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Full text of "Le Bestiaire: Das Thierbuch des normannischen Dichters Guillaume Le Clerc ..."

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LE BESTIAIKI 



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THE LIBRARY 

OF 

THE UNIVERSITY 

OF CALIFORNIA 



PRESENTED BY 

PROF. CHARLES A. KOFOID AND 

MRS. PRUDENCE W. KOFOID 



LE BESTIAIRE. 

HERAUSGEGEBEN VON 

Dr. ROBERT REINSCH. 



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LE BESTIAIRE. 



DAS THIEEBUCH 

DES 

}fORMAMISCHEN DICHTERS 6UILLAUME LE CLERC 

ZUM ERSTEN MALE VOLLSTÄNDIG 

NACH DEN HANDSCHRIFTEN VON LONDON, PARIS 

UND BERLIN 

MIT 

EINLEITUNG UND GLOSSAR 

HERAUSGEGEBEN VON 

DR. ROBERT REINSCH. 



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LEIPZIG, 

FÜES'S VERLAG (R. REISLAND). 
1890. 



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Inhalt 



Seite 

1. Einleitung 1—218 

2. Bestiaire und Lesarten 219—404 

3. Wörterbuch und Eigennamen 405 — 441 



ül}iVJ7VA 



L Die Ausgaben der altfran^osischen Bestiarien 

des Philipp yon Thaon, Geryaise und 

Gaillanme le Clerc. 

Unter den Sprachdenkmälern, welche sowohl für 
die Philologie als auch für die Geschichte der Natur- 
wissenschaften von Bedeutung sind, nehmen die im 
Mittelalter sehr beliebten und in zahlreichen Hand- 
Schriften verbreiteten Bestiarien eine hervorragende 
Stelle ein. Die lateinischen Uebersetzungen und Be- 
arbeitungen des griechischen Physiologus, dessen erste 
Spuren bis in das zweite Jahrtausend vor Chr. zurück- 
reichen, und welcher seinerseits auf der biblischen 
Zoologie basirt, fanden frühzeitig, im Abendlande 
Verbreitung und wurden in die Volkssprachen um- 
geschrieben. Die älteste poetische Bearbeitung dieser 
christlich gefärbten Naturgeschichte im Altfranzösischen 
hat Philipp von Thaon zum Verfasser und ist um 1125 
entstanden. Dieselbe ist unkritisch herausgegeben von 
Thomas Wright in den »Populär Treatises on Science 
written during the Middle Ages«. London, Historical 
Society of Science 1841; eine neue, hoffentlich bald 
erscheinende Ausgabe dieses sprachlich so wichtigen 
Denkmals hat der Herausgeber des Computus von 
demselben Dichter, Ed. Mall, in Vorbereitung. Die- 



selbe ist trotz Mann's Abhandlung in Anglia VII und 
IX noch nicht entbehrlich. Ungefähr ein Jahrhundert 
später, jedoch ebenfalls in der Normandie abgefaast, ist 
das Thierbuch oder »li livres des bestes«, welches Ger- 
vaise zum Verfasser hat und von Paul Meyer 1872 in 
der Romania I p. 420 fg. nach der einzigen Londoner 
Handschrift herausgegeben worden ist. Von weit 
höherem Werthe als letztere Nachbildung des Physio- 
logus ist der Bestiaire des normannischen Greistliohen 
Guillaume, dessen ausgezeichnete ebenfalls zu religiöser 
Erbauung bestimmte Dichtung alle Thierbücher der fran- 
zösischen, deutschen und englischen Literatur stilistisch 
weit überragt, Guillaume's Werk ist zweimal ungenügend 
und unvollständig nach schlechten Handschriften des 
14. Jahrh. veröffentlicht worden, welche dem im Jahre 
1210 (1211) geschriebenen Originale zu fern stehen. Die^ 
erste „Ausgabe" ist veranstaltet worden von dem Je- 
suitenpater Charles Cahier (geb,'1807) in den züsammeni 
mit Arthur Martin herausgegebenen unübersichtlichen 
und sehr kostspieligen »Mölanges d 'Archäologie, d'His-i 
toire et de Littörature«. Paris 1847 — 1856. Bd. U 
p. 111—232, HI 205-288, IV 60—87 auf Grund des 
Ms. fr. 902, ehemals 7268» A», einer Hs., die nach 
L. Delisle's Urtheil im »Inventaire g^nör^l et m^thor 
dique des mss. fr. de la Bibl. Nationale«. Paris 1876. 
I p. 10 dem 14. Jahrh. angehört, während sie der Heraus- 
geber des Bestiaire in gänzlicher Verkennung ihres 
Alters in der ersten Hälfte des 13. Jahrh. geschrieben 
glaubte. Benutzt hat Cahier noch 3 Pariser Hss. des 
14. Jahrh., nämlich: Ms. fr. 25408, fonds N. D. 273 ^^ 
Ms. fr. 20046, fonds St. Germain 1985; Ms. fr. 1444, 
ehemals 7534, und gekannt die Hs. des Supplement 
fr. 632 2^ jetzt Ms. fr. 19969 der Pariser National- 



— 5 - 

bibliothek. Bei der sttickwelsen Veröffentlichung des 
normannischen Bestiaire war es Cahier als Archäologen 
hauptsächlich darum zu thun, einen guten lateinischen 
und zuletzt einen griechischen Text des Physiologus 
herstellen zu können ; deshalb bricht er im dritten Bd. 
p. 67 (vgl. IV 287) d.er M^langes mit uncor m'estuet 
que vüs devis = V. 3436 der vorliegenden Ausgabe ab, 
indem er unter „Etc." die Bemerkung giebt: »Je re- 
tranche sept cents vers de pur (!) pöroraison asc^tique, 
Sans nulle relation avec le bestiaire ancien« mit dem 
Hinzufügen in der Anmerkung: »La publication du 
bestiaire rim^, faite r^cemment par M. Hippeau, m'a 
encourag^ ä cette suppression«.*) Ehe nämlich die mit 
kostbaren Abbildungen gezierteA für die Kunstgeschichte 
wichtigen M^langes d'Archeologie im Druck fertig er- 
schienen waren, hatte C^lestin Hippeau, zuerst im 
19. Bande der »M^moires de la Soci^tö des Antiquaires 
de la Normandie« p. 423 — 476, dann separat u. d. T. : »Le 
Bestiaire Divin de Guillaume, clerc de Normandie, trou- 
vere du XHI® siecle, publik d'apres les manuscrits de la 
Bibliotheque Nationale, avec une introdufetion sur les 
bestiaires, volücraires et lapidaires du moyen age, consi- 
d^rös dans leurs rapports avec la symbolique chretienne. 
Caen 1852.« p. 189—321 den unvollständigen 3943 
Zeilen enthaltenden Text der Hs. des 14. Jahrh. Ms. fr. 
25408, fonds N. D. 273 ^« unkritisch zum Abdruck ge- 
bracht. **) In der Einleitung p. 72 kennt dieser zweite 

*) Es ist überflüssig, alle Versehen Cahier's hier aufzuzählen, 
so wenn er übersieht, dass V. 32 der vorliegenden Ausgabe in seiner 
Hs. fehlt, oder wenn er V. 416 druckt: »li no^junere qui par vond«, 
oder wenn er beim Fuchs V. 1309 die Worte »des gelines costains 
de noesff erklärt: »Cela signifierait-il que les larcins et les fraudes" 
du renard sont constantes et bien connues?« Die wunderliche 
Interpunktion weist viel falsch verstandene Stellen auf. 

**) Eine Probe von Hippeau's Erklärungen sei die unver- 



— 6 — 

Herausgeber, der später in der Revue de Tart chr^tien 
t. V sich mit dem Gegenstande weiter beschäftigte, noch 
andere Hss. der Nationalbibliothek , deren inzwischen 
veränderte neue Nummern hier folgen mögen, nämlich : 
Ms, fr. 24428, N. D. 193-, Ms. fr. 14969, Suppl. fr. 
632/25; Ms. fr. 14970, Suppl. fr. 632/23; Ms.fr. 14964, 
Suppl. fr. 660; Ms. fr. 902, 72688 A 8, woftir Hippeau 
falsch 72688« ^ citirt; Ms. fr. 1444, ehemals 7534; diesen 
fügt er, von den 3 bis dahin in England nachgewiesenen 
Hss. abgesehen, noch die falsche No. 7882 hinzu. Schon 
1869 konnte Gaston Paris in der Revue Critique No. 
30 p. 54 — 60 diese von falscher Interpunktion strotzende 
Publication Hippeau's mit dem Prädicat »introuvable« 
und »bien peu satisfaisante« bezeichnen. Die zahl- 
reichen Lücken im Text, die Flüchtigkeiten und 
Fälschungen des Herausgebers werden im Commentar 
nachgewiesen. Eine neue Ausgabe ist also seit einer 
Reihe von Jahren ein desideratum und auch deshalb 
nothwendig, um statt des 17 Jahre später von Guillaume 
abgefassten Besant de Dieu einen älteren terminus ad 
quem für die Marie de France zu gewinnen, deren 
ältestes Werk nach Ed. Mall die Bearbeitung des Pur- 
gatoriums des heil. Patricius ist. Mehr zu den Lapi- 
darien gehört der mit einem Plantarius verbundene 
Bestiaire in französischen Versen des 14. Jahrb., der 
unvollständig erhalten und nach der Pariser Hs. fr. 
12483 herausgegeben ist in der Romania 1885 p. 442 — 
484 von G. Raynaud. Die Eigenschaften der Thiere 
sind hier am Ende jedes Abschnittes auf die heilige 
Jungfrau gedeutet. 

standene Anspielung auf den Roman de Benart; er erklärt »Les 
gelines costanz de noes« mit: »Les poules cötoyant les prairies; 
noe est rest^ dans le patois norm.« Die zahlreichen übrigen Ver- 
sehen werden unten im Commentar besprochen. 



- 7 — 

n. Literatur zu Gnillanme's Bestiaire bis 1888. 

Schon lange vor Hippeau und Cahier, nämlich 
»An Vn« war von dem Jesuiten Le Grand d'Aussy 
(t 1800) in den »Notices et Extraits des Manuscrits de 
la Bibliothfeque Nationale« u. d. T. : Poftme moralis^ 
sur les propri^tfe des choses, tome V p. 275 — 278 
(Notice sur deux ouvrages manuscrits du XIII® siecle 
intituläs Bestiaire) auf 4 Guillaume's Werk enthaltende 
Hss. hingewiesen worden: zuerst nennt er eine Ha. 
in-8^ ohne No. aus dem Ancien fonds, angeblich im 
13. Jahrh. geschrieben, die er bereits in einem Artikel 
über die Image du Monde besprochen und al» »trfes- 
lisible, bien conserv^, figures mieux dessin^es que dans 
la plupart des autres« bezeichnet; dieselbe enthält 
ausser der Image du Monde und dem Bestiaire noch 
den Lapidaire. Als zweite Hs. führt Le Grand an: 
N. D. nO 18 Fol. 54; als dritte: Belg. in-4o n« 225; 
als vierte: »in-4^ p.^ mar. r. sans n®, estampill^ de la 
Bibliotheque, et mis par erreur parmi ceux de la Bel- 
gique«; dann fügt er hinzu: »Ces deux derniers con- 
tiennent aussi le poeme du Lapidaire; et tous quatre 
ont beaucoup de miniatures, mais fort mauvaises.« 
Daraus, dass Le Grand aus der erstgenannten Hs. die 
Zeile: »Guillaumes qui forment se dielt« citirt, aus 
welcher sich der ehemalige Besitzer der Hs, den Namen 
Guillaume Forment gebildet hat, geht hervor, dass Ms, 
fr. 14964, Suppl. fr. 660 gemeint ist. Auf den Inhalt 
des Bestiaire, den er gleichwie den Bestiaire d'Amour 
des Richard de Fournival (ed. Hippeau Paris 1860) als 
>un mauvais traitö de physique ou d'histoire naturelle, 
r^dig^ d'apres les connoissances erron^es, ou tres-bomöes 
du siecle oü ils parurent« so ohne Weiteres aburtheilt, 



- 8 - 

geht Le Grand nur oberflächlich ein. An einer Stelle 
versteht er den Wortlaut der Hss. gar nicht und fällt ein 
ürtheil, das jetzt nur historischen Werth hat; denn 
während der Dichter meint, dass das Einhorn nur ge- 
fangen wird mit Hülfe eines Mädchens, das noch Jungfrau 
ist, und in dessen Schoss es sich niederlässt, nennt Le 
Grand unter andern Thieren des Bestiaire auch »la licome 
qu'ön ne peut prendre qu'en faisant marcher vers eile 
une pucelle qui a la gorge nue«, ein Missverständniss, 
das die Herausgeber der Histoire litt^raire de la France 
Bd. XVI p. 221 veranlasst, von einer »pucelle attrayante« 
zu sprechen. Höchst interessant und erwähnenswerth 
ist das Schlussurtheil des Jesuiten: »D suit de tout 
ceci, que notre poete a fait un ouvrage dötestable. 
Mais si, au lieu de traiter des betes, il eüt ^crit sur 
les diflEärens d'Innocent HI et du roi Jean, je prösume, 
d'apres le courage et Timpartialitö dont il annonce le 
germe, qu'il nous eüt transmis des choses interessantes.« 
Ein so unbesonnenes Urtheil ist von späteren Forschern 
nicht wieder abgegeben worden. B. de Roquefort, »De 
r^tat de la po^sie fran§oise dans les XH® et XHI® 
si^cles«. Paris 1815, p. 254 fuhrt die folgenden 5 
Pariser Hss. auf, deren neue Nummern weiter unten 
folgen werden: Ms. 7989—2; 7584; fonds N. D. 9, 
17 und 18; aus dieser letzten schon von La Cume de 
Sainte Palaye benutzten Hs. giebt Roquefort eine Probe 
in der Table alphab^tique des auteurs seines Glossaire 
de la langue romane p. 763. Aus eben dieser Hs. 18 
des fonds N. D. theilte Jacob Grimm in seiner Ab- 
handlung: „Die Sage von der Turteltaube" in den 
Altdeutschen Wäldern, HI. Bd., Frankfurt 1816, p. 41 
neunzehn Zeilen mit. Eine neue Hs. taucht auf bei 
A. C. M. Robert, »Fahles inödites des XH«, XHI« et 



XIV« siecles et fables de La Fontaine< . Paris 1825, t. I 
p. LVin fg., wo aus Ms. fr. O 16 der damaligen 
JBibliotheque du Roi eine lückenhafte Stelle über Reineke 
Fuchs (V. 1307 fg.) und Bd. I p. CXXI der Anfang des 
Best, ausgehoben ist Da eine solche Bezeichnung auf 
der Bibl. Nat. nicht existirt, so ist hier nicht zu ent- 
scheiden möglich, welche Hs. dieser Bibliothekar der 
Bibliotheque Ste. Genevieve benutzt hat; vermuthen 
könnte man Ms. fr. 25406, früher N. D. 192, wo auf 
dem vorgebundenen Blatte 017 durchstrichen und > ä la 
bibliotheque de T^glise de Paris. Ecriture du 13« ä 
14« siecle« daruntergeschrieben ist, oder Ms. fr. 24428, 
N. D. 193; doch stimmt der Wortlaut zu wenig überein. 
Der Abb^ G. de laRue in seinen »Essais historiques 
sur les Bardes, les Jongleurs et les Trouveres«. Caen 
1834. Bd. ni p. 23 kennt und nennt die 2 Hss. des 
British Museum in London: Old Royal 16 E VIII 
und Cotton Vespas. A VII, welchen er die Pariser Hs. 
2560 hinzufügt, eine Angabe, die auf einem Irrthum 
beruht; denn die heutige No. dieser Hs. 19525, fonds 
St. Germain 1856 enthält zwar andere Werke Guil- 
laume's, aber nicht den Bestiaire. Francisque Michel 
in den »Rapports ä M. le ministre de Tinstruction pub- 
lique sur les anciens monuments de Thistoire et de la 
litt^rature de la France, qui se trouvent dans les 
bibliotheques de TAngleterre et de TEcosse«. Paris 
1838, p. 23, 94 und 120 fg. erwähnt wieder die beiden 
genannten Hss. des British Museum, indem er aus dem 
Cotton Ms. ebenfalls eine Probe mittheilt, nämlich die 
ersten 16 und die letzten 8 Verse des Best. Ausser- 
dem ist ihm die damals Fr. Douce gehörige aus einer 
alten Bibliothek in Edwardstone bei Sudbury stammende 
mit Bildern gezierte Hs. bekannt, die heute der 'Bod- 



— 10 — 

leianischen Bibliothek zu Oxford vermacht ist; aus 
dieser theilt er die ersten 15 und die letzten 10 Zeilen 
des Best, mit Vgl. auch Fr. Michel ^ »Charlemagne. 
An Anglo-Norman Poem of the XII. Century«. London. 
Paris 1836, p. XXU. In de la Rue's Fehler verfällt 
Michel, wenn er in »Le Roman des Aventures deFregus«. 
Edimbourg, Club d'Abbotsford 1841, p. VII auch die 
Pariser Hs. 2560 als Bestiaire-Hs. namhaft macht. In- 
zwischen war eine neue Hs. des 14. Jahrh. besprochen 
worden von Paulin Paris im Bulletin du Bibliophile, 
No. 7. n. sörie. Paris 1836, p. 246 und 271 ; dieselbe 
gehörte ehemals dem Pariser Buchhändler Techener, 
wurde dann nach Belgien an Barrois verkauft und 
figurirte dann als Ms. Barrois XI in der nun an die 
italienische und englische Regierung verkauften Biblio- 
thek des Lord Ashbumham in Ashburnhamplace; der 
Bestiaire steht hier Fol. 1 40— -163. In seiner »Biographia 
Britannica Literaria« I p. 428 fg. theilte 1846 Th. Wright 
Anfang und Schluss nach dem Royal Ms. mit. Nach 
Daunou's kurzem , auf Le Grand d'Aussy beruhenden 
Artikel, der 1824 im 16. Bande der Histoire litt, de 
la France p. 220 — 221 erschien, wurde im 19. Bande 
desselben Werkes p. 660 — 661 von Victor Le Clerc 
eine kurze Notiz nebst Probe gegeben, in welcher ohne 
Weiteres die alten Sprachformen durch moderne er- 
setzt sind; in der fehlerhaft mitgetheilten Probe von 
V. 2707 fg. wird espos (V. 2714) = ipoux (le pape 
ou J. C.) gedeutet, wo nur Christus verstanden werden 
kann; als Titel acceptirt Le Clerc den des Ms. fr. 
1444, den Hippeau's Ausgabe trägt In seiner Aus- 
gabe des Besant de Dieu von Guillaume le Clerc de 
Normandie. Halle 1869, p. XXII fg. zählt Ernst 
Martin im Ganzen 12 Hss. des Bestiaire auf, nämlich 



— 11 — 

die 2 Londoner, die eine Oxforder und die folgenden 
Pariser Hss.: Ms. fr. 14964; 902; 25408; 1444; 24428; 
14 970 ; 1 4 969 ; 20 046. Julius Brakelmann in Zacher's 
Zeitschrift flir deutsche Philologie Bd. HI p. 219 kennt 
noch die 3 Hss.: Ms. fr. 2168, früher 7998—2; Ms. 
fr. 25406, N. D. 192, älter M 17 der Pariser National- 
bibl., und Ms. 182 der Bodleianischen Bibl. zu Oxford ; 
derselbe weist darauf hin, dass sowohl die Zahl wie 
die Folge der Rubriken in den verschiedenen Hss. 
sehr verschieden ist. Bald darauf wurde eine neue 
Hs. aufgefunden in der Vaticanischen Bibliothek zu 
Rom, nämlich Ms. Regin. 1862, älter 738 oder 776, 
durch E. Stengel, der dieselbe in Böhmer's Romanischen 
Studien HI, Strassburg 1873, p. 381, dann in Gröber 's 
Zeitschrift für romanische Philologie Bd. V (1881) 
p. 381 --385, hier mit der No. 1682, älter 738 oder 776 
des fonds der Königin Christine unter Verweis auf 
Böhmer's Studien IV 496 fg. und Seeger's Disser- 
tation p. 4 fg. ausführlicher beschrieben hat. Im 
Jahre 1875 theilte M. Sepet im 36. Bande p. 141 der 
Bibliothäque de TEcole des Chartes bei Beschreibung 
des Ms. fr. 25408 die zwei ersten Zeilen des Best. 
mit. In demselben Jahre gab Ch. Gidel, »Histoire de 
la littörature fr. depuis son origine jusqu'ä la renais- 
sance« p. 348 eine Notiz und eine Probe von zwei 
Zeilen. L. Delisle im »Inventaire gen^^al et möthodique 
des mss. fr. de la Bibl. Nat.« Paris 1876, I p. 9 citirt 
die 3 Hss.: Ms. fr. 1444; 902; 25408, und in Bd. H, 
Paris 1878, p. 217—218: Ms. fr. 25406; 20046; 14970; 
14969 nach dem geschriebenen Katalog der Bibliothek. 
Die von Delisle und vorher von E. Martin mitgetheilte 
Angabe über Ms. fr. 14969, älter Suppl. fr. 632/25: 
»Ce ms., catalogu^ par Meon, est en deficit« ist dahin 



— 12 — 

zu berichtigen, dass diese Hs, am 5. September 1878 
mit der Aufschrift an die Nationalbibliothek zurück- 
geliefert worden ist: »Restitution apres d^cesc Dem 
verstorbenen L^op. Pannier, »Les lapidaires frangais du 
moyen ä^e«. Paris 1882, Bibliotheque de TEcole des 
Hautes Etudes, 52 fasc, p. 232 galt diese Hs. noch 
als verschwunden. Auf eine Lyoner Hs. machte 1882 
W. Förster, »Lyoner Yzopet«. Altfz. Bibl. V p. I auf- 
merksam ; dieselbe (= T) befindet sich in der Bibliothek 
des Palais des Beaux Arts in Lyon und enthält nur 

2 Stücke unvollständig. Eine neue Hs. des Bestiaire 
weist F. Mann nach in seiner während des Druckes 
erschienenen Abhandlung: »Der Bestiaire Divin des 
GuiUaume le Clerc.« Heilbronn 1888 (Französische 
Studien hrsgb. von G. Körting und E. Koschwitz. 
VI. Bd. 2. Heft) p. 7—8, nümlich No. 4156 der Sammlung 
des Sir Thomas Philipps in Middlehill, jetzt im Thirle- 
staine House zu Cheltenham im Besitz des Rev. John 
E. A. Fenwick. Dieselbe wird unten mit ü bezeichnet 
werden. Im Ganzen führt F. Mann 15 Hss. auf, also 

3 mehr als E. Martin; auffallender Weise hat er in 
dem unvollständigen Verzeichniss der Hss, p. 2 fg. die 
schon Brakelmann bekannte Pariser Hs. 25 406, N. D. 
192 (== D) übersehen, ebenso die vaticanische (= Q) 
und die Berliner, Hamilton 273 (= S), ferner fehlt die 
Pariser Hs. 2168, alt 7989 2 (= C). Bemerkenswerth 
ist (p. 100) das ästhetisirende Schlussurtheil dieses 
durch seine früheren Forschungen zur Physiologus- 
literatur bekannten Gelehrten: „Der Bestiaire Divin 
ist ein Werk von bleibendem Werthe für die Literatur- 
geschichte. Freilich athmet er weder den zauberischen 
Duft der Minnepoesie, noch nimmt er den heroischen 
Flug der Heldengesänge, aber das ehrwürdige Alter 



— 13 - 

seines Stoffes, der Charakter seiner Sprache und der 
naive Ausdruck seiner Tendenz, den Menschen zur 
Betrachtung des Göttlichen anzuhalten, werden ihm 
eine achtunggebietende Stellung in der Literatur-, 
geschichte sichern flir alle Zeit." Diesem nicht gerade 
überschwenglichen ürtheile eines Kenners des Bestiaire 
glaubt G. Körting seine Zustimmung versagen zu müssen, 
ohne jedock Gründe anzugeben, 

IIL Die 20 Handschriften des Bestiaire 
Gnillanme's. 

Die beste und vollständigste der 20 Hss. des Best., 
deren mehrere wie das Werk selbst datirt sind, be- 
findet sich. im British Museum zu London 5 es ist: 

A = Egerton Ms. 613, die Grundlage der vor- 
liegenden Ausgabe; die Hs, ist in dem geschriebenen 
Katalog dieser Sammlung signalisirt, und schon Ed. 
Mätzner & Goldbeck, „Altenglische Sprachproben". Ber- 
lin 1867, p. 53 — 55 drucken daraus nach Th. Wright's 
Vorgange in den Reliquiae Antiquae I p. 89 und 102 
zwei Marienlieder ab, indem sie über das Alter der 
Hs, bemerken, dass dieselbe „dem 13. Jahrh. angehört 
und vermuthlich vor der Mitte desselben gefertigt ist". 
H. Lewin, »Poema morale«, Halle 1881, p. 7 jedoch 
meint, dass die Hs. im Anfange des 13. Jahrh. im Süden 
Englands geschrieben ist. Auch E. Martin kennt diese 
Hs. ; vgl. A. Schmidt in Böhmer's Romanischen Studien 
Heft 16. Bonn 1880, p. 496 und 503, was F. Mann in 
seiner genannten Abhandlung über Guill.'s Best, ganz 
übersehen hat, da er p. 3 behauptet, dass er zum ersten 
Male auf diese Hs. aufmerksam mache. Was den In- 
halt dieser Hs. betrifft, so bildet den Anfang Fol. 1 



— 14 — 

das Fragment eines Calendariums, während Fol. 1^ das 
als Prosa geschriebene mittelenglische Gedicht »Somer 
is comen and winter gon« enthält; vgl. Wtilcker's 
Anglia I, 3. Auf Fol. 2 schliessen sich die genannten 
Marienlieder an^ nebst einem anglonormannischen Stücke 
beginnend: »En une matine me levoye e Tautre er 
pensif de amorettes« etc. und in Versen endigend. Nach 
wenigen mittelenglischen Zeilen folgt Fol. 3 — 6 eine 
prosaische Anrede an eine »soer«, und nach »Amen 
sine fine amen« steht dreisprachig vom Schreiber: 

Ki escrit istud carmen 

Hiblessed be he Amen 

E de ly pensez 

And is gode wille remembrez. 

Auf Fol. 6^ stehn nach einem lat. Gedicht (Nostri 
regis filia ] Tua de familia etc.) vier agn. Gedichtzeilen: 

Tres duce Katerine, 
Seez nostre mescine. 
De une pucele chanteray, 
Ke tut jur de quer ameray. 

Auf Fol. 7—12^ findet "sich dasselbe mittelengl. 
Gedicht »Ic am eider paenne ic was«, das Fol. 64 — 70 
orthographisch abweichend wiederkehrt, vgl. Lewin, 
»Poema morale« p. 8. 

Nach einem kurzen agn. Prosatractat mitmoralischen 
Vorschriften nach Gregor, Seneca u. a. folgt Fol. 13 
eine Prosabearbeitung des i^evangeliimi Nicodemi« u. d. 
T.: »Ici comence la revelaciun«, dann Fol. 21 — 25 in 
Prosa »La venjance de la mort nostre seignur«, Fol. 
25 — 27 und Fol. 27 — 29^ die zuletzt Romania XV 
p. 326 besprochene, von W. Meyer und von Suchier 
in den Provenzalischen Denkmälern behandelte Legende 



— 15 — 

von der Auffindung des heil. Kreuzes durch Helena 
nebst »restorie de Texaltaciun de la sainte cruiz« ; 
endlich folgen nach der Legende von der heil. Anna 
und den 3 Marien ebenfalls in agn. Prosa Fol. 31 die 
15 Zeichen vor dem Untergange der Welt. Mit Fol. 
81 — 69 beginnt eine bessere Hand mit schönen Schrift- 
Zügen den Bestiaire Guillaume's. Zuletzt sind nach 
dem Gtedicht: 

Dame Anne, fiUe, sorur, 
Saluz vus mand, joie e honur, 
Entendez bien ceste parole 
Cume vroie en bone escole etc. 

noch 4 Blätter mit agn. lat Recepten der Hs. beige- 
bunden. — Der Bestiaire in dieser anglonormannischen 
Hs. Egerton C13, die mit Sicherheit wenigstens in die 
Mitte des 13. Jahrh. gesetzt werden darf und höchstens 
30 bis 40 Jahre später als das Urexemplar nieder- 
geschrieben ist, enthält keine Ueberschriften zu den 
Abschnitten der 4136 Zeilen, ist aber mit Abbildungen 
der einzelnen Thiere geziert. Die Initialen, die wohl 
hatten bunt gemalt werden sollen, fehlen in Folge 
Vergesslichkeit des Illuminators bei den einzelnen Ab- 
schnitten. Die Schlusswidmung an Raul ist hier vom 
Schreiber weggelassen, welcher glaubte, dass nach dem 
doppelten Amen am Schluss das Werk zu Ende sei. 
In A ist gleichwie ee, so auch aa, z. B. in gääigna 
2082 und oo in pöörs 3358 mit 2 Accenten versehn. 
Oft ist t abgefallen, so in dort 1712, fon 1236, mon 
3367, dirron 1803 u. ö. Nach 2822 steht in A flüchtig 
zwischen den Text geschrieben: 

Quatuor ex puris vitam ducunt elementis 
Gamalian talpa maris allec aeris salamandra. 



- 16 — 

Dies Citat *) stammt aus Bartholomäus von Glanvil, 
den Jean Corbechon in das Französische übersetzt hat; 
vgl. die ganze Stelle bei Berger de Xivrey, »Traditions 
t^ratologiques«. Paris 1836, p. 512, und Cahier's 
;&M^langes d'arch^ologie«. Paris 1856, IV p. 78, An- 
merkung 3 **). Der ziemlich sorgfältige Schreiber dieser 
ältesten Bestiaire-Hs., der keinen einzigen Vers durch 
Flüchtigkeit ausgelassen hat, hat die Schreibweise des 
Originals noch am treuesten bewahrt. Die Anglonor- 
mannismen dieser Hs., deren Varianten alle im Apparat 
verzeichnet sind, werden im Text mit Hülfe der Reime 
in Guillaume's Werken und der continentalen Hand- 
schriften beseitigt. Auch werden die Verse, welche 
hier um eine Silbe zu kurz sind, mittelst der nur Acht* 
Silber enthaltenden continentalen Hss. auf die richtige 
Silbenzahl gebracht. Eine Umstellung von 4 Zeilen 
war nur V. 979—982 nöthig, dann 2981—2982, 2993— 
2994, 4039 — 4040. Die nach dem Reim voie: joie als 
verdächtig zu betrachtenden Verse 1561 — 1562 sind mit 
Sternchen versehen; um die das Original ersetzende Hö. 
nicht zu zerstückeln, sind dieselben unten mitgezählt 
worden. Bei der noch mangelhaften Kenntniss des 
Anglönormannischen und der Unbrauchbarkeit der 
übrigen Hss. durfte von der verständigen, obschon 
nicht ganz vollkommenen Schreibweise dieser bis auf 
die Widmung einzig vollständigen Hs. nicht ohne Grund 
abgewichen werden. 

*) Auch in Raynaud's Gedicht (Komania 1885) findet sich beim 
Salamander derselbe von Chiaro benutzte Gedanke in anderem 
Wortlaut : 

Talpe terra cibus, cameleon in aere vivit, 
Alec unda fovet, flamme pascunt salamandram. 
**) Auf Fol. 40a steht unten von späterer Hand, wohl aus 
dem Koman de Renart stammend: 

le baucyn fet le dolkere porveire 

et le gopil trote apres & les chace arreyre. 



— 17 — 

B = Ms. fr. 14969, SuppL fr. 632. 25. Fol. I— 
LXXIV*. Diese anglonormannische Hs. des 14. Jahrb., 
die Abbildungen und Ueberscbriften enthält, ist un- 
vollständig, indem 2 Blätter ausgefallen sind, = 
V. 3333—3384, 3903—3966; die erhaltenen 3669 Zeilen 
stimmen, ohne eine Copie davon zu sein, meist zu A. 
Die Sehlusswidmung ist hier unvollständig, indem die 
lückenhafte Hs. mit V. 4157 der vorliegenden Ausgabe 
abbricht. Die Hs. enthält noch den bekannten Lapi- 
daire: »Evax estait un riche rais«, der auf dem letzten 
Bl. endigt: »sun pomun errant vomera. Explicit.« Auf 
dem letzten Bl. in der Mitte steht: »explicit le bestiaire«, 
am Rande »amen«. Der Titel Fol. 1 vor dem Bilde 
lautet in rother Schrift: »Ci comence le bestiarie«. Auf 
Fol. 30 steht vom Paginator in die Ecke geschrieben : 

Augusto Darunter »gorge uescu«, vielleicht der 

Name des ehemaligen Besitzers. Die Reihenfolge der 
Abschnitte ist wie in A. Hier erscheinen schon gröbere 
Anglonormannismen wie 8 Fraunce, 145 graunz u. a. 
Durch Flüchtigkeit des Schreibers fehlen auch einzelne 
Verse, so 454, 1321, 1494, 3484. In B allein fehlen 
4039—4040, 3890—3893, während andere Lücken mit 
den folgenden Hss. gemeinsam sind. 

C = Ms. fr. 2168, ehemals 7989 S Fol. 188»»— 209\ 
Diese beachtenswerthe Hs. aus der zweiten Hälfte des 
13. Jahrb., welche im gedruckten Katalog der National- 
bibl. beschrieben ist, enthält nur drei Viertel des Besti- 
aire, genau noch nicht 3000 Verse, indem der picar- 
dische Schreiber ganze Abschnitte, so den Ibis 
(1171-1306), den Wildesel (1829—1926), die Fulica 
(1965—2028) sowie den Schlusspassus 3437—4120 aus- 
gelassen hat ; einzelne übersetzte Bibelstellen hat er ge- 
kürzt. Die Reihenfolge der 32 Abschnitte ist wie in A. 

Rein seh, Le Bestiaire. 2 



— 18 — 

Der Titel lautet hier Fol. I88M11 rother Schrift: 
»Chi commenche li drois bestiaires de le devine 
escripture«. Den üeberschriften folgen hier keine 
Bilder. Die Widmung fehlt. Der Schreiber ändert 
eigenmächtig, so V. 92 u. ö. Vgl. die Varianten. 

Auch hier fehlen einzelne Verse ganz in Folge 
Flüchtigkeit, so 128, 161, 860, 1094, 1150, 1950, 2033, 
2253, 2372, 2402, 2482, 2489, 235—236, 253-254; 
1037—1038; 2911—2912, von gemeinsamen Lücken 
abgesehen. Das Ganze endet mit 4136, indem das 
Fabliau des Eustache d'Amiens: »Du bouchier d'Abe- 
vile« ed. Montaiglon, Fabliaux III p. 227—246 folgt, 
ohne dass der Schluss des Best, noch besonders vermerkt 
ist Die Picardismen, wie 98 cangierent^ 171 seneftanchey 
331 omediide, 2191 douch, 814 U essample^ 1552 glise^ 
1640 de», 3212 meniore^ 195 baillie als Femin, des 
Particips können hier nicht alle au%eführt werden. 

D = Ms- fr. 25466, N. B. 192. Fol. 3-33 (30«»). 
Diese recht nachlässig geschriebene, s und ^ nicht unter- 
scheidende Hs., die mehrfach von Würmern zerfressen 
und fleckig ist, so dass einzelne Buchstaben fehlen, ist 
am Anfange unvollständig, indem Fol. 1 — 3 ausgefallen 
sind, sie beginnt deshalb erat mit V. 118. Von Fol. 1 
ist nur die Spur sichtbar, indem oben auf dem Frag- 
ment des Blattes roth zu lesen ist »In[cipit]«, während 
auf Fol. 1 von neuerer Hand als Inhalt der Hs. be- 
merkt ist: »Bestiaire. Fables d'Esope, k T^glise de 
Paris N^ D. 192«. Der aussen geschriebene Titel der 
Hs. ist: »Bestiaire. Fables d'Esope, Horace, Phedrus, 
Auenus et autre»«. Die neuere Seitenzählung beginnt 
mit Fol. 1 des Fragments. Den Fabeln der Marie de 
France, die Fol. 49(42) endigen, geht ein später hin- 
zugefügtes Verzeichniss voran. Oberhalb des letzten 



— 19 — 

£1. hat der ehemalige Besitzer der Hs. seiaen Namen 
eingetragen: *Je sui a frere Joham Cholet«. Dieselbe 
wird in dem geschriebenen Kataloge noch dem Ende 
des 13- Jahrh. zugewiesen. Zuletzt ist D, auch C und 
H von L^op. Hervieux, >Les febulistes latins«. Paris 
1883/1884, I p. ß32 ohne neue Ergebnisse genannt. 
Bei den Abschmttüberschriften ist hier Raum zu Ab- 
bildungen frei gelassen. Die Anordnung des Ganzen 
ist hier willkürlich und verkehrt; dieselbe stimmt bis 
zum zweiten Abschnitt incl. mit der gewöhnlichen 
tiberein, aber V. 350-586 fehlen; da mit V. 350 ein 
neues Blatt beginnen mtisste, so scheinen, obschon das 
folgende Blatt von neuerer Hand mit 3 paginirt ist, 
mehrere Bl. ausgefallen zu sein, d. h. es fehlen die 
Abschnitte 3, 4 und 5 ganz und der erste Theil von 6 
(Pelikan). Dann lässt D dem Abschnitt 8 (Adler), den 
Walfisch, das Rebhuhn und das Wiesel (26, 27, 28) 
folgen und schiebt ohne Zusammenhang die Predigt 
des Schlusses ein ; hieran schliessen sich die Abschnitte 
(28 — 36) von der Schlange, dem Strauss, der Turtel- 
taube, dem Hirsch, Salamander, den Tauben und dem 
Paradixion, dem Elephanten, der Mandragora, dem 
Diamanten. Dann ist ohne Zusammenhang der Schluss 
mit der Stelle von den 3 Feinden des Menschen ein- 
geschoben, und es folgen die Abschnitte (9 — 19 und 
22 — ^25) vom Affen, dem ungenannten Vogel, dem 
Panther, dem Drachen, dem Phönix, dem Wiedehopf, 
den Ameisen, der Sirene, dem Igel, dem Ibis, dem 
Fuchs, dem Einhorn, dem Biber, der Hyäne, der 
Wasserschlange, endlich die Abschnitte (21) vom Wild- 
esel und (20) von dem Ziegenbock nebst dem Gebet 
4121—4136. Die Hb. schliesst nach 4136 mit: »Explicit 
bestiarium. Qui scripsit scribat / Semper cum domino 

2* 



— 20 — 

vivat«, dazu ein Kopfbild. Die Schlusswidmung fehlt 
in dieser continentalen Hs. , die die unsinnigsten Les- 
arten bietet und nur wenige normannische Eigenthüm- 
lichkeiten bewahrt hat. Viele Verse fehlen, abgesehen 
von gemeinsamen Lücken, so 135 — 136. 139. 285 — 286. 
888. 1027—1028. 1043—1044. 1084. 1097. 1135—1136. 
1175 — 1176. 1183-1184. 1189—1190. 1193-1194. 
1205—1206. 1239—1240. 1253—1256. 1262. 1267- 
1268. 1356—1357. 1383—1384. 1392. 1399—1400. 
1447 — 1448. 1539—1542. 1551. 1579-1582. 1617. 
1639. 1669—1670. 1674. 1683. 1690. (In CD fehlen: 
1051—1052. 1094. 1118. in BD: 2343—2344). 1703— 
1704. 1743—1744. 1758. 1760. 1837—1844. 1847— 
1848. 1875 — 1878. 1887 — 1888. 1912. 1930—1931. 
1951 — 1952. 1997—1998. 2032. 2067-2068. 2100. 
2103-2110. 2125—2126. 2133—2134. 2181—2182. 
2187. 2197. 2203 — 2206. 2332. 2343-2344. 2358. 
2472. 2488. 2530. 2605. 2637—2638. 2721—2722. 
2755-2756. 2986. 2989. 3069—3070. 3204. 3439— 
3440. 3450. 3453-3458. 3521-3522. 3566. 3607— 
3608. 3611-3612. 3929—3930. 3949—3950. 3979— 
3980. 3985—3986. 3992. 4015—4016. 4034. 4059— 
4060. 4063—4064. 4067—4072. 4089—4090. Der 
äusserst flüchtige, wohl von einer Augenkrankheit ge- 
plagte Schreiber aus dem nördlichen Frankreich hat 
seine Vorlage vielfach gar nicht verstanden und scheint 
eine aus losen Blättern bestehende Handschrift copirt 
zu haben. Trotzdem leiten die verstümmelten Wörter 
öfter auf das Richtige über. 

E = Ms. fr. 14964, Snppl. fr. 660. Fol. 118-181. 
Diese continentale Hs. mit Bildern und Ueberschriften, 
aus dem Ende des 13. Jahrh. stammend, stimmt meist, 
auch in den Auslassungen, mit C überein, jedoch ist die- 



— 21 - 

selbe, da eine Anzahl Blätter, ohne dass eine Spur sicht- 
bar ist, herausgerissen ist, unvollständig: es fehlen näm- 
lich dadurch V. 585— 628, 735—782, 999-1052, 1113- 
1158, 1375—1421, 1477—1572, 2587-2632-, noch 
kommt von grösseren Lücken dazu 2111 — 2182, 2419— 
2466, 2735—2784. Ausserdem hat E = C den Ab- 
schnitt 23 = V. 1965 — 2028 ausgelassen; es fehlen ferner 
335—336, 1770—1771, 1796 (wie in C), 1841—1842, 
1879—1880, 3917—3918. E beginnt mit dem rothen 
Titel: »Ci commence li bestiaires«. Die Zeilenzahl 
beträgt in dieser sorgfältigen Hs. 3537. Die Schluss- 
widmung ist hier vorhanden, und erst nach 4174 hat 
E in rother Schrift: »Ici fenist li bestiairesc Die 
Blätter der Hs. sind nicht einzeln, sondern lagenweise 
zu je 8 Bl. gezählt. Der Best, beginnt auf dem zweiten 
Bl. der 15. Lage. Die 16. Lage hat nur 6 BL, eben- 
so die 17.; die 18. nur 5, die 20. nur 6, die 21. nur 7. 
Das Ganze endet auf dem 4. Bl. der 24. Lage, wo 
auf der dritten Seite nach der rothen Ueberschrift »Ci 
commence li lapidaires« das Steinbuch beginnt: >Cil 
qui aimment pierres de pris«. Löop. Pannier, »Les 
lapidaires fr.« p. 234 glaubt, dass diese Hs. in Paris 
oder der Umgegend geschrieben ist. Nach dem Schluss 
des Lapidarius steht auf der letzten Seite Jehan Verdier 
als Besitzer der Hs. mit beigefügtem apartena[it] .... 
1599. Die Jahreszahl 1265 dieser datirten Hs. stammt 
aus dem darin ebenfalls enthaltenen und den Anfang 
bildenden Livre du clergie; vgl. Fr. Fritsche, »Die 
Quellen der Image du Monde«. Halle 1880, p. 7. 
Neben dieser Zahl hat ein Ignorant bemerkt »per 
Guillelmum Ferment Normannum, ein Missverständniss 
des 21, Verses des Best., das sich bereits auf einem 
dem ersten Pergamentbl. vorangehenden Blatt Papier 



— 22 — 

findet, wo noch hinzugefügt wird: »Ce guülaume est 
peutetre nn moine de Citeaux apelle guillaume de 
guiUeville ou de caro loco (de chaliu Tabbaie), car an 
moins outre ce Rouman il est sur que guiUeville a ecrit 
[trois ist durchstrichen und des übergeschrieben] de» 
romans des 3 pelerinages^ a la fin du traittd des 
bestiaires guillaume loue vn raoul qui peutetre est 
Raoul de ferneres en Normandie qui vivoit en 1250«. 
Diese als Curiosität treu wiedergegebenen Worte be- 
dürfen keines Commentars weiter. — Auch die An- 
ordnung in E bestätigt die Reihenfolge der Abschnitte 
in A* Einzelne Zeilen am Schluss von Capiteln sind 
hier, besonders vor ausgerissenen Blättern, um Raum 
zu fallen, in die Länge gezogen. Der Schreiber hält 
Aethiopien V. 2226 für eine Stadt; der Nil gilt ihm 
V. 1653 als eine Insel; derselbe kennt die Hundspeter- 
silie nicht, sucht deshalb V. 1662 seine Kenntniss des 
Maikäfers anzubringen. 

P = Ms. fr. 1444, älter 7534. Diese kaum noch 
dem Ende des 13. Jahrh. angehörige, von Cahier mit Z 
bezeichnete und in die ersten Jahre des 14. Jahrh. ge- 
setzte Hs. endet unvollständig mit V. 3468. Im Katalog 
der Nationalbibliothek wird bei Beschreibung dieser 
picardißchen Hs. das Ende des Best, falsch angegeben, 
indem ein anderes Werk mit diesem vermengt wird; 
nämlich nach der Endzeile »&: de nostre segnour 
blasme« sind Fol. 256 die zwei untersten Zeilen der 
zweiten Spalte leer gelassen, und es folgt in der dritten 
Spalte die Ueberschrift roth : »De Tarbre del monde«, 
darunter roth: »De Tarbre dou monde«. Das kleine 
Gedicht, das sonst »De Tunicome et del serpent« be- 
titelt ist, ist von A. Jubinal, »Nouveau Recueil de Contes, 
Dits, Fabliaux«. Paris 1842, 11 p. 113—123, auch von 



— 23 — 

Wollenberg herausgegeben; 12 andere Hss. hat Paul 
Meyer in der Komania VI, 19 — 20 zusammengestellt. 
Der Best, enthält hier nur 3381 Zeilen und keine Wid- 
mung. Die rothe Ueberschrift von Fol. 241 — Fol. 256 : 
>Dou bestiaire devin« hat Hippeau dazu bestimmt, 
seinem Abdrucke den unberechtigten und aus den 
Literaturgeschichten zu streichenden Titel »le bestiaire 
divin« zu geben, den F. Mann, »Der Bestiaire Divin 
des. Guillaume le Clerc«. Heilbronn 1888, p. 2 beibehalten 
hat, obschon er nicht vom Dichter selbst herrührt Die 
lückenhafte Hs. wird, trotzdem sie nur geringen text* 
kritischen Werth hat, mehrfach herangezogen werden. 
Die 36 Abschnitte enthalten Abbildungen und ent- 
sprechen genau der allein richtigen Anordnung in A. 

G =- Ms. fr. 14970, Suppl. fr. 632/23. Diese 
picardische Hs. des 14. Jahrh. mit Ueberschriften und 
Abbildungen enthält erst den Best., der hier 3991 
Zeilen zählt mit der Schlusswidmung, die hier voll- 
ständig ist; an zweite Stelle steht der Lapidaire, 
Pannier, »Les lapidaires fr.« p. 335 setzt die Hs. in den 
Anfang des 14. Jahrh. ; Delisle rückt sie zu hoch hinauf. 
Der Titel ist hier Fol. 1 roth: »li biestiaires«. Das 
Ganze endigt mit 4174. Die 34 Abschnitte dieser un- 
vollständigen Hs., in welcher die Fulica und der Drache 
(Abschnitt 23 und 25) fehlen, folgen wiederum der 
Reihenfolge in A. Die Vergröberung der Orthographie 
ist hier schon schlimmer als in F und weit entfernt 
von der Gleichmässigkeit in A. 

H = Ms. fp. 24428, N. D, 193. Fol. LIV— 
LXXVin^. Diese Hs* des 14. Jahrb., die mit Abbildungen 
und Ueberschriften versehen ist, ist unvollständig, in- 
dem sie nur 3287 Zeilen enthält, und die Schluss- 
widmung fehlt. Ein Inhaltsverzeichniss der Hs., in 



— 24 — 

der die Image du Monde, ein davon losgetrennter 
Volucraire von Omont, der Lapidaire wie in E und 
•die Fabeln der Marie de France nebst einem Prosa- 
tractat über die Sünde stehen, trägt die Signatur 
GDLR, d. i. G. de la Rue. Die rothe Ueberschrift 
des Best, stimmt mit E überein. Unter den Abbildungen 
ist Fol. LXIX der Panther vergessen. Auch diese 
Hs. hat die Jahreszahl 1265. Nach L^op. Pannier, 
»Les lapidaires fr.« p. 234 scheint diese Hs. der Cham- 
pagne anzugehören. Vgl. E. Martin in Böhmer's Eoman. 
Studien IV p. 496. Der Best, endigt hier mit V. 3454 : 

de tout ce vous cri ie merci. 

ici fenist li bestiaire 

dont oi aveiz Tessamplaire, 
worauf noch in rother Schrift folgt: »Ci fenist li 
bestiaires«. Die 34 Abschnitte stimmen in der Reihen- 
folge zu A, doch fehlen wie in G die Fulica und der 
Drache. Die Thiemamen zeigen schon arge Entstellung 
in H, so (istalon, la Jcalendre neben caladricuSj la 
choete neben m'cörace; /remis (Ameise) ; hirecon; Vybeu, 
hybeus; gourpil; perdris neben pertris u. a. Diese 
Hs. steht mit CEFG in engem Connex. 

I = Ms. fr. 25408, N. D. 273 w«. Der Text dieser 
von M. Sepet in der Bibl. de TEcole des Chartes be- 
schriebenen lückenhaften Hs., die vom Jahre 1260 
datirt ist, — Cahier, Mölanges H p. 91 giebt 1267 
an imd nennt sie X, — ist von Hippeau abgedruckt 
worden; so fehlt hier die Stelle am Anfang des Best., 
wo Guillaume Philipp von Frankreich und sich noch 
einmal nennt: 11 — 25. Auch der Ameisenlöwe fehlt 
hier ganz (1009 — 1052); ferner 31—32, 231—238, 
736-737, 1055—1070, 1155-1156, 1241—1244, 1409— 
1412, 1699-1700, 1825—1830, 1847-1848, 1922— 



- 25 - 

1924, 2317-2320, 2341-2344, 2432—2435, 2582— 
2587, 2734-2735, 3172—3173, ebenso die Schluss- 
widmung. Der Titel des Best, lautet hier: »Ici 
commence le bestiaire en fraiiceis«. Das Ganze endet 
unvollständig mit 4136 der vorliegenden Ausgabe. Die 
86 Abschnitte beobachten die Reihenfolge von A, und 
Hippeau zählt 3943 Zeilen. 

K = Ms. fp. 902, älter 7268« A« (Colbert 3745). 
Diese im Katalog beschriebene anglonormannische Hs. 
des 14. Jahrb., die Fol. CXXXVII ohne Titel mit Zeile 
2 des Best, beginnt, ist ohne Bilder und ohne Ueber- 
schriften, nur am Rande stehen die Namen der Thiere 
zu den einzelnen Abschnitten. In den 5 ersten Zeilen 
sind Rasuren, Fol. CLVI hat 2 Risse und Fol. CLVn 
ist die Ecke des Blattes unten weggeschnitten. Der 
mit A sich berührende gröbere Text bildet die Basis 
zu Cahier's Abdruck, der sie mit V bezeichnet; das 
Ganze zählt hier 3864 Zeilen. Einige Verse fehlen 
ganz, so 351, 435, 982—987. Die Schlusswidmung 
findet sich hier vollständig Fol. CLIX*. Paulin Paris, 
»Les mss. fr.« VII p. 207 beschreibt diese Hs., die er 
zu hoch in das 13. Jahrh. (Cahier sogar in die erste 
Hälfte des 13. Jahrh.) setzt; der Text erscheint ihm als 
»du fran9ois pour rire«. Die Reihenfolge der 35 Ab- 
schnitte ist wie in A; der dritte Abschnitt über die 
2 Steine fehlt und folgt bei Gab. erst nach der serre, 
dann baladrius (sie) etc. Cahier hat die Reihenfolge 
der Hs. willkürlich geändert. Wie in GL ist für 
chevre geschrieben lievre in Abschnitt 20, wo der 
Schreiber, am Ende schon müde, ein amen setzt. Die 
wichtigeren Lesarten finden unten Berücksichtigung. 

L = Ms. fr. 20046, St. Germain 1985, Coislin 
2738. Fol. 1—36. Diese unvollständige Hs. vom Jahre 



— 26 — 

1388 beginnt wie K mit Zeile 2 und ist voller Fehler, 
Die Abbildungen sind ziemlich ungeschickt ; nach dem 
ersten Bilde Fol. I folgt keine Ueberschrift. Nach 
dem Schluss folgt hier die Widmung vollständig. 
Seeger, »Die Sprache des Guillaume« p. 6 bezeichnet 
die Hs. als francisch; einzelne normannische Eigen- 
heiten haben sich trotz verschlechterter Orthographie 
erhalten. Die Anordnung der 35 Abschnitte in dieser 
Hs. ohne besonderen Werth ist wie in A. Der Ab- 
schnitt (13) vom Igel fehlt, indem auf serainne gleich 
ihes folgt. Cahier bezeichnet diese Hs. mit Y. 

M = Old Royal Ms. 16 E VIIL Fol. 2— 7P. 
Diese anglonormannische Hs. des 13. Jahrh. ist zuletzt 
von E. Koschwitz, »Karl's d. Gr. Beise nach Jerusalem« : 
Altfranzös. Bibl. ed. W. Förster H p. 9 und 1883 von 
D. Ward, »Catalogue of Bomancea« I p. 176 ff. und 625 ff. 
besprochen. Es finden sich in derselben Abbildungen 
ohne Ueberschriften vor den Abschnitten, die Widmung 
ist hier vorhanden. Das erste BL der Hs. ist leer, 
und Fol. 2 findet sich eine fehlerhafte Ueberschrift 
von jüngerer Hand mit einem Hinweis auf den „Prolog 
zu dem Buche von der Natur der Thiere, Fische und 
VögeF. Diese Hs., in der einzelne und mehrere Verse 
fehlen, so 450, 736—737, 1050—1051, 1829—1830 u. a. 
weist agn. Sprachformen des ausgehenden 13. Jahrh. 
auf, ist also viel jünger als A, dessen Anordnung sie 
befolgt. Trotz einiger Lücken ist die Hs., die mit 
V. 4174 endigt, zur Textherstellung von Nutzen; der 
unvollständige Text zählt noch nicht 3900 Zeilen. Nach 
G. Paris & A. Bos, »Trois versions rimöes de TEvangile 
de Nicodfemec. Paris 1885, p. XXIV ist diese 1879 
noch vorhandene Hs. seit einigen Jahren »en deficit«. 
Als Textprobe werden im Anhang die ersten 12 Blätter 
der Hs. ungeändert abgedruckt werden. 



— 27 — 

N = Cotton Ms. Vespas. Ä VII Fol. 2»-31». 

Anglononnannische Hs. des 14. Jahrb., in der Fol. 1 aus 
einem lat. Codex beigebunden ist Der Abschnitt (3) 
V. 345 — 897 folgt hier erst nach dem von der serre 
(4), worauf nicticorace (7) folgt^ und nach dem Adler 
(8) kommt erst der caladrius (5), dann der Pelikan (6) 
und Phönix (9) ; die folgenden Abschnitte bieten keine 
Abweichungen, nur zuletzt geht der Schreiber von der 
Turteltaube [(30) gleich zur Mandragora (35) über, 
worauf der Salamander (32) und der Abschnitt von 
den Tauben (33), dann der Hirsch (31), der Elephant 
(34), der Diamant (36) folgt. Am Schluss kürzt der 
Schreiber, dessen Umstellungen willkürlich sind, da 
der Dichter im Abschnitt vom Elephanten ausdrücklich 
auf die nachher erst zu erwähnende Mandragora Bezug 
nimmt (3212). Diese lückenhafte, die Schlusswidmung 
enthaltende Hs. ist für den Text entbehrlich und ver- 
dient kaum Berücksichtigung; so fehlt 1037 — 1052, 
1826 — 1829, 1922 — 1926, 2342—2343, 2734—2735, 
4116—4119. 

= Ms. Barrois XI Fol. 140—163. Den Inhalt 
dieser aus Nordfrankreich stammenden, einst Techener 
gehörigen Hs. des 14. Jahrb., in der als Jahr der Nieder- 
schrift 1329 stdit, bilden ausser dem Best der Roman 
de la Böse, der Lai du moigne, der Lai de la dame 
& des 3 Chevaliers. Die Schlusswidmung ist hier vor- 
handen. Eine Beschreibung dieser sehr fehlerhaften Hs., 
die durch Trübner im Austausch gegen die Manessische 
Hs. wieder nach Paris gekommen sein dürfte, findet 
sich in dem gedruckten Katalog der ehemaligen Biblio- 
thek des Lord Ashbumham ; vgl. auch Fr. Michel, :»Lais 
inedits des XII« et XHI« si^cles«. Paris 1836, p. H. Zu- 
letzt ist dieselbe aufgeführt von F. Mann, »Der Bestiaire 
Divin des Guillaume le Giere«. Heilbronn 1888, p. 5 — 6. 



— 28 — 

P = Bodley Ms. 132 Fol. 63—81. Diese einst 
Fr. Douce gehörige Hs. enthält u. a. auch die Fabeln 
der Marie de France. Vgl. den »Catalogue of the 
Printed Books & Mss. bequeathed by Fr. Douce to the 
Bodl. Library«. Oxford 1840, und Brakelmann in 
Zacher's Zeitschrift für deutsche Philologie. Halle 
1871, III p. 219. Die mit Abbildungen versehene 
Und in England entstandene Handschrift des 14. Jahrh. 
bricht unvollständig am Schluss mit V. 3436 der vor- 
liegenden Ausgabe ab. F. Mann, »Der Bestiaire des 
Guillaume le Clerc«. Heilbronn 1888, p. 5 setzt dieselbe 
trotz der mitgetheilten fehlerhaften Textproben in das 
13. Jahrh. und meint, von den 3 Hss. Douce 132, Egerton 
613 und Cotton Vesp. A VH, die zweifellos zu einer 
Gruppe mit Ms. fr. 25 408 gehören, biete die erstgenannte 
den besten Text. Aber ein Vergleich der Lesarten dieser 
beachtenswerthen, doch orthographisch ungleichmässigen 
Hs. weist ihr einen untergeordneteren Bang an. 

Q = Ms. Regln. Vatican. 1862 oder 1682. Fol. 
4*— 26^ Das Verhältniss dieser mit Ms. fr. 24429 
(La Vall. 41) verwandten Hs. , in der als Verfasser 
des Best. Guillem genannt ist, zu den übrigen Bestiaire- 
Hs. ist aus StengeFs Beschreibung in Gröberes Zeit- 
schrift (1881) V p. 381 fg. nicht recht ersichtlich; dieselbe 
scheint dem centralfranzösischen Gebiet anzugehören. 

R = 0, 16. Nach C. M. Robert, »Fables inödites« 
I p. LVII gehörte diese Hs. der Bibl. du Roi, müsste 
also in der Nationalbibliothek sein. Dieselbe muss ur- 
sprünglich dem fonds N. D. angehört haben. Die 
Vergleichung der gedruckten Probe stimmt nicht ganz 
genau zu Ms. fr. 24428, N. D. 193. In dem ursprüng- 
lich dem fonds N. D. angehörigen Ms. fr. 25406 ist 
die Bezeichnung O 17 auf dem vorgebundenen Blatte 



— 29 — 

durchstrichen. Möglicherweise hat Robert die jetzt 
verlorenen ersten Blätter von D noch benutzt und die 
Stelle über den Fuchs H entnommen. 

S = Hamilton Ms. 273. Fol. 45*»— 73». Im kgl. 
Museum zu Berlin. Diese von 1324 datirte Hs. ent- 
hält noch das in 11 Hss. bekannte Gedicht »Genealogie 
de la Sainte Vierge« mit der Legende vom Kaiser 
Phanuel (vgl. Suchier in Gröberes Zeitschr. 1884 
p. 428 und C. Chabaneau's Ausgabe in der Revue des 
langues rom. 1885 p. 118 fg.), die Sage von den 3 
Marien, Brunetto Latini's Tresor, den Brief des Priesters 
Johannes nebst dem Elucidarius in Prosa. Die von 
einem picardischen Schreiber geschriebene Hs. nennt 
wie I im Eingange den Dichter nicht namentlich. Die 
Schlusswidmung fehlt hier. Der Best, führt keinen 
Titel und enthält keine Ueberschriften. Die Abschnitte, 
die die Reihenfolge von A beobachten, beginnen mit 
grossen durch Bilder gezierten Initialen. Das Ganze 
enthält gegen 3850 Zeilen, ist also unvollständig. Mit 
V. 4136 endet das Werk mit der Notiz: »Chi faut li 
bestiaires dou sermon«. In S fehlen V. 10 — 25. 33 — 
136. 231—238. 321—322. 519—520. 737—738. 931— 
932. 1037—1038. 1051—1052. 1155—1156. 1241— 
1245. 1559—1562. 1699—1700. 1825—1830. 1847— 
1848. 1923—1926. 2105—2106. 2111—2158. 2193— 
2194. 2205 — 2206. 2341—2344. 2433-2436. 2468. 
2470. 2472. 2583—2588. 2648. 2707—2736. 2917— 
2918. 2936-2937. 2949-295Ö. 3565—3585. 3646— 
3650. 3929—3930. 4107-4108. Der Schreiber, der 
zuweilen ändert, hat aus einer Hs. abgeschrieben, die 
CE sehr nahe stand; wenigstens zeigen die falschen 
Lesarten mit diesen 2 Hss. die meiste Uebereinstimmung. 
Diese Hs. ist von Wattenbach, „Die Hss. der Hamilton- 



— 30 — 

Sammlung* (N. Archiv d. Ges. f. Aelt. deut. Geschichtsk. 
VIII. Hamiover 1883 S. 327—346) nicht mit beschrieben. 

T = Ms. de Lyon 650, jetzt 78. Fol. 36-68. 
Diese Lyoner Hs. ist zuerst genannt von Delandine, 
»Manuscrits de la bibliotheque de Lyon«. Paris. Lyon 
1812, I p. 409—410; derselbe vermengt die Image del 
monde (er schreibt Ltmage) mit dem Bestiaire und 
datirt das Gedicht ungefähr vom Jahre 1000. Nach 
Anführung der für einen bestimmten Dialekt nicht 
charakteristischen Schlussworte in der Hs. »Cest la- 
bor — Por signor Raol son signor« meint er sonderbar: 
»Ce Raol peut Stre le gendre de Robert, qui r^gna sur 
la France depuis 923 jusqu'en 936. H avoit äpousä 
la reine Emme, qui contribua k lui faire obtenir la 
couronne. Le manuscrit paroit dater du temps de 
Raol; il a ^t^ acquis ä un assez haut prix par M. 
Adamoli et a pass^ de sa Bibliotheque dans celle de 
ia ville«. Einer Widerlegung bedürfen die seltsamen 
Angaben dieses Bibliothekars nicht. Zuletzt ist diese 
unvollständige Hs. des 14. Jahrb., in welcher der Anfang 
des Bestiaire fehlt, während die Schlusswidmung vor- 
handen ist, kurz besprochen von F. Mann, »Der Bestiaire 
Divin des Guillaume le Clerc«. Heilbronn 1888, p. 6 — 7. 
Da in dieser Hs. nur 30 Abbildungen in Gold vor- 
handen sind, so fehlen 6 Abschnitte ganz. 

U = Ms. 4156 des Sir Thomas Philipps, jetzt im 
Thirlestaine Honse zu Cheltenham. Diese Hs. ist zuerst 
nachgewiesen von F. Mann, »Der Bestiaire Divin des 
Guill le Clerc«. Heilbronn 1888, p. 7—8 (sub p) und 
beschrieben nach dem selbst in den grössten europäischen 
Bibliotheken nicht vorhandenen Kataloge der Sammlung 
des Sir Thomas Philipps. Die von einem Anglonor- 
mannen geschriebene A nahestehende Hs. gehört noch 



— 31 - 

dem 13. Jahrh. an. Das erste Stück derselben ist von 
Herman von Valeneiennes, das letzte, 12, von Wace; 
der Bestiaire von »Gillealmec steht an achter Stelle. 
Leider sind nur V. 1 und 5 — 14 als Textprobe gedruckt 
worden. 

YerschoUene Handschriften des Bestiaire Gnillanme's. 

V = ? Aus dem Inventaire des Viglius vom 
Jahre 1577 wird im »Catalogue des manuscrits de la 
biblioth^que royale des ducs de Bourgogne«, t. I. 
Bruxelles & Leipzig 1842 unter 1340 Aufgeführt: »Cest 
le livre du bestiaire«, beginnend auf Bl. 2: »Mes par 
le pechie« (== V. 48 des Bestiaire). Aber No. 1340 
in der »Bibliotheque Protypographique , ou Librairies 
des fils du Roi Jean, Charles V, Jean de Berri, 
Philippe de Bourgogne et les siens«. Paris 1830 weist 
auf den Bestiaire d'Amour. Wenn nicht ein Versehen 
von Barrois vorliegt, waren beide Bestiarien, der des 
ßiehard von Foumival und der des öuiUaume, in der 
Hs. enthalten. 

W = ? In derselben Biblioth^que Protypogr. p. 
196 No. 1341 wird eine Pergament-Hs. mit dem Titel : 
:>C'est le livre du Bestiaire« und dem Anfang: »Qui 
bien quemenche bien deffine« genannt, die circa 1467 
in der Bibliothek zu Brügge war. 

X = ? Ebenso sicher ist unter No. 2107 der Bibl. 
Protypographique p. 299 an dem Titel »Le Bestiaire« 
und dem mit V. 48 beginnenden zweiten Blatt GuiUaume's 
Dichtung erkennbar, die 1467 in Brüssel vorhanden war. 
Aus den übrigen Nummern mit dem Titel Bestiaire 
lässt sich dieselbe nur vermuthen. Vgl. Mann, »Der 
Bestiaire Divin des GuiUaume« p. 8—9. 



— 32 — 

IV. Verhältniss der Handschriften. 
Ueberschriften. 

Aus der Uebersicht der Hss. ergiebt sich, dass 
die Schlusswidmung an Raoul in ACDFHIPS fehlt, 
während sie in BEGKLMNOT vorhanden ist. Dass 
dieselbe mit zum Best, gehört, geht auch daraus her- 
vor, dass erst nach derselben in E steht: »Ici fenist 
li bestiaires«. Es fragt sich nun, ob alle Hss. von 
einander unabhängig sind oder ob die eine der andern 
beim Abschreiben als Vorlage gedient hat. Behufs 
Classification der Hss. ist zu untersuchen, ob Lücken 
oder Zusätze vorhanden sind, und ob sich gemeinsame 
Fehler oder absichtliche Aenderungeu nachweisen lassen, 
die auf gemeinsamen Ursprung hinführen könnten. CE 
fehlen gemeinsam 99—100, 1965—2028, 2085—2090, 
2111—2182, 2341—2344, 2480, 3351—3352. E allein 
fehlen 335—336, 1770—1771, 1841-1842. BCEM 
fehlen 519—520. Es fehlen CD 1051—1052, 1094, 
1118; BD 1193—1194, 2343-2344; BCDE 2735— 
2736; BCDEIMN 1829—1830; BDENS 1923—1926; 
BCDGH 1559 — 1562; BCDEMIKLS 2917 — 2918; 
BCDEIKLS 2935—2936. BCD haben Zusatz 1158. 
ABIM stimmen überein 135—136, wo CEGH einen 
Zusatz haben. BCDEGH haben 948 einen Zusatz, 
während CEGH 815-820 und BCDIKMN 737—838 
fehlen. In Anbetracht der vielen Auslassungen der 
einzelnen Hss. ist anzunehmen, dass die vollständigste 
dieses zur weiteren Verbreitung bestimmt gewesenen 
Werkes die beste ist, und dies ist A; die Widmung 
ist hier mit Hülfe der übrigen Hss. leicht herzustellen. 
So stellt sich die Frage des Verhältnisses der Hss., 



— 33 — 

deren Grruppirung durch Vergleichung im Einzelnen 
kein befriedigendes Resultat ergiebt, zum Original hier 
recht günstig dar. Die Zunahme des anglonormannischen 
Charakters der Sprache in den Hss. lässt sich veran- 
schaulichen durch die Reihe AUPMKBN, während die 
Reihenfolge der continentalen Hss. nach ihrem kritischen 
Werthe ist ECDHIFGSQO. Je weiter die Hss. dem 
Originale entfernt stehen, desto mehr nehmen die Ueber- 
schriften zu. Dass dieselben im Urexemplare nicht vor- 
handen waren, geht aus dem Abschnitt (23) über das 
Wasserhuhn und den Drachen (25) hervor. Die 4 Hss. 
BCDE, um nur diese hier anzuführen, haben folgende 
Ueberschriften zu den einzelnen Abschnitten: 

1) B hat vor dem Bilde roth: »Ce est le leonc, 
dann auf der folgenden Seite noch ein Bild mit der 
rothen ' Inschrift : »Nature del leon« und am 
Rande roth: »Le sarmun del leon«. C hat roth: 
»Veschi d'un Hon«. D hat erst später Ueber- 
schriften am Rande. E roth: »De la nature dou 
lion« nebst Bild. 

2) B hat wieder roth: »Ce est le sarmun de Tapta- 
lops« nebst 2 Bildern mit der Bemerkung am 
Rande: »Ce est le aptalops«. C hat ohne Bilder 
wieder roth: »Veschi de Tastalon«. D am Rande 
bei freiem Räume zu einem Bilde: »Aptalops«. 
E wieder roth: »De la nature de Tastalon« nebst 
Bild wie im Folgenden immer. 

3) B hat nebst Bild am Rande: »Dous perres ke 
ardent«. C: »Li vertus de H pierres«. D fehlt 
hier. E: »De la nature de H pierres qui sont 
masle & femele se sieent sor une montaigne«. 

4) B : » Sarmun de la serre « . C : » Veschi de le serre c . 
E: »De la nature de la serre«. 

Beinsch, Le Bestiaire. 3 



— 34 - 

5) B: »Ce est le sarrnun del kaladre«. C: »Veschi 
de caladricus « . E : »De la nature de la chandre « . 

6) B: »Ce est le kaladre c, darunter: iCe est le 
sarmun del pellican«. C: »Veschi del pellican«. 
E: »De la nature dou pellican«. 

7) B: »Ce est le sarmun del nicticorace«. C: 
»Veschi de Tunicorache«. D: »Nuticorace .i. 
fresoye«, E fehlt. 

8) B: »Le sarmun de Pegle«. C: »Veschi de 
Taigle«. D: »L'aygle«. E: »De la nature de 
Taigle«. 

9) B: »Ce est sermun de fenix«. C: »Veschi del 
fenis«. D: »Fenis«, In E ist wieder eine Lücke. 

10) B: »Ce est le aermun de la hupe«, später ist 
noch ein Bild, dazu: »Ce est la hupe«. C: 
»Veschi de la hupe«. D: »La hupe«. E: »De 
la nature de la huppe«. 

11) B: »Le sarmun de la formie«. C: »Veschi de 
la« . . . [der Rest ist, weil verschrieben, ausradirt]. 
D: »Formiz«. E: »De la nature dou fourmis«. 

12) B: »Le sarmun de la sereine«. C: »Veschi de 
la seraine«. D: »Seraine«. E hat hier keine 
Ueberschrift , indem an dieser Stelle der Text 
nach einer Lücke wieder beginnt. 

13) B : »Ce est la sereine« ; dann »Ce est le sarmun del 
herecun«. C: »Veschi de Tirechon«. Li E Lücke. 

14) B: »Le sermun de Tybex«. In C Lücke. D: 
»Ybeus«. E: »De la nature dou lybeu«. 

15) B: »Le sermun del gopil«*. C: »Veschi de 
renart«. D: »Du renart«, darüber »Degoupil«. 
E: »De la nature dou gourpil«. 

16) B: »Le sarmun de Funicorne«. C: »Veschi de 
Tunicorne«. D: »Unicorne«. In E Lücke. 



— 35 — 

17) B: »Le sarmun del bevre«. C: ;&Ve8chi de le 
bievre«. D: »Castorf. In E vor der Lücke : »De 
la nature de la byevre«. 

18) B: »Ce est le sarmun del hyenne«. C: »Veschi 
de liue«. D: »Hyan«. 

19) B: »Ce est le sarmun del cokadrille e de la ser- 
pente«, C: »Veschi d'un serpent«. D: »Ydrus«. 
E: »De la nature dou serpent c'om apele 
ydrus«. 

20) B: >Ce est le sarmun de chevre«, C: »Veschi 
d'un lievre«. D: »De la chivre«. E: »De la 
nature de la chievre«. 

21) B: »Le sarmun de Tasnec, In C Lücke. D: 
»Asnes sauvages«. E: »De la nature de Tasne 
sauvage«. 

22) B: »Ce est le sermun de la singe«. C: »Veschi 
d'un singe«. D: »Singe«. E: »De la nature 
dou synge«. 

23) B: »Ce est le sarmun de Foysel ke mangue le 
bon peisson«. CE haben gemeinsame Lücke. 
D: »Avis innotus«. 

24) B: »Ce est la pantere«, dazu 2 Bilder und: 
»Le sarmun de la pantere«. C: »Veschi d'une 
pantere«. D: »Pantere« und »pantiere«. E: »De 
la nature de la panthere«. 

25) Beim Drachen fehlen Ueberschriften und Bilder. 

26) B: »Ce est le sarmun del cete«. C; »D'un 
pisson de mer«. D: »Balainne«. E: »De la 
nature de la balainne«. 

27) B: »Ce est le sarmun de la perdriz«. C : »Veschi 
de la piertris « . D : » Perdrix« . E : » De la nature 
de la piertrys«. 

28) B hat vor dem Bilde: »Ce est la perdriz« und 

3* 



— 36 — 

vor einem neuen Bilde: »Ce est le sarmun de 
la belette«. C: »Veschi de la belete«. In 
D Raum zum Bilde. E: »De la nature de la 
belete «.- 

29) B giebt sogar der Episode über den Reichthum 
eine Ueberschrift und hat erst: »Cestui buta sun 
or enz la mer«, dazu ein Bild, dann: »Ce est 
le sarmun de Tostrice« nebst Bild. C: »Veschi 
de Tostrisse«. D: »Otruce«. In E Lücke. 

30) B : »Ce est le sarmun de la turtrec. C : »Veschi 
de le tourterele«. D: »Tourete«. E: »De la 
nature de la tourteruele«. 

31) B: »Ce est le sarmun del cerf«. C: »Veschi 
d'un chierf«. D: »Du cerf«. E: »De la nature 
[dou cerfj« : was in Klammern steht, ist undeut- 
lich lesbar; darauf folgt Lücke. 

32) B hat ein Bild ohne Beischrift. C: »De le sali- 
mandre«. D: »Salamandre«. E: »De la nature 
de la salemandre«. 

33) B: »Ce est le sarmun del columb«. C: »Veschi 
des coulons«. D: »Du coulon«. E: »De la 
nature dou coulon«. 

34) B: »Ce est le sarmun de Folifant«. C: »Veschi 
de Tolifant«. D: »Olifant«. E: »De la nature 
de Tolyphant«. 

35) B: »Ce est le sarmun del mandragun«. C: 
»Veschi de le mandeglore«. D; »Mandragore«. 
E: »De la nature d'une herbe qui a non mande- 
gloyre«. 

36) B hat vor dem Bilde: »Ce est le mandragun«, 
dann fehlt ein Blatt. C: »D'une pierre qui est 
en oriant«. D: »Diamans«. E: »De la nature 
d'une pierre qui a non dyamans«. 



~ 87 — 

Schon aus diesen Ueberschriften der Schreiber zu 
den einzelnen Artikeln geht hervor, dass Guillaume 
die Eintheilung in bestiae, volucres, lapides wie Philipp 
von Thaon nicht hat, sondern der Abwechslung Tvegen 
sind Thiere, Steine und eine Pflanze in buntem Wechsel 
wie im Lateinischen abgehandelt. Auch bilde;i;i die 
Typen für Christus, die Kirche, den Teufel und den 
Menschen kein Eintheilungsprincip , wie sich aus dem 
Folgenden ergiebt. 

.V. Reihenfolge der Stücke des Bestiaire und 
deren Typen. 

■ Die Anordnung der Thiere und der übrigen Stücke 
in A ist durch die Hss. sicher gestellt. Die Eintheilung 
in A ergiebt folgende Uebersicht, in welcher 8 Thiere 
der Sage angehören, während bei den übrigen Wahres 
und Sagenhaftes gemischt ist. V. 1 — 136 bilden die 
Einleitung. 

1) V. 137—238 = Lion (Typus: Christus) =Löwe. 

2) „ 239—350 = Aptdlos (Menschen) = Aptalos. 

3) „ 351—398 = // perres (Mann und Frau) = 2 

Steine. 

4) „ 399-456 = Serre (Sünder) =- Serra. 

5) „ 457 — 520 = Caladrius (Christus) =^ Caladrius. 

6) „ 521—614 = PelUcan (Gott) = Pelikan. 

7) „ 615 — 656 = Niticorace (Juden) = Schleier-Eule. 

8) „ 657— 738 = ^«5f?ß (Mensch: Heide, Jude, Christ) 

= Adler. 

9) „ 739—820 = Fenis (Christus) = Phönix. 

10) „ 821—870 = Hupe (Mensch) = Wiedehopf. 

11) „ 871—1052 = Formiz (Christen, Juden) = 

Ameise. 
'12) „ 1053—1112 = Sereine (Teufel) = Sirene. 



— 38 — 

13) V. 1113—1170 =t Herigon (Teufel) = Stachel-Igel. 

14) „ 1171—1306 = Tbex (Sünder) = Ibis. 

15) „ 1807—1374 = Benart (Teufel) = Fuchs. 

16) „ 1375—1476 == Unicome (Christus) == Einhorn. 

17) ^ 1477—1566 = Bevre (der Weise) = Biber. 

18) ^ 1567— 1642== flyame (Kinder Israel) = Hyäne. 

19) „ 1643—1728 = Idrus (Christus) = Wasser- 

schlange, Cocadrüle (Tod, Hölle) == Krokodil. 

20) „ 1729—1830 = Buc, Chevre (Oott) :t= Ziegen- 

bock (Steinbock). 

21) „ 1831— 1926 = ilswßSaZmflfe (Teufel) = WildeseU 

22) „ 1927—1964 = Singe (Teufel) = Affe. 

23) „ 1965— 2028 = /TwKca/ (Christ) = Wasservogel. 

24) „ 2029—2206 = Panthere (Christus) = Panther 

(Luchs). 

25) „ 2207—2238 = Dragon (schlechter Mensch) = 

Drache. 

26) „ 2239—2344 = Cetus (Teufel) = Krake. 

27) „ 2345—2418 = Perdrtjs (Teufel) = Rebhuhn. 

28) „ 2419—2588 = Beletie (Abtrünnige) = Wiesel, 

Aspis (die Reichen) = Natter. 

29) „ 2589—2648 = Ostrice (der Fromme) = Strauss. 

30) „ 2649—2736 = Turtre (Kirche) = Turteltaube. 

31) „ 2737—2822 = Cerf (Christus) = Hirsch. 

32) „ 2823—2882 = Sälamandre (der GHäubige) = 

Salamander. 

33) „ 2883—3174 = Coloms (Christus nebst seinen 

Anhängern) = Tauben, Paradixion (Gott) = 
indischer Baum. 

34) „ 3175—3296 = Olifant (Adam und Eva) = 

Elephant. 

35) „ 3297 — 3332 = Mandragoire = Alraunwurzel. 

36) „ 3333—3426 = Diamant (Christus) = Diamant. 



— 39 — 

37) V. 3427—4100 = Besant, Ovrers. 

38) „ 4101—4120 = in enemis. 
V. 4121—4136 = Schlussgebet. 

Somit ergiebt sich die Reihenfolge der Abschnitte, 
die früher bei oberflächlicher Einsicht der lückenhaften 
Hss. räthselhaft erschien und durch die Hs. D noch ver^ 
wirrt wurde, bei Vergleichung der Hss. in einfacher, 
dem Lateinischen des Cod. Reg. 2 C. XTT entsprechender 
Weise. Die Anordnung in der poetischen Nachbildung 
stimmt also mit diesem der Originalvorlage nahe- 
stehenden Prosatext völlig überein. 

VI. Das normannische Original nnd die Sprache 
des Gnillanme le Clerc. 

Die Basis des kritischen Textes bildet die dem 
franconormannischen Urexemplar am nächsten stehende 
Hs. A, aus welcher die Anglonormannismen nebst den 
überflüssigen Buchstaben zu beseitigen sind; zur Uni- 
formirung der Schreibweise geben die Reime in den 
Werken des Dichters, der ohne Zweifel nicht ganz 
uniform geschrieben und seine Muttersprache nicht völlig 
dialektfrei gehandhabt hat, einen ziemlich sicheren An- 
halt; doch bleiben einige dem Normannischen eigen- 
thümliche Doppelformen bestehen. Durch die Disser- 
tation von H. Seeger, „lieber die Sprache des Guillaume 
le Clerc de Normandie und über den Verfasser und 
die Quellen des Tobias", Halle 1881, sind die wichtigsten 
sprachlichen Besonderheiten schon erörtert worden; doch 
ist manches in den Varianten nachzutragen oder zu be- 
richtigen. Zur Construction des Originals ist die erste 
Person des Plural -oms und -ons in A beseitigt und die 
schon aus den Reimen Besant 2991 sich ergebende Endung 



— 40 — 

om eingesetzt. Wo he für hi steht, wird qui für den Nom., 
que für den Accus, durchgeführt. Auslautendes loses 
d in ad 141, menad 2089 u. ö. (daneben trova 483, 
quida 484) kann wegen des Reimes ga 180 nicht bei- 
behalten werden. Für mut^ molt, mult wird letztere 
Form durchgeführt wegen multiplier 3463, muUipUable 
2103. Für lat. ö in offener Silbe ist oe als die häufigste 
Form adoptirt worden: poeples 646, poples 102, noces 
3953, noeces 1034, 1037; vgl. G. Paris, Nuptias en 
roman: Romania t. X, 3 (1881); Suchier, »Biblio- 
theca Normannica« I p. XVII; Seeger p. 12. So ist 
doelt 21 : voelt u. ö. voelent 3345: soelent 3346 als 
normannisch beizubehalten, ebenso estoet 2581: poet 
2582, foer 3868: quoer 3867. Correct ist o«7 1593: 
voü 1594 ; dagegen oeh 2821 : meZ-s? 2822 ist in eU = o^te 
geändert wegen eU 857 : veU (Hs. A wek) 858 = 663 : 
664, wo veih überliefert ist; jedoch das Pron. eis reimt 
mit doek 554, wofür Seeger p. 13 logisch eus: dem ein- 
führen möchte, dadurch aber drei Formen = lat. Deum, 
dölum und duos schaffen würde. Neben woeY 3374 begegnet 
nuit 3891 : tuit, vgl. Mall, »Li Cumpoz Philippe« p. 60. 
ei für e steht in A meist richtig, doch 568 aver^ so 
mit aver 4070 = habsüchtig zusammenfallend, vgl. 
Suchier im Literaturblatt für roman. & germ. Philol. 
1882. III, 1, 15—18. Für lat. ö findet sich Im 2429: 
fiu; lius 2810, ZeM5-2872, feu 2827, /c«^ 2830, sogar /w 
2937. Lat. e und u begegnet in dem 3827, im Verse 
meist deu als Nom., im Reime por De 3514: garde; 
vgl. Seeger p. 13, Pohl, „Untersuchung der Reime in 
Maistre Wace's Roman de Rou" : Vollmöller, Romanische 
Forschungen 11, 2 p. 321 fg. Das Zahlwort für 2 er- 
scheint als dorn 283, 1637 u. ö., dem 533; femer 
amhedom 364, 1942; der Reim Magdal. 93 erfordert 



— 41 — 

deus. Wie g neben j hergeht in manjue 2740 und 
mcmgue 1995 u. ö. , so sepulcre 123 neben sepulchre 
2139, becher 1535 neben heJcJcer 549. ^ und grw wechseln : 
guerre 2718, giterreiant A072, gerreiant27S6; guaignages 
2912, gaignart 4064; für langiie steht Zawgfe 1330 = 
1595; longes 1736, longement 1908 u. ö. - — ä ist hinzu- 
gefugt in hele 665, fehlt umanite 1433. ?, das häufiger 
als u auftritt, ist aufgelöst in auire 24, fom 1370 u. ö., 
abgefallen in mut 824, do;8f 1271, docement 2321. Die 
Verdoppelung des r ist allgemein in den Futuren: 
dirrai 1375 u. ö. Die Metathese in pernez 3883, 
espernent 363 ist beibehalten. < — s für ss ist Nach- 
lässigkeit des Schreibers : asez 1307, asembla 2526 u. ö. 
Das Futur auerrad 2182 ist = avra gesetzt, und 
yvresce 1081 ist, da diese Schreibung nur das Lesen von 
merescey das E. Martin im Besant hat, verhüten sollte, 
zu ivresce geändert. Das weibliche e ist öfter vor 
Vocalen in A vernachlässigt: un isle 2263, un aleine 
2753. a für e in assart 2910 ist agn. Form für essart 
ivie im Brandan: asart Mit Suchier wird gegen Th. 
Müller im Roland und Mall, Cumpoz das a in essample 
als correct nicht angetastet. Consequent begegnet neer 
2548, preerent 2779, preer 916; dagegen spricht: Joies 
N. D. 1043 pri: merd. Auch deahles 4101, 2307, das 
nach Suchier, Reimpredigt p. XXVII im Agn. beliebt 
ist, und leon 138: dion wird beseitigt. Unorganisches 
w findet sich in cowe 1935, 1956, Nowes 1309; jowes 
1310; alowa 3759. Die zweite Person Plur. im Futur 
auf et0 wird als durch die Reime gesichert durchgeführt, 
vgl. Seeger p. 20; ebenda p. 18 über ceo und jeo im 
Hiatus. Wie bei Adjectiven Doppelformen erscheinen, 
z. B. leel, Jeal, mortels^ mortals, espiritel, espiritdl, so 
auch beim Substantiv oisel, oisele, tormenz, tormente, 



— 42 — 

cor, come. Beim Verbum, wo sonst die erste Conjug. 
im Imperfect mit sich selbst zu reimen pflegt, erscheint 
zweimal die zu beseitigende Endung eit neben out^ 
vgl. Seeger p. 20 und unten V. 2767. Also mathe- 
matisch durch Proportion ausgedrückt, müsste man für 
das Agn. sagen: torment: torm€nte = tormentout: ior- 
menteit. Fere für faire, Veir für Vair, eise fiir aise war 
zu tilgen. Die Tripleformen niais, meis^ mes (lat mcbgis) 
mussten auf die gleichwerthigen Doppelformen reducirt 
werden wegen des Differenzirungstriebes der Sprache 
von meis = Monat. Die weichen Consonanten im 
Auslaut, so in second, quid sind natürlich wegen der 
Aussprache durch die harten ersetzt worden. Alle 
sonstigen Aenderungen sind im Commentar verzeichnet. 

Yll. Das Versmass und die Reime Gnillanme's. 

Ueber das Versmass — der Dichter hat in seinen 
Werken nur den Achtsilbler zur Anwendung gebracht — 
ist nur zu bemerken, dass, wo der Vers zu kurz 
ist, eine durch die Flüchtigkeit anglonormannischer 
Schreiber ausgefallene Silbe ergänzt werden muss; 
denn die Gesetze der anglonormannischen Metrik sind 
auf ein normannisches Werk nicht anwendbar; vgl. 
Suchier, „Ueber die vie de seint Auban" p. 24 fg., 
Tobler, „Vom französischen Versbau" p. 8; J. Koch, 
»Chardry« p. XXXIV; Seeger a. a. O. p. 15 — 18 und 
Vising, »Sur la versification anglo-normande«. Upsala 
1884. So muss 3880 für Am* geschrieben werden ^'eÄtia, 
oder 3427 ist gent zu suppliren; öfter steht com für 
comey tel für iiel, ceo für iceo u. a.; meist haben die 
continentalen Handschriften das Richtige. 

Von den Reimen sind die folgenden hervorzuheben. 



— 43 ^ 

Vereinzelt steht espame 3915: supeme^ welcher Reim 
schon aus dem Besant bekannt und Marot noch ge- 
läufig ist; im Besant findet sich auch basiare 2375: 
colvere; in den Joies N. D. 985 plusors: bosotgnos ist 
von Gt. Paris zu plwros gebessert. Dem Dichter im 
Best, geläufig, jedoch kein Kriterium des Normannischen 
ist 4:A7 perile: delie; 573 fia: norriz; vgl. Mall, Cumpoz 
p. 105 — 106; Andresen, Roman de Rou 11 p. 529. 
Den Reimen 2691 reveigne: teigne steht gegenüber 
2055 tenge: venge. Bemerkenswerth ist von esprendre 
die Form 2904 espraignent: s^entreacompaignent Dass 
die Stammauslaute c, b, f, g vor flexivischem s aus- 
fallen, ist beim Dichter Regel: 831 becs: ades; 2937 
coloms: längs; 459 neifs: corteis; 1400 mercs: convers. 
Auslautendes m hat sich erhalten in 2241 verms: divers. 
Da ai in geschlossener Silbe von ofifenem e nicht ver- 
schieden ist, so bieten die Reime 621 malves: ades 
nichts Auffklliges. V. 3193 sachee: feie ist nicht an- 
getastet worden. Ein seltener Reim ist 2571 Cleopatras: 
pas; diese Erscheinung begegnet auch bei Jean de 
Thuim. Der Reim doint: sormont in Joies N. D. 617 
erfordert die Beseitigung von doint V. 4125. Aus den 
Reimen, in denen man lat aqua == ewe und den Namen 
Guillaume vergeblich sucht, geht hervor, dass der 
Dichter wie in seinen übrigen Werken auch im Best, 
die Declinationsregel verletzt; vgl. 177, 569 u. Ö. 
Grammatische Schwierigkeit bietet der Reim V. 2325 
transglot: ght, vgl. unten das Wörterbuch. 

Yin. Entstehnngszeit des Bestiaire and 
Heimath des Dichters. 

Auf die Frage nach der Entstehungszeit des Best, 
giebt der Dichter V. 10 fg. und 2707—2736 selbst 



— 44 — 

die Antwort : nämlich während des über England ver- 
hängten Interdictes unter der Regierung Philipp 's von 
Frankreich, auf dessen Hof Guillaume ebenso schlecht 
zu sprechen ist wie auf den englischen, doch wagt er 
seine Meinung nicht zu äussern. Das Jahr der Ab- 
fassung ergiebt sich genau aus V. 2710, wo die Hand- 
schriften abweichen: ABDFKLMN haben in dem 
Artikel über die Turteltaube, in welchem der Ver- 
fasser des Best, den traurigen Zustand der Kirche in 
Gross -Britannien beklagt, II anz, dagegen CEGHIP 
m anz (S hat hier eine Lücke). Der Umstand, dass 
8 Hss., darunter die älteste, gegen 6 sprechen, be- 
rechtigt zu der Annahme, dass der Best. i. J. 1210 
entstanden ist, also zwei Jahre, nachdem Innocenz IH. 
das Interdict über England verhängt hatte. Somit ist 
das Werk etwa 85 Jahre nach Philipp's Bestiaire ab- 
gefasst, in welcher Zeit der Dichter, wie er selbst V. 
3572 — 3581 sagt, noch nicht in den „Hafen" ein- 
gelaufen war. F. Mann, »Der Bestiaire Divin des 
Guillaume le Giere«. Heilbronn 1888, p. 13 entscheidet 
sich wie E. Martin für 1211, weil Hs. Douce 132 treiz 
ans hat. Eine andere zur Vergleichung dienende Zahl 
begegnet in den andern Hss. im V. 3307, wo A nicht 
das Richtige hat: nämlich es ist von der Alraun- 
wurzel die Rede, die, wenn sie alt ist, von den 
Aerzten gesammelt wird; BCDEHN schreiben ent- 
sprechend Cod. Reg. 2 O. XH des Brit. Museum (»corpus 
eorum post triginta annos caute coUigitur«): „wenn 
sie 30 Jahre alt ist". Ein paar andere Schreiber- 
sttickchen bieten noch folgende Stellen. V. 2782 bitten 
Teufel Christum, „dass er sie in eine Herde Schweine 
schicken solle". A hat für Herde une fole^ B: fosse, 
C: IUI fous, D: une fosse, LK: fole, I: les cors. 



— 45 — 

Richtig allein ist un folc. Der Schreiber von C lässt 
den Philosophen V. 2526 seine Habe in einen grossen 
Koffer packen und im Meere versenken. V. 511 ist 
zu übersetzen: (Christus trug unsere Sünden) am 
heiligen Kreuzesstamme: B hat für Stamm fu, CE: 
-tm saut fist en (dt4squ'en) la crois veraie (vraie), A hat 
richtig fust (lat. fustis). V. 1864 versteht A das saillir 
der Vorlage = beschälen (vom Hengste) nicht und 
schreibt assaillir, V. 3185 hat A Tcemelez reimend mit 
mellez in falscher Construction, da nicht die Holzstämme, 
sondern Thürme gemeint sind, die mit Schiessscharten 
versehen sind. V. 2260 hat A : VesJcerde, BF : VesJcede, 
C : li creste, D : le teide, I : V escher de, K : Veskerdes, 
L: Vescharde, EGr richtig: la cresie. Die Schreiber 
dachten an Vescharde = Schuppe (nfz. Scaillt), wovon 
das Verb escharder = abschuppen im M^nagier de 
Paris ed. Pichon. Nemnich, „Polyglotten -Lexikon 
der Naturgeschichte". Hamburg und Halle, I p. 1280 
sub Crista bemerkt jedoch, dass dies Wort auch „häutige 
Kämme auf dem Kopfe der Schleimfische, Finnaale etc." 
bedeutet, oder „die Reihe Gräten, welche sich am 
Rückgrat einiger Fische gegen dem (sie) Kopf zu be- 
findet". — 

Seine Heimath, die Normandie, giebt Q-uillaume 
V. 34 selbst an; jedoch ist es jetzt noch nicht mög- 
lich, die Gegend näher zu bestimmen, aus der er 
gebürtig ist. Das Meer scheint er nach V. 2239 fg. 
aus eigener Anschauung kennen gelernt zu haben. 
Der Umstand, dass er vom französischen und eng- 
lischen Hofe nicht günstig denkt, könnte eine wohl 
der Zeit, jedoch nicht dem Orte nach passende Per- 
sönlichkeit vermuthen lassen, welche von L. Delisle, 
»Catalogue des Actes de Philippe Auguste«. Paris 



— 46 — 

1856, p. 353 No. 1553 also erwähnt wird: »Vers 1215, 
avril? Note constatant que Gautier de la Ferte et 
Raoul d'Airaines ont garanti que Guillaume de Caieu ne 
sera jamais Tadversaire du roi ni du prince Louis«. In 
England muss er später bei Kenilworth in Warwickshire 
gewohnt haben, wie aus der Ortsangabe im Tobias- 
gedicht V. 25 hervorgeht. Diese Angabe Kenilworth en 
Ardene findet ihre Erklärung in K. Elze's Shakespeare 
p. 14, wo auf das seltene Buch von J. Hannet, »The 
Forest of Arden«. London 1863, verwiesen ist. Der 
Bestiaire jedoch ist, wie sich aus der Bezeichnung des 
Fuchses V. 1342 ergiebt, noch vor der dauernden 
üebersiedelung des Dichters nach England geschrieben. 

IX. Die Verbreitung der romanisehen, ger- 
manisehen und orientalischen Bestiarien. 

Für die Herstellung des normannischen Textes 
können die bisher veröffentlichten Thierbticher nur 
geringe Dienste leisten. Der griechische Physiologus, 
der auf die Weltliteratur, die Kunst, Kultur- und Sitten- 
geschichte des Orients und Occidents grossen Einfluss ge- 
übt hat, ist noch bei Gruillaume erkennbar in dem Baume 
Paradixion, einem Missverständniss von Tcagä de^tov. 
Selbst die uralten, von Heliodor erwähnten heiligen 
Bücher der alten Egypter über Thiere, in denen die 
ersten Anfänge des Physiologus zu suchen sind, haben 
ihre Spuren im Artikel über den Phönix und Ibis zu- 
rückgelassen. Beiläufig erwähnt sei hier ein poetischer 
griechischer Physiologus, der 49 Thiere behandelt und 
herausgegeben ist von Ch. Gidel, »Etüde sur un poeme 
grec inödit intitulö ^O (DvatoXoyog. Suivie du texte 
grec par M. E. Legrand« in dem »Annuaire de TAsso- 



— 47 -~ 

ciation pour Pencouragement des ötudes grecques en 
France«. VII ann^e. Paris 1873, p. 188—286 und 
287 — 296. Leider haben beide Herausgeber Pitra's 
Publiaction übersehen, dessen Text älter ist; doch 
sucht Gidel in seinen »Nouvelies Etudes sur la litt^ 
rature grecque moderne«. Paris 1878 (Les litt^ratures 
de Torient IC), am Schluss seiner Abhandlung über den 
Physiologus p. 401 — 443 sich damit zu entschuldigen, 
dass er unbenutzte Handschriften zum Abdruck ge- 
bracht. In den gereimten Bestiarien der National- 
sprachen ist die Anzahl der Thiere geringer. 

Philipp von Thaon — über ihn handelte zuletzt 
F. Mann, „Der Physiologus des Philipp von Thaün 
und seine Quelle": Wülcker's Anglia VH, 420—468, 
IX, 391 — 434 — hat, wenn die Reihenfolge in der ab- 
gedruckten Hs. richtig ist, in seinem Bestiaire, dem 
der Lapidaire folgt, 36 Abschnitte, nämlich: 1. Leun. 
2. Monosceros. 3. Paniere. 4. Dorcon = chevre. 5. Idms, 
6. Cocodriüe. 7. Cers. 8. Aptahn. 9. Furmie. 1 0. Hono- 
centaiMTus. W.Cdstor. 12. Hyena. 13. Mmielete. 14:. Ast- 
da. 15. [Qrjylio? 16. Serefia. 17. Elefant 18. Maw- 
dragora. 19. Aspis. 20. Serra. 21. HeHsstm. 22. Ghdpis. 
23. Onager. 24. Singe. 25. Ceim. 26. Perdix. 27. Egle. 
28. Caladrius. 29. Fenix. 30. PeUicanus. 31. Colums, 
Dra^n. 32. Turtre. 83. Huppe. 34. [IJhex = Oigonie. 
35, iFJuUica. 36. [NJicticorax = Fresaie. 

Der Normanne Grervaise, der in seinen »livres 
des bestes« V. 39 — 40 Johanz Boche d'or als Quelle 
nennt, stimmt in dieser Berufung auf Johannes Chry- 
soßtomus mit dem Göttweiher Text und Cahier's Hs. 
D überein, aber er weicht von Heider's Text in der 
Anordnung ab, während die Zahl der Thiere ziemlich 
dieselbe ist. Die Reihenfolge der 29 Thiere ist nach 



- 48 ~ 

Meyer's Ausgabe : 1. lAon, 2. Panthdre. 3. Unicorne. 
4. Hyäre^ Crocodüe. 5. Sir^e. 6. Centaure, 7. Hydne. 
8. Äm^e. 9. El^hant. 10. -4w^w?a. 11. Serpents. 
12. Corheau. 13. Goupih 14. Castor, 15. Herisson. 
16. Fourmi. 17. J.i^Ze. 18. Caradrius. 19. PSlican. 
20. Perdrix. 21. Chamoi. 22. JSTwppe. 23. Phenix. 
24. CfT/: 25. Tourterelle. 26. Äerre. 27. BeZe^fe. 
28. Aspic. 29. J&i5. 

Der von Gr. Raynaud 1885 in der Romania 
p. 442 fg. herausgegebene fragmentarische Bestiaire 
enthält nur 14 Thiere, deren Eigenschaften von dem 
Plinius, Solinus, Isidor und Bartholomaeus von Glanvil 
benutzenden unbekannten Dichter am Schluss moralisch 
gedeutet werden. Es sind dies: l.panfh^e. 2.hirondelle. 
3. cigogne. 4. brehis. 5. baieine. 6. cdlandre. 7. sa?a- 
mandre, 8. abeille, 9. cj/^we. 10. rossignoL 11. pigeon 
= coulon. 12. tortue. 13. chameau. 14. faucon. 

Neben dem 1860 von C. Hippeau herausgegebeneii 
Bestiaire d'Amour des Richard von Foumival, dessen 
Werk zu profanem Zwecke geschrieben ist, und wo 
höchstens die Thiernamen zur Vergleichung dienen 
können, ist die picardische Uebersetzung in Prosa des 
Pierre beachtenswerth , die aus dem Anfange des 13. 
Jahrh. stammt. Dieser Uebersetzer, der auch die Chronik 
des Pseudo - Turpin 1212 in Beauvais in französische 
Prosa brachte, arbeitete nach seiner eigenen höchst 
komischen Angabe »selon le latin dou livre que Phisio- 
loges, uns .bons clers d'Athenes, traita et Jehans 
Crisostomus en choisi, en les natures des bestes et des 
oisiaus« *). P. Paris, »Les mss. fr.«, Paris 1845, VI, 



*) Die gleiche Verwechslung des Titels eines lateinischen 
"Werkes und des Verfassers dürfte in dem unaufgeklärten »Aucupre« 
des Koman de Kenart vorliegen, zu welcher Verstümmelung wohl 



— 49 - 

394 — 396 wies zuerst auf dies Werk hin und theilte 
die Titel der 36 Kapitel mit. Vollständig gedruckt ist 
diese üebersetzung nach Ms. BLF 283 Fol. CCm fg. 
des Arsenals in Paris und nach 2 Hss. des 14./15. Jahrh. 
von Cahier, »M^langes d' Archäologie« IE p. 106 fg. III 
p. 203 fg. IV p. 55 fg. Hier enthält das Ganze mit den 
späteren Zusätzen 72 Artikel, also doppelt soviel Ab- 
schnitte als Gruillaiune's Bestiaire. Daraus ergiebt sich, 
dass Pierre, wenn ihm alles angehört, noch aus ab- 
geleiteten Quellen geschöpft hat. 

Godefroy, »Dictionnaire« sub Hupelot citirt einen 
Bestiaire in Ms. Montp. H. 437, f®213 r<>; es ist der 
des Pierre. 

Von französischen Prosabearbeitungen, in die durch 
Missverständniss mancherlei hineingeheimnisst ist, ist 
noch zu nennen eine Kompilation aus Plinius, Isidor, 
Solinus u. a. in 18 Abschnitten, betitelt: »Proprietez 
des bestes qui ont magnitude, force et pouoir en leurs 
brutalitez«. Das Ganze stimmt zu dem neunten Buche 
des Romans von Alexander und ist herausgegeben von 
Berger de Xivrey mit kundigen Anmerkungen in seinem 
Alexander v. Humboldt gewidmeten Buche : »Traditions 
Teratologiques ou R^cits de Tantiquite et du moyen 
age en occident sur quelques points de la fable du 
merveilleux et de Thistoire naturelle«. Paris 1836, 
p. 441—568. 

Hierher gehört auch Brünette Latini's »Livres 
dou tresor« hrsgb. von P. Chabaille. Paris 1863, 1. Buch, 
V. Cap. CXXXI (von den Fischen) bis zum Ende des 
ersten Buches Cap. CCII. Der alte Kern der Thier- 
sage erscheint hier schon erweitert, und es werden 

nicht »Oppian's de aucupio« Anlass gegeben hat. Ein Gegenstück 
ist „TuUius und Cicero". 

Reinsch, Le Bestiaire. 4 



— 50 - 

Zweifel an älteren Ueberlieferungen laut; so in Cap. 
CLXXXI vom Wiesel. Einzelne Fabeln, die Brunetto 
aus der Volksüberlieferung aufnimmt, erzählt er in 
unnachahmlicher Weise. So weiss er beim Ybes Cap. 
CLXII unter anderen naiven Dingen zu berichten, 
dass Ovid >li tres bons poetes«, als ihn der Kaiser 
ins öefkngniss werfen Hess, ein Buch schrieb, in 
welchem er denselben mit dem Namen dieses Vogels be- 
zeichnete; »car il ne savoit penser plus orde creaturec, 
fügt er hinzu. 

P. Rajna, Codici francesi dagli Estensi : Romania 
1873, n p. 52/53 verzeichnet sub 37(58) »Libro uno 
chiamado de la natura de li oceli« in französischer 
Sprache. Die französischen Bestiarien finden noch im 
16. Jahrh. einen matten Nachhall in dem ohne Jahr 
gedruckten, 1830 neu aufgelegten Buche »Les Dictz 
des bestes et aussi des oyseaux«, hrsgb. von A. de Mon- 
taiglon, »Recueil de po^sies fr. des XV® et XVP sitelesc. 
Paris 1855, I p. 256—264. Erst im 18. Jahrh. wurden 
die biblischen Thiere und Pflanzen von Samuel Bocharot 
(t 1 767), dem Bearbeiter der Geographia sacra, in dem 
Hierozoicon (ed. Rosenmüller, IV. Leipzig 1793/96) 
untersucht. 

Der Abschnitt »De besties«, der aus dem catala- 
nischen »Libre de Maravelles« des Raimon Lull von 
Conrad Hofmann in den Abhandlungen der bayrischen 
Akad. Bd. XII Abth. 3 herausgegeben ist, kommt 
wegen seiner Verschiedenheit hier nicht in Betracht; 
vgl. Littr^'s Untersuchung im 29. Bd. der Histoire 
Utt^raire. 

Eine altvenezianische Naturkunde findet sich in 
Ms. Addit. 22 i)b7 des Brit Museum zu London. Eine 
italienische Redaction des Physiologus, die F. Mann, 



- 51 — 

»Der Bestiaire Divin«. Heilbronn 1888, p. 18 ohne 
nähere Angabe nennt, ist in Gaspary's „Geschichte der 
italienischen Literatur" nicht berücksichtigt — üeber 
Leonardo 's da Vinci Physiologus des 15. Jahrh. vgl. 
Springer, Berichte d. Sachs. Ges. der Wiss. Leipzig 
1885, p. 244—271. 

Das provenzalische Thierbuch behandelte, durch 
Bartsch's Chrestomathie p. 331 angeregt, Ad. Kressner 
in Herrig's Archiv Bd. 57, wo aus dem Elucidari Mit- 
theilungen gemacht sind. 

Drei Fragmente eines flämischen Physiologus weist 
F. Mann, »Der Best, des Guill.« p. 28 in der Brüsseler 
Hs, 19571 nach. 

Die holländischen Bestiarien haben Willem Uten- 
hove, einen Priester von Aardenburch, dessen Werk 
verloren und Jacob van Maerlant, dessen Naturen 
Bloeme aus der Mitte des 13. Jahrh. eine Uebersetzung 
von Thomas Cantipratensis »De naturis rerum« bildet, 
zu Verfassern. Vgl. Jonckbloet's „Gesch. der nieder- 
ländischen Lit. übersetzt von Berg". Leipzig 1870, 
p. 238 fg. Ausgaben existiren von H. Bormans, Brüssel 
1857 und E. Verwijs, Groningen 1871. 

Das von Grein, der 1854 mit dem ags. Ged. 
„Der Vogel Phönix" in deutscher Uebersetzung nebst 
lat. Original auftrat, 1857 in der Angelsächsischen 
Bibliothek I p. 215 — 238 abgedruckte Fragment des 
ältesten englischen Physiologus, das den Phönix, den 
Panther, den Walfisch und ein Stück über das Reb- 
huhn enthält und nach Ebert, „Geschichte der lat. 
Lit. des Mittelalters" LEI, Leipzig 1887, p. 73—80, 
den ältesten Physiologus der Nationalliteraturen des 
Abendlandes darstellt, bespricht ten Brink, „Geschichte 
der englischen Literatur". Berlin 1877, I p. 63 — 64; 



— 52 — 

vgl. auch A. Ebert, Der angelsächs. Physiologus: 
Anglia VI, 241—247 und Wülcker's „Grundriss zur 
Geschichte der angels. Literatur". Leipzig 1885, p. 184 — 
186, 201—204 5 356. Ebenda ist p. 245—246 das Ge- 
dicht »The Bestiary« beurtheilt, das viermal gedruckt 
ist, zuerst von Th. Wright 1837 in den Altdeutschen 
Wäldern 11, dann 1841 in den »ReUquiae Antiquae^^ I 
'208—227, danach in Maetzner's „Altengl. Sprachproben", 
zuletzt von R. Morris, »An Old English Miscellany«. 
London, E. E. T. S. 1872, p. 1-25 nach Ms. Arundel 
292 mit den Metra des sogen. Thebaldus im Anhange I 
p. 201— 209, die bereits 1854Migne, »Patrologiä« Bd. 171 
p. 1218 — 1224 unter Hildebert's Werken nach einer 
Pariser Hs. veröffentlicht hatte. Die von dem Dichter 
behandelten 13 Thiere sind: 1. Löwe. 2. Adler. 
8. Schlange. 4. Ameise. 5. Hirsch. 6. Fuchs. 7. Spinne. 
8. Walfisch. 9. Sirene. 10. Elephant. 11. Turteltaube. 
12. Panther. 13. Tauben. E. Martin im Besant 
p. XXIII und Brakelmann in Zacher's Zeitschrift III 
p. 210 nehmen nach de la Rue's Vorgange in dessen 
»Essais sur les Bardes« III p. 23 eine altengl. Ueber- 
setzung des Best. Guillaume's an, die angeblich unter 
den Hss. der Bibliothek von Norlk [Norfolk?] vor- 
handen sein solle. Auch Seeger p. 26 spricht von dem 
Gespenst dieser Hs. und dem Phantom genannter 
Uebersetzung 5 ebenso F. Mann, »Der Bestiaire Divin 
des Guillaume le Clerc^. Heilbronn 1888, p. 28, wo 
jedoch die Existenz einer altengl. Uebersetzung Guil- 
laume's bezweifelt und eine neue altengl. Bearbeitung 
vermuthet wird. 

In der irischen Geschichte von Philipp und Alexan- 
der von Macedonien: E. Windisch, „Irische Texte". 
Leipzig 1887, H. Serie, 2. Heft, p. 63 begegnen 



— 53 - 

sagenhafte Geschöpfe, darunter ein Thier Distrianus^ 
das grösser ist als ein Elephant, kleinen schwarzen 
Kopf hat und durch Feuer geht. Eine irische Bear- 
beitung des Physiologus ist noch nicht bekannt. 

Von altdeutschen Bestiarien ist die Prosaüber- 
setzung des 12. Jahrhunderts zu nennen, die Mass- 
mann, „Deutsche Gedichte des 12. Jahrh." Quedlinburg. 
Leipzig 1837, p. 311-r325 veröffentlicht hat; eine Hs. 
der Wiener Hofbibliothek ist abgedruckt von H. Hoff- 
mann, „Fundgruben" I, p. 17—22, dann von MtiUenhoff 
und Scherer, „Denkmäler deutscher Poesie und Prosa". 
Berlin 1864. Die altdeutsche poetische Bearbeitung, 
die mit der prosaischen in Anordnung und Anzahl 
der Thiere 29 übereinstimmt, ist herausgegeben von 
Karajan, „Deutsche Sprachdenkmale des 12. Jahrh." 
Wien 1846, p. 73—106; vgl. Kolloff in Raumer 's 
Historischem Taschenbuche. 4*® Folge, VIÜ. Jahrg. 
Leipzig 1867, p. 179—269. 

Eine eigenartige Stellung in der Bestiarienliteratur 
nimmt in Bezug auf Inhalt und Versmass der gleich 
hier zu erwähnende czechische Physiologus ein, indem 
jedes Thier in je drei Verszeilen abgehandelt ist. Der 
Name des Thieres bildet jedes Mal das erste Wort. 
Die Anordnung ist, was nur hier vorkommt, alpha- 
betisch. Quelle und Name des Dichters sind unbe- 
kannt. Dies Kleinod der czechischen Literatur ist nach 
einer Wittingauer Hs. des 14. Jahrh. herausgegeben von 
Dr. Fr. Palack;^ u. d. T. Physiologus, in »Casopis 
Musea«, Prag 1875, Bd. 49 p. 127—133. Die Reihen- 
folge der Thiere, von denen jedes moralisch gedeutet 
wird, ist: 1. Bohr = Biber (dieser begegnet zwei Mal 
in Zeile 1—3 und 3—6, ebenso der Esel, Zaunkönig 
und Wiedehopf). 2. Baiant = Fasan. 3. Bubol 



— 54 — 

= Büffel. 4. Berdnek = Bockslamm. 5. Dremlik = 
Zwergfalke. 6. Jednoroiec = 'Emhom. 7. J€ZOvcova = 
Dachs. 8. Jelen = Hirsch. 9. Jezek = Igel. 10. Hror 
nostdj = Hermelin . 11. Had = Schlange. 1 2. Brdlicka 
= Turteltaube. 13. Hus = Grans. 14. Jastfäb = 
Habicht. 15. Kavhy = Dohle. 16. Kocha = Katze. 
17. Kuroptva =^ Rebhuhn. 18. Kopr = Karpfen. 
19. Kuna = Marder. 20. Kalander = Kalanderlerche 
(Caladrius). 21. Krahujec = Sperber. 22. Käne = 
Stosser. 28. Koba = Rabe. 24. Koeel = Ziegenbock. 
25. K6n = Pferd. 26. Kohot = Hahn. 27. Kacice = 
Ente. 28. Lanit = Hirschkuh. 29. Losos = Lachs. 
80. Liska = Fuchs, 31. Labut = Schwan. 32. IjCv = 
Löwe. 33. Jlfy5 = Maus. S4. Medved= Bär. 35. ^oA 
= Greif. 36. Okun = Barsch. 37. Osel == Esel. 
38. 0|)ice = Affe. 39. Osla = Esel. 40. Psiruh = 
Forelle. 41. Papw5eÄ;= Papagei. 42. Paw^er = Panther. 
48. Par = Pfau. 44. Rys = Luchs. 45. Rarohu = 
Würgfalke. 46. Rak = Krebs. 47. Strieikovi = Zaun- 
könig. 48. kika = Hecht. 49. Slon = Elephant. 
bO, Sokol = Falke. 51. /S<ns = Zaunkönig. b2. Straka 
= Elster. 53. Spacek = Staar. 54. Srna = Reh. 
55. Sqjku = Häher. 56. Svine = Sau. 57. San = 
Drache. 58. Sup = Geier. 59. Slepice = Henne. 
60. Frfed^i = Wiedehopf. 61. t7Aor = Aal. 62. Velryh 
= Walfisch. 63. Vydra = Fischotter. 64. Velblüd = 
Kameel. 65. FZ* = Wolf. 66. Fo? = Ochs. 67. Vemik 
= Windhund. 68. Vevefice = Eichhorn. 69. Vdedek 
= Wiedehopf. 70. Zajiec = Hase. 71. Zobr = 
Auerochs. 

Ein von Carus, „Geschichte der Zoologie", München 
1872, genannter isländischer Physiologus ist herausge- 
geben von Th. Möbius, »Analecta norroena«. 2. Ausg. 



— 55 — 

Leipzig 1877, p. 246—251 und auszugsweise in deutscher 
üebersetzung gedruckt von Fritz Homrael, „Die Aethio- 
pische üebersetzung des Physiologus, nach je einer 
Londoner, Pariser und Wiener Hs. hrsgb., verdeutscht 
und mit einer historischen Einleitung versehen", Leipzig 
1877 *). Hommel, welcher die äthiopische üebersetzung 
in den Anfang oder die Mitte des 5. Jahrh. setzt, ver- 
muthet die Existenz eines koptischen Physiologus auf 
einer europ. Bibliothek. 

Der armenische Physiologus ist ins Französische 
tibersetzt von Cahier, »Nouveaux M^langes« I p. 
117 fg. 

Der syrische Physiologus mit ca. 80 Kapiteln ist 
seit 1875 in musterhafter Ausgabe vorhanden in den 
»Otia Syriaca« (auch »Anecdota Syriaca« t IV) von 
N. Land, der eine lateinische üebersetzung beigefügt 
hat. Aus einem syrischen Original ist der eine der 
beiden arabischen Physiologi übersetzt und von N. Land 
edirt. 

Endlich sei bemerkt, dass ausser dem griechischen 
oben genannten Gedicht, das betitelt ist: ^(DvaioXo- 
yogtj in der mittelgriechischen Literatur ein Gedicht, 
»^criyrjGig naidiofpQaazog zwv TezQa/iodwv tctiwv« (Ms. 
Paris. 2911 und Cod. theol. Vindob. 297), nach 
W. Wagner, »Medieval Greek Texts.« I. London 
1870, p. IX vom Jahre 1365, und ein anderes 
in demselben Wiener Cod. theol. 297, jetzt 244 Fol. 
84 — 103 mit dem Titel »IlovXoloyogt, ebenfalls 
Thierfabeln enthaltend — den Anfang druckte 1690 
D. de Nessel im »Catalogus cod. graec«, — sowie ein 



*) Der äthiopische Physiologus hat 48 Abschnitte und ist aus 
einem dem griech. Cod. A sehr ähnlichen, nach Hommel fast iden- 
tischen Original übersetzt. 



- 56 — 

neugriechischer Prosabest. existirt von 1568; dieser 
hat den Erzbischof Damascenus Stouditis von Naupaktos 
zum Verfasser und ist Venedig 1695 gedruckt. 

Später wurde der Physiologus vergessen und neu 
erfundene Naturberichte gingen in die gedruckten 
Naturbeschreibungen über. 

X. Die lateinischen Bestiarien. 

Bevor die „Section" des normannischen Bestiaire 
vorgenommen werden kann, sind die lateinischen Quellen 
in Betracht zu ziehen. Leider fehlt es noch an einem 
kritischen lateinischen und altgriechischen Text des 
Physiologus, den Cahier herzustellen beabsichtigt hatte; 
aber sein Plan ist 1871 durch die preussischen Bomben 
und durch die Revolution der Communards in Pari» 
vereitelt worden, wo er nach seiner Rückkehr statt 
der wohlgeordneten Papiere einen Augiasstall vorfand. 
In einem längeren Artikel : »Du bestiaire et de plusieurs 
questions qui s'y rattachent« hat sich Cahier in seinen 
»Nouveaux M^langes d' Archäologie, d'Histoire et de 
Litt^rature sur le moyen äge«. Paris 1874, p. 106 — 164, 
nochmals mit seiner Lieblingsidee beschäftigt und den 
armenischen 35Thiere enthaltenden Best. inUebersetzung 
mitgetheilt. Zur weiteren Lösung der Quellen frage hat 
Paul Meyer in seiner Ausgabe des Gervaise nichts 
weiter beigetragen ; derselbe begnügt sich vielmehr da- 
mit, zu erklären, dass die Bestimmung der lateinischen 
Vorlage des Gervaise nur bei vorausgeheüder Classi- 
fication der unzähligen Werke dieser Art möglich sei, 
welche die französischen und englischen Bibliotheken 
besitzen. Diese Aufgabe hält er für ein »travail enorme, 
dont je n'ai pas les öläments et qui ne pourrait etre 



— 57 — 

entrepris incidemment«, ehe er sieh für die Annahme 
eines von Cahier's Texten und von Philipp's und Guil- 
laume's Quellen verschiedene Vorlage entscheidet. — 
Der Physiologus in griechischer Prosa von Epiphanius, 
der ursprünglich 39 Capitel enthielt und vom Pater 
Petau, ^Epiphanii opp.« II Paris 1622, dann von Migne, 
»Patrologia* Bd. 41 11, 189, femer nach einer lücken- 
haften Hs. von dem Herausgeber der Zeitschrift »Helle- 
nomnemon« A. MovCTo^drjg und J. 2xiva Bv^dw- 
in der >2vXXoyrj aTtoajiaapiatwv avexdavcjv eXlrjviiiiaw 
fie%a atjineiwaeaßv^. Venedig 1817, p. 7 — 22, und von 
Pitra, »Spicilegium Solesmense« III herausgegeben ist, 
ist zuerst vom Cardinal Guillaume Sirlet, dann 1587 
von Ponce de Löon in das Lateinische übersetzt worden, 
kommt aber hier nicht in Betracht. Von unbenutzten 
Hss. lateinischer Bestiarien ist zu nennen das unvoll- 
ständige Ms. Barrois CLXXVIII aus dem 12. Jahrb.; 
dasselbe gehörte dem Lord Äshbumham an. Die Hss. 
der Pariser Nationalbibl. Ms. lat. 1 1 207, 11 280, 14297, 
14429, 15256 sind theilweise von Cahier benutzt In 
der Bibl. St. Martial de Limoges befand sich im 13. Jahrh. 
nach Chabaneau in der Revue des langues romanes 
1880 p. 112 ein solches Werk. In Oxford, wo Coxe 
im :»Catalogus cod. Oxon.< 9 Bestiarien in lat. Hss. 
nachweist, enthält Ms. Bumey 327, wie zuerst Wright, 
»Populär Treatises« p.XHI nachwies, einen lat. Bestiariu» 
des 12. Jahrb.; Mann a. a. O. p. 447 citirt 527, vor- 
her 327 ; derselbe weist p. 445 einen Cod. Tolet. nach. 
In London ist Addit. Ms. 11283 des British Museum 
erwähnenswerth. £ben<la sind im Harley-Ms. 219 auA 
dem 14. Jahrh. einzelne Thierfabeln, die wohl Odo 
von Cerington angehören, so die vom Einhorn und 
dem Menschen, der sich auf einen Baum flüchtet (diese 



— 58 — 

Episode ist auch von L. Uhiand, der aus dem Divan 
des Dschelaleddin oder aus Kaliiag und Dimnag oder 
dem Roman Barlaam & Josaphat geschöpft haben 
dürfte, nachgeahmt und stimmt tiberein mit dem pro- 
venzalischen von C. Chabaneau in der Revue des 
langues romanes 1883 p. 161 mitgetheilten Text und 
dem altspanischen »Libro de los Gatost bei P. de 
Grayangos, »Escritores en prosa anteriores al siglo XV«. 
Madrid 1860, p. 557), der Beachtung werth. Das bis 
jetzt von lateinischen Bestiarien im Druck vorhandene 
Material, das hier berücksichtigt werden muss, beschränkt 
sich auf das Folgende. Von einer Brüsseler, zwei 
Bemer und zwei Pariser Hss. gab Cahier unter Be- 
nutzung des Textes bei Vincentius Bellovacensis, der 
im »Speculum majus« öfter als Quelle Jorath, »Liber 
de animalibus«^ nennt, in den »Melanges d' Archäologie« 
Bd. II — ^IV einen parallelen Abdruck; aber da die Hss. 
nicht in das 12. Jahrh. hinaufreichen, so ist der Text 
durch die Schreiber vielfach ganz corrumpirt; noch 
einigermassen brauchbar sind die Hss. A und D. A 
hat 36 Abschnitte wie Guillaume, aber nur bis zum 
Phönix stimmt die Anordnung überein; der Strauss 
wird hier Isida statt Assida genannt, der Onager be- 
gegnet zweimal, beim Igel folgt ein Stück über den 
Ibis, der indische Baum heisst Perindex^ zuletzt werden 
drei Steine Agaten^ Adamas und Lapis indicus behan- 
delt, und das Ende bildet der Panther; kurz das Ganze 
ist hier in Unordnung. In D erscheinen schon 40 Ab- 
schnitte, indem der Thierschatz vermehrt ist durch die 
Artikel Herodius, Locusta, Scorpion^ Culex, Camelus, 
Lacerta, Pulli hirundinis, Milvtis, Pulli corvorum, Aranea 
und VII virtutes columbae; der letzte Artikel dieses 
»Liber Joannis Chrisostomi qui Physiologus appella- 



- 59 — 

iur XL articulorum« ist von anderer Hand hinzu- 
gefügt; vgl. Cahier 11 p. 95. 

Fast gleichzeitig mit Cahier veröffentlichte Ot. Hei- 
der im „Archiv für Kunde österreichischer Geschichts- 
Quellen« HI. Jahrg. Wien 1850, H. Bd. p. 552—582 
einen lat. Physiologus nach einer Gröttweiher Hs. 
des 11. Jahrh. Derselbe ist betitelt: »Dicta Joh. 
Crisostomi de naturis bestiarum« und enthält 27 Thiere, 
darunter keine Steine. Auch hier ist die Anordnung 
abweichend, nämlich: 1. Leo. 2. Panthera. 3. Uni- 
cornis, 4. Ydra. 6. Syrene. 6. Hyena, 7. Onager. 
8. Elephas. 9. Äutula, 10. Serra. 11. Vijpera. 
12. Laceria. 13. Certms. 14. Capra, 15. Vulpes. 
16. Castor. 17. Formtca. 18. Ericeus. 19. Aquila. 
20. Pellicanus. 21. Nocticorax. 22. Fulica. 23. Ferdrix. 
24. Assida, 25. Upupa. 26. Caradrius. 27. Phoenix. 
Eine äusserlich theilweise von dem Göttweiher Text 
abweichende spätere Hs. aus dem 12. Jahrh. befindet 
sich nach Heider in der Hof bibliothek zu Wien No. 1010 
(früher 346), nur hat dieselbe am Ende noch den in 
der Göttweiher Hs. fehlenden Spruch, der in Guillaume's 
Quelle gestanden hat: »Sic erit ed [lies: de] scriba 
in regno colorum [lies : celorum] qui profert de thesauro 
ßuo nova et vetera«, während ihr wiederum die Verse 
bei den einzelnen Abschnitten fehlen ^ der zweiten 
Wiener sonst gleichlautenden Hs. des 13. Jahrh. 
Suppl. 502, jetzt 13378, fehlen angeblich die Ab- 
bildungen und die Verse, und am Schluss hat scriba 
das Epitheton docius. Der Wiener Cod. 15071, Suppl. 
1893 enthält Fol. 54 — 57 nur eine datirte »glosa 
super Physiologum«. 

Die von Pitra, »Spicilegium Solesm.« HI 418— 
419 edirten Fragmente eines lat. Physiologus, die 



— 60 — 

er vielleicht für das älteste lateinische Werk dieser 
Art hielt, kommen hier, da die moralisirenden Aus- 
legungen fehlen, und es nur 22 Thiere sind, nicht 
in Betracht. Aehnliche Bruchstücke hatte Cardinal 
Mai, »Class. Auct.« bekannt gemacht. Der »Liber 
de bestiis et aliis rebus« des Hugo von St Victor 
wird bei den Quellen des Dichters behandelt werden. 

Einen lat. Bestiarius von 1187 mit vielen Malereien 
besitzt das kgl. Museum zu Berlin unter den Hss. der 
Hamilton - Sammlung (No. 77 des Auktionskataloges), 
kommt aber, da der Vogel Greif, der Eber, ein Thier 
mit Stierkopf, Pferdeschweif und vielfach gewundenen 
Hörnern, Namens bonacon *) aufgeführt ist, hier gleich- 
falls nicht in Betracht. 

Der von Förstemann ausser Cod. 851 in Ms. 1305 
Fol. 54^ — 63^ der Uni vers. - Bibliothek nachgewiesene 
Leipziger Physiologus enthält 37 Abschnitte und endet 
nach dem Diamanten mit den vultures, die hier ohne 
Männchen gebären. 

Die 11 Münchener Physiologus-Handschriften ver- 
dienen eine nähere Untersuchung. 

Noch sind beachten swerth zwei Handschriften 
der Bibliothek zu Wolfenbüttel. Der Mischcodex des 
11. Jahrh. No. 131 Gud., der von Schönemann^ 
„Hundert Merkwürdigkeiten der Bibl. zu Wolfenbtittel" . 
Hannover 1849, II p. 15 unter 172 beschrieben ist, ent- 
hält sub Vin einen »Liber de animalibus nonnullis ano- 
nymi« und ist nach Dr. Ficker's und Waitz's Vermuthung 
identisch mit No. 148 das Catal. Gud. Auf Fol. 159 



*) Gemeint ist hiermit der ßovaaog, den Aristoteles genau be- 
schreibt, und den Plinius biaon nennt, d. i. Bison -Ochs, der nach 
Brehm einst über ganz Europa und einen Theil West -Asiens ver- 
breitet war. 



— 61 — 

steht als Ueberschrift roth: »Incipit liber bestiarum. 
De leone rege bestiarum et animalium : & enim Jacob 
benedicens Judam ait: Catulus leonis Juda«, dann 
folgen die drei Naturen des Löwen. Es sind zusammen 
40 fehlerhafte Abschnitte: 1. Leo. 2. Ausiulapsa. 
3. II lapides. 4. Serra. 5. Caradrio. 6. Pelicanus. 
7. De necticore. 8. Aqutla. 9. Foenix. 10. Epopa 
(aus epopus corrigirt). 11. Onager. 12. Vipera. 
13. Serpens. 14. Formica. 15. Sirene, 16. Erifnajtius 
(na ist durchstrichen). 17. Vulpis, 18. Perindex, 
19. Elifans, 20. De Dorconi sive capriola. 21. De 
Agate, 22. De lapide Adamante, 23. De Onagro. 
24. De lapide Sentidico. 25. Herodius. 26. De Zeone 
c^ panteram (sie). 27. De CeZow. 28. De perdice. 
29. De vultore, 30. De mustella, 31. Unicomis. 
32. Castor. 33. /SmWws (corrigirt hidrus). 34. De 
dneomone. 35. Deturtore. 36. Dehirundine. 37. Cer- 
'VU5. 38. Hiena (das Folgende von anderer Hand). 
39. Aetiula, 40. Lacerta. 

Einen ursprünglich abgesonderten Physiologus weist 
•W. Wattenbach nach in einem Mischcodex der Eis- 
leber Kirchenbibliothek zu St. Andreas aus dem 
15. Jahrh. Vgl. „Neues Archiv der Gesellsch. für 
ältere deutsche Geschichte" VIII. Hannover 1883, 
p. 289. Die in dem Glockenthurme der Kirche auf- 
bewahrte reichhaltige Hs. 969 enthält Foh 211—219« 
nach einer Einleitung den bekannten Physiologus »Tres 
leo naturas« etc. und schliesst mit dem Panther, der 
"als 13. Thier beschrieben wird. 

Diese Hss. müssen nebst den in England vor- 
handenen und jetzt von F. Mann, »Der Bestiaire 
Divin«, Heilbronn 1888, p. 21 fg. genannten, abgesehen 
•vom Londoner Cod. 2 C. XII , bei einer künftigen 



— 62 — 

kritischen Ausgabe des Physiologus berücksichtigt 
werden. 

XL Fischnamen bei Gnillanme und im 
Altfranzösischen. 

Namen von Thieren und Vögeln werden ausser 
in den Thierbüchem in älteren französischen Werken 
oft genannt. „Die Thiere im altfranzösischen Epos" ist 
der Titel einer fleissigen, aber einseitigen Abhandlung 
von Fr. Bangert, Marburg 1885; Stengel' s Ausgaben 
XXXIV p. 1—244. Jüngst erschienen ist: R. Schröder, 
„Glaube und Aberglaube in der altfranzösischen Dich- 
tung". Erlangen 1886, 175 S.; doch ist das Gebiet der 
Thierdichtung nur beiläufig berührt. Seltener finden sich 
Namen von Fischen. Guillaume nennt deren 6 : balainey 
cetuSy turboi^ esiurgon^ graspeis, porpeis. Unter porpeis 
ist eine Delphinart (Delphinus phocaena) zu verstehen. 
Du Gange unter Porpaie, Porpecia übersetzt marsouin. 
Pitra, Spicileg. III p. 624 hat parco-piscis. Die von 
Du Gange aus Guillaume nach einer schlechten Hs. 
unter Oraspicis mitgetheilte Stelle ist wiederholt in den 
»Notices et Extraits des Mss.« t. 23 (1872/77) p. 600 
sub Pupa, wo ungenau bemerkt wird: »Le vieux 
fran9ais peut üous mettre sur la voie : il d^signait par 
poupois [pupa-piscis ?] un poisson de gran/le dimension«. 
Dieser Fisch ist der Porco pesce der Italiener, der 
Porpesse oder Porpotse der Engländer, bei denen er 
zu Heinrich's VIII. Zeit ein royal dish war; eine Ab- 
bildung findet sich bei Gh. Knight, »The English 
Cyclopaedia. Natural History«. London 1854, 1 p. 906. 
Albertus Magnus, De anim. XXIV, Opp. t VI 650 
sagt: »Hujus piscis lardum est quod graspois vocaturc. 



— 63 — 

Mit graspeis dagegen , von J)u Gange unter crapoiSj 
craspiscis einfach als eine Art Meerfisch bezeichnet, 
wird der Pottfisch {cachalot oder phoque) gemeint sein. 
J. G. Schneider, »P. Artedi Synonymia piscium«. 
Lipsiae 1789, p. 155 hält Grampas für eine Entstellung 
aus pi^cis crassus; vgl. M6nagier de Paris 11 p. 200. 
Nach dem Gedicht des Guillaume de Villeneuve, »Les 
crieries de Paris« wurde der craspois im 13. Jahrh. 
in den Strassen von Paris als Waare ausgerufen, was 
Crapelet, »Proverbes et dictons populaires«, Paris 1831, 
p. 139 mit pois gras (fricass^) übersetzt hat! Vom cetus — 
Brunetto Latini erklärt cete mit vnspoissons craspois — 
ging die schon der Brandanlegende geläufige, zuerst 
in den 1001 Nacht vorkommende und noch C. Gesner, 
»De piscibus et aquatilibus omnibus libelli IQ novi«, 
Zürich 1551, p. 119 bekannte Sage, dass die Seefahrer 
dies Seeungeheuer für eine Insel oder einen Berg 
halten und auf seinem Kücken Feuer anzünden. In 
der Image du Monde*), in der nach Fritsche, „Quellen 
des Walther von Metz" p. 33 die Fische nach der 
Historia Hierosol. beschrieben sind, gilt diese Sage 
nach Ms. fr. 1444 Fol. 202 vom Walfisch: 
Li plus grans pissons de le mer, 
Que on seut balaine clamer, 
Si grans et si mervilleus est, 
C'arbre et terre sor li tant crest, 
Que sanle une isle ou. i. grant mont, 
Dont les gens qui par le mer vont, 
Sont aucune fois decöu, 
Qu'il cuident terre avoir väu. 



*) Vgl. hierüber die Abhandlung des jungen schwedischen 
Bomanisten C. Fant» »L'image du monde, po^me in^dit«. Upsala 1886. 



T- 64 — 

Si fönt tant que.la se sont trait, 

Et quant il ont fait lor atrait 

De fu, de loges et d'autre estre 

Con eil qui terre coident estre, 

Et quant li beste le fu sent, 

Si s'esmuet si soudainement 

Et se fiert en Fiave parfont, 

Si que tout apres li affont. 

Nef et gent ensi sont peri, 

Qui cuidoient estre wari. 

Petite bouce a eis pissons 

Ne mengnut fors petis pissons. 
Einzelne Fischarten sind zuerst von Le Grand 
d'Aussy, »Histoire de ia vie priv^e des Frangais«. 
Paris 1782, I p. 66 — 67 alphabetisch geordnet ohne 
Angabe der Hs. und mit Lesefehlern (so Änons, baieigne, 
har, barbue, bertelette, besqtt^e, brSme, carramkes, congre^ 
escrafin, gowmaux, grisniers, hearans, mc^qaeriaux, port 
de mer, quarriaux, scellans, soieriaux), dann von 
Crapelet, »Proverbes et dictons« p. 115—116 fehlerhaft 
und unvollständig bekannt gemacht. Die folgenden 
für die französische Kulturgeschichte des Mittelalters 
nicht unwichtigen Fischnamen, die Kabelais theilweise 
im Pantagruel im Capitel über die Gastrolaires ge- 
nannt hat, finden sich in der Pariser Hs. fr. 25545 
Fol. 19(31) unter einander geschrieben mit dem Titel: 
»Ce sunt les menieres des poissons que on prant en 
la merc. Dieselben folgen in der Hs. ohne Nummern. 

1) Baleingne = Walfisch (Balaena), nfz. balnne, 

2) Pourpois ,L porc de mer = Meerschwein (D. pho- 
caena). Diese Angabe bestätigt M^nagier de 
Paris n p. 198: »Porc de mer, Marsouin, Pour- 
pois est tout un«. In dem »Li vre des metiers 



~ 65 — 

d'Etienne Boileau« ^d. Depping p. 268 wird der 
pourpeis als ein auf den Pariser Markt gebrachter 
Fisch genannt. Belon jedoch, »Nature des pois- 
sons« 1555 trennt richtig porc de mer vom mar- 
souin als besondere Art. 

3) Esturjons (Hs. esturions) = Stör (Acipenser sturio), 
nfz. esiurgeon. Berühmt waren im Mittelalter 
die Esturjons de Blaives, vgl. Menagier de Paris 
II p. 199. 

4) Saumons = Salm (Salmo salar), nfz. saumon; 
bei Kabelais: saulmons. 

5) Mules = Meerbarbe (Mullus), nfz. mulet 

6) Sormules = gestreifte Meerbarbe (Mullus sur- 
muletus oder surmulus), nfz. surmulet 

7) Briemes. i. besques = Brasse (Cyprinus brama 
oder bresma), nfz. br^e und becquety bequet 
Im Menagier de Paris steht bresme. 

8) Gournax A, lievre de mer = Knurrhahn^ Seehahn 
(Trigla gurnardus), nfz. goumeaUy auch im Me- 
nagier de Paris und bei Rabelais guoumeaulx, 
vgl. Du Gange, Oomius. 

9) Rouges = Röthling, nfz. rouget Crapelet hat 
diesen und die folgenden Fische ausgelassen. 

10) Grismers = Weissling? Im Menagier de Paris 
II 197 findet sich Grimondin. 

11) Coques = Nach Le Grand d'Aussy = sälicoque. 
An coque Muschel = lat. concha kann hier 
nicht gedacht werden. 

12) Morues = Kabeljau (Gadus morrhua), nfz. morue, 

13) Asnons = Schellfisch, bei den Alten ovog oder 
asellus genannt, nfz. dnon; nach Crapelet wäre 
es äne de mer ou merltis. 

14) Escrafins = Schellfisch (Gadus aeglefinus), nfz. 

Beinsch, Le Bestiaire. 5 



— 66 — 

egrefin; im Mönagier de Paris II p. 198 Äigrefin; 
ebenso bei Ste. Palaye. 

15) Maqueriax = Makrele, nfz. maquereau; bei 
Kabelais macquereaulx. 

16) Carrambes = Seegarnele, nfz. caratnote, caram- 
bot, Crapelet liest falsch und übersetzt das 
Wort nicht; er dachte wohl an nfz. la carangue^ 
vgl. Cuvier, »Le regne animal« 7 p. 138. 

17) Herans = Häring (Clupea harengus), nfz. hareng, 
A. Scheler, ^^OUa Patellac. Gand 1879, p. 20 
sub Alec liest herene statt herenc. Vgl. Diez, 
„Romanische Wortschöpfung" p. 53. Die Häringe 
von F4camp waren berühmt. 

18) Seellans = Pilchard, nfz. scellan. 

19) Mellans = Weissling (Gadus merlangus oder 
merlanus), im Livre des m^tiers ebenso, im M^- 
nagier: merlant, nfz. merlany nach Guillaume de 
Villeneuve im 13. Jahrh. in den Strassen von 
Paris ausgerufen. 

20) Mariniers (Hs. mäniers) = Meerlische (seil, pois- 
sons). Crapelet liest muniers --^ nfz. meunier; 
Le Grand liest Manniers, In den Verordnungen 
des 13. Jahrh. werden unterschieden mercatores 
piscium marinorum und m. dleceium, 

21) Congres = Meeraal (Muraena conger), nfz. congre. 
Einst waren die Aale von La Rochelle geschätzt. 

22) Bars = Barsch, nfz. bars. Crapelet übersetzt 
falsch barre et barbeau. Im M^nagier II 187 ist 
bar ein Süsswasser-Fisch. Gautier de Coinsy ^d. 
Poquet p. 710 V. 66 hat die Form bars. 

23) Dorees = Goldfisch, nfz. perche doröe, auch im 
Menagier, nach Crapelet = dorade. Rabelais: 
dorades. 



— 67 — 

24) Heirons = Schwertfisch, nfz. heran. 

25) Wivres. Jcien de mer. louf de mer = Vipera (nfz. 
guivre), Seehund, Seewolf. Le Grand und Cra- 
pelet verstehen unter Wivres die Lamprete, 
letzterer liest falsch heuf. Im Glossar von Tours 
hgb. von L. Delisle p. 828 ist lupm marinus 
= Im. Prov. merlm Stockfisch (maris lucius). 

26) Paons. i. escrevisses = Meerpfau (Labrus pavo), 
nfz. paony ital. pesce pavone. Le Grand hält 
irrig escrevisses flir houmar. 

27) Oisie^ = Auster (Ostrea), nfz. huUre. 

28) Hanons = Archenmuschel, nfz. hannon. Crapelet 
übersetzt falsch äne ou merlm. Pichon im M^- 
nagier de Paris 11 204 bemerkt : »Suivant Belon, 
c'est le nom rouennais du coquillage dit petoncle«, 

29) Moulles = Miesmuschel (Mytilus), nfz. moule; 
bei Rabelais: moules. Auch im Mönagier folgt 
Moules nach Hanons. 

30) Soteriax =^ Goger, nfz. sauterelle? Nach Crapelet 
= saumoneau. 

31) Sardes =■ Sardelle, nach Le Grand und Crapelet 
= nfz. sardines. 

32) Mullus = Meerbarbe (Mullus), nach Crapelet = 
mulet. Bei Le Grand fehlt dies Wort. 

33) Älloses = die Alse (Clupea alosa), im M^nagier : 
alo0ey bei Rabelais: aJoses, nfz. alose. Berühmt 
waren die Alsen von Bordeaux. 

34) Flectan = Flunder, nfz. fläan. Du Cange 
sub Aquaria nennt einen Fisch Fht nach einem 
Document des 13. Jahrh. Crapelet liest flettcm = 
raoulles. 

35) Baoulles = Steinbutte, span. roddballo, port. 
rodovalho. 



— 68 — 

36) Barbues = Bartmännchen, nfz. barbue. 

37) Rats = Roche (Raia), nfz. rate; im M^nagier 
und bei Rabelais : rayes : Pantagruel IV cap. LX 
ed. Burgaud des Marets & Rathery. 

38) Plais = Platteischen (Pleuronectes platessa), bei 
Etienne Boileau: pleie, bei Rabelais: plyes, im 
M^nagier: playSj nfz. plaise, engl, plaice. 

39) Quarriax = Glattbutte, nfz. carreau oder carrelet, 
bei Rabelais carreletZj im Menagier: quarrelet, 
bei Eustache Deschamps: carrel^ carreaux. 

40) Flairs = Flunder, nfz. flei; im Menagier: Flays. 

41) Beredetes = ?*) 

42) Seules = Meersole (PI. solea), nfz. sole, bei 
Rabelais: soles. 

43) Polletes = Krabbe, nfz. pouht; im Menagier 
und bei Rabelais: poles. 

44) Seiches = Sepia, Tintenfisch, nfz. 5^cÄe, saiche. 
Im Mönagier II 205 folgt Äe^VÄe nach den Es- 
crevices de mer, 

45) Lumandes = der Lumpen (Blennius lumpenus), 
nfz. lumpene? Le Grand und Crapelet verstehen 
hier »limande« . Bei Rabelais findet sich Limandes, 
ebenso Menagier II 202. Hiervon zu unter- 
scheiden ist engl, lump 'fish, lump- sucker. 



Xn. Die anellen anillanme's^). 

Die Vorlage Guillaume's, der keine abgeschlossene 
vollständige Naturgeschichte liefern, sondern, wie er 

*) Auch dieser Meeresbewohner ist in älteren Specialwerken 
nicht nachweisbar; derselbe dürfte mit einer der Fischarten zu 
identificiren sein, die neuerdings der den Zoologen als Ichthyolog 
bekannte Fürst Albert von Monaco entdeckt hat. 

**) In seiner während des Druckes nach mehrjähriger An- 



— 69 — 

V. 28 selbst erklärt, nur die Eigen thümlichkeiten 
einiger Thiere auseinandersetzen wollte, war, nach den 
bisher gedruckten lateinischen Bestiarien zu urtheilen, 
kein einheitliches Werk; jedoch zeigt das meiste, wie- 
wohl die Anordnung verschieden ist, Uebereinstimmung 
mit dem >Liber de bestiis et aliis rebus« des Hugo de 
St. Victore, ungenügend herausgegeben von Migne, 
»Patrologiae cursus completus«, Paris 1854, Bd. 177 
p. 15 — 84, während einige Einzelnheiten mit dem 
Werke des Pseudo - Chrysostomus der Pariser oder 
Göttweiher Hs. übereinstimmen. In dem Artikel über 
Hugo in der »Histoire litt^raire« XII p. 1 — 72 ist das 
Thierbuch unter dessen Schriften nicht erwähnt; ein- 
zelnes wird Hugo von Fouilloi (f um 1178) nach der 
Hist. litt^raire XIII p. 336 fg. zugeschrieben *). Wohl 

kundigung erschienenen Abhandlung: »Der Bestiaire Divin des 
Gnillaume le Clerc«. Heilbronn li<88 (Französische Stadien VI, 
2. Heft), p. 73 fg. behauptet F. Mann, dass die Vorlage Guillaume's 
in Wesen und Wortlaut getreu erhalten sei durch den von ihm 
p. 37 — 73 ohne Verbesserungen herausgegebenen Bestiarius der Hs. 
Reg. 2 C. XII des British Museum. Das Ganze bildet jedoch nur 
eine Compilation aus dem Physiologus und Isidor's *Etymologiae«, 
deren Text hier combinirt ist, und ist nicht besser und nicht 
schlechter als der Bestiarius des Hugo von St. Victor. Dass der 
Dichter als Vorlage nicht den in der Anordnung vorzüglichen 
Bestiarius in Cod. Reg. 2 C. XII benutzt hat, obschon derselbe 
an vielen Stellen wie andere Redactionen Uebereinstimmung zeigt, 
wird im Folgenden gezeigt werden. Ebenso wird aus Guillaume's 
Werk selbst na-chgewiesen werden, dass dem Dichter keine einheit- 
liche Quelle, wie man angenommen hat, vorgelegen hat. In der 
nachstehenden Quellenuntersuchung musste der directe und natür- 
lichste Weg eingeschlagen werden, während F. Mann in Ermangelung 
eines kritischen Textes und, um nicht den altfranzosischen und 
lateinischen Text neben einander abzudrucken, nicht anders konnte, 
als sich mit einer Vergleichung der Abweichungen Guillaume^s vom 
Lateinischen oder mit Auffuhrung der frei behandelten Stellen zu 
begnügen. Die Ergebnisse seiner Arbeit, die hier mehrfach berich- 
tigt und vervollständigt werden muss , konnten in der folgenden 
Untersuchung während der Drucklegung grösstentheils noch Be- 
rücksichtigung finden. 

•) In neuester Zeit hat B. Haureau, »Les ()(juvres de Hugues 



- 70 - 

zu beachten ist, dass Guillaume sieh im Capitel von 
den Tauben V. 3114 mit »ceo me dit ma lettre e mon 
vers«, was bisher übersehen worden ist, auf zwei Quellen 
beruft. Mit vers deutet er entweder auf die Verse 
hin, welche in der Göttweiher Hs. jedem Abschnitt 
vorangehen, und welche bei Hugo von St. Victor an 
einzelnen Stellen innerhalb des Textes stehen, oder auf 
eine uns unbekannte lateinische Dichtung; in Cahier's 
latein. Hss. und in F. Mann 's Cod. Reg. 2 C. XII 
fehlen diese Verse. Ausserdem citirt der Dichter 
folgende, bisher nur unvollständig zusammengestellte 
Autoritäten, die er natürlich aus zweiter Hand benutzt, 
also aus dem latein. Bestiarius entnimmt: David 525, 
645, 1443, 2010, 2116, 3247, 2200, 2819. Salomon 
871, 1627, 2101. Job 1883. Ysaie 572, 2122, 2866, 
3149. Jeremie 1590, 2628. Pol 1207, 2113, 2879. 
Perrel889. Weiter nennt er : Tesrnf 224, 2415, 2522; 
li escriz oder li Uwes 358, 1571, 1833, 1837; la lettre 
1984, 2087, 2171, 2418, 2747, 2969, 3201, 3443; la 
sainte letti^e 3379; Vestoire escrite 532; Tevangile 480, 
719, 1297, 1435, 1464, 1636, 1776, 2022, 2475, 2644, 
3088, 8470, 3473, 3655; le bestiaire 1113, 1316, 1575, 
2570. Unbestimmt nennt er Vapostre 1233, 1528, 
2795; li prophetes 1721, 3365, 2091; Vem dit 1596, 
1602; alcuns dient 3357. V. 9 sagt er: de bon latin 
ou il le troeve; 3817 e uncore en altre latin; 3594 un 
livre de sermon; 3816 Morices, 

Der Dichter war von den Victorinern abhängig, 
wie sich aus den Joies N. D. ergiebt, wo einzelne Be- 
zeichnungen für die Jungfrau Maria sich in den Ge- 
dichten des Adam von St. Victor nachweisen lassen. 



de St. Victor. Essai critique. NouveUe Edition.« Paris 1886 sich 
mit dieser Frage beschäftigt. 



- 71 - 

Dass GuiUaume nicht seinen Vorgänger und Lands- 
mann Philipp von Thaon benutzt hat, mit dem er sich 
in der Polemik gegen die Juden berührt, geht aus 
der obigen Vergleichung der innerlichen Anordnung 
und aus den jetzt von F. Mann, »Der Bestiaire Divin 
des Guillaume le Giere .3:. Heilbronn 1888, p. 91—92 
zusammengestellten Abweichungen im Einzelnen her- 
vor. Hier nur ein Beispiel. Beide Dichter handeln 
von der Alraunwurzel, die Atropa mandragora in der 
Naturgeschichte genannt wird. Philipp erzählt: „Wer 
sie brechen will, muss sanft um sie herum graben, um 
sie ja nicht zu berühren; dann binde derselbe einen 
Hund daran fest, der drei Tage gefastet hat und 
hungrig ist. Diesem zeige man Brot und rufe ihn 
aus der Ferne her. Der Hund wird so die Wurzel 
ausreissen; diese wird einen Schrei von sich geben, 
und der Hund wird todt niederfallen in Folge dieses 
Schreies, den er hört Solche Kraft hat dieses Kraut, 
dass niemand dessen Geschrei hören kann, ohne dass 
er davon stirbt; von jeder Krankheit kann es heilen 
ausser vom Tode, für den kein Kraut gewachsen." 
Anders Guillaume, der berichtet, dass man aus der 
Wurzel der Mandragora mancherlei Arznei bereite. 
Betrachte man die Wurzel genau, so finde man darin 
eine menschenähnliche Gestalt, und die Schale, im 
Wasser gekocht, sei nützlich bei mancher Krankheit. 
Ist das Kraut 30 Jahre alt, so wird es von den Aerzten 
abgebrochen, wobei es klagt und schreit, und wer den 
Schrei hört, würde davon sterben; doch die, welche 
es pflücken, verfahren dabei so vorsichtig, dass ihnen 
kein Leid geschieht. Der Stengel ist zu mancherlei 
nützlich und heilt körperliche Schmerzen; wird er 
zerrieben und getrunken, so wirkt er einschläfernd. 



- 72 — 

Es giebt eine doppelte Art, die eine männlich, die 
andere weiblich ; das Blatt beider ist schön ; das weib- 
liche Kraut hat dichte Blätter wie Zaunlattich. Diese 
alte, theilweise schon im 9. Jahrh. im Reichenauer 
Glossar und im 10.11. Jahrh. angelsächsich vorhandene 
Sage von dem schwarzen Hunde nebst der Anweisung 
zur Erlangung der Alraunwurzel theilt Th. Grässe 
mit nach später erweiterter Fassung in den „Beiträgen 
zur Literatur und Sage des Mittelalters." Dresden 
1850, p. 45 — 46 Cap. II (vom Galgenmännlein oder 
Mandragora) j wo zuletzt hinzugefügt wird: „Diese 
Wurzel nimmt man, wäscht sie mit rothem Wein 
sauber ab, windet sie in ein weisses und rothes seidenes 
Tuch, giebt ihr ein weisses Hemdlein jeden Neumond, 
badet sie alle Sonnabend und setzt sie in seinen 
Kasten - Schrank und spricht dabei sein Gebet, dann 
ist jedermann sein Freund, man hat Geld in Ueber- 
fluss, und ist man unfruchtbar, bekommt man Kinder." 
Noch Shakespeare in Romeo und Julie IV, 3 und 
Henry VI, H, 3 kennt diese Sage von der mandrake, 
vgl. Shakespeare - Jahrbuch XX p. 310. Eine Be- 
schreibung der Mandragora^ die Pythagoras dv&gwTto- 
lAOQ(pog genannt hat, mit Abbildungen findet sich in 
dem in Paris o. J. gedruckten Pflanzenbuche: »Le 
grant herbier en fran9ois« Bl. LXXXXIL Später 
hat Celsius in seinem Buche: »Hierobotanicon sive de 
plantis sacrae scripturae dissertationes breves.« Upsala 
1745, p. 3 — 11 derselben eine werthvoUe Untersuchung 
gewidmet. Bekannt ist das 1504 verfasste Lustspiel 
Machiavel's und die Erzählung La Fontaine's mit 
dem Namen dieses Tollkrautes als Titel. Vgl. A. de 
Montaiglon, »Contes de La Fontaine«. Paris 1883, II 
p. 83—96. 



— 73 — 



XIII. Hiigo's de St. Victore Liber de bestiis 
und sein Yerhältniss zu Oaillaame's Bestiaire. 

Hier mag der Nachweis der Quellen Guillaume's 
im Einzelnen folgen. Die lateinische Vorlage des 
Dichters auf Grund des normannischen Textes und 
der verschiedenen lateinischen Bestiarien Wort für 
Wort zu reconstruiren, dürfte auch ohne F. Mann's 
Cod. Reg. 2 C. XII keine schwere Aufgabe sein. Da 
jedoch Guillaume's Werk meist leicht verständlich ist, 
so werden hier nur einzelne bemerkenswerthe Stellen 
des Lateinischen ausgehoben, die das Verständniss 
schwieriger Verse erleichtem und des Dichters Ab- 
hängigkeitsverhältniss wie seine Gestaltungsgabe ver- 
anschaulichen können; sonst mag nur auf den un- 
nachahmlichen Inhalt der Quellen hingewiesen werden. 

Die Einleitung des Bestiaire V. 1 — 136 ist Zuthat 
des Dichters-, derselbe verspricht ein Buch mit einem 
guten Anfang und einem guten Schluss zu schreiben 
und aus dem Lateinischen zu übersetzen, will jedoch 
über das Interdict in England diesmal nichts weiter 
sagen und wagt nicht, sich über die Falschheit an 
beiden Höfen zu äussern. In seinem Buche, das er 
V. 35 »romanz« nennt, willer die Eigenschaften und 
Gewohnheiten einiger Thiere unter moralischen Aus- 
legungen kennen lehren. Nicht die Geschichte des 
Heils von der Schöpfung der Welt bis zur Mensch- 
werdung und das Wachsthum der Kirche, den Tod 
der Märtyrer wie die Thaten der Apostel wolle er 
schildern, sondern das Thierbuch beginnen. — Die 
Anspielung auf das Gleichniss vom verlorenen Schafe 
V. 114 ist nicht der Bibel entnommen, sondern bildet 



— 74 — 

eine RemiDiscenz an des Moritz von Sully Predigt 
Dominica HI. Die Angabe V. 118, dass mehr als 
140000 Kindlein (in Bethlehem) getödtet wurden, ist 
eine im Mittelalter allgemein verbreitete Sage ; gewöhn- 
lich werden 144000 angegeben. 

1) Der L»we = V. 137—238 = Hngo de St. Victore, 
»Libep de bestiis« II Cap. 1. 

In Cahier's lat. Hss. ist wie in der Göttweiher 
Hs. nur von drei Naturen des Löwen die Rede, bei 
Hugo p. 56 — 57 von fünf. Guillaume spricht erst von 
treis natures principals, denen er 225 — 230 die beiden 
andern ohne Zahl hinzufügt, gleichwie Philipp von 
Thaon erst drei typische Naturen nennt, die andern 
aber hinzufügt. — Die erste Natur des Löwen ist im 
Lateinischen Hugo 's (dessen Text Mann in der Unter- 
suchung über Philipp von Thaon erst zuletzt kennen 
gelernt hat), dass er auf Bergspitzen haust (per cacu- 
mina montium amat ire), den Geruch der Jäger merkt 
und mit dem Schweif seine Spur verdeckt, damit die- 
selben ihn nicht ausfindig machen können. Ebenso 
Guillaume, nur tibersetzt er amat ire durch häbite und 
nennt die Berge gross; auch fügt er hinzu, dass der 
Löwe vor dem Speere des Jägers grosse Furcht hat, 
und dass der Jäger seine Höhlen nicht erreichen soll; 
V. 150 de mult hing ist Zusatz. Die zweite Natur, 
dass er, wenn er schläft, die Augen oflfen zu haben 
scheint, giebt der Dichter treu wieder, nur bezeichnet 
er die Augen durch epitheta omantia. Die dritte Natur, 
dass die Löwin ihre Jungen todt gebiert und drei 
Tage bewacht, bis der Löwe dieselben durch seinen 
Hauch belebt, stimmt beim Dichter überein, nur sagt 
er, dass das Junge todt zur Erde ßlUt, und der Löwe 



- 75 — 

es anhaucht und aus Liebe beleckt (donec veniens 
pater eorum in faciem eorum exhalet, ut vivificentur). 
V. 168 ist natürlich Zuthat. Den drei Naturen lässt 
der Dichter die allegorische Auslegung folgen. Das 
naive Gleichniss vom unverletzten Sonnenstrahl in der 
Kerbe eines abgehauenen Baumes im Vergleich mit 
der göttlichen und menschlichen Natur Christi V. 201 — 
216 fehlt im Lateinischen, ist also Zuthat Guillaume's. 
Zuletzt folgt die vierte Natur, dass der Löwe nur ge- 
reizt in Zorn geräth (quod nisi laesus fuerit, non facile 
irascitur), und dass sein Zorn die prostraii schont; 
endlich die fünfte, dass er arme Wanderer nur aus 
Hunger tödtet (Captivos homines sibi obvios repedare 
permittit, et non nisi prae magna fame interimit). 
Beide verknüpft der Dichter ohne Zahlenangabe mit 
dem Hinzufügen, dass der Löwe seine Kraft in der 
Brust hat, und er wiederholt die Bemerkung, dass der- 
selbe sich vor dem Schwert des Jägers fürchtet. Den 
Zusatz bei Guillaume am Schluss, dass der Löwe den 
weissen Hahn und das Geklapper von Wagenrädern 
fürchtet, hat ebenso wie der Cod. Reg. 2 C. XII, 
Philipp und Pierre auch Hugo: »Rotarum strepitus 
(seil, leones) timent, sed magis ignem. Et cum ad 
nuUum paveant occursum, feruntur album gallum valde 
timere«, eine Bemerkung, die sich in Cahier's lat. Hss. 
und in der Göttweiher Hs. nicht findet*). In V. 225 
ist auf den Namen des Königs der Thiere in der 
Thierfabel, Noble, angespielt. 

2) Aptalos == V. 239—345 = Hugo, »Liber de 
bestiis« II Cap. 2. 

Dies Capitel veranschaulicht das Verfahren des 
Dichters sehr gut; von dem Guss in die dichterische 

*) Im Alterthum weiss zuerst Plinius 8, 16, 19 zu berichten, 



— 76 — 

Form abgesehen, rührt das Wenigste von ihm her 
nur verftlhrt er V. 291 — 344 erweiternd. Cahier's 
Hs. C ist in diesem Abschnitt jämmerlich corrumpirt, 
während lat. A einen von Guillaume abweichenden, 
aber zu Vincentius Bellov. Specul. nat. liber XIX 
theilweise stimmenden Text bietet. Das Thier, mit 
welchem die Sage die Antilope gemeint hat, heisst in 
der Göttweiher Hs. Äutula in Abschnitt IX, wo der 
Schluss unvollständig ist. Odo de Ceringtonia gebraucht 
die Form aniilops: Haupt's Zeitschrift 1879, Bd. 23 
p. 288. Hugo de St. Victore p. 57 nennt das Thier 
antula, von dem er nur sagt, dass sich ihm als einem 
animal acerrimum kein Jäger nähern könne, es habe 
lange Hörner wie die serra, mit denen es die grössten 
Eichen zerschneiden könne. Dürste es, so gehe es 
zu dem grossen Fluss Euphrat und trinke*). Nach 
Guillaume, der mit Absicht wegen des Folgenden von 
zwei Hörnern spricht, die er schneidend wie eine Klinge 
nennt, kann der Äptdlos einen grossen ausgewachsenen 
Baum damit abschneiden. Der Dichter, welcher in 
der Auslegung nicht unterlässt, das weltliche Treiben 
der clercs zu tadeln, übersetzt in V. 251 — 344 theil- 
weise ausmalend das Folgende aus dem knapp und 
präcis geschriebenen lat. Texte: »Sunt autem ibidem 
virgae vimineae virides et moUes. Incipit autem illud 
animal ludere in virgulis illis, et ludendo obligat semet- 
ipsum cornibus, obligatisque comibus vociferatur in- 



dass der Löwe ein sich drehendes Rad, einen leeren Wagen, aber 
noch mehr den Kamm und das Krähen des Hahnes und am aller- 
meisten das Feuer furchtet. 

*) Dies fabelhafte Thier, eine Antilopenart, in dem Physiologus 
verschieden genannt, bietet den Ursprung des Namens Antilope. 
Vgl. Lichtenstein, „lieber die Antilopen des nördl. Afrika", der die 
Kenntnisse der Alten davon in den Abhandl. d. Berliner Akad. d. 
Wiss. 1824 S. 195 geprüft hat. 



— 77 — 

genti rugitu, quia evadere non potent gracilibus virguli« 
circumseptum, et tunc quilibet venator absconse venans, 
audiens vocem ejus currit, et inveniens b'gatum occidit. 
Cave ergo, homo Dei, ebrietatem, nee obligeris luxu- 
riae voluptate, ut non interfieiaris a diabolo. Vinum 
enim et muliefes apostatare faciunt homines sapientes 
(Eccli. XIX). Verum vir sapiens et prudens a vino 
et a muHere se avertet.« (Hier ist durch Versehen 
des Schreibers aus dem folgenden Abschnitt über die 
lapides igniferi eine Zeile in den Text gerathen.) »Tu 
igitur, Professor prudentiae, intellige multos periisse 
propter vinum tanquam virum, et propter feminas, id 
est voluptates, et cautus esto ut salvus evadas. Ergo 
hoc animal supra scriptum significat viros habentes 
comua bonorum operum, sive scientiam duorum Testa- 
mentorum, qui quandiu in his studuerint, non solum 
modica, sed etiam grandia vitia resecant. Si vero inde 
reversi, ad illecebras hujus vitae et voluptates atten- 
derint, gulae ac lenocinio servierint, non solum virtutem 
bonorum operum, sed etiam praemia perdunt habenda.c 
Diese Probe genügt, um das Abhängigkeitsverhältniss 
des Dichters von seiner Quelle kennen zu lernen. 
F. Mann's inzwischen gedruckter Cod. Reg. 2 C. XII 
macht die ausführliche Aushebung weiterer Stellen des 
Lateinischen entbehrlich. 

3) Zwei Feuersteine = V. 345— 398 = Hugo 11 Cap. 19. 

Dies Capitel mit Hugo 's kräftiger Ausdrucks weise 
ist vom Dichter möglichst getreu nachgebildet 5 doch 
hat er den griechischen Namen flir die zwei Steine, 
den männlichen, und weiblichen auf einem (nach seiner 
Zuthat hohen) Berge des Orients (quos Graeci vocant 
chirobolos id est manipulos) unbeachtet gelassen. Bei 



— 78 — 

Philipp heissen dieselben Turroboleny was aus nvQoßoXoi 
verderbt ist. V. 354 giebt igniferi wieder. Die Frage 
356 — 358 gehört dem Dichter als Eigenthum an, der 
weiter treu Hugo's Angabe folgt, dass, wenn diese 
Steine getrennt sind (ad invicem separantur = sont 
loing a loing), kein Feuer in ihnen entsteht, wenn sie 
sich jedoch durch Zufall nahe kommen, in ihnen so- 
gleich ein solches Feuer lodert, dass alles ringsum in 
Brand geräth. Dass das Feuer so sehr zunimmt, dass 
es das ganze Gebirge, und was zu beiden Seiten ist, 
in Brand setzt (V. 365 — 368), ist bei Hugo nicht ge- 
sagt, steht jedoch im Cod. Reg. 2 C. XII. Die alle- 
gorische Auslegung, in der Hugo die homines Dei, die 
ein Klosterleben führen, auffordert, sich fern zu halten 
von Weibern, weil bei der Annäherung sogleich ein 
schädliches Feuer entstehe, und alles vom Herrn ver- 
liehene Gute vernichtet werde, giebt der Dichter treu 
wieder; doch hat er im Folgenden aus ästhetischen 
Rücksichten den doppelten Parallelismus des Lateini- 
schen vermieden und die ihm wohl nicht so wie Eva 
bekannte Susanna V. 388 fg. übergangen: »Sunt enim 
angeli Satanae, qui semper impugnant vires sanctos, 
sed et feminas castas. Memores esse debetis bellorum 
quae peregerunt sancti viri, sicut Samson et Joseph. 
Ambo siquidem tentati sunt per mulieres, sed alter 
vicit, alter victus est. Eva quoque et Susanna tantatae 
sunt, altera victa est, altera vicit.« Die Aufforderung 
Hugo 's, nicht sorglos zu sein, sondern sich mit gött- 
lichen Lehren zu wappnen gegen die trügerische Liebe 
der Weiber (quarum peccatum ab initio, id est, ab 
Adam usque nunc in filios inobedientiae debacchatur) 
und die Werke des Teufels, hat der Dichter zusammen- 
gezogen. 



— 79 — 

4) Serra = 399-456 = Hugo II Cap. 22. 

Der Abschnitt über dies apokryphe Meerungeheuer, 
der in Cahier's Hss. AB insofern etwas abweicht, als 
er mit einem bei Hugo und Guillaume nicht stehenden 
Bibelspruch endigt, ist vom Dichter ziemlich genau 
ohne grosse eigene Zuthat mit wenigen durch die 
Poesie bedingten Erweiterungen reproducirt worden, 
nur spricht er deutlich aus, dass der Teufel es ist, 
der unablässig die Guten bekämpft, ohne dass diese 
Schiffbruch leiden in den Stürmen dieser Welt. Die 
Angabe des Lateinischen über die Serray dass sie 
pennas immanes habe, drückt der Dichter nicht aus, 
während Bellua ihm die V. 402 — 403 eingiebt; das lat. 
elevat alas suas erweitert er zu V. 404. Das Lat. 
auch des Cod. Reg. 2 C. XII spricht nur von einem 
Schiff, gegen das die serra 30 oder 40 Stadien weit 
zu laufen sucht ; der Dichter fügt zu den Schiffen noch 
die drmnonz, lässt aber die Angabe der Entfernung 
aus. Dass das Thier den Wind in seinen Flügeln 
auffängt und gegen das Schiff segelt (V. 407—408), 
ist nur aus dem Lat. zu entnehmen; ebenso steht 
409 — 410 nicht bei Hugo ausgedrückt, sondern ist 
Zuthat und poetische Ausschmückung. Die Worte: 
»Cum vero deficit, ponit alas suas, et eas tandem ad 
se retrahens lassa subsistit, ipsam vero fluctus in pro- 
fundum maris ad locum suum tunc temporis reportare 
consuevit« sind in V. 411 — 420 insofern etwas ab- 
weichend wiedergegeben, als der Dichter nur sagt, 
dass die serra so lange segle, bis sie nicht weiter 
könne, dann niederfalle, die Segel streiche und vom 
Meere verschlungen werde. Auch dass die Schiffer 
der serra, die oft das Schiff untergehen lässt, als einem 



- 80 - 

grossen peril de mer (V. 418)*) ausweichen, ist im 
Lat. nicht ausgesprochen. Die allegorische Auslegung 
des Meeres als dieser Welt, der Schiffe als der Ge- 
rechten, der Serra als der anfänglich Guten, dann 
aber durch die Laster Besiegten stimmt im Lat. mit 
Guillaume's Ausführungen tiberein. Nach Philipp von 
Thaonhat die Serra ^ die an die echineis oder remora 
des Alterthums erinnert, einen Löwenkopf und Fisch- 
schwanz. 

5) Calddrius = 457—520 = Hugo II Cap. 31 = 
I Cap. 48. 

Nur der Anfang zeigt bei Hugo Uebereinstimmung, 
doch sagt GuiUaume nicht, dass der charadrius der 
Bibel zu Folge ein unreiner Vogel sei ; auch stimmt er 
mit Hugo's von ihm anstössig gefundener Angabe: 
»Physiologus dicit de eo quod est totus albus, nuUam 
partem nigri in se habens, cujus interior fimus oculorum 
caliginem curet« nur halb überein**). Die etwas ge- 
kürzte , von biblischen Reminiscenzen durchzogene 
Stelle über diesen Vogel, der die Genesung oder den 
Tod des Kranken anzeigt, wie die beiden Sprüche 
Johannes 14, 30 und I. Petri 2, 22 finden sich mit 
der moralischen Auslegung auch beim Dichter, doch 
hat er den dritten Bibelspruch Hugo's in V. 514 — 520 



*) Der Beiname der Abtei Saint-Michel del Peril an der nor- 
mannisch - breton. Grenze bei Avranches wird im Roman du mont 
Saint Michel 429 erklärt : — Peril de meir r'est apelez ; — Quer molt 
souvent i sunt trovez — Pelerins passanz perilliez, — Quel gort de 
mer aveit neiez — Ou a Taleir ou au venir. 

**) F. Mann, »Der Bestiaire Divin des GuiUaume <. Ueilbronn 
1888 , p. 74 versteht unter interior femur (curat caliginem oeulorum) 
das Knochenmark; aber, obschon Pierre wie der Dichter des frag- 
mentarischen Bestiaire »euisae'< übersetzt, muss wohl interior femua 
(= ßtnus) mit A — lat. B hat interius fcmns — gelesen werden. 



-- 81 — 

durch Johannes 3, 14 — 15 ersetzt; dieser letztere 
Spruch, der bei Hugo fehlt, steht in Cahier's Hss. ABC 
und Cod. Reg. 2 C. XII. Ohne die Bibelstellen findet 
sich derselbe Abschnitt: De caladrio ave bei Hugo, 
Liber I Cap. 48. Weder bei Hugo noch in Cahier's 
Hss. noch in der GK)ttweiher Hs. noch im Cod. Reg, 2 
C. Xn, der hier noch mehr Bibelverse enthält, steht 
die Bemerkung des Dichters (V. 461—462), dass man 
den caladrms zuweilen finde el paU de Jerusalem. — 
Mit diesem Vogel kann nicht die Kalanderlerche, nfis. 
la calanäre (Alauda calandra) gemeint sein, sondern 
derselbe ist mit dem Eisvogel verwechselt worden; 
das Etymon xagadQtog bedeutet einen Regenpfeifer. 
Die Form Jcalendres findet sich in der Chanson de geste 
»Gaydon« 6d. Guessard V. 325; la calandres in W. 
Förster' s »De Venus la deesse d'amors«. Vgl. unten das 
Wörterverzeichniss zum Bestiaire. Sonst steht die 
Lachtaube, die man gewöhnlich Turteltaube nennt, in 
dem Rufe, sie ziehe Krankheiten an sich, weshalb 
man sie im Zimmer hält. 

6) Pelikan = 521-614 = Hugo II Cap. 27. 

Auch in Buch I Cap. 38 hat Hugo einen Abschnitt 
über die Natur des Pelikans , aber der Dichter hat 
daraus nur das Citat Psalm 102, 7: »Similis factus 
sum peUcano solitudinis.« Ausgenommen den ScMuss- 
satz übersetzt der Dichter ohne eigene Zuthaten das 
27. Cap. ganz nebst der Allegorie. Das Lateinische 
zeigt eine von Migne unbeachtet gebliebene Lücke; 
denn nachdem angegeben, dass der Pdikan ein im 
Nil wohnender egyptischer Vogel sei, heisst es, es gebe, 
wie man berichte, 2 Arten Pelikane; doch wird nach 
unum seil, genus später nicht mit .der Beschreibung des 

R ei ns ch , Le Bestiaire. 6 



— 82 - 

alterwm genus fortgefahren. Der Dichter berichtet von 
den 2 Pelikanarten: die eine Art lebe im Wasser 
und nähre sich nur von Fischen, die andere, die nicht 
von Fischen lebe, niste in der Einöde und fresse nur 
Gewürm , wobei sich Guillaume auf die estoire escrite 
d. i. Hugo's Text beruft, dem natürlich der Spruch 
des Jesaias I, 2 in V. 572 — 576, nicht der Bibel direct 
entlehnt ist. In Cahier's Hss. ABC, in der Göttweiher 
Hs. und bei Pierre fehlt die Angabe über die 2 Pelikan- 
arten ganz. Nach Cod. Reg. 2 C. XII lebt die zweite 
Art von giftigen Thieren, nämlich Eidechsen, Schlangen 
und Krokodilen. In V. 363—368, einer Zuthat, spielt 
der Dichter auf die Karlssage und die ihm wohl durch 
Wace's Brut bekannte Artussage und auf die chanson 
de geste des Raimbert von Paris »Ogier de Dane- 
marche« (^d. Barrois 1842) an. — Die Sage vom 
Pelikan, dem Symbol der mütterlichen Liebe, der sich 
die Brust aufreisst, um seine Jungen zu füttern, — 
auch in der Vita Merlini V. 1365 — 1368 bei San 
Marte, „Die Sagen von Merlin." Halle 1853, begegnet 
sie — enthält insofern nichts Falsches, als der Vogel 
wirklich den Schnabel weit öffnet, um den Jungen die 
darin befindlichen Fische zu geben. Nur meldet die 
Sage weiter, dass die alten Pelikane ihre Jungen, die 
ihnen ins Gesicht hacken, im Zorn tödten, dass aber 
der Pelikan am dritten Tage sie mit seinem Blute 
wieder belebt. In der Wirklichkeit rührt das Blut von 
den Fischen her, die der Pelikan aus seiner Unter- 
schnabeltasche seinen Jungen zur Atzung reicht, in- 
dem er den Sack gegen seine Brust presst. 

7) Schleier-Enle = 615—656 = Hugo I Cap. 24. 

Der normannische Text ist hier kürzer und stimmt 
mehr zur Göttweiher Hs. und zu Cahier's Hss. AB, 



^ 83 — 

in denen die Bibelstellen Johannes 19, 15 = V. 632 
und Psalm 17, 45, sowie Psalm 17, 46 (Filii alieni 
mentiti sunt mihi, filii alieni inveterati sunt, et clau- 
dicaverunt a semitis tuis) — [Heider liest falsch a sen- 
sitis suis] — wie beim Dichter eingeflochten sind. 
V. 636 bezieht sich auf Jesaias 9, 2. Den Spruch 
Psalm 107, 7, der sich bei Hugo und in Cahier's Hss. 
AB findet, tibergeht der Dichter, wohl weil vom Pelikan 
eben erst fast dasselbe wie vom nycticorax ausgesagt 
war. Die den Juden beigelegten Epitheta sind Zu- 
that des als Antisemit bekannten Dichters. Hugo hat 
in diesem Capitel auffallend viel Bibelsprüche. — Mit 
niticorace = fresaie des Mittelalters kann nur die 
Strix der Alten und die Sirix flammea der neueren 
Naturgeschichte oder das Eäuzchen gemeint sein, über 
die viel Märchen verbreitet sind *). Dieser unsaubere 
Vogel, der die Nacht und Finsterniss liebt, dessen Ab- 
bild die Juden sind, ist vom Dichter mit Absicht dem 
König der Vögel gegenübergestellt 

8) Adler = 657—738 = Hugo I Cap. 56. 

Der Anfang bei Hugo stimmt nur theilweise ; der- 
selbe geht von der Etymologie von Aquila aus., dann 
heisst es, dass der Adler angeblich ein so scharfes 
Auge habe, dass er über den Meeren fliegend und 
menschlichen Blicken unsichtbar aus der Höhe herab 
die kleinen Fische schwimmen sehe »ac turbinis instar 



*) Wie der nietieorax zum Kammerdiener des Königs David 
wurde, erzählt Bouche, »Essai sur Thistoire de Provence«. Marseille 
1785, II p. 367. Als nämlich Ludwig XIV. vor dem Cardinal Forbin 
Jansen, der nur sehr wenig Latein verstand, die Worte des Psalms 
»sicut nietieorax in domicilio« las und diesen nach der Bedeutung 
von nietieorax fragte, sagte der Cardinal: »Sire, c'^tait un valet 
de chambre du roi David.« 

6* 



- 84 — 

descendens raptam praedam pennis ad littus pertrahat«, 
WiAfi in V. 681 — 688 wiedergegeben ist Was der 
Dichter vorher erzählt hat, dass der Adler in hohem 
Alter sich bei hellem Sonnenschein eine klare Quelle 
£^ufsuche und der hellstrahlenden Sonne zufliege , in 
deren Glanz er seine Augen so lauge richte, bis er 
ganz brenne; dass er dann in die Quelle hin«bfliege, 
sich tauche und dreimal bade, bis er ganz verjüngt 
von seiner Altersschwäche genesen ist, entspricht mehr 
Cahier's Hss. AB und der Göttweiher Hs., in denen 
wie im Cod. Reg. 2 C XII das dreimalige Untertauchen 
erwähnt ist. Der Zusatz V. 689 — 697 über eine andere 
Adlerart, der auch im Cod. Reg. 2 C. XII fehlt, scheint 
auf einem Missverständniss einer orientalischen Fabel 
von der Prüfung der Brut zu beruhen; denn während 
der Dichter sagt: wenn jemand deren Eier vertauschen 
und andere an die Stelle in das Nest leg^i würde, 
ohne dass der Adler es wisse und sehe, so würde 
dieser die Jungen, ehe sie gut fliegen, empor in den 
Glanz der Sonne tragen, und würde das Junge, das, 
ohne zu blinzeln, den Strahl der Sonne ansehen würde, 
lieb haben, da« jedoch, das nicht die Kraft hätte, in 
den Glanz zu blicken, als Bastard verlassen und sich 
nicht mehr darum kümmern, — berichtet Hugo nur: 
»Nam et contra radium soHs fertur obtutum non flectere, 
unde et puUos suos ungue suspensos radüs soli« objicit, 
et quos viderit immobilem teuere aciem, ut dignos 
genere conservat, si quos vero perspexerit reflectere 
obtutum, quasi degeneres abjicit« Der übrige Text 
bei Hugo ist ausführlicher und weicht ab auch in dem 
Citat aus der Bibel, das sich in Cahier's Hss. AB, im 
Cod. R^. 2 C. XH und in der Göttweiher Hs. vor- 
findet, nämlich Joh. 3, 5 = V. 720-725. Die Stelle 



- 85 — 

Psahn 102, 5 ist vom Dichter übergangen. Die Gött- 
weiher Hs. beruft sich gegen das Ende auf Augustinus 
und Hieronymus. — Die Auslegung des Adlers als 
Sinnbild des Menschen, der den alten Adam emeuem 
will, der Quelle als der Taufe, der Sonne als Jesu 
Christi, bietet ausser den Schlusszeilen keine Zuthat 
des Dichters. — Obige in Tobler's lateinische Bei- 
spielsammlung (Gröber's Zeitschrift 1888, XII, p. 57 fg.) 
aufgenommene Sage von der Verjüngung des Adlers 
kennt Garnier de Pont St. Maxence, tVie de saint 
Thomas le martyr« ^d. Hippeau. Paris 1859, p. 27. 
Dieselbe bezieht sich auf den Fisch- oder Seeadler 
(Falco haliaätos) der Naturgeschichte. Die Sage vom 
hohen Alter des Adlers knüpft sich an die Etymologie 
des griech. aerog (iei und etog). Schon Homer 
preist den Vogel des Zeus wegen der Schärfe seines 
Augenlichtes. Nach Aristoteles hat der Adler ein 
scharfes Gesicht und zwingt seine unbefiederten Jungen, 
in die Sonne zu schauen; weigern sie sich, so hackt 
er sie und stösst sie ; dann passt er auf, wessen Augen 
zuerst thränen. Dieses tödtet er, jenes zieht er auf. 
Vgl. O. Keller, „Thiere des class. Alterthums". Inns- 
bruck 1887, p. 267—268. 

9) Phönix = 739-820 = Hugo I Cap. 49. 

Vom Ursprünge des Namens Phönix, dem der alt- 
egyptische im Todtenbuch oft genannte Sonnenvogel 
hennu entspricht, und der zuerst von Herodot (H 73) be- 
schrieben worden ist, — Lenz, „Zoologie der Griechen 
und Kömer** p. S40 vermuthet besonders aus Plinius 
Beschreibung den männlichen Gtoldfasan — sowie von 
der Angabe Arabiens als der Heimath des Vogels 
weiss Guillaume nichts, wie auch die Auslegung etwas 



— 86 — 

abweicht. Genauer findet Uebereinstimmung mit Cahier's 
Hss. AB statt, wo der Text in Unordnung ist, indem 
die moralische Auslegung den Anfang bildet. Die dj^rin 
genannten Bibelstellen: Johannes 10, 18 = V. 808 — 
810, Matth. 5, 17 = V. 812-814 und Matth. 13, 82: 
»Sic erit omnis scriba doctus in regno caelorum qui 
profert de thesauro suo nova et vetera« = V. 815 — 820 
sind vom Dichter wiedergegeben. Die auch zuletzt 
fehlerhafte Göttweiher Hs., in der nur der erste Bibel- 
spruch steht, schliesst mit dem Phönix als letztem 
Abschnitt. Der Name der in der Göttweiher Hs. gar 
nicht genannten Stadt Heliopolis lautet in Cahier's 
Hss. AB und im Cod. Reg. 2 C. XH Eliopolis wie 
bei Philipp von Thaon und fehlt ganz bei Hugo, der 
hier Isidor, »Etymolog.« lib. XH p. 462 ausschreibt, 
und bei Pierre, während Guillaume's Hss. Neopole, 
Leopole, Loepole haben. Die zwei althochdeutschen 
Thierbücher des 12. Jahrh. haben am Schluss den 
Spruch Matth. 13, 52 in Uebereinstimmung mit den 
zwei Wiener Hss. der Hofbibliothek No. 1010 und 
Suppl. 502 tibersetzt. Dagegen der Picarde Pierre 
hat die Stelle ausgelassen, und einzelne Abschreiber 
des normannischen Bestiaire, der in diesem Abschnitt 
Schwierigkeiten bot, scheinen die Stelle für eine Inter- 
polation gehalten zu haben, so CEGH, wo dieser auch 
von Guillaume nicht gerade in engen Zusammenhang 
mit dem Vorhergehenden gebrachte Passus fehlt. 

Während der hier sehr verderbte Physiologus be- 
richtet, dass der Phönix nach 500 Jahren die Gehölze 
des Libanon betritt, seine beiden Fitigel mit Wohl- 
gerüchen erfüllt, was einem Priester der Stadt Eliopolis 
gemeldet ist, der einen Altar von Reisig errichtet, auf 
dem der Vogel sich selbst verbrennt; dass der Priester 



— 87 — 

am andern Tage in der Asche einen kleinen von 
Wohlgeruch duftenden Wurm, am zweiten Tage aber 
schon einen ausgebildeten Vogel vorfindet, der am 
dritten Tage davonfliegt nach seinem früheren Aufent- 
haltsorte, weiss Guillaume, bei dem die arabischen 
Namen der Monate natürlich nicht stehen, der jedoch 
schon klarer ist als die lat. Quellen, nur zu melden^ 
dass der Phönix in Indien und zwar immer allein lebt, 
dass er nach 500 Jahren, wenn er alt zu sein glaubt, 
mit verschiedenartigen Spezereien aus der Einöde nach 
•Leopolis fliegt, wo seine Ankunft einem Priester der 
Stadt gemeldet ist; dieser lässt, wenn er weiss, dass 
der Vogel kommen soll, ein Bündel Reisig sammeln 
und legt es auf einen Altar; mit den Spezereien ver- 
sehen kommt der Vogel dorthin und zündet mit seinem 
Schnabel an dem harten Stein ein loderndes Feuer 
An, in dem er sich zu Staub und Asche verbrennt. 
Der Priester kommt jetzt herbei, findet die aufgehäufte 
Asche, zertheilt sie sanft und findet ein Würmchen, 
das besser als eine Rose oder andere Blume duftet. 
Am andern Tage kommt der Priester zurück, um zu 
sehen, wie der schon fertige Vogel sich befindet. Am 
dritten Tage, wo der Vogel seine völlige Gestalt hat, 
verneigt er sich vor dem Priester, wendet sich fröhlich 
hinweg und kommt nicht vor 500 Jahren zurück. 
Die Auslegung des Phönix als Sinnbild des Herrn, 
der am Kreuze geopfert wurde, am dritten Tage aber 
wieder auferstand, zeigt keine Zuthat des Dichters. 
Schon Crestien de Troyes, »Cliges« 2725 fg., hgb. von W. 
Förster kennt die Sage vom Phönix in der Schilderung 
der Schönheit der Fenice: 

Fenice ot la pucele a non 

Et ne fu mie sanz reisoii. 



— 88 — 

Car si con fenix li oisiaus 
Est sor toz autres li plus biaus 
N'estre n'an puet que uns ansanble, 
Ausi Feniee, ce me sanble, 
N'ot de biautö nule päroille. 
Auch die Image du Monde handelt vom Phönix 
.vgl. Le Roux de Lincy, »Le Hvre des l^endesc. 
Paris 1836, p. 221 — 222. Das »Carmen de Phoenice« 
von Lactantius (ed. Martini, Lüneburg 1825) ist von 
einem angelsächsischen Dichter, vielleicht Kynewulf, 
in ziemlich 700 Versen bearbeitet worden; vgl. Ad. 
Ebert, „Geschichte der christlichen lat Literatur**. 
Leipzig 1887, IH p. 73-80, Anglia VI 241 fg. und 
Berichte der Sachs. Gesellschaft der Wissenschaften 
zu Leipzig. Das ital. Gedicht »La fenice« ist von 
G. Scandianese (Ganzarini), dem Verf. des Lehr- 
gedichtes »La Cacciac. Auch Odo de Ceringtonia: 
Haupt's Zeitschrift 1879, Band 28 p. 287 kennt 
die Sage, die schon S. Grundtvig (Phenix-Fuglen, 
Pjöbenhavn 1840) und P. Cassel, „Der Phönix und 
seine Aera. Ein Beitrag zur alten Kunst, Symbolik 
und Chronologie.** Berlin 1879, in einer Monographie 
behandelt haben. Der Troubadour Richard de Barbe- 
zieux kennt die Sage vom Phönix, und Peire Vidal 
sagt seiner Geliebten, er wolle ihr fenics sein. Noch 
Freiligrath spricht in einem Gedicht (Werke, New- 
York 1858. Bd. 1 , pag. 300) von den 500 Jahren 
und dem „würz 'gen Horst** des Phönix. (Ueber die 
Thiere im Talmud vgl. L. Lewysohn, „Die Zoologie 
des Talmud". Selbstverlag des Verf. 1858.) 

10) Wiedehopf = 821-870 = Hugo I Cap. 52. 

Der Göttweiher Text ist bedeutend gekürzt und 
enthält auch nicht die Citate aus der Bibel Exod. 20, 



— 89 — 

12 und Exod. 21, 17 = V. 865-870. Auch V. 841—848 
sind dem Lat. nachgebildet, wie Cahier's Hs. B bezeugt, 
in der si statt sicui, nos statt vos, edoomstü statt 
educavisiiSy nostnMn statt vestrum, impedisti statt im^ 
pendistisi nach dem normannischen Text corrigirt w.erden 
kann. Hugo ist ausführlicher, doch nur der Schluss 
mit der Angabe des Physiologus, dass, wenn der 
Wiedehopf alt geworden und nicht mehr fliegen kann, 
seine Jungen kommen, um ihm die alten Federn aus- 
zurupfen, ihn wärmen, bis wieder neue Federn wachsen, 
und flittem, bis er mit wieder gewonnener Kraft aus- 
fliegen kann, ebenso die Vergleichung dieser vernunft- 
losen Creatur mit dem Menschen, der seine Eltern im 
Alter nicht ehrt, zeigt bei Guillaume Uebereinstimmung. 
Auch hier rührt, von der Angabe V. 821 — 823 ab- 
gesehen, dass das Nest aus Roth und Schmutz her- 
gestellt ist, was auf eigene Anschauung deutet, in- 
haltlich nichts vom Dichter her. Nach Philipp von 
Thaon, der hier Isidor folgt, konunen zu dem, der 
sich mit dem Blute eines Wiedehopfs salbt, wenn er 
schläft, Teufel, die ihn umbringen. 

11) Ameise, AmeisenWwc = 871 — 1052 == Hugo H 
Cap. 29. 

Der Göttweiher Text und besonders Cahier's mit 
Fehlem gespickte Hss. sind unvollständig, indem die 
äthiopische Ameise sowie die List der Leute, ihnen 
das ausgescharrte Gold zu nehmen, und der Abschnitt 
über den Ameisenlöwen ganz fehlen. Der Dichter 
schliesst sich hier beinahe wörtlich an Hugo 's TexA 
an, der eine recht lehrreiche Vergleichung darbietet, 
hat jedoch die zuletzt im Lateinischen genannten Ketzer- 
namen, von denen Philipp von Thaon wie Cod. Reg. 2 
C. Xn den Fotinj Sahettiun^ Donety Arrianon aufführt, 



— 90 — 

übergangen. Wie bei Guillaume bildet bei Philipp 
der Ameisenlöwe keinen besonderen Artikel , indem 
auch hier keine allegorische Deutung versucht ist, 
sondern an die Darstellung der Ameise ist die andere 
Ameisenart und der Ameisenlöwe unmittelbar ange- 
schlossen. Der Dichter beginnt wie Hugo mit Salomo's 
Spruch über die Ameise: Prov. 6, 6—8 = V. 871—875. 
Hugo jedoch fahrt fort: der Physiologus nenne drei 
Eigenschaften der Ameise, deren erste sei, dass die 
Ameisen, wenn sie aus ihrer spelunca konmiön, ge- 
ordnet einhergehen und allerlei Samenkörner suchen; 
wenn sie sie aber gefunden, so ergreifen sie die einzelnen 
Kömer, indem sie sie nach ihrem Bau tragen. Die 
anderen Ameisen jedoch, die keine Körner im Munde 
haben, sondern den Beladenen entgegenkommen, sagen 
nicht zu ihnen : Gebet uns von euerem Getreide, sondern 
suchen solches, indem sie den Spuren jener folgen, und 
bringen es dann in den Bau. Was von diesem nicht 
einmal mit Vernunft begabten Geschöpf gilt, das so 
weise handelt, gilt noch vielmehr von den 5 thörichten 
Jungfrauen, die wie die weisen auch Oel in ihren 
Geftlssen hätten haben sollen, ehe der Bräutigam kam. 
In diese vom Dichter wiedergegebene Stelle werden 
die Sprüche Matth. 25, 3—4; 8—10 = V. 909—928 
aus Hugo eingeflochten ; vorher giebt jedoch Guillaume 
ohne jede Zahl an, was im Lateinischen später folgt, 
dass die Ameisen am Gerüche des Halmes zu unter- 
scheiden wissen, ob das Getreide an der Aehre Gerste, 
Koggen oder Weizen ist *). Während es im Lateinischen 



*) F. Mann, »Der Bestiaire Divin des Guillaume le Clerc». 
Heilbronn 1888, p. 76 behauptet falsch, dass in der naturgeschicht- 
lichen Schilderung bei Guillaume die dritte Natur der Ameise 
auffallenderweise fehle, und, da sowohl die von Cahier und Hippeau 



— 91 — 

weiter heisst, dass die Ameise die K()mer in ihrem 
Baue birgt (recondit), damit sie m'cht in Folge von 
Feuchtigkeit keimen, und sie selbst im Winter Hungers 
sterbe, sagt der Dichter, dass die Ameise jedes Korn 
in der Mitte spalte — (Cod. Reg. 2 C. XII: »dividit 
illa [grana] per medium«) — und es so aufbewahre, 
dass es nicht verderbe, faule und keime. Die Aus- 
legung V. 941 — 960, in der dem Christen die dem 
Buchstaben folgenden Juden gegenübergestellt sind, ist 
zusammengezogen, indem Hugo ausführlicher ausser 
dem Spruch H Korinther 3, 6 = V. 948 — 949 noch 
Römer 7 und I Korinther 10 citirt und zuletzt die 
Etymologie von Formica aus Isidor beibringt. Die 
Erzählung von den Ameisen in Aethiopien, die so 
gross sind wie ein Hund und Goldsand ausscharren 

benutzten, wie auch die englischen Handschriften (Egert. 613, 
Douce 132, Cott. Vesp. A VII) sich hierin gleich verhalten, so 
dürfe man wohl annehmen, dass Guillaume's lat. Vorlage diese 
dritte Natur gar nicht aufwies. Hiergegen ist zu bemerken, dass 
der Dichter doch V. 885 %. und 933 fg. die beiden anderen Naturen 
ganz deutlich, wie Hugo's Text ohne Zahlangabe, beschreibt, indem 
dort nach den Worten: »Physiologus dicit tres habere virtutes 
formicam«. »Prima ejus virtus est« folgt, und bei Beschreibung 
der zweiten und dritten Natur teeunda und terUa nicht steht, 
während der Cod. Reg. 2 C. XII die Bezeichnung secunda und 
tertia natura hat. Ein aufinerksames Studium des normannischen 
Textes lässt die einzelnen Naturen der Ameise leicht erkennen. 
Dass Mann dieselben in den Drucken und in seinen Hss. nicht 
gefunden, ist auffallend. Also sowohl Guillaume's Text als auch 
seine lat Vorlage enthalten die dritte Natur, nur ist im Nor- 
mannischen die Reihenfolge der zwei letzten Naturen umgekehrt. 
In Tobler's latein. Beispielsammlung (GrÖber's Zeitschrift 1^8. XII 
p. 57 — 88X wo einige von den Bestiarien abweichende Einzelheiten 
für die Geschichte des Physiologus von Bedeutung sind, heisst es 
von der Ameise, dass sie die Gerste verschmähe, wenn sie sie finde 
(si inuenit ordeum, refutat illum). Sowohl bei Hugo als im Cod. 
Reg. 2 C. XU findet sich Isidor^s Angabe, dass die Ameise (zur 
Erntezeit) Weizen wählt, Gerste aber nicht anrührt. Nur im Cod. 
Reg. 2 C. XII wird als Grund, warum dieselbe von der Gersten- 
ähre zur Weizenähre kriecht, angegeben, dass Gerste die Nahrung 
vemunftloser Thiere ist. 



— 92 - 

und aufbewahren, die aber diejenigen, die ihn rauben 
wollen, tödten (ad neeem pensequuntur) — der Dichter 
übertreibt und sagt V. 972 „verschlingen" — , femer 
die List der Leute, die ihnen dadurch das Gold rauben, 
dass sie Stuten mit deren Füllen drei Tage hungern 
lassen, dann die FtlUen am Ufer des zwischen ihnen 
und den Ameisen fliessenden Flusses festbinden, die 
Stuten gesattelt über das Gewässer treiben, wo diese 
auf den jenseitigen Feldern frische Kräuter abweiden, 
und wo die Ameisen die Schreine und die Sättel mit 
Goldsand beladen, um ihn dort zu bergen, bis die 
Stuten gegen Abend gesättigt und goldbeladen beim 
Wiehern ihrer hungrigen Füllen zurückkehren, ist von 
Guillaume in engem Anschluss an das Lateinische 
übersetzt; nur sind V. 966, 968, 970, 972, 974—975, 
978, 979, 982 (al quart), 990, 994—999, 1002, 1006— 
1008, von Epithetis abgesehen, als poetische Aue- 
schmückung erkenntlich*). — Der Ameisenlöwe wird im 
Lateinischen nur klein genannt und als Feind der 
Ameisen geschildert, die er, wenn sie Getreide bringen, 
im Staube verborgen überfällt und tödtet. Der Dichter 
nennt ihn auch den Löwen der Ameisen , fügt jedoch 
hinzu, dass er der kleinste, kühnste und tapferste von 
allen ist; Hugo meint nur, er werde Löwe und Ameise 
genannt, weil, wie der Löwe unter den übrigen Thieren, 
so er unter den übrigen Ameisen am tapfersten ist. 
(Seine List ist bekannt und beruht auf Wahrheit.) 
Zuletzt schärft der Dichter zum dritten Male (seinen 

*) Die Behauptung F. Mannas, »Der Bestiaire Divin des 
Guillaume le Clerc«. Heilbronn 1888, p. 77, dass diese Erzählung 
von den goldgrabenden Ameisen zuerst im Cod. 'Reg. 2 C. Xll 
auftrete und in sämmtlichen Redactionen, die unter dem Namen 
Hugo's von St. Victor gehen oder in diese Kategorie gehören, 
übergangen sei, ist also ganz falsch. 



Zuhörern) ein, das Beispiel der weisen Ameise zu be- 
achten und sich zum Winter, d. i. zum jüngsten Tage, 
zu rüsten, um mit dem Bräutigam zur Hochzeit zu 
gelangen. V. 871 — 872 erinnern an das Sprichwort: 
Celuy qui est trop endormy 
Doit prendre garde ä la fourmy, 
bei Le Roux de Lincy, »Le livre des Proverbes«. 
Paris 1842, I p. 113. — Die Sage von den gold- 
grabenden Ameisen geht auf Herodot 3, 102 zurück, 
dessen Bericht auf indischen Ursprung hinweist, und 
Plinius 7, 2, 2 berichtet von den einäugigen Arimaspen, 
dass sie mit den Greifen, geflügelten Thieren, wegen 
des Goldes in den Bergwerken immer in Streit leben 
und es stehlen*). 

12) Sirenen = 1053-1112 = Hugo II Cap- 32. 

Cahier's 3 Hss. wie der Göttweiher Text weichen 
hier ab und sprechen von mehreren Sirenen und den 
Onoeentauri, Guillaume behandelt erst nur die Sirene, 
spricht aber dann von mehreren; derselbe citirt hier 
keine Bibelstelle, auch nieht Jesaias 13, 22. Hugo 
fägt nach der moralischen Deutung noch hinzu, dass 
die Siren^i, drei an Zahl und halb Jungfrauen, halb 
Fisch, in Wirklichkeit ab^ Buhlerinnen gewesen 
wären; den onoeeniattros y der auch im Cod. Reg. 2 



*) Ein« Mono^apMe über die Ameisen schrieb Latreille, 
«Histoire nstvelle des fourmia«. Paris 1802. Schon in seiner 
»Histoire des fourmis de la France« hatte derselbe die äthiopische 
Ameise beschrieben. Eine Reminiscenz an den Physiologos ent- 
hält noch La Fontaine's Angabe, dass sich die Ameise von Stroh- 
halmen nähre. Daa 1806 in Sohaepfenthal erschienene, noch heute 
mehxfaeh av^elegabe „Ameisenbüchlein^ voa C. G. SaiamaiiiB luut 
nicht naturhistorisehen, sondern pädagogischen Inhalt, indem es 
sich selbst eine „Anweisung zu einer vernünftigen Erziefaung der 
Erzieher" nennt. 



- 94 - 

C. XII figurirt, beschreibt letzterer Buch 11 Cap. 3 
und 33. Der Dichter schildert die Sirene als das 
schönste Wesen der Welt, vom Nabel an mit Frauen- 
gestalt, die andere Hälfte als Fisch oder Vogel, welches 
die Schiffer auf dem Meere durch Gesang bezaubere 
und tödte. Die Auslegung der Sirene als des Teufels, 
ihres Gesanges als der irdischen Lust, vor der sich 
manche Schiffer (Menschen) dadurch schützen, dass sie 
sich die Ohren verstopfen, schliesst sich ebenfalls eng 
an das Lateinische an. Nach Philipp singen die 
Sirenen beim Nahen eines Sturmes, bei schönem 
Wetter weinen und klagen sie. — Die aus Homer's 
Odyssee Buch XII geflossene Sage von den Sirenen 
hat eine reiche Literatur entwickelt. Deutsche und 
holländische Sagen von Nixen und Meerminnen berührt 
A. Landrin, »Les monströs marins«. Paris 1870, 
p. 257—291, wo p. 268 V. 1055—1099 des Bestiaire 
Guillaume's, eines »clerc picard« mitgetheilt sind; 
Grimm, „Deutsche Mythologie" p. 455 und „Deutsche 
Sagen" p. 54; A. Maury, »Les fßes au moyen äge«. 
Paris 1843; G. Kastner, »Les Sirfenesc Paris 1858; 
A. Coelho, »Tradicoes relativas as Sereias e mythos 
similares« in Pitre's »Archivio per lo studio delle 
Tradizioni Popolaric Palermo 1885, vol. IV p. 325. 
In der Chanson de geste Rainouart au tinel ver- 
nimmt der Held auf der Fahrt nach Odieme die 
melodische Stinune der Sirene, die er naiv anredet 
und auffordert, mitzugehen*). In den Nibelungen 



*) Im provenzalischen Elucidari erscheinen die Sirenen als 
Meerfische mit Frauengestalt and als geflügelte Schlangen Arabiens, 
während sie im Livre des Vices & Vertus mit Frauenleib, Fisch- 
schweif und Adlerkrallen dargestellt werden. 



- 95 — 

heissen die Meerweiber Hadeburg und Sigelind*). 
Die neuerdings als Sehenswürdigkeit in Europa zur 
Schau gestellten Sirenen (Seekühe) der Naturkunde, 
welche die Mitte zwischen den Seehunden und Walen 
einnehmen, haben mit den Sagengebilden des Alter- 
thums und Mittelalters nichts als den Namen gemein. 

13) Igel = 1113-1170 = Hugo II Cap. 4. 

Heider in Abschnitt XVIII druckt unverständlich, 
wenn man nicht an den Vergleich des Igels mit einer 
aq)aiQa im äthiopischen Physiologus denkt, nach der 
ööttweiher Hs.: »Erinatius habet lactei circuli [lies: 
porcelli lactantis] quandam similitudinem.« In der- 
selben Hs. fehlt die Bemerkung über die Art und 
Weise, wie sich der Igel gegen Menschen und Thiere 
vertheidigt; ebenso in Cahier's Hss. ABC. Hugo's 
Text ist bis auf den Schlusssatz fast ganz vom Dichter 
treu wiedergegeben. V. 1113—1115 bildet gleichsam 
die Einleitung zu diesem Abschnitt. Hugo beruft sich 
im Gegensatz zum Dichter auf den Physiologus, nach 
welchem der Stachel-Igel wie ein Ferkel- aussieht und 
ganz stachelig ist; zur Zeit der Weinernte geht er 
in den Weinberg, steigt auf den vollen Weinstock 
und schüttelt die Beeren zur Erde, dann steigt er 
herab und kugelt sich in den Beeren, so dass sie an 
seinen Stacheln hängen bleiben; so bringt er seinen 
Jungen Nahrung. Ebenso der Dichter V. 1129—1147, 
der nur aus eigener Beobachtung hinzufügt, dass der 

*) Nach Paracelsus (1493 — 1541), der eine Abhandlung von 
den Undinen, Sylphen, Gnomen, Salamandern und den anderen 
Elementar- Geistern schrieb, sind die Sirenen Momiraf die nichts 
gebären, die aber singen können oder mit Rohren pfeifen. Vgl. 
Val. Schmidt, „Beiträge zur Geschichte der romant. Poesie". 
Berlin 1818, p. 167—168. 



— 96 — 

Igel in Gehölzen und im Gebüsch hause ; vorher jedoch 
V. 1121 — 1129 schildert er, was bei Hugo zuletzt 
steht, dass der Igel, wenn er Leute oder Thiere in 
der Nähe merkt, sich mit seinem Panzer zusamm^i- 
kugek, übersetzt aber et velut plaustrum stridet nicht 
mit, sondern fUgt nur V. 1124 hinzu, ebenso 1126 — 
1128. Während der Dichter 1125 sagt, der Igel könne 
sich nicht gegen den Menschen vertheidigen , meint 
Hugo, der Igel schütze sich gegen alle Nachstellungen 
des Menschen dadurch, dass er sich mit seinen Stacheln 
umgebe. Die Angabe V. 1148 — 1150, dass der Igel 
es mit den Aepfeln, so lange die Jahreszeit dauert^ 
ebenso wie mit den Beeren mache, fehlt wie im Cod. 
Reg. 2 C. XII auch bei Hugo, der seinerseits allein 
die Bemerkung hat, dass der Igel als Heilmittel ge- 
kocht und gegessen gut sei. Wie Hugo fasst Guillaume 
den Igel als den Teufel auf, der die Früchte des 
Geistes vernichtet Der Dichter hat keinen Bibel- 
spruch, Hugo und Cod. Reg. 2 C. XII einen. — Nach 
Pichon, >>M6nagier de Paris« H p. 261 wurde der 
bei den Zigeunern wegen seines Fleisches noch heute 
beliebte Stachel-Igel dnst von den Franzosen gebraten 
und — verspeist wie heute der Schwrins-IgeL Die 
Sage vom Igel, der mit Früchten an seinen Staeheln 
beladen ist, ist weü verbreitet; so kennt sie auch der 
dänisehe Dichter Hi^t. Naeh den Beobachtungen der 
Naturforacker schaffi; der Igel, indem er sich auf dem 
Bodea herumwJSlzt, an unimpti Staeheln nicht nur Obst 
sondern auch Laub u. a. in seine Winterwohnung. 

14) Ibis ^ 1171^1306 = Hugo I Cap. 15. 

Dieser Abschnitt über den Ibis fehlt ganz in der 
Göttweiher Hs. Auch Cahier's Hs. A hat hier eine 



— 97 — 

Lücke, die durch BH ausgefüllt wird. Hugo, der noch 
Buch II Cap. 15 De ibice, aber abweichend handelt, 
wird vom Dichter mit geringen Ktlrzungen treu tiber- 
setzt. An dieser Stelle heisst bei Hugo der Vogel 
ibiSj der hier als unrein nach dem Gesetz vor allen 
Vögeln bezeichnet wird; der Dichter jedoch, der den 
Namen des Nilreihers auf romanisch nicht weiss, sagt, 
dass derselbe von schlechter Lebensart sei, und kein 
Vogel schmutziger und schlechter wäre. Nach dem Latei- 
nischen lebt dieser Vogel Tag und Nacht am Ufer des 
Meeres oder der Flüsse oder der Teiche von todten 
Fischchen oder Aas; nach dem Dichter lebt er immer 
am Ufer eines Teiches oder des Meeres von Aas oder ver- 
faulten Fischen. Das lat. »cadaver, quod ab aqua jam 
putridum vel madidum (Cod. Reg. : marcidum) ejectum 
fuerit foras « verbessert der Dichter durch präcisere Aus- 
drücke V. 1182. Dass der Ibis sich fürchtet, in das 
Wasser zu gehen, weil er nicht schwimmen kann und 
sich nicht Mühe giebt, es zu lernen (quia mortuis 
cadaveribus delectatur bleibt absichtlich unübersetzt, 
da dies schon ausgedrückt ist, wird jedoch mit ver- 
ändertem Ausdruck durch V. 1189—1190 repräsentirt), 
dass er deshalb nicht in tiefes Wasser gehen (in alti- 
tudinem aquae ingredi) kann, um frische Fischchen 
als Nahrung zu fangen, wird auch vom Dichter be- 
richtet. Ebenso stimmt die Auslegung, in welcher der 
Ibis als der Sünder, der nicht die geistlichen Lehren 
als Speise annimmt, gedeutet wird, nebst den Sprüchen 
Galater 5, 19 — 20 = V. 1210-1216 und Galater 
5, 22 = V. 1233 — 1236 im Gedicht überein. Auch 
der Vergleich der Welt und des Meeres ( — die 
Worte Psalm 103, 25 sunt ilHc reptilia quorum non 
est numerus sind in V. 1244 falsch übersetzt, indem 

Reinsch, Le Bestiaire. 7 



— 98 — 

der Dichter mala gelesen hat — ), die mit dem Zeichen 
des Kreuzes zu überwinden sind, die Sprüche Psalm 4, 7 : 
»Signatum est super nos lumen vultus tui« = V. 1254 — 
1255, die auch von Philipp von Thaon nachgebildete 
Stelle über die Sonne mit ihren Strahlen, die Vögel 
mit ihren Flügeln und die Schiffe mit ihren Segeln 
V. 1275 — 1281, ebenso die Bemerkung über den Kampf 
der Kinder Israel gegen Amalek nach 11 Mos. 17, 11 
= V. 1282—1287, endlich der Spruch V. 1299—1300 
= Matth. 8, 22 zeigen nur das Uebersetzertalent des 
Dichters, dem nur die Schlusszeilen V. 1301 — 1304 
angehören. — Die Notiz Hugo's nach dem Physiologus, 
dass der Ibis Schlangen verscheuche (quod serpentes 
violente[r] fugat) passt nicht in den Zusammenhang. 
Philipp von Thaon hält den Ibex und den Storch für 
denselben Vogel. Dass der Ibis, weil er Schlangen 
vertilgte oder weil sein Erscheinen das Wachsen des 
Nils ankündigte, von den alten Aegyptern in Tempeln 
flir heilig gehalten und einbalsamirt wurde, wird im 
Bestiaire nicht gemeldet*). — Im »Partonopeus de 
Blois« M. Crapelet V. 1071 — 1072 ist hex als ein 
Thier beschrieben, das weisser ist als „frischer Schnee 
auf dem Zweige" ; an Hermelin, an den Hirsch (portug. 
veado), an den Marder (kymr. bele) ist nicht zu denken, 
sondern an ibex, ^ 

15) Reineke Fuchs = 1307—1374 = Hugo U Cap. 5. 

Die Göttweiher Hs. ist am Schlüsse dieses Ab- 
schnittes unvollständig und uncorrect. Cahier^s Hss. 
ABC weichen ab, insofern sie mit Bibelstellen durch- 



*) Savigny, der 1805 eine Schrift über den Ibis herausgab, 
hat die Beobachtungen der Alten über die schwarzen und weissen 
Ibisse mit den seinigen an Ort und Stelle verglichen. 



— 99 — 

flochten sind, die alle beim Dichter fehlen. Der Cod. 
Reg. 2 C. XII enthält hier 5 Bibelsprüche. Aus 
Hugo 's Text, der zuletzt aus 4 auf den Fuchs bezüg- 
lichen Bibelstellen besteht, stimmt zum Gedicht V. 1315 — 
1340, wo der Bestiaire als Autorität genannt ist, die 
Bezeichnung des Fuchses als »animal fraudulentum et 
ingeniosum« ; doch heisst es im Lateinischen: wenn er 
Durst hat und nichts zu fressen findet, wälzt er sich 
in rother Erde, um gleichsam blutroth zu erscheinen, 
streckt sich auf die Erde nieder und hält den Athem 
an; die Vögel aber, die ihn so nicht athmen sehen, 
während er die Zunge aus dem Munde heraushängen 
lässt, halten ihn für todt und fliegen herab, um sich 
auf ihn zu setzen; er aber raubt sie so und verschlingt 
sie. Der Dichter dagegen spricht noch anschaulicher 
(wie die »Ecbasis captivic ed. E. Voigt 1875) vom 
Fuchs als einem sehr listigen Thiere, das, wenn es 
etwas hungrig ist und nicht weiss, wo es wegen des 
quälenden Hungers Beute finden soll, sich in rother 
Erde wälzt und besudelt, • bis es ganz blutig scheint; 
dann legt dasselbe sich an einer den Vögeln offenen 
Stelle nieder, hält den Athem in seinem dicken Wanst 
an und hängt die Zunge aus der Kehle, schliesst die 
Augen, fletscht die Zähne und überlistet so die Vögel, 
die es liegen sehen und für todt halten. Dann fliegen 
sie herab, um es zu hacken, dieses aber verschlingt sie 
mit Fleisch und Knochen. In der übereinstimmenden 
Auslegung — der Fuchs ist der Teufel, der sich gegen 
die fleischlich gesinnten Menschen todt stellt, um sie 
zu verschlingen, während der Weise sich nicht wie 
der Thor fangen lässt — nennt der Dichter abweichend 
vom Lateinischen zwei Vogelnamen V. 1359, den Holz- 
schreier (jais) und die Elster (pie); dieselben fehlen 



— 100 — 

in den lat. Prosabestiarien, und nur in den Versen 
des sog. Thebaldus, Migne, »Patrologia lat.« Bd. 171 
p. 1220 wird in dem Abschnitt über den Fuchs 
V. 7 — 8, wo ebenfalls die List desselben beim Vogel- 
fange erzählt ist, gesagt, dass die Krähe oder der Rabe 
(comix aut ater corvm) sich auf seinem Balg nieder- 
lassen, um ihn mit Bissen zu zerfleischen. Im Alt- 
spanischen »Libro de los Gatos« p. 558 No. 53 beissen 
diese beiden Vögel Ouervo und milano. Sollte der 
Dichter comix und corvtts falsch übersetzt oder auf 
Geats ä deuxpiedSj wie La Fontaine in Fable IX sagt, 
angespielt haben? Dieser Abschnitt über den Talley- 
rand der Thierwelt, den Raubritter Reineke Fuchs 
in Guillaume's Bestiaire ist ein locus classicus, da der 
Verfasser sich im Eingange, wo vom Raube der Hühner 
des Constant des Noes durch den Fuchs die Rede ist, 
auf den Roman de Renart hgb. von Martin II 30, 49 u.ö. 
IX 20 und V 645 bezieht und gleich Jacobus von 
Vitry, sowie Grautier von Coinsy ein Zeugniss liefert, 
wie beliebt und verbreitet dieses Werk im Anfange 
des 13. Jahrh. gewesen ist. Vgl. E. Martin, »Roman 
de Renart«. Strassburg 1882, Branche I b. V. 2205 
und Xin V. 1125; M^on, »Roman de Renart«, 
Branche XX*; W. Knorr, „Die XX. Branche des 
Roman de Renart und ihre Nachbildungen." Eutin 
1866, p. 3 — 4; »Histoire litt^raire de la France« 
t. XXII p. 912 fg. Die Episode vom rothgeförbten 
Fuchs, der sich todt stellt, um Vögel zu fangen, kommt 
schon im Pantschatantra : Benfey I 333 vor und hat 
auf ihrer Weltwanderung den Ursprung zur Erzählung 
vom gelbgefärbten Fuchs in Branche XXI — XXII des 
Roman de Renart abgegeben. Vgl. auch AI. Bieling, 
,^Göthe's Reineke Fuchs, nach dem ältesten Druck 



- 101 - 

von 1794 mit Proben der älteren Thierepen hgb.** 
Berlin 1882; Grottsched's „Reineke Fuchs", Abdruck 
der hochd. Prosa -Uebersetzung von 1752. Halle 1886. 
Wie beliebt die Fiichssage noch heute ist, zeigt, dass 
sie selbst zu Unterrichtszwecken verwendet ist von 
»C. Engelbrecht, „Reineke Fuchs für Schul- und 
Privat -Studium. Neu bearbeitet und erweitert durch 
grammatisohe Bemerkungen und einen Anhang eines 
reichen Wörterverzeichnisses nebst Schlüssel der eng- 
lischen Aussprache und Bedeutungen." Köln 1884. 
Aus der jüdischen Literatur des 13. Jahrh. sind die 
Fuchsfabeln, >>Mischle Schualim« des Berachjah ha- 
Nakdan bekannt, die in das Lateinische und zum Theil 
in das Deutsche übertragen wurden. Vgl. L. Zunz, 
„Zur Greschichte und Literatur". Berlin 1845, p. 127 
und D. Cassel, „Lehrbuch der jüdischen Geschichte 
und Literatur". Leipzig 1879, p. 371. 

16) Einhorn = 1375-1476 = Hugo II Cap. 6. 

Hier stimmt die Göttweiher Hs. ziemlich genau 
zu Cahier's Hss. AB und hat wie diese, obwohl 
fehlerhaft, gleich Cod. Reg. 2 C. XII, die Bibelstelle 
Deuteron. 33, 17, welche der normannische Bestiaire 
nicht enthält. Letzterer ist fast ganz nach Hugo's 
Text gearbeitet, nur der letzte Satz über den Grund 
der Aehnlichkeit des Einhorns und des Ziegenbocks 
ist vom Dichter übergangen; ebenso lässt er die 
griechische Bezeichnung monoceros, die Philipp von 
Thaon (monosceros) hat, weg, femer die Angabe Hugo 's, 
der sich auf den Physiologus beruft, dass das Einhorn 
die Eigenschaft habe, dass es ein sehr kleines Thier 
(pusillum animal) und dem Ziegenbock ähnlich sei. 
Das Lateinische spricht nur von einem acerrimum in 



— 102 — 

capite comu unum, der Dichter von einem Hörne des 
Thieres in der Mitte der Stirn. Kein Jäger, sagt 
Hugo, kann ihm mit Grewalt zuvorkommen oder es 
fangen ; sondern genau genommen fängt man es durch 
folgende Erdichtung und List. Man führt ein schönes 
jungfräuliches Mädchen (puellam virginemque specio- 
sam), das man allein lässt, an den Ort seines Aufent- 
halts; sobald das Mädchen das Thier erblickt, öffiiet 
es seinen Busen, bei dessen Anblick das Einhorn 
seine Wildheit aufgiebt und seinen Kopf in den Schoss 
(gremium) der Jungfrau legt, und so wird es schlafend 
von den Verfolgern gefangen (deprehenditur) und in 
den Palast des Königs gebracht (exhibetur). Der 
Dichter dagegen nennt das Thier so kampflustig und 
kühn, das kräftigste aller Thiere der Welt, das den 
Kampf mit dem Elephanten aufnimmt und so scharfe 
Krallen an dem festen schneidigen Fusse hat, dass es 
alles durchbohrt und mit dem wie eine Klinge spitzen 
Fusse dem Elephanten vollständig den Bauch auf- 
schlitzt. Die es fangen wollen, lauern ihm erst auf; 
finden sie seinen Aufenthalt und bemerken sie seine 
Fusstapfen, so gehen sie zu einem Mädchen, von dem 
sie wissen, dass es noch Jungfrau ist; dieses lassen sie 
sich setzen und an der Höhle warten, um das Thier 
zu fangen. Ist das Einhorn zurückgekehrt und hat 
die Jungfrau erblickt, so geht es gleich zu ihr, lässt 
sich in ihrem Schosse (devant) nieder, und das Mädchen 
nimmt es wie den, der sich ihm hingiebt (Geliebten). 
Mit der Jungfrau spielt es so lange, bis es in ihrem 
Schosse eingeschlafen ist. Alsbald springen die, welche 
ihm auflauem, herbei, binden es und führen es mit 
Gewalt und unter Widerstand (desrei) zum König. 
Nach dem Lateinischen und nach Guillaume ist das 
Einhorn Jesus Christus, der in der Jungfrau Wohnung 



- 103 - 

nahm und von den Juden gefangen und gebunden vor 
Pilatus geführt wurde. In den Treis moz 297 des- 
selben Dichters ist das Einhorn (wie im Roman Barlaam 
und Josaphat) der Tod ; Guillaume ist also nicht conse- 
quent in seinen Darstellungen, er schliesst sich eng an 
seine verschiedenen Quellen. Der Dichter, der unter dem 
einen Hom des Einhorns die Menschwerdung versteht, 
fuhrt die Allegorie weiter als Hugo, der dies nur mit 
dem Spruch Johannes 10, 30 = V. 1436 deutet. Auch 
die Bibelsprüche Lucas I, 69 = V. 1437—1441, wo 
das Beiwort des Zacharias und son hon ami Zuthat 
sind, femer Psalm 92, 11 (bei Hugo steht Psalm CXI, 
was falsch ist) = V. 1443 — 1445 sind wiedergegeben. 
Ein Citat aus Psalm 28 oder vielmehr Psalm 29, 6 über 
das Einhorn und H Korinther 1 1 hat der Dichter über- 
gangen. Die Auslegung der Wildheit des Thieres, dass 
weder die prindpatus noch A.\e. potestates noch die thront 
noch die dominationes Gott wie er ist erkennen können, 
stinmit überein, nur spricht der Dichter statt von 
Gott vom Werke der Menschwerdung. Dass der listige 
Teufel (subtilissimus diabolus) das Geheimniss der 
Menschwerdung nicht zu erforschen vermochte, giebt 
der Dichter V. 1458 — 1460 wieder. Denselben Ge- 
danken drückt Guischart von Beaulieu in einem Ver- 
gleich mit dem Aale aus*). Endlich, der Schluss mit 



*) V. 889 fg.: 

Deus en la char ne se volt demustrer: 
Granz fiid le sacrement, por ce le volt celer. 
Semblant fist d'anguille, k'ai veu dubpler, 
U l'um met le vermet al peissun afoler. 
Le peissun prent le verm, k'il quide user, 
Le verm trove duz & trove amer. 
Quant le peissun co sent k'il nel pot guster, 
Volenters le larreit, s'il le poust eschiuver. 
Se diable seust dampne Deu asmer, 
Ja ne fust tant hardiz k'il osast adeser. 



— 104 — 

den Sprüchen Matth. 11, 29 = V. 1464 — 1468 und 
Johannes I, 14 = V. 1469 — 1476, wo vom Dichter 
nur hinzugefügt ist, dass die Jungfrauschaft unverletzt 
blieb, stimmt mit dem Lateinischen mehr überein, als 
man wünschen möchte oder erwartet. Die Stelle 
Hieb 39, 9 hat noch nicht in den Bestiarien gestanden. 
Im Lateinischen wird durch den Spruch Matth. 11, 29 
die Kleinheit ausgelegt, die der Dichter jedoch hier 
wie im Eingange nicht erwähnt hat. — Nach Philipp 
von Thaon hat das Einhorn die Grestalt eines Ziegen- 
bocks und wird im Walde, wo sein Schlupfwinkel ist, 
gefangen, indem eine Jungfrau ihre Brust vor ihren 
Busen hält; diese riecht das Einhorn, das zu der 
Jungfrau geht, die Brust küsst und in ihrem Schosse 
feinschläft. So findet es den Tod durch den Menschen, 
der es alsbald, während es schläft, tödtet oder lebendig 
fkngt*). — Fritsche, „Quellen der Image du Monde" 
p. 27/28, der über die daselbst V. 2255 — 2372 be- 
schriebenen wunderbaren Thiere nichts Näheres an- 
giebt, führt das Versehen an, dass die imicomes 
griechisch Rhinocerotes genannt würden; dasselbe be- 
gegnet in dem Cod. Reg. 2 C. XII und in der brauch- 
baren lat. Hs. A bei Cahier, »M^langes« p. 221. — 
Bartsch's hochkomische Erklärung des provenzalischen 
e sa fauda ist in der dritten Auflage seiner Chresto- 
mathie Proven9ale 334, 14 beseitigt. — Bei Shakespeare, 
Julius Caesar 11, 1 ist die einer Vergleichung in den 
europäischen Literaturen würdige Sage vom Einhorn, die 
schon Aldhelm im 7. Jahrh. in seinem Räthselbuche 
kennt, wohl durch Corruption des Textes anders ge- 



*) Im »Bestiaire d'amour« des Richard de Foumival weigert 
sich die Dame im Wechselgespräch mit dem Dichter, einem so ge- 
fahrlichen Einhorn gegenüber die Rolle als Jungfrau zu übernehmen. 



— 105 — 

staltet, indem darin von irees als Mittel zum Fange 
die Rede ist. Die Erklärung von AI. Schmidt befriedigt 
nicht. Auch Rudolf von Ems kennt die Sage, vgl. 
Doberentz in Zacher's Zeitschrift 1881, XIII p. 179 fg. 
Das Einhorn, das dem Oryx der Alten, einer Antilopen- 
art vergleichbar ist, soll neuerdings in Tibet aufgefunden 
sein. Vgl. Carl Ritter, „Erdkunde". Berlin 1834, 
Theil 4 p. 98 fg. Brehm in seinem „Thierleben" identificirt 
dasselbe mit dem Nashorn. Eine seltene Monographie 
existirt von W. v. Müller, „Das Einhorn vom geschicht- 
lichen und naturwissenschaftlichen Standpunkt". Stutt- 
gart 1853, und „Die Sage vom Einhorn" in den Publicat. 
des Münsterbau -Vereins zu Constanz 1881. Noch sei 
erwähnt, dass die Legende vom Einhorn sich nebst 
der vom Biber, Affen u. a. Thieren (vgl. Ebert's Jahr- 
buch XU, 149 und J. Ulrich in der Romania 1884 
p. 39 fg.) in einem italienischen Lehrgedicht L'Acerba 
des Gegners Dantes, des Cecco d'Ascoli (Francesco de 
Stabili) findet, — vgl. »Sulla vita e suUe opere di Cecco 
d'Ascoli.« Appunti di G. CastelH. Asc.oli Piceno. 1887 — 
dessen Hs. vom Jahre 1475 mit colorirten Federzeich- 
nungen die Hamiltoji- Sammlung in Berlin enthält. 
Hier ist dasselbe im Bilde dargestellt, wie es sich, von 
dem mit einem Speer bewaffneten Jäger verfolgt, in dem 
Schosse einer donzella niedergelassen hat. A. Gaspary, 
„Geschichte der italienischen Literatur" I, Berlin 1885, 
p. 348 setzt das Gedicht um 1326*). 



*) Nach Paracelsus ist das Einhorn das keuscheste und reinste 
Thier, das Jungfrauen und Frauen am Geruch erkennt. Noch 
Gesner, „Thier-Buch", übersetzt von Forer, Frankfurt a. M. 1669 
beschreibt p. 77 mit Berufung auf Albertus und Arlunnus, wie das 
Einhorn mit Hülfe einer Jungfrau gefangen werde. 



- 106 — 

17) Biber = 1477-1566 = Hugo II Cap. 9. 

Die Göttweiher Hs. und Cahier's Hss. AB stimmen 
hier fast ganz tiberein, nur dass erstere etwas gekürzt 
ist und hier wie in Abschnitt 1—6, 8, 9, 13, 16, 19, 
21 nach der Ueberschrift einen oder zwei Verse hat, 
die sonst wie bei Cahier fehlen. Der Dichter übergeht 
den Schlusssatz Hugo 's über den Namen Castor und 
setzt nur V. 1478 hinzu, dass der Biber, wie er glaube, 
ein wenig grösser sei als der Hase. Der Zusatz des 
Lateinischen zu castor vel fiber: »nimis acri ingenio 
et nimis mansuetum animal« — der Cod. Reg. 2 C. XH 
hat als Epitheton nur mansuetus nimis — ist vom Dichter 
V. 1479 — 1480 falsch verstanden, indem er sagt, dass 
der Biber sehr sanft, äusserst weise und nicht zahm, 
sondern wild ist. Dass man aus den Geschlechtstheilen 
des Bibers Arzneien zu verschiedenen Dingen bereitet, 
stimmt ziemlich zu Hugo, welcher sagt, dass die 
testicuU in der Medicin zur Heilung verschiedener 
Krankheiten nützlich sind. Wie Hugo, der den 
Physiologus nennt, erzählt der Dichter, dass der Biber 
sich im Angesicht des Jägers, wenn er nicht mehr 
entkommen kann, die Geschlechtstheile ausbeisst und 
so sein Leben rettet; der Jäger folgt ihm nun nicht 
weiter und kehrt zurück. Guillaume setzt hinzu, dass 
Gott dem Thiere so viel Gnade verliehen hat, dass es 
weiss, warum man es jagt. Auch das steht in der 
Vorlage, dass der Biber, wenn er ein zweites Mal vom 
Jäger (alter venator) verfolgt würde, diesem, wenn er 
nicht mehr entkommen könne, seine ausgerissenen 
virilia zeigen würde, damit er zurückbleibe. Auch 
die Auslegung, nach welcher der Biber die vom Teufel 
verfolgten Weisen (Hugo meint die Keuschen) vor- 



— 107 - 

stellt, bietet sammt dem Beiwerk: Römer 13, 7 = 
V. 1528—1532, Galater 5, 22 (der Spruch fehlt hier 
bei Hugo) = V. 1555 — 1558 keine eigene Zuthat des 
Dichters, der den schon beim Caladrius (V. 482) vor- 
kommenden und auch im Cod. Reg. 2 C. XII stehenden 
Spruch Joh. 14, 80 nicht mit tibersetzt hat Nur die 
Schlusszeilen V. 1559 — 1566 gehören ihm wieder an. — 
Dass die Greschlechtstheile des Bibers zu Arzneien 
dienen, ist natürlich eine Fabel, die die stark riechende 
Feuchtigkeit aus zwei Drüsen am After, Bibergeil, 
gemeint hat. Schon Plinius 8, 80, 47 berichtet diese 
Sage vom Castoreum, Noch im 16. Jahrh. ist Olaus 
Magnus, Bischof von Upsala, obschon er dem Solinus 
nicht mehr glaubt, dass sich der Biber selbst castrirt, 
im 18. Buche der »Historia de gentibus septentr.« (Ant- 
werpen 1558) von der medicinischen Wirkung des 
Geil's bei Pest, Fieber und allerlei Krankheiten tiber- 
zeugt, und im 17. Jahrh. schrieb ein Ulmer Arzt, 
Marius, ein 1685 von Joh. Frank vermehrtes Buch 
über die Benutzung des Bibers als Heilmittel. 

18) Hyäne = 1567—1642 = Hugo II Cap. 10. 

Dieser Artikel ist in der Göttweiher Hs. am 
Schluss in Unordnung, da das Wasserhuhn (fulica) 
zuletzt eingefugt ist; die fehlerhafte Berufung auf 
Salomo, die in den althochdeutschen Thierbüchern 
wiederkehrt, findet sich hier auch wie in Cahier's Hss. 
AB, im Cod. Reg. 2 C. XII und bei Gervaise V. 860. 
Auch Guillaume spricht diesen wenig Bibelkenntniss 
verrathenden Fehler nach V. 1627. Hugo (oder Migne) 
dagegen, der an zwei Stellen Notizen über das nächt- 
liche Herumschweifen der Hyäne und über den Stein 
im Auge des Thieres aus Solinus entlehnt, citirt die 



— 108 — 

Bibelstellen richtig, nämlich Jeremias 12, 9: »Facta 
est mihi hereditas mea quasi spelunca hyaenae«, = 
V. 1591 — 1592, femer Jacobus I, 8 und nicht Salomo, 
wie in den Bestiarien steht: »Vir duplex animo in- 
constans est in omnibus viis suis« = V. 1627 — 1635 
und Matth. 6, 24 = V. 1636—1639. V. 1567—1574 
ist natürlich Zuthat des Dichters, der nur den griechi- 
schen Namen der Hyäne, nicht den französischen (en 
franceis) kennt. S. Bochart »Hierozoicon«. Lipsiae 
1786, n 115 bezeichnet richtig mit Lynx den lupus 
cervarius = loupcervier. Philipp von Thaon jedoch 
übersetzt den Griu num mit beste und erklärt ihn durch 
lucervere. Guillaume bezeichnet V. 2030 mit lovecervere 
(en dreit romanz) den Panther (!). V. 1579 — 1582 
stimmen bei Philipp und Guillaume inhaltlich und in 
den Reimworten dem Lateinischen entsprechend überein. 
Dass die Hyäne die Todten frisst und in deren Gräbern 
wohnt, eine Angabe, die im Cod. Reg. 2 C. XH ganz 
fehlt, dass ihr Fleisch zu essen nach dem Gesetz ver- 
boten ist, stimmt mit der Quelle tiberein. Auch die 
Notiz über den Stein in den Augen (in oculis) der 
Hyäne (lapidem hyaenium), der, unter die Zunge ge- 
halten, die Zukunft prophezeien lassen soll, hat der 
Dichter V. 1593 — 1598 aufgenommen, nur spricht er 
vom Steine im Auge ; dieselbe fehlt jedoch in Cahier's 
Hss. AB und in der Göttweiher Hs. Als die beiden 
Naturen des Thieres wird V. 1602 — 1606 dies an- 
geführt, dass man es einmal männlich, ein ander Mal 
weiblich — wie der Dichter hinzufügt — „mit Zitzen 
und Brüsten" bei verändertem Aeusseren finde*). 
Diese Stelle ist von F. Mann, »Der Bestiaire Divin 



*) Cuvier, »Le r^gne animal« 1 p. 188 meint, dass der tiefe 
und drüsige Sack unter dem After der Hyäne die Alten zu dem 
Glauben verleitet hat, dass diese Thiere Zwitter sind. 



109 — 

des Guillaume le Clerc«. Heilbronn 1888, p. 78 nicht 
richtig verstanden, wenn er behauptet, dass hier 
Guillaume ein Missverständniss „unterlaufen", indem 
er als die eine Natur der Hyäne auffasse, dass sie in 
Grabstätten sich aufhalte, und als die andere, dass sie 
männlich und weiblich ist. Aber der V. 1600 (Qui si 
habite es sepultures) ist nur eine beiläufige Wieder- 
holung des schon V. 1585 ausgedrückten Gedankens, 
und V. 1603 — 1604 ist deutlich der lateinische Wort- 
laut: »aliquando quidem masculus est aliquando vero 
femina« zur Bezeichnung der beiden Naturen wieder- 
gegeben. Auch die Auslegung der (doppeltgestalteten) 
Hyäne als der Kinder Israel, die erst an Gott glaubten, 
dann aber ihn verliessen und Götzen anbeteten, sowie 
die Vergleichung dieses Thieres mit den Leuten, die 
in Wort und That Zwitter sind, ist wie sonst in der 
Quelle nachweisbar. In diesem Abschnitt berühren 
sich die Vorstellungen von gespenstigen Wehrwölfen 
(Lubtns) und den Vampym. Von diesem widerwärtigsten 
aller Thiere, das nach dem Aberglauben sich in Menschen 
verwandeln kann (Lycanthropie), geht noch heute die 
Fabel, — Freiligrath nennt es „die Entweiherin der 
Grüfte" im Gedicht „Löwenritt" — dass es Leichen aus- 
gräbt und auch Kinder raubt. Vgl. zu dieser Sage 
W.Hertz, „Der Wehrwolf". Stuttgart 1862. Nach Marie 
de France ist das bretonische Bisclavret (75 — 85) das- 
selbe, was die Normannen G(nrwälf (lies : Garulf) nennen. 
Diesen Namen, welcher sich in dem pleonastischen nfz. 
loup-garau wiederfindet, kennt der Dichter nicht. 

19) Wasserschlange und Krokodil = V. 1643—1728 
= Hugo II Cap. 7—8. 

In der Göttweiher Hs. fehlt wie in Cahier's Hss. 
eine Beschreibung des Krokodils gänzlich. Ebenso 



— 110 — 

findet sich dort der Zusatz nicht, den man V. 1677 — 
1684 für Eigenthum des Nonnannen ansehen möchte, 
dass alte Weiber — Cod. Reg. 2 C. XII hat: »De 
stercore ejus unguentum fiebat, unde vetule et rugose 
meretrices faciem suam perunguebant« — sich mit der 
aus der Schwarte des Krokodils hergestellten Salbe 
salbten, wodurch sich die Runzeln des Gesichtes und 
der Stirn glätteten, und dass, wie hinzugefügt wird, 
viele es noch so machen, aber dass dieselbe, wenn Seh weiss 
darüberkomme, nichts helfe *). Hugo jedoch meint, dass 
der Dünger des Krokodils alten Weibern zur Salbe dient: 
»Stercus ejus fit unguentum, unde vetulae et rugosae 
mulieres facies suas perungunt, fiuntque pulchrae donec 
sudor defluens faciem lavet. « Die französischen Schreiber 
haben fast alle das Missverständniss, dass diese Salbe 
aus dem Schweife des Krokodils bereitet wird**). Sonst 
kürzt der Dichter in diesem Abschnitt theilweise Hugo's 
Text. Uebereinstimmend wird die Wasserschlange von 
beiden — der Dichter nennt sie sehr weise — als 
Feindin des Krokodils geschildert ; dasselbe wird nach 
Hugo im Nil geboren, ist ein vierfüssiges Thier, das 
auf dem Lande und im Wasser lebt, meist 20 Ellen 
lang ist, ungeheure Zähne und Krallen hat, und dessen 



*) Nach Du Gange (Fronssatus) salbten sich alte Buhlerinnen 
so. Flavius Vopiscus, de Firmo, berichtet, dass sich Kaiser Firmus 
mit Krokodilfett salbte und dann mitten unter Krokodilen herum- 
schwamm; derselbe lenkte einen Elephanten, ritt auf einem Fluss- 
pferd und auf grossen Straussen. 

**) F. Mann, »Der Bestiaire Divin des GiüUaumec Heilbronn 
■ 1888, p. 78 fasst coatie nicht richtig auf, wenn er von jenem Toiletten- 
mittel spricht, „welches ältliche Damen aus der Krokodilhaut zur 
Verschönerung des Teints zu bereiten pflegten." Von den alten 
Ägypterinnen wurde Krokodilfett, Eselshuf, Gazellenkoth u. a. als 
Salbe verwendet, während das bei den Kömerinnen beliebte Schön- 
heitsmittel, die pinguia Poppaeana, aus Eselsmilch und Brotteig 
bestand. 



— 111 — 

Haut angeblich so dick ist, dass es, wie sehr es auch 
auf dem Rücken durch Steinhiebe getroffen wird, gar 
nicht verletzt wird. Des Nachts ruht es im Wasser, 
am Tage auf dem Erdboden; wenn es einmal einen 
Menschen findet, frisst es ihn, wenn es ihn bewältigen 
kann, und nachher beweint es ihn immer. Einzig 
aber vor allen Thieren bewegt es, wenn es frisst, die 
obere Kinnlade, während die untere unbeweglich bleibt. 
Ebenso der Dichter, der hinzufügt, dass das Krokodil 
dem Ochsen an Gestalt etwas ähnlich sehe, dass es so 
dick wie ein Baumstamm ist und starke Schläge mit 
zackigen Steinen für nichts achtet. Niemals hat man 
es gesehen, fligt er hinzu. V. 1670 ist poetische Zu- 
that. V. 1475 — 1476 übersetzt »solus prae omnibus 
animalibus«. Die Angabe über die Wasserschlange, 
dass sie im Wasser lebt und das Krokodil tödtlich 
hasst, wiederholt der Dichter V. 1685—1687. Eigene 
Zuthat ist 1688 — 1690. Hugo berichtet nämlich, dass 
die Wasserschlange die Natur und Grewohnheit habe, 
wenn sie das Krokodil am Ufer schlafen sehe, sich 
im Schlamm zu wälzen, um desto leichter in den 
Rachen des Krokodils hineinzuschlüpfen. Dieses ver- 
schlingt sie lebendig, diese aber zerfleischt ihm alle 
Eingeweide und gelangt nicht nur lebendig, sondern 
sogar unverletzt heraus. In V. 1702 — 1706 schmückt 
der Dichter das poetische Bild durch synonyme Aus- 
drücke und fügt den Tod des Krokodils hinzu. Der 
Auslegung nach ist das Krokodil der Tod und die 
Hölle, deren Feind Christus die darin Grefangenen 
herausführte. Der Spruch Hosea 13, 14 = V. 1723 
findet sich auch in der Quelle. Mehr Bibelstellen ent- 
hält wieder der Cod. Reg. 2 C. XU. Der Schluss 
V. 1724—1728, in welchem nur V. 1725 der Quelle 



— 112 — 

entspricht, ist Zuthat. — Auch bei Philipp von Thaon 
bildet das Krokodil keinen besonderen Abschnitt. 
Von der Sage der Alten, dass ein Vogel (bei Herodot 
2f 68 Trochilos genannt, ebenso bei Animianus Marcell. 
22, 15) Freundschaft mit dem Krokodil halte und ihm 
die an das Zahnfleisch kriechenden Schnaken oder die 
Blutegel im Rachen wegpicke, was in Wirklichkeit 
ein Regenpfeifer oder ein Strandläufer, der Krokodil- 
wächter der Araber, besorgt, findet sich im Bestiaire 
nichts; ebenso ist der Heiligkeit des Thieres bei den 
alten Egyptem nicht gedacht, die es zähmten und 
mit goldenen Ringen schmückten sowie nach dem 
Tode einbalsamirten. Die Erzählung vom Krokodil, 
das Menschen frisst und dann beweint, geht bis auf 
Em. Greibers „Lob der edlen Musica" herab. Eine 
andere Fabel ist die Greschichte von den Krokodils- 
thränen, dass das Thier nämlich winsele und heule, 
um seine Schlachtopfer herbeizulocken. Dass der Hydrus 
der Sage auf das Ichneumon als den Hauptfeind des 
Krokodils geht, dessen Eiern es nachstellt, verdient 
kaum noch bemerkt zu werden. Auch Odo de Cering- 
tonia kennt die Fabel »De ydro et cocodrillo«. Nach 
dem provenzalischen Elucidari legt das Krokodil Eier, 
die so gross sind wie Gränseeier, was Gr. Cuvier, »Le 
regne animal« V p. 29 bestätigt. Vgl. noch Lenz, 
„Zoologie der Griechen und Römer". Gotha 1856, 
p. 122. 



20) Ziege, Ziegenbock (Steinbock) = 1729—1830 = 
Hugo II Cap. 13. 

Die lateinischen Quellen stimmen im Allgemeinen 
überein; doch der Dichter verwebt, indem er zuletzt 
in den Predigerton verfallt, Einzelnes übergehend, 



— 113 — 

folgende theilweise in den lat. Texten fehlende Bibel- 
sprüche: Matth. 25, 34—36 = V. 1777-1790; Matth. 
25, 41—46 = V. 1791 — 1816. Angedeutet ist in 
V. 1754 — 1758 Psalm 137, 6: »Excelsus Dominus, 
et humilia respicit et alta a longe cognoscit«. Der 
Cod. Reg. 2 C. XII weist hier wieder mehr Bibelstellen 
auf, aber gerade aus Matthäus nur 25, 35. Der Ab- 
schnitt enthält im Eingange eine neue Anspielung auf 
den Roman de Renart, indem V. 1731—1732 der Hase 
coart und die Ziege fole genannt wird. Dass die Ziegen- 
böcke (Steinböcke) lange herabhängende Barte, lange 
scharfe Homer und zottige Felle haben, gern in den 
höchsten und steilsten Gebirgen hausen, in den Thälern 
weiden und ein so scharfes Gesicht haben, dass sie Jäger 
und Wanderer von fern unterscheiden können, alles 
schliesst sich ebenso wie die Auslegung des Thieres als 
Gottes, der alles sieht und die Gedanken der Menschen 
kennt, eng an das Lateinische an. Der Schluss V. 1817 — 
1830 mit der Ansprache an die seignors ist Zuthat. — In 
der Sage von den Ziegen, wie sie die Thierbücher 
enthalten, ist die gemeine Ziege (Capra hircus) und 
der Steinbock (Capra ihex) der Naturgeschichte ver- 
mengt, wenn man nicht den Paseng oder die wilde 
Bezoarziege, von der die Hausziege abstammt, an- 
nehmen will. 

21) Wild- Esel = 1831—1926 = Hugo H Cap. 11. 

In der Göttweiher Hs. ist der Artikel De Onagro 
am Ende im Einzelnen unvollständig und in Un- 
ordnung; der Schreiber hat nämlich den im Ver- 
zeichniss fehlenden Abschnitt vom Affen hier ange- 
schlossen und mit dem vom Wild-Esel verbunden, was 
Heider ganz übersehen hat. In Cahier's Hss. fehlt 

Beinsch, Le Bestiaire. 8 



^ 114 - 

die Angabe der Heimath des OnageTj jedoch hat AB 
die Lesart: »Physiologus dicit de onagro quia vigegimo 
quinto die mensis faininoth, qui est martius, duodecies 
in nocte rugitc, wo Hugo's Text »undecimo die mensis 
Famochi« liest, und wo auch die Göttweiher Hs. und 
der Cod. Reg. 2 C. XII die Zahl XXV hat, während 
die lat. Hs. D den 21. März angiebt. Cahier's Hss. 
AB erwähnen beide gleich der Göttweiher Hs. zuerst 
die Eifersucht des Onager nicht, aber A enthält einen 
zweiten Artikel über dasselbe Thier mit diesem Zusatz. 
Die Schreiber scheinen die Worte bei Hugo: »Na- 
scentibus masculis masculi zelant, et eorum testiculoö 
morsibus detruncant, quod caventes matres eos in 
secretis occultant« beanstandet und absichtlich aus- 
gelassen zu haben. Der auch bei Albertus Magnus 
begegnende Zusatz in Hugo 's Text: »Singuli autem 
feminarum gregibus praesunt«, den Cahier's Hs. A 
nur im zweiten Artikel enthält, und: »Africa habet 
hos magnos« ist vom Dichter poetisch ausführlicher 
behandelt worden. Die Sprüche Hiob 6, 5 = V. 1883— 
1885 und 1 Petri 5, 8 = V. 1889 — 1894 sind mit 
übersetzt. Dass im letzten Spruch vom Teufel als dem 
brüllenden Löwen die Rede ist, ist den Compilatoren 
der Bestiarien gleichgültig. 

Der Dichter beginnt mit einem Lobe seiner Quelle, 
deren köstliche Beispiele er dem Sinne nach erkläre. 
Die Wild -Esel, sagt er, findet man in den Wüsten 
des grossen Afrika ungezähmt; die Gestüte sind in 
den Wüsten und, wie hinzugesetzt wird, in Laub- 
wäldern, Thälem und Bergen in grossen Trupps. 
Jedes Gestüt hat nur ein Männchen, das die Weibchen 
in der Ebene und auf Wiesen beherrscht. Im Gestüt 
giebt es nur einen Beschäler (Zuchthengst), was wie 



— 115 — 

der nächste Zusatz im Lateinischen nicht angegeben 
ist. Wenn das Weibchen ein Junges hat, weiss es, 
ob dieses weiblich ist. Wenn aber das Männchen 
merkt, dass es männlich ist, so beisst es ihm mit den 
Zähnen aus Eifersucht die Geschlechtstheile ab. Im 
März jahnt der Wild -Esel in der Ebene oder im Ge- 
hölz zwölf Mal am Tage und zwölf Mal des Nachts, 
dann wissen die Landleute, dass Tag- und Nachtgleiche 
ist*). In der Ausführung und in der Auslegung des 
Wild-Esels, der nur vor Hunger jahnt, als des Teufels, 
der noch am Ende der Welt Kummer haben wird, ist 
vom Dichter an dem Gedankeninhalt der Quelle nichts 
Wesentliches geändert. Die Schlusszeilen V. 1923 — 
1926 sind Zuthat. — Von dem säugenden wilden Esel 
der Alten, der unter dem Namen lalisio als Lecker- 
bissen (eine von Maecenas aufgebrachte Mode) berühmt 
war, weiss die Sage des Mittelalters nichts. Der 
Onager, den Olaus Mugnus im 16. Jahrh. mit dem 
Elch verwechselte, ist nach Brehm mit dem Kulan oder 
Gurkur identisch. 

22) Affe = 1927-1964 = Hugo II Cap. 12. 

Dieser Abschnitt fehlt als besondere Rubrik in 
der Göttweiher Hs., die unter Onager nur Spuren da- 
von enthält. Cahier's unvollständige Hss. AB sprechen 
nur von einem Affen, D von mehreren. Hugo 's Text 
handelt von den fünf Arten : Cercopitheci (Meerkatzen), 
Sphinges (gemeine Paviane oder Schimpansen), Oytioce- 
phali (Paviane oder hundsköpfige Affen), Satyri 
(Orangs), Gallitriches [lies: Callitriches'^^) , grüne 



*) Bei HorapoUo (ed. Leemans I, 16) ist es der Hundskopf- 
affe, der die Tag- und Nachtgleiche durch sein Uriniren anzeigt. 
**) Buffon theilte die Affen in fünf Arten: aifige*^ papionsy 



— 116 — 

Wedel -AfFen], Der Dichter sagt, seine Vorlage 
kürzend, V. 1955, es gebe mehr als drei Arten 
Affen; derselbe deutet mit den geschwänzten und 
mit den hundsköpfigen die Cynocephaliy mit den 
einheimischen melancholischen, die nur bei zu- 
nehmendem Monde fröhlich, bei abnehmendem traurig 
sind, keine bestimmte Art an; denn Hugo sagt von 
diesen simiae: »Hae elementorum sagaces in nova 
luna exsultant, in media tristantur« , worauf er als 
die Natur der Aeffin angiebt, dass sie, wenn sie Zwillinge 
geboren, das eine Junge l^ebe, das andere hasse. Wird 
sie von Jägern gesucht, so umarmt sie das Aeffchen, 
das sie liebt, das andere, das sie hasst, trägt sie am 
Halse. Fällt sie jedoch beim Laufen auf zwei Füssen, 
so wirft sie unwillig das geliebte Junge hin und be- 
hält das, welches sie hasst. Ebenso der Dichter, 
der nur hinzufügt, dass hochgestellte Leute mit 
dem Affen Liebhaberei treiben, dessen Hässlichkeit 
vom und hinten er besonders hervorhebt; dabei fügt 
er die Bemerkung hinzu, dass der Affe einen Kopf, aber 
keinen Schwanz habe*). Ohne Zweifel ist hier der 
Dichter gegenüber seiner Vorlage in Verlegenheit ge- 
wesen, wie er dieselbe in decenterer Weise wiedergeben 
soll ; denn nach Hugo ist der Teufel, den schon Kirchen- 
väter der ersten christlichen Jahrhunderte für einen 



guenona, sapajoua, aagouins. Bei Plinius ist callithrix der Name eines 
bärtigen und geschwänzten äthiopischen Affen. Auch diese Be- 
zeichnung ISchönhaar stammt aus dem Griechischen. Nach Brehm 
dürfte letzterer, in dem man den abessin. Guereza, den schönsten 
Affen vermuthet, mit dem rothen Affen (Cercopithecus ruber), der 
von Plinius Cynocophalus, von Juvenal Cercopithecus, von Agathar- 
chides Sphinx genannte mit dem Mantelpavian (Cynocephalus Ha- 
madryas) identisch sein. 

*) Das Fehlen des Schweifes bei Thieren galt im Mittelalter 
als ein Zeichen teuflischen Wesens. 



— 117 — 

Affen Gottes erklärten, das Abbild des Affen und hat 
einen Kopf, aber keinen Schwanz, und wenn er auch 
schon ganz hässlich ist, so ist sein Hintertheil unend- 
lich hässlich und entsetzlich; denn der Teufel hat 
einen Anfang mit den Engeln im Himmel gehabt, aber 
weil er innerlich heuchlerisch und hinterlistig war, 
verlor er den Schwanz (quia totus in fine peribit wird 
noch hinzugefügt)*). Der Dichter hat die hinkende 
Allegorie des Lateinischen, die spätere Hss. nicht 
mehr glauben, der Gleichmässigkeit wegen in der Be- 
schreibung des Affen und des Teufels geändert Zu- 
letzt beschreibt Guillaume die mehr als drei Affen- 
arten ohne jegliche allegorische Auslegung. Bibel- 
sprüche finden sich hier in dem Abschnitt auch beim 
Dichter nicht, trotzdem der Affe 1 Könige 10, 22 
und 2 Chronika 9, 21 genannt wird. Cod. Reg. 2 
C XU hat eine Bibelstelle. In dem Ganzen ist kein 
originaler Gedanke zu entdecken, dessen Erfindung 
Guillaume zugeschrieben werden könnte. F. Mann, 
der in der Anglia a. a. O. den vorstehenden Abschnitt 
mit dem Philipps vergleicht, citirt nicht Hugo, sondern 
Stellen aus Plinius und Solinus, aus denen Philipp 
nicht geschöpft hat. 

23) Wassepvogel (Bläss-fluhn) = 1965—2028 = Hugo I 
Cap. 58. 

Cahier's Hs. A ist hier ausführlicher als die Gött- 
weiher, welche übereinstimmend nur den Spruch Psalm 
103, 17 erwähnt. Der Dichter, der den Vogel gar nicht 
nennt, wohl weil er den Namen nicht weiss, kürzt Hugo's 

*) G. Roskoff, „Geschichte des Teufels". Leipzig 1869, I 317 
nimmt mit Caesarius Heisterb. als allgemeine Vorstellung des 
13. Jahrh. an, dass der Teufel kein Hintertheil besitze. 



- 118 — 

Text theilweise. Nach dem Lateinischen ist die fulica 
ein ziemlich einsichtiger und sehr kluger Vogel vor 
allen Vögeln; dieselbe frisst kein Aas, sondern weilt 
immer an einer Stelle, wo sie Nahrung hat und aus- 
ruht. Der Dichter fügt noch weiter hinzu, was Hugo 
erst zuletzt hat, dass dieser Vogel immer im Wasser, 
in Teichen lebt und mitten im Wasser sein Nest baut 
oder zwischen Steinen im Meere, wo kein Mensch 
wohnen kann. Im Lateinischen widerspricht der Zu- 
satz: »maritimoque semper delectatur profundoc, den 
Guillaume unbeachtet lässt, der früheren Angabe, dass 
die fulica immer an einer Stelle bis zuletzt ausharre. 
Das lateinische : »dum tempestatem praesenserit, fugiens 
in nido [lies: vado] ludit« erweitert der Dichter, in- 
dem er sagt: wenn der Vogel merkt, dass Sturm 
kommen soll, so badet er sich und belustigt sich 
und kehrt dann in sein Nest zurück. Die Bemerkung 
Guillaume's, welche auch Cod. Reg. 2 C. Xu enthält, 
dass das Fleisch des Wasservogels so schmeckt wie 
das eines Grundhasen, findet sich weder bei Cahier 
noch bei Heider noch beim Picarden Pierre; der 
Dichter beruft sich auf die Schrift, d. i. Isidor, 
»Etymolog.« Über XII ed. Migne p. 466: »Fulica 
dicta, quod caro ejus (leporiname) leporinam sapiat« ; 
den Schluss hien^on hat Hugo entlehnt. Nach Hugo 
und Guillaume bezeichnet dieser Vogel den wackeren 
Mann, der in der Kirche bleibt, dort wacht und betet 
und vom Worte Gottes lebt. Den in F. Mann's Cod. 
Keg. 2 C. Xn nur angedeuteten, erst beim Panther 
wörtlich citirten Spruch Psalm 119, 103 = V. 2010— 
2014 übersetzt der Dichter mit Berufung auf David 
ganz ; in Cahier's Hss. AB und in der Göttweiher 
Hs, ist diese Bibelstelle, die auch Hugo nur andeutet 



— 119 — 

und erst beim Panther hat, nicht vorhanden. Der 
Dichter schliesst mit einer Ermahnung, in die er den 
Spruch Matth. 10, 22 = V. 2022 — 2023 verwebt. 
Der Spruch Matth. 4, 4 der Vorlage = V. 1991—1994 
ist von Guillaume nur angedeutet, während die Stellen 
Psalm 104, 17 und Psalm 68, 7 des Cod. Reg. 2 
C. XII ganz fehlen. Auch dieser Abschnitt enthält, 
von einigen Predigerfloskeln abgesehen, nichts Eigenes 
vom Dichter. — Die Angaben der Bestiarien über den 
Wasservogel lassen unter Fulica, nfz. foulque das Wasser- 
huhn oder die Horbel erkennen, wovon die Naturwissen- 
schaft 13 Arten aufführt; vgl, Nenmich, „Polyglotten- 
Lexikon der Naturgeschichte" I p. 1678—1681. 

24) Panther = 2029—2206 = Hugo II Cap. 23. 

Die lateinischen Texte weichen hier wenig von 
einander ab; die Göttweiher Hs. schreibt an zwei 
Stellen die Bibelcitate nicht aus, sondern theilweise 
nur die ersten Buchstaben der letzten Worte. Hugo 
hat zuletzt einen längeren Passus aus Plinius und 
Isidor, den der Dichter übergeht. Der Panther (love- 
cervere), der nicht seines Gleichen hat und weiss, 
dunkelblau, lichtfarben, gelb, grün, roth, schwärzlich 
und buntgefilrbt ist , liebt nach dem Bestiaire alle 
Thiere ausser dem Drachen, der ihn hasst. Alle Thiere 
lieben seine Gesellschaft. Wenn er im Gebirge oder 
im Thale wohl gesättigt ist, so geht er in seine Höhle 
und schläft dort bis zum dritten Tage; dann verlässt 
er dieselbe und lässt bis weit in das Land ringsum ein 
lautes Gebrüll hören. Durch den lieblichen Geruch 
aus seinem Munde kommen alle Thiere zusammen zu 
ihm und folgen ihm; der Drache jedoch zieht sich 
zurück, sobald er die Stimme hört und den süssen 



— 120 — 

Geruch merkt; er muss zu Boden fallen und in die 
Tiefe flüchten, uro dort regungslos zu bleiben. Der 
Panther bedeutet das Thier, das alles nimmt, und be- 
zeichnet Jesum Christum, der am dritten Tage auf- 
erstand und die Welt gewann, der in der Hölle den 
Drachen band; nach seiner Auferstehung wurde die 
Welt durch die Worte aus seinem Munde erlöst. Der 
Dichter schliesst zuletzt eine zweimalige Ansprache an 
die seignors an mit der Nutzanwendung und in einem 
kurzen sermonj der auf den folgenden Abschnitt über- 
leitet, die Vergleichung des Drachen mit dem bösen 
Menschen, der das Wort Gottes nicht hören kann. — 
Das Wort Panther wird in Cahier's Hs. B wie im 
Cod. Reg. 2 C. XII durch omnia capiens, in der 
Göttweiher Hs. durch omne capiens, in Hugo's Text 
durch onmis fera, quasi omne animal odore capiens er- 
klärt. Der Dichter, der treu übersetzt, hat chose oder 
beste qui tot prent. Der normannische Text enthält 
die zahlreichen Bibelsprüche aus Hugo's Werke, wo 
wie in allen lateinischen Quellen die Stelle Johannes 
12, 32 = V. 2085—2086 fehlt. Verderbt überliefert 
ist auch im Lateinischen Hosea 5, 14 = V. 2091 — 2095, 
wo Cahier's Hs. B, Cod. Reg. 2 C. XII und die Gött- 
weiher Hs. ziemlich richtige Lesart haben. Der Spruch 
Weisheit Salomonis 7, 22 — 23 = V. 2101—2112 ist 
bei Hugo nur angedeutet und lautet in Cahier's Hs. 
abweichend von der Vulgata. Dem Lateinischen ent- 
nommen sind noch die Sprüche 1 Korinther 1, 24 = 
V. 2113—2114; Psalm 45, 3 = V. 2115—2118; Jesaias 
62, 11 = V. 2122—2126; Johannes 16, 33 = V. 2160— 
2161 ; Johannes 17, 22 (Mann hat Johannes 17, 12) = 
V. 2163—2166; Johannes 14, 26 (Mann hat Johannes 
20, 17) = V. 2176—2180; Psalm 86, 3 =- V. 2201— 



— 121 — 

2202; Psalm 47, 9 = V. 2203—2204; Epheser 4, 8 
= V. 2088 — 2090. Noch mehr Bibelsprüche bietet 
der lange Abschnitt vom Panther im Cod. Reg. 2 
C. Xn. V. 2098 — 2100 wird erklärt durch das 
Lateinische: »Ac per hoc significabatur jam tunc, quia 
Ephraim idolis serviebat, quod vocatio gentium, et 
plebis Judaeorum debuerat per adventum Christi im- 
pleri.« Die Zuthaten des Dichters beschränken sich auf 
poetische Beiwörter. — Der Torso des angels. Physio- 
logus behandelt nach Ad. Ebert, „Gesch. der lat. Lit." 
in 77, Anglia VI 241, der Reihenfolge im Lateinischen 
entsprechend, den Panther, Walfisch und das Reb- 
huhn. Der im provenzalischen Elucidari erwähnte Stein 
Panteron *) entspricht dem nach der Hyäne benannten, 

25) Drache = 2207-2238 = Hugo II Cap. 24. 

Die Göttweiher Hs. und Cahier's lat Hss. ent- 
halten diesen Theil über den Drachen überhaupt nicht. 
Im Cod. Reg. 2 C. XII ist die Isidor entnommene 
Beschreibung des Drachen dem Artikel vom Panther 
angeschlossen. Deshalb hält es F. Mann, »Der Bestiaire 
Divin des Guillaume le Clerc«. Heilbronn 1888, p. 80 
für ungerechtfertigt, wenn Hippeau den Abschnitt 
über den Drachen als selbstständigen Artikel auffasst, 
der zum Ganzen dieselbe Stellung einnehme wie der 
Excurs über das Krokodil zum Hydrus. Gegen diese 
Ansicht spricht der Absatz in den Handschriften und, 
vom Uebergange abgesehen, der Vergleich des später 
nochmals genannten Drachen mit dem bösen Menschen, 
Der Dichter übergebt Hugo 's Nutzanwendung auf den 



*) Plinius 37, 11, 73 nennt den Pantherstein pardalioa, und 
27, 2, 2 die giftige Pflanze, an der der Panther erstickt, pardalianehe». 



— 122 — 

Teufel als die ungeheuerste Schlange, weil schon beim 
Panther davon die Rede war, ebenso den griechischen 
Namen. Hugo nennt den Drachen das grösste aller 
Geschöpfe (omnium serpentium sive omnium animan- 
tium) auf Erden, der Dichter das grösste aller Reptilien, 
Nach Hugo erhebt sich der Drache oft aus seinen 
Höhlen in die Luft, die durch ihn in Bewegung ver- 
setzt wird und leuchtet; er hat einen Kamm, kleinen 
Mund und geöffiieten Schlund, durch den er athmet 
und die Zunge herausstreckt; die Kraft hat er nicht 
in den Zähnen, sondern im Schweif und schadet mehr 
durch den Schlag als durch den Biss oder aufgesperrten 
Rachen ; denn er ist nicht giftig, aber, um zu tödten^ 
braucht er kein Gift, weil er durch Schlagen tödtet 
(si quem ligaverit). Sogar der Elephant wird von 
ihm durch die ungefesselte Grösse seines Körpers ver- 
nichtet; denn an Seitenwegen verborgen, wo die Ele- 
phanten zu gehen pflegen, umschlingt er deren Schenkel 
mit seinem knotigen Schweif und tödtet sie durch 
Ersticken. Als Heimath des Drachen giebt Hugo 
Aethiopien und Indien an ; der Dichter sagt nur, dass 
der richtige Drache sich im Königreich Aethiopien 
findet, kleinen Mund und grossen Leib hat, in der 
Luft wie feines Gold leuchtet, langen Schweif und 
grossen Kamm hat und dem Elephanten grossen 
Schaden zufügt; denn mit seinem Schweif schlägt er 
ihn an den Beinen zu Boden; desselben Gift ist nicht 
tödtlich, aber er ist gross und stark, und mit seinem 
Schweif allein, mit dem er alles in seinem Bereich 
beherrscht, richtet er grossen Schaden an*). — Be- 

*) Nach Plinius 8, 11, 11 (vgl. 8, 12, 12) leben in Indien 
ungeheuer grosse Drachen mit den Elephanten in Feindschaft, 
umschlingen sie und ersticken sie in ihren Windungen. Der Kampf 
ist beiden tödtlich ; denn der Elephant erdrückt beim Sturz den Drachen. 



— 123 — 

merkungen über frühere Vorstellungen vom Drachen, 
wie sie die vergleichende Literaturgeschichte bietet, 
müssen hier unterdrückt werden. 



26) Krake und Meerflsche = 2239—2344 = Hugo II 
Cap. 36. 

Dieser Abschnitt über den Krake (Cetus) fehlt in 
dem Göttweiher Text ganz. Cahier's Hss. BC führen 
die Ueberschriften »De Aspedocalone« und »De Ceto 
Magno Aspidochelunesc. Hugo spricht erst von einem 
Seeungeheuer, das griechisch Asptdochelone, lateinisch 
aber aspidotestudo heisse, um dann wie Cod. Reg. 2 
C. XII mit Gettis fortzufahren. Die Namen der Fische, 
von denen im normannischen Text der Walfisch, der 
Stör, die Steinbutte, das Meerschwein und der Pott- 
fisch erwähnt sind, finden sich, von dem Seeungeheuer 
Ceius abgesehen, nicht in Cahier's Hss., im Cod. Reg. 2 
C. Xn und bei Hugo ; der Dichter wird dieselben als 
Anwohner des Meeres durch eigene Anschauung kennen 
gelernt haben; denn der Walfisch ist nachweislich im 
Mittelalter an den westlichen Küsten Frankreichs vor- 
gekommen. Hugo bezeichnet den Ceittö als gross, der 
über seiner Haut gleichsam einen Wall aus Sand hat 
und oft dicht am Gestade des Meeres lebt; mitten auf 
dem Meere hebt er seinen Rücken empor über die 
Wogen des Meeres, so dass er den Schiffern als eine 
Insel erscheint, besonders wenn sie die ganze Stelle 
wie am Gestade mit Sand bedeckt sehen. In der 
Meinung, dass es eine Insel ist, landen sie hier, steigen 
aus, rammen Pföhle ein und binden das Schiff fest; 
dann zünden sie, um sich nach der Arbeit Speisen zu 
kochen, daselbst auf dem Sande gleichwie auf dem 



— 124 — 

Lande Feuer an. Sobald aber das Thier die GHuth 
des Feuers merkt, taucht es plötzlich in das Wasser 
und zieht das Schiff mit sich in die Tiefe des Meeres. 
Guillaume fügt einer einleitenden Vorbemerkung, in der 
er hervorhebt, dass man von den Fischen nicht in gleicher 
Weise wie von den andern Thieren die natürlichen Eigen- 
schaften wissen könne, aus eigener Kenntniss den Stör, 
Walfisch, die Steinbutte, das Meerschwein und den 
Pottfisch hinzu, ehe er Hugo 's Bericht über den Cetus 
als Insel übersetzt; nur sagt er, dass die Schiffer, durch 
die Grösse des Thieres getäuscht, auf diesem wegen 
des Sturmes Zuflucht zu finden glauben und die Anker 
auswerfen, während er zuletzt hinzufügt, dass das 
Thier das Schiff mit hinab in die Tiefe tauchen und 
die ganze Mannschaft umkommen lässt. Die Aus- 
legung — die getäuschten Schiffer sind die Ungläubigen, 
das Thier der Teufel, der mit ihnen in die Hölle hinab- 
taucht — stimmt zu dem Lateinischen; nur spricht 
Hugo in dem Vorhergehenden von der Schlauheit 
des Thieres, um dann die zweite Natur desselben zu 
beschreiben. Wenn es nändich Durst hat (der Dichter 
sagt: Hunger hat), öffnet es sein Maul und haucht 
einen lieblichen Geruch aus; sobald diesen die kleinen 
Fische merken, sammeln sie sich in seinem Maul, das 
es plötzlich schliesßt, um sie zu verschlingen. Ebenso 
der Dichter, der nur hinzusetzt, dass das Thier die 
Fische alle mit einem Schluck in seinem Bauch 
verschlingt, der so breit ist wie etwa ein Thal. Zu- 
letzt wird der Cetus auf den Teufel gedeutet, der nach 
denjenigen, welche schwachen Glauben haben, schnappt 
und sie verschlingt, während die Guten stark im 
Glauben an Gott sind. Ausser dem Schluss V. 2341 — 
2344 ist dies noch Zuthat des Dichters, dass er 



— 125 — 

V. 2313—2336 von einer anfänglich lieblich duftenden 
Lockspeise spricht, die der Teufel den Schwachgläubigen 
bereitet; diese duftet anfangs sehr süss, wie es mit 
einem fleischlichen Genuss ist, eine schöne Frau im 
Bett zu haben, gut zu trinken oder zu essen oder 
nach Reichthum gierig zu sein; hat er sie am Köder 
gefangen, sperrt der Unersättliche den Rachen auf 
und verschlingt sie. Bibelsprüche enthält dieser Ab- 
schnitt keine; nur Hugo hat wie Cod. Reg. 2 C. XII 
einen aus Prov. 27. — In dem Torso des angels. Physio- 
logus wird der Walfisch Fastitocalon genannt, d. i. 
nach Ad. Ebert, „Gesch. der lat. Lit." III 77 die 
Meerriesenschildkröte aaTtidoxekcivrj. Auf diese folgt 
wie unten das Rebhuhn, lieber die Legende von den 
Kraken, die Pontoppidan (1752) und A. Bergen ge- 
sammelt hat, vgl. Fr. Michel, »Les voyages merveilleux 
de St. Brandan«. Paris 1878 und A. Landrin, »Les 
monströs marins«. Paris 1870, p. 21 — 32. Cl. Fleischer, 
„Die Sage von wunderbaren Wassergeschöpfen und 
Wassergeistern" in der „Europa" 1883, No. 48 — 50. 

27) Rebhuhn = 2345-2418 = Hugo I Cap. 50. 

Cahier's Hss. AB und die Göttweiher Hs. stimmen 
im Einzelnen nicht mit dem Wortlaute des Normanni- 
schen überein; es fehlt nämlich in diesen drei Hss. 
eine Angabe, die ursprünglich von Isidor ausgeht. 
Zwar beruft sich Hugo auf eine Stelle aus Rabanus 
und aus Isidor, dieselbe ist jedoch in dem gedruckten 
Text Hugo 's unvollständig. In der Stelle bei Isidor, 
»Etymolog.« lib. XII ed. Migne, »Patrologia lat.« t. 82 
p. 467 heisst es nämlich vom Rebhuhn, das als listiges 
und unreines Thier bezeichnet wird, dass das Männchen 
sich mit dem Männchen paart (insurgit), und die heftige 



— 126 — 

Begierde das Geschlecht vergessen lässt; so betrügerisch 
aber ist dasselbe, dass es die Eier raubt und ausbrütet, 
doch trägt der Betrug keine Frucht; wenn schliesslich 
die Jungen die Stimme ihrer eigenen wirklichen Mutter 
hören, verlassen sie in natürlichem Instinct die, welche 
sie ausgebrütet hat und kehren zu ihrer rechten Mutter 
zurück. Der Zusatz vom Rebhuhn als Speise V. 2348 
— dasselbe war also auch im Mittelalter eine Zierde 
der Tafel der Feinschmecker — und betreffs der nicht 
klaren Stimme desselben V. 2366, ebenso V. 2374— 
2380 ist Eigenthum des Dichters, der sich hier wieder 
wie in früheren eigenen Zusätzen echt normannischer 
volksthümlicher Redeweise bedient. Nach der überein- 
stimmenden Auslegung ist es mit dem Rebhuhn wie 
mit dem Teufel, der die Kinder Gottes raubt und 
nährt als die seinigen; diese jedoch verlassen ihn, 
wenn sie die Stimme ihres Vaters in der Kirche, ihrer 
rechtmässigen Mutter hören. V. 2381 — 2382 ist als 
Zusatz des über das schöne Beispiel erfreuten Dichters 
erkennbar, der am Schluss V. 2412 — 2418 die in den 
Quellen fehlende Bibelstelle Lucas 15, 7 in das Ge- 
dicht einfügt, während er die auch im Cod. Reg. 2 
C. XII aufgeführte Stelle Jeremias 17, 11 unbeachtet 
gelassen hat. Die Etymologie von perdix, die sich 
auch in Tobler's latein. Beispielsammlung findet, ist 
in V. 2385 wie bei Philipp von Thaon nur angedeutet 
und geht auf Isidor zurück. 

28) Wiesel und Natter = 2419—2561 = Hugo 11 
Cap. 18. 

Die Göttweiher Hs. enthält das Wiesel nicht und 
beschreibt in Abschnitt XI »De Vipera« drei Arten 
schädlicher Vipern. Cahier's Hs. B und Hugo's Text 



— 127 — 

behandeln das Wiesel und die Natter (aspisjy doch ist 
erstere lückenhaft, insofern darin nicht erwähnt ist, 
dass das Wiesel Schlangen und Mäuse hasst. Der in 
Cahier's Hs. B und im Cod. Reg. 2 C. XII am Schluss 
dieses Abschnittes stehende vom Dichter wiedergegebene 
Spruch Matth. 25,. 41 = V. 1791 fg. steht bei Hugo 
am Ende des vorigen Abschnittes. Guillaume wählt 
aus seiner Vorlage, in der zwei Wieselarten wie im 
Cod. Reg. 2 C. XII beschrieben sind, nur Einzelnes 
aus. Das Wiesel, fuhrt er aus, gebiert durch das Ohr 
und empfängt vom Männchen den Samen durch den 
Mund; es trägt oft seine Jungen von Ort zu Ort und 
wechselt seinen Aufenthalt; die Schlangen und Mäuse 
hasst es und verjagt sie, wo es sie vermuthet. Bei 
Hugo dagegen heisst es: Einige sagen, das Wiesel 
empfange durch das Ohr und gebäre durch den Mund; 
Andererseits sagen einige, es empfange den Samen 
durch den Mund und gebäre durch das Ohr. Die 
Worte: »Haec [seil, mustela] ingenio subdola, in 
domo ubi habitat, cum catulos genuerit, de loco ad 
locum transfert, mutataque sede locat. Serpentes 
etiam, ac mures persequitur« hat der Dichter ganz 
übersetzt. Dass er die bei Hugo stehenden und im 
Cod. Reg. 2 C. XII wiederholten Worte des Isidor, 
der schon Zweifel hegt und es für falsch hält, dass 
das Wiesel mit dem Munde empfängt und mit dem 
Ohre gebiert, in V. 2433—2436 mit übersetzt, ist auf- 
fallend genug. Auch in der Auslegung, nach der 
einige Gläubige, die zwar den Samen des göttlichen 
Wortes gern empfangen, aber das Gehörte vergessen, 
nicht nur mit dem Wiesel, sondern auch mit der 
tauben Aspis verglichen werden, die ihre Ohren ver- 
stopft, um nicht die Stimme des Zauberers zu hören. 



— 128 — 

folgt der Dichter genau seinem Vorbilde. Hugo, der 
bei Beschreibung der Natur der as^is den Physiologus 
nennt, spricht genauer von einer Höhle der Schlange, 
vor der ein Mensch sie durch allerlei Sprüche so zu 
bezaubern sucht, dass sie herauskommt. Die Ver- 
gleichung der Schlange (as'j^is) mit den Reichen bot 
dem Dichter Gelegenheit, ausführlicher als in der Vor- 
lage über den Reichthum zu sprechen; deshalb fügt 
er hier das Beispiel von dem Philosophen V. 2491 — 
2552 ein, der seine ganze Habe ausser Hose und 
Hemd verkaufte und gegen Gold umtauschte, um dieses 
an einer Kette von einem Felsen herab ins Meer zu 
werfen. Schon hier sind die Keime des 17 Jahre 
später von Guillaume gedichteten »Besant de Dieu« 
erkennbar, indem dieser Passus hier an V. 865 fg. 
(vgl. E. Martin's Ausgabe p. 25 fg.) erinnert und sich 
Anklänge sowie Uebereinstimmungen zeigen : V. 2486 — 
2487 = Besant 959 — 960. Noch Christine von Pisa 
verwendet dies Gleichniss von dem Philosophen, das 
J. Ulrich in der Romania 1884 nach einer Londoner 
Hs. des 14. Jahrh. in altitalienischer Prosa (Recueil 
d'exemples 21) mittheilt, in ihrem von R. Püschel 
veröflFentlichten »Li vre dou chemin de long estude«. — 
V. 2454, wo der Dichter in der ersten Person des 
Singular sagt, dass er die aspis nie gesehen, ist natür- 
lich Zuthat. Die Angabe V. 2455 — 2464, dass die 
asigis aus Furcht vor dem Zauberer ein Ohr gegen 
die Erde drückt und mit dem Schweif das andere 
verstopft, um den Zauberer nicht zu hören, beruht 
auf Psalm 58, 5—6, während Matth. 19, 24 = 
V. 2476 — 2480 entspricht. — Dass das Wiesel seine 
Jungen täglich an einen andern Ort trage und die 
Schlangen verfolge, erwähnt zuerst Plinius 29, 3, 16 



— 129 — 

nach Cicero. Die noch heute verbreitete Meinung, 
dass das Wiesel seine Jungen aus dem Munde gebäre, 
führt Brehm im „Thierleben" p. 549 darauf zurück, 
dass man die Mutter oft ihre Jungen von einem Ort 
zum andern tragen sieht wie die Hauskatze. Ueber 
die Namen des Wiesels in den europäischen Sprachen 
vgl. das in neuer Auflage erschienene Buch von 
V. Hehn, „Kulturpflanzen und Hausthiere in ihrem 
Uebergange aus Asien nach Griechenland und Italien". 
Berlin 1870, p. 448. 

29) Durstschlange, Prialis, Aspisarten = 2562—2588 
= Hugo II Cap. 30. 

Dieser Theil über die Schlangenarten fehlt ganz 
in Cahier's lat. Hss. und in der Göttw^eiher Hs. 
Guillaume, der die Durstschlange (dipscts von dixpriv 
dürsten), die prialis , die Blutschlange und noch eine 
andere ohne Namen aufführt, ist hier Hugo's auf 
Isidor beruhendem Texte, doch weniger eingehend 
gefolgt. Nach Hugo ist dipsas eine Aspisart, die 
lateinisch scythäle (Isidor sagt »Etymolog.« lib. XII 
ed. Migne, »Patrolog.« t. 82 p. 444 wie das proven- 
zalische Elucidari situld) genannt werde, weil der, den 
sie beisst, vor Durst umkomme *). Ebenso der Dichter, 
der nur den griechischen Namen beibehält und den 
lateinischen übergeht. Die zweite Aspisart heisst nach 
Hugo hypnäley weil sie im Schlaf tödtet; durch diese 
habe sich Cleopatra quasi somno getödtet. Beim Dichter 
heisst diese Art prialis, die im Schlaf tödte, wie der 
Bestiaire sage; die Königin Cleopatra, die den Tod 



*) Das Neufranzösische bezeichnet wie das Lateinische mit 

acytale (Cuvier, »Le rfegne animal« 5 p. 110) die Walzenschlange, 
mit situle die egyptische ViTassematter. 

Beinsch, Le Bestiaire. ^ 



— 130 — 

fürchtete, habe sich durch eine Natter wie im Schlaf 
getödtet. (Nach Plinius 29, 4, 18 hat die Aspis daß 
tödtlichste Gift; der von ihr Gebissene verfiQlt in Ge- 
fühllosigkeit und Schlaf.) Die dritte Art wird bei 
Hugo hemorrhois*) genannt, weil der von ihr Ge- 
bissene Blut schwitze, so dass aus den zerstörten 
Adern alle Lebenskraft durch das Blut ausströme, wo- 
mit er auf die griechische Etymologie (crijucr, ^iw) 
hinweist. Der Dichter spricht nur von einer andern 
gefährlichen Art, deren Farbe wie Blut sei, und die 
so heftig steche und drücke, dass jede Ader platze 
und der Gestochene am Blutverlust sterben müsse. 
Weiter erwähnt Hugo die praesier, die immer mit 
offenstehendem und zischendem Munde krieche, wobei 
er eine Stelle aus Lucan's »Pharsalia« citirt; der von 
ihr Gestochene schwelle an und sterbe an ungeheuerer 
Dickleibigkeit, denn der Anschwellung folge Fäulniss. 
Der Dichter spricht nur von einer Giftschlange; der 
Körper des von ihr Gestochenen faule unheilbar und 
werde zu Staub und Asche. Die Aspisart sepSy deren 
Name nach G. Cuvier, »Le regne animal« V p. 88 
aus dem Griechischen (von GT^Ttw) stammt und Fäul- 
niss bewirkend bedeutet, hat Guillaume ganz über- 
gangen **). Philipp von Thaon nennt keine Schlangen- 
namen, sondern spricht unbestimmt nur von mehreren 
guiveres mit verschiedenen Naturen und verschiedenem 
Stich, indem er dem Inhalt zu Folge die praester und 



*) Im Alterthum wird diese Schlange zuerst von Celsus de 
med. 5, 27 nebst der Homviper und Dipsas erwähnt. 

**) Die Seps ehaleidiea (Erzschleiche) der Naturgeschichte wird 
von den Leuten für giftig gehalten, ist aber in Wirklichkeit un- 
schädlich. Die Behauptung Kressner's in Herrig's Archiv Bd. 55 
p. 285, dass Guillaume die vier Arten Diphos^ Sypnalü^ Saemorrhoia 
und Fraester anführe, ist, wie aus dem Text hervorgeht, ganz falsch. 



— 131 - 

Durstschlange andeutet, während er von Cleopatra zu 
berichten weiss, dass diese dieselben an ihre Brüste 
(traianz) legte und sich das Blut aussaugen liess, bis 
sie todt war. In Wirklichkeit hat sich Cleopatra nicht 
mit der Aspis, wie Vellejus Paterc. 2, 87 und Sueton. 
de Octaviano 17 melden, sondern mit der egyptischen 
Schlange Coluher haje getödtet, derselben, mit der 
Moses die Zauberer des Pharao zu Schanden machte. 
Ihren Tod hat Plutarch im Leben des Antonius aus- 
führlich beschrieben. — Bei Brunetto Latini heissen 
obige Schlangen aspide, prialis, emarois, preste. (In 
dem phantastischen Kitterroman von Alexander d. Gr., 
— eine Hs. des 14. Jahrh. besitzt das königl. Museum 
zu Berlin in der Hamilton - Sammlung — der die 
Schlangen besiegte, werden keine Namen genannt.) 
Eine allegorische Auslegung ist in diesem Capitel ohne 
Bibelsprüche vom Dichter nicht versucht worden*). 
Ueber die hierher gehörigen Sagen vgl. den Aufsatz: 
Die Schlange im Gewände der Mythe und Sage in 
der „Europa" 1880 No. 50; dazu E. Rolland, »Les 
charmeurs de serpents« in »Melusine« in 23. 

30) Strauss = 2589—2648 = Hugo l Cap. 37. 

Hugo's hier wenig übereinstimmender Text ist 
viel ausführlicher, indem mehrere Vögel mit zahl- 
reichen Bibelcitaten beschrieben werden. Mehr Ueber- 
einstimmung zeigen Cahier's Hss. AB und die Gött- 
weiher Hs. in Abschnitt XXIV »2)e Assida^ , welche 
unter Berufung auf den Physiologus angiebt, dass der 

*) Im Cod. 'Re^. 2 C. XII führt der Excurs über die Schlangen 
die Ueberschrift: »De aspide, et quare sie vocatur«. Trotzdem 
hat F. Mann diesen Abschnitt nicht von dem zusammengehörigen 
Capitel über Wiesel und Natter getrennt. 

9* 



— 132 — 

Strauss ein Vogel sei, der nicht fliege und Füsse habe 
wie ein Kameel, und verkehrt hinzufügt: »ideoque 
Greci strucionem vocant Latini eamelum«. Der Dichter 
erzählt nach dem Lateinischen, dass dieser wunderbare 
Vogel, den die Hebräer Ässida, die Griechen camelon 
nennen, vergesslich ist, dass er Füsse hat wie ein 
Kameel und, trotzdem er Federn und grosse Flügel 
habe, doch nie fliegt; wenn er Eier legt, verbirgt er 
sie im Sande und vergisst sie; er legt nur zur 
Sommerszeit etwa im Juni, wenn er am Himmel das 
Vigiliengestirn aufgehen sieht. Aber durch Gottes 
Hülfe gedeihen die Eier im Sande und bringen Junge 
hervor, was, so wird hinzugefügt, eins der Weltwunder 
ist. Bei Hugo wird das Gestirn nicht genannt, in 
Cahier's Hs. A heisst es Virgiliaca, in B und Cod. 
Reg. 2 C. Xn Virgiliay in D: Virgüiae; bei Pierre: 
Virgücj bei Philipp: Vigilia. Dieser Vogel bedeutet 
nach der übereinstimmenden Auslegung den Menschen, 
der die irdischen Dinge verlässt und sich an die himm- 
lischen hält. Aus dem Lateinischen entnimmt der 
Dichter die Stellen Jeremias 8, 7 = V. 2628—2633 
und Matth. 10, 37 = V. 2645 — 2647. In Cahier's 
Hss. AB, im Cod. Reg. 2 C. XH und in der Gött- 
weiher Hs. wird auch die im normannischen Text 
nicht übersetzte Stelle Hieb 9, 9 genannt, wo die 
Vulgata abweicht und wo Luther „Pfau" übersetzt. 
Im Cod. Reg. 2 C. XII bietet Isidor's Text noch mehr 
unbenutzte Bibelstellen. — Anlass zu der Sage, dass der 
Strauss nicht selbst . brüte , sondern dies Geschäft der 
Sonne überlasse, hat der Umstand gegeben, dass er 
in den heissen Gegenden oft lange sein Nest verlässt 
und seine Eier so lange im Sande verscharrt. Vgl. 
Wood, )^The Bible Animalsc London 1869, p. 450. 



- 133 - 

31) Turteltaube = 2649—2736 = Hugo I Cap. 25. 

Mehr als Hugo's Text stimmt hier der Cahier's 
überein. Aus der Stelle der lat. Hss. AB, in der es 
heisst, der Physiologus sage, dass die Turteltaube das 
Männchen sehr lieb hat und keusch mit ihm lebt und 
ihm allein Treue bewahrt, geht hervor, dass der agn. 
Schreiber des A-Textes in V. 2654 eine Reminiscenz 
an das Rebhuhn im Widerspruch mit den andern Hss. 
einsetzte ; auch ist von der Essbarkeit der Turteltaube 
in keiner lateinischen Quelle die Rede. Nach dem 
M^nagier de Paris 11 p. 261 allerdings und zur Zeit 
Kabelais's wie im 17. Jahrh. waren Turteltauben in 
Frankreich eine beliebte Speise. Dem Lateinischen 
gemäss berichtet der Dichter von der Turteltaube, 
dass sie sich meist im Gehölz aufhält, immer mit dem 
Männchen gepaart ist und, wenn sie ihren Gefilhrten 
verliert, sich aus Gram nie auf Grün setzen, sondern 
immer aus Treue ihren Genossen erwarten wird. 
Anders die Männer und Frauen, die das Gelübde der 
Keuschheit brechen. Hat ein Gatte die Gattin eben 
erst beerdigt, so will er, ehe er zwei Mahlzeiten ge- 
halten hat, eine andere in seinen Armen haben. Die 
Turteltaube bezeichnet die Kirche, die sich nur an 
ihren rechtmässigen Gatten, Jesum Christum, hält. Nur 
die poetische Ausschmückung, nicht der Gedanken- 
inhalt gehört dem Dichter an. Auch der Schluss des 
Abschnittes V. 2707 — 2736, in welchem der traurige 
Zustand der Kirche in England in Folge des Inter- 
dictes geschildert wird, dürfte nur der Ausführung 
nach Eigenthum GuiUaume's sein; denn aus dem 
iMemoriale Fratris Walteri de Coventria« wird von 
Seeger p. 4 eine ähnliche Klage zum Jahre 1210 an- 



— 134 — 

gefuhrt: »Dura erat hiis diebus ecclesiae sanetae 
conditio.« Im Gegensatz zu Cahier's Hss., zum Cod. 
Reg. 2 C. XTT und zu Hugo's Text findet sich im 
Bestiaire kein Bibelcitat — Ein lateinisches Gedicht 
über die Turteltaube findet sich in den Werken des 
Hildebert von Tours ^. Beaugendre, Paris 1708. 
Die Turteltaube^ in den Bestiarien das Sinnbild der 
Keuschheit, im Alterthum das der Wollust am Wagen 
der Venus, erscheint als Singvogel im Gt)defroi de 
Bouillon 363 ed. Hippeau, Paris 1877. Erwähnt sei 
noch die Stelle aus Maurice de Sully üach ms. fr. 13314 
(Ms. lat 17509 Fol. 138/139): »L'on trueve que la 
türturelle, quant il avient que ele pert son premier 
per, que ele ne s'ajostera jamais a autre, et la bone 
fenmie, quant ses sires est ales en pelerinage, ele se 
tient et garde d'autre homme, quar ele n'a eure d'autre 
que de son segnor«. Im Provenzalischen ist mehrfach 
von der Turteltaube die Bede, so im Gedicht von den 
sieben Freuden der Jungfrau Maria. 

32) Hirsch = 2737-2821 = Hugo U Cap. 14. 

Die Göttweiher Hs. spricht von zwei Arten von 
Hirschen und hat nur eine Bibelstelle: Psalm 41, 2. 
Cahier's Hss. BC enthalten nicht die Bemerkungen 
Hugo 's, nämlich dass die Hirsche sich über den ELlang 
der Rohrpfeifen (sibilum fistularum) wundem, dass sie 
mit gespitzten Ohren scharf hören, mit gesenkten 
nichts, und dass sie beim Durchschwimmen grosser 
Flüsse oder Meere die Köpfe auf die Hinterkeulen 
der vorderen legen und dadurch ihre Schwere nicht 
fühlen*). Cahier's Hs. B jedoch stimmt darin überein, 

*) Tobler in Gröber's Zeitschrift 1888, XII p. 84 weist die 
Art, wie die Hirsche über das Wasser setzen, nur bei Plinius, 



— 135 — 

dass in derselben die bei Hugo und in der Göttweiher 
Hs. fehlende längere Stelle Matth. 8, 29 = Lucas 8, 
27—39 steht*); sie hat fünf und Cod. Reg. 2 C. Xu 
vier Bibelcitate^ Hugo nur eins, Psalm 120, 1, das der 
Dichter zuletzt verwerthet hat. Im normannischen 
Text bildet dieser Abschnitt zwei Theile: der erste 
handelt nach dem Lateinischen vom Hirsch, der, wenn 
•er alt ist, die Natter frisst, indem er die Höhle auf- 
sucht, in der sie schläft ; am Eingange derselben spritzt 
^r das Wasser, mit dem sein Mund geflült ist, aus, 
und die Natter kommt in Folge des Athems aus seinen 
Nüstern und dem Munde mit aufgesperrtem Rachen 
heraus, und der Hirsch tödtet sie. Ebenso Jesus 
Christus, der die Pforten der Hölle zerbrach und den 
Teufel vernichtete. Hieran schliesst sich V. 2765 — 
2790 die Austreibung der Teufel nach Lucas 8, 27 — 39 
= Marcus 5, 1—20 und V. 2795—2800 = Hebräer 2, 14. 
Im zweiten Theile V. 2801—2822 heisst es, dass 
der Hirsch sich über den Klang der Flöte wundert, 
dass er mit gespitzten Ohren deutlich hört, dass aber 
das Gehör aufhört, wenn er sie senkt, und dass er im 
Nothfall einen grossen Fluss oder Meeresann passiren 
kann. Hier hat der Dichter das Lateinische etwas 
geändert oder nicht ganz richtig verstanden. Zuletzt 
fügt er hinzu, dass der Hirsch gern in Gebirgen weilt. 
Dieser Zusatz fehlt im Cod. Reg. 2 C. XH ganz. 

Aelian und Brunetto Latin! nach; doch ist anch ausser in den 
Metra Thebaldi im Cod. Reg. 2 C. XU nach Isidor davon die Rede. 
*) Die Antwort des Teufels: »Legio, quia intraverunt dae- 
monia multa in eum« weicht beim Dichter von der Vulgata ab. 
F. Mann's Angabe in seiner Abhandlung, »Der Bestiaire Divin des 
Guillaume«. Heilbronn 1888, p. 82, dass zwischen dem afz. und 
lat. Texte durchaus Uebereinstimmung herrsche und besonders die 
in allen übrigen Texten fehlende Benutzung von Matth. 8, 29 fg. 
beiden gemein sei, ist also uncorrect. 



- 136 — 

Die Berge sind die Propheten und Apostel ; der Hirsch 
bedeutet die, welche sich Gott ergeben wollen. Der 
Abschnitt endet, ebenfalls der Quelle folgend, mit 
Psalm 120, 1 = V. 2820 — 2822. — In Bezug auf 
obige Sage ist zu bemerken, dass der Hirsch in 
Wirklichkeit Musik ungemein liebt und dem Klange 
einer Schalmei, einer Flöte oder eines Waldhorns auf- 
merksam horchend nachfolgt. Von den Hirschthränen 
als wundersamem Balsam weiss der Bestiaire nichts. 
Dass der Hirsch Schlangen vertilge, sie in ihrer Höhle 
aufsuche und durch Einathmen der Luft herausziehe, 
glaubte schon das Alterthum. Lenz jedoch (Zoologie 
der Griechen und Römer p. 222) erklärt dies für Fabel. 
Trotzdem behaupteten Naturforscher des 18. Jahrh. 
noch, der Hirsch suche in bestimmten Krankheiten 
Kröten und Schlangen auf. Nicht 100 Jahr, wie das 
Alterthum annahm, sondern nach neueren Beobach- 
tungen wird er höchstens 40 Jahre alt. 

33) Salamander = 2822—2882 = Hugo II Cap. 16. 

Dieser Abschnitt fehlt in der Göttweiher Hs.; 
denn No. XH »De lacerta i. e. saura« stimmt nicht 
überein. Cahier's Hss. ABC sind nicht vollständig, 
da in denselben nicht davon die Rede ist, dass der 
Salamander durch sein Gift Menschen und die Aepfel 
auf einem Baume, sowie das Wasser in einem Brunnen 
vergiften könne. Guillaume, der auch in seinem Fabliau 
»Treis moz« 8 — 9 vom Salamander als einem Feuer 
und Wärme liebenden Geschöpfe spricht, tibersetzt aus 
Hugo wieder nur Einiges. Philipp von Thaon hat für 
„Molch" noch eine andere, jedoch in der Hs. Nero A.V 
des British Museum fehlerhaft tiberlieferte Form (grylio) 
als die gewöhnliche, die er anwendet; ohne Zweifel 



— 137 — 

hat er das lateinische stellio übersetzt, das Hugo neben 
sdlamandra für dies Reptil citirt. Während Guillaume 
sagt, dass der Salamander am Sehweif, Kopf und Leib 
der Eidechse ähnlich sehe, sehr verschiedenfarbig sei 
und Feuer nicht fürchte, meint Hugo nur, der wie 
Cod. Reg. 2 C. XH einen Spruch aus den Prov. 
Salomonis 30 erwähnt, er sei einer sehr kleinen Eidechse 
(laceriulae pusiUae) von verschiedener Farbe ähnlich. 
Im Lateinischen heisst es dann nach dem Physiologus, 
dass durch den Salamander, wenn er zuftlllig in einen 
brennenden Ofen oder in ein Feuer falle, dieses so- 
gleich gelöscht werde; femer dass er, wenn er auf 
einen Baum kriecht, alle Aepfel vergiftet und die da- 
von essen, dadurch tödtet; endlich wenn er in einen 
Brunnen fällt, so tödtet die Kraft des Giftes die, 
welche aus demselben trinken. Ebenso der Dichter, 
bei welchem auch die Auslegung — die Gerechten, 
wie Ananias, Misael, Azarias, löschen um sich die 
Gluth der Laster aus — mit dem Lateinischen tiber- 
einstimmt Nicht ganz vollständig hat Hugo den V. 
2866 — 2868 entsprechenden Spruch aus dem Briefe 
Pauli an die Hebräer 11, 33—34; bemerkenswerth ist 
hier der Fehler Guillaume's, der sich in diesem V. 2866 
auf Jesaias statt auf Paulus beruft, ein Versehen, das 
von Cahier und Hippeau nicht beachtet ist. Der Cod. 
Reg. 2 C. XH citirt erst Paulus (Hebräer 11, 33) und 
dann Jesaias (Jes. 43, 2). Weder in Cahier's Hss. 
noch bei Hugo noch im Cod. Reg. 2 C. XH ist die 
V. 2869— -2872 entsprechende Stelle aus Matth. 17, 20 
genannt. Richtig citirt ist Paulus in V. 2879—2882, 
wo der Dichter die in den lat. Bestiarien fehlende 
Stelle 1 Korinther 13, 2 übersetzt und damit den Ab- 
schnitt schliesst. — Nach der mittelalterlichen Auf- 



— 138 — 

fassung galt der Salamander auch als Vogel, während 
Philipp von Thaon und Guillaume denselben auf den 
Baum „steigen" lassen. Im »Partonopeus de Blois« 
jedoch bei Crapelet V. 10699—10702 heisst es bei 
Beschreibung der Frauentoilette, dass die Feder vom 
Salamander herrühre, der das Feuer und die Flamme 
mit dem Athem aus den Nüstern zu löschen pflegt; 
fangen könne man ihn mit grosser Mühe. In dem 
provenzalischen Briefe des Priesters Johannes : Suchier, 
„Denkmäler provenzalischer Literatur und Sprache". 
Halle 1883, p. 352 ist der Salamander ein Wurm, der 
„vom" Feuer lebt. Der Ursprung der Sage vom 
Feuersalamander, der das Feuer auslöscht, geht auf 
Aristot. 5, 17, 13 zurück. Die erst aus Bovilli's Prov. 
bekannte sprichwörtliche Redensart: »Plus froid que 
la salamandre« findet ihre Erklärung im Physiologus. 
Zu dem Capitel ist zu vergleichen die Abhandlung von 
Lichterfeld, „Der Salamander" : Westermann's „Monats- 
hefte" No. 220. 

34) Tauben, Paradixion = 2883—3174 = Pseudo- 
Hugo III Cap. 39, I Cap. 1-11. 

Dieser Theil fehlt in der Gtöttweiher Hs. Cahier's 
Hs. A allein bietet fiir dies Capitel einen brauchbaren, 
wenn auch uncorrecten und im Einzelnen abweichenden 
Text. Schon besser ist Cod. Reg. 2 C. XII. In Hugo's 
Ausgabe ist der Abschnitt über die Tauben zu breit 
gehalten und trägt zu sehr den Charakter der Compi- 
lation, während das Capitel über den indischen Baum, 
dort Pendens genannt, ziemliche Uebereinstimmung zeigt. 

Von Naturgeschichtlichem zunächst erzählt der 
Dichter Folgendes. Die Tauben, die ohne Galle und 
Bitterkeit sind haben die Gewohnheit, dass sie sich 



— 139 — 

gegenseitig küssend begleiten und unter Küssen in 
Liebe entbrennen* Sind sie im Taubenschlag ^ so be- 
wegen sie sich, wenn sich die eine kluge bewegt, alle ; 
diese fiihrt dieselben überallhin ins Gebirge und nach 
den Gereuten. Findet sie die wilde Taube, so zieht 
sie sie in ihren Taubenschlag und lässt sie die Wild- 
heit vergessen. Ebenso Jesus Christus, der oft aus 
Sarazenen und Heiden gute Christen gemacht hat. 
Gott ist die geistliche Taube mit so grossen Flügeln, 
dass sie die ganze Welt bedecken. In Indien ist ein 
Baum mit grossem Schatten, auf griechisch Paradixion 
genannt, was „zur Rechten" bedeutet; unter demselben 
wohnen Tauben, die von der Frucht gesättigt und vom 
Schatten erquickt werden. Ihr Feind ist ein Drache, 
der sie verschlingt, wenn sie nicht unter dem Baume 
bleiben. Wirft der Baum seinen Schatten nach rechts, 
so ist der Drache links und umgekehrt. Der Baum 
ist Gott, die Frucht Jesus, der Schatten der heilige 
Geist und der Drache der Teufel. Zuletzt wird 
unter den Tauben die verschiedenfarbige auf die 12 
Propheten *), die aschfarbene auf Jonas, die luftfarbene 
(bei Philipp: bräunliche) auf Elias, — im Cod. Reg. 2 
G. XII ist von aerius color die Rede — die weisse 
auf Johannes, die rothe auf die Passion und die grün- 
liche (steiphanin)y im Cod. Reg. 2 C. XII siephanitm 
genannte auf den heiligen Stephan gedeutet. Auch 
diese Auslegung fand der Dichter, wie Cahier's Hs. A 
bezeugt , in seiner Vorlage. Zu beachten ist jedoch, 
dasB Guillaume sich V. 8114 auf seine „Schrift und 



*) Im Cod. Reg. 2 C. XII heisst es; »Deinde struninus (vor- 
her starminus) color significat diversitatem prophetarum duodecim« ; 
ebenda wird äuroms eolor auf die drei Männer im Feuerofen Dan. 3, 
18 gedeutet und meleneus color auf Heliseus. Der Text zeigt hier 
grosse Ausführlichkeit. 



— 140 — 

seinen Vers", also zwei Vorlagen, bei Beschreibung 
der verschiedenfarbigen Tauben beruft. Indem der 
Dichter sich V. 2969 auf „die Schrift" bezieht, bezeichnet 
er den Schatten des indischen Baumes als „gross", ein 
Epitheton, das in den bekannten lat. Quellen fehlt; 
ebenso findet sich dort nicht V. 3092 — 3104, erinnert 
jedoch stark an Moritz von Sully. Bibelsprüche sind 
folgende übersetzt: Matth. 10, 16 = V. 3090—3991. 
Lucas 1, 35 = V. 3045 — 3048. Jesaias 1, 16 = 
V. 3151—3154. Die Angabe über das neue Feuer,. 
V. 2895—2900, das eine weisse Taube jedes Jahr am 
Abend vor Ostern nach Jerusalem zu bringen pflegte, 
wovon viele alte Schriftsteller berichten, fehlt in Cahier's 
Hs. A und im Cod. Reg. 2 C. XII, wo wieder viel 
Bibelsprüche stehen. Der Dichter, der dies einen 
Abschnitt bildende und von F. Mann im Cod. Reg. 2 
C. XII in zwei Theile getheilte Capitel von den Tauben 
V. 3168 lang nennt, ver&llt hier aus dem Princip der 
Deutlichkeit in beredte Breite. — Ueber den jetzigen 
Unfug mit dem heiligen Feuer in der Grabeskirche zu 
Jerusalem vgl. Voss. Zeitung, Sonntag d. 28. Mai 1882. 
Die Taube ohne Galle und Bitterkeit V. 2901 war 
nach Le Roux de Lincy, »Proverbes« I p. 110 noch 
im 15. Jahrh sprichwörtlich. 

35) Elephant = 3175—3296 =^ Hugo II Cap. 25-26. 

In der Göttweiher Hs. stimmt Cap. VIII ziemlich 
wörtlich mit Hugo überein. Cahier's Hss. AC weichen 
im Einzelnen ab und enthalten wie die Göttweiher Hs. 
die Notiz nicht, dass die Indier und Perser die Ele- 
phanten im Kampfe verwenden, und dass das Weibchen 
zwei Jahre trächtig ist; ebenso fehlt dort die Angabe 
der Heimath und des Aufenthalts der Elephanten* 



— 141 — 

Aus- Hugo's Cap. 26 hat der Dichter nur wenig ent- 
nommen und im Ganzen treu übersetzt unter ge- 
ringen poetischen Beigaben. Nach Hugo bezeichnet 
der Physiologus den Elephanten als ein sehr ver- 
ständiges Thier, das jedoch angeblich keineswegs 
wollüstig sei. Der Dichter nennt ihn das grösste 
Thier, das die schwersten Lasten trägt und sehr ver- 
ständig wie in der Schlacht nützlich ist Letzteres 
erwähnt Hugo ebenfalls, aber erst zuletzt, und fügt 
hinzu, dass die Indier und Perser von hölzernen auf 
ihm errichteten Thürmen gleichwie von einer Mauer 
herab mit Wurfspiessen kämpfen. Der Dichter nennt 
die Thürme gross, aus abgehobeltem Holz bestehend 
und mit Schiessscharten wohl versehen; auf diese, 
fährt er aus eigener Kenntniss des Kriegswesens er- 
weiternd fort, steigen in der Schlacht die Bogenschützen, 
die Knappen und die Ritter, um auf die Feinde zu 
schiessen. Dass das Weibchen zwei Jahre trächtig 
ist und nur einmal ein Junges wirft, stimmt in beiden 
Werken überein ; ebenso , dass es aus Furcht vor 
^inem Drachen, um das Junge vor diesem zu schützen, 
im Wasser gebiert, während das Männchen ausserhalb 
^u ihrem Schutz wartet; nur sagt Hugo, dass das 
Weibchen bis ans Euter in einen grossen See geht 
und über dem Wasser ein Kalb wirft. Das Alter der 
Elephanten giebt Hugo wie Cod. Reg. 2 C. XH und 
Tobler's lat. Beispielsammlung auf 300 Jahre an, 
Gruillaume auf gut 200*). Dass sie früher in Afrika 
und Indien allein geboren wurden, jetzt nur in 

*) Die Angabe, dass Elephanten 200 — 300 Jahr alt werden, 
ist nach Brehm durch Beispiele auf Ceylon erwiesen; in der Ge- 
fangenschaft sollen einzelne ein Alter von mehr als 140 Jahren 
erreicht und so die normale Lebensdauer um die Hälfte der Jahre 
überschritten haben. 



— 142 - 

Indien, zeigt Uebereinstimmung. Will der Elephant 
Junge zeugen, so geht er mit seinem Weibchen nach 
Osten bis zu einem dem Paradiese am nächsten 
liegenden Punkte, wo die Alraunwurzel (herba man- 
droffora) wächst, — im Cod. Reg. 2 C. XII wird die 
Mcmdragora Baum genannt — von deren Frucht erst 
das Weibchen kostet und dann das Männchen tiber- 
redet, davon zu fressen. Nachdem beide gefressen^ 
begatten sie sich, und das Weibchen emp&ngt sogleich. 
Ebenso berichtet der Dichter, nur dass er von einem 
Berge nahe dem Paradiese spricht, wo die Mandragora 
wächst, und dass nach seiner Angabe das Männchen 
vom Weibchen getäuscht wird *). Auch die allegorische 
Deutung auf Adam und Eva, die vom verbotenen 
Baume kostete, ist im Bestiaire treu wiedergegeben; 
dazu die Bibelsprüche Psalm 69, 2 = ¥.3249—8252; 
Psalm 40, 2 — 3 = V. 825S — 3258 nebst den An- 
spielungen Matth. 6, 9 = V. 3275—3278 und 1 Kor. 
10, 4 = V. 3270. Den auch im Cod. Reg. 2 C. XH 
genannten Spruch 1 Thessal. 5, 23 hat der Dichter 
nicht verwerthet, sondern zuletzt nach Hugo ausführ- 
licher die Bemerkungen angeknüpft, dass die Haut 
des Elephanten gut ist, und dass der Geruch seiner 
im Feuer verbrannten Knochen giftige Schlangen ver- 
treibt; ferner dass man aus den Knochen Elfenbein 



*) Guvier, «Le r^gne animal« 1 p. 281 bemerkt, dass man 
seit undenklichen Zeiten die Elephanten zur Dressur und als Zug- 
und Lastthiere brauche; aber, fügt er hinzu, man habe sie noch 
nicht in der Gefangenschaft züchten können, obgleich es unbegründet 
sei, was man von ihrer vermeintlichen Schamhaftigkeit und ihrer 
Abneigung, sich vor Augenzeugen zu paaren, gesagt habe. Brehm 
bestätigt die Beobachtung, dass gefangene Elephanten sich vor 
einer Menge Zuschauer begatteten. Derselbe bemerkt, dass das 
Weibchen drei Monate nach der Paarung trächtig wird und nach 
einer Tragzeit von mehr als 20 Monaten ein Kalb wirft. 



— 143 — 

herstellt, und dass der Elephant mittelst des Rüssels, 
um nicht niederknieen zu müssen, auf grasreicher 
Wiese weidet. Diese zwei letzteren Angaben fehlen 
im Cod. Reg. 2 C. XII, sind jedoch angedeutet. Nach 
Hugo ist der Rüssel der Klaue ähnlich. Im Cod. 
Reg. 2 C. XII wird die Eigenschaft der Haut und 
der Knochen des Elephanten besonders ausgelegt. — 
Nach Richard de Barbezieux kann der Elephant, wenn 
er hinfällt, nicht wieder aufstehen, während er nach 
dem Eluoidari, wo die Krankheit Elephantiasis erwähnt 
wird, sich vor dem Grunzen des Schweines furchtet. 
Philipp von Thaon, der den Elephanten ein ver- 
ständiges nicht oft trächtiges Thier nennt, das, wenn 
es gefallen, nicht wieder aufstehen kann, und um zu 
schlafen, sich gegen einen Baum lehnt, beruft sich 
auf die Beschreibung Isidor's, der zu Folge die Ele- 
phanten unermesslich gross sind, die Gestalt von Böcken 
(lies: Ochsen, bei Isidor: hoves) haben und Zähne 
ganz aus Elfenbein. Erst 1255 kam der erste Elephant 
nach England als Geschenk Ludwig d. H. an Hein- 
rich in. Mit dem Abschnitt vom Elephanten schliesst 
der eigentliche Bestiaire, indem der Abwechslung wegen 
das Fragment eines Herbarius und eines Lapidarius folgt. 

36) Alraunwurzel = 3297—3332 = Hugo II Cap. 26. 

Die Beschreibung der schon beim Elephanten kurz 
erwähnten Alraunwurzel, der Atropa mandragora der 
Botanik, findet sich nicht in Cahier's Hss. und in der 
Göttv^^eiher Hs. Hugo, der sich auf Isidor beruft, hat 
einen nur theilweise übereinstimmenden Text-, nach 
ihm hat die Mandragora lieblich duftende Früchte in 
der Grösse von Haselnüssen, weshalb sie im Lateinischen 
auch Erdapfel (mdlum terrae) heisse, und die Dichter 



— 144 — 

bezeichneten sie als menschenähnlich (anthropomorphon)y 
weil sie eine menschlicher Gestalt nachgebildete Wurzel 
habe, deren Schale in Wein gemischt bei Sectionen 
als Schlaftrunk diene, damit man den Schmerz nicht 
fühle; es gebe zwei Arten, eine weibliche mit lattich- 
ähnlichen Blättern und pflaumengrossen Aepfeln, und 
eine männliche mit mangoldähnlichen Blättern. Nach 
Guillaume bereitet man aus der Wurzel dieses Krautes 
mancherlei Arzneien; betrachtet man die Wurzel, so 
findet man eine menschenähnliche Gestalt. Die Schale, 
in Wasser gekocht, hilft gegen manche Krankheit. Ist 
das Kraut 30 Jahr alt, so pflücken es die Aerzte, wobei 
es, wie man sagt, klagt und schreit. Wer den Schrei 
hört, stirbt davon; deshalb verfahren die, welche es 
pflücken, um nicht Schaden zu nehmen, vorsichtig. 
Aus der Erde herausgenommen, ist es gut gegen 
körperliche Schmerzen. Bei Uebelbefinden nimmt man 
dies Kraut, zerreibt es und trinkt es, dann wird man 
ohne Schmerz gut schlafen. Es giebt eine doppelte 
Art, eine männliche und weibliche; das Blatt beider 
ist schön, das weibliche Kraut hat Blätter wie wilder 
Lattich. So hat der Dichter die Sage von der Alraun- 
wurzel in etwas freierer, jedoch ungenauer Weise nach 
der Tradition dargestellt, und zwar in einem besonderen 
Abschnitt ohne allegorische Deutung. Bei Philipp von 
Thaon — F. Mann hat keine Quelle zu der Art der 
Erlangung der Mandragorawurzel entdecken können 
in der Untersuchung über Philipp — gehört die 
Mandragora wie im Cod. Reg. 2 C. XII zum Artikel 
vom Elephanten. Bei Guillaume bildet die Mandragoraj 
trotzdem ihre Eigenschaften wie im Lateinischen nicht 
typisch ausgelegt werden, einen selbstständigen Artikel ; 
denn der Dichter sagt beim Elephanten V. 3212, dass 



— 145 — 

er nachher derselben Erwähnung thun werde ; er fasst 
dieselbe abo als etwas Selbstständiges auf wie die 
Hss. des Bestiaire. F. Mann folgt seinem Cod. Reg. 2 
C. Xn, wo die Schilderung der Mandragora aus 
Isidor entlehnt ist und den Schluss des Abschnittes 
vom Elephanten bildet*). — Die Sage lässt sich \0m 
Mittelalter zurück bis in das graueste Alterthum ver- 
folgen; denn schon bei Homer reisst Hermes dem 
Odysseus ein zauberkräftiges Kraut aus der Erde, das 
in der Göttersprache ia&Xv heisst. Vgl. Plinius ed. 
Lemaire VH p. 663 fg. ; J. Grinmi, „Deutsche Mytho- 
logie", n. Ausgabe. Göttingen 1844, H p. 1153—1154; 
„Deutsche Sagen". Berlin 1865, I p. 117—118, wo 
auch auf G. Koth, :»Dis8ertatio de imagunculis Ger* 
manorum magicis quas Alraunas vocant«. Heimst 1797 
verwiesen ist; C. Meyer, „Der Aberglaube des Mittel- 
alters". Basel 1884, p. 62 über Galgenmännlein. Grimm 
muthmasste, dass, da das frz. mandagloire für mandra- 
göre stehe, die ße Maglore aus mandagloire entsprungen 
sei. Ob die Dudaim (Liebesäpfel) der Bibel, 1 Moses 
30, 14, die Rüben seiner Mutter Lea vom Felde 
brachte, identisch sind mit der Alraunwurzd, ist frag- 
lich. Letztere dient heute noch im Orient als Liebestrank. 

37) Diattiuit == 3333—3426 = Hngo II Cap. 34. 

Im Cod. Reg. 2 C. XH geht dem sehr ausfiihr- 
lichen und sehr viel Bibelsprüche enthaltenden Passus 
über den ^Diamanten ein durch ein Bibelcitat des 



*) In G. Baynaud^s »Po^me moralis^« (Bomimia 1885) ist die 
Handeploire zweimal sub YII und XXXII verschieden behandelt: 
erst heisst es hier, dass sie den Täubchen Schutz Tor dem Drachen 
bietet, dann folgt die Beschreibung des Krautes. Raynaud hat 
nicht erkannt, dass hier die Mandragora mit dem indischen Baume 
(Faradexion) verwechselt ist. 

BeinB«h, Le Bestiaire. 10 



— 146 — 

Physiologus veranlasster Abschnitt über den Propheten 
Arnos voraus, dem der Schluss über die Perle Mar- 
gariia folgt. In der Göttweiher Hs. und in Cahier's 
Hss. BCDE fehlt die Beschreibung des hier mit dem 
Magneten in eine Sage zusammenfliessenden Diamanten, 
während desselben Hss. AM lückenhaft sind und nicht 
übereinstimmen, insofern die Bemerkung fehlt, dass 
der Diamant mit einem in frisches warmes Bocksblut 
getauchten Hammer zertrümmert werden kann, dass 
die Stücke zum Steinschneiden benutzt werden, und 
dass er gegen eitle Furcht und Gift gebraucht wird. 
Der aus Isidor, »Etymolog.« lib. XVI Cap. 13 ed. 
Migne, »Patrolog.« Bd. 82 p. 557 ausgeschriebene Text 
Hugo's stimmt grösstentheils überein. Nach dem Phy- 
siologus wird hier berichtet, dass der Diamant auf 
einem Berge des Orients gefunden und, weil er leuchtet, 
nur des . Nachts gesucht wird ; am Tage leuchte er 
nicht, weil die Sonne ihm seine Leuchtkraft entziehe. 
Eisen, Feuer, Steine vermögen nichts gegen die Härte 
dieses eisenrostfarbenen krystallhellen Steines. Auch 
dass er mit frischem und warmen Bocksblut mürbe 
gemacht und so durch viele Schläge mit einem eisernen 
Instrument zerbrochen wird, dass die Stücke von 
Steinschneidern zur Bearbeitung von Edelsteinen (pro 
gemmis insigniendis perforandisque) gebraucht werden, 
und dass er gleich Bernstein, wie man sage, Gift und 
eitle Furcht vertreibt, sowie bösen Künsten widersteht, 
wird hier im Bestiaire kürzer nacherzählt. Nach der 
Auslegung bezeichnet der Diamant Christum, der Berg, 
wo er gefunden wird, Gott, und dass man den Stein 
des Nachts findet, bedeutet, dass der Herr, als er Mensch 
wurde, sich der hinmilischen Gemeinschaft verbarg. Von 
Bibelsprüchen, die in den Bestiarius eingestreut sind, 
übersetzt der Dichter in V. 3367—3370, sich auf den 



— 147 — 

Propheten berufend, Arnos 7, 7, wo die Vülgata ab- 
weicht. Auch Philipp von Thaon hat diese Stelle dem 
Physiologus entnommen, nur sagt er deutlich, dass der 
barun, der auf dem Maghetberg — im Cod. Reg. 2 
C. XII steht super murum adamantinum — sass, den 
Diamanten in seiner Hand hielt und inmitten eines 
Volkes stand, Jesus Christus war. Ausserdem sind 
noch zwei Sprüche in den Text verwebt, die im Cod. 
Reg. 2 C. Xn ganz fehlen: Johannes 10, 30 = V. 
3382 — 3383 und zuletzt Psalm 23, 8 und 10 = V. 
3417 — 3426. Mit dieser letzten Stelle, die sich bei 
Philipp von Thaon wie in F. Mann's Cod. Reg. 2 
C. XII im Capitel vom Löwen , also dem Anfange 
des Werkes findet, endigt der Abschnitt des Stein- 
buchfragmentes über den Diamanten und damit das 
eigentliche Thierbuch. F. Mann, »Der Bestiaire Divin 
des Guillaume le Clerc«. Heilbronn 1888, p. 84 hält 
die Vorlage des Dichters gegen das Ende hin, da im 
Cod. Reg. 2 C. XII der im Bestiaire fehlende Artikel 
von der Perle Margarita hinzugefügt sei , flir ver- 
stümmelt, also ftir nicht ganz vollständig. Im Gegen- 
theil ist eher anzunehmen, dass Guillaume eine inter- 
polirte Erweiterung der Stelle »simile est regnum 
coelorum« im Artikel des Cod. Reg. von der Perle 
nach Moritz von SuUy vorgelegen hat. 

XrV. Der Schlnss des Bestiaire, sein Verhält- 

niss zu Maurice de Snlly, nnd die Allegorie 

Ton den drei Feinden des Menschen. 

In dem auf das Capitel vom Diamanten folgenden 
Schlüsse V. 3427 — 4120 kommt kurz nachstehender 
Inhalt zur Darstellung. 

10* 



— 148 — 

V. 3427—3602. Der Dichter bittet seine Zuhörer 
(seignors, dames, gent nobire), nachdem er bis hierher 
die Beispiele des Thierbuches mühsam nach der Schrift 
erzählt hat, wegen etwaiger Aeusserungen , in denen 
er sich gelbst vergessen, um Verzeihung; wolle ein 
Gelehrterer und Besserer das in der Abhandlung Be- 
richtete besser erzählen, so hege der Dichter keinen 
Neid gegen ihn. Er habe am Anfange des Buches 
einen guten Schluss versprochen; diesen möge, fkhrt 
er fort, Gott gewähren. Gott gebietet uns, dass wir 
die uns anvertrauten Pfunde vermehren. Wie im 
Evangelium [Matthäus 25, 14-^30] geschrieben steht^ 
sprach der Herr ein Gleichniss von dnem Menschen, 
der eine Pilgerreise unternahm. Die Auslegung ist 
diese: der Mensch ist der Herr, die beiden Knechte 
sind die, die seinen Namen erhöhen; diejenigen jedoch, 
die den Schatz in der Erde vergraben, werden nicht 
in den Hinmiel gelangen. Noch vertraut der Herr 
jedem iseine Pfunde an: dem einen giebt er Tapfer- 
keit, dem andern Macht, dem einen Talent, dem andern 
Wissen, Vernunft oder Beredsamkdt. Dem Dichter 
ist die Gabe schöner Bede und Beredsamkeit verliehen, 
darum darf er nicht zögern, das anvertraute Pfund zu 
mehren. Wissen, das lucht mitgetheilt wird, ist ver- 
loren. Gesunder Menschenverstand ist ein reicher 
Besitz, wie ein Predigtbuch sagt. 

V. 3603—3802. Erinnert euch der schönen Bei- 
spiele des Thierbuches! fährt der Dichter fort; seht 
die Schlechtigkeit der Welt! Niemand unterlasse, Gott 
zu dienen ! In seinem Weinberge lässt sich gut arbeiten. 
Der Herr sagte einst seinen Jüngern ein Gleichniss 
vom Hausvater, der Arbeiter miethete für seinen Wein- 
berg [Matthäus 20, 1—16]. Dieser Hausvater ist der 



— 149 — 

Herr 7 der zuerst Abraham miethete, dann um die 
dritte Stunde zurückkehrte ^ um Moses zu miethen, 
und um Mittag David^ um die neunte Stunde Daniel, 
Jeremias, Joel und die andern Propheten. Gegen 
Abend stieg der Herr hinab auf den Markt der Stadt, 
nahm Wohnung in der reinen Königin und predigte 
den Weg zum ewigen Leben. Da fand der Herr Un- 
gläubige und lehrte sie das Gesetz; jetzt berief er 
Petrus, Paulus, Johannes, Andreas als seine Arbeiter 
und gab ihnen den goldenen Denar. 

V. 3803—3864. Das Ende der Welt bedeutet das 
Ende des Tages. Wie der Tag bis zur Abendstunde 
länger gedauert gegenüber der Zukunft, so hatte die 
Welt, als Gott herabkam, länger bestanden im Yer^ 
gleich zu der späteren Zeit. So lernte es der Dichter 
vom Bischof Moritz von Paris und ausserdem in 
anderer Rede. Gott miethet Arbeiter am Morgen, d. h. 
Menschen in der Kindheit; um die dritte Stunde miethet 
er die meisten, d. h. Leute im Alter von etwa 80 
Jahren; der Mittag bedeutet die, welche die Gnade 
des heiligen Geistes um das 40. Jahr heimsucht; um 
die neunte Stunde miethet Gott solche in reifem Alter 
und gegen Abend solche im Greisenalter. 

Y. 3865—4080. Gottes Hülfe ist sehr nahe; nie- 
mand zögere in seinem Weinberge zu arbeiten und 
warte nicht bis nach der Jugendzeit, denn keiner 
kennt sein Ende. Wappnen wir uns rechtzeitig gegen 
den Teufel wie die Ritter in der Herbeige, die einen 
nächtlichen Ueberfall fürchten. Rüsten wir uns, ehe 
es Abend wird; denn bald kommt der Tod. Wie 
thöricht sind wir, so lange zu warten. Wehe dem 
Baume, der keine Frucht trägt! Wie lange sollen wir 
im Dienste des Stadtbürgers hungern und dürsten? 



— 150 — 

Gott dagegen wird uns, wenn wir umkehren, ein 
grosses Gastmahl bereiten ; aber wir gehen gerade den 
verkehrten Weg. Betet und wachet, ehe der himm- 
lische Bräutigam kommt! Rüsten wir uns zur Hoch- 
zeit! Haltet euch an die Beispiele des Thierbuches 
als ein Samenkorn auf fruchtbarem Lande, damit 
ihr die ewige Freude erlanget! Wir leben in der 
schlechtesten Zeit seit der Geburt Jesu ; die christlichen 
Tugenden herrschen auf tausend Menschen nur in einem» 

V. 4081 — 4120. Wer durch diese treulose Welt 
wandert, hat einen harten Kampf zu bestehen gegen 
drei Feinde: den Teufel, die Welt und das Fleisch; 
wer jedoch mit Glaube, Liebe und Hoflnung gewappnet 
ist, besiegt sie. 

V. 4121—4136 bilden das Schlussgebet. 

Die Predigten des Moritz von SuUy (f 1196), die 
auch für die von der Early English Text Society 
herausgegebenen :&Kentish Sermons« die Quelle bilden,, 
liegen leider noch nicht in einer kritischen Ausgabe vor. 
Die zahlreichen Hss. sind zusammengestellt von Paul 
Meyer in der Revue des missions scientifiques, 2. s^rie^ 
V p. 247 und Romania V p. 466 — 487. Die poite- 
vinische Umschrift bei Boucherie, »Le dialecte poitevin 
au Xni« siecle«, Paris, Montpellier 1873 und die 
französischen Ausgaben der Predigten, deren Daunour 
in der »Histoire litt^raire« XV p. 158 zwei nennt, 
ohne sie eingesehen zu haben, kommen hier als Vor- 
lage nicht in Betracht. Nach dem Druck aus dem 
15. Jahrh. zu urtheilen, den G. Brunet, »La France 
litt^raire au XV® sitele«. Paris 1865, p. 74 beschreibt, 
und von dem Exemplare in Paris und London vor- 
handen sind, ist hier der Dichter vom Bischof von 
Paris, den er V. 3816 nennt, und dessen Predigtbuch 



— 151 — 

er nach V. 3817 nebst einem andern Werke benutzte, 
sehr abhängig. Der Inhalt des letzteren weist auf die 
Gemma animae desHonorius Augustodunensis inMigne's 
»Patrologia« Bd. 172 p. 616 fg. Die pessimistische 
Weltanschauung in V. 3605 — 3642 erinnert an Guischart 
de Beauliu und an Innocenz UI. Schrift »De miseria 
conditionis humanae«, hrsgb. von Achterfeld, Bonn 1855 
und Migne, )^Patrologia« Bd. 217 p. 701—746. — Die be- 
liebte Allegorie von den drei Feinden findet sich inHugo's 
»Liber de bestiisc I Cap. 23. Bekannt ist Marbod's 
»De tribus inimicis hominis liber elegiacus«, beginnend: 
»Plurima cum soleant sacros avertere mores« und hrsgb. 
von Jac. Hommey, »Suppl. Patr.« p. 547. Ein anderes 
Werk ist das Gedicht : »Mundus, caro, daemonia Diversa 
movent proelia« etc. In der Arsenal -Hs. 5201 ist ein 
jetzt von P. Meyer in Romania XVI, 1, bekannt ge- 
machter »Roman des trois ennemis« in französischen 
Versen von Simon. Auch in Suchier's Reimpredigt 
p. 106 und in Pierre's von Peckham »Lumiere as 
Lais« werden die drei Feinde erwähnt. Im Besant 
de Dieu V. 405 fg. ist die Reihenfolge abweichend: 
Welt, Fleisch, Teufel, im Bestiaire Teufel, Welt, Fleisch, 
in den Treis Moz heissen sie Rauch, Regen und böses 
Weib. Also hat der Dichter denselben Stoff gleichwie 
die Sage vom Einhorn später in einer andern Quelle 
kennen gelernt und bearbeitet. Vgl. Tobler in Gröber's 
Zeitschrift 1887 p. 430. 

XY. Der Bestiaire und Gnillanme's Besant 
de Dien. 

Das Verhältniss des Bestiaire zu dem von Martin 
herausgegebenen Besant de Dieu ist von J. Brakel- 
mann in Zacher's Zeitschrift III p. 220 berührt 



— 152 — 

worden. Derselbe sagt vorsichtig, dass die Ueberein- 
Btimmung beider Werke durch Interpolation ihre richtige 
Erklärung zu finden scheine und fügt hinzu, dass die 
betreffenden Stücke des Besant sich in den Hss. des 
Bestiaire nicht allein an ganz verschiedenen Stellen 
fänden, sondern auch so äusserlich in den Zusammen- 
hang eingeflickt seien, dass eine Interpolation unschwer 
ersichtlich. Zu dieser Ansicht hat ihn die Hs. D mit 
ihrer verworrenen Anordnung verleitet. Auch Seeger, 
„Sprache des Guillaume" p. 5 hält den Besant für 
interpolirt in den Bestiaire - Hss. Eine nähere Ver- 
gleichung ergiebt Folgendes: 

Bestiaire 3475—3560 = Besant 2683—2768. 

3561—3564 = „ 2779—2782. 

3647—3666 = „ 2913—2932. 

3669—3707 = „ 2983—2970. 

3707-3744 = „ 2973—3010. 

3747—3758 = „ 3011—3022. 

3759—3762 = „ 3025-3028. 

3765—3766 = „ 3029—3080. 

3775—3778 = „ 3035-3038. 

3783—3828 = „ 3041—3086. 

3831—3904 = „ 3087—3158. 

3909—3922 == „ 3161—8174. 
Dagegen fehlen 3667—3668, 3745—3746, 3763— 
3764, 3773—3774, 3829— 3850, 3897—3898 des Bestiaire 
im Besant. Umgekehrt fehlen 2971 — 2972 des Besant 
im Bestiaire; ebenso 3023-3024 des Besant. 3767— 
8770 des Bestiaire sind im Besant in zwei Verse 3031 — 
3032 und 3779—3782 des Bestiaire in 3039—3040 des 
Besant zusammengezogen. 3771 des Bestiaire ist = 
Besant 3033, doch weicht 3772 ab gegen 3034 des 
Besant Mit 3905—3908, die den V. 3159—3160 des 



— 153 — 

Besaut entsprechen, aber abweichen, ist der Bestiaire 
wieder ausführlicher. Nach 3922 des Bestiaire i= 
3174 des Besant gehen diese beiden Werke gana aus- 
einander. Aus diesen üebereinstimmungen und Ab- 
weichungen ergiebt sich, dass die Keime der Besant- 
dichtung schon im Bestiaire ssu erkennen sind. Der 
im Jahre 1210 noch in der Entwicklung begriffene 
Dichter, dessen Productivität noch gering war, denn 
zum Bestiaire hat er, von Einleitung und Schluss ab- 
gesehen, recht wenig hinzugethan, wiederholte sich in 
seinen andern Werken nicht nur in einzelnen Gedanken, 
sondern führte auch frühere Lieblingsideen nach neuen 
ihm bekannt gewordenen Quellen weiter aus; so in 
dem späteren Besant und den Treis Moz, wobei ihm 
sein Compositionstalent zu Statten kam. Die Einheit 
des aus einzelnen Abschnitten, nicht einer vollständigen 
Naturgeschichte zusammengesetzten Bestiaire ist durch 
den Schlusstheil nicht gestört; denn den Mittelpunkt 
des Ganzen bildet die Predigt und die Besserung der 
Leute durch Beispiele, indem der Dichter mitten im 
Thierbuch V. 2207 von cesi sermon spricht. Auch er- 
klärt der Dichter V. 3441 , dass er sich sehr bemüht 
habe, die Beispiele des Thierbuches zu erzählen; da- 
gegen bezieht sich der Ausdruck traitä V. 3455 auf 
den naturgeschichtlichen Theil vor der allegorischen 
Auslegung. Wollte man nach V. 3426 den Schluss 
des aus einem Bestiaire, Volucraire und Lapidaire 
zusammengefügten Ganzen annehmen, so würde Ein- 
leitung, Ausführung und Schluss in keinem Verhältniss 
stehen, und das lange Werk würde zu schroff ohne 
ein übliches Gebet oder Nennung des Namens des 
Verfassers abbrechen. Ein ebenso bunter Inhalt mit 
verschiedenen Theilen ist in den Joies N. D. des 



~ 154 — 

Dichters zusammengeschweisst , für den seine Kunst 
die milchende Kuh war, die ihm und den Seinigen 
den Unterhalt gewährte. Läge dem Werke eine eigene 
originale Conception des Dichters und nicht der Ge- 
dankenkreis des Physiologus zu Grunde, so würde der 
Bestiaire, ästhetisch betrachtet, eine modemer Ge- 
schmacksrichtung mehr entsprechende Form erhalten 
haben. Endlich betont der Dichter die Einheit seines 
Gedichtes selbst V. 347, Kurz, an eine Interpolation 
aus dem nur in einer Hs. vorhandenen Besant in die 
zahlreichen älteren Hss. des Bestiaire, dem der Ver- 
fasser von vornherein einen guten Schluss hat geben 
wollen, kann mit E. Martin nicht gedacht werden, zu- 
mal die Anrede an die Zuhörer zuletzt — erst seignors, 
dann seignors e dames gent nobire — nichts beweist. 
F. Mann, »Der Bestiaire Divin des Guillaume le Clerc.« 
Heilbronn 1888, p. 13 stimmt E. Martin's Gründen 
bei und hält es für höchst wahrscheinlich, dass ein 
Abschreiber die ihn besonders ansprechenden Stellen 
des Besant dem Bestiaire anhängte. 

XVI. Der Dichter im Yerhältniss zu Marie 

de France, Benoit nnd die ScUüsswidmnng 

an Raonl. 

Guillaume's Bestiaire beginnt mit dem Verse, mit 
welchem der »Lai de TEspine« der Marie de France 
endigt : >Qui bien commenche et biel define«, wie Roque- 
fort, »Po&ies de Marie de France«. Paris 1820 druckt. 
Derselbe sucht p. 40 de la Rue's Bemerkung in dessen 
»Ouvrages des Bardes armoricains« p. 16' zu wider- 
legen, dass der Lai de TEspine dem GüiDaume le 
Normand angehöre; schon der Stoff, nicht die Reime 



— 155 - 

sprechen dagegen. Jedoch hat Guillaume die Lais 
seiner Landsmännin gekannt; denn der Prolog der 
Marie de France 1—4 (ed. Wamke, »Bibl. Norman- 
nica« III) stimmt zum Bestiaire 8562—3571 und 3589— 
3592. Auch der Anfang des Lais Guigemar erinnert, 
von Wendungen im Bisclavret abgesehen, an Bestiaire 
5—6. An Benolt von Ste-More, »Roman de Troies* 
4d. A. Joly. Paris 1870, V. 19 fg. erinnern die V. 
8591 — 3592, ohne dass eine direkte Herübemahme 
dieses bei Dichtem beliebten Gedankens — auch der 
arbalestrier Gautier von Belleperche führt ihn aus — 
sich nachweisen lässt. Noch Göthe sagt: Sich mitzu- 
theilen ist Gewinn ; Mitgetheiltes aufzunehmen Bildung. 
Wie Philipp von Thaon seinen Bestiaire der Königin 
Alice von England gewidmet hat, so Guillaume den 
seinigen einem sire Raul, der den Dichter fiir seine 
Arbeit reich belohnte. Eine bestimmte Persönlichkeit 
lässt sich unter den zahlreichen Männern dieses Namens 
nicht leicht ermitteln; vielleicht ist, da der Dichter 
den Namen in der Schlusswidmung mit ratio in Ver- 
bindung bringt, an Radulphus de Ratos (Ms. lat. 14859 
Fol. 173 in Paris) zu denken, der bei Wadding 11 
624 Radulphus Radiatorius heisst. Die etymologische 
Spielerei des Dichters mit diesem Namen, den er nach 
einer unbekannten Vorlage in lateinischen Versen auf 
ratio, dulcedo, ftiltus zurückführt, wahrscheinlich durch 
Isidor's Etjonologien verführt, ist aus der dankbaren 
Gesinnung gegen seinen Gönner, dessen Dienstes er 
sich rühmt, hervorgegangen. De Laborde, der an 
Raoul de Coucy gedacht und Guillaume le Clerc mit 
andern Trägern dieses Namens verwechselt hat, theilt 
in seinen »Essais sur la musique ancienne et moderne«. 
Paris 1780, n p. 198 die sechs ersten Zeilen der 



— 156 — 

Schluaöwidmung mit, ohne die benutzte Hs. zu nennen ; 
zu vermuthen ist R. Die Widmung ist nach den vor- 
handenen Hss. leicht herzuatellen. 

Möge die vorliegende Einleitung über die von Afrika 
bis nach Island und Russland gedrungenen Bestiarien 
im Abend- und Morgenlande einen Beitrag zur Ge- 
schichte der Naturwissenschaften im Mittelalter und zu 
einem abschliessenden Verständniss des Normannen 
Guillaume le Clerc bilden, sowie Anregung zu einer 
weiteren Untersuchung des Thierschatzes in den ein- 
zelnen romanischen Literaturen geben; möge femer 
die vorliegende zum ersten Male als Ganzes erscheinende 
Ausgabe des besten romanischen Bestiaire, nachdem die 
Textschwierigkeiten alle glücklich gehoben sind, als 
Vorstufe zu einer Gesammtausgabe den übrigen nun- 
mehr vollständig im Druck vorliegenden Werken des 
Dichters sich anschliessen. 



Nachträge. 

A. Die rumänische Bearbeitung des Physiologns, ihre 
siavische Quelle, ihre Heimath und Entstehungszeit. 

Der rumänische Physiologus, dessen Existenz kaum 
zu bezweifeln war, liegt erst seit kurzem in einer treff- 
lichen Ausgabe vor. Dieselbe ist i, J. 1887 u. d. T. 
»II Physiologus Rumeno, edito e illustrato« in Ascoli's 
Archivio Glottologico Italiano. VöL X p. 273—804 
von M. Gaster nach der einzigen späten Hs. vom Jahre 
1777 veranstaltet und von dem jüngst verunglückten 



— 157 - 

Pietro Merlo *) mit italienischer Uebersetzung versehen 
worden. Der rumänische Prosatext ist leider nicht 
ganz vollständig und weist vielfach verderbte Stellen 
auf, wo der Copist die alterthtLmlichen Wortformen 
seiner Vorlage oder Vorlagen nicht richtig gelesen hat 
Mit Sicherheit lassen sich zwei Vorlagen, obschon das 
erste Capitel im dritten geändert wiederkehrt, nicht 
anndimen, da im poetischen czechischen und im 
prosaischen serbischen Physiologus ebenfalls Thiere 
doppelt erscheinen. Ausser dem Phönix ist der Ele- 
jdiant (Pil) in den zwei zusammengehörigen Capiteln 
4 und 5 behandelt. Weiterhin erscheint der Greier 
(V^) zwei Mal. Der Herausgeber, welcher die Hs. 
treu wiedei^ebt und nur die auffallendsten Versehen 
berichtigt, hat bei einigen Capiteln ältere rumänische 
Quellen entdeckt und in den Varianten aufgeführt. 
Diese Zeugnisse älterer Zeit sind von Wichtigkeit, da 
sie auf die engere Heimath des rumänischen Physiologus 
hinzuführen scheinen. Das eine dieser Werke wird 
dem walachischen Salomo, dem Woiwoden Neagoe, zu- 
geschrieben, der 1517 zur Ehre Gk)tte8 und der heiligen 
Jungfrau die ELirche von Ai^es, eines der schönsten 
Baudenkmäler Bumäniens, wiederaufbauen liess. Da 
jedoch seine Autorschaft nicht weiter bezeugt ist, so 
wird der Verfasser des durch seine Anregung ent- 
standenen Werkes in einem Gheistiiohen des anstossenden 
Klosters, das heute im Verfall begriffen ist, gesucht 
werden müssen. Der rumänische Physiologus, der 



*) Merlo, der als Professor der vergleichenden Sprachkunde 
in Pavia th&tig war and zuletEt in den Rendioonti del R. Institute 
Lombardo Bd. 21 über die Wurseln und grammatischen Bildungen 
des Arischen schrieb, hat im Oktober lS$8 in einer Felsschlucht 
der lombardischen Alpen einen frühen Tod gefunden. 



— 158 — 

gleichsam die Brücke zwischen den abendländischen 
und morgenländischen Bearbeitungen bildet, ist von 
grösster Wichtigkeit, da er auf einer unbekannten, 
verschollenen slavischen Quelle beruht, die auf ein 
griechisch - byzantinisches Original zurückfUhrt. Die 
slavischen Namen einzelner Thiere und der vom Hauche 
des Orients durchwehte Inhalt verleihen dem ganzen 
Werke eine eigenartige Stellung in der Physiologus- 
literatur. 

Der Herausgeber des rumänischen Physiologus 
hat, da ein Einfluss des Abendlandes auf das Morgen- 
land hier ausgeschlossen ist, zur Vergleichung nur die 
orientalischen Bedactionen, nämlich Epiphanius hrsgb. 
von Migne, F. Hemmers „Aethiopische Uebersetzung", 
N. Land's »Anecdota Syriaca«, Pitra's >Spicilegium So- 
lesmensec und eine von St. Novakovic 1877 milgetheilte 
Probe des serbischen Physiologus zu Rathe gezogen. 
Nicht benutzt ist u. a. die seit 1879 vollständig im 
Druck vorliegende serbische Bearbeitung, die oben in der 
Einleitung zu Guillaume's Bestiaire nicht mit aufgeführt 
ist und weiter unten besprochen werden wird. Im Ver- 
gleich zu den meisten abendländischen Bearbeitungen 
ist der rumänische Physiologus, weil unvollständig, 
kürzer, indem er nur 25 Capitel enthält, in denen 
drei Thiere doppelt vorkommen; hierzu treten noch 
die Capitel 26 — 29, welche der Herausgeber aus andern 
Quellen hinzugefügt hat. Zur Vergleichung des Ru- 
mänischen mit den abendländischen Bearbeitungen des 
Physiologus möge hier eine kurze Inhaltsübersicht 
nebst Quellenangabe folgen. 

1 . Phönix und Adler. Der Phönix ist grösser 
als der Pfau; er hat, wie man sagt, kein Weibchen 
und lebt 500 Jahre; dann fliegt er gen Osten und, da 



— 159 — 

er weiss, dass er nach 500 Jahren sterben wird, bringt 
er Zimmt und Gewürznelken vom Berge Libanon (Hs. 
Savanului) mit, fliegt, nach Osten auf einen hohen Punkt 
und breitet seine Flügel auB. Dann entzünden ihn die 
Strahlen der Sonne und verbrennen ihn zu Asche ; aus 
dieser entsteht ein Wurm, der sich wieder zum Vogel 
Phönix gestaltet und nach Arabien fliegt. — Die Aus- 
legung fehlt hier, so dass der Text lückenhaft erscheint. 
Das Rumänische weicht hier von allen übrigen Versionen 
wesentlich ab. — Der Adler lebt 100 Jahr; dann wird 
er blind, und das Fliegen wird ihm schwer. Jetzt 
badet er sich in einer Quelle und fliegt in die Höhe, 
bis er von den Strahlen der Sonne entzündet ist. So- 
bald er die reine Quelle erblickt, wendet er sich um, 
taucht von neuem drei, Mal unter und wird wieder 
jung. — Vor der Auslegung steht als Bibelspruch 
Psahn 102, 5. Wie der Phönix im 3. Capitel wieder- 
kehrt, so der Adler im 7. Am meisten entspricht dem 
Rumänischen Pitra's griechische und Land's syrische 
Redaction, wie Gaster a. a. O. p* 290 — 291 nachweist. 

2. Pajar. Der Vogel Pajar liebt seine Jungen 
sehr und füttert sie gut; diese aber schlagen ihn mit 
den Flügeln ins Gesicht. Aus Zorn darüber tödtet 
er sie, nachher aber schmerzt es ihn, und er klagt 
drei Tage. Dann öffnet er seine Seite und belebt mit 
seinem Blute die Jungen wieder. In der Auslegung 
auf die Juden und Christus findet sich der Spruch 
1 Joh. 6, 55. — Die vorliegende Sage vom Pajar 
(ital. pigargo?) entspricht der vom Pelikan und kehrt 
im 14. Capitel etwas geändert beim Specht wieder. 
Dieselbe erinnert an Uran, Uranbad bei d'Herbelot, 
»Bibliothfeque Orientale« p. 915^. 

3. Phönix. Der Phönix ist der schönste aller 



— 160 — 

Vögel, schöner als der Pfau, der wie Gold und Silber 
aussieht, aber der Phönix glänzt wie ein Kaiser von 
kostbaren Steinen mit einer Krone auf dem Haupt 
und mit einer Fussbekleidung. Er nistet nahe der 
Stadt Eleopul (Heliopolis). Neun Jahre sitzt er ohne 
Nahrung auf den Cedem des Libanon und wird vom 
heiligen Geist ernährt. Nachdem er seine Fitigel mit 
Wohlgerüchen erfüllt, kommt er mit dem Priester von 
Eleopul in die Kirche und verbrennt sich auf dem 
Altar zu Asche. Am andern Tage findet der Priester 
einen jungen Phönix, der am dritten Tage wieder wie 
früher ist. Dann küsst ihn der Priester, und er kehrt 
an seinen Aufenthaltsort zurück. Die Auslegung wendet 
sich wie der Anfang des rumänischen Physiologus 
wieder an die, welche nicht an die Auferstehung Christi 
glauben. — Der ausführlichere Inhalt dieses Capitels 
weicht vom ersten ab; die meiste Uebereinstimmung 
zeigt die griechische Redaction. Die Zahl 9 beruht, 
wie Gaster p. 292 bemerkt, auf Verwechslung von 
if und y durch den Schreiber. 

4. Elephant (Pü), Wenn der im Gebirge ge- 
borene Elephant die Mandragora (manguruane *)) findet, 
so frisst er davon, wird brünstig und begattet sich. Das 
Kalb wirft er im Wasser, wo es bleibt, bis es auf den 
Füssen stehen kann. Da der Elephant ohne Gelenke 
in den Knieen ist, so geht er in das Gebirge, um sich 
an krumme Bäume zu lehnen und auszuruhen. Aber 
der Jäger, der seinen Ruheplatz kennt, sägt, lun den 
Elephanten lebendig zu fangen, den Baum so an, dass 



*) Nicht Meiran (lat nuyorana^ ital. maggiorama) ist zu ül^er- 
setaen, womit der Physiologus fortjfesetzt würde, da sonst nirgends 
davon die Rede ist, sondern manguruane ist aus mandragora verderbt 



— 161 — 

er mit dem sich daranlehnenden Thiere umstürzt. Die 
Auslegung fehlt hier, indem das folgende Capitel mit 
dem vierten unmittelbar zusammengehört 

5. Pil. Wenn der grosse Elephant hinfällt, so 
schreit er laut, bis ein andrer kommt, um ihn aufi&u- 
heben; dieser kann aber nicht, ebensowenig die andern 
zwölf. Der grosse Elephant bezeichnet Adam, der 
kleinere Moses, die zwölf übrigen die Apostel, die 
nicht wie Christus den Adam aus der Hölle befreien 
konnten. — Dass ein kleiner Elephant den grossen 
aufhebt, ist in der Erzählung nicht gesagt, geht jedoch 
aus dem Zusammenhang und aus Tobler's lat Beispiel- 
sammlung hervor. Die Angaben des Physiologus, dass 
der Elephant Beine ohne Gelenke hat, sich an Bäume 
lehnt, um auszuruhen und vom Jäger dadurch gefangen 
wird, dass dieser die Bäume ansägt, zeigen grosse 
üebereinstimmung mit Caesar's von Brehm ungenau 
übersetzten Berichten über die Elche im hercynischen 
Walde: Bellum Gallicum VI 27. Am meisten stimmt 
mit dem Inhalt des rumänischen Textes der serbische 
(Cap. 3) überein, wo beim Elephanten (slon) die Pflanze 
mandogar (Gaster schreibt falsch mandarar) erwähnt 
wird. Die Form Pil ist nach d'Herbelot's »Bibliotheque 
Orientale« altpersiseh, entsprechend arabisch Fil. 

6. Hirsch. Der Hirsch lebt 50 Jahre; dann 
sucht er Schlangen auf, beschnüffelt sie drei Mal und 
verschluckt sie; nachdem er Wasser getrunken, lebt 
er wieder 50 Jahre. — Eigenthümlich ist hier in dem 
nicht ganz klaren Text die Deutung der Erneuerung 
auf die Taufe, Beichte und Busse; die Lebensquelle 
ist die Lehre der heil. Schrift; das Wasser ist das 
Wasser des Lebens, das Abendmahl. Als Bibelspruch 
findet sich Psalm 41, 2. Ziemlich nahe steht Epiphanius 

Reinscb, Le Bestiaire. 11 



— 162 — 

Cap. V. Mehr Uebereinstimmung zeigt der serbische 
Physiologus Cap. 13. 

7. Adler. Der Adler lebt 100 Jahre; dann 
wächst ihm der Schnabel so, dass er nicht mehr jagen 
und fressen kann, und er erblindet. Nachdem er in 
die Höhe geflogen, stürzt er sich von einem Felsen, 
an dem sein Schnabel zerbricht. Jetzt badet er sich 
in einem reinen See und fliegt zur Sonne, von deren 
Gluth ihm die Federn ausfallen; so wird er wieder 
jung. Die Deutung auf den Sünder enthält den 
Spruch Hieb 9, 30. Die Darstellung weicht hier im 
Einzelnen vom Cap. 1 ab. Auch das Griechische und 
Serbischö Cap. 4 zeigt nur theilweise Uebereinstimmung. 

8. Aspida. Das Männchen der Natter lebt im 
Osten, das Weibchen im Westen. Zur Paarungszeit 
kommen beide zusammen, um sich zu begatten. Das 
Weibchen frisst den Kopf des Männchens, wird trächtig 
und wirft zwei Junge, die, kaum geboren, ihre Mutter 
auffressen. Sobald sie gross geworden sind, leben sie 
ebenfalls getrennt im Osten und Westen. Diese Er- 
zählimg ist ziemlich übereinstimmend nur im serbischen 
Physiologus Cap. 14 nachweisbar. In einer griechischen 
Redaction des Physiologus muss, wie aus dem folgenden 
Abschnitt erhellt, von Äspidogorgon, der stärksten der 
sich auffressenden Aspides ^ einer Sage egyptischen 
Ursprungs die Rede gewesen sein. 

9. Gorgonia. Die Oorgonia ist ein entsetzlicher 
mörderischer Vogel, der aussieht wie eine üppige Frau ; 
sein Schopf ist wie beim Drachen, sein Blick ist tödt- 
lich. In den Meeresstrudeln im Westen lebend singt 
sie und spricht mit Menschen und Thieren, deren 
Sprache sie versteht, und die sie wie eine Fee ver- 
zaubert. Wer sie sieht und hört, stirbt. Auch die 



— 163 — 

Sternkunde versteht sie. Ihre Brunstzeit dauert einen 
Tag. Der Jäger jagt sie, indem er ein Loch gräbt, 
in welchem er sich verbirgt, um nicht durch ihren 
Blick getödtet zu werden. Mit ihr sprechend schlägt 
er ihr, ohne sie anzublicken, den Kopf ab. Menschen 
oder Thiere werden durch dessen Anblick versteinert 
Die antike Legende von der Medusa (Qorgo) und 
dem Medusenhaupt ist hier verschmolzen mit der Sage 
von den Sirenen. Die Verzauberung der Thiere ist 
«ine Reminiscenz an die Circe, die die Gefährten des 
Odysseus verwandelte. In dem Aufsatz von 0. Mailand 
über mythische Wesen im rumänischen Volksglauben: 
^Ausland« 1887 No. 52 p. 1021—1023 fehlt die Oorgo. 
Berger de Xivrey, »Traditions t^ratologiques« p. 135 
führt im Liber de monstris et belluis eine Stelle aus 
Athenaeus an, wonach die Nomaden in Libyen ein 
Thier gorgone nannten, das einem wilden Schafe oder 
Kalbe gleiche, durch seinen giftigen Athem tödte und 
eine von der Stirn über die Augen herabhängende 
Art Mähne habe, die es schwer schütteln und bewegen 
könne; wer es ansehe, den tödte es sofort. Nach G. 
Paris in der »Histoire littöraire de la France« Bd. 30 
p. 140 erscheint die Medusensage in Stricker's Gedicht 
Daniel und in einer Prosafortsetzung des Roman von 
Merlin. Vgl. »Gesta Romanorum«, hrsgb. von Oesterley. 
Berlin 1872, p. 626. Gaster, der in den Varianten 
die Legende vom Basilisken beigefügt hat, weist als 
dem Rumänischen allein entsprechend von den orienta- 
lischen Versionen Pitra p. 369 Cap. LIII nach : Ttegl r^g 
roQy6vr,g. 

10. Bison (Zambru). Der Bison ist das mächtigste 
aller Thiere; seine Stirn ist stärker als die der übrigen 
Thiere, von denen keines ihn überwältigen kann. Bleibt 

11* 



— 164 — 

er an einem Baum hängen, so schüttelt er mit den 
Hörnern, Wenn er auch am Wasser steht, so erträgt 
er den Durst, und er schnüffelt immer an der Erde» 
Trinkt er dann vom Wasser, so berauscht er sich und 
wird lustig und bückt sich zur Erde wie ein Ochs» 
Stösst er auf ästige Baumstämme, wenn er lustig ist, 
so verwickelt er sich mit Kopf und Hörnern in den 
Zweigen. Dann kommt der Jäger und tödtet ihn. 
Dies Thier, mit dem die Sage den Ur (Auerochs) 
meint, wird auf den Menschen gedeutet; die Homer 
sind das Kreuz und Gesetz, der Jäger ist der TeufeL 
Aus der Bibel findet sich hier der Spruch Psalm 43, 6. 
Der naturhistorische Theil stimmt hier zum Serbischen, 
wo in Cap. 2 das Thier Zoubar heisst Vincentius 
Bellov. »Specul. bist« XIX Cap. 125 (De Zubrone) be- 
ruft sich auf den Liber de nat. rerum. Dem Ur (ovQog) 
bei Epiphanius entspricht bei Pitra vdgMip, der im 
Rumänischen im folgenden Abschnitt behandelt ist 
Auch die Sage vom Antholops (Aptalos) stimmt theil- 
weise mit der vorstehenden überein. 

11. Edrop, Der Edrop im Meere gleicht halb 
einem Pferd, halb einem Fisch ; wie ein Halbgott durch- 
schwimmt er das Meer. Jedes Jahr zieht er mit allen 
übrigen Fischen zu einem Goldfisch, der immer an 
einer Stelle weilt, um ihm wie einem Kaiser zu huldigen* 
Von dort kehren alle Fische einzeln zurück. Den 
Männchen folgen die Weibchen, die nach deren Rogen 
schnappen, um ihn zu verschlingen; so vermehren sie 
sich. Der Endrop bedeutet die Kirchenlehrer, die 
Fische sind die Menschen, der Goldfisch ist das christ- 
liche Gesetz. Aus der Bibel ist der Spruch Lukas 12, 4 
eingefiigt. Im Griechischen fehlt dieser Abschnitt ganz; 
nur im serbischen Physiologus Cap. 9 findet sich diese 



— los- 
sage vom Edrop wieder, der dort Endrop heisst, eine 
Form^ die Miklosich im Lexicon palaeoslovenico-graeco- 
latinuin p. 250 auf vdqfotp zortickfUhrt. Im armeaischen 
Phyidologus hat Cap. 11 die üeberschrift: De htfdrippo» 

12. Vip. Der Vip (G«ier) ist sebr listig, und 
wenn er nichts su fressen findet, «o &stet er 40 Tage ; 
£ndet er jedoch Nahrung, so firisst er so viel als er in 
40 Tagen gefastet. Die Deutung auf den gefrässigen 
Menschen enthält keinen Spruch. Dem Griechischen 
yv^ bei Epiphanius und Pitra Cap. 20 qniaig II ent- 
sprechend kann mit dem rumänischen vfp nur der 
Oeier gemeint sein. Nach Gaster fehlt diese Er- 
zählung in allen übrigen Versionen; dieselbe findet 
sich jedoch wieder im serbischen Physiologus Cap. 11 
(süup und vip). 

13. Vip. Der V^ stdit auf einem Felsen un- 
beweglich und blickt g^en Mittag, Bemerkt er irgend- 
wo Aas und werden die Krallen vom Blute warm 
(Pitra Cap. 20 : ßaTtrerat nvv^. 6 rov nodog d«|ioS), so 
schnellt er in die Höhe, weshalb er Vip heisst. Am 
Kopf hat er eine Feder, die ihn zum Aas leitet. Die 
Deutung auf den Menschen enthält keinen Spruch. 
Diese Erzählung, der nach Gaster bei Pitra Cap, XIJTT 
(do^xwv) nur theilweise nahesteht, der jedoch Cap« XX 
<ptaig III besser entspricht, ist nur im serbischen Phy- 
siologus Cap. 11 in ziemlich gleicher Fassung nach- 
weisbar. 

14. S'p e cht (Ghionoiea). Das Weibchen des Spechts 
liebt die Jungen so sehr, dass es dieselben aus grosser 
Liebe tödtet; aber der Specht belebt sie wieder durch 
sein Blut. (Der Text enthält hier eine Lücke.) Der 
Specht fliegt von einem Baum zum andern, höhlt das 
Holz aus und horcht. Findet er das Holz hart und 



— 166 — 

gesund, fliegt er fort; findet er es morsch und hohl^ 
höhlt er es ganz aus, baut sein Nest hinein und brütet 
In gleicher Weise nimmt der Teufel in den Schwachen 
Wohnung. Die keine Auslegung enthaltende Erzählung^ 
von der zu grossen Liebe des Spechts zu den Jungen 
bezieht sich auf die Sage vom Pelikan (Pajar in Cap. 11)^ 
Nach dem Griechischen bei Epiphanius wird das Nest 
von beiden Spechten abwechselnd bewacht Im AU- 
gemeinen stimmt dieser Abschnitt zu Epiphanius Cap. 24 
(d€vdQoyL6Xt0ifj)j zu Pitra Cap. 48 (JeydQOii6Xaq>og) und 
zum serbischen Physiologus Cap. 6. Die Darstellung^ 
des Pierre, der sich auf den Physiologus beruft r 
Cahier, »M^langes« 11 160, weicht hier ab. 

15. Taube. Die Taube, der sanfteste aller Vögel,. 
— eine Angabe, die nochmals wiederholt wird — fliegt 
immer in Schwärmen, um dem Falken zu entgehen^ 
Dieselbe kann nicht an einem unreinen Orte leben. 
Das Kömchen, das sie fressen will, verschlingt sie 
nicht gleich, sondern sieht erst, ob der Habicht sich 
nicht auf sie stürzen will. Letztere Bemerkung fehlt 
in den Quellen, während der Anfang mit dem Griechi- 
schen bei Pitra Cap. 41 und mit dem Serbischen Cap. 8- 
Uebereinstimmung zeigt Die Deutung auf den Men- 
schen , der sich vor dem Teufel hütet und auf den,, 
der Reinheit liebt, enthält keine Bibelsprüche. 

16. Pfau. Der Pfau glänzt wie Gold und Silber 
und ist stolz auf seine Schönheit. Will er ein Rad 
schlagen, so bückt er sich und blickt zu Boden. Der 
Deutung auf den Menschen, der nicht auf seinen Reich- 
thnm stolz sein, sondern sich erinnern soll, dass er 
von Erde ist und zur Erde zurückkehren wird, folgt 
eine Lücke. Die andere Angabe, dass der Pfau sich 
seiner Schönheit freut, wenn er aber auf seine Füsse 



- 167 — 

blickt, sich wundert, dass sie nicht wie sein übriger 
Körper sind, bietet in der Deutung auf den Menschen 
den nicht ganz übereinstimmenden Spruch Psalm 185, 
23 oder Colosser 3, 12. Beiden Theilen entspricht bei 
Pitra Cap. 51 und im Serbischen Cap. 24. Bei Cahier, 
»M^langes« 11 161 ist die Darstellung abweichend; 
Pierre beruft sich u. a. auf den Physiologus, indem 
er sagt, dass der Pfau, wenn er Nachts schläft, plötz- 
lich aufwacht und schreit, weil er glaubt, dass er seine 
Schönheil verloren. Letztere Bemerkung stimmt zu 
Vincentius Bellovacensis , »Specul.« lib. 16 Cap. 122, 
wo als Quelle der Liber de nat rerum citirt wird. 
Bartholomaeus Anglicus in seinem Liber de proprie- 
tatibus rerum sagt treffend nach dem Ausspruch eines 
quidam, der Pfau habe »vocem daemonis, caput serpentis, 
passum latronisc. 

17. Storch. Der Storch liebt seine Brut und 
seine Eltern sehr; seine Jungen lässt er nie im Nest 
allein, sondern, wenn er fortfliegt, bleibt die Störchin 
zurück und wärmt dieselben. Die Deutung auf Christus 
enthält keinen Spruch. Diese Erzählung ist nach 
Gaster nicht nachweisbar, indem bei N. Land nur die 
zweite Hälfte des Abschnittes über comix Aehnlichkeit 
zeigt. Der bei Basilius genannte Vogel ossifraga (Fisch- 
adler), der die vom Adler verlassenen Jungen annimmt, 
heisst bei Ambrosius ^»Hexaem.« lib. V Cap. 18 ed. 
Migne, >Patrolog.« XIV col. 232 (prjvri = fülica. Obige 
Angaben über die Liebe zu den Jungen und die Ab- 
wechslung zwischen Männchen und Weibchen im Nest 
linden sich bei Pitra p. 368 Cap. 50 {nelioQyog). Im 
Serbischen bietet auch das nächste Capitel nichts Ent- 
sprechendes. 

18. Storch. Wenn die Störche alt werden, fallen 



— 168 — 

ihnen die Federn aus, so dass sie nicht mehr fliegen 
und Nahrung suchen können. Ihre Jungen jedoob 
schützen sie mit ihren Flügeln, Wärmen und föttem 
sie, bis die Federn wieder wachsen. Ebenso soll der 
Mensch seine Eltern ehren. Diese Ehrsählung wird in 
andern Versionen vom Wiedehopf, nicht vom Storch 
berichtet, so bei Pitra Cap, 10 («Woi/^), bei Guillaume 
V. 821—870 und im Serbischen Oap. 7 

19. Kranich. Die Kraniche haben eine laute 
Stimme. Abends, wenn sie sich versammeln, stellt 
sich einer als Wachtposten auf; derselbe nimmt einen 
Stein und hält ihn mit einem Fuss, während er auf 
einem Bein steht, um nicht einzuschlafen. Schlummert 
er nun ein, so fällt der Stein aus der Kralle, und sein 
Geschrei weckt die andern Kraniche auf, damit sie 
sich vor dem Jäger hüten. Ebenso soll der Mensch 
den Ruf der Kirche, die Glocke hören und vom Schlafe 
des Todes erwachen. Ausser bei N. Land finden sich 
ziemlich gleiche Angaben bei Cahier, »M^langes« H 
142; Bochart, ^^Hierozoiconc II, 1, 2 und II 620— 626; 
Bartholomaeus Anglicus, »De propriet. rer.« lib. XII 
Cap. 15; Vincentius Bellovacensis, »Specul.« Hb. XVI 
Cap. 91—92, und im serbischen Physiologus Cap. 21. 

20. Seeigel. Der Seeigel ist ein grosser Fisch, 
der nur Stacheln hat wie ein Stachelschwein ; stets ruht 
er an einem und demselben Ort. Bei Wellenbewegung 
im Meere bedeckt er sich mit Steinen, um nicht vom 
Wasser auf das Trockene geworfen zu werden. Ebenso 
sollen dem Menschen im Unglück seine Freunde mit 
Gottes Hülfe beistehen. Dem Abschnitt bei N. Land 
Cap. 79 (echinus) entspricht Ambrosius, »Hexaem.« V 
Cap. 9 p. 216, auf den sich die Gesta Romanorum ed. 
Oesterley p. 666 berufen. Vgl. Cahier, »Mölanges« IV 



— 169 — 

74 (essmus). Im serbischen Physiologoft ist mit hinen 
in Cap. 19 echmus gemeint^ doch reicht der Inhalt ab. 

21. Schlange. Die Schlange ist das grausamste 
giftige Thier und Feindin des Mensehen. Die Au»- 
legang hierzu fehlt Will die Schlange Wasser trinken, 
80 speit sie ihr Gift gegen ennen Felsen, um nicht 
Jemand zu vergiften. Sobald sie Wasser getrunken, 
saugt sie ihr Gift wieder ein. Ebenso soll der Mensch 
gegen Mitmenschen Keid und Groll ablegen, bevor er 
in die Kirche geht, um nicht den heilig^i Geist zu 
erzürnen. Die Schlange flieht vor dem Menschen, der 
sie vertilgt; sie schtitzt alsdann ihren Kopf, so dass 
nur ihr Leib vernichtet wird, weil, wenn dw Kopf 
allein unversehrt bleibt, der Körper wieder heilt. 
Ebenso verliert der Mensch die reine Seele nicht, 
wenn der ganze !^örper wund ist. Zu den von Gaster 
nachgewiesenen Quellen, von denen bei Pitra p. 348 
Cap. 13 COg>i'g) am meisten stimmt, tritt Cap. 22 des 
serbischen Physiologus. Vgl. die Physiologusfragmente 
aus Ansileubus bei Pitra, >Spicileg.« III p. 419. 

22. Ochs. Der Ochs ist ein dem Menschen 
nützliches Thier. Sieht derselbe auf der Erde das 
Blut eines andern Ochsen, so beschnuppert er es, seufzt 
tief und lobt Gott, dass er ihn wird wieder zur Erde 
zurückkehren lassen. Ebenso soll der Mensch den 
todten Freund, wenn nicht laut, so still im Herzen 
beklagen. Der schon im vorhergehenden Abschnitt 
erörterte Gedanke in der Auslegung, nicht neidisch zu 
sein gegen Freunde, um nicht die Seele zu verlieren, 
kehrt auch im serbischen Physiologus Cap. 28 wieder, 
der mehr üebereinstinmiung bietet als die von Gaster 
genannte syrische Version. 

23. Nashorn. Das Nashorn (Inorod) ist ein 



— 170 — 

mächtiges grosses Thier, das ein Hörn über der Schnauze 
hat und mit der Zunge das Gras abweidet Andere 
Thiere durchbohrt es mit dem Hörne, kleinere schleudert 
es mit diesem empor und tödtet sie. Sein Fett^ bildet 
seine Nahrung, Wie dies Thier sich nicht um Futter 
kümmert und doch lebt, indem es täglich drei Mal 
nach Osten blickt und Gott dankt fbr die Nahrung, 
so soll der Mensch Gott für alles Gute danken und 
sich demüthigen. Diese Erzählung vom Rhinoceros 
weist auf eine unbekannte orientalische Quelle. 

24. Greif, Der Greif ist der grösste der Vögel; 
er lebt im Lande Avial im Flusse Achean (Ocean). 
Geht die Sonne aus dem Meere auf und verbreitet 
sie ihre Strahlen, so breitet der Greif seine Flügel aus, 
um dieselben damit aufzunehmen. Dann kommt ein 
anderer Greif, und beide rufen den Spender des Lichtes 
an , und der Erzengel Michael wie die Mutter Gottes 
bitten Gott um Frieden fttr die Christen. So soll der 
Mensch erkennen, von wem ihm das Leben gegeben 
und Gott allezeit danken. Die vorstehende Erzählung 
schliesst sich sehr eng an das Griechische bei Pitra 
Cap. 42 an, nur ist dort als Aufenthaltsort des Greifen 
angegeben: iv eoiif yy elg tov Xifiiva %ov wxBapo€ 
n&capiov. Einen Beleg aus dem 18. Jahrh. weist Gaster 
aus einem Bukarester Mischcodex in einem Dialog nach, 
den er mit dem rumänischen Lucidarius behandeln 
will. Nach Pierre's Beschreibung bei Cahier, »Mäanges« 
n 226 sind die Greifen Vögel in den Wüsten Indiens, 
welche mit einem lebendigen Ochsen bis zu ihren 
Jungen fli^en können. Bei Bartholomaeus Anglicus 
erscheinen die Greifen ein Mal als Vögel, dann als 
Vierfüssler, die die Berge bewachen, wo sich die kost- 
baren Steine Smaragd und Jaspis befinden. Vgl. Vin- 



— 171 — 

centius Bellovacensis, »Specul. bist.« IV 37, Bergerde 
Xivrey, »Traditions töratologiques« p. 485^-490 und 
Hugo von St Victor ed. Migne Bd. 177 p. 84, 

25. Frösche. Der Wasserfrosch sucht, wenn 
das Wasser vertrocknet, einen grösseren Weiher auf; 
der Landfrosch dagegen bleibt, wenn Trockenheit 
herrscht, an seinem Aufenthaltsorte und bittet Oott 
um Regen. So soll der Gottesmann, wenn im Kloster 
Speisen und Getränke fehlen, nicht nach einem andern 
Kloster fliehen, um seinen Bauch, die Speise der 
Würmer, zu füllen, sondern Kummer und Noth er- 
tragen und Gott um das Nöthige bitten. Diese Er- 
zählung, die Pitra Cap. 38 {BatQaxog) entspricht, ist 
in engster Uebereinstimmung im Serbischen Cap. 27 
nachweisbar. Vgl. den Artikel Rana bei Bartholemaeus 
Anglicus, »De proprietatibus rerum« lib. XVIII Cap. 89. 

Die hier noch folgenden Capitel hat Gaster' aus 
einem slavisch-rumänischen Wörterbuch in einer Buka- 
rester Hs. von 1673 und älteren rumänischen Be- 
arbeitungen des Physiologus entnommen. 

26. Krokodil. Das Krokodi), das dem Kameel 
gleicht, lebt im Wasser, und wenn res einen Menschen 
überwältigt, frisst es ihn ganehUnd betrauert ihn drei 
Tage. Gregorius vergleicht diese Thiere mit den jäh- 
zornigen Menschen, die über ihre That Reue empfinden. 
Gaster hat keine Belegstelle für diese Erzählung ge- 
funden, welche in die Volkssage gedrungen ist. VgL 
Guillaume's Bestiaire V. 1643—1728. Dem liber ex- 
perimentatoris zu Folge, einem naturhistorischen Werke 
aus dem Anfange des 13. Jahrh., von dem noch keine 
Hs. bekannt ist, trauert das Krokodil um den Menschen, 
den es frisst Die Sage ist zum Gegenstand einer 
besondern -Abhandlung von Nicol. Brand, »Croco- 



- 172 — 

düus lacrymans« geworden, welche erschienen ist in 
Jena 1733. 

27. Luchs. Der Luchs (Lüfvan} hat ein so 
«charfes Gesicht, dass er durch die Wände sehen kann. 

Vincentius Bellov. XV Cap-. 91 und XIX Cap. 78 
(lyna^ beruft sich bei der Angabe, dass der Luchs mit 
seinem Blick feste Körper durchschaue, auf einen 
Alexander und fügt die besondere Bemerkung bei, 
dass der Luchs mit seinem schlugen Blick angeblich 
durch neun Wände sehen könne. Nach dem Ehicidari 
kann das Glasauge, ein kleiner Vogel, durdi die Wand 
sehen. 

28. Salamander. Der Salamander ist der 
Eidechse sehr ähnlich und so kalt, dass er Feuer frisst 
und die Flammen auslöscht. 

Ueber die von einander abweichenden Ansichten 
orientalischer Schriftsteller vom Salamander als Vogel, 
als marderähnliches Thier oder als Beptii vgl. d'Her- 
belot, »Bibliothique Orientale«. Paris 1697, p. 750. 

29. S t r a u s s (Qripsor). Der Strauss (^aiocami^ 
ist ein grosser Vogel, der klüger ist als alle andern 
Vögel, Wenn er seine Eier ausbrtlten will, setzt er sich 
nicht wie die andern Vögel darauf, sondern legt sie in 
das Wasser, bewacht sie scharf und sieht immer danach 
Tag und Nacht, bis sie offen sind. Wendet er sein 
Auge weg, so sieht er die aspida, die wie eine Schlange 
aussieht; merkt diese, dass der Strauss seine Eier be- 
wacht, so wartet sie, bis er den Blick wegwendet, dann 
haucht sie über die Eäer und vernichtet sie ganz. Die 
Form gripsor ist entstellt aus dem hebräischen iäppot, 
und gemeint ist der sagenhafte Vogel, der Eisen, 
Nagel und glühende Kohlen verschlingt und alles in 
seinem Magen verdaut ; derselbe heisst ojQOv^onafjirjXog 



- 173 — 

bei Pitra Cap. 49. Nach Bochart, »Hierozo'iconc Ö 
723 führt Festus als Volksnamen des pctsser marinus 
an 8iruikio€(Hnelus. Vincentius Bellov. XVI 138 be- 
richtet^ dass d^r Strauss Eisen frisst und seine Eier 
im Sande durch den Blick ausbrütet; den strufhio- 
camelus bezeichnet er als eine Straussenart. Nach 
Pierre bei Cahier, »M^langes« IV 85/86 ist es ein 
namenloser indischer Vogel von grosser Schönheit, der 
seine Eier im Meere (mer dorenoise) legt. Dem Ru- 
mänischen entspricht am genauesten das Cap. 12 des 
serbischen Physiologus, wo der Vogel Sirkokamü heisst 
Auch in einem altrussiscben Physiologusfragment zu 
St. Petersburg begegnet derselbe. Vgl. im armenischen 
Physiologus Cap. 33 (De ave Zerahav). 

30. Turteltaube. Stirbt das Männchen der 
Turteltaube y so weint sie bitterlich, setzt sich nicht 
mehr auf einen grünen Baum, und wenn sie Wasser 
trinken will, trübt sie es erst mit den Füssen; denn 
ihr Herz ist nicht mehr froh. 

Diese Sage von der Turteltaube, die Gaster auch 
in der rumänischen Volkspoesie nachweist, entspricht 
in vorstehender Fassung weniger dem griechischen 
Physiologus bei Pitra Cap. 30 (T^vyiiv), wo die Zu- 
rückgezogenheit der Turteltaube vom Schwärme der 
Männchen und ihre treue bis ans Lebensende dauernde 
Liebe (fiovoyafiia) gepriesen wird) als vielmehr dem 
Cap. 5 des serbischen. 

Obschon der rumänische Physiologus mehr nach 
einem slavischen als nach einem griechischen Vorbild 
in Prosa gearbeitet zu sein scheint, so ist doch die 
Möglichkeit nicht ausgeschlossen, dass eine dem czechi- 
schen Physiologus ähnliche Dichtung, in der ebenfalls 
einzelne Thiere doppelt behandelt waren, vorgelegen 



— 174 — 

hat. Jedenfalls bleibt den Orientalisten die angenehme 
Aufgabe übrig, diese und zahlreiche andere Fragen 
über die Schicksale des Physiologus im Orient zu er- 
örtern und weitere Nachforschungen nach älteren 
Handschriften anzustellen. 



B. Der serbische Physiologus. 

Jünger als die czechische oben genannte Physio- 
logusdichtung, die 71 Thiere in alphabetischer Reihen- 
folge behandelt, ist die serbische Prosabearbeitung des 
das Gepräge eines biblischen Buches tragenden Physio- 
logus. Nachdem zuerst V. Jagic Mittheilungen über 
dieselbe gemacht hatte, welche von St Novakovic in 
seinen »Primeri knjiSevnosti i jezika staroga i srpsko- 
slovenskoga«. Belgrad 1877 wiederholt wurden, liegt 
seit 1879 in Bd. XI der »Starine« p. 181—203 eine 
Ausgabe des ganzen Werkes nach der Agramer Hs. 
vor; zu derselben hat der Herausgeber, St. Novakovic, 
eine Einleitung über die gesammte Physiologusliteratur 
und zum Text Anmerkungen hinzugefügt. Besonders 
benutzt ist die von dem Russen Kotlarevski kritisirte 
Abhandlung von Kressner in Herrig's Archiv Bd. 55; 
nur genannt ist ein von Matthaei in Moskau 1811 er- 
schienenes griechisches Werk über 53 Thiere, das 
schon Pitra, »Spicilegium Solesmense«. Paris 1855, 
III p. LH erwähnt, während N. Land's »Otia Syriacac 
u. a. fehlen. 

Die andere serbisch-bulgarische Hs, weist Miklosich, 
welchem H. Barb daraus Mittheilungen machte, im 
»Lexicon palaeo - slovenico - graeco - latinum« . Wien 
1865/68, p. XV dem 16. Jahrh. zu. Dieselbe gehört 
jetzt der Universitätsbibliothek in Wien (Ms. I, 120); 



— 175 — 

der Physiologus steht Fol. 13 — 28; die 20 rothen Ueber- 
schriften sind theilweise verwischt; der Zcuhar folgt 
hier nach dem Elephanten. Bei Slon sind zwei Ueber- 
schriftien, dann folgt nach dem nächsten Capitel das 
Einhorn, weiter Endrop, Adler, Soup und Fijp, SMco- 
Jcamil, Hirsch, Wolf, Fuchs, Aspida, Kranich, Specht, 
Pfau, Frosch, Schwalbe, Biene. In der üeberschrift zu 
der „Rede über die gehenden und fliegenden Thiere" 
wird den „Brüdern" gemeldet, dass der Erzengel üril*) 
dem Theologen Johannes das Folgende geweissagt 
habe. Das Ganze enthält 28 Thiere mit Ueberschriften 
ohne Capiteleintheilung. Eine gedrängte Inhaltsüber- 
sicht möge hier zur Vergleichung folgen. 

1. Löwe. Der Lowe, der König der Thiere, 
gebiert sein Junges todt, das er durch seinen Hauch 
wieder belebt. Wenn er schläft, blickt er nach sieben 
Seiten, um nicht vom Jäger gefangen zu werden. 
Wenn der Löwe einen Menschen sieht, frisst er den 
Kopf nicht, sondern begräbt ihn. Die Auslegung der 
drei Naturen des Löwen bietet nichts von andern Be- 
arbeitungen des Physiologus wesentlich Abweichendes. 

2. Zoubar. Der Auerochs verwickelt sich, wenn 
er Wasser getrunken und sich berauscht hat, mit seinen 
Hörnern in den Zweigen und wird vom Jäger gefangen. 
Vgl. den übereinstimmenden Abschnitt des rumänischen 
Physiologus. 

3. Elephant. Der Elephant (slan) lehnt sich, 
um auszuruhen, an krumme Bäume ; da er nicht wieder 
aufstehen kann, so fängt ihn der Jäger, wenn er mit 
dem angesägten Baume umfällt. Frisst der Elephant 
und die Elephantin von der Alraunwurzel (mandogar), 



*) Hiermit ist gemeint Urihel {OiQirik) = Ariel. 



— 176 — 

so werden sie brünfitig und paaren sich ; ebenso Adam 
und Eva. Ist ein Elephant umgefallen^ und kann ihm 
«in anderer nicht auf helfen, so kommt einer nach dem 
andern herbei, bis vier, dann zwölf kommen. Diese be- 
deuten Adam, Moses, die vier Evangelisten, die zwölf 
Apostel und Christus. Wenn die Elephantin ein Junges 
werfen will, so geht sie in das Wasser; dieses misst 
sie ab und hebt das Junge mit dem Rüssel empor. 

4. Adler. Der Adler, der König der Vögel, lebt 
100 Jahre; wenn er dann alt und blind ist, fliegt er 
in die Höhe, badet sich im Schlamm (?), stürzt sich gegen 
einen Stein, wo er acht Tage sitzen bleibt; dann ver- 
liert er die Blindheit, badet sieh drei Mal und wird, 
gegen die Sonne fliegend, wieder gesund. Das Alter 
sind die Sünden des Menschen, der Stein ist die Kirche^ 
die Sonne das Kirchengebet, die Höhe das Fasten^ 
und der Schlamm bedeutet die Gebote des geistlichen 
Vaters. 

5. Turteltaube. Die Turteltaube liebt das. 
Männchen und dessen Gemeinschaft sehr; stirbt da» 
Männchen, so trinkt das Weibchen nur unreines. 
Wasser, singt nicht und setzt sich auf keinen grünen 
Baum, und umgekehrt So soll ein Mann, wenn ihm 
die Gtittin stirbt, zu Gott beten. 

6. Specht. Wenn der Specht einen hohlen 
Baum findet, so baut er in diesen sein Nest; findet er 
einen Baum mit hartem Holz, so fliegt er davon» 
Ebenso flieht der Teufel den Gläubigen. 

7. Wiedehopf. Wenn die Wiedehopfe alt 
werden, bringen ihnen ihre Jungen Futter in das 
Nest So soll der Mensch seinen Eltern Gutes er- 
weisen. 

8. Taube. Die Taube ist ein sehr empfindsames 



— 177 — 

Thier; im Schwärm sucht sie sich vor dem Geier zu 
schützen, indem sie an ihn denkt So soll der Mensch 
hei seinen Handlungen an den Teufel denken. 

9. Endrop. Der Endrop ist der Führer aller 
Fische und schwimmt im Wasser am Boden; oben 
wie ein Fisch gestaltet ^ hat er eine Mähne wie ein 
Pferd. An einer Stelle im Meere ist ein kleiner Fisch, 
der Kaiser der Fische; diesem huldigt der Endrop 
zwei Mal im Jahre, wobei ihm alle grossen und kleinen 
Fische in aller Ehrfurcht folgen. So soll der Mensch 
an Gott denken. 

10. Einhorn. Das Einhorn ist ein starkes Thier 
und hat ein Hom an der Stirn; frisst es, so streckt 
es die Zunge seitwärts; greift es ein Thier an, so 
spiesst es dieses mit dem Hom auf; drei Mal täglich 
huldigt es Gott. Der McDsch soll sehen, wie dies Thier 
ist, an Gott denken und die Armen nicht vergessen. — 
Der Text ist hier ziemlich dunkel. Im syrischen 
Physiologus bei Land p. 147 heisst es vom Einhorn, 
dass dasselbe von den Jägern gefangen wird, indem 
sie eine keusche und reine Jungfrau holen; sowie 
das Thier diese erblickt, geht es zu ihr und stürzt 
sich auf sie; dann reicht das Mädchen ihm die Brust, 
und das Thier beginnt daran zu saugen und sich ver- 
traulich zu zeigen. Darauf streckt das Mädchen die 
Hand aus, um das Hom inmitten des Kopfes zu er- 
greifen. 

11. Soup (Geier) und Vip. Der soup und 
vip — der Herausgeber theilt nicht richtig ab drüugo- 
vip — haben dasselbe Gesetz. Wenn das Weibchen 
Eier legen will, kann es nicht eher legen, als bis ditö 
Männchen einen Stein herbeibringt. Hat er nichts 
zu fressen, so fastet er 40 Tage; dann frisst er aber 

Reinsch, Le Bestiaire. 12 



— 178 — 

so viel, als er in 40 Tagen hätte fressen können. Der- 
selbe hat eine Feder auf dem Kopfe, welche in der 
Nacht leuchtet; zeigt sich Blut an den Krallen, so 
leitet dieses zum Aas. Vgl. das Rumänische Cap. 12 
und 13; Epiphanius Cap. YII ed. Migne p. 524. Bei 
Pitra, »Spicilegium Solesmense« III p. 352 wird aus- 
führlicher über den yvip eyxvog und den Xl&og evroxiog 
berichtet. 

12. Sirkokamil. Wenn der Sirhohatnü ein Ei im 
Wasser legt, sitzt er dabei, indem er fortwährend auf 
dasselbe blickt; wendet er aber das Auge ab, so ver- 
dirbt das Junge im Ei. Im Schlaf hat er immer ein 
Auge offen. Ein 50 Ellen langes Thier lauert, bis 
der StrJcohamü das Auge abwendet; dann haucht es 
das Ei an. Ebenso macht der Teufel die guten Thaten 
des Menschen zu nichte. 

13. Hirsch. Der Hirsch wird 50 Jahre alt; 
dann sucht er eine Schlange auf und frisst sie; nun 
geht er zum Wasser, sonnt sich und wird wieder jung. 
Ebenso wird der Mensch jung durch die Gnade Grottes. 

14. Aspida. Das Weibchen (Aspis) liegt im 
Westen, das Männchen im Osten. Wollen sich beide 
paaren, so geht das Männchen vom Osten zum Weib- 
chen und umgekehrt, und das eine lässt Schaum auf 
das Nest des andern fliessen; in dem Schaum werden 
die Jungen geboren. Diese lieben das alte Männchen 
und zerkratzen ihm den Kopf, der anschwillt; so stirbt 
es. Der Jäger, der die Aspis fangen will, verbirgt sich 
im grttnen Grase, das er mit Essig begiesst, nimmt 
seinen langen Stab und ruft laut. Die Aspis aber 
sprüht Feuer aus dem Munde und verstopft die Ohren, 
um nichts zu hören. Aber der Jäger öffnet mit dem 
Stabe ihr Ohr und schreit: A^is, stirb vom Schrei! 



- 179 — 

und fängt sie zu seinem Gebrauch. Wie die Äspis 
von ihren Jungen getödtet wird, nicht so soll der 
Mensch seine Eltern behandeln. 

15. Storch. Der Storch baut sein Nest und 
klappert, dass ihn alle Leute ringsum sehen. So soll 
der Mensch Liebe zu seinem Nächsten haben. 

16. Nachtigall. Das Männchen schläft bis 
Mitternacht, während das Weibchen wacht und Gott 
lobt; von Mittemacht an wacht das Männchen. Vgl. 
Hugo von St. Victor ed. Migne Bd. 177 p. 96. 

17. Schwalbe. Die Schwalbe fliegt, um Futter 
zu holen, nach Jerusalem, kehrt jedoch ihrer Jungen 
wegen zurück und baut ihr Nest bei den Menschen. 
Einst hatte sie einen Streit mit der Schlange. Als 
sie in der Arche Noah's war, schickte die Schlange 
die Hornisse aus, um zu sehen, welches Blut am 
süssesten ist. Die Schwalbe, die dies alles hörte, er- 
wartete die Hornisse, und als sie von ihr erfuhr, dass 
es sich um das Menschenblut handle, so riss sie der 
Hornisse den Kopf ab. Die Schlange beklagte sich 
über die Schwalbe, dass sie sie kein Nest bauen lasse. 
Die Schwalbe erklärte schliesslich, dass sie bei den 
Menschen ihr Nest bauen wolle, bei denen zu sein 
für die Schlange nicht gut sei. Deshalb lieben die 
Menschen die Schwalbe. Diese Fabel von der Schwalbe 
und Schlange ist dem serbischen Physiologus eigen- 
thümlich. 

18. Rebhuhn, Das Rebhuhn stiehlt fremde 
Eier, brütet sie aus und freut sich der fremden Brut. 
Sobald die Jungen gross sind und die Stimme ihrer 
rechten Mutter hören, laufen sie ihr nach, worüber 
das Rebhuhn grossen Kummer empfindet. So freuen 
sich die Menschen über das Fremde. 

12* 



— 180 — 

19. Hinen. Der hinen ist bewegungslos im Meere ; 
ausser einem Bussel bat er nichts zu seiner Wehr» 
Hört er den Südwind, so rollt er sich zusammen, das» 
der Wind ihn nicht auf das Trockene wirft. So soll 
der Mensch stark werden durch Fasten und Gebet^ 
damit ihn der Teufel nicht betrügt. — Vgl. den syrischen 
Physiologus Cap. 79 (echinus). 

?0. Wolf. Wenn der Wolf hungrig ist, geht er 
auf ein freies Feld, blickt gen Himmel und Bßgt : Gott, 
Du hast mich erschaffen und mir nicht geboten, Gras 
zu fressen oder Holz zu nagen, sondern von Lebendigem 
zu leben. Als andre Thiere dies hörten, riefen sie 
gleichfells Gott an, und Gott schickte ihnen Nahrung. 
Ebenso soll der Mensch Gott anrufen. 

21. Kranich. Wenn die Kraniche schlafen^ 
steht einer von ihnen Wache auf einem Bein, indem 
er am andern mit den Krallen einen Stein hält. 
Schläft er nun ein, so Mit der Stein zur E^e; dann 
schreit er, und ein anderer übernimmt die Wache. 
So soll der Mensch, wenn er die Stinmie der Kirche 
hört, Wache wegen des Teufels halten. 

22. Schlange. Die Schlange speit, bevor sie in 
das Wasser geht, ihre Galle am Ufer aus. So soll der 
Mensch, wenn er in die Kirche gehen will, vorher die 
Bitterkeit ablegen. Wenn die Schlange den Menschen 
sieht, flieht sie; erreicht er sie, so wickelt sie sich 
zusammen und verbirgt mit dem Körper den Kopf; 
denn wenn sie ihren Kopf rettet, rettet sie den gan&en 
Körper. So soll der Mensch seine Seele schützen. 

23. Ochs. Der Ochs ist gut gesinnt; wenn er 
Ochsenblut sieht, so betet er zu Gott, dass er ihn 
wieder möge zu Erde werden lassen. Andere Ochsen 
kommen herbei und thun ein Gleiches. So wird der 



— 181 — 

Mensch^ der neidisch ist gegen den Nächsten, wieder 
zur Erde zurückkehren. 

24. Pfau. Wenn der Pfau seine hässlichen 
Füsse betrachtet, sagt er zu Gott: Warum hast Du 
mir nicht auch schöne Püssq g^eben? So will der 
Mensch, der seinen Verstand nicht zu schätzen weiss 
und Gold und Silber an sich sieht, sich des Armen 
nicht erinnern. 

25. Fuchs. Wenn der Fuchs nichts zu fressen 
findet, stellt er sich todt. Die Vögel, die ihn liegen 
sehen, fliegen herab; der Fuchs aber springt auf und 
ftlngt sie. Ebenso macht es der Teufel mit den 
Menschen. Vgl. Epiphanius ed. Migne, »Patrologia 
graeca« Bd. 43 p. 530 Cap. 19; Hugo von St. Victor 
ed. Migne Bd. 177 p. 59. 

26. Schwalbe. Die Schwalbe bleibt ein halbes 
Jahr bei ihren Jungen in der Wüste und schützt aie 
dort, indem sie, wenn sie blind werden, eine Pflanze 
aus der Wüste holt, durch die sie ihr Augenlicht 
wieder erlangen. Ebenso soll der Mensch, wenn seine 
Sünden gross sind, zum Lehrer gehen. Vgl. den griech. 
Physiologus bei Pitra III p. 358 Cap. 31 q)taig II. 

27. Frosch. Der Landfrosch erträgt viel Durst 
und Kälte; der Wasserfrosch dagegen sucht die Tiefe 
auf und kommt nur an die Oberfläche, um sich an der 
Sonne zu erwärmen. Die hermeneia bezieht sich auf 
die Mönche. 

28. Biene. Die Biene, welche ihre Mühe vor 
Augen hat(!), ist eine Leuchte der christlichen * Seele. 
Ihre Frucht ist wunderbar. Der Mensch soll sich des 
Todes erinnern und aufhören, Böses zu thun, — Der 
Text, in den der Spruch Pred. Salomonis 11 verwebt 
scheint, ist hier ohne die andere Hs. nicht ganz klar; 



— 182 — 

vgl. das Armenische bei Pitra, » Spicilegium Solesmense« 
ni p. 390 Cap. 34; Epiphanias Cap. 21 und Hugo 
von St Victor ed. Migne Bd. 177 p. 97—99*). 

C. Die rnssisctae Bearbeitung des Physiologus. 

Spuren des Physiologus, die bei dem Wechsel- 
verkehr zwischen Byzanz und Russland byzantinischen 
Ursprungs sind, lassen sich in der älteren russischen 
hagiographischen Literatur und in der Volkspoesie 
nachweisen. Schon Novakovic hat in der Einleitung 
zum serbischen Physiologus Starine XI p. 189 einzelne 
dieser Legenden berührt. V. Jagic im „Archiv für 
slavische Philologie", IV. Bd. Berlin 1880, p. 648 
sub XVni hat zuerst in einem Berichte über die 
literarische Thätigkeit der Gesellschaft der Freunde 
des alten Schriftthums in St. Petersburg während der 
Jahre 1878 — 79 einen mittelalterlichen russischen Phy- 
siologus nachgewiesen mit dem Titel : „Die natürlichen 
Eigenschaften der Thiere". Dies Werk aus dem 16./17. 
Jahrh. ist in dieser Publication facsimilirt herausgegeben 
vom Fürsten Vjazemski p, 101 — 118. Derselbe hat in 
dem zum Text gehörigen Bande p. 47 — 83 eine aus- 
führliche literarhistorische Abhandlung über den Phy- 
siologus, dessen Ursprung und Verbreitung mit Be- 
rücksichtigung der Hexaemeronliteratur gegeben ; nicht 
mit aufgeführt unter den Textproben sind die russischen 
Physiologusfragmente der kaiserlichen Bibliothek zu 

*) Herr Professor V. Jagic hatte die grosse Gefälligkeit, über 
den schwierigen Text Auskunft zu geben und mehrere dunkle 
Stellen aufzuhellen, während Herrn N. JakSevae aus Serbien« 
welcher die slavischen Bearbeitungen des Physiologus zum Gegen- 
stand einer eingehenden Untersuchung machen wird, für Mitwirkung 
bei der Uebertragung des Originals ebenfalls der verbindlichste 
Dank noch an dieser Stelle ausgesprochen sein möge. 



— 183 — 

St Petersburg. Der russische Text behandelt folgende 
21 Thiere: Löwe, Elephant, Einhorn, Panther, Bär, 
Pferd, Ochs, Kameel^ Maulesel, Wildesel, Hirsch^ 
Elennthier, Biber, Vielfrass, Wolf, Fuchs, Zobelthier, 
Hermelin, Hase, Ziegenbock, Widder. Wie, wann und 
wo dies Werk, das wohl auf einer polnischen Quelle 
beruht, entstanden, ist bisher noch nicht untersucht 
worden. Einzelne Thiersagen dürften bis zu den Be- 
wohnern der sarmatischen Steppen gedrungen sein. 
Schliesslich sei hier noch auf die falsche Angabe eines 
andern russischen Physiologus in No. XVU des obigen 
Werkes hingewiesen. 

D. BartholomaeusÄnglicus, »Deproprietatibusrernm«; 

Thomas Cantimpratanns , »De natnris rernmc und 

Joannes a S. Oeminiano, »Summa de exemplis et 

rernm similitndinibus«. 

Einen Beitrag zur Geschichte der Naturwissen- 
schaften und des Physiologus im 13./14. Jahrh. hat im 
30. Bande der Histoire litt^raire de la France p. 334 — 
388 L. Delisle u. d. T. »Trait^s divers sur les propri^t^s 
des choses« gegeben; diese Abhandlung berührt einen 
Theil der Literaturgeschichte, der von den früheren 
Herausgebern der Histoire litt^raire sehr stiefmütterlich 
behandelt worden war. Aber gerade diese apokryphe 
Naturgeschichte hat im Mittelalter zahlreiche theil- 
weise noch unbekannte Bearbeiter gefunden. Von 
den grösseren Compilationen mit naturhistorischem 
Inhalt bespricht Delisle die Proprietates rerum morali- 
zatae aus dem Ende des 13. Jahrb., die in sieben 
Büchern vorhanden sind und von einem unbekannten 
Verfasser herrühren; darin sind die Vögel und die 



— 184 — 

andern Thiere in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. 
Wie von Vincentius Bellovacensis, so wird hier u. a. 
öfter Jorath, »de animalibusc , als Quelle genannt. Die 
mitgetheilte Probe vom Adler und dessen 26 Eigen- 
thümlichkeiten nebst symbolischen Bezeichnungen zeigt 
die schwülstige Darstellungsweise in diesem Werke 
der späteren Zeit. Wichtiger noch wegen seiner ausser- 
ordentlichen Beliebtheit im 13. — 16. Jahrh. ist das aus 
der Mitte des 13. Jahrh. stammende encyklopädische 
19 (20) Bücher enthaltende Werk des Frater Bartholo- 
maeus Anglicus (fälschlich de Glanvilla genannt), »De 
proprietatibus rerum«, das in zahlreichen Handschriften 
— nach Delisle besitzt die Nationalbibliothek in Paris 
allein 18 — und Drucken vorhanden und 1372 von 
Jean Corbichon (oder Corbechon) für den König Karl V. 
in das Französische übersetzt worden ist; als benutzte 
Autoren werden hier u. a. die „Philosophen" Cicero, 
später TuUius, femer Fisologus, dann Jorat Caldeus 
u. a. genannt. Buch XII enthält in dem Druck von 
1505 folgende „Vögel" : 1. aquila. 2. acdpiter. 3. (die- 
tos. 4. ape$. 5. buho, 6. cohmha. 7. cotumices. 
8. ciconia (mit dem Ibis identificirt). 9. comix, 10. cor- 
vus 11. cygnus. 12. mlex. 13. cicada. 14. fenix. 
15. gru8. 1 6. gallus. 17. gallus gallinacius (ein kastrirter 
Hahn, der die Geschäfte der Henne verrichtet). 18. gcH- 
lina. 19. griphes, 20. heroäim. 21. irundo, 22. kalü" 
drius, 23. larus, 24. locusta, 25. mergulus, 26. milvus. 
27. nyctieorax, 28. onocrocalus (onoer acalus). 29. peli- 
canus. 30. perdix. 31. pavo. 32. passeres. 33. stndio. 
34. turtur, 35. vuliur. 36. nlula (= bubo, noetua, 
onocrocalm). 37. upupa. 38. vespertilio. — Buch XHI 
hMidelt von den Fischen, Buch XVI von den Steinen, 
Buch XVin von folgenden „Thieren", zu denen bu- 



— 185 — 

bfdcus u. a. gerechnet wird, in 115 Capiteln, deren 
erstes überschrieben ist: de animalibus in speciali. 
2. aties, 8. offmis. 4. agnus agnieuJus. 5. agna. 6. aper. 
7. asinus. 8. angms. 9. aspis. 10. aranea. 11. apt^. 
12. hos. 18. f^&t<Zcii^. 14. Z)M&aIi49. 15. basiliscus, 
16. hoirax = 6fi/b. 17. homhix. 18. eameV. 19. ca- 
ffieZoj>arc2ic$. 20. cameZeon. 21. caprea. 22. capreolus. 
23. copra. 24. e«mt«. 25. <;aiitetiZt<9 (canicula). 26. con^^ 
(ifc caiulia). 27. (Se eaiuUs). 28. ejo^tor. 29. cert?fi5. 
30. cerasies. 81. (comi^). 32. cocodrtllus. 33. coluber. 
34. damula. 35. drcmtdarius, 86. dipsas. 37. c7raeo. 
38. cgwi«. 39. «g^a. 40. i)oferf!rttÄ. 41. ^7epAa^. 42. (3e 
noso e7€p%af2^i.^. 43. elephantes. 44. ß(/t«9. 45. eruca. 
46. faufUj salyri. 47. (feminae). 48. (de feianie). 49. (de 
fetu). 50. ficbrius (Feigensammler, Waldmensch). 51. 
farmiea. 52. fortnieäleo. 53. /i4ei«.9. 54. griphes. 55. 
^Jis. 56. grilhtö. 57. Atnim/ti». 58. hircus. 59. Atena. 
60. hericms. 61. heHnacms (cirogriUus). 62. iuvenca. 
63. Zeo. 64. Zef^ö. 65. leopardus. 66. Zcp««. 67. Zywa;. 
68. {»maar. 69. ?Mp«s. 70. mu2tc^. 71. mw«. 72. mustela. 
73. fnigale. 74. murilegus == fw«.s'«o, ca/fiiÄ. 75. wod?- 
Zwca. 76. onager. 77. (mocen/ötirMS. 78. orwp. 79. e)t;/s. 
80. pantkera. 81. pardus. 82. jpiZosi (menschenähnliche 
Ungeheuer, Waldmenschen). 83. pigargm = /rof^re- 
laphus. 84. pigmei. 8b. porem. 86. pedieulus. 87.pulex. 
88. rhtnoceros (== «nicorw«.«?). 89. rawa. 90. salamandra. 
91. sanguisuga, 92. s^cZZto. 93. serpens. 94. Mmw». 
95. «yraiÄ. 96. scorpio. 97. 5M5. 98. /a«irw5. 99. <ra^6- 
/opÄMS = hireocerms. 100. toZj>a. 101. /ömcu^. 102. 
%m. 103. Zmea. 104. Z^edo. 105. tesiudo. 106. for- 
<ticö. 107. vacca. 108. vacm agresiis. 109. vitulus. 
110. firsu5. 111. Mr^a. 112. vulpes. 113. vermis. 
114. vcrmtcwZttÄ. 115. rejpera. Diese Thiere hat Bar- 



— 186 — 

tholomaeus mit Hingebung aus den verschiedensten 
Quellen zusammengetragen, wobei er seinen Vorlagen 
gegenüber zuweilen in Verlegenheit gerathen ist; so 
wenn er den Greif (griphes) als Vogel, später aber als 
qtmdrupes beschreibt, der den Kopf und die Flügel wie 
ein Adler habe, sonst aber wie ein Löwe aussehe und 
in den hyperboreischen Bergen oder Gegenden wohne ; 
derselbe sei den Pferden und Menschen feindlich, selbst 
ein Pferd mit gewappnetem Reiter könne er davon- 
tragen, wie Huguitio sage, und lege in sein Nest den 
Stein Smaragd gegen giftige Thiere des Gebirges. Vom 
huhalus heisst es hier, dass er den Koth mit dem Hpme 
emporschleudere, imd dass der Jäger, hinter einem 
Baum versteckt, ihn, wenn er sich mit den Hörnern 
verwickelt, tödte; der Physiologus nenne dieses Thier 
aptaleonem; eine andre Art nenne Aristoteles horihur. 
Den pigargus beschreibt Bartholomaeus erst als ein 
dem Hirschbock ähnliches Thier mit Hörnern und 
Bart, dann fiigt er Huguitio's Bemerkung bei, dass 
derselbe ein kleiner Vogel sei ; zuletzt setzt er eine 
orthographische Notiz hinzu : »Nee aspiratur ibi prima 
syllaba, unde cum h non debet scribi : quidam scribunt 
philargum, sed male, ut patet in libris correctis.« Das 
Rhinoceros beschreibt er nach Plinius, Gregor und 
Isidor; dann sagt er, es gebe viele Arten: rhinoceron^ 
monocerony egloceron; während monoceron einen pferde- 
ähnlichen Bauch, einen dem Hirsch ähnlichen Kopf, 
Füsse wie ein Elephant und einen Schweif wie ein 
Eber, ein zwei Ellen langes Hom an der Stirn habe, 
laut brülle und lebendig nicht gefangen werden könne, 
wäre egloceron angeblich eine Art Einhorn, das lateinisch 
capricomus von egla d. i. capra und ceros d. i. comu 
heisse; dasselbe sei ein dem Ziegenbock ähnliches 



— 187 — 

kleines Thier etc. Das Ganze enthält eine Fülle eigen- 
thümlicher, nur hier vorkommender Einzelnheiten. 

Das nächste grössere von Delisle besprochene Werk 
ist der zwischen 1228 — 1244 verfasste »Liber de natura 
rerum secundum diverses philosophos« des Thomas 
von Cantimpr^, welcher ebenfalls den Physiologus u. a. 
als Autor nennt; Techel ist derselbe, den Pitra, »Spici- 
legium Solesmense« III p. 335 — 337 als Cethel auf- 
führt; ebenso kennt schon Pitra 11 p. 507, 510, 511 
den von Delisle aus Thomas erwähnten Experimentator, 
dessen naturhistorisches von Maerlant benutztes Werk 
aus dem Anfange des 13. Jahrh. noch nicht aufgefunden 
ist. Zu beachten bleibt auch der von Thomas citirte 
Liber rerum. 

Von den 19 Büchern des Liber de natura rerum 
behandelt Thomas im IV. die Thiere (quadrupe^es), 
im V. die Vögel, im VI. die Meerungeheuer, im VII. 
die Fische, im VIII. die Schlangen, im IX. die Würmer. 
In seinem anderen vom Staate der Bienen handelnden 
Werke, »Bonum universale c ed. G. Colvenerius, Douai 
1597 berichtet Thomas bei den Marien wundem *) auch 
vom Einhorn in der Wüste, indem er sich auf liber 
de natura rerum, sein eigenes Werk beruft und fügt 
zu der geläufigen Sage ein Wunder der Jungfrau, das 
sie an einem sieben Fuss langen Hörn in der Kirche zu 
Brügge in Flandern gethan. Die von Delisle a. a. O. 
p. 373 ausgehobene Erzählung von der ehelichen Treue 
der Störchin findet sich in den Gesta Romanorum 
wieder. Auch die kleineren handschriftlich vorhandenen 
und nach Thomas undBartholomaeus gearbeiteten Werke, 



*) Vgl. A. Mussafia, „Studien zu den mittelalterlichen Marien- 
legenden" II. Wien 1888, p. 60. 



- 188 — 

die Delisle genannt hat, verdienen Beachtung, so Ms. 
fr. 455 des fonds lat. der Bibl. Nationale in Paris 
(alphabetisch), No. 188 des fonds Libri in Florenz, 
ebenda 1068 und 1323. Schon dem Kreise der fran- 
zösischen Mystiker angehörig ist die * Summa de exem- 
plis et rerum similitudinibus« des Joannes a S. Gemi- 
niano, die von Aeg. Grauatius in Venedig 1576 im 
Druck erschienen und in zehn Büchern in der ersten 
Hälfte des 14. Jahrh. abgefasst ist. Buch IV De na- 
tatilibus et volatiHbus und V De animalibus terrestribus 
(Fol. 182 — ^218) gehört speciell hierher. Das Ganze 
enthält mehr als 110 Thiere mit einer Fülle eigen- 
thümlicher Bemerkungen; so wird das Einhorn mit 
Hülfe einer nackten an einen Baum gebundenen Jung- 
frau, deren Brüste es beleckt, von den Jägern gefangen. 
Vom Hirsch heisst es hier fast ebenso wie bei Bartho- 
lomaeus Anglicus, dass er mehr als 100 Jahr lebt; 
dies habe sich an den Hirschen bestätigt, die 100 Jahr 
nach Alexanders Tode noch mit den an ihren Nasen- 
löchern angebrachten goldenen Ringen gefangen worden 
wären. Das vom naturhistorischen wie vom theologischen 
und literarhistorischen Standpunkt interessante Werk 
verdient zum Gegenstand einer Specialuntersuchung 
gemacht zu werden. 

E. Der spanische Physiologus. 

Obschon sich zahlreiche Spuren des Physiologus 
in der altspanischen Literatur nachweisen lassen, so 
ist doch die spanische Bearbeitung eines lateinischen 
Bestiarius den bisherigen Nachforschungen entgangen. 
Ob die bei J. Gallardo, »Ensayo de una biblioteca 
espanola«. Madrid 1863/66, H p. 75 verzeichnete Hs. 



— 189 — 

luy 192 der Biblioteca Nacional in dem »Tratado de 
aves, peces j cuadnipedos, dibuyados, con sos expli- 
caciones« den Physiologus oder ein rein naturhistorisches 
Werk enthält, kann nur durch einen Einblick in den 
1826 von Antonio Gonzalez begonnenen Katalog dieser 
Bibliothek entschieden werden. Schliesslich sei hier 
bemerkt, dass die mit dem Schluss von Guillaume's 
Bestiaire sich berührende Schrift Innocenz DI., »De 
contemptu mundi« *), die Grundlage des Besant de 
Dieu, in der Madrider Hs. (M, 69) des 15. Jahrh. in 
castilianischen Versen bearbeitet worden ist 

F. Brünette Latinf s Tresor und der Physiologus des 
Leonardo da Vinci. 

Der Tresor des Brunetto Latini, der aus den 
verschiedensten Quellen zusammengearbeitet ist und 
als ein Werk der zweiten Hälfte des 13. Jahrh. der 
Anordnung der Thiere im Physiologus nicht mehr 
folgt, enthält im V. Theile nach den Fischen (Cap. 
CXXXn— CCn) mehr als 72 Thiere; von diesen ist 
das erste das Krokodil, das letzte der Bär. Einzelne 
bemerkenswerthe Züge in der Darstellung sind Brunetto 
eigenthttmlich. So berichtet er vom Krokodil, dass 
diesem kleine sehr kühne Menschen Widerstand leisten, 
wÜMPend es die , welche vor ihm fliehen, verjagt und 
die, welche sich vertheidigen , fürchtet; wird es ge- 
&agen, so vergisst es alle Wildheit und wird so zahm, 
dass sein Herr auf ihm reitet und es nach seinem 
Willen lenkt; im Fluss sieht es nicht gut, aber am 



*) Eine deutsche UebersetzoDg dieses Werkes erschien von 
F. itndolir 1887 in Arnsberg u. d. T.: „Ueber das Elend des 
mexutchlich^i Lebens^. 



— 190 — 

Lande sieht es wunderbar, und im ganzen Winter 
frisst es nicht, sondern hungert während der ganzen 
vier Wintermonate. Vom Basilisken*) heisst es in 
Cap. 141, dass er, der König der Schlangen, mit seinem 
Geruch die Vögel und mit seinem Blick die Menschen 
tödtet, dass er sechs Fuss gross ist und vom Wiesel 
getödtet wird; Alexander befreite sein Heer dadurch 
von den Basilisken, dass er grosse Glasflaschen (ampoles) 
anfertigen liess, in welche Menschen hineingingen; 
während diese hindurch sehen konnten, waren sie für 
die Basilisken unsichtbar, welche getödtet wurden. 
Im Cap. 176 wird berichtet, dass der Skorpionstich 
dem Löwen schädlich ist; doch heilt ihn der Schier- 
ling (sigtAä) von seiner Krankheit. Die Löwin wirft 
erst fünf Junge, dann vier, drei, zwei, eins. Das 
Chamäleon, das nach Cap. 187 nur von der Luft lebt, 
wird vom Vogel Coraz getödtet; dieser stirbt, wenn 
ihn nicht Lorbeerblatt vom Tode rettet. Der Luchs 
Qotup cervier)**) ist eine Wolfsart, die nach Cap. 193 
cerviers oder lubemes (lupemes) genannt wird; er ist 
schwarzgefleckt wie der Panther, aber sonst dem Wolf 



*) Der Basilisk in Wien, der zwischen 1212— 1250 von einem 
Uahn „entsprungen" sein soll, ist von P. Lambecios in seinen 
Commentarii über die Hofbibliothek Bd. VI p. 454 zum Gegen- 
stand einer Abhandlung gemacht und abgebildet worden. Die Ab- 
bildung in Kessers Katalog (Wien 1689) zeigt Verschiedenheit von 
dem eulenartigen Ungethüm an der alten Berliner Gerichtslaube, 
das „Kaak" hiess. 

**) Richard de Foumival rechnet im Bestiaire d'Amour den 
Luchs (lynx) zu den fünf Thieren, die die vollkommensten Sinne 
haben und bezeichnet ihn als einen kleinen weissen Wurm, der 
durch die Wände sieht; der Maulwurf dagegen zeichne sich durch 
scharfes Gehör, der Geier durch den Geruch, der Affe durch den 
Geschmack und die Spinne durch das Gefahl aus. Ausserdem ist 
der Maulwurf, wie hinzugefügt wird, eines der Thiere, das von 
Erde lebt wie der Salamander, ein weisser Vogel, vom Feuer, der 
Häring vom Wasser und der Regenpfeifer (pluvier) von der Luft. 



— 191 — 

ähnlich und hat ein so scharfes Gesicht, dass seine 
Augen Mauern und Berge durchdringen; er hat nur 
ein Junges und ist das vergesslichste Thier der Welt, 
aus dessen Urin der Stein lignires entsteht. Der Bär, 
der nach Cap. 202 den Honig liebt, frisst, wenn er 
krank ist, das Kraut fionius (Zwiebellauch); von den 
Aepfeln der Alraunwurzel jedoch muss er sterben, 
wenn er nicht als Gegenmittel Ameisen (formies) frisst. 
Von phantastischen Geschöpfen nennt Brunetto die 
Crocote (Cocote), LucroiSj Maniicore und Parandej ein 
Thier, d^s, wie angeblich die Aethiopier sagen, gleich 
den Polypen im Meer und den Chamäleons auf der 
Erde seine Farbe nach den ihm zunächst befindlichen 
Dingen wechselt. Dass Brunetto's Werk, dessen Thier- 
schatz hier nicht vollständig aufgeführt zu werden 
braucht, von Leonardo da Vinci, dem bedeutendsten 
Bearbeiter des Physiologus, nicht benutzt worden ist, 
wie man vermuthet hat, sondern dass sich die Ueber- 
einstimmungen beider Autoren aus der Benutzung ge- 
meinsamer Quellen ergeben, geht aus der Verschieden- 
heit der Angaben über das Einhorn und die Schlangen 
wie aus der Nichtbenutzung einzelner als Symbole 
verwendbarer Thiere hervor. Der der Renaissance 
angehörige Physiologus des Leonardo da Vinci — trotz 
mangelhafter Ueberarbeitung eines der besten Werke 
dieser Literaturgattung — ist mit fehlerhafter Inter- 
punktion und theilweise ganz falscher englischer üeber- 
setzung von Jean Paul Richter unter den Humorous 
Writings herausgegeben worden in den »Scritti Letterari 
di Leonardo da Vinci cavati dagli Autografi e pubbli- 
cati«. Londra 1883, auch u. d. T. : »The Literary 
Works« etc. In seiner Abhandlung über Leonardo's 
Physiologus, die in den Berichten der Sachs. Gesell- 



— 192 — 

Schaft der Wissenschaften 1884 p. 244 — 271 in Leipzig 
erschienen ist, gelangt A. Springer zu dem Resultat^ 
dass Leonardo's Schrift als die Bearbeitung eines alten 
unbekannten Physiologus aufgefasst werden muss, und 
dass wörtliche üebereinstimmung mit einem Bestiariua 
nicht stattfindet-, wohl aus Brünette oder einem ganz 
verwandten Schriftsteller sei ein grosser Theil der 
Thierbeschreibungen, wenig aus Plinius entlehnt. Dass 
letzterer und Albertus Magnus benutzt ist, geht aus 
einem von Richter sub 1469 mitgetheilten Bücher- 
verzeichnisse des Leonardo hervor. Da dieser die 
Thiere (ca, lOO) der verlorenen Vorlage selbststÄndig 
angeordnet und deren Eigenschaften symbolisch als 
Tugenden und Laster auszulegen versucht hat, so 
muss hier, nachdem von Springer einzebe Erzählungen 
besprochen sind und eine einheitliche Quelle nicht 
nachgewiesen ist, nebst den Symbolen die vollständige 
Reihenfolge des naturhistorischen Theiles kurz mit- 
getheilt werden, wie sie in der Ausgabe sub 1220 — 1264 
abgedruckt ist. Am ausführlichsten und eigenartigsten 
iat der Elephant beschrieben. 

1. Callendrino — Liebe zur Tugend. Richter 
ändert dies Wort in cardellino und übersetzt falsch: 
gold'finch; aber aus dem Inhalt dieses Abschnittes geht 
hervor, dass, wie schon Springer nachgewiesen hat, 
Leonardo mit diesem Vogel nicht den Stieglitz, sondern 
den CcAadrius meint, der einen Kranken, wenn dieser 
sterben soll, nicht ansieht, ihn jedoch, wenn er wieder 
gesund werden soll, nicht aus den Augen lässt. Wie 
sich aus dem hier und weiterhin in der ersten Hälfte 
des Physiologus begegnenden H dice und aus si h^e 
ergiebt, hat Leonardo mündliche Quellen neben schrift- 
licher Vorlage benutzt 



- 193 — 

2, Nibhio — Neid. Die Weihe hackt ihre 
Jungen, sobald diese im Nest zu gross werden, aus 
Neid in die Seite und lässt sie ohne Nahrung. 

8. Gallo — Freude. Der Hahn freut sich über 
jede Kleinigkeit und kräht unter verschiedenen leb- 
haften Bewegungen. Vgl. 99. 

4. Corbo — Traurigkeit. Der Rabe verlässt 
seine Jungen mit Klagen, wenn er sie weiss zur Welt 
gekommen sieht ; erst wenn er einige schwarze Federn 
an ihnen erblickt, füttert er sie. Vgl. 97, 

5. Castoro — Friede. Wenn der Biber seiner 
heilkräftigen Hoden wegen verfolgt wird und nicht 
entkommen kann, macht er Halt und beisst sich die- 
selben ab, um mit seinen Feinden Frieden zu haben. 

6. Orso — Zorn. Wenn der Bär Honig rauben 
will, so stechen ihn die Bienen; da er sich an diesen 
nicht rächen kann, verkehrt sich sein Zorn in Wuth, 
und er wirft sich zu Boden, indem er sich mit Tatzen 
und Füssen vergeblich gegen seine Feinde wehrt. 

7. Upupa — Dankbarkeit. Wenn die Wiede- 
hopfe, die die von den Eltern empfangenen Wohl- 
thaten kennen, sehen, dass dieselben alt werden, bauen 
sie ihnen ein Nest und füttern sie; mit dem Schnabel 
ziehen sie ihnen die alten Federn aus und mit ge- 
wissen Kräutern stellen sie deren Sehkraft wieder her *). 

8. Bospo — Habsucht. Die Kröte lebt von 
Erde und bleibt immer mager, weil sie sich nicht satt 
frisst aus Furcht, dass ihr Erde fehle. 

9. Colonbi — Undankbarkeit Wenn die Tauben 
alt genug sind, dass sie nicht mehr gefuttert zu werden 



*) Ziemlich dasselbe wird in Kazwini's arabischer Kosmo- 
graphie vom Vogel Funün erzählt. 

Beinsclif Le Bestiaire. 13 



— 194 — 

brauchen, fangen sie an mit ihrem Vater zu kämpfen^ 
vertreiben ihn und nehmen ihm das Weibchen. 

10. Basilisco — Grrausamkeit. Der Basilisk 
ist so grausam, dass, wenn er die Thiere mit seinem 
giftigen Blick nicht tödten kann, er die Kräuter und 
Pflanzen mit seinem Blick ausdörrt. Vgl. 50 und 78. 

11. Aquila — Freigebigkeit. Der Adler ist 
nie so hungrig, dass er nicht einen Theil seiner Beute 
den Vögeln ringsum überlässt, die sich eigene Nahrung 
nicht verschaffen können und so von ihm nothwendig 
abhängig werden. Vgl. 36. 

12. Lupo — Strafe. Wenn der Wolf behutsam 
einen Viehstall umkreist und seinen Fuss zufäU^ in 
eine Falle setzt, so dass er Geräusch verursacht, beisst 
er sich in den Fuss, um sich für seine Thorheit zu 
strafen. 

13. Sirena — Lockung. Die Sirene singt so 
lieblich, dass sie die Seeleute einschläfert; dann klettert 
sie auf die Schiffe und tödtet die Seeleute. 

14. Formica — Klugheit Die Ameise sorgt 
aus natürlichem Verstand im Sommer für den Winter, 
indem sie die gesammelten Samenkörner beschneidet, 
damit sie nicht keimen; von diesen lebt sie dann. 

15. JBo salvaiico — Narrheit Da der wilde 
Och» die rothe Farbe hasst, so bekleiden die Jäger 
einen Baumstamm roth; gegen diesen richtet er mit 
grosser Wuth seine Homer und wird von den Jägern 
getödtet 

16. Ed delle api — Gerechtigkeit Der König 
der Bienen ordnet alles mit Vernunft an : einige Bienen 
müssen sich zu den Blumen, andere zur Arbeit, andere 
zum Kampf mit den Wespen begeben, andere den 
Ünrath entfernen oder den König begleiten ; wenn 



— 195 — 

dieser alt ist und keine Flügel mehr hat, wird er 
getragen. Wenn eine Biene ihre Pflicht verabsäumt, 
wird sie unnachsichtig bestraft. 

17. Pernici — Wahrheit. Obgleich die Reb- 
hühner sich gegenseitig die Eier stehlen, kehren doch 
die ausgebrüteten Jungen inmier zu ihrer rechten 
Mutter zurück. Vgl. 47. 

18. Gru — Treue (RechtschaflFenheit). Die 
Kraniche sind ihrem Könige so treu und ergeben, 
dass einige Nachts, wenn er schläft, in der Ferne um 
die Wiese herum Wache halten; andere bleiben in 
der Nähe, indem sie einen Stein in der Kralle halten, 
der, wenn sie Schlaf überfkUt, zu Boden feilt, wobei 
das Geräusch sie aufweckt. Andere schlafen zusammen 
um den König herum, in jeder Nacht abwechselnd, 
damit sie ihm nicht fehlen. (Springer a. a. O. p. 252 
bemerkt unrichtig, dass der König der Kraniche nur 
hier erwähnt werde ; aber schon Bartholomaeus Anglicus, 
der sich auf Ambrosius beruft, hat diese Angabe.) 

19. Volpe — Falschheit. Wenn der Fuchs 
einen Schwärm Häher (sgarsse) oder Elstern oder ähn- 
liche Vögel- sieht, wirft er sich sogleich wie todt mit 
aufgesperrtem Rachen zu Boden, um ihnen, wenn sie 
seine Zunge hacken wollen, den Kopf abzubeissen. 

20. Talpa — Lüge. Der Maulwurf, der sehr 
kleine Augen hat und immer unter der Erde ist, lebt 
nur, solange er im Finstern ist; am Tageslicht stirbt 
er, gleichwie die Lüge an den Tag kommt. 

21. Lione — Stärke. Der Löwe fürchtet sich 
nie, sondern kämpft kühn gegen eine Menge Jäger, 
indem er immer den angreift, der ihm zuerst etwas 
3u Leide gethan. Vgl. 59, 68, 72, 73. 

22. Lepre — Furcht (Feigheit). Der Hase 

13* 



— 196 — 

fürchtet sich immer, und er flieht meist vor den 
Blättern, die im Herbst von den Bäumen fallen. 

23. Falcone « — Grossmuth. Der Talke macht 
nur auf grosse Vögel Jagd, und lieber will er zu 
Grunde gehen als von kleinen leben oder stinkendes 
Fleisch fressen. Vgl. 30, 101. 

24. Pavone — Eitelkeit. Der Pfau ist eitler 
als andere Thiere, weil er immer die Schönheit seines 
Schweifes betrachtet, den er wie ein Rad ausbreitet 
und durch sein Geschrei die Blicke der umstehenden 
Thiere auf sich lenkt. 

25. Fenice — Beständigkeit. Diese ist da« 
Symbol des Phönix, der von Natur seine Erneuerung 
kennt und beständig die brennenden Flammen aus- 
hält, die ihn verzehren, bis er von neuem entsteht. 

26. Bondone — Unbeständigkeit. Die Schwalbe, 
die immer in Bewegung ist, kann nicht das geringste 
Ungemach ertragen. Vgl. 48, 91. 

27. Camello — Massigkeit. Das Kameel ist 
das wollüstigste Thier, das es giebt; es würde dem 
Weibchen 1000 Meilen nachlaufen. Aber wollte man 
68 beständig mit der Mutter oder Schwester zusammen- 
halten, so würde es sie, da es sich zu massigen weiss, 
nicht berühren. Vgl. 75. 

28. Liocorno (unicomo) — Unmässigkeit. Das 
Einhorn legt in Folge seiner Unmässigkeit und seiner 
zügellosen Liebe zu schönen Mädchen seine Wildheit 
und Sprödigkeit ab; ohne Furcht geht es zu einer 
sitzenden Jungfrau, in deren Schoss es einschläft; so 
fangen es die Jäger. 

29. Agnello — Demuth. Das Lanam, das 
schlagendste Beispiel der Demuth, unterwirft sich 
Jedem Thiere, selbst dem eingesperrten Löwen, wenn 



— 197 — 

es diesem zur Nahrung gegeben wird, gleichwie der 
eigenen Mutter, so dass man oft gesehen hat, wie 
dieser es nicht tödten wollte. 

30. Falcone — Hochmuth. Durch seinen Stolz 
und Hochmuth will der Falke über alle Raubvögel 
herrschen imd immer allein sein; sehr oft greift er 
den Adler, den König der Vögel an. 

31. Salvatico asino — Enthaltsamkeit. Wenn 
der Wildesel das Wasser in der Quelle getrübt findet^ 
enthält er sich des Trinkens und wartet, bis dasselbe 
sich wieder klärt. 

32. Vuliure — Gefrässigkeit. Der Geier ist 
so gefrässig, dass er 1000 Meilen zurücklegt, um Aa» 
zu fressen; deshalb folgt er den Heeren. 

33. Tortora — Keuschheit. Die Turteltaube 
ist nie dem Männchen untreu; stirbt dieses, so be- 
wahrt sie beständige Keuscliheit, setzt sich nicht mehr 
auf einen grünen Zweig und trinkt kein klares 
Wasser mehr. 

34. Fipistrello — Unkeuschheit. Die Fleder- 
maus befolgt wegen ihrer zügellosen Unkeuschheit bei 
der Paarung keine allgemeine Regel, sondern Männchen 
paart sich mit Männchen, Weibchen mit Weibchen, 
wie sie sich gerade zusammenfinden. Vgl. 46. 

35. Er m ellin — Massigkeit. Das Hermelin 
firisst aus Massigkeit nur ein Mal des Tages; dasselbe 
lässt sich lieber von den Jägern fangen als dass e& 
sich in das kothige Loch flüchtet, um seine Reinheit 
nicht zu beflecken. Vgl. 98. 

36. Ag[uila, Wenn der Adler alt ist, so fliegt 
er so hoch, dass er sich die Federn verbrennt, und 
die Natur gestattet ihm, dass er wieder jung wird, 
indem er sich in das reine Wasser herablässt (Der 



— 198 — 

Herausgeber bemerkt zu dem smnlosen »nella poca 
acqua«, dass der Sinn dunkel ist; nach Springer hat 
Leonardo einen Satz ausgelassen, und die Stelle werde 
erst durch Vergleichung mit dem Physiologus ver- 
ständlich. Zu lesen ist natürlich pura für poca, das 
in der Hs. verblichen scheint.) Wenn die Jungen den 
Blick in die Sonne nicht aushalten können, füttert sie 
kein Vogel, der ihren Tod nicht wünschte. (Statt di 
ist zu lesen: »non li pascie nessuno uccello« etc. Der 
Herausgeber tibersetzt falsch: »it does not feed them 
with any bird, that does not wish to diec.) Seinem 
Neste nähern sich die Thiere nicht, die ihn sehr 
fürchten, obschon er ihnen nichts zu Leide thut; 
immer lässt er etwas von seiner Beute übrig. 

37. Lumerpa — Ruf. Diese (lumerpa?) stammt 
aus Asia Maggiore und glänzt so hell, dass sie ihren 
eigenen Schatten absorbirt; wenn sie stirbt, verliert 
sie diesen Glanz nicht, und die Federn fallen ihr nicht 
aus; die Feder, die man ausreisst, leuchtet nicht 
mehr. — (Der Herausgeber setzt ein Fragezeichen 
unter den Text Gemeint scheint Leonardo den Vogel 
iMcidms zu haben, den Jacob van Maerlant in »Naturen 
Bloeme« unter Berufung auf Solinus und Plinius er- 
wähnt.) 

38. Pelicano. Der Pelikan hat grosse Liebe 
zu seinen Jungen; findet er «diese im N«gt von der 
Schlange getödtet, so hackt er sich in die Brust und 
belebt sie wieder mit seinem Blute. (Der Zusammen- 
hang ergiebt als Symbol die Liebe.) 

39. Salamandra. Der Salamander hat keine 
Verdauungsorgane ; er lebt nur vom Feuer, in welchen 
er seine Haut erneuert (Mit »per la virtu« ist das 
Symbol angedeutet.) 



— 199 — 

40. Cameleo. Das Chamäleon kbt von der 
Luft; hier ist es allen Vögeln preisgegeben, und vkl 
gesicherter zu sein, fliegt es über die Wolken, wo es 
eine so dünne Luft findet, dass ein Vogel ihm nicht 
folgen kann. In die Höhe, wo das Chamäleon hin- 
fliegt, gelangt nur der, dem dies vom Himmel zu Theil 
virird. Vgl. 96. 

41. Alepa, Der Häring lebt nidit ausserhalb 
des Wassers. 

42. ßtrueeo. Der Strauss verdaut Eisen; seine 
. Eier brütet er mit d^n Blick. (Der Herausgeber setzt 

hier »per Tarme de' capitani«, was in der Hs. an den 
Rand geschrieben ist, sinnlos in den Text.) 

43. Cigno. Der Schwan ist weiss ohne Fleck; 
er singt lieblich, wenn er stirbt; dieser Gesang be- 
schliesst sein Leben. 

44 Gicognia. Der Storch heilt sich dadurch, 
dass er Salzwasser trinkt; findet er das Weibchen 
untreu, verlässt er es, und wenn er alt ist, füttern ihn 
seine Jungen, bis er stirbt 

4Su Cieala. Die Baumgrille bringt mit ihrem 
Gesai^e den Kuckuck zum Schweigen; im Oel stirbt 
sie, im Essig lebt sie wieder auf; sie zirpt bd glühender 
Hitze. (Dasselbe beichtet Bartholomaeus , »Liber de 
^oprieL rer.« XH Cap. 18 unter Berufung aaf Am- 
brosius.) 

46. Fipistrello, Die Fledermaus wird um so 
mehr geblendet, je mehr Licht da ist'^ je mehr sie 
nach der Sonne blickt, desto mehr erldindet sie. Sie 
ist Symbol des Lasters, das vor der Tugend nicht 
bestdien kann. 

47. Pernice. Das Bebhuhn verwandelt sich aus 
einem Weibchen in ein Männchen, indem es »ein 



— 200 — 

früheres Geschlecht vergisst; aus Neid raubt es andern, 
die Eier und brütet sie aus, aber die Jungen folgert 
der rechten Mutter. 

48. Bondine. Die Schwalbe macht ihre blind- 
geborenen Jungen mit Schwalbenwurz wieder sehend» 

49. Ostriga ( — Verrath). Die Auster öffnet 
sich bei Vollmond ganz; wenn der Krebs sie sieht, 
wirft er ein Felsstück oder einen Splitter hinein, so- 
dass sie sich nicht wieder schliessen kann; dadurch 
wird sie eine Speise des Krebses. So geschieht dem^ 
der den Mund öffnet, um sein Geheimniss zu erzählen t 
er wird eine Beute des plauderhaften Zuhörers. 

50. Basilisco ( — Grausamkeit). Den Basihsken 
fliehen alle Schlangen; das Wiesel bekämpft ihn mit 
Baute, und tödtet ihn. 

51. Aspido, Die Natter tödtet mit den Zähnen 
augenblicklich, und um die Zaubersprüche nicht zu 
hören, verstopft sie sich die Ohren mit dem Schweif» 
(Unter incanto ist nicht Zauberer zu verstehen, wie 
Bichter meint, sondern afz. enchant) 

52. Drago, Der Drache umstrickt die Beine 
des Elephanten; dieser fkllt auf ihn, und so sterben 
beide; indem er stirbt, rächt er sich. Vgl. 63. 

53. Vipera. Die Viper öffnet bei der Paarung 
den Mund; zuletzt drückt sie die Zähne zusammen 
und tödtet das Männchen. Die Jungen durchbrechen 
dann den Bauch, in dem sie herangewachsen sind und 
tödten ihre Mutter. 

54. Scorpione. Der nüchtern ausgespieene 
Speichel tödtet den Skorpion. Dies symbolisirt die 
Enthaltung von Gefrässigkeit, aus der Krankheiten 
entstehen; diese entfernt und heilt sie und bahnt der 
Tugend den Weg. 



— 201 — 

55. Coccodrillo ( — Heuchelei). Das Krokodil 
tödtet den Menschen sogleich, den es ftlngt; dann, 
wenn es ihn gebissen, beweint es ihn mit jammernder 
Stimme und vielen Thränen ; ist es mit Winseln fertig, 
so verschlingt es ihn grausam. Ebenso der Heuchler, 
der wegen jeder Kleinigkeit sein Gesicht mit Thränen 
netzt, indem er ein Tigerherz zur Schau trägt und 
sich im Herzen mit klagevollem Angesicht über das 
Weh anderer freut. Vgl. 85. 

56. Botta. Die Kröte flieht das Licht der 
Sonne; wird sie hierbei mit Gewalt festgehalten, so 
bläht sie sich auf, damit sie den Kopf unten verbirgt 
und sich vor den Strahlen schützt. Ebenso der Feind 
hellstrahlender Tugend, der nur gezwungener Weise 
mit aufgeblasener Gesinnung vor ihr bestehen kann. 

57. Bruco ( — Tugend im Allgemeinen). Die 
Baupe webt sich mit wunderbarer Kunstfertigkeit und 
feiner Arbeit einen neuen Aufenthaltsort, von wo sie 
dann mit bunten und schönen Fittigen (ali) sich gen 
Himmel erhebt. 

58. Bagnio. Die Spinne bringt ein kunstvolles 
und meisterhaftes Gewebe hervor, das ihr als Entgelt 
Beute liefert. 

59. Lione. Der Löwe weckt mit seinem Donner- 
gebrüll seine Jungen am dritten Tage nach ihrer Ge- 
burt auf, indem er ihre schlummernden Sinne öffnet, 
und alle Thiere im Walde fliehen. Dies symbolisirt 
die Kinder der Tugend, die durch den Klang der 
Lobreden aufvsrachen und in ehrenvollen Bestrebungen 
auffv^achsen; alle Schlechten fliehen vor diesem Ruf, 
indem sie sich vor den Tugendhaften zurückziehen. 
Ausserdem verdeckt der Löwe seine Fussspuren vor 
seinen Feinden. So ist es für den Feldherm gut, die 



— 202 — 

Geheimnisse seines Innern zu bewahren, danodt seine 
Absichten vom Feinde nicht erkannt werden. (Der 
Herausgeber übersetzt »apreado a queUi tutti li ador- 
mentati sensi« falsch durch »teaching them the nse 
oU etc. Zu lesen ist apriendo.) 

ÖO. Taranta. Der Biss der Tarantel hält den 
Menschen bei seinem Vorsatz, dem nändich, an dMi 
er beim Biss denkt. 

61. Dugo und civetta. Die Ohreule und das 
Käuzchen strafen ihre Verächter dadurch, dass sie sie 
des Augenlichts berauben; denn die l<fatur hat es so 
eingerichtet, dass sie so sich nähren. 

62. Leofante. Der grosse Elephant hat die 
bei Menschen sich selten findenden Eigenschaäm : 
Rechtschaffenheit, Klugheit, Gerechtigkeit und Eeligion. 
Wenn Neumond ist, gehen die Mej^anten an die 
Flüsse, um sich dort feierlidi zu reinigen und zu 
baden; nachdem sie den Planeten begrüsst haben, 
kehren sie in die Wälder zurück. Wenn sie krank 
sind, werfen sie, auf dem Rücken lieg^id^ das Krant 
gen Himmel, gleichsam als ob sie opfern wollten. Die 
Zähne^ die ihnen durch Alter ausfallen, vergraben sie. 
Von beiden Zähnen brauchen sie den einen, icm 
Wurzeln zur Nahrung auszugraben; vom andern be- 
wahren sie die Spitze, um damit zu kämpfen. Wenn 
sie von Jägern überwältigt und mit den Stosazähnen 
erschöpft sind, graben «ie die alten wieder aus, mit 
denen sie sich retten. Sie sind sanftmüthig und 
wittern Gefahr. Findet ein Elephant eini^ Menschen 
allein und verirrt, so gdeitet er ihn gefällig auf deaa 
Weg. Findet er menschliche Fussspuren, so fürchtet 
er Verrath, bleibt stehen und pustet; auf dies Zeichen 
hin bilden die übrigen Elephanten einen Trupp und 



— 203 — 

gehen vorsichtig. Immer in Trupps wandernd schreitet 
der älteste Elepbant voran, der Zweitälteste bildet den 
SchltLss. Aus Schamgefühl paaren sie sich nur Nachts 
im Verborgenen; erst nach der Paarung, wenn sie 
«ich im Flnss gebadet haben, gehen sie wieder zur 
Heerde, Die Weibchen kämpfen nicht wie die übrigen 
Thiere. Der Elephant ist so gütig, dass er wider 
seinen Willen minder Starken nicht schadet, und wenn 
er auf seinem Wege eine Heerde Schafe trifft, stellt 
er sie mit dem Rüssel zur Seite, nm sie nicht zu zer- 
treten; nie schadet er, ausser wenn er gereizt wird. 
Wenn einer in eine örube gefallen ist, so wird diese 
von den andern mit Zweigen, Erde und Steinen aus- 
gefällt, um den Q-rund zu erhöhen, so dass jener 
leicht herausgelangt. Die Elephanten fürchten sich 
sehr vor dem Gequiek der Schwdne, Tor welchem 
«ie fliehen; sie richten dann mit ihren Füssen nicht 
weniger Schaden an den Ihrigen an als an den 
Feinden. An den Flüssen ergötzen sie sich nnd 
wandern immer in deren Nähe herum; wegen ihrer 
grossen Schwere können sie nicht schwimmen. Sie 
verschlingen Steine und Baumstämme (tronchi delli 
alberi); diese bilden ihre liebste Nahrung; die Ratten 
hassai sie. Die Elisen laben sich am Geruch des 
Elephanten, auf dessen Rücken sie sich setzen, und 
wenn dieser »ich kratzt und die Falten in der Haut 
glättet, tödtet er dieselben. Wenn die Elephanten 
Flüsse passiren, schicken sie ihre Jungen stromauf- 
wärts, und abwärts brechen sie den reissenden Lauf 
des Wassers, so dass die Strömung sie nicht fortreisst. 
Der Drache wirft sich dem Elephanten unter d^i 
Bauch, umschlingt mit dem Schweif dessen Füsse, 
klammert sich mit den Flügeln und Armen an sein« 



— 204 — 

Rippen und durchschneidet ihm mit den Zähnen die 
Kehle : der Elephant filllt auf ihn, so dass der Drache 
platzt So rächt er sich durch seinen Tod an seinen» 
Feinde*). 

63. Bragone. Die Drachen begleiten sich 
gegenseitig: sie umschlingen sich wie Wurzeln und 
passiren mit erhobenem Kopf die Sümpfe, indem sie 
dahin schwimmen, wo sie bessere Nahrung finden» 
Würden sie sich nicht so vereinigen, so würden sie 
ertrinken. So wirkt die Vereinigung. 

64. Serpente. Wenn die Schlange, ein sehr 
grosses Thier, Vögel in der Luft sieht, zieht sie den 
,Athem so stark an sich, dass sie diese in den Rachen 
zieht. M. Regulus, Consul des röm. Heeres, wurde 
von einem ähnlichen Thiere angegriffen und fast auf- 
gerieben; dieseis wurde durch einen Mauerbrecher ge- 
tödtet und mass 123 Fuss, d. i. 64^/2 Elle, indem es- 
mit dem Kopfe alle Bäume eines Waldes überragte. 
Vgl. 94. (Im Liber monstrorum ed. M. Haupt ist 
nur von einer Schlangenhaut von 120 Fuss Länge 
die Bede; es ist also nicht, wie Springer meint, das- 
selbe wie hier berichtet.) 

65. Boie. Die Biesenschlange ist eine grosse 
Schlange, die sich um die Beine der Kuh knotet, so 
dass diese sich nicht bewegen kann; dann saugt sie 
dieselbe aus und trocknet sie gleichsam aus. Von 

*) Bartholomaeus Anglicus XVIII Cap. 43 berichtet zuletzt 
noch aus dem Physiologus, dass man die Elephanten bei dea 
Aethiopiem folgendermassen jagt. Zwei ganz nackte Jungfrauen 
mit aufgelöstem Haar, die in Einöden wohnen und eine Wanne 
und ein Schwert tragen, beginnen laut zu singen; dies hört der 
Elephant, der zu ihnen geht und ihre Brüste beleckt; durch den 
lieblichen Gesang schläft er ein, und die eine Jungfraa durchbohrt 
ihm mit dem Schwerte die Kehle oder die Seite, die andere fängt 
das Blut auf, mit dem der Purpurstoff gefärbt wird. 



— 205 — 

-dieser Art wurde eine zur Zeit des Kaisers Claudius 
auf dem vaticanischen Berge getödtet, die im Leibe 
ein unversehrtes Kind hatte, das von ihr verschlungen 
worden war*). 

66. Macli. Der Elch stammt von der Insel 
Skandinavien ; er hat die Gestalt eines grossen Pferdes, 
ausser dass die grosse Länge des Halses und der 
Ohren Verschiedenheit zeigen; er frisst rückwärts 
gehend Gras, weil er eine so lange Oberlippe hat, 
dass er im Vorwärtsgehen weidend das Gras ver- 
decken würde. Er hat Beine aus einem Stück; des- 
halb lehnt er sich beim Schlafen an einen Baumstamm, 
den die Jäger, nachdem sie diese Schlafstelle ausfindig 
gemacht haben, fast ganz durchsägen, so dass er im 
Schlaf hinftlllt und von den Jägern gefangen wird. 
Jede andere Fangart ist vergeblich, weil er unglaublich 
schnell im Laufen ist. 

67. Bona so. Der Auerochs, der (wie die Ueber- 
schrift besagt) auf der Flucht schadet, stammt aus 
Päonien; er hat, ähnlich wie das Pferd, einen Hals 
mit einer Mähne; sonst ist er dem Stier ähnlich, nur 
^ass seine Homer nach innen gekrümmt sind ; deshalb 
hat er keinen andern Ausweg als die Flucht, auf der 
er seinen wie Feuer brennenden Koth 400 Ellen 
weit schleudert. 

68 — 71. Leonij Pardij Pantere, Tigru 
Löwen, Parder, Panther und Tiger halten ihre Klauen 
in der Haut und bringen sie nicht zum Vorschein, 



*) Diese Angabe erinnert an die „Klage", den Anhang zum 
Nibelungenlied und an die Vilkinasage , nach der Sintram von 
Krichenland in seiner Jugend von einem Drachen verschluckt, 
Aber von Dietrich befreit wurde. 



— 206 — 

ausser wenn sie auf ihrer Beute oder auf dem Rücken 
ihres Feindes sitzen. 

72. Leonessa. Wenn die Löwin ihre Jungen 
vertheidigt, so richtet sie, um nicht vor den Speeren 
des Jägers zu erschrecken , ihre Augen zu Boden ; 
durch ihre Flucht will sie die Jungen nicht gefangen 
werden lassen. 

73. Leone. Dies so schreckliche Thier fürchtet 
nichts mehr als das Gerassel leerer Wagen und das 
Krähen der Hähne. Beim Anblick des Hahnes fürchtet 
der Löwe sich sehr, und mit furchtsamen Gesicht be- 
trachtet er dessen Kamm; wenn er finsteres (eoperfq} 
Gesicht hat, wird er sehr verzagt. 

74. Paniere in Afrika. Der Panther ist wie 
eine Löwin gestaltet, aber höher, schmächtiger und 
länger; er ist ganz weiss und schwarz gefleckt wie 
Rosetten, und an seinem Anblick ergötzen sich alle 
Thiere, Diese würden immer um ihn herumstehen ^ 
wenn nicht sein schreckliches Gesicht wäre; da er 
dies weiss, verbirgt er sein Gesicht, die Thiere werden 
dreist und kommen in die Nähe, um solche Schönheit 
besser zu gemessen, bis er plötzlich das nächste packt 
und verschlingt. Vgl. 68, 95. 

75. C am eil i. Die baktrianischen Kameele haben 
zwei Höcker, die arabischen nur einen; sie sind schnell 
in der Schlacht und sehr nützlich zum Tragen von 
Lasten. Dies Thier achtet im höchsten Grad auf 
Ordnung und Mass, weil es sich nicht rührt, wenn e» 
mehr Ladung hat als gewöhnlich, ebenso wenn es 
einen weiteren Weg zurücklegt; dann macht es plötz- 
lich Halt, so dass die Kauf leute einkehren müssen, 

76. Tigro. Der Tiger stammt aus Hyrcanien 
und ist dem Panther wegen der Flecke auf seinen^ 



— 207 — 

Fell etwas ähnlich ; er ist ein Thier von fürchterlicher 
Schnelligkeit Wenn der Jäger die Jungen findet, 
nimmt er sie weg, indem er Spiegel*) an diesem Orte 
aiifstellt und sogleich auf schnellem Pferd entflieht. 
Der Panther findet bei der Rückkehr die Spiegel fest 
in der Erde und glaubt in diesen seine Jungen zu 
erblicken; während er mit den Tatzen die Erde auf- 
scharrt, entdeckt er den Betrug und folgt der Witterung 
der Jungen. Sobald der Jäger die Tigerin erblickt, 
lässt er ein Junges los; sie nimmt es und trägt es in 
ihr Lager. Dann kehrt sie zum Jäger zurück und 
tbut dasselbe, bis dieser in seine Barke steigt. (Das- 
selbe berichtet Bartholomaeus Anglicus nach Plinius.) 

77. Catoplea"^*). Dies Thier stammt aus der 
Nähe d'er Quelle Nigricapo in Aethiopien. Es ist 
nicht zu gross und träge und hat einem Kopf von 
solcher Grösse, dass es ihn mühsam immer zur Erde 
geneigt trägt; sonst würde es höchst verderblich 
werden, weil der Mensch, den dessen Augen erblicken, 
sogleich stirbt. 

78. Basilisco. Der Basilisk stammt aus der 
Provinz Cirenaica und ist nicht grösser als zwölf Zoll. 
Am Kopf hat er einen weissen Fleck wie ein Diadem ; 
durch Zischen verjagt er alle Schlangen. Derselbe 
ähnelt der Schlange, bewegt sich aber nicht in 
Krümmungen, sondern von der Mitte nach rechts vor- 
wärts. Man sagt, dass, als ein solcher von einem 



*) Nach Jacobus de Vitriaco in der »Historia Hier(\soly- 
mitana« werfen die Jäger Schilde aus Glas hin, in denen sich die 
Tiger wie im Spiegel sehen. 

**) Das Wort kommt von xaTio ßX^nov = hinabblickend. Nach 
Tolhausen bezeichnet span. eatohlepaa den äthiopischen Hirsch. 
NSgricapo ist entstellt aus Niffri caput. 



— 208 — 

Reiter mit einem Speer getödtet wurde, Ross und 
Reiter durch das auf den Speer träufelnde Gift umkam; 
er verwüstet die Gewächse, die er berührt und die, 
wo er athmet; das Gras macht er dürr, Steine zer- 
malmt er. 

79. Donnola (= beTluJa), Wenn das Wiesel 
die Höhle des Basilisken findet, tödtet es ihn durch 
den Geruch des Urins, der oft das Wiesel selbst tödtet. 
Vgl. 92. 

80. C er aste. Die Homvipem, die vier kleine 
bewegliche Hörner haben, verbergen, wenn sie fressen 
wollen, den ganzen Körper unter den Blättern, und 
nur die Hörnchen bewegen sie, die den Vögeln wie 
spielende Würmchen erscheinen. Um diese zu hacken, 
lassen sich die Vögel herab, bis plötzlich die Hom- 
viper sie umringelt und verschlingt. 

81. Amphesib ene. Diese hat noch einen andern 
Kopf am Schweif, als ob eine Stelle allein nicht ge- 
nüge, um das Gift beizubringen, 

82. Jaculo. Die Pfeilnatter befindet sich auf 
Gewächsen und schleudert sich wie ein Wur^feil; die 
wilden Thiere durchbohrt und tödtet sie. 

83. Aspido. Der Biss der Aspis ist unheilbar, 
wenn nicht die gebissenen Stellen sogleich ausgeschnitten 
werden. Diese so verderblichen Thiere lieben ihres 
Gleichen so sehr, dass sie immer in Gemeinschaft sind ; 
ist eine durch Missgeschick getödtet, so folgt die 
andere mit unglaublicher Schnelligkeit dem Mörder, 
und sie ist so rachgierig, dass sie jede Schwierigkeit 
überwindet. Jedes Heer übergehend sucht sie nur 
ihren Feind anzugreifen, jede Entfernung muss sie 
zurücklegen ausser an einem Gewässer und bei 
schleunigster Flucht; da sie nach innen gerichtete 



— 209 — 

Augen und grosse Ohren hat, so hört sie besser als 
sie sieht. 

84. Icneumone. Das Ichneumon ist ein Tod- 
feind der Aspis und stammt aus Egypten. Erblickt 
es nahe bei seinem Lager eine Aspis, so läuft es so- 
gleich nach Kiessand oder Nilschlamm, mit dem es 
sich wiederholt besudelt und abwechselnd an der 
Sonne trocknet, bis es wie mit einem drei- oder vier- 
fachen Panzer bekleidet ist. Dann greift es die Aspis 
an und kämpft mit ihr, so dass es im rechten Augen- 
blick ihr in den Rachen schlüpft und sie vernichtet. 
(Der Herausgeber, der diesen Abschnitt, eine Variante 
der Sage vom Hydrus, nicht verstanden hat, übersetzt 
»litta« mit »bed« und »se li caccia in gola< mit »catches 
him in the throat« !) 

85. Crocodillo. Das Krokodil wird im Nil 
geboren, hat vier Füsse und lebt zu Lande und zu 
Wasser; es giebt kein anderes Landthier wie dieses 
ohne Zunge. Nur wenn es die obere Kinnlade be- 
wegt, beisst es; dasselbe wird bis 40 Fuss lang und 
ist mit Krallen und hiebfestem Lederpanzer versehen. 
Am Tage ist es am Lande, Nachts im Wasser; es 
lebt von Fischen, schläft am Ufer des Nil mit auf- 
gesperrtem Rachen, in dem der sehr kleine Fliegen- 
vogel (trochüo) die Speisereste von den Zähnen weg- 
pickt, so dass es behaglich den ganzen Rachen zu 
öflEnen ermuntert wird. Wenn das Ichneumon dasselbe 
so schlafen sieht, schlüpft es ihm in den Rachen, durch- 
bohrt ihm Magen und Eingeweide und tödtet es. 

86. D elf int. Die Natur hat den Thieren solche 
Kenntniss verliehen, dass sie ausser ihrem eigenen 
Vortheil den Nachtheil des Feindes kennen. Daher 
weiss der Delphin, wie werthvoU die Flossfedem auf 

Reinsch, Le Bestiaire. 14 



— 210 — 

seinem Rücken sind. Beim Kampfe mit dem Krokodil 
zerschneidet er diesem von unten den BaucK und 
tödtet es. Das Krokodil ist schrecklich für den, der 
flieht und sehr feig gegen den, der es jagt*). 

87. Ippopoiamo. Wenn das Nilpferd Be- 
schwerden fühlt, sucht es Dornen oder Ueberbleibsel 
von abgeschnittenem Schilfrohr auf; hier reibt es sich 
eine Ader auf, und nachdem Blut herausgeflossen, be- 
schmutzt es sich im Sand und springt wieder an das 
Ufer. Das Nilpferd hat die Gestalt eines Pferdes^ 
gespaltene Krallen, gewundenen Schweif, Hauer wie 
ein Eber und einen Hals mit Mähne ; seine Haut kann 
man nicht durchbohren, ausser wenn es sich badet; 
von Pflanzen lebend betritt es die Felder von rück- 
wärts, so dass es scheint, als ob es sie verlassen habe. 
(Der Herausgeber, der an »piaga« dachte, übersetzt 
»s'infanga coUa litta e risalta alla piaggiac ganz falsch 
durch: »he plasters himself with mud and heals the 
wound« !) 

88. Ibis. Der Ibis ähnelt dem Storch; fühlt er 
sich krank, so füllt er den Kropf mit Wasser und 
klystirt sich mit dem Schnabel. 

89. der vi. Wenn der Hirsch sich von der 
Spinne, die Weberknecht (fdlangio) genannt wird, ge- 
bissen fühlt, frisst er Krebse und befreit sich so 
vom Gift. 

90. Lucerte. Wenn die Eidechse mit Schlangen 
kämpft, frisst sie Saudistel. 

91. Ttondine. Die Schwalbe giebt den blinden 



*) In der arabischen Kosmographie des Kazwini (übersetzt 
von H. Eth6, Leipzig 1868) berührt sich die Sage vom Delphin 
mit der von der Serra, während die vom Krokodil genauere Uebcr- 
einstimmung mit dem Physiologus zeigt. 



— 211 — 

Jungen das Augenlicht wieder mit dem Saft der 
Schwalbenwurz. 

92. Bellula. Wenn das Wiesel Ratten jagt, 
frisst es erst Raute*). 

93. Cinghiale, Der Eber heilt seine Krank- 
heiten dadurch, dass er Epheu frisst. 

94. Serpe. Wenn die Schlange sich erneuem 
will, legt sie ihre alte Haut ab, indem sie mit dem 
Kopf beginnt; sie verändert sich in einem Tage imd 
einer Nacht. 

95. Partera. Wenn schon die Eingeweide 
herausgefallen sind, kämpft der Panther (pantera) noch 
mit Hunden und Jägern. 

96. Cameleonte. Das Chamäleon nimmt immer 
die Farbe des Dinges an, auf dem es sitzt. Daher 
wird es oft mit den Blättern, auf die es sich setzt, 
von den Elephanten verschluckt. 

97. Cor ho. Wenn der Rabe das Chamäleon 
getödtet hat, reinigt er sich mit Lorbeer. 

98. Ermelino, Das Hermelin will lieber sterben 
als sich beschmutzen. . 

99. Gallo — Voraussehung. Der Hahn kräht 
nicht eher als bis er drei Mal die Flügel zusammen- 
geschlagen. 

100. Pap agalo. Der Papagei setzt beim Herum- 
flattem in den Aesten die Füsse erst dann an die 
Stelle, wenn er sie mit dem Schnabel berührt hat. 

101. Falcone — Grossmuth. Der Falke fängt 
nur grosse Vögel und will lieber umkommen als 
schlecht riechendes Fleisch fressen. — 



*) Vgl. die Sage bei Marie de France im Lai d'Eliduc. 

14* 



— 212 — 

6. Die isländischen Physiolo^nsfragmente. 

' Nachdem von V. Carus, „Geschichte der Zoologie". 
München .1872, p. 115 eine Veröffentlichung des is- 
ländischen Physiologus als äusserst wiinschenswerth 
bezeichnet worden war, hat Th. Möbius, »Analecta 
norroena. Auswahl aus der isländischen und nor- 
wegischen Literatur des Mittelalters. II. Ausgabe, c 
Leipzig 1877, p. 246 — 251 die beiden Fragmente nach 
der einzigen Hs. aus dem Anfange des 13. Jahrh. 
zum Abdruck gebracht. Das erste Stück der der 
arnamagnäanischen Sammlung angehörenden Hs. 673 
A Seite 1 — 2 — vgl. K&lund's »Katalog over den Arna- 
magnaeanske H&ndskriftsamlingc. Kopenhagen 1888 — 
ist nach Möbius ca. 1200, das zweite Stück S. 45—56 
ca. 1220 — 1230 geschrieben; O. Brenner, „Altnordisches 
Handbuch". Leipzig 1882, p. 13 giebt als Zeit der 
Niederschrift kurz nach 1200 an. Beide Fragmente, 
die ihr Herausgeber in HommeFs „Aethiopischem 
Physiologus". Leipzig 1877, p. 99—104 in's Deutsche 
übersetzt hat, sind nicht nur für die Geschichte des 
Physiologus und als Sprachdenkmäler von grossem 
Werth, sondern auch wegen ihres Verhältnisses zu 
den lateinischen Quellen; aber trotz ihrer Wichtigkeit 
sind beide von Ph. Schweitzer, „Geschichte der alt- 
skandinavischen Litteratur". Leipzig (1885), p. 199 
ganz übersehen worden. Dass hier zwei isländische 
Physiologi vorliegen, geht aus der Hs. selbst, aus 
der doppelten Erwähnung des Honocentaurus und aus 
der Vergleichung mit den Bearbeitungen in andern 
Sprachen hervor. Das erste Fragment, das trotz 
lateinischer Thiemamen auf eine orientalische, dieser 



— 213 — 

Anordnung nach unbekannte Quelle hinweist, enthält 
folgende Thiere in kurzer mit hermeneia versehener 
Darstellung : 

1. Fe nix. 2. Vögel (ihr Name wird nicht ge- 
nannt; in der Auslegung bezeichnen sie Menschen, 
die durch Arbeit nützen wollen) rupfen den Ihrigen 
die Federn aus, die sie verbrennen, um mit der Asche 
ihr Gesicht zu schärfen. Gemeint ist hier der Wiede- 
hopf, der im äthiopischen Physiologus auf den Phönix 
folgt und vor dem Capitel vom wilden Esel steht. 

8. Sir e na. 4. Ross fliegen (cleggi). G. Vig- 
fusson, »An Icelandic Dictionary«. Oxford 1874 über- 
setzt dies Wort durch engl, und schott. cleg = a 
horse-fly. Diese in andern Quellen nicht vorkommen- 
den Bremsen im Acker zu Babylon, welche das Samen- 
korn fressen, werden auf die Irrgläubigen gedeutet. 

5. Ho nocentaurus = isländ. finngalhan. Nach 
Vigfusson ist hiermit ceniaur übersetzt, ein Wort, das 
an dieser Stelle nicht steht. Der übrige Text fehlt. 

Das zweite Fragment, das nur theilweise von den 
gewöhnlichen Sagen abweicht, behandelt die folgenden 
Thiere: 

1. Aspedo. Gemeint ist hier mit dem Wal, 
den die Schiffer auf der See für eine Insel halten, 
und dessen Maule ein süsser Geruch entströmt, der 
die kleinen Fische anlockt, der cetus; das Wort ist 
eine Abkürzung von aspidochelone. 

2. Per d ix. 

3. Honocentaurus. In diesem Abschnitt, der 
auch in der Schreibung des Thiernamens vom ersten 
Fragment abweicht, wird aus der Bibel Timoth. 3, 5 
und Psalm 48, 13 (21) citirt. 



— 214 — 

4. Wilde Katze (hrysecauUr). Die Sage meint 
hier das Wiesel. 

5. Aspides. Eigenthümlich ist hier der Gebrauch 
dieses Wortes als Singular und Plural, und dass Marsus 
die Schlange aus der Höhle herausruft, was schon im 
Physiologus gestanden hat. 

6. Turturi. Der Isländer beruft sich hier wie 
noch öfter statt auf den Physiologus auf Salamon, 
welcher sage, dass die Turteltaube das Männchen sehr 
treu liebt und nach dessen Tode kein anderes haben will. 

7. Ceruus. Der Hirsch, der die Schlange mit 
getrunken, speit sie aus und zertritt sie mit den Läufen. 
Citirt wird der Spruch Psalm 41, 2. 

8. Salamandra (stellio). Ausser Annanias, 
Azarias, Misael nach Daniel wird Salamon genannt = 
Prov. 30, 28 und der Spruch H Kor. 4, 8—9 übersetzt. 

9. Falke (glepa). Die Heimath des Falken 
(der Weihe) ist das Hebräerland; seine Beute ergreift 
er heftig und zerreisst sie. Angedeutet ist Matth. 11, 12. 

10. Eber (gpltr). Hier heisst es, manche wollen 
unter Eber den Vespasianus oder Titus verstehen, 
doch die meisten nehmen den Teufel an. Auch diese 
Bemerkung ist auf Rechnung des isländ. Verfassers 
zu setzen. Aus der Bibel findet sich ein Spruch 
Psalm 79, 17. 

11. Nicticorax. Bei diesem Vogel, der am 
Tage schwarz, in der Nacht noch schwärzer ist, wird 
Psalm 101, 7 citirt. 

12. Elefans, isländ. ßl In diesem Abschnitt, 
in dem auf 1 Macc. 6, 30—37 Bezug genommen wird, 
ist eine Lücke, in der vom Elephanten gesagt sein 
muss, dass sein Rücken beladen ist mit allen WaflFen 
etc. Das Wort filly altschwedisch und dänisch fil^ das 



— 215 — 

nocli in Island gebraucht wird, ist nach Vigfusson, 
der es in der Poesie des 10. Jahrh. nachweist, aus 
dem Persischen (jil) entlehnt, indem es frühzeitig nach 
Skandinavien auf dem Handelswege über Bussland 
und Constantinopel gekommen sei. Carus jedoch, 
^Geschichte der Zoologie". München 1872, p. 123 
meint, dass diese Bezeichnimg des Elephanten mit 
dem persischen Namen (Phil) wohl sicher mit der 
Verbreitung der Alexandersage nach Norden gelangt 
ist. Da jedoch fil arabisch ist, so wird der Name mit 
den Märchen aus 1001 Nacht über Finnland bis zur 
Ultima Thule gedrungen sein. 

13. Hidris. Von diesem Vogel am Nil sagt 
Salamon, dass er das Krokodil tödtet, indem er mit 
Lehm besudelt in dessen Rachen schlüpft, wenn es 
schläft, und durch den Bauch wieder herauskommt. 
Oemeint ist hier der hydrus und gedacht ist an den 
Vogel irochilos. 

14. Dorcas (griech.), lat. capra. Der Steinbock 
wird nach der geläufigen Sage beschrieben. 

15. nag er. Salamon sagt, dass der Wildesel 
am 25. März zwölf Mal des Nachts und ebenso am 
Tage jahnt; dann ist Tag- und Nachtgleiche. Mit 
der Bemerkung, dass der Wildesel nur jahnt, wenn 
er Hunger hat, ist angedeutet Hiob 6, 5. Auch hier 
£ndet sich der Spruch 1 Petri 5, 8. Die Zahl 25 
stimmt zu GuiUaume's Vorlage. 

16. Simia, Der Teufel hat wie der Affe einen 
Kopf, aber keinen Schwanz. Das Isländische zeigt 
hier deutlich den Wortlaut und die Satzconstructionen 
des Lateinischen. Die Schlusszeilen sind nicht zu 
übersetzen: „und so wird es ohne Ende bleiben". 



— 216 — 

sondern es sind hier die lat. Worte erkennbar: »quia 
totus sine fine peribit« (seil, diabolus). 

17. Erodius. Der Reiher ist ein sehr grosser 
Vogel, der den Adler bewältigt und verzehrt; sein 
Nest baut er nicht wie andere Vögel, sondern wo ihn 
die Finsterniss überfällt, schläft er. Dieser Vogel be- 
zeichnet einen Mönch mit seiner Zelle, in der er 
bleibt Wie der Reiher den Adler, so besiegt jener 
den Teufel. 

18. Fulica. Das Wasserhuhn ist von allen 
Vögeln am klügsten; es nährt sich nicht von Aas, 
sondern bleibt fortwährend an einer und derselben 
Stelle. So gleicht es dem rechtgläubigen Menschen, 
der immer in einfältigem Glauben lebt. 

19. Pantera. Salamon sagt, dass der Drache 
ein Feind des Panthers ist. Ist er gesättigt, so 
schläft er drei Tage, wacht dann auf und lässt beim 
Gebrüll seinem Munde süssen Geruch entströmen. 
Diesem folgen die andern Thiere; der Drache jedoch 
schleicht in Erdhöhlen, wo er wie todt liegen bleibt* 
Der wahre Panther ist Christus. 

Hier bricht das Werk ab. Carus, „Geschichte 
der Zoologie". München 1872, p. 115 und 138 be- 
merkt, der isländische Physiologus sei fast vollständig 
erhalten, er schliesse sich zwar in vielen allgemeinen 
Beziehungen dem lat. und ahd. an, stehe aber in 
Einzelnheiten ziemlich selbstständig da und enthalte 
in der Auswahl der Thiere einige, die sonst nirgends 
vorkommen, wie den Eber, die Bremsen u. a., anderer- 
seits entferne sich die Erzählung zuweilen völlig von 
allen übrigen, so sei die Schilderung des Elephanten 
bis jetzt nirgendwo anders zu finden. Letztere be- 



— 217 - 

gegnet jedoch in den meisten lateinischen Quelle 
hat der isländische Verfasser aus eigener Bibelkei 
sich einen Zusatz erlaubt. Dass der zweite islän 
Physiologus ganz unvollständig erhalten, und di 
Ordnung nicht die ursprüngliche ist, zeigt eine 
gleichung mit den lateinischen Quellen und mi 
Normannischen des Guillaume, wo Abschnitt 2( 
27 dem ersten und zweiten des Isländischen (A 
und Perdix) der Reihenfolge nach entsprechen. 
HonoceniauruSj Abschnitt 3 des Isländischen, hat 
laume ausgelassen, indem er gleich den Abschni 
(Wiesel und Aspts) folgen lässt, dem im Isländis 
die Abschnitte 4 und 5 entsprechen. Cap. 29 (Str; 
des Normannischen fehlt im Isländischen , wo 
sprechend den Cap. 80, 31, 32 die Cap. 6, 7, 8 fol 
Die Abschnitte 9 und 10 des Isländischen fehlen 
Guillaume, wo Cap. 7 dem Cap. 11 des Isländisc 
entspricht; Cap. 34 des Normannischen und Cap. 
des Isländischen handeln vom Elephanten, währ 
Cap. 13, 14, 15, 16, 18, 19 die Reihenfolge der C 
bei Guillaume 19, 20, 21, 22, 23, 24 innehält, nur 
der Dichter den Reiher im 17. Abschnitt des isla 
Physiologus übergangen. Alle übrigen Quellen, sow 
sie bisher bekannt sind, weichen von der obigen Reih( 
folge der Thiere viel mehr ab, so dass also der Island 
eine der lateinischen Vorlage des Guillaume nahe ve 
wandte Redaction des Physiologus, die ohne Zweil 
durch Normannen nach dem Norden gebracht wurd 
benutzt haben muss. Schliesslich sei bemerkt, dass 
dem kosmographischen Werke Rymbegla Anklang 
an den Physiologus enthalten sind, die jedoch bei b 
ßchränktem Raum hier nicht berücksichtigt werde 



— 218 — 

können. Noch ist zu den hierher gehörigen Volks- 
sagen zu vergleichen Mohr, »Forsög til en Islandsk 
Naturhistorie«. Kopenhagen 1786 und K. Maurer, 
„Isländische Yolkssagen der Gegenwart". Leipzig 
1860, p. 168—177. 



Nachwort. 

Beim Abschluss des in den Jahren 1888 — 1889 
wiederholt unterbrochenen Druckes sei noch hiermit 
Herrn Professor E. Monaci und Herrn Dr. Cesare de 
Lollis in Rom, durch deren Gefälligkeit die unvoll- 
ständige vatikanische Hs. (Q) des Bestiaire benutzt 
werden konnte, sowie Herrn Hofrath Mussafia in Wien, 
welcher die Güte hatte, den Text einer Durchsicht 
zu unterziehen und schwierige Stellen zu bessern, 
ferner den Beamten an den Bibliotheken in London, 
Paris, Göttingen, Wolfenbüttel, Berlin, Leipzig, Dresden, 
Belgrad, Wien der aufrichtigste Dank abgestattet. 



Qui ben comence e ben define, 
Ceo est verite seine e fine, 
En totes ovraignes en deit 
Estre loez qui que il seit. 
5 Livre de bone comen9aille, 5 

Qui avra bone definaiUe, 
E bon dit e bone matire 
Voelt Guillame en romanz escrire 
De bon latin, ou il le troeve, 
10 Geste ovraigne fu fete noeve 10 



Lesarten und Bemerkungen. Die Lesarten von A 
werden alle vollständig und zwar an erster Stelle mitgetheilt werden ; 
von den übrigen Handschriften können nur die Sinnvarianten und 
die orthographischen Abweichungen der ältesten Hss., soweit der 
Baum reicht, vollständig aufgenommen werden. Bei der Wieder- 
gabe werden u, v, i und j unterschieden. Auch Cahier's und 
Hippeau's Text ist vollständig verglichen worden, und die Lesarten 
von V == 7268' A® d. i. K der vorliegenden Ausgabe, X = fonds 
'S. D. 273 bis, d. i. J, ferner Y = St. Germ. 1985, d. i. L, und 
Z = 7534, d. i. F sollen hier möglichste Berücksichtigung finden.. 
Die zu ausserordentlichem Umfange angeschwollenen Varianten 
4er Hss. des 14. Jahrh. werden eventuell später ergänzt werden, 
floweit sie nicht unten schon aufgeführt sind. 1 A : Ki bien. Fast 
alle Hss. schreiben Qui und bien, doch wird ben, wie A ziemlich 
^ «onsequent schreibt, durch die Reime gestützt ; ausgesprochen wurde 

I <es wie in der heutigen Pariser Volkssprache. 2 co. Die Lesart 

l «eue (für saine) in BKLPN zeigt die Zusammengehörigkeit dieser 

Hss. 3 oueraignes. 4 ki ke. 5 Hier beginnt Q: Liures. 6 ke 
auera. 7/8 velt Gillame en romanz escrire, translater e le veir dire. 
BCEFGIKLMNPS: & bon dit (C: & bons dis. FGS: boin. I: boen) 
A bone matire (E: bonne. G: boinne. I: boene. K: bon. S: 
boine mathire. MP: matyre). B: velt Guillame en romanz escrire. 
I: un clerc. Q: veult Guillem. S: uns clers (statt des Namens). 
€ah. dire = FKLMN. 10 cest oueraigne. 



— 220 — 

El tens que Phelipe tint France, 

El tens de la grant mesestance, 

Qu'Engleterre fu entredite, 

Si qu'il n'i aveit messe dite 
15 Ne cors mis en terra sacree. 5 

De Tentredit ne lui agree, 

Que a ceste feiz plus en die, 

Por ceo que dreiture mendie 

E lealte est povre e basse. 
20 Tote ceste chose trespasse 10 

Ouillame qui forment s'en doelt, 

Que n'ose dire ceo qu'il voelt 

De la tricherie qui cort 

E en Tune e en Taltre cort. 
25 Mais a plus halt dire se prent: 15 

Car en cest livre nos aprent 

Natures de bestes e mors 

Non de totes, mes de plusors, 

Ou mult avra moralite 
30 E bon pas de divinite, 20 

Ou Tem porra essample prendre 

De ben faire e de ben aprendre. 

Rimez ert par consonancie. 



11 ke. 12 grrant fehlt. 13 ke. 17 e statt ke. feiss fehlt 18 
purquei. C£: por ce que droiture. 21 ke. B: dolt. CH: se 
dieut E: 8e dielt F: se deut G: se diolt K: se doelt L: 
s'enduet M: s'endelt. N: s'endeut etc. 22 ki. coe k'il. 23 ke 
curt. BFKN: cort. 24 l'autre curt. In den agn. Hss. AMKN 
fehlt das erste n^uid", in den continentalen ist der Vers achtsilbig. 
N: el lone. el. (Aus dieser Hs. stammt de la Rue^s Probe, vgl. 
Seeger p. 14^15.) Q: Et et 25 dit BCE: haut dire FKN: 
a plus dire. Q: an. 26 kar. nns. I ändert 25/26: En icest liTr& 
nos aprent | Qui parfondement i entent 28 ne mie. BM: non. 
C: nient dWe mais. EG: si vous en dirons de pluiseurs (G: 
plusieurs). H: penre i porrons mult tres granz preus. 29 mut 
auera de. 32 feire. a ben; fehlt Cahier. Q: Bone. 



— 221 - 

Li clers fu nez de Normandie, 
35 Qui auctor est de cest romanz. 
Or oez que dit li Normanz. 

Quant Deu primes le monde fist 

E homes e bestes i mist, 5 

A trestotes ses creatures 
40 Emposa diverses natures, 

E de totes, c'en est la some, 

Dona la seignorie a home. 

A home dona tel franchise, 10 

Qu'il sout conoistre la divise, 
45 Qui esteit entre ben e mal, 

Entre tricLeor e leal, 

Entre parais e enfer. 

Mes par le pecche Lucifer, 15 

Qui fu angele e puis malfez, 
50 Fu home honiz e gabez 

E ehacez en fu el desert, 

Dont nul qui damne Deu ne sert, 

N'istra jamais por tot le monde, 20 

Ainz chet en abisme parfonde, 
55 Dont nul ne retornera ja. 

De dire com Adam peccha 

E coment il fu eissillez 



jy 



35 ki auctor. I : fd. Man beachte : „Der clerc war gebürtig 
AUS der Normandie". 37 In A fehlt der Initial, mund. 40 enposa 
diverse. 41 Cahier: ceo est. 42 seignurie. 44 k'il. 45 ki. bien. 
€E: qu'est entre (C: le) bien & le. 46 CE: & paradis & infernal. 
47 CE : camque (E : & tout ce qui) estoit en terre & en mer (E : 
estoit en mer). 48 peche. 49 ki. B: angles. G: angeles. M: 
angle. N: angele. 51 e dechacez en d. BM: e schaciez(M: chaceiz) 
en fu. CE : & cachies (E : chacies) en. C : feu en desers. 52 dunt. 
ki. 53 jameis pur. 54 ACE: chiet. B: chet. A: abime. BE: 
abysme. CM: abisme. 55 dunt. 56 coment. Die Periode reicht 
his V, 133, der eine Satz umfasst also 77 Verse. 



— 222 — 

E del seint parai's chacez 

E coment sa lignee crut 
60 E qui nasqui e qui morut 

E coment de ses eirs avint 

E coment le deluge vint, 5- 

Coment Tarche fu compassee 

E quel gent out dedenz salvee, 
65 Comben No6 apres vesqui 

E coment Abraham nasqui 

E Ysaac e Ysmael, 10 

Com dTsaac vint Israel 

E son jumel frere Esäu 
70 E coment Joseph fu vendu 

E com il servi Pharaon, 

Quant il fu hors de la prison, 15^ 

Com Israel fu en servage 

En Egypte mult lonc eage, 
75 Coment Moj^'ses Tenjeta, 

Qui tant sovent a Deu parla, 

Qui fist Tarche e le tabernacle 20 

E por qui Deu fist tant miracle 

E a qui il dona la lei, 
80 Quant li Jueu de male fei, 

Qui son mult mescreant uncor, 



58 parays. B: chaciez. C: cachies. E: chacies. 59 la. 
60 ki. ki. 61 BM: heirs. CE: oirs. 62 deluvie. B: delaires. 
C: delouves. E: delugues. M: delunies. Die richtige Form er- 
giebt sich aus dem Keim 3752. 63 e coment 64 quels genz. 
CEI: quel gent. B fehlt. Vgl. die fehlenden Verse in der Ein- 
leitung. 66 I: Isaac. 67 F: Samuel. M: Ismael. 68 e come de. 
C: d'Isac. 69 gimel. BF: jumel. CG: jumiaus. E: jumiax. H: 
jumeax. M: jovenel. 70 puis v. 71 come. 72 C: fors. E: issi 
hors de p. 73 come. 74 e en. lung. I: Longuement en terre 
sauvage. 76 Cahier: od. 76 ke = 77. 78 pur ki. CE: cui. 79 
ki. I: cui. 80 Gyn. B: Giu. C: Juif. E: Juis. M: Jueu. F: iiii. 
81 ki sunt A fehlt mult. CE: molt BCEM: encor. I: si. 



— 223 — 

Aorerent im veel d'or, 

Coment apres Moyses vint 

Josue, qui lor lei meintint, 
85 E coment Gedeon le fist, 

Qui la gent Madian occist, 5 

Com li juge vindrent apres, 

Qui jugerent le poeple engres 

Jusqu'a Säul, le premer rei, 
90 Comient il fu de grant desrei 

Vers Davi, qui prodhome fu, 10 

Coment Golie fu vencu, 

Com Salomon le temple fist, 

Qui pres de quarante anz i mist, 
95 Com apres lui vint Roboam 

E come danz Jeroboam 15 

Fu done des dis lignees reis, 

Coment done changerent les leis, 

Coment fu le temple Baal, 
100 Coment done comen§a le mal, 

Qui al tens de tanz reis dura, 20 

Coment li poeples meserra. 



82 de. BCEIM : le v. 83 I : et comment donques apres vint. 
84 lurgent. I: les genz. C£: loi M: lei. C: Yosue. E: Josuel. 
86 ki. ocist. BCEI: quant. C: Medean. E: Madyan. 87 coment. 
Gyn. BM: Gieu. C: Juif E: Juis. H: Giu. I: juge. Cahier: 
le greu, wozu er sonderbar bemerkt: Serait-ce le graff des AUemands 
(grau)? Der nächste Vers hätte ihn auf das Richtige leiten müssen. 
88 ki. pople. 89 jusk'a. B: juske. C: jusque. E: dusqu'a. M: 
jusqu^a. 90 CE: qui fu de si tres grant desroi. 91 David ki 
prodome. CM: Davi. C: si fu prodom. E: si preudom fu. M: 
prosdome. 92 Golye. BM: Golie. E: Goulyas. FG: Goulias. 
HI: Golias. C ändert: a cui il ot noise & tenchon | comment 
Goulias fu vencus | quant de la fonde fu ferus. 94 ke. 95 come. 
AM: Roboan. BE: Roboam. C: Robouans. 96 Jeroboan. BM: 
Jeroboam. E: Geroboam. C: & mecheans Gerodouans. 97 de. 
A fehlt done. B: lingnages. EFH: lignies. I: done des. 99—100 
fehlen CE, vgl. Einleitung. 100 done fehlt. 101 ke as. tant. B: 
taunz. CE: tant roi. M: tanz. I: cent. L: trois. 102 poples. 



— 224 — 

Com il fu en chaitiveison 

En Babiloine, la prison, 
105 Coment Jerusalem fu fraite, 

Com ele fu apres refaite, 

Coment li bon Macabe vindrent, 5 

Qui la garderent e meintindrent, 

Coment ele fu puis malmise, 
110 Com el fu a Rome sozmise, 

E coment Deu li dolz, li pis 

Out puis pite de ses amis, 10 

Coment il vint donques en terre, 

Por sa centisme oeille querre, 
115 Coment il nasqui de Marie, 

Coment e par quel tricherie 

Furent occis li innocent 15 

Plus de quarante mile e cent, 

Coment Jesu Crist preecha, 
120 Qui la novele lei dona, 

Com il fu puis en croiz penez 

E des espines coronez, 20 

Com il fu el sepulcre mis, 



103 come. cheitiveison. C: cbaitivoison. 104 Babiloigne en 
la p. {=^ I). Wie 666 fonteigne falsch ist, so Babiloigne. B: Ba- 
billoine la. C: Babiloine. £: Babyloine. M: Babiloyne en. 1(^5 
comen. BFK: falte. 106 come. puis. 107 B: Machaben. CF: 
Macable. 108 ki. 109 Gabler sinnlos: apr^s malnmise. 110 come 
ele. puis. 111 doz. M: pius. C: puis. E: diex. piex. 112 CE: 
de ces (E: ses) amis piteus fu puis (E: fu piex pitlex). 113 donkes. 
KL: dunt. Cahier: de ciel en t. = 1. 114 pur. seintisme oaille. 
CEFG: saintisme ouelle. (E: oeille. F: oele. G: oelleX N: seinte 
oiaille. Auch M hat diese Anspielung auf das Gleichniss vom 
guten Hirten, das auch Joies. N. D. 210 erwähnt ist, nicht ver- 
standen. Cahier vermutbete das Richtige, setzte aber seintisme in 
den Text. Hippeau druckt sinnlos: Por s^ancienne ouelle q. und 
erklärt: son ancienne. Lat. ovicula kann nur oeille ergeben. 
117 ocis. B: occis. C: ochis. 118 Hier beginnt D: quarente mille. 
119 e coment. precha. BCDE: preecha. 120 ki. C: quant. 121 
come = 123 CDE: sepucre. 



— 225 — 

Com il pramißt a ses «mie, 
125 Qu'/d terz jor levereit de moft, 
Comeat ia iief vint dtonc a port, 
Qiui feint out este en torment, 
De dire vos trestot, coment 5 

Seinte eglise crut e flori, 
130 Coment seint Pol se converti, 
Coment li apostle le firent 
E ii martir, qui tant soffrirent, — 
Ceo me streit fort a retraire. 10 

( Mes, vos orreiz del bestiaäre, 
135 Si com vos »i en eovenant, 
Si eomencerai meintenant. 

JJreiz est qae primes vos diom 
De la nature del Hon. 15 

Lions est une beste fere 
140 E hardie de grant manere. 
Treis natures a principak 



124 come. DM: coment. 125 ke. BM: relevereit. CF: 
leveroit. D: relevra. In D einzelne Buchstaben verwischt E: 
resordroit. Hippeau: soffereit mort. 126 dune. Naturlich ist das 
Schiff der Kirche gemeint mit Petrus als Steuermann. 127 ke. C 
ändert: je vous dirai trestout comment. 128 Cah. Ce. C fehlt, 
vgl. Einleitung; also muss C aus E abgeschrieben haben. E = C 
127. 131 umgestellt in A. 132 ki. KL fehlen. B umgestellt. 
GEH: qui tant dolerex fais soustinrent (E: dolereus). F: qui 
por dieu pener se laissirent. 133 coe. serroit. 134 vus orrez. 
B: orez. CE: orres. G: ores. H: orreiz. 135 cume vus. D 
fehlen 135 — 136, vgl. Einleitung. Hip. je vos ai eovenant. 
186 — 136 sind in CEGH erweitert: essample (G: exemple. H: 
essamples) por le preu (G : prent) a Varme (EH : Tarne) | or prions 
(EG : proies. H : poez) dieu & nostre dame | qu'ele nous puisse si 
movoir (EGH: puist ci si. G: nos. mouvoir) | li maufes n'ait sor 
vos pooir (EGH: que. E: maufez. G: maufes. H: marfeiz n'aist. 
EH: sor nous. G: n'os). I fehlt. 137 lieber die Capitelüber- 
schrifken vgl. die Einleitung, ke. vus. Hip. Oez q. S : Oes. BM : 
dium. CDE: dion. 138 al leon. B: al liun. CDEM: del (D: au. 
E: dou) lion. S: dou lyon. 139 leuns. 141 ad. 

Beinsch, Le Bestiaire. 15 



— 22(3 — 

Li lions, qui si est vassals. 

Chescune vos serra ben dite. 

La premere est que il habite 
145 En granss montaignes par nature, 

Quant ceo avent par aventure, 5 

Que chacez est de veneor, 

De flon espei a grant poor. 

Se tant est que a lui ataigne, 
150 De mult loing sent en la montaigne 

L'odor del veneor, quil chaee, 10 

Donc coevre od sa cue sa trace, 

Qu'il ne sache esmer ne ateindre 

Le convers, ou il voelt remeindre. 
155 De Taltre nature est merveille: 

Car quant il se dort, sis oil veiUe. 15 

En dormant a les elz overz 

E clers e luisanz e aperz. 

La terce nature ensement 
160 Est merveillose estrangement 

E merveillose essample done: 20 

Car quant la femele foone, 



142 leous ke. 143 chescone (= K). B: chescune. D: cha- 
cune. C: cascune. EH: chascune. C: vous saurai a dire. EH: 
en saurai dire. 144 k'il. 145 es (= I). CDE: en. 146 co. 
147 ke. del. 148 espe ad. pour. BM: espeie. CH: espiel. 
D: apie. EK: espie. S: espir. 149 ke. 150 mut. 151 M: 
qui le. C: qui cache. 152 dune co vre. C: keue. trache. 153 k'il. 
aceindre. CE: qu'il nel pulst 8ivre (E: sievir) ne baillier. I: trover 
n'ataindre. 154 les overz. BDM: le convers. CE: el (E: ou) lieu 
ou il se doit logier. I : deit. 156 kar. il dort si oil. B : & si oil. 
C: & li iex. DMS: & li oil. E: & li iels. I: H oil li. K: e si 
oil. Uebersetze: „denn wenn er einschlaft, so wacht sein Auge: 
beim Schlafen hat er die Augen offen" etc. 157 ad. oilz (= M). 
C: ex. D: yauz. E: iels. F: ix. S:. iols. 158 lusanz. 159 est 
ensement. 160 merveiluse = 161. 162 kar. feone. B: foune. 
CES: faonne. D: foone. 



— 227 — 

Li foons chet sor terre mort. 

De vie n'avra ja confort, 
165 Jusque li peres al terz jor 

Le soefle e lecche p^ amor.. 

En tel manere le respire 5 

Ne porreit aveir altre mire. 

En tel guise revent a vie. 
170 Or entendez que signefie. 

feignefiance i a mult eiere: 

Quant Deu nostre soverain pere, 10 

Qui est esperital lion, 

Vint por nostre salvation 
175 Ici en terre par sa grace, 

Si sagement covri sa traee, 

Que onc ne sout le veneor, 15 

Que ceo fust nostre salveor, 

E nature s'esmerveilla, 
180 Coment il vint entre nos ga. 

Del veneor devez entendre 

Celui qui fet home mesprendre 20 

E qui renchalce, por occire: 

C'est li malfez, qui mal desire. 
185 Quant eist lions fu en croiz mis 



163 founs. C: foons. ES: faons. M: feons. I: a t. 164 
Jamals. I: vivre. 165 jeske le. B: juske. C: desque. D: jus- 
ques. E: dusque. 166 D: les crie & leche. 168 porroit aven 
169 tele, vent I: itel. vient. E: revient. 170 ore. ke. CDES: 
senefie. 171 Initial, ad mut. 173 ki. leon. C: esperiteus. E: 
esperitels. M: espirital. I imdert: esperiteus el mont | Vint por 
nos sauver en cest mont. 174 pur. salvacion. 175 ci. tere. C: 
issi. I: cajus. S: chajus. 177 ke unc nel. 178 ke coe. Cah: fu. 
C: quHl fust nostre soverains peres. E: li nostres saveres. 179 
se. 180 nus. 183 ki renchace pur ocire. E: Tenchauce. Cah. 
Tenchace. Hip. le chace. C: ochtrre. E: ocirre. 184 ki. 185 
leons. 

15* 



— 228 — 

Par les Jueufi, ses enemis^ 

Qui le jugerent a grant tort, 

L'umanite i sofiri mort. 

Quant Tesperit del cors rendi, 
190 En la seinte croiz B'endonni, 5 

Si quo la la delte veilla. 

Altrement ne Tentendez ja, 

Si V08 Tolez resordre a vie: 

Car la deite ne pout mie 
195 Estre baiUee ne sentue 10 

Ne escopie ne batue. 

L'umanite pout hom blescer, 

Sanz la delte empeirer, 

Sil vos mustrerai par semblance, 
200 Que n'en devez aveir dotance. 15 

Trenchez un arbre halt e grant, 

Quant le soleil serra raiant, 

En Tosche del premer cospel 

Verreiz le rai del soleil bei, 
205 E com plus creissez Tosche avant 20 

E le soleil partot s'espant, 

Vos ne porreiz le rai ferir, 

Blescer ne prendre ne tenir. 

Trestot Tarbre poez trencher. 



186 Gyueus. 187 ki. 188 CE: Vtimanites si. 191 ke. 193 
VHS. resordre. 194 kar. poeit. DEI: puet. 195 1 stellt die Reim- 
worte um. 197 B: hmn. C: iL ES: on. M: Vem. I: en. CE : 
bailli«r. M: blesceir. 199 tub. Cah. Sil (eil?). B: mustra. C: 
mosterai. D: mostera. EI: mosterrai. S: monsterrai. 200 ke. 
aver datance. 202 li. rayant. CEG : luisans. CEG : solaus. 208 
e (st. en). B: Vesche. CEG: eltrencefEG: ou trenchis, G: trancis) 
•del (EG: dou) premier colpel (E: coipel, G: copel). Cah. Vosch^e. 
I: oche. 204 verrez. C: lo solel cler & b. D: raier le solail. 
•205 cume. croisez. B: cressiez le. CE: ferres de hace (E: hache) 
grant. G: croisteres. 206 li. partut. E: tant plus li solaus si 
espant. 207 poez. 209 trestut. 



— 229 — 

210 Sanz le soleil point empeirer, 

Altresi fei de Jesu Crist 

L'iUBfimte^ qu'il por hob prist, 

Qtte por raxDor de bo« vesti, 

Peine e travail e mort senti^ 5 

215 La deite ne senti ren. 

Issi creez, si fereiz ben, 

Quant Deu fa mis el monument, 

Treis joTB i fti tant sulement^ 

E al ierz jor le respira 10 

220 Li peres^ quil resoscita, 

Altresi come le Hon 

Respire son petit foon. 

Ur vos avom del Kon dit 

La verite selonc Tescrit 15 

225 Li Kons fet mult grant noblesce: 

Car nul chaitif home ne blesce, 

Si il Tencontre enmi sa veie, 

Ne ja, si grant feim ne l'aspreie, 

A nul home mal ne fera^ 20 

230 Si devant coroce ne Vsl. 

Li lions^ qui si est hardiz, 

Porte tote sa force el piz. 

Quant ateint est de veneor, 



212 k'il pur nns. 213 ke pur* nus. 214 I: travail por nos. 
216 feres. 218 jorz. solement. B: sulement. CES: seulement. D: 
Boiüenieiit. 220 ki le. €ah. qu'il. E: li espirs. I: qui le suscita. 
221 H. leon. E: lions: faons. 222 foun. 228 [Ojre. de leoiu 
224 solonc. I: nature. BM: solum. CE: seloBc. D: selon. 225 
leons. 226 kar. cheitif. 227 se. BCDEM: voie. I: le trove. 
228 BM: Tesproie. CE: Tasproie. Cah. Tespreie (echt anglonorm. 
Form). D: famine enoye. 230 corece. B: coruce. C: correchie, 
D: conrouce. E: courecie. M: coroce. 231 leons ke si est. Cah. 
est si. 283 del. 



— 280 — 

De son espei a grant poor. 
235 Escroissement de roes ereint, 

Si m'esmerveil dont ceo li vent, 
Que de blanc coc grant poor a, 
Ja qu'il puist, ne Tateindra. 5 

Ur vos dirrai d'une altre beste, 
240 Qui a deus comes en la teste 

Si trenchantes com alemele. 

Iceste beste est si ignele, 

Que nul veneor ne Tateint, 10 

Si cele dualer ne se feint, 
245 E si vos puis ben aficher, 

Que od ses cornes poet trencher 

Un arbre gros e parcreu; 

C'est esprove e ben seu. 15 

Aptalos ceste beste a non, 
250 Si habite en la region, 

Ou cort le fluive d'Eufrates. 



234 ad. CDEK: espie. BM: espeie. 285 BEF: crient. D 
ändert: et s'enfdit quant ce li avint M: escrossement roies. K: 
escrousemenz. 236 coe. B: ce vient. M: co aveint. 237 ke 
del. cok. pour. C: paour. DE: paor. M: peor. 288 k'il peusse. 
Tatendra. C: puisse nel verra. E: pulst ne renconterra. M: 
l'atendera. Cah. poisse. l'attendra. 239 [Ojre. d'un. I: diron. 
240 ki ad dous. 241 cum. CES: trenchans. D: trenchanz. F: 
trencandes. I: trenchanz come une. M = A. Da Participien des 
Präsens mit Feminin — e schon in viel firüherer Zeit auftreten und 
bei alemele der unbestimmte Artikel zu fehlen pflegt, so ist tren- 
chantes beizubehalten. Vgl. Seeger p. 17. 242 B: ingnele. CEI: 
isnele = Cahier. D: ignelle. M: ingnelle. 243 ke. 244 de. Cah. 
sagft, dass er diesen Vers nicht versteht. Uebersetze: „Dies Thier 
ist so schnell, dass kein Jäger es erreicht, wenn dies nicht lassig 
ist im Laufen" (Hip. „müde wird"). 245 si i pus. B: vus pus. 
CE; vous OS. I: os. M: vos pois. 246 ke. pot. CE: de. 247 
CEI: grant. 248 coe. Cah. Ceo. e seu = BM. 249 aptalops. 
ad nun. CE: astalon. MQ: aptalos. N: antalops. BD = A. 
250 abite. 251 curt. fluvie de. BM: fluvie. CE: flueves. D: 
flum. F: fluns. 



— 231 — 

Quant sei la prent, si cort ades 

A cel fluive e de Tewe beit. 

Quant böu a, si vet tot dreit 
255 Iloec pres a un boissonei 

Si espes com un roncerei. 5 

La sont les ramez si menuz^ 

Si eöpes, si bels e si druz, 

Ou la beste se vet frotant. 
260 Iloec s'enveise e jue tant 

Des comes aval e aniont, 10 

Que tot envolupees i sont 

Quant ses comes sont atachees 

Es vergettes, qui sont delgees, 
265 E ele est prise el roncerei 

Com un peisson en une rei, 15 

Donc tire e sache a grant poeir. 

Quant ses comes ne poet aveir, 

Mult s'esforce, mes ren ne valt.. 
270 Donc se coroce e crie halt, 

Que Tem la poet de loing oir. 20 

Donc vent li veneres d'ai'r, 

Qui la troeve iloec enserree, 



252 seif, curt C: soit. DES: soif. M: seif. I: sei li. 
E: keurt. 253 fluvie. D: flum. M: flume. 254 ad. 255 B: bois- 
sonet. C: bois dales. ES: bos deles. Cah. boissenei. 256 come. 
roncei. B: ranceuet. M: rouconei. CE: molt espes & esronchines 
(E: enroincines). S: roncherai. 257 sunt. B: rames. C: li rain. 
EI: li rainsel. 258 beals. CE: si bei si espes. dru. 260BCDEM: 
»'envoise. I: s'enveise. 261 od ses. amunt. Cah. coms. D: o 
068 qui sant igal. 262 ke totes, sunt. CE: que envolepees. 268 
sunt. 264 ke sunt deugees. M: vergelettes. 265ronconei. A fehlte. 
BK: runcerei. C: ronsoi. D: ronceroiz. E: roincenoi. M: roncerei. 
S: roncherai. 266 come. B: oysel. CE: roi. D: roiz. G: roit. 
BKM: rei. L: ou maroi. 267 B: sake. FM: sace. Cah. sache 
et t. 268 e q. 269 ne li vaut. 270 BCDEIM: en h. 271 ke. 
pot. loinz. B: hom. CES: on. D: Ton. M: Tem. Cah. u. Hip. 
loinz gegen den Reim. 272 CE: muet. M: veint. 273 ki. trove. 



— 282 — 

Si la fert de lanee ou d'espee 
275 Ou d'iJtro gkive, ai l'ocdt: 
Car ü ne poet grant ne petit 
D'iloec fair ne sei defense; 
La li coYent la vie rendre^ 5 

beignon^ oesie beste par fei 
280 Done graut essample de sei« 

Iceste besle mgnefie 

Plusors bomeS; qui sont en vie, 

Qui ont deus eemes fioement, 10 

C'eet Tun e l'altre testament^ 
285 Qu'il ont apris e recorde 

E Tun a Taltre eoiicorde^ 

Si qu'il en serent tos les pa»; 

Mee por eeo ne lessent il pas^ 15 

Qu'il n'algent el boisson juer 
290 E les Cornea enroluper. 

E quel boisflon porreit eeo eelre 

Fürs cest malvais monde terreetre^ 

Qui si est fals e decevant^ 20 

Ou tant se juent li alquant, 
295 Qu'il i sont pris e acrochez? 



274 €E: de haoe (E: hache). M: fent da lance. 275 arme. 
Tocit. CE: gflaive. 276 kar ele. pot 277 soi. 278 M: coveint 
la mort atendre. 279 [Sjeignors. 282 plosor gent. sunt. BKL: 
geas. D: plusors de ciauz. 283 ki. dous. C: vralement. M: 
sulement 284 co. Tautre. 285 k'il nnt. Cah. qui Toat. 286 
Vautre. B: de. GE: &. E: encorde. 287 k'il. C: ensegne. E: 
ensaiDgne. M: seivent. 288 pur coe. Dieser Vers fehlt ganz bei 
Cahier« der dies übersehen hat. 289 k'il. CE: n'aille (E: n'aillent) 
au buisson hurter (E: joer). 290 CEI: lor. 291 coe. C: es quex. 
E: & quels. 292 malveis mund. 293 ke. faus. B: decevauz. 
DE: decevans. 294 B: esquanz. CE: auquant. D: aquanz. M: 
se veint les asquanz. S: la gant. Hip. se deduient la gent. 
295 ke il sunt. C: atouchies. £: atachie. Cah. Que i< 



— 233 — 

Li veneres^ ben le sadieos^ 
Est eil qoi k fol home eliaee^ 
Taut qu'il Fa4eiiit en cele plaee 
Soz le boisBon e la Tooeit 

300 San2 defense e sanz contredit: 5 

Car DeuB Ten soeffre la baillie. 
Por ceo fet eil mult grant folie, 
Qui taBt m delite e Bolaee 
El mond^ qne trop s'i enlace, 

305 Qu'il Be poet aee cornes retraire, 10 

Si me veBt a mult graut contraire 
Des clera^ qui les deus corses out, 
Que tot a costume le fout. 
AI boisson juent tote jor 

310 E beu Yeient le T«ieor, 15 

Qui les euch^dce por oceire. 
Mes i^t ades a sei les tire 
La veine gloire e le delit 
De cest raoude, qui lea oeeit 

315 E qui les plus sages eneombre. 20 

Taut fet bei estre desoz Tombre 
Del boisson, ou tant se delitent, 
Que trop volenters i habitent 
La les tenent les bels mangers, 



296 Hip. sinnloa: Par les vices de lor pechiez | Et eil etc. 
B: sachiez. CDE: sachies. 297 ki. 298 k'il. D: le tient. 299 
Vocit. 300 Cah. defen. 301 kar. soefre. B: soffre. M: soefire. 
I: done. 302 pur co. 303 ki. 304 mond ke. Cah. et qui tant. 
305 k'il. EI: n'en. B: retreire. 306 A fehlt mult. E: molt a. 
307 ki. dous. unt. I: deus. 308 ke tut. funt. D: par costume. 
309 tot en jor. B : tut en jur. C£ : toute jor. D : s'en vont nuit & j. 
M: tot eu jur. Cah. venent. 310 veneur. B: vient. M: veint. 
311 ki. endiace pur ocire. C: encauche. M: enchante. 312 tut. 
soi. 0: de yaine glore & de d. M: seif. 314 mund ki. ocist. 
315 ki. encumbre. 316 Tumbre. 318 ke. 319 beals. 



— 234 — 

320 Les bona beivres, sues e chers, 

Les beles femmes, les bels dras, 

Les palefreiz amblanz e gras, 

L'or e Targent e la pecune, 

Qui tant fet mal a qui Päune. 5 

325 Tant demorent soz cel boisson, 

Que li veneres a larron 

Vent sor eis e la les acore, 

Od son glaive plus ne demore. 

Ha, por Deu, home, garde tei, 10 

330 Qui en Deu as creance e fei, 

Fui homicide, fui luxure, 

Kenie orgoil, guerpis usure, 

Laisse avortire, fui ivresce 

E envie, qui Talme blesce! 15 

335 Si tes cors ne poez desaerdre, 

La vie t'en covendra perdre 

Non pas del cors tant sulement, 

Mes cele de Talme ensement. 

Ne semble pas la beste mue, 20 



320 suefs. B: clers. D: clerz. EH: soef couchier. Man 
könnte also sues cochers vermuthen, aber die andern Substantiva 
erscheinen mit dem bestimmten Artikel, sues ist zweisilbig, wie 
V. 2125 zeigt. 321 beals. 322 CE: cras. C: souef. Hip. soes 
et cras. 323 la grant pecuine. BCDES: pecune. IKM: pecunie. 
324 ke. ki. 325 suz. CE: demeurent sous le. 326 ke. GL: au. 
D: com. I: li. K: al. 327 sur eus. CE: & si les. 328 gleive. 
DF: son (F: sa) glave. M: sa. CE: demaintenant que (C: ke) n'i 
demore (dagegen schreiben CE im V. 325 demeurent). 329 a. a. 
pur (so Hs.). BDEM: Ha. C: ahi. L: pourpense toi. 330 ki. 
332 reni. CE: renoie. M: reine (i oft verstellt). I: reneie. 333 
leisse. yvresce. CE : ivrement. Cah. Leissez avoistre. Hip. druckt : 
jureceü 334 ki. CE: sousprent. 335 comes. C: pues glacier. 
D: aerdre. M: desardre (vielleicht Form des Dichters). Cah. 
coms. pos. Hip. Tes comes t'estuet desaerdre | Ou la vie te 
covient p. 336 en. B: l'ame. C: laissier. 337 nun tant del cors 
solement. B: nun pas. I: le. 338 I: Mes le cors et Tarne. 339 
semblez. 



— 235 — 

340 Qui del boisson ne se remue, 
Devant qu'ele i est entreprise! 
Si ceste essample as ben aprise, 
E selonc ceo volez ovrer, 
örant ben en pQ^ras recovrer. 5 

345 JNostre matire est mult estrange: 
Car sovent se diverse e change 
E neporquant si est tote une: 
Car les essamples, qu'ele äune, 
Sont totes por ramendement 10 

350 D'ome qui eire folement. 

Jliii Orient la sus amont 

A deus perres sor un halt mont, 

Qiii mult sont d'estranjge nature: 

Car el portent feu e ardure, 15 

355 Si sont come madle e femele. 
En oistes onques novele 
Plus merveillose ne plus veire? 
Car li livres nos fet acreire: 
Quant ces perres sont loing a loing, 20 

360 Feu n'en istreit por nul besoing. 



340 ke. 341 k'ele soit. BCDEMS: est. 34^ solunc coe. 
D: voillez. CF: voles. E: se. voloies. Hip. Et tu la veuz bien 
reteuir | Moult t'en porra bien avenir. 344 i en. C: porres. E: 
porroies. CEIM: troven 345 [N]ostre. 346 kar. B: deverse. 
CE: devise. 347 nepurquant. CE: Neporquant s'est ele t. 348 
kar. k'ele. 349 pur. 350 de home ki. C: d'ome. E: d'omme. 
CE: oirre. G: oire. P: eire. Mann: erre (= S). 351 amunt. 
Cah. druckt die 11 perres erst nach der Serre. 352 ad dous peres. 
muut. 353 ke. sunt. E: de fiere. 354 kar iL fu. C: eles. ES: 
queles. M: en. 355 sunt cume. CE: masle. F: marle. M: 
maiUe. 356 unques. CE: & n'o. Hip. Et n'oistes imes. Q: One 
u' oistes mes. Mann: E n' oistes. 358 ke. nus. CE: car. Cah. 
Que. 359 peres sunt. B: loin e loin. P: sontloign. 360 bosoing. 
CE: besoing. 



- 286 - 

Mes quant par aYeii;U(re avent, 
Qu» Fune pres de Taltre yeiti, 
Si eaperiheivt e feus en ist, 
Qui andeo» lea perres bruist^ 
365 E taut cre«t li feus e engraogne^ 5 

Qu'il esprent tote la montaigne, 
£ quan^u^a de cheBcnne part 
D« la motttaigne esprent e art; 

Id defvent essample prendre 
370 Cil qui a Den se vodent rendre 10 

E qui maignent en bone vie: 

Fuir deivent la compaignie 

Des femmes ententivement 

E lor chamel apresmement, 
375 Que cele flambe e cele ardor, 15 

Qui vent de la chamel amor, 

N'arde les bens, qui en eis sont, 

Que Deu, qui est sires del monf, 

A en eis par sa grace mis: 
380 Car en poi d'ore sont malmis 20 

Les bens, ou cele flambe cori^ 

Qui de chalde femele sort. 



861 GEI: Et d62 ke. ra«tre« 963 espnent. feu. CS: es- 
prenent £1: esprennent. 364 ki ambedons. peres. B: ambedeo»« 
CE: aadeas. 365 fea. CE: croist. I: creist. Mann: en graigaew 
m^ kll espeat. montaingne. ^1 quantke ad. 369 [I]ci. 3>70 k'a. 
vokKt 371 ki meinent. BC: mainent IM: maignent. Calu 
mangeient! 378 de. Hip. enteriguement; das Richtige setzt er in 
die Anmerkung. 374 lor. BM: aprisement. C: aproioetnenl E: 
approckement. Cah. aprestement. P: aprismement. 375 ke. ne 
ce) arekur. CE: flame. M: fabbe. I: Quer, flambe. 376 ke. 
amur. A fehlt la. 377 ne. k'en. sunt. I: Ardent. 378 ke» kL 
mund. 379 ad. 880 kar. sunt B: d'ure. CE: d'eure. 381 ectrt. 
M: £able. 382 ke de choses femeles surt M: des. CEGH: ehande 
(CG: caude). sourt. I: chose. Cah. choses = MP. 



— 287 — 

Por T«rite saveir deram, 

Que tosB jors a Tangle felon 
385 Son agait por faire peccher 

Le chaste hom, le dreiturer 

E la chaste femme ensement. 5 

Eve des le oomencement 

Peccha par inobedience. 
390 De cei pecche remeat semence, 

Qui toz jors crest e multipKe: 

Car diables pas ne s'oblie. 10 

Par la flambe de cest pecche 

A meint hom este engigne. 
395 Joseph fu temptez e Samson: 

L'un fu vencu e Taltre non, 

L'un fu vencu, Taltre venqui, 15 

One la flambe nel corrompi. 

Une beste est, qui a non serre 
400 E qui n'abite mie en terre, 

Mes en cele grant mer abite; 

Geste beste n'est pas petite, 20 

Ainz est durement corporue: 

Oranz eles a la beste mue. 
405 Quant ele veit en cele mer 



883 pur. saver devon. M: savorer dewm. 884 ke. jorz ad. 
C: li angele. 385 aguait pur fere. CE: faire. 886 chast home. 
:BE: chaste. 888 del. BCE: des le. 890 remist. CEF: remest. 
I: remaint. 891 ke. jorz. BM: multeplie. CEFS: monteplie. 
892 kar. se ublie. CE: Diables ne s'oublie mie. 893 Cah. d'itel. 
BCK: cel. 394 ad. engingne. 896 vencu l'autre. Also A fehlt e. 
CEFGH: &. I: vaincu. 897 l'autre. C: venki. N: vesqui. I: 
veinqui. 898 unkes. ne corrumpi. CFG: ainc. EH: ains. I: 
Que. EGH: nes. 399 [U]ne. k'ad. Es fehlt est. 400 C: & qui. 
Cah. Si n' abite. I: nient. Q: noyent. 401 habite. 402 cele. 
Cah. nest S: ceste. 404 ad. 



- 338 - 

Les nes e les dromonz &igler, 

En ses eles recoilt le vent, 

Vers la nef sigle durement. 

Le vent la porte sus les ondeS; 
410 Qui sont salees e parfondes. 5 

Issi vet longuement siglant, 

Tant qu'ele ne poet en avant. 

Donc chet aval e se recreit 

E la mer Tassorbist e beit 
415 E la trait aval el parfont. 10 

Li notiner, qui par mer vont, 

Ne la querent ja encontrer: 

Car c'est un grant peril de mer, 

Si fet sovent la nef perir, 
420 A qui ele poet parvenir. 15 

Iceste beste sanz dotance 
Porte mult grant signefiance. 
La mer, qui est grant e parfonde, 
Signefie cest present monde, 
425 Qui mult est malvais e amer 20 

E perillos si com la mer. 
Cil qui par la mer siglant vont, 
Signefient les bons qui sont. 



406 nefs. dromunz. C: aler. 408 Cah. dorement (agn.). 409 
undes. B: suz. CEI: sor. M: sus. I: ces. 410 ke sunt. 411 
lungement. C: longuement. EM8: longement. 412 ke ele. pot 
avant. Also en fehlt Cah. Qu'ele n'i poet sigler avant. CES: 
en a. 413 dune. & ele. B: se retreit. CE: si rechoit (E: recroit). 
I: se r. 414 Tasorbist. Cah. Hip. la s. 415 treit. al parfund. 
B umgestellt. 416 ki. Cah. par vond (sie). C: notonnier. 420 ki. 
pot. CEM: avenir. 421 [I]ceste. dutance. 422 signifiance. CE: 
senefiance. Hip. Done. 428 ki. parfunde. B: graunde. 424 munde. 
CEG: pesant. 425 ki. C: avers. E: amers. 426 come. 427 ki. 
la fehlt. CE: la. 428 ke i sunt. CE: ki (E: qui) sont. M: que i. 
I : boens. 



-~ 239 — 

Qui vont par cest moude nagant 
430 E lor nef adreit conduiant 

Par les ondes, par les tormenz 

Contre les periz e les venz. 

Ceo est a dire e a entendre: 5 

Ceo sont li bon, que entreprendre 
435 Ne poet eil ne faire neier 

Qui nes fine de guerreier. 

Parmi cest monde vont siglant 

Li prodhome lor ref menant 10 

Si dreit, que li fei adverser 
440 Ne les poet faire periller. 

La beste, dont jeo vos ai dit, 

Que par la mer sigle petit, 

Puis recreit e chet el parfont, 15 

Signefie plusors, qui sont, 
445 Qui comencent a ben ovrer, 

A servir Deu e a amer, 
• E quant il venent es periz 

Des granz aises e des deliz, 20 

Des coveitises, qui granz sont, 
450 E des boisdies de cest mont, 



429 ki. mond. CEI: noant. BM: najaunt 430 lur. Hip. 
nes. CE: conduisant. Cah. k dreit. 431 undes. turmenz. 432 
perilz. C: peris. E: perils. I: periz. 433 c'est = CEI. B: ce 
aprendre. 434 coe sunt. ki. C; qui. E: cui. 435 pot. fere 
neer. F: neyer. CES: noier. BM: naier. 436 ki. Hip. ne. 437 
mond. B: par unt ce munde vunt. 438 prodorae lur. Hip. Li 
boen prodome et naiant. 439 ke. CLS: avresier. EI: aversier. 
M : adversaire. 440 pot fere. B : feire periler. CES : faire perillier. 
M: periller faire. I: fere perillier. M hat gegen die andern Hss. 
uncorrecten Reim. 441 jo vus. 442 ke. E: nage. 443 pois. B: 
retreit. C: recroit. E: recort. M: recriet. Cah. retrait. 444 i fehlt, 
ki = 445. Hip. bien a. 447 perilz. CE : peris. 440 eises. CEM : 
aises. 449 as. ke. sunt. BCE: des. 450 as. mund. e fehlt. 
B: ki les plusurs renier funt. CEIS: renoier fönt (I: reneier). 



— 240 — 

Donc recreient de dreit nager. 
Idonc les estoet perilier 
E chair es adversitez, 
Es pecehez, es rniquitez, 
455 Qui les traient el fonz aval 5 

Dreit en la maison enfemal. 

Oaladrius est uns oisels 

Sor toz altres corteis e bek, 

Altresi blans came la ndis. 
460 Mult par est eist oisels corteis. 10 

Alcune feiz le tanoeve Tem 

El pai's de Jerusalem. 

Quant home est en grant maLadie, 

Que Tem despeire de sa vie, 
465 Donc est eist oisels aportez. 15 

Si eil deit estre confortez 

E repasser de cel malage, 

L'oisel li tome le visage 

E tret a sei Tenfermete, 
470 E s'il ne deit aveir sante, 20 

L'oisel se torne d'altre part, 

Ja ne fera vers lui regart. 



451 dreit fehlt. B: del dreit. Cah. retraient. EG: recroient 
soi. 4d2 estot. B: idunc. C£: adont I: adonc. 458 adversetes. 
C£: en aversites. 454 as. as. Hip. et. 455 kl. 456 meisoa. 
dreit fehlt. Hip. Dedenz la. CE : droit a. 457 [Klaladrius. oiseals. 
BM: Kaladrius. C: Caladricus. E: Caladrius. 458 autres curteis. 
beals. 459 autresi blanc. neifs. CE: blans. nois. 460 mat. 
oiseals curteis. Cah. parest. 461 aucone. trove. IP : Ten. CEGH : 
a la fois prent herbergement. (G: hierbegement. H: herbrege- 
ment.) : Iherusalent. CE : Iherasalem. Also die continentalen Hss. 
ändern den Reim l'em. 462 pays. 463 CGH: ancuuR a. 464 ke. 
desespeire. M: desesspoire sa. Cah. despeire = Hip. CE: & 
on despoire. 465 oiseals. 466 se. 467 CE: repasses de son. 
468 C: mostre son. 469 C: soi. E: li. 470 aver. 471 Toiseals. 
autre. CE: d'autre. Cah. s'entorne. 472 fra. CE: fera. 



- 241 — 

Or est raison que jeo vos die, 

Que cest blanc oisel signefie. 
475 D signefie sanz error 

Jesu Crist, nostre salveor, 

Qui onques neire plume n'out, 5 

Ainz fu tot blanc si com li plout: 

En lui nen out onques neirte. 
480 II meismes, qui est verite, 

Dist en l'evangile de sei: 

Li princes, dist il, vint a mei 10 

De cest mont, mes ren n'i trova 

De tot iceo que il quida: 
485 Cest a dire ren qui sen fust, 

Ou pecche chalenger peust, 

Si s'en tint mult a engigne: 15 

Car Deu ne fist onques pecche 

N'en lui ne fu onques trovee 
490 Nule tricherie provee. 

Icist verais caladrius 

Est nostre salveor Jesus, 20 

Qui vint de sa grant majeste, 

Por esgarder renfermete 



473 [0]re. reison. ke jo vus. CES: raisons. Cah. reson. 
474 ke eist. Cah. cest. 476 errur. CE: errour. 476 E: creator. 
477 ki unkes. I: pennes. 478 blancs. Der Schluss der Zeile, 
der einen Keim liefere, fällt Cahier als nichtssagend auf, wohl 
weil er ihn nicht verstanden. 479 li. unkes. C: noirte. E: 
noirete. IMP: nerte. S: fausete. Cah. nerete. 480 ki. CMP: 
verte. E: c'est Also qui est einsilbig. Cah. mSmes qui. Hip. 
Cil certes qui. 481 dit = 482. C: Je sui el pere il est en moi. 

484 coe ke. Es fehlt tot. CE: tout ice. M: icco. CEI: cuida. 

485 CO. ke soen feust. C: siens. EL: sien. MP: son. I: soen. 
P: fist. 486 CE: calengier. 487 Hip. se t. a moult enginnie. 
B: se entent. 488 kar. unkes. 489 li. unkes. 490 Cah. nul. 
B: pruvee. CE: prouvee. 491 verrai kalidrius. C: ichis oisaus. 
E: icil oisials. 492 Hip. c'est. 493 ki. 494 pur. 

Beinsch, Le Bestiaire. 16 



— 242 — 

495 Des Jueus, qu'il out tant amez 

E garniz e ainonestezy 

Tantes feiz p^uz e gariz, 

Tant honorez e cncheriz, 

E quant il vit que il morreient 5 

500 En la nonfei, ou il esteient, 

Vit lor malice e lor duresce 

E lor mal quoer e lor peresce, 

De lor esgart toma sa face; 

Par sa benigne e seinte grace 10 

505 Se toma donc envers nos genz, 

Qui esteiom las e dolenz 

Sanz fei e sanz enseignement 

En grant misere, en grant torment. 

Noz enfermetez visita, 15 

510 Noz peechez en son cors porta 

El seint fust de la croiz veraie, 

Dont li diables mult s'esmaie. 

Ensi faire le coveneit. 

Alsi com Moyses aveit 20 

515 Halce la serpent el desert, 



495 Gieus k'il. Hip. genz que. 496 B: tant guamis. C: 
& semons. P: guariz. 497 tante. E: gamis. P: garriz. 498 
bonurez. Cah. Hip .et tant cheriz (chieriz). E: tant chieris. 499 
ke. murreient. Call. Hip. falsch moreient C: i morront. 600 
CE: en cele foi. Hip. non fei. 501 lur. lur. C: durte. Cah. 
ordesce. Cah. theilt oft falsch ab, so 502 malquer. CE : maus cuers. 
503 lur esgard tunuL Hip. Adonques lor toma, was ganz dem 
8inne und Zusammenhange widerspricht 504 e fehlt. I: seintime 
douce,. Cah. fehlt „und" »= P. 505 tuma dune. nus. Cah. Hip. 
donques vers. CE: si toma adonc. 506 ke. CE: qui estoient en 
g^ans tormens (E: grant torment). B: esteums. M: estiom. I: 
estion. P: esteon. 508 miserie. CE: misere & en t (= Cah.). 
509 = 510 nos. Hip. col. 511 CE: i. saut fist en la crois veraie 
(E: dusqu^en. vraie). 513 e issi. C: car. E: ensi. Hip. Issi fere. 
514 ausi come. 515 hauce. BKMN: la. CEFGHI: le. C: cachie. 
EH: chacie* 



— 243 

Alsi coveneit en apert 
Le fiz de home estre eshalce 
E en la seinte croiz dresce, 
(Por atraire toz les boens, 
520 Qui sanz fin remaindront soens.) 5 

JDel pellican vos devom dire, 

Ou mult a raison e matire, 

N'orreiz plus bele mes oan. 

Damne Deu dist del pellican 
525 Par la boche del bon Davi, 10 

Qui de sa grace ert repleni, 

Qu'il esteit fet a lui semblable. 

Pellican est oisel mirable, 

Si habite en la region 
530 D'un fluive, qui Nilus a non. 15 

El rivage del Nil habite, 

E ceo me dit Testoire escrite, 

Qu'il en i a de deus maneres: 

Cil qui habitent es riveres 
535 Ne manguent se peisson non; 20 



516 ausi. 517 eshance. BEE3fP: femme. CGHIL: fame« 
F: ie ferne. In A entspricht das richtige home dem lateinischen 
filium hominis. 518 B: pose. C: hauchies. EGHP: haucie. F: 
drecie. M: pene. 519 pur atreire tuz. P: acreire. 520 ki. remain- 
drant. 519—520 fehlen Cah. u. Hip. Die beiden siebensilbigen Verse 
können, ohne den Zusammenhang zu stören, wegbleiben ; schon der 
Keim erweist sie, von den andern Hss. abgesehen, als verdächtig. 
521 [D}el. 522 reison. Q: Mult j a. 523 n'orrez. B: cest an. 
CF: mais plus bele aventure (F: biele auuan). EM: mais avaan 
(M: ovant). H: owan. GS: awan. IL: oan. Cah. 4 un an. 524 C 
fogt eine Zeile hinzu : parole bele & avenant. 525 buche. Cah. le 
voche. 526 ki. fu. Hip. fii empli. C: raempli. E: raemplis. 
527 k'il. Cah. Que il s'ert. C: a moi. 530 fluvie ke. ad nun. 
Hip. Del fleuve. C: flueve. Niilis. 531 BM: de. C: de la abite. 
E: dou. 532 coe. dist. Hip. Issi me. B: Testorie. C: Testore. 
583 k'il i ad. CE: qu'ü en i a. 534 ki. Cah. en =» BCE. 535 
C: mengoient. 

16* 



— 244 — 

Cil qui ne manguönt peisson, 

Habitent en la desertine 

E ne manguänt fors vermine. 

Del pelliean est grant merveille: 
540 Car onques nule mere oeille 5 

N'ama tant son petit aignel 

Com il fet son petit oisel. 

Quant ses pulcinez a esclos, 

En eis norrir e char e os 
545 Met tote sa peine e sa eure. 10 

Mes mult fet male liorreture: 

Car quant il sont cr^uz e granz 

E alques sages e puissanz, 

Si becchent lor peres el vis 
550 E tant lor sont fels e eschis, 15 

Que lor peres de fin coroz 

Les occient e tuent toz. 

AI terz jor vent li pere a eis, 

Si le commoet pitez e dels. 
555 Tant les aime d'anior parfite, 20 



536 ke. pas p. 538 E: si ne. 540 kar unkes. owaille. B: 
öaile. C: jovene oeille E: Jone oueille. M: ovielle. 542 cnm. 
548 pucins ad. C: poucliines. E: poucines. M: pucieus. I: pou- 
cinez. Cah. pusiufes. 544 eus. C: norir met. 545 Das zweite sa 
fehlt. CEM: & sa. 546 mut. nureture. Cahier setzt noritore = 
61eve und vergleicht l'eleve des bestiaux. Aber das Wort bedeutet 
Gedeihen , Wachsthum , hier Brut Der Pelikan , der auf die Er- 
nährung seiner Jungen Mühe und Sorge verwendet, schafft (sich) 
eine sehr schlechte Brut; denn wenn sie gross sind, hacken sie 
ihren Eltern ins Gesicht. 547 kar. sunt. Hip. norriz et. 548 aukes. 
poisanz. B: pesaunt. C: puissant. 549 bekkent. B: becchent. 
CEI: bechent. KM: bekent. E: pere ens ou pis. Cah. S'il. es, 
550 lur sunt, eschifs. BE: eschis. C: cuitis. 551 ke lur. Hip. 
pere. corroz. B:. fine coruz. CE: courous. 552 ocient. Hip. ocit 
et les tue. C: ochist. E: ocist. 553 Cah. lor. B: lur. 554 doels. 
Cah. pitels et duels. Hip. Si les quenoist pitie a d^eus. B: pite de 
eus. C: pities & dieus. E: diels. 555 d'amur. Hip. parfeite. 



— 245 ~- 

Que donc revent, si les visite. 
Od son bec perce son coste, 
Tant qu'il en a del sanc oste. 
De cel sanc, qui de lui ist fors, 
560 Lors remeine la vie es cors 5 

De ses pulcins, n'en dotez mie^ 
E en tel sens les vivifie. 

feeignors, or oez que ceo monte. 

Ja entendriez vos un conte 
565 D'Arthur ou de Charle ou d'Oger. 10 

Ci a a beivre e a manger 

A Talme de chescun feeil, 

Qui voelt aveir de Deu conseil. 

Deus est le verai pellican, 
570 Qui por nos traist peine e ahan. 15 

Oöz qu'il dist en prophecie 

Par le bon prophete Ysaie: 

J'engendrai, fet damne Deu, fiz; 

Quant les oi creuz e norriz, 
575 II me despistrent e hairent 20 

E mes comandemenz desfirent. 

Certes, seignors, c'est verite. 



556 ke. Cah. dont vent et si. 557 bek. 558 k'il. C: c'adont. 
E; qu'adonc. 559 del. ke. C: de cel. E: ce. Cah. de iloc. 
Hip. d'ilec. 560 lors fehlt, il ist als überflüssig gestrichen. G: 
lors ramaine la. 561 pucins. dutez. Hip. A ses. 562 sen. e fehlt. 
C: lor rent la vie. Cah. Ramaine il. as. FI: el. L: es. 5613 
[S]eignors ore. ke coe. CE: oies. 565 de. de. C: d'Artu. EL: 
d' Artus. IKM: d'Artur. CEI: d'Ogier. I: Challe. 566 ad. Cah. 
Cü. 567 chescon. B: faeil. CEKM: feel. 568 ki vot aver. 569 
verrai- CE: pellicans. 570 ke pur. treit. CEK: traist. BM: han. 
K: hain. CE: ahans. 571 k'il. el (= BM). C: en. EIK: la p. 
573 jo. damne fehlt. Hip. Je engendre. B : dampnedeu. C : dame- 
diex fix. 574 nurriz.. 575 CE: despirent. 576 defirent. C: des- 
• dirent. E: desfirent. 



— 246 — 

C'est la veraie auctorite: 

NoB somes ses fiz e pigons^ 
580 Qui come malvais e felons 

Nostre seignor el vis ferimes, 

Quant nos pardevant lui servimes 5 

A sa creature meint jor 

E nent a lui com creator: 
585 Plenerement le reniames^ 

Quant perreB e fustz aorames. 

Por ceo a noB se coroga^ 10 

Si nos guerpi e nos cha9a 

En la main al cruel felon. 
590 Por noz pecchez mort esteiom. 

Quant al pere pite en prist^ 

Nostre salveor Jesu Crist, 15 

Son eher fiz enveia en terre, 

Por faire pes de nostre guerre. 
595 Deu devint hom por noz pecchez, 

Circumcis fu e baptizez 

E por nostre salvation 20 

Soffri torment e passion: 



578 verai. CE: vraie. 579 sumes. B: pijons. M: piguns. 
C: si faon. E: si poon. Cah. pignons. Hip. giebt als Var. ses 
poons. 580 ke. malveis. 581 E : ferismes. 582 nus. li. C : yenimes. 
E: seryismes. 583 Hip. la criature. 584 passant. O: Nient en 
lui no creatour. E: & vient ou lieu no c. M: uent a lui c. 
Oah. neient a lui creator. Hip. Qui toz nos trest a desennor. 
585 reneames. C : renoiasmes. I : reneiames. 586 peres. B : perres. 
C: fiis. I: fdz. Cah. fut, in Anmerk. fust? Derselbe ist im Zweifel, 
ob Anbetung von Holz oder Feuer gemeint ist. 587 pur eoe. nus. 
B: coruscat. C: couroucha. I: o. 589 B: culvert. C: «rueus. 
590 pur. pechez mortz. Cah. bemerkt zu estSom, dass die Bauern 
d«r Umgegend von Paris noch j'^tiomes sagen. 592 Qiesu. Hip. 
Nostre verai Deu. 593 filz. 594 pur fere. C: pour ftdre pais. 
ceste. 595 hoem. nos pechez. B: home. CD: hom. 596 C: cir- 
conchis. D: circumsiz. 597 pur. salvacion. 598 sufiri mort. Cah. 
Soffrit il mort. B: turment. I: torment. ' 



- 247 — 

Prendre se lessa e tenir, 
600 Lier, bender e escopir 

E en la seinte croiz pener 

E od espines coroner 

E cloficher en pez e meine. 5 

Li salveres de pite pleina 
605 Se lessa ferir el coste, 

Si savom ben par rerite, 

Que sanc e ewe s'en issi. 

Par cel sanc somes nos gari: 10 

Cel seint sanc nos rechata vie 
610 E nos osta de la baillie 

AI felon, qui a non Sathan. 

Den, qui est verai pellican, 

Nös raienst en ceste manere 15 

Come la gent, qu'il out mult chere; 

615 Ur dirrom del niticorace, 

Un oisel de malvaise estrace, 

Freseie a non en dreit romanz. 

Cist oisels est orz e puanz; 20 

De jor ne de soleil n'a eure. 
620 To2 jors est tele sa nature. 



599 C: pendre. 603 cloufieher e. B: clousficher. C: claus- 
fichier en. DM: dofichier. Hip. et piez. 604 P: de la Uoee 
n'est pas del maias. 606 pur. BI: de. CD: par. 607 ke. ea. 
Hip. li sanc. Teve en. C: »'en. D: ansemble. 608 sume§* D: 
. tuit guari. I: cest. 609 nos fehlt I: Gest O: retraist a v. D: 
fu nostre rechataille. I: rachata. 611 ki. nun. 612 kl. verrai. 
613 remist. Cah. rameint. O: raienst. D: raient. K: raent I: 
itel. Gallier druckt nach dem Pelikan (VI) das Wiesel (XXVII). 
6U k'iL 615 [0]re. Cah. dirrai. BK: nicücoraee. C: Tuni- 
corache. D : nuticoraoe. I : nicorace. L : nitichorace. 616 malveis. 
Hip. D'un. D: malvaise trace. 617 ad. CMI: fresaie. C: a a non 
enrounums. D: fresoie. Q: Fresaje. 618 oiseals. ordz. 619 n'ad. 
Hip. et 620 jorz. tele = Cah. Hip. 



— 248 — 

Nuit e tenebres aime ades, 

Ben est semblant qu'il est malves. 

Xin cest oisel sont figure 

Li fals Jueu maläure, 
625 Qui ne voldrent Deu esgarder, 5 

Quant il vint §a, por nos salver. 

De Deu, qui est verai soleil, 

Ne voldrent creire le conseil, 

Ainz le refuserent partot 
630 E contre lui ftirent de bot 10 

E tot plenerement diseient, 

Que nul rei fors Cesar n'aveient. 

Done se mustra Deus a nos genz, 

Qui esteiom las e dolenz, 
635 En tenebrose region, 15 

En l'ombre de mort seeiom, 

Quant la lumere nos nasqui, 

Qui de la seinte virgne eissi. 

Idonc fumes enluminez, 
640 Done fu li termes afinez 20 

De la peine, de la dolor, 

Qui nos aveit tenu meint jor. 



622 k'il. malveis. Hip. sert mauves. C: bien samble que 
il soit malvais. D: c'en. 623 nE]n. sunt. 624 faus Gyeu. Cah. 
fols Gieu. Hip. felon Jeve. 625 ki. voudrent. B: voleient. C: 
voelent. D: vodront. Cah. [k] Deu entendre. I: aourer: sauver. 
626 pur nus. Es fehlt ca. B: quant cajus. C: cha. D: ca, I: 
il viot ca. Cah. raendre. KL fehlt ca. 627 ki. veirai. C: li 
vrais solaus. 628 vodreient. le fehlt. Cah. voleient. C: voelent. 
les consaus. 629 partut. 630 encuntre.li. de but. DM: de bot. 
CE: de bout Cah. Hip. Encontre. 631 tut. Hip. planiement. 
E: trestout plainnement. 632 ke. C: dieu. 633 deu. nus. Hip. 
monstra. 634 ki. CE; qui estoient. 636 do. Cah. Hip. seion. 
CE: estion. 637 nus. 638 ke. BCDEM: issi. Hip. essi. 641 e 
de. 642 ke. out. B: aveit. C: avons. E: auiens steht unter auoit 



— 249 — 

Devant ceo esteiom nos tristre, 

De nos dist Deu par le psalmistre 
645 Davi, qui tant fo ben de lui: 

Li poeples, que jo ne conui, 

Fet nostre sires, me servi 5 

E en oiance m'obei, 

E fiz estranges me mentirent 
650 E clocherent e enveillirent. 

Por ceo veilHrent e clocherent, 

Que mes comandemenz lesserent. 10 

Li Jueu sont en obscurte 

Ne veient pas la verite: 
655 Les tenebres amerent plus 

Que le verai soleil la sus. 

Lii aigles est reis des oisels. 15 

Quant velz est, si devent novels 
Par mult merveillose nature. 
660 Une fontaine clere e pure, 



643 coe. 644 nus dit. salmistre. B: psaumistre. C: sau- 
mistre. D: psalmistre. E: psalmiste. 645 David ki. BCDM: 
Davi. 646 ke jo. Hip. Le pueple dist me quenui. 648 me. CE: 
orison. D: lionorance. 649 CE: & eil eslrange. D: & mes filz 
me tormenterent. Hip. Et eil qui pas ne me servirent 650 clou- 
ficherent'& envilirent. Hip. Clochierent et si enviellirent. B: 
clochierent. enveillierent. D : avilerent CE : & mes commandemens 
desdirent (E : despirent). Die Stelle ist von den meisten Schreibern 
nicht verstanden worden. 651 pur coe me lierent e clouficherent. 
B: yeillierent. clochierent. D: avilerent. endosserent. CE: & ce 
(C: cou) que je (C: jou) dis abaissierent M: por co envilirent e 
choficherent K: enveillirent S: enviellirent. clocirent. Cah. en- 
veillirent Hip. enviellirent clochierent 652 ke. CE: &. 653 
Gyeu sunt Cah. oscurit^. BCD: oscurte. 654 B: point de la 
clarte. CE: car il laissierent la clarte. Zu obscurte bildet clarte 
. einen besseren Gegensatz. 655 aiment CE: amerent 656 vera. 
B: veir. CES: vrai. D: voir. M: verrai. 657 [L]i. oiseals. 
658 noveals. B: veilz. C: viex. D: viaus. E: viels. Q: veil. 
Cah. Quant volt si devenir novels. 659 mut merveilluse. 660 
fontaigne. 



— 250 — 

Ou Tewe »ort vive e boillant, 

Quant li soleiz eat der raiant, 

Cerche li aigles, quant est velz 

E luult a obscurciz ses elz 
665 E chescune ele greve e veine. 5 

En Tair desus cele fontaine 

Comence mult halt a monter 

Contre le soleil raiant der. 

Quant la sus vent en la chalor, 
670 Ses elz afiche en la luor 10 

Del soleil e tant i esgarde, 

Qu'avis li est que trestot arde. 

Iloec en cele ardor esprent 

Ses elz; ses eles ensement, 
675 Puis descent jus en la fontaine, 15 

La ou Tewe est plus vive e saine, 

Si se plonge e baigne treis feiz, 

Tant que il est, ben le sachez, 

Tot freis e tot renovelez 
680 E de sa veillesce sanez. 20 



661 Cah. seit » Hip. C: Tiave. DE: Vaigae. 662 soleilz. 
plus der (*» Cah.). Hip. plus clerc (vorher solel ohne AitiM). 
' €: plus raians. 663 mut est reilz. Cah. veuz. Hip. viele. 664 
enoscuri. B: oilz. C: iex. E: iels (== Cah.). 8: ieus. C; os- 
cnrchis. Hip. Quant li sont oscuri les euz. 665 chescone hele. 
BS: grieve. CE: grief. Hip. li grieve. Hippeau^s UefoersetBung 
der vier letzten Worte (= lui p^se inutile) ist sehr nniB^enau. 666 
Teir. fonteigne. Hip. lair. 667 haut. 668 ke raie (Cah. qui r). 
Hip. solel haut et c C£: raiant &. D: qui luist. 671 Hip. De. 

672 k'avis. ke. Hip. Que vis. C: que li sanle. D: qu^aviz que. 

673 cel arduT s'esprent. BD: esprent Hip. Ilec cel. 674 heles. 
675 decent. fontaigne. 676 CE: & clere &. B: le ewe. C: Tiave. 
DE: Taigue. S: ele. Cah. U lewe est plus v. et plus s. Hip. 
ele. clere. 677 plunge. si fehlt. CE: si se plonge. 678 k'il. 
CES : sachois. D : sachoiz. Hip. quHl. bien ice sachiez. 679 Cah. 
freiz. Hip. frez. B: fraiz. CE: £res. 680 B: veilesce. C6: viel- 
leche. DE: viellesce. Hip. viellece. 



— 251 — 

Tant a Taigle clere väue: 
S'il ert si halt com une nue 
La desus en cel air roanty 
Si veit il le peisson noant 
685 Soz lui el fluive ou en la mer. , 5 

Donc descent por lui encombrer : 
A lui se Joint e tant estrive, 
Que par force le trait a rive. 

Une altre manere a estrange: 
690 Car qui de ses oes fereit change 10 

E en son ni altres meist, 

Si qu'il nel saust ne veüst, 

Quant li pigon serreient grant, 

Aineeis qu'il fussent ben volant, 
695 Les portereit la öus en l'air 15 

Contre le rai, contre Tesclair 

Del soleil, quant melz raiereit 

Celui qui ben esgardereit 

Le rai del soleil, sanz ciller, 
700 Amereit il e tendreit cber, 20 

E celui qui n'avreit vigor 



681 ad li aigles. Hip. Tegle. 682 com. Hip. en haat comme 
la. CDE6: est. Cafa. iert. 683 laaus. eir. B: roaimt. CE: raiant 
Cak. La sns. 665 en fluvie. la fehlt (» Gah.). 686 pur li. 688 
ke. treit Hip. de r. 689 [Ujne. ad. 690 kar ki. oefii freit 
eschange. C: encange. D: feist change. £: escange. S: cange. 
691 D: nif. £: nit C: mesist 692 k'il. nel y. Cah. ne ne 
(s= Hip., der s'eust schreibi;). 698 Cah. puein (»» BM). Hip. poncln. 
C: poochin. £: pouein. 694 k'il. B: ainz ke. C: anchois qull. 

695 porterent Teir (^= Cah.). D: Tart. Eine ebenso blödsiiinige 
Lesart hat D in der Zeile vorher desinanti CE: Tair: Tesclair. 

696 ciel. Tescleir. B: soleil. CDE: rai. 697 B: e quant le soleil 
menz raereit. C: mix. 698 ki. B: meuz. E: miex. 699 C 
ändert: ameroit il & tenroit cfaier | <& garderoit molt voientiers. 
B: cillier. D: cliner. E: clugnier. M: cilier. Hip. dinier. 701 
ki. Cah. A c B: de. 



— 252 — 

D'esgarder contre la luor, 
Com avoltre le guerpireit, 
Ja puls ne s'en entremettreit 

705 Li'aigle, qui si se renovele, 

Nos done essample bone e bele: 5 

Car altresi devreit ovrer 

Home, qui voelt renoveler 

Son vel vestement, seit Paen 
710 Ou seit Jueu ou Crestien. 

Quant li oil de son quoer serreient 10 

Si aombre, qu'il ne porreient 

Veeir la salvete certeine, 

Donc devreit querre la fonteine, 
715 Qui est esperitable e vive: 

C'est le baptesme, qui avive 15 

Trestoz cels que il seintifie. 

De ceo trai jeo a garantie 

L'evangile, ou jeo truis escrit, 
720 Que eil qui d'ewe e d'esperit 

Ne serreit si seintifiez, T 20 



702 C: de garder. 708 come. 704 pus. Cah. plus. C: li 
resgarderoit. CE: puis. Hip. £t d^entor lui le jetereit 705 
fLlaigle ke. C: ensi r. 706 E: molt tres bele. 707 kar autres. 
708 hoem ki. BD: home. C: li homs. E: hom. 709 veil (= B). 
D: viel (= Cah.). DE: ancien (= Cah.). C: anchien. Hip. Son 
mauves estat ancien. 710 Gyu ou seit. C ändert: soit jovenes 
ou soit anchien. Hip. Seit jeve ou seit c< 712 k'il. CE: em- 
(E: en)combre. D: oscurci. Hip. verreient. CE: verroient. D: 
porroient. 713 veer. la fehlt. Hip. Voie ne verite certeine. BCE: 
voie (B: veie) ne sauvete. D: veir. 714 C: doivent. 715 ki. es- 
peritale. CE: esperitable yie. D: espirital. 716 coe. le fehlt 
CE: c^est li bautesmes (E: baptesmes) qui a vie. 717 ke. C: 
traist tous chiax. D: qui sont en vie. E: trestous cials. 718 coe. 
trei jo. guarantie. 719 Teuvangile. troef. jeo fehlt. B: troes. 
. CE : . trovons. L: truis. 720 ke. ke de.. 721 seintefiez. Cah. Hip. 
einz seintefiez. C: saintefies. 



\ 



— 253 — 

Qu'il ne fast renez e purgez, 

Ne porreit en nule guise estre, 

Qu'il entrast el regne celestre. 
725 Qui en ceste fontaine clere 

Est baptize el non del pere, 

Del fiz e del seint esperit, 

Seurement sanz contredit 

Porra veeir e esgarder 
730 Le veir soleil, qui raie der: 

C'est Jesu Crist, li dolz, li pis. 1 ) 10 

Qui en lui a son esgart mis, / . 

En Fesgarder se renovele 

Altresi come fet Toisele 
735 En Taltre soleil que eil fist, 

Qui toz les elemenz assist 15 

E qui crea trestot cest mont 

E totes les choses qui sont. 

Un oisel, qui a non fenis, 
740 Habite en Ynde, ou est toz dis, 

Aillors nel soelt Tem pas trover. 20 

Cist oisels est toz dis sanz per: 
Car ja nen ert fors un ensemble 



722 k'il en. C: qu'il fuissent digne & purgies. E: qu'il 
i^oient sane & purgie. Hip. n'en. D: espurgez. 723 C: porront. 
724 k'il. C: qu'entraissent. E: qu'il entrent. 725 ki. fontaine. 
727 esperiz. CDE: fil. 728 contrediz. Hip. Icelui tot sanz. 729 
veer (= Cah. Hip.). 730 solail ki. CE: vrai (Cah. verai). 731 
Ihesu. doz. Cah. piz. C: pix. E: pieus Ihesu Cris. 732 ki. ad. 
esgard. 734 autresi com. Cah. li o. D: li aigle. 735 ke. 736 
ke. asist. D: elimens fit assist L: alemanz. 737 ki cria. mund. 
738 ke i sunt. 737—738 fehlen Cah. u. Hip. 739 [U]n. ki ad. 
Hip. fenix. C: D'un. 740 & est tut dis. C: qui maint. Hip. 
Inde e maint. 741 B: set. C: aieut. D: sout. Hip. seut Ten. 
Cah. sot 742 oiseals. tut dis. 743 kar. Hip. Que ne nest fors 
un seul. Nach Hip. würde nur ein Phönix jedes Mal gehören. 
B: asemhle. 



— 254 — 

Ne nul altre ne ii resemble 
745 De tel estat, de tel manere. 

De tel semblant e de tel ehere. 

Quant eine cenz anz sont acompli, 

Donc li semble qu'il est veilli, 5 

Si se eharge d'espices oberes, 
750 Bones e de plusors maneres; 

De la desertine s'en völe 

En la cite de Leopole. 

A un prestre de la cite 10 

Est aeointe par verite 
755 Par alcun signe ou altrement 

De cest oisel l'avenement, 

E quant il set qu'il deit venir, 

Si fet reims de sarment cuiUir 15 

E Her en un fesselet 
760 E sor un bei alter les met, 

Qui a cel oes est adenti. 



744 Ne fehlt B: treis cent aunz dure ce me uemble. C: 
•V. C. ans dure si com moi samble. D : .V. C. anz vit bien ce. 
Cah. Cinc cens ans vit ce me s. Hip. Cinc cenz anz dure. 745 de 
un. de une. Cah. Hip. D'un. d'une. 746 tele, e fehlt. BCD: 
a bon. Cah. A bon s. a bonne (Hip. boen. boene). 747 sunt. 
Hip. acoupliz. B: treis cent. CD: .V. C. ans (D: ainz). 748 
k'il. B: enveiliz. Cah. qu'est envielliz. Hip. se semble trop en- 
vielliz. 749 d'especes (= Cah.). C; garge des pecos chiere. D: 

?ierrez. S: d'espices. Hip. charche. 751 envole. BC: s'en vole. 
52 BD: Neopole. C: Loepole. GH: Leopole. I: Leupole. 753 
un p. a en la. B: a un prestre est aeointe | ke meint iloc en la 
cite. 754 pur. I: Acostume por v. 755 Hip. set veirement. 757 
k'il. 758 saremenz. BC: sarment. D: serment (am Rande fanol). 
Cah. coillir. Hip. fanol quellir. 759 CDK: faisselet. 760 sur un 
mult beal vesselet. BCD; autel (= Hip.) le met. KN: auter (= 
Cah.). 761 ke. C: por l'oisel est ilueques mis. D: qui a cest 
oysel est establi. Hip. L'oisel si com je vos di | C^archie d'espices 
vient a lui | Quant il veut avenir au leu. 



— 255 — 

E li oisels, si com jeo di, 

Chargez d'espices vent al leu. 

Od 8on bec älume le feu: 
765 Car tant fert sor la perre dure, 

Que feus en salt par aventure, 5 

Qui mult tost avive e esprent 

Es espices e el sarment. 

Quant li feus est cler e ardent, 
770 Si se met enz demeintenant 

E s'art tot en puldre e en cendre. 10 

Ddnc vent li prestres por aprendre, 

Coment la bosoigne est alee: 

La cendre troeve amoncelee. 
775 Donc la depart tot suavet, 

Tant que dedenz troeve un vermet, 15 

Qui done assez meillor odor 

Qiie rose ne nule altre flor. 

Li prestres Tendemain revent, 
780 Por veeir, coment se content. 

L'oisel, qui est ja figure, 20 

AI terz jor est oisel forme, 

Si a quanqu'il i deit aveir. 



762 oiseils. cum jo. 763 charges d'especes. B: de especes. 
C: carchies. D: pierez. L: espices. I: quant il veut avenir au 
leu. 764 son (für le). 765 kar. sur. pere. C: & t 766 ke = 
767. Hip: alume = BG. 768 e es especes (== Cah.). sarement. 
C: & espices & en. D: a sez pies le mest el Ferment G: des 
pises & dou sairement. 771 si se. pudre. toi fehlt Hip. Si s'art. 
C: si s'art lues en pore. 773 Cah. hosoinne. Hip. besoigne. 
775 departe. BGS: depart B: suavee. C; souavet 776 ke. 
777 ke. asez. 778 ke. nul (= Cah.). Hip. ne que nule f. C: 
nule. D: nulle. 779 revient. Cah. le 1. vent. 780 pur veer. 
781 li. ke. BC: la. C: figures. D: defigure. Hip. ja est 782 
ja oisel fiirme. Hip. clame. C: oisiai formes. D: Toysel. E 
setzt erst mit V. 783 wieder ein. 783 si k'il ad quanke. Cah. si 
qu'il ad. 



— 256 — 

AI prestre s'encline por veir, 
785 Puis s'en tome lez e joianz 

Ne revent devant eine cenz anz. 

htn eest oisel devez entendre 

Nostre seignor, qui volt deseendre 5 

Qajus por nostre salvement. 
790 De bones odors finement 

Fu ehargez, quant en terre vint 

Por les prisons, que enfer tint 

En Talter de la eroiz sacree, 10 

Qui tant est dolce e savoree, 
795 Fu sacrefiez eist oisels, 

Qui al terz jor resorst novels. 

Mes plusors ne voelent pas ereire, 

Que la chose seit issi veire, 15 

Si ont grant tort, ceo m'est avis. 
800 Quant Toisel, qui a non fenis, 

Se demet e se mortefie 

E al terz jor reprent sa vie, 

Mult est a ereire plus leger 20 

De Deu, qui tot a a juger, 



784 chapelein encline pur. E: crie. Cah. Hip. chapelein 
(chapelain) cline. 785 Hip. liez. 786 B: treis cent. CDE: .V. C. 
N: .D. anz. Hip. revien. 787 [E]n. Cah. Por cel. 788 ki. de- 
cendre. 789 pur. Cah. Hip. Ca jus. 790 E : vraiement. 792 pur. 
ke. 793 l'auter. 794 ke. doce. honuree. B: aoree (= Hip.). 
CS: aouree. DE: honoree. Cah. onoree. Aber savoree ist ge- 
sichert durch V. 2007, wo dieselbe Verbindung. 795 oiseals. Hip. 
Fu sacrifice est oiseaus, was keinen Sinn giebt. 796 ke. resurst 
noveals. Cah. resurt. Hip. resort. 797 nel volent. pas fehlt. 
Cah. ne le volent c. Hip. crerre. 798 ke. est. Cah. füt Hip. 
fust. 799 unt. coe. 800 ke ad nun. 801 D: se devient & de 
mort & vie (charakteristisch für D). 802 CE : revient a. 803 Hip, 
creirre. 804 ke. ad. 



- 257 — 

805 Ceo que il dist en son sermon, 

Ou ren n'$, si verite non. 

Ceo dist eil qui est verite: 

Jeo ai, dist il, la poeste 

De poser m'alme e de reprendre. 5 

810 Veir dist il, veir nos fist entendre, 

Sil devom oi'r e retraire: 

Jeo ne vinc pas, dist il, desfaire 

La lei, ainz la vInc acomplir 

E assommer e aemplir. 10 

815 Issi ert le sage escrivein 

El regne del cel soverein, 

Qui de son tresor met avant 

Come proz e come savant 

Les velz choses e les noveles, 15 

820 Qui ensemble sont bones e beles. 

-Lia hupe est im oisel vilein: 
Son ni n'est pas corteis ne sein, 
Ainz est fet de tai e d'ordure. 
Mes mult sont de bone natiire 20 

825 Li oiselet, qui de li issent: 

Car quant lor peres enveillissent, 
Qu'il ont perdu tot lor poeir 



805 coe k'il. Cah. Et ceo qu'il dit. 806 n'ad. 807 coe. ki. 
Cah. dit. 808 jo. 809 ma. Hip. m'ame. 810 Cah. disfet. '811 
Bi le. retreire. Hip. Cil devon. 812 jo. desfeire. Cah. vint. dit. 
813 le. C: voel. E: viiig. Cah. vint. 814 assummer. C: chi 
doit Tessample fenir. 815 del. Cahier führt öfter nfz. Formen ein, 
so ecrivain. 816 Hip. Del reigne de ciel. 817 ki. 818 come 
preuz. D: prouz. sachant. F: preus. Hip. vallant. Bei Cah. 
fehlt 818 ganz, was er übersehen. 819 B: veillcs. D: vilz. 
F: vies. I: viez. K: viels. Cah. novels. 820 k' ensemble sunt. 
Cah. bons. bels. 821 [L]a. 822 curteis. 824 mut sunt. 825 ke. 
lui. C: oiselon. D: oysellet. E: oiseillon. Hip. Les oiselez. 
d'ele. 826 D: parenz. 827 k'il unt. Hip. Qui. 

Beinsch, Le Bestiaire. 17 



— 258 — 

E de voler e de veeir, 

Donques les socorent lor fiz. 
880 Quant les veient si enveilliz, 

Si lor esracent od lor bes 

Les veilles plumes tot ades. 5 

Puis les eschalfent dolcement 

E les coevrent tot ensement 
835 Come eil firent eis aineeis, 

Tant que il sont gariz e freis 

E resclarcies lor vöues 10 

E lor penes ben revenues. 

Quant il les ont issi gariz, 
840 Ben lor poänt dire lor fiz : 

Bei pere, bele mere chere, - 

Altresi e en tel manere 15 

Come vos mei'stes grant eure 

En nos e nostre norreture, 
845 Por gueredon de tel servise 

La r'avom nos or en vos mise 

E rendu bonte por bonte, 20 

Si qu'il n'i a ren mesconte. 

feeignors, quant ceste creature, 
850 Qui sanz raison est par natur^ 



828 Cah. vuer. 829 donc. sucorent lur filz. Hip. norrissent. 
C: donques vont entour ^us. E: conjoissent. 831 e si racent. 
lur becs. CDE : esrachent (== Cah. Hip.). H : enragent 833 pus. 
eschaufent docement. 834 covent (= Cah. Hip.). C: keuvent. D: 
couvent E: cuevrent. 835 eus. enceis. B: ainz ce». C: anchois. 
D: ansoiz. E: ancoiz. Cah. tot (od?) eis. 836 k'il sunt. Cah. 
fireiz, Hip. fireis, beide: qu'il sunt tot. 837 resclarzies. Cah. 
reclarziez. 838 lur. CE: plumes. 840 lur. lur filz. Cah. poeient. 
Hip. puent. 841 beal. 842 Hip. autresi en cele. 848 Cah. cum. 
mult grant. Hip. meites. 844 e en. noreture. Cah. Hip. en nostre. 
845 pur. CE: en guerredon. 846 le. ore. Cah. li. 847 pur. 848 
k'il. ad. mescunte. 849 [Sjeignors. Bei Hip. fehlt quant, hat icest 
eriature. 850 ke. reison. Hip. Est sanz reson mes p. 



— 259 - 

Oevre en tel sens com dit vos ai, 
Mult poet hpm estre en grant esmai, 
Qui tote la raison entent 
E de sei garde ne se prent. 

855 Alias, tant fu ne a male ore 5 

Qui pere e mere deshonore, 
Quant il les veit devant ses elz 
Malades e fredles e velz 
E si n'en prent garde ne eure ! 

860 Mult 6st de malvaiserhature 10 

Home, qui descretion set 
E son pere e sa mere het 
E les maldit mult a grant tort. 
Morir l'estoet de male mort: 

865 Car Deu comanda en la lei, 15 

Que nos devom tenir en fei, 
Qu'om pere e mere honorast 
E qu'om les servist e gardast 
E pramist que de mort morreit 

870 Qui pere ou mere maldireit. 20 

fealomon dist al perescos, 
Que se il voelt estre rescos 
De malvaiste e de peresee, 



851 OTT©, sen. D: grant eure met. 852 mut. Hip. deit 
estre home. CE: devons: entendons. 853 ki. reison. 854 de coe. 
Hip. de sei. 855 mal höre. C; halas. E: ha. las. D: helaz. 
CE: est. Cah. mal ore. Hip. en male höre. 866 ki. CE: &. 
858 viel«. B: freiles. C: frailes. D: flebez. E: foibles. Cah. 
freslez. Hip. fiebles. 860 malveise. 861 ke descrescion. CE: 
discretion. E: seit: heit. 863 mut Hip. a moult. 864 Testoit. 
865 kar. ley. 866 ke nus devüm. Cah. garder. 867 ke Fem. 
honurast. B: Tom. C: & qui. Cah. Hip. Que Tem 0'en). Hip. 
ennorast. — Oder: Que Tem. onorast? 868 ke Tem. B: ke hom. 
CD: on. Cah. k'em. Hip. Que Ten. amast 869 ke. 870 ki. Hip. 
et 871 [S]alomon. E: as pecheours. 872 ke. 873 malreiste. 

17* 



- - 260 — 

Qu'il prenge garde a la proesce 
875 Del formi, qui est si petiz. 

Sages e proz est li formiz, 

Qui se porveit el tens d'este, 

Si qu'en iver en a plente, 5 

E nule altre beste nel fet. 
880 Quant il issent de lor recet, 

Si vont mult ordeneement 

L'un avant Taltre belement, 

Tant qu'il venent al ble mäur, 10 

La ou il est forme e dur, 
885 E quant il sont venuz al grein, 

De ceo seiez trestot certein, 

Par Todor del chalme desoz 

Sevent conoistre, tant sont proz, 15 

Se c'est orge, segle ou furment. 
890 Se orge ou segle est finement, 

Le guerpissent e avant vont, 

Tant que al furment venu sont. 

Donc montent amont a l'espi. 20 

Quant s'en sont charge e garni, 
895 A lor recet toment arrere 



874 k'il. prouesce. E: prengne. Hip. Si p. 875 kL Cah. 
si est. Hip. tant est. C : pensis. 876 preuz. Cah. pruz. Hip. prouz. 
877 ki. C: qu'il. Cah. Hip. Si se. 878 k'en yver ad tote, si fehlt. 
Cah. Qu en ivern ad tote p. Hip. aap. 879 Cah. Hip. niü. 880 
lur. B: reseit. CS: rechet. E: rechest. 881 mut. 883 k'il. B: 
maior. CDEIS: meur. Cah. major. 884 formez. E: drus. Cah. 
dor, ist in Zweifel, ob er d'or oder dor schreiben soll. 885 sunt. 
886 coe. mut. Cah. tres ben. Hip. trestuit. 887 chaume. Cah. 
desuz: pruz. C: des chaisnes. E dou festu. H: chaine. 888 sunt. 
889 si. CE: se. C: soile. E: soiles. I: seigle o aveine. CD: 
forraent. E: froument. Cah. froment. 890 Cah. ensement. I: tot 
par lor nature demaine, was Hip. mit domesticus = leur nature 
propre erklärt. 892 k'al. 893 muntent. l'espy. Cah. en. 894 
Charge se s. Cah. Hip. se. 895 arere. CS: ariere. DE: arriere. 
Hip. par une meisme chariere. 



— 261 — 

Belement tote la charrere. 

Trestote jor venent e vont. 

E savez que H venant fönt, 

Quant il encontrent les chargez? 
900 Ne dient pas, ben le sachez: 5 

Donez nos de vostre furment, 

Ainceis tenent mult sagement 

La trace, que eil sont venu, 

Tant qu'a cel leu sont avenu, 
905 Ou li altre se sont trosse, 10 

Puis se retrossent de cel ble. 

Donc s'en revenent tot charge. 

Plus sont cointe e vezie 

Que les foles virgnes ne furent: 
910 Car quant as noeces entrer durent, 15 

Si furent lor vessel tot vui 

E ren n'orent en lor estui. 

Les eine sages garnies erent, 

Les eine foles lor demanderent 
915 De lor oille, mes point nen orent. 20 

Onques tant prier nes en porent. 

Ultreement lor en faillirent 

E pleinement lor respondirent, 



89t7 trestot en. B : trestut le. CE : trestoute jor. Cah. Hip. 
trestote. 898 ke. veant. Hip. les oisous. 903 ke. sunt. Hip. 
Le ehemin. il. 904 k'al. seient. C: acoru. Cah. parvenn. Hip. 
venu. 905 trusse. C: tourse. D: trosse. E: trousse. Hip. trose. 
906 C: carchent. E: charchent. Hip. recharchent. 907 trestroz. 
s'en fehlt. Cah. revenent trestot. Hip. se retoment toz. C: dont 
seurement tout carcie. 908 B : veszie. C : mix afaitie. D : esviellez. 
E: miex aisie. Hip. sages. veziez. 909 ke. 910 kar. BC8: 
noees. D: nocez. E: nueces. Hip. aus noces venir. 911 voi 
(= Cah.). B: void. C: wit. D: voy. E: vuit. Hip. veisel tuit. 
Cah. estoi. 912 n'urent. Hip. Et n'orent rien. E: estniit. 914 
lur. 915 Hip. eule. ne. 91t) unc. preer ne les p. Cah. proier 
ne les porrent. Hip. ne les sorent. 917 lur. Cah. oltreement. 
918 C: plenierement. Hip. Planierement. 



— 262 — 

Que ja point ne lor en dorreient; 
920 Alassent la ou el Taveient 

Achate^ si en rechatassent 

Ou altrement en porchagassent. 

Tantdis com celes i alerent, 5 

Les sages as noeces entrerent, 
925 Qui esteient ben atomees. 

Quant celes furent retomees, 

Si fu la porte ben fermee: 

Onques puis nen i out entree. 10 

oeignors, pernom garde al formi, 

930 Qui se travaille e porveit si, 
Qu'en este a tant travaille, 
Qu'en iver a tot a plente. 
Uncor fet il altre cointise, 15 

Qui ne deit estre en obli mise. 

935 Quant son furment a ajuste, 
Qui durement lui a custe, 
Chescun son grein par mileu fent 
E ensi le garde e defent, 20 



919 ke. durreient. ja fehlt. CDES: donroient 920 u il 
(= Cah.). Hip. ou il. E: el. BCDS: il. 921 Cah. rachataasent. 
922 purchacassent. 923 come. i fehlt. B: tandis. CE: entraes 
que. Hip. Endementieres qu'il. 925 ke. 927 C: furent les portes 
ferraees. Hip. si lor f. 928 onkes. n'i. C: c'onques. n'i orent 
entrees. E: peurent entrer. Cah. Hip. n'i orent. 929 [S]eignor8. 
B: pemon. D: prenons. E: ptfeües. 980 ke. purveit C: se 
painc. 931—982 fehlen bei Hip. ganz. 981 k'en. ad. E: s'est 
tant traveillies. 932 k'en yver est tot asazie. B: ad a plente. 
CE: aaisiefs). D: qu^asez en yver a sanz faille. Cah. aasie. Der 
Dichter meint offenbar nicht, dass die Ameise im Winter gesättigt 
ist, sondern dass sie im Winter alles in Fülle hat. 938 uncore. 
934 ke. CE: ne li vient mie de riceche (undeutlich geschrieben) 
(E: peresce). 935 fbrraent ad. CE: amasse. I: aune. L: ahoste. 
F: aouste. 936 ke. li ad. Cah. coste. Hip. greve. 987 chescon. 
par miliu. son fehlt. Cah. le miliu. Hip. le meleu. E: des grains. 
938 si. B: eissi. CE: ensi. 



— 263 — 

Qu'il n'empire ne ne porrist . 
940 Ne que nul germe n'i norrist. 

JLu crestiens, qui en Deu creiz: 

E Tescripture entenz e veizy 

Fent e devise sagement 5 \ 

La lettre del vel testament! 
945 Ceo est a dire e a entendre, / 

Que tu ne deiz mie trop prendre 

Tot quanque Tescripture dit 

Selonc la lettre, qui occit, 10 

Mes Tesperit, qui vivifie, 
950 Ceo ne deiz tu oblier mie. 

Li Jueu, qui ne voelent mettre 

Ne sens ne figure en la lettre, 

Sont deceu mult laidement 15 

Ne veient pas parfondement: 
955 Le grein gardent trestot enter, 

Tant qu'il porrist en lor gemer. 

Mult a li formiz greignor sens, 

Qui se porveit issi par tens, 20 



939 k*il. Cah. ni ne porist. Hip. n'en pere, was er mit 
qu'il ne s'en perde übersetzt. 940 ke. ne narrist. 941 [T]a home 
ki. Cah. Hip. Et tu home. D: O tu h. 942 Hip. Qui l'Escriture. 
943 viel. 945 co. 946 ke. trop fehlt. CE: mie tout (E: tot). 
Cah. mie [le] p, 947 quantke. dist. tot fehlt. Cah. Solunc la 
IMre qui occit. 948 solonc. ke ocist. B: mes solum l'espiritel 
dist. C: mais selonc le bon esperit. DEF6HIS = B mit ortho- 
graphischen Abweichungen. BCDEFGHS haben hier einen Zusatz, 
der in B lautet: fend e devise par grant eure | hors de la lettre 
la figure | ben sez tu ke le apostle dit | ke la lettre tue & occist. 
Cah. Mes solunc Tespirital dit. 949 ki. B: e li esperiz vivefie. 
Cah. Car li espirit v. 950 coe. deis. Hip. Li Jeve ne le veulent 
mie. 951 Gyn ke. volent. Hip. Creirre ne lor entente metre. 
952 sen. Ne fehlt. 953 leidement. B: vileinement. CI: vilainement. 
D: laidement. S: mauvaisement. 954 parfundement. 956 k'il. 
lur. Hip. sans depecier. 957 ad. 958 ke. D: que bien le gard^ 
jusqu'au. 



— 264 — 

Que de son grein a tot le preu, 
960 Quant vent en saison e en leu. 

JDormiz d'altre manere sont 

En Ethiope la amont: 

De chens ont tote la faiture 5 

E sont ben de lor estature. 
965 Icist sont d'estrange manere: 

Car de la terre e de puldrere 

Esgratent e traient or fin, 

Tant que n'en sai dire la fin, 10 

E qui cel or tolir lor voelt, 
970 Tost s'en repent e si s'en doelt: 

Car demaneis apres lui corent, 

S'il Tateignent, tost le devorent 

Les genz, qui d'iloec meinent pres, 15 

Sevent qu'il sont fels e engres 
975 E qu'il ont or a grant plente, 

Si ont un engin apreste: 

Jumenz pement, qui puleins ont, 

Quant joefhes e alaitanz sont, 20 

Treis jors les ont fet jäuner ; 
980 AI quart jor les fönt enseler. 



959 ke. ad. 960 seison. 961 [F]oriniz de. 962 loinz. CE: 
la. 963 chen. CE: chiens. Hip. chien. 965 CE: icil. D: issi. 
Hip. Mes moult sunt. 966 kar. la fehlt, pudrere. Hip. poudriere. 
Cah. puldri^re. (= B). C: pouriere. D: poudriere. 967 CE: es- 
rachent. D: esgardent. 968 k'oem ne set. CE: n'en sai. Cah. 
qu'hom ne set. 969 ki. C: jour. 970 Cah. Sempres se coroce et 
s'endolt. Hip. et moult s'en deut. 971 kar. Cah. de malveiz. 
Hip. maintenant. 972 Hip. tot. 973 ki. 974 k'il = 975. 977 
pnent ke. B: poleins. CE: poulains. 978 aleitanz. B: jofiies. 
C: juent. E: Jone. Hip. genvres. Cah. jofvnes. alaitans. V. 979 
beginnt Fol. 38 und folgt nebst 980 in A nach den umgestellten 
beiden Versen 981 und 982 auf Fol. 37 am Ende. Die falsche 
Anordnung auch in FKL stimmt zu A. 979 jorz. 980 Cah. et 
au q. les. 



— 265 — 

Es seles aflFerment escrins 

Alsi luisanz com est or fins. 

Entre eis e la terre as formiz 

Cort un fluive mult arabiz; 
985 Od les jumenz al fluive venent, 5 

Les puleins devers eis retenent. 

Puls chacent ultre les jumenz, 

Qui ont feim as quoers e as denz. 

De Taltre part est Terbe drue 
990 E ben espesse e parcräue. 10 

Iloec vont les jumenz pessant, 

E les formiz demeintenant, 

Qu'il veient les escrins pareir, 

I quident bon recet aveir 
995 . A lor or muscer e repondre. 15 

Donc nes estoet mie somondre 

Des escrins emplir e charger 

Del bon or precios e eher. 

Issi vont tote jor portant, 
1000 Desiqu'il vent vers Tanuitant, 20 

Que les jumenz sont saolees 

E ont les pances granz e lees. 

Quant lor puleins oent henir, 

Donc se hastent de revenir. 
1005 Le fluive meintenant repassent. 25 



981 D: en celez. 983 eus. 984 curt. ftuvie. Cah. est. CD: 
arabis. E: arrabis. Hip. arrabiz. 985 fluvie. Cah. menent (statt 
vienent). 986 poleins vers. Hip. poleins les homes retienent. 987 
pois. C: passent. 988 ki on. CE: au euer & as dens. 989 Hip. 
en. 990 Hip. Qui est. bien creue. 991 CE : paissant. Cah. peissant. 
993 Vil. Cah. Qui. C: qui chi voient les crins. 994 i fehlt. 
Cah. Et q. 996 Hip. nes estuet. semondre. CE: semonre. 998 
de. precius. 999 tot en. BD: tut (D: tot) le. C: toute j. Cah. 
Hip. tote jor. 1000 e quant vent. il fehlt. Cah. Quant ceo avent. 
le mitant. Hip. Desique vient a. 1001 ke. 1002 unt. Hip. Et 
sunt luT. 1003 lur. Cah. Hip. oient. 1004 Si se. 1005 fluvie. 
CI: trespassent 



- 266 — 

Cil pernent lor or e amassent 
Qui riches en sont e mananz, 
£ les formiz en soat dolanz. 

Uncor i a altre formi 
1010 Que nul de cels que jeo vos di, 5 

Qui formicaleon a non. 

Des formiz est eil le lion, 

Si est li plus petiz de toz, 

Li plus hardiz e li plus proz. 
1015 Altres formiz het durement. 10 

En la puldrere belement 

Se musce, tant est veziez: 

Quant les altres venent chargez, 

Sor eis de la puldrere salt, 
1020 Si les occit, se les assalt. 15 

öeignors, por Deu, qui ne menti, 
Pernez garde al petit formi, 
Qui si est porveanz e sage 
De conoistre son avantage! 
1025 Porveez vos e aprestez, 20 

Tant com si bels est li estez, 
C'est tant com vos avez leisir, 
Que asseur puissez venir . 



1006 pnent lur. Cah. Hip. Et cil. Tor. 1007 ki. 1009—1052 
fehlen bei Hip. 1009 [UJncore. ad. 1010 ke. ke jo vus. C: 
autres que ces que vos devis. 1011 ke. ad nun. BCH: formicoleon. 
MD; formiceleon. N: fonnieleone. S; fourmicaleon. 1012 leon. 
Call. eist. 1014 hardi. 1015 Cah. dorement. 1016 pudrere. lOlT 
C: sont voisie. D: se boute tant qu'est bien mucez. F; voisies. 
1019 pudrere 1020 ocist. Cah. et les asalt. B: par sun asaut 
1021 [S]eignors pur. ke. 1022 pnez. 1023 ke. 1025 Cah. porveiez. 
C : atraies del formeut asses. 1026 conie. beals. C : bei este aves. 
1027 come. Cah. Ceo. 1028 ke. Cr.h. a seur poez. 



— 267 - 

AI fort iver, ceo est a dire - 
1080 A cel jor de dolor e dUre, 

Quant li bon s'en irront a destre 

E li malvais devers senestrel 

Seiez pensis e corios 5 

D'entrer as noeces od Fespos, 
1035 Si que voz lampes seient pleines 

De bones oevres e certeines! 

Car ja as noeces n'enteront 

Qui lor lampes pleines n'avront 10 

De bone oille por verite, 
1040 C'est de ToiUe de charite. 

Cil enteront, jeol vos afi, 

Od Tespos al riebe convi, 

Qui avront lor lampes emplies 15 

De bones oevres en lor vies. 
1045 Mes qui sa lampe vuide avra, 

Sachez que ja n'i entera, 

Einz remein dra por verite 

En doel e en chaitivete, 20 

El feu ardant, el grant torment, 
1050 Qui durra pardurablement, 

Dont damne Deu nos toz enjette 

E en sa joie od sei nos mette ! 



yver coe. 1080 dolur. de. C: jour del dolereus ire. 
1081 s'en feUt. D: lez benoiz s'en vont. 1032 malveis. 1088 
pensifs (= Cah.). corius. 1084 Vespus. 1085 ke vos. soient. 
1087 kar. 1088 ki. n'averont (Hs. naueront). Cah. pleins. 1089 
bon (= Cah.). pur. 1040 coe. Cah. Ceo est d'oiUe. 1041 jol. I: 
i enterront je. di. B: entrenmt 1048 ki averont. 104di--1044 
bei Cah. umgestellt. 1045 ki la. voide avera. 1046 ke. D: 
entera. H; enterra. Cah. qu'il i'a. 1047 pur. 1048 cheitivete. 
1050 ke. C: dura. 1051 toz fehlt. 1052 soi. In A am Schluss 
des Abschnittes Amen. 1051—1052 fehlen bei Cah. 



— 268 — 

Ue la sereine vos dirrom, 

Qui mult a estrange fagon: 
1055 Car de la ceinture en amont 

Est la plus bele ren del mont 

A guise de femme formee. 5 

L'altre partie est figuree 

Come peisson ou com oisel. 
1060 Tant chante dolcement e bei, 

Que eil qui vont par mer nagant, 

Si tost* com il oent cel chant, 10 

Ne se poent mie tenir, 

Que la nes covenge venir. 
1065 Tant lor semble le chant suef, 

Que il s'endorment en lor nef, 

E quant trestüit sont endormiz, 15 

Donc sont decöuz e traiz: 

Car les sereines les occient, 
1070 Que il ne braient ne ne crient. 

L/a sereine, qui si ben chante, 

Que par son chant les genz enchante, 20 

Done essample a cels chastier 

Qui par cest mont deivent nager. 

1063 [D]e. VU8 dirron. 1064 ke. ad. 1055 kar. amunt. 
Cah. centure. Hip. cainture. 1056 mund. Hip. riens. 1057 Cah. 
Hip. en g. Cah. est f. 1059 come. 1060 ducement (= Cah.). 
Hip. douchement. 1061 ke. ki. Cah. negant. Hip. naiant. 1062 
cum. 1063 Hip. pueent. 1064 ke. C: que la ne l'estuece. E: 
= Hip. que la nef n'i facent venir. Cah. covenge. 1065 Hip. 
eis chans soef. 1066 ke. Hip. enmi la. 1067 Hip. tres bien. 
1068 C: honi. Cah. trahis. Hip. trahi. 1069 kar. ocient (= Hip.). 
1070 CE: si coiement (E: soutilment) que mot ne dient. D: sanz 
brait ne noise qu'il ne crient. Hip. si soudement que mot ne dient 
(I fehlt hier nach Hip.). Cah. Sanz brai sanz noise qu'il ne crient. 
Nach Cah. jedoch hat I : si soudement qu'il nes def&ent. 1071 [Lja. 
ke. Hip. haut 1072 ke. 1073 C: as gens castoier. 1074 ke. 
mond. C : vieut. E : vont nagier. 



— 269 — 

1075 Nos qui par cest monde passom, 
Somes deceuz par tel son, 
Par la gloire, par le delit 
De cest monde, qui nos oecit, 
Quant le delit avom amors: 5 

1080 La luxure, Taise del cors, 
E la glotonie e Tivresce, 
L'aise del lit e la richesce, 
Les palefreiz, les chevals gras, 
La noblesce de riches dras. 10 

1085 Toz jors nos treom cele part. 
De Tavenir nos est mult tart. 
Doeques tant nos delitom, 
Que a force nos endormom. 
Mono nos occit la sereine: 15 

1090 Cest li malfez, qui nos mal meine, 
Qui tant nos fet plonger es vices, 
Qu'il nos enclot dedenz ses lices. 
Done nos assalt, donc nos cort sore, 
Donc nos occit, donc nos acore 20 

1095 Alsi com les sereines fönt 

Les mariners, qui par mer vont. 



1075 ki. moiid. 1076 sumes decels. som. 1077 veine glorie 
= Cah. I: la g. 1078 ke. ocist. Cah. ceo. 1080 Teise. Cah. 
Taise. Hip. Tese del mont. C: Taisse delite la riqueche. E: le 
deduit. 1081 la yvresce. Das erste „und" fehlt (= Cah.). 1082 
Cah. Laissez delit et. Fragt: Les sept deliz? 1083 Cah. palefreis. 
Ilip. les dames et les chevaus cras. 1084 BC: des (= Cah. Hip.). 
1085 jorz. Cah. de cel p. 1086 Cah. Hip. de la venir. I: trop. 

1087 ilokes. Cah. Hoc. endelitom. I: demoron. Hip. demorons. 

1088 ke tot a. Hip. j endormons. 1089 e donc. ocist. Hip. A- 
donc. 1090 ke. Cah. mal nus. Hip. la nos maine. 1091 ke. 
Hip. plungier. 1092 k'il. enclost. CE: endort. 1094 ocist. Cah. 
Si nus. et nus devore. 1095 ausi coine. serenes. 1096 ke. C: 
maronier. C fugt hinzu: ne la quierent ja enconter | car c'est .i. 
gprans peris de mer, was eine Reminiscenz des Schreibers an die 
Serre V. 417 — 418 bildet. Auch Cahier's Hs. hat diese Interpolation. 



— 270 ~ 

JMes il i a meint mariner, 

Qui s'en set garder e gaiter. 

Quant il vet siglant par la mer, 
1100 Ses oreilles soelt estoper, 

Qu'il n'oie le chant, quil deceit. 5 

Tot ensement faire le deit 

Li hom, qui passe par cest monde : 

Chaste se deit tenir e monde 
1105 E ses oreilles estoper, 

Qu'il n'oie dire ne parier 10 

Chose, qui en pecche le meint, 

E issi se defendent meint: 

Lor oreilles e lor elz gardent, 
1110 Que il n'oient ne qu'il n'esgardent 

Les deliz ne les vanitez, 15 

Par quei plusors sont enchantez. 

hi\ bestiaire a mult a dire, 
Bele essample e bone matire, 
1115 Bone sentence e grant raison. 

Or vos dirrom del herigon, 20 

Qui est fet com un porcelet, 

Quant il alaite petitet. 

Mult par est richement arme: 



1097 [Mjels. ad. 1098 ke se. guaiter. Cah. gueiter. Hip. 
guetier. 1099 la fehlt. Cah. va. E: naiaht par la. 1100 prent 
a (== Cah.). B: seut. C: sot. DE: fait I: fet 1101 k'il. ke 
IL Cah. qui les. Hip. qui. D: n^oye la sereine chanter. 1102 fere 
(=Hip.). 1103 hoem ki. Hip. sage == BC. 1106 k'il. E: conter. 
1107 ki. meinst. 1108 defent 1109 lur. oilz. Cah. les. 1110 k'iL 
k^il. CE: neyoient. 1111 Hip. etlesmauYestiez. 1112pl08ors. Hip. 
«ngignez. 1113 [E]l. ad. Am Rande klein e heigeschrieben. Cah.. 
Del. ai. C: Au. BD: AI. S: Ou. 1114 grant. & bele {== Hip.). 
Cah. Sunt ess. 1115 e sentence bone reison. D: & science. 
Cah. Et s. bone raison. Hip. et semence et bele reson. 1116 ore.. 
Cah. dirai. B: herecmi. C: Tirechon. D: herisou. M: hyricon. 
L: iricon. 1117 ki. purcelet. 1118 aleite. Cah. alleite. Hip. 
alete. 1119 Cah. parest. 



— 271 - 

1120 Car de nature est espine, 

E quant il oit ou veit ou sent 

Pres de lui ou bestes ou gent, 

En ses armes s'enclot e serre, 

Puis ne dote gaires lor guerre. 5 

1125 De home ne se poet il defeudre, 

Mes si beste le voleit prendre, 

Ne sai, coment le devorast, 

Que malement ne s'espinast. 

Mult est cointes li heri9onSy 10 

1130 Qui meint es bois e es boissons. 

Une mult grant cointise fait, 

Quant sa viande querre vait. 

Tote sa petite aleure 

S'en vait a la vigne mäure. 15 

1135 Tant fet qu'en la vigne est monte, 

Ou plus a de raisins plente, 

Si la croUe si durement, 

Que il cheent espessement. 

Quant a terre sont espandu 20 

1140 E il est aval descendu, 

Pardesus s'envoltre e enverse 

E al lonc e a la traverse, 

Tant que les raisins sont fichez 



1120 kar. C: esprouves. Im Renart heisst der Igel Espinart 
wegen seiner Stacheln. 1121 ot (= Hin. Cah.). B: out. C: voit 
ou oit. 1122 Das erste ou fehlt. 11^ s^enclost. Cah. se clost. 
Hip. se clot. 1124 dute gaeres lur. Cah. Hip. gneres la. 1125 
Cah. D'omme. Hip. D'ome. 1126 volent (= Cah.). B: voleit. 
1128 ke. s'enpeirast (« Cah.). B: laidement. Hip. Tenpeirast. 
C: s^espinast. 1130 ki. & as. Cah. en. Hip. buisons. 1184 visgne. 
Cah. majore. BC: vingne. 1185 k'en. visgne. Cah. Hip. qu'a la. 
1136 ad. reisins plante («= Cah.). Cah. Hip. resins. 1137 croulle. 
C: croUo. Cah. Hip. croule. 1138 ke. CI: chient 1140 decendu. 
C: Cil. est jus ÄvaL 1141 C: se couce &. D: s'envote & verge» 
Cah. se croulle. Hip. se voutre. L: voute. 1142 long. Hip. lonc. 
1143 ke. reisins. afichez. Cah. Hip. fichees. 



-- 272 — 

Es bron9onez, qui sont delgez. 
1145 Quant se sent charge durement, 

Si s'en retorne belement 

A son recet, a ses foons, 

E tant com dure la Saisons, 5 

De pomes fet il altresi 
1150 Com des raisins, dont jeo vos di. 

Jjon crestien, qui raison as, 

Geste essample n'oblie pas, 

Mes gälte tei del herigon, 10 

Del trai'tor culvert larron! 
1155 Garde ta vigne e ton pomer 

Del suduiant larron fraiter, 

Del malfe, qui toz jors engigne, 

Com il ait le fruit de ta vigne! 15 

Se nule bone ovraigne as faite, 
1160 Li diables toz jors agaite, 

Qu'il t'ait trahi e engigne 

E böte en alcun pecche, 



1144 ke sunt. Cah. brocimes. dougees. Hip. brochettes. 
deugees. B: broscones. C: broce?. I: prochetes. 1145 Hip. et 
quaut s'est charcliie. 1146 si s'en revent tot erraument. B: reveit 
tut belement. C: revient molt b. Cah. revent tot dreitement. 
L : s'en retorne droitement. Hip. s'entome tot. 1148 come. seisons. 
Cah. Saisons. Hip. sesons. 1149 BC: des (== Cah. Hip.) 1150 
come. reisins. jo. Hip. que je di. 1151 [BJon. ke reison. D: 
Hon. Hip. Böen. Cah. cristiens. 1152 n'obliez. 1153 gaaite. 
Hip. garde. 1154 traitre culverd. Cah. Hip. colvert (cuvert) 
felon. 1155—1156 fehlen Hip. 1155 visgne. 1156 sudduiant. C: 
fuitier. D : flatier. , F : frotier. G : fosier. L : franter. Cah. s^uianz 
laron f., vermuthet fruitier? 1157 ke. jors fehlt. 1158 eit. Hier 
folgen in BCDS noch zwei Zeilen, die in B lauten: mult est pensif 
e curius | come ert (CS : ait) tun pomor escus. Cah. Que. Hip. fet. 
1160 jorz aguaite. 1161 k'il feit. Cah. te ait tien, was er mit 
tenu, saisi, pris übersetzt. Hip. Quant t'a trai (= IX/). 1162 alcon. 



— 273 ~ 

Tant qu'il puisse le fruit escorre, 

Qui te deit aider e secorre, 
1165 Desque li diables aprent, 

Que la eure del mont te prent. 

De ben boter tei enz se haste, 5 

Tes frujz espiritels degaste, 

Ta vigne e ton pomer escot: 
1170 Issi te guerreie il partot. 

Un oisel est, onc ne fu tex, 

Qui en latin a non ybex; 10 

Son non en romanz ne sai mie. 

Mes mult est de malvaise vier 
1175 Nul n'est plus ord ne plus malves. 

Icest oisel habite ades 

En rive d'estanc ou de mer, 15 

Saveir, se il porreit trover 

Ou caroigne ou peisson porri: 
1180 Gar de tel viande est norri. 

La caroigne, que la mer gelte, 

Home ou beste, peisson ou glette, 20 

Gele atent e cele mangue, 

Quant est a la rive venue. 



1163 k'il peusse. Cah. frait. 1164 ke. Hip. edier. 1165 
deske. Cah. Hip. deables. 1166 ke. mond. 1167 Cah. Hip. enz 
(en) tei. Cah. verrauthet falsch: De se bouter enz toi etc. C: 
Toi fors de bien bouter. D: de tot embler ton fruit. 1168 Hip. 
Ton fruit. CDI: te gaste. 1169 escut. 1170 partut. I: guerreie 
debot. Hip. partout. 1171 [U]n. unc. DESrteus. Hip. tex. F: 
teuß: ybeus. L: tes: ybes. 1172 ki. ad. B: ybex. DE: ybeus. 
Q: ibex. S: illeus. 1173 Cah. Hip. ne sai en roman (romanz). 
D: ne sai en fransoiz. 1174 malveise. 1175 malveis. Cah. ni p. 
I: ort. L: ors. 1176 cest. Cah. Cest. si h. Hip. est tot ades. 
E: son habit fait 1179 purri. DE: charoigne. S: carougne. 
Cah. Charoinne. Hip. charonne, nachher charogne. 1180 kar. 
nurri. 1181 ke. Cah. gecte. Hip. giette. 1182 beste fehlt. DES: 
glete. Cah. U horae u peisson u glecte. 1183 Hip. ceste. E: s'ele 
Tataint si. 1184 a la rive est (= Cah.). 

Beinsch, Le Bestiaire. 18 



— 274 ~ 

1185 En Tewe n'ose pas entrer: 
Car il ne set mie noör * 
Ne il ne s'en voelt entremettre 
Ne a Taprendre peine mettre. 
A la rive atent fameillos: 5 

1190 Tant est malves e perescos^ 
Qu'en la clere ewe n'entera 
Ne bon peisson n'i mangera, 
Mes toz jors se prent a ordure; 
De nettete n'a jamais eure. 10 

1195 Jjon crestien, qui voelt aprendre, 

Deit a ceste parole entendre, 

E si orra que signefie 

Cest oisel de malvese vie. 

II signefie veirement 15 

1200 Le chaitif peccheor dolent, 

Qui en pecche se gist e meint 

E a nule feiz ne ateint 

As viandes espiritels, 

Mes toz jors entent as chamels. 20 

1205 E quels sont les chamels viandes? 

Par fei, quant tu les me demandes, 



1185 Cah. il p. 1186 kar. set pas. D: nient. Cah. Ne il. 
sait naient noier. Hip. saureit pas. 1188 Hip. de. 1189 famillos 
(«= Cah.). B: faiaeillus. £ umgestellt (= I): est tous familleus. 
IL: famellous. 1190 malveis. perecos (= Cah.). 1191 jaen(= Cah.). 
Hip. Ja dedena la mer n'enterra. E : ja vers la clere iave n'ira. 
1194 n'ad. 1193 — 1194 fehlen bei Cah. und Hip. 1195 [B]oii, 
ki voel. 1197 ke. 1198 malveise. 1199 verraiement. B: veraie- 
ment. DE: voirement (== Cah.). Hip. finement 1200 cheitif 
pecheor. Cah. chaitif. 1201 ki. se fehlt Cah. en son p. Hip. 
sejorne et maint B: git E: demeure. 1202 a fehlt B: fiee. 
D: foiz. ES: fie. Cah. atent 1203 Hip. espiritex. 1204 jorz vit 
des. Cah. se vit. Hip. Totes voies vit des. D: viandez chanielz. 
E: mais ades entent as. 1205 Cah. queles. Hip. queus. 1^06 
me fehlt Cah. le (= A). 



— 275 — 

Jeo te dirrai, que seint Pol dit, 

E qae jea truis en son escrit; 

Nul nel deit tenir a eschar: 
1210 Les oevres, dit il, de la char 

Sont apertes e mult malvaises, 5 

A Palme engendrent granz mesaises. 

Coment ont ces oevres a non? 

Orgoil e fornicacion, 
1215 Coveitise, ivresce, avarice, 

Enrie, qui mult est mal vice. 10 

Tels viandes use li las, 

Qui n'ose ne qui ne yoelt pas 

En la bele eiere ewe entrer 
1220 Ne iloec aprendre a noör 

As bons peissons, qu'il trovereit, 15 

Si en la eiere ewe veneit. 

X>on crestien fet altrement, 

Qui est baptizez seintement 

1225 E renez d'ewe e d'esperit: 

Cil entre sanz nul contredit 20 

Es cleres ewes delitables, 
C'est es mesters esperitables, 
Ou les bones viandes sont, 



1207 jo. dirra ke. D: dira. Hip. Paul. 1208 ke jo. Et 
fehlt Hip. Si com je. son escrit. Cah. Et q. B: tenc. E: on 
troeve. 1198 — 1204 sind in X später geschrieben. 1209 Cah. ne 
doit 1210 ovres. 1211 malveises. D : au pecheor. 1212 meseises. 
R: & molt ordes & molt pugnaises. 1213 unt. nun. Hip. oyraignes 
non. 1215 yvresoe. 1216 ke. male (= D). 1217 teles. Cah. 
Hip, tele viaudc. 1218 ViL k'iL Hip. Qu'ü. 1219 bele ewe clere. 
Cah. Hip. eve c. B: bele clere e. 1220 n'apreadre iloec (= Hip. 
ilec). 1221 k'il. E: vis. 1222 Cah. en cllre ewe entrerait. E: 
Tenoit. L: entroit. 1223 [B]on. 1224 ki. Hip. baptiziez est 
saiaement 1225 E: Arrousez d'aigue. 1226 nul fehlt. I: cestui. 

coe. TSX: mostiers. Hip. monstiers. 1229 sunt. 

18* 



— 276 — 

1230 Qui raen90ii a Talme fönt. 

La vit Tem de viandes pures, 

Bones e seines e seures, 

Que Tapostre por verite 

Apele joie e eharite, 5 

1235 Humilite e pacience, 

Fei, chastete e continence. 

Icestes viandes por veir 

Font prodhome vivre e valeir. 

Por cestes se deit Fem pener 10 

1240 De ben nager, de halt noer. 
Nos somes alsi en cest monde 
Com en la halte mer parfonde, 
Qui nos tormente e nos encombre: 
Tant i a mals^ qu'il n'i a nombre. 15 

1245 Sagement estovreit noer 

Qui toz les voldreit sormonter. 

Porter li covent une enseigne. 

Qui el non Jesu Crist se seigne 

E le prie devotement, 20 

1250 Cil noe ben e salvement. 
Devotement devom orer 
E noz meins vers le cel lever 
E dire a Deu od simple chere: 
Sire, ton volt e ta lumere 25 

1255 Est signee pardesus nos 



1230 ke raoncon. funt. D : le plaisir. Hip. de. sunt. 1231 
Ten. Cah. Hip. des. 1233 ke. pur. 1236 concience. Hip. es- 
perance et. E: force & chaste. 1237 pur. 1238 fon prodome. 
1239 pur. Cah. Hip. ceste. 1240 manger. Cah. Hip. et h. 1241 
Bumes. Hip. Et toz maus vices eschiver | Mes qui bien les veut sor- 
monter I Porter li etc. 1243 ki. 1244 ad. ke n'i est. Cah. mal 
que il n'est. E: tant que jamais n'en sera. 1245 E: umgestellt 
1246 ke. E: contremonter. Cah. totes. 1248 ki. Ihesu. 1250 
Cah. a s. Hip Celui est bien a sauvement. D: sagement. 1252 
Cah. Hip. ciel. 1255 le signe (= Cah.). EGH: & tes sains signes 
glorios. 



— 277 - 

En ton seint signe glorios. 

Quant nos levom en halt noz meins, 

Signe de croiz i a al meine, 

E si nos de bon quoer orom, 
1260 Tot dreit vers damne Deu noom 5 

Parmi cest monde perillos, 

Ou li plusors sont fameillos 

Des viandes espiritels 

N'il ne se voelent faire tels 
1265 Ne mettre peine ne entente, 10 

Que il sachent par la tormente 

De cest malves monde noör. 

Por ceo les covent enfondrer. 

Por Deu, seignors, car apernom, 
1270 En quel guise noer devom! 15 

A Deu, qui est dolz e humeins, 

Devom lever e quoers e meins. 

Cest Fenseigne, que nos portom, 

Par quei vers damne Deu noom. 
1275 Si la nef ne dre890ut sa veile, 20 

Quant el sigle al curs de T es teile, 

El ne porreit mie sigler. 

L'oisel ne porreit pas voler, 

Se il ses eles n'estendeit. 
1280 Si la lune ne descovreit 25 



1256 & ton. E: est bien saignies par deseur nous. 1257 
nos m. 1258 ad. 1259 orum. 1260 tiit. noiim. 1262 plosor. B: 
peissun. 1264 fere. Hip. tex. 1266 ke. 1267 malveis mond. 1268 
pur coe. enfandrer. E: afondrer (= Hip.). 1269 pur. kar. 1271 
ki. doz. 1272 B : e pez e. E : devons en haut lever nos m. Cah. 
cors. Hip. euer. 1273 le sigle ke. portum. Cah. Hip. li (le) 
signe. E: li signes. 1274 noum. 1275 B: drescot. D: drecot la. 
E: drecoit son voile. Cah. dreseeit. Hip. dreiceit son. 1276 el 
fehlt. E: el nage. BDE: cors. Hip. Quant el cort au sigle de 
teile, was er übersetzt k la voile de toile! 1277 ele. Hip. Elle, 
pas. 1278 mie (= Cah.). 1280 EG: & sa plume. 



— 278 - 

Ses cors, orbe serreit toz dis. 

Quant li fiz d'Isntel jadis 

Contre Amalecli se oombateiesit^ 

A totes les hores venqueient, 
1285 Quo Moyses ses meins levout^ 5 

E si tost com il les bessout^ 

Li Jueu eresit le peor. 

Por ceo fet mult riebe labor 

Qui cest monde poet trespasser^ 
1290 Si que ne restoce enfoodrer 10 

Es adversitez; qui granz sont, 

Qui traient home el val parfont. 

Mult est malves qui ei n'aprent 

A noer espiritelment 
1295 E des chamels viandes vit: 15 

Od les morz moert sanz coi^tredit^ 

Si come dit en revaogire 

Jesu Criftt, nostre verai sire: 

Lessez les morz les morz oovrir, 
1300 Enterrer e ensevelir. 20 

E Deu, qui toz les bons goveme, 

Seit nostre veile e nostre veme, 

Que nos par cest monde present 

Puissom passer seurement 



1281 cornes. serroit totdis. Hip. son cors. £ : tout ensement 
sachies ensi. 1282 de. Hip. Israel. 1288 BD: Amalec (= Hip.). 
1284 Hip. Trestotes les ores. 1285 ke. DE: levoit. Hip. Quant 
les. 1286 DE: baissoit. 1287 Gju. BD: peior. E: piour. Hip. 
au peor. 1288 pur coe. 1289 ki. mond. Hip. veut. 1290 ke. 
enfundrer. Cah. lui n'estuece. Hip. nel covienge afondrer. 1291 
adversetez ke graut. 1292 ke treient. D: mal. 1293 malveis ke. 
B: fous. E: vilains. 1295 chameles. 1296 mortz. E: ou li mort 
muereut sans respit. 1298 doz. B: vera. Cah. verrai. 1300 
Hip. en terre. 1301 ki. boens. Cah. bens. Hip. biens. E: tout 
le mont. 1303 ke. mond. BD : present. E : pesant. 1304 pussom. 



— 279 — 

1305 A no, que nos ne perissom, 

Mes a dreit port venir puissom! 

Assez avez oi" fabler, 

Coment Renart soleit embler 

Des gelines Costeins de Noes. 5 

1310 Volenters fist trosser ses Joes 

Li gopiz en totes Saisons 

De gelines e de chapons. 

Tot ades vit de roberie, 

De larrecin, de tricherie; 10 

1315 Tant est malves e deputaire. 

Oez qu'en dit le bestiaire: 

Li gopiz est mult artillos^ 

Quant il est alques fameillos 

E il ne set, ou querre preie, 15 

1320 Por la feim, qui forment Taspreie, 

S'en vet a une rüge terre. 

La s'envoltre e toeille e merre, 

Tant qu'il res^mble tot sanglelit. 

1305 a nou ke. perissons. BL : a nou. M : a no. Cah. a noi. 
Hip. Que nos del tot ne perisson. 1306 vei^nons. Am Ende dieses 
Abschnittes lässt A wieder Amen folgen. 1307 [A]sez. 1308 renard. 
Hip. comme. C : ala. 1309 Nowes. 6 : costome de noiz. CEGHS : 
Coustant (8 : Coustans) des Noes. F : cointes des noes. M : Costeins 
de Noes. D: chapons & oies. N: e des owes. Hip. Les. 1310 
trotes »es jowes. Hip. fait croisir, was er mit bruire == englisch 
to Crash übersetzt. BD: trosser. CEFGH: troter. C: les oies. 
EGH: les oes. BF: Joes. D: joues. N: fet gras ses jo>yes. I: 
dou Tent en fist. 1311 gupiiz. seisons. B: gopilz^ C£: gourpils. 
D: gopiz. 1313 tut. 1314 larecins. E: larrecin. 1315 traitre & 
(«= Cah. Hip.). Hip. deputehaire. 1316 k'en. 1317 gopilz. Cah. 
alque arteülos. 1818 alkes. Cah. mult ben f. 1319 Hip. trouver 
proie. 1320 pur. ki. Cah. Vespreie. L: esproie. 1322 se yoltre. 
ioille. B: s*«nToltre. C: touelle & vieutre. D: la son cor» toolle 
& enterre. E: se touaille vieutre & mere. F: se viltre & toelle. 
G: touelle veutre & maire. H: toaille & veautre. L: vostre. toille. 
I: voutre Ä rooUe (Cah. toole). S: voitre. toueille. Cah. se voltre. 
toille. 1323 k'il semble. CES: resamble. D: resemble. 



— 280 — 

Puis e'eu vet cocher belement 

1325 En une place descoverte, 

Qui est a ces oisels aperte. 

Dedenz son cors retent s'aleine, 

Si a la pance dure e pleine. 5 

Li culverz, qui tant ßet de bule, 

1330 Met la langue hors de sa gule, 
Les elz clot, des denz reschigne 
E si feiterement engigne 
Les oisels, qui gesir le veient: 10 

Car certeinement mort le creient. 

1335 Donc descendent, por lui beccher. 
Mes quant il les sent aprocher 
Pres de ses denz e il veit aise, 
Si felonessement les baise, 15 

Quant en sa gule sont enclos, 

1340 Que tot devore e char e os. 

Oest gopil, qui tant set de fart, 

Que nos apelom ei Renart, 

Signefie le mal gopil, 20 

Qui le poeple met en eissil. 



1326 k'est. oiseals. 1328 ad. Hip. Puis a. 1329 ke. Cah. 
Hip. bole. 1329—1330 bei Hip. umgestellt 1330 lange, la Cah. 
Trait. CDE: trait. CE: langue. D: lengue. 1331 oilz. B: 
clost les. C: & ses dens requigne. D: & des. rechine (^ IL). 
E: rechigne. G; eskigne. BK: reschine. S: rechingne. 1332 
BCDES: & en ceste maniere (B: manere). Hip. en itele maniere. 
1333 oisals ke. 1334 kar. Cah. Que. 1335 se d. pur. becher. 
B: becchier. C: lechier. D: berchier. E: bechier. K beker. 
N: becker. 1336 E: Tont bien approchie. 1337 eise. CE: sent. 
Hip. et de sa bouche. Cah. voit. 1338 beise. Hip. toche. 1389 
gole. C : sent. Hip. sunt lors. 1340 ke. Hip. Toz les d. 1341 
[C]est. ke. CE; de l'art. D: de fait. S: barat. Hip. malart. 
1342 ke nus. CE: vous apeles. 1344 ke. pople, essil (= IL). 



— 281 - 

1345 C'est li malfez, qui nos guerreie, 

Chescun jor vent sor nos en preie. 

A cels qui vivent chamelment, 

Se feint tot mort certeinemient, 

Por ceo que plus pres les atraie. 5 

1350 Mes il n'i a point de manaie: 

Puisqu'il les tent en son goitron, 

Tost les devore cel larron 

Come li gopiz fet Toisel, 

Quant le sent pres de son musel. 10 

1355 Mes il i a oisels plusors, 

Qui les guisches e les trestors 

Del gopil aparceivent ben, 

Si n'i descendreient por ren. 

Li jais i descent e la pie 15 

1360 E meint, qui ne se sevent mie 

De la grant traison gaiter, 

Leger sont mult a engigner. 

De fole gent est altresi: 

Tant sont apris e adenti 20 

1365 A leccherie, a malvaiste, 

Que ja n'en serront chastie, 

Jusqu'il cheent es denz Renart. 

Idonc vent le chastier tart. 



1345 malfe ke nus gucrroie. 1346 nuf». proie. 1347 cel ke. 
cliamelement. Hip. a chascun qui vit. 1348 CEFS: fait. I: fet. 
1349 pur coe ke. 1350 ad. 1361 puisk'il. C: giron. 1352 L: li 
gloton. 1358 gopilz. 1354 Hip. muisel. 1355 ad. plosors. 1356 
ki. B: trichurs. C: cuiches. E: guises. Hip. baraz. estors. 1358 
descenderoient pur. 1359 decent. B: yais. CEG: gais. D: jas. 
H: jais. N: jays. 1360 ke. se fehlt. Hip. s'en gardent m. 1361 
guaiter. Hip. Qui legiers sunt a engignier. 1362 engingner. Hip. 
Quer ne 's'en sevent porguaitier. 1363 Hip. des foles genz vet. 
1364 Hip. adeti. E: adempti. 1365 e a malveiste. Cah. a leiclieires. 
Hip. es lecheries es mauvesties. 1366 ke. 1367 jesk'il. C: kieent 
E: chieent. Cah. cheient. Hip. chient. 1368 e donc (= Cah.). 
CE: a tart. 



- 282 — 

Li sagcS; qui ben aparceit 
1370 Le larron, qui les fols deceit, 
Se tret ensus des leccheries, 
Des ivresces, des beveries, 
Dont les granz ordures norrissent, 5 

Que le cors e Talme i perissent. 

1375 Or V08 dirrai de runicome, 

Beste, qui n'a que une come 

Enz el mileu del front posee. 

Iceste beste est si osee, 10 

Si combatanz e si hardie, 
1380 Qu'as olifanz prent aatie. 

La plus egre beste est del mont 

De totes celes qui i sont. 

Ben se combat od Polifant. 15 

Tant a le pe dur e trenchant 
1385 E Tongle del pe si agu, 

Que ren n'en poet estre fem, 

Qu'ele ne perce e qu'el ne fende, 

N'a pas poeir que s'en defende 20 

Li olifanz, quant le requert: 
1390 Car desoz le ventre le fert 



1369 ki. Cah. Mes li. qui aperceit. 1870 ke. fous. 1871 
de lecheries. Hip. des beveries. 1372 d'yvresces & de. Hip. 
lecheries. 1373 Cah. Que. 1374 ke les cors e les almös p. DEK : 
porrissent. I: enordissent. Cah. Dunt. Wohl perir hier = zu 
Grunde richten. 1375 [0>e vus. Hip. diron. 1876 ke. ke. Hip. 
beste est qui n'a fors. 1377 Hip. meleu de. 1378 Cah. tant. 137^ 
Cah. combatante. tant. 1380 k'as. C : fait envaie. Hip. a rolifaüt 
porte envaie. 1381 mond. C : n'a plus hardie beste el m. Bei 
Hip. und Cah. fehlt est. 1382 ke. 1384 ad. C; pesant 1383—84 
bei Hip. umgestellt. 1386 ke. 1387 k'ele. & k'ele. C: que ne le. 
ou ne le. Hip. nel. ou qu'ele nel. Cah. u ne le. 1888 n'ad. poer 
ke se. B: poer (= Cah.). C: pooir de soi desfendre. D: poair. 
Hip. poor. 1389 Cah. Hip. ele reqniert. 1390 kar. 



— 283 — 

Del pe trenchant com alemele 

Si formen t, que tot Tesboäle. 

Geste beste est de tel vigor, 

Qu'ele ne creint nul veneor. 
1395 Cil qui la voelent enlacer, 5 

La vont primes por espier, 

Quant ele est en deduit alee 

Ou en montaigne ou en valee. 

Quant il ont trove son convers 
1400 E tresben avise ses mers, 10 

Si vont por une dameisele, 

Qu'il sevent ben que est pucele. 

Puis la fönt seeir e atendre 

AI recet, por la beste prendre. 
1405 Quant Tunicome est revenue 15 

E a la pucele veue, 

Droit a li vent demeintenant, 

Si s'umilie en son devant, 

E la dameisele la prent 
1410 Come eil qui a li se rent. 20 

Od la pucele jue tant, 

Qu'endormie est en son devant. 

Atant saillent eil qui Tespient: 

Iloec la pernent, si la lient. 
1415 Puis la meinent devant le rei 25 

Tot a force e a grant desrei. 



1392 ke. 1394 k'ele. crent. BCI: crient. 1395 ki. Ilip. 
essaier. 1396 vent. Hip. prendre par en^n et Her. 1400 mercs. 
1401 damoisele. 1402 kil. ke. Hip. qui seit. C: soit. 14Ö3 seer 
(= Cah.). Hip. seier. 1404 pur. 1405 Hip. venue. 1406 ad. 
1407 lui. 1408 se humilie. Hip. se chouche. Cah. somille (s'o- 
milie?). C: se soumeille. 1409 damoisele. 1409 — 1412 fehlen 
Hip. 1410 ki. lui. C: cele c'a li. FL: li. 1411 Cah. envoise. 
I: jeue. 1412 k'endormi. 1413 ki. Hip. Adonc sallent. 1414 e 
la. Hip. Ileques. prennent et lient. 1416 grant fehlt. D: Tot 
par force a grant desroy. Hip. ou a d. 



— 284 — 

Iceste merveillose beste, 

Qui une come a en la teste, 

Signefie nostre seignor, 
1420 Jesu Crist, nostre salveor: 

C'est Tunicorne espiritel, 5 

Qui en la virgne prist ostel, 

Qui tant est de grant dignite. 

En ceste prist humanite, 
1425 Par unt al monde s'aparut. 

Son poeple mie ne le crut 10 

Des Jueus, ainceis Tespierent, 

Tant qu*il le pristrent e lierent. 

Devant Pilate le menerent 
1430 E iloec a mort le dampnerent. 

Cele come veraiement, 15 

Que la beste a tant sulement, 

Signefie Tumanite, 

Si com Deu dist par verite 
1435 En Tevangile aperte e clere: 

Nos somes un, jeo e mon pere. 20 

E li bons prestres Zacharie, 

Ainz que Deu nasquist de Marie, 

Dist que en la meson Davi, 
1440 Son bon enfant, son bon ami. 



1417 [Ilceste. 1418 ke. 1422 ki. 1423 ki. dignete. Hip. 
est tant. 1425 mond se appamt. CG: parcoi. E: parquoi. D: 
paronc. S: parou. Hip. parquei. Cah. par ü. I: nel quenut. 
1427 de Gyus einz le. Cah. anceis. 1428 k'il. 1429 ramenerent 
(= Cah.). 1430 e fehlt. C: traitierent. 1431 verraiement (= Cah.). 
Hip. Icele beste veirement. CE: tout vraiement. 1432 ke. ad. 
solement. Hip. N'a qu'iine come seulement. B: sulement. 1433 
Hip. sollenpnite. I: solemjmite. 1434 pur. Cah. dit. 1436 
sumes. mun. C: .1. & .iii. Hip. un deu et un p. Cah. jo k le 
P^re. 1437 B: Zakarie. C: Zacaries. 1438 ke. nasqui (= Cah.). 
CE: nasquist. 1439 k'en. 1440 Hip. boon norri. 



— 285 — 

Drescereit damne Deu son cor. 

E Deu meismes dist uncor 

Par Daviy qui ceo crie e corne: 

Si com li cors de Tunicorne 
1445 Serra li mens cors eshalce. 5 

Si com Deu Tout covenance, 

Fu ceste parole acomplie 

E le dit en la prophecie, 

Quant Jesu Crist fu corone 
1450 E en la vraie croiz pene. 10 

La grant egresce signefie, 

Dont ceste beste est raemplie, 

Ceo que onc ne porent saveir 

Les Poestez del cel por veir, 
1455 Throne ne Dominacion 15 

L'oevre de rincamacion. 

Onques n'en sout veie ne sente 

Li diables, qui grant entente 

Mist al saveir e sotilla, 
1460 Ainz ne sout, coment ceo ala. 20 

Mult fist Deu grant humilite, 

Quant por nos prist humanite, 

Si com il meismes le dit 



1441 Hip. cors. CE: la metra Ihesu Cris son cors. 1442 
CE: encors. Cah. encor. Hip. uncors. 1443 ki coe. Hip. si 
crie. 1444 coms (= Cah.). Hip. corn. C: com corne. D: le 
cor. E: cors. 1445 coms (= Cah.). CE: cors (= Hip.). 1447 
Cah. Hip. aemplie. C: anonchie (mit Accent auf i). 1448 CE: & 
9i dist en. Hip. Si comme dist la. 1450 verraie. Cah. verrei crois. 
Hip. neire. B: seinte. C: crois verais. E: vraie crois poses. 
1451 C: angoisse. E: anguisse. Cah. agresce. Hip. egrece. 1452 
Hip. aemplie. 1453 coe k'onc. Hip. qu'onques. 1454 Hip. pootes 
de ciel. 1455 E: throsne. I: trone. 1456 BD: i'ovre. CE:ruevre. 
Hip. l'ore. 1457 onc ne. 1458 ki. 1459 e fehlt. Hip. moult 
■Boutilla. 1460 unc. coe. Cah. Hip. onc. 1462 pur nus. 1463 
dist. Hip. issi. dit (ohne le). 



— 286 — 

En Tevangile, ou est escrit: 
1465 De mei, ceo dist Deus, apemez, 

Que entre vos ici veez, 

Come jeo sui suef e dolz, 

Hoemble de quoer ne mie estolz. 5 

Sul par la volente del pere 
1470 Passa Dens par la virgne mere 

E la parole fu char faite, 

Que vii^nite n'i out fraite, 

E habita en nos mei'smes, 10 

Si que sa grant gloire veismes 
1475 Come del verai engendre 

Plein de grace e de verite. 

Une beste est^ qui a non bevre, 

Un poi, ceo quit, greignor de levre, 15 

Mult sueve e durement sage 
1480 N'est pas privee, einz est salvage, 

Si fet Tem de ses genitaires 

Mescines a plusors afaires. 

Quant de veneor est chace 20 

E de si tres pres enchalce^ 
1485 Qu'il veit qu'il ne poet eschaper, 

Done se haste de tost colper 

Ices membres tot a un mors. 



1464 ou fehlt == Hip. Et en. 1465 moi coe. 1466 ke. Cah. 
Cime. 1467 jo. I: sitnplez. L: soez. 1468 Cah. homble. nenni 
estulB. I: humble. non pae estouz. 1469 sol. 1470 Bei Cah. 
mehrfach por für par. 1471 feite. 1472 ke. freite. 1473 Hip. o 
nos. 1474 ke. Cah. la. Hip. veimes. 1475 verrai. Hip. verai 
Den. 1476 E: & de bonte. 1477 [U]ne. k'ad. Hip. fehlt est 
1478 CO qui. Cah. quid. Hip. d'un lievre. 1479 mult est. Cah. 
cointes. Hip. senee. 1480 Cah. priv^ mes. 1481 Ten. 1482 & 
plosors. F: medecine. I: mecines. 1483 chasce. Hip. del. chacie. 
1484 enchausce. B: enlascie. Cah. si pres pur veir chalcie. 1485 
k'il. k'il. Hip. qui ne puet. 1486 tot couper. 1487 I: iceus. 



— 287 — 

En tel guise raient son cors. 

Taut li a Deu done de grace, 
1490 Que ben aet, porquei Tem le chace. 

Issi se raient cherement 

Par ses memhres demeinement. 5 

Devant le veneor les laisse, 

E li yenerea ne s'eslaisse 
1495 Ne vent avant, ainz le guerpist: 

Car il a donc ceo que il quist. 

Eu tel guise raient sa vie 10 

E son cors par Tune partie. 

E si altre feiz aveneit^ 
1500 Que il refust en tel destreit 

E que veneor le cha9ast, 

Que ses membres i esperast, 15 

Quant vendreit a Testreit bosoing, 

Qu'il ne porreit fuir plus loing, 
1505 Trestot envers se tomereit 

E al veneor mustereit, 

Que ren n'i a de son espeir. 20 

Issi le fereit remaneir. 

Altresi oevrent finement 
1510 Les sages homes sagement, 

Quant les enchalce li veneres. 



1488 tele, reint 1489 Cah. i. la g. 1490 k'il. purquei. 
Gab. Que il seit 1491 reinst. 1492 p&s. Cah. demaixitexiant. 
Hip. meesmement. 1493 leisse. Cah. lesse. I: sache. 1494 s'eo- 
leisse. Hip. Et le veneor ne le chace. 1495 nent N« fehlt. 
Cah. naient. Hip. neient. C: noient D: nient. 1496 quant. 
coe ke. donc fehlt. Cah. en ad ceo qu'il en q. C : qu'il i q. D : 
a prifl ce, 1497 reinst Cah. la. 1498 Cah. A son. une (« Hip.). 
löOO ke. fast Hip. refust 1501 ke. la. Hip. Que le v. 1502 ke. 
menbres. Cah. Hip. Que. 1504 k'il. porret. 1506 B: mustrereit. 
C: mousterroit It mosterreit 1507 ke. C: ensi le laisse reroanoir. 
1509 [Ajtresi. 1511 enchace. Hip. enchauce. venieres. 



— 288 — 

Li suduianz, li culverz leres, 

Qui tot ades lor mal porchace. 

Mes il li gettent en la face 
1515 Ceo qui soen est, ceo est a dire: 

Fornicacion e avoltire, 5 

Tote manere de pecche. 

Quant home a ceo de sei trenche 

E gete al diable el vis, 
1520 Cil le guerpist, jeol vos plevis. 

Quant veit, qu'il n'i a ren del soen, 10 

Si ne li semble mie boen. 

Quant prodhom se veit enchalcer 

AI diable, donc deit trencher 
1525 De sei toz vices e toz mals. 

Issi poet ben eschaper sals. 15 

A Tessample de ceste beste 
Li apostre nos amoneste, 
Que servage e treu rendom 
1530 A celui a qui le de vom 

E la ou nos devom honor, 20 

Rendom od creme e od amor. 
Por verite devom entendre. 



1512 sudduianz. culvert. Cah. Hip. lerres. 1513 ki tut. 
lur. purchace. 1515 coe ke. c'est. B: son (= Cah.). CDL: sien. 
I: soen. 1516 Cah. Hip. ohne et. 1518 ad coe. se. D: trichie. 
Hip. chacie. 1519 enmi le (= Cah.). 1520 jol vus. I: je. 1521 
k'il. ad. CLS: sien. Cah. de soen. I: suen. 1522 coe. B: ben. 
CLS: bien. I: boen. Cah. Ceo. ren de boen. Wie in K, kommen 
in A die Formen boen: soen hier nach 519 wieder vor. 1523 
prodome. enchacer. 1524 Cah. de[a]ble si d. Hip. De deable si d. 
chastier. 1525 soi tuz. 1526 salfs. 1527 [A]. Cah. cette. 1529 
ke. 1530 ki. Cah. cette. 1529 ke. 1530 ki. Cah. Hip. eil nus 
(nos) le. 1531 Hip. ennor. 1532 BD: crieme (= Cah.). C: devons 
creanche aourer. Hip. o criente. 1533 pur. C: deves. 



— 289 — 

Que al diable devom rendre 
1535 Primes ceo que nos li devom. 

E quei? Que nos le reniom 

E totes ses oevres a plein. 

Issi serrom hors de sa mein. 5 

Peccheor, qui sages serreit, 
1540 En tel guise se gardereit 

E se raiembreit vers celui 

Qui toz jors brace son ennui. 

Les oevres, qui la char delitent, 10 

Ou toz mals creissent e habitent, 
1545 Trenche de sei eil qui est sage. 

Quant il lui a icel trevage 

Eendu come ceo qui soen est, 

Come sa preie e son conquest, 15 

E lui gete enmi sa face, 
1550 Cil remaint e en pert sa trace, 

Que il ne sent ne ne veit mie, 

Puisque il entre en seinte vie. 

Idonc troeve il les fruiz itels 20 

Com jeo dis einz, espiritels, 
1555 Fei, pacience, humilite. 



1534 ke. 1585 coe ke primes d. nos li fehlt. 1586 ke. 
reneiom (= Cah.). Hip. reneon. Cah. A ce que. C: comment ke. 
1587 overaignes. Cah. overainnes. Hip. de piain. 1589 ke. serroit. 
1540 ceste. garderoit 1541 remerabroit. B: reumbroit. C: ren- 
deroit envers. Cah. Hip. raendreit. 1542 ke. jorz. C: qui tous 
brace sans anui. 1548 ki. C: desirent: avivent. Cah. oevreins. 
1545 ki. Hip. oste. 1546 ad itel. C: ices servages. Cah. i ad 
itel triwage. Hip. cel treusage. 1547 coe ke son. C: raison 
comme cou qui sien est. Cah. soen. Hip. suen. 1549 la. Cah. 
gete lui. 1550 en fehlt. Cah. Hip. la. C: grasse. 1551 kar. 
set. Der Gedanke ist so nicht klar. Hip. zeigt durch falsche Inter- 
punktion, dass er diese Stelle nicht verstanden. 1552 k'il. C: est 
entres en sainte glise. D: en la. 1558 donc. BCD: iteus. 1554 
come jo. Der Dichter bezieht sich hier auf den Abschnitt vom Ibis 
und zwar V. 1284 %. 

Bei nach« Le Bestiaire. 19 



— 290 — 

Continence e benignete, 

E cfaarite e joie e pais^ 

Joie, qui ne faldra jamaie. 

[Iceo troeve il enmi sa face, 
1560 Par unt il a perdu sa trace. 5 

De lui ne set ne vent ne voie* 

Ne dreiz n'est qu'il sache de joie*.] 

E Deu, qui de joie eet seignor, 

Nos meint a la joie greignor, 
1565 Qui ne fine ne n'est muable, 10 

Ainz dure toz jors pardurable. 

JMult a a dire e a retraire 
Es essamples del bestiaire, 
Qui sont de bestes e d'oisels. 

1570 Profitables e bons e beb 15 

Est li livres: car il enseigne, 
En quel guise le mal remaigne, 
E la veie, que deit tenir 
Cil qui a Deu voelt revenir. 

1575 Le bestiaire nos recorde 20 

D'une beste malvaise e orde, 
Qui a non hyaine en gregeis. 



1556 Cah. benignite. 1557 peis. Das erste e fehlt. Cah. et 
bone pez. 1558 ke. 1559 coe. 1560 ad. 1559 --1562 fehlen 
bei Cah. und Hip. ^=^ BCD etc. Der nicht neue Gedanke, das 
Fehlen der Verse in den andern Hss., sowie der Beim voie: 
joie weisen auf eine Interpolation, aber vielleicht schrieb der 
Dichter: De lui ne set veie ne sente | NVst pas dreiz qu^il de 
joie sente. 1562 k'il. 1563 ki. C: qui est de tot segnor. 15M 
meinst. 1565 ke. C: finable. Hip. nen. 1567 [M]ult. I: est 
1569 ke. d'oiseals. 1570 beals. Hip. Mouit p. boens. beaus. 
1571 kar. 1578 voie ke. 1574 ki. voldra venir. Hip. revertir. 
C: vieut revenir. 1576 malveise. 1577 ki ad. greeeis («== I). 
B: gregeis. CE: grijois. D: grezoiz. F: grigois. Q: grezois. 
Cah. yeine. C: yeue. D: hyan. F: yeule. I: yenne* 



— 291 - 

Son non ne sai pas en franceis. 

Mes la lei devee e defent, 
1580 Que Tem ne la manguce nent 

Ne chose qui li seit semblable, 

Gar el n'est mie covenable, 5 

Ainz est tote malvaise e orz : 

Gar ele mangue les morz 
1585 E en lor sepulcres habite. 

Trestoz cels devore e sobite 

A qui ele poet avenir. 10 

Por ceo s'en deit Tem atenir. 

De ceste beste issi hai'e 
1590 Dist li prophetes Jeremie: 

La fosse al hyaine salvage 

Geo est, dist il, mon heritage. 15 

Une perre porte en son oil 

Geste beste, dont dire voil: 
1595 Qui soz sa langue la tendreit, 

L'em dit, que il devinereit 

Lerf choses, qui a venir sont 20 

Des aventures de cest mont. 



1578 sa (= D). C: franchois. D: fransoiz. E: francois. 
Cah. ne lasai nomer. 1579 Hip. nos d. 1580 ke. mangut. B: 
mangust. GE: menjust (= Hip.). I: meiyue. Cah. mainjust 
naient. 1581 ke de li. C: nus hom ne soit a li. 1582 kar ele. 
Cah. car el. 1588 kar ele est. malveise. CE: pnans malvais & 
ors. 1584 kar, CE: cors. K: car. L: qu'ele. 1585 sepultures^ 
e fehlt. C: seputore. E: sepouture. S: sepucres. 1586 cels fehlt. 
B : asorbite. C : labite. D : sorbite (== Hip.). E : soubite. Cah. 
subite. 1587 ki. 1588 pur coe s'en fet mult ben tenir. BSr 
atenir (= Hip.). CDE: se fait. S: s'en fait boin. Cah. s'en fait 
mult bon tenir. 1589 Cah. si aie. 1591 hyane. BD: hyaine. 
C: fole a Taine. E: hyene. Cah. k l'yaine. Hip. la fole yenne 
la sauvage. 1592 coe. Cah. dit 1593 Cah. pere. IL: pierre. 
C : une beste porte sor Tuel. D : en son col. E : suer Tuel. 1595 
ki. la lange, tendroit (= Cah.). CEL: sor. Hip. a sa. 1596 ke. 
Cah. devineroit. CE: adavineroit. 1597 ke. 1598 mond. Cah. 
qu^el mond sunt. KL: Les. 

19* 



— 292 - 

Iceste beste a deu9 natures, 
1600 Qui 81 habite es sepultures. 

Ja de teles parier n'orreiz. 

L'em dit, que vos la trovereiz 

Une feiz madle, altre femele 5 

E od traianz e od mamele. 
1605 Grant merveille est estrangement, 

Que si change son vestement. 

Oeste beste, ne dotez mie, 

I-ies fiz Israel signefie, 10 

Qui ben crurent premerement 

1610 El verai pere omnipotent 

E lealment a lui se tindrent, 

Mes apres femeles devindrent. 

Quant il furent suef norri 15 

E as delices adenti, 

1615 A la char e a la luxure, 

Plus n'orent de damne Deu eure, 

Ainz le guerpirent, si folerefit, 

Si que les idles aorerent 20 

JVlult i a gent, si com mei semble, 
1620 Qui a ceste beste resemble, 

Si vos dirrai, quels genz ceo sont. 



1599 ad dous. I; deus. 1600 ke. 1601 n'orrez (= Cah.). 
1602 ke. troverez. 1603 BCE: masle. Hip. malle. C: eure. 1604 
Hip. o trehanz. 1606 ke. CFL: qu'ensi. CE: errement. Hip. 
testament: dieser druckt solchen Unsinn ohne Bemerkung. 1607 
[C]este. Cah. Hip. n'en. 1608 filz. Cah. d*I. 1609 ke. verraie- 
ment. Cah. veraiment. C: creirent. I: premierement. 1610 verrai. 
1612 Hip. deviendrent. 1613 soef. 1614 Hip. adeti. L: adeuti. 
C: ententis. D: atendri. E: tout assenti. 1616 puis (= Hip.). 
Cah. pois. 1617 foloierent. C und F ändert: Ains le guerpirent 
folement | Et firent fol aourement. C: pour des idres aourement. 
1618 ke. Cah. idres (= C). I: et les ydoles. BE: ydles. 1619 
mult. me. B: mei. CE: moi. Hip. me. 1620 ke. 1621 co. 



— 293 — 

Trop grant plente en a el mont, 

Qui ne sont madles ne femeles: 

En dit, en oevre sont jumeles, 
1625 Dobles e feinz e non creables 

Ne en nul leu ne sont estables. 5 

De cels parole Salomons, 

Qui fist le Hvre des sermons: 

Home doble, fals e feignant, 
1630 Qui nule ore n'est parmainant 

En ren qu'il face ne qu'il die, 10 

Mult par est de malvaise vie; 

Servir voelt a vos e a mei, 

A nul de nos ne porte fei. 
1635 Jesu Crist, nostre verai sire, 

Dist tel parole en Tevangire: 15 

Nuls hom a deus seignors servir 

Ne poet suffire ne fumir; 

L'un amera, Taltre harra. 
1640 Ceo que Deu dist, ja ne faldra. 

L'un voldra despire e hair 20 

E Taltre amer e sustenir. 

Une manere est de serpent, 
Qui en ewe a habitement: 



1622 i ad. mond. 1623 ke. 1624 fet. giemeles. Cah. no- 
veles. Hip. oevres. BC: jumeles. E: diverses. 1625 CE; faus 
& nient Cah. doblez feinz et naient c. I: lerres et faus. 1626 
liu. 1627 Salomon. CE: Salemons. 1628 ki. livre & le sermon. 
Cah. del sermon. 1629 faus. Hip. l'home double, vagant. 1680 
ki nul höre. B: en nul liu. E: nule eure. Hip. permaignant. 
1631 k'n. Vil. 1632 malveise. 1633 siwre. e vos e. BCDE: 
servir. 1635 verrai. 1636 l'euvangire. Cah. le vangire. Hip. 
le vangile. 1687 hoem. dous. CE: nus hom. 1638 Hip. soufere. 
B : obeir. 1689 e l'altre. Cah. u Tun h. 1640 coe ke. faudra. Hip. 
dist Dex. n'i faudra. 1641 CE : vaura. Hip. voudra amer et chierir. 
1642 Hip. L'autre despire et vil tenir | N'en puet k nul boen chief 
venir. F: cier tenir. S fugt hinzu: n'en puet a nul boin chief 
venir | ce vos di jou bien sans mentir. 1643 [U]ne. de la. (Hip. 
fehlt est.) 1644 k'en. ad. BCE: abitement. 



1645 Idrus a non, si est mult sage: 

Car mult set ben faire damage 

AI cocadrille, qu'ele het; 

Sagement engigner le set. 

Ben vos dirrai avant, coment 5 

1650 Geste Tengigne cointement. 

Le cocadrille est beste fere 

E meint ades en la rivere 

De cel fluive, qui Nil a non. 

Boef resemble alques de fa9on; 10 

1655 Vint cutees a ben de lonc, 

Si est si gros com fust d'un tronc. 

Quatre pez a e ongles granz 

E denz aguös e trenchanz. 

De ceo est il mult ben arme. 15 

1660 Tant a le quir dur e serre, 

Que grant cols de perre comue 

Ne prise un ramet de cegue. 

Onques hom tel beste ne vit: 

Car en terre e en ewe vit: 20 

1665 La nuit se tent en ewe enclos 



1645 ad. BCDEI: ydrus. Cah. est salvage. 1646 e. fere. 
I: demage. L: domage. 1647 k'ele. CE: cocatris. D: corcordrille. 
I : coquatrix. S : cocatrix. Die Pariser Strasse Rue Cocatrix zeigt 
picardlsche Schreibweise. 1648 engingner. 1650 E: molt sous- 
tilment. Hip. moiilt coiement. 1651 Cah. La c. = AB. 1652 e nest. 
Cah. vait. Hip. vet. CE: raaint. 1653 fluvie ke. ad. C: Uli. E: 
de cele ille. 1654 alkes. Hip. Buef. 1655 ad. long. Hip. coates 
a il. lonc. Cah. cotecs. 1656 un (= Cah.). Hip. est im. 1657 
ad. les ungles. 1658 C: dens agus. D: aguz. E: agues. 1659 
coe. 1660 ad. Hip. euer. 1661 coups. Que fehlt. B: kemue. 
DI: comue. C: coux. E: caus. CE: de pierre ou (C: Sc) de 
baston. Hip. Nule beste tant seit comue. 1662 D : ramer de sigue. 
F : ne doute fuelle de ceue. I : un grain de ceffue. Cah. segne. 
Hip. grain d'une eigne. CE: ne doute plus cun haneton (E: 
henneton). 1663 unkes. tele. Cah. rist. 1664 kar. L: en aigue 
et en t. 1665 noit. clos. Hip. l'eve. Cah. Tiave c. 



- 295 — 

E a terre a le jor repos. 

S'il home encontre e il le veint, 

Manguä le, ren n'en remeint; 

Mes toz jors puis apres le plore, 
1670 Tantdis com en vie demore. 5 

De ceste sule beste avent, 

Que les gencives desoz tent 

Tot en pes, quant ele mangue 

E ieeles desus remue. 
167S Ceste nature n'est donee 10 

A altre creature nee. 

De sa eoane veirement 

Soleit Tem faire- im oignemeat. 

Les velles femmes s'en oigneient: 
1680 Par cel oignement s'estendeient 15 

Les fronces del vis e del front, 

E plusors uneore le fönt. 

Mes puisque la suor sorvent, 

Sachez, que nul preu ne lor teut. 
1685 L'altre beste, que vos ai dite, 20 

Qui toz jors en ewe habite, 

Het le cocadrille de mort 

E il li, si n'a mie tort. 



1666 ad. Cah. en t. 1667 encontre home («^ Cah. Hip.). 
1668 il le m. Hip. lei riens n*i. 1669 jorz apres puis. B : depliur«. 
CE: pleure. Cah. apres pois. 1670 Hip. Tant com iL 1671 sole 
(=» Cah. Hip.). 1674 Cah. icele de sor. 1677 cowe seurement. 
B: couwe. CE: keue. D: coue. F: keue veraiement. K: caue 
Teirement. I: coane solement == Hip. 8: couane seulement. Cah. 
«oue[ne?]. 1678 soelt. fere. CE:soloiton. 1679 veilles. E: dont 
CE: Tielles (IK fehlt). 1681 B: frunces. D: ronflez. E: fironches. 
Cah. ronces. 1682 plosons. 1683 puiske. surrent. Hip. lor vient. 
1684 ke. 1685 dont (= Cah.). 1686 ke. jorz. Hip. en eve toz 
jorz. 1687 Hip. Si het. coqnatriz. C: cocatrisse. E: cocatrioe. 
H: la cocastris. 1688 n'ad. Hip. et eil cele n'a. 



— 296 — 

Mult s'entreheent de halne, 
1690 Mes cele set plus de trahine. 

Quant a terre le veit dormir 

E en dormant la gule ovrir, 

En tai e en limon se moille 5 

E iloec se devoltre e soiUe, 
1695 Por estre plus escolurable. 

Puis vet tot dreit a cel diable: 

Tresparmi sa gule se lance 

E eil la transglote en sa pance. 10 

El n'i a mie este grant pece, 
1700 Qu'ele li derompt e depece 

Del ventre totes les entrailles 

E les boels e les corailles. 

Issue quert delivrement, 15 

Si s'en ist hors tot salvement, 
1705 E eil moert: car morir Testoet, 

Que des plaies garir ne poet. 

lei poet Tem essample prendre 

E grant signefiance aprendre. 20 



1689 Cah. s'entreheinnent de grant heine. Hip. se heent de 
grant haine. 1690 BCEI: traine. 1691 Hip. Quant le coquatriz 
veit d. F: q. ele voit l'autre. 1692 gole. F; bouce. 1693 tay. 
lime. BCES: limon. D: boue. Hip. el. 1694 C: se vieutre & 
rouoille. D: se devoutre (= Hip.). E: se trait & toouUe. H 
se veautre. S: se devoitre & soulle. 1695 pur. esculurable. B 
escohiriable. C: escousonoable. D: escoloriable (= Hip.). EH 
escoulorable. L: escolurable. S: esconlourable. Cah. escororiable. 
1696 Hip. vient. 1697 gole. 1698 tranglote (= D). B: transglute. 
C: Tengtrenglout (Hs.). D: tot ouren meintenant la lance. 
E : le ' transglut. S : tranglout. Cah. transglute. Hip. trans- 
glot. 1699 ele. ad. Cah. Si n'i. 1699-^1700 fehlen Hip. 1700 
k'ele ne d. Cah. desront. despiece. L: deront. 1701 Hip. cerche 
les entralles. 1702 boeals. C: boiaus. E: buiaus. Hip. corralles. 
1703 e. 1704 Hip. fort isnelement. Cah. fors. suavement. 1705 
kar. 1706 kar. Cah. car. Hip. quer. 1707 [I]ci. 1708 L: an 
tandre. Hip. eil qui a Deu se veulent rendre. 



- 297 — 

Li cocadrilles signefie 
1710 Mort e enfer, n'en dotez mie. 

Altresi come la serpent, 

Dont jeo vos dis premerement, 

Occit le cocadrille e tue 5 

E salvement porchace issue, 
1715 Fist nostre seignor Jesu Crist: 

Car en la char, qu'il por nos prist, 

Si sagement s'envolupa, 

Que mort e enfer estrangla. 10 

D'iloec osta ses bons amis, 
1720 Qui remes i erent chaitis, 

Si come H prophetes dist, 

Quant il prophetiza de Crist: 

O tu mort, jeo serrai ta mort. 15 

Deu, qui est nostre bon confort, 
1725 Destruist nostre mort en morant, 

Dont toz jors ert enfer plorant. 

En resordant rapareilla 

Nostre vie, qui ne faldra. 20 

-Destes sont mult foles e sages: 
1730 Des privees e des salvages 
Vos tenez por coart le levre 



1709 Hip. Le coquatriz si senefie. 1710 enfern ne dutez. 
1711 Hip. le. 1712 don jo vus. 1713 ocit 17U piirchace. Hip. 
en sauvement. Cah. sagement. 1715 si f. ih^'u. 1716 k'il pur. 
car fehlt 1717 Hip. s'envelopa. 1718 ke. enfern. 1719 e d'i. 
C: D'iluec. ses bons a. 1720 ke remis, cheitife. Hip. remes 
esteient. D: & cez ii. remistrent. 1722 de ih*u Crist il fehlt. 
C: la prophesie descrist. Hip. bien devant la mort Ihesu Crist. 
4723 jo. tu fehlt. 1724 ki. leon fort (=_Cah.). Hip. Hon f. 
CE: lions fors. Der Vergleich mit dem Löwen hier ist anstössig; 
vielleicht verlesen aus bon 9 fort 1725 destruit. murant. 1726 
jorz. enfern. 1727 e en resurdant apareilla. Cah. reparilla. L: 
raparilla. 1728 ke. faudra. 1729 [B]estes. 1730 de. de (= Hip.). 
Cah. des. 



- 298 — 

E por fole tenez la chevre. 

Mes de la chevre neporquant 

Ayom easample conoissant. 
1735 Buc a non le madle en romanz. 

Barbes ont longues e pendanz 5 

£ Cornea longues e aguös 

E les pek durement relues. 

En granz monz meinent volenters, 
1740 Es plus balz e es plus pleners; 

Es valees d'entor se paissent 10 

E se norrissent e engraissent. 

Mult de clere veue sont: 

Quant sont la sus en som le mont, 
1745 Mult veient loing e balt e der. 

Quant il veient gent trespasser^ 15 

Demeintenant por veir savront, 

Se veneor ou errant sont. 

Ceste beste, qui si der veit 
1750 E qui de si loing apareeit 

Son enemi, qui mal li quert, 20 

A Fessample de Deu afert: 

Car Deu, qui est sires del mont, 

Qui meint la sus el plus halt mont, 
1755 De loing esgarde e veit e sent 



1732 pur. 1733 nepurquant. 1734 C: a bon. Cah. Hip. 
bei et grant. 1785 ad. BCDE: bouc. Hip. boc. maHe. 1736 on 
lunges. 1737 Irmges. E: dures &. 1738 peals (= Cah.). CD: 
piaus. £ : pials. 1739 Hip. es. maignent C : grans montaignes. 
1740 Das zweite es fehlt. Hip. planiere. 1741 peissent. Cah. 
poissent. Hip. paissent. 1742 engreissent. Cah. encreissent. Hip. 
engressent. CE: encraissent. 1743 Cah, Hip. mes de. 1744 Cah. 
suz el som del. Hip. de sor le. 1745 loinz (= Hip.). 1746 home 
(== Cah. Se veient). 1747 pur. Cah. de verite errant sauront. 
CE: saroient. 1748 Cah. si. I: erranz. F: ou autre. 1749 ke. 
1750 ke. loinz (= Hip.). 1751 ke. lui. Hip. Se son anemi mal. 
1753 kar. ki. mond. Cah. Hip. sire. 1754 qui fehlt. Cah. Maint 
la desuz = Hip. (desus). 



— 299 — 

Quantque fönt 9a e la la gent. 

Tot veit e sent come veir sire, 

Quantque Tem poet penaer e dire: 

Ainz que el quoer seit conceu, 
1760 Le penser a il coneu. 5 

Es eglises, qui suef sont 

Establies paribi cest mont. 

Est Deu pöuz e abevrez 

Des almosnes, des charitez, 
1765 Que fönt li crestien feeil, 10 

Qui ont sa graee e son conseil. 

Quant nos per Tamor Deu paissom 

Un povre ou quant le revestom, 

Quant en chartre le visitom, 
1770 En maladie ou en prison, 15 

Quant le pelerin herbergom, 

Qui n'a ne bordel ne maison, 

A Deu le fesom pnrement, 

Qui le receit benignement: 
1775 Gar si com il mei'smes dit 20 

En Tevangile, ou est escrit: 

Quant tot le mont juger vendra, 



1756 quantke funt la e ca. Hip. Quanque fet a tote la gent. 
I757BC:8et. C: haut E:Trai. Cah. Si reit et sent 1758 quantke. 
1759 ke al. Cah. qu'en le quer. Hip. euer. 1760 ad. EI: la 
pensee. Hip. la il a veue. Cah. ad le il connu. 1761 ke sowes. 
B: sues (= Cah.). D: soues. GE: ore. L: soies. I: ici. S: ichi. 
Nur das adv. suef giebt einen vortrefflichen Sinn. 1762 mond. 
1768 Hip. abevie. 1764 Hip. de charite. 1765 ke. feeL B: feeil. 
DIKS: feel. £: foiel. Cah. cristien. 1766 ki. Hip. conseL 
1767 pur am^. peissom. Hip. par amor repesson. 1768 vestam 
(= Cah.)- Hip. Le p. ou nos le. 1770 C: ou quant de no pain 
li dounons. Hip. Ou quant de dras le recovron. 1771 Cah. un p. 
1772 ki. nen a. meison. CEIL: borde. Cah. Hip. meson. 1778 
B: faimes (« Cah.). Hip. feson. 1774 ki. 1775 kar. 1776 l'eu- 
vangile. Hip. Et en. 1777 mond. Hip. quant le mande. C: 
monde jugera. 



— 300 — 

A cels de destre part dirra: 

Venez, les benurez mon pere, 
1780 En sa meson e halte e clere, 

Qui apareiUee vos fii, 

Ainz que home fust conceu. 5 

Quant nu e povre me vei'stes, 

Donc me pöustes ef vestistes. 
1785 Quant jeo oi sei, vos m'enbevrastes 

E en chartre me visitastes. 

Por ceo en avez deservie 10 

Joie de pardurable vie. 

Geste bone parole orront 
1790 Cil qui de destre part serront. 

Cil de la senestre partie 

Itel pramesse n'orront mie, 15 

Aineeis orront tot le contraire: 

Deu lor dirra: Gent demalaire, 
1795 Alez el feu, qui ne faldra, 

Mes pardurablement durra! 

One n'eustes pite de mei, 20 

Quant jeo aveie feim e sei, 

Ne me volsistes herberger 
1800 Ne doner beivre ne manger, 



1779 beneurez. C: benoit. E: beneoit. Cah. bonurez. Hip. 
venez en la meson mon p. 1780 Cah. la meson h. Hip. Qui tant 
par est et bele et c. B: joie. CE: maison qui est bele. 1781 
ke aparaille vus. Cah. aparillee. Hip. aparrelliee. 1782 ke. 
CE: anchois (E: ancois) que fuasies. Hip. enceis que hom. 1785 
jo. seif. Hip. En cherite me visitastes. E: m'abuvrastes. 1786 
Hip. Hostes fui, vos me herbergastes | Enferm fiii, vos me visi- 
tastes. Ebenso mit geringen Abweichungen BCDE8. 1787 pur coe. 
1788 e (statt de) = Hip. 1789 orrunt. 1790 ki. B: esteront. 
Hip. a d. 1791 icil. Hs. E wieder umgestellt. 1792 C: parole. 
1798 anceis (= Cah.). CE ändern: il n'aront pas itel promesse | 
ancois (C: anchois) orront plus felenesse. 1794 CE: gens demalaire 
diex dira. 1795 ke. 1797 kar unc. CE: ainc. 1798 jo avoie. 
Cah. avaie et. 1800 ab. am. 



— 301 — 

Visiter ne ensevelir 

Ne mei chalcer ne revestir» 

Donc dirront eil: Sire, merci, 

Quant vos vel'smes nos issi? 
1805 Deu respondra a la parsome: 5 

Quant vos vel'stes le povre home 

Ou povre femme ou orphanin 

Ou le mesaise pelerin, 

Qui por m'amor quereit del ben, 
1810 E vos ne lui feistes ren, 10 

Donc me veistes pain querant 

E povre pelerin errant. 

Por ceo irreiz el val parfont, 

Ou Sathan e ses angles sont. 
1815 Gel leu vos est apareille, 15 

Desque le mont fu comence. 

Por Deu, seignors, entendez ei, 

Que tantes feiz avez oi, 

Que Talmosne esteint le pecche. 
1820 Fetes donc ben al mesaise, 20 

Quant il por Deu vos requerra. 

Oez, comben ceo vos valdra. 

Deu vos en metra a sa destre 

Amont en la gloire celestre, 



1802 vestir. Hip. chaucier ne mei t. 1803 dirron. Hip. 
diront i\. 1804 BCI: reimes. D: meis. 1805 BC: parsone. Cah. 
persomme. Hip. parsumme. 1806 O (statt ou). 1807 C: orfenim. 
D: orfalin. E: orphenin. IS: orfelin. 1808 meseise. CE: ou 
mesaaisie. 1809 ke. B: requist. 1810 en f. Cah. Hip. ne Ten. 
1818 pur coe irrez. 1814 Cah. 6 si angle. I: ses angres. 1815 
liu Tus. aparaiUe. 1816 deske. mond. 1817 pur. 1818 ke. D: 
com Taigue esteint le feu ausi. 1819 ke almosne. le fehlt. Hip. 
le pechie. 1820 meseise. Cah. Faites [la?] dunt al. Hip. Aidiez. 
bien au mesaisie. 1821 pur. 1822 co vus. Cah. il tus. CE: oies 
quel bien vos (E: ques biens tous) en renra. 1823 vus amerra. 
B: enmerra (= Cah. Hip.). CDE: en metra. FL: enmenra. 
1824 Cah. a sa glorie. Hip. en la joie. 



— 302 — 

1825 A la joie^ qui ne faldra^ 

Mes tot ades aanz fin durra. 

E Deu noB dont issi ovrer, 

Que la puissom sanz fin regner. 

Hors de la peine e del pecche 5 

1830 Nos mette Deus a salvete. 

De Tasne salvage dirrom 

Le veir, que ja ne mentirom, 

Si com H livres nos aprent, 

Qui pas ne falt ne ne mesprent 10 

1835 De mustrer essamples resnables 

E veraies e delitables. 

Li Hvres n'est mie d'oisoses, 

Essamples i a delitoses, 

Ou il a mult riebe mistere^S 15 

1840 Dont nos fesom la lettre eiere, , 

Que Tem porra en descovert 

Veeir le mistere en apert. 

Es deserz d'Alfrique la grant 

Troeve l'em qui les vait querant 20 

1845 Ices asnes, dont jeo vos cont, 

Si n'a si granz en tot le mont 



1825 ke. fandra. 1826 toz jorz. Hip. mes ades sans. duerra. 
Cah. sauz f. toz jorz. C: dnera. D: dura. 1827 ACEF: doinst. 
BD : doint («= Cah.). 1828 ke. 1829 de peine & de. Cah. U il 
Vit et il regnera | Per seculoruin secnla. Amen. 1830 In A am 
Ende des Abschnittes wieder ein Amen. 1829—80 fehlen Hip. 
1831 [D]el. I: ame. 1882 ke. meintirom. B: ke est i meterum. 
1888 nus. 1884 ke. I: ne faut p. 1^5 B: resonables. £: non 
fahles. 1836 verraies. 1887 de oisuses. B: de trifleures. E: d'ui- 
senzes. 1888 ad. Cah. ad mult dilituses. 1889 lad. B: misteire. 
E: matere. 1341 ke. 1842 veer. misteire. en fehlt L: voir 
la mauere espert. Hip. veier. B: la m. 1843 Alfrike. B: 
d'Auinke. E: d'Aufnque. 1844 le ki. 1845 jo vus. 1846 n'ad. 
moud. Hip. H n'a. 



- 303 — 

E si ne sont mie dantez. 

Es deserz e es bois ram^^ 

Es valees e es montaignes 
1850 Sont les haraz a granz compaignes. 

En chescun haraz finement 5 

N'a fors un madle sulement, 

E eil les femeles mestreie. 

E en la plaine e en Terheie. 
1855 El haraz n'a qu'un estalon. 

Quant la femde a un foon, 10 

Si femele est, femele seit, 

Mes si li peres aparceit, 

Qu'il seit madles, ne targe gaires, 
1860 Qu'il ne colpe ses genitaires 

Od ses denz : car il ne voelt mie, — 15 

Jeo quit, que ceo seit gelosie, — 

Que od ses membres tant cröust, 

Que le haraz saillir paust. 

1865 l^uant le meis de marz est entre 

E vint e eine jors sont passe, 20 



1847 E: itels. H: iteus. 1848 EH: rameus. Gab. vermuthet 
remes = retir^, solitaire! 1847 — 1848 fehlen Hip. 1850 com- 
paingnes. Cah. harraz. 1851 chascon. Cah. chescon. Hip. chas- 
eun. 1852 n'ad. solement. 1858 Cah. Et si les. Hip. Icel. 1854 
plaigne. BK: Terbreie. D: l'arboie. EH: Tarbroie. F: herboie. 
L: arberie. S: rerboie. 1855 n'ad ke. 1856 ad. Cah. Et q. 
ad feon. Hip. a foon. 1657 DEL: solt: aparcoit. (D: aparsoit, 
£: apercoit) Cah. s'apareeit. 1859 k'il. EL: n'atarge. D: que 
male soit ainz qa'il past gairez. F ändert: qu'il les tue, tant 
par est nuäree. 1860 ne li eoupe. Cah. ne li [ni?] coipe les. Hip. 
Que li eonpe les. E: oaupe les genitaiUes. 1861 kHI. Cah. dens 
que. Hip. quer. 1862 e quid ke ooe. Hip. je cuit 1803 ke, 
E : qu'il ait ges membres si crens. 1864 ke. assaillir. BE : saillir. 
DIL: sallir. S: salir. 1865 [Q]uant. FK: mai. L: maj. 1866 
Jons. Hip. Tint et eine. I : quint et cinq. ABDELS : XXV. E : 
qainze jorz *= F. Trotz des lat. Textes D, wo richtig der 21. MMrz 
steht, wird 25 mit den Hss. beibehalten. 



— 304 — 

Donc rechane Tasne salvage 
Ou ea la plaine ou el boscage. 
Le jor rechane doze feiz 

1870 E la nuit doze, ceo sachez. 

Donc sevent ben li pai'sant, 5 

Qui pres d'iloeques sont manant, 
Que donc sont la nuit e le jor 
D'un estat e d'une longor. 

1875 Por ceo que doze feiz s'escrie 

Des Tenjornant desqu'a complie, 10 

Doze feiz la nuit ensement, 
Conoissent il veraiement, 
Que donc est Tequinocte droit 

1880 En tel terme e en tel endreit. 

iceste beste par dreiture 15 

Porte del malfe la figure. 
Job reconte, qui ne ment mie, 
Que Tasne salvage ne crie 
1885 Nule feiz, si feim ne Taspreie. 

Altresi eil qui nos guerreie, 20 

Nostre enemi, nostre adversaire, 
Qui ne fine de nos mal faire. 



1867 E: rechasne. F: recane. 1868 en plein. en. 1869 
Call, dozze. 1870 noit. coe. Gab. sacheiz. Hip. sachiez. 1872 
ke. d'iloec. I: d'ileques. L: d'illuques. Cah. de iloc. 1873 ke. 
noit. £: les nuis & li jor. Hip. les nuiz. les jorz. 1874 Hip. 
lon^orz. 1875 pur coe ke. 1876 desk'a. £: l'jgomant. Cah. 
le jomant dusqu'i. Hip. de rajornant siqu'a. F: de jor mouvant 
dusqu'a. 1877 noit. 1078 verraiement. 1879 ke. B: le equinoxe. 
D: Tequinoistre. Cah. la quinoce. Hip. equinoce. 18ö0 Cah. 
termine. dreit. 1881 [Ijcestc. Hip. nature. 1882 Hip. malle. 
1883 ke. £: que n'arient. L: recite. 1884 ke. £: braie & crie. 
1885 B: l'espreie (= Cah.). Hip. Taproie. FI: asproie. 1886 ki 
noz. Hip. guerroie. 1888 ki. Cah. II. 



— 305 — 

Por qui seint Perre nos chastie, 
1890 Que nos ne nos endormom mie, 

Mes que nos en veillant orom: 

Gar toz jors nos vet environ 

Come Hon pordevorer, 5 

Si sanz garde nos poet trover. 
1895 Quant il vit le poeple venir 

En la lei Deu e convertir, 

Qui seeit en Tombre de mort 

E en tenebres sanz confort, 10 

Done out doel e si rechana, 
1900 E uncor plus rechanera, 

Quant il verra tote la gent 

Venir a Deu comunement. 

Quant il verra les Sarrazins 15 

E les JueuS; qui sont frarins^ 
1905 En la lei Deu realier, 

Donc porra de feim baailler: 

Gar sa viande avra perdue, 

Qu'il a si longuement eue. 20 

Quant il les verra en la fei, 
1910 Donc avra il e feim e sei. 



1889 pur ki. Pere. B: Perre. E: Pierres. S: Pieres. Cah. 
Pur quei. F; cui. 1890 ke = 1891. 1891 kar. jorz. I: nos 
vellon et oron. 1892 F: walte. 1893 leon pur. 1894 sanz coe nus. 
E: sans garde. S: garant (=»: Hip.). Cah. Se il sanz ceo. 1895 
pople. Cah. vist 1896 I: a la. 1897 ki. DE: estoit. 1900 
uncore. 1902 commimement. Hip. au D. comandement. 1903— 
1904 sind in FKL umgekehrt gestellt. 1903 Cah. Sarazius. E 
Arrabis. 1904 Gieus ki. Hip. genz. Cah. Hip. qui or sunt. E 
& les paiciis & les Juis. 1905 B: e agaUer. D: toz retomer. E 
trestous tomer. F: egillier. I: esbaleier. S: & banloier. Cah. 
Dieu a ^gailler, wobei er als Bedeutung vermuthet: devenir 6gaux, 
s'unir, se confondre (se fondre). 1906 Hip. baallier. E: braire 
& r. 1907 kar. Hip. quant. 1908 ke. longement ad. 1909 ver- 
rad. Cah. quant les. en hone f. 1910 Cah. averat et. 
Beinsch, Le Bestiaire. 20 



— 306 — 

Alsi com li asnes rechane 

A mienuit e meriane^ 

A vint e quatre ores, qui sont. 

Qui une nuit e un jor fönt, 
1915 Avra le Sathan doel e ire, 5 

Quant verra del mont tot Terapire 

Venir en creance e en fei 

A Jesu Crist, le verai rei, 

Qui tot deit salver e juger. 
1920 Donc avra grant doel Tadverser, 10 

E eil doel ne faldra james. 

Donc porra rechaner ades 

Com eil qui toz jors remeindra 

En la dolor, qui ne faldra. 
1925 De tel dolor Deu nos defende 15 

E de noz trespas nos amende. 

Une altre beste est mult vileine 
De laidure e d'ordure pleine. 
C'est le singe, que vos veez, 
1930 Dont li halz homes fönt chertez. 20 

Le singe est laid e malostru, 
Soventes feiz Tavez veu. 
Ja seit ceo qu'il seit laid devant, 
Derere est trop niesavenant. 



1911 ausi come. 1912 mienoit & a meriene. B: meriane. 
E: par nuit & a meridiane. Cah. et k. 1918 hores ke i. e fehlt. 
I : vint et. Cah. vinte [vint 6 ?]. 1914 Cah. un jor et une noit. 
1916 verrad. mond. 191b ih^u. verrai. Cah. nostre vrai r. 1919 
ke. 1920 BE: Taversier. D: due Tavesier. 1922— 1926 fehlen 
bei Cah. und Hip. 1923 come. ki. 1924 ki. faudra. 1925 cele. 
1926 Am Ende des Abschnittes hat A wieder ein Amen. 1927 
[U]ne. best Bei Hip. fehlt altre. 1928 leidure. de. Hip. ledure. 
C: laidour. 1929 co. ke vus. 1930 ces h. Cah. Hip. les. 1931 
laidz. CE: lais. Hip. lai. 1932 sovente. E: souventes fois. 
1933 coe k'il. leid. 1934 Hip. derrier. I: desriere. 



^ 307 — 

1935 Chef a, mes de cue n'a mie. 

Tot ades pense felonie. 

Quant la mere ses foons a, 

Gel que plus aime, portera 

Entre ses braz par devant sei. 5 

1940 L'altre, dont el ne prent conrei, 

Par derere s'aert a H 

E ambedeus les porte issi. 

Ceste beste, si com mei semble, 

AI diable afert e resemble. 10 

1945 Li diables premerement 

Out chef : car al comencement 

Fu angle el cel, mes par envie, 

Par orgoil e par presumpeie 

Perdi le chef, ceo est le veir, 15 

1950 Si cha'i en enfer le neir, 

Dont il jamais ne resordra, 

Mes sanz fin en dolor meindra. 

AI singe de ren ne m'acort: 

Car il est tot malvais e ort. 20 

1955 Plus de treis maneres en sont: 

Tels i a qui granz cues ont 



1985 ad. cowe n'ad. Cah. coue. Hip. coe. 1936 tut. 1937 
ad. 1938 celui ke. I: cel. 1940 ele. 1941 se hert. B: se ert. 
CDEF: s'aert Cah. s'ahert. I: se prent. 1942 ambedous. e fehlt. 
CE: & ambes deus. Cah. Ambedeis. I: amedeus. L: ambedex. 
1948[C]e8te. come me. 1944deable. 1945deable8. 1946 kar. 1947 
L: angele. 1948 B: presomcie. 1949 co. Cah. Pardi. ben voir. 
Hip. Chief que il aveit. 1950 enfern pur veir. B : le neir. DE : 
le noir (= Cah.). Hip. enfer tot dreit. 1951 resurdra. il fehlt. 
Cah. dont jamfes. retomera. 1952 dolur. 1953 derere. m'acord. 
BCDE: de rien (B: ren). Cah. Hip. m'acort 1954 kar la est il 
malveis e ord. Cah. Hip. ort. CE fügen hinzu: d'autres singes 
parier orron» (E: volrons) | dont .i. petit raconterons (E; vous 
conterouR). 1956 ad ke. cowes. 

20* 



— 308 - 

E plusors teste come chen. 
Des altres singes savom ben, 
Qui habitent ei entre nos, 
1960 Qu'il sollt mult melancolios. 

Tant come dure le creissant, 5 

Sont il midt heite e joiant; 
Mes puisque al decurs atome, 
Si sont dolenz, tristes e mome. 

1965 Or vos conterom d'une oisele, 

Qui mult par est corteise e bete 10 

E' mult sage e ben entendable; 
Toz jors est en ewe manable. 
En ces estans ades sojorne, 

1970 Enmi l'ewe son ni atome 

Ou entre perres en la mer, 15 

Ou nul hom ne poet habiter. 
Toz jors meint assiduelment 
En une place sulement; 

1975 Nule feiz ne s'en quert moveir: 

Car tot i a son estoveir, 20 

E neporquant quant ele sent, 
Que estre deit alcun torment, 
Donc s'en vet a un gue baigner 



1957 plosors testes (= Cah.). CE: ont testes. 1959 ki. 
1960 k'il. 1962 Cah. haitez. F: haitie. I: hetie. 1963 ke. de- 
cors (=a Cah.). Hip. retome. Cah. vennuthet : pois que kaudeoors 
= quand ils entrent en chaleur! 1964 Hip. sont il dolent et 
triste. 1965 [0]re vus. d'un oisel («= Cah. Hip.). F: oisiele. L: 
oisele. 1966 ke. cortois. bei. Cah. parest mult corteis et bei. 
1967 Hip. umgestellt: et moult e. 1968 jorz. 1969 estancs. su- 
jorne. B; sujume. D: sejome. 1971 peres. Hip. entres pierres. 
1972 nuls hoem. 1973 jorz. 1974 solement. 1976 kar. ad. 1977 
nepurquant. il. 1978 ke deit estre alcon. Cah. Hip. Que il deit 
estre. 1979 Hip. en l'eve baignier. 



— 309 — 

1980 E deduire e esbaneier. 

Puis s'en revent a sa maison. 

Toz jors mangiie bon peisson: 

De nule caroigne ne vit, 

E sachez, que la lettre dit, 5 

1985 Que sa char est de tel manere 

Come d'un levre de bruere. 

Icest oisel, c'en est la some, 

Signefie le bon prodhome, 

Qui en seinte eglise demore 10 

1990 E iloec veille e prie e ore 

E vit del pain cotidien 

A guise de bon crestien: 

Ceo est de la parole Deu, 

Que il retent e met en leu. 15 

1995 Son cors mangue e son sanc beit, 

Dignement le garde e reeeit. 

En ben maint desiqu'en la fin 

Come bon crestien e fin 

Ne vet pas sus e jus folant 20 

2000 Ne as viandes aerdant, 

Qui fönt Talme a dolor perir, 

Por le cors a aise servir. 

En seinte eglise maint ades 



1981 s'en fehlt meison. Cah. Et pois. en. Hip. se remet. 
1962 jorz. 1983 Cah. charoine. Hip. chanmgne. 1984 ke. Cah. 
savez («» Hip.). li livres. 1985 ke. Cah. chair. 1986 Hip. de 
lievre. hruiere. 1987 [C]e8t co en. Cah. ceo. FL: ceste oisele 
(oifliele). 1988 prodome. bon fehlt. Hip. boen p. 1989 kl. 1990 
B: e plore (= Cah.). Hip. prie et velle. 1991 de («■ Cah. Hip.). 
1992 Hip* en g. 1993 coe. 1994 ke. Hip. a preu. 1997 jesk'en. 
Cah. Hip. desiqn'a. F: dusques en. 199o F: et en vient a tres- 
boene fin. 1999 foleiant. BD: folant. S: volant. Cah. ne jus. 
2001 ke. dolur. Hip. morir. 2002 pur. eise. Hip. ese. 2003 seint. 



— 310 — 

En joie, en amor e en pes: 
2005 C'est la bone viande e pure, 

Qui Talme garde e asseure 

E plus est dolce e savoree 

Que n'est nul mel ne nule ree. 5 

Oez que le psalmistre dit, 
2010 Davi, qui le psalter escrit: 

Plus me sont dolz tes parlemenz 

A mes Joes e a mes denz, 

Bels sire Deus, qui mainz el cel, 10 

Que n'est la ree ne le mel. 
2015 Seignors, por Deu, le rei de gloire, 

Mettez en oes e en memoire 

Ces essamples, que vos oez! 

En seinte eglise demorez 15 

En bone fei e en creance, 
2020 En charite, en esperance! 

Si vos perseverez en ben, 

L'evangile vos pramet ben, 

Que vos serreiz a la fin sals 20 

Come bon crestien leals. 
2025 N'avez mere fors seinte eglise, 

Qui par amor e par franchise 

Vos amoneste e vos chastie, 

Que vos maignez en bone vie. 25 

2005 coe. bone fehlt. 2006 ke. aseure. Hip. assecure. 2007 
ke. Cah. Que est. Hip. Plus tres douce et meins salee. 2008 ke 
nul mel ke seit eu ree. Cah. Plus que n'est miel. Hip. Que n'est 
le miel ne que la r. L: assavouree. 2009 ke. 2010 David ke. 
B: psautier. D: la sautere. Cah. Davit. 2011 doz. 2012 jowes. 
I: orelles. Hip. sens. 2013 beals. ki mains. Hip. mainz. 2014 
ke. 2015 pur. Cah. ^lorie: memorie. 2016 metez (= Cah.). I: 
a ovre. F: oevre. 2017 ke vus. Cah. Hip. Les. 2020 B: e en 
bone perseverance (= Cah. Hip.). 2021 si vus aparcevrez ben. 
Cah. Car si vus persevereiz ben. Hip. Se. 2022 ke Teuvangile. 
2023 ke. serrez. salfs. 2024 Cah. cristien et. 2026 ke = Ä28. 



— 311 - 

Ija beste, qui a non panthere, 

2030 En dreit romanz love cervere, 
Deit ben ci estre amenteue: 
Onques sa per ne fu veue 
Ne plus dolce ne plus sueve : 5 

Car ele est blanche e ynde e bleve 

2035 E jalne e verte e russe e bise 
E coloree en meinte guise. 
Totes bestes comunement 
Fors le dragon tant sulement 10 

Aiment toz dis sa compaignie, 

2040 Mes eil la het tote sa vie. 
Quant ceste beste est saolee 
Ou en montaigne ou en valee 
De bones viandes plusors, 15 

Nule beste ne quert meillors, 

2045 En sa fosse s'en entre e se pose: 
Desqu'al terz jor dort e repose. 
AI terz jor, quant ele est levee 
E de sa fosse fors alee, 20 

Donc Jette un grant mugissement, 

2050 Qu'oem la poet oir elerement 



[L]a. ke ad. pantere. 2030 loucervere. B: franceis 
loue cerviere. D: non semiere. CE: loee & chiere (C: eiere). 
S: louve cervere. 2031 amentue. Cah. ameinteue. Hip. Veit. 
2032 unc. 2033 doce. soeae. B: sueve. D: nest pluz douce odor 
de la seue. £: seue. Cah. sueue. Uip. blanche, soeve. 2034 
e si est («=■ Cah.). CE: inde. Hip. Quer, rouse. E fugt hinzu: 
& en trestoutes couleurs fleue. 2035 jaundne. BD: jaune. C: 
gausne. E: ganne. D hat hier ohne Zusammenhang: et en bone 
peseverance I & si ^os di bien sanz doutance. Cah. rose. Hip. 
neire et b. Ö036 colore de. Hip. Coloree est de. 2037 comniune- 
ment. 2038 solement. 2039 tot dis. 2042 Das erste ou fehlt. 
2043 plosors. 2045 s'en fehlt Cah. Hip. et pose. 2046 desk'al. 
2047 ele fehlt. Cah. quant est relevee. 2048 Hip. et de dormir 
bien saoulee. 2049 don jette. C: mulement. EIS: muiement. D: 
aspirement L : jemissement. 2050 k'oem. Cah. Com. Hip. Qu on. 



— 312 — 

Par trestot le pais entor. 

Donc ist une si bone odor 

De sa boche por verite, 

Qu'en tote la veisinete 
2055 N'a nule beste, qui se tenge, 5 

Que demaneis a li ne venge. 

A li venent totes ensemble 

Por Todor, qui bone lor semble, 

E totes sivent la panthere. 
2060 Mes li dragons se tret arere: 10 

Si tost com il la voiz entent 

E la dolgor de l'odor sent, 

Ne la poet longuement soffrir, 

Ainz Testoet a terre flatir 
2065 E enfuir sei el parfont, 15 

Qu'il ne s'en poet por tot le mont 

En nule guise plus moveir. 

Iloec le covent remaneir. 

hm ceste beste sanz dotance 
2070 A mult bele signeiiance. 20 

Panthere dit, qui dreit T entent, 
Tant come »beste qui tot prent« 
E signefie sanz error 



2051 Call. Hip. De t. 2052 Hip. tant boene. 2053 pur. 
2054 k'environ la sanz fausete. B: k'en Taviron senz f. («= Cah. 
Qu'en. sanz.) C: qne de tonte sa uistute. ES: qu^en toute la 
Toisinete (S: vesinete). Hip. veisinite. 2055 n'ad. ke. B: tienge 
(<== Hip.). C : taingne. DE : tiegne. Cah. s^en rage. 2056 ke. lui. 
Cah. äuge. Hip. maintenant. vienge. 2057 lui. Hip. wieder le. 
2058 pur. ke. 2059 siwent. pantere. Hip. sevent. L: seguent. 
2060 Cah. s'en trait k r^re. Hip. s'entret amere. 2061 Hip. comme 
sa. 2063 longement. 2065 Hip. enfoir si en p. 2066 kHl. se. * pur. 
mond. Cah. s'en. 2067 pus (agn. oft für plus). Cah. pois. 2096 
[E]n. dutance. 2070 ad. 2071 ki. entent C: dort &. Hip. 
bien e. 2072 chose ke. CFL: cose. ffiS: chose. EGH: beste. 



— 313 — 

Jesu Crist, nostre salveor, 
2075 Qui par sa grant humilite 

Vesti nostre charnalite 

E traist tot le secle a sei. 

Por nos soffri e feim e sei 5 

E mort en croiz fu al derein 
2080 Com verais Dens e soverein. 

AI terz jor de mort releva 

E tot le monde gaaigna. 

II mei'smes out dit avant, 10 

Quant el mont alout preeehant: 
2085 Quant de terre eshalce serrai, 

Totes choses a mei trarrai. 

Aillors redit la lettre tant, 

Que Jesu Crist en halt montant 15 

Mena nostre chaitivete 
2090 E as homes a dons done. 

E uns altres prophetes dist 

De nostre seignor Jesu Crist: 

Jeo sui en la Judas maison 20 

La seignorie e le lion, 
2095 En la matson Efrem panthere. 

Issi est en meinte mauere 

Nostre salveor figure: 



2074 ih^u. Cah. öenneor. 2075 ke. 2076 Cah. charnelite. 
2077 e treit. BCE; traist (= Cah.). Hip. et trest toz les siecles. 
F: trait trestot le siecle. 2078 pur. 2079 Hip. en la croiz au 
desrain. Besser ist mort als Hauptwort und Object zu soffiri auf- 
zufassen und la croiz zu schreiben. 2080 come verrai deu. Hip. 
roi soverain. B: veirs. 2082 Cah. degainna. 2088 Hip. premiere- 
raent: en dist quant il alout prechant. 2084 mond ala prechant 
2085 halce. Cah. eshalcie. 2086 moi. Hip. trairai a mei. Cah. 
trerrai. 2088 ke. 2089 menad. cheitivete. Cah. chaitivete. 2090 
ad. 2093 joe. meison. C: ies tu. EG; je sui. CEG: es Juis 
fais maison. Cah. Jo sus. 2094 leon. 2095 meison enfem. B : Efferri. 
D: Effi-en. CEG: en sa maison a fait p. 2096 Hip. de. 



— 314 - 

Car il a a sei apele 

Gent paene e gent judaisme, 
2100 Qui creient une lei me'isme. 

Salomon dit en sa sentence, 

Que Crist est de Deu sapience, 5 

Un esperit multipliable, 

Sotil, movant e enteudable, 
2105 Certeins, verais sor tote ren, 

Suef e net e amant ben, 

Plein de pite e amiable, 10 

Asseur e ferm e estable^ 

Qui nul ben ne destorbe a faire, 
2110 Dolz e leals e debonaire, 

Qui tot esgarde e qui tot veit, 

E par qui toz li monz esteit. 15 

Seint Pol nos redit en un leu: 

Crist est la sapience Deu. 
2115 Por la panthere, qui est bele, 

Redist Davi altre novele, 

Quant de la belte Crist parla 20 

El vers »speciosus forma«. 

De la beste, qui suef est, 
2120 Ravom nos Tessample tot prest. 



2098 pur coe. Hier haben BCDEFGIKLS einen Zusatz, der 
in B und D lautet : de meinte g^ise coloree | car il ad a sei apelee. 
D : seignor por dieu or escotez | por ce fu pantere apelee | de meinte 
g^ise coloree | car issi est apelee. 2099 BCE: paiene. Hip. genz 
Ymaisme, was er mit Isma^lite erklärt. 2100 ki. 2102 ke. 2103 
CE: montepliable (= Hip.). I: moutepliable. Die V. 210*— 2107 
fehlen bei Hip., der sie nur als Variante giebt. 2104 Cah. moveant. 
2105 verrais. 2106 suefs & netz. Cah. nes. CE: loial. 2108 Cah. 
Hip. Et seur. 2109 ke. feire. Hip. destome. 2110 doz. deboneire-. 
2111 ke. ke. fait (= BD). Cah. vait. FL: voit: estoit. 2111— 
2158 fehlen Hip. 2112 quei tot. mondz. BD: estait. 2113 sein, 
nus dist. Cah. dit en altre liu. 2114 F: est sapience de Diu. 
2115 pur. ke. Cah. Sur. 2116 redit David. 2117 bealte. 2119 
ke. Cah. ert. 2120 nos fehlt. Cah. apert. 



— 315 — 

Sor Deu fert la suavite. 

Ysai'as por verite 

Dist la prophecie: Porquei, 

Fille Syon, esjois tei? 
2125 Ton rei vendra suef e dolz, 5 

Qui n'est mie fels ne estolz. 

La beste, qui est replenie 

E puis repose, signefie 

Jesu Crist, nostre salveor, 
2130 Qui a Judas ie beiseor 10 

Se laissa e Hvrer e vendre 

E as Jueus Her e prendre, 

Batre, bender e escopir 

E tormenter e eschamir. 
2135 Quant il fu saols des laidures, 15 

Des tormenz e des bateures, 

En la seinte croiz s'endormi. 

Puis demora tresqu'al terz di 

El eher sepulcre glorios. 
2140 Donc ala briser a estros 20 

Enfer e lia le dragon, 

Qui teneit sa gent en prison. 

E quant il fu de mort resors, 

Tant issirent bones odors 
2145 De sa parole e de son non, 25 

E tant en ala loing le son, 



2121 B: fiert. D: de dieu vient. 2123 purquei. 2124 B: 
esjoise. D: esjoye. Cah. Sion. 2125 soef. 2126 ke. 2127 ki. 
Cah. quant 2180 Cah. baiseor. B: traitur. D: boidissor. L: 
boiseor. 2181 leissa. Das erste e fehlt. 2182 Gyeus. Das erste 
e fehlt. 2188 Cah. bander. 2185 sauls. leidures. Cah. saal. 
2188 domora tresk'al. Cah. desqu'al. 2189 sepulchre. BD: se- 
pulcre. L: gloriox: estrox. Cah. estrois. 2141 enfern. 2142 ki. 
2148 resurs. 2144 de bons odurs. D: de bonz odorz. 2145 nun. 
2146 loig^. sun. 



- 316 — 

Tant s'espandi sa bone odor, 

Que toz li monz en fu meillor. 

L'odor del resuscitement 
2150 Odora si tres dolcement, 

Que toz li monz esteit gariz, 5 

Qui devant ceo esteit periz. 

L'odor de rincamacion, 

De sa moii;, de sa passion, 
2155 Si le resordement ne fust, 

Ja nul mester ne nos eust. 10 

Tot fu el resuscitement 

Aeompli nostre salvement. 

Donc dist nostre seignor Jesu, 
2160 Qu'il aveit le monde veincu, 

E que grant joie en feissom, 15 

E dist, si come nos lisom: 

Bei pere, jeo ai ben garde 

Ceo que tu m'aveies livre, 
2165 Si qu'onques nul sid n'en perdi 

Fors celui qui par dreit peri. 20 

Ces moz dist il, ne dotez pas, 

Por le malöure Judas. 

A ses desciples s'aparut, 
2170 E a Thomas, qui le mescrut, 

Mustra les leus, ceo dit la lettre, 25 

Es li fiot uncr son dei mettre, 



2148 ke. mondz. Cah. Qu'en tot le mond n'en fu. 2150 
ducement. 2151 ke tot. mondz. Cah. en fu gari: peri. 2152 ke. 
coe. 2156 Cah. estut. 2160 k'il. vencu. Hip. veincu. 2161 ke. 

2162 dit Hip. dist si que nos Toisson. 2163—2190 fehlen Hip. 

2163 beal. jo. 2164 coe ke. 2165 ke nnc un n'en. Cah. que 
unques un n'en. 2166 celi ki. D: par soimori (pe ist durchstrichen). 
2167 coe. dutez. moz fehlt. Cah. Et ceo d. n'en. 2169 apparut. 
Cah. disciples. 2170 ki coe. Cah. ceo. 2171 coe. Cah. lius. dist. 
2172 uncore. 



- 317 — 

Ou les clous aveient este. 

Puis dist, quant furent ajuste 
2175 Trestuit ensemble li apostre: 

Jeo vois a mon pere e al vostre, 

E quant a lui venu serrai, 5 

L'esperite vos enverrai, 

Qui vos enseignera trestot, 
2180 Que vos devez faire de bot. 

Icestes paroles lor dist; 

Ben averra ceo qu'il pramist. 10 

feeignors, por Deu, le verai rei, 

Car pensom e pernom conrei, 
2185 Coment nos e en quel manere 

Sivrom la veraie panthere. 

Por Deu e por la vraie croiz, 15 

Oiom sa parole e sa voiz: 

Car de sa boche ist une odor, 
2190 Onques hom ne senti meillor. 

Plus sont dolz ses comandemenz 

Qu'aromates ne oignemenz. 20 

Si ses comandemenz fesom, 

Riche en serra le gueredon. 
2195 Deu nos merra en son pales, 



2173 D: cloz. F: claus. S: eleu. 2174 dit. D: dit quant 
eil out taste. F: ostele. Cah. oste. 2176 jo. D: voiz. 2178 
l'esperit. B: enverai. D: envoieray. FS: envoierai. Nothwendig 
ist enveierai nieht, obschon Seeger p. 20 envoirrai schon durch 
die Silbenzählung als viersilbig gesichert ansieht. 2179 ke = 
2180 fere. 2181 Cah. parole. 2182 averrad coe k'il. Cah. avenra. 
promist. 2183 [S]eignor8 pur. verrai. 2184 kar. 2185 quele. 
nos fehlt. 2186 siwerom. verraie. B: siverrum. C: seromes. E: 
sievrons. Cah. sievßrom le verrai. 2187 pur. verraie. 2188 oioms. 
2189 kar. un = BD. S: une odour. 2190 onkes hoem. 2191 doz. 

2192 ke. E: qu*aromata. Hip. que n'est miel ne nul oignement. 

2193 Cah. fesoms: guerdons. 2193— 2194 fehlen Hip. 2195 paleis. 
Hip. palais. C: menra. DE: metra. 



— 318 — 

En la bele cite de pes, 

En Jerusalem la celestre, 

El halt mont; ou tant fet bei estre, 

Ou james nul ne serra triste. 
2200 Donc porrom dire od le psalmiste : 5 

Cite de Deu, glorios diz 

Sont de tei contez e escriz. 

Issi com nos oi Tavom, 

En tel manere le veom. 
2205 En tel guise Tavom veu 10 

En la cit al rei de vertu. 

Jieignors, entendez cest sermon 

Ne semblez mie le dragon, 

Qui ne poet la dolgor soffrir 
2210 Ne la parole Deu oir. 15 

Cest le malves home por veir, 

Qui ne poet mie remaneir 

En place, ou Ten espant l'odor 

De la parole al salveor, 
2215 En muster ou en cimetire, 20 

Ou il oie bon sermon dire, 

N'i poet arester ne atendre, 

2197 iherusalem. la fehlt. C: terrestre. 2198 Cah. feit. 2199 
Cah. nul ne sera james. 2200 psalmistre. Hip. porra. 2201 CE : 
chites (E : citez). Cah. glorieus. Hip. gloriosiz. 2202 es. Hip. De 
tei sunt trestoz nos escriz. E : soit de toi chantez & escris. 2208 
Hip. avon. 2204 E: la. Cah. verrom. Hip. veon. 2206 cite le 
(= Cah.). CE: cit au. Cah. Hip. rei Ihu (Ihesu). F: chite le 
roi Artu. 2207 [S]ei^ors. Cah. son. Hip. cest raison. 2209 ki. 
dolor. Hip. doucor. 2211 coe. malveis hoem. 2212 ki. 2218 
Cah. Hip. Ten. 2215 F: inostier. cimentire. Hip. nionstier. Cah. 
cimitere. Nicht nur in der Kirche, sondern auch ausserhalb auf 
dem Friedhofe wurde im Mittelalter wie noch heute theilweise in. 
England gepredigt. 2216 Hip. ou Ten deit le boen sarraon d. S: 
ou on doie le sermon d. 2217 Cah. Hipr Ne. 



- 819 — 

Einz dit, qu'il va aillors entendre. 
La bone odor est fes e some 
2220 AI dragon e al malves home. 

Mes dreiz est, que nos vos diom 

De la faiture del dragon. 5 

De totes les bestes rampanz 

Est li dragons tot H plus granz. 

2225 Le dreit dragon si est trove 
En Ethiope le regne. 
Boche a petite e grant le cors, 10 

En Tair reluist come fins ors. 
Longue a la cue e creste grant, 

2230 Grant ennui fet a Tolifant: 
Car od sa cue le debat 
Par les jambes, si qu'il Fabat, 15 

Ne porte pas venim de mort, 
Mes durement est grant e fort 

2235 E od sa cue discipline 

Tot ceo qu'il a en sa saisine 

Ne fet mie grant nuisement 20 

Fors od sa cue suleraent. 



2218 k'il ad aillurg. Hip. que allors va 2219 hon = BD. 
Cah. fais. Hip. ce est la summe. 2220 malveis. Hier fügt I 
hinzu: Del sarmon ce vos dis je bien | Si lor semble estront de 
chien. 2221 [M]es. ke. 2222 al. 2228 les fehlt. CEG: rapinans. 
2224 le dragon le. tot fehlt. 2225 dret. CE : en grant calour (E : 
chalour) est engenres (E: engendres). Hip. Et en grant chalor en- 
gendrez. 2226 C: Echiope. E: Ethyope la cite. Hip. sunt il 
nez. 2227 buche ad. 2228 l'eir relust. E: li ors. Hip. Et si 
reluist comme fin ors. 2229 longe ad. cowe. F: teste. I: unglei* 
granz. CE: & le crin. S: & ongles. 2230 CE: anui. 2231 kar. 
cowe. 2232 k'il. 2285 cowe. e fehlt F: dessepline. I: et ove 
sa coue asouplie. 2236 coe ke. ad. seisine (= Cah.). I: toz ceus 
qui sunt en sa baillie (Hip. ballie). 2238 cowe solement. 



— 320 — 

xlui mes vos volom reconter 
2240 D'une grant merveille de mer. 

En mer sont li peisson divers 

Com en la terre sont les vers 

E li oisel amont en Tair. 5 

Li un sont blanc, li altre vair, 
2245 Li un neir e li altre bis. 

Alsi en mer, jeol vos plevis, 

Sont li peisson diversement, 

Mes Fem ne poet mie ensement 10 

De cels les natures saveir 
2250 Com Tem poet des bestes por veir. 

En la mer, qui est grant e pleine, 

Est Testurgon e la baleine 

E le turbot e le porpeis 15 

E un grant, qui a non graspeis. 
2255 Mes un mustre i a merveillos, 

Trop culvert e trop perillos: 

Cetus a non selonc latin. 

As mariners est mal veisin. 20 

Altretel est come sablon 



2239 [H]ui. volum. Cah. conter. Hip. Imes. vodron raconter. 
2240 de. Hip. merveUe. 2241 sunt. 2242 verms. Cah. come en t. 
2243 l'eir (= Cah. Hip.). BCDE: Tair. 2244 neir (= Cah. Hip.). 
CES: vair. D: noir. 2246 vert. e fehlt. CES: noir. D: sont 
var li autre biz. Cah. veir. Hip. vair = FI. L: verz. 2246 
aasi. jol vus. E: ensi entr'ials je. 2247 pesson. 2243 Hip. 
«sement. Ten = Cah. 2249 celes la nature. ES: les natures. 
2250 altres. E: on fait. Hip. des bestes. 2251 k'est grand. Hip. 
saine. 2252 B: Testorgon. CG: Testurgons. D: Tosterin. £: 
Testurions. Cah. l'estorgun. I: resturjon. 5253 B: purpeis. 
EG: pourpois. F: porpois. I: torbot. graspeis. 2254 altre ki 
ad. D: graspeiz. CEFG: li craspois. H: graspois. I: porpeis. 
S: poupois. Cah. gras peis. Hip. porpeis. 2255 ad merveillus. 
B: munstre. CE: moustre. D: maistre. S: monstre (= Hip.). 
2257 ad. solonc. C: Senis. D: cestui. Cah. latins. 2258 Cah. 
malveisins. 



-- 321 — 

2260 La creste de son dos en som. 

Quant il se leve en cele mer, 

Cil qui par la soelent sigler^ 

Quident ben^ que une isle seit, 

Mes esperance les deceit, 5 

2265 Por la grandor, qui est en lui, 

Iloeques venent a refui: 

Por la tormente, qui les chace, 

Estre quident en bone place, 

Lor ancres gettent e lor pont, 10 

2270 Lor manger quisent, lor feu fönt, 

E por lor nef ben atacher, 

Font granz pels el sablon ficher, 

Qui semble terre a lor avis. 

Puis fönt lor feu, jeol vos plevis. 15 

2275 Quant le mustre la chalor sent 

Del feu, qui desus lui s'eaprent, 

Donc se plonge par grant rador 

Aval en la grant parfondor 

E fet od sei la nef plonger 20 

2280 E tote la gent periller. 



2260 reskerde. BF: Teskede. CEG: li (EG: la) creste. CE: 
amont. D: le teide. K: Teskerdes. L: Tescharde. S: Tescarde. 
Hip. Les cherde. Cah. kennt das Wort nicht und meint, der Zu- 
sammenhang- zeige, dass es den Rücken eines Fisches bezeichne. 

2262 ki. Cah. suelent. CE: suelent (vuelent) aler. Hip. deivent. 

2263 ke un. Cah. ydles. F: ydres. I: ille. Hip. Cuident. 2265 
par. ke. Cah. le. en li. 2266 ilokes. D: se mettent sor lui. 
2267 pur. ke. D: les tormenz qui la lez. 2268 Hip. entrer cui- 
dent. 2269 CE : lor avoir getent en. S : lor angres getent sour 
le mont. I: gietent lor feu fönt | lor mangier cui sent sor cel 
mont. 2271 pur. 2273 ke. C: c'a terre sont. 2274 jol. I: grant 
feu ce vos. 2275 B: munstre. CD: mostre. E: moustres. Hip. 
cel monstre. 2276 ke. esprent (= Hip.). Cah. desor li. 2277 
plunge. raddor. Cah. reddor. I: rador. L: roidor. F: roidour: 
CEG: radour. 2278 la aval el parfunt grandor. C: grant par- 
fondour. D: laval el parfont sanz sejor. E: mer p. I: parfondor. 
FL: parfont grandor. 

Kein seh, Lo Bestiaire. 21 



— 322 — 

Xot altresi sont deceuz 

Les chaitis dolenz luescr^uz, 

Qui el diable ont lor fiance 

E fönt delai e demorance 
2285 Es ovraignes, que pecche voelt, 5 

Dont la chaitive alme se doelt. 

La ou il meins se donent garde, 

Vent li leres, que mals feus arde. 

Quant ben les sent a sei aers, 
2290 Od eis se plonge to^ envers 10 

Dreit en enfer el plus parfont: 

Cil sont periz, qui la enz vont. 

icest peisson, quant feim le prent, 

Bee la gule durement. 
2295 Donc ist de sa boche une odor, 15 

Qui mult est de bone savor. 

Cele part venent de randon 

Meintenant li petit peisson, 

Si se lancent a mult grant fule 
2300 Trestuit ensemble enmi sa gule 20 

Por Todor, qui bone lor semble, 

E eil clot ses joös ensemble. 

Quant il sent ben sa gule pleine, 



2281 [T]ut. 2282 cheitifs. 2288 ki. 22^5 overaignes ke. 
CE : en (&) ouvraigne. 2286 cheitive. 2287 il fehlt Hip. el mains. 
C: done. 2288 lerres ke. BCE: leres. 2289 Hip. le. D: se bien 
a 11 sont athachiez: trestoz lies. 2290 plunge. Hip. O sei le 
plunge. evers. 2291 enfem. puz. Hip. En ml enfer el plus par- 
font. 2292 ki. Steht am Rande. CES: la en. D: laienz. L: 
laiens. 2298 [C]est Cah. Tesprent. 2294 gole. C: bouce. 2295 
.un (= Cah. Hip.). 2296 ke. 2298 Hip. li autre p. 2299 B: fole. 
CDEI: foule. S: forche. 2800 trestut. Hip. ens en. 2801 ke. 
2802 clost. jowes. Hip. Et eil les transglout toz ensemble (I: si 
les trans^lotit). 2808 Cah. sent si sa. 2808—2804 fehlen Hip. 



- 323 - 

Toz les transglote a une aleine 
2305 En sa pance; qui est si lee 
Come serreit une valee. 

Iji diables fet ensement: 

Sa gule bee durement 5 

Vers la gent de petite fei, 
2310 Tant qu'il les a atret a sei: 

Car eil qui petite fei ont 

E de fehle creance sont, 

Sont mult leger a acrocher 10 

De celui qui les set ascher* 
2315 II lor fet un aaschement, 

Qui primes oelt mult dolcement. 

Com est d'alcun chamel delit 

De bele fenmie aveir en lit, 15 

De ben beivre, de ben manger 
2320 Ou de richesce coveiter, 

Qui primes oelt mult dolcement, 

Mes puis define amerement. 

Quant de ceo les a aaschez, 20 

Tant qu'il les sent ben acrochez, 



2804 tranglute. B: transglute. C: estrangle. D: tranglofe» 
£: transglout. S: si les tranglout. Sis? 2805 e sa. ke si est. 
Cah. mult est 2806 serroit. Hip. ce fiist = C. 2807 [L]i de- 
ables. 2808 la gole (= Cah. Hip.). 2809 C: paisible. 2810 k'il. 
ad. Cah. les atrait 2811 kar. ki. 2812 Hip. fieble. 2818 crocher. 
CDES: acrochier. 2814 celi ki. B: aschier. C: enbuschier. D: 
atachier. E : embuschier, vorher eslongier verschrieben. S : aachier 
(= Hip.). 2815 B: aaschiement CE: aaisement D: aspirement.. 
Hip. aachement. 2816 ke: mut. B: olt CE: lor est molt. D:: 
plait. S: eut. Hip. est moult. Hier fugt I hinzu: Apres desfine 
en marrement 2817 d'alcon. Cah. come d'a. 2819 ou ben. Das 
zweite de fehlt 2820 Cah. richesces. 2821 ke. docement. B: oeL 
CE: est D: plait F: flairent 2322 CE: laidement 2323 coe. 
ad. C: alaities. D: atachies. E: aaisies. S: aachies. Cah. 
achiez. Hip. aachiez. 2824 k'il. Cah. que les. Hip. les a moult 
enlaciez. 

21* 



— 824 - 

2325 Bee la gule, sis transglot^ 

> Ja n'ert saol, tant par est glot. 

Li grant peisson se gardent ben, 

Que il ne lor mesfet de ren. 

E savez tos, qui li granz sont? 5 

2330 Les bons, qui bone creance ont, 

Qui ades sont ferm e estable 

En Deu le pere esperitable. 

En cels qui lui ont en memoire, 

N'avra ja diable victoire. 10 

2335 Mes li dolent, li mescreant, 

Qui vont en la fei Deu dotant 

E sont en creance petiz, 

Cist corent apres les deliz, 

E li diables, quis deceit, 15 

2340 Bee la gule, sis receit 

Mes damne Deu Tomnipotent 

Nos mette en le soen salvement 

E en sa grant joie nos meine 

Gariz de pecche e de peine. 20 

2345 JL laist mei, que des hui mes vos die 
D'un oisel, ou mult a boisdie. 



2325 gole. tranglot. B: si trausglot. C: ses englont. D: 
& lez tranglote. E: enelout. S: ses tranglout. Cah. Hip. s'es 
tran.sglot (transglout). 2826 C£: glous. D: glote. Cah. n*est sauls. 
Hip. n'iert saoul. 2827 Hip. s'en garde. 2328 ke. CE: forfait. 
Hip. forfet. 2829 ki. B: queus. 2330 boens ki bo. 2331 ki 
en deu sont. CDE: ades (E: adez). Hip. boen et. 2332 ki est 
pere. Hip. A Deu. 2333 a. ke. Call, qui en lui ont memorie. 
Hip. de lui ont m. 2334 deable. 2336 ki. la lei. dutant. C: 
noant. 2387 Hip. Qui s. 2338 ovrent. B: curent. CE:&keurent. 
D: corront. I: courent 2339 deables kes. Hip. Et deable qui 
les. 2340 gole. Cah. Hip. s'es. 2342 B: sun. DK: son. Cah. 
en son. 2341—2844 fehlen Hip. 2343 Cah. Qui vit et regne et 
regnera | In seculorum secula. Amen. 2844 Auch A hat am 
Ende des Abschnittes Amen. 2845 [Pjlaist. ke. B: des horaes. 
Cah. des hormes. Hip. de ymes. 2346 ad. Cah. voisdie. 



- 325 - 

C'est la perdriz, que nos veom, 

Que nos si volenters mangom, 

Si n'est pas nette neporquant, 
2350 Ainz est e orde e mesfesant 

E si a un mult malvais point: 5 

Car madles od madle se Joint. 

Itant est ardant lor luxure, 

Qu41 oblient dreite nature. 
2355 La perdriz est mult trai'tresse: 

Car a guise de larronesse 10 

£mble e cove les altrui oes, 

Mes li pulcin ne li ont oes 

Por le larrecin, qu'ele en fait. 
2360 Or entendez, coment ceo vait. 

Quant les altrui oes a covez 15 

E les pulcinez alevez, 

Tantost com il veient e vont 

E que aparceuz se sont, 
2365 Quant il oönt crier lor mere 

Od sa v8iz, qui n'est mie eiere, 20 

De cele part aler s'angoissent : 



2347 coe. ke. C: piertris. E: pertris. S: petris. 2348 ke. 
2349 nepurquant. 2350 Das erste e fehlt. Cah. Anceis. Hip. 
£inc>eiz. 2351 ad. molt malveis. Hip. Si i a. 2352 kar madle 
od le. Hip. Quer le malle au malle. 2358 tant est ardente lur. 
CE: itant ardans. D: ardant. S: tant sont ardant de grant 1, 
(»= Hip.). Cah. ardante. 2354 k'il. 2355 traiteresse. Hip. traitrense. 
2356 kar. laronesse. Hip. en g. 2357 altri oefs. F: autres oeus. 
L: autfuiz oez. 2358 poucin. Hip. mes cest preu ne li vient a 
oes. 2359 pur. larecin k'ele feit, en fehlt. B: larcin. CS: larre- 
chin. D: traison. 2360 ore. co veit. 2361 altri oefs ad. les 
fehlt. 2362 poucins en ad levez. BE: alevez. C: pouchines. 
Cah. pocines ad 1. Hip. perdriaux. 2368 en tant com. volent 
(*= Cah.). CE: tantost. volent (E: pueent) s'en vont. S: oient & 
voient & vont 2864 ke. 2365 lur. Hip. oient jpere. 2866 ki. 
pas. C: mie. E: & lor serours & puis lor pere. 2367 s'anguois- 
sent B: s^enjoisent 



- 326 — 

Car par nature la conoisaent 

E ben rentendent par le cri. 
2370 Gele lessent qui les norri: 

A lor dreite mere s'en venent 

E tot ades a li se tenent. 5 

La fake mere remeint aale, 

Par son tripot e par sa bule 
2375 Pert la meite de son eage, 

Si ne se tent mie por sage 

De sa peine, que ele a mise 10 

Longuement en altnii servise: 

Car donc veit, que tot son travail 
2380 Ne li a pas valu un aiL 

^eignorsy ci a essample bele^ 

Qui tot le quoer me renovele. 15 

Altresi come la perdriz, 

Qui altrui enfanz a norriz, 
2385 E puis al daerrein les pert, 

Avent il trestot en apeft 

AI diable, ben est raison: 20 

Quant il la generacion 

De Deu, nostre soverein pere, 
2390 Emble e norrist come fei lere 

En malvestez^ en leccheries, 



2868 kar. Hip. le quenoisseut 2370 ki. 2371 lur. C£: s^en 
vout. 2872 od. I: a le. FL: a li. 2872 fehlt ganz wie in C 
bei Hip., was er übersehen. E: & trestout adez od Tai sont. 
2378 sole. 2874 boule. BEK: tripot CD: triboul. I: barat. 
2375 I: aage. 2376 pur. se fehlt. Hip. la tient. 2377 k'ele ad. 
Cah. la. 2378 longement altri. 2379 kar. ke. 2380 lui ad. Hip. 
a valu an sol all. 2381 [SJei^ors ceste. est 2882 e tot. m'en. 
2384 ke altri. ad. E: poucins. Hip. qui a autroi effanz. 2385 
derein. Cah. daerein. Hip. desrein. 2886 Hip. Autresi trestot. 
2387 e ben. reison. £: raisons: les generations. 2388 Hip. a g, 
2890 com. Cah. norit. Hip. emblez. norriz. 2891 lecheries. Hip. es. 



— 327 — 

En luxures, en beveries, 

Si en quide faire ses fiz. 

Quant longuement les a norriz 
2395 E il oönt la voiz lor pere 

En l'egUse, lor dreite mere, 5 

Donc sevent, que trai les a: 

Car a lor pere les embla. 

Mes puisque sa parole entendent^ 
2400 A lui venent, a lui se rendent, 

E il les receit e norrist, 10 

Soz ses eles les garantist. 

Seignors, par fei, ceo n'est pas dote, 

Ja n'ert en si malvaise rote 
2405 Nul peccheor dolent chaitif, 

Se tant com il est sein e vif, 15 

Se voelt retraire e repentir, 

Qu'il ne puist a Den venir. 

Seinte eglise le recevra, 
2410 Soz ses eles le defendra, 

Quant a H vendra a garant. 20 

E li angle sont plus joiant 

D'un peccheor, qui merci crie 

E se repent de sa foHe, 
2415 Si com testmonie Tescriz 

Que de nonante noef esliz, 25 



2392 C: usure. roberie. E: rauberie. D: glotonie. 2393 
fere. filz. 2394 lon^ement. ad. 2395 lur. 2897 ke. ad. Cah. 
trahiz. Hip. traiz. 2398 ki. 2399 ke. 2400 C: sans nule atente. 
D: & descendent. £: sans plus d'atendre. 2402 £: si les ioist. 
2403 coe. 2404 raalveise. Hip. de. 2405 cheitif. 2406 cum. 
se fehlt. Cah. = BC si tost cum. 2407 s'il se. retreire. Hip. 
retrere. B: repenter. 2408 k'il. peusse. BCE: revenir. Cah. 
poisse. Hip. puisse. 2409 Hip. deffendra. 2410 defendera. Hip. 
norrira. 2411 lui (= Hip.). 2413 ki. Hip. qui s'umilie. 2414 C: 
& humelie. £: & s^umelie. Hip. & merci crie. 2415 come test- 
moine li. Cah. Hip. tesmoigne. 2416 ke. D : IX et sis. I : juste. 



— 328 — 

Qui n'ont mester de penitance. 
Ceo dit la lettre Banz dotance. 

De la belette est grant merveiUe: 
2420 Car ele enfante par Toreille 

E parmi la boche receit 5 

La semence, dont el conceit. 

Del madle, quant il li aproche. 

Prent la semence par la boche, 
2425' Qui dedenz son ventre norrist 

E parmi Toreille s'en ist 10 

Geste petite beste mue 

Porte ses chaels e remue 

Soventes feiz de leu en leu 
2430 Ne tent mie une place en feu. 

Les serpenz e les sorriz het, IS 

De la les chace, ou el les set. 

Sont eil fols, qui vont afFermant, 

Que ele receit e espant 
2435 La semence parmi Toie? 

Seurement ceo n'i a mie. 20 

A ceste sont aparagez 
Plusors, qui sont acoragez 



2417 ki. 2418 cöe. dutance. 2419 [D]e. 2420 kar. 2422 
ele. Cah. par quoi. 2428 ele l'aproche (= Hip.). B: ele i. C: 
il i. 2425 ke. 2427 beste petite. 2428 B: caieus. C: faons. D: 
chayaus. Hip. Por se ses founceaus r. Cah. faons. 2429 soventc 
liu. liu. D: leu. C: liu. Heu. 2480 fiu. BDS: fieu. C: fief. 
Cah. bemerkt falsch: On dirait que c'eat Texpression: n'avoir ni 
feu ni lieu. 2431 C: le »erpent. la souris. Hip. moult durement 
het. 2432 ele. 2433 ki. B: sunt fols eil (= Cah. sont). CH: 
fol sont. au formant (H: froment). D: mult sont fous. disant. 
F: si sont. afremant. M: fols sont 2433 — 2486 fehlen Hip. 
2484 k'ele. 2436 coe. ad. D : ce ne fait m. K : ceo ne li a il m- 
Cah. ne lui ail m. 2437 [A] ceste beste sunt. CG: aparillie. D: 
comparagez. Cah. Ceste beste sunt paragiez. Hip. aconparagie. ' 
2438 ki. Cah. encoragiez. Hip. encoragie. 



- 329 - 

De ben ovrer, de Deu servir, 

2440 De la parole Deu oir. 

Corios sont, mult i entendent, 

En lor corage a Deu se rendent 

E comencent a ben ovrer, 5 

A Deu servir e a amer; 

2445 Mes en petit d'ore recreient 

E ceo qu'il ont o'i, mescreient, 

Si ne sont mie obedienz 

A faire ses comandemenz, 10 

Com il aveient einz pramis. 

2450 AI serpent, qui a non aspis, 
Resont a comparer tels i a, 
Si vos dirrai, quel costume a 
Cele serpent, dont jeo vos di, 15 

Neporquant onques ne la vi. 

2455 Mes ceo est verite provee: 

Quant el ereint estre enchantee 
Par Tenchanteor, qu'ele creint, 



2489 Hip. bien oir. C: bien joir. 2440 coe lor vent mult a 
pleißir. BCD: de la parole deu ourir (C: dieu oir. D: oyr). 2441 
C: sunt curioufl molt lon^ement: rent. Hip. Sunt curious a le 
entendent. 2445 mes quant lor prent a ennuier. BCD: mes en 
petit ure recreient (C : mais. d'eure recroient. D : d'oure mescroient). 
Cah. Et. 2446 sil mettent trop a noncbaler. BC: & ee (C: cou) 
k'il unt (C: qu'il ont) oi mescreient (C: mescroient). D: iceus qui 
en dieu bien ne croient. S: & chou que il aimment mescroient. 
Hip. et ce que il aiment m. 2447 e ne (= Hip.). 2448 fere 
(= Hip.). 2449 si com a. B: premis. C: estoient apris. Hip. 
si com il li orent p. 2450 a la. k'ad. Hip. Du. 2451 ne sont 
compare tels i a. B: resont. C: se fönt compare il. D: bien 
orrez ja. G: si sont. S: sont acomparagie tel gent. Der Sinn 
der von den Schreibern nicht recht verstandenen Stelle ist, dass 
nicht nur mit dem Wiesel, sondern auch mit der Aspis manche zu 
vergleichen sind. Cah. ke sont compares. Hip. sunt a comparagier 
tel ffent. 2452 vus. costome ad. Hip. Dirai vos s'acostumement. 
2453 jo vus. C: icil serpens. Hip. Icest. 2454 nepurquant unc. 
Hip. le. 2455 mest co. 2456 ele crent. BDIS: crient. C: croit. 
Cah. craint. 2457 pur, k'ele crent. BCD: crient. 



— 330 - 

L'une de ses oreilles preint 
A la terre mult durement 
2460 E od sa cue finement 
Estope Faltre oreille si, 
Que de li ne poet estre ol' 5 

L'enchanteor en nule gaise. 
De tel manere est sa cointise. 

2465 U'altretele manere sont 

Les riches homea de cest mont. 

Tot sont encombrez e chai^ez 10 

De richesces e de pecchez. 

Quant il oient de Deu parier, 

2470 L'oreille n'i potot torner. 
Par richesces sont assordez 
E par coveitise assorbez, 15 

Qu'il n'oient ne ne veient gote, 
Toz jors tenent malvaise rote. 

2475 L'evangile meisme afiche: 

Plus gref chose est a home riche 

En la gloire del cel entrer 20 

Que de faire un cameil passer 

Par le chaas d'une aguillette. 



2458 prent. BDIS: prient. 2460 cowe. 2461 Hip. issi. 
2462 ke. lui. Hip. d'ele. B: pot C: puist. 2465 [D]e altretel. 
C umgestellt. Cah. D'altre tMe. Hip. D'autretele. 2466 mond. 
2467 tant. CDE umbestellt. 2468 Hip. coveitise. pechie. 2469 
Hip. parier de De. 2470 atomer. B: tumer. C: dooner. Hip. 
por richeces sunt asorde. 2471 asordez. CES: asourde. 2471 — 
2472 fehlen Hip. 2472 asorbez. C: essorbe. £: asote. 2473 
k'il n'oent. 24i4 malveise. 2475 Teuvangile. 2476 greve. Hip. 
d'un h. B: gref. CDE: grief est. Cah. est un. 2477 glorie. 
Hip. gloire Deu fere entrer. 2478 ke feire. chamail trespasser. 
de fehlt. CE: que de. passer. C: camel. DEI: chamel. 2479 
chas d'un. B: chaas {= KM) de un agoillette. C: casse d'une 
aguille. E: treu d'une aguUette. D: les chasse. F: casse. Hip. 
la chasse. 



— 331 — 

2480 Qui seit estreite e petitette. 

Maldite seit cele richesce, 

Qui Talme meine en tel destresce, 

En la peine^ qui toz jors dure 

En la fumaise e en Tardure 5 

2485 De la puor, qui toz jors art. 

Richesces sont de male part: 

Car a grant travail sont conquises 

E a grant poor sont porsises 

E a grant dolor sont guerpies 10 

2490 E perdues e departies. 

Por ceo fist ben jadis un sage, 

Qui mult aveit tot son eage 

A ses richesces entendu, 

Tant que la memoire out perdu 15 

2495 De Deu servir e honorer. 

Un jor se prist a porpenser; 

Esgarrez £u, que il fereit, 

Se il a ses vignes irreit 

Ou a ses falceors as prez. 20 

2500 Durement esteit esgarrez 

De ses bestes, qui se moreienl, 



2480 ke. Hip. deugee. 2481 icele. 2482 ke. E: destroit: 
ou tout adez tormens li croit. Hip. la d. Cah. k. 2483 de. ke. 
jorz. C: qui Tome maine en tel ordure: en la paine qui tous jors 
dnre. Cah. Hip. De. 2484 fumeise. BDE : fomaise. Hip. fomese. 
2485 puur ke. 2487 kar. Hip. Qui. 2488 pour. pursises. Hip. 
et puis. 2489 dolur. E: & perdues & departies: quant faire en 
couvient departies. Cah. donees. Hip. deguerpies. 2491 pur coe. 
B: fist deu. C: dist bieh. 2492 ke. Hip. aage. 2493 a la 
richesce. 2494 ke. 2495 honurer. Hip. De Deu qui tot a a sauver. 
2496 purpenser. 2497 ke. CE: & garde en soi que il feroit. 
2498 B: faucheurs. Hip. faucheors. 2499 falcors. B: vines ou 
a ces blez. C: bles. Hip. a ses yignes ou a ses p. 2500 fii. 
B: en lud. 2501 avers ke. se fehlt. B: pecunes. C: bestes. E: 
bestailles. K: pecunies. Hip. qui li m. 



- 332 - 

De ses ne», qui par mer coröient, 

De ses molins ert en porpens, 

Qn'il ^ussent ewe toz tens. 
2505 Donc lui veneient messager, 

Que la porreit taut gaaigner. 5 

Altres messager« reveneient, 

Qui altres noveles diseient 

De ceo que tant perdu aveit, 
2510 Que nuls le nombre n'en saveit. 

La ou il ert en tel destresce, 10 

Regarde amont e les elz dresce 

Vers Deu, qui tot le mont forma, 

E de sa richesee pensa, 
2515 Qui lui aveit fet oblier 

Ceo que il d6ust plus amer, 15 

E tant i aveit mis son quoer, 

Qu'il ne s'en poeit a nul foer 

Desvoluper ne departir 
2520 Ne honoreement eissir. 

Donc se porpensa mult estreit, 20 

Que tot ensemble guerpireit. 

Ses pecunes e son tresor 

Vendi tot, si achata or. 
2525 Quanqu'il out, en or ajusta: 



2502 nefs ke. E: aloient. 2503 pnrpens. 2504 k'il. par 
toz. Cah. Qui n'ayoient. Hip. eye en. 2505 Hip. li yeneit im 
mesagier. 2506 ke. Cah. agaainner. 2507 Hip. autre mesage 
reveneit: diseit. 2508 ke. li. 2509 ke ja taut, de ceo fehlt. 
Hip. Que del suen. 2510 ke. ne. D: recoveroit. Hip. Que pas 
le numbre. 2511 Hip. destreit: amont el ciel tot dreit. E: tristresce. 
2512 oilz. Cah. Garda. 2513 ki. monde. 2514 Cah. miüt p. 
2515 ke. Hip. li. 2516 k'il. Cah. qu'il. le plus. 2518 k'il. 
s'en fehlt. 2519 despartir. BCDE; departir. Cah. devoluper sei. 

2520 honureement. E: ni ounerablement. CDE: issir (=^= Cah.). 

2521 purpensa. Hip. porpense. 2522 ke. 2528 pecunies. Hip. 
richeces. ses tresors. 2524 Hip. ors. 2525 quanke. justa (= B). 
C: ot tout aune. D: ajosta. I: chanja. S: touma. 



— 333 — 

£n une masse rassembla 
Com une moele de molin. 
Quant il out tot vendu enfin, 
Que ren n'i out remes a vendre, 

2530 Dont Fem paust un dener prendre, 5 
Toz ses dras vendi a devise 
Fors ses braies e sa chemise, 
Que plus a vendre n'i laissa. 
Son or devant sei röulla. 

2535 Quant il out trestot assemble 10 

E il Tout issi atome, 
Qu'od une chaene le tint, 
One ne fina, desiqu'il vint 
Sor une röche lez la mer. 

2540 Lors comen$a floz a monter. 15 

Quant il fu tot rasez e pleins^ 
Cil empeinst od pez e od meins 
Son or es greignors parfondesces, 
Puis si a dit: Alez, riehesces, 

2545 A mil e cinquante diables! 20 



2526 TaAembla. B: massa. 0: male a asaule. 2527 C: la 
male fu molt grande enfin. D: mole. E: muele (= Hip.)- 2528 
l'out. 2529 ke. remis (== Cah.). C: si vendi n'i remest a v. 
DE: remez. 2530 Hip. Ten. 2531 Hip. a divers. 2582 for sul 
868. Hip. sa chemise et le braiers. 2538 ke. ne leissa. Hip. ni 
lessa. 2584 BS: roela. C: asambla. D: rooula. £: amassa. 
Hip. roola. 2585 asemble. Hip. Tout. 2536 kar. Hip. Quer. 
2537 ke d'une. teneit. B: cheine. C: eaaine. £: chaine. Cah. 
Que un. Hip. £n une. 2588 une. jeske. veneit. E : tant le charoie 
que. Hip. Puis ne. 2539 sur. ffrant röche. E: lez une. de mer. 
Hip. soz. grant r. de mer. 2540 leflot(=D). C: commanda sus. 
£ : commenca sus. IS : flo. K : le floz. 2541 la mer fu (= Cah.). 
C: li fiues fu rassis. £: li flos. CE: plains. D: q. en la mer. 
granz & pleinz. IS: tot haucie (S: hauchie) &. 2542 Tempeint. 
Hip. si enpeint. £: si empainst des. 2548 parfiindesces. Hip. 
es plus granz p. CE : en grandes p. 2544 ad. Cah. si ad dit pois. 
Hip. Puis lor a. 2545 deables. B : cincquaute. CES : & LX diables. 
D: a Cent a cinquante dyable. Cah. et eine cens. I: sexante. 



— 3S4 — 

Ke serreiz mes od mei manables: 
Car Yos me quidaBtes neier, 
Mes jeo vos neierai premer. 
Maldit seit tot le vostre aoost! 
2550 Qui en vos a son quoer repost, 5 

Ne poet bone veie tenir 
N'a la halte joie venir. 

öeignors, por Deu romnipotent, 

Ne semblez mie la serpent, 
2555 Qui ses oreilles clot e serre 10 

Od sa cue encontre la terre, 

Qu'ele n'oie Tenchaiiteor. 

Quant la parole al salveor 

Orreiz, ne vos estopez mie 
2560 Ne la v6ue ne Toie. 15 

Aspis creint mult renchantement. 

De son lignage i a grantment. 

Dipsas en est la felonesse, 

Qui mult est male traltresse: 
2565 Si tost com a un home mors, 20 

D'angoisse de sei moert le cors. 

Une altre en i a prialis, 

Qui est de la lignee aspis. 



2546 serrez od moi mes. C£:. plus. Cah. od roei mes. liip. 
estables. 2547 kar vus. neer. 2548 jo vus neerai. 2549 tot fehlt C: 
cors. E : acors. S : acort. Cah. escost. 2560 ki. vus. a fehlt. 2551 
Cah. vie. L: voie. 2552 ne. parvenir. 2558 [Sjeignors. Hip. 
omnipotent 2554 Cah.. Hip. le. 2555 ki. Cah. les. 2556 cowe 
contre. Hip. De. coue et de la. 2557 k'ele. Hip. Que il. 2559 
orrez. estupez. 2560 Hip. De. ne de. 2561 crent. 2562 ad. D: 
grant gent. E: granment Hip. gramment. 2568 BCIS: dispas 
(= Cah. Hip.). D: dispaz. E: dypsas. Hip. a non. 2564 ke. 
traiteresse. 2565 come une home aura. E : mort. 2566 d^anguois^e. 
2567 un. ad. en fehlt Hip. Un. 2568 ke. del lignage. E: de 
la lignie. 



— 335 — 

Qui en dormant la gent occit, 

2570 Si com le bestiaire dit. 
La reine Cleopatras, 
Qui tant. cremeit de mort le pas, 
En mist od sei une poignant, 5 

Si morut si com en dormant. 

2575 Altre en i a, qui mult est fere 
E de perillose manere: 
Come dreit sanc est sa color, 
Si point de si fere vigor 10 

Home ou femme « tant li greve, 

2580 Que chescune veine li creve, 

Si seigne tant com seigner poet: 
Apres le sanc morir Testoet. 
Uncor i a une plus male, 15 

Qui mult a venim en sa male; 

2585 Ceo qu'ele point, ja ne garist: 
Car le cors meintenant porrist 
E chet tot en puldre e en cendre, 
L'alme li covent tantost rendre. 20 

De Tostrice ne larrai mie, 
2590 Que sa nature ne vos die. 
C^est une oisele merveillose, 



2569 ki. ocist. 2571 CE: roine. D: raine. 2572 ke. Hip. 
doutot 2573 e (statt en). D: ot mise. 2574 alsi. Hip. tot cum. 
2675 ad ke. 2576 Cah. pelirose. 2577 Hip. la suor. 2578 poinst 
2579 itant le. Cah. Hip. L'ome. la ferne (fame)- le g. 2580 ke 
chescone. 2581 k'il. BD: si s. C: saine. E: sainne. Hip. saine. 
»aignier. 2583 uncore. ad. 2588-2589 fehlen Hip. 2584 ke. ad. 
B : en sei m. C : qui molt par a venim nuisable. D : qui a la 
pointure si sale. 2585 coe k'ele poinst. guarist 2586 kar. 2589 
[D]el. C: Tostrisse. D: D'ostruce. F: octrisse. IL: Vostruce. 
Cah. lerrai. Hip. lairrai. 2590 la verite ne vos en die. B: ke 
sa nature. 2591 un oisel merveillos. C: une oisse. Hip. Ce est 
un oisel mervellose. 



— 336 — 

Qui par nature est obliose. 

Assida l'apelent Ebreu 

E camelon a non en greu. 
2595 Itels pez a come cameil. 

De sa nature m'esmerveil : 5 

Car plumes a e eles granz 

E si n'est nule feiz Tolanz. 

En la Saison^ que ele pont^ 
2600 Enz el sablon ses oes repont, 

E la les guerpist e oblie, 10 

E sachez; qu'ele ne pont mie 

Fors entor join el tens d'este. 

Quant el son terme a esgarde 
2605 E ele veit el cel lever 

Une esteile, qui raie der, 15 

Quel esteile Vigille a non, 

Donques pont en cele saison 

E el sablon ses oes enftie, 
2610 Que plus nes cove ne remue. 

A ses oes ne retorne mes, 20 

Dreit a Testeile muse ades 

E ses oes oblie e guerpist. 



2592 ke. obli<?s. Hip. Mes p. 2593 asida (= Cah.). C: 
assicria. Grieu. D: asi. Hebreu. G: assycrea. Griu. 2594 ad. 
CG: camelou. Ebrieu (G: Ebriu). F: thalamon. 2595 ad. B: 
chamail. C: camous. D: chameil. I: chamel. 2596 me. Hip. 
me mervel. C: est mervillous. 2597 kar. ad. heles. Cah. plomes. 
Hip. plumes et eles a. 2593 seison ke. punt. 2600 oefs repunt. 
2601 Hip. muce et les o. 2602 k'ele. punt. Hip. Mes sachiez. 
2603 B: loing. (': jugne. Hip. juig. I: juing. 2604 ad. el fehlt. 
C: ele a lon€ tans. 2605 quant (statt e). B: kant. C: & ele 
voit. Hip. en mi cel eir. 2t)06 ke. Hip reluit cleir. 2607 kel. 
Virgille ad. BDH: Virgile. C: Vigile. FL: Vergile. Hip. Qui 
Testeile. CH: cele. Im Lateinischen Virgilia (A : Virgiliaca). 2608 
donc punt. 2609 oefs. e fehlt BCDI: enfuet. 8: enfeut. 2610 
ke. B: remuet. CDI: ne ne muet S: meut. 2612 Hip. A cele. 
mrS oefs. 



— 337 ~ 

Mes DeuSy qui tot le monde fist^ 

2615 Li alfde par tel devise^ 

Que el sablon e en \a lise 

Par Tair, qui est dok e serein 

E le teils al seir e al mein 5 

Suef e de bone manere, 

2620 Dedenz la meiste sablonere 

Germent li oef e pulcins fönt: 
C'est un des miracles del rnont. 

Iceste oisele signefie 10 

Le prodhome de seinte vie, 

2625 Qui lest les choses terrienes 
E se prent as celestienes. 
De ceste qui ses oes oblie, 
Dist le prophete Jeremie, 15 

Que ele esteit de si grant sens, 

2630 Que conoisseit el cel son tens. 
Quant li oisel guerpist arere 
S'engendräure en la puldrere, 
Por eeo que al cel apartent, 20 

Sire Dens, porquei ne sovent 

2635 A home, que Deu fist resnable 
E conoissant e entendable, 



2614 ke. Qip. Et Dex. 2615 lui. Cah.Uip. tele. L: itele 
guise. 2616 ke. Ol: gUse. D: en falise. 2617 Veir ki. C: ades 
est serain. D: Tar. 2^18 li. 2620 el sablon en la pndrere (dieä 
ist schon durch 2616 ausgedrückt). BDP : dedens la molste. BCD : 
sabloniere. CF: la (F: le) maistre sablouniere. 8: la morte. 
Cab. mote. Mucre? 2621 oefs. 2622 C: ouracles. Hip. une 
mervelle de. 2623 [Ijcest oiseal. Cah. Hip. Icest oisel nos. 2624 
prodome. Hip. de bone. 2625 ki. terriens («^ Cah.). Hip. let. 
terriennes. 2626 celestiens. Hip. a celestiennes. 2627 ki. oefs; 
0: de cou qn'ele. 2629 k'ele. Hip. haut. 2630 k'ele connt. Cah. 
conuit. Hip. qnenoist. C: connissolt. P: conoist. 2632 sa en- 
gendrure. poldrere. C: s'eng^nreure. 2633 pur ki. ceo fehlt. 
Hip. qui. 2634 purquei. Cah. ptirque. 2635 ke. 

Reinsch, Le Bestiaire. 22 



— 338 — 

ü'oblier leis choses terrestres, 

Por aveir les joies celestres? 

Ne poet mie a Deu parvenir 
2640 Qiii ne voelt lesser e guerpir 

Les falses joies de cest mont; 5 

Ja n'ateindra al cel amont. 

Nostre sire meismes dit 

E en Tevangile est escrit: 
2645 Qui plus de mei aime son pere, 

Son fiz Oll sa soer oii sa mere, 10 

N'est pas digne de mei aveir. 

Issi dist Dens, issi est veir. 

yjr vos dirrom d'un altre oisel, 
2650 Qui mult par est corteis e bei 

E mult aime e mult est ame, 15 

Le plus sojorne en bois rame. 
Cest la turtre, dont nos parlom, 
Qui tant aime son compaignon. 
2655 La femele al madle s'assemble, 

Toz jors sont dui e dui ensemble 20 

Ou en montaigne ou en desert, 
E si par a venture pert 

2037 C: guerpissies les goies. Hip. De guerpir la joie 
terrcstre. 2638 pur. gloires (= Cah.). C: la goie. E: gloire. 
Hip. la joie. 2639 venir (= Cah. Hip. nient). C: parvenir. 
2640 ki. 2641 fauses. mond. B : choses. ^642 natendra. lamont. 
Cah. n'ataindra. 2644 l'euvangile. 2645 ki. Hip. aime de mei. 
Cah. frere. 2646 filz. Hip. sa fame. 2647 moi. G fugt hinzu: 
et ki ensi ne le fera | jaen paradis n'enterra. 2648 C: ensi. 
& si dist voir. Hip. Issi le poez bien saveir. 2649 [0]re vus. 
In A steht im Bilde turtre. Cah. dirrai. 2650 ke. curtois. 
2652 Hip. es. 2653 C: twirtre. D: tortre. Hip. tuertre. 2654 
ke nos si volenters mangom. Diese Reminiscenz des Schreibers 
an das Rebhuhn (V. 2348) ist auch in D. BCES: qui (B; ke) tant 
aime son (B : sun) compaignon. Cah. compainnon. 2655 femmele. 
s'asomble. 2655—2658 fehlen Hip. 2656 CE: doi & doi. 



— 339 — 

La femele son compaignon, 
2660 James puis en nule saison 

N'ert ore, qu'ele ne s'en doille. 

James sor verdor ne sor foille, 

Qu'el puisse, ne s'asserra. 5 

Toz jors son pareil atendra, 
2665 Saveir, se il retornereit. 

A altre ne s'ajustereit 

Por ren qui peust avenir: 

Tant lui voelt lealte tenir. 10 

Quant ceste meintent chastete 
2670 E se garde tot son ae 

En lealte vers son pareil, 

D'ome e de femme m'esmerveil, 

Qui chastete a Deu pramet 15 

E puis apres son vou malmet. 
2675 Mult 1 a de la gent vileine, ^ 

Qui n'aiment pas d'amor certeine, 

Si come fet la turturele, 

Qui ses amors ne renovele 20 

Aillors qu'a son premer ami, 
2680 James nel mettra en obli, 

E se eil moert, d'altre n'a eure. 



2660 seison. Cahier hat wieder ganz übersehen, dass dieser 
Vers in seinem Druck fehlt. 2661 höre k'ele. se. CEF: duelle. 
D: deule. L: duille. Hip. N'iert que il ne se duelle. 2662 Sur. 
sur. CEF: fiielle. D: feuUe. L: fuille. Hip. Ja puis. 2663 k'ele 
s'aserra. Hip. Que ele poisse. 2664 Hip. conpaig. 2665 se a 
lui tomereit. B: retumereit. Cah. Saver s'a lui retomeroit. 
Wohl : s'a li. 2666 Hip. A nul autre. se joindreit. 2667 pur. ke. 
2668 li volt. CE: loiaument. 2669 Hip. Avant ceste maintient 
chatee. Cah. chast66. 2670 B: aee. CDE: ae. 2672 Hip. me 
mervel. 2673 ke. 2674 B: sun quer. CE: si la maumet. DS: 
lor veu (= Cah. Hip.). 2676 ki. 2677 issi. Hip. tuertrele. 2678 
ki. 2679 k'a. Hip. Quant el a son premier. 2680 ubbli. Hip. 
Ja puis. 2681 Cah. Hip. muert. CE: nature. 

22* 



— 340 — 

Ne sont mie de tel nature 
Plusors genz, qui ei secle sont: 
Car ja> a un ne se tendroat 

2685 Eäpoa ne eepose^a son per. 

Quant Fan vent de Tattre enteirer^ 5 
Ainz que mange ait deus repaa^ 
Voelt altre a^eir entre ses braz. 
La turtre ne fet mie issi : 

2690 Toz jors esgarde a son ami^ 

Toz jors atent, que il revenge 10 

E que compaignie li tenge. 

J^a turtre^ qui ben i esgarde^ 

Que cha»te e nette ades se garde^ 
2695 Nos signefie seinte eglise, 

Si vos dirrai par quel devise. 15 

Quant seinte eglise vit Her, 

Batre e piendre e crucifier 

Jesu Cristy son leal espos^ 
2700 Mult en out le quoer angoissos. 

Toz jors s'est puis a lui tenue 20 

Ne se volt faire a altre drue 



2688 plosors ki. genz fehlt. 2684 ke ja a ami. Cah. Hip. 
Que ja a un. CE: qui ja a .i. 2686 C: veut a l'autre aler. E: 
voit l'autre enterer. D ändert: ne veulent mie droit ester | quant 
Tun vat en terre lonteine | donc se porpense eil ou cele. 2687 ke. 
dous. Hip. qu'il menjuce deuz. 2688 C: vauroit une. 2690 
jorz. B: se garde. C: atent a. mari. S: se tient. 2691 esgarde 
(= Cah.) k'il reveighe. BI: revienge. CE umgestellt. 269§ ke. 
teigne. B: tienge. CS: tiengne. E: tiegne. Cah. revig^e: tlnne. 
Hip. tienge. 2693 [L]a. ki. ben s'esgarde. D: qui bien y prent 
garde. Cah, que se ben se garde. Hip. Qui si bien sa chastee 
garde. 2694 ke. 2695 nos fehlt. Cah. Hip. St s. 2696 e vus. 
2698 Hip. Batre pener crucefier. 2700 en fehlt. Hip. angoisous. 
2701 jorz. 11. 2702 a altre fere. CEI8: Tout (I: tot) ades atent 
sa venue. Hier fügen CEIS hinzu: Tous jours (I: toz jorz) le 
croit (I: creit) tous jors Tespoire (I: toz jorz l'espeire) | ne se vieut 
(IS: veut) a (I: o) autre connoistre (I: contraire. 8: parcroire). 
(E: vielt autrui). 



— 841 — 

Ne joindre oe acompaigner. 

A lui est tot 8on deairer. 
2705 Toz jors se tent a son pareil, 

Jesu Crist, son leal feeil. 

Quant Tauctor, qui rima cest livre, 5 

Deveit id entor escrirre, 

Mult esteit tristes e dolanz: 
2710 Car ja a^y^it este deos anz 

Seinte ogüse si dolerose 

E si mate e si poorose, 10 

Que meint quidouent par folie, 

Que son espos l'eust guerpie: 
2715 Car el n'osout le chef lever; 

Poi 1 entrout gent por orer 

En tote l'isle d'Engleterre. 15 

Mult ert la dame en dure guerre 

Par tot le realme a cel jor 
2720 E en peril e en dolor: 

Par si enfant demeinement 

Li moveient tomeiement. 20 

Li plus de la chevalerie 

Plus qu'en une mahomerie 
2725 N'i entrassent a cel termine. 

Mult esteit en grant diseipHne 



2708 Hip. D'aatre ne veut acompaignier. 2704 Hip. umgestellt 
C: a lui atent E: a dieu a tout son desirrier. 2705 tient. 
2706 jhesu. 2707 Tautor ki rime a- CK: l'auctor. B: l'autre» 
EG: Tactor. 2708 CEGH: endroit CEGFI: escrire. 2710 kar. 
dous (= BKM). DF: II. LN: deus. CEGHI: HL I: aveit passe. 
2712 pourose. C: angoissouae. EG: male. Cah. paurose. I: 
perilose. 2713 ke. OE: cuidoient. Cah. quidoient. 2714 ke. 
2715 kar ele. Cah. n'osoit 2716 pur. GEH: anchois li estovoit 
(KU: ancoia U couvenoit) cliner. 2717 trestot de. Cah. trestote. 
2718 C: d'une. K: dore ruere. 2719 Cah. en tel jor. 2721 
kar. Cah. dememement. 2722 Cah. movoient Hip. meneient. 2724 
k'a. 2725 Cah. Hip. en. 



— 342 - 

E tornee en chaitiveison 

N'aveit mes gent si petit non 

En tote Bretaigne la grant, 
2730 Qui ne fust fals e mescreant. 

Por Taveir, que il gaaignouent 5 

De Teglise, que il gardouent, 

Erent H plus halt a devise 

Contre la pais de seinte eglise 
2735 Par roistie e par manace 

Guerreiant e Deu e sa grace. 10 

JNe devom mettre en obliance 

Le dit ne la signefiance 

Del cerf, qui estrangement oevre, 
2740 Quant il mangue la coloevre, ^f^*-*-* 

Ceo est, quant il est enveilliz. 15 

Puis est tot seins e refreschiz. 

Quant vel e endeble se sent, 

ni vet querre tot belement 
2745 La losse, ou la coloevre dort, 

Qui mult le creint e het de mort. 20 

La lettre no;5 testemonie, 

Qu'il a d'ewe la boche emplie. 

A Tentree del croes l'espant, 



ffr\^tic ^ 



2727 tornee « cheitiveison. Cah. Tomeie. Hip. Et tornee en 
cheitifeison. 2728 Cah. Hip. se. 2729 BN: Bretaine. G: Bertagne. 
H: Bretengne. K: Britainne. L: Bretoigne. 2730 ke. false. Cah. 
fut false. Hip. fusseut faus m. 2731 pur. ke. CE: gaaignoient. 
I: gaagneient. K: gaainnoent. 2732 k'il gardoient C: tenoient. 
E: gastoient. I: robeient. Cah. gardoent. 2734 peis. seint. 
2735—2736 fehlen Cah. u. Hip. 2736 gerreiant. Das erste e fehlt, 
2737 [N]e. 2738 Cah. dist. 2739 kar. 2740 manjue. culovre. 
BDI: colovre. C: culuevre. Cah. colevre. 2741 coe. Hip. Ce dit 
Ven. vielliz. 2743 veil. C: q. il est viex frailes & lens. L: endiable. 
2744 u. colovre. Hip. guerre moult b. 2746 ke. crent Cah. 
Hip. crient. 2747 nus. Cah. testimonie. Hip. tesmonie. C: 
seiiefie. 2748 k'il ad. Cah. d'evve. 2749 D: dou pertuiz. 



— 343 — 

2750 E la coloevre meintenant 

S'en ist, que remaindre n'i poet: 

Car des narilles al cerf moet 

E de sa boche ist une aleine, 

Que par force hors Ten ameine. 5 

2755 Tot hors s'en ist beant la gule, 
E li cers Toccit e defule. 

Altresi fist nostre seignor 

Jesu Crist, nostre salveor, 

Quant les portes d'enfer brisa 10 

2760 E le diable defula. 

En lui sorst la clere fonteine, 

Qui est de sapience pleine, 

Dont diables ne poet sofFrir 

La parole ne sustenir. 15 

2765 Quant par terre alout preechant 

E come verais Dens ovrant, 

Un diable en un home entrout, 

Qui durement le tormentout, 

E quant nostre sire vint la, 20 

2770 Li diables li demanda: 

Fiz Deu, porquei venis si tost, 



2750 colovre. Cah. coleovre. 2751 ke. Hip. quer. 2752 
kar. B: nariles. C: narines. 2753 im. 2754 ke. le meine. B: Ten 
-ameigne. C: la maine. Cah. amene. 2755 baant (= Cah.). B: 
vaant. C: beant. 2756 cerf l'oscit. Hip. devore. Cah. defole. 2757 
In A hier kein Absatz, tot altresi, das Verb fehlt. B : fist. C : fiist. 
2759 d'enfern. 2761 li. 2762 ki. C: si. Hip. de sapience est. 
2763 suffrir. 2764 Cah. sostenir. Hip. soustenir. 2765 prechant. 
. 2766 verrai. overant. Hip. verai Deu. D : sarmonaiit 2767 deable 
dedenz (^= KLN). esteit. 2768 ki. tormenteit (= K). B : tiirmenteit. 
CD: tormentoit. S: tourraentoit. Schon Seeger p. 20 weist darauf 
hin, dass die Reime esteit : tormenteit höchst unwahrscheinlich dem 
Dichter angehören, trotz der Uebereinstimmung der Ueberlieferung. 
Deshalb muss hier gegen die Hss. geändert werden: entrout. Im 
Lateinischen ist intrare (ingredi) gebraucht. 2770 deables. 2771 
filz. Hip. Porquei il ert venu. 



— 844 — 

Por tormenter nos e nostre 06t? 

Geste parole en oiant dist, 

E nostre «ire li enqukt, 
2775 Non pas por eeo qu'il ne saust, 

Quel non eil diables äust, 5 

£/ eil respondi : Legion, 

Mil somes, qui de eeo servom. 

Donc prierent Jesu meisme, 
2780 Qu'il nes enveiast en abisme, 

Mes s'il d'iloeques les getast, 10 

Que en un folc les enveiast 

De pors, qui pres d'iloec esteient 

En un plesseiz^ ou ii pesseient 
2785 Nostre sire lor dist: Alez! 

Atant sont eil es pors enlrez. 15 

Dens miilers en i aveit ben, 

Qui puis n'orent mester a ren, 

Mes dreit a la mer s'avancerent 
2790 E en miUeu se trebucherent. ^ 

Seignors, de eeo n'estoet doter: 20 

Diables ne poet escoter 

La parole nostre seignor, 

Qu'il nen ait tonnent e dolor. 



2775 pur coe k'il. Cah. Hip. nel. 2776 icel deables. Hip. 
le deable. 2778 mil & plus ke de co servom. B: mil sumes ke 
de ce servum. C: m. somes qui de cou servons. 2779 preerent 
ih'^u. Cah. meismes. Hip. meimes. 2V80 k'ii. Cah. Hip. n'es. 
abismes. 2781 dMlokes. Cah. «e d'illuques. Hip. Une grace lor 
otriast. 2782 k'en une fole. BD: fosse. C: iiii. fous. KL: fole. 
I : dedenz les cors. 8 : un cors. Cah. vermutiiet foc 2783 ke. 
2784 B: pleisez. C: une place. D: pleissiz. S: paäsüs. Cah. 
plesseis. Hip. peBtiz. 2787 dous. avoit E: II mile. Hip. i en. 
2788 ke pus. 2789 me se. 2790 milliu. Cah. el mi leu. tre- 
bocherent. Hip. meleu. 2791 coe n'estot duter. 2792 deables. 
escuter. Cah. esculter. 2794 ke ne li torne en. B: k'il n'ait tur- 
ment e dolur. C: n'i. Cah. Hip. ne. 



- 845 - 

2795 L'apostre dit y^raiement, 

Que nostre «Ire al finement 

Le felon diable occira 

Par la parole, qui istra 

De sa boche beneuree. 5 

2800 Ceo est ben chose asseuree. 

iji cerfi^ ßi com jeo vos ai dit, 

Se reforme e longuenjeut vit. 

Del son del frestel s'esmerveille. 

Quant il a sußleve Toreille, 10 

2805 Si oit cler, e quant il Tabesse, 
Si vos di, que Toie cesse. 
AI bosoing poet ben treapasser 
Un grant fluive ou braz de mer. 
Es montaignes meint volenters: 15 

2810 Ceo sont les lei^s, qu'il a plus chers. 
Par les monz enteiidre devom 
Les propheteß de gr£),nt renom, 
Qui Tavenement Deu eonurent, 
E les apostles, qui od Jui furent; 20 

2815 E par le cerf devom entendre 

Geis qui a Deu se voelent rendre: 
Car il troevent en la montaigne 
Qui salvacion lor enseigne. 



2795 verTsiement. 2796 ke. 2797 deable oscira. 2798 ke 
hors ifitra. Calu qne fors istrat I: Tesperit. 2800 coe. ben fehlt. 
Gab. est la eh. 2801 [L]i cerf. come Jo vag. 2802 longement. 
280B Bun. £: fertol. Hip. de fi-eteL 2804 C: drechie s'o. Cah. 
dresce. I: drede. 2805 olt. Tabeigse (la beisse). CE: oit ß: 
Tabaisfle. Cah. baisse. Hip. besse. 2606 vns ke. di fehlt. E: 
qnaase. 8807 ben fehlt (^ KL). Hip. a besoig. 2808 fluvie. 
Hip. ou grant bra«. 2809 Cah. Hip. est v. 2810 coe sunt, lius 
k*il ad. C: «M el iin ou il. 281B ki. 28U k'od. Cah. od Deu. 
2815 Cah. les cerfs. Hip. les clers. 281t ki. Hip. a lui. 2817 
kar. 2818 ki. 



— 346 — 

Si come le psalmistre dit 
2820 En un psalme, qui est petit: 
Es monz, fet il, levai mes elz, 
Ai'e en oi, si m'en fu melz. 

Ija salamandre est une beste, 5 

Qui de la cue e de la teste 
2825 E del cors resemble lesarde, 

Si n'a poor, que nul feu Tarde: 

Del feu ne dote la chalor. 

Mult est de diverse color. 10 

Si en feu vent par aventure, 
2830 Li feus esteindra a dreiture; 

Ja ne serra si alumez, 

Qu'il ne seit tost tot aquassez. 

Venim porte de tel vertu, 15 

Que mult tost a home abatu 
2835 E si fereit grant destorber, 

S'ele montout en un pomer. 

Les pomes envenime issi, 

Qui en mangue, il est fini. 20 

E si en un grant puiz chaeit, 
2840 Tote Tewe envenimereit, 



2819 psalmistre. 2820 en une (= DEH) psalme petit. qui 
est fehlt. DE: qui est p. C: petite. 2821 oelz. Cah. oils: miels. 
Hip euz. 2822 Hip. Donc Vaide nie vint de Dex. 2823 fSjala- 
mandre. La fehlt. C: Salimandre. E: Dalemandre. 2824 ke. 
cowe. 2825 CE: laisarde. 2826 n'ad pour ke 2827 de. nule. 
Cah. Hip. crient nule. 2829 Hip. S'en. 2830 CE: par (sa) nature. 
Hip. II Testeindra quer c'est d. L: fex. 2831 Cah. tant. 2832 
k'il. aqssez. BI: achassez. D: acoisez. E: quassez. Cah. Que 
tant tost se seit esclassez, wobei er an ital. schiacciato, pic. ecach6 
denkt 2833 de ^&nt (= Cah.). 2834 ke. ad tost Hip. a tost h. 
2835 fet. desturber. 2836 Cah. Que s'ele monte («= Hip.). 2837 
fehlt ganz bei Cah., was er übersehen. 2838 ki. Hip. honni. 
2839 puz. C : puis oloit Cah. puis. Hip. se ele. puiz. 



— 347 — 

Que nul hom n'en bevreit sanz mort. 
Tant est le venim de li fort. 

Iceste beste signefie 

Le prodhome de seinte vie, 
2845 Qui tant est de parfite fei, 5 

Que il esteint environ sei 

Le feu e Tardor de luxure 

E des vices la grant ardure. 

Ne quidez pas, que jeo vos mente. 
2850 Le feu, qui les almes tormente, 10 

Ne poet aveir vers cels vigor, 

Qui ben servent nostre seignor 

De bone fei parfitement 

Ne crement nul embrasement, 
2855 Que diable lor puisse faire, 15 

Qui tant est fei e deputaire. 

En feu furent Ananias, 

Misael e Azarias: 

Onqueß de ren malmis n'i furent, 
28G0 Por ceo qu'en bone fei esturent. 20 

Seignors, ceo n'est nule dotance: 

Par^fei e par bone creance 

Poet Tem veintre seurement 

Tote manere de torment. 



2841 ke. hoem. Cah. nul n^en bevereit. Hip. Quer nus lioms 
neu beivreit. 2842 Cah. lui. Hip. d'ele. 2848 [I]ceste. 2844 
prodome. Hip. bone. 2845 ke. Cah. parfeite. Hip. de tres leal f. 
2846 k'il. I: qu'il esteint tot. 2847 Tardur. 2848 de. 2849 kejo. 
Cah. quidez vus. 2850 ke. 2852 ki. 2855 ke deable. peusse. 
Bei Cah. jedes Wort ein Fehler: Que li debles leur poisse fere. 
Hip. puisse. 2856 ki. fels. F: faus. Hip. el fei. de pute ere. 
8257 el. 2858 C: Missael. E: Mjsael. B: Zacharias. 2859 un- 
ques. Cah. ne. 2860 pur coe k'en. C: furent. E: crurent, 
Hip. s'e. 2861 coe. Cah. Hip. mie. 2863 Cah. Hip. veincre. 



— 348 — 

2865 La lettre no« .te»te«nanie, 

Si est escrit eu Y»ai*e, 

Que par fei ont trestuit li seint 

Peeche veneu e fwi esteint. 

Qui si bone creance avreit 5 

2870 E ferme fei com il devreit, 

Les monz fereit par comander 

De leus en altres remuer. 

Certes, qui est leel en fei, 

Mult a riebe vertu en sei. 10 

2875 Totes veies al desus vent 

Qui fei e cbarite meintent. 

Mes si il charite n'aveit, 

Nule vertu ne li valdreit 

Seint Pol nos dit, que ne valt ren 15 
2880 Almosne ne nul altre ben 

Ne creance ne lealte, 

Si ovoeques n'est charite. 

Juntre toz les altres aiseis 
Est li coloms corteis e bels 20 

2885 E en bone signefiance. 

Seinz espiriz ea sa semblance 

Descendi al baptizement 

De Jesu Crist veraiement, 

E meinte feiz est avenu, 25 



2866 la lei. C£: temnoigne <fe crie. D: loiaute. Cah. teeti- 
monie. Hip. tesmonie.* 2866 Ysaje. 2867 ke. out trestut. 2869 
ki. Cah. Qtti bone. averoit 2831 freit 2878 ki feel (« Cah. 
Hip.). C£: fermee. D: laial. 2874 ad. 2876 ki, 2877 n'avoit 
Cah. Hip. 86. 2878 vaudroit. 2879 dit fMt 2880 Ne a (»= Cah. 
Hip.). nul fehlt. 2882 ovok^s. Cah. Hip. oyeques. 2888 [£>tre. 
oiseals. C: D^entre. 2884 cnrteis. heals. Hip. la colomps tot H 
plns beauB. 2886 decendi. 2888 ifa>u. verraiement. 28l69 Cah. 
meiotes. 



— 34« - 

2890 Que &x sa semblance est venu 
Seint espirit^ por conforter 
Gel» que oem soleit tormetiter, 
Por faire lor cel Deu guerpir, 
Qui tot poet salver e garir . 5 

2895 Jadis cheseun an soleit Fem- 
En la cit de Jerusalem 
La veUle de pasche veeir 
Un colom blanc venir por veir, 
Qui aportout le feu novel. 10 

2900 En colom a mult dolz oisel 
E sanz fei e sanz amertume, 
Si a une bele costume: 
Gar en baisant s'entracompaignent, 
Que en baisant d'amor eöpraignent. 15 

2905 Quant il sont enz el colomber 

Dens cenz ou treis ou un milier, 

Un en i a, qui mult est proz: 

Quant il se moet, si moevent toz. 

Gil les meine de totes parz 20 

2910 Es montaignes e es essarz 



2890 ke. sa fehlt. B: descendu. 2891 pur. 2892 ces k'oem. 
turmenter. Cah. om. Hip. Ceos qa^enemi seut t. C£: on voloit. 
2893 pur fere lur. Cah. lor faire icel. Hip. Por fere lor se de- 
guerpir. 2894 ke. deit (= Cah-X Hip. Ihesu qui toz nos puet 
garir. 2895 soelt. Hip. Ten. 2896 cite (= Cah.). C: chit. 2897 
veer. CEIj pasque. G: paskes. Cah. de la Paske veir. 2898 
colum. Cah. ver. 2899 ke. Cah. aportot 2900 el. ad. doz. Hip. 
bei. 2902 unt. Cah. S'uut une mult b. Hip. Se ont. 2903 k'en 
beisant. s'entreacompugnent. Cah. s^entreeompainnent. Hip. be- 
sant. EH: quant il sont en une champaigne (H: charapengne: 
s^entracompengne). 2904 beisant d^amur. que fehlt. Cah. esprain- 
nent. Hip. esprennent. C: quant il vient dales sa compaigne. D: 
empreignent. E: que em baisant s^entracompaignent. S: d'amours 
empraiffnent. 2905 sunt, oolumber. Cah. enz un. Hip. en un colum- 
hier. 2907 ad ke. plus, pruz (= Cah. Un i en ait). 2908 Cah. 
s'en moet. Hip. s'esmuet (= CES). 2909 totez. 2910 & as assarz 
(= Cah.). BD: e es essarz. CE: par essars. Hip. agraz (dies 
Wort hat Godefroy aufgenommen). 



— 850 — 

E es pleins chams e es arez, 
Es gaignages e es semez. 
E quant il troeve les salvages, 
II est tant veziez e sages, 
2915 Qu'il les trait a son colomber. 5 

Issi lor fet le bois lesser 
E la salvagesce oblier 
E od lui les fet converser. 

leest oisel nos signefie 
2920 Jesu, qui tot a en baillie, 10 

Qui tot governe e qui tot fait 

E qui de totes parz atrait 

Les coloms a son colomber 

E le champestre e le ramer. 
2925 Son colomber est seinte eglise, 15 

Ou il atrait a son servise 

Par bone predication 

Nos qui salvages esteiom. 

De Sarrazins e de Paens 
2930 A fet sovent bons crestiens 20 

E fera vers le finement 

Tote la gent comunement 

Assembler en la fei comune. 



2911 chans. Das erste e fehlt. B = Cah. arrez. Hip. ares. 
2912 gaaignages & as. D: aa aiguez coyez ou corablez (Unsinn!). 
E: es gaaignies. Cah. gaainnes. I: gaaigniez. 2914 B: vesziez. 
CE : voiseus. F : viseus. L : avisez. Hip. si veiziez. 2915 k'il. treit. 
columber. 2916 si le fet tot le. C: lor boiax laissier. Hip. Si. toz 
les. 2917 la fehlt. 2917—2918 fehlen Cah. u. Hip. 2919 [Ijcest. 
nos fehlt, (oisele?) 2920 lh*'u ki. ad. 2921 Das zweite qui dieses 
an das Epos erinnernden Verses fehlt. Cah. et tot atrait. 2922 ki. 
tantes (= Cah.). 2924 C: les ramiers. Cah. Et le salvage. 2925 
columber. seint. 2928 salvage. 2929 Cah. sarazins. paiens. 2930 
Cah. ad sovent fait. 2932 communement. Hip. Totes les genz. 
2933 commune. C: asaillir. E: saillir ens. 



— S51 — 

Donc vendront les deus leis a une: 
2935 Car la lei, qui esteit salvage, 

Serra remise en dreit veiage. 

Deus est esperitals coloms: 

Bons est e bels e lez e Ions, 5 

E ses eles si larges sont, 
2940 Que acoevrent trestot le mont. 

La veie, que il nos enseigne, 

Devom aler, nuls ne s'en feigne! 

Si ceo fesom seurement, 10 

Toz nos merra a salvement. 
2945 Vos ne devez esperer mie, 

Que Moyses ne Ysai'e 

Ne prophete ne messager, 

Que onques Deus öust tant eher, 15 

Nos meist a salvacion. 
2950 Mes eil par s'incarnacion, 

Qui del halt pere descendi, 

Salu e vie nos rendi. 

Deu, qui voleit humein lignage 20 

Raeindre e oster de servage 
2955 E assembler en seinte eglise, 

Enveia ainz en meinte guise 



2984 dou8. les fehlt. Hip. totes leis. 2935—2936 fehlen 
Cah. u. Hip. 2935 ki. kar fehlt. 2936 mise. 2937 Cah. esperitel 
colombs. Hip. esperitex. 2938 beals. longs. Hip. Long, dreiz et 
beaus et bons. 2989 heles. Hip. tant. C: longues. 2940 k*il 
coevrent. mond. CES: qu^eles acuevrent tout Cah. Qu'ele coe- 
vrent. Hip. Qn'il acouetent tot. 2941 k'il nus. 2942 k'uns ne se. 
C: nus ne 8*en faingne. Cah. se fainne. 2943 coe felons. 2944 
nos toz. C: menra. DEI: metra. 2945 vos ne desesperez mie. 
2946 ke ne fist Moyses. 2948 ke unkes. 2949 Cah. meinst. 
CEF: mesist. 2949— 2950 fehlen Hip. 2950 sa. 2951 ki = 2958. 
2951 Hip. 8alu et vie nos rendist | Fors le Sauveor Ihesu Crist 
2953 Hip. Tumain. 2954 reindre. hoster. Cah. Hip. raendre. 
CDE: raiembre. I: jeter. 2955 Hip. En colump et en meinte 
gnise I Est venu dedenz sainte iglise. 2956 envea. 



— 352 — 

^ajus en terre preecher 
Meint propheie, meint me^Bägety 
Ou li seiDz esperiz parloot 
2960 E en meinte guise prechont^ 

Coment nostre sire vendreit 5 

Salver le mont^ qui perisBeit; 
Uncor avom asseK a dire- 
Des coloms e de lor matire. 

2965 Un arbre a en Ynde la grant 

Bei e foillu e omlw^iant. 10 

Fruit porte bon e dolz e eher, 

E si vos OS ben afieher, 

Si com la lettre le m'aprent, 

2970 Que grant est Tombre, que il rent. 

Bels est dedena e environ, 15 

E si dient, ^ue il a non 

Paradixion en gregeis: 

Ceo sone altretant en franceis 

2975 Come dire »environ la destre«. 

Soz cel arbre fet mult bei estre. 20 

La dedenz maignent e habitent 



2957 seintz en. B: cajas. C: les sains. D: ciauz. £: saia». 
8 : chajuB. Cah. ^'a jus. por precher. 29^8 Ifip. et meint mesagier. 
2959 parlcit. CES: parloit: dlsoit 2960 diseit. CE8: disoit 
Gegen die Hss. muss der Beim parleit: diseit beseitigt werden; 
vgl. 2768. 2961 CES: venroit 2962 mond ke. 2968 uncore avoms 
asez. C umgestellt. 2964 Cah. martire. Hip. Del colump« la. 
2965 [U]n. ad. CDI: Inde. 2966 foilli. B: ombrant. C£: foUlu 
& rerdoiant. Hip. foUu et verdeiant. Cab. umbn^ant, F : um- 
broiant 2967 Hip. monte. 2968 Cah. pois b. 2969 le fehlt» 
Cah. li Hvres. Hip. nos aprent 2970 ke. ke. 2971 beals. 2972 
ke. ad. 2973 paradixon (= D). C: paradysion. £: paradyxion. 
H: paradixion. IS: paradision. Cah. Paradixcion. Hip. greeeis. 
Cah. griseis» 2974 coe. £: si vaut. Hip. Et s. &75 com. 
Hip. Cum verdure. Environ la destre©. C: abit 2977 BC: 
mainent. E: mainnent. 



— 353 — 

Coloms, qui forment se delitent: 
Car il sont del fruit saolez 

2980 E desoz Tombre reposez. 

Ja d'iloec nes estoet moveir, 

Por aveir tot lor estoveir. 5 

Un dragon a en cel pai's, 

Qui as coloms est enemis: 

2985 Car il les mangue e devore. 

Mes eil qui soz Tarbre demore 

E desoz Tombre ades se tent, 10 

De ren nel dote ne nel creint. 

Li colom, qui conoissent ben, 

2990 Que eil les het sor tote ren, 
Se tenent soz Tarbre toz dis, 
Si n'est aleuns fols e jolis. 15 

Qui d'iloeques ist folement, 
Quant il s'en ist tost s'en repent. 

2995 Le dragon erement les coloms, 
E altretant ereint li dragons 
D'aprismer a Tarbre e a Tombre. 20 
Nule feiz les eoloms n'encombre, 
S'il nes troeve de Tombre eissuz; 

3000 Se il les troeve, si sont perduz: 

2978 ke. 8i. Cah. Li colombs qui miilt. 2979 kar. Hip. 
Quant. 2980 Hip. l'arbre repose. 2981—2982 in ABD umgekehrt. 
29b2 pur. 2983 uns dragons ad. Cah. est. 2984 ki. 2985 kar. 
2986 ki. Hip. Tantost sanz nul point de demore. 2987 tient. 
Hip. Mes eil qui soz l'arbre se tient. 2988 crent. ne. ne. de fehlt. 
Cah. Ren ne le d. ne nel le crient. Hip. ne le crient. 2989 coloms. 
qui fehlt. Cah. conneissent. 2990 ke. 2991 e se. tot dis. Cah. 
sor. 2992 alcun tres fols jolis. Cah. S'il. Hip. S'en est. 2998 — 
2994 waren umzustellen: ki d'iloke. Cah. Hip. d'iloc (d'ilec) isse. 
2994 en. 2995 li. Hip. criement les columps. 2996 cren. 2997 
dap'mer (so Hs.). B: d'aprismer. D: d'apremer. CE: d'aprochier. 
S : d'aproismier. D umgestellt. Cah. de prismer. Hip. D'aprouchier. 
2999 C: se il ne sont de l'abre issus. D: tant soulement qu'il 
soit veu. E: se d'iluec ne les trueve issus. Cah. Hip. issuz. 3000 
son p. Cah. Si les. Hip. Sil en issent il = CE. 

Kein ach, Le Bestiain». 28 



— 354 — 

Car il est toz dis en agait. 

Quant cel arbre son ombre fait 

En la partie devers destre, 

Donc est li dragons a senestre. 
3005 Quant Tombre vers senestre torne, 5 

Li dragons a destre retorne: 

II ne porreit Tombre sofFrir, 

Qu'eri'ant ne Testeust morir. 

Les coloms, qui sont proz e sage, 
3010 Se tenent ades soz Tombrage 10 

De Tarbre, que lor adversaire 

Ne lor puist nul ennui faire; 

Mes s'alcuns folement s'esmoet, 

Icil le prent, qui faire le poet. 
3015 Ignelement Ta devore: 15 

Car mult H semble savore. 

JNos crestiens, qui ben savom, 
Qui est cel arbre e com a non, 
Nos devriom toz jors tenir 
3020 Desoz Vombre e a lui venir: 20 

Car d'iloec nioet tot nostre ben, 
De male chose n'i a ren. 
C'est nostre pere omnipotent, 



3001 kar. tutdis agueit. Cah. aguait. Hip. aguet. 3002 
feit. 3005 ver. 3006 arere (= Cah.). C: vers d. se torne. 3007 
suffrir. 3008 ke. Cah. Que lui n'esteut errant. Hip. Que il ne 
l'esteut m. D: tot meintenant creroit m. 3009 ki. 3010 Hip. en. 
3011 ke. 3012 encombrer ne lor peusse faire (= Cah. poisae. Hip. 
enconbrier. puisse). B : nul mal. C : puist. D : encombrier puisse. 
E: anui. 3013 si alcun. moet. CI: s'esrauet. 3014 eil. ke. CE: 
cui. Also qui ist hier = cui. 3015 Tad. CE: & isnelement le 
deveure. 3016 kar. Cah. Et. Hip. Mes n'en est pas del tot saole. 
C: set bone saveure. E: ni quiert porlonge ni au autre eure. 
3017 [N]us. ke. 3018 ki. ke ad. 3019 devrioms. jorz. Hip. 
Bien nos devrion coi tenir. 3020 Hip. Et d. 3021 kar d'iloke. 
CI; muet et vient. DE: vient & muet. Hip. tot bien. 3022 ad. 
Hip. Quer le deable n'i a rien. 



— 355 — 

Qui son ombre e ses reims estent 
3025 Sor toz cels qui venent a lui, 

Por aveir garant e refui. 

Le fruit de Tarbre signefie 

Jesu, le fiz seinte Marie. 5 

Ceo est le fruit, qui nos gari, 
3030 Quant esteiom mort e peri. 

Par le fruit, que Adam gusta, 

De joie nos deserita; 

Le fiz Deu, qui gusta le fei, 10 

Nos rendi la joie del cel. 
3035 Li fruiz de Parbre nos trahi, 

Li fiz Deu nos reinst* e gari, 

Qui el fust pendre se lessa, 

L'aisil but e le fei manga. 15 

Or devom ben entendre tuit, 
3040 Quel est Tarbre, quel est le fruit. 

L'arbre est pere, le fruit est fiz, 

E Tombre est li seinz esperiz, 

Si com Tangle dist a Marie, 20 

La seinte reine florie: 
8045 Li seinz esperiz sorvendra 

En tei, en qui s'aombera 

La vertu del treshalt seignor; 



8024 ke. CE: & son rai esprent. D: son ventre & cez reis. 
Cah. Hip. rains. 3025 ke. Hip. Soz. 3026 pur. 3027 In E Initial 
^oss. 3028 ihesu. BE: Ihesum. 3029 coe. ki. 3030 estoiom. 
Call, trahi. 8031 ke. 3032 desherita. C: deshireta. D: enchasa. 
E : desireta. Cah. Hip. deserita. 3033 ki. BCDE : fiel. 303ö le 
filz. Cah. raenst. Hip. raient. B: raint. C: raienst. E: raieut. 
In I fehlt Deu. 3037 ki. 3038 l'eisil. C: Taisil. E: l'aizil. D: 
& mirre & fiel por nos gosta. Cah. Hip. gosta. 3039 ore. C: 
aprendre. E: apenre. 3040 Hip. Qui. et qui. 8041 filz. Hip. 
le Pere. le fiz. 3042 E: espirs. 3043 come Tangele. Hip. l'angre. 
3044 flurie. 8045 C: en toi venra. 3046 ki. B: s'aumbera. CE: 
s'aomberra. Cah. s'aumbrera. Hip. en cui. 3047 Hip. Par la. 
de haut. 

28* 



— 356 — 

De tei nestra le salveor. 

En Tarbre devom sanz mesprendre 
3050 La persone del pere entendre, 

El fruit la persone del fiz, 

La terce est li seinz esperiz, 5 

Qui de Tun e de Faltre vent 

Issi creire le nos covent, 
3055 Si nos almes volom salver. 

Si hors de ceo nos poet trover 

Li mals dragons, qui nos defie, 10 

Meintenant nos toldra la vie. 

feeignors, de ceo nos porpensom, 
3060 Desoz cest arbre nos tenom: 

Car nos somes del fruit peuz 

E de Tombre ben defenduz, 15 

Que ja n'aprismera a nos 

Le felon dragon envios. 
3065 Tenom nos dedenz seinte eglise 

En bone fei, en Deu serväse. 

Si hors de la creance issom, 20 

Nos serrom livrez al dragon, 

Qui n'atent fors, que hors s'en isse 
3070 Le fol dolent, qu'il le saisisse. 

De ceo seiom seurs e fiz: 



3050 Hip. de Pere. 3051 Hip. de Fiz. 3052 Hip. Et l'ombre. 
D : & tos trois sont en .i. corz mis. 3053 ke. 3054 le fehlt. Hip. 
crerre. 3055 Hip. Se nos ame volun. 3056 coe. Hip. Se. de Deu. 
3057 ki. 3058 BDI : toudra. C: taura. Eitolra. 3059 [S]eignors. 
coe. 3060 devom. Cah. Desus. 3061 tenir kar del fruit ben peuz. 
nos somes fehlt. Hip. summes de. 3062 sumes &. ben fehlt. 
Hip. par. 3063 ke. CEI: n'aprochera o (a) (I: de). D: n'apres- 
mera. S : n'aproismera de. Cah. n'aprismerat 3064 Hip. Li cuvert. 
CE: cuivers. D: feus. 3066 BCDEIKS: qui (B: ke) ceste creance 
(C: creanche) devise (D: divise). 3067 Hip. Se. sa. issum. 3069 
ke. ke. CE : & qui sont eil qui fors s'en (E : hors en) issent : que 
il saisissent. 3070 k'il. seisisse. 3071 coe soioms. 



— 357 - 

Si el non del pere e del fiz 

E del seint espir nos tenom 

En la seinte religion, 
3075 Que seinte eglise nos enseigne, 

E al dolz cri e a Tenseigne 5 

De la seinte croiz aoree, 

Nostre vie ert beneuree. 

E sachez ben, qui ceo ne creit, 
3080 Qu 'uns Deus en treis persones seit, 

Qui tot crea e qui tot fist, 10 

II est de la gent antecrist. 

Nos somes li cölom feeil, 

Qui de la grace e del conseil 
3085 Nostre seignor vivre porrom, 

Tant com soz Tarbre nos tendrom. 15 

Jesus meismes, nostre sire, 

Nos amoneste en Tevangire, 

Dont nos ben creire le devom: 
3090 Seiom simples come colom 

E si sages come serpent! 20 

E quels est or Tentendement 
De ceste parole coverte? 
Jeo la vos mosterai aperte. 
3095 C'est a dire, que nos seiom 



8072 filz. Hip. C'est el. de Fiz. 3073 esperit. CE: espir. 
D: eeperil. Hip. Et de Saint Esperit tenon. 8074 Hip. Saiute 
vie et r. 8075 ke. 8076 Cah. duz Criz. F: Dieu Crist. 8078 
honoree. Cah. iert benuree. Hip. est = CE. 8079 ki coe. 8080 
ke. en fehlt. C fügt nach soit hinzu: & il cria trestout le mont. 
3081 ki. criad. ki. C: cria. E: crea (= Cah. Hip.). 8082 E: 
andecrist. 8088 sumes. feel. Hip. de la gent feel. D: feal. E: 
foiel. 8084 ki. Hip. de consel. 8086 Cah. serrom. 8087 ihesu. 
Hip. meimes. 8088 l'euvangire. Hip. l'Evangile. 8089 devoms. 
le fehlt. 8090 seoms. coloms. 3091 serpenz. 8092 li entendemenz. 
or fehlt. C: ore. Cah. entendemens. Hip. Quel est or l'e. 8094 
Joe. B: mustrai. C: dirai toute. D: mosterai. E: mousterrai. 
3095 coe. ke. soiom. 



— 358 ~ 

Si simples, que nos n'engignom 
Vers nostre proisme felonie, 
E si sages, que la boisdie 
Ne l'agait de nostre adversaire 
3100 Ne nos puist en nul leu mal faire. 5 

Seignors, por le haltisme rei, 
A seinte eglise e a la fei 
Demorom e parseverom: 
Car en la fin salf en serrom. 

3105 Uncor m'estoet que vos devis 10 

Des coloms, qui sont blans e bis. 

Li un ont color aerine 

E li altre Tont stephanine. 

Li un sont vair, li altre ros, 
3110 Li un vermail, li un cendros, 15 

E des coloms i a plusors, 

Qui ont trestotes ces colors. 

Cil qui est en color divers, 

Ceo me dit ma lettre e mon vers, 



3096 ke. n'engingnom. Hip. ne cheun. C : Simple & ke nous 
ne pensons. D: porchacon. 3097 proeme felenie. B: prosme. 
D: presme (= Cah.). CE: proisme. S: prime (= Hip.). Hip. En. 
3096 ke. Hip. Et sachiez bien. boidie. Cah. voisdie. 3099 l'a- 
gueit. C: l'esgart. 3100 peusse nul mal f. en und leu fehlt. 
Cah. poisse nuUi m. Hip. puet puis nul grant m. BCDE: puisse. 
3101 den le haltime. C : dieu le souvrain pere. E : le sovrain roi. 
D: hautisme roi. S: Tautisme roi. Hip. Deu l'autisme. 3102 C: 
glise nostre mere. 3103 Hip. perseveron. 3104 kar. sauf. Hip. a. 
saus. C: en saverons. 3106 [U]ncore. ke. 3106 ki. blaues. 3107 
ahermine. BEG : aermine (= Cah.). D : ermine. Q : aorine. S : 
aigrine. Hip. aierine. Gegen die Hss. muss aerine = luftfarben 
in den Text gesetzt werden, wie aus dem Zusammenhange 3137 
hervorgeht. 3108 B: stefanine. C: defavine. D: stefenine. E: 
Stephanie. F: d'estamine. G: sebeline. 3109 veir (also Hs. ueir) 
(= B). CDEG : noir. C ; vor bis ist gris verschrieben. D umgestellt. 
Cah. vermeil. Hip. neir. 3110 li altre c. B: li un c. C: & li 
autre sont comme gris. Cah. Li un sont veir, Taltre. Hip. vermel 
l'autre. F; vair. 3111 de. ad. 3112 ki = 3113. I: les. 3114 
coe. CE: la. li. 



- 359 — 

3115 Demostre la diversete 

Des prophetes por verite, 

Des doze, qui diversement 

Anoncerent ravenement 

Nostre seignor, mes neporquant 5 

3120 Trestuit sont a un acordant, 

Qui de cheseun savreit entendre 

Les paroles e raison rendre. 

Mes U covendreit en la lettre 

Dreite interpretacion mettre. 10 

3125 El colom, qui resemble cendre, 

Devom certeinement entendre 

Le corteis prophete Jonas, 

Ceo ne devez mescreire pas, 
' ^ Qui en haire e en cendre ala 15 

3130 As Ninivens e preecha 

Nostre seignor come leals 

AI poeple mescreant e fals. 

E Deu Ten rendi gueredon, 

Quant il el ventre del peisson 20 

3135 Le salva e gari de mort 

E puis le mena a bon port. 

Li coloms, qui a Tair resemble, 

Signefie, si com mei semble, 

Le prophete, qui fu ravi: 25 



3116 pur. 3117 dozze ke. CE: de tous chiaus (E: cials). 
3118 anoncierent. 3120 trestut. B: a un ben. C: acordemant 
Cah. Hip. trestoz. 3121 ki. chescon. 3122 la parole. reison. 
B: la verite. C: as p. E: les paroles. Hip. La p. et la. 3123 
Hip. Mes qu'il quemandcnt en la Letre. 3125 ki. 3126 si devon 
veirement. CE: tout vraiement. 3128 coe. 3129 ki. heire (= Hip.). 
BCE: haire. 3130 ou il preclia. C: a mescreans. Hip. Au Nini- 
veis. 3138 li. geredon. Cah. Deus Ten. Hip. Dex lor. guerredon. 
L: li en. 3134 Hip. de. 3136 D: l'enmena. E: l'amena. Cah. 
dreit. 3137 ki. Veir (= Cah.). BCDEIL: Tair. 3138 me (= Hip.). 
CE; moi. 3139 lo;. Cah. fast. Hip. fiit 



— 360 — 

3140 C'est Elias, dont jeo vos di, 

Que nos quidom uncor en vie. 

E li blans coloms signefie 

Seint Johan, qui premerement 

Comen9a le baptizement 5 

3145 El non de celui qui veneit^ 

Qui uncor a venir esteit. 

El baptesme, ben le sachez, 

Est home lavez de pecehez. 

Le prophete Ysaies dist, 10 

3150 Lone tens einz que Johan venist: 

Lavez vos e seiez mondez! 

Mals pensers de vos quoers ostez ! 

Car 81 devant esteiez neir, 

Trestuit serreiz donc blanc por veir. 15 
3155 Li roges coloms par raison 

Signefie la passion, 

Ou Jesu son sanc espandi, 

Qui vie e veie nos rendi. 

Altrement fussom mort sanz fin. 20 

3160 Li coloms, qui est stephanin, 

Nos deit seint Estefne noter, 

Qui por Deu se laissa pener 



3140 Helles (= Hip.). Joe. B: Elyes. CD: Elyas. E: Helyas. 
Cah. Hellas. 3141 ke. quldons uneore. «5142 blancs. 3143 kl. 
CE : Jehan. Cah. Johans. 3144 comencad. baptlsement (= Cah.). 
Hip. baptesmement. 3145 cell ke. 3146 kl uneore. 3147 Cah. 
baptlsme. sacez. Hip. En. sachiez. 3148 lave. pechez. Cah. 11 
hom. Hip. sauve. 3140 Ysayes. Cah. Li. Isaie. Hip. Ysale. 
3150 long. 3151 mundez. E: soies monde & voiis lavez. 3152 
penseez. Hip. Mauves pensez des euere. 3153 kar. 3154 trestot 
serrez. Hip. Donques sereiz tuit b. 3155 relson. 3158 ki. Hip. 
& joie. C: & goie. EG: jole & vie. 3159 Hip. fussons. B: fiis- 
sum. CDE: fuissiens. 3160 ki. C: defouln. D: stefenin. F: 
estamin. H: stephanim. lieber die Farben hat Diez ein Werk 
von Rössler benutzt. 3161 Estephene. B: Estefoe. CS: Estevene. 
D: Estiene. E: Estevenes. H: Estene. Hip. Estievre noncier. 
3162 ki. lelssa. 



— 361 — 

E premerement deservi 

Par le martire, qu'il soffri, 
3165 Veeir le fil Deu a sa destre 

Estant en la joie celestre. 

Or avez oi* des coloms 5 

Le chapitre, qui ben est Ions, 

E 81 ben Tavez retenu, 
3170 Mult vos en est melz avenu: 

Car bone essample i poez prendre, 

Si la raison volez entendre, 10 

E en apres voillez ovrer: 

Grant ben i porreiz recovrer. 

3175 De Tolifant ne devom pas 
La parole tenir a gas. 
C'est la greignor beste qui seit 15 

E qui greignor fes portereit, 
Si est ben sage e entendable. 

3180 En bataille est mult covenable: 
Iloeques a mester mult grant. 
Li Yndien e li Persant, 20 

Quant il venent en granz estors, 
Soelent desus charger granz tors 

3185 De fustz dolez ben quernelees. 

Quant il venent en granz mellees, 



3164 k'il. 3165 veer. filz. 3168 ke. longs. Cah. qui,en. 
Hip. Un. qui est moult. C: capitre. E: chapistre. 8170 Hip. 
bien. 3171 kar bon. 3172 reison. 3173 en fehlt. 3173—3174 
fehlen Hip. 3174 porrez. 3175 [D]e. 3176 en (= Cah.). CDEQ: 
a g. 3177 ke = 3178. 3180 est fehlt. Cah. Et. Hip. bien c. 
SlJ^l ilokes ad. Cah. Iloc est a m. 3182 E: Pysant. Hip. Et li 
Indeu. 3183 Hip. Quant aloient es. 3184 Cah. Solent. Hip. Seu- 
lent. 3185 kemelez. C: desus. quarelees. E: fnst dolei. quarre- 
lees. B: fiiz. kemeleez. D: fiiist. creneleez. Cah. fust. kernelees. 
Hip. quemellees. 3186 mellez. CE: meslcea. D: mellees. 



— 862 — 

Iloeques montent li archer, 

Li sergant e li chevaler, 

Por lancer a lor enemis. 
3190 La femele, ceo m'est avis, 

Porte deus anz, quant ele est preinz. 5 

Idonques foone e nent einz, 

Ne jamais nule, ceo sachez, 

N'enfantera que une feiz 
3195 Ne donc n'avra que un foon. 

Si grant poor a d'un dragon, 10 

Qu'en luie ewe vet fooner, 

Por son foon de mort garder, 

E li madles dehors atent, 
3200 Qui andeus les garde e defent. 

La lettre dit des olifanz, 15 

Qu'il vivent ben deus cenz anz. 

En Ynde, en Alfrique est lor estre, 

En ces terres soleient nestre; 
3205 En Alfrique ne naissent mes, 

Mes en Ynde maignent ades. 20 

Quant li madles voelt engendrer 

En sa compaigne e en sa per, 



3187 ilokes. Call. Hoc si m. Hip. Ilec montouent les. 3188 
E-.escuier. 3189 pur. 3190 coe. 3191 prenz. B: preinz. CE: prains. 
Cah. preins. S: III ans. 3192 idonc. E: vient mains. Hip. A donc 
founne et vient a mainz. Cah. & naient. 3193 coe. Cah. sacez. 
Hip. sachiez. I: sacheix. L: sachoiz. 3194 ke = 3195. Hip. ne 
foenera. 3195 Cah. Et. feon. 8196 Cah. Hip. del. 3197 k'en un. 
Cah. feoner. Hip. va founner. 3198 pur. 3199 Hip. le malle. 
Tatent. 3200 ke andous. B: ambedous. CE: andeus. D: qu'a 
son poair g. 3201 Cah. ele f anz. Hip. de Tolifant. 3202 ke. Cah. 
dous Cent. Hip. Que il vit bien par. 3203 & en Aufrike soelent 
estre. B: soleient. CDE: en Ynde en Aufrique (D: Affrique) est 
lor estre (D : aistre). Cah. Aufrique vont pestre. 3204 en ces dous 
terres pur veir nestre. C: suelent. Cah. solent. C: estre (= Cah. 
Hip.). 3205 Aufrike. neissent. Hip. maignent. 3206 C : sont tout. 
3207 Cah. vait I: veut. 



— 363 — 

Vers Orient andui s'en vont 
3210 Juste parais a un montj 

Iloec ou creist la mandragoire, 

Dont nos ferom apres memoire. 

La femele de Tolifant 5 

Aprisme a Terbe meintenant, 
3215 Si mangue de Terbe einceis, 

E li madles sanz nul gabeis 

En mangue, quant il ceo veit: 

Car la femele le deceit. 10 

Quant ambedui en ont mange 
3220 E ont deduit e enveise 

E assemble a lor afaire, 

Si come bestes deivent faire, 

La femele tantost conceit, 15 

E le foon, qu'ele reeeit, 
3225 Porte deus anz, com dit vos ai. 

Vers son terme est en grant esmai 

Por le dragon, qui les espie. 

En une ewe grant replenie 20 

Vet fooner por le dragon, 
3230 Qu'il ne li toille son foon: 



3209 B: amedous. CE: andoi. Cah. andous. 3210 parays 
ad. ^ CE : en (= Cah. Hip.). E : vers Orient, haut m. IL : joste. 
3211 iloekes. crest. ou fehlt. C: mandeglore. D: mandraglore. 
E: mandegloire. S: le mandagloire. F: croist. Cah. creit. Hip. 
creist. 3212 from. memorie. 3214 herbe. CE: aproche (C: a) 
Terbe. D: apresme. S: aproisme. 3215 herbe. 3216 Hip. Que 
le malle bien le sacheiz. 3217 Hip. Lors en. 3218 kar. Cah. Et. 
Hip. Que. 3219 B: ambediu. E: ambedoi. I: emmedui. 3220 
envoise. I: enveisie. 3221 asemble. E: si s'assamblant. 3222 
E: com tels. 3224 k'ele. 3225 come. 3226 est fehlt. C: vers 
le terme ke jou ne sai. Cah. est mult en esmai. Hip. effrai. 
3227 un. ki. 3228 un. C: une iave molt aquoie. E: aigue est 
raemplie. Hip. replanie. Cah. schreibt bald ewe bald ewe. 3230 
k'il. CDI: toUe. 



— 364 — 

Car si dehors Tewe Taveit, 
Le dragon le devoörreit. 

En ces bestes par verite 

Sont Eve e Adam figure. 
3235 Quant il furent en parais 5 

En plente e en joie assis, 

Ne saveient que mal esteit 

Ne dont eharnel delit veneit. 

Mes quant Eve le fruit gusta 
3240 E son seignor amonesta, 10 

Qu'il en mangast sor le defens, 

Si furent eissillez par tens 

E getez en Testanc parfont 

E es granz ewes de cest mont^ 
3245 Es granz periz e es tormenz, 15 

Qui neier i fönt meintes genz, 

Dont li prophete Davi dist 

En un psalme, que il escrist: 

Salve mei, Deu, par ta merei, 
3250 Des granz periz, ou jeo sui ci : 20 

Car desqu'a m'alme sont entrees 

Mult granz ewes e derivees. 

E en un vers redist aillors, 

Que damne Deu li fist socors: 



3231 kar. CDE: le voit. Cah. la veit. Hip. le veit. 
devorreit. B: devoreit. C: devoueroit. D: devoreroit. E: de- 
voerroit. Cah. Hip. devorereit. 3233 [E]n ces dous. pur (= Cah. 
veirte). 3236 asis. Cah. En joie et en p. Hip. mis. 3237 sa- 
voient ke. 3239 Hip. del f. gosta. 3241 k'il. 3242 eissille. 3243 
Cah. gettez. C: Testat. 3244 mond. 3245 perilz. E: periels. 
3246 ke neer (= Cah.). Hip. perillier f. 3247 David (= Cah. 
Hip.). 3248 une. ke. Hip. seaume. 3249 Cah. Dens. Hip. Dex. 
3250 de. perilz. joe. E: periels. mis. 3251 kar deske. C: que 
ja en. I: dedenz. L: jusque. 3252 awe.«. CE: desrivees (= Cah. 
Hip.). 3253 redit (= Cah. Hip). e fehlt. 3254 ke. Cah. le fit. 



— 365 — 

3255 J'atendi, fet il, mon seignor, 

E il m'oi par sa dol9or 

E m'osta del lac de misere, 

Del tai e del fens, ou jeo ere. 

Quant Adam fu deserite 5 

3260 E hors de parais gete, 

En peine e en perdicion 

Fist done sa generacion. 

Mes nostre sire en out pite: 

Por raangon de cel peeche 10 

3265 Espira le novel Adam, 

Qui por nos traist peine e ahan 

E toz nos mist a raan9on. 

C'est totes veies ma chan9on, 

Que ades vos chant e recort: 15 

3270 Par lui somes gari de mort 

Cil qui del sein al pere vint, 

Prist ehar humeine, hom devint. 

Sor ferme perre mist noz pez. 

En nostre boche, eeo sachez, 20 

3275 Mist novels chanz e nos aprist 

La seinte oraison, que il fist, 

Que »pater noster« apelom. 

Tot ades dire la devom. 



3255 Joe. Hip. J'entendi. 3256 Cah. m'oi. Hip. a mei. 
8257 me. D: de la grant m. Hip. de laz. 3258 tay de. Joe. 
e fehlt. BCF: fiens. Cah. des f. Hip. De. de. 8259 desherite. 
Hip. deserite. 3260 parays. 8263 Hip. pere. 8264 pur. Cah. 
raencon. I: son pechie. 3265 Cah. Hip. un. 8266 ki. treit. B: 
han. Cah. Qui tint pur nus. Hip. trest. hahan. 8267 Cah. Qui. 
3268 coe. tote veie. Cah. Hip. totes veies. 8269 ke. Cah. Qui. 
nus. Hip. Quer, chante. 3270 li fumes (= Cah.). Hip. summes. 
C: furent 8271 ki. CE: saint pere. Hip. de. 8272 home. 3273 
pere. nos. Hip. fine pierre. 8274 coe. 8275 noveals. Hip. mit 
novel chant. 3276 oreison k'il dist. Hip. fist. E: & sa sainte 
orison nous dist. 3277 ke. D: apele Ten. 



— 366 — 

De Tolifant dire vos os: 
3280 Bone est la pel, bons sont li os, 

E qui en feu les bruillereit, 

Sachez, que Todor chacereit 

Toz les serpenz, qui pres serreient 5 

E qui venim en eis avreient. 
3285 Nul venim ne soelt habiter 

La ou Tem fet les os bruiller. 

Des OS fet hom yvoire obere, ^ 

Dont Tem oevre en meinte manere. 10 

L'olifant est mult corporu. ' . 

3290 Quant il vent en un pre herbu, 

Hors de sa boche ist un boel. 

Od quei il se pest el prael. 

Altrement n'avendreit il pas, 15 

Sanz sei agönoiller si bas, 
3295 E si a genoillons esteit, 

Ja par sei ne relevereit. 

JMandragoire est une erbe fere, 
Nule altre n'est de sa manere, 20 

E vos di, que de sa racine 
3300 Poet Fem faire meinte mescine. 



3280 bon ad. 3281 ki. e fehlt. B: broileroit. C: brusleroit. 
D: brueroit. E: bmlleroit. Cah. le broille roit. Hip. el f. 
bruUereit. 3282 ke. Hip. d'ilec (statt l'odor). 3283 ke. 3284 
Hip. en eus v. 3285 Cah. seit. Hip. seut. 3286 feit. C: sieust. 
E: sielt. Cah. broiller. I: bruUer. L: bruler. 3287 Cah. feit 
Tem. Hip. Ten yvere. 3288 Teii fet oevre. Hip. Ten ovre. 3289 
taut (= Cah.). 8290 el pre (= Cah. Que q.). Hip. vient el pestiz 
erbu. D : s'en vait el. 3291 Cah. boiel. 3292 Cah. peist enz el p. 
Hip. il pest par le p. 3293 n'atendreit (= Cah.). D: n'ateindroit. 
CE : n'i avenroit pas. S : n'ataindroit. Hip. n'ateindreit. 3294 Hip. 
agenoUier. 3295 CE: agenoillies. F: agenouUons. G: agenoUies. 
Cah. agenillons. Hip. agenollons. 3296 soi. C: foi. 3297 [M]andra- 
goire. herbe chere. BCDEIS: fiere. N: clere. Hip. Mandagloire. 
3298 Hip. Nul. 3299 ke. Hip. la. 3300 hoem fere. Cah. Hip. mecine. 



— 307 — 

Si la racine esgardiez^ 

Une forme i troveriez 

A la forme d'ome semblable 

L'escorce en est mult profitable. 
3305 Quant est ben en ewe boillie, 5 

Mult valt a meinte maladie. 

Geste erbe, quant ele est d'ee^ 

CuiUent eil mlre vezie, 

Si dit Ten, quant ele est cuiUie, 
3310 Qu'ele se pleint e brait e crie, 10 

E si alcuns oeit le cri, 

Mort en serreit e malbailH. 

Mes eil qui la cuillent, le fönt 

Si sagement, que mal nen ont. 
3315 Quant de la terre est mise hors, 15 

A meinte eliose valt le cors. 

Si hom eust mal en son chef 

Ou en son cors, qui li fust gref, 

Ou en son pe ou en sa mein, 
3320 Par cele erbe serreit tot sein. 20 

La ou home mal sentireit, 



3301 ben esgardez. C: reg^ardes. D: est bien gardez. Cah. 
Hip. Et si (se). esgardez. 3302 troverez (= Cah. Hip.). B: furme. 
E: figare i. F: faiture. 3303 E: samblance. 3304 mut. en fehlt. 
CE: l'estoire en. D: l'escorce. E: porfitance. Hip. L'escorche 
est monlt prophetizable. 3305 quant ele est (=-- Hip.). Cah. ben 
est. B umgestellt. 3306 D: sachiez ce n'est pas flaterie. 3307 
herbe, de 6 (so Hs.). C: erbe, quant est de XXX ans. Ebenso 
lassen BDEHIKN dieses Wunderkraut 30 Jahr alt sein wie das 
Lateinische. Hip. a trente anz. 3308 vezzie. B: coillent eil ky 
sunt mescinanz; denselben Reim bieten obige Hss. 3310 k'ele. 
breit, se fehlt. Hip. bret. 3311 Hip. oiet. 3312 serroit. 3313 ki. 
B: coilent. P: on apriz. 3314 ke. Cah. Hip. n'en. 3315 la. 
Cah. de terre Tont. 3316 DE: vaut au. 3317 home. a son. Cah. 
Hip. aveit. C: avoit. 3318 ke. Cah. lui. 3320 herbe. Im Lat. 
steht: cujus cortex vino immistus ad bibendum datur iis quornm 
corpus propter curationem secandum est, ut soporati dolorem non 
sentiant. 3321 li h. Cah. li hom. 



— 368 — 

Si prendreit Ten iloec endreit 

De Terbe, qui serreit batue, 

E quant Tome Tavreit beue, 
3325 Mult dolcement s'endonnireit, 

Ja puis nul mal ne sentireit. 5 

De ceste erbe, qui si est fere, 

I a toz jors doble manere; 

L'une madle, Taltre femele; 
3330 La foille d'ambedeus est bele. 

La femele a la foille drue 10 

Tel come salvage laitue. 

Ija BUS amont en Orient 

A un halt mont, qui loing s'estent, 
3335 Ou Tem troeve une perre dure, 

Quant Ten la quert par nuit obscure. 15 

Mes el ne luist mie de jor: 

Gar idone pert sa resplendor. 

Li soleiz clers por verite 
3340 Li reboche sa grant clarte. 



3322 Cah. mette. Hip. d'ilec. 8323 herbe si. Cah. L'herbe 
qui ben. Hip. si sereit. 3324 B: le home. C: li hons. E: li 
hom. Cah. l'home. 3325 se doiroireit 8326 nul fehlt. Cah. 
pois le m. n'en. Hip. dolor. 3327 herbe ke. Hip. est si fiere. 
3328 ad. Hip. Si a. 3329 Hip. est malle. 3330 E: d'ambes. H. 
C: d'ambe. II. Cah. d'ambedous. Hip. feulle des deus est moult 
Das Lat. ist ungenau wiedergegeben: Hujus species sunt duae, 
femina foliis lactucae similibus, mala generans ad similitudinem 
prunorum. Masculus vero foliis betae similibus. 3331 ad. 3332 
tele, leitue. BD: letue (= Hip.). CE: laitue (== Cah.). I: comme 
est. 3333 [L]a. 8334 ad. ki loinz estent. Hip. grant m. qui haut 
3335 pere. 3336 par aventure (= Hip.). Q: Et la quiert Ten 
par nuit oscure. Cah. por noit oscure. Lat . . . ita tarnen ut 
nocte quaeratur. Schon aus dem Zusammenhange ergiebt sich ein 
Gegensatz zwischen nuit und jor, vgl. 3374. 3337 ele. lust Cah. 
Hip. par j. 3338 kar. CE : adont. D : splendissor. Hip. Adone 
giete. 3339 solels der. Cah. soleils clers. Hip. Quer le solel 
c'est V. 3340 C: rebouce. D: estoupe. E: reboute. K: reboke. 
S: rebouque. FI: rebouche. L: rebourse. Hip. Si li. 



— 369 — 

C'est diamanz, dont jeo vos cont, 

Si dure perre n'a el mont. 

Nule altre perre ne la freint 

Ne fer ne feu ne la destreint. 
3345 Mes eil qui depecer la voelent, 5 

Od mail de fer briser la soelent. 

Quant en sanc de buc est tempree, 

En tele guise est engroignee. 

Mes il covent, que le sanc seit 
3350 Tot freis e ne seit mie freit. 10 

Des peces poet Tem entaiUer 

E gemmes e fer e ascer. 

Tant vos apreng de Taimant, 

Que la perre n'est mie grant. 
3355 A fer resemble sa color 15 

E a cristal sa resplendor. 

Alcuns dient de Taimant, 
Qu'il est contre venim puissant 
E qu'il chace veines poors 
3360 Ne que Tart des enchanteors 20 



3341 CO. jo. llip. Ce est l'aimant. 3342 pere n'ad. 3343 
mil altre kar ren ne. Cah. Ne nule altre ne. CE: autre cose 
(chose). fraint. 3344 Hip. fust. 3345 ki. depescer. Hip. depecier. 

3346 C : a max. E : a mal. pecier. Cah. mailz. Hip. O maus. 

3347 bouc. tempre. Cah. bück. Hip. boc. 3348 engroigne. 
CE: esgrumelee. D: brisee. H: engrumelee. IS: esgrunee. Cah. 
esgrumee. Hip. erklärt esgrunee == Ebr^ch^e, ^cras^e, engl, to 
grind, deutsch „gründen". Im Lat. steht: hircino tarnen sanguine 
recenti et calido maceratur. 3349 ke li. CE: sans. 3350 seit 
fehlt. Cah. freiz. Hip. chaut. 3351 hoem. Cah. peres. Hip. Ten 
entallier. D : on tailier. 3352 e gemmes fere en. Cah. Et g. asseer 
et ascier, wobei er an ital. assettare denkt. FIL : acier. 3353 DE : 
dyamant. Cah. nus aprent del diamanz. Hip. apren. 3354 ke. 
pere. 3355 Lat. ferrugineum habens colorem. 3357 [Ajlcuns. C: 
auquant Cah. diamant. Hip. La Letre dit. 3358 k iL 3359 k'il 
enchace. (Cah. Hip. vaines.) 3360 ke. Hip. enchantoors. C: 
peours: de Tencanteour. E: ne nule ars. 

Reinsch, Le Bestiaire. 24 



— 370 — 

Ne devreit celui enchanter, 
Qui ceste perre soelt porter. 

Li 'lüimant, qui a tel vertu, 

Signefie le rei Jesu, 
3365 Si com li prophete recorde, 5 

Qui a ceste lettre s'acorde: 

Jeo vi sor un mont d'aimant, 

Fet le prophete, un home estant 

Enmi le poeple d'Israel. 
3370 Gel home fu corteis e bei. 10- 

Li monz, ou la perre est trovee, 

Qui tant est dure e esprovee, 

Signefie Deu, nostre pere. 

La perre, qui par nuit est clere, 
3375 Deit signefier Jesu Crist, 15 

Qui por nos humanite prist. 

En tenebres nos visita, 

De clarte nos enlumina. 

En la seinte lettre trovom, 
3380 Gele qu'evangile apelom, 20 

Que li salveres dist de sei: 

Jeo sui el pere e il en mei, 

E qui me veit, il veit mon pere. 

Gil qui nasqui de virgne mere. 



3361 E: porroit. 3362 ke. pere soleit. C: sieut DI: seut. 
E: vielt. Cah. solt. 3363 [Lji aimanz ki ad. C: Taimant. E: 
Dvamans. Cah. Le Diamanz. 3364 ihesu. 3365 come. CE : prophetes. 
3366 ki. 3367 joe. mon d'aunant, C: d'aimant. EGK: diamant. 
H: d'aymant. Hip. Je sui sor un mur. 3368 H: la profete. 
3369 de. Hip. pueple. 3370 Hip. cest. esteit. 3371 pere. CE: 
mons en. 3372 ke. D: aprovee. 3373 Cah. Hip. Si s. le pere. 
3374 ke. noit. 3375 doit. ih'u. Hip. Si senefie. 3376 ki. 3377 
Hip. teniebres. 3380 ke Teuvangile. Cah. Cel qu'evangelie. Hip. 
que E. 3381 ke. Cah. dit 3382 jo. 3383 ki. CE : vieut (eielt). 
3384 ki. de la. Cah. Virgine. C: il est. moi. C: virgene. 
DEFI: virge. L: verge. 



— 371 - 

3385 Jesu Crist, nostre salveor, 
Nos visita en tenebror. 
Mult par dust hom estre joiant^ 
Quant il trova tel aimant, 
Qui de tenebres Ta hors trait. 5 

3390 Ceo est li salveres^ qui vait 

Sor les perres fennes e dures, 

Qui por cols ne por hurteures 

Ne lui faillent ne ne faldront, 

Mes toz dis fennes se tendront. * 10 

3395 En cestes perres entendez 
Les apostres benöurez, 
Les prophetes e les bons seinz^ 
Qui one ne furent fals ne feinz. 
Onques por torment ne flechirent, 15 

3400 Mes por Deu martire soffrirent 
E tel travail e si grant peine, 
Que or en ont joie certeine. 
Ceo que home la perre troeve, 
Signefie par bele proeve, 20 

3405 Que nostre sires se cela, 

Quant 9ajus en terre avala. 



3885 ih^u. 3387 hoem. Cah. parduit home. C : dut estre home 
goiant. E : molt dust biem hom. Hip. duit estre home. 3388 Cah. 
diamant. 3389 ki. Tad. Cah. traist = Hip. hors le. E:&de. 3390 
CO. ki s'estait. B: esteit C: cest tait. D: ce fait. E: s'estait. S: 
se trait Gegeo den falschen Reim der Hss. muss vait in den Text 
gesetzt werden, indem der Erlöser gedacht ist, wie er auf den festen 
und harten Steinen (d. i. den Aposteln, Propheten und Heiligen) 
wandelt; diese bilden die Grundsteine und Träger seiner hehre. 
3391 peres. 3292 ke. coups. B: cops (= Cah.). C: cox. DFI: 
cous. E:cals. S: cos. Cah. horteures. 3393 li (= Cah. Hip.). 3394 
totdis. Hip. esterunt. CE : tenront. 3395 peres. Hip. iceste pierre. 
In E Initial. 3396 CE: bons eures (£: eurez). 3398 ki unc. Cah. 
Unc. feins. Hip. Qui ne f. ne faus. CE : c'onques. 3399 one pur. 
C: fleuquirent. Cah. Unc. se f. Hip. Unques. 3400 pur. 3401 
C : en. 3402 ke ore- 3403 coe ke hoem. pere. E : uns hom. 3404 
Hip. boene prove. 3405 ke. C: chela. 3406 ke. B:. ala. C; 
chajus a. D: sa. Hip. (cajus fehlt) se revala. 

24* 



— 372 - 

Les compaignes del halt repaire 

Ne sorent, que Qajus vint faire, 

Ne coment il prist char humeine. 
3410 Mes quant il out soffert la peine 

E fu de mort resuscite 5 

E la sus el cel remonte 

Verai hom enter e parfait, 

Done en demenerent grant plait 
3415 lia celestial compaignie 

E demanderent sanz envie: 10 

Dont vent, qui est cest rei de gloire, 

Qui tant a honor e victoire? 

Qui ceo est? Cest leger a dire: 
3420 Cest li sires de tot Tempire, 

Cest eil qui tot tent a sa destre, 15 

Cest le glorios rei eelestre, 

Ceo est li sires de vertuz, 

Cil qui por nos s'est combatuz; 
3425 En bataille est puissant e fort: 

Car il a occise la mort. 20 

feeignors e dames, gent nobire, 
Boche d'ome ne porreit dire 



3407 repeire. C : li compaignon. D : compaignie de. 3408 ke. 
volt. Cah. vint. Hip. que ca deveit f. 3411 Cah. de mort fu 
resucite. 3412 Cah. Et fu la sus el cel moute. Hip. amont r. 
E: ou ciel portez. 3413 verrai home. parfit. CE: vrais. parfais. 
Cah. Hip. parfet: plet. 8415 Cah. celestien. Hip. celestiel. C: 
selestieus. FL : celestiau. Die Schlusszeilen erinnern an Philipp 
von Thaon, der diese Stelle im Abschnitt vom Löwen hat. 3417 
vient ki. 3418 ki. ad. Hip. ennor. 3419 ki coe. 3421 sa fehlt. 
Hip. tieut tot. 3423 c'est. Hip. le sire de vertu : combatu. 3424 
ki. Cah. Qui. nus toz. 3425 pussant. Cäh. poissant. Hip. batalle. 

3426 kar. ad ocise. IS fugt noch hinzu: ne cuidies (I: cuidez) 
pas que Crist morist | mais (I: mes) Crist en soi (I: sei) la mort 
ochist(I: conquist). Der eigentliche Bestiaire hat hier ein Ende, 
und es folgt dem Programm der Einleitung gemäss der gute Schluss. 

3427 [Sjeignors. gent fehlt. CDE: nobile. BHPS: nobire. 



— 373 — 

La some de rumilite 

8430 Ne la dolgor ne la pite, 

Que nostre sire fist por nos, 

Quant de son eher sanc precios 

Nos raienst e nos rachata 5 

En la bataille, que faite a, 

3435 Ou il a enfer despoille 
E confondu e eissille. 

Done gent, que Deu ben vos face 

E vos dont s'amor e sa grace, 10 

Or oez e si m'entendez 

3440 E voz corages amendez. 

Pene me sui mult de retraire 

Les essamples del bestiaire 

Selonc la lettre desque ci. 15 

Or vos eriom por Deu merci, 

3445 Si nos i avom chose dite, 

Qui deive estre a bonte escrite, 

Que vos i prengez essamplaire 

E de ben dire e de ben faire, 20 

E si dite i avom faillance 



3429 humilite. 3430 piete. Das erste ne fehlt. KP: pite. 
IL: pitie. Cah. De la. de. 3431 ke. Hip. fast. 3432. C: saint. 
D: der. 3433 reinst, rechata. Cah. raainst Hip. raient. 3434 
e (statt en). ke fet. Hip. fete. 3435 ad enfem. 3436 C: avillie. 
P : eissillie. Hier bricht P ab ; ebenso Cahier, M61anges IV p. 67. 
8437 [B]one. ke. Hip. Dex bien. 3438 doinst (= FS). BDI: 
doint. 3439 Hip. fehlt me. 3440 vos. 3441 Hip. Penez nos summes. 
3448 solonc. deska. Hip. selon. jusque. B: jeske. E: dusque. 
3444 ore vus cri. EH : pri je. F : proi. S : crions. Hip. criun. 
Der Uebergang aus dem Singular in den Plural ist auffallig, ist 
jedoch gesichert durch den Keim 3451. 3445 ke si joe ai. i fehlt. 
3446 ke. Hip. deie ab. estre. E : eslite. 3447 ke. Hip. prengiez. 
D: preignez. E: prengnies. F: prenes. 3448 Hip. fere. 3449 
DI: fallance. E: marance. H: marrance. 



- 374 - 

3450 Par nonsens ou par obliance, 

Por amor Deu vos demandom 

De la nonsavance pardon 

£ de Tobliance altresi. 

De tot ceo vos cri jeo merci. 5 

3455 Si mesdit ai ren el traite 

E par alcun seit afaite^ 

Qui plus seit sage e qui melz vaille, 

Nule envie ne m'en travaille. 

Jeo vos dis al comencement 10 

3460 E pramis, que bon finement 

Avreit cest livre, e Deu Totreit! 

Deu nos comande e si a droit, 

Que ses besanz multipliom 

E nostre travail empleiom, 15 

8465 Por acreistre sa grant richesee, 

E si ceo lessom par peresee, 

Mult en serrom achaisonez 

E de nostre seignor blasmez. 

Ur oez, que il nos en dit 20 

3470 En Tevangile, ou est escrit, 

Qu'il parla d'un prodhome sage, 
Qui ala en pelerinage. 



8450 nonsen. 8452 B: nunsavance. EH: negligence. F: 
nonsachance. Hip. mesparlance. 3453 alai. 8454 coe. Joe. Hip. 
criun. Mit diesem Verse endet H. 3455 rens. EF: rien. Hip. 
8e. avon el traitie. 3456 alcon. Hip. Par aucan si seit effacie. 
3457 ke plus sache e ke. B: plus v. Hip. valle: travalle. 8458 
nul. me. B: me traille. EF: m'en. 3459 jo. 3460 ke. 3461 
livres. Hip. Dex. 3462 ad. 3463 ke. B: multiplium. E: monte- 
plions. Hip. nos bezans montepleion. 8464 Hip. traval enpleion. 
3465 pur acrestre. EF: acroistre. Hip. A a. 3466 coe. Hip. se 
ce lesson. 3467 Hip. seron achesonez. 3468 blamez. D: blasmez. 
EF: blasme. Hiermit endigt F. 3469 ore. k'il. A hat keinen 
Absatz. 3470 Teuvangile u. Hip. Et en. ou fehlt 3471 k*il. 
prodome. Hip. Qui. et s. 3472 ki. 



— 375 — 

L'evangire nos fet acreire, 

Que einz qu'il se meist en Teire, 
3475 Apela treis de ses serganz, 

Si bailla a Tun eine besanz, 

A Taltre deus e al terz un. 5 

Selone eeo bailla a eheseun^ 

Que sa vertu sout e conut. 
3480 Puis s'en ala la ou il dut. 

Meintenant que il fu mäuz, 

Li serganz, qui out recöuz 10 

Les eine besanz, espleita tant, 

Qu'il en gaaigna altretant, 
3485 E li seconz fist ensement. 

Mes li terz ovra folement: 

Car une fosse en terre fist, 15 

Le besant son seignor i mist. 

E quant li sires retoma, 
3490 Ses treis serganz araisona, 

Qu'il orent fet de son aveir. 

Li premereins li conta veir. 20 

Sire, fet il, tu me baillas 

Cinc besanz, quant tu t'en alas, 
3495 E jeo en ai puis tant ovre, 

Qu'altres cinc en ai recovre. 

Tu as ben fait, fet il, amis, 25 

De mon gaaing t'es entremis. 



8473 le euvangire. Hip. L'Evang^le. acrerre. 3474 ke einz- 
k^il. al repeire. B: en Teire. £: en oirre. S: Toire. Hip. 
Qu'anceis qu'il. l'erre. 3475 apelad. Hip. serjanz. 3476 Hip. 
Et balla. 3477 dous. Hip. tiers. 3478 coe. 3479 ke. Hip. 
queniit. 3481 e m. kHl. B: muez. E: mens. Hip. men: receu. 
3482 sergant ki. 3484 ke. 3485 secondes. Hip. s^ont. 3486 
Hip. tierz. D: fit tot autrement. 3487 kar. 3490 areisona. Hip. 
aresonna. 3491 k'il. Hip. Quil. 3492 Hip. primerain. 3495 Joe. 
3496 k'altres. D: gaaigne. 3497 Hip. fet dit. 3498 Hip. t'ies. 
E: gaaig. 



- 376 ~ 

Or serras por ta fealte 
3500 Seignor de mult bele plente, 

Si te baldrai aveir greignor; 

Entre en la joie ton seignor! 

Li ^econz li redist: Bei sire, 5 

De meie part vos puis ben dire: 
3505 De vos deus besanz ai fet quatre. 

Donc ne te dei jeo mie batre, 

Fet li sires, por ton servise. 

Le men avras a ta devise. 10 

Issi le te pramet e veu. 
3510 Li terz, qui n'aveit fet nul preu, 

Vint al seignor, si li dist tant: 

Sire, veez ci ton besant, 

Trestot enter ben Tai garde. 15 

E li sires respont: Par De, 
3515 Tu n'es bon sergant ne feeil 

Ne tu ne serras mon conseil 

Ne ma joie ne partiras ; 

Hors de ma meson t'en irras 20 

E de tote ma compaignie: 
3520 Car laisse as par felonie 

A multiplier mes chateis. 

Seignors, li escriz est itels. 



3499 ore. par. B: fiance. E: loiaute. Hip. seras de mout 
grant plente. 3500 Hip. por ta grant leaute. 3501 baudre. gregnor. 
B: bauderai. E: donrai. 3503 secondz. dist beal. Hip. segont. 
E : a dit. 3504 moie par. 3505 dous. Hip. deux. 3506 jo. 3507 
pur. Hip. sire de mon s. 3508 Hip. mien auras tu. 3509 le 
fehlt. B: veou. D: issi promet & a fait vou. S: veu. 3510 ki. 
3511 Hip. a son s. et dist. 3512 Hip. vez ici. 3513 Hip. entier 
Tai tot g. 3514 Hip. sire. 3515 feel. B: feil. E: loials. S: 
loial. Hip. nHes. leel: consel. 3516 sauras = Hip. E: seras 
mes consals. 3517 Hip. N^a m. 3518 Hip. maison. iras. 3520 kar 
leisse. Hip. Quer lessie. felonnie. E: ta folie. 3521 Hip. monte- 
pleier. chatex : itex. 



— 377 — 

Mes grant signeliance i a: 

Nostre sire, qui tot crea, 
3525 Deit estre entendu el prodhome. 

Li deus serganz, ceo est la some, 

Sont tuit eil qui son non eshalcent 5 

E sa lei meintenent e halcent, 

E eil en sa joie enterront, 
3530 Quant totes choses fineront. 

Mes eil n'i mettra ja le pe, 

Qui son tresor avra musce 10 

Alsi come tels i a fönt. 

Mult par est fols qui le repont 
3535 E le laisse en terre porrir, 

Mes qui del creistre e del norrir 

E del multiplier se peine, 15 

Cil avra la joie certeine. 

Uneore baille chescun jor 
3540 A ses serganz nostre seignor 

Ses besanz a multiplier, 

Quant il fet un bon chevaler 20 

Ou un bon clerc ou un sage ome, 

Qui a tot Tempire de Rome 
3545 Porreit par son sens conseiller, 



3523 [Mjes mult g. ad. Hip. senefiance. 3524 ki. criad. 
BDEI : cria. 3525 prodome. Hip. tenu por. 3526 coe. dous. 
Hip. dui serjant. summe. B: dou. E; qui. ii. 3527 ki. Hip. 
essaucent. E: enhaucent. 3528 Hip. maintienent : haucent. E: 
tienent. essaucent. 3529 euteront. sa fehlt. B: enterunt. E: 
enterrollt. 3530 ke. B: finerunt. D: finiront. E: feniront. Hip. 
joies. 3531 Hip. metra. pie. 3532 ki. Hip. mucie. 3533 iad. 
Hip. Issi comme itex ja f. B; je di tels. 3534 ki. par fehlt. 
Hip. fous. E: fals. 3535 leisse. le fehlt. Hip. lesse. 3536 ki. 
Hip. de. de. 3537 Hip. de montepleier. 3539 il chescon. Hip. 
balle chascun. E: encore baille il. 3540 Hip. son serjant. 3541 
Hip. Sez. 3542 Hip. chevalier. 3543 bonc. ou un (== Hip.). 
home. B: bonhome. 3544 ki. Hip. trestot, wobei a fehlt. 5J545 
sen. Hip. consellier. B: conseiler. E: consillier. 



— 378 — 

E eil ne s'en voelt travaiUer, 

Mes trestote sa vie muse, 

Que ren de sa bonte nen use 

El servise nostre seignor. 
3550 Quant vendra al daerein jor, 5 

Quidez, que Deu ne li demant, 

Qu'il avra fet de son besant? 

Oi'l, jeol sai veraiement. 

Damne Deu done largement 
3555 A Tun proösee, a Tun poeir, 10 

A Tun vertu, a Tun saveir, 

A Tun raison ou eloquence, 

E qui de ceo ne fet semence 

Tant dementers come il poet, 
3560 Le besant son seignor enfoet. 15 

Done pruis jeo par ceste evangire: 

Quant Deu m'a done de bei dire 

La grace, ne m'en dei targer, 

Mes son besant creistre e charger. 
3565 De faconde m'a fet Deu riebe, 20 

Ne fust fortune, que m'en triebe. 

Grant mester me peust aveir, 

Mes ne seienee ne saveir 

Ne corteisie ne valor 



3546 eil. B : e il. E : vielt travillier. Hip. Cil qui ne. veut 
travallier. 3547 trestute. Hip. Et t. 3548 ke. Hip. rien. n'enuse. 
E: n'i. 3550 derein. Hip. desrein. B: drein. E: deesrain. 3551 
•ke. Hip. Guides. Zwischen 3551—3552 steht bei Hip. S. 469 ohne 
Zusammenhang und Reim : Vos sovienge qui beles sunt d. i. 3605. 
3552 k'il. 3653 joel. verraiement. Hip. je le. 3554 Hip. Dam- 
ledeu. 3555 Hip. proece. D: l'autre avoir. 3556 D: poair a autre. 
3557 reisen. 3558' ki. coe. 3559 com. Hip. En dementieres. 
que. puet: enfuet. 3561 proef Joe. cest ewangire. Hip. Don le. 
cest Evangile. BD: prues. EI: pruis. 3562 m'ad. 3563 Hip. 
me. targier. 3564 crestre. Hip. D^ son. creistre. charchier. 
D: se de savoir estoie riche. E: croistre. cangier. 3565 m'ad. 
3565—3580 fehlen Hip. 3566 ke. 3569 cortesie. 



— 379 — 

3570 Ife afeitement ne honor 

Ne poent vers li estriver. 

One ne me laissa ariver 

Uncor a port, einz me demeine 

Totes hores par mer halteine 5 

3575 Pleine de torment e d'orage, 

Tant a vers mei felon eorage. 

Mes al seignor, qui trestot vdt 

E qui set, comben jeo coveit, 

Pri jeo, que il de li m'acort, 10 

3580 Si qu'une feiz me mette a port: 

Car ben en fust saison e höre. 

Ci ne ferai aJtre demore. 

Le besant Deu mettrai a gable, 

Por desconfire le diable. 15 

3585 Divisions de graces sont, 

Si les deivent eil qui les ont 

Mettre a gaaing e a usure. 

Por ceo V08 di, que jeo n'ai eure, 

Quant Deu m'a son besant Hvre, 20 

3590 Qu'il seit musce ne enterre. 

leele scienee est perdue, 

Qui n'est departie e seue. 

Sens est riebe possessions. 



3572 unc. leissa. D : laisse. 3573 uncore. 3575 de horage. 
B: d'utrage. 3576 ad. 8577 ke = 3578 joe. 3579 joe ke. il 
fehlt. 35SO k'une. B: meine. DE: mete. 8581 kar. seiflon. Hip. 
Quer bien. est et tens. ore. 3582 frai. Hip. Si n'i ferai plus 
de d. 3583 Hip. metrai. E : garbe. 3584 deable (= Hip. desconfere). 
3585 In E grosser Initial. 3586 ki. Hip. ceus. 3587 Hip. metre. 
gaaig. 8588 coe. ke joe. 3589 m'ad. 3590 k'il. Hip. Qu'il. 
macie. 3591 Hip. escience. Der Spruch erinnert an das Lat. : 
Scire tuum nihil est, nisi te scire hoc sciat alter. Göthe; „Sich 
mitzutheilen ist Gewinn, Mitgetheiltes aufzunehmen Bildung.^ 3592 
ki. Hip. partie ne = B. 3593 possession (= Hip.). 



— 380 - 

Ceo dit un livre de scrmons. 

3595 Mes qui n'a eure de seignor, 
Ja od lui ne fera sojor. 
Od celui maint qui la depart 
E Tabandone e tost e tart, 5 

Si li vent de mult grant noblesce : 

3600 Car ele tant aime largesce 

E aver home tant desdeigne, 
Que od lui remaneir ne deigne. 

Jjone gent, dolce e debonaire, 10 

Des essamples del bestiaire 
3605 VoÄ-sovenge que beles sont. 
v^ Veez lä malice del mont, 

Come toz jors creist e avive, 

Veez, come tence e estrive 15 

Tricherie contre dreiture, 
3610 Veez, com a chere veiture 

L'em trespasse parmi cest monde, 

Veez, com grant mal i abonde, 

Veez, com home est deceuz, 20 

Veez, com il est conceuz, 
3615 Veez, com est envolupez, 

Veez, a quel doel il est nez, 



3594 coe dist. sermon. Hip. sarmon. 3595 nVd. qui fehlt 
= Hip. d'aveir s. B: de aver seignur. E: d'avoir signor. 3596 
li. fra sujor. Hip. o. sejor. E: en. 3597 ki. Hip. O. le. 3598 
Hip. fehlt das zweite e. 3699 vient. mult fehlt. Hip. noblece. 3600 
quant. Hip. Que. Largece. 8601 Hip. aviel. B : aveir. D : avers. 
soeigne. 3602 mult est franche e non vileigne. B: ke od lui 
remaner ne deigne. E : que avec li manoir ne daigne. 3603 [B]one. 
Hip. douz. debonere. 3604 Hip. de b. 3605 ke. D: soveigne. 
E: sovaigne. Hip. sovienge qui. 3607 jorz crest. Hip. Comment. 
creist. 3608 Hip. comme creist et. 8610 come. Hip. o cum chiere. 
3611 par. Hip. L*en. munde. 3612 le grant mal ke i. Hip. le grant 
mal qui habunde. 3613 coment. Hip. cum. conceu. 3614 Hip. cum. 
deceu. 3615 ou il est. Hip. ou est envelopez. 3616 Hip. delor est. 



— 381 — 

Veez, coment il est enfant, 

Com il est fol e nonsavant, 

Veez, quant il vent en eage, 
3620 Com il s'orgoille de corage, 

Quant il devreit celui loer, 5 

Qui Ta fet aler e parier, 

Sentir e veeir e oi'r. 

Donques ne li voelt obeir. 
3625 Quant il est bei e riebe e fort 

E il n'est tels, qu'il se recort 10 

De son seignor, qui tel Ta fet 

E hors de chaitiveison tret, 

Tot le monde ne prise maille 
3630 Ne quide, que james li faille 

Son grant poeir ne sa richesce. 15 

Mes quant la mort vers lui s'adresce, 

Qui le gaite gule baee, 

Done est remese sa podnee: 
3635 Le cors est en terre enhulez, 

De vers mangez e defolez. 20 

Donc Talme s'en part esgaree, 

Qui ne poet mie aveir denree 



3617 come. Hip. Et veez quant il est effant. 3618 Hip. non 
sachant = DE. 3619 Hip. vient. aage. 3620 Hip. Cum. s'orguelist. 
3622 ki Tad. Hip. le fet. 3623 veer. Hip. veir. 3624 donkes. 
Hip. Adonc. veut. 3626 eil. k'il. Hip. tex. 3627 ki. l'ad. 
3628 cheitiveison. 3629 Hip. li mont. maalle. D: maaille. 3630 
james ke. Hip. cuide. falle. 3631 poer. Hip. richece: s'adrece. 
3633 gette (= B). D: geite. E: gete. Hip. giete goule. 3634 
remise. E : remese. Der Anglonormannismus remis, mis (statt mes 
von maneir) begegnet auch bei Adgar mehrfach. Hip. ponee. D: 
pousuee. E: posnee. 3635 B: enholez. D: enterrez. E: boutez. 
S:envolepes. Hip. fehlt est. envelopez. 3636 verms mange. defulez. 
D: derongez. Hip. mengiez. 3637 s'empart. B: depart. Hip. 
Tame se p. 3638 ke. aver duree. B: une deree. D: derree. E: 
denree. Hip. puet. d'erree, was er == la possession, herediumi mit 
dem Sinne des deutschen „Herrschaft" setzt!! 



— 382 — 

De quanqu'il onques gaaigna. 

3640 Un novel eir son aveir a, 
Qui ja por lui ne fera ren 
Ne lui n'en ehalt plus que d'un chen. 
Por ceo, par De, fet que dolent, 5 

Qui en ceste vie est trop lent 

3645 De Deu servir e aorer. 

A ceo ne deit nul demorer. 

Quanque hom fet en ceste vie, 

Tenc a oidivesce e folie 10 

Fora que de cel seignor servir, 

3650 Qui done vie apres morir. 
En sa vigne fet bon ovrer: 
Car puisqu'il vent a Tavesprer, 
I poet Tem gaaigner son pain, 15 

Ja nul n'i overra envein. 

3655 Ur oez, que dit Tevangire: 

El me conte, que nostre sire 

Dist a ses desciples un jor 

Une essample de grant dolgor: 20 

Car il lor dist, que un prodhom 
3660 Eissi un jor de sa meson 

Matin, por ovrers aloer, 



8689 quank'll unkes gaaingna. E : de quanques 11 cors g. Hip. 
quanqu'ele unques auna. o640 ad. Hip. Et n. B : heir. D : usurer, 
E: oirs. 8641 ke. li. Hip. n'en dorra rien: chien. 8642 li. ke 
de. iv'en fehlt. Hip. Ne ne Ten chaut. E: nes que. 3643 coe. 
deu. ke. Hip. Por Deu por ce. 8644 ki. 3645 B: aloer. 8646 coe. 
3647 quanke home. 8647—8650 fehlen Hip. 8648 B: vanite. D: 
muser. E : tieng je a oiseuse. 3649 ke. de fehlt. E : fors seul 
que cest signor. 3650 ke. 8651 In E grosser Initial. Hip. boen. 
8652 kar. k'il. a avesprer. Hip. puisque vient. 3658 hoem. Hip. 
peut Ten gaaignier del. E: si puet, 8654 overrad. Hip. nus. 
3655 [0]re. ke. l'euvangire. Hip. L'Evangile. 8656 il. ke. Hip. 
Et le. 8657 Hip. deciples. 8658 un (= Hip. doucor). E : valour. 
8659 kar. ke. prodom (= Hip.). 3661 olower. E : matinet. louer^ 
Hip. ovriers. 



— 383 — 

Qu'en sa vigne peussent ovrer. 

Geis que il trova meintenant, 

Loa par itel covenant, 
3665 Qu'a chescun dorreit un dener. 

Cil n'en firent mie danger. 5 

Tost furent en la vigne entre, 

Si ont foi* e labore. 

Quant vint avers terce apres prime, 
3670 Estes vos le sire meisme, 

Qui encontra altres ovrers, 10 

Sis enveia od les premers 

E lor pramist, qu'il lor dorreit 

Del soen tant com raison serreit. 
3675 Endreit midi en retrova 

Genz oidis, si les aloa. 15 

Vers none en retrova d'oeios, 

Si lor a dit: Que fetes vos? 

Alez, si ovrez en ma vigne! 
3680 Cil ne firent altre barguigne, 

Ainz i alerent demaneis. 20 

Mes li jor torna en descreis 

E la relevee aprisma, 

E li prodhom s'en devala 



3662 ki. Hip. alassent. 3663 k'il. Hip. Ceus qu'il. primiere- 
ment 3664 Iowa il. tel. BD : aloua par. Hip. Aloa il. tel covent. 

3665 ke. chescon durreit, a fehlt. Hip. K^a chascun. denier. 

3666 ne. Hip. unques dangier. 3668 D : si orent miilt fort 1. 3669 
ver8. la. Hip. vers tierce. 3670 Hip. Est ce. li. 3671 ki. Hip. 
Si. ouvriers. 3672 si les venead. E : ses. Hip. Si's. o. premiers. 
3673 k'il. Hip. que lor. 3674 soent tan come reison. Hip. soen. 
reson sereit. 3675 miedi. rotrova. Hip. medi. B: si returna. 
3676 oidifs. Iowa. BD: musanz. E: oiseus. loua. Hip. Des 
oisos. 3677 B: oscius. D: oysos. E: d'uisous. Hip. d'oisous. 
3678 ad. ke. 3680 bargaigne. Hip. n'en. unques barquigne. 
B: bargaine. D: bargigne. 3631 Hip. erranment: Le jor torne 
au definement. 3682 decreis. 3683 B: aprisma. D: aprima. E: 
approcha. S : aprocha. Hip. apresma. 3684 prodome. Hip. ^ le 
prodom se d. D: rala. E: avala. 



— 334 — 

3685 Dreit el luarche de la cite. 

Sor les estals a regarde, 

Si vit ovrers oidis assez, 

Qui la esteient amassez. 

Qu'avez, fet il, tote jor fait? 5 

3690 Sire, fönt il^ mal nos er vait; 

Nos ne peumes hui trover 

Home, qui nos volsist loer. 

Donc V08 est, dist il, malement. 

Alez la 8U8 delivrement 10 

3695 En ma vigne as altres ovrers! 

E jeo vos dorrai vol enters 

Del men tant com serra raison 

Selonc le jor e la saison. 

Cil saillent sus e vont ovrer, 15 

3700 Mes one nes i covint suer: 

Car tost fu tens d'oevre lesser. 

Lors apela son despenser 

Li prodhom e dist: Bels amis, 

Or va, si com jeo ai pranjis, 20 

3705 Si paiez trestoz mes ovrers 

E comencez as dereners, 

Si t'en va jesqu'al premerein 



8685 dreit fehlt. BK: marcheil. Hip. Enz. marchie. 3686 
ad. BDI: estaus. 8687 asez = Hip. ouvriers oisous. 3688 ke 
ja. 3689 k'avez. toten jor feit. B: tut le jur. E: vous ci tute. 
E: fet. Hip. tote j. fet. 3690 eatait. B: esteit. D: estat. E: 
trop mal nous est. Reim? Vgl. 8390. 3692 ki. lower. Hip. 
Hom. vousist aloer. 8694 E: lassus isnelement. 8695 Hip. la. 
ove mes ovriers. 3696 je. endorra. Hip. je. dorre volentiers. 3697 
come. reison. Hip. mien. sera se son. 8698 solonc. seison. Hip. 
Selon le tens. seson. 8699 faillent. Hip. sallent. 8700 unkes. 
E : mais ains. Hip. einz les i covient. 8701 kar. de ovre. Hip. 
de ovre lessier. 3702 Hip. despensier. 8708 prodom. beals. 8704 
ore. jo. Hip. comme j'ai. 3705 paez. Hip. paie = E. 8706 Hip. 
Et si commence au desreniers. B : si come as draigners. 3707 jesk^al. 
Hip. Et. vers le primerain. 



— 385 — 

E met a chescun en sa mein 

Un dener, sis lessez aler. 
3710 Donc les comence a apeler 

Li serganz, sis fist arenger 

E baille a chescun un dener. 5 

Cil qui matin venuz esteient, 

Quiderent ben, quant il veeient 
3715 A chescun son dener aveir, 

Qu'il deussent plus receveir, 

Si grondirent e murmurerent 10 

E od le seignor en parlerent. 

Sire, fönt il, ceo coment vait? 
3720 Des hui matin avom nos trait 

La peine e le travail pesant. 

Or n'a chescun que un besant, 15 

E eil qui orendreit i vindrent, 

Qui del travail ren ne sustindrent, 
3725 Ont altretant com nos avom. 

Seignors, ceo respont li prodhom, 

Ne vos faz nul tort, ceo savez, 20 

Quant vostre cov«nant avez. 

Peise vos, que jeo faz ma grace? 
3730 Ne me list il, que del men face 

Ma largesce, ou il me plest? 

A icest mot chescun se test. 25 

3708 chescon. la. Hip. chascun. 3709 BE : si les laisse. Hip. 
denier puls le lesse. 3711 seijanz. Hip. Le serjent s^es. arengier. 
3712 chescon = 3715. 3713 ke. Hip. venu. 3714 Hip. Cuiderent 
bien. veient. 3716 k'il. E: lors cuidierent plus recevoir. 3717 
grundirent. E: grouchierent 3718 Hip. o lor. 3719 coe. Hip. vet. 
3720 Hip. Des gee. avon tret. 3721 Hip. traval moult grant. D: 
le chaut. 3722 ore. ke chescon un. 3723 ki. i fehlt. Hip. orea- 
dreites v. D : nagairez. 3724 ki. Hip. de rien. soutindrent. 3725 
come. 3726 coe. prodom. 3727 coe. BD: fas. E: fais. 3729 ke joe. 
Hip. Por ce se je lor faz. 3730 B: laist. D: plait. E: loist. Hip. 
lest. mien. 3731 la (statt ou). Hip. largece la ou mei. 3732 cest. 
Beinsch, Le Bestiaire. 25 



— 386 — 

Quant Deus out ceste essample dite, 

Si lor a overte e descrite 
3735 Une sentence assez legere. 

Issi, fet il, serront arere 

Cil qui sont venu premerein 5 

E devant eis li daerein. 

Des apelez i a grantment, 
3740 Mes li eslit sont clerement. 

Ur avez Tevangile oie, 

Mes ne savez, que signefie, 10 

Plusors de vos, si clers ne sont 

Ou si de clers apris ne Tont. 

3745 Mes jeo vos dirrai endreit mei 
Iceo que jeo entent e vei. 
Li prodhom, qui primes le jor 15 

Mist ses ovrers en son labor, 
Signefie le rei de gloire, 

3750 Qui done a ses ovrers victoire. 

Puisque Deus out el grant deluge 
Salve Noe dedenz sa huge 20 

E sa mesnee e ses enfanz, 
Sempres en fu li mondes granz 

3755 E restorez e recreuz. 

Donc est nostre sires eissuz 



3733 Hip. Dex a. 3734 ad. escrite. Hip. descrite. 3735 
asez legecere. 3736 Hip. seront arriere. E: ensi. 3737 ki. Hip. 
primerain. 3738 derein. Hip. eus. desrein. B : le drein. D : darrein. 
Erdeesrein. 3739 ad. Hip. gramment. B: apostles. D: ygaument. 
3741 [0]re. l'euvangile. 3742 ke. Hip. senefie. 3743 plosors. Hip. 
se. 3744Hip.se. clerc. 3745 jo. Hip. dirai. 3746 icoeke Joe entenc. 
Hip. Ici. 3747 prodome ki. Hip. el pointde jor. B: a prime. D: au 
matin. 3748 son fehlt. 3750 ki. B: a soens. 3751 piiiske deus 
olt dedenz sa huge. D: une buche. E: sa huche. Hip. Dex el 
deluge out. 3752 el grant deluge. Hip. si com li plout. 8753 B: 
meine (so auch Adgar). D : manees. E : maisnie. Hip. effanz. 8754 
li fu. Hip. Puis refu le munde si g. D : pluz g. 3755 E : revenus. 
D: acreus. 3756 sire. Hip. Seignor venus. 



— 387 — 

De sa ineson e si vint querre 

Ovrers, por laborer sa terre. 

Donc aloa Deu ses ovrers. 
3760 Abraham fu tot li premers, 

Qui fu prince des prodeshomes, 5 

De la qui semence nos somes. 

Endreit la terce s'en revint, 

Si come venir le covint, 
3765 Aloer le proz Moyses, 

Qui out de la vigne grant fes. 10 

Puis revint, si com jeo vos di, 

Nostre seignor endreit midi, 

Si aloa le bon Davi, 
3770 Qui de sa graee ert repleni. 

Endreit none prist Daniel 15 

E Jeremies e Johel 

E les altres, qui devinerent 

Les choses, qui a venir erent. 
3775 Vers le vespre est Deu devale 

Dreit el marche de la cite: 20 

Car il vint en la fin del monde 

E prist en la reine monde 

Son ostel e son habitacle 
3780 Par deite e par miracle 



3758 alower. B: aloier. D: laborer. E: cultiver. 3769 
alowa. 3760 Hip. primiers. 3761 ki. prodehomes. D: prodez- 
homes. E: de preudes homes. 3762 de ki. sumes. la fehlt B: 
de la ki. D : de la quel. E : de la quele. Hip. De la cui. summes. 
3768 s'en fehlt. Hip. Endreit tierce Dez si r. 3764 Hip. cum. li 
reconvint. 3765 alower. Moises. B: pruz. D: prophete. 8766 ki 
de la vigne out. Hip. out moult g. 3767 jo. 3768 Hip. medi. 3769 
alowa. D: seint Abraaham. 3770 ke. fu. Hip. fii empli. E: raemplis. 
3772 Hip. Jeremie. Joel. B: danz. E: dant. 8778 ke «= 8774. 
8775 Hip. Au vespre s'est Dex devalez. E: avalez. 3776 dreit 
fehlt. Hip. Enz el marchie. citez. B: marchieLi 3777 kar. Hip. 
de munde. 3778 Hip. Et puis en. munde. 

25* 



— 388 — 

E covri, c*est chose certeine, 

Sa deite en char humeine 

E vint el monde preecher 

E veie de vie enseigner. 
8785 Donc trova gent, qui ne creeient, 5 

Si lor demanda, qu'il feseient, 

E eil li respondirent donques, 

Que il n'aveient tröve onques 

Qui lor eust dit ne mostre 
3790 La veie de lor salvete. 10 

Donc lor enseigna Deu la lei, 

Donques apela il a sei 

Perre, Pol, Johan e Andreu: 

Cil furent en la vigne Deu 
3795 Ovrer si leal e si fort. 15 

Onques por dotance de mort 

Ne faillirent a lor seignor, 

E il lor fist si graht honor, 

Qu'il lor dona le dener d'or 
3800 E qu'il lor bailla son tresor 20 

A departir e a despendre, 

E eil si firent sanz mesprendre. 

U ncor est dreit, que vos esponde, 
Porquei li termine del monde 



3781 BE ; ceste. 3782 Hip. en forme humaine. 3783 Hip. au 
munde prechier. 3784 Hip. enseignier. 3785 ki. Hip. Si. creient. 
3786 k il. 3787 donkes. 3788 k'il. unkes. Hip. unques. 3789 ki. 
demustre. 3790 voie. 3792 donkes. Hip. o. 3793 Peres, e fehlt. 
Hip. Pierres e. 3795 Das zweite si fehlt. B: leel. D: loyal. E: 
loial. 3796 onkes. Hip. C'onques. 3797 Hip. fallirent. 3798 Hip. 
ennor. 3799 k'il. Hip. un denier. 3800 k*il. Hip. Et si. 3802 
e il. Hip. Et issi. 3803 [Ujncore. ke. Hip. responde. B: respunde. 
E: desponde. 3804 li höre. B: le terrae. D: lez termes. E: li 
termine. Hip. les termines. 



— 389 - 

3805 Sont assigne a cels del jor, 

Si vos avrai gete d'error. 

Tant com li jors a plus dure 

A Tore, qu'il est avespre, 

Envers ceo qui est a venir, 5 

3810 Altresi poez vos tenir, 

Que li monz aveit dure plus, 

Quant Deu vint en terre 9ajus, 

Avers ceo que plus en i a. 

Issi le me signefia 10 

3815 Li bons evesques de Paris, 

Morice, de qui jeo Tapris, 

E uncor en altre latin. 

Dens aloe ovrers al matin, 

Quant il prent homes en enfance 15 

3820 En bone fei e en creance. 

A terce aloe les asquanz, 

Quant il les prent endreit trente anz 

En sa lei e en son servise. 

E li midis nos redevise 20 

3825 Cels qu'endreit quarante anz visite 

La grace del seint esperite. 

Endreit none reloe Dens 

Ovrers, quant il en prent de tels 



3805 B : par un sul jur. E : assene a cials dou. Hip. assinez, 
ceus. 8806 Hip. jete. 3807 come. jorz ad. D: cors. Hip. le 
jor. 3808 k'il. 3809 coe k'est. Hip. Ovecce. E: avers. avesprir. 
3810 Hip. Autresi povez. 3811 ke. mondz. Hip. monde. 3812 
jus = B. E: cajus. 3818 coe ke. Hip. Ovec ce. 3815 eveskes. 
Hip. Le bon Evesque. 3816 ki Joe. BE: Morices. 3817 uncore. 
D: encore trovons en 1. 3818 alowe ovres. 3819 home. B: aprent. 
Hip. un home. effance. 3821 alowe. asquanz. B: esquanz. DE: 
auquans. Hip. autre genz. 3823 e fehlt. Hip. la. 3824 Hip. le 
medi. 3825 k'endreit. 3827 releue. B: raloe. DE: reloue. S: 
relewe. Hip r'aloe Dex: tex. 3828 kar. en fehlt. B: teus. D: 
tieus. E: tiex. 



— 390 — 

A faire son comandement 
3830 Qui eage ont passe grantment. 

Vers le vespre redescent il 

Come dolz e come gentil: 

Car il les prent en lor feblesce 5 

E en la fin de lor veillesce, 
3835 E quant vent al point de la mort, 

L'em troeve aleun qui se remort 

E se repent e merci crie 

E regeist sa tricherie 10 

E par mult grant devocion 
3840 Requert a Deu confession 

E une horette el champ labore. 

Avent que donc la mort Tacore 

Ben repentant e ben confes, 15 

II n'a pas sustenu tel fes 
3845 Veirement come li premer, 

Mes il avra tot le dener. 

Tant par est Deus larges e dolz. 

Or seit pose, qu'alcuns estolz 20 

Parolt a Deu e si li die: 
3850 Deus, ja ai jeo tote ma vie 

Ci en ta vigne labore 

E soffert la pluie e Tore, 



3829 fere (= Hip.). D umgestellt. 8830 ki age. grantement. 
D: grantment. E: granment. Hip. aage. gramment. 8831 D: 
revint. 3838 kar. Hip. Quant, la feblece. B: veillesce. E: 
foiblesce. 3884 Hip. Et el tens. grant viellece. 8885 Hip. Ou 
quant. 3836 en trove alcon ke. Hip. En trove. 8839 Hip. par 
boene d. 3840 requert deu par. Hip. Requiert a. 3841 un höre. 
B : en un hure el chaump labure. E : & en une eure en camp laboure. 
Hip. Et en poi dore Deu labore. 3842 e vent la mort ki. Hip. 
Et vient la m. qui tost l'acore. 3844 n'ad. Hip. eu si grant f. 
8845 com. Hip. Veraiement cum. primier. E: ne tel paine com. 
3846 tost. 8847 Hip. Dex. douz. 8848 ore. k'aucuns. Hip. qu'aucun 
estouz. 3849 par out (= Hip.). B: parlout. EG: paraut. 3850 jo. 
Hip. Dex. ge. 8851 Hip. En ta. tant 1. 3852 Hip. sofert. ore. 



— 391 — 

E tu faiz celui per a mei 

Qui n'a labore endreit sei 
3855 Ne mais une horette petite. 

E Deu respont: Jeo sui tot quite 

Vers tei par raison, bels amis, 5 

Tu as quanque jeo te pramis: 

Tu as le regne pardurable. 
3860 Ne me list il estre mereiable 

Vers cestui qui vint orendreit? 

Ma seignorie que valdreit, 10 

Si del men doner ne poeie 

Tot por nent, si jeo le voleie? 

3865 Ur po6z entendre, seignors, 

Que mult est pres li Deu socors 

A qui Tapele de bon quoer. 15 

Mes nul ne se deit a nul foer 

Por ceste esperance targer 

3870 D'estre en la vigne Deu ovrer. 

Meint fol pense en sa conscience: 
Deu, jeo puis ben aveir licence, 20 

Fet il, de faire cest pecehe, 
Tant que veillesce m'ait merche 

3875 E gete hors de ma jovente. 

Ceste pensee est mult dolente 



3853 e fehlt. Hip. fez. D: et celui est fait. 3854 ki n'ad. 
3855 meis. urette. D: orete. E: une seule eure p. Hip. mes. 
ore moult p. 8856 joe. 3857 reison beals. Hip. reson beaus. 
8858 quanke joe. Hip. je t'ai p. 8869 parmenable. Hip. reigne. 
3860 B: lai8t. D: laiz. E: loist. Hip. lest estre. 3861 ke. ore 
endreit. 3862 ke. 3863 porreie. B: purreie. E: pooie. Hip. 
Biien. poeie. 3864 jo. le fehlt. Hip. nient se je v. 3865 [0]re. 
3866 ke. Hip. del Deu secors. 3867 ke. a fehlt. Hip. Cil qui. 
boen euer: fuer. D: tendre. 3868 ne se deit nul. 3869 Hip. targ^er. 
8871 Hip. fehlt fol. D : science. 3872 joe. ben fehlt. Hip. Dex. 
8873 fere (= Hip.). 3874 ke. m'eit. Hip. ^^elleoe. charchie. 3875 
juvente. Hip. Et iere h. 3876 Hip. trop d. 



— 392 — 

E mult pesme e mult decevable 
E vent par engin del diable: 
Car nul n'a terme de sa fin. 
3880 Tels est morz puis jehui matin^ 

Que Tem paust trover er seir 5 

Plein de sante e de poeir. 

oeignors, por Deu, pernez i garde, 
Que li leres, que mal feu arde, 

3885 N'atent fors qu'endormi vos truisse, 

Si fort que desrober vos puisse. 10 

Fetes com li chevaler fönt 
Es herberges, quant poor ont, 
Que la nuit assailli ne seient: 

3890 Lor enemis sevent e veient, 

Que vendront entor eis la nuit. 15 

Done verreiz, qu'il s'armeront tuit, 
Que des armez sorpris ne seient. 
Alsi fönt eil qui en Deu creient: 

3895 Car d'almosne e de charite 

E d'amer Deu en verite 20 

E son proisme alsi come sei 

En lealte, en bone fei 

Font entor eis un si bon mur 



3877 Das zweite mult fehlt. D: trop. 3878 deable = Hip. 
de. 3879 kar. n'ad. Hip. nus. 3880 pus hui. E: puis gehui. I: 
puis gee. S: gewi. 3881 ke. B: her. D: hier. Hip. Ten poeit. 
3882 Hip. Pleins. 3883 [S]eignor8. i fehlt oder car. Hip. i g. 
3884 ke. ke. Hip. Quer, lerres. D: maufeu. E: maufeus. 38& 
k'endormi nos troisse. 3886 ke destorber nos poisse. Hip. fet. 
BD: derober. E: desrober. 3887 come. Hip. Se mes cum. 
Chevaliers. 3888 Hip. As. quant il i sont = D. 3889 ke. noit. 
ne fehlt. Hip. assali. 3890 E: oient 3891 entor eis ki vendront. 
Hip. Qu'il ne viengent sor eus la n. E: qu'il venront entor als. 
3891—3892 bei Hip. umgestellt. 3892 verrez k'il se. 3893 ke. 
Hip. soupris. 3894 ki. 3895 kar. Hip. d'aumone. 8896 de. 3897 
proeme. DI: presme. ES: proisme. 8899 entur. B: bei. 



— 393 — 

3900 E si espes e si seur, 

Que il n'i a pertuis ne fraite 

Ne li leres, qui toz agaite, 

Qui mult volenters i entrast, 
. Ne poet trover, par unt il past. 5 

3905 Or nos armom en tel manere, 

Que ja a la nostre banere 

Li traitres medler ne s'ost 

Ne qu'onques par trestot son ost 

Ne seiom demi pe ruse. 10 

3910 Nos qui tant ainz avom muse, 

Qu'atendom nos a laborer, 

S'il comence a avesprer 

Que la nuit nos truisse en oisose, 

Qui tant est neire e tenebrose? 15 

3915 Ceo est la raort, qui ren n'esparne. 

Jamais jor del regne superne 

Ne verrom clarte ne lumere, 

Jamais de la basse fumere 

N'istrom por nide destinee, 20 

3920 Si nos en ceste matinee 

Ou einz la nuit ne nos armom. 



3900 Hip. tont. 3901 ke. ad pertus. 3902 ke. aguaite. 
Hip. Que. lerres. toz jorz gaite. 3903 ke. Hip. si entrast. 3904 
DEI: par ou. 3905 ore. 3906 ke. Hip. baniere. 3907 medler. 
se. Hip. Le traitor merler ne sost. 3908 ke onkes. Hip. Ne que 
nos ja por tot. 3909 un demi. reuse. D: demi pie ruse. E: 
piain pie refuse. IS: ruse. Hip. seiun james puis. 3910 ki 
tanz anz. D: puiz que tant ainz. E: tant jor. Hip. grant tens 
avons. 3911 k'atendom. Hip. Or entendon a 1. 3912 Hip. Se il. 
D: evesprer. 3913 e. noit. troisse. en fehlt. Hip. A la. troisse 
oisouse. D: truisse. E: trueve. 3914 ke. Hip. si est. 3915 coe. 
ki. DE : n'espargne. Hip. C est. qui n'espargne riens. 3916jamei8. 
de fehlt. E: de supargne. D: soveraigne. Hip. Par le fenissent 
toz les biens, worauf noch folgt: James jor del reigne celestre | Se 
nos summes en si lai estre. 3917 Hip. lumiere: fumiere. 3918 
jameis. 3919 n'isterom. S920 Hip. Se. 3921 noit. 



— 394 — 

Folß somes, que i atendom. 

Grant peril est e grant dotance 

De trop atendre en esperance. 
3925 Meint home en atendant merei 

Est engigne, jeol vos afi: 5 

Car endementers qu'il atent^ 

L'estoet chalr en jugement^ 

En jugement e en justise, 
3930 Si Testoet venir a juise. 

Xor Deu, seignors, e por ses seinz^ 10 

Ne seiom perescos ne feinz. 
Trop atendom de jor en jor 
De venir a nostre salveor. 

3935 Qui aise atent, aise le fuit. 

Mal ait Tarbre, qui ne fet fruit I 15 

Trenche deit estre e el feu mis. 
Trop somes longuement jolis, 
Trop somes as viees amors. 

3940 Comben garderom nos les pors 

AI citezein, que nos servom? 20 

Grant feim en son servise avom 
E grant sei e mult grant mesaise, 
E ben savom, que a grant aise 



3922 sumes ke. Hip. Fous summes qui tant atendon. 3923 
dutance. 3925 Hip. Moult homes. atendent. 8926 jol. Hip. Qui 
en atendant sont honni. 3927 kar. k'il. E: ne se muet: chair en 
jugement Testuet. Hip. en dementres atendent. 3928 Hip. N'en 
sevent mot, les ames rendent 3929 Hip. Au. et au juise. 3930 
Hip. Testuet. en justise. 3931 [P]ur. 3932 perecos. Hip. seions 
perecos. fainz. 3933/34 bei Hip. umgestellt. 8934 Hip. Seignor. 
D: d'aler. 3935 ki. Hip. aten ese, ese. 8986 ke. 3937£u. Hip. 
Trenchie. 8938 sumes longement jolifs. 8939 sumes. a vices 
a smors. Hip. au. 3940 Hip. Combien. 3941 ke. E: citoien. 
Hip. Du crestion. 8943 meseise. mult fehlt. Hip. fain et tote 
mesese. 3944 k'a. eise. Hip. ese. 



— 395 — 

3945 Est tot li daerein garyon 

Ches nostre pere en sa maison. 

E si nos torniom arere 

Merci criant od simple chere, 

Nos savom ben, que il vendreit 5 

3950 Encontre nos, si nos fereit 

De noef revestir e chalcer 

E fereit por nos grant manger 

E granz noeces e grant convi. 

Onques si fole ren ne vi 10 

3955 Com nos somes, si Deu me veie, 

Qui conoissom la dreite veie 

E tot de gre alom la torte. 

En noz cols layom la rohorte, 

Qui nos destruit e qui nos pent 15 

3960 Mult est fols, qui ne se repent, 

Tant com il a tens e espace. 

Seignors, que Deu merci vos face, 

Alez merci querre e rover, 

Tant com vos la poez trover; 20 

3965 Altrement ne Tavreiz james. 

Apelez, tant com il est pres, 

Nostre seignor, si vos orra. 

Ja sanz merci ne vos lerra, 

Si vos la requerez a höre. 25 

3970 Mes si vos i fetes demore, 



3945 derein. Hip. lederrein. 3946 meison. Hip. sire. la 
meson. 3947 Hip. se nos nos tenon arriere. D : er tost car retoumon. 
E: retomons. 3948 Hip. ou. chiere. 3949 ke. 3951 Hip. nuef. 
chaucier. 3952 freit, un g. Hip. mengier. 3953 noces = Hip. 
grant. 3954 unkes. Hip. Unques. rien. 3955 come. sumes. Hip. 
summes se Dex. DE: voie. 3956 ki ben veiom. 3958 nos. E: 
cals lacons. DE: la corde. S: la roote. Hip. noz cous portons. 
roorte. 395Ö ke. Das zweite qui fehlt. 3960 ke. 3961 ad. 3962 
ke. 3964 come. 3965 l'aurez (= Hip.). 3969 Hip. le. ore. B: 
requere. D: querez. 3970 Hip. se. 



- 896 — 

Tant que vos ne puissez parier 

Ne li prier ne apeler, 

Donc vos ert il si esloigne, 

Qu'a peine i trovereiz pite. 
3975 Aprismez vos par repentance, 5 

Par confesse e par penitance. 

Ben avez oi* recorder, 

Qu'em se poet a lui acorder 

Par fei e par confession, 
3980 Par almosne e par oraison. 10 

Quant ceste mescine savez, 

Tant come leisir en avez, 

Entremettez vos de garir 

Ne laissez voz plaies porrir: 
3985 Car si eles sont sorsanees, 15 

A peine serront puis curees. 

Entendez le sens de rescrit 

De Tevangile, qui nos dit: 

Freres, orez e si veillez, 
3990 Seiez prestz e aparaillez: 20 

Car vos ne savez, quant vendra 

Li baners, qui vos somondra 

E criera: Levez sus, levez, 



3971 ke. Hip. puissiez. 3972 preer. Hip. lui preier. B: 
requere. D: rapeler. 3973 esloignez, Hip. iert issi esloignie. 
3974 par vos inesfeiz par voz pecchez. B: ke a peine i troverez 
pite. D: qu'a peine i meterez vos le pie. E: mesfaiz. In BDI 
folgt noch: B: niais si de deu estes esloignes | par vos mesfaiz 
par vos pechez. Hip. pitie. 3975 aprimez. Hip. Aprochiez. 
3976 Hip. confesser par. 3977 D: oy le pardon: qui est par la 
confession. 3978 k'oem. li Hip. Qu'en. puet. 3980 oreison. Hip. 
aumone. 3981 Hip. mecine. 3982 Hip. lesir. 8983 entremetez 
de vos. 3984 leissez. Hip. lessiez. 39?5 kar. Hip. se. 8986 
Hip. seront mes sanees. 3987 sen. 3988 Teuvangile ke. nos fehlt. 
3989 horez si esveillez. Hip. oiez. velliez. B: plorez orez. 1): 
oiez. vees. 3990 BD: prest. E: pres. Hip. prez. apparelliez. 
3991 kar. 3992 baneurs ke. BI: baniers. E: sires. Hip. se- 
mundra. 3993 E: sus alez. Hip. Venez! Venez! 



— 397 — 

Od Tespos as noeces entrez! 
3995 Si donc avez vostre oille a querre, 

Li porters, qui la porte serre, 

Vos forsclorra, n'en dotez mie, 

Hors de la bele compaignie, 5 

De la joie, qui toz dis dure. 
4000 James de la valee obscure 

N'istreiz, mes toz dis sanz fin 

Meindreiz el puUent sozterrin, 

En la jaole pardurable 10 

Dedenz la maison al diable. 
4005 De la aler Deu nos defende! 

Car puis n'i a mester amende, 

Merci crier ne altre chose. 

Mes einz que la porte seit close, 15 

Seiom prestz, si ferom que sages: 
4010 Car ja est mäuz li messages 

E mult grant aleure vent, 

Qui uncor a nuit, si devent, 

Nos somondra ou le matin. 20 

Toz jors s'aprisme nostre fin. 
4015 Nos savom ben, que nos morrom, 

Nule ren plus certe n'avom. 

De ren ne somes meins certein, 



3994 iiip. O lampes au noces. 3995 Hip. eule. 3996 porter 
ki. Hip. portier. 3997 forclorra. ne dutez. E: clorra fors. 3998 
Hip. conpaignie. 3999 ke totdis. Hip. tozjorz. 4000 oscure (= 
Hip.). 4001 n'isterez. totdis. Hip. toz tens et. 4002 meindrez. 
4003 B: jahole. E: gaiole. Hip. dolor qui est durable. 4004 de 
la meison. deable (= Hip.). D: ehesten. 4005 Hip. Dex. deffende. 
4006 kar. ad. 4008 .ke. Hip. Eineeis q. 4009 from ke. Hip. 
Seiun prez. sage; venu le mesage. B: pres. D: prest. E: preu. 
4010 kar. 401^ ki uncore. Hip. Qui au vespre tost se devient. 
D: devint. E: puet estre bien. 4013 Hip. semondra. au matin. 

4014 jorz s^aprime. Hip. aproche. D : ne savons quant sera la fin. 

4015 ke. B: sovum. 4017 sumes. Hip. riens. sommes. D: plus. 
E: mains. 



— 398 - 

Quant ceo serra, hui ou demein, 

E quant cert somes de morir 
4020 E ne savom, quant deit venir, 

Ben nos deussom porveeir 

E jor e nuit, matin e seir, 5 

Que si aparaille fussom, 

Qu'as noeces entrer päussom, 
4025 Desque nos serriom somons. 

Seignors, por Deu e por ses nons, 

Gardez, que jeo n'aie seme 10 

Ne ma semence ne mon ble 

Entre espines n'en terre veine 
4030 Ne sor perres ne en Tareine, 

Mes en terre, qui face fruit. 

Seiez si garni e estruit 15 

Des essamples del bestiaire, 

Que vos en lessez mal a faire 
4035 E al ben ovrer mettez peine, 

Por aveir la joie certeine: 

Car ceste joie ci terrestre 20 

Ne poet mie longuement estre 

Ne poet tenir ne poet durer. 
4040 Nuls ne se deit asseurer: 

Car avis m'est selonc mon sens, 



4018 coe: 4019 sumes. D: sanz faille il nos covient m. 
4021 E : deussiens porveoir. 4022 noit. Das erste e fehlt. Hip. 
nuitetj. et main. 4023 ke. feussom. Hip. aparelliez. 4024 ke. 
Hip. Que au noces. 4025 deske. i fehlt. Hip. serions semons. 
4027 ke joe n'eie. 4028 Ne fehlt. Hip. De ma. 4029^— 4030ifehleii 
Hip. 4029 E: vainne. 4030 peres. B: l'araingne. D: mon- 
taigne. E: arainne. 4031 ke. Hip. En t. qui ne f. 4032 Hip. 
instruit. E: vos trestuit. 4033 Hip. de. 4034 ke. Hip. lessiez. 
feTe. B: laissez de malfaire. 4035/36 bei Hip. umgestellt. 4035 
metez. Hip. a bien. 4036 aver. 4037 kar. Hip. iceste joie t. 4038 
long^^nent. 4089 aseurer. Hip. A ce ne deit nul demorer. 4039/4040 
umgestellt. Hip. Nul ne se deit aseurer. 4041 kar. solonc. Hip. 
Que. Selon. 



~ 3&9 — 

Que nos somes el peior tens, 

Qui fust puis rincarnacion 

En nule generacion, 
4045 Qui tenist crestiene lei. 

Ou est hui lealte e fei? 5 

Ou est almosne e charite? 

Ou est dreiture e verite, 

Chastete e religion? 
4050 Ou est merci, ou est pardon? 

Ou est honor, outest largesce? 10 

Ou est amor, ou est simplesce? 

Ou est dol9or e corteisie? 

Ou est pite, ou est aie? 
4055 Ou est veirdit ne jugement, 

Qui vers le loier ne se prent? 15 

Ou est Concorde e bone pes? 

Cestes vertuz ne regnent mes, 

E si eis regnent en alcun, 
4060 Entre mil n'en trovereiz un. 

Li monz est hui si desleals 20 

E si traitres e si fals, 

Si culvert, si de male part, 

Si torcenos e si gaignart 
4065 Si envios, si mesdisant, 

Si menteor, si enquisant, 25 



4042 ke. sumes. E : soions. piour. Hip. peor. 4043 ke fist. 
BE: fust. 4045 ke. Hip. crestienne. B: teneit. 4046 Hip. 
Ou est 1. ou est. 4048 D : chaaste et vimnete. 4049 Hip. chastee. 
4051 Hip. ennor. largece: simplece. 4053 curteisie. 4054 piete. 
B: pite. D: pietie. E: pities. 4055 Hip. et j. 4056 ke. lower. 
E: qui devers loier. pent. Hip. Qui divers loier. 4058 Hip. 
reignent. 4059 eles. E: s'ele. Hip. se il. 4060 ne troverez. 
Hip. Cent 4061 mondz. Hip. (^est mundes est si deloiaus. 4063 
Hip. cuvert et de. 4064 E: torconneus. Hip. torconnos. gagnard. 
4066 E: encusans. D: poi en y a de voir disant. Hip. mentoor. 
acusant. 



— 400 — 

Si vilein e si gar9oner, 

Si nialvais e si paltoner, 

Si gaiteant, si plaideor, 
4070 Si avcr, si fals jugeor, 

Si orgoillos e si tyrant, 5 

Si eschif e si guerreiant, 

Si coveitos en tote guise^ 

Si oblios de bon servise, 
4075 Si traitre, si engignant, 

Si usurer e si marchant^ 10 

Si blandissant, si losenger, 

Si glot de beivre e de manger, 

Si plein de vices e d^ordure, 
4080 Que c'est merveille, que tant dure. 

Quant li monz est si desleals, 15 

Donc di jeo, que mult est vassals 

Qui parmi trespasser s'en poet, 

Si que chair ne li estoet 
4085 Ne n'est recreant ne veincu 

E del baston e de Tescu. 20 

Lui estoet saveir a plente 

Qui Deu done del poeste. 

Geste bataille est a meschef 
4090 E dure e perillose e gref ; 



4068 malveis. pautener. £: pautouniers. Hip. pautoimier. 
4069 B: guaitant. E: si plaidieres & si gaitieres. Hip. guetant. 
pledeor. 4070 E: jugieres. Hip. et si faus. 4071 orguillos. E: 
tirans. Hip. orguellos. tirant. 4072 E: haities. guerroians. 4073 
Hip. totes guises: genz servises. 4075 E: traitres. marcheans. 
Hip. engignanz: marcheanz. 4076 E: useriers. engig^ans. 4080 
ke. ke. Hip. mervelle. 4081 monde. Hip. mont. desloiaas. 
4082 Joe ke. Hip. dis. vasaus. 4083 ke. Hip. s'esmuet. 4084 
ke. Hip. chaer. estuet. 4085 vecu. Hip. veincu. BD: vencu. E: 
vaincus. 4086 Hip. de. 4088 ki. Hip. poote. E: cui. 4089 Hip. 
batalle, meschief. 4090 perilluse. 



— 401 — 

Car desque home est el champ mis, 

Si Testoet a treis enemis 

Combatre sei e nuit e jor, 

Qui mult li rendent dur estor. 
4095 Trop par est li estors pesanz: 5 

Car si il viveit eine vinz anz, 

Si Testoet il ades eombatre 

Contre eels quil voelent abatre. 

De ces treis li covent defendre 
4100 Ou la recreantise rendre. 10 

JJiable est Penemi premer, 

Qui Tagaite a faire peccher. 

Cest mont est Tenemi secont, 

Qui li gette meint colp parfont. 
4105 Li terz, ceo est sa char demeine, 15 

Qui plus Tassalt e le demeine 

Que nul des altres deus ne fait. 

Cest li pire enemi, qu'il ait. 

Mult deit estre tenu a ber, 
4110 Qui de ces treis se poet garder. 20 

Li prodhome s'en defent ben, 

Qu'il ne conquerent sor lui ren: 

Car armes a por sei covrir 



4091 kar deske. D: mont. Hip. Que. en. 4092 Hip. treiz 
anemis. 4093 noit. 4094 ke. Hip. grant. 4095 estor. 4096 kar 
se. Hip. s'il. quatre vinz. B: sine vinz. DE: .V. .C. 4098 ke le. 
Hip. qui le. batre. 4099 Hip. le covient deffendre. 4100" B: la 
creantise. D: recreance. £: a la recreandise. 4101 [L]i deables. 
B: Diables. D: Diable. E: Maufez. Hip. Deable. rennemi. 4102 
ki Taguaite. fere. D: & fait pechier. 4103 mond. segond. Hip. 
Tanemi. 4104 ke. coup parfond. Hip. giete. cop. 4105 coe. Hip. 
la. humaine. G: la chars humainne. 4106 ke. Hip. Tasaut. de- 
maine. 4107 ke. dous. feit. 4107—4108 fehlen Hip. 4108 k'il 
eit. 4110 ki. 4111 prodome se. Hip. s'en moult bien. 4112 k'il. 
li. Hip. Que il ne le conquierent de rien. 4113 [K]ar. ad. 
Rein seh, Le Bestiaire. 26 



— 402 - 

E por defendre e por garir. 

4115 Ces armes sont por verite 
Fei, esperance e charite. 
Qui de cestes est ben covert, 
En la bataille ren ne pert, 5 

Ainz veint les treis ultreement, 

4120 Qui ei Tassaillent durement 

\Jt priom Deu, qui nos crea, 

Qui nos fist nestre e qui nos a 

Mis el champ e en la bataille, 10 

Qu'il nos conseit e qu'il nos vaille 

4125 E qu'il nos dont par sa merci 
Si ben combatre e passer ei 
Par entre les bens temporals, 
Que nos les bens espiritals 15 

Ne perdom en nule manere. 

4130 Tels deit estre nostre priere. 

E Deus par sa seintisme grace 

Si nos conseit e tels nos face 

E nos dont tel repentement, 20 

Que nos al jor del jugement 

4135 Seiom a sa destre partie. 

Amen, amen chescun en die. — 



4115 ses. 4117 ki. 4118 la fehlt. Hip. En la bataUe rien. 
4119 Hip. treiz communement. 4120 ki si. Hip. Qui o lui ba- 
tallent forment. 4121 [0]re prions. ki. criad. Hip. priun. S: tout 
4122 ki. estre (== Hip.). ki. ad. 4123 cha [durchlöchert] mp. 
e fehlt. S: eus ou. 4124 k'il. conseud. k'il. B: consele. CEG: 
consaut. Hip. consente. valle. 4125 k*il. doinst (= CGS). DLI: 
doint. Q: pardoint. 4126 si. 4127 CG: temporeus. E: temporeis. 
BS: temporaus. Hip. temporaux. 4128 ke. 4129 Hip. en itel m. 

4130 Hip. Deit estre fet n. preiere. Q: ne sa joie ne sa lumiere, 

4131 seintime (=- Hip.). CEGS: saintisme. 4132 conseit. B: 
conseilt. CEGS: consaut. 4133 doinst. BDI: doint. M: duinst 
Hip. Qu'il nos. 4134 ke. 4135 seioms. Hip. Selon. 4136 ehescon. 
M : chescons. Hier endet A, ebenso CDIQS. — 



— 403 — 

vJuillame, qui cest Hvre fist, 

En la definaille tant dist 

De sire Raül^ son seignor, 
4140 Por qui il fu en cest labor, 

Qu'il li a ben guerdone, 5 

Pramis li a e ben done. 

Ben li a covenant tenu. 

A Raul est ben avenu: 
4145 Car il a son non aempli 

Ne Ta mie mis en obli. 10 

Tels est come son non devise, 

E jeo m'en lo de son servise. 

Cest non Raul sone grant chose. 
4150 Ore vos aprendrom la glose : 

Treis siUabes i a ajustees, 15 

Qui de treis nons sont recolpees. 

Treis siUabes i a sanz plus: 

Le ra e le dul e le fus. 
4155 Le ra est pris de ratio 

E le dul vent de didcedo, 20 

E la terce sillabe fus 

Dit altretant come fultus. 

Si le non est adreit glose, 



4137 B: VviUame ky. EG: Guillaumes. K: Villams. L: 
Guiir. MN: GuiUame. KN; romanz. 4138 B: diffinaille. G: de- 
finalle. K: en le fin a il tant en dist. 4139 BM: Raol. EG: 
Raoul. K: Raul. L: Raou. N: Rauf. E: labour. K umgestellt 
4141 BN: guerdone. E: guerredonne. K: guerdonee. 4142 B: 
premis. GN: pramis. 4143 EG: bien li. K: ben lui. 4145 
EG: car. KN: acompli. M: aempli. 4146 EG: oubli. K: obli. 
N: ubli. 4147 K: tels. N: teus. 4148 EGM: lo. K: lou. 4149 
E : eist. K : cest. 4150 EG : pardirai. K : enprenderai. M : enpren^ 
drai. N: dirrai. 4151 BK: justeez. E: ajoustees. G: jousteep. 
4152 B: recoupez. E: recaupees. K: recoupees. 4153 EG: sans. 
K: sanz. 4157 EG: tierce. Hier bricht B ab. K: terce sillebe. 
N: silable. 4159 EG: adroit. 



— 404 — 

4160 Fultus ert en mileu pose. 

,Tunc erit fultus undique 

Ratione dulcedine.^ 

Cest non Raul est apuie 

E de raison e de pite: 5 

4165 Pite e dol9or e raison 

Ont en son quoer fait maison. 

E Deus li otreit par sa grace^ 

Que il si bon ostel lui face 

E tant le serve e itant aimt, 10 

4170 Qu'en la halte joie, ou Deu maint, 

Puist monter a icel jor, 

Ou li juste e li peccheor 

Devant le juge trembleront 

E lor jugement atendront. 15 

Amen. 



4160 KN: est. £: fiilcus. plantez. G: plantes. EG: fiist. 
K: iert N: ert. KN: pose. GE: fast, plantez (plantes). 4163 
E: eis. G: eil. KN: cest. 4165 E: pities. doucor. K: pite. 
dolcor. N: piete docor. 4166 EGK: faite. 4167 E: otroit. K: 
l'otroit. N: l'ottreit. 4168 GKLM: lor. N: lur. 4169 EG: aint 
G: & si les. KN: eimt. 4171 K: poisse. N: peust. 4172 E: pecheor. 
G: peceour. O: pecheour. K: pechor. 4173 EGLO: trambleront. 
O: juste. N: tremblerunt. 4174' EG: & lor. Hier bricht E mit 
oben genannter Unterschrift ab. In EILMN folgt am Ende noch 
Amen. In L ist explicit roth durchstrichen. O hat nach: ainsi 
Tocroit li rois du mont ebenfalls Amen. 



Wörterbnch*): 



Aaschement 2315 ^öbet, So<ffpeife, 

gicij. »ei Burguy feWt bic« 

SBort. »gl. Godefroy, Diction- 

naire de l'ancienne langue 

fran^aise: Aeschement. 
aasclier, ascher 2814, 2323 föbent, 

ürren, in bie gaUe lorfcn. 9ifs. 

aicher = ^cher ben ^dber an 

bic Sltigel ftcdeti. 
aatie 1380 l^efttge Setnbfci^aft, 

Streit, Äampf. 
abandoner 3598 überlaffen, mit« 

t^eilen. 
abatre 2232 niebertoerfen. 
abesser 2805 fenfen, ^erab^ngen 

laffen. Slfj. abaisser. 
abevrer 1763 trönfcn. $«fs. ab- 

reuver. 
abisme 54 ^luft, 9(bgrunb, Odilen« 

fd^Iunb. 9lf3. abime. 
abiter 400 too^nen = habiter. 
abonder 3612 in UebetfluJ »or* 

^anben fein, 
achaisoner 3467 anfragen, 
achater d21 faufen. 
acointer 754 oerfünbigen, funb^ 

tl^un. 
acomplir 813 erfütten. 
acora^ez 2438 mut^ig, {ü^n, ge« 

nctgt, »on acorager ermul^igen. 
acorder 1953 (rep.) fid^ üergleic^en, 

Sufammenfiimmen. 



acorer 327, 1094 burd^bol^ren, ex* 

fted^en, tobten, 
acost 2549 Sfiodjbarfd^aft, ©emein«' 

f*aft 
acostume 308 gewohnt, 
acovrir 2940 bebetfen. 
acreire 3473 glauben. Slfj. ac- 

croire. 
acreistre 3465 oerme^ren. 
acrocher 295 an^adfen, entern, 

fangen. 5ftf j. accrocher. 
adrescer 3632 refl. ftd^ n>enben. 
adentir 761, 1364, 1614 beftimmen 

für etwas, refl. fidj ergeben, 

fiA überlaffen. »gC Godefroy: 

Aaetir. 
ades 1176 unaufj^örli^, ununter«> 

brocfien, immer, 
adreit 430 gerabe. 
adversaire 1887 (S^egner = ad- 

verser 1920. 
adversetez 453 ^iberroärtigfeit, 

Xrübfar, ^otf). 
ae 2670 3iaer = 66. 
aemplir 818 oottfü^ren, erfüllen, 
aerdre 1941, 2000, 2289 anijeften, 

oerbinben, nö^ern; neutral: 

gongen an etw., fid^ an ttma^ 

galten, 
aerin 3107 luftfarben. Xxe ßuft 

mu^ eine %athe ^aben, ba bie« 

felbe c^emifd^e SBtrfungen auS« 

übt ^ir nennen biefe unfern 



*) Z)ad SBörteroeraeic^nif , ba9 «oOftänbig ift, ffat ben Swtd, einen dinblid 
in ben ffiortoorratb bed 2)i(l^ter8 su gemft^ren unb \oH meniger ^ac^fennem, bie 
immerhin einige feltene äBörter finben »erben, al8 oielme^r »eiteren greifen al» 
^fllfSmittel bienen. 



— 406 



9(ugen nid^t fid^tbare gratbe 

ber £uft ha» jerftreute 2;aged« 

lt4t. 
afoire 1482 ^ing. 
a£ut«r 3456 oetbeffem, beffet 

machen, 
afiutement 3570 ^d^rmä, ©d^ön» 

l^eit, )Bi(bung. 
aferir 1752 ftd^ gelten, gebül^ten, 

paffen, »erglcid^bar fcin- 
affermer 980, 2438 Derftd^etn, au^^' 

fagen = nfj. afifirmer; befcfti* 

gen = nfj. affermir. »gl. 

Brächet, Dictionnaire des 

doablets, Suppl. p. 6. 
aficher 245 behaupten, oerftc^em; 

670 beftcn, tid^ten. 
afier 1041 oerftc^ern. 
afiner 640 enbigen. 
agait 385 ^inter^alt; aveir son 

a. auf ber Sauer liegen, auf* 

lauem. 9Jfs. aguet; Don al^b. 

wahta. 
agaiter 3902 belauern, nad^fteUen. 
agenoiller 3294 (se) nieberfnieen, 

nf). agenouiller. 
agreer 16 übereinftimmen, aufrieben 

fein, 
agu 1385 fd^arf. 
aguillette 2479 9{abel; boppelted 

^iminutio, proo. aigoületa, 

nf9. aiguille, von lat. acus 

9{abel, mlat. ^iminut. acucula, 

proD. agulha, gulha. 
ahan 570 Sbrangfal, ^nfitrengung, 

Unrul^e. 
aider 1164, 2615 l^elfen (Praes. 

aide), 
aie 3822 $ülfe. 
ajuster 935, 2666, 4151 vereinigen, 

orbnen, bei Seite fteUen, refl. 

ftc^ SugefeOen. 
aigles 657 Slbler. 
aignel 541 Sömmletn, Sunged 

(vom ^elüan). 
all 2380 etg. ^noblaud^ (lat. alium): 

Mer Serftörlung ber Slcgation. 

»gl. St Palaye, Dict. 8. v. 



aimant 3388 S)iantant ^eben* 

form von diamant, nroo. adi- 

man »= aziman, fc^on bei 

^^ilipp oon 2;^aon. 
ainceis que 694 bevor, 
ainz 3192 vorder, frül^, je. 
air 683. 695, 2617 Suft. 
air 272 Ungeftüm, @ile. »gl. 

Godefrdy, Air. 
aire 1794 §er!unft, 9lrt, ©IJararter. 

@iel^e debonaire, demalaire, 

depataire. »gl. Godefroy, 

Aire 1. 
aise 1080, 1337 äßo^lbe^agen, 

»ergnügen, günftige belegen* 

^eit. 
alaiter 978 fangen, 
alcun 3357 irgenb einer (fubft. 

u. abiect.). 
aleine 1327, 2304 ^tl^em; @(^lu(f, 

nfx. haieine, 
alemele 241 klinge, @(^neibe. 
aler 920 gelten, ^räf. 1. ^erf. 

jeo vois 2176 (mit bem @erun* 

bium 1844). 
aleyer 2362 auf^iel^en, gro^$ie§en. 
algure 1133 Schritt, O^ang. 
alias 855 ad^. 
alme 334 @eele. 
almosne 1764 ^Imofen, guted 

SBer!. 
aloer 3759 mietl^en. 
alquant 294, 3821 einige, 
alques 1318 ein roenig, etxoa^. 
alsi 979 ebenfo = altresi. 
alter 793 Slltar. 
altre 24 ein anberer, baoon ber 

casus obl. altrui 2378. 
alumer 764 ansünben. 
amasser 1006 aufl^öufen, fammeln. 
ambedui, ambedeus, andui, an- 

deos 364, 3209, 3219 beibe. 
amblanz 322 ben $afigang gel^enb, 

langfam ae^enb. 
amender 1926 bejfern. 
amende 4006 »efferung = amen- 

dement 347. 
amener 2754 fül^ren, j^emorlodfen. 
amenteivre 2031 enoäl^nen. 



— 407 — 



amer 2651 Heben, 
amer 425 Bitter, 
amertame 2901 ^ittetlett. 
ami 2690 ^reitnb, ©enoffe. 
amiable 2107 üeben^wütbig, 

fteunbli6. 
amonceler 774 auff c^idjten , an* 

l^ftufen. 
amonester 496 ermahnen, 
amont 261 l^inauf, oben, 
amor 876, 2904 Siebe (föm.). 
amordre 3989 beij^en, fig. !often. 
an 2895 gal^r. 
ancre 2269 9ln!er. 
angele, angle 49 @nge( (Tobias 

1818 angelus). 
angoisse 2566 Slnaft. 
angoisser 2867 (se) fid^ ängftigen, 

§ier: fid^ beeilen, 
anoncer 8118 ner!ünbigen. 
antecrist 8082 antid^tiftlid^. 
anuitant 1000 S)ämmerung. 
aombrer 712, 8046 umfdjatten 

(»om beiUgen (SJeift); nerbunfeln 

(oon ben 2Cugen). 
aorer 82 anbeten, 
aparager 2487 = comparer. 
apareüler 8990 tüften. 
apareir 2169 erfd^einen. 
aparceveir 1857 bemerfen. 
apeler 8880, 8475 nennen, berufen, 
apert 158, 1211 offen, offenbar, 
aporter 465 l^erbeibringen. 
apostle, apostre 182, 2175 SCpoftel. 
aprendre 26, 4150 lernen, leieren, 
apres 65 nad^l^er, 88 nad^. 
aprester976, 1025 bereiten, ruften, 
apris 1864 ber gelernt, fic^ an 

etroa^ geroöl^nt l^at: Tobler in 

Gröbe/s Reitfc^rift V p. 186. 
aprismement 574 ^nnö^erung. 
aprismer (se) 2997 ftd^ nähern 

(Brandan: apresmer). 
aprocher 2428 ftd^ nöl^em. 



aptalos 249 älptoloiS (fageni^afted 
%^)r ei0. ,,unge«üöelt"*), 
n>a^rfc^einltd^ ein 9Ki|9erftänb« 
nij beS griedj. Originals. 

apuier 4168 ftü^en, trugen. 

aquasser 2882 bämpfett, Idfd^en. 
95gl. Godefroy, Acoisier. 

arabiz 984rei^enb, fd^nell flie^nb. 
^ad) Godefroy jjiefie ed ara* 
bifd^; nad^ G. Paris =» en- 
rag^. $gl. Fontarabie. 

araisoner 8490 anreben. 

arbre 2965 (mascul.) ^aum. 

arche 68, 77 haften, Slrdje. . 

archer 8187 »ogenfdjüle, lat. 
arcarius, ital. arciere, §atf d^ier. 

ardant 2858 feurig. 

ardor 678 @lutl^, 35ranb. 

ardure 2484 muif), öranb. 

ardre = ardeir 368 »erbrennen 
672 brennen. 

areine 4080 (Sanb. 

arenger 3711 orbnen, in Drbnung 
aufftellen. 

arer 2911 pflügen, behauen^ 

arere 8786 jurüdt. 

arester 2217 §alt madjen, fid^ 
aufl^alten. 

ariver 8572 lanben. 

armes (vi) 1128 ^an^er. 

armer 1119 wappnen, panjern. 

aromates 2192 äBo^lgerüc^e , &e^ 
TOürje. 

art 8360 Äunft. 

artiUos 1817 liftig. »gl. Diez, 
@t^mol. äßötterbud^: ArtUka. 

ascer 3352 etal^l. 

asne 1831 @fel. 

aspis**)2561 «iper, Sliatter. 

aspreier 228, 1320 quälen, itol. 
aspreggiare. 

assaillir 4106 überfallen, angreifen. 

asazier 982 fättigen, »erforgen. 



*) 9liAt Slntilope. yta^ Cavier, Le r^gne »ninal 1 p. 311 ift ber ni^t alt« 
92ame «ntilope entfteat aui antholops, bad ftc^ bei Enrtathius fnbe unb ftd^ auf 
bie frönen Sinken bed 2:^ iered ju beiieJ^en fd^eine. Sgl. oben C^inleitun^ 

seiitt. 



**) 2)ie »fpid ober afrilonifc^e ®(^Ubt)iper (Naja HiQe) galt ben alten egopti 
ali eftinbilb ber SRad^t, we^l^aib fle auf SRonumenten ati gefrdntei »ilb erf(9ei 



— 408 — 



asseeir 736, 2668, 8286 ertid^ten, 

feftfcten; rcfl. ftc^ feten. 
assembler 8221 oerfammeCn, ftd^ 

paaren, 
assöur 1028, 2108 {id^er. 
assöurer 2006 ftd^em, fc^ü^ett. 
assez 1807 genug, 
assida: flei^e @iaennamen. 
assiduelment 1978 deftönbig, nfj. 

assidüment 
assigner 8805 beftimmen, au« 

weifen. 

assommer 814 frönen, bte ürone 

auffegen. 
a8sorber2472 in HnfprudJ nehmen, 

fig. 6Ienben; im Besant 801 

esBorbe. 
assorbir 414 oerfc^lingen, »er* 

jAluden, «al. A. Scheler, 

Trouv^res beiges p. 285. 
assorder 2471 betäuben, nf^. as- 

sourdir. 
atacher 268, 2271 befeftigen, an- 

{etten. 
atant 1418 barauf, aliSbalb. 
ateindre 149, 1202 erreid^en, 

ftreben. 
atendre 288 ermarten. 
atenir 1588 fid^ enthalten, 
atoraer 925, 1968, 1970 jurid^ten, 

bereiten (oon ator ©d^mudO; 

fid& neigen: en decurs = ab» 

nel^men. 
atraire 519 an fid^ Rieben, 
auctor 85, 2507 SJerfaffcr. 
auctorite 578 Seugnife, STuöfprud^. 
äüner 324, 848 oereinigen, 

fammcin. 
aval 261 f^inab, 
avaler 8406 ^erabfommen. 
avantage 1024 Sßortl^eir. 
aveir 2818 ^aben (Umfd^reibung 

mit ^articip 1734). 
avenement 2813 Slnfunft. 
avenir 61, 146, 420 ftd^ ereignen, 

gefd^el^en, §eran!ommen. 
aventure 146 Ru^aU. 
aver 4070 j^abfüd^tig. 



averrer 2182 öerroirfti^en, »o^r 

mad^en. 
avers 3818 geaen. 
avesprer 8652, 8808 bämmem, 

5lbenb n)erben. 
avis 2273 STnftd^t, SWcinung. 
aviser 1400 gerooljr werben, er* 

Jennen, bemerfen. 
aviver 716, 767 bekbtn; ffadern, 

8607 junel^men. 
avoltire 1516 (Sl^ebruc^. 
avoltre 708 Saftarb. 



baailler 1906 baS ^aui auf« 
fperren, warten, nfj. bftiUer. 

btfer, beer 2755, 2325 auffperren, 
nfj. baver. 

ballier 195 Tenfen, berüljren; 
3712, 8501 geben, leiten. 

baiUie 2920 @c^u^, SWod^t. 

baigner 677, 1979 baben. 

baiser 1338, 2904 Jüffen, f d^näbeln. 

baiseor 2130 Äüffenber, «errdtber. 

baieine 2252 SBarpfc^. Cuvier. 
Le r^gne animal 1 p. 344 
l^ält bie 33emerfung für wefent* 
lid^, baj bie ßatetner im 310* 
gemeinen bcn SRamen SBalpfdJ 
in unbeftimmter 3Beife für 
alle großen G^taceen gebrandet 
IJaben wie bie norbifd^en SBöffer 
wbale ober wall nebft 9lb* 
leitungcn. 

banere 3906 33onner, panier. 

baners 8992 gal^nenträger. 

baptesme 716 2:aufe = 2887 
baptizement 

baptizer 726 taufen. 

barbe 1736 öart. 

barguigne 3680 öebenJlidJfeii 
55gl. Godefroy, Bargaigne. 

baron 4109, c. obl. oon ber @bel* 
mann, ^err. 

bas 19 niebria, irbifdj. 

baston 4086 Stab, nfa. bäton. 



— 409 



bataille 4128 ed^Iad^t. 

batöure 2136 @(|laa. 

batre BS2S, 3506 f^Iafien; ser« 

fto^en. 
bec 557 @dänabe(^ pl. bes. 
beccher 1335 mit bem ©d^nabel 

f^aäen, 3n biefem @inne nod^ 

ncunormannif c^. Stfj. becquer. 
beivre 320 @eträti!. beivre 2319 

trinfen. 
bei 2318 fd^ön. 
belte 2117 ©Aönl^eit. 
belette 2419 Sßiefel, fpan. beleta, 

eig. ©d^önt^etd^cn. 
beD 1 gut, n)o|l, fcl^r; baä (SJut. 
bender 600, 2133 feftfd^nüren. 
beniD, benigne 504, 1774 gütig. 
benignite 1556 O^üte. 
benurez 1779 glüdCfelig. 
besant 3463 IB^janttnet (&oU>* 

mün^e). Sgl. L. Holland, 

Crestien p. 66. 
besser 1286 fenten, nf^. baisser. 
beste 139 Xf^xex, 
bestiaire 134, 1113, 1316, 1568, 

1575 ^l^ierbud^, lat. bestiarius. 

Godefroy belegt nur bestiaire 

= böte sauvage, 
beverie 2392 Xrinfgelage. 
bevre 1477 33ibcr (lat fiber). 
bis 3106 fc^roäralic^. 
blamer 3468 tabeln == blasmer. 
blanc, blanche 478, 2034 n>ei^ 

(92om. blans). 
blandissant 407Y fd^meid^Ierifd^. 
ble 883, 4028 ©etreibc, Äorn. 
blef, bleve 2034 lid^tfatben, blau, 

nf). bleu, 
blescer 197 bcf d^äbigeu, jcrf dalagen, 

ucricijen. 
boche 2421, 2753 92unb, ed^nau^e. 

Sfifj. bouche. 
boef 1654 Cd^fe, 9iinb, nf). boeuf. 
bo€l 1702, 3291 SDann, pl. (Sin- 

gewcibe; Stüffcl (öon botellus 

Söürftc^eit). 
boillant 661 fiebenb, ^ei^ {von 

boillir, 3305 fod^en, nfs- 

bouillir). 



bois 2916 @e^öra (picarb. bos), 

miat boscus. 
boisdie 450 Betrügerei, greoel, 

^rglift, »od^eit. 
boi8son291, 1130 «ufd^, ©ebüfdj, 

nf}. buisson. 
boissonei 255 «üfAdJen. 3n C. 

Hohnann's mo^av ftel^t tat. 

frustetum = byssoney ; Philipp 

von Thaon f^at bic JJortn buis- 

sunet = nfj. buissonnet 
boen 519 ber ®nte. Hebet biefe 

JDopperform ml F. Neumann, 

Sitteraturbl. ÜI 470. 
bon 1992 gut. 
bonte 847, 3446, 3548 gute ©igen* 

fc^aft, 3;äd^ttglett; öefferung; 

©uteö. 
bordel 1772 Obbad^, SBol^nung. 
boscage 1868 ^ain, öej^öla- 
bosoigne 773 ©efd^äft, @ad^e. 
bosoing 2807 S^ot^faU. 
bot 2180 de bot fogreid^. »gl. 

Vollmöller, SRünd&ener Brut 

p. 110. 
boter 1162 ftojen, treiben, 
bracer 1542 i^inarbeiten auf ttma^. 
braies 2532 ^ofen (S^gf. Chassant, 

Vocabulaire latin-fran^ais. P. 

1877 p. 54), nad^ Mahn, $ro:« 

»enjal. (55r. p. 5 Dom tat braca, 

mlat. braga, einem gallifd^en 

SBort. 
braire 1070, 3310 fd^reien (non 

HÄenfd^en unb non ber Alraun* 

rour^el). 
braz 1989 9lrm. 

briser 2759 §erbrcc^en, fprengen. 
bron^onez 1144 ©tad^el. tta^ 

SBort fe^rt hei Godefroy. »gl. 

Diez, ®t. So. bronco. 
bruere 1986 ©eibelanb, nfj. 

bruyöre. 
bruiller 3281 »erbrennen, nfj. 

brAler. 
bruir 364 in öranb fe^en. 
buc 1735 R3ocf, Sieaenbod (baä 

äßort ift celtif d^en urfprungeS). 
bule 1329, 2374 fiift, Xrug. 



- 410 



O. 

9a 1756 l^ier. 

91UU8 789 j^eraü. 

caladrius 457, 491 ^alabriud 
(fagenl^. S5oaeO. 35^1. Godefroy, 
Caradril. ucbcr bte Äolanbcr« 
fierd^e vgl. Da Can^e, Calan- 
dros unb K. Sittl im SCrd^b 
für (atein. Se$i!ogra;)l^ie U, 3. 

cameü 2478, 2595 ^ameel. 

camelon 2594. ©riedjifdjcr 9lamc 
für ©trauj. 

car 26, 1269 benn; bocl^. 

caroigne 1179, 1988 «a«, nft. 
charogne. 

cegu6 1663 ©(^icrring, §unb«* 
petetftlie, nfj- ciguö, rat. ci- 
cuta, l^ict SJerfiärlung bet 
iRegation. Äo* bei Butebeuf 
n 197 ift biefelbe 9lcbcn«art 
gebraucht: Ne pris pas un 
rain de segue. tÖgL Scheler, 
Adenes U Rois 1279, 2027. 
geirrt bei Godefroy. 

ceinture 1055 ®urt, ^abei, Senbcn. 

eil 735 (?lom.) berjenige; cel 608; 
celui 701 (3(ccuf.). 

cel == ciel 2605 §immel. 

celestre 2197 IJimmlifd^ = celes- 
tial 8415 :^ celestien 2626. 

celer 8405 Derbergen. 

ceo 2 biefeä (einftrb.). 

cendre 771 SCfd^e. 

cendros 81 10 ajf^flecfia, af d^farben ; 
ber f^orm nad^ nfs. cendreux, 
bem (Sinne nad^ = cendr^. 

centisme 114 ^unbertfte. 

cenz 2906 l^unbert. 

cercher 662 auffuc^en, nf§. cher- 
cher. 

cerf 2739 §irfd^. 

cert 4019 fidler. 

certein 2676 fidler, beftänbig. 

certes 577 ftd^erlic^. * 

cesser 2806 aufl^dren. 



cetus 2257 (gried^. xntos, xt ceto) 

SBal , Ära! e , ©eeunge^euer ; 

Breymann überfet^t cete bei 

Jehan de Joumi mit „^i^A", 

Godefroy cetun mit ©aifirtfi, 

äBalfifd^. 
chaas, chas 2479 De^r. 3)ied 

©ort febrt hei Burguy, Du 

Gange; Godefroy. 
chael 2428 3ungcä (»om SBiefeft 

lat catulus. 
chaene, ebene 2537 ^ettef nfj. 

chaine. 
cbalr 163, 1188, 3928 faHen. 
cbaitif : fiel^e cbeitif. 
cbalcer 1802 (Sd^u^e on^iel^en, nft. 

chflusser 
chald 382 '^ftblütig, brünfKg, 

geil. E. Zola nennt biefe Sinn* 

Ud^teit odeur de femme. @e< 

Wufig war für eine fold^e 

grau bie ©ejeid^nung chienne 

chaude. 
chalenger486anfdjun)iaen, tobein, 

„jeiljen* ; engl. cbaUenge. 
chalme 887 (masc.) (Stoppel, 

©toppetfelb, §alm, tat ca- 

lamus. 
cbalor 669 ^i^e, 2Bärme. 
ehalt 3642 (impers.) ed gilt, oon 

cbaleir. 
champ4123^^; pl. cbams 2911. 
champestre 2924 seil, colom = 

%eU>taubef gelbflüd^tcr. 
chan^on 8268 Sieb, 
change 690 Serroed^SIung, $er< 

taufd^ung. 
cbanger 98 roedbfeln. 
cbant 1065, 3275 ©efang. 
chanter 1071 fingen, 
chapitre 3168 Kapitel, 
chapon 1312 Kapaun, 
char 1471 gleifc^. 
charite 1089 2iebt. 
chamalite 2076 gleifc^e^geftalt. 
chamel 374 ftcif^Iic^. 
cbarrere 896 9Beg. 
chartre 1769, 1786 Äer!er, ®e» 

fängnift. 



- 411 - 



cliascun = chescun 143 jjeber; 

aud^ abiectit)if4 2895. 
chaste 1104 süd^ttg, rein. 
ehastete 1236 j^eufc^^eit, Bitt^am^ 

!cit. 
cbastier 1073 tahtln, untetroeifen. 
chatel3521 ®ut, @tnna^me, »cfife. 
Chef 1935, 3317 Äopf. 
cheitif 226 elenb, tat captivus. 
cheitiveison 103, 2727 ©cfangeti* 

fd&aft, ^oiff. »9(. Godefroy, 

Cnaitivaison. 
cheitivete 1048, 2089 @Icnb. 
chemise 2532 ^emb, UnterHeib. 
chen 1957, 3642 §uttb; biMid) 

aur 35crftär!ung ber 5?cgation 

al§ aWinimaltpert^. 95gl. nfa- 

mener une vie de chien; un 

chien de temps. 
eher 841 rieb, 
chere 1253 2lntH^, 3Rtcne. 
chertez 1930 Liebhaberei. 
€hes 3946 bei. 
cheval 1083 ^ferb. 
chevaler 3887 9iitter. 
chevalerie2723 Silitterftanb, 3iitter« 

Waft 
chevre 1732 3iege. 
ci 566 Ijier. 
ciller 700 blinzeln, bKn!en (von 

eil, tat [super] cilium). Xa* 

Don leitet l)iez ouc^ silier, 

ciller ob = einem %alUn bie 

^ugenlieber sufammennäl^en. 
cimetire 2215 ^itd^^of, nfj. cime- 

ti^re. 
eine 1866 fünf, 
cinquante z545 fünfzig, 
circumcis 596 befc^nitten, x)on 

circumcire befd^neiben. 
eist, f. ceste, c. obl. cest 618, 

623 2)emonftrotiopron. 
cit 2206 = cite 2201 ©tabt. 
citezein 3941 ©tftbter, @tabt* 

btirger; nfj. citoyen. 
clamer 3856: fiel^e quite. 
clarte 3378 Älar^eit, ©djein, ©eße. 
der 660 §ett, alänjenb. 
clerement 3740 wenig. 



clerc 34, 3543 ÖeiftHci^er, lat 

clericus. 
clocher 650 ^in!en, lat. claudicare. 

Sgl. Scheler, Li Bastars de 

Buillon: Notes 3052 u. nf). 

cloche-pied. 
cloficher 603 feftnageln, freudigen. 

(3m Tobias 302 clofiz: fiz.) 
clore 1665 verbergen. 
Clous 2173 9?agel. 
coane 1677 2Rift, «Sd^marte, nfj. 

couenne. 
coart 1731 feig ((Bpitf^eton beä 

§ofen). 
coc 237 ^a^n. 
cocadrille 1647 üroJobtl. SJgl. 

Godefroy, Cocatris. 
cocher 1324 fic^ nieber legen, nfj. 

coucher. 
coe 152, 1935 ©d^meif, ©d^monj. 
cointe 908 artig, fd^lau. 
cointise 933, 1131 9lrtig!eit, 

©d^lau^eit, Sift. 
col 3958 $alS. 
coloevre 2740, 2745 ^^latter, nfj. 

couleuvre. 
colom 3106 Saube; in ben Joies 

N. D. 794 columbele, 983 

columbe. 
colomber 2904 ^aubenfd^lag, 

S^aubenl^aud. 
color 2577 garbe. 
colorer 2036 färben, 
colp 1661 @djlag pl. cols. 
colper 1486, 1860 f dalagen , ah* 

ft^neiben, genitaires: faftriren. 
com, come 205 wie = coment? 
comander 865 befel^len. 
comandement 2448 (^ebot. 
combatanz 1370 fampfluftig. 
combatre 1383 reft. fämpfen, 

^ampf aufnehmen, 
comben 65, 3940 mie x)iel, mie 

lange, 
comen^aille 5 2lnfana; bei Jean 

de Joumi comencnalle. 95gl. 

Godefroy. 
comencer 1 beginnen, 
commoveir 554 bemegen. 



— 412 — 



comparer 2451 oergCeid^en. 
compaignon, c. obl. von compainz 

2654 ©efä^tte. 
compidgiiie 872 (SefeUfd^aft, (3e^ 

meinfd^aft. 
compasser 63 audmeffen, errid^ten. 
complie 1876 Slbenbjeit bi^ mtiex» 

naAi, proo. completa. Sgl. 

Godefroy. 
comun 29S3 gemeinfant. 
comimement 2932 gemeinfant. 
conceivre, conceveir 1719, 8223 

empfangen, träd^tig werben; 

erfinnen. 
Concorde 28, 4057 ©intrad^i 
concorder 286 in @in!Iang bringen, 
conduire 430 lenJen. 
confes 3843 bußfertig. $gl. 

Tobler, Vrai Aniel 329. 
confesse 3976 8u^e, ^eid^te. 
confession 3840 ^eid^te, 8e« 

!enntni^. 
confondre 3436 verwirren, oer«= 

berben, »emid^ten. 
confort 1898 2;roft. «gl. 1724. 
conforter 466 tröften, ftärlen. 
conoistre 44, 646 fennen. 
conquerre 2487, 4112 erobern, 

abgewinnen, erwerben, 
conquest 1548 Gewinn, Seute. 
conrei 1940 Slugrüftung ; prendre 

c. ftdj lümmem. 
conscience 3872 @ewiffen. 
conseil 3516 ^ai^, 9iat^geber. 
conseiller 4132 ratzen (Sonj. 3. 

^erf. conseit: seit: Tobias 



consonancie 33 ©(eidjlout, @(cid^* 

!rang, gleid^flingenbe Sleime, 

tat consonantia. 
conte 564 (Sr^ä^Iung. 
conter 1965 erjö^Ien. 
contenir 780 refl. ftd^ befinben. 
continence 1556 ©ntl^altfamteit. 
contraire 1793 ©egent^eir. 
convers 154, 1899 Slufcntl^ort, 

<Sc^Iupfwin{e(, $öl^Ie. 
converser 2918 wol^ncn. SJgl. 

Godefroy. 



convertir 130, 1896 (refl.) fidj be«« 

!e^ren. 
convi 1042 ©aftmoljl. 
corape 3576, 3440 @efmnung, 

$era. 
corailles 1702 O^ebärme, (^nge» 

weibe. 
corios lOaS, 2441 bebad^t, he* 

forgt, eifrig, 
cor, com 1441 ßorn = come 

1431. 
comer 1443 pofaunen, mit bem 

$orne bCafen, buten. 
comu 1662 edig, jatfig, tot. cor- 

nutus, proo. comut ^qU 

Tobler in @öttinger 9ln*eigen 

1877 p. 1612. Cah. benft m 

214 an ^ornftein ober silex? 
corocer 230 erjürnen. 
coroz 551 3ont, de fin c. im 

l^öd^ften gorn. 
coroner 122 frönen, 
corporu 403 ftart, wol^lbeleibt. 
corre 28, 2502 laufen, fahren, 

nf$. courir; 1093 c. sore über* 

fallen, 
cors 1195, 3316 Körper, 2eih; 

Stengel, 
cort 24 $of. 
corteis 460 i^öfifc^, ^öflic^, artig, 

pttfam, l^übfc^. 
corteisie 3569 @ittfam!eit, ^n* 

ftanb. 
cospel 203 (Span, §obeIfpan, 

Sd^eit; mlat. coispellus. Fr. 

Michel, Chronique des ducs 

de Normandie, Glossaire f^at 

coispel. $gl. nfj. copeao. 

Godefroy f^ai nur copeis. 2Jgl. 

Du Gange, Coipellus. 
coste 557 Seite, 
costume 2902 @ewol^nl^it. 
cotidien 1991 täglid^. 
coveiter 2320, 3580 gierig ftreben 

nac^ etw. 
coveitise 2472 @icr, 93cgierbe. 
coyeitos 4073 begierig, 
covenable 3180 paffenb, brauii^bar. 



— 413 



covenant 3728 Uebercinfommcn, 

S5erfprc(§cn. 
covenir 1064 (impers.) paffen, ftdj 

gcl^örcn, muffen. 
Cover 2857 brüten, ausbrüten, nf j. 

couver. 
covrir 152, 884, 1299 bebetfcn; 

l^ibbem. 
creable 1625: ftel^e noncreable. 
creance 1917 &lauhe. 
Creator 584 ©djöpfer , t)on creer 

fd^affen 787. 
creature 588 ©ef^dpf. 
cremre, creindre 2457 fürd^ten. 
creire 129, 941 glauben, 
creme 15^ S^^^^ 
creste 2229, 2260 Äamm, $aube, 

Schopf; aiürfgratftüdP, Ärone, 

lat. crista. 
crestien 710 cbriftlicb; ©l^rift. 
creistre 205, 8211, 8564 meieren, 

vergrößern; 59 wad^fen. 
creissant 1961 3Ronbfld^eI, ju* 

ne^ttienber 2Ronb. 
crever 2580 planen, betften. 
cri 2869, 8811 Sfluf, @djrei, 

Äräd^jen. 
crier 1875, 2365, 8310 fd^reien, 

rufen, brüllen, 
crier 787 fc^offen = creer. 
cristal 3856 Är^ftatt. 
croes 2749 ^öl^le, Sod^, nfj. creux. 
croiz 121 ^rem. 
croller 1137 fd^ütteln, wadfeln, 

pro», crollar, it. croÜare. S5gl. 

Godefroy, Croler. 
crucifier 2698 Jreujigen. 
cruel 589 groufam. 
cuillir 758 pflüdtcn, fammcin. 
culvert 1154, 1829 fpi|bübifd^, 

gottlos, lat. culum vertens = 

feig. Cahier 11 200: Si ce 

mot vient du latin coluber 

(fraus serpentinaX Colbert au- 

rait fort bien traduit son nom 

6n choisissant pour armes par- 

lantes mi serpent (couleuvre). 
eure 545 (Sorge, 
eurer 8986 l^etlen. 



curs 1276 Sauf. 

custer 986 f oftcn, ju ftel^en f ommcn. 

cutee 1655 ©Qe, nf$. cd^eou. 

D. 

daerein, derein 8550 (e^te. 
daigner 8602 gerul^en. 
damage 1646 Sd^aben. 
dame 2718 §errin, 3fr au. 
danger 8666 9eben!en, ^et* 

aögerung, nfj. ^efaljr. 
damne 52 Berr. 
dameisele 1401, 1409 SRöbc^en, 

gröulcin. 
danter 1847 jftl^men. 
danz 96 $err. 
debonaire 2110 gut geartet = de 

bon aire. 
debot 630 ftel^e bot. 
deceveir 953 täufd^en. 
decevable 3877 trügerifd^. 
decurs 1968 ^bnel^men. 
decreis 3682 Slbnal^mc: li jor 

toma en d. ber 2Jag begann 

fid^ SU neigen, 
dedenz 1327 innerl^alb. 
deduit 1397 Äuraweil, 3citt)ertreib, 
deduire 1980, 8220 ftdj beluftigen. 

Suft, Sagboergnügen. 
defense 300 3Be^r, ^ertl^eibigung. 
defendre 1125 t)ert^eibigen,f d^ü^en, 

©erroel^ren. 
defens 3241 «erbot 
definaille 4188 ©c^Iuf;, ®nbe- 
definer 1 enbigen. 
defoler 2756 tobten, ocmid^ten. 
degaster 1168 oertDÜften. 
deite 191 ©ott^eit. 
dei 2172 ginger. 
deigner 3602 bie @cn)ogenl^eit 

^aben. 
delai 2284 Sluffd^ub. 
delge 264 jart, fd^Ian!. 
delice 1614 Suft = deliz: Joies 

N. I). 184. 
delitable 1227 lieblic^, föftlid^. 
delit 818 Suft. 
deliter 817 refl. fid^ erfreuen. 



414 



delitos 1888 f^ttvliä, tceffM. 

(delicios in Joies N. D. 177.) 
delivrement 3694 fc^nell, fo^Ieii 
deliz 1111, 2817 @rgö<}en, ®em 
dels 554 <== doels. 
deluge 62, 3752 @ünbflut^. 
demalaire 1794 fd^led^t geartet, 
demander 3786 fraaen. 
demener 8414, 4106 fällten, 
dementers 3559 injtDifc^en. 
demaneis 3681 foctleid^. 
demorance 2284 äSeraug. 
demore 3582 äCufentl^alt 
demorer 3646 zögern, 
demostrer 3115 seigen, bezeugen, 
dener 3799 Xenav, ©ilberling. 
denree 3638 äBerti^. Sgl. Da 

Gange, Denariata« 
denz iSdl 3a^n. 
departir 775, 2597, 2519, 3592 

t^cifen, mittl^eilen, trennen, 
depecer 8845 »erftüdeln, jerrei^en. 
deputaire 1815 fc^lec^t geartet. 

3Jgl. Godefroy, Aire. 
derener 3706 lefete. 
derere 1941, 1984 leinten, 
derivee 3252 ^ana(, Strom, 
derompre 1700 jerbredjen, jer* 

reiben, 
descendre 1835 j^erabfteigen. 
desciple 2169 jünger, 
desconfire 3584 oerblüffen, a«ä 

ber gaffung bringen, »emidjten. 
descovert 1841, 1325 en d. offen, 
descretion 861 Urtj^eil, 31^enf(^en« 

verftanb, Sled^tlic^feit. 
desdaiener 8601 oerad^ten. 92fs. 

d^daigner. 
deserdre 835 loSma^en. 
desert 51 äBüftenet, @infam!eit, 

©inöbe. 
desertine 587 (Sinöbe. 
des&ire 576, 812 jerftören, auf« 

löfen, junidbte mad^en. 
desheriter 3032 enterben = de- 

seriter. 
deshonorer 856 befdjimpfen, oer* 

unel^rcn. 



desirer 184 n)ünf($en. 
desirer 2704 @e]^nfud^t. 
desleals 4061 unreblid^, treutod. 
desoz 887, 1672 unter, unten, 
despendre 3801 oerti^eUen. 
despenser 3702 ^auiSoerroaltcr 

$audt>ater. 
de8perer464 ©eraroeifeln, aufgeben, 
despire 575, 1641 x)era(iS[ten. 
desque 1165 hi^ = desique. 
desrei 90, 1416 Unorbentlic^feit, 

Äampf, Sßiberftanb. 
desrober 8886 berauben, 
destinee 3919 ©efd&irf, SÄi^gefd^irf. 
destorber 2109, 2835 oer^inbern; 

fubft. Störung, Unheil, 
destre 1031 SHec^te. 
destreindre 3344 verleben, }er« 

brücfen, lat. destringere. 
destresce 2482 97ot§, Ung(ü(!. 
destreit 1500 (Snae, SRotiJ. 
destniire 1725 aerftören, oernidjten. 
desus 666 über, 
desvoluper 2519 ftd^ loiSmad^en. 
Dens, Deu 37 ®oti 
deus 533 ^mei. 
devaler 8775 ^inabge^n. 
devant 1408, 1412 nad^ Wolter, 

3uben!nabe p. 128 = ©djürje; 

beffer: ©djof; biefe öebeutung 

fd^on bei Philipp von Thaon 

unb in ben Joies N. D. 47. 

Godefroy ^at ungenau: »partie 

ant^rieure du corps, poitrine«. 
deveer 1579 »erbieten, 
deveir 1585, 3222, 3586 bürfen, 

foUen, f d^ulben, (öfter ald Um« 

fc^reibung beä nfj. fiit ober 

condit) 
deyenir 595 merben; 4012 ^erab» 

fommen. 
devers 986 gegen, 
deviner 1596, 3778 errat^en, 

proübejeien. 
devise 44, 8508 Unterfd^ieb; Sljeil; 

SBunfd^. 
deviser 948 tl^eilen. 
devoltrer 1694 (se) fid^ wäljen, 

nfj. se vautrer. SBgl. unten 



— 415 — 



voltrer unb Godefroy, De- 

volter. 
devotement 1251 fromm, eroeben. 
dis 2188 Sag (felbftftänbiged SBort). 
diable 1696, 4101 Teufel; Un^oO) 

(baä aOBort ift l^ier breiftibig). 
diamaDt 8841 2)iamant. 
dignete 1423 Sßürbe. 
digne 2647 mütbig, loettl^. 
dipsas 2568 ^urftfc^Ianae, lat 

coluber dipsas, nfj. oipsade, 

dipsas, dipse. 9(u(^ nac^ Aelian 

6, 51 ift bie dipsas üeinet alS 

bie $i^er, aber gefä^rUd^er; 

bic oon ibr ©cbiffencn f>e^ 

fommen entfe^Iid^en ^utft unb 

trin!cn, bi§ ftc p(a|cn. 9?acl^ 

Godefroy ift dipse, dise eine 

2lrt fleine ©anlange. 
dire 1058 fogen. 
discipline 2726 Seigre, ©träfe, 
discipliner 2285 in Qu^t f^altm, 

jüdjtigen. 
dit 1448, 2101 äBort, 9iebe, 9(ud« 

fpruc^, ©prucb. 
divers 2241 oerf c^teben ; 2247 2(b». 
diverser (se) 846 abroed^feln. 
diversete 8115 ^erfd^iebenl^eit. 
divinite 80 ®otteägeIa§rt^eit, 

^l^eologie. 
divise 44 ^^eilung, ®renae, Unter« 

fc^ieb == devise. 
division 8585 abti^eilung , 2lb* 

ftufung. 
doble 1629 boppelt, fcbwanfenb. 
doels 554 ©d^merj, 2exo, Äummcr. 
dolgor 8480 2Wi(be. 
doleir 21 (se) f d^merjen, fid^ ärgern, 
dolent 506, 2282 heivübt 
doler 8185 abl^obeln, befd^neiben, 

pg. im Renclus de Moliens. 
doleros 2711 trourig. 
dolz, dolce 2617 milb, gelinb. 
domination 1455 ^errf d^aft, oierte 

Drbnung ber @ngel. 
donc 8414 beöbalb, bann, ba = 

donques 113. 
dormir 1691 fc^Iafen. 
don 2090 @efd^en!. 



doner 919 geben. 

dos 2260 Mdtn, mdMoL 

dotance 2418 ^rd^t, Bnieifel. 

doter 1124 ^nietfeln. 

doze 1869 aroölf. 

dragon 2141 ^rad^e. 

dras 821 Stoff, JSleib. (^iminutio 
drapelez! Magdal. 587). 

dreit 187 rec^t. 

dreiture 18 Sfled&t, ©eredjtigfett. 

drescer 1275, 2512, 1441, 518 
(baä ©egeO auffegen; en la 
croiz an bad Kreu$ Rängen; 
(fein 3luge) rid^ten. 

dromonz 406 fc^neUfal^renbed 
©c^iff. S5g(. Sl.©(^u^,2)a8 
IJö^fc^e 2ehen jur 3cit ber 
2Äinnefänger. II 275. 

(druz) dnie 989, 2702 ®efäljrttn, 
©eliebte. 

druz 258 bid^t, gebrängt, nf). dru. 

dui 2656 amei. 

dur 8891 §art. 

durement 1479 fe§r. 

durer 101, 1566 bauem. 

duresce 501 SerftodCtl^cit. 

E. 

e 1 unb. 

eage 74, 8880 3eit, Seben^aeit, 

3llter. 
ebreu 2598 ^ebräifd^. 
^ 8307 Sllter. 3)ieferbe gorm 

hei Fantosme, Marie de France, 

Benoit unb im Brandan. 
eglise 129 ^ird^e. 
egre 1381 heftig, Mftig. 
egresce 1451 Sitterfeit, ©roU. 
eir 61 @rbe. 
eire 8474 2Beg, Sleife. 
eise 1887: fte$e aise 
eisil 8088 ©fftg. «gL Godefroy, 

Aisil. 
eissil 1844 SJerberben, Untergang, 

lat. exilium. 
eissilier 57, 8242 oerbannen, oer* 

treiben. 



416 — 



eissir 3756 audgel^n: toie im 

Brandan ^eigt ftd^ in ben 

ftamm^etonten' {formen 1, in 

ben auf ber C^bung betonten ei. 
el, ele 106 fie. 
eis 558 betonte« ^ron. ber III. 

?erf. ^ruralig. 
ele 404 ^lügel. 
eloquence 3557 9erebfam!eit. 

em 461 P, man. (Joies N. D. 

142 Fun: fa^un; a(fo Tom 

9lcbcnform.) 
embevrer 1785 trdn!cn. 
embler 1308 fte^len, edcomotiren. 
embrasement 2854 9ranb, freuet«« 

glutb. 
empeindre 2542 ftojen, l^eftig 

f dalagen, lat impingere, pvor>. 

empenher. 3)ad @ubft. lautet 

nac^ Tobler in Gröber's 3eit* 

fdjrift V p. 207 empeinte. 

@4on Cotgraye !ennt Em- 

paindre. 
empeirer 198 fc^äbigen. 
empire 1916 9^ei(^. 
empleier 3464 gebrauchen, an« 

wenben. 
empHr 2748 anfütten. (Joies N. 

D. 729 emplom). 
emposer 40 oerleil^en, juertl^eilcn. 
en 1007 SCboerb unb ^räpofttion. 
en 2213 T, man = Tem. 
enchalcer 311, 1484 oerfolgen, 

nac^fe^en, oon lat. calx. 
enchantement 2561 Qauberei, öe* 

Säuberung, 
enchanteor 2457 oon enchanterres 

Sauberer , öef djroörcr. ^m 

Slltertljum galten bie HRarfer 

alä ©c^langcnbcfd^roörcr, beren 

Göttin Anguitia |ie^. 
enchanter 1072 einfingen, bc- 

gaubcm. 
encherir 498 lieben, 
encliner (se) 784 fic^ niebcrbeugen, 

oemcigen. 
enclore 1665, 1092 cinf daliegen, 

oerbergen. 



encombrer 315 in ^erlegenl^eit 

bringen, 
encontre 2556 gegen, 
endeble 2748 geft^n)äd^t. 
endormir 1088 einfd^läfern, refl. 

einfdjlafen. 
endreit IBÖODrt. 
enemi 4101 f^inb. 
enfiemce 3819 ^inbl^eit. 
enfant, oon enfes 2384, 3617 ^inb, 

Sunged. (^iminutio en£emtet 

unb en&ncon in Magdal. 562, 

591.) 
enfknter 2420, 8194 gebären, 

3unge werfen, 
enfeimete 469 ^ranf^eit. 
enfer 2759 ^öUe. 
enfemal 456 l^bUifc^. 
enfin 2528 fc^lieglid^. 
enfoir 2609, 3560 (Tobias 1000) 

»ergraben, 
enfder 2609 oerfdbarren, = oer* 

graben nh. enfouir. 
enfondrer 1268, 1290 oerflnfen, 

ju @runbe ge|n. 
engendrer 578, 8207 jeugen, 3unge 

jeugen. 
engendrgore 2632 9rut. 
engeter 75 i^eraudfül^ren, l^erauä« 

bringen, 
engigner 394 täufd^en, Überliften. 

La Fontaine, Fable XI, ftält 

bieö SSöort wie cuider für trop 

vieux. 
engin 976, 3878 ©rfinbung, Sifl, 

^rug. 
engraigner 365 road^fen, größer 

werben, 
engreisser 1742 (se) fid^ möften. 
engres 88, 974 ^i^ia, IJeftig, 

leibenfdjaftlid^. CaJoier über« 

fe^t en gr^s = ä Famiable? 

Hippeau mit triste, engl. 

angry. (!) 
engroigner 3348 jcrbrötfeln, nfj. 

engrainer. Littrö füljrt ju 

Engrener ein 35eifpiel be« 18. 

3l^b. an. Godefroy fennt biefc 

Öebeutung unb gorm nic^t. 



— 417 



enhaler 3685 etnl^üllen^ oerfenfen. 

^ad^ Godefroy wäre enolier, 

giliuilier foDtel atö bie (e^te 

Dlung %ehen. $gL Da Gange, 

Inoleare. 
emornant 1876 ätnbrud^ bed 2:a§eg. 
enlacer 304, 1395 umf (Illingen, 

feffcln. 
enlesser 4034 unterlaffen. 
enluminer 639 erleud^ten. 
enmi 1559 inmitten, 
ennui 1543 Schaben, ^erbtug. 
enquerre 2774 bitten, fragen, 
enquisant 4066 anflogen. %X. 

Godefroy, Acuisant 
enseignement 507 Untenoeifungr 

Se^re. 
enseigner 1247 leieren, be^eid^nen. 
enseler 982 fatteln. 
ensement 159 ebenfaUS. 
enserrer 272 umfdjlingen, ein« 

fc&Ue^enr fangen, 
ensi 518 ebenfo, a(fo. 
ensus 1371 de l^inmeg. 
entailler 3351 ein!erben, fd^neiben. 
entendable 1967 oerftänbig. 
entendement3092®rflärung, Slud« 

fegung. 
entendre 564, 3746 oerftei^n, J^ören. 
entente 1458 3lufmer!famleit. 
ententivement 273 (2lbt).) auf* 

merffam. 
enterrer 3590, 2886 vergraben, 

begraben, 
entor 1741 ^erum, um§cr. 
entracompaigner 2903 (se) fid^ 

gegenfeitia btakiUn. 
entrailles 1701 ^ngemeibe. 
entre 180 jroifdjen, unter, 
entredire 18 mit bem Qnterbict 

belegen, 
entredit 16 Sntc'^Wct. 
entree 928, 2749 Eintritt, @in« 

gang, 
entrehaär 1689 (se) fid^ gegenfettig 

^ffen. 
entremettre 704, 1187 (se) fid^ 

Wimmern, fi4 bemühen, »er* 

fud^en. 

Beinsch. Le Bestiaire. 



entreprendre 341 fangen, 
entrer 1041 eintreten, gelangen, 
enveillir 650 alt werben, 
enveier 2178 fdjidfen; bie britte 

^erfonfiit enveiera: Tobias 815. 
enveiser 260, 3220 (se) fpielen, 

ftd^ iDergnügen. 
envemmer 2837 oergiften. 
envers 505 gegen, 
envers 1505, 2290 ftradfiS. 
enverser 1141 $a(g über ^opf 

]^inftür9en,9ur^i;baum f d^ie^en, 

burjeln. 9Cu(| bei Gervaise. 

S5gl. Godefroy. 
envie 3416 S«eib. 
envios 3064 neibifdj. 
environ 2846 ringsum, 
envoltrer 1141 (se) fic^ mälzen. 

Sel^lt bei Godefroy. 
envoluper 262, 3615 oermidPeln. 
enz 1167 l^inein, laenz •= l^ans. 
equinocte 1879 %aq^ unb !RadJt* 

gleiche, Aequinoctium, nf^. 

equinoxe. 
er 3881 geftem = nfj. hier, 
erbe 989 = herbe, 
erbeie 1854 SBiefe. 
errant 1748 SBanberer. 
errant 3008 fogleidj. 
errer 350 manbem. 
error 2073 Srrt^um. 
esbaneier 1980 fid^ ergoßen, be« 

luftigen, 
esbo^ler 1892 ben 9auc^ auf« 

fd^ti^en, entwetben. 
eschalfer 833 märmen. 
eschange 690 Sertaufd^ung. 
eschaper 1485 entmifc^en. 
eschar 1209 ^pott, ^ofyx. 
eschamir 2184 iDerfpotten, l^ö^nen. 
escherde 2260: (lie» creste.) 

Bdftxppe (bei Philipp von 

Thaon 1486 echede.) Sgl. 

Godefroy, Escharde. 
eschif 550 fd^eu, verjagt. 9^|. 

esquif. 
esclair 696 ©ranj, nf). Eclair, 
esdore 548 audbrüten. 9^ ^dore. 
27 



— 418 — 



escopir 196, 600 gciftelii. 

escorce 3904 »iitbe, 9aft, Sorte, 
nfa. 4corce. 

escom 1163, 1169 aM^ütteln. 

egcoter 2792 ^öreit, agiu ascoter: 
Joies N. D. 80. 

escrin 980 @(^rein, @(^ran!. 9{fd. 
toin. 

escripture 942 Schrift, Bibel 

escrire, escriTre 7, 2708 fc^reibem 

escrit 1208, c. obl. oon esaiz. 

escriyein 815 Sdbriftgele^rtet. 

escriz 2415 ed^nft 

escroissement 235 @e!Iapper, Qk^ 
raffcl. »ci Crapelet, Proverbes 
p. 21 finbet ftc^ escrois de ton- 
neire; ptov. croissir fnirfc^en. 

escu 4086 @4Ub, lat scatum, 
nfj. feu 

esculorable 1695 fc^lüpftig. ^a§ 
gSBort übcrfc^t: quo possit 
facilius illabi in faaces crocodili 
^ad) C. Hoffinann, 7>ai ^vmU 
öltefte ^loffat sub lubricare 
ift lubricus = escoulouriable. 
«gl. W. Förster ju Adgar's 
Segenben 191, 190 u. Godefroy, 
Escolorgeable. Gervaise ge« 
brandet ba§ Serb escalorgier. 
9ei uhassant, Yocabulaire p. 
22 ftei^t discolor = descoulo- 
rable. 

esforcer (se) 269 fid^ anftrengen. 

esgarder 733, 2690, 2693 anfe^en, 
auäfd^auen nac^, barauf ad^ten. 

esgarrez 2497 unentf (Rieben; 3637 
irregeleitet. 

esgart 732 Slict. 

esgrater 967 auäfc^arren. Sftfa. 
gratter, ^atigner. 

eshalcer 1445 erl^öl^en. 

esleisser 1494 (se) rennen, eilig 
laufen. Cahier falfdj = se 
pr6cipiter, s'^lancer. 

esliz 2416 ^udermäl^Uer. 

esloigner 3973 entfernen. 



e^oir 2124 (se) ft(^ freuen. SgL 

nf j. r^iouir. 
esmer 153 audfpüren. 
eamoTeir (se) 3013 ftexau^d^n, 
espace 3961 3^traum, 3^t 
espandre 1139, 2749 ausbreiten, 

©ergieß, auäfpritcm • 
espamer 3915 oerfd^onen. 
espee 274 Schwert, nf^. epee. 
espei 148, 234 @pie(, f^ngeifen. 

Godefroy: Espiet. 
espeir 1507 Hoffnung = esperance 

4116. 
esperer 1502 auf etmad l^offen, 

feine i&offnung fe|cn. 
esperit, esperite 3826 ^ft. 
esperitable 1228 ^immlifc^. 
espes 258, 990 bidt, nfs- 

^pais. 
espi 839 S^re, nfj. epi, non 

spicum ober spicos. 
espices 749 ©ewüra, ©pejerei. 
espier 1396, 1413 auflauern, er« 

fpö^en, fangen, 
espine 122 3)om. 
espiner (se) 1128 ftd^ ftad^eln. 
espine 1120 ftad^elig. 
espirer 3265 beieben, enoedten; 

bagegen espirer in Magdal. 

289 ba§ 2eben ouSIJauc^en = 

lat. expirare. 
espirital 4128 geiftig == espiritel 

1554, 1203. 
espleiter 3483 audrid^ten. 
espondre 3803 audeinanberfe^en. 
espos 2685 @atte, nf). ^poux. 
espose 2685 ©attin. 
esprendre 366, 368 entjünben, 

refl. 2904 entbrennen, 
esprover 3372 erproben, 
esracer 831 ausrupfen, ^eraud« 

reiben, eig. entwurzeln, bei 

Marie : esrachier. Plautos : 

exradicare. 
essamplaire 3447 ^orbilb, äRufter. 
essample 1568 J3eifpiel, Seigre. 



*) God«fro7 tieft mit Hippe»«: tscrousemenz. 



— 419 — 



essart 2910 au^gerobeier S03a(b' 
hohen, tat exsaritunL Diez, 
@t Sß. essart =:= ©etcute. 33ci 
Chassant, Vocabulaire p/ 37 
unb E. Stengel, 3)ic ^xoei 
älteften ptov, &xammatxten p. 
43 ift baS äßott mit lat noTale 
überfe|t 

estable 1626 beftänbig. 

estal 3686 @tufe, 3(uf enthalt, 
SteUuna: nad^ bem @(offar ju 
Gilles afe Chin = place, de- 
meore, nad^ Godefroy = plate- 
forme. Hip. überfc^t estaus = 
pr^s des boutiques, engl, stall. 

estaloiil8553u4tl^engft, »efc^ftler, 
nf3. ^talon. ^iefe ^ebeutung 
fel^a bei Godefroy. Littr6 f^at 
ein S3eif|)icl auä bem Traitö 
d'agricultare. 

«stanc 1969 Seic^, 6umpf. 

€8tat 1874 3uftanb. 

estature 964 Statut. 

esteile 1276 ©eftirn. 

estendre 1279 ausbreiten (se) 1680, 
3334 ftd^ glätten ; fic^ erftrecfen. 

ester 3368 ftel^en. 

estez 1026 @ommer, nf^. ^te. 

estolz 1468 ftolj, übermüti^ig. 

estoper 2461 »erftopfen, nfj. 
^touper. 

estors 3183 Äampf, ©trcit, Äricgä* 
actümmel. 3JgI.Scheler, Bastars 

estoveir 864, 1976 (impers.) ge» 

jicmen, muffen; baä ^löt^ige. 
estrace 616 ^erfünft. SSgl. St 

Palaye unb Godefroy. 
estrange 649 fremb. 
estrangler 1718 erbroffeln, tobten, 
estre 517 fein, estre ben de in 

gutem @invernel^men bkibtru 
estre 3203 ^ufentl^alt. 
estreit 1503 eng, (nf^. ätroit) 

genau (2521). 
estriyer 687, 3571 UmpUn, e« 

aufnel^men mit. 



estros 2140: a e. (Cahier über« 

f e^t avec fracas) o^ne Umftänbe, 

auf ber @tctte. 
estruit 4082 auSgerüftet, t)erfel^n, 

lat exstnictus. 
estui 912 $el^ältni^,m(at.estugium, 

nf}. 6tui. 
esturgon 2252 @tör. 
esveiller 3989 n)a(l^en. 
evangile, evangire 3561 ©oange« 

lium. 
evesques 3815 ^ifAof. 
ewe 253, 607 SBaffer, ©ewäffer. 



fabler, 1307 fobuliren, erjäl^Ien. 
face 508, 1649 ©efidjt. 
fagon 1054 ^orm, ©eftalt. 
faconde 3565 «crebfamfeit. 
faillance 3449 ^erfel^n. 
faillir 3393 fehlen, unterlaffen. 
faim, feim 1885 junger, 
faire 93, 3002 tl^un, mad^en, laffen, 

(Sdjatten) werfen, 
faiture 963 ^eftalt. 
falceor2499@djnitter,x)on lat.falx. 
fals 4062 falfc^. 
fameillos 1189, 1262 l^ungrig. 
fart 1841 »erfteUung, Xrug. »gl. 

nfa- fard @djmin!e. 
fealte 3499 Streue, 
feble 2312 fd^wac^. 
feblesce 8833 6d^mad^l^eit. 
feeil 567, 1765 treu, aufrichtig, 
fei 4116 ©laube, 2:reue. 
feindre (se) 244, 1348 vemad^« 

(affigen, fid^ ftettcn, läfflg fein. 

Hippeau überfe^t se mint =* 

se iatigue (I). 
feinz 1625, 3398 na<l^(äfftg, träge, 
feiterement 1332: si f. alfo, in 

folc^er SBeife. 
feiz 677 2Ral {M Marie de Fr. 

feiee, üee), 
fei 2901 ^Ue =- fiel, 
felon 384 c. obl. von fels bodl^aft. 
felonesse 2563 Serrät^erin. »gl. 

Phil, de Mousket 19159. 
27* 



— 420 — 



felonessement 1388 graufattir 

ȟtl^enbr Mftig. 
felonie 1936 »od^eitr (Sc^utlerei, 

«errat^. 
fels 974 f^urfif (^, frcolerift^, nfj. 

f^lon. 
femme 1057 ^rau. 
femele 162,3190 it)ei5ri($,2Betb<Jcn. 
fendre 987, 1887 Spalten, t^cilcn. 
fenis 789 ^J^dm;. 92ad^ bem 

Briefe bed $neftetd gol^anned 

ift baä greifdj bc« ^^önij ba« 

bcfte ber 9Bclt jum @ffcn. 
fens 3258 (s ftamm^aft) @(l^lamm, 

JDrcd, HRift, ;>roo. fems. Ms. 

Harl. 219 fiens = tot fimus. 

S5gl. Diez, Foin; Godefroy, 

Fien. 
fer 3352 @ifctt. 
fer, fere 189 »tlb, ftola, W^n. 
ferir 273, 581 fdjlagctt. SJgr. 

nfj. Sans coup fönr; impers 

2121 = aferir; jutrcffcn, 

gaffen, 
fem 1626 fcft. 
fermer 927 ücrfc^lic^cn. 
fes 2219 £aft, mthe, nf}. £ux. 
fesselet 759 $ünbel. Sgl. Godefroy, 

Faisselet 
feu 2857, 8937 gcuer (lat focus.) 
feu 2480 ((ai. feudum) fielen, nfj. 

fief. Hippeau rid^ttg »= fief. 
ficher 2272, 1148 bcfcfiificn, ein- 
rammen, 
figure 952, 1882@efta(t, @innbirb. 
figur^ 781 geftaltet, audgebilbet, 

figurer 628, 1058 ocrfwnbirbadjcn, 

geftalten. 
fille 2124 Xod^ter. 
fin 4014 @nbe. 
fin 2, 1998 fein, lautet, tein, wH* 

fommen, DoSfiänbig. 
finement 790 julett. 
finement 283, 2796 2981, @nbe, 

SBertenbe. 
finer 8580 enbigen (Magdal. 405 

flerben). 



fimr 2838 ($af[.) enbigeti, ftetben. 

(Tobias 557 fenir ses jorz.) 
fiz 840, 2893 (So^n, ^uiiged. 
fiz 8071 fielet, über^eunt 
flambe 875 flamme. ^qU Fanlde 

in Gröberes 3f c^t. IV p. 560. 
flatir 8064 }u »oben fallen. Sgl. 

Scheler, Bastars 8019. 
flechir 8399 ft(( beugen, ftd^ unter« 

werfen, 
flor (weibl.) 778 «lume. 
florir 129 blül^en. 
floz, flot 2541 glutl^, 3Reerc8ffttt^. 
fluive 251 $Iu|. 
foer 2518, 3863 a aul f. !einei^ 

foille 2662 »latt, nfa- feuille. 
foillu (Hs. foilli ift unmöglich) 2966 

belaubt, 
foir 3668 graben, 
fol 3871 SC^or, ^avx. 
folc 2782 (= ahd. ags.) beerbe. 

@d^on im Äeobegar unb ben 

Sfteid^enauer ©(offen. ^qU 

Scheler, OUa Patella p. 84. 
foler 1999 t§öri(bt l^anbeln. Sgl. 

Joies N. D. 198. 
folie 2414 ^^or^eit. 
fontaine 660 Duette (ber ffiüm: 

pleine f($on im Brandan). 
fonjB 455 Slbgrunb. 
foon 163 Sungeö, Äalb. «ei 
Philipp feun, M Marie fonn. 

92fa. faon. 
fooner 162 Sunge werfen, toiben. 
forcft 232. 1088 ©eroalt, Äraft 
forme 3368 ©eftalt. 
formez 782, 884 auiSgebilbet, auS« 

geroacbfen. 
forment 21 («b».) l^eftig, fe^r. 
formicaleon 101 1 ^meif enldroe. 

Godefroy füi^rt nur ba« Sei« 

fpiel Philipp*s von Thaon an. 
formiz 961 (masc.) Hmeife, nfj. 

la fourmi. 
fomicacion 1214 ^urerei. 
fors 292 auBer, 2048 ^inaud, 

559 ^erauS. 
forsclore 3997 auÄfc^lieJen. 



— 421 -- 



fort IdS, 1029 ftetf, ftreng, fd^wer. 

fortane 8566 müd.. 

fosse 1591, 2745 @ruK ^öi^Ie. 

£»indre 105, 1472, 3348 ^etbred^n, 
verleben. 

traue 3602 freinttttl^id. 

franceis 1568, 2974 fronjiöftfdj. 
äOie Wace, Philipp von Thaon 
unb ber Ue5erfe|in: beiS ^ud^ed 
ber Könige nennt ber Xid^tet 
feine @f>ta(l^ franceis. 

franchise 2026 e^teimuti^. 

frtute 3901 m\%e, »refc^e. 

friiiter 1156 @in5red^r, ^ieb. 
Godefroy, Fraiteur. 

frarin 1904 attn, eUnb. 

fredles 858 gebrecbUc^, nf^. frdle. 

freis 679, 836 ftifc^, nf). frais. 

freit 8850 ialt 

frere 69 8ruber. 

freseie 617 (= niticorace 615) 
^äudd^en, 9lacl^teule, ^lobten« 
oogel, iat nvcticorax 9la^U 
taoe. ^aA Menage, bem Lit&^ 
bied Beifplel bed Best ent« 
nimmt, lommt bad äBort von 
praesaga, meil bet $ogel 
XobedfäUe oerfünbigt. 3n G. 
Hofinann's ^loffat ift lat 
lucifuga = fresoie. 9tf}. 
fresaie ift @cl^(eier«®uIe(efiTai6) 
unb ^ieffinmzlht. Godefroy, 

fre8tei2803 f^Cdte, pfeife. GnUlaume 
Ü6erfe|t bad (von galoubet 
tDOf)l verf(l^id)ene) lat fistula. 
Ms. Harl. 219 f)at: fretele, 
tiphieset = fistula, flogot, 
flnhute «» parva fistola. 

fronce 1681 9lunsel, gälte. 

6ont 1377, 1681 @tirn. 

froter 259 reiben. 

fruit 8986 S^ud^t. 

fnir 872 f[ie^. 

fule 2299, 2782 !Dlenge. 

fümere 8918 9laii4. 



fiinnent 889 äßetjen, nf$. froment. 
fumeise 2484 ©d^mel^ofen, Ofen, 

fjeuerfd^lunb, oon lat fomax. 
fomir 1688 erfüQen, ausführen, 
fhstz 586, 511 $01), $ol§ftamm, 

(at. fiistis. 



gaaigner 8639 gewinnen, enoerben. 
gaaing 3587 detoinn, 3^nS. 
gabeis 3216 @pa^« Sc^er}. 
gaber 50 oerfpotten. 
gable 8583: mettre a g. auf 

3infen legen, 
gaignage 2942 bef&ted :8anb, ^cfer« 

felb, von gaaigner bebauen. 
gaignart4064 geminnfüd^ttg. $g(. 

Scheler, Bueres de Comm. 

3529- 
gaires 1124, 1859, nfa* naguäres. 
gaiteant 4069 l^interliftig , ^eim* 

tüdifd^. 
gaiter 1098 Dbad^t l^aben, be« 

TOOlJren. 9lfs. gnetter 
gaiant 2411, 8026 @d^u^. 
garantie 718 ȟrgfc^ft. 
garantir 2402 fd^üfen. 
gargon8945^urfd^e, ^ube, ^lauge« 

nic^td, @d^al!. 
gar(oner4067fd^a((l^aft, fc^elmifd^, 

leic^tftnnig. 
garde 1894, 859 ^d^t, Obad^t, 

@d^ut. 
garder 4110 f^üUrtf bewad^en. 
garir 839, 4114 feilen, retten, 
gamir 486 oerfotgen, oerfel^en. 
gas 8176 @)>af(, <5c^ers. 
geline 1309 S^mnt, <Sd^on nad^ 

ben Dial. St Greg. ed. Förster 

p. 40 ftte^a ber guc^d bie 

^ül^ner. 
gelosie 1862 (giferfud^t, nfj. 

Jalousie, 
gemme 8852 (Sbelftein. 



♦) «al. A. T. 
SanM^ut 1886. 



Edlinfttr, QNrflSrttng ber X^ternamen avA aSen Sprac^gebteten. 



— 422 — 



gendyes 1672 3<t^nff^f($f ^i^n* 
labe, (at. ffingiva, nf). gendve. 

generacion ^88 ©efd^lec^t 

genitaires 1481, 1860 ^oben, ®e* 
fd^lec^tdt^etler Genitalien, nfa. 
genitaires. 

genoillon 8295 a g. auf ben 
itnieen. 

gent 505 Seute, IQolf, Reiben, tat 
g^entes, biblif^ » les Gentils. 

gentil 8832 oomebm, ebel. 

germe 940 Jtudjtinoten, Äcim. 

germer 2621 leimen, ouSfc^ragcn, 
SBunel fd^Iagen. 

gerner 956 Speicher, 35orrat§S« 
fammer, nh, grenier. 

gesir 1201, 1888 reff, liegen, oer» 
Ratten. 

geter 2269 iverfen, audwerfen. 

gimel« giemel 69, 1624, lat. ge- 
mellus, prot). unb bei Marie 
de Fr. gerne! : fte^e jomel. 

glaive 828 @(i^oert. 

glette 1182 äRufc^el, (äCuiSwurf 
beS 9Keered). 9^ad^ Diez, dt 
SB. == „©ilbcrglätte*; berfelbc 
ftellt bem n^. galet had pron. 
galeta gegenüber «= ein vom 
Meere audgemorfener plattet 
unb glatter @tein. Sgl. Gode- 
froy, Glettus. Hip. überfe^t 

Eoorritore; pat glot «» ver 
lanc qui se trouve dans la 

▼lande gfttäe. 
gloire 8417 9%ul|m, Glorie, 
glorios 3422 ru^mreid^, glotreid^. 
glose 4150 ^rfl&rung. 
gloser 4159 auflegen, ertlären. 
glot 2326, 4078 gefräfiig, gierig, 

©d&lemmer. 
glotonie 1081 Gefr&^igfeit. 
goitron 1351 ^ropf, @c^lunb, 

äiac^en, nf). goitre. 
gopiz 1311, 1341, 1343 f^td^d, 

lat. vulpecula. ^ieS alte SBort 

muxhe aUmäl^lic^ burd^ ben @i« 

Renart n)urbe 3lppellatit). ®r« 
l^alten l^at ftd^ ber 9?omeGoupil. 



gote 2478 tropfen (9legatton)L 

govemer 1301 regieren. 

grace 1489 ©nabe. 

grandor 2265 Grö^e. 

grant 401 gro^. 

grantment 37^ reic^lid^, viel, itt 
SRenge. 

gras 32S, 1088 fett, biet 

graspeis 2254 ^ottftfA. 3nt 
M^agier de Paris U p. 20O 
n)irb craspois mit baieine sal^ 
er!lärt SDer <5pedE biente in 
ber ^ftenjett ber armen S3e»» 
oöl!eruna von $arid<tld @peife» 
S5gl. Godefroy, Craspois. 

gre 3957 SBiOe, »bfiAt. 

gref, greve 665, 4090 heftig,, 
fc^wer. 

greceis 1577 jried^ifcj. »gL nft. 
feu grögeois. 

grein 9^ xom. 

greu 2594 gried^ifd^. 

grever 2579 brüdPen. 

gros 1656 bidr. 

grundre, gnindir 3711 brummen,, 
murren, ftd^ bellagen, nf^. 
gronder. 

gne 1979 ^rt§, feierte eteOe^ 
nfa* Su^f lai vadum.. 

guerre 594 R^ift, ^rieg, üampf. 

guerreier 1170 bel&ntpfen. 

gueredon 845 Oelo^nung, Sobn,. 
mlat. widerdonum, nad^ Mahn 
ein ^ibribe^ ober 3n>ittenoort^ 
Pr. Gramm, p. 106. 

guerdoner 4141 belohnen. 

gaerpir 2714 oerlaffen. 

guisdie 1856 2i% ^niff, 8d^au>^ 
l^eit. Sgl. Guiscard. 

guise 169 »rt unb Sßeife. 

gole 1330, 2294 Heikle, SRaul, 
nfs- gueiüe. 

ga&ter 3031 toften, nfj. goüter. 
Gyu 80: fiel^e Jueu. 



ha 829 ^a, ei! 
habitade 3779 äBol^nung. 



— 428 - 



habitement 1644 älufentJ^aU. 

habiter 529 too^nen, ntften. 

haane 1689 $afi. 

hair 575, 1589 l^affcn. 

haire 8129 l^äreneiS ©etoanb. (@cl^on 

im graamcnt oon SSalcncienncg.) 
halcer 2085 et^öl^en. 
halt 1740, 1938 ^od^, f^eU, oornel^m. 
haltem8574 j^od^^tooaenb, braufenb. 
haltisme 3101 ^öd^fte. 
haraz 1850, 1855 @eftüt, Stuterei, 

oom tat haraGium, arab. faras 

f^ferb. fpan. alfaraz. 
hardi 140 fül^n. 
haster 1167 refl. ftd^ beeilen, 
heite 1962 fröJ^Iid^, l^eiter. 
henir 1003 wie^lern, »om Idt. 

hinnire, nf). hennir. 
herbe 3297 ^vaut = erbe, 
herberge 3888 Verberge, 
herberser 1771 bei^erbergen. 
herbu 3290 !räuterret(&. 
hericon 1116, 1129, 1158 S^el, 

@ta4elige(, lat hericius. Xodf 

^at bo« gran^öfifd^c eine ab' 

geleitete ^ovm alg ©runblagc. 
heritage 1592 ©rbtbeil. 
home, hom 3692 SRenfc^, Hl^ann. 

^al E. Schwan, ®rammatif 

§ 339, 2lnm. 3. 
honir 50 fd^änben, befc^impfen. 
honor 4051 @]^re. 
honoreement 2520 mit @^re, in 

e^tenooUer äBeife. 
honorer 2495 e^ren, 
höre 3581 @tunbe = ore, 
horette 3855 etünbd^en. 
borg 72 l^eraud. 
hui 2239 Jeute. $g(. jehui. 
huimais 2239 t)on f^tuit an, j[e^t, 

nod^. 
böge 3751 haften, ^rd^e, lat. 

hudca. 
homanite 197 , 1424 9Renf(^enge<» 

ftalt, ÜRenfd^lidbfeit. 
humein 3272 menfd^lid^. 
bmnilier 1408 bemüt§igen, ernie' 

brigen. 
humilite 1285 ^emut^ ^ umilite. 



hupe 821 Sßiebel^opf. ^ied ono« 
matopodtifc^e äBott l^at im 
Srtan)dftf4en bie Sejeidbnung 
für ben @d^opf ober bie $aube 
(^oUe) ber ^üigel abgegeben. 

hurtöure 3392 ©tofe (celt.) 

hyaine 1577 ^päne. 

L J. 

i 1619 bort (9lbt).). 

icel, cel 688: {tel^e eil. 

icist, eist 1527 abject. S)emonftt. 

ici 1466 ^ier. 

idle 1618 ^öj^enbilb, nfa. Idole. 

idonques 3192 = donc bann »> 

idonc 452. 
idros 1645 ^pbra, 3Bafferf(^lange, 

lat. hydrus, nfj. hydre. 
ignel 242 fc^neU, gemanbt. 
11 71 er, fie. 

iloec, iloeques 8211 bort 
incamacion 1456 SRenfd^werbung. 
iniquitez 454 Unaerecfitigfeit 
innocent 117 unfd^ulbig, pl. bie 

^inblein oon ^etl^leem. 
interpretacion 3124 äluiSlegung, 

Deutung, 
ire 1030 3om. 
isle 2717 Snfel, nfj. Ue. 
issi 1108 fo, ebenfo. 
issir 2751 l^erauägel^en , ^eroor» 

fried^en. 3" Tobias 124 reimt 

isse: languisse. 
issue 1708 äluSgang, älu^meg. 
itel, tel 2595 folc^ ein. 
ivoire : fie^e yvoire. 
ivresce 1081 Xrunfenl^eitCyvresce). 

Hippeau lieft 382 jurece. 
jadis 1282 einft. 
Jamals, james 8198 niemals. 
Jambe 2282 $ein. 
jais 1359 $ä^er, ^oljfd^reier, mlat 

gaius, hei Rabelais gays, nf^. 

feai(norbif (^ gassi @(|natterer). 
la^ Diez leitet Le Duchat 
bad nfj. jaser oom ital. ^za 
Alfter ah. ^af^ex ber fronte 



424 - 



Agace in ber 2:^terfabe(. 2)et 

S(b ber Chanson de geste 
ydon, ber erft ThierriB §ie^, 
würbe, ald ftd^ ein jay (gay) 
ouf feinen ^m fe|te, Gaydon 

genannt. ^%l Gavdon ed. 
^uessard S. 428-426. Gode- 

froy, Gai. ^ei Shakespeare 

besei($net ber Jay im ®t%ta* 

\a\ 3ur ^Turteltaube a loose 

woman. 
jaole 4003 üäfig, @ef&ngni^, nf$. 

geöle, engl, gaol, jaif. 
jahie, jaundne 2085, nf). jaune, 

gelb, nt(at. galbinus. 
jehui 8880 ^eutc. »gl. W. Förster, 

Chevalier as 11 espees p. XLVI. 
^eo 2176 idj. 
jesque 165 bi§. 
jeter == geter. 
jeuner 981 faften. 
ioö 1310 öacfe, nft. joue. 
joefiies 978 jung, nf j. jeune. 
joiant 785, 2412 erfreut, freubig. 
joie 2343 ^reube. 
join 2603 3uni, Erntemonat, 
joindre 687, 2852 (se) fic^ ©er* 

binben, begatten, 
jolif 2992 auöfc^weifenb, woHüftig, 

fröl^lidj. 4)er altnorbifc^e Ur« 

fprung biefe« 3Borteg jcigt ftc^ 

no(^ in ^Sulfeft*. 
jor 3698 %cl%. 
jovente 3875 Sugenb. 
mdaisme 2099 iübifd^. 
Jueu 710 3ube. 
juer 260 fsielen, f^er^en. 
juge 87 äit^ter. 

jugeor 4070 Slidbter , Seurtl^eircr. 
jugement 4055 ©eric^t, Urt^eil. 
juger 804 rid^ten. 
luwe 3930 ©eric^t. 
jinnent 977 @tute. 
JUS 675, 1999 l^nab, sus e j. auf 

unb ob, §in unb ^er. 
juste 4172 geregt, 
juste 8210 nai^t bei. 



la 1756 bort. 

labor 4140 %xU\t 

laborer 3758 bearbeiten. 

lac 3257 ©ee, $fu^(. 

lacer 3958 fc^nüren. 

laidement 953 arg. 

laidure 2135, 1928 ^ä^lid^feit, 

SSerunftaltung. 
laier 2589 laffen. 
laiz 1931 l^ä^ad^, garftig. 
lampe 1035 Siaxai^. 
lance 278 ^cm^t, @peer. 
lancer 3189 fd^ieften, 1697 refl. 

fi4 ftürjen, fd^leubem. 
langue 1595 B^nge. 
largement 8554 retd^Uc^, freigebig, 
largesce 3600 ?^eigebigieit. 
larrecin 1314, ^9 ^iebftobl (brei« 

filbitt. «gl. Tobler, «er«btttt 

larron 1852, 2390 oon lere 9läuber; 

a 1. ^eimUd^, oerftoblen. 
larrone8se2356 9iduberin, Diebin, 
laisser, lesser 1299 laffcn. 
laitue 3332 Sattid^, lat lactaca. 
las 1217 unglü(!li4, elenb. 
latin 8817 lateinif^. 
layer 3148 wafd^en. 
lesarde 2825 @ibed^fe, nfj. l^zard. 
lettre 1984 ©cbrift. 
le, lee 1002, 2305 breit, lat. latus, 
leu 1994, 2429 Drt ; aud^ gef (^rieben 

liu, eine gorm, bic nidjt bloj 

picarbifdj ift. 
lez 785 frbl^lid^, lat laetus. 
lez 2539 no^e bei. 
leal 46 treu. 

lealte 19 Treue, 3Heblic§!eit. 
leccher 166 lecfen, nfj. lecher. 
leccherie 1365 Sedferl^aftigfeit, 

Süftembeit 
leger 1362 leidet, 
leisir 1028 äRu^e. 
lent 8644 langfam, läfftg. 
lever 1285 emporl^eben, 125 aufer« 

[teilen. 



- 425 - 



levre 1478 *afc.*) 

li 1941 betontet $ron. bet XU. 

^on ©g. fem., unb 'üxiiUl 
lice 1092 ©c^Unge, @4nur, lai. 

lidum, nf). läse, 
licence 3872 (^tlavAnii, gt^eil^eit 
lignee 59. 97 @tamtn, (S^efc&Ied^i. 
limon 1698 ^efyn, ©rbenfloi 
lion 138 Sbtoe. 

Ilse 261G f^leimiger 2:teibfanb. 
list 8730 von leire (lat licere) 

etlcutbt fein. 
Ht 1082, 2317 öctt. 
üvre 26, 2707 9u((. 
liyrer 2164 überliefern, übergeben, 
loier 4056 <BoU>. 
loing 150 fern : 1. a loing =» fern 

von einanber. Sgl. pres a 

pres im Cliget 
loer 4148 loben, refC. ftdb rül^men. 
lonc 1142, 1786 lang, :8änge. 
lODgor 1874 £änge. 
lors, ilors 2540 bann, 
losenger 4077 fcbmeic^lertfcl^. 
love cervere 2030 $ant^er, ber 

mit bem 2u^^ oenoeclfett tft, 

nfs. loup-cervier, (at. lupus 

ceirarios.**) 
lui 687 betontet $ron. ber HI. 

^erfon @g. 
luire 3387 (eud^ten. 
lumere 637 2m. 
lune 1280 9»onb. 
luor 670 &lan^. 
luxure 1080, 2358 ©(öwelgerei, 

öruttft 



jna3679fem.5u mescobLmonmein. 
madle 2352 S^ännc^en, nfj. male, 
mahomerie 2724 äßofd^eer @ö(en« 

tempel. 
maint 3871 mand^er(fubft. unb abj.) 
jnail 3346 Jammer, lat. malleus. 

(Brandan 1135). 



maiUe 3629 ^ITer. 

main 2618 SRorgen, frül^. 

maindre 4002 bleiben. 

maison 1780, 1981 $aud, ^eft. 

majeste 493 9»aieftät, ^errlic^feit. 

mal 1343 fc^Ied^t. böfe. eubft. 
Uebel, »dfed (229). 

maladie 463 ^ranf^eit. 

malade 467 ^ranf^eit, Seiben. 

maldire 870 übel reben, oerftud^en. 

male 2583 ^innlabe, tot. mala 
SQBange; Diez erflärt bie^ bei 
Burgay feljlenbe Söort für gc* 
f4n)unben. Baynoiiard iebocj^ 
im Lexique roman !ennt prov. 
mala = nfj. mächoire, joue. 

mal^ure 624 unfeiig. 

malfez 49, 184 Jeufel. «gl. G. 
Paris, Maufö in Bomania Y 
p. 367. 

malice 8606 »oSlJaftigJeit. 

malmettre 2674 befd^äbigen, übet« 
^urid^ten. 

malostni 1931 f c^led^t gebaut. Sgl. 
Littr^ in Hist. litt. XXH p. 85. 

malvais 616 fc^Ied^t = malves. 

malvaiste 1365 ©(^lecbtigfeit. 

mamele 1604 »ruft, äije. 

manable 1968 bleibenb, »eilenb. 

manace 2735 ^ro^ung. 

manaie 1350 ©d^uf, 6d^onung. 
(Cah. ^» Merci, quartier?) 

mandragoire 3297 äUraunmur^el, 
im Flos & Blanschefl. 244 
11 mandegloire, nf 3.mandragore. 

manger 2270 effen. 

manguer 535 effen. E. Schwan, 
Srammotif bed ^Itfx). 2tmx% 
1888. § 441 nimmt nur bie 
©runbform mangier an, o^ne 
ben @ubj. manguce oben $. 
1580 au erflären. 

marchant 4076 !aufmännifd^, 
främeri^aft. 

maxche 3776 mattt 



*) ^ai fpfttere ®ebi(^t Le U^rre l^at Simon de BuUaadre |um Serfaffer unb tit 
von E. JollieD, Paris, Jonaust 1885 l^evaudaegefren (Cabinet de Y^nerie). 

**) Aelian ^at 9Lnla% ju biefev J6enoe(^9Tung gegeben, tote Buffon, Qaadrap^dee 
m p. 804 nac^ioetft. 



— 426 



mariner 1096 6i^ffer. 
martir 131 Wartetet, 
martire 3400 VlM^ttttl^unL 
marz 1865 aRärj. 
masse 2526 SRaffe, ^Uxmpm. 
nuU 2712 traurig, nieberoefd^Uigen 

(oom perftfd^en schacn iiiat). 
matin 3661 9Rorgend. 
matinee 3920 SRorgetu 
matire 522 ^^enfianb, @toff. 
mattr 883 reif, nfj. mdr. 
mein 2618 borgen, 
meindre 1739 «» maindre. 
mein« 1258 weniger, al m. 

wentgflend. 
medier «= melier 3907 eig. 

mifd^en, hMmp^en. 
meis 1865 9Konat. 
mdsmes 480 fel^ft. 
meite 2375 ^älfte. 
mel 2008 ^onia. 
melancolios 1060 melanc^oßfc^, 

fd^memtütMg. 
mellee 3186 Streit, jtantpf. 
memoire 2494 3(nben!cn, ©rinne* 

runa. 
men 3697 metnig. 
mendier 18 betteln, 
mener 3136 fül^ren. 1107 Gubj. 

meinst, 
menteor 4066 (ägen^aft. 
mentir 649 (ü^en, verleugnen, 
mennz 257 fletn, windig, 
mer 2240 Weer (nur weibl.) 
merc 1400 S^^tn, ^^tapfe, 

pro», marc. Cah. benft an 

fr), la souille. 
merci 8454 (S^nabe, ^n{. 
merciable 3860 barm^erjig, gnä« 

big. 
mercher 3874 be^c^nen, ben 

Stempel aufbrüden. 
mere oeille 540 äRutterfd^af. 
meriane 1912 3Rittaa«3eit. 
merrer 1322 (se) ftdj befubein, 

befd^mu^en^ von tat. merda, 

nf). merae. Oei Shakespeare : 

to mire. $g(. Burguy, Mare, 

Maren 



merveille 2240 SSunber. 
merreillos 160 »unberbar. 
mesaise 1808, 1212 bebfirftig, nf §* 

malais^ 
mesayenant 1984 unanftftnbig. 
meschef 4069 unglfi(frt(|er mud^ 

gong, Ser^ftngni^, ttnl^eil. 
mesdne 1482, 3961 ^t^ntu 
mesconter 848 farfd} red^nen. 
mescreire 81, 2170 nid^t gtauben» 
mescreoz 2282 ungföubig. SBgr. 

Tobler in Gröber's Seitfd^ttft 

V p. 190. 
mesdisant 4065 nerfeumberifc^,. 

f((mal^füAttg. 
meserrer 102 übel bebanbeln, {k^ 

fd^led^t führen. Hi[>peaa er*^ 

f (ftrt misera mit fiit miserable 1 1 
mesestance 12 tUiglütf, 9tot^. 
mes&ire 2828 8bfe9 W^%tn^ 

fd^äbigen. 
mesfesant 2350 bodl^aft. 
mesnee 3752 ^m9fyiit (Tobias 

1095 im ffUm mit enseicnee.) 
mesoan 523 fttrber, in Suninft^ 

je^t (au9 magis hoc anno). 

«gl- W. Zeiüin in Gröber's 



Seitfcbrift VH g. 9. 
»prendre " 



118, 3049 beleibigen^ 

ftc^ irren, 
messager 2505 9ote. (message 

2507 »otfAaft.) 
messe 14 SRefle. 
mester, 1228, 2156 92uten, 2)ienft^ 

O^ottedbtenft 
mestreier 1853 bel^errfd^, nfs» 

maitriser. 
mettre 15 legen, 38 fe^en, 94 

nerwenben, brauchen, 7ärid^ten 

(»lief). 
midi 3768 9Kittag. 
mie 946 ^rume, etn>ad («erft. b. 

mil 118 taufenb, pL mile l^^perbo« 

lif(^ Dem)enbet-2545. 
miliers 2787 taufenb. «gl. Enösel, 

^ad afj. Sa^i^niort. Erlangen 

1884. 
mileu 937 3Witte. 



— 427 



mirable 528 wunbetUd^. SßqU 

admirable: Joies N. D. 68. 
mirade 2622 Sßunber. 
mire 168, 8308 SCqt 
mistere 1889 &e^eimnii, ^inn, 

moele 2527 3»ü^lftein, ec^Ieif« 

ftein, tat mola. 
moiller 1698 enoeid^ett^ na^ mad^en. 
moiste 2620 fd^mu|ia, 0()(. nf). 

moisi Bd^intmel. ^ielleid^t ift 

Dom ^td^ter mnere aefd^rieben. 

^aU Evanirile de Kicod^me: 

B 860.*) 
molin 256s 3Rül^(e. 
monde « monz, mont488, 1425 

monde 8778 rein. 

monder 3151 tetntgen. 

mont 8210 9erg. 

montaigne 2910 Serg, Gebirge. 

monter 568, 667 fteigen, (e^id^nen, 

befagen. 
monument 217 Grabmal, 
moralite 29 92ut^anTDenbung, 

motaltfd^e ^u^Iegung. 
mordre 2565 beiden, 
morir 4015 fterben, ref{. 2501 

ftzpiven. 
morne 1964ntebetgef(^(a9en,büfter. 
mors 27 Sitten, nf). mceurs. 
mors 1487 9i^. 
mort 1687 Xoh. 
mort 1296, 2079 bet ^obte, ge« 

tobtet 
mortefier 801 ^se)ertöbten, fafteten, 

lat. mortiticare. 
mostrer 1885 setzen, 
mot 8782 äBort. 
moveir 1975, 2722, 2752 (se) ftc^ 

aufmadben, au^§en, erregen, 
mu 2427 ftumm. 
muable 1565 oetänberltc^. 
muffissement 2049 ^^ebrüH. 
mult 8804 viel, 
multipliable 2108 otelfältig. 



multiplier 8468 oermel^ren. 
mur 8899 Stauer, 
murmurer 3711 murren, 
moscer 995 (se) ftc^ Derbergen^ 

nf}. müssen 
mnsel 1858 Sc^nauje, SRoul, nfg. 

moseau. 
muser 2612, 8547 oergebUc^ wat» 

im, müftigacl^cn, gaffen, 
muster 2215 STünfter. 
mostre 2255 Ungei^euer, ®d^eufa(. 



nager451, 1061 fd^wimmen, fahren. 

naistre 60 = nestre. 

narilles 2752 92üflern, 92afenM, 
nf). narine. 

natmre27, 40, 145 Statur, natflrlt^e 
@iaenfd^aft, (Sigent^ünt lichtet t 

nef 126 @dbiff (ber ^trd^e). 

neier 485, 2547 erträn!en, erf&ufen. 

neir 2244 fd^marj. 

neirete 479 Sd^wftrse. 

neis 459 @d^nee (n)ie in Brandan.) 

nent 1580 nichts, 584 nid^i 

neporquant 847 bennoc^. 

nestre 8204 geboren werben. 

nes 2780 = ne les. 

nettete 1194 9ieinlid^!eit 

netz 2106, 2349 rein, f. nette. 

ni 822, 1970 92eft. 

niticoraee 615 92ad^teu(e »» freseie ; 
aud yi/xTuro^l entftanben. 3n 
bent oon U. Robert §gb. V<v- 
cabulaire latin-fr. ftd^t niti- 
oorax s= yesperan. fiat ardea 
nycticorax ift 92ad^tteil^er, 
it. nitticorace. 

nobire 8427 oomel^m. 

noblesce225 @belntut6.(9Cnfpieittng 
auf ben 9lamtn bed Sihoen in ber 
2:i^terfabeO; 1084 »ome^m^eit 

noeces 910 ^oc^jeit, nf}. noces. 

noef 10, 8951 neu. 

noef 2416 neun. 

noer 684, 1220 fc^wtmmen. 



*) 3it Adgar's Vtarienlegenben ed. Nenliaiis. 
fi^ moiste. 



^eilbronn 1886, 18,72 fttbet 



— 428 -^ 



nombre 2510 3a^(. 
non 249 92ame. 
nonante 2416 neunji^. 
noBcreable 1625 m^t gUntft« 

iDürbig. 
none 8807 neunte Zogedfhtnbe. 
nonfei 500 Unalaube. 
Bonstvance 8452 tln»iffenl^ 
nonsaTant 3618 uunnffenb. 
nonsens 8450 Unfbtn. 
norrir 544, 940, 24Sß ernähren, 

aufjie^n, »ad^fen, oebei^en. 
norreture 546, 844 @ma^rung, 

9rut. 
DOS 582 mix. 

noBtre 581 unfer, pL noz. 
notiner 416 @4iffer. 
nou 1805 a nou burd^ ®4niimmen, 

nfa- k la nage, 
novel 658 neu, jung. 
noTde 2508 aieutg^eit, Stad^rid^t 
nue 682 Sßolfe. 

nuisement 2287 Stäben, Unl^. 
niÜB, nol 52, 1687 irgenb einet, 

leinet. 



O. 

oaille, iieiS: oeille 114, 540 S(^af, 
lat ovicula, biblifc^ uttb im 
eigentlichen @inne geJfoaud^t 

oan 528: fte^e mesoan. 

obedienz 2446 ge^otfom. 

obelr 8624 ^ebn^tn. 

obli 984, 4146 Setgefrenbeii 

obliance 8450 Setge^ad^feit 

oblier 2613 oetgeffen. 

oblios 2592 oetge^Ud^. 

obBCur 4000 bun!e(. 

obscoite 653 ^unieii^it. 

ocdre 188 tdbten. 

odoB 8677 mutig. 

od 8846 mit. bei 

odor 2144, 2801 @etud^. Um. 

odorer 2150 buften. 

oef; Dl. 068 2861 ®i. 

oes 2016 ^ienft, 92uten, IBebiitf' 
nt|. 



oerre 1210, 8701 »et!, «taett, 

ZcuKioetZ» 
oiance 648 »iOf äl^tigfeit , (»f 

QOttttnta 
oidif 8676 mfl^ig. 
oidiTOflce 3648 £äfftg!eit, ^(l^eit. 
oie 9435 &^n. 
oignement 1678 Balbe. 
oif 157, 1598, pL elz Xuge. 
OÜ8553 io. 

oiUe 915, 3995 Oel (fem.), 
oindre 1679 falben, 
oir 134^ 3254 ^ten, et^dten. 
oisel, oisele 734, 1176 Sogel, 

Sogelmeibd^ 
oiselet 825 Sögelc^en. 
oisose 1837, 3913 SRfi^iggang, 

tlnnü|lid^!eit 
oleir 2816, 2321 oelt, (at. ölet 

buften. 8ei Diei, @tammati! 

II 249 fel^tt biefed Setb. St 

Palaye, IHctionnaire fft^tt }u 

Oloir mei ^eifpiele an. (^ad 

^attiap olanz in MagdaL 587, 

oleient 590.) 
olifant 1380 ©(ep^ant. 
om 2050 man. 
ombrage 8010 @d^atten >« ombre 

ombreiant 2966 bef ^attenb, @(&at* 
ten metfenb. $g(. ScheW, 
Bastars. Notes 1959. 

omnipotent 3023 aUmä^tig. 

onc, onquea 8899 iemafö. 

onde 4Ü9 SßeUe. 

ODC^e 1885 $uf, Statte. 

or 967 @olb. 

or, ore 1375 ie^t. 

orage 3575 Unmettet. 

oraiBon 8080 ®ebet. 

orbe 1281 bun!e(, o^ne ^ic^t, 
blinb. Cahier falfd^: » Bonde 
(orbis) ou borgne (orbus?) 

ord, ons, fem. orde. 618* 1576, 
1583 f Amulig, untein, ftinlenb. 
^ad tyem. (autet orz unb 
orde. Sgl. Seeger p. 22. 

ordeneement 881 (£bp.) georbnet, 
in Orbnung. 



— 429 — 



ordure 828 @d^mu^, Unreinl^it. 

ore 855 = höre @tunbc. 

or^ 8852 Ißinb, pvov, anrät 

oreille 1109 D^. 

orendreit 8728 eben etft. 

orer 8989 beten. 

orge 889 Werfte, lat hordeum. 

orgoil 1948 Ueber^bung. 

orgoiUer refl. 8620 fl(^ fibetl^eben. 

orgoillos 4071 ftol}. 

onent 851 Dften. 

orphanin 1807 Söaife, nfj. or- 

phelin. 
OS 8280 ^nod^en. 
osche 208, 205 ^erbe, @infd^nitt, 

caialan. osca, af^. ocher 

bred^en. ^%. coche. 
. osä 1878 fcd, üerroegen, fül^n. 

««adlTobler, 3eitf*rift Vp. 189 

nocb üblid^. 
oser 22, 8907 roaqen. 
ost 2772 §ecr, Sc^or. 
ostel 1422 ^ol^nuRg. 
oster 558, 8152 J^erauSjiel^en, ent< 

fernen, fern galten, 
ostrice 2589 @trauj. 
ostru: fte^e malostru. 
otreier 4167 gcroäl^ren. 
on 2846 wo, tn xoMtm, 
OYoeques 2882 mit = avec. 
ovraigne 8 äBer!. 
ovrer 2888, 8662 arbfiten, IJanbeln. 
ovrer 8759 Slrbeiter. 
ovrir 157 öffnen. 



paen 709 |)eibe. 

piuer 8705 be^al^fen. 

pain 8658 $rot. 

paistre 1786, 1767 nähren, p^e^en, 

unterl^alten, beroirtJ^eu. 
paäs 462 Sanb. 
palsant 1871 Sanbfeute. 
palefreiz 822 3eCtcr, ^b, lot. 

paraveredus, nf). palefroi. 
pales 2195 Baai, $immeföfaa(. 
paltoner 4068 Sogabunb, (SCcnber. 



pance 1002 8au(i^, Mb, lai. 
pantex. 

panthere 2009 $ant§er. ^a^ 
Guilkuime n)&re ber romanif(|e 
5iamc love cervere. (2)aö i*uci^ 
oonH^Todd, Panthere d'amoars 
par Nicolas de Margival tft oben 
nid^t benu|t.) 

par 1119, 2868 burd^, feljr. 

paradixion 2978 ^arabi|ion (in^ 
bifd^er ^aum), mol^l entftanben 
auö naga di^iov be« gried^. 

parais 47 ^arabic«. 
pardevant 582 vor. 
pardon 8452, 4050 Serseifiuna. 
pardurable, parmenable 1050, »659 

eroig. 
pareil ^705 gleid^. 
pareir 998 erfd^einen, fd^immem. 
parfit 555 ooKfommen, parfait 

8418. 
parfondesce 2548 = parfondor 

2278 ^iefe. 
parfont 4104 tief, 
parlement 2011 Söort, Unter» 

j^attung. 
parier 8718, 3849 fpred&en. («gl. 

Romania 1884 p. 113—114.) 
pannainant 1680 bel^arrenb. 
parmi 1697 unter, in. 
parole 2778 SBort, Slu^fprud^. 
parsome 1805 a lap. jufe^t, am 

@nbe. 
part 1778 Seite. 
partie 1058 %\^\, 
partir 8517 t^eilen. 
s'en partir 8687 bal^infa^ren. 
parvenir 420 gelangen. 
pas 80, 287 SteUe, ^l^eiL 
pasche 2897 Dftern. 
passer 8880, 8904 geilen, .über' 

fdjreiten, oerga^H. 8 $erf. 

eubj. 8904 past. 
passion 2154 ^affion. . 
pater noster 8277 »aterunfer. 
pe 1885 "^^ «= pie. 
peals 1788 ^eH, vom (at. pelMs. 



430 — 



pece 1699 nf). piäce: grant pece 

lange. 
pecone 828 &eib, iBaorfd^aft. 
peior 1287, 4042 fc^Iec^ter, tat 

p^or. 
peine 8401 3Rül^; a p. 3974 

mttMam « 8986. 
peisson 586 f^ifd^. 
pelerin 1771 Pilger, 
pelermage 8472 ^ilgetfol^tt. 
pellican 521 ^iiiaxL 
pels 2272 $fa^i. Sgl. Brächet, 

Doublets p. 82. 
pendre 2698 pngen. 
pene 888 gebet. 
pener (se) 121, 1450 ftd^ btm^m, 

martern, 
penitance 2417 9ieue. 
penser 3871 benten. 
pensis 1088 c. obl. pensif nad^« 

benfUd^r bebaut 
per 742 aleid^. 

percer 557, 1887 lerrei^en, ftec^en. 
perdicion 8261 ISerberben. 
perdre 4118 »erUeren. 
perdriz 2847 9ieb^ul^n. 
pere 165, 558 Sater; mut (£dn)e 

unb ^elxtan); 549, 826 pl. 

®(tern (^elüan unb ^iebe^opf). 
perir 419, 1374 umfommen, fao 

titi»: üerberben. 
peresce 402 gaull^eit. 
perescos 871 faul. 
periz 447 ®efa§r. 
perillos 2576 gefa^rooU. 
periller 440 ©d^iffbrudj leiben, 
perre 1971 ^tein (wie im Dsforber 

Vfatter). 
perseverer 2021 auö^arren. 
persone 8050 ^erfon. 
pertuis 8901 ipöl^lung, Deffnung, 

vom tat pertusus burd^ldc^ert. 
pes 594 triebe, 
peser 8721, 8729 ärgern, mißfallen, 

befd^werlic^ fein, 
pesme 3877 fefir fd^ledjt. 
pestre 991, 8292 n)eiben =^ paistre. 
petit 2811 Hein, fc^mac^. Xa^ 

neutrale peilt ift 276, 442 su 



belegen, ^aoonbaä^iminutio: 

petitet 1118, 2480 flein, 

3unaed (gerleO; f. petitette. 
pie 1359 Alfter, lat pica. 
pigon 579, 698 ^äubd^en, Sunged, 

it piccioni, von pipire pipen. 
pire f($limmfte 4108 = peior. 
pis 111 fromm, lat. pius. 
pite 112 SRitleib. 
piz 282 Sruft. 

place 2480 $lat, ^ufent^alt. 
plaideor 4069 gönfer. 
plaie 1706 äBunbe. 
plaine 1854 ®bem* 
plaire 2845 gefallen, 
plait 8414 Vortrag, 9lebe, (Streit, 
pleins (lat. planus) 2541 eben, 

tu§ig. 
pleins (lat. plenus) 604 poU. 
pleinement 918 (^bt).) offen. 

1587 a plein? 
plener 1140 ftcil, obfdjüfftg. 
plente 975, 1620 ^üUe. 
plesseiz 2784 Um§äunung, @au« 

narf, oom lat. plectere. Sgl. 

Du Gange, Pleisseiciunu 
plevir 2246 oerfic^ern. 
plonger 1091 taudben. 
plorer 1669, 1726 bemeinen, 

n)einen. 
pluie 8852 biegen, 
plume 477 g^er. 
plus 3728 me^r; li p. bie äKei^r* 

aal^l. 
plusors 28 mehrere, 
podnee 8684 ^nma^ung. 
poeir 267, 1388, 8555 !önnen; 

Sermögen, Äraft. 
po&ste 4088 ättad^t; 1454 Potestas 

(^ngeläorbttung «= Joies N. 

D. 781.) 
poi 2716 menig. 
poignant 2578 9^atter. 
poindre 2578 ftec^en. 
point 210, 2851 ^n!t, d^igen^eit. 
pome 1149 ^pfel. 
pomer 1155 Sl^felbaum. 
pondre 2599 (@ier) legen. 
pont 2269 @(^ffbrü(ie. 



- 431 



poor 148 gurd^t. 
pooros 2712 furd^tfam. 
porc 2783 BAwtin, Bavi. 
porcelet 1117 §erfe(, latporcellus, 

ttfa- pourceau. 
porchacer 922, 1714 oerfolgeitr 

fud^. 
porpeis 2253 ^J'leerfc^ioein. 
porpens 2503 ©ebanle, Ueber« 

legung. 
porpenser 2496 überlegen, 
porrir 956, 3535 oerfaulen. 
porseeir 2488 umgeben, aufbe« 

»obren, 
port 3580 §afen. 
porters 3996 Pförtner, 
porter 354, 3178, 3191 fül^ren, 

entl^olten, tragen, trädjtig fein, 
poser 809, 2045, 3048 legen; ben 

gaU fe|en; refl. fid^ legen, 
possession 3593 ^eft^. 
povre 19 arm. 
prael 3292 Heine SS^iefe, Olafen, 

lat. pratellum. 
pramesse 1792 ^erf^red^en. 
pramettre 124 oerfprec^en. 
precios 998 foftbar. 
precher, preecher 119 prebigen. 
predication 2927 ^rebigt. 
preie 1319 $eute. 
preinz 3191 fd^wanger, träd^tig, 

t)on preindre 2f458 ==> lat. 

premere preffen, brürfen. 
prendre 591, 977*) nehmen, er* 

greifen. 3)ie Sßetatl^efe bed r ift 

wie im Kranbau. $gl. Hammer, 

^ie ©prad^e ber aan. ä3ranban« 

legenbe: Sfdjr. IX p. 75—115. 
prestre 784 $rieftcr. 
present 1303 gegenroärtig, je^ig = 

424. 
presompcie 1948 3)ün!el, ^n< 

mafiung. 
pres 94 no^e, faft. 
prest 2120 breit, nfa. pret 
preu 1684, 3510 Sfiu^en. 



prez 2499 Söiefe, lat. pratum, 

nfa. pro. 
priaUs 2567 $riali$ (ed^Iange, 

3lf))idart). 
prier 916 bitten (©onj. 3. ^erf. 

prit: Magdal. 127). 
prime 3669 erfte @tunbe. 
primes 37, 137, 3747 jucrft, 

erftenä. 
prince 482 Surft, 
principals 141 j^ouptfcid^lid^. 
priser 1662 aAten, 
prison 104, 792 befangene, ®e« 
^ fangenft^aft. 
privez 1480 jal^m. 
prodhome 91 @]^renmann, wadtex 

Wlam. 
proesce 8742;apfer!eit, ^ü(^tig!eit. 
proeve 3404 SJeroeiö. 
profitable 1570 nü|lidj. 
proisme 3097, 3897 ^Radjbar (in 

A: proeme, bei Adgar prome). 
prophete 572 $rop^. 
prophetizer 1722 projl^ejeten. 
prover 3561 bereifen, 
proz 818, 876, 888 tapfer, tüdjtig, 

xoadetf !lutt. 
psalter 2010 $falter. 
psalme 3248 $fa(m. 
psalmistre 614 ^falmift. 
puanz 618 ftinlenb. 
pucele 1402 ä^äbd^en, Jungfrau, 
poisque 1963 fobalb. 
puls 4043 feit, bann, 
puissant 3358 mirifam; 548, 3425 

mäd^tig, ftar!. 
puldnet 543 Sunged, oon pulciiv 

561, 2358 ^üc^Iein, $ül^nd^en, 

Sungeö, lat. pullicenus, in 

ben ©affcler ©loffen pulcini. 

9{fa. poussin. 
puldre *71 (Staub = puldrere 

2633, nfa. poussiere, 
pulein 977 füllen, nfa poulain. 
pullent 4002 elel^aft, ftinfenb. 
puor (fem.) 2485 ©cfianf, Rotten- 

feucr. 



*) tef[. anfangen 25. 



— 4S2 — 



pur 1231 rein. 

purement 1773 lebtglid^, Qtabe^u. 

pnrger 722 retttigen. 

put abfc^euU^: fte§e depataire. 

poz 2839 Brunnen, ^öuenfeuer, 

eig. puz sc. fea »= |>too. 

putnais fuec d'infem fttnienbed 

^öUcnfeucr. 



quant 37, 447 a(<9, ba, toenn. 
quantque 8888 fooiel ald. 
quarante H 118, 8825 oierstg. 
quart 982 vierte. 
quatre 1657 ©ier. 
quel 3092 melier, toie 5ef4affen. 
quei 1586 »a«? Onterrogot) 
quernelez 8185 ttu^ocjadt, mit 

@($ie6fd^orten üerfe^en, frenc» 

lirt, nf j. crenel^. 
qaerre 8995 fuc^en. 
qui 1 rocld^cj (S'lerat.) *) 
qui 8417 mer. 
quider 2263 beulen, 
quil 4098 » quile. 
quir 1660 §out, gett, (at. corium. 
qoire 2270 lod^en (fo im Brandan 

neben cuire.) 
quis 2839 « qui les. 
quite 3856 quitt, q. clamer Ioi3«> 

geben, 
quoer 502 ^erj. 



racine 3801 SßurseL 

rador 2277©at, Bpvnnq, ©d^neÄig* 
feit. 3nt Renart, orange, Xlfi 
1578 flnbet ft(^ redor. ^a« 
^bjj. (autet rade (lat cabidus), 
9lbt). radement — f cJneU : Brun 
de la Montaigne ed. Meyer 



raeindre «= reiembre 1488 loS* 
faufen, erlöfen. 



raengon 1280 fiöfegetb, @fil|ne. 

rai 204 @tral^r, lat radins. 

raier 202 ftral^ren. 

raisin 1186 2;raube. 

raison 473 95ernti«ft. 

ramer 2223 seil, colom 9iingeU 

iaubi. ^a^ Tobler bebeutet 

ramier im Renclos de Mirena 

n)Ub. 
ramet 1662 SmiqUin, ^cftc^en. 

8ei 9legai mt Kngabe b»^ 

9^immali9ert9ed bienenb. 
ramez 257, 1848 geftftet, aftreic^,. 

bois r. 2652 Saubmalb. 
rampanz 2228 !ne(^enb. 
randon 2297 ©emalt; de r. fogreid^* 
rapareiller 1727 roieberJerfteHen. 
rasez 2541, alatt, fpiegelglatt. 

Cahier überfe^t: Quant il cou- 

vrit ses bords; fran^. rasade. 
r'aveir 846, 2120 lieber ffübtru 
ravir 3189 rauben, ^inmegne^men. 
realier 1905 roieberjufammcn* 

lommen. 
realme 2719 Äönigreid^. 
reaindre: ftel^e rawndre. 
rebocher 8340 entjiel^en. 
recet 880, 994, 1147, 1404 »ou, 

Sod^, ^bffltf 3(metfenl^attfen. 
receivre, receveir 2421 erl^alten. 
rechaner 1867 blöfen, f freien, 

jal^ncn. Ws- ricaner. 
rechater 609 (oSfaufen, ertöfen. 
recoillir 407 fammeln, ouffangen. 
recolper 4152 abfd^neiben, »eg* 

nehmen, 
reconter 2289 erjftl^len. 
recorder 285, 1575, 8626 ertnnem, 

berfagen, memorireff, rejl. ftdj 

erinnern, 
recreant 4085 feige, 
recreantise 4100 ^ingePnbnt^ 

bed 8efiegtfeinS; la r. rendre 

ben 9lü(!sug antreten, fld^ für 

beftcgt erHären. 



*) Sgl. A. Darmcstetter, Le d^monstratif ille et le relatif qui en roman i)t~ 
ben Mälanges Renier. Bibl. de T^cole des hautes ^tndes, TSn» flueic. Pafia 1887. 



— 483 



recreire 413, 448, 4085 a5(affen, 

bic SBBoffen ftrcrfen, btc ©egel 

ftteid^en. 
recreistre 8755 wiebcr ©ergtö^cm. 
recuiUir 407 wiebcr fammcln. 
redescendre 8881 toieber f^xnah* 

fteigen. 
redeviser 3824 toieber ^ejetcl^nen. 
redire 2087 wieberfogen. 
ree 2008 äBobe (» Joies N. D. 

958); fo fd^on in ber ^ava^^vafe 

beiS fiohen 2xthei. 
refaire 106 loieber^erfteKen. 
reformer 2802 (se) fid^ Derjüngen. 
refreschir 2742 erfrif^en. 
refdi 2266 %^yl, aufluci^tSort. 
refiiser 629 ocrfd^mäl^cn. 
regarder 2512 blicfen. 
regart 472 8(i(f. 
regeir 8888 eingefte^n, htUnmn. 
region 529 ®c0cnb. 
regne 724 ÄönigrcicIJ. 
regn^ 2226 Kömateid^. 
regner 1828, 405» ^crrfd^cn. 
rei 266 (fem.) «ßeft , SReufe. 

Marie: reit MiaU Diez, (ä;t. 

So. r6. 
reims 758 Sroei^f %% tat ramus. 
reine 2571 ilönigtn, $imme(^« 

iöniain. 
reis 657 Äönig. 
relevee 8683 3Jloxaent'6tf^e. 
relever 125, 329o wieber auf er* 

ftc^n, ftdj ergeben, 
reloer 38z7 wtcbcr miet^en. 
remaneir 1508, 2378 surüctbleiben 

= remeindre. 
remener 560 uurildfül^ren. 
remettre 2986 surüdbringen. 
remordre 3836 (se) fxA fafteten. 
renart 1808 9{etne!e, 9leinl^atb. 
remuer 2872 fottbemegen, oet' 

feten, reff. 340. 
ren 1056, 4112 nxAii; Sßefen. 
renom 2812 9luf, 8erül^mtJ^eit. 



«et 



rendre 189 »crlaffen, 278 (äffen, 

1410 ftd^ l^ingeben. 
renez 722, von renestre, roteber* 

geboten, 
renier 585 »erreugnen. 
renoveler 679 erneuern, verjüngen, 
repaire 3407 3lufent§aa«ort, 

SBol^nung, Sel^aufung, $tm« 

meläaelt. 
repasser 467, 1005 j^etlen, fic§ 

TOteber erholen, gefunbcn,roteber 

§inüberge§n. 
repaz 2687 @eridjt, 2RalJ(acit. 
repentement 4133 9leue. 
repentir 3842 bereuen, 
repondre 995, 2550 oer bergen, 

fe^en. 
repos 1666 9{u§e. 
reposer 2128 ru^en. 
rescorre 872 wiebergewinnen, be* 

freien, 
reschigner 1831 fletfc^en {vom 

{^ud^S); pvov. rechignar Inurren, 

!nuttem. ä)gl. nfj. rechigner 

fauertöpfifd^ auiSfelJn.*) 33ei 

Adgar 24, 153 jinbet ftd^ 

reschine de dens. Cahier ertl. 

= Montrer les dents, mais le 

sens pr^cis de ce mot 

m'^chappe. 
resclarzir 837 flären, erteilen, 
resnable 1885 vernünftig, 
resordement 2155 ^uferftel^ung. 
resordi-e 193, 796 wieber oufer* 

fte^n. 
respirer 167 lieber beleben. 3n 

Magdal. 623 se resperir wieber 

aufleben, 
resplendor 3838 ©lanj, Slbglan^. 
respondre 918 antworten, 
resuscitement 2149, 2157 Slufer« 

fte^ung. 
retenir 3169 bel^aUen. 
retomer 2611 )urüd(!e^ren. 



*) Le Ronx de Lincy, Wace's Brut 1147 brudt Dens treskigner, wo bie anbem 
fiff. tiäfUqex rechiffnier unb recinier haben, ^ie Slbteitung von breton. rech unb 
Ote eerbinbung mit de fniits r&ches tft unftc^er. 

Bei nach, Le Bestiaire. 28 



— 434 — 



retraire 305, 1567, 2407 jurüdC« 
Stellt, refi. umfe^ren; etaftl^Ien« 

retroBser 906 (se) ftdj loieber U* 
(oben. 

revenir 1004 surüdfomntcn. 

revestir 1768 toieber Mietben. 

riche 1007 teic^ 

richesce 2544 Sleic^t^um. 

rimer 88, 2707 reimen, bieten. 

rivage 531 = rive 688 Ufer. 

roant 688 Ireifenb. Burguy, Roe: 
„Du Gange s. t. rotulare, 
rapelle un verbe roer, aller 
autour, röder, toumoyer, de 
rotare". Cahier II p. 167: 
Serait ce un analogue de 
l'italien rovente, par ailusion 
ä la Sphäre du feu? 

roberie 1313 a)iebftair, Maub, 
engl robbery. 

röche 2539 ffeld. 

roö 235 mh. 

roistie 2785 ©ewaltt^at (vom iat 
rusticus). 

rohorte 3958 9($eiben«0anb ; von 
Littr^ falfd^, non Tobler rid^« 
tig er!(ärt, it. ritorta, nfj. 
rouette. 

romanz 7, 1785 romanifd^; 35 
Vornan, 

ron^onei 256, 265 ^omenl^de, 
iat rumex, nf$. ronceraie 
SBrombeer^cfe. 3n C. Hof- 
mann'g ©toffor ift Iat vepre- 
tum «= ronsonnei. Sgl. it 
ronca $ippe. 

rus 2085, 3109 rotl^gelb, fuc^drot^, 
(at. rusBus, nf). rouz. 

rose 778 9lofe. 

rote 2404 ©efeUfd^aft. Sgl. Brä- 
chet, Doublets p. 44. 

rote 2474 SBeg, nf j. route. 

rover 3963 bitten, forbern. 

roüller 2534 ^inrotten, fortwäljcn. 

rüge 1321 rotl^. (at. rubeus. 

niser, reuser 3909 jurürfweifen, 
oom miat. refutare, prot). röusar, 
rehusar. Sgl. Ebert's 3«^^^* 
bud^ XII, 118. 



sablon 2259 @anb. 

sablonere 2620 @anbl(aufen, @(mbi» 

grübe, 
sacher 267 jerten. Sg(. engU 

shake. 
sacre 15, 798 geweift, ^illg. 
sage 924 n^eife, !Cug. 
saillir 766, 1864 fptingen; be* 

fpringen, beden, befc^älen. 
saigner 2581 bluten, 
sain 2, 822 rein. 
Saison 2608 Sa^re^a^it. 
Saint 2018 §ei(tg = seint 
saisine 2236 Seftt» Sereid^. 
saisir 8070 paden. 
salamandre 2823 ©aUtmanber^ 

3Wo(d^, (JeuerntoldJ. 
sale 411 faltig, 
sals 1526 ^eil, gerettet, 
salu 2952 $eil; in Joies N. D. 

241 @ru^. 
salvacion 2818 ©rrettung. 
salvage 1831 milb (Magd. 178 

ungeftüm). 
salvagesce 2907 9Bi(b§eit. 
salvement 789, 2158 ^eil, (^^ 

löfung. 
salvement 1250 ^bn. salf roof^U 

behalten, 
salveres, salveor 8390 (Srlöfer. 
salvete 718, 8790 ©c^u^, @id^er* 

^eit. 
8aac2582 S(ut, Serblittung (fliegen 

ber ^räpofttion sanz in biefet 

iJorm). 
saner 680 ^ilen, 
sanglent 1828 blutig, 
sante 470 @efunb^ett. 
sanz 210 o§ne. 
saoler 1001, 2979 f&ttigen. 
saols 2185 überfatt, nfs. soül. 
sapience 2762 äßeid^t 
sarment 758 9leifig. 
Sarrazin 2929 ©ara^ene. 
saveir 8556 n)if[en, 1460 sout («= 

sapuit). 



— 485 



savor 2296 &t^^mad, ^nnel^m« 

lid^Ieit. 
savorer 2007, 3016 fc^mecten. 
«cience 8568 9Btffeit. 
«ecle 2077 äBelt 
secont 4103 ber smeite. 
secorre 1164 Reifen, 
seeir 686, 1403 ft^en, fic^ fe^en. 
segle 889 9loggen, lat secale, 



n^. seigle. 
Bi 812 



sei »12 9ie|[e£u>pton. 

sei 252, 1785 (im Serdinnern seif 

»ie im Brandan) ^utfi. 
seigner 1248 bad 3^^^^ ^^^ 

i^reujed mad^en. 
seignor 1021 c. obl. von sire ^exx. 
seignorie 42 ^etrfd^aft. 
sein 3271 8ufen, @4o(. 
seir 4022 9l5enb. 
fiele 980 @attel, lat sella, nf). 

seile, 
selonc 224 gemät, na(&. 
semblance 199 ©(eid^tit^, 8i(b. 
«emblable 527 ft^nlid^. 
semblant 746 ^lu^fe^n. 
sembler 748 fd^einen. 
semence 2435 ©ame. 
semer 4027 fften. 
semez 2912 eaatfelb. 
sempres 3754 atöbolb. 
«ens 3545 @tnn; SRenfd^enoer« 

ftanb. 
sen 1521 fein, 
sente 1457 @teg, lat. semita, nf). 

sentier, 
sentence 1115, 2101, 3735 ©leid^« 

nift, @l>ru4. 
sentir 195, 1121 fällen, merfen, 

füllen mad^en. 
sepnlcre 123 @rab »^ sepoltore 

1585. 
serein 2617 beiter. 
sereine 1058 @irene, SSkiffet« 

Jungfrau, 
sergant 8188 2)iener, S^naope, 
sermon 1628, 2207, 2216^rebt9t. 



serpent 1648 (Sd^Utnge. 

serre 399 @erra (foacnl^ttftc« (5Jc* 

fc^5pf. 9{ad^ Forcellini (e« 

beutet serra aud^ einen ($fifd^. 

Serra marina ==^ ^ägefif^."^) 
serrer 1123, 1660 feft ma^en; 

reff.fid^ jufammenfugeln (SgcQ. 

s. la porte «= bte S^l^ür 8U* 

l^alten, gefd^loffen l^alten. 
serrö 1660 feft, fteif. 
senrage 1529 ©e^orfam, ^ienft, 

j^ned^tfd^afi 
servir 52, 2002, 2439 bienen (Acc.) 
servise 4074, 4148 ^ienft, l^iet 

mascul., bo(^ oben 845 femin. 
seur 3071 fidber. 

si 142, 286, 228 unb; mm; fo. 
sigler 1278 fd^iffen, fegeln. 
eigne 1258 3^ic^en. 
signer 1255 beseic^nen, ausprägen, 

lat signare. 
signefiance 1708 3(u§(egung. 
signefier 474 bebeuten. 
siUabe 4151 @ilbe. 
simple 3090 einfältig, 
simplesce 4052 ©intalt. 
singe 1958 ^ffe. 
sire 4139 $err. 
sis 156 fein (^ton.), c. obl. son, 

fem. sa. 
sis 2340 ^^ si les. 
sivre 1633 folgen, 
sobiter 1586 verfd^Ungen. 
socorre «= secorre 829 IJelfen, 

nfj. secourir. 
socors 3866 $ü(fe. 
soen 520, 1515 fein, 
soer 2646 (^d^mefter. 
soffirir 181 bulben, (eiben. 
sofler 166 anl^aud^en, (at. jufflare. 
sojor 3596 ätufent^alt. 
sojomer 1969 ft(^ aufhalten, 
soiller 1694 (se) befc^mu|en, fid^ 

im Äotl^e roHiim, nfj. souiUer. 
solacer 303 (se) fid^ ergoßen. 



*) Boilean, Satires m 176 nennt u. a. einen Xutor La Serre a» einen, Neffen 
SBerte bei bem Mfetvftmer enben. 

9ft* 



- 4S6 — 



soleil 662 c obl. von soleiz @onne 
(reimt mie im Brandan). 

soleir d285 pflegen, soelt »= tat 
solet 

som 2260: en 8. oben, auf ber 
Spite. 

some 2219 £a{i, Labung; Sn^alt. 

somondre 976 einlaben, mciintn. 

son 1076, 2803 Xon, ^lan^, ec^aU. 

soner 4149 tönen, bebeuten. 

sordre 2761 queSen, entfpringen. 

sonaner 3985 Der^arfd^en. 

sorriz 2431 ^Rani, iat sorex, nf). 
souris. 

sotil 2104 sart, fein, fd^(au. 

sotiller 1459 ftnnen, auSbenfen, 
fud^en. 

Bovenir 3605 (impersOftcfi erinnern. 

sovent 1932, 2429, 2930 oft. 

soz 1595 unter. 

Bozmettre 110 untenoerfen. 

sozterrin 4002 ipdHe. 91^. sonter- 
rain. 

stephanin 3108 grünlid^ (?> 
^iefe nid^t Meqhan f^arbe 
ber Glauben wirb auf ben l^eil. 
^ttpf^an gebeutet; bie ^t^mo» 
logie beiS Sßorted !ann nur 
arifpavog ^ranj fein. 3(ud^ 
Pierre braud^t bie« SBort in 
feiner Ueberfe^ung be« $^9fto« 
(ogu«. £at. stephanites. 

suavite 2121 Slnne^mlic^Ieit. 

suavet 775 fonft, be^utfam. 

suer 3700 fc^wi^en. 

suef 320, 2125 fanft, milb, U&g- 
dal. 368 ^boerb. tote Best. 
1761 = aUmä^Iic^, langfanu 

suf&re 1638 ^enü^en. 

sul 2373 allem, etnaig, nfj. suel. 

suor 1683 Sd^mei^. 

supeme 3916 überirbifd^, l^imm« 

im- 

sus 1999, 3993 (lever sus) oben, 
s. e jus auf unb ah, l^in unh 
l^er. 

suslever 2804 aufbeben, fpi^en. 

fiustenir 1642, 3724 aufrechter» 
l^alten, tragen, audl^alten. 



Iat. 



T. 

ta 3851 fem. gu ton bein. 
tabemade 77 SBo^ung, 

tabemaculum. 
tai 823, 1693 ITot^, @d»lamm^ 

ficil. t%ja üefyxt aum Sauen; 

nieberlänb. taai, n^b. ffti^. 
tant 3847 fooiel, fo fe^r. 
targer 1859 aögem, fftumen. 
tantost 3223 balb. 
taisir 3732 fd|meigen. 
tart 3598 fpät 1086: „mit ber 

3u!unft ^at e« bei und feine 

®ile." 
tels, itel 3828 fold^, fo befc^affen. 
tels i a 3433 man^e. 
temple 99 Xempel. 
temporals 4127 aeitlid^, irbifd^. 
temprer 3347 einweid^en, lot. 

temperare, nfj. tremper. 
tempter 895 oerfud^en. 
tencer S608 ftreiten. 
tenebres 3389 »= tenebror 3386 

ginftemij. 
tenebros 635 finfter. 
tenir 864, 2987 galten, 
tens 11, 2618 3eit; Sßetter; in 

ben picarb ^. tans. 
terme 640 Sßit, 3^itraum. 
termine 2725 S^Hof^unft, laU 

terminus. 
terre 966 £anb, @rbe. 
terrestre 2637 irbifd^. 
terrien 2625 irbifd^, Iat. terrenus» 
terz 165 britter. 
testament 944 ^eftament. 
teste 2824 ^opf. 
testmonier 28o5 b«5eugen. 
throne 1455, Iat. thronus, Slang» 

orbnung ber @ngel. 
tirer 267 jiel^n. 
toiller, toeiller 1322 (se) ftc^ 

wafd^en, baben. 9>^fs. touiller. 
tolir 969, 3230 megne^men. 
torcenos 4064 ungerecht 
torment, tormente 127, 

Dual; @turm. 
tormenter 2134 quälen. 



487 - 



tonieiement2722^ournier,Aampf, 

toraer 468, 2470TOenben, aufeljren. 
tors 3184 X^nvm, lat torris. 
tort 1688 Unrcd^t. 
tort 8957 ooti tordre, perfe^vt. 
tot, trestot 2223, 3278 gana (aud^ 

trahir, trair 1068 oerrotl^en. 

trahine 1690 Serratl^. 

traire 469 ^ie^n; 570 bulbeti, 

718 aufül^ren, 967 audnü^Ien. 
traitre 4075 Serrötl^er. 
traitresse 2355 ^erröti^etin. 
traianz 1604 3t^e, 8tn4 am 

(Sutet, oon traire 455 gie^n, 

lat. trahere. SSgl. nf§. trayon 

unb trayant 
translater 8 überfe^ett. 
transgloter 2802,*) 1698, 2325 

ücrfd^Iudcn. Du Gange, Trans- 

gulare belegt nur Transgloutir. 
travail 3401 2lr6ett. 
travailler 981 arbeiten, 
traverse 1142 Duere, ©reite, 
trebucher 2790 ftürjen, fo^ren. 
treis 141 brei. 
trembler 4173 jittcm. 
trenchant 241, 1384 fc^neibig, 

Warf. 
trencher246 a5fc6neiben, fd^neiben. 
trente 3822 brei|ig. 
tresor 2528 ©c^a^. 
trespas 1926 @ünbe, SJerge^ung. 
trespasser 20, 2807, 1746 ühex^ 

gc^n; wanbeln, paffiren, oor* 

übergel^n. 
trestor 1356 SBenbung, ©efd^itf:« 

lid^feit, Äniff, ©c^adj. 
treu 1529 Tribut, 3in«, 
trevage 1546 Slbgabe, 3tn9. 
trich|r 3566 betrügen, engl, to 

trick. 



tricherie 23, 116, 1314 S^rug, 

Jfaffd^l^eit. 
eor 46 ©etrilger, ä^errätl^er. 

tripot 2374 fa(f d|eiS @piel, ^al^* 
^eit. 9)a§ äBort ift geftd^ert 
unb älter, inbem e« jl^ fc^on 
im 12. 3§b. bei Etienne de 
Fougi^res 1117 aB tripout 
finbet. 95gl. Jos. Kehr, Ueber 
bic ©prad^e be« livre des 
mani^res. ^Un 1884 p. 62. 

triste 2199 traurig. 

tronc 1656 ä3aumftamm, (ai trun- 
cus. 

trop 318 aaju, gu fel^r. 

trosser 905, 1310 belaben. ($gl. 
RomaniaIX334.) 9^f$.trousser. 

tu 941 bu. 

trover 483 finben. 

tuer 1713 tobten. 

turbot 2258 @tein«©utte, (Rhom- 
bus maximus) bei Rabelais 
turbotz. Sgl. Diez, ®i SB. 
3m Besant de Dieu ed. 
Martin 2255, 2427, 2429 be« 
gegnet la torbote = SGBaffer* 
xoitbtU 92ad^ bem M^nagier 
de Paris n p. 203 ^ie( ber 
turbot in B^ziers Ront 

turtre 2658 ^Turteltaube, lat tur- 
tur; ein onomatopoetifd^eS 
SBort von bem Siudfen ber 
Stimme turr-turr. La Fontaine, 
Fahles XXVIU fpielt auf bie 
8eftänbig!eit berfelben am 
Tourterelle ä Tamour est 
rarement rebelle. 

turturele 2677 2:urteltäubc^en. 

tyrant 4071 t^rannifc^. 

U. 

ultre 987 ienfeitd, l^inüber. 
ultreement 4119 ooUftönbig, unbe« 



*) Sei Ste. Palave, Dict. reimt a. t. Transglotir dont (1. ^erf.) mit transglout 
(3. $erf.) Burgay ^at nur gloz von riattire = englontir. 9Bie (ei Chardry plort 
=s lat plorftt vorfommt, fo Ift ^ier ein morp^ologti(^er Sorgana anaune^men, in« 
bem e auS lat. a verloren ging. 3)ie ^orm transglnter ^ot aud^ Adgar 22, 92. 



— 438 



bingt. 95gr. St Palaye, Dict 
sub Outr^ement 

unicorne 1375 @inl^om, lat. uni- 
cornis.*) 92ad^ St Palaye s. 
y. tonnte man bö« @in5om 
tobten, loäl^tenb ed ben natften 
laufen eineiS jungen ä^ttbd^end 
betrachtete. 

tmcor, uncore 4012 nod^. 

ant 1425, 1560, 8904 n)0, lat. 
unde, im Sln^Ionotmannifd^en 
unb Slormonnifd^en mcift mit 
par = TOobtttc^, »orauf. SBgl. 
Vollmöller, SRünc^ener Brut, 
3(nm. ». 1488. 

user 1217 Braud^en, verbrauchen. 

usure 8587 ffluc^er. 

usurer 4076 SBud^erer. 



Yain4029 eitel, unfrud^tbar, nichtig, 

fd^laff ; nad^ Tobler, oerborben, 

fauHg. 
vair 8109 »erfd^iebenfarbig, fd^il* 

lemb, lat. varias. 
Tal 1292 Xf^al = valee 1741. 
yaleir 269, 1288 gelten; l^elfen. 
yalor 8569 aßert§, 2:apferlett. 
yanitez 1111 @tte»ett, !Rid^tig!eit. 
yassal 142, 4082 ta|>fer, furd^tlOiS. 
yeiage 2986 gaftrt, »eife, SBeg. 

^fa. voyage. 
yeeir 828 fel^n. 
yeel 82 Äalb, nfj. veau. 
yeie 1457, 1561 ^eg (Magdal. 

468 voie: quoie). 
yeile (föminin) 1275 Segel, = Joies 

N. D. 964, nfa. yoile (Magdal. 

veil; le veil: Joies N. D. 543 

Sorbono). 
yeiller 8989 road^en. 
yeillesce 680 3(lter. 
yeillir 651, 748 alt »erben, 
yeine 2580 ^ber. 
yeintre 92, 2868 befiegen. 



yeir 780 roal^r. 

veirdit 4055 SBol^rfpnid^ , (^nU 

fd^eibting, nfj. yerdict 
yeisin 2258 92a<^bar. 
veisinete 2054 ^cad^barfd^aft. 
veiture 3610 SBagen. 
yel 2742 alt « nfj. yieux, vieil. 
yelu 1788 be^aaxi. Littr^ l^at 

erft ein »eifp. be« 14. 3^b. 
yendre 70 t)er!aufen. 
yeneor 147 Säfl^r. 
yenim 2883 ®ift. 
yenir 2266 lommtn. 
yent 1561 SBinb, aSBitterung, @e* 

rud^. 
yentre 3134 »aud^. 
yerais 1298 »al^r^aft, oom lat. 

yeracus. 
verdor 2662 @rün, nfj. yerdure. 
yergette 264 ©ertd^en, aud^ bei 

^runetto Latini. 
yerite 480 SStol^r^eit 
yerm 2242 ^urm, lat. yermis. 
yermail 3110 rotl^, nf$. yermeil. 
vermet 776 SBürmd^en. 
yennine 538 äBurm, 3ttf«^t. 
veme 1302 2Woft, eegelftange, 

SRae. 
yers 91 gegen, 
vers 3114 SBer8. 
yert 2035 grün, 
vertu 3423 Äraft, SRadJt, pl. 3421 

sires de v. „Äönig ber ^l^ren". 
yespre 3831 ^enb. 
yessel 911 O^efäfi. 
vestement 709, 1606 Äleibung, 

^leib, Sleu^ered. 
ve8tir213, 1768 befleiben, anjic^n. 
ygue 681 ©eöhraft, ©eftd^t. 
yeziez 1017, 2914 gefd^idft, fd^lau. 
viande 1182 5»aljrung. 
tice 1091 ßafter. 
yie 1044 Seben. 
yif 676 lebenbig, frifd^. 
yigne 1185, 3794 Söeinberg, SBein* 

ftorf. 



•) Voltaire Princ. de Babvl, >ef<^rei>t bte« %1fUv aM le plus bei animal, 
le plns fler, le plus terrible et le plns donx qui ome Im terra. 



— 439 — 



vigor 2851 Äraft. 

vilein 821 ab(<ä^euüdf, I^ä|(ic6. 

vint 1655 jmansig « vinz 4096. 

virginite 1472 SungfräuUd^feit, 
Sungfcrfd^aft. 

virgne 1470 3ungfrau. 

vivre 65, 1231 leben. 

vis 549, 581 (Befvfft, SCntli^. 

voer 8509 gelobeti 

voler 1278 flicaen. 

voleir 370 wollen. 

volt 1254 ^ngeTtc^t, tat vultus. 

voltrer 1322 (se) ftc^ wölaen. 
Diez, @t SB. oer^ic^net vautrer 
(reft.) ftc^ uml^eriDäla^ ^ ^^u- 
trer, voutrer, voitrer au8 ben 
äBörterb. beiS 16. 3§b. unb 
aui bem Renart n 124 vol- 
trer = it. voltolare, von lot. 
volvere. W. Förster, De Venus 
la deesse d'amor. ^onn 1880. 
p. 58 giebt mit Seuig auf 
Gröber's Reitfd^r. I 83 unb 
Romania IX 167 devalter, frj. 
devoltrer, gen), voltrer, pic. 
vautrer = nfj. vautrer. 

V09 1025 il^r. 

vostre 901 euer, pl. voz. 



von 2674 ©elübbe (Magd. 198 la 

voee). 
vui 911 leer, tat. viduus; f. vuide 

1045. 

Y. 

ybex 1172 2at ^amt be« 3bi«. 
Du Can^e, Ibex belegt biefen 
S5ogel mdjt, fonbem nur ben 
@teinbocf. 3n Hugo's Bestia- 
rius Ms. lat 14297 fol. 148 
ift ber Sogel ibex genannt. 
3n ForceUini's Sejifon Jei^t 
er ibis. ^te gform ift n>o|l 
burd^ ben xgH >» äßad^tel« 
Iönig(Herodot 2, 75)entflanben, 
ber fleinet afö ber Sbid ift. 

yvoire 3287 Elfenbein, nfj. ivoire, 

ynde 2034 bunfelblau, blau. ^gL 
Constant, Le legende d'Oedipe 
5415. — 

£ateinifc^e SBotte: dulcedo, 
dulcedine 4156, 4162. erit 
4161. forma 2118. Mtus 
4158, 4160, 4161. pater 
noster 3277. ratio, ratione 
4155, 4162. spejciosus 2118. 
tunc 4161. undique 4161. 



StJtdte-, Volker- und Eigennamen. 



Abraham 66, 3760. 

Adam 56, 3031, 3259, 3265, 3234. 

Alfnque 1843, 3203, 3205 Slfrüa. 

Amalech 1283 ^malel. 

Ananias 2857. 

Andreu 3793 2lnbreaö. 

Arthur 565 2lrtu«. 

Assida 2593 (@trauB). IDie 
Seftiarten beaiebn bied äBort 
auf ben Straufi; bod^ wirb 



ha^ ^ebräifd^e hasiddh 
TOö^nlic^ burdj »Äei^er" 
beutet. 

Azarias 2858. 

Baal 99. 

Babiloigne 104 ^af>t)lon. 

Bretaigue 2729 Britannien. 

Camelon 2594 (@trau$). 

Cesar 632 (Eäfar. 

Charle 565 ^arl b. <^. 



9«* 



*} Siele (Erflärer be^eid^nen mit biefem 9(u8bru(f ben ®tor(^, ber huidih s: 
liebrei(9 ^ei|e loegen feiner Mrforge fflr bie jungen. Luther ttberfeltte au^ rahun 
8 9Rof. 11, 18 unb 5 a»of. 14, 17 mit Storch, ber $iab 89, U fih: ®trou$ fle|t. 



— 440 — 



Cleopatras 2571 Cleopatra. 

Costeint 1309. 

Crist 2114, 2117 S^riftuiS. 

Davi = Daviz (Joies N. D. 233.) 
91, 525, 1443, 1439, 2010,2116, 
3247, 8769 2)ot)ib. . 

Daniel 3771. 

Ebreu 2593 ^ehx&x\^, 

Efrem 2095 ^pf^taim. 

Egypte 74 Sleg^pten. 

EUes 3140 ma^. 

Engleteire 13, 2717 @ng(anb. 

Esaü 69 @fau. 

Estefhe 3161 @tep^anud. 

Ethiope 962, 2226 ^tl^iopien. 

Eufrates 251 (Supl^rai 

Eve 388, 3234, 3239 @oa. 

France 11 e^^anlreid^. 

Franceis 2974 tJtanaöfifd^. 

Gedeon 85 @ibeon. 

Gieus, Gyueus, Gyeu, Gyu, Gyus, 
Gyeus (fo in A.) 80, 186, 495, 
626, 653, 1904, 710, 951, 1287, 
1427, 2132 3ube = Jueus. 

Golie 92 OJoIiatl^. 

Greu 2594 @ne(6ifc6 » Gregeis 
2973. 

GuiDame 7, 21, 4137. 

Jeremias 1590, 2628, 3772. 

Jerusalem 105, 462, 2197, 2896. 

Jeroboam 96. 

Jesus 492. 

Jesu Crist 119, 211, 476, 592, 
731, 1248, 1298, 1420, 1449, 
1635, 1722, 1918, 2074, 2088 
etc. 



Israel 68, 73, 1282, 1608, 3369. 

Job 1888 $io5. 

Johan3143, 3150, 3793 Sol^anne«. 

Johel 3772 SocI. 

Jonas 3127. 

Joseph 70, 395. 

Josue 84 Sofua. 

Judas 2093, 2130, 2168. 

Judas 2093 = 3uba. 

Legion 2777. 

Leopole 752 2eopoli^. 

Luctfer*) 48 (^ngel, Teufel). 

Madian 86 SRibianiter. 

Macabe 107 SRoccaböer. 

Marie 115, 1438, 8028, 3048. 

Misael 2858. 

Morice 3816 a»on|. 

Moyses 75, 83, 514, 1285, 2946, 

3765 SKofcg. 
Noe 65, 3752 ««oaß. 
Nüus 530, 1653 m. 
Ninivens 3130 S^iniptten. 
Noes 1309. 
Normandie 34. 
Normanz 36 9lonnannc. 
Oger 565 Dgier. 
Paris 3815. 
Paradixion 2973. 
Perre 1889, 8793 ?ctru«. 
Persant 3182 ^crfcr. 
Pharaon 71 $^arao. 
Phelipe 11 W^m 
Pilate 1429 $t(atug. 
Pol 130, 1207, 2113, 2879, 3793 

^auluiS. 



*) 2in einem flo»enif<:^en @<^uI6u(i^c »Zvon*, 3a|rg. 1881, ©on einem f. l. 

Srof. unb 9e9trfd«®(^uIinfpector findet ft(^ nac^ einer snitti^eiluna bed Dr. Weiüof 
R öfterreic^. SCbgeorbneten^aufe oom 10. SRai 1887 folgenbe <3teue: „9(U Sucifer 
ben £ei(anb brei fßlal in ber äBttfte oerfud^te unb ni^ti auSgeriAtet ^atte, würbe er 
ber aöOe oerwiefen unb foQte. bevor er roieber bort au @naben tarn, bie ft^Ied^teflen 
6tret(be auf ber Srbe ausführen. (Sv fc^uf bie Seutfden. (Er bat ntimlic^ um 
®efellf(^aft au< ber ^öKe unb erl^ielt von bort augeworfen jwei SSeiber: bie ®e« 
liebte eine« @oIbaten unb bie eine« ^inanaerd. mt biefen verworfenen SBeibem 
eraeugte ber ßdUenfttrft bie Sorfa^ren ber ^eutfd^en. ^a^er !ommt ed, baf bie 
^eutf(^en fo feinblic^ gegen ®ott unb bie gottedfilrci^tigen Slooenen finb. 9Bie 
ibnnten au^ bie ^aä^tommen be< AdnigS ber ^öQe fi(9 um^ie <5^re ®ottti fümmern 
unb bie Slac^fommen von SRÜitfir unb f^inanaerd bie flovenifc^e Station lieben r 



- 441 



Kaül 4139, 4144. 4149, 4168. 
Kenart 1308, 1842, 1267 3lctn* 

l^arb. 
Roboam 95. 
Salomon 98, 871, 1627, 2101 

©aronto. 
Samson 895 ©imfon. 
Sathan 611, 1814, 1915 ©atan. 
Saül 89 ©oul. 
Syon 2124 3ion. 



Thomas 2170. 

Ynde 740, 2965, 8203, 8206 

3nbi^n. 
Yndien 3182 3nbicr. 
Ysaac 67, 68 3fao!. 
Ysmael 67 g^moel. 
Ysaias, Ysaies 572, 2122, 

2946, 8149 3efatoS. 
Vigille 2607 SBiai«a (®cftim). 
Zacharie 1437 Sad^aria«. 



28* 



Pierer*8che Hofbachdrnekerei. Stephan Geibel A Co. in AUenburg. 



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