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Full text of "Die Kreideablagerungen zwischen Elbe und Jeschken, Teil 1"

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Abband!ungen der n reabiSEben Geologiscbea Landesanstalt 

Nene FolOe. Heil 112 



Die Kreideablagerungen 
zwischen Elbe und Jeschken 

I. Das Elbsandsteingebirge 
östlich der Elbe 






Von 



Hermann Ändert 

in Ebersbach i. Sa. 



Mit 2 Tafeln und 20 Textabbildungen 



Herausgegeben 
von der 

Preußischen Geologischen Landesanstalt 



BERLIN 

Im Vertrieb bei der Preußischen Geologischen Landesanstalt 
Berlin N 4, Invalidenstraße 44 
1928 



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Die Kreideablagerungen 
zwischen Elbe und Jeschken 

I. Das Elbsandsteingebirge 
östlich der Elbe 



Von 

Hermann Ändert 

in Ebersbach i. Sa. 



Mit 2 Tafeln und 20 Textabbildungen 



Herausgegeben 
von der 

Preußischen Geologischen Landesanstalt 



BERLIN 

Im Vertrieb bei der Preußischen Geologischen Landesanstalt 
Berlin N 4, Invalidenstraße 44 
1928 




Inhaltsverzeichnis 



Seile 



Einleitung • • • 

Geographische Einführung in das Gelände 

Petrographisch-tektonischer Teil 

Allgemeiner Aufbau 

Die Störungslinien 

Beschreibung der einzelnen Schollen 

1. Das nördliche Tafelland 

A. Die Liliensteinscholle 

B. Die Winterbergscholle 

C. Die Rosenbergscholle 

D. Die Stembergseholle 

E. Die Tännigtscholle 

F. Die Windischkamnitzer Scholle 

G. Die Dittersbacher Scholle 

H. Die Suppgebergscholle 

I. Die Rennersdorfer Scholle 

K. Die Ottenbergscholle 

2. Der horstartige Sporn von Niedergrund 

L. Die Elbleitenscholle 

M. Die Arnsdorfer Scholle 

N. Die Binsdorfer Scholle 

O. Die Rosenkammscholle 

P. Scholle Sign. 415,4 

Q. Scholle SigD. 362,0 

R. Die Laubescholle 

S. Die Hainbühlscholle 

3. Das Bruchgebiet von Böhmisch-Kamniiz 

T. Die Huttenbergscholle 

U. Die Maibergscholle 

V. Die Jonsbachcr Scholle 

W. Die Loosdorfer Scholle 

X. Scholle Sign. 342,0 

Y. Die Philippenauscholle 

Z. Die Steiuwandschollc 

Ai. Die Albswändcscholle 

Bi. Die Noldeschollc 

Ci. Die Kamnitzer Schießhausscholle 

Di. Die Fock’scho Höhe-Scholle 

Ei. Die Loosdorf-Ost-Scholle 

Fi. Die Poppenbergscholle 

Gi. Die Scholle Altohlisch-Böhm. Kamnitz . . . 

4. Das Bruchgebiet von Pirna 

Hi. Die Rauensteinscholle 

I|. Die Bärensteinschollo 

Ki. Die Brandscholle 

Li. Die Basteischolle 

Mi. Die Uttewalder Scholle 

Ni. Die Herrenleitescbolle 

0|. Die Zatzschkescholle 

Pi. Die Schöne Höhe-Scholle 

Qi. Die Krietzschwitzer Scholle 

Der tektonische Aulbau des Elbsandsteingebirges 

Die Kluftlinien 

Anlage — Profile 

Stratigraphischer Teil 



Das Cenoman ‘ * 

Das Unterturon 

Das Mittelturon 

Das Oberturon 

Der Emscher ._ • • • • 

Tabellarische Übersicht der stratigraphischen Verhältnisse . - . . • • • • • 

Die bisherigen Ansichten über die Stratigraphie der Sächsisch-Böhmischen Schweiz 
Das gegenwärtige Landschaftsbild 

Morphologie des Elbsandsteingebirges 

Literaturverzeichnis 



1 

3 



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14 

15 
15 
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52 

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53 
53 
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70 
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79 

83 

84 



111 

111 

113 

117 

129 

130 
132 



137 

145 



Abkürzungen: 



0. Gr. o Obergrenze der Stufe a der Zone des Inaceramus Scbloenbacbi . S. 14 

0. Gr. 3 Obergrenze der Stufe ß der Zone des Inoceranwt Sc/iloenbachi . . S. 14 

0. Gr. lab. Obergreuze der Zone des Inoceramus labiatu» S. 14 

Sst. Sandstein. 

fk. feinkörnig = Korngröße bis zu 0,4 mm. 

mk. mittelkörnig = Korngröße: Hauptbestandteil 0,4 — 0,75 mm. 



gk. grobkörnig = Korngröße: Hauptbestandteil stärker als 0,75 mm. 

mg. mittelgrob. 



Einleitung 

Den Rand der Sudeten begleitet beiderseits eine Zone cretaceischer 
Gesteine, an deren Zusammensetzung in hervorragender Weise Sand- 
steine beteiligt sind. Trotz verschiedener facieller Abweichungen 
führten meine langjährigen Arbeiten zu dem Ergebnis, daß diese Ab- 
lagerungen ein einheitliches Gepräge besitzen, so daß es wohl berech- 
tigt ist, sie als sudetische Kreide zusammenzufassen. Zu ihr ge- 
hören folgende llauptgebiete: Die Löwenberger und Lahne r 

Kreide, die Glatzer Kreide, die Oppelner Kreide und das säch- 
sisch-böhmische Kreidegebiet. Letzteres bildet die weitaus größte 
zusammenhängende Kreidefläche, ln fast allen umfangreicheren Ar- 
beiten über die deutsche und besonders die schlesische Kreide hat 
man deshalb seit jeher versucht, Parallelen mit der sächsisch-böhmi- 
schen zu ziehen. Die sächsische Kreide ist durch die Arbeiten von 
Geinitz und PHTRASCHECK sowie durch die Aufnahmen des .Sächsi- 
schen Geologischen Landesamtes schon ziemlich eingehend behandelt 
worden. Durch ungünstige Aufschlüsse einiger wichtiger Leitschichten 
waren aber aucli hier noch Irrtümer verborgen, die erst durch die Un- 
tersuchungen im benachbarten böhmischen Kreidegebiet klar gestellt 
werden konnten. Über dem großen böhmischen Kreideareal selbst 
lag ein unsicheres Halbdunkel. KllEJÖi und FRITSCH hatten in ihren 
Aufnahmearbeiten wohl ein reiches Material zusammengetragen, doch 
war durch die schwer zu entziffernden tektonischen Verhältnisse die 
Auswertung zunächst nur gering, so daß die Stratigraphie unklar 
bleiben mußte. Die umfangreichen Arbeiten ZAHXLKA’s in der böh- 
mischen Kreide gründen sich fast nur auf petrographische Vergleiche 
der Sedimente; der Fossilinhalt wurde stratigraphisch gar nicht ver- 
wertet oder gänzlich falsch gedeutet. So lagen die Verhältnisse, als 
ich vor mehr als 20 Jahren meine Arbeiten in der sudetischen Kreide 
und zwar ausgehend von der sächsisch-böhmischen aufnahm. Durch 
peinliches stratigraphisches Sammeln voa Fossilien und unmittelbaren 
Vergleich mit den Originalen zu früheren Arbeiten in den Sammlungen 
der Preußischen Geologischen Landesanstalt, der Universität zu Breslau, 
des Realgymnasiums zu Löwenberg, der Museen zu Dresden, Leipzig, 
Prag u. a. hoffte ich die gegenseitigen Verhältnisse des Emschers und 
Oberturons innerhalb der sudetischen Kreide feststellen zu können. 
Wenn auch die Bearbeitung des reichen Fossilmateriales sehr erfreu- 
liche und befriedigende Ergebnisse zeitigte, so stieß ich bei der Abgren- 

1 



Neue Folge. Heft 112 




2 



Einleitung 



zung der fossilreichen Gebiete von Kreibitz, Tannenberg und Walters- 
dorf auf außerordentliche Schwierigkeiten. Die jenseits von Bruch- 
linien angrenzenden Kreidesedimente sind so fossilarm oder enthalten 
so gleichgültige durch mehrere Horizonte hindurch gehende Arten, daß 
sich umfangreiche Geländeaufnahmen, wobei Schritt für Schritt die 
petrographische Zusammensetzung der Sedimente verfolgt werden 
mußte, notwendig machten, um eine sichere Basis zu erhalten. Diese 
eingehenden Untersuchungen wurden nach Westen bis Pirna und Dres- 
den, nach Osten bis zum Jeschken und nach Süden bis zur Sprachgrenze 
und darüber hinaus ausgedehnt. Schließlich erschien es notwendig, um 
überhaupt eine Grundlage für fernere Arbeiten zu erhalten, in einer 
besonderen kleineren Arbeit 1 ) durch kritischen Vergleich der sächsi- 
schen Kreide mit den bekannten Kreidegebieten Norddeutschlands und 
anderweit die in ersterer vorhandenen Irrtümer aufzuklären. Nun war 
es erst möglich, darauf weiter zu bauen und durch Aneinanderreihen 
zahlreicher Profile in die ungefähr 200 m mächtige, fast fossilleere 
Sandsteinmasse des unteren Oberturons, deren Verfolgung sich außer- 
ordentlich schwierig gestaltete, Licht hineinzubringen. Auch in Schle- 
sien ist diese Sandsteinserie, obwohl bisher kaum beachtet, vorhanden. 
Um dort ihre wahre Mächtigkeit und ihren Charakter zu erkennen, wird 
man gezwungen sein, ähnliche eingehende Untersuchungen wie im Fol- 
genden geschildert anzustellen. 

Die petrographischen und tektonischen Arbeiten erreichten da- 
durch einen derartigen Umfang, daß ihre gesonderte Behandlung not- 
wendig erschien. Bei der Eigenart des Elbsandsteingebirges gegenüber 
dem östlichen Gebiet wurde auch hier eine Trennung vorgenommen. 

Hieraus ergibt sich folgende Gliederung: 

I. Das Elbsandsteingebirge östlich der Elbe 

II. Die nordböhmische Kreide zwischen Elbsandsteinge- 
birge und Jeschken 

III. Die Fauna der obersten Kreide in Sachsen und Böhmen. 

') Asukkt, Zur Stratigraphie der turonen Kreide des sächsischen Elbtales. Leip- 
zig 1927. 



Geographische Einführung in das Gelände 

Zwischen der Lausitzer Hauptverwerfung im N, dem Böhmi- 
schen Mittelgebirge im S, dem Kreibitzer Bergland im 0 
und dem Erzgebirge im W erstreckt sich das Tafelland des Elb- 
sandsteingebirges oder die Sächsisch -Böhmische Schweiz. 
Die orographische Eigentümlichkeit des Gebietes hat es zu einer Welt- 
berühmtheit gemacht. Die im allgemeinen aus fast horizontal ge- 
lagerten Schichten der oberen Kreide bestehende Sandsteintafel ist 




l'hot. W. Kaum, Drrsden-N. li. 

Abb. 1. Das Gebiet der Ebenbeiten und Steine. Im Vordergründe das Elbtal 
bei Kathen. Die wichtigsten Steine von links nacli rechts: Z = Zirkelstein. GZ = 
Großer Zschirnstein. 1’ = Papstein. I. = Lilienstein, l’f = Pfaffenstein. Das Elbebett 
ist in das Untorturon cingeschnitten. Die Elbhänge und Ebenheiten bestehen aus Mittel- 
turon (Steinbrüche vor dem Lilienstein). Die aufsitzenden Steine sind Reste der ober- 

turonen Sandsteinmasse. 

von canonartigen Schluchten und Tälern durchzogen. Der Landschafts- 
charakter zeigt zwei llauptformen und zwar die Ebenheiten und die 
Felslabyrinthe. Die Ebenheiten sind im Durchschnitt 30 — 100m 
über der schluchtartig eingeschnittenen Talsohle entwickelte ebene 
Flächen, über die einzelne Felstürme, Felsklütze oder Felsberge, die 
sogenannten »Steine«, senkrecht emporragen (s. Abb. 1). In einigen 
größeren Gebieten bilden die Sandsteine der »Steine« hingegen noch 

1 * 




4 



Geographische Einführung in das Gelände 



eine geschlossene, von unzähligen Schluchten und Gründen durch- 
zogene Masse, die Felslabyrinthe. Hier feiert die Gestaltungs- 
kraft der Natur ihre herrlichsten Triumphe. Es wird Gelegenheit 
sein, auf die Eigenart dieser Felsformen wiederholt hinzuweisen. 

Für vorstehende Arbeit ist die tiefe Elbtalrinne, die das Sand- 
steingebiet in eine östliche und in eine westliche Hälfte teilt, als will- 
kürliche Westgrenze gewählt worden. Gegen S wurde die Grenze von 
Tetschen über Loosdorf und Altohlisch nach Böhmisch Kamnitz und 
anschließend gegen 0 über Höllegrund, Kaltenbach, Niederkreibitz, 
Daubitz und Khaa gezogen. Entlang dieser Linie verschwinden die 
Sandsteine der Stufe ß der Zone des Inoceramus Scliloenbachi gegen S 
und 0 unter jüngeren Schichten. Die Lausitzer Hauptverwerfung be- 
grenzt unser Gebiet im N von Ivhaa über Hinterhermsdorf und Hohn- 
stein bis zum Pillnitzer Tännigt. Eine kurze Linie von Kleingraupa 
nach Birkwitz bildet die Verbindung mit der Elbe. 

Eine Aufzählung der unzähligen Berggipfel ist, soweit erforderlich, 
bei Beschreibung der Schollen eingeflochten worden. Die höchste Er- 
hebung bildet der Rosenberg (620,3 m U. d. M.). 

Die Hauptentwässerungsader ist der Kamnitzbach. Er fließt 
von Böhmisch Kamnitz zunächst in westlicher, sodann in nördlicher 
Richtung durch das Windischkamnitzer Quertal und schließlich wieder 
durch enge, tiefe Schluchten in NW- und W-Richtung und mündet bei 
Ilerrnskretschen in die Elbe. Sein bedeutendster Zufluß ist der Krei- 
bitzbach. Er tritt bei Niederkreibitz in das Gebiet, bildet den roman- 
tischen I’aulinengrund und mündet am Nordende von Windischkamnitz 
in den Kamnitzbach. Andere weniger bedeutende Nebenbäche auf der 
rechten Seite des Kamnitzbaches sind der Weißbach, Schweins- 
bach, die Biele und die Lange Biele, auf der linken Seite 
finden sich nur ganz schwache unbedeutende Wasseradern. Die Ent- 
wässerung der Binsdorf- Rosendorfer Ebenheit erfolgt durch die Dürr- 
kamnitz mit dem Erbsbach. Im N durchfließt teilweise hart an der 
Granitgrenze die Kirnitzsch (Khaa) von O nach W das Gebiet in 
engen Schluchten, auf ihrem verhältnismäßig langen Wege keine ein- 
zige bedeutendere Ortschaft berührend. Sebnitz mit R olenz sowie 
Wesnitz durchfließen unser Gebiet nur in ihrem Unterlaufe. Alle 
diese Flüsse und Bäche münden in die Elbe. 

Gegenüber dem üppig grienen Kreibitzer Bergland zeigt das Elb- 
sandsteingebirge ein Bild der Trockenheit und Dürre. Kahle Sand- 
steinwände ragen allerwärts empor; das Wasser versickert schnell in 
den mehr oder weniger durchlässigen Sandsteinmassen bzw. in deren 
zahlreichen Klüften und dringt in die Tiefe, die Felsoberfläche der aus- 
trocknenden Sonnenhitze überlassend. Infolgedessen herrscht in den 
ausgedehnten Waldungen auch die Trockenheit liebende Kiefer vor. 



Petrographisch-tektonischer Teil 

Allgemeiner Aufbau 

Am Aufbau des östlichen Elb Sandsteingebirges beteiligen 
sieh folgende Formationen: 

1. Das Grundgebirge. 

2. Rotliegendes und Jura. 

3. Obere Kreide. 

A. Cenoman. 

B. Turon. 

a) Unterturon. Zone des Inoceramus labiatus SciILOTH., 

b) Mittelturon, 

ct) Zone des Inoceramus Lamareki PARK, 
ß) Zone des Spondi/lus spinosus Sow. und Heleroceras 
Rcußianum Schlüter, 

c) Oberturon, Zone des Inoceramus Schloenbacln Boehm, 

Stufe ct, 
ßi, 
ß2l 
T- 

C. Emscher. 

4. Tertiär. 

5. Diluvium und Alluvium. 

Das im Elbtale, zwischen Tetschcn und Niedergrund in einem 
schmalen Streifen zutage tretende Grundgebirge besteht ausGranit 
und paläozoischen Schiefern. Sie sind nur so weit, als für den Zweck 
dieser Arbeit notwendig, S. 52 kurz behandelt worden. Übrigens sei 
auf die Erläuterung zur Sächsischen geologischen Karte Großer Wintcr- 
berg-Tetschen verwiesen (S. 5—22). 

Rotliegendes und Jura sind nur in einzelnen kleinen Schollen 
entlang der Lausitzer Hauptverwerfung vorhanden 1 ). 

') Näheres hierüber bieten die Erläuterungen zur geologischen Karte von Sachsen 
Königstein-Hohnstein (S. 23), Sebnitz-Kimitzschtal (S. 29) und Hinterhermsdorf- Daubit« 
(S. 27). Die wichtigste Literatur ist in der Erläuterung zu Blatt Königstein-Hohnstein, 
S. 23, zusammengestellt. 




6 



Allgemeiner Aufbau 



Über das ganze Gebiet verstreut treten tertiäre Ergußgesteine 
von basaltischem Charakter auf. Teils überragen sie mehr oder we- 
niger die Umgebung, teils sind sie vollständig eingeebnet. Sie sind in 
dieser Arbeit, die lediglich den Kreideschichten gewidmet ist, nur so 
weit, als letztere mit ihnen in Berührung stehen, erwähnt. Eingehende 
Behandlung haben sie in den Erläuterungen zu den entsprechenden 
sächsischen geologischen Karten erfahren. Für das darüber hinaus 
reichende böhmische Gebiet kann die geologische Übersichtskarte des 
Böhmischen Mittelgebirges nebst Erläuterung von J. IllBSCir, unserem 
besten Kenner der jungvulkanischen Gesteine, als Grundlage dienen. 

Diluviale Deckenreste findet man auf den Ebenheiten und 
Hochflächen, während entlang des Elbelaufes und in den geschluch- 
teten Talrinnen alluviale Schotter und Sande abgelagert sind. Diese 
jüngsten Bildungen sollen hiermit nur kurz erwähnt sein. 

Alle diese Gesteine und Ablagerungen trete n vo 1 1 s t ä n - 
dig zurück gegen die Sedimente der Oberen Kreide. Die 
wichtigste Literatur hierüber ist im Literaturverzeichnis S. 145 u. ff. 
zusammengestellt. Tn meiner im Vorjahre erschienenen Arbeit »Zur 
Stratigraphie der turonen Kreide des sächsischen Elbtales« ist dar ge- 
legt worden, daß die bisherige Stratigraphie der Oberen Knude zum 
Teil große Irrtümer enthielt. Nachdem diese richtig gestellt sind und 
die turone Kreide des Elbsandsteingcbirges in das entsprechende Ver- 
hältnis zu den übrigen Kreidegebieten gebracht worden ist, soll in vor 
stehender Arbeit der innere Bau des östlichen Elbsandstein ge - 
birges, insbesondere die Lageveränderung der Schichten, untersucht 
und auf dieser Grundlage die Stratigraphie für dieses Gebiet neu be- 
gründet werden. 

Außer den entsprechenden geologischen Karten der sächsischen 
geologischen Landesuntersuchung T. Auflage wurde die sächsische topo- 
graphische Karte mit böhmischem Anteil Am Raumberg« i. M. 1:25000 
sowie die Karte zu Michel, Geolog. -petrogr. Untersuchungen im Ge- 
biete der Erzgebirgsbruchzone westlich Bodenbach benützt. Die Tlöhcn- 
angaben im Text beziehen sich auf diese Karten. 

Ich danke Herrn Geh. Bergrat Professor Dr. KltUSOH als Prä- 
sident der Preußischen Geologischen Landesanstalt in Berlin für Auf- 
nahme und Drucklegung meiner Arbeit, den Herren Geh. Bergrat 
Professor Dr. MICHAEL und ZiMMERMANN in Berlin, Professor Dr. 
WANDERER in Dresden, Professor Dr. MÜLLER in Reichenberg und 
Professor Dr. PuRKYXE in Prag für Unterstützung und Förderung der 
Arbeiten, Herrn R. HlLLER in Ebersbach für Ausführung verschiede- 
ner mikroskopischer Untersuchungen, sowie, den Herren Dr. Iv. PlETZSClI 
in Leipzig, WALTER Hahn in Dresden und M.\X IIOLSCHEIDER in Ebers- 
bach für Überlassung photographischen Materiales. 

Während meiner Aufnahmearbeiten im Gelände wurde mir eben- 
falls in verschiedener Weise wertvolle Unterstützung zuteil. Dankbar 
gedenke ich der Herren Fabrikbesitzer FRANZ LlSOHKE in Kreibitz 



Die Störungslinien 



7 



und KARL Lisciike in Niederkreibitz, Fachlehrer Karl PRINZ in Böh- 
misch Kamnitz (jetzt Tetschen), Oberlehrer A. S ENGER in Sandau, 
WAGNER in Windischkamnitz und Baurat Ing. ALBERT KOPP f in 
Schönfeld. Tatkräftige Hilfe erhielt ich ferner bei den Feldarbeiten 
durch meine Söhne WERNER und HERBERT. 



Die Störungslinien 

Das Elbsandsteingebirge wird im Süden von der östlichen Fort- 
setzung der Erzgebirgsbruchzone zerschnitten und abgegrenzt. Ent- 
lang dieser Zone ist cs staffelförmig in die Tiefe gebrochen. Im un- 
gestörten Gebiet, wie man das Sandsteingebirge nördlich der Linie 
Tetschen— Loosdorf— Hadergrund— nöllegrund bisher zu bezeichnen 
pflegte, sind jedoch ebenfalls Schollenverschiebungen vorhanden. Die 
Durcharbeitung des Gebietes mußte bei der Fossilarmut vorwiegend 
auf petrographischer Grundlage vorgenommen werden. Nach jahre- 
langer Ungewißheit konnte so trotz der Spärlichkeit von Leitfossilien 
der stratigraphische Aufbau der Schichten über das ganze Gebiet klar- 
gestellt werden, wobei sich Störungslinien meist zwangläufig ergaben. 
Späteren Untersuchungen sei es Vorbehalten, den Verlauf dieser Linien 
im einzelnen genauer festzulegen. Durch Aufsammlung zahlreicher 
Gesteinsproben, Beobachtung der Art ihres Vorkommens sowie Fest- 
stellung ihrer Höhenlage wurde zunächst zahlreiches Material zusam- 
mengetragen. Ein Vergleich der Proben und sonstigen Merkmale in 
den verschiedenen Profilen ergab die Verbreitung gewisser Gesteine 
über größere Gebiete. Besonders Stufe et der Zone des Inoceramus 
Schloeribachi ist in den Felsgobieten des östlichen Elbsandsteingebirges 
meist mit Sicherheit nachzuweisen und stellt eine vorzügliche Leit 
Schicht dar. Es sind dies leicht zerfallende Sandsteine, die eine zwi- 
schen den Felsbänken der Grenzhorizonte gewöhnlich als Böschung 
auftretende 40 50 in mächtige Schichtenfolge bilden, deren Ober- 
fläche mit weißgrauem Sand bedeckt ist. Dort wo diese Böschungen 
zwischen den steilen Sandsteinfelsen der benachbarten Schichten plötz- 
lich in höhere oder tiefere Höhenlagen übergehen, ließ sich auch auf 
der Karte 1:25000 der Verlauf der Störungslinien oft gut erkennen. 
Ebenso unterscheidet sich im Gelände die steilfelsige Labiatuszone 
von dem sanft geböschten unter lagernden Cenoman und der ebenfalls 
meist weniger zu Felsbildungen neigenden Zone des Inoceramus La- 

marcki. , .... . 

Vorläufig mag dahingestellt sein, in wieweit der Höhenunterschied 
stratigraphisch gleichartiger Schichten durch eine einzige vertikale oder 
eine aus kleinen Staffelbriichcn zusammengesetzte Bruchlinic oder 
durch schiefgestcllte, oben und unten abgebrochene schmälere Streifen 
oder schließlich nur durch eine Zerrungszone ausgeglichen wird. Für 
diese Arbeit kann es genügen, daß die verschiedene Höhenlage gewisser 
Schichten festgestellt und endlich eine Grundlage für weitere Arbeiten 
auf geologischem Gebiete geschaffen ist. Ist es doch der erste Ver- 




8 



Die Störungslinien 



such, um in dem fossilarmen östlichen Elbsandsteingebirge gewisse 
Schichtengruppen für stratigraphische Zwecke voneinander zu trennen. 

Die Annahme einer über größere Flächen sich erstreckenden all- 
mählichen Neigung der »ungestörten« Sandsteintafel nach einer be- 
stimmten Richtung, womit man bisher den Höhenunterschied einiger 
früher schon gut bekannter Leitschichten im Elbsandsteingebiete ohne 
Anwendung von Störungslinien zu erklären versucht hat, genügt nicht. 
Der Übergang benachbarter gleichartiger Schichten in höhere oder 
tiefere Lagen ist meist zu unvermittelt, so daß nur vertikale Ver- 
schiebungen, also Brüche, die Ursache dieser Erscheinungen sein kön- 
nen 1 ). Die felsige Ausbildung von Verkieselungs- und Vererzungs- 
zonen in sonst weniger zu Felsformen neigenden Schichten wurde, 
soweit erkennbar, hierbei berücksichtigt. 

Schließlich sei darauf hingewiesen, daß im Bruchgebiet von 
Kulan Tetsehen— Böhmisch Kamnitz, dort wo durch einen Wechsel 
von Sandstein und Tonmergel Lageveränderungen der Schichten ohne 
Schwierigkeit nachgewiesen werden können, eine ganze Menge von 
Bruchlinien vorhanden sind, und daß auch auf kürzere Entfernung hin 
schief gestellte Schollen durch Brüche begrenzt sind 2 ). In gleicher 
Weise wird man im »nördlichen Tafellande«, wie das »ungestörte Ge- 
biet« wohl richtiger zu bezeichnen ist, größere Höhenunterschiede ein 
und derselben Schichten unter Berücksichtigung der dargelegten Gründe 
am einfachsten mit Hilfe von Bruchlinien erklären. 

I- 8 ) Eie wichtigste Dislokation*) besteht aus mehreren Einzel 
brüchcn. Sie trennt das nördliche Tafelland vom südlichen Einbruch- 
gebiet. Die Linie verläuft von der Elbe bei Tetsehen in OSO-Rich- 
tung zur Bohemia (Ia) und weiter in NO-Richtung über den Rangier- 
bahnhof bei Laube durch den Ort Ileidenstein zum Heidegrund (I b). 
Hier trifft sie auf eine OW streichende Linie, die man entlang des 



') Förster, Hermann, Beiträge zur tektonischen Deutung der Kluftsystome im 
sächsischen Quadergebirge. Zeitsehr. d. Dtsch. Gcol. Ges., 76. Bd. (1924), S. 78—114 
Berlin 1925. Trotzdem ich die Arbeit erst bei Abschluß meiner Abhandlung erhielt! 
veranlassen mich wichtige gegenseitige_ Berührungspunkte, darauf wiederholt einzugehen. 
/c F*“ m f S - “• 106 ) hält al *° Klüfte für Zerrungserscheinungen. Ferner sagt er 
(b. 100), daß iu den Klüften erzgebirgischer Richtung jeder westwärts gelegene Flügel 
einer Kluftfläche gegenüber dem östlicheren etwas abgesenkt und daß der Ahsenkungs- 
betrag meist unmeßbar klein sei. Nach der Beschaffenheit des Sandsteingebirges werden 
derartige kleinste Verschiebungen entlang der Klüfte sicher vorhanden sein. Im allge- 
meinen ist jedoch das Absinken von 0 und S in der Richtung gegen Pirna nicht gleich- 
mäßig erfolgt, sondern in der Umgebung von Pirna ist ein Einbrechen der Schollen 
festzustellen. Der Einbruch ist wie bei Dresden vom Erzgebirge gegen die Lausitzer 
.Hauptverwerfung hin, an der er sich gestaut hat, geschehen. 

tone 1 ^ I , B8cn > /■> Erl - z - Blatt Tetsehen d. geol. Karte d. Böhm. Mittelgebirges. Wien 
1896, S. 14 u. 15. — Beck, R. und J. Hibscii, Erl. z. Bl. Großer Winterberg- Tetsehen 
d. geol. Karte v. Sachsen. Leipzig 1895, S. 46 u. flg. - Michel, H., Geol.-potrogr. 
Unters, im Gebiet d. Erzgebirgsbruchzone westl. Bodenbach. Tscherm. Min. u. Petrogr 
Mitt., Neue Folge, Bd. 32, IV. u. V. Heft, Wien 1914, S. 326 u. flg. B 

3 ) Die römischen Ziffern stimmen mit denen auf der tektonischen Karte überein. 

4 ) Siehe Linie I der tektonischen Karte. 



Die Störongslinien 



9 



Heidegrundes bis zum Iladergrund verfolgen kann (Ic). Die Linie 
folgt weiter in NO- und N-Richtung dem östlichen Talrande von Win- 
dischkamnitz, biegt nordwestlich Sign. 262,0 wieder nach NO um, 
streicht vorüber an Sign. 283,0 und 213.8, erreicht Schemel, streicht 
über die Hintschke und weiter entlang der Schranne bis Sign. 389,8 (Id). 
Hier tritt eine schwach nach 0 abgelenkte N-Richtung ein. Die Linie 
führt westlich am Mühlberg vorüber, über Sign. 406,5, Sign. 443,0, 
Westausgang Khaa, um schließlich im Rauchgraben, westlich von 
Schnauhübel, an der Lausitzer Hauptverwerfung ihr Ende zu er- 
reichen (I e). 

II. Eine ebenfalls bedeutungsvolle Dislokation 1 ), die den horst- 
artigen Sporn von Niedergrund gegen 0 abschneidet. Die Linie setzt 
unweit Sign. 362,0 an Ic im Heidegrunde an und streicht in NW- 
Riehtung über Arnsdorf, östlich Arnsheide, entlang der Dürrkamnitz- 
schlueht und quert die Elbe an der Einmündung der Dürrkamnitz, 
Ihr jenseitiger Verlauf ist weniger scharf ausgeprägt und dürfte in 
der Einsattelung zwischen Kleinhennersdorfer Stein und Papstein über 
Hütten bis gegen Krietzschwitz (Ha) und entlang des Gottleubatales 
bis Pirna zu verfolgen sein (II b). 

III. Im N wird das Tafelland gegen das Pirnaer Rruchgebiet 
durch Linie Hl 2 ) abgegrenzt. Die Linie beginnt bei der Kohlmühle 
an der Lausitzer Hauptverwerfung und streicht in OW-Richtung ent- 
lang des Sebnitzbaches bis II. P. Porschdorf, weiter in NW-Richtung 
bis zur Waltersdorfer Mühle, von da mit geringer Sprunghöhe zum 
Ilockstein an der Lausitzer Hauptverwerfung (lila). Die Ilauptstö- 
rung biegt an der Waltersdorfer Mühle nach SW und W, berührt das 
Südende von Weißig, den Kahlen Stein und die Struppenbastei (Mb), 
und erreicht in NW-Richtung, der Elbe bis Copitz folgend, schließlich 
Birkwitz (III c). 

IV. Eine Linie 8 ), die die schief gestellte Krietzschwitzer Scholle, 
die NW -Spitze des Tafellandes, von letzterem abschneidet. Sie verläuft 
von Linie Ilfc bei Obervogelgesang in SW-Richtung bis an Linie II bei 
Rottwerndorf. 

V. östlich von Schandau trifft man eine Linie 4 ) von der Elbe bei 
Sign. 265,0 in NO Richtung über Sign. 305.3 westlich vom Rauschen- 
stein durch das hintere Schrammsteingebiet bis zum Langen Horn 
Sign. 433,0 (Va), von da in OW-Richtung hindurch zwischen Lorenz- 
steinen und Hinterem Raubschloß zum Kanstein und zur Kirnitzsch und 
von da am Carolastein vorüber dem gegen Hinterhermsdorf ziehenden 
Tale folgend bis an die Lausitzer Hauptverwerfung (Vb). 

VI. Auf Linie Va setzt unweit der Elbe ungefähr bei Sign. 305,3 

') Siehe Linie II der tektonischen Karte. 

3 ) » » III • » 

s ) » » IV » » » . 

<) f» » V » » » . 




10 



Die Störnngslinien 



westlich vom Rauschenstein eine SO-streichende Linie 1 ) auf, die, am 
W- und S-Hange des Großen Winterberges entlang streichend, oberhalb 
der 3 Quellen den Touristenweg zum Prebischtore kreuzt und bis gegen 
Sign. 233,1 im Thorgrunde verlaufen mag. 

VII. Bei Sign. 233,1 stößt an Linie VI im spitzen Winkel eine in 
WSW-Richtung streichende Linie 2 ), die bei der Sehiebmühle die Elbe 
erreicht und auf Linie II a auftrifft. 

VIII. Eine Linie 3 ) vom Belvedere an der Elbe (Sign. 279,8) in 
OW-Richtung über Elbleiten zur Pürrkamnitz. von hier in ONO-Rich- 
tung am Nordausgang von Rosendorf, an Sign. 292,0 und am Südrande 
des Schloßberges von Ilohenleipe vorüber bis an Sign. 350,3 östlich vom 
Käsestein und weiter umbiegend in NO- und N-Richtung, zum Teil in 
Zickzack verlaufend, vorbei am Kramerhorn und Hohen Hübel zur 
Oberen Sehleuße und in derselben Richtung wahrscheinlich die Lausitzer 
Ilauptverwerfung erreichend. 

IX. Eine Linie 4 ), ansetzend an Linie Ic, von Neuohlisch, Sign. 
232,2, entlang des S- und O-Abhanges des Rosenberges über Sign. 297,5, 

296.6 und 264,6, quert bei der Brettmühle das Kamnitzbachtal und er- 
reicht bei Sign. 265,4 östlich vom Nordende von Ilohenleipe Linie VIII. 

X. Eine Linie 5 ), aufsetzend auf Linie Id bei Sign. 213,6 in Sche- 
mel, in der Richtung zwischen NO, ONO und NNO wechselnd, durch 
Dittersbach zum SW-Euß des .Maricnfelsen, ferner über Suppgeberg, 
Westabhang des Ziegenrückens Sign. 437,0, nordöstlich der Theodoren 
halle, Sign. 420,6 und den Schwarzberg, erreicht am Hemmhübel Sign. 

436.7 Linie Ie. 

Zwischen Linie VIII und IX einerseits und Linie Ide andererseits 
streichen folgende Querlinien: 

XI. Eine Linie 6 ) bei Sign. 350,3 östlich des Käsesteins aufsetzend 
auf Linie VIII in SO Richtung über Sign. 303,2 zum Westfuß des 
Marienfelsen, wo sie Linie X erreicht. 

XII. Eine kurze Linie 7 ) nördlich vom Rennersdorfer Kreuzberge 
auf Linie ld aufsetzend in NW Richtung bis an Linie X. 

XTII. Eine Linie 8 ) auf Linie VIII aufsetzend von der Oberen 
Sehleuße in OSO- Richtung bis an die SO-Seite des Hengstberges, wo 
sic durch Linie Ie abgeschnitten wird. 

Zwischen der Elbe im W, Linien VIII. Ha und labe wurden 
folgende Linien und zwar meist Querlinien festgestellt: 

XIV. Eine Linie 9 ) vom Albertusfcls an der Elbe in OW-Richtung 
nördlich am Arnsberg vorüber, an dessen Ostrande sie von Linie II a 
obgeschnitten wird. 



') Siehe Linie VI 
») » » VH 

») » » VIII 

•) » » IX 

s ) » »X 

6 ) » »XI 

’) » » XU 

! ) = » XIII 

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der tektonischen Karte. 
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Die Störungslinien 1 1 

XV. Eine Linie 1 ) von der Elbe bei Sign. 331,8 in SO-Richtung 
über Sign. 411,6 südlich der Lacke bis Sign. 291.0 im Heidegrunde. 

XVI. Eine Linie 2 ) von der Elbe in OW-Richtung durch die 
Schlucht südlich am Rosenkamm Sign. 431.8 gegen Sign. 334,0 (Linie II 
der geolog. Karte Großer Winterberg-Tetschen). 

XVII. Eine Linie 3 ) von der Elbe am Südende des Granites in 
OW-Richtung nördlich der Basalthöhe 362.0 bis an LinieXIX (Linie III 
der geolog. Karte Großer Winterberg-Tetschen). Der auf letzterer 
Karte gezeichnete weitere Verlauf der Linie nach 0 dürfte mit un- 
serer Linie XXI in Verbindung zu bringen sein. 

XVIII. Eine Linie 4 ) von der Elbe in OSO-Richtung südlich der 
Basalthöhe 362,0 bis an Linie Ib (Linie V der geolog. Karte Großer 
Winterberg-Tetschen). Sie ist auf dieser Karte weiter geführt durch 
Loosdorf, südlich Sign. 319.0 bis an eine X( » streichende Verwerfung 
XI, unsere Linie XXVII. 

XIX. Eine Linie 5 ) in NS-Richtung von Linie XVIII über Sign. 
420,3 (Rosenkamm) gegen die Lacke, erreicht aber bereits bei Sign. 
411,0 an Linie XV ihr Ende. 

Die Menge der Einzelbrüchc zwischen Tctschen und Loosdorf 
konnte nicht nachgeprüft werden; es wurden lediglich die Angaben aus 
der geolog. Karte Großer Winterberg-Tetschen übernommen. 

Südlich und östlich von Linie I verlaufen eine Anzahl von Stö- 
rungslinien und Brüchen, die man unter der Bezeichnung »Kamnitzer 
Bruchgebiet« zusammenfaßt. 

XX. Als Südgrenze dieses Gebietes sei eine Linie®) bezeichnet, 
die an der ßohemia bei Tetschen beginnend, in OSO, O und ONO-Rich- 
tung über Falkendorf, Parlossaberg, Walddörfel und Böhmisch Kamnitz 
streicht. 

XXL I tlBSCll verlegt seinen »Hauptbruch« 7 ) etwas nördlicher. 
Dieser verläuft 8 ) von der Bohemia (Linie XX) zunächst in NÖ-Rich- 
tung ungefähr entlang der Straße nach Loosdorf, bis er bei Sign. 343,4 
auf Linie III der geologischen Karte Großer Winterberg-Tetschen trifft 
(XXla), deren OW-Richtung er nunmehr einnimmt und sie über den 
Vogelstein, Altohlisch, Rabstein, Niederkainnitz, Böhmisch Kamnitz und 
Füllerdörfel mit zahlreichen kleineren Abweichungen beibehält (XXIb). 
Der weitere Verlauf ist in NO-Riehtung bis Hillemühl anzunehmen (XXIc). 

Etwas weiter nördlich folgen in derselben Richtung noch zwei Ra- 
rallelbrüche. 

XXII. Der erste 9 ) zweigt südlich von Neuohlisch von Linie XXIb 

') Siehe Linie XV der tektonischen Karte. 



2 > » 


. XVI » 


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3 ) » 


» XVII » 


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*) » 


» XVIII » 


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» XIX » 


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» XX » 


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* . 



’) E. .1. Hibsch. Erl. z. geol. Karte d. Böhm. Mittelgebirges, Blatt 1 (TetscheD), 
Wien 1896, S. 15. 

8 ) Siehe Linie XXI der tektonischen Karte. 

9 ) » » XXII >• » » . 



12 



Die Störungslinien 



ab, erreicht zunächst in ONO-Richtung das Forsthaus Philippcnau Sign. 
308,7, streicht dann in fast OW-Richtung vorüber an der Fabrik östlich 
Philippenau (bis hierher?) und entlang des Nordrandes von Jonsbach 
bis an den Weißbach knick in Philippsdorf und dann in OSO-Richtung 
vorbei nördlich der Brauerei von Böhmisch Kamnitz Sign. 389,2 und 
am Südfuße der Nolde nach dem Kamnitzbachtal am Ostende von Ober- 
kamnitz bei Linie XXI c. 

XXIII. Der zweite 1 ) setzt auf Linie XXII im Ostteile von Jons- 
bach auf, streicht zuerst in NO-Richtung bis gegen Sign. 313,0 
(XXIlIa) und weiter in OW-Richtung über den .Maiberg Sign. 365,1, 
den Buchsenberggipfel, den Westfuß des Schänkberges Sign. 416,7, 
Kleinen und Großen Brand bis in das Kamnitzbachtal bei der Eisen- 
bahnstation Falkenau-Hillemühl (XXIII b). 

Als kleinere Parallelbrüche können gelten: 

XXIV. Eine aus einigen Einzelbrüchen bestehende Linie 2 ), an- 
setzend an Linie XXII, entlang des Nordfußes der Felsenreihe der 
südlichen Taleinfassung von Jonsbach in SO, ONO, OSO und wieder 
in NO-Richtung schließlich südlich des Maiberges Ausgangslinie XXII 
erreichend. 

XXV. Eine Linie 3 ) vom Ostrande des Windischkamnitzer Tales 
südöstlich der Kirche auf Linie Id aufsetzend, in OW-Richtung vor- 
über am Nordrande der Basaltkuppe des Huttenberges bis Sign. 337,8 
nordwestlich von Philippsdorf (XX Va) und weiter in SO-Richfung und 
am Schänkberge auf Linie XXIllb auftreffend (XXV b). 

XXVI. An Linie XXV setzen einige kleine Linien 4 ) an und zwar 
von vorgenanntem Sign. 337.8 in NW Richtung bis zum Ende der Fels- 
partien (Schnciße 10 der sächs. top. Karte) (XXVIa). Hieran schließt 
sich eine kurze Störungslinie in SSW-Richtung (XXVI b), die zusam- 
men mit der dazwischen liegenden Teilstrecke der Linie XXV ein 
kleines Felsdreieck abgrenzt. Ferner verläuft von Sign. 337,8 in NO- 
Richtung eine Störungslinie bis an Linie XXXIII b (XXVIc). 

Im Ivamnitzer Bruchgebiet wurden außer den vorstehend unter XX 
bis XXVI aufgezählten Linien noch folgende kleinere Querlinien usw. 
fostgestellt (im W beginnend): 

XXVII. Eine kurze Linie 5 ) parallel zu Linie XXla in NO-Rich- 
tung östlich von Loosdorf und östlich und südöstlich von Sign. 342,0 
(Linie XI der geolog. Karte Großer Winterberg- 'Letschen). 

XXVIII. Linie XXVII stößt an ihrem Nordende in spitzem Winkel 
an eine WNW-vcrlaufende Linie®) (Linie IV der geolog. Karte Großer 
Winterberg-Tetschen). 

XXIX. Eine Linie') aufsetzend auf Linie XXI b in SO-Richtung 



') Siehe Linie XX1I1 

J ) » * XXIV 

’) » » XXV 

*) » * XXVI 

5 ) » ■ XXVII 

6 ) » » XXVIII 

*) » » XXIX 



der tektonischen Karte 
» » » 

» » » 

* » J» 

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Die Störnngslinien 18 

vorüber am Ostende von Güntersdorf und Birkenberge und dann auf 
Linie XX auftreffend. 

XXX. Mehrere kleine Bruchlinien 4 ) im Kamnitzbachtale zwischen 
Niederkamnitz und der Lochmühle. 

XXXI. Eine Linie 2 ) an der Fabrik im Kamnitzbachtale östlich 
Philippenau auf Linie XXII aufsetzend zuerst in NO (Stbr. der top. 
Karte) und dann in N-Kichtung bis an Linie XXV a. 

XXXII. Eine Linie 3 ) aufsetzend auf Linie XXI b an der Schäferei 
in Niederkamnitz in NO-Richtung über Sign. 389,2 zur Brauerei in 
Böhmisch Kamnitz (XXXlIa) und weiter in N-Kichtung westlich am 
Kleinen Brand vorüber auf Linie XXIII b auftreffend (XXXII b). 

Den Ostabfall des Einbruchgebietes begleiten folgende Linien: 

XXXIII. Eine Linie 4 ) am Nordrande des Iluttenbergkegels auf 
Linie XXV a aufsetzend zunächst eine kurze Strecke in NW-Richtung 
bis Sign. 291,4 (XXXIlIa), dann in O- bis NO-Kichtung über Sign. 
329,7, 425,8, 341,3, das Kaltenbachtal querend, Uber Sign. 373,5 nach 
Niederkreibitz und von hier in fast N-Kichtung westlich am Irigberg 
vorüber, durch Neudaubitz hindurch zum Judenstein an der Lausitzer 
Hauptverwerfung (XXX1I1 b). 

XXXIV. Eine Linie 5 ) am Nordfuße des Buchsenberges an Linie 
XXV b beginnend in NO-Kichtung Uber Sign. 330,1, den Rollberg, 
Sign. 336,9, den Ort Kaltenbach querend und unweit Sign. 373,5 Linie 
XXXIII b erreichend. 

XXXV. Eine Linie 6 ) nördlich unweit Niederkreibitz an Linie 
XXXIII b ansetzend, streicht zunächst in SO- und 0- Richtung durch 
Kreibitz hindurch bis an den Ostausgang von Oborkreibitz und weiter 
in NO-Kichtung bis an die Lausitzer Haupt Verwerfung westlich von 
Tannendorf. 

XXXVI. Eine Verbindungslinie 7 ) zwischen Linie XXXV und 
Linie XXI und XXIII in südlicher Richtung von Oberkrcibitz über 
den Ilimpelsberg zum Bahnhof Falkonau Ilillemühl. 

Die Störungslinien im Bruchgebiet nördlich von Pirna. 

XXXVII. Eine Linie 8 ) östlich von Weißig a. d. Elbe am Lotter- 
weg auf Linie III b aufsetzend in NNYV-Richtung zur Elbe in Nieder- 
rathen (XXXVII a) und weiter in OW-Richtung entlang der Elbe bis 
an den Oberhäusern Linie XXX Villa erreichend (XXXVII b). 

XXXVIII. Eine Linie 9 ) aufsetzend auf Linie III b am Kahlen 
Stein in NNO-Kichtung über Pötzscha nach dem Kohlgrunde bei Sign. 

') Siehe Linie XXX der tektonischen Karte. 

») . » XXXI » » 

3 ) » » XXXIi * • » . 

0 » » XXX111 * 

») » » XXXIV » » 

6 ) » » XXXV 

q » » xxxvi » 

8) » » XXXVII » » » . 

») » » XXXVIII » » » . 



14 



Beschreibung der einzelnen Schollen 



226,7 (XXXVIII a) und weiter in NW-Richtung zum Forsthaus Lohmen 
Sign. 287,1 (Linie XXXVIII b). 

XXXlX. Eine Linie 1 ) auf Linie III b am Kahlen Stein aufsetzend 
in NNW- bis N-Richtung durch Stadt Wehlen nach den östlichsten 
Häusern von Lohmen, F.-H. Sign. 267,1, und westlich Dobra die Lau- 
sitzer Hauptverwerfung erreichend. 

XL. Das kleine Bruchgebiet des Kleinen und Großen Bärensteines, 
bestehend aus einer Menge kleinerer Einzelbrüehe 2 ). 

XLI. Eine Linie 3 ) von Birkwitz, Anschluß an Linie III c, in XO- 
Richtung über Wirtshaus »Forsthaus« zwischen Groß- und Klein-Graupa 
hindurch und bei Sign. 199,0 die Lausitzer Hauptverwerfung erreichend. 

XLII. Eine Linie 4 ) von Linie XLI in SO-Richtung über Groß- 
graupa (Sign. 160,0), Vorderjessen-Talmühle und am Wasserwerk Linie 
XLIII erreichend. 

XL III. Eine Linie 5 ) von vorgenanntem Funkte in SW-Richtung 
über Straßenkreuz Sign. 163,3 und in Copitz Linie Ille erreichend. 

XLIV. Eine Linie 5 ) von Sign. 199,0 an der Lausitzer Hauptver- 
vverfung nordöstlich Kleingraupa in OSO-Richtung über Bonnewitz, 
Sign. 220,7 und Sign. 237,8 und im Lohmener Walde Linie XX .XIX 
erreichend. 



Beschreibung der einzelnen Schollen 

Das Elbsandsteingebirge wird durch die im vorigen Abschnitt auf- 
geführten Störungslinien in eine Menge Schollen zerlegt 7 ). 

Zur vergleichsweisen Darstellung der Höhenlage der Schollen 
ist die Obergrenze der Stufe a der Zone des Inoceramus Schloenbachi 
gewählt worden. Die Bezeichnung lautet: »O. Gr. u«. Diese Stufe ist. 
an sehr vielen Stellen nachzuweisen und liegt ungefähr in der Mitte 
der hier in Frage kommenden Schichtenfolge. Wo tiefere Schichten 
für die Beurteilung herangezogen werden mußten, ist neben der Ober- 
grenze der Stufe ci die Obergrenze der Zone des hioceraniws labüilus, 
bezeichnet »O. Gr. lab.«, benützt worden, die im Durchschnitt 130 bis 
140 m unter der erstgenannten liegt. Dort wo Schichten zutage treten, 
die über der Schicht a liegen und die Obergrenze der Schicht ß er- 
reichen, ist neben 0. Gr. ct auch letztere unter der Bezeichnung »0. Gr. ß« 
festgelegt worden. Sie liegt im Durchschnitt 150 — 160 m über O.Gr. «. 

Die Trennung der Stufe ß in ßj und ß 2 ist in den Profilen meist 
nicht durchgeführt, da eine scharfe Grenze im allgemeinen nicht ge- 
zogen werden kann. 



‘) Siehe Linie XXXIX der tektonischen Karte. 

J ) » »XL » » » . 

s ) » » XU » » » . 

4 ) » » XLII » » . » . 

5 ) » » XLIII » » » . 

6 ) » » XLIV » » » . 

’) Bei der Ungewißheit, ob es überhaupt möglich ist, gewisse Sandsteinschichten 
auf größere Entfernung mit annehmbarer Sicherheit zu verfolgen, wurde eine genaue 
Messung der Schichtenmächtigkeit nicht vorgenommen, diese vielmehr schätzungsweise 
ermittelt. 



Das nördliche Tafelland 



15 



In unmittelbarer Nähe der Lausitzer Hauptverwerfung sind neben 
llotliegendem (Wolfsberg) und Jura (zwischen Hohnstein und Krei- 
bitz-Teichstatt an verschiedenen Stellen) auch einige kleinere Kreide- 
schollen eingeklemmt, niedergedrückt oder schief gelagert, auf die hier 
nicht weiter eingegangen werden kann. Eine etwas größere derartige 
Sandsteinscholle mit steilem Einfallen von 10 — 25° nach SW, S und SO 
stellt die Hohe Liebe an der scharfen Biegungsstelle der Haupt Verwer- 
fung beim Übergänge von W nach NW dar. Hieran schließt sich gegen 
S die aus Sandsteinschichten aufgebaute Kreidetafel der Sächsisch-Böh- 
mischen Schweiz. Man kann östlich der Elbe vier Hauptgebiete unter- 
scheiden : 

1. Einen nördlichen, weniger gestörten Teil der Kreideplatte, der 
als nördliches Tafelland bezeichnet werden soll. 

2. einen südlichen, im Gebiete der Erzgebirgsbruchzone liegenden 
verworfenen und zerbrochenen Teil, das Erzgebirgsbruchgebiet und ins- 
besondere das Bruchgebiet von Böhmisch Kamnitz. 

Zwischen das nördliche Tafelland und das Erzgebirgsbruchgebiet 
schiebt sich ferner 

3. der horstartige Sporn von Niedergrund, der östlich der Elbe bald 
sein Ende erreicht. 

Nach NW schließt sich an das nördliche Tafelland in der Umge- 
bung von Pirna 

4. das Einbruchgebiet von Pirna. 

1. Das nördliche Tafelland 
A. 1 ) Die Lilienstcinseholle 

0. Gr. a 280 300 m U. d. M. 

Die Liliensteinscholle liegt zwischen der Lausitzer Hauptver- 
werfung von llinterhcrmsdorf bis zum Sebnitzbach, den Störungslinien 
JHa, III b und IV im N, Linie II a im SW und Linie V im S. lin 
W greift die Scholle über die Elbe hinaus, ist aber im SO in einem 
schmalen Keil, der im Prebisehgrunde seinen Scheitelpunkt hat und 
durch die Linien VI und VII begrenzt wird, noch rechts der Elbe zu 
verfolgen. 

Die Lilienstcinseholle umfaßt das Gebiet des Liliensteins (411,1m 
ü.d.M.) mit seiner Ebenheit, die auf dem rechten Elbufer über Schan- 
dau hinaus bis Ostrau und Posteiwitz zu verfolgen ist. Auf dem linken 
Elbufer dürfte ihr das Gebiet des Kleinhennersdorfer Steines (395 m 
ü.d.M.) und ein Streifen bis in die nähere Umgebung von Schöna noch 
angehören. Von Schöna aus schiebt sich zwischen Schmilka und Herrns- 
kretschcn wieder ein Keil über die Elbe nach O bis unterhalb des Pre- 
bischtores in die Nähe von Sign. 233,1 im Torgrunde. Der Verlauf 
der Linie VI ist noch nicht genügend geklärt, jedoch deuten die Mäch- 



*) Die großen lateinischen Buchstaben stimmen mit denen auf der tektonischen 
Karte (Tafel 2) überein. 



16 



Beschreibung der einzelnen Schollen 



tigkeitsverhältnisse der Schichten mit Bestimmtheit darauf hin, daß 
zwischen Elbe und Großem Winterberg eine Dislokation mit ungefähr 
50 m Höhendifferenz vorhanden ist. Ferner liegt im gleichen Niveau 
das vordere Schrammsteingebiet (425 m ü. d. M.) sowie ein schmaler 
Streifen zwischen Linie 1 und Lausitzer Haupt Verwerfung. Das stär- 
kere Einfallen der Sandsteinschichten an verschiedenen Stellen dieses 
Streifens weist auf die Schollenverschiebung hin. Zu dieser schmalen 
Zone gehören u. a. die Lorenzsteine (375 m ü. d.M.), der basaltische 
Heulenberg (384 m ü. d. M.) und der basaltische Hirschwald (395 m 
ü. d.M.). Die Basis der das ehemalige Gipfelplateau bildenden Sand- 
steine der Stufe ß 2 dürfte in 400— 420 m Meereshöhe liegen. 

An dem Aufbau der Scholle sind beteiligt: 

Zone des Inoceramus Schloenbachi Stufe ß 2 

ßi 

u 

Mittelturon 

Zone des Inoceramus labiatus 



sowie im Bohrloch am Kurhaus Schandau (Profil S. 86) Cenoman. 

Die Zone des Inoceramus labiatus besteht in der Schlucht von 
Herrnskretschen aus einem harten mittelkörnigen Sandstein, der in 
senkrechten Felswänden aufragt. Weiter gegen NW wird der Sand 
stein feinkörniger (Bohrloch Schandau), und in der oberen Kirchleite 
am Lilienstein ähnelt er bereits sehr dem tonig-kohligen Bildhauer- 
sandstein von Rottwerndorf bei Pirna. 

Die mehr oder weniger tonigen, bunten Sandsteine des Mittel- 
turons waren in den Steinbrüchen der oberen Kirchleite und bei Postei - 
witz gut zu verfolgen. 

Der Felsklotz des Liliensteins setzt auf den leicht zerstörbaren 
und infolgedessen sanfter geböschten Sandsteinen der Stufe et der 
Schloenbachi-Zona auf. Auch der Elbleitenweg entlang der Schramm- 
steine benützt die angenehme Böschung dieser Stufe. 

Die eigentliche 1' elsmasse des Liliensteins, die zerklüfteten und 
zerrissenen Felsgebilde der Schrammsteine, des Prebisehgrundes sowie 
aller über 300 in emporragenden sonstigen Sandsteine gehören zur 
Stufe ßj der Schloenbachi-'Aone. Ihre verschiedenartige Ausbildung ist 
aus den Profilen ersichtlich. 

Die Aufzählung der aufgenommenen Profile erfolgt in der Reihen- 
folge von O nach W. 



Prebischtor — Herrnskretschen (s. Anlage S.S4) 

Linie VI schneidet oberhalb der 3 Quellen den als Profillinie ge- 
wählten Touristensteig von Herrnskretschen nach dem Prebischtor. Der 
östliche Teil liegt um etwa 50 m höher und gehört der Winterberg- 
scholle an. Aus dem Profil ergibt sich folgendes. 

An der Elbe und im Ort Herrnskretschen treten zu unterst in 
einer Mächtigkeit von 42 m senkrechte Felswände der Labiatus- Zone 
auf. Es folgt höher hinauf 63 m mächtig das Mittelturon, in dem 



Das nördliche Tafelland 



17 



nackter Fels wenig zutage ansteht. Am Steilhang über (len 3 Quellen 
treten einzelne Felsbänkc scharf hervor. Die nächsten 40 m jenseits 
der angenommenen Störungslinie sind wenig aufgeschlossen. Die wei- 
teren 30 m bestehen aus Sandsteinen, die durch ein eisenschüssiges 
Bindemittel gehärtet sind. Die dicken Felsbänke sind an der Außen- 
seite wabig zernarbt. 

Die Schloenbachi - Zone beginnt mit der 50 m mächtigen Stufe a. 
Ofrauer mittelkörniger Sand bedeckt die Oberfläche der von dieser 
Zone gebildeten Böschungen, die die breite Basis für die bis zu 110 m 
senkrecht emporragenden romantischen Felstürme und Wände der 
Stufe ß bilden. Aus derartigen Schichten baut sich das eigentliche 
l’rebischtorgebiet mit seinen Felmassen von großartiger Wildheit und 
Zerklüftung auf. 

Unterhalb Schmilka, unweit der Kahntülke bei Sign. 122,8, war 
im Jahre 190!) an der Elbstraße in 130 m Meereshöhe ein kleiner Stein- 
bruch eröffnet. Der Sandstein war gelblichgrau, feinkörnig bis mittel- 
körnig und enthielt einige dünne, rötlichgraue, grobkörnige bis kon- 
glomeratische Lagen, in geringen Mengen waren Kaolinkörner vor 
handen. An Fossilien konnte ich folgende Arten sammeln: 

Lima canalifera Goldf. Exoyyra columba Lau. 

Neithea grypbeata Schi.otii. sp. C'alUanassu antiyua Otto 

Anomia subtruncata d’Okb. verkohlte Holzteile. 

Die Schichten gehören der Lubiatus - Zone an. 

Im vorderen Schrammsteingebiet wurde die Schichtenfolgc an fol- 
genden Punkten festgestellt: 

An der Königsnase (Postelwitzer Steinbrüche) 

(s. Anlage S. 85) 

Die aufgeschlossene Schichtenfolge gehört fast vollständig dem 
Mittelturon an, nur die obersten 35 in sind der Sch loenbachi-'/ionc zu- 
zurechnen. Der rasche Wechsel in Korn, Farbe und Tongehalt der 
Sandsteine kommt in dem Profil gut zum Ausdruck, ist in Wirklich- 
keit aber noch viel größer. Von besonderer Bedeutung ist das Vor- 
kommen des Leitfossils Inocernmus Lamarcki PARK, und zwar anschei- 
nend in den unteren Schichten. 

Am Schrammtor sind die untersten Schichten der Schloenbachir 
Zone Stufe ß wie folgt entwickelt (s. Abb. 2): 

Am Schrammtor (s. Anlage S. 86) 

Ferner stellte ich in der Linie Elbleitenweg Sign. 297,1 bis zum 
Schrammsteinplateau Sign. 392,5 ein günstiges Profil derselben Stufe 
fest. 

Schrammsteinplateau an Sign. 392,5 (s. Anlage S. 86) 

Am Westende von Postei witz findet sich in 135 — 140m ein 
Sandstein, bestehend aus ganz dünnen Lagen von grauer, gelber und 
rötlicher Farbe, fein- bis mittelkörnig, mit Kaolinkürnern, dazwischen 
schwache Tonlagen (Mittelturon). 

Neue Folge. Heft 112 



2 



18 



Beschreibung der einzelnen Schollen 



Am Kurhaus von Bad Schandau wurde im Sommer 1926 ein 
Bohrloch bjs zu einer Tiefe von 116,25 m hinabgetrieben. Entgegen- 
kommenderweise stellte mir Herr Stadtrat VOLLMANN die gewonnenen 
60 Bohrproben und die Bohrtabelle zur Verfügung, wofür ihm ge 
dankt sei (s. Anlage S. 86). Aus dem Steinbruch hinter dem Rat- 
haus (ca. 140 m Höhe) besitzt er ferner 10 Stück von 

Inoceramus Lamarcki Park. 




Pliot. W. Hahn, Dresden-N. 6. 

Abb. 2. Schrammtor mit Schrammtorwächter im Schrammsteingebiet. 
Senkrechte Sandsteinwände der Zone des Inoceramus Schloenbaclii, Stufe ßl (Oberturon). 

Schichtenlagerung horizontal. 

Die Labialus- Zone, 37,40 m mächtig, ist hier ziemlich feinkörnig 
entwickelt und läßt erkennen, wie sich das in der Edmundsklamm und 
bei Herrnskretschen noch bedeutend gröbere Korn gegen W verfeinert. 
Die unteren tonigen Schichten sind bei Herrnskretschen anscheinend 
noch gar nicht vorhanden. 

In einem alten Steinbruch nördlich von Wendischfähre und öst- 
lich vom Fischhaus fand ich einen rot, gelb und lichtgrau fein ge- 
bänderten oder auch weißgelblichen bis lichtgrauen feinkörnigen Sand- 
stein mit 

Pinna sp. Lima canalifera Goldk. 

Inoceramus Lamarcki Park. Neithea gry/ihcata Schlot», sp. 



Das nördliche Tafelland 19 

Höhenlage der anstehenden Schichten 140 — 145 m ii. d.M. (Mittel- 
turon). 

In 220 — 250 m Höhe befinden sich im Dorfe Ebenheit in den ton- 
lagenreichen Sandsteinen des Mittelturons, Uber denen noch eine dünne 
Lehmdecke liegt, eine Menge Wassertümpel eingebettet. In den Schul- 
hain-Steinbrüchen fand ich in einem lichtgrauen, fein- bis mittelkörni- 
gen Sandstein (Mittelturon) 

- Rhynchonella plicatilis Lau. 

Exogyra columba Lau. 

Der gegenüberliegende Königstein hat 3G0,4 m Meereshöhe. Nach 
BECK beträgt die Tiefe des auf der Festung Königstein vorhandenen 
Brunnens 139 m. Seine Solde würde demnach in den wasserführenden 
Schichten des oberen Mittelturons liegen. 

Weiter nördlich an der Leopoldsnase steht in 150 — IGO m Höhe 
Sandstein an, rötlichgelb und grau, dünn gebändert, stark tonig, mittel- 
bis grobkörnig schnell wechselnd (Mittelturon). Ich sammelte hier als 
Steinkern 

Ostrea vesiculari t Lau. 

Südlich der Bastei fand ich in 150 m Höhe in einem grau und 
gelben, mittelkörnigen Sandstein mit Zwischenlagerung von schwachen 
Tonbänken (Mittelturon) 

Exogyra columba Lau. 

Oberhalb der Schulhain-Steinbriiche steht bei Sign. 216,0 ein gel- 
ber, harter, mittel körniger Sandstein an (Mittelturon). 

Das Einfallen der Schichten ist in dieser Scholle im allgemeinen 
nur gering, bei Schandau und am Lilienstein nach NO und im Zwi- 
schengelände bei Porschdorf und Wendischfähre nach NW (Geolog. 
Karte Königstein — Hohnstein). Ein Einfällen nach einer bestimmten 
Richtung läßt sich daraus nicht ableiten. 

Von besonderer Bedeutung ist auch das Profil am Lilienstein, 
dieses mächtigen isolierten Steines auf breiter Ebenheit. 

Lilien stein (s. Anlage S. 87) 

Es sind somit hier vertreten die Labialus- Zone, das Mittelturon 
und die Schloenbachi-Zone. 

In den Steinbrüchen der oberen Kirchleite konnte das Gestein der 
tieferen Schichten in ziemlicher Frische in einer Mächtigkeit von 70 m 
untersucht werden. Die Zone des Inoceramus labiatus ist nur in ihrem 
obersten Teile mit 24 m Mächtigkeit aufgeschlossen. Das Gestein 
nähert sich hier, wie bereits erwähnt, durch das feinere Korn und den 
tonig-kohligen Charakter verschiedener Schichten dem Bildhauersand- 
stein von Rottwerndorf. Das Mittelturon ist in seinem unteren Teile, 
46 m mächtig, ebenfalls aufgeschlossen. Fast alle Sandsteine dieser 
Zone sind tonhaltig, feines Korn ist vorherrschend, die Farben sind 
bunt und abwechslungsreich. Von besonderer Wichtigkeit ist die Bank 
mit Exogyra columba Lam., Schicht Nr. 38. In den untersten Sehich- 

2 * 



20 



Beschreibung der einzelnen Schollen 



ten dieser Zone ist hier sowie in den Schulhain-Steinbrücheh 1 ) Ino- 
ceramvs Brongniarti Sow. = Inoceramus Lamarcki Park. gefunden 
worden. 

In dem nun folgenden allmählichen Geländeanstieg von 55 m war 
leider kein Aufschluß vorhanden. In 250 in Höhe zieht sich am Süd- 
hange des Berges der bekannte Touristensteig hin. Nach der Sand- 
bestreuung zu schließen, gehören die folgenden 40 m der Stufe et der 
Schloenbachi-Zonn an. Weitere 70 m sind unter Sandsteinschutt be- 
graben, dann erst treten die senkrechten Felsmassen der Stufe ß die- 
ser Zone in einer Mächtigkeit bis zu 51 m hervor. 

B. Die Winterbergscholle 

0. Gr. « 330 — 350 in ü. d. M. 

Sie wird begrenzt im N von der Lausitzer Hauptverwerfung öst 
lieh Iliuterhermsdorf und Störungslinie V, im W von Linie VI, VII, 
der Elbe und Linie 11a, im S und O von Linie VIII. 

Die Wintcrbcrgschollo ist die größte der Schollen und umfaßt das 
Zentrum des östlichen Elbsandsteingebirges, dessen wildeste 
und zerklüftetste Partien. Aus der Menge der Berg- und Felsgipfel 
seien nur einige angeführt: 

Der Carolafelsen (4G5 m ü. d. M.), 
das Vordere Baubschloß (450 m ü. d. M.), 
das Hintere Baubschloß (380,5 m U. d. M.), 
der Große Teichstein (430 m ü. d. M.), 
der Hochhübel, basaltisch, (40(5, 1 m U. d. M.), 
der Baumberg, basaltisch, (458 m ü. d. M.), 

Höhe 413,8 östlich der Unteren Schleuse, 

Höhe 413,1m am Hohberg westlich der Bootstation, 

das Prebischtor (449,6 — 460 m ü. d. M.), 

die Vorderen Partschenhörner (469,8 m ü. d. M.), 

die Flügelwände 462 m U. d. M.), 

die Thorwalder Wände (451,4 m U. d. M.), 

die llundsteine (456 m U. d. M.), 

der Bauschenberg (450,1 m ii. d. M.), 

der Eulenhübel (475,9 m ü. d. M.). 

überragt wird das Gebiet von den Basalthärtlingen des Großen 
Winterberges (550,8 m ü. d. M.) und Kleinen Winterberges (500,3 m 
ü. d. M.), während sich die übrigen Basaltvorkommen im Bahmen der 
allgemeinen Höhen halten. Der Basaltgang des Großen Winterberges 
mit den nordöstlich von ihm anstehenden Basaltgängen am Lehmhübel, 
Spitzhübel und Goldstein sowie nördlich am Kleinen Winterberge bil- 
det den Kern des Winterbergplateaus, die bedeutendste geschlossene, 
an den Bändern jedoch in unzählige Zacken und Zipfel auslaufende 
Masse des hier behandelten Sandsteingebietes. Gen Osten dehnt sich das 
Felscngewirr des Prebiscktores, der Partschenhörner, der Thorwalder 

‘) Erl. z. Blatt Königstem-Hohnsteinkl. geol. Karte v. Sachsen, Leipzig 1893, S. 13. 



Das nördliche Tafelland 



21 



Wände und der Hohen Schlichte bis zum Rausehenberg und Eulen- 
hübel. Die Basis der das ehemalige Gipfelplateau bildenden Sand- 
steine der Stufe ß 2 liegt hier in 450 — 470 m Höhe und ist oben am 
Großen und Kleinen Winterborge noch vorhanden. 

Tn der nördlichen Randzone, die vom Hinteren Raubschloß zum 
Hochhübel und bis zur Oberen Sehleuße zu verfolgen ist, liegen die 
Gipfel der Berge durchschnittlich um 30 40 m tiefer als weiter süd- 
lich. Diese von der geschlossenen Masse losgelösten »Steine« sind viel- 
leicht etwas weiter abgetragen, der ganze Streifen könnte aber auch 
schon tiefer eingesunken sein. Ferner trifft man östlich einer Linie 
Eulenhübel — Hinterdittersbach bis zur Linie VIII ein Gebiet, das, ob- 
wohl ebenfalls zerschluchtct, einen weniger zerrissenen Eindruck macht. 
Die höchsten Punkte liegen ähnlich wie in der nördlichen Zone zwi- 
schen 360 und 400 m. Hier fehlen ungefähr 50 in der besonders har- 
ten obersten Sandsteine des westlichen Gebietes, so daß der Ober- 
flächencharakter ruhiger wirkt. 

Die Sohle der engen Talgründe liegt meist zwischen 250 und 
300 m im mittelturonen Sandstein. Darüber folgt die Zone des Jno- 
ceramus Schloenbachi und zwar Stufe u in der bei der Lilienstein- 
scholle geschilderten Ausbildung von sandbedeckten Böschungen und 
darüber Stufe, ß in steilen Felswänden und Türmen. Das Gebiet süd- 
lich der Linie Prcbischtor — Rauschenberg wird vom Kamnitzgrund und 
seinen kurzen Seitenschluchten sowie vom Erbsbach zertalt. Hier trifft 
man nur die Labiahis- Zone und darüber das Mittelturon an. Von der 
Schloenbachi-Zono sind höchstens Reste der Stufe ci erhalten. So merk- 
würdig die scharf geschnittene Mauer Prcbischtor— Rauschenberg ge- 
gen S auch abschneidet, scheint doch keine weitere Erklärung dafür 
möglich zu sein, als daß der frühere Elblauf auf der südlichen mittel- 
turonen Fläche geflossen ist und seinen abtragenden Einfluß nur bis 
zu dieser Linie geltend machen konnte. Eine besondere Härtung der 
Stufe ß nördlich der genannten Linie scheint nicht erfolgt zu sein, 
da der Gesteinscharakter derselbe ist wie an den nordwestlich ge- 
legenen isolierten Steinen. 

Die Zone des Inoceramus labial ns wird vorwiegend von einem 
harten mittelkörnigen Sandstein gebildet. Sie tritt nur an der Elbe 
sowie am Kamnitzbach mit seinen Ncbenschluehten zutage. Am Kam- 
nitzbach bilden die steilwandigen, klammartigen Felspartien dieser 
Zone die wundervollsten, aus Wasser und Fels aufgebauten Land- 
schaftsbilder, die in der Edmundsklamm ihren Glanzpunkt erreichen. 

Im einzelnen wurde folgendes festgestellt. 

Bei Behandlung der Liliensteinscholle ist bereits das Prebisch- 
torprofil aufgeführt worden, das in seinem oberen Teile in die Win- 
terbergscholle übergreift. Mittelturon und Schloenbachi-Zoac Stufe et 
und ß sind daselbst entwickelt. An den 3 Quellen im Probischgrunde 
sind am Steilhange die Schichten 18 -21 in der Höhenlage zwischen 
200 und 230 m, zum Teil als Felsbänke ausgebildet ('Liliensteinscholle). 
Verfolgt man jedoch von den 3 Quellen das gegen Stimmersdoi'f all- 
mählich ansteigende Tal der Langen Biele, so tritt in der gleichen 




22 



Beschreibung der einzelnen Schollen 



Höhe kaum ein Felsblock hervor. Die Ursache ist Störungslinie VII, 
die mit einer Sprunghöhe von ungefähr 50 m das Tal quert. Der Ort 
Stimmersdorf liegt auf einer kleinen Hochfläche (Ebenheit), die von 
den oberen Schichten des Mittelturons mit auflagernden diluvialen 
Resten gebildet wird. 

Von Stimmersdorf gegen das Blockhaus in der Edmundsklamm 
(Kamnitzbach) wurde folgende Schichtenfolge festgestellt: 

Stimmersdorf (s. Anlage S. 89) 

Die Zone des Inoeeramus labiattis besteht auch hier wieder vorwie- 
gend aus senkrechten Felsmauern, die den Kamnitzbach ununter- 
brochen von der Grundmühle bis nach Herrnskretschen begleiten. Be- 
sonders wichtig ist Schicht 14 mit ihren rasch wechselnden Farben, 
den zwischengeschalteten dünnen Tonlagen und ihrer Fossilführung. 
Sie kehrt auch in anderen Profilen wieder und ist als Leitschicht für 
das Mittelturon anzusehen. 

An der .Straße östlich von Rainwiese sind in 255 — 260 m Höhe ähn- 
liche Sandsteine angeschnitten. Sie sind gelb und rot dünn gebändert, 
fein- bis grobkörnig im Korn sehr wechselnd und enthalten ebenfalls 
Versteinerungen. 

Entlang des Dürrkarnnitzbaches verläuft von dessen .Mündung in 
die Elbe nach SO über Arnsdorf Störungslinie Ha, die das nördliche 
Tafelland vom Niedergrunder Horst trennt. Gekreuzt wird diese Linie 
von der OW-strcichenden Linie VIII, die nördlich der Krümmerwand 
die Dürrkamnitzsehlucht quert und die nördliche Winterbergscholle von 
der Rosenbergscholle scheidet. 

Arnsdorf West aus gang (s. Anlage S. 89) 

Die Angaben im Profil über Cenoman und Labiatus-Zone haben 
nur beschränkten Wert, da Linie II anscheinend dem Verlauf der 
Schlucht in ihrem unteren Teile folgt, wodurch unklare Verhältnisse 
entstanden sind. Die Liibiatus - Sandsteine sind in den unteren Schichten 
mehr gelb, in den oberen mehr grau. Das Mittelturon ist bei 40 m 
Mächtigkeit wenig gut aufgeschlossen. Nur an der Krümmerwand 
durchziehen Eisenadern das Gestein und haben es gefestigt, so daß 
ansehnliche Felspartien hervortreten. 

Östlich vom Prebischtor erstrecken sich die gewaltigen Fels- 
mauern der Partschenhürner und Thorwalder Wände. Weniger vom 
großen Fremdenstrom berührt, bieten sie unvergleichliche Bilder von 
Waldeinsamkeit und Felsmajestät, über jede dieser Felsgruppen win- 
det sich gleich einem verbogenen Rückgrat eine zusammenhängende 
Kammlinie, von der eine Unmenge Seitenrippen und Rippchen aus- 
latifen, die als Felskulissen ein einzigartiges Naturtheater aufbauen. 
Infolge der durch den Nonnenfraß erfolgten Abholzung kann man auf 
weite Entfernung eine ungestörte horizontale Lagerung der Schichten 
verfolgen. Besonders gut zeichnet sich am IWghang zwischen 300 
und 350 m das felsenlose Böschungsband der Stufe « der Schloenbachi- 
Zone ab. Darüber läuft in einer Mächtigkeit von etwa 10 m eine scharf 



Das nördliche Tafelland 



23 



herausmodellierte Felsbank hin. Großartig lassen sich ferner an den 
freigelegten Gipfelpartien die vom Regenwasser gebildeten radial her- 
abstrahlenden Wasserrinnen beobachten (s. a. Abb. 14). Zwischen beide 
Felsgruppen schneidet tief der Große Zschandgrund ein. der im Brüch- 
tiggrund sein südöstliches Ende erreicht. Hier wurde folgendes fest- 
gestellt : 

Höhe südlich am Briichtiggrund. Sign. 357,2 m ü. d. M. 



Zone des Inoceramus Schloenbachi m 

ß 3. Nichts aufgeschlossen 7,2 

2. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, lichtgrau und lichtgelb, mk 5,0 



a 1. Sst. grau und graugelb, leicht zerfallend, wenig gerundete dicke Felsbänke 45,0 
Großer Zschandgrund 300,0 m ü. d. M. 

Der Briichtiggrund liegt fast vollständig in der Stufe a der 
Schloenbachi- Zone. Felsbildungen fehlen bis auf wenige dicke Sand- 
steinbänke, steil geböschte Sandhänge umsäumon die Talrinne. 

Für die Untersuchung des Schichtenbaues der Thorwalder Wände 
wurden der Zeichengrund und die Löfflerschlüchte gewählt. An beiden 
Stellen steigt man steil hinauf zum Felsenkamm. Der Zeichengrund 
zieht sich unweit der Landesgrenze aufwärts. 

Zeichengrund (s. Anlage S. 90) 

Ungefähr 1 km weiter talwärts schneiden in die Thorwalder Wände 
die Löfflerschlüchte ein. 

Löfflerschlüchte (s. Anlage S. 90) 

Im Gebiet der Partschenhörner wurde die Schichtcnfolge von 
dem kleinen Basaltvorkommen auf dem Felscnkamme bei Sign. 457,3 
durch den nördlichen Teil der Sandschlüchte zum Großen Zschand 
verfolgt. 

Sandsch lüchte (s. Anlage S. 90) 

Für den Großen Zschand mit Thorwalder Wänden und Partsehen- 
hörnern ergibt sich folgendes Gesamtbild: 

Der Talgrund liegt im Mittelturon, charakterisiert durch einige 
durchlaufende Felsbänke, zwischen denen weiche tonige Sandsteine zu 
Waldboden zerfallen sind. Darüber folgt in 50 m Mächtigkeit der 
meist mit Sandsteinschutt überdeckte Böschungshang der Stufe et der 
Schloenbachi-'/onc. Bis zu einer Mächtigkeit von 90 100 m streben 

sodann lotrecht abgeschnittene Felsmauern und Türme empor, Stufe ß 
der Schloenbachi- Zone. Das Gestein der Stufe ß ist hier und auch 
weiter östlich reich an Kaolinkörnern. Weißgelbe Sandsteine mit in- 
tensivem Farbton gehören ebenfalls zur Eigenart dieser Stufe. Oben 
an der basaltischen Kuppe Sign. 457,3 in der Partschenhörnergruppe 
ist der Sandstein stark vererzt. 

Westlich an den Partschenhörnern entlang ziehen sich die Wcber- 
echliichte. 

Weberschi ächte 

Sie sind aus Sandsteinen der Stufe ß der Zone des Inoceramus 
Schloenbachi aufgebaut und gehören zu den wildesten Felsenland- 




24 



Beschreibung der einzelnen S.hollen 



schäften des Elbsandsteingebirges. Senkrecht und überwältigend ragen 
rings die Felstürmc empor. Wiederholt schließt sich das Tal zu einem 
wuchtigen Felscnzirkus zusammen. Bis zu 350,0 m Höhe ist der Tal- 
grund sandig und felscnlos, sodann treten senkrechte Felswände, be- 
stehend aus weißlichem, weißgelbem und gelbem Sandstein mit mehr 
oder weniger Kaolinkörnern, hart an den Weg. Bei 370,0 m schließt 
eine senkrechte Felswand das Tal ab. Auf steil angelegten Treppen 
und Leitern gelangt man auf den oberen Talboden, der ebenfalls von 
steilen Felsmauern eingeengt ist. Bei 4G0 .0 m Höhe hat man die obere 
1' eiskante erreicht. Auf ihr entlang führt der Gabriclensteig, ein stark 
benutzter Touristenweg. Jäh blickt man von ihm über den 150,0 m 
senkrecht abfallenden Absturz der Flügelwände in die Tiefe. Die 
Felsen sind im allgemeinen mittelmäßig gebankt, weniger häufig sind 
dünne Bänke verbanden. Überschaut man vom Gabrielensteig das Ge- 
lände nach Süden gegen Stimmersdorf und Hosendorf, so überrascht 
das sanfte Landschaftsbild. Die Felsbastionen unseres Standortes fehlen 
dort gänzlich. 

Der Große Winterberg bildet mit dem Kleinen Winterberge und 
Goldstein eine verhältnismäßig große, an den Rändern stark zerklüf- 
tete Tafel, an die sich gegen NW das wild durcheinandergeschlungene 
Felsgewirr der Schrammsteine anschließt. AVie schon erwähnt, ver- 
dankt die Tafel ihre Erhaltung mehreren hier aufsitzenden Basalt, - 
gängen, unter denen der des Großen Winterberges der weitaus wich- 
tigste ist. Der Aufbau der Schichten wurde am Kleinen Winterberge 
in der Richtung gegen die Zeughausstraße (Wettinbaude) aufgenommen. 

Kleiner Winterberg -Wettinbaude (s. Anlage S.91) 

Im Mittelturon, das nur in 20 m Mächtigkeit, zwischen 280 und 
300 m Höhe, hier anzunehmen ist. fehlt jeder Aufschluß. 50 in mächtig 
folgt sodann wieder die aus mittel körnigen Sandmassen bestehende 
Stufe ct der Sch loenbachi-Zonc. Weiter aufwärts in einer Mächtigkeit 
von 6Gin türmen sich die Felsabstürze der Stufe ß, wie, wir sie von 
anderen Plätzen bereits kennen. Die weiteren 74 m neigen weniger zu 
zusammenhängender Felsbildung. 24 m sind zunächst ohne irgend 
einem Aufschluß; cs folgen 10 m Sandsteinbänko; 10 m ist nichts auf- 
geschlossen, und die letzten 30 m, Schicht 2G— 32, bestehen aus ver- 
einzelten Sandsteinbänken. Die obersten 40 m gehören bereits der 
Stufe ß 2 an. In Stufe ß sind auch hier Kaolinkörner ein häufiger 
Gemengteil des Sandsteines. 

Wo die Zeughausstraße von Westen her den Kleinen Zschand 
quert, stehen einige Felsbänke an. 

Wettinbande nach Ost, Zeugliausstraße 
Straßenhöhe der Zeughansstraße, 250,0 m ü. d. M. 

Mittelturon m 

2. Sst. vorwiegend gelb, mk. bis gk., große Quarze kong'o- ) Felsbänke 

meratisch eingesprengt . > wenig 10,0 

1. Sst. vorwiegend graugelb, mk. bis gk ) zernarbt 10,0 

Kleiner Zschandgrund 230,0 m ü. d. M. 



Das nördliche Tafelland 



25 



Die Schichten zeichnen sich durch ein gröberes Korn aus, ähnlich 
den oberen Schichten im Prebischgrunde (Schicht 23, Profil S. 84). 

Vom Heringsstein nördlich am Großen Winterberge hinab zum 
Kleinen Zschand konnte ungefähr dieselbe Schichtenfolge wie am 
Kleinen Winterberge festgestellt werden. 

Am Fremdenwege vom Großen Winterberge nach dem Prebischtor 
ist Stufe ß der Schloenbaehi - Zone in folgender Weise aufgeschlossen: 



Fremdenweg Großer Winterberg-Prebischtor, 470,0 m ü. d. M. 

Zone des Inoceramus Schloenbaehi ra 

ß 2. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, vorwiegend gelb, mk 15,0 

1. Sst. mit Kaolinkörnern, vorwiegend lichtgrau, mk., undeutliche Verstei- 
nerungen, Felsen zernarbt 15,0 

440,0 m ii. d. M. 



A r or dem Goldsteinsporn der Winterbergtafel ragt als isolierter 
Felsturm das Hintere Raubschloß, s. Abb. 3, auf. Die Felskrone war 




Phot W. Haus, Dresdcn-N. 6. 

Abb. 3. Hinteres Raubschloß. Ein vom Winterbergplateau losgetrennter Felsklotz 
(Stein). Die senkrecht ansteigende Felsmasse besteht aus Sandstein der Stufe ßl, an 
ihrem Fuße die zu Sand zerfallene Stufe a, rechts der weiße Sandweg liegt ebenfalls 
in dieser Stufe. Zone des Inoceramus Schloenbaehi (Oberturon). 

ehemals mit einer Burg bestanden, von der nur noch spärliche Reste 
vorhanden sind. Auf senkrechten Leitern und Stufen klimmt man 
durch Felskamine zur Höhe empor. Der Aufstieg erfolgt von der Süd- 
seite und zeigt folgenden Schichtenbau: 

Hinteres Raubschloß Südabhang (s. Anlage S. 92) 

Die untersten 30 m liegen im losen Sande der Stufe ct. Auf dem 
Sandsockel erheben sich 59 m mächtig die senkrechten Felsmauern 
der Stufe ß. Auch hier sind wieder der Reichtum an Kaolinkörnern 
und die eigentümlichen weißgelben und hellockergelben Sandsteine, 
Schicht 6, 7 und 12, hervorzuheben. 




26 



Beschreibung der einzelnen Schollen 



Weiter östlich wurde die Schichtenfolge an der Unteren Schleuse 
(Kirnitzsch) aufgenommen und zwar von der Kirnitzsch gegen 0 in 
Verfolg des Paßgrundes und Wildkatzensteiges bis Sign. 400,7. 

Untere Schleuse Ost (s. Anlage S. 92) 

Das Mittelturon baut sich in einer Mächtigkeit von 65 m aus mehr 
oder weniger zusammenhängenden Felsbänken auf, Stufe a der Schloen- 
bachi - Zone ist mit 45 m Mächtigkeit wie hier überall als loser Sand mit 
vereinzelten abgerundeten Blöcken entwickelt. Die höchsten Schichten, 
der Stufe ß angehörend, sind in einer Mächtigkeit von 60 m z. T. als 
JTelsbänke ausgebildet. 

Südlich Hinterhermsdorf erstreckt sich von der Hackkuppe (Wet- 
tineiche) bis zum Taubenstein zwischen 350 und 420 in Höhe ein 
kleines felsenloses Gebiet, daß große Ähnlichkeit mit den ungefähr 
50 m höher liegenden Schichten in der Umgebung des Jagdschlosses 
Sternberg hat. Es ist nicht unmöglich, daß hier in der Nähe der Haupt- 
verwerfung eine kleine Scholle eine besondere höhere Lage von min- 
destens 50 m einnimmt, so daß die folgenden fossilführenden Sand- 
steine der Stufe ß 2 angehören. 

Die Hackkuppe (425,9m ti. d. M.) ist eine Basaltkuppe, die durch 
Steinbruchbetrieb abgebaut wird. Der Basalt birgt u. a. auch Sand- 
steineinschlüsse. Der Sandstein ist an der Basaltgrenze, die zur Zeit 
gut aufgeschlossen ist, mehr oder weniger gefrittet. Er enthält kleine 
Kaolinkörner, die Farbe wechselt stark zwischen lichtgrau, gelb und 
gelbrot, das Korn ist fein, die Schichtung dünn. Die Mächtigkeit des 
Aufschlusses beträgt ungefähr 10 m (Sandstein 410 420m). An Ver- 

steinerungen fanden sich 

Terehrnluta sp. Anomia lamellosa A. Robm. 

Lima semisuleata Nilss. Ostrea sudetica Scop. 

sp. Ostrea vesicularis Lam. 

Neithea grgpheata Sciu.oth. 

Südlich der Hackkuppc an der Zollstraße, dort wo der Lindigtweg 
einmündet, sind bei 401m Höhe einige bis 2 m mächtige Felsbänke 
eines gelben, konglomeratischen Sandsteines aufgeschlossen. 

Die flache Höhe östlich der Hackkuppe ist mit zahlreichen Stücken 
eines lichtgrauen, kleine Kaolinkörner führenden, feinkörnigen Sand- 
steines bedeckt (405 412m Höhe). Auf der höchsten Kuppe (413m) 
fand ich in einem gelben, mittelkörnigen Sandstein mit vielen größeren 
Kaolinkörnern an Versteinerungen 

Lima’’ canalif era Goliif. 

Lima granulata Nilss. 

Ostrea sudetica Sccr. 

Weiter östlich bis gegen den Taubenstein liegt an der Oberfläche 
etwas lehmiger, fein- bis mittelkörniger Sand, in dem nur einzelne 
festere gelb und gelbrote Sandsteinbruchstücke zu finden sind. 

A r om Taubenstein hat man einen prächtigen Blick in das zu Füßen 
liegende enggeschluchtete Kirnitzschtal in der Umgebung der Böh- 
mischen Mühle und Oberen Schleuse. 




Das nördliche Tafelland 



27 



Am Steilabsturz vom Taubenstein zum Kirnitzschgrund wurden fol- 
gende Schichten vorgefunden: 

Tauben st ein (s. Anlage S. 92) 

Das Mittelturon, 20 m mächtig, bildet zum Teil Felsbänke. Stufe a 
der Schloenbachi - Zone ist 40 m mächtig durch Sand, Stufe ß mit 35 m 
Mächtigkeit zu unterst durch einige Felsbänke, dann durch eisen- 
schüssige Felspartien, zu oberst durch Sand vertreten. 

An der Böhmischen Mühle sind nach Mitteilung von Herrn Kantor 
LANGER in Hinterhermsdorf früher einige Stücke von Pinna sp. ge- 
funden worden. In der Sammlung dieses Herrn liegen ferner 7 Stück 
von Inoceramus Lamarcki Park. 

Auch diese dürften aus dem Mittelturon der Umgebung stammen. 
Ein Stück einer Pinna befindet sich ferner im Besitze des Försters 
von Hinterdittersbach. 

Vom Nordrande der Winterbergscholle wenden wir uns nun nach 
S und zwar in die Linie Rauschenberg- Wespenberg. 

Der Rauschenberg liegt wie das I’rebischtor am Südrande der ge- 
gewaltigen von Winterberg nach O ziehenden Felsmauer. Der Auf- 
stieg erfolgt von der Straße IIohenleipe-Herrnskretschen bei Sign. 
268,3 und bietet in den Gesteinsschichten zum Teil gute Aufschlüsse. 

Rauschenberg (s. Anlage S. 93) 

Das Mittelturon, in einer Mächtigkeit von 60 m, tritt nur wenig 
zutage. Stufe ci der Schloenbachi -'Zone, 50 m mächtig, bietet die Ge- 
kannten Sandhänge, aus denen nur einzelne dicke, wollsackähnliche 
Blöcke hcrausscliaucn. 

Stufe ß hingegen ist in einer Mächtigkeit von 105 m durch senk- 
rechte Felswände und Riffe vertreten, nur zwischen 370 und 380 m 
Höhe klafft eine kleine Lücke, wo das Gestein nicht hervortritt. Die 
obersten 50m sind mit einer harten Kruste von Quarz und Gips über 
zogen, in die die Feuchtigkeit nur schwer einzudringen vermag, so 
daß an der Oberfläche wunderbare filigranartige Bildungen entstehen 
und erhalten bleiben konnten. Kaolinkörner treten besonders in den 
oberen Schichten auf. 

östlich vom Rauschenberg beherrscht der Eulenhübel mit 475,9 m 
Höhe die felsige Umgebung. Der Kern des Berges besteht aus basal- 
tischem Gestein, das in mehreren Klippen auf dem Nordteil des breiten 
Bergrückens ansteht. Auf dem südlichen Plateau ragen einige Sand- 
steinfelsen empor und bilden die höchste Erhebung des Berges. Von 
hier gegen den Müllergrund im W fand sich folgende Schichtenfolge: 

Süd kuppe des Eulenhübels (s. Anlage S. 93) 

Das Mittelturon mit seiner geringen Felsbildung und den zahl- 
reichen feuchten Stellen auf demWege erinnert an die tonige Be- 
schaffenheit der Sandsteine dieser Zone, wie wir sie in guten Auf- 
schlüssen im Elbtale kennengelernt haben. Nur die obersten 10 m der 
hier 65 m mächtigen Zone bestehen aus senkrechten Felswänden. Die 



28 



Beschreibung der einzelnen Schollen 



charakteristische Ausbildung der Stufe a der Schloenbachi-7jone , mit 
grauem Sand bedeckte Hänge und vereinzelte dicke, wollsackähnliche 
Blöcke, ist ebenfalls vorhanden. Ihre Mächtigkeit ist hier nur mit 30 m 
angegeben. Darüber folgt die Stufe ß, zunächst Felsbänke 10 m mäch- 
tig, 20 m nichts aufgeschlossen. 10 m stark zernarbte Felsbänke, 35 m 
nichts aufgeschlossen und 30,9 m einzelne Felsblöcke und Bänke, ge- 
krönt von einer isolierten Felsgruppe. Auf der Nordseite des Berges 
tritt Sandstein nur an den unteren Abhängen zutage. 

Von der Nordkuppe des Eulenhübels u s w. 

(s. Anlage S. 94) 

Der Nordabhang des Eulenhübels hat, soweit Sandstein in Frage 
kommt, denselben Aufbau wie der Südhang. 

Von der Böhmerstraße wurde das Tal nördlich am Ilühnersteiin 
bis hinauf zu Sign. 378,5 verfolgt. 

Felskuppe 378,5 usw. (s. Anlage S. 94) 

45 m mächtig stehen die Schichten des Mittclturons an. bestehend 
aus unzusammenhängenden Felspartien; am Wege wieder Wasser- 
pfützen. Die dicken gerundeten Felsbänke der 45 m mächtigen Stufe a 
der Sch locnhnch /-Zone vereinigen sich hier ausnahmsweise zu einer 
engen Schlucht. Beim Anklopfen mit dem Hammer zerfällt aber auch 
dieses Gestein sehr leicht und verrät dadurch seine Bindemittelarmut. 
Stufe ß ist nur als ein 18 m hoher Felsturm erhalten. 

Südlich der aus ScA/otfM&uc/ii-Snndsteinen aufgebauten Felsen- 
mauer gehört in diesem östlichen Teile noch das Sandsteingebiet bis 
nach Ilohonleipc der Winterbergscholle an. 

Hier erhebt sich der Schloßberg von Ilohenleipe. 

Gipfel des Schloßberges (s. Anlage S. 94) 

Zu unterst liegen 50 m mächtig die weicheren Schichten des Mittel- 
turons, die hier nur sehr wenig feste Stücke an der Oberfläche zeigen. 
40 m mächtig folgt Stufe « der Schlocnbachi-Zono-, aus dem mittel- 
körnigen, grauen Sande ragen an den Abhängen einzelne dicke ge- 
rundete Felsbänke und Blöcke hervor. Schicht 4. 7 m mächtig, wech- 
selt im Korn zwischen fein und grob sehr schnell, was ich in dieser 
Zone sonst weniger gefunden habe. Stufe ß bietet hier folgendes Ge- 
samtbild. 12 m mächtig bilden harte Felsbänke, z. T. mit 1cm dickem 
Eisenüberzug, den Sockel, darauf folgen 8 m mächtig graue mittel- 
körnige, leicht zerfallende Sandsteine, denen in einer Mächtigkeit 
von 30 m die harten Gipfelfelspartien aufgesetzt sind. Letztere be- 
stehen aus einem mittel- bis grobkörnigen in den obersten 7 m fein- 
körnigen Sandstein. Die teilweise sehr starke Eisenverkrustung deutet 
auf vulkanische Einwirkung. 



Das nördliche Tafelland 



29 



C. Die Rosenbcrgschollc 

O. Gr. et 390 m ü. d. M. 

0. Gr. lab. 250 m ü. d. M. 

Die Rosenbergscholle liegt zwischen Linie VIII im N, Linie 
II a im W, Linie Ie im S und Linie IX im O. 

Der Kosenberg beherrscht mit seiner Höhe von 620,3 m das ganze 
Gebiet zwischen der Sandsteinmauer im N, der Elbe im W, dem Böh- 
mischen Mittelgebirge im S und der Kreibitzer Bergwelt im 0. Die 
Aussicht von dem gebrechlichen Holzturm ist hervorragend schön und 
belehrend. Gegen X ragt die gewaltige Sandsteinmauer vom Winter- 
berg bis Dittersbach empor, gegen O steigt jenseits des sanft abfal- 
lenden Rosenbergsockels, getrennt durch eine scharfe Bruchlinie, hin- 
ter den Häusern von Windisehkamnitz das Felsgebiet am Huttenberge 
auf, nach S liegen die weiten Flächen des vorherrschend aus Sanden 
der Stufe et der Schloenbachi - Zone bestellenden Waldmantels und da- 
hinter die vulkanischen Decken des östlichen Mittelgebirges, nach W 
breitet sich die aus den tonigen Sandsteinen des oberen Mittelturons 
aufgebaute llosendorfer Ebenheit aus, über die sich einzelne kleine 
basaltische Kuppen erheben, unter deren Schutze der helle Sand der 
Stufe et der Schloenbachi - Zone hervorleuchtet. Sehr schön sind auch 
von hier die kleinen Ebenheitsflächen von Hohenleipe und der Scho- 
meler Folgen sowie die grünen Hochflächen am Ottenberge zu ver- 
folgen. 

Über den geologischen Aufbau des Rosenberges hat sich folgendes 
ergeben. Bei 523 m Höhe konnte ich am Berge noch Kreidesandsteine 
anstehend feststellen. Die höher hinauf bei 535 m usw. anzutreffen- 
den, vollständig zu hartem Quarzit umgewandelten Sandsteine sind 
wahrscheinlich durch die Eruption aus etwas tieferen Lagen mit ein- 
porgerissen worden. Von der Kamnitzsohle in ungefähr 200 m Meeres- 
höhe an ist deshalb ein 300 m mächtiger Schichtenstoß von Kreide- 
sedimenten vorhanden. Man sollte meinen, wie im nördlichen Fels- 
gebiet auqli hier am Berghange dieselben prächtigen Felsbildungen 
im Sandstein verfolgen zu können. Dem ist jedoch nicht so. Mit 
Ausnahme der senkrechten Felswände der Labiatus - Zone im Kamnitz- 
grunde ist es nur der Mühlgrund mit seinen Seitenästen, in dem bis 
zur Höhe von etwa 350 m der Sandstein eine teilweise felsige Aus- 
bildung besitzt. Weiter sind es die Vogelsteine hoch oben am Ost- 
abhange des Berges in 350 — 400 m Höhe, die als scharfes Felsriff 
hervortreten. Höher hinauf, in 420—520 m Höhe, trifft man an der 
Ost- und Südseite des Berges nur noch vereinzelte Felsbänke, die 
klippenartig am steilen Berghange auf ragen. Diese letzteren wie auch 
die Vogelsteine verdanken ihre Herausmodellierung einer starken Ver- 
quarzung, die wohl auf vulkanische oder tektonische Einwirkung zu- 
rückzuführen ist. Der Mühlgrund dürfte ebenfalls, aber in geringerem 
Maße, davon betroffen worden sein. In entgegengesetzter Weise hat 
der vulkanische Charakter des Berges die von keiner Härtung betrof- 



30 



Beschreibung der einzelnen Schollen 



fenon Sandsteine beeinflußt. Die oberste Kuppe des Rosenberges be- 
steht in einer Mächtigkeit von 80— 100 m aus Basaltmassen. Basalt- 
trümmer und deren Verwitterungsprodukte bedecken bis weit hinab 
die Hänge des Berges. Die basaltische Schuttmasse ist in alle im Sand- 
stein vorhandenen Spalten und Klüfte eingedrungen, so daß die Ab- 
tragung mit dem allgemeinen Böschungswinkel des Berges schritt- 
halten mußte und eine Herausbildung von Sandsteinfelsen nur dort 
eintrat, wo die Sandsteine durch Verquarzung und Vererzung besonders 
"widerstandsfähig geworden waren. 

Der Rosenberg ist mir lange Jahre als eine Sphinx erschienen, 
die am Nordfuße zwischen Grundmühle und Kamnitzleiten die cha- 
rakteristischen Felswände der Zone des Inoceramus Idbialus zeigt, am 




Abb. 4. Das Tal von NVindiscb ka m ni tz mit dem Roscnberge. SW = Südwest. 
NO = Nordost. Stl. = Stüruugslinic R = Basaltkuppe des Rosenberges 620,3 m ü. d. M. 
a = Sign. 212,9. b = Steinbruch 215,0 m ü. d. M. II = Hohenleipe mit dem Schloßberg. 
O = Grundmühle. Der Abhang des Rosenberges gegen Windischkamnitz bildet eine 
felsenlose, allmählich abfallende Fläche, die in der Richtung SW — NO von einer Störungs- 
liuie durchschnitten wird. Die Schichten gehören dem Mittelturon an. An der Grund- 
mühle (G) Sandsteinfelsen der Zone des Inoceramus laöiatus (Untcrturon). 

Im Hintergründe der Steilabfall der vom Prebischtor gegen Dittersbach ziehenden Sand- 
steinmauer (Oberturon). 

Ostabhang gegen Windischkamnitz aber ein anderes felscnloses Ant- 
litz darbietet, s. Abb. 4. IIlüSCH hat in seiner Übersichtskarte des 
Böhmischen Mittelgebirges in 360—400 m Höhe die Tonmergelzonc 
des Inoceramus Schloenbachi, Stufe y, eingezeichnet. In Wirklichkeit 
gehören die Schichten dieser Höhenlage der Stufe et der Schloenbachi- 
Zone an. Klarheit wurde erst durch den Vergleich der gesammelten 
Gesteinsproben erreicht. So fanden sich in 300 m Höhe die eigen- 




Das nördliche Tafelland 



31 



artigen rot und weißgelb dünngebänderten und geflammten, weichen, 
fossilführenden Sandsteine, die ich an der Straße von Dittersbach 
nach Hohenleipe in 210-220 m Höhe (S. 40) sowie bei Stimmersdorf 
(Profil S. 89, Schicht 14) in 265 m Höhe, am N W- Ausgang von Arnsdorf 
in 325—330 m Höhe (&. 34) und anderweit in einem bestimmten Hori- 
zont feststellen konnte. Darüber treten dann die im nördlichen Gebiet 
als Leitschicht zu verfolgenden mittelkörnigen grauen Sande der Stufe a 
der Schloenbachi-Zone auf, die in den Vogelsteinen verquarzt und als 
Felsriff erhalten sind. Schließlich ist in den obersten einzelnen Fels- 
partien der Sandstein reich an Kaolinkörnern und wird zuletzt ziem- 
lich grobkörnig. Fr gleicht vollständig dem, wie er bei Böhmisch 
Kamnitz in nächster Nähe unterhalb der Tonmergel, Stufe y, auftritt. 
Erst hier in 523 m Höhe könnte man bei normaler Lagerung Ton- 
mergel vermuten, die auch in einer gewissen Mächtigkeit unter den 
Basaltgeröllen verborgen sein können. 

Die erwähnte verschiedenartige Tal- und Gesteinsausbildung bei 
der Grundmühle gegenüber Windischkamnitz ist nur durch eine Stö- 
rungslinie zu erklären, die von östlich Hohenleipe aus in SSV Rich- 
tung am Berghange entlang anzunehmen ist und die bei Sign. 296,6 
in SW-Richtung gegen Neuohlisch umbiegt (Linie IX). Die Ober 
grenze der Labiutm - Zone liegt in der Rosenbergscholle bei 250 m und 
der Talgrund von Windischkamnitz in 200— 210 m Meereshöhe. Bei 
ungestörter Lagerung müßte demnach im Tale von Windischkamnitz 
auch die enggeschluchtete Zone des Inoceramus labiutus anstelien. Man 
trifft aber nicht diese, sondern die zu wenig Felsbildungen neigenden 
Sandsteine des Mittelturons am Windischkamnitzer Rosenberghange. 

Die Basis der das ehemalige Gipfelplateau bildenden Sandsteine 
der Stufe ß 2 dürfte am Rosenberge bei 480—500 m Meereshöhe zu 
suchen sein. 

Die Rosenbergscholle umfaßt außer dem Rosenberge die gegen 
W anschließende Ebenheit von Rosendorf und Arnsdorf. 

Den günstigsten Aufschluß gewährt das Profil des Rosenberges 
von der Grundmühle durch die Mühlgrundsehlüchte hinan bis zum 
Verbindungswege von Windischkamnitz nach Rosendorf. Ferner sind 
Sandsteinbänke gut aufgeschlossen an den Vogelsteinen und an einigen 
anderen isolierten Felsklippen hoch oben am Berge. Bei der Be- 
gehung des Rosenberges konnte folgendes fcstgestellt werden. 

Kuppe des Rosen berges 620,3m ü. d. M. 

Die Mächtigkeit des anstehenden Basaltes beträgt 80 -100 m. An 
der SW-Scite des Berges tritt in 535 m Höhe in unmittelbarer Nähe 
von Basaltklippen lichtgrauer mittelkörniger Quarzit auf, der. wie 
bereits angeführt, vielleicht etwas emporgeschleppt sein dürfte. Unter 
Übertragung der anderweit gewonnenen Schichtenmächtigkeit wäre von 
ungefähr 520 m Höhe an Tonmergel zu erwarten. Eine genaue Auf- 
messung der Schichten am Rosenberge wird voraussichtlich weiter Klä- 



32 



Beschreibung der einzelnen Schollen 



rung bringen 1 ). Am südlichen Steilhange des Berges treten sodann 
einige größere Felspartien zutage. 

Rosenberg Südseite 523 (s. Anlage S. 95) 

Wie schon bemerkt, gleichen diese Sandsteinschichten denen, die 
bei Böhmisch Kamnitz unmittelbar unter den Tonmergeln liegen. 

An der SO-Seite des Rosenberges trifft man am Fahrwege in 
450 — 485 m Höhe an einigen Stellen anstehenden Sandstein. Er ist 
gelb, mittelkörnig mit vereinzelten größeren Quarzen und zerfällt leicht. 
Verfolgt man den Fahrweg am Ostabhange hin weiter um den Berg 
herum nach abwärts bis zum Auftreffen auf den sogenannten Win- 
dischkamnitzer Weg (390 m), so tritt Sandstein fast gar nicht an die 
Oberfläche. Vereinzelt finden sich neben Basaltgoröllcn nur graugelb- 
rötliche, fein bis mittelkörnige Quarzite mit undeutlichen Versteine- 
rungen. An der Ostscitc des Berges streicht vom Fahrwege eine Ver- 
quarzungs- und Vererzungszone radial am Berge herab. Oben am 
Fahrwege durchziehen Eisenbänder den Sandstein und sind sicher die 
Ursache, daß der Sandstein an dieser Stelle als Fels hervortritt. Wei- 
ter abwärts stellen sich allmählich Vcrquarzungserscheinungen ein, bis 
in den Vogelsteinen der sonst leicht zerfallende Sandstein der Stufe et 
vollständig von der Verquarzung erfaßt worden ist und in steilen zacki- 
gen Felsriffen emporragt. 



An der Ostseite des Rosonbergcs. 480,0 m ü. d. M. 

Zone des Inoceramus Schloenbachi m 

ß 7. Sst. mit viel Kaolinkörnern, weißgran und gelblich, mk., eisenschüssig, 

einzelne Felsparticn am AbhaDg 20,0 

6. Nichts aufgeschlossen 10,0 

5. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, weißgrau, fk. bis mk., einzelne Felspar- 
tien am Abhang 30,0 

4. Sst., weißgrau, fk. bis gk., Korn sehr wechselnd, leicht zerfallend . . 20,0 

400,0 m ü. d. M. 



Nun folgt von 400—350 m herab das Felsriff der Vogelsteinc. Die 
Schichten fallen hier stark gegen S ein. Dies dürfte mit der Radial- 
spalte Zusammenhängen, die vom Vulkanschlot ausgegangen und an 
der entlang auch die Verquarzung und Vererzung erfolgt ist. Merk- 
würdigerweise trifft man an der Seite des Felsriffes bei 390 m Meeres- 
höhe Quellen. 

400,0 m ü. d. M. 

Zone des Inoceramus Schloenbachi m 

a 3. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, lichtgrau bis gelb, mk. 1 p . , 

bis gk ( Felszacken 200 

2. Sst., weißgrau, mk 1 v 7, . 15,0 

1. Sst-, rötlichgrau, fk. bis gk. 350,0 m ü. d. M ) V0 g el8teine 15 >0 

') Oshhk, R., Klein- und Großformen der Südwest-Lausitz usw., Bautzen 1927, 

S. 63: »Ein Rest der alten (präbasaltischen) Oberfläche findet sich am Rosenberg, wo 
Tertiär einem basaltischen Deckenrest unterlagert.« Er bezieht sich hierbei auf Staff, 
Die Geomorphogenie usw., S. 10. Dieser sagt aber nur, daß am Rosenberg die präba- 
saltische Oberfläche in etwa 560 m Höhe unter einer Basaltdeckenkappe erhalten sei. 
Tertiäre Schichten sind unter dem Basalt am Rosenberge nicht bekannt 



Das nördliche Tafelland 



33 



Verfolgt man vom Windisckkamnitzer Wege den markierten Weg 
gegen die Grundmühle, so kann man folgendes beobachten: 

Rosenberg, NO-Seite (s. Anlage S. 95) 

Die Schichten haben hier ihren normalen Aufbau. Zu unterst 
50 m mächtig die dicken Felsbänke der Zone des Inoceramus labiatus, 
darüber folgen 100 m mächtig die Schichten des Mittelturons, mehr 
oder weniger als Felsbänke hervor tretend, und darüber noch 30 m 
mächtig die losen Sande der Stufe a der Schloenbachi-'Zonc. Bei 
Schicht 3 kann man im Zweifel sein, ob sie der Labiatus-Zona oder 
dem Mittelturon angehört. Wenn ersteres der Fall wäre, würde hier 
eine Verschiebung innerhalb der Labiatus- Zone anzunehmen sein, die 
bei der Nähe der Grenze gegen die Windischkamnitzer Scholle nicht 
unmöglich wäre. 

Südlich von Hohenleipe steigt man durch die Kirchschlueht auf 
Treppen hinab zum Kamnitzback. 

Kirchschlueht von Hohenleipe (s. Anlage S. 96) 

Die unteren 50 m gehören der Labiatus- Zone an, die hier wie 
in der Edmundsklamm senkrechte Felsabstürze bildet. Vom Mittel- 
turon, dem die oberen 30 m zuzurechnen sind, ist nur in den obersten 
Schichten weicher, toniger, rötlicher Sandstein anstehend vorhanden. 

Am Felskegel des Oy bin bei der Grundmühle bestehen die un- 
teren Bänke aus folgendem Gestein: 



Felsen Oybin, 208,0 m ü. d. M. 

Zone des Inoceramus labiatus m 

3. Sst. lichtgrau, mk., fest ) 8,0 

2. Sst. gelb, mk. dazwischen auch schwache gk. Lagen, fest > Felsen 6,0 
1. Sst. lichtgrau bis gelb, mk. bis gk., kratzig . ... ) 4,0 

Talsohle am Fels Oybin (Grundmühle), 190,0 m ü. d. M. 



Die hier anstehenden Schichten der Labiatus- Zone gleichen denen 
in der Kirchschlueht. 

Im Bieletal, das von der Grundmühle gegen Dittersbach hin- 
aufführt, konnte ich ähnliche Schichten feststellen. 

Bielctal. westlich Dittersbach, 224,0 m ü. d. M. 

Zone des Inoceramus labiatus ni 

2. Sst. licht- und dunkelgrau, fest, gleichmäßig mk., sehr feucht, Felsen . 16,0 
1. Sst. gelblich, mk. mit einigen Schichten gk. Lagen, fest, trocken, Felsen 8,0 

200,0 m ü. d. M. 

Unterhalb der Vogelsteine dehnt sich am breiten Ostabhange des 
Rosenberges von 350—250 m Höhe herab eine allmählich abfallende 
Fläche aus, bedeckt mit Wiesen, Feldern und Waldstreifen. Festes 
Gestein tritt nirgends zutage. Diese Fläche, unter der das Mittel- 
turon verborgen liegt, wird von N nach S von Störungslinie IX mit 
einer Sprunghöhe von 30 — 50 m durchzogen, so daß der westliche Teil 
des Talgrundes von Windischkamnitz ebenfalls noch in das Mittel- 
turon einschneidet. 



Neue Folge. Heft 112 



3 



34 



Beschreibung der einzelnen Schollen 



Der Süd- und Westabhang des Rosenbergkegels wurde nicht näher 
untersucht. Felspartien treten nicht auf, so daß der Schichtenbau 
gleichartig angenommen worden ist. 

Das Gebiet westlich und südwestlich des Rosenberges stellt eine 
Ebenheit dar, aus der eine Anzahl Basalthärtlinge als kleine Kuppen 
hervortreten, so Eckers-Berg (374,4 m), Zschabern-Berg (411,4 m), 
Ilutberg (401,6 m), Gutsimsberg (386,5 m), Sturms-Berg (381,5 in) und 
am Westrande der Scholle der Arnsberg (427,1 in). Sandiger Lehm 
bildet allgemein die Deckschicht, nur im näheren Umkreise der über 
die Fläche höher aufragenden Basaltkuppen und in den eingeschnit- 
tenen Bachtälern tritt der Sandstein unmittelbar zutage und zwar meist 
als weißgrauer Sandboden, bedeckt mit Heidekraut und Kiefern. Sehr 
schön sind diese Schichten in dem kleinen Waldgebiet zwischen Arns- 
dorf und der Neuen Welt in 340 350 m Höhe aufgeschlossen. In einem 
verlassenen 4m hohen Anbruch fand ich hier einen weißgrauen und 
gelbroten feinkörnigen Sandstein. Etwas weiter nördlich trifft man 
vom Wege angeschnitten in 325— 335 m Höhe weißlichen, grauen und 
rötlichgelben, fein- bis mittelkörnigen Sandstein. Ich fand darin 

Oalrea vesicularii Lam. 

An der westlich gegenüberliegenden Berglehne tritt in 320 330 m 
Höhe derselbe Sandstein zutage. Ich sammelte darin 

Ostrea vesiculari» Lam. 

Exoyyra columba Lam. 

Der hangende weißgraue Sandstein zerfällt sehr leicht und über- 
schüttet alles mit blendendem, helleuchtendem Sande. 

.Am NW Ausgang von Arnsdorf steht in einer isolierten Felspartie 
in 325 330 m Höhe gelber, grauer und roter feinkörniger Sandstein 
an. Ich fand darin 

Lima cauali/'era Goldf. 

(hlrea vesicutaris Lam. 

Hieran schließt sich das Profil durch die Dürrkamnitzschlucht 
(S. 89). Alle diese Schichten gehören den oberen Lagen des Mittel - 
turons, die weißleuchtenden Sande der Stufe a der Schloenbachi- 
Zone an. 

I). I)ic Stcrnliergscliolle 

O. Gr. a 330 — 350 in ü. d. M. 

Die Sternbergscholle wird im N begrenzt vom Zeidlerbogen 
der Lausitzer Hauptverwerfung, im S von Störungslinie XIII, im O von 
Linie Je. Die Westgrenze, Linie VIII, dient nur zur geographischen 
Abgrenzung gegen die Winterbergscholle, die in gleicher Höhe wie die 
.Sternbergscholle liegt. 

Die Sternbergscholle füllt den Zeidlerbogen der Lausitzer Ilaupt- 
yerwerfung aus und ist nach dem Jagdschloß Sternberg benannt, das 
im nördlichen Teile des Gebietes auf einem kleinen Felsplateau liegt. 
Der Kirnitzschbach teilt das Gebiet in eine nördliche und südliche 
Hallte. Der südliche Teil bildet eine lange, seitlich stark zersehluch- 



Das nördliche Tafelland 



35 



tete Sandstcinfelsmasse, deren Rückgrat von mehreren Basalthärt- 
lingen gebildet wird. Die höchsten Funkte von W nach 0 sind der 
Ziegenrücken (425 m), der Bittierberg, basaltisch, (441,6 m), Neuhaus, 
basaltisch, (433,7 m), der Zeidlerhübel, basaltisch, (440 m), der Bär- 
winkel, basaltisch, (443 m), der Hengstberg, basaltisch, (478,7 m). 
Mit Ausnahme des letzteren, wo der Basalt den Sandstein gegen 10 m 
überragt, liegen die Basaltkuppen im allgemeinen im Sandsteinniveau. 
Das nördliche Gebiet wird vom Wolfsbach, Zeidlerbach und Weiß- 
bachgrund mit ihren zahlreichen Nebenschluchten zertalt. Entlang der 
Hauptverwerfung folgen der Steinberg (461m), der Kühkopf (423 m), 
die Höhe nördlich Jagdschloß Sternberg (471,6 m) und das Gebiet west- 
lich vom Rauchgraben bis zu 437,4 m Höhe. Die Basis der Stufe ß 2 
würde ungefähr bei 450— 470 m Höhe liegen. Die über diese Linie hin- 
ausragenden Sandsteine sind vorherrschend feinkörnig und mergelig- 
tonig, z. B. Schicht 13 Profil Sternberg S.97. Die Schichten der Stern- 
bergscholle gehören dem Mittelturon und der Zone des lnoceramus 
Schloenbachi Stufe u und ß an. Während Mittelturon und Stufe a die 
von der Winterbcrgscholle her bekannte Ausbildung besitzen, sind bei 
Stufe ß zum Teil die obersten feinkörnigen und teils auch mergeligen 
Sandsteinschichten der Unterstufe 2 entwickelt (Höhe 471,6 m). 

Im westlichen Teile wurde die Schichtenfolge entlang des Fin- 
steren Grundes aufgenommen. 

Sandstein kuppe südlich am Finsteren Grund 
(s. Anlage S. 96) 

Das Mittelturon ist hier 20 in mächtig in Felswänden aufgeschlos- 
sen. Stufe a der Schloenbachi - Zone ist durch die bekannten mit grauem 
mittelkörnigem Sand bedeckten Hänge vertreten, aus denen in den 
oberen Schichten wenige gerundete dicke Felsbänke hervortreten. 
Stufe ß der Schloenbachi-Zonc beginnt mit einer 30 m mächtigen 
Schichtenfolge, in der Felsbänke einzeln oder in kleineren Gruppen 
auftreten. Darüber folgen senkrechte Felswände in einer Mächtigkeit 
von 26m, die weiteren 24m sind wenig aufgeschlossen. Den Gipfel 
krönt eine 5 m mächtige Felspartie. 

Vom Jagdschloß Sternberg entlang des Wolfsbaches bis zu dessen 
Einmündung in die Kirnitzseh wurde folgendes festgestellt: 

Abgeholzte, gerundete Höhe usw. (s. Anlage S.97) 

Der Talgrund liegt hier bis zu 34 m Höhe in der Stufe ci der 
Sehloenbachi-Zone, an der Basis einzelne Felsbänke, oben nur Sand- 
hänge. Dann folgt die Stufe ß mit 70 m mächtigen Felsbänken und 
-wänden eines meist Kaolinkörner führenden Sandsteines. Darüber 
liegt 56 m mächtig eine felsenlose, feinkörnige Sandsteinmasse, die in 
der Hauptsache der Unterstufe 2 zuzurechnen ist. Ganz besonders die 
oberste mit kohligen Nestern angefüllte Schicht 13 deutet auf die 
Nähe der Tonmergelstufe y. 



3 * 




36 



Beschreibung der einzelnen Scholle« 



Am Anfang des Khaatales östlich an Sign. 342,2 sind die unteren 
Partien der Stufe ß durch mächtige Felsbänke mehr als 50 m aufge- 
schlossen. Das Gestein ist vorherrschend mittel- bis grobkörnig. 



Anfang des Khaatales (s. Anlage S. 97) 

In der NW-Ecke des Gebietes, am Benediktstein, konnte ich, als 
an der einzigen Stelle des untersuchten östlichen Elbsandsteingebir- 
ges, zwischen den Sandsteinschichten harten Kalksandstein feststellen. 
Ich fand hier folgende Schichten: 



Am Benediktstein, 315,0 m ü. d. M. 

4. Sst. grau, fk. bis mk \ 

3. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, ^lichthoniggelb, mk. . t 

2. Kalksst. graugelb, mk., hart i 

1. Kalksst. rotgelb, mk. bis konglomeralisck, hart . . ) 
Talsohle 308,0 m ü. d. M. 



Felsen 



3.0 

2.0 
1,0 
1,0 



Die Felspartie, an der Hauptverwerfung gelegen, könnte von der 
Sternbergscholle auch losgelöst worden sein. Bei normaler Lagerung 
würden die Schichten dem Mittelturon angehören, jedoch läßt sich 
das Gestein am besten in die Stufe ß der Schloeribachi - Zone einreihen. 



E. Die Tänniglseliolle 

O.Gr.o 380-400 m ü.d.M. 

Die T ännigtschol le ist begrenzt im N von Linie XIII, im YV 
von Linie VIII, im S von Linie XI und im O von Linie X. 

Als gewaltigste Felsbastion des östlichsten Elbsandsteingebirges 
überragt die Tännigtscholle beherrschend ihre Umgebung. Vom Ma- 
rienfels im S kann man über Wilhelminenwand und Rudolphstein eine 
scharf geschnittene Felsmauer bis zum Wespenberg und weiter zur 
Kirnitzsch und zum Iiengstgrund verfolgen. Der Mittelpunkt dieser 
natürlichen Festung liegt in der Umgebung des Tännigts. Besonders 
von W, wie von der Kuppe des Eulenhübels, erweckt das erhabene Fels- 
massiv die Bewunderung des Naturfreundes. Einige der hervorragend- 
sten Berggipfel sind folgende: 

Die Wilhelminenwand (441,8 m), der Rudolphstein (486,0 m), das 
Tännigt (487 m), der Wespenberg, basaltisch, (476,8 m), die Burg 
(447,8 m), der Heedberg (490 m), der Limberg, basaltisch, (489,0 m). 

Die Scholle setzt sich zusammen aus Schichten des Mittelturons 
und der Stufen a und ß der Zone des Inoceramus Sehloenbachi. Die 
Basis der Unterstufe ß 2 würde bei 500— 520 m zu suchen sein. In 380 
bis 400 m Höhe benützt den Böschungshang der Stufe a der prächtige 
Touristenweg von der Balzhütte am Westabfall des Felsmassivs ent- 
lnng gegen den^ Wespenberg. Der nach S als tief zerklüftetes Riff 
vorspringende Felsenzug der eigentlichen Dittersbacher Felsen, Fal- 
kenstein, Rabstoin, Marienfels und Wilhelminenwand, ist in den oberen 
Partien stark mit Kieselsäure durchtränkt und sehr hart. Unmittelbar 
südlich am Marienfels vorüber verläuft Störungslinie X. Steigt man 
von Dittersbach gegen diesen Fels auf dem allgemeinen Touristen- 



Das nördliche Tafelland 37 

wege hinan, so überschreitet man bei 300 m Höhe diese Linie. Die süd- 
liche Scholle liegt 80 m tiefer als die nördliche Tännigtscholle. 

Felskrone des Marienfelsen (s. Anlage S. 97) 

30 m mächtige mittelturone Felsbänke und 40 m dicke gerundete, 
leicht zerfallende Bänke der Stufe « der Schhenbachi-Zone werden 
durch Störungslinie X abgeschnitten. Die Schichtenfolge wiederholt 
sich. Es folgen nochmals Felswände und -bänke des Mittelturons und 
Sandhänge der Stufe ct in je 40 m Mächtigkeit. Darüber steigt in senk- 
rechten Mauern und Türmen Stufe ß ebenfalls in 40 m Mächtigkeit 
empor. 

Der Touristensteig führt vom Marienfels an dessen Nordseite hinab 
und vorüber an der breiten Felshöhlung von Balzers Lager bis nach 
Stufe a. Er schneidet 10 m tief in letztere ein und klimmt dann wieder 
60 m durch steile Felswände der Stufe ß empor zur Wilhelmincnwand. 

Felsplatte der Wilhelminenwand (s. Anlage S. 98) 

Die obersten Partien der Wilhelminenwand sind nicht so stark 
verquarzt wie die des Marienfelsen. .Marienfels und Wilhelminen- 
wand bieten prächtige Ausblicke auf die Felstürme und Gründe der 
Dittersbacher Felsen wie aber auch auf die grünen Flächen der nähe 
ron Umgebung von Dittersbach (Obergrenze des Mittelturons). Entlang 
der Felsabstürzo kann man den Verlauf einzelner Terrassen ausge- 
zeichnet verfolgen. Weiter überblickt man in der Linie Güntersdorf- 
IIuttenberg-Ottenberg-Kaltenbach die grünen Tonmergelflächen der 
Stufe, y, die gegen das nördlich gelegene Waldgebiet der Stufen a und 
und ß einen eindrucksvollen Kontrast bieten. 

Nördlich der Wilhelminenwand erhebt sich der Rudolphstein, ein 
senkrecht aufsteigender Felsklotz mit hervorragender Rundsicht, die 
besonders in das Felsengewirr gegen N und NO eindringt. 

Felskuppe des Rudolphsteines (s. Anlage S. 98) 

Die gesamte Sandsteinmasse liegt in der Stufe ß, die aber in den 
Höhenlagen der obersten Felstürme des Marienfelsen und der Wil- 
helminenwand nur geringe Fclsbildungen aufweist. Letztere treten 
erst bedeutend höher, und zwar wieder in den obersten Schichten, 
besser hervor. Die Verfestigung ist hier zum größten Teil durch Ver- 
erzung erfolgt. Da sic nicht auf bestimmte Horizonte beschränkt ist, 
muß man sie als sekundäre Erscheinung ansehen und zwar in Verbin- 
dung mit der vulkanischen Tätigkeit im Tertiär 1 ). Der die Höhe des 
Rudolphsteines fast erreichende Wespenberg am Touristenwege vom 
Rudolphstein nach der Oberen Schleuse bildet mit seinem lichten Bu- 
chenbestande, unter dem sich eine schmucke Basaltkuppe verbirgt, ein 
gutes Orientierungsmal in der endlosen Wald- und Felseneinsamkeit. 
Am Westabhange des Berges ist folgende Schichtenfolge vorhanden: 

') Vergl. a. Müller, B., Der geologische Aufbau des Hirschberger Teichgebietes. 
Monogr. u. Abh. z. intern. Revue d. ges. Hydrobiologie u. Hydrograghie, Bd. 5, Leipzig 
1915, S. 57 u. flg. 




38 



Beschreibung der einzelnen Schollen 



Klippe des Wespenberges (s. Anlage S. 98) 

Zu unterst stehen 30 m mächtig gruppenweise dicke Felsbänke des 
Mittelturons an, darüber folgen 10 m mächtig einige Felsbänke eines 
versteinerungsführenden Sandsteines. Stufe a der Schloeribachi - Zone 
war hier nur in 30 m Mächtigkeit in ihrer charakteristischen felsen- 
losen Ausbildung zu verfolgen. Stufe ß ist 60 m mächtig, jedoch nur 
durch einige Felsbänke an der Oberfläche vertreten. Ähnlich wie am 
Rosenberge hat auch hier der zähe Basaltschutt die Herausmodellierung 
der Sandsteinfelsen verhindert. 

An der Waldstraße von der Balzhütte gegen den Rudolphstein sind 
keine Felsbänke vorhanden. Der Sandstein, den unteren Schichten der 
Stufe ß der Schloenbachi - Zone angehörend, zeigt folgendes Bild: 



Waldstraße Balzhiittc SW 
An der Waldstraßo 410,0 m ü. d. M. 

Zone des Inoceramux Schloenbachi m 

ß 2. Sst. gelbbraun, mk , stark eisenschüssig \fi 

1. Sst. mit wenig kleinen Kaolinkörnern, gelb, fk., schwache Eisenbänder, 

undeutliche Versteinerungen 9,0 

An der Waldstraße 400,0 m ü d. M. 



Nach Mitteilung von Herrn Baumeister IIERRMANN in Kreibitz ist 
an der Balzhütte vor Jahren eine Bohrung nach Wasser bis zu 200 m 
Tiefe vorgenommen worden, ohne genügend Wasser zu erhalten. Es 
ist merkwürdig, daß beim Durchstoßen des Mittelturons nicht Wasser 
in reichlicher Menge aufgetreten ist. 

Südlich der Balzhütte zieht sich südlich vom »F« der sächsischen 
topographischen Karte innerhalb der Stufe ß der Schloenbachi- Zone 
eine kleine Schlucht hinab. Die Schichtcnfolge war in folgender 
Weise aufgeschlossen: 

Felsbänke südlich des »F« usw. (s. Anlage S. 99) 

An der Waldstraße von der Balzhütte nach 0 gegen Sign. 333,5 
stehen südwestlich und südlich des Ziegenrückens in einer Höhe von 
375 350 m herab wiederholt dicke Felsbänke eines weißgrauen bis 
graugelben, mittelkörnigen Sandsteines an. Es sind die Schichten der 
Stufe a der Schloenbachi-Tione. 

Von der Balzhütte führt ein viel begangener Touristensteig hinan 
durch die sogenannte Enge Stiege (schmaler Durchschlupf durch 
die Felsen) zum Engen Stein. Die 55m mächtige Schichtenfolge 
liegt in der Stufe ß. 

Felsplateau am Engen Stein (s. Anlage S. 99) 

Verfolgt man Jen genannten Touristensteig weiter und steigt hin- 
ab nach NO, so durchschneidet man dieselben Höhenlinien von der 
anderen Seite. In den obersten 30 m tritt jedoch der Sandstein fast 
gar nicht zutage. Durch weitere Untersuchungen wäre festzustellen, 
ob diese Schichten bereits der um 50 m ticferliegenden Suppgeberg- 
scholle und dadurch einem höheren Niveau der Stufe ß angehören. 



Das nördliche Tafelland 



39 



Vom Engen Stein Sign. 459,6 usw. (s. Anlage S. 99) 

Nordöstlich vom Engen Stein erhebt sich bis zu 489,7 m der 
Schwarzberg. Über ihn hinweg streicht Störungslinie X. Vom 
Schwarzberg südlich um den Limberg herum wurde bis hinab in den 
Hengstgrund folgende Schichtenfolge festgestellt: 

Schwarzberg 489,7 (s. Anlage S. 99) 

Prächtig hebt sich hier Stufe a mit ihren wollsackähnlichen, ge- 
rundeten Felsbänken in einer Mächtigkeit von 45 m an den Talwänden 
heraus. Darüber folgen 80 m mächtig die senkrecht abgeschnittenen 
Felswände der Stufe ß, meist stark zernarbt und löcherig. Schicht 6 
und 7, rund 30 m mächtig, liegen jenseits der Linie X, gehören 
der Suppgebergscholle und infolgedessen einem höheren Niveau der 
Stufe ß an. 

Schließlich wurde noch an der äußersten NO-Ecke der Scholle ein 
Profil vom Hemmhübel gegen den Ilengstgrund aufgenommen. 

Hemmhübel 436,7 m (s. Anlage S. 100) 

Die hier entwickelte Schloenbachi - Zone ist ähnlich wie im vorher- 
gehenden Profil ausgebildet, Schicht 10 und 11 gehört zur Renners- 
dorfer Scholle. Von der Kuppe Sign. 436,7 findet sich nach O zwi- 
schen 428 und 420 m ebenfalls Sandstein. Er ist gelblich und weiß- 
grau, führt viel Kaolinkörner, ist fein- bis mittelkörnig mit größeren 
eingesprengten Quarzen; die kleinen Felsbänke sind dünn und an der 
Oberfläche zernarbt. An Versteinerungen fand ich Östren sp. 

F. Die Windisehkantnitzer Scholle 

O. Gr. a 330 m ü. d. M. 

O. Gr. lab. 200 in ü. d. M. 

Die Windischkamnitzer Scholle umfaßt die Orte Windisch- 
kamnitz, Schemel und den westlichen Teil von Dittersbach. Sic wird 
begrenzt im N durch Störungslinie VIII und XI, im W durch Linie 
IX, im S durch Linie Ic und im 0 durch Linie Id und X. Bei ihrer 
Länge und Schmalheit wird sie kaum eine einheitliche Scholle dar- 
stellen. Übrigens sind die tektonischen Verhältnisse zwischen Ma- 
rienfcls, Käsestein und Dittersbach noch recht unklar. 

Das Gebiet liegt vollständig im mittelturonen Sandstein, der an 
verschiedenen Stellen in seiner eigenartigen Ausbildung, Wechsel- 
lagerung dünner verschiedenfarbiger Sandstein schichten sowie Auf 
treten papierdünner Tonlagen, zu beobachten ist. 

Die Oberflächenform hat deshalb auch den bekannten Charakter 
der Ebenheiten, insbesondere im Gebiet zwischen Dittersbach, Hohen 
leipe und Schemel. 

An der Straße von Dittersbach nach Hohenleipe unweit Ditters- 
bach, dort wo das Bielewässerchen die Straße kreuzt, sind in einem 
kleinen Steinbruch folgende Schichten aus dem Mittelturon aufge- 
schlossen : 



40 



Beschreibung der einzelnen Schollen 



Oberkante des Steinbruchs 220,0 m ü. d. M. 

Sst. gelb und rot, z. T. kohlig, fk., vereinzelt gröbere Quarze eingesprengt, 
dazwischen schwache blaue Tonlagen. An Versteinerungen konnte ich 



sammeln Pinna sp. m 

Lima canalifera Goi.df. 

Exogyra comu arielis Nilss. emend. Gbikp. 

Exogyra columba Lam 10,0 

Sohle des Steinbruchs 210,0 m ü. d. M. 



Im östlichen Teile von Schemel waren an einem von Sign. 271,7 
nach dem Dorfe hinabführenden Fußwege folgende Schichten aufge- 



schlossen: 

Hohlweg südlich Sign. 271,7 m ü. d. M. nördlich an Schemel 
254,0 m ü. d. M. 

Mittelturon m 

4. Sst. meist ockergelb, fk., sehr leicht zerfallend 4,0 

3. Sst. tonig, rot und gelb fein gebändert, fk., weich, mit undeutlichen 

Versteinerungen 10,0 

2. Sst. weißlich, fk., weich 10,0 

1. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, weißlich, mk., Felspartien 10,0 

Talsohle in Schemel 220,0 m ü. d. M. 



Am Nordende von Windischkamnitz tritt an der Rosenberg- 
seite Sandstein in folgender Weise zutage: 



250,0 m ü. d. M. 

Mittelturon m 

ß. Sst. dunkelockergelb, fk. bis mk., kleine Sst. -Bänke, verwitternd zu 

Lehmbildung neigend 9,0 

5. Sst. gelb, gk., eisenschüssig 1,0 

4. Nichts aufgeschlossen 10,0 

3. Sst. gelblich und weißlich, fk 10,0 

2. Sst. gelblichgrau, fk., hart, dicke Felsbänke, Oberfläche z. T. zernarbt . 10,0 

1. Steinbruch: Sst. rötlich, gelb und weißlich, dünn lagenförmig geschichtet, 
fk. bis mk. wolkig verteilt, Versteinerungen 

Oilrea vesicularis Lam 5,0 

Sohle des Steinbruchs 205,0 m ü. d. M. 



Nordöstlich von Sign. 202,8 liegt an der Straße im nördlichsten 
Teile von Windischkamnitz ebenfalls ein kleiner Steinbruch, der ähn- 
lichen Sandstein enthält. An Versteinerungen fand Herr PRINZ Ostrea 
canaliculata Sow. sowie eine Schicht mit Spongites saxonicus GEIN. 

Südlich der Kirche von Windischkamnitz befindet sich am west- 
lichen Berghange ein Steinbruch (s. Abb. 4, b) in 215 — 230 m Meeres- 
höhe. Der Sandstein ist in den unteren Partien weißlich und mehr 
feinkörnig, in den oberen gelblich und mittelkörnig. Er zerfällt leicht 
und wird als Sand gewonnen. 

Weiter südlich bei Sign. 212,9 tritt an derselben Talseite der 
Sandstein als kleine Felspartie zutage. Das Gestein ist gelblich und 
fein- bis mittelkörnig. Nordöstlich von Sign. 212,9 ragt an einem ein- 
zelnen Hause eine isolierte Felsgruppe empor. Hier ergab sich fol- 
gende Schichtenfolge: 




Das nördliche Tafelland 



41 



220.0 m ü. d. M. 
Mitteltaron 

8. Sst. dunkelockergelb, mk., mit eingesprengten größeren 

Quarzen 

2. Sst. graugelb, fk. bis mk 

1. Sst. rötlicngrau, mittelkörnig 

212.0 m ü. d. M. 



Felswand 



m 

2,0 

2,0 

4,0 



Entlang der Straße von Windischkamnitz nach Neuohlisch steigt 
der Abhang gegen den Rosenberg ebenso allmählich an wie auf der 
Windischkamnitzer Seite. Meist sind Wiesenflächen vorhanden, teil- 
weise mit Obstbäumen bestanden, weiter hinauf schließt sich Kiefernwald 
an. Die Obstbäume deuten auf das nährstoffreiche feuchtere Mittel - 
turon, der Kiefernwald auf die nährstoffarme Stufe a der Schloen- 
bachi-Zone. Nördlich von Neuohlisch fand ich zwischen Sign. 232,2 
(Straße) und Sign. 278,7 weichen weißen und gelben Sand mit wenigen 
festeren Stücken. Hart am Nordrande des Dorfes befindet sich in 
250 m Höhe eine kleine Felspartie. Der Sandstein ist weißgrau und 
gelb, fein- bis mittelkörnig. 



G. I)ic Dittersbaehcr Scholle 

O. Gr. a 300 m ü. d. M. 

Die Dittersbacher Scholle ist sehr klein und wird von 
Linie X im N und W, Linie Id im SO und Linie XII im O begrenzt. 

Die Scholle liegt am Abbruch gegen das Kamnitzer Bruchgebiet. 
Der bedeutendste Gipfel ist der Habstein (389,2 in). Die Scholle ge- 
währt kein einheitliches Bild. Bei ihrer eingekeilten Lage ist es nicht 
unwahrscheinlich, daß sie aus mehreren Stücken besteht. Der nörd- 
liche Teil wird von mächtigen Fclsbergen, den Südausläufern der 
Dittersbacher Felsen, eingenommen. Hier wurde entlang des Schol- 
zengrundes folgende Schichtenfolge festgestellt: 

Höhe 402,4 m usw. (s. Anlage S. 100) 

Das Mittelturon ist nur in einigen Felsbänken aufgeschlossen. 
45 m mächtig ist Stufe a der Schloenbachi - Zone in dem bekannten 
mittel körnigen, meist grauen, leicht zu Sand zerfallenden Sandstein 
entwickelt. Die 107 m mächtige Stufe ß besteht aus senkrechten Fels- 
wänden und -türmen, die Oberfläche ist meist stark zernarbt, das Ge- 
stein in Farbe grau und gelb, vorwiegend mittelkörnig, auch grob- 
körnig, seltener feinkörnig, Kaolinkörner sind häufig vorhanden. Da 
in Stufe ß überall in der Nachbarschaft bei 50 und 00 m Entfernung 
von der Basis feinkörnige Sandsteine aufzutreten beginnen, während 
hier fast durchgehend mittlere und grobe Ausbildung vorherrscht, 
dürfte der obere Teil des Profils beiläufig 50 m höher liegen und der 
Suppgebergschol 1 e angehören (Schichten 21 — 27). 

An der Straße von Rennersdorf nach Dittersbach sind 
folgende Schichten aufgeschlossen : 



42 



Beschreibung der einzelnen Schollen 



Rennersdorf Westausgang 330 m (s. Anlage S. 101) 

Die untersten Partien des Mittelturons bestehen hier aus tonigen 
Sandsteinen und 20 m steilen zernarbten Felsmassen, die letzten 10 m 
sind nicht aufgeschlossen. Weiter folgt die Schloenbachi - Zone Stufe « 
in der bekannten Ausbildung mit 40 m und schließlich Stufe ß. Zwi- 
schen a und ß streicht Störungslinie Ic. Die hier anschließenden 
Schichten ß gehören einem 40 — 50 m höherliegenden Horizont an und 
sind zur Renners dorfer Scholle zu stellen. 

Beim Abstieg von der Hintschke nach W gegen Schemel finden 
sich folgende Schichten: 



Fußweg von der Hintschke Dach Schemel 

340.0 m ü. d. M. 

Zone des Inoceramue Schloenbachi 

ß 5. Sst. mit kleinen Kaolinkörnem, grauweiß, mk., leicht zerfallend, schwärz- 
lich weißgrauen Sand bildend 

4. Sst. gelb, mk., an der Oberfläche Lehm bildend 

3. Sst. graugelb, fk. bis mk., kleine Felsbänke . . 

« 2. Sst. grauweiß, mk., vereinzelt größere Quarze eingesprengt, leicht zer- 
fallend, weißgrauen Sand bildend 

1. Sst. meist gelblich, auch grauweiß, mk ' 

260.0 m ü. d. M. 



m 

20,0 

10,0 

10,0 

20,0 

20,0 



Zu unterst 40 m mächtig liegen die mittelkörnigen Sande der 
Stufe ct und darüber 30 m mächtig die Stufe ß, die liier nur wenig 
.Felsbänke aufweist. 

Am Ostende von Schemel leuchtet weithin die lichte Sandhöhe 
Sign. 275,7. 

Am Ostende von Schemel Sign. 275,7 m ü. d. M. 

Zone des Jnoceramm Schloenbachi m 

« 2. Die Höhe ist von lichtgranem Sand überschüttet 15,7 

* Mittelturon 

1. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, hochrot, mk., tief zerlöcherte Fels- 
bänke 

258,0 m ü. d. M. 



Der Südabhang des Marienfelsen gehört zum Teil der Dit- 
tersbacher Scholle an (vergl. Profil Marienfelsen S. 97, Schicht 1—3). 

Am Wege von Dittersbach nach dem Marienfelsen wurde im 
Sommer 1925 für den Bau eines Jugendheimes ein Brunnenschacht 
gegraben. Der Schacht liegt vollständig im Mittelturon und brachte 
bei 40 m Tiefe armstarkes Quellwasser. Der Wasserreichtum stammt 
aus den in dieser Zone zahlreich vorhandenen Tonlagen. Ein Wün- 
schelrutengänger hatte diese Stelle als besonders ergiebig bezeichnet. 
Hätte man an dom steilen Abhange 20- 30 m tiefer die Grabung an- 
gesetzt, so wäre man viel früher auf die wasserführenden Schichten 
gekommen und der Brunnen wäre bedeutend billiger geworden. Das 
liier folgende Brunnenprofil verdanke ich Herrn Hans MICHEL in 
Dittersbach, der sich um die Grabungen besonders bemüht hat. 

Dittersbach Brunnenschacht usw. (s. Anlage S. 101) 



Das nördliche Tafelland 



43 



H. Die Suppgebergseholle 

0. Gr. o 330—350 m ü. d. M. 

Die Suppgebergseholle, ein schmaler Streifen, wird im W 
von Linie X. im S von Linie XII und Id und im 0 von Linie Ie be- 
grenzt. 0. Gr a bei 330 m, im Gebiet des Suppge- und Eichberges 
bei 350 m. 

Die höchsten Erhebungen bestehen im Schusterhorn (417,1 m), 
Suppgeberg, basaltisch (482,4 m), in Höhe 450,7 nördlich vom Hohen 
Eichberg, im Kleinen Eichborg (410,1m), Ziegenrücken (437 m) und 
Schwarzberg (489,7 m). Die Basis der Schloenbachi-7jone Stufe ß 2 
würde ungefähr bei 450 m Höhe liegen. In der äußersten SW-Ecke 
der Scholle liegt bei Sign. 402.4 das Profil des Scholzengrundes 
(S. 100), dessen oberste Schichten, 21—27, der Stufe ß der Schloen- 
bachi-7jono und dieser Scholle angehören. 

Nördlich des Rennersdorfer Kreuzberges sind ferner einige 
Schichten der Stufe ß schön angeschnitten. 

Nördlich Rennersdorf und östlich Sign. 403,G m am Wege 370,0 m ü. d. M. 

Zone des Inoceramus Schloenbachi m 

B 4. Sst. mit Kaolinkörnern, rötlich-grau, gk ) einzelne dicke 5,0 

3. Sst. lichtgran, mk. bis gk j Felsbänke, 1,0 

2. Sst. graugelb, gk ’ Weg sehr sandig 1,0 

1. Sst. mit viel Kaolinkörnern, rötlicbgelb, fk. bis mk., Hohlweg, Ober- 
fläche schmierig 

Sohle des Hohlweges 360,0 m ü. d. M. 

Nördlich vom Hohen Eichberge bietet das Eelsriff Sign. 450,7 
einen sehr guten Aufschluß der Stufe ß. 

Felsturm Sign. 450,7 (s. Anlage S. 102) 

Der Aufschluß zeigt die Schichtenfolge der Stufe zwischen 60 und 
120 m und zwar, wie hier zu erwarten, vorwiegend feinkörnige Sand- 
steine. 

Südlich von diesem Felsberge zieht sich in der Richtung gegen 
NO eine lange 20m hohe Felswand, die Schranne, hin. Ihre 
Schichten liegen ebenfalls in der Stufe ß. 

Felsplateau der Schranne 390,0 m ü. d. M. 

Zone des Inoceramus Schloenbaclii m 

ß 4. Sst. weißgrau, mk. mit einzelnen eingesprengten größeren \ F e | s bänke „ 
Quarzen, leicht zerfallend . . . . ( dünn gebankt, 

3. Sst. mit viel Kaolinkornern, graugelb, fk nic ht y" 

2. Sst. mit Kaolinkörnern, graugelb, mk. . . . . . ■ \ zerna rbt t,, 

1. Sst. mit Kaolinkörnern, graugelb und weißgrau, fk. . ! °>” 

Waldweg am Fuße der Schranne 370,0 m ü. d. M. 

Am Kleinen Eich berge, von Sign. 439,3 nach N, waren fol- 
gende Schichten aufgeschlossen: 



4-1 



Beschreibung der einzelnen Schollen 



Am Kleinen Eichberg Sign. 439,3 m ü. d. M. m 

4. Kein Aufschluß 6,3 

Zone des Inoceramus ScMoenbachi 

ß 3. Sst. mit größeren Kaolinkörnern, gelb, mk. bis gk 1,0 

2. Sst. mit Kaolinkörnern, weißlich und hellgelb, fk 2,0 

Von Sign. 439,3 m weiter in der Richtung gegen N 

1. Sst. grau, fk., am Wege Felsbänke 20,0 

410,0 m ö. d. M. 



Westlich vom Kleinen Eichberge erhebt sich der Supp gebe rg. 
Der Gipfel besteht aus einem schiefrigen basaltischen Gestein und 
ist mit schönen Buchen bestanden. In nördlicher Richtung fand ich 
folgende Sandsteinbänke anstehend: 

Suppgeberg usw. (s. Anlage S. 102) 

In dem nördlich vom Engen Stein bis an den Mühlberg gegen 
O ziehenden Waldtale war in der Umgebung der Schneise M Stufe ß 
durch folgende Schichten aufgeschlossen: 

Talgrund im langen Tale usw. (s. Anlage S. 102) 

Störungslinie X streicht westlich an der Kuppe des Schwarz - 
berges entlang. Von Profil Schwarzberg S. 99 gehören deshalb die 
obersten 29,7 m zur Suppgebergscholle. Die Gesteine, Schicht 6 und 
7, sind meist feinkörnig und führen Versteinerungen. 

Am Ostabhange des Schwarzberges ist von 470 — 420 in Höhe ab- 
wärts nichts aufgeschlossen; erst in 400 m Höhe fand ich in einer 
jungen Kultur einige Sandsteinbruchstucke (Stufe ß). Der Sandstein 
enthielt viel kleine Kaolinkörner, war von gelber Farbe, feinkörnig und 
ergab an Versteinerungen Pecten laevis NlLSS. 

Die hier aufgezählten Schichten gehören vorherrschend den höhe- 
ren Lagen der Stufe ß an und zeichnen sich durch feineres Korn aus. 
Es sind die weniger wasserdurchlässigen Gesteine der 
Ebenheitsflächen, die ehemals auch über den anderen 
Sandsteingebieten lagen. Das Gebiet ist infolgedessen viel we- 
niger zerschluchtet als das westlich und nördlich anschließende. 

I. Die Rcnnersdorfer Scholle 

O. Gr. <t 260 -270 in ii. d. M. 

Die Rcnnersdorfer Scholle, einem langen, von SW nach NO 
aufgerollten Bande gleichend, wird begrenzt im W und NW durch 
Linie Te und Id, im S durch die kurze Linie XXV und im SO durch 
Linie XXXIIIa und b, sowie durch die Lausitzer Hauptverwerfung in 
der Umgebung von Khaa. 

Die Scholle ist von Wmdischkamnitz entlang der wichtigen Stö- 
rungslinie Ide über Rennersdorf, den untersten Teil von Kreibitz nach 
Altdaubitz und Khaa zu verfolgen. In ihr ist das Absinken der Sand- 
steinmasse gegen SO gut verkörpert, nach NW sind dieselben Schichten 
in höherer, nach SO und 0 in tieferer Lage vorhanden. Wichtige Berg- 
kuppen sind von W nach 0 der Tonelberg (364,2 m), der Große Berg 



Das nördliche Tafelland 



45 



(321,8 m), Höhe 425,8 nordwestlich von Limbaeh, basaltisch, der Kreuz- 
berg, basaltisch, (410,7 m), der Hohe Eichberg, basaltisch, (440,3 m), 
der Böhmberg, basaltisch, (421,8 m), der Mühlberg (381,4 m), der 
Steinbuchs, basaltisch, (429,3 m) und der Scheibenberg, basaltisch, 
(395 m). 

Die Basis der Stufe ß 2 dürfte hier zwischen 360 und 380 m liegen. 
Der mittlere Teil des Gebietes wird vom Kreibitzbach durch- 
flossen, der sich von Kennersdorf bis Schemel zwischen den mächtigen 
Steilwänden des Paulinengrundes hindurchwindet. Vom Talgrunde 
des Kreibitzbaches schneiden sich nach rückwärts mehrere Seiten- 
schluchten tief in die Scholle. Eine dieser Schluchten, die vom Ost- 
ende von Schemel gegen Limbaeh hinaufzieht, wurde besonders 
.untersucht. 

Von Sign. 346,1 usw. (s. Anlage S. 102) 

Im oberen Teile der Sandsteinschlucht liegen große Massen riesiger 
Quarzitblöcke, die vom südlich ansteigenden Kollberge stammen. Zu 
unterst steht Stufe a 37 m mächtig in dicken gerundeten Felsbänken an. 
Dann folgt Stufe ß meist felsig ausgebildet mit 71 in Mächtigkeit, in 
der unteren Hälfte mittel- bis grob-, in der oberen mehr feinkörnig. 

Der obere Teil der Straße von Kennersdorf nach Ditters- 
bach liegt in der Rennersdorfer Scholle (Profil Kennersdorf- Westaus- 
gang S. 101, Schicht 4 — 6). Am südwestlichsten Hause von Rennersdorf 
stehen in 350 m Höhe gelbliche feinkörnige Sandsteine mit viel kleinen 
Kaolinkörnern an. 

Die in frischem Grün leuchtende Rennersdorfer Höhe (Kreuz- 
berg) besteht aus Basalt. Hier entspringen mehrere Quellen. 

Von Kennersdorf führt bei Sign. 353,3 ein steiler Fußpfad hinab 
zum Kreibitzbach und weiter nach Kaltenbach, liier konnte, folgende 
Schichtenfolge festgestellt werden: 

Rennersdorf Sign. 353,3 (s. Anlage S. 103) 

Der gesamte Schichtenkomplex liegt in der Stufe ß. In den un- 
teren 40 m überwiegen mittel- und grobkörnige Sandsteine, dann folgen 
20 m feinkörnige und zuletzt wieder 10 m mittelkörnige Sandsteine. 

Am Fußwege, der die Straßenschleife am Ostausgang von Kenners- 
dorf abkürzt, fanden sich folgende Schichten anstehend: 

Östlichstes llaus von Rennersdorf. 340 m ü. d. M. 

Zone des Inoceramus Schloenbaclii in 

ß 3. Sst. rot, mergelig, feinkörnig 1 10,0 

2. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, weißgelblick, 1k. bis mk. f Felsbänke 
1. Sst. mit wenig kleinen Kaolinkörnern, weißgelb, fk. mit 1 

vereinzelt eingesprengten größeren Quarzen . . . . ) 10,0 

Straße Rennersdorf-Bachhäuser, 290 in ü. d. M. 

Östlich von den Bachhäusern stehen bei Sign. 295,3 zwischen 300 
und 310 m Höhe ähnliche Schichten an. Unweit nördlich dieses Punktes 
erhebt sich steil aufsteigend eine Felspartie (Sign. 356,7), an der die 
Schichtenfolge gut studiert werden kann. 



46 



Beschreibung der einzelnen Schollen 



Felskuppe Sign. 356,7 (s. Anlage S. 103) 

Das Profil läßt sich nach N bis zum »e« von »Sehranne« (sächs. 
topogr. Karte) bei 370 m fortsetzen. 

Am »e« von »Schranne« usw. (s. Anlage S. 104) 

Diese obersten Schichten besitzen wie auch die nördlich vom 
Jagdschloß Sternberg usw. wenig Festigkeit und zeigen sich nur in 
einzelnen kleinen Felsbänken an der Oberfläche. 

Kehren wir zurück zur Straße Rennersdorf -Niederkreibitz, so 
zweigt bei Sign. 295,3 die Straße nach Kaltenbach ab und führt in 
einigen Windungen steil aufwärts. Auch hier sind einige Felsbänke 



aufgeschlossen. 

Straße Bachhäuser— Kaltenbach, Höhe 335,0 m ü. d. M. m 

5. Diluvialer Lehm 5,0 

Zone des lnoceramus ikhtuenbachi 

ß 4. Sst. weißlich, 1k \ 4,0 

3. Sst. mit kleinen Kaolinkörnero, gelb, fk., weich ... I 1,0 

2. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, gelbrot, fk., weich, mit > Felsbänke 

dünnen Eisenbändern I 0,2 

1. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, weißgrau, 1k ) 7,8 

Straße zwischen Bachhäuser und Rennersdorf, 317 m ü. d. M. 



Verfolgt man von Sign. 295,3 die Straße weiter nach Niederkrei- 
bitz, so tritt nur noch dort, wo der Kreibitzbach die Straße quert, bei 
305 m eine kleine Felsbank an die Straße. Der Sandstein enthält viel 
Kaolinkörner, ist graugelb und mittelkörnig (Stufe ß). 

Der Böhmberg (421,8 m) am Westende von Niederkreibitz besteht 
aus einem schiefrigen Basaltgestein mit Tuffmantel. Ganz besonders 
ist die prächtige Aussicht hervorzuheben, die man von hier auf das 
Kreibitztal genießt. Am Osthange des Berges steht in 315 330 m 
Höhe ein lichtgrauer feinkörniger Sandstein mit wenig Kaolinkörnern 
und Spuren von Versteinerungen an (Stufe ß). 

ln dem Straßeneck Dorf straße Niederkreibitz und Straße Nieder- 
krcibitz-Altdaubitz befinden sich einige alte Steinbrüche. Genauer 
untersucht wurde der Steinbruch am abkürzenden Fußwege zwischen 
den beiden genannten Straßen und ergab folgende Schichtenfolge: 

Obere Kante des Steinbruchs usw. (s. Anlage S. 104) 

Der Sandstein der Werksteinbankj Schicht 3, scheint nach Ver- 
gleich von Proben zu den alten Bildhauerarbeiten in der Kirche von 
Böhmisch Kamnitz verwendet worden zu sein. Unweit östlich des Stein- 
bruches fand ich am Waldrande auf dem Grundstück des Gutsbesitzers 
POHL in Niederkreibitz in 345 m Höhe Stücke eines dünnplattigen, 
lichtgrauen und graugelben, feinkörnigen und viel Kaolinkörner führen- 
den Sandsteines (SchloenbacM - Zone Stufe ß) mit folgenden Versteine- 
rungen: 

Lima laevigata n. sp. 

Pecten virgalus Nu.ss. 

Pecten laevi s Nu.ss. 

Ostrea sudelica Soor. 



Otlrea vesicu/aris Lau. 
Ostrea canaliculata Sow. 
Peetunculus Geinitii d’Okb. 



Das nördliche Tafelland 



47 



In Niederkreibitz kann man die Sandsteinseh ichten dieser Scholle 
nach 0 entlang des Mühlgrabens bis zu der mit Wasser getriebenen 
Fabrik verfolgen. Hinter der Fabrik stehen noch die Felsbänke der 
Stufe ß an. Gegenüber am nördlichen Bergabhange ist im Hohlwege 
in 320 m Höhe weißer dünnplattiger Sandstein aufgeschlossen. 

An der Waldstraße, die von Sign. 333,5 (Straße Niederkreibitz - 
Altdaubitz) gegen die Balzhütte führt, trifft man bis an Höhe 391,2 



folgende Schichten an: 

Waldstraße Balzhiitte-Ost 
Waldstraßc an Sign. 391,2 m; 350,0 m ü. d. M. 

Zone des Inoceramus Schloenbachi m 

ß 4. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, gelb, fk. bis mk., Felswände stark zernarbt 3,0 

3. Sst. grau, mk., Felsbänke 7,0 

2. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, graugelb, mk., Felsen zernarbt . . . 4,5 

1. Sst. weißgrau, fk., sehr wenig Bindemittel, Felsbänke 2,0 

333,5 m ü. d. M. 



ß 



AmSüdabhange desMlihlberges konnte ich folgendes feststellen: 
Südhang des Mühlberges, 370,0 m ü. d. M. 

Zone des Inoceramus Scliloenbaclii in 



5. Sst. grau bis graugelb, fk. bis mk., einige Felsen 

4. Sst. grau, mk., wenig Bindemittel 

3. Sst. dunkelgraugelb, fk 

2. Sst. grau, mk 

1. Sst. mit Kaolinkörnern, weißgelb, mk 

350,0 m ü. d. M. 



Vereinzelte 

Felsbänke 



8,0 

4.0 

2.0 

4,0 



Östlich vom Mühlberge jenseits der .Straße von Niederkreibitz nach 
Altdaubitz ziehen sich von Sign. 396,6 entlang des nach S fließenden 
Wässerchens eine Reihe schöner Sandsteinfelsen in einer Schlucht da- 
hin, rlie durch die Abholzung freigelegt ist. Fast am nördlichen Tal- 
schluß erkennt man als Steingebilde oben auf einer Felskante sehr 
schön den Kopf des alten Fritz mit dem Dreispitz; anscheinend ist 
das treffliche Naturspiel noch nicht bekannt, östlich an Sign. 396,6 
ist der Sandstein noch ungefähr bis zu 415 in Höhe leidlich aufge- 
schlossen. Es konnte folgendes festgestellt werden: 



Sign. 415,0 m ü. d. M. (s. Anlage S. 104) 

Die felsenlose Ausbildung der Sandsteine weist auf Stufe ß 2 hin. 
Von Sign. 396,6 ab folgen nun tiefere Schichten dieser Stufe. 

Sign. 396,6 in ü. d. M. (s. Anlage S. 104) 

Am Talausgange kurz vor dem Auftreffen des Weges auf die 
Straße von Niederkreibitz nach Altdaubitz ragt bei Sign. 333,5 ein ein- 
zelner Felsturm imposant empor. 

Letzter Felsturm usw. (s. Anlage S. 105) 

In den letzten drei Profilen kann man die feinkörnige Ausbildung 
der Stufe ß 2 schön studieren. Auch das Auftreten von Versteinerungen 
in verschiedenen Schichten ist von Wichtigkeit. 



48 



Beschreibung der einzelnen Schollen 



Soweit die nächste Umgebung von Niederkreibitz hier 
mit einbezogen ist, dürften die Schichten zum Teil tiefer 
als normal für die Renner sdorf er Scholle angegeben abge- 
sunken sein. 

Am Fuße des Schwarzberges liegt das idyllische Dörfchen Dau- 
bitz. Wunderbar sind die Holzhäuschen eingebettet in die grünen 
Wiesen, um die sich ein Bergkranz mit dunklen Nadelwäldern schlingt. 
Die saftigen Wiesen verdanken ihr Dasein der fruchtbaren diluvialen 
Lehmdecke, die sich hier über dem schwerer wasserdurchlässigen Sand- 
stein der Stufe ß 2 ausbreitet. Der Sandstein ist in Hohlwegen und in 
einigen alten Steinbrüchen aufgeschlossen. 

Am Nordende von Altdaubitz liegt der Steinbuchs, eine Basalt- 
kuppe (4211,3 m). Am Waldrande finden sich hier in einer Höhenlage 
von 410 — 415 m auf Haufen aufgeschichtet Lesesteine eines Kaolin- 
körner führenden gelben feinkörnigen Sandsteines. An Versteine- 
rungen konnte ich sammeln 

Lima canalifera Goldf. Ostrea canaliculata Sow. 

Pecten virgatus Nilss. Liopislha aei/uivalvis Goldf. sp. 

Es sind dies wohl ungefähr die höchsten Schichten der Stufe ß 2 . 
Ähnliche Lesesteine liegen auch weiter nach W jenseits der von Alt- 
daubitz nach Kliaa führenden Verbindungsstraße bis zu 400 m Höhe 
hinab, ln ihnen fand ich 

Ostrea sudetica Soup. 

Noch weiter nach W ist in einem Fahrwege bei 399 m Höhe durch 
einen alten Anbruch eine 3 m hohe Sandsteinwand freigelegt. Der 
Sandstein ist hier gelb, reich an Kaolinkörnern und feinkörnig. An 
Versteinerungen sammelte ich 

Pecten laevis Nilss. 

Neithea grypheata Sciilotii. sp. 

In derselben Richtung weiter liegt nördlich an Sign. 406,5 ein ver- 
lassener Steinbruch mit folgender Schichtenfolge: 

Oberkante des Steiobruchs 402,0 m ü. d. M. 



Zone des Jnoceramus Schloenbachi ra 

ß 2. Sst. mit Kaolinkörnern, gelb, feinkörnig 3,0 



1. Sst. mit wenig Kaolinkürnem, weißgrau, fk. mit schwachen gk. Lagen, 
Werksteinbank. An Versteinerungen enthielt die Schicht 
Pecten laevis Nilss. 

Neithea grypheata Schlot», sp. 

Ostrea sudetica Scup 7,0 

Sohle des Steinbrucbs 392,0 m ü. d. M. 

Westlich des Südausganges von Altdaubitz und nordwestlich von 
Sign. 402,0 befindet sich in gleicher Höhenlage ebenfalls ein aufgelas- 
sener Steinbruch. Das Gestein ist gleichartig, an Versteinerungen 
fand ich 

Aoicula pectinoides Rkuss. Ostrea vesicularis Lam. 

Pinna cretacea Sciilotii. Exogyra cornu arielis Nilss. 

Pecten virgatus Nilss. 



Das nördliche Tafelland 49 

Ein weiterer Steinbruck etwas nördlich vom vorigen enthielt fol- 
gende Versteinerungen: 

Inuceramus inconstans Woods emend. Ändert Ostrea semiplana Sow. 

Pecten taevis Nilss. Ostrea vesicularis Lam., zahlreich 

Neithea grypheata Schloth. sp. Venilicardia van Reyi Bosqu. 

Der Sandstein führt kleine Kaolinkörner, ist rötlichgelb und licht- 
grau, lcohlig, feinkörnig (Stufe ß 2 ). 

östlich von Sign. 402,0 treten am steilen Bachufer in 375 — 380 m 
Höhe einige Felsbänke eines graugelben feinkörnigen Sandsteines mit 
kleinen Kaolinkörnern auf (Stufe ß 2 ). Auch an dem nach W ausbie- 
genden Straßenknie im Orte Altdaubitz stehen gleichartige Felsbänke 
m derselben Höhenlage an. Im westlichen Teile von Altdaubitz wurde 
bei einer Brunnengrabung nur Sandstein durchstoßen (Mitteilung des 
Wirtes »Zum deutschen Michel«). 

NW von Altdaubitz am NO Hange des Hemmhübels liegt ein 
verlassener Steinbruch, in dem folgendes festgestellt wurde: 

Oberkante des Steinbruchs 400,0 m ü. d. M. 

Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, lichtgrau, fk., sowie gelb und röt- 
lich, Fk. bis gk., stark wechselnd. An Versteinerungen Fand ich 

Ostrea sudelica Scur. 

Ostrea vesicularis Lam. 

Ostrea canaliculata Sow. 

Exogyra cornu arietis Nilss. emend. Griep. (Bank) .... 10,0 
Sohle des Steinbruchs 390,0 m ü. d. M. 

Bei 380,0 m am Bachknie stehen einige Felsbänke an. Der Sand- 
stein ist graugelb, mit viel Kaolinkörnern, fein- bis grobkörnig, an 
Versteinerungen wurde Area sp. gefunden (Stufe ß 2 ). 

Am Berghange zwischen Friedhof und Mühle = »M« von Khaa 
sind folgende Schichten leidlich angeschnitten: 

Am Friedhof von Khaa usw. (s. Anlage S. 105) 

Die bunten kohligen Sandsteine gleichen denen von Schicht 13 
im Profil Sternberg S. 97 und gehören nach den dort Vorgefundenen 
Verhältnissen noch unter Stufe y und zwar in Stufe ß». 

Östlich an der Schule in Khaa ist der Sandstein vom Fahrwege 
in 360 m Höhe angeschnitten. Er ist mergelig, weich, rötlichgelb und 
weißlich, feinkörnig mit einzelnen eingesprengten größeren Quarzen. 

Westlich der Schule ist der Sandstein am Fahrwege ebenfalls frei- 
gelegt und zwar in 370 — 380 m Höhe. Er enthält kleine Kaolinkörner, 
ist weißgelblich und rötlich, feinkörnig, dazwischen auch gelblich, 
mittelkörnig, mit viel Kaolinkörnern, ko hl i ge Reste sind nicht selten. 
An Versteinerungen fand ich darin 

Rryotoe sp. Tellina costulata Goldp. 

Lima semisulcata Nilss. Pholadomya nodulifera Msstr. 

Pecten laevis Nilss. 

Schlägt man vom Verbindungswege Khaa-Altdaubitz bei Sign. 
369,1 den Fahrweg in den Wald nach SW ein, so kann man von 365 
bis 380 m Höhe an verschiedenen Stellen gelben feinkörnigen Mcrgel- 

4 



Neue Folge. Heft 112 




50 



Beschreibung der einzelnen Schollen 



Sandstein mit viel Kaolinkörner finden. Bei 380 m enthielten die kleinen 
Sandsteinknollen folgende Versteinerungen: 

Lima semisulcata Nilss. Ostrea sudetica Scup. 

Peilen laevis Nilss. Ostrea vesicularis Lam. 

Neilhea gnjpheata Schloth. sp. Septi/'er lineatus Sow.? (nach Woods) 

Alle diese mergeligen feinkörnigen Sandsteine gehören der 
Stufe ß 2 an. 

Ostlieh von Khaa am Steilahhange gegen die Hauptverwerfung 
finden sich in 410 — 420 m Höhe lichtgraue, fein- bis grobkörnige, sehr 
harte Quarzite (Stufe ß 2 ). In diesem Gestein sind früher von Herrn 
Karl Köglek f in Schönbüchel Inoceramen gesammelt worden. Aus 
seiner Sammlung konnten seiner Zeit von mir folgende Arten festge- 
stellt werden: 

Inoceramus inconstans var. planus Elbbrt Inoeeramus Weisei Ändert 
» Scfiloenbaclti J. Boeiim » Koegleri Ändert 

» crassus Petrascheck 

Von Wichtigkeit ist Inoceramus Schloenbachi, das Leitfossil der 
gleichnamigen Zone. 

Der Westabhang des Iluttenberges gehört auch noch zum Teil 
in diese Scholle. In der großartigen Schlucht, die gegenüber der Kirche 
von Windischkamnitz aufwärts zum Huttenberge führt, sind die Schich- 
ten der Stufen « und ß bis zur folgenden Stufe y vollständig erhalten. 
Am oberen Ende der geschluchteten Felsen nördlich am liuttenberg- 
gipfel waren im Jahre 1922 auf einer Wiese in einer 2 m tiefen Grube 
Tonmergel der Stufe y aufgeschlossen (Höhe 405 407 m). Der 
Mergel ist dunkelgrau, feinkörnig und braust stark mit HCl. 

Oberes Ende der Schlucht usw. (s. Anlage S. 105) 

Die unweit östlich vom oberen Ende der Schlucht am Nü-Abhang 
des Iluttenberges zwischen Linie XX Va und XX Via und b vorhan- 
dene kleine dreieckige Scholle ist nach dem Charakter der anstehen- 
den Gesteine der Rennersdorfer Scholle angegliedert worden. 

K. Die Ottenbergseholle 

O. Gr. tt 190 m ü. d. M. 

O. Gr. ß 340 m ü. d. M. 

Die Ottenbergseholle wird begrenzt im N von Störungslinie 
XXXlIlb, im W von Linie XXVIc, im S von Linie XXV' b und im 
0 von Linie XXXIV. 

Scholle I und K gehören bereits ins Bruchgebiet, sind aber, da sie 
sich besser in das Tafelland einreihen lassen, diesem angegliedert 
worden. 

Die von der breiten Form des Ottenberges vollständig beherrschte 
Scholle liegt bereits tief im Einbruchgebiet. Höhe Sign. 425,0 
nordwestlich von Limbach besteht aus Basalt mit einem Tuffmantel. 
Am Ostabhange des Berges findet sich in 340 — 345 m Höhe eine kleine 
Felspartie eines lichtgrauen, fein- bis mittelkörnigen Sandsteines mit 
viel kleinen Kaolinkörnern der obersten Schichten der Stufe ß 2 . 



Das nördliche Tafelland 



51 



Die Straße vou Kaltenbach nach Limbach durckschneidet 
südlich an Sign. 336,9 ein kleines Tal. An der nördlichen Talein- 
fassung stehen von 337 — 333 m Höhe dickbankige Felsen an. Der 
Sandstein enthält viel Kaolinkörner, ist weißgrau und gelblich, fein- 
bis mittelkörnig und nicht sehr fest. Beim Wiederanstieg nach S trifft 
man von 312 — 328 m ähnliche Sandsteine. Weiter hinauf bei 333 m 
Höhe fand ich im Gestein kleine unbestimmbare Ostreen. Es sind 
ebenfalls oberste Schichten der Stufe ß 2 . 

Im Bachbett in Kaltenbach liegt in 315m Höhe in der Nähe 
des Straßenkreuzes eine 1 m mächtige Sandsteinbank. Der Sandstein 
ist weißgrau und gelblich, mittelkörnig und enthält viel Kaolinkörner 
(Stufe ß 2 ). 

Die höchste Erhebung der Scholle liegt im Ottcnberge (482,3m). 
Die Aussicht ist großartig, besonders auf die gewaltige Sandsteinmauer 
zwischen Großem Winterberg und Dittersbach. An der Kuppe sind 
schöne zwiebelschalenförmig angeordnete Basaltsäulen aufgeschlossen. 
Bis 410 m abwärts liegt Basalttuff. Am Ostabhange des Berges, west- 
lich von Sign. 403,1, sind in einer Höhe von -100- 110 m die Felder 
sehr sandig. Nach den aufgefundenen Brocken ist der Sandstein gelb, 
fein- bis mittelkörnig (obere Abteilung der Stufe y). In 380 m Höhe 
findet sich ein Quellhorizont (Stufe y). 

Hart auf der Störungslinie liegt der Hollberg südlich Limbach 1 ). 
Er besteht aus zwei Kuppen, einer nördlichen und einer südlichen. 
Auf der nördlichen Kuppe (464,5 in) erhebt sich eine NNW SSO ge- 
richtete 10 m hohe Quarzitmauer. Nach S löst sie sich in ein Chaos 
übereinander gestürzter mächtiger Blöcke auf. Der Quarzit ist weiß- 
grau, feinkörnig, seltener mittelkörnig. Er läßt sieh vom Iiollberge 
in einem 50 100 m breiten Streifen in N W-Ilichtung über die Stein- 
wiesen (westlich Sign. 376,2), an Sign. 346,1 vorüber bis etwa 300 m 
hinein in die Schlucht, die nach dein Ostende von Schemel herabzieht, 
verfolgen. Massen großer Quarzitblöcke sind in dieser Schlucht mo- 
ränenartig übereinander getürmt, und man sollte meinen, den Quarzit 
hier anstehend zu finden, wenn nicht die Wände zu beiden Seiten der 
Talschlucht aus unverändertem Sandstein bestünden. Auf Grund der 
hier Vorgefundenen Tatsachen ist es sehr schwierig, nach den an der 
Oberfläche vorhandenen Bloekmengen anstehenden Quarzit darunter 
festzustellen. Auf dem Iiollberge enthielt der Quarzit Lima laemgala 
n. sp., auf den Steinwiesen 

Pecten virgatus Nu.ss. 

Tapes subfaba d’Orb. 

Östlich am Rollberge liegen bei Sign. 400,6 hart an der Straße 
wieder Unmengen von demselben Quarzit, der sich von hier entlang 
der Straße durch den ganzen Ort Lirabach verfolgen läßt. An Ver- 
steinerungen fand ich hier oben auf der Höhe 

Pinna crelacea Schloth. Pectunculus Geinitzi d’Orb., in MeDge. 

Lima seinisulcala Nilss. Isocardia Zitteli Hlzpfl. 

Dreissemia tegulatus Müll. sp. 

*) Auf dem Meßtischblatt als »Limpaeh« bezeichnet. 



4 ' 




- c) Beschreibung der einzelnen Schollen 

Schließlich trifft man den Quarzit von Sign. 400.6 ausgehend auch 
in südöstlicher Richtung jenseits der Straße hinein in den Waid bis 
gegen Sign. 433,7. Die Quarzite gehören wohl dem untersten hm- 
scher an. Ich glaube anstehend zwei kurze Quarzitzonen annehmen 
zu können und zwar eine von Sign. 464,5 gegen die Steinwiesen und 
eine von Sign. 400,6 gegen Limbach. 

Die südliche Kuppe des Rollberges, Sign. 450,2, besteht aus Ba- 
salt. Zwischen den beiden Rollbergkuppen ist in SO-Richtung bergal. 

von 440 400 m graugelber und roter mittelkörniger, zu Sand zei- 

fal lener Sandstein aufgeschlossen (Em sch er). 

Nördlich vom Nosberge fand ich in 340 m Höhe dunkelgraue 
feinkörnige Tonmergel (untere Schichten der Stufe f). 

Westlich an die Ottenbergscholle schließt sich eine keilförmige 
Fläche, abgegrenzt durch Linie XXVI c. Sie hat den Charakter der 
Ottenbergscholle, Felsen sind nicht vorhanden. Die Oberfläche liegt 
zwischen Höhe 280 und 360 m, so daß O. Gr. ci bei 210 m angenommen 
werden könnte. 

2. Der horstartige Sporn von Niedergrund 

Dieser Sporn ist charakterisiert durch die an der Elbe hochauf- 
ragenden Sandsteinwände der Labialus-Zone die besonders un Ro- 
sen kämm eines der eindruckvollsten Elbandschaftsbdder bieten. 
Durch die Aufhorstung treten hier paläozoische Schiefer und Granite 
im Elbtale zutage'). Als Markierungslinie wurde in diesem Gebiet die 
Obergrenze der Labiatus - Zone mit dem Abschluß der senkrechten eis- 
wände nach oben hin festgelegt. 

Die tieferen Zusammenhänge dieses Spornes sind außerhalb des 
Arbeitsgebietes westlich der Elbe zu suchen. Deshalb will ich mich 
damit kurz fassen. 

L. Die Elhleitcnseholle 

O. Gr. a 390 m ii.d. M. 

0. Gr. lab. 250 m U.d.M. 

Die Aufhorstung beginnt im N mit der Elbleitenscholle, einem 
Dreieck, begrenzt im S von Linie VIII, im NO von Linie Ila und im 
W von der Elbe, über die die Scholle hinwegreichen durfte. 



M. Die Arnsdorfer Scholle 

0. Gr. a 430—450 m U. d. M. 

O. Gr. lab. 300—320 m ü. d. M. 

Sie wird begrenzt im N von Störungslinie VIII, im W von der 
Elbe, im S von Linie XIV und im O von Linie Ila. 

>) Beck, R., und J. Hirsch, Erl. z. Blatt Großer NVinterberg-Tetschen d. geol. Karte 
v. Sachsen, Leipzig 1895, S. 5 — 22. 




53 



Der horstartige Sporn von Niedergrnnd 

N. Die Binsdorfer Scholle 

0. Gr. a 500 m ü. d. M. 

O. Gr. lab. 360 m ü. d. M. 

Sic wird begrenzt im X durch Linie XIV. im W durch die Elbe, 

im SW und S durch Linie XV und Ic und im 0 durch Linie II a. 

O. Die Rosenkaramseholle 

O. Gr. ct 540 m (i. d. M. 

O. Gr. lab. 400 m U. d. M. 

Sie wird begrenzt durch Linie XV im XO, Linie XIX im O, Linie 
XVI im S und ist im W bis über die Elbe hinaus zu verfolgen. 

P. Scholle Sign. 415,4 

O. Gr. ci 510 — 520 m ü. d. M. 

0. Gr. lab. 370-3S0 m U. d. M. 

Mach S schließt, sich an die Rosenkammscholle eine kleine Scholle, 
begrenzt, von Linie XVI im N, Linie XIX im O, Linie XVII im S 
und der Elbe im W. Sie ist in der Erläuterung zur geologischen Karte 
Großer Winterberg-Tetschen S. 47 gegenüber der nördlichen Scholle 
mit einer Sprunghöhe von 70 m angegeben. Nach dem Verlauf der 
felsigen 0. Gr. lab. dürfte die Sprunghöhe aber nur gering sein. 

Q. Scholle Sign. 362,0 

ist eine kleine Scholle, begrenzt im X von Linie XVII. im W von der 
Elbe, im S von Linie XVIII und im SO von Linie Ib bzw. XIX. Nach 
der geologischen Karte Großer Winterberg-Tetschen ist 0. Gr .lab. 
ungefähr bei 340 m anzunehmen, so daß 0. Gr. a 480 m ergeben würde. 
In Wirklichkeit dürfte die Scholle aber noch tiefer liegen. 

R. Die Laubescholle 

Diese kleine Spitze wird begrenzt im N von Linie XVIII. im W 
von der Elbe und im SO von Linie la und b. O. Gr. lab. ist nach der 
geologischen Karte Großer Winterberg-Tetschen bei 280 m gezogen, 
dürfte aber ebenfalls viel tiefer liegen, da Felsabstürze, die die Ldbia- 
ftts-Zono in diesem Gebiet auszeichnen, nach der Karte vollständig 
fehlen. 

Der schmale Streifen entlang der Elbe zwischen Rangierbahnhof 
bei Laube und Bohemia ist auf der geologischen Karte mit Labiatus- 
Zone eingezeiehnet. Eine Nachprüfung konnte nicht vorgenommen 
werden. 

S. Die Ilainbiihlsrholle 

Für das Gebiet zwischen Störungslinie XV im N, Linie XIX 
im W und Linie Ib im SO konnte keine Obergrenze festgcstellt werden. 
Sicher liegt O. Gr. lab. unter 350 in. 

Die, Kreideaufhorstung Hoher Schneeberg-Niedergrund tritt nur 
in ihren östlichsten Ausläufern in unser Gebiet Nach der gegenüber 




54 



Beschreibung der einzelnen Schollen 



den Nach bargebieten ziemlich gleichartigen Gestcinsausbildung stellte 
das Aufsorstungsgebiet im Kreidemeere nicht eine Untiefe dar, sondern 
die Schichten sind erst später und zwar im Zusammenhänge mit der 
Erzgebirgsaufrichtung, emporgehoben worden. 

In einigen Begehungen wurden die nach der Karte gefundenen 
Verhältnisse nachgeprüft. Die eigenartige steilfelsige Ausbildung der 
Labiatus- Zone in bestimmten Schichten bietet hier einen großartigen 
Leithorizont. Verfolgt man von Herrnskretschen nacli Tel sehen an der 
Elbe entlang aufmerksam die Eelsenkämme dieser Zone, so beobachtet 
man wiederholt, daß sie plötzlich in ein höheres und später ruckweise 
in ein tieferes Niveau rücken. Wo die Verschiebung der oberen Fcls- 
kante in den Höhenlinien auf kurze Entfernung 40 und mehr Meter 
beträgt, kann man wohl eine Bruchlinie als vorhanden annehmen. Die 
wichtigsten dieser Linien lassen sich deshalb aus der Karte ohne 
Schwierigkeit ablesen. Die Richtigkeit dieser Arbeitsmethode bestätigt 
sich von selbst durch das Ergebnis. Von X nach S ist in dieser Weise 
ein staffelförmiges Ansteigen der Schichten bis zur Höhe des Rosen 
kammes festzustellen. Die über den Felskanten liegende Ebenheits- 
fläche erhebt sieh ungefähr in demselben Maße. Die hier ersicht- 
lichen Verhältnisse lassen gut erkennen, wie im Elbsand 
steingebirge Höhenveränd crungen der Schichten durch 
gegenseitiges \ bbree hen d e r Schollen en t st a nd en sind und 
nicht nur durch allmähliches Einfallen oder Ansteigen, wie man bisher 
die Veränderungen mit Ausnahme einer schmalen Zone entlang des 
Hauptbruches nach HIRSCH (Linie XXI) zu erklären suchte. 

Derartige scharf hervortretende Höhenunterschiede, in den Fels- 
oberkanten erkennt man an der Ausmündung der Dürrkamnitzschlueht, 
Beginn des Aufhorstungsgebietes mit der Elbleitenscholle; am Belve- 
dere, Beginn der Arnsdorfer Scholle; am Studenbach, Beginn der Bins- 
dorfer Scholle; bei Sign. 331.8, Beginn der Roscnkaminschollo. Weiter 
folgt mit nur geringem Absinken Scholle Sign. 115.4 und Scholle Sign. 
362,0 und schließlich die Laubescholle, über die abseits der Elbe lie- 
gende Ilainbühlscholle ist nichts besonderes zu sagen. 

Da keine Veranlassung zu der Annahme vorliegt, daß die Mäch- 
tigkeit von Labiatus-Z onc und Cenoman auf dieser Strecke großen 
Schwankungen ausgesetzt ist. Dt. für eine Neuaufnahme der geologischen 
Karte nunmehr ein klares Bild geschaffen. 

Über der Labia tus-7jone liegen auf den Hochflächen mehr oder 
weniger denudiertc mittelturone Sandsteine ausgebreitet. Jenseits der 
Linie Elbleiten-A rnsdorf -Rinsdorf folgen dann die mit Lehm bedeckten 
Ebenheitsflächen des oberen Mittelturons. 

Am Ostabhange des Hohen Schneeberges liegt unterhalb der 
Pferdekopfkuppe die Obergrenze der Zone des Inoceramus labiatus 
bei 450m Höhe gegenüber der Rosen ka mm scliol I e mit 100 m O. Gr. 
lab. Letztere liegt somit nur um rund 50 m niedriger. Der Hohe 
Schneeberg besteht aus Sandsteinen der Stufen « und ß der Sclüocn- 
bachi-7jom: mit prächtigen Karrenfeldern, um die sich tp<), unsere Spi- 



Das Brachgebiet von Böhmisch Kamnitz 



55 



WOSttS-Zone, und tg 1 ), unsere Lamarcki-Zone , beides zusammen unser 
Mittelturon, herumlegt. Weiter schließt nach unten die Ldbiatus - Zone 
an. Eingehende Untersuchungen wurden auch hier nicht angestellt. 
Verfolgt man die Höhenlinien entlang der Gipfelplatte des Hohen 
Schneeberges, so kann man zwei Möglichkeiten annehmen. Die Platte 
ist entweder stark nach NO geneigt oder sie ist von SW nach NO 
stufenweise abgesunken. 

3. Das Bruchgebiet von Böhmisch Kamnitz 

T. Die Hulteiibergscholle 

O.Gr. « 170— 190m 'ü.d.M. 

O. Gr. ß 320— 340m ü.d.M. 

Die Huttenbergscholle wird begrenzt durch Linie XNV im 
O und N, Linie XXXI im W, Linie XXIII im S. Gegen S ist sie 
.anscheinend eingebrochen. 

Südwestlich an die Ottenbergseholle schließt sich die Ilutten- 
bergscholle. Sie wird vom basaltischen Huttenberg 1409, 8ni) über- 
ragt. Die stratigraphische Höhenlage der Scholle ist bei den mangel- 
haften Aufschlüssen schwer festzustellen. Während oben am Hutten- 
berge O.Gr. a bei 190m oder noch höher liegen mag, sinkt sie gegen 
S bis auf mindestens 170 m herab. 

Am Wegkreuz bei Sign. 337,8 steht gelber mittelkörniger Sand- 
stein mit Kaolinkörnern in einigen Felsbänken an. Er ist von eisen- 
schüssigen Adern durchzogen, zerfällt aber im allgemeinen leicht zu 
Sand. 

Oben auf der Höhe legen sich um den frei aufragenden Basaltkern 
des Huttenberges die Tonmergel der Stufe y der Sch loenbach ?-Zone. 
Von hier dehnt sich nach O und S eine allmählich abfallende Fläche 
mit Wiesen und Feldern (380 320 m), die ein ganz anderes Gepräge 
zeigt als der westlich gegen Windisehkamnitz abfallende Steilhang. 
Die Wiesen sind meist naß und verraten Letten- bezw. Tonmergelunter- 
lage. In diesen Schichten führte im Jahre 1921. die Aussigcr Wasser- 
baugesellschaft am Iluttcnhof. südöstlich vom Huttenberggipfel, >'ino 
Tiefbohrung aus. Nach freundlicher Mitteilung von Herrn Fachlehrer 
PliINZ 2 ) wurden folgende Schichten durchstoßen: 



Mundloch 350,0 m ü. d. M. 

Zone des Inoceramus Schloenbachi m 

Y 5. Lehm and Letten 7,2 

4. Sandstein 14,4 

3. Letten gelb 0,2 

2. Letten schwarz 2,0 

ß 1. Sandstein 16,2 

310,0 m ü. d. M. 



') Nach der Karte zu Miciiki,, II., Geol.-petrogr. Unters, im Gebiet d. Erzgebirgs- 
bruchzone westl. Bodenbach. Wien 1914. 

’) Herrn Pmsz bin ich für seine zahlreichen Mitteilungen und für seine Führungen 
auf Grund guter Ortskenntnis und scharfer Beobachtung der geologischen Verhältnisse 
in der Umgebung von Böhmisch Kamnitz zu ganz besonderem Dank verpflichtet. 




56 



Beschreibung der einzelnen Schollen 



Bei normaler Lagerung würde von den obersten Tonmergeln an 

p Basaltgrenze ( 40 ! ra > b,s zum schwarzen Letten in vorstehendem 

oo l Stufe T wie ,n Nieder kreibitz eine Mächtigkeit von rund 
oO m haben. 

Ungefähr anschließend an dieses Bohrloch wurden talwärts fol- 
gende zwei Profile festgestellt (s. Anlage S. 106, »J« und »b«): 

Die Sa nd s teine zeichnen sich hier, obwohl den oberen 

nii C l ' ° |V btue ßa angehörend, imGegensatz zu denen 
noidlich des Kreibitzbaches durch ein mittleres Korn und 

i-.woT " r j' C 1,tum a "s- Bei Böhmisch-Kamnitz findet inan dies auch 
in den anderen Aufschlüssen. 

Am Nordabhange des Maiberges trifft man in einem kleinen 
Steinbruch in einer Höhe von 320— 835 m gelblichen und weißüch- 
grauen mittel körnigen Sandstein mit viel Kaolinkörnern (Stufe ß,). 
? r llC ‘ ai, / en Steinbruch stößt eine frischgrüne Tonmergelmuldo 
(315— 320 m), m der der nördliche Teil von Philippsdorf liegt 

aueb I L^K SeIgra r , , Cn ’ we e ?. t, “ h am Maiber & «He Schichten 

iiäc St) '- ' ' S ' e bewtzen llier , ' i ' 1 schwaches Einfallen 

nach SO, bei 300 m Höhe ist an einer Bruchlinie der südliche Teil 
o 20 m abgesunken. Letzterer ist als Maibergscholle bezeichnet. 

Kessel graben usw. (s. Anlage S. 106) 

| an . d . st . c ; ne siml sel “‘ mergelig und weich und durch zahlreiche 
giößere Kaolinkörner ausgezeichnet. 

Büeblenh ih,ß, T i?te -° Ste p ke *K r 1 Iu t,enb *' r g^hol le ragt der kleine 
ßüchsenberg hinein. Er wird von O nach W von Störungslinie 
AAI I zerschnitten, und nur der Nordabhang gehört der Huttenberg- 
scholle an. Der Buchsenberg ist ein Tuffhügel, der an der Nordseite 
n m n ® as . a,t g an g? durchsetzt wird. Die Tuffmasse reicht bis in 
das Bachbett hinab. Neben dem Tuff steht am Bachufer in 290 m Höhe 
weißgrauer mittelkörniger Sandstein mit viel Kaolinkörnern an. Am 

S-indie !?f ge t S T kann man in 300 -310 in Höhe ebenfalls 

Sandstein teststellen, und zwar ist es ein graugelbes mittelkörniges Ge- 
stein mit viel Kaolinkörnern (Stufe ß„). 

ü. Die Maibergscholle 

O. Gr. a 150 m ü. d. M. 

O. Gr. ß 300 m ti. d. M. 

und w e T^ a - ib v r V g rT C,,0 o C ‘ff** z " isohen Störungslinie XXIII im N 
und W, Linie XXH im S und Linie XXXHb im O. 

Die -Maibergscholle besteht nur aus einem schmalen Streifen im 

Ins^MV^ r r In !i h ‘ « PP , 8d ? rf i ist in 295 m 1Iühc cin Brunnen 
> s zu 17 m I lefe m den Sandstein hineingetrieben worden (Stufe ß„), 

Mitteilung des Herrn Fachlehrers Prinz. Nördlich von Sign. 329,3 

:' 1,! ,;- U ? r iC V n r' dllCh d,:r Steinwand liegen tonmergelige Schichten 
an dei Oberfläche in einer Meereshöhe von 300—310 m. Am NO -Ab 
hange des Büchsen berges ist auf der Höhe unweit eines einzelnen 



Das Bruchgebiet von Böhmisch Kamnitz 



57 



Gehöftes in einem Wegeinschnitt in 320 — 330 m Höhe rötlichgelber 
kohliger feinkörniger Mergelsandstein mit Kaolinkörnern angeschnit- 
ten. An Versteinerungen konnte ich an dieser Stelle sammeln. 

Gervillia ovalis Fkitsch 
Pecten laevis Ninss. 

Turritella sp. 

Man wird die Schichten der Stufe y zurechnen können. 

Am Westabhange des Büchsenberges ist folgende Schichtenfolgc zu 



beobachten: 

310.0 m ü. d. M. 

Zone des Inoceramus Schloenbachi m 

1 2. Tonmergel 10,0 

ß 1. Sst. gelb, fk., mit 

Peclen virgatus Nilss. 

Liopistha aequivalvis Goldp. sp 10,0 

290.0 m n. d. M. 



Der Maibergscholle gehören auch noch die vordersten Partien des 
von der Brauerei in Böhmisch Kamnitz nach NO ziehenden Täl- 
chons an. 200 m nordöstlich der Brauerei stellen in 307 — 310 m Höhe 
am Wege gelblichgraue, fein- bis mittelkörnige, viel Kaolinkörner füh- 
rende Sandsteine in dünn geschichteten Bänken an (Stufe ß 2 ). Am 
rechten Berghange gegen SO trifft man sodann über den Sandsteinen 
in 310 — 311 m Höhe dunkelgraue, mit HCl stark brausende Tonmer- 
gel der Stufe y, die von dieser Seite her auch aus einer vielleicht 
10 m höheren Lage bis hier herunter gerutscht sein können. Das wei- 
ter oben auf der Höhe liegende Gebäude steht ebenfalls auf Tonmer- 
geln und zeigt Butschungsschäden. 

V. Die Jonsbarher Scholle 

O. Gr. a 75 100 — 120 m ü. d. M. 

O. Gr. ß 225— 250— 270 m ü. d. M. 

Die Jonsbacher Scholle, ein schmaler Streifen zwischen Linie 
XXII im N und Linie XX TV im S, nach O und W spitz auskeilend. 

Durch den südlichen Teil der Huttenberg- und Maiberg- 
scholle ist eine Störungslinie fXXII) gezogen worden, um für das 
Auftreten der versteinerungsreichen dunklen Tonmergcl in besonders 
tiefer Lage eine Erklärung zu haben. Das Hauptinteresse nehmen 
deshalb hier auch die Tonmergel ein. 

Nördlich vom Ölmüller, östlich vom östlichsten Hause von Jons- 
bach, schneidet ein kleines wildromantisches Tälchen gegen den Ilut- 
tenberg ein. Die Schichten fallen ungefähr 10° nach S ein und ge- 
hören der Stufe y (und ß 2 ?) der Zone des Inoceramus Schloenbachi an. 



Oberes Ende des Tütchens, 272,0 m ü. d. M. 

Zone des Inoceramus Schloenbachi m 

1 3. Tonmergcl dunkelgrau, sehr sandig, mit HCl nur schwach brausend 2,0 

ß(?) 2. Sst. mit viel Kaolinkörnern, weißgrau, fk. bis mk. (? wahre Mächtigkeit) 7,0 

1. Sst. mit viel Kaolinkörnern, gelb, fk. bis mk. (? wahre Mächtigkeit) . 3,0 

260,0 m ü. d. M. 




58 



Beschreibung der einzelnen Schollen 



Die Tonmergel, die in der Bachsohle oben im Tiilchen anstelle«, 
verschwinden und treten erst im Talgrunde südlich des Fahrweges 
in der Wiese wieder zutage. Die tatsächliche Mächtigkeit der hier 
vorhandenen Schichten ist bei den unübersichtlichen Lagorungs Ver- 
hältnissen nicht festzustellen. 

Weiter westlich, nördlich der Schule von Jonsbach, sind an einer 
15 m tiefer liegenden Stelle bei einem Brunnenbau ebenfalls Tonmergel 
festgestellt worden (Mitteilung von Herrn PRINZ). 

Nördlich von Sign. 801,9 beim Pietschbauer (einzelnes Gehöft 
an der Straße am Ostende von Jonsbach) ist Tonmergel 12 m mächtig 
erbohrt worden (Mitteilung von Herrn Prinz). Das Mundloch liegt 
ungefähr 260 m ü. d. M. 

Sehr gut ist der Tonmergel in Jonsbach an der Prallstelle des 
Weißbaches bei 255m Höhe in einer Mächtigkeit von 5m ange- 
schnitten. Der schwarzgraue, stark mit HCl brausende Mergel ist fein- 
körnig und enthält zahlreiche Versteinerungen: 



Parasmilia centralis Rohm. 

InoceramuB inconstans Woods einend. 

Ändert zahlreich 
Pecten membranaceu» Nilss. 

Anomia subtnmcata d’Orb. 

Ostrea vesicularis Lam. 

Modiola sp. 

Nucula striatula A. Rohm. 

l.eda seinilunaris v. Buch zahlreich 

l.eda siligua Goi.dk. 

Astarte similis Msstr. 

Lucma laminosa Reuss sp. 

Te/lina concentrica Rkuss 
Tellina subdecussata A. Robm. 
Dentalium medium Sow. 

Pleurotomaria baculitirum Geis. 



Trochus amatus d’Orb. 

Trochus Engelhardti Geis. 

Natica Roemeri Gbin. 

Turritella multistriata Reuss 
Aporrhais Parkinsoni Mast. var. 
Aporrhais substenoptera G. Müller 
Mitra Roemeri d’Orb. 

Acteon elongatus Sow. 

Peroniceras tricarinatum d’Ojib. 
Scaphites Geinitzi d’Okii. 

Scaphites Geinitzi d’Orb. var. inter- 
media Scur. 

Placenticeras Orbignyanum Geis. sp. 

Fischschuppen 

Schach telhalmgl ieder 



Auch finden sich hier im Bachbett Stücke von gehärteten Kon- 
taktmergeln. 

Eine ähnliche Prallstelle befindet sich in Philippsdorf am »ch« 
von »Weißbach« in 270 -275 m Höhe. Auch hier ist schwarzgrauer 
feinkörniger Tonmergel angeschnitten, der mit HCl stark braust und 
wieder zahlreiche Versteinerungen enthält. Es wurden folgende Arten 
gesammelt: 



Pecten membranaceus Nilss. 
Pecten sp. 

l.eda seinilunaris v. Buch 
Area undulata Reuss 
Lucina laminosa Reuss 



P/eurotomaria baculitarum Geis. 
Trochus Engelhardti Geis.? 
Aporrhais sp. 

Scaphites Geinitzi d’Orb. 



^ om Weißbach ist der Tonmergel noch an verschiedenen anderen 
Stellen entblößt, wie man das bei einer Begehung des Ufers beobach- 
ten kann. Wo er an den Abhängen auftritt, ist das Gebiet stark wellig 
bewegt, eine. Folge der durch ihn verursachten Rutschungen. Sogar 
Gebäude sind dadurch beschädigt worden. In Philippsdorf z. B. konn- 
ten Sprünge an Wohnhäusern festgestellt werden. 



Das Bruchgebiet von Böhmisch Kamnitz rjg 

Schließlich ist Tonmergel an der scharfen Biegung des Kamnitz- 
baches am 4Y ege von Jonsbach nach Philippenau unten im Talgrunde 

Herrn Sz). “ "” g 225 m Höhe erbohrt (Mitteilung von 

Die versteinerungsreiche schwarzgraue, rund 10 m mächtige Ton- 

demn° 7 " C I V 10 “i® , ri ?, fste Schicht der Stufe y anzusehen ist. würde 

270 m Hnh f p Ser Sch ” Ile . von W nach 0 ^ ungefähr 225, 255 und 
-70 Höhe liegen. Es ist wohl anzunehmen, daß dieser schmale 
Schollenstreifen wiederholt zerbrochen ist. ' 16 

Hart am Hauptbruch mach HlBSCH (Linie XXI) entlang ist 
von l etschen Ins nach Böhmisch Kamnitz ein Streifen jüngerer Sand 

r<Hc ?7*T A r U 2r^ esseren übersicht b ‘he ich^hf aufgetel 
m drn Loosdorf er. Plul.ppenau- und Steinwandscholle. \n 

zahl i eichen Stellen ist ein Einfallen der Schichten von 10° und mehr 

(Jleici m r F | ^ südöstlicher Richtung zu beobachten, ohne daß eine 
Gleichmäßigkeit hierin festzustellen wäre. Die angegebene Mächti- 

Wcrt. d,r SchlCht6n *” den Profilpn hat deshalb nur einen bedingten 

W. Die Loosdorfer Scholle 

0. Gr. a ICO in ü. d. AI.? 

0. Gr. ß 310m ü. d. AI.? 

dnrf Z v iSC M n S K WrU TS?if. 1 Und XXIab zieht voa Tetschen Uber Loos- 
nd f XXTh h b!! C R«r nd hilippenau und weiter zwischen Linie XXIV 
Bö i m I“ h Kamnitz Zone Sandsteine mit mehr oder 
on. ei starkem Einfällen nach S und SO. Im westlichen Teile wurde 

sü eht T‘ g r' dll f Che Zu e ebör ! gkpit der Sandsteine nur wenig unter- 
sucht da dies für vorstehende Arbeit von geringerer Bedeutung ist. 

bezeichnet* V °" etscben b,s Neuohlisch sei als Loosdorfer Scholle 

Die Boosilorfer SchoRe umfaßt als hervorragenden Punkt den 
festgestel u': ' g Ictschcn ' An ihm " "-de folgende Schichtenfolge 

Kuppe des Quaderberges, 280,0 m ü. d. M. 

Zone des Inoceramtu Schloenhachi m 

2. Sst, gelb, gk., Fclspartien des Gipfels Inn 

I. Sst. grangelb, mk., dünngeschichtcte Felsen . . . . | | | | ^ 

Am Süd hange des Berges, 200,0 m ii. d. M. 

r*? I , Iöbe "’ aren an einem Bergvorsprung gegen die Elbe 

Im Jah f 1924 beim Bau eines Militärschießstandes lich^und dunkel 
graue Sand m er ge 1 (Stufe y) aufgeschlossen, die wohl einer kleinen 
besonderen Scholle angehören dürften. 

Am Südende von Loosdorf tritt in einer Höhe von 260—270 m 
grauer und gelber, grob- bis mittelkörniger Sandstein auf (Stufe ß) 

schen\l'r' r Flf UntRr i U v n,n ?p n f ande " in ,Iiesem Sandsteinstreifen zwi- 
schen der Elbe und Neuohlisch nicht statt. 



GO 



Beschreibung der einzelnen Schollen 



X. Scholle Sign. 342,0 in ü. d. M. 

Eine kleine, zwischen Tonmergel eingeklemmte Sandsteinscholle 
befindet sich östlich Loosdorf in der Umgebung von Sign. 342 0 Sie 
wird begrenzt im N von Linie XXI b. im W von Linie XXIa, im S 
von Lime XVHI und im O von Linie XXVII. Ihre stratigraphifeche 
Höhenlage ist zweifelhaft. 



Y. Dip Philippenansrholle 

O. Gr. a 160 m ü. d. M. 

O. Gr. ß 310 m ü. d. M. 

r j DieP h i I i p p enau scholl® wird begrenzt im N von Linie Ic, 
und XXIV im 0 von Linie XXXI und XXX, im S von 
Lime XXIb und im V vorläufig durch den Ort Neuohlisch aus vor- 
genannten Gründen und außerdem geschnitten von einem Teil der 
Lime XXII. 

r n V ° n / ? U8 gesehen baut sich die Scholle als eine senkrecht ab- 
t allende Sandsteinfelsmauer auf. gegen S fällt sie allmählich ab. Pro- 
file wurden an verschiedenen Stellen aufgenommen. 

Entlang des Ortes'Neuohlisch ergab sich von N nach S bis 
hinauf gegen Höhe 288 nachstehende Schichtenfolge: 

Südlich von Neuohlisch usw. (s. Anlage S. 106) 
de, tatgeST Teil6 SCh °" e ’ am Kre " zs * 6i ”. wm«, felgen- 

Kreuzstein— Hadergrund (s. Anlage S. 107) 

Gegenüber Neuohlisch dürfte am Kreuzstein nur ein geringer 
Unterschied in der Höhenlage der Schichten vorhanden sein. Auf- 
fallend ist hier der geringe Gehalt an Kaolinkörnern. 

vvvr nS r tS , . Kamnit zhaches gehör! der durch Linie XXV a und 
, , ' angeschnittene Teil des Westabhanges vom Huttenberge 
ebenfalls zu dieser Scholle. Auch hier ist teilweise ein Einfallen der 
Schichten bis zu 10° nach S und SO zu beobachten. Es wurde fol- 
gendes I rofil aufgenommen: 

SW- Hang des Hutten berge s usw. (s. Anlage S. 107) 

o n o 7 An . d ^ r hasten Stelle von Philippenau, am Forsthaus Sign. 
.-508,1, sind auflagernd auf den Sandsteinen Tonmergel festgestellt 
worden (Mitteilung von Herrn PRINZ). Man kann demnach in dieser 
Hohe die Auflagerungsfläche der Tonmergel (Stufe y) annehmen, 
wenn nicht durch Fortsetzung der Linie XXII „ach W hier oben eine 
\ erschiebung vorhanden ist. Nach eingezogenen Erkundigungen soll 
in den tieferen östlich gelogenen Teilen von Philippenau überall nur 
Sandstein anstehen. Die ganze Ortsfläche neigt sich nach S und ist 
mit Obstbaumen bepflanzt. 

Im Goldbachtale südlich von Philippenau sind ebenfalls Sand- 
steine der .Hufe ß aufgeschlossen. Proben, die ich am »ch« von »Gold- 



61 



Das Bruchgebiet von Böhmisch Kamnitz 

bach« in einer Höhe von 250— 270 m entnommen habe, zeigen einen 
vorwiegend hellgrauen mittelkörnigen Sandstein mit viel großen Kao- 
linkörnern. 

Die am »u« von »Philippenau« der sächsischen topographischen 
Karte aus dem Kamnitzbaehtale aufsteigende Felspartie zeigt fol- 
gendes Bild: 

252.0 m ü. d. M. 

Zone des Jnoceramus Schloenbachi m 

ß 2. Sst. mit Kaolinkörnern, dunbelgraugelb, fk. bis mk 8,0 

1. Sst. mit viel Kaolinkörnern, gelb, fk. bis mk 4 ’ ' 

240.0 m ö. d. M. 

Südlich dieser Stelle hat Herr Oberlehrer SENGER aus Sandan 
beim Bau der aus dem Tale gegen Altohlisch aufsteigenden neuen 
Straße folgende Versteinerungen gesammelt: 

Lima canalifera Gold*. Oslrea vesicularis Lam. 

Neithea grypheata Schlotii. Jsocardia /aMi Hi.zpfl. 

Ostrea sudetica Sccp. Panopaea sp. 

Eine eingehende Aufnahme der Schichtenfolge konnte ferner am 
steilen Felshange an den Raben steinen im Goldbachtale erfolgen. 



Felspartie am »R« usw. (s. Anlage S. 108) 

Von Wichtigkeit ist hier die Ostreenbank. — Steigt man in ge- 
rader Richtung das Tal nach Süden aufwärts, so überschreitet man 
auf der Höhe in der Nähe der Waldgrenze den Hauptbruch von 
1 llBSClI (Linie XXI) und steht unvermittelt aut der südlich an- 
grenzenden Tonmergelfläche, die sich in der Umgebung der Eisen- 
bahnstation Rabstein ausbreitet. 

Weiter östlich bei Sign. 301,9 steht am Straßenkreuz dunkel- 
ockergelber, fein- bis mittelkörniger und dünnplattig abgesonderter 
Sandstein mit vielen großen Kaolinkörnern an (Stufe ß 2 ). 

Südlich von Sign. 301,9 ist nördlich der Lochmühle in der soge- 
nannten Weinleite am Fahrwege in 280 m Höhe ein Basalttuff an- 
geschnitten, in dem eine große Menge Bruchstücke aus der oberen 
Kreide eingeschlossen sind. Als besonders charakteristisch konnte 
festgestellt werden: 

Kalksandstein hellgrau, mittelkörnig, sowie auch grobkörnig 
bis konglomeratisch der Stufe ß mit zahlreichen Versteine- 



rungen: 

Lima canalifera Goldf. Pecten laevis Nass. 

Lima semisulcata Nass. Oslrea sudetica beer. 

Lima granulata Nass. Ostrea vesicularis Lam. 

Pecten virgatus Nass. Exngyra cornu anelis Nass, emend. Griff. 

Kalkquarzit bläulich, dicht, mit Abdrücken von Blattresten, 

der Stufe Yi 

Tonmergel dunkelgrau, feinkörnig, der Stufe Yi 
Sandstein mit Kaolinkörnern, gelb, feinkörnig, weich, aus dem 
Emscher. 



62 



Beschreibung der einzelnen Schollen 

Außerdem fanden sich Einschlüsse eines rötlichen granitischen Ge- 
steins. Von besonderer Bedeutung ist das Vorkommen der e i n s c h 1 u ß- 
reichen Kalksandsteine auch im Kamnitzer Gebiet. Sie sind 
weiter im O und SO nicht selten, in der näheren und weiteren Um- 
gebung von Böhmisch Kamnitz aber noch nicht anstehend festgestellt 
worden. ° 



Z. Die Steiuwandseholle 

O. Gr. a 180 m ü. d. M. 
0. Gr. ß 330 m ü. d. M. 



Die Stein wand sc ho Ile, die östliche Fortsetzung der l’hilip- 
pcnauscholle über die Steinwand hinaus bis zur Brauerei von Böhmisch 
Karmntz hegt zwischen Störungslinie XXIV und XXII im N. Linie 
XXX, XXI b und XXXII a im S, nach W und O spitz zulaufend. 

.. A“ Ostende dieser merkwürdigen Felsmauer wurden in dem dort 
bei manchen Steinbruche folgende Schichten festgestellt: 



330.0 m ü. d. M. 

Zone des Inoceramus Schloenbachi m 

,3 2. Sst. mit viel Kaolinkörnern, gelblich, fk. bis mk., leicht zerfallend, Bänke 

duon geschichtet ^ q 

1. Sst. mit viel Kaolinkörnern, weißgrau, fk. bis gk„ dicke Bänke ! . ’. lo’o 

315.0 m ü. d. M. 



Herr 1 RINZ hat an der Steinwand eine schöne Bank von Exoqura 
cornu anetis Nilss. aufgefunden, in der auch ein Stück von Oslrea 
sudehea , SOUP, enthalten ist. Die Schichten und demnach auch die 
Oberfläche der Steinwand fallen nach S ein. Am Wässerehen unter 
dem »B« von »Böhmisch Kamnitz« steht Tonmergel an (Mitteilung 
von Herrn Prinz). Der kleine Hohlweg, der vom Ostende ,1er Stein 
wand an Sign. 310,6 vorüber nach S zur Schäferei führt, durchsclmei- 
det zwischen Höhenlinie 30U und 320 m ähnliche Schichten wie an 
der Steinwand zu beobachten sind. 



Südöstlich des Steinbruchs am Ostende der Steinwand ist beim »c« 
von »Böhmisch Kamnitz« an der Straße in 320 -325m Höhe ein weiß- 
grauer, fein- bis grobkörniger Sandstein mit viel Kaolinkörnern aufge- 
schlossen (derselbe Sandstein wie in gleicher Höhe an der Steinwand). 
Von der Straße die von Höllegrund nach Böhmisch Kamnitz führt, ist 
in den ersten Hausern von letzterem Städtchen in 300 310 in Höhe 
wiederholt gelblicher, fein- bis mittelkörniger, dünngeschichteter Sand- 
stein mit viel Kao inkörnern angeschnitten. Im Steinbruch unter dem 
»K« von »Böhmisch Kamnitz« ist derselbe Sandstein Vorhanden. Die 
Sandsteine geboren alle den oberen Schichten der Stufe ß 2 an. 



Das Brachgebiet von Böhmisch Kamnitz 



63 



A t . Die Albswändescholle 

0. Gr. a 130 — 150 m ü. d. M. 

0. Gr. ß 280—300 m U. d. M. 

Die Albswändescholle, ein kleines Brachgebiet am Südrande 
der Scholle Z, ist begrenzt im N und durchzogen von dem kleinen 
Liniensystem XXX; die Südgrenze bildet Linie XXI b. 

Am Südrande der Steinwandscholle trifft man am »N« von »Nieder- 
Kamnitz« bei Sign. 294,9 wieder ein sehr interessantes Bruchgebiet, 
liier erheben sich aus dem Talgrunde 14 m mächtig einige Sandstein- 
felspartien, die Albswände, in ungefähr horizontaler Lagerung. Gegen 
0 und W brechen sie plötzlich ab, und man hat den geböschten Ab- 
hang der nach S einfallenden Tonmergel vor sich. Besonders schön 
ist der plötzliche Wechsel am Westrande der Felspartie zu beobachten. 

Die Sandsteine der Albswände erheben sich südlich der Kamnitz 
noch einmal zu einer Felsgruppe, um dann bald endgültig am Haupt- 
bruch von Hibsch abzubrechen und unter den Tonmergeln zu ver- 
schwinden. Die Felsbänke sind dünn und an der Oberfläche nicht 
Kernarbt. 

Obere Kante der Albswände (s. Anlage S. 109) 

Es sind zum Teil merkwürdig rotgefärbte, grobkörnige bis kon- 
glomeratische, schnell im Korn wechselnde Gesteine, wie sie in ähn- 
licher Ausbildung hier selten Vorkommen. Der reichliche Gehalt an 
Kaolinkörnern (größere Stücke) stellt sic in die Nähe der Tonmergel 
und Steinwandsandsteine. 

Die Obergrenze der Stufe ß liegt an den Albswänden ungefähr 
bei 300,0 m und sinkt an der Stelle der Tonmergeleinbrüche bis 280 m 
herab. 

Ein Durchschnitt durch Steinwand und Albswände von N nach S 
ergibt folgendes Bild (s. Abb. 19, S. 144): 

Wo im Kamnitzbachtal Sandstein und Tonmergel ge- 
geneinander abstoßen, kann man sich leicht überzeugen, 
wie wenig gerade Bruchlinien verlaufen. 

H|. Die Noldeseholle 

0. Gr. a 110—130 m ü. d. M. 

O. Gr. ß 260 — 280 in U. d. M. 

Sie ist begrenzt im N von Linie XXIIIb, im W von Linie XXXII b 
und im S von Linie XXII, im O spitz zulaufend (Linie XXI c). 



64 



Beschreibung der einzelnen Schollen 

C t . Die Kamnitzer Sehicßhausscholle 

0. Gr. a 90 — 110 m ü. d. M. 

0. Gr. ß 240—260 m ü. d. M. 

Sie wird begrenzt im N durch Linie XXII, im W durch Linie 
XXXII a, im S durch Linie XXI b und c, im 0 spitz zulaufend. 

Die Schollen B t und C x sind unter dem Kreibitzer Berg- 
land (II. Teil) behandelt, da die hier auftretenden Emscher- 
schichten sich an dieses anschließen. 

Auch die südlich des Hauptbraches von HlBSCH (Linie XXI) 
auftretenden Tonmergel sind in mehrere Schollen zerbrochen. Man 
kann dies aus der Höhenlage der Tonmergel annähernd feststellen. 
Die folgenden Ziffern sind gewonnen auf der Grundlage einer Mäch- 
tigkeit von rund 90 m für die Tonmergelstufe (y) der Zone des 
Inoceramtis Schloenbachi und von rund 200 m für die unterlagernden 
Sandsteine (a und ß) dieser Zone. 0. Gr. a wäre dann 160 m unter 
den Tonmergeln anzunehmen. Vielleicht befinden sich einige der hier 
aufzuzählenden Schollen auch in schiefer Stellung, so daß die errech- 
nete Höhenlage nur einen Mittelwert darstellt. Im westlichen Teile 
sind die Höhenangaben über die Tonmergel der geologischen Karte 
Großer Winterberg — Tctschen entnommen. 

1) ( . Die Pock’sehe Höhe - Scholle 

0. Gr. a 30 m u. d. M. 

O. Gr. ß 130 m ü. d. M. 

An der IToek’sehen Höhe nordöstlich Tetschen liegen die Ton- 
mergel zwischen 130 und 180 m Meereshöhe. 

E t . Die Loosdorf Ost- Scholle 

0. Gr. a 60 m ü. d. M. 

0. Gr. ß 220 m ü. d. M. 

Östlich von Loosdorf liegt eine Tonmergelscholle, die nach 0 bis 
kurz vor Straßenhöhe Sign. 327,0 reicht und wahrscheinlich von der 
nach S verlängerten Linie XXVII abgeschnitten wird, in 220 — 320m 
Meereshöhe (Stufe y). 



F t . Die Poppenbergsckolle 

O. Gr. a 160 m ü. d. M. 

0. Gr. ß 320 m ü. d. M. 

Die Scholle dürfte nach 0 von einer Linie XXIX abgeschnitten 
werden, die unweit östlich des Ostausganges von Güntersdorf von 
Linie XXI b nach SSO verläuft. 

Über die Schollen D 15 Ej und ist der Aufzählung nichts hin- 
zuzufügen. 



Das Bruchgebiet von Böhmisch Kamnitz 



65 



G r Scholle Altohlisrh Böhmisch Kamnitz 

0. Gr. « 100 — 130 m ü. d. M. 

0. Gr. ß 260—290 m ü. d. M. 

Weiter nach 0 bis gegen Altohlisch könnte 0. Gr. ß 260 — 280 m 
ü. d. M. liegen, demnach 0. Gr. « bei 100 — 120 m U. d. M. Der Haupt- 
bruch von HlBSOH, Linie XXI, zieht sich weiter nach 0 am Nord- 
abhang des Rechen-, Vogel- und Hachenberges hin bis nach Böhmisch 
Kamnitz. Auf dieser Strecke dürfte 0. Gr. ß in 270 — 290 m Höhe zu 
suchen sein. Auf den Wiesen an den Rabsteiner Fabriken liegt der 
Tonmergel zwischen 280 und 300 m zutage. 0. Gr. et würde bei 
120 — 130 m liegen. 

Jenseits des Hauptbruches nach HlBSCH seien hier nur die Ver- 
hältnisse in der Nähe des Bruches herangezogen. Südlich vom Alt- 
o hl i Sc he r Teich steht in 285 m Höhe schwarzgrauer Tonmergel 
an. An einem kleinen, gegen S ansteigendem Abhange fand ich in 
290 m Höhe (Stufe y) in einem weißgelben feinkörnigen weichen Sand- 
stein 

Lima semisulcata Nii.ss. Pectunculu» Geinitzi d’Orb. 

Tellina concenlrica Keuss. Peclunculut insculptui Kki ss. 

Tellina semicostata A. Kob«. Mactra porrecta Geis, zahlreich 

In der Ziegelei von Niederkamnitz stehen in etwa 300m Höhe 
(Stufe y) schwarzgraue feinkörnige Tonmergel an. Bei kurzem Be- 
suche sammelte ich darin folgende Versteinerungen: 

Leda semilunarix v. Buch Pleurotomaria baculilarum Gein. 

In der Ziegelei am Bahnhof Böhmisch Kamnitz findet man zwi- 
schen 295 und 300m Meereshöhe oben: dunklen Ton mit Basalt- 
knollen, in der Mitte: dunklen Ton ohne Basaltknollen, unten: licht- 
grauen Tonmergel ohne Basaltknollen mit HCl schwach brausend. 

Das Bohrprofil bei SCHRATER, Wollweberei, unweit vom Markt- 
platze in Böhmisch Kamnitz, das bis zu einer Tiefe von 196,05 in hin- 
abgetrieben wurde, gibt ein unklares Bild. Das in einer Mächtigkeit 
von 56 ui die Schichtenfolge der Kreide in der Bohrung unterbre- 
chende Basaltkonglomerat scheint die Kreideschichten stark gestört 
zu haben. Übrigens sind auch die Proben erst nachträglich in die 
Hände von Herrn Professor Dr. I1IBSCH gelangt 1 ), östlich vom 
Marktplatze hatte im Sommer 1926 das Hochwasser die Tonmergel 
am Kamnitzufer an verschiedenen Stellen bloßgelegt. 2 ). 

Die Sprunghöhe zwischen der Albs wände- und der Schieß- 
haussc holle einerseits und der Scholle G, andererseits ist sehr 
gering, vielleicht nur 10m. Bruchlinie XXI stellt im östlichen 
Teile deshalb nicht den Hauptbruch, wie von HlBSCH be- 

') Uibscb, J. E., Erl. z. geolog. Karte d. Umgebung v. Böhm. Kamnitz, S. 34. 
Prag 1927. 

*) Die Fossilliste von Böhm. Kamnitz bei Fritsch, Priesener Schichten S. 29, ist 
nicht verwertbar, da die Fundorte von dem Sammler Groiimass, von dem die meisten 
der aufgeführten Arten stammen, nicht genau festgelegt worden sind. 

Neue Folge. Heft 112 



0 




Beschreibung der einzelnen Schollen 



66 

zeichnet, sondern nur die Linie dar. an der entlang gegen 
S die Sandsteine der Stufe ß unter der Oberfläche ver- 
schwinden. 



4. Das Bruchgebiet von Pirna 

Das Bruchgebiet von Pirna liegt etwas abseits. Es wurde in den 
Rahmen der vorstehenden Arbeit mit einbezogen, da daselbst nach 
längerer Unterbrechung dieselben Schichten wieder zutage treten, die 
wir im südlichen Einbruchgebiet auf der Linie Tetschen — Böhmisch 
Kamnitz — Ivreibitz kennengelernt haben. Für die Verhältnisse bei 
Pirna, mit denen ich mich bereits in meiner Arbeit über das Turon 1 ) 
eingehender befaßt habe, hoffe ich in dem hier gebotenen Zusammen- 
hänge weiter Klarheit zu schaffen. 

in der großen Elbschleifc liegen links der Elbe die Felspartien 
der Eauensteiuc und Bären steine. Obwohl jenseits der Elbe, 
konnten sie als wichtiges Obergangsgebiet nicht beiseite gelassen 
werden. 

H,. I)ic Rauensteinscholle 

O. Gr. ct 220 m U. d. M. 

Die Bauensteinsc holle wird begrenzt im N von Linie 
XXXVlIb, im W von dem Liniensystem XL, im S von Linie III b 
und im 0 von Linie XXXVII a. 

Die Scholle umfaßt den Rauenstein (304m) und seine nähere 
Umgebung. Die Schichten liegen fast horizontal (s. Abb. 5), nur 
einige kleinere Partien zeigen geringes Einfallen nach SO. Trotzdem 
ist auch der Rauenstein von Bruchspalten durchsetzt, wie man dies 
bei der Wanderung über das schmale Felsriff an dem Auftreten glatter, 
harnischartiger, von Eisenhydroxyd vollständig getränkter Flächen 
wiederholt beobachten kann. 

Gipfel des Rauensteines usw. (s. Anlage S. 109) 

Ij. Die liärenstcinscliollc 

0. Gr. ct ungefähr bei 240 m ü. d. M., im westlichen Teile tiefer. 

Die von einer Menge kleinerer Brüche (XL) durchzogene Scholle 
liegt zwischen Linie XXXVlIb im N, XXXVIIIa im W und III b 
im S unter Anschluß an die Rauensteinscholle im 0. 

Westlich an die Rauensteinscholle schließen sich die zerbrochenen 
Partien des Großen und Kleinen Bärensteines. Am Kleinen 
Bärenstein wurde folgendes Profil festgestellt: 

Gipfel des Kleinen Bärensteines usw. (s. Anlage S. 108) 

Während Rauenstein und Laasensteine von einem Mantel weiß- 
grauen überschüttenden Sandsteins umgeben sind, findet man dies 



‘) Ändert, II., Zur Stratigraphie der turonen Kreide des sächsischen Elbtales. 
Abh. d. Sachs. Geol. Landesamtes H. 4. Leipzig 1927. 



Das Bruchgebiet von Pirna 67 

am Kleinen Bärenstein nur in geringem Maße. Durch die Zertrümme- 
rung sind die Verhältnisse ziemlich unklar geworden. 




Phot W. Haus, Dresden-N. 6. 

Abb. 5. Der Große Biircnstein. B = Großer Bärcnstein. R — Raucnstein. De;- 
Große Biirenstein wird von mehreren Brüchen durchsetzt, die Schichten sind stark "estört. 
Am benachbarten Rauenstein liegen die Schichten ungestört und horizontal. Beide Steine 
sind aus Sandsteinen der Zone des Jnoceramus Schloenhachi (Oberturon) aufgebaut. 

Auch der Große Bärenstein ist eine stark zerklüftete Felsmasse, 
in der horizontale Schichten mit schräggestellten wiederholt abwech- 
seln 1 ). Von der Ferne sieht es ungefähr so aus (s. Abb. 20, S. 144). 

Am Ostfuße des Großen Bürensteines findet man noch dieselben 
losen Sandmassen wie am Kauenstein, am westlichen ist jedoch nichts 
davon zu sehen. Der westliche Teil ist deshalb wie am Kleinen 
Bärenstein weiter in die Tiefe gebrochen. 

Zusammenfassend kann man sagen, daß die Bärensteine von 
mehreren kleineren Verwerfungen und mit Sicherheit auch von einer 
größeren durchschnitten werden. 

Das zwischen Liliensteinscholle und Linie Zeichen — Zatzschke 
östlich der Elbe gelegene Gebiet wurde nur soweit als gerade not- 
wendig in die Untersuchungen mit cinbezogen. 

K x . Die Branilseholle 

0. Gr. a 170—200 m ü. d. M. 

Die Brand schölle liegt zwischen der Lausitzer Hauptverwer- 
fung vom Sebnitzbach bis über Hohnstein hinaus und der Linie HIa 
(Polenzbach). 



') Förstrr, II., a. a. 0. (S. 91), bestätigt dasselbe. Beim Messen der Klüfte hat er 
gefunden, daß sie auf dem Bärenstein ziemlich unregelmäßig verlaufen. 



5 



68 



Beschreibung der einzelnen Schollen 



Die Braudscholle ist ein stark zerklüftetes Felsengebiet mit den 
prächtigen Schluchtentälern des Polenz- und Tiefen Grundes. 

Brand (340 m) usw. (s. Anlage S. 109) 
l)ie kleine Waitzdorf er Ebenheit hat die Basis der wasser - 
haltenden, nicht zerschluchteten Schichten ungefähr zwischen 300 und 
310 m Meereshöhe, womit auch die Basis der Stufe ß, anzunehmen ist. 

Bei Hohnstein wurde beim Bau der neuen, in Schlangenwin 
düngen hinab ins Polenztal führenden Wartenberg- und Mühlberg- 
straße im Sommer 1925 von Herrn stud. rer. nat. WALTER IiÄNTZSCHEL 
in Dresden eine Menge Versteinerungen gesammelt, die er mir vor- 
lcgte. Es waren folgende Arten vertreten: 

Ilohnstein 



Anschnitt der Mühlbergstraße in der »Wende« 


Anschnitt der Waitenbergstraße 
bei km 8,2 bei km 7,6 


Koralle 

Cidaris subuetiiulosa n’Oun 




» 


Cardiaster Ananchytis I.eskk tp 

Brvozoen ... 


» 


» 


Maya» Oeinitzi Sem. 

Pinna crelacea Schloth. 


» 




Inoceramus Frechi FlbGU 

Lima Iloperi Mast, oder Isocardia Xilteli Hlzpsl.? 


» 




Lima tecta Goldk 

Pecten Faujari Dum. . 

Pecten septempticatu» Nn.ss .... 


» 




Neithea grypheata Schloth 






Spondylus tamellatus Nilss. sp 

Ostrea canaliculata Sow 

Ostrea vesicularis Lau 

Ostrea temiplana Sow 


• 




Exogyra haliotoidea Sow. sp 

Callianassa antiqua Otto 

Spongitcs saxomeut Gkin 


» 


» 


Rhynchunella sp. 





Die liier aufgefundenen Arten werden auch von G. MÜLLER aus 
dem Unterscnon von Braunschweig und Ilsede 1 ) mit Ausnahme des 
Inoceramus Frechi Flegel zitiert. Inoceramus Frechi ist eine Form 
des Emschers, findet sich bei Waltersdorf im Zittauer Sandstein - 
gebiet, an der Friedrichsgrunder Lehne im Heuscheuergebiet und im 
Löwenberger Oberquader. Pecten Faujasi ÜEFR. ist höchstwahrschein- 
lich mit Pecten clenlatus Nills. bei MÜLLER identisch. 

Die Hohnsteiner Fundstelle wie auch die von Waltersdorf liegen 
in unmittelbarer Nähe der Lausitzer Hauptwerfung. Hier bei Hohn- 
stein dürfte es nur eine kleine Scholle Emscher sein, die durch die 
Verwerfung eingeklemmt und in die Tiefe gedrückt wurde. Die 
Schichten lagern teils horizontal, teils fallen sie stark nach N ein. 

') Müllkk, G., Die Molluskenfauna des Untersenon von Braunschwoig und Ilsede. 
Abb. d. Kgl. Preuß. Geol. Landcsanst., N. F. H. 25, 1898. 



Das Bruchgebiet von Pirna 



69 



Der Sandstein ist weißlich, weißgelb und gelb, meist feinkörnig mit 
schwächeren grobkörnigen Lagen. Über die Lagerungsverhältnisse usw. 
hat HiNTZSCHEL eine Arbeit geschrieben, die sich im Druck befindet. 

Ich möchte die Schichten von Hohnstein vorläufig zum Emscher 
stellen, da untersenone Schichten aus der sächsisch-böhmischen 
Kreide noch nicht bekannt sind. 

L x . Die Basteischolle 

O. Gr. a 190—200 m ü. d. M. 

Die Basteischolle liegt zwischen der Lausitzer Ilauptverwer- 
fung vom Hockstein bis westlich Dobra im N, Linie XXXIX 
und XXXVIII im W, Linie XXXVII und III b im S und lila im 0. 

Bastei- und Uttewalder Scholle sind nur ganz allgemein umgrenzt. 
Durch genaue Untersuchungen wird man noch näheres feststellen 
können. Allgemein wurde ein Einfallen der Schichten nach NW be- 
obachtet, so daß die Höhenlage der Schichten in den beiden Schollen 
nicht gleichbleibend ist. 

Beim Aufstieg von der Waltersdor fer Mühle nach W wurde 
folgendes Profil beobachtet: 

Straßonhöbe westlich der Waltersdorfer Mühle, Sign. 214,6 m ü. d. M. 

Zone des Inoceramus Schloenbachi ra 

ß 4. Nichts aufgeschlossen U 

3. Sst. lichtgelb, grau, mk., Felseu stark zernarbt 150 

a 2. Sst. grau, mk., leicht zerfallend, keine Felsen 40,0 

Mittcltnron 

1. Sst. gelbweiß, fk 

Waltersdorfer Mühle, 150,0 m ü. d. M. 

Beim Abstieg nach Rathen durchwandert man dieselben Schich- 
ten in umgekehrter Folge. Auch hier zeigt sich wieder die charakte- 
ristische leicht zerfallende graue Sandsteinmasse der Stufe a der 
Schloenbachi - Zone in 40 m Mächtigkeit. 

Bastei und Amselgrund wurden nur flüchtig besucht. Die Fels 
partien von Bastei, Mönch, Gans, Honigstein usw. stellen die Stufe ß 
i'i ihrer bekannten wunderbar romantischen Form dar (s. Abi». 9). Di,, 
flächenhafte Ausbildung des dahinterliegenden Gebietes in einer Höhcn- 
lage von 290 310m verdankt ihr Dasein der Erhaltung der wasser 
undurchlässigeren Schichten der Stufe ß 2 , in denen auch die Z ei- 
chener Tonbank vertreten sein dürfte. “Verschiedene Quellen ent- 
springen ebenfalls hier. Am Südausgange von Rathewalde steht in 
290 m Höhe in einem kleinen Steinbruch graugelber und lichtgrauer 
mittel körniger Sandstein mit Kaolinkörnern an, ein Gestein, das die 
oberen Schichten der Stufe ß 2 auch im östlichen Elbsandsteingebirge 
andeutet. Ähnliche Sandsteine finden sich westlich davon im oberen 
Teile des Schleifgrundes in ungefähr gleicher Höhe. 

Am Südfuße der Bastei fand ich in 150 m Meereshöhe in einem 
verlassenen Steinbruch Exogijra columba La.M. Wahrscheinlich gehört 
diese Partie zu der jenseits der Elbe liegenden Rauensteinscholle. 



70 



Beschreibung der einzelnen Schollen 



M x . Die Uttewalder Scholle 

O. Gr. a im S 110 m. im N 140 m ü. d. M. 

Die Uttewalder Scholle ist ein mit der Spitze nach S gerich- 
tetes Dreieck, begrenzt im N von Linie XXXVIII b, im W von Linie 
XXXIX und im 0 von Linie XXXVIII a. 

Im Schleif-, Uttewalder und Wehlgrund liegt die 0. Gr. a um 
ungefähr 50— 80 m tiefer als in der Basteischolle. Hier finden sich 
in 220— 260 m Höhe Quellen, die ebenfalls Stufe ß 2 andeuten. 

An der Straße nördlich Lohmen steht in 280m Höhe grauer fein- 
körniger und gelber mittelkörniger Sandstein mit sehr viel Kaolinkör- 
nern an. Er gleicht nach seinem Aussehen den Sandsteinen der Stein- 
wand usw. bei Böhmisch Kamnitz, die unmittelbar unter der Stufe y 
der Schloenbachi-'/jone liegen. Nach den Lagerungsverhältnissen könnte 
bei Lohmen das gleiche angenommen werden. Die Tone oder Ton- 
mergel im Eisenbahneinschnitt nördlich von Lohmen konnten noch nicht 
untersucht werden. 

Das Gelände zwischen Zeichen, Zatzschke und Birkwitz 
umfaßt das Gebiet der als die »jüngsten Schichten der Elbtal- 
kreide Sachsens« bezeichneten Schichten. 

N x . Die Hcrrenleitesehollc 

0. Gr. a im S 80 m, im N 110 m ii. d. M. 

Die Ilerrcnleitescholle liegt zwischen Linie XLIY im N, 
Linie XL1, XLII und XLIII im W, Linie III c und b im S und Linie 
XXXIX im 0. 




Phot I)r. K. Pirtzsch, Leipzig. 



Abb. 6. Steinbruch 39/40, Besitzer Israel, östlich Zeichen bei Pirna. Die 
obersten Schichten im Steinbruch bestehen aus massigen, wenig geklüfteten Herrenleite- 
sandstein. In der Sohle des Steinbruches liegt die Zeichencr lonbank, Schicht 8, Profil S. 7 1. 
Stufe ß2 der Zone des Inoceramus Schloenbachi (Oberturon). 




Das Brachgebiet von Pirna 



71 



Das Gebiet ist durch bedeutenden Steinbruchbetrieb aufgeschlossen 
und zwar an der Elbe in der Umgebung von Zeichen und im TaL- 
grunde der Alten Poste und Herrenleite. 

Im Steinbruch 39/40 von ISRAEL, östlich Zeichen, habe ich im 
Herbst 1926 mit den Herren Geheimrat KOSSMAT und Landesgeologen 
Dr. PlETZSCII (s. Abb. 6) folgende Schichtenfolge festgestellt: 



Oberkante des Steinbmchs, 225,0 m ü. d. M. 

Zone des Inoceramus Schloenbachi m 

ß 14. Sst 1,0 

13. Sst. weißlich, gelblich und rötlich marmoriert (Herrenleitesandstein). . 10,0 

12. Ton hellgrau 0,5 

1 1. Sst 8,0 

10. Tön rötlichgrau, stark kohlig und sandig, mk 1,5 



9. Sst. weißgrau und gelb, fk. bis gk., hart, Werksteinbank, Versteinerungen: 

Jnoceramut incoiutans Woods emend. As matt 

I.ima semisulcata Nilss. 

Lima laevigata n. sp. 

Neithea grypheata Scblotii. 

Ostrea sudetica Scor. 

Ustrea vesicularU Lam. 

Isocardia '/.itleli Hlzpfl. 

Turr Hella sp 10,0 

8. Tonbank schwarzgrau, fk., mit HCl nicht brausend, viel Kohlestückchen 
enthaltend, Versteinerungen sind spärlich, und zwar wurden bis jetzt 
nur gefunden 

Peclen virgatus Nilss. 

I.eda semilunaris v. Buch 6,0 

An Foraminiferen stellte Herr IIlLLER, Ebersbach, nur wenig For- 
men fest (s. S. 129). 

Bei unserem Besuche war die Tonbank im Steinbruch abgebaut 
und nur in der Steinbruchsohle gering aufgeschlossen. Im Jahre 1922 
sah ich, wie eben der obere Teil abgegraben wurde. 

Lima laevigata n. sp. ist im ganzen Arbeitsgebiet äußerst selten. 
In größerer Menge fand ich sie nur unweit nördlich Nicderkreibitz in 
Schichten, die höchstens 50 m unter den eigentlichen Tomncrgeln 
(Zatzschke) liegen (vergl. S. 46). 

Isor.ardia Zittcli HLZPFL. ist aus tieferen Schichten wie den hier 
angeführten, an die sicli nach oben noch die Ilerrenleitesandsteine an- 
schließen, wo die Art das Hauptfossil bildet, nicht bekannt. 

Bei der Wanderung durch die Steinbrüche läßt sich die Tonbank 
gegen W eine größere Strecke weit verfolgen, bis westlich des staat- 
lichen Steinbruches die Oberkante der Steinbrüche soweit herabsinkt, 
daß die Tonbank nach N in das freie Gelände hineinspringt und als 
Geländewelle gegen die Alte Poste in der Herrenleite zieht. 

Unterhalb der Tonbank konnte in der Nähe von Zeichen folgendes 



festgestellt werden: 

Basis der Tonbank, 188,0 m ü. d. M. m 

ß 7. Sst. gelb, mk. bis gk., porös (Mocketalsandstein?) 10,0 

6. Sst. rot, fk 3,0 

5. Sst. gelb, fk., mit gröberen Lagen 4,0 

4. Sst. gelb, fk., Versteinerungen: 

Exogyra comu arietis Nilss. emend. Gbiep 1,0 




72 



Beschreibung der einzelnen Schollen 



3. Nichts aufgeschlossen 12,0 

2. Sst. grau und gelbgrau, fk., feste harte Felsbank, stark zernarbt ... 2,0 

1. Nichts aufgeschlossen 46,0 

Zeichen an der Elbe, 1 10,0 m ü. d. M. 



Vom gegenüberliegenden Elbufer aus beobachtet, scheinen die 
Schichten von Zeichen bis Mocketal allmählich gegen NW einzufallen. 
Wir treffen deshalb in Mocketal die gleichen Schichten ungefähr 
30 m tiefer. 




Phot Dr. K. Piktmcii, Leipzig. 

Abb. 7. Steinbruch am nördlichen Berghangc in Mocketal bei Pirna. 
Massiger, wenig geklüftetcr Sandstein der Stufe ß 2 der Zone des Inoceramu» Schloen- 

bachi (Obcrturon). 



In Mocketal konnte in einem am nördlichen Berghange angelegten 
Steinbruche (s. Abb. 7) folgende Schichtenfolge beobachtet werden: 



Zone des Inoceramus Schloenbaehi 

ß 7. Tonbank (nach der geologischen Karte) 

155,0 m ü. d. M. 

6. Sst. rötlichgelb, gk 1 

5. Sst. rötlicbgelb, mk ( harter poröser 

4. Sst. rötlichgelb, gk ( Sandstein 

3. Sst. dunkelgelb, gk J 

Steinbruchsoble 

2. Nichts aufgeschlossen 

1. Sst. gelb, mk 



m 

? 



7.0 

5.0 

2.0 
1,0 



Fahrweg, 135,0 m ü. d. M. 



3.0 

2.0 



Das Brachgebiet von Pirna 



73 



Gegenüber von Zeichen am jenseitigen Ufer der Elbe trifft man 
die dunkle Tonbank zwischen Naundorf und Klein-Struppen in einer 
Meereshöhe von 210 220 m, demnach rund 20 m höher als bei Zeichen. 
Am SO-Ausgang von Naundorf liegt die Bank um weitere 25 m höher. 
Es sei dahingestellt, ob diese Höhenunterschiede nur auf das Einfallen 
der Schichten oder auf Bruchlinien zurückzuführen sind. In einem alten 
Steinbruch waren in Naundorf folgende Schichten aufgeschlossen: 



247,0 m ü. d. M. 






Zone des Inoceramug Schloenbachi 




m 


ß 2. Sst. gelbrot, mk., mit vereinzelten groben Quarz- j 


harter Sandstein, 






Oberfläche zer- 


1,0 


I. Sst. lichtgraugelbrötlicb, mk ^ 

245,0 m ö. d. M. 


löchert 


1,0 



Darunter folgt ein Wassertümpel, der nach Mitteilung eines An- 
wohners durch die liier anstehende Tonbank gebildet wird. Der Sand- 
stein gleicht dem. der im Zeichcncr Steinbruch Uber der Tonbank 
ansteht. 

Beim Abstieg von Naundorf nach Pötzscha an der Elbe ist zunächst 
nichts aufgeschlossen. Erst am oberen Ende des Ortes finden sich 
einige Sandsteinbänke. 




I'hot Dr. K. Piktzscu, Leipzig. 

Abb. 8. Steinbruch in der Herrenleitc bei Pirna. Massiger Sandstein mit un- 
regelmäßigen Lager- und Druckklüflcn. Oberste Schichten der Stufe ß 2 der Zone des 
Inoceramug Schloenbachi (Oberturon). 



74 



Beschreibung der einzelnen Schollen 



1 65.0 m ü. d. M. 

Zone des Inoeeramus Schloenbachi 

3 3. Sst. grangelb, mk. bis gk 

2. Sst. gelb, fk 

1. Sst. gelbiicbgrau, mk 

155.0 m ü. d. M. 



m 



3.0 

2.0 
5,0 



Zwischen 150 und 140 m Höhe sind in Pötzscha einige Keller in 
den Sandstein hineingebaut. 

Der bereits im Steinbruch von Zeichen erwähnte Herrenleitesand- 
stein ist in dem Tale der Alten Poste und Herrenleite ausge- 
zeichnet aufgeschlossen. Ein Steinbruch reiht sich hier an den anderen. 
Die Verhältnisse liegen sehr einfach. Der Sandstein steht in einer 
Höhenlage von 165 — 215 m zutage und wird zur Zeit vorwiegend in 
195—215 m Höhe abgebaut. Er ist weißgrau, mittel- bis grobkörnig 
sowie gelb, mittelkörnig oder auch durch Eisenhydroxydstreifen oft 
weißgraugelbrötlich marmoriert. Er ist schwach quarzitisch, ein toniges 
Bindemittel fehlt fast vollständig. An einem großen Block war eine 
Art Kreuzschichtung von feinen und groben Lagen zu beobachten. Der 
Sandstein der llerrcnleite hat fast keine Schichtfugen und stellt eine 
einheitlich geschlossene Masse mit Unregelmäßigen Lager- oder Druck- 
klüften dar (s. Abb. 8) 1 ). Wenn auch im Gesteinskorn usw. etwas 
anders ausgebildet, schließt er sich durch das Fehlen einer intensiven 
senkrechten Klüftung den Sandsteinen an, die wir in der Stufe ß 2 als 
ebenheitsbildend kennengelernt haben. An Fossilien sind von 'hier 
folgende Arten bekannt: 



D = Museum Dresden, 
Cntopygus albensis Gkin. D 
Cardiaster Ananchytis Leskk D 
I’inna cretacea Schloth. DA 
Inoeeramus inconstans Wooos emond. 
Ändert D 

Lima canalifera Goldf. DA 
Peeten virgatus Nn.ss. A 
Ostrca sudetica Sc cp. D 
Ostre/t canaliculutii Sow. D 
N eit heu grypheata Sciii.otii. sp. DA 
Erogyra cornu arietis Nilss. emend. 
Giiiep. A 



A = meine Sammlung 
Cucullaea suhghibra d’Orb. A 
Jsocardia Xitteli Hlzppl. DA 
Tapes suhfaba d’Orb. D 
Ooniomya designata var. Sturmi n. sp. A 
Panopaca regularis o’Onu. D 
Pholadomya nodulifera Msstr. D 
Liopistha aeguivaleis Golde, sp. D 
Pholas selerotites Geis. D 
Nautilus rugatus Fr. n. Schl. D 
llamites sp. D 

Placenticeras Orbignyanum Gkis. D 



Das charakteristische Fossil dieser Schichten ist IsocarcKa Zitteli 
1 ILZPFL.. die sich hier in allen Verdrückungen vorfindet. Man hat die 
Muschel früher Cypr'ma quadrata D’ORB. genannt, jedoch zeigte die 
nähere Untersuchung der Steinkerne und Hohlabdrücke, daß Schloß- 
zähne nicht vorhanden sind. 



3 Alluvialer Sand und Lebm 

2. Grobes Geröll 

1 . Quadersandstein .... 



0,0 

5,6 

43,7 



54,3 



') Abbildung 6, 7 und 8 zeigen die Gleichartigkeit der Sandsteine von Zeichen, 
Mocketal und von der Hcrrenleite. 



Das Brachgebiet von Pirna 



75 



Von Wichtigkeit ist auch das von PlETZSCH 1 ) aus der Herrenleite 
wiedergegebene Bohrprofil VIII vom Jahre 1872 (s. vorstehend). 

Das Mundloch ist ungefähr bei 160 m Höhe anzunehmen. In den 
alluvialen Sand- und Lehmschichten könnte hier die Zeichener Tonbank 
Nr. 8 enthalten sein. Das würde 30 m tiefer als bei Zeichen und in 
demselben Verhältnis sein wie der Mocketalsandstein bei Zeichen (178 
bis 188 m) und im Mocketal (140 — 150 m) ansteht. Es würde demnach 
nicht, wie PETRASCHECK 2 ) annimmt, ein Auskeilen dieser Tonschichten 
in der Herrenleite stattfinden, sondern Schicht 8 würde erst unter der 
Talsohle daselbst anstehen, über die Verhältnisse bei Zeichen gibt 
PETR ASCHECK eine eingehende Schilderung, die sich im allgemeinen 
mit unserem Befunde deckt. 

Nordwestlich der Herrenleite liegt das Sandsteingebiet des Liebe- 
taler Grundes, das sich bis Bonnewitz hinzieht. Die zahlreichen 
Steinbrüche sind meist aufgelassen. Der Sandstein ist lichtgrau, grau- 
gelb und rötlichgelb, mittel- bis grobkörnig, hart und porös, wenig ge- 
bankt. Er gleicht vollständig dem in Mocketal. Die Aufschlüsse liegen 
in 140 — 165 m Höhe. 

Oj. Die Zatzsehkeseholle 

O. Gr. a 45 m n. d. M. 

O. Gr. ß 115 m ü. d. M. 

Die Zatzschkescholle liegt zwischen Linie XLI im NW, 
Linie III c im SW, Linie XLIII im SO und Linie XLII im NO. 

Westlich an die Herrenleite schließt sich das Tonmergelgebiet von 
Zatzschke, Graupa und Birkwitz an. Der wichtigste und bekannteste 
Punkt ist der Eisenbahneinschnitt bei Zatzschke. Die Ton- 
mergel sind hier im Eisenbahneinschnitt in einer Höhenlage, von 140 
bis 160 m angeschnitten. Eine Nachprüfung, in welchem Verbände 
sich die Tonmergel befinden und welche Mächtigkeit sie besitzen, ist 
leider nicht möglich. Sie gleichen in Ausbildung und Fossilinhalt voll- 
ständig denen, die bei Böhmisch Kamnitz unmittelbar über den Sand- 
steinen der Stufe ß anstehen. Ihr Aussehen ist blaugrau bis schwarz- 
grau, mit HCl brausen sie stark auf. An Versteinerungen werden von 
hier im Museum für Mineralogie, Geologie und Vorgeschichte zu Dres- 
den folgende Arten aufbewahrt: 

Oristellaria rotulata Lam. Oervillia so/enoiiles Defr. 

Cyclobacia Fromenteli Bölsciie Inoceramus inconstans Woods eniend. 

Parasmilia centralis Mast. Ändert 

Ilolasler planus Mast. ) , Lima cretacea var. bohemica n. sp. 

Ilemiasler sublacunosus Geis. > j\ e W , . Lima granulata Nii.ss. 

Hemiaster Regulusanus d’Okh. ) 1 1 11 Pecten Nilssoni Goi.df. 

Mayas Geinitzi Schi.okn». Pecten pexatus Woods 

Avicula pectinoides Reiss. Plicatula Barroisi Peron 

Avicvla Neptun i Goldf. Anomia semiglobosa Goldf. sp. 

') PiB-rzscH, Erl. z. Blatt Pirna d. geolog. Karte v. Sachsen, II. Aufl., Leipzig 1916, 
S. 156. . 

3 ) Pktraczek, W., Über das Alter des Überquaders usw., Dresden 1897, S. 25 — 27. 



76 



Beschreibung der einzelnen Schollen 



Anomia subtruncata d’Orb. 

Östren semiplana So«. 

Nucula striatula A. Roem. 

Leda cnrinata n. sp. 

Leda semilunaris v. Bocii 
Area undulata Recss. 

Pectunculns insculptus Recss. 

Cardita GeiniUi d’Orb. 

Astarte similis Mnstr. 

Gastrochaena ampbisbaena Golde. 
iJentalium medium So«. 

Patella inconstans Geis. 

Pleurotomaria baculilarum Geis. 

Tr ach us Fngelhardti Geis. 

X utica vulgaris Reuss. 

Rissva Reußi Geis. 

Cerithium Luschitzianum Geis.? zwei sehr 
kleine, ungünsiig erhaltene Exemplare 



Aporrhais coarctata Geis. 

Aporrhais substenoptera G. Müller 
Cancellaria Thiemeana Geis. 

Cinulia Humboldti Müller sp. 

Nautilus sublaevigatus d’Orb., vollständig 
zusammengedrückt 
llamites boliemicus Fritsch 
Bacultes boliemicus Fr. u. Schl. 
Placenticeras Orbignyanum Geis. sp. 
Scaphites GeiniUi d’Orb. 

Scaphites Fritschi Gross. 

A ptychus 

Oxyrhina angustidens Ag. 

Cyclolepis Agassizi Geis. 

Clndocyiius Strehlensis Geis. 

Osmcroides I.ewesiensis Ag. 



Weitaus das häufigste Fossil ist Inoceravtus inconstans Woods 
einend. ÄNDERT 1 1, wie es auch in den Tonmergeln von Kreibitz, Böh- 
misch Kamnitz und aus der Umgebung von Böhmisch Leipa der Fall 
ist. Ebenso findet sich diese Art neben anderen übereinstimmenden 



Formen in den Tonmergeln im Wesnitzgrunde bei Ilinterjessen 
(Ziegelei unweit der Dietzmühle) sowie bei Birkwitz in besonderer 
Häufigkeit, so daß auch diese beiden Fundstellen mit in das Zatzsch- 
ker Gebiet hineingehören (s. a. S. 125). An der Dietzmühle sind die 
ungefähr 3 m mächtig aufgeschlossenen Tonmergel übrigens sehr arm 
an Fossilien. Ich fand nur Bruchstücke von Seeigelschalen. Diese 
sowie ein Stück von Aporrhais sp. besitzt auch das Geologische Lan- 
desamt zu Leipzig. Ob die Tonmergel bei Zatzschke (140 — 100 ni) 
und im nahen Wesnitzgrunde (125 m) dieselbe Schicht darstellen, ist 
nicht zu sagen. Der Verlauf einer Verwerfung entlang des steilen 
Wesnitzhanges ist nicht ausgeschlossen. Nach den Verhältnissen im 
Karnnitzer Tonmergelgebiet stellt Stufe y eine Serie von Tonmergeln 
und Sandsteinen in bunter Abwechselung in einer Mächtigkeit bis zu 90 m 
dar, so daß die Konstruktion einer’ Verwerfung keinesfalls notwendig ist. 

Bei Birkwitz wurden die Tonmergel in früheren Jahren in einer 
Grube abgebaut. Jetzt wird die Grube von einer Wasserfläche aus- 
gefüllt. Im Museum für Mineralogie, Geologie und Vorgeschichte zu 
Dresden befinden sich von hier folgende Fossilien: 



Cidaris subvesiculosa d’Orb. 

Cidaris Rcussi Geis. 

Micraster cor testudinarium Golde, sp. 
tnoceramus inconstans Woods emend. 
Ändert 

Pecten Nilssoni Golde. 

Ostrea canaliculata So«. 

Nucula striatula A. Roem. 

Leda semilunaris v. Buch 
Cardita Geinilzi d’Orb. 

Tapes nuciformis Müll. sp. 

') Ändert, H., Inoceramus inconstans 
F. Mia. usw. 1913, S. 282 u. folg. 



Trochus amatus d’Orb. 

Nautilus sublaevigatus d’Orb. 

Scaphites GeiniUi d’Oiib. 

A ptychus 

* F.noploclytia Leachi Mant. 

Corax heterodon Recss 

* Oxyrhina Mantelli Ag. 

* llypsodon Leicesiensis ko. 

* im Museum zu Dresden nicht vorhanden, 
nach Petrascheck, Faciesbildungen, 

Woods und verwandte Arten. Centralbl. 



Das Brnchgebiet vod Pirna 



77 



über die Tonmergel von Großgraupa läßt sich im allgemeinen 
nur folgendes sagen. Von Birkwitz wandert man zunächst 3 — 4 km 
durch eine ganz allmählich (10 m) ansteigende, mit Kiefern bewach- 
sene Heidegegend bis an die Straße Copitz — Pirna. Hier steigt das 
Gelände von 130—155 m scharf an. Auf dieser steileren Böschung 
liegt der Ort Neugraupa in grüne Gärten und Wiesenflächen einge- 
bettet, wodurch sich Stufe y überall auszeichnet (südlich Niederkrei- 
bitz, bei Kaltenbach, am Ottenberge usw.). Man darf wohl annehmen, 
daß die Schichten der Stufe y von Birkwitz bis zu der genannten 
Straße von der diluvialen Elbe angeschnitten und zum großen Teil 
abgetragen worden sind. 

P,. Die Schöne Höhe - Scholle 

O. Gr. tt 280 m U. d. M. 

Die Schöne Höhe -Scholle liegt zwischen dem Dürröhr sdorf er 
Bogen der Lausitzer Hauptverwerfung und den Störungslinien XLIV 
und XXXIX. 

Die im Dürrührsdorfer Bogen anstehenden Sandsteine ge- 
hören in das Mittelturon mit Exogijra columba LAM. 1 ). An 
der Elbersdorf er Mühle fand ich den charakteristischen gelb, weiß- 
grau und rot fein gebänderten feinkörnigen Sandstein mit dünnen 
schwarzgrauen Tonlagen und einer Bank angefüllt mit Tthynchonella 
plicatilis So\V. (205—210 m ii. d. M.). Auf der Höhe zwischen El- 
bersdorf und Bonnewitz verraten die zahlreichen kräftigen Obstbäumc 
die Pläner der Spino suszone (2G0— 280 m). Bei Sign. 284,1 liegt 
ein Teich (wasserundurchlässige Pläner). Darüber findet man an 
der Schönen Höhe und am Kohlberge die lockeren Sande der Stufe «, 
die durch eisenschüssige Bänder verfestigt sind. Eine bedeutende 
Störungslinie schneidet von Bonnewitz bis zum Lohmener Walde diese 
in der halbkreisförmigen Einbuchtung der Lausitzer Hauptverwerfung 
gelegene Scholle ab. Südlich der Linie Doberberg— Porschendorf 
liegen die Schichten anscheinend tiefer als im nördlichen Teile. 

An der Verbindungsstraße von Bonnewitz nach Zaschendorf wurde 
unweit Sign. 223,2 im Sommer 1927 ein Brunnenschacht bis zu etwa 23m 
Tiefe ausgehoben. Herr Dr. GalLYVITZ, Assistent am Miner. Geolog. 
Institut der Technischen Hochschule zu Dresden, wurde zuerst auf 
die Wichtigkeit des hier zutage geförderten plänerigen Gesteins auf- 
merksam und entdeckte darin Fossilien. Die weitere Ausbeute fand 
durch die Herren stud. rer. nat. BeiküLEIN’ j und HÄNTZSCHEL aus 
Dresden statt. 

Herr HÄNTZSCHEL gibt hierüber folgenden Bericht: 

»Auf Anregung von Herrn Dr. H. G ALLWITZ besuchte ich die 
neue Fundstelle am 11. Mai 1927 zum erstenmal. Damals war bis 
etwa 20 m Tiefe ausgeschachtet. Nach Aussage der Arbeiter hat nach 
etwa 10m »Lehm« der graue Plänermergel (oder wie man das 
Gestein bezeichnen will) begonnen. Meines Erachtens sind in den 

>) Klemm, G., Erl. z. Blatt Pillnitz d. geolog. Karte v. Sachsen, Leipzig 1892, S. 41. 



78 



Beschreibung der einzelnen Schollen 



»10 m Lehm« hellgelbe bis gelbgraue (ausgebleichte) Kreideschichten 
inbegriffen, die ja in allen Aufschlüssen südlich Dresdens das Han- 
gende der »Räcknitzer Schichten« bilden. Wie groß deren Mächtigkeit 
im Vergleich zur Diluvialdecke gewesen ist, ließ sich nicht mehr 
feststellen. Sicher ist nur, daß sich unter dem ausgeschachteten Ma- 
terial auch hellgelbe Kreidegesteine (Mergel oder Pläner, mit HCl 
brausend) befanden. Neue Besuche und Aufsammlungen an der Fund- 
stelle am 14. und 18. Mai förderten noch neues Fossilmaterial zutage. 
Die Ausschachtung stand beim 23. Meter noch immer in den grauen 
Kreidemergeln, die nach dem Liegenden zu nach Aussage der Ar- 
beiter immer fester und kompakter wurden. Wasser ist meines Wis- 
sens in größeren Mengen nicht angetroffen worden. (Die Ansatzstelle 
der Ausschachtung, die der Wassergewinnung für einige in der Nähe 
gelegene Dörfer dienen sollte, war von einem Wünschelrutengänger 
angegeben worden.) Vom grauen Mergel lassen sich deutlich zwei 
Arten unterscheiden: ein festeres, unregelmäßig muschelig brechen- 
des, aber ziemlich fossilarmes Material und ein weicheres, rein plattig- 
schieferig spaltendes Gestein mit reichlichen Fossilien. Offensichtlich 
entsprechen beide Abarten zwei verschiedenen Horizonten; ich ver- 
mute, daß das schiefrige, weichere Gestein das Hangende der festeren 
fossilarmen Partien darstellt. — Das Gestein erinnerte mich sofort an 
das Material der Ziegeleien Richter-Gostritz, Baugesellschaft-Zschert- 
nitz und Bossecker- Plauen •) (= »Räcknitzer Schichten« PETRA - 

SCHECK). — « 

Die von den beiden Herren gesammelten Fossilien befinden sich 
im Museum zu Dresden. Es konnten von mir folgende Arten bestimmt 
werden : 



Pinna sp. 

Inoceramus inconstuns Woods einend. 
Ändert 

Inoceramus Lamarcki Sow. 

Lima elongata Sow. 

Anomia sublruncata d’Orb. 
l.ithodomus spathulatus Keuss 
Carilila Oeinitzi d’Orb. 

F.riphyla lenticularis Golde, sp. 
Cucullaea subglabra d’Or». 



Pectunculus Geinitzi d’Orb. 
Venilicardia van Keyi Uosgu. sp. 
Natica Geinitzi ü’Okii. 

Turritella seilineala A. Rohm. 
Aporrhais sp. 

Nautilus sublaevigalus d’Orb. 
Baculites bohemicus Kr. u. Schl. 
S capbites I'ritschi Gross. 
Scaphites sp. 

Koprolith mit Fischschnppen 



Bei meinem Besuche am 10. Juli 1927 war niemand an der Schacht- 
stelle. An Fossilien fand ich nur 

Tapes subi'aba d’Orb. Fischschuppen 

(s. a. S. 129). 

Es dürfte wohl außer Zweifel sein, daß wir liier die 
Krietzschwitz — Räcknitz — Strehlener Schichten, den 
Spinosuspläner, vor uns haben. 



') unmittelbar südlich von Dresden. 



79 



Der tektonische Aufbau des Elbsandsteingebirges 

Qi- Die Krietzsehwitzer Seholle 

O. Gr. a 310 — 220 m ü. d. M. 

Die Krietzsehwitzer Scholle wird begrenzt im NO von Linie 
lllc, im W von Linie II b, im SO von Linie IV. 

Das Tiefste des Einbruchgebietes ist gegen S durch eine Störungs- 
linie abgeschnitten, die von Obervogelsang bis Copitz der Elbe folgt 
und dann gegen Birkwitz verlaufen dürfte. Jenseits dieser Linie liegt 
die Krietzsehwitzer Scholle, die ein starkes Einsinken nach N 
anzeigt. Die Obergrenze dieser Scholle sinkt von Krietzschwitz bei 
270 m bis zu 180 m vor Cunnersdorf und Sonnenstein hinab. Bei dem 
regelmäßigen Verlauf der Höhenkurven dürfte hier die Schiefstellung 
einer größeren Scholle tatsächlich vorhanden sein. Auch der südliche 
Teil von Copitz gehört dieser Scholle an. Die Obergrenze der Stufe a 
wechselt von 220 — 310 m. An der Pirnaer Artilleriekaserne kann man 
den Berg hinauf die Schichten des Mittehurons von 140 220 m Höhe 
verfolgen, demnach in einer Mächtigkeit von 80 m. Als scharf ge- 
schnittener Steilhang erhebt sich die Scholle über das Gottleubatal. 
Westlich desselben steht die Labiatuszone an. Die 0. Gr. a liegt da- 
selbst bei 370 m. Man wird auch hier das Verhältnis am besten durch 
eine Störungslinie lösen können. Wollte man die Höhenunter- 
schiede der Schichten überall auf deren stärkeres Ein- 
f allen zurückführen, so würde dies ebenfalls an Störungs- 
ünien geknüpft sein, da die normale Lagerung der Sand- 
steinschichten im Elbsandsteingebirge höchstens nur 
ganz geringe Neigungen aufweist. 

Nordwestlich von l’irna gegen Dresden sind die 
Schichten der Schloenbnchi -Zone vollständig abgetra- 
gen und werden wahrscheinlich durch Umlagerung zum Aufbau der 
Sandmassen der Dresdener Heide Material geliefert haben. 

Die Strehlener Pläner und Plänermergel von Räcknitz 
usw. gehören dem oberen Mittelturon (Zone des Spondylus spi/wsus und 
Heteroceras Reußianum ) an, wie ich dies bereits in meiner Arbeit 
Uber das Turon 1 ) nachgewiesen habe. 



Der tektonische Aufbau des Elbsandsteingebirges 

Betrachtet man auf der beigefügten Schollenkarte das Gesamtbild 
der durch die Verbindung der Profile gefundenen Schollen, so ergibt 
sich in großen Zügen ein regelmäßiger Bau. Die Tektonik des Ge- 
bietes schließt sich eng an das Erzgebirge an 2 ). Das Erzgebirge, 

') Andrst, H., Zur Stratigraphie d. turone» Kreide d. sächs. Elbtales. Leipzig 1927. 

Förstkk, H., a. a. 0. (S. 102) ist derselben Ansicht. Er sagt, das letzten Endes 
der Grund für die gesamte Tektonik der Sächsischen Schweiz überhaupt in der 
Ileraushebung des Erzgebirgskammes zu suchen sei und (S. 101) daß die Wölbungs- 
achse von Bodenbach gegen NO streicht. Eine besondere Heraushebung des 
»Paläozoikumsattels« von Niedergrund, wie er annimmt (S. 106), ist jedoch nicht 
vorhanden. Letzterer fügt sich in normaler Weise in die Wölbungsachsc ein, die an 
dieser Stelle durch die tiefe Elbtalrinne bis auf das Grundgebirge entblößt ist. Seine 



80 



Der tektonische Aufbau des Elbsandsteingebirges 



das zur Zeit der oberen Kreide noch keinen Höhenwall bildete, wurde 
im Oligoeän und Miocän durch eine wohl allmählich sich auswirkende 
Bewegung emporgehoben und zwar in der Weise, daß sich schließlich 
eine von der Landesgrenze gegen Leipzig hin abfallende Fläche bil- 
dete. Diese Hebung griff auch auf das Elbsandsteingebirge über. 
Auch hier finden wir irn S die höchste Erhebung der Schollen. Sic 
zieht vom Hohen Schneeberge gegen .Mittel- und Niedergrund und 
erreicht bei Arnsdorf an Querlinie II ihren markanten Abschluß. Der 
über die Elbe greifende horstartige Sporn von Niedergrund 
findet, wenn auch in bescheidenerem .Maße, seine Fortsetzung in der 
Kosenberg- (C) und Tännigt- (E) Scholle und klingt erst bei 
dem Orte Khaa an der Lausitzer Hauptverwerfung vollständig aus. 
Nordwärts dieser Zone findet ein Absinken der Sandsteinschichten bis 
in die Gegend von Pirna und weiter östlich bis an die Lausitzer 
1 lauptverwerfung statt. 

Leider konnte das Gebiet westlich der Elbe nur auf Grund 
früherer Untersuchungsergebnisse *) hcrangezogen werden, da ein wei- 
teres Eingehen hierauf den Rahmen der Arbeit überschritten haben 
würde. Die Fortführung der vergleichenden Höhenlage der Schichten 
in der Schollenkarte über die Elbe hinaus bis an die Grenze des 
Grundgebirges soll lediglich dazu dienen, um den unmittelbaren 
Anschluß des tektonischen Baues des Erzgebirges an das Elbsandstein 
gebirgc darzutun. Es wird eine dankbare Aufgabe sein, die Kreide 
schichten auch in diesem westlichen Gebiete mit Rücksicht auf die 
neuen stratigraphischen Ergebnisse eingehend zu verfolgen, um den 
Aufbau des gesamten Elbsandsteingebirges einwamlfrei’erklären zu können. 

An die Rosenberg- und Tännigt-Scholle legen’ sich nördlich die 
ausgedehnten Schollen des Winterberges (B) und Liliensteines (A). 
Ihre gegenseitige Abgrenzung ist zum Teil durch ein stärkeres Ein- 
fallen der Schichten gekennzeichnet. Genaue Messungen werden zwei- 
fellos ein sicheres Ergebnis herbeiführen, inwieweit der Höhenuntcr 
schied der zum Vergleich vorwiegend benutzten Stufe « der Zone des 
Inocerarnus Schlocnbaclii durch stärkeres Einfallen der Schichten in- 
nerhalb einer gewissen Grenzzone oder durch kleinere oder größere 
Abbrüche zu erklären ist. Das Gebiet südlich und westlich des 
Großen Winterberges wird ganz besonders zu untersuchen sein. 
Hier haben bestimmt größere Verschiebungen der Schichten stattge- 
funden 2 ). Auch entlang der Linie Langes Horn- Hinterherms- 
dorf (Linie Yb) dürfte ein stärkeres Einfallen der Schichten die 

Folgerung (S. 105), daß die nach NO gerichtete erzgebireisehe Tendenz in der alten 
Richtung von Eulau bis zur Granitgrenze keinen Bruch oder Flexur, sondern nur eine 
Zerrüttungszone geschaffen habe, dürfte durch meine Arbeit widerlegt sein. Die Auf- 
wölbung ist bis gegen Khaa an der Lausitzer Hauptverwerfung gut zu verfolgen und 
das plötzliche Absinken der Schichten gegen S ganz bedeutend. 

') Geolog. Karte von Sachsen, Blatt Rosenthal— Hoher Schneeberg, Großer Winter- 
berg — Tetscbcn, Königstein — Hohnstein, Pirna. 

’) Herr Stndienrat Lamprecht in Drosdeu hat sich, wie ich kurz vor Abschluß 
meiner Arbeit von ihm persönlich erfuhr, der Aufgabe bereits unterzogen und im Gebiete 
des Großen Winterberges eine Menge genauer Messungen ausgeführt. Die Arbeit 
soll bald veröffentlicht werden. 




Der tektonische Aufbau des Elbsandsteingebirges 



81 



Hauptursache der Höhenveränderung der Stufe a sein. 0. Gr. a liegt 
in diesen Schollen: 



Rosenberg- und Tünnigt-Scholle bei 380—400 m, 

Winterbergscholle bei 330 — 350 m, 

Liliensteinscholle bei 280 — 300 mü. d.M. (vergl. Tafel 1, Profil 2). 

Auch westlich Linie H im Gebiet des Niederg runder Spor- 
nes finden wir ein Absinken der Schichten nach N (vergl. Tafel 1, 
Profil 1). Betrachtet man hier den meist scharfen Übergang der Fels- 
oberkanten sowie der Böschungsschichten in höhere oder tiefere La- 
gen, so wird man die bedeutendsten Verschiebungen am einfachsten 
nur durch Brüche erklären. 

Die Windischkamnitzer (F), Dittersbach er (G) und 
Suppgeberg (H) -Scholle haben ungefähr dieselbe Höhenlage wie 
die nördlich der Rosenberg- und Tünnigt-Scholle liegende Winter- 
bergscholle. Zwischen Hohenleipe und Dittersbach grenzen sie 
unmittelbar an letztere. Sie sind deshalb noch dem nördlichen 
Tafellande zugerechnet worden. Die Tännigtsc holle erscheint 
dann als darüber emporgedrückt (vergl. Tafel 1, Profil 3 und 4). 

Im großen, nach außen gerichteten Bogen schließt alle diese 
Schollen nach S die Störungslinie f ab, entlang derer der Hauptab- 
bruch beginnt. Die sich zunächst anschließende Rennersdorf er 
Scholle (I) ist als Übergangszone anzusehen. Die Sprunghöhe 
entlang Linie I zwischen Tetschen und Khaa ergibt an O. Gr. ci 
gemessen folgende Zahlen (vergl. Tafel 1, Profil 1 — 4): 



Im N zwischen Tetschen 
und Heidenstein . . . 380 m?, im S 160 in? 
lmNllinsdorferSchollc(N)500 m, im S I 

I m N Rosenbergscholle (C) 390 » im S ( Philippenauscholle (Y) 

lm N und W Wiudisch- 1 160 m 

kamnitzer Scholle (F) . 330 » im S und 0 ) 

Im W Windischkamnitzer Huttenbergscholle (T) 

Scholle (F) 330 » im 0 Nordhälfte 150 m 

Im NW Dittersbaeher 

Scholle (G) . . . .300 » im SO Ottenbergscholle(K) 190m 

lm NW und W Suppge- 
bergscholle (H) . 330—350 » im SO 
lm W Sternbergscholle 
(D) 330-350 » im O 



Kreibitzer Scholle 150 m 



Renners- 
dorfer 
Scholle (J) 
260 m (Über- 
gaogszonc) 



Nach S und SO schließt sich das Kamnitzer Bruchgebiet an. 
O. Gr. a liegt im Durchschnitt zwischen 150 -200 m Meereshöhe. Stü- 
rungslinien und Schollen sind bereits einzeln aufgeführt, so daß cs 
sich erübrigt, im besonderen darauf einzugehen. Im Jonsbacher 
Graben erreicht das Absinken bei O.Gr. a 75— 120m seine tiefste 
Stelle. Südlich davon erhebt sich noch einmal eine schmale Sandstein- 
mauer zwischen 160 und 180 m O.Gr. a, um bald am Hauptbruch von 
lllBSCII, Linie XXI, unter den Tonmergeln zu verschwinden (O. Gr. a 
120 m), vergl. Tafel 1, Profil 3. 

Der Hauptbruch von HlBSCil ist deshalb von ganz besonderer 
Bedeutung, da an ihm entlang anscheinend das Abbrechen der Schollen 

Neue Folge. Heft 112 6 




82 



Der tektonische Aufbau des Elbsandsteingebirges 



nach S ihr Ende erreicht 1 ). Auch morphologisch tritt er gut hervor. 
Die Sandsteinschichten der Stufe ß verschwinden hier endgültig unter 
den Tonmergeln der Stufe y. Die bei Tetschen noch bedeutende 
Sprunghöhe des Bruches vermindert sich jedoch nach 0 sehr schnell 
und ist im allgemeinen bedeutend geringer als entlang des von mir 
festgestellten Hauptbruches I. Herr lIlBSCH gibt die Sprunghöhe seines 
Hauptbruches mit 200 m an 2 ). 0. Gr. et ergibt hier folgende Gegen- 
überstellung (vergl. Tafel Profil 1 — 3). 

Der Hauptbruch von HlBSCH (Linie XXI) 

Im N Loosdorfer Scholle (VV) . 160 m Im S Fockscbe Höhe-Scholle(Di) 30 m u. d. M. 
Im W » » » . 160 » Im 0 » » » o 60 » ü. d. M. 

Im N Philippenauscholle (Y) . 160 » Im S Poppenbergscbolle (Fi) . 160 » 

Im N Philippe- 
uauscbolle . . 160 m 

ImNSteinwaud- 
schollc (Z) . .160» 
mit dem Ab- 
bruchgebiet der 
Albswiiode 130—150 » 

Im N Kamnitzer Schicßhausscholle 90—110 » 



lm N 

Jonsbacher 
Scholle (V) 
75—120 m 



da- 

zwi- 

schen 



lm S Altohlisch-Bühmisch Kam- 
nitzer Scholle (Gi) . . . .80 — 120 m 



Westlich und nördlich der L i 1 ien s te i n sc li o 1 1 e (A) liegt 
das Bruch gebiet von Pirna. Eingehende Untersuchungen werden 
auch hier noch manches Neue zutage fördern. Eine Übersicht Uber di«; 
Höhenlage der O. Gr. a dürfte die Verhältnisse am besten veranschau- 
lichen (vergl. Tafel Profil 5). 



Lilicnsteinscholle (A) O. Gr. a 

Rauenstein- and Bärensteinschoile (Hi u. I,) » 

Brand- und Basteischolle (K, u. L,) . . . » 

U'ttcwaldcr Scholle (Mi) » 

Ilcrrenleitcscholle (Ni) » 

Zatzscbker Scholle (Oi) » 



280-300 m 
220—240 • 

170-200 » 

110— 140 » 

80-110 » 

0— 45 » u. d. M. 



Von der Lilienstein- bis zur Zatzscbker Scholle ist auch hier ein 
Einsinken festzustellen. Als ein liest der normalen Lagerungsver- 
hältnisse hat sich im Dürröhrsdorfer Bogen der Lausitzer Ilaupt- 
verwerfung die Schöne Höhe-Scholle (Pj) mit O. Gr. u 280m er- 
halten. 

Blickt man vom Nordufer der Elbe nach Pirna hinüber, so kann 
man nach der Neigung der Oberfläche von Krietzschwitz bis zum 
Sonnenstein ein besonders starkes Einfallen der Krietzschwitzei - 
Scholle (0. Gr. a von 310 — 220 m) beobachten. An der Elbe bricht 
sie dann vollständig in die Tiefe. 



*) In Wirklichkeit liegen die Kreideschichten weiter gegen S noch 
tiefer, siehe Teil II. Eine wichtige Störungslinie (XX), an der entlang bedeutende 
Verschiebungen stattgefunden haben, streicht von Tetschen gegen Falkendorf, Parlossa, 
Walddörfel nach Oberkamnitz. Die genaue Verfolgung der Linie ist durch tertiäre 
Eruptivmassen jedoch sehr erschwert. Gegen 0 erreicht das Einbrechen der 
Schollen bald sein Ende; entlang einer Linie Steinschönau— Hillemühl— Kreibitz 
(XXXVI) beginnen sie bereits wieder emporzusteigen. 

2 ) Hibscii, J. E., Erl. zur geolog. Karte der Umgebung von Böhm. Kamnitz S. 33. 
Prag 1927. 



Die Kluftlinien 



83 



Die Erkenntnis des Aufbaues der Schichten des Elb- 
sandsteingebirges hat somit durch die Lösung der tekto- 
nischen Fragen einen nicht unwesentlichen Fortschritt 
erfahren. Einzelbearbeitungen werden auf dieser Grundlage gewiß 
noch weitere Erfolge erzielen. 

Die Kluftlinien 

Für die Auflösung der Sandsteintafel in Quader hat man be- 
stimmte Kluftsysteme festgestellt, das eine in Lausitzer Richtung 
(OSO — WNW), das andere in Erzgebirgsrichtung (ONO — WSW). 

Die erste Richtung entspricht ungefähr der Lausitzer Hauptver- 
werfung, die zweite der Erzgcbirgsbruchrichtung. Lausitzer Haupt- 
verwerfung und Erzgebirgsabbruch sind nicht gleichzeitig zur Aus- 
wirkung gekommen, die erste zeitiger, die zweite später. Wollte man 
die Sandsteinklüfte in unmittelbare Beziehung mit den beiderseitigen 
Bewegungsvorgängen bringen, so würde die Sandsteintafel zuerst in 
Streifen von Lausitzer und später in solche von Erzgebirgsrichtung 
zerschnitten worden sein. Dieses ist kaum denkbar. Der Vorgang dürfte 
wohl so zu deuten sein, daß bereits bei der Trockenlegung des 
Sandsteingebirges die Spannung zwischen Lausitzer und 
Erzgebirgssc holle vorhanden war und sich die Klüfte als 
Trocknungsrisse gleichzeitig nach beiden Richtungen ge- 
bildet haben. 

Diese Anschauung wird auch durch das Ergebnis der FöRSTER- 
schen Untersuchungen (FÖRSTER, II., a. a. 0., S. 96) nicht beeinträch- 
tigt, nach denen sich die Kluftlinien bis zu einer gewissen Entfernung 
von der gegenwärtigen Grenzlinie der Lausitzer Hauptverwerfung nach 
dieser orientiert haben. Wie auch FÖRSTER (S. 111) annimmt, hat die 
Verwerfungslinie ungefähr das Ufer des Kreidemeeres gebildet. Dem- 
nach müssen Schollenbewegungen entlang dieser Linie bereits in der 
Kreidezeit erfolgt sein. Daß die späteren Bewegungsvorgänge der 
beiden Grenzschollen (Erzgebirge und Lausitz) jedoch ebenfalls auf 
das zwischenliegende Sandsteingebirge eingewirkt haben, beweisen die 
Harnische und Vercrzungsbildungen in letzterem. Die besondere Ein- 
wirkung der Erzgebirgsaufrichtung auf die gesamte Sandsteintafel ist 
bei der Tektonik eingehend erörtert worden. 

Übrigens ist ganz besonders darauf hinzuweisen, daß 
ein engmaschiges, sich ungefähr rechtwinklig schneiden- 
des Kluft System nicht nur im Elbsandsteingebirge vorhan- 
den ist, sondern daß es im sächsisch-böhmischen Kreide- 
becken überall wo Quadersandstein zur Ablagerung ge- 
kommen ist, wie im Zittauer Gebirge, südlich vom Ham- 
mersee, im Kummergebirge und im Daubaer Gebirge bis 
in das Tal von Kokorin nach S, sowie ferner in der Felsen- 
stadt von Adersbach- Weckelsdorf und an der Heuscheuer 
beobachtet werden kann. Man wird demnach bei der Bildung der 
Klüfte den Schrumpfungsprozeß voranstellen müssen und die tektoni- 

6 * 




84 



Profile 



sehen Vorgänge nur dafür in Anspruch nehmen, daß die Kluftlinien 
bestimmte Eichtungen bevorzugen. 

Wenn man die Sedimentationsverhältnisse im sächsisch-böhmi- 
schen Kreidebecken betrachtet, so kommt man zu dem Ergebnis, daß 
die Einmuldung des ganzen Gebietes ziemlich gleichmäßig erfolgt ist. 

Nach dem Auftreten der Kreidereste auf dem später emporgeliobe- 
nen Erzgebirge kann man annehmen, daß das Westufer des Kreide- 
meeres mindestens in einer von Freiberg nach S gerichteten Linie zu 
suchen ist. Die sächsische Kreide ist keinesfalls in einem 
Graben abgelagert worden (FÖRSTER, S. 101- 102), höchstens 
könnte man eine meerbusenähnliche Ausbuchtung gelten lassen. Ein 
Graben ist im sächsischen Elbtale erst durch die tektoni- 
schen Vorgänge im Tertiär entstanden. Erst dann sind Kreide- 
schichten teilweise in eine schiefere Lage gekommen, deren Folge ein 
scheinbar schrägeres Einfallen der Klüfte ist. FÖRSTER (S. 98) hat 
dies ganz besonders in dem Gebiet zwischen Schandau und Pirna fest- 
gestellt. Seine Ansicht (S. 104), daß längs des Laufes der Elbe die 
tiefste Absenkung erfolgt sei, ist jedoch wenig zutreffend. Nach der 
hier beigefügten tektonischen Karte kann man lediglich sagen, daß 
zwischen der Lausitzer Hauptverwerfung und der Linie Porschdorf — 
Pirna die Kreideschollen gegenüber dem westlichen Gebiet stark in 
die Tiefe gedrückt worden sind. 



Anlage — Profile 

Prebischtor-Herrnskretschen 
Am Prebischtor. 460,0 m ü. d. M. 

Zone des Inoceramus Sc/tloenbachi 

Winterbergscholle m 

ß 82. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, gelb, mk., Versteinerungen: kleine Oltreu sp. 5,0 
31. Sst. mit mehr oder weniger Kaolinkörnern, grau, fk. bis mk., senk- 
recht abfallende, mächtige Quader und Felstürme 35,0 

30. Sst. weißgrau, mk. bis gk. Felsen 20,0 

29. Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, weißgrau und gelblich, mk. Felsen 2o'o 

28. Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, weißgrau und gelblich, mk. Felsen 

zornarbt 30 0 

a 27. Sst. leicht zu losem Sand zerfallend, Böschung, keine Felsen .... 20,0 

2G. Sst. lichtgrau, mk. Felsbänke 5,0 

25. Sst. mit wenig Kaoiinkörncrn, hellgelb, mk., Felsbänke 5,0 

24. Sst. leicht zu losem Sand zerfallend, keine Felsen 20,0 

Mittelturon 

23. Sst. gelbrot, eisenschüssig, mk. bis gk., wabig zernarbte dicke Felsbänke 30,0 

22. Sst. vorwiegend lichtgrau, mk,. leicht zerfallend 40,0 

Störungslinie VI 

Lihiensteinscholle Mittelturon 

Sst. grau, fk., mit einzelnen größeren Quarzen . 

Sst. weißgrau, feinförmig 

Sst. rötlichgrau, fk 

Sst. rot und gelb, dünn gebändert, Ik. ... 

Sst. lichtgrau, fk # 

16. Nichts aufgeschlossen 

15. Sst. lichtgrau bis gelbgrau, fk., am Wege keine Felsbänke 5,0 

14. Nichts aufgesschlossen 11,0 



21. g 
20. 5 
19. § 
18. " 
17. 1 



Zusammen- 



10,0 
10,0 

dünne Bänke 5’9 
am Steilhang 



Profile 



85 



Zone des Inoceramus laliatus 

13. An der Jungfern quelle: Felsbank gelbgrau, fk., hart, Felsen senkrecht 

abfallend, sehr stark zernarbt 

2. Haus von Herrnskretschen, Straßenhöhe 162,0 m 
12. Sst. graugelb, mk., hart. Felsbänke an der Straße . . 

1 1. Sst. graugelb, fk., hart 

10. Sst. graugelb, eisenschüssig, mk., hart 

9. Sst. graugelb, mk., hart 

8. Sst. dunkclockergelb, mk., hart 

7. Sst. rötlichgelb, mk., hart, Versteinerungen unbestimmbar 

6. Sst. lichtgrau, mk 

Mündung des Prebischgrundes in den Kamnitzgrund 
140,0 m ü. d. M. 

5. Sst. weißgrau, mk 

4. Sst. lichtgrau bis gelb, auch rötlich, stark wechselnd, gk., senkrechte 

Felswände 

3. Sst. grau gelb, mk 

2. Sst. lichtgrau, mittelkörnig 

Herrnskretschen-Elbufer, 130,0m ü. d. M. 

An der Straße Herrnskretschen-Schmilka 
1. Sst. graugelb, mk., Felsbänke 125,0 — 130,0 m ü. d. M 

Postclwitzer Steinbriiche 
Oberhalb der Königsnase, 280,0 m ü. d. M. 

Zone des Inoceramus Schloenhachi 



Je tiefer man im 
Grunde abwärts 
steigt, je mehr 
treten diese 
Schichten als 
senkrechteFels- 
wände hervor 



5.0 

8.0 
2,0 
2,0 
2,0 
3,0 

3.0 

2.0 



5.0 

2.0 
1,0 
2,0 



5,0 



a 26. Sst. im allgemeinen als loser Sand auftretend, grau, an einer Stelle fest, 



eisenschüssig, hoehgelb, mk. bis gk., wenig dicke, gerundete Felsbänke 25,0 

25. Sst. gelb, mk. bis gk 10,0 

Mittelturon 

24. Sst. grau, mk. bis gk 5,0 

23. Sst. gelb, mk. bis gk 5,0 

22. Sst. grau, mk. bis gk Felsen dick 13,0 

21. Sst. dunkelgraugelb, mk., größere Quarze cingesprengt gebankt, 6,0 

20. Sst. lichtgraugclb, mk Felsbänke 2,0 

19. Sst. hellgrau, fk. bis mk abgerundet 6,0 

18. Sst. lichtgraugelb, fk 2,0 

17. Sst. mit viel Kaolinkömern, dunkelrötlichgelb, fk., 

größere Quarze eingesprengt 2,0 

16. Sst. mit viel Kaolinkörnern, rötlich hellgrau bis gelb, mk. 4,0 

Sohle der oberen Steinbriiche 200,0 m ü. d. M. 

15. Sst. mit wonig Kaolinkömern, gelb, graugelb und rötlich, dünngebändert. 

fk. bis mk . . 6,5 

14. Sst. mit Kaolinkörnern, rötlichgelb, fk., tonig 0,5 

13. Sst. mit viel Kaolinkörnern, hellgraugclb bis dunkelockergelb, fk. bis mk. 13,0 
12. Sst. hcllrötlichgrau und gelb, fk. mit vereinzelt eingesprengten, größeren 

Quarzen 5,0 

11. Sst. mit viel Kaolinkömern, bellrötlichgrau und gelblich, fk., durchsetzt 

von einigen 20 bis 30 cm starken, gk., teilweise eisenschüssigen Lagen 8,0 
10. Sst. rosagrau, fk., einzelne grobe Quarze eingesprengt, tonig .... 0,8 

9. Sst rötlichgrau, gk 0,2 

8. Sst. mit Kaolinkömern, rötlichgraugelb, fk., einzelne grobe Quarze ein- 
gesprengt, mit ton i gen Einlagerungen 1,0 

7. Sst. mit Kaolinkömern, hellrötlicbgrau bis rötlicbgelb, fk 4,0 

6. Sst. mit viel Kaolinkörnern, dunkelockergelb, mk. mit dünnen grob- 
körnigen Lagen 4.5 

5. Sst. mit Kaolinkömern, dunkelockergelb, fk., tonig 0,5 

4. Sst. mit viel Kaolinkömern, dunkelockergelb von hellgrauen Bändern 

durchzogen, fk. bis mk. mit grobkörnigen Schlieren 4,0 




86 



Profile 



3. Sst. mit viel Kaolinkörnern, hellrötlicbgran, fk. bis mk 2,0 

Sohle der unteren Steinbrüche 150,0 m ü. d. M. Hier liegen zahlreiche 
Stücke der Rhynchonellenbank, ein Sst. mit viel Kaolinkörnern, hell- bis 
dunkelgelb, auch hellgrau, fk. bis mk., mit eingesprengten vereinzelten 
gröberen Quarzen; an Versteinerungen fand ich darin: 

Rliynchonella plicalilis Sow. zahlreich 
Pinna sp. 

Inoceramus Lamarcki Park. 

Lima canalifera Golds. 

An der Wand habe ich diese Bank nicht aufgefunden, sie gehört aber 
sicher in die Höhenlage 150 — 160 m 

Zone des Inoceramus labialus. 

2. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, graugelb bis rötlichgelb, fk 10,0 

1. Von der Steinbruchhalde verdeckt 15,0 

Ich fand darin: Eiogyra columba Lam. 

Straße am Elbufer, 125,0 m ü. d. M. 



Am Schrammtor. 310,0 m ü. d. M. 

Zone des Inoceramus Schloenbachi 

3. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, gelb, gk 

2. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, lichtgraugelb, mk. bis gk. 

1. Sst. lichtgelb, fk., gröbere Quarze eingesprengt, einzelne Felsbänke 

290,0 m ü. d. M. 



Felswände 



Scliraminsteinplateau an Sign. 392,5; 400,0 m ü. d. M. 
Zone des Inoceramus Schloenbachi 

ß 15. Sst. gelb, gk 

14. Sst. rötlichgelb, Ik 

13. Sst. grau und graugclb, fk., undeutliche Versteinerungen 

12. Sst. mit Kaolinkörnern, lichtgraugelb, fk 

11. Sst. mit wrnig Kaolinkörnern, lichtgelb, gk 

10. Sst. mit Kaolinkörnern, dunkelgelb, teils eisenschüssig, 

mk. bis gk 

9. Sst. graugelb, mk., vereinzelte große Quarze eingesprengt 

8. Sst. lichigrau, mk • . . . . 

7. Sst. graugelb, mk. bis gk. 

6. Sst. mit viel Kaolinkörnern, lichtwcißgrau, mk. . 

5. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, dunkelgelb, mk . . 

4. Sst.mit wenig Kaolinkörnern, lichtgelbweißlich, fk. bismk. 

3. Sst. mit Kaolinkörnern, gelb, mk 

2. Sst. lichtgran, mk 

1. Sst. lichtgelb und rötlich, mk 

Mündung des Lan gengru nd weges in den El blei ten weg, 

Bohrloch Bad Schandau -Kurh aus. Ansatzstelle (12 

37. Schutt 

36. Sandiger Ton dunkelgrau 

35. Grober Kies 

Zone des Inoceramus labialus 

34. Sst. mit Kaolinkörnern, gelb, fk. bis mk., Korn unregelmäßig . 
33. Sst. gelb, fk. mit gk. bis konglomeratischen Lagen .... 

32. Sst. graugelb, fk. mit gk. Lage 

31. Sst. grau, fk. bis gk., Korn sehr unregelmäßig . 

30. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, graugelb, fk. mit gk. Lage . . 

29. Sst. weißgelb, fk., loser Sand (Schwemmsand) 

28. Sst. lichtgrau, fk 

27. Sst. grau, gk 



10,0 

5.0 

5.0 





2,0 




3,0 


1 


15,0 


I Senkrechte 


8,0 


l scharf ge- 


2,0 


schnittene 




Felswände u. 


3,0 


/ -türme, Ober- 


2,0 


i fläche mehr 


5,0 


l oder weniger 


5,0 


1 stark zernarbt 


15,0 


| 


5,0 


1 


12,0 


/ 


3,0 


J Einzelne Fels- 


17,0 


1 bänke 


5,9 


Sign. 297,1 m ü. 


d. M. 


),0 m ü. d. M.) 


m 




1,30 


Alluvium 


1,60 




1,10 



1,00 

5,10 

2,20 

2,30 

0,40 

0,80 

1,60 

1,80 




Profile 



87 



2G. Sst. lichtgrau, 7,00 

25. Sandiger Ton, lichtgrau, fk • 

24. Ton dunkelgrau 

23. Sst. grau, mk. . . . . . 

22. Sandiger Ton, schwarzgrau, fk. . . 

21. Sst. grau, fk., quarzitisch . . J-'Jj 

20. Sst schwach tonig, grau, fk. bis gk 4 ^ u 

Mutmaßliche Grenze des Cenomans 

19. Sst. gelbgrau, fk , tonig . - • - • • • • • • • 3 > 30 

18. Sst. weißgrau, fk., tonig, kalkhaltig, mit Bruchstücken von Kalk- 
schalen, vereinzelt mk. Quarzkörner, die wahrscheinlich einer dünnen 

Schliere angehören 

17. Sst. weißgrau, fk., tonig . . . • • • • • • 

16 Sst weisgrau, fk. mit einzelnen mk. Quarzen und mit Bruchstücken von 

Kalkschalen 

15. Sst. blaßgelblichgrau, fk., tonig "’V” 

14. Sst. weißgrau, fk 

13. Sst. blaßgelbgrau, fk., tonig ‘MJJ 

12. Ton schwarzgrau mit gk. Sandsteinlage . . . . • - • • • • - • 

11. Sst. weißgrau, fk. mit einer gk. bis konglomeratischen Schicht . . . 

10. Sst. blaßgelbgrau, fk., tonig 

9. Sst. graugelb, gk. mit fk., tonigem Bindemittel u,4U 

8. Sst. blaßgraugelb, fk., tonig 

7. Sst. weißgrau, fk., tonig 

6. Sst. gelblichweiß, lk„ tonig, Auftreibung 

5. Sst. rötlichweiß, fk., tonig . . . . . . • • • • • • • • ; ■ • * ! 

4. Sst. weißgrau, fk ) zwischen dem feinen mehligen 0,40 

3. Sst. gelblichgrau, fk ( Sandstaub befinden sich zahl- 0,20 

2. Sst. licht grau, fk ( reiche gröbere, _ aber trotzdem 0 45 

1. Sst. weißgrau, fk ) noch fk. Sandkörner, Triebsand ( 

8,75 m ü. d. M. 

Das Cenoman bildet eine feste, gleichmäßige Schichtenserie von 75 m aus sehr fein- 
körnigen, mehr oder weniger tonigen Sandsteinen von blaßgrauer, meist etwas gelblicher 
Karbe. In den tiefsten Schichten, im letzten m, häufen sich zwischen dem mehligen 
Tonsande etwas größere Sandkörnchen. Diese Schicht ist der wasserführende Triebsand. 

Gipfel des Liliensteins, 411,1 m ü. d. M. 

Zone des Inoccramu» Schloenbachi m 



67. Sst. grau, mit. .... . \ 

66. Sst. graugelb, mk., eisenschüssig 1 

65. Sst. grau, fk. . I 

64. Sst. rotgelb, fk. bis mk Senkrechte 

63. Sst. ziegelrot, mk Felswände, 

62. Sst. graugelb, mk dünn gebankt 

61. Sst. licht- bis gelbgrau, fk bis mk 

60. Sst. grau, fk 

59. Sst. graugelb, fk. bis mk., eisenschüssig 

58. Sst. grau, mk / 

57. Sst. lichtgrau, fk 

56. Sst. gelb, mk Senkrechte 

55. Sst. graugelb, fk. bis konglomcratiscli, Koru sehr un- f p 0 i sw ände, 

regelmäßig \ z. T. zer- 

54. Sst. weißgelbrötlich, mk. bis gk / löchert und 

53. Sst. lichtgrau, mk • 'V zernarbt 

52. Sst. weißgelb, mk „•••••) 

51. Sst. grau, mk. mit vereinzelten größeren Quarzen . •' 

50. Nichts aufgeschlossen, nur herabgerollte einzelne Blocke auf dem W ege, 

weißgrauer Sand • . • • • • , 

49. Sst. grau bis gelbgrau, fk. bis mk., eisenschüssig, h eisbanke . , . , 



Senkrechte 
Felswände, 
z. T. zer- 
löchert und 
zernarbt 




88 



Profile 



" 48 ‘ Nichts aufgeschlossen auf dem Wege weißgrauer Sand, f.- bis mk., ver- 
einzelte herabgerollte Blöcke am Abhange . 40 0 

Mittelturon 

47. Nichts aufgeschlossen, allmählich ansteigende Fläche bis zum Ringweg 

an der Sudseite des Liliensteins riO 

Oberes Ende der Steinbrüche 

46. Sst. dunkelgelb, mk., eisenschüssig .... ■ n 

45. Sst. weißgelblich, fk., tonig, sehr weich ... J’Jj 

44. Sst. weißgraurötlich, fk., tonig, sehr weich o’ 0 

43. Sst. mit Kaolinkörnern, weißgrau u. gelb gescheckt, fk. bis konglomeratiseh' 1,0 
42. Sst, gclbviolettschwarzhch, fk., eisenschüssig, sehr hart 9 n 

41. Sst. gelb und weißlich, gescheckt, fk ’ ' ' ’ Ö’n 

40. Sst. lichtgraurötlich, mk a’» 

39. Tonschicht lichtgrau, fk. und Sst. graugelb, gk. ! .’ ! O 'o 

38. Sst. lichtgrau, rötlich, mk., mit Exogyra columba Lam. ..'!!! 50 

■U. bst. gelb, fk. bis mk., wolkig verteilt, mit papierdünnen grauen Tonlagen L>’o 

36. Sst. weiß, gelb und rötlich, fk. bis mk. wolkig verteilt, mit papierdünnen 

grauen 4 on lagen . „ 

35. Sst. dunkelgelb, fk J’J: 

34. Sst. lichtgelb, fk ' „’V 

33. Sst. dunkelgelb, mk., eisenschüssig, hart . 

32. Sst. lichtgelb, fk S’X 

31. Sst, weißgelb, fk., tonig .... f’JJ 

29. Sst. weißgelb, fk., tonig 

28. Sst. gelb, fk, tonig 

27. Sst. weißgraugelb, fk., tonig ....!!. n ’2 

26. Sst. weißgraugelb, mk., tonig ‘ ] ’ ‘ ,’q 

Sohle der oberen Steinbrüche 160,0 m ü. d. M. 

25. Sst. rotgell, violett, fk. bis mk., in Farbe und Korn sehr wechselnd, mit 

tomger Beimischung ’ . , 

24. Sst. gelbgrau, mk. mit ton iger Beimischung n’l 

23. Sst. gelb, mk. mit toniger Beimischung ... . 

22. Ton schwärzlichgrau ] V’? 

21. Sst. gelb, fk , schmierig, tonig j ‘ 

20. Sst, grau gelb, orange und rötlichgrau, oft rot und gelb'fein gebändert' 

kohlig, fk., tonig, schmierig ao 

10. sst. geib, fk., tonfg 4 -° 

!?• ^ a '‘ KP ' b ’ mit kohligen Beimischungen, tonig, sehr feucht.' ' '. o’ö 

17. öst. maisgelb, fk. bis mk. wechselnd .... a r 

16. Sst. schwärzlichgrau mit kohligen Beimischungen' in, ganzen Gestein! ’ J 
tonig, sehr feucht 1 j ^ 

Zone des Inoceramus labiatus 

15. Sst. blaßgelb, fk. bis mk., Korn schnell wechselnd. . . 4 0 

14. Sst. lichtgrau, fk., tonig .... u 

13. Sst. rötlichgelb, fk., eisenschüssig .... 10 

12. Sst. lichtgrau, fk., mit schwärzlichgrauen Partien . . o’n 

11. Sst. rotgelb, fk \ o 

10. Sst. gelb, gk., eisenschüssig 

9. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, gelb, mk. ......’ in 

8. Sst. lichtgrau, fk. mit undeutlichen Versteinerungen . ' ' 0 ’,, 

i. Sst. graugelb, gk. bis konglomeratiseh ’ 0 ’j 

6. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, graugelb, mk., mit undeutlichen Ver- ’ 

stemerungen „ 

5. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, rötlichgelb, fk ’ ’ ' .V. 

4. Sst. rothebgrau, fk., kohlig, mit Versteinerungen Spongites taxonicus 

Gbin., Finna ^ g 




Profile 



89 



3. Ssl. gelb, gk. bis konglomeratiscb, eisenschüssig mit tonigen Schmitzen 

2. Sst. graugelb, fk 

1. Sst. rötlichgrau, kohlig, fk 

Steinbrüche in der oberen Kirchleite, 125,0 m ü. d. M. 



Stimmersdorf. 300,0 m ü. d. M. 
Mitteltnron 



15. Der Ort ist umgeben von Wiesen, Gärten und Feldern. Felsbänke sind 

nicht vorhanden, der Sst. iritt wenig zutage 

14. Am Waldrande, beim letzten Hause von Stimmersdorf, wenn man gegen 
das Blockhaus in der Edmundsklamm hinabsteigt, waren in einem Stein- 
bruch folgende Schichten aufgeschlossen: Sst. weiß und gelb, dünn ge- 
bändert, fk., sowie rötlich mk., und grau, gelb und rötlich mk. bis gk., 
durchsetzt von papierdünnen, unregelmäßigen, schwarzblauen Tonlagen. 
Der Sst. ist mehr oder weniger reich an Kaolinkörnern. An Versteine- 
rungen finden sich hier: 

eine ganze Menge von halbzerbrochenen Kalkschalen kleiner Ostreen 

13. Nichts aufgeschlossen 

12. Sst. grau, fk 

11. Sst. rötlichgrau, fk 

10. Sst. mit Kaolinkörnern, gelb, mk 

9. Sst. mit Kaolinkörnern, rötlichgrau, fk. bis mk 

8. Nichts aufgeschlossen 

Zone des Innceramm labiatu». 200,0 m ü. d. M. 



7. Sst. blaßrötlich, gelb und hellgrau, fk. 

6. Sst. grau, fk 

5. Sst. graugelb, mk 

4. Sst. grau, fk. bis mk 

3. Sst. golbrötlich, fk. bis mk 

2. Sst. rötlicbgrau, fk. bis mk 

1. Sst. lichtgrau, mk 



Edmunds- 
klamm, meist 
senkrechte 
Felsmauerp, 
mehr oder 
weniger stark 
zernarbt 



Kamnitzbach-BIockhaus, Edmundsklamm. 150,0 m ü. d. M. 



Arnsdorf, Westausgang, 320,0 m ü. d. M. 

Rosenbergscholle Mittelturon 

15. Sst. weißgrau und graugelb, fk. bis mk., Felspartien, kleiner Anbruch 

14. Nichts aufgeschlossen 

13. Sst. grau, mk 

12. Sst. gelb, mk., stark von Eisenadern durchzogen . . J 

11. Sst. lichtgrau, fk. bis mk [ Felsen, steil- 

10. Sst. blaßgelb, mk \ wandig, dünn 

9. Sst. dunkelgelb, fk 1 gebankt 

8. Sst. gelb, mk \ 

7. Sst. graugelbrot, fk. bis gk. schnell wechselnd . . . ' 



Störungslinie VIII 

Winterbergscholle Mittelturon 

6. Sst. lichtgrau und gelb, fk. bis mk ) Wenige 

5. Sst. gelb, mk. bis gk 5 Felsbänke 

Zone des Inoceramut labiatu» 

4. Sst. vorwiegend rötlichweißgrau, mk 1 Steile, senkr. 

3. Sst. vorwiegend weißgrau, mk. bis gk. ...•..> Felswände, 

2. Sst. blaß- bis dunkelgelb wechselnd, mk ) dick gebankt 



1. Trümmerfeld von Sandsteinblöcken, darunter anstehend wahrscheinlich 
Cenoman 

Einmündung der Dürrkamnitzschlucht ins Elbtal, 140,0 m. ü. d. M. 



0,2 

2,0 

3,0 



m 

30,0 



5.0 

25.0 

2.0 
2,0 

4.0 

2.0 

30.0 



5,0 

5,0 

5,0 

5,0 

10,0 



m 

150 

5,0 

5.0 

4.0 

6.0 

5.0 

4.0 

6.0 
10,0 



30.0 

10.0 

20,0 

20,0 

10,0 



30,0 




90 



Profile 



Zeicliengrund. Höhe des Felskammes Sign. 451,2 
Zone des Inoceramus Schloenbachi 

ß 19. Sst. mit viel Kaolinkörnern, gran, fk. bis mk., einzelne Fclsbänke auf 

dem Plateau 

18. Sst. mit viel Kaolinkörnern, bochgelb, mk. . . 

17. Sst. mit viel Kaolinkömern, gelbgrau, mk. . . 

16. Sst. mit viel Kaolinkörnern, gelb, Ik. bis mk. 

15. Sst. mit viel Kaolinkörnern, graugelb, fk. bis mk. 

14. Sst. mit viel Kaolinkörnern, weißgrau, mk. . . 

13. Sst. mit Kaolinkörnern, rötlichgelb, mk. . . . 

12. Sst. mit viel KaoliDkörncrn, weißgelb, mk. 

1 1. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, rötlichgrau, mk. . 

10. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, lichtgrau, mk. ... 

9. Sst. mit Kaolinkörnern, gelb, mk ) Senkrechte Felswände, 

8. Sst. mit viel Kaolinkörnern, weißgelb, mk. . $ Felsen stark zernarbt 

7. Nichts aufgeschlossen 

6. Sst. graugelb, mk i Felsbänke 

5. Sst. weißgelblich, hart, mk 1 zernarbt 

« 4. Sst. lichtgrau, mk. Fast keine Felsbänke, Blöcke gerundet. Einige eisen- 
schüssige Partien 

3. Sst. lichtgrau, mk., mit roten Quarzen, einzelne Felsbänke, stark zernarbt 

2. Sst. grau und graugelb, mk., vereinzelt gerundete Blöcke und Bänke . 

Mittelturon 

1. Sst. rötlichgrau, mk., Felsbänke 

Großer Zschandgrund, 290,0 m ü. d. M. 

Löff'ierschliichte. Felsplateau oberhalb Sign. 435,8; 440,0 m ü. d. M. 
Zone des Inoceramus Schloenbachi 

ß 19. Sst. mit viel Kaolinkörnero, lichtgrau, mk., einzelne Felsbänke. . . . 

18. Sst. mit viel Kaolinkörnern, grangelb, mk. . . . 

17. Sst. mit viol Kaolinkörnern, lichtgrau, mk. . . 

16. Sst. mit viel Kaolinkörnern, gelb, fk. bis mk. . 

15. Sst. mit viel Kaolinkörnern, graugelb, Ik. bis mk. 

14. Sst. mit viel Kaolinkörnern, weißgrau, mk. . . 

13. Sst. mit Kaolinkörnern, rötlichgeib, mk. . . . 

12. Sst. mit viel Kaolinkörnern, weißgelb, mk. . . 

11. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, rötlichgrau, mk. . 

10. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, Hchtgrau, mk 

9. Sst. mit Kaolinkörnern, gelb, mk ) Senkrechte Felswände, 

8. Sst. mit viel Kaolinkörnern, weißgelb, mk. . ) Felsen stark zernarbt 

7. Nichts aufgeschlossen 

6. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, lichtgrau, mk., Felsen 

5. Sst. rot, eisenschüssig, mk 

a 4. Sst. leicht zerfallend, nicht zu Tage tretend, Schutt 

Mittelturon 

3. Sst. lichtgrau, mk., durchlaufende Felsbank 

2. Nichts aufgeschlossen 

1. Sst. lichtgelb, mk., Felsbänke 

Großer Zschandgrund, 280,0 m ii. d. M. 



Senkrecht ab- 
geschnittene 
Felswände 



| Senkrecht ab- 
geschnittene 
Felswände 
I und Bänke 



16,2 

5,0 

5.0 

10.0 

5,0 

5.0 

8.0 

5.0 

4.0 

3.0 

5.0 
10,0 
10,0 

5.0 

5.0 

25.0 
5,0 

20.0 

10,0 



ra 

5,0 

10,0 

5,0 



5,0 

5,0 

5.0 

8.0 

5.0 

4.0 

3.0 

5.0 
10,0 
10,0 
5,0 
5,0 

50,0 



5,0 

10,0 

5,0 



Sandschliiclite (Partsclienhörner) 

Am Basaltstock bei Sign. 457,3; 450,0 m ü. d. M. 

Der in der geologischen Karte eingezeichnete Basalt konnte nicht aufgefunden werden, 
verrät sich aber durch üppigen Pflanzenwuchs und durch die starke Vererzung der hier 
anstehenden Sandsteinpartien. 

Zone des Inoceramus Schloenbachi m 



ß 16. Sst. gelb, eisenschüssig, mk.; oberste Felsgruppe 5,0 

15. Sst mit viel Kaolinkörnem, gelb, fk.; Felsen 15,0 



Profile 



91 



Felsmauern 



14. Ssl. mit Kaolinkörnern, gelb, eisenschüssig, fk. . . .1 5,0 

13. Sst. lichtgrau, mk f senkrechte 5,0 

12. Sst. mit mehr oder weniger Kaolinkörnern, grau und 1 Felsmauern 

gelb, mehr oder weniger eisenschüssig, mk. bis gk. . ) 30,0 

11. Sst. mit Kaolinkörnern, graugelb, mk. bis gk. ... 1 5,0 

10. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, weißgelb, mk ( 10,0 

9. Sst. mit Kaolinkörnern, gelb, mk 1 24,0 

8. Sst. rot, mk ) 1,0 

7. Sst. graugelb, mk , leicht zerfallend, einige Felsbänke, Blöcke gerundet, 

vorwiegend loser Sand 20,0 

6. Sst. graugelb, mk., eisenschüssig, Felsbänke ... 5,0 

5. Sst. grau, mk., leicht zerfallend, keine Felsbänke 25,0 

Mittelturon 

4. Sst. lichtgrau, fk. bis mk., Felsbänke und Felswände 5 — 10 m hoch. . 10,0 

3. Sst. graugclb, mk ) an verschiedenen Stellen 10,0 

2. Sst. lichtgrau, mk \ einzelne Felsbänke 10,0 

1. Sst. graugelb, fk. bis mk., einzelne Felsbänke 5,0 

Großer Zschandgrund, 265,0 m ü. d. M. 

Kleiner Winterberg — Wettinbaude (Nordhang) 

Gipfel des Kleinen Winterberges, 500,0 m ü. d. M. m 

33. Basaltknppe 10,0 

Zone des Jnoceramus Suhloenbachi 

32. Sst. mit viel Kaolinkörnern, gelb, mk 1 Sandstein- 4,0 

31. Sst. grau, mk I bänke, 7,0 

30. Sst. rötlichgrau, mit Kaolinkörnern, fk. bis mk.. . . l weniger 6,0 

29. Sst. grau, mk ) zusammen- 3,0 

28. Sst. mit viel Kaolinkörnern, lichtgrau, gk I hängende 2,0 

27. Sst. mit Kaolinkörnern, grau, mk j Partien 2,0 

26. Sst. mit Kaolinkörnern, graugelb, mk / bildend 6,0 



Sandstein- 

bänke, 

weniger 

zusammen- 

hängende 

Partien 

bildend 



Nichts aufgeschlossen 10,0 

S£ SS *•***«* $ 

Ili-.Ä b S. bu ‘ k ': ::::::: 1 $ 

Nichts aufgeschlossen 24,0 

Sst. mit Kaolinkörnern, lichtgrau, mk \ 3,0 

Sst. mit wenig Kaolinkörnern, dunkclgelb, mk. ... 1,0 

Sst. weißgrau, mk I 2,0 

Sst. mit wenig Kaolinkörnern, weißgelb, mk I 8,0 

Sst. mit wenig Kaolinkörnern, weißgrau, gk. bis konglo- I 

meratisch I 1,0 

Sst. mit Kaolinkörnern, lichtgrau, fk. bis mk. . . . I , , . 3,0 

Sst. mit Kaolinkörnern, licht- bis dunkelgelb, mk. . . cf, ... l ' 6,0 

Sst. mit wenig Kaolinkörnern, dunkelgelb, fk. . . . ^“^k *,0 

Sst. lichtgrau, mk ze rnarbt 4,0 

Sst. graugelb, mk . . . I 7,0 

Sst. mit wenig Kaolinkörnern, weißgelb, mk I 3,0 



Sst. weißgrau, mk., einzelne große Quarze eingesprengt 
7. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, licht- bis dunkelgelb, mk. 
Sst. weißgrau, mk., mit konglomeratischcn Schlieren . 



Sst. mit wenig Kaolinkömern, bcllocker, mk. bis gk. . 3,0 

Sst. lichtgrau, mk 5,0 

Loser Sand, grau, mk 50,0 

Mittelturon 

Nichts aufgeschlossen. Anscheinend leicht zerfallender Sst 20,0 

Grenze gegen die Liliensteinscholle bei 280,0 m ü. d. kl. 

Nichts aufgeschlossen 10,0 

Zeughansstraße (Wettinbaude), 270,0 m ü. d. M. 



92 



Profile 



ß 



Hinteres Raubschloß (Südabhang) 
Gipfel des Hinteren Raubschlosses, 389,0 m ü, 
Zone des Inoceramus Schloenbachi 

18- Sst. lichtgrau, mk 

17. Sst. mit viel Kaolinkörnern, weißlichgrau, fk. bis mk 

16. Sst. mit viel Kaolinkörnern, weißgelblicb, fk. bis mk. . 

15. Sst. grau, konglomeratisch 

14. Sst. grau, mk., vereinzelt größere Quarze eingesprengt 1 
13. bst. mit Kaolinkörnern, weißgrau, konglomeratisch . . / 

12 . Sst. mit viel Kaolinkörnern, weißgelb, mk.. . . I 

11. Sst. mit Kaolinkörnern, lichtrötlichgrau, mk. ' I 

10. Sst. graugelb, konglomeratisch, quarzitisch . . 

9. Sst. mit Kaolinkörnern, lichtrötlichgrau, mk 

8 . Sst. mit wenig Kaolinkörnern, wcißgran, mk. bis gk., 
vereinzelt größere Quarze cingesprengt .... 

7. Sst. hellockergelb, fk. bis mk., vereinzelt größere Quarze 
cingesprengt, Versteinerungen: 

Kleine Ostreen (unbestimmbar), 

Oberfläche sehr zernarbt 

6 . Sst weißgelb, gk. bis konglomeratisch .... 

5. Sst. lichtgrau, mk. bis gk 

4. Sst. mit Kaolinkörnern, weißgelb, mk 

3. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, gelb, mk. bis gk. . ’ 

V Sst. grau, mk. bis gk., einige gerundete Fclsbänke . ! . 

I. Mittelkorniger grauer Sand 

300,0 m ü. d. M. 



d. M. 



senkrechte 

Felstürme 

und 

Felswände 



2,0 

3.0 

4.0 

1.0 

3.0 

2.0 

10,0 

4.0 

2.0 

4,0 

12,0 



4.0 

1.0 

2,0 

3.0 

2.0 
10,0 
20,0 



Untere Schleuse-Ost, Sign. 400,7 (Wildkatzensteig) 

Zono des Inoceramus Schloenbachi 

3 1L ^schlosien 3 "’ mk '’ vereinzelt <licli « Felsbänke, Zwischenräume nicht auf 



'o i S !' g M Ugelb V ml f.- , biS gk ' : dicke Kelsbs "ke, schwach zernarbt 
J. bst., kleine Kaolinkorner führend, weißgelb, mk., Spuren von Ver- 
steinerungen; Felsbanke wabig zernarbt .... 

8 . Sst. lichtgrau, mk., dicke Fclsbänke ) 

1- f 8 . 4 ' ?. el . b ; fk - bis konglomeratisch, teilweise eisenschüssig,' Felsbänke . 
b. bst. Iichtgrau, mk., leicht zerfallend, vereinzelt dicke, wollsackähnliclie 

Blocke. Untere Partien eisenschüssig 

Mittelturon 

Mi k e 'I! e Ka u oIinkör ” er führend, ockergelb, mk. mit gk. Partien; Fels 
banke schwach zernarbt 

4. Sst. lichtgrau, mk., vereinzelte Fclsbäuke 1 . , 

3. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, kräftig gelb, mk. bis Felsbänke 
mg.; Versteinerungen: 

Ostrea vesicularis Lam 

Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, graurötlich, fk. bis mk. 
mit einzelnen eingesprengten größeren Quarzen, Ver- 
steinerungen unbestimmbar 



steinerungen unbestimmbar ( 

1. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, dunkclgelb, gk., eisen- 1 
schüssig I 



mittelmäßig 
gebankt, die 
unteren senk- 
recht ab- 
fallend 



30,7 

18,0 

2,0 

6,0 

4,0 

45,0 



30.0 

15.0 



11,0 

7.0 

2.0 



..-st. Kiemen waoiinsomern, dunkelgclb, gk., eisen- ] z. T. schwach 
Untere Schleuse, 230,0 m ü. d. M. 

Taubenstein, 370,0 m ü. d. M. 

Zone des Inoceramus Schloenbachi m 

Sst. graugelb mk. bis gk.. kleine Felsbänke, zu Sand zerfallend . . 20 0 

bst. gelb, grobkörnig bis konglomeratisch, eisenschüssig .... 100 

bst. mit kleinen Kaolinkörnern, gelb, mk., einzelne Felsbänke . ' 50 

bst. lichtgrau, mk., vollständig zu Sand zerfallen .... ' 400 



Profile 



93 



Mitteltaro n 

3. Sst., kleine Kaolinkörner fahrend, lichtgrau, fk. bis mk., Felsbänke . . 
2. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, weißgelb, mk., Felsbänke wabig zernarbt 
1. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, dunkelockergelb, mk., einzelne kleine 

Felsbänke 

Kirnitzschgrund, 275,0 m ü. d. M. 



ß 21. 
20 . 
19. 
18. 
17. 
16 . 

15. 

14. 

13. 

12 . 

II. 

10 . 

9. 

« 8. 

7. 



Rausclienberg, Sign. 450,1 m ü. d. M. 

Zone des Jnoceramus Schloenbachi 
Sst. mit Kaolinkörnern, weiß- bis grangelb, mk. . . 

Sst. lichtgrau, fk., hart J , , . 

Sst. granleib, mk. / senkrechte 

Sst. mit wenig Kaolinkörnern, lichtgrau, fk., hart . . ) re s '' a / lcle ’ 

Sst. mit Kaolinkörnern, weißgelb bis graugelb, mk. .1 stal , 

Sst. mit Kaolinkörnern, grauweiß bis grangelb, fk , un- \ zernarbt 

deutliche Versteinerungen 

Sst. graugelb, fk., hart ) Felsriffe in 

Sst. weißgrau, fk., hart f 

c, * in I, i_- ii i V von O nach W, 

Sst. weißgelb bis graugelb, mk. . . ) Kelsbänko 

Nichts aufgeschlossen 

Sst. graugelb, mk j Felsen 

Sst. weißgrau, fk. bis mk ) dünne ) stark wabig 

Sst. wcißgelb bis graugelb, mk. bis gk. . . . j Bänke ! zernarbt 

Sst. lichtgrau, fk. bis mk., leicht zerfallend 

Sst. vorwiegend grau, weniger graugelb, mk., leicht zerfallend. Einzelne 
gerundete wollsackähnliche dicke Felsbiinke; selten ist ein Handstück 

daraus zu schlagen 

Mittelturon 

Nichts aufgeschlossen 

Sst. dunkelockergelb, fk. bis mk 

Sst. lichtgrau, mk.; einzelne dicke Felsbiinke 

Sst. gelb, fk. bis mk.; nur einzelne festere eisenschüssige Stücke im 

losen Sande 

Straße Hohcnleipe nach Herrnskretschcn, 265,0 m ü. d. M., 
unweit Sign. 268,3 

Sst. rötlichgrau, fk., sehr weich ) sehr wenig 

Sst. rötlicbgrau und graugelb, fk 5 aufgeschlossen 

Beginn des Soorgrundes an der Straße von Hohenleipe 
nach Herrnskretschen. 235,0 m ü. d. M. 



5,0 

5,0 

10,0 



m 

10,1 

5,0 

5,0 

10,0 

10,0 

10,0 

5.0 
5,0 

10.0 
10,0 
5,0 
10,0 
10.0 
10,0 



40.0 

10.0 
1,0 
9,0 

10,0 



10,0 

20,0 



Siidkuppe des Kulenhiibels, 475,9 m ü. d. M. 

Zone des Jnoceramus Schloenbachi m 

15. Sst. mit viel Kaolinkörnern, weißgelb und lichtgrau, mk , isolierte Fels- 
gruppen 10,9 

14. Sst. lichtgrau, fk.; Sandsteinkuppe, einzelne Felsblöcke und Bänke . . 20,0 

13. Nichts aufgeschlossen 35,0 

12. Sst. lichtgrau, fk., Felsbänke stark zernarbt 10,0 

11. Nichts aufgeschlossen 20,0 

10. Sst. lichtgrau, fk. bis mk., Felsbänke 10,0 

9. Sst, lichtrötlichgrau, mk. mit einzelnen groben Quarzen, Felsbänke . . 20,0 

a 8. Sst. lichtgrau, mk., leicht zerfallend ; vereinzelt dicke Felsbänke, gerundet, 

wollsackähnlich 30,0 

Mittelturon 

7. Sst. rötlichgrau, mk ) Felsbänke, z. T. senkrechte 5,0 

6. Sst. rötlichgrau, grobkörnig «. ] Felswände bildend 5,0 

Müllergrund, 310,0 m ü. d. M. 

5. Sst. lichtgrau, mk. mit eingesprengten gröberen Quarzen, einzelne Fels- 
bänke 10,0 



94 



Profile 



4. 

3. 

2 . 

1. 



11 . 

10 . 

ß 9. 
8 . 
a 7. 



G. 

5. 

4. 

3. 

2 . 

1 . 



1U. 

15. 
14. 
13. 
a 12. 
11 . 
10 . 
9. 
8 . 

7. 

6 . 

5. 

4. 

3. 

2 . 

1 . 



ß 17. 
16 . 
15 . 
14. 

13. 

12 . 



Sst. rötlichgrau, mk., einzelne Felsbänke; feuchte Stellen 

auf dem Wege 

Sst. lichtgrau, fk. bis mk., einzelne Felsbänke; einzelne 

feuchte Stellen auf dem Wege 

Sst. graugelb, mk., einzelne dicke Felsbänke; Wege feucbt 

Wenig Felsbänke am Wege 

Auftreffen des Müllergrundes auf die Böhmerstraße, 
255,0 m ü. d. M. 



T oniges 
Bindemittel 



Von der Nordkuppe des Kulenhiibels, 445,9 m ü. d. M. nach NO 

Basaltkuppe 

Basaltboden mit einigen Basaltbrocken, sonst nichts aufgeschlossen . . 

Zone des Inoceramus Schloenbachi 

Sst. lichtgrau, mk.; wenig gerundete Felsbänke, leicht zerfallend . . . 

Sst. dunkelockergelb, mk., Felsbänke 

Sst. lichtgrau, mk., leicht zerfallend; wenige Felsbänke, gerundet, woll- 

sackähnlich 

Miltelturou 

Sst. weißgelblich, mk. bis gk., hart; zernarbte einzelne Felstürme und 

Mauern auf der grünen Fläche 

Sst. lichtgrau, fk. bis mk 1 Unzusammenhängend« 

Sst. dunkelockergelb, mk., teils eisenschüssig . . f 

Sst. grau, mk., mit einzelnen groben Quarzen ( Stollen am Wege, auch 

Sst. lichtgrau, mk. bis gk ] eine Quelle 

Sst. rötlicbgelb, mk. bis gk., Felsgruppe; Wasserpfützen am Wege, un- 
durchlässige Schicht, toniges Bindemittel 

Böhmerstraße, 270,0 m ü. d. M. 

Felskuppe, 378,5 m ü. d. M. 

Zone des Inoceramui Schloenbachi 

Sst. hell- bis dunkelgelb, fk. bis mk \ 

Sst. rotgelb, eisenschüssig, gk I 

Sst. graugelb, mk ! Felsturm 

Sst. weißgelb, gk I 

Sst. weißgelb, mk ) 

Sst. lichtgrau, fk., einzelne Fclstiänke 

Sst. graugelb, mk j Felsbänke, das Tal 

Sst. mit wenig Kaolinkörnern, rötlichgrau, mk. . ) ist eng geschlachtet 
Sst. grau, mk., leicht zerfallend; enge Schlucht, dicke, gerundete Felsbänko 

Sst. rötlichgrau, mk., leicht zerfallend, Felsen 

Mittelturon 

Sst. rötlichgrau, mk., weich, toniges Bindemittel, Pfützen am Wege . 

Sst. gelblich, mk., hart, Felsen zernarbt 

Sst. lichtgrau, fk. bis mk 1 Unzusammenhängende Fels- 

Sst.dunkelockergelb,mk.,z.T.eisenschüssig ( partien, Wasserpfützen an 
Sst grau, mk. mit einzelnen groben Quarzen t einigen Stellen am Wege; 

Sst. lichtgrau, mk. bis gk J auch eine Quelle ist hier 

Sst. rötlichgelb, mk. bis gk., Fclsgruppen; Pfützen am Wege, undurch- 
lässige Schicht, toniges Bindemittel 

Böhmerstraße, 270,0 m ü. d. M. 



Gipfel des Schloßberges, 390,0 m ü. d. M 
Zone des Inoceramus Schloenbachi 

Sst. ockergelb, fk. bis mk 

Sst. mit wenig Kaolinkörnern, graugelb, fk. . . . 

Sst. weißgrau, gk., hart . « 

Sst. mit wenig Kaolinkörnern, weißgelb- i Oberfläche 

lieh, mk, hart | zel L'‘ b t e 

Sst. lichtgrau, mk., hart ) zemaroi 

Sst. mit viel Kaolinkörneru, graugelb, mk., hart 



Felspartien 
des Gipfels 



10,0 

5,0 

10,0 

20,0 



3,9 

62,0 

20,0 

10,0 

40,0 



10,0 

10,0 

5,0 

5,0 

5,0 

5,0 



in 

10,0 

0,5 

2,0 

1,0 

5.0 

10.0 
5,0 
5,0 

20,0 

5,0 



5.0 

10,0 

10.0 
5,0 
5,0 



5,0 



m 

4.0 

3.0 
3,0 



10,0 



5,0 



5,0 



Profile 



95 



11 . 

10 . 

9. 

8 . 

7. 

6 . 

5. 

4. 

3. 

2 . 



7. 

6 . 

5. 

4. 

3. 

2 . 

1 . 



18. 

17. 

16. 



15. 

14. 

13. 

12 . 

11 . 



10 . 



9. 

8 . 

7. 

6 . 

5. 

4. 



Sst. grau, mk., leicht zerfallend 

Sst. hellgrau, mk 

Sst. mit wenig Kaolinkörnern, weißgelb, mk., mit 1 cm 

dickem Eisenüberzug 

Sst. lichtgrau, mk 

Sst. mit Kaolinkörnern, graugelb, fk. bis mk. . . . 

Sst. graugelb, mk. bis gk 

Sst. meist lichtgrau, mk., leicht zerfallend, wenig hervortretend . . . 

Sst. lichtgrau, fk. bis gk ) Einzelne dicke Fels- 

Sst. weißgelb, mk ? bänkeam Abhang, woll- 

Sst. rötlichgrau, mk ) sackähnlich gerundet 

Mittelturon 

Sst. graugelb und rötlich, vorwiegend fk., sehr weich, z. T. mit tonigem 

Bindemittel, nur wenig feste Stücke 

250,0 m ü. d. M. 



Felsbänke, 

hart 



8,0 

2,0 



3.0 

5.0 

5.0 

20,0 

7.0 

3.0 

5.0 



50,0 



Rosenberg, Südseite, 523,0 m ü. d. M. 

Zone des Inoceramui Schloenbachi m 

Sst. lichtgrau, mk \ 3,0 

Sst. mit viel kleinen und größeren Kaolinkörnern, gelb, mk. J 2,0 

Sst. mit wenig Kaolinkörnern, rot, mk., Oberfläche der f 

Felsen stark zernarbt t Felsen 4,0 

Sst. mit großen Kaolinkörnern, licht- bis dunkelgelb, mk. ' ' 4,0 

Sst. lichtgrau, mk., leicht zerfallend \ 4,0 

Sst. mit wenig Kaolinkörnern, gelb, mk J 1,0 

Sst. lichtgrau, mk., leicht zerfallend / 5,0 

500,0 m ü. d. M. 



Rosenberg (NO-Seite), 385,0 m ü. d. M., — Mühlgrund 

Alluvium: Lehm 

Zone des Inoceramus Schloenbachi 

Der Hohlweg liegt im losen grauen Sande 

Mittelturon 

Nichts aufgeschlossen, vereinzelt nur finden sich festere Stücke von 
weißlichem, grau und gelbem, meist fk., selten mk. und gk., etwas eisen- 
schüssigem Sst 

Diese Schichten kann man in der gleichen Höhenlage, entlang des 
nördlichen Abhanges des Rosenbergs, bis zum Austritt aus dem 
Walde im Westen verfolgen. 

Sst. hellgrau, mk 

Sst. weißgelb und rötlich, fk. bis mk. 

Sst. hellgrau, fk. bis mk 

Sst. graugelb, fk. bis mk., mit eisenschüssigen Bändern 
Sst. hellgrau, fk., hart, mit: 

Pinna cretacea Schlot»., 

Oberfläche zernarbt Felsbänke 

Sst. weich, orangerot und lichtgrau geflammt, fk., 

Versteinerungen : 

Rhynchonella plicatilU Sow. 

Ottrea sp. 

Pectunculus Qeinitzi d’Orb 

Sst. gelbgrau, mk 

Sst. hellgrau, mk 

Sst. gelblichgrau, mk 

Sst. hellgraugelb, fk., sehr hart, Oberfläche zernarbt, i Felsbänke 

löcherig ' 

Sst. rötlich, fk. bis mk 

Sst. grau und gelb, mk., wenig Felsbänke . . . 



m 

5,0 

30,0 

30,0 



5.0 

8.0 
2,0 
2,0 



3,0 



2,0 

3.0 

5.0 

3.0 

3.0 

4.0 
15,0 



96 



Profile 



Zone des Inoceramus labiatus 

3. Sst. weiß, lichtgrau und gelblich, mk., dicke Felsbänke bildend, Ober- 
fläche z. T. zernarbt und zerlöchert 

Störungslinie (?) 

2. Sst. vorwiegend dunkelockergelb, einzelne Partien orangefarben, mk. mit 
eingesprengten groben Quarzen, Felsen dicke Bänke bildend .... 300 

1. Sst. mit weni" kleinen Kaolinkörnern, vorwiegend gelbgrau, mk. bis gk. 

Felsen dicke Bänke bildend 200 

Iiamnitzgrund, 200,0 m. ü. d. M. 

Kirehschlucht von Hohenleipe 
Kirchschlucht oben, 270,0 m ü. d. M. 

Mittelturon 

7. Sst. tonig, rötlich, ik., woicb, einige Felsbänke 

6. Nichts aufgeschlossen 

Zone des Inoceramus labiatus 

5. Sst. graugelb bis rötlichgelb, mk., hart, teilweise eisen- \ 

schüssig J Felsen steil, 

4. Sst. lichtgrau, mk., hart senkrecht, 

3. Ss . weißgelb, mk Bänke scharf- 

2. Sst. dunkelgraugelb, mk \ kantig 

Kamnitzbacb, 190,0 m n. d. M. 

Sandsteinkuppe, südlich am Finsteren Grunde, Sign. 435,0 m ii. d. M. 

Zone des Inoceramus Schloenbachi 



m 

10,0 

15,0 



25.0 
5,0 
5,0 

15.0 
5,0 



ß 18. 

17. 

Iß. 

15. 

14. 

13. 

12 . 

11 . 

10 . 

9. 

a 8. 
7. 

6 . 

5. 

4. 

3. 

2 . 

1 . 



Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, lichtgrau, fk., teilweise eisenschüssig, senk- 
recht abgeschnittene helspartie 

Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, lichtgrau, fk. bis mk.,' leicht zerfallend' 

nur einzelne kleine Blocke enthaltend 

Sst. graugelb, fk. bis gk ' , 

Sst. mit viel Kaolinkörnern lichtgrau, fk. . . I Senkrechte 

Sst. lichtgrau, mk., vereinzelt größere Quarze enthaltend Felswände 

bst. mit Kaolinkornem, weißgelb, mk ) 

Sst graugelb, eisenschüssig, fk 



Sst. mit Kaolinkörnern, graugelb, fk. mit zahlreichen 'eingesprengten 
groben Quarzen, Felsbänke stark zernarbt 



Sst. lichtgrau, fk. bis mk., größere Quarze eingesprengt, leicht zerfallend 
wenig dicke Felsbänke 

Sst. mit Kaolinkörnern, dunkelockergelb, mk'., größere ' Quarze 'einge 
sprengt, hart, I' eisbanke schwach zernarbt .... 



Sst. mit kleinen Kaolinkörncm, grau bis graugelb, mk„‘ leicht zerfallend 
wenig wollsackahnhch gerundete dicke Felsbänke . 

Sst. lichtgrau, mk., leicht zerfallend, keine Felsen ....... 

Mittelturon 

Sst. grau, mk v 

Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, lichtgelb, mk. . . j Felsen 

Sst. lichtgrau gk. .' ( Oberfläche 

Sst. rotgelb, fk. bis mk > schwach zer- 

Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, weißgrau bis lichtgelb, fk. \ narbt 
Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, graugelb, mk. . . . ) 

Einmündung des Finsteren Grundes in den Kirnitzschgrund 
bei Hinterdaubitz, 290,0 m ü. d. M. 



5.0 

24.0 

2.0 

12.0 

10,0 

2,0 

5.0 

5.0 

10.0 
10,0 

15.0 

25.0 

2.0 
2.0 
2,0 

3.0 

7.0 

4.0 



Profile 



97 



Felsen 



Abgeholzte gerundete Höhe nördlich vom Jagdschloß Sternberg, Sign. 471,6 m ü. d. M. 

Zone des Inoceramus Schlöenbachi m 

Sst. weißgrau, gelb und rötlich dünn gebändert, mit 

kohligen Nestern, fk I , „ . 

Sst. vorwiegend weißgrau, lk., auch mk. und gk. Partien ( gt - 1 

Sst. ockergelb, fk. mit konglomeratischen Schlieren, dabei 
auch dunkelgelb, mk., mit viel Kaolinkörnem . . . 

Jagdschloß Sternberg, 415,3 m ü. d. M. 

Sandbedeckung 5,3 

Sst. mit wenig Kaolinkörnern, ockergelbgrau, fk., \ Senkrechte 

hart I Felswände, 

Sst. grau, mk., vereinzelt größere Quarze eingesprengt ( Oberfläche 
Sst. mit wenig kleinen Kaoliukörncrn, graugelb, mk., / mehr oder wo- 
vereinzelt größere Quarze eingesprengt \ nigerstark wa- 

Sst. mit viel Kaolinkörnorn, weißgelb, fk. bis mk. . . / big zernarbt 

Sst. grau, mk., leicht zerfallend, keine Felsbänke 20,0 

Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnem, lichtgrau und grau- \ 
gelb, fk. bis mk / 7,0 

li: “SK & r* :::::: % 

Sst. mit kleinen Kaolinkörnem, lichtgrau, mk. . . . ) 2,0 



ß 13. 

12 . 



11 . 



10 . 

9. 

8 . 

7. 

6 . 

5. 

4. 

3. 

2 . 

1 . 



11,3 

35.0 

10.0 



10,0 

35.0 

15.0 

10.0 



Einmündung des Wolfsbac htales in den Kirnitzschgrund, 306,0 m ü. d. M. 



Anfang des Khaatalcs, linke Talseite, 395,2 m ü. d. M. 



Zone des Inoceramus Schlöenbachi 

6. Sst. gelb und lichtgrau, mk. bis gk 

5. Sst. lichtgrau, fk., 

Versteinerungen: 

Pecten laevis Nn.ss. 

4. Sst. mit wenig kleinen Kaolinkörnern, graugelb, mk. 

bis gk 

3. Sst. grau, gk. bis konglomeratisch 1 

2. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, graugelb, mk. bis gk. ( 
1. Sst. mit wenig kleinen Kaolinkörnem, grau, mk. mit I 

größeren eingesprengten Quarzen J 

Sohle des Talgrundes, Sign. 342,2 m ü. d. M. 



Sst. leicht zer- 
fallend, wenig 
Felsbänke 



Felsen, 

dickbankig 



9,0 



2,0 

2,0 

4.0 

8.0 

28,0 



Senkrecht ab- 
fallende Fels- 
partion bezw. 
Felstürme 



m 

1,0 



30.0 

10.0 



Felskrone des Marienfelsen, 421,0 m ii. d. M. 

Zone des Inoceramus Schlöenbachi 

Tännigtscholle 

ß 10. Sst. mit viel Kaolinkörnem, lichtgrau, mk 

9. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, lichtgelb bis weißgrau, 
mk. bis gk. von sehr unregelmäßigem Korn, stark ver- 

qnarzt, hart 

8. Sst. dunkelockergelb, mk., verquarzt, hart 

a 7. Sst. lichtgrau und graugelb, mk., leicht zerfallend, keine Felspartien, 

meist loser Sand 40,0 

Mittelturon 

6. Sst. gelb, mk. mit dünnen konglomeratischen Lagen 10,0 

5. Sst. dunkelockergelb, mk. bis gk., nicht sehr hart, Felsen 10,0 

4. Sst. blaßgelb, auch weißlich, hart, mk. bis gk., Felswände stark wabig 

zernarbt 20,0 

Störungslinie X 
Zone des Inoceramus Schlöenbachi 

Neue Folg«. Heft 112 7 



Profile 



Dittersbacher Scholle 

a 3. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, lichtgrau, mk. bis gk., leicht zerfallend, 

wenig Bindemittel, dicke gerundete Felsbänke bildend 40,0 

Mittelturon 

2. Sst. gelb, mk. mit gk. Partien ) ,, , ... . 10,0 

1. Sst. ockergelb, mk. \ Felsbanke 20 ’ 0 

Dittersbach, 230,0 m ü. d. M. 

Felsplatte der Willielmineiiwand, Sign. 441,8 m ü. d. M. 

Zone des Inoceramus Scliloenbachi m 

ß 5. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, gelblich, mk. bis gk., schwach verquarzt, 

Felskuppe 1,8 

4. Sst. mit kleinen Kaoliukörnern, grau und graugelb, mk., vereinzelt größere 

Quarze eingesprengt, Felsen 30,0 

3. Sst. mit wenig kleinen Kaolinkömern, hellgelb, mk., stark verquarzt, 

Felsen tief zernarbt 10,0 

2. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, weißgrau und gelbgrau, mk. bis gk., etwas 

verquarzt, Felsen, dicke Bänke . 20,0 

a 1. Sst. weißgrau, mk., leicht zerfallend, wenig dicke Felsbänke .... 10,0 

370.0 m ü. d. M. 

Felskuppe des Rudolphsteines, Sign. 486,0 m ü. d. M. 

Zone des Inoceramus Scliloenbachi m 

ß 8. Sst. graugclb, gk., stark eisenschüssig mit Eisenbändern ) . , , 16,0 

7. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, gelb, mk., eisenschüssig, ^ senkrecht 

6. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, weißgrau, fk. bis mk., Felsen stark zernarbt 6,0 

5. Sst mit Kaolinkörnern, gelb, mk., Felsen 4,0 

4. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, weißgran, mk., Felsen stark zernarbt . 2,0 

3. Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, gelb, fk., mit undeutlichen Ver- 
steinerungen, Sst. tritt ganz wenig hervor 5,0 

2. Sst. grau, mk. bis gk., eisenschüssig 35,0 

1. Sst. mit viel Kaolinkörnern, hellgelb und weiß, fk. bis mk., löcherig, 

Felsen stark zernarbt 10,0 

400.0 m ü. d. M. 

Kuppe des Wespenberges, 476,8 m D. d. M. in 

9. Basaltische Massen 26,8 

Zone des Inoceramus Scliloenbachi 

ß 8. Einzelne Felsbänke 60 0 

o 7. Sst. grau, mk., leicht zerfallend, keine Felsen 30,0 

Mittelturon 

6. Sst. graugelb, mk., Versteinerungen: 

Pectunculus t 

einige Felsbänke o 

5. Sst. ockergelb, mk. bis gk dicke Feis- 5,0 

4. Sst. lichtgrau, mk bänke, 5,0 

3. Sst. dunkelockergelb, fk. bis mk meist wenig 5,0 

2. Sst. graugelb, mk zusammen- 5,0 

1. Sst. ockergelb, mk. bis gk hängend 10,0 



Talsohle, 320,0 m ü. d. M. 

Von der Talsohle gegen Süden nach Höhe Sign. 378,5 m ü. d. M. stehen von 320,0 i 
bis 360,0 m dieselben Schichten an. Bei 360,0 m streicht Störungslinie Vill vorüber. 



Profile 



99 



Felsbänke südlich des „F“ südlich der Balzhütte, 415,0 m ü. d. M. 
Zone des Inoceramu» Sc/iloenbachi 



ß 4 ““ ™°: l i^ Ör “ e _ r , D 2 graU und „gra?gelb, mk. . J Felsen dünn und 



f' If' lÄ“’ ‘TT 'Felsen stark ier- 

1. bst. mit kleinen Kaolinkorneni, weißgelb, mk. bis gk. j narbt, dick gebankt 

Sign. 390,0 m ü. d. M. 



Felsen 



Felsen 

stark zernarbt 



Felsen 



m 



8,0 

2,0 



3 sSt ar,n W ™L g Kaol,nk °r ne , rD > weißgelb, mk. bis gk. $ dick gebankt 2,0 

d. bst. grau, mk., wenig Bindemittel, Felsen If) n 

2. bst. iichtcrran. mk l,i= <rk \ m ,*.*.• * „,ü 

3.0 

2.0 



Felsplatean am Engen .Stein, 460,0 m ü. d. M. 

Zone des Inoceramu» Schloenbachi 

ß ja o s S f' “JJ K“olinkörnern dunkelgelb, fk > kl.Felspartie im Sattel 

3 s! ' ! i Kaolinkorneni, dunkelgrau, fk. . östl. vom Engen Stein 

Jo c welß g ,a "’ mk -, we »'g Bindemittel \ 

,* * m ! 1 vie * Kaolinkörnern, graugelb, fk 

II. ost. mit Kaolinkorneni, hellgrau, fk 

10 IdsentV' 6 ' KaoliDkörnern > dunkelgraugelb, fk., enges 

9. Sst. mit viel Kaolinkörnern, graugelb, mk. bis gk. ! . 
ö. Sst. mit wenig kleinen Kaolinkorneni, hellgrau, fk., ein- 
zelne größere Quarze eingesprenet. 

7. Sst. graugelb, fk. bis mk 

6. Sst. mit Kaolinkürnern, hellgelb, gk. bis konglomeratiscli , I „ 

d. bst. dunkelgrau, mk., wenig Bindemitttel, Felsen . 7 0 

o- ;,•••••••? Felsen steil, 'senkr’echt iJb-' 3,0 

1 11: ircl!fglau, a mk grau : m 8 gk - ; ■ fallcnd ’ 8tark ™l>igzemarbt 10,0 
1. Sst. hellgelb mit rötlichen Quarzou, mk. .... 

An der Balzhütte, 405,0 m ü. d. M. 

Vom Engen Stein, Sign. 459,6 m ü. d. M. in der Richtung nach NO 

Zone des Inoceramu» Schloenbachi m 

ß 5. Sst. nicht anstehend „ 

'' | a ^ , zenmrbt kleineB Kaolinköruern > £ elb und weißlich,’ fk., Felsen zi T.' ” ’ 

3. Sst. weißgrau, fk. bis mk/, wenig Bindemittel,' Felsbänkei .' .' .' .' ' 'so 
2. Sst. hochge b, fk bis mk., kleine Felsbänke 4 0 

Felsp g aS Ch .’ b ' S gk ” V ° n 8tilrke " Eisenadern d ||r ciizogen, kleine 
lalgrund im langen Tal zwischen Engen Stein und Mühlberg, 402,0 m ü. d. M.° 



2,0 

2,0 

4.0 

2.0 
2,0 

4.0 

6.0 

1,0 

1,0 

1,0 



8,0 

2,0 



Schwarzberg, 489,7 m ü. d. M. 

, , , , Zone des Inoceramu» Schloenbachi 

Suppgebergscholle 

ß 7. Sst. weißgrau, fk., Versteinerungen unbestimmbar . 
b. bst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, weißlich, gelb und 
rötlich, vorwiegend fk., auch mk., Versteinerungen: 
Lima granulata Nitss. 

Peclen laevis Nilss. 

Neithea grypheala Schi.oth. sp. 

Ostrea »udetica Scor. 

Oslrea vesicularis Lam. 

Exogyra cornu arietis Nilss. emend. Grikp. . . 

— Störungslinie X — 

Zone des Inoceramu» Schloenbachi 



keine Fels- 
bänke, lose 
Gesteins- 
bruchstücke 



m 

9,7 



20,0 



7 - 



100 



Profile 



Tännigtscholle 

ß 5. Sst. mit Kaolinkörnern, weißgrau, fk. . . . ) Felspartien scharf her- 
4. bst. mit mehr oder weniger Kaolinkörnern, £ vortretend, stark zer- 

weißgrau und gelblich, fk. bis gk ) narbt, dünn gebankt 

6. bst. mit Kaolinkornern, weißgrau, wemger gelbgrau, vorwiegend fk., 
auch mk., 1' elspartien zernarbt, löcherig, dünn gebankt .... 

2. Sst. mit Kaolinkörnern, weißgelb, fk. bis mk., Felsen stark zernarbt ! 

“ 1. Sst. lichtgrau, mk., leicht zerfallend, Felsen wollsackähnlich gerundet, 

nicht zernarbt 

Hengstgrund, 335,0 m ü. d. M. 



Heinniliiibel, 436,7 m ü. d. M. 

Zone des Inoceramus Schloenbachi 

Rennersdorfer Scholle 

ß 11. Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, weißgrau, fk., mit wolkigen grob- 
körnigen Partien, leicht zerfallend, einzelne vortretende Felskanten, 

schwach gebankt, zerlöchert 

10. Loser Sand, Untergrund nicht aufgeschlossen 

— Störungslinie Ie — 

Zone des Inoceramus Schloenbachi 

Tännigtscholle 

ß 9. Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, weißgelb, fk., Ober- I 

fläche zernarbt / Felsen 

8. Sst. mit Kaolinkörnern, lichtgrau, mk. bis gk. . . . ( dünn gebankt 

7. Sst. grau, fk., Oberfläche zernarbt ) 

6. Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, gelb, mk., Felsen stark zernarbt . 

5. Sst. lichtgrau, fk. bis mk., Felsen zernarbt 

4. Sst mit kleinen Kaolinkörnern, lichtgelb, fk. bis mk., Felsen stark zernarbt 
3. Sst. mit Kaolinkörnern, graugclb, mk., vereinzelt kleine Felsbänke . . 

a 2. Sst. grau, vollständig zerfallen 

I. Sst. lichtgrau, mk. bis gk., wenig Bindemittel; dicke runde woilsack- 
ähnliche Felsbänke bildend 

Hengstgrund, Sign. 335,0 m ü. d. M. 



Höhe 402,4 m, Profil nach W zum Scholzengrund 
Felsplatcau, 402,4 m ü. d. M. 

Zone des Inoceramus Schloenbachi 

Snppgebergscholle 



ß 27. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, gelb, fk. bis mk. . . . I 
26. Sst. lichtgrau, fk., mit einzelnen größeren eiugesprengteu I 

Quarzen I 

25. Sst. mit Kaolinkörnern, graugelb, mk / 

24. Sst. mit Kaolinkörnern, gelb, mk I 

23. Sst. mit Kaolinkörnern, graugelb, gk 

22. Sst. grau, mk , 

21. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, rötlichgrau, mk. bis gk. / 
— Störungslinie XII — 

Zone des Inoceramus Schloenbachi V 

Dittersbacher Scholle I 

ß 20. Sst. rötlichgrau, mk J 

19. Sst. mit viel Kaolinkörnern, lichtgrau, mk / 



schöne 
Felspartien, 
Wände, 
Türme und 
Zacken, sehr 
interessant, 
ausgewittert 
und zernarbt 



4,0 

26,0 

40.0 

10.0 

45,0 



m 



16,7 

15,0 



3.0 

2.0 
2,0 
8,0 
6,0 
4,0 
4,0 

31.0 

10.0 



7,4 

5,0 

5,0 

5.0 

2.0 
8,0 

10,0 



5,0 

5,0 



Profile 



101 



18. Sst. lichtgrau, fk 4,0 

17. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, grau, mk j 2,0 

16. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, graugelb mit rötlichen | „ , 

Quarzen, mk. . . . f . , Fel f “ . 6,0 

15. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, weißgelb, gk. . • • > ? e ,, re , ’ .. 2,0 

14. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, lichtgrau, mk [ a enl ’ meis J 3,0 

13. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, wachsgelb, Ik. bis mk., V benr zernal ,t 

Versteinerungen: j 

Ostrea sudetica Scop / 3,0 

12. Sst. grau, fk. bis mk \ ... ... 5,0 

11. Sst. weißlich, fk. bis mk ara « e.len Abhänge .’ Q 

10. Sst. weißgelb, mk ei “ zel f Fesbä,lke ' 5 0 

9. Sst. lichtgrau, mk ) diebesonders .n 5 

8. Sst. gelb, mk [ d . en höheren Lagen 50 

7. Sst. graugelb, mk., mit einzelnen eingesprengten 1 01110 0 ? , bls J m 

Quarzen J erre.cnen 10)0 

a 6. Sst. grau, mk 10,0 

5. Sst. lichtgelb, mk ) einzelne gerundete 5,0 

4. Sst. rötlichgrau, mk ) Felsbänke am Wege 5,0 

Scholzengrund, 275,0 m ü. d. M. 

Im Scholzengrunde abwärts nach SW folgt 

3. Sst grau, mk., leicht zerfallend, wenig gerundete Felsbänke und Blöcke 25,0 

Mittelturon 

2. Nichts aufgeschlossen 12,0 

1. Sst. rot, mk., Felsbänke 6,0 

Einmündung des Scholzengrundes in die Straße Dittersbach-Ronnersdorf, 

232,0 m ü. d. M. 

Rennersdorf Westausgang, 330,0 m ü. d. M. 

Zone des Inoceramus Scliloenbaclii 

Rennersdorfer Scholle m 

ß 6. Sst. mit viel Kaolinkörnern, gelb, fk. bis mk., Versteine- ' 

5. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, dunkelockergelb, fk. Felsen. dünn 

bis mk. wolkig verteilt . . fffch.ohtet, , 0 _ 0 

4. Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, weißgrau, fk. bis 101 zernaröt 

mk. stark wechselnd 10,0 

— Störungslinie Id — 

Zone des Inoceramut Sckloenbachi 

Dittersbacher Scholle 

« 3. Sst. mit wenig kleinen Kaolinkörnern, weißgrau, zuweilen gelblich, mk., 

leicht zerfallend, keine Felspartien, Hang schräg aufsteigend .... 40,0 
Mittelturon 

2. Nichts aufgeschlossen 10,0 

1. Sst. gelblich und rötlich, mk., steile Felspartien, stark zernarbt . . . 20,0 

Ostende von Dittersbach, 230,0 m ü. d. M. 

Sign. 229,0 m eine Pumpe am Wege, Tiefe etwa 4 m, sodaß hier eine 
tonige, wasserführende Schicht anzunehmen ist. 



Dittersbach, Brunnenschacht am Jugendheim SW vom Marienfels. 



Ansatzstelle des Brunnens 260,0 m ü. d. M. ') m 

11. Sand und Lehm 12,0 



') Hettsbk, Gebirgsbau u. Oberflächengestaltung S. 262 (18). Von Hkttner wird 
an der Basis der Dittersbacher Felsen in 260 m Meereshöhe die Lage der Pläner ange- 
geben, was mit unserem Ergebnis übereinstimmt. 




102 



Profile 



Mittelturon 

10. Sst. weiß bis dunkelgelb und rötlich fein gebändert, fk., hart .... 

9. Sst. stark eisenschüssig 

8. Tonlage, lichtgrau und rötlich 

7. Sst. gelb, weich, fk. mit einzelnen groben Quarzen 

6. Sst. weiß, locker, mk. bis gk ... 

5. Sst. weiß, hell- und dunkelgelb gebändert, fk 

4. Sst. dunkelgelb, hell- bis dunkelrot, nach der Tiefe immer feuchter 

werdend, Fk 

3. Sst. licht- bis dunkelgelb, hell- bis dunkelrot, fk., weich, mit schwachen 

Tonlagen, Wasser führend 

2. Tonscnicht gelbrötlich, fk 

1. Sst. rötlichgelb, sehr fest und hart, fk. bis mk 

Sohle des Brunnens, 216,0 m ü. d. M. 



Fclstnrm, Sign. 450,7 m ü. d. M. 
Zone des Inoceramu» Schloenbachi 

ß 10. Sst. mit Kaolinkörnern, hellgelb, fk 

9. Sst. mit mehr oder weniger Kaolinkörnern, weißlich, fk. 
8. Sst. lichtgelb, fk. 



Isoliertes 
steiles FelsrUT, 
dünn 

„ . geschichtet 

7. Sst. hellgelbgrau, fk ) Nur wenig Felsb.'inke, 

6. Sst. dunkelgrau, mk., leicht zerfallend \ dflnn geschichtet 

5. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, hellgrau, fk 1 Felsen dünn 

4. Sst. gelblich, fk. . . . ^ V geschichtet, 

3. Sst. mit wenig kleinen Kaolinkörnern, weißgiau, mk. . ) zernarbt 

2. Sst. dunkelgrau und duukelgraugelb, fk. . . .1 Felsen dünn gc- 

1. Sst. mit Kaolinkörnern, weißgrau und graugelb, ? schichtet, aber nicht 
fk., z. T. größere Quarze eingesprengt . . . . ) zernarbt 

390.0 m ü. d. M. 

Suppgeberg, NW gegen Balzhütte, 430,0 m ü. d. M. 

Zone des Inoceramus Schloenbachi 
ß 4. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, hellgrau bis dunkel- 
graugelb, fk 

3. Sst. hellgrau bis dunkelgrau, fk 

2. Sst. hellgrau bis dunkelgrau, fk. bis mk 

1. Sst. ockergelb bis graugelb, fk. bis mk., Versteinerungen: 

Uslrea sudetica Scor 

405.0 m ii. d. M. 



Fclsbänke 

dünn 

geschichtet 

Felsbänke 

zernarbt 



Talgrund im langen Tale zwischen dem „Engen Stein“ und Mühlberg, 402,0 m ü, 
Zone des Inoceramu s Schloenbachi 

ß 6. Sst. dunkelockergelb bis grangelb, fk. bis mk., kleine Felspartien . . 

5. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, gelblich, fk., leicht zerfallend, wenig 

anstehend 

4. Sst. mit Kaolinkörnern, weißgrau, fk 

3. Sst. mit Kaolinkörnern, gelb, mk. bis gk 

2. Sst. mit Kaolinkörnern, weißgrau, fk ^ Einzelne 

1. Sst. mit -viel Kaolinkörnern, dunkelgelb, fk., Versteinc- : Felsbänke 

rungen : \ 

Üstrea sudetica Sccr ' 

370,0 m ü. d. M. 

Von Sign. 346,1 m Tal gegen Sign. 260,1 m, Ostende von Schemel 
Oberes Ende des Grundes, 340,0 m ü. d. M. 

Zone des Inoceramus Schloenbachi 

ß 14. Sst. mit Kaolinkörnern, gelb, mk., einzelne Felsbänke 



6,0 

0,01 

0,02 

2,97 

2.50 

5.50 

8,00 

5,00 

0,50 

1.50 



m 

?,7 

6,0 

2,0 

4.0 

6.0 
6,0 
2,0 
2,0 

10,0 

20,0 



m 

10,0 

6,0 

4.0 

5.0 



d. M. 

m 

6,0 

16,0 

2,0 

2,0 

2,0 



4,0 



10,0 



Profile 



103 



13. Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, hochgelb, fk. bis mk 
12. Sst. mit viel kleinen Kaolinkömern, lichtgrau, fk. . 

11. Sst. mit wenig Kaoliukörnern, ockergelb, fk. . . . 

10. Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, blaßgelb, fk. bis mk 
9. Sst. mit Kaolinkörnern, weißgrau, gk., Felsbänke . . 

8. Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, weißgelblicb, fk., vereinzelt größere 
Quarze eingesprengt, Felsen tief zernarbt, Versteinerungen: 

Pecten virgatus Nilss. 

Exogyra cornu arietis Nilss. einend. Gbief 

7. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, gelb, gk 

6. Sst. grau, gk., leicht zerfallend, Felsen 

5. Sst. hochgelb, mk., Felsen, dünnbankig 

4. Sst mit wenig größeren Kaolinkörnern, gelb, mk 

o 3. Sst. grau, sehr feucht, mk., teilweise graue \ Felsen ganz dic.kbankig, 

Sandschüttung f Bänke von mehreren Metern 

2. Sst. lichtgelb, mk I Mächtigkeit, Bänke abge- 

I. Sst. graugelb, gk ’ rundet, wollsackähnlich 

Krcibitzbach, 222,0 in ü. d. M. 



Felsen 



15 . 



1 <>. 
12 . 
II. 



10 . 

9. 

8 . 

7. 

6 . 

5. 



4. 

3. 



2 . 

1 . 



ß 15. 
14. 
13. 
12 . 
11 . 

10 . 

9. 

8 . 

7. 

6 . 

5. 

4. 

3. 

2 . 



Rennersdorf, Sign. 353,3 ro, — Krcibitzbach (Weg nach Kaltenbach) 
Rennersdorf, Sign. 353,3 m ü. d. M. 

Nichts aufgeschlossen 

Zone des Inoceramus Svhloenbachi 



Sst. mit Kaolinkörnern, graugelb, mk., eisenschüssig . 
Sst. mit Kaolinkörnern, graugelb, mk. . . . 

Sst. mit viel Kaolinkörnern, lichtgrau, fk. . . 

Sst. mit Kaolinkörnorn, lichtgrau, mk. . . . 

Sst. mit viel Kaolinkörnern, weißgelb, fk. . . 

Sst. graugelb, eisenschüssig, fk 

Sst. mit viel Kaolinkörnern, gelb, fk. ... 

Sst. mit Kaolinkörnern, grau, fk 

Sst. mit Kaolinkörnorn, weißgelb, fk. bis mk. 

Sst. mit viel Kaolinkörnern, lichtgrau, mk 

Sst. mit Kaolinkörnern, rötlichgelb, fk 

Sst. mehr oder weniger reich an Kaolin körnern, licht- 
grau, fk. bis mk 

Sst. mit wenig Kaolinkörnern, wcißgelb, fk 

Sst. mit wenig Kaolinkörnern, gelb, gk 

Kreibitzbach, 270,0 m ü. d. M. 




Felsen, ein- 
zelne Gruppen 
von 3 — 10 m 
Höhe. (An der 
Südeinfassung 
des Tales stei- 
gen die Fels- 



mauern in ver- 
schiedenen 
Terrassen 
senkrecht 
empor) 



Felsbänke 
am Wege 



Felskti ppe, Sign. 356,7 m ü. d. M. 

Zone des Inoceramux Scbloenbachi 

Sst. weißgrau, fk 1 

Sst. graugelb, fk. bis mk., eisenschüssig f Felsen, dünn 

Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, weißgrau, fk. . . . ( geschichtet 

Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, graugelb, fk. . . ) 

Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, weißgelb bis ocker- ) Felsen, dünn 

gelb, fk. mit einigen gk. Lagen > geschichtet, meist 

Sst. mit wenig kleinen Kaolinkörnern, graugelb, gk. ; stark zernarbt 
eingesprengten Quarzen 

Sst. mit Kaolinkörnern, graugelb, gk 

Sst. lichtgrau, fk 

Sst. mit Kaolinkörnern, gelb, gk 

Sst. mit Kaolinkörnern, weißgrau, fk. bis mk. . . . 

Sst. mit Kaolinköruern, wcißgelb, fk. . . . ) Felsen, dünn ge- 

Sst. weißgelb, fk. bis mk I schichtet, tief zernarbt 

Sst. graugelb, mit wenig kleinen Kaolinkörnern, mk., Felsbänke, dünn 
geschichtet 



V Felsen, dünn 
geschichtet 



Sst. gelb, fk., mit größeren 



10,0 

15.0 

5.0 

10.0 

1,0 



10,0 

5,0 

5,0 

5,0 

5,0 



30,0 

4.0 

3.0 



m 

13,3 



5.0 

3.0 

4.0 

3.0 

4.0 

2.0 
4,0 
4,0 

4.0 

2.0 

20,0 



8,7 

6,0 

4,0 

4,0 



13,0 

1,0 

1,0 

1,0 

2,0 

1,0 

1,0 

4.0 

2.0 



3,0 




104 



Profile 



1. Sst. mit Kaolinkörnern, weißgrau und gelblich, fk., Felsbänke, dünn 

geschichtet 

Straße von Niederkreibitz nach Rennersdorf, 296,0 m ü. d. M. 



ß 3. 



2 . 

I. 



Am „e“ von „Schranne“, 370,0 m ü. d. M. 
Zone des Inoceramus Schloenbachi 



Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, grangelb, fk. 
Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, weißgran, fk. 
Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, gelb, mk. . 

357,0 m ü. d. M. 



Einzelne kleine 
Felsbänke, dünn 
geschichtet 



m 



6,0 

5.0 

2.0 



Obere Kante des Steinbrucks, 342,5 m. ü. d. M. 

Zone des Inoceramus Schloenbachi m 

ß 8. Sst. mit Kaolinkömern, rötlichschwarzgrau, fk. bis mk., kleine Felsbänke 

auf der Kuppe 10 

7. Sst. mit viel großen Kaoliokömem, lichtgraugclb, mk 0*5 

6. Sst. mit Kaolinkörnern, rötlichscbwarzgrau, fk. bis mk 1,0 

5. Sst. mit viel Kaolinkörnern, vorwiegend lichtgelb, mit dunkelrot gefärbten 

Partien, fk. 10,0 

4. Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, rötlich, fk 1,0 

3. Sst. mit Kaolinkörnern, weißgrau, fk., vereinzelt Kohlestückchen 
enthaltend, Wcrksteinbank, Versteinerungen: 

Pinna cretacea Schlot» 6,0 

2. Sst. mit kleinen Kaolinkörnern, gelb, fk., kohlig, mit zahlreichen Bruch- 
stücken von Versteinerungen 1,0 

1. Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, dunkelgrau, fk 2^0 

Sohle des Steinbruchs, 320,0 m ü. d. M. 



Sign. 415,0 m ü. d. M. 

Zone des Inoceramus Schloenbachi 

ß 12. Sst. mit Kaolinkörnern, weißgraugclb, fk. mit einzelnen größeren Quarzen 
eingesprengt, leicht zerfallend, nur einige kleine Sst.-Blöcke im losen 

Sande 

1 1. Sst. mit zahlreichen Kaolinkörnern, weißgrau, mk 

10. Sst. mit viel Kaolinkörnern, weißgelb, mk., Versteinerungen : 

Pecten laevis Nilss 

9. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, gelb und weißgrau, fk., einzelne größere 

Quarze eingesprengt 

Sign. 396,6 m ü. d. M. 

ß 8. Sst. mehr oder weniger Kaolinkörner führend, weißgrau 
und weißgelb, fk., vereinzelt kleine Glimmerschüppchen 

enthaltend 

7. Sst., graugclb, fk., einzelne größere Quarze cingesprengt 

6. Sst., dunkelockergelb, fk., eisenschüssig 

5. Sst. mit viel Kaolinkörnern, graugelb, fk 

4. Sst. mit wenig Kaolinkörnem, weißgrau, fk., Ver- 
steinerungen: 

Liopislha aequivalvis Goldf. sp. 

mit 20 cm dicker grobkörniger Bank 

3. Sst. mit wenig Kaolinkömern, graugclbrot, fk., einzelne 
größere Quarze eingesprengt, Versteinerungen: 

Ostrea sudetica Scuf. 

Pecten laevis Nilss 

2. Sst. lichtgelb und graurötlich, mk. mit zahlreichen ein- 
gesprengten Quarzen 

1. Sst. lichtgrau, fk ' . 

Talgrand bei Sign. 350,0 m ü. d. M. 



Felspartien 
dünn gebankt, 
senkrecht ab- 
geschnitten, 
mehr oder 
weniger 
stark zer- 
narbt, 

Schichtenlage 

horizontal 



m 



5,4 

5.0 

3.0 

5.0 



5,6 

5.0 

2.0 

10,0 



4,0 



9.0 

1.0 
10,0 



Profile 



105 



Letzter Felsturm östlich an Sign. 333,5 am AuftreFfen des Balzliiittenweges 
auf die Straße Niederkreibitz-Altdaubitz 



Gipfel des Felsturmes, 354,0 m ü. d. M. 

Zone des Inoceramus Schloenbachi 

ß 11. Sst. weißgrau, fk \ 

10. Sst. gelb, fk ... 1 

9. Sst. mit viel Kaolinkörnern, mk., größere Quarze ein- I 

gesprengt I 

8. Sst. mit wenig kleinen Kaolinkörnern, graurötlich, fk. / 

7. Sst. graugelb, fk., Versteinerungen: 

Pecten laevis Nilss 1 

G. Sst. mit wenig kleinen Kaolinkömera, rötlich, fk. . . Felsen 

5. Sst. mit viel Kaolinkörnern, gelb-rötlich, mk. . . . j 

4. Sst. gelb, fk., vereinzelt größere Quarze eingesprengt . I 

3. Sst. mit viel Kaolinkörnern, lichtgrau, mk I 

2. Sst. lichtgrau und gelb, fk., Spuren von Versteinerungen 1 
1. Sst. mit Kaolinkörnern, grau bis rötlich-gelb, mk. bis gk., 
Versteinerungen : 

Üstrea vesicularis Lam / 

Fuß des Felsturmes, 332,0 m ü. d. M. 



4.0 

1.0 

1,0 

1,0 

2,0 

0,5 

0,5 

2,0 

2,0 

4,0 



4,0 



Am Friedhof von Kliua, 400,0 m ö. d. M. 

Zone des Inoceramus Schloenbachi m 

ß 7. Nichts aufgeschlossen, anscheinend sehr leicht zerfallender Sst. . . . 10,0 

6. Sst. weißlich und gelb, auch weiß und gelb dünn ge- ) Lose Stücke, 
bändert, fk., Versteinerungen: ) keine Felsen 

Cardiaster Ananchytis Leske 18,0 

5. Sst. stark eisenschüssig, gelb, fk., gespickt mit groben Quarzkörnern . 2,0 

4. Sst. blaßviolet, fk 2,0 

3. Sst. mergelig, rötlichweiß und gelb, fk., vereinzelt größere Quarze ein- 
gesprengt 3,0 

2. Nichts aufgeschlossen 5,0 



1. Sst. weißlich, gelblich and rötlich gefleckt und gestreift, fk. bis mk., 
kohlig, schnell wechseld in Korn und Farbe, Versteinerungen: 

1. Pinna cretacea Schloth. 

2. Pecten virgatus Nilss. 

3. Pecten laevis Nilss. 

4. Neithea grypheata Schloth. sp. 

5. Üstrea sudetica Sccp. 

6. üstrea vesicularis Lam. 

7. Liopistha aequivalvis Goldf. sp 10,0 

Khaatalstraße, 350,0 m ö. d. M. 



Oberes Ende der Schlucht bei 400,0 m ü. d. M. 

Zone des Inoceramus Schloenbachi m 

ß 13. Sst. mit viel Kaolinkörnern, gelb, mk. bis gk., einzelne Felsbänke, z. T. 

stark zernarbt . . . 10,0 

12. Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, gelbrot, fk., undeutliche Ver- 
steinerungen, Felsen schwach zernarbt 10,0 

11. Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, lichtgelb, mk., Felsen zernarbt . . 10,0 

10. Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, weißlich, fk., Felsen schwach zer- 
narbt 10,0 

9. Sst. mit Kaolinkömera, weißlich, fk. bis mk 1 Felsen 10,0 

8. Sst. gelb, mk., mit undeutlichen Versteinerungen . . \ stark 10,0 

7. Sst weißgrau, fk ) zernarbt 18,0 

6. Sst. gelb, fk. bis mk., hart, Felsbänke 6,0 

5. Sst. lichtgrau, mk. bis gk., leicht zerfallend 5,0 




106 



Profile 



4. Nichts aufgeschlossen 160 

3. Sst. weißgelb und ockergelb, mk. bis gk., Felsen eng geschlachtet, meist 

zernarbt 30,0 

2. Sst. lichtgelb, mk. bis gk., leicht zerfallend 10,0 

a 1. Sst. lichtgrau, mk. bis gk., leicht zerfallend; der Talboden liegt im hell- 
grauen Sande 45,0 



Schluchtausgang gegenüber der Kirche von Windischkamnitz, 
210,0 m ü. d. M. 



Der Fahrweg, der vom Huttenberge an Sign. 343,0 herab zum „J“ von 
„Jonsbach“ führt, schneidet ein kleines Kiefernwäldchen, am Wege sind meist 
nur lose Sande aufgeschlossen. 

320,0 m ü. d. M. 

Zone des Inoceramus Scliloenbachi 



ß 5. 
4. 
3. 
2 . 
1 . 



Sst. mit viel Kaolinkörnern, gelb, fk. bis mk 

Sst. mit Kaolinkörnern, gelbgriin und graugelb, rok 

Sst. mit Kaolinkörnern, lichtgrau, fk ] Östlich des We^-cs eine 

Sst. mit viel Kaolinkörnern, graugelb, mk. . . ( kleine Schlucht, in der 

Sst. mit viel Kaolinkörnern, grau, mk , dünn- el ^KeÄken 

geschichtete Banke am Wege ) ansteht 

260,0 m ü. d. M. 



m 

10,0 

20,0 

10,0 

10,0 

10,0 



Östlich des vorgenannten Weges ist der Fahrweg, der vom Huttenberg 
herab durch das „b“ von „Jonsbach“ führt und bald nach W umbiegt, in eine 
kleine Schlucht cingeschnitten, in der Felsbänke zu beiden Seiten anstehen. 



300,0 m ü. d. M. 

Zone des Inoceramus Scliloenbachi m 

ß 4. Sst. mit Kaolinkörnern, ockergelb, fk 10,0 

3. Sst. mit viel Kaolinkörnern, gelbgrün, mk 10,0 

2. Sst. mit viel Kaolinkörnern, graugelb, fk. bis mk 10,0 

1. Sst. mit Kaolinkörnern, graugelb und gelb, fk. bis mk 20,0 



Die Schichten sind schwach nach S geneigt 
250,0 m ü. d. M. 



Kesselgraben (Tälchen westlich am Maiberg), 320,0 m ü. d. M. 
Zone des Inoceramus Scliloenbachi 

Huttenbergschollc 

T 9- Sst. mit viel Kaolinkörnern, gelb, mk 

8. Sst. mit viel Kaolinkörnern, weißgrau, mk 

7. Ton bezw. Mergel (?), dunkel . . . • 

ß 6. Sst. mit viel Kaolinkörnern, gelb, mk 

5. Sst. mit viel Kaolinkörnern, weißgrau, fk. bis mk 

— Störungslinie XXIII — 

Zone des Inoceramus Schloenbachi 

Maibergscholle 

Y 4. Tonmergel, dunkelgrau, fk 

ß 3. Sst. mit Kaolinkörnern, gelb, mk 

2. Sst. mit Kaolinkörnern, gelb, fk 

1. Sst. mit viel Kaolinkörnern, weißgrau, fk. bis mk 

286,0 m ü. d. M. 



15,0 

2,0 



2,0 

2,0 

4,0 

4,0 



Südlich von Neu-Ohlisch, Sign. 288,0 m ü. d. M. 

Zone des Inoceramus Schloenbachi m 

ß 8. Nichts aufgeschlossen 8,0 

7. Sst. mit Kaolinkörnern, gelb, mk., dicke Sandsteinbänke ..... 5,0 



Profile 



107 



19. 

18. 

17. 

16. 

15. 

14. 

13. 

12 . 

11 . 

10 . 

9. 

8 . 

7. 

6 . 

5. 

4. 

3. 

2 . 

1 . 



20 . 

19. 

18 . 

17. 

16. 

15. 

14. 

13. 

12 . 



11 . 

10 . 



Sst. mit wenig Kaolinkörnern, gelb, mk., Felsbänke zernarbt .... 5,0 

Sst. grau, mk. bis gk 10,0 

Sst. mit wenig Kaolinkörnern, gelb, mk 5,0 

Sst. mit wenig Kaolinkörnern, weißgelb, fk. bis mk., Felsen zernarbt . 5,0 

Sst. weißgrau, gk 5,0 

Sst. weißlich und dunkelgrau, mb. bis gk., Steinbruch 10,0 

Talgrund in Neu-Ohliscb, 235,0 m ü. d. M. 

Kreuzstein — Hadergrand. Krenzstein, 305,2 m ü. d. M. 

Zone des Inoceramus ScMoenbachi m 

Sst. mit viel Kaolinkörnern, ocker- bis graugelb, mk. bis gk , Felsbänke 10,2 
Sst. mit Kaolinkörnern, ocker- bis graugelb, mk., Felsen zernarbt . . 10,0 

Sst. mit wenig Kaolinkörnern, lichtgrau, fk. bis mk. . v 10,0 

Sst. grau und gelb gestreift, fk., einzelne größere Quarze 1 

eingesprengt f Einzelno 2,0 

Sst. lichtgrau, mk. bis gk > kleine 3,0 

Sst. graugclb, mk., einzelne größere Quarze eingesprengt, l Felsbänke 

undeutliche Versteinerungen l 1,0 

Sst. licht grau, mk. bis gk., leicht zerfallend . . . . • 5,0 

Sst. weißgelblich fk bis gk., einzelne größere Quarze ) Fe]gen meist 

eingesprengt, undeutliche Versteinerungen > zernarbt * 2 ' 0 

Sst. ockergelb, mk ) ‘ 2,0 

Sst. grau, mk., leicht zerfallend, Felsen 1,0 

Sst. weißgelb, mk., Felsen zernarbt 2,0 

Sst. grau, mk., leicht zerfallend, Felsen 2,0 

Sst. mit Kaolinkörnern, gelb, mk 1 1,0 

Sst. grau, mk ( Felsen 1,0 

Sst. gelbgrau, fk. bis mk I zernarbt 1,0 

Sst. mit wenig Kaolinkörnern, weißgrau, fk. bis mk. . ) 2,0 

Nichts aufgeschlossen 5,0 

Sst. graugelb, fk. bis mk., einzelne größere Quarze eingesprengt . . 5,0 

Sst. weiß- und rötlichgrau, fk. bis mk., kleine Felspartien 5,0 

Hadergrund, 225,0 m ü. d. M. 

SW-Hang des „Huttenberges** gegen „t“ von „Kreuzstein“ 

SW am Huttenberge 

Ober 310,0 m ü. d. M. nichts aufgeschlossen 

Zone des Inoceramus Schloenbachi m 

Sst. mit viel Kaolinkörnern, graugelb, mk., Felsbänke 2,0 

Nichts aufgeschlossen 8,0 

Sst. mit viel Kaolinkörnern, hellgelb, mk., Felsen zernarbt 2,0 

Sst. mit Kaolinkörnern, graugelb, fk. bis mk., einzelne Felsbänke . 



Sst. mit Kaolinkörnern, grau, mk. 



Sst. mit Kaolinkörnern, ockergelb, mk / dickbankig 



Felsen 



6,0 

2,0 

2,0 

8,0 



Felspartie 

wenig 

zusammen- 

hängend 



Sst. lichtgrau, fk. bis 

Sst. mit viel Kaolinkörnern, hell- bis graugelb, fk. bis 

mk., Versteinerungen 

Sst. mit Kaolinkörnern, hellgelb, vereinzelt größere 
Quarze eingesprengt, mk., Versteinerungen: 

Neilhea gryj/heata Sciilotit. sp 

Sst. mit Kaolinkörnern, hellgelb, mk., Felsen zernarbt 4,0 

Sst. mit Kaolinkörnern, hellgrau, fk. bis mk., Ver- \ 
steinerungen : I 

Bank mit kleinen Ostreen 1 Felsen 

Sst. mit viel Kaolinkörnern, graugelb, mk / dickbankig 

Sst. grau, gk. bis konglomeratisch \ 

Sst. hellgrau, fk., undeutliche Versteinerungen . . . ' 



8,0 



2,0 



6,0 

2,0 

2,0 

4,0 



108 



Profile 



6. Sst. mit viel Kaolinkörnern, grau nnd gelb gestreift, \ 

fk. bis mk I 7^0 

5. Sst. mit viel Kaolinkörnern, weißgrau, mk. bis gk., un- > k eisen 

deutliche Versteinerungen . . . .( scharfkantig 

4. Sst. mit wenig Kaolinkörnern, dunkclgrau, fk. bis mk. J s’o 

3. Nichts aufgeschlossen 

2. Sst. grau. fk. bis mk., leicht zerfallend 2,0 

1. Sst. mit Kaolinkörnern, graugelb, fk. bis mk., leicht zerfallend ... 8^0 

Dorfstraße in Jonsbach, westlicher Teil, am „t“ von „Kreuzstein“, 220,0 m ü. d. M. 



20 . 

19. 

18 . 

17. 

16. 

15. 

14. 

13. 

12 . 

11 . 

10 . 

9. 

8 . 

7. 

6 . 

5. 

4. 

3. 

2 . 

1 . 



Gipfel des Kleinen Bärensteines, 338,3 m ü. d. M. 

Zone des Inoceramus Schloenbachi 

Sst. dunkelgraugelb, mk. bis gk \ „ . 

Sst. mit Kaolinkörnern, lichtgrau, mk. bis gk. . . . J senkrechte 

Sst. wcißgelb, mk .....( Felswände 

Sst. grau, gk / . l 10 ' 1 F ® ,8 ‘ 

Sst. mit Kaolinkörnern, graugelb, mk. bis gk. . . . \ ' >an * ie , t ’ i * ar “ 

Sst. weißgelblich, mk. bis gk ] zernarbt 

Sst. grau, mk., Felsbank 

Sst. gelb, mk., eisenschüssig ' 

Sst. lichtgraugelb, mk Senkrechte 

Sst. weißgelb, mk Felswände, 

Sst. lichtgelb, mk. bis gk stark zernarbt, 

Sst. lichtgelb, mk Gestein hart 

Sst. rot, mk., eisenschüssig 

Nichts aufgeschlossen 

Sst. mit Kaolinkörnern, gelbgrau, mk ) Vereinzelte 

Sst. grangelb, mk. mit eingesprengten größeren Quarzen j Felsbänke 
Bruchlinie (?) 

Sst. lichtgelb, fk. mit zahlreichen eingesprengten \ Diebskeller, senkrechte 
größeren Quarzen, Aussehen zum Teil fast gk. I Felsmassen, stark zer- 

Sst. grau, gk. klüftet, an einer Stelle 

Sst. grau, mk. bis gk . I ein schmaler, oben ge- 

schlossener Durchgang 



Sst. lichtgelb, mk. 



Am Diebskeller, 240,0 m ii. d. M. 



4,3 

4.0 

1.0 
1,0 
2,0 
2,0 
1.0 
1,0 
2,0 
5,0 
5,0 
4,7 
0,3 
10,0 
10,0 
15,0 



15,0 

2,0 

5.0 

8.0 



Felspartie am „R“ von „Rabsteine“ im Goldbachtale. 
Obere Kante des Felsenhangcs, 270,0 m ü. d. M. 
Zone des Inoceramus Schloenbachi 



11. Sst. 
10. Sst. 
9. Sst. 
8. Sst. 
7. Sst. 
6. Sst. 
5. Sst. 
4. Sst. 
3. Sst. 
2. Sst. 
1. Sst. 



mit viel Kaolinkörnern, ockergelb, fk. bis mk. 
mit viel Kaolinkörnern, rötlichgrau, mk. . . . 
mit viel Kaolinkörnern, ockergelb, mk. bis gk. 
lichtgrau, mk., Oberfläche zerlöchert .... 
mit viel Kaolinkörnern, hellgelb, fk. bis mk. . 
mit wenig Kaolinkörnern, hellgelb, konglomeratisch 
mit wenig Kaolinkörnem, ockergelb, mk. 
mit Kaolinkörnern, lichtgrau, fk. bis gk. 

mit Kaolinkömern, hellgelb, mk 

mit viel Kaolinkörnern, lichtgrau, mk. . . 
mit Kaolinkörnern, gelb, fk. bis gk., Versteinerungen: 
Lima canalifera Goi.df. 

Üstrea vesicularis Lau. (Bank) 

Turritella sp 

Goldbachtal, 240,0 in ii. d. M. 



■I 



Felspartien 

dünn 

geschichtet 



Felspartien 

dünn 

geschichtet, 

Oberfläche 

zernarbt 



1,0 

3.0 

1.0 

3,0 

3.0 

1.0 
2,0 
2,0 
2,0 
6,0 



6,0 




Profile 



109 



P 9- 
8 . 
7. 
6 . 



5. 

4. 

3. 

2 . 

1 . 



ß 16. 



15. 

14. 

13. 

12 . 

11 . 

10 . 

9 . 

8 . 

7. 

6 . 

5. 

4. 

3. 

2 . 

1 . 



Obere Kante der Albswände, 294,0 m ö. d. M. 

Zone des Inoceramus Schloenbachi 
Sst. mit größeren Kaolinkörnern, grangelb, mk. bis gk. \ 

Sst. mit viel Kaolinkömern, grangelb, Sk. bis mk. . . j 
Sst. mit Kaolinkörnern, rotgelb, mk. bis konglomeratisck 1 
Sst. mit viel Kaolinkörnern, hellgelb, fk. mit einge- | 
gesprengten einzelnen größeren Quarzen nnd mit dünnen 1 
grobkörnigen Lagen, mit eisenschüssigen Bändern . . \ Felsbänke 

Sst. mit viel Kaolinkörnern, rotgelb bis rot, mk. bis gk. i 
Sst. mit viel Kaolinkörnern, weißgelblich bis dunkel- i 
ockergelb, mk., mit undeutlichen Versteinerungen . . I 

Sst. mit Kaolinkörnem, graugelb, mk 1 

Sst. weißgrau, gk 

Sst. mit Kaolinkömern, weißgrau, mk / 

Fahrweg im Kamnitzgrunde, 280,0 m ü. d. M. 



Gipfel des Rauensteines, 304,0 in ii. d. M. 

Zone des Inoceramus Schloenbachi 

Sst. mit Kaolinkömern, lichtgraugelb, mk. bis gk., Senkrechte 
Korn sehr unregelmäßig . . . ... . ■ ■ ■ Felspartien, 

Sst. mit Kaolmkornern, rothchgelb, nik., Korn unregel- j einzelne 

Sst. lichtgelb. mk. bis gk., Korn unregelmäßig . . . | W eiTi K "ßiude- 

Sst. mit Kaolinkömern, dunkelgelb, mk. bis gk., Korn l mi g e[ 1|nd 

unregelmäßig •■••••■ • • • • ; * * • überschüttend 

Sst. lichtgelb, mk. bis gk., Korn unregelmäßig . . . 

Sst. lichtgraugelb, mk. bis gk 1 Einzelne 

Sst. grau, fk. bis mk. ( gerundete 

Sst. graugelb, k. bis nik I Felsbänke 

Sst. gelbgrau, fk. bis mk ] 

Sst. graugelb, mk \ Dicke, meist 

Sst. lichtgrau, fk. bis mk., leicht zerfallend . ... I gerundete 

Sst. weißgraugelb, mk I Felsbänke, 

Sst. gelb, mk (mit großen 

Sst. weißgraugelb, fk \ runden 

Sst. weißgraugelb, fk., Felsen zernarbt • / Löchern 

Sst. weißgrau, fk. bis mk., leicht zerfallend, keine Felsbänke .... 

Fuß des Rauensteines auf der Ebenheit, 200,0 m ü. d. M. 



2,0 

1,0 

3,0 



1,5 

2,0 

1,0 

1,0 



13.0 

1,0 

3.0 

2.0 

7.0 

3.0 

5.0 

4.0 

6.0 

5.0 

10.0 
10,0 

9.0 

4.0 

2.0 
20,0 



Am Ostabfall der Ebenheit gegen Bahnhof Rathen ist von 200 m — 125 m herab 
fast nichts aufgeschlossen. Die Schichten gehören dem Mittelturon an. Nur in 150 
155 m Meoreshöhe treten am Wege einige weißgelbliche Sandsteinbiiuke hervor, zwischen 
denen in etwa 50 cm Mächtgkeit ein roter, z. T. rot und gelb dünn gebändeter feinkörniger 
Sandstein ansteht, wie er für das Mittelturon charakteristisch ist. 



Brand (340 m) — Tiefer Grund (160 m). 

Nördlich vom Brandgipfel, 340,0 m ü. d. M. 

Zone des Inoceramus Schloenbachi m 

ß 37. Sst. mit viel kleinen Kaolinkömern, lichtgraugelblich, 1 

fk. bis mk ( Felsbänke 5,0 

36. Sst. mit viel kleinen Kaolinkörnern, grau, fk. bis mk. 1 am Steilhange 

mit vereinzelten gröberen Quarzen ) 15,0 

Brandgipfel 



110 



Profile 



35. 

34. 

33. 

32. 

31. 

30. 

29. 

28. 

27. 

26. 

25. 

24. 

23. 

22 . 

21 . 

20 . 

19 . 

18. 

17. 

16. 

15 . 

14. 

13. 

12 . 

11 . 

10 . 

9. 



8 . 

7. 

6 . 

5. 

4. 

3. 

2 . 

1 . 



Sst. mit Kaolinkömern, gelb, fk. mit zahlreichen ein- 
gesprengten größeren Quarzen 

Sst. lichtgrau, fk. bis mk 

Sst. mit Kaolinkörnern, gelb, mk 

Sst. mit Kaolinkörnern, gelb, mk. mit eingesprengten 

größeren Quarzen 

Sst. lichtgrau, fk. bis mk., Korn unregelmäßig . . . , 0 , ,. 

Sst. grau|elb, mk., hart .......... Senkrechte 

Sst. grau, mk., leicht zerfallend, wenig Bindemittel . , . e s " i ‘ n ®» 
Sst. mit wenig Kaolinkörnern, gelb, fk. bis mk., Korn / f7,. g . r i ’ 

Sst. weißgelbüch, mk. [ «‘^“^huss.g 

Sst. grau, (k. mit einigen dünnen gelben Lagen 
Sst. graugelb, fk. bis mk., Korn unregelmäßig . . 

Sst. mit Kaolinkörnern, hellgelb, mk 

Sst. mit Kaolinkörnern, weißgelblich, mk 

Sst. grau, fk. bis mk 

Sst. weißgelblich, mk / 

Sst. rötliohgrau, fk., Felsbänke stark zernarbt ... 1 

Sst. weißgrau, fk. bis mk ( Senkrechte 

Sst. rötlichgelb, mk f Felswände 

Sst. weißgelb, fk ) 

Sst. lichtgrau, fk. mit dünnen Lagen von gelber Farbe, wenig Binde- 
mittel, leicht zu Sand zerfallend 

Sst. gelb, fk. mit eingesprengten größeren Quarzen, Felsbänke, stark 

zernarbt 

Sst. lichtgrau, fk., wenig Bindemittel, leicht zu Sand zerfallend . . . 

Sst. dunkelgelb, fk 

Sst. lichtgrau, fk , wenig Bindemittel, leicht zu Sand zerfallend . . . 

Sst. graugelb, fk 

Sst. lichtgrau, fk., wenig Bindemittel, leicht zu Sand zerfallend . . . 

Sst. graugelb, fk. bis mk., Felsbäoko 

Mittelturon 



Sst. lichtgrau, fk., senkrechte Felswände 

Sst. mit Kaolinkörnern, graugelb, fk. mit eingesprengten größeren Quarzen, 

einzelne Felsbänke 

Sst. mit Kaolinkörnern, lichtgclbgrau, fk 

Sst. mit Kaolinkömern, gelb, mk 

Sst. mit Kaolinkömern, gelb, fk , leicht zerfallend . . 

Nichts aufgeschlossen 

Sst. graugelb, fk. mit vereinzelten eingesprengten 

größeren Quarzen 

Sst. mit Kaolinkömern, gelb, fk. mit vereinzelten ein- 
gesprengten gröberen Quarzen 

Tiefer Grund, 170,0 m ü. d. M. 



Senkrechte 
Felswände, 
dünn gebankt 



5.0 

10,0 

4.0 

1.0 

5.0 

3.0 

4.0 

3.0 

5.0 

11,0 

3.0 

LO 

2.0 
1,0 
2,0 

5.0 

2.0 
2,0 
1,0 

18,0 



1,0 

1,0 

10,0 

3.0 

7.0 

3.0 

2.0 

3.0 

5.0 



5,0 

5,0 




Stratigraphischer Teil 

Das Cenoman 

Cenomane Sandsteine treten nur im Eibtale zwischen Tetschen 
und Herrnskretschen in Verbindung mit der hier emporgehobenen 
Grundgebirgsscholle auf. Sie bilden im allgemeinen sanft geböschte 
Hänge. Zu unterst sind 10 — 15 m mächtig Konglomerate und grob- 
körnige Sandsteine entwickelt, über denen in einer Mächtigkeit bis 
zu 80 m feinkörnige, licht gefärbte, tonige Sandsteine folgen. An der 
Obergrenze der Zone treten an verschiedenen Stellen Quellen hervor. 
Im Sommer 1926 wurden diese Schichten bis zu einer Mächtigkeit 
von 75 m durch eine im Kurbad Schandau vorgenommene Tiefbohrung 
erbohrt. Das Bohrprofil ist Seite 86 wiedergegeben und bedarf keiner 
weiteren Erläuterung. Im übrigen wurde das Cenoman nicht beson- 
ders untersucht. Auf die Schilderung der cenomanen Schichten durch 
BECK und Hibsch 1 ) sei hingewiesen. 

Das Unterturon 

Zone des Inoceramvs labiatus ScilLOTHEIM 2 ) 

Die Zone des Inoceramns labiatus ist auf das westliche Randge- 
biet beschränkt und nur im Elbtale sowie in einigen Seitentälern, ins- 
besondere im Kamnitzbachtal, in steilen Eelsabstürzen aufgeschlossen. 
Durch tektonische Vorgänge ist sie am Kosenkamm bei Niedergrund 
in ein hohes Niveau gerückt und bildet daselbst landschaftlich großartig 
hervortretende Felsbastionen. Die Untersuchung wurde auf einige 
günstige Stellen beschränkt, was für den Zweck dieser Arbeit genügen 
dürfte. Um zu einer entscheidenden Beurteilung der Zone zu gelan- 
gen, hätte sich eine Durcharbeitung des Gebietes westlich der Elbe, 
wo sie über größere Flächen aufgeschlossen ist, nötig gemacht. Da- 
durch würde die vorstehende Arbeit ohne zwingenden Grund ihr ur- 
sprüngliches Ziel noch weiter überschritten haben. 

Das Leitfossil Inoceramvs labiatus Schlotheim konnte in unserem 
Gebiet nicht gesammelt werden, ist aber nach BECK und UlBSCH 3 ) 
in der Dürrkamnitzschlucht aufgefunden worden. 

') Beck, R. u. J. Hibsch, Erläuterung zu Blatt Großer Winterberg -Tetschen der 
geol. Karte von Sachsen, S. 23 — 27. 

J ) Vergl. Ändert, H., Zur Stratigraphie der turonen Kreide des sächsischen Elb- 
tales, S. 10. Leipzig 1927. 

3 ) Beck, R. u. J. Hibsch, Erläuterung zu Blatt Großer Winterberg- Tetschen der 
geol. Karte von Sachsen, S. 30. Leipzig 1S95. 



112 



Das Unterturon 



Im allgemeinen wurde die von der sächsischen geologischen Lan- 
desaufnahme vorgenommene Abgrenzung der Zone als gegeben ange- 
nommen. Auf deren eingehende Schilderung in den Erläuterungen 
zu Blatt Großer Winterberg — Tetschen 1 ) sowie ganz besonders in denen 
zu Blatt Rosenthal — Hoher Schneeberg 2 ) sei hiermit verwiesen. Ent- 
gegen den Angaben der geologischen Karte Blatt Königstein — Hohn- 
stein, Nr. 84 und Blatt Sebnitz — Kirnitzschtal, Nr. 85 der sächsischen 
geologischen Landesaufnahme ist jedoch am östlichen Elbufer zwischen 
Schmilka und Niederrathen bis zu ungefähr 150 m Meereshöhe die 
Zone des Inoceramus labiatus einzuzeichnen. 

Die Mächtigkeit der zutage anstehenden Schichten wurde in 
Herrnskretschen mit 37 m (Profil S. 85), in der Edmundsklamm (Profil 
S. 89), in der Dürrkamnitzschlucht (Profil S. 89) und in der Kirch- 
schlucht von Hohenleipe (Profil S. 96) mit 50 m festgestellt. Im Mühl- 
grunde (Profil S. 96) ist die Zone 65 m mächtig, wahrscheinlich aber 
durch eine Bruchlinie auseinandergezogen. Die gesamte Mäch- 
tigkeit der Zone beträgt im behandelten Gebiet im Durch- 
schnitt 50 m. 

In Form von gewaltigen Sandsteinquadern, aufgetürmt zu senk- 
rechten Felswänden, tritt die Zone des Inoceramus labiatus an diesen 
Stellen auf. Die dicken Felsbänke sind in den obersten Schichten an 
der Außenseite zernarbt. 

Die Gesteinsfarbe wechselt zwischen hellgrau, rötlich-weißgrau 
und einem nach grau abgetönten Gelb. In den oberen Bänken des 
MUhlgrundes treten lebhafte Orangetöne hervor. 

Die Korngröße der das Gestein zusammensetzenden Quarzkörner 
schwankt zwischen grob und fein, ein mittleres Korn ist vorherr- 
schend. Seltener sind grobkörnige Partien; in den oberen Schichten 
stellen sich auch feinkörnige Sandsteine ein. In der Umgebung der 
Grundmühle sind in eine mittlere Grundmasse öfters grobe Quarze ein- 
gesprengt. Bindemittel ist nur wenig vorhanden; cs ist tonig oder 
eisenschüssig. 

In der Dürrkamnitzschlucht wurden nur einige Stichproben ent- 
nommen. 

Die auf Blatt Rosenthal — Hoher Schneeberg (S. 22 und 23) zur 
Zone des Inoceramus labiatus gestellten Schichten mit Rhynchonella 
plicatilis So\v. ( Rhynchonella bohemica SCHLOENß.), in deren Gesell- 
schaft dort das Leitfossil Inoceramus labiatus nicht vorzukommen 
scheint, sind wohl richtiger der Zone des Inoceramus Lamarclci zuzu- 
rechnen. Die nach SCHALCH in diesen Schichten weiter auftretenden 
Arten 

Pinna ilecuttala Goldf. Exngyra columba Lau. 

Lima canali/era Goldf. Callianassa anliqua Orro 

würden kein Hindernis für die Umstellung bilden. Im Mühlgrunde 
liegen 35 m über der Oberkante unserer Labiatus-Hchichtea eigenartig 

*) Ebendaselbst, S. 27— 30. 

J ) Schalch, F., Erläuterung zu Blatt Rosentbal-Hoher Schneeberg der geol. Karte 
von Sachsen, S. 18 — 23. Leipzig 1889. 



Das Mittelturon 113 

gefärbte Sandsteine mit Rhynchonella plicatilis Sow., die wir der Zone 
des Inoceramus Lamarcki zurechnen. 

Durch das im Sommer 1926 am Kurhaus Schandau niedergetrie- 
bene Bohrloch und die Aufnahme eines Profiles von den Oberen Kirch- 
leitenbrüchen bis zum Liliensteingipfel konnte ich in der Zone des 
Inoceramus labiatus auch weiter nach NW und W Feststellungen tref- 
fen. Im Bohrloch von Schandau ist innerhalb der in einer Mäch- 
tigkeit von 37,40 m aufgeschlossenen Schichten dieser Zone die Ver- 
feinerung des Kornes bereits stark vorgeschritten. Von besonderer 
Wichtigkeit ist hier auch das Auftreten eines dunkelgrauen Tones 
(Schicht 24) in 9,60 — 11,60 m, sowie eines schwarzgrauen sandigen 
Tones (Schicht 22) von 5,90 — 7,70 m über der Basis der Zone. In den 
Oberen Kirchleitensteinbrüchen sind nach der geologischen 
Karte die unteren 24 m der Zone des Inoceramus Lamarcki von dieser 
abgetrennt und der Labialus - Zone zugeteilt worden. Auch hier herrscht 
das feinere Korn vor. Das Gestein von Schicht 1 und 4 erinnert bereits 
sehr an den Bildhauersandstein von Rottwerndorf bei Pirna. Die Farbe 
ist hier rötlich- bis schwärzlichgrau; teilweise sind zahlreiche staub- 
förmige kohl i ge Beimengungen sowie vereinzelt größere Kohlen - 
brocken im Gestein vorhanden. Eigentümlich sind diesen letzteren 
Schichten ferner dünne Lagen undeutlicher schwammartiger Gebilde, 
die als Spongttes saxonicus Gein. bezeichnet werden. Auch ein Pinna- 
Bruchstück fand ich daselbst. 

Die Farbe der Sandsteine im Bohrloch von Schandau wie auch 
in den Steinbrüchen der Oberen Kirchleite ist grau und gelb. 

In den Steinbrüchen von Rottwerndorf ist die Labialus - Zone 
sodann als ein gleichmäßig feinkörniger, graulichweißer bis gelblich- 
grauer, zahlreiche kohlige Partikel führender Quarzsandstein ausge- 
bildet, der in der Richtung nach Dresden bald in Pläner übergeht. 



Das Mittelturon 

b) Zone des Spondylus spinosus SOWERBY und 
Hetcroceras Reußianum Schlüter. 

a) Zone des Inoceramus Lamarcki Parkinson. 

In meiner Arbeit »Zur Stratigraphie usw.« 1 ) habe ich mich ganz 
besonders damit beschäftigt, eine Klarstellung der mittelturonen 
Kreideschichten des sächsischen Elbtales zu erreichen. Das Ergebnis 
wurde darin in folgender Weise zusammengefaßt 2 ): 

»Die Zone des Inoceramus Brongniarti hat eine Mäch- 
tigkeit von ungefähr 60 m. Sie ist am Hohen Schnee borg 
als glaukonitischer Sandstein, östlich der Elbe als Sand- 
stein und bei Dresden als Plänermergel entwickelt. Sie 
enthält Inoceramus Brongniarti Sow. 

■) ändert, H., Zur Stratigraphie der turonen Kreide des sächsischen Elbtales. 
Leipzig 1927. 

s ) Ebendaselbst, S. 37. 

Neue Folge. Heft 112 



8 



4 



114 



Das Mittelturon 



Die Zone des Scaphites Geinitzi, richtiger als Zone 
des Spondylu s spinosus und Heteroceras Reußianum zu 
bezeichnen, trifft man, ungefähr 30 m mächtig, im Sand- 
stein g e b i e t westlich der Elbe sowie am Hohen Schneeberg 
als »B rong n i a rfi-Pläner (KrietzschwitzerPläner)«, östlich 
der Elbe als weichen, mehr oder weniger tonigcn Sand- 
stein. Bei Dresden ist die Zone durch die Plänermergel 
und Plänerkalke von Räcknitz-Strehlen vertreten. Sie 
enthält an wichtigen Fossilien Inoceramus Brongniarti 
Sow. und Spondylus spinosus Sovv.« 

ln dieser Arbeit erschien es vorteilhaft, die Bezeichnungen »ino- 
ceramus Brongniarti « und »Brongniarti- Zone«, wie dies vorher jahr- 
zehntelang in der Literatur geschehen ist, beizubehalten. Nachdem je- 
doch YVOODS bei Neubearbeitung der englischen Kreidefossilien 1 ) fest- 
gestellt hat, daß dem Leitfossil Inoceramus Brongniarti der Name 
Inoceramus Lamarcki zukommt, muß die so tief verankerte bisherige 
Benennung allmählich verschwinden. Wie in der erwähnten Arbeit von 
mir ausgeführt ist, sind als Leitfossilien für das Mittelturon aus der von 
Woods als Inoceramus Lamarcki zusammengefaßten formenreichen 
Gruppe die Abbildungen Textfig. 65 67, sowie ferner, als Varietät 
Cuvieri Sow. bezeichnet, Textfig. 76 -82 und Taf. LIII, Fig. 7 anzu- 
sehen. Sie zeichnen sich u. a. durch ein eckiges Umbiegen der kon- 
zentrischen Falten auf dem Rücken der Schale aus und haben ihr 
Lager in der englischen Zone der Terebrahilina lata und in der des 
llolaster planus, was unserer Lamarcki- und Spinosus-'/onc ausgezeich- 
net entspricht. Was von Woods aus anderen Schichten zu dieser Art 
gestellt ist, läßt sich, soweit aus den Abbildungen ein Vergleich mög- 
lich, unschwer abtrennen. Leider scheint das Original zu Inoceramus 
Brongniarti Sow. nach der Abbildung bei WOODS so mangelhaft er 
halten zu sein, daß die Begründung einer Varietät hierauf ausge- 
schlossen ist. 

Östlich der Elbe sind die für die Zone des Spondylus spinosus 
eigentümlichen Fossilien Spondylus spinosus Sow., Terebratida senii- 
globosa Sow. und Heteroceras Reußianum Schl, leider bis jetzt noch 
nicht aufgefunden worden. Auch Gesteine, nach denen sich diese Zone 
mit einer gewissen Sicherheit verfolgen ließe, sind nicht vorhanden 2 ). 
Es bleibt deshalb nur der Ausweg, beide Zonen, die des inoceramus 
Lamarcki und die des Spondylus spinosus, hier unter der Bezeichnung 
»Mi ttelturone Sandsteine« zusammenzufassen. 

A 1 s besonderes wichtiges Ergebnis meiner genannten 
Arbeit ist die Feststellung zu buchen, daß der Inoceramus 
Lamarcki in der gekennzeichneten Ausbildung im Elb- 
sandsteingebirge nicht über das Mittelturon ( Lamarcki- 
und Spinosus - Zone) hinausgeht und daß diese beiden 

■) Woods, EI., A Monograph of the cretaceous Lamellibranchia of England, II, 
S. 315, Textfig. 70. London l’J04 — 1913. 

2 ) Eine Ausnahme bildet nur der in der äußersten Westecke des bearbeiteten Gebietes 
gelegene neu entdeckte Plänermergel von Bonnewitz (S. 77). 



Das Mittelturon 



115 



Zonen zusammen im Elbtale nur eine Mächtigkeit von 
etwa Dü m besitzen, während man bisher der »Brongniurii- Zone« 
allein, z. B. bei Schandau, eine Sandsteinmasse von ungefähr 350 m 
Mächtigkeit zuteilte. Unter dieser Bezeichnung wurde nämlich die 
gesamte Schichtengruppe zusammengefaßt, die zwischen der Zone des 
Inoceramus labiatus und den Tonmergeln der Zone des Inoceramus 
Cuvieri ( Schloenbachi) liegt. Ein eingehender Vergleich der Schichten 
des Elbtales mit denen von Nordwest-Deutschland und anderen wich- 
tigen Kreidegebieten ergab die Unhaltbarkeit der bisherigen Auf- 
fassung und brachte erstere in ein überraschend übereinstimmendes 
Verhältnis zu den übrigen. 

Trotz dieser Beschränkung ist das Mittelturon im Elbsandstein- 
gebirge noch weit verbreitet. Zahlreiche Schluchten und Gründe 
sind in die Sandsteine mehr oder weniger eingeschnitten. Auch öst- 
lich der Elbe lassen sie sieh in gleicher Weise verfolgen, bis sie all- 
mählich unter der ansteigenden Sohle der Talgründe verschwinden. 

Die Obergrenze des Mittelturons tritt im Gelände morphologisch 
dort ausgezeichnet hervor, wo es infolge entsprechender Höhenlage 
dieser Schichten zur Herausbildung von Ebenheiten kam. Die 
tonigen Sandsteine des Mittelturons setzten dem Anschneiden und der 
Zerstörung durch die Fluten der früheren Elbe einen größeren Wider- 
stand entgegen als die überlagernden bindemittelarmen Sandsteine der 
Stufe ci der Schloenbachi- Zone. Die Zertalung des Mittelturons erfolgte 
deshalb verhältnismäßig langsam, das Bett der Elbe konnte sich auf 
den wasserschwerdurchlässigen Schichten hin und her verschieben; 
die Oberfläche des Mittelturons bildete sich zu größeren Tafeln heraus, 
den Ebenheiten, auf denen die Reste der überlagernden Sandsteine, ge 
festigt durch irgendein Härtungsmittel, als »Steine« emporragen. 

Die im westlichen Teile von Blatt Rosenthal — Hoher Schneeberg 
als glaukonitischer Sandstein ausgebildete Zone des Inoceramus La- 
marcki verliert nach 0 bald ihren Glaukonitgehalt. Auf der ganzen 
Linie tritt sie als ein weicher Sandstein mit schwachen tonigen Zwi- 
schenlagen über die Elbe. Schroffe Felswände sind selten, nur ein- 
zelne, bis einige Meter mächtige Felsbänke zeigen sich da und dort 
an den steil geböschten Abhängen. Häufig ist das frische Gestein unter 
Verwitterungsprodukten und Schutt verborgen. An der Unteren 
Schleuse (Profil S. 92) ragen die untersten Schichten in einer Mäch- 
tigkeit von 10 15 m als senkrechte Felswände über der Talsohle empor. 

Die S /miostts-Zone, die westlich der Elbe als Plänersanstein 
entwickelt ist, geht östlich der Elbe wie die Lamarcki - Zone in weichen 
Sandstein über, aus dem sich Felsbänke nur selten hervorheben. 

Unsere mittelturonen Sandsteine bestehen vorwiegend aus Quarz- 
körnern von meist hellgrauer Farbe, sehr oft ist ein toniges 
Bindemittel vorha n d e n. Auch schwache, meist nur papierdünne 
Tonlagen sind ihnen eigentümlich (vergl. besonders Profil Postel- 
witzer Steinbrüche S. 85 und Lilienstein S. 87). Das Korn ist sehr 
ungleichmäßig und wechselt schnell. Mittel- und feinkörnige Sand- 
steine herrschen vor, grobkörnige Lagen sind seltener. Kaolinisierter 

8 * 



116 



Das Mittelturon 



Feldspat in kleinen Körnern ist in manchen Schichten als Gemengteil 
stark beteiligt, tritt aber sonst im allgemeinen zurück. 

Die Farbe der Sandsteine ist vorherrschend gelb in allen Schattie- 
rungen von hell -bis dunkel. Häufig geht das Gelb auch ins Rötliche 
über. Rötlichgraue Gesteine sind ebenfalls nicht selten. Die bunten 
Farben sind niemals rein, sondern erhalten durch die meist graue 
Färbung der Quarzkörner einen grauen Unterton. Die dünnen Ton- 
lagen sind von dunkelgrauem Aussehen. In den Postei witz er 
Steinbrüchen (Profil S. 85) und in den Steinbrüchen der Obe- 
ren Kirch leite (Profil S. 88) konnte die Schichtenfolge nach Farbe 
und Korngröße am frischen Gestein gut verfolgt, werden. In der unteren 
Abteilung der Zone treten Schichten auf, die aus dünnen Lagen von 
gelbem, rotem, grauem oder weißem Sandstein zusammengesetzt sind 
und ein sehr buntscheckiges Bild geben. In ihnen oder in ihrer 
Nähe finden sich meist auch Versteinerungen. Derartige Sandsteine 
wurden festgestellt z. B. in den Postelwitzer Steinbrüchen (ITofil S. 85, 
Schicht 15), in der Oberen Kirchleite (Profil S. 88, Schicht 20), im 
Talgrunde nördlich von Wendischfähre (S. 18), in Schemel südlich 
Sign. 271,7 (Profil S. 40, Schicht 3) und im Mühlgrunde (Profil Roseu- 
berg S. 05, Schicht 10). 

An Versteinerungen habe ich im Mittelturon des Elbtales ge- 
sammelt: 



Spongiles saxonicus Geis. 1 ) 
Rhyncbonella plicata tis Sow. 
Inoceramus Lamarcki Pauk. 
Einna sp. 

Lima canalifera Golde. 



Neilltea grypheata Schlots. 

Ostrea vesicularis Lam. 

Exogyra cornu arietis Nii.au. einend. Griei-, 
Exogyra columba Lam. 

Eectunculus Oeiniui d’Oiib. 



Die fossilführenden Schichten sind hier vorwiegend auf die untere 
Abteilung des Mittelturons beschränkt. In höheren Schichten habe ich 
Fossilien nur selten gefunden und zwar nur in der Nachbarschaft der 
bunten Sandsteine z. B. im Mühlgrunde 50 in unter der Obergrenze 
des Mittelturons eine Rhynchonellenbank mit Pinna sp. sowie an der 
Unteren Schleuse in derselben Höhenlage Ostrea vesicularis Lam. ln 
der Oberen Kirchleite findet sich in 26 — 31 m über der Basis des 
Mittelturons Exogyra columba Lam. in zahlreichen Exemplaren. Die 
in den Pläner mergeln nordöstlich von Bonnewitz (oberstes 
Mittelturon Spinosus- Zone) aufgefundenen Fossilien sind Seite 78 
aufgezählt. Die von früheren Autoren anscheinend aus dem Mittel- 
turon aufgeführten Fossilien können leider nicht berücksichtigt wer- 
den, da ihre Lagerstätte nicht genau bekannt, ist. Peinliches strati- 
graphisches Sammeln wird auch in Zukunft im Elbtale 
notwendig sein. 



') Spongiles saxonicus Geis, ist in der sächsisch-böhmischen Kreide weit verbreitet. 
Das Fossil ist bei seiner zweifelhaften Natur im allgemeinen nicht beachtet worden. 



Das Oberturon 



117 



Das Oberturon 

Die Zone des Inoceramus Sch/oenbac/ii J. Boeiim 

Die unter der Bezeichnung »Cuvieri- Zone« bisher in der Lite- 
ratur geführte Zone ist aus der sächsisch-böhmischen Kreide nur sehr 
mangelhaft bekannt. Über die ihr zuzuteilenden Schichten herrschte 
bis vor Veröffentlichung meiner Arbeit »Zur Stratigraphie usw.« 1 ) 
im Vorjahre vollständige Unklarheit. HlBSOH 2 ) hat als CWieri-Zone 
die Tonmergel der sogenannten »Priesener Schichten« bezeichnet, die 
aber nur die oberste Abteilung der Zone darstellen. In letzterer Zeit 
hat er die Tonmergel in die Scaphiten Zone, Cuvieri-Zone und in den 
Ernscher aufgeteilt. Unter Anlehnung an SCUPIN 3 ) hatte Verfasser 
im Jahre 1911 4 ) eine ungefähr 60 m mächtige Sandsteinschichtenfolge 
über den Tonmergeln des Kreibitztales noch mit dieser Zone vereinigt 
und infolgedessen auch die angeblich Uber den Tonmergeln von 
Zatzschke liegenden Sandsteine der Herrenleite der Cuvieri- Zone zu- 
geteilt. PlETZSCIf 6 ) stellt in die Cuvieri-Zone nur den Überquader 
(Herrenleitesandstein usw.), dementsprechend auch KöSSMAT G ). Die 
Herrenleitesandsteine sind von anderen Seiten 7 ) aber auch in den 
Ernscher gestellt worden. In meiner vorjährigen Arbeit ist es mir ge- 
lungen, das Mittelturon in Sachsen und Böhmen in Übereinstimmung 
mit weiteren Kreidegebieten nach oben abzugrenzen. Hierdurch hat 
sich für die Cuvieri- Zone in Sachsen und dem angrenzenden böhmi- 
schen Gebiet zu unterst eine ungefähr 200 m mächtige Sandsteinfolge 
und darüber 60 — 90 m mächtig eine Wechsel lagerung von Tonmer- 
geln und Sandsteinen, letzter«' die frühere Cuvieri- Zone von Iltissen, 
ergeben, zusammen demnach ein Schichtenkomplex von rund 300 m 
Mächtigkeit. 

Das bisher als Inoceramus Cuvieri bezeichnete Leitfossil der 
Cuvieri- Zone hat nach J. Boeiim 8 ) den Namen Inoceramus Schloen- 
bachi zu fuhren, während als Inoceramus Cuvieri ein im Cenoman vor 
kommendes Fossil zu bezeichnen ist. 

Infolgedessen ist auch die Benennung »Cuvieri-Zoiue 
in »Zone des Inoceramus Schloenbachi« umzuändern. 



') Ändert, H., Zur Stratigraphie der turonen Kreide des säclis. Elbtales. Leipzig 1927. 
*) Hibscii, J. u. F. Seemann, Erl. z. Blatt Leitmeritz-Triebsch d. gcolog. Karte d. 
Böhm. Mittelgebirges. Wien 1913, S. 29. — Hibscii, J. u. A. Sksgku, Erl. z. gcolog. 
Karte d. Umgebung v. Sandau bei Böhm. Leipa. Prag 1923, S. G— 8 . — Hibscii, J, Erl. 
z. gcolog. Übersichtskarte d. Böhm. Mittelgebirges usw. Tetschen 1 92(1, S. 57 

*) Scopin, H., Die stratigr. Beziehungen d. obersten Kreide.-cbichten in Sachsen, 
Schlesien u. Böhmen. N. Jahrb. 24. Beil.-Bd. Stnttgart 1907, S. 714. 

*) Ändert, H., Die Inoceraincn d. Kreibitz-Zittauer Sandsteingebirges. Ebersbach 
1911, S. 42 (10). 

5 ) Pietzscii, K., Erl. z. Blatt Pirna d. gcolog. Karte von Sachsen, 2. Aull., Leipzig 
1916, S. 68. 

6 ) Kossmat, F., Übersicht der Geologie von Sachsen, 2. Aull., Leipzig 1925, S. 83. 
T ) Petrascheck, W., Über die jüngsten Schichten d. Kreide Sachsens, Dresden 1904, S.8. 
fl ) Boeiim, J., Inoceramus Lamarcki auct. u. Inoceramus Cuvieri auct, Zeitschr. d. 

Deutschen Geolog. Ges., Bd. 64, 1912, Monatsber. 17, S. 399 n. folg. 



118 



Das Oberluron 



Die Sandsteine der Schloenbachi- Zone sind im allgemeinen sehr 
fossilarm und haben Tierreste, die man als Leitfossilien bezeich- 
nen könnte, fast gar nicht geliefert. Mur in den obersten Schichten, 
besonders in der Herrenleite, hat man eine etwas reichere Fauna ge- 
funden. Einzelne Schichten der Tonmergel sind jedoch sehr reich 
an Fossilien. Hier tritt besonders Inoceramus inconstans WOODS einend. 
ÄNDERT auf, und zwar häufig bankweise. Die Art ist mit Inoceramus 
Schloenbachi. die im sächsisch-böhmischen Elbsandsteingebirge bi# jetzt 
nur als große Seltenheit gefunden worden ist, nahe verwandt. 

Schichten der Schloenbachi- Zone sind überall weit 
verbreitet. Zwischen Kamnitzbach, Kreibitzbaeh und der Lausitzer 
Haupt Verwerfung, weiter zwischen letzterer und Polenzbach sowie im 
Basteigebiet und Uttewalder Grunde nehmen die Sandsteine dieser 
Zone größere Flächen ein. Außerdem bilden sie die über den Eben- 
heiten auf ragenden »Stein e 

Die Tonmergel trifft man anstehend nur in Senkungsgebieten 
und zwar in den Bruchgebieten nördlich Pirna und zwischen Tetschen 
und Böhmisch Kamnitz. 

Wenn es auch noch nicht gelungen ist, die Sandsteinschichten 
Schritt für Schritt durch das ganze (iebiet zu verfolgen, so ließ sich 
durch die zahlreichen Profilaufnahmen vorläufig folgende Dreiteilung 
der Zone durchführen. 



1 Ton in er ge 1 und Mergelsst. mit Kalkquarzitbänken in Wechsel- 
lagerung 

ß 2. Sst., weniger zu Felsbildung neigend 

ß 1. Sst., zu senkrechten Felsbildungen neigend 

i Sst. mit wenig Bindemittel, leicht zu losem Sand zerfallend 



60— 90 m 
50 » 

100-110 » 
40- 50 » 



Stufe et 



rund 300 m 



Die Bedeutung dieser Stufe ist bereits bei den Störungslinien ge- 
würdigt worden (S. 7). Das Gestein ist meist grau, seltener gelbgrau 
oder graugell), besitzt wenig Bindemittel, ist im östlichen Elb- 
sandsteingebirge mittelkörnig, von Schandau gegen Pirna hin mehr 
feinkörnig entwickelt. Loser grauer Sand bedeckt die geböschten Ab- 
hänge. Dort wo die Talsohle in Stufe a liegt, watet man auf den Tal- 
wegen bis an die Knöchel im Sande. Treten durch überlagernde Fels- 
bildungen auch hier Felsen zutage, so sind die Felsblöcke nicht kantig, 
sondern gerundet und wollsackähnlich. Beim Anschlägen mit dem Ham 
mor zerbröckeln aber auch diese sofort, wenn nicht durch Vererzung 
oder Verquarzung eine sekundäre Verfestigung eingetreten ist.. 



Stufe ß 

Stufe ß ist morphologisch durch steile, senkrechte Fels- 
w ilnde und F eist ü r m e ausgezeichnet. Diese bilden die wunder- 
barsten und bizarrsten Formen der Sächsisch-Böhmischen Schweiz. In 
den obengenannten Gebieten, in denen die Sandsteine der Zone zu- 
sammenhängend auftreten, wandert man durch ein Gewirr von unend- 
lichem Formenreichtum an Felsgestalten. Außerhalb dieser Gebiete, 



Das Oberturon 



119 



bis an die Linie Pirna— Hoher Selineeberg im W. ragen die Sand- 
steine der Stufe ß als »Steine« über die tonreichen Sandsteinflächen 
des Mittelturons empor. 

Das Gestein ist sehr verschiedenartig. Ich bin mir wohl bewußt, 
daß eine genaue Nachprüfung der Schichtenfolge, die sehr zu wün- 
schen wäre, noch manche Abänderung und Ergänzung bringen wird. 
Es war ein erstes Eindringen in fremdes Neuland, wo kein Führer 
oder Vorarbeiter vorhanden war. über dem ganzen Sandsteingebiet 
lag ein ungewisses Dunkel. Auf gut Glück ging ich ans Werk ohne 
lange Erwägung, ob für die Zonengliederung überhaupt dabei etwas 
hcrauskommen würde. Die Beobachtungen, die sich erst im Laufe 
der Arbeiten mehr und mehr einzelnen Erscheinungen, deren Be- 
deutung hervortrat, zuwenden konnten, sind deshalb bei der Aufnahme 
der einzelnen Profile nicht ganz gleichartig zu bewerten. Für die- 
jenigen, die mir aber auf dem einzig gangbar erscheinenden Wege 
folgen wollen, dürften sie wertvolles Material für die Weiterarbeit 
bieten. 

Nur dort, wo Stufe a gut entwickelt ist, oder wo die 
Sandsteine in Verbindung mit Ton mergeln der Stufe -y 
auftreten. kann die Schichtenfolge der Stufe ß mit Sicher- 
heit in die stratigraphische Höhenlage eingereiht werden. 

Weiter ist über die Stufe ß folgendes festgestellt worden. 

Die Korngröße der Sandsteine ist sehr verschieden und oft un- 
gleichmäßig. In einer feineren Grundmasse liegen mittlere und grö- 
ber.' Quarzkörner in reichlicher oder geringerer Menge. Die Bezeich- 
nung der Korngröße hängt dann zum Teil von der individuellen Aul- 
fassung ab. Es sind aber auch mittelkörnigc, weniger grobkörnige 
und vor allem feinkörnige Sandsteine vorhanden. Letztere sind ins- 
besondere in der Stufe ß 2 entwickelt und zwar vor allem östl ich der 
Linie Hinte Hierin sdorf Rennersdorf. Im südöstlichen 
Teile, im Gebiet von Böhmisch Kamnitz, treten auch in den obe- 
ren und obersten Schichten meist mittelkörnige Sandsteine auf. Grob- 
körnige bis konglomeratische Sandsteine sind als dünne Zwischenlagen 
überall verbreitet. Eine größere Ausbreitung haben sie im Gebiet der 
Dittersbae her Felsen (Marienfels, Wilhclminenwand, Rudolph- 
stein usw.). Die übrigen .Sandsteinmassen bestehen aus mittelkörni- 
gem oder aus einem Übergang von fein- zu mittelkörnigem Gestein. 

Besondere Aufmerksamkeit wurde dem Gehalt der 
Sandsteine an kaolinisiertem Feldspat in Form von mit 
dem bloßen Auge gut erkennbaren Körnern gewidmet, doch 
läßt sich heute noch nicht sagen, in welchem Umfange das Vorkommen 
von Feldspat zur Feststellung bestimmter Schichten herangezogen wer 
den kann. Zwischen Schandau und Pirna treten Feldspäte stark zu- 
rück und sind auch weiterhin in den unteren 30 m der Stufe sowie 
ferner in den feinkörnigen Sandsteinen der Stufe ß., östlich der Linie 
Hinterhermsdorf — Rennersdorf weniger verbreitet. Sie sind ganz be- 
sonders häufig und charakteristisch für die oberen Schichten der Stufe 



1-20 



Das Oberturon 



ß 2 zwischen Rosenberg und Böhmisch-Kamnitz. In den Proben aus 
dem Bohrloch von Niederkreibitz sind Kaolinkörner selten erkennbar. 
Sie sind wahrscheinlich durch den Bohrer zerstampft worden oder bei 
der Auflockerung der Gesteine zerfallen. Eine eingehende mikrosko- 
pische Untersuchung der Proben wurde nicht ausgeführt. 

Die Farbe der Sandsteine ist sehr verschieden, grau, gelb, weiß 
und rot in allen Schattierungen. Wenn auch infolge sekundärer Ver- 
änderungen wenig Wert auf die Gesteinsfarbe zu legen ist, so kann 
die Verfolgung eines größeren Schichtenstoßes einer bestimmten Farbe, 
insbesondere von grau, vielleicht noch manche wichtigen Ergebnisse 
bringen. Auch die als weißlich, weißgelb, lichtgelb und ockergelb Ge- 
zeichneten Schichten haben eine eigenartige Farbtönung, die sich in 
der Beschreibung schwer wiedergeben läßt, jedoch die Aufmerksamkeit 
des Feldgeologen sehr bald auf sich zieht. 

Kalksandstein wurde im Bohrloch von Niederkreibitz 
(s. Teil II; das Bohrloch liegt unweit der zwischen Teil 1 und II ge- 
zogenen Abgrenzung) 30 — 40 m über der Obergrenze der Stufe a fest- 
gestellt; im freien Gelände traf ich nur am Benediktstein auf eine 
Kalksandsteinbank. Die Einschlüsse im Tuff der Weinleite 
westlich von Niederkainnitz lassen ebenfalls auf das Vorhandensein 
einer Kalkbank schließen. Während sich Kalksandsteine im 
Gebiet zwischen Mittelgebirge und Jeschken meist schon 
durch Bruchstücke auf den Wegen verraten, konnte trotz 
schärfster Aufmerksamkeit in diesem Gebiet nichts der- 
artiges gefunden werden. 

Starke Beimengungen von Kohle trifft man in den obersten fein- 
körnigen Schichten der Stufe ß 2 am Jagdschloß Sternberg, in Khaa, 
Daubitz und Niederkreibitz. 

Nach der morphologischen Ausbildung kann man in 
Stufe ß im allgemeinen zwei große Abteilungen unter- 
scheiden, und zwar zu unterst Abteilung 1 in einer .Mäch- 
tigkeit von ungefähr 100m mit einem vorwiegend harten, 
festen und porösen Sandstein, der. wie eingangs erwähnt, 
die lotrechten Felsinassen aufbaut (s. Abb.9); darüber Ab- 
teilung 2, etwa 50 in mächtig, mit einem feinkörnigen 
Sandstein, der weniger zu lotrechten Fels bildungen neigt. 
Zwischen Rosenberg und Böhmisch Kamnitz herrschen jedoch auch in 
Abteilung 2 harte mittelkörnige felsbildende Sandsteine vor. 

Die rund 100 m umfassende Sandsteinmasse der Abteilung 1, sowie 
auch der Sandstein der 2. Abteilung zwischen Rosenberg und Böhmisch 
Kamnitz sind in ihrer ganzen Mächtigkeit sehr durchlässig. Das Wasser 
versickert darin und tritt erst an der Basis der Stufe « zutage. Hier 
findet es die wasserschwerdurchlässigen Schichten des Mittelturons, 
auf denen es nur mit großer Kraftanwendung kleine Abflußrinnen ein- 
gegraben hat. Auf dieser verschiedenartigen Eigenschaft des Gesteins 
beruht das Problem der Ebenheiten und Steine. Die Ebenheiten 
stellen im allgemeinen die Obergrenze des Mittelturons dar. Die dar- 



Das Oberturon 



121 



über liegenden Sandsteine und besonders die zunächst folgende leicht 
zerstörbare Stufe a sind im Denudationsgebiet bis auf wenige sekundär 
gehärtete Sandsteingebilde, die sogenannten »Steine«, abgetragen wor- 
den (vergl. auch S. 115). 




I’hot. W. Hahn, Dresden-N. 6. 

Abb. 9. Der Gansfelsen im Basteigebiet. Zerrissene Felsgipfelgruppe der Stufe ßi 
der Zone des /noceramus Schloenbachi (OberturoD). 

Die Obergrenze der Steine sowie die der zusammen- 
hängenden Uelsgebiete wird durch eine Ebenheitsfläche 
gebildet, die ihre Entstehung den Ton mergeln der Stufe y 
und den ebenfalls gering wasserdurchlässigen Sandstei- 
nen der Abteilung 2 der Stufe ß verdankt. Am Großen Win- 
terbergplateau, in der Umgebung vom Jagdschlösse Sternberg und öst- 
lich einer Linie von Khaa bis Hennersdorf beherrschen letztere Sand- 
steine noch die Oberfläche uni setzen der Zertalung starken Wider- 
stand entgegen. Am Großen Winterberge dürften hierzu auch die Inni- 
gen Verwitterungsprodukte des mächtigen Basaltganges in nicht gerin- 
ger Weise beitragen. 

Im Einbruchgebiet von Pirna ist die Ausbildung der Abtei- 
lung 2 wieder eine andere. Wichtig ist hierfür das Profil im Stein- 
bruch 39 10 östlich Zeichen ( Profil S. 71). Hier bildet eine schwarzgraue 
Tonbank von 5 — Gm Mächtigkeit, die auch am linken Elbufer zwi- 
schen Naundorf und Struppen hervortritt, die Basis der 2. Abteilung. 
Die Tonbank ist weiter gegen S und O noch nicht aufgefunden worden. 
Die zahlreichen Quellen in der Umgebung der Hochfläche von Utte- 
walde deuten aber auch hier auf das Vorhandensein dieser Bank. Ob 
sie gegen Dresden hin gleich den Plänerschichten an Mächtigkeit zu- 
nimmt, läßt sich nicht feststellen. Anscheinend sind alle über dem 



122 



Das Oberturon 



Mittelturon liegenden Schichten daselbst abgetragen. Über der dunklen 
Tonbank von Zeichen kann man im Steinbruch noch zwei tonige Sand- 
steinbänke verfolgen und darüber die Sandsteine der Herrenleite, 
eine massige, wenig geklüftete Sandsteinfolge, die ebenfalls der 2. Ab- 
teilung zuzurechnen ist und bei ihrer geringen regelmäßigen Klüftung 
große Ähnlichkeit mit den feinkörnigen Sandsteinen der Stufe ß 2 öst- 
lich von Kennersdorf hat. 




Phot M. Hots. ni.ii-Kii, Ellersbach. 

Abb. 10. Oc hei wän de bei Kohlmühle. Wabenvenvitterung an Sandsteinfelsen der 
Stufe |j 1 der Zone des Inoceramus Schloenbaclii (Oberturon). 

Schließlich sei kurz auf die besonders in Abteilung 1 auftretende 
Zernarbung und Waben Verwitterung hingewiesen (s. Abb. 10). 
Bei Aufnahme der Profile ist auf die Art der Verwitterung ebenfalls 
Rücksicht genommen worden. Die verschiedenen Arten der Waben- und 
Lochverwitterung wurden daselbst mit »z er narbt« bezeichnet. Die 
Sandsteinfelsen sind nämlich an der Oberfläche teilweise mehr oder 
weniger zernarbt, wabenförmig ausgehöhlt, mit kleineren tieferen Höh- 
lungen versehen, oder auch mit kleinen, hervorstehenden Säulchen und 
Rippchen besetzt, die sicli zu einem wundervollen, zierlichen Filigran- 
werk vereinigen. Es würde im Rahmen dieser Arbeit zu weit führen, 



Das Oberturon 123 

das Problem eingehend zu erörtern. Im allgemeinen sei auf die 
wichtigere vorhandene Literatur hingewiesen 1 ). 

Sturl. rer. nat. WALTER IlÄNTZSCHEL hat in der Zeitschrift »Die 
Natur« 2 ) eine gute Übersicht über die verschiedenen Anschauungen 
gegeben. Nach den gesammelten Erfahrungen kann ich mich den Aus- 
führungen von Beyer im allgemeinen anschließen. Nach ihm ist die 
Entwicklung der charakteristischen Kleinformen im Quadersandstein 
der Sächsischen Schweiz, wie der Waben, Steingitter, Löcher und 
Höhlchen, in erster Linie auf chemische Verwitterung zurück- 
zuführen. l)i>' mechanischen Kräfte wirken nur sekundär und unter- 
stützend. Die chemische Verwitterung wird durch die.- zerstörende, auf- 
lockernde Tätigkeit des ausgeschiedenen Alauns und die verfestigende 
Arbeit des ausgeschiedenen Gipses bewerkstelligt, der die feinsten 
Sandsteinrippchen an der Oberfläche, an der äußeren wie auch an der 
nach innen gerichteten, mit einer harten, zuckergußartigen Glasur 
überzieht und deren Verwitterung verhindert. Wenn die Entstehung 
dieser Formen auf chemische Vorgänge zurückzuführen ist, so müssen 
diese chemischen Stoffe auch im Gestein enthalten sein 8 ). Infolge- 
dessen möge man weiter das Vorkommen dieser Erscheinungen ver- 
folgen und versuchen, ob auch sie für die Horizontierung in gewisser 
Weise zu verwenden sind. In der bindemittelarmen Zone a ist die 
Herausbildung solcher Kleinformen an den gerundeten Felsbänken 
äußerst selten und nur dort zu finden, wo durch sekundäre Durch- 
tränkung das Gestein verfestigt worden ist. Im Mittelturon tritt diese 
Ausbildung öfter auf, jedoch nicht so häufig wie in der Stufe ß. 

Versteinerungen sind mit Rücksicht auf die Mächtigkeit des 
Schichtenkomplexes selten und dort, wo sie vorhanden sind, auf 
wenig Arten, die aber oft in größerer ln lividucnzahl auftreten, be- 
schränkt. Etwas häufiger sind sie nur in Stufe ß 2 . 

') IIkttsbr, A., Gebirgsbnu und Obcrflächengcstaltung der sächsischen Schweiz, 
Stuttgart 1887. — Beck, R., Über die korrodierende Wirkung des Windes im Quadcr- 
sandsteingebiet der sächsischen Schweiz. Zcitschr. d. Deutschen Geolog. Ges. Bd. 46, 1894. 
- Obst, E., Die Obcrflächcngestaltung Jer schlesisch-böhmischen Kreideablagerungen. 
Mitteil. d. Geograph. Ges. Hamburg. Bd. 24, 1909. — Rathsbdbo, A., Zur Morphologie 
des Heuschcuergcbirges. 18. Ber. d. naturw. Ges. z. Chemnitz 1912. — }IXnnni.n, D., 
Die gitter-, netz- und wabenförmigo Verwitterung der Sandsteine. Geolog. Rundsch. Bd. 6, 
1915. — Bi.asck, E., Die ariden Dcnudations- und Verwitterungsformen der sächsisch- 
böhmischen Schweiz als Folge organischer Verwitterungsfaktoren im humiden Klima- 
gebiet. Tharandter forstl. Jahrb., Bd. 73, 1922. 

,2 ) Hästzschei., W., Die Wabenverwitterung des Quadersandsteins der Sächsischen 
Schweiz. Natur, XVII Jahrg., Heft 27, Leipzig 1926, S. 461— 467. 

a ) Förster, H., a. a. 0. (S. 85) bringt das Vorkommen von Schwefelkies, aus dem 
die freie Schwefelsäure stammen soll, die die Alaun- und Gipsausbliihungen hervorruft, 
mit den vulkanischen Ereignissen und mit der Tektonik des Gebietes in Zusammenhang 
und erklärt es als postvulkanisch. Ferner nimmt er an, daß der Schwefelkies gleich- 
mäßig auf alle Horizonte verteilt sei. Demgegenüber habe ich gefunden, daß die chemische 
Verwitterung in manchen Sandsteinen stark, in anderen fast gar nicht zum Ausdruck 
kommt, so daß oie Schwefelsäure nicht erst durch vulkanische Tätigkeit hineingelangt 
sein kann. Überdies treten Ansblühungen in starkem Maße (z. B. am Raucnstein) auch 
dort auf, wo in weiterer Entfernung keine Basalte Vorkommen. 



12 4 



Das Obertoroo 



Es sind folgende Arten aufgefunden worden: 



Spongites saxoniius Geis. 

Bryozoe sp. 

Catopygus albensis Geis. 

Cardiaster Ananchylis Lkske 
Terebratula sp. 

Avicula pectinoides Regss 
Pinna cretacea Schlotii. 

Gervillia ovalix Pritsch 
Inoceramus inconstans Woods einend. 
Asdert 

Inoceramus inconstans var. planus Egbert 
Inoceramus ScMoenbachi J. (in ei im 
Inoceramus crassus Pur rasch eck 
Inoceramus Weisei Ändert 
Inoceramus Koeg/eri Ändert 
Lima canalifera Golde. 

Lima semisulcata Nilss. 

Lima granulata Nilss. 

Lima laevigata n. sp. 

Peilen virgatus Nilss. 

Peilen laevis Nilss. 

Peilen sp. 

Neitbea grypheatu Schlotii. 

Anomia lamellosa A. Roem. 

Anomia subtruncata d’Oiiii. 

Ostrea sudetica Sccp. 



Ostrea setn’plana Sow. 

Ostrea vesicularis I.am. 

Ostrea canaliculata Sow. 

Ostrea sp. 

Exogyra cornu arietis Nilss. emend. Grikp. 
Seplifer linealus Sow.? 

Dreissenssia tegulata Müll. sp. 

Leda semilunaris v. Buch 
Cucullaea subglabra d’Orb. 

Pectunculus Geinitzi d’Orb. 

Isocardia Zitteli Hi.zpel. 

Venilicardia van Reyi Bosqo. sp. 

Tapes subfaba d’Orb. 

Tellina coslulata Golde. 

Goniomya designata var. Sturmi n. sp. 
Panopaea regulatis d’Orb. 

Pholadomya nodulifera Mnstr. 

Liopistha aetjuioalvis Golde, sp. 

Pholas sclerotites Geis. 

Turritella sp. 

Nautilus rugatus Fr. u. Schl. 

Placenticeras Orbignyanum Geis. sp. 
Ilamites sp. 

Callianassa antigua Otto 
verkohlte llolzteile. 



Die hier aufgezählten Versteinerungen gehören fast nur der oberen 
Hälfte der Stufe an. In den untersten 70 m der ungefähr 150 m 
messenden Stufe ß sind nur aufgefunden worden: 

Am Hinteren Raabschloß, Profil S. 92, Ostrea sp. 

Am Osthango des Schwarzberges, S. 44, Pecten laevis Nilss. 

Im Scholzengrande, Profil S. 101, Ostrea sudetica Scur. 

Am Muhlberge südlich von Altdaubitz, Profil S. 102, Ostrea sudetica Scur. 

SO von Schemel, Profil S. 103, Pecten virgatus Nilss. 

Ecogyra cornu arietis Nilss. emend. Grikp. 

Im Steinbrach im westlichen Teile von Nicderkreibitz, Profil S. 104, Pinna cretacea 
Schlotii. 

Stufe y 

Stufe y tritt nur im südlichen und nördlichen Bruch - 
gebiet auf. Sie besteht aus schwärzlichgrauen feinkörnigen Ton- 
mergeln, die mit HCl stark brausen, zwischen denen Sandstein- 
bänke eingeschaltet sind. Der Sandstein ist meist mittelkörnig und 
sehr reich an Kaolinkörnern. Stufe y ist nur gering aufgeschlossen, 
ihr Aufbau ist im Kreibitztale gut zu verfolgen; es sei hierauf ver- 
wiesen (Teil II). 

Die Schichten bilden einen ausgezeichneten Fossil- 
horizont. Es wurden an Fossilien gesammelt (siehe S. 125 u. 126): 

\ o n besonderer Bedeutung für die jüngsten Schichten 
des sächsischen Elbtales ist das Verhältnis der Pläner- 
mergel, Tonmergel und Tone der Umgebung von Pirna 
untereinander. In meiner Arbeit »Zur Stratigraphie usw.« habe 
ich festgestellt, daß die Plänermergel von Krietzschwitz dem oberem 



Das Oberluron 



125 





Zatzsch- 

ke 


Birk- 

witz 


Hinter- 

jessen 


Weißbach 
255 m 270 m 


Alt- 

ohli- 

scher 

Teich 


Nieder- 

kam- 

nitz 


Crislellaria rotulata Lam 


+ 




4- 


4- 


4- 




4- 


Cyclobacia Fromenttli Böi.schr 


+ 














Parasmilia centralis Mast. . . . 


4- 






4- 








Cidaris subvesiculosa d'Orb. . . 




4- 












Cidaris Reussi Gein 




4- 












Micraster cor lestudinarium Uoi.dk, 
















SP , 




4- 












llolaster planus Mast 


4- 














Jlemiaster sublacunosus Geis. . . 


4- 














Hemiaster Regulusanus d’Orb. . . 


4- 














Seeigel sp 






4- 










Magus Ocinitzi Sciiloesh. . . . 


4- 














Avicula pectinoides Reuss . . . 


+ 














Avicula Neptuni Goi.dk 


4- 














Gervillia solenoides Dkkr. . . . 


+ 














Inoceramus inconslans Woods 
















emend. Ändert 


4- 


4- 


4- 


4- 








Lima cretacea var. bohemica n. sp. 


4- 














Lima granulata Nilss 


4- 














Lima semisuleata Nii.ss 












4- 




Peclcn Nilssoni Goldk 


4- 


4- 












Pccten pexatus Woods 


4- 














Pccten membranaceus Nilss . . . 








4- 


4- 






Reden sp 










4- 






Plicatula Ilarroisi Pkkox. . . . 


4- 














Anomia subtruncata d’Orb. . . 


4- 






4- 








Anomia semiglobosa Goldk. sp. 


4 














Ostrea semiplana So»' 


+ 














Östren vesicularis Lam 








4- 








Ostrea canaliculata So» 




4- 












Modiola sp 








4- 








Macula striatula A. Roem. . . 


4- 


4- 




4- 








I.eda carinala n. sp 
















Leda semilunaris v. Buch . . . 


-U 


4 




4- 


4- 




4- 


I.eda siliqua Goldk 








4- 








Area undulala Reuss 


+ 








4- 






Peclunculus GeiniUi d’Orb. . . . 












4- 




Pedunculus insculptus Reuss . . 


4- 










4- 




Cardita GeiniUi d'Orb 


4- 


4- 












Astarte similis Mnstr 


4- 






4- 








Lucina laminosa Reuss sp . . . . 








4- 


4- 






Tapes nuciformis Moll. sp. . . . 




+ 












Tellina concentrica Reuss . . . 








4- 




4- 




Tellina subdecussata A. Roem. . . 








4- 








Tellina semicostata A. Roem. . . 












4- 




Maclra porreda Gein 












4- 




Gastrochaena ampbisbaena Goldf. 


+ 














Dentalium medium Sow 


4- 






4- 








Patella inconslans Gein 


4- 














Pleurotomaria baculilarum Gein. . 


4- 






4- 


4- 




4- 


Trochus amatus d'Orb 




4- 




4- 








Trochus Kngelhardli Urin. . . . 


4- 






4- 


V 






Natica Roemeri Gein 








4- 











126 



Das Oberturon 





Zatzsch- 

ke 


Birk- 

witz 


Hinter- 

jessen 


Weißbach 
255 m 270 m 


Alt- 

ohli- 

scher 

Teich 


Nieder- 

kam- 

nitz 


Nation vulgaris Reuss 


4- 












Rissoa Reussi Geis 


4- 












Tumtella multislriata Reuss . . . 








4- 






Cerithium LuschiUianum Geis . . 


4- 












Aporrhais coarctata Geis. . . . 


4- 












Aporrhais Parkinson i Mast. var. . 








4- 






Aporrhais substenoptera G. Müll. . 


4- 






4- 






Aporrhais sp 






4- 


4- 






Mitra Roemeri d’Orb 








4- 






Cancellaria Thiemeana Geis. . . 


-t- 












Acteon elonoatus Sow 








4- 






Cinulia llumboldti Müll. sp. . 


4- 












Nautilus sublaevigalus d’Orb. . . 


-+- 


4- 










Ilamites bohemicus Fritsch . . . 


+ 












Baculites bohemicus Fr. n. Schl. . 


4- 












Placentireras Orbignyanum Geis. sp. 


4- 






4- 






Scaphites GeiniUi p’Orb 


-1- 


4- 




4- 1 4- 






Scapbites GeiniUi d’Orb. var. intcr- 














mal ia Soup 








4- 






Scaphites Fritschi Gross. . . . 


4- 












Peroniceras tricarinatum u’Orb. 








-1- 






Aptychus 


4- 


4- 










Enoploclgtia Leachi Mast. . . . 




4- 










Corax heterodon Reuss .... 




4- 










Oxijrbina Mantelli Ao 




4- 










Oxgrhina angusliilens Ao. . . . 


4- 












Ugpsodon l.ewesiensis Ao. 




4- 










Cyclolepis Agassiti Geis 


4- 












ClaJocyclus Streldensis Geis. . . 


+ 












Osmeroides l.ewesiensis Ao. . . . 


-t- 












Fischscliuppen div 








4- 






Schachtelhalmglieder 








4- 1 







Mittelturon, die Tonmergel von Hinterjessen und Birkwitz, die man 
bisher mit Krietzschwitz parallelisiert oder doch wenigstens in deren 
nächste Nähe gestellt hatte, dem oberen Oberturon, unserer Stufe y, 
also dem Horizont von Zatzschke, angehören. Ha die Lagerungsver- 
hältnisse hier stark gestört und die Schichten zum Teil nicht in der 
erwünschten Weise aufgeschlossen sind, wurden, um keine Fehlschlüsse 
zu ziehen, die besonders wichtigen Gesteine einer mikroskopischen 
Überprüfung unterzogen. Herr RICHARD HlLLER in Ebersbach, der 
sich bei der Untersuchung von Foraminiferen schon längere Zeit mit 
derartigen Gesteinen befaßt hat, war so liebenswürdig, die Unter- 
suchung vorzunehmen, wofür ihm hiermit gedankt sei. Er kam zu 
folgendem Ergebnis (siehe S. 128/29). 

So ist auch durch die mikroskopische Untersuchung 
der Unterschied zwischen den Pläner mergeln von 
Krietzschwitz-Bonnewitz einerseits und den Tonmergeln 
von Hinter j essen, Birkwitz und Zatzschke andererseits 
festgestellt worden. 





Das Oberturon 



127 



Eine weitere kritische Frage ist das Verhältnis der Tonmergel 
von Zatzschke zu den Tonen von Zeichen. In meiner genannten 
Arbeit habe ich hierzu noch nicht scharf Stellung genommen. Die 
Tonbank von Zeichen wurde bisher mit den Tonmergeln von Zatzschke 
parallelisiert. Die Sandsteine der Herrenleite, die bei Zeichen unmit- 
telbar über der Tonbank anstehen, wurden sinngemäß über den Hori- 
zont von Zatzschke gestellt 1 )- Die Gegenüberstellung des mikrosko- 
pischen Befundes der Tone von Zeichen und der Tonmergel von 
Zatzschke ergibt jedoch auffallende Unterschiede (s. Tabelle S. 128/29). 

Die makroskopische Fauna der Tone von Zeichen ist sehr arm. 
Es wurden bis jetzt nur gefunden: 

Beeten virgatus Nilss. 1 Stück 

Leda semilunari» v. Buch mehrere Stücke 

Hingegen beherbergen die Tonmergel von Zatzschke eine sehr 
reiche Fauna (Verzeichnis s. S. 125/26). 

Der Unterschied ist so bedeutend, daß man von einem 
gleichartigen Sediment nicht sprechen kann. Mikroskopisch 
und makroskopisch gleichen die Tonmergel von Zatzschke und Böh- 
misch Kamnitz (Weißbachbett usw., IS. 125/26) nach Gesteinscharakter 
und Fossilinhalt einander vollständig. Auch hier wurde die mikro- 
skopische Untersuchung durch Herrn IIlLLEU ausgeführt. 

Die Tonmergel der Stufe y setzen durch ihr feines Korn und ihren 
überaus reichen Kalkgehalt eine ganz eigenartige Sedimentation 
voraus. Der große Kalkgehalt des Sedimentes dürfte nicht nur auf 
den aufgelösten Kalk der Schalen und Skelette von Tieren zurück- 
zuführen, sondern zu einem nicht geringen Teile durch Ausfüllung 
von Kalk im Meerwasser entstanden sein. Ferner sind diese Tonmergel 
über ein weites Gebiet von West- bis Ostböhmen sowie auch bei 
Löwenberg in Schlesien (Großrackwitz) in vollständiger Gleich- 
artigkeit verbreitet. 

Foraminiferen sind in den Meeren der Gegenwart im Schlamm 
des Flachwassers wie in den tiefsten Tiefen bei entsprechenden Lebens- 
bedingungen vorhanden. 

Es ist schwer denkbar, daß die ganz anders geartete 
T 0 n b a n k von Zeichen zwischen dem nur 5 km entfernten 
Tonmergelgebiet von Zatzschke im N und der Linie Tet- 
schen-Böhmisch-Kamnitz im S, wo die echten Tonmergel 
wieder in unverfälschter Weise auftreten, mit den Ton- 
mergeln äquivalent sein könne. Im östlichen Teile der Stein- 
brüche von Zeichen steht die Tonbank an der Sohle der Steinbrüche an 
und erreicht gegen W allmählich deren Obergrenze, um dann im rück- 
wärtigen Gelände zu verschwinden. Weder über noch unter der Ton- 
bank sind in den Steinbrüchen echte Tonmergel zu beobachten. Bei 
einem mäßigen Einfallen der Schichten nach N könnte wohl die Zei- 
chener Tonbank auf die Tonmergel von Zatzschke auftreffen, trotzdem 

') Pibtzsch, K., Erl. z. Blatt Pirna d. geolog. Karte v. Sachsen, 2. Aufl., Leipzig 
1 926, S. 68 n. folg. — Kossmat, F., Übersicht der Geologie von Sachsen, 2. Aufl., Leip- 
zig 1925, S. 83. 



128 



Das Oberturon 



Fundstelle 
der Proben 


Zatzschke 


Hinterjessen 

(Dietzmühle) 


Birkwitz 


Bezeichnung 
des Gesteins 


Tonmergel 


Tonmergel 


Tonmergel 


Kalkgehalt 


mit HCl brausend, 
kalkreich 


mit HCl brausend, 
kalkreich 


mit HCl brausend, 
kalkreich 


Schlämm- 

barkeit 


leicht schlämmbar, Zer- 
fall normal 


leicht schlämmbar, Zer- 
fall normal 


leicht schlämmbar, Zer- 
fall normal 


Schlämm- 

rückstand 


gering 


ganz gering, stark ocker- 
farbig, enthält auch grö- 
ßere blättchenartige 
ockerfarbige Stücke, 
stark lehmig- toniger 
Geruch 


gering, sehr fein, ver- 
mischt mit großen Scha- 
lenbruchstücken 


Beim 

Schlämmen 
mit Soda- 
lauge 


Bläschcuenlwicklung 
nur gering 


Bläschenentwicklung 
nur gering 


Bläsclienentwicklung 
nur gering 


Foramini- 

feren 


in reicher Menge, vor- 
wiegend die Gattungen: 
Globigerina, Gaudrgina, 
Bigenerina, Xodosaria, 
Cristellaria, Sgirolocu- 
lina 


in ganz besonders rei- 
cher Menge, unter denen 
die Globigerinen vorwie- 
gen (Globigerinen- 
schlamm). Ferner sind 
vorhanden folgende Gat- 
tungen: 

Textularia , Frondieitla- 
ria, Xodosaria, Denta- 
lina, Gaudryina, Flabel- 
lina, Cristellaria 


vorhanden, u. a. die Gat- 
tungen: 

Globigerina , Textularia, 
Xodosaria, Flabellina 


Ostracodeu- 

schalen 


vorhanden 


reichlich 


vorhanden 


Spongien- 
n adeln 


sehr häufig 


sehr häufig und formen- 
reich 


sehr häufig 



Prallstelle am Weißbach bei Philippsdorf: 

Tonmergel ähnlich wie bei Zatzschke und Hinterjessen, jedoch mit reichlichen Kohle- 
beimengungen. Foraminiferenformen im allgemeinen kleiner als bei 
Zatzschke and Hinterjessen. 

kann nach vorstehenden Ergebnissen eine Äquivalenz beider Schichten 
nicht ausgesprochen werden. Es bleibt nichts anderes übrig, als 
die Sandsteine der Herrenleitc, die in den Steinbrtichen 
östlich Zeichen über der dortigenTonbank anstehen, unter 
die Tonmergel von Zatzschke zu stellen. Wenn die aus dem 
übrigen Arbeitsgebiete gewonnenen Ergebnisse hier Anwendung finden 
sollen, ist nur diese Lösung möglich. 



Der Emseber 



129 



Zeichen 


NO v. Bonnewitz ') 


Strehlen 


Ton 


Plänermergel 


Pläncrkalk 


mit HCl nicht brausend, 
kalkarm 


mit HCl brausend, 
kalkreich 


mit HCl brausend, 
kalkreich 


sehr leicht schlämmbar, 
Zerfall viel rascher als bei den 
Tonmergeln 


fast nicht scblämmbar, 
nur durch mechanische Zer- 
trümmerung möglich, springt 
in muscheligen Stücken ab 


beim Schlämmen schwer 
auflösbar 


ganz gering, überwiegend 
kleine Quarzkörnchen sowie 
Brauneisenstein (?) und inten- 
siv schwarze Körner, ferner 
Schwefelkies und verschie- 
dene kalk- und porzellanartige 
Bruchstücke, die anscheinend 
größeren beschälten Tieren 
angehören 


Quarzkörner in Verbindung 
mit Kalk, Material bedeu- 
tend gröber als das von 
Zatzschke, Hinterjessen, 
Birkwitz und Zeichen 


sehr reichlich, Quarzkörner 
in Verbindung mit Kalk, 
Korngröße ähnlich wie 
bei Bonne witz 


starke Bläschenentwioklung 


keine Bläschenentwicklung 


keine Bläschenentwicklung 


Die fiir die Tonmergel 
charakteristischen Fo- 
raminiferen fehlen hier 
vollständig. Es konnten 
nur festgestellt werden Einzel- 
exemplare der Gatlungen: 
R/ieuphax, l/iiplopliragmiiiin, 
RhUnmmina. 

Gkinitz, Elbtalgebirge ü, S.77, 
führt außerdem von hieran: 
Bulimina, Rolivina, Cornut- 
ji'tra, l/aplosliche, Verneui- 
lina, Ataxophragmium 


in den vorläufig untersuchten 
geringen Proben Foramini- 
feren spärlich vorhanden : 
es konnten darin nur festge- 
stellt werden wenige Exem- 
plare der Gattung: 
Crittellaria 


zahlreich vorhanden, 
nach Gbinitz u. a. die Gat- 
tungen: 

Xoilosaria, Glokigerinn, 
Gaudrgina, Frondicularia, 
FlabeUina, Criste/Ioria, 
Iiulimina, Bulivina, 7er- 
tilaria, l’lanorbidinn, Ru- 
talia, Haplophragmium, 
Ataxophragmium, fritaxia 


fehlen 


vereinzelt 


vorhanden 


fehlen 


vereinzelt 


vorhanden 



Der Emscher 

Emscher ist nur an der Lausitzer Hauptverwerfung bei II oh n - 
stein sowie in den obersten Schichten der Ottenbergscholle vor- 
handen. Zu der Darstellung Seite GS— 69 ist nichts weiter zu be- 
merken. Für das Vorkommen in der Ottenbergscholle ist nur 
der Quarzit des Rollberges von besonderem Interesse (S. 51). 

‘) Anstelle der Plänermergel von Krietzschwitz, von denen kein Material zu erlangen 
war, sind die neu erschlossenen Plänermergel von Bonnewitz zur Untersuchung verwandt 
worden. 



Neue Folge. Heft 112 



9 



Oberturon: Zone des Inocerumus Schloenbachi J. Boehm 



Tabellarische Übersicht der stratigraphischen Verhältnisse 





- . Hoh t r Schandau 

Schneeberg 


Böhm.-Kamnitz 
und Rosenberg 


Pirna 


Dresden 


s 

Emscher £ 

qo 

”b 






Sandstein 
meist weich 
und 

mergelig 


Emscher bei 
Hohnstein entlangder 
Lausitzer Hauptver- 
werfung in einer 
schmalen Zone 
Sandstein 




S 

g Stufe i g 

o 1 4 in 1 

« s 






Tonmergel 
in Wechsellagcrung 
mit 

Sandsteinbänken 


Tonmergel von 
Zatzschke, Hinter- 
jessen, Birkwitz 
(? in Wechsellagerung 
mit Sandsteinbänken) 
? 50 n> 




1 

I 

3 

1 

Stufe ß | 
| 1 4 s § 

l **"4 

8 

T3 

© 

fl 

O 

N 

fl 




Sandstein 
meist feinkörnig, 
wenig zu Fels- 
bildungen 
neigend 

ß * 


Sandstein meist fk., 
wenigzu Felsbildung, 
neigend, zw. Böhm.- 
Kamnitz u. Rosen berg 
vonviegd mk-, Felsen 

ß* 


Herrenleite- 
sandstein 
an der Basis mit 
Tonlagen (Zeichen 
und Naundorf) 
ß 8 






Sandstein 

Korn sehr unregelmäßig, senkrechte Felsmauern 

ß» 


Sandstein 

Korn sehr unregel- 
mäßig, senkrechte 
Felsmauern 


o 

fl 

t, 

Stufe a a 

° 1 4 s S 


Sandstein, meist mittelkörnig, leicht zerfallend. 
Böschungen 


Sandstein mittel- bis 
feinkörnig, leicht zer- 
fallend, Böschungen 



Tabellarische Übersicht der stratigraphischen Verhältnisse 



Cenoman I Unterturon j Mittelturon 



Zone d. Spon- 
dylus spinosus g 
Sovi.o. Hetero- , 0 
ceras Reussia- ” 
anum Schl. t3 


Glankonitiscb.Mergel 
und Pläner (t3p) und 
Grünsandstein (t 3 y) 


weicher Sandstein 
mit dünnen Tonlagen 
t 2 s 


Glankonitisch Mergel 
u. Pläner von Krietz- 
schwitz u. Bonnewitz 
t 3 u 


Plänerkalk 
von Strehlen t 3 k, 
Plänermergel von 
.Räcknitz usw. t 3 m 


P - 

o 

U 

P 

Zone des 

.“ Inoceramus 

Lamarcki s 

o 

Park. «> 

t 2 


Glaukonitischer 

Sandstein 

t2g 


Glaukonitisch. Sand- 
stein m. dünnen Ton- 
lagen u. Kalkbänken 
mit Rhynchonetla 
plicatilis t 2 g 


Pläner 
t 2 m 


Mergel von Cotla, 
Zehista 1 2 t 


c Zone des 
~ Inoceramus g 

V labiatus 0 

•2 SoHLOTB. 

Ö t 1 


Sandstein, senkrechte Felswände 
t 1 s 


Sandstein 
t 1 8 


Pläner 

t 1 p 


Sandstein 
tc 1 s) 

Pliiner- s 

Sandstein § 

I (° 2 

§ Pläner (c 2 p) 

o< 

O 


Toniger 
Sandstein 
C 1 8 


Toniger 
Sandstein 
c 1 s 






Plänersandstein c 2 s 
Ton, Pläner c2 p 
Sandstein c 1 s 


•§ Konglomerate 

u. dünnplattige, £ 
■/,. T. dunkelge- 
färbte Sandst. 
m.l’flanzenresten g 
c I c 


Konglomerate bei 
Niedergrund 


• 






Konglomerate 



Tabellarische Übersicht der stratigraphischen Verhältnisse 



1 32 Die bisherigen Ansichten über die Stratigraphie der Sächsisch-Böhmischen Schweiz 



Die bisherigen Ansichten über die Stratigraphie 
der Sächsisch-Böhmischen Schweiz 



Gegenüber der bisherigen Auffassung über den Aufbau der säch- 
sischen Kreide, wie er durch PlETZSCH 1 ) und KOSSMAT 2 ) dargestellt 
worden ist (Abb. 11), ergibt sich aus vorstehenden Untersuchungen 
folgendes Bild (Abb. 12): 

In meiner Arbeit »Zur Stratigraphie usw.« S. 38 ist die Stellung der 
Tonmergel tim als unsicher bezeichnet worden. Durch die liier vor- 
liegenden Ergebnisse dürfte an der Schichtenfolge, wie in der neuen 
Skizze Abb. 12 wiedergegeben, kein Zweifel mehr sein. Meine Arbeiten 
in Böhmen haben dies nur bestätigt. Wurde früher angenommen, daß 
der Sandstein der Sächsisch-Böhmischen Schweiz in der Gegend von 
l’irna an Mächtigkeit abnehme und durch Facieswechsel samt und son- 
ders in Pläner überginge 3 ), so glaube ich 1 ), den Nachweis erbracht zu 
haben, daß dies nicht der Fall ist, daß vielmehr die Mächtigkeit 
der Schichten in der Kreide des sächsischen Elbtales liber- 
al I ungefähr gleich bleibt und daß die oberen bis 20üm mächtigen 
Sandsteine der Sächsisch-Böhmischen Schweiz zwischen Pirna und 
Meißen vollständig fehlen und abgetragen sind. 

Die Behandlung der Kreide durch die böhmischen Geologen soll 
im 11. Teil näher erörtert werden. Hier sei nur die Anschauung über die 
Sandsteine der Sächsisch-Böhmischen Schweiz kurz skizziert. 

Fltlc 5 ) stellte für die böhmische Kreide folgende Schichtenfolge auf: 



Fkiö 

Chlomeker Schichten 
Priesener Schichten 
Teplitzer Schichten 
Iserschichten 
Malnitzer Schichten 
WeilJenberger Schichten 
Korycaner Schichten 

Perucer Schichten 



Die Schichten worden im 
allgemeinen zugercchnct dem 

Emscher 

Oberturou 

| Mittelturon 

Unterturon 
| Cenoman 



Die Sandsteine der Sächsischen Schweiz, soweit sie über den 
Schichten mit Inoceramus labialus (Weißenberger Schichten) liegen, 
teilte Friö den Malnitzer und Iserschichten zu 6 ). Die Iserschichten 
teilte er in folgende Unterstufen 7 ): 



’) Pietzsch, K., Erl. z. Blatt Pirna d. geolog. Karte v. Sachsen, 2. Aull., Leipzig 
1916, S. 101. 

■) Kossmat, F., Übersicht der Geologie von Sachsen, 2. Aull., Leipzig 1925, S. 83. 
3 ) Petkascheck, W., Studien über Faciesbildungen im Gebiete der sächsischen 
Kreideformation. Abh. d. naturw. Ges. Isis, Dresden 1899. 

*) Andebt, H., Zur Stratigraphie der turonen Kreide des sächsischen Elbtales. 
Abh. d. säehs. Geol. Landesamts, H. 4, Leipzig 1927. 

5 ) Fbiö, A., Studien im Gebiete der böhmischen Kreideformation, III: Die Iserschichten. 
Archiv der naturw. Landesdurchforschung von Böhmen, Bd. 5 Nr. 2, Prag 1883, S. 5. 
®) Iserschichten, S. 64. 

7 ) Iserschichten, S. 5. 



Die bisherigen Ansichten über die Stratigraphie der Sächsisch-Böhmischen Schweiz ] 33 



Bryozoenschichten 

Trigoniaschichten 

Zweiter Kokofiner Quader 

Zwischenpläner 

Erster Kokoriner Quader 

Bysitzer Übergangsschichten. 



WNW. 



Pirna 



OSO. 




Bisherige Auffassung, Abb. 11. 



q 0 Oberquader 
t4 Tonmergel von Zatzschke 
tss Oberquader (Brongniartiquader) 
t 2 a Mergel von Pirna 
t 2 y Oberer Grünsandstein 
1 2 p Brongniartipläner 
tarn Brongniartimergel 
tag Unterer Grünsandstein 
t at Mergel von Cotta, Zehista 
tip Pläner 
tis Quadersandstein 
C2S, C2p, cts, cic 



Stufe des Inoceramus Cuvieri 
Stufe der Scaphiten 

| Stufe des Inoceramus llrongniarti 
| ( Iximarcki ) 

| Stufe des Inoceramus labiatus 
Cenoman 



WNW 



Pirna 



tarn, 

tarn 

tfp 










OSO 



tSm 



ÜP— 

tg g . 

tl3 



<|0 

t4m 

tis 

t3;i 

tsy 

t3p 

t3k 

t3m 

t 2 m 

t2g 

t2t 

tip 

tis 

C2S, 



Neue Auffassung, Abb. 12. 



Quadersandstein 
Tonmergel von Zatzschke 
Quadersandstein 

Mergel von Krietzschwitz und Bonnewitz 

Oberer Grünsandstein 

Spinosuspläner 

Plänerkalk von Strehlen 

Plänermergel von Räcknitz 

Plänermergel 

Unterer Grünsandstein 

Mergel von Cotta, Zehista 

Pläner 

Quadersandstein 
c 2 p, cts, cic 



Emscher 

Stufe des Inoceramus Schloen- 
bachi ( Cuvieri ) 

Stufe des Spondglus spinosus 
und des 

Heterocerns Reussianum 
(Scaphitenzone) 

Stufe des 

Inoceramus Lamarcki 
( Brongniarti ") 

Stufe des 

Inoceramus labiatus 
Cenoman 



134 Die bisherigen Ansichten über die Stratigraphie der Sächsisch-Böhmischen Schweiz 



In der Monographie über die Iserschichten läßt sich Fric über 
unser Gebiet in folgender Weise aus: 

»(S. 11.) Der Zwischenpläner scheint gegen Dauba und Auscha hin 
sowie in der Sächsischen Schweiz so sandig zu werden, daß man ihn 
nicht mehr von den Quadern unterscheiden kann, worauf die beiden 
Kokoriner Quader als eine kompakte zusammenhängende Quaderbil- 
dung erscheinen. 

(S. 14.) In der Sächsischen Schweiz und in den Weckelsdorf- 
Adersbacher Felsen ist die höchste Lage des Quadersandes als Äquiva- 
lent der Trigoniaschichten anzusehen. 

(S. 21.) Den petrographischen Charakter anlangend, läßt sich 
derselbe dahin bezeichnen, daß die südlichen Ränder der Iserschichten 
kalkig plänrige petrefaktcnreiche Ablagerungen sind, die nach N hin 
immer mehr von den sich zwischen dieselben einschiebenden Quadern 
verdrängt werden, so daß endlich bloß petrcfaktenleere Sandsteine an- 
stehen, die aber eine bedeutendere Mächtigkeit haben als die kalkigen 
Ufergebilde gleichen Alters. 

(S. 64.) Die Sächsische Schweiz ist für den Paläontologen ein 
trostloses jobiet, und ich muß mich hier darauf beschränken, die 
Gründe anzugeben, weshalb wir einen Teil der mächtigen Quader- 
wände als zu den Iserschichten gehörig betrachten. 

Den ersten Anhaltspunkt fand ich am Fuße des Hohen Schnee- 
berges, wo über den Quadersanden mit Inoceramus läbiatus glauko- 
nitisehe und graue Pläner mit Ammonitcs Woolgari (Malnitzer Schich- 
ten) den Quader des eigentlichen Schneeberges unterteufen. Nach den 
in der Melniker Gegend gemachten Erfahrungen können also die 
Quader des Hohen Schneeberges nur den beiden Kokoriner Quadern 
entsprechen. Die hier aufgefundenen l’etrefakten Lima multicostatu 
und Rht/nclionella (Steinkerne) sprechen nicht dagegen. Höchstens 
wäre hier darüber noch die Quaderfacics der Trigoniaschichten zu 
suchen, was bei dem Mangel an gut erhaltenen Petrefakton eine un- 
dankbare Arbeit ist. 

Vom Hohen Schneeberge aus neigen sich die Quaderschichten 
dem Elbetale zu und bei Herrnskrctschen nehmen sie etwa die obere 
Hälfte der Felswände ein. Die oberste Lage der Quader ist bedeutend 
fester als die tieferen und kann gut als Quaderfacics der Trigoni.a- 
schichten aufgefaßt werden. 

Diese feste Schichte ermöglichte die Bildung des Prebischtores 

Vom Elbetal liegen die Quader der Iserschichten fast horizontal, 
ostwärts bis in die Gegend von Böhm. Kamnitz; hier liegen darüber 
die Priesener Bac.ulitenschichten und darauf die Chlomeker Sandsteine, 
die dann auch fast horizontal bei Tannenberg und Schönlinde sich 
direkt an das Urgebirgc anlagern.« 

Demnach parallelisiert Friö die gesamte Sandsteinmasse, die über 
den La6ia<«s-Schichten liegt, mit folgenden Schichten: 

T rigoniaschichten 
Zweiter Kokoriner Quader 
Zwischenpläner 



Die bisherigen Ansichten über die Stratigraphie der Sächsisch-Böhmischen Schweiz 135 

Erster Kokoriner Quader 
Malnitzer Schichten. 

Er erklärt gleichzeitig, daß die Sandsteine der Sächsischen Schweiz 
eine bedeutendere Mächtigkeit haben als die kalkigen Ufergebilde 
gleichen Alters weiter im Süden. Nach meinen Feststellungen, die 
sich bis jenseits der Sprachgrenze nach Süden erstreckten, sind 
diese südlicheren Schichten zusammen mit den Bryozoenschichten nur 
äquivalent mit unserem Mittelturon, zu denen sich lokal die Zone des 
Spondylus spinosus = Teplitzcr Schichten zugesellt. 

Die Priesencr Schichten gehören 2 Altershorizonten an und 
zwar die echten bei Priesen an der Eger unserer Stufe y der Sclxlocn- 
baclli- Zone: die anderen, als »klingende Inocer amen pläner« 
bezeichnet, liegen in einer Mächtigkeit von beiläufig 10 m unmittelbar 
über den Schichten mit Terebralula .« emiglobosa . Sie bilden die nach 
N bis gegen Auscha, Drum und Ilabstein von S herranreicliende 1 lanor- 
dccke und sind, obwohl paläontologiscl- der untersten Schhenbacln- 
Zone angehorend, nach ihrer petrographisclien Beschaffenheit und der 
Art ihres Auftretens am einfachsten dem obersten Mittelturon zuzu- 
teilen. Fräulein MARTHA STELLWAG, Drum, entdeckte im Herbst 192o 
an der Straßenböschung unweit westlich Skalken ebenfalls diese Ino- 
ceramenschichtcn. über denen sich dann in geringer Entfernung die 
Sandsteine des Willhoscht, unsere Schloenbachi-Zone , aufbauen. Des- 
gleichen fand sie Herr Dr. MÜLLER im Brotschkenwalde bei btern- 
dorf (385 m) 1 ) in der Nähe des Willhoscht. , 

Meine Untersuchungen bei Melnik im Sommer 192 1 bestätigten 
mir daß diese Schichten nur die klingenden Inoceramenpläner sein 
können. Meine frühere Auffassung, daß die klingenden inoceramen- 
pläner eine Facies der oberen Tonmergel seien, ist dementsprechend 
zu berichtigen 2 ). Es ist damit der sichere Nachweis geliefert, daß 
diese Inoceramenpläner unter den Sandsteinen der ScMoenbncht-'jOiw 
lieo-en. und Uber letzteren lagern dann erst die Tonmergel der Stute y, 
die echten Priesener Baculitenmergcl. Hieraus ergibt sich von 
der Sächsischen Schweiz im N bis gegen Melnik un b auch 
eine ungefähr gleichbleibende Mächtigkeit des Mittelturons. 

Die früheren Anschauungen Uber das 1 erhältnis zwischen den 
Ablagerungen bei Dresden und denen in der Sächsischen Schweiz 
( \bb. 11) sowie meine Berichtigung (Abb. 12) gelten m gleicher \v eise, 
für die böhmische Kreide. Fs sind in den Abbildungen lediglich 
die Himmelsrichtungen zu vertauschen und zwar HN\V (Dresden) 
mit S (Melnik) und OSO mit N (beides Sächsisch-Böhmische Schweiz). 

ZaiiäLKA 8 ) teilt im Elbsandsteingebirge unser Mittelturon dem 

') Müller, B., Der geologische Aulbau des Auschaer Rotlandes. Leitmeritzer heimat- 
kundliche Arbeitsgemeinschaft, Leitmeritz 1924, S. 13. .... cil. i 

J ) Ändert, H., Zur Stratigraphie der turonen Kreide des sächsischen Klblalcs. 
Abh d. sächs. Geol. Landesamts H. 4, Leipzig 1927, S. 34. 

3) Zahalka, C., Ceskv ütvar kridovy v saske zätoce. (Die böhmiscl.e Kreidetormation 
in der sächsischen Bucht.) Sbqrnik Stätn. Geolog. UsUv Ceskosl. Rep., Bd. 3, 1923. 
Prag 1924. Prehlednä tabulka (Übersichtstabelle) als Anhang. 



I3d Die bisherigen Ansichten über die Stratigraphie der Sächsisch-Böhmischen Schweiz 

obersten Gault und unteren Cenoman, unsere Sandsteine der Schloen- 
bachi - Zone dem oberen Cenoman, der Labialus- und Brongniarti (La- 
marck'i)-7ione auf Grund von petrographischen Vergleichen zu. Auf 
den Fossilinhalt nimmt er keine Rücksicht. Im übrigen wird im II. Teil 
Gelegenheit genommen werden, sich mit der Auffassung über die böh- 
mische Kreide durch ZahÄLKA zu befassen. 

Während der Drucklegung dieser Arbeit ist die geologische Karte 
der Umgebung von Böhmisch Kamnitz mit Erläuterung von J. E. 
IIlBSCH erschienen. Der Verfasser hat die Schwierigkeiten der Auf- 
nahme dieses Gebietes mit der gleichen Sorgfalt bewältigt, wie man 
dies von seinen früheren Aufnahmen im Böhmischen Mittelgebirge her 
gewöhnt ist. Da auf Blatt Böhmisch Kamnitz die Kreideablagerungen 
eine bedeutende Ausdehnung besitzen, haben wir wiederholt das Ge- 
lände gemeinsam besucht, ln bezug auf die Stratigraphie sind in den 
beiderseitigen Darstellungen jedoch einige Gegensätze vorhanden, zu 
denen ich kurz Stellung nehmen möchte. Herr IIlBSCH hält die Kreide- 
schichten am Rosenberge für facielle Übergänge des Emschers usw. 
von Krcibitz-Kal ten borg. Dieses ist nicht der Fall. Am Rosenberge 
treten keine Emscherschichten. sondern tiefere Horizonte zutage, wie 
dies S. dl geschildert ist. Als Herr IIlBSCH im Jahre 1924 seine Ar- 
beit abschloß, äußerte ich gegenüber einer Parallelisierung dieser 
Schichten bereits meine Bedenken. Mein Material war jedoch noch 
nicht genügend gesichtet, um meine Anschauung überzeugend begrüß 
den zu können. Weiter glaubt Herr IIlBSCH in der Linie Böhmisch 
Kamnitz auch zwischen N un 1 S einen Facieswechsel annehmen zu 
müssen. Ich habe hingegen herausgefunden, daß, soweit das Karten 
blatt Böhmisch Kamnitz reicht, die Kreideschichten nördlich und süd 
lieh der Stadt von ungefähr gleicher Ausbildung sind. Als Beweis 
für seine Darstellung führt Herr IIlBSCH das Bohrprofil von SeHRATI.lt 
(S. 33 und 34) in Böhmisch Kamnitz an. Über den Wert des Profils 
habe ich mich bereits S. 65 ausgesprochen. Die an der Oberfläche 
entlang des N- und O-Randes des Mittelgebirges zu verfolgenden 
Kreideschichten sprechen gegen die Richtigkeit des Profils. Im 
II. Teil wird diese Frage weiter erörtert werden. 



Das gegenwärtige Landschaftsbild 

Morphologie 

Das morphologische Bild des Elbsand Steingebirges 
ist von der Gesteinsbeschaffenheit stark abhängig. S. 115 
und 120 ist bereits darauf hingewiesen worden. Anfänge zu dieser Auf- 
fassung liegen bereits weiter zurück, jedoch hat man infolge der man- 
gelnden Kenntnis der Stratigraphie der sächsischen Kreide ein allge- 
mein gültiges Gesetz hierfür nicht aufzustellen vermocht 1 ). 

I ’ BTBASCIl KOK ~) ist durch Untersuchungen im Kreidegebiet von 
Adersbach -Weckelsdorf zu dem Ergebnis gelangt, daß dort, 
wo ein leicht zerstörbares, bzw. weniger durchlässiges Gestein einem 
schwerer zerstörbaren, durchlässigen aufliegt, sich an der Grenze bei- 
der ein Plateau bildet, und dort, wo ein schwerer zerstörbares Gestein 
einem leichter zerstörbaren auflagert, ein Steilrand entsteht. Wenn er 
dann sagt, daß <1 io Oberflächen- und Verwitterungsformen der Kreide 
im Gebiete von Adersbach und Weckelsdorf in höherem Maße durch 
die Gesteinsbeschaffenheit bedingt seien als es zur Zeit für die ganz 
gleichen Formen der Sächsischen Schweiz angenommen wird, so deutet, 
er hierbei unbewußt die unklaren stratigraphischen Verhältnisse in 
letzterem Gebiet an. 

Auf das Elbsandsteingebirge angewandt, kann man in ähn- 
licher Weise folgende Grundsätze festlegen: 

Ein wenig durchlässiges und demnach flächenerhaltendes Gestein 
begünstigt die Bildung von Ebenheitsflächen. Ist dieses einem durch 
lässigeren, zur Auflösung in Einzelquader neigenden Gestein aufgela- 
gert, so bildet sich, wenn letzteres genügend Festigkeit besitzt, ein Pla- 
teau über einem Steilrand. Hat letzteres Gestein nur wenig Bindemittel 
und nicht genügend Festigkeit, so findet, wenn es im Denudationsniveau 



') Hkttnbr, A., Gebirgsbau und Oberflächengestaltung der Sächsischen Schweiz, 
Stuttgart 1887, S. 341. — Die Felsbildungen der sächsischen Schweiz, 1903, S. 626. Die 
eigentümliche Art der Bodengestaltung der sächsischen Schweiz ist nicht im Klima, 
sondern in der Gesteinszusammensetzung begründet. — Rathsbobo, A., Zur Morphologie 
des Ileuscheucrgebirges, 18. Ber. d. Naturw. Ges. z. Chemnitz 1912, S. 151 — 163. 

3 ) Petbasciieck, W., Oberflächen- und Verwitterungsformen im Kreidegebiet von 
Adersbach-Weckelsdorf. Jahrb. d. k. k. Geol. R.-A. 1908, 58. Bd., 4. H., S. 609. 



13 -i 



Morphologie 



liegt, eine rasche Zerstörung und Abtragung von diesem selbst und 
dem gesamten überlagernden Schichtenkomplex ohne Rücksicht darauf, 
ob die überlagernden Schichten wenig oder schwer durchlässig sind, 
statt. Wo durchlässigere Gesteine über wenig durchlässigeren liegen, 
bildet sich am Fuße der durchlässigeren, wenn die Abtragungsverhält- 
nisse dafür günstig liegen, ebenfalls ein Plateau oder eine mehr oder 
weniger geböschte Ebenheitsfläche und darüber ein Steilhang. 

Kurz vor Abschluß meiner Arbeit erhielt ich noch die Arbeit 
von OEHME 1 ). OEHME erörtert eine Menge offener Fragen, die durch 
meine Arbeit ganz oder teilweise ihre Deutung finden. Über die Ur- 
sachen der Herausarbeitung des morphologischen Bildes sind jedoch 
wir beide, ohne von unseren Arbeiten Kenntnis zu haben, zu dem- 
selben Ergebnis gekommen. OEHME sagt z. B. u. a. (S. 26): »So 
dürften auch die entsprechenden Kleinformen des Kreidesandsteins in 
engster Abhängigkeit vom Gestein stehen.« (S. 28): »Der treppen- 
förmige Aufbau des Längsprofils der kleinen Gründe ist gesteins- 
bedingt. Sie passen sich auf das empfindlichste den geringen Unter- 
schieden der Sandsteinschichten an.« Das Ergebnis ist in folgende 




Abb. 13. Der Ambos in den Tyssaer Wänden. Sandstein der Zone des Inoceramua 
labiatu* (ünterturon). Die Unterhöhlung der Ambosdccke ist dadurch entstanden, daß 
eine härtere, schwerer zerstörbare Schicht über einer weicheren, leichter zerstörbaren liegt. 



') Öhme, R., Klein- und Großformen der Südwest-Lausitz usw., Bautzen 1927. 



Morphologie 



139 



Worte gefaßt (S. 82): »Die Kleinformen und Großformen des Elb- 
sandsteingebirges sind bedingt durch die Beschaffenheit und Lage- 
rung des Gesteins« (s. Abb. 13). 

LäMPBKCHT 1 ) hat durch genaue Untersuchungen im Gebiete der 
Schrammsteine und des Großen Winterberges ebenfalls festgestellt, 
daß die Geländestufen von dem Wechsel in der Gesteinsbeschaffen- 
heit abhängig sind. 

Betrachtet man die von MICHEL 2 ) für den Hohen Schneeberg 
herangezogenen Verhältnisse von diesem Gesichtspunkte, so ergibt 
sich folgendes (vergl. Tafel 1, Profil 7): 

Auf dem Gneis liegt der wasserundurchlässige, feinkörnige ceno- 
mane Sandstein. Er bildet eine sanft ansteigende Böschung und reicht 
bis an den Fuß der Wand (Labialus- Zone), wo seine Obergrenze durch 
zahlreiche austretende Quellen gekennzeichnet ist. Man hat hier den 
Beweis, daß der cenomane Sandstein der Zerstörung durch das rie- 
selnde Wasser starken Widerstand entgegensetzt. Uber dem Cenoman 
ragen in Steilabstürzen die durch unzählige senkrechte Risse und 
Spalten sowie horizontale Querklüfte ein überwältigendes Bild der Zer- 
störung bietenden Sandsteine der Labial us - Zone bis 40 in mächtig 
empor. 




Phot. W. H»hk, Dresden X. 6. 

Abb. 14. Im Vordergründe ein Teil der Gipfelpartie der in Türme und Nadeln auf- 
gelösten Sch rammstein kette, bestehend aus wasserdurchlässigen Sandsteinen der Stufe ßi 
der Zone des Inoceramus Schlombachi (Oberturon); dahinter die von wasserundurchlässigen 
Sandsteinen des Mittelturons gebildeten Ebenheiten, auf denen sich einzelne Felsklötze, 
die Steine, der Stufe ßi erheben. 

') LaMFREcnr, F., Wanderung 1 1, in Rußner, J., Sachs. Schweiz 1925, S. 1 17— 126. 
3 ) Michel, H., Geol.-pctrogr. Unters, im Gebiet der Erzgcbirgsbruchzone westlich 
Bodenbach. Tscberm. Min. u. petrogr. Mitt., N. F. 32. Bd., 4. u. 5. H., Wien 1914, 
S. 324—325. 





140 Morphologie 

Auf dem Lnbiatus-Q uader liegt der weichere, feinkörnige Grtin- 
sandstein sowie darüber der Plänermergel und Sandstein mit 
Spondylus spinosus (Mittelturon ). Grünsandstein und Plänermergel 
sind im allgemeinen wasserundurchlässig. Ihrer Widerstandsfähigkeit 
gegen die Zerstörung verdanken die vom Hohen Schneeberg bis weit 
nach X hin reichenden Ebenheiten ihre Ausbildung und Erhaltung 1 )- 

t her der Spinosus-'/snw folgt wieder ein durchlässigerer Sandstein 
und zwar zunächst die wenig Bindemittel besitzende leicht zerstörbare 
Stufe « der Schloenbachi-'/one. Wo diese Stufe ins Denu- 
dationsniveau gelangt ist. ist. die Abtragung in beschleunigter Weise 
erfolgt. Die überlagernden festeren Sandsteine der Stufe ß wurden 
ihres Fußes beraubt und stürzten zertrümmert in die Tiefe. Nur wenig 
sekundär gefestigte Sandsteinpartien blieben als Steine stehen (Hoher 
Schneeberg). Dort wo die Abtragung in Stufe « nicht ihre zerstörende 
\\ irkung voll ausüben konnte, wie z. Ii. in den mächtigen Felsgebieten 
östlich der Elbe, erhebt sich über den meist geböschten Schichten der 
Stufe« eine geschlossene, in unzählige Einz< lquader aufgelöste Felsmasse 
bis zu 100m Mächtigkeit (Stufe ß t der S <■ h I oenbac h i-Zone) (s. 
Abi). 14). Darüber liegen die meist feinkörnigen, wenig durchlässigen 
Sandsteine der Stufe |3 2 , und ehemals folgten dann noch die Ton- 
mergel der Stufe y. Sie wirken wieder fiäehenerhaltond. wie man 
dies an der Oberflächenform östlich der Linie Hennersdorf- Ivhaa. die 
von den Sandsteinen der Stufe i\>. sowie an der Ottenbcrg- und Ilutten- 
bergscholle, deren Oberflächen von der Stufe y beherrscht werden, be 
obachten kann (vergl. Tafel 1, Profil 3 und 4). Jn einem großen Teile 
des Östlichen Elbsandsteingebirges sind die Schichten der Stufe y bis 
auf wenige Reste abgetragen. Durch die Verbindung der Gipfelpunkte 
der Felsberge kann man aber ihre Basis noch annähernd feststellen 2 ). 

Zur Veranschaulichung dieser Verhältnisse möge weiter ein Profil 
vom Elbtal bei Prossen bis Waitzdorf (Profil li) dienen. 



') Öhme, R a a. 0., S. 59, drückt sich in folgender Weise aus: »Schließlich könnte 
man versuchen, die Entstehung der Ebenheitsflächen mit irgend einem Wechsel in der 
Beschaffenheit des Gesteins zu erklären. Während des langen Stillstandes der Erosion 
in der Diluvialzeit strömte der Hauplfluß dieses Gebietes (die Elbe) in der Höhe einer 
widerstandigeren Gesteinsbank dahin. Diese Gesteinsbank wirkte als Basis für die Denu- 
dation. hör eine solche Anschauung fehlen bis jetzt jedwede Anhaltspunkte. Hkttnkh 
lohnt eine derartige Auffassung ab. Ich möchte mich in diesem Punkte Rathsbcrg (Zur 
Morphologie des Heuscheuergebirges, 18. Ber. d. naturw. Ges. zu Chemnitz 1912) an- 
schließen, der sagt, daß eine endgültige Lösung — wenn überhaupt eine möglich ist — 
wohl erst nach einer genauen petrographischen Bearbeitung der Sächsischen Schweiz 
tresp. der speziellen Gebiete and Niveaus) gefunden werden kann. 

Pksck, A., Die neue Schrammsteinkarte. Zeitsclir. d. Ges. f. Erdkunde, Berlin 
b 240. Die Oberflächen der Steine sind die Überreste einer Quaderplatte, die sieb 
bis zu dem Hohen Schneeberg hinauf erstreckt hat und dort noch den Gipfel bildet. 



Morphologie 141 

Im Folgenden sei das morphologische Bild des Elb- 
sand s t e i n g e b i r g e s nochmals kurz zusammengefaßt. 

Emscher, nur im Kamnitzer I 
Bruchgebiet und bei hohnstein J 

Oberturone Ebenheit -H l )i 

Quellen bei Uttewalde 6 



Mittelturone Ebenheit 
Wassertümpel von /I 
Ebenheit am Lilien - /£— 
stein/^— — 



/o o 
b: o'. • 




Das morphologische Bild des Elbsandsteingebirges 



5. Obert uron 



3. Mitteltnron 



2 Unterturon (Labial uszone) 
1 . C e i. o m a n 



Stufe i I Plateau, Hochflächen von Dorf Wehlen. Zatzschke, 
f Uttewalde, Waitzdorf, am Ottenberge, östlich der 
\ » ,32 l Linie Rennersdorf — Khaa; Quellen in der Um- 

) gebung von Uttewalde 

< » ,31 Steilrand, darunter senkrechte Felswände, die»Steine« 

j und die zusammenhängenden Felsgebiete östlich 

l der Elbe 

| » i Sst., leicht zerfallend, Bildung von Böschungen, im 

Erosionsniveau Ursache der Bildung der Steine 
Plateau, Ebenheiten, an dessen Obergrenze Brunnen 
von Dorf Ebenheit am Lilienstein usw. 
iiai uszone) Steilrand, darunter senkrechte Felswände, Tyssaer 

Wände! Abb. 13; südlich von Pirna 
Ebenheitsflächen, Quellen an der Obergrenze. 



Abb. 15. 



142 



Morphologie 



Der Unterschied in der Zerstörbarkeit der Sandsteine, wie er von 
PETRASCHECK hervorgehoben wird, scheint nicht in der dargestellten 
Weise vorhanden zu sein. Hin wasserundurchlässiger Sandstein, wie 
er sich vorwiegend im Cenoman, im Mittelturon und in der Stufe ß 2 
der Schloenbaehi - Zone vorfindet, wird in folgender Weise der Zer- 
störung anheimfallen. 

a 

I 

c 



Linie a und b stellen die ursprüngliche äußere Form des Schich- 
tenkomplexes dar. Liegt das Denudationsniveau bei Punkt c, so wird 
sich im Laufe der Zeit durch Abtragung eine Böschung herausbilden, 
die die Oberflächenform der Linie d erstrebt. Weiter wird sich bald 
Schutt, Humus und ein Pflanzenkleid als Schutzdecke Uber das Ge- 
stein legen, so daß hierdurch die Abtragung bedeutend aufgehalten 
werden kann. 

Die Zerstörung der wasserdurchlässigeren Sandsteine der hier in 
Frage kommenden Labiatus-Zoae sowie der Stufe ß, der Schloen- 
bachi - Zone geht in anderer Weise vor sich. 

Hierzu diene folgendes Schema: 





Abb. 17. 




Abb. 16. 



a und b sollen wieder die ursprüngliche äußere Form und Punkte 
das Denudationsniveau darstellen. Das Gestein ist von einer Unmenge 
senkrechter und horizontaler Spalten und Klüfte durchzogen. Nach 
einem gewissen Zeitraum zeigt sich folgendes Bild: 




Abb. 18. 



Während der undurchlässigere Sandstein mit seinen geböschten 
Hängen den Verlust der fortgetragenen Massen schon von außen zur 
Schau trägt, bietet der durchlässigere Sandstein durch das senkrechte 
Aufstreben der Sandsteinmassen auch am Rande das Bild des Bestän- 




Morphologie 



143 



cligeren, vergl. Abb. 14, die Schrammsteinkette. Da aber die Zer- 
störung innerhalb der gesamten Masse des letzteren an unzähligen 
Stellen gleichzeitig wirkt, und Schutt, Humus und Pflanzenkleid zum 
Schutze des Gesteins meist nur in ganz geringem Maße vorhanden sind, 
dürfte die Zerstörung bei diesem, wenn nicht eine besondere Verfesti- 
gung des Gesteins erfolgt ist, mindestens ebenso schnell, wenn nicht 
schneller, als bei dem undurchlässigeren, eine geschlossene Masse 
bildenden Sandstein vor sich gehen (Abb. 9). 

Aus der verschiedenen Höhenlage der Schollen und 
deren Gesteinszusammensetzung erklärt sich somit voll- 
ständig die morphologische Entwicklung des Gebietes. 
Das sich hieraus ergebende Verhältnis zu V. STAFF r ) wird in einer 
besonderen Studie zu behandeln sein. 

Die von H. FÖRSTER (a. a. Ü. S. 8ü) geschilderte Einwirkung 
veränderter klimatischer Verhältnisse in früheren Zeitabschnitten 
dürfte auf das morphologische llild des Sandsteingebirges auch nur 
einen begrenzten Einfluß gehabt haben. Man kann wohl anneh- 
men, daß die mannigfaltigen, durch tektonische Verhält- 
nisse an die Oberfläche gelangten Sedimente je nach 
ihrer Neigung zur Zerklüftung nebeneinander Ebenheits- 
flächen und Steilabstürze zu allen Zeiten gebildet haben 

') Staff, H. v., Zur Geomorphogenie und Tektonik des Gebietes der Lausitzer Über- 
schiebung, Jena 1914. 



144 




__ t 

=Tonmergel 

e i-As 

BI --Sandslein 

I Altohlisch» Bohm.Kommlzer Scholle 

II Albswändescholle 
DI Slemwandscholle 
IV Moibergscholle 

Abb. 19 (zu S. 63). 



II weiter westlich 





Abb. 20 (zu S. 67). 



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10 



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Prag 1924. 



46 . 



Verzeichnis der Schollen 



A. Die Liliensteinscholle 

B. Die Winterbergscholle 

C. Die Rosenbergscholle 

D. Die Sternbergscholle 

E. Die Tännigtscholle 

F. Die Windischkamnitzer Scholle 
6. Die Dittersbacher Scholle 

11. Die Snppgebergscholle 
1. Die Rennersdorier Scholle 

K. Die Ottenbergscholle 

L. Die Elbleitenscholle 

M. Die Arnsdorfer Scholle 

N. Die Binsdorler Scholle 

O. Die Roscnkammscholle 

P. Scholle Sign. 415,4 

Q. Scholle Sign. 3t>2,0 

R. Die Laubescholle 

S. Die Hainbiihlscholle 

T. Die Huttenbergscholle 

U. Die Maibergscholle 

V. Die Jonsbacher Scholle 

W. Die Loosdorfer Scholle 

X. Scholle Sign. 342,0 

Y. Die Philippenauscbolle 

Z. Die Steinwandscholle 
Ai. Die Albswändeschollo 
Bi. Die Noldeseholle 

Ci. Die Kamnitzer Schiet! hausse holle 

Di. Die Focksche Höhe-Scholle 

El. Die Loosdorf Ost-Scholle 

Fi. Die Poppenbergscholle 

Gl. Die Scholle Altohlisch-Böhni. Kam- 

II l. Die Rauensteinscholle [tiitz 

li. Die Bärcnsteinscholle 

Kl. Die Brandscholle 

Li. Die Basteischolle 

Mi. Die Uttewalder Scholle 

Ni. Die Horrenleitescholle 

Ol. Die Zatzschkescholle 

Pl. Die Schöne Höhe Scholle 

Scholle 
Scholle 
Scholle 



Qi. 


Die 


Krietzschwitzer Scholle 


Ri. 


Die 


Kreibitzer Scholle 


Si. 


Die 


Kaltenbergscholle 


Ti. 


Die 


Tannenbergscholle 


Ui. 


Die 


Waltersdorfer Scholle 


Vi. 


Die 


Kamnitzer Schloßbergscholle 


Wi. 


Die 


Freudenberger Scholle 


Xi. 


Die 


Markersdorfer Scholle 


Yi. 


Die 


Robitzer Scholle 


Zi. 


Die 


Langenauer Scholle 


Az. 


Die 


Lcipaer Spitzbergscholle 


Bä. 


Die 


Betgrabenscholle 


Cä. 


Die 


Schwoikaer Scholle 


D*. 


Die 


Ortelsbcrgscholle 


Eä. 


Die 


Grünbergscholle 


l'ä. 


Die 


Dobernscholle 


Gs. 


Die 


Pießniger Scholle 


Gäa. 


Die Lindenauor Scholle 


Hä. 


Die 


Klemensdorfcr Scholle 


Iä. 


Die 


Reichstädter Scholle 


Kä. 


Die 


Barzdorfer Scholle 


Lä. 


Die 


Kriesdorfer Scholle 


Mä. 


Die 


Oybinscbolle 


Nä. 


Die 


Hochwaldseholle 


Oä. 


Die 


Mühlsteinscholle 


Pä. 


Dio 


Hoffnungscholle 


Qä. 


Die 


Deutsch Gabler Scholle 


Rä. 


Die 


Rabsteinscholle 


Sä. 


Die Ohlbergscholle 


T2. 


Dio 


Oberkriesdorfer Scholle 


U 2. 


Dio 


Kriesdorfer Plänerscholle 


V2. 


Die 


Neuländer Scholle 


W2. 


Die 


Willhoschtscholle 


X2. 


Die 


Gründcmnüblschollo 


Y2. 


Die 


Drum-Tbammühlscholle 


Z2. 


Die 


Maschwitzbergscholle 


As. 


Die 


Kahlebergseholle 


Bs. 


Die 


Auritschscholle 


Cs. 


Die 


Ferdinandsbergscholle 


Ds. 


Die Kollscholle 



A— Al, Di- Fi, Hi— Qi sind im I. Teil, 

Bi, Cl, Ri— Ü3 im II. Teil, 

Gl ist teils im I. und teils im II. Teil behandelt. 




Abhandl. d. Preuß. Geol. Landesanst., N. F., Heft 112 



Profil vom Gomplilzbach nördlich über Rosenkamm Sign. 431 ,o nach d 
in die 6/be bei Herrnskrelschen . mum 



rnsdorfer Scholli 



n chotle 



bei Saupsdorf. Manstav i :5000k 



UJmdiscfika.rntUcr Schulte 



Omntrn/MX/c SemmeforfrrMa/te 

Profil von Mederkreibik H I//.. iiberde/i ßudolpfislel/i m/id.fu/e/diübe/. 

* k I fc ii fMbk * ,sa00 ° 1 



fiUUMÖfFjXfM/lt 



tnvutM 



Pmiipptmtn 
Midie ' 



ifn:ert*iy schotte 



r Schölte Suppgeöayscholte llnmglschotie 

Profil Pond. Ziegelei im lfhruägiviide{//in/egessen)südös/M 



Malislab / 50000 



lauscMcscrwlle 



Herren. 1 eitescnotle 







F., Heft 112. 




JJrnsdorfer Schotte 



Bimdorfer Schotte 



isenkammscno . ■ 



EltyleitenscholU WmtcröergschoUe hhensie/n 

Schone 



’t ohlisch nördlich entlang derBlatlgrenze über dm Rosenberg nach der Lausitzer Hanptvenverfung 
Kosentert 6m« bei Saupsdorf. Maßstab t: 50000 



Rosenbergscholle 



LUi nterbergschoHe . 



v/it vom Gomptitzbach nördlich über Rosenkamm Sign, m nach der Kamnilzbachmündung 
in die übe bei Hermskretsctien. Maßs/aotsoooo .. 



' rm C Zon 

2 u ' flrU /3 V»oc 




tennigi&diotle 



Maßstab / 50000 



u, {i. Säirnsirmsc/iol/e Raxa 
Geholt’ J Satt 



title ns/cs nschotle 



W/ntcröecy, schotte 



'k^dimUksnä^mmkfHin^ssenjsätMlidt uäerdJi/iensfein zur fite A /tönigstön. 



Herren./ et/escaotle 



von den Rabs/einer fabrihen nördlich über dm Gohtisrh 
nach dem fiühnerstein . Ma/istab /. 50000. 



Profit von der ftbe bei 
Lausitzer tlanptveiw 

l ■ mi/ul/urant (Oen/teit U 

Nr.ü. 

\i 

' 





Tafel 1 




'(jn. 43J,o nach der Kamnitzbachmündung 
’ Ischen. MaßStaO t SO 000 



Mittelturon 

Zone des 7rwecramus Labia tus 

Cenoman 

Basal: 

Paläoe. Schiefer 

Granit 

Stärungstrme 



Winterbergschotte 



l/hensic.n 

Schotte 



Clbie/terischofte 



\ laßsiat) / -50000 



l Menst et nschoite 



laustUtr 

6rum/ 

QeGtf! 



UJi nterbergscholle 



Profil von der t'lbe bei Prossen nordösUirh nach der 
Landtier Hauptverwerfung hei Waitzdorf. 

I • mtltetturone Cbenheit. U ■ ober tutvrres Plateau 
„ 5 watu/tarf 

:6. 

§ / tbyxMotf 



olle ßnm/tsdnt/e It/rrrtertreryschcJe 




ftv/ilnm Hirschbery bei Brache as/non/ds/itch n. d. Hohen Schneebery 

' Müßt** ’ SOOO ° aartScnneeberg 



Warta 




Abhandlungen der Preufi. Geolog. Landesanstalt N. F., Heft 112 




Tektonische L 

Die Kreideablagerungen zwisc 









ThgcHiyisdfes 

öneismassio. 






CMh 

M/nfoH} 

Vl 



Böhmisches Mittelqebin\e 



“Profile f-7. 

ES /auflteerfxmpiverwetfunq. 

GZ) StörungsUnim. 

M leiteten pdi an/ Jet / 1 
7/jrn SF-UMan/7e/l2 

GZ) ThudihniawatM 'SodenMmn/fnM. 






Bearbeitet von Hermann Ändert 



rektonische Übersichtskarte zu Ändert 

Dlagerungen zwischen der Elbe in Sachsen und dem Jeschken 



Tafel 2 




J**Ma 

o 



Obftgtmzeder 



'cd &r. 



ütxr960n 



scomiü 






1 .300000 



2 IX:-] W-XOn 

3 533 ««*?' 

* EU ] 320-920- 

s £~3 3 X 3 X 7 ' 

6 WD 260-320- 

7 CD200-260- 

8 nnw-zv- 

9 CDno-iso- 

10 f I 70 - 110 - 
77 I' I im.tr 70 ■ 



'130960m 
380-930- 
330-380- 
280-330- 
2/0280- 
760-270- 
710 760- 
70-170" 
30-70- 
uUtrOO- 



* e /• 



Tlorö 

6 






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Photolithographie u. Druck d. Preuh. Geolog. Landesanstalt, Berlin 



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