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Full text of "Sitzungsberichte und Abhandlungen der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft Isis in Dresden"

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Dresden. 

In Commission von Wamatz & Lehmann, Königl. Sachs. Hofbuchhändler, 

1892. 


Herausgegeben 

von dem Redactions - Comite. 


Jahrgang 1891. 

Juli Ms December. 

(Mit 1 Tafel.) 


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49 

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NH 


Naturwissenschaftlichen Gesellschaft 











































Bedactions-Comite für 1891: 

Vorsitzender: Prof. Dr. K. Rohn. 

Mitglieder: Dr. J. Deichmüller, Prof. Dr. 0. Drude, Geh. Hofrath Prof. Dr. 
H. B. Geinitz, Prof. Dr. H. Klein, Prof. Tr. Rittershaus undProf. Dr. B. Vetter. 
Verantwortlicher Redacteur: Dr. J. Deichmüller. 


Sitznngskalender für 1892. 

Januar. 7. Physik und Chemie. 14. Prähistorische Forschungen. 21. Zoologie. 
28. Hauptversammlung. 

Februar. 4. Botanik mit Zoologie. 11. Mathematik. 18. Mineralogie und Geologie. 
25. Hauptversammlung. 

März. 3. Physik und Chemie. 10 Prähistorische Forschungen. 17. Zoologie. 
24. Botanik. 31. Hauptversammlung. 

April. 7. Mineralogie und Geologie. 21. Mathematik. 28. Hauptversammlung. 
'\jMLai. 5. Physik und Chemie. 12. Prähistorische Forschungen. 19. Hauptver¬ 
sammlung oder 26. Excursion. 

Juni. 2. Zoologie. 16 Botanik. — Mathematik. 23. Mineralogie und Geologie. 

30. Hauptversammlung. 

Juli. 28. Hauptversammlung. 

August. 25. Hauptversammlung. 

September. 29. Hauptversammlung. 

October. 6. Mineralogie und Geologie. 13. Zoologie mit Botanik. — Mathematik. 

20 Physik uud Chemie. 27. Hauptversammlung. 

November. 3. Botanik. 10. Prähistorische Forschungen. 17. Physik und Chemie. 
24. Hauptversammluug. 

December. 1. Zoologie. 8. Botanik. — Mathematik. 15. Mineralogie und Geologie. 
22. Hauptversammlung. 


der 


Naturwissenschaftlichen Gesellschaft 



in Dresden. 


Herausgegeben 

von dem Redactions - Comite. 


Jahrgang 1891^^' F 

(Mit 2 Tafeln/^ .— . ^ 

{ JUN>liil892 ) 

^L T HSUH\M 


Dresden. 

In Commission von Warnatz & Lehmann, Königl. Sachs. Hofbuchhändler. 

1892. 












Inhalt des Jahrganges 1891 


I. Sitzungsberichte. 

I. Section für Zoologie S. 3 u. 23. — Ebert, R.: Entstehung der Korallen¬ 

riffe S. 23. — Thallwitz, J.: Ueber Parthenogenesis S. 3. — Vetter, 
B.: Bedeutung der convergenten Züchtung S. 3. — Excursion in den 
zoologischen Garten S. 3. — Neue Litteratur S. 3 u. 23. 

II. Section für Botanik S. 3 u. 23. — Aufforderung zur Unterstützung der 

Station am Plöner See S. 3. — Drude, 0.: Riesengebirgsflora S. 5; 
Kihlman’s biologische Forschungen an der nordeuropäischen Baum¬ 
grenze, pflanzen-phänologische Beobachtungen in Sachsen S. 5; Auf¬ 
findung einer wilden Art des Mais, Stickstoff-Assimilation durch die 
Wurzeln der Leguminosen S. 24-;.und H. B. Geinitz: Nutz¬ 

pflanzen der Erde S. 23. — König, CI.: Ausmalung der Stiefmütterchen- 
blüthe S. 5; Vorkommen der Bergkiefer in der Lausitz S. 24. — Nau¬ 
mann, A.: Vorlagen S. 5. — Scborler, B.: Anpassung der Pflanzen 
an trockene und nasse Standorte S. 5. — Sperber, J.: Vorkommen 
der Drehkiefer, mit Bemerk, von H. Engelhardt und CI. König, 
S. 24. — Wobst, A.: Ueber Jß^ÖMS-Bastarde S. 5. — Neue Litteratur 
S. 4 u. 5. 

III. Section für Mineralogie und Geologie S. 6 u. 24. — Beck, R.: Ge¬ 
schiebemergel bei Dresden S. 8; Bildung von Graphit bei der Contact- 
metamorphose S. 9; Kalksteinflötz des Rothliegenden im Marien sch acht 
bei Boderitz, Granit- und Syenitgebiet des Elbthals S. 27; Sumpfmergel 
bei Cotta, Aragonit von Hänichen S. 28. — Danzig, E.: Diluvium der 
Gegend von Zittau S. 25. — Doss, B.: Reise durch Norwegen und 
Schweden S. 25. — Ebert, 0.: Ammonites Geslinianus von Okerwitz, 
Zinnstein von Joachimsthal S. 27; Mineralien von Kupferberg S. 29. — 
Engelhardt, H.: Die Hebung Süd-Skandinaviens, neue Funde von 
Tertiärpflanzen im böhmischen Mittelgebirge S. 8; Tertiärpflanzen aus 
Süd-Amerika S. 25; Kreide-Flora von Niederschöna S. 29; Vorlagen 
S. 6, 8 und 25. — Francke, H.: Geologische Specialkarte von Sachsen, 
Section Altenberg S. 6, Section Brandis, Wurzen und Radeberg S. 25; 
Laumontit und Orthit von Weesenstein S. 9. — Geinitz, H. B.: An¬ 
gebliche Meteoriten von Wiesbaden S. 7 und von Radeberg S. 27; 
Meteorstein von Misshof S. 28; cenomane Versteinerungen von Nieder- 
grund S. 7; eocäne Kohle von Borneo, fossile Thiere der Pampas¬ 
formation S. 8; die geologische Landesuntersuchung von Sachsen, 
Gletscherschliffe bei Löbau S. 25; das organische Leben der verschie¬ 
denen geologischen Perioden S. 26; verstorbene Mineralogen und Geo¬ 
logen S. 6 u. 7; Vorlagen S. 8. — Kramsta, R.: Vorlagen S. 8. — 
Reibisch, Th.: Vorlagen S. 8. — Zschau, E.: ffliinoceros tichorrhinus 
aus dem Plauenschen Grund S. 25; Strontiangehalt des Aragonits aus 
dem Plauenschen Grund S. 29. — Neue Litteratur S. 6, 8, 9, 26 u. 29. 

IV. Section für prähistorische Forschungen S. 9 u. 29. — Deichmüller, 
J.: Neue Erwerbungen der K. prähistorischen Sammlung, Bericht über 
neuere Ausgrabungen S. 10; H. Schliemann f S. 9. — Döiing, H.: 
Heimath und Alter der europäischen Culturpflanzen S. 9 u. 10. — 
Putscher, W.: Vorlagen S. 10. — Schneider, 0.: Vorlagen S. 10. 
— Neue Litteratur S. 10. -- Besichtigung der K. prähistorischen 
Sammlung S. 29. — Excursion nach dem Burgwall bei Coschütz 
S. 11. 

V. Section für Physik und Chemie S. 11 u. 29. — Hempel, W.: Der neue 

Siemens-Ofen mit Regenerirung der Abgase und Abhitze S. 11. — 
Krone, H.: Das Photographiren der Sonne S. 11. 

VI. Section für Mathematik S. 12 u. 29. — Blochmann, R.: Grösse der 
Druckkräfte auf Eisenbahnschienen S. 12. — Helm, G.: Dioptrische 
Construction von Möbius S. 12. — Pröll, R.: Graphische Beziehungen 




IV 


zwischen Druck, Volumen und Temperatur, mit Bemerk, von G. Helm, 
L. Lewicki und G. Zeuner S. 29. — Rittershaus, Tr.: Graphische 
Methode zum Entwerfen von Regulatoren S. 12. — Rohn, K.: Ratio¬ 
nale Raumcurven vierter Ordnung S. 12. 

VII. Hauptversammlungen S. 12 u. 80. — Veränderungen im Mitglieder¬ 
bestände S. 16 u. 33. — Beamte der Isis im Jahre 1892 S. 35. — 
Kassenabschluss für 1890 S. 13 ü. 18. — Voranschlag für 1991 S. 13 
u. 19. — Reichenbach-Stiftung S. 13. — Pischke-Stiftung S. 30. 
— Capital-Schenkung S. 13. — Freiwillige Beiträge zur Gesellschafts¬ 
kasse S. 35. — Bericht des Bibliothekars S. 37. — Einrichtung eines 
Lesezirkels S. 18. — Ausfall von Hauptversammlungen S. 16. — 
Fabricius-Denkmal, Virchow-Medaille S. 12; Helmholtz-Feier 
S. 13 u. 30; Schliemann-Denkmal S. 13; F. v. Hauer-Feier S. 83. 
— Geographische Ausstellung in Bern S. 12. — Drude, 0.: Der neue 
botanische Garten S. 16. — Freyberg, J.: Die ballistisch-photogra¬ 
phischen Versuche von Mach und Salcher S. 31. — Herz, O.: 
Sammelreise nach Nordost-Sibirien S. 12. — Geinitz, H. B.: Neue 
Litteratur S. 12. — Rittershaus, Tr.: Die Lauffen-Frankfurter elec- 
trische Kraftübertragung S. 83. — Rohn, K.: Ueber magische Qua¬ 
drate S. 30. — Schneider, 0.: Der ägyptische Smaragd und seine 
Fundstätte S. 14. — Witting, A.: Das neue Infanteriegewehr und 
die ballistische Curve S. 13. — Excursionen in die Porcellanmanu- 
factur in Meissen, sowie nach Berggiesshübel S. 16. 

II. Abhandlungen. 

Beck, R.: Die Grundmoräne des nordischen Binneneises bei Dresden. S. 15. 

Doss, B.: Reiseskizzen aus Schweden und Norwegen, nebst Glacialerschei- 
nungen bei Dresden. S. 110. 

Örude, 0.: Die Ergebnisse der in Sachsen seit dem Jahre 1882 nach gemein¬ 
samem Plane angestellten pflanzen-phänologischen Beobachtungen. S. 59. 

Drude, 0., und König, CI.: Ueber das Vorkommen von Ainus viridis DC. 
in Sachsen. S. 43. 

Engelhardt, H.: Ueber fossile Pflanzen aus tertiären Tulfen Nordböhmens, 
mit Tafel I. S. 20. 

Engelhardt, H.: Ueber Kreidepflanzen von Niederschöna, mit Tafel II. 
S. 79. 

König, CI.: Zur Ausmalung der Stiefmütterchenblüthe. S. 48. 

König, CI.: Pinus montana Mill. in der sächsisch-böhmischen Oberlausitz 
nicht spontan. S. 106. 

Schweissinger, 0.: Ueber den heutigen Stand in der Chemie der Nahrungs¬ 
mittel. S. 3. 


Die Autoren sind allein verantwortlich für den Inhalt ihrer 

Abhandlungen . 


Die Autoren erhalten von den Abhandlungen 50, von den Sitzungs¬ 
berichten auf besonderen Wunsch 25 Separatabzüge gratis, eine'grössere 
Zahl gegen Erstattung der Herstellungskosten. 





, Sitzungsberichte 

der 

naturwissenschaftlichen G esellschaft 



in Dresden. 


1891 . 





23 



I. Section für Zoologie. 


Dritte Sitzung am 19. November 1891. (In Gemeinschaft mit der 
Section für Botanik.) Yorsitzender: Prof. Dr. B. Yetter. — Anwesend 
40 Mitglieder. 

Prof. Dr. 0. Drude bespricht den zweiten Band des Werkes von 
J. Kerner von Marilaun: „Das Pflanzenleben in Wort und Bild.“ 

Prof. Dr. B. Eberl hält einen Yortrag über die neueren Theorien 
von der Entstehung der Korallenriffe auf Grund der Arbeit von 
E. Langenbeck: „Die Theorien über die Entstehung der Koralleninseln 
und Korallenriffe und ihre Bedeutung für geophysische Fragen.“ 

Als Hauptverdienst Langenbeck’s bezeichnet der Vortragende, dass derselbe 
innerhalb der Gebiete, in welchen überhaupt Korallenriffe Vorkommen, 2 Gruppen 
unterscheide, welche sich durch ihre ganze Configuration, wie durch die Beschaffenheit 
der in ihnen gelegenen Korallenbauten scharf trennen lassen. Die eine umfasst ver¬ 
waltend die Regionen Westindiens mit mittelmeerischem Charakter, die andere 
die weiten ozeanischen Räume des stillen und indischen Ozeans, in denen Darwin 
und Dana ihre Studien gemacht, und hierdurch gelingt es ihm auch, die Theorien 
der Letzteren trotz aller Anfechtungen neuerer Korallenforscher wieder zu vollem 
Ansehen zu bringen. 


II. Section für Botanik. 


Fünfte Sitzung am 15. October 1891. Yorsitzender: Prof. Dr. 
0. Drude. — Anwesend 36 Mitglieder. 

Oberlehrer CI. König spricht unter Yorlegung von Zapfen und Ab¬ 
bildungen über das Yorkommen der Bergkiefer in der Lausitz. 
(Yergl. Abhandl. YIII.) 

Geh. Hofrath Dr. Geinitz trägt Einiges aus einer Abhandlung des 
Professors der Pflanzenphysiologie Lincoln Goodale in Cambridge, Mass., 
über die Nutzpflanzen der Erde vor, in welcher das schwierige 
Thema abgehandelt wird, ob die jetzt in der civilisirten Menschheit 
gebräuchlichen Nahrungs- und Nutzpflanzen die besten sind, ob sie den 
Yorrath erschöpfen, oder ob nicht noch andere, als die jetzt im Gebrauch 
stehenden Nutzpflanzen, sich dazu eignen, aus wildwachsenden Arten zu 
Culturpflanzen herangezogen zu werden. 

Prof. Drude erwidert dem Sinne der vorgetragenen Abhandlung gegenüber, 
dass die Zahl der „Culturpflanzen“ im engeren Sinne zwar verhältnissmässig gering¬ 
fügig sei (247 Arten bei A. de Candolle, von denen ca. 200 der Alten Welt, und nur 






24 


45 Amerika entsprungen sind), dass dieselbe aber ausserordentlich steigt, wenn 
man die in menschliche Pflege im weiteren Sinne genommenen hinzufügt. Dahin 
gehören zum Beispiel bei uns nicht nur die forstlichen Waldbäume, sondern auch 
die den Wiesenteppich zusammensetzenden Hauptarten, deren Ausbreitung in mensch¬ 
licher Gewalt liegt. So wie die reichen tropischen Länder an Civilisation zunehmen, 
so werden sich in ihnen auch die Nutzpflanzen der letzteren Kategorie mehren, es 
werden die Steinnuss-Palmen am Magdalena und die Kautschukbäume Brasiliens 
gerade so in Pflege genommen werden, wie es mit der Kokosnuss- und Sagopalme 
geschehen ist. Keines dieser Naturgeschenke wird die vernünftig handelnde Mensch¬ 
heit verloren gehen lassen; das aber, was die Culturpflanzen im engeren Sinne aus¬ 
zeichnet, und was sie anderen gegenüber unschätzbar macht, das ist die in ihnen 
steckende Arbeit von zahllosen Generationen des Menschengeschlechts, durchweiche 
nützliche Formen und Abarten herangebildet sind, schmiegsam und von bekannten 
Eigenschaften in der Hand des Feld bebauenden Menschen! 

Darauf spricht Prof. Dr. 0. Drude über die jüngste Entdeckung auf 
dem Gebiete des Ursprungs der Culturpflanzen: über die Auffindung 
einer wilden Art (oder Unterart) des Mais, Zea canina Wats. 

Dieselbe ist im Staate Guanajuato in Mexiko den Eingeborenen wohlbekannt 
geblieben, aber erst durch eine Sendung nach Cambridge, Mass., der Botanik offen¬ 
kundig geworden, wo der durch seine vielseitigen, vortrefflichen Arbeiten im Gebiete 
der systematischen Floristik Nord-Amerikas bekannte Gelehrte Sereno Watson ihr 
ein sorgfältiges Studium gewidmet hat. (Siehe Proceed. Amer. Acad. of Arts and 
Sciences, Bd. XX VT, S. 158, vom Juli 1891, und des Vortragenden ausführliches 
Referat in Engler’s botanischen Jahrbüchern, Anfang 1892.) Der Mais, über dessen 
amerikanischen Ursprung solange Zweifel obgewaltet hatten, obwohl die Pflanzen¬ 
geographie längst denselben zwischen Mexiko und Peru fixirt hatte, hat nun entweder 
einen anerkannten Stamm-Wildling, oder die Gattung Zea ist nicht mehr monotypisch, 
sondern besitzt 2 Arten: Zea Mays in Cultur, und Zea canina wild in Mexiko. Je 
nach den Anschauungen vom Specieswerth wird die Ursprungsfrage nunmehr so oder 
so ausgelegt werden, was jedoch pflanzengeographisch an der Hauptsache wenig 
ändert, dass der Ausgangspunkt der Cultur in ein helleres Licht für den Mais 
gerückt ist. 

Geh. Regierungsrath J. Sperber theilt mit, dass sich am Klein- 
hennersdorfer Berge die sogenannte „Drehkiefer“ in grösserem Bestände 
vorfindet. 

Ergänzende Mittheilungen werden von Oberlehrer EL Engelhardt 
und CI. König hinzugefügt. 

Letzterer bemerkt, dass Carl Hey er im 4. Bande seiner Encyclopädie der Forst¬ 
wissenschaften ausdrücklich sagt (S. 85): „Nicht räthlich ist die Samenernte von 
gedrehten Stämmen, weil sich diese nachtheilige Missbildung forterbt.“ Ein Beweis 
hierfür dürfte der Bestand selbst sein. 

Prof. Dr. 0. Drude hält noch einen Vortrag über den jetzigen Stand 
der Frage der Stickstoff-Assimilation durch die Wurzeln der 
Leguminosen in Verbindung mit den Untersuchungen über die nitriüci- 
renden Bacterien. 


III. Section für Mineralogie und Geologie. 


Vierte Sitzung am 22. Octolber 1891. Vorsitzender: Geh. Hofrath 
Dr. Geinitz. — Anwesend 45 Mitglieder. 

Dr. H. Francke, Assistent an der K. Technischen Hochschule, lenkt 
zuerst die Aufmerksamkeit auf die neuesten antiquarischen Kataloge von 





25 


Max Weg in Leipzig und bespricht hierauf eingehend die Sectionen 
Brandis, Wurzen und Radeburg der geologischen Specialkarte 
des Königreichs Sachsen unter Vorlegung einer grossen Anzahl von 
porphyrischen Gesteinen im Gebiete der ersteren und des Opalvorkommens 
im Granit der Umgegend von Radeburg. 

Im Anschluss hieran lässt der Vorsitzende den neuesten Uebersichts- 
plan des Geh. Bergrath Dr. H. Credner über den Stand der geolo¬ 
gischen Landesuntersuchung des Königreichs Sachsen im Sommer 
1891 circuliren, aus welchem die erfreulichen Fortschritte dieses trefflich 
geleiteten Institutes hervorgehen. 

Oberlehrer H. Engelhardt giebt hierauf einige Mittheilungen über 
die Tertiärpflanzen Südamerikas, speciell Bolivias, und überreicht 
der Gesellschaft seine beiden letzten werthvollen Arbeiten: „Ueber die 
Tertiärpflanzen von Chile“, Frankfurt a. M. 1891, und „Ueber die Flora 
der über den Braunkohlen befindlichen Tertiärschichten von Dux“, Halle 1891. 

Ferner gelangt durch denselben eine Anzahl von Blechkästchen aus 
der Fabrik des Herrn Anton Reiche in Dresden zur Vorlage, welche zur 
Aufstellung von mineralogischen und geologischen Sammlungen empfohlen 
werden. 

Durch Professor E. Z sch au sind dem K. Mineralogischen Museum 
5 Backzähne des Oberkiefers von Rhinoceros tichorhinus übergeben 
worden, welche im Gehängelehm an dem Syenit des Plauenschen 
Grundes unterhalb der Begerburg an derselben Stelle gefunden 
worden sind, von der das K. Museum Herrn Professor Zschau schon einen 
grossen Hornkern des Bison priscus verdankt. 

Schätzbare briefliche Mittheilungen von Dr. Bruno Doss in Riga 
vom 3./15. October 1891 über eine Reise nach Norwegen und Schweden, 
welche der Vorsitzende zur Kenntniss der Anwesenden bringt, sind in den 
Abhandlungen unter Nr. IX abgedruckt. 

Der Letztere berichtet noch über einen Ausflug nach Löbau, den 
er am 12. September d. J. zur Besichtigung der von J. Hazard, im N. 
Jahrbuche für Mineralogie 1891, 1. Bd., S. 213, sehr genau beschriebenen 
Gletscherschliffe auf einem granitischen Rundhöcker bei Gross- 
Schweidnitz, S.W. von Löbau, ausgeführt hatte. Die betreffende Stelle 
befindet sich unterhalb des oberen Dorfweges und ist durch einen Weg¬ 
weiser mit der Aufschrift „Zum Gletscherschliff“ kenntlich gemacht. 

Dr. E. Danzig in Rochlitz sendet nachstehende briefliche Mittheilung 
über das Diluvium der Gegend von Zittau ein: 

Rochlitz, den 21. September 1891. 

Im laufenden Jahrgange der Sitzungsber. der Kgl. Böhm. Gesellschaft der 
Wissenschaften, S. 231 u. ff., findet sich eine auch separat erschienene Abhandlung 
von Dr. A. Slavik: „Die Ablagerungen der Glacial-Periode und ihre Verbreitung in 
Nord-Böhmen“. Dieselbe veranlasst mich zu einigen Bemerkungen, da ich früher in 
den Abhandlungen der Isis einige zum Theil auf denselben Gegenstand bezügliche 
Notizen gegeben habe (Bemerkungen über das Diluvium innerhalb des Zittauer 
Quadergebirges, 1886, Abh. 4). 

Slavik hat von meinem anspruchslosen Aufsatz keine Kenntniss gehabt. Um 
so mehr freut es mich, dass er auch die meines Wissens von mir zuerst ausgesprochene 



26 


Ansicht vertritt, nach welcher die Diluviallager von Pankratz bei Gabel i. B., am 
Südfusse des Gebirgszuges gelegen, der das niedrige Gabeler Plateau im Süden vom 
Neissethal zwischen Kratzau und Grottau im Norden abtrennt, von Norden her über 
den zwischen Trögelsberg und Kalkberg eingeschnittenen Pankratzer Pass (420 m) 
gekommen sein müssen. 

Die betreäende Stelle steht bei mir S. 30, Z. 12 v. u.: „Es konnte also wohl 
auch über letzteren (nämlich den Pass) hinweg der Transport nordischen Materiales 
erfolgen, und gerade südlich (genauer südwestlich) der höchsten Stelle des Passes, 
kaum eine halbe Stunde davon entfernt, liegen die mächtigen Diluvialmassen von 
Pankratz!“ (NB. 3 Zeilen vorher, nach „Gebirgswall“, hätte ich noch einschalten 
sollen: „jenseits der von der Neisse durchflossenen Kratzauer Niederung.“) Slavik 
schreibt S. 248, Z. 9 v. o.: „Die Bildung des Schuttkegels*) kann man nicht anders 
erklären, als dass entweder ein Theil des Gletschers von dem bereits früher erwähnten 
Streifen zwischen Ketten und Weisskirchen noch weiter in den niedrigen Pass zwischen 
dem Trögelsberg und Kalkberg eindrang**) oder dass von hier die abfliessenden 
Gewässer des Gletschers Geschiebe bis zum Fusse des Trögelsberges hinunter 
schwemmten***). 

Ich gebe auch dem Verfasser nach seinen Darlegungen Recht, wenn er die 
vereinzelten noch südlicher gelegenen Feuerstein-Vorkommnisse dadurch erklärt, dass 
dieselben von der Pankratzer Gegend aus einfach durch fliessende Gewässer weiter 
transportirt worden seien. Das von mir beschriebene, von Slavik aber nicht gekannte 
Auftreten nordischer Geschiebe in der Umgebung des Hochwalds, 9—11 km west¬ 
nordwestlich vom Pankratzer Pass, in so bedeutender Höhe — bei Lückendorf bis 
520 m und bei Krombach bis 490 m — weist indessen darauf hin, dass aus Norden 
stammendes Material doch noch an anderen Stellen über das Zittauer Gebirge geschafft 
worden sein muss. 

Weiter möchte ich anführen, dass die Grenze der Glacial-Bildungen in der 
Neisse-Niederung nördlich vom Pankratzer Passe nach Osten zu keineswegs blos bis 
Weisskirchen reicht, um dann plötzlich nach Norden umzubiegen — wie Slavik 
meint (S. 244, Z. 4 v. o.) — denn die in meinen Notizen erwähnten, Feuersteine 
führenden Diluvialsande von Neundorf befinden sich etwa 1 Meile östlich von Weiss¬ 
kirchen, auf der linken Höhe des Gersbach-Thaies, eines rechten Nebenthaies der 
Neisse. 


Fünfte Sitzung am 12. November 1891. Vorsitzender’: Geh. Hofrath 
Dr. Geinitz. — Anwesend 31 Mitglieder. 

Unter Vorlegung nachstehender Schriften giebt der Vorsitzende einen 
Ueberblick über das organische Leben in den verschiedenen geo¬ 
logischen Gruppen nach den neuesten Publicationen von: 

J. G. Bornemann, Die Versteinerungen des cambrischen Schichtensystems der 
Insel Sardinien. Halle 1891; 0 

Sven Axel Tullberg, Skanes Graptoliter. Stockholm 1888, zum Vergleiche mit 

H. B. Geinitz, Die Graptolithen des K. Mineralogischen Museums in Dresden. 

1890; 

W. Waagen, Salt-Range Fossils, IV, 2. Geological Results, aus Palaeontologia 
In di ca. Calcutta 1891; 

E. Zimmermann, Neue Beobachtungen an Dietyodora. Zeitschr.~d.JDeutsch. 
geol. Ges. 1891; 

J. Will. Dawson, On new specimens of Dendrerpeton Acadianum, with 
Remarks on other Carboniferous Amphibians. Geol. Mag., April 1891; and Note 
on Hylonomus Lyelli, with Photographie reproduction of Skeleton. Geol. Mag., 
June 1891; 

J. G. Bornemann, Ueber den Buntsandstein in Deutschland und seine Be¬ 
deutung für die Trias. Jena 1889; 


*) Nämlich des Pankratzer Diluviums, 

**) D. h. von der Niederung am Nordfusse des Gebirgszuges sich nach dem 
Passe zu in südlicher Richtung heraufschob. 

***) Also von der Höhe des Passes bis zum Südfusse des Trögelsberges. 





27 


J. Felix und H. Lenk, Beiträge zur Geologie und Paläontologie der Republik 
Mexico. Stuttgart 1891; 

O. C. Marsh, The gigantic Ceratopsidae , or horned Dinosaurs, of North America; 
Restoration of Triceratops ; Restoration of Stegosaurus , American Journ. of Science 1891; 

Fr. Leuthardt, Ueber die Reduction der Fingerzahl bei Ungulaten. Jena 1890; 

A. Langenhan und M. Grundey, Das Kieslingswalder Gestein und seine 
Versteinerungen. Breslau 1891; 

Santiago Roth, Beobachtungen über Entstehung und Alter der Pampasformation 
in Argentinien. Zeitschr. d. Deutsch, geol. Ges. 1888; 

A. Günther, Die Dislocationen auf Hiddensoe. Berlin 1891; 

Schriften der physikalisch-ökonomischen Gesellschaft zu Königsberg 
i. Pr., 81. Jahrgang, Jubliäumsband 1890. Königsberg 1891. 

Aus den letzteren werden besonders hervorgehoben: 

Die Festschrift von 0. Tischler über Ostpreussische Grabhügel; die Festrede 
von L. Stieda, zur Geschichte der physikalisch-ökonomischen Gesellschaft; der Be¬ 
richt über die archäologisch-anthropologische Abtheilung des Provinzial-Museums 
von 0. Tischler, und der Bericht über die geologische Abtheilung von Prof. Dr. 
A. Jentzsch. 

Taubstummenlehrer 0. Ebert ist es gelungen, aus dem cenomanen 
unteren Pläner von Okerwitz bei Dresden mehrere Exemplare des seltenen 
Ammonites Geslinianus d’Orb. aufzufinden, der auch im Elbthalgebirge 
von Geinitz, I, Taf. 62, aus dem unteren Quader von Welschhufe abgebildet ist. 

Derselbe berichtet ferner über das Yorkommen des Zinnsteins in 
dem Mauritius-Schachte in den Hengstenerben bei Joachimsthal. 

Ein von dem Vorsitzenden zur Anschauung gebrachtes feigenför¬ 
miges Eisenstück, das in der Gegend von ft ade b erg aufgefunden und 
ihm zum Kauf angeboten worden war, hat sich nach Untersuchungen von 
H. B. Geinitz und von Oberbergrath CI. Winkler in Freiberg als ein 
künstliches weiches Eisen mit anhängenden glasigen Schlacken erwiesen, 
welches nach Ansicht des Regierungsraths Prof. Lewicki einem Puddel¬ 
ofen entstammt. 

Zum Schluss macht Sectionsgeolog Dr. R. Beck noch folgende Mit¬ 
theilungen : 

Vor Kurzem ist in dem Marienschacht bei Boderitz nahe der Prinzenhöhe 
das bekannte Kalksteinflötz erteuft worden, welches in der Schieferletten- und 
Thonsteinstufe des Mittel - Rothliegenden im Plauen sehen Grunde einen so charak¬ 
teristischen, auf eine weite Fläche hin zu verfolgenden Horizont bildet. Auf der von 
unserer Landesuntersuchung demnächst herauszugebenden Profiltafel II hatte Mark¬ 
scheider Hausse, welcher die Constructionen der Profile durch die Grubenreviere der 
dortigen Gegend im Aufträge ausführte, angegeben, dass der Kalkstein im Marien¬ 
schachte bei ungefähr 275 m Tiefe zu erwarten sei. Nun ist das Flötz bei 290,7 m 
Tiefe in 0,5 m Mächtigkeit angetroffen worden. Also diese erste Stichprobe unserer 
officiellen Profile ist sehr gut bestanden worden, sodass ich mir nicht versagen kann, 
darauf hinzuweisen. Der Kalkstein im Marienschachte ist von ganz derselben Be¬ 
schaffenheit, wie derjenige von Niederhässlich und Schweinsdorf. Organische Reste 
wurden in demselben jedoch nicht gefunden. — 

In den Erläuterungen zu Section Meissen hat Herr Sauer ausgeführt, dass das 
Granit- und Syenitgebiet der Gegend von Meissen als ein geologisch zu¬ 
sammengehöriges Ganzes zu betrachten ist, dessen Hauptglieder der normale Granit 
auf der einen Seite und der normale Syenit auf der anderen Seite durch allmähliche 
Uebergänge auch petrographisch eng mit einander verknüpft sind. Das petrographische 
Mittelglied, der Syenitgranit oder Hornblendegranitit, nimmt hierbei oft grosse Flächen 
in seiner Verbreitung ein. Bekanntlich gehört auch der Syenit des Plauenschen 
Grundes zu diesem Gebiet, welches, vielfach bedeckt durch jüngere Bildungen, sich 
noch weiter nach SO. hin, bis ins Lockwitz- und Müglitzthal erstreckt. Während in 
der Gegend dieser beiden letztgenannten Thäler der normale Granitit fehlt, kannte 
man seit langem schon von dort den Syenitgranit und den Syenit. 



28 


Neuerdings aber ist es mir gelungen, festzustellen, dass dieser proteusartige 
Complex granitischer Gesteine sich dort auch noch nach einer dritten Richtung hin 
verändert, nach dem Typus Diorit hin. Gehen wir nämlich vom typischen Syenit 
von Burgstädtel aus nach Weesenstein zu, so sehen wir, wie das Gestein durch sich 
steigernde Aufnahme von Biotit und Quarz und Vermehrung des Oligoklases in 
Hornblendegranitit übergeht. Dieser letztere aber verändert sich nach Wittgensdorf 
zu in der Weise, dass der Orthoklas nun fast ganz verschwindet, der Oligoklas da¬ 
gegen sich häuft und zugleich die Form scharf begrenzter Leisten annimmt. 

Das Gestein erhält so die ganz charakteristische Dioritstructur. Nach ihrem 
Vorwalten geordnet sind seine Gemengtheile die folgenden: Oligoklas—Hornblende, 
Biotit und Quarz — Orthoklas, Mikroklin und Apatit—Titanit, Magnetit, Pyrit, Zirkon und 
Orthit. Dieser Zusammensetzung und Structur nach ist es als ein Quarzglimmer- 
diorit oder Tonalit zu bezeichnen und mit dem bekannten Vorkommniss vom 
Monte Tonale zu vergleichen. Es ist besonders schön an dem Teiche, unweit der 
Pfützwiese zwischen Wittgensdorf und Röhrsdorf entwickelt. Ebendort kommt eine 
weitere, durch Uebergänge wiederum mit jenem verknüpfte Varietät vor, welche sich 
als ein Quarzaugitdiorit erwies. Sie besitzt ebenfalls typische Dioritstructur und 
besteht aus Oligoklas—Hornblende, Augit und Biotit—Quarz, Apatit—Magnetit, Pyrit 
und Zirkon. Der Augit ist ein Diallag. So haben wir also neben echten Graniten und 
Syeniten auch Uebergänge zu echten Dioriten in unserem grossen Eruptivmassiv, alle 
Varietäten aber bilden ein geologisches Ganze. — 

Die grossen Tiefbauten, welche zurZeit im Westen der Stadt Dresden im 
Gange sind, haben einige recht interessante Aufschlüsse, namentlich im jüngeren 
Diluvium und Alluvium ergeben» Besonders schön ist durch einen tiefen Bahn¬ 
einschnitt zwischen dem Schusterhaus bei Cotta und dem Friedrichstädter Bahnhof, 
sowie durch die Arbeiten beim Ausschachten des neuen Weisseritzbettes bei Cotta 
eine alluviale lacustre Bildung erschlossen worden. Dieselbe erreicht eine höchste 
Mächtigkeit von 3 m und ist, wie ich mich durch meine Abbohrungen mit dem Handbohrer 
überzeugte, rings um das Dorf Cotta herum verbreitet. Sie bildet einen mehrfach 
ausgebuchteten Complex von etwa 1 km im Durchmesser. Zuunterst besteht diese 
Ablagerung aus einem lichtgrauen Mergel, zuoberst aus einem braunen bis schwarzen 
sehr humosen Moormergel, oft mit Schmitzen von Kalksinter. Sowohl der untere, 
als ganz besonders auch der obere Mergel wimmelt von Schneckengehäusen. Das 
Vorkommniss ist nicht neu. Im K. Mineral.-geologischen Museum in Dresden befinden 
sich bereits aus dem Jahre 1858 gegen 35 Species aus diesem Moormergel von Cotta, 
Land- und Wasserschnecken, kleine Pisidien und Cyclas. Es gelang mir auch, Unio 
darin aufzufinden Wie ich höre, hat sich früher Instituts-Director Th. Reibisch 
mit dieser Fauna beschäftigt, von dem auch seiner Zeit die Exemplare im Museum 
bestimmt wurden. 

Noch zu bemerken ist, dass dieser alte Cottaer Sumpf sich in einer Einsenkung 
des dortigen Plänerterrains gebildet hatte. Zum Theil hatte er auch Geschiebelehm 
zum Untergrund. 

Auch die Leubnitzer Wiesen nordöstlich von dem Dorfe haben durchweg einen 
feinsandigen Mergel zum Untergrund, welcher eine Schneckenfauna enthält, besonders 
Pupa und Pisidium. Ein lang gestreckter von NW. nach SO. verlaufender niedriger 
Rücken von Geschiebemergel, welcher dem flachgeneigten Berggehänge hier vorliegt, 
war bei Leubnitz die Ursache der Wasseranstauung und Versumpfung. Auch im Dorfe 
Strehlen ist ein Moormergel, zuweilen in torfartige Massen übergehend, verbreitet. — 

Es wird endlich eine Aragonitbildung vorgelegt, welche sich im Verlaufe 
von 25 Jahren in einer aus Brettern gezimmerten sogenannten Wasserlutte des 
Berglustschachtes bei Hänichen abgesetzt hat. Dieselbe bildet ein 0,5 bis 1 cm 
dickes Incrustat auf der ehemaligen Innenwand der Lutte und zeigt als Abdruck 
die Structur des Holzes, auf dem sie auflag. 


Sechste Sitzung am 10. December 1891. Vorsitzender: Geh. 
Hofrath Dr. Geinitz. Anwesend 31 Mitglieder. 

Der Vorsitzende berichtet über den am 10. April (20. März a.| St.) 
1891 bei Misshof in Kurland niedergefallenen Meteorstein, welcher 
von Dr. Bruno Doss in Riga, in den „Arbeiten des Naturforscher-Vereins 




29 


zu Riga“, Neue Folge, 7. Heft, 1891, in ausgezeichneter Weise eingehend 
beschrieben worden ist. Ein ansehnliches Stück dieses Meteoriten nebst 
Modell seiner ursprünglichen Form und Grösse von 5630 gr., welche das 
K. mineralogische Museum der freundlichen Vermittelung des Herrn Dr. 
Doss und dem Naturforscher-Vereine zu Riga verdankt, werden vorgelegt. 

Taubstummenlehrer 0. Ebert empfiehlt sodann eine hübsche, für 
Anfänger geeignete Zusammenstellung von Mineralien, 25 Stück für 2 M. 
60 Pf., welche durch Oberlehrer Eduard Heger in Kupferberg in 
Böhmen zu beziehen ist, und lenkt ferner die Aufmerksamkeit auf den 
von Bruno Krause herausgegebenen Dresdener Heimatsatlas, 1891, 
welcher in Königl. Sächsischen Schulen schon gute Aufnahme gefunden hat. 

Oberlehrer H. Engelhardt spricht hierauf über die fossile Flora 
von Niederschöna in Sachsen (vergl. Abhandl. VII), 

woran Prof. E. Zschau einige vorläufige Mittheilungen über den 
Strontiangehalt mehrerer Aragonite aus dem Plauenschen 
Grunde anschliesst. 


IV. Section für prähistorische Forschungen. 

\ _ 

Dritte Sitzung am 4. November 1891. Vorsitzender: Dr. J. 
Deichmüller. — Anwesend 44 Mitglieder und Gäste. 

Einer Einladung des Herrn Geh. Hofrath Dr. Geinitz folgend be¬ 
sichtigte die Section unter Führung des Vorsitzenden die im Wallpavillon 
des K. Zwingergebäudes neu aufgestellte K. prähistorische Sammlung 
mit ihren reichen Schätzen aus Sachsens Vorzeit. 


V. Section für Physik und Chemie. 


Die Section hielt im zweiten Halbjahr 1891 keine Sitzungen ab. 


VI. Section für Mathematik. 


Dritte Sitzung am 10. December 1891. Vorsitzender: Prof. Tr. 
Rittershaus. — Anwesend 13 Mitglieder. 

Civilingenieur Dr. R. Pro eil hält einen Vortrag über graphische 
Beziehungen zwischen Druck, Volumen und Temperatur. 

Im Anschluss an einen früheren Vortrag, betreffend die graphische Analyse von 
Indicatordiagrammen bei Wärmemotoren, entwickelt der Vortragende eine neue 
Construction zur graphischen Bestimmung der Temperaturen bei Zustandsänderungen 
von Gasen und Dämpfen, oder eines Gemisches von Gasen und Dämpfen, welche 
nach dem Gesetzpv« == C vor sich gehen, und zeigt mit Zuhilfenahme bereits be¬ 
kannter Constructionen polytropischer Curven (Verfahren von Brauer) und anderer 
in Betracht kommenden Grössen, wie man im Stande ist, hiernach graphisch wiehti ge 
thermodynamische Aufgaben der Praxis zu lösen, insbesondere zu finden, wie gross 










30 


die Arbeitsleistung eines Druckluftvolumens ist, welches adiabatisch nach dem Gesetz 
pv 1 ^ 1 = C expandirt oder in Folge einer gewissen Beimischung von Dampf, wie 
bei Druckluftmotoren üblich, nach einer bestimmten polytropischen Curve pv™ == C, 
in der n einen gewissen, von den Temperaturen und den Voluminas des Anfang- und 
Endzustandes abhängigen Werth annimmt. 

Die Construction der Temperatmen gestattet unmittelbar, auch graphisch die 
Reduction der betreffenden Volumina vorzunehmen und die Arbeitsfläche zu construi- 
ren, welche der anfänglichen und während der Expansion zugeführten Wärmemenge 
äquivalent ist. 

Die Anwendung der vorgeführten graphischen Methoden gestaltet sich besonders 
einfach bei Bestimmung der Arbeitsfläche von Luftcompressoren, bei denen eine 
bestimmte Temperaturänderung während der Compression angenommen ist. Die 
graphisch ermittelten Werthe stehen dabei in guter Uebereinstimmun g mit den durch 
genaue Rechnung ermittelten, sodass die Methoden auch praktisch brauchbar er¬ 
scheinen, abgesehen davon, dass sie auch handlich sind. 

Zum Schlüsse führt der Vortragende noch das Beispiel eines sogenannten Ver- 
bundcompressors vor und eine Zeichnung mit graphisch ermittelten Zahlenwerthen, 
die deutlich erkennen lassen, welch wichtige Folgerungen sich aus denselben für die 
Construction von Luftcompressoren ziehen lassen. 

In der an den Yortrag geknüpften Debatte theilen Geheimrath Prof. 
Dr. G. Zeuner und Regierungsrath Prof. L. Lewicki ihre eigenen An¬ 
schauungen über einige Punkte des behandelten Gegenstandes mit. 

Prof. Dr. G. Helm macht noch darauf aufmerksam, dass die ange¬ 
gebenen Constructionsmethoden ausser ihrer Anwendung auf die Thermo¬ 
dynamik auch ein rein geometrisches Interesse bieten. 


VII. Hauptversammlungen. 


Sechste Sitzung am 29. October 1891. Vorsitzender: Prof. Dr. 
K. Rohn. — Anwesend 30 Mitglieder. 

Der Vorsitzende theilt mit, dass das von dem am 8. März 1891 verschiedenen 
Mitgliede, dem Rais. Russischen Oberst a. D. Nicolai von Pischke, der 
„Isis“ Jetztwillig ausgesetzte Legat von 500 M. von dem Testamentsvoll¬ 
strecker ausgezahlt worden ist. 

Für dieses Geschenk, durch welches der Verewigte die Zwecke unserer 
Gesellschaft in so hochherziger Weise gefördert hat, sind wir ihm zu 
dauerndem Danke verpflichtet. Ehre seinem Andenken! 

Der Vorsitzende macht ferner darauf aufmerksam, dass am 2. No¬ 
vember d. J. Geheimrath von Helmholtz in Berlin sein 50jähriges 
Professoren-Jubiläum feiern wird. Die Gesellschaft beschliesst, dem hoch¬ 
verdienten Gelehrten zu seinem Ehrentage ihre Glückwünsche auszusprechen. 

Prof. Dr. K. Rohn hält nun einen Vortrag über magische Qua¬ 
drate. 


Siebente Sitzung am 3. December 1891. Vorsitzender: Prof. 
Dr. R. Rohn. — Anwesend 57 Mitglieder und Gäste. 

Das Ergebniss der statutengemäss vorgenommenen Neuwahl der Be¬ 
amten für das Jahr 1892 ist auf S. 35 zusammengestellt. 







31 


Privatdocent Dr. J. Freyberg spricht über die ballistisch-photo¬ 
graphischen Versuche von Mach und Salcher. 

Bereits im Jahre 1885 hat sich Prof. Mach in Prag bemüht, die durch Geschosse 
in der Luft eingeleiteten Vorgänge sichtbar zu machen und zu fixiren. Die anfäng¬ 
lich negative Resultate ergebenden Versuche sind in den letztvergangenen Jahren 
wieder aufgenommen und mit grossem Erfolge durchgeführt worden. Die Ergebnisse 
derselben wurden in einer Reihe von Arbeiten der Kais. Akademie d. Wiss. in Wien 
vorgelegt und in deren Berichten zuerst veröffentlicht. 

Die Sichtbarmachung der ein fliegendes Geschoss umgebenden Luftmassen 
gelang Mach mittelst der von A. Toepler bereits Anfangs der sechziger Jahre er¬ 
fundenen Schlieren-Methode*). einer sehr empfindlichen refractoscopischen 
Methode, deren Zweck allgemein der ist, gewisse sonst unsichtbare Processe und 
Erscheinungen in durchsichtigen Medien direct sichtbar zu machen, und deren Ver¬ 
wendung in den Händen geschickter Experimentatoren die Lösung mannichfacher 
praktischer, wie theoretischer Fragen herbeigeführt hat. 

Die Fixirung der sichtb argem achten Erscheinungen erfolgte durch Moment¬ 
photographie. Die Beleuchtung hierbei gab der kurz andauernde, seines Gehaltes 
an ultravioletten Strahlen wegen photographisch sehr wirksame Entladungsfunken 
einer Leydener Flasche geeigneter Capacität. Um mit diesem Lichte auszureichen, 
mussten die Bilder klein aufgenommen werden; der Durchmesser der Originalauf¬ 
nahme betrug etwa 8 mm. 

Die erste Reihe solcher ballistisch-photographischer Versuche, zu deren Aus¬ 
führung sich Mach mit Prof. Salcher in Fiume verband, fand unter Benutzung 
folgender Versuchsanordnung statt. Der Schliessungskreis einer Leydener Flasche 
enthielt zwei Unterbrechungsstellen, von denen die eine in Glasröhren eingeschlossene 
Drähte als Elektroden besitzt. Das zwischen den letzteren hindurch geschossene Projectil 
führt nach Zertrümmerung der Glasröhren die Entladung der Leydener Flasche herbei 
und damit auch die Auslösung eines elektrischen Funkens von bestimmter Dauer an der 
zweiten Unterbrechungsstelle, Dieser Funken beleuchtet die Umgebung des Projectils 
vor dem Kopfe des Schlierenapparates (Fernrohrobjectiv mit grosser Oeffnung). Durch 
letzteren wird von dem Beleuchtungsfunken ein Bild auf dem Objective einer photo¬ 
graphischen Kammer entworfen, das aber ganz oder theilweise abgeblendet wird, so 
dass nur irregulär gebrochene Lichtstrahlen zur lichtempfindlichen Platte gelangen 
und daselbst ein Bild von den Drahtelektroden, dem Projectil und den Dichtenänder¬ 
ungen der umgebenden Luft erzeugen. 

Zu diesen Versuchen fanden Geschosse eines Werndl-Infanterie-Gewehres mit 11 mm 
Kaliber, eines Werndl-Carabiners, sowie eines Guedes-Infanterie-Gewehres mit 8 mm 
Kaliber Verwendung. Die Photogramme, welche in 2 bis 4 Meter Entfernung 
von der Gewehrlaufmündung aufgenommen wurden, zeigen, sobald die Projectilge- 
schwindigkeit die normale Schallgeschwindigkeit von ca. 340 m/sec übersteigt, vor 
dem Geschosskopf eine sehr deutliche Verdichtungswelle, — eine Art stationäre 
Schallwelle, — deren akustische Wirkung in einem Knall besteht. Die sichtbare 
Grenze der Luftwelle ähnelt im Bilde einem das Geschoss umgebenden Hyperbelast, 
dessen .Scheitel vor dem Kopf des Projectils und dessen Axe in der Flugbahn liegt. 
Durch Rotation dieser Meridiancurve um die Schusslinie erhält man eine Vorstellung 
von der Luftverdichtungsgrenze im Raume. — Die Aufnahmen lassen ferner, von der 
Kante des Geschossbodens ausgehend, ähnliche aber geradlinige Grenzstreifen (Ver¬ 
dünnungswelle) erkennen, die symmetrisch zur Schusslinie divergirend rückwärts ver¬ 
laufen. Bei wachsender Projectilgeschwindigkeit werden die Winkel der Grenzstreifen 
mit der Schusslinie immer kleiner. Mach maass an verschiedenen Bildern diese Winkel 
a und berechnete mit Hilfe der Schallgeschwindigkeit v die Projectilgeschwindigkeit 
w aus der Beziehung sin u—v/w. — Bei sehr hohen Geschossgeschwindigkeiten er¬ 
wies sich der Schusskanal hinter dem Projectil mit eigenthümlichen Wölkchen erfüllt, die 
durch einströmende, wirbelbildende und hierbei sich erwärmende Luft zustande kommen. 

Diese Ergebnisse lehren, dass die Energie eines fliegenden Geschosses zur Er¬ 
regung und Unterhaltung theils einer gewaltigen Schallwelle, theils zur Erzeugung 
von Luftwirbeln verwandt wird. 

*) Näheres über diese Methode siehe: 

Toepler, Beobachtungen nach einer neuen optischen Methode. Bonn 1864. 

Wüllner, Lehrbuch d. Experimentalphysik. 1883, Bd. 2, S. 261. 

Vergl. auch diese Berichte: Jahrgang 1877, S. 134. 




32 


Im Grossen und Ganzen zeigen die von der Luftbewegung um ein Projectil 
gewonnenen Momentbilder viel Aehniichkeit mit den Vorgängen bei einem im Wasser 
schnell vorwärts bewegten Schiffe. Dort erblickt man auch die vordere und hintere 
Wellengrenze und die Wirbel im Kielwasser. 

Die beiden genannten Physiker sind in der Lage gewesen, die Brauchbarkeit 
ihr es Verfahrens bei dergl eichen Versuchen in grösserem Maassstabe 
mit Kanonenproj ectilen darzuthun. Prof. Mach folgte einer Einladung der 
Firma Krupp nach derem Schiessplatze in Meppen zur Ausführung von Versuchen 
mit verschieden geformten Geschossen von 4 cm Kaliber und ca. 670 m/sec Ge¬ 
schwindigkeit, während Prof. Saleher mit Unterstützung der Marinesection des östr.- 
ung. Reichskriegsministeriums in den Stand gesetzt wurde, in Pola Projectile grösseren 
Kalibers (9 cm), aber geringerer Geschwindigkeit (448 m/sec) zu verwenden. Die 
momentane Beleuchtung wurde auch hier in allen Fällen durch den Funken einer 
Leydener Flasche bewirkt. Auf die Ladung dieser Flasche — deren Entladung 
wiederum durch das Geschoss eingeleitet wurde — musste sofort die Oeffnung der 
photographischen Kammer, der Schuss und der Schluss der Camera folgen. Diese 
Manipulationen wurden zum Theil elektrisch bewirkt und zwar bei Mach durch einen 
ingenieusen Apparat, der automatisch die Leydener Flasche, nach Erreichung des 
erforderlichen Potentials, ausser Verbindung mit der ladenden Influenzmaschine setzte, 
sie aber dafür in die zu den Funkenstellen führende Leitung einschaltete. — Die 
Entfernung der Geschützmündung vom Kopfe des Schlierenapparates betrug hierbei 
12 bezw. 18 Meter. 

Die Versuche in Meppen wie in Pola, obwohl unter viel ungünstigeren Verhält¬ 
nissen als im Laboratorium angestellt, führten zu mannichfachen, in physikalischer, 
wie ballistischer Hinsicht lehrreichen Ergebnissen. Die erzielten Aufnahmen Hessen 
nicht nur die bereits früher beobachteten Erscheinungen in ausgesprochenster Weise 
erkennen, sondern sie zeigten auch neue Einzelheiten, wie z. B. die charakteristische 
Gestalt der Kopfwelle vor Stumpfgeschossen, die in grosser Regelmässigkeit auf¬ 
tretenden, gegen die Geschossaxe verschieden stark geneigten Gruppen der vom 
Projectilmantel ausgehenden Wellen, die Entstehung der früher nur im Schusskanal 
beobachteten Luftwirbel am Mantel des Geschosses u. a. m. 

Die bei den Versuchen in Meppen gemachten Erfahrungen hatten gelehrt, dass 
die Kenntniss von den Luftbewegungen in der Umgebung eines Geschosses nur durch 
eine im Laboratorium zu erreichende sorgfältige Ausführung und vielfache Abänderung 
der Experimente gefördert werden könne, weshalb Mach im Verein mit seinem Sohne 
Ludwig nach ihrer Heimkehr im Prager physikalischen Institute alsbald weitere 
ballistisch-photographische Versuche unternahmen. Die dabei verwendeten Projectile 
eines Werndl-Gewehres mit 11 mm Kaliber variirten nach Form, Gewicht, An¬ 
fangs g es ch windigkeit und Material. Es waren Geschosse aus Messing und 
Aluminium, die ein- oder beiderseitig zugespitzt oder senkrecht zur Axe abgeschnitten 
waren und ganz verschiedene Länge — von 28 bis 76 mm — besassen. Bei stets 
gleicher Pulverladung wurden mit diesen Geschossen verschieden grosse Geschwin¬ 
digkeiten (bis zu 900 m/sec) und deshalb sehr charakteristische Aufnahmen mit 
Hilfe des wesentlich vereinfachten Meppener Apparates erzielt. 

Der Vortragende projicirt am Schlüsse seiner Ausführungen in ungefähr 400- 
facher Vergrösserung der Originalaufnahmen eine Reihe Photogramme, theils Origi¬ 
nale, theils vergrösserte Copien von solchen, welche die Entwickelung des Schusses 
veranschaulichten. Diese Bilder lassen als besonders bemerkens werth Luftverdicht¬ 
ungen (Schallwellen) erkennen, welche, ehe noch das Projectil aus dem Lauf getreten 
ist, demselben vorauseilen; sie zeigen ferner die Form der aus dem Laufe ausge- 
stossenen Luft, sowie die der nachfolgenden Pulvergase (Luft- bez. undurchsichtiger 
Pulverpilz), die Verdichtungswellen am Kopfe und am Mantel der verschiedenartigsten 
Geschosse, die Reflexion einer Kopfwelle an einer durchschossenen Cartonwand, sowie 
deren sofortige Neubildung hinter dem Carton, die Wirbelbildung im Schusskanal u. a. m. 

Die Ergebnisse der Mach - Salcher’schen Schiessversuche sind bereits durch Dr. 
D o s s in Riga zur Erklärung der Schallphänomene beim Niedergange eines Meteoriten 
mit Erfolg herangezogen worden. 


Achte Sitzung am 17. December 1891. Vorsitzender: Dr. F. Raspe. 
— Anwesend 54 Mitglieder und Gäste. 




33 


Geh. Hofrath Dr. Geinitz theilt mit, dass am 30. Januar 1892 
Hofrath Franz von Hauer, Intendant des K. K. naturhistorischen Hof¬ 
museums in Wien, sein 70. Lebensjahr vollendet. "Die Gesellschaft be- 
schliesst, ihrem hochverdienten Ehrenmitgliede an diesem Tage ein Glück¬ 
wunschschreiben zu senden. 

Prof. Tr. Rittershaus spricht über die Lauffen-Frankfurter 
electrische Kraftübertragung. 


Veränderungen im Mitgliederbestände. 

Gestorbene Mitglieder: 

Im Alter von 50 Jahren starb am 30. August 1891 in Karlsruhe 
Hofrath Dr. Leopold Just, ordentlicher Professor der Pflanzenphysiologie 
und Agriculturchemie an der technischen Hochschule und Vorstand des 
botanischen Gartens in Karlsruhe, correspondirendes Mitglied der „Isis“ 
seit 1874. — 

Am 10. September 1891 verschied in Zwickau Gewerberath Her¬ 
mann August Herbrig, correspondirendes Mitglied seit 1870. — 

In Freiberg starb am 12. September 1891 Bergrath Gustav Kreischer, 
Professor der Bergbaukunde an der Bergakademie, correspondirendes Mit¬ 
glied seit 1852. — 

Am 14. December 1891 verschied in Breslau Geh. Bergrath Professor 
Dr. Ferdinand Römer, Ehrenmitglied unserer Gesellschaft seit 1868. 

Per Verewigte war am 5. Januar 1818 zu Hildesheim geboren und studirte 
1886—1841 in Göttingen, Heidelberg und Berlin, wo er 1842 auch promovirte. Nach 
Rückkehr von einer in den Jahren 1845—1847 durch Nordamerika unternommenen natur¬ 
wissenschaftlichen Reise begann er seine Lehrthätigkeit 1848 als Privatdocent an der 
Universität Bonn, 1855 folgte er einem Rufe als Professor der Mineralogie und Geo¬ 
logie an die Universität Breslau, an welcher er bis zu seinem Tode mit hervor¬ 
ragendem Erfolge wirkte. Von seinen zahlreichen Schriften, durch welche er sich 
einen bedeutenden Namen in den weitesten Kreisen erwarb, seien hier nur hervor- 
gehoben: Das rheinische Uebergangsgebirge, 1844, Lethaea geognostica, 1852—1854, 
Lethaea palaeozoica, 1880, Geologie von Oberschlesien, 1867, und als Ergebnisse seiner 
Reise durch die Vereinigten Staaten von Nordamerika: Texas mit besonderer Rück¬ 
sicht auf die deutsche Auswanderung, 1849, die Kreidebildungen von Texas, 1852, 
die sibirische Fauna von Tennessee, 1860, Geologische Reisenotizen aus der Sierra 
Morena, 1873, und Graptocarcinus Texanus, 1887. — 

Am 18. December 1891 verschied in Gotha Bergingenieur Alfred 
Purgold, Mitglied der Isis seit 1880. 

Geboren am 23. Juni 1820 in Gotha erhielt der Verewigte seine erste Bildung 
auf dem Gymnasium, später auf dem Realgymnasium seiner Vaterstadt, welches er 
1838 mit dem Reifezeugniss verliess, um auf der Bergschule in Clausthal berg¬ 
männische Studien zu treiben. 1841 siedelte er nach Göttingen, 1842 nach Freiberg 
über, um hier seine Studien abzuschliessen. Nach Ablegung der Staatsprüfung in 
Gotha ging er auf kurze Zeit nach Frauenfeld in der Schweiz als Ingenieur der 
Maschinenfabrik von Sulzberger. 

Eine entscheidende Wendung gab seinem Leben 1843 ein Ruf als technischer 
Beistand an die -von dem Archäologen Dr. Em. Braun, dem damaligen Leiter des 
archäologischen Instituts in Kom, begründete Anstalt zur galvanoplastischen Verviel¬ 
fältigung von Kunstwerken. Hier trat Purgold mitten in einen Kreis junger deut¬ 
scher Gelehrter, die damals auf dem Capitol versammelt waren: der Arohäolog 
Heinr. Brunn, der Numismatiker Julius Friedländer, Theodor und Tycho Mommsen, 





34 


Wilhelm Henze. Die weitreichenden Verbindungen des Ersteren vermittelten ihm die 
Bekanntschaft mit den bedeutenderen italienischen Mineralogen, wie Professor Ponzi, 
dem päpstlichen Minister Spada u. A. 

Zur praktischen Bethätigung seines bergmännischen Berufes gelangte er 1844 
auf dem Eisenhüttenwerk von Benucci in Terni, 1846 trat er in die Dienste des 
Fürsten Al. Torlonia, der auf seinen ausgedehnten Besitzungen im Kirchenstaate 
Bergbau auf Kohlen und Metalle anzulegen beabsichtigte und in dessen Auftrag er 
1.848 nach Deutschland reiste, um geeignete Arbeitskräfte für diese Unternehmungen 
zu gewinnen. 1851 verheirathete er sich mit der Tochter des Superintendenten 
Gerlach aus Wangenheim bei Gotha; leider trennte schon 1853 der Tod die glück¬ 
liche Ehe. 

Durch diesen Verlust wurde ihm der Aufenthalt in Italien verleidet, er kehrte 
nach Deutschland zurück, um hier zunächst in verschiedenen Bergbaugebieten als 
bergmännischer Sachverständiger thätig zu sein. 1860 liess er sich in Aussig nieder 
und erwarb sich hier bald einen bedeutenden Namen als technischer Rathgeber im 
Braunkohlenbergbau, sodass er 1868 zum technischen Leiter der Gewerkschaft 
Britannia in Mariascbein bei Teplitz berufen wurde, deren Werke er über ein Jahr¬ 
zehnt mit grosser Umsicht verwaltete. 1880 zog er sich in das Privatleben zurück und 
liess sich in Blasewitz nieder. 

Die sieben Jahre, welche er hier verlebte, bildeten für ihn eine Zeit wissenschaft¬ 
licher Müsse. Der Wunsch nach 'Verkehr mit Fachgenossen führte ihn 1880 in den 
Kreis unserer Gesellschaft, in deren mineralogisch-geologischer Section er nicht 
allein Förderung seiner wissenschaftlichen Interessen, sondern auch die Möglichkeit 
zu finden hoffte, Anderen von dem reichen Schatze seiner Kenntnisse mitzutheilen. 
Mit Wort und Schrift betheiligte er sich eifrig an den Arbeiten dieser Section, durch 
Vorträge und längere Abhandlungen machte er weiteren Kreisen die Ergebnisse 
seiner krystallographischen Untersuchungen bekannt. Von letzteren heben wir nur 
hervor die über Zwillingsbildungen des Orthoklases, über die geologische Grubenrevier¬ 
karte des Kohlenbeckens von Dux-Brüx, über Kalkspathkrystalle (Abhandl. Isis 1881, 
Nr. III, V und VIII), über die Diamanten und über die Meteoriten des Dresdner 
K. mineralogischen Museums (eb. 1882, Nr. I und VIII), über regelmässige Ver¬ 
wachsungen des Rothgiltigerzes (eb. 1886, Nr. VIII); in einem Berichte über die 
mineralogischen Ergebnisse einer Reise nach Italien lenkte er die Aufmerksamkeit 
auf das uralte Zinnvorkommen in Toskana (Sitzungsber. Isis 1884); zahlreiche 
kleinere krystallographische und mineralogische Mittheilungen sind in den Jahrgängen 
1881—1887 der Sitzungsberichte unserer Gesellschaft niedergelegt, ln Anerkennung 
seiner Verdienste um die Section wählte ihn diese 1882, 1883 und 1887 zu ihrem 
zweiten, 1884—1886 zu ihrem ersten Vorsitzenden. 

Zunehmendes Alter veranlasste Purgold, 1887 nach Gotha überzusiedeln, um im 
Kreise naher Verwandter seinen Lebensabend zu beschliessen. Seine kostbare, an 
seltenen Krystallformen reiche Mineraliensammlung, die er bereits als Student in Claus¬ 
thal begonnen und auf seinen zahlreichen Reisen unermüdlich vervollkommnet hatte, 
schenkte er seiner Vaterstadt Gotha, wo sie eine Zierde des herzoglichen Museums 
und ein bleibendes Andenken für den Stifter bildet. Unserer Gesellschaft, welcher 
er bis zu seinem Tode als correspondirendes Mitglied angehörte, hat er auch aus 
der Ferne seine volle Aufmerksamkeit zugewandt und seinem Interesse an deren Ge¬ 
deihen noch kurz vor seinem Tode in hochherziger Weise durch ein beträcbtliches 
Legat zu wissenschaftlichen Zwecken Ausdruck gegeben. Ehre seinem Andenken! — 


Neu aufgenommene wirkliche Mitglieder: 

Bergt, Waith., Dr. phil., Gymnasiallehrer in Dresden, 

Carl, Osc., Institutslehrer in Dresden, 

Günther, Rieh., Architect in Dresden, am 3. December 1891; 
denke, Andr., Lehrer in Dresden, am 29. October 1891; 

König, Otto, Privatus in Dresden, 

Morgenstern, Osc., Privatlehrer in Dresden, 

Schaede, Benno, Amtsgerichtsrath a. D. in Dresden, am 29. October 1891; 
Seyde, Ernst, Kaufmann in Dresden, am 17. December 1891; 


am 29. October 1891; 


am 3. December 1891; 




35 


Thiele, Joh,, Dr. ph.il., Assistent am K. zool. Museum in Dresden, am 
3. December 1891; 

Wolf, Th., Dr. phil., Geolog in Dresden-Plauen, am 17. December 1891. 

Aus den correspon dir enden in die wirklichen Mitglieder ist über¬ 
getreten : 

Hofmann, Herrn., Dr. phil., in Blasewitz. 

In die correspondirenden Mitglieder ist übergetreten: 

Steuer, Alex., Student in Strassburg i. E. 


Freiwillige Beiträge zur Gesellschaftskasse 
zahlten: Student von Alberti, Freiberg, 3 Mk.; Dr. Amthor, Hannover, 
3 Mk.; Oberlehrer Dr. Bachmann, Plauen i. V., 3 Mk.; K. Bibliothek, 
Berlin, 3 Mk.; naturwiss. Modelleur Blaschka, Hosterwitz, 3 Mk.; 
Ingenieur Carstens, Berlin, 3 Mk ; Docent Dr. Doss, Riga, 3 Mk.; 
Privatus Eisei, Gera, 3 Mk.; Oberlehrer Frenkel, Pirna, 3 Mk.; Sanitäts¬ 
rath Dr. Friederich, Wernigerode, 3 Mk.; Prof. Dr. Hibsch, Liebwerd, 
3 Mk.; Oberlehrer Dr. Köhler, Schneeberg, 3 Mk.; Lehrer Krieger, 
Königstein, 6 Mk.; Apotheker Lange, Rinteln, 3 Mk.; Prof. Dr. Ludwig, 
Greiz, 3 Mk. 5 Pf.; Oberlehrer Naumann, Bautzen, 3 Mk.; Marinestabs¬ 
arzt Dr. Naumann, Gera, 3 Mk.; Dr. Naschold, Aussig, 10 Mk.; Prof. 
Dr. Nitsche, Tharandt, 3M.; Rentier Osborne, München, 3Mk.; Ingenieur 
Prasse, Leipzig, 3Mk.; Dr.Reiche, Constitucion, Chile, 3 Mk.; Dr. Reide- 
meister, Schönebeck, 3 Mk.; Oberlehrer Seidel I., Zschopau, 3 Mk.; Ober¬ 
lehrer Seidel II., Zschopau, 3 Mk.; Rittergutspachter Sieber, Grossgrabe, 
3 Mk. 10 Pf.; Fabrikbesitzer Siemens, Dresden, 100 Mk.; Apotheker 
Sonntag, Berlin, 3 Mk.; Oberlehrer Dr. Sterzei, Chemnitz, 3 Mk.; Ab- 
theilungs-Ingenieur Wiechel, Leipzig, 9 Mk.; Dr. Wohlfahrt, Freiberg, 
3 Mk.; Oberlehrer Wo 1 ff, Pirna, 3 Mk. 5 Pf.; Oberlehrer Dr. Wünsche, 
Zwickau, 3 Mk. — In Summa 212 Mk. 20 Pf. H. Warnatz. 


Beamte der Isis im Jahre 1892. 

Vorstand. 

Erster Vorsitzender: Prof. Dr. K. Rohn. 

Zweiter Vorsitzender: Dr. Fr. Raspe. 

Kassirer: Hofbuchhändler H. Warnatz. 

Directorium. 

Erster Vorsitzender: Prof. Dr. K. Rohn. 

Zweiter Vorsitzender: Dr. Fr. Raspe. 

Als SectionsVorstände: Dr. J. Deichmüller, 

Prof. Dr. O. Drude, 

Geh. Hofrath Prof. Dr. H. B. Geinitz, 
Prof. Dr. G. Helm, 

Prof. Dr. B. Vetter, 

Geheimrath Prof. Dr. G. Zeuner. 

Erster Secretär: Dr. J. Deichmüller. 

Zweiter Secretär: Oberlehrer K. Vetters. 





36 


Y erwaltungsrath. 

Vorsitzender: Dr. Er. Raspe. 

1. Civilingenieur und Fabrikbesitzer Er. Siemens. 

2. Geheimrath Prof. Dr. G. Zeuner. 

3. Privatus E. Illing. 

4. Privatus J. Putscher. 

5. Maler A. Elamant. 

6. Fabrikant E. Kühnscherf. 

Kassirer: Hofbuchhändler H. Warnatz. 

Bibliothekar: Privatus K. Schiller. 

Secretär: Oberlehrer K. Vetters. 

Sections-Beamte. 

I. Section für Zoologie. 

Vorstand: Prof. Dr. B. Vetter. 

Stellvertreter: Institutsdirector Th. Reibisch. 

Protokollant: Dr. J. Thiele. 

Stellvertreter: Institutsdirector A. Thümer. 

IS. Section für Botanik. 

Vorstand: Prof. Dr. 0. Drude. 

Stellvertreter: Oberlehrer A. Wobst. 

Protokollant: Dr. A. Naumann. 

Stellvertreter: Dr. B. Schorler. 

III. Section für Mineralogie und Geologie. 

Vorstand: Geh. Hofrath Prof. Dr. H. B. Geinitz. 
Stellvertreter: Oberlehrer H. Engelhardt. 

Protokollant: Lehrer A. Zipfel. 

Stellvertreter: Lehrer L. Meissner. 

IV. Section für prähistorische Forschungen. 
Vorstand: Dr. J. Deichmüller. 

Stellvertreter: Lehrer H. Döring. 

Protokollant: Taubstummenlehrer 0. Ebert. 

Stellvertreter: Lehrer J. A. Jentsch. 

V. Section für Physik und Chemie. 

Vorstand: Prof. Dr. G. Helm. 

Stellvertreter: Dr. J. Ereyberg. 

Protokollant: Dr. R. Blochmann. 

Stellvertreter: Apotheker C. Bley. 

VI. Section für Mathematik. 

Vorstand: Geheimrath Prof. Dr. G. Zeuner. 

Stellvertreter: Oberlehrer Dr. A. Witting. 

Protokollant: Dr. R. Blochmann. 

Stellvertreter: Oberlehrer J. von Vieth. 




37 


\ 

Redactions - Comitd. 

Besteht aus den Mitgliedern des Directoriums mit Ausnahme des 
zweiten Vorsitzenden und des zweiten Secretärs. 


Bericht des Bibliothekars. 


Im Jahre 1891 wurde die Bibliothek der „Isis“ durch folgende Zeit¬ 
schriften und Bücher vermehrt: 

A. Durch Tausch. 

I. Europa. 

1. Deutschland. 

Altenburg: Naturforschende Gesellschaft des Osterlandes. 

Annaberg-Buchholz: Yerein für Naturkunde. 

Augsburg: Naturwissenschaftlicher Yerein für Schwaben und Neuburg. — 
30. Bericht, 1890. [Aa 18.] 

Bamberg: Naturforschende Gesellschaft. — Bericht XV. [Aa 19.] 

Berlin: Botanischer Yerein der Provinz Brandenburg. — Verband!., Jhrg. 
31 und 32; Register zu Bd. 1—30. [Ca 6.] — Abhandl., Hft. 1, 
1890. [Ca 6b.] 

Berlin: Deutsche geologische Gesellschaft. — Zeitschr., Bd. 42, Hft.3 und 4; 
Bd. 43, Hft. 1 und 2. [Da 17.] 

Berlin: Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte. — 
Verhandl., Mai 1890 bis Juni 1891. [G 55.] 

Bonn: Naturhistorischer Yerein der preussischen Rheinlande, Westfalens und 
des Reg.-Bez. Osnabrück. — Verhandl., 46. Jhrg.; 47. Jhrg.; 48. Jhrg., 
1. Hälfte. [Aa 93.] 

Braunschweig: Verein für Naturwissenschaft. — 6. Jahresber. für die 
Yereinsjahre 1887 — 89. [Aa 245.] 

Bremen: Naturwissenschaftlicher Yerein. — Abhandl., Bd. XII, Hft. 1. [Aa 2.] 
Breslau: Schlesische Gesellschaft für vaterländische Cultur. — 68. Jahresber., 
1890, mit einem Ergänzungshefte botanischen Inhalts. [Aa 46.] 
Chemnitz: Naturwissenschaftliche Gesellschaft. 

Chemnitz: K. Sächsisches meteorologisches Institut. — Jahrbuch, VII. und 
VIII. Jhrg. [Ec 57.] 

Danzig: Naturforschende Gesellschaft. — Schriften, n. F., VII. Bd., 4. Hft. 
[Aa 80.] 

Darmstadt: Yerein für Erdkunde und mittelrheinischer geologischerVerein. — 
Notizblatt, 4. Folge, 11. Hft. [Fa 8.] 

Donaueschingen: Yerein für Geschichte und Naturgeschichte der Baar und 
der angrenzenden Landestheile. — Katalog der zoologischen Samm¬ 
lungen im Karlsbau, 1890. [Aa 174.] 

Dresden: Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. — Jahresber., 1890 —91. 
[Aa 47.] 


2 





38 


Dresden: K. zoologisches Museum. — Ornithologische Beobachtungsstationen 
im Königreich Sachsen, 5. Ber., 1889. [Bf 59.] 

Dresden: K. öffentliche Bibliothek. — Alphab. Yerzeichn. der Periodica 
1891. [Je 69.] 

Dresden: Yerein für Erdkunde. 

Dresden: K. Sächsischer Alterthumsverein. — Neues Archiv für sächs. 

Geschichte und Alterthumskunde, Bd. XII, Hft. 1—4. [G 75.] 
Dresden: Oekonomische Gesellschaft im Königreich Sachsen. — Mittheil., 
1890-91. [Ha 9.] 

Dresden: K. thierärztliche Hochschule. — Bericht über das Yeterinärwesen 
im Königreich Sachsen, 35. Jhrg. [Ha 26.] 

Dresden: K. Sächsische technische Hochschule. — Bericht über die Königl. 
Sächs. technische Hochschule auf das Jahr 1890—91. — Yerzeichn. 
der Yorlesungen und Uebungen nebst Stundenplänen für das Sommer¬ 
semester 1891 und das Wintersemester 1891—92. [Je 63] — Hie 
Bibliothek der technischen Hochschule Dresden während der Jahre 
1889 und 1890. [Je 101.] 

Dürkheim: Naturwissenschaftlicher Yerein der Rheinpfalz ,,Pollichia u . — 
Mittheih, Jahresber. 48, Nr. 4. [Aa 56.] 

Elberfeld: Naturwissenschaftlicher Yerein. 

Emden: Naturforschende Gesellschaft. — 75. Jahresber., 1889 — 90. [Aa 48.] 
Erfurt: K. Akademie gemeinnütziger Wissenschaften. 

Erlangen: Physikalisch - medicinische Societät. — Sitzungsber., 23. Hft., 
1891. [Aa 212.] 

Frankfurt a.M.: Senckenbergische naturforschende Gesellschaft.—Bericht 
für 1891. [Aa 9a.] — Katalog der Vogelsammlung im Museum der 
Senckenbergischen naturforschenden Gesellschaft, 1891. [Bf 62.] 
Frankfurt a. M.: Physikalischer Yerein. — Jahresber. für 1889—90. 
[Eb 35] 

Frankfurt a. 0.: Naturwissenschaftlicher Yerein des Regierungsbezirks 
Frankfurt. — „Helios“, 9. Jhrg., Nr. 1—6. [Aa 282] 

Freiburg i. Er.: Naturforschende Gesellschaft. — Berichte, Bd. 5. [Aa 205.] 
Gera: Gesellschaft von Freunden der Naturwissenschaften. 

Giessen: Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. 

Görlitz: Naturforschende Gesellschaft. 

Görlitz: Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften. — Neues Lau- 
sitzisches Magazin, Bd. 66, Hft. 2; Bd. 67, Hft. 1. [Aa 64.] 
Görlitz: Gesellschaft für Anthropologie und Urgeschichte der Oberlausitz. 
Greifswald: Naturwissenschaftlicher Yerein für Neu - Yorpommern und 
Rügen. — Mittheil., 22. Jhrg., 1890. [Aa 68.] 

Greifswald: Geographische Gesellschaft. — IY. Jahresber. 1889—90. [Fa 20.] 
Güstrow: Yerein der Freunde der Naturgeschichte in Mecklenburg. — Archiv, 
44. Jhrg. [Aa 14.] 

Halle a. S.: Naturforschende Gesellschaft. 

Halle a. S.: Kais. Leopoldino-Carolinische deutsche Akademie. — Leopoldina, 
Hft. XXYI, Nr. 19—24; Hft. XXYII, Nr. 1-22. [Aa 62.] 

Halle a. S.: Yerein für Erdkunde. 

Hamburg: Naturhistorisches Museum. 

Hamburg: Naturwissenschaftlicher Verein. — Abhandl. a. d. Gebiete der 
Naturwissenschaften, XI. Bd., Hft. 2 und 3. [Aa 293.] 



39 


Hamburg: Verein für naturwissenschaftliche Unterhaltung. — VerhandL, 
1886—90. [Aa 204.] 

Hanau: Wetterauische Gesellschaft für die gesammte Naturkunde. 
Hannover: Naturhistorische Gesellschaft. 

Hannover: Geographische Gesellschaft. 

Heidelberg: Naturhistorisch-medicinischer Verein. — VerhandL, n. F., Bd. IV, 
Hft. 4. [Aa 90.] 

Karlsruhe: Naturwissenschaftlicher Verein. 

Kassel: Verein für Naturkunde. — Bericht 36 und 37. [Aa 242.] 
Kassel: Verein für hessische Geschichte und Landeskunde. 

Kiel: Naturwissenschaftlicher Verein für Schleswig-Holstein. — Schriften, 
Bd. VIII, 2. Hft.; Bd. IX, 1. Hft. [Aa 189.] 

Königsberg i. Pr.: Physikalisch - ökonomische Gesellschaft. — Schriften, 
31. Jhrg., 1890. [Aa 81.] 

Königsberg i. Pr.: Altertums - Gesellschaft Prussia. — Sitzungsber., 
45. Vereinsjahr, 1888—89. [G 114.] 

Landshut: Botanischer Verein. 

Leipzig: Naturforschende Gesellschaft.-—Sitzungsber., Jhrg. 15 u. 16. [Aa 202.] 
Leipzig: K. Sächsische Gesellschaft der Wissenschaften. — Berichte über die 
VerhandL; mathem.-physikal. Klasse, 1890, II -IV; 1891,1—II. [Aa296.] 
Leipzig: K. Sächsische geologische Landesuntersuchung. — Geolog. Special¬ 
karte des Königreichs Sachsen, Sect. Pulsnitz, BL 52; Königsbrück, 
BL 35; Badeberg, BL 51; Grossenhain, Bl. 33; Altenberg, Bl. 119; 
Radeburg, BL 34; Oelsnitz, BL 143; Neustadt, BL 69; mit 8 Heften 
Erläuterungen. [De 146.] 

Lübben: Niederlausitzer Gesellschaft für Anthropologie und Urgeschichte. — 
Mittheil., Bd. II, Hft. 1 und 2. [G 102.] 

Lüneburg: Naturwissenschaftlicher Verein für das Fürstentum Lüneburg. 
Magdeburg: Naturwissenschaftlicher Verein. — Jahresber. und Abhandl., 
Jhrg. 1890. [Aa 173.] 

Mannheim: Verein für Naturkunde. 

Marburg: Gesellschaft zur Beförderung der gesammten Natur Wissenschaften. — 
Sitzungsber., Jhrg.* 1890. [Aa 266.] 

Meissen: Verein für Naturkunde „Isis“. Uebersicht der meteorol. Be¬ 
obacht. in Meissen 1890. [Ec 40.] 

Münster: Westfälischer Provinzialverein für Wissenschaft und Kunst. — 
18. und 19. Jahresb. für 1889 und 1890. [Aa 231.] 

Neisse: Wissenschaftliche Gesellschaft „Philomathie“. 

Nürnberg: Naturhistorische Gesellschaft. — Jahresber. für 1890. [Aa 5.] 
Offenbach: Verein für Naturkunde. 

Osnabrück: Naturwissenschaftlicher Verein. — VII. Jahresber. für 1889 
und 1890. [Aa 177.] 

Passau: Naturhistorischer Verein. 

Regensburg: Naturwissenschaftlicher Verein. 

Regensburg: K. Bayerische botanische Gesellschaft. 

Reichenbach i. V.: Vogtländischer Verein für Naturkunde. 

Schneeberg: Naturwissenschaftlicher Verein. 

Stettin: Ornithologischer Verein. — Zeitschr. für Ornithologie und prakt. 
Geflügelzucht, Jhrg. VIII, Nr. 4-5, 8—12; IX, Nr. 1, 2; X, Nr. 5—9; 
XI, Nr. 5 7; XIV, Nr. 12; XV, Nr. 1—12. [Bf 57.] 


2 



40 


Stuttgart: Verein für vaterländische Naturkunde in Württemberg. — Jahres¬ 
hefte, Jhrg. 47. [Aa 60.] 

Stuttgart: Württembergischer Altertumsverein. — Württemberg. Viertel¬ 
jahreshefte für Landesgeschichte, Jhrg. XIII, 1890. [G 70.] 

Tharand: Redaction der landwirtschaftlichen Versuchsstationen. — Land- 
wirthsch. Versuchsstationen, Bd. XXXVIII, Hft. 2— 6; Bd. XXXIX; 
Bd. XL, Hft. 1. [Ha 20.] 

Thorn: Coppernicus-Verein für Wissenschaft und Kunst. 

JJlm: Verein für Mathematik und Naturwissenschaften. 

Ulm: Verein für Kunst und Altertum in Ulm und Oberschwaben. — 
Mittheil., Hft. 2. [Gr 70.] 

Weimar: Thüringischer botanischer Verein. — Mittheil., Bd. II; Bd. III, 
Hft. 4; Bd. IV—IX. — Mittheil., n. F., 1. Hft. [Oa 23.] 
Wernigerode: Naturwissenschaftlicher Verein des Harzes. — Schriften, V. 
Bd., 1890. [Aa 289.] 

Wiesbaden: Nassauischer Verein für Naturkunde. — Jahrbücher, Jhrg. 43 
und 44. [Aa 43.] 

Würzburg: Physikalisch - medicinische Gesellschaft. — Sitzungsber., Jhrg. 
1890. [Aa 85.] 

Zwickau: Verein für Naturkunde. — Jahresber. 1890. [Aa 179.] 

2. Oesterreich-Ungarn. 

Bistritz: Gewerbeschule. 

Brünn: Naturforschender Verein. — Verhandl., Bd. XXVIII, und 8. Ber. 

der meteorol. Commission 1890. [Aa 87.] 

Budapest: Ungarische geologische Gesellschaft. — Földtani Közlönv, XX. 

köt., 11 — 12. füz.; XXL köt., 1—11. füz. [Da 25.] 

Budapest: K. Ungarische naturwissenschaftliche Gesellschaft, und: Ungarische 
Akademie der Wissenschaften. 

Graz: Naturwissenschaftlicher Verein für Steiermark. — Mitth., Jhrg. 1890. 
[Aa 72.] 

Hermannstadt: Siebenbürgischer Verein für Naturwissenschaften. — Verhandl. 
und Mittheil., XL. Jhrg. [Aa 94.] 

Iglo: Ungarischer Karpathen-Verein. — Jahrbuch, XVIII. Jhrg., 1891. 
[Aa 198.] 

Innsbruck: Naturwissenschaftlich-medicinischer Verein. — Berichte, XIX. 
Jhrg, 1889-90. [Aa 171] 

Klagenfurt: Naturhistorisches Landes-Museum für Kärnthen. — Jahrbuch, 
21. Hft. [Aa 42.] — Diagramme der magnet, und meteorol. Beobacht, 
zu Klagenfurt, 1890. [Ec 64.] 

Krakau: Akademie der Wissenschaften. — Anzeiger, 1891, Nr. 1 - 3, 5 — 9. 
[Aa 302.] 

Laibach: Museal verein für Krain. — Mittheil., Jhrg. 4. [Aa 301.] 

Linz: Verein für Naturkunde in Oesterreich ob der Enns. 

Linz: Museum Francisco-Carolinum. — 49. Bericht, und Materialien zur 
landeskundlichen Bibliographie Oberösterreichs. [Fa 9.] 

Frag: Naturwissenschaftlicher Verein ,,Lotos“. — Jahrb. für Naturwiss., n. 
F., Bd. XI. [Aa 63.] 

Frag: K. Böhmische Gesellschaft der Wissenschaften. — Sitzungsber., 
mathem.-naturw. CI., 1890, II. [Aa 269.] — Jahresber. für 1890. [Aa 270.] 



41 


Prag: Gesellschaft des Museums des Königreichs Böhmen. — Pamätky 
Archaeologicke, dilu XV, ses. 1 — 3. [G 71.] 

Prag: Lese- und Redehalle der deutschen Studenten. — Jahresber. für 
1890. [Ja 70.] 

Pressburg: Verein für Natur- und Heilkunde. 

Reichenberg: Verein der Naturfreunde. — Mittheil., Jhrg. 21 und 22. [ Aa 70.] 
Salzburg: Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. — Mittheil., XXX. 

Vereinsjahr, 1890, mit Beil.: ‘Geschichte der Stadt Salzburg. [Aa 71.] 
Temesvdr: Südungarische Gesellschaft für Naturwissenschaften. — Termes- 
zettudomänyi Lüzetek, XV. köt., 1. füz. [Aa 216.] 

Trencsin: Naturwissenschaftliche Gesellschaft für das Trencsiner Comitat. — 
Jahreshefte, Jahrg. XIII—XIV. [Aa 277.] 

Triest: Museo civico di storia naturale. 

Triest: Societä Adriatica di scienze naturali. 

Wien: Kais. Akademie der Wissenschaften. — Anzeiger, Jhrg. 1890, Nr. 
19—27; Jhrg. 1891, Nr. 1—24. [Aa 11.] — Prähistorische Com¬ 
mission, Mitth., Bd. 1, Nr. 2. [G 111.] 

Wien: Verein zur Verbreitung naturwissenschaftlicher Kenntnisse. 

Wien: K. K. naturhistorisches Hofmuseum. — Annalen, Bd. VI, Nr. 1 und 2. 
[Aa 280.] 

Wien: Anthropologische Gesellschaft. — Mittheil., Bd. XX, Hft. 3 und 4; Bd. 

XXI, Hft. 1—3; General-Register zu Bd. XI—XX. [Bd 1] 

Wien: K. K. geologische Reichsanstalt. — Abhandl., Bd. XIV; Bd. XV, 
Hft. 3. — Verhandl., 1890, Nr. 10—18; 1891, Nr. 1—14. [Da 16.] 
— Jhrb., Bd. 40 und 41. [Da 4] 

Wien: K. K. geographische Gesellschaft. — Mittheil, XXXIII. Bd. (n. F. 
XXIII. Bd.) [Fa 7.] 

3. Rumänien, 

Bukarest: Institut meteorologique de Roumanie. — Annales, tome IV, 
1888. [Ec 75.] 

4 Schweiz. 

Basel: Naturforschende Gesellschaft. 

Bern: Naturforschende Gesellschaft. — Mittheil., 1889, Nr. 1244—64. 
[Aa 254.] 

Bern: Schweizerische naturforschende Gesellschaft. — Verhandl. der 73. 

Jahresversamml. zu Davos, 1890. [Aa 255.] 

Chur: Naturforschende Gesellschaft Graubiindens. — Jahresber., n. F. 
Jhrg. XXXIV. [Aa 51.] 

Frauenfeld: Thurgauische naturforschende Gesellschaft. 

Freiburg: Societe Fribourgeoise des Sciences naturelles. — Bulletin, 
1887 — 90. {Aa 264.] 

St. Gallen: Naturforschende Gesellschaft. — Bericht für 1888—89. [Aa 23.] 
Lausanne: Societe vaudoise des Sciences naturelles. — Bulletin, 3. ser., vol. 

XXVI, no. 102; vol. XXVII, no. 103 und 104. [Aa 248.] 
Neuchatel: Societe des Sciences naturelles. 

Schaff hausen: Schweizerische entomologische Gesellschaft. — Mitth., Vol. 
VIII, Hft. 6-8. [Bk 222.] 



42 


Sion: La Murithienne, societe Valaisanne des Sciences naturelles. 

Zürich: Naturforschende Gesellschaft. — Jhrg. 34, Hft. 3, 4; Jhrg. 35; 
Jhrg. 36, Hft. 1. [Aa 96.] 

5. Frankreich, 

Amiens: Societe Linneenne du nord de la France. — Bulletin mensuel, 
tome IX; X, Nr. 211—222. [Aa 252.] 

Bordeaux: Societe des Sciences physiques et naturelles. — Memoires, 
ser. 3, tome Y, cah. 2; appendice au tome Y: Observat. pluviometr. 
et thermometr. de juin 1889 ä mai 1890. [Aa 253.] 

Cherbourg: Societe nationale des Sciences naturelles et mathematiques. — 
Memoires, tome XXYI. [Aa 137.] 

Dijon: Academie des Sciences, arts et helles lettres. 

Le Mans: Societe d’agriculture, Sciences et arts de la Sarthe. — Bulletin, 
tome XXIY, fase. 4; tome XXY, fase. 1. [Aa 221.] 

Lyon: Societe Linneenne. 

Lyon: Societe d’agriculture, d’histoire naturelle et des arts utiles. 

Lyon: Academie nationale des Sciences, helles lettres et arts. 

Baris: Societe zoologique de France. — Bulletin pour l’annee 1889, tome 
XY, no. 3-10; tome XVI, no. 1-4, 6-8. [Ba 24.] 

Baris: Societe frangaise de botanique. — Revue de hotanique, tome VII, 
no. 81-84; tome VIII, no. 85-96; tome IX, no. 97-102. [Ca 18.] 

6. Belgien, 

Brüssel: Societe malacozoologique de Belgique. — Annales, tome XXIY. 

[Bi 1.] — Proces-verbaux des seances, tome XIX. [Bi 4.] 

Brüssel: Societä entomologique de Belgique. 

Brüssel: Societe royale de hotanique de Belgique. — Bulletin, tome XXIX. 
[Ca 16.] 

Gembloux: Station agronomique del’etat. — Bulletin, no. 48 und 49. [Hb 75.] 
Lüttich: Societe geologique de Belgique. 

?♦ Holland. 

Gent: Kruidkundig Genootschap „Dodonaea“. — Botanisch Jaarboek, 
3. Jhrg., 1891. [Ca 21.] 

Groningen: Naturkundig Genootschap. 

Hartem: Musee Teyler. — Archives, sbr. 2, tome III, part. 5 und 6. 
[Aa 217.] 

Hartem: Sociöte hollandaise des Sciences. — Archives neerlandaises, tome 
XXIY, livr. 4 und 5; tome XXY, livr. 1—4. [Aa 257.] 

8. Luxemburg. 

Ijuxemburg: Societe de botanique. — Recueil des memoires et des travaux, 
Bd. XII, 1887-89. [Ca 11.] 

9. Italien. 

Brescia: Ateneo. — Commentari per l’anno 1887 und 1890. [Aa 199] 
Catania: Accademia Gioenia di scienze naturale. — Atti, ser. IV, vol. 2. 

— Bullettino mensile, fase. XIY—XXII. [Aa 149.] 

Florenz: R. Instituto. 



43 


Florenz: Societä entomologica Italiana. — Bullettino, anno XXII, 1890, 
trim. III—IV. [Bk 193.] 

Mailand: Societä Italiana di seienze naturali. 

Mailand: B. Instituto Lombardo di scienze e lettere. — Bendiconti, ser. 2, 
vol. XXII und XXIII. [Aa 161.] 

Modena: Societä dei naturalisti. — Atti, ser. 3, vol. IX, fase. 2; vol. X, 
fase. 1. [Aa 148.] 

Padua: Societä Veneto-Trentina di scienze naturali. — Atti, vol. XII, 
fase. 1. [Aa 193.] -- Bullettino, tomo V, no. 1. [Aa 193 b.] 
Parma: Bedazione dell Bullettino di paletnologia Italiana. — Bullettino, 
ser. II, anno XVI, no. 7 — 12; anno XVII, no. 1 — 7. [G 54.] 

Pisa: Societä Toscana di scienze naturali. — Memorie, yoI. X und XI. 
[Aa 209.] 

Rom: B. Accademia dei Lincei. — Atti, rendiconti, vol. VI, sem. 2, fase. 

8—12; vol. VII, sem. I, fase. 1—12; sem. 2, fase. 1 — 10. [Aa 226.] 
Rom: B. Comitato geologico d’Italia. — Bollefino, 1890, no. 9—12; 1891, 
no. 1—3. [Da 3.] 

Turin: Societä meteorologica Italiana. — Bollettino mensuale, ser. II, vol. X, 
no. 11 - 12; XI, no. 1—11. [Ec 2.] 

Venedig: B. Instituto Veneto di scienze, lettere e arti. 

Verona: Accademia d’agricoltura, arti e commercio. — Memorie, ser. III, 
vol. LXVI, no. 1. [Ha 14.] 

10. Grossbritanaien and Irland. 

Dublin: Boval geological society of Irland. 

Fdinburg: Scottish meteorological society. 

Glasgow: Natural history society. 

Glasgow: Geological society. — Transactions, vol. IX, p. I. [Da 15.] 
Manchester: Geological society. — Transactions, vol. XXI, p. I—XI. [Da 20.] 
Newcastle-upon-Tyne: Tyneside naturalists field club, und: Natural history 
society of Northumberland, Durham and Newcastle-upon-Tyne. 

II. Schweden, Norwegen. 

Bergen: Museum. — Aarsberetning for 1889. [Aa 294.] 

Christiania: Universität. — Den norske Nordhavs-Expedition 1876 — 78, 
XX, Zoologi: Pycnognidea ved G. O. Sars. [Aa 251.] 

Christiania: Eoreningen til norske fortidsmindesmerkers bevaring. — Aars¬ 
beretning for 1888 und 1889. [G 2.] — Kunst og haandverk fra Norges 
fortid, Supplement I und II; Hft. 9. [G 81.] 

Stockholm: Entomologiska Föreningen. — Entomologisk Tidskrift, Arg. 11, 
Nr. 1—5. [Bk 12.] 

Tromsoe: Museum. — Aarshefter, XIII; Aarsberetning for 1889. [Aa 243.] 

12. Russland. 

Ekatherinenburg: Sociäte Ouralienne d’amateurs des Sciences naturelles. — 
Bulletin, tome XII, livr. 2. [Aa 259.] 

Heisingfors: Societas pro fauna et flora fennica. — Meddelanden, XVI. 

[Ba 20.] — Acta, Vol. 6 und 7. [Ba 17.] 

Kharkow: Soci6t6 des naturalistes ä l’universitä imperiale. — Travaux, 
tome XXIII-XXV. [Aa 224.] 



44 


Kiew: Soci6t6 des naturalistes. 

Moskau: Societe imperiale des naturalistes. — Bulletin, annee 1890, no. 
2-4; 1891, no. 1, und meteorolog. Beobacht, von 1890, 1. und 2. Hälfte. 
[Aa 134.] 

Odessa: Societe des naturalistes de la Nouvelle-Kussie. — Memoires, tome XV, 
p. 2. [Aa 256.] 

Petersburg: Kais, botanischer Garten. 

Petersburg: Comite geologique. — Bulletins, IX, no. 7 und 8; mit Supplem. 
[Da 23.] — Memoires, vol. IV, no. 2; vol. V, no. 1 und 5; vol. VIII, 
no. 2; vol. X, no. 1. [Da 24.] 

Petersburg: Physikalisches Centralobservatorium. — Annalen, Jhrg. 1889 
Th. 2; 1890, Th. 1. [Ec 7.] 

Riga: Natur forscher-Verein. — Arbeiten, n. E., Hft. 7. [Aa 12.] — Korre¬ 
spondenzblatt, Nr. XXXIV. [Aa 34.] 


11. Amerika. 

1. Nord-Amerika. 

(Canada, Vereinigte Staaten, Mexiko.) 

Albany: New York state museum of natural history. 

Baltimore: John Hopkins university. — University circulars, vol. X, no. 83 
—93. [Aa 278.] — Studies from the biological laboratory, vol. IV, 
no. 7; vol. V, no. 1. [Ba25J — Amer. journal of mathematics, vol. XIII, 
no. 1 — 4. [Ea 38.] — Amer. Chemical journal, vol. IX, no. 1, 9; vol. XII, 
no. 6—8; vol. XIII, no. 1—6. [Ed 60.] — Studies in histor. and politic. 
Science, 8. ser., no. V—XII; 9. ser., no. I —VIII. [Fb 125.] — Amer. 
journal of philology, vol. XI, no. 2 — 4; vol. XII, no. 1. [Ja 64.] 

Boston: Society of natural history. — Proceedings, vol. XXIV, p. III—IV; 
vol. XXV, p. I. [Aa 111.] — Memoirs, vol. IV, no. 7 — 9. [Aa 106.] 

Boston: American academy of arts and Sciences. — Proceedings, new 
ser., vol. XVII. [Aa 170.] 

Buffalo: Society of natural Sciences. 

Cambridge: Museum of comparative zoology. — Annual report for 1889 
— 1890. — Bullettin, vol. XVI, no. 10; vol. XX, no. 3—8; vol. XXI, 
no. 1—5. [Ba 14.] 

Bavenport: Academy of natural Sciences. 

Halifax: Nova Scotian institute of natural Science. — Proceedings and 
transactions, vol. VII, p. IV, 1889—90. [Aa 304.] 

Mexiko: Sociedad cientifica „Antonio Alzate u . — Memorias, tomo IV, 
cuad. 1—12. [Aa 291.] 

Milwaukee: Wisconsin natural history society. — Occasional papers, vol. I, 
No. 3. [Aa 233 a.] 

Montreal: Natural history society. — Canadian record of Science, vpl. IV, 
no. 4-7. [Aa 109.] 

New-Haven: Connecticut academy of arts and Sciences. — Transactions, 
vol. VIII, p. 1. [Aa 124.] 

New-York: Academy of Sciences. — Annals, vol. V, no 5—8. [Aa 101.] — 
Transactions, vol. IX, no. 3 — 8. [Aa 258.] 




45 


New-York: American museum of natural history. 

'Philadelphia: Academy of natural Sciences. — Proceedings, 1890, p. II, 
III; 1891, p. I. [Aa 117.] — Reprints of 3 editorials regard. the 
priority in demonstrat. the toxic effect of matter accompanying the 
Tubercle Bacillus and its nidus. [Hb 120.] 

Philadelphia: American philosophical society. — Proceedings, vol. XXYIII, 
no. 134 und 135. [Aa 283.] 

Philadelphia: Wagner free institute of Science. 

Philadelphia: Zoological society. — Annual report 19. [Ba 22.] 

Salem: Essex Institute. 

Salem: Peabody academy of Science. 

San Francisco: California academy of Science. — Occasional papers, vol. I, 
II, 1890. [Aa 112b.] 

St. Louis: Academy of Science. — The total eclipse of the sun, January 1, 

1889. [Ea 41.] ‘ 

Topeka: Kansas academy of Science. — Transactions, vol. XI, XII. [Aa 303.] 
Toronto: Canadian institute. — Annual report 1890—91. [Aa 222.] — 
Transactions, no. 1, vol. I, p. 1; no. 2, vol. I, p. 2; no. 3, vol. II, p. 1. 
[Aa 222b.] 

Washington: Smithsonian Institution. — Annual report, 1888, p. II; 1889, 
p. I. [Aa 120.] 

Washington: United States geological survey. — IX. annual report, 1887 
—1888. [De 120a.] — Bulletin, no. 58—61, 63, 66, 69. — Mineral 
resources of the United-States, 1888. [Db 81.] 

Washington: Bureau of education. — Circulars of information, 1889, no. 3; 

1890, no. 3. [Je 104.] 

2. Süd -Amerika. 

(Argentinien, Brasilien, Chile, Costarica.) 

Buenos-Aires: Museo nacional. — Anales, tomo III, entr. 5. [Aa 147.] 
Buenos-Aires: Sociedad cientifica Argentina. — Anales, tomo XXX, entr. 

5 — 6; tomo XXXI, entr. 1 — 6; tomo XXXII, entr. 1—5. [Aa 230.] 
Cordoba: Academia nacional de ciencias. 

Bio de Janeiro: Museo nacional. 

Bio de Janeiro: Instituto historico e geographico Brazileiro. 

San Jose: Museo nacional del republica de Costa Rica. 

Säo Paulo: Commissäo geographica e geologica da provincia de S. Paulo. — 
Boletim, 1889, no. 1—7. [Aa 305.] 

Santiago de Chile: Deutscher wissenschaftlicher Yerein. — Yerhandl., Bd. 
II, Hft. 3. [Aa 286.] _ 


III. Asien. 

Batavia: K. natuurkundige Yereeniging. — Natuurk. Tijdschrift voor Neder- 
landsch Indie, Deel 50. [Aa 250.] 

Calcutta: Geological survey of India. — Records, vol. XXIII, p. 4; vol. 
XXIY, p. 1—3. [Da 11.] — Memoirs, vol. XXIY, p. 2 und 3. 
[Da 8.] —- Palaeontologia Indica, ser. XIII, vol. IY, p. 1. [Da 9.] 
Tokio: Deutsche Gesellschaft für Natur- und Yölkerkunde Ostasiens. — 
Mittheil., Bd. Y, Hft. 45 und 46, S. 191-294. [Aa 187.] 





46 


IV« Australien. 

Melbourne: Mining department of Yictoria. — Reports and statistics for 
the quarter ended 30. sept. and 31. decem. 1890; 31. march and 
30. june 1891. — Annnal report of the secretary for mines, 1890. [Da 21.] 


B. Durch Geschenke. 

Aberle, C.: Grabdenkmal, Schädel und Abbildung des Theophrastus Paracelsus. 
1891. [Aa 71.] 

Bachmann, Fr.: Die landeskundliche Literatur über die Grossherzog- 
thümer Mecklenburg, 1891. [Je 113.] 

Blanford, W. T.: The fauna of British India. P. II: Mammalia. 1891. 
[Bb 59.] 

Calcutta: Scientific results of the second Yarkand Mission. Coleoptera, 1890. 
[Bk 232.] — Ayes, 1891. [Bf 63.] 

Campana e Begola: Alcune osservazioni sugli effetti della linfa di Kodr. 
Sep. 1891. [Hb 119.] 

Credner, H.: Die Urvierfüssler im sächsischen Rothliegenden. Sep. 1891. 
[Dd 138.] 

Bathe, E.: Die Discordanz zwischen Culm und Waldenburger Schichten 
im Waldenburger Becken. Sep. 1891. [De 196c.] 

Engelhardt , H.: Ueber Tertiärpfianzen von Chile. 1891. [Da 94h.] 
Engelhardt, H.: Ueber die Flora der über den Braunkohlen befindlichen 
Tertiärschichten von Dux. 1891. [Dd 94i.] 

Fleming, S.: Time-reckoning for the 20. Century. 1889. [Ea 40.] 
French, C.: A handbook of destructive insects of Yictoria. Parti. 1891. 
[Bk 233.] 

Fritsch, A.: Fauna der Gaskohle. — Bd. III, Hft. 1. [Dd 19.] 

Gaea: Natur und Leben. Jhrg. 27; Jhrg, 28, Hft. 1. [Aa 4L] 
Gebirgsverein für die sächsische Schweiz: Ueber Berg und Thal, Nr. 153 
bis 165. [Fa 19.] 

Geinitz, E : Mittheilungen vom Nord-Ostsee-Kanal. Sep. 1890. [De 215.] 
Hebert, E.: Extrait du discours de M. Hermite. Sep. 1891. [Jb 66b.] 
Hermann, P.: Das Gräberfeld von Marion auf Cypern. 1888. (Geschenk 
des Frl. von Boxberg.) [G 117.] 

Hibsch, E.: Gangförmiges Auftreten von doleritischem Nephelinit in der 
Umgebung des Schreckensteines im böhmischen Mittelgebirge. Sep. 
1891. [Db 84c.] 

Hostmann, Chr.: Studien zur vorgeschichtlichen Archäologie. 1890. (Ge¬ 
schenk des Frl. von Boxberg.) [G 116.] 

Jentzsch , A.: Einige Züge in der Oberflächengestaltung Westpreussens. 
Sep. 1890. [De 114p.] 

Jentzsch , A.: Neues Yorkommen von Interglacial zu Neudeck. Sep. 1890 
[De 114q.] 

Jentzsch, A.: Bericht über die geologische Abtheilung des Provinzial- 
Museums zu Königsberg. 1891. [De 114r.] 

Körnich, A.: Der Diluvialgletscher der Umgebung von Meissen. Yortrag, 

1890. [De 185 b.] 

Krause, E.: Tuisko-Land der arischen Stämme und Götter Urheimat. 

1891. (Geschenk des Frl. von Boxberg.) [G 115.] 




47 


Krimmel, 0.: Ueber das Vorkommen der Kreuzotter in Württemberg. Sep. 
1888. [Bg 26.] 

Krimmel , 0.: Nekrolog des Dr. Heinrich v. Nagel. Sep. 1884. [Jb 67.] 
Krimmel, 0:: Ueber die in Württemberg lebenden Clausilien. Progr. 1885. 
[Bi 87.] 

Lange, Th Beiträge zur Kenntniss der Flora des Aachner Sandes. Sep. 
1890. [Dd 137.] 

Laube, G.: Der geologische Aufbau von Böhmen. 1891. [De 140d.] 
Liebe, Th.: Zum Vogelschutz. 2. Stück. Sep. 1891. [Bf 55.] 

St. Louis: Missouri botanical garden. Second annual report. 1891. [Hb 121.] 
Niederlein, G.: Kesultados botänicos de esploraciones hechas en Misiones, 
Corrientes y paises limitrofes desde 1883 hasta 1888 (1 y 2). Sep. 1890. 
[Cd 105.] 

Novdh, 0.: Revision der paläozoischen Hyolithiden Böhmens. 1891. 
[Da 110i.] 

Petersburg: Kaiserlich Russische geographische Gesellschaft. — Beobachtungen 
der russischen Polarstation auf Nowaja Semlja. 1. Theil, magnetische 
Beobachtungen. 1891. [Ec 69.] 

Paris: Revue mensuale de l’ecole d’Anthropologie. 1891, Hft. 1. (Ge¬ 
schenk des Frl. von Boxberg.) [Bd 32.] 

Raleigh: Elisha Mitchell scientific society. — Journal, vol. VII, p. 1. [Aa 300.] 
Bedtenbacher, J Monographie der Conocephaliden. Sep. 1891. [Bk 234.] 
Bisso, A.: Xeroderma pigmentosum. Sep. 1891. [Hb 118.] 

Schuhe, E.: Verzeichniss der Säugethiere von Sachsen, Anhalt, Braun¬ 
schweig, Hannover und Thüringen. 1890. [Be 31a.] 

Schuhe, E.: Faunae hercynicae Mammalia. Sep. 1890. [Be 31b.] 
Schuhe, E.: Amphibia Europaea. Sep. 1890. [Bg 27.] 

Schuhe, G.: Die Entwickelung der Lehre von den Mineral-Pseudomorphosen. 
Progr. 1891. [Db 91.] 

Simroth: Ueber die modernen Aufgaben der naturwissenschaftlichen Vereine. 

Flugblatt der naturforsch. Gesellschaft zu Leipzig. 1891. [Ja 73.] 
Steglich, JB.: Zusammensetzung, Anwendung und Wirkung der Dünge¬ 
mittel. Vortrag 1891. [Hb 117.] 

Stehner, A.: Nekrolog des Oberberghauptmanns Freiherrn von Beust. 1891. 
[Jb 68.] 

Stehner, A.: Die Sulitjelma - Gruben im nördlichen Norwegen. 1891. 
[De 214.] 

Stehner, A.: Das Eisenerzfeld von Naeverhagen. 1891. [Db 47 c.] 
Stossich, M.: Elminti Veneti. Secunda serie. 1891. [Bm 54f.] 

Stossich, M.: II genere Dispharagus Dujardin. 1891. [Bm 54 k.] 

Stossich, M.: Elminti della Croazia. 1891. [Bm 541.] 

Theile, Fr.: Uralte Christengräber bei Sobrigau. Sep. 1891. [G 99.] 
Valle di Pompei: II rosario e la nuova Pompei. — Anno VII, Kr. 5—11; 
VIII, Nr. 1-10. [Ja 71.] 

Wagner, E.: Hügelgräber und Urnenfriedhöfe in Baden. 1885. (Geschenk 
des Frl. von Boxberg.) [G 118.J 

Wiesbauer und HaseTberger: Beiträge zur Rosenflora von Oberösterreich, 
Salzburg und Böhmen. Sep. 1891. [Cg 33.] 




48 


C. Durch Kauf. 

Abhandlungen, herausgegeben \on der Senckenbergischen naturforschenden 
Gesellschaft zu Frankfurt a, M., Bd. XVI, Hft. 2—4. [Aa 9.] 

Annals and magazine of natural historv, ser. 6, vol. YII,‘ no. 37 — 47. 
[Aa 102.] 

Antiqua, Jhrg. YIII, Nr. 11 — 12; Jhrg. IX, Nr. 1—7. [G 91.] 

Anzeiger für Schweizer Alterthümer, Jhrg. XXIY. [G 1.] ' 

Anzeiger, Zoologischer, Jhrg. XIY. [Ba 21.] 

Archiv für Pharmacie, Bd. 228, Hft. 12; Bd. 229, Hft. 1—7. [H 1.] 
Bronn's Klassen und Ordnungen des Thierreichs, Bd. II, Abth. 2, Lief. 2—5 
(Coelenterata); Abtb. 3, Lief. 10—14 (Echinodermata); Bd. Y, Abth. 2, 
Lief. 29—31 (Crustacea); Bd. Yl, Abth. 4, Lief. 35—41 (Aves); Abth. 5, 
Lief. 35, 30 (Mammalia). [Bb 54.] 

Hedwigia, Bd. 29, Nr. 6; Bd. 30, Nr. 1-5. [Ca 2.] 

Jahrbuch des Schweizer Alpenclubs, Jhrg. 26. [Fa 5.] 

Jahrbücher für wissenschaftliche Botanik, Bd. 22, Nr. 4; Bd. 23, Nr. 1—3. 
[Ca 3.] 

Monatsschrift, Deutsche botanische, Jhrg. 9, Nr. 1—9. [Ca 22.] 

Nature, vol. 44 und 45 (no. 1103—1154). [Aa 107.] 

Prähistorische Blätter, Jhrg. II, Nr. 6; Jhrg. III, Nr. 1—6. [G 112.] 
Zeitschrift für die gesammten Naturwissenschaften, Bd. 63, Nr. 6; Bd. 64, 
Nr. 1—3. [Aa 98.] 

Zeitschrift für Meteorologie, Bd. 7, Nr. 12; Bd. 8, Nr. 1—11. [Ec 66.] 
Zeitschrift für wissenschaftliche Mikroskopie, Bd. YIII, Nr. 1, 2. [Ee 16.] 
Zeitschrift wissenschaftliche Zoologie, Bd. 51, Nr. 2—4; Bd. 52, Nr. 1 — 4; 
Bd. 53, Nr. 1, 2. [Ba 10.] 

Zeitschrift, Oesterreichische botanische, Jhrg. 41. [Ca 8.] 

Zeitung, botanische, Jhrg. 49. [Ca 9.] 

Geschlossen am 23. December 1891. 


C. Schiller, 
Bibliothekar der „Isis“. 




Abhandlungen 

der 

naturwissenschaftlichen Gesellschaft 



in Dresden. 


1891 . 




79 


VII. Ueber Kreidepflanzen von Niederschöna. 

Yon H. Engelhardt. 


(Mit Tafel II.) 


Schon seit langer Zeit haben die Pflanzenreste, welche in der Nähe 
des Dorfes Niederschöna bei Freiberg in Sachsen zweien zum unteren 
Quader zu rechnenden Schieferthonschichten entnommen werden konnten 
(vgl. Cotta, Geogn. Beschr. der Gegend von Tharand, S. 54), die Auf¬ 
merksamkeit der Paläontologen auf sich gerichtet Forscher wie Brongniart, 
Sternberg, Bronn, Geinitz, Göppert beschrieben von da stammende 
Farne, Cycadeen und Coniferen, während Ettingshausen durch seine Ab¬ 
handlung: ,,Die Kreideflora von Niederschöna in Sachsen, ein Beitrag zur 
Kenntniss der ältesten Dicotyledonengewächse“ (Sitzungsberichte der Kais. 
Akademie der Wissenschaften, Bd. 55) dasselbe mit den aus der Cotta’schen, 
jetzt in Berlin befindlichen Sammlung stammenden Resten that. Seit dieser 
im Jahre 1867 erschienenen Publication ist eine weitere nicht erfolgt, be¬ 
sonders wohl deshalb, weil schon seit längerer Zeit infolge Verlassen des 
Bruches, der unter allen dort befindlichen bis heute der einzige fossile 
Pflanzenreste führende war, eine weitere Ausbeutung unmöglich gemacht 
worden ist. Wohl habe ich bei zweimaligem Besuche der Localität, mit 
welcher mich Herr Bergrath Professor Stelzner in Freiberg in liebens¬ 
würdiger Weise bekannt gemacht, noch einzelne Reste herausarbeiten können, 
doch boten sie, da die einzige noch zugängliche Schicht von den Witterungs¬ 
einflüssen bis weit unter die sie bedeckende Sandsteinwand hin mürbe 
gemacht und in kleinere Stücken zertheilt worden ist, nur geschädigte, 
meist ganz verbleichte Trümmer von Pflanzenresten dar. Obgleich nach 
den von mir dabei gemachten Erfahrungen angenommen werden muss, 
dass auf weitere Erstreckung des gesund gebliebenen Gesteins noch viele 
Ausbeute erlangt werden dürfte, so kann dies doch nur erst der Fall sein, 
wenn der Bruch zum Zwecke des Abbaues von Sandstein einmal wieder 
aufgenommen werden sollte. Bis dahin dürfte aber noch viele Zeit ver¬ 
gehen. 

Trotzdem ist es möglich, die Kenntniss der Niederschönaer Kreideflora 
zu ergänzen. Die Sammlung der Bergakademie zu Freiberg birgt unter 
ihren Schätzen eine grosse Anzahl zu ihr gehöriger, von Reich ge¬ 
sammelter Stücke. Sie sind beinahe durchgängig ohne jegliche Bestimmung 
gelassen oder, wo sie vorhanden, mit den von Reich gegebenen Namen 
versehen. Eine Durchsicht, die mir von Herrn Professor Stelzner gütigst 
gestattet wurde, war immerhin geboten. 

In der „Festschrift der Naturwissenschaftlichen Gesellschaft Isis in 
Dresden zur Feier ihres 50jährigen Bestehens“ (Dresden 1885) habe ich 

Oes, Isis in Dresden, 1891. — Abh. 7. 




80 


mich bereits S. 55—62 über die an dieser Stätte befindlichen Blätter von 
Credneria Geinitziana Ung., C. cuneifolia Bronn nnd C. grandidentata 
Ung. verbreitet. Hier setze ich diese Arbeit fort. 

Betreffs der Architektur der Quaderschichten von Mederschöna sei 
auf die zu der Section Freiberg von der geologischen Specialkarte des 
Königreichs Sachsen beigefügten eingehenden und trefflichen „Erläuterungen“ 
hingewiesen. 


Beschreibung der Pflanzenreste. 

Cryp togamen. 

Ordnung der Filze. 

Familie der Phacädiaceen Fr. 

Gattung Phacidium Fries. 

Fhacidium myrtophylli nov. sp. Taf. II, Fig. 10 a, b. 

Die Perithecien sind rund, flach, von einem wenig erhöhten Bande 
eingefasst. 

Auf einem jedenfalls einem Myrtaceenblatte angehörigen Fetzen sah 
ich eine Anzahl Pilze, welche flach waren und einen wenig erhöhten 
Rand erkennen liessen. Bei dem einen zeigte sich die Mitte hell, bei 
einem anderen schwarz, während der Band auf der einen Hälfte hell er¬ 
schien; ein dritter war überall schwarz und liess die vom Mittelpunkte 
ausgehenden Zerreissungsklüfte erkennen. Jedenfalls haben wir es mit 
verschiedenen Altersstufen zu thun. 

Ordnung der Algen. 

Familie der Sphaerococcoideen Ag. 

Gattung Delesseria Grev. 

Delesseria Reichii Stbg. sp. 

1869. Schimper, Traite etc. I, S. 178. — Saporta, A propos des algues foss., 
S. 12, Taf. 1, Fig. 1, 2. 

1883. Halyserites Reichii. Sternberg, Fl. d. Yorw. II, S. 84, Taf. 24, Fig. 7. — 
Bronn, Lethaea geogn. Y, S. 46, Taf. 28, Fig. 1. 

1836. Chiropteris elongata. Rossm. Cotta i. Jahrb., S. 585. 

1836. Chiropteris obtusa Rossm. Cotta i. Jahrb., S. 585. 

1838. Chiropteris Reichii. Bronn, Lethaea geogn., S. 576, Taf. 28, Fig. 1. 

1843. Ealiserites (?) elongatus. Fr. Braun in Münster, Beitr. YI, S. 26. 

1884. Aralia elegans. Veienovsky, Fl. d. böhm. Kreidef. III, S. 13, Taf. 4, Fig. 1. 

Bern. Die von Reich geschriebenen Etiquetten zeigten den Namen Fucoides 

dichotomus. 

Der Thallus ist gestielt, blattförmig, häutig, wiederholt-gabelästig, ge- 
theilt, beinahe fussspaitig, die Lappen sind länglich-linealisch, von einem 
Mittelnerven durchzogen, welcher innerhalb der Achsel jeder Theilung 
anfangs randläufig ist, weiterhin aber wieder in die Mitte gelangt, stumpf, 
etwas sichelförmig. 

Unter den Phanerogamen ist von mir trotz alles Durchsuchens von 
Herbarien und Bilderwerken keine Pflanze gefunden worden, die mit dieser 
zu vergleichen wäre; unter den Cryptogamen zeigt jedoch dieselbe Zart¬ 
heit des Laubes und denselben merkwürdigen Verlauf des Mittelnervs die 
in der Kord- und Ostsee an den Küsten häufige Floridee Delesseria alata 
Lamour, auf welche Saporta (Vgl. A propos etc. und den dazu gehörigen 




81 


Text, Taf. 1, Fig. 3.) zuerst aufmerksam gemacht hat, nachdem Sternberg 
sie als mit Halyseris polypodioides Ag. und Schimper mit Delesseria 
ruscifolia Ag. verwandt bezeichnet hatte. Vergleicht man die fossilen 
Stücke mit Exemplaren der lebenden Art, so zeigt sich eine so auffallende 
Uebereinstimmung beider, dass man über die Stellung der ersteren keinen 
Zweifel hegen kann. Damit fällt auch die Ansicht Rossmässler’s, dass sie 
einem Earn zugehören möchten, zumal ein übereinstimmender jetztwelt¬ 
licher meines Wissens noch nicht vorgefunden worden ist. 

Velenovsky hat ein mit unseren Resten auffallend gleichgebautes 
„Blattfragment“ in den mergeligen Schieferthonen von Vyserovic gefunden, 
das er Aralia elegans nennt, da es ihm scheint, „dass die nächsten Ver¬ 
wandten der fossilen Art in der Familie der Araliaceen zu suchen seien“. 
Ich habe weder unter diesen noch in den Gattungen Jatropha und Vitex , 
auf welche er ebenfalls hinweist, Formen gefunden, die als analog be¬ 
zeichnet werden könnten, und gehe ich jedenfalls nicht auf falschem Wege, 
wenn ich das „wunderbare Blattfragment“ hierherziehe. Es unterscheidet 
sich von den meisten Niederschönaer Exemplaren durch die Grösse, was 
aber nur einen Altersunterschied bedeuten kann, und durch die ziemlich 
spitzen oberen Enden der Thallusstücke, welche aber, wenn auch mehr 
vereinzelt, an zweien unserer Stücke ebenfalls geschaut werden können, 
an anderen wenigstens sich angedeutet vorfinden. 

Die Freiberger Sammlung birgt eine grössere Anzahl dazu noch sehr 
wohl erhaltener Exemplare. Mehrere stellen jugendliche Pflanzen vor, was 
aus der Kürze (11 und 15 mm Länge) und Dünnheit (0,5 und 2 mm Breite) 
des Stiels, wie aus der geringen Grösse der Thallusabtheilungen ersichtlich 
ist. Bei den älteren zeigt der Stiel bis beinahe 5 mm Breite bei einer 
bis 4 cm vorhandenen Länge, die aber noch beträchtlicher gewesen sein 
muss, da sie mit der Kante des Gesteinsstücks abschliesst. Anderen Stücken 
fehlt der Stiel, noch andere bestehen nur aus Laubtheilen. 

Wir erkennen aus den mit Stiel versehenen Exemplaren, dass der Thallus 
am Grunde fussförmig gestaltet ist, an allen aber die charakteristische dichoto- 
mische Theilung des Laubes und den anfänglich randlichen Verlauf der 
Nerven. Sie lassen die grosse Zartheit des Thallus wahrnehmen,bei welchem 
eine Verkohlung nicht möglich war, weshalb sie die Farbe des Gesteins annehmen, 
so dass sie in schwarzem schwarz, in grauem grau mit einem Stich ins Röthliche 
erscheinen und nur durch eine Nüance von demselben sich unterscheiden. 

Diese Pflanze zeigt uns, dass die submarinen Küsten während der 
Kreideformation bereits mit Florideen bewachsen waren. Wenn sie nicht 
in anderen gleichzeitig gebildeten Schichten aufgefunden worden sind, so 
liegt dies zum grossen Theile wohl nur an dem für die Erhaltung dieser 
zarten Wesen ungünstigen Versteinerungsmateriale. In unserem Gebiete, 
in dem ein Fluss seine mit vielen feinen Erdtheilchen angefüllten Wasser¬ 
massen dem Meere zuführte, vermochte der sich niedersetzende feine Schlamm 
die zartesten Pflanzen so einzuhüllen, dass sie der Nachwelt erhalten blieben. 

Ordnung der Farne. 

Familie der Schizaeaceen Mart. 

Gattung Lygodium Sw. 

Lygodium cretaceum Deb.- et Ett. 

1859. Debey et Ettingshausen, Die vorweltl. Acrobryen d. Kreidegeb. v. 

Aachen u. Maestricht I, S. 18, Taf. 2, Fig. 18—21; Taf. 3, Fig. 28. 

3 



82 


Der fruchtbare Wedel ist handförmig getheilt, die Zipfel sind breit, 
blattartig, einfach oder gegabelt, ganzrandig, an der Spitze fruchttragend, 
die Nerven gefiedert; der bis zur Spitze der Lappen reichende Mittelnerv 
ist deutlich und setzt in die Spindel der Aehren fort, die Seitennerven 
gabeln sich ein- oder mehrmal, sind gestreckt, zart; die sich an die Zipfel 
ansetzenden Aehren sind vereinzelt, länglich-linealisch, an der Spitze stumpf, 
zusammengedrückt, im Laube schmaler, die Schleierchen sind schief-eiförmig- 
zugespitzt, schuppig, die Fruchthäufchen oval, die Aehrenspindel schief 
eingefügt, mit einem Schleier bedeckt. Der unfruchtbare Wedel ist ge¬ 
fiedert, die Fiederchen sind abwechselnd, einander genähert, länglich¬ 
eiförmig, gestielt, ganzrandig, mit zarter, zweirippiger Spindel versehen. 

Wedel und Fruchtähren befinden sich auf zwei verschiedenen Stücken 
der Sammlung. 

Familie der Gieicheniaceen Kze. 

Gattung Gleichenia Sw. 

Gleichenia gracilis Heer. 

1874. Heer, Kreidepfl. d. arct. Zone, S. 52, Taf. 10, Fig. 1—11; S. 98, 
Taf. 26, Fig. 13 b, c, d. 

Der Wedel ist klein, zierlich, gegabelt, doppeltgefiedert, die Fieder sind 
genähert, die unteren abstehend, die oberen aufrecht, linealisch, an der 
Spitze langverschmälert, die Fiederchen klein, unverbunden, etwas sichel¬ 
förmig, dreieckig, spitz, die Seitennerven einfach, die 1 —2 Fruchthäufchen 
rund, dem Grunde des Fiederchens aufgewachsen. 

Es ist nur ein unfruchtbares Fiederchen vorhanden. 

Gattung Gleichenites. 

Gleichenites crenata Tel. sp. 

1888. Gleichenia crenata. Velenovsky, Die Farne d. böhm. Kreidef., S. 9, 
Taf. 3, Fig. 15-17. 

Die Blattfieder sind schmal-linealisch, ihre Bänder verlaufen parallel, 
die Fiederblättchen sind bis zur Mitte verwachsen und stehen dicht bei¬ 
sammen. 

Yon dieser Art liegt ein wohlerhaltenes Bruchstück vor, nach dem zu 
urtheilen das Blatt gabelig getheilt gewesen ist. Die Fiederchen zeigen 
meist eine Breite von 2 mm am Grunde und eine Länge von 1,5 mm, an 
der Spitze sind sie fast immer gerundet, bisweilen etwas zugespitzt; Mittel¬ 
und Seitennerven sind zart, letztere gegabelt. 

Da auch bei unserem Stücke keine Fruchthäufchen beobachtet werden 
können, darum die Stellung unter Gleichenia noch nicht gesichert, wenn 
auch sehr wahrscheinlich ist, so habe ich es vorgezogen, diesen Farn in 
die provisorische Gattung Gleichenites zu verweisen. 

Gattung Didymosorus Deb. et Ett. 

Didymosorus comptoniaefolius Deb. et Ett. 

1859. Debey und Ettingshausen, Die vorweltlichen Acrobryen d. Kreidegeb. 
v. Aachen und Maestricht I, 8. 6, Taf. 1, Fig. 1, 5. — Ettingshausen, 

Kreidefl. v. Niederschoena, S. 10, Taf. 1, Fig. 1, 2. 

1874. Gleichenia comptoniaefolia. Heer, Kreidepfl. d. arct. Zone, S. 49, 
Taf. 11, Fig. 1, 2. 

Der Wedel ist gabelspaltig, die Fieder sind einander genähert, wech¬ 
selständig, abstehend, linealisch, an Grund und Spitze verschmälert, die 
unteren Fiederchen horizontal, die oberen sichelförmig aufgerichtet, Wechsel- 




ständig, dichtstehend, am Grunde verwachsen, die oberen etwas sichel¬ 
förmig, spitzlich; die unteren Secundärnerven gegabelt, die oberen einfach, 
die Sporenhäufchen rund, punktförmig und sitzen dem Grunde des 
Fiederchens auf. 

Es liegen nur einige Exemplare vor, welche die oben angeführten 
Eigenschaften deutlich zeigen. Die Spindel des Wedels ist etwas gebogen, 
mehr sind es die Spindeln der Fieder und zwar nach oben, andere 
nach unten, eine zeigt sogar eine mehrfache Biegung. Die grössten 
Fieder erreichen eine Länge von über 6 cm, ihre Breite beträgt 4—5 mm. 
Die Fiederchen sind vorn spitz oder sogar ein klein wenig zugespitzt; ihr 
äusserer Rand ist mehr gewölbt, als der innere. Ein genaueres Studium 
ihrer Nervatur ergiebt unter der Lupe, dass der nach der Spitze zu an 
Stärke allmählich abnehmende Mittelnerv etwas scblängelig gestaltet ist, 
insofern derselbe bei Austritt eines jeden Seitennervs andere Richtung 
annimmt, dass die unteren Seitennerven gegabelt sind und zwar so, dass 
die Gabelung der grundständigen sehr zeitig eintritt, während sie bei den 
darauffolgenden allmählich mehr dem Rande genähert zu beobachten ist, 
bei den obersten aber fehlt. Ton Befruchtungswerkzeugen ist an unseren 
Stücken nichts zu beobachten. 

Gattung Mertensia Willd. 

Mertensia Zippei Corda sp. 

1846. Pecopteris Zippei. Corda in Reuss, Yerst. d. böhm. Kreidef., S. 95. 
Taf. 49, Fig. 1. — Unger, Kreidepfl. von Oestreich, S. 8, Taf. 2, Fig. 1, 

1868. Gleichenia Zippei. Heer, Fl. v. Nordgrönld., S. 79, Taf. 48, Fig. 4. — 
Ders., Kreidefl. d. arct. Zone, S. 44, Taf. 4, 5, 6, Fig. 1 — 3; S. 90, Taf. 
25, Fig. 1—8. — Ders., Foss. Fl. Grönlds. I, S. 7, Taf. 3, Fig. 2. — 
Ders., Beitr. z. Kreidefl. von Moletein, S. 4, Taf. 1, Fig. 1. — Yelenovsky, 
Farne d. böhm. Kreidef., S. 6, Taf. 3, Fig. 3—7. 

1868. Gleichenia Binlciana. Heer, Foss. Fl. v. Nordgrönland, S. 80, Taf. 
43, Fig. 6. 

Die Wedel sind zwei- oder dreigabelig-verzweigt, die Zweige ausge¬ 
spreitet, doppelt gefiedert, die Fieder einander sehr genähert, gestreckt, 
linealisch, gegen die Spitze allmählich verschmälert, zugespitzt, fieder¬ 
schnittig, die Fiederchen dicht zusammengedrängt, spitzlich oder stumpf, 
am Grunde frei oder doch nur am untersten Theile desselben zusammen¬ 
hängend; ihr Mittelnerv ist fein, die von ihm ausgehenden 3—5 Seiten¬ 
nerven auf jeder Hälfte sind sehr zart, die untersten gegabelt; die kreis¬ 
runden Fruchthäufchen stehen beiderseits vom Mittelnerven und bedecken 
beinahe das Fiederchen. 

Bei einem schönen unfruchtbaren Spitzen stücke eines Wedels stehen 
die alternirenden Fieder sehr dicht aneinander, so dass wenigstens an den 
oberen die Fiederchen eines theilweise die des anderen zu geringem Theile 
bedecken. Letztere liegen dicht beisammen, sind ein wenig nach vorn 
gerichtet und nach der Spitze zu etwas verschmälert, am Grunde berühren 
sie sich. 

Ausser ihm ist noch ein Stück vorhanden, das die Mitte des ehe¬ 
maligen Wedels darstellt, weshalb an ihm die Fieder länger sind (6—8 cm), 
als bei dem vorigen (ca. 4 cm). Diese sind ebenfalls dicht zusammen¬ 
gerückt, zeigen die gesetzmässige Wechselstellung und, was sie besonders 
von denen des oben besprochenen Stückes auszeichnet, auf ihren Fiederchen 
Fruchthäufchen auf beiden Seiten des Mittelnervs. Diese, jederseits meist 

3* 



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drei, sind kreisrund, haben einen Durchmesser von 1 mm und reichen 
vom Mittelnerv bis beinahe zu dem Rande. In der Gegend der Spitze, 
wo die Fiederchen kleiner werden, vermag ich nur noch jederseits zwei, 
an den weiterhin folgenden blos eins zu bemerken, während die äussersten 
frei von denselben bleiben. Was Heer von den Fruchthäufchen der Wedel 
aus den nördlichen Polargebieten angiebt, findet sich auch bei den 
unserigen wieder. 

Mertensia Kurriana Heer sp. 

1859. Benitzia calopteris Deb. et Ett., Die vorweltl. Acrobryen d. Kreidegeb. 
v. Aachen u. Maestricht, Taf. 5, Fig. 13, 14. (?) 

1868. Gleichenia Kurriana Heer, Beitr. z. Kreidefl. von Moletein, S. 6, Taf. 
2, Fig. 1—4. — Lesquereux, Cret. Fl., S. 47, Taf. I, Fig. 5, 5b, 5c. 

Der Wedel ist gefiedert, die Fieder sind gestreckt, linealisch, fieder- 
schnittig, die Fiederchen bis auf den Grund von einander getrennt, 
wechselständig, an der Spitze gerundet, die Fruchthäufchen zweizeilig, 
kugelig. 

Es liegt nur ein steriler Fieder vor, an welchem die Fiederchen 
dicht zusammengedrängt stehen und bis auf die Spindel, an die sie mit 
etwas breiterem Grunde angewachsen sind, frei sind. In jedem ist ein 
mit blossem Auge deutlich sichtbarer Mittelnerv zu erblicken, von dem 
gabelnde, sehr feine Seitennerven ausgehen. 

Familie der Polypodieen Metten. 

Gattung Pteris L. 

Pteris frigida Heer. 

1882. Heer, Foss. Fl. Grönlands I, S. 25, Taf. 6, Fig. 56; Taf. 10, Fig. 
1-4; Taf. 11; Taf. 12, Fig. 2; Taf. 13, Fig. 2; Taf. 16, Fig. 1,2; Taf. 
18, Fig. 106. —Yelonovsky, Farned. böhm.Kreidef., S. 14, Taf. 4, Fig. 1—4. 

1874. Pecopteris denticulata Heer, Kreidepfl. d. arct. Zone, S 95, Taf. 26, 

Fig* 7. 

1874. Pecopteris argutula. Heer, Kreidepfl. d. arct. Zone, S. 96, Taf. 26, 
Fig. 8. 

Die Wedel sind gefiedert, die Fieder gestreckt, einander genähert, tief 
fiedertheilig, die Fiederchen berühren sich, sind schief, beinahe bis zum 
Grunde gesondert, die oberen beinahe dreieckig und gebogen, die übrigen 
lanzettförmig, oft gestreckt-lanzettförmig, zugespitzt, an der Spitze oder am 
ganzen Rande sehr fein gezähnelt; der Mittelnerv ist gerade oder etwas 
gebogen, die Seitennerven sind nahe am Grunde gegabelt, entspringen 
unter spitzen Winkeln und verlaufen ziemlich parallel. 

Es ist nur ein Fiederstück vorhanden, dem die Spitze fehlt. Die 
Fiederchen sind mit ihrer ganzen Breite an die Spindel befestigt; sie ver¬ 
binden sich in der Entfernung von 0,5 — 1 mm von der Spindel und sind 
durch eine sehr schmale Bucht von einander getrennt. Gegen die Spitze 
hin verschmälern sie sich allmählich und zeigen einen feingezäbnelten 
Rand. Die Zahnspitzen sind nicht gleichmässig von einander entfernt, die 
meisten stehen 0,5 - 1 mm von einander. Der Mittelnerv ist verhältniss- 
mässig stark, nach der Spitze verschmälert, die Seitennerven sind sehr 
zart und entspringen nahe bei einander. 

Pteris ATbertsii Dunk. sp. 

1882. Heer, Foss. Fl. v. Grönland I, S. 29, Taf. 16, Fig. 5, 6; Taf. 28, 
Fig. 1, 3; Taf. 48,'Fig. 22—24. — Yelenovsky, Farne d böhm. Kreidef., 
S. 15, Taf. 4, Fig. 5—10. 



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1846. Neuropteris Albertsii. Dunker, Monogr. d. Nordd. Wealdenbild., S. 8. 
Taf. 7, Fig. 6. 

1849. Cladophlebis Albertsii. Brongniart, Tableau, S. 107. 

1871. Älethopteris Albertsii. Schenk, Foss. Fl. d. nordwestd. Wealdenf., 
S. 16, Taf. 6, Fig. 4 

Die Wedel sind doppelt gefiedert, ihre Spindel ist dünn, gestreift, die 
Fieder alterniren, sind breit-linealisch, fiederschnittig, die Fiederchen 
abstehend, ei-lanzettförmig, gelind-sichelförmig, an der Spitze spitz, ganz- 
randig; der Mittelnerv ist durchlaufend, die Seitennerven entspringen unter 
spitzem Winkel und sind gegabelt. 

Die Sammlung enthält ausser einem Stücke mit zwei Fiederchen ein 
grösseres Wedelstück. Ohne auf das in der Diagnose Gesagte weiter ein¬ 
zugehen, verdient bemerkt zu werden, dass die Fieder und Fiederchen 
dicht beisammen stehen. Letztere berühren sich an den Rändern, alterniren 
und sind mit ihrer ganzen Breite an der Spindel befestigt. Ihre Breite 
beträgt durchschnittlich 4 mm, die Länge 9—11 mm, doch lässt sich diese 
nicht von allen bestimmen, da die zweier benachbarter Fieder sich oftmals 
theilweise bedecken. Alle lassen aber eine schwache Biegung nach vorn 
erkennen. Soweit die Nervatur nicht verwischt erscheint, ist ein deutlicher 
Mittelnerv sichtbar, aus dem Seitennerven in spitzem Winkel entspringen 
und sich bald gabeln. 

Familie der Aspleniaceen Metten. 

Gattung Asplenium L. 

Asplenium Foersten Deb. et Ett. 

1859. Debey und Ettingshausen, Die vorweltl. Acrobr. d. Kreidegeb. v. Aachen 
u. Maestricht, S. 13, Taf. 2, Fig. 4—7, 11. — Heer, Foss. Fl. v. Grönld. I, 
S. 33.—Velenovsky, Farne der böhm. Kreidef., S. 15, Taf 1, Fig 14. 

Die Blätter sind mehrfach gefiedert, die Fiederchen regelmässig ab¬ 
wechselnd, gedrängt, etwas herablaufend, unter halbrechtem Winkel aufgerichtet, 
breitlaubig, linealisch-lanzettförmig, gelappt-gezähnt, am Grunde fiederspaltig 
oder fiedertheilig, die Abschnitte stumpf-eiförmig, an der Spitze gezähnelt 
oder eiförmig-zugespitzt, etwas alternirend, gedrängt, die endständigen lang- 
linealisch-lanzettförmig, sehr schmal, entfernt gezähnt; die Mittel- und 
Seitennerven straff, aufgerichtet, einfach oder häufiger gegabelt, zahlreich. 

Es sind zwei Bruchstücke dieses Farns vorhanden. Das eine ist 
insofern interessant, als es uns zum ersten Male zeigt, dass die Blätter 
mehrfach gefiedert waren; das andere stellt eine auf beiden Seiten mit 
Fiederchen bewachsene Spindel vor. 

Farne mit unsicherer systematischer Stellung. 

Gattung Sphenopteris Brongn. 

Sphenopteris Mantelli Brongn. 

1828. Brongniart, Hist. veg. foss. I, S. 170, Taf. 45, Fig. 3—7. — Dunker, 
Monogr. d. nordd. Wealdenb., S. 2, Taf. 1, Fig. 4a. — Ettingshausen, 
Beitr. z. Wealdenb., S. 14, Fig. 3, 4. — Schenk, Foss. Fl. d. nordwestd. 
Wealdenf., S. 6, Taf. 2; Taf. 4, Fig. 5, 6a —c. 

1824. Hymenopteris psilotoides. Mantell, Transact. of. Geoh Soc., Ser II, 
Bd. I, S. 424, Taf. 46, Fig. 7; Taf. 47, Fig. 2. 

1836. Cheilanthites Mantellii. Göppert, Syst. fil. foss., S. 231. 

1837. Sphenopteris gracilis. Fitton, Transact. of. Geol. Soc., Ser. II, Bd. IY, 
S. 181, Fig. I, 2. 

1846. Confervites fissus. Dunker, Mon. d. nordd. Wealdenb., S. 1, Taf. 1, 
Fig. 1. 



86 


1846. Sphenopteris Boemeri. Dunker, a. a. 0., S. 3, Taf. 1, Fig. 8—5. 

1846. Sphenopteris tenera. Dunker, a. a. 0., S. 3, Taf. 8, Fig. 5. 

1849. Pachypteris gracilis. Brongniart, Tableau, S. 107. 

Die Blätter sind dreifach gefiedert, die primären Segmente doppelt¬ 
gefiedert, an der Spitze einfach gefiedert, über 26 cm lang, eiförmig-lanzettlich- 
zugespitzt, die secundären Segmente gefiedert, an der Spitze gezähnt, 
linear, zugespitzt, alternirend, aufrecht, genähert, gegen die Spitze fieder- 
theilig, die unteren länger, die oberen kürzer, 1 — 8 cm lang; die Lappen 
der Spitzen linear, ganzrandig, spitz, alternirend, die tertiären Segmente 
linear, spitz, 4 mm lang, ganzrandig, genähert, mit verschmälerter herab¬ 
laufender Basis, sitzend, einnervig, die Nerven unter spitzem Winkel 
austretend, die Rhachis geflügelt. 

Es ist ein grösseres Exemplar vorhanden, das theilweise nicht gut 
erhalten ist. Bei einem kleineren zweiten sind die Nerven deutlich sichtbar. 

Gattung Fecopteris Brongn. 

Pecopteris bohemica Corda. 

1846. Corda in Reuss, Verst. d. böhm. Kreidef. II, S. 95, Taf. 49, Fig. 1. — 
Heer, Kreidef. d. arct. Zone, S. 96, Taf. 26, Fig. 17 a. — Ders., Fl. d. 
Atanesch, S. 35, Taf. 36, Fig. 2b. — Ders., Fl. d. Patootsch., S. 6, Taf. 58, 
Fig. 4. 

Die Fieder sind schmal, lanzettförmig, gefiedert, die Fiederchen 
linealisch-lanzettförmig, spitz, ganzrandig, schief, der Mittelnerv ist dünn, 
durchlaufend, die Seitennerven sind verwischt. 

Ich fand nur wenige Fetzen vor, deren Fiederchen frei und mit der 
ganzen Breite an der Spindel befestigt sind. An einem Fiederchen 
vermochte ich einen wenig über dem Grunde aus dem Mittelnerv unter 
spitzem Winkel entspringenden Seitennerven zu entdecken. 

Pecopteris striata Stbg. 

1838. Sternberg, Fl. d. Vorw., S, 155, Taf. 37, Fig. 3, 4. — Heer, Kreidefl. 
d. arct. Zone, S. 94, Taf. 26, Fig. 3. 

1836. Pecopteris Schoenae. Reich, Jahrb., S. 586. 

1838. Pecopteris Beichiana Sternberg, Fl. d. Vorw., S.155, Taf. 37, Fig. 2. 

1867. Aspidium Beichianum Stbg. sp. Ettingshausen, Kreidefl. v. Nieder- 
schoena, S. 10. 

Der Wedel ist doppeltgefiedert, die Fieder sind gegenständig, ungestielt, 
entgegengestellt, unter spitzem Winkel ausgehend, lineafisch, fiederschnittig; 
die Fiederchen länglich, an der Spitze stumpf, ganzrandig und berühren 
sich mit ihren Rändern; der Mittelnerv derselben ist deutlich, ihre Seiten¬ 
nerven sind gegabelt, die Hauptspindel ist der Länge nach gestreift. 

Vier Fiederstücke, von denen zweien die Spitze nicht erhalten blieb 
und eins nur das Spitzentheil darstellt, sind in der Sammlung erhalten. 
Sie zeichnen sich vor anderen Farnen, welche durchgängig bis auf Mertensia 
Kurriana Heer auf dem Gesteine schwarz erscheinen, durch ihre bräun¬ 
liche Färbung aus. Ausdrücklich muss hervorgehoben werden, dass die 
Fiederchen der Spitzengegend regelmässig gegenständig sind, in den unteren 
Theilen aber stellenweise eine kleine Yerschiebung ihrer Ausgangsstellen 
zu beobachten ist, was in der Beschreibung zu berücksichtigen ich ge¬ 
zwungen war. 

Weiterhin muss ich bemerken, dass an dem sehr wohl erhaltenen 
Spitzen stück, das auf jeder Seite sechs Fiederchen erkennen lässt, diese an 
der Spitze nicht gerundet, sondern spitz erscheinen, während sie an dem 
mit Spitze erhaltenen Wedelstücke gerundet erscheinen. 



87 


Der von Unger in: Kreidepfl. a. Oestreich, Taf. 2, Fig. 2, unter obigem 
Namen abgebildete Farnrest gehört, wie schon Heer hervorgehoben hat, 
nicht hierher, sondern zu Pecopteris arctica Heer. 

Pecopteris lobifolia Corda. 

1846. Corda in Reuss, Verst d. böhm. Kreidef., S. 95, Taf. 49, Fig 4, 5. — 
Ettingshausen, Kreidefl. v. Niederschoena, S. 11. 

Der Wedel ist ?, die Fieder sind gefiedert, die Fiederchen am Rande 
wellenförmig - eingeschnitten. 

Es liegt nur das Spitzenstück eines Fieders vor, an dem zu beobachten 
ist, dass die Fiederchen beinahe gegenständig entspringen, eine Lä,nge von 
3—5 mm und eine Breite von 2 mm zeigen. Sie stehen dicht bei einander, 
sind mit ihrem ganzen Grunde an die Spindel angewachsen und zeigen 
am Rande nach abwärts gewölbte kleine rundliche Lappen, in welche sich 
gabelnde, aus dem durchlaufenden Mittelnerven entspringende Seitennerven 
ziehen. 

Pecopteris Geinitzi Dunker. 

1846. Dunker, Monogr. d. nordd. Wealdenb., S. 6, Taf. 8, Fig. 8, 3 a, b. — 
Schenk, Fl. d. nordwesta. Wealdenf., S. 13, Taf. 8, Fig. 2, 2 a. 

Die Blätter sind dreifach gefiedert, die Fieder linealisch-lanzettförmig, 
abstehend, die oberen kürzer, die unteren länger, alternirend, die Fiederchen 
eiförmig, spitz, etwas sichelförmig, ganzrandig, sitzend, bisweilen zusammen- 
fliessend, die unteren gegenständig, die oberen alternirend, die Nerven 
sehr bald nach dem Austritt in einzelne Aeste aufgelöst, die Aeste gegabelt, 
die Rhachis ist beinahe stielrund, oberseits gefurcht. 

Es ist nur ein Wedelfetzen von der Spitze erhalten, der auf der einen 
Seite fünf, auf der anderen acht Fieder zeigt. Die Fiederchen sind klein. 

Pecopteris Murchisonii Dunker. 

1846. Dunker, Monogr. d.nordd. Wealdenb., S. 7, Taf. 8, Fig. 2, 2a. — Schenk, 
Fl. d. nordwestd. Wealdenf., S. 14, Taf. 10, Fig. 4, 4a. 

1852. Neuropteris Murchisonii. Ettingshausen, Beitr. z. Wealdenf., S. 11. 

Die Wedel sind doppeltgefiedert, die Fieder alternirend, linealisch- 
lanzettförmig, gestielt, abstehend, die Fiederchen genähert, sitzend, alter¬ 
nirend, länglich-eiförmig, stumpf, gegen die Spitze kleiner, einander 
berührend oder abstehend; der Mittelnerv ist an der Spitze in Aeste 
aufgelöst, die Seitennerven entspringen unter spitzem Winkel und gabeln 
sich einfach. 

Ein Stück aus der Mitte des Wedels ist vorhanden. Die Spitzen der 
Fieder sind abgebrochen, nur bei einem sind sie erhalten und dieser 
zeigt eine Länge von 4,5 cm, während die der Fiederchen bei einer Breite 
von 2—3 mm im Durchschnitt 5 mm beträgt. 

Pecopteris linearis Stbg. 

1888. Bronn, Lethaea geogn., S. 573, Taf. 28, Fig. 12. — Ettingshausen, 
Yorweltl. Acrobryen d. Kreidegeb. v. Aachen u. Mästricht, S 62, Taf. 6, 
Fig. 20. 

1828. Pecopteris Beichiana. Brongniart, Hist. veg. foss., S. 302, Taf. 116, 
Fig. 7. — Sternberg, Fl. d. Vorw. II, S. 155, Taf. 37, Fig. 2. 

1836. Pecopteris Schoenae. Reich, Jahrb., S. 586. 

1838. Alethopteris Beichiana. Sternberg, Fl. d. Vorw. II, S. 156, Taf. 37, 
Fig. 2. 

1838. Pecopteris fastigiata. Presl. in Sternberg, Fl. d. Vorw. II, S. 155, 
Taf. 25, Fig. 5. 

1846. Pecopteris Browniana. Dunker, Nordd. Wealdenb., S. 5, Taf. 8, Fig. 7. 
— Schenk, Wealdenform., S. 13, Taf. 5, Fig. 2, 2 a. 



88 


Die Fieder sind länglich-lanzettförmig, die Fiederchen schief, linealisch- 
lanzettförmig, ziemlich spitz, am Grunde ein wenig verbreitert und zu¬ 
sammengewachsen, beinahe gegenständig, an der Spitze gezähnelt; der 
Mittelnerv ist verhältnissmässig stark, die Seitennerven sind äusserst zart 
und gegabelt. 

Ein sehr schön erhaltener Fieder in der Länge von 8 cm ist vorhanden. 
Seine Spindel ist gebogen; die Fiederchen, deren Zähnelung nur im oberen 
Theile zu bemerken ist, liegen dicht aneinander und sind z. Th. gerade, 
z. Th. etwas gebogen. Bei den oberen bemerkt man eine grössere Yer- 
wachsungsfläche, während sie sich bei den unteren immer mehr der Spindel 
nähert. Die Länge der letzteren beträgt 2 cm, die der nach oben folgenden 
nimmt allmählich ab. 

Phanerogamen. 

Familie der Cycadeaceen Rieh. 

Gattung Microzamia Corda, 

Microzamia gibba Corda. 

1846. Corda in Reuss, Yerst. d. böhm. Kreidef., S. 85, Taf. 46, Fig. 1 — 10. — 
Velenovsky, Gymnosp. d. böhm. Kreidef., S. 6, Taf. 8, Fig. 5—16; Taf. 4, 
Fig. 6; Taf. 5, Fig. 8. 

Die Zapfen sind länglich, cylindrisch, die Schuppen dünn, flach, die 
Schildchen mit einer Schicht grober, senkrecht stehender Haare überzogen, 
in der Mitte mit zwei Höckerchen versehen, die Samen ellipsoidisch, aus 
einer äusseren fleischigen Testa und einem körnig-punktirten, hornartigen 
Kerne bestehend, die zapfen tragen den Aeste verzweigt. 

Es wurde nur ein junger, 3,6 cm langer und 1,1 cm breiter, in der 
Längsrichtung durchbrochener Zapfen gefunden, welcher die kleinen Samen 
deutlich erkennen lässt. 

Gattung Dioonites Bornem. 

Dioonites saxonicus Reich sp. 

1870/72. Schimper, Traite etc. II, S. 211. 

1848. Pterophyllum saxonicum Reich. Geinitz in Gaea v. Sachsen, S. 134 — 
Ders., Elbthalgeb., S. 305, Taf. 66, Fig. 3. — Göppert, Nachtr. z. Fl. d. 
Quadersandst. in Schlesien, S. 362, Taf. 38, Fig. 13. — Ettingshausen, 
Kreidefl. v. Niederschoena, S. 11, Taf. 1, Fig. 11, 12. 

Die Blätter sind lederig, gefiedert, die Fieder ganzrandig, beinahe 
gegenständig, einander genähert, linealisch-lanzettlich, sichelförmig, ganz¬ 
randig, beiderseits verschmälert, von zahlreichen zarten, parallellaufenden 
Nerven durchzogen; die Spindel ist sehr dick. 

Ausser kleineren Bruchstücken und einzelnen auf verschiedenen Platten 
liegenden Fiedern ist ein ausgezeichnetes, 17 cm langes Blattstück erhalten, 
dessen Spindel, soweit sie das Fragment zeigt, am Grunde 1 cm und an 
der (noch lange nicht wirklichen) Spitze 6 mm breit ist. Die ganz erhal¬ 
tenen Fieder weisen eine Länge von 6 — 7 cm, in ihrer Mitte eine Breite 
von 5—6 mm auf. Dass auf der oberen Seite derselben zahlreiche kleine, 
zwischen den Nerven befindliche Knötchen mit dem Yergrösserungsglas 
zu beobachten sind, ist schon von Ettingshausen bemerkt und abgebildet 
worden. (Kreidefl. v. Niederschoena, Taf. 1, Fig. 12 b.) 

Unser Exemplar finden wir in Göppert’s Nachtr. etc. abgebildet. 

Das in Hosius u. v. d. Marek, Fl. d. westph. Kreidefl., unter diesem 



89 


Namen Taf. 44, Fig. 198 abgebildete Stück kann nicht hierher gehören, 
da die Fieder viel zu weit auseinander stehen. 

Yen Dioonites cretosus Reich sp., welcher sich vorzugsweise durch 
seine breiteren Fieder von dieser Art unterscheidet, fand ich leider in den 
mir übermittelten Stücken keinen Rest vor. 

Gattung Pterophyllum Brongn. 

Pterophyllum Reichianum nov. sp. Taf. II, Fig. 1, 2. 

DieBlätter sind langgestielt, gefiedert, die Fieder ganzrandig. gegenständig, 
entfernt von einander an der Spindel angewacbsen, nach der Spitze hin 
aber gedrängt stehend, linealisch, von zahlreichen zarten parallellaufenden 
Nerven durchzogen; der Stiel ist gerieft, in der Mitte mit tiefer Furche 
versehen, die Spindel nur gerieft. 

Diese Art wird von der Gattung Dioonites schon durch die Zartheit 
der Fieder ausgeschlossen. Die Spindel zeigt eine Breite von knapp 2 mm, 
der in der Mitte mit einer sich von oben nach unten allmählich vertiefenden 
Furche versehene Stiel eine solche von 4 mm. Die Fieder, fast alle 
unvollständig erhalten, sind am Grunde wenig verschmälert, in ihrer 
weitesten Ausdehnung 4 mm breit; die untersten schrumpfen dagegen bei 
einer Länge von 3 cm auf eine solche von 3 mm zusammen. Auf ihnen 
finde ich mit Hilfe des Yergrösserungsglases 7 etwas mehr hervortretende 
Nerven, zwischen welchen sich äusserst zarte befinden. 

Sonst sah ich nur noch eine Spindel mit 2 Fiederstücken (Fig. 2.), 
von denen das eine das andere deckt, ein der Spitze zugehöriges Bruchstück, 
bei welchem die Fieder ganz nahe aneinander rücken, und einzelne Fieder. 

Möglicherweise ist unsere Art dieselbe, welche v. Ettingshausen in 
Kreidefl. v. Niederschoena, S. 11 als Pterophyllum cretosum Reich bezeichnet. 
Eine Abbildung ist nicht vorhanden und die, auf welche er verweist, 
besteht nicht, da die Gaea saxonica solche nicht aufzuweisen hat. 

Familie der Araucarieen Rchb. 

Gattung Cunninghamia R. Br. 

Cunninghamia elegans Corda. 

1846. Corda in Reuss, Verst. d böhm. Kreidef., S. 93, Taf. 49, Fig. 29—31. — 
Velenovskv, Gymnosp. d. böhm. Kreidefl., S. 14, Taf. 4, Fig. 5; Taf. 5, 
Fig. 1, 7; Taf. 6. Fig. 5. — Ders., Neue Beitr. z. Kenntn. d. JPfL. d. böhm. 
Cenomans, S. 2, Fig. 1—5. 

1838. Cunninghamites oxycedros Sternberg, Fl. d. Vorw. II, S. 203, Taf. 
49, Fig. 1. — Göppert, Monogr. d. foss. Conif., S. 240, Tat. 47, Fig. 2—4. 

1846. Cunninghamia planifolia. Corda, Yerst. d. böhm. Kreidef., S. 93, 
Taf. 50, Fig. 1—3. 

1847 Cunninghamites elegans. Endlicher, Syn. conif. foss., S. 305. — Göppert, 
Monogr. d. foss. Conif., S. 240. — Heer, Fl. v. Moletein, S. 12, Taf. 1, 
Fig. 14. — Ders., Foss. Fl. v. Grönland II, S. 17, Taf. 53, Fig 1. 
— Schenk, Wernsdorfer Sch., S. 17, Taf. 4, Fig. 3. 

1885. Cunninghamites squamosus. Hosius u. v. d. Marek, Fl. d. westph. 
Kreide, S. i78, Taf. 37, Fig. 137—141. 

1885. Cunninphamia stenophylla. Velenovsky, Gymnosp. d. böhm. Kreidef., 
S. 15, Taf. '5, Fig. 2, 4, 10, 16. 

Die Zweige sind dick, gerade, einfach oder wenig verzweigt, die 
Blätter linealisch-lanzettlich, am Grunde kurz-, an der Spitze allmählich¬ 
verschmälert, ganzrandig, flach, lederartig, von fünf parallel laufenden 
Nerven durchzogen, von denen sich der mittlere durch seine grössere 



90 


Stärke von den ihm zur Seite laufenden besonders bemerkbar macht; 
die Blattpolster der jüngeren Zweige sind länglich, die der älteren rund¬ 
lich rhombisch, vorn stumpf abgerundet; die Zapfen sind lang cylindrisch, 
oben und unten allmählich zugespitzt, ihre Schuppen flach, geschnäbelt 
und längs-gerunzelt. 

Ein Prachtstück von reichlich 17 cm Länge zeigt uns deutlich einen 
cylindrischen, wenig verzweigten, an seinem Grunde 4 cm Durchmesser 
habenden Ast, der sich nach oben allmählich verdünnt. Dichtstehende 
breite Blätter mit der beschriebenen Nervatur sind in grosser Anzahl vor¬ 
handen. Der Anprall der Wogen mag wohl auf ihre Stellung eingewirkt 
haben, denn wir sehen ausser solchen, welche schief abstehen, sehr viele, 
die zum Theil in der Nähe des Grundes geknickt oder gebogen erscheinen 
und rechtwinkelig abstehen oder gar abwärts gerichtet sind, ausserdem 
von verschiedenen die daneben liegenden Spitzen abgebrochen und andere 
vom Aste oder Zweige abgerissen, ohne Hegel neben oder übereinander 
liegen. Er muss zu der Zeit abgebrochen sein, als die Entfaltung der 
Endknospen stattfand, da wir an den Enden der Zweige eine Menge ganz 
zusammengedrängte schmale, wenig von einander abstehende Blattmassen 
finden. 

Besser als an diesem Stücke schaut man die Blattpolster an einem 
zweiten 14 cm langen Aststücke ohne Spitze, von dem nur ein junger 
Zweig abgeht. Diese treten deutlich am Aste hervor, erscheinen rhombisch 
oder rhomboidisch, wenn die Breite die Höhe überwiegt, und vorn meist 
abgerundet. Die Blätter sind wie bei den übrigen vorhandenen Stücken 
im unteren Theile am breitesten und laufen in eine oft sehr verlängerte 
Spitze aus. (Das Original befindet sich abgebildet in Sternberg, Fl. d. 
Yorw. II, Taf. 48, Fig. 3 a. Es sei hervorgehoben, dass die Polster schlecht 
wiedergegeben und der Zweig verkehrt dargestellt ist.) 

Ein drittes Stück lässt das Spitzenstück eines Triebes mit unauf¬ 
geschlossener Knospe erblicken. Die Blätter werden nach derselben hin 
immer kleiner. Sie selbst ist 15 mm lang, 12 mm breit, beinahe kugelig, 
mit kurzer Spitze versehen und lässt die sie bildenden Blätter dicht an 
und auch übereinander liegend erkennen. (Das Original findet man ab¬ 
gebildet in Sternberg, Fl. d. Yorw. II, Taf. 49, Fig. lb.) 

Ein viertes präsentirt den Querbruch eines Stengels mit den um den¬ 
selben gereihten Blättern, eine hübsche Eosette darstellend. 

Yon den Blättern sei noch hervorgehoben, dass sie je nach Stellung 
und Alter verschieden gross erscheinen, eine von Nerven durchzogene 
Mittelpartie besitzen, der sich nach beiden Seiten hin eine nervenlose anlegt. 

Einen Zapfen zu finden, war mir nicht vergönnt. Der von Ettings¬ 
hausen in Kreidefl. v. Niederschoena, Taf. 1, Fig. 9 als zu Cunninghamites 
oxycedrus Stbg. gehörig bezeichnete muss eine andere Stellung zugewiesen 
erhalten. 

Nach Yelenovsky stellt CunningJiamia elegans Corda einen Uebergang 
von der Gattung CunningJiamia zur der Gattung Dammara insofern dar, 
als die vegetativen Theile vollständig mit ersterer, die Fruchtzapfen in 
ihren Schuppen mit letzterer übereinstimmen. Doch tragen die Schuppen 
dieser nur einen Samen, die jener deren drei. 



91 


Familie der Cu press in een Rieh. 

Gattung Sequoia Endl. 

Sequoia Reichenbachi Gein. sp. 

1869. Heer, Kreidefl. v. Moletein, S. 7, Taf. 1, Fig. 1—9. — Hers., Fl. v. Qued¬ 
linburg, Taf. 1, Fig. 11. — Ders., Fl. v. Nordgrönland, S. 83, Taf. 43, Fig. Id, 
2b, 5a. — Geinitz, Elbthalgeb. i. Sachsen, Taf. 67, Fig. 6. — Hosius u.v. d. 
Marek, Fl. d. westph. Kreidef., Taf. 67, Fig. 6. — Lesquereux, Cret. Fl., S. 51, 
Taf. 1, Fig. 10 (?) — Velenovsky, Gymnosp. d. böhm. Kreidef , S. 19, Taf. 8, 
Fig. 8, 9; Taf. 9, Fig. 5, 5a, 10 a, 12, 12 a, 13, 14. — Schenk, Foss. Pfl.d. 
Wernsdorfer Sch., S. 16, Taf. 4, Fig. 3. — Lange, Beitr. z. Kenntn. d. Fl. d. 
Aachener Sandes, S. 658, Taf. 32, Fig. 1—8. 

1838. Bergeria minuta. Presl in Sternberg, Fl. d. Vorw. II, S. 184, 
Taf. 49, Fig. 2, 3. 

1842. Araucarites Reichenbachi. Geinitz, Charakt. d. Schichten u. Petref. 
d. sächs.-böhm. Kreidegeb., S. 98, Taf. 24, Fig. 4. 

1846. Cryptomeria primaeva. Corda in Reuss, Verst. d. böhm. Kreidef., 
S. 89, Taf. 48, Fig. 1 — 11. — Otto, Additamenta, S. 12, Taf. 5, Fig. 2. 

1846. Pinus exogyra. Corda in Reuss, Verst. d. böhm. Kreidef., S. 91, 
Taf. 48, Fig. 16-18. 

1846. Zamites familiaris. Corda a. a. 0., S. 86, Taf. 49, Fig. 10, 11. 

1847. Geinitzia cretacea. Endlicher, Syn. conif. foss., S. 281. — Otto, Addita¬ 
menta, S. 12, Taf. 5, Fig. 1—6. — Göppert, Monogr. d. foss. Con., S. 195, 
Taf. 24, Fig. 1—3. 

1847. Finites exogyrus. Endlicher, a. a. 0., S. 285. 

1850. Piceites exogyrus. Göppert, a. a. 0., S. 208. 

1867. Cunninghamites Sternbergi. Ettingshausen, Kreidefl. v. Niederschoena, 
S. 12, Taf. 1, Fig. 4—6. (Zapfen!) 

1869. Araucarites adpressa. V. d. Marek, Ueb. einige Dicot. d. westph. 
Kreidef., Taf. 8, Fig. 10. 

Die Blätter sind lang, zur Spitze allmählich verschmälert, sichelförmig 
gekrümmt, schief vom Zweige abstehend und von einem tiefen Mittelnerven 
durchzogen, kurz herablaufend, die Blattpolster länglich, elliptisch bis 
rhombisch, mit einer deutlichen Mittelrinne versehen, die Fruchtzapfen 
gross, kugelig, deren Schuppen bis zweimal so lang als die grösste Breite 
ihrer Schildchen beträgt. 

Von dieser von verschiedenen Localitäten Sachsens bekannten Pflanze 
fanden sich nur wenige Zweigstücke vor und mehrere Zapfen. Letztere 
stimmen mit denen überein, welche Ettingshausen zu Cunninghamites 
Sternbergii gezogen hat. 

Ein weiterer Zapfen ist länglich und gehört vielleicht zu Sequoia 
fastigiata Stbg. sp., doch liess er sich wegen der wenig guten Erhaltung 
nicht mit Sicherheit bestimmen. 

Sequoia minor Yel. 

1886. Velenovsky, Neue Beitr. z. Kenntn. d. Pfl. d. böhm. Cenomans, S. 5, 
Taf (?), Fig. 11, 12. 

Die Aeste sind reichlich verzweigt, schlank, die Zweige dünn, die 
Zweigelchen fadenförmig - dünn, die Blätter der Aeste kurz, breit und 
wenig herablaufend, die der Zweige unterscheiden sich nur durch geringere 
Breite, die der Zweigelchen sind länglich und scharf zugespitzt, die 
Eruchtzapfen haselnussgross, kugelig, am Grunde etwas verschmälert, die 
Fruchtschuppen klein, mit rhombischen Schildchen und centralem Nabel 
versehen. 

Ein schön erhaltenes, ziemlich grosses Exemplar zeigt an den dünnen 
Zweigelchen befestigte Blätter, wie auch an den Spitzen solcher aufgesetzte 
rundliche, an einer Stelle schon auseinandergehende Blattknospen, die von 



92 


denen der Widdringtonia Reichii Ett. sp. nicht unterschieden werden 
konnten, was zeigt, wie kleinere Reste beider Pflanzen mit Sicherheit der 
einen oder anderen Art nicht zugewiesen werden können. Dagegen lassen die 
Aeste Merkmale erkennen, die beide sofort von einander trennen, es sind 
die breiten, einen deutlichen Mittelnerv erkennen lassenden Blätter. Dazu 
kommt noch ein Fruchtzapfen, welcher sich an der Spitze eines kurzen 
Zweiges befindet und nur etwas länglicher erscheint, als die von Velenovsky 
wiedergegebenen. Er muss sich noch in jugendlichem, also nicht aus¬ 
gereiftem Zustande befunden haben, als er eingebettet wurde, da seine 
Fruchtschuppen nur stellenweise eine von oben nach unten gehende 
Schildchenleiste erkennen lassen. Vielleicht, dass auf ihn eingewirkter 
Druck die ursprüngliche Kugelform in eine ein wenig gestreckte um¬ 
gewandelt hat. 

Gattung Widdringtonia Endl. 

Widdringtonia Reichii Ett. sp. 

1885. Velenovsky, Gymnosp. d. böhm. Kreidef., S. 27, Taf. 8, Fig. 4—6; 
Taf. 10, Fig. 1, 11, 12.— Ders., Neue Beitr. z. Kenntn. d. Pfl. d. böhm. 
Cenomans, S. 6 , Fig. 14—16. 

1886. Lycopodium strobiliferum. Rossmässler in Cotta, Geogn. Beschr. d. 
Gegend v. Tharand, S. 58. 

1848. Lycopodites insignis. Reich in Gaea v. Sachsen, S. 138. -r- Bronn, 
Lethaea geogn., S. 577, Taf. 28, Fig. 13. 

1863. Frenelites Reichii. Ettingshausen, Kreidefl. v. Niederschoena, S. 12, 
Taf. 1, Fig. 10 a, b, c. 

1874. Glyptostrobus gracillimus. Lesquereux, Cret. FL, S. 52, Taf. 1, Fig. 8,11. 

18S2. Widdringtonites Reichii. Heer, Foss. Fl. v. Grönld. I, S. 51, Taf. 28, 
Fig. 5; II, S. 13, Taf. 52, Fig. 4, 5. 

Die Zweige sind in zahlreiche, sehr dünne, ruthenförmige Aestchen 
getheilt, die Blätter stehen spiralförmig, liegen den Aestchen locker an, 
sind schmal, spitz und mit deutlichem Mittelnerv versehen; die männlichen 
Zäpfchen sind länglich-walzenförmig, stehen einzeln auf dünnen Aestchen 
und bestehen aus vielen kleinen Schuppen, der Fruchtzapfen ist eiförmig 
und besteht aus vier vorn abgerundeten, unten verschmälerten dicken 
Schuppen, welche durch einen in der Mitte hoch hervortretenden Kiel in 
zwei Hälften getheilt sind. 

Reste dieser Pflanze sind ungemein häufig gefunden worden, die 
meisten Platten enthalten solche. Unter ihnen befindet sich einer, der die 
ganze grosse Platte ausfüllt und massenhafte, dichtgedrängte Aestchen 
zeigt, welche dünn-fadenförmig erscheinen und eine unter sehr spitzem 
Winkel stattfindende Verzweigung erkennen lassen, die sich oft so häuft, 
dass ein förmliches Gewirr entsteht. Die an den niederen Theilen der 
Aestchen stehenden Blätter sind stets grösser als die oberen. Fructifications- 
organe vermochte ich an keinem Exemplare zu entdecken. Man hat früher 
die Endknospen als männliche Zäpfchen angesehen, seitdem es aber 
Velenovsky gelang, ein wirkliches zu entdecken, musste diese Meinung 
als irrig verschwinden. 

Familie der Abietin een Rieh. 

Gattung Pinus L. 

Pinus Ettingshauseni. 

1867. Cunninghamites oxycedrus Sterabg. Ettingshausen, Kreidefl. von 
Niederschoena, S. 12, Taf. 1, Fig. 9, 



93 


Der Zapfen ist länglich, die Schuppen sind holzig, angedrückt-dach- 
ziegelfönnig, in der Mitte am breitesten, nach der Spitze verschmälert, der 
Länge nach gestreift. 

In der Freiberger Sammlung befindet sich ein Stück Zapfen, das mit 
dem von Ettingshausen in seiner Flora Taf. 1, Fig. 9 dargestellten über¬ 
einstimmt. In seiner Beschreibung findet man u. a. von den Schuppen 
gesagt: „margine irregulariter dentato-laceris“, doch dürfte von unserem 
Stücke aus zu schliessen, wo sich dies Merkmal an keiner Schuppe zeigt, 
diese Eigenschaft nicht als ursprüngliche, sondern als eine erst beim Trans¬ 
port im Wasser erworbene zu betrachten sein. Es kann wohl kein Zweifel 
darüber walten, dass dieser Zapfen zu Pinus zu ziehen sei, als recht ähn¬ 
lich ist der von P. strobus L, zu bezeichnen. 

Pinus Quenstedti Heer (?). 

1869. Heer, Kreidefl. v. Moletein, S. 13, Taf. 2, Fig. 5—9; Taf. 3. — Ders., 
Foss. Fl v. Grönld. I, S. 13, Taf. 2, Fig. 5, 9; Taf. 3. — Ders., Kreidefl. d. 
arct. Zone, S. 104, Taf. 28, Fig. 13, 14. — Velenovsky, Gymnosp. d. böhm. 
Kreidefl, S. 32, Taf. 6, Fig. 4; Taf. 7, Fig. 7, 8; Taf. 8, Fig. 10. 

Es fanden sich einzelne lange, dünne Nadeln vor, die wahrscheinlich 
hierher gehören. Eine zeigte die Länge von 9 cm. 

Familie der Gramineen L. 

Gattung Culmites Ett. 

Culmites arundinaceus Ett. 

1867. Fittingshausen, Niederschoena, S. 13, Taf. 1, Fig. 3. 

Das Rhizom ist dick, fein gestreift, mit ungleich-entfernten Ringel¬ 
knoten versehen, welche rundliche Narben erkennen lassen. 

Das Rhizom ist flach zusammengedrückt, dick, aussen gestreift, innen 
glatt. Die ,,ungleich stark hervortretenden Furchen u (Ettingshausen) 
sind wohl nur durch Druck entstanden, nicht ursprünglich vorhanden ge¬ 
wesen. Die Internodien müssen ursprünglich hohl gewesen sein, das 
wird uns an den Stellen, wo Theile der oberen Schicht abgebrochen sind, 
deutlich sichtbar. Sollten nun aber die von mir in anderen Stücken des 
Gesteins gefundenen Eindrücke, welche sich cylindrisch und von einem 
Durchmesser in der Dicke eines nicht sehr starken Fingers erwiesen, hier¬ 
hergehören, was freilich bis jetzt nicht zu beweisen ist, da diese mit den 
Rhizomen noch nicht im Zusammenhänge vorgefunden worden sind, so 
würden wir jedenfalls an eine Pflanze zu denken haben, die mit Phragmites 
oeningensis Al. Br., welche im Tertiär sehr häufig vorgefunden wird, grosse 
Aehnlichkeit hatte. 

Familie der Myriceen Rieh. 

Gattung Myrica L. 

Myriea fragiliformis Zenker sp. 

1833. Salix fragiliformis. Zenker, Beitr. z. Naturg. d. Urwelt, S. 22, Taf. 3. 

1867. Dryandroides Zenkeri . Ettingshausen, Kreidefl. v. Niederschoena, 
S. 23, Taf. 3, Fig. 1, 3, 11. 

1867. Dryandroides latifolius. Ettingshausen, a. a. 0., S. 23, Taf. 3, Fig. 10. 

1883. Myrica serrata. Velenovsky, Fl. d. böhm. Kreidefl, Heft II, S. 9, 
Taf. 2, Fig. 1—8. 

1883. Myrica Zenkeri Ett. sp. Velenovsky, a. a. 0., S. 13, Taf. 3, Fig. 1—9. — 
Heer, Fl. foss. arct. III, S. 108, Taf. 31, Fig. 2. 

Die Blätter sind gestielt, lederig, linealisch, linealisch-lanzettförmig 
oder länglich-lanzettförmig, bald schmal, bald breit, beiderseits allmählich 



94 


verschmälert, scharf- und feingesägt oder gezähnt, am Grunde meist 
gezähnt, mitunter ganzrandig; der Mittelnerv ist gerade, gegen die 
Spitze r allmählich verdünnt, die zahlreichen Seitennerven entspringen unter 
wenig spitzen Winkeln und sind am Rande in Bogen untereinander ver¬ 
bunden; die Früchte sind kurz-eiförmig, glatt. 

Es lagen mir eine sehr grosse Anzahl Blätter vor, so dass ich im¬ 
stande war, den Formenkreis derselben eingehender studiren zu können. 
Die langen schmalen Formen herrschten vor, die breiteren traten in der 
Zahl zurück, von den ganz breiten lagen nur Bruchstücke, aber sehr 
wohl erhaltene, vor. 

Wenn ich die von Yelenovsky, vorher schon von Ettingshausen unter 
zweierlei Artennamen beschriebenen schmalen und breiten Formen in 
eine Species zusammenziehe, so geschieht dies aus dem Grunde, weil 
selbige von gleicher Textur sind und überall gleiche Nervation zeigen, 
sobald dieselbe erhalten blieb, ganz besonders aber auch, weil ich eine 
Reihe von Uebergängen von den ganz schmalen zu den breitesten auf¬ 
fand und sah, dass bei beiden die grösste Breite bald in, bald unter der 
Mitte vorhanden war, die Stärke des Mittelnervs und die Bezahnung des 
Randes sehr schwankte und sich auch neben der allmählichen Zuspitzung 
die rasche vorfand. 

Die schmälste Form ist 2 mm breit, ihr reihen sich solche von 4, 
5, 6, 8, 10 mm Breite an, dann folgen solche von 20 und mehr, während 
das breiteste 35 mm zeigt. Auch die Längenverhältnisse sind verschieden. 
4, 4,5, 5,6, 5,7, 8,5, 11 und 12 cm. In Bezug auf den Rand sei her¬ 
vorgehoben, dass Blätter vorhanden waren, welche auf ziemlich beträcht¬ 
licher Strecke im vorderen Theile sich ganzrandig zeigten, während die 
meisten bis an die Spitze Zähne erkennen liessen; an anderen sah ich 
den Grund entweder auf beiden Seiten oder doch nur auf einer ohne 
Zähne, auch schwankt hier die Weite der Ganzrandigkeit beträchtlich. 
Was Form und Grösse der Randzähne betrifft, so zeigt sich auch Ab¬ 
wechselung, bald an verschiedenen Blättern, bald an einem und demselben; 
wohl hängt die Grösse derselben vielfach von der Ausdehnung des Blattes 
ab, doch finden wir auch solche Stücke, bei denen es nicht der Fall ist, 
so dass bisweilen kurze und schmale Formen längere Zähne besitzen als 
längere und breitere. 

Die Nervation ist bei den schmalen Blättern fast durchgängig ver¬ 
wischt, nur bei den meisten breiteren zeigte sie sich wohlerhalten. 

In Niederschöna gefundene Früchte (Eindrücke, die von heraus- 
gefallenen herrühren, sind ebenfalls vorhanden) stimmen mit solchen jetzt¬ 
weltlicher Myrica -Arten so sehr überein, dass ich sie hierherziehe, zumal 
keine andere Gattung, von welcher an dieser Localität Blätter nachgewiesen 
werden konnten, gleiche oder ähnliche hervorbringt. Ihre Höhe beträgt 
4, ihre Breite 3 mm. In aus Mooren hervorgegangener Braunkohle fand 
ich ähnliche, nur in der Grösse etwas abweichende Früchte häufig. 

Yelenovsky sagt a. a. 0., S. 12: „Unsere Blätter von Myrica Zenlzeri 
sind jedenfalls dasselbe, was Ettingshausen in der Flora von Niederschöna 
als Celastrophyllum lanceolatum beschrieben und abgebildet hat. u Um 
dieser Yermuthung nicht blos beizustimmen, sondern um eine Entscheidung 
herbeizuführen, zumal auch Lesquereux (Cret. Fl., S. 108, Taf. 21, Fig. 2, 3) 
und Saporta et Marion (Essai sur l’etat de la vög. ä l’epoque des 



95 


Marnes Heersiennes de Gelinden, S. 68, Taf. 12, Fig. 3) sich aut' dasselbe 
berufen haben, verglich ich das mir aus der Berliner Sammlung freund- 
lichst geliehene Originalexemplar mit den Freiberger Stücken, wobei ich 
fand, dass wohl am linken Rande (vom Standpunkte des Betrachters aus) 
einige Zähne vorhanden waren, aber in geringerer Zahl, und daher viel 
weiter von einander entfernt, als es Ettingshausen angegeben hat, dazu 
viel kleiner, so klein, dass sie leicht übersehen werden könnten, etwa so, 
wie wir sie bei den Blättern von Ardisia angustifolia De C. vorfinden. 
Im unteren Theile des rechten Randes sind auch einige Zähnchen an¬ 
gedeutet; die oberen scheinbaren Zahnbildungen rühren jedoch nur von 
der Auflagerung des Blattes auf wellenterrassenförmig sich erhebender 
Gesteinsmasse her, also von einer Verschiebung der Blattmasse, und sind 
daher als wirkliche Zähne nicht zu deuten. Dazu kommt, dass die Textur 
viel dicker ist, als bei Dryandroides Zenkeri Ett., was Ettingshausen be¬ 
rechtigte, das Blattstück nicht zu dieser Art zu rechnen. Die Nervatur 
hat übrigens viel Aehnliches von der von JDiospyros Fbenum Retz. 

Ob die Blätter von Banksia longifolia Ett. und B. prototypus Ett. 
(Kreidefl. v, Niederschoena, S. 22) hierherzuziehen seien, was bei den 
grossen Schwankungen der Blattformen nicht unmöglich wäre, lässt sich 
nicht feststellen, da das Fehlen von Abbildungen uns hier im Stiche lässt; 
wäre es der Fall, würde es alte Zweifel an der Proteaceennatur der 
tertiären hervorrufen. 

Familie der Moreen Endl. 

Gattung Ficus L. 

Ficus bumelioides Ett. 

1867. Ettingshausen, Kreidefl. v. Niederschoena, S. 17, Taf. 2, Fig. 6. 

Die Blätter sind gestielt, lederig, umgekehrt eiförmig oder keilförmig, 
ganzrandig, am Grunde keilförmig verschmälert, an der Spitze ausgerandet; 
die Nervatur ist bogenläufig, der Mittelnerv stark und gerade auslaufend, 
die Seitennerven sind zart, entspringen unter spitzem Winkel, sind ein¬ 
ander genähert, fast durchgängig einfach und verlaufen gerade oder ein 
wenig geschlängelt, die sehr zarten Tertiärnerven gehen unter spitzen 
Winkeln aus und sind netzläufig. 

Unser Exemplar zeigt die Nervation deutlicher erhalten als das, was 
Ettingshausen abgebildet hat. Wir vermögen zweierlei Seitennerven zu 
unterscheiden, die zwar beide zart, sich aber doch in etwas durch ihre 
Stärke unterscheiden lassen. Die stärkeren verbinden sich etwas entfernt 
vom Rande in Bogen, die feineren verbreiten sich in den von ihnen ge¬ 
bildeten Feldern und verschwinden im Blattnetz; zwischen dem Rand und 
den Bogen der Seitennerven zeigen sich rundliche Schlingen von ver¬ 
schiedener Grösse, von denen aus feine Nervillen dem Rande zustreben. 
Der Mittelnerv verfeinert sich nach der Spitze zu. 

Diese Blätter vereinigen in sich die Gestalt von Sapotaceen und die 
Nervatur von Ficusblättern, weshalb sich nicht mit Bestimmtheit behaupten 
lässt, zu welchen sie zu stellen sind. Die von Ficus bumeliaefolia Ett. 
aus dem Tertiär von Sagor kommen ihnen bez. der Nervatur und in 
einzelnen Formen auch der Gestalt nach am nächsten. Ettingshausen 
vergleicht sie sehr glücklich in Bezug auf erstere mit denen der jetzt¬ 
weltlichen F. nitida Thunb. 



96 


/ 

Familie der Salicineen Bartl. 

Gattung Salix L. 

Salix Schoenae nov. sp. Taf. II, Fig. 8, 9. 

Die Blätter sind starr, lederig, linealisch-lanzettförmig, fein und scharf 
gesägt, am Grunde ganzrandig; der Mittelnerv ist stark und verschmälert 
sich allmählich nach der Spitze zu, die Seitennerven entspringen unter 
sehr spitzen Winkeln, sind steil aufgerichtet und verbinden sich in Bogen. 

Die Blätter dieser Art dürfen durchaus nicht zu Myrica fragiliformis 
Zenk. sp. gezogen, etwa als eine Varietät derselben angesehen werden. 
Die viel derbere Textur, die völlig verschiedene Berandung und die auf¬ 
fallende Verschiedenheit im Verlaufe der Seitennerven sprechen dagegen. 
Die Aehnlichkeit mit den Blättern lebender Bruchweiden lässt mich kein 
Bedenken tragen, sie zu der Gattung Salix zu bringen. Leider ist das 
Nervennetz nicht zu erblicken, doch lässt sich an einer Stelle erkennen, 
dass in den Randfeldern Schlingenbildung vorhanden war. Nahe verwandt 
ist sie Salix longingua Sap. (Veget. ä l’epoque des Marnes Heersiennes, 
S. 44, Taf. 4, Fig. 6), unterscheidet sich aber von dieser wesentlich in der 
Berandung, auch mit einzelnen Formen der tertiären S. varians Goepp. 
stimmt sie gut überein. 

Familie der Polygoneen R. Br. 

Gattung Triplaris L. 

Triplaris cenomanica nov. sp. Taf. II, Fig. 5. 

Das Blatt ist gross, breit, lanzettförmig, ganzrandig; der Mittelnerv 
ist stark, gegen die Spitze allmählich verschmälert, die zahlreichen Seiten¬ 
nerven sind kräftig, entspringen unter spitzen Winkeln, verlaufen fast 
gerade und parallel, sind durch eckige Schlingen untereinander verbunden, 
der Rand zeigt grosse polygone Felder. 

Trotzdem unser Blatt nicht vollständig erhalten ist, auch von Nervillen 
nur vereinzelt Spuren aufweist, so finden wir es doch im üebrigen mit 
den Blättern der südamerikanischen Triplaris americana L. so überein¬ 
stimmend, dass wir es ohne grosse Bedenken hierherziehen. Die be¬ 
deutende Grösse, die es gehabt haben muss, die gewaltige Stärke des 
Mittelnerves, die nach der Spitze allmählich abnimmt, der Verlauf der 
Seitennerven, sowie die Gestalt der Randfelder kommen bei der fossilen 
und lebenden Art vollständig miteinander überein. Abweichend von der 
lebenden Art ist nur die auffällige Stärke der Seitennerven an ihrem Aus¬ 
gangspunkte, worin sie mit Ficus densinervis Hos. et v. d. Marek (Vgl. 
Palaeont., Bd. 26, Taf. 25, Fig. 10, 11) überein stimmt. 

Familie der Nyctagineen R. Br. 

Gattung Pisonia Plum. 

n'hnfhwn A/ol 

1885. Velenovsky*, Fl. d. böhm. Kreidef., Heft IV, S. 6, Taf. 8, Fig. 1B, 14. 

Die Blätter sind elliptisch oder länglich-verkehrt-eiförmig, am Stiele 
herablaufend, ganzrandig, lederig; der Mittelnerv ist gerade, stark, nach 
der Spitze verschmälert, die Seitennerven sind zart oder verwischt und 
entspringen unter spitzen Winkeln. 

Unser Exemplar zeigt die Blatthälften sehr unregelmässig ausgebildet, 
was sich in der Breite (4 und 6 cm) und an der Spitze (die eine etwas 



97 


höher als die andere) kund thut. Auf der einen sind die zarten Seiten¬ 
nerven, wenn auch nur in gewissen Lagen gegen das Licht, deutlich 
sichtbar, während sie an der anderen nicht zu erkennen sind. Wenn 
Velenovsky in seiner Diagnose die Secundärnerven als „nicht erkennbar“ 
hinsteht, so widersprechen dem seine Abbildungen. 

Familie der Laurineen Endl. 

Gattung Laurophyllum Lesqx. 

Laurophyllum reticulatüm Lesqx. 

1874. Lesquereux, Cret. Fl., S. 76, Taf. 15, Fig. 4, 5. 

Die Blätter sind lederig, länglich, linealisch-lanzettförmig, ganzrandig, 
allmählich zum Grunde verschmälert und an dem dicken Mittelnerv 
herablaufend; die Nervation ist gefiedert, die Seitennerven sind offen, die 
Felder mit einem lockeren Netzwerk versehen. 

Es fand sich nur die untere Hälfte eines Blattes vor, die in jeglicher 
Beziehung mit dem Bruchstücke überein stimmt, das Lesquereux in Fig. 4 
wiedergiebt. 

Familie der Proteaceen Lindl. 

Gattung Conospermites Ett. 

Conospermites hakeaefolius Ett. 

1867. Ettingshausen, Kreidefl. v. Niederschoena, S. 20, Taf. 8, Fig. 4, 12. 

— Velenovsky, Fl. d. böhm. Kreidet., Heft II, S. 5, Taf. 1. Fig. 11—18. 

Die Blätter sind kurzgestielt, lederig, lanzettförmig, ganzrandig, am 
Grunde spitz, an der Spitze zugespitzt, drei- oder fünfnervig; der. Mittel¬ 
nerv tritt kaum hervor, die inneren seitlichen Grundnerven sind spitz¬ 
läufig, entspringen über dem Grunde und werden nach der Spitze hin 
ganz fein, die äusseren sind abgekürzt, die Seitennerven äusserst zart und 
gehen unter spitzen Winkeln aus. 

Diese Art scheint nicht selten gewesen zu sein, da sechs Blätter und 
mehrere Blattstücke vorhanden sind. Bei ihnen findet man weniger in 
der Länge als in der Breite Verschiedenheiten vor. Erstere beträgt 
8—9 cm, letztere an der ausgedehntesten Stelle 1, 1,1, 1,5, 1,6 cm. 
Auch in der Gestalt macht sich Abwechselung bemerkbar, mehrere laufen 
gerade aus, mehrere sind gegen die Spitze hin sichelförmig gebogen, eins 
zeigt die Biegung gleich von Grund aus, ein anderes auch, biegt sich 
aber in der oberen Hälfte nach der entgegengesetzten Seite hin. Die 
Blattspreite läuft, am Grunde sehr verschmälert, beinahe bis ans Ende 
des am untersten Theile etwas verbreiterten Blattstiels hinab. Von den 
äusserst feinen Seitennerven, deren Lauf sich nach der Dichtung des 
Blattrandes richtet, sind nur wenige sichtbar; sie entspringen unter spitzem 
Winkel und verbreiten sich nicht weit. 

Wenn Velenovsky die Meinung ausspricht, dass Proteoides daphno- 
genoides (Capellini et Heer: Les phyllites crötacees du Nebraska, S. 17, 
Taf. 4, Fig. 9, 10) auch zu Conospermites hakeaefolius Ett. gehöre, so bin 
ich anderer Ansicht, da bei jenem der Mittelnerv auffällig stark ist, ganz 
abgesehen davon, dass die Seitennerven über dem Grunde entspringen. 
Die Nervation von Protea linguaefolia Web. (Neuer Beitr. z. Tertiaerfl. 
d. niederrh. Braunkohlenf., S. 35, Taf. 7, Fig. 1) hat ebenfalls starken 
Mittelnerv und in mancher Beziehung andere Nervation, so dass sie nicht 
hierhergezogen werden darf. 


4 



98 


Unter den jetztweltlichen Pflanzen kommt der fossilen Art jeden¬ 
falls Conospermum triplinervium K. Br. am nächsten, was schon Ettings¬ 
hausen hervorhob. Bei ihren Blättern ist die Nervatur zart, der Mittel¬ 
nerv geht am Grunde allmählich in den Blattstiel über und die Blatt¬ 
fläche läuft an diesem herab, zudem sind sie lederig. Nach ihr dürfte 
Hakea dactyloides Cav. die nächst verwandte Pflanze sein, doch ist ihre 
Textur derber. 

Familie der Sapotaceen Endl. 

Gattung Sapotacites Ett. 

Sapotacites Stehneri nov. sp. Taf. II, Fig. 12. 

Das Blatt ist gross, lederig, zungenförmig, ganzrandig, an der Spitze 
ein wenig ausgerandet, oben breiter als unten; der Mittelnerv ist gerade, 
stark, nach der Spitze nur wenig verschmälert, die Seitennerven sind 
zart, nach kurzem Verlaufe in das Blattnetz aufgelöst und entspringen 
unter spitzen Winkeln wie die äusserst zarten Tertiärnerven. 

Charakteristisch fiir die Nervatur ist, dass sich die Spaltung der 
Seitennerven mehrfach wiederholt. Viel Aehnlichkeit zeigen die Blätter 
der jetztweltlichen Bumelia tenax Willd., entfernter stehen die einiger 
Mimusops- Arten. 

Ich habe diese Art zu Ehren des Herrn Bergrath Prof. Stelzner in 
Freiberg benannt. 

Gattung Mimusops L. 

Mimusops ballotaeoides nov. sp. Taf. II, Fig. 13. 

Das Blatt ist gestielt, umgekehrt-eiförmig-länglich, ganzrandig, an der 
Spitze etwas ausgerandet; der Mittelnerv ist stark und nimmt nach der 
Spitze zu allmählich ab, die unter spitzen Winkeln entspringenden Seiten¬ 
nerven sind sehr zart, entfernt vom Rande in Bogen verbunden, das 
Netzwerk ist zart. 

Die Blätter von Mimusops Ballota Gärtn. stehen dem unserigen ganz 
nahe und unterscheiden sich nur dadurch, dass sie an der Spitze weniger 
breit sind; in den übrigen Verhältnissen stimmen beide mit einander überein. 

Gattung Chrysophyllum L. 

Chrysophyllum Velenovskyi nov. sp. Taf. II, Fig. 15. 

Das Blatt ist lederig, eiförmig, -am Grunde etwas verschmälert, ganz¬ 
randig; der Mittelnerv ist stark, gerade, nach der Spitze allmählich ver¬ 
schmälert, die Seitennerven entspringen unter spitzen Winkeln, sind zart 
und parallel, die von ihnen gebildeten Felder von einem zarten, weitmaschigen 
Netzwerk durchzogen. 

Es ist nur ein Blatt vorhanden, das mit den Blättern von Chrysophyl¬ 
lum ehenaceum var. latifolium , welche Art in Brasilien weit verbreitet ist, 
übereinstimmt. Leider ist dasselbe etwas verletzt, so dass nicht zu erkennen 
ist, ob es auch betreffs der Spitze mit der jetztlebenden Art harmonirt. 

Ich habe es zu Ehren des Herrn Dr. Velenovsky, des verdienten 
Bearbeiters der böhmischen Kreideflora, benannt. 

Familie der Ebenaceen Vent. 

Gattung Diospyros L. 

JDiospyros primaeva Heer. 

1867. Heer, Phyll. cret. du Nebraska, S. 19, Taf. 1, Fig. 6, 7. — Ders., Fl. 
foss. arct. VI, S. 80, Taf. 18, Fig. 11. 



99 


Die Blätter sind länglich-elliptisch, am äussersten Grande ein wenig 
in den Stiel verschmälert, ganzrandig; die Seitennerven zahlreich, bogenläufig. 

Die beiden vorhandenen Blätter zeigen so grosse Uebereinstimmung 
mit den von Heer beschriebenen, dass sie von diesen nicht getrennt werden 
dürfen. Der Mittelnerv ist hier wie dort stark; zahlreiche äusserst zarte 
Seitennerven gehen von ihm aus, die ziemlich gerade verlaufen, aber in 
ziemlich spitzem Winkel zarte Aeste aussenden, welche sich zu einem 
Netzwerk verbinden. In die Hauptfelder laufen abgekürzte Secundärnerven, 
die sich in ein Netzwerk auflösen. 

Nahe steht in Bezug auf Grösse und Gestalt der Blätter Diospyros 
anceps Lesqx. (Cret. Fl., S. 89, Taf. 6, Fig. 6); doch sind bei diesem die 
Seitennerven weniger zahlreich und beträchtlich feiner, auch ist das Blatt¬ 
gewebe ganz anders geartet. 

Mir ist sehr wahrscheinlich, dass die Blätter von Ficus Geinitm Ett. 
(Kreidefl. v. Niederschoena, S. 16, Taf. 2, Fig. 7, 9—11 hierherzuziehen 
seien, doch urtheile ich hierbei nur nach den Abbildungen, da ich die 
Originale nicht eingesehen habe. 

Diospyros provecfa Yel. 

1884. Velenovsky, Fl. d. böhm. Kreidef., Heft III, S. 2, Taf. 8, Fig 1—5, 10. 

Die Blätter sind schwach, aber ziemlich langgestielt, lanzettlich bis 
länglich - lanzettlich, kurzzugespitzt, am Grunde allmählich verschmälert, 
ganzrandig; der Mittelnerv ist gerade, nicht stark, nach der Spitze zu 
verdünnt, die Seitennerven entspringen unter ziemlich spitzen Winkeln 
und sind durch ein polygonales Nervennetz untereinander verbunden. 

Es fand sich nur ein Blatt vor, das auf der einen Seite verletzt ist; 
Stiel und Nervation sind dagegen gut erhalten. 

Am Grunde desselben liegt auf dem Schieferstücke das Bruchstück von 
einem Blatte, welches sehr wahrscheinlich Aralia decurrens Yel. zuzurechnen 
sein dürfte. Es stellt ein Lappenstück dar, das in Gestalt, Berandung und 
Nervatur ganz mit den Lappen genannter Art harmonirt. Da weitere 
Yorkommnisse von mir jedoch nicht aufgefunden werden konnten, so 
vermochte eine definitive Bestimmung nicht zu erfolgen. 

Familie der Araliaceen Juss. 

Gattung Aralia L. 

Aralia coriacea Yel. 

1884. Yelenovskf, Fl. d. böhm. Kreidef., Heft III, S. 11, Ta*-'. 1, Fig. 1 — 9; 

Taf. 2, Fig. 2. 

Die Blätter sind fingerförmig, die Blättchen gestielt, lanzettförmig, 
beiderseits verschmälert, am Grunde oft ungleichseitig, in der oberen 
Hälfte meist grob-gekerbt-gezähnt, selten die Zähne nur angedeutet, in der 
unteren ganzrandig; der Mittel nerv ist gerade, ziemlich stark, nach der 
Spitze hin ein wenig verschmälert, die Seitennerven sind zahlreich, unter 
spitzen Winkeln entspringend, am Rande durch feine Schlingen unterein¬ 
ander verbunden. 

Es ist in unserem Materiale nur ein Blättchen gefunden worden, das 
ich Anfangs für ein Proteaceenblatt hielt, während es, nach der vorhan¬ 
denen Etiquette zu schliessen, von Reich zu Salix gezogen worden war. 
Die Abbildungen Yelenovsky’s aber belehrten mich, dass ich auf falscher 
Fährte gewesen. Ihm fehlt die Spitze, sonst ist es sehr gut erhalten. Die 

4* 



100 


Seitennerven stehen zu dem Mittelnerven im Gegensatz, insofern sie sehr 
zart sind; übrigens konnten sie von mir nur in dem oberen Theile des 
Blättchens, das, nebenbei gesagt, einen feinen von oben nach unten sich 
erstreckenden Minirgang erblicken lässt, beobachtet werden. Die Randzähne 
treten erst in beträchtlicher Entfernung vom Grunde auf, etwa wie bei 
Grevillea repanda Zahlbr,, sind nicht gross und unregelmässig, weit von 
einander entfernt. Der Grund zeigt die Blattspreite als in den Blattstiel 
verschmälert und ein wenig an ihm herablaufend; überdies muss bemerkt 
werden, dass die eine Hälfte der Blattspreite etwas schmaler ist, als die 
andere, wie dies an böhmischen Blättern auch beobachtet werden kann. 

Eamilie der SViagnoliaceen De C. 

Gattung Liriodendron L. 

Liriodendron Meekii Heer. 

1882. Heer, Foss Fl. v. Groenld. I, S. 87, Taf. 18, Fig. 4c; Taf. 22; Taf. 28, 
Fig. 3—8; Taf. 25, Fig. 5a; Taf. 45, Fig. 13a, b; II, S 38, Taf. 63, Fig. 6. 

1858. Leguminosites Marcouanus. Heer, Proceedings of the Acad. of Nat. 
Sciences of Philadelphia, S. 265. 

1858. Phyllites abcordatus. Heer, a. a. 0., S. 266. 

1867. Lomatites Palaeo - Ilex. Ettingshausen, Kreidefl. v. Niederschoena, 
S 21, Taf 3, Fig. 16. 

1868. Liriodendron primaevum. Newberry, Ann. of. Nat. Hist, in New- 
York, S 12. 

Die Blätter sind ganzrandig oder dreilappig, die Lappen gerundet, an 
der Spitze abgestutzt oder unter stumpfem Winkel tief ausgerandet. 

Unser Blatt gehört der Varietät L. M. primaeva an, da es nur 
schwach-dreilappig ist, indem die beiden seitlichen Lappen wenig hervor¬ 
treten und nur durch eine seichte Bucht von dem Mittellappen ge¬ 
trennt sind. 

Es ist lederig und kurz gestielt; der Mittelnerv ist stark, gegen die 
Spitze nur wenig schwächer, die Seitennerven sind fein und gebogen. 

Zur Kreidezeit war diese Art nicht blos in den Polarländern, sondern 
auch in südlicheren Breiten vorhanden. War dies bisher nur von Amerika 
nachgewiesen, so ist es nun auch von Europa und zwar in ungefähr 
gleicher Entfernung vom Nordpol wie dort der Fall. 

Heer schreibt a. a. 0.: „Ich vermuthe, dass Lomatites Pseudo-Ilex Ett. 
zur vorliegenden Art gehört. Die Spitze ist wahrscheinlich unrichtig er¬ 
gänzt und die gezeichneten Zähne dürften wohl von zufälligen Einrissen 
herrühren. u Um entscheiden zu können, ob Heer’s Meinung richtig sei, 
untersuchte ich das Berliner Originalexemplar. Ich fand, dass es ein 
nicht sehr gut erhaltenes Blatt darstellt, welches mehrfach verdrückt und 
stellenweise auch zerrissen ist. Randzähne vermochte ich nicht zu be¬ 
obachten, alles deutet auf ein ganzrandiges Blatt hin. Ein Eisenoxyd¬ 
streifen scheint Ettingshausen zu der Annahme veranlasst zu haben, dass 
das Blatt länger gewesen sein müsse, und nur durch diesen ist die vor¬ 
genommene Ergänzung zu erklären, die wir wegdenken müssen, wenn wir 
ein richtiges Bild von dem Blatte erlangen wollen. 

Acer antiquum Ett. (Kreidefl. v. Niederschoena, S. 25, Taf. 3, Eig. 17) 
halte ich dagegen mit Ettingshausen für das Blatt eines Acer , nicht für 
ein zu Liriodendron gehöriges. Der am Mittellappen befindliche schein¬ 
bare Nebenlappen ist nur durch Zerreissung des Blattes entstanden. 



101 


Familie der Sapindaceen Juss. 

Gattung Sapindus L. 

Sapindus saxonicus nov. sp. Taf. II, Fig. 14. 

Das Blättchen ist ein wenig lederig, etwas sichelförmig, ei-lanzett¬ 
förmig, zugespitzt, ganzrandig; der Mittelnerv ist stark, die in Bogen ver¬ 
bundenen und unter spitzen Winkeln ausgehenden Nerven sind zart. 

Die Nervation ist nur am Grunde gut erhalten, nach der Spitze zu 
verwischt. Aus dem starken. Mittelnerven entspringen zarte, bogenläufige 
Seitennerven, welche Felder umschliessen, die ein zartes Maschennetz in 
sich schliessen. Die Nervatur erinnert sehr an die des tertiären Sapindus 
falcifolius Heer. 

Familie der Sterculiaceen Yent 
Gattung Sterculia L. 

Sterculia Geinitm nov. sp. Taf. II, Fig. 3, 4, 7. 

Die Blätter sind wenig lederig, langgestielt, dreilappig, am Grunde 
verschmälert, die Lappen sind lanzettförmig, ganzrandig, nach Spitze und 
Grund verschmälert, fast gleichlang, doch auch der mittlere länger als die 
seitlichen; die Mittelnerven der seitlichen Lappen entspringen über dem 
Grunde aus dem des mittleren, sind wie dieser stark und nehmen zur 
Spitze hin allmählich ab, die von ihnen ausgehenden Seitennerven sind 
zart und bogenförmig, meist verwischt, die Nervillen nur stellenweise er¬ 
kennbar. 

Es sind drei Blätter von sehr verschiedener Grösse vorhanden, von 
denen nur das kleinste, eine jugendliche Form darstellende, den langen 
Stiel erhalten zeigt. Keich sah sie, worüber eine beiliegende Etiquette 
belehrt, für Fucoideenreste an und benannte sie Fucoides tricliotomus. 
In ihrer Textur zeigen sie zwar grosse Aehnlichkeit mit solchen von 
Delesseria Reichii Stbg. sp., doch verbannt sie aus der Ordnung der Algen 
das nachweisbare Gefässwerk. Nahe kommen unsere Blätter denen der 
Sterculia Labrusca Ung., welche im Oligocän stellenweise eine grosse Rolle 
spielen (vergl. Heer, Beitr. z. sächs.-thür. Braunkohlenf., S. 15) und mit 
denen der jetztweltlichen St. diversifolia Don. verwandt sind. Saporta und 
Marion haben ein in der französischen Kreide gefundenes Bruchstück 
(PI. foss. de Gelinden, S. 65, Taf. 2, Fig. 1) mit der tertiären Art für 
identisch erklärt. Unsere Art ist jedoch durch die auffallende Dicke der 
Hauptnerven von ihr getrennt. 

Ausser den abgebildeten Stücken finden sich nur noch Fragmente vor. 

Familie der Rhamneen R. Br. 

Gattung Rhamnus Tournef. 

Rhamnus tenax Lesqx. 

1874. Lesquereux, Cret. Fl., S. 109, Taf. 21, Fig. 4. 

Die Blätter sind zugespitzt-lanzettförmig, in den kurzen Stiel durch 
eine Biegung zusammengezogen; die zahlreichen Seitennerven sind am 
Rande verbunden, dünn, parallel. 

Unser Blatt ist dünn, hat dieselbe Gestalt, Grösse und Nervatur wie 
das amerikanische. 



102 


Familie der Simarubeen De C. 

Gattung Simaba Aubl. 

Simaba (?) saxonica nov. sp. Taf. II, Fig. 6. 

Das Blatt ist lederig, breit linealisch, ganzrandig, am Grunde ver¬ 
schmälert; der Mittelnerv ist stark, die Seitennerven sind ziemlich schwach, 
ein wenig schlängelig, entspringen am Grunde unter rechtem, sonst unter 
ziemlich rechtem Winkel und verbinden sich vom Rande entfernt in Bogen. 

Es ist mir keine lebende Gattung bekannt, die Blätter aufzuweisen 
hätte, welche soviel Aehnlichkeit mit dem fossilen zeigten, als die mittel¬ 
amerikanische Simaba. Trotzdem bezeichne ich meine Bestimmung als 
zweifelhaft, da das Blatt nicht vollständig erhalten ist und die in den durch 
die Seitennerven gebildeten Feldern vorhandene Nervatur verwischt ist. 

Gestalt und Grösse, wie der starke Mittel- und die etwas schlängeligen 

alternirenden Seitennerven, sprechen allerdings für die citirte Gattung. 
Die in die Gattung Ficus gehörigen Arten, welche zur Vergleichung heran¬ 
zuziehen wären, zeigen die Schlingenbogen nie so entfernt vom Rande 
und haben stets streng gerade verlaufende Nerven. 

Familie der Myrtaceen R. Br. 

Gattung Eucalyptus Herit. 

Eucalyptus Geinitgi Heer. 

1883. Heer, Foss. Fl. v. Grönland, S. 93, Taf. 19, Fig. 1 c; Taf. 45, Fig. 
4—9; Taf. 46, Fig. 12c, d, 13. — Velenovsky, Fl. d. böhm. KreidefL, Heft IV, 
S. 1, Taf. 1, Fig. 1—4; Taf. 2; Taf. 8, Fig. 1; Taf. 4, Fig. 1, 13. — White, 

Cret. Plants from Martha’s Vineyard, S. 98, Taf. 2, Fig. 8—11. 

1867. Palaeocassia angustifolia. Ettingshausen, Kreidefl. v. Niederschoena, 
S. 27, Taf. 3, Fig. 6, 7. 

1867. Palaeocassia lanceolata. Ettingshausen, a. a. 0., S. 28, Taf. 3, Fig. 8. 

1869. Myrtophyllum (Eucalyptus?) Geinitzi. Heer, Kreidefl. v. Moletein, 
S. 22, Taf. 11, Fig. 3, 4. — Ders., Kreidefl. der arct. Zone, S. 116, 
Taf. 32, Fig. 14—17. 

1885 Eucalyptus angusta. Velenovsky, Fl. d. böhm. Kreidef., Heft IV, 
S. 3, Taf. 8, Fig. 2—12. 

Die Blätter sind gestielt, lederig, lineal, länglich-lanzettlich bis breit- 
lanzettlich, gegen Spitze und Grund verschmälert, ganzrandig; der Mittel¬ 
nerv ist gerade, stark, zur Spitze verdünnt, die Seitennerven entspringen 
unter spitzen Winkeln, sind zahlreich, parallel und am Rande durch einen 
Saumnerv verbunden. 

Mit Myrica fragiliformis Zenk. sp. hat diese Art das gemein, dass 
von ihr eine grosse Anzahl Blätter gefunden worden sind, welche in der 
Form mehrfach variirten, was nicht zu verwundern ist, da wir Veränder¬ 
ungen in Gestalt und Grösse der Blätter je nach ihrem Alter und ihrer 
Stellung auch bei den jetztweltlichen Eucalypten zu beobachten im Stande 
sind. Wir finden ausser kurzen Blättern, die jedenfalls am Ende der 
Zweige standen, lange, schmale und breite, solche, die am Grunde die 
grössere Breite zeigen, und andere, die sie in der Mitte besitzen. Was 
den Mittelnerv betrifft, so ist er fast durchgängig stark, nur selten ver¬ 
dünnt und steht dieses Verhältniss bei unseren Exemplaren durchgehends 
mit der Breitenentwickelung der Spreite im Zusammenhang. Die Seiten¬ 
nerven sind zart und daher bei manchen Blättern nur bei sehr günstigem 
Lichte zu bemerken, bei anderen nur vereinzelt, bei einzelnen gar nicht, 
bei einer Anzahl dagegen sehr deutlich. Die Verbindung der einzelnen 




103 


durch charakteristische, meist schräg stehende Nervillen ist genau so, wie 
sie hei jetztweltlichen Eucalypten, z. B. E. pillularis Sm., beobachtet wird. 
Der Saumnerv ist vielfach sehr deutlich erhalten, wo es nicht der Fall, 
rührt dies wohl von seiner Feinheit her. 

Unter den jetzt lebenden Arten stehen Eucalyptus acervula Sieb, und 
E. fioribunda En dl. sehr nahe; von den Tertiärpflanzen bezeichnet Heer 
E. rhododendroides Mass. vom Mte. Bolca als die zunächst verwandte Art. 
Ob Ehyllites proteoides Ung. (Kreidepfl. v. Oestreich, Taf. 2, Fig. 11), die 
in Ehrlich’s Geogr. Wanderungen als Salicites macrophyllus Beuss aus¬ 
gegeben war, mit Eucalyptus Geinitzi Heer zu vereinigen sei, kann wegen 
der fehlenden Nervatur, so lange man das Origin alexemplar nicht in 
Händen gehabt hat, nicht behauptet werden, die Gestalt macht es aller¬ 
dings wahrscheinlich. Yon Proteoides daphnogenoides Heer (Phyll. du 
Nebraska, S. 17, Taf. 4, Fig. 9, 10.) darf es wohl verneint werden, da 
die steil aufsteigenden Nerven dagegen sprechen. (Yergl. Lesquereux, 
Cret. Fl., Taf. 15, Fig. 2.) 

Eucalyptus angusta Yel. mit E. Geinitzi Heer zu vereinigen, scheint 
mir natürlicher, als sie zu trennen, da Uebergänge von der einen zur 
anderen vorhanden sind, bei denen man nicht weiss, wohin man sie stellen 
soll, da die Nervation die gleiche ist, die Stärke des Mittelnervs bei 
E. angusta Yel. sehr schwankt und wie bei E. Geinitzi Heer in einem 
gewissen Yerhältniss zur Breite der Spreite steht, auch die Yerdickung 
des Stiels nicht durchgehends gesehen werden kann. Die dornig endende 
Blattspitze kann aber wohl kaum als scheidendes Merkmal aufgefasst 
werden. Ich glaubte daher, beide Blätter nur als Formen auffassen zu 
dürfen. 

Sehr interessant war mir auch ein Zweig, der ausser dem Endblatte 
noch 3 Blätter und ein Blattstück aufwies. 

Die Blätter, welche Ettingshausen als Palaeocassia angustifolia und 
P. lanceolata angehörig beschrieb, muss ich hierherstellen, nachdem ich 
die Originalstücken eingesehen habe. 

An allen unseren Blättern fällt auf, dass sie sämmtlich der Spitzen 
entbehren. Sehen wir von den im übrigen wohlerhaltenen ab, so finden 
sich ausser ihnen solche, die sich längs des Mittelnervs bis weit nach dem 
Grunde zu aufgerissen zeigen. Es lässt sich dies kaum anders erklären, 
als dass die lange schmale Spitze der Bewegung des Wassers nicht zu 
widerstehen vermochte und deshalb bei erfolgter Biegung leicht abbrechen 
musste. Uebrigens findet sich diese Erscheinung auch bei Blättern an¬ 
derer Dikotyledonen mit breiterer Spitze wiederholt. Es dürfte dies wohl 
auf die sicher an der Küste des Kreidemeeres, welche unser Fundort dar¬ 
stellt, stattgefundene Brandung zurückzuführen sein. 

Gattung Callistemophyllum Ett. 

Callistemophyllum Heeri Ett. 

1867. Ettingshausen, Kreidefl. v. Niederschoena, S. 27, Taf. 3, Fig. 13. 

Die Blätter sind steiflederig, linealisch-lanzettlich, ganzrandig, am 
Grunde spitz, gegen die Spitze verschmälert; der Mittelnerv ist stark, die 
Seitenneyven äusserst fein, genähert und entspringen unter spitzem Wiükel. 

Unser Blatt ist grösser als das von Ettingshausen wiedergegebene 
und kommt dadurch den Blättern von Callistemophyllum melcäeucaeforme 



104 


Ett. aus der Tertiärflora von Haering ziemlich nahe, zeigt aber im Uebrigen 
genau dieselbe Gestalt, die sich besonders in einer geringen Ungleichheit 
der Blatthälften, vorzüglich am Grunde, charakterisirt. Bei günstigem 
Lichte liessen sich die äusserst zarten Seitennerven in der unteren Partie 
des Blattes wohl erkennen, bei einem war auch eine in der Nähe des 
Randes vorhandene Gabelung sichtbar, wie sie bei den tertiären und re- 
centen Blättern ebenfalls beobachtet werden kann. 

Familie der Papilionaceen Endl. 

Gattung Leguminosites Heer. 

Leguminosites cretaceus nov. sp. Taf. IT, Fig. 11, 11a. 

Die Blättchen sind eiförmig, ganzrandig, der Mittelnerv ist verhält- 
nissmässig stark, nach der Spitze hin wenig verschmälert, die Seitennerven 
sind sehr fein, einander genähert, meist einfach, entspringen unter wenig 
spitzen Winkeln und verbinden sich wenig entfernt vom Rande in Bogen. 

Dieselbe Gestalt und eine sehr ähnliche Nervatur finden wir wieder 
bei den Blättchen der jetztweltlichen JDaTbergia mirabilis De C. von Ostindien. 
Auch bei ihnen sehen wir, dass in den von den Seitennerven gebildeten 
Feldern meist ein Nerv, nur selten zwei Nerven das feine Blattnetz eine 
Strecke hin durchziehen, um sodann in demselben aufzugehen. Die Maschen 
scheinen meist viereckig gewesen zu sein. 

In Fig. 11a gebe ich ein Stück Blättchen vergrössert wieder. 

Zusatz. 

Sequoia heterophylla Tel. (?) 

1855. Velenovsk^, Gymnosp. d. böhm. Kreidet., S. 22, Taf. 12, Fig. 12; 

Taf. 13, Fig. 6—9. 

Es liegen zwei nicht sehr gut erhaltene Zweigstücke vor, die ich am 
besten hierherziehe. Man denke sich von Fig. 8 Yelenovsky’s den Mittel¬ 
zweig bedeutend länger und mit einer grösseren Anzahl kleiner, alter- 
nirender Aestchen bekleidet, die mit kleinen, lederartigen, schuppenförmigen 
Blättchen besetzt sind, welche im Yerhältniss zur Länge breit erscheinen 
und alternirend aufsitzen. Sie dürften wohl kaum etwas Anderes darstellen, 
als das genannte böhmische Stück in weiterer Entfaltung, woraus dann 
hervorginge, dass man es bei diesem in den knospenartigen Gebilden nicht 
mit männlichen Blüthenorganen zu thun hätte. 

Hymenophyllum cretaceum Lesqx. (?) 

1874, Lesquereux, Cret. Fl., S. 46. Taf. 1, Fig. 8, 4; Taf. 29, Fig. 6. 

Ein Stück Farn, das mit dem von Lesquereux, Taf. 29, Fig. 6, soweit 
es erhalten ist, gänzlich überein stimmt, ist vorhanden. Die Nervatur ist 
ausgezeichnet ausgeprägt, leider ist die Spitze abgebrochen. — 

Ausser den bisher beschriebenen Pflanzenresten fand sich nur noch 
die auf Taf. II, Fig. 16 wiedergebene Schuppe eines Pinuszapfens vor. 




105 


Erklärung der Tafel. 

Fig. 1. Ein Wedelstück von Pterophyllum Reichiamwi. 

Fig. 2. Eine Spindel mit zwei sich deckenden Fiederstücken von 
Reichianum. 

Fig. 3, 4, 7. Blätter in verschiedener Grösse von Sterculia Geinitzi. 
Fig. 5. Unvollständiges Blatt von Triplaris cenomanica. 

Fig. 6. Blattstück von Simaba cenomanica. 

Fig. 8, 9. Blatt und Blattstück von Salix Schoenae. 

Fig. 10. Blattstück mit Phacidium myrtophylli. 

Fig. 11. Blättchen von Leguminosites cretaceus. 

11a. Ein Stück vergrössert. 

Fig. 12. Blatt von Sapotacites Stelzneri. 

Fig. 13. Blatt von Mimusops ballotaeoides. 

Fig. 14. Blättchen von Sapindus saxonicus. 

Fig. 15. Blatt von Chrysophyllum Velenovskyi. 

Fig. 16. Eine Schuppe von Pinus sp. 





Pterophyllum 






106 


VIII. Pinus montana Mill. 

in der sächsisch-böhmischen Oberlausitz nicht spontan. 

Von Clemens König. *) 


Herr August Weise, Conservator des Humboldt-Vereins zu Ebers¬ 
bach, hatte die Güte, im November 1881 an die botanische Section unserer 
Gesellschaft Belegstücke der Krummholzkiefer einzuschicken, welche er in 
dasiger Gegend gefunden hatte, nämlich auf dem „Ziegenrücken“ und „Stecker- 
fichtel“ zwischen Rumburg und Georgswalde. „Was mich jedoch“, so heisst 
es in dem Begleitschreiben, „ganz besonders zur Mittheilung des Vorstehenden 
bewog, ist die Entdeckung, welche ich diesen Sommer an dem Sonnen¬ 
berge bei Waltersdorf (ein Berg östlich von der Lausche mit Sand¬ 
steinbrüchen) machte, wo ich an dem Nordhange desselben fünf ähnliche 
Knieholzgebüsche antraf und zwar einen in kaum halber Höhe, die anderen 
in der Nähe des felsigen Gipfels dieses Berges. Es ist daher wahrscheinlich, 
dass auch noch an anderen Orten des Lausitzer-Gebirges diese Holzart 
wildwachsend aufzufinden ist“ . . . „Auf dem ziemlich ausgedehnten 
böhmischen Terrain“, heisst es an einer anderen Stelle, „wächst die Kniekiefer 
in Tausenden von Exemplaren nach Art der Waldunkräuter, nicht nur als 
heerdenweise auftretendes Gestrüpp an uncultivirten Plätzen, sondern 
auch vereinzelt zwischen den Stämmen neuer Fichten- und Kiefernbestände“.**) 
Biese Angaben müssen in jedem Leser die Vorstellung erwecken, dass 
wir es hier mit einer wild vorkommenden Art und mit Standorten zu 
thun haben, welche durch die zunehmende Cultivirung des Landes bald 
zerstört sein werden. Prof. Drude bestimmte die eingesandten Belegstücke 
als Pinus montana b. Pumilio Hänke oder als die Riesengebirgsform, als 
die sogenannte Zwergkiefer, und seine Angabe, der wir beipflichten, ver- 
anlasste die sächsischen Floristen, die Zwergkiefer der südlichen Lausitz 
als eine spontane Form zu buchen.***) Auf dem Erzgebirge finden wir 
dagegen die Hakenkiefer, P. m. a. uncinata Ram. Die dritte Form, die 
Mughokiefer, P. m. c. Mughus Scop., fehlt in Sachsen, kommt aber auf 
den südkärnthnischen, südtiroler, krainer und venetianischen Alpen vor. 
Prof. Drude schilderte in der Voraussetzung, dass die gemachten Angaben 
auf keinem Irrthume beruhen, alsdann die Wichtigkeit dieser Entdeckung. 
Sie beweise, dass zur Eiszeit die Pflanzen von den Hochgebirgen Mittel- 

*) Mitgetheilt in der botan. Section der Isis am 15. October 1891. 

**) Ges. Isis in Dresden, 1881, Abh. 12. 

***) 0. Wünsche, Excursionsfl. f. d. Kgr. Sachsen, 5. Aufl., 1887, S. 3. — E. Köhler, 
Die pflanzengeogr. Verhältn. des Erzgeb., 5. Ber. über d. Kgl. Schullehrer-Seminar 
zu Schneeberg, 1890, S. 31. 

6es. Isis in Dresden, 1891. — Abh. 8. 





107 


europas Diedergestiegen wären und in der Oberläusitz ihren nördlichsten Standort 
erreicht hätten. So sei das Erzgebirge vom Böhmerwalde her, die Lausitz 
dagegen vom Riesengebirge her mit Pflanzen besetzt worden. Prof. Drude 
hat aber in diese Darlegung die gewichtige Bemerkung eingeflochten, dass 
weder Heynhold, noch Reichenbach, noch Rabenhorst, weder 
Fiek-[Jechtritz, noch Celakovsky die Zwergkiefer in der Oberlausitz 
kenneu. Sollte diesen umsichtigen Forschern diese Nadelholzart entgangen 
sein? Warum sollte dies nicht möglich sein? 

Als ich die im Königreich Sachsen heimischen und die im Königreich 
Sachsen von land- und forstwirthschaftlichen Betrieben in Pflege genom¬ 
menen Blüthenpflanzen einer sorgfältigen Musterung unterzog, wurde ich 
auch mit Pinus montana näher bekannt. Schon als ich mit Dr. Reiche 
die Torflager bei Gottesgab absuchte, erzählte mir ein Waldarbeiter u. A. 
auch von den dasigen Anpflanzungen der Sumpf- oder Hakenkiefer. In 
dem von A. Artzt für das Vogtland aufgestellten Pflanzenkatalog wird 
ausdrücklich gesagt, dass bei Adorf und Mehlteuer die Hakenkiefer ange¬ 
pflanzt sei.*) Dergleichen Bestände finden wir auch um Tharandt und 
vor allem unweit Höckendorf, besonders bei der Sandgrube, unweit der 
Oberförsterei, wo sich die Wege nach Borlas und Ruppendorf kreuzen. **) 
Aber auch in der Oberlausitz kommt die Hakenkiefer angepflanzt vor, z. 
B. am Waldrande der Löbau-Herwigsdorfer Strasse***) und auf dem Töpfer 
bei Zittau. Von ganzen Beständen und Wäldern auf dem Jahrsgrüner- 
Revier des sächs. Erzgebirges berichtet Moritz Willkomm im 6. Bde. 
der Allgem. Encyklopädie der ges. Forst- und Jagdwissenschaften, f) Vgl. 
noch „Haideaufforstung“ (4. Bd. derselben Encykl., S. 614). 

Könnte es mit der Riesengebirgsform der Bergkiefer nicht ebenso sein? 

Im Forstgarten zu Tharandt werden junge Bäumchen davon für 30 
bis 40 Pfg. abgegeben.ff) Dieselben wandern wohl ausschliesslich als 
Schmuckpflanzen in Gärten, Promenaden und Parkanlagen. Dass die 
Bergkiefer aber auch eine forstwirtschaftliche Bedeutung hat, sagt uns 
Theodor Hartig in seiner „Naturgeschichte der forstbotanischen Cultur- 
pflanzen“. Nachdem er von den Culturversuchen der Zwergkiefer auf dem 
Riesengebirge und Brocken berichtet hat, fährt er wörtlich fort: „Z schocke 
empfiehlt die Cultur durch Saat und fügt hinzu: „An Verpflanzen junger 
Alpenföhren ist, weil es selten gelingt, nicht wohl zu denken.“ In unseren 
Forstgärten läuft der Same so gut auf, wie der der gemeinen Kiefer, auch 
die verpflanzten Stämme sind im besten Gedeihen.“ Vgl. auch Carl Heyer, 
der Waldbau.fff) 

Aber nicht blos in den officiellen Forstgärten, sondern auch in Kämpen 
und Pflanzengärten, wie sie auf jedem Reviere bestehen, lässt sich die 
Bergkiefer leicht aufziehen. Obgleich sie, bezüglich des Stärkezuwachses, 
der in der Jugend noch rasch vor sich geht, eine sehr trägwüchsige Holz¬ 
art ist, so dass armstarke Stämme ein mehrhundertjähriges Alter besitzen 

*) Ges. Isis in Dresden, 1884, Abh. 6. Nachträge etc. 

**) Tharandter Jahrbuch, 1876, Abth. 2. 

***) Kud. Wagner, Flora des Löbauer Berges, Löbau 1866, S. 38. 

t) Wien u. Leipzig 1891, S 397. — In meinen Verzeichnissen fehlt „Jahrsgrün“, 
vielleicht solTs „Jägersgrün“ oder „Jahnsgrün“ heissen. 

ff) Preis-Verzeichniss der in dem forstbotanischen Garten zu Tharandt verkäuf¬ 
lichen Pflanzen. 1882. 

fff) 4. Bd. der Encyklopädie der Forstwissenschaften, Leipzig 1864, S. 16ff. 




108 


können, obgleich sie zur Holzproduction untauglich erscheint, so übt sie 
doch in Folge ihres niederen Wuchses und ihrer reichen Benadelung einen 
nicht zu unterschätzenden Einfluss auf den Boden aus, indem sie den¬ 
selben gegen atmosphärische Angriffe schützt und an Nährstoffen bereichert. 

Erinnern wir uns noch daran, dass der Forstmann ganz ähnlich 
arbeitet wie der Landwirth, welcher seine Felder auf bricht, stürzt und 
darauf nur die Pflanzen wachsen und gedeihen lässt, die ihm angenehm 
sind. Auch der Forstwirth hat sein Revier in Abtheilungen gegliedert, 
welche der Reihe nach abgeschlagen und aufgeforstet werden. Eine der¬ 
artig geordnete und rationell betriebene Waldwirtschaft, welche im all¬ 
gemeinen bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts zurückreicht, besteht 
auf den fürstlichen Gütern zu Rumburg und Hain spach, auf den gräf¬ 
lichen Gütern zu Gaussig und Putzkau und auf den Revieren der Städte 
Zittau, Löbau und Görlitz schon seit Anfang dieses Jahrhunderts, woraus 
zu folgern ist, dass es innerhalb dieser Grenzen keine Urwaldsbestände, 
keine Schlupfwinkel für Wildlinge aus praehistorischer Zeit, keine Formations¬ 
stücke der Glacialzeit geben kann. 

Um das Yorkommen der Bergkiefer auf diesen Gebieten mehr als 
durch Muthmassen zu erklären, wandte ich mich an die betreffenden 
Forstverwaltungen um Aufschluss. Gestützt auf die persönliche Erfahrung 
dieser Herren und auf die Einträge in den verschiedenen forstwirthschaftlichen 
Büchern erhielt ich folgenden Bescheid. 

,,Ihrem Wunsche entsprechend,“ schrieb mir Herr Janascheck aus 
Rumburg, „mache ich die Mittheilung, dass die im fürstlichen Forstrevier 
Gersdorf, Antheil „Ziegenrücken“ und „Steckerfichten“ vorkommenden ein¬ 
zelnen Exemplare der Krummholzkiefer dem Zufall zuzuschreiben sind, in¬ 
dem wahrscheinlich unter dem Weisskiefersamen*), welcher zur 
Pflanzen erzieh ung in den Pflanzenschulen verwendet und seiner Zeit 
aus Innsbruck bezogen wurde, etwas Samen der obigen Kiefer¬ 
gattung enthalten war, somit zum Anbau gelangte und die hieraus 
erzogenen Pflanzen bei Begründung der betreffenden Bestände mit in Ver¬ 
wendung gelangten.“ 

Auf böhmischer Seite wachsen somit, um mit Weise zu reden, die 
Zwergkiefern nach Art der Waldunkräuter, besser der Saatunkräuter, als 
eingeschleppte Wildlinge. 

Auf sächsischer Seite hingegen wurden die Zwergkiefern absichtlich 
und an besonderen Plätzen gepflanzt; denn Herr Schwerdtner aus 
Waltersdorf theilte mir mit: „Es freut mich, dass ich in die Lage ge¬ 
kommen, Ihnen das ungefähre Alter sowie die Herkunft der Krummholz¬ 
kiefer am Sonnenberge mittheilen zu können, wodurch das Räthsel, welches 
bisher immer über das ursprüngliche Vorkommen derselben auf hiesigem 
Reviere nur auf Vermuthung beruhte, gelöst sein dürfte. 

„Bei Befragen eines in der Nähe des Sonnenberges wohnenden, einige 
70 Jahre alten Mannes theilte mir derselbe mit, dass sein Schwiegervater 
immer erwähnt habe, der Revierförster Kämmel, welcher um das Jahr 
1820 Revierverwalter des Waltersdorfer Gebietes gewesen ist, habe die 
Krummholzkiefer auf dem Riesengebirge geholt und am Sonnen¬ 
berge verpflanzt. 


*) D. i. Weissföhre, Föhre, Kiefer, Finus silvestris. 




109 


„Seit dem Jahre 1860 ist die Krummholzkiefer auf vielen sandigen 
und schlechten Theilen hier angepflanzt worden und werden auch jetzt 
von mir seit einigen Jahren jährlich 2000—3000 Stück verpflanzt. 

„Als Grund des Anbaues sind die stellenweise sehr schlechten Boden* 
Verhältnisse anzusehen. Wenn auch der Ertrag der Krummholzkiefer ein 
sehr geringer ist, so bietet dieselbe doch ein ganz vorzügliches Boden¬ 
schutzholz und trägt somit zur Bodenverbesserung bei.“ 

Diese Angaben bedürfen keiner Erklärung. Wie am Sonnenberge, 
so sind auf diese Weise auch an der Lausche und am Johnsberge 
dergleichen Horste entstanden, desgl am Kottmar und Rothstein. 

Am Schluss des Briefes heisst es: „Vielleicht dürfte Ihnen noch das 
Vorhandensein anderer fremder Holzarten auf hiesigem Reviere von In¬ 
teresse sein. 

„In den Jahren 1877 -1880 sind auf vielen schlechten Partieen 
Schwarzkiefern und in den Jahren 1884 und 1885 auf vielen Re vier¬ 
theilen Douglastannen angebaut worden.“ 

Der Verwalter der dasigen Mühlsteinbrüche hat für dergleichen An¬ 
pflanzungen eine besondere Vorliebe und scheute sich nicht, die Kosten 
dafür allein zu tragen. 

Aehnliches gilt auch vom Rumburger Gebiete. Hier finden sich ver¬ 
schiedene fremde Eichenarten vor; auch die amerikanische Erle, Ainus 
serrulata Wild., bildet hier kleine Bestände, die völlig verwildern. 

Ueberschauen wir zum Schluss die mitgetheilten Analogien und die 
eingegangenen Berichte, welche von erfahrenen und mit den in Frage ge¬ 
kommenen Revieren auf’s Innigste verwachsenen Forstleuten herstammen, 
so kann die schöne Idee: „Die Bergkiefer der OberJausitz sei ein Relikt 
aus der Glacialzeit und ein classischer Zeuge für die vom Riesengebirge 
ner erfolgte Einwanderung der Pflanzen in die sächsisch-böhmische 
Oberlausitz“ nicht mehr aufrecht erhalten werden; die Bergkiefer ist in 
diesem Gebiete nicht spontan, ihre Standorte sind hier nicht primärer, 
sondern secandärer Art. 

Noch erübrigt es, dass ich an dieser Stelle Herrn Prof. Drude, Herrn 
Gymnasiallehrer Tempel und den Herren Forstvorständen Schwerdtner 
in Waltersdorf und Janascheck in Rumburg in verbindlichster Weise für 
die liebenswürdige Enterstützung danke, welche mir hierbei zu Theil ge¬ 
worden ist. 

Herr Prof. Drude hat noch die Güte gehabt, die beiden heran¬ 
gezogenen Berichte den urkundlichen Belegen in der botanischen Sammlung 
des Königl. Polytechnikums einzureihen. 




110 


IX. ßeiseskizzen aus Schweden und Norwegen, nebst 
Glacialerschelnungen bei Dresden. 

Von Dr. Bruno Doss in Riga. 

(Aus einem Briefe vom 3./15. October 1891 an H. B. Geinitz). 


Meine Keise nach Skandinavien, die hauptsächlich zu dem Zwecke 
persönlicher Kenntnissnahme der nordischen diluvialen und recenten 
glacialen Bildungen unternommen wurde, erstreckte sich zunächst von 
Sachsen aus über Braunschweig, Hannover (Besichtigung der mineral.- 
geolog. Sammlungen der polytechn. Hochschulen in beiden Städten), Bremen 
nach Hamburg, woselbst der Anschluss an die von Dresden ausgegangene 
Ingenieur - Excursion gewonnen wurde. Als ein Glanzpunkt derselben 
erwies sich die Besichtigung des im Bau begriffenen Nordostseekanals 
mit seinen gewaltigen, prächtige Diluvialprofile zeigenden Einschnitten. 
Leider ging es zu schnell vorwärts, als dass ein genaueres Studium derselben 
möglich gewesen wäre. Als Abschluss wurden in der Umgebung von Kiel 
unter der liebenswürdigen Führung von Prof. Haas noch die stark gestauchten 
Diluvialschichten (Geschiebelehm, Bryozoensand etc.) studirt, die, als 
Hornheimer Stauchung bekannt, die postglaciale Eider gezwungen haben, 
ihren Weg zur Ostsee, der sie bis auf wenige Kilometer nahe war, auf¬ 
zugeben und zur Nordsee umzubiegen. 

Yon Kiel ging die Reise in schnellem Tempo weiter nach Kopenhagen: 
Besuch von Prof. Johnstrupp und Besichtigung der Universitätssammlungen, 
von denen mir die interessanten, gediegenes Eisen enthaltenden Basalte 
von Disko (Grönland), ferner eine reiche Serie grönländischer Syenite mit 
seltenen Mineralien, den norwegischen Elaeolithsyeniten ganz entsprechend, 
sowie endlich Stufen der dänischen Kreideformation noch besonders in 
angenehmer Erinnerung sind. Im Museum nordischer Alterthiimer erfreuen 
den Geologen insbesondere die reichen Funde aus der Steinzeit (Kjökken¬ 
möddinger). 

Nach Schonen übergesetzt, lernte ich bald Director Holmström in 
Akarp kennen, führte mit ihm eine Excursion in benachbartes Diluvium 
(oberer und unterer Geschiebelehm nebst interglacialen Thonen und Sanden) 
aus und wandte mich hierauf nach Lund, dem alten mit einer grossen 
Geschichte behafteten Londinum Gothorum, woselbst ich unter Führung 
von Prof. Lundgren die reichen Schätze des dortigen geologischen Instituts 
kennen lernte. Nun begann bei Lund, sowie an der Küste des schmalen 
Oeresund, gegenüber der Insel Hven, dem alten Wohnsitz des berühmten 
Tycho de Brahe, eine Reihe interessanter Diluvialexcursionen (prä-, inter- 
und postglaciale Bildungen), bis ich endlich auf der neuen Skäne-Götheborg- 

Oes. Isis in Dresden, 1891. — Abh. 9. 




111 


Hallands-Bahn Gothenburg erreichte. Auf dieser interessanten Bahnfahrt 
erblickte man Anfangs mehrere bedeutende Asar, während man später Ge¬ 
legenheit hat, oft hart am Meeresufer hinfahrend, einen ausgezeichneten 
Eindruck von dem diesen Gegenden so eigenthümlichen unvermittelten 
Uebergang zwischen starren, öden, durch Eis einseitig abgerundeten Felskuppen 
und zwischengesenkten, die Vegetation und Cultur tragenden Diluvialebenen 
zu erhalten: beides zusammen ein sehr instructives, augenscheinliches Bild 
der einstigen Vergletscherung. 

Das prächtige Gothenburg mit seinen nackten Gneisshügeln inmitten 
der Stadt, mit seiner prächtigen Aussicht auf den belebten Götaelf konnte 
mich, nachdem ich die in seinen Mauern gerade tagende skandinavische 
Laodwirthschafts-, Fischerei-, Jagd- und Industrieausstellung besichtigt, nicht 
allzu lange mehr fesseln, da es mich gewaltig nach dem wahrhaft classischen 
Udevalla hinzog. Die Dampfschifffahrt durch die Schären bis zu diesem 
lieblichen Städtchen gehört mit zu den unauslöschlichsten Eindrücken, die 
ich in Schweden empfangen habe. Niemand sollte von der Landseite aus 
per Bahn Udevalla zu erreichen suchen, sondern nur auf diesem ö 1 /^ ständigen 
Seewege. Man gewinnt in diesem Labyrinth von Inseln, Inselchen und 
oft nur metergross aus dem Wasser ragenden Felsen, welche die prächtigsten 
Abschleifungen, Rundhöckerbildungen und Riefungen durch das diluviale 
Inlandeis erlitten haben, den Eindruck, als habe sich erst vor Kurzem die 
Gletschermasse zurückgezogen. Kein Strauch, kein Baum, seiten an 
geschützten Stellen ein paar ärmliche Grashalme, alles nackt, so mag diese 
rauhe Scenerie für den Nichtgeologen vielleicht trostlos sein, für den Geo¬ 
logen ist sie mit dem eigenthümlichen Zauber eines in junger Zeit erst 
aus den Salzfluthen sich emporgehobenen Gebietes umwoben. Daher denn auch 
der Mangel an Verwitterungserscheinungen, der Mangel jedweder Boden¬ 
krume. Das Bild wird während der Fahrt erst später lieblicher, indem 
sich an den geschützten Niederungen in nerhalb der Fels wüsten wenigstens 
etwas Wald und kleine Ansiedelungen von Menschen (Badeorte der Göthe- 
burger) einstellen, bis man schliesslich am Ende des Fjords das ganz 
prächtig gelegene. Udevalla erreicht. Kapellbackar heisst der Berg, zu dem 
hier schon viele Geologen gewallfahrtet sind. Auf den Höhen der Um¬ 
gebung erkennt man die durch Eis abgeschliffenen Kuppen, der Abhang 
aber des Kapellenberges besitzt von 60 m Höhe bis zur See hinunter 
einen nur hie und da durch Erosion nachträglich zerstörten Mantel der 
enorm reichen Muschelanhäufungen. Ich habe eine prächtige Ausbeute 
derselben mit nach Riga gebracht. Ein paar gewitzigte Jungen hatten, 
noch bevor ich zu sammeln anfing, den Zweck meiner Anwesenheit sogleich 
errathen und führten mich zu einigen neueren und sehr instructiven Auf¬ 
schlüssen, die ich allein, da sie versteckt lagen, kaum gefunden hätte. 

Von dieser classischen Localität postglacialer Landeshebung Abschied 
nehmend, führte mich mein Weg zunächst nach den Trolhätta-Fällen 
und von hier direct nach dem reizenden und lieblichen Christianiafjord 
und der norwegischen Hauptstadt. Nachdem ich in Christiania mit 
Dr. Reusch über den geologischen Theil einiger auf meiner ferneren Tour zu 
berührenden Gebiete conferirt, begann die Durchquerung Norwegens. Zu¬ 
nächst gelangte ich durch das südwestlich, westlich und nördlich von Christiania 
gelegene Silurgebiet mit seinen Graniten, Porphyren und Syenitvarietäten, 
eine Gegend, die wegen ihrer entzückenden Aussichten auf Fjords, Thäler 


112 


mit Stromschnellen, Wasserfällen, auf Berge, von Touristen häufig besucht 
wird, bis zum Randsfjord. Nachdem das Dampfboot mich über diesen 
gebracht, begann die Landreise durch das seiner landschaftlichen Reize 
wegen wohlbekannte und hochinteressante Valdersthal. In einem hierselbst 
gelegenen Sanatorium traf ich Prof. Brögger, der mir manchen guten 
Rathschlag in Bezug auf die fernere Durchführung der Reise gab. Bald 
wurden die schneebedeckten Berge Jotunheims sichtbar, denen ich zueilte, 
um hier geologische Studien wieder in den Vordergrund treten zu lassen. 
Jotunheim, erst 1820 durch Keilhau sozusagen entdeckt, ist eine echte 
Alpenlandschaft, die sich auf einem ungeheuren 1000 m hohen Gebirgs- 
plateau gewissermassen erst aufsetzt. In diesen Bergen mit ihren oft 
unheimlich jähen und unvermittelten Abstürzen kann man prächtige Studien 
an Gletschern, Moränen und was alles im Gefolge dieser Gebilde sich 
befindet, machen. Das Gebirge ist zum grossen Theile aus Gabbros auf¬ 
gebaut, die stellenweise hochinteressante mechanische Phänomene erkennen 
lassen. Ich habe Gabbros gesehen, die durch den Gebirgsdruck eine 
prächtige Parallelstructur erhalten haben, die unter Beibehaltung ihrer 
zähen, compakten Natur doch ganz schiefrig geworden sind. Erklimmt 
man irgend einen der Berggipfel, so geniesst man einen unvergesslichen 
Anblick der erhabensten und wildesten Hocbgebirgsnatur. Düstere, kahle 
Bergriesen mit kühnen und scharfen Umrissen wechseln mit schnee- und 
eisbedeckten Gebieten, die den Eindruck einer Polarlandschaft hervorrufen. 
Mehrere langgestreckte Seen, die zwischen der Bergwildniss eingesenkt 
liegen, tragen nicht wenig dazu bei, das ganze Panorama zu einem gran¬ 
diosen zu stempeln. Von den Firnfeldern senken sich die aus ihnen 
hervorgehenden Gletscher durchgängig mit grosser Steilheit herab. Dieses 
Jotunheim, die Wohnstatt der sagenhaften „Frost- und Reifriesen“, der 
Aufenthaltsort zahlreicher, unerschrockener Lemminge, ist nur während 
einer kurzen Sommerzeit von menschlichen Wesen bewohnt, die sich aus 
wenigen Hirten und den Touristen zusammensetzen. Die Wanderungen 
sind ausserordentlich beschwerlich, da es an Wegen so gut wie völlig 
fehlt und man oft stundenlang in den „Urern“ von einem Stein zum 
anderen springen muss. Unterkunft findet man nur in den vom norwegischen 
Touristenverein erbauten Schutzhütten oder in den wenigen primitiven 
Saeter’s, den Behausungen der Hirten. In hohem Maasse auffallend war 
es mir, in diesem Theile Norwegens, in welchem es oft beschwerlicher zu 
reisen ist als bei Hochgebirgstouren in den Alpen, relativ so auffallend 
vielen Damen (Norwegerinnen) zu begegnen. Ich habe allen Respekt vor 
deren Leistungsfähigkeit in der Ueberwindung von Strapazen bekommen. 

Endlich nahm ich Abschied von den schneegekrönten Bergen Jotun¬ 
heims, von welcher Gegend ich die schönsten Erinnerungen mitgenommen, 
um mich durch das Laerdal nach dem Sognefjord zu wenden. Das 
Laerdal, eines der wildromantischsten und sehenswerthesten in Norwegen, 
muss ein jedes Geologenauge erquicken, da es hier, wo die für die Strassen- 
anlage nöthigen Felssprengungen gleichsam einen viele Meilen langen, 
ununterbrochenen Aufschluss geschaffen haben, einen ungemein grossen 
Varietätenreichthum von Gneiss, Granit mit zahlreichen sie durchsetzenden 
Eruptivgängen verschiedenster Art sozusagen im Vorbeigehen studiren 
kann, während an der Ausmündung des Thaies gewaltige und charakte¬ 
ristische, diluviale Strandterassen ihn von den ehrwürdigen Zeugen der 



113 


ältesten geologischen Zeiträume zu den jüngsten geologischen Bildungen 
mit einem Schlage hinüberführen. 

In Lärdalsören wurde das Dampfschiff bestiegen, um durch den Sog¬ 
nefjord Gudvangen und das Närodal zu erreichen. Yon ungeheuren, 
bis 1500 m hohen, fast senkrecht abfallenden Felswänden eingeschlossen 
und selbst stellenweise noch bis 1200 m tief, stellen diese Östlichen Theile 
des stolzesten aller norwegischen Fjords ungeheure Gebirgsspalten dar und 
bilden schwere Probleme für den Geologen. Die Scenerie ist von gross¬ 
artiger Erhabenheit, wirkt aber bei der Düsterheit der nackten, senkrecht 
aufstrebenden Bergriesen oftmals beinahe erdrückend. 

Nun gelangte ich durch das Närodal, welches wiederum reichliche 
Gelegenheit zu interessanten Gesteinsstudien, insbesondere der hier weit 
verbreiteten weisslichen Labradorfelse bot, auf den Stahlheimskleven. Der 
Rückblick von hier in das tiefdunkle Närodal wird zu den schönsten in 
Norwegen gezählt. Nachdem Yossevanger erreicht war, ging es mit der 
Yossebane, einem Schienenstrang, der reizende und überraschende Aussichten 
gewährt und durch zahllose Tunnel sich windet, nach Bergen. 

Yon hier aus hatte ich die Absicht, die durch die interessanten Arbeiten 
Reusch’s bekannt gewordenen fossilführenden krystallinisehen Schiefer in 
der weiteren Umgegend kennen zu lernen. Leider wurde ich aber durch 
ein gastrisches Fieber einige Tage in Bergen selbst festgehalten, so dass 
ich wegen zu sehr vorgeschrittener Zeit diesen interessanten Abstecher 
aufgeben musste. Ich wandte mich daher direct durch den Hardanger- 
fjord, dem gepriesensten aller norwegischen Fjords, nach Odde. Es ist 
unmöglich, mit wenigen Worten die Naturreize dieses Fjords zu schildern, 
ein Bild von dem Ausblick auf die 1500 m hohen Firnplateaus mit stellen¬ 
weise herabreichenden Gletscherzungen, auf die charakteristischen Strand¬ 
terrassen, welche die menschliche Cultur tragen und vieles Andere mehr 
zu entwerfen. Zu der tiefernsten Scenerie des Sognefjords bildet der 
lieblichere Hardangerfjord einen wohlthuenden Gegensatz. 

Nachdem ich mit dem Buarbrä, einem hochinteressanten und oft in 
der Literatur erwähnten, jäh ins Thal herabfallenden Gletscher, und auf 
der Folgefond, seinem ungeheuren Firnfeld, sowie später an den eintönigen, 
vegetationslosen, eine erstarrende Bergwildniss darstellenden Fjeldgegenden, 
die bei 2 folgenden Passübergängen zu durchwandern waren, die letzten 
Hochgebirgsstudien abgeschlossen hatte, gelangte ich nach dem malerischen, 
seenreichen Thelemarken, in dessen südöstlichem Theile (bei Laurvig, 
Holmstrand, Drammen etc.) nun wieder geologische Specialexcursionen 
begannen, die sich mit Unterbrechung bis Christiania fortzogen und ins¬ 
besondere das Studium der durch Brögger’s grosse Arbeit eingehend bekannt 
gewordenen Nephelin- und Augitsyenite, Rhombenporphyre, Melaphyre etc. 
bezweckten. 

Yon Christiania aus wandte ich mich ohne Unterbrechung nach 
Stockholm, um in dieser Gegend wieder mit Diluvialstudien zu beginnen. 
Manchen werthvollen Wink habe ich dabei in liebenswürdigster Weise von 
Prof. Torell erhalten In der Umgebung Stockholms fanden interessante 
diluviale Endmoränen, sowie unter Führung des Staatsgeologen Erdmann 
Asarbildungen eine Besichtigung. Die besten Aufschlüsse konnte ich jedoch 
bei Upsala unter zuvorkommendster Führung von Dr. Högbohm studiren, 
woselbst der innere Aufbau eines der grössten Äs von Schweden mit seinem 


5 



114 


Mantel von gebändertem Glacialthon, thonigem Sand (= undre mosand), 
Oscseethon mit Schalenmergel ( Mytilus, Tellina, Gardium, Littorina etc.) und 
der Anlagerung von Strandgrus (= öfre mosand), sowie mit seinen Asgruben, As- 
löchern und alten Strandlinien in einer Klarheit, wie nirgends anderwärts 
vor Augen liegt. Nachdem auch die Sammlungen von Upsala (unter der 
liebenswürdigen Führung von Dr. Munthe) und Stockholm einem Studium 
unterworfen worden waren — in der mineral. Sammlung der Akademie 
zu Stockholm kann man einen riesigen Block terrestrischen Eisens yon 
Ovifak bewundern und in dem Nationalmuseum eine überaus grossartige 
prähistorische Sammlung — fuhr ich nach der Insel Gotland über, wo¬ 
selbst in der Umgebung von Wisbv das versteinerungsreiche Silur, die 
postglacialen gehobenen Strand wälle mit Terrassenbildung, Ablagerungen 
von Ancylus-Grus, äusserst prächtige Gletscherschrammen, Asarund manches 
Andere, ganz abgesehen von den interessanten historischen Erinnerungen, 
welche die alte Stadt selbst erweckt, genug des Interessanten bot. 

Nachdem ich endlich über Libau in meinem jetzigen Domicil Biga 
wieder eingetroffen war, hatte die in hohem Maasse instructive und in¬ 
teressante Reise ihren Abschluss gefunden — 

Noch möchte ich Sie bitten, mir kurz Ihre Aufmerksamkeit in Bezug 
auf einen zweiten Gegenstand zu widmen. Es handelt sich um die Arbeit 
meines werthen und lieben Freundes Br. Beck*), die ich mit grossem 
Interesse gelesen, und zu der ich einige Ergänzungen geben möchte. 

Dr. Beck kommt auf Grund seiner Untersuchungen über die in der 
südlichen Umgebung von Dresden auftretenden Geschiebelehme zu 
dem Resultat, „dass das nordische Binneneis der Diluvialzeit seinen Süd¬ 
rand bis über das heutige Dresden hinaus vorgeschoben hat und mindestens 
bis zu 200 m Höhe (Altcoschütz) am linken Elbgehänge emporgestiegen 
ist.“ An dieser Thatsache ist kein Zweifel und ich glaube nicht, dass 
seit der allgemeinen Annahme der Inlandeistheorie Jemand, der die be¬ 
treffende Gegend eingehender kannte, daran gezweifelt hat. Auch ich 
habe während meines Dresdner Aufenthaltes, der mir ja vielfach die 
Gelegenheit bot, das Gelände der Umgegend zu durchstreifen, an vielen 
Stellen ebenfalls echten Geschiebelehm wahrnehmen können, auch an solchen 
Aufschlüssen — ich sehe ganz ab von der Begehung der Felder —, die 
Herr Dr. Beck nicht mit aufzählt, die ihm aber, so weit sie überhaupt 
noch zu beobachten sind, und nicht blos temporär waren, sicherlich auch 
bekannt sein werden. Von solchen könnte ich erwähnen: Eine Grube 
am südlichen Ende des Dorfes Leubnitz, ein Schürf ca. 500 m westlich 
vom Chausseehaus Räcknitz in der Nähe des Kohlenwegs, die Grube am 
oberen Ausgang der Felsenkellerschlucht, auf dem Plateau westlich der 
„Heidenschanze“ bei Altcoschütz, die Grube der Ziegelei südlich von 
Cotta, Jinks vom Wege, der von Löbtau nach Leutewitz führt; an letzterem 
Orte sah ich bei den Aufschlüssen des Herbstes 1888 ganz beträchtliche 
Geschiebe nordischer Herkunft, die man z. Th. fast als erratische Blöcke 
bezeichnen könnte (Durchmesser 1 — 2 Fuss), in dem dortigen Lehme ein¬ 
gelagert. Auch das interessante Auftreten von geschichteten Sand- und 
Kiespartien mit Feuerstein innerhalb des schliffigen Lehmes habe ich 

*) Die Grundmoräne des nordischen Inlandeises bei Dresden. Diese Abhandl. 
189.1, S. 15. 




115 


mehrfach beobachtet, z. B. in der Lehmgrube östlich von Zschertnitz, in 
der Ziegeleigrube westlich Tolkewitz. Vielleicht dürfte es ferner nicht ganz 
unnütz sein, als Pendant zu dem von Herrn Dr. Beck angegebenen Brunnen¬ 
profil auf dem Grundstücke des Gemeindevorstandes Gebauer in Altcoschütz 
dasjenige anzuführen, welches sich beim Brunnenbau bei der Günther’schen 
Villa zwischen Altcoschütz und der „Kohlen strasse“ ergab. Ich constatirte 
im November 1888: 


Gehängelehm ... . . . 

Sand ....... . ...... 

Blaugrauer, sehr feuersteinreicher Geschiebemergel, in dem Stück¬ 
chen von Bernstein und Stücken von dunkelbraunem Lignit 
aufgefunden wurden*) .............. 

Kies . . ... 

Blaugrauer Mergel, stellenweise stark sandig ........ 

Kies. 

Pläner ...... . . . 

Glimmerhaltiger Sandstein.. 


4,0 m 
1,0 „ 


6,0 „ 
0,75 „ 
5,0 „ 
3,0 „ 
7,0 „ 
1,0 „ 


i ßifce schlitz. 


Ich hätte mich kaum veranlasst gefühlt, alle diese Thatsachen zum 
Gegenstand einer besonderen Mittheilung zu machen, wenn nicht ein 
anderes Vorkommniss, welches mit der Existenz eines diluvialen Gletschers 
südlich Dresden in Verbindung steht oder vielmehr stand, ein grösseres 
Interesse erheischte, und dies bezieht sich auf ein Vorkommniss von durch 
Gletschereis geglättetem, abgehobeltem Syenit. Bei Gelegenheit meiner im 
Sommer 1888 durchgeführten geologischen Aufnahme des Syenitgebietes 
des Plauen sehen Grundes und seiner Umgebung kam ich auch in die 
Gruben derjenigen Ziegelei, welche östlich von Altcoschütz, da wo der 
Cunnersdorf-Plauen sehe AVeg den „Kohlenweg“ kreuzt, gelegen ist. In 
der nördlichen Grube genannter Ziegelei war man beim Abgraben des 
Lehmes an einen kleinen Syenithügel gekommen (man vergleiche neben¬ 
stehende Skizze 1:25000), welcher 
bis nahezu an die Oberfläche reichte 
und nur noch von einer dünnen, 
V 2 —1 m mächtigen Lehmschicht be¬ 
deckt war. Durch Bohrungen hatte 
man damals f'estgestellt, dass die 
Syenitkuppe nach allen Seiten ziem¬ 
lich schnell abfällt, so dass in geringer 
Entfernung von ihr schon wieder 
Lehm in abbauwürdiger Mächtigkeit 
vorhanden war. Da nun einestheils 
die Gegenwart dieses Syenithügels dem 
späteren Grubenbetriebe sehr hinder¬ 
lich gewesen wäre und andererseits 
das Material des Syenits ein sehr 
festes und brauchbares gewesen ist, 
so hatte sich der Besitzer der Ziegelei entschlossen, die Kuppe durch 
einen Bauunternehmer absprengen zu lassen. Diese Absprengung war im 
Sommer 1888 in vollem Gange, und mir fiel an den vom Lehm ent- 
blössten Stellen der Oberfläche des Syenits eine eigenthümliche Glättung 



*) Von diesen braunkohlenartigen Hölzern finden sich noch Bruchstücke in der 
geologischen Sammlung der technischen Hochschule in Dresden. H. B. G. 













116 


und Abrundung in hohem Maasse in dieAugen. Charakteristische Gletscher- 
schrammen waren nicht wahrzunehmen. Ich unterliess es in damaliger 
Zeit, einen Hinweis auf dieses Vorkommniss zu geben, einestheils des¬ 
wegen, weil ich echte durch Gletscher abgeschliffene Felsflächen noch 
nicht gesehen hatte und ich mich nicht der Gefahr einer etwaigen falschen 
Deutung aussetzen wollte, die bei Untersuchungen diluvialer Natur ja 
leicht unterlaufen können, sofern nicht das Auge durch eigenes Studium zahl¬ 
reicher Diluvialgebiete mit ihren charakteristischen Erscheinungen eine gewisse 
Schärfung erhalten hat; andererseits schien mir, der ich der Meinung war, dass 
an der Existenz eines bis südlich von Dresden reichenden diluvialen Inland¬ 
eises Niemand zweifle, aber auch eine besondere Betonung des Vor¬ 
kommens der geglätteten und gerundeten Syenitkuppe von nicht allzu¬ 
grosser Bedeutung. Nachdem ich aber nun durch die interessanten Mit¬ 
theilungen Dr. Beck’s belehrt bin, dass die Verhältnisse doch nicht so 
ganz einfach liegen, gewinnt jenes Syenitvorkommniss eine erhöhte Be¬ 
deutung, und dies zwar um so mehr, weil ich jetzt, nachdem ich im ver¬ 
gangenen Sommer in Schweden und Norwegen in zahlreichen Fällen die 
Wirkungen des diluvialen Gletschereises auf den Untergrund, wie sie 
sich in der Glättung, Kundhöckerbildung, Schrammung etc. des Felsens 
documentirt, zu studiren die Gelegenheit hatte, der vollsten Ueberzeugung 
bin und keinen Augenblick daran zweifle, dass der unter Lehm verborgen 
gewesene Syenithügel östlich von Altcoschütz thatsächlich durch das diluviale 
Binneneis seine Abrundung und Glättung, wie sie 1888 wahrzunehmen 
war, erhalten hat. 

Genannte Syenitkuppe wird nun wohl in den verflossenen 3 Jahren 
völlig abgesprengt worden sein; vielleicht erkennt man noch auf der 
Sohle der Lehmgrube etwas von ihr. Es würde sich verlohnen, einmal 
nachzusehen und das Resultat mich sehr interessiren. 

Dieses kleine Syenitvorkommniss besitzt auch deswegen noch ein 
gewisses Interesse, weil es mit zu denjenigen Stellen gehört, an welchen 
der Syenit die grösste, sichtbare, absolute Höhe erreicht; es liegt zwischen 
den Horizontalen 210 und 220 m. (Die grösste absolute Höhe erreicht 
der Syenit mit 230—235 m an einer kleinen Stelle ca. 700 m südlich 
von Rossthal.) 






iVbliandL der Isis in Dresden, 1891. 



Fg.-tO* 10 ? 


Gez. -v. Vrf. 


























Taf.IL 



GzlrMaikd, Dresden/^ 






















































AbhandLder Isis in Drosdpn, 1891. 


Taf.ll. 





































Die Preise für die noch vorhandenen Jahrgänge der Sitzungs¬ 
berichte der „Isis-, welche durch die Burdach’sche Hofbuch- 
handlung in Dresden bezogen werden können, sind in folgender 
Weise festgestellt worden: 


Denkschriften. Dresden 1860. 8. ............. 

Festschrift. Dresden 1885. 8. 178 S. 4 Tafehi.. 

Dr. Oscar Schneider: Naturwissensch. Beiträge zur Kenntniss 
der Kaukasusländer. 1878. 8. 160 S. 5 Tafeln. . 

Sitzungsberichte. Jahrgang 1861... 

Sitzungsberichte. Jahrgang 1868. .. 

Sitzungsberichte. Jahrgang 1864 und 1865. pro Jahrgang . . 
Sitzungsberichte. Jahrgang 1866. April-Deceniber . . . . . . 
Sitzungsberichte. Jahrgang 1867. und 1868. pro Jahrgang. . . 

Sitzungsberichte. Jahrgang 1869. 

Sitzungsberichte. Jahrgang 1870 u. 1871. April-Deceniber p. Heft 

Sitzungsberichte. Jahrgang 1872. Januar-September. 

Sitzungsberichte. Jahrgang 1873—1878. pro Jahrgang .... 

Sitzungsberichte. Jahrgang 1879. .. 

Sitzungsberichte. Jahrgang 1880. Juli-December. ...... 

Sitzungsberichte und Abhandlungen. Jahrgang 188 L. Juli-December 
Sitzungsberichte und Abhandlungen. Jahrgang 1882—1884,1886 —91. 

pro Jahrgang.. . 

Sitzungsberichte und Abhandlungen. Jahrgang 1885. 


1 M. 50 Pf. 
31- Pf. 

6 M. — Pf. 
1 M. 20 Pf. 
1 M. 80 Pf. 

1 M. 50 Pf. 

2 M. 50 Pf. 

3 M. — Pf. 
3 M. 50 Pf. 

3 M. - Pf. 

2 M. 50 Pf. 

4 M. - Pf. 

5 M. - Pf. 

3 M. - Pf. 
8 M. — Pf. 

5 M. — Pf. 
2 M. 50 Pf. 


Mitgliedern der „Isis“ wird ein Rabatt von 25 Proc. gewährt. 

Alle Zusendungen für die Gesellschaft „Isis“, sowie auch 
Wünsche bezüglich der Abgabe und Versendung der „Sitzungs¬ 
berichte der Isis werden von dem ersten Secretär der Ge¬ 
sellschaft, d. Z. Dr. Oeichmüller, Schillerstrasse 16, entgegen¬ 
genommen. 

gplir*’ Die regelmässige Abgabe der Sitzungsberichte an aus¬ 
wärtige Mitglieder, sowie an auswärtige Vereine erfolgt in der 
Regel entweder gegen Austausch mit anderen Schriften oder einen 
jährlichen Beitrag von 3 Mark zur Vereinskasse, worüber 
in den Sitzungsberichten quittirt wird. 



DRUCK VON JULIUS REICHEL, DRESDEN«