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University of Illinois Library 




Oesterr, Botan. Zeitschrift 1886 




o^::^* ^^.^o^^y^-'^)-^'^'^*''--'^^^ 



Oesterreichische 

BOTANISCHE ZEITSCHRIFT. 

Organ für Botanik nnd Botaniker. 

Mit 

Original-B eiträg-en 

von 

Ascherson, Beck, Blocki, Borbäs, Braun, Bubela, Burgerstein, Celakovski, Conrath, Csatö, 
Dalla Torre, Forraänek, Fritscli, Hacke), Hanausek, Hansgirg, Heiraerl, Hirc, Jetter, Keller, 
Kneucker, Kornhuber, Kronfeld, Molisch, Palacky, Palla, Peter, Preissmann, Prihoda, Roebeck, 
Römer, Sabransky, Sadebeck, Schilberszky, Schlögl, Schneider, Siraonkai, Solla, Spitzner, 
Steininger, Strobl, üllepitsch, Vandas, Velenovsky, Voss, Wettstein, Wiedermann, Wiesbaur, 

Woloszczak. 

Redigirt 

Ton 

D"- Alexander Skofitz. 



XXXVI. Jahrgsiiig. 

Mit 2 xylographirten Porträts, 1 lithogr. Tafel und 5 xylogr. Abbildungen. 



Wien 1886. 

Verlag von C. Gerolds Sohn. 



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Oesterrcicliische 

Botanisclie ZeitscMft 

Die Österreichische /"^-.^ .r-v -.^ Exemplare 

botanische Zeitschrift K^IO y^oUCx die frei durch die Post be- 

erscheint ^ zogen werden sollen, sind 

den Ersten jeden Monats. ^ hlos bei der Redactlon 

Man pränumerirt auf selbe ^^ (IV. Bez., Mühlgasse Nr. i) 

mit 8 fl. öst. W. ,» . .1 ■ i-» . -1 ^" pränumenren. 

C16 R. Mark) BomniK uno BotäniKGr ^" ^^•^s« ^^^ 

ganzjährig, oder mit W"«-«.""^ """ WUIOIIIIVOI . Buchhandels übernimmt 
4 fl. Öst. W. CS R- Mark} _*.tm^ Pränumeration 

halbjährig. C. Gerold's Sohn 

Inserate __„ _ in Wien, 

die ganze Petitzeile 1V= 1 sowie alle übrigen 

15 kr. öst. W. *" ^" Buchhandlungen, 

XXXYI. Jahrgang. WIEN. Jänner 1886. 

imZAZiT: A. Kornhuber. Von Heiraerl. — Flora des bayr.-böhm. Waldgebirges. Von Dr. Peter. 
— Riibus Pseudoradula. Von Sabransky. — Botanisches von Kärnten. Von Preissmann. — Hiera- 
cien des Riesengebirges. Von Schneider. — Flora des böhm.-mähv. Sohneegebirges. Von Dr. 
Formänek. — Flora des Etna. Von Strobl. — Literaturberichte.— Correspondenz : Von Block), 
Dr. Formänek, Dr. Borbas, Dr. Ascherson. — Personalnotizen. — Vereine, Anstalten, 
Unternehmungen. — Botanischer Tauschverein. — Inserate. 



Gallerie österreichischer Botaniker, 

XXXIII. 

Andreas Kornhuber. 

(Mit einem xylographirten Porträt.) 

Andreas Kornhuber wurde am 2. August 1824 zu Keniaten 
im ehemaligen Hausruckviertel Ober-Oesterreichs geboren und kam, 
nachdem er schon in frühester Jugend im Elternhause vielfache 
Anregung zur Naturbeobachtung erhalten hatte, zu Verwandten nach 
Wels, wo ihm an der dortigen, trefflichen Normalhauptschule von 
den Lehrern Unter stein, Löffler, dann von Seite des Directors 
Mieringer ein gründlicher Elementar-Unterricht zu Theil wurde. 
Die Gymnasial-Studieu begann derselbe zu Linz, setzte sie aber als- 
bald in Salzburg fort, wo er sich durch Eifer und Fleiss die Zunei- 
gung seiner Professoren, Benedictinern des altehrwürdigen Stiftes 
St. Peter, in einem solchen Grade erwarb, dass die Gebrüder Johann 
und Jakob Griess, eifrige und kenntnissreiche Freunde der Natur- 
wissenschaften, speciell der Botanik, ihn nicht nur an ihren botanischen 
Ausflügen in die pflanzenreiche Umgebung Salzburgs theilnehmen 
Hessen, sondern auch die Benützung der reichen Naturalien-Sammlung 
des genannten Stiftes gestatteten, endlich ihn beim Bestimmen der 
gesammelten Pflanzen mehrfach unterstützten. 

Oesterr. botan. Zeitschrift 1. Heft 1886. 1 

504694 



So legte Kornhuber bereits als Gymnasialschiiler, dann auch 
als Student der Philosophie ein Herbar an, welches mit Kücksicht 
auf die Flora Salzburgs von Alexander v. Braune nach Linnens 
System geordnet, immerhin die wichtigeren und interessanteren Er- 
scheinungen dieser Flora enthielt. Aber auch die übrigen Theile der 
Naturgeschichte wurden von dem strebsamen Jünglinge eifrigst 
gepflegt, wobei eben die zoologische Abtheilung des erwähnten Na- 
turalien-Cabinetes, sowie die durch Bergrath v. Mielichhofer u.a. 
beträchtlich erweiterte Mineralien-Sammlung, durch ihren reichen 
Inhalt eine tüchtige Grundlage für spätere umfassendere Studien boten, 
wozu noch kam, dass P. Ambros Brennsteiner, sein Lehrer in den 
sog. Humanitäts-Classen, in liebenswürdiger Weise Anleitung und 
Beihilfe gewährte. 

Nach absolvirtem sechsclassigem Gymnasium (1842) setzte 
Kornhuber au der in Salzburg bestandenen philosophischen Facultät 
seine Studien fort und erinnert sich noch jetzt mit aufrichtigstem 
Danke seiner damaligen Professoren, so des Mathematikers Dr. 
Hermenegild Kottinger, des Professors der Philosophie (späterem 
Prager Universitätsprofessor) Dr. Heinrich Löwe, des Geschichtspro- 
fessors Dr. Heinrich Sieb er, welche ihn in mannigfacher Weise 
unterstützten und förderten. Durch die eben genannten Männer auf- 
gemuntert, verwendete er, nach Zurücklegung der beiden sog. philo- 
sophischen Jahrgänge, ein weiteres Jahr zu fleissigen Studien und 
erlangte an dieser Facultät (Juli 1845) in dem jugendlichen Alter 
von 21 Jahren die philosophische Doctorwürde. 

Es gab in jener Zeit, um naturhistorische Studien in gründli- 
cherer Weise zu betreiben, nur den einzigen Weg durch die medici- 
nische Facultät, in welche sich nun auch Kornhuber an der 
Wiener Universität inscribiren liess. So hatte er denn das Glück den 
botanischen Vorträgen eines Endlicher, den anatomischen eines 
Hyrtl lauschen zu können und verdankt diesen Männern, sowie dem 
Professor F ischer für Erlaubniss zur Benützung der naturhistorischen 
Universitäts-Sammlungen, den wohlwollenden Eathschlägen der dama- 
ligen Assistenten, des späteren Professors Dr. G. Bill, dann des 
jetzigen Hofrathes Professor Dr. Karl Langer, Abrundung und 
Vertiefung seines früher gewonnenen, mehr empirischen Wissens, Ein- 
führung in die Art und Weise wissenschaftlicher Forschung, endlich 
Anregung zu weiterer selbststäudiger Thätigkeit. 

Zugleich oblag Kornhuber mit nicht minderer Gewissenhaf- 
tigkeit den eigentlichen medicinischen Fachstudien, so dass er im 
October 1850 zum Doctor medicinae promovirt wurde. Nach Erlangung 
dieses academischen Grades studirte er noch Thierheilkunde, erhielt 
das Magisterium derselben und alsbald eine definitive Stellung als 
Adjunct am Wiener k. k. Thierarznei-Institute, wo er auch Unterricht 
in den Naturwissenschaften zu ertheilen hatte. Hier kamen ihm die 
reichen Lehrmittel dieser Anstalt, sowie der kleine, aber wohlgepflegte, 
botanische Garten für seine eigene wissenschaftliche Fortbildung wohl 
zu statten. Der Eeichthum der Wiener Flora, über welche vor einem 



Decennium (1840) Neilreich's erstes "Werk erschienen war, der eben 
entstandene zoologisch-botanische Verein, die Versammlungen von Freun- 
den derNatui-wissenschaft im k.k. montanistischen Museum, bekanntlich 
durch Haidinger zu Stande gebracht, die allda abgehaltenen Vor- 
träge, Practica und von dortaus unternommenen Excursionen, welche 
dem jungen Manne die günstigsten Anlässe zum Verkehr mit hervor- 
ragenden Männern der Wissenschaft gaben, air das musste wohl für 
ihn eine Quelle der besten Weiterbildung und Anregung darstellen. 

Obwohl die Stellung am Thierarznei -Institute in materieller 
Hinsicht nicht ungünstig zu nennen war, so entsagte doch Korn- 
huber, um sich ausschliesslich dem naturwissenschaftlichen Lehramte 
widmen zu köonen, derselben und folgte noch im Jahre 1852 einem 
Rufe als Professor der Naturgeschichte an die eben gegründete Ober- 
Realschule der königlich ungarischen Freistadt Pressburg, an die erste 
Anstalt, welche im österreichischen Kaiserstaate nach dem neuen 
Organisations-Entwurfe eingerichtet worden war. Auf fast ein Jahr- 
zehent erstreckte sich seine Wirksamkeit an der genannten Lehr- 
anstalt, die damals eines bedeutenden Ansehens, sowie eines namhaften 
Zuspruches sich in Ungarn erfreute, und es ist gewiss nicht zuviel 
gesagt, wenn ich anführe, dass gerade dieses Ansehen der Anstalt 
nicht zum kleinsten Theile Kornhuber beizumessen war. 

Mit welchem Feuereifer und welcher Emsigkeit er schon damals 
zu wirken begann, mag daraus ersehen werden, dass er in den freien 
Stunden, welche ihm sein Lehrberuf überliess, die Umgebungen 
Pressburgs in naturhistorischer Hinsicht, ganz besonders in botanischer 
und geologischer, fleissigst durchforschte, die so auf zahllosen Excur- 
sionen gesammelten Naturobjecte zur Gründung einer naturgeschicht- 
lichen Sammlung an der genannten Anstalt verwendete und Berichte 
über seine Funde und Beobachtungen in den weiter unten angeführ- 
ten Schriften und Abhandlungen veröffentlichte, endlich wesentlichen 
Antheil an der Gründung des Vereines für Naturkimde in Pressburg 
(1855) nahm und als leitender Secretär und Redacteur der Verhand- 
lungen dieses Vereines durch sechs Jahre unermüdlich thätig war. 

Die Zeit der Sommerferien, sowie auch andere mehrtägige 
Ferialzeiten, benützte nun Kornhuber dazu, um entfernte Theile 
des weiten Ungarlandes zu durchreisen und zu durchforschen; im 
Jahre 1853 betheiligte er sich an den Arbeiten der k. k. geologischen 
Reichsanstalt in den kleinen Karpathen und fünf Jahre später (1858) 
im Auftrage der Pressburger Statthalterei-Abtheilung an der geolo- 
gischen Uebersichtsaufnahme von Nord-Ungarn, wobei er, wie auch 
auf seinen sonstigen Reisen, den biologischen und speciell botanischen 
Verhältnissen der betreffenden Gegenden fleissige Beachtung schenkte. 
(Vergl. die Publicationen K's.) 

Nachdem sich Kornhuber im Juli des Jahres 1860 einen 
häuslichen Herd gegründet hatte, indem er sich mit einer Pressburger 
Bürgerstochter, Frl. Hermine Barth, durch Adel des Geistes und 
Herzens gleich ausgezeichnet, vermählte, auf deren treuer und liebe- 
voller Theilnahme an allen seinen Arbeiten, Unternehmungen und 

1* 



Schicksalen das Glück seines Daseins wesentlich beruht, erhielt er 
bald darauf (1861) durch seine am 20. August erfolgte Ernennung 
zum ord. öffentlichen Professor der Botanik und Zoologie am k. k. 
polytechnischen Institute in Wien einen neuen Wirkungskreis. Die 
beiden genannten Lehrfächer waren bis dahin mit Mineralogie und 
Geologie in einer einzigen Lehrkanzel vereinigt gewesen, und die 
massige der Naturgeschichte zugewiesene Dotation grösstentheils für 
die mineralogisch-geologische Sammlung aufgebraucht worden. Korn- 
hub er befand sich nun der schwierigen Aufgabe gegenüber, mit 
geringen Mitteln die kleine ihm übergebene Sammlung von zoologi- 
schen und botanischen Objecten, welche den allbescheidensten An- 
forderungen eines gründlichen uaturhistorischen Unterrichtes kaum 
zu genügen vermochte, entsprechend zu vervollständigen und allmälig 
zu dem einer Hochschule würdigen Umfang zu erweitern; in welcher 
Weise Kornhuber nun hiebei thätig war und welche Erfolge er bei 
dieser einen grossen Theil seiner Zeit und Arbeitskraft in Anspruch 
nehmenden ausserordentlichen Mühewaltung erzielte, gestatte ich mir 
etwas weiter unten, um den Gang der biographischen Darstellung 
nicht allzusehr zu unterbrechen, anzuführen. 

Im Februar 1863 wurde Kornhuber nach dem Tode des 
Professors F. X. M. Zippe zum Mitgliede der wissenschaftlichen 
Prüfungs-Commission für das Lehramt an Realschulen und zwar für 
die gesammte Naturgeschichte ernannt und fungirte in dieser Eigen- 
schaft bis zum Ende des Jahres 1883, sowie seither in der nun 
vereinigten Commission für Gymnasien und Eealschulen. Mit welchem 
Eifer aber nun Kornhuber, durch mehr als zwanzig Jahre, dahin 
wirkte tüchtige Lehrer der Naturgeschichte heranzubilden, mit welcher 
Hingebung er hiebei thätig war, das dürfte wohl aus Folgendem 
zu ersehen sein. 

Es ist dem Schreiber dieser Zeilen noch aufs lebhafteste der Tag 
in Erinnerung, an dem er als jugendlicher academischer Bürger voll 
Neugierde gleich den übrigen Zuhörern im Auditorium der ersten 
naturgeschichtlichen Vorlesung harrte. Als erste, uns alle angenehm 
überraschende Neuheit, bemerkten wir das reiche Demonstrations- 
Material, welches in übersichtlicher Weise auf der Katheder gruppirt, 
natürlich die Erwartung nur noch mehr steigerte. Endlich erscheint 
der Vortragende selbst und beginnt nun in schön gerundeter Dar- 
stellung, zugleich in der denkbar verständlichsten Weise, seinen 
jungen Zuhörern die Fundamental-Sätze und Begriffe der Wissenschaft 
zu entwickeln, nirgends sich überhastend, nirgends schleppend. An 
rechter Stelle weiss er es, durch eine treffliche Tafelzeichnung, durch 
sonstige Abbildungen, durch die Naturobjecte oder Präparate selbst, 
die Vorstellung zu unterstützen und zu leiten, den Eindruck der 
Worte zu einem bleibenden Gute zu gestalten. Wie im Fluge ent- 
schwand die Zeit der Vorlesung und als K,ornhuber nun das Vor- 
geführte zusammenfassend in ebenso treffender als klarer Weise 
schloss, war es ihm wohl gelungen für die schönen von ihm gelehrten 
Wissenschaften so manchen jugendlichen Gemüthern Begeisterung 



und hohes Interesse, für sich selbst aber Liebe und Zuneigung ein- 
zuflössen. 

Sofort nach seinem Eintritte ins Polytechnicum begann Korn- 
hub er ein eminentes Förderungsmittel botanischen Unterrichtes 
einzuführen, ein Mittel, das er seitdem alljährlich mit grösstem 
Nutzen und, wie ich wohl auch sagen darf, zum grossen Vergnügen 
der Theilnehmer durchführt, ich meine nämlich die botanischen 
Excursionen. 

Es hat derselbe seit dem angegebenen Zeitpunkte wohl weit 
mehr als zweihundert Excursionen mit seineu Hörern unternommen 
und wenn sich auch allmälig ein gewisses Excursions-Progi'amm für 
den jeweiligen Frühling und Sommer ausbildete — musste ja doch 
der Gesichtspunkt in erster Linie massgebend sein: mit geringen 
pecuniären Auslagen innerhalb kurzer Zeit möglichst pflanzeureiche 
Gegenden aufzusuchen, so dass wohl Orte wie Moosbrunn, Baden, 
dann der Bisamberg, Sounwendsteiu etc. ziemlich jedes Jahr besucht 
wurden, so wusste es doch Kornhuber immer auch so einzurichten, 
dass entlegenere Gegenden an die Keihe kamen, überhaupt Abwechs- 
lung in den ganzem Cyclus herrsche. Auf diese Weise hat der Schreiber 
dieser Zeilen Gelegenheit gehabt den Hochschwab, Dürrenstein, Hoch- 
kohr, die Veitsch, Voralpe, Keiss- und Schneealpe, die kleinen Kar- 
paten, den Jauerling und die Gegend von Gratzen in Süd-Böhmen, 
endlich die Marchniederungen und den Hausäg, als Theilnehmer au 
den genannten Excursionen botanisch kennen zu lernen. 

Jedem von den Theilnehmern sind die Tage in unvergesslicher 
Erinnerung, welche unter den mannigfaltigsten äusseren Verhältnissen 
zugebracht wurden; mit unermüdlichem Eifer pflegt da unser hoch- 
geschätzter Lehrer jede Phanerogame oder interessantere Kryptogame 
den Theilnehmern in treif lieber Art zu charakterisiren, dann soweit 
möglich kurze Zergliederung und Demonstration der Blüthentheile 
etc. etc. vorzunehmen, die Typen durch oftmalige Eepetition ein- 
zuschärfen, des weiteren aber gestützt auf sein reiches Wissen 
und seine gründliche Bildung naheliegende Fragen zoologischer oder 
geologischer Natur einzuflechteu, geschichtliche oder geographische 
Themen, welche sich an die jeweiligen Ortsverhältnisse knüpfen, zu 
berühren, kurzum er weiss in einer so treiflichen und dabei wieder 
von jeder Engherzigkeit freien, heiterem Scherze nicht abholden 
Weise zu bilden und anzuregen, dass gar nicht selten Hörer anderer 
Hochschulen, absolvirte Studirende, oder sich für- Botanik inter- 
essirende Privatmänner die botanischen Excursionen Kornhubers 
als eine Quelle der Bildung und Erholung aufgesucht und mit- 
gemacht haben. 

Wenn ich noch hinzufüge, dass mein verehrter Lehrer, wie wohl 
seine einfache Lebensweise, sowie seine von Jugend auf geüJjten Fuss- 
wanderungen es bedingen, heute ebenso ausdauernd wie vor 12 Jahren, 
als ich ihn kennen lernte, alle Mühen und nicht geringen Beschwerden 
erträgt, einem Jünglinge zum Trotze anstrengende Märsche, Gebirgs- 
touren etc. bei fortwährender, eben besprochener, didaktischer Thä- 



tigkeit ausführt, endlich nicht eher sich selbst Kühe und Erholung 
gönnt, bis nicht jeder Theilnehmer passende Unterkunft gefunden 
oder in sonstiger Hinsicht befriedigend versorgt ist, so glaube ich 
wohl nicht zuviel gesagt zu haben, um das Wirken des treulichen 
Mannes zu charakterisiren. 

Es wurde im Vorhergehenden schon angedeutet, welche beschei- 
denen botanischen und zoologischen Sammlungen zur Zeit des Amts- 
antrittes Kornhub er's am Polytechnicum vorhanden waren. Wer 
nun überhaupt den Umfang der beiden, von Kornhub er am 
Polytechnicum vertretenen Fächer nur eiuigermassen würdigen und 
die von Jahr zu Jahr sich ausserordentlich mehrende Literatur in 
jedem einzelnen Zweige derselben berücksichtigen will, wird die Grösse 
der Aufgabe nicht verkennen, welche in dem Lehrberufe selbst, in den 
Bemühungen, Sammlungen — wie man wohl sagen darf — zu schaffen, 
zu vermehren und im Stande zu halten, endlich in dem Beherrschen 
der Fachliteratur und Fachforschung eingeschlossen ist. 

Die jetzt vorhandenen botanischen Sammlungen des Poly- 
technicums lassen sich in zwei Gruppen bringen, in Vorlesungs- und 
eigentliche Fachsammlungen-, erstere bestehen aus einem Herbare, 
umfassend die wichtigsten Gattungs- und Familien-Repräsentanten, 
aus einer carpologi sehen Sammlung (beides geordnet nach Eichler's 
Syllabus), endlich aus einer morphologisch-physiologischen Sammlung, 
z. B. zur Erläuterung der Wurzel, Stengel und Blattformen, des 
Stamm- und Wurzelbaues, des Keimungs-Processes, etc. etc. — Die 
Fach-Sammlungen umfassen vor allem folgende Herbare: 1. ein 
Herbar der aussereuropäischen Pflanzen, unter denen ich die zahl- 
reichen Kotschy'schen, Sieber'schen, Hohenacker'schen, Schimper'schen 
Exsiccaten, sowie die nicht unbeträchtliche Zahl von Vertretern der 
Flora Neu-Caledoniens, Franz. Guyana's, endlich Pondichery's hervor- 
hebe;; 2. das Herbar der Mediterran-Flora, in welchem in durchaus 
mustergiltigen Exemplaren sich viele Exsiccaten von Huter, Porta, 
Rigo, Kornhuber, Leresche, Levier, Reverchon, Willkomm, 
Winkler, sowie (mit Ausnahme der Gräser) alle von Hackel in 
Spanien und Portugal gesammelten Arten, 1000 an der Zahl, befin- 
den; 3. das mitteleuropäische Herbar mit vielen Beiträgen von 
Bayer, Botteri, Huter, Porta, Rigo, Juratzka, Kokeil, 
Kornhuber, Koväts, Magnier, Neilreich, Schneller, Uech- 
tritz, Wiesner etc. Eingeordnet in dieses Herbar sind Schultz' 
Herbarium normale, während Kern er's Salices und die Cichoria- 
ceotheca von Schultz-Bipontinus separat aufbewahrt werden; 
ebenso sind getrennt von dieser Sammlung die Kryptogamen-Herbare, 
wobei hervorgehoben werden darf, dass besonders das Herbar der 
Gefäss-Kryptogamen durch das darin enthaltene Juratzka'sche 
Privatherbar als eine mustergiltige Sammlung bezeichnet werden darf, 
üebrigens besitzt ebenfalls auch das Moosherbar sehr zahlreiche 
Beiträge von Juratzka. 

Ausser diesen Herbarien und von den wissenschaftlichen Instru- 
menten, Mikroskopen etc. sowie von der botanischen Handbibliothek und 



den Wandtafeln abgesehen, erlaube ich mir zum Schluss noch folgende 
separat aufgestellte CoUectioneu als erwähnenswerth anzuführen: 
Thümen: Fungi Austriaci und Herbar. mj^colog.-oecon., Fuckel: 
Fungi rhenani, Arnoldi's Pilzmodelle, Sammlungen tropischer und 
einheimischer Nutzhölzer, sowie tropischer Früchte, Samen, Nutz- 
produkte etc., endlich eine Samen- und Knospensammlung mögen 
diese Aufzählung beschliessen. 

Bedenkt man nun, dass die eben aufgeführten botanischen 
Sammlungen nur einen mit Rücksicht auf die umfangreichen zoolo- 
gischen Collectionen massigen Theil der Gesammtsammlung dar- 
stellen, dass Kornhub er von einem einzigen Assistenten unterstützt 
nur durch wohlüberlegteste Verwendung der massigen Dotation, ^) 
durch Selbstsammeln etc. all das erzielen und herbeischaffen konnte, 
so muss man wohl den eisernen Fleiss und die Arbeitskraft des 
Mannes bewundern, der neben allen übrigen Amtsgeschäften noch 
Zeit fand und findet in gediegenen wissenschaftlichen Arbeiten her- 
vorzutreten. Es liegt natürlich dem Zwecke dieser Zeilen fern auf 
die am Schlüsse verzeichneten Publicationen Kornhuber's aus den 
Gebieten der Zoologie und Paläontologie einzugehen, dagegen möchte 
ich ganz besonders der getreuen Schilderungen desselben gedenken, 
die er von der Natur ferner Gegenden und deren Vegetation ent- 
worfen hat, nämlich Sicilien's und Corsica's, welche Inseln er wieder- 
holt bereiste und durchforschte. In gleicher Weise durchwanderte 
Kornhuber die Ost- und West-Alpen, dann Südfrankreich, das 
Festland von Italien, Montenegro, Dalmatien, überhaupt die ver- 
schiedenen Länder Oesterreichs, ausserdem noch Sardinien und besuchte 
selbst im Oriente verschiedene Küstenpunkte, so Constantinopel, 
Smyrna, Athen, Chios etc. zur Bereicherung seiner Kenntnisse imd 
wissenschaftlichen Erfahrungen. 

Während dieser langjährigen und verdienstvollen Wirksamkeit 
Kornhuber's fehlte es wohl nicht an mannigfachen Auszeichnungen 
und ehrenden Kundgebungen. Bei seinem Abgange von Pressburg 
(1861) drückte ihm der Magistrat dieser Freistadt in einer Zuschrift 
die volle Anerkennung für seine gemeinnützigen verdienstlichen 
Leistungen überhaupt und insbesondere für diejenigen an der dortigen 
Lehranstalt aus, sowie ihm schon früher (1857) die k. k. Statthalterei 
„aus Anlass des durch seine Bemühungen erzielten eminenten 
Erfolges des Unterrichtes in der Naturgeschichte" eine schriftliche 
Anerkennung hatte übermitteln lassen. Aus Veranlassung der Mit- 
wirkung an den Arbeiten der k. k. geologischen Eeichsanstalt und 
ihrer Förderung wurde Kornhuber 1856 zum Correspondenten der- 
selben ernannt und ihm insbesondere für seine Theilnahme an der 



*) Es beträgt dieselbe seit 1866/7 450 Gulden, mit welchem Betrage alle 
Neu- Anschaffungen von Büchern, Tafeln, Instrumenten und Naturalien, sowie 
alle Kosten der Erhaltung und Conservirung der Sammlungen gedeckt werden 
müssen; vor dieser Zeit wurden jährlich nur wenige hundert Gulden dem 
naturhistorischen Cabinete gewidmet. 



8 

geologischen üebersichtsaiifnabme von Nord-Ungarn die Anerkennung 
(1858) ausgesprochen. 

Durch fünf Jahre fungirte er als Mitglied des k. k. Landesschul- 
rathes (1874 — 1879) für Meder-Oesterreich; die k. k. zoolog.-botan. 
Gesellschaft wählte ihn wiederholt zu ihrem Ausschussrathe, sowie 
zum Vicepräsidenten, die köu. ungarische naturwissenschaftliche Ge- 
sellschaft und der Verein für Natur- und Heilkunde zu Pressburg 
ernannten ihn zu ihrem Ehreumitgliede, die k. k. Landwirthschafts- 
und die k. k. Gartenbau- Gesellschaft in Wien, die Wetterau'sche 
Gesellschaft für die gesammte Naturkunde zu Hanau, die Gesellschaft 
„Isis" in Dresden, der botanische Verein zu Landshut und die k. k. 
Landwirthschaftsgesellschaft in Salzburg zu ihrem correspondireudeu 
Mitgliede. Für seine Thätigkeit als Jury-Mitglied der 90. Classe bei 
der Weltausstellung zu Paris (1867) wurde ihm die allerhöchste An- 
erkennung von Sr. Majestät dem Kaiser ausgesprochen, sowie auch 
von Seite der französischen Regierung eine Anerkennung zu Theil. 
Im Januar 1882 endlich erhielt Komb üb er „in Anerkennung seiner 
vielfachen um die Wissenschaft und ihre Lehre erworbenen Ver- 
dienste" den kais. öst. Orden der eisernen Krone III. Classe. 

Zu Ehren Kornhub er's wurde von A. de Gregorio (Una 
Gita sulle Madonie etc. Torino 1882) eine Rostellaria aus den oligo- 
cänen Mergelschichten von Castelbuono in Sicilien, von L. Kar- 
pell es eine japanische Nothrus-kxt (Archiv f. Naturgeschichte 1883, 
S. 455 ff.), endlich von dem Unterzeichneten ein hybrides Girsium 
(Verhandl. der k. k. Zool.-botan. Gesellsch. 34. Bd. p. 95) und eine 
prächtige persische Gousinia (in der demnächst erscheinenden Beai'- 
beitung der persischen Compositen aus 0. Stapf: „Beiträge zur Flora 
Persiens") benannt. 

Ich darf es endlich, mich dem Schlüsse dieser Skizze zuwen- 
dend, wohl als schönsten Erfolg von Kornhub er's wissenschaft- 
licher und Lehrthätigkeit bezeichnen, dass eine nicht unbedeutende 
Anzahl tüchtiger Lehrer und Forscher aus seiner Schule hervorging, 
und es mögen aus derselben nur einige, namentlich Botaniker, deren 
Name auch in der Wissenschaft einen guten Klang hat, wie v. Höh- 
nel, Hackel, Eathay, Voss, Hibsch, Braun u. A., dann der 
Zoologe V. Hayek hier Erwähnung finden. 

Und so werde denn diese biographische Skizze mit der Erwar- 
tung geschlossen, dass Kornhub er, als dessen Assistent der Schrei- 
ber dieser Zeilen durch mehrere Jahre thätig war, Jahre voll trefflichster 
Anregung und gütiger Förderung, noch recht lange zur Freude seiner 
vielen Schüler, Freunde und Anhänger in seiner rastlosen, berufs- 
freudigen Weise thätig sei, zur Freude all Derer, welche dem Wir- 
ken des bescheidenen Mannes die Grundlagen ihrer Ausbildung ver- 
danken und ihn steter Achtung und Verehrung werth halten. 

Anton Heimer 1, 

Penzing bei Wien, 26. November 1885. 



Publicationen Kornhubei''s: 

A. Botanischen Inhaltes (ganz oder zum Theil). 

1. Die ümbelliferen der Presbiirger Flora. Presbnrg 1854 (Souder- 
abdruck aus dem Ober-Eealschul-Programm 1854). 

2. Uebersicht der phanerogamen Pflanzen in der Presburger Flora. 
Ebenda 1855. 

3. Das Moor „Schur" bei St, Georgen (Verh. d. Ver. f. Naturkunde 
zu Presburg, IIL 1858). 

4. Botanische Notizen aus dem Bakonyer Walde (Ebenda IV. Bd. 
1859). 

5. Die Gefässpflanzen der Presburger Flora. I. Abtheilung (Sonder- 
abdruck aus dem Oberrealschul-Programm 1860). 

6. Notizen über Alter und Wachsthumsverhältnisse einiger Wald- 
bäume im Banater Gebirge (Verh. des Ver. für Naturkunde zu 
Presburg, V. 1860). 

7. Die Moose der Presburger Flora (Ebenda, IX. 1866). 

8. Ueber die hohe Bedeutung der Pflanzenwelt für den Menschen. 
Eine ßectors-Iuaugurations-Rede. Wien 1879. 

9. Ueber den Aetna (Schriften des Ver. z. Verbr. naturw. Kennt- 
nisse, XXIII. Bd. Wien 1882). 

10. Ueber Corsica (Ebendaselbst, XXIV. Bd., Wien 1883). 

11. Zur Zwiebelbildung bei der Gattung Leucojum (Oest. bot. Zeit- 
schrift 1885, Nr. 5, S. 149). 

12. Mit A. Heime rl: Ueber Erechthites hleracifoUa Uat, eine neue 
europäische Wanderpflanze (Oesterr. bot. Zeitschr. 1885, Nr. 9, 
S. 297). 

13. Botanische Ausflüge in die Sumpfniederung des „Wasen" (ma- 
gyarisch „Hansäg") in Verhandl. der k. k. zoolog.-botan. Ge- 
sellschaft 1885. 

B. Aus anderen Gebieten der Naturwissenschaft. 

1. Die Vögel Ungerus in systematischer Uebersicht, nebst kurzer 
Angabe ihrer unterscheidenden Charaktere. Presburg 1856. 

2. Die geologischen Verhältnisse der nächsten Umgebung von Pres- 
burg (Verh. d. Presb. Ver. f. N. I. 1856). 

3. Barometrische Höhenmessungen in den Karpaten (Ebend. 1856). 

4. Die klimatischen Verhältnisse zu Presburg während des Jahres 
1856 (1. c. 1856). 

5. Ueber das Thouschieferlager von Mariathal (1. c. I. b. 1856). 

6. Ueber die geologischen Verhältnisse der Porta Huugarica supe- 
rior und über neue Fundorte von Tertiär-Petrefacteu (1. c. I. b. 
1856). 

7. Brauneisenstein aus dem Thale Kunyerad, Braunstein von Hrehor- 
kowe und Tertiärpetrefacten von Lubina (1. c. I. b. 1856). 

8. Ueber die Erhaltung des Waldes imd des Wildes. Vortrag ge- 
halten am 16. Juli 1856 bei der 7. Hauptversammlung des 
Ungar. Forstvereines zu Kesmark (Mitth, d. ungar. Forstvereins 
III. Keihe, 1. Heft, Presburg 1856). 



10 

9. lieber die Verbreitung der Eocänformation in Ungern (Verh. d. 
Presb. Ver. IL 1. b. 1857). 

10. Natiirhistorische Verhältnisse der Umgebung von Dotis (1. c. 11. 
1. b. 1857). 

11. Zur Naturgeschichte der Arctom3^s Marmota und ihr Vorkommen 
in Ungarn (1. c. IL b. 1857). 

12. Naturhistorische Verhältnisse der Umgebung von Bösing und 

13. Neues Vorkommen von Tertiär-Petrefacten bei Hainburg (1. c. 
IL 1. b. 1857). 

14. Mittlere Wiudesrichtung von Presburg (1, c. IL 2. a. 1857). 

15. Granit und Diorit bei Presburg, Süsswasserkalkbildungen in den 
Sümpfen der grossen ungrischen Tiefebene. 

16. Naturhistorische Skizzen aus der Neitraer Gespanschaft (Presb. 
Zeitung 1858, Nr. 178, 187, 188 und 197). 

17. Beitrag zur Kenntniss der klimatischen Verhältnisse von Pres- 
burg. Mit zwei chromolithographirten Tafeln. Presburg 1858. 

18. Das Erdbeben vom 15. Januar 1858, besonders rücksichtlich 
seiner Verbreitung in Ungern (Verhandl. des Presb. Ver. III. 
1. a. 1858). 

19. Barometrische Höhenmessungen in verschiedenen Gegenden Un- 
gerns (1. c. III. 2. a. 1858, IV. 1859 und V. a. 1860, sowie im 
Presb. Realsch. -Programm V. 1855). 

20. Säulenförmige Trachytabsonderung bei Motschibrod, Holzopal 
von Borfö, Braunkohle bei Obitz, Hyalith von Bohunitz, Tra- 
chythügel von Alt-Berseuburg und Süsswasserkalk von Nagy- 
Legh (Verh. d. Presb. Ver. III. 2. a. 1858). 

21. Naturhistorische Verhältnisse von Ballenstein (1. c. IV. 1859) und 
von Trentschin (1. c. IV. 1859). 

22. Naturhistorische Skizzen aus der Trentschiner Gespanschaft. Pres- 
burger Zeitung 1860 (Nr. 217, 226, 227 und 234). 

23. Ueber das geologische Alter der Thonschieferlager von Maria- 
thal (Verh. d. Presb. Ver. V. 1860). 

24. Beitrag zur Kenntniss der Fische im Waag-Gebiete (1. c. V. 
1860). 

25. Ueber ein Monstrum vom Hausschwein (1. c. V. 1860). 

26. Vorkommen von Braunkohle bei Bruznik und des Basaltes bei 
Suschanowetz im Temescher Banate (Ebendaselbst). 

27. Ergebnisse aus den meteorologischen Beobachtungen zu Presburg 
während der Jahre 1858 und 1859. Mit zwei chromolithogra- 
phirten Tafeln. Presburg 1860. 

28. Ueber den neuesten Fund von Archaeopteryx lühographica H. 
V. Meyer (Verh. d. Presb. Ver. VI. 1862). 

29. Bemerkungen über Vorkommen von Fischen um Presburg und 
an einigen anderen Orten Ungerns (1. c. VE. 1863); ferner eini- 
ger Säugethiere (Nachtrag zur Synopsis. Ebend.). 

30. Beiträge zur physikalischen Geographie der Presburger Gespan- 
schaft. Mit einer geologischen Karte (Aus dem Gedenkbuche 
der XL Versammlung imgrischer Aerzte und Naturforscher zu 



11 

Presburg 1865 besonders abgedruckt). Presburg 1865. Ins ün- 
grische übersetzt von F. Szekcsö T. 

31. Ueber den mittleren und gewerblichen Unterricht repräsentirt 
auf der internationalen Ausstellung zu Paris 1867. Officieller 
Bericht erstattet vom Verf. als Jury-Mitglied der 90. Classe. 

32. Ueber einen neuen fossilen Saurier aus Lesina (Abhandl. d. k. k. 
geolog. Eeichsanstalt. V. Bd. 4. Heft, 1873). 

33. karte des Presburger Comitates (1866) und des Neitraer Comi- 
tates (1871) herausgegeben von der Presburger Districts-Handels- 
und Gewerbekammer, 



Ein Beitrag zur Flora des bayerisch-böhmischen Wald- 
gebirges. 

Von Dr. A. Peter. 

Während des August und der ersten Woche des September 
d. J. hielt ich mich im bayerisch-böhmischen Waldgebirge auf, um 
die Hieracien desselben zu studiren, da mir dieses zwischen den 
Alpen imd Sudeten gelegene Gebiet aus eigener Anschauung noch 
nicht bekannt war. Ich bemerke sogleich, dass der Hieracienbestand 
des Böhmerwaldes nicht gross ist, wie aus der am Schlüsse dieser 
Mittheilung folgenden vollständigen Aufzählung des von mir Ge- 
sammelten hervorgeht. Auf memen Excursionen konnte ich daher 
auch der übrigen Flora des Gebirges meine Aufmerksamkeit zu- 
wenden, und ein Theil der Ergebnisse solcher Beobachtungen ist es, 
welchen ich an dieser Stelle zu besprechen beabsichtige. 

Mein Standquartier befand sich in Elisenthal am Bahnhof 
Eisenstein; von hier aus suchte ich das durch Osser, Arber, Boden- 
mais, Zwiesel, Klingenbrunn, Lusen, Eachel, Falkenstein, Lakaberg, 
Panzer und den Schwarzen See umgrenzte Areal ab, also den Kern 
des Böhmerwaldes vom Osser bis zum Lusen. 

Die namentlich durch Sendtner eingehend dargestellten Ve- 
getationsbedingungen desselben siud so allgemein bekannt oder doch 
zugänglich, dass ein näheres Eingehen darauf in diesem kurzen Be- 
richte überflüssig wäre. Ich kann mich daher auf eine knappe Cha- 
rakteristik der Flora des bezeichneten Gebietes beschränken und 
derselben eine Auswahl von Standortsangaben beifügen, welche zum 
geringeren Theile Bestätigungen früherer Angaben älterer Autoren 
geben, in der Mehrzahl aber als neue Feststellungen zu betrachten 
sind. Einige wenige Funde sind für den Böhmerwald oder selbst für 
die böhmische oder bayerische Flora meines Wissens neu: Viola epi- 
psila, Aspidium lohatum, Mhnulus luteus, Callitriche autumnalis, 
Juncus silvaticus und einige Hieracien. Für andere Pflanzen werden 
zahlreichere oder höher gelegene Fundstellen bekannt; noch anderen 



12 

dagegen würde ich uacli meinen Beobachtungen die bisher angegebene 
allgemeinere Verbreitung absprechen, da sie in dem von mir besuchten, 
immerhin nicht unbedeutenden Areal zu den Seltenheiten gehören 
oder von mir daselbst überhaupt nicht gesehen wurden, wenn ich 
nicht meinen Besuch im Böhmerwalde als zu kurz betrachten müsste, 
um in dieser Eichtuug mehr als eine Anregung künftiger Besucher 
zu weiteren Beobachtungen geben zu können. Es kommen hier z. B. 
in Betracht: Listera cordata, Asplenimn septentrionale^ A. Triclio- 
manes, Juncus squarrosus., Potatnogeton natans, Veronica scutellata, 
Wiinanthus hirsutus, Senecio subalpinus. Für die wichtigeren hier 
gemachten Mittheilungen sind Belagexemplare von mir im Herba- 
rium boicum des k. Staatsherbariums in München niedergelegt. 

Die bedeutendsten Erhebungen des ba3ferisch-böhmischen Wald- 
gebirges erreichen kaum die Höhe von 1425 Meter (so der grosse 
Arber; es messen nach Seudtner der Kachel 1419 Meter, Lusen 
1337 M., Zwercheck 1318 M., Osser 1248 M., Falkeustein 1284 M.). 
Da die 13aumgrenze sich bei 1412 M. befindet, so liegen die meisten 
Berggipfel unterhalb derselben, und sie sind auch in der That bis auf 
die Spitze bewaldet. Nur Arber und Kachel erheben sich über den 
Wald, indem sie kleine, baumlose Hochflächen bilden, und Osser 
wie Lusen strecken felsige oder steinige Gipfel über die ihre Hänge 
bedeckenden Waldmassen empor. Geringe Neigung der Thalwände, 
grosse Armuth an schroffen Felspartien, ausgedehnte plateauartige 
Rückenbildungen auf den Ausläufern der Gebirgsmassen sind hervor- 
ragende Züge des landschaftlichen Charakters des Böhmerwaldes. 
Selbst Trümmerfelder sind so selten, dass sie am Westabhange 
des Zwercheckzuges als ungewohnte Erscheinung überraschen. 

Diese Gestaltung des Bodens erlaubt dem Walde, die ganze 
Fläche desselben unterhalb der Baumgrenze zu bedecken. Und dieser 
Wald ist noch immer von dominirender Bedeutung für die Vegetation 
und von überwältigendem Eindruck auf den Menschen, wenn auch, 
seitdem die Pracht der dortigen Urwälder in so beredten Worten 
geschildert wurde, diese letzteren durch den schrecklichen Wind- 
bruch des Herbstes 1870 und die darauf durch den Borkenkäfer er- 
folgten Verheerungen ihren Charakter grösstentheils eingebüsst haben. 
Ich konnte in den Waldungen zwischen Eisenstein und Waldhaus 
noch zahlreiche Tannenstämme von 4—5 M. Umfang in Brusthöhe 
sehen, und an den Abhängen des Falkenstein mass ich solche von 
4-80 bis 5*92 M. Umfang (in 1 M. über dem Boden auf der Berg- 
seite). Das letztgenannte Mass übertrifft selbst noch dasjenige der 
sogenannten „grossen Tanne" bei Deffernik in Böhmen um etwa 
3 Dm. An den Orten, wo diese Baumriesen stehen, ist denn auch 
das Aussehen des Waldes noch am meisten dasjenige eines Urwaldes 
geblieben, zum Theil auf stundenweite Erstreckung. Die Stämme 
befinden sich in weiten Abständen von einander, dulden zwischen 
sich kein oder nur dürftiges Unterholz und halten durch ihre bis zu 
enormer Höhe sich erhebenden Kronen den Waldboden feucht und 
kühl, so dass öfters nur eine dürftige Moosdecke denselben zu über- 



1 o 

ziehen vermag. Von Nachwuchs ist an solchen Stellen wenig zu 
sehen-, auf den zersplitterten und vermorschenden Stümpfen gestürz- 
ter Bäume aber siedelt sich mit Vorliebe Nachkommenschaft^ an, 
um dann unter sich den Kampf zu führen bis zum üebrigbleiben 
eines Einzelnen nach Unterdrückung aller Genossen. Aber selbst hier 
vermisst mau stellenweise schon die am Boden vermodernden Stämme. 
Diese hat die bis in die entlegensten Waldestiefen Wege bauende 
Menschenhand entfernt und ihren Zwecken nutzbar gemacht. Aehn- 
liche Waldpartien mit gestürzten und am Boden vermorschenden 
Kiesenbäumen, auf denen der Nachwuchs reihenweise emporwucherte, 
fand ich in den Forsten am Fusse der Babiagora im Jahre 1878. 

Ernster Hochwald ist das charakteristische Kleid des Böhmer- 
waldes; die Bedingungen für das Gedeihen des ersteren sind hier 
die günstigsten, so dass die Waldung Thal, Hänge und Gipfel fast 
lückenlos meist bis auf die höchsten Spitzen überzieht. Nur da und 
dort, stets in Begleitung der beträchtlicheren Höhen, wird diese all- 
gemeine Walddecke unterbrochen, um düsteren, in Bergkesseln ru- 
henden Seen Kaum zu gewähren. Im Allgemeinen tritt die fliessende 
Bewässerung des Gebirges wenig hervor, der alles verschlingende 
Wald verbirgt die Bäche und Flüsse und lässt sie in der Landschaft 
kaum zur Geltung kommen; darum ist auch die Wasserflora eine 
ganz untergeordnete. Um so anziehender wirken die Seeu, und au 
ihren Ufern greift eine Anzahl Arten Platz, denen man sonst auf 
weite Strecken hin nicht begegnet. Grossen Reichthum an Pflanzen 
aber und viel Abwechslung bieten sie nicht. Der grosse Arbersee 
beherbergt so ziemlich Alles, was in den Seen des bayerisch-böhmi- 
schen Waldgebirges überhaupt wächst. Ihm steht allerdings der 
pflanzenleere Rachelsee gegenüber, dessen schwefelhaltiges Wasser 
das Leben flieht. 

In tieferen Lagen, stellenweise aber auch auf den Sätteln des 
Gebirges, hat der Mensch sich seit langen Zeiten angesiedelt. Hier 
geht der Getreide- und Wiesenbau bis zu beträchtlichen Höhen em- 
por, mit ihm die Unkräuter. An anderen Orten herrscht kurzer 
Graswuchs in lichtem Wachholdergebüsch, aber bezüglich der Aus- 
dehnung sind solche Haidestellen dem Hochwalde gegenüber ver- 
schwindend klein zu nennen. 

Als waldbildende Elemente herrschen Abies pectinata, Picea 
excelsa und Fagiis silvatka vor, ihnen ist Acer Pseudoplatanus ein- 
gestreut; in noch minderem Grade zeigen sich Ulmus montana, 
Prunus avium etc. namentlich an Waldrändern, und an tiefer gele- 
genen Orten bilden Pinus silvestris und Betula verrucosa kleine Ge- 
hölze. An lichteren Stellen, wie an See- und Bachufern tritt das ge- 
wöhnliche Niederholz dazu: Salix-k.YiQn, Sorbus aucuparia, Rhamnus 
Frangula etc. Neben diesen Holzgewächsen dominirt eine Anzahl 
Stauden zum Theile in so auftalliger Weise, dass dadurch der Flo- 
rencharakter des bayerisch-böhmischen Waldgebirges mit bestimmt 
wird. Es sind namentlich folgende Pflanzen, die allenthalben an ir- 
gend für sie geeigneten Localitäteu den Waldboden in Menge über- 



14 

ziehen: Petasites albus, Soldanella montana, Veronica officinalis, 
Vaceinium Myrtillus, Luzula maxinia, Homogyne alpina, Arnica 
montana, Li/copodium annotinum, L. clavatum^ Prenanthes purpu- 
rea, Senecio nemorensis ; iu der oberen Waldregion bis zur Baum- 
grenze treten ausserdem mehr hervor, resp. hinzu: Vaceinium Vitis 
idaea, Mulgedium alpimun, auch Trientalis europaea; Pubus idaeus 
überdeckt stundenweit die durch die Waldverwüstung gelichteten 
Abhänge. An manchen Stellen bilden Willemetia apargioides, Cir- 
caea intermedia, Meum llutellina, Aconitum Napellus grössere Co- 
lonien; auf Haiden tritt Nardus stricta hervor, ebenso Hypericum 
quadrangulum und Garlina acaulis; um die Wohnstätten wächst auf 
den Wiesen überall reichlich Cirsium heterophyllum ; auf den Gipfeln 
des Arber und Osser bestimmt Juncus trißdus, auf der Spitze des 
Lusen Hieracium gotlücum die Physiognomie der Vegetation, wäh- 
rend die Krummholzregion im Allgemeinen durch das Vorherrschen 
von Vaceinium Vitis idaea, Nardus stricta^ Calluna vulgaris einen 
haideartigen Charakter aufweist. 

Dieser aus nur wenigen Arten, aber in zum Theile grösster 
Individuenzahl zusammengesetzten Pflanzendecke ist ein verhältniss- 
mässig ebenfalls geringer Bestand anderer Pflanzen eingestreut, die 
auch an Stückzahl den genannten gegenüber bedeutend zurücktreten. 
Das hier in Kede stehende Areal des innersten Böhmerwaldes liegt 
im Allgemeinen über 650 M.; nach Sendtner's Ermittelungen des 
^rtbestandes und der Höhengrenzen im bayerischen Walde umfasst 
dieses Gebiet eine Zahl von nur 534 Gefässpflanzen gegenüber einer 
Gesammtmenge von 1121 Arten für das ganze von Sendtner als 
„Weiterer Wald" bezeichnete Areal, lieber 900 M. aber sinkt diese 
Zahl sogar auf 255 herab. Zieht man davon noch die eigentlich al- 
pinen Arten ab, welche nur die grössten Erhebungen besiedeln, so 
bleibt für den ganzen breiten Höhengürtel zwischen 900 und etwa 
1330 M. die auffällig kleine Zahl von 238 Gefässpflanzen übrig. Es 
charakterisirt sich demnach dieser Gürtel als eine im Vergleich zur 
tieferen Kegion artenarme Zone; auch die oberen Theile der Wald- 
region und sogar die über dieselbe sich erhebenden Partien des Ge- 
birges könnten in Anbetracht des nur so geringen Plus hier hinzu- 
tretender Arten als artenarm bezeichnet werden, wenn diess nicht 
ein Vergleich mit anderen Gebirgen in Frage stellen und die Be- 
rücksichtigung sogleich zu besprechender besonderer Verhältnisse ver- 
bieten würde. 

In der „Monographie der Piloselloiden Mitteleuropas" von C. 
V. Nägeli nud Peter wird gezeigt, dass eine solche artenarme 
Zone auch in den Alpen und in verschiedenen Mittelgebirgen Europa's 
(Beskiden, Sudeten) existirt, und wie dieselbe zu verstehen sein 
könnte. Die artenarme Zone liegt in den Südalpen etwa zwischen 
1140 und 1460 M., in den Beskiden zwischen 1040 und 1365 M.; 
in beiden Fällen hat sie eine ungefähre Breite von 320 M. Für den 
Böhmerwald können wir dieselbe Region etwa zwischen 900 und 
1330 M. legen, hier hat sie also mindestens die Breite von 430 M. 



15 

Deü anderen Gebirgen Mitteleuropas gegenüber gewinnt also hier die 
arme Zone besonders an ihrem unteren Eande an Areal, während 
ihre obere Ausdehnimg ziemlich gut mit den unter gleichem Breiten- 
grade liegenden BesMden übereinstimmen würde. 

Es ist nun die Frage, wie man sich diesen Umstand erklären 
könne, also wodurch die Arteuarmuth des Böhmerwaldes überhaupt 
bedingt wird, und wesshalb sie hier bereits in so niederen Regionen 
herrscht? Nach meiner Ansicht sind hier namentlich folgende Punkte 
massgebend. Für die Existenz der Arteuarmuth des bayerisch-böh- 
mischen Waldgebirges an sich ist zunächst die gleichförmige Boden- 
beschaffenheit des Gebietes (durchaus Urgebirge) von einschneidend- 
ster Bedeutung, da schon durch diese eine grössere Zahl von Pflan- 
zen ausgeschlossen wird; sodann ist dieselbe durch die geologischen 
Vorgänge bedingt, welche in der Piloselloideu-Monographie') als 
artenvernichtend besprochen worden sind. Auch auf den Böhmerwald 
muss die während der Diluvialzeit stattgefundene Wanderung der 
Alpenregion zur Tiefe und die damit verbundene Verdrängung der 
montanen Flora in gleicher Weise wie auf die Sudeten und Beskiden 
eingewirkt haben. Es reiht sich also der Böhmerwald den bisher be- 
kannten Gebirgen mit dürftiger Montanzone ebenfalls an, und es sind 
die zum Verständuiss derselben im Allgemeinen a. a. 0. angezogenen 
Ursachen auch hier ausreichend. Indessen bleibt dabei die grosse 
x4.usdehnung der arteuarmen Kegion nach der verticalen Richtung 
noch unerklärt. Einerseits ist es auch in dieser Beziehung unzweifel- 
haft die Bodenbeschaffenheit, welche die Arteuarmuth theilweise be- 
dingt, d. h. es können manche Pflanzen den Urgebirgsboden des 
Böhmerwaldes überhaupt nicht bewohnen, welche im Gebiete vor- 
kommen würden, wenn da und dort Kalk vorhanden wäre. Anderer- 
seits ist der Wald auf dem Urgebirge des Böhmerwaldes offenbar 
so günstig situirt, dass ihm in der Concurrenz mit der Staudenwelt der 
Ebene noch in tieferen Lagen der Sieg bleiben muss, als anderwärts 
auf ihm minder zusagendem Boden. Geringe Neigung der Thalhänge 
und Mangel an Felsen begünstigen ohnediess die totale Bedeckung 
der Bodenfläche mittelst Wald. Klimatische Ursachen können es 
nicht wohl sein, welche den Beginn der artenarmen Zone schon bei 
ungefähr 900 M. bedingen, denn in anderen klimatisch nicht gün- 
stiger beschaffenen, aber bezüglich der Zusammensetzung des Bodens 
anders gearteten oder abwechslungsreicher ausgestatteten Gegenden 
gibt es viel mehr Kräuter. Es hängt also wohl die grosse Breite dieser 
armen Region im Böhmerwalde von der phj'sikalischen und chemi- 
schen Natur des Bodens theils unmittelbar ab, theils mittelbar, in- 
dem die Concurrenzfähigkeit des Waldes dadurch so erhöht wird, 
dass derselbe eine grosse Anzahl Krautpflanzen von seinen Grenzen 
fern zu halten vermag. 

Es ist nun noch das Verhalten der oberen Regionen des baye- 
risch-böhmischen Waldgebirges bezüglich ihres Artenbestandes in Be- 

') 1. c. S. 74. 



16 

tracht zu ziehen. Die mittlere obere Grenze der Holzgewächse liegt 
hier um etwa 193 M. niedriger als in den bayerischen Alpen, wäh- 
rend die mittlere obere Grenze der Staudenpflanzen um nur etwa 
140 M. niedriger liegt, als in den Alpen. Ginge die Depression der 
oberen Grenze bei Holz- und Krautpflanzen Hand in Hand, d. h. 
hinge sie bei beiden Pflauzenkategorien von den nämlichen Ursachen 
ab, so müsste der Böhmerwald bis auf die höchsten Gipfel bewaldet 
sein. Off"enbar wird hier die Waldgrenze durch eigen thümliche Ver- 
hältnisse herabgedrückt, welche vielleicht theilweise in der geringe- 
ren Bodenwärme des granitischen Gebietes zu suchen sind. Mau 
könnte also zunächst sagen: dass eine Knieholzregion über dem Hoch- 
walde hier überhaupt existirt, ist auf Kechnuug der besonderen, der 
verticalen Ausdehnung des Waldes nach oben ungünstigen Umstände 
zu setzen. Dieselben Umstände sind den alpinen Arten vortheilbaft, 
so dass die Knieholzregion von solchen bewohnt werden kann. Nun 
ist aber diese Region wegen der geringen Erhebung der Berggipfel 
von einer sehr geringen Flächenausdehnung, und die wenigen ihr an- 
gehörigen Berge liegen weit von einander getrennt. Es fehlt das 
grosse zusammenhängende Kuieholzgebiet, wie es z. B. auf dem Su- 
detenkamm oder auch in den Beskiden angetroffen wird, es fehlt 
ferner an passenden Localitäten für viele Alpenpflanzen, da die klei- 
nen Plateaux auf den Bergspitzen haideartig sind, und Felsen aus 
ihnen nur unbedeutend emporragen. Diese Umstände sind also dem 
Bestände an alpinen Arten durchaus nicht günstig. Wenn wir daher 
auf den höchsten Gipfeln und in der oberen Waldregion des baye- 
risch-böhmischen Waldgebirges dennoch 31 alpine Pflanzen antreffen, 
so beruht diess wohl theils auf den in diesen Höhen dem Wald- 
wuchs ungünstigeren localeu Verhältnissen, theils ist es der hohen 
Conen er enzkraft einzelner Species zu danken. 

Es geht also gegen die von vornherein zu hegende Erwartung, 
wenn man hier relativ so zahlreichen alpinen Species begegnet. Zum 
Theil mag diess die grosse Anpassungsfähigkeit vieler Alpenpflanzen 
an frenide Vegetationsbediugungen erklärlich machen. Gedeihen doch 
z. B. nicht wenige derselben auf den Mooren und Haiden der Donau- 
hochebene ganz freudig. Aber es darf vielleicht angenommen werden, 
dass die Zahl dieser Arten im Böhmerwalde ehedem eine noch grös- 
sere gewesen ist, als heutzutage, wofür man einige Gründe anführen 
könnte ; es kommen z. B. Meum athamanticum, Stachi/s alpina, Or- 
chis glohosa im Erzgebirge vor, Pulsatiila alpina und Aster alpinns 
im Harz, während diese Arten im Böhmerwalde fehlen. Solche 
Lücken zu erzeugen dürfte ein Vorgang geeignet gewesen sein, wel- 
cher bei derartigen Fragen überhaupt mehr in Rechnung gestellt zu 
werden verdient: die Temperaturschwankungen seit der letzten grossen 
Eiszeit. Diese Schwankungen können auf ein alpines Gebiet von so 
geringer verticaler Ausdehnung, wie es das hier in Rede stehende 
ist, sehr wohl artenvernichtend gewirkt haben; selbst eine nur ge- 
ringe Erhöhung der Temperatur kann dem Walde erlaubt haben, 
sich nach der Höhe weiter auszudehnen und manche alpine Art zu 



17 

unterdrücken. Möglicherweise sehen wir auch jetzt wieder den Rück- 
scbritt von einer solchen wärmeren Periode zu einer kälteren, indem 
wir die Existenz nicht weniger selbst junger abgestorbener Fichten 
an der Baumgrenze des Arber constatiren. — Um die Zahl der hier 
wachsenden Alpenpflanzen im Laufe der Zeit zu verringern, treten 
endlich noch zwei Umstände hinzu, die auf den ersten Blick von min- 
derer Bedeutung zu sein scheinen, denen aber eine gewisse Trag- 
weite nicht abgesprochen werden kann. Es sind diess einerseits der 
fast allgemein im bayerisch-böhmischen Waldgebirge seit Jahrhun- 
derten übliche Viehtrieb, welcher selbst den Arbergipfel bis auf die 
höchsten Felsen nicht verschont, andererseits die uralte Gewohnheit 
der Umwohner des Gebirges, auf eben diesem höchsten Gipfel des- 
selben alljährlich Feste zu feiern, wobei der Hand des Menschen, 
wie dem Magen der Thiere manche in geringerer Individuenzahl 
vorkommende Species zum Opfer gefallen sein mag. Namentlich 
könnte diess das Schicksal so auffälliger Pflanzen gewesen sein, wie 
z. B. Meion athamanticum, Orchis glohosa, Piilsatilla alpina. Am 
Abhänge des Rachel wird aufs eifrigste nach „Bärwurz-' {Meum 
Mutellina) und „Enzian" {Gentiana pannonica) gegraben; letztere 
konnte ich weder blühend, noch abgeblüht sammeln, von ersterer 
sah ich nur sehr wenig in Frucht. Es kann nicht lange mehr dauern, 
bis die Gentiana völlig ausgerottet ist. — Eine eigenthümliche Er- 
scheinung ist es, dass man, obwohl doch 31 alpine Arten im baye- 
risch-böhmischen Waldgebirge beobachtet worden sind, den meisten 
derselben nur an einem oder einigen wenigen Fundorten begegnet 
und dazu noch in geringer Individuenzahl, so dass der Anschein der 
Pflanzenleere auch in diesen obersten Regionen des Gebirges erweckt 
wird, ein Zeichen, dass die Alpenpflanzen hier mit besonders grossen 
Schwierigkeiten zu kämpfen haben. 

(Schluss folgt.) 



Zur Kenntniss des Rubus Pseiuloradula Hol. 

Von H. Sabransky. 

In einem für die Batographie Ungarns gewiss werthvollen Auf- 
satze über „die Brombeeren der Flora von Nemes-Podhrägy' Oesterr. 
botan. Zeitschr. XXIII (1873) beschreibt Holuby, der vortreffliche 
Kenner der Trencsiner Vegetation, unter Anderem eine Form, die er 
als nova species anspricht und Rubus Pseudoradula benannte. Seit 
zwölf Jahren an weiteren Standorten nicht gefunden und vouNiemandem 
seitdem erwähnt, ist diese Art gänzlich der Vergessenheit anheim- 
gefallen. Ueber die systematische Stelhmg des R. Pseudoradula ist 
daher selbstredend ausser dem, was der Autor berichtete, Näheres 
nicht bekannt geworden. 

Oesterr. botan. Zeitsclirilt. 1. Heft 1886. 2 



18 

Holuby selbst stellt die zu besprechende Art in die Gruppe 
der Kadulae und vergleicht sie wohl hauptsächlich — wie dies schon 
aus der Benennung hervorgeht — mit R. Radula Whe. Da der 
Trencsiner „B. Radula" jedoch mit der deutschen Pflanze dieses 
Namens bekannter Weise nicht identisch ist, erscheint jener Ver- 
gleich schon im Vorhinein kaum als correct; dass die Pflanze aber 
zu den Kadulis überhaupt nicht gehört, beweist die in folgendem 
verkürzt wiedergegebene Originaldiagnose: 

R. Pseudoradiila Hol. 1. c. p. 379! „Schössling gefurcht, 5-kantig, 
kahl, drüsenlos, nur mit gleichlangen, geraden, zusammen- 
gedrückten Stacheln reichlich bewehrt. Blätter 3 — 5-zählig, oberseits 
kahl, unterseits weissfilzig; Endblättchen aus herzföriniger Basis 
eirundlich, mit (schief) aufgesetzter Spitze, untere Seitenblätt- 
chen kurzgestielt; Blüthenstand gedrungenblüthig, mit 3-gabe- 
liger Verästelung, mit sehr langen gelblichen, geraden, dünneu 
Stacheln stark bewehrt, drüsenlos oder nur äusserst selten eine 
vereinzelte Stiel drüse führend, locker filzig. Blumenblätter 
verkehrt eiförmig, blassrosa; Staubfäden trichterig, den Griffel über- 
ragend; Kelch weissfilzig, nach dem Verblühen aufrecht, Frucht- 
knoten filzig." 

Die den Kadulis so eigenthümliche, von zahlreichen ungleichen 
Stacheln, Stach elhöckerchen und Stieldrüseu kratzendstarre Axen- 
bekleiduug vermissen wir also in der Beschreibung des R. Pseudo- 
radida gänzlich und ist derselbe offenbar einer anderen Gruppe anzu- 
reihen. Da die Blüthenspindel vom Autor ebenfalls fast immer als 
drüsenlos geschildert wird, kommt auch eine etwa mögliche Hetero- 
cladie, wie sie dem R. silesiacus, R. Banningii und anderen Arten 
der Focke'schen Adenophori zu eigen ist, ausser Combination. 

Es besteht also zwischen der Diagnose und der vom Autor 
bezeichneten Locirung im Systeme ein sonderbarer Widerspruch und 
die Bedeutung des R. Pseudoradida Hol. ist nichts weniger, als 
klar. Wie in allen ähnlichen Fällen, ist auch hier nur von Original- 
exemplaren Licht zu erwarten. 

Es liegen mir nun solche, aus der Hand des Entdeckers in instruc- 
tiven Zweigen vor. Die kurze, gegen die Spitze zu mehr oder minder 
deutlich veijüngte Kispe, sowie die dichtgedrängte, starke Bestache- 
lung der Blüthenaxen lässt sofort die Verwandtschaft der dubiösen 
Brombeere erkennen und weist dieselbe augenscheinlich in die Keihe 
der Babington-Focke'schen Rhamnifolii! Dieses etwas unerwartete 
Ergebniss interessirte mich nicht wenig und forderte zur weiteren 
Untersuchung der Pflanze heraus. 

Einen wichtigen Anhaltspunkt bietet der in der Originaldiagnose 
hervorgehobene Passus, dass „die unteren Seitenblättchen kurzgestielt" 
seien. Durch dieses auffällige Merkmal weicht vom Tvpus der Rhamni- 
folien nur eine einzige Art ab und dies ist der 1857 von Ph. Wirtgen 
in der „Flora der Provinz Rheiupreussen" beschriebene R. montanus. 
Es ergab sich bald, dass die Originalbeschreibung sowohl, wie auch 
die ausführliche Diagnose der klassischen Synopsis Ruborum Ger- 



19 

maniae auf das Genaueste passte. Die einzige Differenzinmg besteht 
.darin, das bei deutschem R. montanus die Fruchtknoten kahl sind, 
während sie bei R. Pseudoradula dicht behaart erscheinen. Erfah- 
rungsgemäss aber ist dies zum mindesten ein specifisches Trennungs- 
merkmal, da es als Schutzvorrichtung von äusseren Umständen 
abhängig bei ein und derselben Art variirt, und ich erinnere nur an 
das diesbezügliche Verhalten der meisten Glandulosen, In dem gran- 
diosen Herbare des Herrn Prof. Dr. Kern er hatte ich Gelegenheit, 
zahlreiche Exsiccaten des R. montanus, darunter Originalien des 
Wirtgen' sehen Herb. Eub. Ehen., mit der Pflanze Holuby's vergleichen 
zu können imd fand, dass beide Formen auch in den kleinsten Details 
vollständig zusammenfallen. 

Dass R. montanus Wirtg. in so typischer Gestalt in den kleinen 
Karpathen Westungarns vorkommt, ist um so bemerkenswerther, als 
diese gewiss auffallende Art bisher nur aus dem mittleren imd rhei- 
nischen Deutschland bekannt war. Es dürfte dieselbe übrigens in den 
zmschenliegenden Waldbergen Niederösterreichs verbreitet sein. Im 
böhmisch-mährischen Gebirge kommt R. montanus Wirtg. sicher vor: 
ich sah in dem erwähnten Riesenherbare schöne Exemplare, gesam- 
melt am Muglerberge bei Rossatz im Waldviertel (leg. A. Kerner). 
Dass bei der österreichischen Pflanze der Blüthenstand etwas zu- 
sammengezogen erscheint und nicht auseinanderspreitzend , wie bei 
rheinischen Exemplaren, ist — als vom Entwicklungsstadium abhängig 
— nur relativ und bei Herbarexemplaren schwer controlirbar. 

Wir haben also als Endresultat: 1. R. Pseudoradula Hol. 
1873^ R. montanus Wirtg. 1857 und 2. R. montanus Wirtg., bisher 
nur aus Westeuropa vorliegend, kommt auch in Mederösterreich und 
Westimgarn sicher vor. 

Wien, am 10. November 1885. 



Botanisches von der Kärntner Eeichsgrenze. 

Von E. Preissmann. 

Bei einer heuer zu Ende Juli in der Umgebung Pontafel's 
unternommeneu Excursion fand ich etwa Vj^ — 2 Kilometer von der 
Reichsgrenze entfernt auf venetianischem Gebiete an den felsigen 
Abhängen zwischen der Eisenbahn und der nach Udine führenden 
Landstrasse eine gelbblühende, hochwüchsige Centaurea, in welcher 
ich bei der zu Hause vorgenommenen Bestimmung die Cent, di- 
chroantha A. Kerner (Oest. bot. Ztschr. 1874, p. 104) erkannte. — 
In Pacher's Flora von Kärnten wird weder diese, noch C. sordida 
Willd., Koch, unter welcher früher auch die C. dichroantha A. Ker- 
ner inbegriffen wurde, für Kärnten angeführt, wohl aber erscheint 
daselbst (H, Theil p. 124) die C. rupestris L. als Kärntner Pflanze 
mit dem einzigen Standorte „Pontafei" angegeben. Letztere Angabe 

2 * 



20 

erscheint nun an und für sich schon etwas bedenklich, da es wenig 
wahrscheinlich ist, dass die mehr den adriatischen Küstenländern 
angehörende C. rupestris L. so weit in die Alpen hinein vordringen 
sollte, — nahezu zur Gewis&heit dürfte es aber durch meinen Fund 
geworden sein, dass sich auch die Pacher'sche Angabe nicht auf C. 
rvpestris L., sondern auf 0. dichroantha A. Kern, zu beziehen hat. 
Bestärkt wird diese Annahme noch dadurch, dass in Pacher's Flora 
ausschliesslich C. adonidifoUa Eeichb., also jene Form der C. ru- 
pestris L. als Synonym citirt wird, welche sich durch kurzen End- 
dorn der Httllschuppen auszeichnet, was insoferne mit 0. dichroantha 
übereinstimmt, als auch an dieser die Hüllschuppen in ein ganz kurzes 
Dörnchen endigen. — C. dichroantha A. Kern, lässt sich, abgesehen 
von dem viel höheren, der 0. Scabiosa weit ähnlicherem Wüchse, 
von C. rupestris namentlich im Fruchtzustande sehr leicht durch das 
schon von Prof. Kerner erwähnte Merkmal des längeren Pappus 
unterscheiden; an meinen Exemplaren ist der Pappus 4 — 472 Mm., 
nämlich genau so lang als die Acbäne, während er an 0. rupestris 
nur 1 — IVa Mm. lang ist; die Blüthen meiner Pflanze sind rein 
citrongelb, aber etwas blässer als an C. rupestris L. 

Zwischen Pontafel und Leopoldskirchen fand ich ausserdem 
noch weissblühende C. Scabiosa L., sowie gleichfalls weissblühende 
Scabiosa graminifolia L. 

Im Grenzgraben (Pontebbanathal) bei Pontafel und zwar auf 
der Kärntner Seite kommt auch Nepeta violacea Vill. (nicht Nep. 
nuda L., Jacq., nicht N. pannonica Jacq., nach A, Kern er, Oest. 
bot. Zeitschr. 1874, pag. 214 und Freyn, Flora 1884, p. 682) vor, 
wird jedoch in Pacher's Flora als N. nuda L. angeführt; ferner 
finden sich hier noch an in Pacher's Flora von diesem Standorte 
nicht genannten Pflanzen: Galium p>urpureum L., G. rubrum L., 
6r. verum ß. pallidum Celak., letzteres einzeln unter der Normal- 
form, Cynanchum laxum Bartl. (gleich ausserhalb des Ortes an 
Zäunen), Carduus deßo7^atus S. (Kern.) in theilweisen Uebergängen 
zu C Rhaeticus D C, Euphorbia Kerneri Huter und Calavnintha 
nepetoides Jord. (0. Einseieana F. Schultz), welche von Fächer 
überhaupt nicht erwähnt wird, sondern wohl unter dessen 0. offici- 
nalis inbegriffen sein dürfte, aber schon von Stur in den Sitz.-Ber. 
der Wiener Akad. d. Wiss. 1856, p. 126 für den Friaul angegeben 
wurde, endlich auch spärlich Veronica nitens Host, welche schon 
auf den ersten Blick einen von der gewöhnlichen, nördlicheren Form 
der V. spicata L. ziemlich verschiedenen Eindruck macht. — Eu- 
phorbia Kerneri, Calainintha nepetoides und Veronica nitens finden 
sich auch zwischen Pontafel und Leopoldskirchen. 

Die Umgebung Pontafel's ist überhaupt in botanischer Hinsicht 
ausserordentlich reich an Seltenheiten und übertrifft in dieser Kich- 
tung noch weit das Eaibler Thal, namentlich durch das Vorkommen 
mehrerer der mehr südlicheren Flora angehörenden Pflanzenformeu. 

Graz, Im November 1885. 



21 

Mittheilungen über die Hieracia des Riesengebirges. 

Von Gustav Schneider, Bergverwalter in Schmiedeberg im Riesengebirge. 

Die interessantesten Pflanzen, welche die alpine Kegion des 
Kiesengebirges bewohnen, sind wohl unstreitig die Hieracia. Unter 
den mannigfaltigen Formen derselben verdienen namentlich diejeni- 
gen, welche zu der Friesischen Abtheilung der Aurella gehören, 
eine besondere Beachtung; nicht bloss der Mannigfaltigkeit ihrer 
Gestalten, sondern auch der unberechenbaren Individuenzahl wegen, 
in der sie im Riesengebirge auftreten. Die Alpen wie die Karpaten 
bieten ebenso wenig wie der Harz und andere Gebirge Deutschlands 
eine solche Formenmanuigfaltigkeit und Individuenzahl, wie das 
Riesengebirge. Nur im Norden, in den schottischen und skandinavi- 
schen Gebirgen kehrt diese Mannigfaltigkeit der Formen wieder. 

Die Schwierigkeit der Bestimmung aller zur Gruppe der Aurella 
gehörigen Hieracia, wenn sie nicht normal gestaltet sind, die vielen 
Irrthümer und Ungenauigkeiten in den bisherigen Publicationen ver- 
anlassen mich, eine allgemeine Uebersicht der im Riesengebirge hei- 
mischen Formen der Aiirella, die ich in den letzten fünf Sommern 
auf 85 Hochgebirgsexcursionen zu beobachten Gelegenheit hatte, 
nachstehend zu veröftentlichen. Genaueres und Ausführliches werde ich 
später berichten, vielleicht in meiner nächstens erscheinenden Flora 
der Hohen Tatra. 

Ich fasse, wie aus dem Folgenden hervorgeht, einzelne in 
Fiek's Flora von Schlesien als Varietäten beschriebenen Formen als 
gute Arten auf. 

Hieracia Aurella Fr. des Riesengebirges. 

A. Hieracia Aurella alp. subfoliosa m. 

1. Hieracium. alpinum L. ex p. 

a) var. genuinum Tausch, Wimm. ex p. 

b) var. melanocephalum Tausch non Wimm. 

Diese beiden Varietäten fasst Fiek als synonym nrit H. al- 
pinum L. zusammen, sie sind aber habituell so verschieden, dass 
man in ihren extremsten Gestalten sie als gute Arten aufzufassen 
geneigt sein könnte, wenn eben keine Uebergangsformen existirten. 
Als stark gepresste, getrocknete Pflanzen lassen sich diese beiden 
Varietäten meist nur sehr schwer, öfter auch gar nicht unterschei- 
den, lebend sind sie aber gar nicht zu verwechseln. — Das melano- 
cephalum hat bauchigere, oft fast kugelige Hüllen, während diese 
bei genuinum mehr oder weniger kreiselformig sind. Die Ligulae 
sind bei melanocephalum relativ kürzer und bedeutend zahlreicher 
als bei genuinum. Aufgeblüht bilden dieselben bei genuinum eine 
flach ausgebreitete Scheibe, bei melanocephalum einen von dicht ge- 
drängt stehenden Ligulis umschlossenen Trichter. Tausch schreibt 
letzterem gezähnte, ersterem ganzrandige Grundblätter zu; es kom- 



22 

men aber bei beiden genannten Formen sowohl ganzrandige wie ge- 
zähnte Grundblätter — letztere allerdings bei melanocephalum am 
häufigsten — vor. Beide Varietäten sind im Riesengebirge gemein 
imd wachsen meist heerdenweise beisammen. Auch in cler Hohen 
Tatra sammelte ich beide Formen, sah aber aus den Alpen bisher 
nur das gemdnum. 

c) var. grande "Wimm. 

Unterscheidet sich von den vorhergehenden durch im Allge- 
meinen robusteren "Wuchs, öfter steif aufrechten, bis 0'30 M. hohen 
Stengel, mit 0'15 M. langen, oft zungenförmigen und meist gezähn- 
ten Grund- und mehr blattartigen — nicht bracteenförmigen — 
Steugelblättern. Im Riesengebirge seltener, häufiger in den Ost- 
Sudeten. 

d) var. H. holosericeum Backh. ex p. 

Im Riesengebirge kommt diese Varietät, ausgezeichnet durch 
dicht seidenhaarige Bekleidimg und die losen, häufig blattartig auf- 
tretenden Hüllschuppen, sowohl mit ki'eiselförmigen, wie mit bau- 
chigen {melcbiiocephalum) Köpfen vor, während Backh ouse ihr in- 
volucra turbinata zuschreibt. 

Als Formen, welchen die Bezeichnung Varietät nicht zukommt, 
sind noch zu nennen: H. alpinum stylosum "Wimm er, H. alpinum 
nivale Velenovsky und H. alp. nigrosetosum mihi. 

B. Hieracia Aurella alp. foliosa mihi. 

2. Hieracium tubidosum Tausch., eine gute, im Riesengebirge 
häufige, bis 800 M. Seehöhe herabsteigende, in den Formen: a. ge- 
nuinum, b. suhhirsutum und c. stylosum vorkommende Art. 

3. Hieracium montanum mihi uon Jcq. (cujus planta Crepidis 
species). 

Syn. S. cdpinum foliosum Wimm. ex p. majore. 

Var. a. Hieracium Fritzei F. Schultz ex p. 

Diese Bezeichnung behalte ich flu- die bisher zum "Wimmer '- 
sehen H. alpinum foliosum gerechneten Pflanzen bei mit lauzett- 
lichen, längüch- oder lineal-lanzettlichen, oft zugespitzten Stengel- 
blättern imd, wenn sie zur Blüthezeit nicht abgestorben, eben solchen 
inneren Grundblättern. (Die äusseren Grundblätter sind bei sämmt- 
lichen Varietäten des H. montanum mihi ei-spatelförmig.) Im Riesen- 
gebirge häufig. 

Var. b. spathulifolium mihi ad Interim. 

So benenne ich die Formen des H. alp>immi foliosum Wimm. 
mit spateiförmigen inneren Grund- imd Stengelblättern. Im Riesen- 
gebirge häufig, von mir auch im Felkathale der Hohen Tatra ge- 
sammelt. 

Var. c. pleiocephalum Uechtr. Diesen Namen behalte ich nach 
Absonderimg der nachfolgenden gelbgriffeligen Varietät mit Vorbe- 
halt noch bei, bis ich über den Werth von zwei Formen, die dann 
noch beim Üechtritz'schen pUiocephalum verbleiben, durch weitere 
Beobachtung der lebenden Pflanzen im Klaren sein werde. 



23 

Var. d. pseudopersonatum mihi (nov. var.). 

Hypophyllopodum, viride. Caidis foliosus simplex vel ex a^xillis 
foUorum subcorymbosus, p'dis canls hasi nigris hirsutissimus, eglcui- 
dulosus. Folia bas'daria in petiolum alatum pilosum longe attenuata, 
spathulata, püis albis suhhirsuta, ciliata {interiora subdentata, exte- 
riora integerrhna) suh anthesin emarcida. rarius persistentia ; cau- 
lina sursum decrescentia, subdentata, inferiora basilaribus plus minus 
confonnia, lanceolata, petiolata vel sessilia, superiora lanceolata ses- 
silia, suprema bracteiformia pilis longis hirsutissirna. Pedunculi hir- 
sutissimi, pilis canis basi nigris eglandulosis. Involucra basi retun- 
data, pilis mollibus basi nigris sericeo hirsutissirna, eglandulosa, squa- 
mis e viridi nigrescentibus, extimis latis l<ixis intimis acuminatis ad- 
pressis, porrectis, ßores virgineos longe superantibus. Ligulae apice 
subciliatae, Stylus in vivo luteus, in exsiccato subfuscesceas vel lute- 
scens. — Habitat in Sudetis occidentalibus {JRiesengebirge) locis gra- 
minosis lapidosis haudrarura: in rnonte y^Gehänge" , ad pedem montis 
y^Schneekoppe''^ praeeipue retro hospitium „JRiesenbaude'^, ad lacunx 
„kleiner Teich"", in herbidis supra lacus ^Grosser et kleiner Teich"^, 
in fauce „Melzergruhe"" et in inonte ,,Kleine Sturmhaube"' . — Habitu 
accedit ad H. personatum Fr., sed foliis basilaribus spathulatis, sub 
anthesin subemarcidis, squamis extimis laxis diversum est. Ab Hie- 
racio pleiocephalo Uechtritziano difert caule submonocephalo, 
semper hirsutissimo, caulinis subsessilibus, stylo lutea. Veri&imile 
H. alpinum debile Rehmanni huic plantae affine est. 

Yon allen vier Yarietäten des H. montanum am häufigsten 
bei var. a. und b. kommen stvlose Formen vor. 

4. Hieracium exiniium Backh. 

Var. a. genuinum. Nur ein Exemplar fast typisch ausgebildet, 
von mir beim grossen Teich gefunden. 

Yar. b. calendulißurum Backh. stellenweise zahh-eich. 

Yar. c. pseudoeximium mihi ad interim. 

*Hybrid. Hier, calenduliflorum X decipiens Uechtr. unter den 
Stammeltern am Gehänge und über den Teichen. 

o. Hieracium üechtritzianum m. n. sp. 

Hypophyllopodum, viride. Caulis 13—0 30 rn. altus, satis 
foliosus, monocephalus, pilis albis et setis brevibus nigris obsitus, 
superne glandulis Sjmrsis immixtis. Folia subcoriacea, suhhirsuta, 
margine ciliata; basilaria in petiolum attenuata. lanceolata vel obo- 
vata, obtusata, subintegra, sub anthesin subemarcida : caulina sursum 
decrescentia, lanceolata, integerrima, semiamplexicauUa vel sessilia, 
inferiora obtusata, saepe mucronulata, suberecta, superiora acutiu- 
scula, erecta. Involucra basi rotundata, dense pilosa pilis mollibus 
eglandulosis. Squarnae multiseriales latae, extimae suhbracteiformes, 
obtusiusculae, nigricantes; intimae acuminatae, pallide virides. Li- 
gulae intense aureae, apice snbciliatae. Stylus in vivo lutescens, in 
exsiccato fuscescens. — Habitat in Sudetis occidentalibus {Riesen- 
gebirge) rarissimum. Locis graminosis supra convallem „Aupagrund' , 
ad lacum „Grosser Teich", ad pedem montis „Brunneriberg"\ in 



24 

monte ,^Krkonos^. Fonna stylosa ad lacwm ^Grosser Teich"^ a me 
lecta est. — Stifps Hieracii alpini L., Hieracio montano meo 
affine videtur, sed foliis suhcoriaceis, latis, obtusatis, cau- 
linis semiamplexicaulibus ab omnibus Hier actis alpinis opthne 
distinctum. 

Nomen dedi Jiuic plantae eximiae in honores amicissimi R, 
V. Uechtritz Vratislaviensis, meritissimi Hieracioruvn 
floristae. 

6. Hieracium decipiens Tsch. nee Froel. nee aliorum. 
Syn. H. alpinum ß. melanocephalum Wimm. non Tsch, 

H. alpinum Halleri Kehm. nee Wimm., uec Rchb., nee Vill. 

H. nigrescens Velenovsky non Willd. 

Kein Hieracium des Riesengebirges ist so vielfach falsch be- 
urtheilt worden, als das Tausch'sche H. decipiens. Dieses ist eine 
ganz ansgezeichnete Art, die mit dem H. nigrescens Willd. nur 
ähnliche Köpfe gemeinsam hat (squamae und Ligularbekleidung 
sind verschieden etc.), im üebrigen mit demselben aber gar nicht 
verwandt ist. Ich bestreite, gestützt auf die Beobachtung von vielen 
Tausend Individuen dieser im Riesengebirge gemeinen Pflanze, das 
Vorkommen von Uebergangsformen zum Hier, nigrescens Willd. 
Bastarte kommen wohl zwischen beiden vor, aber äusserst selten. 
Doch darüber später Ausführlicheres. Kommt auch in der Knieholz- 
region der Hohen Tatra nicht selten vor. Rehmann (Oesterr. bot. 
Zeitschr. 1873, Nr. 3 ff.) sondert sie schon richtig von dem H ni- 
grescens Willd. und stellt sie als subspeeies zu alpinum L. vor sein 
H. alpinum debile. 

C. Hieracia Aurella Pseudo-Pulmonarea mihi. 

7. Hieracium nigrescens Willd. mit murorum-artigen Grund- 
und Stengelblättern, stellenweise im Riesengebirge zahlreich. 

'Diese gute Art kann mit H. decipiens selbst vom oberfläch- 
lichsten Beobachter nicht verwechselt werden, und darf auf keinen 
Fall bei diesem als Varietät einer gemeinsamen Speeies verbleiben. 
Man vergleiche übrigens die nicht zutreffenden Bemerkungen Vele- 
novsky's in der Oesterr. bot. Zeitschr. 1883, Nr. 12, S. 386 imd 
387. Auf S. 388 gibt Velenovsky eine Diagnose des H decipiens 
Tsch. als diejenige des H. nigrescens Willd. (ex p., bemerkt Vel.) 
zum Besten. 

Nach Reh mann, der in seiner Hieraeienarbeit eine vortreff- 
liche Diagnose dieser Speeies gibt, kommt sie auch auf den höchsten 
Granitgipfeln in der hohen Tatra vor. 

'"'Hybrid. H nigrescens >^ decipiens selten unter den Eltern. 

8. Hieracium glandidosodentatwn Ueehtr. 

Sieht manchen Formen des H. vulgatum Fr. (namentlich dem 
vulgatum forma incisodentatum üeehtr. in sched.) habituell entfernt 
ähnlich, ist aber von allen anderen Hieraeien sehr leicht zu unter- 
scheiden. Steigt bis in die subalpine Region (Wiesen bei den Grenz- 
bauden, Eibgrund) herab. 



25 

*Hybrid: Hieracium caesium alpestre Lindbg. X glanduloso- 
dentatum Ueclitr. am Kiesberge sehr selten. 

Hieracmtn vulgatum alpestre X glandulosodentatum Uechtr. in 
sched. In der Melzergrube nur 1 Exemplar, aber ein gutes, von mir 
gefunden. 

D. Hieracia Aurella Pseudo-Prenanthoidea mihi. 

9. Hieracium bohemicum Fr. Auf schlesischer Seite ebenso 
häufig wie auf der böhmischen. Es empfiehlt sich, den vorstehenden 
Namen zu gebrauchen und nicht H. sudeticum Stbg. ex p., wie 
diess in Fiek's Flora von Schlesien geschehen, um Verwechslungen 
mit dem folgenden, welches Stbg. ebenfalls unter seinem sudeticum 
verstanden hat, zu vermeiden. 

10. Hieracium pedunculare Tausch syn. Hier, sudeticum der 
Tschechen, Stbg. ex p. 

Diese distincte Art wird häutig als ein Abkömmling der vo- 
rigen durch Vermischung mit alpinum L. angesehen, was höchst 
unwahrscheinlich ist. Ich sah wohl Formen von H. bohemicum Fr., 
welche in der Stellung und Form der Stengelblätter an H peduncu- 
lare erinnern, noch nie aber eine Form, die zu H. alpimim irgend 
wie eine Affinität gezeigt hätte. H. montanum var. spathulifolium m. 
besitzt manchmal Stengelblätter, die denen des H pedunculare, 
namentlich der einköpfigen Form von Krkonos und der Kesselkoppe 
ähnlich sehen, aber Köpfe, Bekleidung und der ganze Habitus sind 
ganz verschieden. Wer aus blossen Blattformen Uebergangsformen, 
namentlich nach Exsiccaten aufstellen will, wird sicher auf falsche 
Wege gerathen. 



Beitrag zur Flora des böhmisch-mährischen und des 
Glatzer Schneegebirges. 

Von Dr. Ed. Formänek, 

k. k. Professor am böhmischen Gymnasium in Brunn. 
(Schluss.) 

Myriopkyllum verticillatum L. Teltsch, Cernitz, Slejbor. 
— spicatum L. In den Thajaarmen bei Teltsch, Slejbor, Cernitz, 
Krahultschy, Kasnä, Neustadtl, Saar, Neu-Ingrowitz. 

Eryngium campestre L. Mähr.-Budwitz etc., Katkau ist der nächste 
Ort bei Teltsch, wo ich diese Art noch angetrofi"en habe, von da 
an fehlt sie oder ist höchst selten im b. Gr. 

Sanicula europaea L. Sehr zerstreut im b. G. Kosicky und Kozinec 
bei Teltsch, selten bei Wlachowitz, Frischau, häufig auf der 
Zäkowä hora, welcher Ort meilenweit von Kräutersammlern 
wegen dieser Pflanze, welche als volksthümliches Medicament 



26 

gegen Brustleiden, wogegen die Blätter an manchen Orten auch 

zum Rauchen benützt werden, besucht wird. Gr. Kessel! 
Falcaria Rivini Host, Mährisch-Budwitz, Gross-Meseritsch, Mitrow, 

Sti-itesch, Pernstein. 
Plmpinella Saxifraga L. Gemein, selbst noch bei Altstadt und bei 

den Feldern von Alt- und Neu-Glashütten im Aufstieg zum 

Fuhrmaunstein. 

— magna L. Teltsch, Gr.-Wanau, Rasnä, Gr.-Mesefitsch, Bystritz, 
ßoiiytna, Saar. 

Oenanthe pheUandrium Lamk, Cernitz, Teltsch, Saar, Neu-Ingrowitz. 

Seseli glaucum Jacq. Mähr.-Budwitz, Gross-Meseritsch. 

Pastinaca sativa L. Beobachtet bei Gr.-Meseritsch, Morawetz, Stri- 

tesch, Pernstein und noch um Bystritz. 
Heracleum spondylium L. Gemein und noch bei der Kaiserbaude, 

bei der Schweizerei und im Gr. Kessel. 
Angelica silvestris L. Gemein und selbst noch am Fuhrmano stein, 

Leiterberg und unter der Schäferei etc. 
Levisticum qficmale L. Cultivirt bei Cernitz, Bischowetz, Bystritz, 

Neu-Iugrowitz. 

Anthriscus silvestris Hoflfm. Verbreitet im böhm.-mähr. Gebirge auch 
in höheren Lagen, so: Brünnlhaide, Oppa unter der Schäferei, 
beim Franzens-Jagdhause und noch im Oberen Teesthal. 

Chaerophyllum aromaticum L. Hostietitz, Swietla, Mrakotin, Orechau, 
Sti-itesch, Thal des Nedwieditzer Baches; zerstreut im^Haj bei 
Bystritz, Frischau, oberhalb der Rumpold'schen Mühle, Cerny les 
bei Schloss Saar, Schlaghammer, Neudeck, Hansdorf, häufig bei 
Altstadt, Kratzdorf, Stubenseifen, selbst noch am Stipenauer 
Berge, Heimrlsthal, Schlögelsdorf, Goldenstein, Lindewiese, Frei- 
waldau, Buchelsdorf, Adelsdorf, Thomasdorf, Reutenhau, Wie- 
senberg. 

— hirsutum L. Kl.-Deic, Gutwasser, Jaworice und beim Bächlein 
unter derselben, Rasnä, daselbst häufig im Walde beim Teiche 
Gr.-Pai-ezity, Wald Vykäzany bei Swietla, Ofechau, Radieuitz, 
Bystritz, Zdänitz, Witochow, Bratranowskä beijjbotka, Wlacho- 
witz, Dreibrunn, Frischau, Gebirgsgruppe der Zäkowä hora, hier 
namentlich häufig u kriweho Jaworu und beim Silberbrünnl, 
Rovne doly bei Kadau, Saar, Cerny les bei Schloss Saar, Bebe- 
rek, Schlaghammer, Altstadt, Kratzdorf, Stubenseifen, Schwarze 
Jagd, Goldenstein, beim Schlägelbrünnl, bei der Kaiserbaude, 
Liudewiese, Gräfenberg, Freiwaldau, Adelsdorf, Quelle au der 
schwarzen Grabenlehne, Gr. Seeberg, Schweizerei, Oppa unter 
der Schäferei, beim Franzens-Jagdhaus, häufig im Oberen Tees- 
thale (Vaterbaude, Köhlerhütten etc.), Hirschfelsen bei Reuten- 
hau, Wiesenberg. 

Myrrhis odorata Scop. Freiwaldau an einem mit der Strasse nach 
Böhmischdorf gleichlaufenden Seitenwege bei dem Brunnen einer 
Wohnung in mehreren Exemplaren, dem Anscheine nach wild. 



27 

Meum mutellina Gärtn. Dürre Koppe, Fiihrmannstein, Köperuik, 
Hochschar, Wald unter dem Drehberge bei Nieder-Thomasdorf ! 
Drehberg, Schwarze Grabenlehne, Brünnlhaide, Keilig, Kl. und 
Gr. Seeberg, Schweizerei, Peterstein, Gr. Kessel, Heiligenhübl, 
am See beim Franzens-Jagdhaus. 

Sedera helix L. Sehr zerstreut. Bystritz, Zubstein, Hansdorf. 

Cornus mas L. Mähr.-Budwitz. 

Bibes grossularia L. In Wäldern eingebürgert. Wald beim Spaleny 
mlyn nächst Pernstein und an anderen Stellen im Thale des 
Nedwieditzer Baches. 

Saccifraga Aizoon Jcq. Maiberg (1883 in zwei Exemplaren) in Win- 
kelsdorf mehrere Exemplare vom Ameisenhügel erworben, und 
nach einer Mittheilimg meines Führers auch auf der Nesselkoppe 
bei Gräfenberg. 

Chrysospleniwn alternifolhon L. Verbreitet in der Teltscher Gegend, 
Neustadtl, Bratranowskä bei Lhotka, Frischau, nicht selten auf 
der ^äkowä hora und den benachbarten Bergen, Saar, Cerny les 
bei Schloss Saar. 

Rhodiola rosea L. Gr. Kessel (Gr. Fl.)! Saukamm (mitgetheilt). 

Sedum alpestre ViJl. Fuhrmannstein, Uhustein, Kl. und Gr. Seeberg, 
Leiterberg, Schlössel. 

— holoniense Lnis. Zwollenowitz, Strachonowitz, Hansdorf. 

— riipestre L. Cernitz, Datschitz, häufig auf den Niwy bei Stritesch, 
Thal des Nedwieditzer Baches. 

Sempervivum tectorum L. Pikaretz, Radienitz. 

— soholiferum Sims. Cernitz, Teltsch, Stamberg bei Kl. Lhotta. 
Pirus Aucuparia Gärtn. Mährisch-Budwitz, Teltsch, Unter-Dworce, 

Gross-Meseritsch, Bystritz. Var. alpestris Wimm. Neuhausberg, 
Dürre und Schwarze Koppe; Glatzer Schneeberg (Fick)! Fuhr- 
mannstein, Köpernik, Keilig, Gr. und Kl. Seeberg, Altvater etc. 

Rosa alpina L. Bystritz, Altstadt, Kratzdorf, Heinzendorf, Stuben- 
seifen, Schwarzberg, Goldenstein, Dreistein, Freiwaldau, Thomas- 
dorf, Uhustein, bei der Vaterbaude, Oberes Teesthal. 

Agrimonia eupatoria L. Mähr.-Budwitz, Teltsch, Strachonowitz, Gr.- 
Mesefitsch, Neustadtl, Saar, Goldenstein. 

Sangiiisorba officincdis L. Sehr verbreitet im b. G. 

Alchemilla vulgaris L. a. pilosa Neilr. Celak. Prodr. Fl. Bob. p. 622. 
Verbreitet im g. b. G. b. subseridea Gaud. 1. c. Neureisch, Bo- 
rownä. Kl. Deic, Stritesch, Ufinau, Bystritz, Neu-lngrowitz, 
Lindewiese, c. glabra D C. 1. c. Wien, Neustadtl, beim Schlägel- 
brünnl, bei der Kaiserbaude, Schwarze Grabenlehne, Stechpläne, 
Leiterberg, unter der Schweizerei, Altvater, Peterstein, Gr. Kessel, 
Hohe Haide, Eeutenhau. 

— ai-vensis Scop. Borownä, Neustadtl, Frischau, Kratzdorf. 

Geiim rivale L. Teltsch, Langer Wald bei Neustadtl, Frischau, Sklene, 
Heraletz, Saar, Ingrowitz, Neu-lngrowitz, Lindewiese, Freiwaldau, 
Adelsdorf bei der Biela, Thomasdorf, Schwarze Grabenlehne, 



28 

Schweizerei, Oppa unter der Schäferei, Franzens-Jagdhaus, Oberes 
Teesthal, Winkelsdorf. 
Potentilla toi^nentilla Schrank. Gemein im b. G. bis zu den höchsten 
Kämmen. Glatzer Schneeberg, Köpernik, Fuhrmannstein und von 
da bis zum Franzens-Jagdhaus. 

— aurea L. Dürre Koppe, Neuhausberg, Schwarze Koppe; Glatzer 
Schneeberg (Celakovsky)! Köpernik, Fuhrmannstein, Brünnl- 
haide, Kl. und Gr. Seeberg, Leiterberg, Altvater, Oppa unter 
der Schäferei, Peterstein, Hohe Haide, Gr. Kessel, Heiligenhübl, 
Schlössel. 

— Nestleriana Tratt. Teltsch, Krahultschy, Bystritz, Saar, Ingro- 
witz, Neu-Iugrowitz. 

• — opaca L. Verbreitet im b. G. 

— verna L. Teltsch, Jaworice, Gr.-Meseritsch, Bystritz, Zwole etc. 

— cinerea Chaix. Teltsch, Gross -Meseritsch, Petrowitz, Wosowä. 
Mostistie, Bystritz, Saar, Ingrowitz. 

— inclinata Koch. Gr. Meseritsch, Wosowä, Petrowitz, Pikaretz, 
Morawetz, Thal des Nedwieditzer Baches, Bystritz und noch 
bei Altstadt! 

Comarum palustre L, Massenhaft bei Neustadtl: bei den Teichen 
Kfiwka, Trnka, bei den Kubowske und Dworske rybniky, Saar, 
Schloss Saar, zerstreut bei Ingrowitz und Neu-Ingrowitz. 

Fragaria vesca L. Noch beim ühustein circa 1170 M. 

— elatior Ehrh. Noch am Jokelberge bei Goldenstein. 

Rubus idaeus L. Verbreitet im g. b. G. Häufig auf der Jaworice, 
massenhaft am Zubstein und noch am Gr. Seeberge und Alt- 
vater. 

— hirtus W. Kit. Kosiöky, Panske niwy bei Teltsch, Krahultschy, 
Hradisko, Jaworice, Wolschy, Kl. Lhotta, Bystritz, Zubstein, 
Chudobin, Holotin, Neustadtl (Ochoza, Michowä etc.), Wlacho- 
witz, Sklene, Bratranowskä bei Lhotka, Rokytnä, Marschowitz, 
Frischau. Nad Havlickovymi nächst Kadau, Pohledetz, Cerny 
les bei Schloss Saar, kleiner Wald und Wald bei den Kalk- 
brüchen nächst Saar, Neu-Ingrowitz, Jaworek, Altstadt, Kratz- 
dorf, Stubenseifen, Schwab, Stipenauer Berg, Schwarze Jagd, 
Goldenstein, Dreistein, Schlägelwald, Lindewiese, Freiwaldau und 
von da bis Thomasdorf und noch auf der Schwarzen Grabeu- 
lehne unter dem Drehberge, Ob. Teesthal, Winkelsdorf, Hirsch- 
felsen bei Keutenhau, Wiesenberg. 

— caesius L. Gemein im b. G. 

— corylifolius Smith, a. dumetorum Celak. Prodr. p. 643. Hieher 
dürften die Formen folgender Standorte gezogen werden: Ro- 
sicky, Teltsch, Gross- Meseritsch, Bystritz, Zwole, Neustadtl, 
Saar, Ingrowitz, Hansdorf, Freiwaldau, Reutenhau. b. süvaticus 
Celak. 1. c. Stfitesch, Thal des Nedwieditzer Baches, Bernstein. 

— tomentosus Borkh. Rasnä und Wald beim Teiche Gr.-Parezity 
nächst Rasnä, Wald beim Thiergarten nächst Stfitesch, Thal 
des Nedwieditzer Baches. 



29 

Spiraea Arnncns L. Altstadt, Kratzdorf, Stubenseifen, Freiwaldau; 
Gräfenberg (Zelenka), Oberes Teesthal (bei der Vaterbaude etc.), 
Winkelsdorf, Eeutenhau. 

— ulmaria L. a. denudata Presl. Gemein im b, G. b. discolor Gel. 
Sehr zerstreut. Chudobin, Neustadtl, Altstadt, Brünnlhaide, Gr. 
Seeberg, unter der Schweizerei, Gr. Kessel, Oberes Teesthal 
(Vaterbaude etc.). 

— ßlipendula L. Teltsch, Kl. Lhotta, Hradisko, Bystfitz. 

Sarothamnus vidgaris Wimm. Eora bei Mähr.-Budwitz, Neureisch, 
Teltsch, Gut-Wasser, Gross-Mesei-itsch, Mostistie, Wien, Ober- 
und Unter-Bory, Saar, Cerny les bei Schloss Saar, Mielkowitz, 
Neu-Ingrowitz, Thiergarten bei Borowuitz. 

Cytisus capitatus Jcq. Mähr.-Budwitz. Selten in dem übrigen Theile 
des b. G. 

Genista tinctoria L. Gemein im b. G. 

— germanica L. Saar, Mielkowitz. 

Ononis spinosa Lern. Thal des Nedwieditzer Baches, Pernstein. 
Trifolium aureum Pollich. Gemein im b. G. 

— spadiceiim L. Kosicky und Hradisko (Krejc)^, Kl. Lhotta, Bo- 
rownä, W^olschy, Swietla, Radienitz, Bysti-itz, Zdänitz, Wiechnow, 
Pietschny, häufig bei Neustadtl (Ochoza, Kl.-Michowä, Trnka- 
Teich und Dworske rybniky etc.), Rokytnä, Frischau, Kadau, 
Pohledetz, häufig bei Saar (Wiesen und beim Bache Stawistie 
etc.), Schloss Saar, Schlaghammer, Neudeck, Frendl, Radomin, 
Mielkowitz, Ingrowitz, Neu-Ingrowitz, Jawürek, Borownitz. 

— hyhndum L. Teltsch, Gross-Mesefitsch, Wiesen bei der Anna- 
hütte im Thale des Nedwieditzer Baches, Bystfitz, Neustadtl, 
Saar, Ingrowitz. 

— repens L. Gemein im b. G. 

— montanum L. Mährisch-Budwitz, Zwollenowitz, Teltsch, Rosicki, 
Gr.-Deic, Krahultschy, Borownä, Gross-Wanau, Hostietitz, Kl.- 
Deic, Datschitz, Gr.-Mesefitsch, Baiin, Ufinau, Mostistie, Niwy 
bei Stfitesch, Bystfitz, Saar, Hansdorf. 

— fragiferum L. Saar. 

■ — incarnatum L. Teltsch, Gross-Mesefitsch, Baiin, Saar. 

— alpestre L. Mähr.-Budwitz, Neureisch, Zwollenowitz, Borownä, 
Gross-Mesefitsch, Kfenicka bei Baiin, Bystfitz, Saar. 

— medium L. Teltsch, Krahultschy, Wolschy, Strachonowitz, Gr.- 
Mesefitsch. Baiin, Ufinau, Bystfitz, Saar, Dreistein, bei den 
Ochsenwiesen, Thomasdorf, Holzschlag unter dem Drehberg. 

Anthyllis vulneraria L. Mielkowitz, Saar, Ingrowitz, Borownitz, Tho- 
masdorf. 

Astragalm glyeyphyllu^ L. Wald bei Rosicky, Gross-Deic, ünter- 
Dworce, Panske niwy bei Teltsch, Hügel Kameny bei Strana, 
Gr.-Mesefitsch, Balin, Ufinau, Petrowitz, Wald „na niwäch" bei 
Wosowä, Mostistie, Wald bei der Annahütte, Wesnawald, häufig 
im Thals des Nedwieditzer Baches (beim Spalen^ mlyn etc.), 



30 

Bischowetz, Bystritz, Zubstein, Chudobiu, Saar (Walcl bei den 
Kalkbrüdien etc.), Ingrowitz, Blauda, Hansdorf. 
Vicia sativa L, Gremein im b. G. Var. angustifoUa Roth. Teltsch, 

Swietla, Neiistadtl, Wlachowitz, Saar, Neudeck. 
' — pisiformis L, Mähr.-Budwitz, Neureiscb, Teltsch, Gross-Mese- 
ritsch, Saar, lugrowitz. 

— tenuifolia Eoth. Mäbr.-Biidwitz, Neureisch, ZwoUenowitz, Teltsch, 
Pernstein, Bystritz, Saar. 

— cracca L. Gemein und noch bei der Kaiserbaude. 

— villosa Roth. Mähr.-Budwitz, Scheletau, Datschitz. 

— hirsuta Koch. Verbreitet auch noch bei Hausdorf. 

— tetrasperma Mönch. Teltsch, Bystritz, Saar, Ingrowitz. 
Lathyrus silvestris L. Neureisch, ZwoUenowitz, ßosicky, Teltsch 

(Panske niwy etc.). Unter- Dworce, in Gebüschen bei Orechau, 
Gross-Mesei-itsch, IBalin, Thal des Nedwieditzer Baches (so Spa- 
leny mlyn etc.), Pernstein, Bystritz und noch am Dreistein im 
Aufstieg zum Fuhrmannstein. 

— pratensis L. Gemein und noch bei Altstadt. 

■ — vermis Beruh. Teltsch (Panske niwy etc.), Unter-Uworce, Ur- 
banau, Gross-Meseritsch^ Wald beim Thiergarteu nächst Sti-i- 
tesch, Bystritz, Saar, Cerny les bei Schloss Saar, Ingrowitz, 
Neu-Ingrowitz, Hansdorf. 



Flora des Etna. 

Von Prof. P. Gabriel Strobl. 

(Fortsetzung.) 

1151. Euphorbia dendroides L. *ßaf. II, *Tratt. Scud., *Philippi, 
Guss. Syn. et Herb.! Tod. Fl. sie. exs. Nr. 324!, Rchb. D. Fl. 4772! 
Strauchig, sehr hoch, dichotom reichästig, ganz kahl. Blätter ge- 
drängt, lang linearlanzettlich, freudiggrün, im Alter purpurroth, ganz- 
randig, stumpf mit winziger, knopfförmiger Stachelspitze. Dolde drei- 
bis vielstrahlig, Strahlen zweispaltig-, Hüllblätter von der Form der 
Stengelblätter und von der Länge der Strahlen; Hüllchenblätter ei- 
förmig nierenförmig oder fast halbkreisförmig, quer breiter, ausge- 
raudet, gelb. Drüsen queroval, nicht oder kaum ausgerandet. Kap- 
seln kahl, fein granulirt, Samen glatt. Variirt a. gemdna: Hülle 
und Strahlen gleichlang; ß. involucrata mihi. Blätter dimkelgrün, 
Hülle und Hüllchen grün, Hülle länger, als die Dolde, Hüllchen 
länger als breit. Auf Felsen und Lavaströmen der Tiefregion bis 
1500' sehr häufig, z. B. um Catania, Ognina, Acicastello (!, Herb. 
Eeyer!), überhaupt längs der ganzen Ostküste; auch noch um Pa- 
ternö (Herb. Torn.!). November — April. ^. 



31 

1152. Euph. coraUioides L. Sp. pl. 659 („Sicilien"), Giiss. *Syu. 
et *Herb.!, *Parl. Fl. it., Rchb. D. Fl. 4768! Ziemlich zottig-rauh- 
haarig, aufrecht, häufig hochgewachsen; Blätter und Hüllen lanzett- 
lich, kleingesägt, fast ganzrandig, meist rothgerandet; Hüllchen ei- 
förmig; Dolde fünfstrahlig , Strahlen dreispaltig, Aeste zweispaltig, 
alle Strahlen verlängert. Drüsen queroval, ganzrandig. Kapseln gross, 
kleingekörnelt, fast glatt; Samen gross, lederbraun iu's lehmgelbe 
mit rothgelben, erhabenen Querlinien und Streifen. Variirt: a. gla~ 
hrata Bert. Cesati Comp. Kapseln ziemlich kahl, Pflanze niedriger. 
ß. lanuginosa (Lam. dict. als Art) Kapseln lang abstehend rauhhaarig, 
Pflanze sehr hoch, Blätter gross, Doldenstrahlen sehr verlängert. — 
Bisher wurde nur var. ß. in feuchten, schattigen Berghaiuen des 
Etna bei Milo (Guss. Syn. et Herb.!. Pari. Fl. it.) und Kandazzo 
(Todaro in Pari. Fl. it.) gefunden. Mai, Juni. %. 

1153. JEuph. Paralias L. *Raf. I, *Brunner. An sandigen 
Meerufern um ganz Sicilien nach Guss.: im Gebiete bisher nur von 
Raf. und „zwischen Scaletta und Giarre" von Brunner angegeben. 
Juni, Juli. 4. 

Euph. Pinea L., noch bei Syracus von mir gesammelt, scheint 
an dem Küstensaume des Etna gänzlich zu fehlen. 

1154. Euph. helioscopia L. Variirt in Sicilien: «. viridicarpa 
(Kapseln ganz grün), ß. purpureocarpa m. (Kapseln auf einer Seite 
purpurroth), y. humilior Guss. Syn. (Kapseln und Basis der Hüll- 
chen purpurroth). An wüsten und cultivirten Stellen der Tiefregion 
bis 2200' höchst gemein: Um Catania überall (!, Herb. Torn.!, Herb. 
Eeyer!), von da nach Nicolosi, längs der ganzen Ostküste, in der 
Ebene des Simeto, um Paternö, Bronte etc.! var. ß. nicht selten am 
Simeto!, y. noch ausständig. December — Mai. O- 

NB. Die habituell höchst ähnliche, aber durch nicht aufsprin- 
gende, innerhalb des Kelches sitzende Kapseln etc. gut verschiedene 
akenocarpa Guss. Cat. 1821 liegt noch aus Giardini im Herb. Guss. 
auf, dürfte daher auch im Gebiete vorkommen. 

1155. Euph. pubescens Vahl. Dsf. Fl. atl., Guss. Syn. et *Herb.!, 
Eeichb. D. Fl. 4769!, palustris *Cat. Cosent.? pilosa Bert. Fl. it. 
p. p., non L. Zottig, hoch, trübgrün; Blätter eiförmig länglich, 
kleingesägt; Dolde fünf-, dann drei-, endlich zweistrahlig; Hüllchen 
eiförmig; Kapseln spitzhöckerig, ausserdem noch zottig; Drüsen kurz 
queroval. Die Pflanze Siciliens ist weitaus nicht so dicht zottig- 
flaumig, wie die Normalform Spanien's und Algier's, daher fast zur 
var. suhglahra Gren. Godr. „mit ziemlich kahlen Kapseln und Blät- 
tern" gehörig. An Bächen und feuchten Stellen in der Ebene des 
Simeto (Cat. Cosent., Cosent. in Herb. Guss.!). Blüht fast das 
ganze Jahr. 2|.. 

1156. Euph. platyphylla L. *Guss. Prodr., *Parl. Fl. it., stricta 
L. *Guss. Syn. et *Herb.! An feuchten Orten nahe dem Meere um 
Catania (Guss., Pari. 1. c.!). Mai, Juni. O- 



S2 

1157. EfupTi. Orientalis L, S. Sm. *Kaf. II, ceratocarpa Ten. 
Giiss. Sjn. et Herb.!, Pari. Fl. it., palustris *Briinner es loco, non 
L. Stengel zu mehreren, 6 — 12 dm. hoch, an der Basis holzig, 
nebst den lanzettlichen, ganzrandigen, seegrünen, ca. 6 cm. langen, 
1 cm. breiten Blättern ganz kahl. Dolde 5-, dann 3 — 4-, endlich 
2-strahlig, ausserdem meist noch zahlreiche, blattwinkelständige 
Einzelnäste. Hüllblätter elliptisch-lanzettlich, Hüllchenblätter breit 
elliptisch, stachel spitzig, beide zur Blüthezeit gelb. Drüsen queroval, 
wachsgelb ins Grüne, etwas concav; Kapseln kahl, lang warzig, meist 
mehrere Warzen zu einer mehrspitzigen vereinigt; Samen kugelig 
oval, glatt, braun ins Blaugraue. Längs der Flussläufe, an Zäunen, 
buschigen, feuchten Abhängen bis 2000' sehr gemein: Längs der 
ganzen Ostküste bis Catania überall, von da nach Nicolosi, nach 
Misterbianco, in der Ebene des Simeto, um Pateruö, Adernö, Bronte 
etc.! Mai — August. ^. 

1158. Euph. amygdaloides L. Guss. Syn. et Herb.!, Pari. Fl. 
ital. Die Pflanze Siciliens stimmt aufs genaueste mit Exemplaren 
Neapels und Deutschlands, gleich ihnen leicht erkennbar an den 
sehr vergrösserten, eine Bosette bildenden mittleren Steugelblättern, 
den kreisförmig verwachsenen Hüllchen und lang halbmondförmigen 
Drüsen. Sylvatica L. unterscheidet sich davon nach L. leicht durch 
lanzettliche Blätter und Tracht der Characias L., deren Varietät 
sie vielleicht nach L. ist; sylvatica Guss. Prodr., Syn. et Herb.!, 
Presl Fl. sie. hingegen ist nur eine Schattenvarietät der amygd. 
mit mehr rasigem Wüchse, bleicherer Färbung, dickeren und mehr 
genäherten Enden der Drüsen. An Zäunen und Waldstellen bis 4000' 
nicht selten (!, Herb. Tornab.!, hier sogar als gemein angegeben). 
Februar — Mai. 2|.. 

1159. Euph. Characias L. *Philippi, *Brunner, Guss., Parlat. 
1. c, eriocarpa Bert. Fl. it. Habituell ähnlich der vorigen; aber der 
Stengel kräftig, die Blätter lanzettlich-spatelig, gauzrandig, lederig, 
meist bleichgrün und herabgebogen, beiderseits odei- doch unterseits 
kurz flaumigzottig, die mittleren nur wenig grösser; Dolde viel- 
strahlig, Strahlen dichotom; Hülle vielblättrig mit eiförmigen Blät- 
tern; Hüllchen verwachsen, gelbgrün, kreisförmig abgerundet, kürzer 
als die Strahlen; Drüsen queroval, breit und seicht ausgei'audet, 
schwarzpurpurn; Kapsel dicht zottigwollhaarig, Samen eiförmig, glatt, 
grau bereift. Die Pflanze Siciliens ist jedenfalls die Linne's, obwohl 
Bert, sie und die italienische Pflanze als eriocarpa Bert, durch ge- 
zähnelte Drüsen, frühere Blüthezeit und fast doppelt so grosse, zot- 
tige Kapseln davon unterscheiden will; denn die Drüsen sind eben- 
falls meist ganzrandig, die Kapseln weder grösser, noch zottiger, 
als an meinen Exemplaren aus Frankreich, dem Originalstandorte 
Linne's. E. veneta W. Rchb. D. Fl. 4800 b.! = Wulfenii Hoppe 
unterscheidet sich davon durch gelbgrüne, getrocknet olivenbraune, 
tiefer ausgerandete Drüsen, grössere Kapseln mit grau bereiften Sa- 



33 

men, grössere, tiefer trichterförmige Hüllchen, länger strahlige Dolde, 
meist auch durch breitere Blätter; ich sammelte sie häufig im Quar- 
nero. E. melapetala Gasp. steht der veneta, deren Hüllblättchen und 
verlängerte Strahlen sie besitzt, äusserst nahe, weicht aber ab durch 
kahle oder fast kahle, glänzende, dunkelgrüne Blätter, noch grössere 
(bis 15 Cm. hohe) Trichter, nicht halbmondförmige, sondern ganz- 
randige, querlängiiche, schwärzliche Drüsen, kürzer und spärlicher 
flaumigzottige Kapseln; von Characias ist sie leicht unterscheidbar 
durch die grossen Hüllchen, die Form der Drüsen, die in der Ju- 
gend gelben, im Alter braungelben Samen etc. — An Zäunen, auf 
Lavaströmen, buschigen und waldigen Abhängen, besonders zwischen 
Adlerfarren sehr gemein: Zwischen Scaletta und Griarre (Brunn er), 
um Catania (!, Herb. Eeyer!), von da über Nicolosi bis hoch in die 
Waldregion überall, ebenso von Paternö nach Mcolosi, um Mister- 
bianco, Adernö, Bronte etc.! höchster Standort nach Philipp i: Por- 
tella di Zaffarana (2972'). Februar— April. ^ . 

1160. Euph. melapetala Gasp. ind. sem. 1830. Guss., Pari. 
1. c. Variirt mit kahlen und flaumhaarigen Blättern, mit zottigen 
und kahlen Kapseln, An Zäunen, steinig-buschigen imd waldigen 
Abhängen der Nebroden sehr gemein; ich notirte sie auch am Etna: 
Mascalucia, von Torregrifo bis in die Waldregion oberhalb Nicolosi 
zerstreut, häufiger von Pedara nach Milo (3000'). Jänner — März. ^ . 

1161. Euph. biglandulosa Dsf. Guss. *Prodr., *Syn. et Herb.!, 
*Parl. Fl. it., Tod. Fl. sie. exsicc. Nr. 219! Aeusserst ähnlich der 
Myrsinites L., aber bei myrs. sind die Stengel niedrig, niederliegend, 
die Blätter verkehrt eiförmig-keilig, stumpf mit kleiner Stachelspitze, 
HüUe und Hüllchen grün, Kapsel eiförmig dreikantig, Samen ei- 
förmig, aschgrau, tief grubig-runzelig. Bei higland. sind die Stengel 
hoch, ziemlich aufrecht, die Blätter lanzettlich oder länglich, all- 
mälig verschmälert mit langer Stachelspitze, Hülle und Hüllchen 
gelb, Kapsel cylindrisch- eiförmig, dreikantig, Samen prismatisch, 
vierkantig, ganz glatt. Myrs. findet sich nur in der Hochregion der 
Nebroden, obwohl Kaf. sie auch aus der Waldregion des Etna an- 
führt. Auf Lavaströmen, sterilen und steinig - grasigen Abhängen 
(1500 — 2500') stellenweise: Aeusserst gemein in den Lavafeldern 
zwischen Adernö und Bronte, sowie auf Lehmhügeln zwischen Bronte 
und Maletto! auch Guss. und Pari. 1. c. führen sie von Bronte, 
ausserdem noch von Linguagrossa und Nicolosi an. Febr. — April. ^ . 

NB. Euph. Lathyris L., nach Fl. med. um Catania, fehlt in 
Sicilien. 

1162. Mercurialis annua L. Spec. plant., Presl Fl. sie, Rchb. 
D. Fl. 4801 (Normalform!); ciliata Presl del präg, und Fl. sie. 
unterscheidet sich nach dem Autor von annua durch niedrigen, 
meist einfachen Stengel, am Rande stumpf gesägte, gewimperte 
Blätter, — die obersten herzeiförmig, zugespitzt, — lineare männ- 
liche Aehren von mehr als Blattlänge. Meine sicil. Exemplare jedoch 
lassen sich von der Normalform Mitteleuropa's nur durch eiförmig- 
lanzettliche, fast zugespitzte Blätter unterscheiden und bilden somit 

Oeaterr. botan. Zeitschrift. 1. Heft 1886. 3 



34 

nur eine schmalblättrige Varietät (var, angiistifolia m.), wie sie auch 
in Spanien. Frankreich etc. mitunter vorkommt. Huetn Hanry, Müller 
unterscheidet sich davon durch kürzer gestielte, noch bedeutend kleinere, 
kable, fast ganzrandige Blätter und fast kable Kapseln ; die Pflanze Si- 
ciliens steht zwischen annua (Typus) und Huetn so ziemlich in der 
Mitte und nähert sich habituell bald der einen, bald der anderen. — 
An cultivirten und wüsten Stellen, besonders in Gemüsegärten und 
längs der Strassen der Tiefregiou bis 2000' sehr häufig: Caltabiano 
(Guss. Syn. et Herb.!), überall um Catania, Ognina, Acicastello 
(!, Herb. Torn. !, Herb. Keyer!), Ton-egrifo, Nicolosi! Blüht fast das 
ganze Jahr. Q. 

NB. M. officinalis und ocymoides *Cat. Cosent. sind mir gänz- 
lich imbekannte Xamen. 

1163. Grozophora tinctoria (L.) Juss. Cvoton tinctorium L. 
*Raf. I, *Cat. Cosent., *Pbilippi, Guss. Syn. et *Herb.! Auf lehmi- 
gen Fluren und Stoppelfeldern, auch in Weingärten und an wüsten 
Stellen der Tiefregiou gemein, selten in der Waldregion: Catania 
(Cosent. in Herb. Guss.!), Acquicella bei Catania (Herb. Tornab.!), 
überall in der Ebene des Simeto, um Gravina, Bronte! Nach Phi- 
lipp! wurde es von Gemellaro sogar noch neben der Grotta delle 
capre bei 5090' beobachtet. Juni — Sept. O- 

Cr. verbasclfoUa (W.) Juss.. ebenfalls eine Bewohnerin des 
Mediterrangebietes, ausgezeicbnet durch den dichten gelblichweisseu 
Filzüberzug der ganzen Pflanze, breitere, fast herzförmige Blätter, 
silberschuppige, glatte oder kaum höckerige Kapseln, wurde in 
Sicilien noch nicht gefimden. 

(Fortsetzung folgt.) 



Literaturberichte. 

Moeller Josef, Mikroskopie der Xalirungs- und Geunssaiittel ans dem 
Pflanzenreiclie. Mit 308 in den Text gedruckten Original-Holzschnitten. 
Berlin. Verlag von Julius Springer 1886. VI und 304 Seiten. 

Der Inhalt dieses "Werkes bringt weit mehr, als der Titel ver- 
spricht, von den meisten in demselben behandelten Objecten sind 
nebst den mikroskopischen Verhältnissen auch der gröbere Bau, die 
Art der Gewinnung und Zubereitung, die Heimat, Abstammung und 
Sortirung angegeben. Die Waaren sind nach ibrer morphologischen 
Zusammengehörigkeit geordnet, eine Einleitung bespricht die Eeagen- 
tien, die Präparation und sonstige mikroskopisch-technische Behand- 
lungsweisen. Die mikroskopische Bearbeitung umfasst nicht nur die 
echten Waaren wie Thee, Tabak, Cerealien, Gewürze, sondern auch 
mit derselben Ausführlichkeit und Gründlichkeit die zur Verfälschung 
verwendeten Pflanzenkörper und die gediegene Darstellung, die 



35 

prägnante Beschreibung und die geradezu vorzüglichen, selbst feine 
Details bringenden Abbildungen machen das Werk zu einer hervor- 
ragenden Erscheinung der Literatur' über Nahrungsmittel. 

Verfasser hat zahlreiche neue Beobachtungen gemacht, ältere 
ergänzt und berichtigt die Eesultate seiner Untersuchungen mit denen 
in Vergleich gezogen, die er in der Literatur gefunden, er hat ins- 
besonders jene Methoden zu hoher Durchbildung gebracht, die den 
nach ihm Untersuchenden befähigen, ein Handelsobject in Pulverform 
gut und sicher zu determiniren, kurz er hat eine Arbeit geliefert, der 
sowohl in der Xahrimgsmittellehre als auch in der Literatur über 
Pflanzenanatomie ein hervorragender Platz gebührt. ^) Ob aber M o eil e r 
überall mit der einem Forscher nöthigen Objectivität seine Materie 
behandelt hat, vermag Ref. nicht zu entscheiden und das um so 
weniger, als viele der verbessernden und rügenden Ausfälle Moeller's 
sich gegen ihn selbst (Kef.) richten. Dr. T. F. Hanau sek. 

Bilder-Atlas des Pflanzeureiches von Professor Dr. Moritz Willkomm 
in Prag. Lieferung VI — IX (Schluss) ä IMk. I'.dO. Verlag von J. F. 
Schreiber in Esslingen 1884. gr. 4*. Vollständig in feinem Prachtband 
gebunden Mk. 16. 

Die erschienenen Lieferungen enthalten in gedrängter Kürze 
die Vertreter folgender Ordnungen: Solauaceae, Gentianaceae, Apo- 
cyuaceae, Aselepiadeae, Oleaceae, Utricularieae. Plumbagineae, Primula- 
ceae. Corneae. Araliaceae, Umbelliferae, Saxifragaceae. Droseraceae, 
Ribesiaceae, Crassulaceae, Onagraceae, Ljthraceae, Myrtaceae. Philadel- 
pheae, G-ranateae, Amygdalaceae, Spiraeaceae, Pomaceae, Eosaceae, 
Sanguisorbeae. Papilionaceae. Mimosaceae, Caesalpiniaceae. Terebintha- 
ceae, Staphylaeaceae. Ehamnaceae, Celastraceae. Ilicineae. Ampelideae, 
Acerineae, Poligalaceae . Eutaceae, Simarubaceae, Euphorbiaceae. 
Buxeae, Empetreae, Callitrichineae, Balsamineae, Oxalideae, Gera- 
niaceae, Malvaceae, Aurantiaceae, Hypericaceae. Lineae, Tamarisci- 
neae, Terustroemiaceae, Silineae. Alsineae. Passifloraceae, Bixaceae, 
Cistineae, Violaceae, Eesedaceae, Cruciferae, Papaveraceae. Capparideae, 
Fumariaceae, Nymphaeaceae. Berberideae und Eanunculaceae; ferner 
Vorwort, dann eine Erklärung botanischer Kunstausdrücke und 
Register der deutschen und lateinischen Pflauzeunamen. Nun liegt 
dieses botanische Prachtwerk mit über 600 Abbildungen auf 68 fein 
colorirten Tafeln und VLIL. 88 Seiten Text vollständig vor uns. 
Die kurze aber klare Beschreibimg. die aus der bewährten Feder 
Willkomm's fliesst. bringt das Xothwendigste über jede einzelne 
Pflanze und gibt Aufschluss über deren Vorkommen, Standort und 
Blüthezeit. Der Pflanzen-Atlas eignet sich vorzüglich zur Anschaflung 
für Haus- und Schul -Bibliotheken und namentlich wird derselbe 
dazu beitragen, bei der heranwachsenden Jugend Sinn und Freude 
für die Naturkunde zu erwecken und zu beleben. Der Verlagshandlung 
gebührt für die elegante Ausstattung vollstes Lob. J. 



') Ein ausführliches Pi.eferat bringt Uhlworm's botau. Centralbl. H. 



36 

Ein uenes botanisches Lehrmittel veröffentlicht Prof. P. A. Saccardo 

unter dem Titel: „Formole Fitugrafiche delle Piante Medicinali distribuite 
agli Allievi di Botanica nella K. Universitä di Padova". 

Es ist dies nämlich eine Tabelle, auf welcher die Diagnosen 
von 162 Arzneipflanzen, die den Hörern der Botanik an der Univer- 
sität in Padua zum Studium übergeben werden, mittelst von Prof. 
Saccardo gewählter conventioneller Zeichen angegeben sind. Die 
einzelnen Bezeichnungen sind entweder Initialien (z. B. K. Kelch, 
C, Corolle, A. Androceum, P. Perianthium) oder Ziffern (arab. für 
die Zahl der Theile eines Organs, römisch für die Monate der 
Blüthezeit), oder aber Chiffern, nach Art jener, wie sie z. B. zur 
Bezeichnung von ein- oder zweijährigen oder perennirenden Gewäch- 
sen und zur Andeutung der Sexualität eines Pflanzenindividuums in 
der Botanik gang und gäbe sind. Nach dieser stenographischen Me- 
thode ist unter anderen die Diagnose von Iris ßorentina auf einer 
einzigen Zeile ausgedrückt, wobei keines der wesentlichsten Merk- 
male weggelassen ist. Dass hiedurch sehr viel Raum, und — wenn 
man den zugehörigen Schlüssel vollkommen inne hat — Zeit er- 
spart wird, ist unverkennbar. M. Pfihoda. 



Correspondenz. 

Lemberg, am 4. December 1885. 
Dem Herbar des Herrn J. Buschak entnehme ich folgende 
interessante Daten aus der Flora von Czortköw (Südostgalizien), 
nämlich : Aconitutn Anthora forma floribus coeruleis, Adonis vernalis, 
Aster Amellus, Anchusa Barrelieri, Cotoneaster orientalis A. Kern., 
Cephalanthera ensifolia, Dictamnus Fraxinella, Diantkits pseudobar- 
batus Bess., JEchinops sphaerocephalus, Echium rubrum, Helleborus 
purpurascens, Inida ensifolia, I. Helenium (wildwachsend), Linum 
flavum, Linosyris vulgaris, Omphalodes scorpioides, Ononis hircina, 
Potentilla supina, Phlornis ticberosa, Phyteuma canescens, Prunus 
Chamaecerasus, Pulmonaria moUissitna, Senecio erucaefolius, Silene 
chlorantha, Veronica prostrata und multifida; endlich Carlina acau- 
lis f. caulescens von Ulaszkowce. Br. Blocki. 

Brunn, am 6. December 1885. 
Im Anschlüsse an die Correspondenzen vom 6. Juni 1885 dieser 
Zeitschr. p. 256 und vom 6. Sept. v. J. d. Z. p. 369 theile ich aus 
der Tiscbnowitzer Gegend noch folgende Standorte bemerkenswerther 
Arten mit: Ich fand bei Tischnowitz: Polygonatum multiflorum, Iris 
variegata, I. sibirica, Euphorbia amygdaloides, Polygonum fagopy- 
rum, Phyteuma spicatum,, Solanum dulcamara, Melittis melissophyl- 
lumrb (Cepicka-Wald bei Vorkloster etc.), Reseda lutea, Impatiens noli 



37 

längere, Agrimonia eupatoria. — Bei Stiepauowitz nächst Tischno- 
witz: Triglochin palustris, Polygonum amphibium, Cerinthe minor, 
Symphytum tuberosum, Veronica prostrata. — Drasow bei Tischno- 
witz: Colchicum autumnale, Orchis latifolia, Euphorbia eocigua, E. 
virgata, Serratula tinctoria L. f. integrifolia, Cerinthe minor, Non- 
nea pulla, Anchusa officinalis, Salvia pratensis, Melittis melissophyl- 
lum, Stachys annua. Dr. Formänek. 

Budapest, am 12. December 1885. 
Bezüglich der Novität der Fl. von Oesterreich-Ungarn {Alisma 
arcuatum) erlaube ich mir zu bemerken, dass ich dieses bei Monor 
im Jahre 1877 sammelte und auch in „Term. tud. Köszlöny" 1877, 
p. 435—436 erwähnte (Cnfr. Bot. Jahresb. 1878, p. 789). Ich habe 
dort erwähnt, dass man mehr französische Exemplare vergleichen 
müsste, um zu begründen, ob die kurzen Griffel ein specifisches 
Merkmal sind, oder ob es ein Dimorphismus der Blüthe ist. Auch 
habe ich dort hervorgehoben, dass die kurzen Griffel meines A. ar- 
cuatum mit jenem des A. graminifolium Ehrh., welches ich auf der 
Csepelinsel sammelte, übereinstimmen, und dass A. arcuatum nur 
eine Landform des A. graminifolium sei. Die Blätter meiner Exem- 
plare sind lineallanzettlich, der Griffel ist kürzer als das Ovarium, 
und die Früchte besitzen am Kücken zwei Furchen. Die Tracht ist 
niedrig. Wie haben aber eine Form, die dem A. Plantago näher 
kommt, die ich für A. lanceolatum Witb. genommen habe. — Dass 
die Erechthites hieracifolia L. {Senecio Vukotinovicii Schi., S. son- 
choicles Vuk.) nicht eine europäische Pflanze ist, habe ich in ,,Tana- 
regyl. Közlöny" 1883 ausdrücklich behauptet, da die Pflanze in Eu- 
ropa keine Verwandte hat. Bei Gyepü-Füzes habe ich sie auf Ser- 
pentinschutt gefunden. Sie dürfte aus dem Grazer botan. Garten 
verbreitet worden sein. — Dianthus lAimnitzeri Deg., die species 
optima Blockiana (Oe. B. Z. 1885, p. 444), ist das Felsenexemplar des 
Dianthus serotinus W. Kit. und unterscheidet sich von letzterem 
nur so viel, wie ein niedriger Mann von einem höher gewachsenen, 
was dann Pseudoserotinus BJocki sein soll, weiss der liebe Gott und 
Herr Btocki. — Potentilla Kerneri Borb. hat Zimmeter nach 
meinen Exemplaren beschrieben; ich weiss also nicht, wesshalb 
Btocki die Angabe Zimmeter's bezweifelt. — Ausser den 7 roth- 
früchtigen Sträucheru (Oe. B. Z. 1885, p. 332) habe ich noch bei 
dem Bade Lublau Mibes alpinum, Vibumum Opulus (Strauch der 
Ahornform) und Daphne Mezereum (Strauch der Weidenform) ge- 
sammelt. V. Borb äs. 

Berlin, 20. November 1885. 
Die Erwiderung des Herrn v. Sardagna auf meine Kritik 
seines „Contributo" hat mich keineswegs überrascht. Da es mir in- 
dess scheint, dass es ihm nicht gelungen ist, eine meiner Ausstel- 
lungen zu widerlegen, so verzichte ich sowohl für mich, als im In- 
teresse derjenigen Herren Leser, welche sich hinlänglich für die 



38 

Sache interessiren, um durch Vergleich der Ausführungen des ge- 
nannten Herrn mit den meinigen das Urtheil selbst zu bilden, auf 
eine ausführliche Antwort. P. Ascherson. 



— }0*- 



Fersonalnotizen. 

— Dr. Otto Stapf, Assistent am botanischen Museum und 
Garten der k. k. Universität, ist am 7. December von seiner Reise 
quer durch Persien nach Wien zurückgekehrt. Derselbe hat in der 
Zeit vom März bis November Persien von Buschir bis an den Caspi- 
see botanisch durchforscht. Seine reiche Ausbeute, die zum Theile 
bereits angekommen ist, kommt dem botan. Museum der Wiener 
Universität zu Gute. 

— Dr. Adolf Heider, der als Arzt die letzte Expedition des 
Grf. Lanskoronsky nach Pamphilien begleitete, ist am 25. Novem- 
ber von dort zurückgekehrt. Seine botanischen Sammlungen verblei- 
ben im botan. Museum der Wiener Universität, 

— Dr. M. Fünfstück hat sich am Polytechnicum zu Stutt- 
gart für Botanik habilitirt. 



Vereine, Anstalten, Unternehmungen. 

— In der Monatsversammlung der k. k. Zoolog. -botan. 
Gesellschaft am 2. December 1885 theilte Herr Mich. F. Müll- 
ner mit, dass er im verflossenen Sommer das Cirsiwm polymorphum 
Moll, mit G. pannonicumXoleraceum bei Gutenstein gefunden habe. 
Herr H. Zukal referirte hierauf über das Vorkommen von Äsco- 
desmium nigricans V. Thg. in Niederösterreich. Herr Dr. Eitter v. 
Wettstein sprach über die Entdeckung der Mycorrhiza der Bäume 
durch Prof. Frank (Die Mycorrhiza findet sich übrigens auch bei 
den Ericaceen und Monotropeen). — Schliesslich überreichte Dr. 
Günther Beck eine zur Aufnahme in die Verhandlungen der Ge- 
sellschaft bestimmte Abhandlung des Dr. Zahlbruckner, betitelt: 
Beiträge zur Flechtenflora von Niederösterreich. Ferner wurde das 
Resultat des Scrutiniums über die Wahl des Präsidenten und von 
sechs Vice-Präsidenten den Versammelten bekannt gegeben. Als Prä- 
sident wurde abermals Se. Durchlaucht Fürst Colloredo-Manns- 
feld gewählt. Unter den sechs Vice-Präsidenten ist neugewählt: 
Custos Alois Rogenhofe r, M. Prihoda. 



Botanischer Tauschverein in Wien. 

Sendungen sind eingelangt: Von Fräulein v. Boresch mit 
Pflanzen aus Böhmen. — Von Herrn Wirtgen mit Pfl. aus den 
Kheinprovinzen. — Von Hrn. Frank mit Pfl. aus Oberösterreich. 

Sendungen sind abgegangen an die Herren: Winkler, Dr. 
Stohl, Moser. 

Aus Niederösterreich eingesendet von Jett er: Alliwyi ursinum, 
Anemone Hepatica, Arabis Turrita, Aronia rotundifolia, Cerinthe 
minor, Coronilla Emerus, Dentaria bulhifera, Mentha aquat. capi- 
tata, Orchis latifolia incarnata, O. majalis, O. mascula, O. Morio, 
O. sambucina, O. ustulata, Orobus pannonicits, JPedicularis palustris, 
Pinguicula alpina, P. vulgaris, Prhnula farinosa, Bamhucus race- 
inosa, Thlaspi perfoliatum,\ von Lilienfeld; Aquilegia vulgaris, Lo~ 
nicera alpigena, Lunaria rediviva, Orchis maculata, Polygala Cha- 
maebuxus purp.; von der Keisalpe: Gentiana verna, Orchis incar- 
nata, Panunculus alpestris; von Lunz: Digitalis ambigua, Mulge- 
dium alpinum, Saxifraga rotundifolia; vom Oetscher: Achillea Cla- 
vennae, Dryas octopetala, Erigeron alpinum, Polygonum viviparuvn, 
Potentilla Clusicma, Saxifraga aizoides, S. tnutata. 

Aus Westfalen eingesendet von Dem an dt: Alopecurus agrestis, 
Avena strigosa, Barbarea intermedia, Bromus secalinus, Carex hirta 
var. major, Cynoglossum coelestinum, Festuca loliacea, Galeopsis bi- 
fida, Hieracium Weissiamim, Nonnea rosea, Potainogeton polygoni- 
folius, Potentilla inclinata, Rosa graveoletis var. calcarea, R. tomen- 
tella var. sinuatidens, Rubus affinis, Bellardi, caesius X Idaeus, var. 
subcaesius, caes.y<^ Idaeus var. supercaesius, calyculatus, candicans 
var. parvifolia, divaricatus, dumetorum var. orthostachys, Eifeliensis 
'X.gratus, elegans, foliosus, fragans, heteroclitus, geniculatus X. fra- 
gans, gratus, gratus X vestitus, Idaeus var. ano^nalus, lasioclados, 
macrophyllus, montanus, mont. X elegans, myriacanthus, nitidus var. 
subinermis, obscurus X gratus, opacus, Oreades, pyravoidalis, pyram. 
X macrophyllus, Radida X tnontanus, rubicundus, vestitus, vest. var. 
eglandulosa, Winteri, Sinapis orientalis, Specidaria hybrida, Spergu- 
laria segetalis, Symphytum asperrimmn, Verbascum floccosum. 

Aus Oberösterreich einges. von Steininger: Adenostyles al- 
pina, Arabis Halleri, Barbarea arcuata, Campanula pusilla \a,Y. pubes- 
cens, Erysi7num Cheiranthus, Euphrasia salisburgensis, Evonymus 
latifolius, Oypsophila repens, Linaria alpina, Narcissus poeticvs, Or- 
chis tridentata, Potentilla caulescens, Teucrium Chamaedi^ys. 

Obige Arten können nach beliebiger Auswahl im Tausche 
oder käuflich die Centurie zu 6 fl. (12 R. Mark) abgegeben werden. 



40 

Inserat. 

Soeben erschien, jedem Rosenkenner unentbehrlich: 

H. Waldner, Europäische Rosentypen. 7 Bogen in gr. 4" mit 
photogr. Tafel zur Unterscheidung der Arten, Preis Mk. 3-20. 

Durch alle Buchhandlungen zu beziehen. 

Zabern i/Elsass, December 1885. 

G. Mallinckrodt 

' (Hermann Hille). 

Einladung zur Pränumeration 

auf den XXXVI. Jahrgang (1886) 

der 

Oesterreichischen 

Botanischen Zeitschrift. 

(Oeslerr. botan. Wochenblatl.) 



Auf die „Oesterreichische botanische Zeitschrift", welche von dem 
hohen k. k. österreichischen und dem hohen k. ungarischen 
Ministerium für Cultus und Unterricht den Mittelschulen 
empfohlen wurde, pränumerirt man mit 8 fl. österr. W. (16 K. Mark) 
auf den ganzen Jahrgang oder mit 4 fl. österr. W. (8 R. Mark) auf 
einen Semester und zwar auf Exemplare, die frei durch die Post 
bezogen werden sollen, nur bei der Redaction: Wien, IV. Mühl- 
gasse Nr. 1. 

Alle Buchhandlungen des In- und Auslandes nehmen ebenfalls 
Pränumerationen an. Die Versendung an die Buchhandlungen hat die 
Verlagshandlung C. Gerold's Sohn in Wien übernommen. 

Von den bereits erschienenen Jahrgängen können noch voll- 
ständige Exemplare gegen nachfolgende Preise bezogen werden: 
2. und 3. Jahrgang zu 1 fl. (2 R. Mark) — 9. bis 22, Jahrgang zu 
2 fl. (4 R. Mark) - 23. bis 34. Jahrgang zu 5 fl. (10 R. Mark) — 
35. Jahi'gang 8 fl. (16 R. Mark). Bei Abnahme sämmtlicher Jahrgänge 
von der Redaction, 20 Procent Nachlass. 

Einzelne Hefte können nur vom laufenden imd letztvergange- 
nen Jahrgange abgegeben werden. 

Von den bisher erschienenen 32 Porträts der „Gallerie öster- 
reichischer Botaniker" können einzelne Exemplare ä 50 kr. (1 R.-Mark) 
abgegeben werden. 

Skofltz. 

{IV. Mühlgasse Nr. 1.) 

Eedacteur und Herausgeber Dr. Alexander Skofitz. — Verlag von C. Gerold's Sohn. 

C. üebeneuter'sche Buchdmckerei (M. Salzer) in Wien. 



Oesterreiclüsche 

Botanisclie Zeitsclirift 

Die österreichische y^->w Exemplare 
botanische Zeitschrift V /T*P''f-)iTl die frei durch die Post be- 
erscheint Ö zogen werden sollen, sind 
den Ersten jeden Monats. ^ hlos hei der Redaction 
Man pränumerirt auf seihe *"' (IV. Ben., MüMgasae Nt. i) 
mit 8 fl. Ost. W. »» . .1 ■ n • •■ ^^ pränumenren. 

ct6 B. Mark} BotaniK \ii\u Botaniker. ^™ ^«s« ^"^ 

ganzjährig, oder mit "W"*'«"^ """ WUldllliXCI . Buchhandels ühernimmt 

4 fl. Ost. TV. CS ß- Mark} Pränumeration 

halbjährig. -*nr-«- ^^ Gerold's Sohn 

Inserate _._ ^_ in Wien, 

die ganze Petitzeile IV = 2 sowie alle übrigen 

15 kr. öst. W. *^ "■ Buchhandlungen. 

XXXYI. Jahrgang. WIEN. Februar 1886. 

INHAIiT: Flora des bayr.-böhm. Waldgebirges. Von Dr. Peter. — Teratologisclies. Von Dr. 
Formänek. — Ein Ringkampf. Von Römer. — Flora von Kremsier. Von Palla. — Mimosa 
pudica. Von Kronfeld. — Frühlingsescurs.ionen. Von Hirc. — Flora des Etna. Von Strobl. — 
Literaturberichte. — Correspondenz: Von Celakovsky, Dr. Palacky, Blocki, Dr. Formänek. 
— Personalnotizen. — Vereine, Anstalten, Unternehmungen. — Botanischer Tauschverein. — 
Inserat. 



Ein Beitrag zur Flora des bayerisch-böhmisclien Wald- 
gebirges. 

Von Dr. A. Peter. 

(Schluss.) 

Nachstehend theile ich einige Fundorte aus dem hayerisch-böh- 

mischen Waldgebirge mit; die für die bayerische Seite desselben 

neuen Arten sind durch gesperrten Druck hervorgehoben. 

Aspidium lohatum Sw. Abhang des Falkenstein über dem Wald- 
haus V» Z^ 800 M. 

Asplenium Trichomanes L. habe ich nur am Weissenstein bei Kegen 
gesehen. 
— septentrionale Sw. nur an einem einzigen Felsblock oberhalb der 
Mühle von Bayer.-Eisenstein V* Z^ 830 M. 

Polypodium vulgare L. ist selten; ich beobachtete es nur auf dem 
Gipfel des grossen Osser 1248 M. und im tiefschattigen Hoch- 
walde zwischen Eisenstein und Waldbaus an Felsblöcken V~ Z". 

Lycopodium iniindatum L. Am Fusse des Arber zwischen Bayer.- 
Eisenstein und der Seebachhütte in einem Sphaguetum Z^ 750 M.; 
am Wege von der Arberhütte zu den Thurmhöfen Z^ 850 M. 

Pinus montana Mill, Gipfel des Arber, Kachel, Lusen; See wand Z*; 
am schwarzen See Z^ 1018 M.; — die fast aufrechte hoch- 
wüchsige Form der Hochmoore (P. uliginosa Neum.) im grossen 
Moor zwischen den Luseuwaldhäusern und Spiegelau nur am 
Rande desselben Z^ 750 M. 

Oesterr. botan. Zeitschrift. 2. Heft 1886. 4 



42 

Streptopus amplexifoUus D C. am Lakaberg über Deiferuik V^ Z^. 
Convallaria verticillata L. Weg vom Schwarzen See zum Osser; am 

Lakaberg. 
Juncus squarrosus L. habe ich in dem von mir besuchten Gebiete 

nicht gesehen. 

— filiformis L. Rachelsee 1050 M.; kl. Arbersee 894 M.: Teufels- 
see 984 M. 

— supimts Mnch. Ufer dßs Teufelssees 984 M. 

— silvaticus Reich. Im Geröll des Teufelsbaches am Fusse des 
Arber und in einer sumpfigen Waldstelle zwischen Elisenthal und 
der Seebachhütte V^ Z- 675 M. 

Sparganium simplex Huds. i. fluitans. Kl. Arbersee Z^ 894 M. ; 
Schwarzer See Z' 1018 M. 

Potamogeton natans L. Grosser Arbersee 918 M. (höchstes Vor- 
kommen.) 

Calamagrostis Halleriana DC. Ueber dem Rachelsee. 1300 M. 

Listera cordata R. Br. nur am Fusse des Arber zwischen Elisen- 
thal und der Seebachhütte in einem Sphagnetum. V* Z^. 

Betula pubescens Ehrh. mit äusserst kurzer Behaarung in einem Hoch- 
moore bei Spiegelau ein jüngerer Baum. 

üumex arifoUus All. am Lakaberg. 

Montia rivularis Gmel. in einer Quelle an der Strasse unter Bayer.- 
Eisenstein 710 M.-, am Regen gegen die Seebachhütte 600 M. 

Ranunculus aconitifolius L., jedoch Blüthenstiele abstehend- 
behaart: zwischen "Elisenthal und dem Teufelssee. 

Actaea spicata L. Gipfel des grossen Osser, 1248 M. (höchstes Vor- 
kommen). 

Viola palustris L. Da man bisher im Böhmerwalde und in Bayern 
zwischen dieser Art und der folgenden nicht unterschieden hat, 
so theile ich hier einige sichere Fundstellen im Böhmerwalde 
mit: von Bisenstein bis zum Arbersee und an diesem selbst 
stellenweise 918 M.; Kamm vom Lakaberg zum gr. Falkenstein 
1200 M. 

— epipsila Ledeb. für Bayern zum ersten Mal festgestellt. Unter- 
scheidet sich von V. palustris ausser durch die grössere Blüthe 
noch durch längliche (nicht ovale) Kelchblätter, etwas spitze 
Blätter und die meist in der oberen Hälfte des Blüthenstieles in- 
serirten Vorblätter. — Sphagnetum bei der Mühle von Bayer.- 
Eisenstein 700 M.; bei der Arberhütte 750 M.; Jägersteig unweit 
der Arberschutzhütte V^ Z' 1370 M.; im Walde bei Althütte 
circa 620 M.; am Abhänge des Osser über Mauern Z^ 1180 M. 
— Im Herbarium boicum liegen durch Spitzel gesammelte 
Exemplare dieser Pflanze von Isen, daselbst nicht von der vo- 
rigen Art unterschieden. Die sonstige Verbreitung der Pflanze 
ist nach Nyman: mittleres Russland, Finnland, Scaudinavien, 
Dänemark, Nofddeutschland, Salzburg. Ich habe sie auch im 
Riesengebirge gefunden. 



43 

Viola tricolor L. var. saccatilis Koch. Haide bei Elisenthal, 750 M.; 
Aecker zwischen Waldhaus und Ludwigsthal Z* 670 M. 

Drosera rotundifolia L. am Fusse des Arber auf umgestürzten mo- 
dernden Baumstämmen. 

Geranium silvaticum L. „Oberes Waldhaus" am Lusen V* Z^ 1000 M. 

Callitriche autumnalis L,, nun für Bayern sichergestellt (vergl. 
Prantl's Flora von Bayern S. 271), am kleinen Arbersee V^ Z^ 
894 M. 

Thysselinum palustre Hoffm. Grosser Arbersee, 918 M. 

Circaea intermedia Ehrb. Zwischen der Althütte und Flanitzhütte 
bei Zwiesel Z^ 650 M.; Hochwald zwischen Eisenstein und Wald- 
haus Z^; Seewand über dem Teufelssee 1000 M. 

— alpina L. Eisenstein gegen die „grosse Tanne"; Hochwald zwi- 
schen Eisenstein und Waldbaus; Abhänge des Arber bei Bayer.- 
Eisenstein; Aufstieg zum Rachel über Ober-Frauenau. 

Myriophyllum spicatum L. Gr. Arbersee 918 M.; kl. Arbersee 894 M,, 
in beiden steril. 

Arimcus Silvester Kost. Am Ufer des Hegen zwischen Elisenthal und 
der Seebachhütte. 

Ruh US adenophyllus G. Br. Fusssteig von Eisenstein zur ^grossen 
Tanne" Z^ 740 M. 

Comai^m paluMre L. Gr. und kl. Arbersee. 

Pirola secunda L. Eine Form mit zugespitzten, sehr spitzen und 
stark in den Stiel verschmälerten Blättern: am Wege von Eli- 
senthal zum gr. Arbersee. 

— chlorantha Sw. Am Fusse des Arber gegen die Seebachhütte; 
zwischen den Lusen -Waldhäusern und Spiegelau; Althütte bei 
Zwiesel. 

— uniflora L. Wald über dem Bahnhof Eisenstein. 

Monotropa Hypopitys L. Wälder zwischen Elisenthal und dem Teufels- 
see V^ Z^ ; gegen die „grosse Tanne" und bei Deffernik; zwi- 
schen Ferdinandsthal und Waldhaus. 

Menyanthes trifoliata L. Im gr. Arbersee. 

Myosotis palustris L. flor. albis. Zwischen Elisenthal und Ludwigs- 
thal; Abhänge des Arber. 

Mimulus luteus L. Deffernikbach und Umgebung desselben (Stras- 
sengräben, Quellen) von Deifernik bis zur Säge von Ludwigs- 
thal V* Z' 600—800 M. 

Veronica scidellata L. Ufer des Kegen zwischen Eisenstein und See- 
bachhütte V» Z^ 620 M. 

Pedicidaris Sceptrum L. Sumpfwiese (nicht Hochmoor, vgl. Sendt- 
ner's Veget.-Verh. des bayer. Waldes S. 302) zwischen Boden- 
mais und Rabenstein V^ Z^ 670 M. 

Euphrasia nemorosa -\- officinalis? (Blätter fast so breit wie bei E. 
officinaZis, mit Zähneu wie E. nemorosa^ Pflanze reichlich drüsen- 
haarig). Flanitzmühle bei Zwiesel mit beiden Arten auf sumpfi- 
ger Wiese, 620 M. 

4* 



44 

Rhinanthus hirsutus All, Nur am Abbange des Eacbel von mir ge- 
sehen V^ ZK 

Plantago major L. Ein Exemplar mit gabiigem Aebrenstiel, eine der 
beiden Aehren theilt sich an der Spitze noch zweimal: am Fuss- 
wege unter dem Bahnhof Eisenstein. 

Doronicum austriacum Jcq. Aufstieg zum Eachel über Oberfrauenau 
Z^\ zwischen den Lusen-Waldbäusern und Spiegelau Z*; am 
Lakaberg über Deffernik Z^. 

Senecio subalpinus Koch. Abhang des Ealkenstein über dem Wald- 
haus Z*. 

Cineraria crispa Jacq. Abhänge des Arber gegen die Arberhütte; 
zwischen Eisenstein und Ludwigsthal. 

Cirsium heterophyllum All. Fuss des Arber zwischen Elisenthal und 
der Seebachhütte; Aufstieg zum gr. Arbersee; am Picbelbach 
in Elisenthal; Arberhütte; Girgelhof bei Spitzberg; Lusen-Wald- 
häuser, 

— oleraceum Scop. Von mir nur selten gesehen, so um die Flanitz- 
hütte bei Zwiesel. 

Carlina acaulis L. Saide bei Elisenthal gegen den Teufelssee; Haide 
bei Bayer.-Eisenstein ; Arberhütte; Althütte bei Zwiesel (überall 
auf Gneiss). 

Hieracmm Pilosella L. subsp. vulgare Monn. a. genuinum 1. nor- 
male, sehr verbreitet, u. a.: am Arber; Aufstieg zum Lakaberg 
über Deffernik; Kamm vom Lakaberg zum Falkenstein; zwischen 
Ferdinandsthal und Waldhaus bei Eisenstein. 

— {Pilosella) vulgare Monn. «. genuinum 4. pilosum: Kamm vom 
Lakaberg zum Falkenstein. 

— (Pilosella) parvifloru^n Naeg. et Pet. Haarlose Form, aber 
die Köpfchen cylindrisch, nicht bauchig: zwischen Waldhaus 
und Ferdinandsthal (ist schon aus Böhmen bekannt). 

— {Pilosella) indivisutn N. et P.: am Wege vom Schwarzen 
See zum Osser. 

— {Pilosella) angustius N. et P. Am Wege von Elisenthal zum 
Teufelssee. 

— {Pilosella) amauron N. et P. 2. subpilosum, jedoch mit 
hellerer Hülle: zwischen dem Teufelssee und Schwarzen See 
(war bisher nur im Kiesengebirge beobachtet worden). 

— {Pilosella) subvirescens N. et P, cc. genuinum, 3. epilosum: am 
Wege von Elisenthal zum Teufelssee. 

— {Pilosella) argenticapillum N. et P. ß. obovatum, aber oben haar- 
loos: zwischen Flanitzhütte und Lichtenthai bei Zwiesel; zwi- 
schen dem Riesloch und Bodenmais (sonst nur aus Mittelfranken 
bekannt). 

— {Auricula Lamk. et D C.) Auricula a. genuinum, 1. epilosum 
häufig, z. B. von Zwiesel über die Flanitzmühle bis ünter- 
Frauenau; von Elisenthal zum gr. Arbersee; von Eisenthal zum 
Teufelssee; zwischen den Lusen- Waldhäusern und Spiegelau. 



i 



45 

Hieracium (Auricula) Äuricula a. genuinum 3. subpilosmn: am Teu- 
felsbach bei Bayr.-Eisenstein. 

— {Auricula) Auricula a. genuinum 5. stipitatv/m: zwischen Zwiesel 
und Flanitz. 

— (Auricula) Auricula a. genuinum 10. obscuriceps: von Elisenthal 
zur Arberhütte; zwischen Zwiesel und Flanitz. 

— collinum Gochn., die Subspecies nicht bestimmbar, weil völlig 
abgeblüht: Aufstieg zum Lakaberg über Deffernik V*Z^; unter 
dem Lusengipfel V^ Z\ 1280 M. 

— ßorentinum All. — Aus der Gruppe der Praealtina fand ich 
durchaus nichts in den von mir besuchten Gegenden des Böh- 
merwaldes. 

— {ßoribundum W. et Gr.) florihundum a. genuinum: Wegränder 
zwischen Flanitzhütte und Unter-Frauenau; Bahnhof Eisenstein 
an den Geleisen; Aufstieg zum Lakaberg über Deffernik Z^\ 
vom Schwarzen See zum Osser. 

— (floribundum) atramentarium N. et P. Zwischen Flanitz- 
hütte und Ünter-Frauenau an Wegrändern Z* 622 M. (bisher 
nur in den Sudeten gefunden.) 

— [floribundum) atrocroceum Peter n. subsp. — Stengel bis 
über 50 Cm. hoch, fast aufrecht, kräftig, feingestreift; Neben- 
stengel vorhanden. Kopfstand rispig, locker, gleichgipflig, 
Acladium circa 9 Mm. laug, Strahlen 2. Ordnung bis 6, etwas 
dicklich, obere genähert, unterster sehr entfernt, Ordnuhgen 4, 
Kopfzahl bis ca. 25. Blätter fast schmal lanzettlich, spitz, 
glaucescirend; Stengelblätter 2 im unteren Viertel. Hülle 6 bis 
7 Mm. lang, cyliudrisch mit etwas gestutzter Basis; Schuppen 
schmal, stumpflich, schwarz, fast randlos. Bracteen dunkel, etwas 
hellraudig. Haare der Hülle zerstreut, schwarz, 1 Mm., an den 
Kopfstielen 0, am Stengel überall zerstreut, oben schwarz, 
abwärts hell, 1 — r5 Mm., auf den Blättern oberseits gegen 
den Eand hin und am Kande wie Hauptnerv zerstreut, steif, 
2 — 3 Mm. lang. Drüsen der Hülle sehr zahlreich, an den 
Kopfstielen oben reichlich, abwärts rasch vermindert, am Sten- 
gel oben zerstreut, abwärts in verminderter Zahl bis zur Mitte 
gehend. Flocken der Hülle kaum massig zahlreich, Kopfstiele 
oben grau, abwärts weniger reichflockig, Stengel oben mehr 
oder weniger reichflockig, abwärts bis fast nackt, Blätter ober- 
seits flockenlos, unterseits in der Jugend zerstreut-flockig, später 
nur am Hauptnerv spärlich-flockig. Blüthen dunkelgelb, rand- 
ständige aussen rothspitzig. Stolonen fehlen. 

Die Pflanze steht dem H. atramentarium nahe, mit wel- 
chem sie die schwarzen flüllschuppen und die Kothspitzung der 
Kandblüthen theilt; aber sie unterscheidet sich von demselben 
namentlich durch die gesperrt gesetzten Merkmale, welche eine 
viel stärkere Annäherung an die Spec. ßorentinum bedeuten, als 
sie H. atramentarium zeigt. Dadurch stellt sich H. atrocroceum 
gewiss ermassen als Vertreter des in den höheren Lagen des 



46 

Böhmerwaldes fehlenden ßorentinum-Ty^us dar. — Ackerränder 
am Fusswege bei Eliseuthal gegen den Teufelssee Z* 735 M. 
Hieracium {glomeratum^r.) suhambiguum N. et P.: Wegränder bei 
Bayr.-Eisenstein gegen die Mühle hin Z^ (wurde auch schon durch 
Progel von Waldmünchen geschickt; ferner bekannt von einigen 
Orten Schlesiens). 

— (glomeraticm) cymigeriforme N. et P. lieber dem Bahnhofe 
Eisenstein in lichtem Nadelwald Z*; zwischen Elisenthal und 
dem grossen Arbersee Z"^ (ich kenne diese Pflanze sonst von 
Schweidnitz in Schlesien und aus dem Eiesengebirge). 

— murorum L. Verbreitet; ich unterschied folgende Formen: 
Blattspreite am Grunde herzförmig oder gestutzt. 

Blattstiele reichlich langhaarig (1). 

Blattstiele wenig behaart. 

Blätter fast ganzrandig oder nur gezähnelt (2). 
Blätter grob gesägt-gezähnt (3). 
Blattspreite am Grunde in den Stiel vorgezogen. 

Blattstiele reichlich langhaarig (4). 

Blattstiele wenig behaart (5). 
1. Gipfel des Arber, 1425 M.; „oberes Waldhaus" am Lusen, 
1000 M.; zwischen Waldhaus und Ferdinandsthal bei Eisenstein, 
700 M. — 2. Aufstieg zum Lakaberg über Deffernik 900 M.; 
zwischen Elisenthal und dem gr. Arbersee; zwischen Waldhaus 
und Ferdinandsthal. — 3. Am Fusse des Arber gegen die See- 
bachhütte 800 M.; vom Schwarzen See zum Osser. — 4. Am 
Kachel 900 M. — 5. Am grossen Arbersee 920 M.; ebenda- 
selbst eine krankhaft kleinköpfige Form. 

— vulgatum Fr. Ebenfalls häufig; es Hessen sich folgende Formen 
constatiren : 

Blätter grobzähnig (1). 
Blätter nur denticulat. 

Caulome fast haarlos (2). 

Caulome überall behaart (3). 
1. Von Elisenthal über den Teufelssee und Schwarzen See bis 
auf den gr. Osser 1015 — 1230 M.; von Elisenthal zum gr. Ar- 
bersee; Arberhütte: Arberabhänge; Aufstieg zum Lakaberg; zwi- 
schen Ferdinandsthal und Waldhaus bei Eisenstein; vom Kachel- 
gipfel zum Kachelsee; „oberes Waldhaus" am Lusen; eine krank- 
haft kleinköpfige Form in zahlreichen Exemplaren an der Strasse 
von Eisenstein zum Waldhaus. — 2. Vom Schwarzen See zum 
Osser; am Kachel; Fuss des Arber gegen die Seebachhütte. — 
3. Am Kachel. 

— laevigatum Willd. Findet sich in mehreren Formen, die sich, 
wie folgt, trennen lassen : 

Blätter zahlreich; Kopfstiele filzig, drüsenlos oder armdrüsig. 
Hüllschuppen dunkel, hell berandet. 

Blätter entfernt-klein-gezähnt; Kopfstand abgesetzt: H. 
laevigatum Willd. (1). 



47 

Blätter mehr oder weniger sägezähnig. 

Blätter kurzzähnig, locker stehend, ziemlich weich; 
Kopfstand nicht abgesetzt: H. laevigatum var. (2). 
Blätter kurzzähnig, dicht stehend, derb; Kopfstand 
ziemlich abgesetzt; Pflanze steif: Hier, rigidum 
Hartm.? (3). 
Blätter grobzähnig, etwas locker stehend, ziemlich 
derb; Kopfstand nicht abgesetzt: H. tridentatum 
Fr. (4). 
Hüllschlippen schwärzlich, kaum berandet, äussere locker. 
Blätter klein-gezähnt. 
Hülle mitte] gross, Schuppen breitlich, stumpf: H. go- 

thicmn Fr. (5). 
Hülle klein, Schuppen schmal, spitz (6). 
Blätter massig zahlreich, breiter als bei den vorigen, grobzäh- 
nig; Pflanze überall kurzhaarig; Kopfstiele reichdrüsig (7). 
1. Abhänge des Arber. — 2. Bei Eabenstein; Abhänge des Ar- 
ber gegen die Arberhütte; von Elisenthal zum gr. Arbersee; von 
Elisenthal zum Teufelssee und über den Schwarzen See bis zum 
Osser. — 3. Gebüsch am Girgelhof bei Böhm.- Eisenstein. — 
4. Bei Rabenstein; Abhänge des Arber; am Wege bei Flanitz 
gegen Zwiesel, — 5. Gipfel des Lusen Z* 1337 M. — 6. an, 
der Chaussee zwischen Elisenthal und Ludwigsthal. — 7. Ab- 
hänge des Arber. 
Hieracium boreale Fr. Kommt in dem von mir besuchten Gebiete 
nicht vor, 
— timbellatum L. Wurde von mir nur ganz sporadisch und immer 
nur in je 1 Exemplare gefunden: am Falkenstein über dem 
Waldhaus 800 M.; im Riesloch bei Bodenmais 925 M.; zwi- 
schen den Lusen- Waldhäusern und Spiegelau 800 M.; zwischen 
dem Schwarzen See und dem Osser 1000 M. Die Pflanze stand 
immer an viel begangenen Wegen, nie ausserhalb derselben, so 
dass man sie als hier nur eingeschleppt ansehen darf. 

München, im November 1885. 



Teratologisches. 

Von Dr. Ed. Formänek. 

Am 16. October 1885 übersendete mir mein Bruder, Jur. Cand. 
Romuald Formänek, aus der Umgebung von Maiienbad in Böh- 
men mehrere Blüthenzweige von Rubus idaeus L., die auch der dort 
weilende Prof. Kratky zu sehen Gelegenheit hatte. Die einzelnen 
Zweige zeigen eine interessante virescentia, von der ich im Nach- 
folgenden ein kurzes Bild entwerfen will. 

Der ganze, den Charakter einer rispenähnlichen, mitunter ein- 



48 

seitswendigen Trugdolde annehmende Blüthenstand besteht aus nahe 
an einander gerückten, ciinaulirten 3 — 7 Mm. langen linealen, oben 
grünen und auf der unteren Seite weissfilzigen Blättern, die ich 
vorläufig mit Vorbehalt eines weiteren Studiums als umgebildete 
Blüthenblattkreise, welche sich unserem Auge als ebenso viele, 
die Trugdolde zusammensetzende , zierliche Schwänzchen präsen- 
tiren, deute. 

Am 3. Mai 1885 fand ich am Hädyberge bei Obran ein ge- 
fülltes, einblüthiges Exemplar von Pulsatilla vulgaris Miller, welches 
mein Interesse durch die Kegelmässigkeit der Anordnung der ein- 
zelnen, zusammen 21, Blattkreise in Anspruch nahm. Die Hülle ist 
um ein unbedeutendes kürzer als die Kelchblätter und ist beider- 
seits gelblich-weisszottig, während benachbarte normale Exemplare 
eine weisslich-zottige Hülle zeigten. Sämmtliche Blüthentheile sind 
blumenblattartig, die äusseren 7 Kreise bestehen aus schmallinealen 
nach dem Centrum an Länge zunehmenden dunkelvioletten Blättern, 
von welchen die innersten als die längsten, die mittleren um Ys ^.n 
Länge übertreifen. Ausserdem zählte ich hier noch 9 mittlere aus 
hellvioletten, gleichlangen, linealen Fetalen bestehende Blattkreise, 
die Fetalen des ersten Kreises sind alle dreitheilig, deren Zipfel 
lineal und abstehend, die des zweiten Kreises sämmtlich ungetheilt. 
Im Innern befinden sich 5 aus borstenförmigen, schmutziggelben 
Blättern, die nur den vierten Theil der Länge der mittleren errei- 
chen, zusammengesetzte Blattkreise. 



Ein Eingkampf zweier Wurzeln. 

Von Julius Römer. 

Jeder aufmerksame Beobachter des Naturlebens wird, selbst 
wenn er auch nicht zur Zunft der Naturforscher im engeren Sinne 
gehört, auf Schritt und Tritt eine grosse Anzahl von Beweisen für 
die Herrschaft des Kampfes um das Dasein finden, welcher nicht 
minder, als im Thierreiche, auch im Fflanzenreiche sein unbarmher- 
ziges Scepter schwingt. — Jeder beobachtende Gärtner, Landwirth und 
Förster kennt sie und die Allgemeinheit der diessbezüglichen Erfah- 
rungen erklärt es auch, wie die Lehren des Weisen von Down in 
den weitesten Kreisen und in überraschend kurzer Frist Verständniss, 
Zustimmung und Anerkennung finden konnten; sie boten eben die 
ersehnte Erklärung von Thatsachen und Erscheinungen, die schon 
längst als uraltes Erfahrungsmaterial vorlagen. 

Eine der bedeutendsten Formen, in welchen der Kampf um das 
Dasein uns entgegentritt, ist nun zweifelsohne diejenige, welche als 
Mitbewerbung um die Existenzbedingungen bezeichnet zu werden 
pflegt und welche bekanntlich zwischen Individuen einer und derselben 



49 



Art am heftigsten auftritt. Die schönsten Beobachtungen hiefür bietet 
jedes dicht mit üppiger Vegetation bestandene Bodenareale und 
wahre Fundgruben von Beispielen interessantester Art für die Mit- 
bewerbung um die Existenzbedingimgen sind die Urwälder, mögen 
sie nun die Ufer des Maraflon umrahmen, oder eines der europäischen 
Gebirgssysteme bedecken. — Da kommen auch häufige Fälle von 
Umschlingungen, von Ringkämpfen zwischen Pflanzen vor, die nicht 
selten mit der „Erdrosselung" des einen Pflanzenindividuums durch 
das andere enden. Die „würgenden" Lianen der tropischen Urwälder 
sowohl wie die Humulus, Hedera, Glematis unserer Urwälder und 
Dickichte umschlingen dabei meistens andere Pflanzenarten und selten 
andere Individuen ihrer Art und Stengelgebilde sind es, mit welchen 
die Umschlingung vollzogen wird. 

Doch nicht nur Stämme und Stengel führen im Kampfe um 
das Dasein förmliche Ringkämpfe auf, sondern auch — wenn auch 
jedenfalls viel seltener — Wurzeln. — Das in den nächsten Zeilen zu 
beschreibende Beispiel eines solchen Ringkampfes bezieht sich ausser- 
dem auf zwei Wurzeln derselben Pflanzenart und jedenfalls war es 
„ein Kämpfen, heiss und schwer", welches in aller Stille im dunkeln 
Schosse der Erde geführt wurde. 

Die zwei Ringkämpfer waren zwei Wur- 
zeln der Garten-Pastinake {Pastinaca sativah.) 
und haben ihren Kampf gewiss schon in der 
frühesten Jugend begonnen. Dabei mag es wohl 
also zugegangen sein: Bei der Aussaat fielen 
zwei Pastinak-Samen nicht weit von einander 
in die Erde. Beide keimten und zufällig wuchsen 
die Würzelchen der Keimpflanzen gegeneinan- 
der. Wie sie mit einander in Berührung ka- 
men, musste der an der Berührungsstelle statt- 
findende Druck, als Reiz einwirkend, das 
Gleichgewicht in der Gewebespannung 'aufhe- 
ben und ein Wachsthum bedingen, welches 
mit dem positiven Heliotropismus Analogie 
zeigte. Die dadurch bedingte erste Schlinge 
musste aber die Intensität des Druckes nur 
steigern und erzeugte die zweite und diese 
die dritte Umschlingung. Nach dieser begann 
die Wurzel des schwächeren Individuums zu 
verkümmern, dadurch trat eine Hemmung ihres 
Wachsthums ein, während die Wurzel des 
stärkeren Individuums nun ungehindert geo- 
tropisch weiter wachsen konnte. — Lange und 
tapfer hatte sich die schwächere Wurzel (b) gewehrt und schien bei 
Beginn der dritten Schlinge (d) Siegerin bleiben zu wollen, da sie 
hier einen Umfang von 4 Ctm. zeigt, während die schliesslich sie- 
gende Wurzel (a) an derselben Stelle einen Umfang von 3-7 Ctm. 
aufweist. 




50 

Auf diese äiisserste Kraftanstrengimg der schwächeren Wurzel 
(b) folgte aber eine solche Erschlaffung, dass sie nicht nur eine 
weitere Umschlingung der stärkeren Wurzel (a) nicht einzuleiten 
vermochte, sondern bald darauf in das Stadium der Vei-kümmerung 
ihrer Seitenwurzeln, der Fasern und Zasern, eintrat. Damit aber war 
ihre Niederlage ausgesprochen und wären diese im Kampfe mit ein- 
ander verschlungenen Wurzeln im Herbste nicht aus der Erde aus- 
gegraben worden, sondern hätte man sie ihren Kampf auch im zweiten 
Jahre fortführen > lassen , so wäre wahrscheinlich die schwächere 
Wurzel (b) von der stärkeren (a) „erwürgt" worden, bevor sie das 
Stadium der Blüthen- und Fruchtbildung hätte zeitigen können. 

Das Uebergewicht der Siegerin (a) zeigte sich nun natürlich 
sowohl in der Länge, als auch im Umfange und im Gewichte, wie 
aus der nachfolgenden Zusammmenstellung ersichtlich ist: 

Länge Umfang (oben) Gewi cht (trocken) 
stärkere Wurzel (a) 30 Ctm. 16-5 Ctm. 14-0 Dg. 

schwächere Wurzel (b) 20 „ 14 „ 9*5 „ 

Eigenthümlich ist noch der Umstand, dass diese zwei Wurzeln 
trotz ihrer innigen Umschlingung nur in der ersten Windung eine 
unbedeutende Verwachsung zeigten und sonst so frei waren, dass 
dieselben auseinandergerollt und nach Zerreissimg des oben erwähnten. 
Bandes auseinandergenommen werden konnten, wobei eine jede die 
Gestalt eines Korkziehers zeigte, — Interessant wäre es, wenn ähn- 
liche Fälle von „Ringkämpfen zweier Wurzeln" auch veröffentlicht 
würden; sie gehören gewiss mit zu den biologisch bedeutsamsten 
Momenten im Leben der Pflanzen. 

Kronstadt i/Siebenbürgen, am 15. November 1885. 



Die Flora von Kremsier in Mähren. 

Vou Ed. Palla. 

Da über Kremsier in floristischer Hinsicht seit drei Decennien 
nichts veröffentlicht worden ist, so dürfte den Freunden der mähri- 
schen Flora eine Aufzählung der daselbst beobachteten Gefässpflan- 
zen nicht unerwünscht sein, zumal sich darunter einige nicht unin- 
teressante befinden. Das in Betracht kommende Gebiet umfasst etwas 
über 1 geogr. Quadratmeile. Auffallend ist der Mangel an Farnen, 
ferner das Fehlen der anderwärts häufigen Hepatica triloha und 
Asperula odorata. 

Pteris aquilina L. Im Walde von Popowitz. 
Asplenium Ruta muraria L. In einigen Exemplaren an der Mauer 

des Ziergartens rechts vom Eingange. 
Aspidium filix mas Sw. Nicht selten im Sternwald, den Wäldern 

von Rattay und Popowitz etc. 



51 

Polypodium vulgare L. Bei Kwassitz. 

Equisetum arvense L. a. nemorosum AI. Br. Nicht selten, z. B. im 
Sternwald. b. decwnhens G. Meyer. Gemein. 

— silvaticum L, In den Wäldern von Eattay und Popowitz. 

— limosum L. a. Linneanum Doli. Nur vereinzelt, z. B. bei Bilan, 
b. fluviatile (L.) Häufig in fast allen stehenden Gewässern. 

— palustre L. a. verticillatum Milde. Nicht selten, b. polr/stachyum 
Willd. Nicht selten, namentlich bei Mierutek. 

Juniperus communis L. In den Hügelwäldern nicht selten. 

Picea excelsa Lk. Im Sternwald. 

Ahies alba Mill. Im Eattayer Walde, doch nur angepflanzt. 

Larix decidua Mill. Im Sternwald, im Eattayer Walde. 

Pinus silvestris L. In den Hügelwäldern häufig. 

Potamogeton compressus L. Bei der „4. Brücke" und bei Bilan. 

— crispus L. Bei Popowitz, im Mühlgraben imd sonst zerstreut. 

— perfoliatus L. Im Mühlgraben. 

— lucens L. Bei Bilan. 

— natans L. Häufig, z. B. im Mühlgraben, bei der „3, und 
4. Brücke", bei Bilan, Trawnik etc. 

Hydrocharis morsus ranae L. Bei Bilan und Chropin. 

Alisma Plantago L. Häufig. 

Sagittaria sagittaefolia L. Nicht selten, z. B. hinter der Sägemühle, 

bei Bilan etc.; eine Form tenuiloha bei der „3. Brücke". 
Butomus umbellatus L, Nicht selten, namentlich bei Travnik. 
TriglocMn palustris L. Bei Lutopetz. 
Lemna trisulca L. Häufig. 

— minor L. Häufig. 

— gibba L. Bei Bilan. 

— polyrrhiza L. Bei Bilan und Trawnik. 

Arum maculatum L. Am Skaschtitzer Bache zwischen Skaschtitz 

und Bilan. 
Typha latifolia L. Nicht selten. 
Sparganium ramosum Huds. Häufig. 
Careoo muricata L. Häufig. 

— vulpina L. Häufig. 

— remota L. Im Fürstenwald und bei Bilan. 

— brizoides L. Im Fürsten- und Oberwald. 

— praecox Schreb. Häufig. 

— acuta L. Häufig. 

— Goudenoughii Gay. Bei Bilan. 

— digitata L. Nicht selten, so im Schlossgarten, Ziergarten, Stern- 
wald etc. 

— montana L. In den Hügelwäldern häufig. 

— verna Vill. Daselbst. 

— tomentosa L. Auf Wiesen zerstreut, z. B. im Ziergarten, Stern- 
wald, bei Bilan etc. 

— flacca Schreb. Im Sternwald. 

— panicea L. Im Ziergarten und Sternwald. 



52 

Carex silvatica Hiids. Häufig. 

— Michelii Host. Im Sternwald. 
■ — vesicaria L. Häufig. 

— riparia Curt. Häufig. 

— hirta L. Gemein. 

Scirpus maritimus L. An der Strasse nach Rattay im rechten Ab- 
zugsgraben. 

— silvaticus L. Hinter der Sägemühle und bei Chropin. 

— lacustris L. Bei der „4. Brücke", bei Trawnik etc. 
Heleocharis palustris R. Br. Häufig. 

— acicularis ß. Br. Hinter der Sägemühle und bei der „3. Brücke". 
Eriophorum polystachyum L. Bei Mierutek, Lutopetz und Gross- 

Tieschan. 
Andropogon Ischaemum L. Im südlichen Theile, besonders um Kattay 

herum, häufig. 
Panicum lineare Krock. Bei Pleschowetz. 

— miliaceum L. Gebaut und häufig verwildert. 

— Grus galli L. Gemein. 
Setaria glauca Beauv. Häufig. 

— viridis Beauv. Häufig. 
Milium effusum L. Im Schlossgarten. 
Agrostis vulgaris With. Nicht selten. 
Calamagrostis epigea Roth. Häufig. 
Alopecurus pratensis L. Häufig. 

— geniculatus L. Viel seltener als folgende: bei der „4. Brücke". 

— fulvus Sm. Häufig. 
JPhleum pratense L. Gemein. 
Phalaris arundinacea L. Häufig. 
AnthoxantJium odoratum L. Häufig. 
Holcus lanatus L. Häufig. 
Arrhenatherum elatius Mk. Sehr häufig. 
Avena fatua L. Unter der Saat gemein. 
Aira caespitosa L. Sehr häufig. 
Trisetum ßavescens P. B. Nicht selten. 

Koeleria cristata Pers. Im südlichen Theile nicht selten. 
Melica nutans L. In den Hügelwäldern verbreitet, während die fol- 
gende auf die Marchebene beschränkt ist. 

— picta Koch. Zwischen Chropin und Pleschowetz. 

— ciliata L. Im südlichen Theile verbreitet. 
Phragmites communis Trin. Häufig. 

Cynosurus cristatus L. In den Hügelwäldern und deren Umgebung 

nicht selten. 
Dactylis glomerata L. Gemein. 
Poa annua L. Ueberall häufig, 

— palustris L. Häufig. 

— compressa L. Selten: an Gartenmauern in der Piaristengasse. 

— pratensis L. Gemein. 

— trivialis L. Häufig. 



53 

Briza media L. Häufig. 

Catabrosa aquatica P. B, Bei Lutopetz. 

Glyceria ßuitans R. Br. Häufig. 

— aquatica Wahlberg. Niclit selten, z. B. bei Bilan, im Mühl- 
graben etc. 

Festuca ovina L. Häufig. 

— gigantea Yill. Häufig. 

— elatior L. Häufig. 

Brachypodium, süvaticum, P. B. Nicht selten. 

— pinnakim P. B. Häufig. 
JBromus mollis L. Sehr häufig. 

— tectorum L. Häufig. 

— sterilis L. Häufig. 

— erectits Huds. Häufig. 

— inermis Leyss. Häufig. 
Triticum repens L. Ueberall verbreitet. 
Lolium perenne L. Gremein. 

— temulentum L. Im Gebiete selten. 
Sordeum murinum L. Häufig. 
Jimcus Leersii Marss. Häufig. 

— glaucus Ehrh. Häufig, 

— lamprocarpus Ehrh. Sehr häufig. 

— compressus Jacq. Nicht selten. 

— hufonius L. Häufig. 

Lnizula pilosa Willd. Im ßattayer und Popowitzer Walde, selten im 
Schlossgarten. 

— angustifolia Gcke. In den Hügelwäldern häufig. 

— campestris DC. ueberall häufig. 
Polygonatuin midtiflorum All. Nicht selten. 
Convallaria majalis L. Häufig. 
Majanthemwm hifolium DC. Häufig. 
Paris quadrifolia L. Nicht selten. 

Asparagus officinalis L. Zerstreut an den Marchufern. 

Colchicum autumnale L. Gemein. 

Muscari comosum Mill. Bei Waschan und hinter dem Sternwald. 

— racemosum Mill. Im Ziergarten bei der Götterhalle. 
Scilla bifolia L. Bei der Militärschiessstätte. 
Ornithogalum umbellatum L. Im Ziergarten. 

— nutans L. Im Ziergarten und Schlosspark. 

Allium ursinum L. Im Schlosspark, Oberwald und Hrazawald. 

— acntangulum Schrad. Nicht selten. Mit weisser Blüthe hinter 
der Sägemühle. 

— oleraceum L. Nicht selten. 
Tvlipa silvestris L. Im Ziergarten. 
Gagea lutea Schult. Häufig. 

— pratensis Schult. Nicht selten. 

— arvensis Schult. Zerstreut, z, B. im Ziergarten, bei Plescho- 
wetz etc. 



54 

Lilium Martagon L. Im Sternwald. 

Galanthus nivalis L. Im Fürstenwald, Oberwald und ScUossgarten. 

Iris Pseud-Acorus L. Nicht selten, z. B. bei Bilan. 

Orchis purpurea Huds. Im Gr. Tieschaner Walde. 

— militaris L. Im Gr. Tieschaner Walde, im Sternwald. 

— ustulata L. Im Stern wald. 

Gymnadenia conopsea E. Br. Im Popowitzer Walde, im Sternwald. 
Piatanthera bifolia Kchb. Daselbst. 
Cephalanthera grandiflora Bbgtn. Im Sternwald. 
JEpipactis latifolia All. Im Sternwald, einzeln im Schlossgarten. 
Neottia nidus avis Eich. Im Sternwald. 
Listera ovata E. Br. Im Sternwald. 
Cypripedium Calceolus L. Im Gr. Tieschaner Walde. 
Betula verrucosa Ehrh. In den Hügelwäldern häufig, sonst ver- 
einzelt. 
Alnus glutinosa Gärtn. Häufig. 

— incana DC. Häufig. 
Gorylus Avellana L. Nicht selten. 
Carpinus Betulus L. Nicht selten. 
Fagus silvatica L. Im Eattayer Walde. 
Quercus pedunculata Ehrh. Häufig. 

— sessiliflora Sm. Im Sternwald. 
Salia; fragilis L. Häufig, 

— alba L. Nicht selten. 

— amygdalina L. Häufig. 

— purpurea L. Häufig. 

— viminalis L. Häufig. 

— cinerea L. Häufig. 

— Caprea L. In den Hügelwäldern nicht selten. 

— aurita L. Nicht selten. 
Populus alba L. Nicht selten. 

— tremula L. Nicht selten. 

— nigra L. Nicht selten. 
Urtica urens L. Häufig. 

— dioica L. Häufig. 

Cannabis sativa L. Gebaut und verwildert. 
Humulus Lupulus L. Häufig, besonders an den Marchufern. 
Ülmus peduncidata Fouger. Nicht selten; bildet den Hauptbestaud- 
theil des Hrazawäldchens. 

— campestris L. Häufig, b. euberosa Ehrh. Nicht selten, z. B. im 
Sternwald. 

Humex maritimus L. Bei der „3. Brücke", bei Bilan. 

— conglomeratus Murr. Häufig. 

— crispus L. Häufig. 

— Hydrolapathum Huds. Bei Bilan, Chropin und am Mühlgraben. 

— obtusifolivjS L. Häufig. 

— Acetosu L. Gemein. 

— Acetosella L. Häufig. 



55 

Polygonum amphibium L. a. natans Mnch, Bei der „4. Brücke", 
b. terrestre Leers, Bei der Militärschiessstätte bei Bilan, Chro- 
pin und Mierutek. 

— tomentoswn Schrk. Nicht selten. 

— lapathifolium L. Gemein. 

— Peraicaria L. Häufig. c 

— Hydropiper L. Häufig. 

— mite Schrk. Häufig. 

— minus Huds. Hinter der Sägemühle, längs des Feldweges von 
Kremsier nach Bilan und bei Chropin. 

— aviculare L. Gemein. 

— Convolvulus L. Häufig. 

— dumetorum L. Häufig. 

Fagopyrum esculentum Mnch. Gebaut und verwildert. 
Beta vulgaris L. Hie und da verwildert. 
Chenopodium bonus Henricua L. Nicht selten. 

— hybridum L. Häufig. 

— urbicum L. Nicht selten, z. B. in Eattay, bei Kotojed etc. 

— rubrum L. Selten: zwischen dem Hopfengarten und dem Wege 
nach Eattay. 

— glaucum L. Häufig. 

— album L. Gemein. 

— Vulvaria L. An der Strasse nach Kotojed längs der Friedhofs- 
mauer und in Kotojed, sonst vereinzelt. 

— polyspermum L. Häufig. 

Atripleoc hortense L. Auf Schutthaufen hie und da. 

— nitens Schk. Nicht selten, besonders an der March. 

— hastatum L. Häufig. 

— patulum, L. Gemein. 

— tataricum L. {laciniatum d. Aut.) In Waschan. 

— roseum L. In den Steinbrüchen bei Tieschuowitz. 
Amaranthus retroflescus L. Häufig. 

Scleranthus annuus L. häufig. 

Spergida arvensis L. Bei Popowitz und Pleschowetz. 

Moehringia trinervia Clairv. Häufig. 

Arenaria serpyllifolia L. Häufig. 

Holostewm umbellatum L. Häufig. 

Stellaria media Cyr. Gemein. 

— palustris Ehrh. Bei Bilan und Chropin. 

— graminea L. Nicht selten. 
Malachium aquaticum Fr. Sehr häufig. 
Cerastium triviale Lk. Häufig. 

— arvense L. Häufig. 

(Fortsetzung folgt.) 



■*>. 



56 

3Mitnosa ptulica 

^^^älireiid einer Eisenbalinfahrt. 
Von M. Kronfeld. 

Als icli nach einer kurzen Zeit frohen Landlebens am 31. August 
des laufenden Jahres von Cernovir bei Olmütz nach Wien zurück- 
kehren sollte, nahm ich mir zur Begleitung auf der Fahrt einen in 
Blüthe befindlichen Jlfmos«-Stock mit. 

Um halb 1 Uhr Nachmittags hob ich die Mimosa von dem 
Fensterbrette, auf dem sie (vollbeleuchtet) in Tagstellung sich be- 
funden hatte. Als der gut gefederte offene Wagen, der mich zum 
Olmützer Bahnhofe brachte, sich auf der ziemlich guten Chaussee 
in Bewegung setzte, schlössen die Blättchen der auf dem Gegen- 
brette stehenden Mimosa^) rasch aneinander, die Stiele aber senkten 
sich nur unmerklich. In dieser Lage gelangte nach einer ca. 20 Mi- 
nuten währenden Fahrt die Mimosa auf den Bahnhof. Bis zum Ab- 
gange des Zuges (7*2) auf einen Tisch gestellt, öffnete sie ein wenig 
die Blättchen, die Horizontale hatten diese nicht erreicht. 

Ich war in ein Coupe „dritter Classe" eingestiegen. Auf dem 
Sitzbrette mir gegenüber stand gehörig beleuchtet die Mimosa. Nach 
den ersten Stössen, die der ganze Train erfuhr, klappten die Blätt- 
chen ganz enge zusammen, die petioli communes hingegen behielten 
wie vorhin ihre aufwärts gerichtete Stellung. Erst um 7*3 ühr, auf 
der halben Strecke zwischen Quassitz und Napagedl, zeigte sich eine 
Veränderung. Zuerst schlugen die untersten Blätter ihre Fiederchen 
auseinander, die Bewegung pflanzte sich langsam nach aufwärts fort, 
und beim Anhalten in Hradisch (Vi^) waren die Blätter alle ge- 
öffnet. 

Bald wurde es im Waggon dunkler. Und um ^jj) begannen 
die Blättchen sich zusammenzuneigen, fortschreitend bis zum vollen 
Schlüsse; gleichzeitig senkten sich auch die Blattstiele. Offenbar war 
die Pflanze in ihren Nachtschlaf verfallen. 

Der Zug langte um 7*8 in Wien an. Auch in dem Gefährte 
der Pferdebahn wurde die Mimosa nicht weiter irritirt. Die Wiener 
Morgensonne erweckte sie erst am nächsten Tage. 

Es ergibt sich aus dem Vorgebrachten, dass die Erschütterung, 
welche eine Mimosa durch das Fahren in einer Kutsche und weiters 
in einem Eisenbahn- Coupe erleidet, gerade stark genug ist, die 
Blättchen zum Anschlüsse zu bewegen, nicht aber ein auffälliges 
Senken der Blattstiele hervorruft. Zweitens ersieht man, wie bei 
einer fortgesetzten gleichmässigen Erschütterung die Empfindlichkeit 
der Mimosa gegen den äusseren Keiz abgestumpft wird, und sie in 
ihre Normallage zurückkehrt. Aus dieser vermag sie dann direct in 
den Nachtschlaf überzugehen. 

') Der Topf war durch einen herumgewickelten Plaid vor dem Umfallen 
gesichert. Ebenso später im Coupe der Eisenbahn. 



57 

„Dass sich die Mimosa puclica au Erscliüttenmgen gewölint" , . . 
bemerkte übrigens schon Gröppert^), der gelegentlich eines Aus- 
fluges mit seinen Hörern eine Mimosa imdlca während des Fahrens 
auf einer schlechten Strasse, später ferner, als sie von einem lahmen 
Manne den Zoptonberg hinaufgetragen wurde, genauer Beobachtung 
unterzog. 

Wien, den 5. December 1885. 



Frühlingsexcursionen am liburnischen Karst. 

Von D. Hirc. 



Das Plateau des liburnischen Karstes, dieser herrlichen kroati- 
schen Schweiz, wird in der neuesten Zeit in geographischer und 
naturhistorischer Beziehung näher untersucht und durchgeforscht. 
Es ist aber auch durch seine Gebirgsstöcke, bis 1600 M. hohe Gipfel. 
durch tiefe Mulden und Thäler, finstere Schluchten und Abgründe, 
grossartige Vertiefungen mit ihrem ewigen Schnee, durch lauge 
Spaltungen, Tropfstein- und Eishöhlen, durch unterirdische Seen, 
grosse Buchen- und Nadelholzwaldungen , wunderbar formirte 
Dolomite und andere Felsen, hohe Triften und versinkende Bäche 
und Flüsschen, welche in Spalten und Klüfte herabstürzen, das 
interessanteste Gebiet in Croatien. 

In neuester Zeit erforscht man eifriger auch die sonderbare 
Flora dieses Gebietes und es gelang auch mir neue Bürger für die 
Flora Croatica aufzufinden. Ich habe aber gewöhnlich das Plateau 
im Hochsommer oder Spätherbst besucht, die Frühlingsflora war uns 
aber gänzlich unbekannt. Dieses veranlasste mich, dass ich zwei 
Excursionen unternommen habe, vom 10. bis 14. Mai verweilte ich 
in der Umgebung Brod's a. d. Kulpa, am 14. Juni besuchte ich 
Lokve. 

Als ich nach Delnice kam, welche bis 800 M. hoch liegen, 
fand ich die Frühlingsflora in der ersten Entwicklung. Die Buche 
belaubte sich erst und zwar bloss auf östlichen und westlichen Berg- 
abhängen. Von Delnice kehrte ich zu Fuss nach Brod und sammelte 
unterwegs Viola silvestris, Omphalodes venia, Oocalis Acetosella, 
Anemone nemorosa, Caltha palustris, an Wald- und Gebüschrändern 
Valeriana dioica; diess war bis zum Nadelholz wald die ganze Aus- 
beute, wo ich noch Sambucus racemosa in voller Blüthe fand. 

Bei Tihovo begegnet man den ersten Birken, Lonicera Xylosteum, 



') Vergl. Göppert: .,Ueber das Verhalten einer Mimosa pudica wäh- 
rend des Fahrens". Bot. Ztg.' 1862, S. 110 u. Ml. 

Gesten-, botan. Zeitschrift. 2. Heft 1886. 5 



58 

Berheris vulgaris und Acer ohtusatmn Kit. *) Hier blühte iiöch Nastur- 
cmm Uppieense, Aposeris foetida, Melica nutans, Viola saoßatilis, 
Chelidonimn rnajus, Viburnuin Lantana, Euphorbia dnlcis, Vaccinium 
Myrtillus, Galiimi cruciata, Galeohdolon lideum und Orchis speciosa. 
An schattigen Gebüschrändern fand ich auch die Alpen-Sockenblume 
{Eimnedium alpinum). Diese in anderen Staaten der Monarchie 
seltene Pflanze, ist au eiuigen Orten in Croatien häufig z. B. im 
Tuskanec bei Agram, bei Severin a. d. Kulpa, von wo sie schon 
seit Sadler's Zeiten bekannt war, kommt nach selbem am Plateau 
bei Skrad imd Mrzla Vodica vor, nach Host's Angabe auch bei Ravna 
gora und steigt einerseits zur Meeresküste herab, da sie obwohl sehr 
selten in Wäldern bei Kastav (Tommasini), in Gebüschen bei Abazia 
(A. Smith), in der Schlucht zwischen Monte Slavnik und M. Sisulj 
(Sissol) unweit von M. Maggiore (Seudtner) Avächst. Anderseits steigt 
Epimediwn alpinum in das Brodertbal und kommt hier bei Kuzelj längs 
des Baches Velika Bjelica, in der Leskova draga, aber auch bei 
Türke vor. Nach Rossi (exsicc.) auch in Gebirgswaldungen bei 
Ogulin. Am Plateau blüht die Pflanze Ende Mai, bei Kuzelj Anfangs 
Mai, bei Ogulin im Monate April, bei Abazia im März. 

Längs der Strasse von Tihovo gegen Brod zu gibt es Kalk- 
felsen, wo ich Leontodon incanus, Arabis auricidata, A. arenosa 
(häufig), Linum catharticum, Saxifraga tridactylites und Helleborus 
viridis var. vulgaris Maly sammelte. Der Kelch ist bei dieser Varietät 
grüD, 5—6 Cm. breit, Stengel bei unserer Pflanze zweiblüthig, Nerven 
auf der Unterseite der Blattabschuitte erhaben vortretend, fein behaart. 
Hier wächst auch H. niger. Auf einer Wiese überraschte mich das 
Gänseblümchen [Bellis perennis) mit dunkel -purpurrothen Blüthen, 
sonst gab es hier nichts interessantes. 

Am anderen Tage wollte ich den Ursprung des Velika Bjelica- 
baches besuchen, verliess zeitlich Brod und ging gegen Kuzelj zu. 
In einer halben Stunde erreicht man eine buschige Felsenpartie, 
welche sich längs der Fahrstrasse hinzieht. Die erste Pflanze, welche 
mir durch ihr massenhaftes Auftreten auffiel, war Bellidiastrum Mi- 
chelii, Yon welchemhier auch zweistengelige Exemplare vorkommen. Hier 
blühte noch Aquilegia Menkaeana, Vicia oroboides, Orchis speciosa, 
Hacquetia, Lonicera ^ylosteum; von Pteridophyten kommen hier 
vor: Scolopendrium vulgare Sm. (1798; Sc. ofßcinarum Sw. 1800) 
lind Phoegopteris polypodioides. Besucht man aber diese Stelle Anfangs 
August, dann findet man hier Astrantia Oroatica Tomm., Telekia 
speciosa, Libanotis montana, JPeucedanum austriacum, Tofieldia caly- 
culata, welche ich das vorige Jahr am 4. August auch am Zeleni vir 
bei Brod und heuer am Jezero bei Delnice und Türke gefunden habe. 



*) Das erstemal sah ich diesen Ahorn im Jahre 1883 an Waldrändern 
bei Grbael, unweit Brod, das vorige Jahr fand ich ihn hei Isevnica im Broderthale, 
wo auch Ä. campestre, platanoides und Pseudo-plantanus vorkommt, aber an 
beiden Standorten nur in der Strauchform. Heuer am 6. August überraschten 
mich in Leskova draga bei Kuzelj hohe Bäume von 100 — 120 Cm. Umfang. 



59 

Beim Antritte des Bjelicathales sammelte oder notirt'e ich fol- 
gende Pflanzen: Hellehorus niger, viridis var. vulgaris, Ranunculus 
lanuginosus, Cineraria alpestris (häufig), Viburnum Lantana, Sam- 
bucus Ebulus, Asarum europaeum, Veratrum album var. Lobelianum, 
Arum maculatum. Aposeris foetida, Aremonia agrhnonioides (häufig), 
Omphalodes verna, Arabis arenosa, JPoa annua, Bellis perennis^ 
Corydalis ochroleuca, Ajuga reptans, Gralium cruciata, Lamium 
Orvala. Moehringia muscosa, Hepatica triloba, Cyclamen europaeum, 
Teucrium Cham^aedrys var. hirsutum, Hippocrepis comosa, Salvia 
glutinosa, und auf feuchten Stellen Veronica Beccabunga, Caltha 
pelustris und Grepis paludosa. Eine Zierde der Bachufer ist nicht 
nur hier sondern auch längs der Kulpa, Kulpica, Isevnica, Mala 
Bjelica, Gerovcica, Cabranka, Salix incana, welche gewöhnlich mit 
Alnus glutinosa und incana gemeinschaftlich wächst. 

In einer buschigen Gegend fand ich blühend Allium ursinum. 
Von Sträuchern gedeiht hier Evonymus verrucosa und Rhamnus 
Carniolica, welche gerade blühte. Ich habe gelegentlich (Oest. bot. 
Ztschr. 1884, p. 84) aufmerksam gemacht, dass Rh. alpina L. nir- 
gends am Plateau des liburnischen Karstes vorkommt und doch wird 
sie in der neuesten Zeit in Croatien für den Eisnjakberg citirt, 
obwohl schon durch die Blattform verschieden. 

Bei der echten Rh. alpina sind die Blätter niemals länglich 
lanzettlich, an jene von Carpinus Betulus erinnernd, sondern im 
Umrisse oval. Vj^ — ly, mal so lang als breit, vorne plötzlich in 
eine kurze dreieckige Spitze zusammengezogen oder auch ganz stumpf, 
3 — 8 Cm. lang und 5 — 6 Cm. breit; jederseits vom Mittelnerv mit 
10 — 14 schief parallelen Seitennerven. 

Die länglich lanzettförmigen Blätter von Rh. Carniolica sind 
5 — 15 Cm, lang und 2 — 5 Cm. breit, beiderseits vom Mittelnerv 
mit 16 — 20, selten mehr oder weniger Seitennerven. Wer die anderen 
Unterschiede erkennen will, den verweisen wir an Kerner's Arbeit: 
Novae plantarum species Tiroliae, Venetiae etc., oder auf den Auszug 
aus dieser Publication von Bartsch in der Oest. bot. Ztschr. 
(1870), p. 286. 

Auf einer sandigen Stelle des Bjelica-Baches überraschte mich 
ein Rasen von Chamaebuxus alpestris Spach {Polygala Chamaehuxns 
L.). Dieser kleine, immergrüne Halbstrauch hat mich um so mehr 
interessirt, da ich ihn das erstemal sammelte. Ueberhaupt scheint 
diese Pflanze in Croatien selten zu sein, da z. B. El. Croatica (p. 598) 
nur den Berg Mrzin in der Lika erwähnt. Die Kelchblätter sind bei 
meinen Exemplaren gelblichweiss mit gegen die Spitze gelber 
Blumenkrone. 

Auf einer buschigen Waldwiese fand ich die typische Salvia 
pratensis. Dieser Fund ist um so interessanter, da wir für diese Art 
im Fiumaner Comitato nicht einen Standort kannten. Am ganzen Pla- 
teau wächst Salvia pratensis var. parvifiora {S. dumetorum) und 
erhebt sich bis zum Fusse des Risnjakberges (Waldgegend Smrekovac) 
und ist im ganzen Littorale die häufigste Salvia. Es scheint mir, 

5^ 



60 

dass diese Salvei auch am Ursprünge der Mala Bjelica vorkommt, 
denn so viel ich mich erinnere, habe ich vor zwei Jahren dieselbe 
Pflanze aber schon abgeblüht dort gesehen. Unweit von S. pratensis 
habe ich Listera ovata, am Bachufer Cerinthe minor gefunden. Auf 
einem lehmigen Hügel blühte ausser Viola canina, Lysimachia 
nemormn (auch in der Gegend Zaturine bei Lokve), längs des Ufers 
erhob sich ein Chaerophyllum und daneben auf einem Fusssteig 
Taraxacum palustre, im Gebüsche T^ro/w'ca Chaniaedrys. 

Auf allen meinen botanischen Excursionen war ich bis nun 
glücklich und fand je einen neuen Bürger für die Flora Croatica, 
und diess erlebte ich mit grosser Freude auch am Nachmittag des 
11. Mai. Ich ging längs der Fahrstrasse, sammelte da Stellaria nemo- 
rum, Doronicum austriacwn und wurde durch eine buschige, feuchte 
Felswand aufgehalten. Hier prangte Bellidiastrum in grosser Menge; 
auf bemoosten, nassen Stellen siedelte sich aber Pinguicula alpina 
nebst Phoegopteris polipodioides an, sonnige Felsen zierte Erica 
carnea. Als ich das Auge dem Boden zulenkte, bemerkte ich blühend 
Ranunculus repens, aber daneben einen verblühten Hahnenfuss mit 
nierenförmigen, grobgekerbten Grundblättern und erkannte zu meiner 
grossen Freude Ranuncidus cassuhicus L., von welchen ich mehrere, 
verschieden grosse Exemplare in meine Mappe einlegte. Auf derselben 
Stelle wächst auch Athyrium Filix femina var. fissidens Doli. 
(Luerssen: Die Farnpflanzen; Leipzig 1884, p. 139, f. 94 — 97). 
Am Abende kehrte ich zufrieden nach Brod und wurde hier am 
anderen Tage durch Schnee überrascht, es schneite von 9 — 11 Uhr 
Vormittag und der Schnee bedeckte das Gebirge auf 2 — 3 Dm. 
hoch und blieb hier bis zum anderen Tag liegen. 

(ScMusa folgt.) 



Flora des Etna. 

Von Prof. P. Gabriel Strobl. 

(Fortsetzung.) 

1164. Ricinus communis L. Guss. Syn. et Herb.! *Parl. Fl. it. 
Stengel strauchig, nebst den Blattstielen seegrün bereift, Blätter 
schildnervig gespalten, Lappen länglich lanzettlich, gezähnt gesägt, 
Kapseln stachelig. Var. ß. africamis (W.) Pari. Fl. it. = Ric. afri- 
canus W. Presl Fl. sie, *Eaf. I., *Philippi, Guss. Syn. et Herb.!, 
unterscheidet sich durch röthlichen, nicht seegrün bereiften Stengel 
und dichtere Kispe. — Früher wahrscheinlich nur cultivirt, jetzt an 
vielen Stellen Siciliens an Hecken und fetten, buschigen Wegrän- 
dern nahe dem Meere verwildert; auch im Gebiete auf Lavaströmen 
der Tiefregion häufig (Philippi var. ß.), um Catania, Acicastello etc. 
bis Taormina («,!), um Cibali bei Catania von Pariatore selbst 
gesammelt (Pari. Fl. it., var. ß.). April— Juni. ^. 

NB. iBuxus sempervirens L. Im Gebiete nicht selten cultivirt, 
verwildert auch bisweilen, z. B. um Catania (Herb. Beyer!); doch wird 
sie von Presl Fl. sie. mit Unrecht als in Sicilien einheimisch aufgeführt. 



61 

XCV. Farn. Juglandeae DC. 

1165. Juglans regia L. *Tratt. Scud., *Philippi. Findet sich 
nach Scud. und Phil, sehr selten in den Etnawäldern, in Mehrzahl 
nur in den tiefen Niederungen der Wälder von Kandazzo bei 2000'. 
Liebt nach Scud. „frisches, fettes, tiefes Erdreich, will allein stehen 
und sich ausbreiten, vernichtet die unter ihm wachsenden Gesträuche, 
besonders die Weinreben, und ist überhaupt nicht als Waldbaum zu 
empfehlen". In der Tiefregiou hingegen wird er ziemlich häufig cul- 
tivirt, z. B. zwischen Catania und Nicolosi, besonders bei Torregrifo, 
zwischen Casale und Milo bis 3000', um ßronte bei 2000'! Blüht 
März, April, beblättert sich nach Tom. Geogr. im April. 

XCVI. Fam. Terebinthaceae Juss. 

1166. Pistacia Lentiscus L. '''Kaf. II, *Tratt. Scud., *Torn. foss. 
An Zäunen, Eisenbahndäramen, auf Lavaströmen und zwischen Ge- 
sträuch bis gegen 2000' nicht selten: „In der Waldregiou einhei- 
misch, besonders auf dürren Höhen nahe dem Meere, auch gegen 
Norden" (Scud.), „um Leucatia sowohl fossil, als auch jetzt noch 
wild" (T r n.), Belpasso (Herb. Tom. !), Catania (C o s e n t. in Herb.Gus's.!), 
längs der Bahn von Catania nach Acicastello ! März — Mai. ^ . 

1167. Pistacia Terehinthus L. *Tratt. Scud., *Brunner, *Guss. 
Syn. et '"'Herb., *Torn. foss., ''""Torn. Cart. In Lavafeldem und auf 
sonnigen, vulkanischen Abhängen bis 2500' häufig: „Zwischen Eichen 
am Etna und auch sehr verbreitet in den cultiv. Pistazienbainen" 
(Scud.), „geht vom Meeresufer (auf den Laven des Capo delle armi 
bei Catania) auf der Südseite des Etna bis Massanuuziata (1425') 
und Nicolosi (2128'), auf der Westseite bei Bronte bis 2549', auf 
der Nordseite bei Raudazzo bis 2545', wurde bei Leucatia nebst 
der var. ovaUfolia Torn. auch fossil gefunden" (Torn. foss.), in der 
Contrada Mazzuppella (Herb. Tornab. !), um Catania, Aci, Nicolosi 
(Guss. Syn. et Herb.!); wurde auch von mir um Catania, Ognina, 
Mascalucia, Gravina, Torregrifo und Bronte vielfach beobachtet. 
April, Mai. ^. 

1168. Pist. Vera L. *Philippi, *Torn. foss., sativa Presl Fl. 
sie. ß. pinnata Presl. Unterscheidet sich von Tereh. durch bedeu- 
tend grössere, mandelförmige Früchte, 1 — 2paang unpaarig gefie- 
derte Blätter, bedeutend grössere, stark netznervige, lederartige, fast 
kreisförmige, stumpfe Blättchen. Trifolia L. Spec. pl. 1454 wird 
von L. unterschieden durch einfache bis dreizählige Blätter, in letz- 
terem Falle mit nur kleinen Seitenblättchen; öfters finden sich auf 
demselben Aste neben dreizähligen auch einfache und zweipaarig 
unpaarig gefiederte Blätter. Torn. foss. stellt noch eine dritte „Art" 
auf und beschreibt seine Bocconi wie folgt: „Blätter selten einfach, 
meist unpaarig gefiedert mit 3 oder 5 kreisförmigen, breiten Blätt- 
chen ; diese beiderseits freudiggrün, unterseits glänzend, an der Spitze 
abgerundet oder etwas zweilappig mit Stachelspitze, an der Basis fast 
herzförmig oder verschmälert oder imgleich; Bänder unversehrt oder 
etwas wellig; Nerven stark, der Primarnerv gefiedert, die Secuudar- 



62 

nerven getrennt; der Blattstiel zweilappig; die Eispen sclilaffblüthig, 
die Pflaume eiförmig, ziemlich gross, roth, etwas zusammengedrückt, 
stachelspitzig, saftlos." — Sie scheint nach Tom. selbst von tHfol. 
L. aus Sicilien nicht verschieden zu sein; aber auch zwischen trif. 
und Vera sehe ich keine stichhältige Differenz; Presl Fl. sie. zog sie 
daher wohl mit Kecht zusammen als sativa Presl «. trifolia (= trif. 
L.) und ß. pinnata {= vera L.). Vera stammt nach Bertol. aus 
Syrien, wird aber in der Tiefregion des Etua bis 2000' (Presl, Phi- 
lippi etc.) häufig cultivirt, nach Torn. und meinen eigenen Beob- 
achtungen jedoch fast ausschliesslich zwischen Adernö und Bronte; 
nach Torn ab. wird sie häufig auf Pist. Tereh. gepfropft, bisweilen 
auch auf Bocconi. Var. trifolia (L.) = Bocconi Tornab. ist nach 
Torn. foss. auf vulkanischem und kalkigem Terrain, z. B. auf den 
Hügeln Ton Bronte und Pietrapersia wild, aber selten; ich erhielt 
sie durch ihn von Fitene bei Bronte. Torn. foss. erwähnt noch, jedoch 
ohne Beschreibung, die mir unbekannte sicula Torn. als bei Pietra- 
persia wild und fossil vorkommend. Mai, Juni. ^ . 

(Fortsetzung folgt.) 



Literaturberichte. 

Kienitz-Gerloff F., Botanik für Landwirtlie. Zum Gebrauche an land- 
w'irthscliaftlichen Lehranstalten, sowie zum Selbstunterricht. Mit 532 Text- 
abbildungen und einer Farbendrucktafel. Berlin, Paul Parey, 1886. — VI 
und 552 Seiten. 

Die Zahl der für specielle Zwecke tind kleinere Kreise bestimmten 
botanischen Lehrbücher mehrt sich von Jahr zu Jahr zusehends. Es 
beweist dies eigentlich gewissermassen eine Vertiefung der wissen- 
schaftlichen Thätigkeit, ein Herauslösen aus dem Grossen, Allge- 
meinen und ein Specialisiren und Eingehen in gewisse Einzelnheiten, 
wie sie eben für den in Betrachtung gezogenen Gegenstand passen. 
Lauft man da wohl einerseits Gefahr, sich in den Details selbst 
zu verlieren, so ist doch andererseits wieder ein oder der andere 
Schritt vorwärts gethan auf der Bahn des Wissens und das Neue, 
die neuen Entdeckungen und Folgerungen werden wieder dem 
grossen Ganzen zu Gute kommen. 

Mit dieser Vorstellung sind wir auch an das vorliegende Buch 
getreten und können mit Befriedigung constatiren, dass ein um- 
fassendes Wissen und ein mühevoller Fleiss aus dieser Arbeit spricht. 
Das Buch ging aus den Vorlesungen hervor, die Verfasser an der 
Landwirthschaftsschule zu Weilburg a. d. Lahn für solche Elementar- 
lehrer gehalten, deren Aufgabe die Einrichtung und Leitung von 
ländlichen Fortbildungsschulen ist. Das Buch „stellt sich die Aufgabe, 
sowohl dem jungen Oekonomen, welcher an einer landwirthschaftlichen 
Lehranstalt studirt, als auch dem älteren Landwirth, welcher sich 
über die Lebensbedingungen seiner Culturgewächse belehren will, 
eine seinen Bedürfnissen möglichst angepasste und dabei abgerundete 



63 

üebersicht über die botanische Wissenschaft zu geben. Diese Kück- 
sichten haben die Stoöauswahl bestimmt und haben es veranlasst, 
dass der Physiologie und speciell derjenigen der Ernährung ein be- 
sonders breiter Eaum zugewiesen wurde". 

Mit diesen Worten kennzeichnet Verfasser selbst den Stand- 
punkt, den er bei Abfassung dieses Werkes eingenommen hat. Im 
ersten Abschnitte werden die äussere Gestalt der vegetativen Pflan- 
zentheile (Morphologie und Biologie), im zweiten der innere Bau, 
im dritten und vierten die Lebensvorgäuge in der Pflanze, beziehungs- 
weise die Fortpflanzung, im fünften endlich eine systematische Ueber- 
sicht der landwirthschaftlich wichtigen Pflanzen gegeben. Genügend 
ausführlich sind die morphologischen Gesetze besprochen und das in 
vieler Beziehung ziemlich trockene Material ist gut lesbar und ausser- 
ordentlich klar abgehandelt. Referent will speciell den Absatz über 
Blattstelluug hervorheben, der bei all seiner Complicirtheit ganz 
prächtig geschrieben ist und an Verständlichkeit nichts zu wünschen 
übrig lässt. — Hingegen würde eine etwas breitere und ausführlichere 
Darstellung der anatomischen Verhältnisse gewiss dem Buche nur 
zum Nutzen gereichen. Warum der Verfasser neben der „Gummosis" 
nicht auch der „Resinosis" gedenkt, ist nicht einsichtlich. In streitigen 
Prägen hält das Buch sich vollständig objectiv; z. B. in der Theorie 
der lutussusception und Apposition der Zellwandmicellen. Bezüglich 
der Schliesshaut- und Torusfrage der Couifereutracheidentüpfel 
schliesst sich Verfasser der Ansicht Pteinke's an. — Zu den besten 
Partien des Buches gehören die Abschnitte über den atomistischen 
und molecularen Aufbau der Organismen und über die Assimilation 
des Kohlenstoffes und die Bildung organischer Substanz. Sehr hübsch 
ist die Zusammenstellung der Beziehungen, die sich zwischen Stoff- 
und Kraftwechsel der Thiere und grüner Pflanzen ergeben; folgendes 
Schema veranschaulicht dieselben: 

Die [ Kohlensäure, Wasser, Ammoniak, Salpetersäure ] Das 

Pflanze l Lebendige Kraft der 1 Lebendige Kraft der } Thier 
yerbrauchti Sonnenstrahlen. | Wärme und Arbeit ' ^'^^""^^ 
Die Pflanze f Kohlenhydrat, Fette, Eiweisskörper . j^ ^j^. 

erzeugt | chemische SpannM^^^^ | verbraucht 

Das Thema der Fortpflanzung ist nach der systematischen 
Reihenfolge der Pflanzengruppen bearbeitet, übersichtliche Zusammen- 
stellungen und die Erklärung der biologischen Einrichtungen er- 
leichtern das Verständniss dieser verwickelten Verhältnisse. Den 
Schluss bildet eine recht übersichtlich aber gar zu gering detaillirte 
Systematik der landwirthschaftlich wichtigen Pflanzen, die, wie auch 
die vorliergehenden Abschnitte durch zahlreiche gute Bilder illu- 
strirt ist. 

Die wenigen Proben, die wir aus dem reichen Inhalte des 
Buches angeführt haben, werden genügen, um den wissenschaftlichen 
Werth und dessen Brauchbarkeit als laudwirthschaftliche Botanik 



64 

zu bezeugen. Es ist eine tüchtige mit grossem Fleisse und lobens- 
werther Objectivität verfasste Arbeit, zu der wir dem Verfasser nur 
gratuliren können. Auch die Ausstattung ist eine recht gute. 

Dr. T. F. Hanausek. 

Beck Dr. Günther. Zur Pilzflora Nieder-Oesterreichs. III. (Verhandl. der 
k. k. Zool.-botau. Gesellsch. XXXV. p. 361 flf.) Wien 1885. 15 S. 

Verf. bringt in diesem dritten Beitrage abermals eine grosse 
Anzahl (63) für Nieder-Oesterreich neuer Arten, sowie eine beträcht- 
liche Anzahl neuer Standorte bereits bekannter Species. 7 Arten 
werden neu beschrieben und zwar: Tilletia Thlaspeos Beck in den 
Samenknospen von Thlaspi alpestre ; Calocera cornigera Beck; Hyd- 
mnn puberulum Beck; Coprinns pilosus Beck; Agariciis {Psathyrella) 
unihraticiis Beck; Lycoperdon annidarius Beck (als eine der Ur- 
sachen der „Hexenringe" von E. Rathay gefunden) und Perono- 
spora Bidhocapni Beck auf Gorydalis cava. Ueberdiess enthält die 
Abhandlung die lateinischen Diagnosen der vom Verf. in der „Flora 
von Hernstein" in deutscher Sprache beschriebenen Pilze, nämlich 
von Dacrymyces ■muUiseptatus Beck, Boletus Lorinseri Beck, Peziza 
atrofusca Beck, P. epichrysea Beck, P. imperialis Beck, P. linino- 
pliita Beck und P. coronaria Jacq. Wettstein. 

Sydow P. Anleitung' zum Sammeln der Kryptogamen. Stuttgart 1885. 
J. Hoffmann. 144 p. mit 10 Holzschn. 

Ein für das praktische Bedürfniss des Anfängers in erster Linie 
bestimmtes Buch, das dnrch Berücksichtigung der neuesten Ergeb- 
nisse der die Kryptogamen behandelnden Botanik demselben in vielen 
Fällen mit Eath an die Hand gehen wird. So leicht und einfach bei 
einiger Uebung das Auffinden und Sammeln der Kryptogamen ist, 
so gross sind anderseits die Hindernisse, die dasselbe dem Unge- 
übten bereitet, und indem das vorliegende Buch ihm über diese hin- 
weghilft, setzt es ihn auch in die Lage, mit Erfolg an das Studium 
zu schreiten. Der Verf. behandelt jedoch nicht bloss das eigentliche 
Auffinden der Kryptogamen an ihren natürlichen Standorten, son- 
dern auch die zweckmässigsten Untersuchungs- und Präparations- 
methoden, woran sich auch eine Schilderung der entsprechenden In- 
strumente, vor Allem des Mikroskopes und seiner Nebonapparate 
schliesst. Von Werth dürften auch die den einzelnen Capiteln fol- 
genden Zusammenstellungen der wichtigsten Literaturbehelfe sein. 

W. 

Znkal Hugo. Ueber einige neue Pilze, Myxomjceten und Baeterien. 

(Verhandl. der k. k. Zool.-totan. Gesellsch. XXXV. p. 333 if.). Wien 1885. 
12 S., 9 Fig. auf 1 Taf. 

Verf. beschreibt in dieser Abhandlung 8 neue Species, die zu- 
gleich eine werthvolle Bereicherung der Kenntnisse über die nieder- 
österreichische Pilzflora bilden. Einige der interessantesten Formen 
mögen besonders hervorgehoben werden: TricMa nana Zuk., zu- 
nächst verwandt mit T. fallax Pers. und mithin ein zweiter Ver- 



65 

treter dieser Gruppe von Tricbieu; Bacterium tmtuosum Zuk., eine 
Zoogloeen bildende, durch die bandartige Anordnung der einzelnen 
Individuen sehr merkwürdige Bacterie; Amaurochaete speciosa Zuk., 
ausgezeichnet durch den Bau des Capillitiums. Für Sphaeronema 
vitreum Cord. (= Melanospora vitrea Sacc) wird die Pycniden- 
Natur nachgewiesen, üeberdiess werden beschrieben: Erythrocarpon 
7nicrostonunn Zuk., Microascus longirostris Zuk., Spororniia immersa 
Zuk., Melanospora ornata Zuk. und M. Solani Zuk. Alle Arten sind 
auf der beigegebenen, wie alle Tafeln der Publicationen, in denen 
die Abhandlung erschien, schön ausgeführten Tafel abgebildet. 

Wettstein. 

Borzi A.: Compendio della flora forestale italiana. Messina 1885. XLIV. 
und 181 Seiten in kl. 8°. 

Vorliegendes Werkchen ist ein dichotomischer Schlüssel zur 
Bestimmung der strauchigen und holzigen Gewächse Italiens, spe- 
ciell für Forstleute geschrieben, nach dem Muster unseres weitbe- 
nützten „Excursionsbuches" von G. A. Lorinser, — Dem eigent- 
lichen Schlüssel gehen 33 Seiten Einleitung voran, worin Verf. das 
Wesentlicbste aus der Organographie, jedoch in allzu knappen Um- 
rissen, vorträgt. — Der Bestimmungsschlüssel ist mit Sorgfalt aus- 
gearbeitet; besondere Umsicht in der Bearbeitung erfuhren die Gat- 
tungen Rosa, Quercus, Salix. Obst- und Zierbäume finden (in einer 
etwas elastischen Auffassung des ausführlicheren Titels) gleichfalls 
Aufnahme; es dürfte auch einigermassen befremden, Salsolaceen, 
Mesembryanthemum, Apteranthes, Opuntia, Agave und ähnliche darin 
vorzufinden. — Die Nomenclatur ist vom Verf. vielfach durchge- 
sehen und in einer von der gewöhnlichen abweichenden Weise ge- 
braucht worden; erwächst dadurch dem Buche eine Eigenthümlich- 
keit, so verliert es an Klarheit. So seien bloss beispielsweise her- 
vorgehoben : Cheiropsis Presl, Ptüotriclwni Led., Chamaebuxus Spch. 
als Gattungsnamen u. a. statt der gegenwärtig gebräuchlicheren; so 
noch: Cistu^s Clusii Dem. für 0. rosmarinifoUus Pourr., Pterospar- 
tutn Wk. für Q-enista sagittalis^ Mhodothamnus (statt Rhododendron) 
Chatuaecistus, Loiseleuria (für Azalea) j^rocwnbens, Selichryson statt 
Heliclirysmn u. s. f. Die Synonymie ist vorwiegend niu: bei den 
vom Verf. vorgezogenen Bezeichnungen angegeben; bei den meisten 
Arten findet sich vor dem klassischen noch der landesübliche Name. 
— Die geographische Abgrenzung reicht einerseits bis zu den letz- 
ten Flecken des Landes, den baiden Inseln Limosa und Lampedusa 
im afrikanischen Meere (soweit deren Forschungsergebnisse bekannt 
sind!), andererseits ist die nördliche Grenze doch etwas zu weit ge- 
rückt, wenn u. a. folgende Arten: Alysswn Widfenianum, Daphne 
Blagayana, Salix pentandra>^ alba Kern., S. incanaXcinerea Andrs., 
S. retusaXfflauca Kern. {Dianthus glacialis, Silene Pimiilio. . ., beide 
nur nebenbei erwähnt!) etc. aufgenommen sind. — Ein ausführliches 
Eegister (23 S.) auch der Synonyma beschliesst das praktische Büch- 
lein, welches immerhin zu einer schnellen Bestimmung der ital. Holz- 



66 

ge wachse, Strauch er imd Halbsträucher als guter Behelf empfohlen 
werden kann. — Schliesslich seien noch die vom Verf. neu aufge- 
stellten Speciesnamen und Varietäten hier kurz angeführt: Ptilotrichum 
halimifolium = Alyssum lialiniifolium L.; Triadenia heterostyla == 
Hypericwm heterostylutn Frl.; Pistacia veraXTerehinthus = P. liy- 
hrida Gasp.; Acer monspessulanum L, ß. quinquelobum; JRhamnus 
Älaternus L. ß. angustifolius ; Sorbus Ar'ia Crtz. X] aucuparia L. = 
S. hybrida L.; Posa arvensis H.ds. ö. Hermanniae, R. tonientosa X, 
gallica = R. finnbriata GrmL, R. tomentoso X rubiginosa (?), R. to- 
mentella Lam. 6. appennina = R. tiroliensis Kern.?, R. dumetorum 
Ihll. y. incanescens; Saliso reticidata L., ß. angustifolia, S. triandra 
L., ß. brevifolia, S. purpurea L., y. eburnea, S. pedicellata Desf. X 
purpurea h. = S. peloritana Prstd.; S. pedicellata X purpurea, ß. 
canescens, S. nigricans Sm., ß. appeiinina; Quercus Suber L., ß. se- 
rotina, Qu. Cerris X Suber = Qu. Pseiido- Suber Sauti, Qu. Hex X 
Suber = Qu. Morisii Bzi. Solla. 

Botaniker-Kalender 1886. Herausgegeben von P. Sydow und C. Mylius- 

I. Jahrg. kl. 8° in zwei Theilen. Preis zusammen Mk. 3. Verlag von Julius 
Springer, Berlin 1886. 

Das Erscheinen des vorliegenden deutschen Kalenderwerkes 
wird gewiss jedem Botaniker und Floristen willkommen sein, da es 
durch seine praktische Einrichtung allen an einen Botaniker -Ka- 
lender zu stellenden Anforderungen entsprechen dürfte. Was den er- 
sten Theil, „das botanische Taschenbuch" anbelangt, so enthält er 
ausser dem üblichen vollständigen Kalendarium, Schreib- und Notiz- 
kalender nebst Angabe der Geburts- resp. Sterbetage der hervorra- 
gendsten Botaniker des In- und Auslandes u, s. w. noch eine grosse 
Anzahl von Tabellen und Verzeichnissen, wie sie der Pflanzen- 
freund nur selten in den ihm zu Gebote stehenden Hilfsmitteln in 
der gewünschten Uebersichtlichkeit zu finden vermag. Daran scblies- 
sen sich die General-Kegeln für Pflanzensammler, sowie Präparir- 
methoden für Herbarpflanzen. Einen wesentlichen Werth erhält das 
Ganze durch die Tabellen zur leichteren Bestimmung der deutschen 
Rubus-kii^B. von Dr. IJtsch, der deutschen Arten des Genus Rosa 
von Dr. H. Christ, der deutschen Characeen von P. Sydow und 
der in Europa bis jetzt beobachteten Sphagna von C. Warnstorf. 
Der zweite Theil, „das botanische Jahrbuch", behandelt auf 118 
Seiten biographische Notizen, ein Verzeichuiss Deutschlands Bota- 
niker und hervorragender Floristen, die deutschen botanischen und 
naturwissenschaftlichen Gesellschaften und Vereine, Unterrichtsan- 
stalten, Museen und Sammlungen, endlich eine Zusammenstellung 
der vom 1. Juli 1884 bis 30. Juni 1885 erschienenen deutschen bo- 
tanischen Literatur. Beide Theile erscheinen getrennt, sind jedoch 
einzeln nicht käuflich. "Wie aus Vorstehendem ersichtlich, ist es eine 
mit vielem Fleisse zusammengestellte Arbeit, deren Werth bedeu- 
tend erhöht würde, wenn Deutschlands Grenzen nicht auch die Gren- 
zen des Inhaltes bilden würden. J. 



67 

Colmeiro D. Miguel: Ennmeracion y Revision de las Piautas de la 
Feninsula Hispaiiico Lnsitana e Islas Baleares. 

Von diesem neuesten Werke des Autors ist der I. Band, ent- 
haltend einen Vorbericht und die Thalamifloren, in Madrid 1885 
erschienen. Laut des bei dieser Gelegenheit vom Verf. versendeten 
Prospectes geht der Pflanzen-Enumeration voran: Eine historisch- 
kritische Prüfung aller die spanisch-portugiesische Flora betreffenden 
Arbeiten von den ältesten Zeiten (mit Benützung alter, arabischer 
Schriften) bis in die Gegenwart, ferner wurde bei der Nomenclatur 
der Pflanzen auch auf die Vulgärnamen, unter welchen die ein- 
zelnen Gewächse in spanischer und portugiesischer Sprache und im 
Provinzial-Dialect bekannt sind, Kücksicht genommen. Als Anhang 
ist dem Prospecte ein Verzeichniss der bisher (seit 1849) veröffent- 
lichten botanischen Arbeiten Dr. Colmeiro's beigefügt. 

Moritz Pi-ihoda. 

The Journal of tlie Linuean Society. Vol. XXI Nr. 136 und 137 (London 
1885). 

Die gegenwärtigen zwei Hefte enthalten im Ganzen 11 bota- 
nische Artikel. Davon betreffen: a) Physiologie der Krypto?amen: 
Druery Charles T. Beobachtungen über einen eigenthümlichen Vor- 
gang bei der 'Entwicklung yoü AtJiyrium ßlLv femina. Derselbe: 
Ueber eine besondere Art der Keproduction bei Athyrmm filix fe- 
mina var. clarissima. Bower F. 0.: Ueber Aposporie bei Farnen, 
und Plowright Charl. B.: Bemerkungen über die Fortpflanzung der 
Uredines Heteraecii. — b) Systematik, beziehungsweise Morphologie: 
Holmes Edw.: Ueber Chinchona Ledgerkma als S^ecies; Freeman 
C. S. Eoper: Ueber Banuncuhis Lingua. — c) Exotische Floren: 
Thiselton Dyer W. E.: Bericht über H. 0. Forbes' Expedition 
nach Timor-Lant (auch Tenimber-Island's genannt), eine Inselgruppe 
im Norden von Australien. Clarke Charles B.: Botanische Notizen, 
betreffend eine Excursion von Darjeeling nach Tonglo und Sundukphoo 
(Nepal); Daniel Oliver Prof.: Verzeichniss der von Jos. Thomson 
in den Gebirgen des östlichen Aequatorial- Afrika gesammelten Pflan- 
zen, mit Bemerkungen von J. D. Hook er. — Ferner in Nr. 137: 
Baker J. G. Beiträee zur Flora von Madagascar (2. und letzter 
Theil); Kidley Henry N.: Die Orchideen von Madagascar. 

Pfihoda. 



Correspondenz. 

Prag, am 20. December 1885. 
In Termeszetrajsi Füzetek Vol. IX. 1885 bespricht Herr Dr. 
V. V. Borbäs: „die siebenbürgischen Verbascumarten Schur's im 
Lemberger Herbarium". Daselbst werden auch die verschiedenen 
Formen, in denen der Bastart von Verhascum yhlomoides und Verh. 
lychnitis erscheint, auseinandergesetzt, und eine derselben, das Verb. 



68 

denudatum Pfund erhält einen neuen Namen V. bohemicum Borb., 
weil auch ein Verb, denudatum Boiss. et Heldr. Diagü. Ser. I, 12, 
Fl. Orient.^ IV, p. 334 esistirt. Borb äs citirt hiebei V. denudatum 
Pfund in Celak, J^rodr. d. Fl. v. Böhmen oder an anderer Stelle sogar 
Verb, denudatum Celat. und glaubt somit, der Pfund'sche Bastart sei 
zuerst in meinem Prodromus (1872) veröifentlicht, Diess ist jedoch 
nicht der Fall, sondern V. denudatum Pfund ist bereits in der Oekon. 
techn. Fl. Böhmens von Graf v. Berchtold imd Opiz Bd. III, 1. 
im J. 1841 mit Diagnose und ausführlicherer Beschreibung publicirt, 
und zwar unter den „ßastart- oder Zwischenformen (Plantae hybri- 
dae s. intermediae)". Dieselbe Bearbeitung der böhmischen Verhasca 
von Pfund erschien auch als separate Monographie, deren mein 
Prodromus auf S. 318 auch Erwähnimg gethan hat. 

Die Abstammung des Verb, denudatum zu eruiren hat zwar 
Pfund nicht versucht, wie er es auch in Betreff der übrigen von 
ihm beschriebenen Bastartformen nicht gethan hat; ich habe jedoch 
ein Stück des betreffenden Exemplars im böhm. Museumsherbar ge- 
sehen und danach die Deutuno- V. phlomoldes X lychnitis gegeben. 

Da nun V. denudatum Pfund bereits 1841 publicirt ist, die 
Diagnoses plant. Orient, von Boissier aber erst 1842 zu erscheinen 
anfingen, deren 12. Heft sogar erst nach 1850 erschienen sein kann, 
so hat der Pfund'sche Name vor dem gleichlautenden Namen der 
orientalischen Art die Priorität und muss daher, wofern mau die 
binäre Benennung der Bastartformen zu Recht bestehen lässt, dem 
V.pMomoidesX lychnitis verbleiben. Er hat auch vor allen anderen, 
den einzelnen Formen des Bastartes F. phlomoides X lychnitis gege- 
benen Namen die Priorität, was von Bedeutung ist, wenn man es 
vorzieht, alle einzelnen Formen in einer Benennung zu vereinigen. 

Wenn man also die binäre Benennung für Bastartformen gel- 
ten lässt, so muss das V. denudatum Boiss. et Heldr. aus der Ab- 
theilung der Leiantha Benth., imd nicht das V. denudatum Pfund, 
einen anderen Namen bekommen, und möchte ich für die orienta- 
lische Art den Namen Verb. Boissieri vorschlagen. 

Noch möchte ich mir an dieser Stelle eine Mittheilung zur 
mährischen Flora erlauben. Von Dr. Formänek erhielt ich aus 
Mähren ein bereits 1883 von ihm gesammeltes, als Iris sibirica be- 
zeichnetes Exemplar und später noch mehrere im Jahre 1884 wieder 
gesammelte Exemplare, die insgesammt zu Iris spuria L. gehören, 
welche Art in Oborny's Fl. v. Mähreu noch fehlt, und daher für 
Mähren neu ist. Nach Hrn. Formänek's briefl. Mittheilimg wächst 
diese Art mit /. sibirica, die er mir später vom gleichen Standorte 
auch zugeschickt hat, auf nassen Wiesen und in Wiesengräben zwi- 
schen Lundenburg und Altenmarkt, nahe der niederösterreichischen 
Grenze, woselbst auch Leucojum aestivum, Orchis laxißora, Gymna- 
denia conopsea, Euphorbia palustris, pilosa u. dgl. vorkommen. Es 
scheint diese Localität überhaupt recht interessant zu sein, denn in 
derselben Gegend, auf ähnlichen, jedoch vom Standorte der Iris 
b-puria etwas entfernten Wiesen fand derselbe eifrige Sammler auch 



69 

die für Mähren neue Carex nvtans Host, die er mir auch unter 
anderen, von ihm gesammelten unbestimmten und revisionsbedürfti- 
gen Pflanzen aus Mähren eingeschickt hat, und die nach meinerseits 
erfolgter Bestimmung bereits von ihm in der Oest. Bot. Ztschr. als 
mährischer Bürger bekannt gegeben worden ist. 

In meinem Aufsatze über Alisma arcuatvm habe ich darauf 
hingewiesen, dass alle Exemplare von AI. gramintfoUum Ehrh., die 
ich gesehen habe, als Formen des tieferen Wassers mit schwimmen- 
den oder untergetauchten linealen Blättern zum AI. arcuatum ge- 
hören. Meine Wahrnehmung finde ich nun nach dem, was Prof. 
Caspary in dem „Bericht über die 22. Versamml. des Preuss. bot. 
Vereins zu Marienburg 1883" S. 110 mitgetheilt hat, auch durch 
einen bereits von Caspary ausgeführten Culturversuch bestätigt. 
Daselbst ist zu lesen: „Die in den deutschen Floren als Alisma 
plantago form, graminifolium (Ehrh. als Art) bezeichnete Pflanze 
erwies sich durch Zucht aus Samen, die dem See von Gr. Nogat, 
Kreis Culm 1883 entnommen waren, im kgl. bot. Garten zu Königs- 
berg als AI. arcuatum Michalet. Der Vorsitzende (Caspary) be- 
zeichnete die mit schmallinealen, untergetauchten Blättern versehene 
Form dieser Pflanze als form, graminifolium und die mit eiförmig- 
länglichen, in die Luft ragenden Blättern ausgestattete, die bei Zucht 
in ganz seichtem Wasser aus der ersteren entsteht, als^ f. ohlongum."- 

L. Celakovsky. 

Prag, am 2i. December 1885. 
Im Jahre 1885 wurde ich in Antwerpen zum Mitglied des 
Ausschusses für die botanische Erforschung des Congogebietes ge- 
wählt. Eben erhalte die Auftorderung, einen Fragebogen über die 
botanische Erforschung des Congo einzusenden. Da diess weitere 
Kreise, besonders Specialisten interessiren dürfte, bitte Sie, in Ihrer 
Zeitschrift die österreichischen Botaniker hierauf mit der Bitte auf- 
merksam macheu zu wollen, die gewünschten Fragen schleunigst an 
mich einzusenden. 

Prof. Dr. Palacky, 
gewes. Vicepräsident des Antwerpner botan. Congresses. 

Lemberg, am 5. Jänner 1886. 
Auf die ironischen Bemerkungen, welche Herr v. Borbäs im 
letzten Hefte der Oe. bot. Ztschr. mir zu Liebe zu machen für gut 
befunden hat, erlaube ich mir Folgendes zu erwiedern: DUmthus 
LtiTnnitzeri Deg. (i>. plumarius var. saocatilis Nlrch.) habe ich nur 
im Vergleich mit D. plumarius L. mit dem Epitheton „species 
optima" belegt. Dass D. Lumnitzeri, welcher in zahlreichen Ori- 
ginalexemplaren neben Originalexemplaren des 1>. serothius WK. 
in meinem Herbare aufliegt, nur eine Standortsform des D. sero- 
tinus WK. ist, will ich Herrn v. Borbäs durchaus glauben, da ich 
von ihm als Botaniker eine zu hohe Meinung hege, als dass ich 
zweifeln könnte, er habe sich in Betreff" der systematischen Werthig- 



70 

keit des D. Lumnitzeri Deg. nur auf Grund der vorausgegangenen 
Beobachtung dieser Pflanze in der Natur in so entschiedener Weise 
ausgesprochen. Was mein D. pseudoserotinus ist, davon vreiss bis 
jetzt in der That nur ich und der liebe Gott, da ich noch nirgends 
die Diagnose dieser Art veröifentliclit habe; indem ich jedoch ge- 
trocknete Exemplare dieser Pflanze in letzter Zeit dem Skofitz'- 
schen Tauschverein zukommen liess, so hoffe ich nun Herrn v. Bor- 
bäs als den Dritten im Bunde recht bald begrüssen zu können. Was 
endlich die Potentilla Kerneri anbelangt, so bemerke ich, dass ich 
in meiner in Oe. bot. Ztschr. unlängst veröffentlichten Notiz aus 
diesem Grunde P. Kemerl Zimmet. p. p. an Borb.? und nicht 
„P. Kerneri Borb äs" geschrieben habe, weil ich im Privatherbar 
Zimmeter's unter dem Namen P. Kerneri drei verschiedene und 
von diversen Standorten stammende Arten, keine jedoch von dem 
Borbäs'schen Standorte (Lindenberg b. Pest) vorgefunden habe. 
Dass die echte P. Kerneri Borbäs ein der Combination P. recta X 
argentea entsprechender Bastart sei, dies bestreite ich ganz entschie- 
den, und zwar aus diesem Grunde, weil das von Zimmeter in der 
Diagnose des P. Kerneri besonders hervorgehobene Merkmal der 
„kleinen Blüthenköpfchen" gegen die Borbäs'sche Deutung 
dieser Pflanze als Bastart zwischen P. recta L. und P. argentea L. 
sehr starke Bedenken aufkommen lässt. Br. Btocki. 

Brunn, am 6. Jänner 1886. 
Der Besuch der Czeitscher Gegend führte mich nach Kobyli, 
ich fand bei Kobyli: Andropogon ischaemum, Polygonatum midti- 
florum All., TriglocJiin palustris, ButoTnus umbellatus, Euphorbia 
virgata, E. falcata, E. eooigua, Mercurialis perennis, M. annua, 
Quercus pedunculata Ehrh. in Beständen, Gannabis sativa L. verwil- 
dert und nur an Peldräudern (!) angebaut, AmarantJms retroßexus, 
A. silvestris Desf., Salsola Kali, Ghenopodimn opulifolium Schrad., 
Ch. vulvaria, Rmnex inaritimus L. Var. aureus With., Iris pumila, 
Bryonia alba (Weinberge), Campanula glomerata L. Var. aggregata 
Willd., Pkgteuma spicatum, Jasione montana, JCanthium strumarium 
häufig, K spinosimn massenhaft, Orepis rhoeadifolia M. Bieb., Son- 
chus asper All. Var. iyiermis Bisch., Lactuca scariola, L. saligna, 
Chondrilla juncea, Ch. acanthophi/lla Bovkh.., Taraxacum palustre DC, 
Tragopogon pratensis, T. orientalis, Picris hieracioides . 

Dr. Form an ek. 



Fersonalnotizen. 

— Josef Ullepitsch, k. k. Ober- Wardein a. D., ist von 
Kohrbach nach Kniesen, Zipser Comitat in Ungarn, übersiedelt. 

— J. D. Hooker ist seit 1. December von der durch 20 Jahre 
geführten Leitung des Kew-Gartens zurückgetreten. 



71 

— Dr. J. Schaar Schmidt, jetzt Assistent in Münster, hat 
seineu Namen in Istvänffi magyarisirt, 

— D. Morris wurde zum Directions-Assistenten im Kew-Gar- 
ten ernannt. 

— Wilhelm Voss, Professor in Laibach, wurde von dem 
„Museum civicum" in Roveredo zum corr. Mitgliede erwählt. 



Vereine, Anstalten, Unternehmung^en. 

— Bei der am 13. Jänner d. J. stattgefundenen Mouats- 
versammlung der k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft 
hielt der Vorsitzende Dr. Franz Low einen Vortrag über eine 
Gallenbildung, welche im Parenchym der Blätter von Fagus 
sylvatica durch eine Cecinomyde Hormomya püigera hervorgebracht 
wird. — Dr. R. v. Wettstein legte nachstehende, zur Aufnahme 
in die Vereinsschriften bestimmte Manuscripte vor: „Arnold's Liche- 
nologische Ausflüge in Tirol, 22. Fortsetzung"; Dr. Sabransky: 
„Beiträge zur Brombeerenflora der Karpathen"; Kronfeld M.: 
„Teratologische Studien". M. Prihoda. 

— Das naturhistorische Hofmuseum in Wien. Mit 
1. Jänner 1886 trat die vom Kaiser genehmigte Organisirung des 
neuen naturhistorischen Hofmuseums in Kraft. Dasselbe wird aus 
fünf wissenschaftlichen Abtheilungen, und zwar der zoologischen, 
botanischen, mineralogisch-petrographischen, geologisch-paläontologi- 
schen und anthropologisch- ethnographischen Abtheilung bestehen. 
Vorstand des naturhistorischen Hofmuseums ist der Intendant Hof- 
rath Dr. Ritter v. Hauer. In der zoologischen Abtheilung ist der 
Director Regierungsrath Dr. Steindachner, in der botanischen 
Gustos Adjunct Dr. Beck, in der mineralogisch-petrographischen 
Gustos Dr. Brezina, in der geologisch-paläontologischen Gustos 
Fuchs und in der anthropologisch-ethnographischen Abtbeilung Gustos 
Heger mit der Leitung betraut. Die bisher bestandenen drei natur- 
wissenschaftlichen Hofcabinete, das zoologische, botanische und mine- 
ralogische Hofcabinet wurden mit Ende December aufgelöst. 



Botanischer Tauschverein in Wien. 

Sendungen sind eingelangt: Von Herrn Janka mit Pflanzen 
aus Ungarn. — Von Hrn. Dam in mit Pfl. aus Groatien. 

Sendungen sind abgegangen an die Herren: Uliepitsc h, Karo, 
Felsraann, Steininger. 



72 

Von Fräulein Borescli eingesendet: Aus Böhmen: Atripleoc 
ohlongifoUa, A. patula, A. rosea, Bromus tectorum, Bupleuruifn fal- 
cat'Utn, Carex hirta, C. tnuricata, Crepis rhoeadifolia, Festuca ovina, 
Gentiana germanica, Ghjceria ßuitans, Herniaria glabra, Hypericum 
tetrapteriim, Juncus conglomeratus, J. lamprocarpus, Lycium harha- 
reum, Poa fertilis, Scirpus lacustris, S. m,aritim,us, Stipa capillata, 
Thlaspi perfoliatum^ J^anthium spinosum. Aus Tirol: Anthemis ar- 
vensis, Bromus erectus, Buphthalmum saUcifoliwn, Nigritella an- 
gustifolia, Pinguicula vulgaris, Priniula farinosa. 

Aus Schlesien eingesendet von Fels mann: Aconitum varie- 
gata, Alectorolophus alpinus, Anthriscus silvestris, Blechnum Spi- 
cant, Cardatnine Opizii var. glabra, Cirsiwn rivulare, Crepis grandi- 
flora, C. suecisaefolia, Galeohdolon montaniirn, Galeopsis puhescens, 
Juncus filiforvnis, Lappa m,inor, Petasites albus, Pulmonaria obscura, 
Ribes Üva crispa, Solidago alpestris, Trifolium montanum,. 

Von Frei SS mann eingesendet: Aus Steiermark: Alsine larici- 
folia, Bunias Erucago, Campamda pulla, Carex montana, C. pi- 
lulifera, DiantTvus superbus, Genista sagittalis, Gymnadenia odora- 
tissima, Linaria Cymbalaria, Scolopendrium officinarum, Scorzonera 
austriaca, Teucrium Scorodonia, Valeriana tripteris, Vicia dutneto- 
rum, Viola arenaria ß. alba, V. bifiora. Aus Kärnten: Aquilegia 
JSinseleana, Aspidium Oreopteris, Chondrilla prenantJioides, Galiiim, 
purpureum, Gypsophila repens, Hieracium florentinwn, Scabiosa gra- 
minifolia, Spiraea decwmbens, Veronica verna. 

Aus Oberösterreich einges. von Trank: Erysimum Cheiranthus, 
Orchis Tnilitaris, Primula acaulis, P. farinosa, Panunculus aconiti- 
foliujS, R. arvensis, Stellaria nemorum. 

Obige Arten können nach beliebiger Auswahl im Tausche 
oder käuflich die Centurie zu 6 fl. (12 K. Mark) abgegeben werden. 

Gute Blüthen- und Fruchtexemplare von einheimischen Bäu- 
men und Sträuchen werden in Mehrzahl zum Tausche angenommen, 
doch wird vorerst ein Doublettenverzeichniss zur Auswahl erbeten. 



Inserat. 

Ein wohlerhaltenes Mikroskop von G. & S. Merz in Mün- 
chen (grosses Stativ mit Drehung und Umleguug, drei Objectiven, 
Mikrometer, 4 Ocularen etc.), Vergrösserung von 40 — 1400, ist um 
100 Gulden billig zu verkaufen. 

Adresse in der Eedaction. 

Bedacteur und Herausgeber Dr. Alezander Skofitz. — Verlag von C. Gerold's Sohn. 

C. üeberreutev'sche Buchdruckerei (M. Salzer) in Wien. 



Oesterreichische 

Botanlsclie Zeitsclirift. 



Die österreichische 
botanische Zeitschrift 

eischeint 

den Ersten jeden Monats. 

Man pränumeriit auf selte 

mit 8 fl. öst. W. 

CtH R. Mark) 

ganzjährig, oder mit 

4 fl. ö'st. W. (S R. Mark) 

halbjährig. 

Inserate 

die ganze Petitzeile 

15 kr. öst. W. 



Organ 



für 



Botanik und Botaniker. 



N^ 3. 



Exemplare 

die frei durch die Post be- 
zogen werden sollen, sind 
hlos bei der Redaction 

CIV. Bez., Mühlgasse Nr. i) 

ZU pränumeriren. 

Im Wege des 

Buchhandels übernimmt 

Pränumeration 

C. Gerold's Sohn 

in Wien, 
sowie alle übrigen 
Buchhandlungen. 



XXXYI. Jahrgang. 



WIEN. 



März 1886. 



INHAI.T: Neue Pilze. Von Dr. Wetts t ein. — Salix scrobigera-. Von Dr. Woloszczak. — 
Mahrische Rosen. Von Dr. Formanek. — Berichtigung. Von Dr. Celakovsky. — Typha. Von 
Dr. Borbäs. — Flora von Kremsier. Von Palla. — Frühlingsexcursionen. Von Hirc. — Flora 
des Etna. Von Strobl. — Schulprogramme. Von Dr. Bargerstein. — Literaturberichte. — 
Correspondeuz: Von Dr. Formanek, Blocki, Dr. Borbäs. — Personalnotizen. — Vereine, 
Anstalten, Unternehmungen. — Sammlungen. — Botanischer Tauschverein. — Inserate. 



Neue Pilze aus Nieder-Oesterreich. 

Von Dr. Richard v. Wettstein. 

1. üstüago Primulae Spec. nov. 

Sporae solitariae inter grana polinis vel acervulos magnos, pul- 
veraceos, fuscos formantes. Sporae glohosae vel ovato-globosae, vel 
irregula/riter rotundatae, 12 — 16 |H. diametro vel 12 — 18 (i. longae, 
11 — 14 fl. latae, pallide fuscae, inembrana hyalina, episporio dense 
reticulatim incrassato, rimis incrassatis tenuibus, valde prominentibus, 
fuscis. 

In antheris Primulae Clusianae Tausch, Tias magis tninusve 
destruens; in monte Schneeberg 1884 [J. Schneider). 

Ich erhielt diesen Pilz auf einigen Exemplaren von Primula 
Clusiana, die der verstorbene Botaniker J. Schneider auf dem 
Schneeberge bei Wien gesammelt hatte. Ich selbst habe im Jahre 
1885 daselbst umsonst nach dem Pilze gesucht; er scheint daher 
nicht häufig zu sein. 

Von den verwandten Arten ist Üstilago Primidae, abgesehen 
von seinem Vorkommen, durch folgende Merkmale zu unterscheiden: 
von U. violacea (Pers.) TuL, U. Holostei De By. und U. Scabiosae 
(Sowerb.) Wint. durch die Grösse und Farbe der Sporen, von U. 
ßosculorum (DC.) Fr. durch die Farbe und Form der Verdickungs- 
leisten, von ü. Betonicae Beck endlich, die von ihrem Autor gleich- 
falls auf dem Schneeberge gefunden wurde, durch die Grösse der 
Sporen und die Farbe der nicht verdickten Membrantheile. Das Ge- 



Oesterr. botan. Zeitschrift. 3. Heft 1886. 



6 



webe der Anthereu wird meist diucii den Pilz ganz zerstört, und 
bildet derselbe dann dunkelbraune Sporeuhäufcheu, die der Innen- 
seite der Kronenröbre anbaften. Seiteuer bleibt der Staubbeutel theil- 
weise erbalten, und dann finden sieb die Ustilagosporen bloss den 
Pollenkörnern beigemengt, sieb in diesem Falle durcb die graugelbe 
Farbe des Blütbenstaubes verratbend. Ausser den Antberen werden 
keine Blütbeutbeile von dem Pilze befallen, aucb wird die ßlüthe in 
keiner Weise deformirt. 

2. Cantharellus gregarius Spec. nov. 

Plleue initio infundibuliformls margine suhinvokdo vriox planus 
vel siibcmnpanidatus , medio magis minusve umhilicatus , diametro 
3 — 6 mm., supra fuscus margine pallidlor tenuissime puberulus, 
carnosKS, infra in stipitem angustatus. Hymenli lamellae simplices 
vel rarius fissae, obtusissimae, hreves, integrae, parum decurrentes, 
aurantiacae. Sttj^ßs centralis basin versus incrassatus, rectus vel cur- 
vatus, glaber, aurantiacus vel flavus, 8—12 tnm. longiis, ad basin 
2 — 5, apice 1 — 2 mon. crassus. Sporae hyalinae, ellipsoideae, glabrae, 
6 — 7 fi. longae, 3 — 4 ^. latae. 

Oregatim, ad viarum margines in silvis prope Purkersdorf. 
Aestate 1885. 

Die Frucbtkörper entspringen in grosser Zabl (circa 20—50) 
einem gemeinsamen Mycelium und bilden dadurcb an den Abbängen 
der Wegränder Heerden von circa 10 Cm. Durcbmesser. Von allen 
anderen Arten aus der Gruppe der Mesopi unterscheidet sich diese 
leicht scbon durcb die geringe Grösse, die micb anfangs zu der An- 
nahme brachte, dass es sich bloss um unterdrückte Formen einer 
der anderen Arten (etwa 0. t^ibaeformis Bull., der sie in einigen 
Punkten ähnelt) handelt. Da diese Form aber bei ziemlich häufigem 
Vorkommen sich constant hält, überdiess stets reife Sporen hervor- 
bringt, stehe ich nicht an, sie als neue Art zu beschreiben. 



SiMnc scrobigera 

{S. cinereay^grandifolia.) 
Von Dr. Eustach Woloszczak. 

Amenta praecocia, subsessilia, foliolis squam,aeformibus mox 
deciduis 3 — 7 suffidta, staminigera ovata, semel et semissi longiora 
qiMm, latiora. Squam,ae lanceolatae, acutae, in basi pallidae, pilosae, 
supra m,edium, ferrugineae acutae. Glandula tori truncata. Stam,ina 
duo, libera, ßlam,entis basipilosis. Foliaoblongo-obovata, ter — quater 
longiora quam latiora, undulato-serrata, adulta supra glaberrima, 
subtus cinereo-glauca, in nervis hirto-pubescentia. Nervi secundarii ad 
m,arginem decurrentes in utroque latere 10—16 prominentes. Sti- 
pulae semireniformes, acuminatae. Ratnuli divaricati plus minusve 



I 



75 

eloTiigati, tondosi, tomentosi, biemies glabrati. Gemmae ovoideae acutae 
castaneae. Fi^tecc patulus scrohaius, ramosus. — Hahitat ad pedem 
montis Sulzberg prope pagiini Schtcarzau, Austriae infenoris. 

Da der Bau, insbesondere der männlichen Blüthen der Salix 
grandifolia von jenem der Ä. cinerea nicht deutlich abweicht, so 
lässt sich derselbe bei der Beschreibung unseres Bastartes nicht ver- 
wenden, wohl aber die vegetativen Organe. Die Behaarung der aus- 
gewachsenen Blätter, die grössere Zahl der Seitennerven derselben 
und diu Holperigkeit der Triebe lassen uns die Betheiligung der S. 
grandifolia in unserer Pflanze leicht erkennen ; dagegen unterscheidet 
sie sich von S. grandifolia durch die SpanrQckigkeit (welche Eigen- 
schaft bei der Namengebung des Bastartes verwendet wurde), sowie 
durch die strauchige Natur. Spanrückig ist S. grandifolia niemals, 
und strauchig wird sie nur durch den Standort in den höhereu La- 
gen oder auf felsigem Terrain, während sie in tieferen Lagen re- 
spectable Bäume bildet. Im Wechselgebiete habe ich solche von 
12 Meter Höhe und darüber beobachtet. 

Wien, 15. Februar 1886. 



Mährische Rosen. 

Von Dr. Ed. Pormänek. 

Der durch manchen interessanten Fund berühmte, am linken 
Zvittawa-Ufer von Obfan bis Bilowitz sich hinziehende Hädyberg bil- 
det mit seiner aus Sieuit und Devonkalk bestehenden Unterlage ein 
günstiges Terrain für eine reichliche Entfaltung des anmuthigen Genus 
Mosa. Es war zu erwarten, dass hier besonders auf dem von Wal- 
descultur freien Abhänge gegen Malomieritz zu, wo Mosa so stark 
vertreten ist, zahlreiche Uebergangsformen und Bastartbildungen auf- 
treten werden. 

Herr J. B. Keller hatte mit bewunderungswürdiger Genauig- 
keit die Rosen vom Hädyberge einer kritischen Durchsicht unter- 
worfen, und war so freundlich, mir über dieselben dieses kritische 
Eeferat zu übersenden, wofür ich ihm hier meinen tiefgefühlten 
Dank auszusprechen mich verpflichtet fühle. Es mögen daher als 
Fortsetzung von Seite 75, 119 und 120 d. Ztschr. in weiterer Keihe 
nachfolgende Standorte mit ihren Rosenarten aufgezählt und damit 
aus der massenhaften, weniagleich vorläufig minder instructiven Auf- 
sammlung ein klares imd getreues Bild über die vorherrschenderen 
und selteneren Formen des Gebietes entrollt werden. 

Hädyberg bei der Klajdowka nächst Brunn, 9. Juli 1884. 

Rosa pumila Jcq., M. spinosissima L. var. spinosa Neilr. (2mal); 
eine nur in beginnender Blüthe gesammelte, daher fragliche R. glauca 
aus der Nähe der f. doleritica Christ Flora 1874, weissblühend 

6* 



76 

mit schwach hehaarteu, in einem lockeren Bündel vortretenden Grif- 
feln, reichlicher Serratiir, kurzen Pedunkeln, aufgerichteten Sepalen, 
aber kleinen, ovalkugeligen Receptakeln, wie es scheint, hybrid und 
steril, resp. die wenigen Fruchtansätze nicht ganz ausreifend! (viel- 
leicht glauca Y . yc serrulata Chab.?); Keller. 

Mosa canina L. f, nitens Desv., Rosae spuriae Pug. varietates; 
dann: kurzfruchtstielige discolore Formen einer rothleibigeu „Canina 
Biserrata", oft mit rundlichen, sehr breit- und kurzovalen Recepta- 
keln, daher der R. podolica Traft, nahe, aber ohne Glaucedo; an- 
derseits bilden sich die Receptakel niemals zu vollkommen kugeligen 
Scheinfrüchten aus, daher ihre Vereinigung mit dem Formenkreise 
der R. sphaeroidea Eip. und den übrigen mehr oder weniger roth- 
leibigeu, kugelfrüchtigen Biserratis wohl nur im weiteren Sinne etwa 
anhangsweise als üebergangsformen theils zwischen der sphaeroidea 
und dtcmalis, theils von der letzten zu der hier weit selteneren po- 
dolica Traft, möglich, und durch die Anführung der sie begrenzen- 
den bisher ohnehin in Ueberzahl bekannten Varietäten auch genü- 
gend bezeichnet, da man sie ausonst bei ihrer Gleichwerthig- 
keit unter sich und mit der Rosa podolica Traft, und der gl. 
Variationen consequenter Weise alle neu benennen müsste, wo 
sie sich oftmals durch noch ein weiteres Kennzeichen (als ein 
blosses schwaches glaucedo bei der podolica Traft.: vergl. Verh. d. 
k, k. Zool.-botan. Ges. 1885, p. 66) selbst als Mikromorphen unter- 
scheiden, und entgegen der diessbezüglichen Behauptung ihre geo- 
graphische Verbreitung weder gegenwärtig schon speeiell bekannt 
oder annehmbar, noch bei ihren schwankenden geringen Unterschie- 
den für all diese üebergangsformen in Bälde bekannt werden dürfte, 
weiss man ja doch bis heute nicht einmal, ob eine dieser Mikromor- 
phen, die R. podolica Traft., auch nur für Podolien eine klimatische 
Race von weiter Verbreitung oder nur eine seltene und schwankende 
Subvarietät ist! Keller. 

Rosa levistyla R. ß. micropetala Keller hinter der Klajdowka, 
2. Juli 1884 blühend, dann üebergangsform derselben zur f. typica; 
R. silvularum Rip.; R. glaucifolia Op.? dann eine zwischen der R. 
rubescens Rip. und der letzteren stehende Form; R. Malmudariensis 
Lej.; endlich eine kleine Biseriata mit kurzen und geraden Stacheln 
an den Blüthenzweigen, mittelgrossen, elliptisch rundlichen, an der 
Basis nicht herzförmigen, unterseits auffallend bläulich-grauen disco- 
loren Foliolen, kurzen Pedunkeln in Corymben, rundlich ovalen 
Receptakeln, subconischen Discus, dicht behaarten Griffeln, schwach 
drüsig gewimperten Sepalen, etwa in der Mitte zwischen der glauci- 
folia Opiz und silvularum Rip,; — neben der reichlieh auftretenden 
R. lanceolata Opiz (von Herrn J. B. Keller wohl zuerst für die 
mährische Flora constatirt; vergl. Oesterr. bot. Ztschr. p. 75 a. c!) 
sind hier fast jedesmal ganz auffällige Formen eingesammelt worden, 
wovon die erwähnenswertheste wohl R. lanceol. Opiz X R. rubescens 
Rip. sein dürfte, sie ist eine rubescens Rip. mit tiefer, aber nicht 
drüsig- doppelter, sondern reichlich gespaltener Serratur; Farbe, Sta- 



77 

cheln und Petiolen der ruhescens Kip., von der lanceolata Opiz nur 
in der Serratur, Farbe und etwas breiteren ümriss der Foliolen ab- 
weichend. Keller. 

Von den Sepiaceis: R. graveolens Gm. f. moravica Gndgr. 
tab. 3268, die Foliolen die schmalen und typischen, beiderseits 
aber wie der Blattstiel nicht dicht behaart; Serratur tiefer; 
Pedunkeln kurz zu 4 — 3 in Corymben; Receptakel mittelgross, fast 
klein, eikugelig, später oval breit abgerundet; Griffel wie bei allen 
Graveolentes dichtrauhhaarig-wollig (Crep. Suppl. VI. Fase. p. 175!); 
Sepalen typisch; Blüthe? Näheres über diese in einer später zu pu- 
blicirenden Arbeit. 

Eubiginosae Suavifoliae: M. rubic/inosa L. typica sehr sel- 
ten; f. isacantha Brb. var. sderoxylon Keller 1. c. 244; R. ruhigin. 
rj. pari'ifoUa Bau, R. rubiginosa f. cotnosa (Rip.). 

Micranthae: R. micrantha Sm., hievon ausser der bereits 
p. 119 der Oest. bot. Ztschr. beschriebenen roth blühenden Form 
eine interessante mit weisser Blüthe, die aber nach den bisher 
vorliegenden nur wenigen Proben zuverlässig mit keiner der bisher 
unterschiedenen, übrigens oft wenig charakteristischen weissblühenden 
Micrantharum ganz übereinstimmend ist; auch die f. Lemanii (Bo- 
reau) kommt in zierlichen kleinen Sträuchern (2mal) vor; einmal 
die Rosa micranthoides Keller. 

Gipfel des Hädyberges: Rosa levistyla f. micropetala Kell er, 
Rosa pumila Jacq., R. lanceolata Opiz, R. pilosa Opiz, dann eine 
schöne Varietät aus dem Formenkreise der schwarz-purpurn beleibten 
Caninarum Biserratarum mit der Bewehrung der R. armatissima 
Desegl., — der grosse umgebogene Schössling, der allein vorliegt, 
strotzt von der charakteristischen doppelten Bewehrung der armatis- 
sima Desegl. und hat die grösste Aehnlichkeit mit der in Baenitz' 
Herb, europ. sub Nr. 1079 edirten R. pimpinellif.Xcanina Christ 
Eosen d. Schw, p. 69, die nach Christ in Fl. 1874, p. 475 hierher 
gehört, — die Foliolen der letzteren sind aber doppelt so gross und 
von läuglich-lanzettlicher Gestalt, nur die untersten Foliolen sind 
kurz-oval, aUe in die Basis keilig verschmälert und beiderseits glän- 
zend; weiters R. levistyla vj. micropetala Keller und R. syntricho- 
styla f. semibiserrata Borb. 1. c. pag. 410 und 414; am Fusse des 
Hädyberges gegen die Zvittava-Üfer: R. subglabra (Brb.), R. 
rubiginosa L. 

Reicher ist die Rosenflora am Fusse des Hädyberges gegen 
Malomief itz, deren erwähnenswerthen Repräsentanten wir gleich 
nach den Sectionen geordnet hier folgen lassen. 

Montanae: Rosa glauca Vill. zum ersten Male! — Von den 
Caninis Transite riis Crep. ist zunächst eine kleinblätterige Form 
zu nennen, die zu jenen Zwischenformen der R. mucronulata Desegl. 
und R. spuria Pug. gehört, deren eine H. Braun in der Oest. bot. 
Ztschr. 1885, p. 307 als R. Wettsteinii beschrieben und benannt hat, 
während Gandoger deren mehrere und viel früher bereits in den „Ta- 
bulis rhodologicis« sub Nr. 1365—1368 und 1377—80, p. 118—119, 



78 

1882 beschrieben und benannt hatte; während unter den letzten 
auch Uebergangsformen der senticosa und oooyphylla zur frondosa 
und spuria begriifen, — sieht unsere mährische Kosenform einer 
R. mucronulataX spuria Keller weit ähnlicher. Wollten wir sie mit 
der JR. Wettsteinü Br. 1. c. vergleichen, so ist sie von derselben 
durch verkehrt gestaltete, öfters zugespitzte Foliolen, mehr gerade 
Stacheln, einen deutlichen, über den halbkonischen Discus vorragen- 
den, wenig behaarten Grilfelkopf, weinrotbe Einde und junge Triebe, 
aber grüne, kürzere Blüthenzweige und Petiolen verschieden; wie 
man sieht, wieder eine Form, die deutlich und zuverlässig die 
R. fallax Pug. mit der R. Wettsteinü Braun verbindet, und da die 
typische R. frondosa Stev. sowohl in Mähren, als in Nieder- Oester- 
reich bis jetzt unbekannt, höchst wahrscheinlich wie die letzte 
eine weitere Combination des fruchtbaren Varietätenbastartes der R. 
epuna und R. mucronnlata ist — worüber Ausführlicheres an an- 
derer Stelle folgen wird. Keller. 

Von den Caninis Biserratis sind zu erwähnen: R. squar- 
rosa Eau, die mehrmals in Gesellschaft der R. ruhelliflora Kip. vor- 
kommt, und deren Varietäten, darunter auch eine unverkennbare 
Zwischenform der obbenannten, die höchst wahrscheinlich ein Bastart 
ist, und der R. lanceolata ß. microphylla Opiz sehr nahe steht; 
R. Malmudariensis Lej.; R. sphaeroidea Rip. var., darunter auch 
die oben als podolica f., Tion-glauca gedeutete Form; reichlichst die 
Formen der R. levistyla Rip. ß. Pernteri Keller N. Oe. Ros. p. 289 
und if]. micropetala Keller, beide, insbesondere erstere, minder ty- 
pisch, dann in einer Uebergangsform zur cladoleia Rip.; endlich, 
aber seltener, die R. ohlonga Rip. 

Erwähnenswerth sind auch gewisse Verbindungsformen 
(Mischlinge) der Stammarten als: a) eine kleine Form mit fast 
klehien, steifen, oval-länglichen, oberseits dunklen, unterseits aber 
besonders bläulich-grauen Foliolen, vereinzelten wenigen Blüthen, 
die besonders kurzgestielt sind und ein theils ovales, theils sogar 
sphäroidisches Receptakel, sehr kurze, wenig gefiederte, unterseits 
filzige Sepalen, halbkonischen Discus und fast aufsitzenden, kahlen 
oder nur mit 1 — 2 Härchen besetzten Griffelkopf haben; die Petiolen, 
sowie die kurzen fertilen Zweige sind unbewehrt, die der sterilen 
bestachelt. — b) glaucorubensyc^dumalis Keller (vide weiter unten). 
c) levistylaXmyrlodonta Kell. Robuster Strauch, hat die Form und 
reichdrüsige Serratur der Foliolen der myriodonta (Chr.), auch deren 
unterseits oft drüsige breite Stipulen, reichdrüsige Costa — aber 
die verhältnissmässig kleinen schmalen Receptakel mit theilweise 
kahlen, theils ganz behaarten Griffeln; die dichten Drüsen der Pe- 
tiolen gehen zwischen den Stipulen zur Insertion hinab, aber die 
Petiolen nicht behaart und in einem und demselben Blüthenstand 
die Griffel theils kahl, theils behaart (eine bei den Caninis höchst 
seltene Erscheinung, die nach meiner Erfahrung Mischlinge, nicht 
aber „neue Arten" charakterisirt) ! In der Tracht gewissen Abände- 
rungen der R. medioooima Desegl. nicht unähnlich, d) R. levistyla X 



79 

lanceolata Keller. Serratur und schwache, aber auch auf die Costa 
übergehende, später verschwindende Behaarung der Petioleu, die der 
lanceolata Opiz auch deren Foliolen, — ■ aber Blüthenzweige besta- 
chelt, Pedunkeln schwach befläumt. Receptakeln kleiner, schmäler, 
ovoid, GriiTel kahl, selten mit 1 — 2 Härchen, also weder lanceolata 
typica, noch decalvata Crep., sondern zweifelsohne ein Mischling der 
am Fusse des Hädyberges häufig und nebeneinander vorkommenden 
zu zwei diiferenten Subsectionen gehörenden R. levistyla Kip. und U. 
lanceolata Opiz. Keller. 

Im Nachhange zu den vorstehend aufgezählten natürlichen Ab- 
änderungen sei hingegen einer Varietät gedacht, die im Laube, Um- 
riss der Foliolen ganz mit jenen der Rosa Chaboissei Gren. nach 
Exemplaren aus Crepin's Hand determ. Deseglise übereinstimmt, 
aber stylis „obscure pilosis" receptaculis floriferis ovoideo-oblon- 
gis aut obovoideo-oblongis, also im Sinne Deseglise's (conf. dessen 
Catalogue- pag. 155) diese Abänderung innerhalb des Formenkreises 
der R. ohlonga Desegl. et Kip. aufzuzählen kommt; dann einer sehr 
seltenen, besonders schönen Form der R. sphaeroidea Rip., deren 
rami conferti, floriferi breves et aculeati; stipulae supra, sepala 
utrinque purpurascentia rami hornotini virides; foliola orbicularia aut 
(superiora) obovato-rotundata, breviuscula, parva aut mediocria; fructus 
ample subglobosus. Eine auffallende und nach der massenhaften Auf- 
sammlung Dr. Formänek's seltene Form, im Laube von der Ferne 
an die R. armatissima E,. et D. erinnernd, und von der bereits 
benannten und gekennzeichneten var. latistipula Gdgr. Tab. 1779 
nur in den mehr bestachelten Zweigen abweichend, daher wir ihre 
Neubenennung unterlassen. Keller. 

(Schluss folgt.) 



Berichtigung einiger die böhmische Flora betreffenden 
Angaben in Dr. E. Roth's „Additamenta". 

Von Dr. Lad. Celakovsky. 

In den jüngst erschienenen „Additamenta ad Conspectum Florae 
europeae editum a Cl. C. F. Nyman" von Dr. E. ßoth werden 
mehrere Arten irrthümlich als in Böhmen wachsend angegeben und 
zwar: Erysimum lanceolatum R. Br., Polygala major Jacq., Süene 
rupestris L., Hacquetia epipactis DC, Inula ensifolia L., Hieracium 
sabinum Seb. et Mauri, Teucrium montanum L., Epipactis micro- 
phylla Sw. Da der Verf. der Additamenta laut Vorrede seine nach- 
träglichen Angaben auf Grund von Exsiccaten, die sich in Berliner 
Herbarien befinden, gemacht hat, so dürfte man daraus schliessen, 
dass die böhmischen Floristen von einer Reihe von böhmischen Ar- 
ten keine Kenntniss haben, für welche sich selbst in Berlin Belege 



80 

finden. Ueber meine directe Anfrage war jedoch Herr Koth so ge- 
fällig, mir die schriftliche Erklärung zu geben, dass die meisten 
dieser Angaben auf einer irrigen Auffassung der Scheden nicht böh- 
mischer (zumeist ungarischer) Pflanzen und eine auf unrichtiger Be- 
stimmung beruht. Obzwar Hr. Koth diess in Just's Botanischem 
Jahresbericht berichtigen will, glaubte ich diess auch österreichischen 
Leserkreisen in diesen Blättern bekannt geben zu sollen, damit nicht 
weitere irrthümliche Meinungen daraus entstehen. 

Der Verfasser der Additamenta wäre auf seinen Irrthum in 
Bezug auf die obigen Arten aufmerksam geworden und hätte ihn 
gewiss vermieden, wenn er einmal den Prodromus der Flora Böh- 
mens und die Nachträge zu demselben (die als „Kesultate der bo- 
tanischen Durchforschung Böhmens" bis 1884 fortgesetzt sind) nach- 
geschlagen hätte. 

Hieran mögen noch einige andere berichtigende Bemerkungen 
geknüpft werden. 

Adonis autumnalis L. und Linaria genistaefolia L. hätten den 
Zusatz Bohemia in den Additamentis auch nicht verdient, denn 
beide sind nur ganz einzeln und vorübergehend, wohl als (jarten- 
flüchtlinge oder sonst eingeschleppt, in Böhmen gefunden worden. 
Ebensowenig ist Colutea arhorescens L. in Böhmen wirklich einhei- 
misch, wenn sie auch, gleich Syringa vulgaris^ öfter im Freien ge- 
pflanzt wird und quasi verwildert. 

Noch sind mir einige Irrthümer aufgefallen. Silene italica Pers. 
und Silene nemoralis W. K. erhielten in den „Additamenta" beide 
den Zusatz Bohemia. Es wächst bei uns aber nur eine Form, näm- 
lich die letztere; die erstere nur insofern, als die letztere als Abart 
zu ihr gezogen wird. Trifolium elegans Savi wächst nicht in Böh- 
men, sondern nur eine andere ähnliche Form von T. hyhridum L., 
{ß. parvifiorum Gel.), was auch aus meinem Prodromus zu ersehen 
gewesen wäre. Auch Festuca duriuscula L. Sp. pl. (teste Hackel), 
Nyman Consp. p. 829, darf nicht aus Böhmen angegeben werden, 
da die Art, die bei uns seit alters als F. duriuscula L. ausgegeben 
wird, die F. duriuscula Host == F. sulcata Hackel, Nyman Consp. 
p. 828 ist, zu welcher also der Zusatz Bohemia gehört hätte. Auch 
das ist in den Nachträgen zum Prodr. Fl. Böhm, zu lesen. Dess- 
gleichen ist ^Hieracium juranum Fr." e Bohemia (i. e. Sudetorum) 
richtiger Hier, corconticum Knaf nebst S. asperulum Freyn, aber 
nicht das westliche H. juranum oder H. jurassicum Gris., worüber 
mein Artikel in der Oesterr. Botan. Zeitschr. hätte Auskunft geben 
können. 

Im Vorwort versichert Herr Koth: „Die italienischen Inseln, 
Polen, Böhmen etc. habe ich stets namhaft gemacht, wo Nyman 
manchmal diese Länder angibt, manchmal fortlässt." 

Es ist nun allerdings in Nyman's Conspectus ein Uebelstand, 
dass daselbst die Bezeichnung „Austria" in verschiedenem Sinne 
gebraucht wird, bald speciell für das Erzherzogthum Oesterreich, 
bald, wenn die Art allgemeiner verbreitet ist, für eine grössere Län- 



81 

dersTuppe des österreichischen Staates (zumeist fiär die „cisleithani- 
sche" Hälfte), welcher Unterschied nicht ersichtlich gemacht ist. 
Dieser Unbestimmtheit und Zweideutigkeit wollte Herr Roth, was 
nur- zu billigen ist, in der oben angezeigten Weise abhelfen. Dann 
hätte diess aber mit aller möglichen Vollständigkeit durchgeführt 
werden sollen. Das ist aber keineswegs geschehen, wie ich beispiels- 
weise nur für die erste Familie Ranunculaceae zeigen will. 

Nach dem erklärten Grundsatz des Verfassers der Additamenta 
sollten auch Cleniatis recta, ThaUctrum aquilegifolium^ angustifolium 
Simplex, PuhatiUa veriialis, Hepatica triloba, Raniracidus neinorosus, 
cassubicus, Batvachium confusion {Ran. Petiveri Koch), Isopyrum 
thalictroides, TrolUas europaeu^, Aconitum lycoctonum, A. napettus 
den Zusatz Bohemia erhalten. Wir vermissen ihn aber hier überall. 
Jetzt ist die Sache noch schlimmer als in Xyman's Conspectus ge- 
worden, denn jetzt muss Derjenige, der der Vorrede zu den Addita- 
menta Glauben schenkt, wenn er nicht anderweitig besser informirt 
ist, annehmen, dass alle die genannten Ranunculaceen in Böhmen 
gar nicht wachsen. Mit den übrigen Pflanzenfamilien verhält es sich 
ebenso, woraus zu entnehmen, in wie vielen anderen Fällen die Ad- 
ditamenta den Nachschlagenden im Stiche lassen müssen. 

H. Koth hat offenbar den unrechten Weg zu seinem Ziele ein- 
geschlagen, indem er wieder nur die in Berliner Herbarien zufällig 
befindlichen Exsiccaten berücksichtigte, den Prodromus der Fl. Böh- 
mens sammt Nachträgen, den er, um etwas Vollständiges zu liefern, 
in erster Reihe hätte excerpiren müssen, ganz bei Seite liess. 

Ich beabsichtigte hier nur in die Behandlung der böhmischen 
Flora in den „Additamenta" einzugehen: bemerke aber nur noch 
per parenthesin. dass eine Callitriche y,pentacanthu7n Hayn." nicht 
existirt, wohl aber ein CeratophyUum pentacanthum Hayn., und dass 
die Orohanche ionantha Kern, so gut wie die 0. Muteil F. Seh. eine 
Phelipaea ist. 



Zur Verbreitung und Teratologie von Typha und 
Sparganium. 

Von Dr. Vincenz v. Borbas, 

1. Typha laiifolia L. ist in Ungarn nicht selten, sie wächst 
aber manchmal aiich mit T. Skuttleworthü zusammen. — Var. 
anibigua Soud. bei Vesztö. 

Bei Vesztö und Nagy-Enyed fand ich Exemplare, bei welchen 
die Spitze des fruchttragenden Stengels gabeüg gespalten war und 
je ein Gabelast einen Fruchtkolben trug. Sie standen dicht beisammen 
oder divergirten an der Spitze und erschienen als ZAvillinge. Die ein- 
ander berührenden Seiten der beiden Blüthenstände waren ganz nor- 



82 

mal entwickelt. Bei T. Shuttleworthii von Nagy-Enyed hängt der 
eine Zweig der Inflorescenz eines solchen Zwillinges herab. 

Im Dragathale bei Orchovitza (Fiume), unweit von der Ziegel- 
fabrik fand ich T. latifolia, an der die Staubgefässe sich durch die 
ganze Länge der weiblichen Kolben fortsetzten und ungefähr den 
fünften Theil des letzteren in der Peripherie ausmachten, also an der 
Stelle der Fruchtknoten in dem weiblichen Kolben Staubgefässe 
erschienen. Denkt man nun, dass auch in den übrigen vier Theileu 
des weiblichen Kolbens sich Staubgefässe entwickeln, so ist dadurch 
der Weg zu einer Dioecie geöffnet. An dem männlichen Kolben sah 
ich eine grosse Spatha bei Brussaui, Vasvär, Orchovitza (Fiume). 

2. T. angustifolia L. ist seltener als T. latifolia. Bei Alt- 
Kronstadt mit den vorigen und folgenden Arten, bei — Garam- 
Berzence. 

Bei Köszeg (Guus) fand ich Exemplare, wo der weibliche Kolben 
hufeisenförmig herabgekrümmt war. Aeusserlich ist der Kolben an 
der Krümmung nicht ganz normal, hie und da sieht man Vertiefungen, 
wie wenn er innerlich von Insecten beschädigt wäre. — Der Frucht- 
kolben von T. latifolia bei Mosnitza (Temesvär) war gebrochen und 
etwas gekrümmt. Oberhalb das Bruches hat der Kolben nicht 
fructificirt. 

3. T. Shuttleworthii Koch et Sond., Oe. B. Z. 1882 p. 237, 
bei Ofen, Teteny, bei Nagy-Barköcz an der Mur, bei Lepavina in 
Belovärer Gespanschaft, bei dem Rotheu Wirthshaus bei Temesvär, 
bei Uügvär (Mendlik legit; cfr. Term. tud. Közl. 1885 Heft 189), 
bei Alt-Kronstadt, bei Nagy-Enyed. 

Die Ursache, dass der Fruchtkolben der T. Shuttleworthii end- 
lich grau wird, erklärt man von der Länge der Haare des Frucht- 
stieles im Vergleiche zu der Narbe. Diese ist nämlich bei T. 
Shuttleworthii ebenso laug, als die Haare, sie bedeckt also die Haare 
nicht, und die weisse Farbe der Haare kann zum Vorschein kommen. 
Bei T. latifolia erheben sich die Narben über die Haare, bedecken 
letztere vollständig, und ist der Kolben deswegen rauh, uuter der 
Loupe sind die an die Haare anliegenden Narben der jüdischen 
Schrift ähnlich. 

Der Fruchtkolben der T. Shuttleivorthii ist mehr glatt und 
weich, so dass man öfters dieselbe von T. latifolia auch durch die 
Berührung unterscheiden kann. 

Ich halte übrigens die T. Shuttleworthii für eine asyngamische 
Art der T. latifolia, welche früher blüht und fructificirt als die 
letztere. Am 10. Juli 1882 waren schon die Fruchtkolben der 
T. Shuttleworthii bei der Mur ganz grau, am 8. August 1883 war 
die Axe des Fruchtkolbens ganz nackt, die Früchte waren längst 
abgefallen, nur hie und da fand ich solche an der Spitze der Frucht- 
axe, wonach ich die Art sicher erkennen konnte. Die Fruchtkolben 
der T. latifolia sind schwarzbraun und findet man sie bis zum 
Spätherbst am Ufer der Gewässer. (Die Unterbrechung des Frucht- 
kolbens bei T. latifolia und Shuttleworthii s. Oe. B. Z. 1882 p. 237.) 



83 

4. T. minina Funk, eine „secus fluvios ex Alpibus oriundos" 
(Boiss. Fl. Orient. V. p. 51) verbreitete Pflanze ist in Ungarn 
srenug selten, kommt nur im Westen vor, wo sie Schneller, 
Kezsely, Schlosser und Vukotinovic fanden.*) In Siebenbürgen, 
im Gebiete der Karpathen imd im Tieflande (Alföld) wurde sie 
bisher nicht angegeben. Rohrbach sah sie auch von dem Plattensee 
(Balaton). Er hält diesen Standort für etwas auffallend, und für den 
einzigen in der Ebene, wo die T. minima nicht bei einem Flusse 
vorkommt, da sie sonst dem Laufe dieser zu folgen pflegt.*) 

Dieser Standort wird aber nicht auffallend sein, weun man die 
Vegetationsverhältnisse von West-Ungarn berücksichtigt. Ich fand 
T. minima am 18. Mai 1884 bei Zäkäny an der Drau, aber schon 
an der croatischen Seite (Drnje), bei Klein-Cell im Tieflande Keme- 
nesalja (zwischen Dömölk und Mihälyfa) aber nicht neben einem 
Flusse, sondern in einem eigenthümlichen Sumpfe, welchen die 
Westbahn schneidet, und welcher durch immergrüne Schachtelhalme 
{Equisetum hiemale, E. Schleichen und E. variegatum) ausgezeichnet 
ist. Hier ist also auch ein Standort der T. minima, welcher vom 
Flusse gut entfernt ist und so widerlegt West-Ungarn die Angabe 
Rohrbach's, dass T. minima in der Ebene nur dem Laufe der 
Flüsse folgt. 

Es ist möglich, dass die T. minima in West-Ungarn noch 
weiter verbreitet ist, und wird der Zwischenraum enger sein, welcher 
jetzt noch in der Verbreitung dieser Art zwischen Salzburg, Steier- 
mark, Wien (Prater) und der Wieselburger Gespanschaft, Klein-Cell, 
Plattensee und Drau existirt. 

Die Erscheinung der subalpinen T. minima in der Ebene ist 
übrigens nicht der einzige Fall in der Pflanzeugeographie von Ungarn. 
So hat Pokorny in dem Wiesenmoore der Hansäg Eriophorum 
alpinum kaum in einer Höhe von 120 Met. ü. d. Meer gefunden, 
und er gibt diess als ein pflanzeugeographisches Räthsel an, denn 
dieser Standort des die Kalkalpen J3ewohnenden E. alpinum ist der 
niedrigste in unserem Breitengrade. Ich sah diese Pflanze auch von 
der Umgebung von Güns, wo sie Dr. Waisbecker auch in der 
niederen Region gefunden hat. Hier kommt auch Careoj canescens 
vor, und ich bin zu dem überraschenden Resultate gekommen, dass 
im Eisenburger Comitate fast 67,, der Flora subalpinen Ursprunges 
sind. Vor dem Thore Güns, im Tieflande kommt Trollius europeus 
in Tausenden vor, eine Pflanze, die die Botaniker und Touristen von 
den Alpen bringen. Er kommt bei Güns in den Gebirgen nicht vor, 
so ist sicher, dass er mit der Strömung der Flüsse hierher gelangt 
ist. Bei Klein-Cell wächst mit T. minima auch Juncus alpinus zu- 
sammen, in den Thälern des „Geschriebenen Steins" ist die Alnuß 
viridis häufig, an der Mur Salix incana und Myricaria Germanica etc. 

Wenn man nun diese und noch andere subalpine Erscheinungen 

*) Cnfr. Neilreich's Aufzählung. 

') Abhandl. des Botan. Verein lür Braudenburg XL p. 94. 



84 

in dem Hügel- und Tieflande West-Üngarns berücksiclitigt, so wird 
der Standort der T. minima bei dem Plattensee nicht mehr auf- 
fallend und die Unterbrechung in der geogr. Verbreitung dieser Art 
nicht mehr so schroff sein. T. minima ist von den Norischen Alpen 
mit diesen subalpinen Pflanzen in die Ebene jenseits der Donau 
herabgestiegen. Einige dieser Pflanzen sind in den Thälern des 
Vütöm's *) oder Geschriebenen Steins, also in den südöstlichen Thä- 
lern der Norischen Alpen geblieben, andere aber folgten der T. minima 
bis in die Ebene. 

Nach diesen ist T. minima eine Pflanze der Alpen, von wo 
sie in jeder Richtung, nach Italien, in das Thal der Rhone etc. 
herabgekommen ist. Sie ist in dem Karpathensystem ganz fremd. 
Nach diesem ist es auffallend, dass sie noch in Moldavien und im 
Orient vorkommt. Hier hat sie übrigens schon eine Schwesterart: 
T. Haussknechtii Rohrb. 

T. minima war bisher auch in dem ungar. Tieflande diesseits 
der Donau unbekannt. Nach meinen Erklärungen über diese Pflanze, 
welche voriges Jahr in Term. tud. Közl. Heft 189 erschien, theilte 
mir Prof. Dr. C. Czakö mit, dass er T. ininima im Wassergraben 
bei dem alten Wettrennplatze bei Budapest am 26. Mai 1884 fand, 
und hat er mir davon auch Exemplare gefälligst überlassen. Das ist 
nun der östlichste Standort der T. minima in Ungarn, und ist sie 
nicht mehr fremd in der ungarischen Tiefebene. 

Die Umgebung des alten Wettrennplatzes habe ich, Freyn, 
Steinitz öfters in den siebenziger Jahren besucht, ohne dort eine 
T. minima zu bemerken. Da sie eine nicht leicht zu übersehene 
Pflanze ist, so glaube ich, dass sie sich erst in der letzten Zeit hier 
eingebürgert hat. 

Es ist möglich dass die Frucht der T. minima mit dem Winde 
oder mit der Strömung der Donau nach Budapest kam, und mit 
letzterer Möglichkeit steht im Zusammenhange, dass die Frucht 
dieser Art im Wasser nicht aufspringt, und so kann der Keim 
geschützt sein. Es ist auch nicht unmöglich, dass sie mit Heu zu dem 
Wettrennplatze kam (wie die Moenchia mantica zu der Scbönen- 
schäferin, wo sie nicht mehr zu finden ist) und ihre Samen durch 
den Wind dem Wassergraben zugeführt wurden. T. minima ist in 
der ungarischen Tiefebene jedenfalls eine sehr interessante und seltene 
Erscheinung, sie war in diesem pflanzengeogr. Gliede bisher ganz 
fremd und unbekannt. 

5. T. minima Funk var. nana (Ave-L allem.) mit nicht 
getrennten Inflorescenzen (Rohrb. 1. c. 93) besitze ich e locis uligi- 
nosis secus torrentem Staffore in agro Voghera (Gribellj); sie scheint 
in den mehr südlichen Theilen Europa's den Typus zu ersetzen. 

6. Sparganium simplex L. wächst in Ungarn nicht überall. 
Ich fand es bisher nur bei St. Gotthard und anderswo im Eisenburger 



*) Nach der St. Vituskapelle zwischen Güns und Kechtnitz in diesem 
Berge so benannt. 



85 

Comitate, dann bei Yörösküt bei Schemuitz und Kesmäik (Rejtö!). 
Bei Yesztö an dem Todten-Körös ist es häufig und hier blüht es 
im August. 



Die Flora von Kremsier in Mähren. 

Von Ed. Palla. 

(Fortsetzung.) 

Gi/psophila muralis L. Bei Popowitz und Pleschowetz. 
JDianthus Amieria L. Im Sternwald. 

— Carthusianorum L. Besonders verbreitet im Sternwald. 

— deltoides L. Zerstreut, z. B. im Schlossgarten, am Ostrov, bei 
Skaschtitz etc. 

Saponaria officinalis L. Häufig. 

Vaccaria parvifiora Mnch. Bei Bilan, wohl nur eingeschleppt. 
Cucuhalus haccifer L. Häufig, besonders an den Marchufern. 
Süene inflata Sm. Nicht selten. 

— nutans L. Im Sternwald und Ziergarten. 
Melandryum noctiflorum Fr. Nicht selten. 

— album Gcke. Häufig. 
Coronaria flos cuculi A. Br. Häufig. 
Agrostemma Githago L. Sehr häufig. 

Portulaca oleracea L. In Gemüsegärten hie und da. 
Clematis Vitalba L. Im Pleschowetzer Walde beim Wehr. 
Thcdictnim flavum L. Bei Bilan. 
Anemone nemorosa L. Häufig. 

— rammculoides L. Häufig. 

Adonis aestivalis L. Bei Waschan, sonst sehr vereinzelt. 
Manunculus aquatilis L. Nicht selten. 

— divaricatus Schrk. Im Mühlgraben bei der Schleuse. 

— ßuitans Lmk. Nicht selten. 

— sceleratm L. Nicht selten. 

— Ficaria L. Sehr häufig. 

— flammula L. Häufig. 

— Lingua L. Bei Chropin. 

— auricomus L. Häufig. 

— acer L. Häufig. 

— lanuginosus L. In der Ebene nicht selten: im Fürstenwald, Hraza- 
wald etc. 

— polyanthemus L. Häufig. 

— repens L. Häufig. 

— hulbosus L. Häufig. 

— arvensis L. Häufig. 
Caltha palustris L. Nicht selten. 

Isapyrum thaUctroides L. Im Schlossgarten und Oberwald. 



86 

Nigella arvensis L. Bei Tieschnowitz, Sobielitz, Minouwek. 

Aqidlegia vulgaris L. Im Eattayer Walde. 

Delphinium Consolida L. Sehr häufig. 

Actaea spicata L. Selten: im Gr. Tieschaner Walde. 

Nymphaea alba L. Im Chropiner Teiche und bei „5. Brücke". 

Nuphar luteum Sm. Häufig bei Bilan. 

Papaver Argemone L. Nicht selten. 

— Bhoeas L. Häufig. 

— somniferum L. Gebaut, doch nur selten verwildert. 
Chelidonium majus L. Nicht selten. 

Corydalis cava Schwgg. et Körte. Im Schlossgarten und bei Skaschtitz. 
Mit weissen Blüthen bei Skaschtitz. 

— solida Sw. Häufig. Mit weissen Blüthen am Ostrov. 
Fumaria officinalis L. Häufig. 

— Vaillantii Loisl. Seltener. 
Roripa amphibia Bess. Häufig. 

— silvestris Rchb. Häufig. 

— pahist'i'is Keichb. Häufig. 
Barharea vulgaris K. Br. Häufig. 
Turritis glabra L. Nicht selten. 
Cardamine impatiens L. Im Schlossgarten. 

— pratensis L. Sehr häufig, b. Hayneana Welw. Nicht selten. 
Hesperis matronalis L. Selten im Schlossgarten und jedenfalls nur 

Garteuflüchtling. 
Sisymbrium officinale Scop. Sehr häufig. 

— Sophia L. Häufig. 

Stenophragma Thalianum Gel. Nicht selten. 
Alliaria officinalis Audrzj. Häufig. 
Fhysimum clieiranthoides L. Gemein. 

— repandum L. Namentlich am Eisenbahndamme der Kremsier- 
Hulleiner Bahn. 

— Orientale ß. Br. Zerstreut, z. B. am Barbarahügel, am Eisen- 
bahndamme. 

Brassica Rapa L. Besonders längs des Eisenbahndammes nicht 

selten. 
Sinapis arvensis L. Häufig. 

— alba L. Hie und da häufig, z. B. bei Pleschowetz, in den Unter- 
gärteu. 

Diplotaxis tenuifolia DC. Bei Tieschnowitz; ursprünglich wohl nicht 
einheimisch, jetzt aber in den Steinbrüchen und den anliegenden 
Feldern stark verbreitet. 

Alyssum calycinum L. Häufig. 

Berteroa incana DC. Häufig. 

Erophila verna E. Mey. Sehr häufig. 

Cochlearia Armoracia L. An vielen Stellen vollständig eingebürgert. 

Ca/melina microcarpa Andrz. Häufig. 

Thlaspi arvense L. Häufig. 

— perfoliatum L, Am Barbarahügel. 



87 

Lepidium Draha L. und 

— campestre R. Br. Im Sternwald im ehemaligen Steiubniche, je- 
denfalls bloss eingeschleppt. 

— riiderale L. Sehr häufig. 
Capsella hursa pastoris Mnch. Gemein. 
Neslea panieulata Desv. Nicht selten, 
Raphamis Raphanistrum, L. Zerstreut. 
Reseda lutea L. Bei Tieschuowitz. 

Viola hirta L. In den Hügelwäldern häufig. 

— odorata L. Häufig. 

— canina L. Nicht selten : im Popowitzer Walde, im Sternwald etc. 

— elatior Fr. Bei Bilan. 

— dlvatica Fr. Häufig. 

— tricolor L. Gemein. 

Helianthemum vulgare Gärtn. Besonders häufig im Sternwald. 
Hypericum perforatum L. Häufig. 

— tetrapterum Fr. Nicht selten. 

— montanum L. Im Stemwald und den Wäldern von Rattay und 
Popowitz. 

— hirsutum L. Nicht selten. 

Tilia grandifolia Ehrh. Viel seltener als die folgende. 

— pandfolia Ehrh. Häufig. 
Malva silvestris L. Häufig. 

— neglecta Wallr. Häufig. 

Lavatera thuringiaca L. Bei Bilan, Tieschuowitz und Lutopetz. 
Oeranium pratense L. Häufig. 

— palustre L. In den Wäldern von Bilan, Rattay und Popowitz, 
auf Wiesen bei Lutopetz. 

— pyrenaicum L. Hie und da im Schlossgarten, wahrscheinlich mit 
Grassamen eingeschleppt. 

— piisillum L. Häufig. 

— dissectum L. Einzeln bei Pleschowetz. 

— columhinKm L. Einzeln im ganzen Gebiete verbreitet. 

— Robertianum L. Häufig. 
Erodium cicutarinm L'Her. Häufig. 

Oxalis Acetosella L. Nicht selten, so im Schlossgarten, Hrazawald, 
Sternwald, Eattayer Wald etc. 

— stricta L. Auf Aeckern längs der March häufig. 

Linum usitatissimum L. Nicht selten verwildert, doch unbeständig. 

— catharticum L. Häufig. 
Impatiens noli längere L. Nicht selten. 
Acer Pseudoplatanus L. Im Oberwald. 

— campestre L. Häufig. 

Polygala vidgaris L. Im Walde von Popowitz. 

— comosa Schk. In den Hügelwäldern häufig. 

(Fortsetzung folgt.) 



Frühlingsexcursionen am liburnischen Karst. 

Von D. Hirc. 

(Schluss.) 

Am 13. Mai sammelte sich eine grössere Gesellschaft, um eine 
in Croatien gänzlich unbekannte Grotte zu besuchen und zu erforschen. 
Wir fuhren bis Grbael und wandten uns der Quelle der Mala Bjelica 
zu wo des Botanikers Auge so manche Pflanze fesselt. Zuerst kamen 
wir in einen jungen Buchenwald, wo mehrere Sträucher in Blüthe 
standen, so Aronia rotundifoUa, Evonymus verrucosa, Berheris vul- 
garis, Mhamnus Carniolica, Lonicera J^ylosteum und alpigena, nicht 
blühend sah ich Acer platanoides, Pseudo-platanus^ obtusatum und 
Sorbus Aria. Die Gebüschränder waren dicht mit Erica carnea und 
Rhododendron hirsutwun bewachsen. Das ist der niedrigste Punkt, 
wo ich in Croatien bis nun die herrliche Alpenrose gefunden habe.*) 

Wir stiegen in dem Buchenwald noch nicht hoch, als wir den 
nach Norden Europas am weitesten vordringenden Vertreter der 
immergrünen Laubhölzer antrafen, die prächtig grüne iStechpalme 
{Hex aquifolium). Hier ist sie häufig, aber nur als 1 Mtr. hoher 
Strauch, als Bäumchen von 1-5 — 2 Mtr. Höhe kenne ich sie aus 
der Umgebung von Severin a. d. Kulpa und dem Okicergebirge bei 
Samobor,^) Von anderen Pflanzen fand ich hier: Orchis pallens, spe- 
ciosa, Asparagus tenuifolius, Mercurialis ovata, Dentaria hidhifera, 
enneaphylla, Imnaria rediviva var. alpina, etwas höher aber in 
Hunderten Convallaria majalis und Atropa belladonna in 1 M. 
hohen Exemplaren. Die Wurzel dieser giftigen Solanacee wird in 
hiesigen Gegenden im Grossen gesammelt und 1 Centner um fl. 1*20 
zu medicinischen Zwecken verkauft. Dadurch wird Atropa so wie 
Gentiana lutea immer seltener und in einigen Gegenden, wo von der 
letzten prangte, ist sie äusserst selten geworden. Die Atropa nennt 
der Landmann „Kozjak" (Ziegenkraut), da die Ziegen die Beeren 
und Blätter dieser Giftpflanze ohne Nachtheil verzehren und sie gerne 
aufsuchen. Dieses erscheint vielleicht unwahrscheinlich und ist doch 
eiue allgemein bekannte Thatsache bei den Landleuten am Plateau 
des liburnischen Karstes. In Beziehung dieser Thatsache stehe ich 
aber nicht isolirt da, denn Dr. Knaf berichtet in dem Oest. bot. 
Wochenblatt (1852), p. 122 Folgendes: „Ich habe aber in meiner 
Jugend öfter beobachtet, dass die Ziegen die Beeren und Blätter 
dieser Giftpflanze gerne aufgesucht und schadlos verzehrt haben. — 



') Die Alpenrose fand ich im Fiumaner Comitate auf folgenden Bergen: 
Im Litorale am Veliki Obruc (1377 M.), Suhl vrh (1350 M.), am Plateau auf 
der Snieznicka glavica (1490 M.), Mali Snieznik (1506 M.), am Fusse desselben bei 
Srebrna vrata (1427 M.), auf dem Berge Gruslice (1344 M.), am Medvrh 
(1427 M.) und am Veliki Eisnjak (1528 M.). 

^) Hex wächst auch in der Leskova draga bei Kuzelj, äusserst schöne 
Bestände sah ich heuer bei Brod am Gustolazki Drgomalj. Hier steht ein Baum 
von 3 M. Höhe und 62 Cm. Umfang. 



89 

Ich begreife es nicht, aber als wahre Thatsache können viele meiner 
Landsleute im Erzgebirge und ich selbst es verbürgen." 

Als wir ermüdet auf einen grasigen Abhang kamen, begrüsste 
uns Narcissus poeticua, welcher zwischen hohen RhododendronSixdiU.- 
chern hervorleuchtete. Auf Felsen vor der Grotte, welche dicht mit 
Arabis alpina bewachsen waren, war die Narcisse auch vertreten. 
Hier war noch Vibumum Lernt ana, Hedera Heike, Dentaria ennea- 
phylla (in Blüthe), Anemone triloba, Primula acaulis, Omphalodes 
vema, Rhamnus rupestris als verkrüppelter und nur 2 Dm. hoher 
Strauch, und eine äusserst interessante, grossblüthige Potentilla aus 
der Gruppe Leucotricha (Fragariastrum), welche ich bis nun nirgends 
in Croatien gefunden habe. 

Gegenüber der Hauptgrotte befindet sich noch eine kleinere 
Grotte, zu welcher ich über steile Felsen mit Lebensgefahr kroch. 
Meine grosse Mühe wurde dui-ch einen neuen Fund gekrönt. Als ich 
am Kückwege zur Oeifnung kam, fiel mir auf den Kalkfelsen ein 
Asplenium auf, welches ich pflückte und in mein Notizbuch einlegte. 
Es war das für die Flora Croatica neue Asplenium lepidum Presl! 
(Luerssen L c, p. 228—233, f. 120). 

Die Blätter sind bei dieser Art zart-krautig, durchscheinend, 
hellgrün und an allen Theilen mit sehr kurzen, abstehenden, cylindri- 
schen, keulenförmigen oder am Ende schwach kopfig angeschwollenen, 
einzelligen, im Scheitel einen gelb- bis röthlich-braunen Inhaltsballen 
führenden und daher drüsig erscheinenden Härchen mehr oder minder 
dicht besetzt, welche aber bei meinem Exemplare, da gewiss abge- 
fallen, spärlicher erscheinen. 

n. 

Wer sich als Botaniker nach Lokve (755 M.) begibt, der wird 
nicht unterlassen, dass er ausser vielen interessanten Punkten auch 
die Dolomite besucht, welche vom Dorfe südwestlich auf viele Hun- 
dert Meter imponirend und coulissenförmig hinziehen. Hier gibt es 
steile und verticale Felseuwände, von Felsen umsäumte Vertiefungen, 
grosse Spaltungen, thürförmig gebildete Durchlöcherungen, eine 
grössere und eine kleine Grotte, und alles diess bedeckt von einem 
Tannenwald. Kein Fachmann wird es bereuen (besonders aber der 
Entomologe und Malacologe) wenn er sich hieher bemüht. 

Ich habe die Dolomite mehrmals besucht, aber keinmal im 
Monate Juni, diess that ich heuer und kehrte zufrieden nach Hause. 
Sogleich als mau Lokve v^rlässt, kommt man auf saftige Wiesen 
und zur ersten mit Buschwerk bewachsenen Felsenpartie, wo auf 
hohen Wänden Hieracium pallescens WK. blühte. Dieses in Croatien 
seltene Habichtskraut habe ich im Jahre 1878 auch auf Kalkfelsen 
am Kobiljakberge bei Lic viel zahlreicher gefunden. 

Bei derselben Felsenpartie fand ich noch: Vibumum Opulus, 
Lamium Orvala, Galeobdolon luteum, Galium cruciata, Lactuca 
muralis, Lunaria rediviva var. alpina^ Majanthemum bifolium, Rumex 
arifolius, Euonymus verrucosa, Lychnis diurna, Phyteuma Halleri, 

Oesterr. botan. Zeitschrift. 3. Heft 1886. 7 



90 

Thalictmm aqnilefjifolhcm, Geranium Phaeum, Ranwiculus lamigi- 
nosus, Valeriana dioica, Dentaria hidhifera, Melica nutans, Veronica 
urticaefoUa, Omphalodes verna, Luzida albida var. rid^ella (Hoppe), 
Aposeris foetida. 

Auf einer nahen Wiese üotirte oder sammelte ich: Crepis pahi- 
dosa^ setosa, hiennis, Rumeoo Acetosella, Lychnis Flos cucidi, Rhi- 
nanthus Crista </aUi, Arabis auricidata, Ili/pochoeris radicata, Pteri- 
dium aquilinum var. lamtginosa; auf trockenem, lehmigem Boden; 
Hieraciuni Auricida, AnthylUs tricolor, Cerastimn triviale var. hir- 
suttim, Lotus cornicidatus var. vulgaris und einen Bromus. Die 
Gebüschränder bei den Dolomiten bestehen aus Salioo grandifoUa, 
Acer Pseudo-plantanus, Lonicera Jiglosteion, L. alpigena, Rosa alpina 
a. intercalaris ; Lilium Martagon ist hier häufig, sonst kam hier vor: 
Solanmn Dulcamara, Hypericum, hirsutimi, Symphytum tuberosum, 
Ghaerophyllum aureum, Stellaria nemormn, Adropa, Homogyne sil- 
vestris, Alchemilla vulgaris var. pilosa Neilr., Euphorbia angulata, 
Oxalis Acetosella, Ranunculus lanuginosus, Dentaria bulbifera, 
Valeriana dioica, Paris quadrifoUa, auch hier fünf blätterige Indivi- 
duen, Geranium purpureum, Aclaea spicata, Mercurialis ovcda, Vicia 
sepium^ Doronicum, austriacimi f. Oroaticum Vuk., Dentaria ennea- 
phylla, Myosotis silvatica, Veratrum album, Vicia oroboides, Melica 
nutans, Lamium Orvala, Listera ovata, hier viel häufiger als bei 
Buccari. 

Als ich den Wald betrat, ergötzte sich mein Auge an Atragene 
alpina, die hier am Boden kriecht, aber auch hoch auf Tannen hinauf- 
rankt und die dunklen Zweige mit ihren grossen blauen Blüthen 
prächtig ziert; ein schöner und seltener Anblick! 

Hier im dichten Tannenschatten hat mich noch eine Pflanze 
sehr erfreut, da ich sie das erstemal lebend sah; es war der in 
Croatien seltene Streptopus amplexifolius DC, aber nur in einem 
sterilen Exemplare. Erst später fand ich blühende über 1 M. hohe 
Exemplare. 

Garcke (Fl. v. Deutschi., ed. XIV. p. 398) beschreibt die Blüthen 
als weiss, Willkomm (Führer in d. lieich d. Pflanzen etc. ed. II, 
p. 289) inwendig weiss, auswendig grünlich, in der Fl. Croatica lese 
ich (p. 1146) flores e viridi rubelli. Bei Exemplaren, welche ich 
lebend untersucht habe, waren die Phylla externa inwendig weiss, 
auswendig grünlich; die Pbylla interna aber inwendig am Grunde 
oder in ^s der Länge violett, beinahe purpurn gefärbt. 

In der Nähe des Streptopus blühte Asarum europaeum, auf 
feuchten Stellen Chrysosplenium alternifolium, Caltha palustris, Car- 
damine amara, Polygonatum midtiflorum. Auf trockenen Felsen habe 
ich die milchweisse Kerner a saxatilis und ein Hieracium gefunden. 
Von Farnpflanzen wachsen hier: Phoegopteris polypodioides , Ph. 
Robertiana, Aspleniuvn viride, Ruta muraria, Triehomanes, Polysti- 
chum Filioc mas, Athyrimn Filioo femina var. fissidens, Cystopteris 
fragiUs var. angustata und Strutiopteris germanica in Kiesen- 
exemplaren. 



91 

Auf der Wiese Javornik, am Fusse des Berges Goliibnjak blühte 
zu der Zeit: Myosotis inter^media, Leontodon hastilis var. glabratus, 
£ellis perennis, Linwn catharticum, Veronica arvensis, serpyllifolia 
var. nummidarioides, Ajuga reptans, Q-entiana utHcolosa, Echium 
vulgare, Hippocrepis comosa, Melampyrum arvense, Gymnadenia 
conopsea, Trifolmm montanum, Carum, Carvi, Trifolium pratense 
var. spoiitanemn, Stellaria graminifoUa, Orchis ustulata, speciosa, 
Briza media. 

Nach Lokve zurückkehrend habe ich noch gesammelt: Poterium 
Sanguisorba, Plantago lanceolata, Fragaria vesca, Ranunculus acer, 
Viola tricolor, Hieracium praealtum var. obscurum, Nasturtium 
lippicense; auf einem sonnigen Hügel: Genista sagittalis, Hieracium 
macrantkum, Gnaphalium dioicwn, in schattigen Gebüschen : Hacquetia 
Epipactis, mit welcher diese interessante Excursion endete. 



Flora des Etna. 

Von Prof. P. Gabriel Strobl. 

(Fortsetzung.) 

1169. Bhu^ Coriaria L. Guss. Syn. et Herb.!, Tod. Fl. sie. 
exsicc. Nr. 1275! Variirt: a. genuina. Blätter unpaarig gefiedert mit 
oberwärts geflügelten Blattstielen und ovalen bis elliptisch läng- 
lichen, stumpf gesägten, oberseits fast kahlen, unterseits etwas zot- 
tigen Blättchen; Rispe sehr reich- und gedrängtblüthig. ß. micro- 
phylla m. = var. b. Guss. Blättchen mehrmals kleiner, mehr eiförmig, 
beiderseits, besonders unten, nebst Blattstielen und Stengeln dicht 
weichflaumigzottig; Blattstiele oberwärts nicht geflügelt; Wuchs nie- 
driger. „Somacco murine" sicil. Auf trockenen sterilen Hügeln der 
Tiefregion zerstreut; var. ß. erhielt ich durch Tom. von Belpasso 
(ca. 1800'). Mai, Juni. ^. 

Anhang. Ailanthus glandidosa Dsf., aus China stammend, 
wird bis 2500' nicht selten gepflanzt, z. B. zwischen Catania und 
Nicolosi, von da nach Zafifarana etc. 

XCVn. Fam. Rutaceae Juss. 

1170. Ruta bracteosa DC. Prodr. I, 710 (führt speciell Sici- 
lien an), montana *Raf. H, non Clus., graveolens *Flor. med. p. p., 
non L. Blätter dreifach fiederschnittig, Zipfel länglich oval oder 
länglich verkehrteiförmig, 2— 3mal so lang, als breit, alle ziemlich 
gleich gross; Bracteen sehr gross und breit, fast herzförmig; Blu- 
menblätter breit, lang wimperig-gefranst; Doldentraube sehr gedrängt; 
Kapseln gross, grün. Divaricata Ten. und die in Sicilien nur cultivirte 
graveolens L. unterscheiden sich leicht durch schmale Bracteen und 
lockere Rispe. — Auf dürren, steinig-buschigen Abhängen der Tief- 
region bis 1500' stellenweise: um Paternö (Herb. Torn.!), in Lava- 



92 

klüfteu vou Catauia gegen die Areua häufig, zwischen Catania und 
Nicolosi! April, Mai. ^. 

XCVIII. Farn. Zygophylleae K. Br. 

1171. Trihiilus terrestris L. *Cat. Cosent. Variirt a. genuinus. 
Früchte mit einzelnen laugen Borstenhaaren auf den Höckern und 
ausserdem noch fein sammtig bekleidet; ß. orientalis (An.). Früchte 
nur mit den Borstenhaaren, sonst ganz kahl. Beide Varietäten finden 
sich im Gebiete, «. aber ist seltener und scheint höhere Lagen vor- 
zuziehen. — An Wegen, Eisenbahndämmen, im Düuensande, in Fel- 
dern, Wein- und Gemüsegärten, auf Lavaströmen und dürren Ab- 
hängen bis 2600' ziemlich gemein: Pedara, San Nicola (Herb. Torn.!), 
überall um Catania und in der Ebene des Simeto, um Mascalucia, 
Gravina, Nicolosi, Giarre, Bronte, gegen den Bosco Maletto etc. 
Mai— October. O- 

XCIX. Farn. Geraniaceae DC. 

1172. Geranium sanguineum L. ^"""Kaf. H. Auf steinigbuschigen 
Bergabhäugen und in Wäldern (3 — 4000') selten : Um Milo (Guss. 
Syn., Pari. FL. ital., Herb. Torn.!), im Bosco Rinazzi (Herb. Torn.!). 
Mai, Juni. 7\. 

1173. Ger. tuberosum L. Auf cultivirten Orten, in Wein- und 
Olivengärten Siciliens selten, auch im Gebiete: Catania (Cosentini 
in Guss. Syn. et Herb.!, Pari. Fl. it.). Februar, März. 2|.. 

NB. Ger. striatum L., von Raf. H. als silvaticion ücr. aufge- 
zählt, ist zwar in den Nebroden häufig, im Etnagebiete jedoch scheint 
es gänzlich zu fehlen. 

1174. Ger. dissectuin L. An Feldrändern, auf cultivirten und 
wüsten krautartigen Stellen dei Tiefregion zerstreut: Um Acicastello 
(Heib. Torn.!), Catania (Herb. Reyer!), in der Ebene des Simeto 
und um Paternö! März, April. O- 

1175. Ger. columbinum L. An Zäunen, Wald- und Feldrändern 
ganz Siciliens nach Guss. und Pari, häufig; im Gebiete wohl nur 
übersehen. 

1176. Ger. rotundifoUum L. Auf Mauern, Wegrändern, krau- 
tigen Abhängen und in Gärten bis 4000' häufig: In der Ebene des 
Simeto, von Catania bis in die Wälder ob Nicolosi, im Calannathale, 
um Bronte! März, April. O- 

1177. Ger. molle L. Von vorigem leicht unterscheidbar durch 
verkehrt herzförmige Blumenblätter, quergerunzelte Spaltfrüchte und 
den Habitus des pusillvm L. — Villosum Ten. unterscheidet sich 
von molle^ als dessen Varietät es vielfach gilt, nach Reichb. D. Fl. 
4880 durch rosalilafärbige Blumenblätter von fast dreifacher Kelch- 
läuge und den Wuchs des pyrenaicum L., von welchem es durch 
querrunzeUge Kapseln abweicht. — An Feld- und Strassenrändern, 
wüsten und grasigen Abhängen der Tiefregion bis 3000' gemein : Etua 
al piano della Pottara (Torn ab. in Herb. Guss.!), Pedara, Catania 



93 

(Herb. Tom,!), Misterbiauco (Herb. Reyer!), Ognina, Ebeue des Öi- 
meto, Bronte gegen den Bosco Maletto! März, April. O- 

1178. Ger. lucidum L. ''•'Raf. H. Auf moosigen Felsen und 
Lavablöcken, an feuchten, schattigen Abhängen bis 2600' nicht sel- 
ten: Um Ognina, Misterbianco, Mascalucia, San Nicola dell' arena! 
März— Mai. O- 

1179. Ger. Rohertianum L, Guss. Syn. et Herb.!, Tod. Fl. sie. 
exsicc. Nr. 1344 (von Sclafani in der Var. a. 2). Minutißorum Jord. 
= purpureum Aut. Reichb. D, Fl. 4871 b. = Roh. var. ß. parvi- 
florum (Viv., non W. sp. pL, denn diese ist eine neuholländische Art), 
Gren. Godr., Pari. Fl. ital. unterscheidet sich durch den länger und 
nicht bloss an den Rippen, sondern durchaus zottigen Kelch, dichter 
querrunzelige Früchte (bei Rob. nur 5—6 Qiierrunzeln), ferner durch 
fast kahlen, niedrigeren Wuchs, schmälere Blattsegmente und fast 
nochmals so kleine, den Kelch kaum überragende Blumenblätter, 
Meine Nebroden- und Etna-Exemplare stimmen habituell und in der 
Blüthengrösse genau mit Robert. Mitteldeutschlands, doch sind die 
Kelche öfters dichtzottig und die Früchte oft dicht querrunzelig, 
wodurch sie sich dem p^lrp. nähern; eine kleinblüthige Form mit 
dichtzottigem Kelche, aber sparsam querrunzeligen Früchten sam- 
melte ich am Etna. Es scheinen somit minutißorum Jord., sowie 
das ähnliche modestum Jord. (Grenoble!) nur Varietäten des Robert. 
zu sein, zumal auch bei den am dichtesten behaarten Kelchen doch 
die Rückenstreifen zwischen den Nerven fast nackt bleiben. Robert. 
gliedert sich sonach in vier Formen: «. grandiflorum 1. parcerugo- 
sum (die gemeinste); 2. denserugosum (Hieher Tod. exs. Nr. 1344); 
ß. minutißorum 1. parcerugosum (Hieher die Etnapflanze, sowie von 
mir und Dr. Kerner am M. Baldo gesammelte Exempl.), 2. dense- 
rugosum = purpureum Reichb. 1. c. (z. B. Greta leg. Sieb er). Alle 
diese Formen können wieder variiren in der Behaaiimg, (jrösse, 
Breite der Blattabschnitte. — An Wegrändern, auf Mauern, Felsen, 
schattigen Bergabhängen (0 — 4000'), «• sehr häufig: üeberall um 
Catauia, Misterbiauco, Nicolosi bis in die Wälder empor, Milo bei der 
Grotta del Turco; var. ß. um Catania (Herb. Tom.!), Nicolosi, Milo 
(Herb. Torn.!). März— Mai. O- 

1180. Erodium romanum (L.) W. Presl Flor, sie, Guss. Syn. 
et Herb.! Perenn, stengellos; Wurzel sehr dick, an der Spitze des 
kurzen Rhizoms eine reicbblätterige Rosette und meist zahlreiche, 
bis 1 Dm. hohe Blüthenschäfte; Blätter doppelt fiederschnittig mit 
sitzenden, eiförmig-länglichen Fiedern und schmallanzettlichen, ganz- 
randigen oder sparsam eingeschnitten gesägten Fiederchen; Bracteen 
krautig, eiförmig, zugespitzt; Dolde 2 — 8strahlig; Kelchblätter ei- 
förmig länglich, 5nervig, spitz, mit unterhalb der Spitze entsprin- 
gender, kurzer, schwarzer Granne, auf der eine fast halb so lange 
Haargranne sitzt; Blumenblätter rosaviolett, gleichgross, verkehrt 
eiförmigkeilig , von doppelter Kelchlänge; Frucht glatt, rauhhaarig. 
Durch Perenuität, fehlenden Stengel und grössere Blüthen von cicu- 
tarium leicht unterscheidbar. Variirt «. viride (Pflanze ziemlich kahl 



94 

und grün) und ß. canescens Guss. (Blätter, Schäfte und Blüthen- 
stiele dicht abstehend rauhhaarig). — Auf Weiden und sonnigen, 
krautigen Bergabhängen (1500—4500') nicht selten: Um Paternö, 
Cavaleri, Gervasi, im Bosco Kinazzi (Herb. Tornab.), in der Ebene 
hinter Nicolosi bis hoch in die Wälder hinauf! März — Juli. 2|.. 

(Fortsetzung folgt.) 



Verzeichniss jener botanischen Abhandlungen, 

welche in den Programmen (Jahresberichten) der österreichi- 
schen Mittelschulen in den Jahren 1850 — 1885 veröffentliclit 

Würden. 

Von Dr. Alfred Burgerstein. 

Bekanntlich sind die in den Jahresberichten der Mittelschulen 
veröffentlichten wissenschaftlichen Aufsätze unter den Fachmännern 
relativ nur wenig bekannt. Die Erklärung liegt darin, dass sich jene 
Berichte in den Bibliotheken der wissenschaftlichen Institute und 
Vereine nicht vorfinden, zum Theil auch in dem Umstände, dass die 
in den „Schulprogrammen" publicirten Arbeiten in den betreffenden 
referirenden Zeitschriften nur selten zur Anzeige kommen. Ich habe 
mich desshalb entschlossen, ein Verzeichniss der botanischen Ab- 
handlungen, welche in den Jahresberichten der österreichischen Mittel- 
schulen bisher erschienen sind, in dieser Zeitschrift zu veröffent- 
lichen, welche allen Jenen, die sich in Oesterreich mit irgend einem 
Zweige der scientia amabilis beschäftigen, leicht zugänglich ist. 

Die Bearbeitung dieses „Kataloges" nahm nicht viel Zeit in 
Anspruch. Die bis zum Jahre 1873 erschienenen Programmabhand- 
lungen der österreichischen, ungarischen, preussischen und bayerischen 
Mittelschulen hat HübT) (d. Z. Director des Comm.-Ober-Gymna- 
siums in Brüx) in einem nach Fächern geordneten Verzeichnisse her- 
ausgegeben. 

Seit dem Jahre 1875 aber erscheinen die Titeln der Programm- 
aufsätze österreichischer Mittelschulen (nach Schulen geordnet) im 
Verordnungsblatt des k. k. Ministeriums für Cultus imd Unterricht. 
■ — Diese beiden Quellen habe ich bei der folgenden Zusammenstel- 
lung benützt. Die Programme aus dem J. 1874, sowie eine Anzahl 
floristischer Arbeiten aus älteren Programmen, von denen Hü bl nicht 
den Originaltitel angegeben hat, habe ich direct revidirt; nur ein 



*) Systematisch geordnetes Verzeichniss derjenigen Abhandlungen, Reden, 
Gedichte, welche in den Mittelschulprogrammen etc. enthalten sind. I. Theil. 
Czernowitz 1869 (Selbstverlag). 239 pp. U. Theil. Wien 1874 (Holder). 128 pp. 



95 

paar Programme (1874), die möglicherweise keine botanische Ab- 
handlung enthalten, konnte ich leider nicht einsehen. 

Der Kürze wegen sind folgende Abbreviaturen angewendet 
worden: U. G. (üntergymnasium) ; U. R. (Unterrealschule); 0. G. 
(Obergymnasium); 0. ß. (Oberrealschule); ß. 0. G. (Keal-Ober- 
gymuasium). 

I. Morphologie (Organographie, Anatomie). 

1. Brück Th. Beiträge zur Morphologie einiger Knollen- und 
Zwiebelgewächse. Czernowitz, 0. ß. 1882. 22 pp. 8 Tfl. 

2. Brück Th. Beiträge zur Morphologie unterirdischer Spross- 
formen. Czernowitz, 0. ß. 1885. 12 pp. 5 Taf. 

3. Pokorny A. lieber die Nervation der Pflanzenblätter. Wien, 
akad. 0. G. 1858. 32 pp. 

4. Wretschko M. Entwicklungsgeschichte des Laubblattes. Lai- 
bach, 0. G. 1862. 16 pp. 

5. Stossich. lieber die Blätter. Triest, 0. R. 1864. 9 pp. (ita- 
lienisch). 

6. Krizek A. Die spirale Achsenstellung der Blätter. Wittingau, 
ß. 0. G. 1882. 9 pp. 1 Tfl. (czechisch). 

7. Wretschko M. Beitrag zur Entwicklang der Inflorescenz in 
der Familie der Asperifolien. Wien, akademisches 0. G. 1866. 
23 pp. 

8. Tomaschek A. lieber Culturen der Pollenschlauchzelle. Brunn, 
deutsch. 0. G. 1871. 15 pp. 

9. Wurm F. lieber die wichtigsten Formen des sexuellen Fort- 
pflauzuügsapparates der kryptogamischen Gewächse. Böhmisch- 
Leipa 0. ß. 1875. 20 pp. 

10. Watzel. lieber Pflanzeufrüchte. Böhmisch -Leipa, 0. G. 1851. 
14 pp. 

11. Unterhuber. lieber die Frucht von Ceratozamia mexicana. 
Ein Beitrag zur Blattstellung. Leoben, 0. G. 1870. 7 pp. 

12. Belohlävek F. Wie hängt in vielen Fällen die Veränderung 
der Theile der Pflanzen mit der Veränderung oder Vollendung 
des Wachsthums der Axe zusammen? Prag, akad. 0. G. Alt- 
stadt 1876. 14 pp. (czechisch). 

13. Hackel Ed. Morphologische Studien über die Familie der Grä- 
ser. St. Polten, ß. 0. G. 1871. 25 pp. 

14. Hanke A. Versuch einer kurzgefassten Darstellung der mikro- 
skopischen Pflanzenanatomie. Troppau, 0. ß. 1854. 13 pp. 

15. Gerstendörfer J. Die Blätter unserer Abietineen in ihrem 
anatomischen Bau. Mies, ß. 0. G. 1877. 15 pp. 

16. Hanausek Th. lieber die Harzgänge in den Zapfenschuppen 
einiger Coniferen. Krems, 0. R. 1879. 31 pp. 

17. Pfurtscheller P. lieber die Innenhaut der Pflanzenzelle, nebst 
Bemerkungen über offene Communication zwischen den Zellen. 
Wien, 0. G. (Hegelgasse) 1883. 25 pp. 1 Tfl. 



96 

II. Physiologie (iucl. Biologie). 

18. Gerstuer J. Die Contractilität und ihre Bedeutung für die 
Organismen. I. Das Protoplasma. Budweis, 0. R. 1878. 35 pp. 

19. Nachbaur E. Von den Nahrungsstoffen der Pflanzen. Feld- 
kirch, R. 0. G. 1863. 15 pp. 

20. Demel J. lieber Pflanzenernährung. Nach verschiedenen Quellen 
zusammengestellt. Olmütz, 0. R. 1879. 36 pp. 

21. Dworzak H. üeber das Chlor als Nährstoff der Pflanze. Krem- 
sier, 0. R. 1879. 12 pp. 

22. Reibenschuh. lieber den Antheil der Wurzeln bei der Ernäh- 
rung der Pflanzen. Marburg, 0. R. 1872. 18 pp. 

23. Wastler F. üeber die SaftlDewegung in den Pflanzen. Laibach, 
0. R. 1868. 36 pp. 

24. Struschka N. üeber die Bewegimg des Wassers in der Pflanze. 
Kremsier, 0. R. 1878. 12 pp. 

25. Burger stein A. üeber den Einfluss äusserer Bedingungen auf 
die Transspiration der Pflanzen. Wien, R. 0. G. (Leopoldstadt) 
1876. 28 pp. 

26. Schreiber. Der Einfluss des Lichtes auf Organismen. Görz, 
0. R. 1864. 32 pp. 

27. Nekut E. üeber die Wirkung der Wärme auf das Wach sthum 
der Pflanzen. Prag, R. 0. G. 1883. 28 pp. (czechisch). 

28. Pormänek E. Das Gesetz der Befruchtung in der organischen 
Natur. Weideuau, 0. G. 1872. 26 pp. 

29. Burgerstein A. üeber das Empfiuduugsvermögen der Wurzel- 
spitze mit Rücksicht auf die Untersuchungen von Ch. Darwin. 
Wien, R. 0. G. (Leopoldstadt) 1882. 23 pp. 

30. Hromada A. üeber die Cellularphysiologie und ihre Bedeu- 
tung für die Begrenzung des Thier- und Pflanzenbegriffes. Prag, 
n. 0. R. 1876. 13 pp. 

31. Schön ach H. Die Pflanzen- und Thierwelt in ihren ph5^sika- 
lischen und chemischen Wechselbeziehungen zu einander und 
zum Naturganzeu. Brunek, ü. R. 1876. 48 pp. 

32. Spitz n er W. üeber Generationswechsel bei Pflanzen. Pross- 
nitz, Privat-R. der Matice Skolska. 1879. 24 pp. (czechisch). 

33. Zlik. Acclimatisation der Thiere und Pflanzen. Teschen, 0. G. 
1864. 91 pp. 

34. Walter. Der Winter und seine Bedeutung für das Leben der 
Pflanzen. Prag, 0. G. (Neustadt). 1870. 9 pp. 

35. Hackel E. Die Lebenserscheinungen unserer Gräser. St. Polten, 
R. G. und 0. R. 1878. 25 pp. 

36. Krasan F. Pflanzenphänologische Beobachtungen für Görz. 
Görz 1868. 37 pp. 

37. Pugger E. Die phänologischen Beobachtungen in Salzburg aus 
den Jahren 1872—80. Salzburg, 0. R. 1880. 8 pp. 

38. Zoch J. Phytophänologische Beobachtungen. Sarajewo, R. G. 
1881—1882. 2 -f 2 pp. 



97 

39. Wurm F, Phänologische Beobaclitungen. Böhm.-Leipa, C. 0. K. 
1884. 6 pp. 

40. Tomaschek. Phänologische Beobachtungen aus der Umgebung 
von Cilli. Cilli, 0. G. 1855. 4 pp. 

III. Geographische Verbreitung. 

41. Smita J. Die Eiszeit und ihr Einfluss auf die Verbreitung der 
Pflanzen. Prag, I. deutsche 0. R. 1874. 

42. Langer R. Vegetationsformen des Kaplandes und ihre Ver- 
gleichung mit denen der benachbarten afrikanischen Vegetations- 
gebiete. Wien, Privat 0. R. (Josefstadt, Meixner). 1880. 

43. Kr a sau F. Beiträge zur Geschichte der Erde und ihrer Vege- 
tation. Graz, IL 0. G. 1882. 18 pp. 

44. Fellner St. Die geographische Verbreitung der Thiere \md 
Pflanzen. 0. G. Wien (Schotten) 1885. 64 pp. 

45. Zimmeter A. Verwandtschafts- Verhältnisse und geographische 
Verbreitung der in Europa einheimischen Arten der Gattung 
Aquilegia. Steyr, 0. R. 1875. 64 pp. 

46. Sikora E. Die geographische Verbreitung der Solanaceen. Bie- 
litz, 0. G. 1881. 14 pp. 

47. Zimmeter A. Die europäischen Arten der Gattung Potentüla. 
Versuch einer systematischen Gruppirung und Aufzählung nebst 
kurzen Notizen über Synonymik, Literatur und Verbreitung der- 
selben. Steyr, 0. R. 1884. 29 pp. 

Kryptogamen. 

48. Köhler. Zur Kenntniss der Pilze. Olmütz, deutsche 0. R. 
1862. 15 pp. 

49. Hacken berger. Naturhistorische Skizzen über die Pilze. Böh- 
misch-Leipa, 0. R. 1867. 19 pp. 

50. Accurti. Die Algen von Capodistria. Capodistria, 0. G. 1858 
(italienisch). 

51. Glowacki J. Ueber Flechten aus der Umgegend von Görz. 
Görz, 0. R. 1871. 31 pp. 

52. Glowacki J. Uebersicht über den heutigen Stand der Frage 
von dem Wesen der Lichenen. R. G. Pettau 1877. 24 pp. 

53. Steiner J. Verrucaria calciseda. Petractis exanthematica. Ein 
Beitrag zur Kenntniss des Baues und der Entwicklung der 
Krustenflechten. Klagenfurt, 0. G. 1881. 47 pp. 2 Tfln. 

54. Kernstock E, Die Flechten von Bozen und Umgebung. Bozen, 
U. R. 1883. 32 pp. 

55. Noväk J. Schlüssel zur Bestimmung der blättrigen Flechten 
in der Umgebung von Deutschbrod. Deutschbrod, R. 0. G. 1884. 
17 pp. 

56. Hein. Beiträge zur Laubmoosflora des Troppauer Kreises. Trop- 
pau, 0. R. 1874. 

(Fortsetzung folgt.) 



98 

Literaturberichte. 

Hahn Gotthold: Die Lebermoose Deutschlands. Ein Vademecum für Bo- 
taniker. Gera 1885. Kanitz. 90 pag. mit 90 Abbildungen in Farbendruck 
auf 12 Taf. 

Das vorliegende Buch entspricht jedenfalls einem von vielen 
Anfängern bei dem Studium der Lebermoose gefühlten Bedürfnisse, 
indem es sie in die Lage versetzt, neben kurzen aber immerhin voll- 
ständigen Beschreibungen aller in Deutschland vorgefundenen Leber- 
moose auch Abbildungen der wichtigsten Vertreter derselben verglei- 
chen zu können. Im Texte finden wir neben einem kurzen, der 
Morphologie der Lebermoose und einer systematischen üebersicht 
gewidmeten allgemeinen Theil die Beschreibung von 133 Leber- 
moosen, von denen 90 auf den angefügten Tafeln abgebildet werden. 
In einem Anhange findet sich eine Anleitung zum Sammeln der 
Lebermoose und ein kurzes terminologisches Verzeichuiss. Vielleicht 
Aväre hier, dem Zwecke des Büchleins entsprechend, eine Bestim- 
mungstabelle der Genera nicht unzweckmässig gewesen. Grosse Sorg- 
falt ist auf die im Farbendruck ausgeführten Tafeln verwendet, die 
zum Theile Originalabbildungen, zum Theile Copien nach bewährten 
Werken bringen. Von jeder der dargestellten Arten finden wir neben 
einem Habitusbilde in natürlicher Grösse auch ein vergrössertes 
Stück, häufig überdiess einzelne Blätter etc. in stärkerer Vergrösse- 
rung. Jedenfalls wird dieses handsame Buch bei Anfängern viele 
Freimde finden, wozu auch der relativ geringe Preis (6 Mark) bei- 
tragen dürfte. Wettstein. 

Schultz Dr. Hugo: Die officinellen Pflanzen und Pflanzeupräparate. 

Zum Gebrauche für Studirende und Aerzte übersichtlich zusammengestellt. 
Wiesbaden 1885. J. Bergmann. 176 p. mit 94 Holzschn. 

Zweck des Buches soll sein, die Möglichkeit zu bieten, sich 
über Herkommen und Beschaffenheit der officinellen Pflanzen und 
Präparate zu unterrichten. Was den zweiten Punkt dieses Program- 
mes anbelangt, so ist dasselbe in sehr übersichtlicher und trotz der 
Kürze der einzelnen Artikel vollkommener Weise erreicht. Leider 
entsprechen die Beschreibungen der Pflanzen nicht immer den An- 
forderungen, die man an sie stellen kann, einerseits in Folge allzu- 
grosser Kürze, die oft nur die Hervorhebung unwichtiger und wenig 
charakterisirender Merkmale zuliess, andererseits in Folge mancher 
Schwächen in terminologischer Hinsicht. (Nur wenige Beispiele: 
„Blumeukrone" von Crocus p. 51; „nierenförmige Keimkörner" von 
Lycopodium p. 89; die Blüthen von Melissa stehen „in kurzgestiel- 
teu doldentraubigen Quirlen" p. 93 ; die Blätter von Potentilla Tor- 
mentüla besitzen fünf dreispaltige, die oberen einfache Nebenblätter 
p. 115; die „auf fusshohen . . . Stengeln einzeln stehenden Blüthen 
von Taraxacum'-'' p. 133; „Wurzeln^ von Orchis p. 104 etc.) Auch 
mit Kücksicht auf das Vaterland der officinellen Gewächse sind hie 
und da ünvollkommenheiten zu erwähnen (so bei Cetraria islandica 
„hohe Berge des nördlichen Deutschlands" p. 33; bei Coclilearia of- 



\ 



99 

ficinalis „felsige Küsten der nördlichen Meere" p. 45 etc.). Die Ab- 
bildungen, in Holzschnitt ausgeführt, sind vielfach instructiv (so 
Fig. 5, 17, 19, 23, 25 u. a.), während wieder andere besser wegge- 
blieben wären, so z. B. Fig. 21, 44 u. a. Wettstein. 

Vasay Dr. George: The a^ricultural grrasses of tlie United States und 
Richardson Clifford : The chemical composition of American grasses. 

Washington 1884. 

Der erste Theil dieser vom „Departement of agriculture" her- 
ausgegebenen Zusammenstellung enthält die Beschreibung aller in 
den Vereinigten Staaten ciütivirteu einheimischen oder eingeführten 
Gräser, von denen die meisten auf den beigegebenen 120 im Holz- 
schnitte (mit Ausnahme von Taf. Nr. 107) vortrefflich ausgeführten 
Tafeln abgebildet erscheinen. Das Hauptgewicht ist dabei weniger 
auf Details gelegt, als auf das Habitusbild, was auch ganz zweck- 
entsprechend ist, da das Werk in erster Linie praktische Ziele ver- 
folgt. — Der zweite von Richardson bearbeitete Theil behandelt 
die chemische Zusammensetzung der meisten von den im ersten 
Theile beschriebenen und abgebildeten Gramineen. Es werden die 
Resultate von circa 140 Analysen sowohl der frischen Pflanzen, als 
der Trockensubstanz mitgetheilt und in übersichtliche Tabellen zu- 
sammengestellt. Instructiv sind die Gegenüberstellungen der Ana- 
lysen derselben Pflanzen von verschiedenen Standorten, die eine re- 
lativ grosse Verschiedenheit in der chemischen Constitution solcher 
Pflanzen ergaben. Wettstein. 

Ueber enropäisehe Roseutypen von Heinr. Waldner, Verlag von G. Mal- 
linki-odt in Zabern, Elsass; mit einer photographischen Tafel. 

Eine mit anerkennenswerthem Fleisse zusammengestellte Arbeit. 
Nach einer kurzen Einleitimg gibt Verfasser eine kurze üebersicht 
der bis lang aufgestellten Systeme, erwähnt Tragus, ferner aus 
späterer Zeit Linne und Lamarck, letzterer lieferte die erste 
brauchbare Classification der Gattung Rosa in seiner „Flore fran9aise". 
Nach Aufzählung einer Reihe von Autoren, wobei nach Ansicht des 
Referenten der epochemachenden Arbeiten von Crepin und Dese- 
glise viel zu wenig gedacht wird, führt der Autor in ausführlicher 
Weise das bekannte 1873 erschienene Werk von Christ „die Rosen 
der Schweiz" der Besprechung zu. Hierauf folgt in eingehendster 
Weise die Erläuterung des Werthes der „Kennmale", und ist diese 
gediegene und sachlich correcte Besprechung wohl der werthvollste 
Theil des Werkchens. Im folgenden systematischen Abschnitte hin- 
gegen kommen Fehler vor, die nicht allein auf Rechnung diiferenter 
Anschauungsweise zu setzen sind. So beispielsweise gehört Bosa 
sempervirens L. nicht zur Gruppe der Rosa repens Scop., H. montana 
Chaise imd R. Chavini sind nicht dem Typus der R. rubrifolia an- 
zureihen eben so wenig wie R. Ilseana Crepin an die Seite der 
Rosa glauca Vill. gestellt werden darf, auch R. Haberiana Puget 
gehört sicher nicht zu dem Formenkreis der Rosa glauca Vill. Rosa 
capnoides Kerner gehört nicht zu R. tmnentella Lern an, R. stylosa 



100 

Desv. nicht zu R. dumetorum ThiiilL; R. Bellevalis Fuget nicht zu 
R. coriifolia Fries, R. umbellißora Swartz nicht zu R. tomentosa Sm. 
Die wahre R. caryophyllacea Besser dürfte der Autor nie gesehen 
haben, überhaupt dürften letzterem wenige osteuropäische Formen 
vorgelegen sein, was Keferent als einen Hauptmangel der Arbeit be- 
trachtet. So scheint Verfasser nicht zu wissen, wo R. reversa W. K. 
wächst, wo er dieselbe angibt wächst sie schwerlich, wahrscheinlich 
sieht er die von ihm ganz vergessene R. gentilis Sternberg für 
R. reversa W. K. an. Auch R. nitididla Besser scheint der Verfasser 
nicht zu kennen, ebenso sind die Bastarte meist willkürlich aufge- 
stellte Vermuthungeu, insbesondere ist R. Kluckii Besser weder 
eine Tom enteile noch entspricht sie einer Combination tomentelloX 
curyophyllacea, sondern ist eine weitverbreitete hervorragende Form. 
Dass gleichlautende Namen unter verschiedenen Gruppen verschiedene 
Formen bezeichnen ist nach Anschauung des Keferenten unstatthaft; 
dass ferner die Photographie zur Darstellung der Rosen nicht ge- 
eignet ist, beweist am besten die beigegebene Tafel. Braun. 

Wanderungen eines Naturforschers im Malayischen Archipel von 1878— 
1883. Von Henry O. Forbes. Autorisirte deutsche Ausgabe. Aus dem 
Englischen von Reinhold Teuscher, Dr. med. Mit sehr zahlreichen Ab- 
bildunsjen nach den Skizzen des Verfassers, einer Färbend ruckt afel und 
zwei Karten. I. Bd. 8". XV, 300 Seiten. Jena, Hermann Costenoble, 1886. 

Für die deutsche Uebersetzung von Forbes' trefflichem Werke 
müssen wir dem üebersetzer umsomehr Dank wissen, als dadurch 
dem deutschen Leserkreise ein Buch geschaffen wurde, das sich so- 
wohl durch seine Einfachheit in der Sprache der höchst anziehenden 
Eeise-Schilderungen, als auch dadurch auszeichnet, dass der Ver- 
fasser mit feinem Sinne es verstanden hat, den wissenschaftlichen 
Theil so damit zu verschmelzen, dass alle Grebildeten dessen Leetüre 
vollständig befriedigen wird. Leider erlaubt es der Raum nicht, 
ausführlich auf den Inhalt einzugehen; nach einer kurzen Darstel- 
lung desselben müssen wir uns begnügen, speciell den botanischen 
Theil etwas eingehender zu erörtern. I. Abtheilung, Der Autor 
bespricht seine Ankunft in Batavia, den botanischen Garten zu Biii- 
tenzorg und seine Abreise nach den Kokos-Keeliug-Inseln, indem er 
diese Inseln einem speciellen Studium unterzieht, macht er uns damit 
bekannt, wie die Vegetation seit dem Besuche Darwin's sich ver- 
änderte, obwohl mehrere von Letzterem gefundene Pflauzen von 
Forbes nicht bestätigt wurden, so führt er uns dagegen folgende 
Arten als von Darwin nicht verzeichnet an: Anona reticulata L., 
Sinapis juncea L., Oynandropsis spec. (wahrscheinlich cultivirt), 
Hibiscus rosa sinensis L. (eingeführt), Sida carpinifolia L., Poin- 
siana pulcherrima L. (eingeführt), Eriohotrya sp. (cultivirt), Rosa 
centifolia L. (cultivirt), Guava sp. (cultivirt), Carica Papaya L. 
Sryophylluni calicinum Salisb., Morinda citrifolia L., Sonchus ole- 
raceiis L., Vinca rosea L., Asclepias curassavica L., Oroxylmn in- 
dicum . Vent. (cultivirt), Physalis peruviana L., Leonurus Sibiriens, 



101 

StacTiytarpheta indica L., RiciuKS commioiis L. (cultivirt). Era- 
grostis amabiUs L, und Fimbristylis glomeratus Nees. — II. Ab- 
theilimj?. Nach Batavia ziirückoekehrt, besuchte der Verfasser die 
Provinz Bantam auf Java, wo aber kaum ein Stück uncultivirten 
Landes zu entdecken war, wesshalb er die Bergstation Kosala in 
derselben Provinz aufsuchte. Da war ein dankbares Feld für geistige 
Arbeit gefunden, und die botanische Ausbeute eine sehr ergiebige-, 
so gedeihen daselbst ausser zahllosen Feigenarten die den Kautschuk 
erzeugenden Urostigma microcavpum und consociatum, welche zu den 
Riesen des Pflanzenreiches und zu seinen zähesten Parasiten gehören. 
Daneben die Strauchformen von Ficus microcarpa, cordifolia, aspera 
und radicans, letzterer die höchsten Waldbäume erklimmend; an 
Farnen eine Gleichenia und eine Dipteris Horsfieldi; ferner in den 
letzten Erhebungen Nepenthes phgllamphora, während aus dem den 
Boden überziehenden Moosteppiche die sternartigen Blumen von Agro- 
stemma montanum hervorstrahlten. Zu den interessantesten Pflanzen 
der javanischen Sammlung gehörten aber Petraea arborea, 3L/nne- 
codia tuberosa und Hydnophytum formicarurn. Die Beobaclitimgen, 
welche der Verfasser über die Selbstbefruchtung der in Kosala mas- 
senhaft wuchernden Orchideen anstellte, bilden den Gegenstand einer 
dm'ch viele instructive Zeichnungen unterstützten Auseinandersetzung, 
wovon wir nur anführen wollen, dass es Forbes gelungen ist, von 
Phajus Blumei, Spathoglottis plicata, Arundina speciosa, Eria sp., 
Chrysoglossum sp. und Goodyera j^rocera die Selbstbefruchtung nach- 
zuweisen, womit er die Kegel „die Orchideenblttthen würden durch 
den Pollen anderer Blüthen befruchtet" nicht als allgemein hinge- 
stellt wissen will. Indem er noch den Preanger-Regentschaften einen 
Besuch abstattet, führt er uns in der III. Abtheilung seiner so 
schätzenswerthen Arbeit in den Süden Sumatra's; dieser Abschnitt 
ist der umfangreichste des Werkes, und es Avürde zu weit führen, 
wollte man nur andeuten, in welcb fesselnder Weise es dem Autor 
gelungen ist, seine Alles umfassenden Studien niederzuschreiben. 
Wir sehen dem baldigen Erscheinen des zweiten Bandes, welcher 
die Bereisung der weniger civilisirten Inseln des östlichsten Archi- 
pels zum Gegenstande haben wird, mit regem Interesse entgegen, 
indem damit ein Werk zum Abschlüsse gebracht würde, das jeder 
wissenschaftlichen Bibliothek zur Zierde gereicht. J. 

A. Grisebach, La ve^etazione terrestre nella sua disposizioiie secoudo 
il clima. Opera tedesca e tradotta in francese, spog-liata iielP op«- 
scnlo italiano. La vegetazione terrestre considerata nei suoi rapporti 
col clima di F. Ardissone. 

Unter diesem Titel versendet der Herausgeber der IL Auflage 
von Grisebach's Werk: „Die Vegetation der Erde", eine literarische 
Notiz, worin durch Reproducirung und beziehungsweise Gegenüber- 
stellung mehrerer Textstellen aus der französischen Uebersetzung des 
Grisebach'schen Werkes und der von Herrn Prof. Ardissone 
veröffentlichten: ^La vegetazione terrestre", nachgewiesen wird, dass 



102 

letztere eigentlich keine Originalarbeit Ardissone's, sondern vielmehr 
eine mit Beibehaltung der eigenen Worte des deutschen Autors in 
die Form eines Compendiums gebrachte ßeducirung des Grisebach'- 
schen Meisterwerkes sei. M. P. 

Edmond Boissier. 

Bei Charles Schuchardt in Genf 1885 ist eine Brochure in 
Druck gelegt worden, welche folgende zwei, dem Andenken des ge- 
nannten, um die Wissenschaft hochverdienten Botanikers gewidmete 
Artikel enthält: L Notice biographique par M. Alph. De Candolle 
(Sep.-Auszug aus den „Archives des Sciences phj^siques et naturelles" 
October 1885). Hier schildert Boissier's langjähriger Berufsgenosse 
und Freund vorzugsweise die wissenschaftliche Thätigkeit des Ver- 
ewigten und geht besonders bei der Aufzählung dessen zahlreicher 
Keisen ins Detail, indem er sogar einzelne Stellen aus Boissier's 
Beschreibung seiner ersten Eeise nach Südspanien „Voyage botanique 
dans le midi de 1' Espagne pendant V annee 1837. Paris 1839 — 45" 
wörtlich citirt, womit B. seinen literarischen Kuf ein für allemal 
begründete; IL Paroles adressees aux parents et amis d' Edmond 
Boissier le 28. Septb., jour de ses funerailles, par M. A. Vautier, 
pasteur ä Valleyres. Die trefflichen Charakterzüge Boissier's, sowie 
sein humanitäres Wirken werden in pietätvoller Weise gewürdigt 
und wird der Trauer über den Verlust dieses edlen Menschen Aus- 
druck verliehen. M. Pfihoda. 



Correspondenz. 

Brunn, am 25. Jänner 1886. 
Ich beeile mich einige Berichtigungen und Ergänzungen zu 
meinem „Beitrage zur Flora der Beskiden und des Hochgesenkes 
d. Z. 1884, p. 157" einzusenden. Senecio barhareaefolius Krock. 
kommt häufig vor auf Wiesen bei Bystritz und am Wege von Bystritz 
nach Hostalkan und zwar: am Pusse des Hosteins, fehlt höchst wahr- 
scheinlich von da an bis inclusive Stramberg, es tritt aber auf dieser 
Strecke eine interessante neue Form auf, über die ich bei Gelegenheit 
zu berichten gedenke. Die Daten von Galimn uUginosum gehören zu 
G. palustre und umgekehrt, jedoch sind für ersteres vorläufig nur 
die Standorte Mähr. Neustadt und Zilchowitz zu behalten. Verbascum 
phlomoides L. fand ich ausser bei Michelsbrunn auch beim Holz- 
platze bei Karlsbrunn, am Wege zur Gabel in einem verkümmerten 
etwa 20 Ctm. langen Exemplare, wahrscheinlich nur vorübergehend 
eingeschleppt. Melampyrum silvaticum d. Z. 1885, p. 238 ist für 
das vereinigte Theiner und Partschowitzer Kevier, trotz der zahn- 
losen Blätter und der abstehenden Kelchzipfel, wegen der Unzu- 
länglichkeit der beim Trocknen stark zusammen geschrumpften 
Exemplare zu streichen. Bei der so charakteristischen und von weiten 



103 

kenntlichen Stac7ii/s germanica dürfte ? ich mich beim Notiren für 
Karlsbnmn verschrieben haben, weil ich sie hi^r an einem von mir 
angefübrten Orte, bei einem zweiten Besuche nicht mehr vorgefunden 
habe. Statt Erysumim crepkUfoUum Rcbb. soll stehen E. repandum 
L. d. Z. 1883, p. 290. Bei Fvmarm Schleicheri Soy. Wille, soll 
stehen statt „häufig auf", — spärlich auf etc. Trifolium alpestre L. 
ist für Wsetiu, wegen der Mangelhaftigkeit der Exemplare nicbt 
sicher. Bei Vicia pisiformis L. soll stehen statt „Kleppel' spärlich 
am Wege von Kleppel nach Zöptau. Statt Rubus bifrons d. Z. 1883, 
p. 362 soll stehen B. thyrsoideus Wimm. Dr. Formänek. 

Brunn, am 6. Februar 1886. 

Im Anschluss an die Correspondenz vom 6. Jänner 1886 d. Z. 
theile ich aus der Gegend von Kobyli noch folgende Standorte be- 
merkenswerther Arten mit. Ich fand bei Kobyli: Scorzonera Jacqui- 
niana Celak., Inida saliciana, Anthemü tinctoria, Senecio Doria 
zerstreut, aber immer gruppenweis, Centaurea panicidata Jacq., 
Ligustrmn vidgare, Cerinthe minor, Nonnea pidla, Datura stramo- 
nium häufig, selbst auf Bauerhöfen, Linaria miliar, L. spuria, Li- 
naria vulgaris Mill. var. parvißora m., Veronica spicata, Melampyrum 
pratense, Orobanche ramosa massenhaft auf einem Hanffelde, Verhena 
ofßcinalis, Salvia sylvestris, S. verticillata, Betonica officinalis, Sta- 
chys annua, Leonurus cardiaca, Marrubimn vulgare, M. peregrinum., 
Ajuga ehamaepitys, Anagallis arvensis L. var. lilacina Alf., A. coe- 
rulea Schreb. Dr. Formänek. 

Lemberg, am 3. Februar 1886. 
Neu für die Flora der österr. -ungarischen Monarchie ist die 
osteuropäische Rosa cuspidata M. ä B., welche ich in Südostgalizien 
an zwei, von einander ziemlich weit entfernten Standorten entdeckt 
habe, nämlich in Sinköw (am Duiester) und in Myszköw (am Seret- 
fluss). Vom erstgenannten Standorte habe ich diese prächtige Rose 
in den hiesigen botan. Garten verpflanzt und ich werde daher die- 
selbe heuer in den Tausch bringen können. Von allen übrigen To- 
raentosis lässt sich R. cuspidata M. B, auf den ersten Blick durch 
glänzende Blätter unterscheiden. — Für Poa pannonica Ä. Kern, 
kann ich aus Südostgalizien ausser Sinköw und Dobrowlany noch 
einen weiteren Standort anführen, nämlich Bilcze, wo sie von Han- 
kiewicz gesammelt wurde. — Potent illa leucopolitana Ziramet. (in 
A. Kerner's „Flora austro-hung. exs.") von Lemberg betrachte ich 
jetzt, nachdem ich dieselbe — Dank der Güte meiner geschätzten 
Freunde, der Herren J. Bubela und Dr. K. Keck — mit zahlreichen 
Originalexemplaren der P. leucopolitana P. J. Müller (in F. Schulz: 
Herbar. norm.) verglichen habe, ganz entschieden als eine von der 
elsässischen Pflanze verschiedene, wiewohl mit derselben systematisch 
nächst verwandte Species und benenne sie P. leucopolitanoides m. — 
Auch die Angabe Zimmeter's, dass Potent illa Vockei P. J. Müller 
(in Schulz h. n.) von Polen und P. Wiemanniana Baenitz (von 



104 

Günther) von Lochstädt bei Königsberg mit P. leucopoUtana P. J. 
Müller identisch seien, entbehrt wie ich mich auf Grund der Yer- 
gleichung der Originalexemplare überzeugt habe, jeder Begründung. — 
Meine Pot. argentea X arenaria von Bilcze und Sinköw ist von 
P. argentea X arenaria Hülsen, deren Originalexemplare ich im 
Herbare des Herrn Dr. Keck gesehen habe, verschieden. Die Pflanze 
Hülsen's entspricht der Combination superargentea x arenaria, 
während die meinige der entgegengesetzten Combination zu entsprechen 
scheint. Jedenfalls darf meine Pot. argentea x arenaria mit keiner 
der in Zimmeter's Monographie der europäischen Potentillen be- 
schriebenen Potentillen aus der Gruppe der Collinae ideutificirt 
werden, — Endlich bemerke ich noch, dass Thymus angustifolius f. 
maior latifolia mihi (in Oest, bot. Z.) von Holosko (bei Lemberg), 
wo ich dieselbe im J, 1884 in einigen Exemplaren unter zahlreichen 
Exemplaren des Thymus angustifolius Pers. und Th. montanus W. K. 
entdeckt habe, ohne Zweifel deu Bastart Th. angustifolius X mon- 
tanus darstellt. Br. Btocki, 

Budapest, 10. Februar 1886. 
Herr Prof. Dr. Celakovsky hat jedenfalls nicht gut gethan, 
dass er bei Verhascum denuclatum Pfund die Quelle, welche nur sehr 
wenigen Botanikern zugänglich ist, nicht citirt hat; desswegen citirt 
auch Prof. A, v. Kern er in Vegetationsverh, Nr, 1193 V. denucla- 
tum als eine solche Art, die in Celak. Prodr, Böhm. 1872 zuerst 
erschien. Bei Namensänderung fällt mir ein, dass es schon einen 
Carduus agrestis Presl gibt, so ist der jüngere G. agrestis Kern, auf 
C. Kernerorum m. zu Ehren der für die Botanik so verdienstvollen 
Brüder, sowie Scrofularia pulverulenta Janka (non Boiss.) auf Scr. 
Jankae m. und Inula transsilvanica m. von Orsova auf 1. crassi- 
nervis m. (/, aspera X Germanica) umzutaufen. Letztere habe ich 
auch im Juni 1885 auf dem Allionberge gesammelt. Zu Scrofularia 
Jankae gehört vielleicht die Scrof. laciniata var. alpina Heuif, als 
ganzblättrige Form, — Mitte October 1885 fand ich in Auwinkel 
noch blühend: Salvia dumetorurn, Rumex silvester, Onohrychis are- 
naria, Centaurea Sadleriana, Bellis perennis, Vicia villosea, Mercu- 
rialis annua, Bronius pannonicus, Arrhenatherum elatius, Anthemis 
tinctoria, Medicago varia, Sisymbrium Golumnae, Potentilla arena- 
ria., Lapsana communis, Gferanium pyrenaicum,!, Cirsium pannoni- 
cum und Erysimum odoratum. v, Borbäs. 



Fersonalnotizen. 

— Dr. Günther Beck wurde bei der Neuorganisirung des 
k. k. naturhistorischen Hofmuseums in Wien zum Gustos -Acljunct 
und Vorstande der botanischen Abtheilung, Dr. Iguaz Ritt, v, Szy- 
szylowicz zum Hilfsarbeiter an derselben ernannt. 



105 

— Prof. Thyseltou Dyer wurde zum Director des botani- 
schen Gartens in Kew ernannt. 

— Prof. Eriedr. Hazslinszky und Job. v. Csato wurden 
von der k. ungar. Naturwissenscbaftlicben Gesellscbaft in Budapest 
zu Ehrenmitgliedern gewählt. 

— Dr. Alex. Dietz, Assistent am botanischen Institute der 
Universität Budapest, erhielt für seine Arbeit über die Entwicke- 
lungsgeschichte von Typha von der k. ung. Naturwissensch. Gesell- 
schaft einen Preis von 300 Gulden. 

— Dr. L. Keinhard ist zum ord. Professor der Botanik an 
der Universität Charkow ernannt worden. 

— Dr. Vinc. V. Borbäs erhielt von dem ungar. Ackerbau- 
Ministerium den Auftrag, die Vegetationsverhältnisse der Sandpuszteu 
des Temeser Comitates zu beschreiben. 



Vereine, Anstalten, Unternehmung^en. 

— In einer Sitzung der kais. Akademie der Wissenschaften 
in Wien am 14. Jänner überreichte Prof. J. Wiesner eine „Unter- 
suchung über die Organisation der vegetabilischen Zellwand", welche 
zu folgenden Sätzen führte: 1. Die erste Zellwandanlage besteht 
gänzlich aus Protoplasma (Strasburger). 2. So lange die Zellwand 
wächst, enthält sie lebendes Protoplasma (Dermatoplasma). Das- 
selbe ist aber nur dann direct im Mikroskope sichtbar, wenn es in 
breiten, cellulosefreien Zügen auftritt und dann die ganze Wand 
durchsetzt, welcher letztere Fall bekanntlich zuerst von Tangl 
beobachtet wurde. 3. Der Bau der Zellwand ist nicht nur in der 
ersten Anlage, sondern stets ein netzförmiger, wie ein solcher dem 
Protoplasma, aus welchem die Zellwand ja hervorgeht, entspricht. 
4. Die Hauptmasse einer heranwachsenden Wand besteht aus kleinen, 
runden organisirten Gebilden, Dermatosomen, welche aus Mikro- 
somen des Protoplasma (Plasmatosomen) hervorgehen, und die, 
solange die Zell wand wächst, durch zarte Protoplasra astränge ver- 
bunden sind. Diese Plasmatosomen führenden Stränge bilden aus 
sich (durch Theilung?) neue Plasmatosomen und schliesslich Derma- 
tosomen, worauf das Wachsthum der Wand beruht, dass also im 
Wesentlichen ein intercalares ist. 5. Die Dermatosomen sind in der 
Eegel direct in der Zellwand nicht erkennbar, werden aber sichtbar, 
wenn man die sie zusammenhaltenden Fäden löst oder sprengt. Dies 
kann durch verschiedene Mittel geschehen. Am vollkommensten gelingt 
die Isoliruug der Dermatosomen durch Chlorwasser, welches die 
Stränge früher angreift als jene. Durch aufeinanderfolgende Behand- 
lung mit einpercentiger Salzsäure, Trocknen bei 50 — 60", Behan- 

Oesterr. botan. Zeitschrift. S. Heft 188'). 8 



106 

dein mit gewöhnlicher Salzsäure, Wasser, Kalilauge, endlich durch 
Druck ist man im Stande, die Bastfasern in Dermatosomen zu zer- 
legen, welche kleine mikrokokkenartige Körperchen darstellen, 6. Aus- 
gewachsene Dermatosomen sind eiweissfrei, leblos, aber noch quellbar. 
7 Dis Wasser ist in den Zellwänden in zweierlei Form enthalten; 
erstlich als Qaellungswasser in den Dermatosomen; zweitens als 
capillares Imbibitionswasser zwischen diesen, die Verbindungsstränge 
umspülend. 8. De Bindung der Dermatosomen ist innerhalb einer 
Zellwand eine stärkere, als zwischen zwei benachbarten Zellen. Ein 
lockeres, in Reasentien relativ leicht lö4iches Fibrillengerüste trennt 
die sogenannte Mittellamelle (gemeinschaftliche Ausseuhaut) in zwei 
Häute, so dass jf^de im Gewebeverbande befindliche Zede ihre eigene 
Aus-^euhaut besitzt. 9. Die Zellwand kann mit dem gleichen Rechte 
als fibrinös gebaut betrachtet werden, mit welcher man sie als 
lamellös zusammenges^^tzt auffasst. Sie ist aber im Grunde weder 
das eine noch das andere, sondern je nach Anordnung der Derraato- 
someu, nach Länge (beziehungsweise Spannung) der Verbindunsf&fäden 
geschichtet, oder fibiillös, oder beides, oder anscheinend homogen. 
10. D e optische Diflferenzirune der Schichten, beziehungsweise Fibrillen 
der Zeliwand kommt im Wesentlichen durch regelmässigen Wechsel 
genäherter (zu Schichten, oder Fibrillen vereinigt erscheinender) 
Dermatosomen und G ^rüstsubstanz zu St^ande. 11. Die Anwesenheit 
von Ei Weisskörpern in der lebenden Z -llwand macht die chemische 
Beschaffenheit und die inne halb derselben stattfindenden chemischen 
Metamorphosen verständlicher als die herrschende Lfhre, de zufolge 
Cellulose das erste Produkt ist, welches aus dem Protoplasma als 
Wandsubstauz ausgeschieden wird, und welches den Ausgangspunkt 
für die Eüt.-.tehung aller sogenannten „Umwan llungsprodukte" der 
Zellwand bilden soll. 12. Die Zellwand reprä.>entirt, wenigstens so 
l.mge sie wächst, ein lebendes Glied der Z-dle, was besonders 
dadurch anschaulich w^rd, dass es Zellen gibt, welche den grössten 
Theil ihres Protoplasma inmitten der Zellhaut führen (Pilzhyphen 
mit dickwandigen wachsenden Enden). 

— In der am 3. Februar 1886 unter Vorsitz Sr. Durchl. des 
Fürsten Colloredo-Mannsfeld stattgefundenen Monatsversamm- 
lung der k. k. Zoolog.-botan. Gesellschaft hielt Prof. Hugo 
Zukal einen längeren Vortrag über den biologischen und morpho- 
logischen Werth der Pilzbulbillen. M. Pfihoda. 



Sammlungen. 

— Unter dem Titel „Phycotheka universalis" geben Dr. Hauck 
und Paul Richter eine Sammlung getrockneter Algen sämmtlicher 
Ordnungen und aller Gebiete in Fascikeln zu 50 Nummern heraus. 
Das .1. Fascikel is soeben erschienen. 



107 

— Moritz Winkler hat sein umfangreiches Herbarium mit 
über 700 Fascikel dem botanischen Garten der Universität Breslau 
geschenksweise übergeben. 



Botanischer Tauschverein in Wien. 

Sendungen sind eingelangt: Von Herrn Topitz mit Pflanzen 
aus Böhmen. — Von Hrn. Wick mit Pfl. aus Baden. — Von Hrn. 
Frank mit Pfl. aus Oberösterreich. 

Sendungen sind abgegangen an die Herren: Vagner, Dr. Kich- 
ter, Geissler. 

Von Wirtgen einges, aus Kheinpreussen : Alopecurus agrestis, 
Batrachium hederaceum , Carea; argyroglochin, C. canescens, G. di- 
stans, C elongata, C flacca, C. leporina, C. paniculata, C pendula, 
C. pilulifera, C. JPseudoci/perus, C. rostrata, C. tomentosa, C. ven- 
tricosa, C. vesicaria, Oirsimn Eriopliormn, Filago gaUica, Ophrys 
fuciflora, Polygala depressa, Prunella vulg. var. fol. lacin., Pyrola 
minor, P. rotundifolia, Ranunculus arvensis, R. arv. reticulatus, 
Rosa arv. f, repens, R. canina f. Andejavensis, R. gallicaX arven- 
sis, Sedum villosum, Senecio aquaticus, Stellaria glauca, Teesdalia 
nudicaulis, Trapa natans; aus ßheinhessen: Silene conica; aus Rhein- 
pfalz: Rosa can. f. pilosula, R. caryophyllacea ; aus Elsass: Garex 
paaicea, Scrofularia canina; aus Lothringen: Carduus crispus var. 
albißorus, Q-entiana germanica; aus den Vogesen: Alchemilla mon- 
tana, Calluna vulg. var. alhiflora, Dianthus superhu^, Juncus squar- 
rosus, Nuphar pumilmn, Rosa pyrenaica; aus Hannover: Eriopho- 
rum vaginatum, Helosciadium inundatum; aus Luxemburg: Hyme- 
nophyUum Tunhridgense. 

Aus Gal.zien eingesendet von BJocki: Agrimonia odorata, 
Allium paniculatum, Artemisia campestris, A. inodora, Calamintha 
podolica, Centaurea austriaca, C. axillaris, C. stenolepis, Cephalaria 
corniculata, Dianthus capitatus, D. pseudoserotinus, Dracocephalum 
Ruyschiana, Equisetum pratense, Q-eum alepicutn, Q'jpsopliila altis- 
sima, Hieracium aurantiacum, H. Aur^icula X polonicum, Medicago 
falcato X sativa, Poa pannonica, P. polonica, Potentilla Herbichii, 
P. leucopolitana, Rosa cineracea, R. collina, R. leopoliensis, Salvia 
dumetorum, S. nutans, Senecio erucaefolius, Silene chlorantha, Stru- 
thiopteris germanica, Thymus montanus, Valeriana angustifolia, Ve- 
ronica spuria. 

Aus Ungarn eingesendet von Janka: Artemisia annua, Carex 
tristis, Galium laevigatum, Gientiana caucasica. 

Obige Arten können nach beliebiger Auswahl im Tausche 
oder käuflich die Centurie zu 6 fl. (12 ß. Mark) abgegeben werden. 



108 

Inserate. 

En Verlage von Georg Reimer in Berlin ist erschienen und durch 
jede Buchhandlung zu beziehen: 

Jean Jacques Rousseau 

als Botaniker. 

Von Albert Jansen. 

Preis 8 Mark. 

C. F. Winter'sche Verlagshandlung in Leipzig. 
In unserem Verlage erschien: 

Forstliche Flora von Deutschland und Oesterreich 

oder forstbotanische und pflanzengeographische Beschreibung aller ira 
Deutschen Reich und Oesterreichischen Kaiserstaat heimischen und im 
Freien angebauten Holzgewächse. Nebst einem Anhang der forstlichen 
Unkräuter und Standortsgewächse. Für Forstmänner sowie für Lehrer 
und Studirende an höheren Forstlehranstalten bearbeitet von Professor 
Dr. Moritz Willkomm. Zweite vermehrte nnd verbesserte Auflage. 
Erste Lieferung. Mit 18 Holzschnitten, gr. 8. Ladenpreis 2 Maik. 
Die nunmehr zur Ausgabe gelangende zweite Auflage des bekannten, vor- 
trefflichen Werkes Ist in jeder Beziehung den Ansprüchen der Neuzeit gemäss 
umgearbeitet und erweitert. 

Dieselbe wird ca. 55 Druckbogen umfassen und in etwa elf rasch auf 
einander folgenden Lieferungen ausgegeben werden. 

Verlag von Gebr. Bornträger in Berlin. 
Eichler A. W., Professor der Botanik an der Universität Berlin, 
Syllabus der Vorlesungen über specielle und medicinisch- 
pharmaceutische Botanik. Vierte, verbesserte Auflage. 
Preis: broch. M. 1.50; cart. und mit Papier durchschossen 2 Mk, 
Diese neue Auflage ist durch eine Einleitung in die Syste- 
matik nnd Morphologie vermehrt und hat in allen Theilen eine 
durchgreifende Revision erfahren. 

Herbar -Verkauf. 

Das Herrn Adolf Toepffer, jetzt dessen Concursmasse, gehö- 
rige Herbarium soll durch mich im Ganzen schleunigst freihän- 
dig verkauft werden und nehme ich Offerten entgegen. Besichtigung 
täglich gestattet. 

Brandenburg' a/H. am 8. Februar 1886. 

Gustav ßarsickow, 

gerichtlicher Verwalter der Masse. 

Diesem Hefte liegt bei: 

I. Prospect von Paul Parey in Berlin: ^Handbuch der Pflanzen- 
krankheiten". 

n. Prospect von Friedrich Vieweg & Sohn in Braunschweig: 
„Naturwissenschaftliche Rundschau". 

Redacteur und Herausgeber Dr. Alexander Skofitz. — Verlag von C. Gerold's Sohn. 

C. IToliprrptitcr'pfho HuohdnicVprpi (M. Snlzpi) in "Wien. 



Oesterreichische 



Botanische Zeitsclirift 



Die österreichische 
botanische Zeitschrift 

erscheint 

den Ersten jeden Monats. 

Mau prännmerirtauf selte 

mit 8 fl. Ost. W. 

QS R. Mark) 

panzjähriff, oder mit 

4 fl. ost. yr. (S R. Mark) 

halbjährig. 

Inserate 

die ganze Petitzeile 

15 kr. öst. W. 



Organ 

für 

Botanik und Botaniker. 



N^ 4. 



Exemplare 

die frei durch die Post be- 
zogen werden sollen, sind 
hlos bei der Bedaction 

Cir. Bez., 3Iü},!gas>e Xr. IJ 

ZU pränumeriren. 

Im Wege des 

Buchhandels übernimmt 

Pränumeration 

C. Gerold's Sohn 

in Wien, 
sowie alle übrigen 
Buchhandlungen. 



XXXVI. Jahrgang. 



WIEN. 



April 1886. 



INHALT: Neue Algen. Von Dr. Hansgirg. — Holzschwämme. Von Voss. — Mährische Rosen. 
Von Dr. Formänek. — Neue Standorte. Von Dr. Woloszczak. — Adenophora. Von Preis|s- 
mann. — Standortsnotizen. Von Kronfeld. — Flora von Kremsier. Von Palla. — Flora des 
Etna. Von Strobl. — Schulprogramme. Von Dr. Burgerstein. — Literaturberichte. — Corre- 
spondeuz. Von Dr. Formänek, Blocki, Dr. Borbäs. — Personalnotizen. — Vereine, Anstalten, 
Unternehmungen. — Botanischer Tauschversin. — Inserate. 



Algarum aquae dulcis species novae. 

Auetore Dr. Ant. Hansgirg. 

1. Classis: CMorophyceae. 1. Familia: Chaetophoraceae. 1. Siib- 
familia: ülotricheae. 1. Genus: ülothrLv Ktz, ampl. (incl. Schizogo- 
nium Ktz.) 1. Sectio: Autulotkrix nob. 

Ulothrlx mirabilis nob. U. strato amoene viridi, pollicari et 
ultra, plemmque fluctuante, trichomatibus laxe intricatis, passim ra- 
mulis rbizoideis, brevibus saepe geminis et apice concretis instructis, 
articulis ad 7 — 10 f*. crassis, subaequalibus vel paulo longioribus, 
post divisiouem brevioribus, clilorophoris latis, laminaeformibus, pa- 
rietalibus, membrana tenui, hyaliua. 

Hab. in rivulis montium Sudetorum saepe muscos aquaticos 
obducens ad Krausebauden, Spindelmüble, Petersbaude, Ober-Hohen- 
elbe 4. Nov. 1883. 

2. Subfamilia: Chaetophoreae. 2. Genus: Stigeoclonium Kütz. 
ampl. (incl. Endoclonium Szymaun). 2. Sectio: Endodonium (Szy- 
mau ampl.) nob. 

Stigeoclonium pygmaeum nob. St. strato tenui, calce iudurato 
crustiformi, plus minus expanso, pallide viridi, trichomatibus epi- 
vel endophyticis, bis brevibus, parce ramosis, illis partim in thallum 
prostratum pseudoparenchymaticum, epipbyticum, concretis, partim 
erecto-patentibus, jam in parte inferiori ramosis, ramis sparsis di- 
staütibus, vel 2 — 3 approximatis, incurvis, apice attenuatis. Trichom. 
erectis, ad 120 — 200 (tt. longis, articulis ad 4 — 5 (U,. crassis (ramu- 

Ocsterr. botan. Zeitschrift. 4. Heft 1886. 9 



110 

lorum ad 3 — 4 jit.), subaeqiialibiis vel paiilo longioribus, terminalibiis 
elongatis, subulatis vel iu setam brevem, achroam productis. 

Hab. in üanunctdo aquatili, Lemna minori, variisqiie plantis 
aquaticis in lacu ad Chlumcan prope Laun, Bohemiae 7. Aug. 1884. 

2. Familia: Trentepohliaceae. 3. Genus: Trentepohlia Mart. 
ampl. (incl. Leptosira Bzi.). 2. Sectio: Leptosira (Bzi. ampl.) nobis. 

Trentepohlia WiUeana^) nob. T. aquatica, strato initio miuu- 
tissimo, postea subpulvinato, plus minus effiiso, calce incrustato, di- 
lute viridi, tricliomatibus gracilibus, ramosissimis, aequalibus, ramis 
densB aggregatis, erectis, subparallelis, apice non attenuatis, articulis 
ad 3 — 5 fi. crassis, 1— 2plo longioribus, ad genicula modice con- 
strictis, cellula terminali obtusa, membraua subteuui, cbroraatophoris 
(cUoropboris) latis, cellulis perdurautibus (acinetis) ad 6—9 fi. crassis, 
globosis vel ellipsoideis, miniatis, cytioplasmate oleoso impletis. 

Hab. aifjxa in caulibus, foliis etc. variarum plantarum aquae 
dulcis (Ranunculis, Lemnae etc.) in lacu ad Chlumcan prope Laun 
in consortio Stigeoclonii pyg^naei 7. Aug. 1884. 

3. Familia: Palmellaceae (incl. Protococcaceae). 1. Subfamilia: 
Coccaceae nob. 4. Genus: Pleurococcus Menegh. ex p. 

Pleurococcus cremdatus nob. P. aereus, strato obscure luteo- 
viridi, pulvereo vel subgelatiuoso, plus minus effuso, cellulis singulis, 
globosis vel subglobosis, ad 6 — 9 ^. crassis, binis et 4 — 8 in fami- 
liis rotundatis vel oblongis, ad 18 ju-, crassis, membrana cellularum 
ad 3 (ti. crassa, acbroa, plerumque crenulata, cytioplasmate chloro- 
phylloso. 

Hab. in cortice arborum et in terra subbumida sabulosa saepe 
una cum Ulothrice crenulata Ktz. ad Veseli Bohemiae 18. Aug. 1884. 

II. Classis: Cyanophyceae (Phycochromaceae). 1. Familia: Chroo- 
coccaceae. 1. Genus: Chroothece nob. 

Chroothece rupestris nob. CA. aerea, strato initio subgloboso, 
postea confluente irregulari, compacte subgelatiuoso, aerugineo-luteolo 
vel luteo-fuscescenti, cellulis cylindricis vel oblonge - ellipticis, sin- 
gulis, binis vel 4 — 8 in lamiliis filiformibus aggregatis, membraua 
tenuissima matricali velatis. 

Cell, veget. 12—15 (u,. latis, 15 — 25 ^i. longis, tegumentis ad 
3 — 5 jit. crassis, achrois, non distincte lamellosis, chromatophoris 
(cyanophoris), obtuse asteriformibus (subglobosis), centralibus aerugi- 
neis (juv.) vel flavo-aureis, pyrenoides globosas includentibus, cytio- 
plasmate achroo, subtiliter granuloso. 

Hab. in saxis inundatis lapidibus subhumidis ad Chuchelbad in 
agro Pragensi in consortio Gloecapsae montanae Ktz. 16. Nov. 1885. 

2. Familia: Lyngbyaceae. 2. Genus: Lynghya Ag. 1. Sectio: 
HypheothrLv (Ktz.) nob. 

Lynghya nigrovaginata nob. L. aerea, strato, chalybeo-nigre- 
scente, coriaceo, subcrasso, ad 1 — 2 mm. crass. calce indurato, sub- 



*) Zu Ehren des hochverdienten schwedischen Algologen H. Dr. N. Wille 
in Stockholm. 



111 

ruguloso, siccato fragili, nigrescente, tricliomatibus leviter curvatis, 
laxe iutricatis, indistincte articidatis, sordide aeriigineis, ad 3 — 4 ^. 
crassis, vaginis aretis, fusco-nigrescentibus, siccato nigris, fragilibus. 

Hab. iu rupibus calcareis irroratis ad Budnan prope Beraun 
BoLemiae 16. Julii 1885. 

Die oben augefülirten neuen cblorophyllgrünen Algen -Arten 
werden mit einer grösseren Anzahl anderer neuer Algen-Formen aus 
Böhmen in meinem Prodromiis der Algenfiora von Böhmen, dessen 
erster Theil demnächst erscheinen wird, näher beschrieben und ab- 
gebildet werden, in diesem Werke werden auch die oben bloss kurz 
augedeuteten Veränderungen in der systematischen Anordnung der 
Chlorophyceen mit der nöthigen Begründung durchgeführt. 

Prag, im März 1886. 



Holzschwämme aus den Laibaoher Pfahlbauten. 

Von Wilhelm Voss. 

In den Sitzungsberichten der k. k. Zoolog.-botan. Gesellschaft 
in Wien, XXIX. Band (Jahrg. 1879) pag. 52 berichtet Freih. Felix 
V. Thümen: „Ueber einen prähistorischen, aus den Pfahlbaustätten 
bei Laibach stammenden Polyporus^, welcher mit Pohiporus fomen- 
tarius (L.) Fr. identisch ist, oder doch mindestens einer diesem sehr 
nahestehenden, eventuell jetzt nicht mehr vorkommenden Form an- 
gehört. 

Dieselben so hochinteressanten, prähistorischen Fundstätten lie- 
ferten noch zwei weitere Holzschwämme, und bei der Seltenheit der- 
artiger Funde, die das hiesige Landesmuseum: „Rudolphinum" be- 
wahrt, geziemt es sich wohl, Näheres darüber mitzutheilen. 

Das eine Stück, ein Fragment eines grösseren Fruchtkörpers, 
hat eine Länge von 10'5, eine Breite von 9'5 und eine Dicke von 
1-7 Cm., das Gewicht beträgt 27*2 Grm. Die Unterseite lässt sofort 
erkennen, dass es einer Daedalea angehört, die von Daedalea quer- 
cina (L.) Pers. kaum zu unterscheiden ist. Die rückwärtigen Partien 
der Unterseite zeigen die bekannten, von den Lamellen gebildeten, 
gewundenen, buchtigen, anastomosirenden, labyrinthförmigen Höh- 
lungen; dann folgt eine Zone rundlicher Löcher, hierauf wieder laby- 
rinthförmige Höhlungen und am Kande (etwa 2 Cm. breit) abermals 
rundliche oder auch ovale Löcher. — Die Oberseite des Schwamm- 
stückes ist glatt, etwas glänzend und lässt deutlich Z uwachsi.tr eifen 
wahrnehmen. Das Gewebe der dünnen Eindenschichte und die dicken, 
etwa r5 Cm. breiten Lamellen sind ziemlich fest. — Wie die mei- 
sten den Pfahlbauten entstammenden Funde, so hat auch vorliegende 
Daedalea querdna eine braune, torfartige Färbung. Da das aufge- 
fundene Stück keinerlei Anheftungsstelle erkennen lässt, so drängt 

9^^ 



112 

sich die Vermutljung auf, es sei entweder von den Pfahlwerken los- 
gerissen, oder etwa aus dem Walde mitgebracht worden. Zu welchem 
Zwecke, das ist wohl nicht zu entscheiden. 

Der zweite, mir vorliegende Holzschwamm gehört der Gattung 
Lenzites an. Das Stück, ebenfalls das Fragment eines grösseren 
Hutes, besitzt eine dreieckige Form und hat beim Trocknen eine 
muschelförmige Krümmung erhalten. Die grösste Breite beträgt 11, 
der vorhandene Rand misst etwas über 20 Cm.; das Gewicht be- 
trägt 26'7 Grm. Die Lamellen sind rückwärts hin und wieder anasto- 
mosirend und haben beim Austrocknen jene wellenförmige Form er- 
halten, die auch jene recenter Lenzites -kxi&R zeigen. Die Oberseite 
des Hutes hat deutliche, ringförmige Zonen, ist etwas rauh und ohne 
Glanz. In ihrer Beschaffenheit erinnert dieselbe an die Oberseite der 
Hüte von Lenzites betulitia (L.) Fr., wenn auch der Haarfilz nur 
sehr undeutlich zu erkennen ist, was etwa durch das lange Liegen 
im Wasser zu erklären wäre. Die Farbe so wie beim früher be- 
schriebenen Stücke, schwarzbraun wie guter Brenntorf. — Aller- 
dings ist die Grösse, wenn der Pilz als Lenzites hetulina ange- 
sprochen werden soll, auffällig. Mit den grossen Arten, beispiels- 
weise mit Lenzites Reichardtii Schultz, ein Pilz Slavoniens, kann 
vorliegendes Stück, der schmalen Lamellen wegen, wohl nicht ver- 
glichen werden. 

Laibach, am 20. Februar 1886. 



Mährische Rosen. 

Von Dr. Ed. Formänek. 

(Scliluss.) 

Von den Caninis Pubescentibus: R. decalvata Crep., R. 
lanceolata Opiz, R. suhglahra (Borb.), R. platypkylloides Desegl. f. 
atricTiogina Borb. 1. c. p. 429. R. dumetorum Th. und zwar deren 
1. var. Petasites (Gdgr. Tab. 2570) im Herbare sub Nr. 161 von 
Denice! von der R. solstitialis Besser hauptsächlich in den nicht 
vereinzelten, sondern zu 3 corymb. Blüthen abweichend; auch ist 
die Serratur länglicher, die Pedunkeln nicht bläulich bereift; wir 
behalten auch in diesem Falle die vorhandene Benennung um so 
lieber, als ausser der völligen Uebereinstimmung uns die var. Peta- 
sites aus mehreren Gegenden einzelner Kronländer, so u. a. auch 
aus Böhmen vorlag. Von R. dumetorum Th. fanden sich hier ausser- 
dem noch: 2) eine vers. f. uncinelloidem Pug. vor, die in ihrer 
Tracht, den kurzen, etwas bläulichgrauen Foliolen etc. derselben zu- 
nächst steht und nur in der ärmlicheren Serratur etwas abweicht; 
3) die f. Thuillieri Christ ziemlich typisch, dann 4) die f. obtitsifolia 



113 

(Desv.), — zum Schlüsse: die R. coriifolia Fr. vav. lancifoUa Kell, 
n. ö. Kos. p. 229. 

Weit seltener sind auch hier gleichwie in Nieder-Oesterreich 
die Caninae Hispidae, von denen nur eine schwer zu deutende 
Uebergangsform zu den Caninis Biserratis vorliegt, eine zierliche 
klein- oder fast kleinblättrige rothleibige Hispida mit eirunden 
bis elliptisch-eirunden, stumpflichen, unterseits blaulichgrauen Fo- 
liolen, sehr reich drüsigen Petiolen, drüsig-reichgezähnelter Serratur 
mit öfter sehr grossen, wenig spitzen, zusammenneigend«n, primären 
Sägezähnen, drüsiger Costa, ovalen Keceptakeln, am Eande öfters 
mit langen Stieldrüsen besetzten Sepalen, dichtbehaartem Griffel- 
kopf — aber theils ganz drüsenlosen, theils mit 2 — 4 Stieldrüsen 
besetzten Peduukeln in einem und demselben Zweige. Sie steht unter 
den österreichischen Rosen der f. vix-hispida Christ in Keller: 
Rosen von Nieder-Oesterreich, p. 273 (selbstverständlich nach Origi- 
nalien aus der Hand Christ's im Herbare Keller und Wiesbaur) 
zunächst, hat aber ganz andere, viel kürzere und namentlich öfters 
breiteirunde und ovale, gar nicht oder nur hie und da breitdreieckig 
zur Basis verschmälerte, stumpfliebe Foliolen (nur die obersten der 
meist blatttragenden Bracteen sind eilanzettlich) hiedurch also von 
dem Formeukreise der M. Andegavensis überhaupt, von der var. 
viv-hispida Chr. überdiess in der mehr oder minder purpurneu Farbe 
der Rinde und Laubtheile, Form und Grösse der Foliolen und den 
seltener beiderseits (meist nur oberseits) filzigen Sepalen leicht und 
sicher zu unterscheiden. Die nahe verwandte R. adenodontos Gdgr. 
Tab. 2037, Herb. Nr. 192 hat reichdrüsige Pedunkelu, eine andere 
Tracht. Aehnlicher ist sie (von der Ferne) der R. occidta Crep. (vide 
Keller 1. c. 267) von der sie aber in der einfachen Bestachelung und 
armer Drüsigkeit der Pedunkelu etc., von der R. Schottiana Ser. in den 
bestachelten Blüthenzweigen etc., von der R. Oenensis Kern, in den 
dichtbehaarten Griffeln etc. auffallend abweicht. Wir wollen diese 
zierliche Varietät, die in reichlichen Exemplaren vorliegt und später 
leicht in zahlreichen Exemplaren für Tauschvereine eingesammelt 
werden kann (so ungern wir es thun) eigens und zwar als f. glaiico- 
rnbens Keller et Formänek benennen, und kommt sie zwischen der 
Schottiana und Oenensis einzureihen. 

Dass Christ und Gandoge r nicht ganz Unrecht haben, wenn 
sie dergleichen dimorphe, schwach bispide üebergangsformen gleich 
zu den Caninis Biserratis zählen, will mit der nachfolgenden ca- 
ninen „Abänderung" gezeigt werden, die, wenn auch in einiger 
Entfernung, aber doch im Umkreise der dimorphen typica vorzu- 
kommen scheint und bereits keine Spuren der Hispidität mehr zeigt, 
daher als „Abänderung" bereits ausserhalb der Section ihrer Stamm- 
form fallen müsste, wenn Avir sie nicht richtiger für einen Misch- 
ling der glaucoruhens mit irgend einer dinnalis erklären und als 
solche (oben) zu den Caninis Biserratis hinzählen w^ürden. Diese 
psilopode Verwandte unserer glaucoruhens wollen wir des überzeu- 
genden Vergleiches wegen hier bei der typischen Form in Betracht 



114 

ziehen: Grösse, Länge und Drüsigkeit der doppelt -gefiederten mit 
einem längeren Anhängsel derselben Breite und Foim verseheneu 
Sepalen, breite Serratur und breitovale, kurz in die Stielchen 
verschmälerte oder öfter langgestielte untere Foliolen der glauco- 
rubens Kell, et Form., nur sind die Peduukeln drüsenlos und die 
Foliolen einzelner Zweige aus der charakteristischen Basis unserer 
glaucoruhens öfters stark verlängert oder läuglich-Ianzettlich; bei 
oberflächlicher Untersuchung oder ohne Einsichtnahme in das ge- 
sammte Material dieses Staudortes leicht für eine neue rothe Ca- 
nina Biserrata zu halten. Keller. 

Sect. ßubiginosae. A. Tomentellae. Nur das Exemplar 
der B. tomentella f. Obornyana Chr. ist soweit vollständig, dass sie 
erkannt und bemerkt werden kann: dass diese Kose nur einmal ty- 
pisch, zweimal aber in Abänderungen vorliegt; die weiteren drei 
Formen - Kepräsentanten dieser Subsection, b) f. intersita (Grdgr.) 
Tab. 2799 Herb. Nr. 72! dann c) typica und e) eine höchst interes- 
sante Foi'm mit ganz aufgerichteten Sepalen und kleinen typischen 
Foliolen — liegen, insbesondere die letzte, in so kleineu oder geringen 
und schlechten Exemplaren vor, dass sie [nämlich b) — e)] nur ge- 
deutet, nicht aber bestimmt werden konnten. Die Formen b) und e) 
sind, namentlich die letzte, ärmlicher aber gröber behaart als die 
f. Obornyana Chr., und ist die f. e) in der schwächsten Drüsigkeit 
der Blattunterfläche eine ganz entschiedene echte Tomentella mit 
aufgerichteten Sepalen; für den Fall, als sie sich bewähren sollte, 
benennen wir die letzte f. Brunoniana Kell, et Form. 

B. Scabratae: M. scahrata Crep. in einer Varietät, die sich 
nur wenig mit der f. ovifera Brb. und noch weniger mit den übii- 
gen bekannten Abänderungen vergleichen lässt. Da sie nur einmal 
vorliegt, beschränken wir uns auf die blosse, aber genaue Hervor- 
hebung ihrer dififerenten Merkmale: Armdrüsigkeit der Secundäi ner- 
ven, nicht „abstehende", sondern mehr zusammenneigende Serratur, 
stets dreipaarige Foliolen, breite, lauge Stipulen, kürzere (theils 
kurz-ovoide, theils eikugelige) Keceptakeln, aus sehr langer Basis 
sehr kurz-hakige, stark nach abwärts gebogene Stacheln, 

C. Sepiaceae: Zwei prachtvolle, grossblättrige Formen von 
verschiedenen Localitäten der eingangs bezeichneten Gegend, die 
eine mit fast purpurröthlichen, die andere mit beinahe weissen Blü- 
then. — Die erste mit bald sehr grossen (30 Mm. laugen, 20 Mm. 
breiten), bald mittelgrossen, verkehrt-eirimden bis ovallanzettlichen, 
nur an den Nerven stärker behaarten, an den Petiolen oft nur be- 
fläumten Folioleu mit einer scharfen, äusserst reichdrüsig-vielfach- 
gesägteu, ziemlich offenen Serratur, stachellosen Blüthenzweigen, an 
den Seitenzweigen einzeln, an den Gipfeltrieben in dichten Corym- 
ben stehenden, kurzgestielten, ovalkugeligen oder kurzovalen, öfters 
bläulichen Keceptakeln, sehr langen, an die Rosa inodora Fr. erin- 
nernden schmalen, fädlichen, beiderseits filzigec Sepalen und fast 
ganz kahlen, aber in ein breites Köpfchen zusammengedrängten 
Griffeln auf weüig erhöhtem Discus und nicht blassen, sondern leb- 



115 

haft rosafarbeueu, gegen die Ränder fast purpurnen circa 15 Mm. 
langen Fetalen. Diese schöne Sepiacea, die ein neuer Beweis für den 
Keichthum der mährischen Kosenflora ist, erinnert in der Inflorescenz 
und den Sepalen, sowie der Grifi'elform an die R. inoclora Fries, 
in den kahleren grossen Foliolen an die mentita Desegl. — die 
aber weiss blühen und sich überdiess und zwar die mentita Desegl. 
an ihren pubescenteu stachellosen Fetiolen, ganz kahlen, schmalen 
Griffeln und ovallanzettlichen (weniger obovalen) Foliolen, und die 
inoclora Fr. aber durch nicht äusserst schwache, sondern beginnende 
Behaarung auch der Blattfläche, sehr deutliche Behaarung des Griffel- 
kopfes, stachellose Blütheuzweige unterscheidet. Von der f. robusta 
Chr., mit der sie noch die meiste Verwandtschaft, namentlich auch 
in der Blüthenfarbe zeigt, ist sie in den foliolis basi cuneatis, haud 
approximatis, stylis capitulum latum formantibus pedunculis breviu- 
sciilis weniger entfernt, daher wir sie als eine Abweichung der 
letzteren gegen die inodora Fr. nur bestimmen konnten. — Dass die 
französischen Formen, die in der „Regensbarger Flora" 1877 als 
osmoidea und gastroidea etc. von Gandoger beschrieben und nach- 
her in dessen Herbarium rosarum generale sub Nr. 175 herausge- 
geben worden sind, nach meinen Exemplaren den Uebergang der 
robusta Chr. zur sepivm Thuill. bezeigen und wahrscheinlich auch 
in unserem Florengebiete, namentlich wo schon die robusta Chr. 
(wie bei Brunn) constatirt ist, vorhanden sind ist mit Hinblick auf 
das seltene bisher von andererseits gar nicht publicirte Vorkommen 
fast oder ganz unbehaarter Sepiaceen jedenfalls wahrscheinlich und 
erwähnenswerth ! Keller. 

Die zweite gehört schon innerhalb des Formenkreises der B. 
inodora Fr. e sectione Sepiacearum B. Glabriuscularum Crepin's 
im Suppl. zum VI. Fase, der Prim. 1882 p. 841! aber die äusseren 
Receptakel des Corymbus eikugelig oder kugelig, das innere ver- 
kehrt-eikugelig oder auch oval; die Richtung der Sepalen nach der 
Anthese abstehend bis aufgerichtet, ihre Unterseite ist oftmals 
sparsam drüsig, die Griffel ein breites, schwach aber deutlich be- 
haartes Köpfchen bildend, Foliolen die ziemlich grossen länglich- 
verkehrt-eirunden, vorne oft kurz-bespitzten zum Grunde verschmä- 
lerten der graveolens Gren. Fl. jur. Zweige bestachelt oder stachellos; 
Blüthen weiss oder sehr blassrosa angehaucht! — Hiernach eine 
kritische oder schwer zu deutende Form, die — obzwar in dieselbe 
Reihe der Uebergangsformen der graveolens f. Jordani zur virgidto- 
rvm Rip. (nou Desegl. exsicc.) oder genauer: der Pseudo-gra.veolens 
Moutiu Bull, dauph. IX. 374 mit schwach behaarten grossen Grif- 
feln zur virgvltorum Rip. (uon Desegl. exsicc!) gehört, in der be- 
kanntlich die B. inodora Fr. die Mittelstelle einnimmt — als „i2. 
inodora Fries" iypiea doch nicht bestimmt werden kann. Crepin 
selbst erwähnt „einer Reihe von Uebergäugen der inodora Fr. zur 
sepium Th." im Suppl. zum VI. Fase, seiner Prim. pag. 844! — 
unsere stellt aber den Uebergang zur Gruppe der Graveo- 
lentium Crep. dar, ist also von mehrfachem Interesse, da sie 



116 

gleichzeitig mit der vorbesprochenen Form als Doppelbeleg die wahre 
von Christ längst ausgesprochene, neuerer Zeit aber bezweifelte 
Mittelstellung der inodora Fries zwischen den Sepiaceis veris und 
Graveolentibus Crep. (conf, dessen obbez. Arb. p. 845 [185]) docu- 
mentirt! Keller. 

D. Micranthae: R. micranthoides Keller 1. c. p. 239. — R. 
micrantha Sm. var. lagenoides (Gdgr. t. 3466) oder eine dieser Var. 
jedenfalls sehr nahestehende Abänderung, weit zu der bekannten f. 
operta Fug. hinausgerückt, da aber an den Petiolen und Kippen 
schwach befläumt und. dabei derber und gedrungener in allen Thei- 
len, wie aus Nachfolgendem ersichtlich, mit den Puget'schen und 
Smith'schen Typen nicht vereinbar. Earai aculeati aut inermes; fo- 
liola submediocria aut parva, discoloria, ovato-elliptica basi rotundata, 
breviuscula, fere sessilia; peduuculi crebre giandulosi corymbosi; se- 
pala subreflexa patentiaque; petala albida; styli sparsissime pilosi. — 
Die micrantha liegt überdiess noch in einer sehr kleinblättrigen, 
ziemlich kahlen Form vor, deren Blüthen leider noch ungenügend 
entwickelt, daher nicht bestimmbar. 

Endlich wollen wir — an der Hand grösseren Materiales — 
die Grenzscheide, die zwischen den äussersten Annäherungsformen des 
Gestaltuugskreises der reichlich vorkommenden Rosa micranthokles 
Kell, und den der seiteuer auftretenden R. toynentella Lern. f. Ohor- 
nyana Chr. zu ziehen, nachweisen. Wählen wir die schwierigste Form, 
wie sie vom 12. Juli 1884 am Fusse des Hädyberges gesammelt 
vorliegt, so finden wir deren untere Blattfläche mit den dunkleren 
Drüsen der micranthoides reichlich (fast dicht) besetzt, den Discus 
schmal, die Griffel klein, kurz und ganz kahl = micranthoides; — 
aber die Foliolen der unteren Blättchenpaare stumpfiich oder höch- 
stens nach vorne schmal zugerundet — weder keilig, noch scharf 
gespitzt; das Eeceptakel kurzoval = Obornyana Christ; — wollten 
wir nun auch diese (oder derlei) Formen dem Formenkreise der R. 
Oobornyana (Chr.) einverleiben, so müssten wir sie R. {tomentella f.) 
Obornyana var. ruhiginosissima nennen, was — nachdem schon die 
Obornyana durch beginnende Drüsigkeit der Pedunkeln und reichere 
Serratur eine Abweichung von den Tomentellis veris bildet — einem 
Verstoss gegen die Grundprincipien unserer ßosensystematik gleich, 
d. i. ein „rhodologischer Unsinn" wäre-, — die Hinzuzählung der- 
selben zum Formenkreise unserer R. micranthoides etwa als var, 
tomentellaeformis Keller et Form, ist hingegen sowohl systematisch 
als nach dem natürlichen Verwandtschaftsgrade leicht und begründet ! 
Keller. 

E. Suavifoliae: R. rubiginosa. Die Linne'sche typica liegt 
von dieser Strecke nicht vor, und sind auch hier — wie schon in 
dem II, Berichte (vergl, Oest. bot, Ztschr, p. 120) richtig hervorge- 
hoben — verschiedene andere aber immer nur isoacanthe, schwache, 
oft nur individuelle Variationen zu finden, z, B, eine Varietät mit 
beginnender Hispidität der Eeceptakel, aber noch weit von der echi- 
nocarpa Eip, entfernt, — ja auch die unverkennbare comosa Eip.! 



117 

mit einfacher langer Bestachelung, endlich sogar eine Form, die 
wohl von allgemeinem Interesse sein dürfte, indem sie ganz und gar 
imbewehrt ist. Hier eine Beschreibung derselben: B. ruhiginosa var. 
pura Kell, et Form, toto virens, rami steriles et floriferi toto 
inermes! foliola ovata mediocria aut fere parva, lateralia basi late 
rotundata apice subobtusa terminalia acuta, subtus in nervis secun- 
dariis valde prominentibus pilosiuscula, in costis petiolisque hirtella, 
concoloria; petioli superiori aculeati inferior! inermes; stipulae latiu- 
sculae; pedunculi 3—1 breves aut receptaculo duplo longiores glan- 
diilosi (aciculis haud armati); receptacula ovata aut ovato-subovoi- 
dea, mediocria pruinosa; sepala subtus sparse glandulosa; styli 
villoso-hirsuti ; discus subconicus; Keller. (Sjm. = Rosa Chabertia 
pura Gdgr. Tab. 3679 und 3691.) — Ob bei der reichen Zahl hier 
um den 12. Juli in voller Blüthe stehenden Rubiginosarum die 
schöne f. Gremlü Chr. wirklich ganz fehlt oder in der Brünner Ge- 
gend die Zeit ihrer Blüthenentfaltung von jener der übrigen Rubi- 
giuosarum erheblich differirt — wird sich im demnächstigen Ab- 
schlüsse unserer Arbeit zeigen. 

Brunn, im November 1885. 



Neue Pflanzenstandorte. 

Von Dr. Eustach Woloszczak. 

Salix Siegerti Anders. {S. silesiaca X purpnrea) am Merta- 
bache bei Wermasdorf am Fusse der Sudeten (Mähren); Äste7- al- 
pinus L. und Saxifraga Aizoon Jacq. am Tafelfels, einem steinigen 
Terrain des Altvatergebirges von der Schäferei am Peterstein über 
den Altvater hinaus in beiläufiger Entfernung von 1 Stunde und in 
einer Höhe von etwa 1200 Meter. 

Salix Forhyana Sm. {S. p)urpureay':^viminalis) <S , welche in 
männlichen Individuen meines Wissens noch nicht gefunden wurde; 
/S. sericans Tausch {S. Caprea'X.viminalis) und S. Erdingeri Kern. 
{S. CapreaX.daphnoides) an der Bahn unterhalb des Teschener Schloss- 
berges; S. sordida Kern. {S. cinerea X jnirpurea) in der Nähe der 
Ziegelei bei Teschen; S. dichroa Doli, an der Bahn bei fjaki (Lon- 
kau); Asperula Aparini Schott in Gräben bei den Lonkauer Teichen 
(häufig); Salvinia natans All. in den Teichen (ebenfalls häufig); 
Fistulina hepatica Fr. am Grunde der diese Teiche umsäumenden 
prächtigen 400jährigen Eichen. Alle Pflanzen aus Teschens Umge- 
bung sah ich unter Führung des Herrn Andreas Kofcula, k. k. No- 
tars in Teschen, einem kritischen Kenner der dortigen Flora. 

Aus dem Wechselgebiete in Nied.-Oesterr. nenne ich: Asple- 
nium, germanicum Weis, und A. Adianhcni nigrum L. in den Ritzen 
des Strassendammes in der grossen Aspanger Klause; Salix latifolia 



118 

Forbes (*S. CapreaXdaphnoides) iu der Nälie der Katarakten, eben- 
daselbst; S. vigricans Sm. im grossen Wecliselgraben oberhalb Marien- 
see (zweiter Standort hier); Gfentiana rhaetica Kerner oberhalb der 
„kleinen Klause". Auch die Gentiana des Wechsels selbst dürfte mit 
dieser identisch sein; doch konnte ich diess beim Besteigen desselben 
am Abende nicht constatiren. 

Zum Schlüsse sei hier bemerkt, dass Asplenium adulterimum 
Milde im südöstlichen Schiefergebiete nicht wachsen kann, weil hier 
kein Serpentin vorkommt (Siehe Haläcsy et Braun, Nachträge 
pag. 12). 

Wien, 25. Februar 1886. 



Ueber die croatische Ade?wpJwra. 

Von E. Preissmann. 

Auf Seite 235 des Jahrganges 1885 dieser Zeitschrift erwähnt 
Herr Hirc, dass Er — durch mich aufmerksam gemacht — die 
von Ihm bei Grbal nächst Brod a. d. Kulpa gefundene Adenophora 
nach Vergleichung der Diagnose in Ledebour's Flora Kossica nicht 
mehr für die Ad. UUlfoUa Bess., sondern für die Ad. stylosa Fisch, 
halte. 

Diesem möchte ich nun Einiges über die von mir an der croa- 
tischen Pflanze gegenüber der Adenophora anderer Standorte wahr- 
genommenen Unterschiede, welche mich veranlasst haben, die erstere 
für Ad. stylosa anzusprechen, beifügen. 

Die A. liliifolia Bess. iDesitze ich in meinem Herbar zwar nur 
von zwei Standorten, nämlich von Grammat-Neusiedl nächst Wien 
(leg. J. Brei dl er) und von Bustyahäza in der Marmaros (leg. L. 
Väguer), aber die Exemplare beider Standorte stimmen mit einan- 
der vollkommen überein; als ich jedoch die mir von Freund Hirc 
mitgetheilte Adenophora von Brod meinem Herbar einreihen wollte, 
bemerkte ich sofort einen sehr auffalligen Unterschied, namentlich 
iü der Blattbildung gegenüber den ersterwähnten Exemplaren. — 
Während nämlich an der Wiener und Marmarosei Pflanze die un- 
teren Stengelblätter verkehrteiförmig bis elliptisch, meist stumpf oder 
spitzlich, theils ganzraudig, theils stumpf gesägt, dabei sitzend oder 
in den sehr kurzen Stiel herablaufend und, wenigstens an meinen 
Exemplaren, nur 4 — 6 Cm. lang und TS bis höchstens 25 Cm. 
breit sind, sind sie an der Broder Pflanze eilanzettlich bis lanzett- 
lich, sehr lang und fein zugespitzt, ungleichmässig grob- und 
scharf-, manchmal fast doppelt- und abstehend-gesägt mit ganzran- 
diger Spitze, theils lang und dünn gestielt, theils kürzer-, fast ge- 
flügelt-gestielt, sammt Stiel 9 — 12 Cm. lang, an der breitesten Stelle 
2-5 Cm. breit. 



119 

Die mittleren und oberen Blätter sind an A. UUifoUa Bess. 
länglich oder lauzettlich, schwach gesägt bis ganzrandig, verhältuiss- 
raässig laug und schmal, 4— 7mal so laug als breit und an einem 
längeren Steugeltheile uuter der Kispe nur mehr spärlich und sehr 
verkleiueit vorhanden, — an der Broder Pflanze aber in Form und 
Berandung den unteren Stengelblättern vollkommen gleich- 
gebildet, nur massig verkleinert, kürzer gestielt oder mit ruud- 
licher Basis sitzend, und überdiess ist der Stengel bis zu den unte- 
ren Eispenästen reichlich und dicht beblättert. 

An A. liUlfoUa erscheinen die Blätter, wenigstens im Herbar, 
in der Consisteuz derb, steif, unterseits sehr bleichgrün, an der 
Broder Pflanze aber sehr zart und dünn, rückwärts gleich- 
färbig. 

Die Griffel sind an der Wiener und Marmaroser Pflanze etwa 
IV4 — VjjndX so lang als die Krone, bei der Broder Pflanze aber 
gut zweimal so laug und selbst länger; an dieser letzteren sind auch 
die Kelchzipfel verhältuissmässig viel schmäler als an der ersteren, 
liueallanzettlich, meist ganzrandig oder beiderseits mit 1 — 2 vorge- 
streckten, linealen Drüsenzähnchen besetzt, au der Basis einander 
nicht berührend, sondern um eine ganze Zipfelbreite von einander 
entfernt stehend. 

Nach den sehr kurzen, in Ledebour's Flora Kossica ü, 895 
gegebenen Diagnosen lässt sich die Broder Pflanze meinem Dafür- 
halten nach nur mit A- stylosa Fisch, vereinen: ob nun diese Ver- 
einigung richtig ist oder nicht, wird sich mit Sicherheit nur aus 
weitereu, mir vorläufig nicht möglichen Vergleichen feststellen lassen, 
so viel aber ist jedenfalls sicher, dass die ßroder Adenopliora von 
der Wiener und Marmaroser Pflanze mindestens ebenso gut zu unter- 
scheiden ist, wie so manche andere in neuerer Zeit neu unterschie- 
dene Arten. — Interessant wäre auch der Vergleich der meinen 
croatischen Exemplaren fehlenden Blätter der sterilen Wurzelköpfe 
mit jenen der typischen A. liliifoUa Bess. — Die Originalbeschrei- 
bung Fisch er's von A. stylosa in Mem. de la soc. des nat. de 
Moscou VI, p. 165 (1823) ist mir leider nicht zugänglich. 

Dass die in Ledebour's Flora Kossica vorkommenden Adeno- 
phora lilüfolia, stylosa, Lamarck'd und andere einander nahe ver- 
wandt sind und variiren, erwähnen sowohl Ledebour selbst, wie 
auch A. Tomaschek in den Nachtr. zur Flora von Lemberg und 
des östlichen Galiziens (Zool.-botan. Gesellsch. 1868, p. 346), welch 
Letzterer bei Tarnopol ausser der stylosa auch noch die A. Lamarck'd 
Fisch, gefunden haben will. 

Aus Oesterreich - Ungarn finde ich A. stylosa Fisch, bislier au- 
gegeben für Siebenbürgen (Schur, Euum. plant, trauss. pag. 452; 
Simkov. Magyar növ. lap. 1879, p. 52), östliches Galizieu (Toma- 
schek 1. c. pag. 346 und 348) und Dalmatien (Nyman Consp. 
pag. 475). 

Graz, Jänner 18S6. 



Standorts-Notizen. 

Taa KL Kronfeld. 

A. Zur Olmätzer Flora. 

Wäbraid dfHT dmgeikTage m^&sOlmätz^ Ainfeiith^tes (Sommer 
1SS4 mid 1885) hai&B kä G«degeiih(s& zu dea folg^den B^neikm^i»!: 
CkifBHnAa iMmopodimm Spenn. (Obornr. Fi. t. Mähren, p. 392). 
Di© F«»m mit mileh weissen Blüthen dieht neben der nor- 
malen im Walde! \m der Jjßsdtama Mühle. 
E^pnsiitmt. Bammmm L^ b. wertieSBahem (Ob. p. 84). Häufig am tod- 

t^ MnnA-Aime! bä Qssimür. 
G&ieepmg TebrtAä L. (Ob. p. 401). Weissblühend auf dem Hei- 



UmmamAoMmm mfmtaphaeoißes Link (Ob. 482). Idi kann Oborny's, 
araf Makowskj^s Zeugniss bin gemadite Äi^abe Ton dem häa- 
figen Yoikcanmsn dieser Pflanze in der 0]mtä[lzer Gegend nor 
bestätigezL Da idi das sefaeoe Geväeb» bloss ans dem Her- 
barium, nnd ans dem Bas^ des botanischen Craitens kannte^ 
war ich oberraseht^ die Wasserflädie des todten Mardi-Armes bei 
Cemovir Ton den dankägräDnen, knmförmig mnsdmittenen Blät- 
tern nnd den fett^ glänzenden gelben Blöth«! töI% über- 
sponnen zu finden. — Die fönf freien Corollar-L^pen sind an 
den Bändern gefranst mid stellsii sieherlidi einei Sdintz des 
BläÜieninDaai gegei die Tom Wasser h® anfkriediende Kerfe 
dar. Fm so einladender sind die Blüttien^»eTtDien fiör die längs 
der Wasseifläeise mnhersdiwinfnden Libelluliden, die an ihnen 
zetveil% Halt finden nnd waliisdieinlidi den Pollfai T^iragen. 

Msx^a are€tms L. e. gihrtjstica lELoeL (Ob. p. 385). Li Sümpfen bei 

Ceinofir. 
JPlrema»ätes fimrfmrea L. (Ob. p. 614). Häufig im W^de aof dem 



Prvm^a vtäfforig L. (Ob. p. 415). In einer Waldlichtung auf dem 

Heilig'en B-^it^ :/i1 ich einige sehr üppige Exen^laz«, die Ton 
der Ba^ia :ii_ :-_^ea in jeder Blattachsel eine rdehblnhende 
Aebre trugen imd so eine schöne Blomenpjrramide darstellten. 
Erinnert nian sidi an ^i^ z-^-hnliche Form mit einer einzigst 
endätändigen A^ire, S' i:>n das ganze Taiiation^-Iiebiet 

da" iielgestaltigeQ Speeiea oegrenzt. , 

Sgiamaan idgrmoi L. b. Ismmle Beinh. (Ob. p. 473). Im Dorfe Cer- 
noTir. jS'ädi Be«rei b^timmt, die Herr Ejrampla mir zeigte. 

Verbeim cfkinalU L. (Ob. p. 419). Ton dieser, der allgemeimai Er- 
fahrne gemäss sähr &i1>enbeständig^i Pflanze traf ich doreh- 

ans weiss Mähende Eiemplar- T'^-T-^'^eat unter den normalen, an 
der Strasse im Dorfe Cemori; 
Vermiea Ituhgrif^lia L. (Ob. p. tt44j. ^leterhöhe Esemplare an der 
Mardi 1^ C^nodr. 



121 

R Znr Wieaer Fl«rä. 

Bawimv umlgaHg K Br. d. pümai^Um (SeilT^ ¥1 t. ]!Mk»i.-OiisL 
p^. "TBO). Em Eranj^ar ad ömbi tboKfcviaiiHt gew&aem. 
Flatus an «kr Dsnan bä Kritwiaif (18^). 

Cha^mtaiiB permn^tsGm Jü. IGt rem weissen BIlflHai anf im Han- 
itatlMiwe bä Sjüxendecf (1S8I^ 

G^ümaogm forg^hrm Casx. Bä Gada (Prot Wiesner^ An ia 
Inndslrasse In Eniztni^Hf ; «mSII^- Als Unknaft im 1^ 
Boian. CSaitoL Anf den iiiiiffn Ha&eakämMim ia Wm 
sJtraasadiiHnie (1881^ 18^ — Bor sfom^t, fiinqg 
sene Fqppns Aewr anaAanraAeni Wandofianin viidkl ab ^au 
am^eam^kag^bBc AnläTktiaajaii ijuin il Knn Sli^e iet das Ajdhä- 
mnra zn si^ipaiSI%. So eft nan dum Gleiädne 
liirieMsr Gcg«d be^^nel^ niigmdi; idm. mam ts i 
BesiandeL AaA äwl die BÖsla SianioKte vo^än^dL 
Wq» i wiil iiwlM !iihBif. im Yrndosmonen ge afaH e i. 
die Alt als ^eii^dbiigaf^ n MbtacMa. 

Mmmdagihmmm künkmmm L. Ma^mmee tcal das Gewächs im 
J. 188i anf dem losstTf' r r'-rir^ (dber df^IdnafcBmte hmter 
ds- Tina Blaadieft:) h Zr if^inif ant Glffetftlh Mn% anf 





dem AliUian^ gegenü ^ 

Hamtmff» wttg«r\- h. mä^^zr - yi^F^m. Cfr. Halaesj nnd Bramn^ 



l^aeilr. zur Uma t. : :. 75^ 7<6l ta 

EnJtzndoEf mit e^:: , : r^^ mr H an p jtlM m, se diES 

man die FBame nnr i! lüdam^ müit als selbct- 

ständige Varietät an^-T_.- '.^^^ im HBneande^ind 

idh fen .ESr%ii9r«H «m;-- l*»ffidfca, JSSrjMainH 

«|fi&, Läfiiiham, rmi^i 1 -'' ' r-twimam. fmimäine^ 

pkrn etKL imiedlÄAe Z^^ : . _ ■ - -' r-nalfcrm tbt- 

balten„ wie Deealsrnr c-- .mi iBBJliFM 

aDe li d ia ntiiiitiW(ä ] M £ ;-^ rehraehl 

waden. — Ftr den _" _ -z^^ 

ak ^anttfaislisek lü-: -äe- 




■ -t^l 5-1 






122 



dieses Blattes besprochen und hiebei „Wien (Prater)" als östlich- 
sten Standort in Niederösterreich citirt. Dem gegenüber sei 
erwähnt: dass ich Typha minima seit mehreren Jahren in der 
Umgebung von Kritzendorf, etwa zwei Meilen östlich von 
Wien beobachte und über das reichliche Vorkommen der ge- 
nannten • Species an dieser Localität im Jahrgange 1881 (p. 374) 
und 1882 (p. 393) der Oest. botan. Zeitschrift Bericht erstat- 
tet habe. 



Die Flora von Kremsier in Mähren. 

Von Ed. Palla. 

(Fortsetzung.) 

Evonymus europaea L. Nicht selten. 
Rhamnus cathartica L. Nicht selten, 
Franqida Alnus Mill. Häufig. 
Enphorhia platypliylla L. Häufig. 

— palustris L. Nicht selten. 

— amygdaloides L. Im Rattayer Walde, im Sternwald. 

— Esula L. Häufig. 

— Cyparissias L, Häufig. 

— helioscopia L. Häufig. 

— exigua L. Nicht selten. 

— falcata L. Auf Aeckern um den Sternwald herum und bei Rattay 
häufig. 

Mercurialis an^iua L. Häufig. 

Callitriche stagnalis Scop. Nicht selten. 

Sanicula europaea L. In den Hügelwäldern verbreitet. 

Hacquetia Epipactis DC. Im Sternwald. 

Astrantia major L. Im Walde von Popowitz. 

Eryngium campestre L. Im südlichen Theile häufig. 

Cicuta virosa L. Bei Chropin. 

Falcaria vulgaris Bernh. Im südlichen Theile häufig. 

Aegopodium, JPodagraria L. Häufig. 

Carum Carvi L. Häufig. 

JPimpinella m,agna L. Häufig. 

— Saocifraga L. Häufig. 

Berula angustifolia Koch. Nicht selten. 
Sium latifolium L. Nicht selten. 
Bupleurum falcatum L. Im Oberwald. 

— rotundifolium L, In den Steinbrüchen am Barbarahügel und bei 
Tieschnowitz. 

Oenanthe Phellandrium Lmk. Nicht selten. 

Aethusa Cynapium L. Häufig, b. agrestis Wallr. Häufixg. 

Seseli coloratum Ehrh. Im Rattaj^er Walde, im Steruwald. 



123 

Silaus pratensis Bess. Häufig. 

Selinum Carvifolia L. In der Ebene nicht selten, in den Hügelwäl- 

deru häufig. 
Angelica silvestris L. Nicht selten. 
Peucedanum Cervarla Cass. Im Sternwald und den Wäldern von 

Kattay und Popowitz. 
Anethum graveolens L. Häufig verwildert. 
Pastinaca sativa L. Häufig. 
Seracleum Sphondylium L. Gemein. 
Laserpitium prutenicum L. Im Rattayer und Popowitzer Walde. 

b. glahrum Wallr. Daselbst. 
Daucus Carota L. Gemein. 
Caucalis daucoides L. Im Steinbruche am Barbarahügel, auf Feldern 

beim Steruwald. 
Torilis Anthriscus Gmel. Häufig. 
ScandLv Pecten Veneris L. Am Barbarahügel mit Caucalis, beim 

Steinbruche bei Kotojed. 
Anthriscus silvestris Hoffm. Häufig. 
Chaerophyllum temnlum L. Häufig. 

Conium macidatum L. Nicht selten, besonders an der March. 
Hedera Helix L. Im Fürstenwald. 
Cornus sanguinea L. Häufig. 

— mas L. Selten im Sternwald, sonst nur angepflanzt. 
Seduni niaximmn Sut. Nicht selten. 

— acre L. Häufig. 

Saxifraga gramdata L. Im Sternwald und bei Popowitz. 

Chi^sosplenium alternifolium L. Im Oberwald, Chropiner und Popo- 
witzer Walde. 

Rihes aureum Pursch. An der March unweit der Eisenbahnbrücke 
verwildert. 

— Grossidaria L. Einzeln im Oberwald und Fürstenwald, 
JEpilobium angustifolium L. Nicht selten. 

— hirsutum L. Nicht selten. 

— parviflorum Scbreb. Häufig. 

— montanum L. Häufig. 

— roseum Schreb. Häufig. 

— adnatmn Gris. Häufig. 

— palusti^e L. Bei Chropin. 
Oenothera biennis L. Häufig. 

Circaea lutetiana L. Nicht selten: im Bilaner Walde, im Oberwald, 

Sternwald etc. 
Myriophyllum verticillatinn L. Bei Bilan. 

— spicatum L. Nicht selten. 
Lythrum Salicana L. Häufig. 

Daphne Mezereum L. In den Hügelwäldern verbreitet. 

Passerina annua Wlckst. Auf Aeckern zwischen dem Sternwalde und 

dem Haine von Scheleschowitz; seltener zwischen dem Steru- 

walde und Tieschnowitz. 



124 

Crataegus Oocyacantha L. Häufig. 

Pirus cotmmmis L. Einzeln im Sternwald. 

Sorbus torminalis Crntz. Selten im Sternwald. 

— aucuparia L. Im Steruwald. 
Mosa canina L. Häufig. 

— ruhiginosa L. Am Barbarahügel, im Sternwald, bei Rattay. 
Potentilla supina L. Nicht selten. 

— argentea L. Häufig. 

— verna L. Häufig. 

— anserina L. Häufig. 
■ — reptans L. Häufig. 

— silvestris Neck. Häufig. 

— alba L. Im Walde von Popowitz. 
Fragaria vesca L. Häufig. 

— collina Ehrh, Nicht selten, namentlich am Barbarahügel. 

— moschata Diich. In den Hügelwäldern häufig. 

Bubus thyrsoideus Wimm. Besonders in den Hügelwäldern verbreitet. 

— caesius L. Häufig. 

— Idaeus L. Bei Popowitz, im Sternwald und Gr. Tieschaner Wald. 
Geuni urbanum L. Häufig. 

Alehemilla vulgaris L. In den üntergärten und im Schlossgarten. 

Sangiäsorba officinalis L. Sehr häufig. 

Poterium Sanguisorba L. Nicht selten. 

Agrimonia Eupatoria L. Im südlichen Theile nicht selten. 

ülmaria pentapetala Gilib. Häufig. 

— filipendula A. Br. Verbreitet, aber einzeln. 
Prunus spinosa L. Häufig. 

— Padus L. Nicht selten, namentlich im Pürstenwalde. 
Sarothamnus scoparius Koch. Im Kattayer, Popowitzer Walde, im 

Sternwald. 
Orenista tinctoria L. Daselbst. 

— germanica L. Daselbst. 
Cytisus nigricans L. Daselbst. 

— capitatus Jacq. Daselbst. 

— supinus Crntz. Am Barbarahügel (gegen Minouwek zu). 
Ononis spinosa L. Häufig. 

Anthyllis Vulneraria L. In den Steinbrüchen auf dem Barbarahügel 
und bei Tieschuowitz ; an beiden Orten die Varietät mit blass- 
gelben Blüthen und an der Spitze rothem Schilfchen. Die Form 
mit goldgelben Blüthen kommt hie und da eingeschleppt vor, 
so namentlich am Eisenbahndamme. 

Medicago sativa L. Gebaut und verwildert. 

— falcata L. Häufig. 

— vaina Pers, {M. sativa X falcata). Nicht selten. 

— lupulina L. Sehr häufig. 

— minima Bart. Am Barbarahügel (im Steinbruche). 
Melilotus altisshnus Thuill. Nicht selten. 

— officinalis Desr. Häufig. 



125 

Melilotus albus Desr. Häufig. 
Trifolium pratense L. Häufig, 

— ochroleucum L. Hinter dem Hopfengarten. 

— alpestre L. Im Steruwald. 

— medium L. In den Hügelwäldern häufig. 

— incarnatum L. Nur sehr selten verwildert, da er hier fast gar 
nicht angebaut wird: Bei Lutopetz. 

— a7^ense L. Nicht selten. 

— fragiferum L. Häufig. 

— montanum L. Im südlichen Theile, besonders in den Hügelwäl- 
dern, häufig. 

— hyhridum L. Häufig. 

— repens L. Gremein. 

— aureum Poll. In den Hügelwäldern nicht selten^ z. B. im 
Sternwald. 

— agrariutn Poll. Häufig. 

— minus Kelh. Häufig. 

Lotus corniculatus L. Häufig, b. tenuifolius (L.). Namentlich um 

Trawnik. 
Colutea arhorescens L. Im Sternwald vöUig eingebürgert. 
Rohinia Pseudacacia L. Häufig verwildert. 
Astragalus glycyphyllos L. Besonders in den Hügelwäldern verbreitet. 

— Cicer L. Im Ziergarten. 

Coronilla varia L. Im südlichen Theile häufig. 

Onobrychis viciaefolia Scop. Wohl überall nur eingeschleppt: bei 

Kattay, am Barbarahügel, am Eisenbahndamme. 
Vicia hirsuta Koch. Häufig. 

— tetrasperma Mnch. Häufig. 

— süvatica L. Im Sternwald. 

— Gracca L. Häufig. 

• — tenuifolia Rth. Im Stern wald. 

— viUosa Eth. Nicht selten, namentlich im südlichen Theile. 

— dumetorum L. Im Walde von Bilan und Pleschowetz. 

— aepium, L. Häufig. 

— sativa L. Gebaut und nicht selten verwildert. 

— angustifolia Rth. Nicht selten. 

Lens escidenta Mnch. Hie und da verwildert. 
Lathyrus tuberosus L. Häufig. 

— pratensis L. Häufig. 

— silvestris L. Im Popowitzer Walde und im Sternwald. 
Orobus vernus L. Im Sternwald, Fürstenwald etc. nicht selten. 

— niger L. Im Sternwald. 
Asarum europaeum L. Im Hrazawald. 

Viscum album L. Im Schlossgarten auf Pappeln. 

Calluna vulgaris Saüsb. In den Wäldern von Rattay und Popowitz. 

Pirola rotundifolia L. In den Hügelwäldern verbreitet. 

— minor L. Im Walde von Popowitz. 

— secunda L. In den Hügelwäldern nicht selten. 

Oesterr. botan. Xeitselirift. 4. Heft 1886. 10 



120 

Primula offkinalis Jacq. Nicht selten. 
Lyshnachia vulgaris L. Häufig. 

— Nummulär ia L. Häufig. 

AnagalUs arvensis L. Häufig, b. carnea Schrk. Bei Tieschnowitz. 

— caerulea Sclireb. Nicht selten, namentlich bei Tieschnowitz. 
Hottonia palustris L. Bei Bilan. 

Cynoglossum officinale L. Bei Waschan und Kotojed. 

Cerinthe minor L. Bei der Mühle voh Minouwek, im Sternwald und 
sonst einzeln hie und da. 

Borrago officinalis L. Hie und da eingeschleppt, doch stets unbe- 
ständig. 

Anchusa officinalis L. Häufig bei Pleschowetz ; sonst selten und ver- 
einzelt. 

Lycopsis arvensis L. Bei Pleschowetz; sonst einzeln bie und da. 

Nonnea pulla DC. Im südlichen Gebiete, zumeist am Barbarahügel; 
hier auch mit ockergelben Blüthen. 

Sympliytum officinale L. Häufig. 

— tiiberosum L. Häufig. 
Echium vulgare L. Sehr häufig. 

Pulmonaria ohscura Dum. Häufig. Mit weissen Blüthen im Oberwald 
und Sternwald. 

— mollissima Kern. Im Eattayer Walde. 

— intermedia m. [P. ohscura X 'inollissima Borb.). Im Eattayer 
Walde. 

Lithospermum officinale L. Im Ziergarten und an der March bei der 
Zuckerfabrik. 

— ai^ense L. Häufig. 
Myosotis palustris With. Häufig. 

— arenaria Schrad. Im südlicheren Theile nicht selten. 

— versicolor Sm. Bei Popowitz. 

— hispida Schld. Besonders häufig auf Aeckern beim Sternwald. 

— silvatica Hoffm. In der Ebene häufig. 

— intermedia Lk. Gemein. 

— sparsiflo^^a Mik. In der Ebene häufig. 
Calystegia sepium K. Br. Häufig. 

Convolvulus arvensis L. Häufig. 
Ctiscuta JEpithymtim Murr. Nicht selten. 

— europaea L. Nicht selten, zumal an den Marchufern. 
Solanum nigrum L. Häufig. 

— Dulcamara L. Besonders an den Marchufern verbreitet. 
Syoscyamus niger L. Nicht selten. 

Datura Stramonium L. Bei Kotojed. 

Lycium barbarum L. Sehr häufig in Hecken gezogen und verwildert. 

(Fortsetzung folgt.) 



127 



Flora des Etna. 

Von Prof. P. Gabriel Strobl. 

(Fortsetzung.) 

1181. Erodium cicutarium (L.) L'Her. Presl Fl. sie, Guss. Syu. 
et *"*Herb.!, pimpinellifoÜKm P. *ßaf. I. Variirt im Gebiete: a. prae- 
cox Presl Fl. sie, DC. Prodr. I, 646, Bert. Fl. it. Geranium prae- 
cox Cav. Wurzel sehr dünn, senkrecht, an der Spitze eine kleine 
Blattrosette; Stengel nur bis 2 Cm. lang, oft fast fehlend, immer 
aufrecht; Blätter einfach gefiedert mit fiedertheiligen Fiedern; Ab- 
schnitte sehr klein, länglich lineal oder kurz dreieckig, meist ganz- 
randig; gemeinsamer Blüthenstiel sehr lang und schlank; Bracteen 
breit oval, krautig, zugespitzt; Dolde mit 1—5 sehr feinen und 
langen Strahlen; Kelchblätter eiförmig länglich, am Rücken unter- 
halb der Spitze in eine kurze, meist schwarze Granne ausgezogen, 
auf der 1—2 lange Haargrauneu sitzen; Blumenblätter rosaviolett, 
mindestens von doppelter Kelchlänge, verkehrt eiförmig-keilig; Frucht 
glatt, rauhhaarig. Pflanze gewöhnlich ziemlich kahl, freudiggrün, nur 
Blätter und Blüthenstiele mit zerstreuten, abstehenden Borsten be- 
setzt. Stimmt genau mit PresTs Diagnose: „Fast stengellos, Blatt- 
fiedern eingeschnitten fiedertheilig, Blumenblätter grösser als Kelch." 
Bert, nennt die Blumenblätter der praecox sattviolett, dreimal so 
lang als der Kelch, von 8'" Länge; die meiner sicil. Exemplare be- 
sitzen aber nur doppelte Kelchlänge (höchstens 7"')- ^on romanum 
weicht praecox ab durch dünne Wurzel, Annuellität, deutlichen Sten- 
gel und gewöhnlich auch durch weniger Doldenstrahlen; von cicut. 
ß. und y. durch den eigenthümlichen schlanken und zierlichen Ha- 
bitus, die sehr verlängerten, fast haardünnen Blüthenstiele, grossen 
Blumenblätter und den sehr kurzen, aufrechten Stengel; doch sind 
Uebergänge, z. B. Formen mit kleinen Blumenblättern, nicht selten, 
daher ich sie nicht specifisch trennen möchte. — • ß. chaerophtjUum 
(Cav.) Presl Fl. sie, Guss. Syn. et Herb.!, Rchb. D. Fl. 4864! An- 
nuell, vielstengiig, Stengel verlängert, niedergestreckt; Blattsegmeute 
schmal, fiedertheilig, hellgrün; Blumenblätter rosenroth, etwas über 
kelchlang. — y. pimpinellifolium (Sm. und W. sp. pl.) DC. Prodr., 
Guss. Syn. et Herb.!, Reichb. D. Fl. 4865! Annuell, Stengel nieder- 
liegend, verlängert, dicker, als bei «. und ß.\ Blattfiedern mehr 
graugrün, ziemlich kahl bis behaart (var. pilosum Thuill, Reichb. 
D. Fl. 4864!), eiförmig länglich, fiederschnittig; Fiederchen eiförmig- 
länglich, kurz, ganzrandig oder armzähnig; Blüthenstiele kurz und 
dick; Kelche und Bracteen wie bei «., Blumenblätter aber meist 
weiss, kürzer oder nur so lang als die Kelche. An Weg- und Feld- 
rändern, auf sterilen sandigen oder krautigen Abhängen (0 — 4000') 
«. und ß. fast gleich gemein: Zaftarana (Herb. Torn.!), um Catauia 
und in der Ebene des Simeto (!, Cosent. in Herb. Guss.!, Herb. 
Reyer!), Acicastello (Herb. Reyeri), in den Wäldern von Bronte und 

10 * 



128 

Maletto (!, Herb. Guss.!), vom Meere bei Catania und Oguina [hier 
auch y.) bis in die Wälder ob Nicolosi überall! Febr.— Mai. O- 

1182. Erod. moschatum (L.) W. *Flor. medic, Guss. Syn. et 
*Herb.!, Eeichb. D. Fl. 4867! Blüthen bleich rosaroth, von Kelch- 
läne^e; Blätter einfach gefiedert, Blättchen eiförmig länglich, ent- 
weder unregelmässig eingeschnitten gesägt {a. foliolis incisoserratis) 
oder ziemlich tief fiederspaltig mit breiten, dreieckiglänglichen, ge- 
sägten Zipfeln {ß. foliolis pinnatifidis); ß. steht habituell dem cicut. 
sehr nahe, unterscheidet sich aber durch den starken Moschusgeruch, 
die stärkere, rauhe, theilweise drüsige Behaarung, die bedeutend 
grösseren und weniger tief geth eilten Blättchen, die breit ovalen, 
nicht zugespitzten Bracteen. — Auf Weiden, Wegrändern und in 
Culturen bis 2000' gemein: Villarascosa bei Catania (Herb. Guss.!), 
Anuunziata (Herb. Rejer!), um Catania überall (!, Herb. Tornab.!), 
ebenso in der Ebene des Simeto, um Misterbianco, gegen Nicolosi 
empor etc. Jänner— Mai. O- 

1183. Brod. ciconium (L. Spec. plant. 952) W. *Presl Fl. sie, 
*BiY. n, Guss. -"-Syn. et *Herb.!, Rchb. D. Fl. 4866! Auf krautigen 
und sandigen Stellen: Villarascosa bei Catania (Presl, Biv., Guss. 
1. c.!). April, Mai. O- 

1184. Erod. laciniatum (Cav. als Geran.) W. *Biv. II, Rchb. 
D. Fl. 4869! Stengel annuell, niedergestreckt; Wurzelblätter oval- 
länglich, etwas gelappt mit ungleich gesägtgezähnten, mehr oder 
minder röthlich angelaufenen Lappen, an der Basis herzförmig; Sten- 
gelblätter zweifach fiederspaltig mit lanzettlichlinearen, spitzen Fie- 
derchen; Dolde 4 — 6strahlig; Bracteen breit eiförmig, gross, kahl, 
krautig; Kelchblätter rauhflaumig mit über 1 Mm. langer End- 
borste; Blumenblätter bläulich, etwa von Kelchlänge; Fruchtschnabel 
4-5 — 6 Cm. lang. Variirt a. glabriusculum (Stengel und Blattstiele 
ziemlich kahl); ß. hispidum (-"Tresl Fl. sie. als Art) Guss. Syn. et 
Herb. = involucratum Knze. nach von Boissier aus Gibraltar er- 
haltenen Exemplaren (Stengel und Blattstiele stark nach rückwärts 
steifhaarig). Im Meersande von Catania bis zum Ausflusse des Si- 
meto höchst gemein (var. /3. !), schon von Biv. und Presl hier an- 
gegeben; a. wurde im Gebiete noch nicht gefunden. April, Mai. O- 

11185. Erod. chium (L.) W. Dem vorigen äusserst ähnlich, 
aber verschieden durch flaumige Stengel imd Blattstiele, gezähnt 
gekerbte, grüne, gleich breite und lange Wurzelblätter, dreilappige 
obere Stengelblätter mit dreilappigem Mittelzipfel, kleine, gewim- 
perte Bracteen, höchstens 3-8 Cm. lange Fruchtschnäbel. Littoreum 
Lern, in DC. FL, Reichb. D. Fl. 4869!, Gren. Godr. I, 309, von 
Guss. mit chium identificirt, unterscheidet sich davon nach Gren. 
Godr. und meinen französischen Exemplaren durch zwar ebenso 
lange als breite, aber dreitheilige Blätter, deren Seitenzipfel unter 
einem fast rechten Winkel abstehen, durch Perennität mit zahl- 
reichen Stengeln, 2 — 4strahlige Dolden, zwar ebenfalls kleine, ge- 
wimperte, aber spitze Bracteen. — An wüsten, krautigen oder san- 



129 

digen Stellen Siciliens an vielen Orten (!, Guss. Syn. et Herb.!), 
daher im Gebiete wohl nur übersehen. März, April. Q. 

(Fortsetzung folgt.) 



Verzeichniss jener botanischen Abhandlungen, 

welche in den Programmen (Jahresberichten) der österreichi- 
schen Mittelschulen in den Jahren 1850 — 1885 veröffentlicht 

wurden. 

Von Dr. Alfred Burgerstein. 

(Fortsetzung.) 

57. Watzel C. Die im Horizonte von Böhm.-Leipa vorkommenden 
Moose und Gefässkryptogamen. Böhm.-Leipa, 0. K. 1874. 

58. Nowak J. Schlüssel zur Bestimmung der buschartigeu Laub- 
moose in der Umgebung Deutschbrods. Deutschbrod, K. 0. G. 
1882. 9 pp. 2 Tfln. (czechisch). 

59. Plucar. Die in Teschen aufgefundenen Laubmoose. Teschen, 
p. G. 1855. 4 pp. 

60. Stica. Kurze üebersicht der Kryptogamen aus der nächsten 
Umgebung der Stadt Brüx. Brüx, 0. G. 1858. 

61. Noväk J. Schlüssel zur Bestimmung der in der Umgebung von 
Deutschbrod wachsenden Kryptogamen. Deutschbrod, R. 0. G. 
1878. 100 pp. 

62. Noväk J. Zellen-Sporenpflanzen aus der Umgebung von Deutsch- 
brod. Deutschbrod, R. 0. G. 1880. 5 pp. (czechisch). 

Fioristik. 

a) Nieder- und Oberösterreich. 

63. Strobl G. Flora von Admont. Melk, 0. G. (Benediktiner) 
1881-83. pp. 74 -j- 92 -f 19 pp. 

64. Thomann. Synopsis der Phanerogamen um Krems. Krems, 
0. G. 1859. 

65. Sigl M. Die Flora von Seitenstetten und Umgebung. Seitenstetten, 
0. G. 1874. 

66. Hütter. Floraentwicklung in der nächsten Umgebung von 
Waidhofen a. d. Ybbs. Waidhofen a. Y., U. R. 1873. 4 pp. 

67. Hütter. Floraentwicklung in der Umgebung von Waidhofen 
a. d. Ybbs. Waidhofen a. d. Ybbs, U. R. 1874. 

68. Hofstädter G. Vegetationsverhältnisse von Kremsmünster und 
Umgebung. Kremsmünster, 0. G. 1862. 

69. Kukula. Die Gräser des Linzer Vegetationsgebietes. Linz, 0. R. 
1867. 13 pp. 

70. W astler F. Die Gattungen der phanerogamen Gefässpflanzen 
des Vegetationsgebietes von Linz. Linz, 0. R. 1878. 60 pp. 

71. Was tl er F. Die phanerogamen Gefässpflanzen des Vegetations- 
gebietes von Linz. Linz, 0. R. 1881. 56 pp. 



130 

72. Vierhapper Fr. Prodromiis einer Flora des lunkreises in Ober- 
Oesterreich II. Kied 0. G. 1885. 37 pp. 

b) Böhmen, 

78. Stika. Kurze Uebersicht der Phaneroffamen aus der nächsten 
Umgebung der Stadt Brüx. Brüx, 0. Gr. 1857. 

74. Noväk J. Nachtrag zu den bedecktsamigen Pflanzen in der 
Umgebung Deutschbrods. Deutschbrod, E. 0. G. 1880. 8 pp. 
(czechisch). 

75. Hoffmann Fr. Uebersicht der in der nächsten Umgebung von 
Jungbunzlau wildwachsenden und der allgemein cultivirten 
Phanerogamen. 1. Abth., Jungbimzlau 0. G. 1885. 28 pp. 
(czechisch). 

76. Krahl. Die Flora von Komotau nach dem Liune'schen Pflanzen- 
system. Komotau, 0. G. 1858. 

77. Allram Raimund. Die Phanerogamen -Flora von Krumau. 
Krumau, 0. G. 1881 — 83. 20 + 37 -f 34 pp. 

78. Allram R. Die Phanerogamen-Flora um Krumau. Analytische 
Tabellen zurBestimmung der Familien. Krumau, O.G. 1884. 11 pp. 

79. Watzel C. Vegetationsbeobachtungen im Horizonte von Böh- 
misch-Leipa. Böhmisch-Leipa, 0. G. 1854. 7 pp. 

80. Watzel C. Die phanerogame Flora des Gebietes von Böhmisch- 
Leipa. Böhmisch-Leipa, 0. R. 1877. 54 pp. 

81. Hanns Job. Systematische Uebersicht der Fundorte der in der 
Umgebung von Pilsen wildwachsenden und allgemein cultivirten 
Zellenpflanzen. I. Abth. Kryptogamen, Nachtsamige, Monoko- 
tyledonen und von den Dikotyledonen bis iucl. zu den Nacht- 
schattengewächsen. 0. R.-f 0. G. Pilsen 1885. 49 pp. (czechisch). 

82. Kopetzky K. Die analytische Flora in der Umgebung der 
Stadt Reichenau. Reichenau, 0. G. 1884. 39 pp. (czechisch). 

83. Bilek Fr. Systematische Uebersicht der in der Umgebung von 
Schlau wildwachsenden und allgemein cultivirten Zellenpflanzen. 
Schlau, 0. G. I. Theü 1884. ,40 pp. II. Theil (Dikotyledonen) 
1885. 34 pp. (czechisch). 

c) Mähren und Schlesien. 

84. Bei SS A. Die Flora von Auspitz. Auspitz U. R. 1875. 4 pp. 

85. Wiesner Jul. Ueber die Flora der Umgebung Brunns. Brunn, 
0. R. 1854. 14 pp. 

86. Wein er A. Die Schmetterlingsblütler (Papilionaceae L.) oder 
Hülsengewächse (Leguminosae Juss.) in den Umgebungen von 
Iglau. Iglau, 0. G. 1861. 14 pp. 

87. Wessely. Einiges über die Vegetationsverhältnisse aus der näch- 
sten Umgebung der Stadt Kremsier. Kremsier, 0. G. 1885. 24 pp. 

88. Makowsky AI. Die Sumpf- und Uferflora von Olmütz. Olmütz, 
0. R. 1860. 17 pp. 

89. Tkany F. Die Vegetationsverhältnisse der Stadt Olmütz und 
ihrer Umgebung. Olmütz deutsch, 0. G. 1879 — 80. 36 -f 15 pp. 



131 

90. Spitzner W. Die Flora in der Umgebung der Stadt Prossnitz, 
Prossnitz, 0. E. 1883. 50 pp. (czechisch). 

91. Spitzner Wenzel. Beitrag zur Flora der Umgebung der Stadt 
Prossnitz. 0. R. Prossnitz 1885. 17 pp. (czechiscli). 

92. Schlögl L. Die Flora von Ung.-Hradisch und Umgebung. Ung.- 
Hradisch, E. 0. G. 1875 — 76. 25 + 16 pp. 

93. Schmerz L. Charakteristik der Flora des Eabensteinthales 
bei Znaim im Allgemeinen und der Flora des Leskenthales ein- 
gehender. Znaim, 0. E. 1868. 12 pp. 

94. Schmerz L. Die Traussnitzmühle bei Znaim und ihre Umge- 
bung. Eine botanische Skizze. Znaim, 0. E. 1869. 16 pp. 

95. Oborny Ad. Verzeichniss der in der Umgebimg von Znaim 
im Sommersemester 1870/71 gesammelten und beobachteten 
Pflanzen. Znaim, 0. E. 1871 — 72. 54 pp. 

96. Vierhapper F. Flora des Bezirkes Freiwaldau und seines 
angrenzenden Gebietes. Weidenau, 0. G. 1880. 22 pp. 

d) Salzburg, Steiermark, Kärnthen, Krain. 

97. Fugger E. und Kastner K. Verzeichniss der Gefässpflanzen 
des Herzogthums Salzburg. Salzburg, 0. E. 1883. 91 pp. 

98. Weymayr. Die Gefässpflanzen der Umgebung von Graz. Graz, 
I. 0. G. 1867. 

99. Weymayr. Nachtrag zu dem Verzeichniss der Gefässpflanzen 
in der Umgebung von Graz. Graz, I. 0. G. 1868. 

100. Pischek Ant. Die Giftpflanzen in der Umgebung von Cilli. 
Cilli, 0. G. 1885. 23 pp. 

101. Hartmann. Anleitung zur Bestimmung der wildwachsenden 
Phanerogamen-Flora. Klagenfurt, 0. E. 1856. 

102. Kukula. Die Vegetations-Verhältnisse Laibachs und der nächstea 
Umgebung. Laibach, 0. E. 1857. 9 pp. 

e) Tirol und Vorarlberg. 

103. Schönach H, Literatur und Statistik der Flora von Tirol und 
Vorarlberg. Bruneck, U. E. 1880. 22 pp. 

104. Schön ach H. Die Literatur der Flora von Tirol und Vorarl- 
berg. Feldkirch, E. 0. G. 1882. 42 pp. 

105. Grimus K. v. Vegetationsverhältnisse im Thalbecken von Bozen. 
Bozen, U. E. 1881. 2G pp. 

106. Bachle ebner G. Verzeichniss der phanerogamen Pflanzen, 
welche um Brixen wild wachsen. Brixen, 0. G. 1859. 

107. Bachle chner G. Beiträge zur Flora von Brixen. Brixen, 0. G. 
1865. 

108. Bachlechner. Verzeichniss der in den Gärten von Brixen 
cultivirten Pflanzen. Brixen, 0. G. 1873. 49 pp. 

109. Stampfer C. Die perennireoden Freilandpflanzen in den Anlagen 
von Heran. Heran, 0. G. (Benediktiner) 1875 — 76. 30 -f- 37 pp. 

(Schluss folgt.) 



132 



Literaturberichte. 



Anualen des k. k. naturhistorischen Hofmnseums in Wien, redigirt von 
Dr. Franz Ritter von Hauer. Gross 8", 46 Seiten nebst einer Abbil- 
dung des Museums. Wien 1886, Alfred Holder. 

Der soeben erschienenen ersten Nummer der vorliegenden Annalen, 
welche den Jahresbericht für 1885 von Dr. Franz Ritter von Hauer 
enthält, entnehmen wir in Bezug auf die botanische Abtheilung 
Folgendes: Von dem schon seit dem Jahre 1885 zur Benützung 
zugänglich gemachten Generalherbarium wurden sämmtliche Oroban- 
chaceen, Malvaceen, Tiliaceen und Lichenen kritisch durchgearbeitet 
und zum grossen Theile neu bestimmt. Unter Einem wurde die 
grösste Anzahl der eingelaufenen Spenden an Pflanzen, sowie ein 
beträchtlicher Theil des Pittoni'schen Herbares dem Hauptherbare 
einverleibt. Das letztere, welches beiläufig 340.000 Spannblätter 
umfasst, wurde im abgelaufenen Jahre um ungefähr 3400 Blätter 
bereichert; nur 263 derselben, Pflanzen aus Griechenland, wurden 
durch Ankauf erworben, während die übrigen Geschenke sind. Wenn 
auch die botanische Bibliothek gegenwärtig noch als lückenhaft 
bezeichnet wird, so beträgt die Zahl der selbstständigen Werke und 
Separatabdrücke doch 3326 Nummern nebst 25 botanischen perio- 
dischen Publicationen, welche das Museum regelmässig bezieht. An 
dieser Stelle möge auch die Bitte des Verfassers Platz finden, es 
wollen alle Freunde und Fachgenossen im In- und Auslande durch 
gütige Widmung ihrer Publicationen oder von Doubletten aus ihren 
eigenen Bibliotheken das Bestreben der Musealleitung, den vorhandenen 
Mängeln abzuhelfen, unterstützen. Von den Annalen, welche vorerst 
in zwanglosen Heften erscheinen, werden je 20 Bogen zu 16 Seiten 
Text mit den erforderlichen Tafeln einen Band bilden, dessen Prä- 
numerationspreis fl. 10 ö. W. beträgt. J, 

Dr. Heinr. Wilh. Reichardt. Ein Lebensbild von Josef Kaemmerling, 

k. k. Gymnasial-Professor, Mähr.-Weisskirchen 1886. Im Verlage des Ver- 
fassers. 8", 18 Seiten. 

Heinrich Wilhelm Reichardt. Eine Lebensskizze von Dr. G. Beck. Separat- 
Abdruck aus den Verhandlungen der k. k. zoologisch-botanischen Gesell- 
schaft in "Wien, Jahrgang 1885, 8", 2 Seiten. 

Den vorliegenden Broschüren entnehmen wir im kurzen Auszuge 
über das Leben und Wirken Eeichardt's Folgendes: Als Sohn eines 
wohlhabenden, deutschen Kaufmannes am 16. April 1835 zu Iglau 
in Mähren geboren, genoss er daselbst eine vorzügliche Erziehung, 
an welcher sich nach frühem Verluste des Vaters seine hochbegabte 
Mutter hervorragend betheiligte. Den Gymnasialstudien mit ausser- 
ordentlichem Fleisse obliegend, gewann sich ßeichard nicht nur bald 
die Liebe sondern auch die volle Hochachtung seiner Lehrer, und 
durch sein gewinnendes Benehmen die Zuneigung zahlreicher Gönner 
und Freunde. Durch den regen Verkehr mit seinem Landsmanne, 
Eegierungsrath Alois Pokorny ward in ihm die Liebe zu den Natur- 



133 

wissenschafteD, speciell zur Botanik erweckt und schon im Jahre 
1854, kaum an der Wiener Universität immatriculirt, konnte er es 
wagen schriftstellerisch hervorzutreten. Obwohl sich nun Keichardt 
den medicinischen Wissenschaften mit vollem Eifer widmete, benützte 
er doch jede freie Stunde um sich der Erforschung der Kryptogamen 
hinzugeben. Dadurch kam er in Verkehr mit den damals hervor- 
ragend wirkenden Professoren an der Wiener Universität Fenzl und 
Unger, sowie mit Neilreich und dessen Freunden. Auf Anregung 
Eenzl's entschloss sich Reichardt im Jahre 1860 nach der Promo- 
tion zum Doctor medicinae die Assistentenstelle an der Lehrkanzel 
für Botanik an der Wiener Universität zu übernehmen, welche er 
bis zum Jahre 1866 inne hatte, sowie zugleich in das damals unter 
Fenzl stehende k. k. bot. Hofcabinet als Volontär einzutreten. In 
letztgenanntem Amte, in welchem er bis zu seinem Tode verblieb, 
wurde ihm im Jahre 1863 der Titel eines Assistenten, 1866 nach 
dem Tode Kotschy's die Stelle eines Custosadjuncten und ein Jahr 
darauf die eines Custoden verliehen. Im Jahre 1871 wurde Reich ar dt 
erster Custos und nach dem Rücktritte des Director's Fenzl mit 
Schluss des Jahres 1878 provisorischer Vorstand des k. k. botanischen 
Hofcabinets, als welcher er zuletzt die Uebersiedlung und Neuauf- 
stellung der kaiserlichen Sammlungen in dem neuen Gebäude des 
k. k. naturhistorischen Hofmuseums durchführte. Zugleich mit dieser 
Thätigkeit verband Reichardt auch das Lehramt au der Wiener 
Universität, denn im Jahre 1873 wurde er ausserordentlicher Professor. 
In den letzten Jahren, besonders aber nach dem Verluste seiner 
Mutter verminderte sich Reichardt's Thätigkeit auffallend in Folge 
eines hartnäckigen Leidens, das ihn allmälig der Gesellschaft ent- 
fremdete und auch am 2. August 1885 zu einem gewaltsamen Tode 
trieb. Die in den verschiedensten Schriften veröffentlichten 47 Arbeiten 
Reichardt's geben einen Beweis seiner schriftstellerischen Thätigkeit 
und seines gründlichen, vielseitigen Wissens. J. 

Naturgfeschichte des Pflanzenreiches. Grosser PflaDzenatlas mit Test für 
Schule und Haus. 80 Giossfoliotafeln mit mehr als 2000 colorirten Abbil- 
dungen und 40 Bogen erläuterndem Text, nebst zahlreichen Holzschnitten. 
Herausgegeben von Dr. M. Fünfstück, Privatdocent am königl. Poly- 
technicum zu Stuttgart. I. Lieferung. (Vollständig in 40 zweiwöchentlichen 
Lieferungen ä 50 Pfg.) Stuttgart, Emil Hänselmann's Verlag. 

Die uns vorliegende erste Lieferung behandelt die Pflanze nach 
ihrer äusseren Gliederung, bespricht die Wurzel, den Stamm und 
das Blatt sammt deren Functionen in möglichst populärer Weise, 
dabei aber immer dem neuesten Standpunkte der Wissenschaft voll- 
kommen Rechnung tragend. Eine sehr schätzenswerthe Erweiterung 
des Inhaltes bilden die zahlreichen Anmerkungen über die künstliche 
Vermehrung der Pflanzen durch Entwicklung von sogenannten Bein- 
wurzeln an den Blattnerveu, über Monstrositäten im Stammwuchse 
u. s. w., wie überhaupt viel des Interessanten in dem Werke geboten 
wird. Die beigegebenen drei Tafeln bringen die Repräsentanten einiger 
Pflanzenfamilieu in vorzüglicher Zeichnung und grösstentheils uatur- 



134 

getreuem Colorit. Wenn die folgenden Lieferungen das halten was 
die Erste verspricht, so ist der Unternehmung der Erfolg gewiss, 
denn Lehrer und Schüler werden eine Naturgeschichte in solch' leicht 
verständlicher und zugleich ansprechender Fassung freudig begrüssen. 

J . 

James D. and Edward S. Dana: The American Journal of science. 

Third series, Vol. XXX, nr. 177—179. 

Bloss die Nr. 178 enthält einige in das Fach der Botanik ein- 
schlägige Artikel aus der berufenen Feder von A. Gray, der Beh- 
rens the microscope in Botany, a guide to the microscopical investi- 
gation of vegetable substances, das bulletin of the California academy 
of Sciences, Trimen's a systematic catalogue of the flowering plants 
and ferns indigenous to or growing wild in Ceylon einer eingehen- 
den Besprechung und Kritik würdigte. B. 

Kellermann W. A., EUis J. B., E verhart B. M.: Journal of myco- 
log-y. Manhattan Kansas 1885. Nr. 8—10, August— October. 

Dieses Journal, welches die Erforschung der nordamerikani- 
schen Pilzflora plant, gewinnt besonders durch die monographische 
Bearbeitung gewisser Gattungen von Seite hervorragender Mykologen 
Beachtung und Würdigung. Vorliegende Nummern enthalten in dieser 
Hinsicht von J. B. Ellis und B. M. Everhart die nordamerikani- 
schen Arten der Gattung Oloeosporium und Cylindrosporium über- 
sichtlich bearbeitet, ausserdem die Beschreibungen vieler neuer Pilze 
von J. Ellis, G. Martin, G. Winter, B. Everhart etc. Beck. 

Wettstein Dr. Richard v.: Vorarbeiten zu einer Pilzflora der Steier- 
mark. Sep.-Abdr. aus .,Verhandl. d. k. k. Zool.-bot. Gesellsch. in Wien". 
XXXV. Band, 1885. 92 Seiten %\ 

Man kann es nur mit Freuden begrüssen, dass in neuerer Zeit 
der so reichen Kryptogamenflora Oesterreichs wieder mehr Aufmerk- 
samkeit zugewendet wird als vorher, und dass sich auch das Inter- 
esse hiefür zu lebhafterem steigert. Es erklärt sich diess nicht nur 
aus dem erfreulichen Umstände, dass die Phanerogamenvegetation 
der einzelnen Kronländer relativ sehr gut bekannt ist, sondern auch 
aus der Unterstützung, welche die gegenwärtige Kryptogamenliteratur 
dem Freunde der niederen Pflanzenwelt gewähren kann. Aus erste- 
rem entspringt die Neigung jüngerer Forscher, dem verhältnissmässig 
interessanteren Studium der Kryptogamen sich zu widmen, aus letz- 
terer (die trotzdem bald als unzulänglich erkannt wird) das Streben, 
auch ein Scherflein zur Erforschung der überaus reichen Schätze der 
Kryptogamenwelt beizutragen, ein fast immer von Erfolg gekröntes, 
in seinen Ergebnissen oft überraschendes Unternehmen. Je grösser 
die Gruppe, deren Erforschung bezweckt wurde, desto anerkennungs- 
würdiger ist letzteres, insbesondere dann, wenn die eigenen Ergeb- 
nisse mit dem bereits Bekannten gewissenhaft zu einem harmoni- 
schen Ganzen verbunden werden. Diesem Gesichtspunkte gemäss 
muss dem strebsamen Verfasser die vollste Anerkennung gespendet 
werden für die mühevolle Arbeit, ein mit Literatur- und Standorts- 



135 

angaben verseliones, genaues Vevzeichniss aller bisher in Steiermark 
beobachteten Pilze zu veröffentlichen, um so erneuert zu beweisen, 
dass unsere Heimat trotz der noch ungenügenden Kenutniss ihrer 
Produkte einen vorher nie geahnten Eeichthum an Interessantem 
und Schönem berge. Beck. 

Willkomm M. Iliustratioues florae Hispaniae iusnlarBmqne Baleai-ium. 

Lief. 10, S. 137—57, Index, Taf. 84—93. Stuttgart (Schweizerbai tj 1885. 

Mit dieser Lieferung schüesst der erste Band des Sr. Maj. dem 
Könige Alfouso XII. gewidmeten äusserst wichtigen und für die Flora 
der pyrenäischen Halbinsel unentbehrlichen, elegant ausgestatteten 
Werkes. An dieser Stelle haben Avir uns oft über den gediegenen 
Gehalt der von dem unermüdlich thätigeu Verfasser herausgegebeneu 
Illustrationes eingehender geäussert, daher erübrigt noch, jener Pflan- 
zen zu erwähnen, die in der letzten Lieferung des 1. Bandes gröss- 
tentheils colorirt dargestellt wurden. Es sind diess: Penchdina La- 
gascana und hitrkata Willk. ; Diplotaxis hrassicoldes Eouy : Lepidium 
calycotrichum Kze., Carrerasli Rodr., Viola demetria Prol., caespi- 
tosa Lge., Silene hifacensis Eouy, Vicia baetica Lge., Onohrychis 
Reuteri Leresche, Reidera imberula Lose. Beck. 

Rabenhorst's Kryptog-amenBora. Band IV: Die Laubmoose Deutschlands, 
Oesterreichs und der Schweiz, bearbeitet von K. Gust. Li rap rieht. Leip- 
zig, E. Kummer, 1885. 8". Lief. 1-2, S. 1— 1'28. 

Die umfangreiche bryologische Literatur entbehrte bis nun 
eines die gesammte Moosflora Deutschlands und Oesterreichs behan- 
delnden, in deutscher Sprache geschriebenen Werkes, das der dop- 
pelten Aufgabe entsprechen konnte, dem Fachmaune als Handbuch 
zu dienen und den Freund der Mooswelt sowohl vertraut zu macheu 
mit allen Kunstausdrücken, als auch zu einer sicheren Bestimmung 
zu führen. Vorliegendes Werk entspricht nun in vollkommenster 
Weise jenen Anforderungen und wiid durch die gediogene Behand- 
lung des Stoffes als Handbuch für die deutsche und österreichische 
Moosflora von nun an unentbehrlich sein, gerade so wie seine Vor- 
gänger, die im gleichen, bekannten Kumraer'schen Verlage in Leip- 
zig erschienenen Werke über die Pilze, Farne und Meeresalgen 
Deutschlands und Oesterreichs. Die zwei ersten Lieferungen sind 
einer kurzen Charakteristik der Laubmoose gewidmet. Wir finden be- 
handelt und mit sehr iustructiven Holzschnitten begleitet den Auf- 
bau der Moospflanze (Protonema, Stamm, Blatt, die Geschlechtsorgane, 
Inflorescenz, Sporogon, die vegetative Vermehrung), die Verbreitung 
der Arten, eine Anleitung für das Sammeln und Aufbereiten fürs 
Herbar, sowie für das Untersuchen und Bestimmen. Auch die Moos- 
systeme und das von diesen gewählte finden eingehende Würdigung. 
Von grossem Vortheile für das Werk werden sich die in den vorge- 
henden Bänden der Rabenhors tischen Kryptogamenflora vielfach 
vermissten Bestimmuugs-Schlüssel erweisen, sowie die viel eingehen- 
dere Berücksichtigung der Synonyme, wie es in der bisher vorliegen- 
den Behandlung der Torfmoose entnommen werden kann. Beck. 



136 

Richter Dr. Carl. Die botanische Systematik und ihr Verhältniss zur 
Anatomie und Physiologie der Pflanzen. Wien 1885. P. Faesy. 173 p. 

Bei dem Charakter der vorliegenden Arbeit als einer theoreti- 
schen Erörterung liegt es dem Ref. naturgemäss ferne auf eine kri- 
tische Behandlung des nach vielen Richtungen anregenden Inhaltes 
einzugehen und mag daher eine kurze üebersicht des Inhaltes hier 
folgen, die nur im Grossen und Ganzen den Gedankengang des Verf. 
skizziren, im Einzelnen jedoch auf die Schrift selbst hinweisen 
soll. Nach Feststellung der beiden Hauptzweige der Botanik, näm- 
lich der beschreibenden Anatomie und Morphologie, der Physio- 
logie und Biologie als „allgemeinen Botanik" einerseits, der ver- 
gleichenden Anatomie und Morphologie, der eigentlichen Syste- 
matik, sowie der Entwicklungsgeschichte als „besonderen oder 
systematischen Botanik" (Cap. I) andererseits, wendet sich der 
Verfasser speciell den Aufgaben und der Entwicklung der bota- 
nischen Systematik zu, als deren Ziel der Nachweis der natürlichen 
Verwandtschaft im Sinne der Darwin'schen Lehre erkannt wird 
(Cap. II). Daraus aber ergibt sich die Nothwendigkeit der Erfor- 
schung der Verhältnisse von Anpassung und Vererbung, die den 
Werth des Speciesbegriffes als einen bloss formellen erscheinen 
lassen. Diese Erörterungen führen nun zunächst zu Studien über 
den Begriif der Individualität im Pflanzenreiche, der sich bei den 
verschiedenen Disciplinen als ein verschiedener darstellt. Die fol- 
genden Capitel (IV und V) behandeln im Anschlüsse hieran die 
Promorphologie der Pflanzen, sowie, hauptsächlich zur Ergänzung 
des Cap. II, die Verhältnisse der Homologie und Analogie, die beide, 
sei es nun in Folge gleicher Abstammung, sei es in Folge glei- 
cher Anpassung ähnliche Bildungen betreffen. Cap. VII ist dem 
Zwecke und den Schwierigkeiten physiologischer Forschung gewid- 
met, Cap. VIII der Bedeutung der Morphologie und Anatomie für 
den Systematiker. — Die bereits im I. Cap. in ihrer Wichtigkeit 
behandelte Entwicklungsgeschichte setzt erst den Forscher in die 
Lage, den obersten Bedingungen der Systematik gerecht zu werden; 
sie setzt aber voraus die Thätigkeit des Phytographen , dessen Auf- 
gaben im Capitel X präcisirt werden und der erst durch die auf 
empirischem Wege gewonnenen Thatsachen den Systematiker in die 
Lage versetzt, sein Ziel, die Construirung eines Stammbaumes des 
Pflanzenreiches, anzustreben. Die im Cap. X dargelegten Aufgaben des 
Phytographen stellen an denselben viel grössere Forderungen, als von 
den bisherigen „Systematikern" im Grossen und Ganzen erfüllt 
wurden, wenn seine Ergebnisse für den Systematiker im Sinne des 
Verf. wirklich nützlich sein sollen. Eine Berücksichtigung der hier 
angeregten Principien, wenigstens soweit es möglich ist, wäre so 
manchen der vielen Phytographen zu empfehlen ! — Aus der ganzen 
Darlegung geht der Zweck der Schrift hervor, die Mittel anzugeben, 
durch welche der Schaden, den die Spaltung der Botanik in ver- 
schiedene Forschuugszweige der Wissenschaft zufügte, ausgeglichen 



137 

und durch gemeiusairies Yorgfiben aller dieser Forscliungszweige eine 
Förderung der ganzen Disciplin bewirkt werden soll. Wettstein. 

Observation» sur quelques roses de l'Italie par Emile Burnat et Aug. 
Gremli. Geneve, Bäle et Lyon chez H. Georg. Oct. 52 pag. 

Diese Arbeit bezieht sich vorzüglich auf sicilische Rosen, dar- 
unter besonders auf jene, welche Gussoue beschrieben, und welche 
sich im Herbare des Letzteren vorfinden. Ferner wird die Identität 
der Rosa sepium Thuill. mit R. agrestis Savi nachzuweisen versucht, 
Ergänzungen und ferner Beobachtungen Crepin's und ein Enume- 
ratio der bisher in Sicilien aufgefundenen Eosen bilden den Schluss. 
Längere Besprechungen werden über R. sempervirens var. b. flori- 
hunda Guss., R. sempervirens var. b. b. Gussone, R. viscosa Jan. 
(letztere nach Ansicht des Referenten nicht genügend aufgeklärt, es 
wird die R. viscosa des Herbars Guss. von den Autoren R. Janii 
genannt), R. nebrodensis Guss., R. agrestis Savi, R. canina L. und 
ihre sicilischen Varietäten gepflogen. Unter den Species und Formen, 
welche neu für Sicilien aufgefunden wurden, werden angeführt: Rosa 
montana var. gracilens Crep., R. Pouzini Traft., R. tomentella Le- 
man, (Varietäten derselben, da die typische Form gewiss in Sicilien 
fehlt), R. faventina Burnat et Gremli {R. Kluckii Christ in Flora 
1875, p. 289, R- tomentella f. superglandulosa Borb. primit. Fl. ros. 
Hung. pag. 472), R. Hermanii Burnat et Gremli [R. nebrodensis 
Strobl exsicc. sicul. ann. 1874 non Guss.) und R. Seraphini Viv. 
(letztere mit Recht von den Autoi'en als von R. Seraphini Guss. = 
R. sicula Tratt. verschieden angesehen). Der Name Rosa faventina 
Burnat et Gremli hat übrigens nach Ansicht des Referenten zu ent- 
fallen, da bereits zwei Xamen für diese Pflanze creirt sind, ebenso 
hat das ? bei R. Kluckii Besser keine Berechtigimg, da ja schon 
Borbäs längst bewiesen hat, dass seine f. superglandulosa der R. 
tomentella (oder die R. tomentelloides der Autoren) mit R. Kluckii 
Bess. in gar keine Parallele gezogen werden kann, und letztere Spe- 
cies von charakteristischem Habitus für die osteuropäischen Floristen 
eine genau bekannte Pflanze mit bereits so ziemlich constatirtem 
Verbreitungsbezirke ist. Im dritten Absätze werden drei Rosen aus 
dem Herbare Guss. besprochen und zwar: R. derelicta Burnat et 
Gremli {R. glandulosa Bellardi? Herb. Guss.), R. gallica L. var. 
parvifolia Seringe in D C. Prodr. {R. parvifolia Ehrh. Beitr. 1791, 
R. remensis Desf. Cat. etc.) und R. Ischiana Crep. primit. mouogr. 
ros. I. p. 21, 22 et 97 (1869). R. rubiginosa L. dürfte in Sicilien 
kaum vorkommen, wie auch die Autoren bemerken, sie wird daselbst 
durch R. micrantha Sm. und ihreu Formen, insbesondere durch R. 
Trinacriae Burn. et Gremli vertreten. Es soll hier bemerkt werden, 
dass R. sepium Thuill. aus der Pariser Gegend mit R. agrestis 
Savi, von welcher sich schöne Originalexemplare im k. k. Hofherbare 
zu Wien vorfinden, nicht confondirt werden kann, ausser man zieht 
aUe Eusepiaceen, wie R. inodora Fries, R. vinodora A. Kern., R. 
aspera Schloiclier, R. albiflora Opiz, R. virgultorum Ripart etc. zu 



138 

einer Kiesenspecies zusammen, ein Vorgang, der nach Ansicht des 
Referenten einen bedeutenden Rückschritt bedeuten würde, und für 
den Inhalt vorliegender Arbeit selbst von den übelsten Consequenzen 
wäre. Es wird diese interessante Arbeit allen Freunden der schönen 
Gattung Rosa empfohlen, und behält sich Referent vor, einige mit 
seinen Anschauungen in directem Widerspruche stehende Bespre- 
chungen an anderer Stelle ausführlich zu widerlegen. Braun. 

Verhandlinig-en der k. k. Zoologr«- botanischen Gesellschaft. XXXI. Band. 
II. Halbjahr 1886. 

Von den Abhandlungen botanischen Inhaltes enthält dieser 
Halbband die folgenden: 1. Bruhin Th. A. „Prodromus florae ad- 
venticiae boreali-americanae." In dieser floristischen Arbeit werden 
sowohl die in den nordamerikanischen Freistaaten cultivirten Ge- 
wächse, als auch die aus anderen Theilen Amerikas und aus den 
übrigen Weltth eilen eingewanderten Pflanzen aufgeführt. Die Ge- 
sammtzahl der Arten beträgt 623, die sich auf 358 Gattungen und 78 
Ordnungen vertheilen. Von besonderem Interesse in historischer und 
volkswirthschaftlicher Beziehung sind die vom Autor bei den Cul- 
turpflanzen beigefügten Bemerkungen. — 2. Haläcsy Dr. Eugen v.: 
„Beiträge zur Brombeerflora Mederösterreichs". Die im Jahre 1882 
erschieneneu Nachträge zur Flora von Niederösterreich von Dr. E. 
Haläcsy und Heinrich Braun erhalten durch obige Publication 
eine wesentliche Bereicherung. — 8. Kornhub er Prof. Dr. Andr.: 
„Botanische Ausflüge in die Sumpfniederung des ,Wasen' (magyar. 
Hänsäg)". Das Ergebniss von drei Excursionen, welche der gelehrte 
Verfasser in Gesellschaft des Prof. Heimerl in das nied.-österr. 
am Neusiedler See gelegene Sumpfgebiet im Laufe der letzten Jahre 
unternommen, wird hier geschildert. Hierbei ist nicht nur dem bo- 
tanischen Interesse Rechnung getragen, sondern es sind auch die 
geographischen und ethnographischen Verhältnisse des Gebietes dar- 
gestellt. — 4. Voss Wilh,: „üeber Boletus strohilaceus Scop. und 
den gleichnamigen Pilz der Autoren". Es wird nachgewiesen, dass 
der echte Boletus strohilaceus Scop. von verschiedenen Mykologen 
nicht richtig erkannt wurde, und dass unter obigem Namen zwei 
verschiedene Pilze cursiren, nämlich B. strohilaceus Scop. und B. 
strobüiformis Vill. (1789). — 5. Wett stein Dr. R. v.: „Anthopeziza 
nov. genus Discomycetum" (Mit 1 Tafel). Dieser vom Verfasser an 
Waldrändern im sogenannten „Oeden Saugraben" bei Rodaun nächst 
Wien im März am schmelzenden Schnee aufgefundene Pilz ist einer 
der schönsten und merkwürdigsten unter den Discomyceten und er- 
hielt als Species den Namen A. Winterü n. sp. zu Ehren des be- 
kannten Forschers H. Dr. G. Winter in Leipzig. — 6. Wett stein 
Dr. R. V.: „Vorarbeiten zu einer Pilzflora der Steiermark". — Von 
den Sitzungsberichten wären besonders hervorzuheben: 7. Beck 
Günther Dr.: „Ueber den Oeffnuugsmechanismus der Porenkapseln". 
Eine Darstellung des Vorganges bei der Dehiscenz trockener Peri- 
carpien der Campanulaceen und der Gattungen Musschia, Antirrhi- 



139 

nvm und Papaver. — 8. Müllner Mich. Fr.: ^^Oirsimn polymor- 
plmtn (pannon. X Erisithales) und Oirskcm oleraceo X pannonicum 
Winkl. in Nieder-Oesterreich. Diese beiden seltenen Hybride fand 
Müllner auf einer Bergwiese beim Oberhof nächst Gutenstein. — 
Ferner sind in obigem Bande dem Andenken des im August 1885 
verstorbenen Professors Eeichardt zwei Artikel gewidmet und zwar 
vom Gymnasial-Director Keg.-R. Dr. A. Pokorny: „Nachruf an H. 
W. Eeichardt" und von Dr. Günther Beck: „H. W. Reichardt. 
Eine Lebensskizze". M. Prihoda. 

„Giftpflanzen in der Um^rebuug- von Cilü." Von A. Pischek. Veröffent- 
licht im Jahresprogramme des k. k. Staats-Gymnasiuras Cilli für das Jahr 
1885, p. 3-25. 

Der citirte Aufsatz entstand auf Grund der auf Cilli's Flora 
Bezug habenden Arbeiten mit Verwerthung eigener botanischer Er- 
fahrungen. Es werden auch einige als zur Flora von Cilli gehörige 
neue Arten namhaft gemacht und verschiedene Standorte aufgezählt. 
In der Einleitung spricht der Verfasser über das Allgemeine der 
Pflanzen, wie: über den Gehalt an Wasser, über die Trockensub- 
stanz, über die Bestandtheile der organischen Stoife (namentlich 
über die Alkaloide, die in den Giftpflanzen enthalten sind). Daran 
reiht sich die Vertheilung der Giftpflanzen nach den Familien, so- 
dann Einiges über die noch unklare Entstehungsart der Alkaloide, 
ihre Eigenschaften und endlich ihre Wirkung auf den menschlichen 
und thierischen Organismus. Roebock. 



Correspondenz. 

Brunn, am 3. März 1886, 
Dem hervorragenden Forscher Herrn Hein. Braun, der die 
Gewogenheit hatte, einige meiner Mubus-Yoi'men zu bestimmen, ver- 
dankt Mähren einen neuen Bürger, nämlich den Ruhus chlorophyllus 
Gremli, der zwar schon früher, jedoch unter anderen Namen aus 
Mähren bekannt war und es gebührt Herrn Braun das Verdienst, 
diese für Mähren geradezu eine Type bildende Rubusform, für die 
Markgrafschaft zuerst für nachfolgende Standorte unterschieden zu 
haben : Strelitz, Reekowitz, Spalenisko und Kvetnice bei Tischnowitz, 
Wald Hora bei ^elezny, Bejkowitz, Obora bei Lomnitz, Neustadtl. 
— Die Revision einiger meiner Cytisus-kxiQ'o. durch den eifrigen 
Forscher Prof. Adolf Oborny hat ausser Zweifel gestellt, dass 
Oytisus virens Koyac in Mähren vorkommt. Prof. Oborny fand, dass 
die von mir am Zerotin bei Straznitz am 17. Juli 1885 und in den 
Auen bei Seelowitz, am 29. Juni 1884 gesammelten Pflanzen identisch 
sind mit Nr. 808 der Flora essiccata „Austro-Hungarica" Auetore 
A. de Kerner, während die von mir unterhalb der Jaworina na 
Kotarech gesammelten Pflanzen keine seidig behaarte Fahne besitzen, 



140 

dafür aber im Blattbaue imd durch die striegelhaarigen Blätter, in 
der Bekleidung und im Wachsthum des Stengels mit C. virens Kov. 
völlig übereinstimmen. Dr. Formänek. 

Lemberg, am 6. März 1886. 
Dank der Güte des Herrn Prof. Dr. Ciesielski, Director des 
botan. Museums in Lemberg, konnte ich vor einigen Tagen das 
ungarische Galium asperulaeflorum Borbäs in sehr instructiven 
Borbäs'schen Originalexemplaren genau kennen lernen. Wie den 
Lesern der „Oest. bot. Ztschr." bekannt sein dürfte, habe ich seiner- 
zeit bezüglich des von mir in Ostgalizien (in Bilcze, Zielince, Pieniaki, 
SkaJat, Okno und Jauöw) entdeckten G. aristatum mihi, nachdem 
ich dasselbe als eine von dem transalpinen G. aristatum L. (6r. lae- 
vigatum L.) verschiedene Species erkannt hatte, die Meinung aus- 
gesprochen, das besagte ostgalizische Galium sei vielleicht mit dem 
ungarischen G. asperulaeüorum Borbäs identisch. Nachdem ich nun 
beide Pflanzen mit einander genau verglichen habe, kann ich jetzt 
mit voller Bestimmtheit behaupten, dass mein G. asperulaeflorum 
aus Ostgalizien von dem echten G. asperulaeflorum Borbäs specifisch 
durchaus verschieden ist, in Folge dessen ich dasselbe G. polonicum 
benenne. — Bei dieser Gelegenheit bemerke ich noch, dass mir aus 
Samen des G. polonicum, welches ich an den obgenannten Standorten 
nur in der kahlstengligen Form beobachtet habe, in der Cultur zwei 
Exemplare mit behaarten Stengeln hervorgegangen sind. 

Br. BJocki. 

Budapest, 12. März 1886. 
Prof. PanMc beschreibt in Z, B. G. 1856 p. 571 eine Quercus 
sessiliflora var. flavescens Panc., bei welcher die ganze Blattsubstanz 
gelb sei. Da die Frucht gestielt beschrieben ist und als Synonyme 
y^Quercus aurea Kit.?" (sie) dazu citirt wird, so erkenne ich in die- 
ser Varietät eine stielfrüchtige Abänderung jener Eiche, welche ge- 
wöhnlich Qu. aurea Wierzb. genannt wird. Die var. flavescens kommt 
in der Umgebung von Kecskekö in Siebenbürgen und bei Versetz 
vor. Von Q,. sessiliflora var. Welandii Heuff. ist sie durch die kah- 
len Fruchtstiele verschieden, welche bei var. Welandii behaart an- 
gegeben sind. Solche behaartstielige Exemplare besitze ich von dem 
Ofner Gebirge. — Kitaibel hat keine Qu. aurea aufgestellt, nur 
in Reiche nb. Iconographie wird eine Qu. „aurea Kit." citirt. — 
Tribulus terrester L. „/J. orientalis (Aut.)", sie Strobl in Oe. B. Z. 
1886, p. 92 ist schwerlich der echte Trih. orientalis Kern., welcher 
wohl mit Tr. rohustus Boiss nahe verwandt, aber sicher davon ver- 
schieden ist. Bei Fiume und Zengg sammelte ich var. glahratas m. 
des Tr. terrester L., welche kahle oder fast kahle Früchte tragen, 
wie Tr. orientalis^ aber sonst typische Tr. terrester darstellen; sie 
sind kleinblüthig etc. Tr. orientalis hat in Ungarn eine kleine Ver- 
breitung; am Sande bei Deliblat, Grebenatz und Szakolovatz, unweit 
von Bazias kommt schon der typische Tr. terrester vor. — Gera- 
nium Robertianum var. minutiflorum, 2. dense rugosum Strobl ist 



141 

G. perrugosum m. in „Termeszet 1878 (Gr. cataractarum Simk. non 
Guss.) bei dem Eisernen Thor in der Walachei. v. Borbäs. 



Fersonalnotizen. 

— Dr. Wilhelm Schimper wurde zum ausserordentl, Pro- 
fessor der Botanik und zum Custos der botanischen Sammlungen an 
der Universität Bonn ernannt. 

— Prof. Dr. Gr. Leimbach, Redacteur der „Deutschen bota- 
nischen Monatsschrift" wurde zum Director der Realschule in Arn- 
stadt ernannt. 

— Baron Ferd. v. Mu eller in Melbourne erhielt von der 
Gesellschaft für Acclimatisation in Paris für seine Verdienste um 
die Verbreitung der Eucalyptus- Cultur die goldene Medaille zu- 
erkannt. 

— U. A. V. Salis-Marschlins, nach welchem viele Pflanzen 
ihren Namen führen, ist am 14. Februar, 91 Jahre alt, auf seinem 
Schlosse Marschlins bei Chur gestorben. 

— Dr. Ferdinand Pax hat sich an der Universität Breslau 
als Privatdocent habilitirt. 

— Franz Antoine, Hofgarten - Director in Wien, ist am 
11. März, 72 Jahre alt, gestorben. 

— Dr. R. F. Solla ist zum Professor an der Forstanstalt in 
Vallombrosa ernannt worden. 



Vereine, Anstalten, Unternehmungen. 

— In einer Sitzung der kais. Akademie der Wissenschaften 
in Wien, am 4. Februar übersandte Prof. Dr. G. Haberlandt in 
Graz eine Arbeit: .,Zur Anatomie und Physiologie der pflanzlichen 
Brennhaare". Im ersten Theile dieser Abhandlung werden die ver- 
schiedeneu mechanischen Einrichtungen besprochen, welche die Spitzen 
der Brennhaare bei manchen Pflanzen (Urtica -Arten, Loasaceen, 
Jatropha-Species) aufweisen und deren Aufgabe darin besteht, das 
Abbrechen der Spitze, das Eindringen in den berührenden Körper 
imd die Entleerung des giftig wirkenden Zellinhaltes zu ermöglichen, 
resp. zu erleichtern. — Im zweiten Theile der Arbeit wird nach- 
gewiesen, dass die giftig wirkende Substanz der Nesselbrennhaare 
nicht, wie bisher ziemlich allgemein angenommen wurde, die Ameisen- 
säure ist, sondern ein im Zellsafte gelöstes specifisches Gift, welches 
sich in seinem Verhalten an die ungeformten Fermente oder Enzyme 
anschliesst. 

— In einer Sitzung der kais. Akademie der Wissenschaften 
in Wien, am 11. Februar überreichte Dr. Hans Molisch, Privat- 

Oesterr. botan. Zeitschrift. 4. Heft 1886. 11 



142 

doceut an der Wiener Universität, eine im pflanzenphysiologisclien 
Institute ausgeführte Arbeit: „Untersucliungen über Laubfall". Die 
wichtigeren Kesultate derselben sind folgende: 1. Wird die Transpi- 
ration von Zweigen, welche stark zu transpiriren gewöhnt sind, 
plötzlich gehemmt, so werfen sie die Blätter ab (Wiesner). Pflanzen, 
welche feuchte Atmosphäre lieben, behalten oft monatelang im dunst- 
gesättigten Eaume ihr Laub (Warmhauspflanzen). 2. Eine nicht allzu 
rasche, aber coutinuirliche Herabsetzung des Wassergehaltes im 
Blattgrunde führt zur Anlage der Trennungsschichte und in vielen 
Fällen auch zur Ablösung der Blätter. Die letztere wird in auf- 
fallender Weise begünstigt und beschleunigt, wenn der Turgor des 
Blattgrundes durch reiche Wasserzufiihr rasch gesteigert wird (Wies- 
ner). 3. Es ist im Wesentlichen gleichgiltig, ob das Welken der 
Pflanze durch gesteigerte Transpiration, durch mangelhafte Wasser- 
zufuhr oder durch beide zugleich herbeigeführt wird ; von Wichtigkeit 
ist jedoch, dass das Welken nicht allzu schnell eintritt, Aveil die 
Blätter sonst vertrocknen, bevor sie noch Zeit gefunden, ihre Tren- 
nungsschichten zu bilden. 4. Abgeschnittene Zweige, welche ihrer 
Organisation wegen sehr langsam transpiriren, werfen ihre Blätter 
selbst an der Luft liegend ab (Succulente, Fichte, Tanne, Begonia 
etc.), 5. Auf mangelhafter Wasserzufuhr beruht auch die Thatsache, 
dass abgeschnittene und mit ihrer Basis ins Wasser eingestellte 
Zweige ihr Laub früher verlieren als analoge am Baume verbliebene 
und ferner, dass viele Grewächse in Folge starker Schädigung des 
Wuizelsj^stems beim Verpflanzen aus freiem Lande in Töpfe oft 
einen grossen Theil ihres Laubes einbüssen. 6. Durch stagnirende 
Bodennässe kann gleichfalls das Wurzelsystem geschädigt und bei 
vielen Pflanzen hiedurch theilweise oder völlige Entblätterung herbei- 
geführt werden. 7. Lichtmangel bewirkt Entlaubung; am empfind- 
lichsten erweisen sich stark transpirirende Pflanzen mit krautigen 
Blättern (Coleus), weniger empfindlich Gewächse mit ledrigem, stark 
cuticularisirtem Laub {Azalea, Rhododendron, Ahies pectinata) fast 
gar nicht empfindlich einzelne wintergrüne Couiferen (Eibe, Föhre), 
ferner Buxus. 8. Der Einfluss der Temperatur auf den Blattfall ist 
ein sehr complicirter. Sie wirkt indirect durch Beeinflussung der 
Transpiration, aber auch direct, ganz unabhänsig von der letzteren. 
Es fallen nämlich im dunstgesättigten Kaume Blätter, deren Trennungs- 
schichte noch nicht oder eben erst angelegt wurde, bei höherer 
Temperatur (17 — 22" C.) viel reichlicher und früher ab als bei niederer 
(1 — 10 ' C). 9. Sauerstoff ist eine wesentliche Bedingung des Laubfalls. 
Erschwerter Luftzutritt verzögert bereits den Blattfall. Daher lösen sich 
denn auch unter Wasser getauchte Blätter viel später ab, als in feuchter 
Luft befindliche. 10. Mit Kücksicht auf analoge Vorgänge in der 
Pflanze, und mit Eücksicht darauf, das Wiesner's jüngst entdecktes 
Gummiferment bei vielen Pflanzen gerade in der Trennungsschichte 
in reichlichem Masse nachgewiesen werden konnte, erscheint es sehr 
wahrscheinlich, dass die Auflösung der Mittellamellen, beziehungs- 



143 

weise die Isolirung der Zellen hier durch ein celluloseumbildendes 
Ferment vollzogen wird, wobei organische Säuren (Wiesner) unter- 
stützend eingreifen. 11. Die Arbeit enthält ferner neue Beobachtungen 
anatomischer Natur über die Verholzung von Gewebeschichten in der 
Nähe der Trennungsschichte, über die Einschnürung des Blattgrundes 
und über das Blattgelenk von Coniferen. 

— Monatsversammlung der k. k. zoolog.-botan. Gesell- 
schaft am 3. März 1886. Dr. 0. Stapf, welchem bekanntlich bei 
der von Dr. Pollak angeregten naturwissenschaftlichen Expedition 
nach Süd-Persien die botanische Durchforschung dieses Landes über- 
tragen ward, theilte die Ergebnisse seiner zahlreichen dort unter- 
nommenen Excursionen mit. In kräftigen Zügen entwarf der Vortra- 
gende ein lebensvolles Bild aller jener Vegetationstypen, welche den 
einzelnen von ihm besuchten Ländereien eine, je nach deren klimatischen 
oder geographischen Verhältnissen verschiedenartige Physiognomie auf- 
prägen, wobei er Vergleiche zwischen den Floren anderer unter ana- 
logen Conjuncturen befindlichen Länder machte. 

M. Pflhoda. 



Botanischer Tauschverein in Wien. 

Sendungen sind abgegangen an die Herren: Crespigny, Stel- 
zer, Donner. 

Vorräthig. (B.) = Böhmen, (Bd.) = Baden, (Br.) = Berlin, 
(Cr.) = Croatien, (F.) = Frankreich, (G.) = Galizien, (Is.) = 
Istrien, (Kt.) = Kärnten, (M.) = Mähren, (Mk.) = Mecklenburg, 
(NOe.) = Niederösterreich, (OOe.) = Oberösterreich, (P.) = Polen, 
(Pz.) = Pinzgau, (Rp.) = Rheinprovinzen, (Sl.) = Schlesien, (St.) 
= Steiermark, (T.) = Tirol, (U.) = Ungarn, (W.) = Westfalen. 

Garlina acaulis var. glauca (OOe.), vulgaris (B., NOe., OOe.), 
Carthamus tinctorius (Br.), Castanea vesca (OOe., U.), Caucalis dau- 
coides (M., Rp.), leptophylla (F.), Centaurea austriaca (G., SL), 
axillaris (Gr., G., OOe., U.), decipiens (Cr.), jacea (ü.), mactdosa 
(P.), nigi^a (NOe.), orientalis (G.), panicidata (Mk., NOe.), phrygia 
(U.), rhenana (T.), Sadleriana (ü.), Scabiosa (OOe., SL), solstitialis 
(ü.), stenolepis (Cr., G.), Centunculus minimus (NOe.), Cephalan- 
thera ensifolia (Is., NOe., OOe., SL), pallens (M., U.), Cephalaria 
cornicidata (G.), transsilvanica (ü.), Cerastiimi arvense (T.), arvense 
var. latifolium (NOe.), hrachypetalum (P., T.), glomeratum (Is., St.), 
glutinosum (Br., M.), obscurum (NOe.), semidecandrum (P., St., IT.), 
silvaticum (NOe.), tauricum (U.), Ceratocephalus falcatus (NOe.), or- 
thoceras (M., NOe., U.), Cerinthe minor (NOe., OOe.), Chaerophyl- 
linn aromaticum (SL), bulbosum (Br., Mk., P.), silvestre (P., SL), 
Villarsii (T.), Chamagrostis minima (Bd., F.), Ghamorchis alpina 
(NOe.), Gheiranthus Gheiri (Bd.), Ghelidonium laciniatuin (Potsdam), 



144 

majus (NOe., P., U.), Ghenopodium alhum (B., NOe., OOe.), amhro- 
sioides (ü.), Botrys (U.), glaucum (P.), hybridum (B., P.), opuUfo- 
lium (B., Cr., Ep.), polyspermuin (Cr., P.), urhicum (P.), Vulvarla 
(Br., Mk.), Ghlora perfoliata (Cr.), serotina (U.), Chondrüla prenan- 
thoides (Kt,), Chrysanthemum rotundifoUum. (Ü.), tenuifolmm (U.), 
Chrysocoma Linosyris (Cr., U.), Chrysospleniuitn alternifolmm (NOe., 
OOe., U.), Gicendia filiformis (W.), Gieuta virosa (P., Pz.), Gimici- 
fuga foetida (ü.), Gineraria campestris (Mk., ü.), crispa (OOe., P., 
Sl.), palustris (Br., P.), spathidaefolia (Thüringen), Glrcaea alpina 
(Kt., Ep.), hitetiana (OOe.), Girsium acaide (B., SL, W.), hrachyce- 
phalum (U.), eriophoru/m (B,, Ep.), Erisithales (OOe.), heterophyllum 
(Sl.), palustre (OOe., P.), pannonicum (P.), rivulare (SL), Gladium 
Mariscus (Br.), Glematis Flammula (Cr.), integrifolia (NOe.), r^cia 
(M., OOe., P., ü.), Vitalha (NOe.), Glinopodium vulgare (NOe., U.), 
Gnidium venosum (NOe.), Gochlearia anglica [(England), Golchicum 
autumnale (NOe., U.), Gollomia grandiflora (SL), Comarum> palustre 
(Br., Pz.), Gonium, macidatum (M., P., SL). 

Obige Arten können nach beliebiger Auswahl im Tausche 
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XXXTI. Jahrgang. WIEN. Mai 1886. 

INHALT: Rosa petrophila. Von Braun. — iS'euer Cytisus. Von Dr. Woloszczak. — Pflanzen- 
namen. Von Kronfeld. — Zur Flora Wolhyniens. Von Vandas. — Flora von Kremsier. Von 
Palla. — Flora des Etna. Von Strobl. — Schulprogramme. Von Dr. Burgerstein. — Lite- 
raturbericlite. — Correspondenz. Von Dr. Formänet, Blocki, Dr. Borbäs, Conrath, Dr. 
Solla. Dr. Sadebeck. — Personalnotizen. — Vereine, Anstalten, Unternehmungen. — Botani- 
scher Tauschverein. — Inserate. 



Rusa petrophila Borbäs et H. Braun. 

Von Heinrich Braun. 

Frutex elevatvs, laxe ramosus. Rami ramullque hrunnei vel 
dibde hrunnei, elongati, plus minus aculeati. Aculei recti, gra- 
ciles basin versus non vel parum dilatati, rarius in ramulis 
oppositi. Stipulae anguste lanceolatae, in ramulis fiorigeris dilatatae, 
auriculis divergentibus acuminatis: supra glabrae subtus adpresse 
pilosat, in marginibus glandulis rufescentibus stipitatis cüiatae. Pe- 
tioli dense villosuli, glandulis creberrimis inaequaliter stipi- 
tatis sessilibusve tecti, acideolis parvis flavescentihusque armati vel 
inermes. Foliola quina vel septena plerumque septena, lateralia 
subsessilia, tnediocria elliptica vel elliptico-ovata, suprar glabra 
vel disperse et adpresse j^Hosula saturate vel obscure viridia; subtus 
glandulis inaequaliter dense instructa, in nervo mediano 
villosa, in nervis secundariis villosula, in lamina pilis 
sparsis tecta vel glabra; in marginibus tenuiter et acute 
inaequaliter glanduloso-duplicato-serrata. Serraturae dentes 
Primarii acuminati, eglandidosi, dentibus secundariis uno-quaternisve 
in glandulas subtiles abeuntur. Bracteae parum dilatatae saepe 
foliaceae ceterum ut in stipulis. Pedunculi elongati setis glan- 
duliferis tenuibus densis. Receptacula globosa vel ovoidea 
setis glanduliferis plus minus sed plerumque sat dense 
obsessa. Sepala valde elongata tria pinnatifida, duo integra 
in dor-so glandulis stipitatis dense adspersa, pinmdae superne 
dilatatae glandulis validis ciliatae, post anthesin patent ia, de- 

Oesterr. buta"- Zeitschrilt. 5. Heft 1886. J2 



146 

mum erecta et receptaculum fructiferum coronantia co- 
rolla aperta longiora. Petala onediocria satuvate rosea. 
Styli dense alho-villosi discuin planiusculum suhohtegeyites. Re- 
ceptaculwm fructiferum suhglohosum vel ovoideo - glohosum, 
setis glanduliferis, obscure rubrum denique nigricans, sepalis 
persistentibus coronatum,. 

Dimensiones. Stipulae 12 — 15 mmti. longae, 4 — 6 mm. latae. 
Foliola 17 — [20] — 26 min. longa, 10 — [14] — 16 mm. lata. Pe- 
dunculi 17—26 mm. longi. Receptacula 6— 6' 5 mm. longa, 5 — 
5'5 min. lata. Sepala 20 — 25 myn. longa. Styli 3 — 4 ynm. disco 
exG. Receptaculum fructiferum 10 — 11 mm. longum, 9 — 10'5 inm. 
latum. 

Habitat in Croatia in montibus ad pagum Lic {Borbds). 

Eine schöne, zierliche Eose von schlankem Wachsthume und 
lockerer Verzweigung. Durch die scharf spitze, feindrüsige Serratur, 
das geringe Indument der Blattunterseite, die langen Blüthenstiele 
sehr ausgezeichnet und fast an einen Bastart einer Form aus der 
Gruppe Villosarum mit einer der Gruppe Alpinarura angehörigen 
Form erinnernd. Am verwandtesten ist unsere Eose mit den Formen 
aus der Kotte der Rosa Friburgensis Lagger et Puget in Crepin 
Primit. monogr. rosar. fasc. I p. 27, in ^Bullet, de la Societe bot. 
roy. de Belgique" VIII. (1869) et in Desegl. Catal. rais. ibid. XV. 
(1876) p. 583 Nr. 400; ferner der R. Murithii Fug. in Bullet, soc. 
Murith. fasc. 3 (1874) p. 55, Desegl. Cat. rais. Nr. 402, R. Gom- 
bensis Fug. in Bullet, soc. Murith. fasc. 3 (1874) p. 54, Desegl. 
Catal. rais. Nr, 404, endlich der Rosa spimdifolia Dematra in ess. 
monogr. des rosieres du canton de Friburg (1818) p. 8 sammt den 
von Desegl. beschriebenen Varietäten, welche weiter unten ausführ- 
lich abgehandelt werden sollen. 

Rosa Friburgensis Lagger et Fug., Originalexemplare im Her- 
bare A. Kerner, unterscheidet sich von R. petroplüla nobis durch 
kurze Pedunkeln, beiderseits kahle Blättchen, die mit langen, kräf- 
tigen Drüsenborsten bedeckten Keceptakel, wenig befläumte Fetiolen, 
die oberwärts fast kahl sind, den gedrungenen Wachsthum, die am 
Kücken wenig befläumten Nebenblättchen, kürzere Kelchzipfel, läng- 
lich eiförmige spitze, an der Basis breit abgerundete Endblättchen, 
hellgrünes Colorit des Laubes. 

Rosa Gombensis Lagger et Fuget. Originalexemplare im Herb. 
A. Kerner, unterscheidet sich durch fast glatte, eiförmig-längliche, 
oben in einen Hals zusammengezogene Receptakeln und Scheinfrüchte, 
viel kleinere Blüthen, viel weniger spitze unu feine Sägezähne, fast 
stachellose oder stachellose Aeste und Zweige und im Vergleiche zur 
Blüthe noch längere Sepalen. 

Rosa Gaudini Puget in Desegl. Revis. sec. Tomeut. (1866) 
p. 47 obs. et in Cat. rais. Nr. 403 (1876) durch die dicht mit gel- 
ben Stachelborsten bedeckten Receptakeln und Scheinfrüchte, breite, 
dförmig-elliptische, oberseits anliegend behaarte und drüsige Blätt- 
chen, stumpfere, weniger feindrüsige Serratur. 



147 

Mosa (xrenieri Desegl. in Essai monogr. extr. p, 128 et revis. 
de la sect. Tomeutosa in mem. Soc. acad. de Maine et Loire XX. 
(1866) extr. p. 43. Originalexemplare im Herbare A. Kerner durch 
oberseits anliegend behaarte, unterseits dicht behaarte, drüsenlose 
Biättchen, kurze Peduukel, reichliche Bestachelung der blüthentra- 
genden Aeste etc. 

Rosa minida Boreaii in Desegl. Ess. monogr. Nr. 103 et in 
rev. sect. Tomentosa pag. 42 durch breit eiförmige, in eine kurze 
Spitze zusammengezogene Biättchen, glatte oder wenig beborstete 
kleine Scheinfrüchte, oberseits schwächer, unterseits dicht behaarte 
Blättchen, kurze Peduukeln. 

Rosa australis A. Kerner in Crepin, Primit. monogr. rosar. 
fasc. I, p. 23 1. c. (1869) sine descript. et in Desegl. Cat. rais. 
1. c. pag. 579 Nr. 393 (1870), zahlreiche Originalexemplare vom 
Kitten bei Bozen, durch anderen Zuschnitt der Blättchen, stumpfere 
Sägezähne, welche von wenigen, drüsigen Secimdärzähnchen durch- 
setzt sind, durch scharf vortretende Nerven der Blattunterseite, 
wehrlose Zweige und Aeste, kleine, kugelige, völlig glatte Schein- 
früchte, kürzere, schmälere, wenig getheilte Kelchzipfel, gedrungenes 
Wachsthum. 

Rosa resinosa Sternb. in Fl. IX (1826) 1. Beilage p. 74 durch 
beiderseits behaarte, unterseits dicht feiudrüsige Blätteben, kurze 
Blüthenstiele, gelb-stachelborstige Eeceptakeln und Scheinfrüchte, ge- 
drungenes Wachstlium, anderen Zuschnitt der Blättchen. Original- 
exemplare im k. k. Hofherbare zu Wien. 

Rosa recondita Pug. in Desegl. revis. sect. Tomentosa (1866) 
pag. 46. Original-Exemplare im Herbare Braun, unterscheidet sich 
durch oberseits anliegend, unterseits dichtbehaarte Blättchen, unter- 
seits wenig drüsige Blättchen von oblongem Zuschnitte; Serratur 
viel weniger spitz und scharf, kurze Pedunkelu etc. 

Rosa mollis Smith, R. mollissima Fries, R. pomifera Herrn an, 
R. proxhna Cottet, R. Seheutzä Christ, R. omissa Desegl. haben 
mit obbesprochener Kose keine Aehnlichkeit. 

Rosa venusta Scheutz, stud. öfver de Skand. art uf slägtet 
Kosa (1872) pag. 36, Originalexemplare in den Herbaren A. Kerner 
und H. Braun, unterscheidet sich durch oberseits behaarte, unter- 
seits dicht behaarte Blättclien, kurze Pedunkeln, fast glatte oder 
nur mit wenigen Drüsenborsten versehene Scheinfrüchte und Eecep- 
takeln, stark bewehrte, oft wirtelig bestachelte Blüthenzweige. 

Eine ausführlichere Besprechung scheint hier geboten zu sein 
betreffs des Formenkreises der Rosa spinulifoUa Dematra, und diess 
umsomehr, als diese Formen mit unserer R. petropMla die meiste 
Aehnlichkeit zeigen. Schon die fast kahlen Blättchen, die langen 
Pedunkeln, die spitzig gesägten Ränder der Blättchen, die Form der 
Stacheln zeigen eine auffallende Uebereinstimmung mit unserer Rose; 
allein durchgreifende Unterschiede scheiden auch R. s'pmulifolia De- 
matra von R. petrophila nobis, wie die folgende Besprechung klar 
erweisen wird. Desdglise veröffentlichte im Bullet, de la Societe 

12* 



148 

royale de Botaniqiie de Belgiqiie (1875) XIV, pag. 328—345 eine 
ausführliche Studie über die Formengruppe der B. spinuUfolia De- 
matra. Er spricht sich an angeführtem Orte dahin aus, dass die B. 
spinuUfolia Aut. eine Species mixta sei, und gliedert nach den Ex- 
siccaten letztere in sieben Formen ab, die er ausführlich beschreibt, 
und zu welchen er die Exsiccaten citirt. Es kann daher nur auf 
Böswilligkeit und Neid beruhen, wenn ein bekannter Speciesfabrikant 
diese gediegene Arbeit mit species „omnes pessime descriptae ideo- 
que dubiae" abfertigt. Es kann dem verblichenen Deseglise, dem 
bedeutenden Botaniker, gewiss keine grössere Ehre widerfahren, als 
von solchen Faiseuren beschimpft zu werden. Zuerst sollen hier die 
kahlblättrigen Formen besprochen werden, woran sich, nach dem 
Grade der Behaarung, die pubescenten Formen anreihen werden. 

Bosa spinuUfolia Dematra a) genuina unterscheidet sich von 
B. petrophila uobis durch seegrün-violettes Colorit der Anhangsor- 
gane, durch kräftigere, längere, an der Basis mehr verbreitete Sta- 
cheln; Kinde der Aeste blaubereift, Petiolen kahl oder schwach be- 
fläumt, Blättchen oval-elliptisch, au beiden Enden spitz, Zähne der 
Serratur gross, tief; Stipulen kahl, drüsig, oft violett überlaufen, 
seltener etwas fläumlich. Scheinfrucht eilänglich, Exemplare vom 
Canton Freiburg, Chätel sur Mont salvens (Deseglise) vom klassi- 
schen Standorte, im Herb. A. Kerner. 

b) glabrescens (Desegl.), B. glahrescens Desegi. mscr., B. spi- 
nuUfolia Christ, die Kosen der Schweiz (1873) p. 87 p. p., hat fast 
kahle Petiolen; Blättchen beiderseits kahl, rückwärts wenig drüsig, 
Stipulen drüsenlos, flaumig, Scheinfrüchte nickend, Bracteen unter- 
seits drüsenlos; Blättchen kleiner, runder, die lateralen zur Basis 
breit abgerundet, Basler Jura, Exemplare im k. k. Hofherbare und 
im Herbare A. Kerner, Aargau, Schmidt, im k. k. Hofherbare 
zu Wien. 

c) glahrata Desegl. non Vest, B. propinqua Desegl. mscr., B. 
spinuUfolia Verlot, Cat. plant, du Dauphinee p. 113, non Dematra, 
unterscheidet sich von B. petrophila nob. durch wehrlose Aeste und 
obere Zweige. Petiolen fläumlich, mit sehr wenigen Drüsen bestreut, 
Blättchen oval oder stumpflich oval, beiderseits kahl, nur der Mittel- 
nerv trägt einige Härchen; unterseits weisslich. Stipulen kahl, beider- 
seits mit glänzenden Drüsen bedeckt. Pedunkel lang, kräftig, Schein- 
frucht eiförmig, oblong, dick, glatt, oben etwas zusammengezogen. 
Umgebungen von Grenoble! Verlot im Herb. H. Braun. 

d) hispidella Desegl., B. Jurana Desegl. mscr., B. spinuUfolia 
Godet p. p. non Dematra; hat die blüthentragenden Zweige fast 
wehrlos, am Gipfel derselben treten einige Drüsenborsten auf; Pe- 
tiolen filzig, drüsig, schwach bestachelt ; Blättchen oberseits kahl, 
unterseits weisslich behaart, die Secundärnerven drüsenlos, die Ser- 
ratur sehr spitz mit nur 1 — 2 secuudären, drüsigen Sägezähnchen, 
Bracteen am Kücken drüsenlos, Stipulen am Kücken leicht drüsig; 
Keceptakel eiförmig, sowie die Scheinfrüchte, an der Spitze in einen 
Hals zusammengezogen, mit langen, kräftigen Drüsenborsten be- 



149 

deckt; Kelchzipfel kürzer, breiter, stark behaart. Originalexemplare 
von Godet aus dem Jm-a: „Sommet de Chaiimonf' im Herbare A. 
Kerner. 

e) grandifolia Desegl. in Bull, de Soc. belg. XIV. p. 339, — 
jR. spinuUfoUa Kchb. exsicc. Nr. 1899 non Dematra, Billot exsicc. 
Nr. 3077 bis, E. tomentosa var. scabriuscula Ser. in DC. Prodr. II, 
pag. 618. Petiolen behaart oder wollig, die Blättchen gross (oder 
mittelgross), eiförmig, der Mittelnerv wollig, die Unterseite der Blätt- 
chen wenig drüsig, ßracteen viel länger wie die Pedunkeln, Eecep- 
takel oben zusammengezogen, theils glatt, theils drüsenborstig oder 
nur am Grunde drüsenborstig, Scheinfrucht länglich-eiförmig, Kchb. 
exsicc. Nr. 1899 im Herb. Haläcsy, Chaumont pres de Neufchätel 
P. Morthier im Herb. A. Kerner. 

f) amhigua Desegl. 1. c. p. 342, R. Camberiensis Desegl. mscr. 
Blütheutragende Zweige wehrlos, am Grunde zottig; Petiolen weiss- 
lich-filzig, drüsig, unbewehrt. Blättchen beiderseits kahl, nur am 
Mittelnerven mit Haaren und Drüsen bestreut, Nebenblätter ober- 
seits kahl, unterseits zottig, drüsenlos, am Rande drüsig bewimpert. 
Eeceptakel von langen Drüsenborsten bekleidet, nach oben zusammen- 
gezogen. Bracteen eiförmig, oberseits kahl, unterseits drüsig, Kelch- 
zipfel viel kürzer wie die Corolle, nach dem Verblühen zurückge- 
schlagen, später aufgerichtet, Scheinfrucht eilänglich bis flaschen- 
förmig. Savoyen, Chambery (Puget) in Herb. H. Braun! 

h) viUosula Desegl. 1. c. p. 341, R. multivaga Desegl. mscr., 
B. spimdifolia Godet Fl. Jura p. 209 p. p. non Dematra. Billot 
exsicc. Nr. 3077! Blüthenzweige wehrlos oder schwach bestachelt, 
Petiolen weissfilzig, Blättchen unterseits an den Nerven wollig und 
etwas drüsig. Bracteen unterseits drüsenlos, so wie die Stipulen am 
Rande drüsig bewimpert; Scheinfrucht eiförmig, am Grunde abge- 
rundet, nach oben etwas zusammengezogen. Sträucher von gedrun- 
gener Tracht, mit breiten Nebenblättern und zur Basis breit abge- 
rundeten Blättchen. Billot exsicc. Nr. 3077 ! Doubs, Pontarlier: 
Grenier im Herbare Haläcsy, Schweiz, Mont Saleve: Deseglise! 
montagne de TOffiege (Puget)! Endlich finden sich im Herbare A. 
Kerner noch Formen vor, welche Desegl. nicht beschrieben hat, es 
sind diess: 1. ,,R. spimdifolia Dematra" von P. Morthier 1873 
bei Chaumont unweit Neufchätel in der Schweiz gesammelt, diese 
schöne Form (var. Morthieri H. Braun) unterscheidet sich von R. 
petropMla nob. durch die länglichen, dicht mit gelblichen Drüsen- 
borsten bedeckten Receptakel, so dass man deren Grund fast nicht 
mehr wahrnehmen kann, längliche Scheinfrüchte, kürzere Kelchzipfel, 
tiefer eingeschnittene, an die R. cdpina L. erinnernde Serratur, rück- 
wärts nur am Mittelnerv befläumte Blättchen. 2, „R. spimdifolia 
Dematra", von Christ am Chaumont im Jura in einer Höhe von 
3000' gesammelt (var. Pseudo-vestita H. Braun), diese Form unter- 
scheidet sich durch wehrlose Blüthenweige und obere Aeste, beider- 
seits dicht anliegend behaarte Blättchen, nach oben zu breitspatelige 
Kelchzipfel, breite, kurze, wenig drüsige Stipulen von R. petropMla 



150 

nob.; die Scbeinfrüchte sind bei dieser Form kugelig oder eilcugelig ; 
endlich 3. R. Dematreana Lagger et Piiget, im Canton Freiburg 
„Les paturages de la Gotalez" von Lagger gesammelt, diese Form 
bat kleinere, breite, nur am Mittelnerv stark behaarte Blättchen, 
wenige drüsige und tiefere Serratur, kürzere Pedimkel, kürzere Kelch- 
zipfel, vom Discus deutlich abgehobene schmale, weniger zottige 
Grriffelköpfchen , glatte oder fast glatte Eeceptakel, Scheinfrücbte 
kugelig, glatt oder nur mit wenigen Drüsenborsten bedeckt. Letzt- 
erwähnte Form nähert sich in Folge der etwas verlängerten Griffel 
schon dem Formenkreise der R. abietina Gren. und kann so wie 
R. Uriensis Lagg. et Pug. und die R. Gisleri Pug. mit R. petro- 
pkila nob. nicht leicht verglichen werden. Ebenso können die der 
R. vestita Godet nahestehenden Formen mit unserer Kose in keine 
Parallele gezogen werden. Schliesslich möchte ich noch bemerken, 
dass ich mit der Aeusserung Crepin's in Memoires de la societe 
royale de Botanique de Belgique XXI (1882) premiere partie p. 82, 
in seinen Primit. monogr. ros. fasc. XXII bei Gelegenheit der Be- 
sprechung der R. spbudifolia Dematra, wornach letztere Rose und 
R. vestita Godet gemeinschaftlicher Abstammung, nämlich ein Pro- 
dukt der Combination R. alpinaXmoUis wären, durchaus nicht bei- 
pflichten kann. Was R. alpbia L. nach dem klaren Wortlaute der 
Linne'schen Diagnose eigentlich ist, habe ich an anderer Stelle klar 
nachgewiesen, viel eher möglich wäre, dass R. Gomhensis Lagger et 
Puget das Produkt einer Combination R. pomife^xi X alpina laevis, 
oder besser gesagt, der R. recondita X rvpestris Crantz wäre, ob- 
wohl man in Hinsicht der Creirung von Bastarten, so lange keine 
die Natur letzterer erweisenden Versuche vorliegen, nicht genug 
vorsichtig sein kann. R. petrophila Borbäs et Biaun wurde von 
Borbäs zwischen Fuzine und Lic in mehr als hundert Exemplaren 
gesammelt. 



Ein für Galizien neuer Cytisus. 

Von Dr. Eustach Woloszczak. 

Auf meiner Durchreise durch den Janower Wald bei Lemberg 
im März v. J. fiel mir ein Cytisus durch seinen Vfuchs, BehaaruDg 
und Knospenbildung auf; ich erkannte gleich den C. ratishonnensis 
der galizischen Botaniker in ihm; später sah ich ihn auch zwischen 
S. Wisznia und Jaworow und dann massenhaft um Lemberg, was mir 
die Ueberzeugung aufdrängte, dass alles oder doch das meiste, was 
in Ostgalizieu als C. ratishonnensis angesprochen wurde, der von mir 
gefundene Cytisus sei. Alle Versuche, denselben mit den beschrie- 
benen Cytisus-kTiQn aus der Gruppe Tubocytisus zu identificiren, 
waren vergeblich; ich folgte daher dem ßathe des Herrn Knapp 
und sah im Andrzejowski'schen Herbar in Krakau nach. Ich fand in 
der That denselben Cytisus mit der Etiquette 0. ruthenicus, wahr- 



151 

scheinlich aus Podolien stammend. C ruthenicus wurde von Fischer 
im Gat. hört. Petr. pag. 25 (1824) aufgestellt. Da Ledebour in 
seiner Fl. Ross. II, p. 520, den C. ruthenicus, der dem 0. hiflorus 
Herit. ziemlich ähnlich sieht, zu letzterem zieht, da Andrzejowski 
Originalexemplare des G. ruthenicus gesehen haben soll, so habe ich 
mich entschlossen, den galizischen Cytisus mit dem Andrzejowski- 
scben, resp. Fiscber'schen zu identificiren und lasse hier, da Fischer 
keine Beschreibung von seinem Cytisus publicirt hat, eine solche 
folgen: 

Fruticidus ad l'öO ctm. altus, erectus, in declivihus saepe 
capitatus et minor adscendens, cortice griseo-hrunneo serius rimoso 
tectiis. Ramuli graciles, erecti, elonyati, ad basin saepissime purpureo- 
brunnei, glabrati caeterum pilis albis densis adpressis sericeo-pilosi. 
O-emmae basi elevatae insidentes subrotundae, albo-sericeae. Folia tri- 
foliolata, petiolata] foliola vix petiolidata, saepissime obovata, in 
pagina superiore pilis rarissimis subadpressis conspersa, in pagina 
inferiore pallidiore adpresse sericeo-pilosa. Flores laterales, terni vel 
quaterni, sub anthesi subsessiles. Calyx tubulosus, sericeo-pilosus. 
12 tnm,. lg., 5 mm. lt., breviter bilabiatus, labio superiore biden- 
tato, inferiore vioc tridentato. Corolla aurea, petalis longe unguicu- 
latis, vexillo circa 22 mm. longo, obovato, emarginato, alis cari- 
naque ^4 i^^o breviorib'us. Legumen nigrescens, breviter pedunculatum, 
dense et longe plus minus adpresse villosum. Patria Cfalicia. Flo~ 
ret Majo. 

Der vorstehend beschriebene Cytisus ruthenicus Fischer stimmt 
in der Tracht und in der Behaarung der Triebe und Kelche mit 
C. bißorus Herit. ziemlich überein; doch hat letzterer kürzere Haare, 
lichtere und grössere ziemlich lang gestielte Blüthen; C. ratisbon- 
nensis, der dem unserigen auch ähnlich sieht, ist ein niederliegender 
kleiner Strauch mit etwas lichter gelben und etwas kürzer, jedoch 
deutlich gestielten Blüthen. Die andern Arten der Gruppe Tubo- 
cytisus weichen von 0. ruthenicus schon durch die mehr oder min- 
der abstehende Behaarung ab, wie: C. elongatus, hirsutus, oder durch 
andere Eigenthümlichkeiten und sind mit unserem Cytisus nicht zu 
verwechseln. 

Lemberg, 1. April 1886. 



Bemerkungen über volksthümliche Pflanzennamen. 

Von M, Kronfeld, stud. med. 



Einleitung. 

Höfer's, im Vereine mit mir unternommene Sammlung der 
niederösterreichischen Pflanzennamen ist im gedeihlichen Fortgange 



152 

begriffen. Schon lässt sich ein allgemeiner üeberblick gewinnen, und 
nach dieser, nach jener Seite, eröffnen sich anziehende Ausblicke. 
In zwangloser Folge gedenke ich von dem Bemerkenswerthesten 
Eechenschaft zu geben. Denn einerseits wird in dem „Wörterbuche" 
kein Kaum sein für ausgesponnene Erörterungen, andererseits wird 
bis zu seinem Erscheinen die blaue Donau noch manche muntere 
Woge dem Schwarzmeer zuzuführen haben. 

I. Die Benennungen der Waldrebe {Clematis Vitalba L.) in 
Nie der-0 esterreich. 

Eine der ansehnlichsten Eanunculaceen der Heimat ist die 
Waldrebe {Clematis Vitalba L.). Der zähe, klafterlange Stengel rankt 
sich um höhere Sträucher oder Bäume und steigt öfteis bis hoch in 
den Baumwipfel hinauf. Die mit abeimals wickelnden Blattstielen 
versehenen Blätter sind unpaar gefiedert und stehen zu zweien auf 
gleichem Querschnitte des Stengels. Aus ihren Achseln und den 
Sprossspitzen brechen im Juli und August reiche Trugdolden schneeig- 
weisser Blüthen, deren jede mit zahlreichen Staubblättern und Stem- 
peln begabt, zum Herbste ein Büschelchen lauggeschwäuzter, grauhaa- 
riger Früchtchen hervorbringt. 

An die grüne Wand des Waldrandes oder des tragenden Strau-. 
ches gelehnt, sind die Blüthen dem einseitigen Einfalle des Lichtes 
ausgesetzt und positiv-heliotropisch wenden sich ihre Stiele der Son- 
nenseite zu, wodm-ch die Blumen weithin augenfällig werden und 
die pollenvertragenden Kerfe anziehen. In derselben exponirten Stel- 
lung verharren auch nachträglich die Fruchtstände und geben dem 
kahlen Geäste einen eigenen Schmuck. Sie selbst sind in der besten 
Gelegenheit vom Winde erfasst und verstreut zu werden. 

Dem Volke konnte ein solches Gewächs nicht lange unbemerkt 
bleiben. Vor Allem mochte der Robinson der Urzeit die festen und 
doch wieder biegsamen Stengel als natürliche Seile verwendet haben. 
Wie etwa zum Zusammenhalten des aufgelesenen Holzes, zum Bogen- 
strange oder dem einfachsten geflochtenen Korbe. Späterhin bediente 
man sich der Sprosse beim Aufbinden der Weinstöcke und jungen 
Obstbäume. Auf diese Nutzbarkeit beziehen sich deutsche Namen, 
wie Bindweide, Hagseil, Hexenstrang, Eebbinden u. a., die ich PritzeTs 
und Jessen's Buche^) entnehme. 

Frühzeitig wurde wohl auch die ätzende Kraft des Krautes 
der Waldrebe erkannt. Der scharfe Saft ist im Stande auf der Haut 
Blasen hervorzurufen, und die Heilkunde kennt noch heute die „Herba 
et Stipites Clematidis silvestris Vitalbae," deren Dispensirung bei 
gichtischen Zufällen, Wechselfiebern und ähnlichen Uebeln erfolgt. 

Vordem scheinen Bettler und Vaganten durch Auflegen des 
zerquetschten Krautes sich eigens Geschwüre geschaffen und durch 
die Verstümmelung das Mitleid reger gemacht zu haben, daher der 

') Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Hannover 1882. S. 103 — 104. 



153 

Name Bettlerskraut bei Pritzel und Jessen. Mit Kecht vermuthet 
auch Perger '), dass Ulrich von Liechtenstein, der liebesdui-stige 
Säuger, in dem Verse, da er der schlimmen Dame droht, er wolle 
seinen Mund „missevar" — aussätzig machen, gerade unserer Pflanze 
gedenke. — 

In Nieder-Oesterreich findet sich eine staatliche Keihe von Be- 
zeichnungen für die Waldrebe, die aber meines Erachtens auf wenige 
Stammwörter zurückführbar sind. Soweit sie sich anher ermitteln 
Hessen, folgen sie nachstehend: 

Hätt'n Lirlacher 

Hof-Lirsch'n Lirsch-Koz'n 

Ilisch-Wied'n Lirsch'u 

Jilgen Lursch'ü 

Jüllische Wied'n Lülg'n 

Jüll'n Lül'n 

Liächtkoz'n Nirsch'n 

Liärlisch Nursch'n 

Liärsch'n Ula- Wied'n 

Liesch Uli seh- Wied'n 

Liesch-Kut'n Wäldwoll 

Lirch'n Wied'n. 

Lirisch 

Was vorerst Hätt'n anlangt, welche Bezeichnung im March- 
felde auf die schon fruchtende Pflanze Anwendung findet, so erkenne 
ich in dem Worte dieselbe Wurzel, die dem englischen hat-chel 
(Hechel) und to hat-chel (hecheln) zu Grunde liegt. Nicht allzuferne 
steht die Vergleichung der grauhaarigen Fruchtbäuschclien mit rohem, 
eben vom Hechelkamme genommenen Flachse. Auch Wäldwoll und 
Liächtkoz'n — verunstaltetes Lichtkerze! — belangen offenbar die 
Frucht. Man vergleiche nur Petersbart und Käucherli (Pritz. u. Jess.). 

Die übrigen Namen lassen sich in zwei Gruppen bringen: 
a) die einfachen, b) die zusammengesetzten Wörter, Wied'n ausge- 
uommeu, das zu hochdeutsch Weide heisst und mit klarer Beziehung 
auf die zähen Stengel gebraucht wird~), klingen alle Glieder der 
a)-Gruppe mindestens verwandt ans Ohr, was besonders beim lauten 
Durchlesen der Keihe: 

Jüll'n — Lül'n — Jilg'n — Lülg'n — Lirch'n — Lirsch'n — 
Lursch'n — Nirsch'n — Nursch'n — Liesch — Liärsch'n — Lirisch — 
Liärlisch — Lirlacher 



') Studien über die deutschen Namen der in Deutschland einheimischen 
Pflanzen. Wien 1838. S. 14. — Der citirte Vers lautet: 
,.Mir ist noch hint diu würze kunt 
swelch man genaems eeht in den munt, 
daz er da von gesvülle gar 
Und daz er wurde als missevar." 
') Wied'n findet sich in Niederösterreich auch als Bezeichnung für die 
eigentlichen Weiden (Salix) — so in Absdorf bei Krems — obschon freilich, 
das derzeit nicht deutbare Fälba, Felber viel häufiger zu hören ist. 



154 

deutlich hervortritt. Dass sich hier L und N als nahestehende 
Liquidae, I und L nicht minder als KehUaute vertreten, ist vom 
sprachkundigen Standpunkte nicht befremdend. JüU'n — Lül'n ist 
der Anfang der Kette und, wie sich gleich ergeben wird, dem Wurzel- 
worte am meisten entsprechend. 

Schon die ihm allein vorgelegenen Bezeichnungen Lirsch'n — 
Lursch'n — Mrsch'n — Nursch'n — Lülg'n hat Prof. v. Kern er*) 
für Abkömmlinge des altdeutschen Liula befunden, welches Wort 
nach dem älteren Grrimm einen verklungenen deutschen Frauennamen 
und zugleich einen Blumennamen vorstellt. In einem eigenen Vortrage 
sprach der Meister vor der Berliner Akademie „Ueber frauennamen 
aus blumeu." So reich Romauen und Slaveu an Bezeichnungen sind, 
die dem beglückenden Weibe zu Liebe auf Blumen übertragen wurden, 
so arm erweist sich an solchen, nach der gelehrten Auseinandersetzung, 
die deutsche Sprache. „Nur einen einzigen weiblichen namen, der 
zugleich eine blume bedeutet, habe ich aufzuzeigen, doch einen wohl- 
lautenden, dessen Untergang, wie der so vieler alter Wörter, zu bedauern 
ist, nemlich Liula, später geschwächt in Liela . . . heute Waldrebe . . 
noch mhd. liele, selbst heute hin und wieder lielisch weide ..." Also 
Grimm. Seinem Liula ist füglich Lül'n — Jüll'n unmittelbar anzu- 
reihen, und die Verdrehung des unverständlich gewordenen Wortes 
hat schliesslich zu Lirlacher geführt. 

Unberechenbar wie sein Wille, seine Gunst, ist auch die Zunge 
des Volkes, die populäre Ethymologie. Aus Saradella hat sie Sardellen- 
saat, aus tartuffoli Kartoffel gefertigt und das anheimelnde Liula 
endlich zum sinnlosen Lirlacher gewandelt. 

Von dem gewonnenen Standpunkte aus lässt sich eine befrie- 
digende „Erklärung" für viele, bei Britz, und Jess. verzeichnete 
Namen der Waldrebe geben. In diesem Sinne mögen hier vorzüglich 
Laien, Liela, Liolo, Lylen, Niala, Niele Erwähnung finden. Während 
freilich Len, Liene, Lyneu, gemäss Berge r's Dafürhalten (a. a, 0.) 
von linteu (winden; vergl. Lindwurm!) herzuleiten wären. 

Es erübrigt die in Nieder-Oesterreich üblichen zusammengesetzten 
Benennungen vorzunehmen, Uisch-Wied'n, Jüllische Wied'n, Ula- 
Wied'n, ülisch- Wied'n deuten sich nach dem Gesagten von selbst. 
Die Brechung von I zu U (Ilisch-Ulisch) ist in der deutschen Wort- 
bildung nicht beispielslos. In Hof-Lirsch'n tritt als Bestimmungs- 
wort Hof, wohl gleichsinnig mit Geholte auf: Clematis rankt auch 
an Zäunen und Gehegen. Liesch-Rut'n führt als Grundwort Rut'u, 
das ich — wegen der Aehnlichkeit in den Blättern — als Rute- 
Raute {Ruta graveolens) deuten möchte, und in Lirsch-Koz'n begegnet 
uns als Nachwort wieder das corrumpirte, möglich auch falsch 
gehörte Kerze. — 

Wien, im April 1886. 



') Niederösterreichische Pflaiizennamen. Vcrh. d. Zool.-Botau. Ges. in 
Wien. Bd. V. S. 261. 

~}C>{— 



155 

Ein Beitrag zur Kenntniss der Flora Wolhyuiens. 

Von K. Vandas. 

In den verflossenen Ferien ward mir die angenehme Gelegen- 
heit, einen längeren Aufenthalt in der russischen Provinz Wolhynieu 
nelimen zu können, wobei ich mit Vergnügen meine freie Zeit zum 
Botanisiren verwendete. Obwohl das anhaltend regnerische Wetter für 
botanische Excursionen sehr imgüns-tig war, so fand sich doch man- 
ches Interessante, was der Veröifentlichung werth zu sein scheint, 
umsomehr, da aus den älteren Angaben der Fundorte von Besser, 
Eichwald u. A., die sich auf ganz Wolhynien beziehen, nicht klar 
ist, welche Verbreitung in der ziemlich ausgedehnten Provinz einzel- 
nen Arten zukommt, Ich habe mich die ganze Zeit hauptsächlich in 
der Kähe der Stadt Klewan u. zw. in Cuman und Konstantinow auf- 
gehalten, von wo aus ich auch einen grösseren Ausflug nach Slawuta 
unternahm. Die Cumaner Gegend zeichnet sich durch ein ilir eigen- 
thümliches Gepräge aus. Während um Konstantinow eine hügelige, 
unebene Gesend vorherrscht, nehmen bei Cuman die grossen, mittel- 
russischen Sumpfwälder, wo noch Elenthiere anzutreffen sind, ihren 
Anfang, so dass sich hier die floristischen Verhältnisse recht inter- 
essant gestalten. Bei meinem Ausfluge nach Slawuta berührte ich 
eine Gegend, die schon das Gepräge der südrussischen Steppe zeigt, 
wie es in der ^ähe von Zaslaw der Fall ist. 

Der Notirung werth erscheinen mir folgende, für die besuchte 
Gegend ^charakteristische Arten, bei deren systematischer Aufzählung 
ich Dr. Celakovsky's „Prodromus der Flora von Böhmen" folge: 
Equisetiim pratense Ehih. Um Cuman in sandigen Wäldern an eini- 
gen Stellen ziemlich verbreitet, so auch bei der Pechsiederei. 
. — hiemale L. Bei Berestany gemein. 

Pteris aqinlina L. Um Cuman, Konstantinow und Slawuta in Wäl- 
dern sehr gemein. 
Aspidima cHstatum Sw. In einem sumpfigen Erlenbestand e bei Be- 
restany selten. 

— thelypteris Sw. Auf Torfwiesen bei Cuman und Silno häufig. 
Ophioglossum vvlgatum L. Waldwiesen im Michlaer Ile^^er bei Sla- 
wuta. 

BotrycMum rutaefolium AI. Br. Cuman: im sandigen Waldschlage 

nur in 2 fructificirenden Exemplaren. 
Lycopodium clavatum L. Michlaer Kevier bei Slawuta. 
Lemna trisulca L. Um Cuman in stehenden und langsam fliessenden 

Gewässern gemein. 

— polyrrhiza Godron. Cuman: im Teiche unweit von Bazliky. 
Potamogeton lucens L. Im Teiche bei Cuman gemein. 

Calla palustris L. Beim Cumaner Teiche gemein. 
Andropogon ischaemian L. Konstantinow, auf trockenen Hügeln selten. 
Panicimi glabrum Gaud. Um Cuman und Klewan auf Sandtriften 
mit Coryneplwrus canescens Beauv. überall gemein. 



156 

Setaria glauca Beauv. Braclifelder und unbebaute Stellen um Kon- 

stantiuow. 
Milium efusum L. Schattiger Wald bei Cuman. 
Leersia oryzoides Sw. Auf der grossen Torfwiese bei Cuman zahlreich. 
Calamagrostis epigeios Koth. Michla bei Slawuta. 
Festuca gigantea Vill. Bei Konstautiuow in einem schattigen Wald- 

tbale. 
Carex dioica L. Auf Torfwiesen bei Cuman. 

— limosa L. Auf Torfwiesen um Cuman und Olicka sehr gemein. 

— pseudocyperus L. Bei Berestany selten. 

— ßlifovmis L. Cuman: Auf einer sumpfigen Wald wiese bei der 
Pechsiederei zahlreich. 

Hhgnchospora alba Vahl. Um Cuman in nassen Wäldern hie und da 

zahlreich. 
Scirpus paucißorus Light. Torfwiesen um Cuman. 

— ovatus Eoth. Mostanice bei Cuman, selten. 

Eriophorum gracile Koch. Auf der grossen Torfwiese bei Cuman 

häufig. 
Cgperm ßavescens L. Bei den Cumauer Teichen auf sumpfigen Ufern 

zahlreich. 

— ftiscm L. An denselben Orten, aber spärlich. 

Jitncus atratm Krocker. var. pallescens m. Perigonii phylla nitida, 
ferrugineo-brunnea (non atrata), ut in J. aeutißoro Ehr; dieselbe 
Varietät sah ich im Herbar Dr. Velenovsky's, die Becker bei 
Sarepta sammelte. 

Allium montanum Schmidt. In Cumaner Wäldern an sandigen, mit 
Callima vulgaris Salish. bewachsenen Stellen ziemlich häufig. 

Asparagus oß'icinalis L. Um Cuman und Konstantinow gemein. 

Veroirum album L. In feuchten Cumaner Wäldern überall verbreitet, 
so bei der Pechsiederei, bei Silno, Berestany; auch um Slawuta 
in den Revieren Holiky und Michla. 

Stratiotes aloides L. In Teichen bei Cuman, Olika, Olicka und Be- 
restany in grosser Menge; auch im Teiche bei Slawuta. 

Hydrocliaris morsus ranae L. Im Cumaner Teiche gemein. 

Gymnadenia cucullata Rieh. Diese schöne Orchideenart sammelte ich 
Anfangs August in voller Blüthe bei Cuman in feuchten, humus- 
reichen Wäldern an einigen Stellen, so bei der Pechsiederei, im 
Walde „v Kalistich"'. Auch bei Slawuta im Revier Holiky ziem- 
lich zahlreich. 

Malaxis monophyllos Sw. Auf Torfwiesen bei Cuman, Olicka. 

Cypripedium calceolus L. Cuman: Im feuchten, humusreichen Walde 
bei der Pechsiederei selten. 

Gladiolus imbncatus L. In Cumaner Wäldern auf nassen Wiesen. 

Euphorbia angulata Jacq. Bei Cuman in einigen sandigen Wald- 
schlägen gemein. 

— palustris L. Sumpfige Waldwiesen bei der Pechsiederei. 
JSelula humilis Schrank. Auf Torfwiesen bei Cuman, Olicka, Berestany 

gemein. 



157 

Daphne cneorum L. Ciiman: In sandigen, sonnigen Waldschlägen 
gemein. 

Thymelaea arvensis Lamk. Auf Feldern bei Konstantiuow gemein. 

Theskim intermedmm Ehrh. Cuman: In Gebüschen bei Mostanice. 

Jasione montana L. Bei Cuman und im Eevier Holiky bei Slawuta 
gemein. 

Campamda Slhirica L. In lichten Wäldern um Konstantinow ziem- 
lich verbreitet. 

Aden&phora liliifolia Bess. Nasse, grasige Waldstellen bei der Pech- 
siederei mit Imda saUcina L. zahlreich, auch bei Mostanice zwi- 
schen Gebüschen. 

^anthium spinosvm L. Um Klewan sehr gemein. 

Hieracium pratense Tausch. In Waldschlägen bei Cuman. 

— cymosum Fr. Im Michlaer Kevier bei Slawuta. 

— echioides Lumn. Um Konstantinow auf saudigen Hügeln gemein. 
Äster Unosyins Beruh. Um Cuman zwischen Gebüschen, stellenweise 

zahlreich. 
Bidens cernum L. Auf Torfwiesen um Cuman mit Menyanthes trifo- 

liata L. sehr gemein. 
Artemisia pontica L. Um Slawuta nicht häufig. 

— scoparia W. Kit. Auf trockenen Stellen um Konstantinow. 
Senecio Jacohaea L. In Waldschlägen bei Cuman. 

— palustris DC. Auf der grossen Torf wiese, bei Cuman selten. 
Serratula tinctoria L. In Waldschlägen um Cuman überall gemein. 
Jurinea cyanoides Kchb. Sandstellen im Holiker Eevier bei Slawuta. 
Carlina simplex W. Kit. Zwischen Gebüsch im Michlaer Revier 

bei Slawuta und bei Mostanice nahe Cuman in wenigen Exem- 
plaren. 

Succisa australis Rcbb. Cuman: bei der Pechsiederei auf sumpfigen 
Wiesen ziemlich selten. 

Asterocephalus ochroleucus Wallr. Darazno bei Cuman, an steilen 
Flussufern des Horyu gemein. 

Galium vermim Scop. In Waldschlägen um Cuman gemein. 

(Schluss folgt.) 



Die Flora von Kremsier in Mähren. 

Von Ed. PaHa. 

(Fortsetzung.) 

Verbascum Thapsus L. Am Ostrov und bei Trawnik. 

— phlomoides L. Am Ostrov (selten); häufig bei Chropin. 

— nigrum L. Nicht selten, besonders an den Marchufern. 

— Blattaria L. Nicht selten. 

— intermedium Rupr. {Verb, nigrum X Blattaria Rupr.). Bei Ple- 
schowetz. 



158 

ScropJmlaria nodosa L. Häufig. _ \ 

— alata Gilib. Nicht selten. 
Antirrhinum Orontium L. Bei Rattay. 
Linaria minor Desf. Nur Selten eingeschleppt, 

— vulgaris Mill. Häufig. 

Gratiola ofßcinalis L. Besonders um Bilan herum verbreitet. 
Veronica scutellata L. Nicht selten, besonders bei Bilan, Trawnik etc. 

— Anagallis L. Häufig. 

— Beccahunga L. Häufig. 

— Chamaedrys L. Häufig. 

— ofßcinalis L. In den Hügelwäldern häufig. 

— latifolia L. Im Walde von Popowitz. 

— longifolia L. Bei Bilan. 

— spicata L. Im südlichen Theile verbreitet. 

— serpyllifolia L. Häufig. 

— arvensis L. Im Schlosspark, an der March hinter der Zucker- 
fabrik und am Barbarahügel. 

— tryphilla L. Gemein. 

— Tournefortii Gmel. Sehr häufig. 

— agrestis L. Seltener als vorige. 

— hederaefolia L. Gemein. 

Melampyrum arvense L. Bei Waschan und Popowitz. 

— nemorosum L. Besonders in den Hügelwäldern verbreitet. 

— pratense L. Mit voriger. 
Alectorolophus minor W. Gr. Häufig. 

— maior Retzb. Häufig. 
JEuphrasia pratensis Fr. Nicht selten. 

— nemorosa Mart. Nicht selten. 
Odontites rubra Pers. Nicht selten. 
Lathraea Squamaria L. Im Sternwald. 

Orohanche ramosa L. Einzeln bei Bilan und Trawnik. 
Mentha silvestris L. Häufig. 

— aquatica L. a. capitata W. Gr. Viel seltener als b. 
b. verticillata (L). Häufig. 

— arvensis L. Gemein. 

— Pidegium L. Bei Trawnik und zwischen Bilan und Hullein. 
Lycopus europaeus L. Häufig. 

Thymus Chamadrys Fr. Häufig. 
Calamintha Acinos Clairv. Nicht selten. 
Clinopodium vidgare L. Nicht selten. 
Salvia pratensis L. Häufig. 

— silvestris L. Bei Bezmierau. 

— verticillata L. Häufig. 

Nepeta Cataria L. Im Schlossgarten (im Fichtenwäldchen.) 

Glechoma hederaceum L. Häufig. 

Melittis Melissophyllum L. Im Stern wald. 

Lamium ampleocicaule L. Häufig b. clandestinum Rchb. Nicht selten. 

— purpureum L. Häufig. 



159 

Lamhmi maculatvm L. Häufig. 

— alhum L. Häufig. 

Galeohdolon luteum Huds, Nicht selten, besonders im Fürstenwald. 
Galeopsis Ladanum L. Häufig. 

— Tetrahit L. Häufig. 

— speciosa Mill. Häufig. 

— pubescens Bess. Häufig. 
Stachys silvatica L. Nicht selten. 

— palustris L, Häufig. 

— annua L. Bei Minouwek. 

— recta L. Im Sternwald. 

Betonica officinalis L. Im Schlossgarten, Sternwald etc. nicht selten. 

Ballota nigra L. Häufig. 

Leonurus cardiaca L. In Stiechowitz und Plechowetz. 

Chaiturus Marruhiastrum Rchb. Im nördlichen Theile, namentlich 

zwischen Bilan und Hallein. 
Scutellaria galericulata L. Bei der „4. Brücke", bei Bilan. 

— hastifolia L. Daselbst. 

Brunella vulgaris L. Häufig. Mit weissen Blüthen nicht selten. 

— grandiflora Jacq. Am Barbarahügel, im Stern wald. 
Ajuga reptans L. Häufig. 

— genevensis L. Zerstreut, z. B. am Barbarahügel. 

Teucrium scordium L. Bei der „4. Brücke" und zwischen Bilan und 
HuUein. 

— Chamaedrys L. Im Sternwald.' 
Verhena officinalis L. Häufig. 
Plantago major L. Sehr häufig. 

— ■ media L. Sehr häufig. 

— lanceolata L. Sehr häufig. 
Ligustrutn vidgare L. Nicht selten. 

Fraxinus excelsior L, In den Wäldei'u der Ebene nicht selten. 

Menyanthes trifoliata L. Bei Lutopetz. 

Gentiana cruciata L. Im Gr. Tieschauer Walde, im Sternwald. 

— ciliata L. Daselbst. 

Mythraea Centuurium Pers. In den Hügelwäldern verbreitet. 

— rojmosissima Pers. Nicht selten. 
Vinca minor L. Im Sternwald. 
Vincetoxicum off'icinale Mnch. Im Sternwald. 

(Schluss folgt.) 



Flora des Etna. 

Von Prof. P. Gabriel Strobl. 

(Fortsetzung.) 

1186. Erodium malacoides (L.) W. *Raf. II. Annuell, Wurzel- 
blätter herz-eiförmig oder länglich, stets länger, als breit, dunkel- 



160 

oder freudiggrün, ungetlieilt oder dreilappig, gezähnt gekerbt; Stengel- 
blätter meist ungetheilt; Stengel nnd Blätter flaumhaarig; Bracteen 
vstumpf eiförmig, kurz gewimpert; Dolde 4 — 6strahlig; Kelchblätter 
mit kaum 1 Mm- langer Stachelspitze, nebst den Blüthenstielen und 
beiden Blattseiten mit Drüsenpunkten, Blüthenstiele und Kelche 
ausserdem noch von Drüsenhaaren klebrig. Blumenblätter nicht oder 
kaum über kelchlang, verkehrteiförmig, blau ; Fruchtschnäbel 2*5 Cm. 
lang. — Er. alnifoUum Guss. Prodr., Syn. et Herb.! Bert. Fl. it., 
Pari. Fl. it., Tod. Fl. sie. exs. Nr. 1229 (Ficuzza!) = malopoides Presl 
Fl. sie, non Desf. = Ger. crassifolimn Cav. unterscheidet sich nur 
durch grössere, freudiggrüne, so breite als lange, herzförmige bis 
herz-kreisförmige Blätter, abstehend rauhhaarige Stengel und Blatt- 
stiele, reicher blüthige Dolden und meist nicht drüsig-gliederhaarige 
Kelche; wegen der zahlreichen Mittelformen ist es nur als Varietät 
zu betrachten. Chmm (L.) unterscheidet sich durch fast ebenso breite, 
als lange, bedeutend kleinere Wurzelblätter, dreispaltige Stengel- 
blätter mit genäherten Lappen, nicht drüsenhaarige, sondern mit 
kurzen, aufwärts gekrümmten, einfachen Haaren dicht besetzte Blü- 
thenstiele und Kelche, nochmals so lange Kelchborste, grössere Blü- 
then, 3 — 3-8 Cm. lange Fruchtschnäbel. — An Weg- und Feldräu- 
dern, auf wüsten und bebauten Abhängen (0 — 2000') sehr häufig; 
Ueberall um Catania (!, Herb. Torn.!), Anuunziata (Herb. Key er!), 
in der Ebene des Simeto, am Aufstiege nach Nicolosi, um Bronte 
etc.! Februar — Mai. 0. 

NB. Nicht sicher unterzubringen war JEr. hotryoides W. *Kaf. I; 
vielleicht ist Botrys (Cav.) gemeint, das aber dem Gebiete fremd ist. 

C. Fam. Lineae DC. 

1187. Linum gallicum L. Guss. Syn. et Herb.! Keichb. D. Fl. 
5168! Auf trockenen Hügeln und sterilen Feldern der Tiefregion 
ganz Siciliens, im Gebiete bisher nur um Catania von Tornab. ge- 
sammelt (Herb. Torn.!). April, Mai. O- — Liburnicum 8cop. =-• 
cort/mbidosum Kchb., ebenfalls in Sicilien hie und da gesammelt, ist 
noch ausständig. 

1188. Linum strlctum L. Guss. Syn. et *Herb.! Stengel und 
Blätter steif, dicklich, letztere linearlanzettlich, höckerig rauh, am 
Bande fein stachelig gesägt; Kelchblätter aus eiförmiger Basis lang 
verschmälert, rauh berandet, so lang, als die gelben Blumenblätter 
und fast doppelt so lang, als die kugelige glatte Kapsel. Variirt in 
Sicilien: «. spicatum (Lam.) Guss., DC. Prodr. I. 424, Rchb. D. Fl. 
5170!, inaequale Presl del. präg, et Fl. sie, strlctum y. axillare Gr. 
Godr. Blüthen sehr kurz gestielt, zu 2—3 achselständig, ährenförmig 
augeordnet, ß. capitatum Ten. Guss. Syn., stnctum var. «. Rchb. D. Fl. 
5170!, ß. cymosum Gren. Godr. Blüthenstand einfach oder ziemlich 
reichästig doldentraubig, Blüthen an der Spitze der Zweige kopfig 
zusammengedrängt, Kelchblätter meist kaum rauli. Linum Huteri 
Porta exs., welches ich aus Apulien (M. Gargano) von Porta be- 



161 

sitze, scheint nur eine Form von ß. mit sehr verlängerten (6—7 Mm.), 
in eine feine Granne ausgezogenen Kelchblättern und höherem Wüchse. 
Auf dürren Kainen und sterilen Feldern bis 2000' nicht selten, bis- 
her nur var. «.: Mascalucia (Herb. Torn.!), Catania (Cosentini in 
Herb. Guss.!), Bronte, besonders im Dünensande des Simeto! April, 
Mai. O- 

1189. Lin. angustifolium Huds. Guss. Syn. et *Herb.!, Tod. 
Fl. sie. exs. Nr. 341! Variirt: «. imperforatum (Blätter und Kelch- 
blätter nicht siebartig durchlöchert, Pflanze meist perenn) und ß. 
cribrosum = Linum cribrosum Reichb. D. Fl, 5158 b.! Guss. Syo. 
Add., Tod. Fl. sie. exsicc. Nr. 342! (Blätter und Kelchblätter sieb- 
artig durchscheinend punktirt, Pflanze meist annuell). Sonst kein 
Unterschied, aber auch diese Differenzen verwischen sich oft, z. B. 
ist auch a. mitunter annuell; es sind daher beide gewiss nicht spe- 
cifisch zu trennen, — Auf Weiden, grasigen Abhängen, au Feldrän- 
dern (0—2000') beide Varietäten häufig: Um Catania (!, Herb, Torn.!, 
Toruab. in Herb, Guss.!), Zaffarana (Herb. Torn,!), Ognina, Acica- 
stello, in der Ebene des Simeto etc.! März — Mai. O, 21.. 

fllQO. Lin. decumhens Desf. Fl. atl. Taf. 79!, DC. Prodr. I. 
427, Tod. Fl. sie. exs. Nr. 240! (aus Palermo), rubrum ßaf., Presl 
Fl. sie, DC. Prodr. I, 426. Habituell und in der Blattform ganz 
wie angustif., aber niedriger, Kelchblätter kahl, knorpelig, strohgelb, 
eiförmig, ganz allmälig in eine lange, dunkelgrüne, am Rande etwas 
häutige, schärfliche Spitze verschmälert, Blumenblätter rosenroth, 
von mehr als doppelter Kelchlänge, Kapseln fast von Kelchlänge 
(1 Cm.), Fruchtstiele aufrecht, Blüthenstand eine avmblüthige Dol- 
dentraube. An verschiedenen Orten Siciliens aufgefunden; im Gebiete 
noch ausständig. April, Mai. G- 

1191. Linum usitatissimum L. Guss. Syn. et Herb.! *Schouw.: 
die Erde etc. Annuell, Stengel einzeln, schlank, Blätter linearlan- 
zettlich, Kelchblätter grün, drüseulos, etwas gewimpert, am Eande 
häutig, eiförmig, nebst der Kapsel in eine kurze Stachelspitze ausge- 
zogen; Kapsel sehr gross, länger, als der Kelch; Narben keulig, Blüthen 
angenehm blau, von doppelter Kelchläuge; Blüthenstand doldentrau- 
big. In der Tiefregion des Etna (um Catania, Acicastello, Caltabiauo 
etc.) häufig cultivirt, aber auch an vielen Stelleu verwildert, z. B. 
um Catania (!, Herb. Torn.!), Paternö (Herb. Torn.!), in der Ebene 
des Simeto! April, Mai, O- 

1192. Lin. narbonense L. sp, pl. 389, Gr, Godr. I, 282, DC. 
Prodr. I, 426. Wie vorige, aber mit laug fadenförmiger Narbe, per- 
enner, holziger Wurzel, mehreren unfruchtbaren Trieben, breiten lan- 
zettlichen Blättern, eiförmig-lanzettlichen, lang pfriemlich zugespitz- 
ten Kelchblättern, etwas stachelspitzigen Blumenblättern. Diese bisher 
aus Sicilien unbekannte Art fand ich auf krautigen Hügeln bei Ca- 
tania, aber in einer Form, die sich von meinen spanischen, französ. 
und südösterreichischen Exemplaren unterscheidet durch etwas schmä- 
ler hautrandige, kürzer zugespitzte Kelche und ganz deutlich lang- 
keulige Narben, ich unterscheide sie als var. sicula m, Juni. 7\.. 

Oe>terr. botan. Zeitschrift. 5. Heft 1886. 13 



162 

1193. Lin. catanense mihi. Habituell äusserst ähnlich der vo- 
rigen, ebenfalls perenn, vielstengelig, mit lang keulig-fadenförmigen 
Narben, aber dichter beblättert, Blätter stärker seegrün, breit lan- 
zettlich, aufrecht abstehend, nach oben allmälig kürzer und spitzer 
werdend; Kelchblätter oval, grün, kurz stachelspitzig, sehr schmal 
hautrandig, am Rande kurz wimperig gesägt, etwas kürzer, als die 
Kapsel; Blumenblätter röthlichblau, gezähnelt, verkehrteiförmig, von 
2 — Sfacher Kelchläuge. Von usitatissimum fast nur durch Perennität, 
vielstengeligen Wuchs und seegrüne Blätter unterscheidbar, vielleicht 
Stammart desselben?; auch von angustifolium durch den robusteren 
Bau, die breiten, seegrünen Blätter, grossen Kelche, Blüthen und 
Kapseln sicher verschieden, ebenso mit hologynum Reichb. wegen 
der ganz getrennten Griffel etc. nicht zu verwechseln. — ■ Auf stei- 
nigen, vulkanischen Abhängen zwischen Catania und der Arena! 
Juni. %. 

1194. Lin. cmstriactnn L. Auf lehmigen Hügeln um Bronte 
(Guss. Syn. et Herb.! Pari. Fl. it.). April, Mai. 2^. 

GL Farn. Oxalideae DC. 

1195. Oxalis corniculata L. *Raf. H, Fl. med. An Weg- und 
Feldrändern, besonders aber in Gärten der Tiefregion sehr gemein 
(!, Fl. med.); auch höher hinauf bis Nicolosi! Blüht fast das ganze 
Jahr, O- 

1196. Oxalis cernua Thnb. DC. Prodr. I, 696, Pari. Fl. ital. 
Steugellos, schwachflaumiger Schaft und Blüthenstiele sehr lang; 
Blätter dreizählig mit bei 25 Mm. Breite kaum über 17 Mm. lan- 
gen, tief verkehrtherzförmig-zweilappigen Blättchen; Dolde 3 — 5- 
strahlig; Blüthen nickend; Kelchblätter 7 Mm. lang, eiförmig, lang 
lanzettlich verschmälert; Blumenblätter hochgelb, 22 Mm. lang; 
Griffel sehr kurz. Stammt vom Cap der guten Hoffnung, findet sich 
aber jetzt fast überall in Sicilien, auch im Gebiete : Im Garten des 
Benedictinerklosters zu Catania an uncultivirten Stellen massenhaft 
und anscheinend wild (Herb. Beyer!), an grasigen Weg- und Bach- 
rändern um Misterbianco und in der Ebene des Simeto! März, 
April. %. 

CH. Fam. Oenothereae Endl.*) 

1197. Epilohium angustifolium L. In feuchten Bergwäldern des 
Etna selten (Tineo in Guss. Syn. et Herb.!) Juli, August. 2|.. 

1198. JEpilob. hirsutmn L. *Eaf. H. Yariirt a. vulgare Ser. in 
DC. Prodr. Stengel von einfachen längeren und drüsigen kürzeren 
Haaren zottig, Blüthen meist 15 Mm. lang, Blätter ziemlich gross, 
massig zottig, ß. villosissimum Koch, Willk. Lge. III, 188 = hir- 
sutum Tod. Fl. sie. exsicc. Nr. 321 von Palermo! Bekleidung der 

') NB. Dr. Haussknecht hatte die Güte, die von mir in Sicilien ge- 
sammelten Epilobien zu revidiren. 



163 

ganzen Pflanze sehr stark weisszottig, drüsenlos; Blätter ebenfalls 
ziemlich gross, y. tomentosum Boiss. teste Uechtritz =^ Ep. to- 
mentosum Vent., Presl Fl. sie. Behaarung wie bei /^., aber Blätter 
kurz, klein, Blüthen höchstens 13 Mm. lang. Var. ß. und y. sind in 
der ganzen Mittelmeerregion von Südspanien bis tief in den Orient 
(Persien) nach üechtr. in litt, sehr verbreitet, ß. offenbar Mittel- 
form zwischen «. und y. — • Parvifiorum Schreb. unterscheidet sich 
durch nur flaumigen Stengel, höchstens 7 Mm. lange Blüthen und 
nicht verkehrtherzförmige, sondern längliche, tief ausgerandet zwei- 
spaltige Blumenblätter. — An Bächen und Gräben ganz Siciliens {ß. 
imd y.) verbreitet, besonders in den Nebroden gemein, im Gebiete 
jedoch selten: Vizzini (Herb. Guss. Nachtrag!) längs des Simeto hie 
und da, z. B. bei Adernö! Juni— August. 2|.. 

1199. Ep. parviflorum Schreb. (1771), puhescens Kth. (1788) 
Guss. *Syn. et *Herb.! Variirt «. gemänum: Blätter ovallanzettlich, 
an der Basis abgerundet und kaum verbreitert. Deutsche Exemplare 
unterscheiden sich meist durch etwas grössere Blüthen und Kelche, 
spärlichere Behaarung, daher man die Pflanze Siciliens als forma 
australis unterscheiden mag. ß. cordatum (Biv. piant. ined. als Art) 
= puhescens b. latifolium Guss. Syn. et Herb.! Blätter oval, bis 
3 Cm. breit, mit fast herzförmiger Basis; andere Difl'erenzen fehlen, 
und es finden sich sogar an derselben Pflanze mitunter auch Blätter 
mit eiförmiger Basis, kn. feuchten Stellen, besonders längs der Grä- 
ben und Bäche hie und da: Um Catauia (Cosent. in Herb. Guss.!), 
von Bronte zum Simeto hinab häufig!; var. ß. um Milo (Cosent. 
in Guss. Syn.). Mai— Juli. 2|_. 

1200. Ep. Tourneforüi Mich, teste Hausskn.!, ohscurum Guss. 
Syn. et Herb.!, virgatum ß. majus Willk. Lge. HI. 186. Von ohscu- 
rum Schreb. = virgatum Fr. besonders durch höheren, robusteren 
Wuchs, grössere Kelche (8—10 Mm.) und Blumenblätter (10—12 Mm.) 
verschieden. — An feuchten Stellen, besonders Gräben, Bächen und 
Wasserleitungen Siciliens gemein, im Gebiete jedoch bisher nur 
von Bronte gegen den Simeto hinab (ca. 2000') von mir gesammelt. 
Juni, Juli. 2i. Wahrscheinlicli gehört hieher auch Ep. palustre Cat. 
Cosent. aus der Ebene Catania's; das echte pal. fehlt in Sicilien. 

1201. Ep. lanceolahon Seb. et Maur. Guss. '•''Syn. et *Herb.!, 
Gren. Godr. I, 581, Willk. Lge. III, 185. Sommerkuospen rosettig; 
Stengel mit aufsteigender Basis aufrecht, stielrund, flaumig, uuter- 
wäits meist roth, bisweilen einfach, häufiger jedoch vielästig oder 
doch mit Achselkuospen; untere Stengelblätter gegenständig, obere 
alteruirend, alle ziemlich lang gestielt (3—5 Mm.), länglich oval 
oder lanzettlich, in den Blattstiel etwas vorgezogen, am Bande und 
an den Nerven flaumig, beiderseits mit 4 — 10 Zähuchen, die usteren 
an der Spitze stumpflich, die oberen spitzlich; Blüthen spärlich bis 
zahlreich, vor der Befruchtung nickend; Kelchzipfel breit lauzettlich, 
flaumig mit stumpfem Spitzchen; Krone kaum länger als der Kelch 
(bis 5 Mm.), anfangs weisslich, dann bleich roseuroth; Kapsel flau- 
mig; Samen über 1 Mm. lang, fast cylindrisch, an der Spitze abge- 

13* 



164 

rundet, gegen die Basis verschmälert, fein gekörnelt. Montanum L. 
ist davon constant verschieden durch bedeutend kürzer gestielte, grös- 
sere, dichter gezähnte, eiförmige oder elliptischeiförmige, an der Basis 
abgerundete Blätter und robusteren Wuchs. — Auf schattigen Fel- 
sen und Mauern, steinigen Abhängen und in Bergwäldern (1 — 5000') 
sehr häufig: Um Milo (!, Gruss. Syn. et Herb.!), Bronte (Guss. Syn.), 
im Piano della Pottara (Torn. in Herb. Guss.!), Val del Bue (Co- 
sentini in Herb. Guss.!), Massanunziata, Tarderia, Pedara (Herb. 
Torn.!), überall um Nicolosi (!, Herb. Guss. Nachtr., Herb. Tom.!), 
in den Wäldern oberhalb Nicolosi, z. B. im Serrapizzutawalde, im 
Bosco Rinazzi bis über die Baumgrenze empor (ca. 6200')! Mai bis 
Juli. 0. 

tl202. Ep. montanum L. *E,af. H„ *Guss. Syn. An Quellen 
und feuchten Zäunen des Etna (Guss. Syn.); fehlt aber im Herb. 
Guss. aus dem Gebiete. April — Juni, und 2|. nach Guss. 

tl203. Circaea Lutetiana L. *ßaf. 11. In Bergwäldern des 
Etna von Ritter Borgia gefunden (Guss. Syn.); fehlt im Herbar 
Guss. Mai, Juni. ?[. 

CHI. Fam. Halagoreae R. Br. 

1204. Myriophyllum spicatum L. In langsam fliessenden Ge- 
wässern bei Paternö (Herb. Torn.!, Torn. in Herb. Guss., Torn. in 
Pari. Fl. it.). Juli, August. 2|.. 

CIV. Fam. Lythrarieae Juss. 

1205. Lytlirxmi Salicaria L. Guss. *Syn. et *Herb.!, *Cat. 
Cosent. An Bächen und Sümpfen der Tiefregion: Riviera di Catania 
(Cat. Cosent.), um Catania (Herb. Torn. und Torn. in Herb. 
Guss.!). Vom Caltabiano erhielt Guss. durch Cosent. ein Exemplar, 
bei welchem die Blüthen nicht ährenförmig, sondern fast durchaus 
achselständig, die Blätter kürzer, aber spitzer und der Habitus etwas 
abweichend war, wesshalb es Guss. vorläufig Cosentini nannte; doch 
ist wenigstens das im Herb. Guss. ebendaher aufliegende Exemplar 
von der Normalform nicht spocifisch verschieden. 

1206. L. acutangidum Lag. Cat. hört. (1814), Wllk. Lge. III, 
172, Graefferi Ten. FL nap. (1819), Guss. et Herb.!, Gussonn Presl 
del. präg. (1822) und Fl. sie. (1826), lineare *Cat. Cosent.? Perenn, 
Stengel niederliegend aufstrebend, an der Basis wurzelnd, einfach 
bis gespreizt reichästig, kahl; Blätter freudiggrün, sitzend, mit häu- 
tigen, fast geflügelten Leisten herablaufend, meist alternirend, ein- 
nervig, die unteren ovallänglich, stumpf, die oberen länglich-linear, 
alle an der Basis abgerundet, gegen die Spitze fast unmerklich all- 
mälig verschmälert; Blüthen längs der oberen Stengelhälfte einzeln 
achselständig, kurz gestielt mit zwei kleinen, häutigen, spitzen Brac- 
teen in der Mitte des Stieles; Kelchröhre anfangs nach oben all- 
mälig erweitert, bei der Fruchtreife aber genau cylindrisch, circa 



165 

5 Mm. lang, 12nemg mit abwechselnd stärkeren Nerven, welche in 
spitz eiförmig-lanzettliche, grüne Zähne auslaufen, während die schwä- 
cheren in fast häutige, eiförmige, stumpfe endigen, Blumenblätter 6, 
länglich verkehrteiförmig, bei 7 Mm. lang; Staubgefässe 12, bedeu- 
tend länger, als der Kelch; Griffel nur wenig hervorschauend, Narbe 
kopfig. Spanische Exemplare sind mit meinen sicilianischen identisch. 
L. Preslii Guss. pl. rar., Syn. et Herb. ! == alatum Presl del. präg, 
et Fl. sie, non Pursh. unterscheidet sich nach Guss. durch ziem- 
lich einfachen und meist aufrechten Stengel, aus herzförmiger Basis 
längliche untere Blätter, 10 Staubgefässe, ist aber jedenfalls nur 
Varietät desselben, da selbst an den Herbarexemplareu Presl's auf 
derselben Pflanze 10 — 12 Staubgefässe vorkommen, und habituell 
absolut kein Unterschied existirt. Variirt ausserdem (Vide Willk. 
Lge.) mit kurzem, massig langem und langem Griffel («. brevi-, 
ß. medio-, y. longistyla W. Lge.); flexKosum Lag. ist nach einem 
spanischen Exemplare var. y. longistyla mit langem Griffel und kur- 
zen Staubgefässen. — An Bächen, Gräben und sumpfigen Stellen 
der Tiefregion sehr gemein: Villallegra, Äcicastello (Herb. Tom.!), 
im Meersande der Arena und in der Ebene des Simeto überall, 
ebenso höchst gemein am Simeto bei Adernö und Bronte, sowie am 
Caltabiano!; var. Preslii liegt im Herb. Guss. vom Simetoufer aus 
der Ebene Catania's auf! Mai — Sept. 2|.. 

(Fortsetzung folgt.) 



Verzeichniss jener botanischen Abhandlungen, 

welche in den Programmen (Jahresberichten) der österreichi- 
schen Mittelschulen in den Jahren 1850 — 1885 verölfentlicht 

wurden. 

Von Dr. Alfred Burgerstein. 

(Schluss.) 

f) Küstenland und Dalmatien. 

110. Stef ani A. Contribuzione alla Flora di Pirano. Pirano, 0. R. 
1884. 54 pp. (italienisch). 

111. Alschinger Andr. Neue Pflanzen entdeckt im Gebiete von Zara 
Zara, 0. G. 1853. 6 pp. (italienisch). 

g) Galizien und Bukowina. 

112. Hückel Ed. Ueber die Flora der Umgegend von Drohob3^cz in 
Galizien. Drohobycz, 0. G. 1866. 

112a. Turczynski E. Beitrag zur Flora von Ostgaliaien und 
Bukowina. Drohobycz, 0. G. 1877 (polnisch), 

113. Tokarski Th. Die Flora der Umgebung von Ezeszow. Kzeszow, 
0. G. 1878. 38 pp. (polnisch). 



166 

114. Tokarski Th. Botanisclie Fragmente ans Ost-Galizien. Ezeszow, 
0. G. 1879. 20 pp. 

115. Borowiczka K. Flora der Stadt Stanislau und Umgebung. 
Stanislau, 0. E. 1881. 40 pp. (polnisch). 

116. Knauer B. Die Flora von Suczawa und seiner Umgebung. 
Suczawa, 0. G. 1863. 

Historisches. 

117. Bai da. Geschichtlicher Ueberblick der botanischen Wissenschaft. 
Neuhaus, 0. G. 1853. 8 pp. 

118. Reitzenbeck. Beiträge zu einer Geschichte der botanischen 
Forschungen in Salzburg. Salzburg, 0. R. 1856. 21 pp. 

119. Smita. lieber Geschichte der Botanik. Prag deutsch, 0. R. 1858. 
15 pp. 

120. Fellner St. Albertus Magnus als Botaniker. Wien, 0. G. 
(Schotten) 1881. 90 pp. 

121. Voss W. Versuch einer Geschichte der Botanik in Krain 
(1754 — 1833). Laibach, 0. R. I. Theil, 1884. 57 pp. II. Theil, 
1885. 39 pp. 

Diverses. 

122. Fischer. Ueber Art-Bestimmung in der Naturgeschichte über- 
haupt und in der Botanik insbesondere. Teschen, 0. G. 1852. 
14 pp. 

123. Celakovsky. Ueber den Zusammenhang der fortschreitenden 
Stufen des Pflanzenreiches. Komotau, 0. G. 1859. 8 pp. 

124. Heller. Ueber Maxima der Vegetation überhaupt und über jene 
von Attica insbesondere Wien, 0. G. (Theresianum) 1863. 25 pp. 

125. Schöler C. Ueber den Ursprung der Pflanzennahrung. Leit- 
meritz, 0. R. 1875. 23 pp. 

126. Heller. Kleine pflanzenbiographische Studien. 01mützl867. 17pp. 

127. Gremblich. Unsere Alpenwieseu. Hall, 0. G. 1885. 30 pp. 

128. Äusserer. Ueber den botanischen Garten in Feldkirch. Feld- 
kirch, R. 0. G. 1872. 24 pp. 

129. Hoelzl C. Der Bauerngarten als künstliche Pflanzenformation. 
Wien, R. 0. G. Leopoldstadt 1869. 26 pp. 

130. Zawadski. Die Palme, ihre Verbreitung und ihr Nutzen. 
Brünu, d. 0. R. 1857. 10 pp. 

131. Voss W. Der Apfelbaum und seine Feinde. Laibach, 0. R. 1875. 
24 pp. 

132. Kukula W. Der Milchsaft der Pflanzen in seiner Bedeutung 
für den Haushalt des Menschen. Laibach, 0. R. 1860. 12 pp. 

133. Cobelli G. Teratologie delFiore della. Crassula lactea. Roveredo, 
0. R. 1877. 20 pp. (italienisch). 

134. Mayr G. Die mitteleuropäischen Eichengallen in Wort und 
Bild. Wien, 0. R. (Stadt) 1870 — 71. 70 pp. 

135. Mayr G. Die europäischen Cinipiden-Gallen mit Ausschluss der 
auf Eichen vorkommenden Arten. Wien, 0. R. (Stadt) 1876. 24 pp. 

136. Chevalier L, Der deutsche Mythus in der Pflanzenwelt, Prag, 
R. G. Smichov 1876. 44 pp. 



167 



137. Morawski S. Der Pflanzen-Mythus in Polen und Eussland. 
Tarnow, 0. G. 1884. 39 pp. (polnisch). 

138. Grimus C. v. Studie über das Kräuterbuch des Hieronymus 
Bock. Bozen, U. E. 1877. 25 pp. 

Autoren - Verzeichniss. 



(Die beigesetzten ZifFern beziehen sich 

Accurti 50. 

Allrara 77, 78. 

Alschinger 111. 

Äusserer 128. 

Bachlechner 106, 107, 108. 

Balda 117. 

Belohlavek 12, 

Bilek 83. 

Borowiczka 115. 

Brück 1, 2. 

Burgerstein 25, 29, 

Chevalier 136. 

Oobelli 133. 

Oelakovsky 123. 

Demel 20. 

Dworzak 21. 

Fellner 44, 120. 

Fischer 122. 

Formänek 28. 

Fugger 37, 97. 

Gerstendörfer 15, 

Gerstner 18. 

Glowacki 51, 52. 

Gremblicli 127. 

Grimus 105, 138. 

Hackel 13, 15. 

Hackeuberger 49. 
Hanausek 16. 
Hanke 14. 
Hanus 81. 
Hartmann 101. 
Hein 56. 
Heller 124, 126. 
Hoffmann 75. 
Hofstädter 68, 
Hölzl 129. 
Hromada 30. 
Hückel 112. 
Hütter 66, 67. 
Kernstock 54. 
Knauer 116. 
Köhler 48. 
Kopetzky 82. 
Krahl 76. 
Krasan 36, 43. 
Kfizek 6. 

Kukula 69, 102, 132. 
Langer 42. 
Makowsky 88, 



auf die Nummer der betreffenden Abhandlung.) 

Mayr 134, 135. 

Morawski 137. 

Nachbaur 19. 

Nekut 27. 

Noväk 55, 58, 61, 62, 74. 

Oborny 95. 

Pfurtscheller 17. 

Pischek 100. 

Plukar 59. 

Pokorny 3. 

Reibenschuh 22. 

Eeiss 84. 

Reitzenbeck 118. 

Schlögl 92. 

Schmerz 93, 94. 

Schöler 12B. 

Schönach 31, 103, 104. 

Sigl 65. 

Sikora 46. 

Smita 41, 119. 

Spitzner 32, 90, 91. 

Stampfer 109. 

Stefani HO. 

Steiner 53. 

Stika 60, 73. 

Stossich 5. 

Strobl 63. 
Struschka 24. 
Thomann 64. 
Tkany 89. 
Tokarski 113, 114. 
Tomaschek 8, 40. 
Turczynski 12 a. 
Unterhuber 11. 
Vierhapper 72, 96. 
Voss 121, 131. 
Walter 34. 
Wastler 23, 70, 71. 
Walzel 10, 57, 79, 80. 
Weiner 86. 
Wessely 87. 
Weymayr 98, 99. 
Wiesner 85. 
Wretschko 4, 7. 
Wurm 9, 39. 
Zawadski 130. 
Zimeter 45, 47. 
Zlik 33. 
Zoch 38. 



168 



Literaturberichte. 



stapf Dr. Otto. Die botanischen Ergebnisse der Polak'schen Expedition 
nach Persien im Jahre 1882. I. Theil. (S. A. a. d. Denkschriften der 
k. Academ. der Wissenschaft. Wien. 1885.) 71 pag. 

Die vorliegende Abhandlung enthält den I. Theil der Bear- 
beitung des reichen botanischen Materiales, das von Dr. J. E. Po- 
lak, Th. Pichler und Dr. Fr. Wahner im Jahre 1882 auf einer 
Expedition nach Nord-Persien gesammelt wurde, und umfasst die 
Kryptogamen, Gymnospermen, Monokotyledonen und einen Theil der 
Dikotyledonen. Der Hauptwerth dieser Arbeit liegt nicht bloss in 
einer wesentlichen Bereicherung unserer Kenntnisse über die Flora 
des Orientes, sondern insbesondere auch in der kritischen Behandlung 
der angeführten Arten und in der Richtigstellung der Nomenclatur. 
Es erscheinen 438 Arten aufgezählt, von diesen sind 72 neu. Die 
Wichtigkeit der Arbeit macht ein näheres Eingehen in den Inhalt 
nothwendig. unter den Pilzen (bearbeitet vom Ref., dessgleichen die 
Borragineen, Solaneen, Campauulaceen und Gentianeen) finden sich 
insbesondere Uredineen, darunter drei neue Arten. Unter den von 
Feh In er behandelten Moosen ist das unser Bryum cirrhatum ver- 
tretende B. Elwendicum Fehin. hervorzuheben. Die Gramineen hat 
deren bewährter Kenner, Prof. E. Hackel, bearbeitet, der nebst 
mehreren neuen Varietäten zwei neue Arten: Oryzopsis pubißora 
und Agropyriim longiglume beschreibt. Besonders reich an neuen 
und interessanten Formen ist die Familie der Liliaceen, die u. a. 
durch mehrere neue Speeres und zwar je eine Muscari-, Ornitho- 
galwn- und Colchicum- Art, je zwei Allium-, Gagea- und Meren- 
fZera- Arten, ferner drei Tulpen vertreten ist. Zwei JHs- Arten, ver- 
wandt mit J. acutüoba F. M. hat Verf. I. Meda und /. Polakii 
benannt. C. Richter, der die Bearbeitung der Scrophularineen über- 
nahm, beschreibt drei neue Scrophularia-, zwei Feromca-Arten und 
eine Rhychocoris^ ausserdem der Verf. ein Verbascum. Von G. Beck 
findet sich die Beschreibung einer neuen Orobanche, O. cistanchoides. 
Von den Borragineen boten einige Genera reiche Ausbeute, so Non- 
nea (1 n. A.), Onosma (8 n. A.), Echinospermum u. a. Unter den 
Plantagineen ist Plantago orientalis Stpf. als Vertreterin unserer 
PL lanceolata zu erwähnen. Die an neuen Arten reichste Ordnung 
ist die der Labiaten, darunter besonders die Gattungen Mentha, 
Thymus, Salvia, Nepeta, Scutellaria, Marrubium u. a. Als eine mit 
Salvia nahe verwandte Gattung stellt der Verf. das Genus Polakia 
auf, das durch die grossen, zusammengedrückten Nüsschen und den 
eigenthümlichen Blüthenstand charakterisirt ist. Unter den Stellaten 
finden sich zwei neue Galien, unter den Dipsaceen eine neu be- 
schriebene Cephalaria- krt. Die Familie der Compositen ist durch 
87 Arten vertreten, deren Behandlung A. Heimerl übernahm. Ver- 
hältnissmässig gering ist unter diesen die Zahl der neuen Arten, 
nämlich fünf. {Pulicaria gracilis Heim., Pyrethrum modestwm Heim., 
Echinops Kerneri Heim., Pouainia KornMiheri Heim, und Hiera- 



169 

cium Hamadanense Heim.) Je eine neue Art bot die Familie der 
Campanulaceen (0. Hyrcania Wettst.), der Primiilaceen {Pr. hetero- 
chroma Stpf.) und der Plumbagineen {Acantholimon Ilystrix Stpf.). 
Eef. behält sich vor, auf die allgemein pflanzengeographischen Er- 
gebnisse der Arbeit bei Besprechung des in Kürze erscheinenden 
IL Theiles einzugehen. Schliesslich sei bemerkt, dass das Material, 
welches die Basis zu der vorliegenden Arbeit bot, sich im botan. 
Museum der Wiener Universität befindet. Wettstein. 

Taschenwörterbuch für Botaniker und alle Freunde der Botanik, enthaltend 
die botanische Nomenclatur , Terminologie und Literatur nebst einem 
alphabetischen Verzeichnisse aller -wichtigen Zier-, Treibhaus- und Cultur- 
pflanzen, sowie derjenigen der heimischen Flora. Herausgegeben von Prof. 
Dr. L. Glaser. 8. (VIII, 485 S.) Leipzig, T. 0. Weigel. geb. 5 Mark. 

Der Umfang der systematischen Botanik erweitert sich von 
Jahr zu Jahr in einem Masse, dass die Uebersicht des dargebotenen 
Steifes selbst für Fachmänner immer mehr erschwert wird, dass 
namentlich aber Anfängern beim Studium dieser Wissenschaft nicht 
unbedeutende Hindernisse entgegentreten. Ein handsamer Begleiter, 
welcher über verschiedene vorkommende Zweifel oder Fragen in der 
speciellen Pflanzenkunde rasch und sicher Aufschluss zu geben ver- 
mag, muss als ein sehr erwünschtes und schätzbares Hilfsmittel er- 
scheinen. In der That ist uns ein solches in dem unter obigem Titel 
erschienenen Werke derart geboten, dass es allen Anforderungen, 
welche man an ein solches Vademecum stellen kann, gerecht wird. 
Es gliedert sich der Inhalt des Buches in vier Abschnitte, von denen 
der erste (S. 1 — 58) ein alphabetisch geordnetes Verzeichniss der bei 
den Pflanzenbeschreibungen üblichen Kunstausdrücke (Termini) bringt, 
sowohl derjenigen, welche sich auf die Organographie beziehen, als 
auch solcher, welche bei der Nomenclatur der Arten von geographi- 
schen und anderen Verhältnissen abgeleitet sind. Viele dieser Be- 
zeichnimgen sind neulateinisch oder aus griechischen Wurzeln ge- 
bildet und daher in den gewöhnlichen für die Leetüre der Classiker 
berechneten Lexicis nicht enthalten. Der zweite Abschnitt behandelt 
die Namen der Pflanzen-Genera (von S. 59 bis 406) und nimmt 
natürlich den grössten Theil des Buches ein. Dem Namen jeder 
Gattung ist der des betreffenden Autors, die natürliche Familie und, 
wenn diese grösser ist, auch die Zunft, Classe und Ordnung des 
Linne'schen Systems, zu der die Gattung gehört, die gebräuchlichere 
deutsche, sowie meistens auch die französische und englische Be- 
nennung beigefügt, es ist die Etymologie des Namens genau erklärt 
und die richtige Betonung desselben angegeben. Besonders wichtige 
Arten, die als Nutz- oder Ziergewächse praktisches Interesse haben, 
sind, mit Angabe des Vaterlandes, als Beispiele erwähnt. Man kann 
selbstverständlich bei einem Taschen Wörterbuche nicht ein Verzeich- 
niss sämmtlicher Pflanzen-Genera erwarten; es muss aber anerkannt 
werden, dass der Verfasser eine sehr glückliche Auswahl getrofi'en 
hat, und dass keine Gattung, weder der einheimischen, noch der aus 
fremden Zonen eingeführten, welche für Künste und Gewerbe, für 



170 

Landwirthschaft und Gartenzucht, mit Inbegriff der Zimmer- und 
Gewächshausgärtnerei, von Belang ist, übergangen wurde. In einem 
Anhange sind die nicht schon früher näher ausgeführten Synonyme 
in alphabetischer üebersicht zusammengestellt, sodann noch, gleich- 
falls alphabetisch, die der Erklärung bedürftigsten deutschen, tri- 
vialen oder fremden Namen der in technischer, mercantiler oder an- 
derer Hinsicht besonders wichtigen Pflanzen und ihrer Produkte nach 
ihrer wissenschaftlichen Benennung aufgeführt. Der dritte Abschnitt 
(S. 407—478) ist der botanischen Literatur gewidmet und enthält 
die Autoren-Namen mit sehr kurzen Andeutungen über ihr Leben 
und ihre wichtigsten Schriften, sodann die letzteren mit Kücksicht 
auf die verschiedenen Florengebiete, und endlich auf einzelne Fami- 
lien, Gattungen u. s. w. geordnet. Schliesslich ist noch eine Auf- 
zählung der bemerkenswertheren essbaren und giftigen Schwämme 
und eine Üebersicht des von Bartling und Bischof verbesserten 
De Candolle'schen Systems nach dem von Prof. Frank umgearbei- 
teten Lehrbuche von Leunis: Synopsis des Pflanzenreiches, ange- 
reiht. Wir zweifeln nicht, dass dieses bequeme und inhaltsreiche, 
mit sorgfältiger Berücksichtigung mannigfaltiger Bedürfnisse abge- 
fasste Taschenwörterbuch seinen Zweck, bei Botanikern dem Ge- 
dächtnisse nachzuhelfen und als Rathgeber für Studirende, sowie zur 
schnellen Orientirung beim Besuche von Gärten, Gewächshäusern 
und Ausstellungen zu dienen, vollständig erfüllen und sich einer 
weiten Verbreitung erfreuen werde. Dr. Kr. 

Neunter Bericht des Botanischen Vereines in Landshnt (Bayern) über die 
Vereinsjahre 1881—1885. Landshut 1886. Lex.-8. (L und 198 S.) 

Derselbe enthält auf S. 1 — 140 von Hrn. Andreas Alles eher, 
Hauptlehrer an der höheren Töchterschule in München, ein Ver- 
zeichniss in Südbayern beobachteter Pilze als einen Beitrag 
zur Keuntniss der bayer. Pilzflora. Schon im Jahre 1884 hatte der- 
selbe Verf. einen Vorläufer der hier voiiiegenden Arbeit publicirt 
(8", 64 S. München, M. Kellerer's Buchhandlung), worin 612 Arten 
aufgeführt und darunter sechs neue oder fragliche, nämlich: Pucci- 
nia JSriophori alpini?, Polyporus micans (Ehrbg.) Fries?, P. Nee- 
sii Fries?, P. nigricans Fries?, P. hrumalis Pers. und? Boletus 
flavus Wither. näher beschrieben wurden. Obige Zahl ist nun, abge- 
sehen von den Varietäten, auf 850 Arten vermehrt, welche sich je- 
doch nur auf die Basidiomyceten, im Sinne und nach der Anord- 
nung von Dr. Georg Winter's Werk: „Die Pilze Deutschlands, 
Oesterreichs und der Schweiz", I. Band, beziehen. Selbstverständlich 
hat Verf. die früheren mykologischen Arbeiten auf diesem Gebiete, 
von welchen er in der Einleitung einen historischen Ueberblick gibt, 
insbesondere die Listen des Freih. v. Strauss (Flora 1850) und 
des Pfarrers Ohmüller (Landshuter botan. Ver. IV. 19—71) ent- 
sprechend berücksichtigt und die Lücken derselben durch genaue 
Angaben der Fundorte, Substrate und Nährpflanzeu, sowie der Vege- 
tationszeit der Pilze ergänzt. — Auf S. 141—148 gibt sodann Herr 



171 

Liidwiof Schwaiger, kön. Postofficial in München, welcher schon 
im VI. Berichte dieses Vereines (S. 111 — 118) eine Anleitung, die 
Weiden nach den Blättern zu bestimmen, geliefert hatte, nun eine 
Tabelle zum Bestimmen derselben nach den männlichen Blüthen. 
Hiebei ist auch auf die häutigsten Bastarte Rücksicht genommen. 
Neben einigen Ergänzungen zur Flora von Reichenhall von Gr. 
Wörlein und Schilderung einer botan. Excursion ins Dolomit- 
gebiet, von Jos. Oster maier, schliesst der Bericht mit einem 
Verzeichnisse der phanerogamen Pflanzen der Flora von Welten- 
burg an der Donau von P. Jos. Mayrhofer, welches 850 Arten 
aufführt. Bei den wenigen materiellen Mitteln, über welche der Ver- 
ein verfügt, ist die Herausgabe dieses IX. Berichtes um so aner- 
kennenswerther, als erst im Jahre 1883 auf Kosten desselben die 
Flora des Isar-Gebietes von Wolfratshausen bis Deggendorf von 
Prof. Dr. J. Hofmann veröffentlicht und an seine Mitglieder ver- 
theilt wurde, da überdiess auch die grosse Nähe der Hauptstadt 
München, wo ein neuer botanischer Verein unter dem Vorsitze des 
Herrn Prof. Dr. Hartig thätig ist, eine Th eilung der Arbeit und 
vielleicht noch der Mitgliedschaft nach sich zieht. Es ist nur der 
unermüdlichen Ausdauer und dem opferfreudigen Wirken Hrn. Prof. 
Zeiss' und einer begeisterten Zahl seiner Freunde, Schüler und An- 
hänger zu danken, dass diese wissenschaftliche Gesellschaft in der 
schönen ehemaligen Universitätsstadt an der Isar eine so erfreuliche, 
glückliche und gedeihliche Wirksamkeit entfaltet. Dr. Kr. 

Otto Dammer. Illustrirtes Lexikon der Verfälschungen und Verunrei- 
nignngren dei* Nalirungs- und Genussniittel, der Colonialwaaren und 
Maiiufacte, der Drog-uen, Chemikalien und Farhwaaren, gewerblichen 
und landwirthschaftlichen Produkte, Documente und Werthzeichen. 

Mit Berücksichtigung des Gesetzes vom 14. Mai 1879, betreifend den Ver- 
kehr mit Nahrungsmitteln, Genussmitteln und Gebrauchsgegenständen, 
sowie aller Verordnungen und Vereinbarungen. Unter Mitwirkung von 
Fachgelehrten und Sachverständigen herausgegeben. Leipzig 1885 — 1886. 
J. J. Weber. In 5 Lieferungen ä 5 Mark, Lexikon-S". 

Von diesem grossartig angelegten Werke sind nun vier Lie- 
ferungen erschienen, die eine solche Fülle von wissenschaftlich und 
praktisch, werthvollem Materiale enthalten, dass wir dasselbe als eine 
ausserordentliche Erscheinung in unserer Literatur begrüssen können. 
Der verdienstvolle Herausgeber war in der augenehmen Lage, her- 
vorragende Forscher und Praktiker, wie Wiesner, Vogl, Nobbe, 
Schrauf, Wittnack, König, Dietrich, Deite, A. Meyer, 
And es, n. v. A. für sein Werk als Mitarbeiter zu gewinnen und 
so konnte eine Keihe von Monographien der einzelnen Naturprodukte 
geschaffen werden, wie sie kein anderes ähnliches Buch aufzuweisen 
vermag. Da zahlreiche botanische und botanisch-mikroskopische Ar- 
tikel in demselben enthalten sind, die auch ein weiteres Interesse 
beanspruchen, so wird es gerechtfertigt erscheinen, wenn wir hier 
auf dieses Buch aufmerksam machen. Gerade der I3otaniker kommt 
oft in die Lage, Auskünfte über Früchte und Samen, Herstellung, 



172 

Verarbeitung und Verfälschung der Kohstoffe zu geben, und wenn 
ihm nicht die grosse Bücherei, die gegenwärtig schon das Gebiet 
der wissenschaftlichen Waarenkuude und Kohstofflehre umfasst, zur 
Hand ist, so wird ihm eine Arbeit, in der er alles findet, was über 
einen derartigen Körper sich sagen lässt, willkommen sein müssen. 
Daher sei dies Buch bestens empfohlen, H. 

Dr. Borbäs Vince: Otiercus malacophylla Schur in „Erd^szeti Lapok" 
1886. p. 30—39. 

Kef. erhielt von der Redaction der ungar. forstwiss. Zeitschr. 
zur Prüfung einige Eichen aus Siebenbürgen, welche Julius Nagy, 
Oberförster in Kronstadt, einschickte. Darunter ist Quercus hiemalis 
Stev. {Qu. pedunculata var. australis Heuff. 1850, non Link) von 
IJgra, aber viel mehr interessant ist eine andere, welche genügend 
kurze Fruchtstiele, imd eine kahle grünliche oder gelbliche 
Cupula besitzt; die Schuppen sind mit einander verschmolzen, nur 
die Spitze ist wie eine kleine Spinula frei, und manche gelbe Cu- 
pula erinnert etwas an Ananas. Die Schuppen der Cupula sind be- 
kanntlich bei den meisten Eichenarten behaart und graulich. Ref. 
identificirt diese Eiche mit Qu. malacophylla Schur, da dieser kahle 
und fast verschmolzene Cupulaschuppen zugeschrieben werden; be- 
merkt aber, dass sie nicht allzu grosse Blätter besitzt (6 — 12", wie 
Schur angibt, nach Willkomm sogar 15"), oder sind nur die 
Schösslingsblätter so gross (Gigantismus), Die Blätter der frucht- 
tragenden Zweige sind mittelgross oder etwas grösser, Sie wächst 
bei Ugra, Homorod und bei Szäsz-Hermäny. Die Kahlheit der Cu- 
pula der Qu. malacophylla ist eine Erscheinung, welche an charak- 
teristischen Bäumen und Kräutern Ungarns häufig wiederkehrt. So 
sind Cytisus alpinus, G. SeuffeUi, Lonicera leiophylla Kern., Spi- 
raea pikoviensis Bess., Ulmus glabra MilL, Rhododendron hirsutum 
var. glabratum Asch, et Kuhn, Stachys ram^osissima Roch,, Linum 
glahrescens Roch, etc, kahle oder verkahlte Schwesterarten des Cytisus 
Laburnum, Lonicera J^ylosteum, Spiraea media Schm,, Ulmus mon- 
tana, Rhododendron hirsutum, Stachys recta, Linum, hirsutum etc, 
oder sind nur gewisse Theile kahl, wie die Früchte des Cytisus ci- 
liatus Wablenb., C. leiocarpus Kern., Genista Mayeri Janka, Acer 
austriacus, Lathyrus gramineus Kern., Verbascum glabratum, Friv. 
etc. Man sollte untersuchen, ob die Behaarimg oder Verkahlung eine 
ursprüngliche sei, und ob jene Theile oder Pflanzen nicht etwa im 
Kampfe ums Dasein ihre Behaarung verloren haben, Qu. malaco- 
phylla wird bei Homorod von den Sachsen „Trudeleiche" genannt, 
und ist hier im „Eichwalde" ein Exemplar davon etwa 100 Jahre 
alt, die Blätter sind durch gesteigertes intercalares Wachsthum hau- 
benförmig, auch Phyllactinia guttata wächst auf den Blättern. Der 
Baum soll durch seine dunkle rauchige Farbe von weitem auffallend 
sein. Als Synonyme glaubt Ref. zu Qu. malacophylla gehörend die 
Qu. pedunculata var. opaca und glaberrima Schur, v. Borbäs. 



173 

Dr. E, V. Haläcsy. Beiträg-e zur Brombeer -Flora Nieder -Oesterreichs. 

Verliandl. der k. k. Zoolog.-botan. Gesellschaft in Wien 1885 (Separatab- 
druck). 12 S. 

Eine mit Sachverständniss und vielem Fleisse geschriebene 
Studie, welche sich zunächst an die vom Verfasser mit H. Braun 
herausgegebenen „Nachträge zur Flora von Niederösterreich" an- 
lehnt. Neu für das Gebiet sind: Ruhus polyanthus Ph. de M. {can- 
dicansX.tomentosus), R. Radula Whe., R. Caflischn Focke^), R. 
pyramidalis Kaltenb., R. conspicuus Ph. de M., R. pseudopsis Gremli 
(von den Schweizer Originalien verschieden, Eef.) und R. Jaschii 
Pocke (mit der norddeutschen Pflanze kaum congruent, Eef.). Als 
species novae mussten beschrieben werden: 1. R. inaequalis Hai., 
2. R. orthosepalus Hai., beide Adenophori, 3. R. fuscidulus Hai,, 
Bindeform der Vestiti mit den Glandulosen, 4. scotophilus Hai. (Hy- 
strices), 5. R. Heimerlu Hai., dem R. pseudopsis nahe, sowie die 
Bastarte candicans X sulcatus {R. incertns), candicans X hirtus [R. 
debilis), candicans X vestitus {R. villosidus) und caesius X rosidentus 
{R. Gloggnitzensis). Nothwendige, theils schon früher vorgenommene 
Naraenscorrecturen sind: R. rosulentus Hai. = carpinifolius Hai. 
non Whe., R. Beckii Hai. =^ laxiflorus Hai. non Ph. de M. et Le- 
fevre (zunächst mit R. badius Focke verwandt, wenn nicht identisch, 
Eef.), R. Haldcsyi Borb. = decorus Hai. non Ph. d. M. An diese 
Nova schliesst sich noch eine Fülle neuer Standorte schon bekannter 
Formen an. Möchten doch in dieser verdienstvollen Arbeit auch Flo- 
risten anderer Krouländer Anregung finden, die Brombeeren ihrer 
Gegend ähnlichen Studien zu unterwerfen, damit wir endlich einen, 
wenn auch nur ganz allgemeinen üeberblick über die Eubusflora 
unserer Monarchie gewinnen. Das gewiss hochinteressante Gebiet ist 
bisher fast gänzlich terra incognita. Sabransky. 

O. Penzig & J. Camus. Anomalies du Rhinanthns Alectoroloplms. (Aus 

dem Journal: La Feuille des Jeunes Naturalistes. Paris 1885. Mit 1 Tafel). 

Obwohl die Gattung Rhinanthus in Europa sehr verbreitet ist, 
scheint selbe bisher in teratologischer Hinsicht noch sehr wenig 
studirt worden zu sein. Dieser Aufgabe haben sich nun die Ver- 
fasser mit Vorliebe und günstigem Erfolg unterzogen, und veröffent- 
lichen nun in gegenwärtiger Abhandlung die reichlichen Ergebnisse 
ihrer diesbezüglichen Forschungen. M. Prihoda. 

Dr. J. Palacki. roz§if eui kapradi na svete. Ueber die Verbreitung- der 
Farne auf der Welt. (Separat-Abdruck aus den Sitzungsberichten der k. 
böhm. Gesellschaft der Wissenschaften. Prag 1885.) 

Es muss vorausgeschickt werden, dass in gegenwärtiger Abhand- 
lung das Wort Farne nicht in der vulgären Bedeutung, nämlich 
für die eigentlichen Farnkräuter, sondern in ausgedehnterem Sinne, 
etwa den Acrobryeu (Endsprossen) des Endlicher'schen Systems ent- 
sprechend, augewendet wird, indem der Autor auch die Lycopodia- 



') Vom Ref. zu gleicher Zeit in den Karpatenwäldern des Pressburger 
Comitates gefunden. 



174 

ceen, Khizocarpeen, Equisetaceen und Isoetaceen in Betracht gezopfen 
hat. — Die geographische Verbreitung der Farne (nach Salomon 
4089 Arten) folgt anderen Gesetzen, als dies bei anderen Pflanzen- 
Ordnungen der Fall ist. Diese Familie ist mit Ausnahme der Wüste 
und der äussersten arctischen Vegetationsgrenzen auf dem ganzen 
Erdkörper verbreitet. Der Mehrzahl nach ist dieselbe kosmopolitisch, 
und nur mit geringen Ausnahmen tropisch. In der Urzeit, und be- 
sonders in der Steinkohlen-Zeit hatten die Farne eine weitaus grössere 
Bedeutung als heutzutage, und war deren Mächtigkeit, sowohl was 
die Verschiedenheit der Formen, als auch die Individuenzahl anbe- 
langt, eine überaus grosse. Als ein Haupthiuderniss in der Ver- 
gleichung fossiler Farne mit den heute vorhandenen bezeichnet der 
Autor den Umstand, dass erstere nur nach den Blattformen bestimmt 
werden können, weil die — bei Determinirung lebender Farne mass- 
gebenden — Kriterien aus den Soren mangeln. Uebrigens existirt 
auch bis nun keine vollkommen verlässliche literarische Quelle, wo 
die Anzahl der gegenwärtig bekannten Arten genau angegeben wäre. 
Baher's Werk ist veraltet, Salomon unvollständig. Und so hat denn 
Dr. Palacky auf Grund aller ihm zu Gebote gestandenen einschlä- 
gigen Behelfe und mit Berücksichtigung der neuesten diesbezüglichen 
Entdeckungen in der vorliegenden Publication eine ziffermässige 
Darstellung der geographischen Verbreitung sämmtlicher bis nun 
bekannt gewordener Farne (im Eingangs erwähnten weiteren Sinne) 
gebracht, in welcher das paleophytographische und das geologische 
Moment mit besonderer Sorgfalt behandelt sind. M, Prihoda. 

Correspondenz. 

Brunn, am 6. April 1886. 

Im Anschluss an die Correspondenz vom 5. Jänner 1885 dieser 
Zeitschrift, pag. 75, theile ich noch nachfolgende Standorte interes- 
santer, von unserem Rhodologen Herrn J. B. Keller gütigst be- 
stimmter Rosenarten aus der Brünner Gegend mit: Ich fand bei 
Reckowitz: R. püosa Opiz?, H. ruhiginosa L. In den Auen bei Ca- 
cowitz: R. dumetorum ThuilL, R. rubescens Rip. . . ? Am Bergl bei 
Medlanko: R. pilosiuscida Opiz?. Bei Obran: R. levistyla f. Perm- 
teri Kell, et Wiesb. mit?, R. dadoleia Desegl., Rip. Am Bahngeleise 
bei Obran: R. püosa Opiz? Bei Leskan: R. urbica Aut. Bei Boho- 
nitz: R. glauca var. complicata Gren., R. sylvidarum Rip. et 
Desegl?. Hügel beiParfuss: R.spuriaXsyntrkliostyla o^&c QmQhiiQmY 
Combiuation zunächst stehende Form. Cernowitz beiBrüun: R. levi- 
styla Rip. var. Im Schreib walde bei Brunn: R. montivaya Desegl., 
R. dumetorum Thuill. An der Schwarzawa nächst des Schreib waldes: 
R. comosa Rip. Hinter Alt-Brünn : R. corüfoUa Fries, f. trichostylis 
Borb. Bei Cinzendorf: R. collina Jacq. Im Walde bei Cinzendorf: 
R. Boreykiana Besser. Bei Medlanko und Kl. Kinitz: R. Austriaca 
Crantz, vers. f. calidam Borb., R. villosiuscula f. praelonga. Sta- 
nowisko bei Medlanko: R. Austriaca Cra-ntz. auf. calida?, R. glauca 



175 

Vill., R. urhica Aut. KozI hora bei Kowein: R. attenuata Rip. f. 
calophyton. Chab. et Gdgr. Dr. Formanek. 

Lemberg, 7. April 1886. 
Den nordosteuropäischen Lathyrus pisiformis L., welcher bis 
jetzt aus Südosts^alizien nur von Czernelica (vide Knapp) bekannt 
war, hat Prof. Tyniecki vor fünf Jahren auch im Borszczower 
Bezirk (in Südostgalizien) entdeckt. Ich sah diese Art vor einigen 
Tagen im Herbar Tyniecki's, aber leider hat Prof. T. seinerzeit 
versäumt, den Standort desselben näher zu bezeichnen, — Cytisus 
7^atishonensis auct. galic. (C. elongatus Knapp, non W. Kit.) aus Ost- 
galizien ist gar nicht identisch mit dem in A. Kerner's „Flora 
Austro-Hung. exsicc." ausgegebenen C. ratisbonensis Schaff, aus 
Nieder-Oesterreich, wie ich mich zur Genüge überzeugt habe, nach- 
dem ich Dank der Güte des Herrn Dr. WoJoszczak die letztge- 
nannte Art vor kurzer Zeit kennen gelernt hatte. Br. Blocki. 

Budapest, 10. April 1886. 
Galium asperulißorum m. in Fl. comit. Temes. p. 44 (1884) 
hielt ich für mit G. longifolium Sibth. et Sm. zusammenfallend, 
allein bei dem letzteren sind die Blüthenstiele (nach der Abbildung) 
sehr verlängert, während sie bei G. asperulißorum verkürzt sind. 
Simkovics will in „Mag. Növ. Lap." 1884, p. 122 das G. ,,aspe- 
riflorum'"'' (sie) mit G. kungaricum var. oligotriehum m. in Flora 
Budapest. 1879 vereinigen, mit einer Pflanze, welche in Ofen zwi- 
schen G. Mollugo und G. Sckultesii selten ist, während G. aspe- 
ruliflorum in Wäldern bei Szilas, Izgär und Vermes unweit von 
Bad Buzias zu Tausenden im Schatten der Qu, hungarica Hubeny, 
{Q,u. Farnetto var. conferta DC. Piodr, non Kit. = Q,u. conferta 
var. velutina Gris. et Schenk) zu sammeln ist. Qu. conferta vera 
aus Slavonien (1814 = Qu. Franetto Ten. 1819) ist weniger be- 
kannt als die Qu. hungarica Hub. (non Kit.) oder, wenn man will, 
die Qu. confe7-ta var. hungarica (Hub.), welche, wie auch aus Gri- 
sebach, Schenk und De Candolle's Angaben hervorgeht, durch 
die mehr zertheilten Blätter und durch bespitzte Blattlappen („lo- 
bis... mucronulatis") von der Qu. conferta verschieden ist. Bei 
letzterer sind die Blattlappen abgerundet und durch schmale Buch- 
ten getrennt, die Blattlappen darum sehr einander genähert, stehen 
nicht so weit von einander, als bei Qu, hungarica. Wierzbicki 
hat bei Heuffel ein Galium purpureum var. ßavescens unterschie- 
den. Falls Jemand desswegen mein G, flavescens 1874 {G, ochro- 
leucum Kit. non Wolff) ändern wollte, so existirt in meiner Flora 
comit. Temes. p. 6 (in Folge eines Schreibfehlers) ein G. flavicans 
für diese Pflanze. — Heliotropium europaeum var, gymnocarpum m. 
(1877, Arbo, Veglia) kommt bei Nagy-Enyed, Vesztö zu Tausenden 
auf Stoppelfeldern vor, in Venetien (Torri Garda, leg. Eigo) und in El- 
sass (Thann). — • Dass eben Wien der östlichste Standort für Typha 
minima in Niederösterreich wäre — wie Herr Krön fei d hier p. 122 
meint — steht in meiner Arbeit pag, 83 nicht, ich habe dort Salz- 



176 

bürg, Wien, Wieselburger Comitat etc., also grössere Terrains als 
Grenze erwähnt, wo T. minima vorkommt. Borbäs. 

Prag, 16. April 1886. 
Nach Exemplaren meines Herbars kommt auch in Niederöster- 
reich der interessante Bastart Schoenus nigricans 'Xferrugineus, den 
mein Freund Hora und ich im Jahre 1884 zuerst auffanden, vor. 
Ich besitze 3 Exemplare von Moosbrunn leg. Cypers, die ich als Seh. 
nigricans L. erhielt und welche vollkommen mit denen von Lissa 
in Böhmen übereinstimmen. Wie ich aus Neureiches Flora ersehe, 
wachsen ja an der genannten Localität beide Stammarten und ich bin 
überzeugt, dass auch der Mischling dort in Masse wächst. 

Paul Conrath, 

Assistent a. d. k. k. deutsch. Technik zu Prag. 
Paria, 18. Mcärz 1886. 

Der ausnehmend schneereiche Winter verlief hier ziemlich rauh 
und hielt lange an; in den Nächten vom 7. bis 8. und vom 9. bis 10. 
März waren noch — 6" im Freien; am 14. und 15. hatten wir dich- 
ten Schneefall. Zu Weihnachten fiel der erste Schnee; einige Wochen 
darauf, wo jener noch nicht weggeschmolzen war, stellten sich meh- 
rere Schneestürme ein; einige laue Winde zur Monatswende, Jänner 
Februar, hatten ein Aufthauen zur Folge, welchem bald wieder einige 
Wochen lang strenge Kälte folgte. Die niedrigste erreichte Tempera- 
tur war von — 9-5° im Freien (Nacht des 26. December), die Durch- 
schnittstemperatur während der letzten Woche December bis Ende 
Februar = -\- 0-7°. Von schädlichen Einflüssen der Winterkälte auf 
die Vegetation habe ich weder in dem hiesigen botan. Garten welche 
beobachtet, noch von solchen aus der Umgebung vernommen. — Die 
heurigen Excursionen wurden den 7. Februar eröffnet, mit einem 
Besuche der am Tessin, im Westen der Stadt gelegenen Auen (Cascina 
Sora — Torre dTsola). Es bietet einen recht eigenthümlicheu 
Keiz dar, den aus dieser Gegend öfters berichteten gleichzeitigen 
Contrast zwischen einer belebten und einer unterbrochenen Vegeta- 
tionsthätigkeit zu erblicken: Während hoher Schnee die Landstrassen 
deckt oder der Eeif von den kahlen Baumästen und an den Feldzäu- 
nen glitzert, prangen die Wiesen, dank ihrer musterhaft geregelten 
Bewässerung, in herrlichstem frischen Grün, mit üppigen Grasblät- 
tern, welche selbst zur Winterszeit gemähet werden können. — Der 
erste Ausflug brachte, wie vorauszusehen, nur Kryptogamen, vorwie- 
gend Flechten und Moose, die ich noch nicht alle studirt habe, dar- 
unter aber: Gladonia rangiferina, Parmelia parietina, Evernia sp.; 
Brachytheciumj rutabulum, Leucodon sciuroidos, Thuidium Taina- 
riscinum, Camptotheciimi liitescens, JBartramia pomiformis , Ätrichum 
undulatum; ferner Asplenium Adianthum nigrum, A. Trichomanes 
ein. Auch waren schon mehrere Muscari-, Scilla- und Ornitliogcdum- 
Blätter, neben jenen von Glechoma hederacea und den Blattroset- 
ten von Oenothera, Verbascum, heraus; OoryZits-Kätzchen waren 
mittelgross, noch ungeöffnet; das einzige Lecuojum vernum stand, 



177 

massenhaft, in Blüthe. Am 20. wurde der Monte Cesarino nächst 
Casteggio, auf der Hügelkette im S. der Stadt (ungef. 16 Kim., 
Luftlinie) aufgesucht. Die Vegetation war innerhalb der 14 Tage nur 
massig vorgeschritten. Mehrere junge Blätter von Viola, Galeopsis?, 
Latnium, maculatum, , Ranunculus Ficaria, Nasturtium, Cardamine, 
Poterium Saugnisorha, Anthemis, Verbascum, Muscari, Alliuni, 
Ornithogalum narhonense waren sichtbar; Corylus Avellana stand 
eben blühend; BeUis perennis in Blüthenknospen; zahlreiche Orchi- 
deen-Blätter waren bereits entfaltet ; höher oben, Blätter von Primula 
und Anemone hepatica, ferner Polypodium vidgare und Aspleniuni 
Adianthum nigrum. Auch diesmal blieb die Ausbeute meist auf Moose 
und Flechten beschränkt; von ersteren — wovon weniger Keichthum war 
als in der Ebene am Tessin — nenne ich, unter den heimgebrachten 
und bis jetzt durchgesehenen Arten : Brachythecium rutabidum,, Hyp- 
num purum ^ G-rimmia pidvinata?, Bartramia pomiformis; dazwi- 
schen war , stellenweise massenhaft , Nostoc commune. Der Eichenwald, 
der den Hügelrücken hinaufzieht, stand noch regungslos; weiter oben 
dichtes Gesträuch von jungem Quercus Mobur mit Juniperus com- 
munis abwechselnd, Spartium junceum , Ruscus aculeatus, vereinzelten 
Pobinia Pseudoacacia, alles noch im Winterschlafe; aus dem Boden 
sprossen recht zahlreich Orchideen hervor. — Auf den Feldern, in 
der Ebene, blühte massenhaft Eranthis Memalis. In Wasserläu- 
fen waren Algen in Menge, in erwachender Lebensthätigkeit: Spiro- 
gyrae, Tetraspora, Oedogonium etc. neben Blättern von Callitriche, 
Lemna; Fontinalis antipyretica etc. — Die ungünstige Witterung, 
hauptsächlich eingetretene Kegentage vereitelten weitere Ausflüge. Doch 
lassen sich, während der letzten Tage noch aufgeblüht, aus der näch- 
sten Umgebung, verzeichnen: Draba verna, Cardamine hirsuta, 
Veronica didyma?, Stellaria tnedia, Carex praecox. Dr. Solla. 

Hamburg, Bot. Museum, 30. März 1886. 
Die reichhaltigen naturwissenschaftlichen, namentlich botanischen 
und zoologischen Sammlungen des weit bekannten Godefroy-Museums 
zu Hamburg sind von dem Hamburgischen Staate für 85.000 Mark 
angekauft worden. Die botanischen Sammlungen, welche durchwegs 
aus dem Gebiete der Südsee und Ost-Australien stammen, sind dem 
botanischen Museum überwiesen worden und umfassen umfangreiche 
Holz- und Früchtesammlungen, sowie ein Herbarium (Phanerogamen 
und Gefässkryptogamen) von mehr als 33.000 Nummern. Mehr als 
®/i(, dieser werthvoUen Sammlungen haben etwa 20 Jahre lang, zum 
Theil in Kisten verpackt, in Bodenräumen und Speichern versteckt 
gelegen, ohne dass von dem bedeutenden Umfange derselben irgend 
eine Kunde in die Avissenschaftliche Welt gedrungen wäre, und es ist 
fast zu verwundern, dass bei der geringen Sorgfalt, welche unter 
diesen Umständen auf die Conservirung gelegt werden konnte, die 
einzelnen Objecte noch immerhin gut erhalten sind. Soweit das, 
namentlich auch durch die grosse Menge der Dubletten in der That 
überraschend umfangreiche Material einen üeberblick gestattet, sind 

Oesterr. botan. Zeitschrift 6. Heft 1886. 14 



178 

in demselben viele, bisher unbekannte oder nicht näher beschriebene 
Tormen vorhanden, deren Bearbeitung nunmehr im botanischen 
Museum in Angriff genommen wird. Bezüglich der Verwerthung 
der reichhaltigen Dubletten bleiben die definitiven Bestimmungen 
zunächst noch vorbehalten, indessen erscheint es doch erwünscht, 
möglichst bald über den Umfang der sich ergebenden Tauschbezie- 
hungen orientirt zu sein, und es werden daher die hierauf gerichteten 
Anfragen schon jetzt entgegengenommen. Prof. Sadebeck. 



Personalnotizen. 

— Dr. Ch. J. E. Morren, Professor der Botanik und Director 
des botanischen Gartens in Lüttich, ist am 23. Februar, 53 Jahre 
alt, gestorben. 

— Franz Maly, k. k. Hofgärtner im Belvedere in Wien, 
wurde zum Inspector des k. k. Hofburggartens ernannt. 

— Dr. G. Capus hat eine botanische Reise zur Durchforschung 
von Kafiristan und dem östl. Afghanistan unternommen. 

— Dr. Vinc. v. Borbäs erhielt von der landwirthschaftlichen 
Gesellschaft des Eisenburger Comitates für das Manuscript seiner 
„Geographia plantarum et flora comitatus Castriferrei" 300 fl. 

— Dr. A. Kor nh über, Professor an der technischen Hoch- 
schule in Wien, wurde von der k. k. Gartenbau-Gesellschaft in Wien 
zum Verwaltungsrathe gewählt. 

— Dr. Richard R.v. Wettstein, Universitäts- Assistent, hat 
sich als Docent an der Universität Wien habilitirt. 



■*>»- 



Vereine, Anstalten, Unternehmungen. 

Die Jahresversammlung der k. k. zoologisch-botani- 
schen Gesellschaft hat am 7. April unter Vorsitz des Vicepräsi- 
denten, Freiherrn Pelikan von Plauenwald stattgefunden. Nach Erstat- 
timg der üblichen Rechenschaftsberichte über die Leistungen und den 
Stand der Gesellschaft im Jahre 1885 wurden nachstehende Vorträge 
gehalten. Dr. 0. Stapf. „Ueber Pflanzenreste in dem sogenannten 
Heidengebirge (dem Salzberge) bei Hallstadt." Die betreffenden Aus- 
grabungen üefern Produkte aus der Kelten-Zeit und sind nament- 
lich dadurch von besonderem Interesse, weil sie über die Lebens- 
verhältnisse jenes ausgestorbenen Volksstammes, sowie über die ehe- 
malige Beschaffenheit der Pflanzendecke der genannten Oertlichkeit 
einiges Licht zu verbreiten geeignet sind. Dr. Carl Richter referirte 
über sein, zur Einreihung in die Vereinsschriften bestimmtes Manu- 
script, betitelt: „Was ist Atragene Wenderothü?^ Der Vortragende 
constatirte, dass die fragliche Pflanze mit Atragene americana Sims. 
identisch ist. Herr Heinr. Braun hatte eine Collection est er- 



179 

reichischer Menthen ausgestellt und erklärte eingehend die syste- 
matische Gliederung dieser bisher von den österreichischen Botanikern 
arg vernachlässigten Pflanzengattung. — Den Schluss bildete ein 
Vortrag des Dr. R. v. Wettstein: „Ueber die Onosma-kiieu der 
öst.-ung. Monarchie" mit Demonstrationen an den von ihm ausge- 
stellten Exsiccaten der Species: Onosma steUulatwn W. K. aus 
Fiume; echioides W. K. arenarium L.; tauricum Pall. aus Sieben- 
bürgen; calycinum Stur von Mödling und tridentinum n. sp. Wett- 
stein von Verona. M. Prihoda. 



Botanischer Tanschverein in Wien. 

Sendungen sind eingelangt: Von Herrn Scheppig mit Pflan- 
zen aus Deutschland. — Von Herrn Keller mit Pfl. aus Nieder- 
östen-eich. — Von Fräulein Eysn mit Pfl. aus Salzburg. 

Sendungen sind abgegangen an die Herren: Churchill, Aust. 

Aus Böhmen eingesendet von Topitz: Almis viridis, Bettda 
pubescens, Calla palustris, Carex Oederi, C. pseudocyperus, C. stricta, 
C. vesicaria, Corylus tuhulosa, Dianthus deltoides, Doronicum austria- 
cutn, Erica carnea, JEhnophorum angustifolium, Z/uzula erecta, Nym- 
phaea Candida, Papaver Argetnone, Salix vitellina, Scorzonera hu- 
milis, Spergularia rubra, Teesdalia nudicaulis, Thalictrum minus, 
Ulmus montana. 

Aus Croatien eingesendet von Damin: At^tolochia rotunda, 
Aspliodelus luteus, Eriophila praecox, Geranium molle var. grandi- 
ßorum, Glaucium luteum, Mercurialis ovata, Orobus versicolor, Pa- 
Hetana ramijiora, Polygala nicaeensis, Primula Tommasinii, Ra~ 
nuncidus neapolitanus, Taraxacum tenuifolium, ^anthium itcdicum,. 

Aus Baden eingesendet von Wick: Lycopodium Chamaecypa- 
rissus, Nasturtium anceps, Orobanche minor, O. Mapum, Pyrola 
chlor antha, P. umbellata, SUene quinquevulnera ; aus Frankreich: 
Bupleurum protractum,. 

Aus Niederösterreich einges. von L. Keller: Aethusa cyna- 
pioides, Amygdalus nana, Chaerophyllum, temulum, Drosera rotundi- 
folia, Lasei'pitium latif. var. glabrum, Libanotis montana, Molinia 
serotina, Peucedanum Chabraei, Rosa sphaeroidea, R. spinosissima, 
Seseli glauciim, S. Hippomarathrum. 

Von Scheppig eingesendet: Von Berlin: Capsella apetala, 
Doronicum Pardalianches, Drosera breviscapa, Euphorbia palustris, 
Petroselinum sativum, Rubus nemorosus, R. oreogeton, R. plicatus, 
R. Sprengelii, Silene chlorantha, Thesium ebracteatum, Veronica 
praecox; aus Brandenburg: Atriplex nitens; aus Thüringen: Carex 
Davalliana, Coronilla vaginalis, Hordeum secalinum, HypeHcum 
hirsutum, Potentilla pilosa, Sisymbrium austriacum; aus der Lau- 
sitz: Potamogeton rufescens, Rubus Schleicheri ; aus Mecklenburg- 



180 

Strelitz: Schoeniis nigricans; von Rügen: Juncus maritimu^, Scho- 
beria maritima, Silene viscosa; aus Istrien: Trixago apula var. 
versicolor. 

Obige Arten können nach beliebiger Auswahl im Tausche 
oder käuflich die Centurie zu 6 fl. (12 R. Mark) abgegeben werden. 

Berichtigung. 

In Nr. 4, Seite 118, Zeile 1 von oben ist statt S. Caprea X daphnoides 
zu lesen : S. Caprea X nigricans. 

Inserate. 

Soeben ist erschienen: 

Master'^ M. Z. Pflanzen-Teratologie. 

Eine Aufzähloug: der hauptsächlichen Abweichungen vom gewöhnlichen 

Bau der Pflanzen. 

Für die deutsche üebersetzung vom Verfasser revidirt und mit vielen Nach- 
trägen versehen. — Ins Deutsche übertragen von Udo Damme r. 

Mit zahlreichen Abbildungen. 8. XVI u. 610 S. — Preis 16 M. 
Leipzig, April 1886. H. Naessel's Verlag. 



SDie fünfte burdjgefe^ene unb ergänzte Stuftagc beö 

3(?Dtttiüfd)en €]rcurnau0liud)e0 

für die deutsch-österreichischen Länder und das angrenzende Gebiet 

bon 

Dr. W. Lorinser, k. k. 5anttätgrotl) unb Jlirertor hi5 k. k. ^rankenl)au|"Ea 

W)teben in WJicn. 

Umfang 36 Sogen Älein=Octaö, gefjeftct $teig 3 ft., in Seintoanbbanb 3 fl. 60 fr. 

ift in allen Buchhandlnngren ju t)a&en. 

Verlag von Carl Gerold's Sohn in Wien, 



In unterzeichnetem Verlage ist in III. Auflage erschienen: 

Etiketten für Schüler-Herbarien. 

Von Professor Wurm. 

ni. vermehrte Auflage vom Bürgerschullehrer Schmidt. 

IPreis 35 kr. 

Diese III. Auflage ist um 300 Etiketten vermehrt und unterstützt wesentlich 

in Anlagen von Herbarien, sowie die Kenntniss der Pflanzennamen. — Für 

Schulen sind diese Etiketten unentbehrlich und bitte für Schulen zu empfehlen. 

pr. Joh. Künsttner's Buchhandlung in Leipa. 



Eedacteur und Herausgeber Dr. Alezander Skofitz. — Verlag von O. Gerold's Sohn. 

C. Ueberrentersehe Buchdr.nckerei (M. Salzer) in Wien. 



Oesterreichische 

Botanische Zeitsclirift 



Die österreichische 
botanische Zeitschrift 

erscheint 

den Ersten jeden Monats. 

Man pränumerirt auf selbe 

mit 8 fl. Ost. W, 

C16 R. Markf 

ganzjährig, oder mit 

4 fl. Ost. W. CS ß. Mark~) 

halbjährig. 

Inserate 

die ganze Petitzeile 

15 kr. öst. W. 



Organ 



für 



Botanik und Botaniker. 



N^ 6. 



Exemplare 

die frei durch die Post be- 
zogen werden sollen, sind 
Mos bei der Redaetion 

(IV. Bei., ifühlgaase Ar. IJ 

ZU pranumeriren. 

Jm Wege des 

Buchhandels übernimmt 

Pränumeration 

0. (Jerold's Sohn 

in Wien, 
sowie alle übrigen 
Buchhandlungen. 



XXXYI. Jahrgang. 



WIEN. 



Jnni 1886. 



INHALT: Zur Flora der Karpathen. Von Dr. Formänek. - Bildungsabweichungen. Von Voss. — 
Pedindaris Jankae. Von Steininger. — Ueber Veilchen. Von Wiesbaur. — Zur Flora Wol- 
hyniens. Von Vandas. —Mährische Kosen. Von Keller. — Flora von Kremsier. Von Palla. — 
Flora des Etna. Von Strobl. — Literaturberichte. — Correspondenz. Von Römer, Blocki, For- 
mänek, Spitzner, Borbäs, Schlögl. — Vereine, Anstalten, Unternehmungen. — Botanischer 
Tauschverein. — Inserate. 



Beitrag zur Flora der Karpathen und des Hoch- 
gesenkes. 

Von Dr. Ed. Formänek, 

k. k. Professor am böhmischen Gymnasium in Brunn. 

Am 17. Juli des vorigen Jahres verliess ich Brunn und be- 
suchte die Gegend von Kohatetz, Straznitz, Welkä, Strany, Ungar.- 
Brod, Bojkowitz, Val. Klobouk, Hallenkau, Gross-Karlowitz, Alt- 
hammer, Friedland, Morawka, Jabhmkau, Riitka ia Ungarn, Teschen, 
Mähr.-Ostrau, Jägerndorf, Würbenthai, Karlsbrunn und Goldeustein 
mit zwei- bis viertägigem Aufenthalte in einem jeden der erwähnten 
Orte, welche Zeit ich gewissenhaft zu Excursioueu in die Umgebung 
dieser Orte benützte. Innerhalb des bereisten Gebietes bestieg ich 
den ^erotin, Kobela, Bukowina, Jaworina, Jelenowä, Lysä hora bei 
Ung.-Brod, Neu-Swietlau, Kopanice, Horka, Jeleuow^kä, Hradischow, 
Kicera cernauskä, Jaworniky, Miloüow, Wysokä, Trojaeka, Klin, 
Smrk, Smreeina, Lysä hora bei Malenowitz, Osträ, Hürka Metj^- 
lowskä, Cupek, Babi werch, liutkauer und Szt. Märtou- Gebirge, 
Zabreg, Koruuka bei Mähr.-Ostrau, Burgberg, Mösnig, Eichberg, 
Schlossberg, Altvater, besuchte die Schäferei, den Peterstein, Hohe 
Haide, Gr. Kessel, Demmbaude, Gr. Vater, Knoblochgraben, Schwei- 
zerei, den Gr. Seeberg, Keilig, Rothen Berg, Brünnelhaide, Thal der 
rauschenden Tees, Schosskamm, Fuhrmannstein, Dreistein und kam 
am 21. August in Sternberg an, von wo ich am 23. desselben Mo- 
nats nach Brunn zurückgekehrt bin. Die Strecke von Val. Klobouk 

Oesterr. botan. Zeitschritt. 6. Heft 188S. 15 



182 

über das Jaworiiikgebirge nach Gross-Kaiiowitz, übor die Wy^okä 
imd Trojaika nach Altbammer, über den Smvk nach Ostrawitz, über 
die Lysä hora nach Priedland und Morawka und über den Babi 
werch nach Jablunkau legte ich zu Fiiss zurück. 

Als charakteristisch für die Karpatheu konnten ausser den 
schon in der Zeitschr. 1884 p. 158 angeführten Arten noch folgende 
constatirt werden: Eqtdsetum maxlmum, polystachyum, Poli/podium 
phegopleris, Pcerls aquiUna, Blechnimi spioant, Aspldium lobatmn, 
spimdosum, Ci/stopterls fraf/ills, hiicopodliim selago, annotiimm, Calla 
■palustris, MeUca unlßora, Nardus strlcta, Carex leporuia, ecJünata, 
remota, G-oodenouf/hü, panieea, pallesoens, sUuatiea, flava, Oederi, 
Luzida sllvatica, tnidtiflora, Ld'umi martagon, Alllum iirsinmn, ole- 
raceum, Poltfr/onatum verticdlatum, Paris quadrifolia, Colchicum 
autumnale, Veratriim lohelianum, JEuphorbia platyphylla, amygda- 
loides, Daphne mezereum, Phyteuma splcatum, Crepis paludosa, 
Hieraclum unibellatum, boreale, Hypochoeris radicata, tnaculata, Se- 
necio crispatus, Centaurea pratensis, Cirsium eriophorum, rivulare, 
oleraceum, Carlbia aeaulis, nigrescens, Succisa pratensis, Lonicera 
nigra, Gentiana aselepiadea, Atropa, belladonna, Scrofularia Sco- 
polii, Digitalis ambigua, Origanum vulgare, Salvia verticillata, Ga- 
leopsis versicolor, JBetonica officinalis, Lysimachia nemorum, Pirola 
tninor, Ranunculus flammula, lanuginosus, Aquilegia vulgaris, Actea 
spicata, Drosera rotundifolia, Parnassia palustris, 3foehringia tri- 
nervia, Diantims deltoides, Hypericum quadrangidum, Circata al- 
pina, Sanicida europaea, Astrantia major, Pimpinella magna, Seli- 
nutn carvifoliurm , CliaeropJiyllum aromaticum, hirsutum,, Spiraea 
ßlipendvla, Ruhiis hirtus, Trifolium montanum,, Anthyllis vidneraria, 
Astragalus glycypkyllus. 

Ich fühle mich verpflichtet, meinen tiefgefühlten und inni^gsten 
Dank dem geistreichen und kritischen Forscher Dr. Ladislav Cela- 
kovsky für die mir in der liebenswürdigsten Weise erth eilte Aus- 
kunft über einige kritische Arten, und für das mir dadurch bereit- 
willigst gebrachte grosse Opfer an Zeit und Geduld, welches die 
Bestimmung einzelner beschädigter Exemplare erheischte, auszu- 
sprechen. 

Meinen Dank spreche ich aus dem Hrn. Apotheker Ziwotsky 
und den Herren Lehrern Zemann und Kucera für die Begleitung 
in der Jaworniker, Ungar. -Broder und Val. Klobouker Gegend. Nach 
genauer Einsicht in die die bereisten Gegenden betreffende Literatur 
ßonstatire ich, dass von den hier citirten Standorten keiner bisher 
im Drucke erschienen ist'), und dass nur aus Versehen ein bereits 
■veröffentlichter fremder Standort hier Aufnahme finden konnte. 

Zum Schlüsse spreche ich noch meinen innigsten Dank dem 



') Mit sorgfältiger Genauigkeit habe ich besonders Adolf Oborny's 
Flora von Mähren und österr. Schlesien, von welcher im December 1885 der 
dritte die Gattungen von Linosyrls bis inclus. Rosa complicata Gren. behan- 
tlelnde Band erschien, durchgesehen. 



183 

ausgezeichneten Forscher und Verfasser der Flora von Mähren und 
öst. Schlesien, Adolf Oborny, dafür aus, dass er sämmtliche hier 
angeführte, das Gebiet von ßohatetz bis Val. Klobouk betrefifonde 
Standorte von Oeranimn bis Alyssum zur geneigten Publicatiou gü- 
tigst übernommen hat. 

Im Nachfolgenden die Aufzählung der Standorte, welche ich in 

dieser Jahreszeit zu ermitteln Gelegenheit hatte. 

JEquisetvm arvense L. Gemein; var. nemorosum AI. Br. Jawornik, 
Neu-Lhota, Ung.-Brod, Hawhtz, Vapenky u. a, 0. bei Val. Klo- 
bouk, Prowaznythal bei Hallenkau. 

— maximum Lamk. Häufig bei Ung.-Brod, (Hürka-Wd., Rubensko 
am Wege zur Lysä hora etc.), Lomna, Jabluukau; häufig bei 
Teschen, Koüska, Boguschowitz etc. (v. Uechtritz)! ich fand 
es hier im Walde Kopce. 

— silvatkum L. var. praecox Milde, Ob. Fl. v. M. u. Schi. p. 83. 
Im mährischen Gesenke ganz allgemein, ebenso in den höheren 
Beskiden, so um Friedland! und vielen a. 0. des Ostrawitza- 
Thales (Oborny); Potoky bei Jawornik, Milonowkathal bei Gr.- 
Karlowitz, Hlubokä nächst Ober-Becwa, Gawulcansky Revier 
nächst der Salajka, Maxmiliankathal, Krasnä, Slawiea, Jablun- 
kau. b. capillare Hoffm. 1. c. Karlsbruun (v. Niessl)!; Hutien- 
sky-Wald bei Althammer, Würbenthai, Knoblochgraben, Gol- 
denstein. 

— Umosum L. a. Linneanum Doli. 1. c. Sehr verbreitet, in höhe- 
ren Lagen: im Kessel des mährischen Gesenkes (v. Nieösl)!; 
bei der Hubertuskirche bei Karlsbrunn; b. verticillatum Doli. 
1. c. Stanowisko bei Jawornik, Beskyd bei Krasnä. 

— palustre L. a. verticillatum Milde 1. c. Verbreitet in den Beski- 
den, in der Teschner und Mähr. - Ostrauer Gegend, selbst noch 
bei der Hubertuskirche bei Karlsbiuun. b. polystachyum Vill. 
1. c. Oft unter dem Typus. Nicht selten bei Val. Klobouk, Po- 
tesch, Prikaz, Zdiechow, Huslenkathal bei Darebny, Miloüowka- 
thal u. a. 0. bei Gr.-Karlowitz, Jablunkau. 

Polypodium vulgare L. Na Welke nächst Althammer, Urbaska nächst 
Slawiea, Schlossberg bei Würbenthai, Keilig, Uhusteiu, mit 
üebergängen zur Form auritmn Willd., Goldenstein. 

PJiegopteris dryopteris Fee. Jawofina, häufig bei Gr.-Karlowitz, Hlu- 
bokä nächst Ober-Becwa, Wysokä, Troja^ka, Salajker Revier, 
na Welke nächst Althammer; Lysä hora bis fast zum Gipfel 
(Oborny)!, Osträ; häufig im mähr. Gesenke (Oborny), häufig 
bei Karlsbrunu (v. Niessl)!, häufig bei Würbenthai und Lud- 
wigsthal, Gr. Vaterberg, Bärenkamm, Keilig, Fuhrmaunstein, 
Dreistein. 

— polypoides Fee. Gross-Karlowitz, Hlubokä nächst Ober-Becwa, 
Gawalcansky und Samcansker Revier nächst der Salajka, Skalka 
und Wasathal bei Ostrawitz, Gruuik, Lukschinetz und Osträ 
nächst Malenowitz, Przuo, Morawka, Urbaska, Kaluzue und 

15^ 



184 

^ald u Chocü bei Slawica, Ptacinky-Wald bei Mähr.-Lomuä, 
Üpas bei Lomnä, Jabluukaii, Schlossberg bei Würbenthal, Wolfs- 
seifeu; liäufig bei Karlsbruuu (v. Niessl)!, Mooslebne, Kuob- 
locbgrabeu, Gr. Vater, Bärenkamm, Brünnelliaide, Hauer- und 
Ochsenwiesen, Schlägelbrünnel, Dreistein. 

Pteris aquilina L. Wd. Stransko bei Strany, Hradiscbow bei Pultschin, 
Pozwolnicky-Wald u. a. 0. bei Zdiechow, Butosonka am Wege 
zur Lysä hora Morawka, Slawica, häufig bei Jablunkau. 

Blechnum svicant Eoth. In tiefen Wäldern bei Ober-Becwa (Ma- 
ko wsky), häufiger bei Althammer (Sapetza); Hutiensky-Wald, 
na Welke am Wege zum Smrk, Klln, Morawka, Urbaska bei 
Slawii^a; Karlsbrunn, doch erst in einer Höhe von etwa 1000 
Meter (v. Niessl)!, wahrscheinlich ist darunter auch die Moos- 
lehne, wo ich es sammelte, gemeint; Demmbaude unterhalb der 
Schäferei. 

Asplenium septenfrionale Hoffm. Aloisdorf, häufig auf den Felsen bei 
Goldenstein, hier auch im Schliksenwalde. 

— viride Huds, Pathenwald bei Goldenstein. 

— tricliomanes L. Osträ bei Malenowitz, Morawka, häufig bei Wür- 
benthal und Goldenstein, Sternberg. 

Aspidkmi lohatum Sw. Häufig bei Gross-Karlowitz (Wald u Ondrü, 
Pleskowec- und Miloiiowskathal etc.), Hlubokä nächst Ober- 
Becwa; Smrk (Sapetza)!, Smrecina; Lysä hora (Makowsky); 
hier bis fast zum Gipfel; auf verschiedeneu Höhen um Fried- 
land (Oborny); Morawka, Kaluzne und Urbuska u. a. 0. bei 
Slawica. 

— spimdosum Swartz. a. genuinum Röp. in Ob. Fl. p. 74. Gross- 
Karlowitz, Wysokä, Trojacka, Salajker Revier, Hutiensky-Wald 
u. a. 0. bei Althammer imd von da bis zum Gipfel des Smrk, 
Lysä hora nahe am Gipfel, Grunik, Lukschinetz und Osträ bei 
Malenowitz, Morawka, häufig bei Slawica, Lomna, Würbenthal, 
Wolfsseifen; Karlsbrunn (v. Niessl); Ludwigsthal, hier auch 
in der f. dUatatum Sw. 

— filicc mas Sw. a. genuinum Milde 1. c. Jawornik, Ungar.-Brod, 
Morawka, ürbaska bei Slawica, Jablunkau, Sternberg. b. cre- 
natum Milde 1. c. Neu-Lhota, Strany, Val. Klobouk, Hallenkau, 
Jawornik-Gebirge, Gr.-Karlowitz, Friedland, Jablunkau, Teschen, 
Ludwigsthal, Rother Berg. 

Cystopteris frag'dis Beruh. Wald Studencany u. a. 0. bei Althammer, 
Morawka, Ptacinky-Wald bei Mittel-Lomna, üpas bei Lomna, 
Jablunkau, Wolfsseifen, Schlägelbrünnel, Dreistein, Sternberg 
(Wald bei Kiosk u. a. 0.). 

Botryohium rutaefoüum AI. Br. Auf einer fetten, kurzgrasigen und 
feuchten Wiese bei Krasnä. 

Li/copodium selago L. Salajker Revier, Trojacka, Bärenkamm, Gipfel 
des Rothen Berges 1333 M., Thal der rauschenden Tees, häufig 
bei der Kaiserbaude (für die Brunn elhaide und Fuhrmannstein 
etc. schon Oborny). 



185 

Lycopodium annotinum L. Trojacka, Salajker uud Gawalcansky- 
Eevier, Maxmiliauka - Thal nächst der Salajka-, Althammer 
(Sapetza), hier nicht selten: so im Hiitiensky - Wald etc. 
Klin, Peretonky, Polana unterhalb des Smrk (Smrk, Sapetza); 
Karlsbrunn, Rother Berg etc. (v. Niessl), Thal der rau- 
schenden Tees, Wald bei der Kaiserbaude imd bei den Och- 
senwiesen. 

— clavatum L. Gross-Karlowitz, Morawka; bis auf die höchsten 
Gipfel der Sudeten (Oborny), am Uhusteine bei 1170 M. und 
bei der Brünnelhaide bei 1300 M. 

Selaginella spinulosa AI. Br. Peterstein, Brünnelhaide (Gr. Fl.)!, 
andere von mir eruirte Standorte in d. Z. 1885, p. 158. 

Juniperus communis L. Gemein. Massenhaft am Hradischow bei 
Piiltschin und in den Bergwäldern bei Bystfitz und Ordiejow- 
hof, am Boden hingestreckte Exemplare in der Kopanice bei 
Bojkowitz, drei baumartige Exemplare nach Mittheilung des 
Hegers und des Herrn Lichtenstein am Trawny nächst 
Morawka. 

— nana Willd. Fuhrmannstein. 

Pinus montana Mill. a. piimilio Hänke. Fuhrmannstein uud bei der 
Kaiserbaude, wahrscheinlich angepflanzt. 

Ähies Larix Lam. Straznitz, Jawornik, Philippsthal, Ob.-Niemtschy, 
Ung.-Brod, Val. Klobouk, Teschen, Mähr.-Ostrau. 

Acorus calamus L. Straznitz, spärlich im Milofiowkathale bei Gross- 
Karlowitz, 

Arum maculatum L. Philippsthal bei Jawornik (Makowsky); Klo- 
koculk bei Jawornik, Neu-Lhota, na Kotarech, Kl. Jaworina, 
Kralow bei Ungar. -Brod. Exemplare bei der vorjährigen Dürre 
kaum kenntlich. 

Calla palustris L. Hlubokä nächst Ob.-Becwa, Althammer. 

Sparganivm simplex Huds. Hawritz, M.-Ostrau, Hefmauitz. 

Typha latifoUa L. Straznitz, Philippsthal. 

Zea mays L. Cultivirt um Eohatetz, Straznitz, Tasow und sogar 
noch, jedoch mit wenig Erfolg, da die Pflanzen wegen der nie- 
deren Jahrestemperatur sehr kümmerlich aussehen, bei Lippau! 

Andropogon ischaemnm L. Eohatetz, Petrow, Straznitz, Ung.-Brod, 
Prakschitz, Hawritz. 

Panicum miliaceuni L. Gebaut und verwildert. Straznitz, Hroznä, 
Lhota, Brumov, Val. Klobouk. 

Setaria verticillata Beauv. Eohatetz, Petrow, Straznitz, Ung.-Brod, 
Hawritz, Boguschowitz, Koiiska. 

(Fortsetzung folgt.) 



186 

Bildungsabweichungen an Frühlingsblumen. 

Von Wilhelm Voss. 

1. Grocus vernus Wulf. 

Der Frühliugssafrau ist eine der häufigsten Pflanzen der Lai- 
baelier Flora, Er entfaltet seine Blüthen gewöhnlich im Februar 
oder Anfangs März und kommt an einzelnen Orten der Umgebung 
(Schlossberg, Rosenbacherberge, Golovc, Stadtwald) zu Tausenden vor. 

Leicht gelingt es, die verschiedensten Farbenvarietäten vom 
dunklen Violett bis zum reinsten Weiss zu beobachten; auch kommen 
weiss und violett gestreifte Blüthen, doch weit seltener vor. — 
Schon Siegmund Graf, der fleissige Beobachter der hiesigen 
Pflanzendecke, hat auf diese Verhältnisse aufmerksam gemacht, des 
gleichfalls hier vorkommenden Grocus alhlflorus Kit. gedacht, sowie 
auf dessen Merkmale hingewiesen. *) 

Ausser diesen Farbenabänderungen sind mir sonstige Eigen- 
thümlichkeiten im Wachsthume des Grocus vernus nicht unterge- 
kommen. Erst im Frühjahre 1885 erhielt ich Pflanzen vom Laibacher 
Schlossberge, die grosses Interesse erregten. Es lagen mehrblüthige 
Pflanzen vor, welche jedoch auf zweifache Art gebildet wurden. Die 
Crocuspflanzen waren zwei-, andere dreiblüthig. Einer dieser Fälle 
sei im Bilde (Fig. 1) wiedergegeben; eine dreiblüthige Pflanze, mit 
vollkommen entwickelter mittlerer Perigonblüthe und zwei jüngeren 
seitlichen. Nach Entfernung der Knospendecke, der Blatt- und 
Blüthenscheiden liess sich erkennen, dass die Hauptknospe der Knolle 
durch Theilung drei (in anderen Fällen zwei) oberirdische Axen ge- 
bildet hat. Die Zahl der Laubblätter, bei normal erwachsenen Pflanzen 
3, betrug hier vier. Die Pflanze hatte ferner 3 Blüthenscheiden und 
eine Blattscheide. 

Andere Crocuspflanzen jedoch zeigten, dass ein Vorkommen von 
2 oder 3 blühenden Axen auf einer Knolle, nicht auf die Gipfel- 
knospe zurückzuführen sei, sondern auf die Anlage mehrerer Knospen, 
wovon jede zur Entwicklung kam. — Figur 2 stellt einen derartigen 
Fall dar. Auf der Oberseite der Knolle, die dem Beschauer bei auf- 
rechter Stellung der Blüthen zugewendet ist (aus später zu bespre- 
chenden Gründen), haben sich drei Knospen gebildet. Zwei etwas 
ausserhalb des Centrums, eine weiter gegen den Umfang der Knolle. 
Aus ersteren erwuchsen ganz normal gebildete, oberirdische Axen, 
aus letzterer ein junger Spross. 

Es können demnach die Knollen von Grocus vernus 
mehrere blühende Axen auf zweierlei Weise hervorbringen; 
durch Bildung mehrerer Schäfte aus einer Gipfelknospe, 
oder durch Anlage einiger Knospen. 

Im Anschlüsse möge noch einer weiteren ßildungsabweichung 
gedacht werden; des Auftretens von Adventivwurzeln an un- 

*) Einige Bemerkungen über den bei Laibach wachsenden Crocus vernus. 
Flora, 1836, I. B., pag. 289—291. 



187 



gewöhnlicher Stelle. — An dem, in Fig. 2 abgebildeten Crocus, 
haben zwei Triebe, ein blühender und der seitwärts stehende, kegel- 
förmige Wurzeln getrieben (a), welche au der Ursprungsstelle etwas 
verengt sind, hierauf an Dicke zunehmen und allmälig in die Spitze 





auslaufen. Durch das geotrope Wachsthum derselben, erlitt die 
Knolle eine Krümmung, so dass sie dem Beschauer fast die ganze 
Oberseite zuwendet, wenn die blühenden Axen in normale Stellung 
gebracht werden. 

Derartige Adventivwurzeln sind an Grocus wohl schon beobachtet 
worden. J. Eichelberg bildet in seinem, 1845 zu Zürich erschie- 
nenen Werke: „Naturgetreue Abbildungen und ausführliche Beschrei- 
bungen aller in- und ausländischer Gewächse, welche die wichtigsten 
Produkte für Handel und Industrie liefern, als naturgeschichtliche 
Begründung der merkantilen Waarenkunde" auf Tafel XXXVI Crocus 



188 

sativus L. mit derartigen Wurzeln ab, ohne jedoch im Texte darauf 
weiter einzugehen. Th. Irmisch beschreibt diese Bildung genauer 
an Crocm vernus in: „Zur Morphologie der monokotylischen Knollen- 
und Zwiebelgewächse, Berlin 1850", auf Seite 168 und gibt auf 
Tafel X eine Abbildung. 

2. Erythronium dens canis L. 

Im März 1885 wurde eine Pflanze gesammelt, deren Blüthe 
nicht pentacyclisch-trimer, sondern pentacyclisch-dimer ausge- 
bildet war, eine Bildungsabweichung, die ich bei dieser Art, obgleich 
mir alljährlich viele Exemplare in die Hände kommen, noch nicht 
beobachtet habe. 

Die Perigonblätter stehen in zwei alternirenden (90") Kreisen, 
ebenso die Staubblätter. Das Gynaeceum, von zwei Carpellblättern 
mit der gleichen Stellung der Perigonblätter des äusseren Cyklus, 
gebildet, ist zweifächerig. Die Scheidewand trägt jederseits zwei Pla- 
centen, mit je einer Reihe Samenknospen. Der Griffel endet mit 
zwei Narben. Das empirische Diagramm lässt sich demnach durch 
die Formel: 

K, C, \ A,-\- „ G, 

ausdrücken. — Perigonblätter, Staiibgefässe , Fruchtknoten und 
Narben haben dieselbe Grösse und Form, wie in normal gebildeten 
dreizähligen Blüthen. — Lilien, deren Blüthen nach der Zwei-, Vier- 
oder Füüfzahl ausgebildet, sind wohl bekannt. Bei Erythronium 
scheint die beschriebene Abweichung noch nicht beobachtet worden 
zu sein. 

3. Leucojum vernwm L. 

In Nr. 3 des Jahrganges 1885 dieser Zeitschrift berichtete ich 
über einige Bildungsabweichungeu, die bei dieser Art beobachtet 
wurden. In demselben Jahrgange (pag. 196) fügte Prof. Fr. Vier- 
happer noch einige weitere Abweichungen im normalen Bau dieser 
Pflanze hinzu und bemerkt, dass in der Umgebung von Ried, 
Leucojum vernum L. mit zwei Blüthen an einem Schafte nicht selten 
zu finden ist; ja auch ein dreiblüthiges Exemplar kam zur Beobach- 
tung. Einen ähnlichen Fund notirte ich im Frühlinge des letzten 
Jahres. 

Ein kräftiges, reichbeblättertes Individuum trägt 2 Blüthen- 
schäfte; einer davon schliesst mit einer normalen Blüthe ab. Der 
zweite Schaft hingegen trägt 2 Blüthen; jedoch sein Bau ist eigen- 
thümlich. In der Mitte etwa, zeigt der abgerundete Schaft jederseits 
eine Längsfurche, welche vermuthen lässt, dass hier eigentlich zwei 
Schäfte miteinander verschmolzen sind. Diese Verwachsung ist ganz 
deutlich an dem Blüthenstiele, der die erwähnten zwei Blüthen, 
deren Fruchtknoten dicht aneinander liegen, trägt. Das Deckblatt 
dieser Blüthen ist wohl grösser, doch zeigt es übereinstimmende 
Bildung mit jenem typischer Pflanzen, — Man hätte demnach an 



189 

eine Leucojum-Pflanze zu denken, bei der drei Schäfte angelegt 
waren, wovon einer normal erwachsen ist, die anderen jedoch bis auf 
die Blüthen, mit einander verschmolzen sind. 

Laibach, April 1886. 



Pedicidaris Jankae. 
Von Hans Steininger. 

P. caespitosa, radicis fibris crassiusculis elongatis apice attenuatw, 
foliis parvis ambitu oblong o-linearihvs in lacinulas minimas breves 
divaricatas bipinnatisectis, caulinis verticillatis, spica laxiuscula, 
capitata arachnoidea, bracteis ovato rhombeis, inferioribus 
utrinque dente uno alterove instructis, apice trifidis, supe- 
rioribus integris apice 2 — 3 fidis calycem aequantibus; calyce 
tubuloso plerumque ad medium fisso, dentibus inaequalibus 
lineari-lanceolatis brevibus acuminatis integris. Sinus laci- 
niarum calycis acuti. Corollis roseis, tubo calyce duplo triplove 
longiore versus medium infracto in limbum superne ampliato, labio 
superiore subfalcato, apice rotundato, obtuso, fere saccato, 
erostri, inferiore sublongiore, lobo intermedio basi angustato, filamentis 
glabris, antheris contiguis subinclusis; capsulam non vidi. 

Habitat in monte Tauro, aestate 1836 {Th. Kotschy 
exs. nr. 382). 

Diese in nächste Nähe der Pedicularis cadmea Boiss. zu stellende 
neue Art, von welcher merkwürdiger Weise in B o i s s i e r's fl. or. keine 
Andeutung sich findet, wurde mir durch die Güte des Herrn Victor 
Janka de Bulcz, welcher dieselbe in der Musealsammlung in 
Budapest aufliegen fand und als von der Ped. cadmea Boiss. ver- 
schieden erkannte, nebst anderen interessanten Pedicularisarten 
freundlichst zur Einsicht zugesandt. 

Eeichraming (Oberösterreich), April 1886. 



Einiges über Veilchen. 

Von J. B. Wiesbaur, S. J. 

Vor vierzehn Tagen erhielt ich vom Verfasser der Flora Kärn- 
tens Viola sciaphila Koch, in frischen Exemplaren zugesendet. Ein 
rasenartiges Stöcklein fiel mir besonders auf. Im Kalksburger Veil- 
chengarten war Viola sciaphila bereits spontan; nie aber sah ich 
dieselbe rasenförmig auftreten. Natürlich dachte ich sofort an eine 
hirtaX.sciapliila. Nähere Untersuchung bestätigte auch diese An- 
nahme. Diese schöne und meines Wissens neue Mischart, für welche 



190 

ich nach dem verdienstvollen Entdecker den Namen Viola Pacheri 
in Vorschlag bringe, hat im Ganzen mehr das Aussehen der F. 
sciaphüa, auch die Blumeufarbe, soweit diese noch zu erkennen war, 
ein Koth violett mit weissem Schlund und lichterem Sporne; auch 
besitzt sie deren frisches Grün. In der Blattform nähert sie sich 
mehr der V. hirta; ebenso in der Bekleidung. Namentlich aber sind 
es die Nebenblätter, welche die Mittelstellung am deutlichsten zur 
Anschauung bringen. Sie sind länger gefranst als bei V. hirta, 
aber kürzer als bei sciaphila, etwa wie bei der V. hyhrida Val de 
Lievre (hirtaXcolUna). Da aber V. collina Bess. am Standorte der 
V. Paclieri fehlt, so kommt V. hyhrida schon aus diesem Grunde 
nicht in Betracht. Wie schon erwähnt, fiel zunächst die Rasenbil- 
dung auf. Da dieses Merkmal sich schon bei so vielen Blendlingen 
der F. hirta erprobt hat, glauben wir auch hier nicht zu fehlen, 
wenn wir die F. Pacheri für eine hirta X sciaphila ausgeben. Sie 
wurde vom Hochw. H. Dechant David Fächer bei Obervellach 
in Oberkärnten unter den Stammarten gefunden. 

Was andere Veilchen betrifft, so muss ich gestehen, dass ich 
vor einigen Tagen durch das neue Geueraldoubletten-Verzeichniss 
des schles. bot. Tauschvereiues *) überrascht wurde, indem ich darin 
drei neue Veilchen von mir, fast möchte ich sagen, entdeckte. Ich 
hatte bereits darauf vergessen, dass ich vor etwa anderthalb Jah- 
ren mit der Offertenliste deren kurze Diagnosen eingesandt hatte. 
Ich erlaube mir, sie hier zu copireu: 

,^Viola Kerneri var. caliantha m. colore et magnitudine flo- 
rum omnino Violam austriacam aemulatur. Eeliqua fere ut in 
forma vulgari." 

^Viola Medlingensis {amhigua X odorata) m. Similis Violae 
Haynaldi Wiesb., folia tarnen latiora brevioraque, flores Violae 
odoratae L.; infertilis; maxime odorifera." 

^^Viola Skofitziana {elatiorXpumila) m. Medium teuet inter 
utramque parentem; planta junior d.(i Violam pumilam Chaix, adulta 
ad elatiorem Fries magis accedit; infertilis." 

Viola Kerneri v. caliantha fand ich vor etwa zehn Jahren auf der 
Himmelswiese zu Kalksburg bei Wien. Im Veilchengarten breitete sie 
sich sehr aus, die in der Nähe stehenden Arten, wie es die Veilchen- 
bastarte meistens thun, ganz verdrängend. — F. Medlingensis stammt 
vom Westabhang des Medlinger Eichkogels. Ich fand daselbst um 1880 
nur wenige Exemplare. In Cultur vermehrte sie sich sehr stark. — 
V. Skoßziana (zu unterscheiden von Viola Skoßtzii Bl'ocki = 
PlvlnianaX.montana in. Oe. b. Z. 1883, S. 307) sammelte ich Ende 
April 1876 mit P. A. Dichtl am Lechnerdamm bei Laxenburg, 
später auch weiter südlich bei der Fasanerie. Anfangs glaubte ich 
nur üppige Exemplare der F. pumila zu haben. Während aber die 
um Laxenburg gemeine pumila auf gleichem Boden mit Skoßtziana 
cultivirt klein blieb und sich sehr fruchtbar zeigte, wucherte letz- 



'j XXIII. Tauschjahr 1885/86. 



191 

tere äusserst üppig fort, besonders durch unterirdische Läufer (wie 
auch manche ßastarte der V. hlrta, z. B. hyhrida Val de L., 
mollis Kerner) nur vegetativ sich vermehrend, so dass ich in den 
sieben Jahren, während welcher ich sie beobachtete (von 1876 bis 
1883) wohl tausende von blühenden Pflanzen, nie aber eine Frucht 
sah. Merkwürdigerweise ist auch dieser Blendling rasenbildeud. 
Sommerexemplare sind meist bis 30 Cm. hoch. Von grossen Exem- 
plaren der F. pumila unterscheidet sich F. Skoßtziana auch leicht 
durch die kurze, schwache Behaarung, durch welche sie sich der 
F. elatior nähert. 

Die F. Skofitzii Bl. glaubte ich hier in der Rabuey bei Tür- 
mitz i. B. gefunden zu haben. Was ich als montmiaxRiviniana und 
vielleicht auch als montana L. versandt und ausgegeben habe, ist 
weder Skoßtzii noch montana, sondern wahrscheinlich mirabilisX. 
Riviniana, die ich in der neueren Zeit als F. orophüa m. an Freunde ver- 
theilt habe. Sie wächst unter den beiden vermutheten Stammarten und 
steht eben in meinem Versuchsbeetchen in schönster Blüthe. Neben 
Biviniana gehalten scheint sie eine mirabilis, neben dieser aber 
eine Riviniana zu sein. Sie hält vollständig die Mitte und ist 
gleichfalls üppiger, als die Arten zu sein pflegen. Dieser Blendling (?) 
scheint jedoch fruchtbar zu sein. *) 

Zwischen F. silvatica Fr. und Riviniana Reich, fand ich 
öfters eine Form (auch aus Brunn erhielt ich sie von H. Prof. Dr. 
Formänek), die sich mit Sicherheit weder als die eine, noch als 
die andere bestimmen Hess. . Daher wurde sie als dubia bezeichnet 
und auch als solche versendet. Einen Stock, der mir wegen seiner 
üeppigkeit auffiel, fixirte ich genau, um ihn fortgesetzt zu beob- 
achten. Er steht in einer nahen Schlucht des Erzgebirges hinter 
dem Mariascheiner Kalvarienberg. Zwei Jahre fand ich ihn nun 
stets steril, was bei dieser Viola dubia um so auffallender sein 
muss, als sich F. silvatica und Riviniana näher zu stehen scheinen 
(sie werden ja von vielen Autoren gar nicht unterschieden), als 
F. Riviniana und mirabilis, deren muthmasslicher Bastart (F. oro- 
phüa)^ wie erwähnt, fruchtbar zu sein scheint. 

Diess die Frucht meiner bisherigen .Beobachtungen an der 
hiesigen Veilchenflora. Die Armuth derselben an Märzenveilchen 
lenkte meine Aufmerksamkeit auf die Hundsveilchen, welche hier 
mehr vertreten sind als erstere. So fand ich auf dem Basaltboden 
der bereits erwähnten Rabney bei Türmitz im böhmischen Mittel- 
gebirge ^) zwischen F. arenaria und F. Riviniana auch die F. fallax 



') Vielleicht ist V. orophüa sogar eine neue Art. 

*) Die Geographen rechnen den Höhenzug vom bekannten Teplitzer 
Schlossberg über die Race (,.Ratschenberg" der Karten; die deutschen Bauern 
der Umgebung sprechen aber „auf der Ratsche"), Jedowine und Rabney bis 
Türmitz zum Erzgebirge, während er doch naturgemäss zum Mittelgebirge ge- 
hört, demselben näher liegt, und in geologischer und floristischer Hinsicht ganz 
damit übereinstimmt. Es wäre daher viel einfacher, um Verwirrungen zu ver- 
meiden, den ganzen Höhenzug am linken Biela-Ufer, der vom Mittelgebirge nur 



192 

Celakovsky (als Var.), welche ich für arenariaX mvinicma zuhalten 
geneigt bin, wie der ausgezeichnete Florist Böhmens, dessen Werke 
wohl auch jenseits der Grenzen Böhmens mit grossem Vortheil be- 
nutzt werden können, Seite 479 des Prodromus florae bohemicae auch 
mit Recht vermiithet. 

Während der Osterferien hatte ich Gelegenheit, den Lobos 
bei Lobositz und den Georgenberg (Rip) bei Raudnitz a. E. zu be- 
suchen. Auf beiden Basaltbergen fand ich blutwenig Veilchen, zur 
grössten Ueberraschung jedoch auf beiden vor allen andern zuerst 
V. hybrida {hirtaXcollina). Natürlich fehlten die Stammarten auch 
nicht. V. collina ist am Rip sogar ziemlich häufig. Mit der V. collina 
von Kalksburg bei Wien scheint sie aber nicht ganz übereinzustim- 
men, indem die böhmische Pflanze ein viel frischeres Grün aufweist. 
Ich habe sie desshalb eingesetzt. V. hybrida fand ich ausserdem noch 
(mit den Stammarten) im Eichbusch (Fasanerie?) zu Rowney (Rovne) 
bei Raudnitz. 

Mariaschein, am 2. Mai 1' 



Ein Beitrag zur Kenntniss der Flora Wolhyniens. 

Von K. Vandas. 

(Schluss.) 

Vinca minor L. Cuman: bei der Pechsiederei im schattigen Walde. 

Vincetoxicum officinale Mönch. In Waldschlägen um Cuman, auch 
bei Konstantinow. 

Sweertia perennis L. Auf einer Torfwiese bei Olicka einzeln. 

Gentiana cruciata L. Trockene Hügel um Konstantinow. 
— pneumonanthe L. Auf nassen Waldwiesen um Cuman und Sla- 
wuta allgemein verbreitet. 

Ecliinospermuni lappula Lehm. Cuman. 

Pidmonaria angustifolia L. In einem schattigen Waldthale bei Kon- 
stantinow, 

Digitalis ambigua Murray. In Klewaner Wäldern gemein. 

Veronica spicata L. Cuman: zwischen Gebüschen bei Bazliky, auch 
bei der Pechsiederei gemein. 

Pedicularis Sceptrum Garolinum L. Um Cuman auf nassen Wiesen 
bei Bazliky, Silno, Berestany ziemlich häufig. 

Salvia verticillata L. Auf trockenen Stellen um Konstantinow. 

Plantago arenaria W. K. Um Cuman auf Sandtriften mit Thymiis 
angustifolius Pars, überall verbreitet. 



durch die schmale Biela, vom Erzgebirge aber durch das breite Dux-Teplitzer 
Kohlenbecken getrennt ist und sich von Brüx über Teplilz bis Türmitz erstreckt, 
als Teplitzer Zwischengebirge oder schlechüiin als Zwischengebirge 
zu bezeichnen. Für Floristen ist das ganz besonders empfehlenswerth. 



193 

Trientalis europaea L. Ciimau: im "Walde bei der Pechsiederei. 
Andromeda poliifolia L. In Cumaner siimpfigen Wäldern mit Ledum 

palustre L., Vaccmium idiginosum L. und Oxycoccus palustris 

Pers. überall verbreitet. 
Plrola rotundifolia L. um Cuman und Konstantinow mit Chimophüa 

umhellata Nutt. in Wäldern ziemlich gemein. 
Clematis recta L. In Waldschlägen bei Cuman und Slawuta gemein. 
Thalictrum minus L. Konstantinow. 

— angustifolium W. et G. Auf Torfwiesen bei Olicka und Be- 
restany. 

Anemone silvestris L. Gebüsche um Bazliky und Mostanice bei Cu- 
man häufig. 

Ramincidus poli/anthemus L. In Waldschlägen bei Cuman mit M. 
nemorosus DC. zahlreich. 

Nigella arvensis L. Um Konstantinow gemein. 

Cimicifuga foetida L. In Waldschlägen um Cuman und Slawuta 
häufig. 

Drosera rotundifolia L. Auf Torfwiesen um Cumau. 

— longifolia L. Ebendaselbst, viel gemeiner als die vorige. 
Stellaria crassifolia Ehrh. {St. elodes M. B.). Auf der grossen Torf- 
wiese bei Cuman häufig. 

GypsopMla panicidata L. Auf trockenen Hügeln um Konstantinow. 
Dianthus armeria L. Zukow bei Slawuta in einem Waldschlage 
einzeln. 

— Borhdsii u. sp. e sectione „Carthusiani Boiss." 

Laete viridis, saepe multicaulis, radice simplici, caules simplices, 
interdtirn suhramosos usque 4ö cm. altos, quadrangulos, inferne aspe- 
ridos, superne glahros emittente. Folia graminea, anguste linearia, 
2 mm. lata, inferiora internodio multo longiora, superiora interno- 
dium fere adaequantia, summa illo midto breviora, subtrinervia, ner- 
vis lateralihus obsoletis, margine scabra, basi longe vaginantia, 
Vagina caulis diametro pluries {5 — 6plo) longiore. 

Flores aggregati in capitulum basi quasi bifasciculatum,, 2 — 7 
florum,, involucratum phyllis scariosis, anguste oblongis, pal- 
lidis, margine membranaceis, circa 1 cm. longis, 3 — 4mm. 
latis, abruptim aristatis, arista involucri longitudine du- 
plo breviore. Squamae calycis leves, pallidae, albicantes, 
apice fuscescentes, rarius purpurascentes, 6—8 mm. lon- 
gae, 3— 4mm. latae, ellipticae, margine ut involucri phylla 
membranaceae, membrana 1mm. lata, in aristam 2 — 3 mm. 
longam sensim attenuatae, calyce duplo breviores. Calyx 
cylindricus, circa 15 mm. longus, apice striaius, interdwm purpura- 
scens, dentibus lanceolatis, breviter acuminatis; lamina purpurea, 
barbidata, obovata, apice acute dentata, dimidium calycis adaequans. 
Capsula cylindrica, 4-ßda, tubum calycis aequans. 

Um Konstantinow bei Klewan auf trockenen, mit Gebüschen 
sparsam bewachsenen Hügeln ziemlich häufig. Auch nahe Cuman 



194 

bei Olicka, selten. Anfangs August in voller Blüthe. Diese durch 
die breit scariösen, allmälig in kurze Grannen verschmälerten Kelch- 
schuppeu ausgezeichnete Art, die ich zu Ehren des um die Gattung 
Dianthus vielverdienteu Forschers Herrn Dr. Vincenz v. Borbäs 
benenne, unterscheidet sich durch dieses Merkmal von allen Arten 
dieser Section, wie sie in Ledebour's „Flora Rossica" und Boissier's 
„Flora Orientalis" angeführt sind. Habituell erinnert sie ein wenig 
an den gemeinen jf>. Carthusianorum L., von dem sie aber durch 
die Beschaffenheit der Kelchschuppen gänzlich abweicht. D. Bor- 
hdsii m. erinnert durch die beschriebene Beschaffenheit der Kelch- 
schuppen an D. membranaceus Borbäs (Siehe Oesterr. bot. Zeitschr. 
XXVI, pag. 125), eine Vermuthung, welche Herr Autor, dem ich 
meine Pflanze zur gütigen Ansicht überschickte, auch bestätigte. D. 
membranaceus Borbäs ist aber von D. Borhdsii m. durch die kurzen, 
fast zu Schuppen verkümmerten Grundblätter, durch breitere, kurz- 
scheidige Stengelblätter und die unvermittelt in die Granne über- 
gehenden Kelchschuppen sehr verschieden. Wohl ähnelt D. Borbdsü 
m. eiuigermassen auch der südrussischen Art D. polymorplms M. B. 
durch die nicht selten ramulösen Stengel, allein diese Nelkenart ist 
viel zierlicher, ihre eiförmigen Kelchschuppen sind breiter, unver- 
mittelt begranut und die Kelchzähne stumpf-oval. 

Aus der Gruppe der Carthusiani Boiss. steht D. Borbdsü m. 
noch mit D. aspendus Boiss. et Huet. in einiger Verwandtschaft; 
diese Art hat aber kurze Blattscheiden, derbere, länger begrannte, 
auffallend rauhe und weniger scariöse Kelchschuppen. 
Dianthus deltoides L. Zukow bei Slawuta. 

— pratensis M. B. In einem Waldschlage des Michlaer Revieros 
bei Slawuta. 

— colUnus W. Kit. Bei Slawuta im Zukower Revier, einzeln. 

— collinus W. Kit. var. glabriuscidus W. Kit. In Waldschlägen um 
Cuman ziemlich gemein. 

— superbus L, In trockenen Wäldern um Cuman und Slawuta 
überall verbreitet. 

Cucubalus baccifer L. Im Waldschlage bei Cuman, auch um Kon- 

stantinow einzeln. 
Sllene armerla L. Um Cuman auf Sandtriften häufig. 

— cMorantha Ehrh. Zwischen Gebüschen bei Mostanice selten. 
Linum flavum L. In einem lichten Walde bei Konstantinow. 
Evonymus verrucosa Scop. Um Cuman und Konstantinow in trocke- 
nen Wäldern häufig. 

Oenothera biennis L. Um Cuman gemein. 

Circaea lutetiana L. Zukow bei Slawuta. 

Hippurls vulgaris L. In Cumaner Teichen gemein. 

Cicuta virosa L. var. tenuifolia Koch {G. tenaifolia Froel.). Diese 
merkwürdige, kaum 50 Centim. hohe, durch dünne Wurzel und 
Stengel, schmal lineale, ganzraudige oder sparsam gesägte Blatt- 
zipfel und 4 — Sstrahlige Dolden ausgezeichnete Varietät fand 
ich in grosser Menge auf der grossen Torfwiese bei Cuman, 



195 

Siinn lalifolium L. Ciimauer Teiche. 

Seseli coloratum Elirli. Um Ciiman und KonstautiDOW auf trockeneu 
Hügeln gemein. 

— libanotis Koch. Zwischen Gebüschen bei Mostanice, einzeln. 
Peucedanum pcdusire Mönch. In Cumaner Wäldern bei der Pech- 
siederei und Olicka auf Torfwiesen ziemlich verbreitet. 

Laserpltimn pruteniettm L. In Wäldern um Cuman mit Peucedanum 
oreoselinum Mönch gemein. 

Saxifraga Mrcidus L. Auf Torfwiesen um Cuman sehr gemein. 

Sedum teleplmim L. Auf trockenen Waldschlägen um Cuman, einzeln. 

Agrimonia odorata Mill. In schattigen Wäldern um Konstantiuow. 

Oeum strictum Ait. (6r. intermedium Bess.! non alior.). Im Wald- 
schlage bei Cuman, selten. 

Potent'dla norvegica L. Mostanice bei Cuman einzeln. 

Ononis hircina Jacq. Um Cuman bei Mostanice, Olicka, gemein. 

Medicago falcata L. Um Konstantinow häufig. 

Trifolium hyhridum L. Auf der grossen Torfwiese bei Cuman. 

— alpestre L. In Waldschlägen um Cuman gemein. 

— lupinaster L. In einem Waldschlage bei Cuman auf Sandboden 
in massiger Anzahl. 

Prag, am 18. März 1886. 



Mährische Rosen. 

Von J. B. Keller. 

Aus der Verwandtschaft der Bosa caryophyllacea Besser, 
R. gravoslens Gren., P. corüfolia f. cinerea Chr. und M. glauca Vill. 
sind in der Sammlung von Mährisch-Budwitz des Herrn Dr. F o r- 
m ä n e k derart interessante Novitäten enthalten, dass sie hier gleich 
angezeigt und gekennzeichnet werden müssen. 

1. Eine vorläufig bei den Cariophyllaceis adenopodis als f. Bud- 
ivitzeasis Kell, und Form, eingereiht — ist ein frutex validus toto 
pubescens et aculeatus, hat bei ihren foliolis sat magnis obovatis 
utrinque (supra teuuiter) glanduloso-pubescentibus (= caryophyllacea) 
meist vereinzelte receptacula parva subglobosa, glandulosa-pedun- 
culata et sepala erecta glandulosa (= rubignosa), aber pendunculos 
brevissimos petala parva squalide purpurea (=^ caryophyllacea), 
margine haud ciliata stylos utra discum conicum subglabros gla- 
brosve fasciculatos (haud capitatos). 

2. P. Weeheri Kell, et Form. Eine höchst interessante Novität, 
die ich als P. {coriifoUa) cinerea Chr. X P. scahrata Crep. nur 
ungern deuten möchte; sie ist nämlich von viel zarterem schwächerem 
Baue; ihre dünnen (oft grünen) Zweige, die orthacante Bewehrung, 
die au den jungen oft bläulich bereiften Trieben in dicht stehende 



196 

gelbliclie dmsenlose Aciculen degeneriren und der ümriss ihrer 
kleinen bis mittelgrossen (ungefähr an die sabauda erinnernden) 
Foliolen sind trotz deren doppeltdrüsiger Serratur und Behaarung 
mit keiner Tomentella — die kahlen Stipulen und Bracteen, die 
ziemlich kurzen, kahlen, bläulichen Pedunkeln, wenig getheilten 
drüsenlosen, abstehenden Sepalen sind nur mit der corUfoUa und 
mit keiner Tomentosa; die mit Stieldrüsen und längeren Aciculen 
dicht bewehrten Petiolen und die orthacanthe Bewehrung der Axen 
mit keiner Abietina; die armdrüsigen Foliolen, die drüsenlose Fläche 
der Stipulen, drüsenlosen, ganzrandigen, armgelappten, an die corii- 
folia {incana) erinnernden und überdies nicht herübergeschlagenen 
Sepalen, drüsenlosen sammt den dünnen Zweigen blaubereiften 
Pedunkeln mit keiner Glandulosa vergleichbar. Da zu ihrer gene- 
tischen Deutung — vorläufig — die Parentes fehlen und sie auch 
mit der R. vülosula Paillot in Billotia (1869) namentlich in den 
Stipulen (pag. 119) und Receptakeln (pag. 120) nicht iden- 
tisch ist, haben wir diese ganz besondere charakteristische Novität 
nach dem Namen des um die gesammte Natur- und Landeskunde 
Mährens hochverdienten k. k. Forstrathes Heinr. C. Weeber benannt. 

3. Eine zwischen der R. De la Soi Lagg. et Pug. (non Desegl.) 
und den Scabrat. orthocal. (nach der Farbe allerdings der subcoeru- 
lescens Borb.) stehende Varietät der glauca Vill. gesammelt bei 
Neureisch 17. Juli 1884 (locus: Borovicka), die bei einer späteren 
Ergänzung der mangelhaften Muster sich wahrscheinlich als zu den 
Scabratis orthocalicibus gehörend erweisen dürfte, da deren Petiolen 
allzu reichlich bestachelt und sammt der reichlich zusammengesetzten 
Serratur so dicht drüsig sind, wie sie die Tracbyphyllae aufweisen, 
auch die Pedunkeln sind vielmals länger und die unterseits reich- 
drüsigen Stipulen und Brakteen vielmals schmäler, etc. etc. 

4. R. pygmaeopsis Kell, et Han. (in Dr. Hanausek's Kremser 
Rosen) eine höchst auffällige zierliche Canina Biserrata. 

5. R. Formanekii Kell., öst. b, Z., 1885, 4, beide bei Mährisch- 
Budwitz, letzte an den oft langen pfriemlichen, nur schwach ge- 
bogenen Stacheln, behaarten, rothgelb geäderten Foliolen und kahlen 
oder fast kahlen Griffeln unverkennbar. 

6. R. hrevipedunculata Opiz bei Teltsch mit R. pilosa Opiz vera. 

7. R. tomentella Lehm, et micropetala (Kell.) bei Hosletic, und 
etwa noch 

8. R. incana Kitaibel bei Neureisch, Saar, Budwitz etc. des 
böhm.-mähr. Grenzgebirges, ganz typisch und in Uebergangsformen, 
deren eine (leider auch nur in ganz kleinen Proben vorliegende) die 
bei Schemnitz am Sytno (Tatärska za filagorion) gesammelte Form 
aber mit kleinerer, dichterer, gespaltener Serratur vorstellt. 

Wien, 14. April 1886. 



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197 

Die Flora von Kremsier in Mähren. 

Von Ed. PaUa. 

(Sehluss.) 

Campanula rotundifolia L. Nicht selten, z. B. im Steinwald, am 
Barbarabügel etc. 

— rapunculoides L. Häufig. 

— Trachelmtn L. Häufig. 

— patida L. Häufig. 

— persicifoUa L. In den Hügelwäldern häufig. 

— Cervicaria L. Im Sternwald. 

— glomerata L. Im südlichen Tbeile nicht selten. 
Bryonia alba L. Bei Bilan, Waschan und im Ziergarten. 
Sherardia arvensis L. Häufig. 

Asperula arvensis L. Am Barbarahügel beim Steinbruche. 

— cynanchica L. Im südlichen Theile häufig. 

— odorata L. Nur im Schlossgarten, nicht eben zahlreich und wahr- 
scheinlich mit Grassamen eingeschleppt. 

Galmm Criiciata Scop. An den Marchufern. 

— vernum Scop. Im Sternwald. 

— boreale L. Bei Bilan. 

— tricorne With. Bei Bilan. 

— Äparine L. Gemein, b. spurium (L). Nicht selten. 

— uliginosmn L. Häufig. 

— palustre L. Häufig. 

— verum L. Häufig. 

— Mollug L. Häufig. 

— ochroleucum Wolf. (6r. verum'X Mollugo Schiede). Unter den 
Stammeltern fast stets zu finden. 

— silvaticum L. In den Hügelwäldern häufig. 

Adoxa Moschatellina L. In allen Wäldern an der March häufig. 
Sambucus nigra L. Häufig. 

— Ebidus L. Im Sternwald; zwischen Lutopetz und Minouwek. 
Viburnum Opidus L. Nicht selten. 

Valeriana officinalis L. Häufig. 
Valerianella olitoria Poll. Häufig. 

— dentata Poll. Nicht selten. 
Dipsacus silvestris Mill. Häufig. 

— laciniatus L. Nicht selten. 

— pilosus L. Im Oberwald. 

Knautia arvensis Coult. Häufig. Kommt nur mit gelblichweissen 

Blüthen vor. 
Succisa pratensis Mnch. Bei Bilan und Kotojed. 
Scabiosa ocliroleuca L. Häufig. 
Eupatorium cannabinum L. Nicht selten, z. B. im Oberwald, Steru- 

wald etc. 
Fussilago Farfara L. Gemein. 

Oesterr. botan. Zeitschrift, ü. Heft 1886. 16 



198 

Aster AmeUus L. Im Sternwald. 

— • Novi Belgii L. An der Marcli nicht selten. 
JUrigeron canadensis L. Gemein. 

— acer L. Nicht selten, doch mehr im südlichen Gebiete. 
Bellis perennis L. Sehr häufig. 

Solidago virga aurea L. In den Hügel Wäldern häufig. 

— seroüna Ait. Häufig an der March. 
Inula salicina L. Im Stern wald. 

— Britannica L. Häufig. 

Pulicaria vulgaris Gärtn. Bei Bilan und in Chropin. 

JCanthium strumarium L. Bei Bilan, Lutopetz, in der Nähe der 

Mühle von Minouwek. 
Bidens cernuus L. a. radiatus DC. Häufig, b. ininimiis (L). Bei 

Lutopetz. 

— tripartitiis L. Gemein. 
Helianthus annims L. und 

— tuberosus L. Gebaut und verwildert; letzterer beim Ziergarten. 
Füago germanica L. Im südlichen Theile. 

— arvensis L. Häufig. 
G-napliaUimi silvaticwm L. Häufig. 

— ^diginosutn L. Häufig. 

— dioicum L. In den Hügelwäldern häufig. 
Artemisia vulgaris L. Häufig. 

Achillea Millefolium L. Häufig; nicht selten die Strahlblüthen rosa. 
Anthemis tinctoria L. Selten: bei Lutopetz und Bilan. 

— arvensis L. Häufig. 

— Gotula L. Häufig. 
Matricaria inodoro L. Häufig. 

— Chamoynilla L. Hie und da, z. B. beim Eingange in den Zier- 
garten. 

Tanacetmn vulgare L. Häufig. 
Ührysanthetnum Leucanthemum L. Sehr häufig. 
Senecio vulgaris L. Gemein. 

— viscosus L. Im Kattayer und Popowitzer Walde. 

— silvaticus L. Daselbst, 

— Jacohaea L. Häufig, besonders in den Hügelwäldern. 

— harhareaefolius Krocker. Häufig. 

— fiuviatilis Wallr. Besonders an den Marchufern häufig. 
Calendula officinalis L. Cultivirt und öfters verwildert, so nament- 
lich auf einem Acker unweit der Haltestelle Kotojed. 

Carlina vulgaris L. In den Hügelwäldern und deren Umgebung nicht 
selten. 

— acaulis L. Im südlichen Theile nicht selten. 
Cirsium lanceolatum Scop. Sehr häufig. 

— oleraceum Scop. Häufig. 

— canum Mnch. Häufig. 

— iataricum W. Gr. {oleraceum X canum Wimm.). Nicht selten, 
namentlich bei Mierutek und Lutopetz. 



100 

Cirsmm palnstre Scop. Im Walde von Popowitz und im Sternwald. 

— arvense Scop. Gemein, in folgenden Formen: a. /iorric/wm Wimm.; 
b. setosum (M. B.); c. incanum (Fisch.). 

Carduus acanthoides L. Häufig. 

— crispus L. Häufig. 
Onopordon Acanthium L. Zerstreut. 
Lappa officinalis All. Häufig. 

— minor DC. Häufig. 

— tomentosa Lmk. Häufig. 
Serratula tinctoria L. Bei Bilan. 
Centaurea Jaceae L. Häufig. 

— Scabiosa L. Häufig im südliclien Theile. Ebenso 

— rhenana Boreau. 

— Cyanus L. Häufig. 
Lampsana comrminis L. Häufig. 
Ciclioriiim Intyhiis L. Häufig, 
Leontodon autumnalis L. Gemein. 

— MspidMs L. Gemein. 
Picris liieracioides L. Häufig. 

Tragopogon maior Jacq. Einmal beobachtet am Barbarahügel. 

— orientaUs L. Bei Rattay. 

— pratensis L. Häufig. 

Podospermum laciniatum DC. An einem Raine hinter dem Hopfen- 
garten, 
Taraxacum officinale Web. Sehr häufig. 
Lactuca Scariola L. Häufig, b. integrifolia Bisch. Nicht selten. 

— sativa L. Nur selten, verwildert. 

— muraUs Less. Nicht selten, wie im Schlossgarten, Sternwald etc. 
Sonchus oleraceus L. Häufig. 

— aÄ/?er All. Sehr häufig. 

— arvensis L. Häufig. 

Crepis rhoeadifolia M. B. Im Steinbruche am Barbarahügel. 

— Hennis L. Gemein. 

— tectorum L. Häufig. 

— praemorsa Tausch. In den Hügel Wäldern. 
Hier actum PiloseUa L. Häufig. 

— pratense Tausch. Nicht selten. 

— murorum L. In den Hügelwäldern häufig. 

— horeale W. Gr. Daselbst. 

— umbellatuyn L. Nicht selten. 

Kremsier, den 25. September 1884. 



Nachtrag. 

Im Laufe dieses Jahres fand ich noch folgende für die Krem- 
sierer Flora neue Pflanzen, sowie einige neue Standorte: 
Typha angustifolia L. In Gräben längs der Kremsier-Hulleiner Bahn- 
strecke und bei Chropin. 

16* 



200 

Carex flava L. Bei Gr.-Tieschan. 

Orchis Morio L. Im Walde von Popowitz, selten. 

Polygonum condensatmn Sz. (P. PersicariaXmite A. Br,) unter den 
Stammeltern häufig und fast immer anzutreifen. So weit ich die 
Pflanze untersucht habe, fand ich sie stets steril, wie diess 
schon A. Braun in der Flora 1824 hervorgehoben hat! 

Atriplex roseum L. Bei Chropiu. 

Sagina procumbens L. Bei Chropin. 

Stellaria nemorum L. und 
— Holostea L. Im Oberwald. 

Polygala maior Jacq. Im Wäldchen rechts von der Scheleschowitz- 
Gr.-Tieschaner Strasse. 

Trapa natans L. Bei Chropin. 

Lythrum hyssopifolium L. Auf einem sandigen Acker bei Plescho- 
wetz in einem Exemplar. 

Ononis hircina Jacq. An der Kremsier-Hulleiner Bahnstrecke; ist 
offenbar, ebenso wie Centaurea solstitiaMs, nur eingeschleppt. 

Lorantkus europaeus Jacq. Im Hrazawald und Sternwald. 

ütricularia 7ieglecta Lelim. Bei Chropin. 

Hottonia palustris L. Bei Chropin. 

Myosotis caespitosa Schultz. Bei Chropin. 

Melampyrum, nemorosimi L. Mit schön weissen Bracteen im Stern- 
wald. 

Oalium silvestre Poll. Bei Pleschowetz. 

Clrsiiim palustre Scop. Zwischen Lutopetz und Minouwek. 

Centaurea solstitialis L. Beim Hopfengarten in 1 Exemplar. 
Wien, 1. November 1885. 



Flora des Etna. 

Von Prof. P. Gabriel Strobl. 

(Fortsetzung.) 

1201. Lythrum hyssopifolium L. Guss. Syn. et *Herb. !,*Cat. Cosent. 
Von vorigem verschieden durch meist 6, nie über 8, eingeschlossene 
Staubgefässe, fast sitzende, dem Stengel angedrückte, cylindrische, 
bei der Reife starre Kelche, kaum um 2 Mm. denselben überragende 
Blumenblätter und denselben überragende Kapsel; Griffel kürzer als 
der Kelch, Kelchnerven und -Zähne meist weniger als 12. — An 
feuchten und überschwemmten Stellen der Tiefregion: Villallegra bei 
Catania auf lehmig-sandigen, etwas feuchten Weiden (Herb. Tom.!), 
in der Ebene am Ufer des Simeto (Herb. Guss.!), im Meersande 
bei dem Pulverthurme Catauia's ziemlich häufig, ebenso auf Eisen- 
bahndämmen der Simeto-Ebene! April — Mai. 0. 

1208. L. bibracteatum Salzm. in DC. Prodr. III, 81, und DC. 
Herb, teste Guss.!, Guss. Syn. et *Herb.!, thymifolia Presl Fl. sie, 
non L. Ausgezeichnet durch decussirte Stellung der zahlreichen, unter 
einem rechten Winkel abstehenden, starren Aeste, längliche oder 



201 

länglichspatelige, gegen die Basis verschmälerte, sehr stumpfe, oft 
sogar ausgerandete, häufig zurückgeschlagene Blätter (die der Aeste 
viel kleiner, als die des Stengels), fast aus allen Blattachseln des 
Stengels entspringende Blüthen oder Blüthenbüschel ; jede Blüthe 
gestützt von zwei gegenständigen, liuearlanzettlichen, kaum 2 Mm. 
langen Blättern; Kelche fast sitzend, lang lineal (4 — 5 Mm.), an 
der Spitze etwas keulig verbreitert, bei der Reife cylindrisch, auf- 
recht, stumpf, 8 — lOzähnig, nebst den Stützblättern fein körnig- 
stachelig rauh, Blumenblätter 4 — 5, winzig, um Y» — 7* ^^^ Kelch 
überragend, länglich, blau; Staubgefässe zwei, selten mehrere. Ein 
eigenthümliches Pflänzchen, nur zu vergleichen mit thymifoUa L. 
Spec. plant. 642. Diese unterscheidet sich nach meinen Dalmatiner 
Exemplaren durch lineale Blätter, spärlichere, aufrecht abstehende, 
reichbeblätterte Aeste, 8 Kelchzähne, deren äussere 4 länger, als bei 
bibract., und pfriemlich sind, 4 kaum die Kelchzähne überragende 
Blumenblätter; bibract. Italiens und Siciliens unterscheidet sich nach 
Wllk. Lge. von der Pflanze Frankreichs und Spaniens (= L. Salz- 
manni Jord.) durch stachelig rauhe Kelchnerven, bedeutend kleinere 
Blumenblätter, die Hälfte des Kelches überragende Bracteen, und 
dürfte daher als var. italica zu bezeichnen sein. — An feuchten, 
und überschwemmten Stellen nahe dem Meere. Um Catania (Cosen- 
tini in Herb. Guss. !), am Ufer des Simeto in der Ebene Catania's 
(Herb. Guss.!), im Meersande nahe dem Pulverthurme Catania's nicht 
selten! April, Mai. O- 

CV. Farn. Myrtaceae R. Br. 

1209. Myrtus communis L. er. italica Mill. Blätter eiförmig- 
lanzettlich, in eine scharfe Spitze allmälig verschmälert. Diese an 
manchen Orten Siciliens ganze Bestände bildende Pflanze ist im Ge- 
biete sehr selten. Nach Cat. Cosent. fehlt sie am Etna ganz und 
findet sich nur 7 Meilen vom vulkanischen Boden entfernt an Fluss- 
uferu; nach Fl. med. ist sie in der Contrada delF arena wild; nach 
Tom. foss. wäcbst sie spontan am Ufer des Simeto auf lehmigsan- 
digem Boden und wurde bei Leucatia auch fossil gefunden; im Herb. 
Guss. Nachtr. liegt sie von Primozole aus der Hand Tornaben e's 
auf! Var. boetica Mill. mit eiförmiglanzettlichen oder ovalen, kurz 
bespitzten, gedrängten, kleineren Blättern wurde nach Tornab. foss. 
ebenfalls bei Leucatia aufgefunden. April— Juni. ^ . 

GVL Fam. Granateae Don. 

1210. Pimica Oranatum L. a. sylvestris: Strauch, Spitze der 
Aeste laug dornig. Auf steinigen Abhängen hie und da, z. B. bei 
Giarre (Guss. Syn.), zwischen Giarre und Scaletta (Brunner); ß. sa- 
tiva: Bäumchen, Aeste mit kurzer Dornspitze. In der ganzen Tief- 
region bis Bronte (2200') sehr häufig cultivirt, besonders längs der 
Ostküste (!, Philippi, Cat. Cosent.). April, Mai. ^. 

CVII. Fam. Pomaceae Juss. 

1211. Crataegus monogy na Jcq^. Presl. Fl. sie, Mespilus monog. 
W. *Raf. II, Guss. Syn. et Herb.!, Oscyacantha Bert. Fl. it. (Sic), 



202 

*GrHss. Syn. Add., nou L. Variirt in der Behaarung: a. glahrata 
(Blütlienstiele und Kelche kahl); ß. genuina (Bl. und K. flaumig- 
zottig); ferner in der Cultur mit doppelt so grossen Früchten; diese 
Form erhielt ich von Torn. als Oocyacantha L. Die echte Oxyac.^ 
mit der viele Botaniker monog. a. glahrata verwechseln, scheint in 
Sicilien gänzlich zu fehlen, denn Alles, was ich von Isnello und 
dem Etna, den Standorten Guss.', als Oxyacanth. erhielt, gehörte 
zu monog. — An Zäunen, Hecken, buschigen und waldigen Abhän- 
gen bis 4000' vereinzelt: Wälder des Etna (Tornab. in Guss. Syn. 
Add. et Herb, als Oa\!), am Etna bei Pedara und Nicolosi (!, Tom. 
in Herb. Guss. als mow. !), Catania (Cosent. in Herb. Guss!, Herb. 
Torn.!), Vallone di Ulli, Bosco Rinazzi (Herb. Tornab.!), an Fluss- 
räudern unterhalb Bronte! März — Mai. ^. 

1212. Grat. Azerolus L., Mespilus Az. Poir. Guss. *Syn. Add. 
et Herb.!, ^"'Torn. cart. Unterscheidet sich von Oxyac. etc. durch 
fast wehrlose Aeste, die einjährig zottig flaumig sind, lederige, 
grosse, unterseits flaumige, oberseits stark glänzende, verkehrt ei- 
förmig keilige, 3 — 5spaltige Blätter mit stumpfen, spärlich oder 
kaum gezähnten Zipfeln und an der Basis zottigen Blattstielen, 2 — 3 
Griffel, zottige Blüthenstiele und Kelche, grössere Früchte. In Hai- 
nen und auf buschigen Abhängen hie und da, nach Tornab. cart. 
30—2641': Am Etna (Torn. cart., Torn. in Herb. Guss.!), Wälder 
bei Nicolosi (Tornab. in Guss. Syn. Add. et Herb.!), vor Mister- 
bianco an den Ufern des Amenanus! April, Mai, reift nach Torn. 
im Sept. ^ . 

;NB. Cr. Pyracantha (L.), von Eaf. H. und Traft. Scud. in den 
Wäldern des Etna wild angegeben, ist in Sicilien nirgends ein- 
heimisch. 

1213. Mespilus germanica L. *Raf. H, *Cat. Cosent., *Tratt. 
Scud., Guss. *Syn. et ^''Herb.!, *Torn. geogr. et cart. In Hainen und 
Wäldern (30—2641' Tornab! cart.): Um Nicolosi (Herb. Tornab.!, 
Torn. in Guss. Syn. Add. et Herb.!), Cavaleri (Herb. Torn.!), schon 
von Raf., Coseutini und Scud. in der Waldregion angegeben; 
wird auch häufig cultivirt. April, Mai, reift nach Torn. geogr. im 
October. ^ . 

11214. Cydonia vulgaris Pers. Nach Guss. Syn. an Zäunen 
und auf Hügeln ganz Siciliens; wird im Gebiete zwar häufig culti- 
virt, spontane Exemplare jedoch sind mir nicht bekannt geworden. 
März, April. ^ . 

1215. Pyrus communis L. *ßaf. II, *Tratt. Scud., *Presl Fl. 
sie. introduct., *Cat. Cosent., *Pliilippi, Tornab. foss. «. sylvestris: 
Aeste oft dornig, Blätter ei-, fast herzförmig, nicht länger als der 
Blattstiel, kleingesägt, beiderseits nebst den Knospen und Aestchen 
kahl, unterseits bleicher; Blüthenstiele doldentraubig; Griffel frei, 
von der Länge der Staubgefässe; Blumenblätter am Nagel kahl; 
Frucht verkehrt kegelförmig, herb, im Spätherbste jedoch süss und 
geniessbar. Die Culturform = var. ß. sativa DC. ist wehrlos mit meist 
sehr vergrösserten, saftreichen Früchten. Var. «. findet sich nach 



203 

Tratt. Scud. häufig auf den Laven des Etna, besonders im Walde 
von Collebasso; nach Torn. foss. aber kommt sie zwar fossil bei 
Leucatia, aber nicht mehr wild am Etna vor; var. ß. hingegen wird 
zwischen 1500 und 3500' sehr häufig cultivirt, nach Torn. foss. be- 
sonders im Nordwesten gegen Licodia, Biancavilla und Adernö; nach 
Philippi gedeihen überhaupt die Obstsorten im Anfange der Wald- 
region, vorzüglich in der Gegend Tardaria (ca. 3500') am besten, 
da sie in der Tiefregion wegen der ihnen nicht zuträglichen Hitze 
sehr an Geschmack imd Schönheit verlieren; auch um die Ortschaft 
Cavaleri wird nach Torn. Herb.! der Birnbaum in verschiedenen 
Spielarten gezogen, ebenso in der Ebene von Nicolosi, zwischen Zaf- 
farana und Milo etc.! April, Mai. t» . 

1216. Pi/r. pyrainus ßaf. giorn. in Guss. Syn. Add. et ""''Herb. !, 
*Torn. foss. et cart., cuneifolia Guss, pl. rar. et Syn. Strauch oder 
Baum, Aeste dornig, Knospen zottig; Blätter 2 — 5mal länger als 
der sehr kurze Stiel, ca. 4 Cm. lang, TS Cm. breit, länglich oval 
oder lanzettlich, gegen die Basis allmälig verschmälert, kleingekerbt 
oder ganzrandig, die jüngeren unterseits flockig-flaumig, die älteren 
lederig, unterseits seegrün und ganz kahl; Blüthenstiele doldentrau- 
big, die jüngeren nebst den dreieckigen Kelchzipfeln wolligzottig; 
Blüthen mit 2 Cm. Durchmesser, Blumenblätter verkehrt herzförmig 
mit kurzem, kahlem Nagel; Griffel von der Länge der Staubgefässe ; 
Antheren purpurviolett; Früchte mit circa 2 Cm. Querdurchmesser, 
herb, fast kugelig, aber nur 1*5 Cm. laug, an der Spitze abgerundet, 
an der Basis gegen den 1 Cm. langen Fruchtstiel in eine ca. 6 Mm. 
lange Vorspitze vorgezogen, daher incl. Vorspitze imgefähr so lang 
als breit. — An Zäunen, auf dürren Hügeln, Feldern und waldigen 
Bergabhängen (1000—2641' nach Torn. cart.) häufig: Im Serrapiz- 
zutawalde, um San Nicola, Massanunziata (!, Torn. in Herb. Guss.!), 
in der Ebene hinter Nicolosi häufig, von ZafTarana gegen die Grotta 
del Turco hinauf, um Bronte ! April, Mai. f • (Fortsetzung folgt.) 



Litera-turberichte. 

Paul Sorauer, Handbuch der Püanzeukrauklieiten. Für Lanclwirthe, Gärt- 
ner, Forstleute und Botaniker. Zweite neubearbeitete Auflage. I. Theil 
Die nicht parasitären Krankheiten. Mit 19 litliogr. Tafeln und 61 Text- 
abbildungen. Berlin, Paul Parey, 1886. ,— XVI und 920 Seiten 8". Preis 
20 Mark. 
Der erste nun vorliegende Band dieser umfangreichen Arbeit 
weist eine bedeutende Vergrösserung seines ümfanges gegenüber der 
ersten Auflage auf, welche Ausdehnung durch die Verwerthung des 
in mehr als einem Decennium veröffentlichten Materiales und durch 
die eingehendere Beliandlung einzelner Capitel verursacht wurde. 
Freilich ist innerhalb dieser Zeit auch ein Buch über Krankheiten 
der Pflanzen (von A. B. Frank) erschienen, das aber bei kleinerem 
Umfange mit ganz anderen Intentionen den gleichen Stoff behandelt, 
Sorauer will nicht allein die Krankheit schildern, aufsuchen helfen, 



204 

ihre Ursache feststellen, er will auch ihre Therapie bekannt machen 
und bei der höchst ausgedehnten Literaturkenntniss, noch mehr aber 
bei der reichen persönlichen Erfahrung des Verfassers ist gerade der 
therapeutische Theil der hervorragendste, wichtigste und beste. Nächst 
diesem ist die Schilderung der Krankheitserscheinungen zur Fest- 
stellung der Diagnose als eine vorzügliche Leistung zu bezeichnen. 
Denn soll das Ankämpfen gegen die Krankheiten Erfolg haben, sagt 
Verf. in der Vorrede, dann müssen Landwirth, Gärtner und Forst- 
mann in der Lage sein, selbst die Störungen in ihren Culturen beur- 
theilen zu können, d. h. die Lehre von den Krankheiten der Pflan- 
zen muss Allgemeingut der praktischen Pflanzenzüchter werden. Von 
diesem Gesichtspunkte aus hat Verf. das Buch bearbeitet und im 
1. Band den Stoff in 8 Capitel gegliedert. Sie umfassen die Krank- 
heiten, die durch ungünstige Witterungsverhältnisse, durch schäd- 
liche atmosphärische Einflüsse, durch den Einfluss schädlicher Gase und 
Flüssigkeiten, durch Wunden, durch Maserbilduug, Gallenthiere, Ver- 
flüssigungen und Unkräuter verursacht werden. Die Gliederung der 
beiden ersten Capitel scheint uns wohl ein wenig gezwungen, indem 
ungünstige Witterungsverhältnisse wohl mit atmosphärischen Ein- 
flüssen im Connex stehen müssen. Auch manche andere Krankheits- 
erscheinungen, die von Gallinsecten verursachten Bildungen, ferner 
die Hexenbesen u. a. dürften wohl eher im ü. Band Platz gefunden 
haben. Aber diese subjectiven Anschauungen des Ref. tangiren den 
Werth des Buches nicht im mindesten, dessen Vorzüge sowohl der 
Praktiker, wie der Theoretiker in vollstem Masse anerkennen muss. 
Mit grossem Interesse haben wir die Abhandlung über Krebs und 
Brand gelesen und sind dem Verf. auch für die historischen Rück- 
blicke dankbar. Als Krebs bezeichnet Verf. alle diejenigen Wunden, 
welche sich durch wuchernd üppige, schnell sich erzeugende, an der 
Aussenseite leicht absterbende, oft den Durchmesser der sie tragen- 
den Achse übertreffende, faltige, vorzugsweise aus Holzparenchym 
gebildete UeberwalUmgsränder auszeichnen. Als Brand hingegen 
wird eine Frostwirkuug augesehen, die sich als ein Absterben und 
Auftrocknen der Rinde auf den Holzkörper charakterisirt. Die Ein- 
wirkungen des Wärmeüberschusses, des Lichtmangels, der Verwun- 
dungen von Achsenorganeu u. s. w. werden sehr ausführlich und 
vollständig behandelt, ebenso die merkwürdige Fadenbildung der 
Kartoffel und die Kropf bildungen. Der Abschnitt über Gummi- und 
Harzfluss bringt nichts wesentlich Neues. Was die Havzbildung be- 
trifft, so meint Verf., dass der Process der Oelbildung (Terpentin) 
nicht gleichbedeutend mit dem der Verharzung ist. Das ist aller- 
dings richtig, aber wir meinen auf Grund eigener Untersuchungen, 
dass allezeit das Oel (richtiger eine Mischung von Oel und Harz) 
das primäre Produkt ist, das als Matrix des secundären, des Harzes 
anzusehen ist. Eine Verharzung ohne Oelbildung dürfte wohl kaum 
existiren. Bedenkt man, dass durch das „Anplätzen" des Stammes 
zum Zwecke der Terpentingewinnuug eben eine künstliche Resinosis 
erzeugt wird, und diese dann eigentlich die Gelegenheit bietet, im 



205 

reichlichsten Masse Harz zu gewinnen, so wird man wohl nicht be- 
haupten können, dass immer erst mit der Verharzung der patholo- 
gische Process beginnt; er kann schon mit der Oelbildung beginnen, 
denn auch in lysigenen, also durch chemische Metamorphose ge- 
bildeten Bäumen findet sich Oel vor. — Die wichtigsten anatomi- 
sc*hen und pathologischen Erscheinungen sind durch schöne Stein- 
druckbilder illustriit, die dem Buche eine prächtige Zierde verleihen. 
Die verständnissvoll ausgewählten Abbildungen, die übersichtliche 
Gruppirung des Stoffes und vor Allem die überaus reichhaltige, auf 
eine vieljährige, bestens erprobte Erfahrung gegründete Anleitung zur 
Erkennung und Heilung der Pflanzenkrankheiten sichern dem Werke 
einen unvergänglichen Werth und geben Zeugniss von der Tüchtig- 
keit und gediegenen Arbeitskraft eines deutscheu Forschers. 

Dr. T. F. Hanausek. 

Syllabus der Vorlesnugren über specielle nud medicinisch-pharmaceiitische 
Botauik. Von Dr. A. Eichler, Prof. der Botanik an der Universität zu 
Berlin. Vierte verbesserte Auflage. Lex.-8. (IV, 68 S.) Berlin 1886. n. 
1 Mark 50 Pf. 
In der kurzen Zeit eines Jahrzehutes hat diese so gediegene Ueber- 
sicht des natürlichen Systems, welche in der ersten Auflage (Kiel 
1876) die Kryptogamen noch nicht umfasste („Syllabus der Vorle- 
sungen über Phanerogamenkunde"), eine zweite (Berlin 1880), dritte 
(1883) und vierte (1886) Auflage erlebt, ein Beweis des besonderen 
Bedürfnisses und grosser Brauchbarkeit des Werkchens. Die wichtigeren 
natürlichen Familien sind mit möglichster Kürze und Präcision dia- 
gnosticirt, und bei jeder Familie typische Gattungen und Arten au- 
geführt. Die Blüthenformen sind nach dem mustergiltigen Werke 
des Verfassers: Blüthendiagramme I, Leipzig 1875, II. 1878 wieder- 
gegeben und hie und da verbessert. Die Veränderungen der vorlie- 
genden neuen Auflage beziehen sich zumeist auf die Lagerpflanzen. 
So sind bei den Algen die Gruppen der Coujugateu, Chlorophyceen 
und Characeen zu einer einzigen Abtheilung, Grüntange, vereinigt, 
und ihre ünterabtheiluugen dem Fortschritte unserer systematischen 
Erkenntniss gemäss, theilweise verändert worden. Ferner sind die 
Saccharomyceten zu den Ascomyceten eingereiht, und die Flechten 
als eine besondere Hauptgruppe der Pilze dargestellt worden. Die 
Myxomyceten wurden, nach Ansicht des Verfassers als richtiger zu 
den Thieren gehörig, in einer Anmerkung besprochen. Bei den Pha- 
nerogamen ist eine Ordnung (Reihe) der Polygoninae (Farn. Pipera- 
ceae und Polygonaceae) aufgestellt, die Ordnung der Saxifraginae wurde 
durch die früher zu den Urticioen gerechneten Platanaceen, sowie 
aus dem Anhange der Familien zweifelhafter Verwandtschaft durch 
die Podostemaceen erweitert, in der Familie der Rosaceae wurden 
von den Dryadeen die drupaartig sammelfrüchtigen Rubeae als eine 
eigene ünterfamilie abgetrennt. Wir zweifeln nicht, dass auch diese 
Auflage sich allseitigen Beifalles erfreuen und, wenn nicht früher, so 
wieder innerhalb eines Trienniums einer neuen fünften Platz machen 
werde. Dr. K. 



206 

Jahresbericht des naturwissenschaftlichen Vereins von EIsass-Lothring'en 

und Annales de la Soci^te botanique vogeso-rh^nane 1885. Herausgegeben 
vom Vorstand. Barr. 1886. 

Derselbe enthält I. die von Prof. Dr. Ascherson am 27. Januar 
1881 gehaltene Gedächtuissrede zur hundertjährigen Wiederkehr des 
Geburtstages von Ad. v. Chamisso; IL Beiträge zur Flora des ober- 
rheinischen Gebietes von dem gründlichen Kenner derselben Prof. 
H. Waldner, und zwar mit besonderer Aufmerksamkeit auf Elsass- 
Lotbringen, dann auf das Departement Vorges, ferner auf die Khein- 
pfalz und Hessen, und endlich auf Baden, für jedes dieser vier Gebiete 
die Literatur, Avelche auf dasselbe Bezug hat, in vollständiger Zusam- 
menstellung, dann die wichtigeren neuen Fundorte von Pflanzen, auch 
von Bastarten und wichtigeren Varietäten (wie Epilobien, Rosen), 
und die Adventiv-Pflanzen vorführend; IIL Kleinere Mittheilungeu; 
IV. Besprechungen von interessanteren, der Gesellschaft im Laufe des 
Jahres zugekommenen bot, Publicationeu. Eine beigegebene lith. Tafel 
bringt die Abbildung zweier auf der Rinde einer hundertjährigen Buche 
noch sichtbarer Buchstaben, welche, wie aus den Jahresringen ermittelt 
wurde, im 40. Jahre eingeschnitten worden waren, also durch 56 Jahre 
sich deutlich erkennbar erhalten haben. Dr. K. 

Willkomm Dr. Moritz: Forstliche Flora von Deutschland und Oester- 
reich oder forstbotanisehe und pflauzeng'eog'raphische Besclireibung: 
aller im Deutschen Iteiche und österreichischen Kaiserstaate heimi- 
schen und im Freien angebauten oder aubauung-swürdig-en Holzge- 
wächse. 11. Aufl. Leipzig, Winter. I. Lief. 188G. 80 p. 18 Holzschn. 

In den 10 Jahren, die seit dem Erscheinen der ersten Auflage 
dos vorliegenden Werkes verstrichen sind, hat die Botanik im All- 
gemeinen und so auch die foistliche Botanik gewaltige Fortschritte 
gemacht, und es ist daher hochwillkommen, diese neuen Kenntnisse 
im Vereine mit dem in der 1. Auflage gebrachten nunmehr einheit- 
lich dargestellt zu finden. Schon die erste vorliegende Lieferung 
bringt den Beweis, dass diese Auflage sich nicht bloss in Inhalt und 
Form würdig an die allgemein anerkannte erste anreiht, sondern ihr 
gegenüber durch grösseren, zum Theil den neueren Forschungen 
Rechnung tragend bedeutend umgearbeiteten Stoff, einen wesentlichen 
Fortschritt bedeutet. Ref. behält es sich vor, auf diese wichtige 
literarische Erscheinung nach Vollendung derselben eingehend zu- 
rückzukommen, und beschränkt sich vorläufig darauf, den Inhalt der 
erschienenen ersten Lieferung kurz zu skizziren. Dieselbe enthält die 
Einleitung, umfassend eine Darstellung der anatomischen und mor- 
phologischen Verhältnisse der Holzgewächse und deren Theile, ferner 
eine Uebersicht über die allgemeinen Bedingungen des Vorkommens 
und der Verbreitung der Holzgewächse, über die pflanzengeographischen 
Zonen und Regionen des Florengebietes, endlich eine systematische 
Gruppirung der Holzgewächse und eine Aufzählung der literarischen 
Behelfe. Ausserdem umfasst die 1. Lieferung den Beginn der spe- 
cielleu systematischen und pflauzengeographischen Schilderung, ent- 
haltend einen Theil der Conifereu, und zwar der Abietineen (Allge- 



207 

meine Uebersicht und Geuus Picea). 18 iu der bekannt schönen 
Weise hergestellte Holzschnitte illustriren diese Lieferung. 

Wettsteiu. 

Beck Dr. G. : lieber Ustllago 3laydis Cord. Sitzxingsber. d. k. k. Zoolog. - 
botan. Gesellsch. XXXV. 1885. 1 p. 
Vortragender bespricht die Entwicklungsgeschichte des ge- 
nannten Pilzes nach den diessbezüglichen Untersuchungen Kuhn's 
und Brefeld's. Im Gegensatze zu Wolff und Fischer constatirt 
er iu der Entwicklung der Teleutosporeu Analogien mit Tllleüa. 
Anschliessend daran werden einige für Niederösterreich neue Stand- 
orte der Vstilago Maydis mitgetheilt. Wettstein. 

Beck Dr. G.: üntersuclmugeu über den Oeffnuiig-smechanisrnns der Po- 
renkapseln. Sitzungsbericht der k. k. Zoolog.-botan. Gesellschaft XXXV, 

1885, 2 p. 

Der Vortragende gibt eine Zusammenstellung der verschiede- 
nen Dehiscenzformen jener Pericarpien, die sich durch Löcher öifneu, 
sowie der anatomischen Ursachen dieser Oeifnungsv orgäuge. Nach 
diesen Gesichtspunkten ergeben sich folgende Typen: 1. Die Bildung 
der zwischen den Nerven befindlichen Löcher erfolgt durch Auswärts- 
krümmeu begrenzter Sclerenchymmassen. 2. Die transversalen Lö- 
cher entstehen durch Sprünge der Pericarpwandungen, 3. Die Löcher 
werden durch unregelmässige Sprengung des Pericarps erzeugt. 4. Die 
anfangs durch Narbenlappen bedeckten Löcher werden durch das 
Aufwärtskrümmen jener frei. Wett stein. 

Botanisehe Bestimniungstabellen. Für den Unterrichtsgebrauch zusammen- 
gestellt von Dr. K. W. V. Dalla Torre, k. k. Professor, kl. 8", 70 Seiten. 
Wien 1886. Alfred Holder. 

Das in eleganter Ausstattung erschienene handliche Büchlein 
enthält drei nach analytischer Bestimmuugsmethode zusammenge- 
stellte Tabellen, mit deren Benützung es dem Schüler wesentlich 
eiieichtert wird, die in Oesterreich und Deutschland vertretenen 
Phanerogamen-Familien und innerhalb dieser alle Arten zu bestimmen, 
welche in Dr. A. Pokorny's Naturgeschichte des Pflanzenreiches ent- 
halten sind. Einen besonderen Vortheil wird der Lernende aus der 
zweiten Tabelle, welche zum Bjstimmen der Holzpflanzen nach den 
Blättern dient, ziehen können, während die dritte Tabelle das Liuue'sche 
System umfasst. Es sei mithin den Lehrern vorliegendes Werkchen 
zur Verwendung bei dem Unterrichte bestens empfohlen, da bei den 
Schülern durch die analytische Bestimmimgsmethode, wodurch logisches 
Denken und klare Unterscheidung der Merkmale herangebildet werden, 
das augestrebte Ziel botanischen Unterrichtes leichter zu erreichen ist. 

J. 

Eine Promenade durch die Aulagen und Gärteu des klimatischen Curortes 
Meran. Von Prof. Dr. A. F. Entleutner, kl. 8", VIII, 170 Seiten. Heran 

1886, S. Pötzelberger's Buchhandlung (F. W. Ellmenreich). 

Dieses in Taschenformat erschienene Werkchen behandelt die in 
den verschiedenen Gärten und Anlagen Merau's angepflanzten Bäume 
und Sträucher nebst kurzen Erläuterungen, welche von allgemeinem 



208 

Interesse sind, wie deren Heimath, Verwendung, mythologische Bedeu- 
tung etc. Die meisten der 560 angeführten Gehölzarten stammen aus 
Asien, zumal aus Japan und China; daran reiht sich Nordamerika, 
Europa ist mit 112 Arten, Südamerika mit 24, Afrika mit 13 und 
Australien mit 9 Sj'ecies vertreten. Der Zweck des Büchleins, den 
Curgast als botanischer Führer durch Meran's reizende Anlagen zu 
geleiten, wird hiedurch im reichlichsten Masse erzielt. J. 

Dr. W. O. Focke: Die Riibi Sicilieus. Abhandlungen des Naturwissen- 
schaftlichen Vereines in Bremen. 1886 (Besonders abgedruckt). 

Die bisher bekannten Brombeeren Siciliens sind nach Verf., 
der sowohl an Ort und Stelle selbst zu sammeln Gelegenheit hatte, 
als auch das Materiale der Museen in Palermo und Neapel studiren 
konnte, folgende: 1. Rubus uhnifolms Schott. (R. Siculus Presl), 
zu welchem als Quantitätsformen R. Linkianus Guss., R. Franci- 
jxmi Tiu. und R. Panormitanus Tin. gehören, var. Dalmatinus 
Tratt.; die diflferente Form der Balkan-Halbinsel und des Orients 
wird als R. AnatoUcus n. sp. abgetrennt (ob nicht = R. sangui- 
neus Friv. in Flora 1835, p. 334? Ref.). 2. R. coUinus DC. (wahr- 
scheinlich = R. sandus Schreb. !) mit var. glahratus, canescens, se- 
toso glandulosus. 3. R. tomentosus Borkh. {R, Aetnicus Tin.). 4. 
Formen des R. ?iirtus W. K., unter welche Verf. wohl mit Unrecht 
auch R. Cupanianus Guss. zählt. 5. R. Acheruntinus Ten. nur von 
einem einzigen Standorte bekannt und von R. caesius a. kaum ge- 
nügend verschieden, die Pflanze Neapels gehört verschiedenen Coryli- 
folien an. 6. R. Idaeus L. Sabransky. 

Dr. W. O. Focke: Rubtix Cimbrictis n. sp. Ebendaselbst. 

Eine zunächst mit Ruhus Arrhemi Lnge. und R. pyramidalis 
Kalteb. verglichene neue Form, die jedoch schon wegen der ent- 
schieden gyuodyuamischen Blütheu kein Bastart der beiden Arten 
sein kann. Bekannt bisher aus Flensburg, Suderbrarup (Angren) und 
Kiel. Sabransky. 

Crepin Fr. „Sur la valenr, que Ton peiit accorder au mode d'ovolotion 
des sepales apres l'aiithe.se dans le geiire Rosa." Aus ,.Compte rendu'' 
vom 14. November 1885 der kgl. belg. bot. Ges. (BuUetinBd.XXIV. 2. Th.) 
8 pp. 8". 

So klein diese Schrift auch ist, sie ist doch höchst lehrreich 
für Jeden, der sich mit dem Studium der Gattung Rosa befasst. 
Bekanntlich hat Crepin schon 1869 in seinen Primitiae Mon. Ros. 
auf die Wichtigkeit der Entwicklung der Kelchzipfel nach der 
Blüthe aufmerksam gemacht und darnach drei Gruppen von Rosen 
unterschieden: 1. mit leicht oder bald abfälligen (caducs), 2. mit 
halbdauernden (demipersistants) und 3. mit bleibenden (persi- 
stants) Kelchzipfeln. Da nun diese Merkmale öfters falsch gedeutet 
wurden, besonders bei den Gruppen Tomentosae und Melles, wozu 
namentlich die bergbewohnendeu Formen der Tomentosae Mittel- 
europas Veranlassung gaben (wie R. resinosa Aut., R. resinoides 
Crep. u. A.), so sucht nun der berühmte Rosenforscher wieder Ord- 



209 

nung in die Sache zu brin.ß^en. Diese beiden Gruppen werden genau, 
namentlich mit Rücksicht auf ihre Sepalen unterschieden. Zum 
Schluss wird darauf hingewiesen, dass die Sectionen Ciuuamomeae, 
Alpinae, Pimpinellifoliae, Sericeae, Minutiflorae, Sinicae und Micro- 
phyllae bleibende, hingegen die Stylosae, Synstylae, Indicae, Bank- 
siae und Gallicanae abfällige, die Carolinae halbdauernde Sepa- 
len besitzen. Endlich werden die Rhodologen noch auf ein Merkmal 
ersten Ranges aufmerksam gemacht, nämlich auf die An- und Ab- 
wesenheit der Bracteen, wonach die Rosen in viel- und ein- 
blüthige zu unterscheiden sind. Von unseren mitteleuropäischen Rosen 
gehören nur die Section Pimpinellifoliae, sowie die häufige Garten- 
pflanze R. lutea zu den einblüthigen ; alle anderen besitzen Brac- 
teen, sind also vielblüthig. Daher sind von diesem neuen Gesichts- 
punkte aus die Pimpinellifoliae von der wesentlich vielblüthigen 
Gruppe Alpinae zu trennen. Eine neuere Classification der Rosen, 
auch mit Rücksicht auf das Verhalten der Sepalen während der 
Blüthezeit, wird in Aussicht gestellt. Wiesbaur S. J. 

I. Camus. Anomalie e Varietä uella Flora del Modeuese. II. Contrib. 
Modena 1885. (Aus den: „Atti della Societä dei Naturalisti di Modena, 
Ser. m. Vol. II.) 

Der Verfasser hat eine Reihe der verschiedenartigsten — mit- 
unter sehr seltenen morphologischen Abnormitäten wie auch einige 
minder häufig vorkommende Farben-Varietäten von Pflanzen der 
modenesischen Flora zusammengestellt und beschrieben. Als bisher 
noch wenig bekannt sind die teratologischen Veränderungen nach- 
stehender Species zu erwähnen: Galepma Corvini, Loranthus euro- 
paeus, Q-enista genuensis, Salvia pratensis, Rhinanthus Alectoroloplviis 
Linaria Gymhalaria, Veronica Suxbawmii. Moriz Prihoda. 

O. Penzig. II Giardino Ricasoli alla Casa Bianca (Port' Ercole) sul Monte 
Arg'entario. (Sep. -Auszug aus dem Bullotino della R. Societä Toscana di 
Orticoltura. 

Der unweit Florenz gelegene Acclimatisationsgarten des Baron 
Ricasoli, welcher von demselben nach seiner Aussage ursprünglich 
ohne irgend einen vorgefassten Plan oder wissenschaftlichen Zweck, 
nur aus Vorliebe für die Pflanzencultur angelegt wurde, gilt derzeit 
nach seinem erst 17jährigen Bestände als eine der hervorragendsten 
derartigen Schöpfungen. Der ausgezeichnete Ruf dieses Gartens ist 
wohl begründet, denn es ist daselbst ungeachtet der verhältnissmässig 
geringen Area eine überraschend grosse Anzahl der verschiedensten 
exotischen Gewächse in trefflich gedeihenden Exemplaren vertreten. 

M. Prihoda. 

Atti della Societä Yeneto Trentina di Scleuze Naturali Residente in Pa- 
dova. Anno 1885. 
Besonderes Interesse dürfte für Mykologen bieten: Vogliuo P. 
Saggio mouografico del geuere Pestalozzia. Die genannte, artenreiche 
Pilzgattung (Prof. Saccardo's Herbar enthält 33 Arten) wurde noch 
um eine beträchtliche Anzahl neuer Species vermehrt. Auf die detail- 



210 

lirte Beschreibung der einzelnen Arten folgt zur besseren Orieutirung 
ein nach den Nährpflanzen (Matrix) alphabetisch geordnetes Register. 

Moriz Prihoda. 

Zeitschrift für Naturwissenschaften. Halle a. d. S. September — Octo- 
ber 1885. 

Dieses Heft enthält 1. Baumert Dr. G. „Analysen einzelner 
californischer Weine." Aus dieser Abhatidlung ist einestheils zu ent- 
nehmen, dass die transatlantische Weinproduktion ansehnliche Dimen- 
sionen erreicht hat. Anderseits wird durch analytische Daten von 8 
verschiedenen Weiusorten ein ürtheil über deren Beschaffenheit er- 
möglicht. 2. Gerber Dr. A. „Ueber die jährliche Korkproduction 
im Oberflächen -Periderm einiger Bäume." Diese Studie zerfällt in 
einen allgemeinen Theil, wo die physiologischen und anatomischen 
Momente der Korkbildung besprochen werden, und in einen spe- 
ci eilen, in welchem das Ergebniss der vom Verf. gemachten Wahr- 
nehmungen dargestellt und mittelst Tabellen ersichtlich gemacht ist. 

M. Prihoda. 



Gorrespondenz. 

Kronstadt, 20. April 1886. 
Auf einen auffallend warmen und schneefreien Januar folgte 
ein zwar auch schneefreier, doch kühler Februar mit vorherrschenden 
Ost- und Nordostwinden und hielt die Vegetation zu ihrem eigenen 
Heil von einer allzu frühen Entwicklung zurück, welche sich gegen Ende 
Januar dadurch deutlicher zu zeigen begann, dass Corylus Avellana 
zu stäuben und Potentilla arenaria Borkb. zu blühen begann, während 
gleichzeitig in Wien und Budapest colossale Schneemassen fielen 
und Schneeverwehungen an der Tagesordnung waren. Der März 
brachte abermals kühle Winde, sowie einige unbedeutende Schneefälle 
und erst Anfangs April merkte man die belebende Wärme der Früh- 
jahrssonne doch der ersehnte warme Frühjahrsregen stellt sich noch 
immer nicht ein und es brauset seit Anfang April austrocknender 
Staub und Dürre erzeugender Ost- und Südostwind durch den noch 
winterlich kahl dastehenden Wald und über die lechzenden Fluren. 
Sonnige Lehnen schmücken sich aber trotzdem mit den Erstlingen 
der erwachenden Natur und Pidsatilla montana Rchb., Carex praecooo 
Jaqu. Carex kumilis Leyss., Potentilla arenaria Borkh. empfinden 
weniger den Mangel des befruchtenden Regens. Auch feuchte Wälder 
und Gebüsche zeigen schon mannigfaches Blüthenleben; neben dem 
verblühenden Galanthus nivalis, der niedlichen Scilla bifolia, welche aber 
nicht selten 3 oder gar 4 Blätter hat, der Gagea Zw^m "Schult., der Eu- 
phorbia amygdaloides, dem Mythronium Dens Catiis, dem düsteren 
Asarum europaeum prangt jetzt in voller Blüthe, die schöne Hepatica 
transsilvanica Fuss, welche Überall die nördlichen Abhänge der Jurakalk- 
berge schmückt, wofern dieselben mit Buschwerk oder Wald bestanden 
sind; so besonders an der „Zinne" beiKronstadt, dem klassischen Standort 



211 

dieser Hepatica. Auf eleu Hochwiesen prangt in unzähligen Exem- 
plaren der sattviolettblaue Crocus banaticus Heuff., während im Ge- 
büsche Anemone nemorosa L., Anemone raunculoides, Isopyrum 
thalictroides, Pulmonaria officinalis (sehr oft die Abart mit weiss- 
gefleckten Blättern: maculata nach Schur) stehen. ~ Um diese Zeit 
beginnt auch eines der seltensten Pflänzchen Siebenbürgens Hya~ 
cinilieUa leucophaea Schur. = Hyacinthus leucophaeus Stev. zu blühen, 
als dessen einzige Standorte in'Fuss: „Flora transsilvaniae excursoria" 
Vayda-Hunyad und Kronstadt angegeben sind. — Schur kannte nur 
von Kronstadt das interessante Pflänzchen und fand es hier am 
Südabliange der „Zinne" und am Südostabhange des „kleineu Han- 
gesteines" und zwar auf Jurakalk. Ich habe die Freude gehabt, die 
Hyacinthella vor drei Jahren nicht nur auf dem „Petersberger Berge", 
eine Stunde weit von Kronstadt, sondern auch auf dem benachbarten 
„breiten Berge" aufzufinden. Dazu sind diese zwei neuen Staudorte 
sehr ergiebig und ist besonders auf dem „Petersberger Berge" die 
Pflanze" in grosser Menge zu finden. Auf dem „breiten Berg" fand 
ich auch die für das südöstliclie Siebenbürgen neue Pulsatilla patens 
Mill. und die auch nicht häufige Anemone silvestris. Fällt der er- 
sehnte Frühjahrsregen, dann springen auch bald auf dem „Peters- 
berger Berge" die Blüthenknospen von Amygdalus nana, Cerasus 
pumila Bgt., Iris kunparica W. et K. auf, während drüben auf dem 
„breiten Berg" Daphna Cneorum zu blühen beginnt und unten auf 
den torfigeu Wiesen die niedliche Pnm,ula farinosa. 

Julius Römer. 

Lemberg, 5. Mai 1886. 
Folgende Arten treten in die Reihe der neuen Bürger der 
galizischen Flora: Achillea pannonka Scheele (Krzywczyce bei Lem- 
berg); Me7itha parietariaefoUa Beck (Bilcze); Bosa platy phylloides 
(um Lemberg gemein) und Viola mirabilis X Riviniana, (Holosko 
bei Lemberg). — Vor einigen Tagen erhielt ich von S. Hochwürden 
P. Dichtl S. J. aus Kalksburg (Niederösterreich) lebende, blühende 
Exemplare der niederösterr. Viola alba Wiesb. und zu meiner grossen 
Ueberraschung habe ich bemerkt, dass dieselbe bezüglich der Form 
und Grösse der Fetalen von der echten Besser'schen V. alba, welche 
ich in zahlreichen in Südostgalizien gesammelten Exemplaren seit 
vier Jahren cultivire, sehr erheblich differire, so dass beide nach 
meinem Dafürhalten für specifisch verschieden angesehen werden 
müssen. — Bei dieser Gelegenheit zeige ich an, dass meine Viola 
Jordani (F. scotophylla m.) aus Bilcze, Sinköw und Kolodröbka von 
der echten, mir aus Niederösterreich und Kroatien vorliegenden V. sco- 
tophylla Jord. ( V alba Wiesb. f. violacea) specifisch verschieden ist, 
dieselbe unterscheidet sich nämlich nicht nur hinsichtlich der Gestalt 
der Blätter sondern auch hinsichtlich der Wachsthumweise im hohen 
Grade von F. scotophylla Jord. Eben jetzt blühen im hiesigen bot. 
Garten zahlreiche Exemplare meiner F. Jordani und nachdem ich 
dieselben einer genauen Betrachtung unterzogen habe, bin ich zu 



212 

der Ueberzeugimg gelangt, dass V. Jordani m. der mir nur aus 
der Wiesbaur'schen Diagnose bekannten V. multicauUs {V. odorataX 
alba Wiesb.) systematisch am nächsten stehe. Für V. alba Bess, X 
V. odorata L. wage ich meine V. Jordani aus diesem Grunde nicht 
zu deuten, weil dieselbe überall ebenso zahlreich vorkommt, wie die 
V. alba Bess. Endlich bemerke ich noch, dass in Südostgalizien die 
echte Viola odorata L. nirgends auftritt, wohl aber eine mit der- 
selben systematisch sehr nahe verwandte, vicarirende, und in der 
Cultur durchaus constant bleibende Form F. pseudodorata mihi, 
welche ich in zahlreichen, aus Bilcze, Sinköw und aus Werenczanka 
(in der Bukowina) stammenden Exemplaren cultivire, Br. BJoeki. 

Lemberg, 18. Mai 1886. 

Ich beeile mich zu benachrichtigen, dass ich am heutigen Tage 
im Zubrzaer Walde bei Lemberg Salix Caprea X cinerea, S. cine- 
rea X auritay sowie ein weibl. Exemplar der Salix silesiaca Willd. 
entdeckt habe. In demselben Waldcomplexe wachsen noch folgende 
interessante Pflanzen: Aconitum, variegatuTn, Anthriscics alpestris, 
Oentiana asclepiadea, Luzula pallescens Bess., Pleurosperm/um austria- 
cum, Pulmonaria mollissima^ Ribes caucasician (?), Betula pid>escens. 

Br. Btocki. 

Brunn, am 8. Mai 1886. 

Der liebenswürdigen Güte des hervorragenden Forschers 
H. Braun verdanke ich die Bestimmung eines Theiles meiner Ga- 
liumsammlung. Im Nachfolgenden will ich über die Resultate der- 
selben berichten und das Wichtigste hier anführen. Als neu für die 
Flora Mährens müssen hervorgehoben werden: Galium scabrum Jacq. 
f. valdepilosum Braun, differt a G. scabro Jacq. foliis linearibus, dense 
hirsutis, caulibus magis diffusis, ramosis dilatatis, apicem versus 
parvum (H. Braun). An Lehnen bei Sebrowitz. G. commutatum Jord. 
Pflanze kahl, Blätter am Rande glatt, untere Aeste über 35 Mm. 
lang, ganze Pflanze 60 — 80 Mm. hoch, dadurch von G. Austriacum 
Jacq. unterschieden. Stengel vom Grunde an ästig, dadurch von 
G. laeve Thuill. verschieden. Von G. montana Vill. unterscheidet 
sich diese Pflanze durch ein viel höheres Wachsthum, längere 
Blätter, verlängerte Aeste und den Blüthenstand in auffälliger Weise. 
(H. Braun.) Pekärnawald bei Bysterz, Bejkowitz, Radhost. — 
G. laeve Thuill. Olschi bei Gr. Meseritsch. — G. mollugo X erectum 
Lühy bei Ochoz. G. elatum X erectum Lösch. G. vero X elatum 
Kl. Hostihrädek, Strän bei Marküwek. G. erectoX verum Gr. Pa- 
wlowitz, Polauer Berge. Ausser diesen Novitäten ist ferner erwäh- 
nenswerth das Vorkommen des G. scahriusculwn Braun. Ob. Fl. 
p. 737 im Lühywald bei Ochoz (in einer f. coarcata und f. diffusa), 
bei Ewanowitz, Schreibwald, Lotrüwka und Ivancicky kout bei Stfelitz, 
Holzschlag im Theiner Reviere. G. nitidulum Thuill. von G. scabrum 
Jacq. leicht durch etwas glänzende, gelblichgrüne Blätter zu unter- 
scheiden, diese Pflanze ist in Niederösterreich sehr häufig, so z. B. 



213 

auf Wiesen bei Neuwaldegg nächst Wien, wo sie mit G. laevigahnn 
T. und 6r. cammutatum J. zusammenwächst. (H. Braun.) Im Wähle 
bei Kalthaus, Eother Berg bei Brunn, Misskogel bei Wedrowitz. — 
G. scabrnm Jacq. bei Lösch,^ Ewauowitz, Vostopowitz. G. Schidtesii 
Vest. Holednä bei Juudorf, Ceitsch, Kobyli, Theiner Eevier. — Be- 
merkenswerth scheint mir das Vorkommen der Aspenda cilauca Bess. 
auf den Lateiner Bergen, bei Sokoluitz, Kl. Hostihrädek, Auspitz, 
Ceitsch, Kobj^li und am Misskogel bei Wedrowitz. Dr. Formänek. 

Prossnitz, am 10. Mai 188G. 

Im Gebiete der Flora des Bezirkes Prossnitz in Mähren habe 
ich folgende für ersteres neue Pflanzen gefunden: Equisetion maa^imum 
Lam. bei Kreuuvek; Zanichellia palustris bei Prossnitz hinter der 
Malzfabrik; Potamogeton ßuitans Koth. an der Komza; Catabrosa 
aquatica P. B. an der Brodinka bei Otaslavic; Molinia coerulea Mch. 
ß) arundinacea Schrk. am Kosif; Eragrostis minor Host, bei Bedi- 
host; Lolimn remotum Schrk. bei Pteni; Triticum glaucum Desf. 
bei Smrzic; Heleocharis acicularis R. Br. bei Stichowic; Allium 
vineale bei Drahan; Gymnadenia conopsea R. Br. bei Hartmanic; 
Epipactis latifolia All. a) viridans Cranz, im Selouteker Walde: 
Euphorbia falcata bei Yranovic und ürcic; Salix vitellina bei 
Mostkovic und Kelcic; Polygonum tomentosum Schrk. bei Bedihost; 
Schizotheca tatarica Gel. bei Kostelec und Smrzic; Campanula hono- 
niensis bei Plumenau; Gaaphalium arenariwn bei Plumeuau; 
Dipsacus laciniatus an der Rousza; Gallium austriacum Jacq. bei 
Krenuvek: Gallium scahrum Jacq. bei Pteni; Gentiana ciUata bei 
Stichovic; Solanum miniatum Beruh, bei Otaslavic; Verbascum thap- 
siforme Schrad. bei Plumenau und Otaslavic; Verbascum cuspidatum 
Schrad. bei Yrahovic; Pedicularis silvatica bei Hartmauic; Mhinanthus 
serotinns Schönheit bei Otinoves; Mentha candicans Grantz, au der 
Okluka imd Rousza; Mentha palustris Mönch, ß) plicata Opiz bei 
Bedihost; Oxycoccos pakistris Pers. in Zlechover Wald; Camelina 
fpetida Tr. bei Mostkovic: Malva pusilla Sm. bei Mostkovic und 
Celechovic; Dianthus deltoides an der Okluka und bei Drahan. 

W. Spitzuer. 

Budapest, 13. Mai 1886. 
Ein österreichischer Botaniker fragt mich, was mit der Benen- 
nung einer Pflanze geschieht, welche Jemandem dedicirt war, der 
seinen Namen später magyarisiren liess. Ich glaube, eine regelmässig 
benannte und beschriebene Pflanze ändert ihren Namen in diesem 
Falle nicht, wie z. B. Diatdhus libumicus auch nicht neu benannt 
wird, desswegeu, weil es jetzt kein Lil)urnien mehr gibt. Der Betref- 
fende, der seinen Namen geändert hat, kann als neu Benannter in 
der Botanik auch weiters sehr glücklich wirken, und mau kauu ihm 
eine Species auch aus derjenigen Gattung widmen, aus welcher ihm 
schon früher eine Art dedicirt war. — Cytisus bißorus L'Her. {Cyt. 
cinereus Host non Heuif. nee Wierzb.; C. ratisbonemis b. minor 

Oeiterr. bjtan. Zeitschrift. 6. Heft 1886. 17 



214 

Koch) fand icli auf Sandhügeln zwischen Budapest K. Palota ziem- 
lich häufig, so dass es möglich wird, davon Exemplare für Kerner's 
Fl. exsicc. Austro-Hungar. zu sammeln. Astragalm transsilvanicus 
Janka hat Barth wenigstens nach meinem Herbar unter diesem 
Kamen von Egerhegy früher ausgegeben; eine Description erschien 
aber vielleicht nicht, und so ist die Priorität Barth's zweifelhaft. 
Das Exemplar von Janka hat eine 56 Cm. lange Wurzel, während 
der oberirdische Theil nicht höher ist als bei A. exscapus L. — 
Veronica crinita Kit. kommt auch in der Taja-Schlucht in Sieben- 
bürgen vor, wo sie Barth gesammelt hat, und Polygonwn vivi- 
parum am Kiralykö. Borbäs. 

Ung.-Hradisch, 17, Mai 1886. 
Ein Gymnasialschüler brachte mir eine Bellis perennis, die 
eine besonders abnorme Ausbildung zeigte. Aus einem Wurzelstock 
entsprangen 5 gesonderte Triebe, an welch einem ein Blüthenstiel 
war, der in einer Höhe von 9 Cm. 7 Blüthenköpfchen, und zwar 
5 an 3 Cm. hohen Stielchen und 2 sitzende trug. Alle Köpfchen 
waren bis auf ein sitzendes, rudimentäres, deutlich entwickelt. Die 
Pflanze wurde in den Maratitzer Weingärten gefunden. 

Prof. Ludwig Schlögl. 



Vereine, Anstalten, Unternehmungen. 

— In der Monats-Versammlung der k. k. Zoologisch-bota- 
nischen Gesellschaft am 5. Mai hielten botanische Vorträge die 
Herren: DDr. G. Beck und R. v. Wettsteiu. Ersterer sprach „über 
die Wälder Bosniens und der Herzegovina" (auf Grund seiner im 
Vorjahre in diese Länder unternommenen Excursion). An Wald bil- 
denden Bäumen sind vornehmlich und zwar bis an die Grenze der 
Baumregion die Laubhölzer vertreten; darunter als Specialitäten 
Acer obtusatum und Rhamnus carniolica Kerner. In der Herze- 
govina, und zwar auf der Eomanja-Planina, kommen jedoch pracht- 
volle Bestände von P'mus leucodermis Antoine vor, deren Diiferen- 
tial-Diagnosen von der dortlands gleichfalls vorhandenen Schwarzföhre 
der Vortragende eingehend erläuterte. Der Krummholzgürtel besteht 
aus Pinus Pamilio, var. applanata Wilk. und Juniperus sibirioa. — 
Dr. E. V. Wettsteiu hielt einen Vortrag „über mehrere Standorts- 
formen der Gattung Myosotis"' und demonstrirte namentlich die mor- 
phologischen und pflanzengeographischen Verhältnisse der beiden 
alpinen Arten: M. alpestris und M. suaueolens WK. — Schliesslich 
möge die Mittheilung hier Platz finden, dass seit Kurzem im Ver- 
eiuslocale der genannten Gesellschaft, behufs Erzielung eines regereu 
Lebens im botanischen Verkehr sogenannte Discussionsabende abge- 
halten werden. M. Pfihoda. 



215 

Botanischer Tauschverein in Wien. 

Sendimgeu sind eiDgelangt: Von Herrn Schlögl mit Pflanzen 
aus Mähi-en. 

Sendungen sind abgegangen an Fräulein Bore seh und an die 
Herren: Prihoda, Preissmann, Kunge. 

Vorräthig. (B.) = Böhmen, (Bd.) = Baden, (Br.) = Berlin, 
(Bs.) = Bosnien, (Cr.) =^- Croatien, (Is.) = Istrien, (Kt.) = Kärn- 
ten, (M.) = Mähren, (Mk.) = Mecklenburg, (NOe.) = Niederöster- 
reich, (OOe.) = Oberösterreich, (P.) = Polen, (Rp.) = Eheinpro- 
vinzen, (Sb.) = Siebenbürgen, (Sl.) = Schlesien, (St.) = Steiermark, 
(Sz.) = Schweiz, (T.) = Tirol, (U.) = Ungarn, (Vg.) = Vogesen. 

Convallarla latifolia (NOe.), majalis (NOe., OOe., ü.), Poly- 
gonatum (OOe., U.), Convolvidus Cantabrica (ü.), sepiuni (U.), Co- 
rallorrhiza innata (M., NOe.), Corispermum canescens (U.), hyssopi- 
folium (Br.), nitidum (U.), Coronilla Emerm (Bd., Gr., NOe.), scor- 
pioides (Gr.), vaginalis (NOe., Thüringen), Corrigiola litoralis (Br., 
Mk.), Cortusa MatthioU (OOe., St.), Corydalis acaidis (Is.), cava 
(Sl., ü.), fabacea (OOe., Ü.), lutea (Bp.), pumüa (NOe., U.), solida 
(NOe., P.), Corylus Avellana (B., NOe.), tubulosa (B.), CorynepJio- 
ri(S canescens (P., SL), Cotoneaster vulgaris (U.), Cotula coronopi- 
folia (Holstein), Crambe maritima (Mk.), Crep'is agrestis (U.), al- 
pestris (OOe.), aurea (OOe., T.), biennis (P.), blattarioides (NOe., 
OOe., St.), grandißora (Sl., Pinzgau), jubata (T.), nicaeensis (NOe., 
U.), praemorsa (P.), pidchra (Elsass), rigida (U.), succisaefolia (Sl.), 
taraxacifolia (Gr., Kp.), Crocus banaticus (Bs., U.), biflorus (Is.), 
iridißorus (ü.), moesiacus (U.), variegatus (Is.), vernus (Gr.), Gru- 
pina vulgaris (U.), Crypsis alopec. var. Tauscheri (ü.), Cucubalus 
baccifer (M., P.), Cuscuta Epilinum (Mk.), JEpithymum (M., Mk.), 
europaea (ü.), Trifolii (P.), Cyclamen europaeum (OOe.), Cynan- 
ckum Vincetoxicum (NOe., U.), Cynoglosswn coelestinum (Westfalen), 
montanum (Harz), Cynosurus cristatus (Gr., U.), echinatus (Bs., Is.). 
Oyperu-s üavescens (NOe., Rp.), fuscus (SL, U.), longus (Is., NOe.), 
Monti (Rumänien), pannonicus (U.), Cypripedium Calceolus (M., 
OOe.), Cytisus austriacus (ü.), bifloims (P., ü.), elongatus (U.), hir- 
sutus (Gr.), leucanthus (U.), nigricans (B., Gr., U.), radiatus (Kt.), 
Daphne Laureola (NOe., OOe.), Dentaria bulbifera (NOe., SL, U.), 
pinnata (Bd., Vg.), Deschampsia litoralis (Sz.), Dianthus alpinus 
(OOe.), atrorubens (Sz.), collinus (IT.), compactus (SL, U.), croaticus 
(Gr.), deltoides (B., P.), monspessulanus (Gr., Kt., St.), petraeus (Sb.), 
plum. var. saooatilis (Ü.), prolifer (Bs., Gr., U.), pseudobarbatus (Ga- 
lizien), puberulns (ü.), serotinus (U.), silvestrls (Kt.. Sz.), superbus 
(NOe., OOe., Yg.). 

Obige Arten können nach beliebiger Auswahl im Tausche 
oder käuflich die Genturie zu 6 fl. (12 R. Mark) abgegeben werden. 



216 

Inserate. 

Verlag von Hermann Costenoble u. zu beziehen durch jede Buchhandlung 

Hochinteressantes Reisewerk! 

Wanderungen eines Naturforschers 

im ostindischen Archipel in den Jahren 1873 — 1883: 
von Henry 0. Forbes, 

Aus dem Englischen von Dr. med. R. Teuscher. 

2 Bde. gr,-8. In eleg. Ausstattung, mit einer chromolithogr. Abbildung, zahlreichen 

Illustrationen u. 4 Karten, broch. 14 Mark, eleg. geb. 18 Mark. 

Das Werk ist von bleibendem wissenschaftl. Werth u. doch auch für den Ge- 
bildeten hochinteressant und spannend geschrieben. Der Verf. berichtet über seinen 
Aufenthalt auf den Cocos-Keeling-Inseln, beschreibt ihren Bau, ihre Thiere, 
ihre Pflanzen, die atmosphärischen Erscheinungen etc. Die 2. Abth. berichtet 
über Java. Die 3. Abth. behandelt Sumatra, die Lampongs u. d. Resi- 
dentschaft Palembaug. Die 4. Abth. führt nach Amboina, in dessen In- 
neres, nach Timor -Laut, einem bis jetzt fast unbekannten Lande. Die 5. 
Abth. berichtet über die Insel Buru und den geheimnissvollen See des 
Inneren; die 6. Abth. schildert Timor, wo ein hochinteressanter Ausflug 
nach dem Inneren den Schluss bildet. Herr Professor Ernst Häckel hat „das 
sehr gut geschriebene und viel Neues und Originelles enthaltene Buch" 
für eine deutsche Bearbeitung empfohlen. 

Verlag von Letischner & Lubensky, Universitätsbuchhandlung in Graz. 

lieber Bau und Entwicklung der Sporenhäute und deren Ver- 
halten bei der Keimung von Dr. Hubert Leitgeb, o. ö. Pro- 
fessor der Botanik a. d. Universität Graz. Mit 3 Tafeln. 8". 
112 Seiten. 1884. broch. Preis 6 Mark --. 3 fl. 

Von demselben Herrn Verfasser erschien früher bei uns: 

„Untersuchungen über die Lebermoose Heft 4, 5, 6." Abnehmer 
der Hefte 1, 2, 3, die 4—6 noch nicht besitzen, empfehlen wir 
eheste Completirung, da nur noch einige Exemplare davon vor- 
handen. 

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Schulen sind diese Etiketten unentbehrlich und bitte für Schulen zu empfehlen. 

pr. Joh. Künstner's Buchhandlung in Leipa. 

Diesem Hefte liegt bei: 

I. Prospect: „Pflanzen-Pressen" von Friedrich Ganzenmüller in 
Nürnberg. 

n. Prospect: „ Malpighia" von G. Capra & Co. in Messina. 

Redacteur und Herausgeber Dr. Alezander Skofltz. — Verlag von C. Gerold's Sohn. 

C. üeberrenter'sehe Buchdruckerei (M. Salzer) in Wien. 



OesteiT. Botaii. Zeitschrift 1886. 




>^/-iUwJ2 




Oesterreichisclie 

Botaniscüe Zeitsclirift 



Die österreicliiocbe 
botanische Zeitschrift 

erscheint 

den Eisten jeden Monats. 

Man pianumerii tauf selbe 

mit 8 fl. Ost. W. 

QU R. Mark') 

ganz j all r ig;, oder mit 

4 fl. ö'st. W. C» R. Mark) 

halbjährig. 

Xnserate 

die ganze Petitzeile 

15 kr. öst. W. 



Organ 



far 



Botanik und Botaniker. 



N^ 7. 



Exemplare 
die frei durch die Post be- 
zogen werden sollen, sind 
hlos bei der Bedaction 

(IV. Bez., Mühlgasne Nr. IJ 

zn pränumeriren. 

Im Wege des 

Buchhandels übernimmt 

Pränumeration 

C. Gerold's >Sohn 

in Wien, 
sowie alle übrigen 
Buchhandlungen. 



XXXYI. Jahrgang. 



WIEN. 



Juli 1886. 



INHALT ; Gabriel Strobl. — Flora von Ost-Rumelien. Von Dr. Velenovsky. — Coronilla emeroides. 
Von Dr. Borbas, — Flora der Karpathen. Von Dr. Formänek. -■ Flora des Etna. Von Strob!. 
— Literaturberichte. — Correspondenz. Von Borbä,s, Blocki, Formänek, Csato. — Personal- 
notizen. — Vereine, Anstalten, Unternehmungen. — Botanischer Tauschverein. — Inserat. 



Gallerie österreichischer Botaniker. 

XXXIV. 

Gabriel Strobl. 

(Mit einem xylographirten Porträt.) 

Gabriel Strobl wurde am 3. November 1846 zu Unzmarkt in 
Obersteiermark geboren. Sein Vater war daselbst Lederermeister, der 
wobl den grössten Tbeil des Jabres auf Handelsreisen zubracbte; um 
daber nach dem früh erfolgten Tode seiner Gattin die Erziehung des 
Sohnes sicher zu stellen, vertraute er ihn seiner in dem Gebirgs- 
städtchen Rottenmann lebenden Schwester, der Seilermeisteriu Josefa 
Lucas an, die in der That Mutterstelle an ihm vertrat und seine 
Zuneigung in so hohem Grade gewann, dass er auch als Student 
seine Ferienzeiten giösstentheils bei ihr verlebte. Das Untergymna- 
sium absolvirte er in der Privatanstalt des Stiftes Admont, das Ober- 
gymnasium hingegen zu Kremsmünster. Von den daselbst wirkenden 
ausgezeichneten und liebenswürdigen Lehrern mögen u. a. der jetzige 
Cardinal Cölestin Gangib au er, der jetzige Abt Leonard Ächleuth- 
ner und Gotthard Hofstädter, der Verfasser der „Vegetatiousver- 
hältnisse von Kremsmünster", erwähnet sein. Unter diesen erfüllte sich 
sein Herz mit Liebe zu den Wissenschaften, zumal zur Naturgeschichte, 
so dass er nicht bloss unter den Mitschülern immer den ersten oder 
zweiten Rang behauptete, sondei'n auch den grössten Theil seiner freien 
Stunden dem Sammeln und Bestimmen von Pflanzen und Insekten 



Oesterr. botan. Zeitschrift. 7. Heft 1886. 



18 



218 

widmete. Vor allem aber war es der damals als Stiftsarzt zu Krems- 
münster wirkende Dr. Pötsch, auf dessen Antrieb er sowohl während 
des Schuljahres eifrig nach Moosen und Flechten forschte, als auch 
in den Ferien die damals floristisch noch gänzlich unbekannten Ge- 
birge von Rottenmann bestieg, um am Schlüsse derselben schwer 
bepackt zu seinem väterlichen Mentor zurückzukehren. 

Nach mit Auszeichnung abgelegter Maturitätsprüfung (1866), 
suchte und erhielt er die Aufnahme in das ehrwürdige Benedictiner- 
stift Admont. Ein Jahr zuvor war es durch einen fürchtbaren Brand 
fast gänzlich zerstört worden, nur der herrliche Bibliothekssaal wurde 
— allerdings durch fast unglaubliche Anstrengungen — gerettet; die 
reiche Naturaliensammlung jedoch, selbst der weltberühmte Ichthyo- 
saurus, war in Schutt und Trümmern untergegangen. Da fasste nun der 
junge, strebsame Noviz den Entschluss, seine ganze Zeit, soweit sie 
nicht den theologischen Studien gehörte, zur Wiederherstellung eines 
naturhistorischen Cabinetes zu verwenden. Wohl war Admont seit 
langem der Sitz tüchtiger Botaniker, — so von P. Ign. Sommerauer, 
dem Entdecker der Nymphaea Uradiata, P. Mauritius de Angelis, 
dem die seltene Mt/osotis variahilis ihren Namen verdankt, den Pro- 
fessoren Anton Hatzi, Theodor Grass n er, Thassilo Weymayr, der 
uns mit einer „Flora von Graz" beschenkte, — aber diese Männer 
waren damals theils gestorben, theils alt geworden, theils durch an- 
dere Berufsarbeiten von der scientia amabilis und dem Mutterstifte 
ferngehalten; er sah sich daher in seinem Streben fast nur auf die 
eigenen Kräfte angewiesen. Es würde zu weit führen, alle botanischen 
Excursionen aufzuzählen, die St. während der nächsten fünf Jahre und 
in den Sommermonaten der folgenden Jahre theils in der näheren 
Umgebung Admont's, theils in Obersteiermark überhaupt ausführte; 
es genügt zu erwähnen, dass im Gebiete der Enus von der salzbur- 
gischen bis zur österreichischen Grenze die meisten der hervorragenden 
Spitzen, selbst Dachstein und HochgoUing, dass ferner wohl sämmt- 
liche Höhen des Paltenthales, die Seckauer Gebirge, die Judenburger 
Alpen, die Krebenze bei S. Lambrecht und selbst die entlegenen 
Pflanzenreichen Berge von Turrach (Eisenhut, Rothkofel) mindestens 
einmal, meist aber zu wiederholten Malen, bestiegen wurden; dabei 
begnügte er sich aber nicht bloss, seine Botanisirbüchse zu füllen, 
sondern notirte fast Schritt auf Schritt stenographisch alle interes- 
santeren Vorkommnisse in seinen Tagebüchern, so dass diese von 
jeder der bestiegenen Höhen ein pflauzengeographisch genaues Abbild 
geben. — Um die so gewonnenen Kenntnisse über die Flora Ober- 
steiermarks zu vervollständigen, studirte er auch die einschlägige 
Literatur, besonders Maly, Gebhard, Stur, die Aufsätze Fürsten- 
wärther's, Krenberger's etc. in der österr. bot. Zeitschrift, die 
Arbeiten Hillebrand's, Kerner's etc. in den Verhandlungen der 
Zool.-bot. Gesellschaft, die Jahrbücher der Steiermark. Zeitschrift, 
die Regensburger Flora und machte Reisen nach Landl, S. Lambrecht, 
Graz, Innsbruck, um die daselbst befindlichen Herbarien der stei- 
rischen Botaniker Anton Hatzi, Raimund Steyrer, Maly, Fürsten- 



219 

wärther, Pittoni, Gassner durchzuseheu und zu excerpiren. In 
einem interpolirten Exemplare der 2. Auflage von Maly's „Flora 
von Steiermark" finden sich die Ergebnisse dieser Forschungen über 
die weitere Flora Obersteiermarks vorläufig nur als Manuscript nie- 
dergelegt, während die nähere Umgebung Admont's Gegenstand mehr- 
facher Publicationen wurde. 

Nach Beendigung der theologischen Studien im October 1870 
zum Priester geweiht, erhielt er Ende April 1871 die Genehmigung 
den liebenswürdigen jub. Landesgerichtspräsidenten Eduard Ritt, von 
Josch auf einer botan. Reise nach Krain, dem croatischen Littorale, 
Veglia, Cherso, Lussin und Istrien zu begleiten. Zu S. Peter am 
Karste schloss sich beiden auch der Altmeister illyrischer Pflanzen- 
kunde, der trotz seiner 73 Jahre noch rüstige R. von/Tommasini 
an und unter den Auspizien dieser ergrauten Forscher erschloss sich 
ihm die Zauberwelt eines italienischen Frühlings, die tiefen Eindruck 
auf sein Gemüth machte und ihn noch zu gar manchen südlichen 
Forschungsreisen begeisterte. Auch die Ergebnisse dieser Reise wurden 
in zwei Publicationen niedergelegt. Die Sommerferien desselben Jahres 
benutzte er zu einer interessanten, aber nur touristische Zwecke ver- 
folgenden Reise nach dem Bodensee, den Rheinlauden bis Köln und 
nach Belgien bis Ostende. 

Im Mai und Juni des folgenden Jahres unternahm Strobl seine 
erste Reise nach Italien und Sicilien; sie galt allerdings, wenigstens 
auf dem italienischen Continente, vorzüglich den Wundern der Kunst; 
doch wurde auch durch Excursionen um Perugia, Terni, Rom, Neapel, 
Salerno, auf den Vesuv, den Mte. S. Angelo bei Castellamare, den 
Mt. Cairo bei San Germano, den Aetna, um Palermo, Girgenti, Syra- 
cus das Herbarium mit zahlreichen Seltenheiten bereichert. — Im 
Herbste desselben Jahres bezog er, vom Abte definitiv für die Natur- 
wissenschaften bestimmt, die Universität Innsbruck, um sich daselbst 
unter den Professoren Ant. Kern er. Ad. Pich 1er und Cam. Heller 
für das Lehramt vorzubereiten. Vorzüglich war es Kern er, dessen 
geistvolle Vorträge, zuvorkommender Privatverkehr und zu freier Be- 
nützung ihm stets offenstehendes, an Umfang wohl alle europäischen 
Sammlungen übertreffendes Herbar seinen Gesichtskreis ausserordent- 
lich erweiterten und eine Fülle neuer Anregungen boten. Von zahl- 
reichen Excursionen, theils in die nähere Umgebung Inusbruck's, theils 
in das Stubaierthal, auf den Brenner, die Zirler Bergmähder, den 
Haller Salzberg, in die Bergwerke von Schwaz und Häring, in die 
Umgebung von Bozen, Auer, Kaltem, in das Vallarsathal bei Rove- 
redo, an die romantischen Ufer des Gardasee's, auf den Mt. Baldo 
und die Dolomitgebirge von Lienz brachte er eine Fülle mineralogi- 
scher, geoguostischer, entomologischer, besonders aber botanischer 
Schätze zurück. Noch wichtiger aber waren seine vier, in den Oster- 
und Sommer-Ferien der Jahre 1873 und 1874 nach Sicilien und 
zwar speciell nach den Nebroden und dem Aetna unternommenen, 
ausschliesslich botanischen Reisen, die den Zweck hatten, auf Grund 
einer allseitigen und gründlichen Erforschung dieser beiden hochiu- 

18* 



220 

teressanteu Gebirgsgruppen eine Flora derselben zu publiciren. Dazu 
war es auch uötliig, die Sammlungen der drei hervorragenden Univer- 
sitäten Süditaliens (Neapel, Piilermo, Catania), besonders das zu Nea- 
pel aufbewahrte, in 103 grossen Fascikeln, ausschliesslich sicilianische 
Pflanzen enthaltende Herbar Gussone's, sowie die einschlägige Li- 
teratur gründlich durchzuarbeiten, — ein Unternehmen, das nur bei 
Anspannung aller Kräfte, sowie mit zuvorkommender Unterstützung 
der Botaniker Pariatore, Cesati, Todaro, Tornabene und beson- 
ders des in den Nebroden selbst stationirten Dr. Med. Mina-Pa- 
lumbo, seines wahrhaft väterlichen Freundes und des besten Kenners 
dieses Gebietes, gelingen konnte. Dass aber Strobl diese kostspieligen 
und langdauernden Eeisen überhaupt unternehmen konnte, wurde ihm 
nur ermöglicht durch die Subscription zahlreicher botanischer Freunde 
und öffentlicher Museen auf die von ihm herausgegebenen sicilianischen 
Centurien; so wurden zwar seine Mühen vervielfacht, dafür aber auch 
die Resultate derselben öffentliches Gemeingut. Die nähereu Angaben 
über Literatur, Herbarien, Excursionen und Subscribenten finden sich 
in den Einleitungen zu den Floren des Aetna und der Nebroden. 

Nach absolvirtem Triennium kehrte Strobl auf Ein Jahr nach 
Admout zurück, theils um sich auf die Lehramtsprüfung vorzubereiten, 
theils um am Privatgymnasium vorzutragen, theils um die Einrich- 
tung des Mineraliencabinetes zu vollenden. Durch Schenkungen, durch 
hinterlassene Sammlungen von Stiftsmitgliedern (Prof. Thassilo Wey- 
mayr, Director Theodor Gassner), durch Ankäufe und eigene Aus- 
beute war eine Unmasse von Mineralien, geognostischen Handstücken 
und von Versteinerungen zusammengekommen, die jetzt bestimmt, 
übersichtlich geordnet und in grossen Schaukästen aufgestellt oder 
in Schubladen untergebracht wurden; für jede dieser drei Kategorien 
wurde ein genauer Catalog angefertigt. Ebenso stellte er eine reich- 
hältige Collection von Conchylien, von interessanten Fruchtformen 
— meist südlicher Provenienz — und eine Schausammlung oberstei- 
rischer Flechten auf. 

Im Frühlinge des Jahres 1876 bestand er die Prüfungen aus 
den Hauptfächern, im Herbste absolvirte er die Nebenfächer und 
wirkte von da an bis Ende 1880 als Professor an dem berühmten 
Benedictiner- Gymnasium Seitenstetten. Seine zahlreichen, schon 
als Noviz begonnenen Tauschverbindungen mit botanischen Freun- 
den und Vereinen wurden hier in erhöhtem Masse fortgesetzt, das 
riesig anschwellende Herbarium nach Endlicheres Systeme geord- 
net und catalogisirt, vor allem aber ein botanischer Garten ange- 
legt, wozu Regierungsrath Fenzl, Director des Wiener botanischen 
Gartens, in zuvorkommender Weise mehr als 2000 Samenarten spen- 
dete. Da jede Subvention fehlte, konnte nicht einmal ein Gärtner 
gehalten werden, so dass die ganze, fast erdrückende Last des 
Erziehens aus den Samen, des Jätens etc. auf ihm und seinem 
Freunde Pius Strasser, dem jetzigen Superior von Sountagsberg, 
ruhte. In die Sommerferien dieses Zeitraumes (1878 und 1879) 
fallen zwei weitere grosse Reisen: die erste unternahm er in Be- 



221 

gleitung des Gymnasial-Directors Udiscalc Sigl. Verfassers einer 
„Flora von Seitenstetteu^ , über Baierü imd Südfrankreich nach 
Spanien, durchzog die ganze Halbinsel von Barcelona über Valencia, 
Alicante, Murcia, Carthagena, Malaga bis Gibraltar und von da auf- 
wärts über Cadix, Sevilla, Cordova, Granada, Toledo. Madrid, Burgos, 
nach San Sebastian, um bei Bayonue wieder französischen Boden zu 
betreten und zum Schlüsse die Pariser Weltausstellung zu besuchen. 
War auch bei einer so ausgedehnten Tour die Zeit für die einzelnen 
Stationen schmal gemessen, so blieb er doch seiner alten Gewohn- 
lieit, ein genaues Tagebuch zu führen, getreu und auch die botani- 
schen Sammlungen erhielten, trotzdem sie durch Boissier, Winkler, 
Fritze, Hackel und Huter mit spanischen Arten gut bedacht waren, 
manche Bereicherung. Die zweite , vorwiegend entomologischeu 
Zwecken dienende, Keise galt dem croatischen Küstenlande und den 
Ufern Dalmatiens, die er bis Kagusa hinab durchstreifte-, auf der 
Kückreise verband er sich mit dem ausgezeichneten Naturforscher 
Dr. Aegid Schreiber, Director der Kealschule zu Görz und dem 
Prof. Lazar zu einer siebentägigen Durchstreifung des Kfngebietes, 
das sie bei Tolmein betraten, um nach fortwährenden mühseligen 
Wanderungen über unwirthsame Hochgebirge bei Soza den um Tol- 
mein verlassenen Isonzo wieder zu begrüssen; über den malerischen 
Predilpass, die Thermopyleu der Karawanken, ging es endlich der 
Heimat zu. 

Vom Jahre 1880 an bis jetzt wirkt Strobl als Professor am 
Benedictiner-Gymnasium zu Melk, wo er seine freie Zeit theils der 
Vollendung und Herausgabe grösserer floristischer Werke, theils der 
Durchforschung des Gebietes und der Anlegung grosser entomologi- 
scher Sammlungen widmet. Die Ferien verlebte er meist in seinem 
Mutterhause Admont, um die Umgebung desselben auch entomolo- 
gisch aufzudecken und die besonders bei Flechten und Moosen noch 
fühlbaren Lücken auszufüllen; nur für den Sommer 1883 ist eine 
längere, fast ausschliesslich entomologische Eeise in das croatische 
und istrianische Litorale, sowie in die Umgebung von Nabresina, 
Monfalcono und Görz zu verzeichnen. 



Seit 1867 ist Strobl Mitglied der Zoolog.-botan. Gesellschaft, 
seit 1868 Abonnent und Mitarbeiter an der Oesterr. bot. Zeitschrift, 
seit 1878 Abonnent und Mitarb. an der Regensburger „Flora", seit 
1883 Mitglied des Naturwissenschaftlichen Vereins für Steiermark, 
seit 1882 Abonnent der Wiener entomolog. Zeitung. Reichenbacli 
sen. widmete ihm einen Sderanthus Strohlii (Etna, leg. Strobl), 
t Juratzka (in litt.) ein Triciwstomum Stroblii (Etna, leg. Strobl), 
Emile Burnat bearbeitet eine Monographie der Rosae orientales, in 
welcher eine sicilische Art den Namen R. Strohliana Burn. et Gr. 
führt. Er selbst publicirte manche neue Art und Varietät in seinen 
floristischen Arbeiten über Italien und Sicilien. 

Zum Schlüsse noch eine Uebersicht über die von Strobl ge- 
schaffenen Sammlungen und literarischen Werke. Die botanischen 



222 

Sammlungen zerfallen in fünf Gruppen: 1. die oben erwähnte Schau- 
sammlung von Früchten und Flechten. 2. Die in 16 Kästchen aus 
Zirbenholz aufgestellte Phanerogamen- und ausserdem eine reich- 
haltige Kryptogamenflora von Ob er Steiermark (circa 2300 Arten, 
manche von 20 — 30 Fundorten). — 3. Das in 24 Zirbenholzkästchen 
aufgestellte italienische Herbar mit 2950 Arten und Varietäten. 
4. Die in 4 grossen Fascikeln enthaltene, besonders sorgfältig an- 
gelegte, grossentheils sogar mit Diagnosen versehene Typensamm- 
lung, welche nur Gattungen und Untergattungen der Gesammtflora 
umfasst. 5. Das allgemeine Herbar mit mehr als 20.100 Arten und 
Varietäten; der mit Angaben der Fundorte und Sammler versehene 
Katalog füllt 1146 Seiten. — Die mineral., geognost. und paläontol. 
Sammlung, sowie die Conchylien-Sammlung wurden schon oben be- 
sprochen. — • Die entomologischen Sammlungen enthalten: 1. Eine 
Coleopteren-Sammlung von 11600 Arten und Varietäten, darunter 
2800 Exoten. 2. Eine Lepidopteren-Sammlung von 2050 europ. und 
920 ausländischen Arten und Varietäten, nach Staudinger's neue- 
stem Cataloge im Schätzungswerthe von beinahe 6000 fl. 3. Eine 
Hymenopteren-Sammlung von 3900 Arten und Varietäten. 5. Eine Dip- 
teren-Sammlung von 2700 Arten und Varietäten. 5. Eine Hemipteren- 
Sammlung von 850 Arten und Varietäten; ausserdem noch eine an- 
sehnliche CoUection von Neuro- und Orthopteren. Zu allen diesen 
Sammlungen verfertigte er Cataloge mit genauen Angaben der Fund- 
orte und Fangzeiten. 

Literarisclie Arbeiten. 

A. Wissenschaftlich - botanische : 

1. In der „Oesterr. botan. Zeitschrift": 

Ausflug auf den Hochschwung. Februarheft 1869. 9 Seiten. 

Ausflug auf den Brucksattel. Juniheft 1869. 9 Seiten. 

Ausflug auf den Bösenstein. Juli- und Augustheft 1870. 13 Seiten. 

Der Kadstätter Tauern als Kepräsentant der Ennsthaler Kalk- und 
Urgebirgskette. Nebst einer Tabelle der nur auf Kalk, nur auf 
Urfels und auf beiden gemeinsam vorkommenden Alpenpflanzen 
des Eunsthales. Juni-, Juli-, August-, Septemberheft. 1871. 
27 Seiten. 

Auf die Höhe des Lichtmessberges (b. Admont). Septemberheft 1873. 

6 Seiten. 
Kurzer Bericht über meine Eeise nach Sicilien. Jännerheft 1874. 
Ueber die Sclerantheen des Aetna und der Nebroden. Märzheft 1874. 

6 Seiten. 
Studien über italienische Veilchen. Juliheft 1877. 9 Seiten. 
Ueber die sicil. Arten der Gattung Ranunculus mit verdickten 

Wurzelfasern. Aprilheft 1878. 6 Seiten. 
Flora des Aetna. Vom Novemberhefte 1880 fortlaufend bis jetzt. 

Ende 1885 zählte der Separatabdruck 236 Seiten. 



223 

2. In der Regensburger „Flora": 

Flora der Nebroden mit Bezug auf die Flora gauz Siciliens. Vom 
Jänner 1878 fortlaufend bis jetzt. Ende 1885 zählte der Sepa- 
ratabdruck 436 Seiten; die ersten 81 S. schildern das Gebiet 
in oro-, hydro, aerograpMscher, geognostischer und pflanzen- 
geograpliischer Hinsicht. 

3. In den Verhandlungen der zool.-bot. Gesellschaft: 
Aus der Frühlings-Flora und Fauna Illyriens. 1872. 40 Seiten. 

4. In „Wissenschaftliche Studien und Mittheilungen 
des Benedictiner-Ordens": 

Der Aetna und seine Vegetation. 1880. 116 Seiten. Enthält nach 
Angabe der Literatur: 1. Name, Lage und Grenzen des Aetna. 
2. Die orographische , 3. die hydrographische, 4. die klimatolo- 
gische, 5. die geognostisch-mineralogische, 6. die pflanzengeo- 
graphische Beschreibung der Fuss-, Wald- und Hochregiou, jede 
der Regionen mit ausführlicher Darlegung des Jahrescyclus der 
Blüthen der Vertheikmg der Pflanzen nach den Terrainverhält- 
uissen und den Vegetationsformen. 

5. Im „Tagblatt der 48. Versammlung deutscher Na- 
turforscher in Graz 1875": 

Kurze Notiz über Strobl's Vortrag: „lieber die Vegetationsverhält- 
nisse des Aetna", gehalten in der botanischen Section; wurde 
auch im Decemberhefte der „Oest. botan. Zeitschrift 1875" 
reproducirt. 

6. In der „medicinischen Zeitschrift von Innsbruck", 
1878: 

„üeber die Vegetation des Aetna." 19 Seiten, (Schriftliche Wieder- 
gabe eines an der Universität zu Innsbruck gehaltenen Vor- 
trages.) 

7. Im Verlage von Leuschner & Lubensky zu Graz, 
1878: 

„Die Haller Mauern" (bei Admont). Eine topographisch-touristische 
Studie von Dr. Martinez und F. Rumpel mit naturhistori- 
schen Beiträgen von Prof. P. Gabriel Strobl. Letztere theilen 
sich in einen zoologischen, pflauzeugeographischen , floristischen 
und geognostischeu Abschnitt: der pflanzengeogr. beschreibt die 
verscMedeuen Vegetationsformen der Berg-, der Voralpen- und 
der Alpenregion; der floristische zählt 889 Arten, darunter 
220 Kryptogamen auf. Von 155 Seiten des Gesammtwerkes 
entfallen 83 auf Strobl. 

8. Programme 1881, 1882 und 1883 des Melker Gymna- 
sium: 

„Flora von Admont" (des unteren Enns- und des ganzen Palten- 
thales). Nach einer topographischen Einleitung (p, 5 — 12) werden 
p. 13—78 des 1. und p. 5—61 des 2. Programmes 1256 Pha- 
nerogamen, ferner p. 62—96 40 Gefässkryptogamen, unter Mit- 
wirkung des Herrn Breidler 347 Laub- und 87 Lebermoose, 
endlich p. 1 — 19 des 3. Programmes 279 Flechten, in Summa 



224 

also 2009 Arten mit genaueri Fundorten angeführt. Die richtige 
Bestimmung der Zellkryptogamen wird durch die Herren Pöetsch, 
Juratzka und Breidler verbürgt, Dr. Holzinger widmete 
dieser, jedenfalls der vollständigsten, Localflora Steiermarks 
eine auch im Druck erschienene sehr anerkennende Bespre- 
chung in der October- Versammlung des naturw. Vereines für 
Steiermark. 

B. Populär botanische oder botanisch-touristische Arbeiten 
und Reisebeschreibungen. 

1. Feuilletons im „Grazer Volksblatt": 

1. Besteigung des Dachstein. 1870. (Mit 4 Fortsetzungen.) 

2. Der Kadstätter Tauern. 1871. (Mit 4 Fortsetzungen.) 

3. Eine Fahrt durchs Gesäuse, 1871. (Mit 1 Fortsetzung). 

4. Eine Partie auf den HochgoUing. Juli 1871. (Mit 7 Fortsetzungen.) 

5. Kecension über A. Woditschka: „Die Giftgewächse in Steier- 
mark." 1871. 

6. Eine Frühlingsreise nach Süden. Keiseeindrücke aus Südsteier- 
mark, Krain, dem croatischen und istrianischen Küstenlande 
und den Inseln des Quarnero. 1872. Auch separat in der Grazer 
Vereinsbuchdruckerei erschienen. (256 Seiten,) 

7. Eine Sommerreise ins Tirol nach Lienz. 1873. (Mit 18 Fort- 
setzungen.) 

8. Keiseeriunerungen aus Sicilien. Auch separat in der Grazer 
Vereinsbuchdruckerei 1878 erschienen. (631 Seiten.) 

9. Sechs Tage in Paris. 1878. (Mit 17 Fortsetzungen.) 

10. Eine Sommerreise nach Spanien. Auch separat in der Grazer 
Vereinsbuchdruckerei 1880 erschienen. (614 Seiten.) 

2. Im „Wiener Tourist" von Gustav Jäger: 

Das Sparafeld bei Admont. Nebst einer Skizzirung der obersteieri- 
schen Gebirgszüge. 1871. (17 Seiten.) 

Wanderungen ins Gesäuse und auf die Johnsbacher Alpen. 1871. 
(37 Seiten.) 

Auf hoher Alp. Gedicht 1871. (1 Seite.) 

Das Leben. (Ein Bergstieg.) Gedicht. (7 Seiten.) 

Die Frauenburg bei ünzmarkt. (12 Seiten.) 

3. Im „österreichischen Alpenverein", Wien: 

Der HochgoUing. 1873. (19 Seiten.) (Reproduction aus dem „Grazer 

Volksblatt".) 
Ausflug auf die Hochhaide in der Eottenmanner Tauernkette. 1873. 

(6 Seiten.) 
Auf die Griesweber-Alm bei Admont. 1873, (4 Seiten.) 

C Zoologische Arbeiten. 

Gymnasial-Programm von Seitenstetten, 1880: Dipterologische Funde 
um Seitenstetten. Enthält auf 64 Seiten eine Aufzählung von 
1365, darunter 274 für Niederösterreich neuen Arten. 



225 

Mitwirkung bei C. Brancsik: Die Käfer von Steiermark. Graz, 1871. 

Vorläufig nur als Manuscript: Coleoptereufauna von Obersteiermark 
mit den genauen Fundorten von 1148 Arten und 130 Varie- 
täten. S. 



Beiträge zur Kenntniss der Flora von Ost-Rumelien. 

Von Dr. J. Velenovsky. 

In der letzten Zeit habe ich eine Sammlung von getrockneten 
Pflanzen von meinem Freunde, Herrn Prof. Herm. Skorpil aus 
Slivno erhalten, welche er auf seinen zahlreichen geologischen Eeisen 
in verschiedenen Gegenden Rumeliens, besonders aber in der Um- 
gebung von Slivno und auf nahen Bergketten des Balkans gesammelt 
hat. Einige Standorte sind auch von der südlichen türkischen Grenze 
angegeben. Ein vollkommenes Verzeichniss dieser Pflanzen dient nun 
als Gmndlase zu folgenden Zeilen. 

Eine Reihe dieser Pflanzen gehört freilich den gewöhnlichsten 
europäischen Arten an, das Verzeichnen derselben ist aber zur voll- 
ständigen Anschauung über die dortige, bis jetzt so wenig bekannte 
Flora ziemlich nothwendig. Ich fand in dieser Sammlung auch solche 
Arten, welche ich selbst voriges Jahr im nördlichen Bulgarien ge- 
funden habe. (Die Abhandlungen der kön. Ges. der Wis. in Prag: 
Beiträge zur Kenntniss der bulgarischen Flora, 1886.) Man begegnet 
hier auch vielen Seltenheiten, welche Herr v. Janka seinerzeit in 
diesen Gegenden entdeckte. 

Die besonders interessanten Arten sind mit ! bezeichnet. Die 
Diagnosen der neuen Arten und Rassen sowie der wenig bekannten 
Arten sind beigefügt. 

Isopyrum thalictroides L. Bei Slivno. Delphinium consolida L. 
bei Slivno. D. peregrinum L. sp. Turfolij im Bez. Kazalagac. Ra- 
nimculus millefoliatu^ Vahl. Bei Slivno. R. Ficaria L. Bei Slivno. 
R. sceleratus L. Jambol, Slivno. R. polyanthemos L. Icera-Balkan. 
R. repens L. Jambol, Slivno. R. illyricus L. In den Weinbergen 
bei Slivno. Adonis vernalis L. Bei Jambol auf dem Berge Bekadzik. 
A. aestivalis L. Bei Slivno. Clematis Vitalha L. Bei Sotira. Clematis 
Vitkella L. Bei Slivno und Sotira häufig. Anemone silvestris L. Bei 
Slivno. Paeonia temdfolia L. Bei Midiris im Bezirke Jambol; bul- 
garisch „cerveny kotky." Nigella arvensis L. Bei Slivno. 

Hypecoum procumhens L. Bei Jambol. 

Corydcdis solida Sw. Bei Slivno; bulgarisch „lesicena." Fu- 
maria officinalis L. Bei Slivno. 

Nasturtium silvestre Br. Srem am Tundzaflusse. N. thracicum 
Grsb.! Bei Slivno. Durch sehr schmale Blattzipfel, kleinere Blüthen 
und die reichere Behaarung vom ähnlichen N. lipplzense gleich ver- 
schieden. Sisymbrium Orientale L. Golem Dervend, Slivno, Sotira. 



226 

S. Sophia L. Bei Icera. Farsetia clypeata Br. Bei Sotira. Berteroa 
incana DC. Bei Slivno. Sotiva, Kazalagac, Jambol. Erysimum 
canescens Kth. Die Anhöhen bei Slivno, Icera, Jambol. Alyssum 
calycinum L. Bei Slvino, Jambol. A. murale W. K. Icera-Balkan, 
Sinite Kameny bei Slivno, bei Sotira. A. montanum L. Bei Sotira. 
Thlaspi arvense L. Bei Icera, Slivno. Lepidium Draha L. Bei 
Slivno. 

Reseda lutea L. Bei Slivno häufig. 

Helianthemum vulgare G. Bei Slivno, Sotira, Jambol, Kaza- 
lagac. Sämmtliche nur in der Varietät mit weiss-filzigen Blättern 
auf der Unterseite. 

Viola Riviniana Kchb. Bei Slivno. Viola tricolor L. Daselbst. 

Polygala major Jacq. Bei Slivno. 

Saponaria glutinosa M. B, Bei Slivno, Sotira, am Icera-Balkan. 
S. officinalis L. Bei Slivno, Sotira. Silene italica Pers. Icera-Balkan. 
S. inflata Sm. Bei Sotira, am Icera-Balkan. Ä. Armeria L. Bei 
Slivno, Sotira, Srem, Dermendere. Viscaria vulgaris Roehl. Bei 
Slivno. Melandryum pratense Roehl. Icera-Balkan. Agrostemma coro- 
naria L. Bei Slivno, Sotira, Kotel. Gypsophila muralis L. Srem an 
der Tundza. Qyps. glomerata Fall. Berg ürmutarla bei Slivno. 
Dianthus sanguineus Vis. Am Balkan bei Kotel. Z>. Armeria L. 
Bei Slivno. D. Pseudo-Armeria M. B. Sinite Kameny bei Slivno. 
D. giganteus D'ürv. Bei Sotira. D. tenuiflorus Grsb.! Bei Cetalovo- 
Lalkovo im Bez. Kazalagac. D. aridus Grsb.! Bei Slivno, Jambol. 
Eine ausgezeichnete Art. Mit der Pflanze, welche Herr v. Janka 
in Thracien gesammelt hat, identisch. Z>. Noeanus Boiss. ! Bei 
Sotira. 

Dianthus roseo-luteus sp. n. Ausdauernd, mit holzigem Wurzel- 
stocke. Der Stengel 10—30 Centimeter hoch, gewöhnlich schon vom 
Grunde dichotomisch verzweigt. Die Blätter lineal oder liueal-lau- 
zettlich, lederartig, so lang als die Internodien, die oberen drei-, 
die unteren fünfnervig, 2 — 3 Centimeter breit. Die Blattscheide von 
der Länge des Stengeldurchmessers. Die ganze Pflanze dicht, flaum- 
haarig, graugrün. Die Blüthen einzeln auf mehr oder weniger laugen 
Aestcheu, am Grunde mit einigen Hochblättchen, welche etwa den 
dritten Theil des Kelches erreichen. Der Kelch 22 Millimeter laug, 
zu beiden Enden massig verschmälert, graugrün, weisslich oder etwas 
röthlich augelaufen, fein gestreift, mit länglich-lanzettlichen, pfriem- 
lich-zugespitzten Zähnen. Die Kelchschuppen 4 — 6, verkehrt-eiförmig, 
krautig, nur am Rande häutig, von derselben Farbe wie der Kelch, mit 
einer gleich langen, festen, geraden, pfriemlichen Spitze, welche etwa 
die halbe Kelchläuge erreicht. Die Kronenplatte dreimal kürzer als 
der Kelch, eiförmig, scharf, tief gezähnt, auf der Oberseite röthlich 
und bei der Mündung langhaaiig, auf der Unterseite schwefelgelb. 

Im August. Bei Aitos, in der Slivnoebene, bei Vakof im Bez. 
Kavaklij. — Gehört in die nahe Verwandtschaft des D. aristatus 
Boiss. aus Klein- Asien, des D. haematocalyx Boiss. aus Griechen- 



227 

land und des D. campestris M. B. aus dem südlichen Kuss- 
land an. 

Mbenchia mantica Bartl. Bei Slivno, Sotira. Stellaria graminea 
Retz. Am Balkan bei Kotel. 

Linum hirsutum L. Bei Icera, Slivno. L. tenuifolium L. Bei 
Sotira, Kazalagac. L. austriacmn L. Bei Slivno, Jambol. 

Althaea cannabina L. Bei Jambol. A. offlcinalis L. Bei Slivno, 
Sotira, Burgas. Lavatera thuringiaca L. Bei Kotel. Alcea pallida 
W. K. Bei Slivno, Jambol. 

Hypericum perfoliatum L. Bei Slivno. H. tetrapterum Fr. Bei 
Kotel im Balkan, bei Slivno. H. perforatum L. Bei Slivno, Kotel. 
H. rumelicum Boiss.! Bei Slivno, Sotira. 

Acer campestre L. Bei Slivno. A. tataricum L. Bei Slivno am 
Balkan, im ganzen Ost-Thracien. 

Geranium pyrenaicutn L. Bei Slivno. Q. sanguineum L. Bei 
Slivno. Cr. marcrorhizon L. Bei Kotel; bulgarisch „zdravec" ge- 
nannt. 

Trihulus terrestris L. Bei Slivno. 

Evonymus verrucosus Scp. Bei Slivno. E. europaeus L. p. p. 
Bei Slivno. Rhamus cathartica L. Bei Slivno. 

Medicago falcata L. Bei Slivno, Jambol. M. lupulina L. Bei 
Icera, Slivno. Trifolium purpureum Lois. Sakar - Plateau bei dem 
Dorfe Yakof. T. patens Schreb. Bei Slivno, Sotira. T. hybridum L. 
Kotel-Balkan. T. repens L. Bei Slivno. T. prateme L. Bei Slivno. 
T. pannonicum Jacq. Bei Kadrfaklij im Balkan. T. alpestre L. Bei 
Slivno, Sotira, Kotel. Dorycnium herbaceum Vill. Bei Kotel. Coro- 
nilla varia L. Bei Slivno, Sotira. Astragalus thracicus Grsb.! Beim 
Dorfe Mogyla im Bez. Jambol. A. chlorocarpus Grsb. Bei Slivno, 
Icera. Nicht nur durch die kleinen schmalen Blättchen und die 
kleineren Blüthen, sondern auch durch den gracilen Wuchs, kürzeren 
Blüthenstand, durch die sehr kurzen Kelchzähne und die kurzen, 
breiten, kurz zugespitzten Nebenblätter von dem verwandten A. 
Onobrychis L. verschieden. A. Sprunneri Boiss.! Durch die schwarz- 
haarigen Kelche und gelblichgrün und violett gefärbten Blüthen vom 
verwandten A. Widfenü K. leicht zu unterscheiden. Bei Slivno. 

Glycyrhiza eckinata L. Längs der Tundza zwischen Poudaklij 
und Kazalagac, beim Dorfe Hamharlij. Colutea arlorescens L. Bei 
Slivno. Cytisiis hirsutus L. sp. Bei Slivno, Sotira. C capitatus Scp. 
Bei Slivno. Genista ovata W. K. Bei Slivno, Sotira, Kotel im Bal- 
kan. G. lydia Boiss.! Bei Sotira. Vicia sativa L. Bei Slivno. V. 
melanops S. S. (F. tricolor Seb. Maur.) Bei Slivno. F. grandiflora 
Scp. Bei Slivno. F. tenuifolia Roth, b) stenophylla Boiss. Bei Slivno. 
F. Cracca L. sp. Bei Slivno. F. Gerardi Vill. Bei Slivno, Kotel. 
F. villosa Roth, b) macrosperma mihi. Bei Slivno. Von der gewöhn- 
lichen Form dieser Art unterscheidet sich diese neue Rasse durch 
folgende Merkmale: Der Stengel, die Aeste und die Traubenachse 
sehr dicht - weicbhaarig; die Blättchen schmal-lineal ; die Blüthen 
nur halb so gross; die Fruchtkapsel nur zweimal so lang als breitj 



228 

nur halb so gross, mit 1 — 2 Mal so grossem, etwas zusammenge- 
drücktem Samen. — Es ist wahrscheinlich, dass es eine gute Art 
ist, falls es keine üebergangsformen gibt. Dieselbe Pflanze sammelte 
ich auch bei Kazgrad im nördlichen Bulgarien. Orobus aureus Stev. 
Bei Slivno. 0. variegatus Ten. Bei Slivno. O. hirsutus L. Bei Slivno. 
Sotira, Kotel. O. sessilifoUus Sibt. Bei Slivno, auf dem Berge Ba- 
kadzik im Bezirke Jambol; bulgarisch „fasulce". Lathyrus Cicera 
L. Bei Slivno. 

Lathyrus floribundus sp. n. Die Blüthen von der Grösse der- 
jenigen des L. Aphaca L. aber sattgelb, regelmässig zu zweien auf 
geraden Stielen, welche zweimal so lang sind als die Nebenblätter. 
Die Kelchzähne etwa V/^ — V/^ so lang als die Kelchzähne mit 
ihren Spitzen nur die Fahnennaht erreichend, üebrigens mit dem 
L. Aphaca L. übereinstimmend. — Bei Jambol, Slivno im 
Jahre 1885. 

Die entsprechenden Merkmale des L. Aphaca L. lauten: Die 
Blüthen hellgelb, einzeln (sehr selten zu zweien) auf geraden Stielen, 
welche kaum P/^ so lang sind als die Nebenblätter; die Kelchzähne 
2 — 27* so lang als die Kelchröhre, mit ihren Spitzen die Fahnen- 
naht weit überragend. 

Der L. affinis Guss. ist dem L. Aphaca L. mehr verwandt 
als unsere Art, welche sich vom ersteren durch kleinere sattgelbe 
Blüthen und kürzere Kelchzähne unterscheidet. 

Rosa spmosissima L. sp. Auf dem Berge ürmutarla bei Slivno. 
Ruhus tomentosus Borkh. Bei Slivno und in dem ganzen östlichen 
Thracien häufig. Poterium inuricatum Sp. Bei Slivno, Icera. Agri- 
monia Eupatoria L. Bei Slivno, Jambol häufig. Geum urhanum L. 
Kotel-Balkan. Fragarla vesca L., coUina Ehrh., elatior Ehrh., bei 
Slivno, Icera. Potentilla argentea L. Bei Slivno, Kotel. P. recta L. 
Bei Slivno, Sotira, Kotel. P. Fragariastrum Ehrh. Bei Slivno. P. 
rupestris L. Jeni Mahale bei Jambol. Cotoneaster vulgaris Lindl. 
Kotel-Balkan. Crataegus monogyna Jacq. Bei Slivno. Sorbus dome- 
stica L. Bei Slivno. S. torminalis Cv . Bei Slivno, Sotira, Kotel; bul- 
garisch „brekynja". Amygdalus nana L. Beim Dorfe Kaslakij (Bez. 
Jambol). Spiraea F'dipendula L. Bei Icera, Slivno, Sotira. 

Bryonia alba L. Bei Slivno. 

Epilobium hirsutum L. Bei Slivno, Sotira. Circaea Lutetiana 
L. Bei Kotel. 

Trapa natans L. Im See Kajabas auf dem Balkan bei Kotel. 

Lythrmn salicaria L. Kotel-Balkan. 

Tamarwo sp. Am Meere bei Burgas. Weder blühend noch 
fruchtend. 

Scleranthus perennis L. Bei Icera, Slivno. Perigonblättcheu sehr 
breit weiss-berandet. 

Torilis helvetica Gm. Bei Slivno, Sotira. Chaerophyllum temulum 
L. Bei Kotel. Anthriscus nemorosa Spr. Bei Sotira. Pimpinella Saxi- 
fraga L. Bei Slivno. Smyrnium perfoliatum L. Bei Sotira. Aego- 
podium Podagraria L. Bei Kotel. Peucedanum alsatkum L. Bei 



229 

Slivno, Sotira, Jambol. LopTiosciadium meifolium DC. Bei Slivno, 
Sotira; nur iu Blütheu. Seseli tortuosum L. " sp. Bei Jeui Mahale. 
Eryngium campestre L. Im ganzen südlichen Bulgarien und beson- 
ders im östlichen Thracieu verbreitet. 

Visciim albimi L. Kotel-Balkan. 

Galiiim cruciata Scp. Bei Slivno, Icera. 

Valeriana officinalis L. Bei Sotira. Valerianella oUtoria Poll. 
Bei Slivno. 

Cephalaria transsilvanica Sehr. Bei Slivno, Sotira, Jambol, 
Kazalagae. 

Scabiosa ochroleuca L. Bei Gremlij (Bez. Jambol). Sc. mi~ 
crantha Dsf. Bei Slivno. 

Knautia orientalis L. Bei Cetalovo-Lalkovo (Bez. Kazalagae). 
Kn. arvensis b) microcephala Sehr. Bei Srem, Kazanlik, Kotel. Die- 
selbe Pflanze mit hochrotheu Bllithen und grober Behaarung, wie im 
nördlichen Bulgarien; vielleicht eine gute Art. 

Leontodon saxatilis Kchb. Bei Slivno, Icera, Sotira, Golem, 
Dervend häufig. 

Taraooacum officinale Web. Bei Jambol, Slivno; forma typica. 
T. serotinum Poir. Bei Slivno. Sonclms uliginosus M. B. Bei Slivno. 
Plcris hieracioides L. Bei Slivno gemein. Crepis rhoeadifoUa M. B. 
Bei Slivno, Sotira, Golem Bojalak, Cetalovo, Derekjöj. Podospermum 
villosum Stev. ! Bei Slivno. Mit der Pflanze von Sarepta identisch. 
Scorzonera lanata M. B. In der Slivuo-Ebene; bulgarisch „Kozi 
mämy". Ti'agopogon pratensis L. Bei Slivno. ^eranthemum annuum 
L. Kotel-Balkan, im ganzen östlichen Thracieu verbreitet. 

Centaurea solstitialis L. Im Bezirke von Jambol, Kazalagae, 
Slivno und überall im östlichen Thracieu verbreitet. C. cana S. S. 
Bei Sadovo im Kotel-Balkan. C. stereophylla Bess. Bei Slivno, Sotira, 
Jambol. 0. diffusa Lam. Bei Slivno, Jambol, Kazalagae gemein. C 
orientalis L. Beim Dorfe Jouplij im Balkan. Centaurea Thirkei Seh. 
Bip. Bei Slivno, Orhankjöj im Bezirke von Burgas. Für Europa neu, 
am nächsten aus Bithynien bekannt. 

Der Stengel 3 — 18 Centimeter hoch, gerade, einköpfig, ziemlich 
dick und wie die Blätter weiss-wollig. Der Wurzelstock mit einigen 
cylindrisch verlängerten Knollen, die in eine lange fadenförmige Wurzel 
auslaufen. Die unteren Blätter länglich oder länglich-lanzettlich, ganz- 
randig oder seicht entfernt buchtig gezähnt, etwa 1 Centimeter breit, iu 
einen längeren Stiel verschmälert, so lang als der Stengel. Die oberen 
Blätter länglich, etwa 5 — 7 Millimeter breit, gauzrandig. Die Köpf- 
chen 272 — ^ Centimeter lang, Vj., Centimeter breit, eiförmig. Hüll- 
schuppen eiförmig bis eiförmig-länglich, mit einer häutigen, schwarzen 
tief her ablaufen den Spitze; Fransen so lang als die grösste Breite 
der Hüllschuppen, silberglänzend. Die randständigen Blüthen sehr 
strahlend und wie die inneren hellgelb; die Staubbeutelröhre violett 
angelaufen. 

(Schluss folgt.) 



230 

Coronilla emeroides Boiss. et Sprunn. 

Von Dr. Vincenz v. Borbas. 

In den Verhandlungen der Zoolog.-botan. Gesellsch. XXXIV, 
p. 97 hat Dr. A. Heim er 1 eine var. austriaca bei C. Emerus aus 
der Gegend von Tiume, Triest, Pola, Spalato etc. unterschieden, 
welche durch die etwas kleineren Blüthen, aber eine reichere (4 bis 
7blüthige, öfters 5— 6blüthige) Inflorescenz etc. von der 0. Emerus 
mit 2 — 3 Blüthen in einer Dolde, verschieden ist. 

In Istrien, auf dem ungarisch-croatischen Litorale und in Dal- 
matien herrscht nach Heimerl diese Coronilla vor, in Istrien wächst 
sie ohne die C. Emerus typica und wäre somit ein Kettenglied 
zwischen dieser und der griechischen C. emeroides Boiss. et Sprunn. 

Ich kenne diese Varietät gut, denn ich habe sie im Litorale 
öfters gesehen und will hier meine Meinung über dieselbe mit- 
theilen. 

Herr Heimerl sah die Früchte der var. austriaca nicht, aber 
ich glaube, wenn er sie gesehen hätte, würde er diese Varietät von 
G. emeroides Boiss. et Sprunn. nicht unterschieden haben. 

C. emeroides hat auch eine 5 — 6blüthige Inflorescenz, ferner 
längere, zwischen den Samen kaum oder gar nicht eingeschnürte 
Gliederhülsen. Heimerl scheint jedoch anzunehmen, dass die Frucht 
der var. austriaca von jener der C. Emerus nicht verschieden, also 
gegliedert sei. Ich habe aber gute Fruchtexemplare dieser Varietät 
von der Insel Veglia, von Abatia, Tersattö, Kostrena und Vratnik, 
wo die Hülsen 9 — 11 Cm. lang und zwischen den Samen nicht ein- 
geschnürt sind, somit von G. emeroides sich nicht unterscheiden lassen. 
Im Gegentheile habe ich G. Emerus in dem Dragathale bei Fiiime 
mit gegliederten, 6—8 Cm. langen Hülsen am 21. Mai 1884 ge- 
sammelt. 

Die Fiumaner Exemplare, welche ich nach dem reicheren 
Fruchtstande für G. Emerus var. austriaca halten muss, unter- 
scheiden sich aber von der G. emeroides des Käzänthales, worauf 
meine Aufmerksamkeit zuerst V. v. Janka lenkte und die später auch 
Boissier brieflich sowohl an mich als an Simkovics für G. eine- 
roides anerkannte, — durch keine erhebliche Merkmale, denn auch 
G. emeroides wäre nach Neilreich und Koch nur eine mehr- 
blüthige Varietät oder Form der G. Emerxis, wie sie auch in der 
Fl. Graeca unter diesem letzteren Namen abgebildet ist. So halte 
ich die var. austriaca für ein Synonym der G. emeroides Boiss. et 
Sprunn., denn wenn man von den ungegliederten Früchten absieht, 
worin sie übereinstimmen, so bleibt nur die 1—2 Mm. Grösse in 
der Blüthe zur Unterscheidung dieser Varietät, worauf man doch 
keine Varietät gründen kann. Somit hätten wir in Oesterreich-Ün- 
garn nur zweierlei Coronilla: C Emerus L. und C. emeroides Boiss. 
et Sprunn. aus dem Subgenus Emerus. 

Es ist ferner beachteuswerth, dass diese Coronilleu im April 



231 

blühen. Icli habe aber die C. emeroides am Fiumaner Tersattö am 
1. September 1875, im Kazänthale aber auch am 23. September 
1874 zum zweitenmale blühend angetroffen. Die Herbstruhe scheint 
also diesem zeitig blühenden Strauche zu lange zu sein, und wieder- 
holt sich vielleicht ein zweites Blühen öfters. 

Es ist aber auch das Zusammentreffen der C. emeroides und 
C. Emerus erwähn enswerth. Schon Heimerl erwähnt, dass seine 
var. austriaca, also die G. emeroides auch in Sicilien vorkommt. Ich 
habe aber aus der Gegend von Florenz Exemplare, welche noch ent- 
schieden zu C Emerus gehören. Man findet also in Italien viel- 
leicht einen Standort, wo beide Arten zusammen vorkommen. Aber 
auch Freyn behauptet gegenüber Heimerl im Botan. Ceutralbl. 
Bd. XX, p. 204 entschieden, dass in Istrien auch C. Emerus sicher 
vorkommt, und scheint er auf die neue Varietät, besonders auf die 
mülimetrischen unterschiede der Blüthe nicht viel zu geben. Auch 
ich fand im Dragathale die C. Emerus typica, so trifft sie auch in 
der Umgegend von Fiume mit der G. emeroides zusammen. 

Dass die 0. emeroides eine von der var. austriaca verschiedene 
Pflanze wäre, könnte man nur daraus folgern, dass in Boissier's 
Flora Orient. H, pag. 179 der ersteren folia bijuga zugeschrieben 
sind. Aber in der ersten Beschreibung (Diagn. pl. Orient. I. ser, 2, 
p. 100) werden sieben Blättchen, also folia trijuga erwähnt, und ich 
glaube, dass die Blätter der G. emeroides mehrpaarig sein müssen, 
wie bei unserer Pflanze, denn sonst hätte Boissier die wenigpaa- 
rigen Blätter als Unterschiede hervorgehoben, und hätte nicht un- 
sere C. emeroides aus dem Kazänthale für seine Art erkannt. 

0. emeroides erreicht hier an den angeführten Orten ihre nord- 
westliche Grenze. Sowohl in der Gegend der unteren Donau in Un- 
garn, als auch in dem ungar. Litorale finden wir viele Pflanzen, 
welche weiter nach Südosten in Griechenland verbreitet sind {Gar- 
daniine graeca, Sorbus graeca Lodd. am Treskovatzberg bei Szvi- 
nitza, Fumaria anatolica Boiss. bei Bazias, Garlina corymhosa var. 
graeca Boiss. bei Fiume etc.), so ist die geograph. Verbreitung der 
G. emeroides im continentalen und litoralen Gebiete Ungarns ganz 
natürlich und nicht auffallend. Auch findet man nicht wenige Holz- 
pflanzen, welche sich in Kazänthale sowie bei Fiume mit der 0. 
emeroides gemeinsam vorfinden: Garpinus duinensis, Geltis australis, 
Acer monspessulanum var. etc. — Eine Sonderbarkeit bleibt doch 
übrig in der geographischen Vei'breituug der G. Emerus und G. 
emeroides. — Boissier gibt nämlich in Taurien G. emeroides an, 
ich besitze aber von dort eine dreiblüthige G. Emerus, und auch 
Steven behauptet^), dass die G. Emerus dieser Gegend von den 
italienischen Exemplaren dieser Art nicht verschieden sei. Steven 
konnte wohl auch G. emeroides Boiss. et Sprunn. (0. Emerus var. 
austriaca Heim.) vor sich haben, aber meine Exemplare von Linde- 
mann's Hand gehören eher zu G. Emerus L. In Taurien erwartet 



*) Bullet. Mose. 1856, p. 162. 



232 

man nach der bisher bekannten Verbreitung dieser nahe verwandten 
Arten vielmehr die C emeroides. 

Dass C Emerus var. austriaca zu C. emeroides Boiss. et 
Sprunn. gehört, wird auch durch das Herbar des ungar. National- 
museums bestätigt. Ich fand hier unlängst die Fiumaner „0. Eme- 
rus'^ mit C. etneroides in demselben Bogen, sie hat jedenfalls V. v. 
Janka von 0, Emerus getrennt. An den Exemplaren Heldreich's 
(pl. exs. Fl. Hellen, in monte Hymetti) sind die Blätter ohne das 
Endblättcheu meist dreipaarig, an den Fiumaner Exemplaren sieht 
man aber auch zweijochige Blätter, imd so bleiben die „folia bijuga" 
Boiss. Fl. Orient, ohne Belang. Die G. emeroides ist hier auch von 
Thessalonica (Friv.!) vorhanden. Unsere Fiumaner Exemplare be- 
sitzen öfters 3 — 4mal grössere Blättchen als die griechischen, aber 
diese scheinen mit dem üppigeren Wüchse zusammenzuhängen, und 
kann man hier nicht viel darauf geben. 

C. Emerus liegt im Musealherbar von Crökakö bei Keszthely 
(Wierzb.!), sowie von Eisenstadt im Leithagebirge (in silvis ober 
den Kanonen und im Jägerhaus leg. Alb ach!) vor. 

0. emeroides ist nun von Griechenland bis Sicilien, bis zu dem 
Käzänthale und den Wäldern bei Plavisevitza, Fiume und Triest 
verbreitet. Im contineutalen Theile scheint die Verbreitung mehr 
unterbrochen zu sein, am Litorale aber, wenigstens im südlichen 
Dalmatien bis Fiume und Triest kommt sie geschlossener vor. Wahr- 
scheinlich gehört auch die serbische, bosnische und montenegrische G. 
y, Emerus'^ zu 0. emeroides. Jedenfalls ist es das Verdienst Dr. Hei- 
merl's, dass wir jetzt eine erweiterte Kenntniss von der Verbreitung 
dieses zierlichen Strauches besitzen. 



Beitrag zur Flora der Karpathen und des Hoch- 
gesenkes. 

Von Dr. Ed. Formänek, 

k. k. Professor am töhmischen Gymnasium in Brunn. 
(Fortsetzung.) 

Milium effusum L. Häufig bei Karlsbrunn (Weisse Oppa, bei der 

Brettsäge, Donnerlahn etc.), Abhänge des Gr. Vaters, Kuobloch- 

graben. 
Agrostis canina L. Straznitz, Jawornik, Ungar .-Brod, Val. Klobouk, 

Jablunkau, Jägerndorf, Sternberg. 
Galamagrostis epigeios Koth, Straznitz, Welkä, Jawornik, Ung.-Brod, 

Teschen, Konska, Jägerndorf. 

— lanceolata Gel. Prodr. Fl. hohem, p. 37. a. riparia Celak., Mo- 
rawka; b. montana Gel. Gr. Vater, Bärenkamm. 

— arundinacea Roth. Ung.-Brod; Lysä hora (Oborny), Morawka, 
Jablunkau. 



233 

Alopemrus geniculatus L. Straznitz, Ungar, -Brod, Hruschau, Mähr.- 

Ostrau. 
Phleum cdpinum L. Scliieferhaide, Peterstein etc. (Oborny), Demm- 

baude, zwischen Peterstein und Altvater, Gr. Vater, Einseukimg 

unterhalb der Schweizerei, bis in den Knoblochgraben!, Bären- 
kamm, Schosskamm, bei der Kaiserbaude. 
Holcm mollis L. Petrow, Straznitz, Ungar.-Brod; in Gebüschen an 

der Ostrawitza bei Friedland (Oborny); Przno, Jablunkau, M.- 

Ostrau. 
Avena pubescens L. Rohatetz, Petrow, Straznitz, Eadiejau, Hawfitz, 

Ung.-Brod, M.-Ostrau, Hruschau. 
Deschampsia flexuosa Gris. Lysä hora (Oborny); Althammer, Klin, 

Smrk, Morawka. 
Koeleria cristata Pers. Verbreitet im G. Eine interessante virescentia 

fand ich im Walde Chrast bei Ung.-Brod. 
Dcmthonia decumbens DC. Welkä, Jawornik, Neu-Lhota, Bystfitz, 

Val. Klobouk, Morawka, Lomna. 
Melica uniflora Eetz. Küzelau, Jawornik, Philippsthal, Val. Klobouk, 

Prikaz, Zdiechow, Sternberg. 
Poa fertilis Host. Straznitz, Strany. 

— Chaicci Vill. Ob. Fl. p. 145. Gr. Vater, Knoblochgraben, Thal 
der rauschenden Tees. 

MoUnia coeridea Mnch. Verbreitet, häufig in der Gegend von Krasnä, 
Lomna und Jablunkau, selbst noch am Altvater, Gr. Vater und 
Gr. Seeberge etc. 

Festuca ovina L. a. supina Schur Oborny, Fl. p. 151. Bärenkamm; 
b. duriuscvla Host 1. c. Straznitz, Ung.-Brod, Bojkowitz. 

— rubra L. a. genuina Gm. 1. c. Straznitz, Knezdub, Ung.-Brod, 
Val. Klobouk, Koiiska. 

— gigantea Vill. Friedland (Oborny); Straznitz, Welkä, Hallenkau, 
Przno, Jablunkau, Jägerndorf, VVürbenthal, Ludwigsthal; Karls- 
brunn (V. Niessl). 

— süvatica Vill. Im Thale der rauschenden Tees. 
Brachypodium silvaticum R. et Schult. Rohatetz, Straznitz, Welkä, 

Brumow, Val. Klobouk. 

— pinnatum Beauv. Fasangarten und Zerotiu bei Straznitz, Chrast 
bei Ung.-Brod, Horka-Wald bei Val. Klobouk, Weisskirch bei 
Jägerndorf. 

Bromus arvensis L. Straznitz. 

— patulus M. et Koch. Straznitz, Welkä, Jawornik. 

— inermis Leyss. Ungar.-Brod, Hawfitz, Koiiska. 

Lolium remotimi Schrek. Ob. Fl. p. 165. Zdiechow, Gr. Karlowitz, 
Morawka, Jablimkau, Aloisdorf. 

Hordeum murinum L. Dieses gemeine Gras habe ich notirt von Ro- 
hatetz bis Straznitz und Ung.-Brod, von da an dürfte es selten 
sein oder stellenweise auch fehlen, tritt erst im-Teschner (Kol- 
benhey er) und M.-Ostrauer Gebiete auf. 

Nardus stricta L. Val. Klobouk, Potesch, Prikaz, massenhaft am 

Oesterr. totan. Zeitsclirift. 7. Heft 1886. 19 



234 

Hradischow bei Pultschin, Zdiechow, Jawornik-Gebirge, Gross- 
Karlowitz, Skalka bei Ostrawitz, Malenowitz, Morawka, Upas 
etc. bei Lomna, Jablimkau, Eichberg bei Weisskirch, ürbans- 
wald u. a. 0. bei Würbenthai. In den Beskiden und gemein 
im ganzen Verlaufe der Sudeten (Oborny), selbst auf den höch- 
sten Kämmen, so: Smrk, Lysä hora, Altvater, Rother Berg, 
Fuhrmannstein und von da bis zu den Ochsenwiesen hinunter- 
steigend. 
Carex pauciflom Ligthf. Seefelder unter dem Petersteine am Wege 
von der Schäferei zum Wilden Stein, Gr. Vater, Gr. und Kl. 
Seeberg, Moore unterm Keilig. 

— muricata L. Straznitz, Welkä, Ungar.-Brod, Ordiejowhof, Val. 
Klobouk, Friedland, Teschen, Burgberg bei Jägerndorf. 

— alpina L. Sehr verbreitet. Straznitz, Üng.-Brod, Jablunkau, M.- 
Ostrau etc. 

— leporina L. Verbreitet bis auf die höchsten Gipfel. Jawornik; 
Jawofina (Holuby), Stranj^ Üng.-Brod, Prikaz, Kicera cernan- 
ska, Jaworuikgebirge, Gr. Karlowitz, Wysokä, Trojacka, Salaj- 
ker Revier, Maxmiliankathal, Althammer, Klin, Gipfel des Smrk; 
Lysä hora (Holuby) und von da bis Malenovritz, Morawka, 
Lomna, Jablunkau; häufig bei Karlsbrunn, Mooslehne, Altvater 
etc. (v. Niessl); Demmbaude, Schweizerei bei den Ochsen- 
wiesen. 

— echinata Murr. 1770. Oborny Fl. p. 174. Strasnitz, Neu-Lhota, 
Prikaz, Abhänge der Wysokä, Trojacka, Wiesen bei der Sa- 
lajka, Althammer, Krasnä, Morawka, Jablunkau; Karlsbrunn 
(v. Niessl), Demmbaude, Knoblochgraben, Bärenkamm, Kl. 
Seeberg, Keilig. 

— canescens L. Bei der Schäferei, Seefelder zwischen Peterstein 
und Altvater, Gr. Vater, Knoblochgraben, Keilig, bei der Kai- 
serbaude. 

— remota L. Wald bei der üeberfuhr bei Straznitz, Kralow bei 
Üng.-Brod, Val. Klobouk, Rozsosi bei Prikaz, Morawka, Wald 
u Chocü bei Slawica, Schlossberg bei Würbenthai; Karlsbrunn 
(v. Niessl); Wald b. Kiosk bei Sternberg. 

— Goodenow/hü Gay (1839). Ob. Fl. p. 178. Üng.-Brod, Hawi-itz, 
Val. Klobouk, Prikaz, Gr. Karlowitz, Trojacka, Wiesen bei der 
Salajka, Klin, Smrk, Malenowitz, Morawka, Slawica, Lomna, 
Jablunkau, Kuoblochgraben. Var. turfosa Fr. 1. c. Gr. und Kl. 
Kessel, Karlsbrunn etc. (v. Niessl);' Gr. Seeberg. 

— pilvlifera L. Val. Klobouk, Knoblochgraben. 

— tomentosa L. Hawritz bei Üng.-Brod. 

— atrata L. Zwischnu Peterstein und Altvater, am Wege von der 
Schäferei zum Wilden Stein, Gr. Vater. 

— Umosa L. Kl. Seeberg, zwischen ühustein und Butterberg. 

— flacca Schreb. Kralow bei Üng.-Brod. 

— jmnicea L. Jawornik, Strany, Üng.-Brod, Val. Klobouk, Krasnä, 
Mühr.-Ostrau, Jägerndorf. 



235 

Carex paüescensli. Jaworina (Holuby)! Kotary unterhalb derJawo- 
fina, Horka, Lipinsky haj u. a. 0. bei Val. Klobouk, Kakowec- 
Bach bei Pfikaz, Gr. Karlowitz (Milonowkathal etc.), Wysokä, 
Hlubokä, na Welke nächst Althammer, Biitosonka; Lysä hora 
(Oborny)!; Przno, Morawka, Wiesen u Lhotü nächst Slawica; 
Karlsbrunn (v. Niessl)!; Demmbaude, Peterstein, Schäferei, 
Schweizerei, (rr. Vater, Knoblochgraben, Gr. Seeberg, Thal der 
rauschenden Tees, Schosskamm, bei den Ochsenwiesen, Pathen- 
wald bei Goldenstein. 

— pendula Huds. Kralow bei Üng.-Brod, 

— silvatica Huds. Pasangarten u. a. 0. bei Straznitz, Kobela bei 
Küzelau, Klokocnik und Stanowisko bei Jawornik, Philippsthal, 
na Kotarech, Jaworina, ßlumenthal bei Strany, Hawfitz, Jele- 
nowskä bei Val. Klobouk, Rozsosi bei Pfikaz, Hallenkau, Ja- 
worniky, Gr.-Karlowitz (Wald u Ondrü, Potoky etc.), Hluboki 
nächst Ober-Becwa, Salajker Revier, Althammer, Smrk, Beskyd 
bei Krasnä, Morawka, Karlsbrunn (bei der weissen Oppa, bei 
der Brettsäge etc.), Mooslehne, Abhang des Bäreukamm, Stern- 
berg (Wald b. Kiosk u. a. O.j. 

— distans L. Welkä, Küzelau, Dlouhe und Machowö, Wiesen bei 
Jawornik, Neu-Lhota. 

— flava L. a. macrorrhyncha Celak, Prodr. Fl. Boh. p. 71. Phi- 
lippsthal, Neu-Lhota; Val. Klobouk (Sapetza)! ßozsosi bei 
Pfikaz, Pultschin, Hradischow, Gross-Karlowitz, Wysokä, Tro- 
jacka; Torfmoor Huti bei Althammer, Malenowitz! am Fusse 
der Lysä hora (Oborny); Krasnä, Donnerlahn bei Karlsbrunn. 

— Oederi Ehrh. Jawornik, Lipinsky haj und Jelenowskä bei Val, 
Klobouk, Pfikaz, Gr.-Karlowitz, Gawalcansky-Revier nächst der 
Salajka, Morawka, Jablunkau, Thal der rauschenden Tees, bei 
der Kaiserbaude. 

— ampullacea Good. a. normalis Celak. Prodr. Fl. Boh. p. 73. 
Demmbaude, am Wege von der Schäferei zum Wilden Stein, 
zwischen dem Peterstein und Altvater, Keilig, Rother Berg. 

Scirpus compressus Pers. Welkä, Jawornik, Pultschin, Hradischow 
bei Pultschiu. 

— maritimus L, Rohatetz, Petrow, Straznitz, Ung.-Brod, Hawfitz, 
Mähr.-Ostrau, Hruschau, Hefmanitz. 

— silvaticns L. Häufig im b. Geb. und noch am Donnerlahn bei 
Karlsbruun fast 900 M. 

— setaceus L. Przno. 

Eriophorum vaginatum L. Am Wege von der Schäferei zum wilden 
Stein, Gr. Vater, Knoblochgraben, ühustein. 

— angustifolium Roth. Gemein, selbst noch auf der Trojacka in 
den Beskiden und im Knoblochgraben im Gesenke. 

Juncus filiformis L. Demmbaude, am Wege von der Schäferei zum 
Wilden Stein, Gr. Vater, Rother Berg. 

— trißdus L. Massenhaft am Fuhrmannstein, hier in den Fels- 

19* 



236 

spalten oft ganze Rasen bildend (v. Uechtritz)! andere Stand- 
orte d. Ztschr. 1885, p. 204. 
Juncus compressus Jacq. Häufig in der Straznitzer, Val. Klobouker, 
Jablimkauer und Mähr.-Ostrauer Gegend. 

— supinus Mönch. Morawka, Jablunkau. 

Luzula pilosa Willd. Jawornik, Neu-Lhota, Ungar.-Brod, Val. Klo- 
bouk, Gross-Karlowitz, Morawka, Jablunkau. 

— silvatica Gaud. Klln und Polana nächst Althammer; häufig bei 
Karlsbruun (v. Niessl); Mooslehne, zwischen Peterstein und 
Altvater, Gr. Vater, Bärenkamm, Sclfweizerei, Thal der rau- 
schenden Tees, Schosskamm, Puhrmannstein und sogar noch am 
Dreistein. 

— multiflora Lej. Jaworina, Gross-Karlowitz, Trojacka, Ostrawitz, 
Jablunkau; var. fusconigra Celak, Petersteiu, Altvater. 

— sudetica Presl. Bei der Schäferei, Gr. Vater. 

Lilium martagon L. Kobela bei Küzelau, Wald „na Machowych" 
bei Jawornik, Wald unterhalb der Gr. Jaworina nächst Strany, 
Hiirka und Kralow bei Ung.-ßrod, Prakschitz, Chrast bei Boj- 
kowitz, Jägerndorf, Knoblochgraben. 

Allium ursinum L. Morawka, Kaluzne-Wald nächst Slawica in gut 
kenntlichen Exemplaren, Teschen; Boguschowitz (Kolbenhey er), 
hier im Kopce-Wald. 

— acutangulum Schrad. a. pratense DC. Celak. Prodr. p. 91. Ro- 
hatetz, Petrow, Zwolenow, häufig auf Wiesen und im Fasan- 
garten bei Straznitz. 

— sibiricum Willd. Im Knoblochgraben häufig. 

— oleraceum L. Häufig bei Straznitz, Radiejau, Knezdub, Welkä, 
Woisice bei Kl.-Wrbka, Küzelau, Dlouhe und Machowe, Wiesen 
u. a. 0. bei Jawornik, Wiesen nächst des Sigmunds Gasthaus, 
auf ungarischer Seite, Neu-Lhota, na Kotarech, Jaworina, Ung.- 
Brod (Kralow etc.), Val. Klobouk, Hallenkau (Provaznythal etc.), 
Gr.-Karlowitz, Metylowskä Hürka, Priedlaud. 

— scorodoprasuni L. Straznitz. 

Anthericum ramosum L. Häufig auf den Weinbergen bei Straznitz, 
Knezdub, Welkä, Woisice bei Kl.-Wrbka, Wiesen bei Küzelau, 
Jawornik, (Dlouhe und Machowe- Wiesen etc.), Philippsthal, Ung.- 
Brod, Bojkowitz, Horka-Wald bei Val. Klobouk. 

Streptopus amplexifolius DC. Donnerlahn etc. bei Karlsbrunn, Moos- 
lehre, Gr. Vater, Bärenkamm; Brünnelheide (Oborny)!, Thal 
der rauschenden Tees, Schosskamm , bei den Ochsenwiesen, 
Dreistein. 

Smilacina bifolia Desf. Gemein, am Altvater (Oborny)! am Gr. 
Seeberge, am Rothen Berge. 

Convalaria majalis L. Kralow bei Üng.-Brod; Boguschowitz (Kolben- 
hey er), ich fand sie hier im Prutek Wd., Eichberg bei Weiss- 
kirch, Knoblochgraben, Rother Berg abseits vom Wege gegen 
1200 M. 

Polygonatum officincde All. Straznitz, Knezdub, Welkä, Jawornik, 



237 

Ungar.-Brod (Hfirka-Wald. etc.), Bojkowitz, Friedland, Jabliin- 
kau, Boguscliowitz, Mähiiscli-Ostrau, EichlDerg bei Weisskirch, 
Sternberg. 

Polygon, multiflorwn All. Kralow bei Uug.-Brod, Wald „nad Poteöi" bei 
Val. Klobouk, Lysä hora, Gruuik und Lukschinetz Wd. bei 
Malenowitz, Friedland, Zabi-eg Wd. bei Teschen, Prutek und 
Kopce Wd. bei Boguschowitz, Sternberg (Schäferbachthal etc.) 
— verticillatmn All. Jawornik nad Minai-ikem, [Baranarka], Gr. 
Karlowitz, Althammer, Peretonky, Klln; im Gesenke fast auf 
allen Abhängen von etwa 400 M. aufwärts (Oborny), Gr. Vater, 
Bärenkamm, vom Altvater bis zum Gipfel des Fuhrmannstein 
und von da bis auf den Dreistein, in tieferen Lagen: im Knob- 
lochgraben, Thal der rauschenden Tees, Pathenwald bei Gol- 
denstein. 

Paris quadrifoUa L. Kobela bei Küzelau, Wald na Machowych bei 
Jawornik, Kralow bei Ung.-Brod, Potoky bei Gross-Karlowitz, 
Hlubokä nächst Ober-Becna, Salajker Revier, Trojacka, Wald 
Studencany und na Welke nächst Althammer, Smrk, Osträ bei 
Malenowitz, Morawka, Urbaska bei Slawica; Hin und Wieder- 
stein und Rantenberg bei Karlsbrunn (v. Niessl); Mooslehne, 
Gr. Vater, Knoblochgraben, Bäreukamm, Kother Berg, Schoss- 
kamm, bei den Ochsenwiesen, Schlägelbrünnl, Pathenwald bei 
Goldenstein. 

(Fortsetzung folgt.) 



Flora des Etna. 

Von Prof. P. Gabriel Strobl. 

(Fortsetzung.) 

1217. Pt/rus amygdaliformis Vill. (1807), Bert. Fl. it., Gren. 
Godr., Willk. Lge., parvißora Guss. Syn. et Herb.!, nou Desf. cor. 
(1808). Der vorigen in Habitus und Blättern äusserst ähnlich, aber 
leicht unterscheidbar durch folgende Merkmale: Blumenblätter am 
Nagel flaumig, Griffel kürzer als Staubgefässe, Durchmesser der 
Blütheu nur 1 Cm.; Früchte kugelig mit höchstens 1 Cm. Quer- 
durchmesser, in den Fruchtstiel höchstens 3 Mm. weit vorgezogen, 
Fruchtstiel 2 Cm. und darüber lang; Blätter gewöhnlich breiter und 
später kahl werdend; parvifiora Dsf. unterscheidet sich davon durch 
rothe Blüthen, eiförmige, unterseits grauzottige Blätter und schlan- 
kere Fruchtstiele. — Wie vorige, aber viel seltener; im Gebiete 
bisher nur auf Lavafeldern oberhalb Nicolosi von mir gesammelt. 
April, Mai. ^. 

1218. Pyr. Malus L. *Presl Fl. sie. introduct., *Tratt. Send., 
*Cat. Cosent., '-"Tom. foss. et cart. Blätter eiförmig, elliptisch oder 
elliptisch-länglich, zugespitzt, an der Basis abgerundet, 2 — 3mal so 



238 

lang als der Blattstiel, scharf gesägt- gekerbt, oberseits ganz kahl, 
uüterseits nebst den Blüthenstielen und Kelchen zottigwollig; Dol- 
den sitzend, Griffel kahl-, an der Basis verwachsen-, Früchte fast 
kugelig, kurzgestielt, an der Basis genabelt, bei der Eeife kahl. 
Variirt: a. silvestris W. Lge. (Aeste oft dornig, Knospen und Aest- 
chen kahl) und ß. hortensis W, Lge. (Wehrlos mit zottigen Knospen 
und Aestchen). Var. «, : „Auf frischem Terrain, besonders im Sande 
der Giessbäche und in gegen Norden gerichteten Thälern; der Sand 
und Kies vieler Thäler am Fasse des Etna ist überreich daran" 
(Tratt. Scud.); var. ß. wird (1500—4000') häufig cultivirt, nach 
Philipp! vorzüglich in der Gegend Tardaria (3400'), nach Torn. 
foss. besonders im Nordosten gegen Pedara, Trecastagne, Giarre, 
Eiposto, ebenso in vielen Spielarten um Cavaleri (Herb. Torn.!), um 
Zaffarana, Milo, selbst noch im Calannathale ! April, Mai. ^ . 

1219. Pi/r. eriostyla Mor. stirp. (1839), Guss. Syn. et *Herb.! 
Unterscheidet sich nach Guss. Syn. von Malus specifisch durch von 
der Basis bis zur Mitte verwachsene, oberhalb der Mitte und unter- 
halb der Spitze weisszottige Griffel, wird aber von Bert. Fl. it. und 
nachträglich von Mor. selbst nur als Varietät desselben erklärt. — 
In Wäldern des Etna (Torn. in Herb. Guss.!). April, Mai. ^. 

1220. Pgr. acerba (Mer.) DC. Prodr. E, 635, Guss. Syn. et 
Herb.! Gr. Godr., Willk. Lge., Malus acerba Mer. Dem P. Malus 
äusserst ähnlich, aber verschieden durch eiförmige, spitze, seltener 
zugespitzte, gekerbte, nur in der Jugend an den Nerven flaumige, 
dann meist ganz kahle, meist dunkelgrüne, lederige Blätter mit ver- 
hältnissmässig längerem, oft der Blattscheibe gleichlangem, etwas 
flaumigem Blattstiele, flaumige bis fast kahle Blüthenstiele und 
Kelchröhren, aussen kahle, innen — wie bei Malus — dichtzottige 
Kelchzipfel, kleinere Blumenblätter, an der Basis flaumige Griffel. 
Frucht im Alter kahl. Variirt in den Nebroden und am Etna: 
«. glaberrima (Blattunterseite ganz kahl oder nur der Mittelnerv 
flaumig) und ß. hirsutiuscula (erwachsene Blätter unterseits auf allen 
Nerven zerstreut langflaumig). — In Berghainen (2500—4000') zer- 
streut: Monte San Nicola (Herb. Torn.!), Wälder oberhalb Nicolosi! 
April, Mai. f • 

1221. Sorbus Aria (L.) forma meridionalis mihi, Crataegus 
Aria L. *ßaf. II, *Tratt. Scud., Pijrus Aria Ehr. Guss. Syn. et 
Herb.!, *Philippi, meridionalis Guss. Syn. Add. Strauch oder Bäum- 
chen; jüngere Aeste schueeweisszottig; Blätter sehr gross (9 — 15 Cm. 
laug, 6 — 10 Cm. breit), meist elliptisch, beiderseits abgerundet, 
stumpf oder etwas spitzlich, am Basaldrittel fast ganzrandig, dann 
doppelt grobgesägt oder eingeschnitten gesägt, bisweilen selbst etwas 
lappig; Oberseite kahl, glänzend grün, Unterseite nebst den sehr 
kurzen Blattstielen, den Blüthenstielen und Kelchen dicht weiss 
spiunwebigfilzig; Doldentvaube ziemlich flach, dicht- und reichblü- 
thig, etwas kürzer als die Blätter; Blüthen weiss, wohlriechend, 
Früchte endlich kahl, kugelig eiförmig, roth. S. Aria Mitteleuropa's 
unterscheidet sich meist durch unterseits schwächer weissfilzige, bei 



239 

der Fruchtreife ziemlich kahle und meist kleiner doppelt gesägte 
Blätter — Unterschiede, die wohl aus dem Klima resultiren und 
nach zahlreichen Vergleichen die einzigen etwas coustauteren sind, 
da in der Blattform beide von rundlich bis verkehrt eiförmig, von 
stumpf bis zua^espitzt (var. ohtuäifolla und acutifoUa DC. Prodr.) 
an derselben Pflanze variiren können, und daher die von Gussone 
diessbezüglich angeführten Differenzen ganz werthlos sind; auch die 
Pflanze des Majella- Stockes (leg. Porta!) = Aria ß. elUpüca Teil, 
ist von der Pflanze Mitteleuropa's nicht specifisch verschieden. — 
Auf steinigen und felsigen Abhängen der Bergregion (4 — 5000') in 
den Nebroden ziemlich häufig, am Etua aber nur von Raf. und 
Scud. ohne näheren Standort augegeben und vom Giannicola (5232') 
durch Philippi bekannt geworden. Mai, Juni. fe. 

1222. Sorh. praemorsa (Guss.) mihi, Pyrus pr. Guss. Prodr., 
Syn. et Herb.!, Auenparia *Tratt. Scud., non L. 18—80 Dm. hohes, 
kahles Bäumchen; Knospen angedrückt zottig; Blätter gegenständig, 
dunkelgrün, stark netznervig, kahl, nur au den Hauptnerven und 
Blattstielen flaumigzottig, 5— 7paarig unpaarig gefiedert mit läng- 
lich-elliptischen, z. B. bei 4 Cm. Länge 1-8 Cm. breiten, stumpfen, 
beiderseits fast abgerundeten, tief gesägten, fast gleichgrossen Fie- 
dern, nur das unpaarige Blättcheu bei gleicher Breite bedeutend 
kürzer und stumpfer, fast verkehrteiförmig; Blüthen doldentraubig 
mit zottigen, genäherten Blüthenstielen, Blumenblätter weiss, Früchte 
kahl, kugelig oder etwas länger, als breit (1 Cm. und darüber), 
hochroth. Aeusserst ähnlich der Aucuparia L.; diese unterscheidet 
sich aber durch reicher blütbige Doldentrauhen mit gespreizten Frucht- 
stielen und kleineren Früchten (bis 8 Mm.), 6 — 9paarige Blätter 
mit lanzettlichen oder länglichen, verhältnissmässig längeren, beider- 
seits, besonders an der Spitze, lang verschmälerten, lichtgrünen, 
spitzer gesägten und schwächer netznervigen Fiedern. — In den 
Wäldern des Etna an frischen Orten im Schatten anderer Bäume 
(Traft. Scud.), auf Lavafelsen vor dem Val del Bue (ca. 5500') von 
mir naehrmals gesammelt. Mai, Juni. ^ . 

1223. Sorh. domestica L. *Brunner, *Philippi, Pyrus dorn. Sm. 
Guss. Syn. et '"Herb.!, *Torn. geogr. Von voriger verschieden durch 
kahle, klebrige Knospen, birnförmige, viel grössere Früchte etc. 
Häufig cultivirt und stellenweise fast spontan bis 2500', z. B. um 
Mascalucia, Gravina, zwischen Zaffarana und Milo!, von Giarre nach 
Nicolosi (Brunner), am Etna überall (Herb. Torn. et Tornab. in 
Herb. Guss.!). April, Mai, reift nach Torn. geogr. bei 2136' im No- 
vember. I» . 

NB. In Traft. Scud. wird noch S. torminalis (L.) Cr. als ge- 
mein angegeben. 

CVIII. Farn. Rosaceae Juss.^) 

1224. Rosa sempervirens L. *Raf. II, *Tratt. Scud., Guss. Syn. 
et Herb.! Variirt: ß. scandens Mill. = B. scand. Desegl. Blättchen 

*) Dr. Christ in Basel hatte die Güte, sämmtliche von mir in Italien 
und Sicilien gesammelten Eosen zu revidiren. 



240 

gross, Scheinfrüchte kugelig. 1. f. pauciflora. Doldentraube 2 — 3blü- 
thig. 2. f. floribunda Guss. Syn. et Herb.! Doldentraube 5- bis viel- 
blüthig. Y- rnicrophylla DC. Christ in litt.! = var. minor Guss. 
Syn. et Herb.! Blättchen bedeutend kleiner, sehr spitz gesägt, Blü- 
then fast einzeln; var. «. ge.nuina Wllk. Lge. mit grossen Blättchen 
und eiförmigen Scheinfrüchten scheint in Sicilien zu fehlen. — An 
Zäunen, buschigen Bach- und Wegrändern bis 2500': Liebt die Ufer 
der Giessbäche und die Thäler, mit Kubusarten sich oft verflech- 
tend (Tratt. Scud.), um Mascalucia, Gravina, am Simeto unterhalb 
Bronte häufig! April — Juni. ^ . 

1225. B. Seraphini Viv. f. robusta Christ in litt., Seraphini 
Guss. *Syn. et *Herb.! Auf sonnigen Bergabhängen des Etna bei 
Bronte und Maletto (Guss. 1. c. !); ich sammelte sie nur in den Ne- 
broden in Exemplaren, die viel kräftiger sind, als die Pflanze Cor- 
sica's und Toscana's; höchst wahrscheinlich gehört die Etnapflanze 
auch zu dieser Form. Mai, Juni. ^ . 

1226. B. hispanica Boiss. et Beut, pug., Christ in „Flora" 
et litt.!, Pouzini Willk. Lge. EL 215, non Tratt.? „Neben micran- 
tha Sm. zu stellen und — obschon oft ohne Suprafoliardrüsen — 
zu den Kubiginosen gehörig. Ausgezeichnet durch knorpelige Blätt- 
chen, sehr starke Bestachelung, eigenthümliche doppelte Bezahnung, 
kahle, in der Regel kurze Griffel." Christ in litt. Ausser der Nor- 
malform «. genuina Christ findet sich im Gebiete noch f. nevadensis 
Boiss. et Reut., Christ! mit winzigen, schmalen Blättchen, sehr zahl- 
reichen, stark hakigen, aber viel schmächtigeren Dornen. An Wald- 
rändern und auf buschigen Bergabhängen: An Giessbachrändern ober- 
halb der Casa del bosco («. und ß. ca. 4500'), am oberen Ende des 
Bosco Maletto («. ca. 5000')! Mai, Juni. ^. 

(Fortsetzung folgt.) 



Literaturberichte. 

JonrnaT of Mycology edit. by Kellermann, EUis, Everhart. Manhatan Kansas 
Vol. I. Nr. 11—12 1885. 

Die höchst werthvollen umfassenden Bearbeitungen von gewis- 
sen Pilzgattungen haben in den zwei vorliegenden Heften ihre Fort- 
setzung gefunden, indem sie die. Gattungen Asterina, Dimerosporium, 
Meliola mit ihren nordamerikanischen Arten monographisch behan- 
delt von G. Martin enthalten. Ausserdem wird wieder eine neue 
Serie von Pilzen von J. B. Ellis und B. M. Everhart beschrieben. 
Ein ausführliches Register für den ersten Band ist dem Schlusshefte 
als willkommene Beigabe angefügt. B. 

The American Journal of science ed. James Dr. and Edward S. Dana. 
Nr. 180—183. December 1885 bis March 1886. New-Haven, Dana 1885— 6. 

Ausser zahlreichen, andere wissenschaftliche Fächer betreffenden 
Arbeiten enthalten die vorliegenden Nummern auch sehr interessante 



241 

Aufsätze aus der bewährten Hand des Professors A. Gray. Zum 
Theile würdigt derselbe die hohen Verdienste mehrerer im Jahre 
1885 verstorbenen Botaniker (als Charl. Wright, Georg Clinton, 
Edm. Boissier, J. A, Köper), sowie jene des aus der Direction 
der Eoyal Gardens in Kew (London) scheidenden Sir Jos. Hooker, 
zum Theile bespricht er, als der hiezu berufenste Kritiker mehrere 
der hervorragendsten Erscheinungen der botanischen Literatur unter 
anderen John BalFs Contributions to the Flora of the Peruvian 
Andes, J. Lecoyer's Monographie du genre Thalictrum, Wittrock's 
Erythraeae exsiccatae, J. Coulter's Manual of the botany of the 
Kocky Mountain Eegion. Die letzteren bezeugen von Neuem das 
enorme Wissen des Nestor's der nordamerikanischen Botaniker. B. 

Oborny Ad. Flora von Mähren und österr. Schlesien, herausgegeben vom 
naturforschenden Vereine in Brunn. III. Theil. Seite 749—888. Brunn, 
Winiker 1885. 

Conform den vorhergegangenen Theilen werden in Vorliegendem 
die Synpetalen beendet und die Bearbeitung der Choripetalen bis 
zu den Eosaceen {Rosa z. Th.) fortgesetzt. Der Umfang des Werkes 
erforderte die Trennung desselben in zwei Bände, von denen der 
eine zweckmässig arrondirt und mit betreffendem Index ausgerüstet 
die Gymnospermen, Monocotylen, Apetalen und Gamopetalen, der 
zweite hingegen die Choripetalen enthalten wird. An dieser Stelle 
wurden wiederholt die hohen Vorzüge und die minder belangreichen 
Mängel ^) dieses für die Flora von Mähren bahnbrechenden Werkes 
hervorgehoben, so dass eigentlich nur mehr erübrigt, diejenigen 
Gruppen hervorzuheben, die sich durch gründliche Bearbeitung be- 
sonders auszeichnen, als welche zu nennen sind: die Gattungen 
Galium, Epilohmm (nach Hausknecht's Monographie) und vor Allem 
die Gattung Rosa. Beck. 

Willkom M, Illustrationes florae Hispaniae insularumqne Balearium. 

Livr. XI. Stuttgart, Schweizerbart 1886. Seite 1—16, Taf. XCIII— CI, 4". 

Das rasche Vorwärtsschreiten des an dieser Stelle wiederholt 
in der anerkennendsten Weise besprochenen, für die Flora von Spanien 
geradezu unentbehrlichen Werkes kann nur die vollste Anerkennung 
aller Fachleute finden und bezeugt von Neuem die imermüdliche 
Thätigkeit des um die Flora von Spanien so hochverdienten Ver- 
fassers. Wieder wird eine grosse Keihe von kritischen Arten in 
charakteristischer Weise abgebildet, und den Tafeln ein jeder wissen- 
schaftlichen Anforderung entsprechender, ausführlicher Text beige- 
geben. Zur Abbildung gelangten auf den zehn Tafeln: Leucojum 
Hernandezii Camb., L. trichophylhim Brot. var. grandifloriim (Red.), 
Narcissus juncifolius Lag., Fritillaria hispanica Boiss. & Reut., 
F. lusitanica Wickstr., Allium Pardoi Lose, Cephalaria Unearifolia 
Lge., Aster Aragonensis Asso, A. Willkommii C. H. Seh., Artemisia 



*) Diessmal ziemlich viele Druckfehler in den Pflanzen- und Autornamen. 



242 

Assoana Willk., JEvaa; micropodokles Willk., Sonchus Dumae Lacaita 
und auf einer Foliotafel Crepis albida Vill. v. major Willk. 

Beck. 

Rabenhorst Dr. L. Kryptograinen-Flora von Deutschland, Oesterreich 
und der Schweiz. III. Band. — Die Farnpflanzen oder Gefässbündel- 
kryptogamen von Dr. Chr. Luerssen. Leipzig, E. Kummer, 1884. 
Lieferung 3 — 6. 

Nicht bald wird eine Kryptogamen-Flora allen Anforderungen 
der Wissenschaft in solcher Weise Kechnung tragen, wie die in jeder 
Beziehung mustergiltige Bearbeitung der Farne in ßabenhorst's 
neuer Kryptogamenflora durch den in der Farnkunde als gediegen- 
sten Forscher bekannten Professor Dr. D. Chr. Luerssen. Es ist die 
vorliegende Bearbeitung der Farne Deutschlands eine geradezu un- 
übertreffliche zu nennen, sie ist keine Flora mehr, sondern eine 
Monographie, die nicht das Alltagsgewand derselben trägt, sondern 
nebst der erschöpfenden Behandlung der morphologischen Verhält- 
nisse, der Synonymie, der Verbreitung etc. auch in anschaulichster 
Weise zu erkennen gibt, welch wesentliches Hilfsmittel der beschrei- 
benden Botanik in der Beachtung der anatomischen Verhältnisse zu 
Gebote steht und wie nützlich dieselben zu verwenden sind. Der 
Verlagsbuchhandlung mag nicht zum kleinen Theile das Verdienst 
angerechnet werden, dem Verfasser in der ausgiebigsten Weise durch 
die Ausschmückung des Werkes mit zahlreichen charakteristischen, 
der Bestimmung sehr förderlichen Holzschnitten Vorschub geleistet 
zu haben. Beck. 

Keller Dr. Robert. Leitfaden der Botanik für Mittelsclmlen. Zürich, 
F. Schulthess 1886. 152 p. 

Der vorliegende Leitfaden verfolgt in erster Linie den Zweck, 
für den Unterricht in den oberen Classen der Mittelschule ein Hilfs- 
mittel für den Anschauungs-Unterricht zu bieten, indem er von dem 
Lehrer voraussetzt, dass er die Besprechungen an der Hand des 
natürlichen Materials vornimmt, den Schüler jedoch von der Noth- 
wendigkeit des schädlichen Nachschreibens enthebt. Dort, wo der 
Unterricht in der erwähnten Weise erfolgt, dürfte dieser Leitfaden 
auch thatsächlich seinen Zweck erreichen, wie dessen Anlage über- 
haupt dem Referenten als eine recht gelungene erscheint. Bei der 
vorausgesetzten Art des Unterrichtes ist das Wegbleiben von Ab- 
bildungen ganz gerechtfertigt, nur wären solche vielleicht bei der 
Besprechung der Kryptogamen einzuschalten gewesen, da hier ein 
Vorzeigen natürlichen Materials oder entsprechender Präparate viel- 
fach auf Schwierigkeiten stösst. Neben einem kurzen Abriss über die 
Morphologie der Pflanze nimmt der systematische Theil den grössten 
Umfang in Anspruch. Der Besprechung der einzelnen Familien geht 
eine analytische Bestimmungstabelle voran, die die Namen der häufig- 
sten und wichtigsten Gattungen und Arten enthält. Dadurch soll 
nicht ein Excursionsbuch der heimischen Flora überflüssig gemacht 
werden, sondern der Schüler bei dem Bestimmen zu einer gründ- 
lichen Untersuchung der Pflanze angeleitet werden; die Auswahl der 



243 

zu bestimmenden Pflanzen bleibt dem Lehrer überlassen. Hieran 
reiht sich eine Anführung der Charaktere der Familie, der eventuellen 
praktischen Verwendung einzelner Arten, sowie biologische Notizen. 
Den Abschluss des Buches bildet eine Darstellung der wichtigsten 
Ergebnisse der Pflauzenanatomie und Physiologie. Die hier gewählte 
Art der Darstellung erscheint dem Eeferenten als die einzig richtige, 
um bei dem Schüler wirklich Verständniss für diese Disciplinen zu 
erwecken. Nur die Hervorhebung des ursächlichen Zusammenhanges 
zwischen Bau und Leistung vermag sein Interesse wachzurufen imd 
anzuregen. Vielleicht wären auch hier zur Erläuterung anatomischer 
Details einige Holzschnitte von Vortheil gewesen. Wettstein. 

„Notarisia" Commentarium phycologicum. Eivista trimestrale consacrata allo 
studio delle alghe. Eedact. Dr. G, de Tone & D. Levi. Venezia Ann. I. 
Nr. 1. Jänner 1886. 69 p. 2. Taf. 

Wir begrüssen in dem vorliegenden ersten Hefte dieser Zeit- 
schrift mit Freuden den Beginn eines Unternehmens, das mit bei- 
tragen soll, den einzelnen Forscher in die Lage zu versetzen, einen 
Ueberblick über die selbst in jedem botanischen Specialgebiete so aus- 
gedehnte und zerstreute Literatur zu erhalten. Die Anlage des ersten 
Heftes berechtigt zu der Erwartung, dass die „Notarisia" auch wirk- 
lich ihrer Aufgabe gerecht werden und sich zu einem Kepertorium der 
phykologischen Literatur gestalten wird. Wir finden zunächst in dem 
vorliegenden Hefte ein Verzeichniss aller im Jahre 1885 publicirten 
neuen Arten, sowie die lateinischen Diagnosen derselben; sodann eine 
Uebersicht, die einschlägige Literatur des Jahres 1885 und eine Auf- 
zählung der während dieser Zeit in Exsiccaten herausgegebenen 
Algenarten. Hieian schliesst sich eine ständige Eubrik, enthaltend 
Beiträge zur Algenkunde Italiens und zwar in Form von Original- 
aufsätzen oder Eeferaten. Eine weitere Rubrik bietet den Phycologen 
die Gelegenheit, Disiderata und Offerten mitzutheileu, soll also den 
Tausch vermitteln. Den Abschluss des ersten Heftes bildet eine Ab- 
handlung der beiden Herausgeber, betitelt: „Scemata generum 
Floridearum, illustratio accomraodata ad usum Phycologiae Mediter- 
raneae aut. F. Ardissone." Mit 2 Tafeln. Schliesslich sei hervor- 
gehoben, dass eine allgemeine Verbreitung dieser Zeitschrift beson- 
ders dadurch gesichert erscheint, dass fast alle wissenschaftlichen 
Angaben, Diagnosen, Beschreibungen u. s. w. in lateinischer Sprache 
aufgenommen "sind. Die Abonnementsbedingungen sind recht massig, 
der Preis eines Bogens beträgt 0*60 Francs. Der Jahrgang soll je 
vier Hefte zu 2—5 Bogen mit 1—4 Tafeln umfassen. Wettstein. 

Wanderungen eines Naturforschers im Malayischen Archipel von 1878 
bis 1883 von Henry O. Fortoes. Autorisirte deutsche Ausgabe. Aus dem 
Englischen von Reinhold Te us eher Dr. med. Mit zahlreichen Abbildungen 
nach Skizzen des "Verfassers und zwei Karten. II. Bd. 8" VIII, 234 Seiten. 
Jena, Hermann Costenoble 1886. 

Sind wir durch den ersten Band mit dem Süden Sumatras in 
botanischer Hinsicht vertraut geworden, so ist es dem Verfasser in 



244 

gleicli ansprechender Form im vorliegenden Bande gelungen, sowohl 
seine Erlebnisse wie auch seine Errungenschaften auf wissenschaft- 
lichem Gebiete auf den östlicher gelegenen, noch weniger civilisirten 
Inseln des Archipels niederzuschreiben. Von den drei Abtheiluugen 
in welche der zweite Band zerfällt, behandelt die erste die Molukken 
von Timor laut, die zweite die Insel Buru und die dritte die Insel 
Timor; jede dieser Inseln schildert F. in möglichst eingehender Weise, 
indem er allen Zweigen der Wissenschaft die nöthige Beachtung 
zuwendet und so das Interesse des Lesers bis zum Schlüsse fesselt. 
Wie sehr in botanischer Beziehung F. thätig war, beweisen die 
dem Gesammt-Pfianzenverzeichniss entnommenen achtzehn neuen 
Species, u. zw.: Viburnmn Forbesii, Vaccinimn timorense, Leucopogon 
obouatus, Maesa pulchella, Melodmus Forbesii, Ceropegia obtusiloba, 
Buchnera thnorensis und exserta^ Cyrtandra serrata, Dimithera 
terminalis, Clerodendron pulchrum, JPimelea brevituba, Oberonia glan- 
dulifera, Liparis aurita, Thelymitra Forbesii, Diuris Fryana, 
Habenaria timorensis und Eustrephus titnorensis. — Zahlreiche Ab- 
bildungen der bereisten Districte, ein Wörter-Verzeichuiss der auf 
den einzelnen Inseln gesprochenen Dialekte, sowie die dem ganzen 
Werke beigegebenen vier Karten, die von musterhafter Ausführung 
sind, vollenden den Inhalt von Forbes' trefflichem Werke. J. 

Etiketten für Schüler-Herbarien. Zusammengestellt von Fr. Wurm, Pro- 
fessor an der Communal-Oberrealscliule in B.-Leipa. Dritte, bedeutend 
vermehrte Auflage von Anton Schmidt, Bürgerschullehrer. 8", 52 Blätter. 
Preis 35 kr. = 65 Pf. B,-Leipa, Verlag von Johann Küstner. 

Da eine richtige Schreibweise der Pflanzennamen bei Anlegung 
von Herbarien von grösstem Werthe ist und in den unteren Mittel- 
schulen eine arge Verstümmelung derselben nicht zu den Selten- 
heiten gehört, werden alle jugendlichen Botaniker in dem Erscheinen 
der vorliegenden Etiketten-Sammlung eine wesentliche Erleichterung 
bei der Anlegung von Pflanzensammlungen finden. Sie enthält über 
700 der am häufigsten vorkommenden Pflanzen, und ist durch die 
Einrichtung, dass sich die Etiketten zur Zusammenstellung sowohl 
nach dem Linne'schen wie auch nach dem natürlichen System voll- 
kommen eignen, für untere wie für obere Classen der Mittelschulen 
gleich praktisch und empfehlenswerth. J. 

Sabränsky Henrik. Pozsony környekenek rözsäi (Rosae ditionis Poso- 
niensis) in Magy. Növ. Lapok. 1886. p. 49—55. 

Verf. zählt 58 Arten und einige Formen aus der Gegend von 
Pressburg auf und zwar ganz richtig auch solche, welche er dort 
bisher nicht gesammelt hat, aber Ref. aus verschiedenen Exsiccaten, 
besonders aus Haynald's Herbare in seine Monographia Rosar. auf- 
genommen hat. Die namhaftesten Beiträge sind folgende: Rosa Ax- 
7nam%i var. coriacea Borb., M. enoxyphylla Borb., R. aciphylloides Crep., 
R. innocua Rip., R. sphaeroidea var. Posoniensis H. Br. (obgleich 



245 

auch eine R. Boreykiana var. Posoniensis Borb. citirt wird), R. 
Timeroyi Chab., R. Annieri Cariot, R. Reussii H. Br., R. Jiirtifolia 
H. Br,, R. livescens Bess., R. retkulata Kern. etc. Aiicli sind einige 
Angaben Keller's corrigirt. Ich erlaube mir hier zu zwei Kosen 
kurze Bemerkungen zu machen. S. 52 wird R. Waitsiana f. Moravica 
Borb. mit R. Timeroyi vereinigt, und zwar nach der Autorität 
meines Freundes H. Braun und nach den Exemplaren von Oboruy, 
Verf. fand an den Oborny'schen Exemplaren keine „aculeos acerosos". 
Wenn die Exemplare Oborny's keine benadelten Zweige und 
subfoliare Drüsen haben, so sind sie sicher keine f. Moravica! sowie 
^R. retinervis" der Tauschvereine ohne glandulosen Pedunculus nur 
R. dumetorum ist und nicht meine R. retinervis! Die hier genannten 
Herren sind Anhänger der verdienstvollen Schule v. A. v. Kern er, 
und so sollten sie wissen, dass die Decriptio authentica und nicht 
falsche Tauschexemplare bei der Beurtbeilung einer Art massgebend 
sei. Meine f. Moravica hat Oborny nicht gesehen, ich suclite sie 
mir aus mehreren Exemplaren der R. Jundsilli heraus, welche ich 
durch das Herbarium Europaeum Baenitz's erhielt und deutete sie 
1. c. p. 404 als R. Junclzilli X canina ? denn die Rarität spricht schon 
für den hybriden Ursprung. Es würde mich freuen, wenn ich die 
echte f. Moravica von den genannten Ehodologen erhalten sollte. 
Bei R. riihiginosa unterschied ich keine var. isacantha. Ich schrieb 
diesen Namen zu R. rubig. ebne „var." nur desswegen, dass eine 
isacanthe Form in der heterocanthen Gruppe hervorgehoben sei. 

V. Borbäs. 

Crepin Fr. „Les Roses de Yun-Xan*' aus „Compte rendu-' vom 9. Jan. 1886 
der kgl. belg. bot. Gesellschaft (Bulletin XXV. 2. Theü) 10 pp. 8». 

Abbe Delavay, Missionär der chinesischen Provinz Yun-Nan 
sandte Ende 1885 seine botanische Ausbeute von dort in vier Kisten 
nach Paris. Ton 300 schon früher aus Tuu-Nan eingesandten Arten 
waren nach Franchet zwei Drittel neu. Daher batte auch Crepin, 
der die Rosen der neuen Sendung zur Untersuchung erhielt, grosse 
Erwartungen gehegt. Aber nicht neue Arten oder Typen waren darin 
enthalten, sondern nur neue, öfters wohl sehr interessante Varietäten. 
Worauf jedoch von Crepin das Hauptgewicht gelegt wird, ist der 
Umstand, dass Delavay die Rosa BanTcsiae^.'Bx., deren Vaterland 
bisher unbekannt war, wildwachsend, „auf Bäume kletternd auf dem 
Berge Mo-so-yn (Lan-kong) am 30. April 1884 weissblüheud" ent- 
deckt hat. — Die Avichtigeren Formen werden näher besprochen, dabei 
auch manches für europäische Rosenforscher bemerkenswerthe einge- 
streut. So wird z. B. R. sericea Lindl. erwähnt, dass das Studium 
ihrer Abarten allein schon hinreiche, um die vollständige Niciitigkeit 
der Unzahl neuer Rosenarten zu beweisen. Bei R. microphylla Roxb. 
wird die ganz besondere Eigenthümlichkeit dieser Art betreffs ihrer 
Achenen besprochen, die nur aus dem Grunde des Recep takeis ent- 
springen. — Die Provinz Yun-Nan weist nach Delavay's Aufsamm- 
lungen bis jetzt fünf Arten auf: R. moschata, Banksiae, macrophylla, 



246 

sericea imd microphyüa; andere acht werden dort weiters vermiithet. 
Das ganze chinesische Keich besitzt achtzehn Eosenarten, die 
nur vermuthete R. indlca mit eingerechnet. Fünf davon, also fast ein 
Drittel, sind China eigenthümlich. Die Zahl achtzehn erscheint nach 
modernen Begriffen sehr klein; Crepin aber nennt das von seinem 
höheren Standpunkte aus „eine der reichsten Rosenfloren der alten 
Welt." Wir sind eben noch viel zu wenig daran gewöhnt, neue Rosen 
von neuen „Rosenarten" zu unterscheiden. Wiesbaur. S. J. 

Boletin da Sociedade Broteriana. III. Fase. 3 et 4, Coimbra 1885. 

Nachstehende Arbeiten des Prof. J. Henri quez verdienen 
wegen ihres pflanzengeographischen Werthes besonders erwähnt zu 
werden: I. „Contribuicao para o estudo da flora d'algunas possessoes 
portuguezas." Beitrag zum Studium der Flora einiger portugiesischer 
Besitzungen. Hier werden Pflanzen-Enumerationen geboten, welche 
1. die Reisen F. Newton's in das westliche Afrika und 2. die von 
J. Gomes da Silva in Macao gesammelten Pflanzen betreffen. Die 
Pilze sind von Prof. Winter, die Flechten von Dr. W. Nyl an- 
der, die Algen von Nordstedt, Flahault und Wittrock, die 
Gräser von Prof. Eduard Hacke 1 determinirt. Letzterer hat unter 
den westafrikanischen Gramineen mehrere neue Species gefunden, 
welche in der erwähnten Abhandlung beschrieben und abgebildet 
sind. Es sind dies: Rotthoellia agropyroides {Vossia sensu Munroi in 
Harwey & Sonder Gen. South. Äfr. PI. ed. H), Rotthoellia Rhytachne 
{Rhytachne rottboelloides Desv. in Hamilton Prodr. p. 12); Andro- 
pogon Newtonii und A. poecüotrichus, letztere beide aus der Sect. 
Cymbopogon. H. „A vegetacao da Serra do Gerez." Dieses Floren- 
gebiet gehört zu jenem Theile der Gebirge, welche mit den gallicischen 
Bergen und den asturischen Pyrenäen zusammenhängend, Portugal 
im Norden umgrenzen. Die ersten Botaniker, denen man einige 
Kenntnisse der dortigen Vegetation verdankt, waren Brot er o imd 
Graf Hofmansegg mit Prof. Link, aber Verf. hat dort in den 
J. 1871 und 1877 botanisirt, worauf in seinem Auftrage die Herren 
A. Moller und M. Ferreira die Forschungen dortselbst in den Jahren 
1877 und 1882 weiter ausgeführt haben. Der diesbezügliche Katalog 
enthält im Ganzen 493 Arten (Kjyptogamen und Phanerogameu), 
worunter namentlich zwei Nova, nämlich: Armeria WiUkomii und 
Iris Boissieri als neue Species von Henriquez aufgestellt, bemer- 
kenswerth sind. Moritz Pfihoda. 



Correspondenz. 

Vesztö, am 5. Juni 1886. 
In „Abhängigkeit der Pflanzengestalt von Klima und Boden" 
bespricht Prof. Dr. A. v. Kerner jene interessante Erscheinung, 
dass die Bestachelung der Pflanzen mit dem Reichthum der Thier- 



247 

weit im Zusammenhange steht, also dass in Europa sich die meisten 
Stechpflanzen in der Mediterran-Flora befinden, wo die Pflanzenwelt 
am meisten den thierischen Verletzungen ausgesetzt ist, während 
die stechenden Pflanzen in den alpinen Gegenden mit der Thierwelt 
seltener werden, ganz fehlen oder durch wehrlose {Rosa alpina), mit 
dünnen Stacheln versehene {Rulms idaem) oder durch unbewehrte 
krautige {Rubus saxatilis, Rubus arcticus) Arten vertreten sind. 
Wenn wir hier einige Stechpflanzen der Alpengegend erwähnen, 
wollen wir damit die sehr interessante Erklärung Prof. Kerner's 
überhaupt und gar nicht bezweifeln, sondern wollen nur die Auf- 
merksamkeit auf diese Erscheinung hinlenken. So erfuhr ich am 
Retyczätgebirge die unfreundlichen Warnungen des Knieholzblattes 
öfters, und in dieser Zone fand ich am Arägyes obiger Gebirgsgruppe 
auch das Ribes aciculare Sm. Ledeb. Fl. Ross. II. p. 194. — Auch 
fand ich bei Güns und am Velebit bei Carlopago (Sladovaca) R. 
Gi'ossularia mit reich bestachelten Aciculis, welche ich in „Erdesz. 
Lap," 1885 als var. acerosum m. erwähnte. Am Risnyäk und Raj- 
nätz, sowie am Monte Maggiore fand ich Berberis Aetnensis Presl. 
var. hrachyaccmtha Strobl Gest. bot. Ztschr. 1884, p. 371. — Am 
LubiCkobrdo bei Ostaria wächst Rhamnus saxatilis, am Gross-Kapela 
und Velebit sind die reichbestachelten Zwergrosen {Rosa gentilis, 
R. Malyi Kern., R. spinosissima) häufig. Zu diesen Sträuchern 
kommen auch stark bewehrte Distelarten, wie der Carduus Personata 
var. albifrons m, Földr. Közl. 1885, p. 275. foliis subtus albo- 
tomentosis, C. transsilvanicus Kern.! (0. alpestris autor. Traassilv.) 
auf den Karpaten, — O. alpestris W. Kit. und C. velebiticus m. 1. c. 
am Velebit, eine mit 0. acanthoides verwandte aber durch glänzende 
und grosse Dornen sich unterscheidende Art mit cylindrischem An- 
thodium. Die stechenden Sträucher und Kräuter sind in den die 
Mediterranzone begränzenden Alpen häufiger, als bei uns am Conti- 
nente, und es hat diese Erscheinung einen klimatischen Grund. 
Die sonst weichen Haare der Blätter des Rihes alpinum erscheinen 
am Velebit und Gross-Kapela ganz in der Gestalt grober Borsten 
{R. Fleischmanni Rchb.), und die Rosa spinosissima hat hier eine 
2 — 3mal mächtigere Bewehrung, (var. megalacantha m. 1880) als 
z. B. bei Ofen, obgleich das Substrat an beiden Orten Kalk ist. 

V. Borbäs. 

Leniberg, am 5. Juni 1886. 
In der nächsten Umgebung von Lemberg habe ich im Laufe 
des Monats Mai d. J. ausser den im Junihefte der „Oest. bot. Ztschr." 
genannten noch folgende interessante Funde gemacht: Ajuga gene- 
vensi X reptans, ein einziges Exemplar unter den Stammeltern in 
Hotosko; — Carpinus Betulus f. angustifolia (foliis oblongo-lanceo- 
latis acuminatis differt a forma genuina), einige Bäume im Weiss- 
buchenwalde von Krzywczyce und Lesienice-, — Cerastimn nemorale 
üochtr. (pro var. C. trivialis), au vertieften, feuchten Stellen im 
Laubwalde von Lesienice in grosser Menge. (Hier mag meine Ver- 



248 

muthung Platz finden, dass das von Prof. Tomaschek (vide Knapp) 
aus Rzesna-rusta und Lelechöwka angegebene G. triviale ß. alpinum 
Tom. (certe non Fenzl) wohl mit 0. nemomle identisch sein dürfte.) 
Festuca pseudovina Hack., am buschigen Kaikabhange vis-ä-vis dem 
Bräuhause in Lesienice in Gesellschaft mit Gynanchum Vincetoxicum, 
Helianthemum vulgare, Hieracium echioides, Scorzonera purpurea, 
Stachys recta, Trifolium 'inontanum, T/iesium intermedium, Valeriana 
angustifolia etc.; — Potentilla leuoopolitanoides mihi, nächst dem 
Janower Schranken auf grasigen Sandtriften neben Gytisus ruthenicus, 
Hieracium echioides etc. ; — Pot. leucopoUtanoidi X argentea (ibi- 
dem); — Rwmex confertus Willd., beim Janower und Grödeker 
Schranken, gemein; — R. conferto 'X crispus m. einzeln unter den 
Stammeltern beim Janower und Grödeker Schranken; — B. conferto 
X ohtusifolius, einige Exemplare unter den Stammeltern in Zamar- 
stynöw; — Viola liirto X collina, zwei Exemplare unter den Stamm- 
eltern am trockenen, buschigen Kaikabhange vis-ä-vis dem Bräuhause 
in Lesienice; — Viola RivinianaX. sylvestris (forma et consistentia 
foliorum magis ad V. sylvestrem, floribus ad V. Rivinianam accedeus), 
sporadisch unter den Stammeltern im Krzywczycer Walde. — Im 
September vorigen Jahres habe ich in Kadobestie und Dzwiniaczka 
(in der Bukowina) Samen eines auffälligen Erysimum gesammelt, 
in welchen ich alsogleich das von Herb ich eben aus Kadobestie 
angegebene E. pallens Herb, vermuthen musste. Im hiesigen botan. 
Garten erhielt ich nun aus diesen Samen Pflanzen, welche eben 
jetzt aufgeblüht, sich zu meiner angenehmen Ueberraschung als 
Erysimum exaltatum Andrz. entpuppten. Bei dieser Gelegenheit 
spreche ich meine Vermuthung aus, dass auch das von Dr. Keh- 
mann aus Zaleszczyki (am Dniester) angegebene Erysimum crepidi- 
folium mit E. exaltatum zusammenfallen dürfte, da dasselbe aus 
pflanzengeographischen Kücksichten unmöglich mit dem echten 
E. crepidifolium Kchb. identificirt werden kann. Erysimum exalta- 
tum Andrz. habe ich zuerst in.Kotodröbka, an steilen Uferabhängen 
des Dniester entdeckt. Br, BJocki. 

Brunn, am 6. Juni 1886. 

V 

Die ausgezeichnete von Dr. Lad. Celakowsky für Böhmen 
zuerst unterschiedene Art Melica picta C. Koch, wächst auch in der 
weiteren Umgebung Brunns, es gelang mir diese höchst werthvolle 
Art im Walde Häjek bei Branowitz in zahlreichen Exemplaren auf- 
zufinden. Melica nutans L. tritt hier nur sporadisch auf, im Walde 
Häjek fand ich ferner: Ornithogalum tenuifolium, Gonvalaria majalis, 
Polygonatum officinale All., Gentaurea axillaris Willd., Vincetoxicum 
officinale, Gerinthe tninor, Veronica arvensis, Lepidium campestre, 
Turritis glabra, Erysimum^ durutn Presl., Viola mirahilis, Silene 
nutans, Dictamnus albus. — Bei Branowitz: Allium ursimim, Aspa- 
ragus ofßcinalis, Iris pseudacorus, Aristolochia clematitis, Myosotis 
sparsißora, Nonnea pulla, Salvia silvestris, pratensis, Papaver dubium, 
Hypericum hirsutum. Dr. Formänek. 



249 

Nagy-Enyed in Siebenbürgen, 12. Mai 1886. 

Anfangs dieses Monats unternahm ich einen Ausflug um St/ringa 
Josikaea wenn möoiich in Blüthe zu sammeln. Am 5. langte ich in 
der Gebirgsgemeinde Albäk an, auf derem Gebiete dieser Strauch 
von Dr. Simicovics und Dr. Wolff bereits aufgefunden wurde. 
Die Gegend ist recht schön, das schmale Thal von den krystall- 
reinen Fluthen des Aranyos-Flusses durchströmt, wird von hohen 
Bergen eingeschlossen, an deren Lehnen üppige Tannenwaldungen 
miL schönen Kalkfelsenpartien ab,wechseln und den Reisenden an 
die grüne Steiermark erinnern. In Albäk Vormittag angelangt, erfuhr 
ich, dass der gesuchte Strauch in der Nähe wächst, bestieg mit 
meinen Begleitern die in Bereitschaft gehaltenen Pferde und wir 
ritten sogleich zur Stelle. Wir fanden die Syrmga zu meiner grössten 
Freude in schönster Blüthe, und fingen auch gleich an zu sammeln, 
aber leider fing auch der Regen au in Strömen zu giessen, in Folge 
dessen in meinen Regenmantel mich einhüllend, konnte ich nicht 
bemerken, was meine Führer treiben. Diese nämlich sehend, dass 
mich zwei Stuhkichter begleiten, entschlossen sich etwas recht Zu- 
vorkommendes und Tüchtiges zu leisten und fingen an die schönsten 
Sträuche abzuhacken. Glücklicherweise bemerkte ich in kurzer Zeit 
mit Entsetzen ihr Verfahren und machte demselben auch sogleich 
ein Ende, die Leute aber meinten, es ist nicht nothwendig diesen 
Strauch zu schonen, er vermehrt sich ja eben so leicht und schnell 
wie die ,Weide. Der Platz, wo ich den Flieder sammelte, heisst: 
„Täczä Albäkuluj dupe Teur la doszu beszeiicsi" hier wächst er in 
vielen Sträuchern zwischen Erlen, Weiden und Tannen am rechten 
Ufer des Aranyos, aber auch weiter im Thale gegen die Gemeinde 
Szkerisora kommt er noch vor. Die Blüthen besitzen einen den 
Blütheu des Ligustrum vulgare ähnlichen Geruch und lösen sich 
gänzlich entwickelt leicht vom Kelche ab, es ist folglich besser, sie, 
bevor alle Blüthen vollständig aufgeblüht sind, einzusammeln. Iris 
halkana Janka gedeiht in meinem Gaj-teu recht üppig, vergangenes 
Jahr trieb sie nur drei Blüthen, dieses Jahr aber Anfang Mai konnte 
ich bereits zwanzig Blütheu trocknen und jetzt blüht sie das zweite 
Mal. Ich glaube, würde diese schöne Iris an Plätzen, wo Iris Trans- 
süvanica wächst, verpflanzt, so würde sie sich bei uns ganz ein- 
bürgern. Johann v. Csatö. 



Fersonalnotizeu. 

— Dr. Anton Kerner Ritter von Marilaun wurde der Titel 
eines Hofrathes verliehen. 

— Dr. P. Voglino, Assistent am botan. Institute in Padua ist 
zum Professor an der technischen Schule in Ancona ernannt worden. 

opäterr. botan. Zeitschrift. 7. Heft 1886. 20 



250 

— MorizKronfeld wurde an der Universität Wien zum Doctor 
der Philosophie promovirt. 

— Karl Kalchbrenner, Senior der Zipser XIII Städte und 
emer. evaüg. Pfarrer ist am 5. Juni, 80 Jahre alt, in Wallendorf 
(Oberungarn) gestorben. Mitglied der ungar. Academie der Wissen- 
schaften war er einer der ersten Mycologen der Jetztzeit, dem Ber- 
keley eine Gattung {Kalchhremieria) widmete. Seine zahlreichen Ar- 
beiten, so die „Icones selectae Hymenomycetum Hungariae" sind zu- 
meist in den Schriften der ungar, Academie, viele in verschiedenen 
Pachblättern erschienen. 



Vereine, Anstalten, Unternehmungen. 

— In einer Sitzung der kais. Academie der Wissenschaften 
in Wien am 6. Mai überreichte Dr. Hans Molisch, Privatdocent 
an der Wiener Universität, eine im pflanzenphysiologischen Institute 
ausgeführte Arbeit unter dem Titel: „Zwei neue Zuckerreactio- 
uen." Die wichtigeren Kesultate derselben sind: 1. Angabe zweier 
neuen Zuckerreactionen (a uud b). a) Wird eine Zuckerlösung etwa 
7a ccm. mit zwei Tropfen alkoholischer 15 — 207o «-Naphtollösuug 
versetzt und hierauf concentrirte Schwefelsäure im Ueberschuss hinzu- 
gefügt, so entsteht beim Schütteln augenblicklich eine tief violette 
Färbung, beim nachherigen Hinzufügen von Wasser ein blau-violetter 
Niederschlag, b) Verwendet mau im obigen Falle bei sonst gleichem 
Verfahren anstatt «-Naphtol Thymol, so entsteht eine Zinnober- car- 
minrothe Färbung und bei darauffolgender Verdünnung mit Wasser 
ein carminrother flockiger Niederschlag. 2. Diese Keactiouen sind 
nicht einer bestimmten Zuckerart eigenthiimlich, sondern gelingen 
mit den meisten Zuckerarteu, so mit Rohrzucker, Milchzucker, Trauben- 
zucker, Fruchtzucker und Maltose. 3. Ihre Empfindlichkeit ist grösser 
als die der bisher bekannten Zuckerproben. 4. Da bei Behandlung 
von Kohlehydraten und Glykosiden mit SO^H., Zucker entsteht, so 
geben auch diese Körper je nach Umständen entweder sofort oder 
nach einiger Zeit indirect die Reaction. Wenn nicht alle Glykoside 
(ludican) die Reaction zeigen, so darf dies nicht auffallen, da bei 
der Spaltung dieser Stoffe zuweilen ein Körper entsteht, der dem 
Zucker nur ähnlich ist und von den eigentlichen Zuckerarten in seinen 
Eigenschaften erheblich abweicht. 5. Die beiden Zuckerproben können 
unter bestimmten Verhältnissen und Vorsichten auch zum mikroche- 
mischen Nachweis des Zuckers innerhalb der Gewebe herangezogen 
werden. 6. Desgleichen leisten dieselben auch ausgezeichnete Dienste 
beim Nachweis des Zuckers im Harn. Normaler menschlicher Harn 
gibt ohne jedwede Vorbehandlung die Reaction prachtvoll, selbst bei 
vorhergehender Verdünnung mit Wasser auf das 100 — SOOfache des 
ursprünglichen Volums ist die Reaction noch deutlich oder kenntlich. 



251 

Auf Grund dieser und anderer Thatsachen ist wohl au der Kichtig- 
keit der wiederholt vertheidigten und bekämpften Ansicht v. Brücke's, 
wornach Zucker (Traubenzucker) als constanter Bestandtheil normalen 
menschlichen Harnes aufzufassen ist, nicht mehr zu zweifeln. 7. Wird 
eine auf den beiden Zuckerreactionen basirende einfache Methode an- 
gegeben zur Unterscheidung vom normalen und diabetischen Harn. 
— In der Monatsversammlung der k. k. Zoolog.-bot. Gesell- 
schaft in Wien am 2. Juni kamen nachstehende Vorträge botanischen 
Inhaltes an die Tagesordnung: Dr. 0. Stapf sprach über seine Be- 
obachtungen, an zwei in den Rossitzer Steiukohlenwerken vorkommen- 
den Grubenpilzen: Agaricus acherimtim Schrödter, und Coprinus ster- 
corarms, deren ersterer durch einen prononcirten positiven Geotro- 
pismus bemerkenswerth ist. — Hierauf demonstrirte derselbe mehrere 
Irisarten, wovon Iris trojana und J. orientalis zu /. germanica ge- 
hörig, und /. odoratissima Jacq. der I. pallida nächst verwandt. — 
Der Vorsitzende Dr. Franz Low theilte ein von Thomas eingesendetes 
Manuscript mit, in welchem dieser Forscher seine Funde an Phyto- 
ptocecidien (67 Arten), sämmtlich aus den Wäldern des Suldenthales 
in Tirol aufzählt. — Dr. ß. von Wettstein referirte über den in 
Thessalien vorkommenden Isoetes Hekh-eichii, wobei er in die Dar- 
stellung der charakteristischen Merkmale der einzelnen Isoetesarten 
näher einging. Ferner theilte derselbe mit, dass Nica^idra physaloi- 
des bei Tbbs in Niederösterreich gefunden wurde (Hornuug) und dass 
diese Wanderpflanze sich überhaupt in Europa immer mehr verbreitet. 
An Manuscripten legte der Vortragende folgende vor: Dr. E. 
von Halacsy über Goniolimon Heldreichü; Ladislaus Boberski, 
Flechtenflora von Galizieu. (Enthält 500 Arten, darunter drei Nova) 
und schliesslich eino im Dr. H. W. Reichardt's Nachlasse vorgefun- 
dene Arbeit Professor FenzTs, betreffend vier neue Pflanzen aus 
Brasilien. Moritz Prihoda. 



Botanischer Tauschverein in Wien. 

Sendungen sind eingelangt: Von Herrn Eömer mit Pflanzen 
aus Siebenbürgen. 

Sendungen sind abgegangen an die Herren: Frank, Damin. 

Vorräthig: (AI.) = Algier, (B.) = Böhmen, (Bd.) := Baden, 
(Br.) = Berlin, (Bs.) = Bosnien, (Cr.) =-- Croatieu, (E.) = England, 
(Is.) = Istrien, (Kt.) = Kärnten, (M.) = Mähren, (Mk.) = Mecklen- 
burg, (NOe.) = Niederösterreich, (OOe.) = Oberösterreich, (P.) = 
Polen, (Pz.) = Pinzgau, (Sl.) = Schlesien, (T.) = Tirol, (U^ = Uugarn. 

JDictamnus albus (M., NOe., IT.), Digitalis ambigua (NOe., ~P.)Jae- 
vigata (Gr.), lutea (NOe.), Diplotaxis algeriensis (AI.) , muralis (Br.), 
tenuifolia (Br.), Dipsacus pilosus (Mk.), silvestins (B., Mk.), Doronicum 
austriacum (B., OOe.), hungaricum (Ü.), Draba Aizoon (U.), muralis 



252 

{B.,Dess'A.ii), nemoralis (IJ.), praecox {Cr., V.), stellata {^Oe.), verna f. 
majuscula (F.), f. spathulata (ü.), DracocepJiahcm austriacum (NOe.), 
Drosera an(flica{BY.), breviscapa (Br.), inier media {Br.., Kt., Schweden), 
rotundifoUa (B., Br., NOe., OOe.), Dryas octopetala (NOe., OOe.), JSohi- 
nops sphaerocephalus (Thüringen) , JEcMnospermum deflexum (OOe.), 
Elatine Alsinasirmn {ßOQ.,J} .)^ hexandra (Br., Sl.), Hydropiper {Bx.), 
JElymus europaeus (Mk.), Elytia spicata (T.), JEmpetrum nigrum (Pz., 
Loetzen), Endymion nutans (E.), Ephedra monostachya (U.), Epi- 
lohium adnatmn (ü.), alsinefolium (Kt., Pz., Siebenbürgen), angusti- 
folinm (Gr., NOe., Sl.), collinum (P., SL), Dodonaei (NOe.), hirsutuni 
(P. U.), montanum (SL), nutans (B.), palustre (P-), parviflorum 
(NOe., U.), roseum (P.), Epipactis atrorubens {OOe.), latifolia (NOe.), 
palustris (OOe., P., ü.), Eragrostis megastachya (Bd.), pilosa (Bd., 
Bs., NOe.), poaeoldes (Bd., SL), Erica arborea (Is.), carnea (OOe.), 
cinerea (E.), Tetralix (Dresden, Westfalen), Erigeron acre (NOe.), 
alpinum (NOe., OOe.), canadense (B., U.), droebachense (Br.), uni- 
ßorus (Pz.), Eriophorum alpinum, (B., Mk.), angustifolium (B., Pom- 
mern), Scheuohzeri (OOe.), vaginatum (Hannover), Erucastrum obtus- 
angulum {^Oe.),Pollichii (00e.,T.), Ervum Richter ianum (Prankreich), 
tetraspermuni (Mk., SL), Eryngium cavnpestre (OOe.), plamim (U.), 
Eryshnum cheiranthoides (P.), Chelranthus (OOe.) , odoratum (P.) , 
Orientale (P.), Erythraea Unarifolia (NOe., U.), pulchella (M. , Kt., 
NOe.), spicata (Is.), Erythronium Denscanis (Bs., Gr., Steiermark), 
Eucalyptus globulus (Nizza), Eupatorium cannabinum (NOo., U.), 
Euphorbia amygdaloides (NOe., OOe., U.), angulata (P.), Characias 
(Sicilien), Cyparissias (NOe.), dulcis (OOe.), exigua (Gr., NOe.), fal- 
cata (P.), Gerardiana (NOe.), humifusa (Br.), hypericifolia (Is.), 
nicaeensis (Is.), palustris (Br.), Peplis (Is.), peploides (AI.), Peplus 
(M.), platyphyllos (OOe., P.), salicifoUa (NOe.), Sturii (U.), virgata 
(Gr.), Wulfenii (Gr.). 

Obige Arten können nach beliebiger Auswahl im Tausche 
oder käuflich die Centurie zu 6 fl. (12 E. Mark) abgegeben werden. 



Inserat. 

Das Kryptosamenherbar „Herbarium Heuflerianum" des im Jahre 
1885 gestorbenen Ludwig Preih. v. Hohenbühel, genannt Heufler zu Rasen 
mit 1431 Gattungen, 8614 Arten und ungefähr 30.400 Exemplaren mit mehreren 
Originalexemplaren, die seinen Namen führen, ist verkäuflich. Besonders erwähnt 
wird dieses Herbar im dritten Sitzungsberichte der zoolog.-botan. Gesellschaft 
in Wien vom Jahre 1853, S. 166 — 170, im VIII. Bande des „von Wurzbach'schen 
biographischen Lexikons von Oesterreich (Ausgabe vom Jahre 1862, S. 454)" und 
in Nr. 1 der österr. botan. Zeitschrift vom Jahre 1868. 

Nähere Anfragen beliebe man an Paul Baron Hoh.enbU.hel in luus- 
brnck, Universitätsstrasse 3, Tirol, Oesterreich-Ungarn zu richten. 



E«ctacteur nnd Herausgeter Dr. Alexander Skofitz. — Verlag von C. Crerold's Sohn. 

C. üeberrenter'sthe Bnr.hdnu'kproi (M. Salzer) in Wien. 



Oesterreichische 

Botanisclie ZeitscMft 

Die österreichische y^->^ Exemplare 

botanische Zeitschrift K_JlC* Q[ SLlil. die frei durch die Post be- 

erscheint ^3 zogen werden sollen, sind 

den Ersten jeden Monats. hlos bei der RedactiOD 

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die ganze Petitzeile W= 8 sowie alle übrigen 

15 kr. öst. W. *^ **■ Buchhandlungen. 

XXXYI. Jahrgang. WIEN. August 1880. 

INHAIaT: Utricidaria brevicomis. Von Dr. Celakovsky. -- Eubi Neuseelands. Von Fritsch. — 
Teratologisches. Von Schilberszky. — Flora von Ost-Rumelien. Von Dr. Velenovsky. — 
Pflanzennamen. Von Dr. Kronfeld. — Flora der Karpathen. Von Dr. Formänek.— Floristisehes. 
Von Courath. — Flora des Etna. Von Strobl. -• Literaturbericlite. — Correspondenz. Von Wie- 
dermann, Blocki, Formänek. — Personalnotizen. — Vereine, Anstalten, Unternehmungen. — 
Botanischer Tauschverein. 

Uiricularia brericorais sp. n. 

{U. intermedia Kocli in „Flora" 1847.) 
Von Dr. Ladislav Celakovsky. 

U. foliis dimorphis ; alteris distichis , vesiculis p^erwwg'ue 
destitutis vel rarissime hino inde utricido unico solitario instructis, 
subreniformibus vel orbicidaribus, dichotome midtip ar litis , laciniis 
lineari - subulatis acutis , mucronatis, ciliato-denticulatis, 
denticulis utroque latere paucis {2 — 3), spinula {cilia) terminatis ; 
alteris bi-trifidis filiformibus solummodo utriculiferis , in ramidis 
propriis filiformibus {quasi radiciformibus) alternantibus, utriculis 
in quovis folio 2 — 3 sat parvis, pallidis, biappendiculatis, appen- 
dicibus elongatis, curvatis, pinnato-ciUatis ; scapo tenui, gracili, 
humiliori (circa 12 cm. longo), squamas 2 — 3 steriles sub racemo 
brevi 2 — 3-floro gerente; labio corollae superiore leviter eniar- 
ginato, concolore, palatum elevatum, obscure brunneo-striatum 
fere bis superante; labio inferiore suborbiculari, piano, palato 
suo bis longiore; calcare brevi [dimidio labio inferiore vice lon- 
giore), ex basi lata abrupte attenuato, conico, acuto. 

In Austriae et Gerniamae lyaludibus, et quidem: Bohemia 
austro-orientali ad Ldsenice et Ti^ebon {Wittingau) in turfosis cum 
U. minori copiose! Germania: Sommerfeld b. Frankfurt a. Od. 
{leg. Baenitzf) et teste beato Koch in Palatinatu rhcnano et in Lu- 
satia superiore {Burkhardt) , absque dubio aliis quoque locis, i(bi U. 
inte r m e d i et indicatur. 

Oesterr. bot.^.n. Zeitschrift. 8. Tieft I8ft6. 21 



254 

Diese Art imtersclieiclet sich von der U. intermedia Hayne, mit 
welcher sie nächstverwandt ist, ausser den angegebeneu Merkmalen 
noch durch bedeutendere Kleinheit und f^einheit aller Theile, beson- 
ders der schmalen, kurzen und spitzen Blattzipfel, der trotz ihrer 
geringeren Höhe doch mit mehreren und kleinereu sterilen Schuppen 
besetzten Schäfte, durch doppelt kleinere blasse Schläuche auf den 
metamorphen Blättern und durch doppelt kleinere Kelche, auch 
etwas kleinere Corollen, deren Oberlippe einfarbig citronengelb ist 
vfde die ganze Corolle, deren Graumen erhaben, langgezogen, etwa 
halb so lang als die ganze, sonst flache, rundliche, doch etwas 
querbreitere Unterlippe, nur bräunlich quer gestreift ist, und deren 
kurzer Sporn eine ganz andere Gestalt hat. 

Die echte U. intermedia Hayne ist bei weitem kräftiger, die 
Schäfte länger, ihre Blätter grösser, weicher, heller grün, deren Ab- 
schnitte breiter, länger, lineal, nur an der Spitze verschmälert, doch 
stumpflich mit aufgesetzter Stachelspitze (bei U. hrevicornis in den 
feinen Mucro allmälig zugespitzt), jederseits mit zehn oder mehr 
feinen, ziemlich genäherten Wimperstacheln, die jedoch dem schwach 
wellig-ausgerandeten Saume fast unmittelbar aufsitzen, während sie 
bei der tl. hrevicornis je ein deutliches Seitenzähnchen bespitzen, 
und ihrer nur 2—3 jederseits am Blattzipfel vorhanden sind. Der 
Schaft wird viel höher, trägt aber meist nur ein steriles, grösseres 
Schuppenblatt. Die Blattschläuche sind bei dieser Art sehr gross 
und (später) bräunlich. Die Diiferenziruug in vegetative grüne aber 
schlauchlose und reducirte, bleiche, lediglich schlauchtragende Blätter 
besonderer Seitenzweige ist, soviel ich an meinem Materiale sehe und 
was auch die Autoren übereinstimmend angeben, bei U. intermedia 
ganz scharf durchgeführt, während bei der tl. hrevicornis manchmal 
auch die grünen vielth eiligen Blätter einzelne Schläuche bilden kön- 
nen. Die Oberlippe der Krone der Z7. intermedia wird ungetheilt 
genannt und abgebildet und ist im Leben nach Angabe aller Autoren 
gleich dem Gaumen purpurn gestreift. Der Sporn unterscbeidet sich 
auffällig seiner Gestalt nacb, er ist nämlich bald vom Grunde an 
dünn walzenförmig, bis zur Spitze fast gleich dick und fast so lang 
als die Unterlippe; die Schlingelnerven desselben biegen noch fern 
von der Spitze zurücklaufend um. 

Nach dem allen sind die beiden genannten Utricularien be- 
stimmt gut unterschiedene Arten, und zwar Parallelarten einer der 
drei in der österreichischen und deutschen Flora vorkommenden Sec- 
tionen, von denen die zwei anderen in U. vulgaris L. und U. neglecta 
Lehm, einerseits und in U. minor L. und U. Bremii Heer anderer- 
seits je zwei Parallelarten aufweisen. 

In Böhmen ist die echte C7. intermedia Hayne bisher nur von 
Franzensbad durch Bracht nachgewiesen, von woher wir im böhm. 
Museumsherbar schöne Exemplare besitzen. 

Von der JJ. hrevicornis erhielt ich zuerst um das Jahr 1870 
herum vom verstorbenen Universitätsdocenten der Physiologie Dr. 



255 

Franz Novotny zwei sterile Stengelproben, die mehreren blühenden 
Exemplaren einer von demselben bei Läsenic unweit Xeuhaus gesam- 
melten U. minor beigemengt waren, und die ich, nachdem zur Zeit 
aus der mitteleuropäischen Flora nur eine Art mit dimorphen Blät- 
tern bekannt und allgemein anerkannt war, ohne Scrupel der U. 
intermedia zueignete. Demnach erscheint die U. intermedia Hayne 
in den Nachträgen zu meinem Prodromus auch von St. Margareth 
bei Läsenic angegeben. 

Heuer brachte nun mein Assistent Dr. Velenovsky dieselbe 
Utricularia reichlich blühend von einer Excursion aus den Torf- 
sümpfen vom Teiche Svet bei Wittingau mit. Sie fiel durch ihre 
Zartheit und Kleinheit auf, doch hielten wir sie beide zunächst nur 
für eine kleinere Form der U. intermedia. Erst beim Einreihen und 
genaueren Vergleichen mit dem Materiale des böhm. Museums ergab 
sich mir die bedeutende Verschiedenheit dieser Pflanze von der typi- 
schen U. intermedia Hayne. 

Die Unterscheidung dieser zwei nächstverwandteu Arten erfolgt 
hier aber keineswegs zum ersten Male, sondern ist bereits von dem 
Altmeister der deutschen Floristik, W. D. Koch im J. 1847 in der 
Eegensburger Flora (pag. 265) proponirt worden. Koch beschrieb 
nämlich am angegebenen Orte ebenfalls zwei Arten mit dimorphen 
Blättern: neben U. intermedia auch eine U. Graßana, letztere aus 
Sümpfen von Klagenfmi, von Prof. ß. Graf an Koch mitgetheilt. 
Die U. G-rafiana fand aber keine Anerkennung; sie wird in den 
meisten neueren Florenwerken mit Stillschweigen übergangen, in an- 
deren nur als geringe breit- und stumpf blätterige Abänderung der R. 
intermedia Hayne angesehen. So citirt sie Nyman im Conspectus 
nach einem Strich — Varietätsanzeige — zur U. intermedia; Ascher- 
son erwähnt ihrer in der Flora der Prov. Brandenburg als einer Abart 
mit stumpfen Blattzipfeln-, Sonder in der Flora Hamburgeusis — • 
nachdem er angegeben, dass die Blätter der U. intermedia bald 
einen Zoll lang, bald aber nur 2 — 3 Linien laug sind, wobei die 
Zipfel dann breiter werden, letzteres gewöhnlich dann, wenn der 
Stengel ausserhalb des Wassers auf der Erde fortkriecht — bemerkt 
Folgendes: „U. Graßana Koch ist nach vom Autor mitgetheilten 
Exemplaren die kurz- und breitblätterige Form unserer U. intermedia.'-'- 

Es hat mich immer sehr befremdet, dass der in der Species- 
auflfassung noch heute musterhafte Meister der Diagnostik eine blosse 
Varietät mit stumpferen und breiteren Blattzipfeln in einer schwachen 
Stunde so ohne weiters als Art aufgestellt haben sollte; doch hatte 
ich früher kein specielles Interesse, die Sache weiter zu verfolgen. 

Der Grund, aus welchem die Koch'sche U Graßana nicht 
durchdringen konnte und wesshalb mit diesem Namen zugleich die 
Unterscheidung der beiden Arten einschlafen musste, ist aber der, 
dass Koch in der Interpretation der U. intermedia Hayne's sich 
geirrt hat, indem er unser« Z7. hrevicomis für die wahre Art Hayne's 
hielt und demzufolge die wahre ü. negleda als U. Graßana neu 

21-'- 



256 

benannte. Schon die Besclireibung, die Koch gibt, namentlich der 
Blattzipfel und Bluniensporne beider Arten, lässt hierüber keinen 
Zweifel; iiberdiess besitzt unser Museumsherbar die TJ. Grafiana in 
einem Klagenfurter Originale von Graf selbst (als JJ. intej^iedia 
bezeichnet), welches sich in nichts von der U. intermedia, z. B. von 
Berlin, die auch mehrfach im böhm. Museumsherbar vorliegt, unter- 
scheidet. Es ist nicht einmal eine Varietät der letzteren zu nennen, 
daher Ascherson's Bemerkung: „Die Abart Grafiana mit stumpfen 
Blattzipfeln bei uns (in der Mark) noch nicht beobachtet" nicht 
gerechtfertigt ist; denn die Zipfel der Berliner Pflanze sind ebenso 
stumpf wie die der Klagenfurter. Allerdings hat Sonder ganz recht, 
dass bei der TJ. intermedia die Grösse imd Länge des Blattes, sowie 
Länge und Breite seiner Abschnitte in der angezeigten Weise variiren, 
allein darauf ist nicht einmal eine Varietät zu gründen, und war es 
ein Zufall, wenn Sonder gerade eine „kurz- und breitblätterige 
Eorm" von Koch erhielt, da z. B. unser Museumsexemplar ziemlich 
schmale und verlängerte Blattzipfel besitzt. 

Begreiflicher Weise konnten Jene, welche die Koch'sche JJ. 
Grafiana mit ihrer richtigen U. intermedia verglichen, keinen rechten 
Unterschied finden, suchten ihn daher in derartigen, durch eine irrige 
Auslegung des Textes scheinbar angezeigten Zufälligkeiten; denn die 
TJ. hrevicornis, welche vielleicht seltener ist als die TJ. intermedia, 
scheint kein Autor gesehen zu haben, der nach Koch in der Lage 
war, beide Arten vergleichen zu können. Ich selbst sah, wie ich oben 
angab, von der TJ. hrevicornis nur Exemplare aus dem südöstlichen 
Böhmen und von Frankfurt a. Oder; Koch gibt bereits für sie (seine 
TJ. intermedia) die Oberlausitz und Rheinpfalz an, und zweifelsohne 
wird sich eine weitere Verbreitung derselben herausstellen, bis mau 
auf sie besonders achten und sie von der echten TJ. intermedia 
unterscheiden wird. 

Der Nachweis, dass wirklich die TJ. Grafiana und nicht die TJ. hre- 
vicornis die richtige TJ. intermedia Hayne darstellt , ergibt sich übri- 
gens sogleich bei der Einsicht der Hayne'schen Abhandlung in Schra- 
dier's Journal für die Botanik I. Bd., 1. Heft 1800 („Genauere Aus- 
e nandersetzuug einiger deutscher Gewächse"). Darin werden die drei 
Hauptarten: TJ. vulgaris, intermedia und minor sehr lichtvoll aus- 
einandergesetzt, und die TJ. intermedia wird auf Taf. V im Ganzen 
recht gut abgebildet. Man sieht in Fig. 8 den langen, walzlich- 
kegelförmigen Sporn (die Diagnose hat freilich nur „calcar conicum"), 
in Fig. 6 die laugen am Rande mit (bis zum Uebermass) zahlrei- 
chen und dichtstehendeu Wimpern besetzten Blattabschnitte („laciniae 
margine undique setis solitariis minutissimis obsitae"), den verhält- 
nissmässig grossen Kelch, in Fig. 9 die „ungetheilte" (nicht wie TJ. 
bicornis sie hat, ausgerandete), gestreifte Oberlippe (labium superius 
ovatum, integrum, obtusum, striis purpureis notatum"), so dass nicht 
der geringste Zweifel sein kann, welche von beiden Arten Hayne 
gemeint hat. Der TJ. intermedia Koch's (wenigstens in Flora 1847) 



257 

gab ich nun den Naraeu hrevicomis *), da sie sich durch den kurzen 
Sporn am auffälligsten von der U. intermedia Hayne unterscheidet. 



Die Rubi Neuseelands. 

Von Karl Fritsch. 

In unseren Gewächshäusern wird nicht selten eine sehr merkwürdige 
Pflanze unter dem Namen i^u&^fs ai<.s^r«ZiÄ Forst, cultivirt. Dieselbe zeich- 
net sich dadurch aus, dass die Blattlamina fast vollständig auf die 
Mittelrippeu der Theilblättchen reducirt ist. In der Literatur findet mau 
wiederholt angegeben, dass die Pflanze an schattigen Standorten (in 
Neuseeland) eine normale Lamiua entwickle ^), gewiss eine sehr interes- 
sante Thatsache. Da ich den anatomischen Bau der normal beblät- 
terten Form mit dem der bei uns cultivirten Pflanze vergleichen 
wollte, sah ich das Herbar des k. k. Hofmuseums durch ^) ; wie er- 
staunte ich aber, als ich dort unter dem Namen Ruhus australis 
Forst, eine Pflanze fand, die — vielleicht abgesehen von der Form 
der Stacheln — kaum irgend eine Aehnlichkeit mit der eingangs 
erwälmten Pflanze hat! Letztere hat dreizählige oder ganz einfache 
Blätter mit unterdrückter, papierdünner Lamina*); die Exemplare 
des Hofmuseums besitzen vorwiegend fünfzählige Blätter mit derber 
lederartiger und mächtig entwickelter Lamiua — und dazu kommeu 
noch sehr erhebliche anatomische Unterschiede. Hierdurch veranlasst, 
hielt ich Umschau in der Literatur, um zu sehen, ob denn wirklich 
diese beiden so heterogenen Formen als Standortsvarietäten aufgefasst 
werden können; mir kam es schon von vorneherein unwahrscheinlich 
vor, dass eine Pflanze an schattigen Standorten eine lederige 
Consistenz der Blätter zeige, während dieselben an sonnigen Orten 
zwar kleiner, aber gleichzeitig papierdünn werden. 

Die Art Rubus australis ist genau hundert Jahre alt; 1786 
erschien in Porster's „Florulae Insularum Australium Prodromus" die 
Originaldiagnose. Dieselbe lautet: „i2. australis, fruticosus dioicus, 
foliis ternatis quinatis pinnatisque, caule petiolisque aculeatis, racemis 
axillaribus simplicibus. Nova Zeelandia." Dieselbe passt (von den 
„racemis simplicibus" abgesehen!) so ziemlich auf die neuseeländi- 
schen Rubi, nebst dem R. Moorei F. Müll, des australischen Con- 



') Die Schreibung brevicornii und Inngicornii (in don Gattungen Impa- 
tiens und Orchis angewendet) ist als Adjectiv oder Substantiv gleich ungrani- 
matikalisch. 

*) Areschoug, Der Einfluss des Klimas auf die Organisation der Pflanzen. 
Engler's botan. Jahrb. II. 

') Die Benützung desselben verdanke ich der Güte des Herrn Custos- 
Adjuncten Dr. Günther Beck. 

*) Unter Lamiua verstehe ich hier — der Kürze halber — stets den 
flächenförmig ausgebildeten Theil der einzelnen Blättchen. Consequenter Weise 
muss ich dann die sogenannten Mitteliipiieu als Blättchenstiele bezeichnen. 



258 

tinentes. Jedoch unterscheidet schon A. Cunningham in seinem 
„Prodromns Florae Novae Zeelandiae" drei Arten: R. australis Forst., 
R. scJimidelioides A. Ciinn. und R. cissoides A. Cunn. Ich habe Ori- 
ginalexemplare derselben im Hofmuseum gesehen; sie sind von ein- 
ander habituell ebenso verschieden wie etwa Rubus tomentosus Borkh., 
R. hirtus W. K. und R. fruticostis L. Trotzdem zog sie Hook er in 
seiner „Flora Novae Zeelandiae" wieder zusammen; nach ihm kommt 
also in Neuseeland überhaupt nur eine Ruhus-kxi vor. Ist es 
bei dem Umstände, dass neuseeländische Pflanzen gewöhnlich nach 
Hooker bestimmt werden, zu wuudern, dass jeder dorther stam- 
mende Rubus einfach als R. australis Porst, bezeichnet wird? Ich 
bin überzeugt, dass wir es in Neuseeland mit einer ganzen Gruppe 
von Arten zu thun haben, die den Sectionen Focke's (Idaeobatus, 
Eubatus u. s. w.) gleichwerthig ist und dort ebenso formenreich ist 
wie bei uns die Eubatus-Gruppe. 

Hooker führt I.e. die Cunningham'schen Arten der Varietäten 
des R. australis Forst, an; jedoch passt z. B. die Beschreibung seiner 
var. y) cissoides gar nicht auf die Originalexemplare Cunningham's. 
Von der Pflanze mit unterdrückter Lamina weiss Hook er in der 
„Fl. N. Z." noch nichts; jedoch in seinem „Handbook of the New 

Zealand Flora" sagt er schon: „y) cissoides: Leaflets 3— 5nate 

sometimes reduced to midribs {R. cissoides k.Cmm)."' Er zieht also 
diese Pflanze zu R. cissoides A. Cunn., dem sie allerdings — wenig- 
stens in Bezug auf Behaarung — am ehesten nahesteht. Lindsay 
beschreibt in seinen „Contributions to New Zealand Botany" eine 
Eeihe von Formen des R: australis Forst, von verschiedenen Stand- 
orten. Die Form vom „Stoneyhill" entspricht unserer Pflanze. Lindsay 
gibt selbst zu, dass diese extremen Formen des R. australis Forst, 
weit mehr verschieden sind als manche Arten anderer Gattungen; 
aber wegen des Vorhandenseins von zahlreichen Mittelformen nimmt 
er an, dass nur die Bodenbeschaffenheit diese Unterschiede bedinge. 
Gibt doch schon Hook er an, dass die Varietäten in der Cultur ihre 
Eigenthümlichkeiten bewahren! Wenn man übrigens liest, dass 
Lindsay die Linne'schen Arten Geranium pusillum, molle, pyre- 
naicum und rotundifolium zusammenwerfen will '), so kann man wohl 
auf sein Urtheil in dieser Beziehung kein Gewicht legen. 

Pocke, der durch seine „Batographischen Abhandlungen" ^) sich 
sehr grosse Verdienste um die Systematik der Ruhi erworben hat, 
spricht die Ansicht aus, dass R. australis Forst, mit dem R. 
Moorei F. Müll, des australischen Continentes zusammen eine Un- 
tergruppe bildet, die dem bengalischen R. lucens Pocke und den 
amerikanischen „Oligogynis" am nächsten steht. Ich glaube diese 
Untergruppe zur Section erheben zu dürfen (namentlich mit Kück- 
sicht auf die dioecischen oder doch polygamischen Blüthen) und 
nenne sie der auflallend kleinen Blüthen wegen Micranthobatus. 



*) 1. c. pag. 61. 

*) Abhandlungen, herausgeg. vom naturw. Verein zu Bremen. IV. 1874. 



259 

Aucli Focke kennt aus Neuseeland nur den B. australis Forst, 
mit den Varietäten schmideliokles A. Cuun. und cissoides A. Cunn. 
und führt ausdrücklich lederige Blätter an, so dass unsere Pflanze 
ausgeschlossen ist. Er sagt übrigens von Ruhus australis Forst.: 
„Species polymorpha, cujus varietates distinctae formis intermediis 
innumeris conjunguutur." Ganz dasselbe könnte man von unse- 
rem R. fruticosus L. (sensu amplissirao) sagen und doch unter- 
scheidet Focke selbst in seiner „Synopsis Ruborum Germauiae" 
zahllose Arten unter den einheimischen Moriferen. Kach dem gegen- 
wärtigen Stande unserer Kenntnisse stellt sich also die Charakteristik 
der besprochenen Gruppe folgendermassen: 

Micranthobatus. 

Frutices aculeati, foliis ternatis vel quinatis vel partim sim- 
plicibus, lamina coriacea vel membrauacea vel nuUa; floribus dioecis 
vel polygamis. 

Die bisher bekannten Arten unterscheiden sich wie folgt: 

A. Folia ternata vel quinata lamina coriacea sat magna. 

a) Fructus atrorubeutes: R. Moorei F. Müll. 

b) Fructus flavesceutes: R. australis Forst, sp. coli.! 

B. Folia ternata vel simplicia lamina membrauacea, parva vel nulla ') 
R. squarrosus n. sp. 

Es mag kühn erscheinen, dass ich eine Art aufstelle, deren 
Blütheu und Früchte mir unbekannt sind; aber dieselbe ist habituell 
auf den ersten Blick von allen anderen Arten verschieden und auch 
anatomisch gut charakterisirt. Es ist übrigens wahrscheinlich, dass 
Inflorescenz, Blüthen und Früchte mit denen des R. australis Forst, 
ungefähr übereinstimmen, da sie sonst Hooker doch nicht unter 
diese Art einbezogen hätte. Dass ich in der Tabelle R. australis 
Forst, als CoUectivspecies und nicht die drei Arten Cunuingham's 
angeführt habe, hat seinen Grund darin, dass meiner Ueberzeugung 
nach diese drei Arten lauge nicht ausreichen werden. Entweder müsste 
man eine grössere Anzahl von Arten unterscheiden oder (vorläufig!) alle 
neuseeländischen Formen mit lederigen Blättern wie bisher R. austra- 
lis Forst, nennen. Ich gewann diese Ueberzeugung bei der Durchsicht 
der im hiesigen Hofmuseum vorhandenen Herbarexemplare, unter 
denen übrigens kein einziges sich dem R. squan-osus m. nähert. Dass 
letzterer mit keiner der l3is jetzt aufgestellten vier Arten identisch 
ist, kann ich bestimmt behaupten; denn Forster spricht bei seinem 
R. australis von „foliis ternatis quinatis pinnatisque", ohne von einer 
Reduction der Lamina Erwähnung zu thun; F. Müller's Original- 
diagnose des R. Moorei"') passt gleichfalls nicht; die Arten Cun- 
niugham's aber kenne ich aus Originaloxemplaren. 



') Bei cultivirten Exemplaren fand ich stets wenigstens vertrocknete 
Reste einer Lamina-. jedoch wird das vollständige Fehlen derselben mehrfach 
angeführt-, vergl. z. B. Lindsay I.e. pag. '61. 

*) Account of some New Australian Plants. 1857. 



260 

Es erübrigt mir nun noch, meinen Bubus squarrosus genauer 
zu beschreiben (nach cultivirten Exemplaren!). Er ist ein Strauch 
mit mehr minder aufrechten Aesten und sparrig abstehenden, oft in 
einander verstrickten Zweigen und Blättern. Die secuudäre Kinde 
ist graubraun bis schwärzlich und rissig. Die grünen Zweige sind 
cylindrisch, glatt und spärlich mit sehr kurzen, vielzelligen Drüsen- 
haaren besetzt — in der Jugend auch mit einzelnen, einzelligen 
Haaren und weichen, weisslichen Stacheln versehen ^). Die Blatt- und 
Blättchenstiele sind im Gegensatz zu den hellgrünen Zweigen mit Aus- 
nahme ihrer Basis intensiv dunkelgrün gefärbt (namentlich an der Ober- 
seite), schmalrinnig und reichlich mit kleinen, gelben oder weissli- 
chen Stacheln besetzt; letztere sind etwas zusammengedrückt und aus 
breiter Basis in eine feine Spitze ausgezogen, etwas gekrümmt oder 
fast gerade. Die Blätter sind vorwiegend dreizäblig (niemals fünf- 
zählig!); häufig ist aber nur eines der beiden Seiteublättchen oder 
gar keines entwickelt. Die Lamina ist im Verhältniss zur Länge 
des Blattstiels, bezw, Blättchenstiels, sehr klein und schmal, lineal- 
lanzettlich und eingeschnitten gesägt. Ausnahmsweise kommen auch 
Blätter mit etwas breiteren und relativ kürzeren Laminartheilen vor, 
die dann einen verkürzten Blattstiel und manchmal sitzende Seiten- 
blättchen haben ^), was bei M. anstralis Forst, meines Wissens nie 
vorkommt. Die Blätter sind sehr spärlich mit kurzen, einzelligen 
Haaren und sehr kleinen vielzelligen Drüsenhaaren bekleidet ^) (in 
der Jugend dichter); ihre Lamina ist sattgrün, an der Unterseite 
heller. 

Anatomisch unterscheidet sich Ruhus squarrosus m. von R. 
australis Forst, (sensu amplo) folgendermassen: 

R. aixstralis Forst. Unter der Epidermis des Blattstiels ist 
eine mächtige Collenchymschichte entwickelt, auf welche schwach 
entwickeltes Chlorophyll parenchym folgt; letzteres besteht aus iso- 
diametrischen Zellen. Zwischen der oberen Epidermis der Blatt- 
lamina und dem Pallisadengewebe ist eine Lage von chlor ophy Hosen 
Zellen eingeschaltet. 

R. squarrosus m. Das Collenchym ist im Blattstiele sehr 
schwach entwickelt imd namentlich an der Oberseite ganz dünnwan- 
dig (also kaum mehr Collenchym zu nennen). Unter demselben 
befindet sich an der Oberseite ein zwei- bis mehrschichtiges, sehr 
chlorophyllreiches Pallisadenparenchym (daher die dunkelgrüne Farbe!), 
an der Unterseite Chlorophyllgewebe aus isodiametrischen Zellen, die 
an den Seiten in Pallisadenzellen übergehen. Unter der oberen Epi- 
dermis der Lamina folgt direct Pallisadengewebe. 



*) In ihrer Heimat scheint die Pflanze reichlicher bestachelt zu sein; 
nach Lindsay manchmal so dicht wie Rosa spinosissima L. 

*) Im Gewächshaus hat die Pflanze offenbar die Tendenz, ihre Lamina 
zu vergrösscrn. 

^) Der beste Ausdruck für die Behaarung der Stengel und Blätter ist 
,glabrescens". 



261 

Ziim Schlüsse möclite ich noch auf die Confusion hinweisen, 
die bezüglich der Inflorescenzen der in diese Gruppe gehörigen For- 
men besteht. Forster sagt in der Originaldiagnose seines JR. attstra- 
lis: ^racemis axillaribus simplicibus"; Hooker aber in der „Flora 
Novae Zeel.": „paüiculis ramosis multifloris". Focke schreibt in 
seinen ^^Batogr. Abh." dem M. australis Forst, „inflorescentiae ter- 
minales paniciilatae multiflorae", dagegen dem R. Moorei F. Müll, 
„infl. axillares racemosae vel subpaniculatae" zu. Die Aufklärung 
dieser Widersprüche, namentlich die Ausforschung des echten R. 
amtralis Forst., muss dem Monographen überlassen bleiben. Ob alle 
neuholländischen Micrauthobatus-Formen schwärzlichrothe, alle neu- 
seeländischen dagegen gelbliche Früchte haben, ist wohl noch sehr 
zweifelhaft. Eine monographische Bearbeitung der ganzen Gruppe 
wäre gewiss sehr dankbar, wenn auch immer mangelhaft, so lauge 
man nicht in Neuseeland selbst die hiehergehörigen Pflanzen an ihren 
natürlichen Standorten genau studirt. 

Wien, am 14. Jimi 1886. 



Beitrag zur Teratologie der Gageablüthen. 

(Mit einer lithogr. Tafel.) 

Von Carl Schilberszky. 

Gelegentlich einer diessjährigen Excursion zu den Ofener Quel- 
lengründen in Sachsenfeld fand ich Mitte April einige Exemplare von 
Gagea arvensis, deren Blüthen mir schon auf den ersten Anblick 
wegen ihres siebenstrahligen Perigons auffielen. Näher untersucht 
ergab es sieb, dass ausserdem auch im äusseren Kreise des Androe- 
ceums, sowie bei einer Blüthe sogar im Gynaeceum das Zahlenver- 
hältniss der Glieder eine Vervielfältigung darbietet. Sehr eigen- 
thümlich ist bei einer dieser Blütben der vierfächerige Stempel 
ausgebildet, dessen Beschreibung sofort folgen soll. 

Bevor ich die kurzgefasste Morphologie der Blüthen gebe, will 
ich vorerst noch hinzufügen, dass ich einige Tage nach der erwähnten 
Excursion im hiesigen botanischen Garten, woher ich mir normale 
Exemplare dieser Pflanze zur vergleichenden Untersuchung holte, auf 
eine Blüthe traf, welche in allen Blumenkreisen eine abnormale 
Gliederzahl und zwar eine Steigerung zeigte. 

1. Exemplar (mit einer Blüthe und einer geschl. Knospe) : Knospe 
normal gebaut. 

„,..,, / äusseres Perigon vierzählig 
^^^*^^-\ inneres „ dreizählig 

äussere Staubgefässe vierzählig 
innere „ dreizählig 

Stempel dreifächerig. 



{ 



262 

2. Exemplar (mit zwei Blüthen und einer geschloss. Knospe); 
Knospen und die eine Blüthe normal, die zweite Blüthe ebenso be- 
schaffen, wie bei dem ersten Ex., mit dem Unterschied, dass das 
siebente, dem einen äusseren Perigonblatte opponirte Staubgefäss 
einen nur halb so langen Stiel besass, wie die übrigen. 

3. Exemplar (mit einer Blüthe, einer geschl. und einer halb- 
geöffneten Knospe): Beide Knospen sind normal gebaut. Blüthe 
ebenso wie bei dem ersten Exemplar, mit dem Unterschied, dass der 
Stempel vierfächerig ist. 

4. Exemplar (mit drei geschl. Knospen und zwei Blüthen^): 
Sämmtliche Knospen und die eine Blüthe sind normal, bei der an- 
deren Blüthe: 

f äusseres Perigon vierzählig 
\ inneres „ „ 

r äussere Staub gefässe „ 
\ innere „ „ 

Stempel vierfächerig. 

Die Gageablüthen sind, wie auch alle anderen der Lilioideen- 
gruppe, bekannterweise durchwegs von trimerem Bau, andere Zahlen- 
verhältnisse der einzelnen Quirlen kommen bei ihnen nur ausnahms- 
weise vor. Als bekannteste und verbreitetste Abnormität bei den 
dieser Gruppe angehörenden Pflanzen ist der dimerische Blüthenbau; 
ausserdem kommen aber auch vier- und höherzählige Blüthen — 
wenn auch nur vereinzelt — vor, wie diess von Eichler eigens 
hervorgehoben wird. So wird z. B. die Anomalie angegeben ^) , dass 
bei Lilium candidum die oberste Blüthe manchmal fünfzählig ist. 

Die Variabilität speciell der 6rflr/<?a- Blüthen ist schon längere 
Zeit her bekannt: sowohl das Ab- wie auch (häufiger) das Zunehmen 
der Gliederzahl in den einzelnen Blumenkreisen. Eine ziemlich grosse 
Variabilität schreibt ihnen Wirtgen ^) zu, indem er in Folge seiner 
speci eilen umfangreichen Beobachtungen die Veränderungen der Glie- 
derzahl zwischen 2 — 6 in vielen Fällen zu constatiren die Gelegenheit 
hatte. Seine Beobachtungen beziehen sich jedoch auf beide Perigon- 
uud Androeceumkreise, im Gynaeceum erwähnt er aber keine Ab- 
weichung. 

Wenn also von den oberwähnten imd kurz charakterisirten 
Exemplaren das erste und zweite (Fig. 3) mit den Wirtgen'schen 
Beobachtungen übereinstimmt und als heteromer bezeichnet wer- 
den kann: stellt das dritte und vierte Exemplar einen Fall dar, wo 
auch im Stempel die Zahlabweichung stattfindet, insofern als zu den 
normal vorhandenen drei Carpellblättern noch ein viertes sich an- 
siedelte. Die Blüthe des dritten Exemplars ist sonst auch von 
heteromerem (theils von trimerem, theils von tetramerem) Bau: also 
zygomorph (Fig. 1). 



*) Aus dem hiesigen botan. Garten herstammend. 
') Bull, of the Forrey Bot. Club. VII. 1880. Nr. 7. 
') Flora: 1846, p. 353 ff. 



2G3 

Eine weitere, liöhere Umgestaltung der Gageablüthe zeigt uns 
die vollständige, diirchwegs, in den gesammten Quirlen ausgeprägte 
Tetramerie im Blüthenbau des vierten Exemplars (Fig. 2), wo in jedem 
einzelnen Blumenkreise durch ein einziges Glied eine Bereicherung 
stattfand, demnach diese Blüthe im Gegensätze zu den vorhergehen- 
den drei Exemplaren mehr als eine Symmetrieliuie besitzt, also akti- 
nomorph ist. 

Nun sollen noch die drei- und vierfächerigen Stempel dieser 
abnormen Blüthen in ihrem morphologischen Baue näher untersucht 
werden. Wenn wir den normalen dreifächerigen Stempelquerschnitt 
(Fig. 4) mit jenem des ersten und zweiten Exemplares vergleichend 
betrachten, so erscheint zwischen ihnen in Betreff der Symmetrie ein 
allsogleich erkennbarer Unterschied: bis die normalen Blüthen gleich- 
fächerige Stempel haben, welche folglich polysymmetrisch sind, finden 
wir bei den Stempelquerschuitten der beiden ersten Exemplare zwei 
gleich grosse und ein weit grösseres drittes Fach, wesshalb dieser 
Stempelquerschnitt nur eine Symmetrielinie besitzt (Fig. 6). 

Was die Blüthen (des dritten und vierten Exemplars) mit vier- 
fächerigem Stempel anbelangt, kann ausser dem Vorhandensein eines 
vierten Carpellblattes noch jener Umstand bemerkt werden, dass 
während im normalen dreifächerigen Stempel die in die Mitte des- 
selben hineinragenden Carpellblattränder mit einander zu einem com- 
pacten Zellcomplex Zusammenschmelzen, welches im Centrum des 
Stempels eine feste Säule bildet: bei dem vierfächerigen Stempel au 
derselben Stelle keine Verwachsung stattfindet, im Gegentheil nehmen 
wir in der Mitte eine kleine Höhlung wahr, welche durch enge Ka- 
näle mit den einzelnen Fächern communicirt (Fig. 5). Alle Glieder 
der einzelnen Blumenkreise alterniren mit jenen der ihnen nächst- 
liegenden Kreise , auch der Stempel unterwirft sich genau dieser 
Eegel, indem die einzelnen gleichförmig construirten (vier) Carpell- 
blätter mit dem inneren Staubfadenkreis alterniren, ebenso wie es 
bei den normalen Blüthen bekannt ist. 

Dem vierten zugetretenen Carpalblatt entsprechend ist in diesen 
Blüthen natürlicherweise auch die Zahl der Samenreihen eine gestei- 
gerte, anstatt sechs finden sich acht Keihen vor. 

Diese gleichmässige Gliederzahlveränderung in sämmtlichen Krei- 
sen ist ein schönes Beispiel dafür, dass die ursprünglich trimer ge- 
baute aktinomorphe Blüthe durch eine derartige Umwandlung neuer- 
dings zu einer aktinomorphen Blüthe werden kann. Das Blüthen- 
diagramm des vierten Exemplars (Fig. 2) entspricht ganz der Blüthe 
von Paris quadrifolia, während die von Eich 1er angegebenen dimer 
gebauten Gageablüthen an Majanthemum bifolium erinnern; beide 
sind Pflanzen von naher Verwandtschaft, die den Lilifloreen an- 
gehören. 

Budapest, im Mai 1886. 



264 



[Erklärung der Figuren. 



Fig. 1. Blütbendiagramm des dritten Exemplars. 

„ 2. „ „ vierten „ 

„ 3. „ „ ersten u. zweiten „ 

„ 4. Querdurchschnitt eines normalen Gageastempels. 
„ 5. „ der Stempel vom dritten und vierten Exemplar. 

„6. - „ , « ersten . zweiten 



Beiträge zur Kenntniss der Flora von Ost-Rumelien. 

Von Dr. J. Velenovsky. 

(Schluss.) 

Jurinea mollis L. sp. Bei Slivno und Icera. Cirsium arvense 
Scp. An der Tundza bei Srem. Crupina vulgaris Cass. Bei Sotira. 
Echinops bannaticus Eochel. Im ganzen östlichen Thracien häufig, 
Tussilago Farfara L. Bei Slivno. Eupatorium cannabinum L. Bei 
Slivno. Pulicaria dysenterica G. Bei Jambol, Sotira, Slivno häufig. 
Erigeron acre L. Bei Vakof, Slivno. E. canadense L. Bei Slivno. 
Telekia speciosa Bmg. Bei Kotel. Solidago Virgaurea L. Bei Slivno. 
Artemisia vulgaris L. Kotel-Balkan. Tanacetum vulgare L. Bei 
Slivno. Leucanthemmn vulgare Lam. Bei Sotira. Pyrethrum corym- 
hosum W. Slivno-Balkan ; die ganze Pflanze stark wollig. P. Par- 
thenium Sm. Kotel-Balkan. Achillea crithmifolia W. K. in der Slivno- 
Ebene häufig. A. grandifoUa Friv.! Im Slivno-Balkan beim Dorfe 
Nejkovo. A. nohilis L. Bei Slivno, Jambol, Kazalagac; überall mit 
sehr kleinen, dichten, gelblichen Köpfchen. A. odorata Koch (punc- 
tata Ten.) Bei Slivno, Sotira. 

Anthemis montana L.! Zwischen Slivno und Sotira. A. tinc- 
toria L. Bei Slivno, Jambol, Icera, Kotel, Sadovo. A. Gotula L. Bei 
Jeni Mahale bei Jambol. Senecio erucifolius L. b) griseus Velen. 1. 
c. Bei Slivno, Sotira. Stimmt vollkommen mit der Varnaischen 
Pflanze überein; es ist klar, dass diese Kasse von einer weiteren 
Verbreitung ist und wahrscheinlich eine selbstständige Art reprä- 
sentirt. S. vernalis W. K. Bei Slivno. S. vulgaris L. Bei Slivno und 
Sotira. Bidens tripartita L. Novo Selo bei Slivno. Linosyris vulgaris 
Cass. Bei Slivno, Sotira. L. villosa DC. Sinite Kameny bei Slivno. 
Bellis silvestris Cyr. Beim Dorfe Derekjöj auf der türkischen Grenze. 
Inula Aschersoniana Jka. Sinite Kameny bei Slivno. I. Oculus 
Christi L. Kotel-Balkan. I. hirta L. Bei Slivno, Sotira, Kotel. 7. 
ensifoUa L. Bei Slivno häufig. J. Britanica L. Bei Slivno, Jambol. 
Carlina vulgaris L. Bei Slivno. 

-Xanthium spinosum L. Im ganzen südlichen Bulgarien gemein, 
vom Volke „Kazacky bodil" genannt. 

Jasione glabra Velen.! (Ein Beitrag zur Kenntniss der bul- 
garischen Flora. Oesterr. bot. Zeitschr. 1884 Nr. 12) Bei Slivno, 
Sotira, Golem Dervend auf der türkischen Grenze. Mit der Pflanze 



2Ö5 

aus Nordbulgarien wohl übereinstimmend und auch hier ohne üeber- 
gaugsformen zur Jasione Heldreichii Boiss. 

Campanula persicaefoUa L. Bei Sotira, Kotel. C. bononiemis 
L, Bei Kotel. C. Cei-vicaria L. Daselbst. 0. Bapunculus L. Bei 
Slivno, Sotira. C. Ungidata W. K. Medven im Kotel-Balkan. Mono- 
tropa Hypopitys L. Kotel-Balkan. 

Jasmimcm fruticaiis L, In der Umgebung von Slivno sehr 
häufig. 

Fraxinus ornus L. Bei Slivno. Sotira. 

Vincetoxicuan officinale Mch. Bei Slivno, Sotira, Kotel. 

Vinca herbacea W. K. Bei Slivno, im ganzen östlichen Thracien 
verbreitet. 

Gentiana pneitmonanthe L. Bei Slivno. 

Onosma stellidatum W. K. Kotel-Balkan. O. tauricum Fall. 
Zwischen Slivno und Jambol. Anchusa osmanica Velen.! (1. c.) 
Kotel-Balkan. Stimmt mit der Pflanze von Berkovce überein. A. 
italica Retz. Bei Slivno, Sotira. Eclünospermum harhatum Lehm. 
Slivno-Balkan. Durch grössere Blüthen und seidig-haarige Bekleidung 
auffallend. 

Heliotropium, europaeum L. An der Timdza, auf der Sakar- 
Ebene bei Vakof. Cynoglossum officinale L. Bei Slivno, Icera, Sotira. 
3Iyosotis intermedia Link. leera-Balkan. Echium cdtissimiim Jacq. 
Auf der Slivno-Ebene. Cerinthe minor L. Bei Slivno. Lithospermum 
arvense L. Bei Slivno. L. purpureo-coerideum L. Bei Slivno, Icera. 

Verbascum pJioeniceum L. Bei Slivno, Sotira. V. crenatifoUimi 
Boiss. Jeni Mahale (Bez. Jambol). JRhinanthus hirsutus Lam. Bei 
Kotel. Pedicidaris brachyodonta Schloss. Sotira-Balkan. Von der 
kroatischen Pflanze unterscheidet sich diese durch reiche, wollige Be- 
kleidung des Stengels und der Kelche und die nicht so tief getheilten 
Blattsegmente. Linaria genistaefolia Mill. Im Bezirke von Slivno, 
Jambol, Kazalagac häufig. L. vulgaris Mill. Bei Slivno. Veronica 
triphyllos L. Bei Slivno, Sotira. F. austriaca L. sp. Bei Slivno. Me- 
lampyrum arvense Bei Slivno. Odontites serotina Rchb. Daselbst. 
Digitalis lanata Ehrh. Bei Slivno, Sotira. Lathraea squammaria L. 
Bei Slivno. 

Phlomis tuberosa L. Bei Kotel, Medven. Teucrium PoUum L, 
Bei Slivno, Sotira, Jeni Mahale, Golem Dervend. T. Chaniaedrys 
L. Bei Slivno. T. Botrys L. Bei Srem (Bez. Kazalagac). Ajuja 
Chamaepitys Schreb. Bei Slivno, Icera, Golem Dervend. A. gene- 
vensis L. Bei Slivno, Sotira. A. reptans L. Bei Slivno-Balkan. A. 
Laxmanni Bth. Bei Slivuo, Sotira. Prunella laeiniata L. Kotel- 
Balkan. Scutellaria albida L. Bei Kotel. Marrubiuni praecox Jka. 
Berg Urmutarla bei Slivuo, in der Nähe von Medven im Kotel- 
Balkan. Mit der Pflanze von Eschtelke, welche mir Herr v. Janka 
gütigst übersandt bat, wohl ül)ereinstimmend. Von dem böhmischen 
M. pannonicmn Rchb. durch diese Merkmale verschieden: die Brac- 
teolen unter den Blüthen zumeist kürzer als die Kelche, die Kelch- 



266 

Zähne krautig, halb so laug als die Kelchröhre, Galeohdolon luteum. 
Huds. Bei Slivuo. 

Sideritis montana L. Bei Kotel. Stacliys annua L. Bei Slivuo, 
Sotira. S. germanica L. Ebenda. Betonica officinalis L. Bei Kotel. 
Glechoma hirsuta W. K. Bei Slivno häufig; bulgarisch „velikdence". 
Salvia amplexicaidis Kchb. Im Balkan bei Medven. S. silvestris L. 
Bei Slivno, Sotira. S. pratensis L. Bei Slivno, Jambol. S. glutinosa 
L. Auf dem Balkan bei Kotel, S. verticillata L, Bei Slivuo, Satu- 
reja caerulea Jka.! Siuite Kameny bei Slivno, bei Aitos. Calamlntha 
officinalis Moench, Bei Slivno, 0, origanifolia Vis, Bei Slivuo. 0. 
Acinos Clairv. Ebenda. Clinopodium vulgare L, Ebenda, Mentha 
silvestris L. Ebenda, Lycopus europaeus L, Ebenda. Origanmn vul- 
gare L, Bei Slivno, am Balkan bei Aitos, Kotel, im ganzen östlichen 
Baikau und Thracien verbreitet und überall in derselben Form, 
welche ich (1, c.) von Trnova beschrieben habe; bulgarisch „rigäu" 
oder „rusky caj"; wird auch zum Schwarzfärben benützt, Nepeta nuda 
L. Bei Slivno, Kotel, Sotira. N. nuda L. b) alhiflora Boiss. Bei 
Sotira. Ist eine interessante Pflanze. Die Bracteolen und Kelchzähne 
sind kurz, länglich, breit weisslich-häutig berandet. Die Blüthen auf 
kurzen Aestchen in gedrängter luflorescenz. Blüthenkrone weiss, etwa 
um ein Drittel grösser als diejenige der Hauptform. Leider besitzen 
wir kein fruchttragendes Exemplar. 

Priimda off'icinalis Scop. (L,) Bei Slivno, P. vulgaris Huds. 
Bei Eusokastro-Ajvadzik im Bezirke Burgas. Lysimachia punctata 
L. Im Balkan bei Kotel. Androsace maxima L. Bei Slivuo. 

Plumbago europaea L. Urmutarla-Berg bei Slivno, bei Sotira. 

Statice tatarica L. Am Berge Bakadzik (Bez. Jambol), S. G-me- 
Uni W. Am Schw. Meere bei Burgas. 

Plantago serpentina Vill. Sinite Kameny bei Slivuo, P. lan- 
ceolata L, Bei Srem an der Tundza, Eine Varietät mit kugeligen 
Köpfchen, lineal- lanzettlichen, dreinervigen und ziemlich kurzen 
Blättern. 

Beta trigyna W. K, Bei Slivno, Sotira, Chenopodium urbicum 
L, Jeni Mahale bei Jambol. 

Rumex acetosa L, et Acetosella L, Bei Slivno, Polygonum 
arenarium W. K. In der Slivno-Ebene, bei Jambol, auch in süd- 
lichen Gegenden Kumeliens, P. Persicaria L. Bei Slivno. 

Ulmus eff'usa W, Bei Jambol. 

Carpiiius Betulus L. Bei Slivno. C duinensis Scp. Am Balkan 
bei Slivno. 

Thesium divarlcatum L. Am Berge Urmutarla bei Slivno. Co- 
mandra elegans Kchb. Bei Jambol, Slivno. 

Mercitrialis ovata Hppe. Sinite Kameny bei Slivno. Euphorbia 
amygdaloides Jacq. Bei Slivno, Icera. E. platyphylla L. Ebenda. E. 
Paralias L. Bei Slivno. E. Cyparissias L. Bei Slivno, Sotira, Icera. 
E. esuloides Velen, ! (1, c.) Bei Slivno, 

Satyrimn hircinum L. Im Balkan bei Kotel. Piatanthera solsti- 
tialis Rchb. Bei Slivno, Neottia nidus avis Eich. Im Balkan bei 



267 

Icera. Cephcdanthera rubra Rieh. Bei Kotel im Baikau. Orchis 
saccifera Brongn. Bei Kotel im Balkan. O. coriophora L. sp. Bei 
Slivno. 0. Spitzeln Sauter.! Bei Slivno. O. purpurea Huds. Bei 
Slivno. O. tridentata Scp. Bei Slivno ; bulgarisch „kukavicny salzy". 
O. Morio L. Bei Slivno. 

Orchis Skorpili sp. n. Knollen kugelig, 1 Centimeter im Durch- 
messer. Der Stengel etwa 17 Centimeter hoch, schlank, dünn mit 
einer lockeren, armblüthigen Inflorescenz am Ende. Die 
Blätter nur im unteren Stengelviertel eine lineale, kurze 
(höchstens 4Ctm.) lange B lattspreite tragend, die oberen(3 — 4) 
scheidenförmig aufgeblasen, fein und kurz zugespitzt, 
grösstentheils häutig. Deckblätter sämmtlich häutig, gefärbt, 
so lang oder etwas kürzer als der Fruchtknoten, länglich, die 
unteren mit 5, die oberen mit 3 einfachen, netzig nicht 
verbundenen Nerven. Blüthen purpurn, die Honiglippe mit dun- 
klen Makeln. Sporn walzlich, wagrecht oder aufstrebend, kürzer als 
der Fruchtknoten. Honiglippe dreilappig, die seitenständigen Lappen 
vorn abgerundet, der mittlere tief ausgerandet, kürzer und kleiner 
als die seitenständigeu. Perigonzipfel siiumpf, länglich, die äusseren 
mit 6 — 7 deutlichen, laugen, dunklen, seltener unter- 
einander verbundenen Nerven, die inneren mit ähnlichen 
drei Nerven. 

Bei Slivno und Sotira. Im Mai 1885. 

Eine ausgezeichnete und von der verwandten O. laxlflora Lam. 
gewiss weit verschiedene Art. Die Pflanze ist gracil, der obere 
Stengel ist purpurn gefärbt und dünn. Die Blüthen sind ziemlich 
dunkel gefärbt und etwa um zwei Drittel kleiner als diejenigen der 
O. laxiflora. Die Seitennerven der Deckblätter sind kurz. Die 
Honiglippe ist auffallend stark sammtartig papillös. Die äusseren 
Perigonzipfel der O. laxiflora sind regelmässig am Grunde mehr 
verbreitet und so wie die inneren immer nur mit drei Nerven ver- 
sehen, von welchen die seitlichen sehr schwach hervortreten. Die 
Blätter der O. laxiflora sind ganz anders gestaltet. Unsere Pflanze 
steht eigentlich auch der O. anatolica Boiss. und O. quadripimctata Cyr. 
sehr nahe, durch die Form und Farbe der Blüthen erinnert sie aber 
mehr an die O. laxiflora. „ 

Ich habe diese Art meinem Freunde, Herrn Professor Skorpil 
in Slivno gewidmet, welcher sich so grosse Verdienste um die natur- 
wissenschaftliche Durchforschung Rumeliens erwarb. 

Iris rubromarginata Baker! Berg Bakadzik im Bezirke Jam- 
bol. Identisch mit der Pflanze von Constantinopel. I. halkana 
Jka.! Auf Hügeln bei Slivno häufig. Die Blätter lineal-schwert- 
förmig, ziemlich lederartig und so wie die zwei krautigen aufgebla- 
senen Blüthenscheiden rauh. Der Stengel 2—7 Centimeter lang, 
stets einblüthig. Blüthen violett, blau oder gelb. /. Sintenisii Jka. 
Bei Slivno, Sotira häufig. 

Crociis moesiacus Ker. Bei Slivno häufig. C. chri/santhusBerhA 
Bei Slivno. C. biüorus Mill. Bei Slivno, längs der Tundza. 0. pul- 



268 

chellus Herb. Beim Dorfe Srem an der türkischen Grenze, im Octobor; 
auch in Ost-Thracieu, so bei Kavaklij. 

Gladiolus segetum Ker. In Weinbergen bei Slivno. 

Galanihus nivalis L. Bei Slivno. G. pUcatus M. B. ! Bei 
Slivno. 

Colchicum hulbocodioides M. B. Bei Slivno. Identisch mit der 
Pflanze, welche Sintenis in Dobrudscha sammelte. Omithogalum 
iianum Sibt. Bei Slivno häufig. O. comosum L. Ebenda. Gagea pra- 
tensis Schult. Ebenda. Tulipa silvestris L. Zwischen Slivno und 
Sotira. Fritillaria pontica Wahl. Bei Slivno häufig; bulgarisch 
„Kakel". Scilla hifolia L. Bei Slivno häufig. S. autumnalis L. Bei 
Aitos, Kermetlik, Sinite Kameny bei Slivno. AspJwdeline lihurnica 
Rchb. Bei Kotel. Muscari tenuiflorum Tausch, Bei Slivno häufig. 
JBellevalia leucophaea Stev. Bei Slivno. Polygonatum ynultiflorum 
All. Bei Slivno. P. latifolium Dsf. Bei Slivno häufig; bulgarisch 
„odraky". 

Asparagus tenuifolius Lam. Bei Kotel. Ruscus aculeatus L. 
Bei Slivno. Tamus communis L. Ebenda. Anthericum ramosum L. 
Bei Kotel. 

Cyperus fuscus L. Bei Slivno. 0. longus L. Bei Kazalagac, 
Kavaklij. JSoloscJwenus vulgaris Lk. Bei Kadrfaklij im Balkan. Eleo- 
charis palustris Br. Bei Slivno. Caresc Buekii Wimm. Bei Jeni 
Mahale (Bezirk Jambol). C vesicaria L. Bei Slivno, Jambol. 0. 
pi^aecox Jacq. Bei Slivno. 

Cynosurus echinatus L. Bei Kotel im Balkan, bei Sadovo. 
Bromus patulus M. Koch. Bei Kotel, Slivno. B. sterilis L. Bei 
Slivno. Galamagrostis epigeios Rth. Bei Kotel. Apera spica venti 
P, B. Ebenda. Gynodon Dactylon P. Im ganzen ßumelien gemein. 
Echinochloa criis galli P. B. Bei Kazanlik, Slivno häufig. Setaria 
glauca P. B. Bei Srem an der Tundza. Chrysopogon Gryllus Trin. 
Bei Kotel, Sadovo, Slivno, Sotira. Triticum repens L. Bei Kotel. 
Poa hulbosa L. Bei Jambol, im ganzen Thracien. Diplachne sero- 
tina Lk. Sinite Kameny bei Slivno. Briza media L, B. Kotel. Era- 
grostis major Host. Bei Srem an der Tundza. Crypsis alopecuroides 
Ait. Ebenda. Andropogon ischaemum L. Bei Slivno. 

Equisetum arvense L. Bei Slivno. E. Telmateja Ehrh. Längs 
der Tundza im Bezirke Slivno. Cystopteris fragilis Brnh. Bei Kotel 
im Balkaa. Aspidlum ßlix mas Sw. Ebenda. A. Loncliitis Sw. Ebenda. 
Notholaena Marantae Br. Sinite Kameny bei Slivno. Ceterach ofi- 
cinarum W. Mit der vorhergehenden. Asplenium tricliomanes L. sp. 
Ebenda. A. Ruta murarla L. Bei Slivno. A. germanicum Weis. 
Omarcever türkisches Kloster bei Nov. Zagora. A. Acutum Bory. 
Sinite Kameny bei Slivno. A. ohtusum Kit. Ebenda. 



269 



Bemerkungen über volksthümliche Pflanzennamen. 

Von Dr. M. Kronfeld. 

IL*) „Küchensclielle" oder — Kuhschelle? 

Küchenschelle, der auch ins Hochdeutsche erhobene Name 
für zwei krautige, im ersten Frühjahre auf sonnigen Triften an Kalk- 
hügeln u. a. 0. vorkommenden Eanunculaceen, Anemone pratensis und 
A. Pulsatilla, ist ein Compositum. 

Schelle, das Grundwort, ist unmittelbar auf das glockenför- 
mige Perianth zu beziehen. Auf nickendem Stiele ist die Blume der 
A. pratensis nach Art eines Sturzglases aufgehängt. Die dem Wetter- 
aupralle vorzüglich preisgegebene Aussenseite ist wenig auffallend in 
der Färbung, zudem noch mit graulichen Haaren bekleidet. Die 
wohlgeborgene Innenwandung erscheint hingegen leuchtend schwarz- 
violett austapetirt. Und gerade auf diese Eigenheit berufen sich 
die niederösterreichischen Namen ßauchfangkehrablaemi , fer- 
ner Waldteufel. Im Centrum der Kuppel befindet sich, dem Klöppel 
vergleichbar, das Aggregat der zahlreichen von den lebhaft gelben 
Stamioen dicht umstellten, röthlich colorirten Staub wege, welches 
Bündel mit seinem freien Ende die nach abwärts stehende Blüthen- 
mündung, noch mehr oder weniger überragt. Die nächstverwandte 
A. pulsatilla hat im Gegensatze steifaufrechte Blumenstiele und dem- 
zufolge nach aufwärts geöffnete Blüthenaperturen. Ein schon von 
Hofrath Kern er-) verzeichneter Name aus der Wiener Gegend, 
Merz'nbecherl, mag speciell davon hergeleitet sein. 

Lehrreich ist es zu sehen, wie verschieden weit die Anpassung 
an dieselben äusseren Verhältnisse bei Arten derselben Gattung ge- 
diehen ist: A. Pulsatilla bietet schutzlos das Blütheninnere dem 
Kegen und jeglichem Unwetter dar; A. pratensis ist eine trefflich 
ausstaffirte Wetterblume. 

Jedenfalls finden wir selbst, die Sentimentalen, uns recht gut 
mit der naiven Denkart des Volkes ab, die die Anemonenblüthe mit 
einer Glocke oder Schelle verglichen hat. 

In mancherlei Variationen erinnern Glockrose, Osterglöck- 
chen, Glocken, Klockenblume, Osterschellen . . . bei Pritzel 
und Jessen^) (z. Th. für A. pratensis , z. Th. für A. Pulsatilla in 
Anwendung) an dieselbe Vorstellung. 

Wir gelangen zum Bestimmungsworte von Küchenschelle. 
Dasselbe müsste vorerst die Vorstellung wecken, dass unsere Kräiit- 
lein mit der Küche zu schaffen hätten. Nun aber sind beide im 



') Vgl. Oest. botan. Zeitschr. 1886, Nr. 5. — Wo nichts anderes bemerkt, 
werden die schon im ersten Aufsätze namentlich angeführten Schriften citirt. 
') A. a. 0. 
*) A. a. 0. S. 29. 

Oesterr. botan. Zeitschrift 8. Heft 1886. 22 



270 

hohen Grade giftig und an besagter Stätte kaum irgendwie nutzbar*). 
Das arge Bedenken, dem wir uns sonach nicht entziehen können, 
gibt den Ansporn das bestimmende Wort anders zu deuten. Da 
wäre freilich das Nächste und von einem pfiffigen Schulmeisterlein 
ehestens Vorgebrachte: Küchenschelle ist ein — lucus a non 
lucendo; 

weil's Köchin zu Nichts brauchen kann, 
d'rum Küchenschelle nennt es man. — 

Jedem eher als dem sinnig und schlicht denkenden Volke wäre 
solcher Gedankengang zuzumuthen. Beherzigen wir ferner Worte, 
die Hohenbühel-Heufler in einem Briefe an Höfer^) richtete: 
.... „sinnlos, .können Volksnamen gar nie sein. Die Sinnlosigkeit ist 
da ebenso wenig denkbar, als eine Wirkung ohne Ursache. Jeder 
Name muss .. einen Sinn haben; nur ist er oft nicht bekannt und 
da ist es denn die höchst anziehende Aufgabe des Forschers, den 
Sinn zu suchen und finden".... so kommen wir zum Schlüsse, in 
Küchenschelle habe sich eine Sinn-, vielleicht auch Wortfälschung 
eingeschlichen, wie sie im Deutschen keineswegs allzu selten ist. 

Von den „Vätern" hat Tragus: Kuhschellen, Brunfels: 
Kuchenschelle, Gesner: Kuehenschelle, Tabernaemoutanus: 
Küheschellen, Küchenschellen. Des Tragus Kuhschellen 
scheint uns die richtige, einfachste und ursprüngliche 
Form. Was ist klarer, als der Vergleich, der ganzen Blume mit 
der Schelle am Halse der Kuh? Wie leicht war gerade ein sol- 
cher Name dem Hirten auf einsamer Weide erfindlich, der zuerst 
sich die Kräutlein näher besah? Küchenschelle wird vielleicht an- 
fangs Küh -eben- schelle gelautet haben und wäre gewiss also 
sprachrichtiger zu schreiben. 

In Niederösterreich fehlt der beregte Name gänzlich. Offenbar 
jedoch ist der Name Schaf gl ock'n im ähnlichen Sinne gebraucht. 

Genug der Worte über ein einziges Wort. Sollte es gelungen 
sein, mit Deutlichkeit auf die ünhaltbarkeit des derzeit in allen 
Büchern gedruckten, allen Schulkindern eingelernten Küchenschelle 
aufmerksam gemacht zu haben, so wäre dieser Zeilen Zweck erfüllt. 
Vor bald dreissig Jahren hat zwar der emsige Perger') die Un- 
richtigkeit von Küchenschelle behauptet . . . ., „da wohl die 
Kühe Schellen bekommen, aber in der Küche sehr wenig damit zu 
schaffen bleibt", doch ist seine Stimme verhallt wie die des Rufers 
in der Wüste. 

Hacking bei Wien, 5. Juli 1886. 



') Nur der grüne Saft von Ä. Pidsatilla soll nach Perger's Bericht 
zum Färben der Ostereier benützt werden und der Name a r g u k a (dialekt- 
lich = Eierschale) hierin Begründung finden. 

*) Datirt: Altenzell, Hall. 23. IL 188o. 

^) A. a. 0. S. 18. 



271 

Beitrag zur Flora der Karpathen und des Hoch- 
gesenkes. 

Von Dr. Ed. Formänek, 

k. k. Professor am böhmischen Gymnasium in Brunn. 
(Fortsetzung.) 

Colchicum autumnale L. Straznitz, Woisice bei Kl.-Wrbka, Küzelaii, 
Jawornik (Dlouhe und Machowe Wiesen etc. und auch jenseits 
der ungarischen Grenze), Neu-Lhota, Philippsthal, na Kotarech 
und von da bis auf den Gipfel der Jaworina, Strany, Ungar.- 
Brod, Pfikaz, Pultschin, Zdiechow, Hallenkau, Huslenkathal 
vor Darebny, Jaworniky, Gr.-Karlowitz (Potoky-Wald, u Ondru 
Milonowkathal etc.), Wiesen bei der Salajka; bei Friedland 
(Oborny)!. 

Veratrum lobelianum Beruh. Jawornik nad Minarikem, Bukowina; 
Smrk (Sapetza)! hier häufig an den Abhängen gegen Ostra- 
witz bis zum Gipfel, spärlich auf der Ly!^ä hora, Mistek am 
Wege nach Liebowitz; im Gesenke von Köpernik ab längs des 
ganzen Höhenzuges bis zu den Backofensteinen ziemlich allge- 
mein (Oborny); in niedrigeren Lagen: im Knoblochgraben, 
Thal der rauschenden Tess, vom Gipfel des Fuhrmannsteins bis 
auf den Dreistein bei Goldenstein. 

Trhßochin palustris L. Welkä, Suchä Loza, Ordiejowhof, Bystfitz, 
Val. Klobouk, Prikaz. 

Sagittaria sagittaefolia L. Mähr.-Ostrau, Hruschau, Hefmanitz. 

Orchis glohosa L. Häufig auf den Wiesen Machowe bei Jawornik, 
Wiesen bei Sigmunds Gasthaus selbst auf ungarischer Seite 
nächst Miawa, Neu-Lhota, na Kotarech; häufig auf der Jawo- 
rina (Makowsky)!, Wiesen bei Val. Klobouk, so auf der Horka 
etc., Kicera cerhanskä, häufig^ auf dem Jawornikgebirge, Gross- 
Karlowitz (u Kohafikü, Podtaty etc.), Miloüow, na Polane u 
Tomkü, Wysokä bis zum Gipfel, Trojacka, Wiesen bei der Sa- 
lajka, Wasathal und Wiesen bei 0.strawitz, Butosonka, Lysä 
hora, Eovenky bei Malenowitz, Krasnä, Morawka, Wiesen unter 
der Blatna nächst Slawica, Lomna; Jablunkau (Stein). 

— morio L. Vapenky bei Val. Klobouk. 

— maculata L. Val. Klobouk, Zdiechow, Halleukau, Gr.-Karlowitz, 
Krasnä, Morawka, Lomua, Jablunkau. 

— latifolia L. Dlouhe u Machowe, Wiesen bei Jawornik, Neu- 
Lhota, na Kotarech, Jawoi-iua, Val. Klobouk, Prikaz, Pultschiu, 
Hradischow, Gr.-Karlowitz (Milonowkathal etc.), Wysokä, Hlu- 
bokä; Butosonka, Malenowitz, Friedland (Oborny)! Krasnä, 
Lomna, Jablunkau, Würbenthai, Wolfsseifen, Kl. Seeberg! 

— incarnata L. Wiesen bei Sigmunds Gasthaus nächst Jawornik, 
knapp an der ungarischen Grenze und auch an zu Miawa ge- 
hörigen Wiesen. 

22 ^■•' 



272 

Gymaadenla conopsea R. Br. Um Friedlancl und in den höheren 
Lagen des Beskidenzuges ganz allgemein, ebenso in Schlesien 
fast tiberall (Oborny); Jawornik, Neu-Lliota, na Kotarech, Ja- 
woi-ina, Val. Klobouk, Hallenkau, Kicera cernanskä, häufig auf 
dem Jawornikgebirge und bei Gr.-Kaiiowitz (Wald u Ondru, 
Milonowkathal, u Koiiarikü, Podtaty etc.), Milonow, Wysokä, 
Trojacka, Salajker Revier, Althammer, na Welke, Wiesen und 
Wasathal bei Ostrawitz, Malenowitz, Neudorf, Janowitz, Krasnä, 
Morawka, Slawica (Wiesen u Lhotü etc.), Lomna, Jablunkau, 
Aloisdorf, Goldenstein. Gemein im Gesenke (Oborny), Gr. See- 
berg über 1200 M. 

— albida Rieh. Gr. Vater, unterhalb der Schweizerei, Bärenkamm; 
Fuhrmannstein (Oborny)! bei der Kaiserbaude. 

Piatanthera viridis Lindl., Rozsosi bei Pi'ikaz, Krasnä, Thal der 
rauschenden Tess. 

Cephalanthera ensifolia Rieh. Welkä, Potoky und Wald bei den 
Machowe bei Jawornik, letzterer schon nahe an der Grenze und 
sicher auch auf ungarischer Seite; Strany (Holuby)! ich sam- 
melte es hier im Walde Jelenowä, diess nur als Beleg der An- 
gabe Holuby's. 

Epipactis latifolia All. Jawornik, Philippsthal, Jelenowä bei Strany, 
Kralow bei Üngar.-Brod, Chrast bei Bojkowitz, Vapenky und 
Doubrawa bei Val. Klobouk, Pi-ikaz, Polana zwischen Klin und 
Smrk, Lysä hora, Grunik und Lukschinetz bei Malenowitz, 
Beskyd bei Krasnä, Popilarsky-Wald bei der Kantorunka nächst 
Lomna, Koiiska, Schlossberg bei Würbenthai; häufig bei Karls- 
bruun (Oborny); bis auf die Mooslehne und noch bei den 
Hauerwiesen unterhalb der Kaiserbaude. 

— palustris Crntz. Gr. Karlowitz (Milonowkathal etc.); Malenowitz, 
Abhänge des Ostra-Berges bei Lukschinetz, Lubno (Oborny)!; 
Janowitz, Bysträ, Krasnä, Morawka, Wiesen unterhalb des Ge- 
heges Kozubowa bei Mt. Lomna, Lomna. 

Neottia nidus avis Rieh. Mericnik bei Jawornik, Neu-Lhota, Chrast 

bei Bojkowitz, Val. Klobouk. 
Listera ovata R. Br. Neu-Lhota, Kl. und Gr. Jaworina, Gr.-Karlo- 

witz (Milonowkathal etc.), Morawka, Wiesen u Lhotü nächst 

Slawica, Lomna, 

— cordata R. Br. Gr. und Kl. Seeberg. 

Iris pseudacorus L. Rohatetz, Petrow, Straznitz. 

— variegata L. Banow, im östlichen Gebiete in Philippsthal unter- 
halb der Jaworina (Makowsky); Knezdub, Welkä, häufig auf 
den Woisice bei Klein- Wrbka, Dlouhe, Doliny und MachoAve, 
Wiesen bei Jawornik. Prof. Thaler's /. arenaria von Straznitz 
und Ung.-Brod dürfte hieher gehören. 

Qladiolus imbricatus L. Zdiechow, Huslenkathal bei Darebny, Hal- 
lenkau, Gr.-Karlowitz; im oberen Ostrawitzathal bei Althammer, 
hier auch häufig weiss blühend (Makowsky), Ostrawitz, Buto- 
sonka; auf Bergwiesen am Abhänge der Lysä hora bei Lubno, 



273 

Malenowitz, Krasnä, von hier bis Jablimkaii (Oborny); Neu- 
dorf, Przuo, Janowitz, Bysträ, Morawka, Slawica (Wiessü unter 
der Blatna), Wiesen bei der Kantorufika bei Lomna, Piossek. 

Gralanthus nivalis L. Am Trawny über 1000 M. nach einer Mitthei- 
lung in Morawka. 

Eupliorhia exigua L. Kohatetz, Straznitz, Knezdub, Hroznä Lhota, 
Welkä, Kl. Wrbka, Jaworuik, Ung.-Brod, Hawritz, Prakschitz, 
Suchä Loza, Chrast bei Bojkowitz, sehr spärlich bei Val. KIo- 
bouk, Pfikaz, Litsch; am Fusse der Lysä hora bei Fried! and 
(Oborny), Teschen (Kolbenhey er), Boguschowitz, KoDska, 
Mähr.-Ostrau. 

— faleata L. Eohatetz, Zwolenow, Straznitz, Knezdub, Hroznä 
Lhota, Welkä, Kl. Wrbka, Jawornik, Ungar.-Brod, Hawritz, 
Suchä Loza, von da an selten oder fehlend. 

— -platypliyUa L. Straznitz, Tasow, Lippau, Louka, Welkä, Kl. 
Wrbka, Jawornik, Strany, Ungar.-Brod, Hawritz, Zahoi-owitz, 
Bojkowitz, Val. Klobouk, Prikaz, Litsch, Lomna, Jablunkau; in 
Schlesien um ßlogotitz, Teschen u. a. 0. (Kolbenhey er); Bo- 
guschowitz, Koiiska. 

— dulcis Jcq. Jawornik, Neu-Lhota, Krasnä, Morawka, Jablunkau, 
Kopce-Wald bei Boguschowitz. 

— pilosa ampl. Celak. Prodr. pag. 122. Wiesen bei Küzelau, Ja- 
wornik. 

— amygdaloides L. Kobela bei Küzelau, gemein bei Jawornik, 
Philippsthal, Neu-Lhota, Chrast bei Bojkowitz, häufig bei Val. 
Klobouk, Hallenkau, Kicera cernanskä, Jawornikgebirge, Gross- 
Karlowitz, Milonow, Kubicka, Abhänge der Wysokä, Salajker 
und Samcansker Kevier, Althammer, Wasathal bei Ostrawitz; 
Ostrawitzathal bei Friedland, bei Malenowitz am Fusse der 
Lysä hora ziemlich hoch hinaufsteigend (Oborny) (als Beleg 
dafür Lukschinetz, Grunik)!-, Przuo, Morawka, Urbaska und Ka- 
luzue bei Slawica, Ptacinky-Wald bei Mt. Lomna, Lomna, 
Jablunkau; waldige Olsa - Ufer oberhalb Teschen, Blogotitz, 
Koiiska (v. Uechtritz)!, Kopce- und Prutek-Wald bei Bogu- 
schowitz. 

— virgata W, Kit. Kohatetz, Zwolenow, Straznitz, Hroznä Lhota, 
Tasow, Welkä, Kl. Wrbka, Jawornik, Strany, Ung.-Brod, Prak- 
schitz, Hawritz, Suchä Loza, Ordiejowhof, Bystritz, Banow, 
Bojkowitz, von da au nicht mehr beobachtet. 

— esula L. Sehr häufig, selten nur in höheren Lagen. Von Koha- 
tetz bis Straznitz, Kl. Wrbka, Strany, verbreitet in der ganzen 
Gegend von Ung.-Brod, spärlich bei Val. Klobouk, Prikaz, Litsch, 
Pultschin! Jägerndorf. 

■ — cyparissias L. Gemein in kühleren Lagen bei Jawornik, Gross- 
Karlowitz, Ostrawitz, Jägerndorf, nicht mehr bei Würbenthai 
beobachtet. 
Mercurialis perennis L. Küzelau, Jawornik, Neu-Lhota, Strany, Ung.- 
Brod, Bojkowitz, Val. Klobouk. 



274 

Fagus süvatica L. Strauchartige Exemplare auf der Trojaöka. 
Quercus pubescens Willd. Weinberge bei Straznitz. 
Salix alba L. Eohatetz, Straznitz, Tasow, Teschen. 

— viminalis L. Straznitz, Ung.-Brod, Jablunkau, Mähr.-Ostrau. 

— incana Schrnk. Piossek und Bukowetz bei Jablunkau. 

— aurita L. Häufig bei Val. Klobouk, Ptiltschin, Hallenkau, Gr.- 
Karlowitz. 

— repens L. Vapenky bei Val. Klobouk. 

— silesiaca Willd. Demmbaude. 

— capreaX. aurita. Val. Klobouk. 

Bumex maritimus L. a. aureus (With. sp.) Oboruy's Fl. p. 337. 
Eohatetz, Petrow, Straznitz. 

— sanguineus L. Rohatetz, Straznitz, Ung.-Brod, Prakschitz, Mähr.- 
Ostrau. 

— obtusifolius L. a. silvestris (Wallr. sp.) 1. c. p. 339. Bystritz, 
Ordiejowhof, Stracene nächst Gr.-Karlowitz an der ungar. Grenze, 
Althammer, Morawka, Urbaska nächst Slawica, Würbenthai. 

— hydrolapatkum Huds. Rohatetz, Straznitz. 

— alpinus L. Spärlich am Gr. Vater und im Knoblochgraben. 

— arifolius All. Demmbaude, vom Gipfel des Fuhrmannsteins bis 
zu den Ochsenwiesen hinuntersteigend. 

Polygonum bistorta L. Gr.-Karlowitz, Milonow, Wysokä. 

— amphibium L. Zwolenow, Straznitz, Ung.-Brod. 

— mite Schrnk. Rohatetz, Straznitz. 

— convolvulus L. Gemein. In höheren Lagen bei den Ochsenwiesen 
und bei der Kaiserbaude. 

— dumetorum L. Nicht selten in der Gegend von Straznitz und 
Ung.-Brod. 

— fagopyrum L. Verwildert bei Val. Klobouk, Prikaz und im 
Huslenkathal. 

— tataricum L. Nicht selten bei Ung.-Brod. 
Scleranthus perennis L. Burgberg bei Jägerndorf. 

Atripleoc nitens Schkuhr. Rohatetz, Straznitz, Hawritz, Ung.-Brod. 
Schizotheca tartarica Celak. Rohatetz, Straznitz, Radiejau, Hroznä 
Lhota. 

— patula Celak. Weinberge u. a. 0. bei Hawritz, Ung.-Brod. 
Chenopodium urbicum L. Zwolenow, Straznitz, Knezdub, Hroznä 

Lhota. 

— murale L. In der Gegend von Straznitz, Üngar.-Brod, Mähr.- 
Ostrau. 

— ficifolium Sm. Rohatetz, Petrow, Straznitz; Konska (v. U ech- 
tritz)!, Boguschowitz, Mähr.-Ostrau. 

Amaranthus retroßexus L. Straznitz, Ung.-Brod. 

Ceratophyllum demersum L. Straznitz, Morawka, Jablunkau, Mähr.- 
Ostrau. 

Urtica dioica L. Gemein. In höheren Lagen auf der Lysä hora über 
1300 M. a. subinermin v. Uechtritz Fiek Fl. v. S. p. 394. Val. 
Klobouk. 



275 

Humidus lupidus L. Gemein in der Straznitzer, Ung.-Broder, Bojko- 

witzer, Friedländer und Teschner Gegend. 
Cannabis sativa L. Gebaut und verwildert bei Straznitz, Lippau, 

Tasow, Welkä, Jawornik, Strany, Kralow bei Ung.-Brod. 
Daphne mezereum L. Häulig in den Wäldern bei Jawornik; Jawo- 

i-ina (Holuby)!, Ung.-Brod (Hiirka etc.), Halleukau, Jaworniky, 

Gr.-Karlowitz, Würbentbai, Karlsbninn, Bärenkamm, unterhalb 

der Brünnlbaide 1300 M. 
Thymelaea arvensis Lamk. Sucha Loza. 
Thesium alpimmi L. Donnerlabn bei Karlsbrunu, a. St. d. Z. 1885, 

p. 236. 

— linophyUum L. Weinberge bei Straznitz, Knezdub, Eadiejau, 
Woisice bei Kl. Wrbka, Dlouhe, Kremy und Macbowe, Wiesen 
bei Jawornik, nicht selten bei Ung.-Brod, so: Kralow etc. 

Aristolochia dematis L. Kohatetz, Zwobmow, häufig bei Straznitz, 
Hroznä, Lhota, Welkä, Ung.-Brod, Bojkowitz. 

Asarion europaeum L. Gemein und selbst noch bei den Ochsen- 
wiesen. 

Bryoiiia alba L. Straznitz, Hrozna Lhota, Tasow, Welkä, Jawornik, 

Jasione montana L. Verbreitet, ßemerkenswerthe Standorte: Val. 
Klobouk, Malenowitz, Metylowitz, Eichl)erg bei Weisskirch. 

Phyteuma spkaUim L. (Nach einer Mittheilung „Dictam" im Ge- 
senke; auch Oblatter, Fiek's Fl.), Ungar.-Brod, Hallenkau, Ja- 
worniky, Gr.-Karlowitz, Wysokä; Lysä hora (Oborny)!, Male- 
nowitz, Morawka, Slawiea, Lomna, Jabluukau, Zabfeg-Wald bei 
Tescben, Würbenthai, Schweizerei, Bärenkamm, Kl. Seeberg, 
Stechpläue, Thal der rauschenden Tess, Gipfel des Fuhrmann- 
stein. 

Campanula barbata L. Häufig im Gesenke (Oborny) in tieferen La- 
gen: Demmbaude, Knoblochgraben, Tlial der rauschenden Tess. 

— cervicaria L. Küzelau, Macbowe- Wiesen bei Jawornik, Kl. und 
Gr. Jawoi'ina, Lysä hora bei Ungar.-Brod, Fleischerwald bei 
Jägerndorf. 

— glomerata L. Knezdub, Welkä, Woisice bei Kl. Wrbka, Küze- 
lau, Macbowe- Wiesen, hier mit der f. dbiflora, Potoky, Dlouhe- 
Wiesen bei Jawoinik, Philippstbal, Neu-Lhota, Gipfel der Ja- 
woi'ina, Strany, Ungar.-Brod, Hawritz, Val. Klobouk (Dubowec, 
Horka etc.), Pultschin; Fleischerwald und Schluchten bei den 
Ziegelhütten bei Jägerndorf. 

— rotundifolia L. Gipfel der Jawoi-ina. 

— rapunculoides L. Am Miloiiow nächst Gr.-Karlowitz bei 740 M. 

— trachelium L. Gemein in der Straznitzer, Jawoiuiker, Uugar.- 
Broder, Val. Klobouker, Mähr.-Ostrauer und Teschner Gegend. 
In höheren Lagen auf der Jawoi-ina und Gipfel der Jaworniky. 
f. alblßora. Fasangarten bei Straznitz. 

— latifolia L. Gr. Jawoi-ina, Waldabhang unterhalb der Gr. Ja- 
wofina nächst Blumcnthal in schönen und typischen Exem- 
plaren. 



276 

^anthium strumar'mm L, Straznitz, Hroznä Lhota, Tasow, Welkä, 
Jawornik, Üng.-Brod, Siichä Loza, Jägerndorf. 

— spinosum L. Straznitz (Makowsky), Rohatetz, Petrow, Hroznä 
Lhota, Louka, Welkä, Üng.-Brod, Hawfitz, Banow, Jägerndorf. 

Crepis rhoeadifolia M. Bieb. Weinberge ii. a. 0. bei Straznitz. 

— grandiflora Tanscb. Demmbaude, Knoblochgraben, Gr. Vater, 
Bärenkamm, Stechpläne, Brünnlhaide (Oborny), Thal der rau- 
schenden Tess. 

— succisaefolia Tausch. Jawornickathal nächst Althammer, Polana, 
Smrk, Krasnä, Jägerndorf. 

— paludosa Mönch. Hlubokä nächst Ober-BeSwa, Wysokä, Tro- 
jacka, Wälder bei der Salajka, Althammer, Peretonky am Klin, 
Polana, Smrk, Smroeina; Lysä hora (Oborny), Morawka, Sla- 
wica, Würbeuthal, Wolfsseifen, bei der Auerhahnhütte, Demm- 
baude, Altvater, Gr. Vater, Knoblochgraben, Bärenkamm, Thal 
der rauschenden Tess. 

(Foitbetzung folgt.) 



Floristisches aus Böhmen. 

Von Paul Courath. 

Auf einigen bisher im heurigen Jahre unternommenen Excur- 
sionen in die weitere Umgebung von Prag habe ich einiges für die 
Flora von Böhmen Interessante gesammelt, was ich im Nachfolgen- 
den mittheilen will. 

Da wäre zunächst der Bastart Viola odorata X collina, der bis 
jetzt für Böhmen meines Wissens nicht mit Sicherheit nachgewiesen 
wurde. Ich sammelte diesen Mischling in mehreren Exemplaren in 
einem Thale bei Wran südlich von Prag, wo er unter den dort sehr 
zahlreich vorkommenden Eltern wuchs. — Ferner konnte ich den 
zweiten sicheren Standort von Dracocephalum austriacum L, in Böh- 
men constatiren. Auf einem Ausflug mit meinem Freunde Hora in 
die Gegend von Roblin (westlich ^von Prag) nämlich, wo diese Pflanze 
bereits von Pöch angegeben (Gel. Prodr. pag. 355), aber seither 
nicht mehr gesammelt wurde, entdeckten wir die Gesuchte hoch oben 
auf steilen Felsen am linken Ufer des thalbildenden Baches. Bisher 
sammelten sie die böhmischen Botaniker nur bei Karlstein, da ein 
früherer Standort hei Hlubotschep nächst Prag durch den Bahnbau 
zerstört wurde (Gel. Prodr. p. 839). 

Von anderen Arten aus dem Eobliner Thale erwähne ich fol- 
gende: Sesleria coerulea, Lilium martagon, Anthericum liliago, A. 
ramosum, Orchis samhucina, JEuphorbia dtdcis, Lactuca perennis, 
Inula hirta, Centaurea axillaris, Aspenda galioides, Vincetoxicum 
officinale, Veronica dentata Schm., Stachys recta, Androsace elon- 
gata, Clematis recta, Aqiälegia vulgaris, Berheris vulgaris, Fwniaria 



277 

Schleichen, Thlaspi montanuni, Ärabis auriculata, Sysimbrium stric- 
tisshmim, Viola mirahilis, V. collina, Cerastium, hrachypetalum, Dic- 
tamnus albus, Potentilla alba. 

Aus dem Querthale gegen Wonoklas: Melica picta, Orchis 
fusca, Neottia nidusavis, Quercus pubescens, Cirsium pannonicum, 
Asperula tinctoria , Lithospermum purpureo-coeruleum , Anemone 
silvestris, Ranunculus polyantheinos, Prunus chamaecerasus, Oro- 
bus albus. 

Aus dem Thale von Koblin gegen Czernoschitz : Sambucus 
ebulus , Ompihalodes scorpioides , Myosotis sparsißora , Oxytropis 
pilosa. 

Zu einer Excursion in das Elbthal, die ich ebenfalls in Ge- 
sellschaft meines schon genannten Freundes machte , wurde ich 
durch einige Pflanzen veranlasst, welche mir ein befreundeter An- 
fänger in der Botanik, als aus der Melniker Gegend gesammelt, 
vorlegte. Es waren nämlich Schoenus nigricans und Seh. ferru- 
gineus , und was mich besonders interessirte Cladium mariscus 
darunter. Diese letztgenannte Pflanze wurde erst vor zwei Jahren 
als Bürger der Flora Böhmens bei Lissa, nordöstlich von Prag, 
nachgewiesen; die Localität, woher die mir vorgezeigten Pflanzen 
stammten, ist aber ziemlich weit davon entfernt, und wir wollten sie 
desshalb in Augenschein nehmen, indem wir erwarteten, dass dort 
wohl noch „etwas zu machen sei". Und unsere Hoffnung wurde nicht 
getäuscht, wir entdeckten nämlich die Drosera longifolia L. ! Es war 
diess ein überraschender Fund, denn diese Pflanze war bisher in 
Böhmen nur aus dem südlichsten Landestheile und neuerdings dem 
Kiesengebirge bekannt, von ihrer Existenz im warmen Mittelböhmen 
hatte man wohl keine Ahnung. Ein Seitenstück dazu ist wohl die 
Gymnadenia odoratissima, auch im Elbthal, doch einige Stunden 
davon entfernt. Die Drosera longifolia wächst an beschränkter Stelle 
auf einer Torfwiese bei Wrutitz , östlich von Melnik. Dieselbe 
Wiese ist auch der zweite Standort des Cladium mariscus und der 
Bastartform Schoenus nigricans X ferrugineus. Von anderen bemer- 
kenswerthen Pflanzen dieser Localität führe ich an: Scirpus Taber- 
naemontani, Tofieldia calyculata, Orchis coriophora, O. laxifiora, 
Gymnadenia conopsea, Epipactis palustris, Menyanthes trifoliata, 
Inula salicifolia, Utricularia neglecta und U. minor. 

Prag, am 23. Juni 1886. 



278 



Flora des Etna. 

Von Prof. P. Gabriel Strobl. 

(Fortsetzung.) 

1227. Bosa canina L. *Cat. Cosent., ""'Tratt. Send., *Plor. med., 
■'Thilippi. Variirt im Gebiete imd in den Nebroden: a. Lutetiana 
Lern., Christ! „Blättchen beiderseits kahl, unterseits drüsenlos oder 
nur am Mittelnerv sparsam drüsig, eiförmig oder elliptisch, spitz, 
einfach gesägt, Blattstiele oft drüseulos, Blüthenstiele nud Schein- 
frucht drüsenlos, letztere eiförmig elliptisch oder länglich." Stimmt 
genau mit dieser Diagnose Willk. Lge.'s. ß. f. dumalis Bechst. 
Von a. verschieden durch elliptisch eiförmige, doppelt gesägte Blätt- 
chen (die meisten Sägezähne nämlich mit 1 Zähnchen), zwar kahle, 
aber sparsam drüsige Blattstiele, eiförmige oder länglich eiförmige 
Scheinfrüchte, y. f. glaucescens (Fril.), R. glaucescens Fril., Kerner!, 
Christ in litt. Ausgezeichnet durch sehr scharf und bogig einfach 
gesägte, beiderseits stark seegrüne und zugleich etwas ins Eöthliche 
spielende Blätter; Blattstiele kahl oder spärlich flaumhaarig, sonst 
die ganze Pflanze kahl. — An Hecken, Zäunen und auf buschigen, 
waldigen Bergabhängen bis 4000' «. und ß. häufig: Liebt die Thäler 
und die Ufer der Giessbäche (Traft. Scud.), an unbebauten Stellen 
um Catania (Flor, med.), in der Ebene des Simeto (Cat. Cosent.), 
Massanunziata, Nicolosi und höher hinauf (!, Torn. in Herb. Guss.!); 
var. y. in den Wäldern von San Nicola dell' arena (Torn. in Herb. 
Guss.!); f. umbellata Guss. (mit doldigen Blüthen) um Kandazzo 
(Herb. Guss.!). April— Juni. ^. 

1228. B. dumetorum Thuill. Guss. Syn. et Herb.!, Christ!, 
non Gren. Godr. I. 558 (denn diese scheint durch bleibende Kelch- 
zipfel, ovale oder lanzettliche, kahle bis flaumige Blätter abzu- 
weichen), canina var. dum. Willk. Lge. III, 214, Gr. Godr. I, 558. 
Von canina verschieden durch oberseits schwach flaumige, unterseits 
zottig flaumige, trübgrüne, breitere, kreiseiförmige bis elliptische, 
in eine kurze Spitze auslaufende, einfach oder hie und da doppelt 
gesägte Blätter, zottige und zugleich öfters zerstreut drüsige Blatt- 
stiele; Blüthenstiele, Kelch, Scheinfrucht drüsenlos, letztere eiförmig. 
Variirt mit ziemlich reich drüsigen Blattstielen = f. glandulosa Christ 
= collina Jcq. sec. Christ. — An Zäunen und auf buschigen Borg- 
abhängen bis 3000': Um Nicolosi, San Nicola dell' arena, an den 
Rändern des Serrapizzutawaldes, von Bronte gegen den Simeto hinab! 
April — Juni. ^ . 

NB. Raf. gibt noch pumila L. aus der Waldregion an — wahr- 
scheinlich Verwechslung mit den Nebroden. 

1229. Bubus rusticanus Merc. Kern. Nov. spec. dec. III, p. 9! 
dalmaticus Guss, Syn. et Herb.!, *Toru. cart. et foss., non Tratt., 
fruticosus *Kaf. II, *Plor. med., '"'Cat. Cosent., non Tratt, B. amae- 



279 

nus Port. = dalmaticus Tratt. besitzt nach Kern er und Vis. Fl. 
dalm. dicht-, glanzlos grau- sammtig filzige Zweige, rusticanus aber 
violette, kahle oder spärlich kurz büschelhaarige, aber mit einer 
dünnen, weissen, brüchigen, fast schülferigeu, sich oft ablösenden 
Wachsschichte überzogene Stengel und Zweige-, er findet sich nach 
Kerner in Südfrankreich, Südschweiz, Südtyrol, Italien, Sicilien; in 
den Nebroden und am Etna sammelte ich stets rust., amoen. be- 
sitze ich nur aus Dalmatien. — An Mauern, Gartenzäunen, waldigen, 
buschigen Abhängen (0 — 4000') höchst gemein: Bildet dichte Zäune 
um die Wohnungen in der Ebene des Simeto (!, Cat. Cosent.), über- 
all an unbebauten Orten um Catania (!, Fl. med.), wild und fossil 
um Leucatia (Torn. foss.), um Cavaleri und Nicolosi (Herb. Tom.!), 
am Meere bei Acicastello häufig, von Catania bis Nicolosi, von da 
in die umliegenden Wälder hinauf, z. B. im Serrapizzutawalde, sogar 
noch auf der Serra di Solfizio bei 5000', von Zaffarana nach Milo, 
um Adernö, Bronte, Maletto bis zum Bosco empor! April — Juni, 
nach Torn. foss. sogar bis Sept. ^ . 

1230. B. australis Kern. nov. sp. dec. III, tomentosus Willk. 
Lge., Greu. Godr., *Torn. foss., non Borkh., toment. ß. hypoleucus 
Guss. *Syn. et *Herb.!, siculus Presl Fl. sie. Unterscheidet sich von 
toment Borkh. (1794) oder besser Willd. (1799) durch abstehende 
Büschelhaare an den Schösslingen, einfache, in den matt sternhaa- 
rigen Filz der Blattoberseite eingesprengte Striegelhaare, gewimperte, 
nicht mehr als V/^ mal so lange, als breite Theilblättchen und die 
Griffel überragende Staubfäden. Ausführlicheres siehe in Kerner 1. c. 
— In Wäldern und an sonnigen, buschigen Abhängen (2500—6000') 
häufig: Catania (Cosent. in Herb. Guss.!), Bergwälder bei Kan- 
dazzo, Bronte, Maletto (Guss. Syn. et Herb.!), Belpasso (Herb. Torn.!), 
bei Leucatia fossil, auch an fetten Orten der oberen Waldregiou 
nicht häufig lebend (Torn. foss.), zwischen Buchen im Cerritawalde 
häufig, ebenso an Weingartenmauern von San Nicola gegen den 
Serrapizzutawald und an Giessbächeu oberhalb der Casa del bosco 
bis über die Waldgrenze (ca. 6000') hinauf! Mai— Juli. ^ . 

tl231. Francipani Tin. in Guss. *Syn. et Herb.! In Hecken 
am Fusse des Etna bei Adernö? (Tin. in Guss. S3^n.); im Herb. 
Guss. liegt nur ein Exemplar aus Militello auf, das mir durch fünf lang- 
gestielte, schmallanzettliche Blättchen besonders auffiel. Mai, Juni. ^ . 

1232. B. glandulosus Bell. app. (1792) Guss. *Syn. et*Herb.! 
*Bert. fl. it., MrtusW. K. pl. rar. Tfl. 141!, hispidus *Raf. II, III, 
non L. Stengel sehr kräftig, fast stielrund, nebst Blatt- und Blüthen- 
stielen dicht besetzt mit verschieden grossen, kräftigen, stark nach 
rückwärts gekrümmten Stacheln, langen, abstehenden, rauhen, em- 
fachen Haaren und dazwischen ungleich langen, ziemlich zahlreichen, 
borstigen, meist rothen Drüsenhaaren-, Blätter dreizählig. Blättchen 
breit oval oder verkehrt eiförmig keilig, ziemlich gross, zugespitzt, 
unregelmässig 1—2 fach stachelspitzig gesägt, beiderseits grün, ober- 



280 

seits ziemlich spärlich steifhaarig bis kahl, unterseits an den Adern 
flaumig rauhhaarig, am Hauptnerv stachelig; Kelchzipfel langzugespitzt, 
weissfilzig, ausserdem drüsenhaarig und oft mit einzelnen Stacheln 
besetzt. R. Cupanianus Guss. Syn. et Herb.!, Tod fl. sie. exs. 
Nr. 1380 (von Mirto) !, Mrtus Guss. Prodr., glandulosus var. ß. Bert, 
fl. it. Add. (aus den Nebroden von Tineo) unterscheidet sich von 
gland. nur durch schlankeren, dünner ästigen Wuchs, kleinere, 
häufiger gesägte und bleichere Blätter, kürzere, zugespitzte Kelch- 
zipfel, geht aber oft an demselben Stocke in gland. über; ist daher 
nur als Varietät zu betrachten. In Wäldern des Etna (Tin. in Guss. 
Syn. et Herb.! als gland.), aus Etnawäldern von Guss. erhalten 
(Bert. fl. it.), Etna (Cosent. in Herb. Guss. als Cupan!), in Berg- 
wäldern oberhalb Nicolosi! In den Nebroden sind beide Formen viel 
häufiger, besonders ß. Mai, Juni. ^ . 

1233. B. acheruntinus Ten. Syll. app., Guss. *Syn. et *Herb.!, 
Tod. fl. sie. exs. Nr. 367!, caesius Guss. Prodr., non L. Sterile 
Stengel kantig, nebst den blühenden, den Blattstielen und dem 
Blüthenstande nicht bereift, sehr kurz-, fast mehlig flaumig filzig, 
mit einzelnen längeren Härchen; Stacheln ziemlich zahlreich, etwas 
kräftig, alle gleich, gelb, 3 — 5 Mm. lang, nacli rückwärts gewendet 
oder gekrümmt; Blätter fast ausnahmslos dreizählig, nur die obersten 
öfters einfach; Blättchen oval oder verkehrt eiförmig keilig, unregel- 
mässig gesägt oder doppelt gesägt, gegen die Basis ganzrandig, 
beiderseits grün, oberseits mit ziemlich zahlreichen, angedrückten 
Borstenhaaren oder fast kahl, unterseits auf den Nerven reichlich 
flaumig rauhhaarig; Kelchzipfel eiförmig, ziemlich lang zugespitzt, 
nebst den Blüthenstielen dicht grauweiss filzig; Blumenblätter weiss- 
rosenroth, Griff'el fast länger, als Staubgefässe. Früchte (sec. Guss.) 
ganz kahl, unangenehm säuerlich, nicht blau bereift. Mit dieser 
Diagnose, die ich von aus dem acheruntischen Sumpfe bei Neapel, 
dem Originalstandorte Tenore's, erhaltenen Ex. gab, stimmen meine 
sicil. Ex. Todaro' s, Guss. und selbstgesammelte so ziemlich überein, 
nur ist die Blattunterseite meist stark weissfilzig und dazwischen 
auf den Adern steifhaarig; doch besitze ich auch sie. Ex., an welchen 
nur die obersten Blätter unterseits weissfilzig, die tiefer stehenden 
aber beiderseits grün und mit denen des neap. Standortes identisch 
sind; ich betrachte daher die Pflanze Siciliens als var. hypoleuca m. 
— R. caesius unterscheidet sich leicht durch blau bereifte Sprossen 
und Früchte, bedeutend kleinere, zahlreichere Stacheln etc. In sonnigen, 
tiefer liegenden Hainen bei Bronte und Maletto (Guss. Syn. et Herb.!), 
Milo (Herb. Guss.!), um Catania! Mai, Juni ^. 

1234. R. Idaeus L. Guss. *Syn. et Herb.! In Wäldern von 
Francavilla an der Nordseite des Etna (Guss.) Mai, Juni. -^ . 

3235. Geum urhanum L. var. australe Guss. Syn. et *Herb.!, 
urbanum L. *Flor. medic, intermedmm Ten. Guss. Prodr., non Bess., 
rivale *Kaf. II, non L., das in Sicilien gänzlich fehlt. Besitzt etwas 



281 

deutlicher behaarte obere Grannenglieder, auch sind die Blätter 
derber, kleiner, nebst Stengel, Blatt-, Blüthenstielen und Kelchen 
etwas dichter und ziemlich weisszottig-abstehend behaart; sonst 
sehe ich zwischen der Pflanze Sicilieus und Mitteleuropas keine 
Differenz und selbst diese Differenzen scheinen nur klimatische und 
Standortsdifferenzen zu sein. Von intermedhnn Bess. ist es verschieden 
durch nach dem Verblühen zurückgeschlagene Kelche, schmälere, 
allmählig gegen die Basis verengte Blumenblätter und schon vor 
der Anthesis aufrechte Blüthen. — In Hainen und lichten Wäldern 
der Bergregion: Etna (Cosent. in Herb. Guss.!), Wälder von Bronte 
(Herb. Guss.!), um Milo (Herb. Torn. !), an Zäunen und unbebauten 
Orten (Flor, medic). Mai — Juli. ^ . 

1236. Potentilla pedata W. Nestl., Guss. *Syn. et *Herb.!, 
Mrta Presl fl. sie, *Bert. fl. it., recta *Cat. Cosent., non L. Wahr- 
scheinlich nur Varietät der Mrta L. mit höherem, meist purpurrothem 
Stengel (daher P. rubens All. ped. Nr. 1486, non Vill.) und beider- 
seits mit G — 8 Sägezähnen besetzten Blättchen. Auf trockenen Hügeln 
der höheren Tief- bis Waldregion (2 — 3000'): Aus Catania von Guss. 
erhalten (Bert. 1. c), bei Bronte und am Monte S. Zio bei Nicolosi 
(Guss. Syn., Torn in Herb. Guss.!). Mai— Juli. ^. 

(Fortsetzung folgt.) 



Literaturberichte. 

Ueber Mentha fontana Weihe. Ein Beitrag zur Kenntniss mehrerer Formen 
aus der Gruppe der Mentha arvensis L. Von Heinrich. Braun. (Mit 
einer Tafel. Separat-Abdruck aus den Verhandlungen der k. k. zoologisch- 
botanischen Gesellschaft in Wien. 1886. 8", 14 Seiten.) 

Durch vorliegende Arbeit verdanken wir dem Verfasser eine sehr 
werthvolle Bereicherung unserer Kenntnisse der formenreichen Gattung 
3Ieiitha, welche wir umsomehr mit Freuden begrüssen müssen, da in 
jüngster Zeit speciell in Oesterreich-Ungarn über dieses kritische 
Genus fast gar nichts veröffentlicht wurde. Nachdem Braun eine 
genaue Diagnose der Mentha fontana Weihe anführt, unterzieht er 
die nächststehenden Menthen älterer Autoren einer genauen Sichtung, 
und bringt zum Schlüsse eine kurze Zusammenstellung folgender 
nächstverwandter Formen: 31. stachyoides Host., M. intey^media Nees 
V. Esenb., M. fontana Weihe ex Strail, 31. parvi/lora Host., 3f. 
varians Host. 3f. galeopsifolia Opiz, 31. praticola Opiz. var. fossicola 
H. Braun, 31. origanifoUa Host., 31. ocymoides Host., 31. nemorum 
Boreau, M. Austriaca Jacq. 31. parietarifolia Becker, M. pulchella 
Host., 31. lanceolata Becker, M. foliicoma Opiz und 31. argutissima 
Borbäs. Hoffentlich wird der scharfsichtige Verfasser durch fortgesetzte 
Untersuchungen in das Formengewirre unserer bisher so wenig be- 



282 

achteten lieimisclien Menthen Ordnung zu bringen vermögen und 
durch die Publicatiou seiner erzielten Resultate unserer botanischen 
Literatur weitere schätzenswerthe Beiträge liefern. J. 

Anualen des k. k. natniiüstorischen Hofmusenms. Redigirt von Dr. Franz 
Ritter von Hauer. Band I. Nr. 2, gr. 8", 105 Seiten mit sieben Tafeln 
und drei Figuren im Texte. Wien 



Das vorliegende IL Heft enthält folgende Abhandluugeu: Ernst 
Kittl: „Ueber die miocenen Pteropoden von Oesterreich-Üngarn". — 
Fr. Kohl: „Ueber neue und seltene Antilopen des k. k. naturhistorischen 
Hofmuseums". — Dr. Fr. Brauer: „Ansichten über die paläozoischen 
Insecten und deren Deutung". — Dr. V. Goldschmidt: „Bestimmung 
des specifischen Gewichtes von Mineralien". — Dr. Ar. Brezina: 
„Ueber die Krystallform des Tellurit". — Daran schliessen sich 14 
Seiten Notizen vermischten Inhaltes. Nachdem die vorstehenden Ab- 
handlungen nicht von botanischem Interesse sind, müssen wir uns 
über das im August zur Ausgabe gelangende dritte Heft, das u, A. 
auch eine Abhandlung über „Die Flora von Süd-Bosnien und der an- 
grenzenden Herzegowina" von Dr. G. Beck zum. Gegenstande haben 
wird, einen ausführlicheren Bericht vorbehalten. J. 

Dr. Vincenz v. Borbäs: Die slavonische Onercns conferta nud die 

Oh. Hnngarica von der Gegend der Unteren Donau sind nicht ganz 
identisch. — Ungarisch in „Erdöszeti Lapok" 1886. III. 

Eef. beweist das im Titel Gesagte aus den zusammengestellten 
literarischen Aeusserungen der Autoren, denn diese Pflanzen sind bei 
mehreren Autoren getrennt, nur nicht unter obigen, eine Priorität 
prätendirenden Namen. So wird Qm- conferta von Heuffel in Wach- 
tel's Zeitschr. für Heil- und Naturkunde 1850 zu (lu. Budayana 
gezogen, während die Qu. Hungarica Hubeny mit Qu. „Escidus^'' 
vereinigt wird. Heuffel blieb bei dieser Meinung auch in „Enumer. 
pl. in ßanatu" etc. p. 160. Grisebach und Schenk (Iter hung, 
Nr. 278) vereinigen die Qu. conferta und Qu. hungarica mit Qu. 
Esculus Spie. fl. Eum., beschreiben sie aber als eine var. velutina 
(non Lindl. 1831) „foliis pube persistente supra puberulis, subtus 
velutinis, lobis sinu apertiori distinctis, mucronatis" von Orsova. 
Die Oberfläche der Blätter verkahlt nach Ref. Erfahrung, aber nach 
seiner Ueberzeugung ist diese Varietät die Qu. Hungarica. Auch in 
De Candolle's Prodr. XVI b. p. 11 ist eine Varietät {conferta) 
von Qu. Farnetto Tenore getrennt, welcher Varietät gleich bespitzte 
Blattlappen zugeschrieben werden (mucronulatis). Zu dieser wird von 
De Candolle die Abbildung der Qu. conferta Rchb., Kotschy, 
die Exsicc. Wierzbicki's, sowie Qu. Esculus Heuif. citirt, und so 
ist auch die Qu. Farnetto b) conferta DG. nur Qu. Hungarica, welche 
von der slavonischen Qu. conferta Kit. {Qu. Farnetto Tenore), die 
De Candolle nicht sah, durch foliis laciniatis, sinu lato apertoque, 
lobulis mucronatis besonders verschieden ist. Folia Qu. confertae non 
läciniata, sinu angustissimo, lobis rotundatis, haud mucronatis. Nach 



283 

diesen stellt der Ref. die Synonymik dieser nahe verwandten, oder 
wenn man will, Abarten, wie folgt: 1. Qu. conferta Kit. in Schult. 
Oest. Fl. I. p. 619 1814, „Lappen stumpf," Früchte sitzend {Qu. 
Farnetto Ten, Cat. hört. Neap. 1819, p. 65, Qu. Slavonica Kit. 
mcpt. ap. Borb. 1. c, slavonisch Kittnjäk). 2. Qu. Hungarica 
Hubeny „Flora" 1842 pag. 268 ') {Qu. EscuLus Gris., Heuff., non 
L., Qu. Esc. var. velutina Gris. et Seh., Qu. conferta Wierzb., 
Panc, Qu.Fmmetto b) conferta DC, non Kit., granik, grauitza sladka 
granitza etc. in Serbien). 3. Qu. spectahiUs Kit. ap. Simk. in Magy 
Növ. Lap. 1883 p. 67, „a Qu. Slavonica (kittnyäk) diversa fructil)us 
peduuculatis" (Kit. herb, pedunculis fere 3 Cm. longis!) Syn. Qu. 
Esculus var. intermedia Heuff., (non alior.), Qu. Heuffelii Simk. 
1. c, Qu. sjyicata Kit. mcpt. in Bibliothek des ung. Nationalmuseums 
Oct. Germ. 114. II ex itinere Banatico, (nicht die Ofner Qu. spicata)^ 
Qu. amplifolia Guss.?, Qu. conferto-pedunculata Neilr., Qu. con- 
ferto-Rohur Simk., oder Qu. ELungarica-Bohur, aber sie ist schwer- 
lich ein Bastart. Ich glaubte, dass Qu. conferta und Hungarica auch 
geographisch verschieden sind, dass jene nach Südwesten, diese nach 
Südosten verbreitet ist. Indess sah ich die echte Qu. conferta in 
Haynald's Herbar auch aus Griechenland, während sie bei Oravitza 
mit Qu. Hungarica zu finden ist. Die kurzen Spitzen der Blätter 
stimmen mit jenen der Qu. Cerris, Austriaca, crispata Stev., corii- 
folia Borb. et Vuk. Erdesz. Lap. 1886. Apr. {Qu. ilicifolia Yukot. 
non Wange nh.) etc. überein, und rühren wahrscheinlich von dem 
trockenen und warmen Klima. v. Borb äs. 

Dr. Borbäs Vince: Eine Abäuderong- des Acer Pseutloplt'Uanus. Uu- 

garisch in Erdesz. Lapok 1885, p. 1046. 

Ein bei Brassö gesammelter Acer Ps. hat 55 Mm lange und 
2 Cm, breite Fahnenfrucht; sie wäre vielleicht noch etwas grösser 
geworden, aber die Eänder und die Spitze sind wie ausgefressen. lu 
Rchb. Icon. ist die Frucht 37—38 Mm. lang und 1 Cm. breit, in 
Willkomm's (Fortl. Fl.) Abbildung 40—42 Mm. lang und 13—16 Mm. 
breit. Die Theilfrüchte divergireu bei dem Brassöer Acer mehr. Die 
Unterfläcbe der grossen Blätter ist weisslich grün. — Dieser A. Pseud. 
var. platypteron ist mit dem Ao, Visianii Nym. {Ac. inacropteruin 
Vis., non Guss.) nicht zu verwechseln, obgleich er ihm näher steht. 
Auch der Fruchtstand ist aufstehend, wie jener des A. Visianii. 
Jedoch hat unsere Varietät grössere Blätter, welche minder tief 
getheilt sind als bei Ac. Visianii, sie sind ungleich gezähnt. Die 
Fahne der Frucht des Ac. Visianii ist kürzer und verhältnissmässig 
breiter, sie neigen zu einander und berühren sich auch an der Spitze, 
dann verschmälern sie sich gegen die Samen plötzlich und kurz, bei 



') Diese Eiche hat vielleicht eine ältere Quelle in „Vereinigten Ofner- 
Pester Ztg." 1830, wo ich sie a. a. nicht fand, inLiebich's Allg. Forst- und 
Jagd-Journal 1831, p. 164, 1832 p. 119, und in Andre' Oekon. Neuigkeiten. 
Forst- und Jagdabtheilung 1833 p. 39, aber diese Quelle ist mir nicht zugänglich. 



284 

unserer Varietät aber verschmälern sie sich länger und langsamer, 
über die Samen bleibt nichts davon, während sie bei Ac. Visianii 
über die Samen einen schmalen Rand bilden „supra nucem decur- 
rentibus", mit wenigen Worten, sind die Früchte des serbischen Ac. 
Visianii von allen unserigen mehr verschieden als jene der var. 
platypteron. Die grossen Früchte der var, plati/pteron harmoniren mit 
den grösseren Blüthen der Alpengegend, der aufrechte Fruchtstand 
aber hat seine Analogie in dem Knieholze und dem Gytisus Alschin- 
geri und stammt die var. platypteron vielleicht aus der Alpengegend 
Siebenbürgens. v. Borbäs. 

Yerliandlun^en der k. k. zoologisch - I)otanisc]ieii Gesellschaft in Wien, 
I. Quartal 1886. 

Zu den im vorliegenden Band enthaltenen Publicationen haben 
nachbenannte Botaniker ein beachtenswerthes Contiugent beigetragen: 
I, Arnold Dr. F. „Lichenologische Ausflüge in Tirol". XXII. Sulden. 
Das Ergebniss seiner während einer mehrtägigen Excursion gemachten 
Beobachtungen ist nach der in obiger Abhandlung verzeichneten 
Anzahl von Flechtenarten u. beziehungsweise neuen Standortsangaben 
zu schliessen, ein besonders günstiges, IL Kronfeld M. „Stadien 
zur Teratologie der Gewächse". Durch vier verschiedene Aufsätze 
führt der Verfasser einige ausgewählte teratologische Fälle vor und 
zwar: 1. Füllung von Sa/?owaWa-Blüthen ; 2. dreiklappige Lunaria- 
Schötchen; 3. Pleophyllie fingerförmig zusammengesetzter Blätter, 
und 4. Eine Fasciation von Lycopodium clavatum. III. Sabransky 
Heinrich. „Beiträge zur Brombeerenflora der kleinen Karpathen". 
Verfasser hat eine Revision der in der Umgebung Pressburg's vor- 
kommenden Brombeeren vorgenommen und führt nun die dort auf- 
gefundenen Formen auf. IV. Stapf Dr. 0. „Vortrag über die von 
ihm im Jahre 1885 ausgeführte, von Dr. Polak in Wien ausge- 
rüstete botanische Expedition quer durch Persien". V. Zahlb ruck- 
ner D. Alex. „Beiträge zur Flechtenflora Nieder-Oesterreichs". Als 
Volontär an der botan. Abtheilung des k. k. Hof-Museums kam der 
genannte Verfasser in die Lage, an dem daselbst vorhandenen reichen 
Materiale lichenologische Studien zu machen, deren Resultate in der 
obigen Arbeit niedergelegt sind. VI. Zukal H. Untersuchungen über 
den biologischen und morphologischen Werth der Pilzbulbillen. Zum 
Studium dieser sclerotienartigen Organe dienten dem oben genannten 
Forscher nachstehende Pilze: Dendryphium bulbiferum n. sp.; Heli- 
cosporanglum coprophilum n. sp.; Haplotrichum roseum Link, dann 
mehrere Peziza-Arten. Moriz Pi-ihoda. 



. ^ 285 

Gorrespondeuz. 

Rappoltenkirchen (Niederösterreich), am 30. Juni 1886. 

Der Untersuchung des hochverdienten Khodologen, Herrn J. B. 
Keller verdanke ich die Bestimmung nachstehender Rosen: 1. Rosa 
scabrata Crep. f. ovifera Borb. var,: „foliolis in nervis secuudariis 
sparsius glandulosis, argutius crebre biserratis (Serraturis Se- 
piacearum); stipulis latis auriculis acuminatis argute glandul-serru- 
latis (=f. Pilisensi Borb.); petiolis omnino puberulis; fructu ovato- 
ovoideo-, pedunculis crebre villosis. — J. B. Keller." am Johanns- 
berg. 2. R. urbica Grreu. var. bei Epping. 3. R. moaüvaga Desegl. 
f. subvirens (Kell, et Wiesb.) pr. p. Weinberg bei Rappoltenkirchen. 

4. R. biserrata Merat. „Nicht immer so schön zu finden, wenngleich 
sie mit der Pflanze Merat's nicht congruent ist. J. B. Keller." 

5. R. uncinella f. ciliata'Qox\i. Arnberg bei Rappoltenkirchen. 6. R. 
spuina Puget. in mehreren Abänderungen: oft mit dreierlei Frucht- 
formen in einem und demselben Individuum, daher in einzelnen 
Zweigen der R. frondosa St. ähnlich, der Strauch aber in der 
voriierrschend ärnilichereu Serratur, breiteren Poliolen und Schein- 
früchten, dichter behaarten Griffeln etc. deutlich von der frondosa St. 
zu unterscheiden. Erwähnenswerth sind: a) eine f. mit nach der 
Blüthe aufrechten Sepaleu; ganz caninen schmalen Stipulen. Vieh- 
weide bei Rappoltenkirchen. b) f. „foliolis magis simpliciter 
serratis aut omnino uniserratis, ramis florigeris inermibus. J.B.Kel- 
ler." Viehweide bei Rappoltenkirchen. c) versus f. subcallophyllam 
Kell, bei Epping. 7. Rosae virentis (Kell, et Wiesb.) var. ,.floribus 
pallidissime carneis; disco conico; stylis in floribus hirtellis in 
fructibus glabris; pedunculis longis glabris; fructibus globoso- 
ovatis; ram ulis florigeris inermibus; aculeis ramorum parvis recur- 
vis; fructice elato. J. B. Keller." Hochwiese bei Rappoltenkirchen. 
— Die Correspondenz in dieser Zeitschr. pag. 332 vom Jahre 1885 
ist daliin zu berichten, dass die „aus den Fruchtzweigen angezeigte 
Annäherungsform der R. podoUca Traft." keine podoUca ist. wie die 
heuer gesammelten Blüthen erweisen. Leop. Wieder mann. 

Leraberg, am 4. Juli 1880. 

Folgende neue, die ostgalizische Flora betreffende Daten mö- 
f?eu dahier Platz finden: Agrimonia odorata, einzeln im Walde bei 
Zubrza (nächst Lemberg); Campanula persicifolia f. puhevida mihi 
(foliis et caule dense puberuli), ein einziges Exemplar in Zofiöwka 
bei Lemberg; Carex caespitosa L, zahlieiclie Rasen auf einer feuch- 
ten Wiese nächst dem Bitohorszczeer Wald bei Lemberg; Cera- 
stium nemorale üechtr. im feuchten Walde bei Bilohorszcze, zahl- 
reich; Hieracium ciliatam mihi, in HoJosko, Kleparöw und Zubrza, 
nicht selten; H. subciliato X Pllosella, einzeln unter den Stamm- 
eltern in Zubrza; Hierac. leopoliense mihi, ausser den früher ge- 
nannten Standorten in Persenköwka bei Zubrza in Gesellschaft mit 

Oesterr. botan. Zeitsclirift 8. lieft 183d. 23 



286 

H. leopoliemi X P'dosella; H. leopoliensi X Aurlcula, in Persenköwka 
und auf der Schanze nächst dem Stryjer Friedhof in Lemberg. Mit 
dem habituell ziemlich ähnlichen H. polonico X Auricula hat dieser 
Bastart die fast gänzliche Sterilität g-emein; Ranimculus Stevenii 
Andrz., einzeln auf Holzschlägen bei Zubrza. Endlich sei mir noch 
erlaubt zu bemerken, dass Scutellaria alpina L., welche ich eben im 
botanischen Garten in blühenden Exemplaren zu vergleichen Gele- 
genheit hatte, sich von der systematisch nächst verwandten und von 
Bentham für eine blosse Varietät der So. alpina gedeuteten ost- 
europäischen Sc. lupulina L, ausser der Blüthenfarbe auch durch 
viel dünnere, matte (bei Sc. lupulina glänzende) und schärfer gesägte 
Blätter, sowie durch abstehende, dichte Behaarung der Stengel und 
Blätter (bei Sc. lupulina sind die Blätter und Stengel kahl) sehr 
erheblich unterscheidet. Br. Blocki. 

Brunn, am 6. Juli 1886. 

Der Besuch der Branowitzer Gegend führte mich auf den Berg 
Kolben bei Auerschitz, ich fand auf dem Kolben: Stipa Joannis Ce\., 
Asparagus ofßcinalis, Iris pumila, Euphorbia virgata W. Kit., 
Quercus puhescens Willd., Aristolochia cleniatitis, Bryonia alba, Tra- 
gopogon major, Inula hirta, Artemisia absinthium, austriaca, Cen- 
taurea scabiosa, Viburnum lantana, Vincetoxicum ofßcinale, Lt/lho- 
spermum ofßcinale, purpureo-coeruleum, Cerinthe minor, Veronica 
teucrium, Melampyrum arvense, Salvia silvestris, pratensis, Stachys 
recta, Sideritis montana, Ajuga chamaepitys. Papaver dubium, Le- 
pidium campestre, Silene nutans, otites, Geranitmi sanguineum, Poly- 
gala major, Dictamnus albus häufig, Bupleurum falcatum., Chaero- 
phyllum bulbosum, Prunus chamaecerasus, Dorycnium pentaphyllum. 

Dr. Formänek. 



Fersonalnotizen. 

— Dr. Vinc. v. Borbäs wurde von der Ungar. Academie der 
Wissenschaften mit der Erforschung der Flora der Fruska gora betraut. 

— Joseph Bermann, Secretär der k. k. Gartenbau- Gesell- 
schaft in Wien und Eedacteur der Wiener Garten -Zeitung ist am 
4. Juli, 76 Jahre alt, gestorben. 

— J. Veselyi, Hofgärtner in Gödöllö ist als Hofgärtner im 
Belvederegarten in Wien angestellt worden. 



Vereine, Anstalten, ünternehmung^eu. 

— In einer Sitzung der kais. Academie der Wissenschaften 
in Wien am 4. März 1886, hielt Prof. v. Kern er einen Vortrag: 
^Ueber die Ernährungsgenossenschaften von Pilzen und 



287 

Blüthenpflanzen". Die voq Frank beobachtete Verbindung der 
Wurzeln von Cupuliferen, Saliciueeu und einigen Coniferen mit Pilz- 
mycelien wurde von ihm auch an sämratlichen Pirolaceen, Ericiueen, 
Vaccineen, Arbuteen, Rhododendreen, Epacrideeu, Empetreen, Daph- 
noideen und auch an einigen Leguminosen, zumal an Sophora und 
Genista beobachtet. Die Wurzelhaare werden bei allen diesen Pflan- 
zen durch einen Mantel aus Mycelfäden ersetzt. Der Vortragende 
erklärt hieraus die Schwierigkeit, die Gewächse im Garten zu culti- 
viren. Nur wenn die zur Cultur verwendete humusreii'he Erde My- 
celien von Pilzen enthält, welche sich an die Wurzelu der Blüthen- 
pflanzen anlegen und mit diesen eine Eruährungsgenossenschaft bilden, 
gelingt es, die Pflanzen der obgeiiaunten Eamilien zur weiteren 
Entwicklung zu bringen. Schliesslich wurde noch Monotropa Hypo- 
pytis besprochen, deren Wurzeln, wie schou Kamienski nachge- 
wiesen, stets mit einem dichten Mycelmantel umgeben sind. Da 
Monotropa chlorophyllos ist und nicht assimilirt, so ist sie auch 
nicht im Staude, an das Mycelium assimilirte Stoffe abzugeben. Der 
Vortragende ist daher der Ansicht, dass die Verbindung der Mono- 
tropa mit denPilzmycelien nicht als Ernährungsgenossenschaft aufgefasst 
werden kann, bei welcher eine Theilung der Arbeit zwischen den 
beiden Genossen stattfindet, dass vielmehr hier der merkwürdige 
Fall einer auf dem Mycelium eines saprophytischen Pilzes schma- 
rotzenden Blüthenpflanze vorliegt. 

— Monatsversaramlung der k. k. zoologisch-botanischen 
Gesellschaft in Wien, am 7. Juli 18S6. Vorträge über bota- 
nische Materien hielten die Herren: Dr. Günther Beck: „Ueber 
die in Niederösterreich vorkommenden Oci^^/ia-Arten^. Um die Erfor- 
schung und Sichtung der ziemlich formenreichen Pflauzengattung 
Caltha hat sich seinerzeit Schott Verdienste erworben und sein Wissen 
in den Analectis weiter verbreitet. Auf dessen Beobachtungen, sowie 
auf eigene Studien gestützt, hat Dr. G. Beck eine neue Gruppirung 
der aus 0. palustris L. (nebst Var. ß. und y.) abzuleitenden Formen 
unternommen und skizzirte die Ergebnisse in seinem Vortrage, unter 
Demonstrirung an instructiven, theils von ihm selbst, theils von 
Herrn M. F. Müllner gesammelten Exemplaren. — Franz Höf er 
berichtete über die mit Beharrlichkeit fortgeführten „Nachforschungen 
behufs Erlangung biographischer Daten über den verdienstvollen nied.- 
österr. Botaniker H. W. Kram er", welcher durch einen langjährigen 
Zeitraum in Brück a/d. Leitha als Arzt beschäftigt war, und über 
die erhobenen Kesultate. — Dr. 0. Stapf besprach das jüngst bei 
Brockhaus in Leipzig erschienene Werk: „Fauna und Flora des südwest- 
lichen Caspen-Gebietes" von Dr. Gust. Rad de in Tiflis. Da dem 
Vortragenden durch seine persische Forschungsreise der grösste Theil 
des vom Autor geschilderten Floren-Complexes näher bekannt ist, so 
ward es ihm leicht gemacht, das Interesse an obigem Werke durch 
eingewebte erläuternde Notizen zu erhöhen. M. Prihoda. 



288 

Botanischer Tauschverein in Wien. 

Sendiiugen sind abgegangen an die Herren: Topitz und Wirt gen. 

Vorräthig: (B.) = Bölimen, (Bd.) = Baden, (Br.) = Berlin, 
(By.) = Bayern, (Cr.) =-- Croatien, (F.) = Frankreich, (H.) = Harz, 
(Is.) = Istrien, (It.) = Italien, (Kt.) = Kärnten, (M.) = Mähren, 
(NOe.) = Niederösterreich, (OOe.) = Oberösterreich, (P.) = Polen, 
(Pz.) = Pinzgau, (Ep.) = Kheiuprövinzen, (Sl.) = Schlesien, (St.) = 
Steiermark, (Sw.) = Schweden, (Sz.) = Schweiz, (T.) = Tirol, (Th.) 
= Thüringen, (ü.) = Ungarn, (W.) = Westphalen. 

Euphrasia gracilis (Sw.), litoralis (Pommern), lutea (M.,]SrOe,,U.), 
minima (Sz., T.), nemorosa (P., W.), Odontites (SL), ofßcinalis (U.), 
picta (Sl.), pratensis (P.), salishurgensis (OOe., Pz., Galizien), spe- 
ciosa (U.), Tholegroniana (F.), Evonymus latifoUus (NOe., OOe., St.), 
verrucosus{^OQ.^ U.), Falcaria Rivlni (NOe., Ü.), Farsetia incana (ü.), 
Festuca amethystina (NOe.), hirsuta (St.), loliacea (W.), rubra (M., P.), 
sciuroides (Bd., Th.), silvatica (Bd.), vaginata (U.), Ficaria calthae- 
folia (Gr.), ranwwmZoicZes (M, NOe., OOe., P.), Filago arvensis (ü.), 
canescens (ü.), gallica (Rp.), lutescens (P., U.), minima (Sl., Sw.), 
mixta (U.), Fragaria collina (Br., P.), elatior (B., OOe.), Hagenha- 
chiana (Bd.), Frankenia laevls (England), pulveridenta (Aegypten), 
Fumaria capreolata (Bd., Rp., Sl.), rostellata (B.), Vailantii (P., St., 
Th., ü.), Gagea arve7isis{K.), /w^m (NOe., OOe., ü.), mmma(B.,M., 
P.), pusilla (ü.), saccatilis (Br., H.), spathacea (Mecklenburg), steno- 
petala (B.), Qalantkus nivalis (M., OOe., U.), Galega ofßcinalis (Gr., 
F.), Galeobdolon montanum (Sl,), Galeopsis angustifolia (NOe., OOe., 
P;), bifida (W.), pubescens (Sl.), Tetrahit (P.), Galitea mucronata (It.), 
Galinsoga parviflora (U.), Galium Aparine (OOe.), boreale (SL, U.), 
Boytrayanum (F.), Mollugo (B., P.), palustre (P,), pedemontanmn 
(NOe.), purpureum (Kt.), rotundifollum (B., OOe.), vernum (P,, SL), 
verum (OOe., U.), Genista aetnensis (lt.), anglica (W.), dumotorum 
(F.), epliedroides (It.), germanica (SL), piZosa (F., U., Sachsen), pro- 
c-umbens (NOe.), pubescens (ü.), sagittalis (By., Kt., St.), sericea (Gr., 
Is.), silvestris (Is.), Gentiana acaulis (By.), angulosa (Is.), asclepiadea 
(OOe., Pz.), austriaca (NOe.), bavarica (OOe., Pz.), brachyphylla (Sz.), 
campestris (SL),cawmsica(U.), ci?iato(By., NOe.),cr?/aato(NOe.), excisa 
(Pz.), germanica (Lothringen), nivalis (Pz., T.), obtusifoUa [Pz.), panno- 
nica (OOe), Pneumonanthe (NOe., W.), pyrenaica (ü.), spathulata (U.), 
Sturmiana (OOe.), idiginosa (Br., W.), utricvlosa (Gr., T.), i/erwa 
(NOe., OOe., SL), Geranium columbinum (Br., Gr.), lucidum (Br., H.), 
moZZe V. grandiflorum (Gr.), palustre (Br., SL, P.), purpureum (Gr.), 
pyrenaicum (Br., SL, U.), robertianum (NOe. OOe.), rotundifolium 
(Bd.), sanguineum (OOe, ü.), silvaticum (OOe.) 

Obige Arten können nach beliebiger Auswahl im Tausche 
oder käuflich die Genturie zu 6 fl. (12 R. Mark) abgegeben werden. 

Re.aacteuj- und Herausgeber Dr. Alexander Skofitz. — Verlag von C. Oerold'S Sohn. 

C. Ueberreuter'sche Kuchdruckerei (M. Salzer) in Wien. 



Oesterreichisclie 

Botanische Zeltsctirift 

Die österreichische /— x Exemplare 

Ibotanische Zeitschrift \^lL*Q^SilCX die frei durch die Post ba- 

erscheint Ö zogen werden sollen, sind 

den Ersten jeden Monats. hlos bei der Kedaction 

Man prünumerirtauf selbe ^^^ (iv. Bez., iiühlganne Sr. t) 

mit 8 fl. Ost. W. •» . ■« • V« 1 •■ ^"^ pränumeriren. 

ciß R, Mark) Botaiiik uncl Botaniker. ^'" ^•^^e des 

ganzjährig, oder mit wv«-»*""^ "••" i.*U IWllliWI . Buchhandels übernimmt 

4 fl. Ost. W. (S R. Mark) __^ Pränumeration 

halbjährig. C. Gerold's Sohn 

Inserate in Wien, 

die ganze Petitzeile Hb £^ Q sowie alle übrigen 

15 kr. öst. W. *^ "• Buchhandlungen. 

XXXYI. Jahrgang. WIEN. September 1886. 

INHAIiT: Brombeeren. Von Sabransky. — Putenfilla obscura et leucotrkha. Von Dr. Borbäs. 
— Flora der Karpathen. Von Dr. Formänek. — Symphytum cordatum. Von UUepitsch. — 
Filze von Ung.-Hradisch. Von Schlögl. — Excursion auf den Hochschwab. Von Steininger. -• 
Flora des Etna. Von Strobl. — • Literaturberichte. — Correspondenz. Von Formänek, Blocki, 
Wiesbau r. — Personalnotizen. — • Vereine, Anstalten, Unternehmungen. — Botanischer Tausch- 
verein. — Inserat. 



Zwei westungarische Brombeeren. 

Von Heinrich Sabransky. 
1. Ruh US Bollae n. sp. 

Turiones ex arcuafa basi scandentes teretkisculi vel obsolete 
qidnquangulares epruinosi virides pilis densis vestiti glandulosi et 
actdeati; aculei straminei aequales debiles longiiiidine dimldiuni 
turionis diametnim vice superantes redinati rectissimi; setae inter- 
mediae omnino deßeientes; glanduli stipitati breves inter pilos 
copiosi iisque vix aequilongi. Folia semper quinato-pedata ; petioli 
villosi acideis suMdatis rectis mimiti superne planiuscidi stipulis 
linearibus alte adnatis ; foliola utrinque viridia supra strigidosa 
subtiis molliter pilosa omnia minutissime et subaequalitev argute ser- 
rata lata se ohversim tegentia, terminale petiolido proprio plus quam 
duplo longius e basi profunde cordata latissime ovatum sat longe acu- 
minatum plerumque asymmetrieum et Begoniae foUum referens, 
infima evidenter petiolulata. Inflorescentia e brevioribus vel pani- 
culata vel saepius basi tantum composita et superne simpliciter race- 
mosa semper pyramuialis haud foliosa; rami floriferi inferiores 
elongati adscendentes racemoso-multißori, medii xdplurimum bijlori 
cum superioribus patentissimi, omnes cum pedunculis tenuiter ad- 
presse-tomentosi glanduUs numerosis e pilis confertis vix emer- 
gentibus aculeisqüe aciformibus instructi. Sepala cano -tomentosa 
glandidifera per anthesin reflexa, infructu . . . . Petala ovalia alba. 
Stamina cum stylis multo brevioribus vires centia. Germina glabra 

Oesterr. botan. Zeitschrift. 9. Heft 1886. 24 



290 

Crescit in Carpatorum Minor um tractu int er Posonium 
et JRatzersdorf {Reese), ubi in umbrosis humidis viget sociis R. 
thyrsifloro W. et N., R.hrachyandro Greirdi, R.hypoleuco F, 
et R. Posoniensi Sahr. 

Planta sat memorabilis in honorem dicata defuncti Johann. 
JBolla de Csdford- Jobb ahdza, strenuissimi illius scrutatoris de 
Flora ac Fauna Posoniensi aeque meriti. 

Es scheint die hier beschriebene Brombeere am meisten noch 
jener Gruppe anverwandt zu sein, zu welcher R. foliosus Whe. et N., 
R. saltuum Focke , R. albicomus Gremli u. A. gehören. Der zu- 
nächststehende R. foliosus Whe. et N. differirt durch braun über- 
laufene, bei weitem nicht so dicht behaarte Schösslingsaxen, stärkere 
Bestachelung, durch oft vorhandene drei-zählige Blätter, durch lederige, 
sich gegenseitig nie deckende Blättchen, deren mittleres aus abgerun- 
detem (nicht tief herzförmigem) Grunde elliptisch oder schmaleiför- 
mig ist, sowie durch die verlängerte, lockere und hochdurchblätterte 
Inflorescenz. R. saltuum Focke unterscheidet sich leicht durch spar- 
sam bekleidete braunrothe Schösslinge , sowie einzeln vorhandene 
Borsten, deren R. Bollae gänzlich entbehrt, durch das vorherrschend 
drei-zählige Blatt mit hackig (nicht gerade) bewehrtem Stiele, durch 
die unten weisslichen , schmalelliptischen Blättchen mit gerundeter 
Basis, sowie durch den verlängerten anders aufgebauten Blüthen- 
stand. R. albicomus Gremli besitzt unterseits weissfilzige Blättchen 
und gynodynamische Blüthen. R. Bollae weicht von den genannten 
Formen durch das dichte Haarkleid des Schösslings, die immer fünf- 
zählig fiissföimigen Blätter und die breiten, wie bei der Gruppe des R. 
thyrsiflorus Whe. et N. sich gegenseitig deckenden Blätteben, deren 
centrales tief herzförmig ist, sowie durch die kurze, pyramidale In- 
florescenz ab; gemeinsam ist bei diesen Formen die auffallend kleine 
und regelmässige Serratur des Blattrandes. 

Bezüglich der systematischen Stellung der hier beschriebenen 
Brombeere sei noch Folgendes bemerkt. Die Synopsis Kuborum 
Germaniae stellt R. foliosus und seine Verwandten, also Formen mit 
entschiedener Homöacanthie und zahlreichen kurzen, den Filz nicht 
überragenden Stieldrüsen, in die Gruppe der Radulae. Dieser wäre 
demnach auch R. Bollae anzureihen. Es scheint mir jedoch diese 
Anordnung um so weniger natürlich, als diesen Arten die den Ra- 
dulis so eigenthümliche Bewehrung von Stacheln, Höckern und Bor- 
sten doch gänzlich fehlt und dieselben ein Habitusbild bieten, das 
manchen Glandulosen ungemein nahe kommt. Und letzteres ist ganz 
besonders bei R. Bollae der Fall, der zu R. Bellardii W. et N., R. bego- 
niaefolius Hol. etc. in sehr nahen Beziehungen steht, von diesen aber 
wegen der kurzen Drüsen und der gleichartigen Bestachelung sofort 
getrennt werden muss. R. Bollae ist mit R. foliosus am zweckmäs- 
sigsten in eine Verbindungslinie zu stellen, die von den Adeno- 
phoris zu den Glandulosen hinzieht und er steht den letzteren 
noch um vieles näher, als die anderen besprochenen Formen. 



291 

2. Ruhus gracilis Hol. 
R. Güntheri var. erythrostachys Sabr, in Verhandl. der k. k. 
zool.-botan. Gesellsch., Wien 1886 p. 91, den ich, wie 1. c. bemerkt, 
nur mit Widerstreben zu R. Güntheri zog, gehört nach reichlicher 
vorliegendem Materiale nicht zu dieser Art, sondern ist von R. gra- 
cilis Hol. Oest. bot. Ztschr. 1873, pag. 380, Progel, VIII. Jahres- 
bericht des botan. Ver. zu Landshut, pag. 106, specifisch nicht ver- 
schieden. Von R. Bayeri Focke differirt diese Form durch dicht- 
behaarte Schösslinge, drei-zählige lederige Blätter, durch die ver- 
längerte Rispe mit fast geschlängelten Aesten, welche mit ungemein 
langen, purpurnen Nadelstacheln und schwarz-rothen Drüsen dicht 
übersät sind, durch die von Stieldrüsen und Borsten starrenden Kelch- 
zipfel und die kurzen fast einreihigen Staubgefässe. Die Hochblätter 
der Rispe tragen reichlich gestielte Drüsen und die Inflorescenz ver- 
breitet einen an rubiginose Rosen erinnernden Geruch. R. gracilis 
ist bisher aus den Kleinen Karpathen (Trencsiner und Pressburger 
Comitat) und aus dem südwestlichen Theile des Böhmerwaldes (Cer- 
chowstock) bekannt und dürfte wohl auch in den zwischenliegenden 
Gebieten aufgefunden werden. 

Wien, am 18. Juli 1886. 



PotentlUa obscura et leucotricha. 

Von Dr. Vincenz v. Borbäs. 

In der unlängst erschienenen prachtvollen „Flora exsiccata 
Austro-Hungarica", "Nr. 1242, sagt Prof. Zimmeter Folgendes: 

„Die hier ausgegebene Pflanze {Putentiila ohscura Lehm. 1856 
pro var. P. rectae von dem Ofner Schwabenberge) wird gewöhnlich 
als P. obscura Willd. aufgeführt. Da sie aber schwerlich mit der 
Pflanze Willdenow's, die aus Sibirien stammt, identisch sein dürfte, 
und über die nichts Näheres bekannt ist, empfiehlt es sich, sie als 
P. obscura Lehm, zu bezeichnen. P. obscura Lehm, steht der P. 
recta L. und der P. pilosa Willd. sehr nahe, unterscheidet sich 
jedoch durch kleinere Blüthen von meist dunklerer Färbung. Auch 
ihr Verbreitungsbezirk ist ein mehr östlicher, so ist sie in Ungarn 
häufiger als R. recta.^^ 

Dass P. obscura Willd. so eine unbekannte Pflanze wäre, 
klingt mir sehr eigenthümlich und steht auch im Widerspruche mit 
der Angabe Zimmeter's in „Die europ. Arten der Gattung Poten- 
tilla"' pag. 8. 

Ich habe nämlich die Pflanze Willdenow's bei der Bearbei- 
tung meiner Flora comit. Castriferrei, Dank der Gefälligkeit der Di- 
rection des kön. Herbars in Berlin, näher untersucht, und habe seiner 
Zeit meine Beobachtungen über diese Potentilla, sowie über P. Sad- 

24* 



292 

leH Kchb. und P. Serpentini Bovb. etc., Herrn Zimmeter mitge- 
tlieilt. Das Citat bei Z., class die sibirische P. ohscura „foliolis 
crebre et argute, quasi pectinato-serratis excellit, dentibus utrinque 
usque 15!, patentibus, horizoutalibusque; stipulae laciuiatae, folia 
pedata", sind eigentlich meine Worte, welche Z. zwar mit Signum 
citationis in seine Arbeit aufnahm, aber „Borbäs in litt." hinzu- 
zufügen hat er vergessen. Oder hätte dieses Citat jemand früher 
als ich Herrn Z. mitgetheilt, dann sind meine Beobachtungen mit 
jenen wörtlich übereinstimmend. 

Ich hätte über diese Sache auch weiter gern geschwiegen, wenn 
Z. die obige Bemerkung nicht gemacht hätte, aber ich halte sein 
Verfahren überhaupt für inconsequent. 

Wenn nun eine Pflanze in Sibirien lebt, welche den Namen P. 
ohscura Willd. führen muss , so darf eine verschiedene ungarische 
Pflanze von dem Schwabenberge nicht mehr P. ohscura Lehm. 
heissen. 

Die Pflanze, welche wenigstens ich in Fl. exs. Austr.-Hung. 
unter letzteren Namen erhielt, ist dieselbe, welche ich in Oest. bot. 
Ztsch. 1884, p. 73 und in Fl. comit. Temesv. p. 77 P. recta^ var. 
leucotrkha m. anführte. 

Prof. Zimmeter scheint meine Pflanze nicht gut zu kennen, denn 
ich habe diese Varietät erst später unterschieden, als er mir meine Poten- 
tilleu zurückgeschickt hatte. Indess erwähnt er diese Varietät 1. c. p. 8, 
Nr. 46, als zu P. crassa Tausch gezogen. — Die Tausch'sche Pflanze 
kenne ich nicht, und kann daher gegen diese Vereinigung nichts einwen- 
den, so viel ist aber wahr, dass die P. ohscura Lehm., Avelche ich mit 
den Bemerkungen Z. erhielt, sicher die var. leucotricha ist! Warum 
hat also Prof. Z. diese P. ohscura Lehm, (non Willd.) nicht als 
P. crassa Tausch, oder P. leucotricha ßorb. ausgegeben? Dieses 
hätte ich um so mehr erwartet, weil die mir zugeschickte „P ohscura^'' 
die charakteristischen langen und weissen Haare trägt, und die 
Blätter fünfzählig zusammengesetzt sind, wie bei P crassa von Z. 
angegeben wird; während der „P ohscura^' folia septemnata et petala 
calycem vix aequantia zugeschrieben sind. An meiner P. ohscura sind 
die Petala etwas länger als der Kelch. — Ob nun P crassa und 
P. ohscura Lehm, einerseits, sowie P crassa und P leucotricha 
andererseits wirklich verschieden sind, kann uns am besten Prof. Z. 
sagen. 

Diese Var. leucotricha ist in Ungarn häufig : im Eisenburger 
Comitat, in Ofen, Bänhegyes im Csanader Comitat (Gremsperger 
exs.!) in Kronstädter Gebirgen gegen den Hangenstein (Ehezököü), 
bei Ungvar (Mendlik!) auch bei dem walachischen Eisernen Thoreü 
und bei Comana (leg. Grecescu!) 

Bei dieser Gelegenheit erwähne ich noch, dass die Varietäten 
der P canescens, polytricha, pi/cnotricha, leiotricha, macrocephala, 
polygodonta, ßssidens, ^ — sowie die P subcinerea et P semiargentea 
m."^ zuerst in"Akad. „Ertesitö" 1882 p. 9 — 10 erwähnt sind. — P. 
polyodonta kommt nicht in Dalmatien, sondern in der Kreuzer Ge- 



293 

spauschaft bei Koros (Crisium) vor. — P. brachyloba und mollis 
Borb, sind zuerst iii meiner Flora, Budapest, p. 162, 1879 erwähnt, 
und so ist die jüngere P. molUs Panc. ap. Z. 1884 iu P. mala- 
copliylla zu ändern, — Endlich bemerke ich noch, dass der selige 
A. Braun, der ein sehr reichhaltiges und kritisch bearbeitetes Po- 
tentillen-Herbar hatte, eine, wie die P. recta, hohe Pflanze im Ber- 
liner botan. Garten als Original der P. chrysantha Trev. cultivirte. 
Diese musste Z. auch berücksichtigen. 



Beitrag zur Flora der Karpathen und des Hoch- 
gesenkes. 

Von Dr. Ed. Formanek, 

k. k. Professor am böhmischen Gymnasium in Brunn. 
(Fortsetzung.) 

Hieracium miricida L. Verbreitet. Bei Bojkowitz fand ich Exemplare 
ohne oberirdische Ausläufer, am Kothen Berge ein bifurkes 
Exemplar. 

— praUnse Tausch. Auf einem Brachfelde und an Kaineu beim 
Walde zur Ueberfuhr bei Straznitz. 

■ — praealtum Koch a. genuinum. Straznitz, Val. Klobouk, Hruschau, 
Mähr.-Ostrau, Karlsbrunn im Aufstieg zur Gabel, b. Bauhini 
Schult. Straznitz, Welkä, Kl. Wrbka, Küzelau, häufig bei Ja- 
wornik (Stanowisko, Machowe und Dlouhe Wiesen etc.) Strauy, 
Ung.-Brod, Chrast bei Bojkowitz, Val. Klobouk (Horka Wd. und 
Jelenowska), Rozsosi bei Prikaz, Hallenkau, Jaworniky, Gr. Kar- 
le witz, xMiloiiow, Polauau-Tomkü, Burgberg bei Jägerndorf c. 
obscurum Rchb. Am Aufgang zur Brünnelheide von Aunaborg 
aus (Oborny), ich fand auf der Brünnelheide näch>;t der Kirclio 
ein Exemplar mit dunklen Köpfchen, welches vielleicht hierher 
gehöi'en dürfte. 

— nigrihim v. Uechtr. Fuhrmannstein etc. (v. Uechtritz), Peter- 
stein, Hohe Heide etc. (Oborny), Mooslehne, Schäferei, Gr. Vater, 
Schweizerei, Knoblochgrabeu, Bärenkamm, Keilig, Uhusteiu, 
Eother Berg, Schosskamm, beiden Ochsenwiesen! 

— murorum L. ß. microcephalmn v. Uechtr. Lomua. 

— biiidum W. Kit. Diese seltene Art habe ich 1883 in zwei Exem- 
plaren vorgefunden und für Schafberg und Donnerlahn, der ein 
iutegrirender Bestandtheil des Schafbergs ist, angegeben, der 
heurige vorzüglich dem Einsammeln dieser Art gewidmete Be- 
such von Karlsbrunn, veranlasst mich zur Correctur der Stand- 
orte, da beide, nur zufällig mit anderen Pflanzen heimgebrachte 
Exemplare aus der Gegend der Falkenbaudo unterhalb des Alt- 
vaters stammen. 



294 

Hier, vulgatum Fr., a. maculatum Sm.,Ob. Fl. p. 596. Straznitz, Welkä, 
Strany, Ung.-Brod, Bojkowitz, Teschen; b. alpestre Uechtr., 1. c. 
p. 597, Gr. ßärenkamm ; c. calcigenum Reh. Eine dieser Form 
nahestehende Pflanze am Uhustein, 

— tridentatum Fries. Ung. Brod, Bojkowitz, Ostrawitz, Jablunkau, 
Teschen, Boguschowitz. Exemplare vom letzten Standorte stehen 
der Form angustifolium v. Uechtr. zunächst. 

— umbellatum L. Gemein. Metylöwskä Hurka in einer der v. coronopi- 
folium Beruh, nahestehenden Form, während die Form von Luk- 
schinetz bei Malenowitz der v. Lactaris Bert, zunächst steht. 

— horeale Fries. Straznitz, Küzelau, Philippsthal, Jelenowä bei 
Blumenthal, Stransko Wd. bei Strany, Ober-Memtschy , Ung. 
Brod (Chrästka und Lysä hora), Prakschitz, Val. Klobouk, Ro- 
zsosi bei Prikaz, Litsch, Friedland (Metylöwskä Hurka), Przno. 
Im Teschner Gebiete (Kolbenheyer) und zwar Teschen, Konskau, 
Boguschowitz (Prutek und Kopec Wd.), Mähr. Ostrau, Herma- 
nitz, häufig bei Jägerndorf (Burgberg, Schluchten bei den Ziegel- 
hütteu, Fleischerwald), Eichberg bei Weiskirch, Sternberg (Schäfer- 
bachthal, Wd. bei Kiosk etc.). 

— pachycepholum v. Uechtr. Bei den Hauerwiesen. 

— prenanthoides Vill. a. bupleurifoUum W. Gr. Brünnelheide, Bären- 
kamm (Oborny)! Altvaterabhang gegen die Schweizerei, Kl., 
Seeberg, Uhustein, Thal der rauschenden Tees.; b. angustifolium 
Tausch. Brünnelheide, Fuhrmannstein etc. (Oborny), Gr. Vater, 
Thal der rauschenden Tees, beim. Schlägelbrünnel. 

Mulgedimn alpinum Lees (Lattich im Gesenke! inFiek. Fl.), Zwischen 
Peterstein und Altvater, Gr. Vater, Knoblochgraben, Bärenkamm; 
Altvater, Brünnelheide (Oborny)!, Thal der rauschenden Tees, 
Schosskamm, bei den Ochsenwiesen. 

Sonchus uliginosus M.B, Jägerndorf (Fiek)!. Weiskirch, Würben- 
thal, Buchbergsthal. 

Prenanthes purpurea L. Val. Klobouk, Zdiechow, Hallenkau, Ja- 
worniky, häufig bei Gr. Karlowitz, Hluboka, Salajker und Gaval- 
öansker Eevier, Althammer (Studenöany Wd., na Welke etc.), 
Peretonky u. a, 0. am Klln, Ostrawitz, Smrecinu; Lysähora bei 
Malenowitz, Friedland (Oborny), Grunik, Lukschinetz, Morawka, 
Urbaska und Wd. u Chocu bei Slawica, Ptacinky bei Mt. Lowna, 
Popilarsky und üpas Wd. bei Lomna, Jablunkau; gemein im 
Altvatergebirge (Oborny) bei der Brünnelheide ca. 1200 M., 
Goldeustein, Sternberg. 

Lactuca saligna L. Auf Wiesen und Rainen bei Straznitz. 

— scariola L. Straznitz, Hroznä Lhota, häufig bei Ung.-Brod, selbst 
noch im Kralow daselbst, Hawritz, Prakschitz. 

Hypochoeria glabra L. Val. Klobouk, Prikaz, Rovenky bei Male- 
nowitz. 
• — radicata L. Neu Lhota, Jaworina, Val. Klobouk, Prikaz, Pul- 
tschin, Zdiechow, Hallenkau, Jaworniky, gemein bei Gr. Karlo- 
witz, Milonow, Wysokä, Althammer, Skalka bei Ostrawitz, Lysä 



2Ö5 

hora, Morawka, Slawica (Wiesen unter der Blatna), Burgberg 
bei Jägerndorf; Karlsbrunn (v. Niessl!), Keilig! ca. 1100 M., 
Kother Berg. 
Hypochoeris niaculata L. Welkä, Woisice bei Kl. Wrbka, Küzelau, 
Dlouhe-Krcmy-, Machawe- und Doliny- Wiesen bei Jawornik, Neu 
Lhota; Jaworina (Makowsky!), Val Klobouk, Zdiechow, Hal- 
lenkau, Kicera cernanskä, Jaworniky, Gr. Karlowitz, Milonow, 
Wysokä. 

— unißora Vill. Schilderhau nächst dem Schlossberg bei Würben- 
thal, Gr. Vater, Bärenkamm, unterhalb der Schweizerei, Thal 
der rauschenden Tees. 

Leontodon autumnalis L. Gemein, var. bifida mihi. Eine auffallende, 
höchst charakteristische vom Typus stark abAveichende Form. 
Exemplare zwergig, vielstengelig. Stengel fast in gleicher Höhe, 
sammt den Blättern zerstreut behaart oder fast kahl. Einzeln- 
steugel meist gabelig getheilt, seltener einfach. Blätter lineal 
bis lanzettlich, buchtig fiederspaltig mit linealen bis lanzett- 
lichen Abschnitten. Köpfe mit reichlichen Hochblättern, Hüll- 
blätter sammt dem oberen verdickten Theile des Stengels grau 
zottig. Mähr. Ostrau, Burgberg und auf einem Kaine bei Jägern- 
dorf (in zwei Exemplaren unter dem Typus). 

Plcris hieracioides L. Straznitz, Knezdub, Hroznä Lhota, Welkä, 
Jawornik, Ung.-Brod, Hawritz, Bojkowitz, Val. Klobouk, Ko- 
zsosi beiPiikaz, Hallenkau, Gr. Karlowitz ; Friedland (Ob orny!), 
Metylowitz, Janowitz, Lomna, Jablunkau, Teschen, Boguscho- 
witz; Konska (Kolbenheyer)!, Schlicksenwald bei Goldenstein. 

Tragopogon orientalis L. Rohatetz, Petrow, Straznitz, Knezdub, Hroznä 
Lhota, Welkä, Jawornik, Neu Lhota, Jaworina, Blumenthal, 
Strany, Ung.-Brod, Hawritz, Bojkowitz, Val. Klobouk; Jägern- 
dorf (Spatzier)! 

— major Jacq. Straznitz, Zdiechow! 

Aster linosyris Bernh. und A. amellus L. Auf Weinbergen bei 

Straznitz. 
Erigeron canadensis L. Gemein, in höheren Lagen bei Val. Klobouk 

und bei Ludwigsthal! 

— acre L. Schweizerei am Altvater (v. Uechtritz)! 

Solidago virga aurea L. Gemein. In höheren Lagen auf dem Smrk, 
Gr. Vater, Stechpläne var. alpestris W. Kit., Schäferei, Gr. Vater, 
Bärenkamm, KL- und Gr.-Seeberg. 

— canademis L. Thiergarten bei Straznitz und bei den Marchufern 
daselbst vollkommen eingebürgert. In Gärten und aus Gärten 
verwildert bei Teschen, Boguschowitz imd Hruschau. An den 
Ufern des Mühlbaches bei Jägerndorf verwildert und einge- 
bürgert. 

— serotina Ait. Goldenstein. 

Liula conyzaDG. Friedland (Oborny); Prowaznythal bei Hallenkau, 
Kicera cernanskä, Jaworniky, Gr. Karlowitz. 

— germanica L. Straznitz. 



296 

Inula salicinalt. Welkä, Woisice bei Kl.-Wrbka, Kfizelau, Machowe- 
und Doliny- Wiesen bei Jawornik, Philippsthal, Ung.-Brod, Wein- 
berge bei Hawritz, Horka Wd. bei Val. Klobouk. 

— ensifoUa L. ^erotin bei Straznitz, Ung.-Brod, Weinberge bei 
Hawritz, 

— helenmm L, Cultivirt und verwildert bei Bogiischitz und Hruschau. 
Pulicaria dysenterica Gärtn. Straznitz (Fasangarten etc.), Philippsthal. 
Helianthus tuberosus L. Häufig bei Ung.-Brod, massenhaft und völlig 

eingebürgert. 
Bidens cernuus L. Blumeuthal, Strany, Nivuitz. 
JRudbekia laciniata L. Cultivirt und verwildert bei Morawka. 
Anthemis tinctoria L. Straznitz, Ung.-Brod, Hawritz, Obora bei 

Bojkowitz; Koiiska (v. U echt ritz)!, Boguschowitz. 
Chrysanthemum leucanthemum L. Gripfel der Jaworina! 
■ — parthenium Pers. Verwildert und meist eingebürgert: bei Zdie- 

chow, Gr, Karlowitz, Milonow, Butosonka, Morawka. 

— corymbosumL. Straznitz, Welkä, Woisice bei Kl. Wrbka, Küze- 
lau, Jawornik (Krcmy- Wiesen etc.), Ung.-Brod (Chrastka etc.), 
Wolenow, Suchä Loza, Bysti-itz, Bojkowitz, Val. Klobouk. 

— tanacetum Karsch. Gemein im b. G., selbst noch auf der Wysokä 
nahe am Gipfel. 

Artemisia absinthium L. Eohatetz, Straznitz, verwildert bei Mo- 
rawka. 

— pontica L. Straznitz, 

— austriaca Jacq. Weinberge bei Straznitz, Badiejau, 

Filago apiculata G. E. Smith Ob. Fl. p, 667. Val. Klobouk, Wysoka. 
Onaphalium dioicum L. Gemein im b. G., selbst noch am Gipfel 
der Jaworina. 

— süvaticum L. Gemein, selbst noch auf der Trojacka. 

— norvegicum Gunner. Brünnelheide, Schosskamm, Leiterberg etc. 
(Oborny), Donnerlahn bei Karlsbrunn, Mooslehne, Demmbaude, 
Gr. Vater, Knoblochgraben, Bärenkamm, Uhustein, Thal der. 
rauschenden Tees, bei den Hauer- und Ochsenwiesen. 

— idiginosum L. Gemein, var. cuneata mihi. Aeste weisswollig- 
zottig unter den Blüthenknäueln stark verdickt, daher länglich- 
keulenförmig. Sehr seltea, bei Straznitz unter dem Typus. 

— arenarium L. Bei den Ziegelhütten in Jägerndorf. 
Doronicum austriacum Jacq. (Schwalbenwurz! im Gesenke in 

Piek Flora), Miloiiowkathal bei Gr. Karlowitz, Maxmilianka- 
thal zwischen der Salajka und dem Gasthause u Papeze; On- 
dfejnik bei Friedland, Torfmoor Huti oberhalb Althammer etc. 
(Oborny), Klin, Polana; Karlsbrunn (W. Gr.)! Mooslehue, Schä- 
ferei, Demmbaude, am Wege von der Schäferei zum Wilden 
Stein, Gr. Vater, Knoblochgraben, Bärenkamm, unterhalb der 
Schweizerei, Thal der rauschenden Tees, Schosskamm. 
Senecio Jacobea L. Gemein. In höheren Lagen auf der Lysä hora 
ca. 1200 M. 

— harbareaefolius Krock, Zwoleuow, Straznitz, um M.ähr. Ostrau. 



297 

y 

Senecio nemorensis L. ampl. Celak. Prodr. p. 241 und Fiek Flora 
von Schlesien, p, 230. a. gemiinus 1. c. = S. Jacquinianus Kchb. 
spec. Hüllblätter 8 — 12, spärlich kurzhaarig, Blätter, langge- 
spitzt, lederig, gross, mit erweiterten halbstengelumfassendem 
Grunde, Rippen der Unterseite meist kurzhaarig, diese für das 
Vor- imd Hochgebirge charakteristische Art, tritt in der Ebene 
selten auf und ist dann kaum typisch. Die Verbreitung, der 
Habitus und die sonstigen Merkmale sprechen, trotz mancher 
Uebergänge, sehr viel für die Selbstständigkeit dieser Form, in 
diesem Falle konnte der Name S. Jacquinianus Rchb., der nach 
Nyman's Consp. fl. europ. p. 353 mit dem echten S. nemo- 
rensis L. gleichbedeutend ist, zur Vermeidung jeder Verwechs- 
lung, dem letzteren, obwohl gut eingebürgerten Namen voran- 
gestellt werden. Es wäre dann am besten die von S. Jacquinianus 
Rchb. wohl getrennte Form S. Fuchsii Gmel. spec. ebenfalls 
zur Art zu erheben. Diese Richtung verfolgte ich, indem ich 
in meinen frühereu Beiträgen zu S. nemorensis L. (ampl.) in 
Öelak. Prodr. und Fiek Flora die typischen Formen des S. 
Fuchsii Gmel. gezogen, dem S. Fuchsii Gmel. jedoch die ex- 
tremsten schmalblätterigen Formen desselben = S. Fuchsii Gmel. 
var. salicifolius Wallr. unterordnete. 

— Jacquinianus Rchb. {S. nemorensis L. var. genuinus Celak. Fiek) 
Gr. Karlowitz, Althammer, na Welke, Peretoukj', Klin, Polana, 
Smrk bis zum Gipfel, Wasathal bei Ostrawitz, Wolfsseifeu, Lud- 
wigsthal, Mooslehne, Schäferei, Altvater- x^bhaug gegen die 
Schweizerei, Gr. Vater, Knoblochgrabeu, Bärenkamm, Schweizerei, 
Stechpläne, Thal der rauschenden Tees, Schosskamm. 

— Fuchsii Gmel. Küzelau, Hradek, Wd. na Machowych bei Ja- 
wornik, Neu Lhota, Blumenthal, Ob. Niemtsch, 'üng.-Brod, 
Hallenkau, Jaworuiky, Wysoka, Trojacka, Salajka, Althammer, 
Klin, Ostrawitz, Maleuowitz, Przno, Morawka. Slawiia, Lomna, 
Teschen, Boguschowitz, Koiiska, Jägerndorf, Würbenthal, Knob- 
lochgraben; Karlsbrunu (v. Niessl), Pathenwald bei Golden- 
stein, hier einige mannshohe Exemplare, var. salicifolius Wallr., 
Neu-Lhota, kl. Jaworina, Strany, Ostrawitz, Beskyd bei Krasna, 
Würbenthal. 

— crispatus DC. ampl. in Fiek Fl. p. 228. Meist in der Form 
rivularis Rchb., im Hochgesenke in der Form sudeüca Koch 
und mitunter genuinus W. Gr. Maxmiliankathal unterhalb der 
Salajka, Althammer, Polana, Smrk, Morawka, Slawica; in tieferen 
Lagen noch um Kailsbrunn u. zw. in der f. Wt-i/iaris (v. Niessl), 
Demmbaude, Knoblochgraben, Thal der rauschenden Tees. 

Homoqyne alpina Cass. Lysä hora (Kolbenhey er)! Peterstein, Gr. 
Vater, Knoblochgraben, Bärenkamm, Stechpläue, Thal der rau- 
schenden Tees, Schosskamm, Dreistein, 

Adenostyles Alliariae Kern. Bei Karlsbruun bei 900 M. (v. Niessl), 
Schäferei, Auerhahnhütte, Gr. Vater, Knoblochgraben, Bäronkamm, 
Thal der rauschenden Tees, Schosskamm. 



298 

Eupatorium cannahinum L. Straznitz, Küzelau, Jawornik (Stanowisko 
und Struzne Wd.), Philippsthal, Blumenthal, Ob, Niemtschy, 
Üng.-Brod (Kralow etc.), Obora bei Bojkowitz, Vapenky und 
Doubrawa bei Val. Klobouk, Pfikaz (Kozsosi, Eakowetz-Bach), 
Prowaznythal bei Hallenkau, Wasathal bei Ostrawitz, Bogu- 
schowitz, Sternberg beim Scbäferbache. 

Serratula tinctoria L. a. integrifolia Wallr. in Piek Fl. p, 243, 
b. heteropliylla Wallr. 1. c. ^erotin bei Straznitz (a),Woisice bei 
Kl. Wrbka (a). Wiesen bei Küzelau (a et b), Dlouhe Wiesen 
bei Jawornik (a), Philippsthal (a), Lysä hora bei Ung.-Brod (a), 
Weisskirch (a). 

Lappa tomentosa Lmk. Straznitz, Tasow, Lippau, Lonka, Welkä, 
Strany, Ung.-Brod, Hallenkau, Gr. Karlowitz; häufig im Thale 
der Ostrawitza und in Schlesien (Oborny). 

Centaurea jacea L. a. decipiens Thuill. sp. Val. Klobouk, Gr. Karlo- 
witz, Miloiiow etc. b. pratensis Thuil. sp. Häufig bis gemein 
in den Thälern der Ostrawitza, Lubina, Olsa und Weichsel 
(Oborny); Val. Klobouk, Prikaz, Jaworniky, Gr. Karlowitz, 
Miloiiow, Trojacka, Salajka, Klin, Lysä hora, Morawka, Lomna, 
Jablunkau, Boguschowitz, Mähr. Ostrau. 

— pseudophrygia C. A. Mey. Krasnä, Morawka, Buchbergsthal, 
Wolfsseifen. 

— rhenana Boreau. Ob. Fl. p. 697. Kohatetz, Petrow, Straznitz, 
ßadiejau, Ung.-Brod, Hawfitz, Prakschitz. 

(Fortsetzung folgt.) 



Syniphytufn cordalum W. E. 

Von J. Ullepitsch. 

Zu den auffallendsten Vorkommnissen der hiesigen Frühlings- 
flora muss mit Recht obige so eigenthümliche Pflanze gerechnet 
werden. Hazslinszky gibt selbe (1872) als bis an die Grenze der 
Zips vorkommend an. Seitdem hat Herr Rector Vrany selbe südlich 
von Kis-Lomnitz auf Sandstein gefunden, ich fand selbe heuer auf 
Kalkstein nördlich von hier in den Magurafelseu, und dürfte selbe 
sogar in Galizien zu finden sein. Auf allen diesen Fundorten hält 
die Pflanze die Seehöhe von 700 — 900 Meter ein, und liebt vorzugs- 
weise schattige feuchte Waldesstellen. 

L. Vagner verschickte selbe aus der Märmaros von der „Alpe 
Terentin", woraus ich annehme, dass diese Pflanze dort höhere La- 
gen ersteige. 

An Höhe und Habitus sind die Pflanzen von allen drei Fund- 
orten sich ziemlich gleich, nur die Bekleidung weiset erhebliche 
Unterschiede auf. Die Märmaroser Pflanze, so wie die hiesige vom 
Kalkboden sind am Stengel, Blatt- und Blüthenstieleu und Kol- 



299 

chen mit spärlichen Haaren bekleidet, die Blattflächen, welche mit- 
unter einen Durchmesser von Ys Meter erreichen, beiderseits nackt 
und schimmert die Oberfläche der Blätter der hiesigen Kalkpflanze 
schön seidig in frischem Zustande. 

Die Pflanze vom Sandstein ist hingegen am Stengel und den 
Blattstielen, mit starken weissen, aufwärts gekrümmten Borsten be- 
kleidet, die Blüthenstielchen und Kelche hingegen drüsig. Die Blüthen 
sind im allgemeinen kleiner als bei der Kalkpflanze. 

Die hiesige Form vom Kalkboden sowie auch die Märmaroser 
Exemplare, machen gegenüber der Pflanze vom Sandstein auf mich 
den Eindruck, als hätte man es in ersterem Falle mit cultivirteu 
Exemplaren zu thun, und im letzteren mit einer wildwachsenden 
Pflanze. Leider ist weder Seehöhe noch Grebirgsgestein auf der Vag- 
ner'schen Etiquette ersichtlich. 

Da nur wenigen Floristen Gelegenheit wird, die Pflanze lebend 
zu sehen, so erlaube ich mir noch Einiges beizufügen: 

St/mpht. cord. unterscheidet sich auf den ersten Blick von S. 
tuberosum. Ersteres ist höher, weich nickend, seine breiten, ziemlich 
flachgestellten Blätter bedecken eine grosse Fläche, berühren zumeist 
die nächststehende Pflanze und so bilden selbe eine Spanne über dem 
Erdboden gleichsam eine zweite Decke, wie dies bei Epimedium al- 
pinum, oder bisweilen bei Pteris aquilina der Fall ist. S. tuberös., 
welches auch hier vorkommt, nimmt etwas niedrigere Staudorte ein; 
jeder Stengel ist entweder für sich allein, oder viele bilden zusam- 
men einen dichten Busch, von geringem umfange. Auch kommen bei 
S. tuberös, selten sterile Stengel vor, häufig hingegen bei S. cord. 

Beide Pflanzen bilden unter sich einen Bestand mit eiförmigen 
Blättern, dessen schon Hazslinszky erwähnt, und welcher sich auch 
in der Zips findet. 

Endlich findet sich in den Poprad-Auen hier eine eigenthüm- 
liche Form von Symph. tuberosum mit linear-lanzettlichen Blättern, 
die beiderseits mit steifen, borstlichen Haaren bedeckt sind, und 
welche Form noch eingehend beobachtet werden muss. 

K niesen, Zipser Comitat, am 25. Juni 1886. 



Der Pilzmarkt in Ung. Hradisch. 

Von Ludwig Schlögl, 

k. k. Gjmn.-Professor. 

Ung. Hradisch liegt in der grösseren Marchebene Mährens, 
welche im Westen vom Marsgebirge, das von Südwest nach Nord- 
ost zieht und im Osten von den Ausläufern der kleinen Karpathen, 
Wälder benannt, begrenzt wird. Diese Gebirgszüge, auf denen noch 
grössere zusammenhängende Nadel- und Laubwälder anzutrefl'en sind, 



300 

sowie die grossen und zahlreichen Hutweiden der Dörfer sind dem 
üppigen Gedeihen vieler und mannigfaltiger Pilze günstig, wozu die 
häufigen Niederschläge und Temperaturwechsel im Sommer und Herbst 
ebenso viel beitragen. 

Es werden auch alle Pilze, ob schmackhaft und geniessbar oder 
geschmacklos und verdächtig, von einem grossen Theile der armen 
Dorfbevölkerung gesammelt und zu Markte gebracht. Viele gute 
Pilze gelangen aber in einem bereits schlechten Zustande auf den 
Markt, weil sie meist in dichten Körben oftmals aus bis drei Stun- 
den von der Stadt entlegenen Dörfern auf dem Eücken herbeigebracht 
werden und durch den Druck und die Wärme Schaden leiden. Dass 
auf den Markt auch verdächtige Pilze, wie viele Täublinge und 
Bläulinge gebracht werden, rührt daher, weil die Dorfbevölkerung 
auch alle diese Pilze geniesst, wohingegen andere gute, wie die 
Parasolpilze und Kaiserlinge, von den meisten für giftig gehalten, 
nicht gesammelt und gegessen werden. 

Wie viele Pilze der Stadtbevölkerung schmackhaftere Speisen 
bieten, so sind sie der Dorfbevölkerung ausser der oftmals reichlichen 
Erwerbsquelle ein reichliches und sättigendes Nahrungsmittel. 

In welcher Jahreszeit die einzelnen Pilze zuerst und vereinzelt, 
dann in Massen und schliesslich noch zu Markte gebracht werden, 
wird bei der Schilderung der G-attungen und Arten angegeben. 
Tuber cibarium Bull. Die Speise-Trüifel. 

Dieselbe wird im Marsgebirge vereinzelt, besonders bei 
Sallasch und Jankowitz, häufiger aber in den Ausläufern der 
kleinen Karpathen, wie bei Velka, gefunden und gleich an Pri- 
vate oder Gastwirthe verkauft, ohne auf den Markt gebracht 
zu werden. 
T. {Rhizopogon) niveus Desfont. Die schneeweisse Wurzeltrüffel. 
T. {Rhizopogon) Magnatum Pers. Magnaten- Wurzeltrüffel. 

Diese beiden Arten, besonders die erstere, werden in den 
Monaten Juni, Juli, August und September nicht selten zu 
Markte gebracht und von der Stadtbevölkerung in Fleischbrühen 
gegessen. 

Von Staubpilzen kommen vorzüglich auf Triften und Hut- 
weiden vor: der gemeine oder Riesen-Staubpilz 
Lycoperdon Bovista Fr. und der stachelwarzige Staubpilz 
L. gemmatum Fr., letzterer in mehreren Spielarten. Keiner wird von 
der Bevölkerung für geniessbar gehalten, wesshalb sie auch 
nicht auf den Markt gebracht werden. 

Von Morcheln werden 

Morcliella escidenta Fr. Die Maurache, besonders die Var. rotunda, 

M. bohemica Krombh. Die Glockenmorchel, 

M. conlca Fr, Die Spitzmorchel und 

M. jyatida Pers. die Bastartmorchel bereits gegen Ende April und 
im Mai oftmals Körbe voll von den Buchlowitzer, Sallascher 
und Mikowitzer Wiesen und Wäldern zu Markte gebracht. Von 



301 

den Lorcheln üelvella Pars., die auch in den "Wäldern des Mars- 
gebirges wachsen, wie: 

Hdvella laciinosa Fries. Die gmbige Lorchel und 

H. crispa Fries, die Herbstlorchel, wird keine Art zu Markte ge- 
bracht, da sie von der Dorfbevölkerung für ungeniessbar gehal- 
ten werden. 

Von der Gattung Ciavaria kommen auf den Markt: 

Ciavaria Botrytis Pers. Die röthliche Bärentatze, 

C. formosa Pers. Schön-Keulenpilz, 

C. aurea Schaff, Golcl-Keulenpilz und 

C. flava Pers. Ziegenbart. 

Es erscheinen besonders die röthliche Bärentatze und der 
Schön-Keulenpilz am häufigsten, oft «1er Ziegenbart und nur 
selten der Gold-Keuleupilz am ^Markte. Der letztere erst im Sep- 
tember und October, während die anderen von Mitte Juni bis 
Anfang November in wechselnden Mengen und oft in sehr grossen 
Exemplaren am Markte erscheinen. 

Von den iTj/rfuwm-Arten werden 

Hydnmn Erinaceus Bull. Der Igel-Stachelpilz, 

H. cirrliatinn Fries. Zottiger Stachelpilz, 

H. imbricatum Fer. Der Habichtsschwamm und 

H. diversidens Fries, ungleichzähniger Stachelpilz, nur sehr selten 
im Sommer zu Markte gebracht, da die meisten Pilzsammler 
alle Stachelpilze für verdächtig und ungeniessbar halten. Der 
Habichtschwamm wird unter dem Namen „Birkenmaischwamm" 
verkauft. 

Von Polyporus-kxiQn, die vorzüglich aus dem Marsgebirge 
zu Markte gebracht werden, sind: 

Polyporus umheUatus Fr. Der Eichhase, 

P. frondosus Fr. Der Klapperschwamm und 

P. sulpkureus Fr. Schwefelgelber Porenpilz. 

Die Zeit ihres Erscheinens am IMarkte beginnt im Juni, 
besonders des Eichhasen und des schwefelgelben Porenpilzes, 
während der Klapperschwamm erst im Juli erscheint. Im Juli 
und August werden die ersten zwei massenhaft und in Exem- 
plaren von oft 50 Ctm. Durchmesser zu Markt gebracht. Der 
letztere erscheint vereinzelt, da ihn wenige Pilzsucher als ge- 
niessbaren Pilz kennen. Als letzter von ihnen im Jahre wird 
der Klapperschwamm auch noch Ende October und in den ersten 
Tagen des November zu Markte gebracht. Der schwefelgelbe 
Porenpilz wächst vorzüglich an Pflaumen- und Niissbäumen, 
während der Eichhase und der Klapperschwamm an Eichen und 
Buchen, seltener an Obstbäumen sich finden. 

Boletus [Fistidina) hepaticus Pers. Der Blutschwamm. 

Er wird gegen Ende August in einzelnen oft über 20 Ctm. 
langen Exemplaren aus dem Walde Chluboczek zwischen den Dör- 
fern Mikovvitz und Hluk zu Markte gebracht, aber selten in der 



302 

Stadt verkauft, da er wenig beliebt ist und desshalb auch nicht 
gekauft wird. 

B. luridus Schäifer. Schusterpilz, Saupilz. 

B. Satanas Lenz. Satanspilz. 

B. erythropus Pers. Eothfuss. 

B. lupinus Fr. Wolfs-Röhrchenpilz. 

B. piperatus Pers. Pfefferpilz. 

B. cyanescens Bull. Blauwerdender Eöhrchenpilz. 

B. radicans Fr. Wurzelnder Röhrchenpilz. 

Die Bläulinge erscheinen vom Juni bis Ende September 
in wechselnden Mengen am Markte. Die häufigsten sind der 
Schusterpilz und Satanspilz. Wenn auch von der Marktpolizei 
verdächtige und giftige Bläiüinge, wie der Pfefferpilz, der Wolfs- 
pilz, Rölirchenpilz und Rothfuss, den Verkäufern weggenommen 
werden und ihnen verboten wird, diese Pilze auf den Markt 
zu bringen, so sammeln sie doch alle Bläulinge, um sie trotz 
des Verbotes auf den Markt zu bringen. Oftmals werden die 
Bläulinge mit bereits schmierigem Hut auf den Markt gebracht 
und von der Landbevölkerung gekauft, da sie auch solche Pilze 
noch geniesst. 

B. rufus Schäffer. Der Espenpilz. 

Dieser Pilz, besonders der aus den lichten Wäldern an den 
Abhängen des Rovniaberges, seltener aus den Buchlowitzer Wäl- 
dern wird im September und October zu Markte gebracht. 

B. scaber Fr. Der Kapuzinerpilz, Birkenpilz, Geissfuss. 

Der Kapuzinerpilz wird in den verschiedensten Grössen und 
Farbenzeichnungen des Hutes von Mitte Juni bis Mitte No- 
vember und nach dem Standorte des Pilzes unter verschiedenen 
Bäumen zu Markte gebracht. Am häufigsten ist er im August, 
September und October. Er wird weniger von der Stadt- mehr 
von der Landbevölkerung gegessen. 

B, luteus L. Der Butterpilz = B. annulatua Pers., der Schmalzling. 
Er wird vereinzelt bereits Anfangs Mai, in kleineren Men- 
gen im Juni, Juli und August und in grossen Massen im Sep- 
tember, October bis über die Mitte November zu Markte ge- 
bracht. Der Pilz wird stets mit abgeschälter Huthaut verkauft 
und ist sowohl von der Stadt- als der Landbevölkerung gesucht 
und gern gegessen. 

B. subtomentosus L. Ziegenlippe. 

Die Ziegenlippe, die von der Dorfbevölkerung auch Linden- 
pilz genannt wird, erscheint am Markte im Juni, Juli, August 
und oftmals noch in der ersten Hälfte September. 

B. variegatus Swartz. Der Sandpilz, gelber Kuhpilz. 

Der Sandpilz wird in der zweiten Hälfte Juni, in grösseren 
Mengen im Juli und August zu Markt gebracht. Er wird nur 
von der Landbevölkerung gekauft und gegessen. 

B. hovinus L. Der Kuhpilz. 



303 

Derselbe wird von Juni bis Anfang November, am häu- 
figsten im Juli und October in verschiedeneu Grössen zu Markt 
gebracht. 
B. edidis Bull. Der Herrenpilz, Pilzling, Steinpilz. 

Er erscheint bereits Anfangs Mai auf dem Markte, wird 
auch tagtäglich, oftmals in grossen Massen und in verschiedener 
Grösse bis Mitte November feilgeboten. Die Preise für die Pilze 
hängen von der Jahreszeit und der Menge derselben am Markte 
ab. So kosten im Mai und October einzelne grosse und harte 
von 15 bis 20 kr. Der Herrenpilz wird auch aus entfernteren 
Waldgebieten, wie aus denen von Ung. Brod, Koritschan und 
Napagedl nach Ung. Hradisch zu Markte gebracht und stets 
gut verkauft. 

B. regim Krombh. Der Königspilz. 

Der Königspilz wird im Juni, Juli und August, am häu- 
figsten im Juli zu Markte gebracht. 
B. aurantiacus Pers. Der oranggelbe Köhrenschwamm. 

Dieser Röhrenschwamm wird nur von manchen Pilzsuchern 
gesammelt und im Juli und August zu Markte gebracht. 

Im Jahre 1884 wurden am 4. November von einem Pilz- 
verkäufer aus Stribrnitz mehrere Pilze unter dem Namen „Kie- 
fernpilze" zu Markte gebracht. Sie hatten einen ocherbräunlichen 
Hut, ein gelbbräunliches Fleisch, einen gelben Strunk, starken 
Geruch und leicht säuerlichen pfefferartigen Geschmack. Der 
Beschreibung nach stimmt er überein mit dem 
B. spadiceus Pers. Kastanienbrauner Röhrenpilz. Sie wurden als ver- 
dächtig nicht verkauft. 
B. aereus Bull. Brouzfarbiger Röhrenschwamm. 

Dieser Pilz wird im Juli imd August unter verschiedenen 
Namen am Markte verkauft. 

(Schluss folgt.) 



Eine Excursion auf den Hochschwab. 

Von Hans Steininger. 

Der Hochschwabgebirgsstock in Obersteiermark mit seiner höch- 
sten kegelförmigen Erhebung „Hochschwab" (2278 m. s. m.) oder 
kurzweg „der Schwabe", wie er bei den Aelplern genannt wird, war 
seit Jahren, da ich ihn von der „Bodenwies" (an der oberösterr.- 
steierischen Grenze) zum erstenmal erblickte, ein stehender Punkt in 
dem Programme meiner Ferienexcursionen, aber wie es nun geht, 
jährlich kam etwas dazwischen, das die Excursion hinderte. Nun aber 
wurde es ernst, und um ein Bild der Vegetation zu erhalten, wurde 



304 

beschlossen, den Koloss seiner ganzen Länge nach abzugehen und zu 
diesem Behufe von Eisenerz aus die Besteigung zu unternehmen. 

Am 3. August 1885 Morgens fünf Uhr brach ich in Begleitung 
meiner Frau und meines siebenjährigen Sohnes von dem Gasthof 
„König von Sachsen" in Eisenerz auf, und tüchtig beladen mit Mappen, 
Büchsen und Proviant für vier Tage, zogen wir nach Trofeng, bogen 
dann von der Hauptstrasse ab, gingen längs des „Gsohlbaches" an 
der Gsohlhütte vorbei und kamen bei der Gsohlalm an. Von dieser 
Hütte aus, in welcher wir schlechte Milch und noch schlechteren 
Wein bekamen, führt ein Steig zu den interessanten Höhlen der 
„Erauenmauer," die aber ohne Führer nicht gut passirbar sein sollen. 
Nachdem eine botanische Ausbeute in denselben natürlich nicht zu 
erwarten stand, so waren die Höhlen vor uns sicher und wir stiegen 
im Zickzackwege bis zum Neuwaldeck auf und dann wieder abwärts 
zu den Neuwald -Almhütten. Bis hieher war der Weg gut markirt, 
und da es am Neuwaldeck tüchtig zu regnen anfing, waren wir froh, 
in einer der Hütten Schutz zu finden. Bleigrau und tief hing der 
Nebel herab und die Aussicht, heute wenigstens bis zu den Sonnschien- 
almen zu gelangen, war sehr gering. Die botanische Ausbeute, welche 
sich in den drei Büchsen vorfand, war gering, dafür fand sich desto 
mehr Notirtes vor: Phleum Michelii All., P. alpinum, P. pratense 
y. noclosum Gd. Agrostis oanina, A. alp'ma Scop., Avena Hostii Boiss., 
Melica nutans, Poa alpina ß. vivipara (W.), Featiica Halleri All., 
F. glauca Lam., F. varia Hnke, Nayxlus stricta, Eriophormn vagl- 
natum, E. latlfoUum Hoppe und anr/ustifoUum Rth., Veratrum alhum, 
Lilhvm Martagon, Alliiim ursinum, Paris quadrifolia, Gonvallaria 
verblcillata, multifiora, Orchis glohosa, Epipactis ruMginosa Gd. und 
latifolia All., Listera corclata R. Br., Neottia Nidus avis Rieh., Poly- 
gonuni Bistorta, viviparum, Adenostylos alpina Bl. F. A. albifrons 
Rb., Bellidiastrum Michelii Cass., Solidago virga aurea, Inula 
Gonyza DC, Doronicum austriacum Jacq., Senecio Fuchsii Gmel., 
8. nemorensis^ S. subalpinus Koch, Cirsium Erisithales Scop., 0. 
oleracemn Scop., 0. arvense Scop., Carduus Personata Jcq., Wille- 
metia apargioides Less., Mulgedium alpinum Less., Grepis aurea Cass., 
Campanida pulla, Sambucus Ebulus, S. racevnosa, Lonicera Xylosteihm 
L. alpigena, Vincetoxicmn officinale Mnch., Gentiana cruciata, G. 
asclepiadea, Galamintha alpina Lam., Glinopodium vulgare, Galeopsis 
Tetrahit, G. speoiosa MilL, Stachys alpina, Betonica officinale, B. 
Alopecurus, Teucrium Chaynaedrys, T. montanum, Echiwm vulgare et 
var. albiflora. Verbascum nigrum, Veronica Ghamaedrys, JRhinanthus 
aristatus Cel., Soldanella montana W., Gyclamen europaeum, Lysi- 
machia vulgaris, L. nemorum, L. punctata, Rhododendron hirsutwm, 
Vaccinium Vitis Idaea, Pirola secunda, Astrantia major, Pimpinella 
m,agna, P. Saxifraga, Pastinaca sativa, Daucus Garota, Anthriscus 
nitida Garke, Pleurospermum austriacum Hffm., Saxifraga rotundi- 
folia, JRanunculus aconitifolius, Trollius europaeus, Aquilegia atrata 
Koch, Aconitum Vulparia Rchb. A. Napellus, Papaver alpinum, 
Arabis alpina, A. hirsuta Scop., A. arenosa Scop., Gardamine amara, 



305 

Malachium aquatlcum Fr., Dianthu^ Carthuskinorum, Hypericum 
perforatwm, H. quadrangulam, Euphorbia austriaca Kerner, E. 
ami/ffdaloides, Q-eranium ayluaticuni var. prandißorum Strobl, Epi- 
lohimn anyustifolium. E. parviflorum Schreb. E. roseum Schreb., 
Alchhnilla vulgaris. Trifolium hadium Sclireb. und Astrayalus glycy- 
phyllos. Die Bacheinfassuug im Thale bestand aus Alnus incana DC., 
Et'oriymu^ europaeus und hin und wieder aus Cornus sanguinea. Auf 
dem Berge waren Gebüsche aus Alnus viridis vorherrschend. Der 
ungeheure Eisenreichthum aller Vorberge um Eisenerz zeigte sich au 
dem Ziita^-etreteü des Eisensteines, wodurch dieselben ein ganz eigen- 
artiges Colorit erhielten. 

Nachdem wir eine Stunde geruht und der Regen etwas nach- 
gelassen hatte, machten wir uns wiedor auf den Weg, in der ange- 
nehmen Hoffnung, dass es doch gänzlich zu regnen aufhören möchte 
und schritten den „Kulm-Almen" zu, in denen wir zwar keine Schwai- 
gerin, jedoch eiaen ganz verzweifelt schreienden Säugling antrafen, der 
ungeduldig die seit Stunden abwesende Mutter erwartete. Auf gut 
hergehaltenem Wege lenkten wir unsere Schritte stetig aufwärts auf 
das „Hörndl", dann wieder abwärts auf den „Senkbodf^n", von wo 
aus wir wieder aufwärts den „Sonuschien-Almen" zustrebten. Hier 
wurde wieder der süssen Ruhe gepflegt, und da die Schwaigerin Tags 
zuvor auf einem der umliegenden Berge „gegrast", d. h. mühsam mit 
der Sichel das Futter für ihr Vieh geholt, dabei natürlich auch Wur- 
zeln gegraben hatte, so glaubte sie uus durch ein Geschenk von „Speik" 
{Valeriana ceUica) ein Vergnügen machen zu können, war aber durch- 
aus nicht ungehalten, als wir diese als Vieharznei sehr gerühmte 
Gabe dankend ablehnten. Der Inhalt der Büchsen wurde in die Mappen 
gelegt und die Notirungen vervollständigt: Pinus Mughus, Hiera- 
cium villosum, Campanula barbata, Diantims alpinus, Thesium al- 
pinum, Alchimilla cdpina, Meum athamanticum und Athamanta 
cretetisis war alles Bemerkeuswerthe, was in der Nähe unseres 
Weges stand. 

Erwähnen will ich noch einer Episode in der Nähe der „Hörndl- 
Alm", die leicht etwas unangenehmer Natur hätte werden können 
und die beweist, wie sehr man sich im Steingeröll e vor der Kreuz- 
otter {Vipera berus), welche hier sehr häufig ist, in Acht zu nehmen hat. 
Wir schritten nämlich im Steingerölle, die Augen mehr den Ptlauzen 
als dem Wege zugewendet, langsam vorwärts, als ich plötzlich unter 
meinen Füssen em ganz eigenthümliches Zischen vernahm. Dieser 
Ton war mir zu bekannt, als dass ich mich täuschen konnte. Indem 
ich schnell meinem Sohne, der hart hinter mir schritt, zurief, sich 
schnell zurückzuziehen, holte ich mit meinem Spatenstocke aus und 
theilte eine Viper von seltener Länge (61 cm.) in zwei Theile, die sich 
zwischen meinen Füssen gegen mich aufgerichtet hatte. Vermuthlich 
hatte ich selbe, wie sie unter einem Steine lag, getreten und dadurch 
gereizt. Nachdem ich dieses zählebige Reptil vollends getödtet und 
gemessen, schritten wir mit doppelter Vorsicht weiter. Der Wirth- 
schafter im „Schiesstl-Schutzhaus'-, welchem mein Sohn des andern 

(jH.storr. botan. Zpitn'-hrift. '.). lUit 183ri. 25 



306 

Tages diese Bef3fegniing erzählte, meinte zwar, es wäre viel besser 
gewesen, mit den Worten: „Verrathe mich nicht, ich verrathe dich 
auch nicht", der Schlange auszuweichen und über diese Begegnung 
das strengste Stillschweigen zu beobachten als sie zu tödten, da man 
sich dadurch nur der Gefahr aussetzt, diesen unheimlichen Thieren 
häufiger zu begegnen. Solche Ueberbleibsel einer heidnischen Vorzeit, 
wie sie nicht selten noch in abgelegenen Gebirgsgegenden bei älteren 
Leuten zu finden sind, besitzen selbst in ihrer jetzigen kümmerlichen 
Gestalt noch einen gewissen poetischen Reiz, der mich stets auf das 
angenehmste berührt. 

Da es erst Mittag war, als wir bei den Sounschien- Almen an- 
langten, so hätten wir die Spitze des Bergstockes heute noch erreichen 
können, da wir aber den Sackwiesen-Hochgebirgssee an seinen Rändern 
und seiner nächsten Umgebung absuchen wollten, so beschlossen wir, 
die Spitze erst den nächsten Tag zu besuchen und heute unsere Tour 
nur bis zu den Sackwiesen- Almen auszudehnen und dort zu übernachten. 

Wir wanderten also der „Seemauer" zu, unter welcher sich der 
See befindet imd blieben an demselben zwei Stunden, indem wir ihn 
nach allen Richtungen abgingen (abs. H. des Sees 1421 M). Die 
Schwaigerinnen hatten behufs Streugewinnung die Ränder desselben 
abgeheut, infolge dessen sich verhältnissmässig nur wenig vorfand. 
Wir notirten und sammelten: Jimiperus alpina Clus,, Pinus Muglius 
Scop., Phalaris arimdinacea, Phragtnites communis Trin., Q-lyceria 
fluitans R. Br., Heleocharis palustris R. Br., Seirpus caespitosus, 
S. pauoißorus Ligtf., S. sylvaticus, Eriophorumj alpinum, JE. Scheuch- 
zeri Hoppe, JE. latifolimn et angustifoUwm Rth., Juncus conglomeratus, 
J. effusus, J. ßliformis, J. Jacquini, J. castaneus Sm., J. trifidus, 
J. tnonanthos Jcq., J. alpinusWW.^ Luzula spadicea DC, L. albida 
(Hflfm.) DC, Allium VictoHalis, A montcunwn Schm. , Oi/mnadenia 
conopsea R. Br., O-. odoratisshna Rieh., Gr. albida Rieh., Coeloglos- 
sum viride Hartm., JSermifiium JHonorchis R. Br. , Sparganium 
Simplex Hds., Callitriche verna Ktz., Pumea; scutatus, Scabiosa lucida 
Vill., JEIomogyne alpina Cass., JErigeron alpinus, Antennaria dioica 
Gaertn. a. rosea und ß. nivea, AchiUea Glavennae, A. atrata, Leu- 
cantJiemmn coronopifolimn Vill., Senecio abrotanifolius, Cirsium pa- 
lustre Scop., Leontodon autumnalis, L. hastilis var. alpinus Strobl, 
Crepis blattarioides Vill., Campamda pulla, 0. pusilla Haenke, C. 
Soheuchzeri Vill., Gentiana pamionica Scop., G. Clusii Perr et Song, 
Globidaria cordifolia, Veronica aphylla, V. saxatilis Jcq., Pedicularis 
recutita, (Tausende von Pruchtexemplaren) P. verticiUata, Bartsia 
alpina, Pinguicula ßavescens Schrad, Primula Auricula, P. Clusiana 
Tsch., JRliododendron Ghamaecistus, Heracleum austriacum Jcq., Sa- 
xifraga Aizoon Jcq. et breuifolia Engler, S. aizoides, S. rotundifolia, 
Anemone alpina, Ranuncidus alpestris, R. montanus W., Arabis 
alpina, Tklaspi alpinum Jcq., Helia^ithemu)n vulgare var. glabrescens 
Nlr., Parnassia palustris, Viola biii^ora, AlchimiUa alpina, Potentilla 
uurea, Trifolium badium (massenhaft). 



307 

Begleitet vou einer Auzahl Kühe und eines sehr kräftigen Stieres 
kamen wir bei den Sackwiesen-Almen an, suchten die uns empfohlene 
„Schiachlhütte" auf, die jedoch in Folge Abwesenheit der Schwaigerin 
versperrt war und erwarteten die Ankunft der ziemlich hübschen 
Schwaigerin, die auf das beste für uns sorgte. Wir bezogen das 
Heulager, nachdem wir zuvor noch Rumecc alpinus des Standortes 
wegen der Mappe einverleibt hatten. Während der Nacht stürmte 
und regnete es was Platz hielt, aber schon um vier Uhr früh war 
ein prächtiger Morgen angebrochen, der den schönsten Tag versprach. 

Nach eiustüudigem Gehen betraten wir erst die alpine Kegion 
und der Pflanzenreichthum, den wir besonders in einem höchst an- 
muthigem Felsenthale trafen, war grossartig, wenn auch nur wenig 
verschiedene Arten enthaltend. Man muss die prächtigen Teppiche 
aus Ranunculus alpestris, Myosotis alpestris, Campanula pidla, Saxi- 
fraga stellaris et androsa-ea, Cerastium, grandiflorum und Hiera- 
cium villosum gebildet, eingefasst von Alchhnüla alpina, nur selbst 
das erstemal sehen, um die Freude begreifen zu können, die Frau 
und Kind hatten, da ihnen dieses Bild vollkommen neu war. Daneben 
die Schneegruben und Schneemassen, an deren schmelzendem Kande 
Veronica alpina, So'danella a'piria und Geum montanum wuchsen, 
an den Felsen ringsum Potentüla Clusiana, Rhododendron etc., bald 
zeigte mir das eine, bald das andere eine noch nie früher gesehene 
Blume, der ganze Weg glich einem reizenden Spaziergange und der 
Beschwerden des Weges wurde nicht im geringsten geachtet. 

Statt des kürzeren Weges, der von der „Häuselalm" zur „Hoch- 
steinalm" und di]-ect über die Hundsböden" zur Schwabeuspitze führt, 
hatten wir vorgezogen einen Umweg von einigen Stunden zu machen, 
um über die „Hochalpenhöhe" und „Hochalm" zu gehen und am 
Kückweg erst die kürzere Tour kennen zu lernen, üeberdiess bietet 
der Wq2, über die Hochalpenhöhe, Karlstein und den Wasserboden, 
da man hiedurch den Gebirgsstock zweimal kreuzt, viel mehr Natur- 
schöuheit und Pflauzenausbeute, was wir, in Berücksichtigung unseres 
Zweckes, bevorzugten. Einige Rudel Gemsen bekamen wif zu sehen 
und hoch über uns zog ein Geier dahin. Ober den Felsen schaukelten 
sich Raben, deren Gekrächze die lautlose Stille unterbrach. Dazu der 
wolkenlose blaue Himmel, die herrliche Morgenluft, das Auge schwelgte 
in dem Anblicke der prächtigen Fernsicht. Uns dreien war so wohl, 
so feierlich, es war ein wahrer „Tag des Herrn". 

Unter stetem Schauen, Sammeln und Notiren erreichten wir 
eine Signalstange, von wo aus die Pyramide auf der Schwabenspitze 
zuerst sichtbar wurde. Nun ging es über den Speikboden munter 
dahin, über eine Schneeriese hinweg und bald standen wir unter der 
Pyramide (2278 m. s. M). Hier glaubten wir laut unserer sonst vor- 
züglichen Karte das Schutzhaus zu treifen, waren daher etwas ent- 
täuscht, als wir den Kegel, den wir soeben bestiegen, wieder 100 Meter 
hinab mussten um in die „Hölle" zu gelangen, woselbst das treffliche 
Schutzhaus (2180 m. s. ) sichtbar war. Bevor wir aber die Pyramide 
verliessen, lasen wir noch den Inhalt der gusseisernen „Gedenktafel-', 

25* 



308 

welche auf den einstigen deutschen Reicbsverweser und Wohlthäter 
Steiermarks, weiland Erzherzog Johann Bezug hat und lautet: 
„A.m 24. Juni 1821. 

Seine Heimat erhellt vom Strahle des hirtlichen Johann, 
preiset der Steierer hoch, — Höher dies wärmende Licht. Dir all- 
geliebten Johann." 

Im Schutzhause, das zu Ehren des um das Touristenwesen hoch- 
verdienten verstorbeaeu „Dr. Schiesstl" den Namen „Schiesstl-Schutz- 
haus" führt und sehr tüchtig bewirthschaftet wird, war uns pudel- 
wohl und das vorzügliche Flaschenbier mundete trefflich. Da wir 
nicht im geringsten müde waren, so wurde alsbald die Umgebung 
des Schlitzhauses botanisch durchforscht. 

Um drei Uhr Nachmittag hatten wir ein heftiges Gewitter, 
welches ich in dieser Höhe nicht erwartete, sowie einen grimmigen 
Schneesturm. Wie wohl war uns da in der geheizten Stube! Pflanzen 
einlegen, bestimmen, das Fremdenbuch durchblättern, aus einem für 
solche Fälle eigens mitgenommenen Buche lesen und last not least 
dem Körper die nöthige Nahrung im gehörigen Masse zuführen, war 
bis zur Schlafenszeit unsere Thätigkeit. Der Wind heulte die ganze 
Nacht mit furchtbarer Wuth um das Haus und schien es entdachen 
zu wollen, Regen und Hagelkörner schlugen heftig an das Fenster, 
eisigkalt war es im Bette trotz der guten Decken und der Morgen 
wollte nicht anbrechen. Endlich verkündete der Schlag der Schwarz- 
wälderin die fünfte Morgenstunde und schnell eilte ich in die warme 
Stube, woselbst das Feuer im Ofen bereits lustig brannte und eine 
behagliche Wärme ausstrahlte. Nun sassen wir den ganzen Tag 
„eingeregnet-' im Schutzhause und obwohl wir uns eigentlich nicht 
langweilten, konnten wir doch die Ungeduld nicht bannen. Den dritten 
Tag wurde es wieder heiter und schnell wurde der Pflanzenwelt wieder 
zu Leibe gegangen, und in die Mappen so viel als möglich eingelegt. 
Auf der Spitze und im Umkreise des Schutzhauses wurden ausser 
bereits angeführten noch folgende Pflanzen gesammelt oder doch 
notirt: Pinus Cemhra (von dem Wirthschafter der Schutzhütte über- 
bi'acht), Careoc nigra All., G. atrata, Tofieldia borealis Whlbg., 
Nigritella angustifolia Rieh., Chamaeorchis alpina Rieh., SalLv Arhu- 
scula, S. reticulata, S- retusa, Armeria alpina W., Valeriana elongata, 
V. celtica, Ilomogyne discolor Cass., Erigeron glahratus Hype, Soli- 
dago alpestris W. K., Gnaphalium norvegicum Gm., 6r. supiauni L., 
Antennaria carpathica Bl. et F., (das von Maly Fl. v. St. auf dem 
Hochschwaben angegebene Leontopodium alpinum kommt nach der 
Versicherung mehrerer Aelplerinaen, eines Bergführers, des Wirth- 
schafters der Schutzhütte und eines Jägers ganz sicher nicht vor), 
Achillea CluMana Tscli., Pyrethrmn cdpinum W., Aronicum Clusii 
Koch, A. glaciale Rchb., A. scorpioides Koch., Cirsium spinosissimum 
Scop., Leontodon Taraxaci Lois., L. pyrenaious Gou., Taraxacum 
alpinum Hoppe, Hieracium glabratum Hoppe, Campanula Hoppeana 
Rupr.? G. alpina Jcq., Galium anisophyUi'mV iW., G. haldense Spreng., 
GenUana havarica, G. hrachyphiiUa Vill., G. pumHa Jcq., G. oMusi- 



309 

t'oliaW.? Linaria alpina MiW., Pedicularis rodrataL. (üoii. Koch.), 
P. asplenifolia Floerke, P. geminata Porteuschi., P. rosea Wulf., 
P. verticiUata, Androsace Chamaejasme Host., A. laetea, Primula 
minima,, Rhododendron ferrujinewn, Sedwn atratum und ß. carin- 
thiacum Hoppe, Saxifraga caesia, S. pyrenaica Vill., Eugler uud ß. 
pggmaea Haw., S. aphylla Sternb., S. sedoides, Trollius europaevs, 
f. kumilis (Crntz.), Draha aizoides, D. stellata Jcq., Hutchinsia al- 
pina R. Br., Chevleria sedoides, Alsine aretioides M. K., Cerasiiiim 
alpinum, Cer. carinthiacmn Vest., Silene acaulis, Gemn montanum, 
Potentilla Clusiana Jcq^., Pot. minima Hall., Phaca frigida, Occitropis 
tnontana D.C., Hedysarmn ohscurum. 

Am Rückwege über die Hundsbödeu fanden wir massenhaft 
Saussurea pygmaea, Hie.racium alpinum, Grepis Jacguini und auf 
einer Schneefläche einige Quadratfuss intensiv „vothen Schnee" {Pro- 
tococcus nivalis?), von welchem eine Probe mitzunehmen mir leider 
nicht möglich war, da ich dafür nicht vorgesehen hatte. Nachdem 
unsere Büchsen überfüllt waren und ich mir nicht Zeit zum Ein- 
legen in die Mappen nahm, trotzdem aber Potentilla Clusiana in 
grösserer Anzahl für einen Tauschfreuud zu sammeln hatte, blieb 
nichts übrig, als die Regenmäntel anzuziehen und die am Rücken 
befestigte Kapuze mit dieser Pflanze anzufüllen, bis wir in den Sag- 
wiesenalmen Gelegenheit nahmen, dieselben besser zu versorgen. 
Neue Funde boten sich mit Ausnahme von Khodiola rosea, welche 
ziemlich zahlreich ober der Hochsteinalmhütte sich vorfand, nicht mehr. 

In einer der Sonnschienalmen (Hetzerhütte) übernachteten wir 
und zogen dann andern Tags nach Eisenerz, so ziemlich mit d«r 
Excursion zufrieden, die wohl bessere Ausbeute gegeben hätte, wären 
wir nicht einen Tag eingeregnet gewesen. 

Natürlicherweise ist durch diese Skizze nicht einmal eine an- 
nähernde Aufzählung der auf diesem Gebirgsstock vorkommenden 
Pflanzen gegeben und es war und konnte auch dies nicht der Zweck 
derselben sein. Ich habe nur selbst Gesehenes und selbst Gesammeltes 
angeführt und dasjenige, was ausserdem noch vorkommt unberück- 
sichtigt gelassen. 

Trotz der Lückenhaftigkeit dieser Darstellung dürfte ihr doch 
ein gewisses locales Interesse eigen sein, und dies war auch der 
einzige Zweck dieser Zeilen. 

Reich raming, Oberösterreich, im November 1885, 



310 



Flora des Etna. 



Von Prof. P. Gabriel Strobl. 

(Fortsetzung.) 

1237. Potentilla calahra Ten. fl, nap., *Presl fl. sie, *Bert.fl. it., 
*Guss. Syn. et *Herb.!, *Philippi, argentea *Raf. II, III, IV., noa 
L., arg. rj. calabra DC. Prodr. II. 577. PereDii, rasig vielstenglig mit 
niedergestreckten oder aufsteigenden, selten aufrechten, niedrigen, 
selten bis 2"5 dm. langen Stengeln; Wurzel- und Stengelblätter 
zahlreich, nach oben abnehmend langgestielt bis sitzend, im Umfange 
kreisrund mit circa 2 Cm. Durchmesser, gefingert mit fünf verkehrt- 
eiförmig keiligen, fieder-, meist fast bandförmig 3 — 5 spaltigen oder 
-theiligen Blättchen, die Zipfel länglich linear, ganzrandig oder 
1 — 2 lappig; Blatt imterseite silberweiss wolligfilzig, Oberseite entweder 
grün, flaumig («. discolor m.) oder ebenfalls silberweiss filzig {ß. con- 
color m.); Stengel, Blatt-, Blüthenstiele und Kelche mehr oder 
minder weissfilzig, Nebenblätter lanzettlich linear, ganzrandig, spitz; 
Blüthen in Doldentrauben mit 0*5 — 1*5 Cm. langen Stielen; Kelch- 
zipfel dreieckig eiförmig, stumpflich, kaum so lang als die lauzettlicheu 
Nebenblättchen derselben; Kronenblätter den Kelch wenig überragend, 
breit verkehrt eiförmig oder an der Spitze etwas ausgeraudet, gold- 
gelb; Blüthendurchmesser fast 1 Cm.; Früchte glatt, kahl, weisslich. 
Die zunächst verwandte argentea L. sp. pl. 712 unterscheidet sich 
durch aufrechte, höhere, nicht rasige Stengel, breit lanzettliche 
Nebenblätter, oberseits ziemlich kahle, genau fiederspaltige oder 
dreispaltige Blättchen, spitz dreieckig eiförmige, die Nebenblättchen 
bedeutend überragende Kelchblätter; auch ist die ganze Tracht 
bedeutend starrer und der Filz aller Theile schwächer, kürzer, eher 
mehlig als wollig. Auch argentata Jord. aus Frankreich ist durch 
Blattform, breitere Nebenblätter, ziemlich grüne, rauhharige Kelche, 
sowie durch die theils filzige, theife rauhe, lange, aufrechtabstehende 
Behaarung der ganzen Pflanze verschieden, nähert sich aber habituell 
bedeutend. — Auf Weiden und krautigen Abhängen (3—7000'): 
Gervasi (Herb. Torn. !), vom Beginne der Nicolosiwälder bis über 
die Waldgrenze empor in dichten Rasen stellenweise sehr gemein, 
ebenso vom Beginne bis zum Ende des Bosco Maletto ! ; wurde schon 
von Raf., Presl, Bert., Guss., Philippi aus dem Etnagebiete 
angegeben, liegt auch im Herb. Guss. etc. aus demselben auf; die 
Angabe Philippi' s, dass cal. bis zum Meere hinabsteige, kann sich 
höchstens auf zufällig durch Giessbäche verschleppte Ex. beziehen. 
Juni, Juli. ^ . 

1238. Pot. reptans L. '"Raf. IL An Wegen, in Gärten, auf 
feuchten Weideplätzen bis 2500' häufig: Acicastello (Herb. Torn.!), 
bei der Castagna della nave (Cosent. in Herb. Guss.!), um Catania, 
in der Ebene des Simeto, an Flussrändern bei Bronte etc.! Früh- 
ling—Herbst. 2|.. 

1239. Fragaria vesca L. *Raf. II, *Philippi. Nach Ferrara: 
„Boschi deir Etna" in Etnawäldern, besonders unter Kastanien, 



311 

gemein, von Philipp! bei der Ersteigung des Monte Zoccolaro circa 
2500' in einzelnen Exemplaren gesammelt, auch von Eaf. angegeben; 
sonstige Angaben felilen über diese in Sicilien seltene, nur in den 
Nebroden häufigere Art. Mai, Juni. 2|.. 

1240. Agr'mionia Eupatoria L. *Eaf. II, *Flor. medic, *Cat. 
Cosent. An Zäunen, buschigen Bach- und Waldrändern Siciliens 
häufig, auch aus dem Gebiete von den drei genannten Autoren 
angegeben und von mir um Bronte (ca. 2000') hie und da gesammelt. 
Mai- October. 2|. . 

tl241. Agr. odorata Mill. dict. (1731), Guss. *Syn. et Herb.! 
In Hainen und Wäldern bei Francavilla (Guss. Syu., fehlt aber von 
da im Herb.). Mai, Juni. 2|.. 

1242. Aremonia agrimonioides (L.) Neck, Guss. *Syu. et *Herb.! 
In Berghainen und Wäldern von Bronte und Maletto (Guss.!). 
Mai, Juni. 2|.. 

1243. Alchemilla arvensis (L.) Scp. An sandigen, krautigen 
Stellen Siciliens selten; liegt auch in einem alten üniversitätsherbar 
Catania's, zwar ohne näheren Standort, doch höchst wahrscheinlich 
aus der Umgebung auf. März, April. O- 

1244. Poterium polygamum W. K. pl. rar. II, 117. Tfl. 197 
(1812)!, Guss. Syn. et *Herb.! garganicum Ten. (nach meinen von 
Porta und Kigo am Gargano gesammelten Exemplaren), muricatwn 
Spach. (1846) Gr. Godr., Willk. Lge. Krautig, wehrlos; Stengel 
ziemlich hoch, aufsteigend oder aufrecht, kantig, kahl, einfach oder 
sparsam doldentraubig ästig; Wurzelblätter zahlreich, unpaarig 
4 — 10 paarig gefiedert; Blättchen oval oder verkehrt eiförmig, stumpf, 
lichtgrün, unterseits ziemlich seegrüu und auf den Hauptueiven nebst 
dem Blattstiele lang abstehend flaumhaarig, seltener kahl, tief gesägt 
gezähnt; Blättchen der Stengelblätter länglich, eingeschnitten gesägt; 
die untersten Blüthen der köpfcheuförmigeu Aehren männlich, die 
übrigen vollkommen oder weiblich; Fruchtkelch oval viereckig mit 
fast geflügelten, sehr erhabenen, glatten oder querrunzeligen, ganz- 
randigen oder welliggezähnten Kanten; die Zwischeufelder tief grubig, 
stachelhöckerig netzig. Sanguisorba muricata Spach. (Weimar, leg. 
Haussknecht!) kann ich von poliig. nicht unterscheiden; Früchte 
ebenfalls vierkantig geflügelt mi^ breiten, querrunzeligen Flügeln, 
diese welliggezähut. Meine sicil. Ex. stimmen genau mit solchen 
aus Venedig, Siebenbürgen etc. Auf trockenen, krautigen Hügeln 
der Tiefregion bis 2000' häufig: Acicastello (Herb. Tom.!), Catania 
(!, Cosent. und Torn. in Herb. Guss.!), im Piano della Bottara 
(Torn. in Herb. Guss.!), um den Simeto unterhalb Bronte! April 
Mai. 2|.. 

1245. Pot. dictyocarpum Spach. rev. (1846) ß. glaucescens (Rchb.) 
= ß. glaucum Gr. Godr. Willk. Lge., Pot. glaucesc. Echb., Guss. Syn- 
et Herb.! Die Normalform unterscheidet sich von polyg. durch meist 
weniger seegrüne, tiefer gezähntgesägte, kaum behaarte Blätter, mehr 
verwischte, ganzrandige Kanten des ovalen, vierkantigen, in den 



312 

Zwiächeiifelderu einfach nfitznervigeu Fruchtkelches; doch siud nur 
die Differenzen des Fruchtkelches einigermassen constant; sie scheint 
in Sicilien zu fehlen, ß. glaucesc. unterscheidet sich von ihr (= «. 
virescens Spach., Willk.Lge. = «. genuinum Gr. Godr.) durch ziem- 
lich seegrüne Blätter und stärker netzige Fruchtkelche; sie bildet 
offenbar eine Mittelform und wurde auch im Herb. Guss. theilweise 
mit polyg. verwechselt. Auf sonnigen Hügeln und Bergabhängen 
Siciliens, z. B. in den Nebrodeu nicht selten, ebenso nahe der Gebiets- 
gi-enze, daher wahrscheinlich auch im Gebiete aufzufinden. April, 
Mai. 2|.. 

1246. Pot. Magnoln Spach. rev. (1846), G. Godr. I, 563, 
Willk.Lge. III, 205. Habituell ganz wie vorige; aber die Kämme 
der vier Kanten des Fruchtkelches sind dick, tief buchtig gekerbt, 
die Zwischenfelder besitzen starke, stumpfe Höcker, welche die Höhe 
der Kämme erreichen, so dass der Fruchtkelch kaum kantig, sondern 
fast kugelig oval erscheint, mit 4 Mm. Durchmesser. Diese aus 
Sicilien bisher unbekannte Art sammelte ich in mit Exemplaren 
Granada's (leg. Winkler) genau übereinstimmenden Exemplaren auf 
dem Lavastrome, der sich zwischen Catania und Misterbianco aus- 
breitet; wahlscheinlich ist sie noch weiter in Sicilien verbreitet, 
wurde aber bisher mit den vorigen verwechselt. Mai, Juni. 4 . 

CIX. Farn. Amygdaleae Juss. 

1247. Amygdalus communis L. Auf Kalkfelseu nahe dem Meere 
in Sizilien wild (Guss. Syu.); „Die Abart mit süssen Früchten 
stammt aus Asien, die mit bitteren aber ist am Etua einheimisch, 
und zwar auf den Abhängen, mit denen die Wälder von Bronte und 
Maletto beginnen; wächst nur auf leichter und saudiger, nicht auf 
feuchter und lehmiger Erde" (Traft. Scud.). Wird in der unteren 
Etnaregion, besonders an der Ost- und Südseite auch sehr häufig 
cultivirt, berühmt sind die Mandeln von Mascali (Philippi); häufig 
cultivirt auch in der Ebene von Catania (Cat. Cosent.), um Leucatia 
(Tom. foss.), von Adernö nach Bronte ! Beblättert sich um Catania 
im Jänner, höher oben in der Mitte Februar, blüht unten im Februar, 
oben im März (Tom. geogr.). h . 

1248. Perska vulgaris Mill. Wird in der Tiefregion bis 2600', 
besonders in den Weingärten, in zahlreichen Spielarten gezogen 
(! , Philippi), z. B. längs der ganzen Ostküste bei Caltabiano, Mascali, 
Giarre, Acicastello, Catania, ferner von Misterbianco nach Belpasso, 
Adernö, Bronte, um Nicolosi, Zaffarana, Milo! Blüht nach Torn. geogr. 
im Februar, höher oben im März, beblättert sich im März, oben 
im April, fe . 

1249. Prunus Armeniaca L. Wird in der Tiefregiou ebenfalls 
in zahlreichen Varietäten cultivirt (!, Philippi, Herb. Torn.!); die 
höchsten von mir beobachteten Standorte sind Zaffarana und Milo 
(bis 3000'). Jänner— März. ^ . 



313 

1250. Pr. domesticaL. Wird am unteren Etiia überall cultivirt 
(!, Herb. Torn.!), gedeiht am besten bei Piazza (Philippi). März, 
April. ^. 

1251. Pr. Insititia L., spinosa ß. macrocarpa Guss. Syn. An 
Zäunen bei Malpasso in der Waldregion des Etna wild (Tin. 1846); 
Torn. foss. kennt sie vom Etna nicht wild, wohl aber von Leucatia 
fossil; wird auch häufig cultivirt. Februar, März. fc. 

1252. Pr. spinosa L. *Tratt. Send., *Toru. geogr. An Zäunen, 
in Hecken, auf buschigen, steinigen Bergabbängen bis 3000' häufig 
(!, Send.), z. B. in Lavafeldern vor Bronte, von Nicolosi zum Serra- 
pizzutawalde! Februar, März. h. 

1253. Pr. avium L. Wird am Beginne der Waldregion häufig 
cultivirt und gedeiht hier gleich den Pomaceen am besten; höchster 
Standort nach Philippi bei der Portella di Zaifarana (2972'); blüht 
um Catania Mitte März, höher oben im April, reift um Catauia im 
Mai, oben im Juni (Torn. geogr.). ^ . 

1254. Pr. Cerasus L., Cer. a. caproniana Guss. Syn. Gedeiht 
ebenfalls am Beginne der Waldregion, besonders um Zaffarana (2900') 
am besten (Philippi), verwildert auch öfters. Blüht nach Torn. geogr. 
et Herb.! um Catania Mitte Februar, höher oben im März. ^. 

(Fortsetzung folgt.) 



Literaturberichte. 

Prodromus der Algreiiflora von Böhmen. Von Dr. Anton Hansgirg, k. k. 

Gymnasial-Prol'essor und Docent der Botanik an der k. k. böhmischen 
Universität in Prag. Erster Theil, enthaltend die Rodophyceen, Phaeophy- 
ceen und einen Theil der Chlorophyceen. I. Heft, Lex.-Üctav, 96 S. Aus 
dem Archiv für naturwissenschaftliche Landesdurchforschung von Böhmen. 
V. Band, Nr. 6 (Botanische Abtheilung). Prag 1886. 

Das unter der umsichtigen Kedaction der Herren Professoren 
Dr. Koristka und Dr. Krejci erscheinende Archiv für die natur- 
wissenschaftliche Landesdurchforschung Böhmens bringt, nachdem 
durch die ausgezeichnete Arbeit von Prof. Dr. Lad. Celakovsky 
die phanerogame Flora des Landes in Nachträgen bis zum Jahre 
1880 zu einem vorläufigen schönen Abschlüsse gebracht worden war, 
nun auch Abhandlungen über die Kryptogamenflora, und zwar zu- 
nächst unter obigem Titel die Resultate mehrjähriger Forschungen 
auf dem Gebiete der böhmischen Algenflora von dem bekannten 
Algologen Prof. Dr. Hansgirg, welchem auch unsere Zeitschrift 
(siehe Jahrg. 1884 und 1885 u. a.) manche interessante Mittheilung 
verdankt. Das vorliegende erste Heft enthält in einer Einleitung 
zuerst einen geschichtlichen Ueberblick über die bisherigen Vor- 
arbeiten auf dem genannten Gebiete, sodann einige Angaben über 
die geographische Verbreitung der Algen in Böhmen, so viel zur 
Zeit über dieselbe bekannt ist, ferner eine kurze Erörterung der 



314 

klimatischen, physikalischen und chemischen Bedingungen, an welche 
die Mehrzahl der Algen in Bezug auf ihre Entwickelung gebunden 
ist, endlich das Nöthigste über das Einsammeln und Präpariren der 
Algen. In systematischer Hinsicht hielt sich der Verfasser, gleichwie 
Eeinisch (in Mittelfranken), Kirchner (in Schlesien und Württem- 
berg) und Cooke (in England) im Grossen und Ganzen an Raben- 
horst's „Flora europaea algarum"; er weicht jedoch mit Rücksicht 
auf die vielen wichtigen, in den letzten anderthalb Decennien ge- 
machten Entdeckungen, und auf Grund eigener Beobachtungen und 
Untersuchungen, sowohl in der Begrenzung der Arten, weh'he kaum 
bei einer anderen Abtheilung des Pflanzenreiches so schwierig, wie 
bei den Algen, sein dürfte, als auch in den höheren systematischen 
Einheiten, hie und da von dem erwähnten Werke ab. Nach Aus- 
schluss der Bacillariaceen, welche anderweitig Berücksichtigung finden 
sollen, unterscheidet der Verfasser mit Rabenhorst die Classen 
der Rhode-, Phaeo-, Cbloro- und Cyanophyceen und beginnt in 
ersterer der genannten mit der Ordnung der Florideen, die er, wie 
Kirchner, in 3 Familien mit zusammen 4 Gattungen gliedert. Die 
in Böhmen vorkommenden Roth tan g-Arten, und zumeist auch die 
Varietäten, sind dieselben wie in der Flora von Schlesien; nur Le- 
manea annulata (Ktz.) Sirod. fehlt der letzteren und wurde vom 
Verfasser bei Tabor beobachtet. Die Gattung Bangia Liugb. gelang 
es bisher noch nicht in einer ihrer Arten aufzufinden. In der Classe 
der Brauntange vereinigt der Verfasser, wohl etwas künstlich, wie 
er selbst gesteht, die Gattung Chromophyton Wor. und Hydrurus 
Ag. mit etlichen anderen, bräunliche Chromatophoren enthaltenden 
Monaden zur Ord. Syngeneticae mit 4 Familien, durch je 1 Gattung 
und Art vertreten, und reiht daran die Phaeozoosporeae, repräseutirt 
durch L'dhoderma ßuviatile Aresch. Die Grüntange werden in der 
üblichen Weise in Confervoideae, Siphoneae, Protococcoideae und Con- 
jugatae unterschieden, wovon im vorliegenden Hefte die erste dieser 
4 Ordnungen vollständig abgehandelt wird, während von den Sipho- 
neen noch die erste Familie und der Anfang der zweiten erscheint. 
Die oogamen Confervoideae sind wie bei Kirchner in die Familien 
der Coleochaetaceae (Gatt. Coleochaete Breb. mit 6 und Herposteiron 
Näg. mit 1 Art), Oedogoniaceae (Gatt. Oedogoninm Link, mit 26, 
Bulbochaete Ag. mit 11 Arten) und Sphaeropleaceae (mit 1 Gattung 
und Art) gruppirt, während die isogamen in 4 Familien: Ulvaceae 
(Gatt. Prasiola Ag. , Enteromorplia Link und Schizomeris Ktz. mit 
1 Art), Chaetophoraceae (Gatt. Ulothrix Ktz. ampl. mit 11, Sti- 
geodoniwn Ktz. mit 9, Chaetophora Schrk. mit 4, Draparnaldia 
Ag. mit 2 Arten), Cladophoraceae (Gatt. Conferva L. em. mit 15, 
Rhizoclonhmi Ktz. mit 4, Cladophora mit 10 Arten) und Trente- 
pohliaceae (Gatt. Trentepohlia Mart. mit 10, Ghlorotylium Ktz. und 
Microthamnion Näg. mit je 1 Art) geordnet sind. Bei vielen Arten 
sind überdies mehrere Varietäten genau unterschieden. Bei den Sipho- 
neen ist die Gatt. Vaucheria (1 Fam.) in 5 Arten vertreten, und es 
schliesst sich daran die Gatt. Bottydium an. Sämmtliche Arten- 



315 

Beschreibungen sind sehr genau und präcis gegeben, jedoch nicht 
ausführlicher, als zum Bestimmen der bezieheutlicben Naturol)jecte 
noth wendig ist. Auch die Charakteristik der Ordnungen, sowie der 
Familien und Gattungen enthält nur das Wesentliche, soweit es zum 
Verständnisse bei der Erklärung der Charaktere der Species erfor- 
derlich ist. Trefflich ausgeführte, dem Texte eingeschaltete Holz- 
schnitte, theils in natürlicher Grösse, theils nach mikroskopischen Prä- 
paraten in vergrössertem Masse entworfen, deren dieses erste Heft 
bereits 45 enthält, erleichtern die Auffassung der Gattungs- und 
auch der Art-Charaktere in höchst erwünschter Weise. Wir begrüssen 
in diesem Prodromus der Algenflora von Böhmen die erste grössere, 
mit Sorgfalt und wissenschaftlicher Genauigkeit abgefasste Algen- 
flora Oesterreich-Üngarns, welche nicht allein den algenkundigen 
Fachmann, wenn er über die Verbreitung seiner Lieblinge in dem 
genannten Laude Aufklärung wünscht, Befriedigung gewähren, son- 
dern auch, ebenso wie in Böhmen , nicht minder in den übrigen 
österreichischen Ländern gewiss vielfach Anregung geben wird, dieser 
hochinteressanten, aber wegen mancherlei entgegentretender Schwie- 
rigkeiten bisher weniger berücksichtigten Abtheilung der Krypto- 
gamen eine grössere Aufmerksamkeit zuzuwenden. Dr. K. 

Die Stellung' der Houig-beliälter nud der Befruchtungswerkzexigre iu den 
Blumen. Organographisch-pliysiologische Untersuchungen. Inaugural-Disser- 
talion zur Erlangung der philosophischen Doctorwiirde von Karl Friedr. 
Jordan aus Berlin. 8\ 56 Seiten u. 2 Tafeln. Halle a. d. S. 1886. Separat- 
Abdruck aus „Flora', Jahrgang 1886. 

Obwohl schon Christ. Konr. Sprengel, Ch. Darwin, Her- 
mann Müller u. A. die Vorgänge bei der Befruchtung der Blumen 
durch Insecten in eingehender Weise erörterten, so richtete dennoch 
der Verfasser sein Hauptaugenmerk darauf, in welcher Beziehung 
die Honigbehälter zu den Staubgefässeu im allgemeinen stehen. Da 
namentlich in Lehrbüchern den Nectarien eine zu geringe Beachtung 
geschenkt wird, hat es sich der Autor augelegen sein lassen, die- 
selben an zahlreichen Exemplaren aus den verschiedensten Familien 
zu untersuchen und ist hiebei zu dem Resultate gelangt, dass die 
Stellung der Staubgefässe und Honigbehälter, wie Alles in der Natur, 
einem Gesetze unterworfen ist, ja vielmehr, dass Honigbehälter und 
Staubbeutel stets nach der Anfliegestelle der Insecten hingewendet 
sind. Dieser Gesichtspunkt ist es, aus dem heraus die Stellungen 
der hier in Frage kommenden Blüthentheile ihre Erklärung finden. 
Wie der Verfasser zugibt, ist er nicht neu, wohl aber an sich zu 
wenig hervorgehoben worden. Er diente mehr in untergeordneter 
Weise bei der Besprechung der Bestäubungseiurichtungen, als dass 
— von ihm als Ausgangspunkt aus — zu einer Erklärung des Baues 
der Blumen vorgegangen worden wäre. Einige Beispiele von den 
zahlreichen Untersuchungen mögen an dieser Stelle das Gesagte ver- 
anschaulichen. Bei Sinapis arveasis sind alle sechs Staubgefässe in der 
Knospe intrors (d. h. die Oeffnungsstelle der Staubbeutel nach innen 
gerichtet). Späterhin nehmen die vier inneren, längeren Staubgefässe 



316 

eine halb-extrorse Stellung ein, indem sich ihr oberer Theil nach 
den zwei äusseren, kürzereu Staubgefässen hindreht, wie mau au den 
diese Drehung" deutlich zeigenden Fäden erkennen kann. Die kurzen 
Staubgefässe bleiben wie im Anfange intrors. Die Honigbehälter sind 
als vier Drüsen ausgebildet, von deuen zwei zwischen den kurzen 
Staubgefässen und dem Fruchtknoten, die beiden anderen dazu ge- 
kreuzt, ausserhalb der laugen Staubgefässe an dem Grunde derselben 
sitzen. Diese vier Nectarien kann man als einen Kreis besonderer 
Blüthentheile auffassen, der zwischen den beiden Staubgefässkreisen 
angelegt ist. Der Verfasser fand nun, dass die vor den kurzen Staub- 
gefässen stehenden Honigbehälter einen grossen Honigtropfen aus- 
sondern, während an den beiden anderen oft gar kein Honig zu be- 
obachten ist. Diese werden infolge dessen von den Insecten nicht 
beachtet werden, sie werden sich vielmehr den viel Honig ausson- 
dernden Behältern zuwenden und dort aufliegen. Aus diesem Grunde 
wenden auch die langen Staubgefässe dahin ihre Beutel. — Bei der 
Betrachtung der Blume von Daucus carota sitzt auf dem unter- 
ständigen Fruchtknoten, umgeben von Staubgefässen und Kronblät- 
tern eine glänzende, feuchte Honigscheibe, aus deren Mitte die beiden 
Karben hervorragen. Die Staubgefässe sind aber extrors, also hier 
mit ihrer Oeffnungsstelle von dem Nectarium abgewendet; sieht man 
aber zu, wie das Insect die in dichten Dolden beisammenstehenden 
Umbelliferen-Blumeu besucht, so erkennt man auch die Zweckmäs- 
sigkeit der Extrorsität der Staubbeutel. Das Insect läuft nämlich 
über die eine Ebene bildende Blüthendolde hinweg und saugt so, auf 
einer Blume stehend, schon aus dem Behälter der benachbarten den 
Honig. Die Staubbeutel sind daher, da das Insect schnell über die 
Dolde hinläuft, und damit es gegen sie anlaufe, niedrig gestellt, von 
wagrechten Fäden starr nach aussen gehalten und somit deren Ex- 
trorsität durch die Anfliegestelle der lusecten begründet. Durch diese 
Untersuchungen gelingt es dem Verfasser, auch eine Erklärung der 
Zygomorphie der Blumen zu geben. Die Zygomorphie erstreckt sich 
nämlich auch auf die Honigbehälter als für die Bestäubung beson- 
ders wichtige Theil e der Blume, und wir finden, dass in zygomor- 
phen Blumen die Honigbehälter auf derjenigen Seite der Blume ent- 
weder nur vorhanden oder doch stärker entwickelt sind, auf welcher 
sich die Anfliegestelle für die Insecten befindet, wie auch, dass die 
Griffel ihre Narben derselben Stelle zuwenden. Die Ergebnisse der 
Untersuchungen fasst der Autor zunächst in den allgemeinen Satz 
zusammen, dass, wie die Blumen durch Vermittlung der Insecten 
befruchtet werden, auch ihre Einrichtungen dem Insectenbesuche 
angepasst sind. Im besonderen gilt: In terminal oder annähernd ter- 
minal stehenden Blumen, d. h. solchen, zu denen den Insecten der 
Zutritt von allen Seiten in gleichem Masse offen steht, dient die 
Mitte oder der ganze Kand gleichmässig als Anfliegestelle für die 
Insecten; daher sind diese Blumen meist völlig regelmässig oder 
doch nicht eiuseitig-zygomorph. In Blumen, welche seitlich (an einer 
Hauptachse) stehen, bei denen also den Insecten auf einer Seite ein 



317 

leichterer Zutritt ofeboteu wird, dient meist die von der Achse weg- 
gewendete, bisweilen — bei waorecht stehenden Blumen {ScropJui- 
laria) die ihr zugewendete Seite des Blumenrandes als Aufliegestelle 
und diese Blumen zeigen eine sich auf einen, mehrere oder alle 
Blütheukreise erstreckende Zygomorphie. welche durch Züchtung 
seitens der lusecten aus regelmässigen Blumen entstanden ist. Die 
auf zwei Tafeln gezeichneten 23 Blüthendiagramme veranschaulichen 
iu trefflicher Weise diese ebenso lehrreichen als interessanten Aus- 
führungen des Verfassers, welche nicht verfehlen werden, in physio- 
logischen Kreisen die gerechte Beachtung zu erregen. J. 

Yadenieciim botauicnm. Handbuch zum Bestimmen der in Deutschland wild- 
wachsenden, sowie in Feld und Garten, im Park, Zimmer und Gewächs- 
haus cultivirten Pflanzen. Vun Dr. A. Karsch, Professor der beschrei- 
benden Naturwissenschaften an der Akademie zu Münster. Lieierunor \ 
mit 129 Illustrationen. 8", (54 Seiten, Preis Mark 1-20, Leipzig 188ö, 
Verlag von Otto Lenz. 

Mit Zugrundelegung von De Caudolle's System behandelt der 
Verfasser in der ersten Lieferung folgende Familien: Kanunculaceae, 
Dilleuiaceae, Magnoliaceae, Anonaceae, Menispermaceae, Berberideae, 
Nymphaeaceae, Nelumboneae, Sarraceniaceae, Papaveraceae, Fuma- 
riaceae, Cruciferae, Capparideae, Bixaceae. Cistiueae, Kesedaceae, 
Datisceae, Violaceae. Droseraceae, Polygaleae und Tremaudreae. Allen 
Familien, welche mehrere Gattungen umfassen, wie auch zur nähereu 
Bestimmung der Arten, geht ein analytischer Schlüssel voran. Was 
aber besser die Eigenthümlichkeiteu der Gattungen zur Anschauung 
bringt, als lange Beschreibungen, sind die zahlreichen, in den Text 
gedruckten Holzschnitte, welche das Werk zu einem äusserst brauch- 
baren Führer nicht nur für den Botaniker, sondern durch Einbezie- 
hung fremder Pflanzen auch für den Gärtner und Pflanzeuliebhaber 
im Allgemeinen machen. Es soll in 16 — 18 Lieferungen, je 4 Bogen 
stark, vollständig erscheinen, wobei nur zu wün.-cheu wäre, dass die 
Herausgabe der Lieferungen möglichst rasch erfolge, damit baldigst 
ein Werk geschaflen werde, welches allen Freunden der Naturwissen- 
schaft bestens empfohlen ist. J- 
Terza Esposizione ^'azionale d'Orficnltura a Roma. Sonderabdruck aus der 
Gaiteuflora 1886, Heft 13, 8", 9 Seiten. 

Unter diesem Titel bespricht Professor 0. Penzig die in Rom 
vom 8. bis 18. Mai d. J. abgehaltene dritte nationale Garteubau- 
und Blumen-Ausstellung, indem er die einzelnen Gruppen der expo- 
nirten Pflanzen, welche fast ausschliesslich aus florentiner und römi- 
schen Gärten stammten, aufführt und ihnen gebührende Anerkennung 
zollt. In hervorragender Weise wird des botanischen Gartens in Rom 
gedacht, der besonders durch eine an Artenreichthum bemerkens- 
werthe Collection von Ficus, Araliaceen, Fettpflanzen und schönen 
Panrfam/s-Exemplaren gläuzte, wie überhaupt dem gegenwärtigen 
Director des Gartens. Herrn Professor R. Pii'otta ein grosses Ver- 
dienst um die Organisation der ganzen Ausstellung zufällt. Nach 
einer eingehenden Besprechung der kostbaren Orchideou, Aroideeu, 



318 

Dracaeueu und Croton der toskanischen Gärten, welche durch ihre 
Farbenpracht und Formenreichthum der Hauptanziehungspunkt der 
Ausstellung wurden, schliesst Professor Penzig seinen Bericht mit 
dem lebhaften Wunsche eines ferneren Gedeihens der „Confederazione 
Orticola Italiana" und des Wiedersehens 1889 in Neapel. J. 

Borbäs Vinc. Aconitum hycoctoutim var. carpaticiim DC, im Jahrb. 

des ung. Karpathenvereins, Jgl6 1886, p. 247 — 48, deutsch p. 264 — 65. 

Diese in den floristischen Werken Ungarns ganz vergessene 
Varietät ist zuerst in DC. Syst. veofi-t. I (1818) p. 370 unter Ac. 
septentrioiude erwähnt. Seringe (Esquisse d'une monographie du 
genre Aconitum 1823, p. 136) stellte sie zu Ac. Lycoctonum ^oi'ihvi^ 
paniculatis, lurido-purpureis luteo-variegatis, galea conico-cylin- 
dracea, compressa, calcare arcte spiraliter contorto, pedunculis 
caulibusque glaberrimis, foliis profunde sectis und unterschied 
sie von A. ridncundum Fisch, nur durch die Kahlbeit ihrer Theile, 
besonders des Stengels und der Blüthenstiele. Diese Varietät ist 
nach Eeferents Meinung eine Abart des Ac. moldavicum Hacq. 1790, 
es ist aber sehr merkwürdig, dass der Keferent schon viele Exem- 
plare dieser letzteren, in Ungarn nicht so seltenen Art sah (Tatra 
im Weisswasserthale, Huszt, Kodna, Lentwora im Neograder Comitat); 
die behaattfrüchtige Form = A. ruhicimdum Fisch. Seringe 1. c. 
p, 135 = A. Hosteanum Schur, aber von dem siebenbürgischen Pä- 
reny- und Valeriaskathale der Eetyszätberggruppe jedoch kam ihm 
noch kein Exemplar zu Gesicht, welches kahle Blüthenstiele hätte, 
welches also dem var. carpaticum DC. ganz entsprechen möchte. 
Reichenbach (Fl. excurs. Germ.) scheint die kahlfrüchtige Form 
für A. rubicimdum zu halten. Die Aconitum- krien vertreten in den 
Alpen die Giftpflanzen, die siebenbürgischen Walachen nennen sie 
„jarba re". Borbäs. 

Wettstein Dr. Richard von : Anthopeziza, novum genus Discomycetum. 
Aus den Verhandlungen der zoolog.-botan. Gesellschaft in Wien hesondtrs 
abgedruckt. Mit einer Tafel. Wien 1885. 

Von Sclerotinia Fuckel unterscheidet sich das neu aufgestellte 
Genus der Discomyceten : 1. durch das Fehlen eines eigentlichen 
Sclerotiums, 2. durch die mit einander quer verbundenen, charak- 
teristisch verzweigten Paraphysen, 3. anders gestaltete Sporen. Der 
an einen Blüthenkelch erinnernde Fruchtkörper begründet den Namen 
Anthopeziza.-A. Winteri^), eine neue, genau beschriebene und durch 
eine eigene Tafel illustrirte Species aus der Wiener Gegend, ferners 
A. haccata Fuckel (sub Sclerotinia), sind die beiden Vertreter dieser 
Gattung. Die Aufweisung eines Pilzes in der Nähe von Wien, der 
nicht nur eine neue Art darstellt, sondern sogar zur Normirung eines 
eigenen Genus fahrte, zudem noch eine auffällig gefärbte, bis 6 Ctm. 
hohe Form repräsentirt, zeigt wohl deutlich, welche Vernachlässigung 
die Pilzflora der Heimat bis in die letzte Zeit erfuhr. Möchte die 



') Dem deutschen Mykologen Winter zu Ehren benannt. 



319 

ernste Mühe, die ueuestens einige Kenner — nnter ihnen unser 
Autor — der genannten Classe zugewendet haben, durch den ver- 
dienten Erfolg belohnt werden. Kronfeld. 

lieber die Grenzen der Mittelmeer- Vegotatioii. Ein Vortrag, gehalten am 
21. Mai 188(i von Prof. Dr. Joh. Palacky. (Separat- Abdruck aus den 
Sitzungsberichten der k. böhm. Gesellsch. der Wissenschaften.) 

Der Vortragende legte die neueste Florenkarte Europas von 
Hofrath Drude vor, und nahm insbesondere aus dem dort neu ein- 
geführten üebergangsgebiete in West-Frankreich Aulass zu seinen 
ErörterungoD. Nachdem die Wesenheit der deutschen (klimatischen) 
und der französischen (chemischen) Schule sldzzirt worden war, lenkte 
Palacky auf die neuere geologische Theorie Saporta's und Mar- 
tins' ein. In dieser Richtung bieten der Pliocen von Mezimieux 
die Tuffe von Auvergne und Montpelliers etc. reichliche Anhalts- 
punkte für die Erforschung der Geschichte der Vegetation. Speciell 
aber zeigte der Vortragende, dass die Tertiärflora bereits neben ein- 
zelnen tropischen Formen, die Urahnen unserer Vegetation und 
namentlich mehrere noch heute erhaltene Pflanzen-Typen aufzu- 
weisen hatte. Der jetzigen Mittelmeerflora im engeren Sinne, das 
ist der immergrünen Vegetation augehörige Formen finden sich heut- 
zutage in Frankreich vorzugswej^se im Westen und in tiefliegenden 
Gegenden des Südens, wogegen 'der Norden und Osten deren weniger 
beherbergt. Es folgte dann eine Aufzählung mehrerer aus der prä- 
glacialen Zeit stammenden dortigen Typen, und wurde hiebei der 
Theorie Saporta's und Martins' der localen Erhaltung der Vor- 
zug vor der Einwanderungstheorie Newberry's eingeräumt. Auch 
wurde der Begriff der atlantischen Flora (nach Roth), sowie der 
von Drude gewählte Ausdruck „Uebergaugsgebiet" kritisch be- 
leuchtet uud für letzteren die Bezeichnung „gemischtes Gebiet" als 
passender beantragt. Moritz Prihoda. 

Borbäs Dr. Vinc. von: Campatuila JFrivaldszkyi. Steudel, Nomencl. 

Botan. Ed. IL P. I. 1840. p. 267. (Separat-Abdruck aus „Termeszet. 

iuzetek.") 
Wir erhalten hier aus der Hand des uuermüdeteu Forschers 
Dr. Borbäs die auf Autopsie des Frivaldszky'scheu Original-Exem- 
plares (befindlich im Herbar des k. ungarischen National-Museums) 
und auf die einschlägigen Literaturquellen uud Abbildungen basirte 
Geschichte einer Campanida, welche der um die Erforschung der 
ungarischen Flora hochverdiente Botaniker Emerich v. Frivaldszky 
aus dem Balkan erhalten und in der „Flora" 183(5, H., p. 434, als 
0. eximnsa Friv. beschrieben hat. Letzteren Namen änderte dieser 
Autor in den Jahrbüchern (Evkönyvei) der Ungar. Gelehrten-Oesell- 
schaft (Magyar Tudös Tarsäsäg, jetzt die köuigl. ungar. Akad. der 
Wissensch. (Bd. IV, 1840, p. 201) in 0. sparsa Friv., und zwar mit 
Rücksicht darauf, weil bereits eine 0. expansa Rud. eigentlich eme 
Wahlenhergia, in Sibirien heimisch, existirte. Im selben Jahre nahm 
auch Steudel wohl aus dem eben erwähnten (irunde eine Namens- 



320 

äuderunGf bei der Fiivaldszky'schen Pflanze vor. indem er dieselbe 
an der oben erwähnten Stelle seines Xomeuclators mit dem Namen 
ihres Autors belegte. Schliesslich sei noch bemerkt, dass Boissier 
in seiner Flora Orient., B:l. III. p. 944, die niedrigere, mit kürzeren 
Zft'eigen und Blüthenstielen. dann mit etwas kleineren Blüthen ver- 
sehene Varietät als b) &phaerothrLv von der C ea^pama trennt und 
die C. sphaerothrLv Griseb. Spicil. Fl. Eumel, ü, 1844, sowie die 
C. Welandii Heuff. Oesterr. B. WocLenbl. 1857 zu dieser var. sjyhae- 
rothrix einzieht. Moritz Prihoda. 

Schomburg K. R. Dr. Phil. Report on the Progress and Condition of the 
BoTanic 'larden and Grovernemeut-Plantations during the vear 1S85. Ade- 
laide 18S6. 

In dieser elegant ausgestatteten Brochiire (23 S. Grr.-Octav) 
sind die Fortschritte, welche am k. botanischen (jarten zu Adelaide 
in Süd- Australien im Jahre 1885 durch neue Acquisitionen. Acclima- 
tisirungsveisuche u. s. w. erzielt wurden, geschildert, ferner wird 
über die Witterungsverhältnisse des erwähnten Jahres, welches sich 
durch einen enorm trockenen heissen Sommer auszeichnete, und deren 
Einfluss auf die Vegetation Klage geführt, obwohl nach dem Be- 
richte über den Stand des Gartens und Parkes der hiedurch zuge- 
lügte Xachtheil kein besonders namhafter gewesen sein mag. Auch 
über die neuen Erwerbungen des zugehörigen landwirthschaftlichen 
Museums und des Herbars wird umständlich berichtet. Beigegeben 
ist eine üthographirte Abbildung der gigantischen Yucca nlamen- 
tosa Lin. Moritz Prihoda. 

Aunoario del R. Istitato Botaiiico di Roma. 1886. 

Das vorliegende von Prof. Eomuald Pirotta redigirte Journal 
bringt folgende Arbeiten: 1. Martel E. .üeber die Structur und 
Entwicklung der Frucht von Anagyris foetida"' , mit 1 Tafel. Eine 
sorgfältig durchgeführte pflauzenanatomische Studie. 2. Pirotta B. 
,.üeber die Sphaero-Krystalle von Plthecoctenhim cl^natideum Gris." 
Den Anlass zu den Versuchen und Beobachtungen an dieser Bigno- 
niacee gaben die Forschungen Dr. Baccarini's über die Chromo- 
plasten in den Blüthen von Bignonia venusta Ker. Die in Bede 
stehenden Krystalle finden sich in allen Organen der genannten 
Pflanzen, gehören zu den anorganischen Gebilden und bestehen aus 
oxalsäurer Bittererde, schwefelsaurem Kalk und phosphorsaurem Kalk. 
3. Baldini A. ^Ueber einige eigenthümliche Auswüchse am Stamme 
von Laimis nohiIis~. mit 2 Tafeln. Der Verfasser weist nach, dass 
diese Auswüchse nicht — wie früher angenommen Avurde — einer 
Flechte Ciavaria Lauri Bory zuzuschreiben, sondern eine teratolo- 
gische Erscheinung sind. 4. Stephani F. „üeber eine neue Species 
von Plagiochüa- , mit 1 Tafel. Es ist diess Plagio.-hila hißda Steph. 
n. sp.. welche von C. de Ameraga in der Maghellanstrasse. Baj 
Caracciolo (West Channel) im Juni 1882, jedoch bloss in männlichen 
Exemplaren gefunden wurde. Selbe ist durch Farbe, Schnitt der 
Blätter und das Vorhandensein von Amphigastrien von allen Arten 



321 

dieser Gattung in unverkennbarer Weise verschieden. 5. Massa- 
longo C. „Eepertorium der italienischen Lebermooskunde". M. be- 
schreibt 210 Arten mit genauer Angabe aller bisher bekannten Fund- 
orte. Auf 3 Tafeln sind verschiedene kritische Formen abgebildet. 
6. Pirotta E. und Mercatili L. „Noch Einiges über den Zusammen- 
hang zwischen den milchsaftführenden Gefäs^en und dem Assimili- 
rungssystem der Pflanzen^. Die bezüglichen Studien wurden an 
zahlreichen Pflanzen aus den Familien der Apocyneen, Asclepiadeen, 
Euphorbiaceen, Campanulaceen. Papayaceen, Araceen und Musaceen 
vorgenommen, die gewonnenen Ergebnisse sind sehr instructiv. 

Moritz Prihoda. 



Correspondenz. 

Brunn, am 2. August 1886. 
Der Besuch der Gegend von Drazowitz führte mich auf den 
yetrnik bei Drazowitz, ich fand auf dem Yetrnik: Stipa Joannis 
Celak,, Iris pumila, variegata, Campanula sibirica, Inula Oculus 
Christi, emifolia, Lithospennum purpureo-coeruleura, Veronica teu- 
crium, Stachys recta, Phlamis tuberosa, Adonis vemalis, Linian flavum, 
Geranium sanguineum, Astragcdus onobrychis, Dorycniura pentaphyl- 
lum. Dr. Formänek. 

Lemberg. am 2. August 1886. 
Vor einigen Tagen habe ich in der nächsten Umgebung vonLemberg 
einen recht interessanten Fund gemacht: es ist dies Phragmites commu- 
nis f. favescens Heg. et Heer (pro specie), welche in einer quelligen 
Schlucht bei der nach Wulka führenden Strasse, vis-ä-vis dem 
Sobek-Teicb in vielen Exemplaren vorkommt. Auffallend ist es, dass 
in dem gegenüberliegenden Sobek-Teich nm- die gewöhnliche Form 
des Schilfes wächst. — In der Nähe des Standortes von SalLv silesiaca 
im Zubiza'er "Wald wachset auch ein Exemplar des Bastartes S. supei-- 
silesiaco X aurita. — Mein Erysimum MarschalUanum vom Gyps- 
felsen in Ostapie (Miodoboiyer Hügelzug), ist nicht die Art An- 
drzejowski's gleichen Namens, sondern das tauro-podolische Er. 
aureum M. a B., — wie ich mich letzthin aus dem Vergleich zahl- 
reicher lebender ostgal. Pflanzen mit der Ledebour'scheu Diagnose 
überzeugt habe. Auf den ersten Blick kann man leicht diese Art mit 
Er. odoratum verwechseln , von welchem es jedoch durch 4— 5mal 
längere Blüthenstiele sehr abweicht. Von Er. e.raltation Andrzej,, 
welches in S.-O.-Galizien und in der Bukowina vorkommt, unter- 
scheidet sich Er. aureum sehr erheblich durch goldgelbe Blüthen. 
viel breitere Petalen, sowie durch grünere, tiefer gezähnte Blätter. — 
Auf Gypsfelsen in Okuo (Miodobory) wächst nicht nur die gewöhn- 
liche Form der GypsopUla altissima L., sondern auch - wiewohl 
nur einzeln — die f. glabra Ledeb. — Endlich gestatte ich mir die 

Oesterr. botan. Zeitschrift. 9. Heft 1S86. 26 



3 22 

Bemerkung zu machen, dass das Borbäs'sclie Gralium asperulifiorum 
(nicht asperulaeßor.) aus Ungarn mit dem mir in Originalexemplaren 
bekannten Q. pseudaristatum Schur identisch ist, und daher diesen 
letzteren Namen als den älteren zu führen hat. Bei der Aufstellung 
seines G. asperuUflorwn hat Dr. Borbäs das bekannte Schur'sche 
Werk über die Flora transsilvanica wohl nicht zu Käthe gezogen, 
denn sonst müsste er aus der sehr guten Diagnose des G. pseuda- 
ristatum Schur ersehen haben, dass seine fragliche Pflanze mit der 
genannten Schur'schen Art vollkommen identisch ist. A propos, des 
Schur'schen Galium füge ich noch hinzu, dass G. transsilvanicum 
Schur von G. erectum auct. austriac. (an Huds.?) gar nicht ver- 
schieden ist. Br. Blocki. 

Mariaschein, am 16. August 1886. 
Das Vorkommen des Linum austriacum L. ist nach Celakovsky's 
ausgezeichnetem Prodromus der Flora von Böhmen für dieses Kron- 
land zweifelhaft, da es am Opiz'schen Standort bei Podebrad nicht 
mehr entdeckt werden konnte. Dafür kann nun als sicherer Standort 
Dux angegeben werden, wo es auf der alten Freithofmauer zahlreich 
wächst. Wie es dahin kam, oder wie es sich hier erhalten konnte, 
wird wohl schwer zu ergründen sein. Sonst habe ich es in der Um- 
gebung von Dux nirgends beobachtet. — In der Fasanerie bei Dux 
fand ich interessante Eichen, wie Quercus pendvlina Kit., Qu. aurea 
Kit., Q,u. sessiliflora V. ovalifolia und v. lancifoUa Vuk. und Qu. 
amhigua. J. Wiesbaur S. J. 



Fersonalnotizen. 

— Dr. J. Brunchorst, Assistent am botanischen Institut zu 
Tübingen ist als Custos der botanischen Abtheilung am Museum zu 
Bergen in Norwegen angestellt worden. 

— Dr. A. Meyer, Privatdocent an der Universität Göttingen, 
ist zum Professor an der Akademie zu Münster ernannt worden. 

— Dr. Bohuslav Edler v. Jims, Professor an der Univer- 
sität Agram, ist zum ord. Professor der Pharmakologie und Phar- 
makognosie an der Universität Prag ernannt worden. 

— Dr. Ed. Bornet wurde von der französischen Akademie der 
Wissenschaften zum Mitgliede erwählt. 

— Dr. Josef Moeller, Privatdocent und Adjunct der forst- 
lichen Versuchsleitung in Wien ist zum ord. Professor der Pharma- 
kologie und Pharmakognosie an der Universität Innsbruck ernannt 
worden. 

— Friedrich Abel wurde zum Secretär der k. k. Gartenbau- 
Gesellschaft in Wien ernannt. 



323 



Vereine, Anstalten, Unternehmungen. 

— Die k. k. Grartenbau-Gesellschaft in Wien erliess 
nachfolgenden Aufruf! 

Im Jahre 1888 werden es vierzig Jahre, dass S. Majestät, unser 
allergnädigbter Herr und Kaiser, die Eegierung der österreichischen 
Erblande angetreten hat. 

Es ist diess gewiss ein bedeutungsvoller Zeitpunkt in dem Leben 
unseres geliebten JVTonarchen und die Völker Oesterreichs werden 
bei diesem freudigen Anlasse ihrem erhabenen Kaiser entgegen jubeln 
und ihrer grossen Freude Ausdruck geben, dass mit Gottes Segen 
Seine Majestät dieses Jubeljahr in voller Gesundheit und Kraft erreicht. 

Die k. k. Gartenbau -Gesellschaft in Wien, welche von Seiner 
Majestät stets mit besonderer Huld und Gnade beglückt ist, wird 
sich ob dieses Jubeljahres wohl ganz besonders freuen und daher 
aucli Alles aufbieten, um ihre Dankbarkeit und Liebe, ihre Hingebung 
für den gütigsten Monarchen an den Tag zu legen. 

Von diesen patriotischen Erwägungen beseelt, hat der Verwal- 
tungsrath der k. k. Gartenbau-Gesellschaft in Wien in seiner Sitzung 
vom 5. Juni l. J. beschlossen, eiue grosse Jubel-Ausstellung (Blumen, 
Pflanzen, Obst und Gemüse u. s. w.) im Frühjahre 1888 zu ver- 
anstalten. 

Ueberzeugt aber, dass diese loyalen Gefühle in gleicher Innig- 
keit und Wärme von Millionen getheilt werden, erkennt der Ver- 
waltungsrath es als seine Pflicht, zur Verherrlichung und Vervoll- 
ständigung dieser Feier alle geehrten Schwestergesellscliaften, Vereine 
und Gartenfreunde geziemend einzuladen, auch ein Sträusschen zu 
dieser Ausstellung bringen zu wollen. Gewiss werden Alle in edlem 
Wetteifer an dam Gelingen dieser Huldigung mithelfen, auf dass sie 
eine der hocherfreulichen Veranlassung entsprechende und der Majestät 
vollkommen würdige werde. 

Der Verwaltungsrath beehrt sich daher, die geehrten, wie immer 
Namen habeuden Freunde des Gartenbaues, indessen durch diess ein- 
leitende Schreiben von dem Beschlüsse in geneigte Kenntniss zu 
setzen und die Bitte zu stellen, schon jetzt in ihren Kreisen für 
dieses patriotische unternehmen thätig sein und wegen der nothwen- 
digen Vorarbeiten zur Durchführung des Ganzen mögliebst bald 
anher bekannt geben zu wollen, ob und in welcher Weise dieselben 
die k. k. Gartenbau -Gesellschaft in Wien hiebei zu imterstützen 
bereit sind. 

Wien, am 5. Jiüi 1886. 
P. Gerhard Schirnhofer m. p. Johann Graf Harrach m. p. 

General-Secretär. Präsident. 

— Die 59. Versammlung deutscher Naturforscher und 
Aerzte findet vona 18. bis 24. September in Berlin statt. Es wer- 



324 

den drei allgemeine Sitzungen am 18., 22. und 24. September ab- 
gehalten und für die einzelnen Fächer dreissig Sectionen gebildet 
werden. 



Botanischer Tauschverein in Wien. 

Sendungen sind abgegangen an die Herren: Felsmann, Moser, 
Scheppig. 

Aus Salzburg eingesendet von Frl. Eysn: Androsace Chamae- 
jasme, Aronia rotundifolia, Astrantia major, Campanula puUa, Car- 
duus Personata, Cirsium salishurgense, Ervum hirsutum, Q-ypso- 
■phila repens, Potentilla fragariastrum , Thalictrum angustifoUum, 
Typha oninima, Valeriana saocatilis, Viola polychroma, V. scotophylla. 

Aus Siebenbürgen eingesendet von Eömer: Campanula abietina, 
C. pusilla, Carex tristis, Dentaria glandulosa, Dianthus callizonus, 
Festuca australis, F. carpatica, F. Porcii, Hepatica transsilvanica, 
Hyacinthella leucophaea, Melampyrum pseudobarbatum, , Muscari 
transsilvanicum, Primula carpatica, P. longiflora, Pidsatilla m.on- 
tana, P. patens, Ranunculus carpaticus, Rliododendroyi tnyrtifolium, 
Saxifraga luteoviridis, Scabiosa norica, Sesleria rigida, Viola alpina, 
V. Jooi. 

Obige Arten können nach beliebiger Auswahl im Tausche 
oder käuflich die Centurie zu 6 fl. (12 K. Mark) abgegeben werden. 



Inserat. 

Hieracia Naegeliana exsiccata 

ed. A. Peter. 

Diese aus dem Naegeli'schen Herbarium hergestellte Sammlung von 
Belagexemplaren zur „Monographie der Hieracien Mitteleuropas von C. v. 
Naegeli und A. Peter", von welcher bisher drei Centurien Piloselloiden erschienen 
sind, wird in gleicher Ausstattung fortgesetzt. Es kann zunächst eine vierte 
Centurie abgegeben werden; dieselbe umfasst in HO Nummern grossentheils 
Archieracien aus der Verwandtschaft der Glauca und Villosa, welche in den 
beiden ersten Heften des II. Bandes der genannten Monographie bearbeitet 
worden sind; ausserdem werden zehn von A. Peter in Engler's Jahrbüchern 
beschriebene complicirtere Piloselloiden - Bastarte aufgelegt. Der Preis der 
Centurie ist auf 17 M. festgesetzt. 

Da die Auflage eine nicht grosse ist, wollen Bestellungen baldmöglichst 
gemacht weiden; zu deren Entgegennahme wie zur Beantwortung von An- 
fragen ist Dr. A. Peter in München, Karlstrasse 29, bereit. — Vollständige 
Exemplare der Centurien i — 3 sind vergriffen, aber es ist noch eine grosse 
Anzahl Nummern aus denselben nach Auswahl abgebbar. Auf Wunsch erfolgt 
Zusendung des Verzeichnisses aller vier Centurien. 

Kedacteur und Herausgeber Dr. Alexander Skofitz. — Verlag von C. Gerold'S Sohn, 

C. Ueberreuter'sche Buchdruckerei (M. Salzer) in Wien. 



Oesterreichische 

Botanisclie Zeitsclirift 

Die österreichische y--^ Exemplare 
liotanische Zeitschrift V /ir*Q'*r-JiTl die frei durch die Post be- 
erscheint ^3 zogen werden sollen, sind 
den Ersten jeden Monats. hlos bei der Uedactloa 
Man prämimerirt auf selbe "" (IV. Bez., Mühigaiae Xr. t) 
mit 8 fl. Ost. W. p* . .1 ■■%■•■ ^° pränumeriren. 

an R. Mark} BotaniK und Botaniker. ^^ ^^«e« «*«' 

ganzjährig, oder mit ""»■«»•••"^ """ WU lailllXCI . Buchhandels übernimmt 

4 fl. Ost. W. CS R. Mark) _.^_.»_ Pränumeration 

halbjährig. C. Gerold's Sohn 

Inserate ^^t« m *^ '" Wien, 

die ganze Petitzeile jV= 1 11 sowie alle übrigen 

15 kr. öst. W. *■ A>^. Buchhandlungen. 

XXXYI. Jahrgang. WIEN. October 1886. 

INHAIaT: Neue Kosen. Von Wiesbaur. — Salzwasser-Algen. Von Dr. Hansgirg. — Flora der 
Karpathen. Von Dr. Formänek. — Pilze von Ung.-Hradisch. Von Sehlögl. — Zur Flora von 
Croatien. Von Hirc. — Flora des Etna. Von Strobl. -• Literaturberichte. — Correspondenz. Von 
Wiedermann, Formänek, Blocki, Spitzner. — Personalnotizen. — Botanischer Tausch- 
verein. — Inserate. 



Neue Rosen vom östlichen Erzgebirge. 

Von J. B. Wiesbaur S. J. 

Zahlreiche Kosenformen, welche ich bisher in der Umgebung 
von Mariaschein in Nordböhmen gesammelt habe, wurden von dem 
rühmlichst bekannten Kosenforscher, Herrn J. B. von Keller 1884 
und besonders im Winter 1884/85 in zuvorkommendster und selbst- 
losester Weise bestimmt und einer oft sehr kritischen Untersuchung 
unterzogen, wofür hier der verbindlichste Dank ausgesprochen wird. 
Da der Raum diessmal nicht mehr gestattet, wollen wir mit Ueber- 
gehung jener zahlreichen Rosen, die wohl für Böhmen oder wenig- 
stens für unser Gebiet neu, aber anderweitig schon beschrieben sind, 
nur jene, die noch in keinem der zahlreichen Rosenwerke erwähnt 
sind, nach Herrn von Keller's Bemerkungen kurz charakterisiren. 
Ist kein Fundort näher bezeichnet, so ist immer Mariascheins nähere 
Umgebung, am Puss des östlichen Erzgebirges von 250 bis 300 m zu 
verstehen. Die mit * bezeichneten Formen finden sich bereits im 
Gen.-Dubl.-Verz. des schles. botan. Tauschver. 1885/86 erwähnt. 

1. Bosa indinata Kern, kommt bei Obergraupen 500 — 600 m 
in zwei Formen vor: a) f. Gnqmensis Wiesb. und b) f, Joannis 
Keller*. B. Grupnensis „differt a typo petiolis minus pilosis, serra- 
turis minus aequaliter glaudulosis duplicatis sepalisque pinnatis (haud 
subintegerrimis). Sie hat ihre Stellung zwischen der B. indinata 
und B. brachypoda Des. und nähert sich stark der B. glama, der 
sie auch in der hellrosenrothen Blumenfarbe gleicht" K. — Die Bosa 

Oesten-. botan. Zeitschrift. 10. Heft ISSii. 27 



326 

Joannis hing^egen ist eine weissblüliende Montane, welche „we- 
nigstens theilweise zu den Ambiguis Greu. hinneigt. Von der R. 
incUnata Kern, weicht sie ab in der reichlichen Bewehrung aller 
Zweige und Petiolen, in der Form der Stacheln, die zwar kürzer 
und oft feiner als bei den Caninen, aber an der Spitze meist stark 
hakenförmig gekrümmt sind; ferner an den weinrothen Zweigen 
und Nebenblättern, in der Farbe, Grösse und Form der Blättchen, 
die unterseits später nur blassgrün gefärbt, eiförmig, verkehrteiförmig 
oder eiförmig-länglich, an der Basis deutlich keilförmig sind. Ihre 
Blattstiele sind alle mit gekrümmten hakigen Stacheln und zer- 
streuten Drüsen versehen. Die Blüthenstiele sind kürzer und die 
Scheinfrüchte länger. Vielleicht eine urbica X falcata, eventuell eine 
amhhiphylla X Gnipnetisis."- K. Diese {B. Joannis) wurde auch um 
Geising und Altenberg in Sachsen, ferner um Quinau, ührisseu und 
Platten bei Komotau beobachtet. 

2. B. glaiica Vill. a) f. Joseplii K. et W. „Eine zwischen der 
B. Sclmdtzü Rip. und falcata Pag. einzureihende Form, die nament- 
lich der letzteren sehr nahe steht .... Raraulis floriferis brevibus, 
foliolis supra flavoviridibus glabris, subtiis glaucis, costa tantum vil- 
losis, eglandulosis; petiolis aculeatis; receptaculis parvis globosis, 
glauco-pruinosis ; sepalis post anthesin erectis , tandem deciduis; 
petalis albis mediocribus aut parvis .... Prout B. falcata Pug. ad 
Caninas Trichophyllas Decalvatas inclinare videtur. Wahrscheinlich 
eine B. acipJii/llaXglauca.'' K. Bei Ebersdorf 760 m. , selten. — 
b) Ebendaselbst kommt auch von der f. B. Graveti Crep. eine var. 
purjmrascens K. et W.'"' vor „fioribus laete roseis fere purpurascen- 
tibus sat magnis. A Bosa Graveti stipulis latioribus, auriculis acu- 
minatis . . . ., foliolis basi magis angustatis aut distincte cuneatis, 
serraturis inaequalibus .... diifert." K. 

Als zur f. B. complicata Gren. gehörig sind zu erwähnen die 
Varietäten : c) peraculeata K. et W.""', d) recurviserrata K. et W.* und 
e) senticosa K. et W.""", wovon c) peraculeata eine besondere Ueber- 
gangsform zur f. myriodonta Christ ist, aber drüsenlose Pedunkeln 
und Kelchränder hat; d) recurviserrata hingegen sich durch zuge- 
spitzte, mit der Spitze ausgesperrte oder meist zurückgebogene Säge- 
zähne der oval zugespitzten Blättchen auszeichnet; e) senticosa end- 
lich ist gedrungen, kurzästig, reich und derbstachelig; die Blättchen 
sind sammt dem Mittelnerv haarlos und von zweierlei Grösse und 
Form .... Sie scheint mehr eine Modification zu sein. K. Letztere 
nur bei Ebersdorf bei 760 m. 

3. Von der Bosa coriifolia Fries, welche fast ebenso häufig als 
glauca ist, sind erwähnenswerth : 

a) f. Libussae V^sbr.: „foliolis ample ovalibus , obtusatis aut 
suborbicularibus, basi latissime cordatis subcordatisque , inaequaliter 
serratis, serraturis apertis subcrenatis." K. Auf der Libu§ahöhe 
bei Graupen. 380 m. 

b) var. sH^tf/ato K. et W.*, welche von Keller eine Charakter- 
rose des böhmisch-sächsischen Erzgebirges genannt wird, „aculeis 



327 

subulatis subsubulatisve crebris aut verticillatis; foliolis demum 
glabrescentibiis, uniserratis; petiolis pubescentibus aut dense villosis 
(band tomentosis) ; petalis pallidoroseis, fere parvis et albesceu- 
tibus." K. 

c) mod. mucronulata stebt dem Tj^pus ziinäcbst, weicht aber 
ab: „foliolis terminalibiis aciitis aciimiuatisve saepe mucronulatis, 
serraturis hiuc inde fissis (rarius duplicatis), petalis obcordato-oblon- 
gis, basi laxe ciliatis, diliite roseis, fructibus parvis globosis." K. 
Ebersdorf. 

d) f. Hunshenensis^) Wsb. „foliolis tota superficie utrinque 
pubescentibus, dein tenuissime pilosis, fructibus ovato-globosis aut 
breviter obovoideis. Eine Mittelform zwischen B. frutetorum Bess. 
und subbiserrata Borbäs." K. 

e) f. suhbiserrata Borbäs versus minutißorum Keller, die wir 
kürzehalber Hcmdmanniana nennen wollen. Von R. suhbiserrata Bb. 
weicht sie ab „petiolis nervisque tomentosis"; von der schönen, leb- 
haft rosenrothen minutißora Kell, der Teplitzer Berge unterscheidet 
sie sich auffallend durch ihre wohl kleinen, aber sehr blassen 
Blumen. Von meinem Collegen , P. Eudolf Haudmann, um 
Quinau nächst Komotau entdeckt bei 630 m, ferner Kosenthai bei 
Mariaschein. 

4. M. scabrata Crep. ist unten selten; häufiger ist bei Ebers- 
dorf f. Wlesbaitriana Kell.* „Eine Verbiudungsform der Montanae 
Verae und Montanae Scabratae, creberrime aculeata, aculeis 
tenuibus, gracilibus rectis aut falcatis; petiolis puberulis, densius 
glaudulosis, er ehre aculeatis; stipulis iuferioribus angiistis, dorso 
creberrime glandulosis aculeatis, superioribus dilatatis, sub- 
tus dense rubiginosis; .... foliolis subtus glaucis, nervis pro- 
minentibus, fere rugosis, tota superficie tenuissime pubeiulis; 
. . . . peduuculis abbreviatis nudis; sepalis prius reflexis, dein 
erecto-patentibus, apice longissirae appendiculatis, raargine toto glan- 
dnlis pedicellatis ciliatis; petalis intense roseis, unguibus pallidis; 
stylis dense albo-villosis . . . .; fructu ovato vel obovato-oblongo." K. 
Bei Ebersdorf 760 m, ferner um Platten bei Komotau 600— 700 m 
und bei Geisiug in Sachsen 530 m. Vgl. auch B. Wiesbauriana X 
canina (num. 15. R. vulturina). 

5. R. sepiiim Thiiill. Während R. graveolens Gren. oder ellip- 
tica Tausch besonders in der Form thuriwjiaca Christ im Erz- und 
besonders im Mittelgebirge ziemlich häutig ist und R. ruJ>hn- 
nosa L. gänzlich fehlt, tritt R. sepium sehr selten auf und wurde 
bisher nur die f. Dkhtliana K. etW.* gefunden. ,,R. pultesceiis Kw.^. 
f. Dkhtliana altitudine stirpis, sepalis longioribus, petalis bre- 
vioribus, pubescentia uberiore (fere toraeutosa) a) R. pubesceiüe 
Kap. discernitur. Syn. R. pubescens Dichtl in herb. Mariaschoiuensi. 
Occurrit in valie Kesselteich dicto ad Mariaschein (üichtl!), prae- 



') Von Hunsken („Hunschk'n'), Vulksnaine des muJeruen „Holienstem% 
entstanden aus der alten blavisclieu Benennung „Uncin"'. 

27* 



328 

terea in monte Kulmerbero- Bohemiae et propre Löwenliain Saxo- 
niae." (Wiesbaiir im Gen.-Diibl.-Verz. d. scbl. botan. Tauschver. 
1885/86.) Obigen Fimdorten sind uocb die am Fiiss des Erzgebirges 
bei Kulm, Tberesieufeld und Hobenstein beizufügen, überall nur je 
ein Strauch 250— 700 m, 

6. R. abictina Gren. tritt bei Obergraupen in zwei Formen 
auf: a.) f. interposifa und h) f. Güntheri ^). a) M. interposita K. etW * 
„kann der drüsenlosen luflorescenz wegen nur mit f. eglandulosa, 
oropJüla und Glaronensis Christ (Eos. d. Schw. S. 137 f.) verglichen 
werden, weicht aber von allen durch eine drüsige, durchaus zusam- 
mengesetzte Serratur ab." K. 

b) B. Güntheri Wiesb. nähert sich mehr der B. coriifolia Fr. 
und nimmt eine Mittelstellung ein zwischen der vorigen und der 
B. Ilunskenensis (s. 0. 3. d). 

7. Marcyana Boullu f. 3Iaria.sc7iemen.sis Wiesb. „a typo foliolis 
magis bidentatis magisque viridibus, sepalis paulo brevioribus, cortice 
atropurpurascente ; u, B.ßmbriata (Doli.) Grernli foliolis subtus praeter 
costam eglandulosis, serratiiris foliorum superiorum subsimplicibus . . . ; 
a B. suMupUcata Borb. {B, Heimerli H. Br.) receptaculo ovoideo 
petalis minoribus, ramis floralibus puberulis, colore albicante omnium 
orgauorum .... differt." K. B. 3Iariaseheinensis ist fast ganz un- 
fruchtbar, also höchst wahrscheinlich ein Bastart, was Herr v. Keller 
bereits aus morphologischen Gründen vermuthet hat, indem er sie 
für eine muthmassliche B. gallica X Sahini oder gallica X tomentosa 
erklärte. 

8. B. mollissima Fr. f. Geisingensis K. et W.* „forma et ser- 
ratura foliolorum Bosae omissae Des., corymbo et forma fructuum 
Bosae venustae (Chr.). Also aus dem Formenkreise der R. mollissima 
Fries mit langgestielter dorniger Frucht." K. Bei Geising und Alten- 
berg im sächsischen Erzgebirge. 500 — 700 m. 

9. B. Sabini Woods, f. Hampeliana Wiesb. „Eine extreme, zu 
den Villosae hinüberneigende Form der B. Sabini, ausgezeichnet 
durch den gänzlichen Mangel drüsiger Borsten an den Axentheilen, 
durch lebhaft rosenrothe fast purpurne Kronblätter, deutlich ent- 
wickelten, sogar etwas erhöhten Discus" Kr., starken und sehr ange- 
nehmen Harzgeruch der Blättchen. Die Stellung der B. Hamjyeliana 
wird gerechtfertigt „durch das Vorgehen Crepin's, der in Prim. 
fasc. VI. p. 781 (121) eine ähnliche Eose, deren ,rameaux et ramus- 
cules ne sont pas setigeres' {B. Isereensis Keller mscr.) zur B. 
Sabini gezogen wird. Diese {B. Isereenis) besitzt auch einfache Kelch- 
zipfel, was bei unserer B. Hampeliana ebensowenig als bei der 
typischen B. Sabini der Fall ist. Die Armatur betreffend ist B. 
Hampeliana einzig mit der B. Tarabovacensis Keller (in Wiesbau r 
,Eosenflora von Travnik in Bosnien' Nr. 19) verwandt, übrigens aber 
ganz verschieden." K. Diese Prachtrose gehört nicht mehr dem Erz- 
gebirge, sondern bereits dem Mittelgebirge oder genauer dem Tep- 



') Hw. Herrn Günther Ant., Kaplan der Bergstadt Graupen gewidmet. 



329 

litzer Zwischeugebirgc ao (vgl. Wiosbaur, iu östorr. bot. Ztschr. 
1886, S. 191 f. Anm.). Ich fand sie, der Auwcisiiug des Nestors der 
nordbölimi scheu Botaniker, des Hw. Herrn Canouiciis Jos. Hampel 
in Kulm, folgend, auf den pflauzenreichen Basaltfelsen der Eabney 
bei Türmitz, wo sie zwar zahlreich aber gar nicht weit verbreitet ist, 
und vor allen anderen blüht gleichzeitig mit der daselbst häufigen 
R. alpina L. f. balsamea Kit. 250 m. 

10. R. Ju.ndzilUana Bess. f. Schubertl Wiesb. „zeichnet sich 
durch ein fast haarloses Laub, dicht hispide Bliithcnzweige, Kecep- 
takel und Kelchzipfel, liueale haarlose Brakteon und purpurrothe 
Kronblätter aus." K. Sie wurde von dem Botaniker Aussiges, Herrn 
Jos. Schubert (Sen.) auf dem Basalt der Grafenhühe bei Aussig 
entdeckt und seit drei Jahren weiter beobachtet. 

11. R. Chabertl Des. v. Walten Wsb. {R. Chahcrtl Des. v. 
attenuata Wsb. non Kip.* „Aveicht vom Typus ab durch die im reifen 
Stadium verschmälerte Fruchtbasis (was auch dem Zuschnitte der 
Blättcheu häufig entspricht). Ferner sind die Sägezähne (nicht Zähn- 
chen) der Blättchen an dem französischen Originale mehr vorgezogen, 
nicht convergirend. Die ähnlichen Varietäten der R. Waitzuina Traft., 
die R. moravica Bb. und die R. Kosinskiana Bess. haben nur sub- 
biserrate (nicht biserrate) Blättcheu." K. 

12. R. uncinella Bess. a) oxy phylloides K. et W.* „foliolis 
parvis ovato-lauceolatis, inaequaliter duplicato-serratis . . . ., serra- 
turis angustis, squarrosulis .... Petiolis aliis tomentosis glandu- 
lisque inspersis, aliis villosis aculeatis .... Stylis glabris gla- 
bresceutibusque .... Floribus subalbis." 

b) lanceolulata K. et W. ist eine Abänderung der f. cillata Borb, 
„mit schwach doppelter ungleichförmiger, schmaler, drüsiger Ser- 
ratur, behaarten drüsigen Petiolen, ganz kahlen Griffeln und ziem- 
lich grossen, län glich- ellipsoidischen Scheinfrüchten." K. 

13. R. glaberrima Du Morth. (Des.) f. arrhiens K. et W.* 
„weicht vom Typus ab in den länglich-geformten Blättchen, in den 
längeren, der ganzen Länge nach befläumten Peduukeln, blassrosen- 
farbeuen Fetalen und schmalen länglich-ellipsoidischen, unter dem 
sonderlich koniscben schmalen Discus zu einem meist etwas verboge- 
nen, kurzen Halse verschmälerten Früchten." K. 

14. R. sphaeroidea Kip. var. Chlunienslä Wsb. „biserrata fruc- 
tibus globosis ovatisve, ramis floriferis peraculeatis, stylis densissimo 
villoso-hirsutis, haud elevatis. Vielleicht eine R. d/lauca f.) compli- 
cata X sphaeroidea."- K. Die Formen der R. ylauca sind am Erz- 
gebirge sehr zahlreich und meistens sehr stachelig. 

15. R. brachypoda Des. et Kip. f. vidturina Wsb. = -B. Wies- 
bauriana X canina Kell.* „petiolis glauduloso-scabris et scrratura 
Rosae Wiesbauriaaae (n. 4). Dem entgegen erinnern die Kelclizipfol, 
die auch am Bande drüsenlos sind, die Griffel und die ganze Haar- 



*) 1. c. t'älbchlicli als f. porrlyou-. 



330 

losigkeit an R. canina." K. Am Geiersberge (mons vulturimis) bei 
Ebersdorf und bei Obergraupen 600 — 750 m. 

16. jB. squarrosa Kau. a) Hampelii Wsb.* „Eubens, parvi- 
folia, serraturis inaequaliter incisis, simpliciter duplis glandulosis, 
petiolis costisque glandulosis, stylis exsertis, fructu ovato-rotundato 
valde insignis." K. 

b) var. Kulmensis Wsb. „weicht von R. squarrosa Rau ab als 
kleinblüthige, ärmer drüsige und namentlich an den Blüthenzweigen 
unbewehrte Form. Sie reiht sich an var. squarrosula Kell. an. Von 
a) Hampelii weicht sie nur in den kleinen Fetalen und stachellosen 
dichten Blüthenzweigen ab, wesshalb sie als deren S üb Varietät gelten 
kann.« K. 

c) var. pseudoscabrata Wsb.* (als R. Swartzii Fries f. pseudo- 
scahrata Wiesb. = jB. scabrata Gg., non Crep.) „stylis dense vil- 
losis basi coalitis, petalis roseis, sepalis anguste pinnatis, 'margine 
creberrime glandulosis pectinatis, fructu ovoideo globosove." K. 

17. R. dumalis Bechst, f. leuca Wsb. „ausgezeichnet durch rein 
weisse Kronblätter, die nur höchst selten einen schwachen Anflug 
von Rosafärbung zeigen. In Form und Farbe der Blätter ist diese 
R. leuca „sehr ähnlich der R. spuria Fug,, sie besitzt aber fast durch- 
weg doppelt gesägte Blättchen, drüsige Blattstiele, und fast oblonge 
Früchte." K. Eine im Erz- und Mittelgebirge sehr verbreitete Rose. 
200—800 m. 

18. R. aciphylla Rau kommt mit besonders grossen Blumen- 
blättern (var. macropetala K. et W.) jedoch selten vor. 

19. R. montivaga Des. a) var. virens K. et W.* und b) sw&- 
virens K. et W.* scheinen Mittelformen zwischen der R. montivaga 
Des. und R. sphaerica (Gren.) Des. zu sein. 

Beide Varietäten weichen von R. montivaga ab im Mangel des 
purpurnen Colorites , das bei a) (virens) grün, bei b) (subvirens) 
dunkelgrün ist-, auch sind die Blättchen mehr einfach gesägt, die 
Bracteen grün und kürzer, die Pedunkeln länger, die Blüthen kleiner 
und der ebenfalls kleinere Griflelkopf schwächer behaart. Sehr ver- 
breitet von 250— 700 m. 

20. R. horridula Des. var. subcandida K. et W. „aculeis cre- 
bris tenuibus falcatis aut suberectis, foliolis parvis ovato-rotun- 
datis, petiolis crebro glandulosis minuteque villosis . . . .; pedun- 
culis perbrevibus . . . .; sepalis angustis, abunde pinnatis . . . .; 
stylis densissime hirsutis in fasciculum clavatum elevatis; pe- 
talis parvis extus carneis, intus constauter candidis; fructu globoso 
parvo." K. 

Mariaschein i. B. am 28. Juni 1886. 



331 

Beitrüge zur Kenutniss 

der Salzwasser -Algenflora Böhmens. 

Von Dr. Anton Hansgirg in Prag. 

Während die Caiisbader Thermalalgeuflora, wie bekannt schon 
vor mehr als fünfzis^ Jahren hauptsächlich durch C. A. Agardh (1827) 
und um zehn Jahre später von Corda und Schwabe') so gründlich 
erforscht worden ist, dass später an den warmen Quellen in Carlsbad, 
deren Algenflora in den letzten drei Decennien speciell von einigen 
ausländischen Algologen und vom Verfasser näher untersucht wurde, 
bloss von Cohn Ilapalosiphon {Mastigocladus) laminosus, vom Verf. 
dieser Beiträge, welcher im Jahre 1883 und 1886 in Carlsbad weilte, 
um daselbst Algen zu sammeln, auch noch einige früher von den 
warmen Quellen in Carlsbad nicht bekannte Lyngbya-Yox'mQn ^) ent- 
deckt wurden — ist dagegen die Salzwasser-Algenflora Böhmens, 
welche nicht minder als jene Thermalalgeuflora interessant ist, 
den ausländischen und inländischen Algologen bis zu der neuesten 
Zeit gänzlich unbekannt geblieben. 

Bei der Durchforschung der Algenflora Böhmens, welche vom 
Verfasser im Laufe der letzten sechs Jahre ununterbrochen durchgeführt 
wurde *) , ist von diesem auch der in Böhmen an mehreren Locali- 
täten entwickelten Salzwasser-Algenflora eine grössere Aufmerksamkeit 
gewidmet worden und zwar hat derselbe vorzüglich die reiche, ins- 
besondere in feuchten (regenreichen) Jahren prächtig entwickelte, 
Algenflora der Salzwassersümpfe bei Auzitz nächst Kralup *) zu ver- 
schiedenen Jahreszeiten wiederholt besucht, um sie näher mikrosko- 
pisch zu untersuchen.*) 

Wie bei Auzitz so hat der Verfasser später auch an den Bitter- 
wasserquellen bei Saidschitz nächst Bilin und bei Cizkowitz nächst Lo* 



•) Mehr darüber siehe in meiner Abhandlung „Beiträge zur Kenntniss 
der böhmischen Thermalalgenflora" Oest. botan. Ztschr., 1884. 

*) Vergl. meine Abhandlungen in der Oest. botan. Ztschr., 1884 Nr. 8 
und Nr. iO u. f., wo auch mehr über die von mir im J. 1883 in Teplitz ent- 
deckte „Thermalalgenflora" und über die in Böhmen verbreiteten thermophilen 
Algen nachzulesen ist. 

*) Siehe meinen „Prodromus der Algenflora Böhmens". I. Theil 1886. 

*) Bekanntlich kommt au diesem Standorte auch eine grössere Anzahl 
seltener halophiler Phanerogamen vor. Nebenbei sei mir erlaubt hier noch zu 
bemerken, dass diese Sümpfe, sowie die mir bekannten Bitterwasserqucllen 
Böhmens ihren Salzgehalt meist den, in ihrer Nilhe befindlichen, verwitternden 
und zersetzten Kreideformationsschichten (Mergeln etc.) verdanken. 

") Einige von den im nachfolgenden Verzeichniss angeführten, halophi- 
len Algen, sind auch als Exsiccata in der Algonsammlung des Herrn Prof. Dr. 
Wittrock und Dr. Nordstedt in Stockholm und in den letzten Centurien 
der „Flora austr.-hungarica exsiccata" des Herrn Prof. Dr. v. Kerner in Wien 
mitgetheilt worden (andere werden nachfolgen). 



332 

bositz eine grössere Anzahl halophiler Algen entdeckt; einige wenige 
Salzwasseralgen sind von ihm auch noch an einer kleinen salzhaltigen 
Quelle bei Kozow nächst Laun vorgefunden worden. ^) 

Von den am Bande der Salzwassersümpfe bei Auzitz vorkom- 
menden blaugrünen Algen (Cyauophyceen, Schizophyceen, Phycochro- 
maceen) sind besonders folgende Arten bemerkenswerth : 1. Galothrix 
salina (Ktz.) nob. {Schizosiphon salinus Ktz., Scytonema salinum 
Ktz.), welche von der maritimen Calothrix scopulorum (Web. et 
Mohr.) Ag. sowenig unterschieden ist, dass sie Hauck mit dieser 
und mit C. (Schizosiphon) lutescens (Ktz.) zu einer Art vereinigen 
wollte*); 2. Lynghya salinaKtz. meist als var. terrestris Ktz., welche 
/y3/w^J?/a-Art Thuret et Bornet^) und Hauck*) mit der maritimen 
Lynghya aestuarii (Jürg.) Liebm, vereinigten, Kirchner') für eine 
Varietät der im süssen Wasser verbreiteten Lynghya ohscura Ktz. ^) — 
welche Hauck auch noch mit L. aestuarii vereinigt hat^) — halten 
wollte; 3. Lynghya arenaria (Ag.) nob. Oscillaria arenaria Ag., 
JPhormidium arenarium (Ag.) Rbh., Ph. thinoderma Ktz.; 4. Lyng- 
hya (Hypheothrix) halophila noh.^); 5. Microcoleus {Ghthonohlastus) 
salinm (Ktz.), nebst dessen var. Lynghyei (Ktz.) Rbh. {Chthonahlastus 
Lynghyei Ktz.) und var. aerugineus (Ktz.) Rbh. {Ghthonohlastus 
aerugineus Ktz.), welche beide Formen Kirchner^) zugleich mit 
der typischen (Ö/i. salinus Ktz.) Form für Varietäten der Micro- 
coleus gracilis Hass. ansieht, während Thuret ^°) die erstere Form (Ch. 
Lynghyei Ktz.) wieder mit Microcoleus chthonoplastes (Hof.-Bang.) Thr. 
{Oscillaria chthonoplastes Hof.-Bang.) vereinigt hat; 6. Nostoc halo- 
phüum nob. **); 7. ö-loeocapsa salinanoh.^^)', 8. Chrococcus macrococcus 
(Ktz.) Rbh. und Ch. minutus (Ktz.) Näg. : 9. Chrothece Bichteriana 
nob. "). 

An inundirten Steinen am Rande und an den in der Mitte 
dieser Salzwassersümpfe befindlichen Steinhaufen sammelte ich heuer 



*) Keine einzige halophile Alge habe ich dagegen an der Bitterwasser- 
quelle nächst Kobylic bei Neu-Bydzow angetroffen. Das Bitterwasser wird hier 
nämlich aus einem ziemlich tiefen, vermauerten, in einem besonderen Gebäude 
eingeschlossenen Brunnen geschöpft. 

*) „Die Meeresalgen Deutschlands und Oesterreichs", 1885 p. 494. 

') „Notes algologiques" II. p. 132. 

*) 1. c. p. 504. 

'') „Algen von Schlesien", 1878, p. 243 in Anmerkung. 

') lieber den genetischen Zusammenhang dieser Lyngbya-Form mit Scy- 
tonema ohscwrum Bzi., vergl. Borzi's „Note alla morfol. e biolog. delle alghe 
ficocrom. II. p. 373. 

^) 1. c. p. 505. 

*) Siehe meine Abhandlung „Bemerkungen zur Systematik einiger Süss- 
wasseralgen", Oesterr. botan. Ztschr. 1884. 

») 1. c. p. 244. 

") Essai de classiflc. des Nostochinees, 1875. 

") Siehe Oesterr. botan. Zeitschr., 1885, Nr. 4 u. f. 

") 1. c. Nr. 4. 

") Siehe Oesterr. botan. Zeitschr., 1884 Nr. 9 u. f. 



333 

neben der Lynghya haloplüla und Galothrix sallna in grösserer 
Menge auch die früher von mir daselbst übersehene, sonst meist nur 
auf Steinen an der Fluthgrenze in der Nordsee*) verbreitete Gloeo- 
capsa crepidinum Thr. 

Im seichten Wasser und zwar am häufigsten im Schlamme am 
Rande dieser Sümpfe kommen folgende Chroococacceen stellenweise 
massenhaft vor: 1. Gomphosphaeria cordiformls (W oWo) {O. aponina 
Ktz. ß. cordiformis Wolle) var, olivacca nob., deren Familien fast 
ebenso gross wie die der typischen Form (meist 30— 50 ^tt, seltener 
nur 24 oder bis 60 ft im Durchm.), deren flach herzförmige Zellen 
aber meist nur 8 bis 9 |tt breit, etwa 4,0. dick, 10 bis 12 jit lang 
sind und deren Inhalt constant fahl-olivengrün gefärbt (nur selten 
mit einem Stich ins Röthliche oder Graugrüne) oder fast farblos 
ist; 2. Ghroococcus minutus (Ktz.) Näg. var. salmus nob. , dessen 
Zellen vor der Theilung kugelrund, bis 12 (i dick, bei der Theilung 
meist länglich-rundlich 12 bis 15 jit dick, 15 bis 21 ^i lang, zu 2 
bis 4, seltener 8 in kleinen, bis 21 j«. dicken Familien vereinigt 
sind, deren Inhalt meist lebhaft spangrün und grobgekörnt, deren 
Zellhaut verdickt, deutlich geschichtet und öfters ebenso wie der 
Zellinhalt gefärbt ist; 3. Ckroothece RicMeriana nob. var. aquatica 
nob., welche auf der Wasseroberfläche dieser Sümpfe frei schwim- 
mende, rost- bis orangefarbige, ziemlich ausgebreitete, sulzartige 
Massen bildet, deren Zellmembran weniger dick ist, als wie die 
der auf feuchter Erde vorkommenden typischen Form und deren 
Chromatophoren meist orange- bis goldgelb gefärbt, selten fast farblos 
sind; 4. Chroococcus macrococcus (Ktz.) Rbh. var. aquatkus nob., 
dessen Zellmembran nur selten wie die der typischen Landform ge- 
schichtet ist und dessen gold- oder orangegelb gefärbter Zellinbalt 
meist in der Mitte einen grösseren feurig-rothen ölartigen Tropfen 
enthält. 

Neben diesen soeben genannten einzelnen blaugrünen Algen 
kommen in den salzigen Sümpfen bei Auzitz minder häufig, meist 
nur unter anderen Algen vereinzelt noch folgende seltenere Schizo- 
phyceen vor: 1. Calothrio) aeruglnea (Ktz.) Thr., welche von der ihr 
ähnlichen C. parasitica (Chauv.) Thr. {Rivularia parasitka Chauv., 
Schizosiphon parasitkum Le JoL, 0. soUtaria Krch. ^) = Mastigo- 
nema aerugineum Krch. ^) = Mastigothrkc aeruglnea Ktz. incl. 3L 
fitsca Ktz., die bei Auzitz ebenfalls, und zwar häufiger als jene 
vorkommt, gut zu unterscheiden ist; 2. Nostoc salsum Ktz., welches 
nach Bornet und T hur et*) mit N. cinißorum Tournef. identisch 
sein soll; 3. Merismopoediion glaucum (Ehrb.) Näg. 

Von Oscillarien ist in diesen salzigen Sümpfen besonders Oscil- 
laria tenuis kg. var. tergestina (Ktz.) Rbh., O. spissa Bory, O. suh- 



») Vergl. Hauck 1. c. p. 513. 

*) „Die mikroskopische Pflanzenwelt", 1885, p. 37. 

*) .Algen von Schlesien", 1878, p. 220. 

*) „Notes algologiques" II p. 102. 



334 

Salsa Ag. und O. teiurrima Ktz. (incl. Leptothruv rigiduhi Ktz. *) be- 
lli erkeüswerth. 

"Was die chlorophyllfn-üneii Algen betriift, so sind hier von den 
Confervöiden insbesondere folgende Arten in grösserer Menge vertreten 

1. Conferva saUaa (Ktz.) Ebh. {Psiclwhovmium salbium Ktz.) 

2. RMzodonium riparium (Roth.) Harv. (incl. R. salinum Ktz.) 
Cladophora crispaia (Roth.) Ktz. var. hrachiidados Ktz. {Cl. bm- 
chijclados Ktz.-): 4. Ulothriv suhtili^ Ktz. und U. suMilissima Rbh. 
( U. subtilis var. subtilissima Rbh.) var. macroyncres nob. ^) ; 5. Oedo- 
(jonium cruptopoi'um "Wittr, var. vidmre Wittr. {Oedogonium tenellum 
Ktz.?*) mit einer anderen viel robusteren Oedogonium-Ait, deren 
dickwandige veget. Zellen 15 bis 20 a dick, 2 bis 4mal so lang sind, 
die ich jedoch noch nie fructificirend gesammelt habe; 6. BoWochaete 
rectangidaris Wittr, und B. subsimphw Wittr. 

Von den Zyguemeen sind daselbst besonders folgende Arten 
häufig: 1. ^ougeotia genuße^va (Dillw.) Ag. (incl. Mesocarpus phncro- 
carpuB D. By.):' 2. Jloiigeotia cornicidata nob. aus der Sect. Stauro- 
spermum (^tz.) Wittr.. deren je einen plattenförmigen, centralstän- 
digen gelblichgrünen Chlorophyllträger enthaltende Zellen meist 5 bis 
6iu dick, 6 bis 12, seltener bis 20mal so lang sind, deren Zygoten 
den der JSfougeotia quadrata (Hass.) Wittr. {Stanrospermum quadra- 
tum (Hass.) Ktz. äusserlich sehr ähnlich '), 18 bis 21 fi lang (hoch), 
22 bis 24 u breit sind und in der Regel zwischen vier, je einer Zygoten- 
ecke aufsitzenden, lateralen Zellen liegen. An den ^ier Ecken der 
Zygoten, welche bei anderen Staurospermum-Ktz. -Arten flach abge- 
stutzt oder grubig eingedrückt sind, ist die glatte, braungelbe ^Vlittel- 
haut mit je einem 3 — 6 /n langen, gelbbraunen, hornartigen Aus- 
wuchs ausgezeichnet: 3. Zggnema stelUnum (Vauch.) Ag. var. rhyn- 
chonema nob., dessen veget. Zellen meist 18, seltener 16 bis 20 jit 
dick. 2 bis 6mal so lang sind und nie leiterförmig. sondern seitlich 
copuliren. Die Zygoten dieser Zugn.ema-¥ orm. sind fast kugelrund, 
30 bis 38 u im Durchmesser, seltener nur 27 u dick und bis 38 ft 
lang, und sie liegen meist gerade in der Mitte der beiden benach- 
barten seitlich coujugii-ten Zellen, nicht in einer (in der sog. weib- 
lichen) von diesen beiden Zellen, wie bei den meisten anderen, 
seitlich copulirenden Zygnemaceen; 4. Spirogyra portkalis (Müll.) 
Clev. (S. quinina Ktz.) und S. Jürgensii Ktz., nebst einigen anderen 
von mir bisher nur steril gesammelten Spirogyren. 

Von anderen, in den Salinen bei Auzitz spärlicher vorkommen- 
den, Chlorophyceen seien hier nachfolgende zwei Arten hervorgehoben: 
Jlcrposteh'on repens (A. Br.) Wittr. {Aphanochaete rcpe/is A. Br.), 
dessen einige junge Exemplare ich hier auch an Bolbochaete-Borsten 



\) Siehe .Oesterr. botan. Zeitsch^ift^ 1884. Nr. 9 u. f. 
-) UeLer den polvraorplien Entwicklungsgang dieser Alge vergl. meine 
Abliandlung .Ueber den Polvmorphismus der Algen'. Botan.. Centralbl. 1883. 
*) Siehe meinen .Prodromus der Algenflora Böhmens" "I. Theil, 18S6, p. o9. 
*) Siehe meinen ,Prodromas". p. 47. Anmerk. i. 
*J Siehe De Bary's ,Conjugaten% iSo8, Tab. Vm, Fig. 11. 



335 

festsitzend beobachtet habe and Oocj/süs Nae^dü A. Br., welche am 
Bande dieser Sümpfe neben der typisdien auch in einer gloeoeysti»- 
artigen Form TOrkommt, deren meist nor 18 ft dicke und 24 fi lange 
Zellen Yon je einer, seltener zwei farblosen Hüllen umgeben, in der 
gemeinsamen blasenlorm^en Matterzellenhölle emgescliiossen sind. 

Yon den in diesen salzigen Sümpfen ziemlich spärlich auftre- 
tenden Desmidiaceen seien hier namentlich folgende Arten angeführt: 
Closteriuni ffraeUe Breb., CosnuMrium remforme (Balfä.) Areh. mit 
C. mwrgariferuin (Tnrp.) Menegh., Cosinarium ffranatum Breb. in 
einer, der von Xordstedt neulich ') abgebildeten (1. c. Taf. I, Fig. 1 
im Separatabdruck) Varietät sehr ähnlichen Form, deren Zellen jedoch 
meist S3 bis 30 u lang aber nur 20 bis 24 (am Isthmus 6) fi breit sind, 
nebst einer anderen neuen Cosm-arium-Y orm. CosnMrium salimim nob., 
welche von den bisher beschriebenen, am meisten jener von üel- 
ponte in seinem Werke -Specimen Desmidiaceanun subalpinarum* 
1873. Tab. Tu. Fig. 5. abgebildeten Form des Cifsmarium Mene- 
ahi/üi Bre'b. ähnlich ist. von dieser sowie von der ihr sehr naheste- 
henden von Delponte 1. c. Tab. VTL Fig. ö abgebildeten Form, mit 
welcher die von P. Eeinsch in dessen Werke _Contributiones ad 
algologiam et fungologiam etc." 1875. Chlorophyllophyceae. Tab. XU, 
Fig. 12 c. abgebildete Form derselben Co^tihinum-Art wohl identisch 
ist! sich aber wesentlich dadurch unterscheidet, dass ihre 12 bis 14, 
am Isthmus bloss 5 — 6« breiten. IS bis 20« langen ZeDen, die mit 
einer schmalen Linealischen Mittel einscbnürung versehen sind, an den 
oberen schrä'Z anstei£renden. und den unteren fast senkrechten Seiten 
nicht gekerbt, s .- iv:^:: Trn geraden Linien begrenzt sind, sowie dass 
die im U— risfr ;:^_-i^ Issig sechseckigen feist birett-ähnlieiien, sm 
dem -t-T^; :_-; TtI 1 ^ '.r:-^: fach abgestutzten. Zellhälften ganz 
nevü-l- B:.-:- ;_ i :"i.rilr ir i.:;-. :L.rüs stumpf-wiaküge. nicht abgerun- 
dete Eok-n .: .brn. 

Was LI- -iie anderen Localitäten betrifft, an welchen ich in 
Böhmen a ;:h n:oh halophile Algen gesammelt habe, so will ich hier 
vor allem bemerken, dass ihre Algenflora, was die Ausdehnung und 
Formenmannigfaltigkeit anbelangt." bei weitem hinter der bei Auzitz 
eDtwickelten nachsteht. So kommen z. B. an dem offenen Abzugs- 
erraben, der in der Xähe des fürstl. Schwarzenberg' sehen Meierhofes 
bei Cizkowitz befin<ilicheu BitterwasserqueUe, in recht grosser Menge 
bloss folgende halophüe Algen vor. Gk^\>capsa salina , Lywhya 
salhva var. terrestris, Lmohm arenaria L. {Hi/ph<\yihrir). haiophiia, 
Microcoleifs {CTifhon'Ma^tmysalinus in der typischen Form imd dessen 
var. stratiri<\m.s (Fior. Mazz.) Kbh. {Mictw-deus stratißcans Fior. Mazz.), 
Conferva salina. Wäsodonium salimnn Kiz., Gadophora bra<rhi/da~ 
dos Ktz. -). 

') ,Demsidieer samlade af d. Berggren etc.'. ISSo. p. 7. 

') Yon diesen drei zuletit genannten Algen sanmielte ich die !eine oder 
die andere, seltener alle beisammen, anch hie und da in feuchten Wiesengräben 
bei SuloTi.c nächst Lohositz. bei Püllna nächst Brns und auf Plänerkalk am 
rfer des Zehuner Teiches bei Libnowes an der Cidlina (vergL meinen .Prodio- 
luus der Algeuflora Böhmens", 1. Theü. p. 7". 79. St). 



330 

Bei den Saidschitzer Bitterquellen nächst Biliu habe ich die 
wenigen halophilen Algen {Calothrix salina, llicrocoleus salinus, 
Lynghya arenaria, L. {Hypopheotrix) halophila theils an den höl- 
zernen Wasserleitimgsrinnen, durch welche das Bitterwasser in grös- 
sere Wasserbehälter geleitet wird, theils auch unter diesen Kinnen 
auf feuchter Erde vorgefunden. Bei der kleinen Bitterwasserquelle bei 
Kozow nächst Laun war, von den eben angeführten Algen, bloss 
Lynghya salina, L. arenaria und in geringer Menge auch {L. Hyplieo- 
thrLv) halophila entwickelt. 



Beitrag zur Flora der Karpathen und des Hoch- 
gesenkes. 

Von Dr. Ed. Formänek, 

k. k. Professor am böhmischen Gymnasium in Brunn. 
(Fortsetzung.) 

Carduus nictans L. Noch bei Neu Lhota fehlt, oder ist höchst selten 
von Val. Klobouk bis Ostrawitz. 

— acanthoides L. Gemein in höheren Lagen bei Val. Klobouk, 
Zdiechow, Jägerndorf, Weiskirch. 

— crispus L. Straznitz (Fasaugarten etc.); häufig um Teschen, be- 
sonders längs der Olsa (v. Uechtritz)!, Boguschowitz. 

— personata L. Karlsbrunn (v. Niessl), Gr. Vater, Knoblochgraben, 
Bärenkamm, f. albiflora in vielen Exemplaren mit der gewöhn- 
lichen Form im Knoblochgraben, unterhalb der Schweizerei. 

Cirsium eriophorum Scop. Louka, Strany hier häufig im Wd. Stransko, 
Hallenkau (Prowaznythal etc.), Kicera ceriianskä, Jaworniky, 
Stracenec, gemein b, Gr. Karlowitz, Miloiiow, Maxmilianka und 
Jawornickathal nächst Althammer, na Welke, Mt. Lomna. 

— palitstre Scop. Gemein im b. G. in höheren Lagen: Gipfel der 
Wysokä und des Smrk, Lysä hora, Donnerlahn bei Karlsbrunn, 
Mooslehue. 

— canum All. Rohatetz, Straznitz, Welka, Woisice bei KL Wrbka, 
Jawornik, Philippsthal, Strany, Slawkow, Niwnitz, Ung.-Brod, 
Hawritz, Suchä Loza, Ordiejowhof, Bystfitz, Banow. ß. denudata 
mihi. Stengel fast nackt, selten. Strany. 

— pannonicum Gaud. Straznitz, Knezdub, Woisice bei Kl. Wrbka, 
Jawornik; Jaworina (Holuby), Banow (Makowsky), üng.- 
Brod. 

— rivulare Link. Val. Klobouk, Zdiechow, Husleukathal, Hallen- 
kau, häufig bei Gr. Karlowitz, Miloüow, Salajka, Althammer, 
Klin; am Fusse des Smrk , häufig auf den Abhängen der Lysä 
hora bei Maleuowitz und sonst im Thale der Ostrawitza (Oboruy), 
Przno, Krasnä, Morawka, Slawiea, Lomna, Jablunkau. 



337 

Cirsium heteroph/Uum All. a. diversifolium Wimm. Celak. Prodr. 
p. 258. Thal der i-auschenden Tees. 

— oleraceum X camnn Wimm. Am Wege zur Lysä hora bei Ung.- 
Brod. 

— palustre X oleraceum Naeg. Donnerlahn bei Karlsbrunn. 
CarUna vulgaris L. Var. nigrescens mihi. Woisice bei Kl. Wrbka, 

Jaworuik [Bukowina nächst Wrbowetz] '), Philippsthal, Neu Lhotta, 
Strany, Lysä hora bei Uug.-Brod, Chrast bei Bojkowitz, Val. 
Klobouk, Potesch, Prikaz, Hallenkau, Jawornikgebirge, Milonow, 
Trojacka, Ostrawitz, Kovenky bei Malenowitz, Morawka, Lomna, 
nicht ganz typisch im Zabreg bei Teschen. 

— acatdis L. Straznitz, Kl. Wrbka, Welkä, Jawornik, Philippsthal, 
Neu Lhota, na Kotarech bis zum Gipfel der Jaworiua,Wolenow, 
Suchä Loza, Bojkowitz, Val. Klobouk, Navojna, Litsch, Pultschin, 
Zdiechow, Jaworniky, Gr. Karlowitz, Milonow, Abhänge des 
Smrk, Lukschinetz und Kovenky bei Malenowitz, Metylowska 
Hürka, Lomna, Jablunkau, Konska, Jägerndorf (Kuine bei den 
Ziegelhütten, Burgberg, Mösuig etc.), Würbenthai, Ochsenwiesen, 
Goldenstein, Sternberg. 

Dipsacus si/lvestris Huds. Straznitz, Hroznä Lhota, Tasow, Louka, 
Wrbka, Welkä, Strany, Ob. Niemtschy, Üng.-Brod, Suchä Loza, 
Bojkowitz, Kokytnitz, Prowazuythal bei Hallenkau, Neudorf, 
Priedland, Przno, Morawska, Boguschowitz, Teschen, Konska, 
Mähr. Ostrau, Hei-manitz. 

Trichera silvatlca Sclirad. Kohatetz, Straznitz, Welka, Kl. Wrbka. 

Succisa pratensis Mnch. Gemein im b. G. 

Knautia arvensis Coult. ß. alhiflora = Knautia 7noravica Schur. 
Häufig auf den Weinbergen 'bei Straznitz und Eadiejau. 

Scahiosa oehroleuca L. Sehr verbreitet und noch bei Neu Lhota, 
Jägerndorf, Weiskirch. 

Valeriana ofßcinalis L. Straznitz, Kobela bei Küzelau, Neu Lhota^ 
na Kotarech, Strany, Ob. Niemtsch, Bystritz, Ordiejowhof, Chrast 
und Obora bei Bojkowitz, Kokytnitz, Val. Klobouk, Hallenkau, 
Gr. Karlowitz, Samcansker Kevier, Althammer; im Thale der 
Ostrawitza und sonst nicht selten (Oborny), Krasnä, Lomna. 
Var. angustifolia T. Wiesen bei Strany. Var. exaltata Mikan. 
Vapenky bei Val. Klobouk. 

— samhucifolia Mikan. Im Gesenke ziemlich häufig: Neu Josefs- 
thal bei Goldenstein (Oborny), Karlsbrunn (v. Niessl), Moos- 
lehne, Abhänge des Gr. Vater und Bärenkamm, Knoblochgraben, 
Wald bei den Ochsenwiesen. 

Valerianella dentata Poll. Kohatetz, Straznitz, Hroznä Lhota, Welka, 
Strany, Ung.-Brod, Hawi-itz, Bojkowitz, Val. Klobouk, Litsch. 

Sherardia arvensis L. Gemein, am Milonow über 700 M. 

Asperula odorata L. Verbreitet. Welkä, Jawornik, Neu Lhota, Ja- 
wofina, Val. Klobouk, Zdiecliow, Hallenkau, Jawornikgebirge, 

*) Die eingeklammerten Standorte liegen schon auf ungar. Seite. 



338 

Gr. Karlowitz, Hlukokä, Wysokä; Friedland, Oudrejnik und vie- 
len anderen Orten (Ob orny); LukscMnetz, Maleuowitz, Morawka 
Slawica, Lomna, Sternberg. 

Äsp. ci/nanchica L. Rohatetz, Zwolenow, Straznitz, Radiejaii, Knezdub, 
Hioznä Lhota, Welkä, Kobela bei Küzelaii, Jawornik, Blumen- 
thal (Jelenowä etc.), Strany, Ung.-Brod, Prakschitz, Hawfitz, 
Sucbä Loza, Ordiejowhof, Bystritz, I3anow, Bojkowitz, Zahorowitz , 

Galium cruoiata Scop. Straznitz, Welkä, Studencauy-Bach bei Alt- 
hammer, Abhang des Smrk gegen den Klin zu, Lysä hora; bei 
Friedland, doch nicht häufig (Ob orny), Krasnä, Morawka, Lomna; 
Jablunkau (v. U echtritz). 

— vernum Scop. Klokocnik bei Jawornik, Philippsthal, häufig auf 
der Lysä hora und im Wd. zur reichen Linde bei Üng.-Brod, 
Chrast und Kopanice bei Bojkowitz, häufig bei Val. Klobouk, 
Prikaz, Litsch, Pultschiu, Posusiska bei Zdiechow, Prowazny- 
thal bei Hallenkau, Kicera cernanska, häufig im Jawornik- 
Gebirge und bei Gr. Karlowitz, u Tureckü am Myloiiow, Gipfel 
der Wysokä, Salajker Revier, Jawornickathal, Althammer, na 
Welke, Polana, Smrk, Ostrawitz, Jägerndorf (Burgberg und 
Mösnig), Eichberg bei Weiskirch, Urbanswald bei Würbenthai. 

— rotundifolium L. Neu-Lhota, Jaworina, Val. Klobouk (Wd. Horka 
und Jelenowskä), Prikaz (Rozsosi, hajek etc.), Litscli, Hradischow, 
Hallenkau, Gipfel der Jaworniky, häufig bei Gr. Karlowitz, 
Hlukokä nächst Ob. Becwa, Wysokä, Althammer (Studencany 
etc.) na Welke; Oudrejnik bei Friedland u. a. 0. (Ob orny), 
Lysä hora (Ob orny)! Ostra, Morawka, Slawica (Urbaska, Ka- 
luzne, u Chocü), Ptacinky bei Lomna, Fleischerwald bei Jägern- 
dorf, Schlossberg bei Würbenthai, Sternberg (Wd. beim Kiosk 
etc.); Karlsbrunn (v. Niessl)! 

— horeale L. Strany; Brünnelheide (v. U echtritz)! 

Lonicera xyloateum L. Kobela bei Küzelau [Bukowina nächst Wrbo- 
wetz], Jawornik, Philippsthal, Val. Klobouk, Hallenkau, Gr. 
Karlowitz; Teschen (W. Fl.)! Koiiska; Jägerndorf (Spat zier)! 
Würbenthai bis Karlsbrunn, Schlicksenwald bei Goldenstein. 

— nigra L. Gr. Karlowitz (Podtäty, za Palüchem etc.), Wysokä; 
Trojacka (Fiek)! ^Wälder bei der Salajka; bei Friedland, auf 
dem Smrk bei Celadna etc. (Ob orny), Morawka, Slawica, 
Lomna; Jablunkau (Kolbenhey er und v. Uechtritz)! von 
Ludwigsthal und Karlsbrunn bis auf die Abhänge des Altvaters, 
Gr. Vater, Knoblochgraben, Bärenkamm, Gr. Seeberg; Thal der 
rauschenden Tees, bei den Ochsenwiesen. 

Sambucus racemosa L. Jawornik, Hallenkau, Ostrawitz, Morawka, 
Slawica, Lomna, Jablunkau, Steruberg. 

— ebulm L. Straznitz, Welkä, KL Wrbka, Jawornik, Jaworina, Strany, 
Val. Klobouk, Halleukau, Gr. Karlowitz, Miloiiow, Wysokä, 
Ostrawitz; bei Friedland (Oborny), Przno; Teschen (W. Fl.)! 
Boguschowitz. 



339 

Viburnmn opulus L. Welkä, Küzelau, Jawornik (Wielicky Wd. 'otc), 
Vapeuky bei Val. Klobouk, Metylowska Hürka, Jauowitz, Zabreg 
bei Tescben, Konskau, Jägerndorf (Oboruy).^ 

— lantana L. Häufig bei Straznitz (Stamfäty, Zerotin, Wald bei 
der üeb erfuhr); Gebüsche und Twarozna und Lbota bei Straznitz 
lind bei Banow (Makowsky); [Bukowina bei Wrbowetz], Wie- 
sen und Kobela bei Küzelau, Jawornik, Philippsthal, Kralow 
bei Üug.-Brod. 

Ligustrum vulf/are L. Kobatetz, Petrow, Straznitz, Hroznä Lhota, 
Welkä, Kl. Wrbka [Bukowina nächst Wrbowetz], Jawornik, 
Strany, Ob. Niemtschy, Üng.-Brod, Hawritz, Prakscbitz. 

Vincetoxicum officinale Mönch. Straznitz, Knezdub, Lippau, Welkä, 
Woisice bei Kl. Wrbka, Jawornik, Üng.-Brod, Cbrast bei Boj- 
kowitz. 

Memianthes trifoliata L. Gr. Karlowitz (Milonowkathal etc.); Torf- 
moor Huty bei Friedland (Oborny); Althammer. 

Geiitiana cruciata L. Kobela bei Küzelau, Hrädek Wd. und Machowe- 
Wiesen nächst Jawornik, Wiesen bei Sigmund's Gasthaus, knapp 
an der ungar. Grenze [Miawa]. 

— asdepiadea L. Huti-Hammer und von da bis an die ungarische 
Grenze, auf der Lysä hora, bei Malenowitz und Lukscbinetz, bei 
Althammer etc. (Oborny); Klin, Peretonnky, Polana, Wiesen, 
Skalka und Wasathal bei Ostrawitz, Butosonka, Janowitz, Bystra, 
Krasnä, Morawka, Slawica (ürbaska Wd.); var. pauciflora mihi, 
Pflanzen schmächtiger und kleiner, meist nur einblüthig, auf 
trockenem, sonnigen Boden bei Ostrawitz. 

— pneumonanthe L. Potoky bei Jawornik, Philippsthal, Neu Lhota, 
doch überall nur sehr spärlich. 

— ciliata L. Straznitz, Welka, Jawornik, Philippsthal, Neu Lhota, 
na Kotarech, Bojkowitz. 

Erythraea centaurium Pers. Verbreitet um: Welkä, Strany, Üng.- 
Brod, Bojkowitz, Klobouk, Prikaz, Ostrawitz; Friedland (Oborny), 
Krasnä, Lomna, Jägerndorf. 

— ramosissima Pers. Kohatetz, Zwolenow, Straznitz, Hroznä Lhota, 
Welkä, Kl. Wrbka, Jawornik, Blumenthal, Strany. 

Myosotis intermedia Link. Verbreitet in der Gegend von Val. Klo- 
bouk, Hallenkau, Gr. Karlowitz, Krasnä, Jabluukau, Mähr.- 
Ostrau, Jägerndorf. 

— hispida Schlecht. Straznitz. 

— stricta Lmk. Gemein und noch bei Val. Klobouk, Jablunkau und 
TöscIlGn gIjc 

EcMum vulgare L. Gipfel der Jaworina, Brünnelheide in geringer 

Entfernung von der Kirche. 
Cerinthe minor L. Rohatetz, Zwolenow, häufig bei Straznitz, Kralow 

bei Üng.-Brod, Hawritz, Prakscbitz, Sucha Lozä, Ordiejowhof, 

Bystfitz, Banow; häufig um Tescben (Kolbenhey er)! Konska, 

Boguschowitz. 
Nomiea pidla BC. Rohatetz, Petrow, Straznitz, Knezdub, Hrozua 



340 

Lhota, Lippau, Welkä, Kl. Wrbka, Niwnitz, Ung.-Brod, Hawfitz, 

Suchä Loza, Woleuow. 
Anclwsa officinalis L. Rohatetz, Petrow, Straznitz, Radiejaii, Tasow, 

Welkä. 
Sympluitmn officinale L. f. alhiflora, auf Wiesen iind im Walde bei 

der Uebeifiilir bei Straznitz und in der Chrast bei Bojkowitz. 

— tuberosum L. Nur noch bei Jelenowa bei Blumenthal kenntlich. 
Convolvulus sepium L. Eohatetz, Zwolenow, Petrow, Straznitz, Ra- 

diejau, Hroznä Lhota, Welkä, Ung.-Brod, Hawritz, 
Cuscuta epiUnum Weihe. Lomna, Jablunkau. 

— inajor DC. Ung.-Brod auf Ligustrum vulgare, Woisice bei Kl. 
Wrbka auf Imda salicma. 

— epithymiim Murr. Strazüitz, Woisice bei Kl. Wrbka, Wiesen 
Janny bei Neu-Lhota, Stransko Wd. bei Strany, Ung.-Brod, 
Hawritz b. trifolü Bbgt. sp. Litsch, Hürka Metylowskä, Jablun- 
kau, Mähr. Ostrau, Hermanitz, 

Lycium barbarum L. Rohatetz, Straznitz, Hroznä Lhota, Ung.-Brod, 
Bojkowitz auf d. Sto. verwildert, ferner bei Eriedland, Taschen, 
Jägerndorf, Weiskirch. 

Atropa belladonna L. Kobelau bei Kuzelau, Mericnik bei Jawornik, 
Blumenthal, Vapenka und Holzschlag auf der Doubrawa bei 
Val. Klobauk, Holzschlag am Rozsosi bei Prikaz, Krasnä, Mo- 
rawka, Jablunkau. 

Physalis alkekengi L. Zwolenow; Straznitz (Reissek)! Welkä, Neu- 
Swietlow bei Bojkowitz, 

Datura stramonium L. Rohatetz, Petrow, Zwolenow, häufig bei 
Straznitz. 

Hyoscyamus niger L, Gemein, noch um Jawornik und Strany, scheint 
schon um Val. Klobouk und von da an bis Ostrawitz zu fehlen, 
ebenso von Krasnä bis Lomna. 

Verbascum phlomoides L. ampl. a) genuinutn Celak. Prodr. pag. 313 
Straznitz, Welkä, Ung.-Brod. b) thapsiforme 1. c. Welkä, Neu- 
Lhota, Jawornik, Strany. 

— thapsus L. Blumenthal, Strany, Hallenkau, Gr. Karlowitz, 
Morawka, Jägerndorf, Würbenthal, Ludwigsthal; Karlsbrunn 
(v. Niessl). 

— lychnitis L. Rohatetz, Straznitz, Ung.-Brod, Hawritz, Prakschitz. 

— nigrum L. Lippau, Litsch, Zdiechow, Huslenkathal , Hallenkau, 
Gr. Karlowitz, Krasnä, Morawka, Lomna, Jablunkau, Würben- 
thal, Ludwigsthal. 

— Orientale M. Bieb. Weinberge bei Straznitz, Radiejau. 

— blataria L. Zwolenow, häufig auf Wiesen und Weinbergen bei 
Straznitz. 

Scrofidaria nodosa L. Gemein. In höheren Lagen auf der Jawofina. 

— alata Gilib. Jägerudorf. 

■ — Seopolii Hoppe. Wald u Oudrü bei Gr. Karlowitz, Wysokä, Wald 
StudenSany bei Althammer, Kliu; Karlsbrunu (v. Uechtritz 
sen.)! Mooslehne, Gr. Vater Abhang. 



341 

Gratiola ofßcinalis L. Auf Wiesen bei Robatetz (M. Makowsky), 
Petrow, Zwolenow, bäufig auf Wiesen und Gräben bei Straznitz, 

Linaria spuria Mill. Zwolenow, Straznitz, Ung.-Brod, Hawritz, 
Prakschitz. 

Antirrhinum orontium L. Ung.-Brod, Prakscbitz, Hawritz, Würben- 
tbal! 

Digitalis amhigua Murr. Kobela bei Küzelau, Altbammer, na Welke 
Wald Studencany, Klin, Polaua. Auf den Abhängen im Ostra- 
witzatbal nicbt selten etc. (Oborny); Lysäbora, Lukscbinetz, 
Mt. Lomna, Fleischerwald und Kircbberg bei Jägerndorf, Bären- 
kamm, Thal der rauschenden Tees. 

(Fortsetzung folgt.) 



Der Pilzmarkt in Ung. Hradisch. 

Von Ludwig Schlögl, 

k. k. Gjmn.-Professor. 
(Sdiluss.) 

Von den Eingpilzen {Psalliota) werden folgende Arten 
zu Markte gebracht. 

Agaricus {Psalliota) campestris L. Der Champignon mit den Spiel- 
arten Ps. silvicola und Ps. praticola. 

A. (Psall.) silvaticus L. Wald-Champignon und 

A. {Psall.) arvensis Schaff. Schaf-Champignon. 

Das Erscheinen des Champignons auf dem Markte ist Ende 
Mai in grösseren Mengen, besonders die Spielart Ps. praticola 
wird im Juli, August und September zu Markte gebracht, wäh- 
rend die Spielart Ps. silvicola im October bis Mitte November 
auftritt. Die beiden anderen Arten erscheinen besonders im 
September und October auf dem Markte. 

Vereinzelt wird auch im October aus den Laubwäldern 
des Rovniaberges 
Ag. {Psall.) spodophyllus Krtz. der graublätterige ßingpilz zu Markte 

gebracht. 
Ag. {Pholiota) mutahilis Schaff. Der Stockschwamm. 

Dieser Pilz erscheint bereits Anfangs Mai auf dem Markte, 
wird in Massen im Juli, August, September und October und 
in kleinen Mengen bis Ende November zu Markte gebracht. 
Am schmackhaftesten ist er im Juli und August. Er wird nicht 
bloss von der Land-, sondern auch von der Stadbevölkerung 
gerne gegessen. 

Von den Täublingen werden 
Bussula vesca Fr. Speise-Täubling, 

B. alutacea Fr. ledergelber Täubling, 

JR. integra Fr. unschädlicher Täubling und 

Oesterr, bntan. Zeitschrift. 10. Heft 1886. ^O 



342 

R. lutea Fr. schöngelber Täubling und zwar meist abgeschält auf 
den Markt gebracht, so dass es häufiger vorgekommen ist, dass 
auch giftige, wie 

R. rubra Fr. und 

R. furcata Fr. leicht mit verkauft wurden. 

Der schöngelbe Täubling wird seltener meist nur im Juli 
und August, die anderen Arten aber von Juni bis Mitte Novem- 
ber oftmals in grossen Mengen zu Markte gebracht. 
CanthareUits cibarms Fr. Der Röthling. 

Der Köthling wird zuerst im Juni, massenhaft im Juli 
und August, seltener im September bis Ende October zu Markte 
gebracht. Er wird nur vom Landvolk gegessen. 

Agaricns {Pleurotii^) ostreatus Jacq. Der Drehliug. 

Dieser Pilz mit einem bald muschel- bald trichterförmigen 
Hut von hell- oder dunkelbrauner Farbe wird vereinzelt im Juli 
und August, in grösseren Mengen aber im September, October 
nnd vielmals auch bis Mitte November in schönen Stücken zu 
Markte gebracht. 

Ag. (Pleur.) salignvs Pers. Weiden-Seitenstielpilz und 

Äfj. {Pleur.) ^dmarius Pers. Ulmen -Seitenstielpilz erscheinen nur 
vereinzelt im Juli und October auf dem Markte. 

Ag. {Collyhia) oreades Bolt. Der Nagelschwamm. 

' Dieser Pilz , der nur von der La,ndbevölkerung gegessen 
wird, wird selten im Mai und Juni, häufiger im Juli und August 
und vereinzelt im September zn Markte gebracht. 

Marasmius scorodonius Fr. Der Lauchschwamm. 

Er wächst sowohl auf Grasplätzen, als auch im Walde. 
Der von Grasplätzen ist schmackhafter als der aus dem Walde. 
Er wird bereits im Mai und Juni, vereinzelt im Juli und August, 
häufiger im September imd manches Jahr auch noch im October 
zu Markte gebracht. 

Agarlcus (Oalorrheus) deliciosiis Fr. Der Keizker. 

In manchen Jahren, wie im Jahre 1885, wird dieser Pilz 
sogar schon Ende Mai zu Markte gebracht, öfter erscheint er im 
Juni schon, hört dann auf, um im August bis über die Mitte 
November in Massen am Markte feilgeboten zu werden. Von 
unkundigen Pilzsuchern wird manchmal 

Ag. {G-cdorrheKs) torminosus Seh. der Birkeurietsch mitgesaramelt 
und mit dem Reizker vermengt feilgeboten, weil bei vielen die 
Milcii gelblich wird, wesshalb er auf den ersten Blick auch 
schwer unterschieden werden kann. Am meisten wird der Eeizker 
von der Stadtbevölkerung angekauft, in Essig eingelegt, für den 
Winter aufbewahrt. 

Laotarius {Galorrheus) volemus Fr. Der Goldbrätling. 

Der Goldbrätling wird zuerst Anfangs Juli, in grösseren 
Mengen gegen Ende Juli und im x^ugust und oft in sehr grossen 
Exemplaren zu Markte gebrach' = Vereinzelt erscheint er in man- 



343 

chen Jahren noch mit Ende October am Markte. Er wird von 
der Bevölkerung mit Salz bestreut und geröstet gegessen. 

Agar ICHS {Trkholoma) graveolens Pers. Der Maischwamm. 

Ag. (Trich.) ColumbeUa, Tauben-Haarsäumling, 

Ag. (Trich.) Pomonae Lenz. Obst-Haarsäumling. 

Ag. (Trich.) gambosum. Huf-Haarsäumling. 

Bereits Ende April erscheint auf dem Markte der Mai- 
schwamm, der im Mai am häufigsten, im Juni meistens noch 
in alten Exemplaren auf den Markt gebracht wird. Die Obst- 
und Hufhaarsäumlinge sind meist im Juni und Juli vertreten. 
Der Tauben-Haarsäumling wird nur vereinzelt und zwar im 
October auf den Markt gebracht. 

Ag. (Armllaria) melleu^ Vahl. Der Hallimasch. 

Er erscheint in lichter und dunkler Färbung. Die mit 
lichtem und gleichzeitig glattem Hut wachsen auf Feldern und 
Wiesen, während die letzteren im Walde gefunden werden. 
Abnormitäten desselben , wie solche mit bis 4 Ctm. dickem 
Stnmk, finden sich nicht selten am Markte. Er wird bereits im 
August vereinzelt, in grösseren Mengen im September zu Markte 
gebracht. Massenhaft erscheint er im October und nimmt an 
Menge im November ab, bis seinem Erscheinen Ende November 
starke Fröste oder Schnee ein Ende machen. 

Ag. [Lepiota) procerus Scop. Der Parasolpilz. 

Er findet sich nicht selten in den Nadelwäldern des Mars- 
gebirges und der Ausläufer der kleinen Karpathen, wird aber 
nicht von der Bevölkerung gesammelt und zu Markt gebracht. 

Ag. {Amarita) caesarus Scop. Der Kaiserling. 

Dieser Pilz wächst im Marsgebirge in grösserer Menge in 
den Wäldern bei der Biirg Buchlau. In früheren Jahren wurde 
er nur vereinzelt unter dem Namen Safranpilz als Täubling zu 
Markte gebracht, da ihn die meisten Pilzsucher als giftigen 
Fliegenpilz ansahen. Erst im Jahre 1885 wurde er nach Be- 
lehrunc{ der Pilzverkäufer über diesen guten und schmackhaften 
Pilz häufiger in den Monaten Juli und August zu Markte 
gebracht. 



Verzeichniss 

der slavischen Namen der Pilze, die am Markte in Ung.-Hradisch 

feilgeboten werden. 

Die Trüffel, jeleuice. 

Der Staubpilz, certüv tabaöek. 

Die Morchel, smrha. 

Die Lorchel, chfapäö. 

Bärentatze, kozibrady. 

Der Igelstachelpilz | ^^^^^3,^^ j^^^^^ 

Zottiger Stachelpilz 1 



344 

Habichtsscliwamra, brizovä mäjüvka. 

Der Eicliliase, ) -, 

Der Klapperschwamm, | »e^'^-aica. 

Schwefelgelber Porenpilz, maso se spendliku. 

Der Bluts chwamm, maso. 

Der Scbusterpilz, brib dubovy. 

Satanspilz, 1 

Kothfuss, I jvn 1, u '1-1 -1 

Wolfsröhrchenpilz, I fl*?^^^^'v,^^f,^^jy ^"^f^ 'J^^'^ITV- 

Pfeiferüilz ""' ^^'^" blonovy oder hrib zluty 



dubovy genannt. 



Pfeifei'pilz, 

Blauwerdender Röhrchenpilz, 

Wurzelnder Röhrchenpilz, 

Der Espenpilz, vosik. 

Der Kapuzinerpilz, kozäk, lipovy kozacek. 

Der Schmalzling, podborüvky. 

Ziegenlippe, maselnicky. 

Der Sandpilz, panstäk. 

Der Kuhpilz, janek. 

Der Herrenpilz, hfib. 

Der Königspilz, krälovsky hi-ib. 

Der orangegelbe Röhrchenschwamm, kozäk, 

Kastanienbrauner Röhrenpilz, borovy hfib. 

Bronzpilz, matrinka. 

Der Champignon, zampion, pecürka. 

Der Stockschwamm, lipüvky. 

Täublinge, holubky. 

Schöngelber Täubling, safranica. 

Der Röthling, küfätka. 

Der Drehling, ) t i ^ n 

Seitenstielpilz, } ^^^^^ karfiolky. 

Der Nagelscbwamm, dubüvky. 

Der Lauchschwamm, spicky. 

Der Reizker, rezek. 

Der Goldbrätling, kravina, syrüvka. 

Der Maischwamm, ) ,.o. 

Der Säumling, J ^ajuvky. 

Der Hallimasch, väclavky. 
Der Parasolpilz, kfivanka. 
Der Kaiserling, cisafka, safranica. 

Üng.-Hradisch, im Mai 1886. 



Zur Flora des croatischen Hochgebirges. 

Von D, Hirc. 

Ich bin in der glücklichen Lage, dass ich eins der interessan- 
testen Gebiete von Croatien in floristischer Beziehung erforschen 



345 

kann und erforsche, nämlich das Eldorado des croatischen Botanikers: 
das croatische Litorale und das Plateau desselben. Vom Jahre 1877 
bis heute habe ich in diesem Gebiete folgende Berge bestiegen und 
die Flora derselben studirt: Kisnjak (1528 m), Tuhobic (1106 m), 
Medvedjak (1027 m), Veliki Kobiljak (1087 m), Javorje (1122 m), 
Bitoraj (1385 m), Visevica (1428 m), Veliki Snieznik (1490 m), Paprod 
(876 m), Groben (922 m), Obruc (1377 m), Suhl vrh (1350 m), Platak 
(1111m), Hum (709 m) und Grles (1325 m). 

In der neuesten Zeit wird aber kein Berg von Touristen und 
Naturforschern so eifrig besucht wie der Veliki Eisnjak bei Crni lug, 
die Heimat des Edelweisses und der herrlichen Alpenrose. 



Am 29. Juli d. J. begab ich mich nach Delnice und besuchte 
da die Gegend Jezero, wo so manche seltene Pflanze wächst. Laser- 
pitiuin marginatum ist unterwegs an Gebüschrändern häufig, an 
buschigen Wiesen treten besonders hervor: Thalictrum simplex, 
Centaurea Scabiosa und Succisa vulgaris. Auf Felsen bei Jezero fand 
ich: Pinguicula alpma, Laserpitiwn j^ßKcedanoides, Siler var. niacro- 
phyllum Borb., latifolium, Salix grandifolia, Anthericmn ramosum, 
Toßeldia cali/culata, Bellidiastrum Michelii, Potentilla carniolica (?) 
(abgeblüht und ohne Carpellen), Leontodon incanios, Hieracium illyri- 
curn, Erica carnea, Gyclatnen europaeum, Campanida Ilirciana, 
Asplenium viride, Huta muraria. Ausser diesen wächst noch in der 
Umgebung: Astragalus glycyplvjllos, Verbascum nigruni, Stachys 
üilvatica, Scrophularia nodosa, G-ymnadenia conopsea, Phyteuma 
orbiculare, Rosa alpina var. atrichophylla, Sambucus Ebidus, Tele- 
kia speciosa. Diese Pflanze, eine Zierde des Plateau, ist besonders an 
Waldrändern häufig, siedelt sich aber besonders gerne in kleinen 
Vertiefungen an, wo sie dann so dicht hervorwächst, als wenn man 
sie gesäet hätte. Telekia ist häufig bei Delnice, Lokve, hier beson- 
ders bei den Dolomiten und in der Gegend Zaturine, an Waldrändern 
des Berges Koprive zwischen Lokve und Crni lug, bei Mrzla Vodica, 
am Kisnjak, auf der V. Visevica, am Bitoraj, auf der Sv. gora bei 
PleSce, bei Gerovo in der Leskova und Zagolska draga bei Kuzelj etc. 

Am 30. Juli begab ich mich mit H. Prof. Eduard Pospichal 
aus Triest von Lokve nach Crni lug und bestieg von hier aus den 
Eisnjakberg zum drittenmal. In der Umgebung des Mali Kisnjak 
blühte: Galium rotundifolium, Lychnis diurna, Doronicum austriacuin, 
Stellaria nemormn, Cnidium apioides, Rhinanthus aristatus, Chaero- 
phyllum aureum, kirsidutn, Hacqiietia Epipadis, Knaidia silvatica, 
Mercurialis ovata, Lamium macidatuni, Salvia dumetorum, Digitalis 
aynbigua, Helleborus viridis, Echium vidga7'e, Cynosiirus cristatus, 
Vicia sepium, Trifolium montanum, Gymnadenia conopsea. Auf Felsen 
bei Smrekovac habe ich gesammelt Asplenium ßssum. Im W^alde, 
unweit von M. Risjnak fand ich: Scabiosa lucida var. Hladnikiana, 
Cystopteris alpina, montana, fragilis var. angvstata. 



346 

Auf Felsen und am Fasse des Mali Risnjak habe ich gesammelt : 
Chrysosplenium aUernifoliwm, Lilium Martagon, Atragene alpina, 
Saxifraga pusilla, Ligusticum Seguierü, Anthericum ramosum, Allimn 
Victor lale, Gystopterls alpina, Asplenium fissum, viride, Phoegopteris 
Rohertiana, G-eramum silvaticum, Dlanthus Sternbergii [D. alpestris 
Hoppe), Trolius europaeus (häufig), Aconitutn Yulparia, Centaurea 
axillaris^ Dactylis glomerata, Festuca pungens Kit., Hieracium fle- 
xuosum, Arabis arenosa, Leontodon hastilis, Valeriana tripteris, Scro- 
phularia laciniata, Campanula pusilla (nicht pulla), Ranunculus 
gracilis Schreb. (neu!), Tofieldia calyculata, Silene pusilla, Cam- 
panula rotundifolia var. lancifolia (auch am Snieznik), Cotoneaster 
tomentosa, integerrima var. parvifolia, Asperula cynanchica var. 
longißora, Aquilegia Henkaeana. *) 

Auf der Rückkehr ging ich über Medvedova vrata (1285 m) 
durch das schöne Thal Suha Riecina nach Mrzla Vodica und dann 
nach Lokve, womit auch diese dritte interessante Excursion am Risnjak- 
berg endete. Auf Felsen der Medvedova vrata blühte: Calamintha 
thymifolia (auch am Obru5 und Suhl vrh) und Glematis reota neben 
der fruchttragenden, hier sehr niedrigen Kernera saxatilis. ^) 

IL 

Im Nord-Westen der Grobniker-Ebene, nahe von Istrien, erhebt 
sich ein Gebirgsstock verschiedener Hügel und Berge, die halbkreis- 
förmig bis Hreljin hinziehen. Da erhebt sich der Veliki Obruc, Fra- 
trovac, Suhl vrh, Pakleno (1314 m), Slime (1271 m), Osoje (1340 m), 
Crni vrh (1336 m), Stari brieg (1254 m), Kiek (1210 m), Lom (1256 m) 
und Grles (1325 m). Den Obrucberg und Suhl vrh habe ich zweimal 
bestiegen, heuer aber besuchte ich am 29. Juni den unweit liegenden 
Grles und werde in voller Kürze über meine Funde berichten.^ 

Wenn man die Grobniker-Ebene verlässt und am Berg Zivenj 
kommt, ändert sich die Flora. Am Abhänge des Berges gibt es Ge- 
büsche von Quercu^ lanuginosa, Fraxinus Ornus, Ostrya carpini- 
folia, Acer 7nonspessulanum, campesire, hier wächst noch Ruhus 
ulmifolius, Helichrysum angiistifolium, Scolymus hispanicus, Marru- 
bium candidissimum , Ruta divaricata, Melissa officinalis, Satureja 
variegata, Rhus Gotinus. Am Berge selbst findet man statt der Eiche, 
die Buche, Samhucus niger, Rhamnus Garniolica, Rosa rubrifolia, 
Daphne alpina, Juniperus nana; hier blühte: Bupleurum cernuum, 
Digitalis ambigua, Qentiana lutea, Phyteuma orbiculare, Jurinea 



*) Aus der Flora d. Eisnjak sind folgende Pflanzen zu streichen, welche 
ich in meinem Aufsatze: Zur Flora des Risnjak (Oe. b. Z. 1880) erwähne: 
Cerastium decalvans = C ciliatum. W. et K., Rosa reversa = R. gentllis, Salix 
herbacea= S. grandifolia. Somogyne alpina = H. silvestris. — Prof. Stosic 
citirt noch C. Waldsteiniana (II Carso liburnico, 4880, p. 7), caespitosa, Rhi- 
nantus minor, Phyteuma betonicaefolium et ovattim, welche aber auch am 
Risnjak nicht vorkommen. 

*) Ich habe für Risnjak und seine Umgebung nur jene Pflanzen erwähnt, 
welche ich beim ersten und zweiten Besuch nicht gefunden habe. 



347 

mollis, Atatnantha cretensis, var. ma'ior, Echinops Mitro, Caniptuuda 
pe^'sicifolia, Campanida tenuifolia, auf Kalkfelsen sehr häufig Genista 
holopetala, Scabiosa grasminifolia, die schönste dieses Grenus, Scorzo- 
nera hispanica var. glastifolia, Anthyllis Jacquinii, Libanotis tnon- 
tana, Genista silvestt^is, Pyrethrmn corymbosmn, Hypericum perfo- 
ratum, Genista sagittalis. Besucht man den ^ivenj im Monate August, 
dann findet man noch: Inida hirta, GaliuTn pmrpureum (auf südlichem 
Abhänge häufig), Oirsium lanceolatum, Geranium sanguinemn, Sa- 
tureja illyrica, Sesleria elongata, Melica ciliaia, Cirsium acaule, Cen- 
taurea rupestris, Campunula aggregata, Inula Gonyza, Silene italica, 
AUi'um carinatum, Centaurea amara, Dianthus monspessulanus, Be- 
tonica serotina, Yeronica spicata var. setidosa, Cephalaria leucantha, 
Teucrium motitanum, Cirsium eriophorum, Calamintha subnuda, Ca- 
lamagrostis montana, Hypericmn veronense, Euphorbia exigua. 

Am Fusse des Berges Grles befindet sich eine Waldhütte, wo 
man bequem übernachten kann und unweit davon hat man auch eine 
Quelle mit gutem Trinkwasser. Von der genannten Hütte habe ich 
den Berg auch bestiegen, welchen vor mir kein Naturforscher besuchte. 
Den Grles bedeckt ein junger Buchenwald, nur hie und da findet 
man nächst des Acer Pseudoplatanus, auch die Fichte und Tanne. 

Längs des Waldweges habe ich notirt oder gesammelt: Helian- 
themum vulgare var. grandiflorum Koch, Cerastium graminifolium, 
Globularia cordifoUa, Polygonatuin midtiflorum,, Cineraria alpestris, 
Paris quadrifolia, Galium saxatile, Ranunculus aconitifolius var. 
platanifolius. 

Auf der mit niedrigen, dicken, krummholzförmigen Buchen be- 
wachsenen Kuppe fand ich von Sträuchern und Bäumen: Lonicera 
Xylosteum, alpig ena, Juniperus nana, Sorbus aria, Cotoneaster inte- 
gerrima var. parvifolia, Ribescdpinum, Fraxinus excelsior; von an- 
deren Pfianzen war hier auf felsigem, buschigem westlichem Abhänge : 
Lilium bulbiferum, L. Ccwniolicum, Peltaria alliacea, Asperula 
odorata, Cirsium Erisithales, Melica nutans, Gentiana lutea, Rubus 
Idaeus, saxatilis, Buphtahnum salicifolium, Dentaria enneaphylla, 
Vicia oroboides, Cracca, Caidium apioides, Rosa gentilis, Doronicum 
austriacum f. Croaticum, Geranium, purpureum, Moekringia muscosa, 
Sesleria tenuifolia, Satureja montana, Asplenium viride, Trichomanes, 
Polystichum Filix mas, Aspidium Lonchitis, Athyrium Filixfemina, 
var. fissidens, Hacquetia Epipactis, Sanicula europaea, Laserpitium 
Siler, latifolium, Lactuca muralis, Prenanthes purpurea, Ligusticum 
Seguierii, Galeobdolon luteum, Trifolium montanum, Aconitum Vul- 
paria, Corydalis ockroleuca, Cyclamen europaeum, Lamium Orvala, 
Anemone nemorosa, triloba, Agrimonia agrimonioides, Saxifraga 
rotundifolia, Trifolium pratense, Polypodium vulgare, Salvia glutinosa, 
Biscutella laevigata, Euphorbia Carniolica, amygdaloides, Mercurialis 
ovata, Valeriana tripteris, Aquilegia Henkaeana, Lathyrus pratensis, 
Carex ornithopoda, Atragene alpina, Homogyne silvestris, Convallaria 
majalis, Polygonatum multißorum, Majanthemum bifolium. 



348 

Auf dem nord-westlicheu felsigen Abhänge sammelte ich : Gym- 
nadenia conopsea, Senecio ahrotanifolius, Vaccinium Myrtillus, Manun- 
culus acer, Thymus humifusus Bernh.(neu!), Polygonatum verticillatuvn, 
Saxifraga Aizoon, Onaphalium dioicum, Melampyrum commutatum,] 
auf einer feuchten, schattigen Stelle überraschte mich die in Croatien 
seltene Viola Hflora. 

Vor der Waldhütte und in der nächsten Umgebung findet man: 
Hippocrepis comosa, Hypericum hirsuticm, Veronica urticaefolia, 
Fragaria vesca, Qeum urbanum, Verbascum lanatum, Epilobium, 
montanum var. vulgare, Luzula angustifolia Garcke, Dentaria bulbi- 
fera, Ranunculus nemorosus, Carvum, Garvi. Bevor ich die Hütte 
verliess, besuchte ich auch die nahe liegende Wiese. Den Botaniker 
erfreuen hier : Hieracium macranthum, florentinum, Veronica serpylli- 
folia, Gentiana cruciata, utricolosa, Oeranium sanguine^im, Salvia 
dumetormn, Trinia glauca, Biscutella laevigata (sehr häufig), Cen- 
taurea axillaris, Mhinanthus aristatus, Lilium bulbiferum, auf felsigen 
Stellen Scrophularia laciniata. 

Am Eückwege durch den Wald Sgornicka fielen mir besonders 
folgende Pflanzen auf: JPhyteuma Halleri, Doronicum austriacum. f. 
Croaticum, Ghaerophyllum aureum, Helleborus viridis, niger, Tha- 
lictrum aquilegiaefolium, Myrrhis odorata, Lilium Carniolicum, von 
welchen ich auch zweiblüthige Exemplare gesehen habe, Iris graminea, 
welche auch am Obrucberg vorkommt. 

Wenn man den Wald verlassen hat, kommt man auf eine grosse 
grasige und felsige Lehne Podi, wo so manche Pflanze des Botanikers 
Auge erfreut, denn hier ist gerade häufig: Jurinea mollis, Anthyllis 
Jacquinii, Genista holopetala, welche in Tausenden die grauen Felsen 
mit ihren silberweissen Blättern und gelben Blütben schmückt; häufig 
ist auch Scabiosa gramlnifolia, das grossblüthige Linum narbonense, 
Laserpitium Siler, Ligusticum Seguierii. An Grebüschrändern fehlt 
nicht Hypericum montanum, Iris graminea und Muta Patavina L. 
(f. Borbäs; neu!) 

(Schluss folgt.) 



Flora des Etna. 

Von Prof. P. Gabriel Strobl. 

(Fortsetzung.) 

CX. Fam. Papilionaceae L. 
1255. Anagyris foetida L. *ßaf. II, *Cat. Cosent., Guss. Syn. 
et *Herb.! neapoUtana Ten. unterscheidet sich davon durch ungefleckte, 
gelblichgrüne Fahne und nur 1—3 sämige Hülsen, nach Guss. Syn. 
auch noch durch bleichgelbe Samen; die Pflanze der Nebroden besitzt 
meist nicht tiefviolette, sondern bleichgelbe Samen und nähert sich 
dadurch der neap., welche kaum specifisch verschieden sein dürfte. 



349 

Auf Felsen und steinigen Hügeln der Tiefregion häutig: Gemein auf 
alten Laven des Etna (Flor, medic), reich daran sind die Wälder 
der Südseite des Etna (Tratt. Send.), aus der Etnaregion von Cosent. 
erhalten (Bert. fl. it.), Catauia (Cosent. in Herb. Gruss.!), am Bache 
von Misterbiauco nicht selten! Februar — April, b. 

1256. Spartium jnnceum L. *Tratt. Scud., *Philippi, *Cosent. 
Colp., ""'Torn. cart., Spartium scoparium *Flor. medic, non L. Auf 
sonnigen, buschigen Hügeln und Lavaströmen in der ganzen Tief- 
und einem grossen Theile der Waldregion ( — 6000') höchst gemein 
und eine der auffallendsten Etnapflanzen; z. B. überall längs der 
Ostküste, von Catania über Nicoiosi — wo sie weite Strecken bedeckt 
— bis zum oberen Ende der Waldregion, um Zaffarano, Milo, Mister- 
biauco etc.!, seltener an den Westabhängen um Bronte. Mai— Juli, 
reift im August. ^ . 

1257. Genista aetnemis (Biv.) DC. Prodr. 11, 150, ^'Schouw., 
*Philippi, *Cosent. Colp-, *Gruss. Prodr., Syn. et *Herb.!, '-Torn. 
geogr. et cart., Spartium Aetnense *Biv. man. II (1814), *Raf, II, 
*Tratt. Scud., *Brunner, *Bert. fl. it., nudum Spr. Sehr hoher Strauch 
oder Bäumchen ( — 6 M.) mit zahllosen gestreiften, langen, dünnen, 
herabhängenden, geschmeidigen, gelbgrüneu, denen einer neuhollän- 
dischen Casuarina nicht unähnlichen, in der Jugend nebst den Blättern 
angedrückt seidigflaumigen Aesten; Blätter klein, lineallänglich, zer- 
streut, schon zur Blüthezeit abfällig; Blüthen ausserordentlich zahl- 
reich, in lange, schlaffe, endständige Trauben geordnet, so dass der 
ganze Strauch sich wie ein colossaler Blumenstrauss repräsentirt ; 
Blumenblätter goldgelb, kahl, nur das mit den Flügeln und der 
verkehrt eiförmigen, ausgerandeten Fahne gleichlauge Schiffchen 
aussen seidigflaumig; Hülsen länglich, zusammengedrückt, etwas 
sichelförmig, meist 1 Cm. lang, 5 Mm. breit, 2 —4 sämig, in der 
Jugend dicht angedrückt seidig, mit langem, abfallendem Griffel. — 
Diese äusserst auffallende Pflanze ist dem Etna eigeuthümlich und 
auf trockenen, sonnigen Abhängen der höheren Tief- und der ganzen 
Waldregion (500 — 6500') stellenweise, besonders an der Ost- und 
Südseite, sehr gemein, in tieferen Lagen meist bäum-, in höheren 
nur strauchartig: Um Nicoiosi, Milo, Linguagrossa, Aci, Giarre 
(Guss. Syn. et Herb.!), vom Etna durch Guss., Parolini, Tenors, 
Cosentini, Schouw, Orsini, Brunner erhalten (Bert. fl. it.), im 
Val del Bove (3987—6000') und hier immer strauchartig (Philippi), 
von Nicoiosi bis zur Castagna di cento cavalli (Brunner), im Val 
Calanna, im Cerrita- und Linguagrossa- Walde, ob Belpasso (Cosent. 
Colpo); wurde auch von mir an zahlreichen Standorten beobachtet: 
z. B. von Zaffarana bis hoch in das Val del Bove sehr gemein, oft 
lockere Bestände bildend, ebenso von Zaffarana auf die Serra di 
Solfizio bis über 6000', von Milo in den Cerritawald und zwischen 
den Eichen und Schwarzföhren desselben gemein; besonders gemein 
aber an Weingartenrändern hinter Nicoiosi, wo sie an einer Stelle 
(ca. 2600') sogar ein Wäldchen von über 100 meist mehrstämmigeu 
Bäumchen bildet; von da steigt sie, allmählig kleiner und seltener 



350 

werdend, iu die umliegenden Wälder bis zur oberen Waldgrenze 
auf; nach Tratt. Scud. bemerkte der Jesuit Massa im Jahre 1688 
nahe dem Felsen von Mazzara einen undurchdringlichen Ginsterwald, 
von welchem jetzt nur mehr wenige Spuren vorhanden sind. An der 
Westseite scheint sie zu fehlen, da ich sie um Bronte nirgends 
bemerkte. Blüht um Misterbianco nahe bei Catania am 15. Mai, 
bei Nicolosi am 15. Juni (Torn. 1. c), höher oben erst im Juli. ^. 

1258. Gen. aristata Presl del. präg. (1822) et fl. sie, Guss. 
*Syn. et Herb.! Tod. fl. sie. exs. Nr. 226! Easig mit schlanken, 
niederliegenden, bogig aufstrebenden, 3 — 6 Dm. laugen, nebst den 
einfachen, gestreiften, lineallanzettlichen, 6—10 Mm. langen, 2 — 3 Mm. 
breiten, fast sitzenden, spitzlichen Blättern, abstehend rauhhaarigen 
Aesten; in jeder Blattachsel ein nadeiförmiger, au der Spitze hand- 
förmig in 3—5 parallele, nadeiförmige, kahle, kurz stachelspitzige 
Dörnchen getheilter Dornast, das Mitteldöruchen meist verlängert, 
von Blattlänge; Trauben endständig, ziemlich kurz und compact, 
3 — lOblüthig; Blüthenstiele 2 Mm. lang, mit drei linealen, rauh- 
haarigen Bracteen, die zwei kürzeren an der Basis des Kelches, die 
längere an der des Blüthenstieles ; Kelche kahl, beinweiss, Oberlippe 
zweitheilig mit zwei dreieckig lanzettlichen, kurzen, Unterlippe drei- 
spaltig mit drei linearen, doppelt so langen, langgewimperten Zipfeln, 
der mittlere länger; Blüthen hochgelb; Schiifchen am Kiele etwas 
seidigzottig, doppelt so lang als die kahlen Flügel und die Fahne, 
endlich zurückgeschlagen, so dass die Staubgefässe freistehen; Kiel 
und besonders die Flügel werden getrocknet theilweise spangrün; 
Hülse rhombisch eiförmig, seidigzottig mit 2 Mm. langem Griffel, 
einsamig, fast identisch mit der Hülse von Gen. Oupani Guss. Im 
Alter, wenn die Blätter abfallen, bietet die bloss mit den Dornästeu 
bekleidete Pflanze einen total verschiedenen Anblick, Dalmatica Brtl., 
nahe verwandt, unterscheidet sich leicht durch kürzere, starre, dicke, 
sparrig abstehende Aeste, fast horizontal abstehende, stärkere Seiten- 
doruen der kleinen, starren Dornäste, angedrückt flaumige Behaarung 
der Aeste, fast kahle Blätter und Kelchzähne; sie findet sich noch 
ani Gargano in Apulieu (1. Porta!). Auch sylvestris Scop., obwohl 
habituell viel näher stehend, unterscheidet sich unschwer durch ange- 
drückt behaarte Stengel, kahle Blätter und Kelchzähne, behaarte, 
ungleichlange, biegsame Dörnchen der Dornäste, lange Trauben, nur 
um ein Drittel die Fahne überragende Schiffchen. — In sonnigen, 
trockenen Lichtungen der Haine: Bei Bronte am Etna (Guss. 1. c); 
ich sammelte sie häufig in den Nebroden. Mai— Juli. ^ . 

NB. Von Kaf. II und Scud. Tratt. werden noch die in Sicilien 
fehlenden germanica L,, pilosa L. und genuensis Pers. als Etna- 
pflanzen aufgeführt. 

1259. Adenocarpus Bivonii *Presl, fl. sie, Guss. *Syn. et 
*Herb.!, *Torn. geogr., parvifolius DC. var. ß. *Bert. fl. it., Genista 
Biyonae *Presl. del. präg. Stengel halbstrauchig, sehr ästig, mit 
weissen, etwas sparrigen, niederliegenden, flaumigen, im Altei- kahlen 
Aesten, in tieferen Lagen bis 6 Dm., in der Hochregion polsterförmig 



351 

rasig, kaum über 1 Dm. hoch; Blätter mit 3 Mm. laugem Stiele, 
dreizählig. Blättchen fast sitzend, oval oder länglich, kahl, nur am 
Mittelnerv etwas flaumig, etwas fleischig; ihre Spitze al3gerimdet 
und fast ohne Stach elspitze; Blüthen in armblüthigen, endständigen, 
etwas schlaffen Trauben mit abfälligen Bracteen, kahlem, höckerigem, 
sparsam oder dichter drüsigem Kelche; Oberlippe desselben zwei- 
theilig, Unterlippe dreispaltig mit etwas längeren, zugespitzten, 
gleichlangen, aber ebenfalls dreieckiglauzettlichen, flaumiggewimperten 
Zähnen; Krone fast safrangelb; Schiffchen kahl, fast von der Länge 
der verkehrteiförmigen, aussen angedrücktseidigen Fahne; Flügel 
etwas kürzer, kahl. Hülse 3 — 4 Cm, lang, 5 Mm. breit, linear, hie 
und da zusammengeschnürt, überall dicht körnigdrüsig; Griffel 
gekrümmt; Samen fast kugelig, 2-5 Mm. lang und breit, glänzend 
schwarzgrün. Bert, führt sie als var. des parvifolius an und sie 
unterscheidet sich auch nur dadurch, dass sie niedrig, die Kelche 
kahl und sparsam drüsig sind, während seine var. «. dicht drüsige 
und seine var. y. drüsenlose, flaumige Kelche besitzt. Commutatus 
Guss. Prodr. et Herb.!, Tod. fl. sie. exs. Nr. 1201 vom Monte 
Scuderi, Rchb. 4, 11 =-■ cehennensis Del. (nach meinen Ex. aus den 
Cebennen Frankreichs!) unterscheidet sich davon durch ganz drüsen- 
lose, etwas flaumige Kelche mit längerem Mittelzipfel der Unterlippe, 
welche überhaupt die Oberlippe bedeutend überragt, stärkere seidig- 
zottige Behaarung der Fahne, längere, ovalspatelige Blättchen mit 
deutlicher Stachelspitze, meist auch durch abstehende, dichtere 
Behaarung der mehr grünen Stengel, Aeste und Blätter, längere, 
reicher blüthige Trauben und kaum zusammengeschnürte Hülsen. 
Intermedius DC. Pr. I, 158 {Plceman leg. Orsiui!) besitzt zwar 
drüsige, aber zugleich auch flaumige Kelche, feiner überragt die 
Unterlippe die Oberlippe viel bedeutender und der Mittelzipfel der- 
selben ist wie bei comm. verlängert, die Traube ist bedeutend schlaffer 
und reichblüthiger, die Blättchen sind länger und auf der ganzen 
Unterseite flaumhaarig. Telonensis (Lois. 1807) Kob., Rchb. D. Fl. 
Fig. H!, non DC. = grandifiorus Boiss. (1836) Gr. Godr. unter- 
scheidet sich von vorigen durch sammthaarigen Kelch, besonders 
aber durch breite, bleibende Deckblätter; ich besitze sie aus Frank- 
reich und Spanien. — In trockenen, lichten Wäldern des Etna (Presl 
1. c, Bivona in Herb. Guss.!), in der contrada del Sambuco auf 
verwitterter Lava (Cosent. in Guss. Syn. et Herb. !), vom Etna durch 
Guss. erhalten (Bert. fl. it.); sehr gemein in Lichtungen des Cerrita- 
waldes zwischen Eichen und Schwarzföhren (4 — 6500'), sogar noch etwa 
100' oberhalb der Waldgrenze, hier aber schon ganz winzig und 
polsterförmig ! Juli, August, t» . 

(Fortsetzung folgt.) 



352 



Literaturberichte . 

Ternstroemiaceae Brasilienses. Exposuit Henricns de Wawra. Accedunt 
tabulae XVII. E Martii Flora Brasil, vol. XII. parte I. seorsira im- 
presbum. Monachii MDCCCLXXXVI. 

„Den imerschöpflichen Keichthum der Flora Brasiliens beweisen 
die seit Jahren ihr gewidmeten Bemühungen von Auguste de Saint 
Hilaire, Martius, Nees von Esenbeck, Pohl, Schlechtendal 
und mir, theils auch von de Candolle und Adrien de Jussieu. 

Alles war neu für die Wissenschaft." So urtheilte Chamisso, 

als er seine „Eeise um die Welt" niederschrieb. Seitdem ist unter 
Martius' und Endlicheres Aegide die Flora Brasiliens erstanden, 
welche ihrer Bestimmung nach, jenen überreichen Pflanzeuschatz zu 
heben, die Aufgabe hatte, und dieser Aufgabe, wie vorweg bemerkt 
werden kann, in wirklich glänzender Weise nachkommt. Anlage und 
Ausführung bringen dieses Werk in die Eangordnung der gross- 
artigsten Unternehmungen, welche die botanische Literatur aufweist. 
Um die Mitte des Jahrhunderts erschien der erste Band des von der 
österreichischen, bairischen und brasilianischen Kegierung unter- 
stützten Tafelwerkes. Bereits sind 11 Bände vollendet und somit 
fast drei Viertel der Flora fertig gestellt. Die besten Namen der 
Botaniker finden sich unter den Mitarbeitern. Derzeit liegt die 
Kedactiou in Eichler's Händen. Den Text druckt Wolf, die 
Lithographien besorgt Keller in München. Die Oesterreicher kann 
es mit Freude erfüllen, dass einer der ihren das Werk mitbegonnen, 
und mit dem vorliegenden Hefte wieder ein Landsmann einen Bei- 
trag liefert. Es ist Dr. Wawra, der vielgereiste Phytograph der 
Tropen, der die „Ternstroemiaceae Brasilienses" zum Gegenstande 
seiner meisterhaften Untersuchung gemacht hat. In derselben wird 
die Abgrenzung der Familie im Anschlüsse an Cambessedes vorge- 
nommen. Eine analytische Zusammenstellung der 12 brasilianischen 
Gattungen {Temstroemia , Freziera, Saurauja, Laplacea, Camellia, 
Kielmeyera, Mahurea, Marila, Raploclathra . Caraipa, Boyinetia, 
Archytaea) leitet die ausführliche Schilderung der Gattungen und 
Species ein. Jedem einzelnen Genus ist wiederum ein gedrängtes 
analytisches Artenschema voiangestellt. Nebst zahlreichen Varietäten 
sind zehn Species novae aufgestellt, namentlich: Temstroemia Can- 
dolleana, alnifolia, andina, oleaefolia, laevigata; Freziera Guianen- 
sis, BoUviensis, ferruginea ; Saurauja bullosa ; Kielmeyera gracilis. Auf 
siebzehn prächtigen Foliotafeln, die unter Anleitung des Autors, von 
Schlereth, ein Wiener Künstler gezeichnet hat, sind die brasiliani- 
schen Ternstroemiaceen-Formen, in Sonderheit die neu begründeten 
Arten, klar und einlässlich zur Darstellung gebracht. Den Schluss der 
Abhandlung bilden zwei kleine Aufsätze, deren erster die geogra- 
phische Verbreitung der Ternstroemiaceen bespricht, während der 
zweite von der landesüblichen Nutzung der vorgeführten Gewächse 
handelt. Kronfeld. 



353 

Velenovsky Dr. J. Beiträge zur Kenntniss der bulgrarisclien Flora (Abh. 
d. k. biihm. Ges. der Wissenschaften VII. Folg. \. Bd.) Prag 1886. 47 p. 4". 

Verf. bearbeitet in vorliegender Abhandlung die Ergebnisse eines 
mehrwöch entliehen Aufenthaltes in Nord-Bulgarien. Die Orte läng- 
sten Aufenthaltes waren Razgrad und Varna, ausserdem finden sich 
zahlreiche Angaben aus der Umgebung von Ruschtchuk, »turnen, 
Kebedze, Trnova, Orchauie, Sophia, Lom-Palanka u. s. f. Die Auf- 
zählung umfasst Phanerogamen und Gefäss-Kryptogameu, insgesammt 
635 Arten, darunter eine beträchtliche Zahl neuer und interessanter 
Formen. Nur einige sollen besonders erwähnt werden: Rorqya pro- 
Ufera Heuff. bei Kebedze. — Silene macropoda sp. n. verwandt mit 
S. multicaidis Guss. und S. Dalmatica Scheele, ausgezeichnet durch 
die hohen geraden, etwas stärkeren kahlen Stengel, den verlängerten 
traubigen Blüthenstand, die schmäleren Blätter u. s. w. Auf dem 
Vitos. — Dianthus hrachycarpus sp. n. durch einfache dichte klein- 
blüthige Köpfchen und kurze Kapseln von D. Transsilvanicus Schur 
verschieden; Kazgrad. — D. Pancicii sp. n. Eine durch braune Hüll- 
blättchen mit abstehenden Spitzen, durch dunkelbraune Kelche und 
den dicht-rasigen Wuchs sehr charakterisirte Art, am Vitos. — Al- 
sine setacea b) parvißora Ven. — Genista depressa M. B. mit 
Diagnose. — Poterium Q-aillardoü Boiss. bisher bloss aus Klein-Asien 
bekannt; bei Varna. — Lophosciadium meifolium DC. ß. microcar- 
pum Ven. mit auffallend kleinen Früchten, bei Razgrad uud Varna. — 
Chaerophyllum G-agausonum sp. nov. durch kleineren Wuchs, häutige 
Blätter, kleine Griffel von Ch. byzantinum Boiss., durch die Form des 
Blattes, die Behaarung uud Frucht von Ch. aromaticum L. verschie- 
den. — Physospermum aegopodioides Boiss. am Balkan, Arabakunak 
bei Orchauie. — Scabiosa ochroleuca b) Balcanica Ven. Durch die 
Form der Blätter, Verzweigung und schwarze Kelchborsten ausge- 
zeichnet. — S. silaifolia sp. nov. der S. triniaefoUa Friv. nahe stehend; 
bei Gralata. — Senecio erucaefoUus L. ß. cinereus Ven. Die ganze 
Pflanze dicht weiss wollig; bei Varna. — Achillea aromatica sp. nov. 
vertritt am Vitos die A. Clusiana Tausch, der sie am nächsten steht. 
— Matricaria Caucasica Willd. am Vitos. — Solidago Virganrea L. 
ß. centißora Ven. Eine ausgezeichnete Form bei Lom-Palanka. — 
Cirsium viride sp. nov. Zunächst verwandt mit 0, palustre Scop., 
von diesem durch grosse, weniger zahlreiche Köpfchen, stärkere Be- 
dornung und weniger tief getheilte Blätter verschieden; bei Varna. — 
Gentaurea tartarea sp. nov. aus der Gruppe der „Panicuhitae," durch 
grosse Köpfchen mit besonders stark entwickelten Hüllblatt-Anhäng- 
seln kenntlich; am Vitos. — G. Razgradensls durch kleinere und 
zahlreichere Köpfchen, dichtere Inflorescenz, kürzere Anhängsel von 
G. stenolejyis Kern, verschieden; vielleicht nur eine Varietät derselben; 
bei Kalvoa. — C. cyanocephala sp. nov. Vertritt Gentaurea cyanus, 
ausdauernd. — Midgedium sonchifolium Vis.; am Vitos. — Lactuca 
contracta sp. nov. aus der Verwandtschaft der L. vimiaea Schtz.; 
bei Kebedze und Varna. — Grepis nigra sp. nov. mit orangegelben 
Blüthen und schwarzen Köpfchenhüllen; am Vitos. — Tragopogon 



354 

Balcanicum sp. nov. Köpfchen mit vier Hüllblättchen und Acheneu! 
Am Balkan bei Petrohan. — Erythraea Turcica spec. nov. der E. 
lineariaefolia Pers. nahe stehend; grösser als diese, aber mit kleineren 
Blüthen und breiteren häutigen Blättern. — Anchusa Osmanica sp. 
nov. vertritt A. officinalis L., erinnert an A. calcarea Boiss; bei 
Berkovce. — Verbascum Jankae sp. nov. mit schneeweisser Behaa- 
rung; am Balkan Arabakunak und Vitos. — Veronica repens Clar. 
am Vitos. — V. gracilis Uechtr. in litt, ad Ven., bei Varna und 
Kebedze. — ütricularia Jankae sp. nov. aus der Verwandtschaft 
der U. vulgaris und neglecta, jedoch viel kleiner als diese und durch 
Gestalt und Blattform verschieden. — Primula exigua sp. nov. ver- 
tritt in ganz Bulgarien die Pr. farinosa. — Euphorbia esuloides 
sp. nov. verbreitet um Sofia, der E. Gerardiana Jcq. nahe stehend. 

— Sesleria comosa sp. nov. Am Vitos, verwandt mit S. phleoides 
Stev. — Poa ursina sp. nov. Eine alpine Art vom Vitos, von P. 
alpina L. weit verschieden, am nächsten stehend der P. pratensis L. 

— Bronms splendens Sp. nov. Am Balkan bei Petrohan, durch sehr 
lange, glänzende Aehrchen ausgezeichnet. Wettstein. 

Voglino Dr. Pietro. Observationes analyticae in fun^os Agraricinos Italiae 
borealis. Mit drei Tafeln. Venezia 1886. 53 p. 8*. 

Das mykologische Studium ist schon in seinen Anfangsstadien, 
nämlich bei Feststellung der Formen, ihrer Namen u. s. w. sehr er- 
schwert durch den Umstand, dass bei der Mehrzahl der von älteren 
Autoren beschriebenen Arten die Beschreibungen derart unvollständig 
sind, dass auf sie allein gestützt ein Wiederei'kennen derselben fast 
unmöglich ist. Dieser Umstand macht eine gründliche Umar- 
beitung des bisherigen mykologischen Systemes, insbeson- 
dere im Bereiche der Hymenomyceten unumgänglich noth- 
w endig. Diese Umarbeitung hat naturgemäss in erster Linie in einer 
kritischen Prüfung und Ergänzung der bisher gegebenen Beschrei- 
bungen zu bestehen und es liegt auch bereits eine kleine Eeihe solcher 
höchst wichtiger Arbeiten vor. Dahin gehört nun auch vorliegende 
Abhandlung. Verf. hat fünfzig norditalienische Alten einer kritischen 
Behandlung unterzogen, die einerseits in einer Feststellung der Sy- 
nonymie, anderseits in einer Beobachtung von früher vernachlässigten 
Merkmalen beruht. Es finden sich daher bei jeder Art Angaben über 
Form, Grösse und Farbe der Sporen, Basidien, Sterigmen und Cy- 
stidien. Dass dabei auf die Beschaffenheit der letzterwähnten Organe 
besonderes Gewicht gelegt wird, ist bei den heutigen Erfahrungen 
sehr begreiflich und wichtig. Die besprochenen Theile finden sich auf 
den drei Tafeln abgebildet. — Ausser dieser Bearbeitung bereits 
bekannter Arten enthält die Abhandlung auch die Beschreibungen 
einiger neuer. Eaimamangel gestattet dieselben nur in Kürze zu er- 
wähnen: Tricholoma sordidum var. ionidiformeVogl. von der typischen 
Form verschieden durch die Hutfarbe und die angewachsenen Lamellen. 
— Collybia subatrata Vogl. Zunächst verwandt mit C atrata Fr., 
von der sie sich durch die Farbe und die buchtig ausgeschweiften 



355 

Lamellen unterscheidet. — Mycena bryophila Vogl. von M. lasio- 
sperma Bres. nach der Form und Farbe des Hutes und der Gestalt 
der Cystidien sogleich zu unterscheiden. — Goprinus pseudo-plicatiUs 
Vogl. verschieden von dem nächst verwandten C. plicatüis durch die 
Farbe und Grösse der Sporen. Auch die neu aufgestellten Arten 
finden sich auf Tafel 1 und 3 abgebildet. Wettstein. 

lieber ttanunculns Steveni Andrz. von Julius Scharlok, Graudenz. 
(Abdruck aus Schrift, phys.-ökon. Ges. zu Königsberg 1886. Jahrg. 27, 
S. 39 ff.) 4« mit einer Tafel. 

In der nur vier Seiten umfassenden Schrift wird eine genaue 
Beschreibung des R. Steveni Andrz. gegeben, wobei der Verfasser 
hauptsächlich bezweckt, die unterscheidenden Merkmale zwischen 
R. Steveni Andrz. und R. acer L. klar zu legen, was auf der bei- 
gegebenen Tafel veranschaulicht wird. In dem dieser Abhandlung 
vorgesetzten Literatur -Verzeichnisse vermissen wir die Arbeit von 
Dr. Lad. Celakowsky in Oe. B. Z. 1883 p. 137 und jener von 
Br. BJocki in Oe. B. Z. 1884 p. 52, welche ebenfalls, theils die 
wesentlichen Merkmale, theils die geographische Verbreitung des 
R. Steveni Andrz. zum Gegenstande haben. Es wäre von grossem 
Interesse, wenn der Verfasser seine Untersuchungen und vergleichenden 
Studien über das Artrecht des R. Steveni Andrz. selbst veröffent- 
lichen würde. J. 

Acta Horti Petropolitani Tom. IX. Pasc. II. Petersburg 1886. Nachbenannte 
Autoren sind durch ihre Arbeiten vertreten: 

C. Winkler, „Decas Compositarum novarum Turkestaniae, nee 
non Bucharae inoclarum." Unter diesem Titel werden in zwei Partien 
je zehn Compositen, welche von Dr. Regel in den Jahren 1878 — 84 
gesammelt und vom Verf. als neue Arten aufgestellt wurden, auf- 
geführt und zwar: In der ersten Folge (pag. 417 — 428) Calimeris 
fruticosa\ Inula Schmalhauseni\ Richteria Leontopodium; Artemisia 
hrachantliemoides ; Saiossurea Russoioi; Cousinia Sarawaschianica ; 
RhaponticuTU integrifolium, ; Zoegea Baldschuanica ; Onicus jucnndus; 
C. Darwasicus. (Beide zum Subgenus Breea C. H. Schultz gehörig). 
In der zweiten Serie (pag 515 — 526). Cardopathium atractyloides\ 
Saussurea prostrata; Carduus laniceps; C. eriocephalus; C. Bald- 
schuanicus ; Cnicus Sairamensis; C. fjlabrifolius ; Serratida chartacea ; 
Jurinea derderioides ; Jurinea Bucharica. F. v. Herder. „Beobach- 
tungen über das Wachsthum der Blätter einiger Freilaud- Pflanzen, 
angestellt im botanischen Garten während des Sommers 1884." In 
einer tabellarischen Uebersicht sind die Ergebnisse der an dreissig 
verschiedenen Pflanzen in sechs bis acht Intervallen von je sieben 
Tagen vorgenommenen Messungen der Breiten- und Längen-Dimen- 
sionen der Blätter verzeichnet. Derselbe. „Verzeichniss zu G. 
Forsters Icones plantarum in itinere ad insulas maris australis 
coUectarura'' (pag. 485-510). Nach , dem in der Bibliothek des kais. 



356 

botan. Gartens zu Petersburg befindlichen — wie es heisst — Ein- 
zigen Exemplare zusammengestellt und erläutert. Die vorliegende 
Sammlung stammt aus dem Nachlasse des Botanikers A. B. Lam- 
bert. Die Kupferplatten selbst befinden sich, nach Hooker, im British 
Museum als ein Theil der Banksian-Collection aufbewahrt; selbe 
bestehen aus 131 Tafeln mit Abbildungen von durch Forster in 
Australien gesammelten Pflanzen, E. E. a Trautvetter, „Contributio 
ad Floram Turkomaniae." Von den in diese Abhandlung aufgenom- 
menen 232 Pflauzenarten wurden zwei von M. N. Smirnow, alle 
übrigen von M, Becker bei Kisil-x4.rwat und Krasnowodsk in Turk- 
manien gesammelt. Es sind darunter zahlreiche Nova, als: Cleome 
Hacldeana ; Astragalus Basineri; OnohrycJiis pulvillina; Valerianella 
platycarpa; Cousinia dissecta und Beckeri; Serratula tnicrocephala ; 
Stachys turcomanica. Derselbe bringt unter dem Titel: „Plantas, 
quasdam in insulis Praefectoriis nuper lectas lustravit E. R. Traut- 
vetter" eine Uebersicht von Pflanzen (132 Arten), welche auf einigen 
Inseln der Berings-Bai, namentlich der Commandeur-, Berings- und 
Kupfer-Inseln, von D. Dybowski im Jahre 1879 und von D. Do- 
browolski anno 1881 gesammelt wurden. Wir finden darunter nicht 
wenige in Mittel-Europa verbreitete Arten, wovon einzelne alpine, wie: 
Anemone narcissißora, Silene acavlis, Sibbaldia procumbens, Phleuin 
alpinum; vorherrschend aber arktische und sibirische Formen. Der- 
selbe, „Rhododendrorum novorum par." Die zwei neuen kvi^n Rho- 
dodendron SmirnowH Trautv. und Rh. Ungernii Trautv. gehören 
beide zur Gruppe Eurhododendron Maxim. Rbododr, As. or. p. 19 und 
wurden nächst Artwin, Distrikt Batum, wo selbe vermischt mit anderen 
Gattungsgenossen wachsen, beobachtet und zwar erstere von M. Smir- 
now, letztere von Freiherrn Ungern-Sternberg. E. Regel: „De- 
scriptioues plantarum novarum et minus cognitarum. Fase. X." Diese 
kritische Arbeit zerfällt in fünf Abschnitte : A. Monographie der Gat- 
tung Eremostackys. Mit vortrefflichen Abbildungen auf neun Tafeln. 
Es werden 39 Arten mit zahlreichen Varietäten vorgeführt. B. Con- 
spectus specierum generis Phlomis, Imp. Rossicum incolentium, Auf- 
zählung und Beschreibung von neunzehn Arten der genannten Gattung, 
mit einer Tafel. C. Descriptiones plantarum diversarum in horto bo- 
tanico Petropolitano cultarum. Die Mehrzahl sind vom Autor aufge- 
stellte Nova, als: Aechmea brasiliensis ; Beschorneria tubiflora Knth., 
var. Katzeriana Rgl.; Billbergia Glazioviana ; B. Enderi; Catase- 
tum Lehmanii; Crassida Schmidtii; Macrochordmm macroacanthum. 
D. Descriptiones et emendationes plantarum turkestanicarum bucha- 
ricarumque. Der grösste Theil wurde von E. Regel selbst aus den 
genannten Gebieten heimgebracht. Er bereichert die mittelasiatische 
Steppenflora mit zwei neuen Gattungen; IiosenbachiaYeYhena,CQe 
der Caryopteris nahe stehend, aus der Bukharei, Species: R. turke- 
stanica und Winklera mit Hutchinsia verwandt, Art: W. patrinoides, 
sowie um mehrere Species, als: Astragalus bucharicus ; Acantho- 
phyllum recui-vum; Ballota sagittata; Galophaca grandiflora ; Eremurus 
parviflorus ; Iris Rosenbachiana; Moricandia Winkler i; Stachys hissa- 



357 

rica; Statice Älberti; Stenera{Wikstroemia)Älherti.'E. Supplementiim 
specierum nonnullarum in statu vive examinatarum. Der Autor bringt 
hier genaue Diagnosen von IiHs Suivarowi Kgl. (Sect. Pogon-Iris 
Baker) 7m caucasica Hofm. var. hicolor Egl. und Oncidium Brauni 
Egl. (nach Johann Braun, Orchideen-Cultivateur, benannt). 

M. Prihoda. 



Correspondenz. 

Eappoltenkirchen, am 27. August 1886. 

Aus der Flora von Eappoltenkirchen und Umgebung in Nieder- 
österreich sind nachstehende Bosenformen zu verzeichnen: 1. Rosa 
sylvestris Herrn, i. glabynfolia'^OYh. var. seincola{(ji&gx. t. 154). Holz- 
schlag in der „Walchen". 2. B. vinodora Kern. Am Johannsberg. 
3. R. Oizellae Borb., die schwach zur R. micranthoides Keller hin- 
überstreift, aber nicht identisch mit derselben ist. Indem sich die 
micranthoides Keller durch an der Basis nicht so auffallend keilig 
verschmälerte, mehr ovale rundliche kleine Poliolen, nicht mei- 
stentheils nur längs der Seitennerven, sondern über die ganze Fläche 
gleichförmiger zerstreute Drüsen, kürzere Pedunkeln mehr ovoide 
Scheinfrüchte und schmälere oder nicht so blattartig- tiefgesägte oder 
tiefgefranste Sepala und andere Stacheln, längere schlankere Griffel; 
kurz eine weniger an die trachypliylla gemahnende Tracht 
unterscheidet (vergl. Keller's Rosen in Haläcsy und Braun's Nach- 
träge 1882, p. 188 alin. 35 und pag. 239). Desshalb ist sie auch viel 
leichter mit der Obornyana Christ, als mit der Gizellae zu verwech- 
seln (vergl. Oesterr. botan. Zeitschr. 1886 pag. 117) J. B. Keller. 
Am Johannsberg. 4. R. micrantha Sm. a) typica; Viehweide bei 
Eappoltenkirchen. b) operta Puget; Yiehweide bei Eappoltenkirchen. 
5. R. raUginosa-isacantha Borb. f. mitigata (Gdgr. t. 3625). Vieh- 
weide bei Eappoltenkirchen. 6. R. Annonianae Puget. „var. fructi- 
bus ovato-oblongis globoso-ovatisve; foliolis magnis aut parvis" J.B. 
Keller. Bei Eappoltenkirchen. 7. R. tirbica Leman. f. decalvata 
Crep. Viehweide bei Eappoltenkirchen. 8. R. dumalis Bechst. „fruc- 
tibus polymorphis". Yiehweide bei Eappoltenkirchen. 9. R. dumalis 
Bechst. f. innoma Eip. et Crep. Am Johannsberg. — Für die gütige 
und liebevolle Untersuchung und Bestimmung habe ich Herrn J. B. 
Keller in Wien bestens Dank zu sagen. Leop. Wiedermann. 

Gross-Ullersdorf, am 4. September 1886. 

Im Anschlüsse an eine frühere Correspondenz theile ich aus 
der Gegend von Billowitz noch folgende bemerkenswerthe Arten mit: 
Ich fand bei Billowitz: Equisetum palustre f. polystachium, Careoc 
remota, Lactuca scariola, Sypochoeris radicata, Senecio barbareae- 

Oest«rr. botan. Zeitschrift. 10. Heft 1886. 29 



358 

folius Krock., Clrsium canwn, Verbena officinalis, Ranuncuhis lanu- 
ginosus, Kohlrauschia prolifera ^iMVL\h.. ^ Dianthus armeria, Hyperi- 
cwn Utraptef^m, montanum, Epilohium parviflormn. — Aus der 
Oegend von Gross -üllersdorf führe ich an: TriglocMn palustris, 
Sypochoeris radicata, Achülea ptarmica, Viola palustris. 

Dr. Formänek. 

Lemberg, am 5. September 1886. 
In der Gruppe der echten Dianthi capitati war bis jetzt — 
so viel ich weiss, — kein einziger Bastart bekannt. Nun befinde ich 
mich in der angenehmen Lage, über einen unzweifelhaften Bastart 
aus dieser Gruppe berichten zu können, nämlich über D. pseudo- 
harbato X capitatus. Dieser Bastart, welcher bezüglich des Habitus 
genau die Mitte zwischen D. pseudobarbatus Bess. {D. membrana- 
ceus Borb.) und D. capitatus DC. hält und sehr wenige keimfähige 
Samen liefert, entstand im hiesigen botan. Garten aus Samen des 
D. capitatus DQ.^ die ich vor drei Jahren in Ostapie bei Grzyma- 
low gesammelt habe. Dianthus capitatus kommt daselbst auf Gyps- 
felsen zahlreich vor, in Gesellschaft mit Dianthus pseudobarbatus, 
Cephalaria corniculata, JErysimum auremn M. B., Alyssmn saxatile, 
Sisymbrium junceum, Schieivereckia p>odolica etc. Br. Blocki. 

Prossnitz in Mähren am 8. September 1886. 
Im Anschluss au die Correspondeuz vom 10. Mai d. J, p. 213 
d. Z. theile ich noch einige für den Bezirk Prossnitz (Plateau von 
Drahau z. T.) neue Pflanzen mit. Es sind: Alnus incana auf der 
Skalice bei Urcic, an der Okluka bei Stinau, Hypochoeris maculata 
bei Bohusin und Drahan, Cirsium tataricum Wim. bei Plumenau, 
Carlina vidgaris a. nigrescens Formänek auf den Kozehrbety bei 
Kl. Hradisko, Orobanche major auf der Kosteleckä hora beiLutotin, 
Fumaria rostellata Knaf bei Hartmanic und Kl. Hradisko, Hypericum 
quadrangulum bei Waldau, Epilobium Lamyii bei Mysliovic, E. p)a- 
lustre bei Plumenau, Bosa vinodora Kern, im Ptiner zleb, bei Kl. 
Hradisko, R. umbellifera Swartz im Vicover zleb, Rubus suberrectus 
Anders, an der Zidovka, im Prukles bei Krumsin. R. fossicola Holuby 
im Ptiner zleb, bei Hamer, Die von Bubela bei Vsetin entdeckten 
grünen Monstrositäten von Colchicum vernale fand ich bei Krumsin 
in vier Exemplaren; Ribcs rubrum wild an der Knezi hora bei Waldau 
mit Rosa pendidina. Vicia monantha Desf. wird bei Kl. Hradisko 
gebaut. Aus anderen Gebieten des genannten Plateau erwähne ich: 
Salvia germanica, Malva alcea, Gallium scabrum Jacq. Rosa com- 
plicata Gren. R. vinodora, R. coriifolia Fries, aus dem tiefen Grunde 
bei Nämest; Alliurn vineale, Rosa austriaca, Carlina nigrescens Form, 
bei Pi-emyslovic, letztere zahlreich auf einem sonnigen Hügel in der 
Nähe des Schlosses; Gallium austr iacum Jacq^. bei Rosendorf; Loran- 
thus europaeus, Potentilla canescens bei Dedic; Cornus mas, Vicia 
tenuifolia bei Nosalovic, Trappa natans zahlreich bei Pistovic nächst 
Wischau. W. Spitzner. 



359 



Fersonalnotizen. 

— Dr. Josef Paueth hat sich als Privatdoceut für Physio- 
logie au der Hochschule für Bodeucultur in Wieu habilitirt. 

— Leo Neugebauer, Professor an der Mariue-Unterrealschule 
in Pola, ist zum Professor au der Staats-Kealschule in Bielitz in 
Schlesien ernannt worden. 



Botanischer Tauschverein in Wien. 

Sendung ist eingelangt: von Herrn Schierl mit Pflanzen aus 
Mähren. 

Sendungen sind abgegangen an die Herren Keller, Römer. 

Yorräthig: (B.) = Böhmen, (Bd.) = Baden, (Br.) = Berlin, 
(Brd.) = Brandenburg, (Cr.) = Croatien, (F.) = Frankreich, (H.) = 
Harz, (Kt.) = Kärnten , (M.) = Mähren , (NOe.) = Niederösterreich, 
(OOe.) = Oberösterreich, (P.) = Polen, (Pm.) = Pommern, (Pz.) = 
Pinzgau, (Sl.) = Schlesien, (St.) = Steiermark, (T.) = Tirol, (Th.) = 
Thüringen, (ü.) = Ungarn. 

Geum intermedium (Br.), rivale (B., M., P., T.), Glauchnn luteion 
(Cr., Th.), Glaux maritima (Brd.), Glechoma hederacea (B., P.), Glo- 
hidaria cordifolia (NOe.), nudicaulis (OOe.), vidgaris (M., U.), Gly- 
ceria aqiiatica (Br. , P., U.), distans (SL, T., ü.), fiuitans (B., P.), 
spectahüis (P., Pz.), Glycyrrhiza echinata (IT.), Gnaphalium Leon- 
topodium (Kt., T., Schweiz)., luteoalhum (Pm., SL, ü.), norvegicum 
(Kt., Pz., Schweden), silvaticum (Cr.), supinum (Bd., Pz.), idiginosum 
(OOe., P., SL), Goodyera repens (Bd., Pm., U.), Gratiola officincdis 
(F., NOe., ü.), Gymnadenia alhida (OOe., Pz.), conopsea (M., T.), 
odoratissima (NOe., St.), Gypsophila fastigiata (Br., H., Th.), muralis 
(Br,, SL, U.), paniculata (ü.), repens (Kt., OOe., U.), Hacquetia 
JEpipactis (M., St., IT.), Halimus pedunculatus (Th.), Hedysarum 
ohscurum (OOe.), Heleocharis carniolica (Cr.), ovata (Luckau), pa- 
lustris (NOe., Mecklenburg), unighanis (P.), Helianthemum Fumana 
(H., NOe.), vulgare (NOe., OOe. U.), Helichrysum angustifolium (Cr.), 
arenarium (B., M., ü.), aurantiacum (SL), Heliotropium montanum (F.), 
Hellehorus dumetorum (U.), foetidus (Bd., Lothringen), niger (NOe., 
OOe.), Helosciadum repens (Br.), Heracleum austriacum (OOe.), 
SpJiondylium (NOe., P.), Herminium Monorckis (OOe., T.), Herniaria 
glabra{B.,'NOe.), hirsuta (NOe.), Hesperis matronalis (B., NOe.), 
runcinata (NOe.), Hihiscus Triomim (NOe., \] .) , Hieracium auran- 
tiacum (OOe., Galizien), Auricula (B.), Bauhini (P.), horeale (Br., P.), 
carnosmn (NOe.), echioidos P. Gadense (NOe.), lycopifolium (Bd.), Pi- 



360 



losellaX pratense (F.), prealtum (Cr., Brä., P.), pratense (P.), Sommer- 
felti (NOe.), villosum (NOe.), virescens (NOe.), vulgatum (P.), Wies- 
haurianum (NOe.), Himantoglossum viride (NOe., OOe.), Hippocrepis 
comosa (T., U.), unisiliquosa {l'&inQu), Hippuris vulgaris (M.). 

Obige Arten können nach beliebiger Auswahl im Tausche 
oder käuflich die Centurie zu 6 fl. (12 E. Mark) abgegeben werden. 



Inserate. 

Im Verlage der k. k. Hofbiichliandlun? CARL WINIKER in Brnnn 

ist erschienen: 

Oborny Ad. Flora Ton Mähren und österr. Schlesien, enthal- 
tend die wildwachsenden, verwilderten und häufig angebauten 
Gefässpflanzen. 
I. Theil: Die Gefässkryptogamen, Gymnospermen und Mono- 

cotyledonen Preis: fl. 2. — 

IL Theil: Die Apetalen und Gamopetalen . . . „ „ 3. — 

III. Theil: „ „ 1.80 

(Der IV. Theil befindet sich in Bearbeitung.) 

Indem wir auf vorstehendes, vorzüglich "bearbeitetes Werk aufmerksam 
machen, bemerken wir noch, dass jede Buchhandlung in der Lage ist, ein 
Exemplar zur Ansicht zuzusenden. 

Hochachtungsvollst 

Carl Winiker's 

k. k. Hofbuchhandlung. 



Soeben erschien im Selbstverlage: 

Grundzüge der Cacteenkunde von Dr. Eduard Schiller, prakt. 
Arzt in Breslau, Mauritiusstr. Nr. 6. — Preis 4 Mark 50 Pf. 
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sind zum Preis von 15 Mark pr. Centurie zu beziehen bei 

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Adr. : r e b r o (Schweden), 

Diesem Hefte liegt bei: Ein Prospect „Botaniker -Kalender 1887" von 
J. Springer in Berlin. 

Eedacteur und Herausgeber Dr. Alezander Skofitz. — Verlag von C. Gerold's Sohn. 

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XXXTL Jahrgang. WIEN. November IS'-^i. 

INHALT: Oberirdische Kartoffelknollen. Von Dr. Hanausek. — Novitäten aus Mähren. Von 
Bnbela. — Zur Flora von Galizien. Von Blocki. — Pflanzennamen. Von Dr. Kronfel d. — Flora 
der Karpathen. Von Dr. Formänek. — Zur Flora von Croatien. Von Hirc. — Flora des Etna. 
Von Strobl. - ■ Literatuvberichte. — Correspondenz. Von Voss, Formänek, Borbas, Wies- 
baur. — Personalnotizen. — Vereine, Anstalten, Unternehmungen. — ■ Botanischer Tauschverein. 
— Inserat. 



Oberirdische Kartoffelknollen. 

Von Dr. T. P. Hanausek. 

Durcli den Herrn Herausgeber dieser Zeitschrift v^urde mir ein 
Zvreig einer Kartoffelstaude übermittelt, an dem sich, fünf gut ent- 
wickelte Kartoffelkn ollen befanden. Herr Dr. Skofitz erhielt den 
Zweig von Herrn Schuldirector Eckhart eingesandt, der die betref- 
fende Pflanze auf einem Kartoffelfelde bei Spitz an der Donau aufge- 
funden hatte. — Bevor ich die Beschreibung dieser Bildungsabv^ei- 
chung vornehme, möchte ich eine kleine Umschau über die Literatur 
dieser Objecto halten, die hoffentlich dem Leser auch nicht uner- 
wünscht ist. 

Oberirdische Kartoffelknollen sind oft beobachtet worden. Hugo 
de Vries^) hat die zahlreiche Literatur bis 1878 zusammengestellt 
und fasst die Ursachen dieser interessanten Metamorphose in Folgen- 
dem zusammen : An allen gut untersuchten Fällen sei die oberirdische 
Knollenbildung eine Folge der vollständigen oder theilweisen Ver- 
hinderimg der Leitung der plastischen Stoffe in die unterirdischen 
Organe. Eine Bestätigung dieser Ansicht hat Pi-of. ISTobbe^) schon 



') Beiträge zur speciellen Physiologie landwirthschaftl. Culturpflanzen. 
V. Wachsthumsgeschichte der Kartolfelpflanze. (Landwirthscli. Jahrb. von Na- 
thusius und Thiel 1878, S. 591-682, §. 15.) 

") Die Kartoffel und ihre Cultur. Amtl. Ber. über die Kartoffelausstel- 
lung in Altenburg. Berlin 1876. — Ein Auszug davon in dem österr. land- 
wirthsch. Wochenblatt 1876, p. 40. 

Oesterr. botan. Zeitschrift. U. Heft 1886. 30 



362 

im Jahre 1876 geliefert, der ebenfalls oberirdische Knollen in 
den Achseln von grünen Blättern beobachtete und dazu bemerkt, 
dass diese Bildung künstlich durch Ringelung des grünen Sten- 
gels über dem Boden hervorgerufen werden könne; die oberirdischen 
Knöllchen seien auch fähig, eine neue, wenn auch dürftige. Pflanze 
zu erzeugen. Auch bei Pfropfversuchen scheint die Verhinderung 
der Stoffleitung die Ursache der Knollenbildung zu sein. A. J. 
Maule*) pfropfte Kartoffelzweige auf Solanum Didcamara, die, 
wenn auch kümmerlich, gediehen; in einem Falle hatten sich in den 
Blattachseln (und auch an den Wurzeln von S. didcamara) Knollen 
angesetzt. Die Befunde Maule's hat Lindemuth^) grösstentheils 
bestätigt und erweitert. 

In den letzten Jahren haben, soweit ich aus der mir zur Ver- 
fügung stehenden Literatur ersehen konnte, besonders Thalheim ^), 
G. Bainier*) und Wittmack') hieher gehörige Fälle beschrieben. 
Ersterer fand Kartoffelpflanzen, die in den Achseln sämmtlicher Laub- 
blätter mehr oder weniger vollständig ausgebildete Knollen besassen. 
Von Wichtigkeit ist der Befund Bainier's, der an der knollentra- 
genden Pflanze das Vorkommen der Phytophthora constatirte. Die 
Knollen waren länglich und mit zahlreichen Knospen besetzt. Du- 
chartre hat schon vor zwei Jahren (1878®) solche Pflanzen beob- 
achtet. Ob in diesem Falle der Pilz die Ursache der Knollenbildung 
gewesen, der also die Stoffleitung in die unterirdischen Organe be- 
hinderte, könnte nur durch Experimente erwiesen werden. 

In seinem Handbuch der Pflanzenkrankheiten (II. Auflage) ge- 
denkt P. Sorauer auch dieser Erscheinungen und nimmt für alle 
Fälle eine Schwächung der Wurzelthätigkeit an, die sich vielleicht 
auf Stickstoffmangel zurückführen lässt. Da seine Bemerkungen eine 
Art Resume darstellen, so will ich dieselben hier nach ihrem Wort- 
laute anführen (I. Band, p. 197): „Wenn auch nicht speciell nach- 
weislich auf Stickstoffmaugel zurückführbar, mag doch zum Schluss 
eine Erscheinung hier Erwähnung finden, die bei Culturen im Freien 
selten erscheint, bei gärtnerischen Versuchen indess mehrfach zur 
Beobachtung gelangt. Es ist die Bildung von Knollen in den Blatt- 
achseln der grünen, oberirdischen Kartoffeltriebe. Die Knollen ent- 
sprechen durchaus denjenigen an den unterirdischen Trieben; nur 

*) The Potator What is it? the probable cause of the disease and the 
most lik«ly means to employ to etfect a eure. Bristol 1876 nach Just. Bot. 
Jahresb. 1876, p. 966. 

^) Vesfetative Bastarderzengung durch Impfung. Berlin, Parey 1878. 
(Landwirthsch. Jahrb. 1878, Heft 6.) 

^) 56. Jahresber. der schles. Gesellsch. f. vaterländ. Cultur. Breslau 
1879, p. 149. 

*) Tige de Solanum tuberosum offrant des tubercules axillaires (Bulle- 
tin de la Sociötö botanique de France, tome XXVII 1880, p. 289—290. 

*) Eine Kartoffelstaude mit oberirdischen Knollen (Monatschr. d. Verein, 
z. Beförderung des Gartenbaues i. d. preuss. St. 1881, p. 530.) — Mir nicht 
zugänglich. 

*) Näralich zw«i Jahre vor den Bainier'schen Untersuchungen (1880). 



3G3 

sind sie chlorophyllreicher, kleiner und stärkeärmer. Man findet sie 
bei Stecklingen an den Kartoff eltriebon, dann hei Wasserculturen, 
deren Wurzeln verschleimen, endlich auch hei Landiiflanzeu , wenn 
deren Wurzelapparat schwer geschädigt ist oder die jungen Stolonen 
entfernt worden sind. In allen Fällen ist eine Schwächung der 
Wurzelthätigkeit vorhanden, in Folge dessen auch eine spärliche 
Verwendung des von den Blättern erarbeiteten Keservematerials statt- 
findet. Dasselbe wird vielmehr in den den Erzeugungsresten zunächst 
liegenden Knospen aufgesammelt ..." 



Die mir vorliegenden Knollen sind, wie sie auch Bainier be- 
schrieben, länglich, walzig (Fig. 1); ein unentwickeltes Knöllchen auf 
einem dünneu Nebenzweig ist 



rundlich. Die Läugenmasse be- 
tragen 3-5, 3 und 1'5 Cm., der 
Dickendurchmesser 1'5 Cm. Der 
Staudenast ist fast normal, be- 
sitzt drei tiefe Längsfurchen 
und einen winkelig gebroche- 
nen Verlauf. Au jedem aus- 
springenden Winkel sitzt ein 
Knollen in der Achsel eines 
verdorrten Blattrudimentes. Die 
Peridermdecke hat eine trüb- 
rothbraune oder grünbräunliche 
Färbung und zahlreiche gelb- 
liche sehr kleine Warzen. Die 
Knospen (Augen) entspringen 
einer abgeplatteten Flächenpar- 
tie (an dem Knollen links in 
Fig. 1), die einer an den Knollen 
angewachsenen Schuppe gleicht. 
Wenn Bainier von zahlreichen 
Knospen spricht, die er beol)- 
achtete, so kann diess für un- 
seren Fall nur mit Beschrän- 
kung gelten. Auf allen Knollen 
finden sich acht deutlich ent- 
wickelte und von einander durch 
entsprechende Zwischenräume 
getrennte Knospen vor; am 
Scheitel sitzt ein dichteres Bün- 
del von mehreren Knospen, die 
mitunter sogar ein 2 — 3 Mm. 
langes deutliches Blättchen auf- 



Fiff. 1. 




weisen. 



In ganz ausgezeichneter Weise lässt sich die Zweifüuftel- 

30* 



364 



Stellung der Knospen an den Knollen demonstiren. Die typische 
Figur 2 zeigt genau die Knospenlage der Knollen vom Scheitel ge- 



Fig. i. 




sehen; 1 bis 5 gibt den ersten Cyklus an 
6 und die folgenden Knospen bilden nur 
einen unvollständigen zweiten Cyklus. 

Die mikroskopische Untersuchung lässt 
keine auifälligeu Abweichungen erkennen. Das 
Periderm besitzt 6 — 10 Zellreihen, das dar- 
unter liegende Parenchym ist stark chloro- 
phyllhältig; es sind wohl in den meisten 
Fällen falsche Chlorophyllkörner (Chlorophyll- 
überzug von Stärk ekörnern) vorhanden, die 
längs der Zellwände im Innern der Zellen 
gruppirt sind *). Beträchtliche plasmatische 
ungeformte Massen und Stärkekörner der ver- 
schiedensten Entwicklung bilden den grössten Theil des Zellinhaltes. 
An den grossen Körnern ist mir die besonders scharfe Schichtung 
und das Auftreten einer Theilungslinie am Kerne aufgefallen. Die 
mittleren und kleinen Stärkekörner sind in grösserer Menge vorhan- 
den als die grossen; componirte habe ich vergeblich gesucht. Auch 
Krystalloide Hessen sich leicht auffinden. 

Da mir nur ein Zweig der knollentragenden Staude zur Ver- 
fügung stand, so konnte natürlich keine Inspection der ganzen Pflanze 
stattfinden, um nach einer etwaigen mechanisch wirkenden Veran- 
lassung dieser Metamorphose zu forschen; als solche wären Wurzel- 
verletzung, Wurzelschwäche, Verletzung des Stammes (analog der 
Eingelung), Blatterkrankung anzusehen. Es ist aber auch nicht aus- 
geschlossen, dass höchst ungünstige Bodenverhältnisse, an denen es 
bei Spitz wohl auch nicht fehlen dürfte, oder die Infection mit dem 
Kartoffelpilz die Ursache der oberirdischen Knollenbildung gewesen 
wären. 



Novitäten für die Flora Mährens. 

Von Johann Bubela. 

Während der Drucklegung des I. Bandes der Oborny's „Flora von 
Mähren und österr. Schlesien" machte ich auf Excursionen in der Um- 
gebung von Wsetin, Bisenz und im Hochgesenke mehrere interessante 
neue Funde, die in das genannte Werk nicht mehr aufgenommen 
werden konnten. Nachdem es unbestimmt ist, wann ein dem Sach- 
verhalt nach jetzt schon als nothwendig erscheinender „Nachtrag" 

') Vergleiche hiezu Julius Wies n er: „lieber das Vorkommen und die 
Entstellung von Etiolin und Chlorophyll in der Kartoffel", Oest. botan. Ztschr. 
1877, S. 7 — 11. — Auch echte Chlorophyllkörner sind leicht in den oberirdi- 
schen Knollen nachzuweisen. 



365 

zui' genannten Flora publicirt wird, und um zu zeigen, welche Ee- 
sultate in Bezug auf die botanische Durchforschung Mährens heute 
noch zu erzielen sind, wenn es mir allein in der kurzen Frist 
gelungen ist, zwölf neue Arten resp. Formen zu eruiren, — aus 
diesen Gründen sei es mir gestattet, an dieser Stelle über die ge- 
machten Entdeckimgen zu berichten. 

1. Festuca capillata La.m. Auf Wiesen „v Eybniku" bei Wsetin 
nicht selten. (Det. H. Braun.) 

2. Bromus secalinus L. 6. aspera Neilr. Ausser dem angege- 
benen Standorte: „Wendrin bei Teschen" auch in Mähren und zwar 
auf der Moorwiese hinter dem Bisenzer Bahnhofe. (Det. Uechtritz.) 

3. Carex paniculata X teretiuscula C. Beckmann (in Abhandl. 
Naturwiss. Vereines Bremen, Bd. IX). Auf der Moorwiese hinter dem 
Bisenzer Bahnhofe. Zwei instructive Individuen, die ich in meinem 
Herbar besitze, sind mit den vom Autor erhalteneu Exemplaren 
vollkommen identisch. 

4. Ornithogalum Boucheanum Aschs. Um Bisenz mit O. mitans L. 
Von Uechtritz bestimmt, (Vide Oest. botan. Zeitschr. 1883, p. 340.) 

5. Anacamptis pyramidalis Kich. Bisher war in Mähren nur 
der zweifelhafte Standort Schlosser's „bei Koznau" bekannt. Ich 
fand diese schöne Pflanze im Jahre 1884 auf einer Waldwiese „nade 
Mziky" bei Wsetin in zahlreichen Exemplaren, wodurch obige An- 
gabe Schlosser's glaubwürdig erscheint. 

6. Orchis maeulata L. var. candidissima Krock. Auf einer 
Wiese zwischen Vesnik und Bobrk bei Wsetin massenhaft. Obwohl 
diese Pflanze, wie es scheint, bi.<her wenig beobachtet, und von ihr 
nur in wenigen Werken eine Erwähnung gemacht wurde, scheint mir 
dieselbe doch eine gute Form zu sein und sich zur typischen O. ma- 
eulata L. so zu verhalten, wie etwa O. incamata L. zu O. latifolia L. 
Der Habitus von O. candidissima ist stärker und steifer, i31üthen 
dichtgestellt und rein weiss, Blätter licht-grün und nie gefleckt. 
Wie bekannt sind die meisten Orchis- Arten zur Blüthenfarbe- 
Variation sehr geneigt, und kommen dann alle diese Farbeuvarietäten 
untereinander gemischt vor. Am angegebenen Standorte kommt 
jedoch nur 0. candidissima, dagegen O. maeulata gar nicht vor. 
Dieser Umstand scheint ebenfalls darauf hinzuweisen, dass wir es in 
diesem Falle nicht nur mit einer Farbenvarietät, sondern mit einer 
guten, Constanten Form zu thun haben. — Die Angabe in Oborny's 
citirtem Werke pag. 250: „um Friedland hie und da auch weiss 
blühend", dürfte wahrscheinlich hieher zu ziehen sein. 

7. Mentha hortensis Tausch. An einer öden Berglehne im Dorfs 
Lutoniua bei Wisowitz in gänzlich wildem Zustande. 

8. Melampyrum moravicum H. Braun (in Oest. botan. Zeitschr. 
1884, p, 422) kommt in der ganzen Umgebung von Wsetin häufig 
vor. Ist eine Form sonniger Standorte des vielgestaltigen M.nemo- 
rosum L. , nahe verwandt mit M. nemor. var. subsimplex Uechtr. 
(ßesult, d. Durchf. d. schles. Phaner. 1885, p. 18.) 



366 

9. Euphrasia ericetorum Jord. An kurz^rasigen Stellen im 
Walde Poschlä und am Berge Nivka bei Wsetin, (Det. Dr. Stapf.) 

10. Hieracium smcioum Fr. (Vide Oest. botan. Zeitschr. 1885, 
p. 291.) 

11. Hieracium iseranum Uecbtr. Im Gesenke an einer Stelle 
unweit der Schweizerei, und zwar links von jenem Fahrweg, von dem 
sich der Fussweg zum Altvater abzweigt. Die zahlreichen heim- 
gebrachten Exemplare stimmen mit den in der Sammlung „Hieracia 
Naegeliana" ausgegebenen Exemplaren vollkommen iiberein. 

12. Cirsium acaide All. Auf dem Berge Dusnä bei Wsetin. 
Merkwürdigerweise der erste mährische Standort der in allen Nach- 
barländern so gemeinen Distel. 



Anhangsweise theile ich noch mit, dass 

13. Ophioglossumvulgatumli. laut einer Mittheilung bei Prank- 
stadt häufig vorkommen soll. Belegexemplare hiezu habe ich zwar 
nicht gesehen, doch erscheint mir diese Angabe aus dem Grunde 
glaubwürdig zu sein, da die Pflanze schon bei Teschen und sonst in 
Schlesien häufiger vorkommt. 

14. Pinus unciaata Eam. Ausser auf dem bekannten Standorte 
„bei Keiwiesen" in Schlesien auch an der böhm. -mährischen Grenze: 
Torfmoor am Teiche Zdärsko bei Kreuzberg (Celak. Prodr. IV. 
p. 702). Nach Nyraan Consp. p. 675 sollte unsere Pflanze eigentlich 
den Namen P. montana Duroi tragen, da P. uncinata Eam. den 
Pyrenäen und überhaupt nur dem westlichen Europa angehört. 

Wsetin, 5. September 1886. 



Nachtrag. 
Herr Alex. Makowsky, Professor an der techn. Hochschule in 
Brunn, theilte mir bei einer persönlichen Zusammenkunft dieser 
Tage mit, dass er Cirsium acaule bereits vor einigen Jahren bei 
Wsetin gesammelt, und über diesen Fund auch im Brünner Natur- 
forschenden Verein berichtet hat. Als ich die Verhandlungen dieses 
Vereines nachschlug, fand ich wirklich im Jahrgang 1883 pag 40 
eine kurze Notiz hierüber, die mir und merkwürdiger Weise auch 
Herrn Prof. Oborny bei Zusammeustelhmg seines Werkes entgan- 
gen ist. Nur ist die Angabe des Fundortes: „im Jasenkathale in 
den Beskideu" nicht recht präcisirt, da ein „Jasenkathal", welches 
ganz unbedeutend ist, in den Beskiden nicht leicht aufzufinden wäre, 
wenn man nicht „bei Wsetin" hinzufügt. Der mündlichen Beschrei- 
bung nach dürfte der Staudort Makowsky's mit meinem obenan- 
geführten identisch sein. Joh. Bubela. 

Wsetin, 5. October 1886. 



o67 



Zur Flora von Galizien. 

Von Br. Blocki. 

Ich habe Gelegenheit gehabt den Monat August 1. J. bei meinem 
Bruder in Dubienko bei Monasterzyska (zwei Meilen westlich von 
Buczacz) zu verbringen und da diese Gegend in botanischer Hinsicht 
bis jetzt gar nicht erforscht war, so benützte ich die ganze Zeit dazu, 
die Flora von Dubienko kennen zu lernen. Charakteristisch für die 
Flora dieser Gegend sind folgende Pflanzen: 

Hieracium polonico X Auricula 
Inula Helenium 

— salicina 
Laserpitium latifolium genuinum 

und ß. scabrum 

— prutenicum 

Lonicera ^ylosteum (s. selten) 
Orobus lacteus M. B. 
Pulmonaria mollisshna (s. selten) 

— obscura 
Polygala vulgaris 

— comosa 
Poa palustris 
Ranunculus Stevenii 

— auricomus 

— cassubicus 
liumex confertus 

— Skofitzii m. 

— nemorosus 
Senecio umbrosus 
Salvia glutinosa 
Thalictrum aquilegifolium 
Thymus Marscliallianus 
Teucrium, montanuin 
Veronica spicata 
Viburnum lantana und viele Eo- 

seu arten. 



Agriinonia odorata (s. selten) 

— pilosa (s. selten) 
Aconitum Anthora 
Anthyllis Vulneraria 
Aster Amellus 
Asperula galioides 
Girsium JErisithales 

— pannonicum 
Cimicifuga foetida 
Chrysanthemum, corymbosum 
Crepis sibirica 
Campanula latifolia 
Clematis recta 

Dianthus Armeria X deltoides (s. 

selten) 
Epilobiwn obscurwm 
Epipactis Jatifolia 

— sessilifolia Peterm. (Fiek) 

— rubiginosa (s. selten) 
Erysimum, odoratum 
Ferulago silvatica 
Galium, polonicum mihi 

— Schultesii, 
Qeum strictum, 

— stricto X urbanum 
Heracleum ßavescens 
Hieracium boreale 



— polonicum mihi 

Ausserdem charakterisiren die Flora von Dubienko noch folgende 
nord-, resp. nordwesteuropäische Arten, welche in Südostgalizien und 
im Miodoboryer Hügelzug gänzlich fehlen: 



Aconitum septentrionale 
Aposeris foetida 
Betula pubescens 
Convallaria verticillata, 
Centaurea austriaca 
Dianthus Carthusianorum 



G-entiana asclepiadea (1 Expl.) 
Oocalis Acetosella (gem.) 
Pyrola spec. (nicht selten) 
Rubus Idaeus 
Spiraea Aruncus 
Thymus montanus. 



368 

Nachstehende, in S.-O. Galizien und im Miodoboryer Hügelzug 
allgemein verbreitete osteuropäische Typen fehlen in der Flora von 
Dubienko: Andropogon Ischaemum, Artemisia austriaca, Centaurea 
stenolepis, Convallaria latifolia, Dianthus capitatus, D. pseudobarbatus, 
Jurinea arachnoldea, Veronica incana und alle (bis auf zwei) Ko- 
senarten. 



Bemerkungen über volksthümliche Pflanzennamen. 

Von Dr. M. Kronfeld. 

III.*) Einige Beziehungen zwischen weiblichen Eigen- 
namen und Pflanzenbezeichnungen. 

Im ersten Stücke unserer „Bemerkungen" geschah der Versuch, 
die meisten ganz seltsam klingenden Bezeichnungen der Waldrebe 
in Niederösterreich: Jüll'u, Lül'n u. s. w. — auf Liula zurück- 
zuführen, dem altdeutschen Worte, das nach Grimm, dem Aelteren 
(„üeber frauennameu aus bliimen", Vortrag in der Berliner Akade- 
mie) als einziges Beispiel eines dereinst in deutscher Zunge von Blu- 
men auf Frauen übertragenen Namens anzusehen wäre. 

Von Vorneherein mag es verwunderlich erscheinen, dass der 
Deutsche mit seinem tiefen und innigen Gemüthsleben so sparsam 
seine Frauennamen aus der Blumenwelt herholt. Wie reich sind doch 
au solchen Ableitungen die Slaven, namentlich die Serben, deren 
Volkspoesie den Deutschen zumeist zu erwärmen vermochte! Liljana 
{Hemer ocalUs), Smilja {GnaphaUum arenarium) , Drenka {Cornus 
mds), Nevenska {Calendula officmalis) mögen nur nach Grimm 
angeführt werden. Der alte Aegypter selbst, den wir uns — vor 
Einsicht in die Ebers'schen Schriften — kaum anders als in eckiger 
Steifheit und mit ernsthaft-verschmitztem Antlitze vorstellen konnten, 
verstand unter Takrami (Eppich), Bainofre (Palme) Frauen und 
Pflanzen zugleich. Gewiss bezeugt dieser Umstand das wahrhaftige, 
fühlende Menscbthum des Isisverehrers. Von anderen Völkern wollen 
wir nicht sprechen-, wem die engere Vertrautheit mit dem vorlie- 
genden Gegenstande erwünscht ist, der nehme selbst Grimmas 
Arbeit vor. 

Vielleicht liest die Ursache, die bei dem Germanen auf die 
Weiblichkeit übertragene Blumeubezeichnungen so selten macht, darin, 
dass der Einwanderer Jahrhunderte la,nge im Kampfe mit den Nach- 
barvölkern, im wüthenden Streit mit Eom lag und ohne Unterlass 
von Osten her einstürmende, wilde Horden abwehren musste. In 
solch' drangvoller Zeit wird das kriegerische Epos, der Heldensang 

') Vei-gl. Oest. botan. Zeitschr. 1886, Nr. 5 und 8. — Wo nicht anders 
bemerkt, werden die schon im ersten Aufsatze namentlich angeführten Schrif- 
ten citirt. 



369 

geboren, wenig Müsse findet sich aber für die Aeusserungen des 
friedliclieu Gemüthslebens. Und später, als ruhigere Tage kamen, da 
war der Germane Christ geworden, er taufte seine Kinder und gab 
ihnen, dem Wunsche der Kirche folgend, die Namen der heilig ge- 
sprochenen Märtyrer. — 

Der Name, den die Person trägt, stellt die engste Hülle ihres 
ganzen Seins dar. Inselbewohner der Südsee gehen mit dem aus 
weiter Ferne Kommenden den Namenstausch ein. Hiedurch über- 
mitteln sie ihm, zum Zeichen friedlicher Gesinnung, ein bestes Theil 
des eigenen Ich. Der Deutsche nennt sein Neugeborenes Maria. Er 
will auf diese Weise den milden Schein der Frömmigkeit, des un- 
schuldsvollen Schlichtsinns auf sein Fleisch und Blut überstrahlen 
lassen. Und der Heide, dem aus dunklem Grün und Farnkraut die 
Beere freundlich zulugt, er denkt das glänzende Auge der Herzeus- 
trauten sich zuwendig zu machen, zuwendig für immer, wenn er sie 
Waldbeerchen, Jagoda, koset. Dieses Kosewort findet Gefallen, 
es geht vom Mund zu Munde und wird schliesslich zum Frauen- 
namen, der wohl noch heutzutage bei Serben im Schwünge ist. 

Wäre nun nicht auch der umgekehrte Weg denkbar; könnte nicht 
ein Mädchen mit bestimmtem Namen — mag dieser welchen Ur- 
sprunges immer sein — Pathin werden einer Blume , ihr mit der 
Benennung sinnbildlich eine Gabe der eigenen Tugenden und Vor- 
züge mittheilen? 

Zur Entscheidung dieser Frage empfiehlt sich eine kleine Vor- 
eriunerung an den griechisch-römischen Mythos. Artemisia, die Pflanze 
ist nach der Tochter des Karierkönigs, anderer Version zufolge nach 
Artemis, der fraueuschützenden Göttin benannt. Weiters erinnert 
Myrtus, die Myrte {MvgQLvt], MvQoivrj) au eine tapfere Griechin, die 
im Eiugkampfe einen Jünglinsr besiegte und von diesem getödtet 
wurde. Das Veilchen, Viola, gemahnt endlich an Jo, das schöne 
von Jupiter in eine Kuh verwandelte Mädchen, dem zu Liebe Mutter 
Erde die Blaublümchen hervorspriessen liess. Noch mehr! Die Denk- 
art der Griechen und Eömer lässt aus weiblichen Gestalten unmit- 
telbar Gewächse hervorgehen, schafft also durch Annahme einer 
Traussubstantiation ganz eigener Art mythischen Persönlichkeiten ein 
ewiges Denkmal. Laurus {Jutprt]) wird in ApolFs begehrenden Ar- 
men zum dunkellaubigen Lorbeer; wehmüthig schmückt der Gott 
sein Haupt mit den Zweigen, die seither sein Symbol geworden. Die 
Nymphe Zelotypia vereinigt sich mit Herkules und Beider Sprössling 
schaukelt als Nymphaea auf den Wogen. Helena, das himmlisch- 
schöne Weib, ob dessen Erscheinung Greise selbst die Köpfe wen- 
den und der gekränkte Gatte das schon gezückte Schwert fallen 
lässt, Helena weint, und indem sie hinströmen, werden ihre Thräneu 
zum würzigen Helenium. Der Venus Blutstropfen wandeln sich zur 
Kose, der liebesgeweihten Blumenkönigin.*) 



') Chacun a son gout! Eben diese Duftblume leiten die Orientalen 
von Mohammed's Schweisse ab. 



370 

So mannigfach spielt im Glauben der alten Völker das Ewig- 
Weibliche in die Bliimenwelt hinein. Es ist zu untersuchen, ob in 
Sonderheit hiefür bei den Deutschen, enger genommen den Oester- 
reichern, ein Analogen aufweisbar ist. Da, wie oben bemerkt wurde, 
durch die Kirche und den von ihr geschaffenen Kalender ein Canon 
von weiblichen Eigennamen normirt ist, müsste gerade einer dieser 
Namen auf Blumen gebraucht zu erkennen sein, und auf diese 
Weise wäre die klassische Vorstellung ins Modern-Christliche hinein 
getragen. 

In der Umgebung von Wien haben wir Anemone hepatica als 
Schneekaderl ansprechen hören') und hernach bei Erdinger ^) 
und Kerner •^) dieselbe Bezeichnung für Hellehorus m^er (Oetscher- 
gebiet) gelesen. Leicht war das Bestimmungswort zu verstehen; was 
aber mit dem ganz heimlich klingenden — kaderl machen? Dem 
Grundworte, das offenbar auch in Pritzel's und Jessen's^) Schnee- 
kate rl: Anemone nemorosa (Salzburg), Colchicum alpinum (Lungau), 
Galanthus nivalis (Salzburg, Linz), Leucoium vernum (Salzburg, 
Appenzell) unterliegt, ferner auch in Schneekatherl: Crocus vernus 

(Oesterreicb) vorkommt? 

„Geh' Kaderl treib' d'Fa-'l in' Stad'l!" 

Diese Mahnung, von einer Schankwirthin in der Tullner Ge- 
gend an ein fiachshaariges kleines Mädchen gerichtet, gab uns 
schliesslich Klarheit über die Bedeutung jenes Wortes. Hochdeutsch 
würde das Sätzlein lauten: „Auf, Katharina, treibe die Ferkel 
in den Verschlag!" Kaderl, Katerl, Katherl *) ist nämlich von 
der Donau bis in die Schweizer Berge Deminutivum für Katharina, 
und, dass diess uns in einem entlegenen Dorfe in Erinnerung 
gebracht wurde, war bloss Zufall. Kaderl u. s. w. — so kam 
nun rasch die Erleuchtung — ist ursprünglich Koseform 
eines Mädchen- und Heiligennamens; ferner findet es 
sich als wesentlicher Bestandtheil eines landesüblichen 
Blumennamens. Der Wechsel des weichen d und harten t braucht 
hiebei nicht Wunder zu nehmen. Spricht doch der Mederösterreicher 
beharrlich sein God (Gott), Gväder (Gevatter) u. s. w. und ist doch 
anderwärts wiederum der harte Laut deutlicher zu hören. 

Von Colchicum alpinum abgesehen, einer ohnediess sehr sel- 
tenen Pflanze, die nach Gewohnheit der meisten Alpinen erst im 
Hochsommer aufblüht, sind die angeführten Arten ausgesprochene 
Frühlingspflanzen. Hellehorus niger, die Christblume, steht vollends 
schon zur Weihnachtszeit in Blüthe, und Crocus vernus, Galanthus 
nivalis, Leucoium vernum sind bekannte Herolde der neuerwachen- 
den Vegetation; ihre Blumen kommen oft schon im Hornungsmonate 
zu Tage. Da der Katharinentag in die Mitte des Februar fällt, 

*) Kronfeld, in „Oesterr. botan. Zeitschr." 4884, Nr. 6. 
") In Becker's „Eeisehandbuch für Besucher des Oetscher". S. 175. 
') A. a. 0. 

*) Seidl („Idiotikon". S. 313) hat Käd'l (d'Koadl, Koadäl) ; doch ist 
diese Form seltener. 



371 

konnte der Volksgeist leicht den bestimmten Tag mit den ersten 
Blumen in Beziehimg bringen. Nebstdem sind fast alle unter den ge- 
nannten Species mit blendend weissem Periauth versehen. Weiss 
war aber von jeher das Zeichen der üüschuld, und was ist Katha- 
rina dem Wortsinne nach Anderes, als die Keine, Keusche? Auch 
nach dieser Seite bot sich die Verbindung der Blumen mit Katharina 
wie von selbst dar. Schliesslich mussten vorzüglich die jüngsten 
Gaben des BlumeDJahres des Volkes Achtsamkeit auf sich lenken. 
Eine kosende Benennung wurde gerade ihnen am liebsten zuge- 
wendet, 

Hacking bei Wien, 18. August 1886. 

Beitrag zur Flora der Karpathen und des Hoch- 
gesenkes. 

Von Dr. Ed. Formänek, 

k. k. Professor am böhmisclien Gymnasium in Brtinn. 
(Fortsetzung.) 

Veroniea officinaUsL. Gemein in höheren Lagen : Gipfel der Wysoka, 

Kuoblochgraben. 
• — teuer tum Willd. a) latlfoUa Celak. Prodr. pag. 327. Straznitz, 
Knezdub. Woisice bei Kl. Wrbka, Üng.-Brod, Hawritz, Vapenka 
bei Kapenka, Val. KJobouk. 

— spicataL. Zerotin bei Straznitz, Eadiejau, Knezdub, Woisice bei 
Kl. W'rbkä, Welkä, häufig bei Jaworuik (Stanowisko, Strmecuik, 
Dlouhe Wiesen, Hrädek und Wielicky Wald), Ung.-Brod (Lysä- 
hora, Chrustka), Prakschitz, Weinberge bei Hawritz; Banow 
(Makowsky). 

— Tournefortil Gmel. Ob. Fl. p. 449. Welkä, Jawornik, Hawritz, 
Ung.-Brod, Sucbä Loza, Ordiejowhof, Bystfitz. Banow, Bojko- 
witz, Val. Klobouk, Litsch, Prikaz, Krasnä, Morawka, Lomna, 
Jablunkau. 

Pedicularis palustris L. Gemein im Thale der Ostrawitza, ebenso 
auf dem Torfmoore Huti bei Friedland (Oborny), Metylowitz, 
Bysträ, Krasnä. 

— süvatica L. Krasnä, Morawka. 

Rhinanthus alectorolophus Poll. Ob. Fl. pag. 436. Ulm, Friedland 

(Oborny), Przno, Krasnä, Morawka, Lomna, Jablunkau. 
Euphrasia lutea L. Häufig auf den Weinbergen bei Straznitz. 

— Bostkoviana Huyne (1823). Ob. Fl. p. 432. Jaworina. 
Melampyrum cristatum L. Philippsthal bei Jawornik, Banow (Ma- 
kowsky), Zerotin bei Straznitz, Woisice bei Kl. Wrbka, Kü- 
zelau, Machowe- und Krcmy- Wiesen und Wielicky -Wald nächst 
Jawornik. 



372 

Melampyrum arvense L. Straznitz, Hioznä Lhota, Welkä, Jawor- 
nik, Neu-Lhota, Üng.-Brod, Hawfitz, Prakschitz, Bystritz. 

— sylvaticum L. Altvater, Brünnellieide etc. (Oborny); Bären- 
kamm, Knoblochgraben, Kl. Seeberg, Stechpläne, Kother Berg, 
Hauerwiesen. 

— pratense L. Jawornik, Üng.-Brod, Bojkowitz, häufig bei Val. 
Klobouk, Jablunkau, Jägerndorf, Würbenthal bis Karlsbrunn etc. 

Mentha candicans Crantz. Ob. Fl. p. 377. a) genuina. Gemein 
b) mollissia Borkh. 1. c. Welkä. 

— arvensis L. Gemein, besonders häufig bei Welkä und Bojkowitz. 

— crispa L. Verwildeiib bei Friedland. 

Origanum vulgare L. Straznitz, Kl. Wrbka, Küzelau, [Bukowina 
nächst Wrbowetz], Neu-Lhota, Üng.-Brod, Hawfitz, Bojkowitz, 
häufig bei Val. Klobouk, Navojnä, Potesch und von da bis Hal- 
lenkau, Jawornlkgebirge [Baranafka], verbreitet bei Gr. Karlo- 
witz, Milohow u Tureckü!, Ostrawitz; Kowenky am Fusse der 
Lysä hora bei Malenowitz , Friedland (Oborny)!, Janowitz, 
Krasnä, Lomna, 

Thymus Marschallianus Willd. Ob. Fl. p. 389. a) arenarius Beruh. 
Straznitz, Radiejau, Welkä. 

— montanus W. Kitt. 1. c. Straznitz , Knezdub , Welkä , Jawornik, 
Neu-Lhota, Üng.-Brod, Bojkowitz, Val. Klobouk, Hallenkau, 
Gr. Karlowitz, Althammer, Morawka, Jablunkau, Jägerndorf, 
Würbenthal. a. alhiflora. Gipfel der Jawofina. 

Salvia verticillata L. Rohatetz, Petrow, Straznitz, Radiejau, Hroznä 
Lhota, Lippau, Welkä, Wrbka, Jawornik, Philippsthal, Neu- 
Lhota, Ob Niemtschy, Üng.-Brod, Hawfitz, Prakschitz, Ordiejow- 
hof, Bystfitz, Banow, Bojkowitz, Val. Klobouk, Litsch, Pultschin, 
Zdiechow, Hallenkau, häufig bei Gr. Karlowitz; im Thale der 
Ostrawitza unterhalb Friedland! bis nach Paskau (Oborny), 
Konska. 

— silvestris L. Rohatetz, Petrow, Zwolenow, Straznitz, Radiejau, 
Knezlub, Hroznä Lhota, Tasow, Welkä, Jawornik, Philippsthal, 
Üng.-Brod, Hawfitz, Bojkowitz, fehlt höchst wahrscheinlich im 
übrigen b. Geb. 

— pratensis. Gemein im Hradischer Kreise (Oborny), von Ro- 
hatetz bis Straznitz und von da bis Neu-Lhota, Blumenthal, 
Strany, Üng.-Brod, Hawfitz, Val. Klobouk, Lomna; um Teschen 
(Kolbenheyer); Konska, Mähr.-Ostrau. 

■ — glutinosa L. Fehlt den südlichsten Ausläufern der mähr. Kar- 
patheu, Vapenka und Doubrawa bei Val. Klobouk, Zdiechow, 
Huslenkathal, Hallenkau (Provuznythal etc.), Kicera cerhanskä, 
Jawornlkgebirge, häufig bei Gr. Karlowitz, Salajker und Guwal- 
cansy-Revier, JaworniLkathal bei Hutihammer; im Thale der 
Ostrawitza (Oborny), Wasathal, Morawka, Slawica (ürbaska 
und Kaluzne etc.), Mt. Lomna, Lomna (Popilarky Wd. bei der 
Kuntorunka etc.), Jablunkau; Teschen, hier schon oberhalb der 
Stadt und im Zabfeg Wd. (v. üechtritz)!, häufig bei Bogu- 



373 

schowitz (Olsa, Prutek und Kopce Wd.), Konska! Blogotitz 
(Kolbenheyer). 
Nepeta nuda L. Straznitz (Schlosser)!, Kl. Wrbka, Machowe- 
Wiesen nächst Jawornik. 

— cataria L. Verwildert. Strany, Biitosonka im Aufstieg zur Lysä 
hora. 

Melittis melissophpUmn L. Welkä, Küzelau; Philippsthal bei Jawor- 
nik (Makowsky)! 

Galeopsis ladanum L. a) angustifolia Ehrh. Straznitz, Kl. Wrbka, 
Welkä. 

— tetrahit L. Gemein im b. G., ausnahmsweise in höheren Lagen, 
so Uhustein. 

— versicolor Curt. Jaworina, Kralow bei Üng.-Brod, Hallenkau, 
Kicera cernanska, Jawornik-Gebirge, Gr. Karlowitz, Althammer, 
Friedland, Przno, Morawka, häufig bei Slawica, Lomna, Jablunkau; 
Teschen (Wimm.)!, Prutek- Wd. bei Boguschowitz, Mähr. Ostrau, 
beim Schlägelbrünuel, Pathenwald bei Goldeustein ; var. parvi- 
flora Knaf. Wysokä, Ostrawitz. 

Betonica officinalis L. Straznitz, Kadiejau, Knezdub, Kl. Wrbka, 
Küzelau, Jawornik, Philippsthal, Neu-Lhota, na Kotarech, Strany, 
Lysä hora, Chrästka u. a. 0. bei Üng.-Brod, Hawi-itz, Bojkowitz, 
häufig bei Val. Klobouk, Potesch, Pultschin, Zdiechow, Hal- 
lenkau, Jawornik-Gebirge, na Welke nächst Althammer, Ostra- 
witz, Malenowitz, Friedlaud, Janowitz, Krasnä, Morawka, Ja- 
blunkau, Burgberg und Mösnig bei Jägerndorf. f. albiflora bei 
Slawica. 

Stachys germanica L. Kl. Wrbka. 

— alpina L. Küzelauer Wd. und Kobela bei Küzelau, Hallenkau, 
Kicera cernanska, Jawornik-Gebirge, Okrouhlice, Wysokä, Max- 
miliankathal unterhalb der Salajka, Morawka, häufig bei Slawiöa;, 
Zabreg Wald bei Teschen; Konska (v. U echtritz)!, Bären- 
kamm. 

— silvatica L. Straznitz, Küzelau, Jawornik, Philippsthal, na Ko- 
tarech, Jaworina und Jelenowä bei Strany, Üng.-Brod, Hra- 
dischow, Hallenkau, Gr. Karlowitz, Morawka, Slawica, Huber- 
tuskirche bei Karlsbrunn. 

— annua L. Kohatetz, Petrow, Zwelenow, Straznitz, Eadiejau, 
Hroznä Lhota, Tasow, Lippau, Welkä, Wrbka, Niwnitz, Üng.- 
Brod, Hawfitz, Prakschitz, Suchä Loza, Ordiejowhof, Bysthtz, 
Banow, Bojkowitz, von da selten oder fehlend; Teschen (Kol- 
benheyer)! 

— recta L. Straznitz, Eadiejau, Kl. Wrbka, Welkä, Jawornik (Ma- 
chowe- und Dlouhe- Wiesen etc.); um Teschen häufig (Kolben- 
hey er), Prutek Wd. bei Boguschowitz. 

Marrubium vulgare L. Kohatetz, Zwolenow, Straznitz, Hroznä Lhota, 
Lippau, Welkä bis Jawornik, hier jedoch schon sehr spärlich. 

Primella vulgaris L. Gemein, in höheren Lagen: Milonow, Thal der 
rauschenden Tees bis fast zum Heidenbrünnel. 



374 

Prunella laciniata L. Welkä, Wrbka. Küzelau, Jawornik (Stauowisko- 
imd Dloiihe-Wiesen), Neu-Lliota, Pliilippsthal, Strany, Uno-.-Brod, 
Wolenow, Sucliä Loza; Banow (Machowsky) , Bojkowitz, Val. 
Klobouk (Jelenowkä etc.), horni Zawrsi bei Nawojuä, Prikaz, 
Litsch. 

— grandifiora Jacq. Zerotln bei Straznitz, Eadiejau, Knezdub, 
Woisice bei Kl. Wrbka, Küzelan, Jawornik (l)louhe- und Ma- 
chowe-Wiesen etc.), Üng.-Brod (Wd. b. d. reichen Linde, Lysä 
hora etc.), Hawritz. 

Ajuga reptans L. Gemein in höheren Lagen: Wysokä. 
^— genevensis L. Jawornik, Litscb. 
Teucrium scordiwn L. Eohatetz, Zwolenow, Straznitz. 

— chamaedrys L. Straznitz, Welkä, Kl. Wrbka, Jawornik, Strany, 
Üng.-Brod, Hawritz, Ordiejowhof, Banow, Yal. Klobouk, horni 
Zavrsi bei Navojnä. 

P'mguicula vulgaris L. (Veiglicher Sonnenthau im Gesenke.) Unter 

der Schäferei, zunächst des Weges von der Schäferei auf den 

Altvater. 
Anagallis arvensis L. Straznitz, Strany, Ung.-Brod, Hawritz, Suchä 

Loza, Bojkowitz, Val. Klobouk; Jabhmkauer Gebiet, Friedland 

(Oborny). 

— coeridea Schreb. Welka, Üng.-Brod, Val. Klobouk, Litsch. 
Trientalis europaea L. Lysä hora (W. Fl.)! höhere Lagen bei Ober- 

Morawka, zwischen Peterstein und Altvater; Altvater, Rother 
Berg, Brünnelheide etc. (Oborny)!, Thal der rauschenden Tees, 
Gipfel des Fuhrmannssteins, b. d. Kaiserbaude. 
Lysimachia nemorum L. Hallenkau, Jawornik- Gebirge, Stracenec 
[Baranai'ska], Gr. Karlowitz, Wysokä, Althammer, Wd. Studen- 
cany, Klin, Peretohky, Polana; Smrk bei Celadna. Friedland etc. 
(Oborny)!, Lubno, Krasuä (Beskyd etc.), Morawka, häufig bei 
Slawica (ürbaska, Kaluzne Wd., u Chocü etc.) Demmbaude, Eo- 
ther Berg. 

— vulgaris L. Gemein. Wysokä. 

Primida ofßcinalis Jacq. Von Straznitz bis auf die kl. Jaworina. 

Calluna vulgaris Salisb. Gipfel des Eothen Berges. 

Andromeda polifolia L. ühustein. 

Vaccinium idiginosum L. Am Wege von der Hohen Heide zu den 
Auerhahnhütten, am Wege von der Schäferei zum wilden Stein, 
Bärenkamm, am Wege von der Schweizerei zum Bärenkamm, Eo- 
ther Berg. 

— vitis idaeaL. Lysa horä (Oborny)!, Polana, Janowitz, Morawka, 
Slawica, Schlossberg bei Würbenthai; häufig im Verlaufe des 
Gesenkes (Oborny); im Knoblochgraben auf gefällten halb- 
faulen Baumstämmen, Thal der rauschenden Tees, Pathenwald bei 
Goldenstein. 

Oocycoccos palustris Pers. Brünnelheide etc. (Oborny), Schäferei, am 
Wege von der Schäferei zum wilden Steine, am Jagdsteige bei 
der Schweizerei. 



375 

Monotropa hi/popytis L. Ung.-Brod (Hiirka), Val. Klobouk (Vapenky, 
Doiibrawa etc.), G-r. Karlowitz, (Wd. u Ondru etc.), Miloiiow, 
Kubiäka, Wysokä. 

RamiscMa seoimdißora O^ic. Welkä, Küzelau, Jawornik, Philippstha], 
Val. Klobouk, Würbenthal, Goldenstein, Sternberg. 

Pirola minor L. Klokocnik, bei Jawornik, Philippsthal, Val. Klo- 
bouk, Rozsosi bei Pfikaz, Hallenkau, Jaworniky, Gr. Karlowitz, 
Miloiiow, Wysokä Jawornickathal nächst Huti Hammer; Torf- 
moor Huti nächst Althammer (Oborny), Lysä hora, Upas bei 
Lomna, Jablunkau, beim Schlögelbrünnel. 

— rotundifoUa L. Welkä, Jawornik, Philippsthal-, Strauy (Holuby)!, 
Ung.-Brod, Bysti-itz, Bojkowitz, Val. Klobouk, Prikaz, Hallenkau, 
Jablunkau, Schlossberg bei Würbenthal. 

Monesis grandiflora Salisb. Neu-Lhota, Jawofina, Val. Klobouk, Hal- 
lenkau, Gr. Karlowitz, Morawka, Schbssberg bei Würbenthal, 
Pathenwald bei Goldenstein. 

Clematis recta L. Zäune und Weinberge bei Straznitz, Tasow, Lippau, 
Louka, Welkä, Wrbka [Bukowina bei Wrbowetz], Kobela bei 
Küzelau, Struzne Wd. bei Jawornik, Strany, Ob. Niemtschy, 
Hürka Wd. und Kralow bei Ung.-Brod, Suchä Loza, Ordiejow- 
hof, Bystritz, Zahorowitz, Bojkowitz, Vapenka bei Val. Klobouk, 
(Morawka, ob wild?). 

Thalictrum aquilegifoUum L. Jaworniky, Bukowina, Stracenec, Mi- 
lonowkathal bei Gr. Karlowitz, Wysokä, Dounerlahn bei Karls- 
brunn, Demmbaude, Gr. Vater, Knoblochgraben, Schlägel- 
brünnel. 

Ranumidus aconitifolms L. Bukowina, Jawornik-Gebirge, Gr. Vater, 
Knoblochgraben, Bärenkamm, Schweizerei, ßother Berg, Thal 
der rauschenden Tees, Schosskamm, Hauerwiesen. 

— flammula L. Gr. Karlowitz, Bumbalka auf der Trojaika, Huti 
Hammer, Althammer, Ostrawitz, Malenowitz, Przno, Janowitz, 
Bysträ, Kräsnä, Morawka, Lomna, Jablunkau, Mähr.-Ostrau, 
Hruschau, Hei-manitz^. 

— cassubicus L. Chrast bei Bojkowitz. Ende Juli blühend an- 
getroffen. 

— acris L. Gemein, in höheren Lagen: Jaworina, Gipfel der Lysä 
hora, Eother Berg, Brüunelheide. 

— lanuginosus L. Kobela bei Küzelau, Jawornik, Neu-Lhota, Ja- 
worina, Wald unterhalb der Jaworina bei Strany, Val. Klobouk, 
(Dubowec etc.) , Hallenkau , Jawornik-Gebirge , Gawalcansky- 
Kevier nächst der Salajka, Althammer, Morawka, häufig bei 
Slawica, Lomna, Zabreg Wd. bei Teschen, Konskau, Boguscho- 
witz, Fleischerwald bei Jägerndorf, Würbenthal, Karlsbrimn. 

— nemorosus D C. Knoblochgraben, Thal der rauschenden Tees. 

— folyanthemus L. Straznitz, Strauy, Ung.-Brod. 
Trollius europaeus L. Kother Berg. 

Aquüegia vulgaris L. Skalka und Vapenky bei Val. Klobouk, Po- 



376 

susiskä Wd. bei Zdiechow, na Welke nächst Althammer, Kräsna, 
Morawka. 
Delphinium consolida Gemein. Noch hei Val. Kloboiik und Morawka, 
hier jedoch selten. 

— elatum L. Bei der Schäferei, Demmbaude. 

Aconitum lycoctonum L. Hallenkaii, Jawornik-Gebirofe, na Welke und 
Studencany Wd. bei Althammer, Peretonky, Klln, Polana, Smrk. 

— napellus L. Maxmiliankathal nächst Hiiti Hammer, Polaua; Smrk 
(Sapetza)!, Ludwio'sthal, Auerhahuhütten, zwischen Petersteiu 
und Altvater, Gr. Vater, Knoblochgraben, Bärenkamm, Thal der 
rauschenden Tees, Schosskamm, bei den Ochsenwiesen. 

Actaea spicata L. Welkä, Kobela bei Kuzelau, Wald na Machowych 
und Mericnik bei Jawornik, Philippsthal, Neu-Lhota, Jaworina, 
Gross-Karlowitz, Althammer, Smrk, Krasnä, Morawka, Zabfeg- 
Wald bei Teschen, Boguschowitz, Konska, Würbenthai, Ludwigs- 
thal, Karlsbrimn. 

Lepidium campestre K. Brown. Welkä, Jawornik, Ung.-Brod. 

— ruderale L. Nur im wärmeren Theile d. b. G., so: Kohatetz, 
Zwolenow, Straznitz, Hiozüä Lhota, Uug.-Brod etc. 

Alyssum incanum L. Kohatetz, Zwolenow, Petrow, Straznitz, Eadie- 

jau, Hrozuä Lhota, Lippau, Tasow, Welkä, Üng.-Brod, Hawi-itz, 

Prakschitz, Suchä Loza. 
Lunaria rediviva L. Jawornik, Philippsthal, Neu-Lhota, Jaworina, 

Strany (Wald unter der Jaworina etc.). 
Dentaria hulbifera L. Hallenkau, Jaworniky, Gr. Karlowitz, Wy- 

sokä, Salajker Kevier, Althammer. 
Cardamine hirsiita L. Wald Studencany bei Althammer, Ptacinky- 

Wald und -Bach bei Mt. Lomna. 

— impatiens L. Kohatetz, Zwolenow, Wald bei der Ueberfuhr bei 
Straznitz. 

Turritis glabra L. Würbenthai. 

Camelina microcarpa Andr. Von Kohatetz bis Straznitz und über 
Jawornik bis an die ungar. Grenze, Üngar.-Broder Gebiet, von 
da an selten oder fehlend. 

Hesperis matronalis L. Auf der Wysokä in der Nähe von menschli- 
chen Wohnungen verwildert. 

Sysimbrium strictissimum L. Fasangarten bei Straznitz. 

— Sophia L. Gemein und noch bei Lippau, Welkä und Klein- 
Wrbka. 

Chamaeplium officinale Wallr. Kohatetz, Straznitz, Louka, Welkä, 
Strany, Ung.-Brod, Bojkowitz, Val. Klobouk, Pi-ikaz, Althammer, 
Teschen, Mährisch- Ostrau, Hruschau, Jägerndorf. 

Erysimum durum Presl. Zwolenow, Straznitz, Kadiejau. 

— cheiranthoides L. Kohatetz, Petrow, Straznitz, Kadiejau, Hroznä 
Lhota, Lippau, Welkä, Jawornik, Üngar.-Brod, Hawi-itz, Suchä 
Loza, Val. Klobouk, Würbenthai, Jägerndorf. 

Conrinqia Orientalis Andrz. Kohatetz, Straznitz, Hroznä Lhota, Welkä, 
Kl.-Wrbka. 



377 

Diplotaxis tmiralis DC, Kohatetz, Petrow, Zwolenow, Straznitz, 
Kadiejaii. 

Reseda lutea L. Von Roliatetz bis Straznitz und von da bis Welkä. 

Drosera rotundifolia L. Wiesen Bumbalka auf der Trojaika, Wiesen 
bei Malenowitz, Janowitz, Bysträ, Raschkowitz, Krasnä, Mo- 
rawka, Jablunkau. 

Parnassia palustris L. Neu-Lhota, Jaworina, Val. Klobouk, Prikaz, 
Hradischow, bei Pultschin, Malenowitz, Friedland, Metylowitz, 
Krasnä, Raschkowitz, Aloisdorf, Goldenstein. 

Viola palustris L. Trojaika, Krasnä, Raschkowitz, Jablunkau, Knob- 
lochgraben, Thal der rauschenden Tees. 

— hirta L. Straznitz, Radiejau, Ung.-Brod, Hawfitz. 

— mirahilis L, Rohatetz, Straznitz, Kralow bei Üng.-Brod. 

— silvatica Fr. Straznitz, Küzelau, Jawornik, Neu-Lhota, Jaworina, 
Bojkowitz, Val. Klobouk, Pultschin, Hradischow, Gr.-Karlowitz, 
Wysokä, Morawka, Slawica, Mähr.-Ostrau, Jägerndorf, Würben- 
thal, Groldenstein. 

— Riviniana Rchb. Straznitz, Kobela bei Küzelau, Welkä, Jele- 
nowä bei Strany, Üng.-Brod, Bojkowitz. 

— lutea Huds. Kl. Haide, Rother Berg bis zum Gipfel, Thal der 
rauschenden Tees. 

Uelianthemum chamaecistus Mill. Weinberge bei Straznitz. Radiejau, 
Woisice bei Klein Wrbka, !^obela bei Küzelau, Philippsthal, 
Jamy bei Neu-Lhota, Strany, Üugar.-Brod, Hawfitz, häufig bei 
Val. Klobouk, horni Navrsi bei Navojnä, Burgberg bei Jägern- 
dorf, Eichberg bei Weisskirch. 

Herniaria glahra L, Lomna, Jablunkau. 

Spergula arvensis L. a, vulgaris Böuningh. Trojaika, na Welke nächst 
Althamraer, Malenowitz, Przuo, Lomna, Jablunkau, Weisskirch, 
Aloisdorf. 

Moehringia trinervia Claerv. Val. Klobouk, Rozsosi bei Prikaz, 
Hallenkau, Gross-Karlowitz, Morawka, Kaluzne bei Slawica. 

Cerastium nemorale V. Uechtr. Straznitz. 

Malachium aquaticum Fr. Straznitz, Ungar. -Brod, Boguschowitz, 
Mähr.-Ostrau. 

Stellaria nemorwn L. Straznitz, Jawornik, Val. Klobouk, Gr.-Karlo- 
witz, Althammer, Krasnä, Morawka, Slawica, Lomna. 

— media Vill. Gemein, in höherer Lage bei der Schweizerei. 

— uliginosa Fr. Althammer, Peretonky, Lomna, Hubertuskirche bei 
Karlsbrunn, Knohlochgraben. 

— graminea L. Bemerkenswerthe Standorte: Val. Klobouk, na 
Welke am Wege von Althammer zum Smrk, Rother Berg. 

Saponaria officinalis L. Straznitz, Hroznä Lhota, Lippau, Niwnitz, 
Ung.-Brod, Ostrawitz, Morawka, Teschen, Konskau, Boguscho- 
witz, Mähr.-Ostrau, Hruschau. 

Dianthus armeria L. Straznitz, Radiejau, Jelenowä bei Strany, 
Chrastkä, Lysä hora und Wald bei der reichen Linde bei Ung.- 
Brod, Prakschitz, häufig auf Weinbergen bei Hawfitz, Sucbä 

Oesterr. butan. Zeitschrift. 11. Heft 1886. 31 



378 

Loza, Banow, Chrast bei, Bojkowitz, Val. Klobouk, Friedland, 
Metylowskä Hurka und Cupek bei Metylowitz. 
Dnmthus cartkusianorum L. Kohatetz, Straznitz, Radiejaii, Hroznä 
Lliota, Kuzelau, Dlouhe und Krcmy- Wiesen bei Jaworuik, Jeleuowä 
bei Strany, Ungar.-Brod, Suchä Loza, Jägerndorf, Eichberg bei 
Weisskirch. 

— deltoides L. Pultschin, Hradischow, Zdiechow, Hallenkau, Ja- 
worniky, häufig bei Gross-Karlowitz, Milonow, Salajker Eevier, 
Lysä hora, ' Lukschinetz, Friedland, Pizno, Janowitz, Morawka, 
Wüi-benthal, bei den Ochsenwiesen, x^loisdorf, Goldenstein. 

Cucubalus baccifer L. Mähr.-Ostrau, Hruschau, Hehnanitz. 
Silene mitans L. In höherer Lage: Gipfel des Jawornikgebirges. 

— inüata Smith. Gipfel des Fuhrmannstein. 
Malva sylvestris L. Mähr.-Ostrau, Hruschau. 

Lavatera thiiringiaca L. Häufig bei Straznitz (Fasangarten, Zerotin 
etc.), Radiejau, Ungar.-Brod, Hawi-itz, Suchä Loza, Ordejowhof, 
Teschen; Boguschowitz, Konska (Fiek)! 

(Fortsetzung folgt.) 



Zur Flora des croatischen Hochgebirges. 

Von D. Hirc. 

(Schluss.) 

EL 

In botanicis haben wir auch im Fiumaner Comitat bis zur 
neuesten Zeit eine terra incognita gehabt. Die Umgebungen von 
Plesce, Türke, Cabar, Prezid, Trsce, Gerovo waren uns unbekannt. 
Durchblättert man die Flora Croatica, so findet mau hier nur einige 
Pflanzen angegeben für die Flora von Cabar, welche von Klinggraeff aus 
dem Host'schen Herbare des National- Museums zu Agram herstammen. 
Darunter gibt es auch solche Pflanzen, für^welche ich das Vorkommen 
bezweifeln muss. So habe ich im ganzen Cabraner Bezirke der Cam- 
panula barbata bis nun erfolglos nachgeforscht, obwohl sie auch bei 
Brod und Delnice vorkommen soll. 

Im Jahre 1882 habe ich die entlegenen Gegenden des Cabran