche, be- 
antwortete der Premierminister mit den Worten: «Ich 
frage mich, was er, de Gaulle, denkt. Was es auch 
sein möge, wir müssen uns damit abfinden und die 
Verhandlungen zu einem erfolgreichen Abschluß füh- 
ren.» Wenn Frankreich unter General de Gaulle es 
möglkh finde, mit der Zugehörigkeit zur EWG 
die Unabhängigkeit mit der Interdependenz zu ver- 
einbaren, «so sollte es für uns Briten nicht schwierig 
sein, der EWG ebenfalls beizutreten». 



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Seitdem die *Friedensori^anisation» Katanga mit Krieg aberzieht, hat die V ersorgiingsschwierigkeit 

in der reichsten kongolesischen Provinz von Tag zu Tag zugenommen. Unser Bild: in Elisahethville 

stehen Weiße und Schwarze Schlange, um letztlich noch ihr *Brot* zu ergattern. (Ph) 



Vermittlerin Bandaranaike 
in Neu-Delhi 

Neu-Delhi, 10. Jan. (AFP) Die ceylonesische. Pre- 
mierministerin, Frau Bandaranaike, ist am Donners- 
tag zu einem fünftägigen Aufenthalt in Neu-Delhi 
eingetroffen. Sie wird sich namentlich mit Premier- 
minister Nehru über die Vorschläge der Konferenz 
von Colombo zur Beilegung des indisch-chinesischen 
Grenzkonflikts besprechen. 

Zurückweisung der chinesischen Vorschläge 

Madras, 10. Jan. (AFP) Die indische Vizeaußen- 
ministerin, Frau Lakshmi Menon, erklärte in Madras, 
die Annahme der chinesischen Vorschläge, wonach 
sich die indischen Truppen 20 Kilometer von der 
Kontrollinie zurückziehen sollten, würde zur Ueber- 
lassung der Kontrolle aller Himalaja-Pässe an China 
führen. Da der Himalaja die einzige Grenze sei, die 
China von Südostasien trenne und die Chinesen daran 
hindern könne, die Herrschaft über dieses Gebiet zu 
errichten, könnten solche Vorschläge auf keinen Fall 
angenommen werden. 



Postum noch 
«Held der Arbeit» 

Sofia, 11. Jan. (AFP) In einem in Sofia veröffent- 
lichten Communique wird bekanntgegeben, daß das 
Politbüro des Zentralkomitees der Bulgarischen 
Kommunistischen Partei die völlige Rehabilitierung 
von Traitscho Kostoff, ehemaliger Vizeministerpräsi- 
dent und Sekretär des Zentralkomitees, der im De- 
zember 1949 nebst drei andern Parteiführern als 
Opfer der Unterdrückung zur Stalin-Zeit hingerich- 
tet worden isit, beschlossen hat. Kostoff erhält 
postum den Titel «Held der Arbeit», und zwar in 
Würdigung seiner «großen Verdienste im Kampf 
gegen den Faschismuis und Kapitalismus und für die 
Errichtung des Sozialismus». Weiter wird in Sofia 
eine Büste von Kostoff aufgestellt sow^e eine Straße 
in der bulgarischen Hauptstadt und ein Elektrizitäts- 
werk nach ihm benannt. Das Andenken an die drei 
andern Parteiführer, die während der Zeit des Per- 
sönlich keitskults umgekommen sind, wird auf ähn- 
liche Weise geehrt. 



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oft nur Lähmung oder Verblasenheit. Von den gro- 
ßen jüdischen Namen der deutschen Kulturgeschichte 
waren die meisten für die Religion verloren. Das 
christlich-jüdische Zusammenleben litt nicht zuletzt 
darunter, daß die einen keine Juden, die anderen 
keine Christen mehr waren; aber manche taten so, 
als seien sie besser als jene. 

Im Dorf war das anders. Picards Erzählungen ber- 
gen nicht weniger Frömmigkeit als die Johann Peter 
Hebels. Sie sind ursprünglich fromm. Man lese in der 
Geschichte von den Brüdern Schmul nach, wie sich 
in ihrem Waldgang das Alemannische mit dem He- 
bräischen verträgt. Das Widersprüchliche, zu dessen 
Lösung es kein Entweder-Oder gibt, das besteht, 
ohne daß eins, das andere auslöschen oder ersetzen 
könnte, vereint sich im Glauben und bewirkt etwas. 
Wie die beiden singend in ihrer Angst durch den 
Wald marschieren, ist zugleich von erschütternder 
Komik und erhaben. Nicht das eine oder das andere 
beherrscht die Szene. Beides ist gegenwärtig, versöhnt 
wird es jedoch nur durch das Weitergehen, das Fort- 
schreiten, durch die Tat 

Sie ist kein Tun um seiner selbst willen, keim blin- 
der Atavismus; Tätigkeit und Glauben bedingen ein- 
ander, und so kommen die beiden Brüder geläutert 
ins Freie: «E groß Gefahr hemmer Überstande, weil 
mer z'samme g'halte habe; nie mehr wolle mer mit- 
einander dischputiere.» Picard macht auch gleich 



klar, daß der Vorsatz eben n-ur ein guter Vorsatz ist; 
aber der Leser bemerkt doch, daß da ein Unterschied 
waltet, ob man sich das Gute vornimmt oder nicht. 
Und damit wiederholt er eigentlich, was die jüdi- 
sche Botschaft an die Metnschheit gewesen ist, die 
Aufforderung, im Bemühen nicht nachzulassen, 
nichts als fertig gelten zu lassen. Das scheinbar voll- 
kommene ist doch nur ein Weg, nicht Ziel. Ein Ge- 
dicht aus dem Jahre 1939 zeigt es wieder. Nachdem 
schon die Synagogen gebrannt hatten, und nachdem 
von auswärts geholtes Gesindel in die Gemeinden 
eingebrochen war, und er selber durch fremd gewor- 
dene Städte irrte, schreibt Picard die Verse vom Ab- 
schied: 

Wohin wir immer ziehen, 
Vergessen sei es nicht, 
All unser hart Bemühen, 
Wenn Schrecken aus uns schrieen, 
War niemals ein Verzicht. 

Sein Weg führt Picard über Rußland und den Fer- 
nen Osten nach Amerika. Dort trägt er in jahrelan- 
ger Kleinarbeit die Biographie des badischen Revolu- 
tionsgenerals Franz Sigel zusamnien, der nach 1849 
in Amerika zu großem Ruhm gelangte. Heute frei- 
lich hat die Erinnerung an Schurz, der mehr von 
einem Konformisten an sich hatte als der Sigel, sein 
Gedächtnis verwischt. Das Manuskript, das einmalige 



Dokumente der deutsch-amerikanischen Gemeinsam- 
keit im 19. Jahrhundert enthält, fand bisher keinen 
Verleger. Sigel hat, so meint sein Biograph, zu sei- 
nen Lebzeiten immer versucht, was noch nicht an 
der Zeit war, und dafür wird er nach seinem Tode 
bestraft. 

In Amerika erscheinen schließlich auch Picards 
Erzählungen von den südwestdeutschen Dorf Juden 
neu. Die meisterhafte Uebertragung von Ludwig 
Lewi&ohn trägt zu ihrem Erfolg viel bei. Im eigenen 
Lande bleibt ihre aktive Mystik so gut wie vergessen. 
Bis jetzt die Deutsche Verlagsgemeinschaft eine Neu- 
ausgabe ankündigt. 

Diese Geschichten sind nicht modern. Auch Pi- 
cards verspielte Sprache ist es nicht, wiewohl so ver- 
schiedene Geister wie Hermann Hesse und Kurt 
Pinthus sie sehr gelobt haben. Aber die Frage nach 
der Modernität ist hier falsch gestellt. Und auf fal- 
sche Fragen gibt es keine richtigen Antworten. Reli- 
gion und Mode schließen einander aus. 

Das ist wiederum eine jüdische Erkenntnis, eine 
von denen, die uns an der traurigen Feststellung 
zweifeln lassen, daß die Geschichte des deutschen 
Judentums beendet sei. Dieser zarte, unruhige Dich- 
ter Picard lebt. Heute wird er achtzig. Und das ge- 
waltige Reich des Banausen, seine Schrecken, wo 
sind sie geblieben? Nichts ist übrig von ihm als seine 
Schande, 




)rirmen. isi 



:ht die Gefahr der Eisbildung, durch die der Quer- 
hnitt der Zuluftkanäle verkleinert Utnd zugleich die 



und schlechtere Geschäftslagen, auch für sie gilt das 
Gesetz von Angebot und Nachfrage. 



jarometerstai 
West. Temperatur —9 Grad C. Schnee. Neiisctinee 19 
Zentimeter. Gestern keine Sonne. Niederschlag 11 mm. 



er rief, nicht mehr los. Friedrich der Große wird 
IS ganz anders als im Geschichtsunterricht gezeigt: 

erschütternde innere Vereinsamung schafft einen 

Trscher von zerrissener Unausgeglichenheit. Dabei 

;trebt Gertsch. sowohl hier als auch bei Alexander, 

ipoleon oder Karl V., nicht um ihrer selbst willen 

le Verkleinerung der Giganten, sondern er zeigt 

ir auf, wie unzulänglich im Grunde jene handeln, 

in deren Macht wir uns blenden lassen. So entpuppt 

;h General Boulanger, der ephemere Held des franzö- 

»chen Chauvinismus der vergangenen achtziger 

|hre, als politischer Schaumschläger, Alexander der 

roße wird in der «Hochzeit von Susa* zum Sinn- 

lld größenwahnsinnigen Machtanspruchs schlecht- 

|n. In der großangelegten Hörspielreihe «Napoleon 

•r Gericht» sodann kommen die Grundgedanken 

:s dramatischen Schaffens von Gertsch — von der 

'igen Wiederkehr des Geschehens und der Mit- 

Ihuld aller — noch einmal zu ausdrijcklichcr Stei- 

Tung. 

Noch lange nicht alle der von Max Gertsch ge- 
[haffenen Werke sind hier genannt. Doch sei noch 
'sonders hingewiesen auf zwei der letzterschienenen 
iramen, auf «Donna Juana, Infantin von Spanien» 
id «Karl V. oder die Versuchung des Kaisers», die 
lide noch der Aufführung harren. Das erste, ein 
liei von Liebe und Tod Johannas der Wahnsinni- 



gen, zeigt nochmals sehr eindringlich jene fatalen 
Hang zum Absoluten, Unbedingten, Schrankenlosen, 
aus dem die heftigen Zusammenstöße erwachsen, die 
den Einzclmenschen, ja ganze Länder in Leid und 
Untergang stürzen. Das andere bewegt sich um die 
Welt um und in Karl V. Das geschichtlich Faß- 
bare und das seelisch schwer Faßbare, das zerrissene 
Wesen des Kaisers, das ihn bald majestätisch und 
bald niedrig, bald in weltkaiserlichem Größenwahn 
und mystischer Verzückung zeigt, ist hier mit gro- 
ßem Können bewältigt und darstellerisch ungemein 
fesselnd und wirkungsvoll erfaßt. Der Kern des 
Schauspiels aber liegt in der Erkenntnis des Zwei- 
zeilers: 

«Die Macht ist böse — böser noch ist Ohnmacht, 
Weil Macht ihr fehlt, die falsche Tat zu hindern.» 

Abschließend darf wohl gesagt werden, daß noch 
kein schweizerischer Dramatiker das w^eltpolitische 
Spiel sachlich so fundiert und bühnentechnisch in 
dermaßen disziplinierter Gedrängtheit zu schildern 
vermocht hat, wie Max Gertsch. Die Theaterleiter 
müßten nur eine kleine Schwenkung vollziehen, um 
seinen Verdiensten gerecht zu werden. Wir wollen 
hoffen, daß der Dichter die Wendung noch erlebt, 
trotz seiner 70 Jahre! 

Max Schwendimann 



Eine Europäische Radiologen-Vereinigung 

Eine «Association Europeenne de Radiologie» ist 
in Straßburg gegründet worden. Beteiligt sind Frank- 
reich, Italien, die Bundesrepublik Deutschland, die 
Schweiz, Belgien, Holland, Luxemburg und Spanien. 
Präsident ist Professor Dr. Boris Rajewski, Direktor 
des Max-Planck-Instituts für Biophysik in Frankfurt 
am Main. Die Vereinigung will sich mit allen Fragen 
der Strahlung und der Elektromedizin befassen, im 
l>esonderen eine gewisse Vereinheitlichung der Ver- 
hältnisse auf dem ganzen Strahlengebiet in den betei- 
ligten Ländern erstreben. np. 

Große Kunstsammlung ^vird zugänglich 

Die berühmte Sammlung Robert Lehmans in New 
York, aus der neunzig Werke von Grcco, Rembrandt, 
Velasquez, Holbein, Goya, van Gogh und Gauguin 
kürzlich im Metropolitan Museum ausgestellt waren, 
kann jetzt besichtigt werden. Der Eintritt in das neue 
Museum kostet allerdings, wie der New-Yorker 
«Aufbau» berichtet, nicht weniger als 50 Dollar, ein 
einstweiliger Betrag, der dem Stipendientonds der 
New York University zufließen wird. Der Wert der 
Sammlung wird auf 60 Millionen Dollar geschätzt. 

np. 



^ 



20 



AUFBAU 



Friday, Februory 1, 1963 



Menschen und Dichter Jacob Pi- misslosen und immer von einer 

Card zu seinem 80. Geburtstag edlen Gesinnung erfüllten Autor, 

wird sicherlich die erweiterte dessen Arbeiten wir von Zeit zu 

* deutsche Neu-Ausgabe seiner 7.eii veröffentliclien konnten ganz 

Landjuden-Geschichten sein, die besonders und ?ä/i?en ihn zu un- 

in der angesehenen Deutschen ^'^re» beliebtesten Mitarbeitern. 

Vei lagsanstalt, Stuttgart heraus- Ein Essay Picards über Ber- 

kommt. thold Auerbach, das schon ge- 

Kuri Pinihus räume Zeit bei iins im Salz steht 

• und dessen Veröffentlicfiung aus 

Der 'Aufbau*' schliesst sich den technischen Gründen eine Verzö- 
Wünschen von Kurt Pinthus fiirlgerung erfaliren musste, wird 
den Jubilar von ganzem Herzen] demnächst in unserem Blatt er- 
an. Wir schätzen diesen kompro- i scheinen. 

IVflT DER KUNST: 

Grandiose Kandinsky-Retrospektive 

Von B. F. Oolbin 




ATTENTION 
ARTISTS 



Obwohl Vasily Kandinskys 
überragende historische Statur 
als Entdecker und unermüdlicher 
Durchforscher des neuen Konti- 
nents: ''Gegenstandslose Kunst" 
seit einem halben Jahrhundert 
unbestritten ist, blieb es dem 
Guggenheim Museum vorbehal- 
ten, jetzt die erste, alle Phasen 
seiner Entwicklung umfassende 
Kandinsky-Retrospektive zu or- 
ganisieren. 

Dass das Museum selbst, dank 
der fanatischen Sammeltätigkeit 
seines verstorbenen Gründers So- 
lomon R. Guggenheim, im Besitz 
von fast 200 Werken Kandinskys 
ist. begünstigte dieses mühevolle 
Unternehmen. 



Haag und Biusel gezeigt werden soll, 
und eine gleiclizeitjge Retrospektive 
im Pasadena Art Museum, Calif.. die 
nach Schltjss in zehn Museen der USA 
2ur Ausstellung kommen wird. 

Zum ersten Mal sind nun die 
bedeutendsten Werke der beiden 
Haupt-Repositorien der künstle- 
rischen Hinterlassenschaft Kan- 
dinskys — der in Neuilly-sur- 
Seine aufbewahrten Sammlung 
seiner Witwe, Mme Nina Kandin- 
sky und der zumeist aus Früh- 
werken bestehenden Sammlung 
Gabriela Münsters, die diese 
Schülerin und Gefährtin des 
Kandinsky der Murnau-Periode 
der Städtischen Galerie München 
vermachte — mit solchen aus dem 



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und bCijonders sthöne hand«oaialte 

Bilder nach alten Aleistoni .'i*>wie 

einige Kunstgeßeiistiinde 

GÜNSTIG PRIVAT ABZUGEBEN. 

MA 1-4067 



M. Messer die Miiseen und Privat- 
sanim langen der Welt nach Werken 
Kandinskys durchstöbert. Das Ergebnis 
ist das Zustandekommen xweier vollauf 
dckumentierter und gleichwertiger 
Retrospektiven:, der eben eröffneten 
Schau im Solomon R. Guggenheim 
Museum, die nachher in Paris, Den 



Leihgaben aus den Sammlungen 
der Hermitage und des Städti- 
schen Museums (Leriingrad) und 
der Moskauer Tretiakov Gallerie 
die überwältigende Rückschau 
durch Beispiele aus den turbu- 
lenten Entwicklungsjahren 1909 
bis 1913. 

Die frühesieo Gemälde der Schau, 
1902—04 datiert, sind noch romantisch- 
realistische Münchener Schule. Jugend- 
stil macht sich vor 1909 bemerkbar. 
Doch die "Improvisationen" und "Im- 
pressionen" von 1910 lassen bereits die 
Wandlung ahnen, die in einem i9io 
datierten Aquarell der Sammlung Mme. 
Kandinskys — des Künstlers erstem 
existierenden völlig abstraktem Werk 
— plötzlich vollzogen erscheint. 

Was Kandinsky als einer der 

Führer der Künstlergruppe Der 

Besitz des Guggenheim Museums j Blaue Reiter bis zum Ausbruch 

des I. Weltkriegs schuf, machte 
ihn zur Weltfigur und seinen 



und solchen aus öffentlichen und 

^ Miil'^'^Jr^.^flFJ'^Jfi? ^o^?!^^^^^ privaten Sammlungen der Welt 

zu einer historisch lückenlosen 
Retrospektive vereinigt. 

Dank Mme. Kandinskys Ver- 
mittlung ergänzen sieben — knapp 
vor der EiöfTnung eingetrofTene — 



kunstrevolutionären Essay "über 

das Geistige in der Kunst*' zur 

(Fortsetzung auf Seite 21) 



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Franz Jung 

(Fortsetzung Ton Seile 19) 

wird immer bitterer, immer re- 
signierter, und seiner Weisheit 
! letzter Schluss aus seinen Erfah- 
rungen ist **Es scheint schliesslich 
alles gleichgültig so oder so, was 
man auch tut» irgendeine Kombi- 
nation um uns herum tut mehr**. 
Elf war gezwungen, ein Einzel- 
gänger, ein Abseitiger zu bleiben. 

War Franz Jung wirklich sk)? Er hatte 
1907 bia 1911 in Jena. Berlin luid Mün- 
chen Jus und Volkswirtschaft studiert. 
Er hat zwischen i^m und i^is einige 
ausgezeichnete Prosahücher geschrie- 
ben, Vorläufer in psychologischer Ver- 
Senkung und evpressionistischcr Fxta5?e 
("Das Troltetbuch", "Kameraden". 
"Sophie, der Kreuzweg der Demut", j 
"Opferung", "Gnadenreiche unsre Kö- ; 
nigin"), besonder^- »n der Zeit, alt; er i 
mit Frans Pfemfert und dessen "Ak- 
tion" eng verbunden war. ' 

Es ist richtig, dass er zwischen Lite- 
ratur, HandelsjournaUstik. politischer 
Aktivität und wirtschaftlichen Unter- 
nehmungen unablässig hin und her ge- 
worfen wurde. Aber er war weniger 
ein Politiker als ein idealistischer Re- 
voluzzer, als der er nicht nur gewissen- 
iiaft organisierte, kämpfte und Unter- 
griindaktionen "abschirmte", sondern 
auch sozialkritische und aggressive 
Dramen und Erzählungen verfassie. 

Kurz vor dem völligen Zusam- 
menbruch aller Unternehmungen, 
in die er verwickelt war, gab er 
seit 1931 eine aus^gezeichnete 
radikalkriii.sche, in die Zukunft 
weisende Zeitschrift *Der Geg- 
ner** heraus (jede Nummer mit 
64 Seiten). Aber grade damals 
musste er untertauchen, wie so 
oft in seinem Leben. 

Er war, wenn er auch oft bitter 

und verl^z^fHi" — üVxi y ■ !»^fne 
Freunde sprach, irn Grunde <*in 



guter Kerl, der dankbar für jedes 
freundliche und anerkennende 
Wort schien. In seinem Buch 
findet er gute Worte für manche 
Freunde: für einen alten Onkel, 
Franz Pfemfert, Lotte Lenia, für 
einige Kampfgenossen und den 
frühen Expres^sionismus. Aber er 
stürzte in seinen Unternehmun- 
gen immer wieder ab, verpasste 
jede Chance und vorbrannte sich 
oft die Finger, wenn er für andere 
die Kartoffeln aus dem Feuer 
holte. Er war ein scharf-analy- 
tischer, voraus^^ehender Beobach- 
ter seiner 2^it. aber er konnte mit 
den Menschen nicht fertig wer- 
den. 

"Ich leid« darunter, dast Ich oder 
dex Cinx*lne dazu bestimmt ist su lei- 
dem, M »xistiert ungeschüist tat einem 
völligen Mangel an Selbstverteidigung 
und Läbmung sur Gegenwehr, aus der 
die Gemeiaschait •atspringt." 

Er lebte und arbeitete unter* 
grund in Berlin auch noch einige 
Zeit unter der Naziherrschaft; 
schliesslich flüchtete er nach Prag, 
nach Wien, nach Paris, nach Genf, 
immer in wirtschaftlichen Unter- 
nehmungen, Versicherungen, Ban- 
ken schuftend. Er wurde nach 
Budapest versetzt, wo man ihn 
schliesslich verhaftete, ins KZ 
brachte, dann nach Bozen ina 
Arbeitslager. Nach der Befreiung 
musste er in Italien bleiben, in 
entwürdigenden Umstünden, zeit- 
weise als Kuchenbäcker fiir die 
Bauernbevölkerung. 

Endlich landete er in New York, 
dann in San Francisko, beide 
Male wieder eifrig, aber erfolglos 
bemüht. 

Während der letzten beiden 
Jahre lebte er unstet und völlig 
verarmt in Städten seiner frühen 
Jahre in europäischen Ländern, 
noch immer — über 70 Jahre alt — 
in seltsame Pläne verstrickt. 
Kürzlich gab er einen Auswahl- 
band seines Freundes, des An- 
thropologen und ^'Biographen" 
Ernst Fuhrmann, gleichfalls ein 
verkannter Vorläufer, heraus für 
die '^Deutsche Akademie für 
Sprache und Dichtung**. Er ar- 
beitete zuletzt an einem Buch 
über Aussenseiter der Gesell^ 
Schaft, zu denen er — wider Wil- 
len — xeitleben« splbat gehört 
liatte. 




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Fridoy, February 1, 1963 



AUFBAU 



19 



Mjiierarische Welt 



Americas ^'Poeta Laureatus 

Leben und Tod des Dichters Robert Frost 



## 



Vor einigen Jahren stand der 
Dichter Robert Frost, zusammen 
mit Carl Sandburg verehrt und 
bewundert wie kaum eine an- 
dere Gestalt der heutigen ameri- 
kanischen Literatur, vor einem 
Unterausschuss des Senats-Komi- 
tees für Arbeits- und Oeffentliche 
Wohlfahrtsfragen, um sich über 
Probleme der nationalen Erzie- 
hung zu äussern. Damals führte 
Frost einen Feldzug zur Errich- 
tung einer National Academy of 
Culture. Und er schloss eine Ant- 
wort auf eine Frage des Senators 
Yarborough mit den Worten: "Je- 
der kommt hier nach Washington, 
um als gletichber echtigt mit je- 
manden anderen anerkannt zu 
werden. Nun, ich möchte, dass die 
Dichter als gleich wichtig er- 
klärt werden mit — , nun was soll 
ich sagen? den Wissenschaftlern? 
Nein, mit den grossen Geschäfts- 
herren.*' 

Robert Frost, der am 26. 
März 89 Jahre geworden wäre 
und tief in der Landschaft 
New Englands verwurzelt ist, 

war weit davon entfernt ge- 
boren: in San Francisco. Auch die 

ersten Ruhmeslorbeeren hat er 
nicht in seiner Heimat, sondern 
in England geerntet, wo 1913 

sein Buch "A Boy's Will" und 
bald danach **North of Boston" 
veröffentlicht w^urden. Aber er 

war ein Mann New Englands 
durch und durch. Als ihn 1959 
jemand in einem Interview 

fragte, ob New England nicht auf 
dem Abstieg sei — die New Eng- 
land Staaten haben im letzten 
Jahrzehnt vor allem durch Ab- 
wanderung politisch und indu- 
striell starke Rückschläge erlitten 
— da antwortete er: "Der nächste 
Präsident der Vereinigten Staaten 
wird aus Boston stammen. Sieht 

sinkt? Es -wird ein Puritaner sein 
namens Kennedy. Die einzigen 
Puritaner, die heute noch existie- 
ren, sind die Römisch-Katholi- 
schen." 

Zwei Jahre später stand Ro- 
bert Frost barhäuptig, das dichte 
weisse Haar vom Winterwind zer- 
zaust, vor dem Capitol in Wash- 
ington und las sein Gedicht "The 
Gift Outright" als die einzige bei 
der Einschwörung des Präsiden- 
ten Kennedy im Programm vor- 
gesehene *'Rede" vor. Millionen 
und Abermillionen sahen auf den 
Fernsehschirmen des Landes die 
ehrwürdige Gestalt des Dichters, 
der bisweilen den Faden der 
Verse verlor, bisweilen auch von 
der Sonne geblendet nicht weiter 
konnte. Und dann fing auch noch, 
ohne dass der greise Mann es 
merkte, die Kabelleitung des Mi- 
krophons zu brennen an. Einmal 
hob auch der von dem alten New 
Engländer gefeierte junge New 
Engländer, der der erste Mann 
der Nation geworden war, herun- 
tergefallene Blätter des Manu- 
skripts auf. Es war ein rührend- 
pathetisches Bild. 

Es bedeutete gleichzeitig den 
Eröffnungsakt jener neuen Kul- 
turpolitik, die das Ehepaar Ken- 
nedy in Washington durchzufüh- 
ren plante. Das Versprechen 
wurde gehalten. Heute ist die 
Kennedy-Regierung die erste in 
der Geschichte der Vereinigten 



Staaten, in der die schaffenden 
Künstler eine offiziell anerkannte 
Rolle spielen. Frost hatte es in 
den Endversen des vorgelesenen 
Poems vorausgesagt: "A golden 
age of poetry and power — of 
which this noonday's the begin- 
ning hour." 

Es ist ein langer Weg, den Frost 
von seinem ersten Werk bis zu 
dem schmalen Bändchen seiner 
letzten Gedichte **In the Clear- 
ing" (erschienen im März vorigen 
Jahres) zurückgelegt hat. Reiche 
Ehren waren ihm auf diesem Weg 
geworden: viermal war ihm der 
Pulitzer Preis für Poesie, zwan- 
zigmal der Ehrendoktor von Uni- 
versitäten und Colleges verliehen 
worden. Wenn er in den Städten 
vorlas, füllte die Jugend des Lan- 
des die Säle und lauschte dem 
alten Manne, dessen Verse über 
d§n "Common Man" von einer 
tiefen Kenntnis des Menschen, 

von einer erschütternden Nähe 
zu der realen Welt, die diesen 
Menschen umgab und formte 
durchdrungen waren, und der im 
Verstehen der Tragik des Le- 
bens gleichzeitig in Hoffnung und 
tiefer Liebe den Farmen und Fel- 
dern verbunden blieb, aus denen 
die Vorfahren des Menschen von 



IIIIM1I>^ 



The Giit Outright 

By Robert Frost 

The land was ours hejore we were the land's, 
She was our land more than a hnndred years 
Before we were her people. She was ours 
In Massachusetts, in Virginia, 
But we were England's, still colonials, 
Possessing what we still were unpossessed hy, 
Posessed by what we now no more possessed. 
Something we were withholding made us weak 
Until we found out that it was ourselves 
We were xvithholding from our land of living. 
And jorthwith found salvation in surrender. 

Such as we were we gave ourselves outright 

(The deed of gift was many deeds of war) 

To the land vaguely realizing westward, 
But still unstoried, artless, unenhanced 

Such as she was, such as she tüould* become. 

•Changed to "wiU" for the inaugural reading. 



heute gekommen waren. Aber 
Frost war niemals ein "Blut und 
Boden"-Dichter. Er war ein 
Mann, der mit Gott und Schick- 
sal kämpfte, sensitiv alle Leiden 
seiner Mitmenschen in sich auf- 
genommen und mit durchlitten 
hatte, und dessen Schreibtisch die 
Natur war. Er hatte auch nie die 
Verbindung mit der Jugend ver- 
loren und immer gewünscht, 
"dass die jungen Menschen die 
Poesie als die Grundform des 
Verstehens" erkennen sollten. 
Und: "Ein vollkommenes Gedicht 
ist jenes, in dem ein Gefühl sei- 
nen Gedanken und der Gedanke 
seine Worte gefunden hat." 

International haben andere 
amerikanische Dichter grösseren 



Einfluss gehabt, etwa Männer wie 
T. S. Eliot, Ezra Pound, W. H. 
Auden u. a. Aber man könnte 
fast wetten: sie steigen und ver- 
blassen, steigen und verblassen 
wieder mit den Zeiten. Frost 
bleibt in allen Zeiten und in al- 
len Ländern ein Sprecher des 
amerikanischen Volkes und zu- 
gleich unmittelbar verbunden 
Völkern und Generationen in sei- 
nem Bestreben, indem aus seinen 
eigenen Erfahrungen und Kämp- 
fen Hilfe gegen die Irrungen und 

Wirrungen der Zeit zu leisten. Er 

liebte das Leben, wie es nun ein- 
mal war. Und hat sich lange und 
hart gegen den Tod gewehrt, ehe 
er die Waffen streckte. 

Manfred George 



Geschichte eines Aussenseiters 



Von Kurt Pinthus l fährten als blinde Passagiere und 

Franz Jung, am 26. November Piraten den Kapitän des Fisch- 
in Neisse als Sohn eines Uhrma- dampfers "General Schröder 



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chers geboren, ist im 75. Jahr 
seines unruhigen Lebens nach 
schwerer Erkrankung innerer 
Organe in einem Stuttgarter 
Krankenhaus einem Herzschlag 
erlegen. Seine Altersgenossen 
hatten kaum noch Kenntnis von 
ilntri. Von seinen mehr als 20 Bü- 
chern (das letzte war 1931 er- 
schienen) — alle in kleinen Auf- 
lagen gedruckt und schnell ver- 
schollen — und von seiner blossen 
abenteuerlichen Existenz wusste 
eine jüngere Generation über- 
haupt nichts mehr. Da erweckte, 
erschreckte er plötzlich die allge- 
meine Aufmerksamkeit, als 1961 
zu seinem 73. Geburtstag seine 
Erinnerungen erschienen (Luch- 
terhand Verlag), betitelt ''Der 
Weg nach unten", ein aufregen- 
des, aufreizendes Buch, das fürch- 
terlich — umso fürchterlicher, 
weil ganz unpathetisch — ver- 
nichtendes Gericht hält über 
seine Zeit, seine Zeitgenossen, an 
unbarmherzigsten aber über ihn 
selbst. 

Er sagt dort, er sei in den "Ruf 
einer von Geheimnissen umwit- 
terten Person, eines gefährlich«! 
Abenteurers" gekommen. Er be- 
streitet das, sein Buch aber be- 
weist es. 

WER WAR FRANZ JUNG? 

Er war ein Schriftsteller, Dra- 
matiker, Erzähler . . . aber wenn 
er sich auf diesen Gebieten — 
immer wieder, 20 Jahre hindurch 
— betätigte, hasste er diese Tätig- 
keit. Er war ein Handelsjourna- 
list, Wirtschaftskenner, oft und 
viel in reelle, zwielichtige oder 
dunkle Geschäfte und Spekula- 
tionen verwickelt . . . aber er 
hasste auch diese Tätigkeit, gab 
sie immer wieder auf, begann sie 
immer wieder neu, selbst in jeder 
Stadt seines späteren Exils. Er 
war ein militant-aktiver radikaler 
Politiker und an vielen revolu- 
tionären Unternehmungen betei- 
ligt. 

1920 zwang er mit zwei Ge- 



Kurs auf Murmansk zu nehmen, 
um so als Delegierter einer kom- 
munisrtischen Splitterpartei nach 
Sowjetrussland zu gelangen. Er 
arbeitete, aus Deutschland nach 



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FRANZ JUNG 

der Osterrevolte 1921 flüchtig, 
drei Jahre lang als Organisator 
phantastischer Unternehmungen 
in Russland, etwa um den "Hun- 
ger an der Wolga" (so heisst sein 
Buch darüber) soziologisch zu 
erforschen und durch die Inter- 
nationale Arbeiterhilfe zu be- 
kämpfen, oder eine Zündholz- 
Industrie für Export oder eine 
Maschinenfabrik aufzuziehen. 

Auch seine politische Tätigkeit 
hasste er, stets ein Fallengelasse- 
ner, stets erfolglos in seinen 
Aktionen, immer ein Enttäusch- 
ter. Enttäuscht in seinen Ehen, 
Lieben und Freundschaften, ent- 
täuscht vom Suff, von selbstge- 
wähltem Elend und schnell er- 
worbenem Reichtum, von all den 



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unzähligen literarischen, wirt- 
schaftlichen, polftischen Erleb- 
nissen, die er in zerfleischender 
Selbstanalyse im *'Weg nach 
unten" erzählt. 

Er erzählt dort vieles Auf- 
schlussreiche, manchmal Haar- 
sträubendes aus der internationa- 
len Politik und Wirtschaft, nebst 

dem Kunstbetrieb, das noch nie- 
mals erzählt worden ist, und er 
erzählt manches anders, als es 
bisher erzählt und geglaubt 
wurde. Es ist auch viel von vieler- 
lei Krach und Klatsch die Rede, 
von Flucht vor der Justiz, von 
Aufenthalt in Gefängnissen, von 
Verleumdung, Verruf und Verrat. 
Und immer wieder scheitert er 
oder glaubt zu scheitern, bis er 
zu völliger Gleichgültigkeit und 
Unaktivität getrieben wird. Es ist 
die 
SELBSTDARSTELLUNG DES 

ISOLIERTEN, HILFLOSEN 
INTELLEKTUELLEN, 
der vergeblich versucht, durch 
unkonformistische Arbeit in Li- 
teratur, Politik, Wirtschaft sich 
zu betätigen und schöpferischen 
Anteil an der Gesellschaft seiner 
Zeit zu gewinnen. 

So wird das Buch zu einer Art 
Generalbeichte, einem Schuld- 
bekenntnis wie Rousseaus '*Con- 
fessions'*. Er bekennt, dass er 
"viel bitterer in der Eigenbewer- 
tung" sei, als seine Feinde "sich 
das vorstellen können". Kein 
Wort kommt in den Resultaten 
seiner Erlebnisse so oft vor wie 
"es ist gleichgültig" oder ''es ist 
interessiert mich nicht mehr". Er 
(Fortsetzung auf Seite 20) 



Ein Dichter vom 
Bodensee 

Ueber Jacob Picard — Dichter, 
Jurist, Historiker, Weltweiser — 
ist im "Aufbau" mehrmals Aus- 
führliches gesagt worden, sodass 
zu seinem 80. Geburtstag nur 
einige Fakten seines Lebens und 
Werks in Erinnerung gebracht 
seien. In Wangen am Bodensee 
geboren, wurde er Rechtsanwalt 
in Konstanz und Köln, aber seine 
Liebe gehörte stets der Literatur. 
Seine erste lyrische Sammlung 
''Das Ufer" erschien 1913. Er 
nahm am ersten Weltkrieg mit 
drei Brüdern teil, von denen zwei 
fielen. ''Erschütterung" heisst das 
Gedichtbuch, das in Schmerz^ 
Klage und Ausbruch diesem Er- 
lebnis entwuchs. Was er dann 
an Gedichten, Erzählungen und 
Artikeln publizierte, erschien 
meist unter dem Pseudonym J. P. 
Wangen, denn, so sagte er, *'zu 
einem Anwalt, der dichtet, hat 
man kein Vertrauen". 

Als Jacob Picard aber ver- 
öffentlichte er, aus seinem Beruf 
vertrieben, 1936 in der Jüdischen 
Buchvereinigung (Berlin) das 
Buch, das bis heute sein Haupt- 
werk geblieben ist. "Der Gezeich- 
nete", eine Geschichten-Samm^ 

lung von südwestdeutschen Land^ 
Juden. Es war das erste Buch 
über dies Thema, und wird lange 
das einzige bleiben, denn diese 
Landjuden, ebenso fest und treu 

dem Judentum verbunden w^ie 
dem Land, in dem sie als Bauern 
oder Händler seit Jahrhunderten 
in Dörfern und Städtchen lebten, 
sind ausgerottet. Picard aber hat 
sie in mannigfaltigen Gestalten 
und Erzählungen, ohne Sentimen- 
talität oder Versüsslichung, in 
einem eigenen herben, dichten 
und doch poetischem Stil so end- 
giltig dargestellt, dass sie leben-'- 
dig dastehen und weiterleben. 

Picard selber entstammt einer 
solchen alten Landjuden-Familie 
vom Bodonsee. Zu Ende der dreis- 
siger Jahre entkam er über Sibi- 
rien nach New York, wo er in 
der Stille und völlig bedürfnislos 
fast zwanzig Jahre lebte. Vor 
einiger Zeit kehrte er nach 
Europa zurück; dort wohnt er in 
Den Haag (Holland) nahe seiner 
Tochter und Enkel. Jeden Som- 
mer aber verbringt er in seinem 
Geburtsort Wangen, hochgeehrt, 
wandernd in der alten Landschaft 
und schwimmend im Bodensee 
wie in seiner Jugend, als es noch 
Landjuden gab. 

Picard hat seither mancherlei 
geschrieben, das in deutschen 
Blättern erscheint oder über das 
Radio gesendet wird. Er hat auch 
eine umfangreiche Geschichte sei- 
nes Landsmannes, des Freiheits- 
kämpfers Franz Sigel verfasst, 
der 1849 den Aufstand in Baden 
führte und schliesslich amerika-^^ 
nischer General im Bürgerkrieg 
wurde (sein Denkmal steht am 
Riversidc Drive in New York). 

Picards Erzählungen von den 
Landjuden erschienen, von Lud- 
wig Lewisohn übersetzt, 1956 in 
englischer Sprache sehr erfolg- 
reich, bei der Jewish Publication 
Society of America. Das schönste 
Geschenk für den liebenswerten 



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FÜR DIE FRAU 



n.1.1963 / Nr. 2 / XVI. Jahrg. 



Seite 



13 



V or wenigen Wochen starb fünfundsirb- 
7.igjährig in Paris Sylvia Beach. Tochter 
eines presbytcrianischen Geistlichen aus 
Princeton, Nachfahrin von neun Pfarrcr- 
ßenerationen in New Jersey, eine der be- 
merkenswertesten Frauen der neuen Lite- 
raturgeschichte. Richard Ellmann, Autor 
der voluminösen Joyce-Biographie, meint 
in einem maliziösen Nebenbei, daß sich 
'Sylvia Beach vor all dem, was sich aus 
ihrer presbyterianischen Herkunft ergeben 
mochte, auf der Flucht befand. 

Der Mann ist kein Kavalier, ganz ab- 
gesehen davon, daß noch nicht ausgewogen 
ist. wessen Verdienste um Joyce größer 
sind: die des Biographen Ellmann oder 
die der Buchhändlerin Beach. die nach 
dem Scheitern jeder Hoffnung auf eine 
Veröffentlichung in spontanem Ent.schluß 
den bedrückten Joyce fragte: ..Wijrden Sie 
Shakespeare and Company die Ehre er- 
weisen. Ihren Ulysses herausbringen zu 
dürfen?" 

Shakespeare and Company hieß die Buch- 
handlung und Leihbücherei, die Sylvia 
Beach 1919 mit Hilfe der kräftigen ' und 
tatkräftigen Adrienne Monnier einrichtete. 
Um die Jahrhundertwende war die vier- 
zehnjährige Sylvia mit ihren Eltern und 
zwei Schwestern nach Paris gekommen. 
Der Vater hatte die Aufgabe der religiösen 
Betreuung amerikanischer Studenten über- 



MATH 1 1 AS sc n R F: C K LI .\ C L R : 



Die Hebamme des Ulysses 

Mihcn JUS Cbcvcc - Die Moinoucn de, Svivu Be.ch uikI der Peacv Cucraenl.cMn 



nommrn. Der gei.stliche Herr scheint ein 
welluffener. der Muckelei abholder Mann 
gewesen zu sein, dem die Atmosphäre der 
Pariser Goldenen Jahre offenbar zusagte. 
Auch nach seiner Rückkehr nach Amerika 
kehrte er oft zu kürzeren oder längeren 
Aufenthalten mit .meiner Familie nach 
Frankreich zurück. 

Sylvia schließlich kchitc eines Tages zu- 
rück, um zu bleiben. Der Gedanke einer 
Buchhandlung, die die anglo-amerikanische 
Literatur in Paris pflegen wollte, erwies 
sich als fruchtbar. Andre Gide war einer 
der ersten Kunden. Paul Valery kam. Leon 
Paul F^)rgue. Valery Larbaud. Georges 
Duhcjmel. Jean Schlumberger und andere. 
Natürlich fanden sich auch die Landsleute 



eui. Kszia p,)und. Sherwood Andersr.n. 
John Dos Pa.>so.s. Tliornton Wilder. Scott 
j-H/ge.eiid. Thomas Wolfe und Ernest 
Hemingway. 

Sylvia Beach .schildert anschaulich das 
bunte Lebensmuster von Menschen. Be- 
gegnungen. Gesprächen. Schicksalen und 
StuTimungen in ihrer kleinen Bücherstube 
m der Rue de l'Odeon. und aus ihren Er- 
innerungen i.st eine., derlarbigsten und lie- 
benswertesten Memoiienbücher geworden, 
gänzlich unprätentiös und von frau- 
licher Warmherzigkeit (..Treffpunkt - Ein 
Buchladen m Paris". Paul List Verlag). 

Ihre besondere Bedeulujig gewinnen 
diese Ermnerungen durch die Begegnung 
mit James Joyce, dem haibblinden, hypo- 



Was erwarter die Haustochter im Ausland? 



I.iniiliciLin^cliluß heißt o{\ : BabvMrtci sein 



D 



ie Zahl deutscher Mädchen, die für 
mehr oder weniger als ein Jahr ins Aus- 
land gehen, wächst von Jahr zu Jahr. Viele 
tun dort das, was sie in Deutschland nie 
täten: Sie werden Dienstmädchen. Freilich 
hört sich das Wort Haustochter freundliclier 
an, aber die Verhältnisse, in die das deut- 
sche Mädchen im Ausland kommt, entspre- 
chen oft eher der ersten Bezeichnung. 

Abenteuerlust spielt selten eine Rolle. 
Die Mädchen wis.sen meistens, daß sie nicht 
auf Erholung fahren, sondern bereit sein 
müssen zu arbeiten. Das häufigste Motiv 
ihres Entschlusses liegt darin, selbständig 
zu werden, den Abstand des Reifgewords- 
nen vom Elternhaus bewußt zu machen 
und sich einmal durch räumliche Trennung 
von der gewohnten Atmosphäre auf das 
W^agnis des Lebens einzulassen. In den 
meisten Fällen liegt der Grund noch direk- 
ter in ausweglosen persönlichen Umstän- 
den, die durch zeitliche Trennung wieder 
in Ordnung oder zur Entscheidung ge- 
bracht werden sollen. Dann erhoffen sich 
die Mädchen eine Zeit innerer Ruhe. 

Oft stehen sie auch in Verbindung mit 
einer Bekannten, die schon im Ausland ist 
oder war; und diese wird immer sagen: 
Komm auch. Sehr selten besteht schon eine 
Bekanntschaft mit der Familie im Ausland, 
was aber für das Mädchen von entschei- 
dender Bedeutung sein kann. Denn die 
Frage: Wie hast du's getroffen? wird oft 
zu spät gestellt — und im Ausland die 
Stelle zu wech.seln, ist nicht nur ein 
menschliches, sondern auch finanzielles 
Risiko, das ungerne eingegangen wird. 

Damit ist die zweite Frage gestellt: Was 
wartet auf das Mädchen, was kann es 
selbst erwarten? 

Die meisten der aufgesuchten Länder 
sind Länder hohen sozialen Standes: die 
Schweiz, Frankreicli. England, die USA. 
Schweden und Finnland. Dort herrschen 
aufs Ganze ge.sehen dieselben Probleme 
wie bei uns: Wer hilft der Hausfrau? Da 
deutsche Mädchen im Rufe stehen, tüchtig 
zu sein, werden sie gerne genommen. Die 
Haushalte, welche die Stellen bieten, sind 
in der Regel gutgestellte oder kinderreichv-^ 
Familien. Im Normal fall gewähren sie für 
ein Jahr entweder eine Fahrt und ein ver- 
hältnismäßig gutes Monats- oder Wochen- 
gelt oder beide Fahrten und weniger Bar- 
geld, was bei weiten Entfernungen auf das- 
selbe herauskommt. Von den zwölf Mona- 
ten geben viele die letzten vierzehn Tage 



frei für eine Fahrt durchs Land. In der 
Woche sind anderthalb Tage frei. Selten 
klagen Mädchen darüber, daß Abmachun- 
gen nicht eingehalten oder die Bezahlung 
zu schlecht sei. 

Hier einige Ratschläge, auf welche Dinge 
zu achten ist. 

Die Abmachungen sollten immer vorher 
schriftlich ausgehandelt sein, wobei als 
Richtschnur die deutschen Verhältni.s.se gel- 
ten können, es sei denn, die Familie ist per- 
sönlich bekannt oder eine Haustochter löst 
die andere ab und übernimmt deren Ab- 
machungen. Ausdrücklich gewarnt sei da- 
vor, auf Drängen der Familie die Reise an- 
zutreten, bevor alles klar ist. 

Es ist nötig, sich über den Wert der 
fremden Währung im eigenen Lande eine 
Vorstellung zu verschaffen. Zwanzig Dollar 
zum Beispiel in Amerika haben für die 
meisten Dinge eine Kaufkraft von etwa 
fünfundzwanzig Deutschen Mark! 

Rechtlich unsicher gelassen wird oft die 
Krankenversicherung. Es gibt deutsche 
Kassen, die gegen geringen Mehrbetrag 
auch im Ausland versichern. Meistens 
gehen die Familien dort für ihre Haus- 
tochter eine Versicherung ein. Nicht über- 
all findet man die Einstellung einer Ameri- 
kanerin, die sagte, sie zahle nicht zu\ iel 
Wochenlohn, weil sie ja die Verantwortung 

im Krankheitsfälle zu tragen habe, was sie 
.selbstverständlich täte. 

In jedem Zweifelsfallc kann (unter Vor- 
lage der Einladung) Auskunft im Konsulat 
des betreffenden Landes eingeholt werden, 
sowohl über F<n'malitäten als auch über die 
P^amilie, die sich oft selbst an das Konsulat 
wendet, um eine raschere Einreise der 
Haustochter zu erreichen. 

Handelt es sich um eine persönlich un- 
bekannte deutsche Familie im Ausland, so 
kann sich die Haustochter eventuell an das 
deutsche Pfarramt in derselben Stadt od:n' 
in deren Nähe wenden. Doch im allgemei- 
nen lehnen es die Pfarrämter ab. offiziell 
zu vermitteln. 

Der Begriff ..Haustochter" ist dehnbar, 
je nachdem wie sie selbst oder die Familii^ 
ihn verstehen. Bei uns versteht man dar- 
unter den Familienanschluß. Es kann sein, 
daß dieser darin besteht, fünfmal in der 
Woche nach einem arbeitsreichen Tag beim 
Baby zu sitzen. Und das ist das eigent- 
liche Risiko, weil über Hilfe im Haushalt 
oder die An.stellung als Kindermädchen 



Köpfe der Großen für Groschen 

Der B.^ckenK^lr des Erzheizocis .^Is Musrei für d,4s Heer 



I 



nwieweit kann .«^ich ein großer Mann als 
Herr seiner Physiognomie betrachten? Das 
heißt, bis zu welchem Grad kann er an 
seinem Gesicht Veränderungen vornehmen, 
die dessen Zauber mindern oder ihm Cha- 
rakteristisches rauben? 

Ist es dem großen Mann zum Beispiel 
erlaubt, sich den Bart zu rasieren, die 
grauen Haare zu färben (Kler die Glatze 
unter einer Perücke zu verbergen? Und 
die Lexika, die ihn bärtig, ergraut oder 
kahlköpfig zeigen"!' Was «soll mit ihnen ge- 
schehen? Der Kaiser von Österreich-Un- 
garn, Franz-Joseph, wollte sich eines Tages 
seinen Backenbart abnehmen lassen und 
konnte es nicht. Als er seine Absicht dem 
Barbier kundtat, fiel dieser in Ohnmaclit; 
wieder zu sich gekommen, stürzte er /um 
Erzherzog Franz Ferdinand, um ihm den 
Fall zu unterbreiten. Der Erzherzog, des- 
sen Ermordung in Saraiewo bald darauf 
den Ersten Weltkrieg entfesselte, teilte die 
Nachricht dem Hofe mit und verursachte 
einen schrecklichen Wirbel. Da war eine 
Dame, die schlief mehrere Nächte nicht: 
sie sah eine Tragödie heraufziehen. I^er 
Backenbart des Kaisers, jener Backenhalt, 
von fast allen Offizieren des Heeres über- 
nommen, durch die Photographien, durch 
Münzen und Briefmarken volkstümlich 
geworden, von den ersten Karikaturisten 
der Welt interpretiert und in der Plastik 
verewigt, jener Backenbart von sechzig 
Jahren Geschichte sollte in einer Minute 
verschwinden! 

..Nein! Niemals!" rief der ganze Uof 
„Österreich ist ein konstitutionelles Lind 
Der Kaiser muß sich beraten lassen." 

Und der Erzherzog und die Erzherzogin, 
der Großmarschall, der Zeremonienmeister, 
der Generaladjutant des Kaisers, der Große 



Kammerherr und die erlauchten Würden- 
träger der Krone — sie gingen geschlossen 
zum Kai.ser. um ihn anzuflehen, den ge- 
heiligten Bart nicht anzutasten. Franz Jo- 
seph ließ sich nicht raten. Er hatte seinen 
Bart satt: 

„Der Backenbart, historisch oder nicht, 
ist eine reichlich lästige Sache." 

..Nehmen Eure Majestät die Last auf 
sidi." 

„Meine Majestät nimmt gar nichts auf 
sich und läßt sich sofort den Bart weg- 
schneiden, in einem Akt der Unabhängig- 
keit, wie man sie dem letzten ihrer Unter- 
tanen nicht streitig machen wird." 

Aber er ließ ihn sich nicht abnehmen. Er 
konnte es nicht tun. Der Widerstand, dem 
er am Hof begegnete, und der im Volk, wo 
bereits die ersten Gerüchte über seine Ab- 
sicht umgingen, war gewaltig, und Franz 
Joseph blieb nichts anderes übrig, als sich 
bis ans Ende seines Lebens selbst zu glei- 
ch en 

Sich selber gleichen: Hier ist die erste 
Pflicht eines icdcn großen Mannes, denn 
keiner von ihnen ist Herr, sondern simpler 
Nutznießer seines Kopfes, mit dem er die 
Popularität erwarb oder den Ruhm er- 
langte. Die Köpfe der großen Männer ge- 
hören in Wirklichkeit uns allen. Wir sind 
die einzigen, die nicht nur das ab.solute 
Recht hätten, sie umzumodeln: wir könnten 
sogar den einen oder anderen von ihnen, 
falls wir seiner überdrüssig sind, nehmen 
und damit auf den Trödelmarkt gehen, um 
zu sehen, ob wir für ihn ein paar Groschen 
einhandeln. 

Aus dem Spanischen von Wilhelm L KristI 



eine genauere Verständigung vorher 
schlecht möglich ist. Eine Probe gegen.sei- 
tigen Vertrauens kann nicht vorweg- 
genommen werden. Andeie Umstände wie- 
der gelten als .selbstverständlich, zum Bei- 
spiel, daß es im Diplomatenhaushalt selten 
Tischgemeinschaft geben wird. 

Die neue Umwelt sieht verschieden au.--. 
In Finnland werden die sprachlichen 
Schwierigkeiten, die natürlich ihren be- 
sonderen Reiz haben, viele Mädchen in den 
Jugendring der deutschen Gemeinde füh- 
ren, in Amerika, wo die Sprache schneller 
erlernt ist, in einen der vielen Klubs. 

Auf jeden Fall ist der Auslandsaufent- 
halt immer die Erwartung wert, oft für 
das ganze Leben. Wer sich mit dem Ge- 
danken trägt, etwas anderes zu sehen und 
zu erleben, .'^ollte keine Bedenken zweit- 
rangiger Art haben, sondern den der 
Jugend entsprechenden Mut zeigen, die 
Chance in unserer Zeit zu nutzen und ein 
Jahr im Ausland zu leben.. 

Hermann Bergengruen 



chnndri.schen Autor des Ulysses, der sich 
\-or Gewittern. Hunden. Infektionen und 
dem lieben Gott fürchtete, der es ihm, wie 
er meinte, eines Tages ..geben wird". Mit 
dem kühnen Entschluß, den Ulysses zu 
verlegen, übernahm Sylvia Beach auch die 
Sorge für den Autor und seine P\miilie. 
eine Aufgabe, die sich mit Joyce als Ge- 
schäftspartner jeder vernünftigen Bilanz 
entziehen mußte. Joyce' Verhältnis zum 
Geld war. gelinde gesagt, gestört; seine 
Trinkgelder waren berühmt, er gab, wie 
ein von ihm eingeladener Gast unfein be- 
mcMkte. „Geld aus wie ein betrunkener 
Matrose". Er warf es mit Wonne hinaus, 
berichtet Sylvia. ..und ich konnte gerade 
eben noch verhindern, daß meine Buch- 
handlung mit verschlungen wurde". 

Den ständig auf der Geldsuche befind- 
lichen Joyce schildert am besten Joyce 
selbst. Anläßlieh (Mner Verstimmung mit 
seiner Verlegerin schrieb er in einem Brief: 

CS gibt kein Fest, keine Feier, kein 

Treffen von Aktionären, wo ich nicht in 
der Schicksalsslunde an der Tür erscheine, 
in zweifelhafter Gewandung, mit einem 
Gepäcktroß, einer stummen, erwartungs- 
vollen Familie, ein Pflaster über dem 
Auge, düster um Hilfe heulend." Sylvia 
Beach hielt ihrem düster heulenden und 
fröhlich Geld verstreuenden Autor mit 
bewundernswerter Langmut die Treue, 
vom Genie fasziniert und mit jenem 
resignierenden Humor, den der Wei.se dem 
Unabänderlichen entgegensetzt. Für seine 
Arbeit und Mühe habe Joyce, meint sie, 
sicherlich ein zu geringes Entgell erhalten' 
Als dann das von der Zensur verfolgte 
Buch freigegeben wurde, Jovce den Ver- 
leger wechselte und die Random-Hou.se- 
Ausgabe ihm fünfundvierzigtausend Dol- 
lar einbrachte, gmg Sylvia Beach leer aus. 
wie überhaupt keiner ihrer Verträge mit 
Joyce ihr den geringsten Nutzen brachte. 

Ihr großmütiger Verzicht ist ohne Sta- 
chel, vom kommerziellen Standpunkt bei- 
nahe unbegreiflich und unsinnig, zumal 
schließlich ein Hilfskomitee zur Rettung 
von Shakespeare und Co gegründet werden 
mußte. Sylvia Beachs Replik auf das finan- 
zielle Fiasko mit ihrem Autor: die 

Bücher gehörten ja schließlich Joyce. Ein 
Baby gehört seiner Mutter und nicht der 



Hebamme, nicht wahr?" — W^ie so viele 
selbstlose Frauen ist auch die Hebamme 
de.s Ulysses eine liebenswerte Assistenz- 
figur der Literaturgeschichte gew-orden, der 
man im Zusammenhang mit dem manch- 
mal weniger liebenswerten Joyce stets 
gerne begegnen wird. 

V on ganz anderer Art ist die Autobio- 
graphie von Peggy Guggenheim, der be- 
rühmten amerikanischen Sammlerin, die 
heute in Venedig im Palaz/o Venier dci 
Leoni inmitten ihrer gesammelten Kunst- 
schätze lebt („Von Kunst be.ses.sen". Kind- 
l<r Verlag). Was sich freilich dem Besucher 
heule als eine klassi.sche Kollektion moder- 
ner Kunst mit Kapitalstücken der berühm- 
testen Namen von Picasso bis Pol lock dai- 
bietet, ist der gefilterte Rückstand aus 
einein Strom von Kunstwerken, in dem 
„Peggy" watete. Zeitweise, zu Beginn des 
Zweiten Weltkrieges, kaufte sie in Paris 
..ein Bild pro Tag". 

Liest man die forschen, manchmal reich- 
lich ungeschminkten Bekenntnisse, wobei 
einem die Geschichte der Defloration der 
Sammlerin nicht erspart wird, so fragt 
man sich, ob es oft nicht eher die Künst- 
ler als die Kunstwerke waren, die Peggy 
Guggenheim anzogen. Jedenfalls verhehlt 
.^ie nicht, daß sie beide Passionen, die ero- 
tische und ästhetische, nutzbringend zu 
verbinden wußte. 

Ist es Naivität oder feuilletonistischer 
Snobismus, wenn sie erzählt, daß sie auf 
einen scherzhaften Vorschlag ihres ersten 
Mannes der Möglichkeit nachging. Bran- 
cusi zu heiraten. ..damit mir einmal alle 
.seine Plastiken als Erbe zufielen"? Aber 
sie entdeckte, daß Brancusi anderes im 
Sinn hatte und sie nicht zu seiner Erbin 
machen würde. „Er liebte mich sehr, aber 
ich konnte ihm nie etwas entlocken." 
Schließlich, als die Deutschen schon nahe 
vor Paris standen, kam sie doch noch zu 
ihrem „Vogel im Raum". Brancusi liefen 
die Tränen übers Gesicht, als er abgeholt 
wurde. Peggy „erfuhr nie. was ihn so außer 
Fassung gebracht halte, nehme aber an. es 

war der Abschied von seinem Lieblings- 
vogcl". 

Offenbar gehört es zur unergründlichen 
Logik einer sammelnden Millionärstochter, 
Brancusi Geiz und Geldgier anzukreiden 
und gleichzeitig den ausgemachten Kauf- 
preis in Franken festzusetzen, wobei sie 
tausend Dollar einsparte. 

Die großen Kunstwerke freilich schwei- 
gen über die menschlichen Unzulänglich- 
keiten. Vielleicht erhöht es .sogar ihren 
Glanz, so ungescliminkt zu erfahren, wie 
sie sich zu einem einmaligen Ensemble zu- 
sammenfanden. Wenn das Allzumenschlic+ie 
dennoch das Besondere bewirkt, die Eitel- 
keit des Anekdotischen abgefallen i.st. 
dann bleibt schließlich doch unversehrt 
eine große Sammlung und eine große 
Sammlerin. 



Anfna}nne: Anne Radon 




Seite 



16 



11. 1. 1063 . Nr. 2 ' .XVI. Jdhrg 



CHRIST UND WELT 



Semoer Dowland 






semper 



dol 



ens 



Zum 400. Gcbiirrst.ia des 



cnsilischon 



Koniponisicn John Do\vl«ind / \ on tck-irr Klessmann 



Im Jahre 1599 erscheint in London eine 
Sammlung von Sonetten unter dem Titel 
,.The Passionate Pilgrim". Ihr Verfasser. 
Richard Barnfield, rühmt darin einen Mu- 
siker namens John Dowland, „dessen 
himmlisches Lautenspiel die Sinne schwin- 
den läßt". Vier Jahre zuvor hatte ein ande- 
rer Dichter — Thomas Campian — in 
einem Epigramm bekundet. daf5 Dowlands 
Kunst selbst Orpheus überträfe Wer war 
dieser John Dowland. dessen Talent die 
Federn der englischen Lyriker und Dra- 
matiker (allein sieben zeitgenössische 
Schauspiele erwähnen seine Musik) der- 
art beflügelte? Diese Frage wird um so 
interessanter, wenn wir aus einem 1612 
erschienenen Gedicht erfahren, daß Dovv- 
Jand zu dieser Zeit schon fast vergessen ist. 
Geboren wird John Dowland in der 
Weihnachtszeit des Jahres 1562 in Dalkey 
bei Dublin, verliert mit fünfzehn den Va- 
ter und geht nach England. Siebzehnjäh- 
rig wird er Lautenist des englischen Ge- 
sandten in Paris, konvertiert dort zum 
katholischen Glauben und findet aus die- 
sem Grunde keine Stellung in England, 
wohin er fünf Jahre später zurückkehrt. 
Aber sein Ruf als Lautenvirtuose verbrei- 
tet sich und auch wohl sein Name als Kom- 
ponist, wiewohl aus dieser Frühzeit keine 
Kompositionen von ihm überliefert sind: 
1588 ernennt ihn die Universität Oxford 
zum Baccalaureus der Musik, und der Ver- 
leger Thomas East fordert ihn zur Mit- 
arbeit an einem Psalter auf, der 1592 er- 
scheint und fünf von Dowland vertonte 
Psalmen enthält. Mit diesen Auszeichnun- 
gen bewirbt er sich 1594 um den Posten 
eines Hoflautenisten, wird aber von Köni- 
gin Elizabeth abgelehnt: „Ich hörte, daß 
Ihre Majestät gesagt hat, als man sich für 
mich einsetzte, ich wäre ein Mann, der 
jedem Fürsten in der Welt dienen könne, 
aber ich sei ein hartnäckiger Papist", 
schreibt der enttäuschte Dowland in einem 
Brief. 

Glück war ihm Schmerz 

Dem Zweiunddrcißigjährigcn, der inzwi- 
schen Frau und Kind zu versorgen hat, 
droht bittere Not, als etwas sehr Unerwar- 
tetes geschieht: Der Herzog Heinrich Julius 
zu Braunschweig-Lüneburg fordert ihn 
auf, an seinen Hof zu kommen. Auch er 
mag die Ansicht der Königin teilen, daß 
Dowland ,.jedem Fürsten in der Welt 
dienen könne", jedenfalls wird der Emp- 
fang des Komponisten in Wolfenbüttel, wie 
er selber erzählt, glänzend: „Als ich zum 
Herzog v^on Braunschweig kam, behandelte 
er mich freundlich und schenkte mir eine 
goldene Kette, 23 Pfund wert, sowie Samt, 
Seide und goldene Tressen, um mich damit 

Z'ii kleiden, mit dem Vcispioc-h cn, duß. 
wenn ich ihm dienen wolle, er nur .>o viel 
geben würde, wie jeder Fürst sonst." 

Ahnliche Ehren werden ihm zuteil, als 
er seine Reise nach Kassel fortsetzt, an 
den Hof des Landgrafen Moritz von Hes- 
sen, ,.der mir den größten Empfang berei- 
tete, der für einen meinesgleichen möglich 
ist, der einen Ring nach England an meine 
Frau schickte, im Werte von zwanzig 
Pfund Sterling, und mir einen großen 
Pokal mit goldenem Deckel, gefüllt mit 
Talern, schenkte, nebst vielen großen An- 
geboten, wenn ich ihm dienen wolle". 

Im Frühjahr 1595 reist der von seiner 
Heimat Verstoßene, in Deutschland so Ge- 
feierte nach Süden und besucht in einer 
glanzvollen via triumphalis die großen 
Städte Oberitaliens: Venedig. Padua, Fer- 
rara, Bologna, Florenz und Genua. Ferdi- 
nand I., Großherzog von Toskana, zeich- 
net ihn aus, und einer der berühmtesten 
italienischen Komponisten jener Zeit, Luca 
Marenzio, huldigt dem Kollegen mit Brie- 
fen, in denen er Dowlands „gute Charak- 
tereigenschaften" rühmt und schreibt: „Ihr 
verdient es. daß jeder Euch bewundert und 
beachtet." Sogar der Papst sucht ihn für 
seine Kapelle zu gewinnen. Aber das 
Heimweh treibt den Gefeierten nach Eng- 
land zurück. Er nimmt wieder den evan- 
gelischen Glauben an, um diesmal von 
vornherein allen Schwierigkeiten aus dem 
Wege zu gehen. Kurz nach seiner Rück- 
kehr. 1597. erscheint sein erstes Werk, das 
„First Book of Ayres" mit einundzwanzig 
Liedern für Tenor und Laute, kurz nach- 
dem ihm auch die Universität Cambridge 
den Titel eines Baccalaureus der Musik 
verliehen hat. Diese von Dowland geschaf- 
fene Form des Liedes, des Ayres, findet so- 



gleich die geradezu stürmische Begeiw=te- 
rung seiner Zeitgenossen; fa.^t alle Kom- 
ponisten ahmen sie nach, wenngleich kei- 
ner das Vorbild an Größe und Tiefe er- 
reicht. Schon im Jahre darauf bietet ihm 
Christian IV., König von Dänemark, die 
Stellung des Hoflautenisten an mit einem 
Jahresgehalt von fünfhundert Talern. das 
Gehalt eines ersten Ministers und das 
höchste Gehalt, das je ein Musiker empfing. 

Dowland nimmt dieses Angebot an und 
geht nach Dänemai k. Sein zweites Lieder- 
buch und das dritte erscheinen 1600 und 
1603; Verleger in ganz Europa rechnen es 
sich zur Ehre an, in ihre Sammlungen auch 
Stücke Dowlands aufzunehmen. 

Betrachtet man diese Stationen einer auf- 
sehenerregenden Laufbahn, die Dowland 



liehe Fazit des z^^'^iundvierzigjährigen 
Komponisten. 

Außerdem enthält diese Sammlung das 
großartigste, musikalisch kühnste Variatio- 
nenwerk des n. Jahrhunderts: die sieben 
Lachrimae-Pavanen. Variationen über 
Dowiands populärste Schöpfung, dem Lied 
„Flow, my tears". da.s die englischen Dra- 
matiker auf der Bühne zitieren, denn 
..Dowlands Lachrimae" wird damals zu 
einer anderen Bezeichnung für welt- 
schmerzlichc Traurigkeit. 

An seinem Schöpfer aber erfüllt sich nun 
das Wort, das er ein Jahrzehnt zuvor in 
eben diesem Liede ausge.sprodien hatte: 
..Von dem höchsten Gipfel der Zufrierion- 
heit wurde jäh mein Glück gestürzt." Jäh 
wie der Aufstieg vollzieht sich auch der 



Zusammenbruch. Das in den Zeiten äuße- 
ren Glücks beschworene Leid überfällt nun 
Dowland mit aller Kraft. Er vernachläs- 
sigt seinen Dienst, ist stets verschuldet und 
wird endlich 1606 aus dem dänischen Dienst 
ungnädig entlassen. Die Heimat aber emp- 
fängt ihren berühmten Sohn sehr kühl. 
Seino Musik ist plötzlich nicht mehr ge- 
fragt. Dowlands Sohn Robert schreibt 1610. 
sein Vater sei nun grau geworden und wie 
dor Schwan, der vor seinem Ende sänge. 
Acht Jahre schweigt der Schöpfer der 
..Liichrimae". dann tritt er noch einmal mit 
einem großen Werk vor die Öffentlichkeit. 
..A Pilgrim's Solace" (Eines Pilgers Trost) 
betitelt, das Gesänge enthält, wie sie seine 
Zeitgenossen noch nie vernommen haben, 
voll unerhörter harmonisdicr Kühnheiten. 



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Notenseite aus Doiclands „First Book of Ayres" von 1597. Aufnahme: Därcnreiter-V erlag 



In der Vorrede bricht die in den Jahren 
des Schweigens angestaute Bitterkeit des 
Vereinsamten hervor: man intrigiere gegen 
ihn, tue ihn als veraltet ab, schmähe ihn 
im Geheimen, beleidige sein Instrument, 
die Laute, ia ta.ste die Fundamente der 
Musik an. Aber vergebens verweist Dow- 
land auf die hohe Wertschätzung, die ihin 
das Ausland angedeihen läßt: Er wird ver- 
gessen. 

Wohl bekommt er im selben Jahr, 1612, 
endlich den ersehnten Posten eines Hof- 
lautenisten. aber die Verbitterung ist über- 
mächtig geworden: Vierzehn Jahre vor sei- 
nem Tode verzichtet John Dowland dar- 
auf, noch weiterhin zu komponieren. Und 
während noch Deutschland und Holland 
seine älteren Werke nachdrucken, während 
auf den Bühnen Englands von der 
..schmerzlichen Melodie der Lachrimae" die 
Rede ist. wächst die Stille um den Kompo- 
nisten. Zuweilen drinßt zu ihm wohl noch 
ein Grußwort: Der Dichter Henry Peacham 
gedenkt in einrm Gedicht .iener Nachtigall, 
die im tiefen Winter einsam und unbeach- 
tet singt, und wendet sich dann an Dow- 
land: „Wie wenige beachten dich, die du 
einst entzücktest, und die einst von fern 
und nah kamen, um dich zu hören. O un- 
dankbare Zeit, die uns die Schmerzen läßt, 
nachdem sie unsere Blumen brach." Und 
während ihn England vergessen hat, bringt 
ein Bote eines Tages eine von dem Land- 

Erafen Moritz von Hessen komponierte 
Pavane für Laute mit der eigenhändigen 
Widmung des Fürsten: „Mauritius Land- 
gravius Hessiae fecit in honorem Jonnni 
Doulandi Anglorum Orphci" (Komponiert 
voiTi Landgrafen Moritz von Hessen zu 
Ehren John Dowlands, Englands Orpheus). 
Der so oft in den Gesängen herbei- 
gesehnte Tod erbarmt sich erst am 21. Ja- 
nuar 1626: „Komm, schließ meine Augen: 
lieber gesegnet sterben, als so qualvoll zu 
leben." Niemand weiß, wo John Dowland 
beigesetzt worden ist; Nachschlagewerke 
kennen schon wenige Jahre später nicht 
einmal mehr sein Sterbejahr. Jenes W^ort. 
das Dowland seinem „Third Book of Ayres" 
1603 voranstellte, hat sich an ihm selber 
nicht erfüllt: ..Die Gunst, die man einmal 
erlangt hat. wird man leichter vermehren 
als verlieren." 

JACOB PICARD 

Am 11. Januar wird Jacob Picard. der 
Autor der Erzählung „Die Sünde", achtzig 
Jahre alt. Picard lebt heute in New York 
und Amsterdam, aber in den letzten Jahren 
ist er regelmäßig wieder in seiner alten 
Heimat, in Wangen am Bodensee, einge- 
kehrt. Auch seine Erzählung führt dorthin 
/.urück. Picard war Rechtsanwalt in Köln, 
bevor er über Rußland. Korea und Japan 
nach Amerika floh. Zwei Gedichtbände er- 
schienen vor und nach dem Ersten Welt- 
krieg, den Picard als Frontoffizier mit- 
machte. In der Dout.schen Verlags-Anstalt 
erscheint .ictzt ein Novellenband ..Der Ge- 
zeichnete", eingeleitet von Josef Eberle. 
Ihm ist die Probe entnommen. 



innerhalb von zehn Jahren Ehrungen ein- 
tiägt, wie» .sie keinem anderen Zcitgenos- 
st'n widerfuhren, so glaubt man, Dowland 
müsse sich als der glücklichste aller Men- 
schen gefühlt haben. Aber der tief melan- 
cholische Mann, der hinter jedem Glück 
nichts anderes als wahre Abgründe von 
Unglück, Schmerz und Verzweiflung sich 
auftun sieht, komponiert — wie einst auf 
seiner Europareise — nur Lieder, die mit 
Worten beginnen wie „Flow, my tears" 
und ..Sorrow. stay". und in denen er klagt: 
..Ach, ich bin verdammt auf immer . . . 
Aber hinab stürze ich, und niemals werde 
ich mich wieder erheben... Führ mich heim, 
o sanfter Tod . . . O alle Dinge schlafen im 
Kummer..." Wohl gibt es inmitten von so 
viel Trauer auch unvennutet ausbrechende 
Fröhlichkeit, aber dazwischen steht dann 
wieder ein Lied, das tadelnd fragt: „Sag, 
Humor, was tust du hier?" 



Die hclcidiatc L^ne 



Auf dem Gipfel seines Ruhms spricht ein 
Lied Dowlands das uns Unbegreifliche aus: 
„Einst lebte ich, einst kannte ich das 
Glück." Kannte er es jemals wirklich? Für 
ihn sind Glück und Tod unlöslich einander 
verbunden: ..Der lebte niemals glücklich, 
der nicht auch das Sterben liebt", bekennt 
1603 ein Lied. Und ein Jahr später finden 
wir ihn an seinem großen Instrumental- 
werk arbeiten: „Lachrimae oder sieben 
Tränen', ein Werk, das 21 Stücke für fünf 
Gamben und Laute umfaßt, darunter eine 
Pavane mit dem seltsamen Titel „Semper 
Dowland — semper dolens": solange Dow- 
land lebt, .solange leidet er. Diese Pavane. 
eine Musik von bestürzender Düsternis, ist 
gleichsam das künstlerische wie persön- 



Die Sünde / 



Erzählung von Jacob Picard 



Museumspläne in Düsseldorf und Hannover 



/j wei wichtige Positionen im Museums- 
leben wurden besetzt. Werner Schmalcn- 
bach, bisher Direktor der Kestncr-Gcsell- 
schaft in Hannover, wird in Düsseldorf ein 
neues Museum einrichten. Wieland Schmied 
wurde als Nachfolger Schmalenbachs nach 
Hannover berufen. Die Pläne für die Er- 
richtung eines Museums mit Schmalen- 
bach an der Spitze sind schon seit länge- 
rem im Gang. Zu Beginn dieses Jahres hat 
Schmied seine Arbeit in Hannover aufge- 
nommen. 

Bis Ende Januar ist in der Kestner- 
Gesellschaft, noch von Schmalenbach 
organisiert, eine große Au.sstellung Jean 
Bazain zu sehen. Die ersten Ausstellungrn 
unter Schmieds Regie werden Zoltan Ke- 
meny, Serge Poliakoff. Kumi .Sogai und 
Sam Francis gewidmet sein. Dieses Pro- 
gramm beginnt Anfang Februar. Große 
Gedächtnisausstellungen für Wols wie für 
Egon Schiele sollen folgen. 

Die Kestner-Gesellschaft hat, gemessen 
an ihren Leistungen, einen nüchternen, fast 
untertreibenden Titel; nicht anders das 
künftige Museum in Düsseldorf: „Kunst- 
sammlung Nordrhein-Westfalen". Aber 
beide Male herrschen hohe Maßstäbe: mo- 
derne Kunst ohne Eintagseffekt, großzügige 
Übersichten — in Hannover Ausstellungen 
ganzer Lebenswerke, in Düsseldorf ganze 
Bildcr-Ensembles, die, laut Schmalenbach, 



nur vertreten, sondern 



die Künstler nicht 
repräsentieren. 

Das neue großräumige Museum in Düs- 
seldorf wird voraussichtlich zwischen dem 
Grabbeplatz und der Rheinfront stehen. 
Im Augenblick bietet noch das Schloß Jäger- 
hof Unterkunft für den verpflichtenden 
Grundstock: die Paul-Klee-Sammlung im 
Werte von sechseinhalb Millionen. Der 
erste Ankauf darnach war ein Bild von 
Carmen Vieira da Silva. Mit über zweiein- 
halb Millionen Mark verfügt Schmalen- 
bachs „Museum e.x nihilo" über das größte 
Jahresbud«rt eines deutschen Museums. 

An beiden Institutionen ist der Elan der 
Direktoren zu rühmen. Beide sind weit 
mehr als einseitige Fachgelehrte. Schma- 
lenbach hat Erfahrungen auf dem Gebiet 
des Films und des allgemeinen Ausstel- 
lungswesens gesammelt; Schmied war als 
Kunstkritiker der ..Frankfurter ..Allgemei- 
nen" imd als Lektor des Insel-Verlat^s 
tätig, ist Essayist und Lyriker (vergleiche 
Seite 17). 

Mit der ..Kunstsammlung Nordrhein- 
Westfalen" wird ein zentrales Museum der 
Kunst des zwanzigsten Jahrhunderts ent- 
stehen, wie sie in anderen Ländern, zu- 
letzt in Wien, schon entstanden sind und 
wie es in Süddeutschland — wo die Samm- 
lung Domnick als Grundstock die Möglich- 
keit gegeben hätte — sich nicht zu ver- 
wirklichen scheint. D. H. 



J etzt muß ich einmal eine Geschichte von 
meinem Großvater, seligen Gedenkens, er- 
zählen, der ein alter und sehr frommer 
Jude war, eine Geschichte, die mehr als das 
ist, wie mir scheint. 

Wenn ich sagen kann, er sei ein alter 
Jude gewesen, so rührt das daher, daß ich 
ihn nur als schon greisen, ehrwürdigen und 
stolzen Mann gekannt habe. Denn sein 
Leben hat begonnen im Aufgehen des letz- 
ten Jahrhunderts, kurz nachdem sie nach 
den zwanzig Schiachtonjahren zu seinem 
Beginn die Dinge wieder richtiggestellt und 
Ruhe geschaffen hatten für die nächsten 
Jahrzehnte, für ein halbes Jahrhundert, 
währenddem die Juden friedlich in das 
Leben der Umwelt hineinzuwachsen began- 
nen, an deren Sprache und Geschick sie 
teilhatten. Das hat mich immer ergriffen, 
zu wissen, daß ich durch ihn verbunden 
war mit jener Zeit, die uns Knaben stets 
irgendwie heroisch erschienen war und bei 
uns den Grund gelegt hat für einen Traum 
und eine Wirklichkeit, trotz allem, was 
heute geschieht. 

Über ein .Jahrhundert hinweg reichten 
wir so, seine Geburt und die meine und die 
meines Vaters, seligen Gedenkens, der früh 
hat sterben müssen. Und dieses war eines 
der erschütterndsten Erlebnisse meiner 
Jugend, ja meines ganzen Lebens, das doch 
den Krieg und die Schlachten mit über- 
standen hat. zu sehen, wie der alte, mehr 
als achtzigjährige Greis ankam aus dem 
Heimatdorf, um seinen noch jungen Sohn, 
meinen Vater, hinauszugeleiten zum guten 
Ort. Denn wir lebten damals schon in der 
Stadt. Er ging aufrecht mit seiner großen 
Gestalt, im weißen, am Kinn ausrasierten 
Bart: und als wir um ihn standen, wir Kin- 
der, und uns an ihn schmiegten, da jam- 
merte er halblaut Worte in loschaun hakau- 
desch vor sich hin, legte uns die alten 
Hände segnend auf die jungen Köpfe und 
sprach die Gebete in der anderen heiligen 
Sprache. 

Aber davon wollte ich nicht erzählen, 
davon und von vielem anderen soll ein 
andermal berichtet werden, es würde für 
heute zuviel sein. Doch wird man jetzt 
schon erkannt haben, was das für ein 
Mann war. über den das Folgende mir als 
wahr berichtet worden ist. 



So fromm ist er gewesen, daß .«ie ihm 
in der Gemeinde, unter den Juden sowohl 
als auch unter unseren guten Nachbarn, 
den Bauern, einen Namen gegeben halten, 
der Höchstes bedeutet, den ich aber hier 
nicht auszusprechen wage; und sie taten 
das durchaus nicht spöttisch, sondern in 
einem Gefühl hoher Achtung, weil sie alle 
spürten, daß es wahrer Glaube und wahre 
Gottesfurcht gewesen sind, die ihn sein 
Leben also führen ließen. 



Eines Tages, da fiel ihm. als er den 
Schochet der Gemeinde, den Salme, ein 
halbjähriges Stierkalb schlachten sah, etwas 
auf, das ihn bedenklich rnachto wegen der 
religiösen Richtigkeit der Handlung. Ich 
vermag nicht mehr zu fragen, was es war, 
es wurde mir auch nicht ins einzelne be- 



richtet. Möglich, daß dem Salme die Hand- 
lung durch die Gewohnheit nicht mehr so 
wichtig war. um jede Einzelheit so deutlich 
werden zu lassen, die vorgeschrieben ist, 
vielleicht schien es auch einmal, als habe 
er das Gebet zu sprechen vergessen. Es ist 
nicht wichtig, das zu wissen, für die kleine 
Geschichte an sich. Der Großvater muß das. 
was er gesehen hatte, längere Zeit mit sich 
herumgetragen haben, bis er schließlich 
Gewissensbisse bekam, ob er sich und der 
Gemeinde gegenüber, ganz zu schweigen 
von dem göttlichen Wesen, verantworten 
könne, sich und die Kchilla dauernd der 
Gefahr einer Verletzung des religiösen Ge- 
.sctzes zu überlassen, indem etwa sogar 
Irefcnes Flciscli gegessen wurde. 

Jedenfalls schrieb er dem Rabbiner des 
Sprengcls. der im Naclibardorf atmete, 
einen Brief und legte darin seine Beden- 
ken in aller Ehrfurcht dar. Der Rav war 
viel jünger als er. vielleicht auch in Wirk- 
lichkeit nicht so fromm wie er selbst: allein 
für ihn war er der Rabbi und maßgebend 
in allen heiligen Dingen. Also schrieb er, 
was ihn bedrückte, um seinet- und der 
anderen willen und wartete auf Antwort. 



Aber die fiel anders aus, als er erwartet 
hatte. Als sie kam. und er sie gelesen hatte. 
v,-uide er einesteils beruhigt, zum anderen 
aber kam eine neue Bedrückung über ihn. 
Der Rav nämlich gab den Bescheid, daß 
alles in Ordnung sei. so wie der Schochet 
es zu handhaben pflege, und nicht nur die- 
ses, sondern darüber hinaus, daß der Salme 
wohl der beste Schochet im Umkreis sei. 
und die Gemeinde, wie er selbst, froh sein 
könne, einen solchen tüchtigen Kultus- 
dirner zu haben. Und selbstverständlich er- 
hob sich im Großxater kein Zweifel über 
da>. was der Geistliche ihm kundgetan 
hatte. 

Aber im ßleidun. da er so beruhigt 
wurde, gab es nun eine neue Beschwernis: 
♦ r hatte dem Salme arges Unrecht getan, 
er hatte so durch falsche Anschuldigung 
eine andere Sünde auf sich geladen. 

LTnd als er am nächsten Schabbos nach 
Mussaf aus der Synagoge ging, hielt er 
den Schochet an. der immer von seinen 
Sorgen etwas nach vorne gebeugt ging, und 
hat ihn um seinen Besuch für den nächsten 
Morgen. 

Als der aiu anderen Tag erschien, nidits 
ahnend von dem. was ßcschehcn war, hieß 
ihn der Großvater sehr höflich Platz neh- 
men und ließ eine Flasche Weines, von dem 
loten Seewein des eigenen Weinbergs, der 
heute noch so erfrischt wie damals, auf 
den Tisch stellen. Dann setzte er sich vor 
den kleinen Mann, bot ihm aus der silber- 
nen Schnupftabakdose eine Prise und .sagte: 

..Höre, Salme, ich habe dir Unrecht getan 
und ich will dich um Verzeihung bitten, 
darum hab' ich dich herbestellt. Sei mirs 
mochell" 

Er erziüilto ihm alles und reichte ihm 
zum Schluß die Hand, in die der andere 
ein wenig belrelt^n. die seine legte, denn der 
Isanc. mein Großvater, seligen Gedenkens, 
war, wie iclion gesagt, als sehr stolz be- 



kannt, eigentlich war er mit niemanden be- 
freundet, als mit seinen beiden Brüdern. 
Aber dann meinte der Salme, das habe 
nichts zu bedeuten, so etwas könne vor- 
kommen, und es sei ja für ihn selbst dop- 
pelt gut geworden, da er nun überdies auf 
diese Weise die Genugtuung einer beson- 
deren Bestätigung durch den Rabbiner er- 
halten habe. 

AberGroßvatcr fuhr fort: „Doch, idi habe 
gesündigt und ich will es gutmachen. 
Schick, bitte, jeden Sonntagmorgen einen 
von deinen Buben her, ein Vierteljahr 
lang, und ich will jedesmal einen Taler 
geben. Du wirst es schon brauchen können." 



Nun muß ich wohl bemerken, daß wir 
damals zu den Kezinim des Dorfes gehör- 
ten. Viele Jahrzehnte, über ein Jahrhun- 
dert lang hatten die Väter fleißig und 
sparsam ihren Handel getrieben und zu- 
gleich von den Äckern, Wiesen und Obst- 
bäumen und dem Vieh gelebt: und schon 
der Vater meines Großvaters war für die 
damalige Zeit ein Mann gewesen, der 
ruhig schlafen konnte. Daß dieses jetzt 
anderes geworden ist. darüber könnt ihr 
beruhigt sein: auch uns hat die Zeit nicht 
verschont — darum kann ich das jetzt be- 
richten. 

Aber der kleine Schochet mit den immer 
geröteten Augen und dem dünnen Spitz- 
bärtchen hatte sechs Kinder, ein wenig viel 
für den spärlichen Ziegen- und Hühner- 
handel, den er nebenbei betrieb. Doch er- 
widerte er: das sei gewiß nicht nötig, was 
Großvater da sieh vorgenommen habe: wie 
es sich eben gehörte, sagte er das. .'Vber 
erfieut verließ er bald unser Hau.«;, nadi- 
dem er den ersten Taler gleidi erhalten 
hatte. 

Und wie es ihm versprochen worden war, 
so geschah es: zwölf Wochen lang jeden 
Sonntagmorgen erhielt einer von den Söh- 
nen des Schochet das blanke Geldstück, 
das damals mehr bedeutete als heute, es 
war eine symbolische Münze, und sie er- 
hielt in diesem Fall noch eine doppelte Be- 
deutung über ihren wirtsdiaftlichen Wert 
hinaus. 



Und einer von diesen Söhnen, die meine 
Kameraden waren, hat mir das viele .lahre 
später erzählt; also muß es wohl wahr sein. 

Und diese Geschichte durfte von mir 
wohl weiter berichtet werden, weil es heute 
vielleicht unmöglich ist, daß einer unter 
uns sich so verhält, wie der Großvater es 
getan hat zu seiner Zeit, und wie es manche 
noch getan haben würden damals in seinem 
Falle. Denn solcher Art Leute sind heute 
überheblich und bringen es nicht über sich, 
Unrecht gutzumachen an den Kleinen, 
wenn sie nicht dazu gezwungen werden, 
weil sie nicht mehr die Demut vor Gott 
haben. Sie lassen ilire Zigarre schief aus 
dem Mundwinkel hängen und sprechen 
laut zu den vermeintlich Abhängigen in 
ihrer großen Leerheit. — Und so ist das 
also eine Geschichte von der .Schechita und 
der Sünde und auch von der Zedoko, der 
Wohltätigkeit, die gerecht sein will. 



Seite 8 / Niininw^r 8 



STUTTGARTER XEITTJN'Ü 



'Donnerstag, 10. 'Jannar ' 1963 



Feuilleton 



Der Ruf 

Von Jacob Picard 

Am 11. Januar wird der Erzähler Jacob Picard 
achtzig Jahre alt. Im Frühjahr erscheint in der 
Deutschen Verlags- Anstalt in Stuttgart unter dem 
Titel „Die alte Lehre" ein Band gesammelter 
Erzählungen, zu dem Professor Josef Eherle die 
Einleitung geschrieben hat. Wir grüßen den heute 
in Holland lebenden Autor, indem wir eine seiner 
Erzählungen und einen Auszug aus Josef Eberles 
Vorwort veröffentlichen. StZ 

Der literarisch Interessierte konnte sich seit langem 
aus vielen Büchern hervorragender jiddischer Dich- 
ter und Erzähler ein Bild machen vom dörflichen 
und kleinstädtischen Leben des Ostjudentums. Aber 
was wußte er, vollends was weiß er von der Lebens- 
form jener seiner deutschen Mitbürger, der Land- 
juden, die viele Jahrhunderte lang unter uns gelebt 
haben — von der jüngeren Generation ganz zu 
schweigen? So wären also die hier gesammelten 
Geschichten und Anekdoten Jacob Picards zualler- 
erst kulturgeschichtliche Dokumente? Gewiß sind sie 
das, und als solche bedeutsam genug, insofern, als sie 
ßim Beispiel blutvoller Charaktere und Typen die 
Geistes- und Lebensart einer religiösen Minderheit 
festhalten, der ihr Glaube zum Schicksal geworden 
ist — im Guten wie im Schlimmen. 

Ein eigenartiges Phänomen, von Jacob Picard mit 
Präzision in seinem Buch festgehalten, ist die dörflich- 
jüdische Umgangssprache. Die meisten seiner Ge- 
schichten spielen im Badischen und im Elsaß, also da, 
wo man alemannisch spricht. Auch die Juden sprachen 
selbstverständlich Dialekt, aber mit einem unver- 
kennbar fränkischen Einschlag, ja man müßte fast 
umgekehrt sagen, der Grundstoff ihrer Umgangs- 
sprache sei das Fränkische gewesen, so wie es am 
Mittelrhein und am unteren Neckar zu Hause ist, 
gemildert, wenn man so sagen darf, durch aleman- 
nischen oder schwäbischen Aufputz. Denn auch in 
den schwäbischen Judendörfern und -städtlein, Hai- 
gerloch, Hechingen, Laupheim, Mühringen, Rexingen, 
Nordstetten, Baiäingen, Buttenhausen und wie sie alle 
heißen, sprachen sie, obwohl schon jahrhundertelang 
dort ansässig, dieses sogenannte Judendeutsch. Was es 
für Fremde noch fremder machte, waren die zahl- 
losen hebräischen Einsprengsel, und auch sie nahmen 
natürlich Dialektfärbung an. Den Bauern freilich, die 
mit ihren Juden zusammenlebten und zusammen 
handelten, klangen sie gar nicht fremd; sie nahmen 
diese hebräischen Sprachbrocken so unbefangen selbst 
in den Mund, als wären sie bestes Alemannisch oder 
Schwäbisch. 

Der soziale Status dieser Landjuden war in der 
Zeit, in der unsere Geschichten spielen, ja, bis zum 
Ausbruch des barbarischen Wahns, der einer geach- 
teten, wenn nicht „betuchten", so doch ihr bequemes 
Auskommen habenden Mittelschicht. Dazu kam, daß 
man die Buben meistens die höhere Schule in der 
nächsten Kleinstadt besuchen ließ, ehe sie entweder 
in die Stadt abwanderten oder den väterlichen Beruf 
als Pferde- oder Viehhändler, kleine Kaufleute oder 
Vertreter ergriffen. Viele besaßen Aecker, Wiesen, 
Wald und Vieh und trieben ihre kleine Landwirt- 
schaft nebenher um, so daß man von bäuerlichen 
Juden sprechen kann. Auch im Aeußeren unterschie- 
den sich diese kaum von den andern Bauern. So 
braucht es niemanden zu wundern, daß zum Beispiel 
die von jüdischen Auswanderern aus Rexingen in 
Israel gegründete Siedlung „Shave Zion" in dem 
jungen Staat als landwirtschaftliche Mustersiedlung 
weithin gerühmt wird: diese Rexinger brauchten 
nidit umzulernen, sie brachten alles mit von „daheim". 

Auf eine weit höhere Stufe, als dies allein es ver- 
möchte, erheben sich diese Geschichten dank ihrem 
menschlichen Gehalt und der noblen Erzählkunst 
ihres Verfassers. Was ihre Frömmigkeit betrifft, die 
beileibe nichts mit Frömmelei zu tun hat, so erstaunt 
man immer wieder darüber, daß unter der Starre des 
„Gesetzes" die lebendigen religiösen Impulse so 
wenig erstickten wie freie Selbstverantwortung und 
herzwarme Menschlichkeit. Könnte man den gei- 
steigen und seelischen Habitus der Gestalten, die uns 
in diesem Buch begegnen, auf Formeln abziehen, 
so drängten sich einem von selbst Begriffe auf wie 
Konservativismus, Lebensweisheit, wie sie nur ein 
jahrtausendealtes schweres Schicksal schenkt, Humor, 
Ironie, die sich, heiter oder bitter, immer selbst ein- 
bezieht, und — trotz allem — ein stolzer „amor fati". 
Jacob Picard abstrahiert jedoch nicht, er zeigt alle 
diese Eigenschaften verkörpert in Gestalten aus 
Fleisch und Blut. Dabei läßt der Erzähler sich Zeit, 
wie es seinem Alter ansteht, und erwartet, daß auch 
der Leser sich Zeit nehme, um da und dort inne- 
zuhalten und über einer Bemerkung, einer Reflexion, 
einem Wort besinnlich zu werden, vielleicht sogar 
nachdenklich . . . Sein Landsmann Johann Peter Hebel 
hat diese Geschichten gesegnet und ihnen von seinem 
Atem eingehaucht. Damit ist viel gesagt, aber nicht 
zu viel. 

Jacob Picard stammt aus Wangen am Bodensee, wo 
er am 11. Januar 1883 geboren wurde. Besuch des 
Konstanzer Gymnasiums, Frontoffizier im ersten 
Weltkrieg, später Rechtsanwalt und Schriftsteller in 
Köln bis 1933. Als Sechzigjähriger entkam er 1940 
über Rußland, Korea, Japan nach Amerika, wo er 
heute noch seinen Wohnsitz hat, wenn er nicht gerade 
bei seiner Tochter in Holland oder in der alten Hei- 
mat Wangen zu Besuch ist. 

Sein Buch spiegelt das Schicksal des Verfassers: ein 
Teil der vorliegenden Erzählungen erschien unter 
dem Titel „Der Gezeichnete" 1936 bei einer jüdischen 
Buchgemeinsdiaft; zur Wirkung konnte es nicht mehr 
kommen, denn es wurde bald darauf eingestampft. 
1956 kam in New York eine von Ludwig Lewison 
übersetzte englische Ausgabe heraus; sie hatte über 
Erwarten großen Erfolg. Und nun endlich liegt das 
Budi in der Sprache vor, in der es gelebt, gedacht und 
geschrieben wurde. Der Leser darf sidi darübef 
freuen. Josef Eberle 

* 

Ein einfaches und leicht zu tragendes Leben war 
es natürlich nicht, wie der alte Mendele Weil es nun 
schon seit Jahren zu führen hatte in dem kleinen 
Städtchen des Schwarzwaldes. Die Gemeinde mußte 
ihn unterhalten, und was das heißen soll, wißt ihr; 
Kosttäge in den Familien herum und eine Dach- 
kammer beim krummen Sdimul. Einstens, ja, da war 
er nicht unbemittelt gewesen und hatte seine Stimme 
gehabt unter den Leuten. Aber wie das so kommt: 
ohne daß er es verschuldet habe, fällt manchmal 
das Schicksal über einen her von allen Seiten, und 
schon ist es geschehen; wenn er sich nicht selbst 
fängt im Fallen, dann ist kein Halten mehr ... Und 
schließlich sind ihm auch noch alle die weggestorben, 
die um ihn gewesen waren aus Familie und Jugend- 
zeit. Niemand wußte mehr etwas mit ihm anzu- 
fangen. Freilich, man konnte nichts gegen ihn sagen, 
er hatte sich nie etwas Ungerades zuschulden kom- 
men lassen; und so nahm sich die Gemeinde seiner 
an, nicht einmal mit Unwillen, das muß betont 
werden. Es war auch gut für alle, wenn die Kehilla 
als solche wohltun konnte, einem der Ihren, nicht 
wahr. Und überdies konnte man ihn immerhin noch 
für die und jene kleine Arbeit und Verrichtung ge- 
brauchen. 

Und was ihn selbst anlangt, so war er nicht ein- 
mal sehr bedrückt, wenn auch der Kopf und das 
Gedächtnis nidit mehr recht wollten; audi sah es 
ein wenig kindisch aus, ja, wenn er manchmal so 
vor sich hinlächelte und gar mit sich selbst mur- 
melte. Aber er fühlte sidi dabei als vollwertiges Mit- 
glied der Gemeinde; nahm man ihn denn nicht als 



Minjanmann, galt er nidit vor Gott und in der 
Schul so viel wie jeder andere! Und hielt man ihn 
nicht noch für geeignet, Arbeiten für den und J^nen 
und vor allem für die Kehilla zu tun? 

Aber ein wenig Mitleid mußte man schon rnit oem 
kleinen Männchen haben, wenn man es so hingehen 
sah in seinem kargen gelblich weißen Bart ums fal- 
tige Gesicht, ein wenig gebeugt und sdileppenden 
Schrittes. 

Manchmal freilich hielten ihn die Jungen zum 
Narren. Das trug er als selbstverständlich und nahni 
es gar nicht schwer. Doch eines Tages, wie um ihn 
für alles zu entschädigen und zu zeigen, daß er auch 
für ihn doch da sei, ließ Gott etwas geschehen, das 
ihn für alle Zukunft, für die wenigen Jahre, die er 
noch unter den anderen leben durfte, über alle nin- 
hob und ihn weihte, ja in ihm den Gedanken weckte, 
all das, was ihm früher beschieden worden sei an 
Schwere und Leid, sei darum nur gewesen, so daß 
er schließlich leicht und wie ein Gottgeweihter hin- 
überschlafen konnte . . . 

An einem grauen Wintertag also, der nicht durdi 
das milde Licht des Schnees heiter gemacht, und da 
der Boden hart gefroren war, hatten sie ihm auf- 
getragen, eine Beige für den Ofen der Synagoge ge- 
schnittenen Holzes, die im Hof der Schul stand, wo 
die Taxushecke den Vorgarten absdiloß, in den dafiir 
bereiten Raum des Gebäudes zu tragen. Sehr wichtig 
nahm der Alte diese Arbeit; er ging geschäftig hin 
und her, auf den Armen immer einige, aber nidit 
zu viel, der langen Scheite vor der Brust tragend. 

So hatte er es schon mehrere Stunden getan, als 
oben, wo der Weg sich den Berg hinan aus dem 
Städtchen zwischen den giebeligen alten Häusern 
zieht, ohne daß er es bemerkte, zwei Buben gingen, 
wie sie so zu strolchen pflegen, wenn die Sdiul- 
stunden aus sind. Es waren jüdische Jungen. Die 
sahen das Männlein da unten, und, wie sie es früher 
an anderem Orte auch schon getan hatten, rief einer 
von oben dessen Namen: „Mendele"; einmal rief es 
so. Kaum hörte das Greislein jedoch hin, kaum hob 



es den Kopf. Es wußte, um nicht zu frieren in der 
Kälte und in seinen armseligen Kleidern, durfte 
nicht eingehalten werden bei dieser schweren Arbeit. 

Aber nach einer Weile, schon etwas weiter, und 
er konnte die Buben nicht sehen, da sie für ihn durch 
ein Haus verdeckt waren, rief es w^ieder: „Mendele, 

Mendele!" 

Da blieb er eine Weile stehen, halb aufrecht nur, 
weil er einen Stoß der Scheite eben auf den Armen 
hatte, blieb ziemlich lange stehen und schaute und 
horchte; aber nichts war zunächst weiter zu hören. 
So lud er auch diese Last wieder im Räume ab und 
kehrte in den Hof zurüde, ging zum Holzstoß. 

Und wie er da nun doch sinnend eine Weile stand, 
ertönte wieder die Stimme, ganz fern war es jetzt 
und hoch und hell kam sie her, durchfuhr ihn wie 
ein Licht: „Mendele, Mendele, wo bist du!" 

Da fiel jäh die Erkenntnis in ihn; er drehte sich 
und lief und lief mit seinen alten Beinen ins Gottes- 
haus, hinauf zur heiligen Lade, die die Thora ent- 
hält, stellte sich vor sie verzückten Hauptes und 
rief mit lauter und doch zitternder Stimme: „Hin- 
eini! Hier bin ich, Herr, hier bin ich!" 

Und warf sich nieder zum heiligsten Gebet. Und 
lag so, lange, die Stirne am Boden im Staub. Und 
wußte, daß ER mit ihm sprach als einem einzig Er- 
wählten . . . 

Und als das kleine Männlein wieder hinaustrat 
unter den Winterhimmel in seinem allzu weiten 
Rock, den ihm einer geschenkt hatte, war es ver- 
wandelt, und es war ihm leicht wie nie zuvor im 
Leben. 

So hat Gott den alten, viel gebeugten Mendele 
Weil, den für die anderen elendesten Menschen der 
Gemeinde, für den Rest seiner Tage doch noch zum 
Glücklichsten gemacht, so daß er herumgehen konnte 
unter den Leuten mit dem großen seligen Geheimnis 
in sich, er sei auscrwählt unter allen und vor allen 
durch IHN für die ewige Zeit. 



Belcanto des Atomzeitalters 

Ein Ueberblick über die neuen Opern der Nachkriegszeit 



Ueber sechshundert Uraufführungen gab es bei 
Bühne, Funk, Fernsehen und Schule in Europa und 
Uebersee von 1945 bis Herbst 1962, davon ein Drittel 
allein in beiden Teilen Deutschlands. Rein zahlenmäßig 
überwiegt die Oper, tritt aber an Bedeutung ebenso 
zurück wie das noch in den dreißiger Jahren florie- 
rende szenische Oratorium. Von diesem sind an 
wesentlichen Werken einzig Dallapiccolas „Job' 
(Sacra rappresentazione, 1950) und, das Extrem von 
Orffs „Antigone" wie „Oedipus" (1949, 1959) auf- 
greifend, Tintoris „Medea Senecae" (1961) zu ver- 
zeichnen. 

Auffällig kurz kommen, was die behandelten Stoffe 
betriHt, aktuelle Fragen und Strömungen. Aus fünf- 
zehn Werken ragen außer Blacher/Egks „Abstrakter 
Oper Nr. 1" (1953) nur Blomdahls „Aniara" (1959) 
wie Landowskys „Le Fou" (1956) hervor; „Aniara" 
behandelt menschliche Probleme eines Raumfluges, 
„Le fou" die des Atomzeitalters. Die jüngste Ver- 
gangenheit hat sich gewichtig in vier von insgesamt 
zehn Werken niedergeschlagen. Dallapiccolas „11 pri- 
gionero" und Menottis „The Consul" (beide 1950) 
kreisen um die unmenschliche Irreführung des Indi- 
viduums in der Diktatur. Reutters „Weg nach Freu- i 
denstadt" (1948) greift das Problem der Heimkehrer | 
auf. Vorausschauend trat Liebermanns „Leonore 
40/45" (1952) für die deutsch-französische Versöh- 
nung ein. 

Der Anteil literarischer Stoffe ist gegen früher 
angestiegen. Durch einen schon auf seine Wirksam- 
keit erprobten, wenngleich umgearbeiteten Text soll 
dabei meist die Wirkung der Musik erhöht oder ein j 
zahlreicheres Publikum interessiert 'w-erden: Scch^t^ 
undvierzig Werke entstanden nach Romanen oder | 
Dramen neuerer, um 1880 geborener Autoren. An I 
erstere schließen sich G. von Einems „Der Prozeß" 
(Kafka, 1953) und Boleslav Martinus „Die griechische 
Passion" (Katzantzakis, 1960) an. Wie ein Roman 
häufig als Operntext verliert, so dulden manche Dra- 
men kaum Musik neben sich. Jenes trifft auf „Colombe" 
(Anouilh) zu, dieses etwa auf Paul Dessaus „Das Ver- 
hör / Gastmahl des Lukullus" wie „Herr Puntila und 
sein Knecht' (Bred-it, 1951, 1961). Von Lorcas Dramen, 
die Musik herausfordern, haben Denis Ivor „Yerma", 
Fortner „Die Bluthochzeit" (beide 1957) wie „In 
seinem Garten liebt Don PerUmplin Beiisa" (1962) 
vertont. 

In 159 Werken von Homer bis Wedekind, Thomas 
Mann und Georg Kaiser wurde ältere Literatur ver- 
tont. Die Antike tritt dabei wieder etwas mehr zu- 
rück. Nur Wagner-Regenys und von Westermanns 
„Prometheus" (Aischylos, 1959, 1961) folgten auf Orffs 
beispielhafte Sophokles-Hölderlin-Vertonungen. Be- 
vorzugter Textautor ist noch immer Shakespeare mit 
achtzehn Werken, wenngleich manche seiner Tragö- 
dien der Musik widerstehen und die Diktion seiner 
Komödien nur selten eingefangen wird. Vor allem 
an den romantischen Spielen bewähren sich die Mei- 
ster: Britten mit „A Midsummer nights dream" (1960), 
fast zu stark im Musikalischen beheimatet jedoch der 
„Sturm" von Frank Martin (1956). 

Nach Grimms Märchen (dreizehn Schulopern) ist 
Kleist dei nächstbeanspruchte Dichter (acht), so drei- 
mal „Amphitryon', darunter Klebes „Alkmene" 
(1961). Nachhaltiger wirkt Henzes „Prinz von Hom- 
burg" (1960). Lope de Vega stand Pate bei F. X. Leh- 
ners „Die schlaue Susanne" (1952) und „Die Liebes- 
kette" (1962), Calderon bei Egks „Circe" (1948). Von 
Grimmeishausen nahm K. A. Hartmann den Vorwurf 
für „Des Simplicius Simplicissimus Jugend" (1949). j 
Meliere regte Liebermann zur ,,Schule der Frauen" ' 
an (1955, erweiterte europäische Fassung 1957). | 



Raimunds „Alpenkönig und Menschenfeind ' ver- 
wandelte sich in Gersters „Das verzauberte Ich" 
(1949) und Mark Lothars „Rappelkopf" (1958). Nestroy, 
der so gern die Oper parodierte, wurde in Suter- 
meisters „Titus Feuerfuchs" (1958) selbst vertont. 
Dessen „Der rote Stiefel" (1951) sei einzig von sechs 
Werken nach Hauff erwähnt. Ueberhaupt ist das 
vorige Jahrhundert reichlich vertreten. Reutter nahm 
sich Grabbes „Don Juan und Faust' (1950), Egk 
Gogols „Revisor" an (1957). G. von Einem vertonte 
Büchners „Dantons Ted" (1947). Dostojewskys „Schuld 
und Sühne" gab das Sujet für Sutermeisters „Ras- 
kolnikoff" (1948), Tolstoi für Prokofieffs zweiteiligen 
„Krieg und Frieden" (L Teil 1946, gestraffte Gesamt- 
fassung 1948). 

Von Melvilles „Billy Budd" wurden Britten (1951), 
von Schnitzlers „Der grüne Kakadu" Richard 
Mohaupt (1958) angeregt. 1962 erschien Hans Chemin- 
Petits „König Niccolo" (Wedekind). Vorausgegangen 
waren 1960 Blachers „Rosamunde Floris" (Georg 
Kaiser) und 1961 Wagner-Regenys „Das Bergwerk 
von Falun" (Hofmannsthal). Weiter gibt es noch eine 
Fülle von Werken nach Cervantes (Henze), Goldoni, 
Gozzi, Goethe, einen neuen Lenz („Soldaten"), Schil- 
ler (Klebes „Räuber" 1957), Gotthelf („Die schwarze 
Spinne" von Willy Burkhard wie Sutermeister), Grill- 
parzer, Heine („Atta Troll"), Hebbel, Flaubert, de. 
Musset, Selma Lagerlöf und Gerhart Hauptmann. 

Achtundsechzig teils opernhafte, teils sich dem 
Musiktheater zuneigende Werke verwenden ein selb- 
ständiges Libretto mit Helden aus Mythologie, Sage, 
Gesdiidite oder Kunst, unter anderem Kreneks „Pal- 
las Athene weint" (1950) Str^uss' „Liebe der D^nae" 
(1952), Brittens „Gloriana" (Elisabeth I., 1953), Hinde- 
miths Kepler-Oper „Harmonie der Welt" (1957), 
Schönbergs „Moses und Aaron" (szenisch 1957); be- 
sonders Liebermanns „Penelope" (1954) und Orffs 
„Bernauerin" (1947) erreichten weitere Kreise des 
Publikums. 

Dazu treten über dreihundert Werke nach freien 
Stoffen. Auch hier gibt es einiges von Gewicht: Brit- 
tens „Albert Herring" (1947) und „The Turn of the 
screw" (1954), Menottis „The Medium" und „The 
Telephone" (1946, 1947). Prokofieffs „Verlobung im 
Kloster" (1946), Janaceks „Das Schicksal" (posthum 
1958) und Kaminskis „Spiel vom König Aphelius" 
(posthum 1950) haben bisher wenig Verbreitung ge- 
funden. 

Die aUein auf Ohrenschmaus ausgehende Oper be- 
hauptet heute selbst in Italien nicht mehr das Feld. 
Mit angeborenem Klangsinn bringt man es . dort 
jedoch fertig (Dallapiccola im „Prigionero"), auch 
das Neuartige ohrenfällig zu servieren. Auch Martins 
„Der Zaubertrank" (nach Bediers Tristan-Roman, 
szenisch 1953) und „Le Mystere de la Nativite" 
(szenisch 1960) neigen eindeutig zum musikalischen 
Klangfest und auch das Osterspiel (1956) und der 
Ludus von der Christgeburt (1960) Carl Orffs ver- 
einen szenische wie musikantische Genüsse. Henzes 
„Elegie für junge Liebende" (1961) behauptet unter 
den neuesten Werken eine interessante Sonder- 
stellung. 

Nach dem Rückgang des szenischen Oratoriums er- 
kennt man wieder eine Entwicklung zum dramatisch 
gestrafften, aber die schöne Stimme nicht vernach- 
lässigenden Musiktheater. Muster dafür ist etwa 
Strawin.skys „The Rake's Progress" (1951). Obwohl 
Ton und Wort letztlich immer unvereinbar bleiben 
werden, schafft das Musiktheater weitgehend einen 
Ausgleich. Aber auch das Musiktheater ist wohl nur 
eine der Möglichkeiten in der immer noch unabseh- 
baren Entwicklung der modernen Opernbühne. 

Fritz Tutenberg 



Alan Palon se(4izig .lahre alt 

Alan Paton, der als Leiter der Johannesburger 
Besserungsanstalt Dicpkloff den Zöglingen „lebens- 
lange Barmherzigkeit" verordnete, 1960 von der ame- 
rikanischen Freedom - House - Stiftung den Freiheits- 
Preis zuerkannt bekam und ein Jahr darauf von der 
Freien Akademie der Künste in Hamburg mit einer 
Plakette für seine „tapfere und selbstlose Tätigkeit 
im Namen der Menschlichkeit und des Christentums" 
geehrt wurde, ist ein Gefangener seines Landes. Sein 
Kampf gegen die Politik der Rassentrennung, der 
doppelten Moral und des zweifachen Rechts wurde 
ihm von der Verwoerd-Regierung mit dem Entzug 
seines Passes belohnt. Doch Alan Paton, Ehrendoktor 
der Universität Yale, der am 11. Januar sechzig Jahre 
alt wird, antwortete auf die erhebliche Beschneidung 
der Rechte eines freien Bürgers, daß er lieber sterben 
mödite, als die Freiheit preiszugeben. 

Paton, der in Pietermaritzburg, der Hauptstadt der 
südafrikanisdien Provinz Natal, geboren wurde, war 
zwölf Jahre Lehrer in Ixopo, einer kleinen Stadt, die 
er in seinem weltweiten Erfolgsroman „Denn sie 
sollen getröstet werden" porträtiert hat.' Mit nicht 
minder großem Beifall wurde sein Buch „Gry, the 
beloved country" aufgenommen; diese Geschichte 
eines Zulu-Jungen und seines Vaters, die beide in 
den Sog einer Großstadt geraten, wurde auch ver- 
filmt und dramatisiert. Seit diesen Erfolgen betätigt 
sich Alan Paton vornehmlich als Politiker und leitet 
die Liberale Partei Südafrikas. hmb 

Professor HerbcTt Post se(4izig Jahre all 

Herbert Post, der am 13. Januar sechzig Jahre alt 
wird, gehört zu den Initiatoren und Förderern der 
deutschen Buchkultur. Als Sohn eines Musikers in 
Karlsruhe geboren (der Vater war Begründer des 
Post-Quartetts), trat Post in die Werkstatt Rudolf 
Kochs in Offenbach ein. Nach Abschluß seiner Studien 



übernahm er die Leitung der Graphischen Abteilung 
der Werkstätten der Stadt Halle auf Burg Giebichen- 
stein. Hier entstanden Handpressen- und Einblatt- 
drucke, die sich bei den Bücherfreunden des In- und 
Auslands bald hohes Ansehen erwarben. Die Herbert- 
Post-Presse wurde ein Begriff. In diesen Jahren sc±iuf 
Post auch seine ersten eigenen Schriften: die Post- 
Antiqua und die Post-Fraktur. Die erste gehört heute 
zu den meistgebrauchten Schriften im deutschen 
Druckgewerbe. 

Nach dem Krieg wirkte Post einige Jahre an der 
Kunstgewerbeschule in Offenbach, seit 1956 ist er 
Direktor der Akademie für das Graphisc±ie Gewerbe 
in München. In allen diesen Stellungen hat Post vor- 
bildliche Drucke, Bucheinbände und immer neue Ab- 
wandlungen seiner Schriften geschaffen und zahl- 
reiche Schüler zu tüchtigen Handwerkern und Meistern 
ausgebildet. Post ist ein leidenschafthcher Lehrer und 
Erzieher. Auf diese Weise ist von ihm eine Wirkung 
ausgegangen, die heute aus dem graphischen Gewerbe 
kaum mehr fortzudenken ist. Otto Heuschele 

Ausstellung im Darmstädter Bauhausardiiv 

Das Bauhausarchiv hat im Emst-Ludwig-Haus 
in Darmstadt eine Ausstellung eröffnet, in der 
Zeichnungen und druckgraphische Arbeiten des 
1897 in Salzburg geborenen, 1955 in Linz ge- 
storbenen Rudolf Baschant und farbige Monotypien 
des 1893 in Frankfurt am Main geborenen, heute 
in Australien lebenden Ludwig Hirschfeld gezeigt 
werden. Mit dieser Ausstellung setzt das Bau- 
hausarchiv seine Bestrebungen fort, auch das Werk 
jener wesentlichen Künstler aus dem Kreise des Bau- 
hauses bekanntzumachen, die in der Oeffentlichkeit 
bisher weniger beachtet worden sind. Für die näch- 
sten Monate plant das Bauhausarchiv Ausstellungen 
der gesamten Bauhausgraphik (im Februar und März), 
der städtebaulichen Arbeiten von Ludwig Hilberseimer 
(im April und Mai) und des Lebenswerkes von Walter 
Gropius im Mai. StZ 



Lebendiger Realismus 

Mailand entdeckt ein altes Stück 

Das Mailänder Piccolo Teatro eröffnete seine Spiel- 
zeit auch dieses Jahr mit einem Dialektstück aus dem 
neunzehnten Jahrhundert von Luigi lUica, der unter 
anderen auch die Libretti für die Opern „La Boheme", 
„Andrea Chenier", „Tosca" und „Madame Butterfly" 
geschrieben hat. „Die Erbsdiaft des Felis" galt schon 
bei der Erstaufführung im Jahre 1891 als sein bestes 
Theaterstück und hat auf joden Fall den siebzig- 
jährigen Schlummer erstaunlich gut überstanden. 

Die drei Akte zeigen den endgültigen Zerfall einer 
kleinbürgerlichen Familie: ein Paralytiker, sein skru- 
pelloser Sohn (ein früher Vorläufer der Halbstarken) 
und die ausgenützte Tochter Lena, die als Schneiderin 
die Familie erhält, bis sie, vom Bruder verraten und 
beinahe verkauft, den aussiditslosen Kampf aufgibt 
und sich resigniert als Maitresse eines reidien Alten 
anheuern läßt. Keine aufregend orginelle Handlung 
— doch die Folge der Szenen und vor allem der 
Dialog haben die glatte Prägnanz jenes frühen italie- 
nischen Realismus, der an Zola anklingt und den 
Humor als Ausdrucksmittel einer tieferen Wirklidi- 
keit noch nicht verpönt. Man schaudert, wenn man 
sich ausmalt, was etwa Tennessee Williams aus 
diesem unerfreulichen Interieur gemadit hätte, und 
ist dem Piccolo Teatro doppelt dankbar, daß es ein 
Stück von so kühler, aber darum nicht weniger 
deutlicher Sozialkritik ausgegraben hat. 

Der Dialekt, der übrigens nicht einmal allen Mai- 
ländern geläufig ist, lenkt die Aufmerksamkeit des 
Publikums ganz besonders auf die Einzelheiten der 
Regie, auf die stimmlichen Finessen der Darsteller 
und auf die Mimik. Und diese Aufmerksamkeit wird 
reich belohnt. Virginio Puecher hat wieder einmal ein 
Meisterwerk vollbracht: im Gegensatz zu „El nost 
Milan", dessen Wirkung auf dem Chorälen beruhte, 
ist hier alles auf eine geradezu pedantisdi durchdachte 
Auswahl von Details aufgebaut — eine Art stili- 
sierter Realismus, der in einem Bühnenbild von 
Luciano Damiani gipfelt, das von Utrillo gemalt sein 
könnte. 

Valentina Cortese schmiedet die drei an und für 
sich recht locker verknüpften Akte durch das ps¥dio- 
logische Raffinement, mit dem sie die WanAung 
Lenas von der biederen Näherin zur gewitzigten 
Halbweltdame darstellt, zu einer überzeugenden Ein- 
heit zusammen: der Einfall, hier und dort eine 
Hysterie anzudeuten, die subtil aber unmißverständ- 
lich die Verwandschaft zu dem schwachsinnigen Vater 
aufdeckt, ist eine geniale Zutat; und die Würde, mit 
der sie im letzten Auftritt, entehrt aber als mora- 
lische Siegerin, dem Milieu der habgierig intrigieren- 
den Spießer den Rücken kehrt, ist eine Lektion für 
alle Kameliendamen. 

Piero Mazzarella, in der Rolle des Bruders, ist auf 
greifbarere Weise ebenso wirkungsvoll: er zeigt die- 
sen Schlurf mit einer derartigen Natürlichkeit und 
solchem Elan, daß man sich unwillkürlich fragt, ob 
er ihn wirklich nur spielt. Er scheint für diese Rolle 
gewaclisen zu sein und ist auf jeden Fall eine hervor- 
ragende Akquisition des Ensembles: ein Komödiant, 
der sich in keiner Geste auf komödiantische Klisdiees 
verläßt. 

Publikum und Kritik haben diese Premiere mit 
einem Jubel aufgenommen, wie wir ihn hier selten 
erlebt haben, und damit ist für die diesjährige Spiel- 
zeit des Piccolo Teatro eine Stimmung geschaffen, die 
gute Aussichten hat, mit der Mailänder Theater- 
müdigkeit der letzten Jahre aufzuräumen. 

Ernst von Glasersfeld 

Zweite Antiquariatsmesse in Stuttgart 

Vom 7. bis 10. Februar veranstaltet der „Verband 
deutscher Antiquare, Autographen- und Graphik- 
händler" im Gustav-Siegle-Haus seine zweite Ver- 
kauismessc. Da^ er^ie Unterntiiinexi dieser AiL fand 
vor einem Jahr in Stuttgart statt und war für alle 
Teilnehmer ein überraschender Erfolg. 

An der zweiten Messe des Verbandes nehmen mehr 
als dreißig Firmen aus allen Teilen der Bundes- 
republik sowie aus Basel, Züridi, London und Paris 
teil. Wie im Vorjahr wird ein Sonderkatalog erschei- 
nen, der kurze Beschreibungen der angebotenen 
Objekte enthält und über die Spezialitäten der einzel- 
nen Firmen unterrichtet. Die auf der zweiten Messe 
des „Verbandes deutscher Antiquare, Autographen- 
und Graphikhändler" ausgestellten Bücher, Hand- 
schriften und Druckgraphiken sind traditionsgemäß 
bis zum Beginn der Messe unverkäuflidi. 

Es ist damit zu rechnen, daß die Veranstaltung, 
deren Leitung vom Stuttgarter Antiquariat Dr. 
Kocher-Benzing wahrgenommen wird, auch in diesem 
Jahre einen großen Erfolg und ein lebhaftes Echo 
gewährleisten wird. Die Messe wird vom 7. bis zum 
10. Februar täglich von 10 bis 13 und von 15 bis 18 Uhr 
geöffnet sein. StZ 

Tsdiciliisdie Studenten in Deutsdiland 

Eine fünfköpfige Delegation des tsdiechischen 
Jugend- und Studentenverbandes CSM wird Ende 
Januar für zwei Wochen in die Bundesrepublik kom- 
men und damit den Besuch einer gleich großen offi- 
ziellen Vertretung des Verbandes Deutsdier Studenten- 
schaften (VDS) vom vergangenen Monat erwidern. 
Wie der Assistent am Seminar für OsteiU"opäische 
Geschichte der Universität Marburg, Reimer Wulff, 
der neben den vier studentischen Vertretern an der 
Reise teilgenommen hat, in Marburg mitteilte, sollen 
der Austausch von Stipendiaten (angestrebt werden 
mindestens fünf jeweils ein Jahr dauernde Stipendien 
von beiden Seiten) in die Wege geleitet und Besudie 
von Mitarbeitern studentischer Zeitungen ermöglicht 
werden. Schließlich ist eine Intensivierung des ge- 
samten studentischen Reiseverkehrs zwischen beiden 
Ländern vorgesehen. 

Das Programm für die tschechische Gruppe, die zu- 
nächst nach Bonn kommen wird, wurde im Gegensatz 
zu dem im wesentlichen auf Hochschulprobleme be- 
schränkten Besuchsprogramm in der Tschechoslowakei 
sehr breit angelegt; es soll einen möglichst umfassen- 
den Eindruck vom öffentlichen Leben in der Bundes- 
republik vermitteln. So sind audi Gespräche mit Ver- 
tretern der Industrie- und Handelskammern, der Ge- 
werkschaften und der Bundeswehr vorgesehen. Die 
Gäste werden die Technische Hodischule Stuttgart 
und die Landwirtschaftlidie Hochschule in Hohen- 
heim, die Universitäten Marburg und Hamburg sowie 
die Bergakademie in Clausthal-Zellerfeld besuchen. 
In Bonn sind Gespräche mit Vertretern der West- 
deutschen Rektorenkonferenz, der Deutschen For- 
schungsgemeinschaft und des Deutsdien Studenten- 
werks vorgesehen. 

Zu dem Besuch der Delegation des VDS in der 
Tschechoslowakei berichtete Wulff, die deutschen Stu- 
denten seien in Prag sehr herzlich aufgenommen wor- 
den. Sie sahen die Universitäten Brunn und Preß« 
bürg, die Hochschule für Oekonomie in Prag, die 
Technische Hochschule in Brunn und die erst nach 
dem Krieg gegründete Landwirtsdiaftliche Hoch- 
schule in Nitra in der Slowakei. W. M. 



Einaudi in Spanien „unerwünscht". Die spanische Regie- 
rung hat den italienischen Verleger Giulio Einaudi zur 
..Persona non grata" erklärt. Als Grund wurde das bei 
Einaudi in Turin verlegte Budi „Gesänge der neuen spani- 
schen Widerstandsbewegung" angegeben, (dpa) 

Berliner Ehrentitel für Sdiauspieler und Musiker. An 

20 Schauspieler der Berliner Städtisdien Bühnen hat der 
Senat den Titei Staatsschauspieler verliehen. 24 Mitglieder 
des Berliner Philharmonischen Orchesters wurden mit dem 
Ehrentitel Kammervü-tuose ausgezeidinet. Diese Titel sollen 
die Treue zu Berlin besonders belohnen. Unter den aus- 
gezeldmeten S<*iauspi eiern befinden sich u. a. Elsa Wagner, 
Bertha Drews, Anneliese Römer, Lu Säuberlich, Eva-Katha- 
rlna Schultz. Walter Bluhm. Wühclm Borchert. Rudolf 
Femaa, Maoian Helc^ Carl Raödatz und £rich: Säiellow. t(lpt$ 



UNABHÄNGIG 

Vtriag und Rtdaktlon: Stuttgarttr 
Nadiridittn, verlagtgis. m. b. H., 
Stuttgart N, KSnIgstraBa S4. •■ 
Sdilo8platz. Ftrnrut Nr. * ffS21, 
Farnscfirclbtr Nr. 72 38 56. 6»- 
•diifttsttllt und Redaktion EBlingen: 
Schtizterbau. Fernruf Nr. S«4«S: 
etsdiSftssttlla und Redaktien Lud- 
Wlg*burg:Myllusttr.lO. Fernruf 48 74; 
ietdiltttttilla und Redaktion 808- 
Hagen ^tarrgatae 24 Fararut S1 94 
tprcchttunden der Zentralredaktloa 
tigilch foo 10 bis 12 Uhr. FQr 
•nvcriangt eingereichte Manuskript« 
Wirt ktlno Gewlhr Obaroommen. 



STUTTGARTER 
NACHRICHTEN 



SüdäcutschcTß^cszcitun^ 



EINZELPREIS 30 PFENNIG 



SAMSTAG, 11. JANUAR 1958 



NUMMER 8 



Absch u ßbase n 
für Abwehrraketen gesucht 

(StN) BONN, 10. Januar 
Über die Stationierung von Fernlenk- 
waffen zur Luftabwehr finden seit einiger 
Zeit Besprechungen zwischen dem Bundes- 
verteidigungsministerium und mehreren 
Ländern statt, und zwar Baden-Württem- 
berg, Hessen, Nordrhein-Wcstfalen, Rhein- 
land-Pfalz und Bayern. Es geht dabei um 
die Landbeschaffung zur Aufstellung von 
taktischen Femlenkwaffen, die hauptsäch- 
lich der Bekämpfung von Flugzeugen die- 
nen. Diese Raketen müssen in der Nähe der 
sie dirigierenden Radargeräte aufgestellt 
werden. Wo es also möglich ist, werden sie 
in gebirgigen Gegenden eingerichtet werden, 
weil Radargeräte möglichst hoch aufgestellt 
werden müssen. Die Raketenstellungen 
können tiefer, aber nicht zu weit weg von 
der jeweiligen Radarstation angelegt wer- 
den. 

Vorläufig ist nur bekannt, daß bei Milten- 
berg (Bayern) eine solche Station errichtet 
werden soll. Über die anderen Stationie- 
rungsplätze wird noch Stillschweigen be- 
wahrt. Man weist im Bundesverteidigungs- 
ministerium ausdrücklich darauf hin, daß es 
sich dabei nicht etwa um strategische Ra- 
ketenstationen handelt, also Abschußplätze 
etwa für Mittelstreckenraketen. 

Atlas-Rakete der USA abgefeuert 

(dpa) KAP CANAVERAL, 10. Januar 
Auf dem amerikanischen Raketenver- 
suchsgelände bei Kap Canaveral v.-urde am 
Freitag versuchsweise eine interkontinen- 
tale Rakete vom Typ „Atlas" abgefeuert. 
Es war der vierte Versuch mit dieser 
Rakete, die eine Reichweite von 8500 Kilo- 
metern haben soll. 

Nachdem die ersten beiden Versuche 
fehlgeschlagen waren, hatte am 17. Dezem- 
ber eine „Atlas"-Rakete — „entsprechend 
dem Plan", wie es damals hieß — etwa 
1500 Kilometer zurückgelegt. Das ameri- 
kanische Verteidigungsministerium be- 
zeichnete den Versuch mit der ,.Atlas"- 
Rakete als erfolgreich. Das interkontmen- 
tale Geschoß sei allerdings nur über eine 
begrenzte Strecke abgeschossen worden. 
Vor dem Start war bekannt geworden, daß 
es eine Entfernung von etwa 960 Kilometern 
zurücklegen soll. 

In unterrichteten Kreisen wird angenom- 
men, daß dem erfolgreichen Raketenstart 
Anfang nächster Woche auch ein neuer 
Satellitenversuch folgen wird. In Kap 
Canaveral ist in den letzten Tagen bereits 
erhebliche Aktivität an der Abschußrampe 
der für dieses Projekt vorgesehenen „Van- 
guard"-Rakete festgestellt worden. 

Norweg^iseher Verband 
erhält amerikanische Raketen 

(dpa) OSLO, 10. Januar 

Eine norwegische Heereseinheit in der 
nordnorwegischen Provinz Troms wird 
nadi Angaben von Generalmajor Lind- 
baeck-Larsen bis zum kommenden Herbst 
mit der amerikanischen Rakete vom Typ 
„Honest John" ausgerüstet. General Lind- 
baeck-Larsen, Oberkommandicrender der 
norwegischen Einheiten in Nordnorwegen, 
sagte in einem Interview mit der Zeitung 
„HarstadTidende", daß diese Raketen auch 
mit atomaren Köpfen verschen werden 
könnten. Er wies jedoch darauf hin, daß 
dies eine rein politische Frage sei. 

Venezolanischer Staatspräsident 
abjsesetzl? 

(dpa) BOGOTA. 10. Januar 

Der venezolanische Staatspräsident Pcrez 
Jimenez soll nacli bisher unbestätigten 
Meldungen, die am Freitag in der kolum- 
bianischen Hauptstadt Bogota eintrafen, 
abgesetzt worden sein. Erst vor wenigen 
Tagen war es Jimenez gelungen, eine Mili- 
tärrevolte niederzuschlagen. Auch die vene- 
zolanische Regierung soll nach einer Mel- 
dung der amerikanisdien Nachrichten- 
agentur INS in der Nacht zum Freitag zu- 
rückgetreten sein. 



Dämpfer aus Moskau für Bonn 

Bulganin drängt auf Riesenkonferenz — Sowjetzone soll auch teilnehmen 



Drahtbericht u n s e r e $ Bonner Büros 



(StN) BONN, 10. Januar 
In einer neuerlichen Notenserie hat der sowjetisdie Minister- 
präsident Bulganin in der Nacht vom Donnerstag auf Freitag 
wiederum auf eine Gipfelkonferenz gedrängt, an der vor allen 
Dingen die Regierungschefs aller Länder der NATO und des 
Warschauer Paktes teilnehmen sollen. Die Note Bulganins 
wurde kaum drei Stunden nach Eisenhowers Kongreßbotschaft 



übergeben und hat im Westen allgemein nur eine sehr kühle 
Aufnahme gefunden. Besonders in Bonn gab man seiner Ent- 
täuschung offen Ausdruck und gab vor allem zu verstehen, 
daß eine Ost-West-Konferenz unter Teilnahme der Sowjetzonc 
im Augenblick nicht annehmbar sei. Eine erste Beratung der 
Westmächte über die sehr umfassende sowjetische Note fand 
bereits am Freitag im Ständigen NATO-Rat in Paris statt. 



Der neue Brief Bulganins ist in den 
Hauptstädten des Westens übergeben 
worden, bevor die Antwort auf den vorigen 
Brief Bulganins vom 10. Dezember in Mos- 
kau vorlag. Der Kreml vermochte jedoch 
den Tenor der beabsichtigten Antworten 
aus den Erklärungen bei der NATO-Kon- 
ferenz und den späteren Erklärungen her- 
auslesen und ist, wie westliche Beobachter 
meinen, der Antwort des Westens mit 
seinem neuen Brief zuvorgekommen. In- 
folge dieser Tatsache hegt man in Bonn 
die Befürchtung, daß dem Kreml gegen- 
wärtig an einem wirklichen diplomatischen 
Gespräch mit dem Westen nichts gelegen 
ist. 

Die Noten Bulganins sind an insgesamt 
19 Staaten gerichtet, darunter an alle Mit- 
gliedstaaten der NATO. Die eigentliche 
Note umfaßt 20 Schreibmaschinenseiten 
und das dazugehörige Memorandum 22 Sei- 



ten. Die Entscheidung über die Beant- 
wortung der Bulganinbriefe wird der 
Bundeskanzler, der am Freitag in Löwen 
weilte, wahrscheinlich Anfang der kom- 
menden Wodie treffen. Es ist möglich, daß 
die jetzige Note gemeinsam mit dem frü- 
heren Schreiben Bulganins beantwortet 
wird. 

Besorgte Diplomaten 

Westliche Diplomaten in der sowjetischen 
Hauptstadt äußerten laut dpa die An- 
sicht, daß Bulganin mit der Wahl des 
Zeitpunktes für seinen Brief Eisenhower 
erheblich brüskiert nabe. Die „ziemlich 
farblosen" Erklärungen des amerikanischen 
Präsidenten würden von der „massiven 
Zusammenballung" der Vorschläge Bul- 
ganins überschattet. 

Zudem sei durch die fast gleichzeitigen 
Forderungen „zuerst Außenministertreffen, 



Die Bundesregierung ist enttäuscht 



Bundespressechef von Eckardt bezeich- 
nete es am Freitag vor der Presse als 
erstaunlich, daß die sowjetische Regierung, 
bevor noch die Bundesregierung und die 
übrigen Westmächte auf den letzten Bul- 
ganinbrief vom Dezember vorigen Jahres 
geantwortet hätten, bereits einen neuen 
Brief abgesandt habe. Die Sowjetregie- 
rung sei darüljer orientiert gewesen, daß 
sie mit einer Antwort auf den ersten 
Bulganinbrief in wenigen Tagen rechnen 
konnte. Daher sei die Überlegung nicht 
von der Hand zu weisen, daß der Kreml 
durch den neuen Brief und das Memoran- 
dum diesen Antworten habe zuvorkom- 
men wollen. 

Die sowjetrussische Regierung sei jeden- 
falls durch die Rede des Bundeskanzlers 
bei der NATO-Konferenz und auch durch 
dit? allgemeinen Nachrichten in der Welt- 
presse über die Grundtendenz der zu er- 
wartenden Antworten der Weltmächte 
unterrichtet gewesen. Diese Tendenz gehe 
dahin, an Stelle von sogenannten Gipfel- 
konferenzen, die im Scheinwerferlicht der 
Öffentlichkeit stattfinden, eine vertrauliche 
und sachliche Aussprache, fern von Pro- 
pagandaeinflüssen, zu empfehlen. 

Die Sowjetunion versuche, so meinte der 
Bundespressechef, mit dem neuen Vor- 
stoß zweifellos, dieser Tendenz entgegen- 
zuwirken. Es sei schwer, sich vorzustellen, 
wie sich die Sowjetunion den Ablauf und 
die Zusammensetzung all der von ihr vor- 
geschlagenen Konferenzen denke. Sie 
schlage Konferenzen vor, an denen sämt- 
liche NATO-Länder und die Mitglieder des 
Warschauer Paktes, aber auch alle Mit- 
gliedsstaaten der Vereinten Nationen ein- 
schließlich der Sdiweiz teilnehmen sollen, 
das wären allein schon über 80 Staaten. 
Auch Indien, Afghanistan und andere 
Staaten würden zu Konferenzen eingela- 
den, so da*ß man nicht ganz leicht sortie- 
ren könnte, weldie Vorschläge für den 
jeweiligen Teilnehmerkreis der Konferenz 
gedacht seien. 

Die ungewöhnliche Offensive, die die 
Sowjetunion mit diesen Briefen eingeleitet 
habe, so sagte von Erhardt, erfülle ihn 
mit der Befürclitung, daß der Kreml eine 
Entspannung nicht wolle. Da das in russi- 
scher Sprache abgefaßte Memorandum 
bisher vom Auswärtigen Amt nur flüchtig 
habe geprüft werden können, lasse sich 



dazu noch nicht viel sagen. Das Memoran- 
dum spreche jedenfalls im Gegensatz zu 
dem letzten Brief Bulganins wieder von 
„einigen sehr massiven militärischen 
Druckmitteln". 

Ollenhauer: Sor^fälti«; prüfen 

Der Vorsitzende cJ& SPD, Erich OriCn- 
hauer, erklärte, man jollto sich ernsthalt 
mit den neuen Vorschläf^en Bulganins, die 
einer gründlichen Diskussion wert seien, 
befassen. Der neue Brief Bulganins müsse 
sorgfältig geprüft werden. Dabei sollten 
aucli endlich die parlamentarischen Instan- 
zen, vorzüglich der Auswärtige Ausschuß 
des deutschen Bundestages, eingeschaltet 
werden. Einschränkend bemerkte Ollcn- 
hauer, die SPD ziehe allerdings das ernste 
diplomatische Gespräch und die Beschrän- 
kung von Konferenzen auf einen kleineren 
Teilnehmerkreis den von Bulganin vor- 
geschlagenen Massenkonferenzen vor. 

FDP: Auch mit Sowjetzone 

Der Bundestagsfraktionsvorsitzende der 
FDP, Dr. Mende, beurteilt den jüngsten 
Vorschlag Bulganins positiv. Er halte es 
für möglidi, schreibt er, daß eine Kon- 
ferenz der Regierungschefs auf diplomati- 
schem Wege so vorbereitet werde, daß sie 
nicht zu einer propagandistischen Schau- 
stellung werden müsse. Man solle auch 
nicht den Konferenzvorschlag wegen einer 
möglichen Teilnahme sowjetzonaler Ver- 
treter scheitern lassen. Sie wäre, meint 
Mende, etwas völlig anderes als die mit 
Recht von der Bundesrepublik abgelehnten 
zweiseitigen staatsvertraglichen Verhand- 
lungen mit Ostberlin. 



dann Gipfelkonferenz" (Eisenhower) und 
„kein Außenministertreffen, sondern gleich 
Gipfelkonferenz" (Bulganin) eine Situation 
geschaffen worden, in der die Prestige- 
fragen eine bedeutende Rolle zu spielen 
begännen. Wenn die beiden Staatsmänner 
ihre Erklärungen nicht gleichzeitig, son- 
dern nacheinander gemacht hätten, wäre 
eher die Möglichkeit für elastischere For- 
mulierungen gegeben gewesen. 

Gleichzeitig äußerten Moskauer Beob- 
achter, daß die Vorschläge Bulganins im 
Wesen nichts Neues enthalten, sondern 
lediglich eine geschickte Bestandsaufnahme 
aller bisher vom Ostblock geäußerten Ge- 
danken seien. Der bereits von Chrusch- 
tschow vorgetragene Gedanke einer Aner- 
kennung des Status quo — insbesondere 
auch in der deutschen Frage — sei erneut 
in den Vordergrund geschoben. 

Nicht übersehen wird in Moskau von 
westlicher wie von östlicher Seite, daß 
über die Unterstützung des Rapacki-Pla- 
nes und die Teilnahme der Sowjetzonen- 
republik an der Gipfelkonferenz die inter- 
nationale Stellung der DDR bedeutend ge- 
festigt werden soll. 

Das ^.diffamierte" Genf 

In seiner Botschaft an Präsident Eisen- 
hower schreibt Bulganin u. a. wörtlich: 

„Natürlich konnten wir nicht unbeachtet 
lassen, daß in einigen westlidien Ländern 
Si'.mnu 11 gegen V^f T-handlmigen mit der *^o- 
wjetunion laut werden. Man versteigt sidi 
sogar so weit, daß man versucht, d;e von uns 
gemeinsam auf der Genfer Konferenz der 
Regierungschefs geleistete große Arbeit für 
die Festigung des Friedens auszulöschen. 
Außerdem versucht man. durch Auftürmung 
einer unsinnigen Behauptung auf die andere 
der Sowjetregierung zuzuschreiben, sie er- 
fülle irgendweldie Besdilüsse dieser Kon- 
ferenz in bezug auf die Deutschlandfrage 
nicht. Sie werden sidi ohne Zweifel entsinnen, 
daß weder in den Ausführungen von N. S. 
Chruschtschow noch in meinen Erklärungen 
auf der Konferenz auch nur eine Anspielung 
darauf enthalten war. daß die Sowjetunion 
der von den Westmächten vorgcsdilagenen 
Ausgangsposition zur Deutschlandfrage zu- 
stimmen kann, die von einer Berücksiditigung 
der realen Situation in Deutsdiland sehr weit 
entfernt ist. 

Auf der Genfer Konferenz und danach er- 
klärten wir mit aller Eindeutigkeit, daß die 
Wiedervereinigung Deutschlands ohne An- 
näherung und Übereinkommen der beiden 
souveränen deutsdien Staaten nicht vollzogen 
werden kann. In dieser Richtung geht auch, 
wie bekannt, der Vorschlag der Regierung 
der DDR über eine deutsche Konföderation, 
den die Sowjetregierung voll und ganz unter- 
stützt. 

Ich muß sagen, daß wir in derartigen Ver- 
suchen, das Genfer Treffen irgendwie zu dif- 
famieren, das Bestreben erblicken, den Ge- 
danken zu suggerieren, daß auch Verhand- 
lungen auf hoher Ebene nidit die erwarteten 
Resultate ergeben . . ." 



Die neun Punkte Bulijanins 




Deutscldands zweitprößtes Passagierschiff 

Der 27 000 BRT große britische Passagierdampfer „Emprcss of Scotland" (unser Bild zeigt 
ihn im Hafen von Belfast) wird in Kürze nach Hamburg gebracht und dort auf der 
Howaldtswerft umgebaut werden, um den neuesten Anforderungen im Fahrgastverkehr 
zu entsprechen. Die „Empress of Scotland", die vor allem durch ihre drei Schornsteine 
bekannt wurde, soll schon im nächsten Sommer unter deutscher Flagge zwischen Hamburg 
und New York verkehren. Bild: dpa 



Im einzelnen hat der sowjetische Minister- 
präsident in seiner Note, der ein „Memo- 
randum" beigegeben war, angeregt, wäh- 
rend der nächsten zwei oder drei Monate 
eine „Gipfelkonferenz" einzuberufen, um 
„dem kalten Krieg und dem unsinnigen 
Wettrüsten ein Ende zu setzen". Bulganin 
schlug vor, an dieser Konferenz alle Regie- 
rungschefs der NATO und des Warschauer 
Paktes teilnehmen zu las.sen, erklärte sich 
jedoch auch bereit, den Kreis der Teilneh- 
mer entsprechend anderen westlichen Vor- 
schlägen zu verkleinern oder auszudehnen. 
Als Konferenzort schlug Bulganin Genf 
vor. 

Mit besonderer Aufmerksamkeit wurde 
in den westlichen Hauptstädten registriert, 
daß Bulganin sich für westliche Themen- 
vorschläge aufgeschlossen erklärte und fest- 
stellte, unter den gegenwärtigen Umstän- 
den bleibe nichts anderes übrig, „als die 
radikale Lösung des Problems der atomaren 
Abrüstung auf eine spätere Verhandlungs- 
etappe zu verschieben". Bisher hatte die 
Sowjetunion stets darauf be.-tanden. daß die 
atomare Abrüstung und die vorherige Ein- 
stellung der Atomwaffonversuche Punkt 
eins jeder Ost-West-Konferenz sein müsse. 

Das Problem der atomaren Waffen steht 
allerdings auch in dieser Note an der 
Spitze des Themenkatalogs, den Bulganin 
selbst für eine ..Gipfelkonferenz" vorlegt. 
Im einzelnen schlug Bulganin vor: 

1. Einstellung aller Versuche mit Atom- 
und Wasserstoffwaffen für mindestens zwei 
bis drei .lahre, da dieser Schritt „keinerlei 
komplizierte Kontrollmaßnahmen" erfordere. 

2. Verbot der Atom- und Wassersloffwaf- 
fen, wozu „weder die Einrichtung irgendwel- 
cher Formen der Kontrolle noch irgendwelche 
nvaterielle Aufwendungen" erforderlich seien. 

3. Der polnische Vorschlag, in Mitteleuropa 
eine atom- und raketenwaffenfreie Zone zu 
schaffen, wird von der Sowjetunion lebhaft 
unterstützt. 

4. Der Abschluß eines Nichtangriffspaktes 
zwischen der NATO und dem Warschauer 



ÜBERPARTEILICH 

Ersditint ttctitmai wttdientiich. auBtr 
M Sonn- und Ftitrtagin. laiug»* 
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Heute auf Seite 3 : 



Pakt wird befürwortet und ist nach Ansidit 
Bulganins unschwer zu verwirklichen, da die 
NATO-Regierungschefs in Paris versichert 
hätten, ihr Bündnis diene keinen aggressiven 
Zwecken. 

5. Die Zahl der ausländisdien Truppen im 
Gebiet der NATO und des Warschauer Pak- 
tes solle verringert werden, nachdem eine 
Einigung über völligen Abzug ständig auf 
Schwierigkeiten stoße. 

6. Gegenseitige Sicherung gegen Über- 
raschungsangriffe durch Kontrollposten zu 
Lande und eine 800-Kilometer-Zone der 
„offenen Himmel" mit dem Eisernen Vorhang 
in Europa als Mittellinie. 

7. Erweiterung der Handelsbeziehungen 
zwisdien Ost und West. 

8. Verbot der Kriegspropaganda, die die 
Beziehungen zwisdien den Staaten vergifte. 

9. Meinimgsaustausch über die Verminde- 
rung der Spannungen im Nahen und Mittle- 
ren Osten nach dem Grundsatz der Nichtein- 
mischung in innere Angelegenheiten anderer 
Völker. 

Zur Deutschlandfrage heißt es in der 
Note des sowjetischen Ministerpräsidenten, 
der ein Näherrücken der „beiden Staaten" 
durch eine Verringerung der ausländi- 
schen Streitkräfte auf deutschem Terri- 
torium befürwortet, wörtlich: 

„In Anbetracht des Umstandes, daß in 
Deutschland eine für Friedonszciten anomale 
Ansammlung von Streitkräften und Waffen 
besieht und daß die Armeen der hauptsäch- 
lichen Militärgruppierungen der Staaten ein- 
ander hier unmittelbar gegenüberstehen, 
wäre es zweckmüßig, daß sidi die entspre- 
chenden Staaten, einschließlich der Deutschen 
Demokratischen Republik und der Deutschen 
Bundesrepublik, über die Durchführung um- 
fangreicherer Formen der Kontrolle über die 
Maßnahmen, für die bereits ein Abkommen 
erzielt werden kann, in Deutschland ver- 
ständigten." 

An anderer Stelle betont Bulganin, daß 
die Sowjetunion den Vorschlag der Sowjet- 
zonenregierung zur Bildung einer deut- 
schen Konföderation voll unterstütze. Eine 
Außenministerkonferenz lehne er ab. 




I Bundeswehr 

i sucht Düsenjäger 

2 

I Unser Bild: Einer der Favoriten — 
I Frankreidis „Mirage" 

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Lebenslänglich Gefängnis 
für Sekretär Mindszentys 

(UP) WIEN, 10. Januar 

Pater Albert Egon Turcsanyi, der ehe- 
malige Privatsekretär Jozsef Kardinal 
Mindszentys, ist wegen Teilnahme am 
ungarischen Volksaufstand zu lebensläng- 
lichem Gefängnis verurteilt worden, wie 
am Freitag von informierter Seite bekannt 
wurde. Amtlich ist das Urteil allerdings 
noch nicht bekanntgegeben worden. Die 
ungarische Nachrichtenagentur MTX wei- 
gerte sich auf eine telefonische Anfrage in 
Budapest hin, die Meldung über die Ver- 
urteilung Turcsanyis zu bestätigen. 

Turcsanyi war fünf Tage, solange sich 
Kardinal Mindszenty während des Auf- 
standes in Freiheit befand, dessen Privat- 
sekretär. Er begleitete Mindszenty, als die- 
ser während der Niederschlagung des Auf- 
standes in die amerikanische Gesandtschaft 
floh. Am 10. November 1956 verließ er die 
Gesandtschaft und versuchte, ins Ausland 
zu entkommen. Dabei wurde er gefaßt und 
verhaftet. 

KURZ BERICHTET 

Der ehemalige Vizekanzler Blücher soll sich 
jetzt entschlossen haben, seine Ernennung 
zum Mitglied der Hohen Behörde der Mon- 
tanunion anzunehmen. (dpa) 

* 

Sämtlidie Lohntarife für die Landarbeiter 
in allen Bundesländern will die Gewerk- 
schaft Gartenbau, Land- und Forstwirtsdiaft 
zum 31. März kündigen. (dpa) 

Tarifverhandlungen für die rund 4000 
Arbeitnehmer der Nährmittel-, Suppen- und 
Kaffeemittel-Induslrie in Baden-Württem- 
berg zwischen der Gewerkschaft Nahrung, 
Genuß, Gaststätten und der sozialreditlidien 
Fadigemeinschaft Nahrung- und Genußmittel- 
industrie sind am Freitag in Stuttgart er- 
gebnislos verlaufen. (StN) 

Subventionen in Höhe 'von rund 827 Mil- 
lionen Mark hat der Bund zwischen dem 
1. April und dem 1. Oktober 1957 an Land- 
wirtsdiaft, Bergbau und gewerbliche Wirt- 
schaft gezahlt. (dpa) 

* 

Im hessischen Braunkohlenbergbau hat die 
IG Bergbau die 6000 Bergarbeiter und Ange- 
stellten für den kommenden Montag zur Ur- 
abstimmung aufgerufen. (dpa) 

Für eine Heraufsetzung 4er Höchstgeschwin- 
digkeit auf 60 Stundenkilometer spricht sich 
die Zentralvereinigung Deutsdier Handels- 
vertreter- und Handelsmakler- Verbände aus. 

Zum neuen Bürgermeister von Rom wählte 
das romische Stadtparlament den bisherigen 
stellvertretenden Bürgermeister Urbano Cio- 
cetti. (UP) 

4c 

Albanien hat sich bereit erklärt, das am 
23. Dezember zur Landung gezwungene US- 
Düsenschulflugzeug und seinen Piloten frei- 
zugeben. Der Termin dafür ist nodi nidit 
bekannt. (Reuter) 

Sehneebericht vom 10. Januar 

Sportmöglichkeiten im Sdiwarz- 
wald, auf der Zollern- und Ebinger Alb so- 
wie im AUgäu in höheren Lagen gut. Schnee- 
höhe in Zentimetern: 

S c h w a r z w a l d : Dobel 5, Wildbad 12, 
Freudenstadt 36. Kniebis 50, Baiersbronn 10, 
Ruhestein und Sdiwarzwaldhochstraßengebiet 
40, Schliffkopf 40. Hornisgrinde 27, Feldberg 
45, Schauinsland-Halde 30, Beleben 50. Todt- 
nauberg 40. Notschrei-Stübenwasen 35, 
Schluchsee-Aule 35. Hinterzarten 30, Titisee 
40, Neustadt 25. Kandel .50, Brend-Rohrhards- 
berg 40. Triberg-Schönwald-Schonach 55, 
Furtwangen 35, Todtnau-Hasenhorn 30. Alt- 
glashütten 40. Hornisgrinde 27, Unterstmatt 
35. Kurhaus Sand 30, Darmstädter Hütte 50. 

Schwäbische Alb: Ostalb (Volkmars- 
berg) 20. Hornberg 1. Kaltes Feld 10 bis 15. 
Wiesensteig (Lämmerbuckel) 20, Lenninger 
Alb 15, Uracher Alb 10. Lichtenstein 5. Mün- 
singer Alb 10, Zollernalb 32, Ebinger Alb 35. 

Allgäu und Werdenfelßer Land: 
Isny 25, Großholzleute 25. Schwarzer Grat 
35, Oberstaufen-Steibis 48, Hindelang 15, 
Oberjoch bei Hindelang 70. Alpe Eck 90. 
Kemptener Skihütte (Ostlerhütte) 60. Berg- 
haus Schwaben 70, Oberstdorf 33. Nebelhorn 
100, Kleines Walsertal 80. Kanzelwand-Rerg- 
station 120, Schwarzwasserhütte 100, Nessel- 
wang-Edelsberg 80. Pfronten-Breitenberg 70, 
Garmisch-Partenkirchen 13, Zugspitzplatt 180. 



»^ 



Seite 2 / Nr. 8 



STUTTGARTER NACHRICHTEN 



Samstag, 11.. Januar 1958 



Verfassungsbeschwerden 
zum Ladensclilußsesetz 

(dpa) KARLSRUHE, 10. Januar 

Die gegenwärtig gültige Ladenschluß- 
regelung schränke das Recht des Staats- 
bürgers auf freie Konsumwahl ein und 
nehme dem Käufer die Möglichkeit, die 
Waren nach Billigkeit. Brauchbarkeit und 
eigenem Geschmack zu wählen. Das ist der 
Tenor einer Verfassungsbeschwerde, die 
drei Staatsbürgerinnen aus Bonn und Düs- 
seldorf beim Bundesverfassungsgericht in 
Karlsruhe eingereicht haben. In einer 
anderen Verfassungsbeschwerde macht ein 
Bonner Geschäftsmann geltend, er werde 
durch die Ladenschlußrcgelung in seinen 
Enverbsmöglichkeiten ungerechtfertigt be- 
einträchtigt. 

Eine der Beschwerdeführerinnen ist — 
nach dem Text der Beschwerde — bei 
einem Zentralverband in Bonn als Sekre- 
tärin tätig. Sie hat werktags um 17 Uhr, 
samstags um 13 Uhr Dienstschluß, ist ver- 
witwet und hat einen 22jährigen Sohn 
und eine 15jährige Tochter zu versorgen. 
Die zweite Beschwerdeführerin, Kanzlei- 
angestellte in einem Bundesministerium, 
hat desgleichen samstags bis 13 Uhr Dienst, 
jedoch jeden zweiten Samstag dienstfrei. 
Die dritte ist Bürovorsteherin in einem 
Düsseldorfer Anwaltpbüro mit mindestens 
48stündiger Arbeitszeit und sorgt für einen 
12jährigen Sohn. 

Wenn auch die notwendigsten täglichen 
Einkäufe — so argumentieren die drei 
Frauen — unter Verzicht auf jegliche Spe- 
zialläden in aller Eile zu schaffen seien, 
so biete doch der Samstag nicht ausrei- 
chend Gelegenheit, Lebensmittel für das 
Wochenende zu besorgen. Sie müßten da- 
her mit ihren Kindern in Gaststätten essen 
oder fremde Hilfe beim Einholen in An- 
sprudi nehmen. 

Noch schwieriger wirke sich die Laden- 
schlußregelung beim gehobenen Bedarf 
aus. Jedes Aussuchen von Büchern, Schall- 
platten, Kosmetika und Geschenken sei 
überhaupt nicht „oder nur im Laufschritt" 
möglich. Schwierigkeiten werden auch für 
den Einkauf von Garderobe geltend ge- 
macht. 

Postminister 
winkt mit Gebührenerhöhun^ 

(UP) BONN, 10. Januar 
Wenn der Bundesfinanzminister sich 

nicht entschließen könne, der Bundespost 
zu helfen, bleibe nur der Ausweg übrig, 
die Ertragslage durch eine Gebühren- 
erhöhung zu verbessern, erklärte Bundes- 
postminister Richard Stücklen am Freitag 
im Bulletin der Bundesregierung. Stücklen 
sagte voraus, daß die Bundespost 1958 mit 
einem Defizit von 200 Millionen Mark ab- 
schließen werde und der Anteil des Eigen- 
kapitals an ihrer Bilanzsumme weiter auf 
rund 31 Prozent sinken werde. Sowohl das 
Defizit als auch die wachsende Verschul- 
dung zwängen zu Gegenmaßnahmen. 

SPD kritisiert erhöhte Bahntarife 

(dpa) BONN, 10. Januar 
Die bevorstehende Erhöhung der Eisen- 
bahntarife wird vom SPD-Prcsscdienst am 
Freitag unter Hinweis auf die voraufge- 
gangene Verteuerung von Brot und Zucker 
kritisch kommentiert. Nach Auffassung der 
SPD sollte der Bund die sozialen Lasten 
der Bundesbahn in Höhe von 180 Millionen 
Mark jährlich so lange erstatten, bis die 
vorgesehene Verkehrsreform verwirklicht 
ist. Der Tariferhöhungsplan von Dr. See- 
bohm sei nicht zu billigen, vor allem nicht 
die drastische Anhebung der Sozialtarife 
und die Erhöhungen im Berufsverkehr um 
50 bis 75 Prozent, die die Masse der Arbei- 
ter und Angestellten hart treffe. 

Blank: 
Krankeng;elc1 übersteigt Nettolohn nicht 

(dpa) BONN, 10. Januar 
Es sei nicht möglich, daß der Arbeiter ein 
Krankengeld erhält, welches den Nettolohn 
übersteigt, den er vor Beginn der Arbeits- 
unfähigkeit erzielt hat, erklärte Bundes- 
arbeitsminister Blank am Freitag in Bonn 
in seiner Antwort auf eine parlamentarische 
Anfrage der CSU über die Auswirkungen 
des Lohnfortzahlungsgesetzes. 

Nur wenn der Arbeiter vor der Krankheit 
durch Mehrarbeit oder Sondervergütungen 
einen höheren Grundlohn erreicht habe als 
bei regelmäßiger Arbeitszeit und Entloh- 
nimg, könne in Ausnahmefällen das Kran- 
kengeld höher sein als der regelmäßige 
Lohn. 



Seeamt hält „Pamir"- Flaschenpost für Fälschung 

Original dem Staatsanwalt übergeben — Kapitän Eggers verfolgt bereits eine Spur 



(UP) LÜBECK, 10. Januar 

Die angeblich von Bord der „Pamir" den 
Wellen des Atlantiks übergebene Flaschen- 
post wird nicht von dem Lübecker Seeamt, 
sondern von der Staatsanwaltschaft weiter 
untersucht werden. Das Lübecker Seeamt 
hält diese an der englischen Küste kurz 
vor dem Beginn der öffentlichen Unter- 
suchung über den Untergang des Segel- 
schulschiffes in einer Flasche gefundene 
Mitteilung, in der die Schiffsführung hef- 
tig angegriffen wird, für gefälscht. Sie wül 
deshalb den gelben Papierbogen, der am 
Freitag im Original in Lübeck eintraf, an 
die Staatsanwaltschaft weiterleiten. 

Der Seeamtsvorsitzende Eckardt Luh- 
mann wies darauf hin, daß das Schreiben 
in der alten deutschen Sütterlinschrift und 
nicht in der heute allgemein gebräuch- 
lichen lateinischen Schrift abgefaßt sei. Ein 
junger Seemann, als der der Schreiber 
offensichtlich gelten solle, würde nicht 
diese alten Schriftzeichen benutzt haben. 
Luhmann machte ferner darauf aufmerk- 
sam, daß die „Flaschenpost" ausgerechnet 
am Vorabend der Lübecker Secamtsver- 
handlung an der Küste von Cornwall 
(England) gefunden worden sei. 

Alle sechs Überlebenden des Schiffs- 
unglücks sprachen am Freitag, ebenso wie 
am Donnerstag schon Kapitän Hermann 
Eggers, der meteorologische Sachverstän- 
dige Martin Rodewaldt und andere Zeu- 
gen, von einer Fälschung. Der 20 Jahre 
alte Leichtmatrose Günther Haselbach 
sagte: „Es wäre nicht möglich gewesen, 
so was zu schreiben. Die angeführten Ein- 
zelheiten entsprechen auch nicht den Tat- 



[ Sachen." Ähnlich äußerten sich die anderen 
Überlebenden. 

„Pamir"-Kapitän Eggers, der das Schiff 
aus Krankheitsgründen auf der letzten 
Fahrt nicht selbst führte, verfolgt an- 
scheinend schon bestimmte Spuren. Er 
denkt offenbar an die Möglichkeit, daß 
ein Seemann, der vor Jahren einmal auf 
der „Pamir" fuhr, diese Mitteilung ge- 
schrieben habe. Deshalb will er die Schrift 
mit den bei der Stiftung „Pamir und Pas- 
sat" vorliegenden Lebensläufen aller See- 
leute vergleichen, die in den letzten Jah- 
ren auf dem Schiff fuhren. 

Folgerungen für die Ausrüstung von 
Schiffen mit Rettungsmitteln beherrschten 
neben der kurzen Erörterung der „Fla- 
schenpost" die Freitagsverhandlung. Auf- 
sehenerregend für Schiffahrtskreise war 
die Mitteilung des Sachverständigen Grö- 
schel von der Sceberufsgenossenschaft, daß 
Kapokschwimmwesten schon innerhalb 
einer halben Minute sinken könnten, wenn 
eine dünne öl- oder Benzinschicht auf 
dem Wasser schwimme. Die Seeleute der 
„Pamir" trugen Korkschwimmwesten. In 
der Öffentlichkeit war vielfach kritisiert 
worden, daß die „Pamir" nicht mit den 
moderneren Kapokwesten ausgerüstet war. 
Die Seeberufsgenossenschaft will Kapok- 
schwimmweslen für die deutsche Handcls- 
schiffahrt aber aus den von Gröschel ge- 
nannten Gründen nicht zulassen. 

Der Sachverständige bescheinigte der 
„Pamir", daß sie genügend Rettungsein- 
richtungen an Bord gehabt habe. Im ein- 
zelnen waren für die 86köpfige Besatzung 
vorhanden: Sechs Eichenholzboote mit ins- 



gesamt 184 Plätzen, zusätzlich ein Dopprl- 
schlauchboot und ein Vier-Mann-Schlauch- 
boot sowie zwölf Rettungsringe und für 
jedes Bcsatzungsmitglied ein Schwimm- 
gürtcl. Auch Signalcinrichtungen seien in 
den Booten gewesen. 

Der Sachverständige zog aus der Schiffs- 
katastrophe des 21. September 1957 die 
folgenden Folgerungen: 

1. Hölzerne Rettungsboote sind nach wie 
vor zweckmäßig. Ihnen verdanken die sechs 
Geretteten der „Pamir" ihr Leben, da die 
Boote trotz ihrer schweren Beschädigungen 
nicht sanken. 

2. Die Farbe der Boote — die „Pamir"-Ret- 
tungsboote waren naturbraun — ist nidit von 
so großer Bedeutung, wie es in der Öffent- 
lichkeit dargestellt wurde. Von größerer Be- 
deutung sind die Signaleinrichtungen. 

3. Trotz der schlediten Erfahrungen bei der 
„Pamir"-Katastrophe mit Sdilauchbootcn — 
eines dieser Boote wurde zerrissen — sollten 
mehrere dieser „Rettungsinseln" an Bord ge- 
nommen werden. % 

4. Die Signalmittel sind verbesserungs- 
bedürftig. Rotfeuerstäbe, die durch ihr star- 
kes Rotlicht vorüberfahrende Schiffe sowie 
Flugzeuge auf die Schiffbrüchigen aufmerk- 
sam machen sollen, müssen durch Abziehen 
und nicht durdi Reiben auf einer Zündfläche 
betätigt werden können. 

5. In jeder Hinsicht zufriedenstellende 
Schwimmwesten gibt es nicht. Die Kork- 
sdiwimmwesten sind jedoch am vorteilhaf- 
tosten, wenn sie auch den Nachteil haben, 
daß sie durch das ständige Reiben Kinn und 
Brust aufsdieuern können. 

Die Verhandlung wird am Dienstag mit 
dem Gutachten über Stabilitätsfragen fort- 
gesetzt. 



Adenauer empfing 16. Doktorhut 

(UP) LÖWEN, 10. Januar 
Bundeskanzler Konrad Adenauer und 
der ehemalige französische Ministerpräsi- 
dent und Außenminister Robert Schuman 
wurden am Freitag von der belgischen 
Universität Löwen ehrenhalber zu Dokto- 
ren der politischen und sozialwissenschaft- 
lichen Fakultät promoviert. Für Adenauer 
war es der 16. Doktorhut, den er in Emp- 
fang nehmen konnte. Der Senat veranstal- 
tete für die beiden Ehrendoktoren einen 
Empfang, nach welchem Adenauer, Schu- 
man und die Professoren von Löwen bei 
regnerischem Wetter in langem Zug durch 
die altertümlichen Straßen der Stadt zur 
Aula zogen. 

In seiner Festansprache zu Ehren Ade- 
nauers sagte van Eyskens, der deutsche 
Bundeskanzler habe sein Land „auf mora- 
lischer und materieller Ebene" wiederauf- 
gebaut und dem demokratischen Deutsch- 
land einen Platz in Europa und der west- 
lichen Welt verschafft. Gerade da Belgien 
in zwei Kriegen Sc±iauplatz harter Kämpfe 
war, grüße es in Adenauer einen Mann, 
der an einem neuen Europa baue, das die 
alten Feindschaften hinter sich lasse. 

Arbeitsministeriuni : 
Arbeitslosenzahl nicht beunruhigend 

(dpa) BONN, 10. Januar 

Nach Ansicht des Bundesarbeitsmini- 
steriums bietet die im Dezember eingetre- 
tene Steigerung der Arbeitslosenzahl um 
733 750 auf 1,21 Millionen keinen Anlaß 
zur Beunruhigung. Die Zunahme sei aller- 
dings für diesen Zeitpunkt ungewöhnlich. 
Allein 480 000 oder 72 Prozent der neuen 
männlichen Arbeitslosen entfielen auf das 
Baugewerbe. Die Gesamtzunahme an Ar- 
beitslosen sei zu erklären, wenn man be- 
denke, daß die Arbeitslosigkeit von zwei 
Bauarbeitern erfahrungsgemäß die Arbeits- 
losigkeit eines Arbeiters in der übrigen 
Wirtschaft zur Folge hat. 

Der Hauptvorstand der Industriegewerk- 
schaft Bau, Steine, Erden befaßte sich am 
Freitag auf einer Sitzung in Frankfurt mit 
dem überraschend hohen Ansteigen der 
Arbeitslosenzahlen im Baugewerbe. Der 
erste Vorsitzende, Georg Leber, wies die 
Ansicht zurück, daß die Witterungsverhält- 
nisse den Ausschlag für die ungewöhnliche 
Entlassungswelle im Dezember vorigen 
Jahres gegeben haben. Im größten Teil der 
Bundesrepublik habe das Wetter ein Wei- 
terarbeiten gestattet. Vielmehr hätten sich 
im Dezember 1957 infolge der leicht zurück- 
gegangenen Konjunktur und der verrin- 



gerten Arbeitskräfteknappheit noch mehr 
Betriebe als früher dazu verleiten lassen, 
durch Kündigungen die Bezahlung der ge- 
setzlichen Feiertage zu umgehen. 

Ruhrknappsdiaft 
muß 9,3 Millionen Rente nachzahlen 

(dpa) KASSEL, 10. Januar 

In einem Musterprozeß entschied das 
Bundessozialgericht in Kassel, daß die 
Ruhrknappschaft einem Rentner aus dem 
Bergbau für die Zeit vom 1. Mai 1945 bis 
zum 28. Februar 1946 ein Zehntel der sei- 
nerzeit einbehaltenen Rentenbeträge nach- 
zuzahlen hat. Damit werden nach Schät- 
zungen der IG Bergbau rund 400 000 Ren- 
tennachforderungen in Höhe von 9,5 Mil- 
lionen Mark wirksam. 

Die Ruhrknappschaft und andere Knapp- 
schaften hatten nach dem Zusammenbruch 
aus Geldmangel auf Anordnung der Be- 
satzungsmacht die Renten bis zum 28. Fe- 
bruar 1946 nicht oder gekürzt ausgezahlt. 
Die Ruhrknappschaft ist Rechtsnachfolge- 
rin der „Bezirksknappschaft Ruhr" der 
früheren Reichsknappschaft. Einige der 
betroffenen Rentner forderten Nachzah- 
lung. Die vom Sozialgericht Münster zu 
dieser Nachzahlung-^erurtcilte Ruhrknapp- 
schaft hatte Revision beim Bundessozial- 
gericht eingelegt. Dort wurde die Entschei- 
dung von Münster mit der Begründung be- 
stätigt, daß die mündlichen Anordnungen 
der Besatzungsmacht von 1945 nur auf ein 
Zahlungsverbot, nicht aber auf eine Ren- 
tenkürzung abgezielt hätten. (Aktenzeidien 
5 Rkn 11/57.) 

L8 Milliarden Defizit 
im Bundeshaushalt 1937/38 

(dpa) BONN, 10. Januar 

Der laufende Bundeshaushalt weist im 
ersten Rechnungshalbjahr 1957 ein Defizit 
von 1,8 Milliarden Mark auf. Gesamtein- 
nahmen von 15,269 Milliarden standen Ge- 
samtausgaben von 17,158 Milliarden gegen- 
über. Nach Berechnungen des Bundes- 
finanzministeriums ist gegenüber dem ver- 
gleichbaren ersten Rechnungshalbjahr 1956 
eine Ausgabensteigerung von 16,8 Prozent, 
dagegen nur eine Einnahmesteigerung von 
2,6 Prozent zu verzeichnen. Das Ministerium 
weist besonders darauf hin, daß der geringe 
Zuwachs des Aufkommens aus Bundes- 
steuem und Zöllen auf die Aufhebung des 
Notopfers Berlin, auf die Umsatzsteuerbe- 
günstigung des Mittelstandes, auf die letz- 
ten Zollsenkungen und auf die verlang- 
samte wirtschaftliche Expansion zurücl^- 
zuführen ist. 



Knappstein 
möglicher Nachfolger Ilallsteins 

(StN) BONN, 10. Januar 
Als Nachfolger von Professor Hallstcin 
auf dem Posten des Staatssekretärs im 
Auswärtigen Amt wird, wie am Freitag in 
Bonn zu erfahren war, nun auch der deut- 
sche Botschafter in Madrid, Knappstein, in 
Erwägung gezogen. Knappstein kommt aus 
dem Journalismus. Er gehörte seinerzeit der 
Redaktion der „Frankfurter Zeitung" an. 
Er arbeitete später beim Zweizonenwirt- 

schaftsrat als Pressechef und ging dann in 
den Auswärtigen Dienst. Er war mehrere 
Jahre Generalkonsul in Chikago und wurde 
dann Botschafter in Madrid. Befürworter 
seiner Ernennung zum Staatssekretär sind 
der Meinung, daß Knappstein seine Erfah- 
rungen einerseits im Auswärtigen Dienst 
und auf Auslandsposten, andererseits in 
der Publizistik auf dem Posten des Staats- 
sekretärs in verschiedener Hinsicht von 
Nutzen sein könnten. 

Positives Gespräch des Berliner Bür- 
germeisters mit Sowjetkoniniandantem 

(StN) BERLIN, 10. Januar 
Zweieinhalb Stunden hat sich nm Frei- 
tag Berlins Regierender Bürgermeister 
Willi Brandt im Ostberliner Sperrbezirk 
Karlshorst beim sowjetischen Stadtkom- 
mandanten, General Tschamow, aufgehal- 
ten, dem er einen Höflichkeitsbesuch ab- 
stattete. Brandt hatte vorher angekündigt, 
mit Tschamow über Fragen des Berlin- 
Verkehrs und Auswirkungen des neuen 
Paßgesetzes der Sowjetzone sprechen zu 
wollen. Nach der außergewöhnlich langen 
Unterredung ließ er lediglich mitteilen, 
man habe das Eis gebrochen und das »Ge- 
spräch habe sich über alle Dimensionen 
erstreckt; es sei positiv gewesen. Erwar- 
tungen habe der Senat an die Zusammen- 
kunft nicht geknüpft. Brandt hält es für 
möglich, daß das Gespräch mit dem Sowjet- 
kommandanten fortgesetzt wird. Er schien 
nach der Beendigung aufgeräumt und zu- 
frieden. 

Erhard: 
Deutsche ^'irtsdiaflshilfe für Süditalien 

(dpa) ROM, 10. Januar 
Die deutsche Bundesregierung unterstützt 
nach besten Kräften die Initiative deutscher 
Unternehmen, die zur wirtschaftlichen Ent- 
wicklung Süditaliens beitragen wollen; sie 
hat darüber hinaus 50 Millionen Mark für 
die Finanzierung von Investitionsgütern be- 
reitgestellt, die für wichtige wirtschaftliche 
Vorhaben in Italien bestimmt sind. 



Bemerkung des Tages: 

Zweierlei Volk 

Nach den Beispielen der Gesellschaften 
für sowjetisch- chinesische und sowjetisch- 
polnische Freundschaft ist am 7. Januar in 
Moskau auch 'eine „Gesellschaft für sowje- 
tisch-deutsche Freundschaft und kulturelle 
Verbindung" gegründet worden. Dabei wer- 
den feine Unterschiede zwischen Pankow 
und Bonn gemacht. In dem TASS-Bericht 
lautet die betreffende Stelle wörtlich: 

„Es ist die Aufgabe der neuen Gesellschaft, 
die Entioicklung und Stärkung der brüder- 
lichen Freundschaft und Zusammenarbeit 
zwischen den Völkern der Sowjetunion und 
der DDR zu fördern. Die Gesellschaft wird 
be.'itrebt sein, den Kulturaustausch und die 
gegenseitige Aufklärung der Bex^ölkerung in 
der UdSSR tind der Bundesrepublik Deutsch- 
land über die neuesten Errungenschaften in 
der Wissenschaft und Kunst auf jede Weise 
zu erweitern, wodurch die Herstellung des 
Einvernehmens zwischen dem Volk der 
Sowjetunion und dem Volk der Bundesrepu- 
blik Deutschland beträchtlich erleichtert wird." 

Aus dieser kunstvollen Stilisierung erfährt 
der Deutsche ru seiner Überraschung, daß es 
ein „DDR-Volk" und ein „Bundesrepublik- 
Volk" gibt. Den Vorrang hat natürlich Pan- 
kow mit „brüderlicher Freundschaft", wäh- 
rend das Verhältnis zu Bonn auf unpoliti- 
sche Beziehungen beschränkt wird. Vor- 
sitzender dieser eigenartigen Gesellschaft 
ist Konstantin Fedin, der unter den sowje- 
tischen Schriftstellern immer zu denen ge- 
hörte, die jede Abweichung von der Partei- 
linie scharf bekämpften. od. 



Botschafter Haas wieder im Dienst 

(dpa) MOSKAU, 10. Januar 

Der Botschafter der Bundesrepublik in 
Moskau, Dr. Wilhelm Haas, hat am Don*- 
nerstag das Krankenhaus verlassen und 
seine Arbeit wiederaufgenommen. Der Bot- 
schafter war Mitte Dezember mit einer 
Rippenfell- und Lungenentzündung in ein 
Moskauer Krankenhaus eingeliefert worden. 

Heuss prüft Johns Gnadengesuch 

(dpa) BONN, 10. Januar 
Bundespräsident Heuss prüft zur Zeit 
das Gnadengesuch von Dr. Otto John, dem 
zu vier Jahren Zuchthaus verurteilten 
früheren Leiter des Verfassungsschutz- 
amtes. Wann und in welchem Sinne über 
das Gnadengesuch entschieden wird, sei 
noch völlig offen, wurde am Freitag im 
Bundespräsidialamt in Bonn betont. 

Die Entsdieidung über die Begnadigung 
ist eine reine Ermessenssache des Staats- 
oberhaupts und völlig unabhängig von den 
Stellungnahmen, die das Bundespräsidial- 
amt nach dem Eingang des Gnadengesuchs 
angefordert hatte. 

Puschkin aus Ostberlin abgereist 

(dpa) BERLIN, 10. Januar 
Der sowjetische Botschafter in Ostberlin, 
Puschkin, der von seinem Posten abberu- 
fen worden ist, hat am Donnerstag Ost- 
bcrlin verlassen. Wie die Sowjetzonen- 
Agentur ADN meldete, waren bei der Ver- 
abschiedung der stellvertretende Außen- 
minister der Sowjetzone, Staatssekretär 
Georg Handke (SED), sowie die Mitglieder 
des Diplomatischen Korps und zahlreiche 
Mitarbeiter der sowjetischen Botschaft in 
Ostberlin anwesend. Aus der ADN-Mel- 
dung geht nicht hervor, wohin Puschkin 
gereist ist und welche neuen Funktionen 
er übernimmt. Auch sein Nachfolger wurde 
nicht genannt. 

700 000 Mark Strafen 
wegen Preisabsprachen 

(dpa) HANNOVER, 10. Januar 
Sämtliche in Niedersachsen anhängigen 
Strafverfahren wegen unzulässiger Preis- 
absprachen im Baugewerbe sind nach 
einer Mitteilung des niedersächsischen 
Justizministeriums vom Freitag jetzt 
rechtskräftig abgeschlossen. Insgesamt 
wurden dabei Geldstrafen von 700000 Mark 
verhängt. Die Höhe der einzelnen Geld- 
strafen liegt zwischen 50 und 27 500 Mark. 
Bei den Ermittlungen über die Preis- 
absprachen wurden 989 Beschuldigte des 
Baugewerbes überprüft. Rund 250 Fälle 
wurden an andere Staatsanwaltschaften 
abgegeben und 200 Ermittlungsverfahren 
eingestellt. Von den verbliebenen 519 Fäl- 
len in Nieder.sachsen wurden 510 durch 
Strafbcfehle und neun durch gerichtliche 
Urteile abgeschlossen. 



Farbe und Rhythmus 

j 

Symphoniekonzert des Sfiddeutsdien Rundfunks 



Das Konzert des Symphonieorchesters 
von Radio Stuttgart konfrontierte Maurice 
Ravels „Rhapsodie espagnole" mit Igor 
Strawinskys „Sacre du Printemps". Eine 
interessante Gegenüberstellung, die ein- 
mal folkloristische Elemente in völlig ver- 
sdiiedenartiger Verwendung und Beleuch- 
tung zeigt und zum anderen die rhyth- 
misch belebte Farbigkeit der spanischen 
Landschafts- und Seelenwelt gegen die 
Barbarismen einer Aufbau und Ablauf 
des ganzen Werkes bestimmenden Rhyth- 
mik deutlich abhebt. Dabei ist die Ein- 
heit der musikalischen Grundanlage bei 
Ravel größer und überzeugender als in 
Strawinskys Ballettmusik. Die musikali- 
sdie Wirkung ergibt sich trotz der Hin- 
weise auf die nächtliche Stimmung des 
Prelude, auf die Tanztypen der folgenden 
Sätze und die festliche Ausgelassenheit 
des Finales aus einer musikalischen 
Grundkonzeption. Ravels Werk bleibt bei 
aller Vorliebe für farbige und rhythmische 
Wirkungen ein Stück autonomer Musik, 
während Strawinskys „Le Sacre du 
Printemps" im Grunde angewandte Musik 
ist, die auf außermusikalische Mittel des 
Programms und der tänzerischen Hand- 
lung angewiesen ist, um ihre letzte Er- 
füllung zu finden. Damit soll nichts gegen 
die Bedeutung des Werkes für die Ent- 
widmung der Neuen Musik gesagt sein. Es 
bleibt die geniale Tat des Rhythmikers 
Strawinsky bestehen, der in crschrek- 
kender und gewalttätiger Einseitigkeit das 
Werk aus dem menschlichen Bezirk ins 
Übermenschliche steigert. 

Das Symphonieorchester des Süddeut- 
schen Rundfunks gab unter Hans Müller- 
Kray Klänge und Farben der spanischen 
Rhapsodie Ravels in sorgsam ausgewoge- 
nem Spiel. „Le Sacre du Printemps" über- 



zeugte durch die rhythmische Gewalt der 
Darstellung. Mit größter Präzision er- 
zwang Hans Müller-Kray mit dem aus- 
gezeichnet disponierten Orchester (ein 
Extralob dem glänzenden Pauker) eine 
Wiedergabe, die einen Begriff gab von 
der Größe des Werkes. Etwas verloren 
und schüchtern stand zwischen Ravel und 
Strawinsky Haydns D-Dur-Konzert für 
Violoncello, gedacht als Oase der Besinn- 
lichkeit und des musikalischen Friedens. 
Pierre Fournier gab den lyrischen Par- 
tien Schönheit und schlanke Geschmeidig- 
keit seines reich differenzierten Cellotones. 
Herzlichen Beifall für den Solisten, den 
Dirigenten und das Orchester. wf. 

Gesdirielienes Lehen 

Zum Tode von Paul Fochtor 

Der Schriftsteller, Publizist, Literar- 
historiker Paul Fechter ist am Donnerstag im 
Alter von 77 Jahren in Berlin gestorben. Es 
ist müßig, die Frage zu stellen oder gar be- 
antworten zu wollen, ob Paul Fechter nun 
zuerst Schriftsteller oder Literarhistoriker, 
Kritiker, Feuilletonist, Erzähler oder Drama- 
tiker war. Er war ein Mensch, vielseitig be- 
gabt, vielseitig interessiert, vielseitig gebildet 
und mit enormer Lust und wohlgebildetem 
Vermögen ausge.stattet, das geschriebene 
Wort mit dem nötigen Gewicht der Verant- 
wortung und der unumgänglichen Leichtigkeit 
geschliffener Rede zu gebrauchen. 

Er stammte aus Elbing, war Sohn eines 
Zimmermeisters. Er studierte erst Architek- 
tur, dann Naturwissenschaften, Philosophie, 
Mathematik, promovierte mit einem philo- 
sophischen Thema und wurde Feuilletonist in 
besten Kreisen: bei den Dresdener Neuesten 
Nachrichten, der Vossischen Zeitung, der 
Deutschen Allgemeinen Zeitung. Im Dritten 
Reidn versudite er sich selbständig zu machen, 
gründete die Wochenzeitschrift ..Deutsche Zu- 
kunft" mit, die wegen Gesinnung und Niveau 
alsbald unterdrückt wurde. 



Mit 45 fing er an, zu erzählen, die berühm- 
ten Berliner Romane, die Geist, Humor und 
große, stilvolle Liebe zur Stadt seiner Wahl 
ausströmen: „Die Kletterstange", „Der Ruck 
im Fahrstuhl", „Die Rückkehr zur Natur" und 
den erfolgreichsten „Herrn Ober". Dazwisdien 
wurde doch etwas wie Heimweh nach der 
westpreußischen Jugendheimat wach, in den 
Romanen „Das wartende Land", „Die Fahrt 
nach der Ahnfrau". Und der Entwicklungs- 
roman „Die Gärten des Lebens" gab ein far- 
benreiches umfassendes Bild der Zeit vor 1914. 
Der Dramatiker Fechter konnte den verdien- 
ten Lorbeer für seinen „Zauberer Gottes" 
erst 1948 in Hamburg ernten, weil das Stück 
um den masurischen Pfarrer und Lehrer 
Pogorzelski im Dritten Reich verboten war. 

Doch gleich gewichtig und bedeutend sind 
die kunst- und literarhistorischen Studien, 
etwa über Barlach oder die Überschau „Vom 
Naturalismus zur Literatur des Unwirk- 
lichen" oder die „Literaturgeschichte des deut- 
schen Volkes", dann die Sammlungen „Men- 
schen und Zeiten, Begegnungen in fünf Jahr- 
zehnten" und „Menschen auf meinen Wegen", 
die „Große Zeit des Deutschen Theaters", die 
Memoiren „An der Wende der Zeit" und 
„Zwischen Haff und Weichsel" und die reiz- 
vollen ..Kleinen Wörterbücher" „für literarische 
Gespräche" und „für Kunstgespräche". Sehr 
weit griff Fechter mit seiner gedrängten „Ge- 
schichte der Deutschen Literatur" und mit 
dem „Europäischen Drama" aus. 

Paul Fechter hat ein reiches Leben gelebt, 
reich an Begegnungen und an ausgeteilten 
Anregungen. Und alles wurde zum geschrie- 
benen Wort, aus dem man, glänzend imter- 
halten, viel lernen kann. PI 

Audi ein Spütlieiinkehrer 
Der Schriftsteller Jakob Pioard 's Jahre 

Jeder Versuch, den bedeutenden Anteil jü- 
discher Schriftsteller an der neueren deut- 
schen Literatur abgrenzen zu wollen, schei- 
tert an der historischen Tatsache, daß sich 
jüdische Menschen der Kultur im Lande von 
Goethe und Schiller einmal besonders eng 
verbunden haben und daß. von einigen 
Ansätzen wie Heines „Rabbi von Bacha- 
rach" abgesehen, Emanzipation und A.ssi- 
milation dem Entstehen einer eigentlichen 
I jüdisch-deutschen Literatur eher abträglich 



gewesen ist. Um so mehr Beachtung verdiente 
ein in Deutschland nodi so gut wie unbekann- 
tes Buch, das vor anderthalb Jahren in Ame- 
rika großes Aufsehen erregte und das eine 
Phase des jüdischen Schicksals dichterisch 
festhält, die sonst leicht der Vergessenheit 
anheimgefallen wäre, nämlich das jahrhun- 
dertelange friedlidie Zusammenleben der 
südwestdeutschen Landjuden mit ihren christ- 
lichen Nachbarn. 

Das Buch „Der Gezeichnete", das 1936 in 
Berlin gerade noch herauskam, um ein- 
gestampft zu werden, und das mit allen guten 
Geistern der alemannischen Erzählkunst eines 
Johann Peter Hebel und Gottfried Keller 
gesegnet ist, malt, wie Hermann Hesse da- 
mals schrieb, „ein Kleinicben reich an gewin- 
nenden und heiteren Zügen, reich an Anek- 
doten, an Überlieferung und Frömmigkeit, 
ja an stiller Größe". Nach dem Tagebuch der 
Anne Frank gibt es für einen deutschen 
Leser zu dem Thema kaum etwas Ergreifen- 
deres als diese Erzählungen, von denen eine 
übrigens dem Stuttgarter Ministerialrat Otto 
Hirsch gewidmet ist. der nach 1934 zusammen 
mit Leo Baeck die Reichsvertretung der deut- 
schen Juden leitete und in Mauthausen endete. 

Der Autor dieses Buches. Jakob Picard, 
entstammt einer jener ländlichen Judenfami- 
lien am Bodensee und in Schwaben, aus 
denen unter anderen auch Albert Einstein 
hervorgegangen ist und die sich dem ererbten 
Glauben ihrer Väter ebenso verpflichtet fühl- 
ten wie dem Lande, das ihnen Heimat war. 
Heute, 11. Januar, begeht Jakob Picard, der 
im ersten Weltkrieg als Frontoffizier zwei 
Brüder verlor, seinen 75. Geburtstag in New 
York, wohin er im Jahre 1940 noch nach 
mancherlei Irrfahrten entkommen konnte. Als 
dieser feinsinnige Dichter und gutige Mensdi 
aber im vergangenen Sommer zum erstenmal 
wieder zu einem längeren Aufenthalt an den 
Bodensee kam. lautete das P'azit seines Be- 
suches schließlich: „Dreihundert Jahre Hei- 
matrecht auf eigenem Grund und Boden wie- 
gen schwerer als achtzehn Jahre Emigration." 

100 Kunst-(;euinno hat der Württember- 
gische Kunstverein bei seiner Lotterie ausge- 
schüttet: Ölbilder, Plastiken. Aquarelle, Pa- 
stelle, Zeichnungen, Holzschnitte, Lithos und 
Radierungen. Die bereits benachrichtigten Ge- 
winner können die Gewinne, die vom 12. bis 
19. Januar in der Schellingslraße 6 ausgestellt 
sind, selbst auswählen. (StN) 



Guter Kamera«! am l'Miij;ei 

Hubert Giesen 60 Jahre alt 

„Am Flügel: Hubert Giesen." Wenn man 
dies auf Plakaten von .Sänger- oder Geiger- 
konzerten liest, so nimmt man's wie eine 
Wertmarke: Zumindest auf der einen Seite, 
der des im Schatten des Stars wirkenden 
..Begleiters", ist dann Niveau verbürgt. Die- 
ses Begleiten, die Partnersdiaft in Lied und 
Kammermusik, ist bei Hubert Giesen zu 
emer Kunst geworden, der zuliebe er. der 
schon mit 17 Jahren als Solist konzertierte, 
die Karriere eines Klaviervirtuosen opferte 
und in der er es zum wirklichen Meister ge- 
bracht hat. Partner, guter Kamerad am Flü- 
gel sein erfordert menschliche und künstle- 
rische Reife, Verzicht auf den ungeteilten 
Lorbeer des Ruhmes, Konzentration auf das 
rein Musikalische und Geistige, ein Einfüh- 
lungsvermögen, das den w^eniger erfahrenen 
Partner steigert und dem berühmtesten ge- 
nügt. Allen diesen vielfältigen Anforderungen 
wurde Giesen in seiner langen Laufbahn so 
hervorragend gerecht, daß er zwei Jahre lang 
mit Yehudi Menuhin durch ganz Europa und 
Nordamerika musizierte, ständiger Begleiter 
von Fritz Kreisler, Sigrid Onegin, Jussy 
Björling und anderer Hauptprominenz sein 
konnte. 

Giesen, der am Montag 60 Jahre alt wird, 
ist als Sohn eines Organisten aus Cornelis- 
münster bei Aachep erblich belastet. Der 
große Dirigent Fritz Busch nahm sidh seiner 
Ausbildung an; er war es auch, der ihn, als 
er Generalmusikdirektor in Stuttgart wurde, 
in unsere Stadt rief, wo Giesen an der Mu- 
sikhochsdiule sein Studium vollendete, 
Kapellmeister am Wilhelma-Theater und am 
Schauspielhaus wurde und sich zu einem der 
angesehensten deutschen Begleiter und Kam- 
mermusiker entwickelte. Seine reichen Er- 
fahrungen gibt er nun als Professor der 
Stuttgarter Musikhochschule und Lehrer für 
Klavier. Begleitung imd Kammermusik der 
.lugend weiter — Wahrer edelster deutscher 
Tradition in einer Zeit, in der die Kunst der 
Nuance, das stille Lied und die werkdienende 
Partnerschaft im Trubel von Lärm und Star- 
kult unterzugehen drohen. Ho 



Weitere Kulturnachrichten auf Seite 25 



IC (Jen fand. 

Der starke Antiamerikanismus, der ja auch zu 
einem guten Teil von der in London als übereilt er- 
scheinenden Anerkennung des republikanischen Re- 
gimes in Jemen durch Washington herrührt und in 
gewissen Kreisen natürlich immer noch stark von der 
Suezkrise her nachwirkt, hat nicht nur den Gegnern 
des Gemeinsamen Marktes Wind in die Segel ge- 
blasen, sondern erstaunlicher-, jedoch nicht ganz 
unlogischerweise auch den Befürwortern, die sagen: 
«Jetzt erst recht.» Mit etwelcher Genugtuung haben 
sie nämlich vermerkt, daß sich Präsident de Gaulle 
von seinem eigenen Weg zur Atommacht auch durch 
Kennedys Polaris-Angebot nicht abbringen zu lassen 
scheint. Viele, die Kennedys Aeußerungen in seinem 
Fernsch-Interview als Arroganz empfanden, glauben 
deshalb, die einzig richtige Antwort des britischen 
Volkes sei eine enge Partnerschaft mit Frankreich, 
mit andern Worten, der möglichst rasche Beitritt zur 
Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft. Denn man be- 
ginnt sich auch Rechenschaft darüber zu geben, düß 
sich die Vereinigten Staaten unter der Kennedy- 
Administration nicht mehr durch «besondere Bezie- 
hungen» (special relationship), die Winston Churchill 
1946 in einer Rede noch feierlich hochleben lassen 
konnte, mit England verbunden fühlt und daß des- 
halb die britische Regierung nur noch auf dem Weg 
über ein eng zusammengeschlossene Europa einen 
maßgebenden Einfluß auf die weltpolitischen Ent- 
scheidungen in Washington ausüben könne. 



dem Umweg über die andern EWG-Partner. Dazu 
dienten schon die verschiedenen diplomatischen Be- 
sprechungen im Laufe dieser Woche, die mit dem 
Englandbesuch Außenminister Schröders am Wo- 
chenanfang begannen. Besonders große HoffnoingeH 
werden in London jetzt auf Italien gesetzt, dessen 
Regierung immer offenkundiger für die Aufnahme 
Englands einzutreten bereit scheint, weil es sich von 
der «französisch-deutschen Allianz» dominiert fühlt 
und deshalb einen Ausgleich der Kräfte sucht. 

«Der Beitritt muß bald erfolgen» 

London, 10. Jan. (Reuter) Premierminister Macmil- 
lan erklärte am Donnerstagabend in einem Fernseh- 
interview auf die Frage nach dem Zeitpunkt des Bei- 
trittes Großbritanniens: «Der Beitritt muß bald er- 
folgen. Ich kann keinen Zeitpunkt angeben, aber die 
Verhandlungen können nicht weiter hinausgeschleppt 
werden.» Die Frage, ob General de Gaulle Groß- 
britannien von der EWG fernzuhalten versuche, be- 
antwortete der Premierminister mit den Worten: «Ich 
frage mich, was er, de Gaulle, denkt. Was es auch 
sein möge, wir müssen uns damit abfinden und die 
Verhandlungen zu einem erfolgreichen Abschluß füh- 
ren.» Wenn Frankreich unter General de Gaulle es 
möglkh finde, mit der Zugehörigkeit zur EWG 
die Unabhängigkeit mit der Interdependenz zu ver- 
einbaren, «so sollte es für uns Briten nicht schwierig 
sein, der EWG ebenfalls beizutreten». 



*•*• i\1SV* .■wsv.\ \ '^ 



■^^^>^>■^v\■^<■OLL«■v A., . >* ..^ . .v, - A , ■ . , ^.-u . .vA-^^, - - -1. .^^^ -*^^\tA i ^;i : v: ^'^^^'- - "• r'''''-'-r'''-''-ryß^!^jis^^ 






■^^'^^^^^^^■VUV^W. 



Seitdem die * Friedensorganisation» Katanga mit Krieg überzieht, hat die Versorgungsschwierigkeit 

in der reichsten kongolesischen Provinz von Tag zu Jag zugenommen. Unser Bild: in Elisabethville 

stehen Weiße und Schwarze Schlange, um letztlich noch ihr •Brot» zu ergattern, (Ph) 



m 



Vermittlerin Bandaranaike 
in Neu-Delhi 

Neu-Delhi, 10. Jan. (AFP) Die ceylonesische Pre- 
mierministerin, Frau Bandaranaike, ist am Donners- 
tag zu einem fünftägigen Aufenthalt in Neu-Delhi 
eingetroffen. Sie wird sich namentlich mit Premier- 
minister Nehm über die Vorschläge der Konferenz 
von Colombo zur Beilegung des indisch-chinesischen 
Grenzkonflikts besprechen. 

Zurück\^ eisung der chinesischen Vorschläge 

Madras, 10. Jan. (AFP) Die indische Vizeaußen- 
ministerin, Frau Lakshmi Menon, erklärte in Madras, 
die Annahme der chinesischen Vorschläge, wonach 
sich die indischen Truppen 20 Kilometer von der 
Kontrollinie zurückziehen sollten, würde zur Ueber- 
lassung der Kontrolle aller Himalaja-Pässe an China 
führen. Da der Himalaja die einzige Grenze sei, die 
China von Südostasien trenne und die Chinesen daran 
hindern könne, die Herrschaft über dieses Gebiet zu 
errichten, könnten solche Vorschläge auf keinen Fall 
angenommen werden. 



Postum noch 
«Held der Arbeit» 

Sofia, 11. Jan. (AFP) In einem in Sofia veröffent- 
lichten Communique wird bekanntgegeben, daß das 
Politbüro des 2^ntraIkomitees der Bulgarischen 
Kommunistischen Partei die völlige Rehabilitierung 
von Traitscho Kostoff, ehemaliger Vizeministerpräsi- 
dent und Sekretär des Zentralkomitees, der im De- 
zember 1949 nebst drei andern Parteiführern als 
Opfer der Unterdrückung zur Stalin-Zeit hingerich- 
tet worden ist, beschlossen hat. Kostoff erhält 
postum den Titel cReld der Arbeit», und zwar in 
Würdigung seiner «großen Verdienste im Kampf 
gegen den Faschismajis und Kapitalismus und für die 
Errichtung des Sozialismus». Weiter wird in Sofia 
eine Büste von Kostoff aufgestellt sowie eine Straße 
in der bulgarischen Hauptstadt und ein Elektrizitäts- 
werk nach ihm benannt. Das Andenken an die drei 
andern Parteiführer, die während der Zeit des Per- 
sönlichkeitskults umgekommen sind, wird auf ähn- 
liche Weise geehrt 



} 



"kämpft. 



Iinrei^ebl leben sind.» 



gerichtet worden. 



Der Dichter Jacob Picard 

Von Harry Proß 

Allen deutschen Landschaften ist die uxn den Bo- 
densee unvergleichbar in ihrer Urbanität. Ihre Kon- 
turen schmelzen unter dem schon südlichen Himmel. 
Sie schmiegen sich ineinander und liegen besänftigt 
von der Hand des Menschen. Hier scheidet der jähe 
Norden, den Jacob Burckhardt floh, in den Süden 
jahrtausendalter Bearbeitung durch den mensch- 
lichen Verstand. Denn dies sieht man sofort: Hier 
war nicht nur Fleiß, sondern auch List am Werk, 
kluges Ausweichen vor dem Unmöglichen und um 
so größere Anstrengung, die Möglichkeiten der Natur 
ganz auszunützen. Alles ist auf Steigerung bedacht, 
aber nichts zielt über das Maß hinaus. Der See sel- 
ber, mag er auch stündlich sein Gesicht wechseln 
und wüste Stürme aus sich herausschleudern — er 
trägt Weingärten an seinen Ufern und hat es eher 
ermöglicht als verhindert, daß die Dörfer mehr Städ- 
tisches an sich haben als anderswo. Darf man ihn 
einen römischen See nennen? Den Spuren des Welt- 
reiches begegnen wir allenthalben, ohne daß ihr An- 
blick Resignation erweckt. Für den sinnlosen Kreis- 
lauf der Geschichte, wie ihn die Nebelmänner sich 
ausgedacht haben, ist hier kein Verständnis zu er- 



warten. Mit Verwundern wird man ihn als eine 
merkwürdig abstruse Vorstellung empfinden, denn 
augenfällig ist doch alles aoif Fortbildung, auf Wei- 
terbauen angelegt. Erheben sich nicht die Häuser der 
Heutigen auf den Trümmern der römischen Ge- 
bäude? Zwingt nicht immer wieder die von histori- 
scher Spekulation unbelastete Intelligenz, gerade dort 
zu bauen, wo schon einmal gebaut wurde? Solche 
Erfahrungen vermitteln Gelassenheit, spendieren Ein- 
sicht in die vorwärtsschreitende Mühe des Menschen 
um Vollendung, di'e doch immer nur für den Augen- 
blick gewährt wird und sonst unerreichbar blei<bt. 

Eine Halbinsel im Untersee heißt die Höri, ein 
Dorf dort Wangen. Wangen war bis ins Dritte Reich 
hinein eines von den Südwest deutschen Judendörfern, 
eine von den Gemeinden, in denen Jud und Christ 
seit Jahrhunderten miteinander lebten und ihr be- 
scheidenes Leben machten. Nach Wangen kamen die 
ersten, jüdischen Familien im 14. Jahrhundert, die 
Picards stehen dort seit dem 18. Jahrhundert im 
Grundbuch. Sie bestellten ihren Boden und trieben 
Handel. Die Verhähnisse von Mehrheit und Minder- 
heit variierten in den einzelnen Dörfern. Kirche und 
Synagoge waren benachbart. Das Zusammenleben re- 
gulierten im Grunde die Interessen der ganzen Ge- 
gend, nach ihnen richtete sich die Arbeitsteilung. 
Was die Feste der verschiedenen Religionen anging, 
so waren die Dörfler schlau genug, manche Ge- 
bräuche doppelt gelten zu lassen. Doch hielt jeder an 



<^: ^.,/^. x^^> <^^ '^ 



seiner Religion fest. Eine gutgefügte, auf Erhalten 
und Kontinuität erpichte Ordnung herrschte. 

Jacob Picard wurde am 11. Januar 1883 geboren; 
er eing in die Dorfschule und dann aufs Konstanzer 
Gymnasium, studierte in München, Berlin und Hei- 
delberg die Rechte, wurde Anwalt in Konstanz und 
später in Köln. Sein erster Gedichtband erschien 
1913. Er reflektierte, wie Picard sagt, den cZustand 
Bodensee». Melancholische Verse, Stimmungen, de- 
nen der Schalk im Nacken sitzt; das Ganze lyrisch, 
doch nicht ohne jugendliches Bekennertum, das ge- 
rade in Schwung kam: 

Da wir müd vom Fischen heimwärts kehren — 
feuchte Netze hängen über Bord, — 
hören wir verhüllt nur da und dort 
andere, wie sie Winterboote teeren. 

Denn im Nebel Röschen allzufrüh 
Häuser, Kirche und bebuschte Ufer. 
Keiner überhört den dunklen Rufer, 
der in jedem von uns mahnt: verglüh. 

Das war am Vorabend des Ersten Weltkrieges, der 
Picard zwei Brüder nahm, ihn aber nur leicht lädiert 
entließ. Seine Lyrik blieb auch danach einfach und 
unexaltiert. Die großen Auseinandersetzungen um 
Stil u-nd Ausdruck berührten sie wenig. Aber der 
Eindruck der sozialen Verwandlung um ihn verwies 



den Dichter auf seine Herkunft, seine dörfliche Ge- 
schichte. Er begann, und er ist ein großer Fabulie- 
rer, die Erzählungen von den süddeutschen Land- 
juden zu schreiben. Um dieselbe Zeit öffnete Martin 
Buber mit den Chassidischen Geschichten der deut- 
schen Literatur eine neue Sphäre. 

In der Hitlerzeit erschienen Picards Novellen im 
«Morgen», den Eva Reichmann redigierte. Im Auf- 
trag des Oberrates der badischen Israeliten reiste er 
1937 und 1938 von Gemeinde zu Gemeinde, lesend, 
stäfkend, den «Menschen viel gewährend», wie ihm 
Leo Baeck bescheinigte. Im jüdischen Verlag kam 
ein Band seiner Geschichten 1936 heraus, ein denk- 
würdiges Dokument dessen, was badisch-jüdische Le- 
bensart war. 

Mit gewissem Recht hat man die Emanzipation 
der deutschen Juden zu jüdischen Deutschen seit 
Mosps Mendelssohn im Zusammenhang mit der Ver- 
änderung Deutschlands betrachtet. In den Städten 
war die Zivilisation am weitesten, und wenn über- 
haupt ein soziales Gebilde als solches schon frei ma- 
cfhen kann, dann waren es in den letzten 150 Jahren 
die großen Städte, die alte Bindungen vergessen lie- 
ßen. Für das Judentum brachte diese Bevölkerungs- 
verschiebung, wie für die christlichen Konventionen 
auch, schwere religiöse Krisen mit sich. Indifferenz 
breitete sich aus, Ermüdung und Flucht vor der Re- 
ligion, die durchaus nicht immer Aufklärung waren, 



yy. /• 63 



:u bringen. Ist der lunncMircht ganz dicht, so bc- 
iteht die Gefahr der Eisbildung, durch die der Quer- 
chnitt der Zuluftkanäle verkleinert und zugleich die 



seUt wurde. Auch für Parkingmeter gibt es bessere 
und schlechtere Geschäftslagen, auch für sie gilt das 
Gesetz von Angebot und Nachfrage. 



Barometerstand 556,0 (556,8). Windstärke 15 km/Std. 
West. Temperatur — 9 Grad C. Schnee. Neuschnee 19 
Zentimeter. Gestern keine Sonne. Niederschlag 11 mm. 



lie er rief, nicht mehr los. Friedrich der Große wird 
ms ganz anders als im Geschichtsunterricht gezeigt: 
lie erschütternde innere Vereinsamung schafft einen 
■lerrscher von zerrissener Unausgeglichenheit. Dabei 
jrstrebt Gertsch, sowohl hier als auch bei Alexander, 
^Japoleon oder Karl V., nicht um ihrer selbst willen 
jine Verkleinerung der Giganten, sondern er zeigt 
lur auf, wie unzulänglich im Grunde jene handeln, 
/on deren Macht wir uns blenden lassen. So entpuppt 
>ich General Boulanger,der ephemere Held des franzö- 
iischen Chauvinismus der vergangenen achtziger 
fahre, als politischer Schaumschläger, Alexander der 
jroße wird in der «Hochzeit von Susa* zum Sinn- 
)ild größenwahnsinnigen Machtanspruchs schlecht- 
lin. In der großangelegten Hörspielreihe «Napoleon 
/or Gericht» sodann kommen die Grundgedanken 
ies dramatischen Schaffens von Gertsch — von der 
ewicen Wiederkehr des Geschehens und der Mit- 
schuld aller — noch einmal zu ausdrücklicher Stei- 
gerung. 

Noch lange nicht alle der von Max Gertsch ge- 
schaffenen Werke sind hier genannt. Doch sei noch 
.besonders hingewiesen auf zwei der letzterschienenen 
pramen, auf «Donna Juana, Infantin von Spanien» 
lund «Karl V. oder die Versuchung des Kaisers», die 
beide noch der Aufführung harren. Das erste, ein 
Spiel von Liebe und Tod Johannas der Wahnsinni- 



gen, zeigt nochmals sehr eindringlich jene fatalen 
Hang zum Absoluten, Unbedingten, Schrankenlosen, 
aus dem die heftigen Zusammenstöße erwachsen, die 
den Einzelmenschen, ja ganze Länder in Leid und 
Untergang stürzen. Das andere bewegt sich um die 
Welt um und in Karl V. Das geschichtlich Faß- 
bare und das seelisch schwer Faßbare, das zerrissene 
Wesen des Kaisers, das ihn bald majestätisch und 
bald niedrig, bald in weltkaiserlichem Größenwahn 
und mystischer Verzückung zeigt, ist hier mit gro- 
ßem Können bewältigt und darstellerisch ungemein 
fesselnd und wirkungsvoll erfaßt. Der Kern des 
Schauspiels aber liegt in der Erkenntnis des Zwei- 
zeilers: 

«Die Macht ist böse -— böser noch ist Ohnmacht, 
Weil Macht ihr fehlt, die falsche Tat zu hindern.» 
Abschließend darf wohl gesagt werden, daß noch 
kein schweizerischer Dramatiker das weltpolitische 
Spiel sachlich so fundiert und bühnenteChnisch m 
dermaßen disziplinierter Gedrängtheit zu schildern 
vermocht hat, wie Max Gertsch. Die Theaterleiter 
müßten nur eine kleine Schwenkung vollziehen, um 
seinen Verdiensten gerecht zu werden.^ Wir wollen 
hoffen, daß der Dichter die Wendung noch erlebt, 

trotz seiner 70 Jahre! 

Max Schwendimann 



Eine Europäische Radiologen-Vereinigung 

Eine «Association Europcenne de Radiologie» ist 
in Straßburg gegründet worden. Beteiligt sind Frank- 
reich, Italien, die Bundesrepublik Deutschland, die 
Schweiz, Belgien, Holland, Luxemburg und Spanien. 
Präsident ist Professor Dr. Boris Rajewski, Direktor 
des Max-Planck-Instituts für Biophysik in Frankfurt 
am Main. Die Vereinigung will sich mit allen Fragen 
der Strahlung und der Elektromedizin befassen, im 
besonderen eine gewisse Vereinheitlichung der Ver- 
hältnisse auf dem ganzen Strahlengebiet in den betei- 
ligten Ländern erstreben. ^P- 

Große Kunstsammlung wird zugänglich 

Die berühmte Sammlung Robert Lehmans in New 
York, aus der neunzig Werke von Greco, Rembrandt, 
Velasquez, Holbein, Goya, van Gogh und Gauguin 
kürzlich im Metropolitan Museum ausgestellt waren, 
kann jetzt besichtigt werden. Der Eintritt in das neue 
Museum kostet allerdings, wie der New-Yorker 
«Aufbau» berichtet, nicht weniger als 50 Dollar, em 
einstweiliger Betrag, der dem Stipendien fonds der 
New York University zufließen wird. Der Wert der 
Sammlung wird auf 60 Millionen Dollar geschätzt. 

1 . "P- 



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oft nur Lähmung oder Verblasenheit. Von den gro- 
ßen jüdischen Namen der deutschen Kulturgeschichte 
waren die meisten für die Religion verloren. Das 
chnstiioh-jüdisohe Zusammenleben litt nicht zuletzt 
darunter, daß die einen keine Juden, die anderen 
kerne Christen mehr waren; aber manche taten so 
als seien sie besser als jene. 

Im Dorf war das anders. Picards Erzählungen ber- 
gen nicht weniger Frömmigkeit als die Johann Peter 
Hebels. Sie sind ursprünglich fromm. Man lese in der 
Geschichte von den Brüdern Schmul nach, wie sich 
m ihrem Waldgang das Alemannische mit dem He- 
bräischen verträgt. Das Widersprüchliche, zu dessen 
Losung es kein Entweder-Oder gibt, das besteht, 
ohne daß eins das andere auslöschen oder ersetzen 
könnte, vereint sich im Glauben und bewirkt etwas. 
Wie die beiden singend in ihrer Angst durch den 
Wald marschieren, ist zugleich von erschütternder 
Komik und erhaben. Nicht das eine oder das andere 
beherrscht die Szene. Beides ist gegenwärtig, versöhnt 
wird es jedoch nair durch das Weitergehen, das Fort- 
sohreiten, durch die TaiL 

Sie ist kein Tun um seiner selbst willen, kein blin- 
der Atavismus; Tätigkdt und Glauben bedingen ein- 
ander, und so kommen die beiden Brüder geläutert 
ins Freie: «E groß Gefahr hemmer Überstande, weil 
mer z'samme g'halte habe; nie mehr wolle mer mit- 
einander dischputiere.» Picard macht auch gleich 



klar, daß der Vorsatz eben nur ein guter Vorsatz ist; 
aber der Leser bemerkt doch, daß da ein Unterschied 
waltet, ob man sich das Gute vornimmt oder nicht 
Und damit wiederholt er eigentlich, was die jüdi- 
sche Botschaft an die Menschheit gewesen ist die 
Aufforderung, im Bemühen nicht nachzulassen 
nichts als fertig gelten zu lassen. Das scheinbar voll- 
kommene ist doch nur ein Weg, nicht Ziel. Ein Ge- 
dicht aus dem Jahre 1939 zeigt es wieder. Nachdem 
schon die Synagogen gebrannt hatten, und nachdem 
von auswärts geholtes Gesindel in die Gemeinden 
eingebrochen war, und er selber durch fremd gewor- 
dene Städte irrte, schreibt Picard die Verse vom Ab- 
schied: 

Wohin wir immer ziehen, 

Vergessen sei es nicht, 

All unser hart Bemühen, 

Wenn Schrecken aus uns schrieen. 

War niemals ein Verzicht. 

Sein Weg führt Picard über Rußland und den Fer- 
nen Osten nach Amerika. Dort trägt er in jahrelan- 
ger Kleinarbeit die Biographie des badischen Revolu- 
tionsgenerals Franz Sigel zusammen, der nach 1849 
in Amerika zu großem Ruhm gelangte. Heute frei- 
lich hat die Erinnerung an Schurz, der mehr von 
einem Konformisten an sich hatte als der Sigel sein 
Gedächtnis verwischt Das Manuskript, das einmalige 



Dokumente der deutsch-amerikanischen Gemeinsam- 
keit im 19 Jahrhundert enthält, fand bisher keinen 
Verleger. Sigel hat, so meint sein Biograph, zu sei- 
nen Lebzeiten immer versucht, was noch nicht an 
der Zeit war, und dafür wird er nach seinem Tode 
bestraft. 

In Amerika erscheinen schließlich auch Picards 
Erzählungen von den südwestdeutschen Dorfjuden 
neu. Die meisterhafte Uebertragung von Ludwig 
Lewisohn trägt zu ihrem Erfolg viel bei. Im eigenen 
Lande oleibt ihre aktive Mystik so gut wie vergessen 
Bis jetzt die Deutsche Veriagsgemeinschaft eine Neu- 
ausgabe ankündigt. 

Diese Geschichten sind nicht modern. Auch Pi- 
cards verspielte Sprache ist es nicht, wiewohl so ver- 
schiedene Geister wie Hermann Hesse und Kurt 
Pinthus sie sehr gelobt haben. Aber die Frage nach 
der Modernität ist hier falsch gestellt. Und auf fal- 
sehe Fragen giht es keine richtigen Antworten. Reli- 
gion und Mode schließen einander aus. 

Das ist wiederum eine jüdische Erkenntnis, eine 
von denen, die uns an der traurigen Feststellung 
zweifeln lassen, daß die Geschichte des deutschen 
Judentums beendet sei. Dieser zarte, unruhige Dich- 
ter Picard lebt. Heute wird er achtzig. Und das ge- 
wältige Reich des Banausen, seine Schrecken wo 
sind sie geblieben? Nichts ist übrig von üim als seine 
Schande. 



^ranffurtrr^ilgemeine 

ZIITUNC rUI OIUTSCHLANO 



Literaturblatt 



SanuUc, 17. Anrost 1963 



Mit leiser Stimme 



Jacoh Ficard ..Die alte Lehre. Geschichten 
und Anekdoten." Vorwort von Josef 
Eberle (Deutsche Verlaßs-Anstalt. 
Stuttgart, 1963. 244 S.. 16,80 DM ) 

In unser Staunen über das starke und 
eigenständige Leben, das einst die so- 
genannten Judendorfer Südwestdeutsch- 
lands erfüllte, mischt sich das Ent- 
zücken über die hohe Poesie, mit der 
Jacob Picard dies Leben beschrieben 
hat. Aber stärker noch durchdringt uns 
die Trauer über den tragischen Hinter- 
grund und Untergrund, den alle jüdi- 
schen Geschichten dank dem jüngsten 
Abschnitt unserer Vergangenheit für 
uns erhalten haben. Nie mehr werden 
wir ganz unbefangen den Zauber in uns 
aufnehmen, den dieser Autor, der selbst 
aus einem deutschen Judendorf stanrunt, 
aus seinen Erzählungen aufsteigen 
lÄOt Den Josel von Roshelm, der vor 
mehr aU vierhundert Jahren „im aske- 
nasischen, im deutschen Land** als 
Günstling des Kaisers für die Sicher- 
heit seiner Glaubensgenossen kämpfte, 
läOt Picard Im Anblick der Spuren 
eines Pogroms sprechen: „So gering 
war der Mensch, daß ihm wie einem 
Tier getan werden konnte von anderen, 
die von Gott sein Angesicht trugen! 
Niemals mehr, das fiel Ihm in jäher Er- 
kenntnis ein. würde sein Leben wieder 
so sein, wie es vordem war." Niemals 
wieder, das ist das rechte Wort! So alt 
die Leidensgeschichte der Juden auch 
sein mag. nie haben sich Opfer und 
Täter so endgültig verwandelt wie seit 
dem deutschen Versuch einer ..End- 
lösung** Sühne, Vergebung und i:elbst 
Vergessen konnten nicht bewirken, daß 
unser Leben wieder so sei. ..wie es vor- 
dem war" 

Der deutsche Jude Jacob Picard, der 
in Wangen am Bodensee geboren ist und 
heute al.s Achtzigjähriger in Amerika 
lebt, hat sem Buch „Die alte Lehre" 
freilich nicht gcirchrieben, um die 
Rachegeister zu beschwören, sondern 
um zu erzählen, was versunken und 
vergangen ist Wir wissen wenig von 
den sogenannten Judendörfern Schwa- 
bens. Frankens, des Breisgau und des 
Elsaß, in denen einst die Kinder Israels 
in enger und friedlicher Dorfgemein- 
schaft mit den übrigen Bewohnern leb- 
ten Es war bei nller Verschiedenheit 
des Glaubens und der durch die Reli- 
gion geregelten Daseinsformen ein 
Stück deutsches Leben, das die deut- 
sche Mannigfaltigkeit mächtig berei- 
chert hat. Aber daj, Buch, das Picard 
uns zu lesen gibt, ist kein kultur- 
geschichtlicher Beitrag, oder doch nur 
am Rande; es ist ein Stück hoher Er- 
zählungskunst und ist um der Erzäh- 
lung willen geleistet. Das muß ver- 



nehmlich und laut gesagt werden. Der 
Untertitel „Geschickten und Anekdo- 
ten" Ist nicht deutlich. Gewiß fehlt es 
an solchen Stücken nicht, aber das 
Wesentliche des Buches besteht aus 
fünf großen Novellen, die selbständig 
hervortreten und sich als große Leistun- 
gen deutscher Erzählungskunst präsen- 
tleren. Wir sprechen von den Erzäh- 
lungen „Der Gezeichnete", „Das Los", 
„Raphael und Recha*', „Der Bruder" 
und „Joselmanns schwerste Stunde". 
Auf dem Felde der deutschen Sprache 
sind wenige so großartige, makellofeij ficf 
ergreif ende Novellen entstanden w ie 

Die Verstridcung in HU 
jeder Deutsdie gegenüber allem, was 
jüdisch heißt, geraten ist, mag uns hin- 
dern, diese Erzählungen so laut, froh 
und dankbar zu preisen, wie sie es ver- 
dienen — aber soll der Autor darum 
um die Huldigung kommen, die seine 
Kunst verdient? In der schonen Ein- 
leitung, die Josef Eberle dem Buch mit- 
gegeben hat, wird mit Fug der Name 
Johann Peter Hebel genannt; auch 
Picard nennt diesen Namen, denn der 
ntreue Dichter" Ist sein engerer Lands- 
mann, und so Ist es, als habe er den 
Geist der Erzählung aus der ober- 
rheinischen Landschaft gesogen. Der 
raunende Tonfall des zeltlichen Nach- 
einander beseelt bei Hebel wie bei 
Jacob Picard die angestrebte Schlicht- 
heit und den ernsten Berichtston. Und 
plötzlich wird das epische Gefälle zum 
Strom der Poesie selbst: „Wochen ver- 
gingen und Monate, der Schnee taute, 
und die Flüsse strömten hoch und über 
die Ufer, die Wutach und die Schlucht, 
von der Fülle des Wassers, und ließen 
beim Zurückgehen armselig die Fische 
auf den Feldern Hegen . . . und Hirsch 
wanderte weiter ins Land, Woche um 
Woche, durch den Hotzenwald bis hin 
zum Kloster von St. Blaslen, durch den 
ganzen Klettgau und wieder hinauf 
gen Bonndorf und manchmal über die 
Holzbrücke bei Laufenburg In das eid- 
genossische Land.** 

Die Geschichten umspannen das ganze 
Jahrhundert von Napoleons Tagen bis 
in die Düsternis unserer Jahre. Ei Ut, 
als wäre einer aus diesen Landen und 
Zeitläuften Im letzten Augenblldi unter 
uns getreten, um die Saga der Judendör- 
fer schnell noch aufzuzeichnen, ehe die 
Namen und Gesichter für Immer in den 
Schatten rücken. Die „alte Lehre" hatte 
Ihrem L«ben die Form gegeben und tie 
befähigt, Not. Sünden und Heimsuchun- 
gen zu überstehen Da* ist mehr als „Re- 
ligion", es ist die Kraft des ..G«tetze»-. 
das In diesen Figuren, In Ihrem persön- 
lichen und häuslichen Leben und In 
ihrer Zugehörigkeit zur „Kehilla". zur 
Gemeinde, noch voll lebendig Ist Dies« 



EUirfuriit vor dem GeseU. drückte sie 
sich nun in bloßem Gehorsam oder in 
echtem religiösem Erleben aus, gibt die- 
sen Menschen die Fähigkeit, ja die Lust, 
zu überleben und den Geist ihrer Vor- 
fahren gegenwärtig zu halten „in ihren 
Sünden und Wohltaten, ja In ihren Sün- 
den am meisten" Es ist schwer, beim 



!ruf" dieser zauber^olien Geschichten 
.nicht an die Bilder vun Chaiyall 7.1 f<p p- 
ker^. Aber die Gestalten, die Picard vor 
uns erscheinen läßt, sind keine Traum- 
flguren und keine Mystiker. Die Poesie. 
von der sie umflossen sind, sind das 
Wort ihres Dichters, der ihnen den Reiz 
seines melancholischen und aristokra- 
tischen Temperaments verliehen hat 
Darum sind sie doch nur einfache Dorf- 
bewohner. Hausierer. Viehhändler 
Trödler oder Reisende, aber auch sie 
kennen die geheimnisvolle Hir-.mels- 
lelter Chagalls, die aus der Erniedrigung 
de; bitleren Alltags in die Liebe Gottes 
führt. Sie sind besser daran in ihrer 
Zelt als ihre Glaubensbruder in den 
dunklen Gassen der Städte, sie leben in 
den Dörfern mit der weiten Landschaft 
und sie leben in Gemeinschaft mit der 
anderen Dorflern, die sie kennen au^^ 
Vorväterzeiten 

Muß man diesem einzigartigen Buch 
nicht viele, viele Leser wünschen' Es ist 
so ernst und heiter zugleich, es ist sc 
schlicht und doch so spannend, ja. span- 
nend! Denn die Wege, die dem Men- 
schen möglich sind, um dem Unglück zu 
entgehen und den engen Zugang zum 
zufriedeneren, das heißt schuldlc^sen Le- 
ben zu finden, sind so mannigfaltig, daß 
der Leser sich manchmal bang, manch- 
mal neugierig, aber immer voll Span- 
nung fragt, welche Richtung das Schick- 
sal nehmen wird Daß man mit solcher 
Zartheit, mit so leiser Stimme diese ge- 
waltigen und herzzerreißenden und 
rührenden Dinge erzählen kann, beweist 
uns, daß die Poesie da am gründhchsten 
überzeugt, wo sie am lautlosesten Ist 
Gefühl. Wahrheit und die schöne Neu- 
gier, „wie es weiter geht", sind hier nicht 
mehr zu trennen. In der tragischsten 
dieser Novellen sitzt die alte Rachele. 
schuldig geworden und schließlich ent- 
sühnt, am Grabe ihres Mannes. „Sie 
wußte wohl nicht, was es war. das sie 
bewegte und dem Geliebten noch inni- 
ger verband, wenn sie vor dem nun ganz 
von Inunergrün mit den zartblauen 
Blütchen überwachsenen flachen Vier- 
eck am Raine saß und die nahen Linden 
in der Juliblüte von Bienen sangen 
Und überkam sie dabei ein leises Wei- 
nen, »o war es gar nicht mehr schmeiz- 
haft, sondern wurde nur wie ein gerin- 
ge Opfer von ihr gefühlt** 

FRIEDRICH SIEBURG 



M.V^v u ''^•^'^^'^' ^^'^ ^^'^ ^ber 20 Jahren in 
New York ansässigen, oftmals in Holland anzu- 
treffenden .musischen Juristen deutsch-jüdischer 
Fragung , ist es, so hat es den Anschein, stiller 
geworden Wir hingegen wollen seinen Achtzig- 
las^en ^^^^^^^ °^^^^ klanglos vorüberziehen 

Zuletzt, 1960, erschien die sein lyrisches Werk 

^rhuT!'' ^f "l"^^ Gedichtsammlung „Der Uhren- 
schlag (im Verlag Eremiten-Presse, Stierstadt/T ) 
knappe Worte so gestochen, wie sie seine so aus- 
drucksvoll gebliebene Handschrift kennzeichnen 
Kurz davor, im 1959.Jahrbuch des Leo Baeck In- 
stitute, schilderte er autobiographisch seine Kind- 
he t auf dem Lande. 1956 hatte Picard, gemeinsam 
mit Hermann Kasack, Gertrud Kolmars (Chodzies- 

?^'l I?^^^?.^^'^ wiedererstehen lassen. Seine 
Geschichten ,Der Gezeichnete" (1936) das Leben 
suddeutscher Landjuden und deren friedliches Zu 
samenleben mit ihrer Umwelt schildernd, werden 
von der Deutschen Verlagsanstalt, Stuttgart, so- 
eben unter dem Titel .Die alte Lehre" verpffent- 

Picard stammt aus Wangen am Untersee. Nach 
dem ersten Weltkrieg und fast vierjährigem Front- 
dienst war er in Konstanz und, ab 1925, in Köln 
Anwalt und Syndikus des Schutzverbandes deut- 



Zum Achtzigsten 

Botschaft an Jacob Picard 



'-*-•♦• T 



scher Schriftsteller, gleichzeitig, bis 1933 freier 
M, arbe.ter der namhaftesten deutLhen Tages 
zeuungen. Spater in Berlin, fand man seinen Na. 
men oft in jüdischen Zeitsdiriften wie der CV- 
Zeuung, dem .Morgen', der .Jüdischen Rund- 

Als er 75 wurde, zitierten ihn die .Stuttaarter 

?aw"Hi'" , ""'L '^^'" Ausspruch .Dreihunder 
Jahre Heimatrecht auf eigenem Grund wieoen 
schwerer als achtzehn Jahre Emigration", u^d ge" 
genuber dem Schreiber dieser Zeilen zit erte p!- 
Card in zuversichtlicher Stimmung, die Äußerung 

staa^r'' ^"f' ^^'.''^'^ alten amerikanischen 
vnn, iT, '' . ^u""""^ ^""^''= -Wenn jemand 

^sTw^if "','"•• i'"^^ ''^ '"""" «n Leute, die 
15 Jahre alter als ich sind." 

Möge er dieser Arithmetik treu bleibenJ -thal 

Misrachi und Hapoel-Hamisrachi 




f"^?" sechsten Chanukkahabend übergab cter 
stadtische Ausschuß für religiöse Fragen in Tel 
Aviv wahrend eines Festaktes der religiösen Ju- 
gendgruppe des Beth-Ziroth-Misrachi eine Thora- 

uu- ^?'^ ''°'' Stuttgart erhalten hatte. Ober- 
^ml|^Jgterm^^ j^^. 



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I t 



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\ hr:.i^^l} 



.j Kulfu .minisferium 
Stuttgart 



DEUTSCHE 
BUNDESPOST 




Herrn ti 



Dr. Jacob Picard 



Den Ir^a.^/Holland 



Kultusministerium 

Baden- Württemberg 
7 Stuttgart 1 

Postfach 480 



Harrison's Hotel 




Für alle, die ihn ken- 
^ nen, ob in Deutschland 
oder in der Neuen Welt, 
wird es eine Ueberra- 
schung sein, zu hören, 
daß Rechtsanwalt Dr. 
Benno Baecker am 18. 
Januar seinen 70. Ge- 
burtstag feiert. In Hal- 
tung, Lebensstil und 
geistiger Beweglichkeit 
tritt uns in ihm ein gut 
Fünfziger entgegen. Was 
hat diesen Mann so 
jung erhalten? 
Von Hause aus ein 
.. u .. , musischer Mensch, der 

wonte TtT"? ^T Musikstudium zuwenden 
wollte, hat Ihn doch die Zeit, in der er aufwuchs, 
und sein angeborenes Rechtsgefühl dazu be- 

ni^hfi' ^"^ ^"^^^ **" Menschen zu werden. Das 
f», ^ ^u denken und zu tun und als ein aufrech- 
Gn,^H?.f ^ durch das Leben zu gehen, das waren 
Grundsatze, von denen ihn auch die Ungerechtiq- 

mcM^ihh""' ^^t^^ ^' "^'*> 1533 werden muite, 
nicht abbringen konnten. Ein Rechtsanwalt sein 
das war (und ist) für ihn nicht nur ein Beruf- a"s 

^Zl f 'k l^"^""' '^^ •"""" ""d überall seine 
,.,.^7! ?'*''• ^""^'^ ^' "<^'' verwirklichen und 
zum Zentrum von Gemeinschaften werden, die in 
Ihm vor allem den Repräsentanten einer si tlidien 
Lebensordnung ehren. Kein Wunder, daB esTei" 



1938 wanderte Dr. Baecker nach den USA au» 
wo er sich hauptberuflich in der Wirtschaft be-i 
tatigte. Auch hier wirkte Baecker für die Opfer 
des Nationalsozialismus. Gleich nach seiner An- 

c.T,f.T"^ ^^ ".'"i "^^^ Komitee der Arbeitsgemein. 
Schaft für die Juden aus Deutschland und Oester- 
reich berufen. Als Generalsekretär der von ihm 

rhi ^?J""^^'^" Berufsvereinigung europäischer 
Chemiker konnte er sich um die Einwanderung zur 
Emigration gezwungener deutscher Wissenschaft- 
ler verdient machen. Er gehörte auch der Ameri- 
kanischen Gesellschaft früherer europäischer Ju- 
risten an und war ehrenamtlicher Sekretär einer! 
wissenschaftlichen Vereinigung, die sich durch 
Vortrage von international berühmten Gelehrten 
einen Namen machte. Zu den ehrenamtlichen 
Mitgliedern dieser Organisation gehörten ver- 
Einstefn"^ Nobelpreisträger, unter ihnen Albert 

Durch Radioansprachen konnte Dr. Baecker der 
deutschen Sache in den Vereinigten Staaten die- 
nen, und im Auftrage des Department of State 
im .American-Today-Programme" der Internatio- 
nalen Broadcasting Division Rundfunkvorträqe 
nach Europa halten, die der deutsch-amerikani-' 
sehen Verständigung gewidmet waren. Durch 
seine Verbindung mit der German Chamber of 
Commerce in New York konnte Dr. Baecker auch 
auf die Wirtschaf thche Entwicklung Deutschlands 
binfluß nehmen. 

1949 entschloß sich Dr. Baecker, nach Deutsch 



Den Haag, Hotel Harrißon 
15#Februar 1964 



Herrn 

Kultusminister Professor Dr.Storz 

Kultusministerium 

Stuttgart 



e. 



ti^. 



Sehr geehrter Herr Kultuüminister! 

Sf^^u Sr """^^^ ®^"^^® Wochen her,3eit ich hier auf der Deutschen 
T /?«^nf /"" T^T"^ einundachtzigsten Geburtstag den Verdienstorden 
I.Klasoe der Bundesrepublik in Smpfang nehmen durfte, der mir auf Anre- 

ung des badisch-vmerttombergiachen Kultusministeriurri,weo mL gesS 
wurde, verliehen worden ist. ^es-gx; 

Dass das natürlich in der Hauptsache auf Ihre -ütige Gesinnung und 
^?«^vr^r'w?''^^ Bekanntschaft zurückgeht, ist mi? klar,die^uno 
glückliche weise in Amerika begonnen hat, und mir damals schon eine Ahn 
ung des heutigen Deutschland weckte, als Aoch bittere Gefühle fast u^ge-" 
hemmt in mir schwelten;und seither ist noch manches zur Heilung L^^ 

mirtr^lT^h."!? J^""^? Erlebnis der alten Heimat zu schweigen. üls hat e.' 
mir erleichtert, die Auszeichnung anzunehmen; erleichtert, das darf ich 
Ihnen sagen, weil 3ie verstehen werden, was ich damit meiie.und wissen 
k^nnerh^f'^l!'^' Gefühle in unsereinem bei solchhm AnLoaa wach werSL 
und vL !n^ '':''^' geschehen ist. Die Zeit hat Ja vieles gemildert, 
h^iifZ f„äi2 if ^f dies, dass ich weiss, auf welche Gecinnung dies 
wnhi^f 1 ^^^^'"""^ ^l^^ ^^^ ^^^ sozusagen in Vertretung von anderen, 
T™ V-uf,^"" anderen,gehandelt haben,uie ähnlichen Wohlwollens und P-eisl 
ider nfiht"^ '^''? '"^ heutifeen Deutschland, ob Sie mich persönlich kenne 
oder nicht. So ist es mir eine Ehre, diese Auszeichnung annehmen zu 

w?r ??^ \f^ ^^""^^ ^'^^^'^ aufrichtig, da:?ar, das veranlasst zu haben, 
lassen!^ "'^'''^'' ^^"^ "^'*'^" Bundespräsidenten habe aussprechen 

l\H \^l ^''^i^iu^ ^^'''^^ ^^"^ °^^^® deutsche Orden, den ich erhalten habe, 
wenn ich auch Ihnen gegenüber das aahipeewhfenen darf.wie ich erschon 
dem Herrn Botschaftsrat gegenüber getaS habe unter virlegiS eine? Ur- 

S« M^?^^'''A''^^'i^^°'^*"" ^^ niüssen,misBverstanLrzu we^en und nS 
aus-historischen Gründen.es ist das Eiserne Kreuz von 1914. das ich all 
Kriegsfreiwilliger schon im Oktober ISU an der Pront .rhlttn Jabe 
also schon vor Langemark , und als es noch etwas bedeutete? ' 
Ja,wie hätte ich vor nicht zu lariger Zeit nur wagen können, an so etwas 
zu denken,zu schweigen von den dunklen Jahren.So alt habe ich werden 
J^r^nCif^ ^^u erleben,die Anerkennm^ desoen.waa ich in den gut In 
wS h?f? ? ^ä^""^ erstrebt habe, wenn auch nicht alles erreicht ^rde 
^1^^\X fi\^önnen,wäre nicht die grosse Caesur /geschehen, 
natürlich fragte ich nuch:für was auch?Denn alt werden ist {^ kein Ver- 
dienst au sich. Aber wenn ich,raich selbst fragend, zu einer Begründung 
vP^ninnf^'' rechtfertigen, 30 ist es im wesentlichen dies,dalf es S 
SeirzuThiJf-^rr^ Erzählungen ein kleines Denkmal In einen Mensch 
enkreis zu 3chaffen,der viele Jahrhunderte lang den deutschen Boden 



no 



^B^^ 



mit allem, was dazu gehört, seine Heimat genannt hat, und dessen Glieder 
sich auLs Deutsche sowohl wie als Juden fühlten, ohne dass innerer Zwie- 
spalt das gemeinsame gute, friedliche Leben mit den Nachbarn des anderen 
Glaubens trübte, so wie ich es in meiner Jugend erlebt habe, ich möchte 
sagen in einzigartiger Weise, und ich bin für unsere weitere Gegend ja 
kein Ausnahmefall. - Und bei dieser Frage n%% ''Warum^'darf ich nur Ihnen 
gegenüber meine Franz-Sigel-Biographie erwähenn,da die ja» trotz Ihrer 
grosszügigen Zusage einer Unterstützung für die Publikation! im ganzen 
noch nicht erschienen ist, wenn auch in Teilen; immerhin darf ich sagen, 
ich habeforschend etwas für deutsch-amerikanische Geschichte getan, ein 
Kapitel, mit dem man mehr in Amerika als im heutigen Deutochland vertraut 
ist, und ein Stoff, den ich gewählt habe-oder besser, der mich gewählt hat, 
so wie die Dinge historisch liegen- wie es mir naditräglich beim Ueber- 
denken einfiel, weil ich mich druebon, daran arbeitend, auch mit der Heimat 
abgeben konnte in den schweren Jahren, und ihrer Geschifcihte;3ie werden 
mich gewiss recht verstehen. 

Kit meinen besten Empfehlungen, sehr geehrter Herr ?'Iinieter,und mit 



b 1 



freundlichaÄen Grüssen 
Ihr ergebener 



\a S^ i 



(Jacob Picard) 



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V « * ' 



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W xt 



I>r* JACOB PICAHD 



Baagm über Itedelfzell 
27#September i960 



Sr. Exe elleax 

Harra KultuöialÄiBtor Prof •Dr.Storz 

Stuttg-art 



Sehr geehrter Herr Miaister, 



•icherlich werdem Sie überrascht sein, plötzlich olme& Brief voa mir »u 



TfcrdOÄ Sie sich daraa orlRnem.Allerdingc habe ich bei der %^:^g<p^ 
lichkeit des Drosto-IIülshof f preieeß an noine SFreipidiÄ Kelly ÄtMi Ilire* 
##* uagewcfliüLidhem Vortrag über Elisabeth LaaegfTßi;er gehört und Sie unter 
dea Vxcjlea auch bei^rUasea köaaea« 

Heute kamae ich aatürlich aua auch wieder alt meiaea Verla^achaerae^l^ladem 
ich mich auf Iure Zußaec beziehet tue ee fi*eilich riit ^sialiprrr Heiawung aatür- 
llchfda ich v/eloefdacß Sic ela ÜbermaBC voa aaderera|Ihre Zelt ia Anspruch 
sehmead^a Auf^jabea liabea^uad vi^l wichtl(^erea*Se {^olit uu media Slgel-Buchf .ja* 
Xaswischoa siad aus i|i(|lMiaa UMfaagreichea Mai\u£>cript sechc Kapitel eiazela 
da uad dort eriichioaeataber ich habe noch keinen Verleger für das Buch ge- 
fuadea^daa doch das Lebca des; Marmes darßtcllt,der doch der Ilatioaalheld 
dieser deutschem Bunde src publik sein sollte ^ da er nit den Soiaea das er- 
reichen wolltot^as sie zu erfUllea sucht »die Eiiü^yb^ll^d die Freiheit, aber 
lieber auf dla erntere vf>rzichtet hatte ^wenn e?» auf Konten d.or letzteren 
gegangen wsre^voa Reiner Leitui^.g unter de» Deutsch-Aciorikanertuia gaaz zu 
aeh^Yelgea^MUMuwohl zwei Drittel des Manuacriptts urafacotfUnd gerade heutigea 
tags wichtig Bölii dlirfto* 

N\ia hat oe sich aber be ga bea^dnss Herr Alt-Bundes )r aß idaat Prof^DrÄeusa 
ßich für mich an die Beutsche Forechun^ßgeaeinschaft newciudt hat,di& aeiae 
Arbeit prüfen will^ob es wart sei unterstützt zu r^erden^uncl ich fand auch 
einen Verleger t<5er unter dieser Bedingung bereit wöro^oo herauszubriageat 
Herrn Dr#JKWbi yom Silbe rbiirg-Verlag in Stuttf^art* 

Er freilich will os zuernt solbnt prüften ladsen durch einen HiötorAkcr; 
und diese« ißt es ^viashalb ich mir erlaube, wich heute aa ßiö zu weadea» 
JSr schlug mir vor , Sie zu fragen, ob er nicht einnal zueelaas kurzen Höfjter- 
reJuac zu Ihaea iLomaea dürfe, um voa Eisten i^laea HiatoJüter empfohlen zu 
•rhflSLbaatclea Sie, sehr geehrter Herr Minie tor, vi 1 11c icht bceiafluscca koaat- 
•a,dieGe Aufgabe zu Ubernehnoa.Doan erot,v/eaa Dr.J-ickh bereit w:\re,das 
Buch zu vorlegea,v»ürdoa wir uao an die fonschuncsgsnielaschaft wenden müss- 
en, die es ihrerseits prüfen la^nea würde .Das i^t es, und ich brauche Ihaea 
nicht au sagem,wie daakbar ich wsro für die Erfüllung meiiicr Bitte» ^^ 

Ich habe mit einiger nostalgy ge lesen, dasa Sie ia Soomt v/iedar in unseren 
altea.ßo baharlichaa Middlebury gewersaa sind^wo ich Ihnen ::ua ersten aal 
von meiaea äi^l-Coiaplex erzählea durfte^imd ec lockte cilcH wieder ei.imal. 
Aber es ist keineswegs ausge6Chlocsea,dasfi ich im aSchctea Jahr wieder 
drUbea saia war e. ^^^ verbiadlichstoa drlssaa 

sehr er£;eboaar 



Dr. 



Den Haa«, Harri sons Hotel 
l.Maerz i960 



Herrn 

Dr. Treue 

DEUTSCHE PORSCHIJUGSGEMEIIJ SCHAFT 

Frank cn^raben 40 

Bad Godosberg 



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Az. PI 4?/l 

Sehr geehrter Herr Dr.ireue, 

ind^m ich Ihnen .zuerst daako :^usr Ihr auf V'jranlassun^ von Herrn 
Altbundespraesidenton Dr. Heus« gccandton Schreiben vorn 25. Januar 
moechte ich die Verzoogerung uciner .Antwort damit entschuldigen, ' 
dfiss ich glaubte zugleich oincn Verlag nana^n zu ko-nnrn.rt^r bereit 
wa^re,mein rla^jiccript horauszubringen. Es hat sich bin jetzt noch 
kein Reaultat ergeben. Denn eshandelt sich nicht um eino erst zu 
unternehmende Arbeit, sondern un ein fertiges» Manuacript von beinahe 
700 Seiten des Lebena von Franz oigel,dem badiochen Fr^iheitnhelden 
von 1849 und spaeter beruehmton General im a^^ierikaninchen Buerger- 
krieg, de n?m Forschung ich tun konnte mit einer grant des jijneriean 
Committee for Eiigree Scholars,Writers and Arti.^ta in Nev York in 
Jahre langer Arbeit. 

loh bin freilich, na,chdeia ich die Richtlinien geksen hatte, okep tisch 
geworden, ob en einen Sinn habenden Antrag zu stellen fuer die Druok- 
kooten bei Ihrer Gemeinschaft, als ich la.3,da8s ein Antragsteller 
dip deutsche Staat sangehoerigkcit haben muess». 

Ich bin amerikanischer Staatsbuerger ochon seit fast fuenfzehn Jahr- 
en, da mir die deutsche I3uergerschaft genonunon worden ist. Meine 
Familie lehte nachweisbar dreihundert Jaha in einem Dorf am Bodennee, 
war jedoch wahrscheinlich schon viel laenger da, doch das koennen 
wir nicht beweisen. Und dieses ist nun der Zweck meines Schreibens: 
ist es darum ausgeDchlosaen,die Sache weiter zu verfolgen? Darf 
ich Sie um kurze Antwort darauf bitten?Ich waere sehr verbunden. 
Es handelt sich ja um eine, wie mir scheint, wicht ige Sache der 
deutschen Geschieht« nicht nur, sondern auch des Deutsch-Amerikanep- 
tuns bei dieser ersten Biographie doctrefflichen Kanne8,dem in der 
deutschen Gesohlch»schrelbung,wie auch in der amerikanischen aus 
anderen Gruenden,bi3 jetzt Unrecht getan worden ist, nicht nur durch 
Unterdrueckung aus frueher dynastischen Gruenden, sondern auch un 
direkte Faelschung.Er war in der Revolution viel bedeutender als 
etwa Carl Schurz, den men damals gar nicht kannte,waehrend er europ- 
aeische Bedeutung hatte, wie er auch in den ersten Jährzehnten Ihrer 
Emigration drueben den Vorrang vor diesem seinem spaeteren Freunde 
hatte, Dies nur kurz als einen Teil meiner Begruendung des etwaigen 
formellen Antrags, wenn er ueberhaupt einen Sinn haben sollte. 

Mit verbindlichem Grusa 

rJmy T 



Dr. JACOB PICARD 



Wang#m über Hadolfzell 
27. September I96O 



Cef?y 



kiiC^6^ 



Sr« Excellenz 

JlerrÄ Kultusrainißter Prof .Dr.Storz 

Stuttgart 



Sehr geehrter Herr I4inister, 



sicherlich werden Sie überrascht sein, plötzlich einen Brief von mir zu 
erhalten, da es so lange her istidass ich Sie einmal besuchen durfte, gerade 
drei Jahre, als Sie so freundlich waren, mir Ihre Förderung zuzusagen, wenn 
eine Möglichkeit bestehe , mein Sigel-Manuscript verlegt zu erhalten;gewißs 
werden Sie sich daran erinnern .Allerdings habe ich bei der Öbetgabefeier- 
lichkeit des Drocte-Hülshoffpreises an meine Freundin Nelly Sachs Ihren 
80 ungewöhnlichem Vortrag über Elisabeth Langgässer gehört und Sie unter 
den Vielen auch begrüssen können. 
Heute komme ich natürlich nun auch wieder mit meinen Verlagsschmerzen, indem 
ich mich auf Ihre Zusage beziehe, tue es freilich mit einiger Hemmung natür- 
lich, da ich weiss, dasa Sie ein Übermass von anderen, Ihre Zeit in Anspruch 
nehmenden Aufgaben haben, und viel wichtigerenJEa^-g^fet-:;:«» Ä^in Sigel-Buch^ j€ 
Inzwischen sind auß diesem umfangreichen Manuscript sechs Kapitel einzeln 
da \ind dort erschienen, aber ich habe noch keinen Verleger für das Buch ge- 
funden, das doch das Leben des Mannes darstellt, der doch der Nationalheld 
dieser deutschen Bundesrepublik sein sollte, da er nit den Seinen das er- 
reichen wollte, wac sie zu erfüllen sucht, die Einheit und die Freiheit, aber 
lieber auf die erctere verzichtet h«tte,wenn es auf Kosten der letzteren 
gegangen w^re^von seiner Leitung unter dem Deutsch-Amerilcanertum ganz zu 
schweigen, die wohl zwei Drittel des Manuscripts umfasstfUnd gerade heutigen 
tags wichtig sein dürfte. ' 

Nun hat es sich aber begeben, dass Herr Alt-Bundespräsident Prof •Dr.Heuss 
sich für mich an die Deutsche Forschungsgemeinschaft gewandt hat, die meine 
Arbeit prüfen will, ob es wert sei unterstützt zu werden, und ich fand auch 
einen Verleger, der unter dieser Bedingung bereit wäre, es herauszubringen, 
Herrn Dr.Jäkh vom ßilberburg-Verlag in Stuttgart. 

Er freilich will es zuerst selbst prüfen lassen durch einen Historiker; 
tind dieses ist es , weshalb ich mir erlaube, mich heute an Sie zu wenden. 
Er schlug mir vor, Sie zu fragen, ob er nicht einmal zu einer ktirzen Unter- 
redung zu Ihnen, kommen dürfe, um von Ihnen einen Historiker empfohlen zu 
erhalten, den Sie, sehr geehrter Herr Minister, vielleicht beeinflussen könnt 
en, diese Aufgabe zu über nehmen. Dann erst, wenn Dr.Jackh bereit wäre, das 
Buch zu verlegen, würden wir uns an die Forschungsgemeinschaft wenden müss- 
en, die es ihrerseits prüfen lassen würde.Das ist es, und ich brauche Ihnen 
iiicht. zu ^ sage n.v/ie dankbar ich wäre^ für die Erfüllung meiner Bitte • äuj^o'i^ 

Ich '^habe mit einiger^nostalgy gelesen, dass Sie im Sommer wieder in unserem 
alten, so behaglichen Middlebury gewesen Äind,wo ich Ihnen zum ersten mal 
von meinem Sigel-Complex erzählen durfte^und es lockte mich wieder einmal. 

Aber es ist keineswegs ausgeschlossen, dass ich im nächsten Jahr wieder 

drüben sein werde # 

Mit verbindlichsten Grüssem 

Ihr sehr ergebener 




, ♦ 



Herrn 

Kultmsminister ProfesGor Dr.Storz 

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Den Haa^, Hotel Marrison 
23. Januar 1963 






Sehr p;eehrtor Herr Minioter, 

Sie v/erden sich vorstellen können, wie Überrascht ich gewesen bin, 
zu meinem 00. Geburtstag von ao hoher 3telle in meiner alten Heimat 
zu erhalten, und nun auch überdien Ihren so freundlichen rief der 
Anerkannung, welche Genugtuung es mir bereitet und welche ehre. 
Es mflsaen ja nicht viel Gruende asuführlish dargelegt werden dafür, 
da sie offensichtlich sind aus historischen und gefühlnraassigon 
Quellen her.7ie hätte ich vor nicht zu ferner Zeit, da ich noch wie 
ein Fremder in der Heimat lebte ; wagen können, zu denken, dass so 
etwas einmal wieder möglich sein \rtlrde.In der Tat, dies hat mich 
sehr gerührt. 

Und nun auch noch die gro8S2ti>^ige Zusa^^e einer Hilfe für die Publ- 
ikation meines schon so lange beendeten rianuscripts der Biographie 
von Pranz Sigel,dem badischen i'reiheitshelden und deutsch-amerikjin-| 
ischem l^uhrer,von dem Siejjia wissen aus unseren Vermonter Gespräch- 
en her; ja, wer hätte auch damals an dieses gedacht •'Jie Arbeit ist 
ja auch schon ins i:;nglische üb er tragen, doch auch dort f^and sich 
noch kein Verleger, die eben alle Zuschuesse wollen. /or nicht langer 
Zeit hat mir rrof. Allan hevins,der drüben berühmte Historiker amer- 
iKimischer Geschichte, der daa Manusoript für Harperft gelesen had 
die Publikation empfohlen hat, freilich doch erfolglos, geraten, mich 
an eine deutsch-amerikanische Organisation zu wenden; ach, das geschah 
ja längst, selbst die Carl Schurz Foundation hat abgelehnt obgleich 
der ja ein naher Freund 3igels gewesen ist, und siehaben das Ding 

2i^fei4,^i53}?^ivnSeprüft- Jie sich nicht ein reic^*" 

er Privatmann , um sich selost In Szene zu setzen, oo einer JJacne an- ^ 

nimmt, verhalten sich heute genau so knapp, wie sie es einst Sigel 
gegenüber getan haben, als sie grocnpurig eine Sammlung veranstalteten 
um dem berül-imten General ein Farm zu schenken, und kaum 31000.-. zu- 



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Auf Ihre freundliche Fra^e.v/elchg:«^ Verlag -:ich fvir das Buch inter- 
essiere, rauss ich antworten, da8S/6chon einige os abgelehnt hahentea 
ist ja ein rianusoript von neh^^ala 600 Seiten, und natürlich ein 
Risiko für jedes Unternehmen 'bei solch einem Stoff, da ja -iigel in 
Amerika bekannter ist als iA neinem Geburtsland, in dem er einst be- 
rühmt v;ar;froiliGh konnte/es in manchem ßekiXrzt werden. Die Deutsche 
Verlags-Anstalt hat vor /inigen Jahren die Arbeit oinmal angefordert 
und auch wirklich geprü4't::ie jedoch schliesslich ;-.urUok,];egoben,veil 
sie ihr offenbar zu :niiiutiös wisnenschaftlich nchion,viol neue Forsch 
ungsergtibniEne und Qv^ellen,ui<^ i..:fe hieli!^-, wobei os schade r^ewesen 
Wäre, ^ie fictional in £jeotalten,da er sioh auch ixra -Ue orste richtige 
,.io:^raphie; des trefflichen Mannes handelt, .lui licv-^t aber das Manu- 

4 

Script seit kur:::eri/ v/i erler uel (ier Verlags- in-talt zur Verwahrung, und 

ich habe nen r;inr|Vuck,d' 33 oie mit 30lch einer ' oihilf o der Sache 

doch vaeder nahe treten ./ürle;ünd .gerade neuerdin^rf^ bin ich aufse - 

/ 
für lert v;ürden,t3 der Zentrale lür ^leimatdienst in . oan vori^iilegen 

zu mtfun/i \rQc;i^n eines Zizchu3üe3,v;ie ich auch nicht vcrfeen -en darf, 
zu en7ähnon,diss err Ut- undenpriUiidont Prof...uass .ioho; vor einiger 
en Jahren di(/ D^ut^che ::'ürGchunjj;3cc^iiein3chft ,'^'?botcn hat,n .^s Ding im 
üinbli^^k au:9 otv/aige ..ilfe zu prüfen; aber das -ann ja nur --schehcn, 
v;enn eich ::phon oin Vcrl?g bereit erklärt h:\t. 

Verzeihen /ie,sohr geehrccr arr ::inisi?er,dass ioh no ausführlich 
V,' : en Mxi'J Ihre Zeit r,o 3ohr in An-spruch nuhraen au;;;;te;en int eben 
die Antvri-t auf Ihr interesre an der Sache. ^^'^ ^''^'' ^'' ^''^ ziemlich 
apathisch geworden, una habe zulet.',t wenig daxu ,:;etim; o etwas wird 
ja gewöhnlich posfc morbom ziemlich sicher publiciort, wenn ich auch 
nun uie/ Hoffnung habe, .urch Ihr -utigos Versprechen doch ans Ziel 

zu kommen. 

Dies h^isöt mich jedoch auch Ihre r'rage zu beant'Jori.un,ob ich meinen 

(ieburi".tag bei guter .^e-^undheit verbringen konnte. Da fehlt freilich 

nich|s,un'i ich kann sie sehr bejahend beantworten; ich bin niemals 

ernstlich krank gewesen bis jet7.t, vielleicht vcil ich bis weit in 

mein ..annesalter hinein immer Sport .^^etrieben habe,-.;ie os sich eben 

;W der Heimatlandschaft notwendig ergab in jeder Art,-o dass ich 

sagen kann, mein Alter sei nur theoretisch wahr, und ich formuliere 

das nicht .?;ura ersten mal so. 

jo bitte ich Sie, sehr geehrter Herr Minister, meinen aufrichtigen, 



Auf Ihre freundliche Frage, welcher Verlag sich für dua Verk interess- 
iere ,muss ich antworten,dass achon einige es abgelehnt haben; es ist 
ja ein Ungeheuer von fast 700 3eiten,und natürlich ein Pvisoko b^i solch 
einem Stoff , da ja gigel in Anerika bekannter^st als in seinem Geburts- 
land, in dem er einst berühmt war.Die Deutsche Verla^s-Anstalt hat vor 
einigen Jahren aie Arbeit einmal angefordert und wirklich geprüft, sie 
jedoch zurückgegeben, ;.-eil sie ihr offenbar zu minutiös wissenschaft- 
lich irabien mit den vielen neuen Quellen und For3chungsergebni338n,wobei 
es für r.dch eben schade gewesen wäye^® fictional zu gestalten, (ffa es 
sich auch um die erste richtige Biographie destrefflichen ::annc-G hondelt. 
Kun liegt -bor das Xanuscript seit kurzem wieder bei die;^um Verlag zur 
Verwahrung, und ich habe den .^indru.:k,da.s:' sie mit . olch einer Beihilfe 
der Sache doch wieder nahe treten vriirden. \uoh bin ich neulich aufgeford- 
ert worden, 03 der Zentrale für ü.imatdienst in i3onnvor zulegen zur 'pruof- 
ung wegen eines ^uchuGsos,„'it ijh auch nicht vergessen darf -u crv/ahnon, 
dass iierr Altbundespräsiient Prof.Heuss schon vor einigen Jahren die 
DQuts..he For^'^chungogemeinGchaft gebeten hat. das Ding im Hinblick auf 
eine 'eihilfe su prüfen;aber das kann ja dort nur r heben, ,onn sich 
schon ein Verlag bereit erklärt h,..t. 

Verzeihen Sie,Gehr -Lehrter Merr .linister,ä 3 ich 30 ausführlich worden 
und Ihre Zeit 00 3ehr in A ...ruoh : • m iaus3te;es ist eben die /^twort 
auf Ihr Intercs'se an der Sache. ..'asmich sjilangt,30 bin ich ziemlich apath- 
iach geworden, Ui.„ :..J.e zulet/.t -./enigi^dazu getan; so etwas wird ja ohr.-.^dies 
gewöhnlich po3t mortem ziemlich sicher publiciert, v^enn ich auch nun die 
Ilaffnung haben kann, durch Ihr gütiges Versprechen ..och noch ein wenig 
früher ans Ziel zu komnen. 

Dies heisst mich jedoch auch Ihre Fr . j zu beantworten, ob ich meinen Je- 
burtstag bei guter Gesundheit verbringen konnte. Da fehlt freilich nichts 
UTid iuh kann nur bejahend antworten; ich bin niemals t;rnstlioh krank ge- 
wesen bis jetzt, vielleicht weil ich bis weit in mein nannosalter hinein 
imtcr Sport getrieben habe, wie es sich eben aus der Heimatlandschaft not- 
wendig ergab in jeder Art, von den vierjährigen 'JanderiiggnnWindder fri'ich- 
en Luft des ersten Krieges zu schweigen, so dass ich cai:en kann, mein Alter 
sei nur theoretisch wahr, und ich formulieie das nicht zu.a ersten mal so. 
30 bitte ich Sie, sehr geehrter I^orr riinii5tcr, meinen aufrichtigen tiefge- 

fühlten Dank anzunehmen für Ihre ::hrung und die Anteilnahme mit allem,was 
sie urafasst,wie ich auch Herrn Ministerialrat Donndorf danke für das so 



KULTUSMINISTERIUM 

BADEN -WÜRTTEMBERQ 



DER MINISTER 



Nr. K Picard/2 



STUTTQART. drn^2- J^nUar 1 963 

Postfach 480 

Schloßplatz 4 (Neues Schloß) 

Fernsprecher 221131 

Neue Rufnummer; 

Fernsprschsr: 2 4331 

Oürdiwahl üb. 2493/. (Nr.d.Nebenst.) 



Herrn 

Dr. Jacob P 1 c a r d 

Den Haag/Holland 
Harri son 's Hotel 



Sehr verehrter Herr Dr. Picard! 




L^l^l'Vl^JX 



PcJVv 




Es ist mir als Kultusminister Ihres Geburtslandes Baden-Württemberg 
eine große Freude, Ihnen zu Ihrem 80. Geburtstage meine herzlichsten 
Glückwünsche zu übersenden. Ich darf Ihnen versichern, daß Ihre 
Heimat Sie nicht vergessen hat, und Ihre Erzählungen aus dem Leben 
der badischen Dorf Juden, die hoffentlich bald in einer neuen Auflage 
erscheinen werden, werden nach wie vor sicherlich einen großen Leser- 
kreis finden. 

Wie mir berichtet wurde, haben Sie eine bisher ungedruckte umfang- 
reiche Monographie über den badischen Revolutionär Franz Sigel, der 
in die Vereinigten Staaten ausgewandert ist, verfaßt. Ihr Geburtstag 
wäre ein glücklicher Anlaß, diesem Werk zur Publikation zu verhelfen. 
Das Kultusministerium Baden-Württem.berg hat deshalb vorgesehen, einen 
Zuschuß zu den Druckkosten zu gewähren. 

Wenn Sie mit diesem Vorschlag einverstanden sind, wäre ich Ihnen für 
eine N'itteilung sehr dankbar, welcher Verlag nach Ihrer Meinung in 
erster Linie für die Veröffentlichung in Betracht kommt. 

Ich darf die Hoffnung aussprechen, daß Sie Ihren Geburtstag bei guter 
Gesundheit begehen können und bin mit den besten Grüßen und W^ünschen 

Ihr 

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VI. Korrespondenz ^o. 4 - 4T5 



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Weltkrieg 1914-1918 



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(Bei antritt 6cr Saljrt an öcr Bafjn. 
(tcigfperrc absugcbcn. Bcfinbet (id) 
6ic ausfcrtigcnöc Hlilitärbcljöröe 
inner!|alb öer Sperre, fo liefert 
fie btn Stamm {elbft an bie 
(EijenbaFjn ah,) 



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®ffi3iere ufiD. 
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Sdipen. uü{. (fläjlgc bürfcn 



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militär=5al)r|d}ein J,, Kloffe 



für ...../..f. ®ffi3icrc ufuj. 

3ur cinn^gltgeji Sojirt oon a6W3(u|} 




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Utannfdiaftcn 



bis 




Die 3al|lung ift 3tt (fimöen. 



Ausgefertigt am . 





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1915. 



N. ^ 





Unter|(f|rift unb Stempel ber iniIitSrbe!)orbe. 

HaupU Balis. Führer 



♦) IDenn S(f)nen. ober (Eilaüge benuftl ©erben jotten (Sp. 2 ber (TabeOe \n § 30 HL ([. ®.), ift bas tDoit 
^nidjt" burcfj3uftrei<^en unb bie Streidjung auf Stämmen unb 5aF)rjcf|ein 3u be|d}einigen. 

+ + + natne 6*8 Retfenöcn unö StoeÄ öer $al|rt auf Rü4|cite ftur3 erläutern. + + + 



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Adresse des Absenders -Text. 

Adresse de l'expediteiir. -Texte. 

Indinzzo del mittente. - Xesto. 




Adresse des Absenders-Text. 
lA Adresse de lexpediteur -Texte. 
Indirizzo del mittente. - Testo. 





Postkarte. Carte 

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ü liruisoiikoiinaando j^eideiberg. 




Für d«ii^..fi?^fz^*^^^-<^^ 
f'i'Liiib bif3 .Z^Vln. „äeiVt^ 

Garnisciiiioiiimaiido Ilei 



GarnisonkoiTim«n 

i~ jj^jdelberg. 




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lPo^>nort, aud? 3«0*ll' '>^*^ CtitVoU'tamt 



Streife (>au#numin*r, (ß*bau^<tclI, 6toJ »crf oi>. Poftf4^h€ffad?numiiur 



ct^ X'^lJy*'^ 






Po)!!ar<e 





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TIbfcnöcc 



n>o^>nort, au* 3uft(fll. o^<r £<ttpoftamt 

Straff, fSauenummcr', (ß<bäu&«teil, Stodtpcrf c5. ■poftfd?ii/5fainumm 



ermeldet 

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tocftpetf o&<r poäfd?U«f>fa(i?numin*r 




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TX)ohnort : 

(I^cbau^ftcll, BtcKftDcrr 



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|3rfontrrr ^orm«Uonrn 
(gflicgcr-, Runter ujro.) 

Jücl bicfcn ift bic ^rmff 
anzugeben. 



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TELEPHON NO 5750 







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Qebrüder Bernheitri; Russteuergeschäft, Tiengen (Klettgau) 



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Fol. 



Frankfurt a. M., den 191 



Telefon Hansa 2128 U.83Q8 

Schillerstrasse 10 
neben Cafe Bauer. 



Telefon Hansa 83^ 

Kaiserstrasse 68 



Telefon Hansa 2128 

Zeil 63 

i Hause d- Löwenapotheke 



L, Westheimer Nachf, 

H. Leopold 

Restaurant und Wurstfabrik mit elektr. Betiieb 

unter Aufsicht der Ritual-Commission der Israel. Gemeinde. 

NOTA für 




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(Strafte unb t>au»»i^"^^i") 



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Uli 



Bffonbcrc .forrnnttoncn 
(^licijer, ,^unfcr ufii>.)- 

öcl Mcfen il't bic ^Irmce 

ober bte <£tappcninfveftion 

nnjngcbcn. 





Jlrniccforps 

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(Wieget, ^unfcr ufn>.) 

Q3ei biefcu ift bte 9lrmcc 

ober bie Stappeninfpeftion 

onjucjebeii. 



€in /^cftimmungöorf ift im aacjcmciuen nur bann anzugeben, \]>enn ber ^rutotoentciL au 

bem bcr (r.nDfangcr ge?)ört, einen feften etottbort im Snlanb f)at (ä. ^. ^eftunaibcfaftumi 

€rfo^tru|)|>entcilc, 9^efrutenbepot). ^ ' »«»v^iu^uwg 

, n ^"«tf ^^* ^^ ^ einWtie^lic^ »erben frei beförbert, Briefe über 50 bi« 250 g eiufc^Ue^ßdS^ 



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(ÖUcflcr, Runter ufro.) 
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ober ble (Fta<i<>cninft>emon 
aujugeben. 



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Jöefotttcre J^ormaiionen 

(gUeßcr, iJunlcr ufro.) 

©el btefen Ift btc «rmee 

ober ble (f ttt<)>»eninfpertion 

ansugeben. 






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Die 2Ingabc eines Beftiinmungsorts itntörßCcißf, ipcnu ber (Empfänger 3U ben 
(Truppen gel^ört, bie infolge r>on llljrfd^beipeguugen bcxi ^ianbovt xo cdq^e ixx. 

Briefe bis 3U 5o g einfd^Iieiglid? mcrben frei bcförbert, Briefe über 5o bis 250 g ein* 
fd^Iic§lid^ fmb mit ^o pfg. 3U franficren. 







95efonbcre ^ortmitionen 

(Stieget, *J?unfcr uftv.) 

93c< biefcn ift bic ^Irmcc 

ober bie Stappeninfpeftion 

anzugeben. 



€in Q.^cftimmungdort ift im att^jemeineu nur bann anzugeben, luemi ber Truppenteil^ %tL 

bem ber (rmpfänger gc^)ört, einen fepeit etatt^ort im Sitlanb bot (*. 93. ffeftuna^befoftuiio 

erfa^truppenteile, OJefrutenbepot). u i » 1-^ 

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vofien 10 ^fg. 



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VILLE DE BRUXELLES 



Annee 1914 



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DROIT DE FRfiQUENTATION 



Ag^ents de change, Coartiers et Gommissionnaires an fonds pablios 



Montanp-ri&ila redevance annuelle 



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Riglement vüU pur le Conseil communal en s^ances des 24 d^cemhrei^^O 

eM8 dicembre 1899. 

Art. !•'. Les agents de change, couptiers et commissi orniai res en fonds publics 
ir6quentant la Bourse de Commerce, poup y exepcep leup ppofession, sepont soumis 
a un droit d acces de 275 francs pap an. k paptir du l^'janviep 1891 . Ce dpoit d'acce» 
sera röduit a 22o fpancs poup les personnes ^num6pÄ«»s ci-dessus qui auront dans la 
Tille de Bruxelles leur domicile avec r6sideiice effecüve et le siöge de leups «Taipes. 

Art. 2. Une pedevance annuelle de 50 fpancs sepa percue des agents de change qni 
utilisepont an pupitre de liquidation. 

Art. 3. Les agents de change, courtieps et commissionnaires en fonds public» 
pouppont se faire pepr^sentep a la Bourse pap un ou plusieups employ^s de leups 
bupeaux, moyennant un droit supplömentaipe de 150 fpancs poup cliaque d^l^guö. 

Art. 4. Le droit d'acces est du poup rannte enti^pe, quelle que soit la date de la 
döclaration, si ledpoit a m ötabli l'annde ppöoödente . ü n'est accordö aucune remise 
en cas de cessation de fröquentation de la Bourse. Si la fpöquentation de la Boupse 
commence dans le coupant de rannte, le droit est exigible ä paptip du tpimestpe dans 
lequel la decluration a ät^ souscrite. 

Art. 5. Le dpoit est payable pap anticipation 

Art. 6. Les popteurs de d^pöches au sepvice des banquieps et agents de change 
aupont äccös dans les salles des banquiers et du tepme moyennant le paiement d'une 
pedevance de 100 francs pap an, exigible conformt^ment aux stipulations des apt. 4 et5 

La demande d'admission devra iHre soumise ä la Commission de la Boupse. 

Art 7. La pedevance pour occupation d'un pupitre est payable poup l'ann^e enti*pe 
quelle que soit la date de l»ppise de possession. Elle est payable pap anticipation.* 







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Heinrich Damm, Heidelberg» ^>n?^ 

Bergstation „Molkenkur". Telefon 263 ^^ u) 



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Heidelberg. 

i V • Blick von der Molkenkur ,auf 
^- — '\- ' Schloss und Nec^artal'-^^'^f'^ 
^/)>riv. H«ch einem Oernillde von Huth. 



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tDr. Gustav Meinrath 

Spezialarzt 
für ^Kinderkrankheiten 






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Telephon 47S 



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