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Full text of "Studien zu den griechischen Ortsnamen: Mit einem Nachtrag zu den griechischen Stichnamen"

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STUDIEN 



zu DEN 



GRIECHISCHEN ORTSNAMEN. 



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MIT EINEM NACHTHAG 



zu DEN 



GRIECHISCHEN STICHNAMEN 



VON 



D« LOR. GRASBERGER, 

ÖFP. ORD. PROFESSOR AN DER UNIVERSITÄT WÜRZBÜRG. 



-o-<j3S3S^O®CKS3SO— c- 



WURZBURG. 

DRÜCK UND VERLAG DER STAHEL'SCHEN UNIVERSITÄTS-BUCH- & KUNSTHANDLUNG 

1888. 



rXVvA.X-ljfV. .\V, *♦ C' >'*-v*^ A/W\.A 



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I 
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Vorwort. 



Die Wörter bezeichnen zunächst nicht Begriffe, sondern 
Anschauungen; durch das Entgegenkommen verschiedener An- 
schauungen ergeben sich die vielen metaphorischen Ausdrücke. 

Die reinen und eleganten Prosaiker, besonders der grie- 
chischen Literatur, wie ein Isokrates und Demosthenes, halten 
bekanntlich fest an dem Gebrauch der ovofAata xüpia und ver- 
wenden bildliche Ausdrücke nur ausnahmsweise, in dem drin- 
genden Fall eines nachdrücklichen Vergleiches. Doch hat schon 
Aristoteles darauf hingewiesen, dass Abbild und Abgebildetes 
mit dem gleichen Namen benannt sein können, indem (iwov ein 
lebendes Wesen und eine gemalte oder gemeisselte Figur be- 
deutet. So werden zahlreiche Homonyma in der Sprache ver- 
wendet. 

Zwischen Natursprache ferner und Kunstsprache ist ein 
weitgreifender Unterschied ; also auch zwischen Naturnamen und 
künstlichen oder Kulturnamen. 

Wenn zur Ermittelung der Bedeutung eines Wortes an 
einer bestimmten Stelle oder bei einem bestimmten Autor das 
zunächst liegende Gebiet zuerst untersucht werden muss, so 
ergibt sich von selbst die Nutzanwendung für die Auslegung 
der geographisch-historischen Namen. 



IV 

Die Erklärung der Ortsnamen aus sprachlichen Gründen 
(ixüfAoXoYia) und aus dem Nachweis ihrer Veranlassung (aiTioXoyt'ot) 
ist bedingt, wie die Hermeneutik überhaupt, durch die ursprüng- 
liche Bedeutung eines Wortes oder Namens und durch die Rück- 
sicht auf seine nächste Umgebung, auf eine bestimmte Zeit oder 
auf einen bestimmten Schriftsteller. 

Was wir also bei unserer Erörterung der griechischen, Orts- 
namen wollen und wie wir es meinen, das ist, wie uns bedünkt, 
auch nach dem Vorgang so vieler gelehrten Männer auf diesem 
Gebiet, zum erstenmal im Geiste K. Otfr, Müller^s klar und 
bestimmt von Konstantin Angermann ausgesprochen worden 
(Meissener Osterprogramm 1883, Geographische Namen Altgrie- 
chenlands S. 5), nämlich dass in diesem Betreff keinerlei Deutung 
zulässig sei, „die in ausgesprochenem Widerspruch mit der 
jeweiligen örtlichen Beschaffenheit steht.'' Auch in dem treff- 
lichen Buch Egli's, Geschichte der geographischen Namenkunde, 
Leipz. 1886, ist eingangs dieser Punkt entschieden berücksichtigt. 
Möchten sich doch die Sprachgelehrten dazu bequemen, die Be- 
deutung des Prinzips,Pdie Natur zur Unterlage auch der mytho- 
logischen Forschung zu machen, nicht zu gering anzuschlagen ! 

Wir sind nämlich der Ueberzeugung, dass bei der Erklärung 
der ON. die meisten neueren Forscher von ßuf auf diesem Ge- 
biet gerade auf das Bezeichnende einer Landschaft, hier der 
griechischen, auf gewisse Umrisse, Formen, Prospekte, Küsten- 
linien u. dgl. zu wenig geachtet haben; jedenfalls in bester 
Meinung und mit starkem Rüstzeug anderer Art an der Seite, 
aber doch auch mit einer starren Rücksicht auf den sprachlichen, 
oft schon von den Alten gemissdeuteten Bestandteil; andere 
wiederum mit besonderer Vorliebe für täuschende Nachklänge 

aus dem Semitischen oder auch aus dem Albanesischen, bezw. 
Illyrischen. Um es kurz zu sagen, die bisherige Auslegung 
dieser Namen erscheint uns grossenteils zu wenig realistisch 

und vollends zu wenig topographisch; womit übrigens durchaus 

nicht gesagt sein soll, dass wir mit J5. Curtius, Max DuncJcer 

u. a. überall einfach ein Hellenisches zu erkennen glauben. 



Es ist freilich wahr, dass zahlreiche Namen, unter den oft 
scheinbar leichter zu deutenden ON. gerade die interessantesten, 
für uns dunkel bleiben. Sollen wir darum lieber verzichten auf 
jeden weiteren Lösungsversuch und uns müssig verhalten? 

So haben denn neuere Forscher gutgriechische Namen, wie 
SxoTouaoa, ihren „Pelasgern^ zugewiesen. Andere halten fest an 
jenen gemütlichen Deutungen der Alten, wonach z. B. für Mo/i^vai 
MüxaXT], MüxaAT^ooo? die antike Ableitung von fioxaoOai sich wegen 
des dortigen Kultus von stier- oder kuhförmigen Gottheiten em- 
pfehlen soll; während doch zahllose Wahrzeichen und Städte- 
wappen bezeugen, wie sehr man im Altertum wie im Mittelalter 
zur Aufnahme solcher Symbole neigte, je nach einem wirklichen 
oder vermeintlichen Anklang der Wörter und Namen. 0, Gruppe 
Berl. Wochenschrift für klass. Philol. 1886, S. 1543) behauptet 
sogar: ^Namen, die nach Eigentümlichkeiten der umgebenden 
Natur genannt sind, z. B. Sumpf, sind bei den Griechen wie bei 
den Orientalen verhältnissmässig (?) selten und vielleicht noch 
seltener als sie uns erscheinen, weil oft anderweite verlorene 
Beziehungen vorliegen mögen ; so braucht z. B. IliTua, ütTüCMJc etc. 
keineswegs nach beliebigen Fichten, sondern kann sehr wohl 
nach einem bestimmten, der Göttermutter heiligen Baum genannt 
sein. Die griechischen Ortsnamen stehen in ihrer überwiegenden 
Mehrzahl in Beziehung zu den Personen- und besonders zu den 
Götternamen". Sonderbar! als ob jemals Namen wie Akrokorinth, 
Sikyon, Araxes, Elis, auf derselben Linie stehen könnten wie 
Artemision, Poseidonia, Alexandreia, Laodikeia, oder auch Vera 
Cruz, San Francisco, Santa Fe de Bogota, Assuncion u. dgl. 

Gerade das Gegenteil ist der Fall. In der eben angeführten 
Auffassung erscheint auch sofort jener Zirkel der Beweisführung, 
dem sich Dr. Fligier niemals zu entwinden vermag, wenn er 
wiederholt uns versichert (Mittheilungen der Anthropolog. Ge- 
sellsch. in Wien. Bd. VI, S. 259), sämtliche Ortsnamen, die er 
untersucht habe, seien nichthellenischen Ursprungs ; er habe es 
indessen unterlassen sich allzusehr in etymologische Untersuch- 



VI 

ung der Ortsnamen einzulassen: ;,Dies Verfahren war um so mehr 
unnöthig, als fast sämmtliche Ortsnamen in illyrischen, thraki- 
schen und kleinasiatischen Gebieten aufzufinden waren^. Wie 
Fligier argumentiert, zeigt am besten eine Stelle S. 213 ebenda: 
^Ein alter illyrischer Sitz war Campanien, dessen Name mit 
dem lateinischen Campus nichts gemein hat. Campania hiess 
nämlich einst Epirus, nach einem König Campos oder dessen 
Tochter Campania genannt* u. s. w. 

In einem Vortrag in der Berl. Akad. im Jahre 1861 äusserte 
H, Kiepert, dass höchstens zwanzig Ortsnamen in Griechenland 
hellenischen Ursprungs wären. Vorsichtiger drückte sich Ols- 
hausen aus im ßhein. Mus. Bd. VIII, S. 340, besonders auch in 
Hinsicht auf die wiederkehrenden Gruppen gleicher Namen. Wir 
möchten uns da allerdings, berühmten Gelehrten gegenüber, die 
Frage erlauben: Ist es denn undenkbar, dass das Griechische 
stellenweise auch Boden an das Phönikische verloren und später 
langsam wieder gewonnen habe? Warum entschliesst man sidh 
denn nirgends zu der Annahme, dass ganz sachgemäss und dem 
gewöhnlichen Gange der Entwickelung entsprechend, wonach 
z» B. zahlreiche ON. von Ober- und Niederbayern als Orts- und 
Familiennamen sich im heutigen Oesterreich wiederholen, eine 
gewisse Anzahl von griechischen ON. allerdings gräzisiert oder 
griechisch umgemodelt erscheint, eine andere Gruppe aber auch 
anderwärts ihre Wiederholung gefunden hat, als gemeinsames 
Sprachgut uralten Gepräges unter den weitgewanderten Stäm- 
men? Man redet doch sonst so volltönend von der Assimilations- 
kraft der Hellenen und ihrem unvergleichlichen Kolonisations- 
talent ; dass aber dieselbe Begabung und Energie des Helleni- 
schen auch in der Umwandlung vieler von den anrückenden 
Stämmen vorgefundenen ON. sich bethätigen konnte, sollte für 
unwahrscheinlich gelten? Bei Solinus ed. Mommsen p. 80 heisst 
es gerade von solcher Mischung in Beziehung auf die Insel Kreta 
trefi'end; Ita circumflui illius (Cretae) nomina Graeci permiscue- 
runt, ut dum aliis alia inferunt, paene oblimaverint universa. 



VII 

Aus dem ägäischen Meere wurden die seefahrenden Phöniker 
durch die Reaktion der Hellenen vollständig verdrängt, schwer- 
lich später als im 11. Jahrh. v» Chr. (Ed, Meyer, Gesch. des 
Altertums I, 336). ;,Die griechische Nation begann von ihnen zu 
lernen und seit dem 13. Jahrh. sie zu verjagen oder zu helleni- 
sieren ; daher haben wir von phönikischen Ansiedlungen in Grie- 
chenland nur so dürftige Kunde* (Meyer I. 230). Aber noch von 
anderen Gebieten wird und muss der zu hoch angeschlagene 
phönikisch-semitische Einfluss mehr und mehr zurückgewiesen 
werden. Auch dagegen hat, wie neuestens eine Rezension in der 
Berl. Wochenschrift für klass. Philol. 1887, S. 1314, erkennen 
lässt, eine zielbewusste Reaktion begonnen. 

Durchaus nicht alle Namen, die in einer Landschaft vor- 
kommen, sind von dem Volke gegeben, welches in historischen 
Zeiten die Landschaft bewohnt. Wenn wir aber wissen, was der 
Name IIitüoü; bedeutet, woher denn der Skrupel, ob an dem be- 
treffenden Platze zuerst die Gottheit sich eingefunden und dann 
der Fichtenhain, und ob nicht vielmehr der umgekehrte Fall der 
natürliche ist? Und wenn diejenigen Recht haben, die mit Loheck 
Athen als „Blumenstadt* bezeichnen (die Analogie Florenz ist 
gar so schön!), was ist denn hier das prius? Wurden in grauer 
Vorzeit zu Ehren der Burggöttin Athene unten im Thale Blumen- 
gärten angelegt oder erhielt die Göttin ihren Namen von diesem 
blumigen Thal ? Alle Besucher des Bergkegels Athos schildern 
die Ueppigkeit seiner Vegetation, also bedeutet Athos den Blu- 
menberg vorzugsweise ? Aus diesem Zirkel entspringt man nicht, 
wenn man sich nicht entschliesst, die hergebrachte bequeme An- 
schauung über Namengebung ernstlich zu prüfen, um sie viel- 
leicht doch in einigen Fällen zu modifizieren. Wie misslich frei- 
lich für gewisse Gruppen, wie die kleinasiatischen Städtenamen, 
bei der Unsicherheit der Ueberlieferung die beabsichtigte Namen- 
prüfung bleibt, das hat P. de Lagarde, Ges. Abhandl. S. 243. 
252, neuerdings wieder betont. Daraus folgt aber doch nicht, 
dass auch über die Bedeutung gutgriechischer Namen wie Iliiüa 



vni 

die gleiche Unsicherheit herrsche. Wir unterfangen uns auch 
nicht; nach einer Anforderung von E, Curtius in den Beiträgen 
zur geographischen Onomatologie S. 143, etwa eine Unterscheid 
ung in hellenische, hellenistische, mittel- und neugriechische Orts- 
namen zu versuchen. Als Hauptunterschied gilt uns : Natur- 
und Kultumamen ; bei jenen ist eine Unterscheidung nach Perio- 
den kaum möglich, und wenn auch, ohne praktischen Nutzen ; 
wohl aber lassen sich die mannigfaltigen Kulturnamen der spä- 
teren Perioden in bestimmten Klassen vereinigen. Dabei ist 
dann aber nicht zu übersehen, wie wir bei der Betrachtung re- 
flektierter Personifikationen hervorgehoben haben, dass in der 
späteren Zeit alles hellenische Denken und Empfinden subjek- 
tiver, sentimentaler geworden war, und dass sich diese Wandlung 
mehr oder weniger in allen Grebieten der Greistesthätigkeit, also 
auch in den Namen für Neugründungen äussern musste. 

Die hier aufgeworfene Frage lautet also nicht geradezu: 
Was ist hellenisches Sprachgut und was nicht? sondern viel- 
mehr: Wie verhalten sich die erhaltenen altgriechischen Lokal- 
namen zu ihrer Lokalität? Lässt sich auf diese Frage in einer 
guten Anzahl von Fällen aus dem Griechischen selbst eine Ant- 
wort erteilen, dann wird der Leser ohnedies einräumen, dass wir 
auch der schwierigeren ersten Frage gegenüber nicht gänzlich 
aoü^ßoXoi sind. 

Zur einleitenden Erörterung über ;,Naturspiele^ ist zu be- 
merken, dass dieselbe teilweise zuerst erschien in der „Gemein- 
nützigen Wochenschrift des Polytechn. Zentralvereins", Würzb. 
1886, no. 27 ff. 

Sämtliche Namen der für die Arbeit benützten Forscher 
und Schriftsteller sind in dem beigegebenen Register aufgeführt 
und werden deshalb nicht an dieser Stelle genannt. — PB. be- 
deutet Pape-Benseler, Wörterbuch der griechischen Eigennamen, 
3. Aufl. 1884; ON. bedeutet Ortsnamen. 

Würzburg, im März 1888. 

Der Verfasser. 



Inhalt. 



Seite 
Einleitang: I. üeber Natarspiele and aathropomorphische Nataran- 

sGhannng 1 — 36 

II. lieber absichtliche und reflektierte Personifikation . 36 — 72 

A. Ortsnamen von der Aehnlichkeit in Gestalt nnd Umriss .... 78 — 126 

§ 1. Bildliche Ortsbenennung vom Menschen- und Tierkörper 73 — 126 
§ 2. Bildliche Ortsbenennung von leblosen Gegenstanden . . 112 — 126 

B. Ortsnamen von der Beschaffenheit des Bodens 126 — 221 

§ 3. Unbildliche Ortsbenennung von der Bodenerhebung . . 126 — 182 
§ 4. Ortsbenennung von der Fernsicht und Gegenüberstellung 182 — 195 
§ 5. OrtsbenennuDg von der Bodensenkung 196—221 

C. Ortsnamen von der Flora und der Kultur einer Gegend 221 — 266 

§ 6. Ortsbenennung von der Pflanzenwelt und von hydrographi- 
schen Verhältnissen 221—263 

§ 7. Landschaftliche Benennung von den Bewohnern , . . 263 — 266 

D. Ortsnamen von Zahlen und abstrakten Begriffen 267 — 294 

§ 8. Ortsbenennung von Zahlbegriffen 267—273 

§ 9. Ortsbenennung von abstrakten Begriffen und besonderen 

Umständen 273—294 

§ 10. Earische und phrygische oder halbgriechische und bar- 
barische Ortsnamen 294 — 303 

§11. Ueber doppelte Benennung und Aenderung der Namen . 303 — 309 

E. Nachtrag zu den „Griechischen Stichnamen** 309 — 338 

§ 12. Ortsnamen als Spottnamen gebraucht 309 — 322 

§ 13. Spottnamen einzelner Vereine und Persönlichkeiten . . 322 — 338 

Register 339—391 



Einleitung. 



I. Ueber Naturspiele und anthropomorphische Natur- 
anschauung. 

Nachdem einmal kein geringerer Mann als Alexander von 
Humboldt im ^Kosmos" eine für Viele überraschende Ansicht über 
das Naturgefühl der Alten ausgesprochen hatte, wonach dasselbe 
geleugnet oder doch beanstandet zu werden schien, begann vor 
ungefähr drei Dezennien alsbald ein eifriges Sammeln und 
Schreiben, um das Vorhandensein und sogar die höchste Leben- 
digkeit des Naturgefühls im klassischen Altertum zu erweisen. 
Zu diesem Ende vereinigte man zunächst (vergl. Heinrich Mots, 
Ueber die Empfindung der Naturschönheit bei den Alten, Leipz. 
Hirzel 1865) eine Menge von ausgehobenen Stellen der antiken 
Schriftsteller zu einer geschlossenen Phalanx gegen die Aufi^ass- 
ung Humboldt's, wie solche mit Leichtigkeit aus Petrarca y 
Eousseau, Byron, Shelley, Goethe, Lenau, Eichendorff etc. ent- 
nommen werden können, falls jemand die allmähliche Entfaltung 
des heutigen Naturgefühls, etwa seit der Besteigung des Mont 
Ventoux durch den ^ersten modernen Menschen", Petrarca näm- 
lich, darzustellen versucht. Und doch war der allein richtige 
Weg zur Abwehr und Vermittelung schon früher gezeigt worden ; 
wenigstens hatte beispielsweise Lehrs (Populäre Aufsätze aus 
dem Altertum, Leipzig 1856 S. 91) mit Nachdruck hervorgehoben : 
^Was anders denn wäre die Schöpfung der Nymphen als der 
plastisch-religiöse Ausdruck eines innigen Naturgefühls, als die 
Umsetzung des innigst empfundenen Natureindrucks in plasti- 
schen Ausdruck und Anschauung, oder der plastisch-objektivierte 

Graab erger, Ortsnamen. j[ 



Natureindruck ?^ . . . Ein weiteres Versehen bei dem erwähnten 
Zusammentragen von schönen Citaten war die gewöhnliche Nicht- 
beachtung einer notwendigen Erörterung des Gegenstandes nach 
Zeitabschnitten, also einer Periodisierung des antiken Naturge- 
fühls. Es ist wohl von selbst einleuchtend, dass sich für eine 
derartige Untersuchung ein ganz erheblicher Unterschied ergeben 
muss; je nachdem wir den betreffenden Nachweis an der Hand 
der epischen Dichtung und der ältesten uns erhaltenen Lyrik, 
oder aber mittelst der Schriftwerke aus der sogenannten helle- 
nistischen Zeit, einer Zeit der künstlichen (nicht mythischen) 
Länder- und Städtepersonifikationen , aus den Gedichten der 
Bukoliker u. dgl. zu liefern suchen. 

Anders steht es um die Sache, seitdem durch die hervor- 
ragenden Arbeiten von Friedlaendcr, Brunn, Heibig, Karl Woer- 
mann, Biese u. A. unsere Ansichten über die antike Auffassung 
der Landschaft und über die Malerei bei den Alten überhaupt 
in wichtigen Punkten aufgeklärt und geläutert sind. Wenn 
schon in den homerischen Gedichten die Fülle von Vergleichen 
mit der Natur beweist, dass den Griechen der darin geschilder- 
ten Kulturepoche die Naturerscheinungen, welche sie umgaben, 
keineswegs gleichgültig, sondern durchaus geläufig und vertraut 
waren, so konnte man immerhin im Besondern einwenden, dass 
es mit der landschaftlichen Seite des damaligen Naturgefühls 
sich anders verhalte, wie denn in der Ilias zum Beispiel die Be- 
schreibungen der Lokalität einer Handlung selten und dürftig 
seien (K, Woermann^ Ueber den landschaftlichen Natursinn der 
Griechen und Römer, München 1871, S. 15). Indessen ein genaueres 
Studium des uns aus dem Altertum selbst zu Gebote stehenden 
Materials, des literarischen wie des künstlerischen, der eigent- 
lichen ;, mythologischen^ Landschaften wie der statuarischen 
Werke mit landschaftlichen Zuthaten, lässt uns doch allenthalben 
die mit dem gleichen Geist und in konsequenter Weise vprge- 
tragenen Naturpersonifikationen des Erdbodens erkennen, wie 
den unverkennbaren plastischen Charakter der griechischen Land- 
schaft. Weist das homerische Zeitalter eine ganz naive Natur- 
freude auf, deren bezeichnende Form das Gleichnis war, so 
machte sich doch gleichzeitig auch schon eine sympathische Natur- 
auffassung geltend, in der Symbolisierung des Geistigen durch 
das Natürliche. Der Kultus, den man an zahllosen Quellen, auf 
waldigen Berggipfeln, in Hainen und Grotten pflegte, zu denen 



man andächtig pilgerte, zeugt fort und fort von einem lebhaft 
sich entfaltenden Natursinn. Und gerade das Lokalisieren der 
Götterbegriffe nach der besonderen Art und Eigentümlichkeit 
der Berge, Thäler, Landschaften, Städte ward eine der wichtig- 
sten Ursachen der Mannichfaltigkeit und so mancher feineren 
Schattierung der griechischen Mythen und Sagen (L. Preller, 
Rom. Mythol, 3. Aufl. von Jordan, Bd. I, S. 54). 

Aber, behauptet man immer wieder, der Unterschied zwi- 
schen dem antiken Naturgefühl und dem heutigen liegt ja gerade 
und ausschliesslich in der stark ausgeprägten Neigung der Grie- 
chen, überall plastisch zu personifizieren und zu individualisieren, 
wo man in unseren Zeiten gewohnt ist einen mehr malerischen 
Eindruck zu empfangen und den „ahnungsvollen Dämmerschein 
des Geistes^, das unvermeidliche Requisit unserer heutigen Land- 
schaftsmaler, auf sich wirken zu lassen. So bemerkt Woermann 
(ebenda S. 19), dass wir zwar Motj^ beistimmen können, wenn er 
mit Andern aus den mythischen Personifikationen der Naturkräfte 
einen tiefen Natursinn ableiten will, aber dieser Natursinn 
sei für seinen (Woermann' s) Gesichtspunkt irrelevant und das ge- 
rade Gegenteil von landschaftlich; „er individualisiert, wo wir 
die Richtung aufs Ganze suchen, und der Grieche bedarf der 
plastischen Naturpersonifikation, um mit der Natur zu verkehren, 
wo wir eine Hingabe an den landschaftlichen Eindruck suchen*^. 

Was uns betrifft, so können wir diese Auffassung nur inso- 
fern für richtig halten und annehmbar, als mittelst derselben 
die heutige Landschaftsmalerei mit der ihr eigenen und unbe- 
schränkten Wiedergabe von Natureindrücken gewürdigt sein soll. 
Die Frage ist eben falsch formuliert worden ; man hat dabei den 
landschaftlichen Sinn verwechselt mit dem Natursinn überhaupt. 
Die Plastik wird allerdings immer nur das Einzelne aus der Na- 
tur herauszugreifen imstande sein, rundum freie (izepi^avrj) und 
isolierte Gestalten der Tier- und Menschenwelt. In dieser Hinsicht 
gerade hatte auch Woermann in einer seinem grösseren Werke ^) 
vorangegangenen Abhandlung passend hervorgehoben, dass die 
Plastik nur indirekt die landschaftliche Natur darstellen kann, 
und nur bei denjenigen Völkern, welche die Landschaft durch die 
Brille des Anthropomorphismus, d. h. der Umwandlung in mensch- 



J) Die Landschaft in der Kunst der alten Völker. Eine Geschichte der 
Vorstufen und Anfänge der Landschaftsmalerei. München, Ackermann, 1876, S. 6, 



liehe Gestalten ansehen. ^jDie Plastik spielt in dieser Beziehung 
gerade bei den Griechen eine höchst eigentümliche und wichtige 
Rolle in der künstlerischen Wiedergabe von Natureindrücken." 

Jedenfalls werden wir zugeben müssen, dass die Plastik des- 
Altertums einer künstlerischen Darstellung der Natur, im heu-^ 
tigen Sinne des Wortes, nicht eben günstig war, wegen der nach 
den Gesetzen dieser Kunst unvermeidlichen Einseitigkeit gegen* 
über der in ihren Mitteln weit weniger beschränkten Malerei.^ 
Ob wir aber aus diesem natürlich auch in der Blütezeit der 
hellenischen Kunst sich gleich bleibenden Unvermögen der Plastik,, 
ein abgeschlossenes Ganzes der Erdoberfläche darzustellen, ohne 
weiteres auf eine gewisse Unzulänglichkeit und die entsprechende 
fortdauernde Unvollkommenheit des hellenischen Naturgefühls 
überhaupt schliessen dürfen, das scheint uns noch immer sehr 
fraglich zu sein. Nehmen wir etwa das bekannte, schon in der 
Ilias XXIV, 614 erwähnte und dann bei den Tragikern etc- 
immer wieder begegnende Bild von der trauernden Niobe im 
Felsen des Sipylos, so werden wir nicht umhin können, gerade 
die Energie und Nachhaltigkeit einer Naturanschauung anzuer- 
kennen, welche nicht nur in einzelnen Zügen und Vorstellungen, 
sondern mit ganzen Massen von individualisierten anthropomor- 
phischen Figuren die umgebende Landschaft zu beleben und zu 
erfüllen vermochte, anzuerkennen diesen bestimmten und jeder- 
zeit ergiebigen Ausfluss eines ebenso eigenartigen als wunder- 
bar lebhaften und innigen Naturgefühls. Ob wir aber dabei 
auch schon zu der Annahme berechtigt sind, dass zwischen dem 
antiken und dem modernen Naturgefühl kein diametraler Gegen- 
satz bestehe, sondern nur ein gradueller Unterschied, wie Alfred 
Biese meint i), das ist eine Frage, die gerade aus den unten 
folgenden Erörterungen und Vergleichungen beantwortet wer- 
den soll. 

Um das antike^ Naturgefühl so recht würdigen zu können,, 
müssen wir es natürlich dort aufsuchen, wo es sich selbst heimisch 
fühlte, als ein ererbtes und durch die gesamte Umgebung aus- 
gebildetes, mit einem Wort: in seiner Heimat Hellas. Dort, an 
den inselreichen, von schön gezeichneten Felsen eingefassten, 
schimmernden Buchten des ägäischen, später Archipelagos ge- 



1) Biese^ Die Entwickelnng des Naturgelühls bei deu Griechen und Römern,. 
Kiel 1882—84, Bd. I, 129. 



nannten Meeres, und auf den mächtigen Höhenzügen und den 
schneebedeckten Grebirgsstöcken des inneren griechischen Fest- 
landes ward es erzeugt, dieses innige und starke Naturgefühl, 
in einer der frühesten Perioden nationaler Konsolidierung und 
Entwickelung. Dort fand es von den ersten und natürlichen An- 
fängen mehr und mehr, bis zu der nachweisbaren künstlichen 
und reflektierten Erweiterung in späteren Zeiten, seine Pflege 
und Verfeinerung. Für seine Entwickelung selbst ist also, wie 
man längst eingesehen hat, die nächste Umgebung der helle- 
nischen Volksstämme, das Landschaftliche, von der allergrössten 
Bedeutung. „Die Phantasie wird durch die gefälligen Formen 
des Grebirges zu grösserer Willkür gereizt. Jeder weiss ja, wie 
wunderliche Formen sich in den Felsen bilden; hereinbrechende 
Fluten oder Regenbäche, frühere Erdrevolutionen, unbekannte 
Kräfte mancher Art haben, ineinander spielend, die regelmässige 
Krystallisation, die Länge der Steinschichten mannichfaltig modi- 
fiziert^ (Schnaase, Geschichte der bildenden Künste, 2. Aufl. I, 
99). So ist das Spiel der Natur sogar als die Grundlage der 
architektonischen Form zu betrachten. Natürlich gilt 
dieser Satz nicht etwa nur von der griechischen Landschaft. 
Wer die grossartigen Publikationen unseres Jahrhunderts über 
Aegypten und Assyrien mit ihren Denkmälern von riesiger Grösse, 
Pyramiden, Ruinenhügeln, Teichen etc. einigermassen kennt, ist 
auch wohl imstande die obige Behauptung nach ihrem Werte zu 
schätzen. So finden wir denn schon bei Bitter (Erdkunde I, 682 
f. 2. Aufl.) die Vermutung ausgesprochen, dass solche steil- 
pyramidale isolierte Felsen, wie sie in Oberägypten zwischen 
Abu-Simbel und Assuan, auch seitwärts vom Nilthal getroffen 
werden, als Vorbilder der Pyramiden gedient hätten. Wir wollen 
hier noch besonders verweisen auf das gewaltige natürliche Fels- 
gebilde bei Sinkat (südwestlich von Suakin im Sudan), welches 
auffallend an die oft abgebildeten Kolosse in sitzender Stellung 
im Nilthal erinnert. Die schräg ansteigenden Wände der ägyp- 
tischen Tempel hat man gleichfalls in Verbindung gebracht mit 
den Abhängen des libyschen Bergwalles, und in den Säulen die- 
ser Tempel eine unverkennbare Nachahmung ägyptischer Pflanzen 
gefunden. 

Die unzweideutigsten Merkmale jedoch eines aus seiner Ur- 
sprünglichkeit heraus stark und lebhaft individualisierenden 
Naturgefühls begegnen uns in Kleinasien, auf den Inseln, in 



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Griechenland. In unzählbarer Menge sind hier und überall, wo 
hellenische Ansiedler gehaust, jene landschaftlichen Sagen und 
Personifikationen erhalten, die wir als den deutlichsten Ausdruck 
für die uralte Kraft und schöpferische Wirksamkeit des Volks- 
geistes bezeichnen dürfen. 

Ursprünglich bedeutet das Wort Mythos (fabula, Sage) be- 
kanntlich einen Bericht schlechthin oder eine umlaufende Er- 
zählung (Xo^o?), ohne dass damit der Begriff des Wahren oder 
Falschen verbunden war. In der Folge modifizierte sich die Be- 
deutung des Wortes dahin, dass es den Begriff einer unbe- 
glaubigten, bisweilen auch unwahren oder erdichteten Erzählung 
von Personen der Vorzeit erhielt. Solche charakteristische Er- 
zählungen oder Mythen- also bildeten sich unter dem Volke in 
der Form schwankender Rede und gingen dann grossenteils in die 
Gesänge der Dichter über, nicht ohne von diesen auf tausend 
verschiedene Arten vervielfältigt und ungeformt zu werden. ;,Die 
Mythen gaben der Wissbegierde Nahrung, lösten die regen Zweifel 
und befriedigten die Sehnsucht des Zeitalters; sie erklärten den 
Ursprung jener Gewohnheiten und bestehenden Eigentümlich- 
keiten, mit denen die Menschen vertraut waren; sie prägten 
moralische Lehren ein, erweckten patriotische Sympathien und , 
stellten die zwar unbestimmten, doch ängstlichen Ahnungen des 
Volks über die Thätigkeit der Götter dar: ausserdem befriedig- 
ten sie die Sucht nach dem Abenteuerlichen und Wunderbaren 
was in der neueren Zeit der Beruf der eigentlichen Dichtkunst 
geworden ist" {G, Grote, Griech. Geschichte I, 16 Kap.). 

Unter den zahllosen Mythen und Märchen nun, welche in 
den Sagen und Volksliedern vieler Nationen uns erhalten sind, 
möchten an dieser Stelle besonders die bedeutsamen Verwand- 
lungssagen hervorzuheben sein. Die Sagen von Proteus, von 
der Niobe, von der Tochter des Pandareos, vom Schiff der 
Phäaken etc. sind dem Leser bekannt, und wohl auch die Bear- 
beitung solcher Sagen durch den römischen Dichter Ovid unter 
der Aufschrift Metamorphosen, mit einer geschickten Verkettung 
zahlreicher Mythen im vierten Buch derselben. Hier ist nur zu 
bemerken, dass in den künstlichen Arbeiten über diese Sagen 
aus der hellenistischen Zeit ihr ursprünglicher Charakter häufig 
stark verwischt und verdunkelt ist. Nachdem schon die Vor- 
gänger Ovid*s auf diesem Felde, alexandrinische und spät- 
griechische Dichter und Dichterinnen, nach dem Geschmack und 



der Manier ihrer Zeit an diesen Erzählungen unbedenklich ge- 
modelt und denselben meistenteils ein erotisches Moment zuge- 
setzt hatten, Hess es auch Ovid nicht daran fehlen. So ver- 
wandelt sich denn in seinen Metamorphosen, diesem Sagenreper- 
torium für das klassische Altertum (vergl. die Literat. Gesch. 
über Parthenios von Nikaia, Nestor von Laranda (Meiafiopcpüiosti; 
cpuTCüv xal opvscüv), Nikander's ^Etspoiouiicva, des Boios 'Opvi(^OYOvta, 
eine Hauptquelle für die Verwandlungen des unter den Anto- 
ninen lebenden Mythographen Antoninus Liberalis u. s. w.) 
schliesslich die Hauptperson, meist ein liebendes und leidendes 
Mädchen, in irgend einen Baum, eine Blume, ein fliessendes 
Wasser, einen Stein, oder sie wird gar unter die Sterne versetzt. 
Bei allen Völkern treffen wir übrigens solcher Verwandlungs- 
sagen die Fülle. ;,Die tote landschaftliche Natur erhält Leben 
durch Symbolisierung nach Form und Inhalt, d. h. durch üeber- 
tragung der eigenen Körperformen und der eigenen seelischen 
Regungen auf die Erscheinungswelt, durch anthropomorphische 
oder anthropopathische Deutung der Naturphänomens" {Biese 
a. a. 0. I, 1). 

So alt, wie die menschliche Phantasie selbst, müssen auch 
diese Personifikationen sein, denn sie sind ihr und der Poesie 
überhaupt zu eigen. Aufgabe der Poesie ist es, das Schöne zur 
Anschauung zu bringen, das Ideal aber der Poesie ist die Er- 
findung und Gestaltung von Persönlichkeiten, sonach gehört die 
besondere Thätigkeit, welche wir Personifikation nennen, zur 
Aufgabe der Dichtkunst. Auch ist es nicht zufällig, dass diese 
Anschauungsform schon mit der Sprache selbst gegeben ist, 
welche bekanntlich vermöge der Phantasie den Dingen ein be- 
stimmtes Geschlecht zuerkennt. Endlich ist nicht zu übersehen, 
dass es dieser nämliche Personifikationstrieb im Menschen ist, 
der im Zusammenhang mit dem Bedürfnis, die Ursachen der 
Dinge zu erklären (Causalitätsbedürfnis) bei allen Völkern die 
religiösen Vorstellungen ins Leben gerufen und gestaltet hat. 

Wenngleich nun zahlreiche Verwandlungssagen direkt hin- 
weisen auf den alten Volksglauben an einen Uebergang mensch- 
licher Seelen in Pflanzen, aus welchem Glauben mit der Zeit 
eine Menge poetischer und sinnreicher Beseelungen der Pflanzen- 
welt hervorgingen (man denke nur an die Heine'sche Strophe 
^Ein Fichtenbaum steht einsam" u. s. w.), so scheinen doch die 
Mythen von „Versteinerungen*^ oder von Verwandlungen in Stein 



8 

gewissermassen als die rauhesten und schreckhaftesten auch die 
ursprünglichsten und für unsere Kenntnis ältesten zu sein. 
Unter diesem Gesichtspunkte gewinnen für uns z. B. alle ragenden 
Monolithe und weithin sichtbaren Vorsprünge, Felsgipfel u. dgL 
eine besondere Bedeutung. Heisse Quellen setzen bei ihrem 
Ausströmen und darauf folgenden Erkalten einen Niederschlag 
ab, woraus Kalkfelsen in Kegelform entstehen, Anhaltspunkte 
für die geschäftige menschliche Phantasie, So hat Feter von Bohlen 
erwiesen (Kommentar zur Genesis), dass der Untergang von 
Sodom und Gomorrha und die Verwandlung der Frau Lot's in 
die Salzsäule ein mythisch eingekleideter Erklärungsversuch der 
Entstehung und Beschaffenheit des Salzmeeres und seiner Um- 
gebung sei. Alienthalben, wo diese Art sich findet, sowohl in 
ganz alten, wie in neueren Volkssagen, tritt sie uns in dem 
mythischen Bilde als starke und unbeugsame Gewalt rauher und 
wilder Sitten, als Strafe für Verbrechen etc. entgegen, und zwar 
im Dämmer der Vergangenheit der bis jetzt genannten Länder 
sowohl, wie in unserer nächsten Umgebung und so zu sagen am 
hellen Tage; wir brauchen nur genau ;, hinzusehend Oder sollten 
wir vielleicht Bedenken tragen auf thatsächliche Analogien aus 
unserer Heimat hinzuweisen, wenn wir damit ein jeweiliges 
Seitenstück zu Lot's Weib oder zur Felsen-Niobe und anderen 
Personifikationen des Altertums darzubieten vermögen? Also 
lasse sich der freundliche Leser herbei, der Vergleichung halber 
uns im Geiste auf einer kleinen Umschau am Nordrande der deut- 
schen Alpen zu begleiten. 

Wandert man in der Gegend von Salzburg unweit des 
Zusammenflusses der Saalach und Salzach an dem ersteren Flusse 
aufwärts gegen Reichenhall, so gelangt man, über das durch 
eine uralte Kaisersage bekannte Walserfeld hinweg, kurz vor 
St. Zeno an eine Stelle des herrlichen Bergkessels, an der man, 
von gewaltigen Bergwällen und Felswänden rings umgeben, 
gleichzeitig zur Linken das breite Massiv des sagenhaften Unters- 
berges, zur Rechten die Steilwände des Staufen erblickt; gerade 
vor sich, über die Türme von Reichenhall hinüber und an dem 
scharfen Trapez der Reitalp vorbei, sieht man in grösserer 
Entfernung durch den langen Einschnitt des Saalachthals die 
bizarren, in völliger Nacktheit zum Himmel starrenden Loferer 
Steinberge, im Vordergrand das Mühlehorn mit seinen waldigen 
Abhängen ; links aber von der Schlegelspitze, auf dem östlichen 



Ausläufer des zackigen Lattenbergs, da wo dieser abfällt gegen 
den Untersberg, erkennt man die Gestalt eines riesigen ruhenden 
Löwen, vergleichbar mit jener Lionessa der Zentralappenninen, 
welche die Aussicht vom römischen Monte Pincio beherrscht. 
Durch die grosse Lücke ferner zwischen dem Lattengebirg und 
dem Untersberge sieht man gegen Süden zwei schroffe und öde 
Oipfel, getrennt durch eine Schlucht mit blendendem Schnee; 
sieben kleine Berghäupter blicken aus der eisigen Umhüllung 
hervor. Es ist König Watzmann mit seiner Königin und seinen 
sieben Kindern; in riesige Felsen verwandelt, gelten sie dem 
Volke als bleibende Wahrzeichen von Gottes Strafgericht. Immer 
noch herrscht der Watzmann, nachdem seine Schuld gesühnt ist, 
in stiller Majestät über das schöne Land um Berchtesgaden. 
Rechts aber am Staufen unterscheiden die sagenkundigen Thal- 
bewohner die Felsgebilde der Steinernen Jäger. Schreitet als- 
dann der Wanderer noch weiter westwärts im Saalachthal, so 
gelangt er nach drei Wegstunden an dem fast rechtwinkeligen 
Abstürze der Reitalp vorüber auf der Strasse nach Tyrol zur 
bayerischen Grenzstation Melleck, hoch über dem Fluss gelegen. 
Hier erblickt er zu seiner Rechten das mächtige Sonntagshorn, 
weiter zurück den Unkener Felskopf, zur Linken aber, an die 
westlichen Abhänge der Reitalp sich anschliessend und isoliert 
aufragend, ein weiteres merkwürdiges Naturspiel, drei Felsge- 
stalten nämlich, welche in abnehmender Grösse neben einander 
in Linie stehen und im Munde des Volkes die drei Brüder 
heissen, eine Bezeichnung für ähnliche Gebilde, die sich auch 
anderwärts findet und die schon den Alten geläufig war. 

So lesen wir in der Beschreibung von Mauretanien bei 
Pomponius Mela I, 5, 29 Montes sunt alti, qui continenter et 
quasi de industria in ordinem expositi ob numerum Septem, ob 
ßimilitudinem Fratres nuncupantur. Im Gebiet von Algier be- 
finden sich in der Nähe der Küste die Fratellifelsen, südlich von 
der kleinen Insel Galita steil aus dem Meere hervorragend, un- 
beschreiblich grossartig ; der grösste von ihnen ist von den Wo- 
gen ganz ausgehöhlt, so dass man an einer Stelle hindurchsehen 
kann. In einer bestimmten Entfernung gleicht derselbe einem 
Löwen, der sich nach den Vorübergehenden umschaut. Drei 
steinerne Brüder werden auch am Gestade der Donau bei Welten- 
burg gewiesen. Bei Amalfi befinden sich die zwei Brüder, I due 
Fratelli, und bei Sorrent wiederum drei Felsen an der Küste, 



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die drei Brüder, I tre Fratelli genannt. Ein entlegeneres Bei- 
spiel solcher Benennung sind im Roten Meer die niederen Fels- 
klippen der Brothers beim Leuchtturm von Daidalus Shoal, 
arabisch Abdul Kisam. 

Versetzen wir uns rasch von der arabischen Meeresbucht 
an den Bodensee, so treffen wir abermals mit Leichtigkeit, so- 
wohl in den Aussenthälern und den weitgeöffneten Zugängen zu 
den Hochalpen als in den Thälern der inneren Schweiz, auf 
ähnliche Sagen und ähnliche Einwirkungen des personifizierenden 
Naturgefühls bei den Altvordern. Nehmen wir also am Nord- 
gestade des Sees gegenüber der Inselstadt Lindau auf dem 
Hoyerberg unseren Standpunkt, so haben wir nach Süden ins 
Rheinthal eine Aussicht, die durch einige aus dem Thal aufstei- 
gende Hügel und Bergkuppen (Hohenembs) bedeutsam erscheint^ 
weiter rückwärts aber in der Schlusskulisse die drei 
Schwestern erschauen lässt, nämlich jenen breiten und hohen 
Berg mit drei Spitzen, an welchem das kleine Fürstentum 
Liechtenstein mit seiner Hauptstadt Vaduz liegt. Mehr im Vor- 
dergrunde rechts, auf Schweizergebiet, ragt der Altmann empor, 
dessen Name doch wohl aus Altus mons (Montalto) zu erklären 
ist, als eine verfehlte Volksetymologie. 

Am grossen Muveran (Grand Muveran), bei Grryon im 
Kanton Waadt, zeigt sich ein Felsgebilde, das unter den Um- 
wohnenden die steinerne Frau genannt wird. Dasselbe hat 
Aehnlichkeit mit der Gestalt einer Frau, welche von weiten 
Schleiern umhüllt, das Gesicht in die Hände geborgen, da oben 
kniet auf dem scharfen Grat des Muveran. 

Aeusserst interessant, besonders wegen der auffallenden 
antiken Form der Figur, ist die steinerne Frau bei Wiesen- 
steig auf der schwäbischen Alb. Die Felsenstatue misst volle 
sechs Meter in der Höhe, und der harte dolomitische Jurakalk 
leistet Wind und Wetter energischen Widerstand. Nach der 
Volkssage war sie eine Gräfin, durch grosse Schönheit ausge- 
zeichnet, aber von bösem Sinn, der eine Menge Unschuldiger 
beiderlei Geschlechts der Zauberei angeklagt und dem Feuertod 
überliefert hatte; für die dabei bewiesene Hartherzigkeit wurde 
sie in diesen Felsen verwandelt. Trotz ihrer steinernen Eigene 
Schaft hat sie schon dichterische Gemüter zu Ergüssen be- 
geistert. 



11 

Verwandtschaft mit der steinernen Frau bei Wiesensteig *) 
zeigen zwei Felsennadeln im Juradolomit des Brenzthales, ge- 
nannt die versteinerten Mägde der Eselsburg oder auch im 
Volksmunde als die spitzigen Jungfern bezeichnet. Sie 
stehen auf halbem Wege zwischen Herbrechtingen und Eselsburg 
am Fuss des felsigen Hanges, der das rechte Ufer des genannten 
Albflüsschens begleitet, dessen Thal vermöge seiner malerischen 
Partieen mit Recht gepriesen wird. Von welcher Seite man 
diese Felsbildungen betrachten mag, man kann, ohne der Phan- 
tasie besonderen Zwang anzuthun, gigantische weibliche Gestalten 
erkennen, die im Begriffe sind den Berg hinanzusteigen, und 
eigentümlich ist dabei, dass die Körperdimensionen beider Figuren 
dieselben sind. Die Gestalten erscheinen bewegt, nicht steif, 
und wenn auch einzelne Gliedmassen verrenkt oder verzogen 
sind, so mag dies wohl daher rühren, dass sich die ^verwunschenen 
Jungfern*' in die Versteinerung nicht gutwillig ergaben, sondern 
gegen dieselbe sich gewehrt haben. Die Volkssage will nämlich, 
es seien zwei Mägde der Eselsburg gewesen, welche täglich 
Wasser aus der Brenz zu schöpfen und auf die etwa eine Viertel- 
stunde entfernte, auf steilem Felsen gelegene Burg des ritter- 
lichen Geschlechts der Esel von Eselsburg zu tragen gehabt und 
im Unmut darüber einst ausgerufen hätten : sie möchten lieber 
zu Stein werden, als noch ferner Wasser den Berg hinaufschleppen, 
ein Wunsch, der alsbald in Erfüllung gegangen sei. 

Von den vielen Rheinsagen sei hier nur eine erwähnt, die 
schöne Sage von den Sieben versteinerten Jungfrauen, 
welche als ebenso viele Felsen unterhalb Wesel im Rheine liegen 
sollen. Der Sage nach bewohnten sie als ausserordentlich schöne, 
aber sehr spröde Fräulein die Burg Schönberg und trieben mit 
den vielen verliebten Rittern, die sich um ihre Gunst bewarben, 
ihren Spott. Aber der Stromgott Rhenus hielt den entsetzten 
Schönen eine derbe Strafpredigt und zog eine nach der andern 
in das nasse Element, wo sie in Felsen verwandelt liegen bis auf 
den heutigen Tag. 

Was jedoch die sogenannte Lorelei oder Felsen-Lore an- 
belangt, so gehört diese durch Brentano^ Eichendorff, Heinrich 
Heine etc. allgemein bekannte Balladenfigur einfach nicht hierher, 



1) Diese und die vorhergehende Sage sind einem Aufsatz in „Ueber Land 
und Meer" Bd. 40 S. 878 entlehnt. 



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denn dieselbe ist ganz modern und beruht auf keiner Volkssage, 
Weder die Loreley oder Lurley noch der ähnlich gestaltete ihr 
gegenüberliegende Felsen können als Berge bezeichnet werden; 
es ist nur eine tiefe Rinne da in dem beiderseitigen Lande, der 
Einschnitt des Stromes. Eine andere Bewandtnis dagegen hat 
es mit dem Profil Napoleon's I, das am Lurleyfelsen gezeigt 
wird; es ist deutlicher sichtbar bei der Thalfahrt als bei der Berg- 
fahrt. Wir werden auf diese den Alten wohlbekannte Art ;, Na- 
turspiele ^ weiter unten zurückkommen. 

Weltbekannt aber sind die zwei Bergriesen des Bemer 
Oberlandes, Mönch und Jungfrau. In unheimlich schöner 
Pracht erheben sie sich, wie erstarrte Geister einer untergegan- 
genen gigantischen Welt, aus ungeheuren Felswällen und Eis- 
kämmen, durch tiefe Thäler und Schluchten von einander geschie- 
den. Auch auf der Insel Corsica am Monte Rotondo treffen wir 
einen steinernen Mönch (il Frate genannt). Dagegen ist der 
Mönch bei den Faröer Inseln mit Herbst des Jahres 1885 plötz- 
lich verschwunden. Nämlich eine mächtige Klippe, gegen 80 
Fuss hoch, erhob sich südlich von der Faröer Insel Syderö; es 
war dies eine wichtige Landmarke für die Schiffe, da sie eine 
dortige gefährliche Wirbelströmung anzeigte ; von der Breitseite 
aus glich sie einem Schiff unter vollen Segeln, von Syderö aus 
einem Mönche, wurde deshalb auch Munken genannt und galt stets 
für eine Sehenswürdigkeit der ganzen Inselgruppe. Am Fuss des 
Schlosses Duino im Golf von Triest liegt eine Gruppe von Fels- 
blöcken, an der ebenfalls der Name Steinerne Nonne haftet; 
steil erhebt sich ein mächtiger Fels aus den schäumenden Meeres- 
wellen. Ebenso bei Weltenburg an der Donau, wo man auch die 
zwei Apostel, den unartigen Bischof, und noch andere Natur- 
spiele an den Uferfelsen zeigt. Merkwürdig ist die Felsbildung 
„In der Grüne ^ vor der Grünmannshöhle, deren Mündung ander 
Strasse vom Bahnhof Letmathe nach Iserlohn liegt; in dem 
westlichen der zwei hohen, durch eine schmale Kluft getrennten 
Felsgipfel treten, ähnlich wie der Rheingrafen stein im Nahethal, 
zwei kolossale Steintürme in das Thal vor, die unter dem Namen 
Pater und Nonne den schönsten Schmuck desselben bilden. 
Die Höhle selbst ist eine 70 Fuss tiefe Halle, deren Hintergrund 
durch eine die beiden Felskolosse trennende Kluft Licht und 
einen zweiten Zugang erhält. Auch der beiden Felsblöcke auf 
dem Idt in Hannover wollen wir hier gedenken, die als Adam 



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und Eva einander gegenüberstehen. Bedeutender sind indessen 
die bekannten Hans-Heiling-Felsen bei Karlsbad, welche 
einen versteinerten Hochzeitszug vorstellen, und grosßartiger 
noch ist der Waldkater im Harz, die betende Nonne in der 
Baumannshöhle bei Rübeland, sowie die mannigfaltigen und pit- 
toresken Felsenpartieen, genannt „Felsentheater", bei Adersbach 
und Weckelsdorf auf der böhmischen Seite des Riesengebirgs. 
Ferner die Luchsburg, jetzt Luisenburg geheissen, bei Alexander- 
bad im Fichtelgebirge. 

An der Küste von Norwegen, nördlich von Throndhjem, 
befindet sich eine kleine Haltestelle, Sövig, im Angesicht der 
;, Sieben Schwerter" (Syv Systre) auf Alstenö, einem mächtigen, 
wild zerklüfteten Gebirgsstock von 3000 Fuss Höhe. Hinter 
Indre Qvarö erhebt sich auf der gleichnamigen Insel der groteske 
Felsen Hestmand, d. i. Reitersmann. Eine Bergspitze in dem 
unter dem Namen Dolomiten bekannten Felsengebirg, östlich 
von der Seisseralpe, heisst der Mahlknecht. Auf dem Harze 
führen gewisse Felsennasen den Namen ;,die Schnarcher"; auch 
auf dem Barenberge heisst ein Granitfelsen „der Schnarcher". 
Bei Kreut, unweit vom Tegernsee, ragt „der Schinder" als Berg 
mit ringförmigem Krater. Bei Bursian Geographie Griechen- 
lands I, 351 treffen wir einen „Schneider", neugriech. o 'Pczcptry;, 
als Namen für einen Felsblock ; dagegen im Sextenthal (Tyrol) 
einen ;, Schuster"; im Stubaythal den ^Wilden Pf äff" und den 
;, Aperen Pfaff" (seil. Apertus). In Persien zeigt man bei Bürud- 
schird, einer Stadt von 15,000 Einwohnern, dem Mittelpunkte 
der baktiarischen Bergkette, als Hauptmerkwürdigkeit der 
Gegend eine Reihe von Felsenspitzen, welche menschliche Ge- 
sichtszüge darstellen. In diesen will das abergläubische Volk 
eine durch Zauber versteinerte feindliche Armee erblicken ^)^ 
Dagegen im Clear Creek Canon (Colorado) zeigt man eine merk- 
würdige Felsbildung als das deutliche Bild einer mürrisch drein- 
blickenden älteren Frau, Mother Grundy, d. i. Grantige Frau, 
geheissen. Bei dieser Gelegenheit erinnern wir auch an die soge- 
nannte Tochter Lot 's am östlichen Gestade des Toten Meeres ; 
nach einer Abbildung im ;,Daheim", Jahrg. 1884, No. 51, S. 809, 



1) Charikles, Reise von Bagdad nach Ispahan, in Westerm. Illust. Deut- 
sehen Monatsheften Bd. 44 S. 55. 



14 

hätte dieses Gebilde eine merkwürdige Aehnlichkeit mit einem 
Araberweibe, das ein Kind auf dem Rücken trägt. 

Nocli ein eigentümliches Seitenstück zu solchen Versteiner- 
ungen sei erwähnt, das sich in unserer Nähe zur Schau darbietet. 
Im Dahner Thal in der Rheinpfalz überraschen den Wanderer 
Felsenformen in höchst bizarrer Art. Wie gewaltige indische 
Götzen, oft mit einem Schlapphut angethan, treten diese Felsen 
hinter einander aus dem Walde hervor; sie alle übertrifft aber 
das Felsenschloss von Alt- oder Grevendahn, welches Kyklopen- 
hände aus aufgetürmten Blöcken errichtet zu haben scheinen, 
während Menschenhände nachhalfen und Gänge, Treppen, Keller, 
und Verliesse hineingruben. Ungleich grossartiger freilich, ja 
ungeheuer und grausig, weil so ganz ausserhalb der gewohnten 
Erscheinungen stehend, sind die zackigen, phantastischen Ge- 
stalten des bereits erwähnten Dolomitengebirges. Eier eine Py- 
ramide, dort ein Würfel; hier ausgebrannte Krater von Mond- 
bergen, dort Gebirgsrücken von gleicher Gestalt, welche wie die 
obengenannten drei Brüder oder wie Drillinge aufeinanderfolgen; 
drüben aufgekehrte Hypotenusen mit spitzwinkeligem Absturz, 
auf dieser Seite gigantische Domkuppeln, auf der anderen Fel- 
sennadeln u. s. w. 

Wir haben nicht ohne Absichtlichkeit diese dem Leser zum 
Teil aus der nächsten Nähe und durch persönliche Beobachtung 
bekannt gewordenen, n i c h t künstlich reflektierten, sondern 
durch die natürlichen Bildungen selbst veranlassten 
Personifikationen vorgeführt. Es dürfte jetzt Zeit sein, von die- 
sen allgemein zugänglichen Beispielen hinweg zurückzukehren 
auf unser eigentliches Beobachtungsgebiet, den Boden der 
griechisch-italischen Mythen. Wir beginnen mit der bekannten, 
im Altertum durch die Poesie und die Kunst oft dargestellten 
Niobe (Ntoß>3 TrsTpyj, -q Ntoß>] XtOo(;). Nach der Sage vermass sich 
Niobe, weiland glückliche Gemahlin des Amphion von Theben, 
sich über die Leto, des Zeus Gattin, zu erheben, weil diese nur 
zweij sie aber zwölf blühende Kinder habe, sechs Söhne und 
sechs Töchter. Dafür wurden diese von den Pfeilen der beiden 
Letokinder, des Apollon und der Artemis, getötet, und neun 
Tage lagen sie in ihrem Blute, wie die Ilias erzählt XXIV, 610, 
weil niemand da war sie zu begraben: ;,denn Zeus hatte die 
Menschen zu Steinen gemacht" (Xaou; 8s Xt^ou; iiotyjos KpövtoiV, 
man beachte den Anklang in Xaou; und X'-Oou; = Aaa;), so dass 



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zuletzt die Götter selbst sie am zehnten Tage begruben. Niobe 
aber vergass in ihrem Sehmerze Speis* und Trank, bis sie zu 
Stein wurde; so sitzt sie noch immer ihren Thränen nachhängend 
in dem einsamen Felsen am Sipylos, wo die Nymphen des Acheloos 
hausen. Hierüber nun berichtet der bekannte Reiseschriftsteller 
Pausanias im 2. Jahrh. n. Chr. in folgender Weise I, 21, 2: Diese 
Niobe habe ich selbst gesehen, als ich den Sipylos bestieg, in der 
Nähe ist sie eine Fels und steile Wand, die dem Beschauer 
keinerlei Figur einer Frau darstellt, weder überhaupt noch eine 
trauernde ; sobald man sich aber entfernt, glaubt man eine wei- 
nende und trauernde Frau zu sehen ^j. 

lieber den Ort dieses Steinbildes gibt Pausanias nichts 
Näheres an; doch kann dasselbe nicht wohl, wie Einige meinten, 
identisch sein mit dem Kybelebild, das 400 Fuss hoch über der 
Ebene von Magnesia liegt. Leider giebt derselbe Autor III, 22, 4 
auch hiefür keine genaue Ortsbestimmung, er bemerkt nur, das 
älteste Bild der Göttermutter befinde sich am Koddinosstein im 
Gebiet der Magnesier. Ein neuester Reisender, der Erforscher 
der Akropolis von Pergamon, K. Humann (vergl. Westermann's 
111. d. Monatshefte Bd. 50, S. 457 ff. Ein Ausflug in den Sipylos.) 
hat sich nun an Ort und Stelle die Sache also zurecht gelegt: 
jjDas Kybele- (vulgo Niobe-) Bild liegt bei Magnesia am Sipylos 
(Manissa-Dagh) vom Bergesfusse sichtbar, 300 — 400 Fuss hoch. 
Dort ist die Stelle, welche die alten Schriftsteller die Burg des 
Tantalos und den Thron des Pelops nennen. Ob diese beiden 
Gestalten auch nur dem Mythos und nicht der Geschichte an- 
gehören, hat damit nichts zu schaffen. Die Wissenschaft aber 
schenkt nicht nur geschichtlichen Thatsachen, sondern auch den 
Phantasiegebilden der Sage, mit denen sich das Altertum trug, 
ihre Aufmerksamkeit". Und S. 460 ;, Das Kybelebild, über 20 Fuss 
hoch, stellt in rohen verwitterten Umrissen eine in einer Nische 
auf einem Block sitzende Frauengestalt vor. Kleine viereckige 
Löcher in der Felswand daneben bezeugen das Darbringen von 
Weihegeschenken, und dass wir es mit einem Heiligtum zu thun 



1) Ganz aUgemein erklärt Eustathios zu Dionysios Perieg. 87 ©afievcüv itvcuv 
dxpcuTTjptov eivat 4>pJYtov eotxog Y^^öcixeiü) -rcpcaüiTrü) toTc uopp«) acpeatijxociv, e; ou uSwp 
aevvaov xatappeT, o-reep 6 {auOoc ei? Sdxp'jov auTOiAatiCei ng NtoßiQ. 



16 

haben^ i). Darnach wäre allerdings der Niobefels, im Einklang 
mit der Stelle im Homer (iv oupsotv oiöTccXoiotv) hoch oben an den 
Quellen des Acheloos oder Acheles, d. i. Fluss überhaupt, zu 
suchen 2). Nach neueren Mitteilungen endlich in der Berl. 
Wochenschrift für klass. Philologie 1887, S. 830 und 1888, S. 
227 f. wäre wirklich an einer höher gelegenen Wand des Sipylos, 
also oberhalb des Kybelebildes, in einer rein natürlichen Fels- 
gestaltung das gesuchte Niobebild aufgefunden worden. Auch 
Dr. Krumbacher, Griech. Reise S. 267, äussert sich in gleichem 
Sinne über die Menschenähnlichkeit dieser Grestalt. 

Am südöstlichen Ufer des Sees Kopais in Böotien, oben auf 
einem Felsen des Sphingion, erblickt man ein 60 — 80 Fuss hohes 
Steingebilde, das dem Kopfe eines in den See hinausblickenden 
Weibes ähnelt. Hier entstand die Sage, dass die Sphinx am 
See läge und jeden der sich naht hineinwürfe {Forchkammer, Hel- 
lenika S. 183. Dagegen leitet 0. Keller in seiner Grazer An- 
trittsrede 1876 ;, lieber den Entwicklungsgang der antiken Sym- 
bolik^ den Begriff der ScptyS ab von den erstickenden Miasmen 
der böotischen Seen. 

Gleich den bisher genannten erweist sich eine grosse Zahl 
derartiger Versteinerungsgeschichten als eigentliche land- 
schaftliche Sagen. So ward unter den grausigen Wirkungen 
des von Perseus mitgeführten Medusenhauptes auch diese erzählt, 
dass Perseus den Atlas versteinert habe 3). Hieher beziehen 
wir mit PreJler und anderen Forschern auch die Sage von den 
Lapithen oder Felsenmännern, wiewohl von anderer Seite dieser 
Name gedeutet wird: die Stolzen, die Glänzenden, von der 



1) Solche künstliche Felsskulpturen, zu denen auch die von Texier und 
Hamilton in Kappadokien entdeckten und beschriebenen gehören (vgl. A, D. Mordt- 
mann, Sitz.-Ber. der Münch. Akad. 1861, S. 169 ff.), stehen ausserhalb des Rahmens 
unserer Bearbeitung. 

2) Cf. Ovid. Metam. VI, 311 von Niobe: IM fixa cacumine montis 
liquitur et lacrimas etiam nunc marmora manant. Ueber Acheloos und den Spruch 
'A-/eAt«t}> ^'Jew vergleiche man jetzt Oberhummer, Akarnauien etc. München 1887, 
S. 231* 

3) Apollon. Rhod. IV, 1513 ff. Ovid. Metam. IV, 750 ff. in kühnen poeti- 
schen Zügen: 

Quantus erat mous factus Atlas, nam barba comae(;uö 
in Silvas abeunt, iuga sunt umerique manusque ; 
quod Caput ante fliit, summo est in monte cacumen, 
ossa lapis fiunt sqq. 



17 

Wurzel XafjiTt, also wie die aJtattischen Geleonten = illustres. 
Indessen ist der Einwand gegen die erste Auffassung wegen der Vo- 
kallänge in Xac, Stein, und des kurzen Vokals in Xa- von Xafjiu, nicht 
entscheidend, da beide Wurzeln in der griechischen Onomatologie 
häufig genug ineinander spielen, wie denn z. B. der Kultus der 
Lichtgötter wiederholt als an Felswänden und Klippen haftend 
geschildert wird, vergl. Tansanias III, 26, 2 von der Geburts- 
stätte der Dioskuren auf einer Felseninsel bei Pephnos am mes- 
senischen Meerbusen. Manche glauben die Lapithen, gleich den 
Kentauren, für ein wirkliches Volk halten zu müssen; doch hat 
schon Preller Griech. Myth. II, 10 mit gutem Grunde bemerkt, 
dass der Name der Lapithen bestimmt genug den Eindruck eines 
mythischen Bildes von kühner Naturkraft und ebenso kühnen 
Sitten mache und daher letzteres das Ursprüngliche gewesen 
sein müsse. Wir vergleichen auch XaTct'Cs'.v und 9Xe7üav in der 
Bedeutung ;,freveln^. Im Peloponnes hiess noch zur Zeit des 
Pausanias mehr als ein hohes Felsenhaupt des Gebirges Lapithen- 
berg oder Lapithensitz, und die alte Feste Aac in der Sage von 
den Dioskuren, die auch AaTcspoat hiessen als Zerstörer jener 
Feste (eine gewöhnliche Schwurformel in Sparta war Nt) toJ Aa- 
irspoa), wahrscheinlich auch der häufig wiederkehrende Name 
Aapioaa für die ältesten Burgen der Vorzeit, gehören zu dem- 
selben Wortstamme. Der Name bedeutet also Felsenmänner oder 
Recken der Berge und Burgen, ja Personifikationen dieser ragenden 
und starrenden Felsen selbst, die im wilden Kampfe der Elemente 
unerschütterlich ihren Platz behaupten, wie jene beiden Lapithen 
der Ilias XII, 127 ff. in dem heftigen Kampfe um die Mauer des 
griechischen Schiffslagers wie eingewurzelt vor den Thoren stehen, 
^wie hochragende Eichen auf dem Gebirge, welche Tag für Tag 
dem Wind und Wetter trotzen, mit den gewaltigen Wurzeln fest 
an die Erde geklammert^. Dass in der Folge aber das Rauhe 
und Harte solcher Persönlichkeiten allmählich gemildert und zumal 
in der Entwickelung der griechischen Mythologie durch ein 
ethisches Element vergeistigt worden sei, gilt uns als selbst- 
verständlich. 

Das Vorgebirge Ilüppa in Thessalia Phthiotis mit der nahe 
dabeiliegenden Insel AsüxaXtCDV erinnert uns sofort an die an- 
schauliche Schilderung der Verwandlung von Deukalion und 
Pyrrha bei Ovid Metam. I, 404 

Grasb erger, Ortsnamen. 2 



18 

ut quaedam, sie non manifesta, videri 
forma potest hominis, sed uti de marmore eoepto 
non exacta satis rudibusque simillima signis. 

Der Hirtengreis Kragaleus, Sohn des Dryops, entscheidet 
den Streit zwischen Apollon, Artemis und Herakles um Ambrakia 
zu Gunsten des Herakles und wird deshalb von Apollon in einen 
Felsen verwandelt, Ovid. Met. XIII, 713. Auf den Gebirgsnamen 
Kpayo; kommen wir unten zurück. 

Besondes merkwürdig ist die Sage von B a 1 1 o s , der des 
Hermes Rinderraub verraten, welche Ovidius und Antoninus Li- 
beralis benutzten. In der Strandgegend Messeniens (circa Pylum, 
Lact. Plac. Fab. II, 11) wurde ein menschenähnlicher Fels ge- 
zeigt, von dem man erzählte, es sei der zur Strafe von Hermes 
in Stein verwandelte Battos, vergl. Ovid. Metam. II, 705. Bei An- 
toninus aber wohnt Battos in der Gegend des Mainalos liz axpo) 
T(o o)ccu£X(o, wo Hermes ihn, nachdem er ihn als zweizüngig er- 
kannt hat, in einen Felsen verwandelt (fjtsisßccXsv &l<; iisTpöV xal 
aüTcv oux ixXstTcs'. xpüoc O'jSe xaiJf».7. Xiifsiai 8k xat o totcoc uap' oSsüovküv 
«Xpt '^^^ SxoTita Ba-TOü). lieber den diebischen Hermes vergl. 
Hymn. Mercur. 75 sqq. 185 sqq. Daraus ist das arkadische 
Märchen von dem geschwätzigen Battos entstanden, der auf einem 
weitschauenden Vorsprung beim mänalischen Gebirge wohnte und 
von dort den Diebstahl mit ansah, aber als Verräter in einen 
Felsen verwandelt wird. Dabei liegt deutlich ein Naturspiel 
zu Grunde, vergl. unten bei den Ortsnamen über Sxoma. 

Ein Stein auf der Insel Kypros, der einem aus einer Höhle 
hervorlugenden Frauenantlitz glich, hiess bei den Alten iq IIa- 
paxüUTGüoa, d. i. die Späherin oder Lauscherin (Plutarch. Prov. 
Alex. 76). Auch der Name der Insel AiSrj bei Milet bedeutet 
wahrscheinlich „Frau^; ein in lykischen Inschriften häufig 
wiederkehrendes Wort ist Lad oder Lada = Frau, Weib, wahr- 
scheinlich aus der karischen Sprache entlehnt. Darnach würde 
die genannte karische Insel an der Mündung des Mäander als 
Weib personifiziert erscheinen, nach Preller Gr. Myth. II, 64; wir 
glauben indessen, dass eher ein in die Augen fallendes Fels- 
gebilde, wie bei der IlapaxuTtTOüaa, den Grund zu dieser Benenn- 
ung abgegeben habe. Die unglückliche Hekabe, des Königs Priamos 
Gattin, wurde, nachdem sie noch vorher den Tod ihrer Tochter 
Polyxena und ihres Sohnes Polydoros zu rächen vermocht hatte, 
in einen Hund verwandelt, dessen Bild man gegenüber Sigeion 



19 

am tlirakischen Strand erblickte^) Bekannt ist ferner die Ver- 
wandlung in Stein durch den Willen des Zeus, wie sie an der 
vorbedeutenden Schlange von Aulis vollzogen wird, Ilias II, 319 
Xaav yap fjitv lÖTfjxe Kpivoü Tcat; ayxüXojxTfjTSü). Ovid. Metam XII, 23 
fit lapis et superat serpentis imagine saxum. Auch in den Sagen 
der griechischen Insel Kos tritt eine Verwandlungsgeschichte 
hervor; dieselbe war anfangs von guten Nymphen bewohnt, 
welche die Kindheit des Aristaios behütet hätten; dann sei ein 
Löwe gekommen, habe die Nymphen verjagt und selbst von der 
Insel Besitz ergriffen. Noch jetzt ist auf einem dortigen Berge 
das Bild eines Löwen zu sehen. In der böotischen Sage von 
dem schlimmen teumessischen Fuchs, einem den Thebanern und 
der Kadmeia verderblichen Tier, wird erzählt, wie dieser Fuchs 
von dem wunderbaren Hunde des Kephalos verjagt worden wäre, 
wenn Zeus nicht vorher beide Tiere, den Fuchs und den Hund 
versteinert hätte 2j. 

Bekannt ist aus der Odyssee XIII, 140ff., dass der Beherr- 
scher des Meeres, Poseidon, in seinem Groll gegen Odysseus das 
Schiff der Phäaken, welches letzteren glücklich an die heimat- 
liche Insel Ithaka befördert hatte, nur mit der flachen Hand 
•schlug und es plötzlich in einen Felsen verwandelte, der fest 
wurzelt am Meeresboden. Noch jetzt zeigt man, nach der Ver- 
sicherung Preller^a G-riech. Myth. I, 395, auf Corfü das auf der 
Rückkehr vor dem Hafen versteinerte Schiff, und kein Patriot 
wird sich die Ueberzeugung rauben lassen, dass Homer mit 
seinem Scheria diese schöne und blühende Insel gemeint habe. 
Was übrigens derartige landschaftliche Prospekte betrifft, so ver- 
gleicht auch in unseren Tagen Ferd. Gregorovius die Insel Capri 
mit einem Sarkophag, dessen Seiten schlangenhaarige Eume- 
niden schmücken und auf dem Tiberius hingestreckt liegt (vergl. 
Beilage der Allg. Zeit. No. 261, 20. Sept. 1885). In Obersteier- 



1) K'jvoc af(jLa, Kuvootjiaov, 'Exaßr]? orjjia, Cynossema noch bei Mart. Capella. 
Ovid. Metam. XIII, 567 locus exstat et ex re nomen habet. Weitere solche Ver- 
wandlangen liest man ebenda 1, 236 fit lapus sqq. II, 830 saxam iam colle tenebat« 
V, 198. X, 241. XIII, 713. XIV, 757 u. s. w. in der Regel mit grosser Anschau- 
iichkeit beschrieben. 

2) Die Literatur darüber siehe bei Preller, Gr. Myth. II, 98, Anm, 1, und 
bei Fr eller- Jordan^ Rom. Myth. 3. Aufl. II, 48 ; 0, Keller^ Tiere des klass. Alter- 
tums, Innsbruck 1887, S. 182, der unserer Deutung auf ein eigentümliches Felsen- 
Gebilde beizustimmen scheint. 

2* 



20 

mark gleicht ein Berg, beim Volke ;,die Totentruhe" genannt^ 
vollständig einem Sarge. Aehnlich lässt sich behaupten, wie dies 
schon in älteren Reisewerken geschehen, dass ein bekannter Ba- 
saltberg der hinteren Rhön, die Milseburg, von Nordwest gesehen 
einem erhobenen riesigen Sarge vollkommen gleiche. Auf solche 
Vergleichungen jedoch, wobei die bis jetzt besprochene Vorstel- 
lung einer Versteinerung wegfallt, haben wir erst unten in einer 
Erörterung der Umrisse griechischer Inseln und Vorgebirge, also 
bei den Ortsnamen, näher einzugehen. 

In der Mitte gleichsam zwischen den obigen anthropomor- 
phischen Sagen und den blossen landschaftlichen Vergleichungen 
scheint uns der Lichasfelsen an der nordwestlichen Spitze 
von Euboia zu stehen, und zwar aus dem Grunde, weil in seinem 
Namen nicht mehr so deutlich einer naiven und ursprünglichen 
Anschauung die Persönlichkeit verliehen ist, wie in den übrigen 
vorgeführten Beispielen, sondern vielmehr eine allgemeine und, 
wie wir später sehen werden, in Grriechenland sehr gewöhnliche 
Bezeichnung vorliegt für zackige Klippen und schimmernde Fels- 
wände, Xi/aäsc, von h^i^j Xt/aSoc, woraus eben eine Personifikation 
At'xa^ hervorging. Eine Gruppe von drei Inseln vor Euboia ge- 
lagert, trägt bekanntlich den Namen der Lichaden, at xaXoüfjisvat 
Atxa8s(;, Strab. I, 60, 9. Lichas nämlich, der dem Herakles das 
vergiftete Nessosgewand überbracht hatte, wurde von diesem ina 
Meer geschleudert; daran erinnert die Gestalt eines Felsens an 
der bezeichneten Küste. Ovid versucht als Dichter freilich auch 
diese Sage als eine Verwandlung in aller Form hinzustellen *). 
In den Trachinierinnen des Sophokles ist dagegen lediglich der 
Fels angedeutet, gegen welchen Lichas von dem Rasenden ge* 
schleudert worden war, Vs. 7802). 



1) Metam. IX, 226 sqq. 

nnnc qaoqne in Enboico scopnlns brevis emicat alto 
gargite et hamanae servat vestigia formae, 
qnem, quasi sensnrnm, nantae calcare verentnr 
appellantqne Lichan. 

2) So zu sagen typisch ist in dieser Hinsicht bei Ovid der Vers. Met. IV^ 
658 quod caput ante fnit, snmmo est in moute cacumen, so vom Atlas lY, 757, 
und für die umgekehrte Metamorphose ein anderer Vers Vif, 358 factaque de 
saxo loagi simulacra draconis, womit man vergleichen mag ebenda II, 705 

pectora vertit 
in durum silicem qui nunc quoque dicitur Index 
inque nihil merito vetus est iniuria saxo. 



21 

An solchen durch eine natürliche Bildung veranlassten und 
nicht künstlich reflektierten Persönlichkeiten fehlt es eigentlich 
nirgends, weder an den zahllosen Bergeshäuptern, Bergesnacken, 
Felsenstirnen und Felsennasen der Alpenthäler^ noch auf den 
langgestreckten Mittelgebirgen und den Höhenzügen der Binnen- 
länder. Je nachdem der aufmerksame Beobachter seinen Stand- 
punkt nimmt, zwischen den Felskuppen der sächsischen und fränki- 
schen Schweiz, oder bei den „Meeraugen^ der hohen Karpathen, 
auf der Gemmi oder auf dem Sidlerhorn, vor den Klippen von 
Cornwall oder den Basaltsäulen der Insel Staffa, überall begeg- 
nen seinem Blicke solche „Felsenfratzen^, welche gleich düsteren 
Silhouetten auf die vorüberziehenden Geschlechter der Menschen, 
der ;, Thalsohlengänger ^, herabzugrinsen scheinen. Und gerade 
mit den bizarrsten dieser Formen stehen die wunderlichsten, oft 
uralt und rätselhaft klingenden Namen in Verbindung, deren 
Erklärung mitunter ganz vergeblich versucht wird. Namen frei- 
lich wie Untersberg, Feldberg, Kreuzberg, bieten an und für sich, 
sobald man von jeder landschaftlichen Sage oder lokalen Ge- 
schichte Umgang nimmt, kaum eine erhebliche Schwierigkeit für 
die Deutung: dafür sind sie aber auch, wie man bei derlei Be- 
nennungen vermuten darf, in verhältnismässig späteren Zeiten, 
bezw. im Stadium der neueren Entwickelung geschöpft und haben 
nur selten Anspruch anf Ursprünglichkeit. Nimmt man dagegen 
die bezüglichen, fast nirgends fehlenden, oft jedoch in Vergessen- 
heit geratenen Volkssagen hinzu, dann stellt sich die Sache 
sofort anders, z. B. bei den Namen ;,Uebergossene Alm^, ;,Blümlis- 
alpe", den mehreren „Wachsensteinen^. Und da wir leider in 
so vielen Fällen nicht wissen, warum die mythifizierende und 
lebhaft personifizierende Volksphantasie der Vorzeit ein Objekt 
oder einen Prospekt so oder anders benannt hat, so kommt es für 
unsere Zeiten eben darauf an, wie viel oder wie wenig der Be- 
schauer eines auffallenden Naturgebildes von dem Seinigen dazu 
gibt. Da dürfte dann nicht selten Geltung haben, was einmal 
der treffliche Novellist Ferd. Kürnherger bei der Schilderung 
einer abenteuerlichen und barocken Romanfigur in folgenden 
Worten ausgedrückt hat: Er sieht aus wie eines jener Grotesk- 
bilder, welche ein Waidmann aus einer knorrigen Wurzel schnitzte. 
Er denkt in den Knorren etwas hinein, was ihm aber daraus 
schon entgegenkommt und herausschaut; sein Schnitzwerk wird 
ein geformtes Gebilde, aber die Form ist doch der Natur- 



22 

wuchs, und die Natur hat sich nur halb der Bildung gefügt, 
bald aber schneidet sie eine doppelt wunderliche Grimasse dazu. 
Kunstform und Urgesicht wirken wie zwei stössige Böcke gegen 
einander; eine Harmonie zu zweien gibt es nicht, wohl aber ein 
drittes. Und das ist eben der Charakterkopf. 

Mit der vorstehenden drolligen Vergleichung gewinnen wir 
nunmehr auch den Uebergang zu denjenigen Formen und Ge- 
stalten, bei welchen der Mensch, und vielleicht der prähistorische 
auf seine Weise so gut wie der historische Mensch, vermöge seines 
intensiven Naturgefühls und seiner Neigung zu personifizieren^ 
der Natur auf künstlichem Weg und mit bewusstem Eingreifen 
^ nachzuhelfen ^^ d. h. ein von der Natur gegebenes Material oder 
gleichsam halbfertiges Gebilde nach seiner Phantasie und nach- 
dem Bedürfnis seiner Umgebung auszubilden oder umzubilden 
versucht hat. Auch in dieser Hinsicht treffen wir überall, wo 
wir uns genauer umsehen oder wo uns nicht die gewöhnlichen 
Reisebeschreibungen in Hast vorbeiführen, sondern solche geleiten, 
die auch auf Ethnographisches u. dgl. Rücksicht nehmen und 
nicht blos auf den ;,heutigen Umsatz^ und die „ Pferdekräfte ^, 
höchst lehrreiche und anziehende Erscheinungen. Wir erinnern 
hier, der Kürze halber, nur an die Anthropologie der Natur- 
völker von Theodor Waitz, So kann man in allen bekannten 
Ländern der Erde unschwer die Einwirkung der landschaftlichen 
Natur auf den Menschen verfolgen, seine Naturanschauung im 
weitesten Sinne des Wortes, und solchergestalt nachweisen, wie 
ahnungsvoll der Mensch im Gefühl seiner Abhängkeit von der 
Natur das Bedeutsame der Erscheinungen frühzeitig sym- 
bolisierte. 

Gehen wir auch für diesen Fall in unserer Betrachtung 
von Aegypten aus, so gelangen wir unvermeidlich zur grossen 
Sphinx von Gizeh, deren Freilegung vom tiefen Sande der 
libyschen Wüste gerade jetzt bewerkstelligt wird. Neben den 
Pyramiden ist dieses ungeheure Bild wohl die erstaunlichste Ar- 
beit von Menschenhand, welche uns die Jahrhunderte Übermacht 
haben. Kein Denkmal im übrigen Aegypten, noch sonst in der 
Welt ist diesem ausgehauenen 70 m langen Felsenbeet vergleich- 
bar. Der Eindruck aber, den dieses seltsame Idol auf die Ein- 
bildungskraft ganzer Rassen hervorbringen musste, die an ihm 
vorüberzogen, lässt sich nach demjenigen bemessen, den die heu- 
tigen Aegypter vor dem kolossalen, aus dem Sande hervorragen- 



28 

den und düster über die Wüste bliebenden Haupt empfinden: 
mit abergläubischem Entsetzen fliehen sie von dannen. Von den 
Felskolossen im Nilthal oder den indischen Götzenbildern auf 
Elephantine etc. kann begreiflicherweise hier nicht die Rede sein ; 
unter den Griechen aber wird niemand nach derartigen abnormen 
Leistungen suchen, indem auch in ihren grössten architektonir 
sehen Werken, Tempeln, Stadtthoren, Säulen etc. stets ein weises 
Masshalten mit Vermeidung des Monströsen sich geltend machte. 
Was den in Bröndsted^a Reisen beschriebenen, bei Goethe Bd. 38, 
S. 215 erwähnten, ungeheueren Löwen betrifft, der auf Zea 
(Keos) auf der Höhe eines Berges aus einem Sandsteinfelsen an 
Ort und Stelle herausgehauen ist, ;,von gutem Styl, freilich 
durch die langerduldete Witterung verkümmert*, so fehlt es an 
dem bestimmten Nachweis, dass es sich dabei um griechische 
Arbeit handelt. Um so merkwürdiger aber, in Hinsicht auf den 
oft fälschlich geleugneten Sinn der Alten für grossartige land- 
schaftliche Prospekte, bleibt auf jeden Fall die erhaltene Nach- 
richt über eines der kühnsten, für uns etwa ^amerikanisches'^ 
Bauprojekt der Zeit Alexander's des Grossen. Der Architekt 
Deinokrates, bekannt als Erbauer von Alexandria, gedachte am 
Berg Athos Landschaft, Plastik und Anlage einer Stadt in 
phantastischer Weise so zu sagen zu vereinigen, dass der Athos 
in eine menschliche Gestalt umgebildet werden sollte (vergL 
Strabon XIV, I, 23 ; Lukian. uitsp icuv eh. 9), in deren einer flachen 
Hand eine Stadt stünde, während sie mit der andern aus einer 
Schale die Gewässer des Athos ins Meer ergösse. Der unge- 
heuerliche Gedanke zeugt, nach einer Bemerkung Woermann^s a. 
a. 0. S. 210, an sich nicht eben von gesundem landschaftlichen 
Sinne, aber doch soviel, dass die Stadtarchitekten der damaligen 
Neuzeit die Verbindung und Zusammenwirkung von Stadt und 
Landschaft zu einer grossartigen Gesamtanlage sehr wohl ins 
Auge zu fassen pflegten. 

Eine der neuesten Entdeckungen solcher Bearbeitung der 
Natur durch Menschenhände findet sich bei Dr. P. Neis, Reise 
im oberen Laos-Lande in Hinterindien (vergl. Bericht mit Ab- 
bildungen im Globus, lUustr. Zeitschrift für Länder- und Völker- 
kunde 1886, no. 7 und 8, S. 101, 113; wiederholt in der Leipz. 
Illustr. Zeitung vom 13. März 1887, S. 259 ff. unter Hinweisung 
auf den Steindienst in Polynesien, die vielen Steintische, Crom- 
lechs etc.). An und in den Stromschnellen des Nam-Hu (Nam- 



24 

fluss, ein Nebenfluss des Mekhong) im nördlichen Siam beobach- 
tete der Reisende heilige Felsskulpturen, aus Bäumen geschnittene 
Elephantenfiguren u. dgl., wie dies bei uns nach französischem 
Gartenstyl früher nicht selten war. Aus dem Wasser ragen 
an einer von Neis beschriebenen Stelle kyklopische Tiergestalten. 
;,Man hatte die zufällige Form der Klippen benutzt, um ein- 
heimische, sowie auch phantastische Tiere, sehr viel seltener 
menschliche Figuren herzustellen. Auf eine Entfernung von 
mehr als 12 km waren Tausende von Felsen zu den verschieden- 
sten Figuren ausgearbeitet^. Wir haben bereits an die Felsen- 
tempel Indiens erinnert, mit ihren oft reliefartig aus den Höhlen- 
wänden herausgearbeiteten Götter- und Heroenbildern. Im öst- 
lichen Achaja, am Eingange zu dem berühmten Höhlenkloster 
Megaspelaion über der mittleren Grotte, sieht man einen mensch- 
lichen Kopf in Felsen ausgehauen. Noch gedenken wir der 
Externsteine im Teutoburger Wald (vergl. Goethe's Schilderung 
Bd. 37, S. 152). 

Wir haben oben geschildert, welch wundersames Spiel die 
Natur in ihrer Laune nicht selten treibt und wie sie mit Hülfe 
der rastlosen Elemente Luft und Wasser aus zerstörbaren Felsen 
Gebilde schafft, deren Aehnlichkeit mit lebenden Organismen 
unheimlich überraschend einwirkt auf kindliche Völker. Aber 
auch in Zeiten einer hochentwickelten Kultur verfehlen diese 
Naturspiele nicht ihres Eindrucks. Der Mensch begreift nie, 
sagt einmal Goethe, wie anthropomorphisch er ist. Und unter 
den Griechen der hellenistischen Zeit, als mit der Sehnsucht 
nach der Einsamkeit und dem Frieden der ländlichen Natur sich 
eine idealisierende, sentimental angehauchte Auffassung des Land- 
lebens entwickelte, in Städten sogar Gärten angelegt und das 
Landschaftliche in Malerei und Skulptur gepflegt wurde, da bildete 
sich ein erhöhtes Gefühl aus für stimmungsvolle Natur. „Sehn- 
sucht nach Wald und Flur, nach dem behaglichen Otium der 
Villa erfüllt auch die gesetzten und übersättigten Römer der 
Augusteischen Zeit^ (0. Bibbeclc, Agroikos S. 28). Und noch im 
dritten Jahrhundert n. Chr. lässt sich ein überbildeter Stilist 
und Rhetoriker, der jüngere Philostratos (cf. Philostr. Epist. ed. 
F. Didot p. 338), über dieses Spiel der Natur also vernehmen: 
Während das Gesetz kein lebendes Wesen geschaffen hat, weder 
ein Gestirn noch den Aether noch etwas anderes unter diesen 
gössen und erhabenen Dingen, ist die Natur in vielfacher Hin- 



25 

sieht einem formgebenden Gesetz vergleichbar. Denn sie be- 
festigt Plätze mit Mauern, die mehr Sicherheit gewähren als ein 
Werk von Menschenhand, erschliesst epheuumrankte Grotten, die 
angenehmer erscheinen als Häuser, und verleiht wohl auch ein 
mit dem Felsen verwachsenes (ayaX/jta nhpa Süfjicpüsc), einem Satyr 
oder dem Pan ähnliches Gebilde, und macht dass Berge und 
Bergwarten Tieren gleichen (Ca-ot;), wie der Lindwurm auf Lemnos 
der kretische Löwe, der Ochsenkopf an der Küste von Chios 
indem sie regelrechte Figuren darstellt und die Wolken als 
Tiergestalten in Bewegung setzt (ic siStj Cü>«>''' ayo'JOYj;, sc. ttJ; 

Im Sinne des genannten Schriftstellers ist wirklich auch 
diejenige Art anthropomorphischer Naturanschauung in Betracht 
zu ziehen, welche willkürliche Gebilde der Phantasie umfasst, 
die gleich den Konturen der Wolken nur von einem gewissen 
Punkt aus oder nur bei einer bestimmten Beleuchtung ihre Meta- 
morphose zeigen und Eindruck auf die menschliche Phantasie 
machen. Selbstverständlich sind aber die Augen vieler Menschen 
nicht geeignet oder geübt auf grössere Entfernungen solche 
Naturgebilde zu entdecken oder zu kombinieren ; träge Köpfe 
finden beispielsweise die grösste Schwierigkeit darin, am nächt- 
lichen Sternenhimmel auch nur die grösseren Sternbilder auf- 
zusuchen und zusammenzustellen (cf. Gellius N. A. II, 21, 3 
quid ßocü-mjc ovet, quid afjia$a etc.). Auch diese Gebilde können 
Tier- oder Menschenfiguren sein, deren scharfe Umrisse durch die 
Linien und Kanten eines Gebirgszuges oder durch kulissenartige 
Verschiebung von solchen sich ergeben und nach einmaligem Er- 
kennen auf die Dauer sich dem Gedächtnis einprägen. Wenn 
vollends aus diesen Umrissen in der Perspektive die wohlbe- 
kannten Profile historischer Persönlichkeiten sich herausstellen, 
dann wird ein solches ausdrucksvolles und phantastisches Ge- 
bilde, zumal wenn auch noch Beleuchtungseffekte hinzukommen, 
nicht eben den Eindruck einer gewöhnlichen Spielerei hinter- 
lassen, sondern vielmehr den einer Kuriosität im besten Sinne 
des Worts ; es wird Phantasie und Gemüt des Beschauenden un- 
gemein beleben, insbesondere aber die Erfindungsgabe eines Malers 
ausserordentlich anregen und unterstützen. 

Wir gehen abermals aus von Beispielen, die unserer Um- 
gebung entnommen sind. Von dem Profil Napoleon's L, wel- 
ches am Lurleyfelsen gezeigt wird, war vorhin schon die Rede. 



26 

Weit schöner und grossartiger ist dasselbe jedoch ausgeprägt 
an dem östlich von Lecco am Comersee gelagerten Felsgebirge ; 
man erkennt es deutlich schon auf der Strasse von Porlezza am 
Luganersee über Croce nach Menaggio, hinab an den Comersee, 
da zeigt es sich über der Spitze der Halbinsel von Bellaggio auf 
einer Strecke von mehreren Wegstunden; aber auch auf der 
Seefahrt von Bellaggio nach Lecco hat man dasselbe Profil links 
deutlich zur Seite. Ebenfalls ein höchst ausdrucksvolles Napoleo- 
nisches Profil (liegende Figur) erschaut man über eine Felsen- 
lücke des „ Vorderkaisers ^ hinweg vom Auerberg aus, dem alten 
Schlosshügel bei dem Dorf Oberaudorf im Innthal. Wahrhaft 
imponierend aber erscheint das Profil Ludwigs XVI. durch 
den Gipfel des mächtigen Traunsteins gebildet und auf einem 
grossen Teil des schönen Traunsees sichtbar. Dieses Profil ist 
scharf bestimmt durch rückwärtsliegende Stirn, die Bourbonen- 
nase und den am Felsen deutlich sich abzeichnenden Kelch am 
Kinn. Als ein weiteres Beispiel für diese Kategorie nennen wir 
den Toten Mönch im Etschthal, gebildet durch den abfallen* 
den Gebirgszug auf dem rechten Ufer der Etsch und am besten 
sichtbar auf der Strasse des linken Ufers zwischen Terlan und 
Botzen. An der Falkenfluh bei Interlaken weist man dem Frem- 
den das Hadermännli, nämlich das Gesicht eines alten Manne» 
am Felsen mit ausgesprochen zorniger Gemütsbewegung. Vom 
Hohentwiel aus bietet der bewaldete Höhgauberg Hohenstoffel 
in täuschende Aehnlichkeit das Bild eines enorm grossen nieder- 
gekauerten Käme eis; ganz dieselbe Projektion werden wir 
unten auch aus Strabon anzuführen haben. Insofern freilich 
diese Art von Personifikation kaum jemals mit einer landschaft- 
lichen Sage oder einer lokalen historischen Thatsache zusammen- 
hängt, soll dieselbe hier überhaupt nur erwähnt und gekenn- 
zeichnet, keineswegs aber mit den obigen, für die Sagen- und 
Volkskunde in der Regel wichtigen Personifizierungen gleichge- 
stellt werden. 7 

Dagegen dürfte den Leser besonders die Mitteilung interes- 
sieren, dass die den erwähnten landschaftlichen Prospekten ent- 
sprechenden Vergleichungen der Konfiguration einer Gegend, 
einer Insel etc. mit Pflanzen, Tieren, geometrischen Figuren u. 
dgl., sowie in unseren Schulen, auch schon im Altertum bei der 
Betrachtung topographischer Skizzen und Landkarten bekannt 



27 

und in Schwang waren. lieber den besonderen Wert solcher 
Vergleiche im Dienste des geographischen Unterrichts, wenn sie 
nämlich massig und ungezwungen zur Anwendung kommen, be- 
steht kein Zweifel. So bemerkt Dr. Biedermann in seinem Vor- 
trag (XIII. Bayer. Philologenversammlung 1883, S» 10) über den 
Unterricht in der Geographie : „Vergl. wie Afrika = Herz, Italien = 
Stiefel findet der Schüler fast von selbst; Vergleiche dagegen 
wie Celebes = Krebs, Neuguinea = Schildkröte sind schon etwas 
gesucht. Diese komparative Methode lässt sich namentlich bei der 
Eepetition gut verwerten, z. B. Vergleich der drei südlichen 
Halbinseln Europas mit einander nach ihr<^r Gliederung, Bewässe- 
rung etc. Die meisten Vergleiche werden aber von der Heimat 
ausgehen*'. Das Verfahren bei diesen Landkartenphantasien 
nimmt sich aus wie eine Musterung aus der Vogelperspektive. 
Jedermann kennt auf diese Weise das Aermelmeer (Canal de la 
Manche), jedoch das bekannteste Beispiel ist eben- die erwähnte, 
in . allen Schulen gangbare Vergleichung Italiens mit einem 
Stiefel, der mit den Inseln Sizilien und Sardinien Ball zu spielen 
scheint. Schweden soll mit Norwegen zusammen einen Löwen 
vorstellen mit scharfkantigem Rückgrat, hoch aufgerichtet und 
bereit sich auf Finnland zu stürzen ; die Ostsee selbst das Bild 
einer knieenden betenden Jungfrau, mit dem Haupte im Polar- 
kreis. Auf ähnliche Weise fanden schon die alten Geographen 
heraus, dass die Gestalt des Peloponneses mit seinen drei Meer- 
busen im Süden, dem argolischen, lakonischen und messeniscben, 
sich mit dem Blatte des Ahorn oder der Platane vergleichen 
lässt (Strab. VIII, 2, 1; Plin. N. H. IV, 4, 9 platani folio similis, 
ebenso Pomp. Mela II, 3, 38). Im Mittelalter behauptete man 
gleichfalls, der Peloponnes trage seinen neuen Namen Morea 
von derAehnlichkeit der Gestalt mit dem Blatt eines Maulbeer- 
baumes, während in unserem Jahrhundert Fallmerayer den Namen 
Morea von dem slawischen more = Meer herleiten zu sollen ver- 
meinte. An eine „Umstellung" Morea, o M(opiac, aus *Pa>|iata 
glaubt neuerdings Jos. Wimmer, Historische Landschaftskunde, 
Innsbruck 1885 S. 263. Jetzt aber hat JEglij Gesch. der geograph. 
Namenkunde S. 297, nach Gustav Meyer, den Beleg gebracht, 
dass der griechische Gelehrte Sathas in Elis eine Fischerstation 
Muria gefunden, die er für mundartliches Morjds, Marjas hält, 
eine Stadt, deren Name unter der fränkischen Herrschaft auf Elis 
und im 15. Jahrhundert, als dessen Fürsten in Wahrheit die 



28 

Herren des ganzen Peloponneses waren, auf diesen überging. ^) 
Dagegen ergeht siehPlinius N. H. IV, 5, 43 in seiner Beschreib- 
ung der Umrisse Italiens sogar in mehr als einem Vergleich: 
Italien gleiche hauptsächlich einem Eichenblatt ; an Gestalt mehr 
in die Länge als in die Breite gestreckt, laufe es oben in die 
Figur eines Amazonenschildes aus u. s. w. Von Britanniens 
Umriss heisst es bei Tacitus im Leben des Agricola, nach älteren 
Aufzeichnungen, folgendermassen Kap. 10: die Gestalt der ganzen 
Insel hat Livius, der unter den alten, und Fabius Rusticus, der 
unter den neuen Quellen Schriftstellern die grösste Darstellungs- 
gabe hat, mit einer länglichen Schüssel (oblonga scutula) oder 
einer Axt (bipennis) verglichen; und das ist auch ihre Gestalt 
ohne Caledonien betrachtet, woher dann die Sage das Bild auf 
das Ganze übertragen hat. Aber es springt schon aussen am 
Gestade ein ausserordentlich grosser Landstrich von unregel- 
mässiger Gestalt hervor, der sich wie ein Keil zuspitzt.-) Herodot 
vergleicht IV, 101 sq. Skythien mit einem Viereck, den tauri- 
schen Chersonnes mit Attika und Unteritalien. Mit einem sky- 
tischen Bogen verglich man seit Hekataios die Figur des Schwar- 
zen Meeres, Strab. II, 5, 22 ; Pomp. Mela I, 19, 102 Pontus . . . 
donec angustos utrimque angulos faciat inflectitur, ad formam 
scythici arcus maxime incurvos. Ammian. Marcell. XXII, 8), 
und die des Kaspischen mit einer Sichel (Plin. N* H. VI, 13, 38 
Caspium mare ubi coepit in latitudinem pandi lunatis obliquatur 
cornibus, velut ad Maeoticum lacum ab ore descendens s i c i 1 i s , 
ut auctor est M. Varro, similitudine). Der Stadtplan von Alexan- 
dria soll in seiner ursprünglichen Anlage einem ausgebreiteten 
makedonischen Reitermantel, Chlamys, geglichen haben (Plutarch. 



1) Auffallend nüchtern beschreibt Strab. VIII, 1, 1 dvTiTOpf>jjLOC eoriv r^ IleXo- 
•reovvTjao;, o^rjfjLaTiCouoa re toutov (tcv Kopiv^. xoXiiov) xal o^TjjiaTiCofAevr] xiiz aotoo xtX. 
Eine überraschende Vergleichung bringt Tozer bei p. 259 that to the pnrse of 
a net, for the tribes that enter Greece from the north are pressed unward by 
subsequent waves of migration until they reach this southernmost district, from 
which they have no means of escape. 

2) Velut in cnneum tenuatur, vergl. auch Pomp. Mela III, 6, 50 Britannia 
. . . . iterum se in diversos angulos cuneat triquetra et Siciliae maxime 
similis. Spaniens Umriss vergleicht Strabon II, 5, 27 mit einem Stierkopf. Für 
Sardinien hat Plinius zwei von der Gestalt entnommene Bezeichnungen angemerkt 
(N. H. III, 7, 85 Sardiniam Timaeus Sandaliotim appellavit ab effigie soleae 
(Sohle, Schuh). Myrsilus Ichnusam a similitudine vestigi (von der Fussspur, 
vergl. Rosstrappe im Harz). 



29^ 

Alex 26; Strab. XVII, 1, 8,- Plin. N. H. V, 10, 62). Aegypten 
aber gleicht einem in die Länge gestreckten Gurt oder einer auf- 
gerollten Binde (Strabon XVll, 1, 4 ¥otxs xstpta ^üxoijlsvtj stcI ^tIJxo;, 
Kramer will an der verderbten Stelle czvaicTüaaoiJLsvTg oder avsuiuyfjtlvTj/ 
geschrieben wissen). Die Meerenge zwischen Kypros und Kilikien 
hiess, wie noch mehrere andere, der Kanal oder die Schlucht 
vorzugsweise, der Durchgang, o AüXoJv, Aulon Cilicius, Plin. N. 
H. V, 31, 130. Auch an Vergleichen mit der Buchstabenform 
fehlt es nicht ; die Benennung Delta für das Mündungsgebiet de» 
Nil ist bekannt, man vergleiche auch Strabon XIII, 1, 34 aüx>5v 
(XTcoTSAtuv To 'E ypct^fioc, Tcpd; toü; IxarlpcD^sv ayxoJvac, in Troas, wie 
z. B. in Holland het Y, ypsilon, von der Aehnlichkeit mit dem 
Buchstaben benannt. *) Eine grosse Rolle spielt begreiflicherweise 
in zahlreichen neueren Namen aller Art (Orts- Berg- und Fluss- 
namen) das Kreuz, dessen Abbildung ebenfalls hier und da pro- 
jektiert erscheint. So soll, nach den Schilderungen der Reisenden 
im Felsengebirge von Colorado unter den Hunderten von Berg- 
spitzen ein gewaltiger Fels hervorleuchten, schwarz und kahl 
von seinen Gipfeln bis zum Fuss, in dessen Wand von der einen 
Seite bis auf die andere ein ungeheures Schneekreuz gezeichnet 
(The mountain of de Holy Gross, der Heiligkreuzgipfel, abge- 
bildet in Westermann's Illustr. Monatsheften Bd. 59, S. 35.) 

Der eben erwähnte Ausdruck Aüawv für eine Enge, Hohle 
G-asse, Schlucht u. dgL führt uns nunmehr von den Bildern der 
Landkarte hinweg auf die zahllosen Vergleichungen mit wirk- 
lichen Gegenständen der Natur und der Landschaft, von denen 
sehr viele Ortsnamen entlehnt sind. Ausser den bislang 
erörterten Beispielen nämlich einer anthropomorphischen An- 
schauung oder der uralten Phantasien von verwandelten Gebil- 
den, die von dem Inhalt einer späteren Kunstdichtung über 
Metamorphosen (|i2Ta|xopcpoJfisva, lispotouixsva, aXXouuostc, fiexaixop- 



1) Man vergleiche überhaupt die Zusammenstellung bei Eustath. ad Dionys. 
Perieg. 157 ott xov Eu^eivov to$u> aiceixaC^i teiapievu) SxuOixuI. SxuOixa Be To£a ta ex 
xepdicov ö'JY5^st(Aeva .... O'jtu) xai aXXot to'tüoi icoXXol 8ia<pdpa)C eixaCoviai upo; tiva? 
0|jLOiOT>3Tac. OuT<o Y«P "^"^ Aiyuutov SeXtwTov Tpiycüvov ig loropia cpYjoiv. Ouito ttjv 'AXeSov- 
Speiav etxoCouot ^XafxuSi orpaTwuTixig, tk^v 'IioXiav xtoo(u, ti^v 'Ißijpiav ßupaiQ ßooc, ti]v 
JVaSov ajiTieXo'j (puXXu>, Tiqv too UeXoTcoc TiXardvoü TceraXu), tk^v 2ap8üi i^vet avOpüinou, rrjv 
Kuicpov Sopa Tcpoßdiou, -rrjv Atßuigv rpaueCtu) a^YJ[jLaTi, xai dXXa Se oXhaq sixdCouoiv ol 
icaXaioi. Üeber den Vergleich bei Libyen ist ebenda c. 175 (ed. Did. p. 247)- 
nachzusehen. 



30 

tpolact;) wohl zu unterscheiden sind, finden sich in der alten wie 
in der neuen Zeit unzählige Benennungen von lokalen Formen, 
landschaftlichen Prospekten und Umrissen, die sich entweder als 
naive Vergleichungen und Phantasiospiele oder auch als ursprüng- 
liche Mythen und Personifikationen der ersten Bewohner einer 
Gegend einführen, und die deshalb in der Regel noch heute für 
die früheste Geschichte von Land und Leuten ungemein charak- 
teristisch sind. Die Ortsnamen gerade sind es, die in vielen 
Fällen sogar allein noch Zeugnis ablegen von vorgeschichtlichen 
Verhältnissen und von der primitiven Auffassung unbekannter 
Teilhaber einer für uns verschollenen Entwickelung, aus welcher 
uns die damals zuerst geschöpften Namen für Wohnsitze, Fluren 
und Thalgründe, Höhenzüge und Bergkuppen, Vorgebirge und 
Meeresbuchten überliefert sind. Da treffen wir zahlreiche Aus- 
drücke einer vollkräftigen, lebhaft personifizierenden Phantasie, 
mittelst welcher in der Sprache den Dingen samt und sonders 
ein bestimmtes Geschlecht zugeschrieben wird. Während man 
heutzutage beispielsweise von den Kreidefelsen der englischen 
Küste, von der fränkischen Höhe oder der schwäbischen Alb, 
überhaupt ganz allgemein und ohne Bildlichkeit des Ausdrucks 
von Spitze, Gipfel, Grat, seltener schon von Nadel (aiguille) 
oder Hörn, entsprechend dem griechischen Kepac (Kitzbichler- 
Horn, Viescher-Hörner), spricht und schreibt, noch seltener aber 
Namen begegnet wie Hundsrück, Totes Weib, Wildej? Pfaff 
■u. dgl., finden wir im Leben und in der Literatur der Alten 
überall Namen bildlich gebraucht, als sprechende Appellation 
für leblose Gegenstände und gewisse Eigentümlichkeiten im Be- 
reich einer Landschaft und eines Volksstammes, die alsdann noch 
in einer ganz späten Entwickelungsphase ein inniges und eigen- 
artiges Verhältnis der ehemaligen Gaubewohner zur umgebenden 
Natur kennzeichnen. So sind allerdings in gebirgigen Gegenden, 
zwischen den Seen und Sunden der Binnenländer und der Ein- 
buchtungen des Meeres, die alten anschaulichen Benennungen 
Felsenkopf, -stirn, -nase, -nacken, -schultern, noch vielfach 
erhalten, während wir anderen in unserer Alltagsrede zwar 
von einem ;,Fuss" der Berge sprechen, aber nur höchst selten 
von einer ;,Nase^, und gar nicht mehr von einer Braue (ocppif;) 
des Berges oder einem cfx'paXoc vrjooü. 

Wie wichtig und bedeutsam also in Absicht auf Kultur- 
bund Völkergeschichte, Sprachforschung etc. unter allen Umstän- 



31 

den gerade die Ortsnamen sind, leuchtet jedermann ein, zumal 
wenn man bedenkt, dass dieselben ihrer Mehrzahl nach in un- 
serer sog. „Alten Welt^ einer vorgeschichtlichen Periode der 
Entwickelung ihren Ursprung verdanken. Aus diesem Grund 
allerdings bietet eine ganze Masse derselben, weil sie von dem 
heutigen Geschlecht in grosser historischer Entfernung absteht, 
gleichsam nur einen allerersten Gesamteindruck, nach gewissen 
allgemeinen bei der Betrachtung noch erkennbaren Spuren, etwa 
wie man am Horizonte fernabschreitende Gestalten an ihrem 
eigentümlichen Gang, an Schnitt und Farbe der Kleider, oder 
auch im Traum an einer gewissen Eigentümlichkeit in Haltung 
und Gebahr en zu erkennen glaubt, wobei dann selbstverständlich 
die damit verbundene Unsicherheit der Auffassung niemals ausser 
Acht bleiben darf. 

Dadurch also, dass im Altertum an Bergen und Schluchten, 
Quellen, Flüssen und Seen vielfach die Namen von Göttern und 
Heroen, von Riesen der prähistorischen Periode, von Nymphen 
und Waldgeistern, auch von Ungetümen des Meeres haften, sind 
diese Namen selbst von grosser Wichtigkeit für unsere Kenntnis 
der Mythen und der Vorgeschichte der antiken Menschen. Inner- 
halb der Zivilisation der Neuzeit und bei den christlichen Völ- 
kern ist nun freilich dieselbe Rolle, welche bei den Alten Ken- 
tauren und Lapithen, Titanen und Giganten, Satyrn, Faune 
und Panisken vertreten, seltsamer Weise dem einen Teufel zu- 
gefallen, nach dessen Namen thatsächlich in allen Ländern dies- 
seits und jenseits des atlantischen Ozeans ungemein viele und 
nicht selten gerade die merkwürdigsten Gebilde der Erdober- 
fläche und ;, Wunder^ einer Gegend benannt sind. In der Gegend 
von Pheneos im Peloponnes lag die kleine Stadt Nonakris, an 
der die schwerzugänglichen Felsen sich erhobeu, von denen das 
Flüsschen Styx herabströmte; vor diesem Orte hatten alle Ar- 
kader eine gemeinsame Scheu, weil man glaubte, dass dieses 
Wasser ihren Schwüren eine schreckenerregende Bekräftigung 
erteile. Von dem Kopais-See in Böotien weiss man, dass ver- 
schiedene Gänge unter der Erde, teils natürliche Spalten und 
Höhlen in dem Kalksteingebirge, teils ein künstlicher Kanal 
von mehr als einer Meile Länge, sein Wasser nach der Ebene 
auf der Nordost-Seite leiten, von wo es in das euböische Meer 
bei Larymna mündet. Die trichterförmigen Abzugsöffnungen, 
im Altertum als Katabothra bekannt, sind noch vorhanden, wenn 



32 

auch in einem unvollkommenen, halb verstopften Zustande. Allein 
zu den mythischen, den eigentlichen unterirdischen Strömen 
Acheron, Hades, Styx, Kokytos, bilden solche Abflüsse der 
Wassermassen, die sich in den Kesselthälern der quellenarmen 
Kalk- und Dolomitgebirge Griechenlands sammeln, kaum einen 
Uebergaug. Wir können sie indessen vergleichen mit den Enton- 
noirs des Jura, den ;,Seelöchern^ im Mannsfeldischen, den ;,Gum- 
pen^ und ;,Schlickern^ in Oberbayern. Viele solche Grewässer 
finden bekanntlich ihren Abzug, um an der Aussenseite der 
Kalkschichten als mächtige Quellen zu erscheinen, wie der 
Zirknitzer See in Krain, der Rekkafluss im Karst, La Perte du 
Rhone unterhalb Grenf , die Aa bei Brilon in Westphalen, die 
Hönne, ein Nebenfluss der Ruhr etc. Die heutigen Menschen 
dagegen nehmen überall, wo die Natur ihr Absonderlichstes und 
Unabsehbarstes bietet, bei der Namengebung mit Vorliebe zu 
Satans Patenschaft ihre Zuflucht. So trifft man allein in dem 
jetzigen Zugang zum Salzsee in Utah fast nur Benennungen 
wie Teufelsfelsen, Teufelsschloss, Teufels-Rutschbahn (devils 
Castle, devils rock, devils slide), neben Hexenschloss, Hexen- 
pfeiler (witches rocks, witches pillar), Felsen, die durch ihre 
grotesken Formen, wie durch ihre Massenhaftigkeit den Reisen- 
den plötzlich in Erstaunen setzen. In dem neuerschlossenen 
Territorium des Yellowstone National Park, im Herzen der 
Felsengebirge, mitten in einer Thermen- und Geysir- Welt von 
der grossartigsten Scenerie vulkanischer Gewalten, heissen sie 
abermals eine Schlucht die Teufelsschlucht (the devils den), eine 
andere mit ähnlich anklingendem Namen. Aber auch in Europa 
fehlt es nirgends an derartigem Anklang: Diable, Diablerets, 
Teufelshörner, Teufelsgraben, Teufelsmauer (bei Thale, Quedlin- 
burg), Teufelskanzel und Hexenaltar auf dem Brocken, Teufels- 
kanzel am Vorderkaiser (Tyrol), Teufelshörner am Obersee, 
Teufelssitz, Teufelsgesäss u. s. w. Daran findet, nach unserer 
Meinung, derjenige schwerlich Gefallen, der einmal die tiefere 
Bedeutung und die seelischen Eigenschaften jener alten Feld- 
und Walddämonen gewürdigt hat, die sämtlich durch einen ein- 
zigen Substituten verdrängt wurden. 

Schliesslich müssen wir noch darauf hinweisen, dass man 
in neuester Zeit eingehend und sorgfältig die kühnen Personifi- 
kationen besprochen hat, welche die griechische Kunst in ihrer 
späteren Ent Wickelung selbst den Vorgebirgen, den Waldes- 



33 

gründen und Weidetriften erteilte. Es finden sieh nämlich Per- 
sonifikationen der i^xxat (Küsten), Nöfxat (Triften), Sxcmai (Berg- 
warten, vergl. unser »Auslueg", „Lueg ins Land^), Aetficovec 
(Wiesen), die auf den ersten Blick etwas Gekünsteltes an sich 
zu haben scheinen, auf pompejanischen Wandgemälden, insbe- 
sondere auch in den berühmten grossen Odysseelandschaften, 
ausgegraben 1848 — 1850 auf dem esquilinischen Hügel zu ßom; 
dann in den merkwürdigen landschaftlichen und mythologischen 
Skizzen, welche uns unter dem Namen der Philostratischen 
Gemälde erhalten sind^). Uns ist nun aber in den sehr gelehrten 
Erörterungen dieser Streitfrage über die späteren Personifi- 
zierungen der Städte, Länder, Gebirge etc. wiederholt aufge- 
fallen, dass man dabei sorgsam vermieden hat, irgendwo einmal 
den scheinbar ganz modernen Begrifi^ von der „Schönen Aussicht" 
auch nur anzudeuten. Vielmehr äussert sich K, Woermann a. a. 0. 
S. 209 in dieser Hinsicht bestimmt also: ;, Wir werden uns hüten 
müssen, die Wahl derartiger Orte (auf schroffen Felsenhöhen) 
zur Anlage von Burgen und Städten im Altertume wie im 
Mittelalter auf ßechnung der Aussicht und nicht vielmehr nur 
auf Rechnung der natürlichen Sicherheit des Platzes zu setzen.*' 
Aus dieser einseitigen Auffassung ist leicht zu erkennen, wie 
man auf solche Weise naturgemäss immer wieder bei jenem 
Humboldf sehen Gedanken anlangt, dessen wir eingangs dieses 
Abschnittes gedachten. Darnach wäre es selbstverständlich und 
unter allen Umständen der reine Zufall gewesen, wenn schon 
bei den Alten die sichersten Orte sich in der Regel auch der 
schönsten Aussicht erfreuten. Oder vielmehr war es ihnen 
lediglich zu thun um die Aussicht als Spähe und Wache, nicht 
aber um schöne Fernsicht. Wir können uns indessen bei dieser 
stark verbreiteten Annahme nicht beruhigen, sie ist uns in ihrer 
allgemeinen Fassung viel zu schroff und einseitig. Wir erinnern 
den Leser zunächst an die bezeichnenden Verse, welche schon 
seit lange für Mitteleuropa kurz und treffend den zusagenden 
Wohnsitz von vier geistlichen Orden andeuten: 

Bernardus valles, montes Benedictus amabat, 
Oppida Franciscus, ciaras Ignatius urbes. 



1) Ansführlich hierüber Heinr, Brunn^ Die Philostratischen Gemälde gegen 
K. Friederichs verteidigt, in den Jahrbüchern für klass. Philologie, IV. Suppl.-Bd. 
S. 179—304. 

Orasberger, Ortsnamen. 3 



34 

Nämlicli St* Bernhard liebte es in Thalgründen zu hausen, wie in 
Clairvaux, Benedikt auf Bergeshöhen, Franziskus in kleineren 
Städten, doch Ignatius in der glänzenden Hauptstadt. Niemandem 
fallt es ein zu behaupten, der hl. Benedikt habe sein Kloster 
auf Monte Cassino wegen der ;, natürlichen Sicherheit des 
Platzes^ gegründet; wohl aber wissen wir, dass er daselbst ein 
sehr altes Heiligtum des Sonnengottes Apollo und anderer heid- 
nischer Götter vorgefunden hatte, welchen die ländliche Bevöl- 
kerung der Umgegend auch damals noch in den rings um den 
Tempel gelegenen Hainen fleissig opferte {Freller-Jordan, Rom. 
Myth. I, 107). Ueberhaupt ist ja bekannt, dass die Verehrung 
der Götter auf hohen Bergen etwas Gewöhnliches war, so der 
Dienst des Jupiter Latiaris auf dem majestätischen Berge über 
Albano, die Verehrung des Apollo Soranus auf dem durch Ge- 
stalt und Anmut in den Umgebungen Roms gleichfalls ausge- 
zeichneten Soracte, die Verehrung der Diana auf dem Berge 
Tifata über Capua u. s. w. Damit stehen abermals zahlreiche 
Personifikationen im Zusammenhang, z. B. der auf den hohen 
Bergen der Nordgränze des römischen Kaiserreichs verehrten 
Götter, welche zugleich als schützende Mächte der Wanderer, 
welche die Alpenstrassen zogen, angerufen wurden, wie der 
Jupiter Optimus Maximus Poeninus, dessen Sitz der grosse St. 
Bernhard war, oder ein J. 0. M. Culminalis in der Steyermark, 
neben welchem sogar die Wege und die Stege göttlich verehrt 
wurden» Es gab auch Junones Montanae, häufiger Matres und 
Matronae genannt, segnende Göttinnen der Flur und des Wald- 
gebirges, welche von der keltischen Bevölkerung des nördlichen 
Italiens und des südlichen Deutschlands bis zur Donau verehrt 
wurden {Preller-Jordanj ebenda S. 288 ; vergl. Max Ihm, Der 
Mutter- oder Matronenkultus und seine Denkmäler, Bonn 1887.). 
Unter den Griechen war, um nur ein Beispiel hervorzuheben, 
hochberühmt der Kultus des Zeus der lichten Höhen, der Wolken 
und der Blitze, des Zsü; ^EXXavto; auf dem jetzigen Eliasberg der 
Insel Aigina, anderswo Zsuc o^iozo^ oder d-apalo^ genannt, immer 
an Stellen, wo ein weiter Ueber blick über Land und Meer war; 
daher die stehende Bezeichnung eines solchen Berggipfels 'Ispa 
xopücpTQ, von wo der Blick bei der Festfeier Land und Meer weit- 
hin umfasste, wo aber auch die Wolken sich sammelten und das 
Gewitter sich bildete. Warum denn nur immer in kühler Scheu 
vorübergehen an den Analogien aus dem späteren und selbst 



35 

aus dem heutigen Volksleben, welches uns noch manche Züge 
verwandten und untergegangenen Volkstums im Einzelnen auf- 
zuklären vermag! Wer etwa solcher Stellen und Heiligtümer 
etliche aus eigener Anschauung kennt, wie die herrliche Aus- 
sicht bei der Madonna del Sasso am Langensee, oder auch nur 
das lateinische Gedicht Jakoh Balde'a auf die schöne „Waldrast^ 
südlich von Innsbruck, der hat längst verstanden, wie wir es 
meinen. 

Nehmen wir unter den griechischen Ortsnamen vorläufig 
das Beispiel Panopeus (auch Panope, Panopeai, llavoirsuc, in 
Strabon's Zeit auch OavoisJ; geheissen), eine Stadt in Phokis 
und ehemalige Burg der Phlegyer, deren Trümmer noch sichtbar 
sind auf einem Berge bei Chaironeia, so lässt sich nicht wohl 
bestreiten, dass dieser Name sowohl ;, weitsehend *^ bedeuten 
kann, wie oytomi = Auslueg, als auch „weit sichtbar^, also be- 
sagt ;, auf weitschauender Höhe^, vergleichbar unseren zahlreichen 
alten Dorfnamen Schönrain, Schönegg, Schönhub etc., welche, 
wie der Kundige weiss, wahrhaftig nicht von ihren inneren Ein- 
richtungen also benannt sind. Gerade so haben die Neugriechen 
einen Berggipfel in Elis, die uralte Königsburg der Oxyliden, 
Kalaskopi genannt, die Venetianer in der Folge Belvedere, die 
Franzosen Beauvoir, immer aber von der Aussicht über Hohl- 
Elis und die nahen Inseln. Wenn nun ein Berichterstatter 
ersten Ranges, wie Thukydides, von unbefestigten Hügeldörfern 
der Bergbewohner Aetoliens und des ozolischen Lokris spricht 
(III, 94), und dies für seine Zeit, so ist wahrlich nicht abzusehen, 
warum wir eine ganze ßeihe von ON. wie 'ISofisvr; (r^ *13o,uivy] 
und al '18o[isvat, Thukyd. III, 112 iotov 8s öüo X091Ü üij^yjacu;, 
'Afi^avat, 'Etiioxoicy], Sxotcoc, öaü^otxoi (vergl. Bursian, Geogr. Grie- 
chenlands I, 39. 85. 464. II, 99. 215. 302. 379 und oft) aus- 
schliesslich in dem Sinne von Wachtplätzen (cppoüpta) oder Signal- 
türmen verstehen sollen. Wir loben uns da einmal die Unbe- 
fangenheit, womit über den letztgenannten Ort 0aufiaxot', jetzt 
Dhomoko, Livius sich ausspricht B. 32, Kap. 4: Thaumakoi liegt, 
wenn man von den Thermopylen und der malischen Bucht über 
Lamia herkömmt, auf einer Anhöhe gerade über dem Engpasse, 
Koila genannt, und hat man diese felsigen Gegenden Thessaliens 
und die durch die krummen Thäler sich windende Strasse zurück- 
gelegt und diese Stadt erreicht, so öffnet sich plötzlich eine 
unermessliche Ebene, dem weiten Meere gleich, also dass das 



36 

Auge das Ende der unter ihm liegenden Gefilde kaum erreichen 
kann. Diese wunderbare Lage gab dem Orte den Namen 
Thaumakoi. — „Wunderstadt^ soll der Name nach der Stuttgarter 
Uebersetzung bedeuten, ^ Wunderburg'' nach PB. Wörterbuch 
der Eigennamen! und dennoch besagt er nichts anderes, als die 
Stadt der wunderbaren Schau (OaJfx«, Oaü|xaCsiv, Osao^öt) oder^ 
wie wir zu sagen pflegen, der herrlichen Aussicht. 

Aus der bisherigen Auseinandersetzung dürfte der geneigte 
Leser wohl erkannt haben, inwiefern die Mythologie eines Volkes, 
zunächst hier die griechische Mythologie, gelten soll als das 
Ergebnis einer eigentümlichen Naturanschauung und zwar einer 
anthropomorphischen Naturanschauung, im Zusammenflusse mit 
einem gleichfalls eigenartigen Charakter der Landschaft. Auch 
hierin müssen wir natürlich allen Erscheinungen und Verhält- 
nissen, soviel als immer möglich, bis zu ihren letzten Ursachen 
und Quellen nachgehen. Wie weit nun aber die ältesten Boden- 
verhältnisse und Kulturerscheinungen Griechenlands gerade durch 
die uralten Benennungen von Land und Leuten, von Berg und 
Thal, Stadt und Hafenplatz aufgeklärt werden können, dies zu 
zeigen wollen wir im Folgenden versuchen. 

II. Ueber absichtliche und reflektierte Personifikation. 

Durch die vorhin S. 24 angeführten Worte des Philostrato» 
wurden diejenigen Objekte unserer Abhandlung, welche wir bis 
jetzt als Naturspiele hervorgehoben haben, deutlich gekennzeichnet. 
Der Uebergang aber von der eigentlichen mythologischen Sagen- 
bildung im Bewusstsein der antiken Völker zur absichtlichen 
und reflektierten Personifizierung, d. i. zu den Schöpfungen der 
Reflexion und Gelehrsamkeit, welche mit einer bestimmten 
Tendenz die alten Mythen fortbilden und erweitern, stellt sich 
klar heraus, sobald wir die Lokalgottheiten der Städte und 
Länder, der Berge, Flüsse, Inseln etc. näher betrachten. Ge- 
wohnlich stehen dieselben, wenigstens dem Anschein nach, in 
der Mitte zwischen den echten, naiven Produkten der alten 
anthropomorphischen Naturanschauung und den reflektierten, mit 
Bewusstsein gebildeten einer späteren Periode. Beispiele werden 
dies näher erläutern. 

Allgemein bekannt ist unsern Zeitgenossen der eigentüm- 
liche, in allen Lebensverhältnissen wirksame plastische Trieb 



37 

der alten Hellenen, anschauliche und leichtfassliche Figuren 
oder Persönlichkeiten als Träger und Darsteller der jeweilig 
herrschenden ethischen und politischen Ideen zu bilden und als- 
dann, nach einer ersten raschen Fixierung, dieselben ein für 
allemal festzuhalten und auszugestalten. Vermöge einer tiefen 
und ursprünglichen Sympathie zwischen der menschlichen Seele 
und dem Naturleben, ;,wie sie in unseren civilisierten Tagen 
höchstens der Dichter oder der begeisterte Naturforscher nach- 
zuempfinden vermag^ {Freller^ Griech. Myth. I, 1), gelangten die 
Griechen von der Betrachtung der Naturerscheinungen zu festen 
Personifikationen derselben und zur vollkommenen Vermensch- 
lichung der Götter, wie sie dem eigentlichen Mythus wesentlich 
ist und gerade den griechischen Polytheismus besonders kenn- 
zeichnet. Auf diese Weise wird natürlich die älteste überlieferte 
Geschichte selbst, gelind ausgedrückt, stark getrübt; es wird 
dasjenige, was die ersten Berichterstatter als religiös oder poe- 
tisch und volkstümlich Ueberliefertes aufgezeichnet hatten, von 
den späteren ohne weiters bona fide festgehalten. Während 
man alsdann in solchen Ueberlieferungen Belehrung und Er- 
hebung der Gemüter suchte und fand, verstiess man nur allzu 
leicht gegen die einfache Treue in der Berichterstattung. An- 
statt die geschichtlichen Urkunden zu sammeln und behufs einer 
sorgfältigen Benutzung aufzubewahren, hatte man vielmehr seine 
Freude daran, die politischen Ansichten und Doktrinen einer 
fortgeschrittenen Entwickelung durch unbestimmte Andeutungen 
über eine frühere Epoche sich zurecht zu legen, und zwar vor- 
nehmlich in der Weise, dass man einen bestimmten Namen 
als Urheber oder Verbreiter derselben aufstellte. Daher die 
durchgehends erweisbare Erscheinung bei den Griechen, dass 
alle nur irgendwie bedeutenden Ereignisse im Volksleben, wie 
Wanderungen , Umwälzungen, Stammesstreitigkeiten, Städte- 
gründungen, Erfindungen u. s. f. mit anscheinender Sicherheit 
an bestimmte Namen von Führern oder Archegeten (bekanntlich 
ist apx^T^"^*^ einer der grossen Beinamen des Apollon), Gründern 
(Oikisten) und Erfindern geknüpft sind, Namen, die zum grossen 
Teil einer in die vorgeschichtliche Entwickelung der griechischen 
Stämme zurückgreifenden Fiktion ihre Entstehung verdanken 
(vergl. 'As^Xtoc, Kü/Xsü;, MsTavdto-yjc, Xstpojv, bei Grasberger, Die 
griech. Stichnamen, 2. Aufl., S. 24). 



38 

Vor den Anfängen der geschichtlichen Aufzeichnung gab 
es also für die Hellenen eine Periode, wo sich, gemäss diesem 
nationalen Jugenddrange, in jeder Stadtgemeinde ein energisches 
Bestreben geltend machte, ihre eigene Entstehung und Bedeutung 
schon für die Heroenzeit nachzuweisen. Bei diesem lebhaften 
Bestreben ergab sich von selbst, dass man vor allem die be- 
kannten Heroen eines Stammes oder einer Gegend für sich und 
für einen einzelnen Ort als Träger des Namens (suüJvüixoi) bean- 
spruchte. Natürlich wurden zuerst die lokalen Verhältnisse und 
Ereignisse durch diesen eifrigen Lokalpatriotismus verherrlicht, 
aber auch wunderbare persönliche Schicksale und namhafte 
Thaten in Sage und Dichtung gefeiert und so allmählich die 
ohnehin schwache Ueberlieferung des Wahren und Geschicht- 
lichen möglichst verdunkelt oder auch ganz unkenntlich ge- 
macht. 

Zunächst wurden gewisse nationale Anliegen, die Allen 
gemeinsamen Leiden und Freuden, in die Form von lokalen 
Vorgängen und persönlichen Erlebnissen eigekleidet. So liebten 
es insbesondere die Eroberer eines Landes sich in der Folge als 
dessen ursprüngliche und fortwährende Bewohner (auTox^ovec) 
hinzustellen. Noch in verhältnismässig späten Zeiten trugen 
griechische Redner und Sophisten keine Scheu, mit dem angeb- 
lichen Vorzug der Autochthonie zu prahlen oder denselben für 
ein Gemeinwesen, wofür sie sich gerade interessierten, geltend 
zu machen. Demgemäss ergaben sich für alle möglichen Ver- 
hältnisse solche Titularvertreter oder Persönlichkeiten, die man 
bis in die eigentliche geschichtliche Periode herab durch ver- 
mittelnde Sagen und Genealogien mit einem gewissen Kern ur- 
sprünglicher Mythen in Verbindung setzte. Da ward in Mytho- 
logie und Kultus angeknüpft an die Götter des Himmels, die 
obersten in den Naturreligionen; „Zeus, Athena und Apollon 
bilden gleichsam einen engeren Ausschuss aus dieser höchsten 
himmlischen Götterwelt^ {Preller, Gr. Myth. I, 4); und in kühner 
Vermischung der idealen Welt des Glaubens mit der nationalen 
Geschichte und der wirklichen Gegenwart entsteht das mittlere 
Geschlecht der Heroen, die in der Sage gewöhnlich als mensch- 
liche Söhne und dienende Werkzeuge der Götter erscheinen, welche 
^als Helden und Führer ihres Volkes entweder das griechische Land 
oder die griechische Natur von allen Ungetümen einer primitiven 
Wildnis befreien oder die nationalen Feinde bezwingen, auf kühnen 



39 

Abenteuern vorangehen und neue Staaten begründen, vor allen 
übrigen aucb hier wieder die Mächte des Lichtes und des Him- 
mels" {Preller, ebenda S. 6). 

Allerdings ist es für uns nicht mehr möglich annähernd 
die Stufe der Entwickelung zu bestimmen, auf welcher derartige 
tendenziöse Genealogien zuerst aufgestellt wurden. Nur soviel 
lässt sich noch in einzelnen Fällen deutlich erkennen, dass man 
den Wert eines solchen Stammbaumes nach seiner Kontinuität 
schätzte, nicht nach seiner Länge, um auf diese Weise für die 
Hauptpersonen eines späteren emporgekommenen Geschlechts 
ihre Abstammung von einem Gotte recht anschaulich aufzu- 
zeigen. Mancherlei Abweichungen von einander in den einzelnen 
Angaben waren dabei unvermeidlich und sachgemäss, so dass 
diese mythischen Stammbäume als Basis der geschichtlichen 
Erinnerungen oder auch einer chronologischen Berechnung fast 
ohne Ausnahme unbrauchbar erscheinen* Es hat sogar allen 
Anschein, dass auch in der gebildetsten Stadt der Hellenen 
solche Schwankungen und Verschiedenheiten in den mythischen 
Genealogien weder ein Gegenstand dsr Ueberraschung noch des 
Anstosses waren, vorausgesetzt, dass sich in denselben nur irgend 
ein Zusammenhang mit den sagenhaften Altvordern und eine 
gewisse Symmetrie der gesamten Aufstellung bemerkbar machte 
(Plinius N. H. VIII, 22, 82 mirum est quo procedat Graeca cre- 
dulitas! null um tam impudens mendacium est ut teste careat). 

So besteht denn gewöhnlich die vorhistorische Vergangen- 
heit; durch welche der Grieche auf seine Götter zurückblickt, 
aus einer Reihe Namen von Personen, die im Verhältnis 
von Vater und Sohn oder von Geschwistern zu einander stehen, 
weiterhin aus Familienbegebenheiten und Abenteuern einzelner 
Individuen. Die in einer solchen Genealogie vorkommenden 
Namen selbst sind grossenteils dem Volke wohlbekannte Gentil- 
iind Ortsnamen, Namen von Bergen, Flüssen, Quellen, Seen, 
Dörfern, Gauen, welche personifiziert sind und demgemäss han- 
delnd oder leidend aufzutreten vermögen. Ausserdem heissen 
sie Könige oder Fürsten, aber ;,die Existenz einer ihnen unter- 
geordneten Menge wird eher stillschweigend angenommen, als 
bestimmt ausgesprochen : denn ihre persönlichen Thaten oder die 
Familienbegebenheiten machen zum grössten Teil den Stoff der 
Erzählung aus. Und so befriedigte die Genealogie gleichzeitig 
das Verlangen der Griechen nach romantischen Begebenheiten 



40 

und nach einem ununterbrochenen Stammbaum, der sie mit den 
Göttern verband. Der Eponymos, von dem die Genossenschaft 
ihren Namen hat, ist zuweilen der Sohn des Lokalgottes, zu- 
weilen ein erdgeborener Autochthon, der auch selbst zu einem 
Gotte gemacht wird^ (G. Grote, Gr. Geschichte, übersetzt von 
Th. Fischer, Bd. I, S. 75). 

Der Gott als Ahnherr war also die Spitze des ganzen 
Stammbaumes, und die Verbindung mit ihm oder einem eponymi- 
schen Heros bildete den Stolz der Geschlechter, der Herakliden, 
Aeakiden, Neleiden, Daidaliden, Asklepiaden u. s. f. Man darf 
geradezu behaupten, dass es kaum eine dauernde religiöse, ge- 
sellige oder gewerbliche Genossenschaft unter den Hellenen ge- 
geben hat ohne einen solchen Stammbaum. Sie alle erwuchsen 
aus den gleichen Bedürfnissen des Gemüts und der Einbildungs- 
kraft, das Band der Einheit unter den Mitgliedern eines Vereins 
durch eine Personifikation zu sichern und zu heiligen. Jedes 
Geschlecht (ysvor, genus, gens) begann mit einer religiösen und 
endigte mit einer historischen Person (vergl. Grote a. a. 0* 
S. 60, A. 1 über Bpoto; als ersten Menschen). Wie Dardanos, 
Tros und Jlos Eponymoi von Dardania, Troia und Jlion sind, 
so ist Priamos der Eponymos der Burg Pergamon, ITpiafio; heisst 
nämlich im äolischen Dialekte Ilsppafioc, Hesych. s. v., worüber 
Ahrens De dial. Aeolica § 8, 6, p. 56 bemerkt: Ex hac Aeolica 
nominis forma apparet, Priamum non minus arcis Ilepifa^wv epo- 
nymum esse quam Ilum urbis, Troem populi ; nspYajxa enim a 
IIsptGe^a natum est, t in y mutato. Anders freilich erklärt Apollodor 
«710 TOü TzpioLobaij weil flesione ihren Bruder Podarkes erst durch 
einen Scheinkauf habe frei machen müssen, der darüber seinen 
Namen Priamos bekam; vergl. auch Hygin. Fab. 89. Von sol- 
chen etymologischen Spielereien werden wir späterhin allerdings 
wiederholt reden müssen. Ganz merkwürdig sind die drei sym- 
bolischen Gestalten, welche in den Sagen einer der ältesten 
Städte von Argolis, Nauplia, die Schifffahrtskunde vertreten: 
Palamedes, der Erfinder der Nautik, der Leuchttürme, des 
Masses, der Rechenkunst,, des Würfelspiels, der Wage und der 
Buchstabenschrift ; sein Vater heisst Nauplios, sein Bruder Oiax, 
so dass also dieser griechische Heros von fremdländischem Ur- 
sprung die gesamte von den Phönikiern stammende Kultur der 
Hellenen in seiner Person zusammenfasst. Aber auch noch 
in der historischen Zeit können wir wahrnehmen, wie Perseus 



41 

vom Parteistandpunkt in Argos als gemeinschaftlicher Stamm- 
vater der Achämeniden und der Argiver geltend gemacht wird; 
Datis sollte als Nachkomme des Medos, des Sohnes der Medea 
und des Aigeus, Ansprüche auf Attika haben. So wird Foüvsüc 
der Heros Eponymos der thessalischen Stadt Gonnos. ^) Der ge- 
priesene mythische Thraker Orpheus war der Eponymos einer 
Vereinigung von begeisterten Verehrern des Dionysos, einer 
orphischen Bruderschaft. Hellen, der Sohn des Deukalion, war 
der grosse Eponymos des hellenischen Stammes, nach der ge- 
wöhnlichen Erzählung, während derselbe nach andern Angaben 
zu einem Sohne des Zeus gemacht wurde. Hellen hatte von 
einer Nymphe drei Söhne, Doros, Xuthos und Aiolos, welche den 
Bewohnern ihrer bezüglichen Gebiete die Namen Dorier, Achäer 
und Jonier (von den Söhnen des Xuthos, Achaios und Jon) und 
Aeoler gaben. Und an solche eponymische Personen als Ahn- 
herren der Stämme, die nach ihnen den Namen führten, wurde 
unter den Griechen buchstäblich und unbedingt geglaubt, bis in 
die Einzelheiten. 

Lykaon, ein König von Arkadien, hatte eine Schaar Söhne 
von ausgesuchter Ruchlosigkeit. Um sich mit eigenen Augen 
von ihren Missethaten zu überzeugen, kam Zeus in einer Ver- 
kleidung zu ihnen; sie aber ermordeten ein Kind und setzten 
es ihm zum Mahle vor, jedoch der Gott warf den Tisch um und 
tödtete den Lykaon mit seinen fünfzig Söhnen durch den Blitz, 
mit alleiniger Ausnahme des jüngsten, des Nyktinos. Die Stadt, 
bei welcher der Tisch umgeworfen wurde, erhielt den Namen 
der Tischstadt (TpausCo^c, man vergleiche jedoch unten bei den 
Ortsnamen). Lykaon's Söhne aber galten später als die Gründer 
der verschiedenen Städte Arkadiens. Das Land zerfiel in eine 
Menge kleiner unabhängiger Stadtgemeinden, von denen jede 
ihren eigenen Eponymos hatte. So werden Pallas, Orestheus, 
Phigalos, Trapezus, Mainalos, Mantineus, Tegeates als Eponymoi 
vorgeführt. Nicht anders verhält es sich mit den für Böotien 
vorgetragenen Genealogien, z. B. bei Pausanias IX, 38, 6; 29, 1, 
wo beinahe eine jede Person der mythischen Reihe ein Eponymos 
ist: Athamas gab der athamantischen Ebene seinen Namen, 
Minyas, Orchomenos, Koronos, Haliartos, Almos, Hyettos u. s. w. 



1) Ahrens, de dial Aeol. 50, 4, p. 220: die Verdoppelung des Konsonanten 
nnd Verkürzung des Vokales ist dem äolischeu Dialekt eigen. 



42 

sind in gleicher Weise Namen eines Volkes, einer Stadt oder 
eines Dorfes. 

Europa, von Zeus aus Phoinikien nach Kreta herüberge- 
bracht, gebiert ihm daselbst drei Söhne, Minos, ßhadamanthy» 
und Sarpedon. Asterios, ein König in Kreta, vermählt sich mit 
ihr und adoptiert ihre Kinder von Zeus; dieser Asterios aber 
ist ein Sohn des Kres, des Eponymos der Insel. Nach einer 
andern Genealogie, gemäss welcher Minos zum dorischen Stamme 
gehören sollte, war er der Sohn einer Tochter des Kres und des 
Tektamos, Sohnes des Doros u. s. w. Oineus, das Haupt einer 
von ungewöhnlichen Schicksalen heimgesuchten Familie , der 
Aioliden, sollte, wie Pausanias und ApoUodor versichern, zu 
Oinoe zwischen Argos und Mantineia beerdigt sein, so dass der 
Name dieses Ortes mit ihm in Verbindung gebracht wird; An- 
dere dagegen glaubten ihn als den eponymischen Heros der 
Oiniaden, bezw. der ätolischen Stadt Oiniadai ansehen zu müssen» 
Mit Pelops, dem Eponymos des Peloponneses, beginnt die glän- 
zendste unter den alten mythischen Genealogien, die der Pelo- 
piden, deren einzelne Namen fort und fort die Idee eines an- 
ziehenden Märchens oder einer grausigen Tragödie erwecken. 

Aber auch die oft besprochenen und noch in der neuesten 
Zeit vom geschichtlichen Standpunkt aus in sehr überflüssiger 
Weise verspotteten Amazonen gehörten sicher zu den bedeu- 
tendsten Persönlichkeiten derjenigen Periode, auf welche die 
Griechen als ihre älteste Geschichte zurückblickten. Der Glaube 
an die Amazonen hatte sich in einer Zeit festgesetzt, in der die 
einzige Nahrung des griechischen Geistes in den religiösen Mythen 
und der epischen Dichtkunst bestand. Welche mächtige Gewalt 
aber solche alte Mythen noch in späteren Zeiten und selbst über 
die positivsten Geister Griechenlands ausübten, das beweist uns 
schlagend ein Vergleich, den der Geschichtschreiber Arrian mit 
dem alten überlieferten religiösen Glauben einerseits und mit 
der ihm geläufigen kritischen Forschung andrerseits einzugehen 
versucht, Exped. Alex. VII, 13. Nämlich über den Besuch der 
Amazonenkönigin bei Alexander lässt er sich also aus: Weder 
Aristobulos noch Ptolemaios noch irgend ein anderer kompetenter 
Zeuge hat denselben erwähnt, und es scheint mir nichts dass das 
Geschlecht der Amazonen bis zu dieser Zeit bestanden habef 
denn sie werden weder von irgend einem andern vor Alexander, 
noch von Xenophon erwähnt, obwohl dieser die Phasianer, die 



43 

Kolcher und die andern barbarischen Nationen nennt, welche die 
Griechen vor und nach ihrer Ankunft in Trapezus sahen, auf 
welchem Marsche sie auch die Amazonen angetroffen haben 
müssten, wenn diese noch existiert hätten. Doch ist es mir un- 
glaublich, dass dieses Weiber -Volk, da es von so vielen und so 
grossen Schriftstellern in einem so hohen Grade gefeiert ist, 
überhaupt nie dagewesen sein sollte. Die Sage erzählt von 
Herakles, dass er aus Griechenland aaszog und den Gürtel ihrer 
Königin Hippolyte mit zurückbrachte; ebenso von Theseus und 
den Athenern, dass sie die ersten waren, die diese Frauen bei 
ihrem Einfall in Europa in der Schlacht besiegten und zurück- 
warfen ; und der Kampf der Athener mit den Amazonen ist von 
Mikon ebenso wie der Kampf der Athener und Perser gemalt 
worden. Ausserdem hat Herodot an mehreren Stellen von diesen 
Frauen gesprochen, und diejenigen athenischen Redner, welche 
Lobreden auf die in einer Schlacht gefallenen Bürger hielten, 
haben den Sieg über die Amazonen immer zu den denkwürdig- 
sten Thaten der Athener gerechnet. Wenn nun der Satrap von 
Medien überhaupt Frauen zu Pferde dem Alexander sandte, so 
glaube ich, dass sie in der Reitkunst geübt und in der Weise, 
die gewöhnlich die amazonische heisst, gekleidet aus den benach- 
barten Stämmen gekommen sein müssen. 

Diese Bemerkungen eines besonnenen Geschichtschreibers 
über die Sage von den Amazonen liefern, wie Grote a. a. 0. 
S. 198 mit Recht betont hat, den augenfälligsten Beweis für die 
unauslöschliche Kraft, mit der die alten Mythen in den National- 
glauben und die Gefühle der Griechen verwebt waren. Sicher 
würde dem Arrian eine annehmbare Weise diese Sage symbolisch 
zu erklären oder ihr ein politisches Ereignis unterzulegen besser 
behagt haben; da er aber rund und nett über Annahme oder 
Verwerfung derselben sich entscheiden sollte, so brachte er es 
offenbar als patriotisch gesinnter frommer Mann nicht über sich, 
an eine fernab gelegene Vergangenheit denjenigen Massstab der 
Glaubwürdigkeit anzuwenden, der ihm für die Gegenwart als 
gültig erscheinen musste. In Betreff der Heimat der Amazonen 
glaubt H, Kiepert, Handbuch der alt. Geogr. S. 93, A. 2, dass 
der Kultus der Mä genannten bewaffneten Göttin im pontischen 
Komana, welche von den Griechen zuweilen mit Artemis ver- 
glichen wurde und die auch sonst in jenen Gegenden, unter 
anderm in dem durch Caesar's leichten Sieg über König Pharnakes 



44 

berühmt gewordenen Zela verehrt wurde, durch orgiastische 
Waffentänze der weibliehen Hierodulen die Veranlassung war 
zur Lokalisierung der Amazonenmythe in der dortigen Gegend; 
namentlich im Thale Themiskyra am Thermodon, offenbar im 
Anschluss an eine alte Lokalbenennung, deren Spur im Berge 
Mazün bei Terme sich bis jetzt erhalten hat. Die Glosse des 
Hesychios 'AfiaCaxapav tioXs^sIv Ilspaai bezieht P. de Lagarde, Ge- 
sammelte Abhandl. S. 199 auf den Amazonennamen, «fxaCa auf 
Wurzel ag = ^üvays'v ^Apr^a, ua^ivr^v. 

Was schon Heyne, Observatt. ad Apollod. I, 9, 16 (p. 72) 
vor langer Zeit ausgesprochen hat, dass der Zerlegungsprozess 
der Argonauten sage, um eine faktische Basis zu gewinnen, ein 
völlig fruchtloser sei, das gilt von hundert solchen Mythen; sie 
zu zerlegen, um aus ihnen einige glaubwürdige besondere That- 
sachen herauszuziehen, bleibt schliesslich immer wieder ein nutz- 
loser Versuch. ;,Die religiösen Erinnerungen, die romantische 
Erfindung und die Andeutungen eines wirklichen Faktums, wenn 
solche überhaupt da sich fänden, müssen für immer chemisch 
verbunden bleiben, wie sie der Dichter ursprünglich zur 
Ergetzung oder Erbauung seiner Zuhörer zusammenfügte*^ (Grote 
ebenda S. 210). Einmal war es also, wie gesagt, der unverän- 
derliche Hang der griechischen Phantasie, für jeden bedeutenden 
Ort einen Eponymos aufzufinden. Götter, Heroen und Menschen, 
sowie dasjenige was mit ihnen zusammenhängt, Religion und 
Patriotismus, waren solchergestalt von den Griechen zu einem 
unauflöslichen Gewebe verwebt, in dem die Fäden der Wahrheit 
und Wirklichkeit, was sie auch ursprünglich gewesen sein 
mochten, weder unterscheidbar sein sollten noch es wirklich 
waren {Grote S. 451). In demselben Sinn unterscheidet auch 
Jacob Grimm (Vorrede zur Deutsch. Mythol. 1. Ausg. S. 1) scharf 
zwischen Sage und Geschichte, indem er das Faktum hervorhebt, 
dass die Sage ihre Hauptwurzel in dem religiösen Glauben hat. 
„Sage und Geschichte sind etwas Verschiedenes, sie berühren 
sich zwar auf den Gränzen, doch jede hat ihren gesonderten und 
ausschliesslichen Boden." Aus dem Konflikte ferner, der sich 
aus dieser Unsicherheit über das Gränzgebiet zwischen Sage und 
wirklicher Geschichte für die Geschichtschreibung selbst ergeben 
musste, erklärt sich auch die uns sonderbar erscheinende Freiheit 
oder Willkür, mit der die alten Schriftsteller die in den Sagen 
vorkommenden geographischen Namen der wirklichen Erde 



45 

anzupassen und damit den ästhetischen Stoff der alten Mythen 
in die niedrigere Atmosphäre der Geschichte herabzuziehen 
suchten. Es macht darum einen seltsamen Eindruck, wenn wir 
heute noch in ernsten Zeitschriften, nicht etwa in spielenden 
Feuilletons, auf Abhandlungen stossen, deren Verfasser es unter- 
nehmen, die von einander abweichenden Angaben über die Teil- 
nehmer an der Argofahrt in Einklang zu bringen und das Reise- 
journal der Argo zu enträtseln. Man ist sich also noch immer 
nicht klar darüber, dass das Uebernatürliche und Fabelhafte 
nicht nur einen immanenten Teil dieser Erzählung ausmacht, 
sondern ihren hervortretenden charakteristischen Zug. ;,Wenn 
mit der Sage ein Tropfen eines geschichtlichen oder geographi- 
schen Faktums vermischt ist, so haben wir wenigstens kein 
Auflösungsmittel, durch welches er frei gemacht, und keinen 
Prüfstein, durch den er erkannt werden kann. Wohin der grie- 
chische Seemann auch segelte, er nahm seine religiösen und 
patriotischen Mythen mit sich. Seine Phantasie und sein Glaube 
waren gleichmässig erfüllt von den weiten Wanderungen des 
Jason, Odysseus, Perseus, Herakles, Dionysos, Triptolemos oder 
der Jo; es war ihm angenehm im Glück und tröstlich in der 
Trübsal, zu glauben, dass ihre Reisen sie über den Boden ge- 
bracht hätten, den er selber durchschritt. So gab es in dem 
ganzen grossen Kreise der griechischen Epik keine Sage, die 
mehr Anlage hatte bei dem Seemann beliebt zu sein, als die 
Geschichte von der uralten Argo und ihrer ausgezeichneten 

Mannschaft Er lokalisierte die Sage von neuem, wohin 

er auch ging, oft mit einigen frischen Umständen, die ihm ent- 
weder seine eigenen Schicksale oder die vor ihm liegende Land- 
schaft an die Hand gegeben hatten" (Grote ebenda S. 223). 

In demselben Verhältnis, als die authentische Ortskunde 
sich erweiterte, stellte sich allmählich die Notwendigkeit ein, die 
geographischen Vorstellungen zu modifizieren oder den Schau- 
platz, auf dem die alten Mythen spielten, zu verschieben. Dieser 
verwirrenden Aufgabe und vermeintlichen Korrektur unterzogen 
sich mit der Zeit mehrere Geschichtschreiber und Geographen 
des Altertums, denen es schmerzlich erschien, irgend einen hoch- 
gepriesenen Teil der alten Epik aufzugeben, weil er ohne eine 
ausgemachte Basis der Wahrheit wäre. Aber auch in unseren 
Tagen zerrt noch hier und da ein Autodidakt in seiner Abge- 
schlossenheit an dem abgelagerten Gewebe herum. Und doch 



46 

hatte schon um die Mitte des vorigen Jahrhunderts der Italiener 
Vico, ein Vorg^änger Fr. A. Wolfes in Hinsicht auf die homeri- 
schen Gedichte und Niebuhr^s mit Bezug auf die römische Ge- 
schichte, warnend es ausgesprochen, dass alle Versuche der 
Mythenerklärung, wie man das gewöhnlich nennt, oder ihre Um- 
setzung in physikalische, moralische, historische Erzählungen, 
die zu unserer Denkweise passen sollen, sogar als blosse Ver- 
mutungen wesentlich ohne Aussicht auf Erfolg wären. 2) 

Aus den die Götter betreffenden Mythen erkennen wir nun 
aber das Wesen der griechischen Götter selbst und damit die 
Richtung des Glaubens und der Einbildungskraft der Hellenen. 
Jeder Gott hatte viele und oft sehr verschiedene Beinamen, 
hatte Haine und Tempel, Feste und Ceremonien, deren Kennt- 
nis in mythischen Erzählungen einer gläubigen Umgebung und 
Nachbarschaft benannt, ausgeführt und weiter verbreitet wurde, 
insbesondere durch die Gesänge der Dichter. Nach der Lebhaf- 
tigkeit des griechischen Volksgeistes ergab sich indessen aus 
den beständig sich wiederholenden Götterfesten immer wieder 
von neuem ein Verlangen nach neuen Mythen oder- doch nach 
Abwechslung und Fortbildung bezüglich der alten, so dass ein 
solches Bedürfnis noch für das dritte Jahrhundert der christ- 
lichsten Zeitrechnung nachweisbar ist; also für eine Zeit, in der 
die alten Formen des Heidentums längst im Dahinschwinden sich 
befanden. Es war aber gerade der Ruhm der alten Sänger und 
Erzähler, imstande zu sein diese religiöse und patriotische Stimm- 
ung und Neigung des Publikums zu befriedigen. Auf diese Weise 
waren, abgesehen von den grossen olympischen Göttern und den 
weitverzweigten Mythen, die sich auf ihre Hierarchie bezogen, 
allmählich ganze Schaaren menschenähnlicher oder übermensch- 
licher Persönlichkeiten fixiert worden, als da waren Dämonen, 
Heroen, Nymphen und, wie schon bemerkt, eponymische 
Genien aller Art, die sich mit jedem Fluss, Berg, Vorgebirge, 
mit einem Dorf und einer Stadt oder einer feststehenden Be- 
zirks- und Landesgränze mit Leichtigkeit und grösster Anschau- 
lichkeit identifizieren Hessen. Und wie in der politischen Ge- 
meinde und in abgeschlossener Landschaft, so gab es wiederum 
in jeder Familie und Sippe besondere Gentil-Gottheiten, • auch 



1) Opere di Giambattista Vico, Ordinate da Giuseppe Ferrari, Vol. III, 
p. 225 sqq. Vico, Principj di nna scienza naova, Napoli 1826 p. 265 sqq. 234 sqq. 



47 

Kulte der verstorbenen Vorfahren, welche die Mitglieder einer 
solchen beschützten und als Bürgschaft und Symbol der gesam- 
ten Vereinigung galten. Schliesslich existierten sogar in jeder 
Gilde und für jedes Gewerbe besondere Wesen, deren Beruf es 
war die verschiedenen Grade des Geschäfts zu fördern oder auch 
zu behindern. 

So begreift man denn die vielgestaltigen und zahlreichen 
Personifikationen, welche in jeder Richtung die Denkart 
der Griechen beeinflussten und gleichsam durchsetzten, und über- 
haupt mit ihrer Vorstellung und Darstellung der Erscheinungen 
der Gegenwart wie der Vergangenheit innerlichst verbunden 
waren. Ganz richtig hebt in dieser Hinsicht Grote a. a. 0. S. 4 
hervor, dass in den alten Göttermythen die allegorischen Per- 
sonen und Attribute sich immer verbunden finden mit anderen 
nichtallegorischen Personen und Attributen, dass aber die beiden 
Klassen nicht gesondert werden können ohne Störung des ganzen 
Ganges der mythischen Ereignisse, und dass daher keine Er- 
klärung, die uns zu dieser Notwendigkeit dränge, zulässig sei. 
Es würde allen vernünftigen Annahmen über das Zeitalter und 
die Gesellschaft, in der diese Mythen entstanden, widersprechen, 
wollte man voraussetzen, dass sie sich durch Allegorie auf ein 
System physikalischer Lehre zurückführen lassen. ;,Die Theo- 
gonie der Griechen enthält einige kosmogonische Ideen, aber sie 
kann nicht als ein kosmogonisches System oder eine Umwand- 
lung in eine Reihe von elementarischen, planetarischen oder 
physikalischen Veränderungen angesehen werden" (Gro^e). Nicht 
selten treffen wir bei den Griechen auch Gottheiten, die man 
sich nicht so bestimmt und beständig als Personen vorstellte, 
wie Ate, Eris. Hypnos, Thanatos, Bia, Kratos, Ossa, Litai u. s. w. 
Dabei wird ein und dasselbe Wort bald zur Bezeichnung der 
Persönlichkeit, bald einer Eigenschaft oder eines nicht personi- 
fizierten Ereignisses gebraucht, in einem unbewussten Uebergang 
der Vorstellungen, welcher Allegorie genannt wird. Durch das 
Ineinanderspielen der Begriffe, des eigentlichen und des uneigent- 
lichen oder abgeleiteten, ergab sich bei einer genaueren Sichtung 
in späteren Zeiten das sonderbare Resultat, dass man in einer 
langen Reihe eingebildeter Geschichte und Chronologie die mythi- 
schen Namen und Generationen beizubehalten, die mythischen 
Ereignisse aber auszustossen oder umzuformen sich genötigt 
sah. Während auf solche Weise die buchstäbliche Mythe auf 



48 

den Wert einer Dichtung herabgesetzt wurde, erhob sich die 
ausgelegte Mythe zum Rang einer Wirklichkeit. Mehr und mehr 
gewöhnten sich jetzt die besseren Köpfe daran verschieden von 
der grossen Menge zu urteilen, indem der Gott Elenchos, der 
die Wahrheit gibt und sie beweist, in ihre Seelen herabstieg. ^) 

Wird nun bei dieser Sachlage eine historische Thatsache 
oder eine bekannte und gesicherte Einrichtung auf ein mythi- 
sches Ereignis zurückgeführt, so gibt es für uns nur zwei 
Wege den Gegenstand zu erfassen: entweder nehmen wir das 
Ereignis als wirkliches, das die ihm zugeschriebene Wirkung oder 
Folge gehabt habe; oder wir behandeln dasselbe als eine Sage, 
die bisweilen die Absicht erkennen lässt für die Wirklichkeit eine 
Basis der Wahrscheinlichkeit zu gewinnen. Hier gilt ein für 
allemal eine Bemerkung des Pomponius Mela lil, 7, 70 von den 
Wundern Indiens: Ad Tamum insula est Chryse, ad Gangen 
Argyre; altera aurei soli, ita veteres tradidere, altera argentei, 
atque ut maxime videtur aut ex re nomen aut ex voca- 
bulo fabula est. Bezieht sich freilich das mythische Ereig- 
nis auf eine Zeit die, wie dies gewöhnlich der Fall ist, allen Er- 
innerungen vorausliegt, dann dürfte der zweite Ausweg für 
unsere Auffassung unstreitig eher mit Vernunft und Wahrheit 
zusammentreffen als der erste. 

Also ex vocabulo fabula! wobei man sich aber wohl hüten 
muss einen vorausgesetzten Inhalt oder gar ein System der ge- 
samten mythischen Erzählungen einer solchen etymologi- 
schen Untersuchung unterzulegen. Mit andern Worten: es ist 
verkehrt aus Namen Mythen entstehen zu lassen, den überliefer- 
ten Mythos geradezu und ausschliesslich aus den Namen des 
Gottes oder Heros herauszuklügeln oder in denselben hineinzu- 
deuten. Sicher ist, dass schon im Altertum das Bestreben, 
Götter-, Helden- und Landesnamen ableitend zu deuten, auf die 
Ausbildung der Mythologie selbst einen unberechenbaren Einfluss 
geübt hat {L. Lersch, Die Sprachphilosophie der Alten S. 103). 
Nachdem es jedoch weder in der alten noch in der neuen Zeit 
an zahlreichen Versuchen einer solchen etymologischen Missdeut- 
ung gefehlt hat, dürfte es dem Leser nicht unpassend erscheinen, 



1) Nach einer Personifikation Menander^s bei Lnkianos Psendolog. 4 icapa- 
x/srjTso; T^fiiv toJv MevavSpou irpoXoYwv etc, 6 "EXeYXOC» ?iXoc 'AXiijOeia xal Ilappijoif, Otoc 
O'Jx 6 ao7][iOTaToc toJv im tiJv oxijvtjv avaßatvdvTwv. 



49 

wir im Folgenden eine Reihe von anschaulichen Beispielen vor- 
führen, welche ungefähr in der Weise, die der grosse Forscher 
Fott in den ^Etymologischen Legenden bei den Alten" (Philo- 
logus 1863, II, Suppl. Band, S. 253 ff.) vorgezeichnet hat, die 
ganze Einseitigkeit und Verkehrtheit dieses Verfahrens erkennen 
lassen. 

Wir beginnen nicht etwa mit den besonders schwierigen 
Fällen, in denen für eine Namendeutung Sprachwissenschaft und 
Ethnologie, Geschichte und Geographie gleichzeitig mit einander 
konkurrieren, während trotzdem das Ergebnis der mühsamen 
und vielverschlungenen Auslegung unsicher bleibt oder meisten- 
teils nur wahrscheinlich, sondern wir machen den Anfang mit 
einer Anzahl Eigennamen, Personen- und Ortsnamen, bei 
denen gegenüber der erkennbaren Wurzel des Wortes sich be- 
sonders die Absicht einer willkürlichen Deutung zu Zwecken 
persönlicher Selbstsucht oder eines lokalen Patriotismus deutlich 
verrät. Dass man aber bei blosser subjektiver Deutung der 
Namen auch vor einem gewöhnlichen und oberflächlichen Spiel 
mit Namen nicht zurückschreckte, wird der Leser sofort aus der 
Mehrzahl der von uns gesammelten Beispiele erkennen. 

Alle Eigennamen sind als ursprüngliche A p p e 1 1 a t i v e zu 
betrachten. Namen, welche mit Adjektiven gleichlauteten, wuss- 
ten die Griechen in ihrer Sprache bekanntlich durch das einfache 
Mittel der Ton Verschiebung bequem zu unterscheiden, z. B. 
Ttaajjisvoc, der Mann des Namens, gegenüber von Ttoa,usvoc, der sich 
gerächt hat; oder AIuü als Ortsname, gegenüber von aiuü hoch- 
gelegen, As$a|X£vat neben öeSafjisvat, K\a(io\ivj(ii neben xXaCofjtsvat 
u. s. w. (vergl. Grasherger, Die griech. Stichnamen 2. Aufl. S. 
30 f.). Also kommt es für die Forschung darauf an, wie schon 
die alten Grammatiker lehrten, die Namen auf ihre appellative 
Bedeutung zurückzuführen (Herodian Tispl |xov. XsS. v. 13. Etymol. 
Magn. s. V. 'EXsstg). Dass nun ursprünglich alle Eigennamen einen 
bestimmten Sinn hatten, also die Personennamen beispiels- 
weise das betreffende Individuum wirklich kennzeichneten, in 
seiner Eigenart, nach Gestalt, Charakter, Beschäftigung etc., 
lässt sich schwerlich irgendwie in Abrede stellen. Diese ein- 
fache und natürliche Prädizierung aber tritt uns sofort in ihrer 
vollen Wichtigkeit und Anschaulichkeit entgegen, sobald wir 
sie vergleichen mit unserer heutigen meist nichtssagenden und 
oft höchst zufälligen Zuweisung der ;, Vornamen^, an deren Stelle 

Grasberger, Ortsnamen. 4 



ÖO 

mitunter eine blosse Nummer dieselben Dienste leisten könnte. 
Anders hielten es damit die Altvordern. Wie bei den alten 
Juden und Griechen ^), so war es Brauch bei unseren deutschen 
Vorfahren, den Kindern Namen auszudenken, die einen schönen 
und gediegenen Kern enthielten. Der Rufname sollte dem Wesen 
der Persönlichkeit gelten oder ihr etwas Edles und Anregendes 
zuflüstern. Was man am liebsten hatte oder was man am höch- 
sten hielt, sollte im Namen klingen. Ja, es sollte darin ein 
Segensspruch liegen, der Unfall abwehrte. Prüfen wir demge- 
mäss die ältesten Personennamen, zumal jene des antiken griechi- 
schen Lebens, dann fällt uns wenigstens in den alten Dichtungen 
sofort auf, dass ganze Reihen von Namen in Uebereinstimmung 
und in bestem Zusammenhang stehen mit der Eigenheit oder 
Lebensweise ihrer Träger. Welcher war freilich in seiner Zeit 
der Ansicht (Rhein. Mus. I, 222), dass ein solcher Zusammen- 
hang der Namen nur in der Dichtung statthabe. Allein diese 
Einschränkung wird einfach zurückgewiesen durch zahlreiche 
Beispiele aus der nachepischen Literatur, sowie aus Inschriften 
und Denkmälern verschiedener Art. So werden in dem von 
ßoechh in den Sitzungsberichten der Berl. Akad. 31. Juni 1839 
behandelten Schiffsregister aus dem Peiraieus nicht weniger als 
34 Architekten aufgeführt, deren Namen alle für Schiffbau und 
Schifffahrt bedeutsam sind ; woraus allein schon hervorgeht, dass 
;,die sinnige Eigentümlichkeit griechischer Eigennamen und deren 
Anspielung auf Stand und Beschäftigung der Individuen nicht 
blos der mythischen, sondern auch der historischen Zeit ange- 
hört^ {Th. Fanofha, Philol. u. histor. Abh. der Berl. Akad. aus 
dem Jahre 1839, Berlin 1811, S. 127). Sehr viele Namen der 
älteren Dichter und Künstler erscheinen symbolisch und dürften, 
da sie deutlich an die zünftige Behandlung der Poesie und Pla- 
stik erinnern, vielleicht in ihrer Mehrzahl Familien angehören, 
in denen sich durch einige Generationen die betreffende Kunst 
forterbte, gleichwie in neueren Zeiten in bekannten G-eschlech- 
tern der Ruhm eines Malers, Musikers, Kupferstechers u. s. w. 
Zu dieser Gattung gehört doch wohl der Name jenes Terpander 
von Antissa, der bei den Alten als Stifter einer dorischen Sänger- 
schule und der ersten Musikepoche durch Anwendung des Hepta- 



1) Cf. Gesenius, Scripturae linguaeque Phoen. mon. Lipsiae lß37, p. 180 sq. 
mall ominis nomina propria extimescebant Hebraei. 



Bl 

chords gerühmt wird. Wie häufig ein solcher Fall eintrat, unter 
den Griechen zumal, dass gewisse charakteristische Beinamen 
oder Nachnamen feste symbolische Bedeutung erlangten, dafür 
haben wir in den ;,Griech. Stichnamen ^ die Belege in Menge ge- 
liefert. Wie stark aber überhaupt ein Hang zum Etymologisieren 
aus Eigennamen, sogar in den Schulen der Philosophen sich 
geltend machte, lässt unter andern die Pythagoreische Bilder- 
sprache wiederholt erkennen ^j. Wie sehr man sich auch dagegen 
sträuben mag, ursprünglich bedeutet der Name Stesichoros nichts 
anderes als einen Musikdirektor, Komponisten, Balletmeister, 
oder welchen anderweitigen modernen Ausdruck man unterstellen 
will. Auch Kykleus gehört hierher, der symbolisch genommene 
Vater des Arion, gleichviel wie man des letzteren Verhältnis zu 
orchestischen Chören [sich vorstellen mag 2). Wie leichtfertig auch 
in späteren Zeiten mit solchen Namen nicht selten gespielt wurde 
(wir werden unten auf diesen Umstand näher eingehen), irgend 
einmal verstand man sicherlich unter ^AXrJtTjc den Wanderer vor- 
zugsweise, unter Ot^asüc den Schwinger (von izdXXa}), unter TsXa^wv 
den Träger (von tacccü, tai^/jh), der dann in den Sagen von Bau- 
meistern zu einem zweiten ^'AxXa; wurde, unter Eü^stp einen Bild- 
ner, als Künstler mit ganz besonderer Handfertigkeit, unter 
Eüypa|x|üio<; den Schönzeichner, den trefflichen Zeichner oder Maler, 
unter Atoico; einen Ordner u. s. w. In solchem Sinne lässt auch 
das berühmte Standbild der Tyche von dem sikyonischen Bild- 
hauer Eutychides, einem Schüler des Lysippos, kaum einen Zweifel 
über die Verbindung zwischen dem Namen des Künstlers und 
seinem Werke. Und mag auch IItjXsüc anfangs ein Prädikat des 
blitzeschleudernden Zeus gewesen sein (Prellerj Grieche Myth. 
I, 278) und Namen wie IIaXa|xaa>v und AaiäaXo; in gleicher Weise 
Appellativa für Hephaistos, den Griechen galt einmal AatSaXo; 
als der Künstler, der die öatiaXa, Soava, Schnitzbilder, verfertigte, 
wenngleich für die älteste Anschauung der Name AatöaXoc eben- 
so gut wie 2<püpo(;, Hammer, ein Sohn des Machaon, und andere 



1) Z. B. Porphyr. Vit. Pythag. 41 oiov tyjv OaXaitav jisv exaXei eivat Kpdvoj 
•Saxpuov, tac U apxrouc *Peac x^^^S*^» ^^^ ^® ÜXeiaSa Mouaoiv Xupav, tou; hk nXavTJrac 
xuvac nepoe(p6vii]c. 

^) Suidas 8. V. Xe^etat xal Tpayaou tpoiiou eopen^c YeveoOai >jat upaJTOC ^opov 
öTYJaai ■/.dt ^t^paaßov aaai xat ovojxaaai to a8ol(ievov uiio tou x^P^^i ^^^ Satupouc eiös- 
vrfxeTv efji^Tpa XeYovrac. Suidas s. v. StTjaippoc * «xXtJOt] 8s 2t. oti npüStoc xiOapwSiac 
-•^opov ecTijöiv • eusi tot itporepov Tioiac exaXeTro. 

4* 



52 

eine Beziehung auf den Feuerkünstler und Hammergott verraten» 
Pholos aber ist immerhin der Höhlenmann (von cpü)A£o>) und 
Stentor hatte sicher den Namen von seiner gewaltigen Stimme 
(oievü) ich stöhne, stan = sonare. gemere). Bedenklicher lauten frei- 
lich solche Erklärungen eines Namens, wie die auf Parrhasioa 
bezügliche Stelle des Plinius N. H. XXXV, 10, 35 f. mit sonder- 
baren Belegen für seinen Charakter als „freimütig redender" 
Künstler. Uebrigens stellte schon Fanofha dieser Deutung des 
Namens Parrhasios die römische Aperta gegenüber (Abhandl. 
der Berl. Akad. 1839, S. 136). Diese Gattung von Personennamen 
ist allerdings einem unsicheren und mehr oder weniger umstritte- 
nen Gränzgebiete zuzuweisen, das zwischen fassbaren Persönlich- 
keiten und blossem Spiel mit Namen sich ausbreitet. Mancher 
Name mag da von einem grammatischen Epigrammendichter 
herrühren oder von einem Verfasser von Btot erdichtet sein, wenn 
ein wirklicher Name fehlte, einfach um einer gewissen Eben- 
mässigkeit willen {Welcher Kl. Schriften V, 53). So bleiben denn 
für uns die Zweifel, z. B. bei der Schulter des Pelops, von den 
Göttern genossen, von Tantalos vorgesetzt. ;, Sollte etwa ein 
Rätselspiel mit ü>|xoc (Schulter) und (wfxoc (roh, ungekocht) dem 
zu Grunde liegen? Ein vollkommen sinnloses Märchen ist es un- 
möglich, auch wenn der Schlüssel zur Erschliessung seines Sinnes 
für uns verloren sein sollte^ (Fott a. a. 0. S. 264). Oder bei dem 
Namen kXomv = Eütüxt]C {oXq^o^ von glücklicher Vorbedeutung) = 
Bonifa tius, Eponymos aus Aison in Magnesia entlehnt, ;,dem, 
gemäss der überhäufigen Sitte griechischer Namenbildung, ge- 
schichtliches Dasein als Person in keinerlei Weise zusteht^ {Fott 
S. 278). loiicoAtc am Sipylos, Gründung der die Jo Suchenden, 
ein etymologischer Mythos {Pott S. 259, und S. 334 weitere witz- 
lose Namenspiele). In Rom beispielsweise entstand infolge der 
Einführung des Silbercourants im Jahre 485 (269 vor Chr.) ein 
neuer Gott Argentinus, d. i. Silberich, der natürlicher Weise des 
älteren Gottes Aesculanus d. i. Kupferich, Sohn war {Th, Mommsen, 
Rom. Gesch. 7. Aufl. I, 436). 

Indessen die Bedeutsamkeit der griechischen Eigennamen 
an und für sich ist allgemein anerkannt, nur dass dieselbe von 
einem Teil der Forscher blos der mythischen Zeit und Poesie 
zugestanden, von einem andern Teil auch auf die historische 
Zeit ausgedehnt wird. Ebenso gehen die Meinungen auseinander 
über den Ursprung der Eigennamen; während die Einen die 



53 

TJrsaclie ihrer Entstehung in dem bereits hervorgehobenen Wunsche 
der Eltern suchen, ihren Kindern Namen von guter Vorbe- 
deutung zu geben, sind die Andern der Ansicht, dass für die 
nichtssagenden Eigennamen zur Ergänzung eine Bezeichnung 
des Standes, Gewerbes etc. notwendig und üblich geworden sei. 
Nun wissen wir bestimmt aus der Ueberlieferung, dass es unter 
Griechen allgemeiner Brauch war, dem Kinde am zehnten Tag 
nach der Geburt, und nicht erst später, einen Namen zu geben. 
Daraus lässt sich mit gutem Grunde schliessen, dass in Hellas 
schon in einem früheren Stadium der Entwickelung aus einem 
gewissen Vorrat von Namen, etwa wie bei uns aus einer Anzahl 
vaterländischer Namen oder auch aus einem Verzeichnis beliebter 
;, Kalenderheiligen*', ein irgendwie erwünschter oder passend er- 
scheinender ausgewählt und erteilt zu werden pflegte. Natürlich 
wählte man in erster Linie die in der nächsten Umgebung ge- 
feiertsten, und darunter wiederum zunächst die Namen solcher 
Götter, Dämonen und Heroen, welche als Gründer und Schutz- 
patrone eines Geschlechtes (apxT^ys'cat toü ysvoüc) angesehen und 
verehrt wurden. Die Argiver hatten sogar einen MtSapxaysTa^ 
d. i. Halbheros, dies war bei ihnen der Name des Kastor, der 
einer ihrer Heroen ^Apxoi'^i'coLi war und als Halbheros oder Wechsel- 
heros bezeichnet wurde, da er mit seinem Bruder Polydeukes 
das Loos der Sterblichkeit teilte, also nur zur Hälfte unsterb- 
lich war. Nach der schon oben hervorgehobenen Anschauungs- 
weise der Griechen, denen es geradezu Bedürfnis war für jedes 
grosse Werk ihrer Geschichte sich einen Urheber vorzustellen, 
ohne davon früher Vorhandenes oder später Gewordenes zu tren- 
nen, wurde die ganze spartanische Staatsordnung als die Gesetz- 
gebung Lykurg's betrachtet. In einer späteren Entwickelung 
lag es dann nahe genug, dass die Eitelkeit und Herrschbegier 
eines Einzelnen oder einer ganzen Sippschaft mit Fleiss die 
Namen der Vorfahren und Angehörigen von einem Familien- 
dämon abzuleiten suchte; und solche Fabeln, die aus einer rich- 
tigen oder falschen Etymologie hervorwucherten, machen in der 
altgriechischen Geschichte viel zu schaffen. Aber nicht blos in 
Griechenland, auch in Rom lässt sich obiges Verfahren bis in 
die späte Kaiserzeit hinein nachweisen. Wir werden auf diesen 
Punkt zurückkommen. 

Wenn übrigens Pott a. a. 0. S. 253 ein solches gefliessent- 
liches Vorgehen, nämlich die etymologische Missdeutnng aus 



54 

Eigennamen, vorzugsweise für die Ortsnamen annimmt, so 
können wir darin diesem Gelehrten auf Grund unserer Samm- 
lungen nicht ganz beistimmen. Auch hat ja PoU selbst in Be- 
ziehung auf Städtegründer Stifter eines Heiligtums oder Festes 
u. dgl. im Allgemeinen vorausbemerkt, dass in den „Legenden* 
über Grund und Entstehung solcher Namen sich Schlüsse der 
verdrehtesten und wundersamsten Art fänden, die sich gern für 
rechte geschichtliche Ueberlieferung ausgeben möchten, wenn 
schon in ihnen oft auch nicht die kleinste Spur davon enthalten 
sei „Andere solche Eigennamen (und so verhält es sich mit vielen 
angeblichen Persönlichkeiten), weit entfernt auch nur auf sagen- 
haft ausgeschmückter Ueberlieferung zu beruhen, sind vielmehr 
die Erzeugnisse baarer Erfindung, indem, wo die wahre Ge- 
schichte über Lücken in ihr ratlos umhertappt, zur Füllung der- 
selben aus eigenen Mitteln die Phantasie sich dienstfertig genug 
erweist, sei es nun, dass sie an geschichtlich Gegebenes anknüpft, 
oder auch, dass sie, noch freier und ungebundener, je zuweilen 
sich ganz unter Gestalten lediglich ihrer Schöpfung ergeht^ (PoU 
ebenda). Nach unserer Ansicht stellen sich mindestens ebenso 
häufig, wie bei den ON. auf die wir unten im Einzelnen einzu- 
gehen haben, falsche Ableitungen und „legendenartige Benenn- 
ungen^ ein bei den Angaben über die Gründer oder Eponymoi 
solcher Geschlechter oder Gemeinwesen, die in einer späteren 
Zeit zu Ruhm und Ansehen gelangten. Nicht selten auch macht 
sich hierbei ein Verfahren geltend, das man geradezu als ein 
mehr oder weniger geistreiches Namenspiel bezeichen kann, vergl. 
in den „Stichnamen*' S. 22 ff. 28, 56 ff. Der Grund aber für 
solche Erfindungen liegt in dem sehr begreiflichen Streben des 
Adels einer Nation und vor allem der Emporkömmlinge (homines 
novi) in einem Staatswesen, im Wetteifer mit anderen Geschlech- 
tern oder auch Volksstämmen den eigenen Stammbaum so weit 
nach rückwärts zu verlegen als irgend möglich und um jeden 
Preis mit Heldenthaten der fernsten Vorzeit in Verbindung zu 
setzen. Damit soll jedoch nicht geleugnet werden, dass den 
meisten Sagen, welche die Hellenen aus der Vorzeit gerettet, ein 
wirklicher fester Kern innewohnt, und dass auch jene „etymo- 
logisierenden Legenden" für die mythologische und urgeschicht- 
liche Forschung ihren Wert besitzen* Denn wie Pape schon in 
der Vorrede zur ersten Ausgabe seines Wörterbuchs der griechi- 
schen Eigennamen bemerkt hat, ist das Urteil über die Erdicht- 



55 

ung solcher Namen nur behutsam auszusprechen. ;, Gerade wenn 
ihre Erdichtung zugegeben wird, ist diese selbst wichtig und 
gibt zuweilen merkwürdigen Aufschluss über die anderen Namen*'. 
Man dürfe nur den alten Erklärern hierin nicht zu viel Glauben 
schenken, die überall, wo es sich um Etymologie handelt, mit 
der grössten Vorsicht zu gebrauchen seien. Freilich müssen wir 
dem gegenüber uns ebenso gut hüten anzunehmen, wie vielfach 
geschieht, dass die ganze Etymologie der Alten nichts als eitles 
inhaltloses Reden und Raten sei, aus dem auch kein Funke der 
Wahrheit hervorspringe; denn „nicht allein in der Poesie der 
Alten klingt eine gelehrte Wortdeutung gelegentlich vorüber^ 
sondern auch in ihrer Mythologie regt ihr geheimer Zug tausend 
Fäden und Verbindungen^ {Lersch, Die Sprachphilosophie der 
Alten, S. 2). 

Bedenken wir also, dass, gleich den Nebeln um die Gipfel 
der Berge, solche Legenden sich immer um hervorragende Per- 
sönlichkeiten sammeln, so leuchtet von selbst ein, dass für unsere 
Kenntnis nächst den Namen solcher Personen auch ihre Schild- 
zeichen oder Wappen von grosser Wichtigkeit sind. Wie 
lehrreich für die Förderung der Kulturgeschichte wie der allge- 
meinen Geschichte überhaupt die Erforschung und Vergleichung 
der verschiedenen Wappen, der Personen- und Herrschaftswappen 
Ursprungswappen, Städtewappen mit den Beziehungen zu einer 
Mutterstadt z. B. auf den antiken Münzen und auf andern Denk- 
mälern ist, wissen wir wohl. Man ist längst gewohnt diese wich- 
tigen Kennzeichen und „Aushängschilde" der wirklichen oder 
vermeintlichen Abstammung mit dem Ausdruck „Sprechende 
Wappen" oder auch „Redende Wappen^ (armes parlantes, ital. 
armi parlanti, zu bezeichnen. Auch „ Namen wappen^ und „nach- 
trägliches Wappen" sagt man für dergleichen Namen- und 
Wappenbilder auf Münzen, Steinen und Stempeln, zumal wenn 
dieselben notorisch hinterdrein angenommen oder beigelegt sind. 

Hier wäre nun eigentlich von den Schildzeichen in der 
kriegerischen Ausrüstung der Alten eingehend zu handeln; in- 
dessen um alle seitwärts führenden und von unserer Hauptauf- 
gabe ablenkenden Schritte zu vermeiden, beschränken wir uns 
auf die allernotwendigsten Bemerkungen hierüber. Schon in der 
homerischen Zeit konnte man die kämpfenden Helden an ihren 
Schilden erkennen, wenn auch bei Homer von eigentlichen Schild- 
zeichen noch nicht die Rede ist; gleichwie dies von den alten 



56 

Deutschen bezeugt wird bei Tacitus G-erm. 6 scuta lectissimis 
coloribus distinguunt. Eine Beschreibung von wirklichen Schild- 
zeichen findet sich zuerst bei Aischylos in den „Sieben gegen 
Theben^ Vs. 387 ff. Ein solches Wahrzeichen auf den Schilden 
der Krieger, beziehungsweise den heutigen Schildern für G-e- 
werbe etc. heisst bekanntlich iiciaTjfiov, sutOTjfia, signum, insigne. 
Hieraus entwickelten sich mit der Zeit, durch den Fortschritt 
von der einfachen Bezeichnung zur Auszeichnung, die späteren 
Waffen oder Wappen (italienisch gli armi, französ. armes, blazon, 
englisch blazej. Zuerst, wie es den Anschein hat oder doch er- 
weislich ist, führten unter den Griechen karische Söldner be- 
hufs der Unterscheidung bestimmte Schildzeichen (vergl. G, 
Meyer f Die Karier, Göttingen 1885, S. 8). Nach G. Hirschfeldj 
Heise im südwestl. Kleinasien (Rh. Mus. 1886, S. 229) ist der 
Schild ein gewöhnliches Wahrzeichen der pisidischen und kari- 
schen Städte. Dann wird uns ein gleiches von den Spartanern 
erwähnt, das Zeichen A (Aaxoiv oder Aa/v£<5at|xa)v) auf ihrem Kriegs- 
schilde. Um von den nachgewiesenen Hauptformen der Krieger- 
schilde hier Umgang zu nehmen, so ist ein Umstand dabei von 
besonderem Interesse für die Heraldik oder Wappenkunde, näm- 
lich dass bei diesen Schildzeichen frühzeitig auch schon Farben 
verwendet wurden, wie die angeführte Stelle aus Tacitus bezeugt. 
Bei Aischylos, Sophokles und Euripides heissen die Argiver 
AcuxaaTctSsc, d. i. mit weissen oder weissangestrichenen Schilden, 
nicht mit hellen oder blanken ; auch bei Xenophon in der Griechi- 
schen Geschichte III, 2, 15 begegnen uns Kcrps; XeüxaomSsc. Oder 
sollte darin gar eine Anspielung auf die Grundbedeutung des 
Namens 'Ap^stot liegen? (vergl. unten bei den ON.). Bei dem 
ersten der drei genannten tragischen Dichter erscheint aber auch 
schon ein bestimmtes ,,redendes Wappen*", denn Kapaneus, einer 
der Sieben, führt einen Feuerknecht (xairavsü;) im Schilde; auch 
das Schildzeichen der Thebaner, die Sphinx, führt in den Sieben vs. 
511 Parthenopaios. So ist auch Nileus mit einem Nilbild aufzu- 
fassen und Odysseus mit dem Delphin. Auch einfache Siglen, 
unseren ,, Hausmarken '^ vergleichbar, wie das erwähnte A für 
Aaxcüv oder AaxcöaifJiovtoc, kommen als Familien wappen (otxsta 
OTf^fxsIaj frühzeitig zur Geltung. So erklärte man den Namen 
Makkabi aus den vier Buchstaben auf den Fahnen und Schilden 
der Hebräer: M, K, B, 1, welche sich auf die Stelle im 2. Buch 
Mosis, 15, 11 beziehen: Herr, wer ist dir gleich unter den Göt- 



57 

tern? Für Epameinondas wird das Abzeichen der thebanischen 
^TuapTOi, erwähnt , ein lanzenförmiges Muttermaal (Ch. J, G. 
VossiuSy Epistola de Spartis; Bursian^ Geogr. Griechenlands I, 
203 stellt zweifelnd zusammen Kaö/ietot, Sicapiot, ^parda.); für 
Achaja war das Zeichen X üblich, für Delos A mit drei Sternen, 
für Sikyon 2. Die drei Völkernamen Kreter, Kappadoken, Kilikier 
wurden im Altertum kurzweg von der Bezeichnung mit K xpta 
xaxtaTa udmzoL geheissen. 

In Betreff der geographischen und topographischen Namen 
ist hier vor allem an die dreieckige Form der Insel Sizilien zu 
erinnern. Für den historischen Namen StxsXta, Stxavta, findet 
sich der altertümliche Tptvaxpta, poetisch 6ptvaxta, bei römischen 
Dichtern Triquetra, von dem Umrisse der Insel (vergl. unten 
bei den ON.), die hiervon als allgemeinen sikeliotischen Münz- 
typus bald ein aus drei verbundenen Schenkeln zusammenge- 
setztes Wahrzeichen, bald einen einfachen Dreizack führte. Das 
seltsame Dreibein (to TptoxsXov, von xptoxsXr];, dreischenkelig, franz. 
triskele) findet sich auf den Münzen mehrerer sizilischer Städte, 
auf Ziegeln aus sizilischen Werkstätten und auf dem Schilde 
des Eryx. In diesem Dreibein erkennt man sofort drei knie- 
beugende Beine in Form eines Gabelkreuzes, mit den Schenkel- 
enden meist um ein Medusenhaupt als Mittelpunkt zusammenge- 
stellt, oft mit einer Aehre zwischen den Beinen, was für ein 
Zeichen des sizilischen Kornreichtums galt. Speziell war das 
Dreibein aber auch Wappen von Panhormos und zum Teil von 
Syrakus. Die sonderbare Figur war, wie bemerkt, ein Bild der 
mit ihren drei Vorgebirgen weit ins Meer vorspringenden Ge- 
stalt der Insel. Zahlreich sind indessen, wie die erhaltenen Mün- 
zen , Denkmäler, Epigramme etc. bezeugen, die eigentlichen 
Wappentiere. Nach alter lieber] ieferung führte Agamemnon 
ein löwenköpfiges Schreckbild als Schildzeichen. Ebenso war 
der Löwe Namen- und Stammwappen des Spartanerkönigs Leoni- 
das ; man vergleiche über dessen Stammbaum Serodot VII, 204 
und 225 von dem steinernen Löwen als Denkmal in den Thermo- 
3)ylen: iv tiq siooöü) oxod vuv o XtOtvoc; Ascov l'aivjxs int AcCüViöig. Von 
der Zeit an wird der Löwe bekanntlich häufig verwendet als 
Denkmal und Symbol der Tapferkeit und Treue, und allgemein 
bekannt ist unter uns Thorwaldsens sterbender Löwe in einer 
Felsennische bei Luzern. Ob aber die beiden uralten emporge- 
richteten Löwen vor dem sog. Schatzhause des Atreus in Mykenai 



58 

ein sprechendes Wappen vorstellen i) oder einfach auf orientali- 
schen Sonnendienst zu beziehen sind, darüber lässt sich zweifeln 
Auch die Stadt Leontini (ol AcOvtIvo») auf Sizilien führte einen 
Löwen in ihrem Wappen. Als Namenwappen galt der Löwe 
oder eine Löwin aber auch für Hetären mit dem Namen A?ovtiov, 
Aiatva. Die sizilische Stadt Egesta oder Segesta führte einen 
Hund im Wappen, angeblich darum, weil ihr Erbauer Egestus 
sich der Leitung eines Hundes anvertraut hatte. Die Argiver 
hätten nach PoUux IX, 84 eine Maus als Münzzeichen gehabt, 
dagegen nach Pausanias II, 19, 4 einen Wolf im Wappen; aber 
auch auf Münzen erscheint das Halbbild eines Wolfes, vergl. 
Schol. zu Sophokles Elektra vs. 6 und Echhel Doctr. N. Vet. I, 1, 
p. 286 ; PB. unter Aüxoicoöec, endlich das inzwischen erschienene 
vortreffliche Werk 0. Keller' s Tiere des klassischen Altertums, 
Innsbruck 1887. Für die vorhistorische Zeit wird gar eine Kröte 
als Symbol von Argos genannt. Nämlich als die Herakliden 
Temenos, Kresphontes und die unmündigen Söhne des Aristodemos 
um Argos. Sparta und Messene loosen sollten und behufs der 
Verteilung des Landes feierliche Opfer dargebracht wurden, da 
sah man, nach der Sage, auf den entsprechenden drei Altären 
wunderbare Zeichen ; eine Kröte entsprach Argos, eine Schlange 
Sparta und ein Fuchs Messene. Und die Seher verkündeten als 
den Sinn dieser geheimnisvollen Andeutungen: die Kröte, ein 
langsames und unbewegliches Tier, beweise, dass der Besitzer 
von Argos in Unternehmungen jenseits der Gränzen seiner eige- 
nen Stadt nicht glücklich sein würde; die Schlange deute Sparta» 
künftige Fruchtbarkeit als angreifende Macht an, und der Fuchs 
stelle dem Messenier eine Laufbahn voller Betrug und Ränke 
in Aussicht (Pansanias IV, 3, 3 ff.). Demgegenüber hebt 0, Keller 
(laut gütiger brieflicher Mitteilung d. d. 3. Mai 1886) hervor, 
dass die drei genannten Tiere „als bösartige und heimtückische 
Repräsentanten der Fauna der betreffenden Landschaften zu be- 
trachten sind: der Fuchs ist bissig und tückisch, Schlange und 
Kröte gelten als hinterlistig und giftig (Xikander Alex. 567 ff» 



1) Im ZnsammenhaDg mit pxao(ia'., vergl. Apollodor. II 1, 3; Bernd, Das 
Wappenwesen der Griechen und Römer S. 118; Preller, Griech. Myth. IT, 49, A. 3, 
von Mykene, Tochter des Jnachos, die vielleicht identisch ist mit der Jo ; vergl. 
Prell er ebenda II, 19. 21, A. 29, A. 2 über die Knh als Symbol phönikischer 
Städtegrtindnngen. 



59 

576), Die Kröte, Atfxvatr^ ^puv>2j ist als Symbol von Argolis gut 
gewählt, wohl mit Beziehung auf den See von Lerna und auf 
die Versumpfung des nordöstlichen Teils der argolischen Ebene. 
Alle drei Vergleichungen sind natürlich von Feinden gemacht. 
Man flieht diese Krötenart wie einen wütenden Hund oder eine 
Aspis oder andere Schlange, Synes. Epist. no. 127 : aaTitSor, cppüvov, 
ocptv aal Aadtxsag uept9S0Y£ | xal xJva XuoorfTrjv xal naXt AaSixsac^. 
Der ebenerwähnte Fuchs war im Altertum auch das redende 
Wahrzeichen der italischen ßutuli, d. i. der Rötlichen (Preller- 
Jordan Rom. Myth. I, 327) ; ferner der Fuchsinsel, Alopekonnesos. 
Die Insel Aigina führte als redendes Wappen die Wildziege 
(ai$) oder doch Teile eines Ziegenkörpers; Euboia ein Rind oder 
einen Stier (ßoiJ;) oder Stierkopf; wahrscheinlich hatte die Insel 
den Namen von ihrem alten und in örtlichen Sagen bedeutenden 
Herakult, wie denn Preller G-riech. Mythol. I, 112 passend her- 
vorhebt, dass auch der Bergesabhang, an welchem das argivische 
Heiligtum der Hera lag, den Namen Eüßoia, d. i. die schöne Kuh- 
trift, führte. Auf den häufig gebrauchten Namen Maxptc, d. i. die 
langgestreckte Insel, gleich AooAt'xtov u. a. von der Gestalt ent- 
lehnt, kommen wir unten zurück bei den ON. Vergl. auch Welcher 
Kl. Schriften II, 39, A. 70. Einen Bären führte die Stadt Urso in 
Hispania Baetica im Wappen, einen Panther Pantikapaion im 
taurischen Chersonnes. Die Münzen von Akragas zeigen einen 
Seekrebs (xpccfyaJv), wir werden jedoch diesen Stadtnamen anders 
deuten; jene von Lugdunum (Lyon) einen Raben als Wappentier 
(nach einer Mitteilung 0. Keller^s mit Verweisung auf die uns 
nicht vorliegende Schrift Beer^s Spicilegium Juvenalianum p. 57; 
schon Kleitophon bei Plutarch De fluviis habe in Lugdunum den 
Begriff ;,Rabenhügel" erkannt). Eine Reihe von Münztypen, 
wie Pferd, Maus, ja sogar Kampfhähne, stellt PoUux zusammen 
IX, 83 f. Merkwürdig ist unter solchen tierischen Abzeichen 
das Schwein, welches von den römischen Eroberern zum Schimpf 
(in opprobrium Judaeorum) über einem Thore von Jerusalem an- 
gebracht wurde. Damit vergleiche man allenfalls das Brandmal 
einer Eule, welches die Athener den gefangenen Samiern zum 
Spott aufdrückten (Grasher ger, Die Griech. Stichnamen S. 62). 

Eine Verschiedenheit in den Angaben der Alten über 
Wappenbilder darf man übrigens nicht ohne weiteres missachten, 
denn sie vermag uns unter Umständen zu erklären, wie eine 
Stadt oder ein Land wegen des Wechsels in der Herrschaft oder 



60 

aus andern Ursachen zu verschiedenen Zeiten verschiedene Wahr- 
zeichen führen konnte (Beispiele bietet Bernd a. a. 0., S. 133). 
Im Allgemeinen sind ja diese Wappen jüngeren Ursprungs als 
die ON. und verdanken diesen, als sie schon selbst unrichtig auf- 
gefasst wurden, ihre Namen. Die württembergische Stadt 
Guglingen im Zabergau, urkundlich im Jahr 1188 als Gugelingen 
erwähnt, führt eine Gugel (cucullus, Kapuze), eine weisse Kappe 
im roten Feld, als Wappen. Der Name Schaffhausen wurde 
bald als aries -|- urbs, Widderhausen, bald als piscosa Scaphusia, 
von oxacpo;, oxacpa, scaphum, Schiff, gedeutet, also fischreiches 
Schaffhausen, weil die Schiffe, welche eine halbe Meile von der 
Stadt wegen des Rheinstrudels ausgeladen wurden, allda „hausen" 
mussten! Daher weist das Stadtwappen einen schwarzen, mit 
beiden Vorderfüsaen in die Höhe springenden Widder mit gol- 
denen Hörnern. Umgekehrt entstanden aber auch manche ON. 
aus dem Wappenbild einer Familie, wie die der Hirschberg, 
Löwensteiu, Salm, Ebersberg, Kranichstein, Grreifenstein, Greifs- 
walde u. s. w. (vergl. F, NorJc, Mythologie der Volkssagen und 
Volksmärchen S. 1031). Die heute fast in Vergessenheit gera- 
tenen Wahrzeichen der Städte spielten bekanntlich eine grosse 
Rolle bei den zünftigen Handwerkern . früherer Jahrhunderte ; 
mehrere solche von deutschen Städten stellt u. a. zusammen 
Andree, im Globus 1862, Bd. 11, S. 249. 

Aber nicht allein Wappentiere, sondern auch Blumen und 
Blätter von Pflanzen, dann überhaupt Gegenstände des Alltags- 
lebens werden als sogenannte redende Wahrzeichen im Leben 
der Alten erwähnt. Allbekannt ist die Rose (poöov) als Wappen 
der Insel Rhodos; der Apfel (jjltqXov) für die Insel Melos; ein 
Myrtenast ([xupptvT], pLüpatVTj) in der Hand einer Frau für mehrere 
Städte des Namens Myrina; ein Eppichblatt (aiXtvov) für die 
Stadt Selinunt ; die Palme (90tvi$) für Phönikien ; ein Granatapfel 
(otÖT)) für die Stadt Side in Pamphilien, wie heutzutage für 
Granada in Spanien. Auf den Namen Side bezieht sich übrigens 
die interessante Mitteilung des Agatharchidas bei Athenaios 
XIV, 64 über den Landstrich H8oli zwischen Böotien und Attika. 
Die Thebaner siegten in einer denselben betreffenden Gränz- 
streitigkeit dadurch, dass Epameinondas den Athenern eine Gra- 
nate entgegenhielt und nach dem attischen Namen dieser Frucht 
fragte ; als ihm diese mit poict antworteten, war der Rechtsstreit 
zu Gunsten der Thebaner entschieden, weil gerade sie die Frucht 



61 

bei ihrem ursprünglichen Namen oiSyj genannt, mithin das alte 
Besitzrecht auf die an Granatbäumen reiche Landschaft Sidai 
nachgewiesen hätten. 

Hier ist es auch am Platze, an den Schicksalsbaum oder 
Lebensbaum der Herrscherfamilien und ganzer Geschlechter zu 
erinnern, der schon im Altertum als Familienbaum oder als 
Unterpfand für die Fortdauer eines Stammes (pignus imperii), 
wie in der Geschichte mehrerer heutiger Regentenhäuser, eine 
Rolle spielt. So war die Platane Familienbaum der Pelopiden. 
Bekannt ist die Bedeutung der weissen und der roten Rose in 
den englischen Bürgerkriegen, desgleichen das Namenwappeu 
der Plantagenet; Plantagenesta, der mit dem Bilde der Genist- 
pflanze (genista, i.), des Ginsters, war der Zuname des fran- 
zösischen Hauses Anjou, das im Jahr 1154 den Thron von Eng- 
land bestieg; Heinrich, der Begründer der Dynastie trug als 
Helmzierde einen Ginsterzweig. 

Ein Kästchen (-rcaTapr^) führte die lykische Stadt Patara im 
Wappen, worauf wir unten eigens zu sprechen kommen; ein 
schwellendes Segel (loxiov) die Stadt Histiaia auf der Insel 
Euboia ; einen Anker («yxopa) die Stadt Ankyra, ein Herz (xapSta) 
die Stadt Kardia; einen gekrümmten Arm oder Ellbogen (ayxwv) 
Ancona; ein Doppelbeil die Insel Tenedos, vergl. Stephanos Byz. 
s. V. Tsvsä'.oc irsXsxüc, indessen ist der Name schwerlich griechisch; 
eine Mondscheibe die Stadt Luna in Etrurien; einen Schlüssel 
(xXeic) die Gemeinde der kleinen Inseln KXirjVöe; bei Kypros u. s. w. 

Auch setzten im Altertum in derselben Weise, wie es im 
Bereich der christlichen Kultur und bei den Städtegründungen 
des Mittelalters zu geschehen pflegte, viele Städte und Städte- 
kolonien, Inseln und Länder ihre Schutzgötter oder die bei ihnen 
besonders verehrten Götter und Heroen entweder im Bilde selbst 
oder doch in ihren Symbolen und Attributen auf ihre Münzen. 
So bekanntlich Athen die Eule (YXaü$) der Stadtpatronin Pallas 
Athene, jedoch auf den ältesten Münzen einen Ackerstier (ßoüc 
apoTTjp), Rom den Adler des Jupiter, Venedig den Löwen des 
Evangelisten Marcus. Herakleia in Bithynien führte mit Bezieh- 
ung auf Herakles eine Keule, einen Löwen oder auch eine 
Löwenhaut. TJebrigens zählt Stephanos von Byzanz unter 
'HpaxXeta dreiundzwanzig Städte dieses Namens auf, und die Zahl 
Hesse sich noch vermehren; die wichtigsten sind 'HpaxXstct >J 
Tpa^ivta und ^HpaxXeta -^ h IIovio), das pontische. Hierher ist 



62 

auch der Name Makar zu beziehen ; unter dem Namen Makareus 
war der orientalische Herakles auf Lesbos geehrt. Auch lagen 
viele Ortschaften des Namens Herakleia auf Inseln und an der 
Meeresküste, sie sind in diesem Falle wahrscheinlich phönikischen 
Ursprungs. Der phönikische Herakles, der zu Tyros und in den 
tyrischen Kolonien als Melqarth, d. h. als idealer König und 
Archeget der Stadt, in anderen Gegenden unter dem Namen 
Makar verehrt wurde, wanderte mit den phönikischen Ansied- 
lungen über viele Inseln und Küsten der griechischen Gewässer 
bis nach Sizilien und an die Gaditanische Meerenge, wie man 
denn längst die Wanderung auch der Sagen nach Westen kon- 
statiert hat (Preller j Griech. Myth. 11, 329). 

Die dem Meeresherrscher Poseidon heiligen oder auch nach 
ihm benannten Städte zeigen im Wappen den Dreizack, Posei- 
donia (Paestum) einen Poseidon mit dem Dreizack, ebenso das 
dem Poseidon geweihte Aigai an der Küste von Achaja; ferner 
die Stadt und Landschaft Troizene, nach Plutarch Thes. 6, deren 
verschieden gedeuteter Name TpotCrjv wahrscheinlich doch mit 
dem Begriff xpiatva zusammenhängt. Die Münzen der Stadt 
Tyndaris oder Dioskurias in Kolchis zeigen die Helme der beiden 
Dioskuren Kastor und Polydeukes mit Sternen darüber. Bei- 
spiele dagegen für Städtewappen neuerer Zeiten bietet die Samm- 
lung bei Bernd S. 133 ff. in grosser Auswahl. Gar manche 
Zweifel werden freilich über solche Symbole angeregt, besonders 
in denjenigen Fällen, wo mit Absicht und aus Eitelkeit ein 
Namenspiel versucht und durch Anklang an einen alten Namen 
eine Verbindung mit einer Heroensage oder einem Mythos der 
Götter hergestellt werden sollte. Aus den von uns gesammelten 
„Anspielungen^ dieser Art mögen hier einige der merkwürdigsten 
nnd naivsten mitgeteilt werden. 

Die Silbermünzen von Karystos auf Euboia sind mit einem 
Hahn geschmückt, dem Verkünder des Tages, dem Attribut des 
Hermes. Nun erscheint aber auch auf einem Gefäss Hermes, 
der Götterbote (xr^pü? ^siCv) mit dem Heroldsstab (xYjpüxetov, ca- 
duceus) und dazu der Name des Besitzers dieser Vase KapüOT0<; 
(Th. Panofka a. a. 0. S. 139). Der Meergott Glaukos diente als 
Schutzpatron, sowohl dem Sieger im Wettkampfe Glaukos von 
Karystos als dem Künstler Glaukos aus Aigina, und hinwie- 
derum veranlasste die Gemeinschaft desselben Schutzheiligen 
den Sohn des Glaukos, einem gewissen Glaukias die Ausführung 



63 

der Siegerstatue des Glaukos anzuvertraueo {Fanofka ebenda 
S. 169). Diese beiden und mehrere der nächstfolgenden Beispiele 
können auch bezeugen, auf welche Weise mittelst derartiger 
Namenbeziehungen selbst religiösen Motiven ein Genüge geschah. 
Dagegen ist der Name eines angeblichen Künstlers Müpfxr^xtSy]; 
aus Milet, gegenüber dem anderwärts beglaubigten Männernamen 
Müp,a>j$, w;ohl mit Recht von Pott, Etymolog. Legenden S. 294 
für einen blossen Spitznamen erklärt worden, etwa unserem 
;,Emsigkeit" (von der Emeis oder Ameise) entsprechend. Wir 
werden indessen im Anhang auf diese Namenbildung zurück- 
kommen. Ein bedenklich etymologisches Gepräge trägt aber 
der Mythos von den Ameisen in Aigina, der offenbar aus dem 
Namen der Myrmidonen entstanden ist. gleichsam ein Nieder- 
schlag desselben. Zwar Pausanias verwirft diese Etymologie 
und die näheren Umstände des Wunders einer Verwandlung voii 
Ameisen in Menschen; er sagt II, 29, 2, dass Zeus auf das 
Gebet des Aiakos Menschen aus der Erde entstehen Hess. Andere 
Schriftsteller behielten die Ableitung des Namens Myrmidonen 
von fiJpfiTjxsc bei, gaben aber eine andere Erklärung (Kallim. fr. 
114 Duentz.); MüpfiiSovcov looT^va nennt Strabon VIII, p. 375, und 
vollends 'Eooi^v o otx'.aTTjc begegnet uns bei Hyginus Fab. 52 in 
der längst gekennzeichneten Auffassung. Uebrigens hat von 
den Neueren wenigstens Preller, Griech. Myth. II, 276 zur Er- 
klärung passend hinzugefügt: ;,Diese Stammsage ist sehr ma- 
lerisch, wenn man an solche Ameisenhaufen denkt, wie man sie 
zuweilen in Griechenland zu den Füssen alter Bäume in un- 
zähligen Schaaren aus der Erde hervorquellen sieht." Noch 
wollen wir schon jetzt daran erinnern, dass im Altertum MJp^r^S 
und MupfiTijxsc auch Benennung war von Klippen und verborgenen 
Felsen, die den Schiffen Gefahr drohten. 

Der Ort, an welchem Medea ihren unglücklichen Bruder 
Apsyrtos zerschnitt, erhielt den Namen Tomi ( ApoUodor. I, 9. 24 ; 
Ovid. Trist. III, 9, 50), bei dem Pott, Etymol. Legenden S. 267 
einfach an den Begriff praerupta, steile Oerter, „coupiertes 
Terrain" denkt. Indessen erkennt man in dieser Sage sofort 
einen Mythos zur Erklärung des Namens Tomi ; allein es gab 
auch einen Ort Apsaros an der Ostküste des Pontes, westlich 
von Trapezunt, wo das Grab des Apsyrtos gezeigt wurde und 
wo er, wie man versicherte, getödtet worden war. Er ward also 
zum Eponymos dieser Stadt, die einst Apsyrtos hiess, der Name 



64 

war nur durch barbarische Aussprache verdorben (Arrian. PeripL 
Eux. 7, 4; 11, 4. Steph. Byz. s. v. 'At^üpxtSs;). Strabon dagegen 
bringt VII, p. 315 den Tod des Apsyrtos in Verbindung mit 
den Apsyrtiden, d. i Inseln an der illyrischen Küste des adria- 
tischen Meeres. So ist allein die Fixierung eines Eponymos 
schon imstande zu zeigen, dass wir, wenn wir uns einigermassen 
auf den geistigen Standpunkt eines ursprünglich Mythen schaffen- 
den Zeitalters stellen wollen, notwendig eine Reihe poetischer 
Phantasien nicht blos als Wirklichkeiten, sondern als die das 
ganze Denksystem beherrschenden Wirklichkeiten auffassen 
müssen. Von den vielen Fragen und Zweifeln, zu denen der 
obenerwähnte Argonautenzug, diese altgriechische ;, Romanze^, 
wie man sich ausgedrückt hat, immer wieder Anlass gibt, sei 
nur ein Punkt noch hier bezeichnet. Bei den oft wiederholten 
Wortspielen mit ^Apyoc als Ortsname und "Apyoc als Wächter 
(icavoiriTjc). dann "ApYOc als Baumeister des mythischen Schiffes 
ApYOj selbst, möchte man beinahe vermuten, dass die Benennung 
;j Schiffsaugen ^ (G90(xX^ot, Pollux Onom. I, 86 xo 8' oizkp xö -npoüxov 
c?xpooxo}.tov T^ Tcxox^C ovo^a'Csxai, xal 0(p^aA|üL0c, o-rcoü xal xouvofia ttqc 
vecuc imypacpsxat), für welche sich wenigstens bei Böckh keine Er- 
klärung findet, zusammenhänge mit der Vorstellung des wach- 
samen Argos Panoptes oder auch der ruhelosen 'Apyiü Tcaot^us/wouoa 
(vergl. Th. Panofka, Argos PanopteS; in Abh. der Berl. Akad. 
vom Jahre 1837, Berlin 1839, S. 81 ff.). Diese ;,Augen" der 
Schiffe waren auf jeden Fall Löcher mit geschnitzten oder ge- 
malten Verzierungen, und zwar am Vorderteil, nicht wie bei 
unseren Flussschiffen am Hinterteil des Schiffes; auch konnten 
Taue durchgezogen werden. 

Weitere Namenerklärungen derselben Gattung bei alten 
Schriftstellern sind: bei Solinus eä. Mommsen p. 132 Philaenis 
fratribus a laudis cupidine Graecum vocamen datum. Ebenda 
p. 128 (25, 17) die prächtige Erörterung iiec ab Icosio ('Ixootov, 
Stadt in Mauretanien) taciti recedamus. Hercule enim illa 
transeunte viginti qui a comitatu eius desciverant locum 
deligunt, iaciunt moenia: ac ne quis inposito a se nomine pri- 
vatim gloriaretur, de condentium numero urbi nomen 
datum. Ferner bei Solinus p. 142 Bernicen (sie) civitatem ad- 
luit Lethon amnis, inferna ut putant exundatione prorumpens 
et apud pristinos vates latice memoratus oblivionis. Dazu 
Pomponius Mela III, 1, 10 cui oblivionis cognomen est Limia, 



65 

nämlich ob dem Minho; ebenda II, 2, 28 Aenos (im tbrakischen 
Chersonnes) ab Aenea profugo condita. Dagegen weist Panofka 
S. 3 eine Beziehung dieses Namens auf Hermes nach und erklärt 
ihn aus alvoc = Wort und Rede, ebenso die Aivtavöt, jedoch 
ebenda S. 16 erklärt er wiederum anders. Die wunderlichen 
Erklärungen, die man für Boo^pcutov oder Boüdpcutoc, jetzt Butrinto, 
ausgeheckt hat (vergl. Bursian, Geogr. Griech. I, 17), oder für 
ON. wie ^Apuayta „Ganymed's Raub^, für Völkernamen wie 
'Aßoptytvsc = Erronea, Irrfahrer, und andere mehr, können hier 
keinen Platz finden ; von den meisten gilt, was Pott^ Etym. Leg. 
S. 255 mit Einsicht bemerkt hat, dass kaum je ein mythischer 
oder sagenhafter Gedanke, sobald er weiter von Mund zu Mund 
geht, das Eigentum Einzelner bleibt, sondern derselbe ;,wird, 
indem fortdichtend der eine dies oder das hinwegnimmt, zusetzt, 
abändert und umschmilzt, endlich in andere und andere Bezieh- 
ungen mit fremden Ideenkreisen bringt, immerfort wachsend und 
zu einem Knäuel von oft schwer entwirrbaren Fäden anschwel- 
lend, als gemeinsames Werk Vieler zuletzt auch zur Almende 
einer bald mehr, bald minder lokal, zunftmässig oder stamm- 
heitlieh eingeschränkten Gesamtheit." 

Völkernamen wie 'Paäafidvsc und ähnliche bei dem spätgrie- 
chischen Dichter Nonnos gehören vollends zu der gelehrten Spie- 
lerei des hellenistischen Zeitalters mit Namen und Vorstellungen, 
die nicht selten von einer unglaublichen Willkür ihrer Urheber 
oder Verbreiter Zeugnis ablegen; man vergleiche z. B. auch das 
Vorkommen des kretischen Minos in Gaza und Antiochien, bei 
JB. Stark, GrSLZQ, S. 580 ff. Aber vielleicht die wunderlichsten 
Leistungen dieser Art auf etymologischem Gebiet haben die 
römischen Schriftsteller aufzuweisen in ihrer Deutung und Rück- 
beziehung lateinischer und italischer Familiennamen. Schwer- 
lich auch dürfte man mit der Voraussetzung fehlgehen, dass es 
vielmehr griechische Schriftgelehrte und Stammbaumverfertiger 
gewesen, die in ihrer bekannten Dienstfertigkeit vornehmen 
Römern und reichen Emporkömmlingen den erwünschten Nach- 
weis einer erlauchten Abstammung lieferten; auch dieses ganz 
im Einklänge mit dem bezeichnenden Ausspruch des Satirikers 
Juvenal X, 174 Quicquid Graecia mendax audet in historia, und 
des Geschichtschreibers Tacitus, Annal. V, 10 Promptis Grae- 
corum animis ad nova et mira: quippe elapsum custodiae (sc. 
Drusum Germanici filium) pergere ad paternos exercitus, 

Grasb erger, Ortsnamen. 5 



66 

Aegyptum aut Syriam invasurum fingebant simul crede- 
bantque. Einige Beispiele mögen dazu dienen, auch dies näher 
zu erläutern. 

Ein Münztypus der gens Eppia weist ein schlangenumwun- 
denes Ei auf einer Ära, das auf den Asklepios als ''H-rcio; bezogen 
wird {Panoßcaj Von einer Anzahl antiker Weihgeschenke S. 169, 
179 j. Auch Zehetmayr, Lex. comparativum p. 11 stellt mit Un- 
recht den Namen 'AoxA7]'rcioc zu 'Htciovy], derselbe ist = 'Ao^eXata; 
(auf iAnaphe), dieser selbst ein A'.p.rjvqc, gehört also zu AiyATj 
(vergl. Berl. Wochenschrift für klass. Philol. 1887, S. 517) und 
bedeutet die Heilkraft der gesunden Natur, wie sie am wirk- 
samsten in der schönen Jahreszeit auf lichten Bergen und in 
gesunder Luft empfunden wird, wo eine milde Sonne leuchtet; 
vergl. unten bei Epidauros. Dasselbe Abzeichen, Ei mit Schlange, 
findet sich auf einer Schale des Sosias für die gens Acilia, vom 
Heros der Heilung Acileus, 'Axiasü;, daher der Name M. Acilius 
Salvius und ähnliche. Auch eine Eidechse, der man im Alter- 
tum vielfach heilsame Kräfte zuschrieb, ist auf einer Münze der 
gens Acilia der Göttin der Gesundheit beigegeben (Wochenschrift 
für klass. Philol. 1886, S. 1214). Auf Münzen der gens Marcia 
und der gens Vibia zeigt sich ein Bild des Marsyas, welches 
doch schwerlich aus einem andern Grund als wegen des An- 
klanges an diesen mythischen Namen rezipiert wurde. Von dem 
Sohne des Pj'thagoras Mamercus, genannt AIjülJaoc, d. i. der Wohl- 
redende, wollten die Aemilier abstammen. Eine ähnliche An- 
spielung liegt wohl auch im Namen der gens Cornelia; man 
denkt dabei zunächst an den Kornellkirschbaum (cornus), auf 
welchen der venezianische Name Cornaro mit Sicherheit zurück- 
geht (vulgär ital. cornaro = corniolo); allein die Korneliuskirsche 
heisst auch selber Hörnchen und das Holz des Baumes ist ;,horn- 
hart^; vergl. unter den Ortsnamen über Kpav>j, Kpavstoc, Kapvetoc. 
Ein Mann der gens Claudia wird einmal als Claudius in Ver- 
bindung gebracht, sei es als Hinkender oder sei es als Schmied, 
Schlosser u. dergl., auf einer Münze mit dem Vulcan als Schutz- 
patron, ein anderesmal dagegen ein Clodius mit der Göttin Chloe, 
der römischen Flora (Fanofha ebenda S. 150. 159). Die gens 
Critonia leitete ihren Namen ab von der Gerstengöttin (xpi&yj, 
Gerste); ihre Münzen zeigten eine ährenbekränzte Ceres, also 
eine Critonia. Man vergleiche die Garbengöttin 'louXu) (Athen. 
XIV, p. 619 E), die getreidespendende Demeter als Sito) (ebenda 



67 

X, p. 416 C) zu Syrakus angeführt. Von der männlichen Blüte 
ToüXoc ist vielleicht auch der Name Julianos herzuleiten, der als- 
dann dem römischen Valerius in seiner Bedeutung entsprechen 
würde, wie denn Panofka a. a. 0. S. 146 einen Arzt in Smyrna, 
welcher den Vertrauen erweckenden Namen Valerius (cf. valere, 
validus, valetudo, owCetv, oüJXYipta) führte, bezw. angenommen 
hatte, nachweist. Die römische plebejische gens Aburia soll 
nach Eckhel D. V. N. II, 5, p. 118 ihren Namen vom Brennen 
(ab aburendo pro amburendo) erhalten haben. Man könnte ver- 
sucht sein, den Ciceronischen Witz vom ;, angebrannten Clodius 
(arabustus, semiustulatus) zur Erklärung beizuziehen, so dass 
man einen ursprünglichen Spitznamen hätte; allein der Name 
Aburius, bezw. mit einem kleinen Vorschlag At — abyrios, scheint 
phönikischen Ursprungs zu sein, vergl. Olshausen im Rhein. Mus. 
VIII, S. 323. Bei vielen Denaren, bemerkt Panofka S. 180, be- 
gnügten sich die Römer, die Symbole ^als Anspielungen des 
Personennamens zu deuten, ohne zu denken, dass die einen wie 
die andern der schützenden Grottheit ihr Dasein verdanken. ^ Ein 
Denar der gens Sepullia zeigt P. Sepullius mit Hermes als 
vexpo-rcojjiTcoc. Der Name Faustina wird gar mit cpao? zusammen- 
gebracht auf einer Schaumünze des Antoninus Pius, wo Faustina 
als Mondgöttin zu Pferd mit einer brennenden Fackel erscheint 
{Panofka ebenda S. 184 f.). Beinahe von komischer Wirkung 
aber ist die Legende von den römischen G-eschlechtern der Potitii 
und Pinarii: die Potitier sollten dem Rufe des Herkules, als er 
früh morgens ein Opfer einsetzen wollte, auf der Stelle Folge 
geleistet haben, die Pinarier dagegen zu spät, daher ihr Ursprung 
aKo T>J^ itstvTj; (oder nevtac), weil sie das Essen versäumt hatten 
(vergl. Preller- Jordan, Rom. Mythol. II, S. 291, A. 1). Auf einer 
nicht weniger willkürlichen Deutung beruht die Verbindung 
einer Silensmaske mit dem Namen D. Junius Silanus, auf der 
Rückseite einer Münze der gens Junia; jedoch scheint wenigstens 
2etX>jvoc ein und dasselbe Wort zu sein mit dem italischen silanus 
welches fliessendes, sprudelndes Wasser, Springbrunnen, bedeutet. 
Ein Panskopf wird auf C. Pansa bezogen, bei Panofka S. 181; 
der Name der gens Memmia als synonym gefasst nlit Mammaea, 
ebenda S. 182; Marius, von mas, wie 'Avöpstac von avujp, wird 
nach dem Anklang mit Meer, mare, in Verbindung gebracht, 
der Name Germanicus auf germen bezogen u. s. w. Die Venus 

-Salacia, welche später als die Liebesgöttin der Buhlerinnen galt, 

5* 



68 

war ursprünglich wohl nur eine Göttin der salzigen Meeresflat 
gewesen ; dann wäre die gewöhnliche Deutung ebenfalls ein ety- 
mologisches Missverständnis, nach Freller-Jordan, R. Myth. I, 448^ 
Unter den Vorfahren des L. C. Sulla soll der erste, welcher 
diesen Namen führte, als einer der Sibyllinischen Decemvirn die 
Stiftung der Apollinarischen Spiele vorzüglich betrieben und 
darüber eben jenen Namen Sulla (von Sibulla) bekommen haben, 
Preller-Jordan ebenda I, 306; vergl. jedoch über Sulla unten im 
Anhang. lieber die vorhin charakterisierte Leichtigkeit aber^ 
womit man in Grriechenland wie in Rom bis in die späte Kaiser- 
zeit hinein seinen Namen mit einem Schutzgotte zu verbinden 
suchte, bemerkt auch Fanofha a. a. 0. S. 187, man dürfe nicht 
verkennen, dass das Altertum so wenig wie die neuere Zeit dem 
Einflüsse des religiösen Indifferentismus sich völlig entziehen 
konnte, und dass daher in historischen Zeiten die bei weitem 
grössere Zahl der Menschen Namen von Grottheiten, teils demo- 
tische teils hieratische, führte, ohne im geringsten dieses reli- 
giösen Ursprungs sich bewusst oder eingedenk zu sein. 

Wie umfassend auch in dieser Hinsicht die von uns schon 
früher gewürdigte Anwendung von glückverheissenden Namen 
bei den Römern war, ist allgemein bekannt. Wenn die Censoren 
als Administratoren des Staatshaushaltes die Verpachtung der 
Staatserträgnisse (vectigalia) an den Meistbietenden auf fünf 
Jahre vorbereiteten, begannen sie ominis causa mit der Vergeb- 
ung der Einkünfte aus dem Lucrinersee (lacus Lucrinus, seil, 
lucrum = Gewinn, Paul. p. 121). In gleichem Sinne wurden 
Namen wie Valerius, Salvius, Statins und ähnliche, bei Wahl- 
handlungen und anderen öffentlichen Vorgängen in abergläubi- 
scher Scheu bevorzugt und zuerst ausgesprochen oder doch mit 
Fleiss hervorgehoben. Auch in der bekannten Formel bei der 
Eheschliessung Ubi tu Gaius ego Gaia war eigentlich nur die 
Sorge für ein gutes Omen im Spiel, denn der Name Gaius ist 
«tstanden aus Gavius, die oskische Form ist Gaavius, welches 
mit gaudere (gav-isus) zusammenhängt, also auf Freude und lieb- 
liches Wesen hindeutet (Preller-Jordan Rom. Myth. II, 217). 
IW)erall begegnen uns solche, schon in den ;,Griech. Stichnamen^ 
S« ::)5 ff. charakterisierte Beispiele, die anstatt einer soliden Er- 
Uirung ein etymologisches Missverständnis aufzeigen oder gar ein 
^yflM^ Spiel mit den Namen herauskehren. „Wie bei den 
dMchen die bestehende Sage häufig in die Wortentzifferung; 




69 

fremdartige Bestandteile einfügte, so wirkte der gegebene Be- 
griff hemmend auf dieselbe zurück, indem man sich häufig mit 
buchstäblichen Anklängen begnügte , statt einer eigentlichen 
Wortzerlegung, einer Unterscheidung von Wurzel und Stamm 
einerseits, andrerseits von Verästung und Verzweigung nachzu- 
gehen^ (Lersch Die Sprachphilosophie der Alten S. 191). Schutz- 
patron der römischen Bäcker (pistores, eigentlich Zerreiber, Zer- 
malmer der Körnerfrucht) war Picus, d. i. der Specht, picus 
Martins, der Stampfer oder Waldgräber, Waldvogel schlechthin; 
umbrisch peiqu , griech. 5püoxoAa7CT>jC = Baumhacker. Nach 
Preller-Jordan II, 21 hätten die ältesten Einwohner von Latium, 
Siculi genannt, ihren Namen erhalten als ;,Schnitter der Saturnus- 
gaben^. Uns scheint jedoch auch dieser Name wie unzählige 
andere gelegentlich zu einem Namenspiel verwendet zu sein 
(vergl. „Stichnamen'' S. 16, A.). Wie bei den Griechen eine Art 
Ersatz des Opfers von iirjAOL (Schafe) durch einfache [iriXa (Aepfel) 
mit einem wohl für die spartanische und auch die römische 
Politik passenden, uns dagegen frivol erscheinenden Wortspiel 
erledigt wird, so finden wir unter den Römern die Beziehung 
der gewöhnlichsten Opfergaben, der sogen, liba, d. i^ Opferkuchen 
von far, Honig und Oel, auf den Gott Liber, dem sie auch sonst 
dargebracht wurden, offenbar infolge des Gleichklanges der Namen. 
Also darf Liber nicht als ^.Uebersetzung'^ des griechischen Auoio; 
TEASüOspto? gelten, wie Victor Hehn meint {Preller-Jordan R. Myth. 
II, 53). Hiezu stimmt auch ganz gut jener wunderliche Brauch 
bei den Römern, von dem Mercklin in den Neuen Jahrbüchern 
für Philol. Band 81, S. 282 f. gehandelt, dass nämlich ein Fisch 
maena wegen seines Namens bei der Opferhandlung die Seele, 
anima, vertrat. An dem Hauptfeste des Vulcan warf der römische 
Hausvater als Opfer für sich und die Seinigen gewisse Fische 
in das Feuer des häuslichen Herdes. Ohne Zweifel waren es die 
auch sonst als stellvertretendes Opfer pro animis humanis er- 
wähnten kleinen Fische, welche man in Rom maenae nannte 
(Preller-Jordan II, 100, A. 2). Eine seltsame Namenserklärung 
dieser Gattung bietet zweimal Diodor I, 24; IV, 10 von dem 
Namen Hera, indem er die Worte des Orakels an Herakles 
1$ 'Rpa^ yap sv av^pcoTcot; xXeoc acpötxov l£sic mit der Variante 
citiert f^pa ^ap avDpcoTCotat (pspcov. So brachte man es über sich 
den Namen Afac sogar mit asxoc, dem Adler des Zeus, zusammen- 
zustellen, dem Chersonnes einen gehörnten Pan (xspoo;) zum 



70 

Wahrzeichen zu geben {Fanofka a. a, 0. S. 39). Der Name ^IspvTj, 
'loüspvTj, erlitt auf diese Weise eine Verdrehung zuHibemia, als 
wäre er nämlich römisch und von übermässiger Winterlichkeit 
der „smaragdgrünen Insel" entnommen, nach Strabon II, 1, 13» 
5, 6 c?ftAtü)? 8ia ^püxoc oixoü^svy]. Und Hierosolyma wurde gräcisiert 
indem man fälschlich lepoc hineinlegte, anknüpfend an die Solymer 
bei Homer. Zahlreiche Ortsnamen werden wir unten zu würdigen 
haben, deren Entstellung aus alter Zeit geeignet ist, uns an die 
famose Abänderung von Livomo in Leghorn zu erinnern, welche 
sich die Engländer in ihrer Sprache erlauben durften. Die Zu- 
sammenstellung des rätselhaften Namens Italia mit den vituli 
aus der Heerde des Geryoneus ist schwerlich besser (vergl. 
unten), ebensowenig die Deutung der 'Apxaösc als ein Bärenvolk, 
indem nach der Sage schon der Name der Bevölkerung die rauhe 
Natur und Sitte dieses peloponnesischen Alpenlandes auszu- 
drücken schien* Irrtümlich und phantastisch leitete man ziem- 
lich allgemein den Festnamen 'Aicaioupta von a-rcaTTj und oüpo; ab 
und nahm an, dass der Name dieses grossen jonischen Festes 
von der List des Melanthos herrühre, die Polyainos erzählt I, 19. 
Wir müssen übrigens daran erinnern, dass selbst die attischen 
Tragödiendichter es nicht verschmäht haben, unter besonderen Um- 
ständen mit der Etymologie eines Namens zu spielen, bezw. den- 
selben bedeutsam hervorzuheben, wie wir schon in den „Grieche 
Stichnamen ^ S. 24 ff. durch Beispiele erörterten; vergl. Sophokl. 
Ajas vs. 425 mit SchneidewMs Note, Sophokl. Fragm. 1 von der 
Tyro: oacpaJc 2t8>jpo5 xal cpspoüaa xoüvojia xtX. Ganz ähnlich steht 
es um die älteste Erklärung des Namens der Titanen, beiHesiod 
Theog. 207 9aoxs 8s TixatvovTa; .... toio 8' iTcstxa tioiv fistoma^sv 
losoftat. Vielleicht trifft eine Andeutung bei Hesychios das Rich- 
tige s. V. TtTT^vT) • ßaotXtc, und s. v. xtTaS • Svxtfxo;, Suvaaxr^c, ßaoiAeüc, 
also wohl von demselben Stamme wie xtü), xt^>j, xifiaa>, gleichfalls 
mit langer erster Sylbe. Hiernach wäre Titan ein alter Ehren- 
name wie ava$. Besonders merkwürdig ist auch ein ganz ernst- 
haft angewandtes Wortspiel mit «yvoc, Keuschlamm, bei Nikander 
Xü'yoc, xovüCa, xvo'Ca, und ayvo«: (aCojüiaO, rein, keusch. BöUicher Der 
Baumkultus der Hellenen S. 334 erklärt den Sachverhalt folgen- 
dermassen : Die unfruchtbare Weide, welche schon bei den Alten 
frugiperda heisst, weil sie den Samen stets vor der Reife fallen 
lässt, mochte wohl in dem Rufe stehen, die Abstinenz zu beför- 
dern, da ihr Same schon als ein medicamentum sterilitatis für 



71 

die Frauen galt; ayvoc sollte aber auf das «yvsüsiv, in casto esse, 
hinweisen. Zur Vergleichung dient etwa die Beziehung des 
Namens Augustinus auf Augen, im deutschen Volksleben ^), oder 
jene des Namens Andreas auf avöpt'Cstv, vergl. abermals unsere 
^G-riech. Stichnamen^ S. 27 ff. Freilich fehlt es bei derartiger 
massloser Ausbeutung des Anklangs auch nirgends an sprach- 
lichen Missverständnissen, wie denn der allbekannte Name des 
Schutzheiligen der Schustergilde uoch heute missbraucht wird, 
als ob er das Leder, woraus er den Armen Schuhe verfertigte, ;,ge- 
stohlen*' habe, während ursprünglich „gestallt'' gemeint war. 

Bei den Alten wird sogar die Schreibung Apello für Apollo 
hier und da benutzt im Sinne des Abwenders, aTrstpxTTjc, vergL 
die Nachweisungen bei Preller-Jordan Rom. Myth, I, 302, und im 
Nachtrag Bd. II, p. V. Ganz analog mit den vorgeführten Per- 
sonifikationen und etymologischen Sagen verfährt auch Vergil 
in dem Kunstepos Aeneide, z. B. IX, 412 über Sulmo etc. Auch 
bei den nordischen Völkern treffen wir solche Namenspiele in 
Absicht auf Archegeten; den Briten oder Brython wird ein 
wallisischer Bryt oder Brydein, den Goten ein Gaut unterge- 
schoben, Gaut als erster Gote und mythischer Stammvater des 
Gotenvolkes. So bemerkt Warton, History of englisch poetry, 
sect. III, p. 131, not., dass niemand es sich vor dem 16. Jahr- 
hundert herausgenommen habe, zu bezweifeln, dass die Franken 
ihren Ursprung von Fraukes, einem Sohne Hektor's herleiteten, 
dass die Briten von Brutus und die Schotten von Fergus ab- 
stammten u. s. w. Viele solche Beispiele aus dem Mittelalter 
finden sich gesammelt bei Nork, Volkssagen, S. 992 bes. Etymo- 
logische Sagen. Wie weit man aber im Altertum in rascher 
und anschaulicher Personifikation zu gehen liebte, haben wir 
oben in den „ Naturspielen ^ gezeigt und werden wir später noch 
unter andern Gesichtspunkten zu zeigen haben. So treffen wir 
eine förmliche Personifikation des gewaltigen Gebirgssystems 
der Alpen ; wenn Nonnos 45, 174 ff. und 47, 627 auch von nörd- 



1) Anders, bezw. im urspränglichen Sinne, bat diesen Namen Conrad Celtes 
angewendet : 

Anxisti sacris, pater Angnstine, Boemos, 

ex illoqne levis aneta ernmena tna est. 

Ergo ex boc merito pater Angnstine vocaris. 
Vergl. Dr. Hartfelder, Fünf Bücber Epigramme von Conr. Celtes, Berlin, Calvary 
1881 (I, 78, 3.) 



72 

liehen Eroberungszügen des Dionysos dichteifc und von seinem 
Kampfe mit dem riesigen Erdensohne ^AXito; im' Lande der Tyrr- 
hener, d. i. in Raetia, so ist dieser Alpos wohl identisch mit dem 
^AXßtcDV, welchen Herakles nach seiner Rückkehr aus Spanien be- 
kämpfte , also eine Personifizierung der Alpen. Auf dieselbe 
Weise ist der heilige Gebirgsdistrikt bei Pessinus als die grosse 
Göttin Agdistis, die MkJit^p opeia, auch als Riese und grosser 
Jäger beschrieben (PreKer Gr. Myth.I, 407, A. 1). Das arkadische 
Orchomenos gehörte in uralter Zeit zum Reiche des Elatos d. i. 
der Personifikation der Tannenwälder am Kyllene. In derselben 
Weise ist aus dem Namen Kypselos die Legende von der wun- 
derbaren Rettung in einem Kasten zu verstehen ; desgleichen all 
die mythischen Genealogien, an deren Spitze ein Heros Am- 
phiktyon, ein Lelex, Pelasgos etc. stehen (vergl. neuerdings Berl. 
Zeitschr. für klass. Philol. 1886, p. 1028), oder die zahllosen 
Eponymoi, wie Metabos für Metapont, Misenos für das misenische 
Vorgebirge. So hat auch der arme, von Kain erschlagene Abel 
überall eine Ruhestätte, wo ein Ort Abil liegt, um Damaskus, 
auf der Höhe des Libanon, im alten Abila Lysanias u. s. w. 
Jederzeit machte sich in solchem Zusammenhang das Verfahren 
mit redenden Wappen geltend, wie noch das bekannte Volksbuch 
von dem um 1350 zu Mölln verstorbenen Tyll oder Dietrich 
Eulenspiegel auf dessen dortigen mit einem Spiegel und einer 
Eule geschmückten Grabstein hinweist. 



\ 



A. Ortsnamen von der Aehnlichkeit in Gestalt 

nnd ümriss 

§ 1. 

Bildliche Ortsbenennung vom Menschen- und Tierkörper. 

Vermöge der in dem Abschnitt über ;, Naturspiele" bereits 
geschilderten lebhaften hellenischen Anschauung und Auifassung 
der Aussenwelt, insbesondere aller die menschliche Phantasie 
anregenden Bodenerhebungen. Felsbildungen, Vorgebirge u. s. w, 
ergibt sich uns von selbst der TJebergang zu jenen unzähligen 
Ortsnamen, die nicht so sehr in ausgesprochener Personi- 
fikation als in leichter Metapher, in einer flüchtigen Vergleichung 
mit einem belebten Wesen oder einem Teil des tierischen Leibes 
überhaupt ihren Grund haben. 

Zur leichteren Gewinnung dieses Ueberganges mögen hier 
einige Beispiele dienen, die mehr allgemeiner Natur sind und 
gleichsam nur einen Anflug von Personifikation zur Schau tragen. 
So wird von Strabon III, 5, 7 der korinthische Golf wegen des 
Wechsels in der herrschenden Luftströmung (siaTtvoig und ixiivor)) 
einem ein- und ausatmenden Tiere verglichen. Kap Araxos macht 
nämlich daselbst die Wetterscheide zwischen dem innern und 
äusseren Meer. lieber die Ursachen dieses regelmässigen Luft- 
zuges sehe man E. Curtius Pelop. I, 402. Gewisse Namen für 
die Naturwunder der Odyssee, der Argonautensage und der geo- 
graphischen Märchen alter Zeiten überhaupt sollen wenigstens 



74 

erwähnt werden; wie die nXayxTat, d. i. Sehlag- oder Prallf eisen 
(minder genau ;,Irrfelsen^), beschrieben bei Homer Od. XII, 59 ff. 

^llechtshin sind zwei Felsen und hängen herüber, an diese 
Donnert die mächtige Woge der bläulichen Amphitrite : 
Die sind irrende Felsen genannt von den seligen Göttern. 
Da fliegt selbst kein Vogel vorbei, ja schüchterne Tauben 
Nicht einmal, die dem Vater, dem Zeus, Ambrosia bringen ; 
Auch von diesen sogar raubt allzeit eine die Felswand." 

Wie die Argonautenfahrt selbst, so war die Sage von den 
I!ü^'jiA>]Ya3ec, den Klappfelsen oder zusammenschlagenden, unter 
den Hellenen allgemein verbreitet. Nachdem die Argo glücklich 
hindurchgekommen war auf ihrem Wege nach Kolchis, fixierten 
sich die Felsen an ihren gesonderten Punkten und schlössen sich 
nie wieder. nXaYxxai -rcsTpat dagegen hiess das Thor des westlichen 
Ozeans, nach Einigen bei den liparischen Inseln (vergl. Preller, 
Griech. Myth. I, 293. 311. 386. n, 230. 227). Die Symplegaden 
Messen auch -relxpai oüvöpotjiaösr, oüvöpo^ot, nach Eratosthenes cüvop- 
^cfS«; (Geogr. Graeci min. ed. Did. T. 11, p. 66). Uebrigens hat 
man wegen der häufigen Verbindung von Sü^icX/jYaös; und Koaveat, 
sc. -rcsTpai oder axpat, auch «/«rai genannt und Küavsa Tcsxpa, die 
;,Schwarzen Felsen^ am Eingange zum Pontes aus dem BosporoSy 
schon im Altertum mit Unrecht behauptet, dass in dieser Ver- 
bindung SüfiTcXTjYaös; Epitheton, Küctvsai aber Nomen propnum sei 
vergl. Wochenschrift für klass. Philologie 1887, S. 487, und die 
Schol. ad Apoll. Rhod. II, 317 Tiepl tojv üüfiTcXr^yaöcov, on s-rcl xoiJ 
[lovTtxoü OTOfiaioc i^^oav xal oit Kuavsat ixaXouvio öta to XP^^P-^ ^'^'»» 
Pomp. Mela II, 7, 99 contra Thracium Bosporum duae parvae 
parvoque distantes spatio (insulae) et aliquando creditae dictae- 
que concurrere et Cyaneae vocantur et Symplegades. 

Hierher ist ferner der fabelhafte <I)ivsü; zu stellen. Ein all- 
gemeiner Name für die durch Sturm und Klippen gefährliche 
Mündung ins Schwarze Meer, wo die Schifffahrt noch jetzt bei 
stürmischem Wetter gefährlich ist, geschweige in hülf loseren 
Zeiten (CatuU. 4, 9 horridamque Thraciam | Ptopontida trucemve 
Ponticum sinum sqq.), war die Salmydessische Küste. Dort 
herrschte Phineus, gewissermassen der Pförtner des Pontes Euxei- 
nos, der vorher aSsvoc gewesen. Seine erste Bedeutung war allem 
Anschein nach allegorische Personifikation eines ragenden Felsens 
dieser Küste, der wie ein König am Eingang dieses Meeres thronte 



75 

(Preller Gr. Myth. II, 225). Vielleicht bedeutet Otvsüc wirklich 
den Würger, 291778^;, 6 ocptyytuv, den Einengenden, Einzwängenden. 
Als weiteres Beispiel dient uns der Name Tupat, d. i. Wirbel- 
oder Strudelfelsen (yupoc, Kreis, Y^poc, Y^pto;, gebogen, rund), nicht 
;,Eckenberge, Krummenberge", wie Pape und Benseier wollen; 
anders verhält es sich bei dem Füpac oder Fupoc „Eckenberg S 
auf der Insel Tenos. Freilich erlangten diese der Schifffahrt an 
der Südostküste von Euboia so gefährlichen Drehsteine oder Mühl- 
steine keine poetisch ausgebildete Persönlichkeit wie die home- 
rische SxüXXa (vgl. unten); auch bei der Xapußötc war dieses nicht 
der Fall, und ebensowenig kam es bei den nXaYXTott und den 
lü.a'rtXT^yaöe; oder den ebenfalls wie Tupat von dem Begriffe Strudel 
und Strömung benannten Atvat oder Atvat in Kilikien (Plinius N. 
H. V, 38, 129) zur förmlichen Personifikation; wohl aber war das 
unweit dieser Rundfelsen befindliche, gleichfalls gefürchtete Vor- 
gebirg 6 KacpapeJc, Kacpr^psüc, einer solchen ganz nahe. Man ver- 
gleiche die Beschreibung beiPhilostr. Imagg. II, 13: at toü ireXa- 
70ÜC avsoTTijxütat Tts-pat xal rj (^iouoa icspl aürdc OctXaTTa . . . * 
at Tupat Tzizpox stoiv üTCspcpatvouoat tou Aiyatcü xoXtiou xtX. Vergil. 
Aen. XI, 260 Euboicae cautes ultorque Caphareus. Propert. III, 
5, 56 saxa triumphales fregere Capharea puppes. ^0 Kacpr^psüc 
wäre nach Pape-Benseler ;, Heiligenberg", ;,Sühnberg", weil diese 
euböische Landspitze früher KoL^rjpeu- geheissen habe. Der bei- 
gesetzte Hinweis jedoch auf die Wurzel xätc — „Hollstein" kömmt 
der Wahrheit schon näher. Als jetzigen Namen erwähnt Welckerj 
Kl. Schriften III, 383 zum Berg Ocha in Euboia den Namen 
Capo d'oro, der augenscheinlich ein gewöhnliches etymologisches 
Missverständnis darstellt. Wir halten dafür, dass der Name 
Kaphareus deutlich genug das Gefährliche des Platzes für die 
Schifffahrt ausdrückt. Daher lesen wir bei Dion, es hätten da- 
selbst, wie es früher an den westeuropäischen Küsten und bei 
den Riffpiraten in Nordafrika Brauch war, Strandräuber von der 
Höhe aus die mit der Brandung kämpfenden Schiffe durch falsche 
Feuerzeichen irregeführt, bis sie an der Stelle scheiterten (Dion 
Chrys. ed. L. Dind. I, p. 116 tov NaüicXtov opolv dno toG Kacpr^pswc 
^Tio^^'za' xal YCtp oI|üiat Tcuposüetv auxov dizo toGv axpiuv zol^ tcXsoüoiv, 
oiccüc ixTCtirTOiotv si; xac 'relxpac). Der Kaphereus oder Kapha- 
reus gilt uns mithin als der Schlürfer oder Schlucker, wie Zsüc 
Aa^üOTtoc von Xa^üoow (vgl. xacpa'Cetv und Forchhammer Hellenika 
S. 200. In Oberbayern ist die Bezeichnung ;,Schlicker^ für ge- 



76 

wisse trügerische und gefährliche Abzugslöcher am Seeufer eine 
ganz gewöhnliche. Also ein Wegraffer und Verschlinger, womit 
der heutige Name SüJiotpaYo; bei Bursian II, 400 trefflich stimmt. 
Nach derselben Anschauung heisst der sogenannte Amazonen- 
strom in Südamerika bei den Indianern Amassona, d. i. Boot- 
zerstörer, und ist aller Wahrscheinlichkeit nach der mythisch 
anklingende Name Amazonas auf ein Missverständnis von jener 
in den ^Griech. Stichnamen ^ S. 27 umständlich bezeichneten 
Oattung zurückzuführen. Doch wollen wir nicht verschweigen, 
dass neuestens Prof. Egli in seiner Geschichte der geographischen 
Namenkunde, Leipzig 1886, S. 315 kurzweg behauptet : Die Ety- 
mologie ;,Strom der Amazonen^ steht fest, neben ihr ist für 
Amazonas = Bootzerstörer kein Platz. 

rrjpüoiv fehlt als Ortsname bei PB. , wo blos Geryon für 
Geryones oder Geryoneus angeführt wird. Der Name bedeutet 
wahrscheinlich den Tosenden, Schallenden, von gar, yr^p — . Bursian 
dachte an den arabischen Glockenberg, Dschebel-Nakusch, dessen 
interessante Beschreibung hQiF.Norh^ Mythologie der Volkssagen 
und Volksmärchen, Stuttg, 1848, S^ 35 ff. wir an dieser Stelle 
lediglich erwähnen. Vielleicht liegt auch dem schon in den 
„Naturspielen ^ S. 35 erwähnten Stadtnameu OavoTsJc oder Ilavo- 
iretic, wenigstens in der letzteren Form „der Weitschauende ^, eine 
leichte Personifizierung zu Grunde, gleichwie dem Namen o Ilaüot- 
AüTioc, wie ursprünglich eine Villa bei Neapel hiess und wovon 
dann die bekannte Grotte des Posilippo ihren Namen erhielt. 
Vergl. wegen der Wortbedeutung Sans-souci, Monrepos, Quisisana 
oberhalb Sorrent etc. Ungenau aber heisst es in Bädekers Italien 
4. Aufl. III, 76 llaüotAüTcov, ^Sorgenfrei". Dunkel bleibt für uns 
der Name o <I>(üXso;, bei Polybios IX, 18: to xsix^; tö xata tov 
OiüAsov xaXo'j^svov. Es lässt sich eben zweifeln, ob dies der Name 
eines Platzes in Mantineia oder eines Mannes ist, etwa eines 
Standbildes, oder eines Hügels (Xocpo;); eigentlich bedeutet cpcoXsoc 
bekanntlich eine Höhle, Grotte, Schlucht, Felsenspalte ; nach dem 
Zusammenhang der Worte bei Polybios könnte aber auch ein 
Felsgebilde gemeint sein, und möglicherweise wird ebenda II, 55 
Tcv xatd TOV KcüXatov irpooayopcüOfisvov toitov ti^c T^oXecu;, wo Schweig^ 
haeuser OoiXsdv lesen wollte, dieselbe Lokalität bezeichnet, Aehn- 
lich verhält es sich wohl auch mit dem Namen ^ApSaXo; bei Steph. 
Byz. s. V. 'ApSaXtös^ xal 'Ap^aX'.tuiiSs; TtjAtüVTat at Moüaat sv TpotC^vt 
d'jzd 'ApöaXoü nvo; tÖpuoafilvou, ^ xal oind toitoü. Freilich hat der 



77 

letztere Zusatz bei PB. keine Berücksichtigung gefunden. Einen 
arkadischen 4)otCcov nennt Pausanias VIII, 11, 3 x^^P^'^'-^ ovofx'xCo- 
fievov 4>otCo>v .... fiVT^jia ioit Xtdoü iCcptsxov y.prjTzi8i, avs^ov 8s oü tcoXu 
OTzkp TTJc T^C- Ein Vorgebirge MovoAt^o; bei Kamiros fahrt Boss^ 
an IV, 60. Auch o^ Astov als Ortsname bei Thukydides VI, 197 
gehört hierher, und o IIsppav^Yjc bei Bursian I, 34. 36, o EopJaXoc, 
dorisch für EüpJr^Xoc, Nagelkuppe, ein syrakusanisches Kastell 
(Wochenschrift für klass. Philologie 1886, S. 1392), alle mit An- 
klang an eine Personifikation; mitunter als eine förmliche und 
volkstümliche, wie die Beispiele S. 18 f. zeigen, während der Ver- 
such einer solchen in dem Namen scioglie del Ciclope, unweit 
des sizilischen Ufers bei Catania, gleichsam auf halbem Wege 
stehen blieb vor diesem Ziel. 

Wenn also Namen für Felsen und Bergrücken wie die frühei 
angeführten ^die Späherin^ (15 IlapaxuTcrouo^ , AsüxaXtwv, AaSnj^ 
Ilüppa etc.), von der Projektion oder dem Umriss aus einer ge- 
wissen Entfernung entnommen , als echte und rechte Personi- 
fikationen hellenischer Phantasie zu betrachten sind, so bietet 
uns dagegen eine Benennung wie ;,das steinere Gesicht", At9o- 
TcpdoiüKOv bei Theophanes und A. wiederum ein Beispiel der blos- 
sen Erklärung mit nur oberflächlicher Personifikation dar. Durch 
einen weiteren Zusatz jedoch erhebt sich auch diese Art sofort 
über das Allgemeine und Gewöhnliche, wie in dem griechischen 
Namen für ein syrisches Vorgebirge To toJ Osoü TcpoocoTr&v, Strab. 
XVI, 2, 15; Pompon. Mela, I, 12, 67 ad promunturium Theu- 
prosopon. PB. erklären den Namen „Gottes Larve ^, d. i. aus- 
sehend wie eine Gottesmaske der Schauspieler, anderswo, z. B. 
unter npoacDTcmc wird die Erklärung ^jVörden*^, d. i. die vornliegende 
Insel, wie UpwTTj, üpoxXGvtov u. dgl. vorgezogen. Nach unserer 
Aufi*assung entspricht ein deutsches „ Steinkopf ^ so ziemlich dem 
obigen AiOoicpoocoTcov. Vielleicht ist überhaupt KetpaXr^, Caput, Cap, 
der bekannte Name für zahlreiche Bergkuppen, Vorgebirge, Vor- 
sprünge, Landzungen etc. in seinen verschiedenen Formen mit 
oder ohne näheren Zusatz, wie die natürlichste und allgemeinste, 
so die verbreitetste Benennung für^ Landmarken an der Küste 
sowohl wie im Innern, wie solche seit uralten Zeiten von See- 
fahrern angesegelt oder von den über Land vorrückenden Volks- 
stämmen ins Auge gefasst zu werden pflegten. So begegnet uns 
auf der Insel Capri, natürlich nach lokalem Sprachgebrauch, 
Lo Capo kurzweg und ohne Beisatz, wie al KecpaXat, die Köpfe,. 



78 

die Kuppen (PB. ^^Koppenfels**), als Name eines Vorgebirgs an 
der Kleinen Syrte (Strab. XVIII, 3, 19). KecpaAi^ ist aber auch 
Name eines attischen Demos. Seltsam könnte die doppelte Be- 
zeichnung des B%riffes erscheinen in Capo della Testa (Sardi- 
nien), jedoch finden sich allenthalben derartige etymologische 
Missverständnisse, infolge der Verallgemeinerung oder Verdunkel- 
ung des einen Ausdruckes (vgl. Grasherger, Die griech. Stichnamen 
S. 26 f.). Eopuodso); xecpa>wT^ hiess ein Ort bei Mykenai, der Name 
stimmt zu dem erwähnten attischen Demos, Strab. VIII, 6, 19 
Toiio; xaAstiat Eupüai>£(o^ '/.^^akr^. Allbekannt sind die ;,Hunds- 
köpfe^ in Thessalien, Küvöc xccpa>wflft, Strab. IX, 5, 20 x^P'-o'-' '^^ 
Kuvdc xs^aWt xaXoJfisvov. PB. erinnern hierbei an ^Hundsrück^; 
wir vergleichen noch die ;, Geiersköpfe ^ im Ammer wald, den 
Brunnenkopf, Hahnenkamm, Hennenkamm u. s. f. Eine bekannte 
jonische Insel heisst KscpaXAT^via oder KscpaAü^vta, dorisch KecpaXXa 
{nach Inschriften), KscpaXXavta, man vergleiche jetzt G, Biedermann 
Die Insel Kephallenia im Altertum, München 1887. Weiterhin 
eine Insel am tauiischen Chersonnes KscpaXovrjoo;, eine Stadt auf 
einem Vorgebirge Siziliens, KscpaAoiöiov, Cephaloedium, jetzt Cefalü. 
Muptoxs'f aXov, eine Ortschaft Phrygiens, vgl. Paul Hirsch Phrygiae 
de nom. opp. p. 31. ;,Die Eichenköpfe*^ war der Name eines Passes 
am Kithairon in Böotien, an der Strasse nach Delphi. Herodot. 
IX, 39 i; xa; sxßoXd; ta^ Ktt^atpüivtöag, at stcI EIXaTatecuv cpipouot, xac 
BoitüTO l fisv Tpsic xs9aAdc xaAsouo:, 'A^Y]vaToi ösApooc xscpaXdc, 
durch Dialekteinfluss wohl gar ein altes Wortspiel. Bod; xscpaXat 
wird in Asien erwähnt; ein Vorgebirge Boux£9aXa ;, Ochsenkopf ^, 
bei Bursian Geogr. Griechenlands II, 101, A. Von Philostratos 
wird der ;, Ochsenkopf "^ von Chios als ein merkwürdiges Natur- 
spiel genannt (Philostr. Epist. ed. F. Didot. p. 338 r^ ßouxpavoc, 
73 Tcpo; Xuo, vergl. auch oben S. 25); von anderen Benennungen 
mit Boü^ wird unten die Rede sein. Hier ist noch auf das arabi- 
sche viel gebrauchte Analogen Ras, Rus hinzuweisen; letzteres 
im Sinne von KecpaX^ findet sich häufig in phönikischen Städte- 
namen, auch von hochgelegenen Seestädten und Vorsprüngen, so 
in den Namen Rusaddir, Ruscinona, Rusconia, Rusibis, Rusicibbar, 
TüooaStov = Caput agri, cf. Gesenius Scripturae linguaeque Phoe- 
niciae monumenta Lips. 1836 p. 293. 426. So treffen wir ^Poüaa- 
Coü; in der Bedeutung von Vorgebirge, vielleicht auch 'Ptuooc 
oder ^P(ü3o; d. i. Hornberg. Bekannter ist Kap Spartel, arabisch 
Ras Ischbertil. — Obigen Beispielen reiht sich zur Vergleichung 



79 

noch an der drollige Name des Monte Capato, bei Monreale auf 
Sizilien, vergleichbar unsern Bergeshaupt, Kuppe, Wachküppel 
(in der Rhön), Kufstein u. ,s. w., wovon im Einzelnen weiter 
unten gehandelt wird. Der ganz moderne Name Mons Pilatus 
oder Pileatus ist lediglich durch verkehrte Volksetymologie ent- 
standen, sei es, dass man dabei an pila — Pfeiler denkt oder 
an pileus = Hut. Der ältere Name des berühmten Berges ist 
Fracmont, Pilatus erscheint erst 1387, um gegen Ende des 18. 
Jahrhunderts fast allein zu gelten {Egli a. a. 0. S. 136). 

Zunächst erscheint als lokale Benennung auch MixmTcov, die 
Stirne, wie in KptoG [xstcotcov, ^ Widderstirn", ein Vorgebirg auf 
Kreta und im Skythenlande; als kühne Metapher bei Pindar 
Pyth. I, 30 süXGtpTcoto yaia; ^stcotcov, vom Aetna. Sehr beliebt 
aber ist das Bild von der Braue, den Augenbrauen, 'Ocppu:. 
'Ocppuosi; war ein gewöhnliches Beiwort schroffer Klippen und 
Höhen, wie das von andern Gliedmassen des menschlichen 
Leibes entlehnte ttjaüxvyjiioc. So heisst das zackige Taurosgebirge 
Kleinasiens bei Nonnos Dion. ed. Köchly II, 168 Taupoc o<pp'JO£i:, 
und ebenso anschaulich wie phantasievoll ist die Art, wie Strabon 
VIII, 6, 24 die Landschaft um Korinth zeichnet: Kop«vOo; 09püa 
TS xal xoiAatvsTat, d. i. bald steigt Korinth hoch hinauf, bald sinkt 
es tief, hat Erhebungen und Vertiefungen des Bodens, oder wie 
man heute sagt, welliges oder hügeliges und ;,coupiertes^ Terrain. 
Dieser öüoxojpta ev Koptv[>(o wird auch bei Pseudo-Platon gedacht, 
Menex. p. 246. Ein alter Name der Insel Tenedos Acuxocppu«; ist 
freilich bei PB. mit dem nichtssagenden „Blankenau ' übersetzt. 
Auch in Karlen gab es einen Berg dieses Namens und eine Stadt 
Aeü5C09püV7j, mit Kultus der ^Apis/Jit; AsüxocppüTjvr;, vgl. Strab. XIII, 
1, 46; XIV, 1, 40, dazu Lykophron Alex. v. 346 mit Schol. 
Bei PB. erscheint 'OcppJvtov als Name zweier kleinasiatischer 
Städte. Als heutiger Name eines griechischen Felsenriffes ist 
e?c Tov 'Ocppuv angeführt bei L. Boss III, 33; auf Kreta ist eben- 
falls noch der Name üblich to cppuSt toü axpiüTTgptoü, d. i. die 
Augenbraue des Vorgebirges. Gegenüber steht im Lateinischen 
supercilium tumuli bei Livius, während im üebrigen diese Me- 
tapher fast nur in der Sprache der Architekten auftritt, wie bei 
Vitruv von der Oberschwelle crassitudo super, ciliibei Solinus 
ed. Mommsen p. 9 sogar supercilium scalarum gesagt wird; man 
vergleiche oxJvtov und sTitoxüvtov mit cilium = unteres Augenlid, 
supercilium = oberes Lid. Ob indessen der Bergname tJ ^O&pu; 



'Bursian L 42) mit obigem o^p'J; zusammenhängt oder mit ^Opdi^ 
n. drgl.. darüber lässt sieh zweifeln, es könnte der Gleiehklang^ 
auch ein zufälliger sein; ebenso über 'Odpcovoc, den Namen einer 
Stadt und einer Insel bei Sizilien {Bursian II, 364). Lexiko- 
graphen wie Seholiasten erklären ^'Oftou; fast regelmässig mit 
J^pu; = 'j'lr/jj\j AC90;, opöc, Hesyeh. c^puv * Kpi^Tc? zo opöc, so dass 
der Name wirklieh infolge einer Umstellung der Aspirata = op^j; 
zu setzen sein dürfte, vgl. JE, Curtius Pelop. S. 5, und G. Curtius 
Grundzüge der Gr. Etym, 5. Aufl. S. 295. Auch E. TF. Farstemann, 
Ortsnamen, 2. Bearb. Xordhausen 1872, S. 340, nimmt eine Wurzel 
bruv in Anspruch für die Bedeutung Berg, Hügel, ;,ohne dass 
darin blos eine bildliche Anwendung von ahd. bräwa, nhd. braue 
= supercilium, liegt^. Vergl. brau in der Schweiz = jähe Fels- 
höhe, das in Deutschland öfter wiederkehrende Braubach etc. 

'O^da/fioc, Auge, findet sich eigentümlicher Weise nicht als 
Ortsname (über 09^5X1x0; vscJc, am Galion der Schiffe, vgl. oben 
S. 64j ; für die Alten bezeichnet es in figürlicher Rede das Köst- 
lichste und Beste an einem Gegenstande, wie denn z. B. Pindar Ol. 
II, 18 das Geschlecht des Theron von Akragas- besingt als o(p&aX[idc 
Si/.sAi'a;, Euripides in den Phönizierinnen V. 802 den Kithairon 
preist als 'ApTs/itöo; ojijia, Catull in dem reizenden Gedicht auf 
Sirmio dieses als seinen Augapfel (ocellus) anredet, und selbst 
Cicero in einem Brief an Atticus XVI, 6, 2 seine Landhäuser 
ocellos Italiae nennen zu dürfen glaubt. Dagegen erinnern wir 
uns nicht, einem Ausdruck der heutigen Empfindsamkeit für das 
Landschaftliche, wie ^yMeerauge*^ (Karpathen), ;,Auge der Land- 
schaft** für Binnensee, bei den alten Schriftstellern begegnet zu 
sein. Ob der Begrifi* Nase in der griechischen Sprache jemals 
zur Bildung von Lokalnamen benutzt worden sei, abgesehen von 
der seltsamen Benennung t« ^PtvoxoXoupa ^Stümmelnasen*' für einen 
Grenzort zwischen Aegypten und Palästina, lässt sich sehr bezwei- 
feln, wenn man nicht mit i?. C««rfm5 Ortsnamen wie MüxaXr,, Müxa- 
AT^aoo;, Müxr/;at, zu .uüXTrJp stellt ; vrgl. neugriech. M'jxrixa, 'ESoj^ütt^^ 
rr r] l$(o fjL'J-n) nach L. Boss, Inselreisen I, 59. 69 ein Vorgebirge, also 
wie M'jxctAT;. Von Schnauze (to pofX!^jc)^* Rüssel, Schnabel der Tiere 
scheinen allerdings benannt zu sein al ^Pü^x^t, ein Ort in Euboia 
(Bursian Ij 109, II 426), 'Poyxoc, ^, Ort in Aetolien, rpüyx'i (Bursian 
11,426). dieEinwohner Fpüyx^^j gleichsam , Schnabel weit ^, Müxtxac, 
die mänalische Bergzunge bei Mantineia (Bursian I, 32), Wapofiü-ng, 
Eischnase (Bursianl, 148). AuchM'JTtXrJvifj könnte man hier zugesellen ; 



81 

unsere Auffassung jedoch der Namen Müx^vai, MaxcEXr] etc. ist von 
der obigen verschieden und bleibt einer spätem Auseinandersetzung 
vorbehalten. Dagegen gehört hierher der Name der Insel 'AvacpTj, 
aus dem Hebräischen, vergl. H. Kiepert Lehrb. d. alt. Geogr. 
S. 250, A. 3; PB. erklären ;,NeuJand". Freilich, in der heutigen 
Onomatologie der Küsten und Ufer ist die Benennung Nase be- 
kanntlich eine sehr gewöhnliche, wir erinnern nur an das Kap 
Grisnez am Pas de Calais der nördlichen Küste Frankreichs, 
Lindesnäs die Südspitze von Norwegen, Naso und Punta del 
Basone in Sizilien, die allbekannten Felsennasen in der Vereng- 
ung des Vierwaldstädtersees, die ;,obere" und die ;, untere Nase*', 
die Nase am Thunersee, am Kochelsee und anderswo mehr. 

Für metaphorische Anwendung der Zunge wissen wir aus 
unsern Sammlungen nur den neugriechischen Namen K«ßo FXoToaa, 
dann den heutigen Namen Linguetta für das gefährliche Vorgebirg 
Acroceraunia, und den merkwürdigen Ortsnamen Linguaglossa 
auf Sizilien anzuführen, vgl. über den letzteren Grasherger Gr. 
Stichnamen S. 26 ff. über Doppelnamen oder Synonymcomposita. 
Einmal erscheint auch der Bart, der oft in Vasenbildern vor- 
kommende Keilbart griechischer Männer, nämlich der Hafen der 
Stadt Troizen in Argolis hiess im Altertum ncoycov, d. i. Streifen, 
Keilbart (Strabon VIII,. 6, 14), heute dagegen wird er von der 
sichelförmigen Gestalt Drepdni genannt, wie viele andere Loka- 
litäten, von denen später die Rede sein wird; Tozer zieht auch 
den Namen KopQsta hierher mit Vergleichung von Mentone, wir 
kommen unten darauf zurück. Wie bei PB. bemerkt ist, sagte 
man zu einem Bartlosen sie TpotC^^va ßaSiCs, wallfahre nach Troizen, 
mit boshafter Andeutung, gleichwie in dem uralten, ebenfalls 
sprichwörtlich gebrauchten Zuruf 'Aooov fd', (uc xsv Oaooov o/iBpoo 
icstpaO* txYjat, d. i. *Aooov fOi. 

Ungemein häufig erscheinen in den alten Ortsnamen die 
Vergleiche mit Arm und Ellbogen. Allbekannt ist ja'A7X(f)v, 
Ancona , als Name eines Vorgebirges , auf der Insel Rhodos 
auch ein 'Apccovtov, und mehrerer Städte. So hiess ferner ein 
Hafen und Vorgebirg am Pontes, an der Mündung des Thermodon 
östlich von Amisus, Schol. ad Apoll, ßhod. II, 369 [aey««; xal 
üTCctpoxoc ayxtov sSavaxst yatT];. Man vergleiche damit den Namen 
des Städtchens Ellenbogen an der Eger, jetzt Elbogen geschrie- 
ben, zwei Stunden von Karlsbad, auf einer durch den genannten 
Fluss, der hier einen Ellenbogen beschreibt, gebildeten Landzunge ; 

Grasberger, Ortsnamen. 6 



82 

dazu Elinpoga, der Engpass an der oberösteiTeichischen Asehaeh, 
nördlich von Weitzenkirchen ; ein Ort Ellenbogen bei Alpirsbach 
im Sehwarzwald u. s. w. Auch Malmö, oder Malmoghen, hiess 
mit seiner früheren Namensform Elbogen, Ellenboghe. Hierher 
stellen wir wegen des Grundbegriffes Ecke, Winkel, Biegung 
(skr. ankaj, mit Pott Etymolog. Legenden S. 26t> auch den atti- 
schen Demosnamen 'AyxjatJ, ebenso mit Zehetmayr Lexicon etymolog. 
comparat. p* 19 den phrygischen Stadtnamen ^Ayxüpa. Noch reihen 
sich an C und y^ ''Qasvo; (oJaevt, ulna, Ellbogen), Name mehrerer 
an einer Flusskrümmung gelegener Städte , dann eines Berg- 
gipfels, auch 'ÖAsvi'a rAzon. Besonders interessant ist wegen der- 
selben Bedeutung Ecke, A\'inkel, der hebräisch-phönikische Name 
<l)sta oder <l>sa, Osioti, für ein Vorgebirge und eine Hafenstadt in 
Elis, den eigentlichen Seehafen von Olympia. Vergl. J. Olshause^i, 
Ueber phönizische Ortsnamen S. 324 : Eugen Oherhummer^ Phönizier 
in Akarnanien S. 19: wegen der Anwendung der Begriffe ytuvia, 
YOVttTa, angulus etc. im Phönikischen cf. Geseniiis 1. c. I, p. 338, b. 
Nicht minder verbreitet und in anthropomorphischen Ver- 
gleichungen beliebt waren die Ausdrücke für Brust und Busen. 
Nach Strabon I, 3, 4 diente der Name STr)dr,. -zi xotAOüfisva ^ti^öt), 
zur Bezeichnung von Dünen am Pontos, vergl. 6r. Curtius, Gr. 
Etym. 5. Aufl. S. 211. Doch neigen wir, wegen der Allgemein- 
heit der Wurzel stath, goth. staths, alth. stad, Gestade, litus, 
ripa, dahin, den Namen Z-zr^br^ von einer Sandbank an den Donau- 
mündungen bei Polybios IV, 41 mit Försteniann a. a. 0. S. 1382 
lieber in solch allgemeiner Bedeutung aufzufassen. Ein S-njdatov 
an der lakonischen Küste nennt Pausanias IH, 24, 2 als Heilig- 
tum des Asklepios. Häufig wiederholen sich Benennungen wie 
To Aivö'jjiov, Ol A'-^üfiot, -zi Atdufia (^?>j), Aii'ijnj, a» AiSufxai, entspre- 
chend den Namen Zwillingshausen, Zwillingsinseln, Doppelberg, 
Zwillingsberge, wie denn unter andern Pausanias III, 24, 2 die 
Zwillingshügel am Pelion erwähnt. Im thessalischen Gefilde 
Dotion finden sich die Aiöofioi ox^oi, nach Preller, Griech. Myth. 
I, 321 sind dieselben entweder auf Verehrung des ApoUon und 
der Artemis zu deuten, oder durch das Bild der weiblichen Brust 
auf wohlthätig nährende Bewässerung. Letztere Auffassung ist 
jedenfalls die ursprüngliche. In Jacob GrhntHS Deutscher Mytho- 
logie II, 1129 wird ein Fels mit Brüsten erwähnt, aus dem es 
tropft und wovon Mütter, die ihre Milch verloren haben, trinken. 
Nach Pausanias IX, 34, 3 gab es bei Eoroneia in Böotien zwei 



83 

Quellen, Y'^'^öttxo; jitzoTOic cixao^svat xal o^oiov yotXaxTt Söcup au öütcuv 
avstaiv. In gleichem Sinn wird auch der Name des Tttdiov opo;, 
des Zitzenberges bei Epidauros, zu deuten sein, auf welchen 
Koronis, die Tochter des Phlegyas, ihren Sohn ausgesetzt haben 
soll. In Betreff der kühneren Metapher aber vergleiche man 
die landschaftlich anschauliche Zeichnung von Kyrene bei Pindar 
Pyth. IV, 8 xTtoastev s'Japjiaxov iroXtv sv apYivosvTt /xaaToT. AifxaoTo? 
hiess eine Insel bei Rhodos, Plinius N. H. V, 31, 133 ; IV, 12, 66 
Myconos cum Dimasto. 'Eittiiaoio; eine Stadt in Thrakien, bei 
PB. ^Ambühr-. MaCouoia oder Maoiouoia ein Vorgebirge, Lykophr. 
Alex. 534 MaCo'JOi'a Trpoüxo^^a x^P^^^^^ xspcu^, dazu SchoL axptoTT^- 
ptov XsppovT^'acü. Bei Strabon XIV, 6, 2 lesen wir : o 5' 'Axajia? 
iailv axpa öuo jiaoxouc %x^ooa xal SXr^v tcoaatjv xtX. AiSüjultj hiess 
eine der liparischen Inseln, von ihrer Form, wie Strabon aus- 
drücklich bemerkt VI, 2, 11 xal autnj 5' dn) xou oyTjfJiaTo; covo^aoiat. 
Vielleicht ist auch Tt^opata, Name eines Gripfels des Paraassos, 
hier einzureihen, dagegen schwerlich TtTcov, eine Oertlichkeit in 
Böotien. Bei Kilikien lagen al AtSüfxoi v7)aot, bei Pherai ot Atöüfjiot 
xo/w(üVot, AtfiaXT] oder AtjiaAAov (illyr. juia/j = Berg) hiess eine alt- 
illyrische Stadt, die aaf einem zweigipfeligen Berge lag. Auch 
das arabische Vorgebirge Ras-el-Hadd, südlich von Maskat, ist 
benannt wie A''8ü|xa opyj. In den entlegensten Q-egenden und Ko- 
lonien treffen wir so gut wie in nächster Nähe derartige Natur- 
spiele nebst den von äusseren Umrissen entlehnten Namen. Solche 
öiSüfiot oxOoi zeigen sich dem Reisenden z. B. im Aischgrunde, von 
der Station Steinach aus in östlicher Richtung. In dem erst in 
unserer Zeit erforschten Gebiet Yellowstone im nordamerikani- 
. sehen Felsengebirge wird von den Besuchern des „Nationalparkes" 
unter andern gewöhnlich ein in zwei Spitzen (Twinn Buttes, 
d. i. Zwillingskegel) auslaufender Berg erstiegen, von dem aus 
das berühmte Geysirbassin des Firehole am besten überschaut 
werden kann. Im Fremont Park aber ragt die Kette des Wind- 
ßivergebirges mit den majestätischen Tetons bis zur Höhe von 
13,700 Fuss empor. Die beiden Berge des Böhmerwaldgebirges Osser 
und Arber heissen im Munde des böhmischen Volkes ;, Unserer 
Iiieben Frau Busen" (nach gütiger Mitteilung 0. Keller^Sj aus 
Heyse und Kurs^ Novellen des Auslandes XI, 144). 

Fpata^ oitJ^oc, Fpatac 5öor, oder hzi Fpata; ottJOsi oder sSst 
ieisst eine Oertlichkeit bei Xenophon Hell. V, 41, BO. Tpatac 
Yovü oderFpaöc T^vu, Vorsprung und Hafen in Marmarika, Ptolem. 



84 

IV, 5, 7. Die Nach Weisungen möge man bei PB. einsehen ; wir 
bemerken nnr, class mitunter solche Namen für mutwillige Ab- 
schreiber auch Anlass gaben zu schlechten Witzen, wie in dem 
Spiel mit 'A^q>t7taYo; und 'Aji^tTtoyoc. Eine Anzahl derartiger geo- 
graphischer Spitznamen findet der Leser im Anhange zusammen- 
gestellt. 

Der Name Kap8(«, PB. ^Herzberg^, ist schwerlich griechi- 
sehen Ursprungs, wenn auch Plinius N. H. IV, 11, 48 erklärt: 
Cardia, quae quod in cordis f aciem sita sit , dicta Cardia est, 
desgleichen Solinus ed. Th. Momms, p. 79. Wiederum ungemein 
häufig treffen wir die von Hals und Nacken entnommenen 
Ortsbezeichnungen, worüber die gewöhnlichen Wörterbücher Auf- 
schluss geben. Sogar den Isthmos von Korinth verglichen die 
Alten mit einem Nacken, aüx>iv, aber auch mit einem Damm 
(yscpüpa) oder mit einem Blattstiele, vgl. E. Curtius Pelop. I, 27. 
Mit östpa (vergl. dorsum, und unser deutsches First = Kamm 
eines Höhenzuges) hängen zusammen tq Astpac, ^Hals^, ein Ort 
in Argolis, nach Pausanias II, 24, 1. Astpaösr. ai M£>wavTtoi ösipat, 
Felsklippen unweit der Insel Thera, t^ Asppi; oder Alp'c, Atpp'.c, 
Namen für thrakische Vorgebirge oder Landzungen und einen 
Hafen in Marmarika ; -q Aeppa steckt vielleicht auch in der un- 
sicheren Schreibung Fspat oder 'Epai. 'OpßTjXoto 8='.paoi Anthol. Gr. 
ed. Did. I, p. 180, no. IIB, u. s. w. Der Ausdruck entspricht 
gewöhnlich unserem ^Gebirgssattel", ^.Joch^ u. dgl. Noch erin- 
nern wir an das Epitheton des Olympos bei Homer 7coXü8s'.pac, 
den Zaopoüöetpac ;,Stolzenberg^ in der Pisatis, an die italienischen 
Namen Col di Tenda, Col di Colma etc. Nach Ofshatisen wäre- 
auch Faöetpa, Gades, als „Landeshals^ zu verstehen. 

Ebensogut wie ojüiq>a}.dc yi^c, vrjooü u. dgl. gesagt wurde*), 
benannte man auch Oertlichkeiten nach demselben Begriffe, wie 
'OjKpaXo; und 'O/ji^aXtov, worüber PB. Nachweisungen bieten. All- 
bekannt ist die Bezeichnung xa 2xeX>3, die Schenkel- oder langen 
Mauern der athenischen Befestigung; auch zwischen der Stadt 
Megara und ihrem Hafen Nisaia am saronischen Meerbusen be- 
stund eine ähnliche Verbindung. Ferner entspricht diesem bild- 
lichen Ausdruck der Name IlXsüptov, PB^ ^Seitenstätten^, eine 
Stadt in Arkadien, und tJ Kv7j|i(;, Bergkette und Vorgebirg mit 



1) Ueber den delphischen Omphalos vgl. 0. Keller, Tiere des klass. Altert. 
S. 263 ff. 



85 

der Stadt Kvrjfilös;, benannt nach Strabon dizo toü opoo; Kvtjjj.'iöoc» 
Das Grundwort xvt^^tj = Schienbein, Unterschenkel, Wade, fungiert 
hier wie der entsprechende Begriff in unseren Namen für Berg- 
rücken, Hundsrück, Dos di Trento = dorsum Tridentinum, Katzen- 
buckel (im Odenwald), Katzenkopf (am Walchensee) und ähn- 
liche ; Tco/wüxvTjfioc ist bei den griechischen Höhennamen, wie schon 
bemerkt, ein häufiges Beiwort wie o^cppuost;. Reverend To/s^er a. a. 0. 
S. 46, A. vergleicht passend lateinisches anfractus, neben suffrago 
;,the bend of the leg^. 

Ganz nach der bisher erörterten lebhaften Anschauung- und 
Auffassung auffallender Bodenerhebungen verglich Piaton die 
nackten Felsrippen der griechischen Berge mit menschlichen 
Gebeinen i;, und sind nach Ovidius Metam. VII, 444 die zackigen 
Klippen der iciipat SxeipcDviös; (vergl. untön) die versteinerten 
Knochen des mythischen Skeiron* Wir denken, der geneigte Leser 
hat längst aus dem vorgeführten Material ersehen, von welcher 
Bedeutung für eine endgültige Würdigung griechischer Ortsnamen 
gerade die uralten Naturnamen sind, d. i. die konkreten, und 
dass jeder Versuch einer Erklärung ab abstracto vornweg be- 
denklich erscheinen muss. Noch ein deutliches Beispiel möge 
hier diese Behauptung unterstützen. Wir haben da die nord- 
griechische Bergstadt Fowot, auch rovouooa oder Fowoüoaa, den 
Schlüssel zum Tempepass. Der Name wurde schon von Döderlein 
zu Yovü gestellt, also in der Bedeutung ^Kniestadt" aufgefasst, 
wie ligurisch Genua, auch Genäva, Genf, lieber die Verwechslung 
beider Stadtnamen sehe man Glück, Die kelt. Namen bei C. J. 
Caesar S. 104. Auch im Gebiet von Sikyon gab es eine Ort- 
schaft rovoJooa. Dieselbe weist also zunächst auf yovu, äolisch 
Yövva, jonisch yoüva, attisch Yo^-^at« {Ahrens De dial. Aeol. p. 57. 
220), hängt aber ebensogut mit youvo; = Bühel, Hügel, und ^aivta, 
angulus, skr. anka, zusammen. Nichtsdestoweniger beanspruchen 
mehrere gelehrte Männer für diese hochgelegene Veste durchaus 
den Begriff der Fruchtbarkeit ; Th. Panofka, auch hier von seinen 
Münzen und deren redenden Wahrzeichen abhängig, deutete den 
Namen als ;, Zeugungsstadt ^ ; in ähnlicher Weise bringt ihn Fiedler 
Geogr. u. Gesch. von Altgriechenland S. 68 nebst dem Fürsten 
der Perrhäber Foüvsü; mit yoüvo; = Fruchtscholle zusammen, also 



J) Plat. Kritias p. 111, B XeXenctat 8k], xa^oluep ev raic jiwpaTc vTjaoic, xpo; rd 
Toxe la vöv oiov voarjaavToc öüiuaTOC ooTct. 



86 

etwa z= ßeichenau, in rauher Gebirgsgegend ! Endlicli entscheidet 
sich, in der Erinnerung an nayYatoc etc. auch Tozer S. 54 für 
die Ableitung von jovoc. 

Den Namen der bekannten attischen Landspitze r^ KcuXiofc 
leitet aber doch auch Panofka (Von dem Einfluss der Gottheiten 
auf die Ortsnamen S. 32) von xojaov i= Glied her, ohne weitere 
Bemerkung; indessen scheint der Begriff des xolXov, der Biegung, 
Krümmung dabei zu Grunde zu liegen, vergl. unten § 3. Dahin 
werden wir auch die Namen Oapüyat und 4>apüytov, Städtchen und 
Vorgebirge inPhokis (ßursian 1,158. 189. 190; Tozer) zu stellen 
zu haben, da dieselben doch wohl mit cpapü-,^, Schlund, Kluft, 
Schlucht, spanisch barranca, zusammenhängen. Namen wie unser 
Kehlheim werden passender unten angeführt werden. 

In der arkadischen Landschaft Orestis zeigte man dem 
Pausanias (VIII, 34, 2) einen Erdhügel, das sogenannte Finger- 
maal, \«xt'jXöü p>J/Jia, das die Stelle bezeichnete, wo sich Orestes 
im Wahnsinn einen Finger abbiss, weiterhin den Ort seiner Heil- 
ung, Tflt '^^y.r^, Wir weisen auf den ;,Daumen" im Algäu. In 
Aegypten, am arabischen Meerbusen, ist der Fünffingerberg, 
nevTSÖctxTüXov opoc, auch mit einem Anflug von Personifikation 
IIsvTsSy'xTüXo; genannt, Plinius N. H. VI, 29, 169 mons Pente- 
dactylos. Bei den Byzantinern führte auch der Taygetos wegen 
seiner Gipfelreihe oberhalb Mistrd den Namen IIsvieSaxTüXov, 
E, Curtius Pelop. II, 204. Auch der Name KofjtYjTr^c ist hier zu 
nennen; derselbe bezeichnet eigentlich einen Mann mit starkem 
Kopfhaar, PB. ;,Ruhkopf^, für uns aber an dieser Stelle die 
Personifikation des Berges Phylleion oder Phyllaion (Nordgrie- 
chenland), indem die cpüXXa der menschlichen xo|it(j entsprechen. 
Nicht nur die Finger, auch Füsse und Ferse, werden, wie in 
den heutigen Sprachen, zu Ortsnamen verwendet, gemäss der 
Bemerkung Strabon's X, 3,22 uoöac /xev yctp JisYso^at xd; üicaipstac, 
xopücpd; 8s Tct axpa tüIv optüv. So begegnet uns IlepVT] oder 
ÜTspvT^, als Name einer Stadt und eines Vorgebirges, ;,Fersenberg^ 
oder Hackelberg. Eine Spitze der Monti Pisani in Italien heisst 
gar La Verruca, die Warze; schon bei Cato und Quintilian wird 
diese Benennung für Anhöhen erwähnt. Vielleicht ist der kre- 
tische Ortsname 'Ovu'xtov = Nagel, Nägelstadt, doch griechisch, 
gleichwie 'Ovüxtvr] für 'EAscpavtivT] im Etymol. Magn. 329, 13; je- 
doch schwerlich Moüvu^ta, welchen Namen mehrere Gelehrte, da- 
runter leider auch Tozer p. 370, wunderlich genug als ^Klauen- 



87 

berg^, Moüvovüxta auffassen. Schliesslich ist der Name doch phö- 
nikisch, vgl. Otto Keller a. a. 0. S. 368, A. 82, derMoüvixia schreibt; 
auch Wilamowitz (aus Kydath. S. 137 f.) weist nach, dass Munichia 
die richtige Schreibart sei. Dagegen erscheint deutlich genug die 
Personifikation eines Felsens in dem Namen MeXcEfi'cuYOc, Herodot. 
VII, 216 xaxa MsXof jiTCuyuv xs xaXoüjievov XtOov xat xaxa Kspxoiicojv 
sSpac. Aus der heutigen alpinen Topographie können wir gegen- 
überstellen ;,Das Teufelsgefäss^ im Wettersteingebirge ; ;,Metzena 
.... im Thannheimerthal ist nur missverständlich aus Mezzarso 
(von einem Waldbrand) entstanden. Bei Ptolemaios III, 13 ist, 
wie schon erwähnt wurde, ^AficptTcuYoc axpa wahrscheinlich nur 
eine Verschreibung für 'AfAcptTiayo?. 

Nach dieser Uebersicht über die Art und Weise, wie die 
menschlichen Gliedmassen in der Sprache und Anschauung der 
Hellenen dem lebendigen Ausdrucke dienten, gehen wir einen 
Schritt weiter, zur Darstellung ganzer Figuren oder C<j>«, d. i. 
lebendiger Wesen, um nachzuweisen, wie die Namen verschiedener 
Tiere im Lande der Griechen als Ortsnamen verwendet wurden. 
Auch hier gilt wiederum dasselbe, was wir früher in dem Ab- 
schnitt über ;, Naturspiele" betont haben. Wo Menschen ohne 
lebhafte Phantasie nichts zu sehen vermögen als einen Felsen 
oder eine Höhle, da finden andere mit Einbildungskraft begabte 
(mit dichterischem Sinn ausgestattete) eine Aehnlichkeit mit 
einem Tier, oder einem Körperteil, oder irgend einem andern 
Gegenstande, oder verschleiern in anderer Weise die nackte Wirk- 
lichkeit mit Hülfe verwandter Ideen. Mit diesen Worten Toßer's 
(Lectures on the Geography of Greece, p. 237) gedenken wir 
abermals des erwähnten Bildes von dem aus- und einatmenden 
Golfo di Lepanto und des ;,Ilückgrates von Griechenland*, wie 
man mit Recht das Skardos- und Pindosgebirge genannt hat, 
um der Anschauung der denkenden und besonders auch der 
lernenden Menschen nachzuhelfen. Freilich, nicht aller Menschen, 
sondern zunächst derjenigen, die mittelst eines plastischen Natur- 
gefühls, oder mit Beihülle der Geologie, der Botanik u, s. w. 
wenigstens einigermassen Sinn haben für die Physiognomik einer 
Landschaft und noch nicht ganz „verstübelt" sind. Die Masse 
der Gebildeten dagegen, denen das sprachliche wie das sachliche 
Moment, oder Ausdruck wie Motiv einer Benennung, gleichgültig 
ist, mag sich allerdings beruhigen bei dem Ausspruch, den einstens 
Hegel^ auf der Grimsel stehend, gethan : ;,Der Anblick dieser 



88 

ewig toten Massen gab mir nichts als die einförmige und auf 
die Länge langweilige Vorstellung: Es ist so!" Glücklicherweise 
gibt es doch noch Männer der Schule wie der Forschung, welche 
in der landschaftlichen Natur etwas mehr sehen als sich selbst, 
und auch kühlen und grossen Klopffechtern gegenüber sich nicht 
scheuen, den Hügel Areiopagos bei Athen zum Beispiel, mit 
seiner felsigen Kruste, mit einem schuppigen Ungeheuer zu ver- 
gleichen, das gegen die Akropolis hinkriecht. 

Unter den in toponomastischer Hinsicht bedeutsamen griechi- 
schen Tiernamen dürfte wohl 'AiS, AtS, Ziege, am passendsten 
obenan stehen. Bekanntlich ist dies der ungemein häufig vor- 
kommende Name von Klippen, Inseln und Vorgebirgen. So lange 
nun gegen die Ableitung dieses Nomen appellativum von otoasiv 
keine triftigere Einwendung erfolgt als diejenige ist, welche bei 
6r. Curtius in der 5. Aufl. der ;, Grundzüge der Griech. Etymologie** 
vorliegt, halten wir an derselben mit voller Ueberzeugung fest. 
Oder was sollten wir denn bei der vielseitigen Anwendung der 
Ausdrücke at^, ai^c;, At^i^', AqO.io'j etc. mit der angeblichen Grund- 
bedeutung „Fell", Wolle, skr. aginam, griech. in atytc, anzufangen 
wissen gegenüber der energischen und doch echt griechischen 
Veranschaulichung eines steilen, gleichsam unruhig aus dem 
Meere aufragenden Felsens, wie sie uns in Au sc. itsipa als leib- 
haftiges Zoon entgegentritt? Zwar ist die Lesart, was diese 
Singularform betrifft, bei Strabon selbst angezweifelt, XIII, 1, 68: 
liiypi TT^c üTrepXc'.fisvTj; axpa;, r^v Alya Ttvs^ ovojiGcCoüatv, ofKuvufxü); tö) 
Cü3(o* 8sT dl iiaxpiD^ Tr)v ds'j'ipav oüAAaßTiV sxcpspstv Aiyotv, lu^ 'Axxav 
xal 'Ap'/av • oSzo) yap xal xo opoc oXov (üVOfiaCsxo xtX. und VIII, 
7, 5 liest man: r] dz Atya (xai jap oütü) Xeyoüai t«; AtYctc) vüv fikv 
o'ix otxcliai .... A?)ftov 8k txavto; otxcTxa'.. Ueber das Aiga-Cap 
vergl. E. Curtius Pelop. I, 150. Stellt man nun aber mit Kiepert, 
Handb. der alt. Geogr. S^ 311 den Namen Aqai direkt zu aqua, 
Ache, und nimmt also A?y£'J; für Poseidon, alys; für xJfxaxa u. s. f., 
dann gelangt man schliesslich in konsequenter Weise dazu, die 
sämtlichen, auch sprichwörtlich oftmals erwähnten Felsen des 
ägäischen Meeres, wie AT$ r] Kapüarta, AT? Sxüpta, mit dem Ele- 
mente des Flüssigen völlig zu identifizieren, anstatt in diesen 
letzteren Namen abermals eine lebhafte Personifikation von Fels- 
klippen anzuerkennen und als solche gelten zu lassen. Wir 
führen der Deutlichkeit halber aus Plinius N. H. IV, 11, 51 an: 
Aegaeo mari nomen dedit scopulus inter Tenum et Chium 



89 

verius quam insula Aex nomine a specie caprae, quae ita Graecis 
appellatur, repente e medio mari exsiliens. Leider eine unklare 
und von dem Kompilator nachlässig ausgeschriebene Stelle ; besser 
ist schon das bei Solinus ed. Th. Mommsen S. 79 Erhaltene: 
Inter Tenedum (wir lesen natürlich Tenum, wie ein Blick 
auf die Karte lehrt) et Chium , qua Aegaeus sinus panditur, 
Ab dextera Antandrum navigantibus saxum est (hoc enim verius 
quam insula meruit cognominari) : id quoniam visentibus procul 
caprae simile creditur, quam Graeci aega nuncupant, Aegaeus 
sinus dictus. Man muss sich hierbei jedoch erinnern, dass an 
dieser Stelle mit Antandrus ein zweiter Name der Insel Andres 
gemeint ist, nicht etwa die Stadt Antandros an 'der entfernten 
Küste Mysiens. Es ist hier sicherlich eine auffallende Klippe ge- 
meint, die nach ihrer zentralen Lage (qua Aegaeus sinus panditur) 
Ausgangspunkt wurde für den weltberühmten Namen ; ob dieselbe 
etwa unter 38^ NB. noch vorhanden oder ob sie längst infolge eines 
der dort häufigen Erdbeben hinabgesunken ist, lässt sich aus den 
uns vorliegenden Karten nicht erkennen. 

Wertvoll ist für uns ganz besonders die bei Hesychios er- 
haltene Glosse: aiYsc ot Aiuptstc "« x'jfiaia. Man sagte also unter 
Hellenen alys; geradezu auch für die zwischen Felsen und Klippen 
brandenden Wellen, weil sie hüpfen und springen ^springing 
water^, wie denn das Verbum ataostv von jeder heftigen Bewegung 
gebraucht wurde. In der Beschreibung der Aigis des Zeus IL II, 
447 ff. verglichen mit IL V, 738 und XV, 308 lässt sich die 
ursprüngliche Naturbedeutung noch deutlich nachempfinden. 
Man vergleiche jedoch auch die Nachweisungen über Aigis bei 
0. KelleTj Tiere des kl. Alt. S. 40 von der Verwendung des 
Steinbockes als griechisches Schildzeichen und als römisches Feld- 
zeichen. A'.)ai Odyss. V, 381 ist auch nur eine Umschreibung des 
brandenden und wogenden Meeres ; vergl. noch aiyt; bei Aischylos 
Choeph. 591 und in den „Griech. Stichnamen^ S. 25, und bei 
Horat. Carm. III, 29, 63 tumultus AegaeL Auch der Name der 
von einem Erdbeben versenkten Stadt ^EXtxTj in Achaja, wovon 
Poseidon den Beinamen ^E/.txcuvto; führt, scheint ursprünglich die 
schlängelnde Bewegung der Meereswogen auszudrücken, von eXtS, 
iXtooe'.v. Die an felsigen Klippen sich brechenden Wellen heissen 
gelegentlich sai/sc, gleichsam Stiere mit gewundenen Hörnern, mit 
dem Bilde wie in alys; {Freiler Gr. Myth. I, 366. 389. 390. 
KXtoa(üv, 'EXiotüv, Elisa = rivus, vergl. Förstemann, Ortsnamen, 2. 



90 

Bearb. S. 63 ; Windach ist ein Nebenfluss der Amper (Oberbayern), 
benannt von den vielen Windungen. Aiytov heisst also Ziegen- 
stadt und Quellenstadt. Die atlz tspr) bei Strabon p. 387 ^ist das 
am Strande emporspringende Wasser der Quellen, die vielleicht 
im Altertum in einen Strom vereinigt waren ^, E. Curthis Pelop. 
I, 488, A. 6. Vielleicht erklärt einmal jemand das mystische 
Symbol der aii ya^-y-y, auf dem Marktplatze des jonischen Phlius 
in entsprechender und befriedigender Weise ; dort stand nämlich 
das vergoldete Erzbild einer Ziege, welches religiöse Verehrung 
genoss und, wie E. Ctirtms Pelop. II, 474 vermutet, auf die im 
Asoposthale einheimische Nymphe Atyiva eine mystische Bezieh- 
ung hatte. Wir verweisen deshalb auf die Abhandlung Th. Pa- 
nofka's Zeus und Aegina, in den Abh. der Berl. Akad. aus dem 
Jahre 1835, Berlin 1837, S. 159. Wir erlauben uns die ganze 
mythologische Tiftelei einfach als eines jener „redenden Wahr- 
zeichen^ aufzufassen, die wir oben S. 67 ff. ausreichend gekenn- 
zeichnet haben. 

Dies ist das ägäische Meer, Aiyaiov TtsAayor, mareAegaeum, bei 
den Hellenen gewöhnlich ;,das Meer bei uns^ oder auch „dieses 
Meer" genannt, Herod. I, 1; IV, 39; auch r] Eoto ÜaAax-a, Polyb. 
III, 39. Im Mittelalter entstand alsdann der Name Archipelagos, 
und zwar in folgenden Uebergangsformen : Aegaeopelago, Agio- 
pelago, Arcipelago (Bursian II, 351). Zwischen seinen Gegen- 
gestaden entwickelte sich in alten Zeiten ein Wechselverkehr, 
,,der den Inhalt der ganzen griechischen Greschichte bildet und 
älter ist als jede Geschichte*' (E. Curtius), Kiepert^ Handb. der 
alten Geogr. S. 29, A 2 hat die Vermutung ausgesprochen, ohne 
weiteren Beleg, das Wort habe als ein phönikisches die Bedeutung 
;,Inselmeer". Desgleichen möchte dieser Gelehrte ebenda S. 473 
den Namen der AiYouaoai, Ziegeninseln vor Sizilien, von den 
römischen Autoren Aegates genannt, lieber zu den phönikischen 
rechnen. Etwas ist heute jedenfalls gewonnen, nämlich die Ein- 
sicht, dass die Ableitung des Namens von Aigeus unstatthaft ist. 
Nur Dr. Fligier (Die Urzeit von Hellas und Italien, im Archiv 
für Anthropologie, Bd. XIII, S. 449) nimmt sich die Freiheit, 
den Namen Aegaeisches Meer von der Stadt Aigai auf der Insel 
Euboia herzuleiten, wie schon Eustathios gethan im Kommentar 
zu Dionys. Perieg. 137 (ed. Did. p. 240), und dreht sich dabei, 
wie in der Mehrzahl seiner Etymologien, in dem gleichen Zirkel 
herum: woher denn dann der Stadtname Aigai? 



91 

Zahlreiche Ortsnamen sind von der eben erörterten Wur- 
zel abgeleitet. Zu dem achäischen und euböischen Aigai ist 
allemeuestens eine Stadt Aiyat auch in Aeolien zwischen Mag- 
nesia und Thyateira aufgefunden worden, vergl. Berl. Wochen- 
schrift für klass. Philol. 1887, S. 1239. Mit dem makedonischen 
Aigai vergleiche man auch die bei Justinus VII, 1 erhaltene 
Notiz: urbem Edessam ob memoriam muneris Aegeas, populum 
Aegeades vocavit, sc. Karanos, als er, von Ziegen geführt, in 
Makedonien einen Wohnsitz suchte. Unter all diesen Namen: 
Aiytov, Aiyatov, Atyiva, die ;, schiffberühmte ^ Insel, AtytXov, AfjftXcz^ 
Aqikia, Atyi/wSia (mv IiupscDv), Ai^aXeta, Atysai, Stadt in Phrygien^ 
u. s. w. tritt in den Vordergrund AtyiaXoc, das achäische Küsten- 
land. Plinius N. H. IV, 5, 12 Achaia .... ante Aegialos voca- 
batur propter urbis in litore per ordinem dispositas. Der Name 
bezeichnet also, gleichwie tJ 'Attixt], ein Gestadeland, speziell den 
Küstenstrich von Achaja mit der Eidgenossenschaft der zwölf 
Städte. Jedoch findet sich die gleiche Benennung auch anders* 
wo ; noch jetzt heisst Samos auf der Insel Kephallenia '; xd ytaXo 
(aiywAcv), Küstenort, wenigstens im Munde des Volkes, an Stelle 
des semitisch benannten alten Samos (vergl. unten) wird also 
auch hier ein ;, moderner^ Flecken mit einem uralten generellen 
Namen bezeichnet (Vergl. Biedermann^ Die Insel Kephallenia im 
Altertum, S. 13). Wir nennen ferner Atyi/itco, \V{i^OL\)jjz, AiYt^otpoc,. 
Alyda&sva, Atytnov in Aetolien, AtYiTtXayxTOc Berg in Megaris, 
HoXüatYOc, jetzt Antimelos, Insel in den Kykladen, AtytXt^, Aiyöc 
TcoTafxoc etc. wie bei uns ;,Ziegenrück", „Ziegenhain^. lieber die 
attischen AtytxopsTc vergleiche man „Griech. Stichnamen ^ S. B4 f. 
Auch das troische Arysora auf Sizilien leitete von demselben 
Stamme seinen Namen her, wobei es dann natürlich nicht fehlen 
kann, dass im Einzelnen gelegentlich Missverständnisse unter- 
laufen. So soll die „Ziegenstadf* A?Y£0T7] nach Steph. Byz. auch 
'AxtoTTj geheissen haben (vergl. bei Vergil. Aen. V, 718 das Namen- 
spiel mit Acesta und Acestes), und wäre demgemäss der Name 
vom Heilgott Asklepios abgeleitet, gleichwie bei der makedo- 
nischen Stadt 'Axsaot^xsvat, bei 'laoicuv etc. (vergl. in diesem Betreff 
S. 39 ff. über die apx^jTitai). Indessen ist höchst wahrscheinlich der 
Mame der sizilischen Stadt ^Eysot«, Segesta, nur durch Volks- 
etymologie mit den zahlreichen Städtenamen, die mit AJy — be- 
ginnen, in der Form kX-^zQxa in Verbindung gebracht; vergl. 
Angermann in den N. Jahrbb. für Philol. 1888, S. 8. 



92 

Bei solchem Umsicilgreifen des BegriflFes ai$, aiys;, oiaasiv, 
ist es erklärlieh, wenn auch auffallend genug, dass nur ganz 
wenige Ortsnamen unter den griechischen sich finden, denen eine 
andere Wurzel von gleicher oder verwandter Bedeutung zu 
Grunde liegt. Wohl der bekannteste hievon ist noxtdata, auch 
DöTsiöaia auf Inschriften, gebildet von ÜOTtöd; (vergl. unten üa«- 
Tavta-cd; und ähnliche Namen), PB. ;, Watterichshain" ; femer 
D'JTidavia, ein ätolisches Kastell, lIoTtoAoi, bekannter in der latei- 
nischen Form Putcoli, Dovtivoc ein Berg bei Lerna in Argolis, 
DovTtcDv ein libysches Vorgebirge, Ilov-ia, a» Hoviiai die Ponza- 
inseln, IIovT'.xTf „Seeland^, alle von der Wurzel icovxo;. Weiterhin 
IloaciSüiVia, noas'.<^ü>viov, IIoos'.dcDVia;. 

Die Ziege, welche die makedonischen Münzen weisen und 
der, wie schon die angeführte Stelle des Justinus bezeugt, die 
makedonischen Krieger zu folgen pflegten, finden wir auch in 
thrakischen Flussnamen, wie in dem bereits erwähnten aus der 
Geschichte des peloponnesischen Krieges bekannten „Ziegenflusse ^. 
So erinnert uns denn der thrakische "'Eßpo; oder ^'Eßpo; an das 
lateinische caper und capra, vergL Hesych. ^'Eßpo;* xpaYo; ßa-n^c 
aal TcoTÄiio; S^iy.rfZ. lieber die Wildziege vergl. übrigens 0. Keller, 
Tiere des klass. Alt., S. 51. Nach einer Vermutung Fligier's 
wäre auch der mösische Fluss Kebros, jetzt Dschibra, nur eine 
Nebenform für Hebros. Da wir indessen an dieser Stelle es 
nicht mit den Fluss-, sondern lediglich mit den Ortsnamen zu 
thun haben, so reihen wir an die obigen Benennungen sofort an : 
^EAcivoxaT»poc, Ortschaft in Phrygien, bei Paul Hirsch, Phryg. de 
nom. opp. p. 32. Kaizpcai oder Kanpsai, Capreae, jetzt Capri ge- 
nannt, im Volksmunde Crape (wie KapitaOoc, episch Kpaicadoc); 
Capraria, das heutige Capraja bei Korsika, Plinius N. H. VI, 
32, 204; bezeichnend Solinus ed. Ih. Motme p. 49 Caprariam 
quam Graeci Aigilon dicunt, aut Planasiam de facie supinati sie 
vocatam. Wenn jedoch Fligier in den Mitteilungen der Anthro- 
polog. Gesellsch. in Wien, Bd. VI (1876), S. 257 zum Ziegen- 
namen auch den Inselnamen Kcu; stellt und zu einem karischen 
Kos das polnische Koza, armenisch Kosch ;,dieZiege^ heranzieht, 
so können wir ihm auf diesem Pfade nicht folgen. Auf KtfT^ 
und die verwandten Ortsnamen kommen wir unten zurück, bei 
einer ganz verschiedenen Kategorie. Hier aber mögen sich zu- 
nächst die Begriffe Widder und öchaf anschliessen. Kpioü 
|x|-(ü7tov, PB. „Ramshorn^, Porto Crio, Widderstirn, findet sich 



93: 

als Name von zwei Vorgebirgen; Kpicüot, Kptoc auch als attischer 
Demosname. ^) Man vergleiche Avien. Orb. I, 134 cautes exten- 
ditur ut ferus ora est aries .... sie oUi nomen prior indidit 
aetas. Also Widderstein, Widdern. Im Neugriechischen begegnet 
auch Tpayoßoüvt, Bursian I, Sl* Zu dem deutschen Namen Stern- 
feld macht übrigens Förstemann a. a. 0. S. 1385 die feine Be- 
merkung, dass unter den zahlreichen neueren mit Stern — be- 
ginnenden ON. sicherlich manche zu ahd. stero = aries gehören. 
Von welcher Art jedoch die Kptot am Wege von Mykenai nach 
Argos waren, ot Kptot, wie ein Denkmal des Thyestes hiess- 
(Pausan. II, 18, 3), wissen wir nicht. Man vergleiche auch den 
phrygischen ON. KtXXavöv TtsStov, der wahrscheinlich mit xiXXo^ 
zusammenhängt (Paul Hirch p. 32) ; ferner den Namen OtAo^xKjXsiov 
oder OtXo[i7jAtov (ebenda). Auf Sizilien gab es eine Stadt KepaoToc, 
zusammengezogen Kpctotoc, Bockstadt, vergl. Welcher, Kl. Schrif- 
ten V, 52. Auch Kviöo; gehört wohl zu xvaxo; = Bock, Widder. 
Ein unsicherer neugriechischer Name ist Tpayta, eine Insel bei 
Samos und eine Stadt auf Naxos, letztere auch Tpaysat geheissen, 
mit einem Heiligtum des Apollon Tragios. Speziell mit dem 
Begriffe Schaf hängen zusammen die Namen ot Ma>wieT? oder 
MtjXisU, d. i. die Bewohner der Landschaft MaXt; (ihre Stadt ist 
MaXisü^), Sapvoü; Schaf stadt, Schaaf hausen, lloAüppr^vta Lämmer- 
feld, ''Apva oder ^Apvrj, 'Apvata, ''Apviaaa, ''Apvaxa, vergl. ^jBockum^ 
bei PB; vielleicht ist auch der Inselname ^Pr[vsta (bei Delos) 
hierher zu stellen, und die Ortsnamen ^A^vsaiv und ^AyvoGc, die^ 
freilich von PB. mit ^^Heiligenstadt^ und „Heiligendorf ^ ver- 
deutscht werden. Rev. To^er meint p. 58. 346, dass auch die 
Namen Omj („sheep's tor^) und Olov (attischer Demos und 
lokrische Bergfeste) auf ot;, Schaf, zu beziehen sind, schwerlich, 
richtig. 

Ueberaus wichtig und mannichfaltig ist in der Kategorie 
von Tiernamen die Verwendung von 'Ititcoc, Ross, für Städte, 
Flüsse, Berge; wie in unsern Ortsnamen Rossberg, Rossbach, 
Rossdorf, Rosshaupten u. s. f. Wir heben besonders hervor 



1) Sehr anschaulich beschreibt Eustath. ad Dionys. Perieg. Comm. 87 oit 
Tk TTJc KpT]TT]C axpa i^Tic eic aXa noXu veveuxev, i^ nept nrjv Fcpiuva napauYoCet» TOuTeoxt 
icapex^aivei xat cpavrdCet, fxe-uiTcov xpiou toi? nopptüOev ßXeiiouöi, xal evreo^ev l^jet tyjv 
xA*n5iv, ovo|iaCop.ev7] Kpiou jaItcu-kov .... oti sstt xai uept tov E'Jjeivov hovtov erepov» 
pieTcuTcov Kplou xiX. 



94 

neben ''Iictcoü [xvrj^xa und "'Ihtcöu xcü'jltj das Vorgebirg an der grossen 
Syrte ''Itcicoü axpa. Doch hat der vielerwähnte Name l7:ic(üv, 
Hippo, zu verschiedenen Zeiten Verwirrung hervorgerufen; so 
wurde 'ItitcüJv ötappüTo; naiv übersetzt Hippo dirutus, wie bei 
Xivius XXX, 2B, 11 Sepulcrum dirutum eine missverstandene 
Uebersetzung ist von OatJ^o; öiappoTOc, vergl. Grasberger, Grr. Stich- 
namen, S. 27. Bei Solinus ed. Th. Momms p. 131 liest man 
Hipponem alterum de interfluenti freto Diarrhyton nuncupatum. 
Der Name der alten Städte Nordafrikas ist nämlich phönikisch, 
dort wie in Palästina bedeutet Ippo eine Festung. Das afrika- 
nische Hippo nannten die Römer behufs der Unterscheidung 
Hippo Regius, ^luirciiv ßaai/.txo'c, spätlat. Hippona, arabisch Bona; 
dieselbe Neubildung trifft man in Ancona von 'Ayxwv, Sulmona 
von Sulmo etc. Unter den Namen der Stadt Kapxr^öwv, Karthago, 
führt Eustath. ad Dionys. Perieg. vs. 197 (ed. Did. p. 251) auch 
an KaivT^ tcoai; (ohne zu erkennen, dass dieser Name nur eine 
Uebersetzung), Kaö^sia und Kaxxflfßr^, okep -qf £yx«^P'^ öiaXsxTcij 
ncTcoü Sr^Aol xe^aXr^v, also = Rosshaupten. 

Dagegen ist 'Itcttwviov, jetzt Bivone (Monteleone), gräzisiert 
aus Vibo und wird von Kiepert, Handb. d. alt. Geogr. S. 461 
für einen „alten siculischen oder önotrischen Ortsnamen** erklärt. 
Grewöhnlich heisst diese unteritalische brettische Stadt, am Sinus 
Hippontiates oder Lameticus (Golfo di Sant' Eufemia) gelegen, 
Vibo, auch Vibo Valentia, in der offiziellen Sprache der Münzen 
aber, als lateinische Festung seit B62 u. c, Valentia, die Ein- 
wohner Valentini. Schwerlich griechisch ist auch der Name 
'^iTtTTTjvTfj, PB. „Rossfeld^, eine Gegend in Peräa, wohl aber ^Iicito'Xa 
„Stuttgart^, Name eines Städtchens in Lakonien, und ^Iichovtjoo; 
oder ^iTcuovvTjaoc, vorausgesetzt, dass der letztere Name einer 
libyschen . und einer karischen Stadt nicht etwa auf einer Ver- 
wechslung beruht, mit ^Iii:ii:övr^oao; oder ^iTcuovaoaoc, vergl. üpüpryaoo^ 
und dergleichen Namen, die unten zur Besprechung kommen. 
Was übrigens die schwankende Schreibung ^TiTtovTjooc oder ^Itoiov- 
vTjoo; (auch bei Pliüius N. H. V, 31, 134 Hipponnesus, richtig 
'^IrwTtovTjaoc, dagegen IlaTspüivvTjoo;, also bei Plinius Pateronnesus) 
anbelangt, verweisen wir ein für allemal auf die gelehrte Er- 
örterung von Meunier, Etudes sur les composös syntactiques en 
Grec, im Annuaire de TAssoc. pour Tencourag. des etudes 
grecques en France, Paris 1872, p. 277, sqq. über ^Aaovvtjoo;, Kopa- 
xovvr^co;, gegenüber von rXaoxovKjooc, sc. FXaüxoü vnjao;, 'EXacpovr^ao^ 



95 

etc. Für Jonien nennt Pompon. Mela I, 17, 86 urbem Hippin, 
amnis Maeandri exitum. Der Name der karischen Stadt 'AXaßavSa 
wird von Steph. Byz. mit ltctcovixo; erklärt, also aus ala = Pferd, 
banda = Sieg; indessen P. de Lagarde, Gesammelte Abhandlun- 
gen S. 213, identifiziert den Namen mit einem zwar nicht be- 
legten, aber sehr wohl denkbaren sanskritischen arvabandha 
(\/arvan u. bandh), entsprechend dem deutschen ,,bändigen^^ 
überwältigen, besiegen. Vergl. Georg Meyer, Die Karier Grötting. 
1885, S. 9; ebenda wird ein karisehes ^IitTccopioxo; erwähnt, S. 16. 
^Itcico; war auch der Name eines Bades in Alexandria (Anthol. 
Pal. ed. F. Did. I, p. 128, no. 628}, 'Itttioi hiessen im Altertum 
aber auch Inseln, vergl. Strabon XIV, 1, 31 ai 'Epü&pat, itoXi; 
^IcDvixT], At.uiva Byouza xai v7joi?ac Ttpoxsi.usva; -siTapa; ''Itctco u<; xaXoü- 
jisvac, die kleinen Kossinsein. Angermann^ N. Jahrbb. für Philol. 
1888, S. 1, stellt den Inselnamen ''Ixapoc, wovon das Ikarische 
Meer benannt ist, ebenso ''Ixo;, jetzt Chelidromia, zur Wurzel 
sik == benetzen, befeuchten, Cef. ixjiac), und den sikelischen Fluss 
'^iTCTcotpi; oder ^Ixxapt;, dazu Sicoris. Zur Metapher kann man ver- 
gleichen die ;, Rosszähne* genannten Felsenzacken, im Dolomiten- 
gebirge südlich von der bekannten Seisser-Alpe. In Betreff der 
Metapher ist noch zu bemerken, dass- auch der heutige Neapoli- 
taner die sich bäumenden Meereswogen Rosse zu nennen pflegt, 
grosse Rosse, Cavalloni. Von besonderem Interesse ist wohl 
auch die Bildung des Stadtnamens Jvrea, alt Eporedia, vom 
keltischen epo (vergl. Epbna), Ttctco;, equus. Plinius N. H. III, 
17, 123 oppidum Eporedia .... eporedias Gralli bonos equorum 
domitores vocant. Vergl. besonders Glück, Die bei Caesar vor- 
kommenden keltischen Namen, S. 144. 

Der Name Boü; findet sich nicht selten in Städte- und über- 
haupt Ortsnamen eingefügt, deren Zusammensetzung für uns 
ausserordentlich schwer zu erkennen ist. Um naheliegenden 
Verwechslungen vorzubeugen , vergleiche man die gar nicht 
seltene Vorschlagssylbe ßoo — , die wie dp — , dpi — zur Verstärk- 
ung eines Begriffes dient, z. B. in ßoüXijio; oder ßo'jßpiooTi; = 
Heisshunger, ßoüyaVo; = iiz^ikaoyo^, vielleicht auch in BcJxapo; 
oder BüJxaXoc, Name eines Fleckens auf Salamis, und in ßo'j|iüxoc, 
was man freilich mit „Brüllochse ^ übersetzen zu dürfen glaubt. 
Vergl. hierüber Zehetmayr, 1. c. p. 26, und Otto Ribbeck, Alazon 
S. 83. Wir führen also die folgenden ON. hier an : *"[! Boüc, ein 
Ort am thrakischen Boanopo^, d. i. Boög Tcopo; = Rinderfurt, Ochsen- 



96 

fürt, Oxford. BoJitopö^o; bei Hermione und in den Sporaden^ 
Boüxpr/ a/pa Ochsenhorn, ein Vorgebirge, Boüxs^aXa Stadt und 
Vorgebirge, die Städtenamen Bouxata, BoüSeiov oder BouSeta (Paul 
Hirschj Phrygiae de nom. oppid. p. 32j, Bouvet/ia, Booaoupa, da- 
gegen Oüpa Boo; ein Vorgebirg in Kypros, Booc xccpa^at eine Ort- 
schaft in Asien, BoüXiSTor, Boo^pccr, Boücpta, i^ Bout'.c, Boupa, Kallim. 
Hymn. in Delum v. 102 Boupa re AsSa^xevoio ßoooraoi; Otxidtöao, nur 
bei Ovid. Met. XV, 293 Buris genannt: Si quaeras Helicen et 
Burin Achaidas urbes, angeblich von den Rinderheerden des 
Dexamenos ; Boüoiptc, Boöwvtj, BooTipaotov Stadt und Bezirk in 
Hohl-Elis {Toser bemerkt hiezu: ;.cattle market"; though per- 
haps from the shortness of the a it may rather be derived from 
the leek (7:paaov)> so that the name would signify „horseleek^), 
Bo'Jöopov, Boü^op'.ov, Vorgebirg auf Salamis, Megara gegenüber; 
r^ BouSopoc, ein Ort auf Euboia ; Bctov Berg- und Stadtname, Bot«, 
Boiat ^Kuhstadt^ in Lakonien und auf Kreta, Boo^ «üXtq Kuhstall, 
eine Grotte auf der Insel Euboia; Eußota die bekannte grosse 
Insel, auf deren Münzen ein Ochsenkopf erscheint, natürlich ein 
redendes Wahrzeichen. Wem es Vergnügen machen kann, der 
lese die mühselige Deutung nach bei Th. Panofka^ Argos Pa- 
noptes, Abhandl. der Berl Akad. 1837, Berl. 1839, S. 113, wo- 
selbst unter andern Deutungen zur Auswahl auch die folgenden 
angeboten werden: „Auf die Kuhgestalt der Hera deutet der 
homerische Beiname ßoajTxt; . . . ., nichts anderes verrät auch 
der Name Eüßow, es sei nun, dass man an den Beinamen der Hera 
selbst (Pausan. II, 17, 1. 2) oder an den Namen der Erzieherin 
der Hera (Plutarch. Symp. III, 9) oder an den der Insel Euboia 
denkt, welcher bald auf die in eine Kuh verwandelte Isis, bald 
auf Jo, die als Kuh daselbst weidete, bezogen wird (Etym. M. 
s. V. Eüßotot)^. Auch der karische Ortsname Boußaooo'c (6r. Meyer 
S. 13) dürfte hierher zu stellen sein. MsXtßcta in Thessalien, 
PB. ^Rinderhagen^ ; o Bolöiof;, ein alter Name für das Grebirge 
Uavaxaixov, im westlichen Teil von Achaja. Ein wunderlicher 
Name ist der neuere für eine Bucht nördlich von Pylos, BoVöto- 
xoiAta, d. i. Ventre de boeuf; und vollends BoüOpwTOc („Rinder- 
sprung'^ ?) oder BouTpü)TO? (vergl. oben S. 65), bei welchem wahre 
Kunststückchen des Etymologisierens verübt worden sind, gerade 
wie bei Muxfvat als der ;,Stadt des Gebrülls^, von jiüxtjO^xoc. Uns 
scheint Vergilius Aen. III, 293 celsam Buthroti accedimus urbem 
auf die wahre Bedeutung des Namens anzuspielen» 



97 

Die vielseitige Anwendung und weite Verbreitung des Na- 
mens Taüpo; für Berge, Vorgebirge, Flüsse und Städte ist männiglich 
bekannt. Vergl. Bursian II, 87, A.. 2 taüpoc, xpayo;, xptoc, l6^a<;, 
lüßapi; etc. 206. 213. 337. Taupofxevtov auf Sizilien, jetzt Taor- 
mina, am Berge Tauros gelegen, wäre nach Diodor benannt dizo 
TT^C i^l "ctp Taupto fjiovi^c. Ä. D, Mordtmann, Sitzungsber. der 
Münch. Ak. 1861, S. 177 erklärt auch den Bergnamen 'Apyatoc, 
'ApYatöv opoc in Kappadokien, aus Wurzel ar = Berg, opoc, und 
zend. gaos = Stier, also soviel wie Taurus, hergenommen von 
dem Doppelgipfel des Berges, den man mit Hörnern des Stieres 
verglichen hat. In Betreff der asiatischen Grebirgszüge mit dem 
Namen Tauros wollen wir schon an dieser Stelle daran erinnern, 
dass die semitische Wurzel tura, tor, taur, ^or = Fels, im He- 
bräischen, Chaldäischen und Phönikischen einfach Grebirge be- 
deutet, wovon die alten Hellenen natürlich keine Kenntnis hatten, 
da sie sich um fremde Sprachen fast gar nicht bemühten. Von 
der charakteristischen Namenbildung mittelst avit — , z. B. in 
'AvTiTÄüpo; (jetzt Bin-bogha-daghlary = „Tausend-Stiere-Berge '^ 
nach Kiepert, S. 95) wird später die Rede sein. 

Zu dem echtlateinischen Tiernamen vitulus stellt man heute 
ziemlich allgemein den Namen 'ha/ta ;,Rinderland^, so neuestens 
wiederum Th. Mommsen in der 7. Aufl. der Rom. Gresch. Bd. I, 
S. 132, ebenso den Namen OfTüXoc, einer Stadt an der Küste 
Lakoniens. Vergl. Gellius, N. A. XI, 1, 1 terranr Italiam de 
Grraeco vocabulo appellatam scripserunt (sc. Timaeus et Varro), 
quoniam boves Grraeca vetere lingua Itol/jA vocitati sint, quorum 
in Italia magna copia fuerit sqq. Pott, Etymol. Legenden S. 343 
war schon ein wenig bedenklich, doch passte ihm zu der^ ge- 
wöhnlichen Auslegung des Namens der Umstand, dass auf sabi- 
nischen Denaren die Namensform Viteliu (sc. Vitelii) erscheint. 
Ebenso erklärt Zehetmayr S. 303; PB. stellen BiiüXa zu 'haXta 
und G. Curtius BstToXo? zu der Wurzel Fixuc. Nach Fligier 
wäre der Name Italia einfach illyrischen Ursprungs, denn ;,er 
findet sich noch heute in Albanien am Drin." Dagegen äussert 
sich nachdrücklich IL Kiepert im Handb. d. alt. Geogr. S. 455, 
A. 2 jj^hakia kann niemals auf Grund der Glosse tTaXo; == Rind 
(vitulus) Rinderland bedeutet haben, wofür nur eine zusammen- 
gesetzte Namensform passen würde (?), während hier Form des 
Landes- und Volksnamens zusammenfallen.^ Und Bowona, Bowoiot, 
gegenüber 'kaXta, 'haXot? Eingehend behandelt die Frage neuer- 

Grasberger, Ortsnamen. 7 



98 

dings Wilhelm Deecke, Die italischen Sprachen, in G. Gröberes 
Grundriss der roman. Philo!., Strassburg 1886, S. 337; das Er- 
gebnis ist ein Gedanke, den wir längst nach einer Anregung 
durch Eckhel (Doctr. N. Vet» I, 1, p. 1'29 De tauro cum facie 
humana) gefasst hatten, zu dessen Ausführung jedoch die Ge- 
legenheit fehlte. Bedenkt man nämlich, dass so viele Städte in 
Kampanien und Sizilien, insbesondere Neapel und Gela, in ihren 
Wappen einen Stier mit Menschengesicht führen, dann dürfte 
die bekannte Deutung des Namens Italia nicht so leicht zu ver- 
werfen sein, um der vielen „redenden Wahrzeichen^ willen. 
Dies war und ist unser Standpunkt in der Sache. Hr. Deecke 
nimmt nun an, dass dieser Name sich von der Südspitze Brut- 
tiums aus allmählich über die Halbinsel ausgebreitet habe; 
national wurde der Name bekanntlich durch den marsischen 
Krieg 90 v. Chr. gegenüber dem Römer- und Latinernamen. 
„In neuerer Zeit wurde derselbe umgedeutet, nicht als „Land 
des Kalbes^, sondern als „Land des Stiergottes'', in Ansehung 
mancher auf die Vorzugspreise Verehrung eines solchen Gottes 
hinweisenden unteritalischen Mythen, Ortsnamen und Münzen .... 
Doch ist auch diese Etymologie bestritten, und es giebt Forscher, 
die darin nur eine volkstümliche oder gelehrte Umdeutung sehen, 
selbst unter Anzweiflung der Existenz des griechischen Wortes 
haXoc, und die den Nam.en für einen entstellten fremden, etwa 
von phönizischem Ursprünge, halten.'' Natürlich! „Jedenfalls 
beruht der Gebrauch des Namens Itali für die unter sich und 
mit den Römern mehr verwandten Hauptstämme auf einer schon 
bei Cicero und Vergil vorkommenden etymologischen Fiktion.'* 
Damit ist ja gerade dasjenige ausgesprochen, was wir meinten. 
Noch eine „Historische Untersuchung über den Namen Italia**, 
die uns bekannt geworden, sei erwähnt. Auch B, Heisterbergk 
findet schliesslich, dass dieser Name ursprünglich nur dem süd- 
lichen Gliede des heutigen Calabrien galt und diese Geltung 
allmählich sich nach Norden erweiterte. Auch dieser Gelehrte neigt 
zur Annahme eines phönizischen Namenursprungs. Diese Phö- 
niker! haben sie nicht auch die Griechen dazu gebracht, und 
zwar in grauer Vorzeit, ihren „Mann des Ostens" nicht etwa 
griechisch zu benennen, sondern lieber phönikisch! 

Niemand dürfte von der Haltbarkeit obiger Erklärung des 
Namens Italia überzeugt sein ; jedoch wird uns der Leser unsem 
Versuch, jene Erklärung selbst zu erklären, zugutehalten. An- 



99 

ders aber steht es mit einer Anzahl Ortsnamen, nicht Länder- 
namen, die sich, ohne dass sie gefoltert zu werden brauchen, 
als phönikische erweisen. Darunter ist besonders merkwürdig: 
^OvoD ^vibo^, TiJ, der Eselskinnbacken, Name einer Insel und 
eines Vorgebirges in Lakonika, auch einer Landspitze in Karlen. 
Strabon VIII, 5, 1 stc ''Ovod yvgE^ov, Ta7rstvr)v xsppo'^'yjaov hdozipo) tüjv 
MaXedJv. Wegen des in Yvadoc liegenden kühnen Bildes für ein 
FelsenriflF verweisen wir auf Aischylos Prometh. Vs. 708 a/icpt 
Sepinüdov^\ tva | tpaxsTa tcovtoü SaXjJtüÖYjaata yvctOo^ | Ix^P^Ssvo; vao- 
Taiot, [iTjxpuia vsttTv, und auf Lykophron Alex. v. 94 FafxcpTQXd^ 
ovou xal Aav icspTfjost^, ein anderer Ausdruck für ^'Ovou yvotdo«;. 
0. Keller vergleicht in schriftlicher Mitteilung den bildlichen 
Ausdruck «Höhe des Kinnbackens^, Richter XV, 17. Sehr ge- 
wöhnlich ist als Ortsname auch der Ausdruck ovoü paxi;, Esels- 
rücken, pa'x^^ = Rückgrat, wie unser Grrat für Kamm oder wal- 
diger Rücken eines Berges, passend vom borstigen Rücken eines 
Esels; vergl. die Beschreibung der Insel Thasos im 11. Fragment 
des Dichters Archilochos (bei Bergk P. Lyr. Grr. 4. Ausgabe 
Eragm. 21): ''HSe S (Soz ovoo paxK | Sanrjxsv oXr^c dypiy}^ l7:i- 
OTcCpi^(:' I oü yap Tt xaXo; x^P^^ ^^^' i^ifjispoc xtX. ''Ovo; 'AvipcUvo; 
hiess ferner eine gefährliche Klippe bei der thessalischen Stadt 
Antron, Strabon IX, 5, 14. Jedoch 'AvTpoJvto; ovo; bei Eustath. 
Hom. p. 324; 37 wird auf Mühlsteine bezogen, die man an jener 
Stelle fand. '^'Ovoü xa wza hiess ein Hügel in Phrygien, Schol. ad 
Lykophr. Alex. 1401; xavft>jAtot ovoi .... xat Bi^ovia; op>j Tiva 
werden erwähnt bei Bachmann Anecd. I, 267. Bei Korinth liegt 
der Eselsberg, to *'Ovstov, id ''Oveta opr}, Strabon VIII, 6, 21; 
IX, 1, 8. Nun ist aber höchst wahrscheinlich, dass ovo; in der 
älteren Periode noch nicht zum indogermanischen Haushalt ge- 
hörte, sondern aus dem Hebräischen stammt, athon = Eselin, 
goth. asilus latein. asinus, vergl. Victor Hehn, 2. Aufl. S. 502; 
Cr. CurtiiiSj 5. Aufl. S. 402. Aber auch der Name des nahen be- 
rüchtigten Vorgebirges MaXsa, gewöhnlich im Plural MaXsai mit 
umfassenderer Bedeutung, wäre nach Bochart semitisch, und 
Äwar gleichfalls mit der Bedeutung Kinnbacken, was bei der 
Nähe des Vorgebirgs Onugnathos gewiss aufl'allend erscheinen 
muss. Wir teilen nicht die Ansicht, dass für einen und den- 
«elben Begrifl* bei zwei benachbarten Objekten sofort zwei ver- 
schiedene Wörter aus dem Semitischen entlehnt worden wären, 

sondern halten vielmehr mit PB. daran fest, dass mit der Be- 

1* 



> * 



100 

nennung Ma/ia (Hesych. [iö&.tj • [xaoxaAT), vergl. oben S. 82. a^xc^v) 
die Krümmung und Einbuchtung des Vorgebirgs, mit y^aöoc da- 
gegen das Bild des Umrisses, von der Aehnliebkeit mit dem ge- 
nannten Tiere, bezeichnet ist, ein Bild, das auch noch für andere 
Gegenden ausdrücklich als auflFällig hervorgehoben wird, z. B. 
wenn Strabon wiederholt die Bodenerhebung einer Landschaft 
mit einem ruhenden Lastesel vergleicht, XIV, 2, 26 von der 
Stadt Alabanda in Karien: xav^rXto^ xaTSotpcüjisvo; . . , xal aüxr] 
likv üTtoxstxat Aocpotc doai aüyxetfAevotc oütcdc, üTox' o(J;tv izapix^^^^^ 
xav^r^Atou xaTSOTpwfisvoo. Man vergleiche hiermit den oben in den 
^ Natur spielen^ erwähnten Umriss eines Hügels im Höhgau i). 
Wir werden später diese Pluralformen der Ortsbenennung einer 
Musterung unterstellen. Wir dürfen mit Tozer^ dem wiederholt ge- 
nannten englischen Gelehrten, als sicher annehmen, dass nur der 
eine jener zwei Namen phönikisch ist, werden aber hinzufügen, 
dass der Name Onugnathos wegen der stärkeren Bezeichnung der 
Umrisse immerhin als der ältere, so zu sagen genuine, erscheint. 
(Toiser p. 73: that le latter name was also given by the Phoe- 
nicians, and we should thus have an explanation of the plural 
form MaXsai, which is frequently found.) Aus dem Neugriechischen 
werden bei Bursian angeführt die Namen raVöapovrJat, Eselsinsel,. 
und ral'SapoTcvtxTTjc, ein Giessbach als Eselswürger (I, 355. II, 9. 
103. 313). 

Da wir einmal bei den Haustieren stehen, lassen wir in 
unserer Namenprüfung die vom Schwein entlehnten folgen. 
Wir beginnen mit dem bekannten Stadtnamen ^YajiTtoXtc, auch'^Ya 
(unsicher ^Yaa.uTcoXtc), nachweisbar für Phokis und für Böotien, 
Theod. Panofka a. a. 0. S. 41 bringt den Ortsnamen in Verbind- 
ung mit der Artemis als Hygieia, ohne sich weiter um die auf- 
fallende Form desselben zu bekümmern. Aber auch PB. schweigen 
über diesen Punkt und verzichten auf jegliche Etymologie dies- 
mal. Wenn auch die Hyanten ein „altes Barbarenvolk" waren, 
warum sollte denn ^Ya/ji7roXtc kein griechischer Name sein können ? 



1) Recht passend hat übrigens Tozer die Plnralform MaXeai gerade aus dem 
Umstände zu erklären gesucht, dass die beiden Vorsprünge, MaXea und "Ovou y^a^c 
wegen der räumlichen Nähe leicht unter einem Namen MaXeai zusammengefasst 
werden konnten (Lectures on the Geogr. of Greece p. ^5: Malea is the extreme 
point of the promontory, Maleae that and the neighbouring headland of Onu- 
gnathos; Sphagia is the Island of Sphakteria, Sphagiae that island together- 
with two neighbouring rocks . 



101 

Höchst einfach erklärt denselben Meunier a. a. 0. S. 375 aus einer 
archaischen Form, Genetiv u — dv für ücüv, gebildet wie 2üQt[i7:oXtc, 
und an 2üafX9ac und ^Ya/jiTtsta erinnernd, obwohl diese zwei Namen 
wahrscheinlich mit ^^Ajüicpcia (vergl. unten) und ou; analog sind. 
Natürlich bedeutet der Name ''YavTec nicht die mit der Grund- 
form benannten Tiere, sondern die Einwohner; wie Meunier be- 
merkt, les Porcs, les Sangliers, indem er als Seitenstück anführt 
Le Sanglier des Ardennes, d. i. Guillaume de la Marck. Der 
böotische Ortsname "Yt^ttoc, bei Steph. Byz. ^Yyjtto;, bedeutet 
Schweinau, Schweinhagen, Schweinfurt, aber nicht „Regenstadt", 
wie die analogen Soaoaoc und Süsaaa erkennen lassen. Die Frage 
über das weitverbreitete Suffix — oaoc oder- — aooo^ kann erst 
weiter unten in Betracht kommen. ^Ya[i7csta, eine der beiden 
Spitzen des Parnasses bei Delphi (Bursian I, 172) gehört sicher- 
lich ebenfalls hierher und lässt sich mit unserem ;,Schweinsteig", 
östlich vom Wendelstein, vergleichen. Bei Livius begegnet uns 
auch eine ligurische Ortschaft Suismontium, Suaypo; heisst ein 
Berg und ein Vorgebirg im glücklichen Arabien, Itypov von 
Ol oiypat einer Wildschweinart, Hafen von Tenedos, und ein 
Ebersberg, IiYpiov, findet sich als lesbisches Vorgebirge, wie 
als fränkischer und oberbayrischer Ortsname. Kaupoo zt^^ol 
hiess ein Ort in Messenien. Merkwürdig ist jedoch der 
Name id lüßota, eine Anzahl Inselchen an der Küste von 
Epirus, schon bei Thukydides I, 50 als Uikr^^i ^pr^fxo; bezeichnet; 
ein ähnlicher at XotpaSsc, die Ferkelklippen oder Schären bei 
Taren t. Für den Pharos bei Alexandria führt Strabon XVII, 1, 
6 an: x^^P^^ötc xal ßpa^T] Ttvct, Klippen und seichte Stellen, diese 
auch ßpaxea und ßpaxs« geheissen. Damit vergleiche man bei 
Bursian I, 119 XotpiJs;, xaxa Xotpsac, ein Ort auf Euboia, ferner 
XotpofjiüTTf] oder XovSpofxuxTj, dazu die Angabe I, 366 über einen 
neugriechischen Namen für Inseln Küpaösj;, d. i. Damen, von dem 
wir eher geneigt sind anzunehmen, dass derselbe seinen Ursprung 
einem schlechten Witz verdanke (vergl. im Nachtrag unter den 
Stichnamen). Nach Hekataios gab es auch eine Stadt der Mossy- 
noiken, Namens XotpaSsc. An der Grenze von Lakonien und 
Messenien findet sich Xotpio; vcctitj, dass Sauthal (E. Curtius Polop. 
II, 160; Gilbert Handb. der gr. Alt. I, 23, A. 1). Bei Lyko- 
phron Alex. v. 633 treffen wir x^'-paSac Fo/xvTQoia^, letzteres auch 
ein zweiter Name für die FüiivT^otat vijaot im tyrrhenischen Meer, 
worüber Plinius N. H. III, 5, 77 bemerkt hat: Baliares funda 



102 

bellicosas Graeci G-ymnasias dixere. In einer Rezension der 
Wochenschrift für klass. Philol. 1887, S. 814 macht neuerdings 
E. Hübmr darauf aufmerksam, dass die balearischen Inseln seit 
alter Zeit G-ymnesien hiessen, indem die Bewohner den griechi- 
schen Seefahrern halbnackt, ohne Panzer, zu Fuss und zuRoss, 
entgegentraten; ein direkter Abkömmling des griechischen Wortes 
•jfüjii^TfJnf]; sei noch erhalten in dem spanischen ginete = Reiter. 

Vom Hunde sind viele, darunter allgemein bekannte Namen 
hergeleitet. Küvö; xs(paAai wurde bereits erwähnt, ein Küvoc o^jxa 
gab es auf der Insel Salamis, ein anderes bei Aigospotamoi. 
KüvooapYs;, Platz und Gymnasium im Osten von Athen, Küvoi>pa 
oder Küvocoüpa, PB ;, Schorndorf", kommt wiederholt vor, daher 
die Notiz bei Hesychios, dass diese Namen auch allgemein ge- 
braucht wurden zur Bezeichnung einer schroffen und felsigen 
Gegend; auch Photios ed. Naber I, 359 hat ausgeschrieben Kovo- 
ooüpa • 90X17 AaxcüVtXTj • xal i'xpa MapaOcovoc. Ferner Küov, KüvoJv icoaic, 
wie unsere Namen „Hundham'', „Hundsfeld". Entsprechend den 
Namen j,Hundsgrotte", bei Pozzuoli, und „Hundstod", im Wim- 
bachthal bei Berchtesgaden, nannten die Alten einen Ort bei 
Olynth Kav^apüJXeOpov, Cantharolethrus, „Käfertod", angeblich, weil 
daselbst kein Käfer fortkam. Unserm „ Hundeishausen ^ entspricht 
genau das griechische IxuXaxTj, Name einer Stadt in Mysien, end- 
lich die 2xü}i>.a der Odyssee, d. i. die Bellerin, der bellende Hund 
(vergl. 0. Keller Tiere des klass. Alt. S. 444, A. 224), nebst 
einigen ähnlichen Namen für gefährliche Klippen und Vorgebirge 
wie SxüAAatov oder SxüXaiov, ZxuXcexiov, SxüXXtJtiov, lat. Scyllaceum, 
in Bruttium, bei Vergil Aen. VI, 471 als navifragum bezeichnet. 

Dass der Name 'EXscpa; nur für ein paar Vorgebirge wahr- 
scheinlich infolge von Uebersetzung gebraucht erscheint, dann 
im Namen ""EXscpavTtvTQ, der Elephanteninsel, ist bei dem späten 
Auftreten des indisch-afrikanischen Wundertieres in der Ge- 
schichte selbstverständlich. Freilich nach dem Wortlaute bei 
Strabon XVI, 4, 14 'EXecpac to opo;, IxxstfASvov st; bakavzav, 
könnte in diesem Falle doch ein dem Prospekt entnommenes 
Bild auf den Namen hingeleitet haben. Nach Äug. von EcUinger 
(Philol. Anz. 1887, S. 339) entstund griech. £X£9a; aus dem semit. 
Artikel el und dem altägyptischen ab, das sowohl Elephant wie 
Elfenbein bedeutet ; latein. ebur, skr. ibha, von der Wurzel i, im 
Sinne von Traber, das Suffix wie rshabha, vrshabha, griech. fka^oz 
Iptcpo^. Dagegen war Aecov im Altertum nicht nur ein häufiger 



103 

Personenname, sondern auch Benennung mehrerer Ortschaften 
und auch Vorgebirge, vergleichbar mit dem heutigen Singapur 
d. i. Löwenstadt, Capo Lion, AeovrapY] „Löwenlammsberg" in 
Böotien, xaia tov Asovt« xaXou/ievov, ein Flecken bei Syrakus 
(vergl. jedoch oben S. xata tov OcdXcOv). AeovToxs^aXov in Phrygien 
(Paul Hirsch p. 32), Eine natürliche Brücke im Libanon heisst 
Ain^el-Leben, Auge des Löwen (nach 0. Keller^ s Mitteilung). 
An der Südküste von Kreta finden wir eine Stadt mit dem 
phönikischen Namen Asßrjv oder Aeßrjva, d. i. Löwenstein, mit 
einem gleichnamigen Vorgebii*g, Philostr. Vit. Apollon. IV, 34, 3 
axpüJTKjpt&v XlovTt sixaajjisvov. Eigenartig ist der Name einer be- 
kannten Stadt im östlichen Sizilien Aeov-tvot, statt tJ tuJv Asovtivüjv 
TcoAic, „Löwen". Wir kommen unten auf diesen Gebrauch des 
Namens der Stadtbewohner für die Stadt eigens zu sprechen. 
Der Bär altindisch rksha, apxxo;, urcsus = Brummer, tritt auf 
in dem Namen eines sardischen Vorgebirges ^'Apxxoo axpa, dem 
man das heutige Capo d'Orso zwischen Amalfi und Salerno gegen- 
überstellen kann. Ob der Name 'ApxaSta ursprünglich ein Bären- 
land bezeichne , lässt sich kaum bezweifeln. 0. Keller, Tiere 
des klass. Alt. S. 108. Doch erinnert Const Angermann (Philol. 
Anzeiger 1887, S. 338 daran, dass die Wortform apxo:, apxiAoc 
= apxTOC, erst spät erscheine, wovon 'ApxaSsc und 'Apxaöta 
stammen sollen; dieser Name sei seinen Trägern erst von den 
Umwohnern erteilt. ;,Sie mögen in ihr Bergland durch nach- 
rückende Stämme, etwa die Achäer, gedrängt worden sein. Da 
sie ihre Freiheit zu behaupten verstanden, so kann ihnen leicht 
die Benennung Wehrmänner von Wurzel ark gegeben worden 
sein. In Bezug auf das Suffix vergleiche man Bildungen wie 
907«;, AOYCcc, vo,uofc^. Neuerdings hat auch P. de Lagarde zu 
apxio^ gestellt skr. rksha, arm. arc, pers. hurs, also = ur(k)sus 
und sogar = oa$i;, weil ein dem c ähnlicher Laut von den 
Griechen durch ausgedrückt wird (Gesammelte Abh. S. 281); 
doch lassen sich die von Victor Hehn 2. Aufl. S. 474 gegen seine 
Erklärung des Namen Zalmoxis oder Zamolxis vorgebrachten 
Bedenken nicht so leicht abweisen. Bedeutsam ist immerhin, dass 
im Innern Arkadien nicht nur antike Ortsnamen sich auf Bär 
und Wolf beziehen, jedermann kennt Auxatov, Wolfsberg, Wolfs- 
hagen, AüxüVTj, Aüxia, Aüxopsta am Parnasses etc. Aoxoooüpa auf 
dem lykaischen Gebirge, angeblich die älteste Stadt der Welt, 
Hyrkanien und Lykien sind die ^^Wolfsländer^; AüxcuoXtc in 



104 

Aegypten ist die „Schakalstadt", vergl. 0. Keller S. 189. Aucli 
heute noch stehen Namen fest wie Aüxoppsoiia, Wolfsschlucht, 
'ApxoüSoppsü/xa, letzterer Name vom neugriechischen apxoüSiov, Bär; 
auf keinen Fall ist an dem ehemaligen Bestand einer wilden 
Tierwelt in den dortigen dichten Waldungen zu zweifeln. Der 
Wolf war entschieden das Hauptraubtier der altklassischen Län- 
der, vergl. 0. Keller Tiere des klass. Altertums S. 158. ;, Wölfe 
sind bis auf den heutigen Tag in Arkadien zu Hause'', behauptet 
E, Curtius Pelop. I, 156. So gilt auch den Amerikanern der 
Name Arkansas als „Bärenstaat** und wird als solcher gelten, 
auch wenn nur figurliche Bären sich daselbst tummeln werden. 
Unser Versuch, natürlich nur ein Versuch, den Namen Arkadien 
anders zu erklären, soll unten bei der Kategorie Namen von der 
Bodenerhebung angedeutet werden. Sonst begegnet uns noch 
unter Hellenen der Name 'ApxovYjoo; die Bäreninsel, bei Halikarnass, 
^ApxTcuv v:^oo; als früherer Name von Kyzikos, ^pxKov opo^ Bären- 
berg bei Kyzikos, 'Apxoßaöapa Bärensprung, eine Stadt in Dacien ; 
vergl. auch in Spanien Urso die Bärenstadt, und über den Bär 
als Münztypus überhaupt 0. Keller Tiere des kl. Alt. S. 109. 
Von einer andern Wurzel aber stammen die Namen Kvüjtcoc, Stadt 
und Flüsschen in Böotien, vergleichbar dem Orte Bärhaupten 
bei Traunstein, KvcoTita Bärenstein, ebenfalls eine Ortschaft in 
Böotien, und Kvomouizohzj ein zweiter Name der Stadt Erythrai. 
Der Luchs erscheint in dem makedonischen Stadtnamen 
A'JYxo;, Luxburg, und im Namen der dortigen Landschaft A'jyxTjoxt; 
AuY$ dagegen als Ortsname für eine uralte Stadt Libyens gehört 
nach unserer Meinung in der richtigen Form AtY$ zu einer andern 
Kategorie von Namen. Unser Begriff Hirsch, I>vacp0(; Edelhirsch, 
liegt dem Inselnamen 'EAacpovr^oo; zu Grunde (nicht 'EXa^owr^aoc, 
dagegen ''AXovvTjao^, 'AX(«7rexovvY]oo;, vergl. Meunier p. 277. 283, 
not.) und wohl auch dem Namen UpoxovvYjo'j;, die Damhirschinsel, 
vergl. 0. Keller S. 77 f. Die zu den Sporaden gehörende Hirsch- 
oder Gazelleninsel führte als Wahrzeichen das Bild eines Hirsches 
(cervus palmatus, 7cpo$) und einer Giesskanne (itpoxooc), eine 
doppelte Beziehung, wie man sieht, auf den Namen. Die Insel 
Prokonnesos soll nach Plinius N. H. V, 32, 151 auch Neuris und 
Elaphonesos geheissen haben, dieses wohl in Verwechslung mit 
einer Hirschinsel an der Propontis; endlich auch 'Aösa^&vtq^o;, 
Bruderinsel, wahrscheinlich blosse Verschreibung für 'EXacpovTjoo;. 
Der andere Name Nsvpt; könnte dagegen eine Beziehung zu dem 



105 

thrakischen. Stamme der Neupot oder Neßpoi, Nsüpiiai, enthalten, 
vergl. vsßp J; = Hirschkalb oder Reh, also einfach aus einer Ueber- 
setzung herrühren. Eine seltsame Coincidenz des Namens Brun- 
dusium, von ßpIvSo;, ßpsvTtov Hirsch, Hirschkopf, und der Insel 
Bperria im adriatischen Meer ergibt sich aus der Angabe bei 
Steph. Bgz. s. V. BpsxTta, 0. Keller Tiere des klass. Altert. S. 358 
A. 126, S. 92; vergl. Preller- Jordan Rom. Myth. II, 306, A. 3. 
Auflage). Nach Kiepert Handb. der alt. ü-eogr. S. 453, A. 3 wäre 
jedoch Brundusium, besser Brundisium, einfach benannt von dem 
illyr. brente ;,das Innere^. Vergl. unten Kspac. 

Nicht selten erscheint der Fuchs in griechischen Orts- 
namen, so in 'AXcüVsxo^ Fuchsberg, 'AXiDTcsxrJ Fuchsstadt, ein atti- 
scher Demos, %\Xü)7isxta und 'AAcoTtsxovvr^ooc eine Insel beim Cher- 
sonnes, Fuchsinsel (Plin. N. H. IV, 12, 74. 87); zwei solche Inseln 
namens ^AXtoTcsxifJ waren bei Smyrna und im mäotischen See. Eine 
phrygische Stadt ''AAwicr^S führt an Hirsch 1. c. p. 31. Vom 
Hasen sind gleichfalls einige Inselgruppen benannt Aayonaoat, 
Haseninseln, neugriechisch AayovryOt {Bursian I, 357); auch die 
Cuniculariae insulae, Kanincheninseln, im sogen. Ta^po:, der 
jetzigen Strasse von Bonifazio (Mart. Cap. ed. Eyssenh. p. 217). 
Auch Nagidus, Hasenstadt in Kilikien, gehört hierher, denn 
\a7ü)c steht hier für /wocytüc, die Athener setzen mitunter X für v, 
yirpov für vtTp:>v, uAsu^ia für 7:vsu[ia u. s. w. Es entging dies nicht 
Theod. Panofka, Von dem Einfluss der Gottheiten auf die Orts- 
namen, Berl. Akad. 1842, S. 33, gleichwohl setzt er im 2. Teil 
S. 7 Nagidus willkürlich zu Naxos, Nakona, als ;,Bocksort''. Vom 
Affen, 7:{^T;Xo;i), ist benannt Il'.^r^xouaa oder niOrjx&uooa, die 
Affeninsel, jetzt Ischia. Ischia aber ist nach Ascoli entstanden 
aus iscla, einer späteren Form für isula, insula, Insel; der 
Neapolitaner sagt Isca für Ischia. Sprachwidrig und lächerlich 
zugleich ist die alte Deutung des alten Namens auf Wein- 
reichtum, vom Fasse, iiti^o;. So bei Plinius N. H. III, 6, 82 
Pithecusa, non a simiarum multitudine, ut aliqui existimavere, 
sed a figulinis doliorum, sc. dicta. Wir erinnern uns nicht, 
einer diesbezüglichen Bemerkung über das Tier bei F. HeJin 
(2. Aufl.) begegnet zu sein; dafür verweist jedoch H, Kiepert 



1) Nach Zthetmayr Lex. etym. p. 7 = xaTiiB»] oc, vergl indisch Kapi, 
hehr. Kof, griech. xtJtcoc, xifjßoc. Wegen latein. simius, simia, [A'-atu', vgl. Hergel 
in der Wochenschr. für klass. Philol. 1888, S. 231. 



106 

Handb. d. alt. Geogr. S. 446, A. 1, mit gutem Grunde die Zweif- 
ler auf die Thatsache, dass auf Gibraltar noch in unserm Jahr- 
hundert Affen hausen. Freilich, nach den neuesten Mitteilungen 
fristen nur noch wenige Exemplare ihre Existenz, durch beson- 
dere Schonung von Seiten der englischen Besatzung. 0. Keller^ 
Tiere des class. Altertums Innsbruck 1887, S. 1 zweifelt, ob diese 
Affen nicht doch „erst später, vielleicht durch die Mauren" nach 
Gibraltar gekommen sind. Uebrigens hat bereits Kiepert darauf 
aufmerksam gemacht, dass die bei den Alten beliebte Pluralform 
nt^//ouoaat zugleich die zwischen Ischia und dem Festlande 
liegende kleinere und flache Insel Upoyirr], jetzt Procida, begreift. 
Ein Ort bei Karthago hiess Affenbucht, üt^xcov xoatcoc. 

Auf der Insel Lemnos schaute man das Felsgebilde eines 
Apaxcuv, vergl. oben S. 25 das Citat aus Philostratos, dem wir 
unsere Namen Lindwurm, Tazelwurm, zur Seite stellen können 
auch als Ortsbezeichnung, Gegenüber der dreigestaltigen home- 
rischen Xtfiatpa (Löwe, Ziege, Drache, vergl. jetzt die treffliche 
Darstellung bei 0. Keller Tiere des kl. Alt. S. 43 f. und über 
die yi\ioLipa als Opfer der Spartaner auf dem Schlachtfeld S. 49)^ 
auch Name für einen Felsenschlund, einen vulkanischen Krater, 
ein Kastell, nennen wir den Berg „Krottenkopf"^ bei Parten- 
kirchen, den „Eidex" im Pusterthal. Auch der Begriff Schlange 
stellt sich ein in 'Ocpioua« oder 'Ocptouooa, Schlangeninsel; vergl. 
„Lindau^ im Bodensee, von lint = Schlange. Freilich führt 
diese Stadt heute eine Linde im Wappen, wiederum eines jener 
redenden Wahrzeichen, von denen schon früher ausführlich ge- 
handelt wurde. Auf die Schlange bezieht Biirsian I, 615; II, 
251, auch den Namen OtyaAta oder OtaXta. Die kykladische Insel 
Tj Ku[^voc hiess auch 'Ocptouoa oder ApüOTit?, und ein Berg in Arka- 
dien zwischen dem Kyllene und Geronteion Ir^Tcta, der Schlangen- 
berg, von oTj^J/, ar^Tco; = Viper. '^Yöpa war der Name eines Vor- 
gebirgs und mehrerer Inseln und Städte ; dagegen hängen wohl 
unmittelbar mit dem Begriff fTöcop zusammen 'Yöpouc, *Y8poJoa, 
'YÖposoaa, ''YöpYjAa in Karien, "Y^SpaS "^Yöpa^ioc, ^YSpsa, jetzt Hydria». 
X£>.<i)vr^, Schildkröte, war der passende Name mehrerer Klippen 
und Vorgebirge, des Vorgebirges in Elis o XsAcuvctTa;, neugriech. 
XcAo>va-o<; {Btirsian I, 368, A. 80, 271). Auch XsAaivtTiöe; vTfoo», 
Schildkröteninseln, werden genannt. In Arkadien liegt der Schild- 
krötenberg, XsAiöopsa ((5£tp(u). Einer der molurischen Felsen am 
Isthmos von Korinth wurde wegen seiner gewölbten Ausladung 



107 

XeXcuvTj genannt, ebenso ein koisches Vorgebirge. Diese Benenn- 
ung gab in dem erster en Falle ;, Veranlassung zu der Sage von 
der menschenfressenden Meerschildkröte, die an sich sinnlos ist^, 
bemerkt hiezu E. Curtius Pelop. II, 26, A. 7. Ebenda S. 439 wird 
ein Berggipfel Chelöna immitten der Halbinsel Methana erwähnt. 
'Exivoc, Igel, war ebenfalls ein Name zweier Städte und eines 
Vorgebirges, deutsch etwa Spitzberg ; bei Bursian I, 112 ist auch 
für Akarnanien ein ^Extvou? nachgewiesen. Von besonderem Inter- 
esse, in geologischer Hinsicht, sind für uns die Igelinseln, al 
'Extvaös;, auch 'Exivat genannt, nach Kiepert Handb. der alt. Geogr. 
S. 295 ;,die Seesterninseln^, wegen ihres Entstehens durch die 
Anschwemmung des Acheloos, wofür die Beschreibung bei Strabon 
X, 2, 19 beachtenswert ist. Voraussichtlich werden diese Inseln 
nach einiger Zeit ganz verlandet sein, wie es bereits der Fall 
ist beim Vorgebirge von Circeji, Monte Circello, in Italien ; bei 
Triopium auf der knidischen Halbinsel; bei der Insel Lade vor 
der Mündung des Mäander gegenüber Milet. Auch an der flachen 
und starken Veränderungen unterliegenden Küste von Elis ist 
eine zerstreute Gruppe von vier nahen Felsinseln durch An- 
schwemmung mit dem Festlande verbunden worden. Ueber diese 
^Verlandung^ sehe man die Beschreibung bei E, Curtius Pelop. 
II, 121 über das Anschwemmungsland des Pamisos in Messenien, 
S. 173 über die Veränderungen, unter dem Einflüsse des Poseidon 
IIpoaxXüOTtoc, d. i. des Anspülers, im Hafen oder Landsee von 
Navarin, wo gleichfalls eine Insel oberhalb Sphakteria zum Vor- 
gebirge geworden ist. Bei dieser Grelegenheit dürfen wir den 
Leser aus topographischem Interesse, obgleich im übrigen von 
unserer Erörterung die Flüsse ausgeschlossen sind, noch auf 
zwei weitere Stellen bei Strabon aufmerksam machen, an denen 
dieser die verschlammende, landbildende Wirkung (xo^c) bedeuten- 
der Flüsse an ihren Mündungen im voraus berechnet, nämlich 
B. XII, 2, 4 von dem Flusse Pyramos und vom Nil, XV, 1, 16 
abermals von den kleinasiatischen Flüssen und vom Nil ; Aegyp- 
ten sei, wie schon Herodot bemerkt habe, ein Geschenk des Nil, 
weshalb der Nil gelegentlich auch AryoTCTOc heisse, öta touto 5* 
cpi^cu; xal 0[iü)Vü|iov TiQ AlyunTü) cpr^ol Xsx^T^vat tov Nsiaov o Neap/o;. 
Auf andere Seetiere scheinen sich die Stadtnamen Oojxy^, 
Oa)xat2, 4)(i)xata (für Phokaia = Robbenstadt) in Aeolis und in 
Karien, dann Owxai an der Küste von Böotien, zu beziehen, doch 
ist ihre Deutung ganz unsicher, vergl. 0. Keller S. 211 über 



108 

<pü)xaiva = Delphin : S. 197 über die ©üjxdtpuitat r= Robbenlöcher 
an den Uferfelseu im Archipel. Wohl aber dürften mit OtoxcJv 
^TjoGc und Oüjxouooat vtJooi, im ägyptischen bezw. arabischen Meere, 
Robbeninseln gemeint sein. Eine nach Süden weit auslaufende 
Felszunge der Landschaft Pisatis wurde ihrer Form wegen 'Ix^u; 
genannt; sie bildet an ihrer inneren und äusseren Seite ver- 
schiedene Ankerplätze, E. Curtim Pelop. II, 44. 'Ix^üosaaa, 
Fischhausen, ^^Fischen*' (am Ammersee), war ein früherer Name 
der Insel Jkaros. Vom Tintenfisch oder Blackfisch, onjirta, hatten 
den Namen ein Vorgebirge und ein Städtchen in Thessalien, 
nicht aber der nordarkadische Berg Sepia (vergl. oben S. 106; 
ganz richtig To^er p. 348 from the cuttle-fish, or^nia, the rocks 
of 2)T7ma; on Mount Pelion ; while Sepia in the north of Arcadia 
is from the vipers, arJ^J;, which Pausanias VIII, 16, 2 describes 
as being found there). Von der Krabbe oder dem Hummer aoiaxo; 
die Hummerstadt ^Aoiaxo; oder Acraxo; in Bithynien (Th. Panofka 
a. a. 0. S. 15), desgleichen in Akarnanien. Jedoch Ängermann 
stellt neuerlich, N. Jahrbb. für Philol. 1888, S. 8 diesen Namen 
zur Wurzel astam = Wohnstätte, als Fortbildung, die dem skr. 
astaka entspricht. XTjXat, der Scheerenberg, hiess ein Ort an der 
Küste von Bithynien ; unter dem Bilde der x^^^^ = Vogel- 
krallen, Krebsscheeren, wurden bei den Griechen gelegentlich 
auch vorspringende Teile eines Berges, einer Mauer, besonders 
aber die ins Meer auslaufenden Teile der Hafendänxme bezeichnet. 
Die sizilische Stadt Akragas führte als Wahrzeichen unter an- 
dern einen Krebs, xpayyüjv, vergl. S. 59. Neben der Ortschaft 
^Ey^s^^e'-a? „ Aalen ^, in Bootien ist hier auch an den Volksstamm 
der ''EYX2^''Stc oder 'E^xs^^^vsc an der Gränze von Epeiros und 
Illyrien zu erinnern. Eigentümlich ist auch der Name Kav^apo;, 
Käfer, für einen Teil des Peiraieus, ^Apaxvatov, der Spinneberg, 
zwischen Argolis und Korinth. Moovvtjoo;, „Meusegast^, hiessen 
von den Mäusen eine Stadt und ein Vorgebirg an der jonischen 
Küste, dann drei Inseln des ägäischen Meeres (PUn. N. H. Vi, 
29, 168; V, 3l, 137). Wie die Namen Schildkröten, Seesterne, 
so war auch Mup|ir^$, MupfxYjxe;, d. i. Ameisen, eine nicht seltene 
Benennung für Klippen und verborgene Felsen, Plin. N. H. V. 
29, 119 Myrmeces scopuli. ücpT^xeia, Wespenau, Hummelau, von 
ocp>]$ = Wespe, war ein früherer Name von Kypros, und der 
Name einer Stadt in Euboia ; Küjvcüii>j , Mückenberg , von xtuvcu^ 
= Stachel, Stechmücke, vulgär xoüvootc.ov, hiess eine Stadt in 



10& 

Akarnanien, und Kcdvcd'tciov, ^Schnackenburg^, eine Stadt am See 
Maiotis. Bursian nennt II, 136Kunupiichoria; ein neuerer Hafen- 
ort Kunupili, an der Mündung des Alpheios, hat seinen Namen 
ebenfalls von den kleinen, den „ Rheinschnacken ^ der Pfalz ver* 
gleichbaren Stechmücken, gegen welche Plage schon die alten 
Eleier den Zsuc 'Aicofioio^ anzurufen pflegten, vergl. Stichnamen 
S. 29; Oberhummer, Akarnanien S. 225; 0, Keller Tiere des kl. 
Alt. S. 172. 292. 

Zahlreich sind die vom Vogelgeschlecht entlehnten 
Ortsnamen, und zwar zunächst mit dem allgemeinen Begriff cd 
*Opvsaf, der Vogelberg, ein Name mehrerer Ortschaften, mit ge- 
legentlichen komischen Anspielungen, vergl. Griech. Stichnamen 
S. 60; dann auch "^Üpvic vorzugsweise, wie wir den „Hochvogel" 
benennen, und ^Opvscüv, Vogelstein, ein Vorgebirg und eine InseL 
Sodann die speziellen Namen nach der Art anlängend, führen 
wir an^OpTüyia, von der Wachtel, op-üS, ein Name von symboli- 
scher Beziehung, der bald auf Delos gedeutet wurde, bald auf 
Ephesos, aber auch auf eine Gegend in Aetolien und auf die be- 
kannte Insel vorSyrakus, beiPindar Nem. I, 2 xXstvdcv Süpaxooadv 
OflcAoc ^Opxuyia, ä'ifiv.ov 'ApTSfitäoc, AaAou xasiyv?}-«. Der letzte Aus- 
druck in dieser Stelle bezieht sich bekanntlich auf einen älteren 
Namen der Insel Delos, die nebst vielen andern auch den Namen 
'OpToyia trug (darüber ist jetzt die Abhandlung von S. Reinach 
Revue archeologique 1883, p. 82 zu vergleichen, nämlich über 
die griechische Uebersetzung des Liber Insularum Archipelagi 
von dem Florentiner Bondelmonte, mit einer Probe und den 
Namen der Insel Delos. wozu bemerkt ist : Le latin (sc. Bondel- 
monte) dörive le nom d'Ortygia de celui de la perdrix, ce qui 
est errone: V etymologie donnee par le grec, qui fait d'Ortygie 
Tile des cailles, est Tetymologie traditionelle). Folgen die 
Schwalbeninseln, XeXtSöv.at vtJooj, an der Küste von Lykien, für 
die Schiffe gefährliche Felseninseln. Ferner an der lybischen 
Küste das Schwalbenvorgebirge, XsAtSovia oTxpa, eine der chelidoni- 
schen Inseln hiess KopüSsXa, Lerchenfeld, von xopuc, xopoSoc, 
xopuOoc, Haubenlerche. KopJöaX/w« war auch der Name zweier 
Städte, KopüSotXXo; derjenige eines Teils des Aigaleos. Vom 
Raben sind benannt o Kopa$, der Rabenberg, nämlich Grebirge 
und Vorgebirge ; PB. übersetzen nicht sehr passend ;,Rabenstein", 
wir ziehen mit gutem Grunde vor „ Rabeneck ^ ; Toj^er p. 55 macht 
die feine Bemerkung: from its appearance and not from the 



110 

frequency of that bird. Auch die Benennung Kopaxo; «sipa findet 
sieh, ferner Kopaxai, Kopaxe;, „Rabenau" in Thessalien, Tt> Kopotxiov 
der kleine Rabe; KopaxY'otov, etwa Rabennest, wie ^^Geiersnesf 
in der Rhön, bekannte Felsenveste als letzter Stützpunkt der 
kilikischen Seeräuber, 67 v. Chr. = Cracissin auf einer Inschrift 
des Heddernheimer Mithräums, nach K. Zangemeister; wogegen 
jP. Möller letzteren Namen nicht als Accusativ auffasst, sondern 
als Dativ = o Ix nixpaq (Wochenschrift für klass. Philol. 1887, 
S. 726). Uebrigens wird auch der keltische Name Lugdunum als 
„RabenhügeP, „Rabenburg^ erklärt von Zehetmayr p. 142 und 
Beer Spicileg. Invenal. p. 51 ; vergl. Pseudoplutarch. de fluv. et 
mont. nominibus 6, 4 MüJfxopo; nfjv tcoaiv Aouyöouvov upoonjyopsoosv. 
Aouyöv yap xig otpciTv öiaXsxTto tov xopaxa xaXoüoi, Sodvov 8= tov toicov 
i^eXöVTa. Ob Xtjv, ein Ort in Lakonien, in Beziehung zu dem 
Vogelnamen Gans stehe, dürfte sich bezweifeln lassen; vergl. 
unten Xaov und die entsprechenden Namen. Wohl aber fassen 
wir at Xv-'Ät oder Xr/;at, ein JFlecken am Oeta, als ^Gänserndorf^ 
(Bursian I, 96). Der Schwan zeigt sich in dem Namen Kuxvoc 
für Berg, Stadt und Fluss im Lande Kolchis; Pomp. Mela I, 
19, 110 ignaris qua terra esset cycni vox notam dederat, Cycnum 
Appellasse dicuntur, sc. Graeci mercatores. Vom Kukuk ist 
benannt der Berg Koxxüytov in Argolis , von der Eule (ßt>C« j 
B^CavTiov, d. i. Uhlenhorst, vom Kranich das Kranichgebirge, 
T^ Fepavsta, in der Landschaft Megaris, auch eine Ortschaft in 
Phrygien (Hirsch p. 31), vom Habicht oder Falken die Namen 
^ofpTjS, Stadt und Berg in Lakonika, auch Zapa$, vielleicht auch 
Apaxüvöo;, „Falkenstein", 'ispaxojv xwfiTj 'lepaxcov vi^oO(;/lspaxu)V icoXt^ 
denen gegenüberstehen unsere zahlreichen Bergnamen und Ort- 
schaften: Falkendorf, Falkenau, Falkenstein, „der Falken** im 
Karwendelgebirge, „der Habicht" in Tyrol, Falcone di Lombardia 
(Kastell über Brescia). HeXcxavta hiess eine Landzunge am Ko- 
paissee in Böotien, von der Gestalt des Schnabels eines Spechtes 
benannt, PB. „Spechthausen", oder nach anderer Erklärung von 
der Form eines Beiles, tcIXsxü;. Der gleiche Doppelsinn liegt für 
uns in dem Namen eines Berges in Mysien OsXsxac, to opo?, etwa 
unserm „Beilstein" entsprechend. Ein Vorgebirge l-zpooboo^, an 
der Küste von Hermione in Argolis, ist vom Sperling benannt^ 
ebenso Sipoü&sta, eine Stadt in Phrygien; von der Krähe, nach 
der gewöhnlichen Auffassung, Kopcuvr] in Messenien, Kopcüvsta in 
Böotien {Tozer p. 359 erklärt crow's town); wir kommen unten 



111 

auf diesen Namen zurück, üspäfxs; hiess ein Ort in Mauretanien, 
vergl. Kopaxec. üspSixta oder Ilspötxtai in Lykien bedeutet Rebhuhn- 
dorf; im Neugriechischen ist DspSixxac die Rebhuhnbucht bei 
Tainaron, italien. Porto Quaglio, weil das dortige Gestade den 
Wachteln der letzte europäische Ruhepunkt ist, ehe sie den See- 
flug nach den Küsten von Kreta und Kyrene unternehmen. Un- 
gewiss ist die Bedeutung von 'EpiBtvot oxöTceXo'. oder v^ooi, am 
thrakischen Bosporos; Pß. erklären' vermutungsweise „Papageien • 
felsen*, dann von Ktooot, PB. Elster? Sicher ist dagegen Aix-cY] 
oder AixTOv, denn SiXTuc hiess beiden Lakedaimoniern der Geier 
:= txTtvoc, also ;,Geiersberg*'. 

Hier schliessen wir die mit KecpaXvj eingeleitete Reihe von 
ON. ab mit einer Bezeichnung, die uns den Uebergang zu einer 
weiteren Klasse derselben erleichtern soll, nämlich mit Kspa;, ta 
Kspara, icr Kspax'.a {Bursian I, 251. 352» II, 580) ;,Hörner^, einem 
von Höhen, Vorsprüngen und Vorgebirgen ungemein häufig ge- 
brauchten Bilde. Man vergleiche für das bereits erwähnte 
Brundisium (Bpsväsoiov, Bpsvisotov) unser ^ Hirschhorn^ im Oden- 
wald, und die Beschreibung bei Strabon VI, 3, 6: süAifisvov 8s 
fid/w>wOv To BpevTSOtov, eicl yctp OTö|iaT'. ttöXXoI xXetovxai Xi|isv£C 
axAuaxot, xoatkuv aicoXajißavoiilvcjDv ivioc, to ox' sotxsvat xspaoiv 
eXflt^oü TÖ oxT^JfAa, i.^ oJ xai toüvoja«. Demetrios von Phaleron 
riet dem Philippos, des Königs Demetrios Sohne, zur Behauptung 
des Peloponneses ;,an beiden Hörnern den Stier zu fassen, wenn 
er ihn meistern woUe^, indem er unter den Hörnern Ithome und 
Akrokorinth , unter dem Stiere selbst aber den Peloponnes 
verstand (Strab. VIII, 4, 8; toJv xspaioiv ^ap a^acpoiv, e©y], xaös$Etc 
Tijv ßoüv, xspaxa [isv ^eycov Ty)v '1&ü)[ji>jv xat tov *Axpoxdptv9o., ßoüv Ss 
TT^v IleXoTcovvTjoov)» Ein anderes Bild, von den drei „Schlüsseln^ 
Griechenlands, wird uns später begegnen. Wir führen hier noch 
an: ^Ayvoo xspa;, „Heiligenhorn^, älterer Name von Knidos oder 
eines dortigen Vorgebirges; npoxspaaiic, „Hornberg*', früherer 
Name von Chalkedon in Bithynien ; Promunturium Hesperu ceras 
in Afrika, Plinius N. H. VI, 30, 197; Pomp. Mela III, 9, 99. 
Ceras Chryseon, das goldene Hörn, Mart. Capella ed. Eyssenh. 
p. 224. Aus unserer Umgebung nennen wir, behufs der Ver- 
gleichung, Bochorna, Buchhorn, jetzt Friedrichshafen, am Boden- 
see, Rumanishorn, d. i. Romanshorn. In vielen Ortsnamen be- 
deutet ahd» hurn soviel als Winkel, Landzunge, vergl. Forste- 
mann a. a. 0. S. 32. Noch dürfte die Bemerkung hier an ihrem 



112 

Platze sein, dass Kap Hörn nicht etwa als eine tautologische 
Namensform zu fassen ist, von welcher Art wir in den „Grieche 
Stichnamen^ S. 26 f. Beispiele zusammengestellt haben ; denn 
der Name lautet eigentlich Kaap van Hörn, nach dem bekannten 
Seefahrer. 

§ a. 

Bildliche Ortsbenennung von leblosen Gegenständen. 

Bei der Anwendung von -/.scp^/.rj und xipa;, welche zwei 
Metaphern so eben zu Anfang und zu Ende des ersten Ab- 
schnittes der ON. uns vorgekommen sind, denken die heutigen 
Menschen begreiflicherweise kaum mehr an das Haupt oder das 
Hörn gewisser Tiere, ebenso wenig als sie etwa bei den „Augen^ 
des Weinstockes an die Augen im Körper denken, sondern es 
kömmt ihnen dabei nur im Allgemeinen an auf eine sinnenfällige 
Vergleichung und Veranschaulichung. Wie das krumme Gehörn, 
so dient dem Bedürfnis eines lebendigen Ausdruckes vielleicht 
ein Kreisel, ein Rad, eine Sichel, oder ein anderes gekrümmtes 
Werkzeug. So erfolgte schon bei den Schriftstellern, und speziell 
bei den Erdbeschreibern des Altertums gelegentlich eine Zu- 
sammenstellung von kühnen, aber treffenden Bildern, die unserem 
Begriff „Säbelbeine^ (Martial: simulant quae cornua lunae) und 
dergleichen an Keckheit nicht nachstehen. Eine Reihe von Bei- 
spielen möge das Gesagte veranschaulichen. Dem Leser ist be- 
kannt, dass viele Hafenstädte vermöge einer günstigen Lage auf 
flachen Landspitzen bei den Alten zu besonderer Bedeutung ge- 
langten und von dieser Lage ;, Sichelstädte "* hiessen. So stellt 
schon Plinius zwei synonyme geographische Benennungen zu- 
sammen N. H. IV, 15, 52 Corcyra Homero dicta Scheria et 
Phaeacia, Callimacho etiam Drepane. Korkyra bedeutet eine 
sichelförmige Insel, Drepane eine sichelförmige Stadt. So war 
der ältere Name von Messana, dem heutigen Messina auf Sizilien, 
ZayxAYj oder AaYxXy;, auf Münzen AANKAfe , vergl. anka, falx, Zwei- 
bug, Sichel, entnommen von der schmalen, in flachem Bogen sich 
herumschwingenden Landzunge, welche den eigentlichen Hafen 
der Stadt bildet. Strabon VI, 2, 3 xaXoojAsvTj (yj Msaaigvir]) ZayxATj 
Tcpoxepov 8ia tyJv oxoXiOTT^Ta tüjv tottcuv, C^Y^Atov yap sxaXstxo xd oxoXtov. 
Noch eine Sichelstadt, falcata, liegt auf Sizilien, Apsicavovj koisch 
Apexavov, Apaxavov (Plin. IV, 12, 74), in der Pluralform ApsTcava, 



113 

neugriechisch Apsicavt, Trapani. Am Eingange zum korinthischen 
Golf, unweit vom Cap Ehion, ist das Cap ApsTcavov, jetzt Drepano 
geheissen, das ebenfalls von einer sichelförmigen Sandbank, die 
sich ins Meer erstreckt, den Namen erhielt. ApoUonius Rhod. 
IV, 990 erwähnt das vorhin aus Plinius angeführte ApsTCöevT], 
OaiTfJxoiv Jspr) xpo^o;, wozu der Scholiast zu vergleichen ist und 
besonders auch die Stelle des Lykophron Alex. 762 vr^aov '^'Apwr^v, 
Schol. loTt fisv r] ApcTcavTj • vuv fikv ttv Ocoxatav (lies OatTfjxcuv) vt^- 
oov xaXel, i^^youv ti^v Kspxupav. Einen Ort ApsTtavov gab es ferner 
auf der Insel Ikaria, eine Stadt Apsnavig in Bithynien, ein Kap 
ApsTtavov am Roten Meere, östlich von Arsinoe, endlich ein Vor- 
gebirge 'AvTt-^plicavov, Sichelhorn, in Kyrene. Auf die bedeutsamen 
Zusammensetzungen mit avxi — werden wir später zurückkommen, 
desgleichen auf den Begriff Rundstadt. Die Bedeutung Sichel 
i3t aber auch in dem attischen, zu Wortwitzen verwendeten 
Demosnamen Kpojusiat, KptoTiia, KpcoTie; (vergl. Grriech. Stichnamen 
S. 60) enthalten, ebenso ist das troische Stysiov als semitischer 
Name = Sichelburg aufzufassen, nicht als ;, Schweighausen ^, 
wenngleich die Alten auch hierbei wegen des Anklanges an ot^rj, 
ciyav gelegentlich ein Wortspiel nicht verschmähten (Stichnamen 
S. 52). Hierher beziehen wir endlich den Namen einer Insel in 
der kleinen Syrte, Mi^vtyS, Mondeiland, auch MtJvt] (arabisch Gerba, 
Dschirba) geheissen, womit sich der „Mondsee ^ in Oberösterreich, 
Mananseo, vergleichen lässt, der diesen Namen von seiner zwei- 
gehörnten Gestalt erhalten haben soll. Ssat^vt^c axpov, lelr^y-qq 
opo^, sind Namen für mehrere Vorgebirge, auch IsXrivi^, wohl von 
der sichel- oder ringförmigen Gestalt; cf. Lunae promunturium 
in Etrurien. 

'AaTCtc, Schild, war der Name mehrerer Inseln und Ort- 
schaften, auch eines Vorgebirgs in der Nähe von Karthago. 
Strabon XVII, 3, 16 dx' axpa Ta^iTn;, xal In auziQ Xo^oc 'AaiiU 
xaXou|ievo(; dizo tt); o|üiotoT7jTO c. Die Römer nannten den Ort 
Clupea, von clupeus, Schild. Plinius N. H. V, 4, 24; Solinus 
ed. TL Mommsen p. 131 • Clypeam civitatem Siculi exstruunt 
et Aspida primum nominant. Die Bai von Clupea bot einen 
fast bei allen Winden Schutz bietenden geräumigen Hafen und 
die Stadt, hart am Meere auf einem schildförmig aus der Ebene 
aufsteigenden Hügel gelegen, eine vortreffliche Hafenfestung 
[Th. Mommsen^ Rom. Gesch. I, 520, 7. Aufl.). Clypea bei Rhodos 
liennt u. a. Plinius N. H. V, 31, 131; Clypea in promunturio 

Grasb erger, Ortsnamen. ft 



114 

Mercurii, Mart. Capeila ed. Eyssenh^ p. 231. In ganz verschie- 
denem Sinn ist natürlich ;;die Schildburg" (Atella) mit den 
Schildbürgern zu verstehen, vergl. Grieche Stichnamen S. 56 f. 
und unten im Nachtrag. Einen Platz des Namens 'AoTit; gab 
es auf der Burg von Argos (Plutarch. Vitae parall. ed. Sintenis 
T» II, p. 261), vergleichbar dem bekannten „Eing*' in den meisten 
slawischen Städten. Uebrigens wird schon bei Homer die Insel 
der Phaiaken mit einem gewölbten Schilde verglichen, Odyss-V, 
281 zXza-zo S' (1)? o'ts ptvov iv igspoc'.SsV ttovto). Ein anderer Platz 
in Argos, erwähnt bei Pausanias II, 21, 2, hiess Asat«, offenbar 
von der Aehnlichkeit mit einem spitzwinkeligen Dreieck. Mit 
einem A, also wiederum mit einem Dreieck, wird auch die Insel 
Sizilien verglichen, auf der Basis Pachynum — Pelorum, Pompon. 
Mela II, 7, 115. Ueberhaupt sind alle antiken Schriftsteller 
darin einig, dass sie Sizilien nach der Dreieckform als die drei- 
spitzige Insel benennen; schon in der Odyssee wurde der Name 
öptvaxiTrj in demselben Sinne gedeutet, x^ndere Bezeichnungen sind 
Tptvaxpia, Tpivaxta, iptYcovoc, triangula Sicilia, triquetra terra, bei 
Horaz Serm. II, 6, 55 triquetra praedia, nach Suidas auch 
0ptvaS, = Sicula, trisulca, tribus Unguis Sicilia u. s. f. cf. Helio- 
dor. Aithiop. X, 5 Mspor^ vi^ao; TptYcuvtCouaGt. Die Volkslegende 
begrub unter das Land eine Göttersichel, wonach diese Gestalt 
entstanden sei, Thukyd. VI, 4; Ovid. Fast. IV, 474: Welrker, 
Kl. Sehr. II, 44, A. 88. Gleich Sizilien wird auch IIsüxt), die 
Eichteninsel im Istrosstrome, als vyjoo; TptyAüJxtv, d. i. dreizüngige, 
dreizackige, bezeichnet bei Apollonios Ehod. Arg. IV. 309. End- 
lich war TptvaxpiY] einer von den alten Namen der Insel Rhodos, 
Plinius N. H. V, 31, 132. Dazu nennen wir noch das heutige 
Kap Tres Forcas in Marokko. Seltsam ist dieser einstimmigen 
Deutung und einfachen Anschauung (vergl. oben in den Natur- 
spielen S. 28) gegenüber die Etymologie des Namens Trinakria, 
welche D^Arbois de Jubainville aufstellt in den Memoires de la 
Soc. de linguistique , Paris 1875, p. 348: der Name „Trinakie, 
etranger ä la langue grecque", enthalte in der ersten Hälfte 
die Dreizahl, in der zweiten ;,un son qui se rapproche de celui» 
du grec vexuc, cadavre. Quand G6ryoneus eüt ete t\x6 par 
Herakles, il resta de lui trois cadavres, tpslc vsxusc, ou, en em- 
ployant un compose collectif Tptvsxü;", und so wäre die Sage 
glücklich in Trinakia lokalisiert! Als ob wir uns wegen des 
Zahlbegriffes nicht beruhigen dürften bei dem lateinischen Distri- 



115 

butiv trini, terni? öptvaxoc, Dreizack, als Herrscher von Sizilien, 
haben natürlich auch schon die Alten erfunden. 

TpaTcsC«, Tisch, Tafel, ist ein weiterer Name von der Aehn- 
lichkeit der Umrisse, obgleich derselbe eigentlich den Tisch als 
^jDreifuss" (schwerlich als „Vierfuss", TeTpötTceCa) bezeichnet. So 
hiess eine Stadt in Arkadien und ein Vorgebirg in Troas. Biipaav 
Osüjv, Götterburg, nannte, nach einer Angabe bei Hesychios, 
Aristophanes die Stadt Athen (vergl. unten; Bupaa =: arx, die 
Burg von Karthago, ist jedoch ein phönikisches Wort; die ge- 
wöhnliche Deutung gibt unter andern auch Justinus 18, 5) ; 0s(üv 
TpctTcsCa, Göttertafel, war der Name der Kykladeninsel Astypalaia. 
Tavolara ist eine Insel bei Sardinien mit wilden Ziegen; Tafei- 
berg, neugriechisch Tavolaki, hiess ferner ein Berg oder Hügel 
bei Antiochia, Strab. XVI, 2, 8 üirspxsLiai 8^ auttuiv Xocpo; Tpa7c£C«5v 
«TCO TTTJc 0|ioiOT7]Toc xaAoufisvo^. Jcucs Vorgcbirg am 
Hellespont erwähnt auch Plinius N. H. V, 32, 141 Trapeza pro- 
munturium; VI, 4, 11 Trapezus liberum monte vasto clausum, 
die bekannte Stadt TpaitsCou;, Tafelstadt, am Pontes, bei den 
Türken Trabosan; H, Kiepert^ Handb. der alt. Geogr. S, 348 
deutet dagegen den Namen als „Zeltberg^. 

Wie in unseren Alpen, so erscheint auch im Altertum das 
Bild des Ofens im Namen zweier Orte, am Pelion und bei den 
ozolischen Lokrern. ol 'Iicvot, '''Itivoc oder 'Iitvsa. Herodot VII, 188 
Tcp'jc 'coü^ 'Itivou; xaXoüfiivoüC, Strabon IX, 5, 22 £?c 'Itivo'j:, totiov 
xp^x^'-' "^^^"^ "J^spl To ÜTjAiov. Vielleicht ist auch 'Itcvou;, ein Ort auf 
Samos mit einem Tempel der Hera 'Itivodvtic oder 'luv&uaia hier- 
her zu beziehen. Bei den Kuinen der Stadt Pellene im östlichen 
Achaja befindet sich in der Nähe einer Quelle ein schmaler in 
den Felsen eingehauener Gang, unter dem Namen Phurno = 
Ofen den Bauern bekannt (J5J. CurtiuSj Pelop. I, 481). Jedermann 
kennt ;,die Öfen" im Durchbruch der Salzach; zwischen Lugano 
und Luino treffen wir die Orte Fornace und Fornasette, und am 
nördlichen Eingange des Montcenis-Tunnels ein Dörfchen des 
Namens Fourneaux. Le Tezze erblickt man im Tesinothal, einem 
.Seitenthal von Val Sugana in Südtyrol. 

Von dem Begriffe Stiege, Steig, Staffel, Steg, sind sehr 
viele Ortschaften, Berge und Bergabhänge oder Uebergänge, 
bezw. Bergpässe, benannt; Gasteig ist ohnedies bei uns geradezu 
ein Appellativum. So hiess in Arkadien ein Ort KXi|jiaq, ver- 
gleichbar mit dem ;,Staffelberg^ und dem Städtchen ;, Staffelstein ^ 



116 

am Main. Auch Stilfs, Monte Stelvio, gehört wohl zu demselben 
Begriff, Das lykische Gebirge Solyma (semitisch sullam = Treppe) 
von den Griechen übersetzt in KAtjxaS, verlieh dann auch den 
Anwohnern den Namen SoJymer. Nach H, Kiepert, Handb. 
S. 124, A. 3 bezeichnet man mit KXt|iaS den durch einen künst- 
lichen Treppenweg gangbaren Engpass längs der steilabstürzenden 
östlichen Felsküste an der pamphylischen Gränze. Ein solcher 
schwieriger Pass ist auch genannt bei Plinius N. H. VI, 26, 115 
qua regio subit ad Medos, Climax Megale appellatur locus 
arduo montis ascensu per gradus, introitu angusto, ad Perse- 
polim Caput regni dirutum ab Alexandro. Kax?) DxaXa im Spät- 
griechischen, neugriech. Kaki Skala, ist eine Strasse von Megara 
nach Korinth, beschrieben bei E. Curtius, Pelop. II, 9; vergL 
ebenda S. 190, A. 5 über das Beiwort xXi^iaxosaoa zu 'I9ü)|üi^',. 
jedoch in der Jlias II, 279 trifft man 'IO(ofx>jv xXcDfjiaxosaoav = 
xp7jfxvü)^7;. Vergl. ferner Geogr. Graeci min. ed. Didot Tom. II, 
p» 41 zu Dionys. Perieg. über X^^^'i ßöf^pa» scalae, gradus. Dazu 
vergleiche man unsere Ausdrücke ;, Teufelssteig ^, die ;,Gacht^, 
d. i. der jähe Steig, und ähnliche. Die von Mantineia nach Argos 
führende Klimax- oder Treppenstrasse, so genannt von den 
ßaOfitSsc i[i.«37coiY]fisva'. bei Pausanias VIII, 6, 2, beschreibt E. Curtius 
ebenda I, 245. Von der gleichen Anschauung aus ist vielleicht 
die Bezeichnung Kaiaßaöfio; für das Küstengebirge der Kyrenaika 
aufgekommen; jedoch vergleiche man später unter ''Auoßa^fxci. 
Ein Kap Skala und ein Riff Kakaba befinden sich an der. Süd- 
ostspitze der Insel Kephallenia; Skala heisst auch der Hafenort 
der Insel Patmos, mit seinen weissen, an den Abhang geklebten 
Häusern. Von Pomp. Mela II, 6, 89 werden erwähnt Scalae 
Hannibalis (am Mons lovis bei Barcelona) , eminentia cautium, 
quae inter exigiia spatia ut gradus subinde consurgunt; bei 
Syrakus eine Scala Graeca; in Aetolien ot Büjfxot, der Stufenberg; 
in Böotien ein Bergwald 'Opoofxojv, bei Hesyhios opoofisvTj. VergL 
unsern ,,Steigerwald^, ;,Dreistelz^, ferner Scala und Scaletta bei 
Amalfi, la Scala bei Patti in Sizilien, Punta delle gradeile auf 
der Insel Capri, Monte delle Scale bei Borraio. Scala, deutsch 
^.Leytern^', jetzt Schollberg, heisst ein vorspringender Berg 
zwischen Sargans und Werdenberg. ;,Die steinerne Stiege^ be- 
steigt man am Hinterstein bei Kufstein, die Katzensteige 
(Kazzunstaige) bei Zwiefalten unweit von Ueberlingen ; anderswo 
treffen wir die Rosstrappe, die Bärentrappe (Berentraph), nach 



117 

Förstemann S. 231 vielleicht entstellt aus Bärendorfj westphäL 
tharpa; noch wird in Oberbayern hier und da „Darf^ gesprochen 
statt Dorf. 

'ATCflffieta tJ KtßtüTOc, ^Ladenburg^, durch diesen Beinamen 
von den vielen nach einem Frauennamen Apameia genannten 
Städten unterschieden, war eine Stadt in Kleinasien. Aber auch 
ein künstlicher Hafen in Alexandria hiess o KtßwToc, sc. At|üir/;, 
Strabon XVII, 1, 10 onlp toutoü o opüxTo'c, Sv xat Kißoiidv xaXouaiv, 
und zwar von der kreisrunden Gestalt, die sich alten Abbildun- 
gen zufolge bis in das Mittelalter erhielt, in Anspielung auf 
einen beliebten alexandrinischen Handelsartikel, ägyptisch Cibo- 
rium, griechisch OtaXY], d. i. Schale, genannt. An der Stelle des 
Strabon wurde demnach ganz mit Unrecht von den Abschreibern 
der Handschriften das griechische Wort xtßaiToc, d. i. Lade, 
Kasten, jenem ägyptischen unterstellt, wenn auch nicht eben 
deshalb, weil es „kurz vorher* (nämlich im 16. Buch) zweimal 
bei dem Namen Apameia vorgekommen war, wie der gelehrte 
Verfasser der Erklärung* zum alexandrinischen Stadtplan in 
Droysßfi'Ändree's historischem Handatlas annimmt. Höchst merk- 
würdig dagegen ist das redende Wahrzeichen der phrygischen 
Stadt Apameia. Eckhel, Doctr. N. Vet. 1, 3, p. 132, sqq. be- 
schreibt dasselbe als arca undis innatans, in qua vir et mulier 
medio corpore exstantes, auf dem Deckel ein Vogel, ein zweiter 
mit Oelzweig, an der Vorderseite ist N oder NQ zu sehen, was 
man natürlich sofort auf Noah deutete. Falconer erklärt: Deu- 
kalion und Pyrrha; Eckhel selbst will unum Noemi diluvium 
erkennen^ einen cataclysmus Noemiticus, wahrscheinlich durch 
die Sibyllinischen Bücher übermittelt, schon vor dem Eindringen 
des Christentums : res in vulgus erat nota ! Vergleichen lässt 
sich mit diesem Ortsnamen der Name eines Dorfes Le Berceau 
bei Mentone. Dagegen ist der Name der Insel rauXoc, jetzt 
Grozzo, bei Malta, doch wohl von der Aehnlichkeit mit einem 
phönikischen Fahrzeug yaüAGc entnommen, vergl. Herodot III, 
136. 137. VIII, 97. 

KüJpuxoc, d und yj, Paucksack, „Sacken^, Taschenberg, ist 
der Name mehrerer Berge, Vorgebirge, Hafenstädte, auch der 
Korykischen Höhle ober Delphi und einiger Höhlen in Kilikien. 
Pomp. Mela bietet I, 13, 71 Corycos oppidum portu saloque in- 
cingitur, angusto tergore continenti adnexum. Bei Plinius N. fl. 
IV, 12, 61 werden noch duae Corycae, zwei nach dem Paucksack 



118 

benannte, bei Kreta liegende Inseln erwähnt. Beachtenswert ist 
übrigens die prunkende Beschreibung des Specus Corycius bei 
Mela a. a. 0. Auch die Namen ''Aoxetov (fehlt bei PB.), Ouoxa, 
OuGxoc, Oüoxta. ,,Schlauchstedt", als Stadt- und Bergname, sind 
wohl von der Schlauchform entlehnt; Strab. XIV, 2, 4 OJaxoc 
TcoAi'xvT^ in Karien. Ein Ort in Elis hiess Ocuptajxo'', d. i. Kasten; 
vergl. Hohenkasten in St. Gallen, Tiefenkasten (eigentlich Tiefen- 
kastell) und den Kistenpass in Glarus, den Kistenkopf im 
Loisachthal, bei Eschenlohe. Vielleicht ist auch der neugrie- 
chische Name rj Swpoc, der Haufen (Bursian I, 224) doch aus 
dem älteren ig copöc, der Sarg, entstellt; dann würde der Ver- 
gleich in diesem Namen den in den Naturspielen S. 19 f. unter 
Milseburg erwähnten beizuzählen sein. Vgl. auch ötoßrj bei Suidas. 

Tiyavov, d. i. Bratpfanne, eine Insel bei Rhodos, fehlt bei 
PB. At^xü^oc, d. i. Kanne, hiess eine makedonische Bergfestung 
bei Torone in der sithonischen Halbinsel, auf einer weit ins Meer 
vorspringenden Landzunge, Thukyd. IV, 113. Aber Ilüiva in ^Ispa- 
TCü-va etc. heisst nicht ;,Flaschenberg^'oder Montefiascone, vergl. 
darüber unten in der nächstfolgenden Kategorie. Hierher gehört 
wohl auch der Ortsname xa Ku^^s^^«? bei Ptolem. und Hierokles 
ed. Parthey p. 99 la Kuif^sAA«, ebenso Sxa^^a, Kof^^a oder Ka,u(J;a, 
Kistenberg, eine Stadt in Makedonien; nach Gesenius a. a. 0. 
p. 421 ist jedoch capsa = claustrum aufzufassen. Nach Preller, 
Griech. Myth. I, 135 wäre für Athen sogar in dem Kasten des 
Erichthonioskindes eine Hinweisung auf den ;, kastenartig gebil- 
deten Burgfelsen" mit dem alten Heiligtum des Erechtheus zu 
erkennen. 

Auch den Namen eines akarnanischen Kastells ^OXTtat (Bur- 
sian I, 38) reihen wir hier an als eine solche Benennung dizo tou 
oXTiiiOLzo:. Thukyd. III, 105 ^'OXTcat, leiyo^ im ao^oü lox^pov Ttpöi; x^ 
^oi/AzTiQj also genau so gelegen und „Flasche'' benannt, wie das 
obige Arjxüdoc. To^er dagegen p. 378 glaubt dieselbe (mit PB. 
„Hoppstädten^) als 'Eaui; verstehen zu sollen, weil Hesychios 
glossiert : oXiza ' r sAutc Auf solche für die massgebende Periode 
äuserst selten nachweisbare abstrakte Benennungen kommen 
wir später zurück. 

AtJvoc, d. i. Kufe, ein Ort im pisatischen Elis, wird bei PB 
fälschlich erklärt mit „Kufstein"; letzterer Name, Kufstein in 
Tyrol, ist jedoch = Kopfstein, aus Caofstein, Caof ist Coffo = 
Cotfrid; heute noch sprechen die Bewohner der Gegend „Kopf- 



119 

stain". Falsch ist auch Preller^s Erklärung der Namen Ar^vaic, 
Atjvsuc, mittelst „Weinzierl**, denn diese heutige Namensform 
steht überhaupt nicht in Beziehung zum Wein, sondern ist eine 
notorische Verballhornung aus Vincenz Hörlein, Winzenhörlein, 
endlich Weinzierl. 

Hierher stellen wir ferner Oyipa, n/pr) (vergl. Kratin. Fr. 7, 
ed. 4 Bergk, T. II, 366) Sacken, eine Stadt in Pisidien, und den 
Namen KuaXoü ÜTjpa, Pß. „Krumsiek^, eine Stelle am Berge 
Hymettos mit einer Quelle und einem Tempel der Aphrodite, 
jetzt näher bezeichnet bei Tojser p 332 und in der Berl. Wochen- 
schrift für klass. Philologie 1886, S. 1027. Weiterhin lIspiVTj 
oder U'fipivq und IlYjpcia, lIi8o^ und Ui-zapoL, „Buttstädt". Mit dem 
letzteren Namen ist vielleicht der Name der achäischen Stadt 
ncfTpa, a». Ud'pai zu verbinden, den die Alten in gewohnter Weise 
nach einem naxpsuc benannt glaubten; Kiepert fasst jedoch im 
Handb. der alt. Greogr. S. 258 diesen Namen als Beinamen der 
aus drei Ortschaften erwachsenen heutigen Stadt Paträs, ital. 
Patrasso, und bezieht ihn auf die lykische Orakelstadt Patara 
mit ungriechischem Spiegelorakel, Vergl. hebräisch patar = aus- 
legen, deuten, erklären, Substantiv davon pitron oder pitaron, 
I. Buch Mosis, 40, 8 und öfter; nach der Septuaginta wäre 
übrigens pathar, pithron zu schreiben. Petor, Ortschaft im nörd- 
lichen Mesopotamien, die Heimat Bileam's, bedeutet vielleicht 
einen Traumdeutersitz. Ta JlczTapa wäre richtiger tj IlaTapa zu 
schreiben, nach Deecke in Bezzenberger's Beiträgen zur Kunde 
der indogermanischen Sprachen, 1887 S. 134. Uebrigens ver- 
gleiche man auch Eustath. Comm. ad Dionys. Perieg. 130 Ucfiapa 
TcaAelxat o xouo; aitd ttj^ Ttarapa;, o Sr^Xot ^E/wATjv'.ait Tr)v xioir^v, 

"^10 1 TT(]v XtßcDTOV. 

Wenn der Name Kaöot, eine Stadt in Kleinasien, griechisch 
ist, gehört er ebenfalls hierher, PB. übersetzen ihn ,,Cannstadt^; 
dasselbe gilt von Gross- und Klein kybira, Ktßüpa oder Kotßüpa, 
„Koberstein^ in Phrygien, bezw. in Pamphilien. Bezeichnend ist 
auch die Benennung KpaT7;p, d. i. Kessel, für die grosse Bucht 
am Vorgebirge Misenum (Golfo di Napoli) und einen troischen 
Hafenplatz; desgleichen 2xa9T^, d. i. Mulde, für eine Stadt in 
Mesopotamien, und Mu/.yj, eine Insel bei Kreta und eine Stadt 
in Kilikien, wie unser Mühlheim, Mühlhausen; dann ai MüXai 
für ein paar Städte, ein Vorgebirge und kleinere Inseln oder 
Klippen, mit leiser Personifikation, die bereits bei dem Erfinder 



120 

der Mühlen MuX'/j; angeführt wurde, in den Griech. Stichnaraen 
S. 24, A. 53; ein ;,Mahlknecht^ ist oben erwähnt S. 13. Wegen 
MüXat = Chersonnesos vergleiche man J?. Curtins, Griech. Gesch. 
I, 676, A. 206. Noch erwähnen wir MüXavTta, den Müblberg, 
MüXaa'oc oder xa MüXaoot, Mühlstein, Stadt in Karien, und MüXatDV, 
Name zweier arkadischen Flüsse, dann die Topai oder Drehsteine, 
die bereits S. 75 besprochen sind. Ferner stellen wir hier zu- 
sammen npiwv, Sägeberg (Accent nach Photios, gegenüber von 
TCpicDV = sägend), Name mehrerer Berge und eines Flusses; ähn- 
lich benannt DpiovioTov opo; in Kos, jetzt ec xcr KXt/xotxa. Vergl. 
damit Sierra = serra, Säge, die Sierra Segura in Spanien, unser 
Kamm = Bergkamm ; oberbayrisch Kampen, benannt von seinem 
kammförmigen Grat, (nicht = Gampen, campo, wie JBucJc meinte 
im Oberdeutschen Flurnamenbuch S. 129; ein Hahnenkamm in 
Mittel- und in Unterfranken. In demselben Sinne treffen wir 
den Namen o Ktsvoüc, der Kamm, ein Hafenplatz im taurischen 
Chersonnes; im Neugriechischen auch Kxevta, Kammberg, bei 
Bursian II, 39, 66. 

Töjjia^.ov opo;, Töjjicuc ein Berg in Messenien, nach Steph. 
Byz. so'.xoc a/Jt'-XTjj , einem Messer zum Schneiden ähnlich, wäre 
vielmehr, mit JPott Etymolog. Legenden S. 267, passiv aufzu- 
fassen, als „zerschnitten, nicht schneidend", also wie Monserrat 
oder Fragstein (fractus mons). Dagegen spricht indessen die Form 
Tofxe'j;, dann der Umstand, dass derselbe Berg auch im Neu- 
griechischen ST^aO'- = Stcpoc genannt wird. To^er p. 52 erklärt 
mit knife-edge, d. i. Messerschneide. Ueber Tojitr, Tojjioi, lat. Tomi, 
vergleiche man oben S. 63. Wir nennen noch die Ortsnamen 
Mayottpac und Maxaipouc, PB. „ Degendorf ^. Nicht hierher gehört 
jedoch ^Aora = Hasta colonia, jetzt Asti, Pomp. Mela III, 1, 4; 
wohl nur ein latinisierter oder volksetymologischer Name ; Ander- 
mann a. a. 0. S. 8 stellt ihn zur Wurzel astam, äs, d. i. Raum, 
Ort, Heimstätte. Dagegen ist 'Ax&vitov, t6 opo;, ein Berg inBöotien, 
von der lanzenförmigen Gestalt benannt, die derselbe vom 
Kephissosthale gesehen bietet; ein anderer Berg oder eine Ort- 
schaft dieses Namens in Arkadien soll wiederum in echtgriechi- 
scher Weise (vergl. oben S. 53) nach einem Akontios benannt 
sein. Auch eine Stadt in Euboia hiess Akontion. Wäre nicht das 
erwähnte Gleichnis mit einer Lanze, dann könnte man geneigt 
sein, diesen Namen mit axovrj, ausän, persisch sän, sanskr. päna 
= Wetzstein, zusammenzustellen. Letztere Bedeutung scheint 



121 

wirklich vorzuliegen in örjavoüaa oder 07]Yavouaaa, dem Namen 
einer wüsten Insel am messenischen Vorgebirg Akritas. 'Bursian 
übersetzt II, 158 „Wetzstein", PB. „ Scharf enstein"^ Acfßpavöa oder 
AflfßpauvSa, der Name eines karischen Fleckens, bedeutet „Beilstein^, 
vgl. Georg Meyer, Die Karier, Göttingen 1885, S. 17 ; doch will P. de 
Lagarde Ges. Abhandl. S. 213 f. nur die Schreibung Aaßpaüvöa gel- 
ten lassen. TJebrigens findet sich auch in Hessen ein spitzer Berg 
Namens ;,Beil^, den nicht etwa aus dem alten bol = Büchel, 
Hügel, erklärt Werden darf. Kouvsoc, Cuneus, unser Keilberg, 
war einst der Name des Kap S. Vincent; auf Sardinien hiess 
ein Vorgebirg ebenfalls Koüviox<wptov. E, Curtius verweist auf IjuißoXov 
bei Pindar Olymp. VII, 19, wo schon alte Erklärer nach den 
Scholien 'Ej^ßdXü) als Eigennamen schreiben wollten. TopüVTj, eine 
Stadt in Thesprotien, bedeutet Rührkelle (Bursian I, 28 ; Griech. 
Stichnamen S. 16); ähnlich ist der Stadtname TopcJvTj, vielleicht 
wegen der Seichtigkeit des dortigen Hafens. ScpevöaXTj, Keilberg 
(wenn atpivbiXri = opevSovTj ist), hiess ein attischer Demos. Kava- 
oTpaTöv, sc. öfxpov oder KavaaTpottot», Kavaaipa, Koberstein, war der 
Name eines Vorgebirges der Halbinsel Pellene. Ouaat ^Hcpata-oo, 
Blasebälge des Hephaistos, hiess ein Trachytkegel in dem Be- 
zirke Lydiens, der den Namen KaxaxsxaüfiivT], die verbrannte 
Landschaft, führte. ©üJpaS, öop^S, war der Name mehrerer Städte 
und Berge ; PB. übersetzen „Brünnstein**, nämlich von der 
Brünne. Strabon XIV, 1, 39 upo; opsi xaXoofxsvw ©(Jpaxi, in Jonien. 
Auch AuToxavTjC, gleichsam Naturkober, dürfte hier einzureihen 
sein; Kpaasptov „Mehlsack*', eine Stadt in Sizilien; KT^ptv[>o; 
„ Bienenbüttel ^, Bienenkorb, eine Stadt aiif Euboia; xd K&oxtvta, 
Coscinus, ;, Sicher^, Stadt in Karlen, Plinius N. H. V, 29, 109. 
Ein Bergfelsen auf der Insel Ikaria hiess IIpafiv&c^jKarst''; nach 
Hesychios ist Tüpa/xvr^ = ötxeXXa, vergl. unseren Namen „Mädele- 
GabeP in Algäu. 'AorpaßT], Sattel, ist ein älterer Name der Insel 
Kasos, ganz unserem vielgebrauchten „Bergsattel^ entsprechend, 
xind bedeutet nach demScholiasten zu Demosth. gegen Meidias § 13B 
eigentlich eine Art hoher hölzerner Sattel mit ßücklehne, einen 
Saumsattel. Kea-pta, Ksotpiov „Eggenburg*, dazu Keaiptvyj, eine 
liandschaft in Elis. Der Name der Stadt Stjotoc bedeutet, wenn 
er überhaupt griechisch ist, etwa Siebeck, d. i. wie ein Sieb ge- 
legen; Iphikrates soll Sestos das Sieb (or^Xta) des Peiraieus ge- 
nannt haben, PB. 



122 

Ilr^öaAtov, Name von zwei Vorgebirgen, nach der Aehnlich- 
keit mit einem Steuerruder, PB. ^^Steuereck^. 'EpeTpta, bekannte 
Stadt auf Euboia, bedeutet nicht ^ßuderstadt", sondern ,, Acker- 
stadt", vergl. unten. ^'Ayxüpa wurde schon oben S. 82 unter 
ayxcJv namhaft gemacht. Den Namen der sizilischen Stadt 
''ExsTAa oder 'ExiiXa stellt Pott zweifelnd zu ix^"^^^^» Pflugsterze, 
PB. übersetzen ;,Sterzingen"; richtiger wäre ;,Sterzing", denn es 
sind doch die fränkisch-alemanischen Formen auf — ingen von 
den heutigen bajuwarischen auf — ing zu unterscheiden. Wenn 
nicht, dann fallen ja Esslingen und Essling zusammen ! Leider 
hat auch Forste mann einigemale diesen Unterschied ausser Acht 
gelassen. Uebrigens ist Sterzing, im 13. Jahrh. allerdings als 
Sterzingen aufkommend , benannt nach einem Starzo , Starz 
(vergl. Starkolf etc.), wovon mit Umlaut Sterzing. Boupa oder 
BoJpa lateinisch stiva, bura, buris, Ochsenschwanz, vergl. oben 
S. 96 ZcoottJp, Zü)vr^, der Gürtel, bekannte Landspitze zwischen 
Kolias und Sunion in Attika, vergl. Schol. zu Lykophron Alex. 
vs. 1278. Wahrscheinlich auf derselben Anschauung beruht der 
Name '^'Ap/xoCov axpov des Ptolemaios, d. i. to apiicCov axpcjoTrjptov, 
das gürtende Vorgebirge am Eingang des persischen Meerbusens, 
in unmittelbarer Nähe der noch heute" Hormus, Ormus, genannten 
berühmten Insel, mit Beziehung auf die oberste Gottheit der 
Zoroastrischen Lehre Ormuzd, Ahuramazdä. Wir werden unten 
öfter einer solchen Gräcisieriing, bezw. missverstäiidJichen Ueber- 
setzung begegnen. Hierher gehört auf jeden Fall der Name 
Taivia, d. i. Band, Binde, von ictvsiv == strecken, gebraucht von 
schmalen langgestreckten Landstrichen, wie Achaja. 

''Apiia hiess ein böotischer Ort mit einem See (cf. Aelian. 
V. H. III, 45) und ein attischer. PB. übersetzen ;, Wagenfeld**, 
wohl mit Beziehung des Namens auf den mythischen Wagen 
des Adrastos. Forchhammer dagegen leitet in der Hellenika S. 
124 den Namen ab von apSciv, also „Benetzung'', wie denn Alles 
daselbst erfüllt ist von" Nebelungen. ^Apfiaio'j;, o, Stadt und Vor- 
gebirg in Aeolien; PB. ^Wagenrode^. Der Vergleich ist von den 
rundlichen Seitenwänden eines Wagenstuhls entnommen ^j. Hier- 
an schliessen sich die Ortsnamen ^'AjiaSa, ''AjxaSia, "AfjiaSavTia, "Aiia^tioc, 
PB. ;,Herweghen'^, und Ostov ox^j^xa, Götterwagen, ein Gebirge in 



1) Tozer p. 52 from the resemblance of the rounded face of rock lo the 
avTuc Ol* lail of a chariot. Cf. Bursian I, 252. 



12B 

Libyen ; dieser Name ist schon von Barharo durch Konjektur zu 
Strabon hergestellt. Plinius N. H. VI, 30, 197 imminens mari 
mons excelsus alternis ardet ignibus, Theon ochema dicitur Graecis» 
Pomp. Mela III, 9, 94. Vgl. oben S. 115 ösdiv xpaTceC«, unten ©scllv 
XtfiTjv. Auch der Name eines Berges von Euboia Atcppor, Atpcpoc 
(= öt9po?) bedeutet Wagenstuhl. öopvaS oder öpovag, Berg in 
Argolis, dann Berg und Stadt inLakonika, bedeutet Fussschemel ; 
PB, ; man vergl. unsern ^ Kaiserstuhl **. Einige erklären jenen 
Namen unrichtig aus Opwaxo), {^pcüOjjLOc, letzteres ist allerdings 
schon bei Homer vom Hervorspringen einer Anhöhe in der Ebene 
gebraucht i). In Lokris und in Thesprotien finden wir ferner 
öpovtov ^Stuhlingen^, Bursian I, 189; vergl. über öpovot oben im 
Abschnitt über ;, Naturspiele ^ S. 15 den Thron des Pelops, dazu 
die Throne des Untersberges, den „Hohen Thron", „Salzburger 
Thron^, ;, Berchtesgadener Tbron^. 

öuptösc, Vorgebirge in Lakonien, jetzt Capo Grosso, und 
öupaat, Stadt im argolischen Distrikte Kynuria, 'Apat&üpsa Schmal- 
pforten, IlüXatov, Thürberg auf Lesbos, entsprechen unsern ON. 
Pforten, Pforten, Pforzheim 2). Von dem unter den Hellenen sehr 
gewöhnlichen Namen DüXat wird unten die Hede sein. Zweifelhaft 
ist jedoch die Bedeutung des in vielerlei Formen auftretenden 
Namens der akarnanischen Stadt öuppeiov (©ü'ppaiov, öüpiov, 0oüp'.ov 
cf. Oberhummer, Akarnanien S. 36). Wichtig ist besonders die 
Benennung ai SiVjXat, bei den Grriechen fast ausschliesslich von 
den Säulen des Herakles gebraucht. Den weitesten Begriff je- 
doch von OTT^Xoti, im Sinne von Denkmälern überhaupt, erörtert 
Lepsius Sur les Bas-reliefs egyptiens et persans de Beyrout en 
Syrie, Home 1838, p. 4. Jene Säulen also gelten im ganzen Alter- 
tum ein für allemal, natürlich zunächt bei den Dichtern, als die 
äusserste G-ränze der Schifffahrt und überhaupt als Gränzsäulen 
zwischen Europa und Afrika. Daher die stehenden Ausdrücke^ 
zur Bezeichnung des fernsten Westens, xa I$ü) tcuv ^HpaxXstwv 
OTTjXcMv, bei Strabon und andern für die Strasse von Gibraltar: 
Tov xaxa Sc/jXa; iiopov, öti tü>v xaxd S-nj/vOtc otsvüjv, tov xaxd StTtjACtc 



1) Tozer bemerkt zu diesem Namen p. 56: as if it were the throne of 
some gigantic being, in the same way as Cader Idris (Wales, England), which 
somewhat resembles it in form, is the chair of the giant Idris, and Arthur'» 
Seat at Edinburgh in the throne of that mythical hero. 

2) Tozer erklärt: the Windows, as au extraordinary precipitons face of rock 
to the West of Taenarum ; hauptsächlich von den vielen Höhlen so benannt. 



124 

xat TTgv KaXTcyjv aropoüv, fis^pi 2Tir)A(üv u. s. w. Bezeichnend ist in 
dieser Hinsicht ein boshaftes Epigramm der Anthologia PaL ed. 
Did. II, 320, no. 201 'AvTtuaTpav y^I^^'^N ^^ '^^^ Udpboioiv löet$ev | 
SxTöOsv av o-YjAdlv ^HpaxXsoüc S^üyov. Bei den Römern hiess diese 
Strasse bekanntlich Fretum Gaditanum, zum Unterschied von 
Fretum Gallicum oder Tacppoc (d. i. Graben, Kanal, Meerenge, 
vergl. TUjüißo;, tumba, Tümpel), jetzt Strasse Bonifazio; Bocche di 
Bonifacio, und Fretum Siculum, Strasse von Messina. Diese 
Säulen, anderwärts Symbole des phönikischen Sonnenhelden 
Melkart, erlangten bei der Strasse von Gibraltar als Symbol 
des -gaditanischen Herakles und des von ihm behüteten, angeb- 
lich auch geöffneten Sundes eine vorzügliche Berühmtheit (Preller 
Gr. Myth. II, 144). Wichtig jedoch ist für unsere Auffassung 
insbesondere, wasJ?. Curtius in den Beiträgen zur geographischen 
Onomatologie S, 149 hervorgehoben hat, dass die Ausdrücke 
Tiepac, Tepjjia, Tspjicüv, oryfxeTov, on^Xat, axoXtösc xxX. Zielpunkte 
der Schiffahrt andeuten und wahrscheinlich die Kennzeich- 
nung auch von Landspitzen durch Türme und Säulen eine phöni- 
kische Erfindung sei, weshalb auch die Landspitzen selbst ozrJAai 
hiessen und auch Gränzpunkte von Seegebieten waren. Wohl 
werden in diesem Sinne bei Plinius N. H. VI, 31, 199 zum Roten 
Meere quaedam Columnae (ita appellantur parvae insulae) der 
Aufzeichnung wert erachtet. Auf solche Weise befestigte sich 
denn auch der Ausdruck 73 ivxd; ^Hpa/Xetcov ott^XoJv OaXaooa für 
das Mittelmeer. Pomp. Mela I, B, 27 est mons praealtus, ei 
quem ex adverso Hispania adtoUit obiectus : hunc Abilam illum 
Calpen vocant, columnas Herculis utrumqe. In einem Orts- 
namen, dem des heutigen Kionia in Arkadien (Stymphalos), hat 
sich sogar die altgriechische Benennung für Säulen erhalten, 
wofür sonst aruXot der neuere Ausdruck ist (E, Curtius Pelop. 
I, 217, A. 31). 

Kt&a'.poiv, das bekannte waldige Gränzgebirge zwischen Attika 
und Böotien, wird schon im Altertum mit xibdipa zusammenge- 
bracht, also mit dem Begriff Leier, Lautenberg ; Tozer p, 56 : 
from some fancied resemblance to a guitar. Mit einem Pfahl ver- 
glich man den böotischen Ort SxwXoc, PB. ^^Pahlen^; er war ver- 
rufen wegen seiner Lage auf rauher Höhe, Strabon IX, 2, 24. 
Aehnlich benannt ist SxoXstTa;, ^KrummhübeP', ein Hügel bei 
Megalopolis, Biirsian II, 247. 



125 

^YcpavTetcv, „Zettelgebirge ^, hiess der Berg, an welchem die 
böotische Stadt Orchomenos lag; Forchhammer Hellen. S. 173. 
Bei Orchomenos in Arkadien lag ein Ort KovSü/ia oder KovöüXsat, 
PB. ^Schwalbach" oder ;,Struppen^, doch wohl vom Faustgelenke 
(xovöüXoc) benannt. Der Hafenplatz am Roten Meer Müc; opfxo; 
hat von der Miesmuschel (fiu;) seinen Namen, nicht etwa von 
der Maus. 2TS9av7j, Kranz, war der Name mehrerer Ortschaften^ 
auch einer Insel in Jonien, Plin. N. H. V, 31, 135. SavöaXiajit:, 
von der Gestalt einer Sohle, oavöaXov, hiess in älteren Zeiten die 
Insel Sardinien, vgl. oben S. 28, A. SxavSeta bedeutet etwa Helm- 
städt; man vergleiche die Bergnamen ;,Zuckerhütl* im Stubaythal 
und ^Thorhelm^ im Zillerthal. Ungefähr dasselbe drückt der 
Name nsptxccpaXata aus, als Beiname der makedonischen Stadt 
'Aa-rcir, d. i. Schildberg; ferner KsxpJcpaXo;, eine Insel bei Epidauros, 
Plinius N. H. IV, 12, 57; Kexpü^aXe'.a, „der Haubenberg". Ein 
Begriff wie Seil oder Schlinge steckt scheinbar im Namen der 
Bucht 'Axapveüc, Hesych. aTapvTj- ßpo'xo;, jedoch ist der Name 
schwerlich griechisch. Zweifelhaft bleibt auch 'HXaxaTatov „Rohr- 
kopf"? Vom Schürhaken hatte iTcaXa^pov, ein Platz in Magnesia^ 
den Namen; vom Apfel die Insel Mv.oc, Plinius N. H. IV, 12, 
23 haec insularum rotundissima est, und richtig hat die Insel 
einen Apfel zum Wahrzeichen, worüber Rv. Tozer p. 373 warnend 
bemerkt : but this may arise from a play on the name. Nach 
Stephanos Byz. war übrigens der älter Name von Melos Byblos, 
d. i. Papyrosinsel. Auch der Name eines Hafens auf Lesbos 
MaAost; scheint mit [xrJXoc, nicht mit /xTgXa — Schafstedt, zusammen- 
zuhängen; letztere Bedeutung passt dagegen wohl für das les- 
bische Vorgebirge MaXta = MTjXta. Seltsam ist der neugriechische 
Name für einen Ort auf Salamis KoXoüpi == Bretzel, pretiolum, 
Sursian I, 362. Von der Aehnlichkeit mit einem Baumblatt, in 
ihrem Umriss nämlich, hiess eine Stadt an der Mündung "des 
Indus xd nofiaXa, Patale, Plinius N. H. VI, 21, 80 forma tri- 
quetra, vergl. oben S. 27 (skr. pat, usxaXov). Anders erklären 
PB. denN^men. Unsicher ist die Deutung von Atvr^oiocpupa, sc axpa 
PB, ;, Lobhammer'', eine Landspitze und Hafenstadt von Mar- 
marika. Ein häufig gebrauchtes Bild begegnet uns im Namen 
KasISsc, von xXstc = Schlüssel, für zwei oder nach Plinius N. H. 
V, 31, 35 vier kleine Inseln östlich von Kypros, am Vorgebirge 
K>wSt8£c axpa oder Oupa Booc, Herodot V, 108 ot Ooivtxe; 7:ep'i7CAü)Ov 
Trjv axpTfjv, at xaAOüviai KXr/iSs; xr)c KüTtpoü. Anthol. Pal. ed Did» 



126 

I, p. 414, no. 738 KatjiMsc Kuicpoo os xae loxaTiai lakaixlvo^ xta. 
Vergl. auch t« KXetdpa toü IldvTöu. Claves oder Claustra Ponti. 
Also wie „Schlüsselburg^ und Cläven, d. i. Clavenna, Chiavenna, 
der Schlüssel zum Thale Bergeil; ein serbischem Klissura u. a. 
Auch finden sich im Griechischen ON. in der Bedeutung Schlüssel- 
feste, Schlüsselfeld, Thalschluss, mit leichtem Anflug zur Per- 
sonifikation, die Namensformen KXetoac, KXetÖpa, KXstxcüp, KsXa^pa. 
Mehr über den Begrifi^ der ;,Klausen", Klammen, soll unten bei 
dem Abschnitt über Bodensenkung folgen. 

Von bildlicher Bedeutung ist wohl auch der Name der 
thessalischen Bergfestung Foficpoi, „Nägelstedt^. Gomphoi lag 
nämlich am Ausgang eines nach der thessalischen Landschaft 
Hestiaiotis führenden Jr'asses, auf einem keilförmigen Felsen der 
ierkinischen Höhen, nicht weit von der Quelle des Peneios. 
Bursian I, 174 und Zehetmayr S. 104 stellen Gabii zu diesem 
Namen; man vergl. unsere Namen Damm, Pflock, Deichstadt 
(Fscpupa), Brück, Bruggen (Zeuyjüia). Ebenso deutet ihn jetzt G. 
Curtiiis in der 5. Auflage der Grundzüge der Griech. Etymo- 
logie. 



B. Ortsnamen von der Beschaffenheit des 

Bodens 

§ 3. 

Unbildliche Ortsbenennung von der Bodenerhebung, nach den Be- 

grifTen Hügel, Berg, Spitze, Grat etc. 

Eine dritte Klasse von ON. ergibt sich aus den i^ahlreichen 
topographischen Ausdrücken für die Verhältnisse und Eigentüm- 
lichkeiten der Bodenerhebung, elevated position, wie Tozer pas- 
send die Sache bezeichnet. Zwar geben dieselben kein solches 
lebendiges Bild ab, wie die bisher zusammengestellten Vergleich- 
ungen und Personifikationen; jedoch bekundet auch diese Keihe 
noch eine lebhaftere Auffassung der äusseren Umgebung des 



127 

Menschen und dient auch ihrerseits besonders da. wo die Be- 
griffe innerhalb des Bannkreises der dichterischen Sprache ihre 
Feststellung gefunden haben, bald zu kürzeren, bald zu ausführ- 
lichen Grleichnissen, und damit abermals zu einer Zeichnung nacli 
der Wirklichkeit. Eine einzige Wortform ersetzt in diesem Falle 
nicht selten eine ganze Skizze der Landschaft oder einer Ort- 
schaft ; wie wenn z. B. ein Schriftsteller der späteren Periode, 
Heliodoros Aithiop. V; I mit schlagender Kürze des Ausdruckes 
anführt : vyjaot 'OSsiat xal oyyJiioL xal ovofjia, nämlich Oxia und Kurtzo- 
lari, am Eingang des korinthischen Grolfes, Marksteine für die 
Schifffahrt; etwa wie .The Needles an der englischen Küste, oder 
der Begriff des Zugespitzten (von ^ocooat, Otjys.v) in der homerischen 
Benennung vi^aotat Ooigat, „Spitze Inseln^, (gegenüber vr^uot ^oigat 
den „Schnellen Schiffen''). So wird uns in der Odyssee IX, 190 
des Kyklopen ungeschlachtes Wesen im Umriss angedeutet: 
oüÖ£ iüjxe'. I avSpt ys otxocpayoj, d/JA puo uatJsvti | i.^rfKwv opswv, o, ts 
<patvsTat olov diz «aacuv. Und ebenda X, 112 ff. ein weibliches Un- 
getüm, die Königin der Laistrygonen: Tr)v 8k yuvatxa | süpov oor^v 
t"* opeo; xopocpTjv. Wie nahe ein solches Bild an starke Personi- 
fizierung streift, sahen wir früher bei OcoXeo; und auf dem Grränz- 
gebiete derartiger Namen wie KscpaXyJ etc. Auch hier hat in ur- 
alter Zeit die Auffassung der natürlichen Lage und die Umgeb- 
ung eines Gegenstandes entscheidend eingewirkt bei der ersten 
Benennung desselben, ein Verhältnis, das gerade Strabon in 
seinen anschaulichen Beschreibungen fast immer mit besonderer 
Vorliebe zum Ausdruck bringt, z. B. XVI, 1, 21 73 MeaoT:oTa|jita 
6' dno ToG aüfxßeßr^xoTo^ üjvd/xaatat, oder XIII 4, 1 von Perga- 
mum: lau ös orpoßiAoei^sc tö «po; (rund wie ein Kreisel, kegel- 
förmig) £?c oSciav xopocpr^v «TroAT^yov. 

Hier ist es nun allerdings nicht möglich, behufs der Er- 
klärung altgriechischer Ortsnamen die einzelnen geographischen, 
geschichtlichen und ökonomischen Momente zu besprechen, welche 
in diesen Namen fixiert erscheinen; wir können nur ganz im 
Allgemeinen hei'vorheben, dass auf die ältesten Ansiedlungen der 
griechischen Landschaften jedenfalls die vertikale Gliederung 
der Erdoberfläche von grossem Einfluss gewesen ist. Und 
wenn für die Erforschung und Beurteilung uralter Kultur haupt- 
sächlich die zwei Faktoren der gegenseitigen Konkurrenz der 
Ansiedler einer Gegend unter einander und deren Abhängig- 
keit von den Bodenverhältnissen in Betracht kommen, so fehlt 



128 

es uns freilich für die Nachweisung jenes ersten Faktors fast 
allenthalben an den nötigsten Belegen. Unzählige Geschlechter 
und hinter einander anrückende Völkerstämme sind hinabgesunken 
in das vorgeschichtliche Dunkel. Allein um so deutlicher und 
wichtiger sprechen zu uns die Einwirkungen des zweiten Faktors, 
die sich aus der sichtbaren Plastik des Bodens ergeben und als 
vormals und noch jetzt vorhandene die entsprechenden Rück- 
schlüsse gestatten. 

Vor allem erinnern wir an die wichtige Thatsache, die aus 
den Forschungen über die ersten Ansiedelungen, die ältesten 
Grauverfassungen etc. erhellt, dass gewisse,plastische Eigenschaf- 
ten einer Gegend zwar einer ersten Ansiedelung förderlich sind, 
nicht aber in gleicher Weise auch einer Fortentwickelung zur 
staatlichen Bildung. Darum sind in der Geschichte der ältesten 
uns bekannt gewordenen Entwickelung. der europäischen Stämme 
gerade die Ansiedlungen in den Gebirgsländern mit ihren natür- 
lichen Vorteilen einer geschützten Lage von hervorragender Be- 
deutung. Vereinzelte primitive Niederlassungen in einer grossen 
Ebene können sich nur schwer aus eigener Kraft behaupten, 
während in Gebirgslandschaften die von der Natur gebotenen 
Verteidigungsmittel so wirksam sind, dass in denselben auch 
schwächere und wenig zahlreiche Volksstämme einem über- 
legenen Gegner zu widerstehen vermögen. Aus der Geschichte 
Persiens, Kleinasiens, des Kaukasus, oder der illyrischen Halb- 
insel, der Stämme am Atlas u. s. w. dem Leser erst noch Bei- 
spiele hierfür heranzuziehen, wäre wohl sehr überflüssig. Ebenso 
bekannt ist die kulturgeschichtliche Bedeutung der Burgen 
„als Zufluchtsstätten für wehrlose, halbnomadische Bevölker- 
ungen, als Stützen primitiver Associationsformen (Gauverfass- 
ungen) und Krystallisationspunkte für die feste Besiedelung 
eines Landes. In Mitteleuropa sind nicht blos die Alpenhöben, 
besonders jene Punkte, welche die Thäler und Kessel beherrschen, 
sondern sämtliche deutsche Mittelgebirge, der Taunus, die 
Wetterau, der Vogelsberg, Harz, Thüringerwald etc. das böhmische 
Mittelgebirge, die Gebirge südlich von Prag, die Granitkuppen 
von Bautzen, die Gebirge der Lausitz u. s. w. mit uralten 
Schlössern und Festungsbauten bedeckt" ^). Wir werden daher 

1) V. Ändrian, Ueber den Einfluss der vertikalen Gliederung der Erdober- 
fläche auf menschliche Ansiedelungen, in den Mitteilungen der Anthropologischen 
Gesellschaft in Wien, Bd. VI (1876) S. 21. 



129 

nicht fehlgehen, wenn wir schon unter diesem Gesichtspunkte, 
von anderen Belegen ganz abgesehen, denjenigen Forschern bei- 
stimmen, welche aus den uralten und für uns seltsam anklingen- 
den Ortsnamen gewisser Thäler der Schweiz und von Tyrol auf 
frühzeitige, lange vor der römischen Invasion bestehende Nieder- 
lassungen schliessen. „In der Lage der festen Ansiedlungen bei 
primitiven Gresellschaftszuständen drückt sich das Bestreben nach 
möglichst ausgiebiger Verteidigung derselben unverkennbar da- 
durch aus, dass sie auf schwer zugänglichen Punkten angelegt 
sind. In den Ebenen werden vorzugsweise die vorhandenen 
Terrainfalten, die Wälder, Sumpfwildnisse, die seichten Stellen 
und die Inseln der Landseen, die durch Spalten abgegränzten 
Erdschollen aufgesucht (Mantua, Spina, Adria, Nympha, ßavenna). 
Die Bewohner der Flussthäler wählen die hohen Uferterrassen, 
die Vereinigungspunkte der Nebenadern, oder die Flussinseln 
. . . . Die gleiche Rolle spielen an den Küsten kleine in un- 
mittelbarer Nähe des Festlandes gelegene Inseln, Wollin, Rügen 
etc. (v. Ändrian a. a. 0. S. 15). In dieser Hinsicht ist, um hier 
auf die Betrachtung der griechischen Bodenverhältnisse näher 
einzugehen, schon in der Odyssee IX, 116 ff. eine solche dem 
Hafen vorliegende beschützende Insel mit echtgriechischer Wür- 
digung beschrieben. Aber auch in der ältesten attischen Prosa, 
die auf uns gekommen, in der Pseudo-Xenophonteischen Schrift 
vom Staate der Athener II, 13, wird darauf hingewiesen, wie 
wichtig für eine hellenische Seemacht eine solche beim Festlande 
vorspringende Landspitze oder eine Insel oder Meerenge sein 
müsse, wo die Beherrscher desMeeres mit ihren Schiffen Station 
machen und von da aus die Bewohner des Festlandes drang- 
salieren können. 

Die ältesten Heimatsitze der Hellenen, von denen einige 
Kunde uns erhalten ist, sind bekanntlich am thessalischen Olymp 
und um die benachbarten Gebirgsknoten bis Dodona, also in 
Gegenden, in denen die natürlichen Vorteile der Verteidigung 
bei der ersten Besiedelung jedenfalls ein wichtiges, wenn auch 
^icht ausschliesslich massgebendes Element ausmachten. Das- 
selbe tritt auch in einer späteren Entwickelungszeit höchst be- 
deutsam hervor; überall begegnet uns dieThatsache einer früheren 
^^siedlung der isoliert aus den Ebenen hervorragenden Gipfel 
^^d Rücken der Berge; auch für enge und felsige Seiten thäler, 
^ie am Alpheios, gilt ein gleiches. Die Griechen der histori- 

G^raaberger, Ortsiiamen. 9 



130 

sehen Periode lobten den Mut desjenigen, der es zuerst wagte 
in die Ebene hinabzusteigen. Den Anfang aber der menschlichen 
Gresellschaft führt z. B. Piaton in den Gesetzen III, p. 678 zu- 
rück auf solche unter den ersten Menschen gewöhnliche Wohn- 
ungen auf ragenden Felsen. Ebenso handelt der tief denkende 
Geschichtschreiber Thukydides, mit klarer Einsicht in den Gang 
der griechischen Kultur, von den ursprünglichen Hügeldörfern 
und Verteidigungsmitteln (I, 2). Nicht so ist dies jedoch ge- 
meint, als ob etwa üppige Sumpfwildnisse am spätesten ihre 
Ansiedler gefunden hätten, sondern von den hellenischen Ver- 
hältnissen vorzugsweise soll unsere Darlegung gelten. • Nur die 
Eleier, bemerkt einmal in dieser Hinsicht E, Curtius (Pelop.), 
hatten ein ordentliches Landleben, weil die Heiligkeit des olym- 
pischen Festes den Landfrieden schützte. Der Peloponnes aber 
galt immerzu als die sicherste Freistätte hellenischer Bevölke- 
rung; denn ;,wie eine wohlgelegene Burg hat die Halbinsel nur 
einen leicht zu verteidigenden Zugang^ (E, Curtius I, 23), daher 
nannten sie die Griechen in bezeichnender Weise geradezu die 
Hochstadt oder Akropolis ihres Landes i). Wer hierzu Parallelen 
wünscht, dürfte sich etwa noch die Hinweisung gefallen lassen 
auf die alten Latinerstädte, als Zufluchtsstätten der einzelnen 
Gaue, die pelasgischen Bauten auf den Höhen, Alatri, Anagni, 
Frosinone, Segni; Norba, Tibur, Präneste etc. Desgleichen liegen 
in Inner-Abessynien die meisten Ortschaften auf Anhöhen, mit 
starken Mauern umgeben, finden sich in Amerika die ältesten 
Ruinen der Tolteken 7 Ansiedelungen am ßio Colorado, Rio 
Verde etc. auf hohen Felsen; endlich die ältesten christlichen 
Klosteranlagen des Orients und Occidents gleicherweise auf 
schwer zugänglichen und öden oder weitaus spähenden Punkten. 

Wenn sich also, wie bemerkt, die ersten Wohnungen und 
insbesondere die Städteanlagen der alten Griechen dem hügeligen 
Boden oder auch der unmittelbaren Nähe des Meeres anbequemen 
mussten, so leuchtet von selbst ein, dass wir heutigen Menschen 
vor allem die natürliche Beschafi^enheit derLandschaft und der darin 
ausgeführten Bauten kennen müssen, um die daraus erwachsene 
Kultur und besonders auch die über die feudalen Gesellschafts- 



^) Vgl. Cicero pro Lig. 7 Africam, arcem omnium proviaciaram natam ad 
bellam oontra hanc nrbem gerendam. 



131 

formen hinaus sich gestaltenden Volksgemeinden und Staaten- 
gebilde zu verstehen. 

Hiernach erklärt sich also von selbst das häufige Vorkom- 
men solcher griechischer ON. aus der natürlichen ßodenbeschaffen- 
heit des Landes. Allenthalben treffen wir auf den Kuppen und 
Rücken der Berge natürliche oder auch künstlich hergestellte 
Mauerkränze und ümwallungen, zu deren Bezeichnung die alt- 
griechische Sprache über eine ganz erstaunliche Menge von ur- 
sprünglichen Nomina appellativa verfügte, deren Bedeutung unsere 
deutschen Bühl, Bichel, flöhe.. Kuppe, Gipfel, Spitze, Staufen, 
Grat etc. entspricht i). 

Obenan möge in unserer Musterung der einschlägigen 
griechischen ÖN. stehen KopojVY], Kopwvsia, d. i. Kuppenstadt, 
Hügelstadt, Stadt auf bergiger Höhe; benannt wie so viele andere 
Ortschaften von der Wurzel kar oder kor = Fels, Klippe. Man 
schrieb in älterer Zeit die Sylben xo, xpo u. s. w. mit dem Buch- 
staben 9 Koppa, dagegen xa, xpa etc. mit Kappa, allmählich 
diente dann letzteres zur alleinigen Bezeichnung beider Laute. 
Diese Wurzel kar, kor, kra, auch xop — und xoX — im Griechi- 
schen , z. B. in xopojvTj jcdpavo; nopu^ri = Gipfel, Kipfel, Pik, 
Zinken, auch Wirbel, wie in xupßt; = drehbare Säule, in Tyrol 
z. B. Grabenkar (auch Grabenkor gesprochen), Schneekar, Birk- 
kar etc., diente also alleinstehend wie in Zusammensetzungen 
geradezu als typische Benennung, wie z. B. der Name II Piz, 
westlich von Belluno. Wenn man nunmehr, auch heute noch zu 
Gunsten einer alten Volksetymologie, den Stadtnamen Kopcuveta 
oder KopüJvTj (verstümmelt, Italien. Coron, = 'Aotvrj), als „Krähen- 
stadt^ deutet, so richtet sich eine solche Deutung von selbst. 
Auch das böotische Koroneia hatte, wie die meisten hellenischen 
Städte, eine Akropole auf dem nahen Bergrücken, Strabon IX, 2, 
29 Iyyü; tou ^EXtxcüVoc sotiv £9' ü^J^oü; tSpüfisvTj. Ursprünglich be- 
deutet bekanntlich auch das Wort tcoXk; eine Burg oder Hochstadt 
(Thukyd. II, 15), daher im attischen Stil die stehende Benennung 
tJ ^eo; tJ sjji TCoXet u. a. So wurde die natürliche Feste der Ebene 



1) Vgl. bei JEgli a. a. 0. S. 127 die Schrift des graubündn. Forstiaspektors 
J. Coaz über die geo ereilen Bezeichnungen Stock, Hörn, Kopf, Piz, Pizzo, Monte, 
Mont, Dent, Aiguille etc. Ebenda S. 280 werden die verschiedenen Formen des 
keltischen Wortes brinc angeführt, als synonym mit pic für einen hohen, steilen, 
konischen Gipfel, brinc mehr für senkrechte Felswände, brec = Fels; keltisch 
brig = hoch, davon briga = Höhe, Hügel, Berg. 

9* 



132 

von Mantineia, die älteste Stätte der Stadt, nachdem sich die 
letztere lang in der Niederung ausgebreitet hatte, ihre Burg 
oder „Altenburg", IhoAtc. Als jedoch in den späteren Zeiten da& 
Bedürfnis einer Unterscheidung sich herausstellte, verhielt sich 
die Benennung axpoTcoXt:, die bei Homer auch in der Lösung der 
Komposition TcoXt; axpr] erscheint, in der Folge zu dem einfachen 
nohc, wie 'Axpoxoptv^oc zu Kop'.v^o; oder wie der HohenzoUer, d. i. 
Bergkegel, zu Zoller, alt Zolro (vergl. keltisch tul, toi = Berg ; 
der Zusatz hoch erst seit 1350, Egli S. 214). Korinth ist also 
nicht einfach die ^ Stadt", wie Kiepert, Handb. der alt. Greogr. 
S. 273, A. 2 bemerkt, sondern bedeutet „Hohe Stadt", in wel- 
chem Sinn auch der ältere Name der Stadt 'Ecpupa d. i. Warte^ 
entspricht. Die etymologische Spielerei bei Aristophanes, wo- 
nach Kop'.v^oc = „Wanzbeck" und ot Kopiv^tot = „Wanzosenheer^ 
zu verstehen wäre (vergl. Griech. Stichnamen S. 51 f.), dient ja 
nur den Zwecken des Komikers. Vielmehr wurde Kopivöoc von 
der Wurzel KOP, infolge der scharf accentuierenden Aussprache- 
bald auch K-opt^oc, KopOoc, geschrieben, wie Tupiv; (xuppic, Tü'ptv^o;), 
auch der Name des Kap Probali, an der Küste von Troizen, ist 
ein aus npoßaXtv^oc, d. i. Vorgebirge, verstümmelter Name, wie 
schon E. Curtius Pelop. II, 4o0 vermutet i). Die moderne Form 
ist darnach Kopro, und der krisäische oder Grolf von Korinth 
heisst heute nach der vulgäten Aussprache o xopcpo«; toü Kopdoiy 
fCf. J. Psiehari, Revue critique d* histoire et de litt. 1887, p. 
409). Demnach bezeichnet der Name Koptv{>o; eine Hochstadt, 
'Axpoxopiv^o; aber den Gripfel der gemeinsamen flöhe oder Hoch- 
Korinth. 

Bezüglich der Differenzierung aber bei Höhennamen ist 
weiterhin zu bedenken, dass Bergnamen ihren Weg vom Berg 
ins Thal und die Ebene nehmen, und nicht umgekehrt 2». Dabei 



1) Ueber diese Namensformen mit — vd, iu Phrygien stets — vt, vergleiche 
man Pott, Die Personennamen S. 451, der sie für vorgriechisch (pe)asgiüch) hält; 
eine Zusammenstellung der ON. gibt neuestens Oberhummer, Akarnanien S. 58, 
indem er ausser den bereits erwähnten anführt Safiivdoc bei Mykeue, die Inseln. 
Aeßiv^; und ÜpeTteaiv&o; im ägäischen Meere, die Berge Kuvi^oc, 'Apdtxuvdoc, Bepexuvöoc 
die Städtenamen Üepivdoc, 'Acj^ivduc, ZTjpuvdoc, "OXjvOoc, SupivOoc, Kiqp'v&o;, 'AjiapuvOoc, 
endlich die Insel Zaxuvdoc, das Vorgebirge Kdxuv^oc iu Bruttium (nebst den 
molossischen Regentennamen SoßuXivdoc und SaXuvOioc. 

2) Man vergl. die schöne Ausführung bei Dr. Fr. Eatjsel, in der Zeitschrift 
des deutschen und Österreich. Alpenvereins, Bd. XVII, S. 363. 



133 

gesellte sieb zu solchen Namen wie Kapav>j, Kopcuvr], unter den 
Hellenen, wie wir schon früher auseinandersetzten, auf die leich- 
teste Weise eine Personifikation derselben, z. B. Kopcüvoc, der als 
Sohn oder Vater des Lapithen Kaivsüc, Würger, genannt wird. 
Natürlich trägt ihren Teil auch bei die landesübliche Verehrung 
der Höhen und des Zsüc ütj^iaxo;, cJxpaToc ^j. 

Zahlreiche Namen von Ortschaften und Städten, die nach 
griechischer Ansicht einfach von einem männlichen Individuum 
Namens Kap erbaut sein sollten, bedeuten überhaupt Burgen und 
Bergstädte. Die ON. KpdvTj undKapvT] bezeichnen also ;,Felsberg", 
von xpavoc, rauh, felsig: Kpavaoi, die Kranaer, hiessen so als Be- 
wohner des steinigen, Bodens von Attika ; Kapvoü;, Kapao?, ein 
Kastell ; zwei akarnanische Kastelle Kraneia und Koroneia führt 
Oberhummer an, Akarnanien S. 26; Kpcrvstot, Kpavaig, felsiges Eiland ; 
Kpavtot, Kap'vTf} (P. Hirsch p. 31) oder KopyJvTj, KaprivT], unseren 
Namen Höhenrain, Hohenstein,Hoheneck, Hochfellen, entsprechend. 
Ferner Kapta, Burg von Megara (Pausan. I, 40, 6), 'Eutxapta, Kap- 
stadt, Kapvta in Jonien, Kaptöv und KaponoXt; (bei Georg Meyer^ 
Die Karier S. 16); Kapvaoiov in Messenien, früher Oichalia ge- 
nannt, 'Euixapo^ für 'Em8aüpo;, KepocJotov ein Berg in Arkadien ; 
KepüVcta, Strab. VII, 7, 5 rj Kspuvstoc litt uexpac ü^J^t^XtJc löpü/isvTj, 
also = Hohenburg, Horneck, Kopcüv (Bursian Greogr. Grriech. II, 
545), Kepayov, Hornberg, KepaS, Kapr^vlxtc, 'q, Hochland, Kepvjoao;, 
Kopaoao? und KijpcDaoo; (vergl. jedoch unten über karische Orts- 
namen), Kapuatoc (xapü; = xapT], Etym. Magn.) Stadt und Vor- 
gebirg auf Euboia, und eine Stadt in Lakonien. Bei den Zu- 
sammensetzungen mit xap, cornu. Hörn, decken sich mitunter die 
griechischen Namen mit phönikischen, wie denn Kipvr] an der 
atlantischen Küste zusammenfällt mit dem phönikischen qeren 
= Hörn, vergl. 'EmxspvTj, Schlüsselburg; nach Hekataios lag im 
persischen Meerbusen eine nirgends weiter vorkommende Insel 
Kupif], offenbar aus dem arabischen Qerne entstellt, bezw. grä- 
cisiert. Nach Bochart wäre Kspvr] phönikisch = Chernaa, d. i. 
postremum habitationis = ultima habitatio (Geogr. Gr. min. ed. 
Did. I, p. 7). Ferner ri Kapajxßtc, Hoheneck, ein Vorgebirge 
(Plinius N. H. VI, 2, 6 promunturinm Cerambis).^Bei Kü'pvo;, eigent- 



») Freiler, Griech. Myth. I, 47, A. 1, 148, A. 2 ; Preller-Jordan, Rom. Myth. 
II, 221. Man denke zur Vergleichnng an die „Waldrast'' in Tyrol, Mariastein, 
Madonna del Sasso bei Locarno, Notre Dame dn Sex in Wallis n. s, w. 



134 

licli Kap Horn, findet sich der Name eines Vorgebirges auf die 
ganze Insel Corsica übertragen, wie wir vorhin II Piz als Namen 
eines bestimmten Berges erwähnten. Vielleicht gehört hierher 
auch Kpsiov opoc, ein Berg bei Argos, nach PB. „Fleisch wangen", 
angeblich, nach einem Scholion = KpeoicwXov, wohl ein verderbter 
Name. Von xopüc = Gipfel, Helm (vergl. xop^o; = Erhöhung, 
xopOüstv, gipfeln) sind abgeleitete Namen wie i^ Kopücpy), der „Gripfel- 
berg" in Achaja, welcher durch seine flöhe selbst Akrokorinth 
überragt; KopocpcJv, Kopocpov, Kopocpatov (opo;); Karitena, mittel- 
alterlich, ein Felskegel im Alpheiosthal, gleichfalls höher als 
Akrokorinth. Kopü^oc, jetzt italienisch Cortona, eine Neubildung 
des Nominativ, wie in Karitena, in den illyrischen Städtenamen 
Varona, Narona, Salona, Aenona, Emona, Dertona aus Derto^ 
Carmona aus Carmo, Sulmona aus Sul^o, Flanona aus Flano, 
Tarazona aus Tariaso, Tarragona aus Tarraco. Ebenso FöpTüva, 
Stadt auf Kreta und in Arkadien, neben FopTo; oder KcJptuc, 
ig TüpTCüv und FopTüv (xopioc = bucklig). Angermann a. a. 0. S. 8 
stellt übrigens FopTüc zu x^P'^^^ = hortus, und To^er stellt Kopiu; 
mit xapioc, xpaxoc zusammen, wofür man allenfalls vergleichen 
mag bei flesychios xopTspa* xpaxspa, toxopa. Weiterhin führen 
wir an o Kpotojv und KpotwvT], PB. ;, Klingenberg ^ (?), Tptxopo^oc» 
Tptxpava (Bursian I, 101) Tptxctpavov (Bursian II, 32, A. 3), neu- 
griechisch auch Tptxoptpa, der dreigipfelige Ausläufer des arkadi- 
schen Mainalosgebirges, westlich von der Stadt Tripolitza. Von 
xopo; ist, ebenso wie die Haubenlerche, o, i^ xopüäo;, benannt 
KopuSaXXo;, KopudaXXa (oben S. 109). Zweifelhaft bleibt für uns 
KapöafxüXot, vielleicht für SxapSajiuXTj, zu oxap<5 — afitioau), splendeo, 
zu beziehen, mit Zehetmayr Lex. comp. p. 243. Hieran schliessen 
sich KüpTCüVYj, Kpeotov (ßoovo, Bursian II, 223), Kopotxa. Vgl. Eustath. 
Comment. ad Dionys. Perieg. ed. Did. p. 303 Küpvoc . . . Kopol; 
XsYcTai öia xa^ iv oluz-q xopoa;, o iaxt xopu9ac tüJv opscDv. Kopaac« 
Kspaaoiat, KopoT^aaoo; (vgl. unten), Kopovatov sc. axpwnrjptov, Koppayov 
= Nollendorf (noU = Berggipfel); xa Kopovxa, Zinneberg, eine 
Stadt in Akarnanien zwischen Stratos und Astakos {Bursianl, 110)^ 
Kopücpccoiov, Kop9tvtov (Cor — fin — ium = Rain, Zehetmayr S. 94), 
Kpooaa, Kpoooata, Kpaöafiva, Kopxüpa (oder Koxopxa ?) in Lakonien. 
Auch Kopoeat oder Kopoiat {Bursian I, 243) bedeutet Hügelstadt, 
Höhenstadt, PB. vergleichen damit „Riedlingen^ von ridel = 
Bergrücken. Angermann dagegen stellt auch diese Namensform 
zu xop"^^^ = hortus, gleichwie Nejiea und 'Aptapxoc. Der Bedeutung" 



135 

nach treffen natürlich xopucprj, KopucpavTtc etc. ungemein häufig 
zusammen mit dem oben S. 78 besprochenen xscpoXTj und mit 
lateinischem caput, sikulisch KaTcJitov, Capitoiium. Vergl. auch 
bei Plinius N. H. VI, 31, 140 mons Creo auf der Insel Lesbos, 
Kammberg, Crest' alta im Engadin, und viele andere. 

Die alten Carni oder Carnutes sind demnach Bergbewohner, 
so gut wie die Aoxpot 'ETOxvr^fxtStot, die italischen Hernici (sabinisch 
herna = Fels). Carnuntum gehört zu einer Wurzel carn, wie im 
Irischen age, aged = coUis, mons, denn Agedincum bedeutet, 
nach Glück a. a. 0. S. 17 montanum, welcher Name mit der Lage 
des Ortes (jetzt Sens) übereinstimmt. Eine Seestadt mit einem 
Bergkastell bezeichnet der Name ^A/.t — xapv — aqooc, vergl. unten. 
Hierher ist wahrscheinlich auch der Landesname 'Axapvavta zu 
beziehen, wenn anders a in diesem Namen lediglich der im 
Griechischen sehr beliebte Vorschlag ist. Es trifft sich, dass 
Oberhummer, Phönizier in Akarnanien, München 1882, S. 38 f. 
diesen Punkt dazu benutzt, mit andern Namen auch Akarnanien 
für phönizisch zu erklären. Homer kennt nur i^icetpo; oder axT>] 
TjTcstpo'.o, also bestand der Name 'Axapvavt^ damals noch nicht 
(vergl. jetzt eine zweite Schrift von Oberhummer, Akarnanien 
S. 2 A. 1). Der Name der Insel Kepvrj, arabisch Kdpva, Kapvava, 
der Landschaft K«zpvavt«z, ist zufällige Uebereinstimmung mit 
'Apxapvavta. Anders verhält es sich nach Oberhummer S. 39 f. mit 
Kapvoc. ^Herakles hatte gegenüber der Insel auf dem Festlande 
einen wichtigen Kult; Karnos hatte für Alyzia und Akarnanien 
dieselbe Bedeutung wie Salamis für Athen und Attika". Der 
Name sei also semitisch, Kapvvj oder Kapvoc, bei Marathos (Phö- 
nizien) wie in Akarnanien, und zwar hier zweimal wiederkehrend. 
Gleichwohl führt auch Oberhummer S. 38 xspac, cornu, als arisch 
und semitisch an und verweist auf Corn Wallis. Nadrowski^ Neue 
Schlaglichter auf dunkeln G-ebieten der griech. und latein. Ety- 
mologie S. 91 erklärt "Axapvavta aus Wurzel ak -j- arn (v wie in 
opvuji'., opvi;) mit der Bedeutung ;,ansteigendes Gebirge", die 
Endung — avta wie in Campania, Lucania. 

Aus derselben Wiirzel entspringt der Name der vielen 

Ceraunii montes des Altertums, Plinius N. H. VI, 7, 20 an der 

Mäotis; VI, 9, 27 und oft; V, 27, 100 promunturium Cragus in 

iykien; Taurus, Ceraunius; V, 29, 117 Corynaeum Mimantis 

promunturium. Besonders fürchteten ehemals die Reisenden an 

Jer . epirotischen Küste wegen der vorliegenden Inseln (Horat. 



136 

Carm. I, 3, 10 infames scopulos Acroceraiinia) das Vorgebirg 'Axpo- 
xspajvta, ein zusammengesetzter Name wie 'Axpoxoptv&oc, *Axpo- 
Xt^ooc, 'Axpooxtptot, auch einfach Ceraunia geheissen und in be- 
kannter Manier auf Blitz und Ungewitter bezogen, daher PB. 
erklären ;, Wettersteingebirge"; auch Toser p. 50 ;,the thunder 
hills'^. „Kepauvtot from their tendency to attract storms*. Man 
vergleiche den schon erwähnten ,,Hohenzoller^, den „Koppen- 
Zinken^ bei Aussee und ähnliche Namen. Auch 'Axpwpsia bei 
Sikyon bezeichnet ebenso eine Bergspitze, Bergkuppe, ferner 
^Axpatov opo;, 'Axpiiac oder ^Axpiia^ axpa m Hohenfels, Name 
zweier Vorgebirge und einer sonst auch 'Axpirrj genannten Insel ; 
Plinius N. H. IV, 5, 15 promunturium Acritas. Tozer erwähnt 
wiederholt p. 40. 206. 208. 212 das keraunische Grebirge, wogegen 
in der Wochenschrift für klass. Philol. 1887 S. 175 E, Bahn in 
einer Rezension erklärt: ;,Ein kambunisches und kerauni- 
sche s Gebirge existiert in Wahrheit nicht; diese westöstliclie 
Scheideecke ist nichts als eine Fiktion, zu der alte Greographen 
durch die Erhebungen der Akrokeraunien und des Olympos ver- 
anlasst wurden'^ Aus Förstemann S. 383 führen wir hier an 
Calphen, der Hohenkarpfen ; ferner den berühmten Namen ^Axpaya?, 
vergl. den beschreibenden Vers bei Vergil. Aen. III, 703 arduus 
inde Acragas ostentat maxima longe | moenia, und bei Pindar 
Pyth. XII, 5 'AxpayavTo; su'ö.uaiov xoXüjvav. Der Seekrebs, xpayyoJv, 
auf den Münzen dieser Stadt ist selbstverständlich nur ein reden- 
des Wahrzeichen der oben S. 61 beschriebenen Grattung. Berühmt 
ist übrigens der Münztypus von Agrigent: ein Siegeszeichen, 
zwei Adler über einem erbeuteten Hasen, 0. Keller 8.247. ^0 Kp^YOc, 
ein Berg- und Stadtname, bedeutet schwerlich ^Kreische* oder 
„Schreiberg" wie PB. erklären, da Hesychios glossiert ßt.V^fia, 
sondern entspricht unserm „Kragen". Hiermit ergibt sich uns 
auch schon der Uebergang zu einer weiteren Reihe von bedeut- 
samen ON., die aus dem Begriffe Kreis, Kreisel, kegelförmiig, 
radförmig, sichelförmig u. dgl. abgeleitet sind. Ebenso kömmt 
der Begriff der Krümmung, der Wölbung, der Höhlung zum Aus- 
druck, in den zahlreichen Namen für Ringelsteine, Rundstädte 
(vergl. rota, rotundus, xtpxoc, circum, circus, circulus, xüxXo;, 
Kreis oder Ring, skr. 9ringa, cornu, 9iras, cur — vus, krumm, 
ebenso xupio; = curved, xuaXo^ = gewölbt, gekrümmt. Vgl. auch 
Kslpt;, Ciris, d. i. Sichel, die Tochter des Königs Nisos mit den 
purpurnen oder goldenen Locken; tpY]$ xtpxo;, der kreisende Habicht, 



137 

TIrbs = orbis, Ring, Mauerring; freilich nach Corssen wären die 
altitalischen Städte nicht eben kreisförmig gebaut gewesen. 
Ferner xcuvo; = Kegel, -{opo^^ Kreisel, daher Kcovo;, Kegelberg, 
oder Fichtenkegel, Kuvo;, eine Hafenstadt der Lokrer; im baye- 
rischen Dialekt Kogel oder Kofel, „der Kogler" = monticola, in 
colle habitans, italienisch cima, cimone, im Dolomitengebirge 
Cimone della Palla, Cimone di Ball; vgl. oben S. 118 über Kuf- 
stein. Zu erwähnen sind hier auch die steinernen Ringwälle auf 
den Höhen der Berge, alte Zufluchtsstätten und Befestigungen 
für die Zeiten der Not, sogenannte „Bauernburgen"; in der Pfalz 
ist die Mehrzahl davon keltischen Ursprunges. In der Ilias II, 
633 wird schon KpoxuXsia genannt, wahrscheinlich von den runden 
Kieseln so geheissen, und der Inselname MrjXo^ besagt doch wohl, 
wie schon bemerkt, so viel wie apfelrund. "^Aßat, Stadt in Phokis, 
ist etwa Radstadt oder Scheibenberg, wenn anders Hesychios 
richtig glossiert aßa* xpox^C, d. i. Scheibe. Dagegen über die 
ringförmigen Heerlager der Avaren (circuli, hegni, Gehege), oft 
ein System von mehreren ineinander geschachtelten Ringen, ver- 
gleiche man allenfalls Dahn, Kaiser Karl und seine Paladine 
S. 103. 

Häufig geben die Namen dieser Klasse ein Bild, wenn auch 
nicht so bestimmt und nicht so individualisierend wie die früher 
in § 2 besprochenen. So bedeutet Kopxüpa eigentlich eine Rund- 
stadt, auf Münzen und in Inschriften erscheint immer KOPKYPA, 
KOPKYPAlöN, äolisch und bei den Schriftstellern Kspxüpa, wie 
IfspYupa bei Alkman für yöpyopa, der Name wurde späterhin auf 
die ganze Insel übertragen, die ursprünglich ApsTcavov hiess, 
vergl. oben S. 113 ^). Was übrigens den neueren, bis vor kurzem 
lioch geltenden Namen der Insel Corfü betrifft, so erklärt ihn 
H. Kiepert, Handb. der alten Geogr. S. 297 für italieniriert aus 
Ol Kopü90t, mit welchem Namen im Mittelalter die Stadt von ihren 
beiden Akropolen und in der Folge wiederum die ganze Insel 
benannt wurde. Uebrigens finden wir an der dalmatischen Küste 
ein Corcyra nigra, im inneren Dalmatien und in Pannonien wie- 
derholt Corcora als Flussnamen. Vermuten möchten wir, dass 
auch der apulische Berg Garganus aus der gleichen Anschauung 



1) Nadrotoski a. a. 0. S. 66 Kepxupa (sie) und KopivOoc zu xopulvnj, xtpxoc, 
cnrvns, circam etc. nad erklärt S. 91 ganz einfach „sehr bergig; die Insel hatte 
{sie) zwei spitze Berge*'. 



138 

heraus seinen Namen erhalten habe. Der bei Strabon X, ,5, 13 
To opo; KepxsTcuc verzeichnete Name, in anderer Form Kotpxtvoc 
oder Kapxivoc, wird bald als Krebs gedeutet (vergl. oben S. 108 
unter 'AxpotY«;), bald als Kreisel. Nach Gesenius a. a. O. I, p. 421 
ist im Phönikischen Carcoma als urbs in alto sita zu verstehen. 
Auch der uralte oder „pelasgische" Name- der Stadt Caere ist 
in der Bedeutung von ^ Rundstadt" aufzufassen und erklärt sich 
für den Beschauer aus der runden Form des Hügels, auf wel- 
chem das heutige Cerveteri, d; i. Alt-Caere, liegt. Hiermit 
stimmt vollkommen überein, gewiss nicht zufällig, die Bedeutung 
des semitischen Namens derselben Stadt, nämlich "AyoXXa oder 
'AxoAAa, Achulla, d. i. die kreisrunde, auch Achilla , Acila ge- 
legentlich geschrieben. Freilich wird dagegen von Dr. Fligier, 
Die Urzeit von Hellas und Italien (Archiv für Anthropologie, 
Bd. XIII, S 476) eingewendet: „Wäre Agylla eine phönikische 
Faktorei, wie angenommen wurde, so wäre die Pietät der Agyl- 
läer gegen Delphi unerklärlich". Unerklärlich ist eine solche 
Auslegung, nachdem doch allseitig erwiesen ist, dass in den 
allermeisten Fällen die einmal erteilten ON. hartnäckig sich be- 
haupten, auch wenn weit und breit in einer Landschaft alles 
Uebrige umgewandelt oder auch zerstört worden war. Jeder- 
mann, der sich in irgend einem Lande auf genaue Beobachtung 
verlegt, wird bald zu dem Ergebnis gelangen, dass durchaus 
nicht alle Namen, die in einer Landschaft vorkommen, von dem 
Volke gegeben sind, welches in geschichtlichen Zeiten die Land- 
schaft bewohnt. Der Name Achulla findet sich übrigens auch 
in der Syrtica vor. Wir fügen noch hinzu den Inselnamen Ksp- 
x'.vva, bei Strabon VII, 3, 12; zo Ktpxatov, bekanntes Vorgebirge 
in Latium, PB. erklären „Falkenstein", vergl. xpixo; und xtpxor, 
wir ziehen die Auffassung Ringstein vor, und stellen dazu den 
Namen Ringelstein im Ahrenthal (Tyrol). Neuestens geschieht 
in G. Hirschfeld' 3 Bericht über eine Reise im südwestlichen Klein- 
asien (Rhein. Mus. 1886, S. 301) ähnlicher türkischer Benenn- 
ungen für Kugelstein (Top-Tasch) und kugelfelsig (Top-Kajaly) 
bei Sagalassos Erwähnung. Wir nennen noch KüpTcJvTj, Krummau 
(vergl. K^pzai Krummbach, Tüprcüv in Thessalien, von yopo;, rund^ 
vgl. oben S. 75 al Topa:, die Rundfelsen. Doch deuten PB. schwer^ 
lieh richtig 'OAt^üptoc als „Kleinberg" und 'OXiCwv als „Winzig". 
Aiv8o;Tnrnau? Ktvatdtov Wendelstein, tJ Kü'pßTj, Name zweier Städte; 
TapY^pov ist vielleicht zu Grurges, Tümpel, zu stellen. 



139 

Mit dem Begriffe Krümmung, Wölbung, bezw. Höhle, Kuppel^ 
Dom u. s. w. hängen ausser dem bereits auf S. Il9 erwähnten 
Ortsnamen KuXXou Ilrpa noch verschiedene andere zusammen, die 
besser unten im nächsten Abschnitt bei AuXwv, *HAt<; und ähn- 
lichen ihren Platz finden werden. Dagegen stehen nach der 
Lautverwandtschaft mit der Wurzel kar, kor, yup, noch in Ver- 
bindung Formen wie KoXo3v6c, KoXcovat, KüJXstov, KoXocpoJv, xoXcuvtöac 
(Pausan. IV, 34, 8). Auch in Sparta hiess ein Ort KoXwva (Pau- 
san. III, 13, 5). Vergl. die Erklärung des Scholiasten zu Apollon. 
Rhod. II, 650. 789 axöusXov ts KoXcovtjc, TpixöXajv:>t bei Bursian 11^ 
230; intus Colone intercidit, bei Plinius N. H. VI, 30, 123. 
KoXoooat, Name einer phrygischen Stadt, Hesych. s. v» xoXoooia • xd 
et; ü^'O^ ovaGTKjfia. KtXXew, Spitzberg. Der „Grlockenturm^ bei Grraun 
auf der Malserhaide, der „Thorhelm ^ im Zillerthal, und zahl- 
reiche ähnliche Nam^n. 

Durch unsere bisherige Zusammenstellung griechischer ON. 
aus Wurzel kar, kor, caqumen , caput, xöpucpT] etc. ist jedoch 
für die Begriffe Berg, Höhe, Felsen, Schroffen u. dgl. in der 
Aufzählung noch lange keine Vollständigkeit erreicht ; zahlreiche 
Namen derselben Klasse sind noch im Folgenden vorzuführen, 
darunter die ^grosse Mehrzahl von echtgriechischem Gepräge und 
nur sehr wenige von phönikischer oder überhaupt semitischer 
Herkunft. Zur ersteren Klasse, von denen einige unter einem 
andern Gresichtspunkte bereits erwähnt werden mussten, gehören 
mit der Bedeutung Spitze, steile, schroffe Höhe, zunächst von 
der Wurzel ax — (vergl. axpo; spitz, oxptc Bergspitze, üJxu; schnell, 
^xovY] Wetzstein, d$ü;, axpa = arx = Capitolium u. s. w.) die 
Namen ^Axpa (jedoch über *Aoxpa vergleiche man unten), ''Axpat, 
Höchstadt, 'Axptat in Lakonien, 'Axpay««;, 'Axpatcpta oder 'Axpatcptov, 
eine Stadt in Böotien, 'Axptopeia, xd Havaxpa (Bursian I, 237. 531), 
'ETcaxpta, Hohenheim, vergl. ^Hohenbogen^; lij Ataxpta, d. i. Berg- 
landschaft, oder Tflt Aiccxpia, in Attika und auf der Insel Euboia, 
bedeutet vielleicht in dieser Wortform ;,reich an Spitzen^; nicht 
zu billigen ist die Ableitung von dem Grötternamen Atoc = Godes- 
berg (vergl. Pott, Etymolog. Legenden S. 266). Die Einwohner 
heissen Awxptot oder ^YTcspaxptot. ^kpa axpa = Heiligenstein, ganz 
gleichzustellen dem kretischen Namen '^lepa Hutva oder ^hpöticor^a, 
Stadt im Idagebirge, jetzt 'ispcf IlsTpa geheissen, also das italie- 
nische Pietrasanta. Falsch ist die Uebersetzung mittelst ;, Hei- 
ligenflasche" oder „Pfannenberg" bei PB; schon ChishuU und 



140 

Eckhel nahmen kretisches Tiotva zu iclrpa, nicht etwa zu itUTivt) = 
Weinflasche; ebensowenig findet neuerdings F. Meunier 1. c* 
p. 254, not. die von PB. citierten Etymologien zu IIüTva annehm- 
bar, wohl aber die von ;,7Cütva, Tcuöva, vieux mot dorien pour 
Tzizpa^. ^Oxpot, ^Oxptvov, 'Oxp{x>wOt, 'OxptxoXa ''OxsXov, 'OxsXoü axpov, 
'^'OxöiAov, 'OSsTa Insel, '0$sTa axpa, entsprechen unserm ^Scharfen- 
berg'^, ;, Scharf enstein^, und Acron bei Propertius IV, 10, 9 
Acron Herculeus Caecina ductor ab arce, bedeutet soviel wie 
unser. „Burgherr^. Der einheimische Name mag etwa Ocrisius 
gelautet haben, vergL Preller-Jordan, ßöm. Mythol. II, 28B, A. 1. 
Weiterhin nennen wir OaXaxpov axpwn^p'.ov, OaXcfxpat, sc. oxotcsXoi, 
w^ozu das Scholion bei Lykophron Alex, v. 24 at OaXaxpaiat xopoi, 
^löatat, einzusehen ist. Merkwürdig ist die unbewusste Tautologie 
in dem Namen OaXaxpov a/ptoxigpiov oder OaXaxpov cfxpov, geradeso 
in dem italienisch-arabischen Capo Kaso Colono, eigentlich auch 
in'AxpodüJOV oder'AxpoÖtüOt, dochlässt sich bei diesem Namen ver- 
stehen : die Spitze des Athoskegels. Vergl. Aischylos Ag. 285 
''Adwov atico; Zrjvoc. Herodot VII, 22 uoXtsc [isv aüxat, dt tdv ^Ai^cov 
A;s[iov-at xtX. Plinius N. H. IV, 10, 37 oppidum in cacumine fuit 
Acrothoon. Pomp. Mela II, 2, 32 in summo fuit oppidum Acro- 
;thoon. Der Name dieses über Land und Meer weithin sichtbaren 
€400 Fuss hohen Bergkegels ist dem Leser sicherlich aus 
Fallmerayer^B Fragmenten aus dem Orient bekannt, und bedeutet 
gewiss nicht ;, Blumenberg ^, wie PB. und andere meinen (vergl. 
unten über die Deutung 'A^Tjvai = Florentia), sondern ist aus 
der Wurzel a^ oder od, Oo (dodloat, schärfen, spitzen, Ooo; = 
schnell und spitzig, wie coxuc) gebildet, Akrothoon also (niemals 
Akrathoon!) eine Zusammensetzung wie Akrolissos, Akrokorinthos, 
Akrokeraunia. 

Zur Rechtfertigung dieser unserer Erklärung des Namens 
Athos möge der Leser die nachstehende Sammlung von Bei- 
spielen nicht ungütig aufnehmen, wodurch der im Anlaute grie- 
chischer Wörter so beliebte prothetische Vokal a wie er in 
'^'A — {)üj; auftritt, in seiner vielfachen Verwendung auch in geo- 
graphischen Namen nachgewiesen werden soll. Hekataios nennt 
den nördlichen Teil des Ozeans vom Paropanisosflusse an Amal- 
chius (nach Plinius H. N. IV, IH, 94 septentrionalis oceanus^ 
Amalchium cum Hecataeus adpallat, quod nomen eins gentis 
lingua significat congelatum), womit die Sprache der Skythen 
^gefroren" bezeichnet. Hiezu bemerkt W, v, Humboldt, Krit. 



141 

Untersuchungen I, S. 180, A. „In der Benennung Amalchium 
(richtig Amalchius) erkennt man die Analogie von fiofXxr^, daa 
Grefrieren, mit dem a copulativum, wie in aösXcpoc und aAcxo; 
(zu öcAcptc, Xsxoc)» oAstcpo) u. s. w., eine Analogie, welche auf eine 
ursprüngliche Verschwisterung der Sprachen oder auf die Ge- 
wohnheit sämtlicher Völker hindeutet, Fremdwörter umzuformen,^ 
um sie der einheimischen Wortbildung anzupassen.^ Jedoch 
P. de Lagarde, Ges. Abhandl. S. 277, A. erklärt diesen Namen 
einfach so: Hecataeus schrieb afiaaxtov von baktr. hama zusam- 
men und pers. yach = Eis, Plinius verlas a in X. Wir erinnern 
von vornherein an die bekannten Formen margo, a — [ispyacr 
mingo, — fAi^stv, marg, a — fieXystv, öxAaC«> neben xXato, vielleicht 
ist auch miles zu o — |x'.ao; zu stellen, wenn nicht direkt zu skr, 
milämi, cf. mirmillo; „Tausendgänger", wie Th. Mommsen will, 
bedeutet das Wort schwerlich; ferner o-paß7]Aou; neben aaipot- 
ßTjAOü.:, Agias Fr. I, bei C, Müller Tom. IV, p. 292. Der eben- 
falls nur von Hekataios erwähnte akarnanische Ort Au^eta (fehlt 
bei PB.) ist wohl das spätere 'ÄAuCta oder 'AauCsu, Bursian, Geogr, 
Gr. I, 118; ebenda II, 330 'Putitj, 'ApuirT^, 'Püttsc, ''ApüTws;. Bei 
Ahrens, De Dial. dorica p. 50 Atoanjv oder BXta^ifJv und 'OAiaaTjv. 
Bei WelcJcer, Kl. Schriften V, 28, A. ra^iaXa und 'Ax^ffiaXa. Vergl. 
überhaupt Döderlein, De aXcpa intensive. In mehreren Ortsnamen 
aus dem Semitischen wird jenes anlautende griechische a, s, o 
bald vorgesetzt, bald bleibt es weg; so finden wir, als Ableitung 
von dem Namen der grossen phönikischen Göttin Astarte den 
Ortsnamen xa ^Aoiüpa und Itüpa, auf Euboia, d. i. Stadt der 
Astor oder Astarte.^ Sogar im Binnenlande, in Böotien, treffen 
wir ein Astyra. Olshausen bemerkt darüber im Hermes XIV, 
147: ;, Astarte wurde zwar auch von anderen Völkerschaften de& 
vorderen Asiens verehrt, wie z. B. von den Philistern, im Occi- 
dent aber vorzugsweise durch die rührigen Phönizier bekannt 
und durch sie ihr Cultus verbreitet. Zeugnis dessen: die zahl- 
reichen ^Aoropa genannten phönizischen Colonien, deren allein an 
der Küste von Mysien drei mit Sicherheit nachgewiesen sind." 
Bekannt sind auch an der Küste von Latium Stadt und Insel 
Astura, ebenfalls vor Zeiten eine phönikische Station; dann der 
Flussname Stura bei Festus.. Stopac bei Strabon ; Sturium heisst 
bei Plinius eine der Stoechaden an der gallischen Küste, wo 
freilich Detlefsen Iturium schreibt. Ein Derivat iTupaS, Storax, 
aus 'AoTüpaS verkürzt, erwähnt Olshausen ebenda S. 148. Viel- 



142 

• 

leicht ist auch Ztupax'ov, PB. ;,Spitzberg^, zu OTupa$, davon ab- 
geleitet und als der Berg von Stura aufzufassen. Weitere Bei- 
spiele für diesen Vokalvorschlag sind: Kucpo;, ^Ax6(pa^, Mdpöoi, 
"^Aiiapdoi (Strab. XI, 13, 3 ,- Pomp. Mela III, 5, 42 Amardos), Tapvnj, 
'ArapvTj, Homer. IL V, 44; Ilatadc, 'Auataoc, NacpTj, 'Avacpnj, Bursian, 
Geogr. Grriech. II, 517. naiaexo;, ^Anata'.xoc, ZtcXt^öüiv, 'Aotcat^äcüv I, 
211; HspavTta, 'AitspavTsia I, 140; Leukimo, Aleukimo II, 357; 
Rakli, Rakeia neben ^HpaxXew II, 510; Lassaea neben ^'AXaooa II, 
567. Merkwürdig ist die bei Hierokles angeführte Form Atxap- 
>aooo; neben ^AXtxapvaoadc, ebenda lesen wir, in Parthey^a Aus- 
gabe, Adjo3o; und ''AACüooor, So nehmen wir allerdings ^A^otpo^ zu 
4ap. 'Hptöavo^ bringt G. Fr. Unger mit Rhodanus zusammen, in 
der Abhandlung Eridanos in Venetien S. 242, wobei wir indessen 
ivegen des r^ Bedenken hegen und lieber an eine Wurzel rjp = 
väri, Wasser, denken, also ein Synonymkompositum mit 8avd; 
(vergl. Danuvitts, Danastris, 'A7tt5avd(;, ''Poöavdr, Vardanus ,etc.) 
^arin erkennen. Freilich finden wir auch die Verstümmelung 
ßopo aus 'QpüJTcoc, trotz dem cu, wie denn Fiigier, Mitteilungen 
•der Anthropol. Gesellsch. VI, 245, ohne weiteres, mit Zurück- 
setzung des 0), den Namen Ogyges sich zu Clyges verhalten lässt 
wie Obriareos zu Briareos. Wir sehen jedoch in' 'ÖYoyjgc, der 
Uralte, nur eine andere Form .für 'Qxeavor, wovon 'öyigv, coyüy'.o; 
etc. Anders erklärt den Namen Müllenhoffj Deutsche Altertums- 
kunde 1, 61 f. aus dem Phönikischen, als einen Wasserriesen. 
Weitere Beispiele sind : Spalatum, 'AaTraXaiov. H, Kiepert^ Handb. 
der alt. Greogr. S. 359. Süptoc, 'Aaaüptoc, nämlich nach der schwan- 
kenden Auffassung bei den Alten, vergl. Justinus I, 2 Assyrii, 
qui postea Syrii dicti sunt, XXXVI, 2; Kiepert S. 91, dieser 
aber wiederum anders S. 150, A. 4; vergl. jedoch Nöldeke im 
Hermes V, 443 ff. ; ferner Zama, 'ACajia ; Zehetmayr^ Lex. etym. 
p. 16. 147 stellt zusammen Charon, Acheron; 'AfjaXdsta ;,die 
Milde'', 'Afiapaxov, Majoran, Meigram ; amulon, [iuay], Surtr oder 
Svartr zu 'A-psü;. Klausen^ Aeneas und die Penaten S. 122 
leitet den Namen des Riesen Arantes von patvetv ab; Preller- 
■JordaUj Rom. Mythol.. II, 284, A. führen an Remulus, Aremulus; 
Dr. Fligierj Die Urzeit S. 468, stellt einander gegenüber Pulus 
und Apulus, die thessalischen Penesten den Apenesten in Apulien 
und lUyrien. Noch andere vergleichen unter demselben G-esichts- 
punkte die Namen BaXXcovüiioc und ^Aß^sXiovOfioc, die thrakischen 
Apüoai und 'OSpJoat, Tusci (oder Tursci) und Etrusci, Tripolis 



143 

oder Tärabulus und Atrablus. Zehetmayr p. 74 zieht heran die 
verstümmelte Torrn Dipso aus M^rfyi^^ Famich aus 'ATcafisia, 
Sealona aus 'Aa/.aXü)v. Noch fügen wir bei Gnatia und Egnatia, 
Name einer Stadt in Apulien. Pomp. Mela 1, 116 stellt zu 
mons Riphaeus die Arimphaei, vergl. bei Mart. Capella ed. 
Eyssenh. p. 228 ßiphaei montes, Arimphaei. Fott, Etymolog. 
Legenden S. 229 fasst die Bopsi^ovot bei Lykophron AI. v. 1253 
als läppische (!) Steigerung des lateinischen Ausdruckes Abori- 
gines, d. i. autochthone Einwohner eines Landes. Bekannt ist 
ja der angedeutete Wechsel eines anlautenden a, s, o im Grie- 
chischen, besonders im Aeolischen, z. B. in 'Opxofisvoc, 'Epxofievo;, 
^Axa5i(J|jie'a, 'ExaÖ7j|ieta, *'ATAa<;, otXo«;, 'AXtCtt^vt:, ^O^'C^^'v, um so näher 
liegt daher für uns der Zweifel, ob die Namensform 'Epsrpta oder 
'Apoxpta zu gelten habe, ob 'Epü|xvat zu 'Ap'jjiviov gestellt werden 
dürfe oder nicht. Die Deutung ^Ohneweg" für den letzteren 
Namen -bei PB. wird doch niemand ernstlich annehmen. Viel- 
fach ist aber auch eine Abstossung des anlautenden Kehllautes 
erweislich; darnach verstehen Einige vielleicht richtig den oft 
besprochenen Namen KaüXwvta = AüXwvta. Vergl. Meineice zu 
Athenaios IV, p. 185 xaTngvrj = «iit^vt], in der Philolog. Rundschau 
V, 392 über 2xa/jiav8poc und Kafiavöpoc Auch 'Axafia; aus der 
Wurzel xafiiw ist ein echt griechischer Name, Strab. XIV, 6, 1 
Tov 'AxctjiavTa, 2 6 d^ 'Axct/jiac axpa. Hiermit vergleiche man die 
merkwürdigen Formen mit Abfall des X in XatcJ^r^po?, aicj^rjp 'c etc. 
bei ÄhrenSj De dial. aeol. p. 73 ann. 2; ferner Tlcpüc zu ^Icpoc, 
Pherekyd. Fr. 62 ; SicaXaSo; und OaXaSo;, Ixü|i9y] und TüjxcpT], Etym. 
M. s. V. süöcüv, Sipo^Acuv und Tpufiojv, flellan. Fr. 27. 113. 137; 
ebenda laXjiwv und 'AXfiojv, SaXan''« und 'AXaiita oder ^AXaict«, 
Bursian 11, 667; ferner spurcus und TCcpxvoc, d. i. schwärzlich, 
befleckt, niger. Spania und Pania bei Echhel D. N. V. 1, 1, p. 12, 6. 
Mehr hierüber bei Corssen^ Zur Formenlehre der lat. Sprache 
S. 39. Noch erwähnen wir die Zusammenstellung von 'Opla^ 
und Bopsac, asXto; und ßaßsXto; bei Preller, Gr. Myth. I, 316, A. 1, 
und den merkwürdigen Vorschlag in MoXuxpat zu 'OXuxpat, Hekat. 
Fr. 81 ed. C. Muell. MoXüxpstov neben 'OXuxpTj, auch fiaXac zu aX«zc 
aus Dionys. Hai. lib. XII. bei C. Muell. Tom. II, p. XXXVI. 
MoXüßpto; neben 'OXüßptoc, wie im alemanischen Namen Molfenter 
für Olfenter, bei Bacmeister, Alem. Wanderungen S. 65; ebenda 
werden verglichen : die Form neben für in eben, die Namen Nipf 
und Ipf, Nessenbach und Essenbach, Nast und Ast, Notter und 



144 

Adder, Madelberg und Adelberg, Meglofs und Eglofs, Mortenan 
und Ortenau, alles aus dem Schwabenlande. Wir fügen hinzu: 
die „Norken^, vom romanischen orco, lat. orcus; Noppenau, jetzt 
Oppenau, Oppau; Zotingowe, jetzt Edenkoben, Talban für St. 
Alban, Tannabrunn für St. Annabrunn, Aub oder Trab (Unter- 
franken). Das Pentalpha, eine Figur aus fünf Alpha, ist gar 
zu einem ^Alpenkreuz^ verderbt worden; vergl. auch Miesen- 
bach und lesenbach, bei L, Steub, Das bayerische Hochland, 
S. 397. 

Ob aber BtHüvot gegen öovot wirklich den Begriff einer 
„Steigerung" ausdrückt? Auch Ä, Biese zu Catullus 26, 7 ; 31,6 
nimmt Thynia als den alten Namen für das dem Bosporos zu- 
nächst gelegene Gebiet der Bithyni, während Strabon XII, 3, 3 
beide Namen BtduvoJv ts x«zl 0üV(üv auseinander zu halten sucht , 
ebenda 27 bestimmt: ouös 0üvouc oüös B'.öovoüc oüös Bsßpuxa^, 
ebenso Plinius N. H V, 32, 150 Thyni, Bithyni, und Pomp. 
Mela II, 7, 98. 

Nach dieser hier unvermeidlichen Abschweifung kehren wir 
zurück zur Musterung der weiteren ON. aus den Begriffen Höhe, 
Spitze, Fels, G-rat etc. In dem Namen des Berges ^AOox; ver- 
birgt sich eine Wurzel, die seine ragende Gestalt treffend be- 
bezeichnet. ') Die verschiedene Schreibung ''AOooc, 'A^ou)?, un- 
sicher und wohl nur dialektisch ^'Ax&aoc, beweist nichts gegen 
unsere Deutung des Namens; denn bei den griechischen wie bei 
den lateinischen Dichtern wird jener Vorschlag stets als a ge- 
messen, nicht ä, und weist derselbe direkt auf Wurzel aft (vergl. 
skr. adhi = supra), nicht auf avöoc, wie neuerdings auch Tozer 
meint, wenn er p. 363 erklärt: this is justified by its abundant 
flora! Gleichwohl drängt sich auch Tozer das Gefühl des Rich- 
tigen auf, wenn er an einer andern Stelle seiner Lectures p. 169 
den Athos also charakterisiert : like a gigantic roatchtower above 
the Aegaean sea. Nur diese letztere Auffassung können wir 



1) Gerade während Obiges gedruckt wird, geht uns eine Abhandlung zu 
Bich. Nadrowskij Neue Schlaglichter auf dunkeln Gebieten der griechischen und 
lateinischen Etymologie, 2. Aufl. Berlin, Issleib 1888, worin S. 85 der Name Athos 
gleichfalls im Sinne von Berg, Spitze, aufgefasst und die betreffende Wurzel mit 
den weiteren Beispielen a^p, Lanzenspitze, oOepivT], oOepujic = spitz etc. belegt 
wird. Wenn jedoch der Verfasser auch avOoc, Blume, Kraut, als Spitze oder 
Gipfel fasst und mit der Prothese in "AOtuc zusammenbringt, so können wir ihm 
darin nicht beistimmen. 



145 

gelten lassen ; mit dieser allein stimmen auch die alten Sagen 
überein, die nichts wissen von einem blumigen Abhang u. dgl. 
Vergl. Welcher, Kl. Schrift. V, 42 von den Molioniden *'0ooa, 
^Obo<; (nicht = ^Qto;) und ""A^mc, welche diese Berge aufeinander 
türmten; dazu oben S. 80 "Odpüc = a^po;. So bedeutet auch 
M^ü)|i7] in Messenien nicht ^Schönberg^, sondern die steile Burg, 
wie 0ü)fn^, 0oü,uatov. Auch To/s:er zieht p. 51 die Namen 'IdojjjLYj, 
'löaxTj, ^Ibwpia zu t^üc, von der zu t^ abgeschwächten Wurzel a^. 
Die thessalischen 'Al^afxdvs?, ein später in Epirus wohnhafter 
Volksstamm, haben sich schwerlich viel mit Blumenzucht abge- 
geben; ihr Name bezeichnet nach unserer Auffassung einfach 
ein Bergvolk oder Waldbewohner, wie Hernici, Carni, 'Oöpüoat 
und ähnliche Namen in. grosser Zahl. ^A^toc verhält sich dem- 
nach zu dem Kompositum 'AxpoOmov, als ON. gewöhnlich 'Axpo^tuoc, 
wie Atooo; = Xl^ izi-cpri zu 'AxpoXtaooc. Jene Zusammensetzung 
beweist zugleich, dass die beliebte Ableitung von 'Axir, 'Att — , 
''AT^aoc = '^Ad(oc, unrichtig ist, wegen der Beschaffenheit des 
Vorschlags. Auch der attische Demosname 'Adfiovta, *'AOfiovov 
gehört wahrscheinlich hierher, indessen ist bei diesem der Anlaut 
nicht sicher. 

Inzwischen ersehen wir aus dem 1. Heft der Fleckeis. 
Jahrbb. für Philol. 1888, S. 1 ff., dass C Angermann zum Stamme 
adh noch die folgenden Beispiele beibringt : KaXaOtov, Name eines 
messenischen Berges, Pausan. in, 26, 11 ; Calathassa, thessalische 
Stadt, Liv. XXXII, 13; 'Apysa^at, eine arkadische Ortschaft, 
Pausan. VIII, 23, 7. Wenn Angermann aber ebenda S. 3 als 
Entwickelungsreihe aufstellt: 'A^i^vat, 'Ax&t^, 'Attixt;, weil 'Adi^vat 
sich am frühesten in der Literatur nachweisen lasse und 'At^t<; 
nichts weiter als die Koseform für 'Adrjvai(; sei, ''AJ^i^vat also eine 
Kurzform sei, ;,weil die Form 'AÖ7]vaia schon als Name der Göttin 
fixiert war", so können wir nicht beistimmen. 

Ohne für jetzt auf die vielen angeblichen ^Blumenau", 
;,Blumenstadt^ im alten Hellas einzugehen, wünschten wir an 
dieser Stelle gleichwohl den glorreichen Namen 'AO^vat näher zu 
erörtern. Die Ableitung desselben von avOoc rührt bekanntlich 
von Loheck her, der als Uebersetzung Florentia vorschlug. Wir 
hegen jedoch, auch abgesehen von der Etymologie, starke Be- 
denken gegen jede unbestimmt allgemeine oder abstrakte Deut- 
ung uralter ON., selbst dann, wenn dafür eine so ansprechende 
Analogie wie Florentia Martis sich anführen lässt: denn diese 

Grasberge r, Ortsnamen. IQ 



146 

Gattung von Namen wird erst in den späteren und spätesten 
Zeiten gebräuchlich, beziehungsweise durch autokratische Willkür 
eingeführt. Athen aber,' mit seiner AkropoJis, nach seiner Lage 
im bergreichen Attika, kann unmöglich von dem Blumenteppich 
einer späteren städtischen Kultur benannt sein. Beinahe komisch 
wirkt auf den Leser der Eindruck, den die Anstrengung Tozer^s 
zu Gunsten der hergebrachten Auslegung des Namens macht. 
Von welcher Seite auch wir uns der Stadt nähern, bemerkt er, 
immer haftet unser Auge auf einer Gruppe von schroffen Fels- 
hügeln, mit dem hochragenden Felsenaltar der Akropole in der 
Mitte, aber von Blumen ist nichts zu sehen. Die Bauern haben 
sich belehren lassen, dass der Name der Hauptstadt auf Blumen 
hindeute, allein, sonderbarer Weise findet sich keine Spur von 
Blumen ! i) Man vergleiche noch bei Bursian II, 71 Anthana ; 
auch Zehetmayr stellt p. 8 den Namen 'AOt^vy] zu andh, av^o;, 
Iduna, Ed, Roth gar zur ägyptischen Neith, endlich Max Müller, 
Essays II, p. 161 zu skr. Ahanä, einer Göttin, der auch äi^^ti, 
ApoUon's Geliebte, ihren Namen verdanken soll ! Neuestens be- 
merkt Nadrowski a. a. 0. S. 101 sehr passend, gegenüber der 
Annahme, dass der Name der Göttin jünger als der Stadtname 
und von diesem erst abgeleitet sei, dass ja die Göttin in der 
griechischen Mythologie eine Hauptrolle spielte und von sämt- 
lichen griechischen Volksstämmen hoch verehrt wurde. „Schwer- 
lich konnte eine blosse Lokalgöttin jemals zu so grossem Ansehen 
gelangen, ausserdem würde noch das thatsächliche Vorhandensein 
so vieler (9) gleicher Städtenamen einer Erklärung bedürfen*'. 
'A^yJvYj, 'A&r^vaiY] gilt ihm als Bergesquelle, Bergquellnymphe, 
Wassergöttin ; auch IlaXXac stellt er zu pal (Fels), vad = lad 
(Wasser), yXaüxwiit; zu yXaüxo; und Wurzel ap (Wasser) ; ja 
sämtliche Mythen und Beiworte der Athener sollen nach Nadrowski 
ihre Wesenheit als Wassergöttin ergeben! Nun wird aber doch 
ausdrücklich Athene unter andern Benennungen auch als die 
Schutzgottheit der das Land beherrschenden Höhen 



1) Tozer p. 161, indem qx Loheck beistimmt: The favourite epithete of the 
place was „violed crowned" (loorecpavoi). It is a cnrioas coincidence, that the 
peasants' modern name for Athens is Anthena. The call it Authena, the flowery, 
bat it has no flowers. Dann mustert er die dortige Flora und schliesst an anderer 
Stelle p. 246 zur Ueberraschung des Lesers mit den schwerwiegenden Worten: 
From whatever side yon look, the eye rests on the gronp of craggy hüls* 
in the midst of which Stands np conspicnous the altar rock of the Acropolis. 



147 

bezeichnet, daher der inschriftliche Ausdruck Tac'A&ava; sv Kpav«ztc. 
Wie eine neuausgegrabene Inschrift in Elateia bezeugt, erstreckte 
sich der Kult der auf den Höhen Verehrten, 'A^vata, bis in die 
Kaiserzeit herab ; ein Tempel der Athena Kranaia oder Kranaa 
daselbst ist also für uns ein deutlicher topographischer Finger- 
zeig, vergl. Wochenschrift für klass. Philologie 1887, S, 1238. 
Die Benennung erinnert uns sofort an jene bedeutsame 'AOr/^at 
xpavaat bei Pindar Ol. VII, 151 ; Aristoph. Av, 123. Ganz im 
Einklang mit den Bodenverhältnissen der nächsten Umgebung 
bezeichnet demnach der Name Athen eine Hügelstadt, oder viel- 
mehr die Stadt auf und an den Felshügeln. Neuestens weist 
Georg Meyer, Die Karier S. 11, die Namensformen 'Al^i^vcit, EuOyJvai 
oder EüftTjvat und Eüxavrj auch in Karien nach, die abermals an 
skr. dhanu = coUis erinnern. Merkwürdig ist auch die Erklär- 
ung bei Pseudoplutarch de fluv. et mont. nominibus VIII, 12 
'AOTjvatov opoc ?Aaß8 t>]v Tcpoorjoptav «tco 'ABigvotc' fJtSTCt -^ap -r]v tou 
'I/io'j Tccp&Tjoiv AtOfi>Jör]c SIC ^Apyoc 'iTcooTpsij^a;, eic xov KspaJvtov 
avsßY] Aocpov xat xsjisvo; 'AOt^voc; xaxaaxsuaiac to opo; aicc tt^; Osa; 
'AÖY^vatov |x£T(ovo|iao6v, also ein Kspaüvto; X&90C in Argolis = 'A^- 
vaiov opöc 

Nicht zu übersehen ist übrigens die Mehrheitsform des 
Namens 'AOr^vat, denn dieselbe ist höchst charakteristisch und 
nötigt uns hier abermals zu einer speziellen Erörterung. Da 
wir die Erklärung der Pluralformen griechischer ON. durch 
E. Curtius als bekannt voraussetzen dürfen, so möge hier ein 
neuer „Erklärungsversuch'^ von Johansson erwähnt werden, in 
Bezzenberger's Beiträgen zur Kunde der indogerm. Sprachen, 
Bd. XTTI, S 111 ff. (1887): Pluralia tantum von Ortsnamen im 
Griechischen und Lateinischen. Nachdem der gelehrte Verf. 
zuerst sachkundig bemerkt hat, dass die Ursache solcher Be- 
nennungen oft in den Völkerschaften, Umgebungen, Teilen etc. 
zu suchen sei, betont er die Unklarheit der meisten Namen, 
;,wenn nichts in ihrer Bedeutung und der geographischen Lage 
der betreffenden Orte für einen ursprünglichen Plural zu sprechen 
scheint^. Anstatt nun aber eine Erklärung in letzterem Sinne 
zu versuchen, wie man sie doch für Städte erwartet, bei denen 
Synoikismos oder Ausbreitung durch Vorstädte, Hafenanlagen 
etc. beglaubigt ist, wendet sich der Verfasser sofort zu seiner 
These, dass ;,mehrere mehrzahlige ON. ursprüngliche Lokative 

Sing, sind, die bei dem allmählichen Schwinden der Lokative 

10* 



148 

inissverstanden und nur infolge der äusseren Grleichheit der 
Form als Nom, Plur. angewendet worden sind/ Also wäre 
AsAcpoi = in der Schlucht, wie otxot, 'la^jiot, nicht ;,die Schluchten ^^^ 
Müxijva'., Fundi, Velitrae ^in der Thalstadt^^ Besonders originell 
wird der Name 'Adi^vat = .,in der Mittelstadt^ erklärt; mit Bury^ 
(Bezzenb. Beitr. VII, 340) leitet e7bAa>i55on denselben ab aus der 
Wurzel medh in fisa(o)oc, lat. medius, skr. madhya, und ver- 
gleicht andere griechische Namen, unter denen ihm besonders 
Ms&ol'/Tj wichtig ist. ;, Diese beiden Namen liefern nicht nur ein 
gutes Beispiel für die Erscheinung des qualitativen Ab- 
lautes fisdo) — V — , aÖT] — V — , sondern sie sind auch von Wert für 
die Beurteilung des quantitativen Ablautes in zweisilbigen 
Basen, wie gne' (gna, gno, yvigotoc, lat. natus, yvcDio;). 'A^tj -v 
fasse ich als einen Lokativ auf — v (ohne — tj, ^AOy] — v bedeutete 
ursprünglich „in der Mitte-^; davon ist ein Adjektiv aOTjvo; ;,in 
der Mitte seiend" abgeleitet und ^AOt^'väi (itoXst) z. B. bedeutete 
^in der Mittelstadt". Als es nicht mehr als Lok. verstanden 
wurde, wurde es als N. PI. aufgefasst, cf. fisoat uoXct, „vielleicht 
benannt nach der geographischen Lage und der bedeu- 
tenden Machtstellung in dem Bunde von Städten, zu dessen 
Haupt Theseus nach der Sage Athen machte." Es ist nun aller- 
dings richtig, dass für eine ganze Reihe solcher Städtenamen 
auch eine Singularform gelegentlich erwähnt wird, wie Oapa für 
Octpai, ÖTjßa für ©i^ßat, ©soicia oder ©soiita für 0S37itoct, Alya für 
Aiyat, ^Aßa für 'Aßat u. s. w. Schliesslich ist ja doch der Sin- 
gular als die ältere Ausdrucksform vor dem Plural in jeder 
Sprache zu erachten. Oder wann hätte denn der menschliche 
Geist den Begriff von Göttern erfasst, wenn er nicht vorher den 
Begriff von Gott erfasst hätte? Die Entwickelung aber führt 
von selbst dazu, dass ein Plural unentbehrlich erscheint, wie in 
dem bereits angeführten Falle mit dem Stadtnamen naipai. Aber 
auch so kann einfach das Bedürfnis einer Personifikation oder 
der poetische Sprachgebrauch immer wieder die Singularform 
eines Namens ins Leben rufen, bezw. zurückrufen. Vollends bei 
den lateinischen Namensformen von Geschlechtern und Stämmen^ 
wie Volci, Falerii, Tarquinii etc. ist die Frage noch verwickelter 
und wie uns bedünkt, noch lange nicht spruchreif. Wieder 
andere Namen, wie die Neutra plur. Msyapci, llaxapa etc. ent- 
ziehen sich von vornherein einer solchen Lokativanschauung. 



149 

Die Alten brachten Msdcüvr^ in Verbindung mit einem mythi- 
schen O'vsüc, so dass wir nach Strabon u. a. mit der Lokativ- 
deutung Weinbergen immerhin etwas davon trügen ; nach der 
obigen Auslegung allerdings wäre Methone geradezu ^mediati- 
siert", möglicherweise auch der Name 'AOi^vat auf den gemeinen 
Begriff Stadt herabgesetzt. Nachdem wir nun aber die Ver- 
gänglichkeit einer „blumigen Aue" hinnehmen mussten, bleibt 
uns lediglich der eine Trost, dass wenigstens ^the craggy hills^ 
von Athen solchen radikalen Angriffen Stand halten, und wahr- 
scheinlich noch Stand halten werden, wenn einmal im Jahre 2888 
ein wurzelsuchender Grelehrter unsere klobigen Namen Regen- 
stauf, Donaustauf, Hohenstaufen, Hohenbogen, Kampen etc. ihrer 
Lokativfcrmen wegen zu allgemeinen, abstrakten und nichts- 
sagenden Wortschemen abzuschwächen versuchen sollte. 

Als Hügelstadt oder Stadt zwischen den Hügeln fassen wir 
ferner auf, entsprechend den Bodenverhältnissen, den berühmten 
Namen 0fßat, der übrigens ganz naturgemäss nicht nur in 
Böotien, sondern auch in Thessalien, Troas, Phrygien, Lykien etc. 
sich vorfindet, gleichwie bei uns zu Lande all die bekannten 
mit Berg, Burg, Bühl, Büchel etc. zusammengesetzten ON. Man 
vergleiche auch ITspy — und keltisches brig oder breg = altus, 
arduus, Artobriga = Steinberg, Magetobriga, Bregenz, Steinbüchl. 
Bei Glück, Die kelt. Namen bei Caesar S. 126, und Förstemann 
a. a. 0. S. 259. 304 steht eine stattliche Reihe solcher Namen 
zu Diensten. Freilich ist in vielen Fällen der Zweifel berechtigt, 
ob wir uns bei ihrer Erklärung auch noch auf historischer Grund- 
lage zu schaffen machen. Gregenüber den Nachweisungen der 
neueren Aegyptologen über die Reihe von Jahrtausenden, welche 
die älteste Kultur und Geschichte des Nillandes für uns um- 
schleiern (Erbauung der grossen Pyramide von Memphis um 
4500 V. Chr., um dieselbe Zeit bereits eine Ausbesserung des 
Kolossalbildes des Götzen Hu, von den Griechen Sphinx genannt, 
vergl. oben S. 16. 22), könnte es geradezu eine Vermessenheit 
scheinen, über den Namen des ägyptischen Theben oder über 
eine Wiederholung desselben unter den Hellenen eine be- 
stimmte Vermutung geltend machen zu wollen. Nach der Mei- 
nung des Prof. Dr. Lauth (vergl. ;, Altgeographisches vom Mittel- 
meer", Beilage der Allg. Zeit. No. 95, 5. April 1888) wäre frei- 
lich die Aegyptologie ausschliesslich dazu bestimmt und fähig, 
in diesen Dingen die endgültige Entscheidung zu liefern. Nach 



160 

Vergleichung der uns vorliegenden historischen Angaben tragen 
wir indessen kein Bedenken, den altgriechischen und altitalischen 
Namen Sy^ai, Tebae bei Reate etc. in der Bedeutung, wie sie 
bei Varro de re rust. III, 1, 6 = colles bemerkt ist, auch unsrer- 
seits anzunehmen. ^) Neugriechisch heisst Theben na>wata Or^ßa, 
gesprochen Phiva. Auch Bursian Geogr. Griech. erklärt Theben 
aus dem sabin. teba = collis; wir erinnern auch an Dikaiarchos 
I, 12 xaOüSpoc 7:doa, y)^iüpi ts xal YscoAOcpoc. Dagegen stellt Anger- 
mann a. a. 0. S. 25 den Namen zu Wurzel dhab, ^tßpoc, dhabra, 
latein. faber. Wir halten uns jedoch an \/ tib, tif, Tibur, Ti- 
burnus, Tifata, Tifernum, und fassen den Namen Tiber auf als 
;,Gebirgsstrom^, sowie die Namen der verschiedenen Tabai im 
Sinne von Felseck, vergleichbar dem bei uns häufigen Namen 
Vils = Bergfluss, auch Fels, saxum. Andere seltsame Erklär- 
ungen kann man bei PB. nachlesen. Ueber das Kastell ÖTjßaoa 
in Kappadokien, dessen Name ^ Flügelstadt" bedeutet (armenisch 
thjev = Flügel), also griech. ÜTspta, vergl. A. D. Mordtmann^ 
Sitz.-Berichte der Münch. Akad. 1861, I, S. 177; ebenda wird 
S. 179 ein örjßaaa in Lykaonien erwähnt. Mit unserer obigen 
Auffassung scheint übereinzustimmen der homerische Ortsname 
'Yico^rßa'. 11. II, 505, der nicht etwa mit latein. suburbanum 
identisch ist, sondern vielmehr dem Tibur supinum bei Horaz 
entspricht, vergl. Plinius N. H. IV, 3, 8 Thebis quae Corsiae 
(oben S. 134) cognominatae sunt iuxta montem Heliconem; 7, 15 
quae cognominantur Boeotiae Thebae; 8, 29 Thebae Thessalae. 
Mit dieser umständlichen Benennung "^Y-noÖT^ßai lässt sich eine 
andere gleichfalls homerische passend vergleichen, öv'ßvj 'YitoitAaxtuj, 
ferner Namen wie o 'Y7tdxpY]fxvo;, ein Ort in Jonien ; 'YTcoxaXxt;, 
ein zweiter Name der ätolischen Stadt Chalkis, von ihrer Lage 
an einem Berghang ; ^YitatTcuj oder xa ''Yuai-na, Stadt in Lydien am 
Südabhang des Tmolos, richtig erklärt von Steph. Byz. u-no xo 
aiTCo;, während die Ableitung von ucpoc, ucpatva» für uns nichts 
anderes bedeutet als ein redendes Wahrzeichen dieser Stadt, 
von der ;, Weberin^ Hera hergeleitet (Panofka a. a. 0. S. 9). 
Der Name ^Yfxoxpr^jivoc gemahnt uns abermals an die weitgreifende 
Wurzel xap oder xpa (S. 131) in ot Kpr^fxvot, Name für ein Volk 



1) Vei'gl. Steph. Byz. Taßai, dico tou eul iteTpa; oixetoOai xtX. Welcher, Kl. 
Schriften V, 10 ; G. Curtius, Grundztige der Gr. Etymol. 5. Aufl. S. 367 und 485 ; 
Prellei 'Jordan, Rom. Myth. 3. Aufl. S. 131, A. 3. 



151 

oder eine Landschaft und Ortschaft zugleich, Herodot, IV, 110; 
Ptolem. III, 5, 12 Kp>3|xvol ^ Kvrjix'y] T^oh;, worüber der unten fol- 
gende Abschnitt § 7 zu vergleichen ist. Weitere Formen der- 
selben Ableitung und Bedeutung sind tJ Kp-^fiva oder KpTjVva, er- 
halten im Namen des Dorfes Girme am Fuss eines Felsberges, 
vergl. Hirschfeld a. a. 0. S. 298 ; auch auf Münzen. Dazu Kpyjfxvta 
(anders aber KpsfiaoiT] vergl. unten), Kpcufxva, Steinberg, als Burg- 
name schon in der Ilias II, 885 erwähnt ; ferner o und -q KpüJpo<; 
und ot Kp(M|ivot, in Paphlagonien ; Plinius N. H. V, 32, 143 Cronia (?j; 
VI, 2, 5 Cromna. Wahrscheinlich ist auch der Name Kreml 
hierher zu stellen; in altrussischen Schriften hat Krom die Be- 
deutung Gehege, „Veste^, daher die Formen Krem, Kremnik, 
und als jüngere Kreml, womit man vergleichen kann Kremnitz, 
Kremenez, Krementschug u. a. (Egli^ Geschichte der geogr. Na- 
menkunde S. 163). Der Name 'YiiatTca ferner erinnert uns an die 
Ortsnamen Alreo, Wt^ziol oder AksTa, AtTricv = flochstadt, Hoch- 
heim, wahrscheinlich auch identisch in der Form Aliiivov und 
^Httsiov, am bekanntesten ist Ani'.ov, die Hochstadt der Minyer in 
Triphylien, an der Strasse von Heraia nach Samikon. Für uns 
ist auch die Verbindung atTiuxpr^poc als Prädikat = hoch auf den 
Bergen gelegen, bei Aischylos, von Interesse, vergleichbar mit 
'AxpoxoptvOoc, bei Nonnos atiiuXocpoc. Hieran schliessen sich von 
selbst, ihrer allgemeinen Bedeutung nach, die Ortsnamen "'Y^ot, 
^Ytj^oö; , eine Bergeshöhe Hypso bei Valerius Flaccus I, 366; 
'Yicipsta, ^YTcatTj, la '^Yicaia, ^YTispTjota, lauter Namen für hochgele- 
gene Städte, Berge, Quellen etc. ^0 "'Yitaxoc, auch to "'Ytcoctov opo;, 
ein Berg in Böotien; '^Yxxapa, Stadt in Sizilien, jetzt Carini ge- 
nannt. Nach derselben Anschauung ist wohl benannt at 'EmTioXat; 
ein Stadtteil von Syrakus, „Oberhausen^; vergl. ubar bei Forste- 
mann, S. 1494, vielleicht auch 'ETctSajüivoc und 'ETrtöaopoc^ worauf 
wir später zurückkommen werden. Wir erinnern bei diesen 
Beispielen noch einmal an unsere Namen Bohl (ßheinpfalz), 
Bühl (Baden), Bichl (Oberbayern), Kirchbichel, Brennbichel, 
Kitzbichel (Tyrol), Dombühl, Dinkelsbühl, der ;, windische Bühel^ 
zwischen Mur und Drau ; ferner an ital. Poggio Imperiale, Poggio 
alla Croce etc. bei Florenz, poggiajuoli = collicolae. 

Weiterhin gehört hierher der Name mehrerer Bergfesten 
OixotXt«. PB. erklären ;,Lauffen^; vergl. die Stadt Laufen an 
der Salzach, die jedoch von einer dortigen Stromschnelle benannt 
ist, oder Lauffen am Neckar; merkwürdiger Weise heisst übri- 



152 

gens im Munde des Volkes der Rheinfall bei Schaffhausen noch 
beute ;,der grosse Laufen^. Also von oXx^o^oli = xpsxs'.v, -nopsüsaOat? 
gewiss mit Unrecht, um nicht zu sagen mit unfreiwilliger Komik. 
Bei Oichalia findet sich gewöhnlich das Prädikat einer hochge- 
legenen Feste, so lesen wir in den Trachinierinnen des Sophokles 
allein von dem trachinischen Oichalia die Beiwörter 8'.yjvs|io;, 
ü^tiiüpYO?, aiTCEtvr]. Daher denn das messenische Oichalia später 
auch den bereits erwähnten Namen Kapvaa'.ov führen konnte. In 
demselben Sinne fassen wir auf iq ""O/rj oder J ^^Ox^^C, ein Berg- 
name. PB. erklären ;,ScheIlenberg^, mit Berufung auf eine 
mythische ox^i'a oder jüit^'.c daselbst, was am Ende gar, in ehr- 
liches Deutsch übertragen, den Berg der ;,Beschäler^ bedeuten 
würde. Schon Welcher^ Kl. Schriften III, 376 ff. 392, hatte über 
diesen Berg Ocha ob Karystos in Euboia mythologisiert: ox«, 
ö/j] (OopvaS!) dizo TT^; oxsiac, von der Hochzeit des Zeus und der 
Hera, daher ein Fest bei Hesychios ^Hpo'xta, also der ;,Sprung- 
berg" oder der Hochzeitsberg. Ebenso in Bd. V, 15. In dem 
gleichen Sinne hat man auch den Namen xo Asxtov, ein Vor- 
gebirg in Troas, zu deuten gesucht. Ueberhaupt galten ja die 
Bergspitzen als dem Zeus heilig, wie längst bemerkt ist. Wir 
verstehen jedoch den Namen Oche einfach von der schmalen 
Felsenspitze mit einem alten Tempel. Dieselbe Wurzel erscheint 
in o/ßpozj sx'^po^ = fest, davon der Name ^Oxupwfia der Akropolis 
von Jalysos auf der Insel Rhodos und die ON. mit Seg — (vergl. 
unten S. 156). Aber auch 'Exstat dürfte hierher gehören und nicht 
mit PB. als ;,Stadt der Habe'' aufzufassen sein, vielmehr wie 
^Ox«, 'Oxs'.ai. Dagegen ist der anklingende Name *Oyxo^ zu ver- 
stehen 'Ayx^'^j \\vaxorj = Ausguss; PB fassen auch 'Ovoxtovo; als 
Flussnamen in dem Sinne von Oiv6yii)',o; = Schwarzrinne, Schwarz- 
trichter, also wie tj Ilspxo/TY] = Schwarzbach, beiHerodot V, 117. 
Ebenso ist 'O^x^^o'^^^, dessen Lage wenigstens nach Strabon's An- 
deutung IX, 2, 33 schon im Altertum nicht ganz sicher war, 
dem Anschein nach zu 'Oyyor^ zu stellen, nicht zu "^Oyxa, ''Oyxat, 
^Oy/tov. Prellerj Griech. Myth. I, 125. 127 vermutet freilich in 
der alten 'A{>r^vd ''O^'xa von Theben eine Nebenform von 'öxsavo;, 
'Ö,'üY>jc, auch Kiepert im Handbuch der alt. Geogr. S. 30, A. 1 
denkt zweifelnd an 'Öyrjv, 'QxEavo; = Kreis ; man vergl. indessen 
PB. unter 'Ayx^^i imd 'Afifiox^^*^^^- Vorsichtig erklärt Panofka 
S. 13 den Namen aus oyxo^ =^ Geschwulst (hiefür lässt sich an- 
führen Eustath. Comm. ad Dionys. Perieg. 287, ed. Did. p. 266 



153 

opoyxoc töiaC'^oaa A£$t; eottv .... Ö>j/w0t 8s Tr]v lou opoo; i^oyxcootv 
xal avataotv) im Sinne von xüjuta, daher Onchestos der Sohn des 
Poseidon ist, mit Verweisung auf das Onkeion in Arkadien. 
Noch deuten PB. den Namen at A-^X'-^iai als Nahberg, eine Berg- 
gegend in Arkadien, von ox, 0X^^^> ^Iso 'OYX^i^^o?? 'Oyx^^ojxo; = 
^A-^x^i^l^^^l bei Toj^er steht gar ^\YX^^fAO^ ^^^ lesen, its name from 
its neighbourhood («yxO to the city (!) p. 57; dann 'Ayx'-^l^^'c von 
^A'{xior^<; (!), wie denn bei Dionysios Halik. I, 32 'Ayx^'oo^ Xt.aifjv 
begegnet; was übrigens alles stark erinnert an die etymolo- 
gischen Spiele der von uns wiederholt erörterten G-attung. Nach 
' Forchhammer ^ Hellenika S. 172, wäre der Name 'O^x^^oto^ zu ver- 
stehen von dem Gurgeln des unter dem Sphingios-Hügel in 
die Katabothra eindringenden Wassers, also wie^O-jfxTjoToc von 

Zahlreiche Benennungen griechischer Orte entsprechen hin- 
wiederum unsern Ausdrücken Abhang , Vorsprung , Anhöhe, 
Hügel etc., ohne dass jedoch damit geradezu ein Begriff wie 
Berg oder gar Bergspitze bezeichnet wird. Vergl. die Ansprache 
bei Sophokles im Philoktet Vs. 936 tu Xifxsvsc, (oTcpoßXTJ^TS^, oT 
£uvoüo:'at | Or^ptov opstcDV, (J xaTappcGysc itsTpat! Besonders be- 
liebt ist bei einzelnen Dichtern, wie bei Quintus Smyrnaeus, als 
malerischer Ausdruck -npcüv = Vorsprung; vergl. auch Cpcuv als 
Berg in Argolis, und bei Lykophron Alex. vs. 968. 1069. 1237 
Kiaoou Tza^ atuuv itocuva. Nur der Form nach unterscheiden sich 
die ON. Dpr^cüV, Cpaiva, Ilpüjvat, llpco'vtoi, üpdlvvoi oder Ilpwvvot (auf 
Kephallenia, Kiepert S. 296, Biedermann S. 61), in einer Neben- 
form oder auch blossen Verschreibung Ilpovvot, d. i. Höhenstadt, 
latein. CoUina, auch zol Ilpcüava. Schon E. CurtiuSj Zur geograph. 
Onomatologie S. 151 stellt die 'einschlägigen Ausdrücke für vor- 
springende Teile der Küste zusammen: iipoTcooc, itpopAi^c, TipoßAr^^a, 
^poTOUTOüoai axpat, iipo)V£c ?Soxoi, itTspuS ; vgl. auch Bursian II, 102, 
•A- 2. Mit Ttpvjoiv, 7:pr/;rc, pronus, iipavig.:, z. B. ein Fels, der 
»öberküppt" oder überhängt, verbinden wir den Stadtnamen 
I^i'^teneste, bei Vergil. Aon. VII, 682 altuni Praeneste, also „Hoch- 
heim"; ebenso den Namen eines attischen Waldgebirges llapvr^c 
odoi: napv>3&oc, ferner Ilapvaoo? oder Parnassus^). Wir zweifeln 



1) Tozer bemerkt p. 54 mit Nachdruck zu diesen Namen : The names which 
^e find in Parnes, Parnon, Parnassus, are thought by some to be derived from 
najk'v — ^ith the same change of x into i: which is seen in itoTe for xote and 7cü>c 



154 

nicht darüber, dass auch der Name der theBsalischen Stadt Ilpdc 
von ihrer Lage am Bergeshang abzuleiten ist und nicht von 
ictfiTipr^jüit als „Brand ^, wie PB. wollen. Aehnlich ist benannt 
Cpooxiov, Stadt in Aetolien, am Abhang des Arakynthos ; ein 
älterer Name derselben war nüAiiJvr^, doch wohl soviel wie IloXat ^ 
wahrscheinlich auch 'A-nsoa; opor, Mons pendulus bei Statins 
Theb. III, 465, womit sich unser „Pendling*^ bei Kufstein im 
Unterinnthal vergleichen lässt. Vielleicht gehören die Namen 
üptoXa?, üptoActo;, np'.oAa-noAi; hierher (vergl. oben üptcov ^Säge- 
berg^), nicht aber zur Wurzel pri = lieben. Ob auch üptr^vT;? 
PB. erklären freilich ;,Kaufungen^. Jedoch die wichtigste und 
bedeutsamste dieser Benennungen von Vorgebirgen, „Ausläufern^ 
u. dgl. ist 'AxttJ, das jonische Lieblingswort für „Halbinsel^, wie 
Kiepert S. 318 sich ausdrückt, richtiger wohl im Sinne von Fels- 
gestade, Felsküstenland aufzufassen. Wie sich axn^' von aiytaXo; 
unterscheidet, lässt sich schon aus Pausanias II, 34, 9 erkennen : 
ai^iaXo; xe TcotpTJxsi x^; njTCctpoo fiTjvostÖTjr, xal «xxt^ fiexci xov aiYt^Xov 
iict noactdtov, ix OaXaxxYj^ jisv apxofASvyj xi^c iipoc avaxoXi^c xxX. ^). Zwei 
andere Namen für Uferland, Küstenland, der alte Name Sxspta 
(Hesych. ox£poc = X£poo^> «xxtj, aiyiaXoc) und der in späteren Zeiten 
vorherrschend gebrauchte ^itstpor, sollen hier blos erwähnt wer- 
den. Wegen der Wortform 'AxnxT^' (noch in der Parischen Chronik 
findet sich 'AxtukJ) vergl. man Beispiele wie Auxxo; für Aüxxo; 
etc. Im Uebrigen bezeichnen die Ausdrücke für Ufer, so weit 
wir sehen; sämtlich einen Abhang, ein Ansteigen des Bodens 
oder einen Absturz, wie unser Ufer selbst (uf = auf), wie xXixü;, 



for xü>;: if this is considered, inadmissible, they must be connected with icpoSv,. 
TcpavTJ; and similar words, so that they will still express a corresponding notion 
of „proiecting rocks". 

1) Umständlich und genau erklärt den Begriff Tozer p, 71 dxTij, extensives^ 
tracts projecting into the sea, and usually distinguished from chersone-^ 
SOS by being joined to the continent, not by a narrow isthmus, but by a broad^ 
base, though in one remarkarble instance, that of the peninsula of Mount Athos^ 
which was called Acte, this does not apply: usually also flanked by rocky*^ 
coasts, though (here again there is an exception in Actium, "AxTtov), the scene o^^ 
Augustus gr%at victory, which is level. The most important of thes«i tracts wer^v 
Argolia, which was called the Argolic Acte, and Attica, originally 'ArctxiJ an^K 
AxTT). Auch Oberhummer macht neuerdings (Akarnanien S. 23 f.) darauf aufmerk^ — 
sam, dass die gewöhnliche Benennung von "Axnov im Sinn eines Vorgebirgs falsclrv 
st, es dies thatsächlich eine ganz flache durch Anschwemmung des Meeres g» " 
bildete Landzunge. 



155 

latein. litus, Liternum, ^tc, ahd. dun, ora (vgl. Ort, adh. margo)^ 
ripa zu rob = Rand, rübb = Geröll, IpstTOc, in Graubündten Eofla* 
Bekannt sind allgemein die Benennungen axpa» und axp(«Ti7pia 
für Vorgebirge. In Betreff ihrer besonderen Bedeutung für die 
griechische Schifffahrt, dann als Gränzmarken, müssen wir ein 
für allemal auf den wiederholt angeführten klassischen Aufsatz 
Von ^. Cwr^ti*^, Götting.Anz. 1861,8. 143 ff., ;,Beiträge zur geogra- 
phischen Onomatologie der griechischen Sprache^ verweisen ^). 

Eigentümlich ist die Bezeichnung Bcofiot, d. i. Altäre , für 

einige Hügel in Aetolien; jedoch hängt dieselbe doch wohl mit 

Wurzel ßa, ßaot; Gang, ß>jXoc Stufe, Schwelle, ßi^fia Tritt u. s. w. 

zusammen. Als eine weitere Gruppe von Bergnamen mögen hier 

die folgenden sich anschliessen: o Ko90(;, Berg und Ortschaft^ 

'Axücpac (vergl. S. 142), lxoü|jißoc Bursian I, 49, Sxoutioi eine Stadt 

der dardanischen Eparchie, nach Hierokles rec. Parthey p. 16; mit 

Unrecht stellen diesen Namen PB. zu S/ottoi, Sxo-nta = Wartburg^ 

wir deuten ihn als Hollfeld, von xoocpoc, cavus. Ob auch o l-Koii^ 

ßpoc, t6 Sxofißpov, das Vorgebirge Ixo/ißpaota auf diesen Begriff 

oder mit PB. auf die Sprotte, Makrele, zu beziehen sei, bleibt 

uns zweifelhaft. Küvftoc, i?» bedeutet Finsterwalde (vergl. unten 

Sxta&o;), wenn Hesychios richtig glossiert hat xov&avsi = xpüictst. 

Offenbar zu demselben Stamme gehören Zcfxuvöo; und 'Apctxuv^ory 

Bursian II, 378, 452. Während aber PB. letzteren Namen von 

*^Apaxoc (vergl. oben S. 110 Zapag oder Zipr^^) ableiten und mit 

«Falkenberg" übersetzen (doch nicht = 'Apaxoxovöo;?), bekennen 

wir uns vielmehr zur Ansicht 0. Gruppe^ s (Wochenschrift für 

klass. Philologie 1886, S. 1543), in Zaxüvftoc wenigstens (wir setzen 

hinzu: vielleicht auch in 'Apaxov&o;) sei eine Verstärkung von 

xuvBoc, also ein rein griechischer Name, zu erkennen, in beiden 

Namen aber verschollene Kultusnamen des ApoUon, da ZcfxüvOoc 

nd Küvdo; fast regelmässig in Beziehung zum ApoUonkult vor- 

ommen. Für die Form Zaxüvöo; findet sich übrigens auch 

Zöxav^oc und "häufig als Münzlegende die Form ZAKAN0A, jedoch 

der Anklang des Namens an die echtiberischen Formen Saguntia 

egontia, die sich im inneren Spanien öfters finden, ist schwer- 



1) Auch Tozer hebt p. 73 diese Bedeutung hervor, indem er bemerkt: thus 
the Corcyreans regarded Actium as their maritime limit, for this is implied 

T^hucyd. I, 29 and the Syracusans took the same view of the Japygian 

ieadland, Thucyd. VI, 34. 



156 

lieh ein zufälliger {H, Kiepert S. 496). Wir glauben vielmehr, 
mit Ängermannj N. Jahrbb. fürPhilol. 1888, S. 11, dass in Seg — 
der Namen Segovia, Segontia, Segodunum, Segobriga, skr. saha — s 
= gewaltig, ausdauernd, sich verbirgt; Segobrig bedeutet wahr- 
scheinlich ^Starkenburg^, ebenso Segesta eine feste, widerstands- 
fähige Stätte (vergl. oben S. 91 über AiYsaxa). Auffallender Weise 
wird neuerdings bei J. Wimmer in dem sonat ansprechenden 
Buch historische Landschaftskunde S. 226 der JNTame Zaxov^oc in 
der Bedeutung ;,grosshundig^ aufgefasst. Mit 'Apofxüvftoc möchten 
wir Namen wie ;,Der Hohenzoller^ (S. 132), der ;,Hohe Staff^ in 
Kärnten, zusammenstellen; über Küvto; und Bspsxüv-oc sehe man 
«in Welcher Kl. Schriften V, 11. Dagegen der Name der Insel 
Kuävo; ist doch wohl semitischen Ursprungs. Gleiches nimmt 
man an von KuOYjpa, konsequent auch von dem attischen Demos 
Ku^Tjpo; und dem Flussnamen KüOTjpoc oder KüDi^pioc in Elis, nach 
dem Vorgange von Olshausen im Rhein. Mus. VIII, S. 327, A, 1. 
Indessen fehlt es in der neuesten Zeit nicht an einem Rückschlag 
und werden verschiedene dieser semitischen Etymologien be- 
kämpft, hauptsächlich aus dem Grunde, weil das Epos der Grie- 
chen keine phönikischen Niederlassungen kenne, son- 
dern nur Händler, welche bei ihren Schiffen einen schnell aus. 
verkauften Bazar aufschlagen u. s. w. ^j. Doch sind unzweifel- 
haft aus dem Semitischen entlehnt die ON. und Höhennamen 
mit säma, hama, hebr. = hoch (andere solche folgen unten im 
letzten Abschnitt), also die Namen ScxfiTj, üajjita, Sifxoi;, Sa/Kuvtov 
^Hoheneck^S von der Wurzel shämäh = hochsein. Schon Strabon 
bemerkt X, 2, 17 gegenüber falscher Ableitung: Tit^av^Tspot 8' etolv 
Ol OL%fj loO a fi u c xaXs^o^at la ^^y} cpTjoavisc Süp^aöai toüzo TOüvofia 
Tr)v vT^aov. Dazu stellen wir xo Sa^ixov, den berühmten Tempel 
auf hohem Felsen bei Makistos in Triphylien = Hochburg, 
Hochstein, auch einfach SaV^t, oder von dem langgestreckten 
Berge Maxtoxov geheissen. Vergl. Preller Gr. Myth. I, 357, A. 2. 
Die Insel Saiioöpaxvj ist bekannt, ebenso Sa/x^ auf der Insel 
Kephallenia ; weitere gleichlautende ON. stellt Busolt Gr. Gesch. 
I, 34 zusammen. Auf Münzen der Stadt Sajxooata, in der syri- 
schen Provinz Kommagene, erscheint als sprechendes Wahrzeichen 
Mulier turrita insidens scopulis, nach Eckhel D. V. N. I, 3, 252. 



1) Vergl. eine Rezension von F. Dümler in der Wochenscliritt für klass, 
Philol. 1887, S. 1314. 



157 

TJngriechisch ist vielleicht auch Tipiia, jedoch vergl. unten fpxocy 
ipiia. öouptot, Stadt in Grossgriechenland, und öoupiov „Ballenberg" 
sind vielleicht von der Wurzel Oop abzuleiten; wenigstens Dach 
dem Münztypus. Eckkel D. V. N. II, 5, p. 324 verzeichnet für die 
römische gens Thoria einen springenden Stier als Wappen und 
bemerkt: ex qua causa et Thurios Italiae bovem cum impetu 
ru entern in numis signa-sse puto. Vergl. ebenda I, 1, p. 163; 
Schol. Soph. Aias 212; den homerischen öoupioc ^ApYjc. Die Stadt 
Thurii wäre indessen nach einer Annahme bei E. Curtius Grieche 
Gesch. Bd. II, S. 264, 5. Aufl., von der Quelle Thuria benannt ; 
als lateinische Festung aber seit 560 u. c. hiess die Stadt mit 
einem neuen Namen Copia. Echtgriechisch hinwiederum sind 
die Namen '^'Oöpü; (vergl. S. 79 unter 'Ocppu;), '^Op^r^ ein Ort in 
Thessalien, auch Koposa genannt, wie das gleiche vorhin zu 0r]ßai. 
bemerkt wurde ; 'Op^ia in Arkadien, und die bei PB. nachge-^ 
wiesene Namensform mehrerer Städte 'Op&tooia ^'Op^io; itayo; oder 
'Op8oicayo;, der jähe Fels, in Böotien, 'Op^oTcaytov, /Op^ouoXic. Auch 
der Name der Vardaei bezeichnet wohl Bergbewohner, vergl. skr. 
ürdhva, opl^&c. 'ApavTia, 'Apavxs'.a, 'Apavxivoc, Stadt und Hügel. 
Sehr häufig begegnen uns Namen mit rAi[o; z= Steinklippe. Ilaxoc 
vorzugsweise hiess der Burgberg, der über der Stadt Smyrna 
thront. Zwei kleine Inseln, die Ila^ot bei Kerkyra, fuhren heute^ 
die bezeichnenden Namen von ihrer Gegenüberstellung Paxo und 
Antipaxo, vergl. hierüber im Abschnitt 4. EuuaYiov, Starkenfels, 
war eine Stadt in Elis. 'AjutcpiTiaYo; axpa hiess ein Vorgebirge^ 
von Kerkyra. ^Apeioc itayo;, der Areshügel bei Athen, ist allbe- 
kannt; vergl. dagegen in Rom Campus Martins. Vielleicht ist 
auch der Name des Vorgebirgs in Sizilien f! llo^ovo; oder tJ Ildixüvoc, 
sc. axpa , hier einzureihen. Freilich äussert über denselben E. 
Curtius Beiträge zur geograph, Onomatologie S. 155 Zweifel, 
und H. Kiepert im Handbuch der alt. Geogr. S. 465, A. 3 erklärt 
den Namen rundweg für phönikisch, in der Bedeutung „Warte^ 
(vergl. unten). Wir glauben gleichwohl zu Gunsten unserer 
Auffassung des Namens verweisen zu dürfen : auf rj ttax^^oL a/pa 
im Westen der Insel Sardinien, Promunturium crassum, PB. 
;, Dickemarke ^; sodann auf Schol. zu Lykophron Alex. vs. 1181 
vyjowüiixdc OTOVoSTrax'ivo^' to axp(wT7;ptov (Je sU oS'j }.rj^(j'^. End- 
lich auf die Formen AiTcotta, Ilaiov, Oax-ta, naxTurj, IlaxTüS^c, und 
wegen der Form o Uayyvo(; auf o EuOovo:, also mit Anflug einer 
Personifikation, wie sie vorliegt in ''ÖXsvoc, dem Namen mehrerer 



158 ' 

Städte, mit der Vorstellung eines Ellenbogenkopfes, ' und in zahl- 
reichen früher erwähnten Beispielen. 

Obiges Scholion zu Lykophron erinnert uns sofort an Stufi- 
•<paXoc oder 2Tü|i9TgXo(;, STüfi^T), bei den Epiroten Tü^icpTQ, dieses der 
hellenische, Aax|ia>v der epirotische Name des jetzt Zygos ge- 
nannten Gebirges. Vergl. damit oxücpvo;, oxü^sXoc, auch OT8|ißa), 
uTpicpo?, orptcpvoc und otspicpoc, = firmus. Aber auch der famose 
Felsen xax sSoxijv (wie Iiai[oq') StüS ist hierher zu stellen und 
nicht zu OTüyoc, wie sehr sich dagegen neuerdings auch ein fran- 
zösischer Gelehrter sträubt i). Zur Vergleichung führen wir unser 
deutsches Stoss = Hügel, Berg an, bei Förstemann S. 1398 in 
den Formen stuz, stüt belegt. Vielleicht ist aber auch Sectio;, 
nach Kiepert Handbuch S. 252, A. 3 phönikisch = Schmelzhütte, 
dennoch aus derselben arischen Wurzel abzuleiten, also wie 2Tspi9o; 
Sistpia, Stctpoc, Izpf^vQ^j d. i. Hartenstein, Harteneck zu verstehen. 
Lateinisches Stabiae, von der Wurzel stabh, ist natürlich eben- 
falls indo-germanisches Sprachgut. Wir erlauben uns noch ein- 
mal an unsere weitverbreiteten Namen Stauf = rupes, saxum, 
Staufen, Hohenstaufen, Regenstauf, Stuifen, den Stuiben bei 
Immenstadt, Staveren, Stockborn etc. zu erinnern, sowie an das 
indische stüpa, Humpen, jedoch italienisch stufa = Stube. Sxüuiwov 
oder IxurwC&tov d. i. Becher, becherartig, hiess ein OrtbeiKolophon. 
„Wer den hohen Staufen und das Familien wappen der Staufer, 
'drei goldene rotverzierte Becher im blauen Schilde, gesehen 
hat, weiss wie jener zu seinem Namen gekommen ist" (P. de 
Lagarde Ges. Abhandlungen S. 54, A.). Ganz nach unserer Auf— 
fassung derartiger ON., wie sie bereits oben in § 2 zum Ausdruc 
gelangt ist. Nehmen wir hierzu den Namen xo ToTcalov für ein 
schroffe Felsecke auf dem Wege von Skillus nach Olympia, dan 
möchten wir vermuten, dass auch der Bergname Tofx9prjaToc, rieh 



tiger Tü9pr^ox6; nach Bursian I, 88, A., in gleichem Sinn aufzu 



1) UArhois de Jubainvüle, cf. M6m. de la Soc. de linguistique, Pai 
1875, p. 150: L'importance cosmograpliique de Stnx (sie), comme sonti -^ 
de la terre et da ciel et comme source de l'Ocean, lui a fait prendre ane plik^ c* 
importante dans nne formale da sermcat qai parait etre la plas solenneile de /a 
poesie hom^riqne : Sachent la terre, le ciel qni domiue, Tean de Stnx qai cok::*^^^ 
dessoas ! Le nom de Stax k caase de son analogie avec le snbstantif otuyoc ,.liaiKme, 
horrear", semblait la partie la plas terrible de cette formale dont le sens r^el 
■est : Sache le monde entier ! — Gerade dieser Anklang verrät ans Ja jenes nn'teT 
• den Griechen sich immer wiederholende etymologische SpieU 



159 

fassen sei. Vergl. Lykophron Alex. 902 itaycov TuixcppTjoiicüV. Forch- 
hammer denkt in den HeJlenika S. 6. 58 an den Begriff XcfpvptS, 
den er auch in Aofpiaoa zu erkennen glaubt; vergl. darüber weiter 
unten. Tojs;er jedoch betritt gerade hier die Wege Forchhamme/s 
und erklärt, wie schon früher Kepauvia, so auch TütppnjTcoc aus den 
meteorologischen Verhältnissen, p. 60 either from Tücpco; ^whirl- 
wind^ or TÜ9o;^smoke^, on account of the clouds that gather round 
it. Aus dem gleichen Hange fasst er ebenda auch den Berg- 
namen MatvaAo; entsprechend auf ;,the wild, the tempestuous, 
from the same cause. Ausgebreitet erscheint ferner eine Wurzel 
oxtp, oxop, mit dem Begriffe des Rauhen, Schroffen, des Kalk- 
felsens. Sxscppoc, der ßauhe, der Schroffe, ein Felsenhügel, bei 
Tegea, ist fast wie eine Personifikation vorgeführt. In den Hand- 
schriften finden wir eine dreifache Schreibung : oxtpo;, oxtppo; und 
cxelpo; oder oxtpoc = Srjpo!;, Hesych. oxtpo; = oxXY]po:, als Substan- 
tiv = Kalk, Gyps ; y>5 ^'^^PPol;, der weissliche Kalkboden der atti- 
schen Halbinsel. Davon sind dann die Athena Skiras benannt 
und die Skirophorien, vergl. Robert im Hermes XX, 349 ff. Wie 
jedoch V. Wilamowitz (aus Kydath. S. 211) to oxTpov geradezu mit 
dem Buschwald, le macchie, in Italien und auf Korsika zusam- 
menstellen darf, verstehen wir nicht; zu aXao; oder Spo.uo; passt 
es doch schwerlich. Weiterhin sind von derselben Wurzel be- 
nannt die Sxipaös; oder Ix'.pojvtö«; usrpat in Megaris, mit ihrem 
Eponymos Sxipcov oder Sxbo;, jenem fabelhaften Räuber auf dem 
gefährlichsten Punkte des Passes, wo schroffe Felsen und Klip- 
pen sich emportürmen, cf. Ovid. Met. VII, 447 scopulis nomen 
Scironis inhaeret. Die Insel Salamis hiess früher Sxtpac. In La- 
konien gab es eine Stadt Sxtpo;, und die Landschaft zwischen 
Tegea und Sparta hiess Sxipm;, phokische Namen waren Ixtpov, 
ixtpa, Ixtpcpat, Ortschaften, benannt von der Rauhheit und Schroff- 
heit der Lage und Umgebung. Sxapcpr^, Sxdpcpeia hiessen zwei 
Städte in Lokris und Böotien, erstere heisst bei Homer II. II, 
497 das bergreiche, 7üoXoxvy]|io; 'Ktscovoc, mit einem älteren Namen, 
vergl. latein. scaber, englisch scrape. SxtJpoc bedeutet Grypsinsel 
{Bursian II, 390) und war auch der Name mehrerer Städte, der 
vielleicht in der von E. Curtius Pelop. I, 336 erwähnten Namens- 
form ^'Ooxopo; oder ^Ooopo; steckt. Zur Vergleichung dient uns 
hier Wurzel scor, ahd. scorro = praeruptum montis, rupes. Forste- 
mann stellt S, 1315 die ON. Schondra, Schorndorf, Schorren 
passend zusammen. Als naheverwandt sind gleichfalls zu nen- 



160 

nen SxoXXic, Höllkegel (vergl. „Waldskugel^ bei Würzburg) zwi- 
schen Elis und Achaja, bei Homer Tzizp-q 'QXsvtY], vergl. oxoXio; = 
gekrümmt, gewunden, dazu E. Curtius Pelop. I, 344; ferner 
S/oAstiac A090?, und die Form Sxoics/.o; d. i. Felskopf, Kipfenberg, 
Kapfenstein, Kufstein, Covoli = Kofel (Südtyrol und Ammerthal), 
Kuchl (CucuUae) oder Kochel (Cucallun), Montecueeolo, die vielen 
bayerischen Gehöfte namens Kogel u. s. w. Ebenso wiederholen 
sich in der griechischen Landschaft die SxoTisXot, bei Chics, bei 
Smyrna, an der Propontis, vgl. Plinius N. H, V, 31, 137. 138. 
32, 151. Auch latein. scrupulus = Schroffen, Klippe, zerklüfteter 
Fels, gehört hierher. Obiges oxotceao; stellt dagegen G. Curtitts 
in der 5. Aufl. der Grundzüge der Gr. Et. S. 168 zur Wurzel 
0XS7C, oxs-niofiai, oxo-nicc = Warte. 

Von besonderer Wichtigkeit sind die gleichfalls den Begriff 
des Rauhen und Felsigen ausdrückenden Ortsnamen Tpü^ac, 
Tpüx^*^> Tp^X'^j TpaxtvTj, TpaxivY], TpJx^t, Tapx^v, Tarraoina, vergl. 
Anthol. Palat. ed. Did. I, p. 165, no. 3 Tpr^x^'-'^^ TCoXuAAtftcv. Spe- 
ziell zu pix-^ = ßücken, Grat, stellen wir Namen wie 'PctxTXo; 
oder ^Patxr/wO;, Hartenstein, ebenso den vielbesprochenen Namen 
A-»ppaxtov, der uns hier abermals nötigt ein wenig weit auszu- 
holen. äuppix'^Qv, bei dem Dichter Catull 36, 15Hadriae taberna 
genannt, d. i. Herberge oder Geschäftslokal des Hadria-Meeres, 
ist angeblich ein neuer Name aus der späteren Zeit (die Wort- 
form spricht wenigstens nicht dagegen), im euphemistischen Sinn 
erteilt anstatt 'ETctöa/xvo;, und zwar aus dem Grunde, weil römi- 
scher Aberglaube an der für ominös gehaltenen Nebenbedeutung, 
bezw. an dem Anklang an lateinisches damnum, Anstoss genom- 
men habe. Aus der gleichen Veranlassung seien die Namens- 
änderungen Beneventum für Maleventum (richtig Malventum), 
Segesta für Egesta, Narina (jetzt Narni) für Nequinum vollzogen, 
worden. Was eine solche Abänderung von ON. betrifft, auf 
welche man häufig auch die erhaltenen Nachrichten über Dop- 
pelnamen überhaupt bezieht, so kommen wir an einer andern^ 
Stelle auf dieselbe zurück. In der Erklärung des Namens Dyr- 
rhachion aber ist weniger die Glosse des Hesychios 8afivoc = feicoc^ 
also 'ETciöafivo^ eigentlich ;,Rossfeld" oder ;,Rosshaupten^, beach- 
tet worden; man stimmte bisher insofern überein, als man di& 
Legende AYP auf den Münzen dieser Stadt auf öua — deutete^ 
natürlich jenen alten Angaben zuliebe; Pomp. Mela JI, 3, 5& 
Dyrrachium, Epidamnos ante erat, ßomani nomen mutavere, quiit 



161 

velut in damnum ituris omen id visum est. Vergl. Pott Etym* 
Leg. S. 279. Nun ist aber zu beachten, dass auf Münzen und 
in Inschriften der römischen Zeit beide Namen, sowohl der 
schlimme ältere wie der angeblich spätere und glückverheissende 
oder doch gleichgültige Name , neben einander vorkommen ! 
Schon dieser Umstand allein scheint einzelne gelehrte Männer 
bedenklich gemacht zu haben. H. JKejper^ Handb. der alt. G-eogr. 
S. 356 hält den Namen für illyrisch, jedoch gegenüber den Ety- 
mologien Fligier^s für altillyrisch, albanesisch Drasch, italienisiert 
Durazzo. Neuestens hat auch Prof. 0. Keller in den N. Jahrb. 
für Philol. u, Pädag. 1886, S. 269 f. die übliche Deutung des Namens 
aus 3üo — und pTfjYVUfit ;,schlimme Brandung^ nämlich, nachdrück- 
lich abgewiesen. Nach seiner Ansicht wäre der Name aus der 
uva Ceraunia, uva Duracina zu erklären, von dem asiatischen (!) 
Duräk in Susiana; noch heute heisse der Pfirsich in Damaskus 
duräkina, coUectiv duräkin und duräk. Aus Duracinus oder 
Duracinus wurde später durch Volksetymologie Dyrrhachium, 
Dyrrachinus oder Dyrrhachinus. Allerdings hat erst neuerlich 
Dr. jy. Oberhummer in seiner bereits angeführten Abhandlung 
Die Phönizier in Akarnanien, mehrere ON. an der betreffenden 
Küste als phönikische nachgewiesen ; allein dieselben sind keines- 
wegs so mannigfaltiger Art, dass man aus ihnen auf eine Be- 
nennung von einem Handelsartikel aus dem fernen Osten schlies- 
sen könnte. Vollends für die Annahme alter Traubenkultur bei 
Dyrrhachium fehlt es durchaus an einer sicheren Belegstelle. 
Phönikische Inschriften hat man freilich sogar unter dem 64. 
Grad N. B. im Innern ßusslands, südlich von Smolensk, aufge- 
funden, vergl. Mitteilungen der Anthröpol. Gesellsch. in Wien, 
Bd. VI, S. 133. Aber mit der Entstehung und Erteilung von 
Ortsnamen steht es doch ganz anders, wenn man nicht etwa auf 
gänzlich entlegene Zeiten das allbekannte Verfahren der Spanier 
und Portugiesen mittelst der Namen von Heiligen anwenden 
will. Wir können demnach der gelehrten Erörterung des frag- 
lichen Namens durch 0. Keller nicht zustimmen und halten uns 
vielmehr ebenso sehr an die Etymologie wie an die thatsächliche 
Ueberlieferung von der gefährlichen Eigenschaft jener Gegend 
in Bezug auf Strömung und Klippen, mit Beziehung auf infames 
scopulos Acroceraunia, litus infestum u. s. w. In Äoppcf^iov steckt 
nach unserer Ansicht paxic, Bergrücken, felsiger Grat, vergl. oben 
S. 99 ovoü f5ax^^ ^^^ ^Ovou yva^o^ Daram heisst es bei Eustath. 

Grasb erger, Ortsnamen. 11 



162 

Comment. ad Dionys* Perieg. ed. Did. p. 289 xo Aoppa^iov, ötjXo'jv - 
ix TT^i; TOt^ütr^^ xXi^asw^ n]v tou totioü Tpax^'x^jxa' duopayiov yap 
loTtv, sott öi)0£$oxo'''- Aehnliche Namensformen, aus derselben 
Anschauung hervorgegangen, sind Auatpog AoaxsXador, AoaTcoviiov, 
Aüawico?, Auompov ein Berg in Makedonien, ;,Die Sturmhaube" oder 
der Bösewetterberg, der sturmumtobte ; bei Piaton Menex. p. 246 
der Ausdruck tj «5uoxcüpta sv Kopiv^ox Uebrigens bemerkt Strabon 
ausdrücklich, dass der Landstrich hinter Dyrrhachion denselben 
Namen wie die Stadt trage, VII, 5, 8 ^Eizidaixvoc, KspxupaioDV xxia.ua, 
75 vüv AoppaxtO'«' OfjL(wvu|üi(ü(; ttq x^PpovTjow XeyoiJisvT] ecp' '^^ V^puzat, An 
derselben gefährlichen Küste vonEpirus hiess ein anderer Hafen 
Xsiusptov, d. i. der unsichere, dem Sturm ausgesetzte. Alles 
Namen, deren griechisches Gepräge sich nicht leicht verdächtigen 
lassen dürfte. Auch der häufig vorkommende Flussname 'ApaSnj; 
lässt sich wenigstens in der Form ''ApaSo;, als Name eines Vor- 
gebirgs, ebenso gut vom Rauschen dej Brandung (apaS^i) erklären 
als etwa mit PB. für ^ Rauschenberg ^ obenhin. Plinius -N. H. 
IV, 12, 55 Araxum Peloponnesi promunturium. Steph. Byz. 
'Apa$Tj^ • oüTcu; Or/^eto^ sxaXstTO sx toü dpaZai. Die Felsinsel 
Araxos im westlichen Achaja ist durch Anschwemmung mit dem 
Festlande verbunden. E, Curtius Pelop. I, 450, A. 4 vergleicht 
damit, als Rauschenberg, den Namen einer Landspitze der Insel 
Kos AaxTjTYjp, und bemerkt S. 426, dass der Araxos, von der Höhe 
der achäischen Grebirge herab gesehen, wie ein kolossaler Drei- 
zack erscheint und vielleicht nicht verschieden ist von dem Na- 
men %\pü|xvtov. der als ein Berg Achajas angeführt wird. Zu der 
gleichen Wurzel wie tö 'Apüjüivtov gehört wahrscheinlich der 'Epu- 
[jtav&oc, das hohe WaldgelDirge an der nördlichen Gränze von Ar- 
kadieji, auch Name eines Flusses; ebenso X^üjüivai, „Burgstadt^, 
und der bekannte vorspringende Berg ^EpüS auf Sizilien, den man 
mit demselben Rechte wie den Erymanthos in Arkadien als das 
Bollwerk (Ipojüia) der Insel bezeichnen kann. Den Namen einer 
der zwölf achäischen Bundesstädte ^Pütcs; oder ^Apoitsc, bei Bursian 
'PüTtYj oder 'Apüuy;, mit dem nahen Berge xo ^Pomxov oder ^Pü-kijc 
•jifltYoc, haben wir schon einmal besprochen; doch lässt sich zwei- 
feln, ob hierfür und für ^^Pitty], eine Stadt in Arkadien, das latei- 
nische rupes beizuziehen ist. Wohl aber dürfen sich hier an- 
schliessen einige weitere Namen für Felsklippen, wie die S, 127 
erwähnten '0$siat, d. i. die Skären, scharfen Klippen, jetzt Kurtzo- 
lari geheissen, vor dem Eingang zum korinthischen Grolf, dem 



163 

Torgebirg Araxos gegenüber. Dagegen itAaTaixüJvc; hiessen breitiö, 
platte, aus dem Meere ragende Felsen, davon ist nXaxaiiüjv in 
Westmessenien benannt. SictXac, eine Felsenklippe im Pontes 
JEuxeinos, (Lykopliron Alex. vs. 188. 1080, mit Schol.) ferner die 
Namen''Oa$o;,'OSuvsta,'0$eta oder'OSeia, vielleicht auch die kretische 
Stadt ^OaSoc oder '"'A^oc, wenn dieser Name verschieden ist von 
'Aoooc. ^AxTtov = Eckstätt, wurde bereits bei 'AxitJ erwähnt ; ver- 
wandt ist auch ''Goaa, aus 'Oxja r= ekka, oxpt'c, cf. Tpiv — ax — pta* 
'Oxiay;, ^'GxYjAic = ''Ax'.Aa, ^Xxrj, ein Ort in Arkadien, 'QxaXsa, Koxiof- 
8tov, ^AxTüXo?, KoTücopa, 0oat, die Spitze der Echinaden S. 127, Fpiov 
Spitzberg; anders jedoch 6 Alfjioc, tö Alfiov (vergl. unten) und 
^ jVyJpixo;, Stadt auf der Insel Leukas (vergl. Strab. X, 2, 8) 
K>3ptTov, NTjpiTOc, Hartenstein (Hesych. vstpov =z ocpoöpov); Nigpi?, Holl- 
stein (Hesych. \r^piia^ =. xotXac Tzizpac). Ferner öJooo; oder öuooo;, 
PB. ^Schierke*', und ri Cscpvoc oder lo III'pvöv, ein Hafenort in 
Lakonien, benannt von dem Felsen, der ihn beschützte und auf 
dem die Dioskuren geboren sein sollten (vergl. S. 17). Endlich 
reihen sich den obigen an zahlreiche ON. mit der Bedeutung 
rdxpa oder usXXa = Fels, üexpa, üerpac, Hafen in der Marmarika, 
flcTpata, CsTpax^J; = Felsberg. Hebräisch Kephas bedeutet Petrus, 
Felsenmann, und die vielen Orte des Namens Hagios Petros in 
der Landschaft Thyreatis und anderswo verdanken ihren Namen 
wahrscheinlich einer Umnennung, gleichwie die vielen Eliasberge. 
Merkwürdig ist der Name Petronia, gens plebeja et antiquissima 
in Rom, Eckhel D. V. N. II, 5, p. 270. Der makedonische Stadt- 
name risXXa bedeutet ebenfalls Ilsipa, Hesych, s. v. izi/Jka- XtUoc. 
Fanofka a. a. 0. 8. 34 nimmt den makedonischen Apelles oder 
Apellas (ApoUon) auch für Pella in Anspruch, derselbe ist sicher 
^in hübsches redendes Wappen. Toser bemerkt zu diesem Namen 
p. 50 which is so called in contrast to the low hüls around it, 
und p. 203 n£A>wa ;,on low hills"; doch FItJaiov stellt er unbedenk- 
lich zu iiTjXoc, may have been named from the deposits of its 
torrents by those dwelling as its foots, us at Jolcos etc. Wahr- 
scheinlich steckt dieses iisXXa auch in den Namensformen OsXATjvr^, 
IlsXia;, IlsXXtva, dorisch llsAXava, üsXXava bei Th, Bergh zu Pindar. 
Ol. VII, 86 der 4. Aufl. Bei Nadrowski a. a. 0. S. 95 wird jedoch 
in den Namensformen lleAXr^vr^, llaXXTjvTj, IlüXr^vr^ IleipKjvr;, KoXXifjVTj 
das Suffix auf Wurzel van = Wasser zurückgeführt, so dass 
diese Namen und weiterhin auch Kuprjvy], als Hügelquell, Fels- 
quell, Bergquell, Quelldurchbruch etc. zu verstehen wären. Da- 
li* 



164 

gegen heisst bei Panofka Pellene ;,Die ScliaflFellstadt", wegen der 
Kampf spiele za Ehren des Hermes Dolios, wobei eine wollene 
Chlaina als Siegespreis gewonnen wurde. Aber auch (peXXo; oder 
cpEAOc bedeutet aiOoc, nämlich im makedonischen Dialekte, so dass 
wir schon deshalb den attischen Grebirgsnamen <tsXA©uc von der 
Korkeiche (cpeXXoc) herleiten werden (§ 6), nicht aber von ^sX/.oc 
= itsXXa, wie Tozer gethan p. 363 : Phelleus a mountain in Attica^ 
the name beeing a word for any kind of stony soil, p. 368 make- 
donisch TC für <p, also icsXXa = a stone, stony, wie attisch «psXXeoc, 
nach Tozer's Ansicht. Uebrigens hiessen «psXXst^ weite Strecken^ 
wo der Felsboden nur von einer dünnen Erdschichte bedeckt war^ 
nur zur Weide für Schafe und Ziegen geeignet: vgl. den Aus- 
druck ^Karenfelder" in den Alpen, das Schrattengebirge im 
Kanton Luzem. 

Ihrer Bedeutung gemäss mögen hier einige halbgriechische 
oder semitische Namen Platz finden. MaXXoc, Name einer Berg- 
stadt in KUikien und in Aethiopien, wird bei PB. nach dem 
blossen Anklang aü griechisches fxaXXoc = Flocke, Vliess, über- 
setzt mit ^Wollstein^, ist jedoch semitischen Ursprungs (vergl. 
oben S. 83 Dimallum) und bedeutet Berg, bezw. Hochstadt. Bei 
Eckhel D. V. N. I, 3, p. 59 treffen wir als Münzlegende MaXXcDXCüVy 
als Stadtzeichen Mulier turrita sedens in scopulis. Auch im 
Keltischen erscheint ein meall = locus editus, collis, Mello- 
dunum bedeutet arx collina, aber das heutige Melun liegt am 
Fusse eines Hügels; vergl. Glück a. a. 0. 139. Dr. Fligier da- 
gegen versichert im Archiv für Anthropologie Bd. XIII, S. 437 
und ebenso in den Mitteilungen der Anthrop. Ges. Bd. VI, S. 
237, die ähnlich klingenden Namen, auch Malea, Malloia, Mimal- 
Ionen, seien vom albanesischen malj = Berg benannt. — Fadsipa^ 
Gadir, jetzt Cadix, ist phönikisch und bedeutet Gehege, Zaun^ 
town, septum. Hesych. s. v. tgc -nspi^potY/iaTa, <totvtx£;. Solinus 
ed. Th, Momms. p. llSPo'eni lingua gadir, id est saepem nomina- 
verunt. Mit dieser Anschauung und Benennung stimmen nun 
mehrere, anscheinend gut griechische ON. überein, herstammend 
aus einer Wurzel sar, fpx — , in 'Ap — xüvta opyj = sp — xuvioc, Haun- 
wald, Ol ^Epxüvtqt 8po[iot, die Waldzone, der waldige Höhenzug i); 



1) Anders erlärt den Namen G^Zücä;, Uie kelt. Namen bei Caesar S. 10, A. 4: 
Hercynia für Ercinia, Ercunia, zusammengesetzt aus der Verstärkungspartikel er 
und Cunia, von cun =r altitudo, ultus, elevatio ; S, 13 „Schon Aristoteles schreibt 



165 

hei Förstemann S. 109 arka, archa, S. 277 Biund; vergl. zum 
Begriffe der Abschliessung latein. secretum bei Tacitus Germ. 
3, also ist ungenau die Uebersetzung ;,Hausberge^, vielmehr ent- 
sprechend saeptum, sanctus, ;,Schwaige^, orjxoc, Garten, Gehege, 
ebenso 'Epxta oder 'Epxta, '^Epxuva, "^Epxüvto; oxoiceXoc, wohl auch 
'EpYtoxoc 'EpYSTtov, alle von Spxo; zc Hecke, flagenau ; flesychios 
Sjpxoc, cpupxoc* Tstxo;, oxüpoifia. Dazu EtpxiTj, Etpxxat, ob aber auch 
''Exvofioc? Auch 'Ipig, Elpa (von Wurzel ar, ir) bezeichnet eine 
Bergfeste, vielleicht auch ^IXtov, wenn dieses für ^Ipiov zu nehmen 
ist. Sicherlich gehört hierher der Stadtname 'Opxofxsvo;, 'Epxofxsvo«; 
(auf Münzen, vergl. 'Opx^eu; = 'Epxteü'c), von Spyto, erp^o), Ipxo;, 
gleich den obigen Namen, indem der Name 'Opxofxsvoc nach Suidas 
einen vao; xoiv sISüJacov, also ursprünglich ein xs^isvo«; bedeuten soll. 
Natürlich wurde derselbe, in echt griechischer Weise, zunächst 
auf opxstoftat bezogen, cf. CatuU 64, 287 Minyasin linquens Doris 
celebranda choreis, wo jedoch die Lesart zu unsicher ist, vergl. 
Alex. Biese zur Stelle. So neuestens wiederum von Nadrowski 
a. a. 0. S. 61, der den Namen aus einer Metathese von opx — 
(tanzen)) zu x^po» (Reigen) erklärt und nur den Tanzplatz, x^po^> 
strenge sondert von dem ;, eingezäunten Platz^, -fio-zoiz, hortus. 
Eine wunderlich geschraubte Erklärung steht bei Forchhammer 
Hellenika S. 334. Indessen opxot bedeutet ebenso wie opxaxot 
umfriedigte Fruchtgärten, Hesych. opxoi = ot'-x^^ ^^so bezeichnet 
Orchomenos eine Aneinanderreihung, wie „Hagen**, oder wie E. 
Curtius Pelop. I, 228 sich ausdrückt: ursprünglich einen einge- 
schlossenen Ilaum, daher seine häufige Wiederkehr als Burgname 
im alten Griechenland. Zu dieser Deutung von 'Opxojxsvoc passt 
a.uch vortrefflich die Beschreibung der dortigen Akropolis bei 
U.ozer p. 235. Wenn ferner MteCa wirklich griechisch ist für IltsCa 
vind nicht für MusC« (zu |aüxo;) steht, dann hätte dieser Name 
Wohl die Bedeutung eines Zwing — Uri oder des deutschen 
iSTamens ^Pressburg^. Im Sinne dieser ON. wurden in alter Zeit 
natürlich feste Plätze, durch Kunst und Natur verteidigungs- 
fähige Bergkuppen (vgl. oben S. 131 KopaJvsia) mit Ringwällen be- 
tesetzt, auch entsprechende Abhänge und ins Meer vorspringende 
Jjandzungen. Als Beispiele nennen wir das alte Cirta, jetzt 
Constantine, vom Rummel umflossen, ein phönikischer Name = 



*Apxuvia, das nicht (t^ie 'Ep uvia) ans römischem, sondern ans gallischem Mnnde, 
offenbar ans Massilia, nach Griechenland gekommen war". 



166 

Stadt; Toletum auf einer felsigen, vom Tajo eingeschlossenen 
Halbinsel-, die alte Bulgarenhauptstadt Tirnowa etc. Auch die 
Namen Dsp^a^ia, Pergamum (nach PoU^ von üspiafia, vergl. S. 40 
über nptafioc) nsp^afio;, üspyT}, UspYaoig, Bspytt, Bsp^sTco/i^ ziehen 
wir hierher. Bei Hierokles, Ausgabe von Parthey S. 314 wird eine 
Umnennung erwähnt 'nipYT) xö vüv Dup^tv, womit man die ON. 
nJpYo; und IIüpYoi, Turmdorf, vergleichen mag. Schon Panofka. 
S. 39 erkannte in diesen Namen ;,das Bild der Einschliessung", 
vergl. pergula, Laube ; zweifelhaft bleibt das vorhin erwähnte 
Fspfia, vielleicht = ?pfia, d. i. Fels, Stein, verglichen mit sp.uaS^ 
Ai^aS, und die Namen ''Epfioc, "^EpiicDTOv, PB. ^Staufenau^; >]^Ep;j»tt>v, 
Stadt in Argolis, gewöhnlich ^EpfitovTj genannt, gehört wohl auch 
hierher, ebenso 'Avaxaia, 'Avoicata, und rd ^\vaia ^Hoheneck^, eine 
Stadt in Karien. Vom Begriffe des Schroffen, ;,Geschröff", sind ferner 
abzuleiten die Namensformen icsipa Opixia, bei Pindar Pyth. X, 16, 
Optxeiov oder Optxtov, ein Berg in Lokris, bei Bursianly 186 xö Opioxtov 
opoc. ZciEpa$ oder Zcfpr^S, in Euboia und Lakonika, vergl. oben S. HO. 
Bursian II, 429, xd Zdpr^xpa, ein Kastell in Euboia, etwa Falken- 
stein, Starkenburg; Zr^psta Wildenfels (?); Mi^ava, Mei)tt)V7], Bursian 
II, 91. 175, wäre nach Strabon VIII, 360 = Atksta, auch die Form 
Mo^ü>v7] ist überliefert, jezt Modon. Mo^covt; stellt übrigens sogar 
Angermann S. 5 zu dem abstrakten Begriffe jioOoc = Getümmel. 
^Kp-zi-Krj, Berg und Stadt, PB. ^Nah^ (dpxdü)?). KdvT), Kdvai, Name 
eines Vorgebirgs, sonst auch Aiyoj genannt, bedeutet schwerlich 
;,E;Ohrkopf'', vielleicht Rohrdorf, vgl. unten § 6. Ktxüvva, attischer 
Demos, angeblich „Klingenberg", von kan, xavdC«>. ^bxüiVT}, Berg 
auf Kerkyra, und das schon oben erwähnte messenische 'lOaJfii} 
bezeichnen ^Staufen^, nicht „Schönberg^ wie PB. meinen; wohl 
auch 'Etccdvo;, eine böotische Stadt, später 2xctpcp>j genannt. 
^laxpo:, 'laxpoüc, 'loxpolv sind Namen barbarischen Ursprungs ; eben- 
so die bei Pindar genannte libysche Stadt ''Ipaoor. Die Namen 
^A-ÄOLlxac, Vorgebirge der Insel Kypros, und^Axa|i^t; bedeuten schwer- 
lich Unruh ^* und „Ohneck^, wie PB. meinen, sondern gehören 
zu a9man = Stein, Fels, dx/uiojv, vgl. oben S. 142 ""Axücpa; etc. und 
die Namen wieCamenz (aus slav. Kamien), Camburg (Steinburg)^ 
Stubbenkammer, ein Synonymkompositum (stab -\- kam), wie 
Colberg. Die merkwürdigen Namensformen NdSo;, Ndaxo;, Nal'ooo;. 
bezieht Panofka a. a. 0. II, 7 auf vctxoc, Bocksfell , Nakone, 
Bocksort, mit Anspielung auf den Namen durch einen auf Bocks- 
fell sitzenden Silen (Taf. I, 19 ebenda), woraus sich ein redendes 



167 

Wahrzeichen ergeben würde; dagegen stellt Toser p. 67 den 
den Namen Na$o; mit 6r. Curtius zu vy]aoc, floating land, from 
v£ü> to swim, Naxos = the Swimmer, also wiePlotae, Strophades, 
Planctae aufgefasst, vgl. unten § 4. Wir machen aufmerksam 
auf die Stelle des Photios ed. Naber I, 403 Maxacpcüv vr^oo;* ij 
axpo'TcoAic Tüjv £v BoKoTtot 0ryß(ov T TU a A a t:& V , und vergleichen den 
späteren, für Inseln häufig gebrauchten Namen Ata = vaooc, so 
dass also ;,die hohe Naxos*^ die Insel vorzugsweise bedeuten würde. 
Bekanntlich hiess sie im Altertum auch StxcAia ixixpa Auf Silber- 
münzen steht übrigens die Legende NAKCIQN und NAKCIQN. Die 
Bedeutung ist wohl Steinberg, steinige Insel, wie At&r.oojptc?, 
MftcDpia, [lüpTjvata und Aaßuptvöo«;, „Steinhagen", „Steingewirr", 
lieber "I[)ü)pta, eine von Natur und Kunst starke Festung unweit 
von Oivtadat, vergleiche man jetzt Oberhummer, Akarnanien 
S. 34. 

Wir gelangen nunmehr im Verlaufe dieser Musterung von 
ON. zu der nicht minder erheblichen Anzahl solcher griechischen 
oder auch aus ursprünglichen phönikischen gräzisierten Namen, 
welche gleich den bisher angeführten die Begriffe Berg, Kuppe, 
Felsen, Schroffen etc. ausdrücken, jedoch mit dem vorherrschen- 
den Sinn des Glatten und Glänzenden, des fernhin Leuchtenden, 
überhaupt von der hellen Farbe und der gewöhnlichen Beleuch- 
tung entnommen sind. Also mit dem Eindruck auf unsere Phan- 
tasie, wie er sich ergibt beim Anhören der Namen Alpen, Schnee- 
berg, Schneekoppe, Snowdon (in Wales), Sneehätte oder Schnee- 
haube (in Norwegen), Weisshorn, Merdeglace, Silberhorn u. s.w. 
Obenan soll in dieser Reihe stehen der „Glatte Stein" vorzugs- 
weise, vergleichbar unseren vielen Ortsnamen Stein (über die 
zahlreichen Stain vergl. Förstemann S. 1371 ff.), Zumstein, Stein- 
burg, Steinwall, Steinkirchen etc., im Griechischen Aac. Strabon 
Vni, 5, 3 verzeichnet die wichtige Nachricht über den Felsen 
mit einer Stadt dieses Namens in Lakonika: tt^v ös Aav ot 
Aioaxoupot icoie ex iroXtopxtczi; iXstv laTopoüvrat, «9' oJ öt) Aaiclpoai 
icpoarjyopcüOr^oav. Auf die neueste Auslegung des Namens \a7cspoat 
können wir indessen hier nicht eingehen. Aber auch die Lapithen 
(AaictOat, AaTit^ot) gelten uns, wie wir bereits bei den Versteine- 
rungssagen 8. 17 dargelegt haben, als saxicolae (Ovid. Am. II, 
12, 19 silvestres Lapithae), als Felsbewohner, wie die altnordi- 
schen Hilleviones, die italischen Hernici, die 'EicixvTj^itöiot in 
Mittelgriechenland etc. Denn es verschlägt nicht viel, ob man 



168 

die Namen AaTct^at, AaicaOoü; ein Berg in Arkadien u. s. w. mit 
der Wurzel Xac oder mit Xaic — , Xa^iic — in Verbindung bringt, 
indem nicht einmal die verschiedene Vokalmessung in Act«;, Aflfictfto«;, 
AafxTciOoc, endgültig entscheidet, wenn man bedenkt, wie häufig 
in solchen Fällen das Gesetz der Analogie durchbrochen wurde, 
üebrigens erscheint dieser mit den Molioniden und Aleuaden 
vergleichbare Name auf den Münzen immer in der Form 
AAlinieQN, mit doppeltem n, vergL Eckhel D. V. N. I, 2, p. 139. 
Dr. Fligier versichert allerdings im Archiv für Anthropologie, Bd. 
XIII, S. 443 ff. fünf- oder sechsmal hinter einander, unter den 
Lapithen seien einfach die „albanesischen Ljape" zu verstehen, 
missgönnt uns aber gleichzeitig jeden näheren Aufschluss über 
albanesische oder altillyrische Lautlehre. Dagegen führt Eckhel 
1. c. p. 314 einen Ort Lappa oder Lampa auf Kreta vor, 
der uns in Betreff jener Namensform beruhigen kann. Zu der- 
selben Wurzel stellen wir den Namen der Akropolis mehrerer 
Städte aus der ältesten Zeit, Aapioa, römisch Larissa, d. i. Stein- 
burg, La Rochelle, auch Aaptaatai iclxpat genannt, mit der gleichen 
tautologischen Bezeichnung wie sie bei uns in Namen wie Karspitze, 
Loreleyf eisen u. dgl. vorliegt (oben S. 140). Der Scholiast zu 
Apollonios Rhod. I, 40 kennt nur drei Larissa, man vergleiche 
dagegen die Aufzählung der gleichnamigen Stadtburgen oder Berg- 
städte bei PB. Gegenüber der bei Zehetmayr p. 133 und andern 
nach Benfey gegebenen Erklärung des Namens Aaptaa = pingue 
solum (auch V. Hehn erklärt „mit fettem Boden"), also im Sinne 
des Horazischen Larissae campus opimae, Aaptaa iptßoTXaS, und 
etwa gemäss der Verbindung bei Hierokles rec. Parthey p. 314 
Afltpüfxva r^ Aiipioa^ behaupten wir gleichwohl, dass diese an sich 
passenden Prädikate eines Thalgrundes für die örtliche Lage 
eines städtischen Mittelpunktes gar nichts beweisen; wir ver- 
stehen demnach mit Strabon und Dionysios von Halik. unter 
Aaptoa eine Mauer- und Felsenburg, im Sinn der früher hervor- 
gehobenen ältesten Ansiedelungen, so dass weiterhin wie bei 
unseren Namen Stein, Stein am Anger, Unterstein u. s. w., be- 
hufs der näheren Unterscheidung dieser Namen (Steph. Byz. 
Aaptaa». tcoasi; ^ixa) das thessalische oder sog. pelasgische Larissa 
in Phthiotis den Zunamen rj Kps^iaaiTJ d. i. die Hangende, dayon- 
trug. Ein Dorf in Lakonien hiess ebenfalls KpefiaoiTj = Hänge- 
berg; vergl. auch Hengersberg in Niederbayern, und bei Forste- 
mann S. 372 Addalahang, Perahhanga, S. 1345. 733 ;,Der hängende 



169 

Stein" etc. Sonderbarer Weise vergieielit Meunier a. a. 0. mit 
Kpefiaanfj den NamenjVitry-ie-brül6, meint also, den ersteren von 
einer Wurzel = xateiv, icüpoü v ableiten zu dürfen ; wohl mit einem 
Missverständnis, denn an das lateinische cremare hat er dabei 
doch nicht gedacht? Vielleicht aber doch, wenn eine solche Ver- 
mutung erlaubt ist, an xstpciv = roden, Kapfioevoop ^Rotteck*', wie 
im Deutschen ;,schwenden", Gschwend, Gereut u. dgl. (vgl. unten 
in § 6). — Hierher gehört aber auch Aaiipa, der Name einer 
Strasse in Samos und einer desgleichen in Alexandrien, im erste- 
ren Falle bei PB. übersetzt ^^Schmalstieg^, im zweiten Falle 
^Schönleben^ ; vielmehr bedeutet der Name Steinweg, wie Aauptov 
= ActFptov eine Steingrube. Dass auch AaßJpiv&o; = AaFuptvOo; 
ÄU derselben Wurzel zu stellen ist, wurde bereits bemerkt : viel- 
leicht auch A^ooa xtofxT}, wie Aaota und Aaotcov = ßauhenstein, 
Eauheneck, eine feste Stadt in Elis. Hieran schliesst sich nun 
eine Reihe von Namen für glänzende , weithin sichtbare Felsen* 
Aa^TiT], Aaicata, Aöffiicsta, Lichtenau, Leuchtenberg, Lichtenstein; 
AttfiicTpai ein attischer Demosname (Photios ed. Naber I, 373 
Aa^xicTpst;* Stoaol di^fiot xij; 'Ep*x^>3t'oc 9^^^» jeiies die Kuppe des 
vorhin erwähnten Erymanthos in Arkadien, bei Statins Theb. 
IV, 290 candens iugis Lampia nivosis, also der von Schnee 
strahlende, dem grossen Pan geheiligte Gipfel dieses Berges, 
auf dem ein Fluss entspringt, der ebenfalls Erymanthos hiess. 
Uebrigens stammt der uns geläufige Name Candia für Kreta, 
in dem Sinne, dass damit eine „Weisse Insel** = Kreta, Kreide, 
gemeint wäre, keineswegs von dem lateinischen Prädikat 
oandida her, wie man gelegentlich erklären hört, sondern von 
Xhandax, dem Namen für ein ehemaliges verschanztes Sarazenen - 
lager, woraus Candia. Kein Kreter jedoch kennt sein Vaterland 
"^nter diesem bei uns üblichen Namen 2). Hierher stellen wir 
:ferner den Namen der Burg Aa^iitpov, jetzt Nemrun, im kiliki- 
«chen Taurosgebirge, die weithin leuchtende, sowie den der kre- 
tischen Stadt ig AuxTo; oder Aütto;, d. i. Höchstedt, auf Münzen 
erscheint AYTTIQN. Bursian I, 160 erklärt den Namen durch 
"^eptaxsiCTOC, sowie Aüxaßr^TT&c, den bekannten nordöstlich von Athen 
gelegenen, sehr steilen Felshügel, dessen weite Rundsicht den 
Vorzug hat; dass sie die Akropolis mit einschliesst. Der Berg hat 



1) Vgl. Fiedler^ Geographie und Gescliiclite von Altgriechealaud und seinen 
Kolonien, Leipzig 1843 S. 32. 



170 

eine höchst wunderliche, übermütig schroffe, springende Gestalt, 
so dass er gegen die reine edle Form des Pentelikon seltsam 
und fremdartig absticht „wie ein Zug aristophanischer Laune in 
dem klassischen Adel der Landschaft^. Wegen der Namensform 
vergleiche man indessen Preller Gr. Myth. I, S. 83 über aüxoj;, 
Wolf, als phonetische Hieroglyphe des Zeu; Aüxato^ wie des 
'AttoaXcdv AüX6tO(; (aüS z= lux, Xüxa3a:, Auxaßryxxoc, XüxauYig;, Auxiijpeta, 
Aüxoaoüpa u. s. w. S. 152 Adxtjysvtjc. Aüxo; ist also für die Grie- 
chen geradezu ein redendes Symbol), und wegen -tjtto; oder 
— aaadc sehe man unten im lO. Abschnitt über die karischen 
Ortsnamen. „Der Jahresberg", erklärt den Namen E. Curtius Gr. 
Gesch. II, 666, K. 131, nachdem er daselbst S. 284 die für un& 
wichtige Bemerkung gemacht hat, dass man schon seit Thaies 
zur Beobachtung der Sonnenwende Felsberge benutzt habe, 
;, welche dadurch , dass sie den Horizont mit scharfen Linien 
schneiden, die Beobachtung des nördlichsten und südlichsten Auf- 
gangspunktes der Sonne sehr erleichterten. So diente den Methym- 
näern auf Lesbos der hohe Lepetymnos, den Einwohnern von 
Tenedos der Jda. Am längsten Tage sieht man die Sonne ge- 
rade aus dem Winkel aufsteigen, welchen die scharfen Kanten 
des Lykabettos und die dahinter liegenden Berglinieu des Briles- 
sos mit einander bilden. Pharinos, ein athenischer Schutzgenosse, 
verpflanzte die in Kleinasien begonnenen Himmelsbeobachtungen 
nach Athen und erwarb sich mit Hülfe des Lykabettos eine ge- 
naue Kenntnis der Sonnenwende^. Unter den Bewohnern enger 
Gebirgsthäler sind heute noch, um nach dem Stand der Sonne 
das allmähliche Entweichen des harten Winters mit einem Blick 
zu bestimmen, gewisse günstig gelegene Bestimmungsberge mit 
der entsprechenden Bezeichnung bekannt. So das Martis- oder 
Martinsloch einer breiten Felswand bei Elm im Kanton Glaru» 
etc» Wir verweisen hier im Allgemeinen auf to ^H/.toTpoittov 
(Bursian I, 80), so hiess nämlich Meton^s Sonnwendenverzeichni» 
an der Mauer der Pnyx, vergl. Schol. Aristoph. Av. 994; dann 
auf die ungemein häufigen deutschen Bergnamen: Sonnjoch, 
Sonnenspitze, Sonnwendjoch, Mittagsjoch, Solstein bei Innsbruck^ 
Sonn wendstein (Semmering), Wendelstein (vergl. Bat^el, Zeit- 
schrift des deutschen und österr. Alpenvereins, Jahrg. 1886, Bd. 
XVII, S. 362), Karwendelgebirg, der hohe Sonnenblick (Gold- 
bergtauern) und andere mehr. Die Erörterung übrigens von 
Faul Stengel im Hermes XVIII, 306, dass Aüxaßa; nicht Sonnen- 



171 

lauf, sondern nur ^Mondlauf", bedeute, hat uns nicht überzeugt, 
wenn wir auch einräumen, dass für die Stelle Odyss. t 306 f. 
diese Auslegung zulässig erscheint. An der Küste Joniens treffen 
wir- einen Sonnenberg, oSavöto; X090;, vom orientalischen ^HpaxATJc 
2av8>3;. Im Anschluss an diese Ausführung wollen wir hier aber- 
mals hervorheben, wie bedeutsam für die Auffassung der Namen 
all dieser Lichtberge und Felskuppen der Umstand ist, dass im 
Altertum überhaupt die religiösen Feste mit Vorliebe auf aus- 
sichtsreichen Höhen gefeiert wurden und dass vorzugsweise an 
Berggipfeln und Klippen des Meeres der Kultus der Lichtgötter 
haftete, vergl. S. 34 f . unter den ;, Naturspielen". Horatius Carm, 
I, 3, 2 sie fratres Helenae lucida sidera, wozu die Erklärer auf- 
merksam machen auf die sonderbare Benennung des Elmsfeuers, 
il fuoco di Sant* Elmo, von der Helena; besonders Carm. I, 12, 

25 puerosque Ledae quorum simul alba nautis | Stella 

refulsit | defluit saxis agitatus humor sqq. Vergl. auch Preller 
Gr. Myth. II, 66, A. 1; ebenda I, 167 über'Aico.AA(uv AtyATjTTj; oder 
'Avotcpatoc auf der kleinen felsigen Insel Anaphe; dann Preller- 
Jordan Rom. Myth. 3. Aufl. I, 268 über Apollo Soranus, Soracte 
oder Sauracte, latein. Sol oder Saul, goth. Savil, litth. Säule, da 
die tenues 1 und r in den italienischen Dialekten sehr oft in ein- 
ander übergehen und alle diese Wörter ihre gemeinsame Wurzel 
haben in dem Sanskritstamm svar = glänzen. Unter dem Namen 
Iloastdülv ÜSTpatoc wurde Poseidon in Thessalien verehrt, um den 
Einfluss, den er auf die geologische Gestaltung des Landes aus- 
geübt hatte, im Andenken zu erhalten (G. Grote Griech. Gesch. 
übers, von Th. Fischer I, 368, A.). lieber die Eigentümlichkeit 
der Apollinischen und überhaupt der Religion des Lichtes (Per- 
seus, die Dioskuren), dass sie vorzugsweise einsame unfruchtbare 
Klippen im Meere, Vorgebirge und felsige Schluchten zu den 
Geburts- und Kultusstätten ihrer Götter aufsuchte, vergleiche 
man allenfalls Preller Griech. Mythol. I, 154. 

Auch das hochberühmte Delphi, „die felsige Pytho^' ^j^ isl^ 
solch eine einsame und unfruchtbare Schlucht. PB. erklären den 
Namen als „Brudersberg^, richtiger ist es wohl AsXcpot, AsXcpotc 
(vergl. oben S. 148) zu verstehen ;,in der Schlucht^^ Am Parnass, 
hoch über dieser Schlucht, treten die Felsen senkrecht vor, 
namentlich zwei nackte Kalkwände von etwa 900 Fuss Höhe, 



1) Hom. Jl. II, 519 führt den älteren Namen Il-jOcuva TieTpTrjeaoav an. 



172 

die OatSptaisc, sc. icirpat, Scliimmerf eisen genannt, ;,wie sie wohl 
wegen des wiederstrahlenden Sonnenlichtes bezeichnet wurden, 
denn sie bilden einen gegen Süden geöffneten, stumpfen Winkel 
mit einander^ (E, Curtius Grr. Gresch. I, 395). Was jedoch die aus 
dem Dichter Persius dem Leser bekannte Bezeichnung Pamassus 
biceps anbelangt, so erklärt man sie gewöhnlich aus dem Um- 
stände, dass von Delphi aus nur die zwei also benannten Spitzen 
sichtbar sind. Indessen Tozer p. 231 verwirft diese Erklärung 
als eine falsche, da die Benennung „gleaming peaks^ nur auf die 
Zeit des Sonnenaufgangs passe, gemäss der Schilderung bei Euri- 
pides im Jon vs. 86 

IlapvTjotaöe; 8' aßaxot xopucpat 

xaxaXoffATcofxsvat mjv rjjisptav 

a^lioL ßpOToloi Ssxovxat. ^) 
Uebrigens begegnet uns auch in Arkadien ein Bergname o Oat- 
ipta; (denn so ist wohl mit Benseier zu schreiben anstatt OatÄpta 
oder Oaeiptov), der den Sonnenglanz der Kalkfelsen bezeichnet. 
Ungemein häufig sind aber in dieser Klasse die von 
Xeüxoc = weiss, licht, hergeleiteten ON. Tct Aeuxtpa ist der Name 
von Städten io Böotien, Arkadien, Messenien; PB. übersetzen 
;,Blankenhain^. wir können jedoch geradezu Namen zur Seite 
stellen wie Weissenburg, Weissenfeid, Bianca villa, Belgrad, 
Weissenhorn, Weisseneck, Lichtenberg und Leuchtenberg, Lich- 
tenstein, Liehtenegg u. s. w. Vergl. Vergil Aen. III, 126 Paros 
nivea. Horat. Serm. I, 5, 26 impositum saxis late canden- 
tibus Anxur, später Tarracina geheissen. Carm. I, 14, 19 
nitentes Cycladas ; III, 28, 14 fulgentes Cycladas. Dionys. Perieg. 
530 Siiopfltds; 7C8pt7ua|icpavca)0'.v. Also von der weissen Farbe und 
vom Grianze des Kalkfelsens sind diese Namen entlehnt; denn 
das Leuchtende (Xeoxov) ist auch am besten zu sehen (Xeuoaetv). 
Welcher Kl. Schriften II, 112 über pt^J^at icsTpac aitd rifjXecpavöüc, 
sc. Aeuxce-nj. Wir nennen xd Asüxd opTj auf Kreta, Asoxdv Im 
KpTjTalc opo; Kallim. Hymn. in Dian. vs. 41; at Asuxat, Name 
mehrerer Städte und Inseln ; das bekannte Vorgebirge o Asoxatac 



1) Tozer beschreibt genau also : at one point in this line of cliffs, just where 
Castalia rises, the rocks fall back and form an obtnse angle on either side of 
which Stands np a conspicnons peak, the SiXocpoc Tcerpa of Sophocles (Antig. 1126) 
— a title which the Latin poets misunderstood, for when they speak of biceps 
Pamassus, they suppose these to be the summits of that mountain, whereas 
Pamassus rises to a Single peak. 



173 

an der Südwestküste Leukadiens, vergl. Oberhummer, Akarnanien 
S. 24 über die Stadt >5 Asuxa;; in Thrakien Asüxi) axir'. Jedoch 
über die Acoxa; izixpri als Felsen der Verwesung (Xeu-/ 00x27) ver- 
gleiche man allenfalls Praller Grr. Myth. I, 507. Weitere Namen 
dieser Klasse sind Asoxotac, Asüxt^ifXT], Aeüxoiiayor, Asuxt^ it^xpr] und 
Asoxo-nsTpa, Aeüxoata, Aeoxwvta, Aüxcopeta, neugriech. Aüxspi (Bursian 
I, 157), Asüxal or^Xai in Phrygien, Asuxi^ KoJfng im Haurän, Asuxov 
Tctxo; in Aegypten {Kiepert S. 200). Abyla in Koilesyrien wurde 
auf griechisch Aeuxa; genannt von seiner Lage an einem Felsen. 
Asüxavta und Aeüxavoi, doch dieses ist wohl nur eine Gräzisierung 
aus Lucaui (Kiepert Handb. der alt Geogr. S. 456). 'Aoisptov, Stern- 
berg, war ein früherer Name des Kithairon und zweier Ortschaf- 
ten ; ""AaTpc"; ist sinnverwandt und vielleicht, wie Boss ange- 
nommen hat S. 110, völlig identisch mit dem obenerwähnten 
AafxTceia. Tixavo?, ein Bergfelsen in Thessalien, bei Homer IL IL 
735 bezeichnet als TtTotvoto ts Xsüxd Tiapr^va, bedeutet gleichfalls 
einen Kalkfelsen. Vergl. auch Santa Maria di Leuca, an der 
gleichnamigen, von den weissen Felsen benannten äussersten 
Südostspitze Italiens. Begreiflicher Weise stellt sich bei den mei- 
sten dieser Namen, ut inter G-raecos, von selbst das Spiel mit 
den anklingenden Wurzeln lux, Xüxo;, asüxtJ ein, als Wortspiel 
und als redendes Symbol, worauf wir bereits früher wiederholt 
hingewiesen haben. 

Nun treten uns aber gar nicht selten auch solche griechi- 
sche ON. entgegen , in denen die spätere griechische Bezeich- 
nung einfach als die Uebersetzung eines älteren phönikischen 
Namens sich herausstellt. Warum in diesem Falle, zumal wenn 
es sich um Inseln, Hafenstädte, Küstenplätze, Vorgebirge handelt, 
nicht gut ein umgekehrtes Verhältnis angenommen werden kann, 
glauben wir schon oben S. 156 dargelegt zu haben. Solches gilt 
^. B. von der Hafenstadt Gortyn, phönikisch Leben geheissen 
<i. i. die Weisse. Darüber urteilt Olshausen Hermes XIV, 146 
stlso, dass der Name der Hafenstadt Asßyjv oder AsßTjva an der 
Südküste Kretas gewiss mit Unrecht von den G-riechen mit aswv^ 
dem Löwen, in Verbindung gebracht worden sei, mit Unrecht 
a.uch dann, wenn ein benachbartes Vorgebirge wirklich das 
liöwenkap genannt wurde und nicht etwa ursprünglich ebenfalls 
das ;, weisse" hiess (vergl. oben S. 103). Nun lesen wir aber bei 
Hesychios Xsßa* itoXtc utcö 0pax(uv, was Dr. Fligier genügt, um 
in den Mitteilungen der Anthropolog. Gesellsch. in Wien, Bd. VI^ 



174 

S. 242 gleich auch Lebadea, Leibethra, Lebaea, Lebena als illy- 
risch-thrakische Namen in Beschlag zu nehmen. Indessen ist 
nicht einmal wahrscheinlich, dass sich hier eine semitische mit 
einer thrakischen Wurzel (diese als indo-germanisch zugegeben) 
decken soll, wie in dem obigen Falle bei KapvTj, KJpvoc, Qerne. 
Wir fahren daher fort, und nennen als ein weiteres Beispiel 
Atßavo; oder Atßavov, das weisse Gebirge, mit dem Parallelgebirg 
'AvTiAißavov, phönikisch-hebräisch Lebänon , assyrisch Labnana, 
jetzt arabisch Dschebel Libnän {Kiepert, Handb. der alt. Geogr. 
S. 157), von seinen Kalkfelsen benannt. Es lässt sich freilich bei 
mehreren Namen, die ganz hellenischen Klang haben, bezweifeln, 
ob ihnen die Wurzeln cor oder 9Ür, Sela, Sala, Selagh, zu Grunde 
liegen und ob wir dabei an Licht uüd Glanz oder an den Begriff 
Felsen zu denken haben. Jedoch 2üpoc, der Name einer der 
Kykladen und einer Insel bei Akarnanien, ist wahrscheinlich 
phönikischen Ursprunges = Tiipo;, Olsliausen, Monatsber. der BerL 
Akad. 1879, S. 562 f. Eine Stadt im Innern des Peloponneses, 
wie IsyJ.aata in Lakonika, ist jedoch schwerlich phönikisch be- 
n^,nnt und daher = 2eAao''a, PB. „Strehla"*, Strahlenau, Lichtenau; 
aber Soli, loXot ist doch wohl phönikischen Ursprungs, also = 
Fels, wie Sala, Felsen, an der atlantischen Küste, Ss^yt] in Pisi- 
dien, SsXytjooo; oder laya^aood;, laAYavsJ; in Böotien, Soloeis, das 
felsige Vorgebirge, Üat], Sela die Hauptstadt Edoms = Fels, von 
den griechischen Eroberern in IJEipa, übersetzt (Kiepert Handb. 
S. 184). Semiten waren auch die Solymer, sie wohnten nach 
einem Fragment des Dichters Choirilos h SoXü^ot«; opsstv icAars]? 
ini Ai/jtVTQ, indessen P. de Lagarde Ges. Abh. S. 281, A. macht 
darauf aufmerksam, dass sie bei Eustathios zu Homer 369, 635 
TCsXujiot heissen, was für die Ansprache des o wichtig ist. Vergl. 
auch oben S. 116 über Solyma — Treppenberg. So beziehen wir 
denn hierher auch den Namen der korinthischen Niederlassung 
in Akarnanien Söaaiov, denn PB. mit ;, Starkenburg" erklären 
durch Hinweisung auf oao; = sollus, nach Festus = totus, solidus, 
und auf Vegesela. Man beachte wohl, dass noch bei Hierokles 
rec. Pdrthey S. 39. 93 der Stadtname SoXot gerade mit Aaict^o;, 
Aeüxoüaia = AsüXüiaia^ Asuxoota, ZsAsJxsia, also mit einem griechi- 
schen Etymon zusammengestellt wird, das in unserem Sinne mit 
der phönikischen Bedeutung von Felsen sich deckt. Auch das 
hochgelegene Solüs in Sizilien bedeutet Fels, römisch Soluntum, 
Solanto. Auf Münzen lesen wir auch Sela für die Altstadt von 



175 

2oXot, Aiiista, also wiederum = Felsenstadt. Von pur, altlateinisch 
sarra = Felsen, stammt, wie schon bemerkt, auch Tyros (^Kiepert 
Handb. S. 170), vielleicht auch SaXafxt^, ^Kiepert jedoch S» 134 
leitet diesen Namen ab von schaläm „Ruhe", „Frieden'^, als Be- 
zeichnung eines Bundesortes verschiedener Völker. Oberhummer, 
Die Phönizier in Akarnanien, S. 7, A. 5 bemerkt in dieser Be- 
ziehung mit aller Vorsicht, es sei wahrscheinlich, dass in Fluss- 
namen wie Selas, Selinus u. s. f. dieselbe semitische Wurzel = 
Fels, wie in Soli, Solus, Selinus vorliege; „ist der Name grie- 
chisch, so haben wir eine grosse Anzahl „strahlende", bezw. 
„Eppichflüsse" und „Eppichstädte" (vgl. unten in § 6); ist er 
€emi tisch, so ergibt sich die Bedeutung „Steinbach", bezw. 
„Felsenburg", eine Erklärung, die sachlich wohl mehr an- 
spricht." Dass eine solche Auffassung völlig unserer Anschau- 
ung entspricht, brauchen wir hier nicht zu wiederholen. 

Ob nicht auch in solchen Namen semitische und arische 
Wurzeln sich begegnen, z. B. por zu skr. siirjas =: svarjas, Sonne, 
gehalten, sverjos, Sstpto^ u. s. w. ist schwer zu entscheiden. Kaotov, 
To opo;, und 'AvTtxaotov jedoch möchten wir allerdings zur Wurzel 
ka— , can— d. i. glänzen, leuchten, excandescere, stellen, nicht 
zu xdfot; = Bruder. Solinus ed. Th, Mommsen p. 200 hat notiert : 
Persae nominant montem Caucasura Croucasim, id est nivibus 
candicantem, also wie skr. Himälaya, Snowdon, Schneeberg, Schnee 
koppe u. s. w. Andere fassen freilich Kaüxaoo; als Brenner oder 
Hollberg (xauxY]). Aber auch NttJ^ct, Nißac in Makedonien, N'.cpaxYj^ 
in Armenien, gehören hierher. Grleichwohl bleibt noch immer der 
Name Alpen, ^Aatcsi;, zol ^AXiista, zd ^PiLizia oder auch ''AXßta opr], 
für Viele zweifelhaft. Gewöhnlich leitet man ihn ab vom kelti- 
sehen alp =z hoch, Albainn ^^'AXßtov, „Land der Berge"; Kiepert 
Handb. S. 628 erklärt kurzweg Albion als „Berginsel", ohne der 
oft genannten weissen Uferfelsen zu gedenken. Hiermit scheint 
ein Ortsname bei Sparta, xd xa>wOU[isvov 'Aati^ov gut übereinzustim- 
men, auch Wörter wie bayerisch Alm, Aelpler u. dgL Gleich- 
wohl entscheiden wir uns mit Bedacht für den Wortbegriff 
„Weisse Berge", wie in Dhävalagiri, Atßavo;, auchAlbula, 'AX^cio^ 
= Weissach; freilich wird der letztere Name neuerdings von Tozer 
p. 349 zu aXcpatvü), aXcpsoißotoc gezogen und als fertilising water 
aufgefasst. Aber auch der berühmte Name '^OXufiiiö; ist hier zu 
verzeichnen; die ''CXü^tuoi benannten Berge sind durchaus hoch, 
weiss und licht, gleich den ^'AXicst;. Sechs Berge mit dem Namen 



176 

^OAüfiTcoc, ^YXü/iiro; (ü ist äolisch; vgl. neugr. bei Bursian I, 357. 
287. 397 "EXüjüiTCO, auch in Attika ein Elymbo) zählt der Seholiast 
zu ApoUonios Rhod. I, 599 auf. Freiler Griech. Myth. I, 47 
meinte, die Olympe von Thessalien oder von Mysien oder Bithy- 
nien wären jedenfalls die ältesten, der Name scheine aber eher 
kleinasiatisch zu sein als griechisch. Er vergleicht noch den Berg 
Olgassys in Paphlagonien und bemerkt ebenda S. 77, A. 3, dass 
^nicht selten so ein ätherischer Berggipfel ^OXo^itcoc genannt wurde 
oder Ispa KopocprJ*. Also eben doch Berg oder Berggipfel! 
E. Curtius Pelop. II, 148 glaubt, dass auch der messenische 
Berggipfel Ithome mit einem Heiligtum des Zeus Ithomatas, den 
Olymposnamen mit dem arkadischen Zeusberg Lykaion ursprüng- 
lich geteilt habe; S. 304 werden lakonische Ortschaften ver- 
zeichnet mit einem Gresamtnamen Olympochoria, „der auf einen 
alten Olympos in dem Hochlande des Parnon schliessen lässt^. 
„Nahe an der Gränze gegen Argolis liegt das vielleicht auch 
nach einem alten Orte benannte Palaeökastron Lympidda". Sol- 
chen sonderbaren Schlüssen gegenüber halten wir in Bescheiden- 
heit immerhin fest, dass wir unter ^OXü^itioc, 'OAüji-mijvi^, 'OXufXTnj 
(genau so viel wert wie ^'AXo^it:-— , ''EXü^itc— ), d. i. der Glänzende, 
der Schneeberg, Leuchtenberg, Lichtenstein, Weisshorn u. dgl. 
stets die Wurzel XafiTt — , XafxTuac, Xa^iicpoc, Xa[i7cx>Jp, limpidus, — Xiic, 
a — Xstcpoj u. s. w. durchleuchten sehen. Hieran schliessen sich 
AiTcapa, d. i. die fette, die glänzende Insel, eine der liparischen 
Gruppe. AtTiaSoc, eine makedonische Küstenstadt, PB. ;,Feistritz"y 
vereinigt in ihrem Namen die beiden Begriffe dßs Glänzenden 
und Felsigen, so wie uns Homer vorführt II. II, 633; Odyss. 
XXIV, 377 AtY''Xwta xpr/XsTav, einen glänzenden Felsen, Geisberg 
genannt, auch Name eines zweiten Ortes. Ebenso deuten die 
Namen raXr^^pö;, raXaxr];, FeXa auf den Begriff Lichtenfels, Weis- 
senfels ; ferner rXacpupat oder FXacpüpat, Name zweier Ortschaften, 
bei Bursian I, 103 auch FXacpüpoc, dazu TXioolq oder rXtood; = Glatz 
(vergl. die „Hähle Platte" d. i. die schlüpfrige, in Oberhasli; 
die bekannte „Schienige Platte" etc. bei Interlaken); mehrere 
Namensformen mit Xsica;, lapis, wie EuXsTca Schönfels, AsTcsTOfxvo^ 
ein kahler Berg auf Lesbos. 'Axpoiov Xsttä«;, ein Hügel in Sizilien, 
nach Thukydides VII, 78; vergl. auch [bei Lykophron vs. 420 
Tufx<pp7}OT0V auYaaat XsTiac, vs. 159 Xeupav aXsTpsüoovta MoXmöo; icsTpav, 
dazu Schol. Xetav, o|xaX>Jv. Theokritos I, 39 ni-zpa Xsicpce?. Ferner 
ist hierher zu stellen o Asicpeo; oder to AsTcpsov, bei Kallimachos 



177 

auch AsTcpstov, von der örtlichen Lage auf Felsen benannt, wie 
dieselbe Bursian II, 278 beschreibt. Indessen nennt Vanicek XsTrp^, 
XsTcpo; nicht unter Wurzel lap, also hält er wohl das p derselben 
für wurzelhaft. Tozer erklärt p. 363 nach JE'. Curtius nicht voll- 
ständig Lepreum from Xsirpoc, /.sTcpa;, rough. Zwei verschiedene 
Deutungen führt Photios an, Naber's Ausgabe I 380As7rp3ov dizo 
Toü icapaxctusvoü opo'j;' ot 8s «Ttö TOü TO'J? xxtCoviac auTigv vda(o 
Xp>jaao9ai /iicpa (!). Natürlich befasst sich Pausanias V, 5, 4 ein- 
seitig nur mit der auf einem etymologischen Missverständnis 
oder auf blosser Spielerei beruhenden zweiten Erklärung des 
Namens Lepreon. In demselben Sinne verstehen wir, gemäss der 
früheren Ausführung in den ;,Naturspielen^ S. 20, die Atx^'Jsc 
oder Lichasfelsen am nordwestlichen Ende von Euboia die 
., Scharf enstein er Inseln*' nach PB., deren Namen Forchhammer in 
den Hellenika S. 17 fälschlich, wie wir glauben, auf leiyziv — be- 
lecken, bezogen hat. Neugriechisch heissen sie Ai^ad6\7^G7, Bursian 
I, 4%; II, 401. Bei Strabon I, 3, 20; IX, 4, 4 heisst es selbst- 
verständlich dizd biV/ji 'oovoiioi tyooooLi, ohne dass der Name Lichas 
selber erklärt wird; so Plinius N. H. IV, 4, 62. Auf das Rich- 
tige führen uns dagegen ni-pon /t:;oaÖ£; bei Apollon. Rhod. II, 7, 
30; IV, 1717 'Avdf^r^v ^i ts /taoaöa vtIJgov etc. Aber schon der 
homerische Vers Odyss. III, 93 sq. loit di Ate aiTieTa ts e?^ aXa 
TisTpr/ I saxatiig FopTüvoc, oder Odyss. V, 412 XiaoT] «5' QvaÖ3Öpo|ie 
TtsTpYj, ist ja für diese ganze Klasse von griechischen ON. typisch. 
Wie die bereits erwähnten Phaidriaden am Parnass, hängen 
ebenso deutlich zahlreiche Namen mit diesem Begriffe von glatten, 
glänzenden Felsen zusammen. Weil im Bergthal der Albula 
(Graubünden) die dasselbe einrahmenden Kalkfelsen weiss schim- 
mern, hat sowohl der Bergpass den Namen Albula empfangen 
als auch führen die Höhen, welche eine Sprachengränze dar- 
stellen, die Namen Crap alv nach romanischer und Weissen- 
stein nach der deutschen Seite. Man vergleiche auch Astov, 
Glatz , AI; irsTpr] , Asta, mit alts. leia = Fels, Felsplatte, 
Lay bei Koblenz, Loreley in den „Griechischen Stichnamen'* 
S. 26, dazu AtjIov, Aspoc, vielleicht auch r; Ar/ior, eine Stadt in 
Troas, und to Asxtov, Name eines Vorgebirges in Troas, PB. 
„Heiligenstein" (?), vergl. S. 152. Sicher jedoch sind hier anzureihen 
Asaßo;. Name der bekannten Insel, die „Weisse", von asot:©;, 
Ataao;, ein alter Name von Lesbos war^Iooa, so hiess, nach Sky lax 
23, auch eine illyrische Insel, deren Name jetzt Lissa ist. Aber 

Grasberge r, Ortsnamen. 12 



178 

auch Ai^^ivo; gehört hierher, ob wir nun dabei zunächst an Xsizpot; 
oder an Xtoaoc, SsXsfxvoc u. s. w. denken; wahrscheinlich auch 
Atxü|jiva, Name der Burg von Tirynth, den freilich PB. mit einem 
lyrischen ^ Sangerhausen" wiedergeben wollen. Zweifelhaft bleibt 
dagegen wiederum r AtyS, AüyS oder At$oc, eine uralte Stadt in 
Mauretanien, die auf ihren punischen und punisch-römischen 
Münzen die Traube als Wahrzeichen führt, cf. Gesenius 1. c. I, 
p. 157. lieber "EXtJoc und Asta ist Bursian II, 549. 567. 529. 407. 
472 zu vergleichen. 'ESsAiooa scheint so ziemlich unserem ;, Wen- 
delstein" zu entsprechen. Vielleicht sind auch die karischen 
Namen Aojooo; und ^AXtooaoc bei Georg Meyer S. 12 hierher zu 
ziehen. Griechisches Gepräge tragen ferner die Namen Atooa, 
Blankenstein, Atoooc, 'Ajicpuiaooc und 'AxpoXtaooc, AtoaTJv, eine Stadt 
in Kreta, 'OXiosi^v oder BXtosifJv, BXstaaTjvr], jetzt Vlassona, '^AXaooa, 
thessalisch 'OXooootuv, Strabon IX, 5, 19 'OXoooowv, Xsüxnj iipoc- 
«Yope-jöeloa a'iio xoG XsuxcipytXo^ slvat, Bursian I, 35. 367; II, 567 
'EXaoocüv, 'AXaoa&va 'OXtCwv , Lassaea. Noch sind zwei Städte, 
Namens 2av7] oder EavT; (von $atvü), $£ü>) = glatt, zu nennen in 
derselben Bedeutung, vielleicht auch die am oberen Kaykosilusse 
unlängst aufgefundene, bisher unbekannte Stadt SavSatva (o fiigfio; 
2avöaiv£iTo7v), vergl. Wochenschrift für klass. Philologie 1887, 
S. 1239. 

Nicht zu der Wurzel Xitu— , Xaiiii — darf gestellt werden der 
bekannte Stadtname Acf/Jt+otxo;, worüber unter andern Pompon. 
Mela I, 19, 97 eine erheiternde Etymologie, ganz nach Art der 
Alten, aufbewahrt hat: Lampsacum Phocaeis appellantibus nomen 
ex eo traxit, quod consulentibus in quasnam terras potissimum 
tenderent responsum erat , ubi primum fulsisset , ibi sedem 
capessere, also eine naive Ableitung aus ixXafx^ai, aarpa^^at. Die 
wahre Bedeutung des Namens nj \a\s.^axoc, phönikisch Lapsak, 
Lapsaki, ist Stadt ^an der Furt" oder „an der Ueberfahrt**, 
vergl. Utrecht, und unsere Ortsnamen Urfahrn, Fahr etc. Kiepert 
hat neuerlich im Handbuch der alt. Geogr. S. 162 hervorgehoben, 
dass auch ©a^paxoc am Euphrat aus dem Phönikischen stammt 
und Uebergang oder Furt bedeutet. Am Nordende des Walchen- 
sees in Oberbayern ist sogar ein ursprüngliches „Urfahrn" i e. 
Ueberfahrn, Stelle der Ueberfuhr, aus Missverständnis in das 
heutige „Urfeld" verdreht worden. Doch ist der echte Name 
anderswo, am Inn und am Main, noch erhalten; beiVolkach am 
Main auch der Dorfname Fahr. 



179 

Wohl aber glauben wir obigen Namen beigesellen zu dürfen 
die berühmte Insel Ai^Xo;, das „Sonneneiland*' nach Preller-Jordan 
Rom. Myth. II, 167, die Insel der Offenbarung, der ersten Epi- 
phanie des Lichtgottes ; der Ort, wo dieser sieh hauptsächlich er- 
götzt, wo das grosse, glänzende Fest* der Jonier zu seiner Ehre 
persönlich gefeiert wird. Plinius N. H. IV, 12, 66 hanc (Delum 
insulam) Aristoteles ita appellatam prodidit, quoniam repente 
adparuerit enata, wozu er sieben weitere Namen der Insel an- 
führt. Eine Zusammenstellung der alten und neuen Namen von 
Delos gibt jetzt SaL Reinachj La description de Tile de Dolos, in 
der Revue archöologique III, 1, p. 75—88, Paris 1883. Bei Solinus 
p. 83 ed. Th, Mommsen ist erhalten : Delon ante omnes terras 
radiis solis illuminatam sortitamque ex eo nomen, quod prima 
reddita foret visibus, nämlich nach der Ogygischen Flut, wie der 
Zusatz bei Isidorus Hispal. Origg. XIV erklärt. Also, weil plötz- 
lich sichtbar geworden. Freilich, meint PoU^ Etymolog. Legenden 
S. 273, hat der Mangel des weiblichen Ausganges in StJXt) etwas 
befremdliches. lieber äijXo^ aÖT^Xoc, axtvrjxoc vergleiche man allen- 
falls Preller Gr. Myth. I, 154; Bursian Greogr. Grriechenl. II, 
459, A. ; Grote Gr. Gesch. I, 43 der Uebers. von Th. Fischer. 
Nach Fligier (Arch. für Anthrop. XIII, S. 437) könnte der Name 
der Insel des Sonnengottes Apollon nur vom albanesischen djel 
= Sonne erklärt werden. 

^'ApYOc, .den vielumstrittenen Namen , der bekanntlich die 

Stadt Argos und häufig auch das Land Argolis bedeutet und 

nach Strabon VIII, p. 568 so viel wie Ebene heissen soll, e- 

ziehen wir einfach auf den weissen Thonboden (apY—tXo;, argilla, 

von apyoc = weiss, schimmernd, und berufen uns vor allem auf 

Eustath. Comm. ad Dionys. Perieg. 419 (ed. Did. p. 294) XP^ 

stölvai ort oux ev ''Apyo; ioxtv, dWa ötcfcpopa .... ötiXo)^ stTcelv c?c 

Ivöcxa TOTtOü^ ot TcaXaiol to ^Apyo; iisTpouot, asyovts; xal oit oxe^ov 

ics^iov Tcapa&aXaoaiov ^'Apyoc eXsysTo, weiterhin auf Ortsnamen und 

Appellativa wie ''Ap^oüpa, eine thessalische und eine euböische 

Stadt, 'ApYüvvtov oder 'Ap^üvstov, ^Apysvvov, 'Apytvou^, "Apyiov, ''Ap^sioa, 

^ApYiooa (später ''Apyoüpa), 'Apytvov, ""Apytvoüoat , lauter Namen 

von Städten, Vorgebirgen und Inseln; ""ApYOAac, sc. Xo^o;, 

Weissenberg, eine Anhöhe in Lokris, 'ApYsa^at, Name einer 

Arkadischen Ortschaft, bei Pausanias VIII, 23, 7; tov apyy)'^« 

KoACDv&v bei Sophokl. Oed. Col. 670, wozu Tozer p. 243 

Anmerkt: two bare knowlls of light-coloured earth, not chalky, 

12* 



180 

as the expositors of that passage often describe it to be. ^Apyoc 
rrj; KiA'.xtac, ^ vjv 'ApysioTroÄic, cf. Eckhel D. V. N. I, 3, p. 49- 
ÜG^flfpYTj d. i. eine Harpyie mit weissen Füssen, die Meeressturm 
bedeutet. Bekannt ist besonders das homerische Prädikat apytvost;, 
als Beiwort von Städten, die auf Kalk- oder Kreidefelsen erbaut 
sind, auch oüpsa apYivosvi«, wie asüx« fpTj = Schneeberge, Silber- 
berg, Weissenf eis, wie der Argaeus in der Katakekaumene. Je- 
doch erklärt Ä. D. Mordtmann, Sitz.-Ber. derMünch. Akad. 1861^ 
S. 177 den Namen Argaeus, des höchsten Berges von Kleinasien 
bei Mazaka, aus ar, pehl. = Berg (Ar — menia, Ararat etc.), 
griech. opoc, und gaos, zend. z= Stier, also gleich dem Namen dea 
wohlbekannten Taurus. Vgl. ferner Hom. II. II, 647 apYivoevta 
AuxaoTov, Lykastos auf Kreta; vs. 656 apytvosv-a KctfjLtpov. Grinnar- 
gentu, der höchste Gipfel des östlichen Küstengebirges auf Sar- 
dinien, Monte Argentaro oder Capo Bianco an der Küste von. 
Etrurien, Argentiera oder Mons Argenteus ; vgl. den karischen 
Stadtnamen xd Bap^üXia = Silberberg. Auch den Inselnamen Ki- 
[xüJAo; erklärt neuerlich Angermann (N. Jahrbb. für Philol. 1888- 
S. 6) von der Farbe, aus Wurzel ^tfxo — , skr. 9Jäma, oder viel- 
mehr 9.iena, weiss , graulich , und Suffix — toAo; (vergl. ''Avojao;,. 
n«xTujAo;) ; Merkmal der Insel ist ein weissliches, in grossen 
Bänken lagerndes Gestein; daher sie bei den Westeuropäern 
Argentiera heisst. Einen Ort Kiinn/J.a gab es in der Landschaft 
Megaris und eine Stadt KtfxwAtc oder KtvwAt^ in Paphlagonien 
(Plin. N. H. VI, 2, 5). Noch führen wir an 'ApYavdtuv, Name: 
eines Gebirges in Bithynien. Aelian JB. An. XII, 36 h Eußoia ös: 

sxctAOüv Ol TiO'.r^Tai ttjv Eüßö'.av. Steph. Byz. 112 ütto ©paxiiJv o fiy; 
apyiAo; x^AsTtai, daher der Name einer makedonischen Stadt 
^ApY'.Äo;, Mäusenheim, bedeuten soll, ebenso gut aber Weissenburg 
bedeuten kann. Bedeutsam, im Sinne unserer Auffassung, ist 
auch die Verbindung von Argos und Argiletum bei Vergil Aen. 
VIII, 345 

Nee non et sacri monstrat nemus Argileti 
testaturque locum et letum docet hospitis Argi. 
Mart. Capella ed. Eyssenh. p. 239 Argaeus mons (2 codd. Argeus 
mons) imminet, qui nives verticis albicantis ne aestivis 
quidem solibus superfundit. Uebrigens stellt Panofka a. a. 0. .S. 46 
^Ap^opa, Stadt und Quelle, und 'Ap^uptTCTccz, die von Diomedes im 
italischen Daunien gegründete Stadt, einen aus ^'Apyo; "'latmov an- 



181 

geblich entstandenen Namen, zu der silberrossigen Selene als 
„Rossreiterin", wie die Namen Selasia, 2eA£|xvoc, Luna. Vgl. auch 
AivTjotTiata oder AtvTjotTCrwSta, eine Insel der Marmarika. Allein die 
griechische Deutung für das heutige Arpi, die Gründung durch 
Diomedes und die ganze etymologische Fabel ist von der früher 
in der Einleitung beschriebenen Sorte.. Die Bewohner selbst 
nennen sich auf ihren Münzen nur 'Apiiavot. 

Wir können uns demnach nicht befreunden mit G. Fr. Unger^s 
Auffassung dieses. Namens, Philol. XXI, 8, wonach ''ApYo; mit 
opsycD, c?pYü'.a, regio zusammenhängen, also etwa unseren Aus- 
drücken Lage, Bezirk, Gegend entsprechen soll. Das bedünkt uns 
einem sehr bezeichnenden Stadtnamen gegenüber, wie wenn man 
z. B. in Italien nach ON. suchen wollte, die so wenig als mög- 
lich individualisieren, wie Situs, Regio, Campagna. Auch Anger- 
mann (Geograph. Namen Altgriechenlands S. 10), der bei dem 
Namen Argos an das slavische reka = Fluss sich erinnert und 
dpYOv Tcediov als den nassen Boden nimmt, der dem Pfluge noch 
nicht zugänglich ist, entfernt sich mit dieser Auslegung zu weit 
von dem bekannten stehenden Beiwort 7coAüSi\}^tov ^Apyo;, d. i. das 
quellenarme, bei Plinius dipsium Argos, während gerade wegen 
dieses Prädikats Zehetmayr Lex. etymolog. comparat. p. 26 an 
skr. rajas = terra culta, pulverulenta denkt, also Argos für pul- 
verulentum erklärt, welche Auslegung in der Sache schliesslich 
mit der unsrigen mittelst der Wurzel raj = glänzen zusammen- 
trifft. Dass übrigens bei G. Curtius auch in der fünften und 
letzten Auflage der Grundzüge der Griech. Etymol. dieser für 
uns alle wichtige Ortsname übergangen ist, bedauern wir leb- 
haft; sollen wir aber aus diesem Grund auf eine eigene Meinung 
schweigend verzichten und uns behutsam zurückziehen ? Wer da 
will, fährt wohl ambestenmitJPörcMmwmer's Erklärung, Hellenika 
S. 238: Argos ist überall, wo Winter und Nässe den Boden un- 
brauchbar (aspYo;) machen'', ebenso S. 235 ; 'ApYs^oi sind diejenigen, 
^die durch grosse Dürre umkommen'*, S. 287. 326: 'ApY(« ist die 
INässe der Argosebene bei Jolkos S. 330 u. s. w. Wir aber fahren 
nicht mit. Uns gilt die TptaxovTa'CüYo; ^ApY^ einfach als die 
splendida. 'ApYov TtsStov verstehen wir nicht als „Faulfeld" (wobei 
onan übrigens eine Form 'ApYöu; voraussetzen könnte, gleichwie 
neben Öptov ein Öpiouc) und auch 'ApYstot nicht als Mauergründer, 
"wie Victor Helm S. 59 der 2. Aufl. anzunehmen scheint, wohl mit 
Hinsicht auf sipYo, ''Opx^'iüievd; u. dgl. Noch bemerken wir, dass 



182 

bei dem Namen Argos Fligier^ Mitteilungen der Anthropol. Ge- 
sellsch. Wien 1876 S. 2B5, vom Albanesischen oder ;, Illyrischen" 
im Stiche gelassen, sich lediglich auf Pischel beruft, der bei 
Argos an die arjas denke, ^'Apioi bei Steph. Byz. XJeber ^Apyoc 
als Personennamen siehe Einleit. S. 64. 

Fiedler, Geogr. und Gesch. von Altgriechenland S. 67, äus- 
sert die Ansicht, dass auch der vorhin von uns angeführte Name 
der perrhäbischen Stadt 'Oaoooocov oder 'OXtaacov, jetzt Elassona^ 
die seh on Homer kennt, aus dem in ihrer Nähe gefundenen 
weissen Thon als die weissglänzende zu deuten sei. Solches be- 
zeugt auch Strabon IX, 5, 19 durch sein Homer-Citat *OXoö03ova 
Asuxr/^, womit also unsere obige Auslegung völlig übereinstimmt. 
So wird Tanagra beschrieben bei Dikaiarchos I, 8 *>5 8s icoXic 
tpaxs'ia fjLSv xai |x£T£ü)poc, Xsux^] 6s z-g smcpavsia xal apyiXXüJÖT];. VgL 
auch Asuxoc Tuvirjc, Steph. Byz. s. v. Diodor. Sic. 20, 8. 'Apysou 
vr^ooc, nach PB. „Weisseiland", dem vielleicht auch 'OpYTjoxo;, 
;, Weissenfeis*', anzuschliessen ist, und das oben erwähnte *Opoo7cs8a, 
wenn dieser Name wirklich „Silberberg" bedeutet. Noch er- 
wähnen wir hier Mapfxaptov, der glänzende Fels, eine Stadt in 
Euboia mit Marmorbriichen, MapjiaptxY], Map/xapdia, ein Kastell in 
Epirus ; als zweifelhaft das von PB. mit ;,Blankenstein'' über- 
setzte Kujvaiov, und Ilaviov ^ Weissenfeis " ; endlich ZsXsia „Streh- 
len" (?) (wie BsXsta, BsXsioc zu Av.o;), Name mehrerer Ortschaften; 
vergl. jedoch 6?. Curtius Griech. Etym. 5. Aufl. S. 616. 



§4. 

Ortsbenennung von der Fernsicht und der Gegenüberstellung, 

Wir gelangen nunmehr zu denjenigen griechischen ON., 
welche nicht nur einen kühnen Vergleich mit einem weithin 
leuchtenden oder eckigen, spitzigen, länglichen oder rundlichen 
Gegenstand ausdrücken wie die Mehrzahl der bislang besproche- 
nen, sondern zugleich in unserer Vorstellung ein gewisses Ver- 
hältnis des betreffenden Gegenstandes zu seiner Umgebung, in- 
folge der Betrachtung desselben aus der ;, Perspektive" oder aus 
der .»Vogelschau", wie wir zu sagen pflegen, kennzeichnen und 
näher bestimmen. Von solchen umständlichen Vergleichungen, 
die ihren Ausdruck in bleibenden ON. gefunden haben, sind nicht 
wenige so eigentümlich zutreffend, dass man von vornherein ver- 



183 

sucht ist, ihre erste Entstehung oder die erste Fixierung dieser 
Namen auf die Anschauung von Landkarten oder auf Zeichnun- 
gen, so zu sagen nach einem Planiglob, zurückzuführen* Zwar 
lässt sich der Name Tptvaxpta für Sizilien von der Aehnlichkeit 
mit griechischem A oder einem Dreieck (vergl. S. 27) noch ein- 
fach erklären aus der Tradition der Schiffer, denen bei Umschiff- 
ung der Insel selbstverständlich die drei spitzen Winkel dieses 
Dreieckes als erwünschtes Wahrzeichen dienten i). Indessen bei 
solchen umständlichen Vergleichungen , die einen bestimmten 
Umriss, eine Zeichnung, ein Bild uns vorführen, wie in obigem 
Abschnitt über ;, Naturspiele" Schild, Axt, Eichenblatt, Lade u. 
dgl., ist die Benennung des Gregenstandes denn doch schon eine 
gesuchtere und künstlichere. Eine Andeutung über diesen Punkt 
hat allerdings E, Curtius gemacht in dem mehrerwähnten Auf- 
satze über die griechischen Vorgebirge, dann in der Beschreibung 
des Peloponneses I, 24 mit den Worten, dass die Alten die 
Landformen zu sehr aus rein geometrischem Gesichtspunkte be- 
trachtet und von einer organisch fortschreitenden Gliederung 
des Landes keine Vorstellung gehabt hätten ; ebenda S. 29, A. 17 
werden die Stellen von der Blattgestalt des Peloponneses mit- 
geteilt. Bestimmter jedoch und mit klarer Einsicht hat davon 
gehandelt Dr. H, Reinganum, Geschichte der Erd- und Länder- 
abbildungen der Alten, bes. der Griechen und Römer, Jena 1839. 
Dort lesen wir S. 27 „Die Ansicht von der Aehnlichkeit der 
Gestalt einzelner Teile der Erde mit diesem und jenem Gegen- 
stande erzeugte Vorstellungen, die nicht ohne Einfluss auf die 
kartographische Darstellung blieben. So gewann man das Bild 
eines skythischen Bogens für das Schwarze Meer, eines Schaf- 
felles für Kypros, eines Dreiecks oder Eichenblattes für Italien, 
eines Platanen-, späterhin Maulbeerblattes für den Peloponnes, 
des indischen Betelblattes (Tämbüli, piper betle) für Taprobane 
oder Ceylon, was die Griechen aus Tämbaparna umformten; 
ähnlich wie in unseren Tagen, wo wir der Vorstellung der Jugend 
zu Hülfe kommen, wenn wir z. B. Europa mit einer sitzenden 



1) Insofern ist richtig, was Tozer p. 73 bemerkt hat: when the knowledge 
of the sea increased, the promontories were of Service to geography, as 
fnrnishing positions by which the distances and relative positions of places 
and districts might be determined, and as enabling persons to form an approxi- 
mate conception of the shape of conntries, and sometimes also to give them cor- 
lesponding names, as in the case of Trinacria for Sicily. 



184 

Jungfrau und Italien mit einem Stiefel vergleichen^. Und S. 184 
führt er ein interessantes indisches Beispiel (aus v. Bohlen^ Das 
alte Indien I, 195 ; II, 210) an für kosmographisch-geographische 
Symbolisierung, wonach die Lotosblume ein Sinnbild der ganzen 
Erde ist, und die Pistille auf den Götterberg Meru, die Staub- 
fäden auf die Bergspitzen des Himälaya, die vier Hauptblätter 
des Kelches auf die Kardinalpunkte des Horizontes deuten und 
die übrigen Blätter gleichsam die Dwipas oder Erdgürtel dar- 
stellen, welche rund um Jambudwipa (Indien) liegen. Nachdem 
Beinganum auch der Kartenzeichner (mvaxoYpacpot, Xü>poTP^90i) bei 
den Alten gedacht, unter anderm die Abbildung der Erde im 
Umrisse auf dem vielbesprochenen Schild des Achilleus erörtert 
und die besondere Aufmerksamkeit hervorgehoben hat, welche 
Strabon und Ptolemaios der Erd- und Länderabbildung in ihren 
allgemeinen geographischen Werken gewidmet, gelangt er S. 185 
zu dem Schluss, dass dieses in Bezug auf Gestalt so früh vor- 
kommende Vergleichen grösserer, in der Natur nicht über- 
sehbarer Teile der Erde mit beliebigen Gegenständen doch 
auch auf eine Kartenanschauung hinweisen möchte. Die Ab- 
grenzung der Felder und der Ueberblick des Grundbesitzes 
musste das Bedürfnis geometrischer Grundrisse, jener 
mit Landkarten so verwandten Schöpfungen, frühe schon her- 
vorrufen. So sind denn die Griechen ^die sorglichsten und 
glücklichsten Bebauer des Feldes der Erdkunde überhaupt und 
die eigentlichen Begründer unserer Erd- und Länderabbildung" 
{Being, S. 9). Welch starker Antrieb zum Nachdenken und zu 
vergleichenden Skizzen für die Griechen in der unvergleich- 
lichen Küstenentwickelung ihres Landes, den zahlreichen Buchten 
und Halbinseln (Tc&Xüaxr^lxovta) einerseits und andrerseits in den 
mächtigen Bergrücken des Festlandes bis hinab zu den letzten 
Ausläufern des Peloponneses liegen musste, wurde schon früher 
von uns wiederholt hervorgehoben. Ein ausführliches Gleichnis 
findet der Leser durchgeführt bei K. 0. Müller , Die Dorier I, 75 ; 
ein nicht minder anschauliches bei To^er p. 36 über das Skardus- 
und Pindusgebirge möge hier Platz finden : as it divides the 
continent into two equal halves, it may not inaptly be compared 
to the Spina of an ancient ciicus, with a m eta or goal standing 
at either end. 

Wie wichtig nun aber in dieser Hinsicht gerade das ägäische 
Meer, im Mittelpunkte des hellenischen Verkehrs mit seineu 



185 

Gregengestaden und Inselgruppen erscheint, wurde gleichfalls 
oben angedeutet. Hier soll nur bemerkt werden, dass schon die 
Namen der Kykladen und Sporaden eine weitgreifende Umfassung 
des Gesichtskreises erkennen lassen. Die ;, Ringinseln *^ erhielten 
bekanntlich diesen Namen von ihrer Lage um den heiligen Mittel- 
punkt Delos herum, öia xd rfjy At^Xov xüxaoüv oüiod xaXoü|xsvat, Schol. 
Plat. p. 913 (vergl. die Zeichnung in den Scholien zu Dionys, 
Perieg. in den Geogr. Graeci min. ed. Did. T. II, p. 451), wäh- 
rend die ;, Sonderinseln ^ vereinzelt und in grösserer Entfernung 
sich darstellen, Dionys. Perieg. 530 vtJooi ö' s^sitjc S-rcopaSe; Tcspt- 
acaficpava ü)c?tv. Verwechslungen waren natürlich zu keiner Zeit 
ausgeschlossen, wie denn z. B. Ovid in den Metamorphosen II, 
264 sonderbarer Weise das Beiwort s p a r s a s Cycladas anwendet, 
also die Hin ginsein nicht genau von den Sonderinseln unter- 
scheidet. Ihre Aufzählung sehe man bei Strabon X, 5, 1 ff., 
Plinius N. H. IV, 12. Auf einer ähnlichen Anschauung nach 
der Projektion beruht ferner der Name der vor Massilia in einer 
Reihe liegenden Stoichaden, at l':oixi8e;, sc. vigact. Strabon IV, 
1, 10 Tcpoxeivta». 8s tcüv otsvcuv toütcov aTco MaooaXta? ap£a|x£votc at 
ZtoixäSs; vyjoot, Tpsic /Jtsv a£to/oyoi, 8üo Ss fAtxpat. Plinius N. H. III, 
6, 79 tres Stoechades a vicinis Massiliensibus dictae propter 
ordinem quo sitae sunt. Ihre andere Benennung aber nach 
den Bewohnern der dortigen Küste des Festlandes ist beispiels- 
weise erwähnt bei Apollonios Rhod. IV, 553 vtjooü; t« AtYüoi''8ac 
at xaXsovTai SxoixaSs^. Zu den früher genannten bildlichen Namen 
von Rundinseln und Vorgebirgen, wie Mt^viy^, ApsTiavov etc. tragen 
wir zunächst hier nach, als Benennungen aizo toü oyrnxazo!;, Dttsi- 
patov, ein ringförmiges Vorgebirg in Argolis, dann die in anderem 
Zusammenhang ebenfalls erwähnte liparische Insel rj STpoYyuAr^, 
deren Name begreiflicher Weise auch anderswo sich wiederholt, 
so bei Kypros und als früherer Name der Insel Naxos (Plin. N. 
H. V, 31, 131; IV, 12, 67). Merkwürdig ist der Name HaXtv- 
5po|xo; axpa für das arabische Vorgebirg an der gefährlichen 
Strasse Bab-el-Mandeb , gleichsam nach der Anschauung im 
deutschen „Kehrum*, wahrscheinlich aber doch von der sicht- 
baren Krümmung des Höhenzuges entlehnt. Noch ein Name 
für solche Rundinseln ist StpocpdSsc oder STpofjL^iSec, wörtlich die 
Drehinseln oder ^yKehrinseln*^, also die krummen; die Benennung 
wird im Altertum naiv dahin erklärt, dass bei diesen Inseln die 
ßoreaden von der Verfolgung der Harpyien umgekehrt seien. 



l 



186 

Dieselben sollen früher liküizai geheissen haben. Plinius N. H. 
IV, 12, 55 Strophades duae, ab aliis Plotae diotae. Schol. ad 
Apoll. Rhod. II, 285 und 296 Stpocpaöa;, -rcapoc ÜXcoTofc xt>.. Pomp. 
Mela II, 7, 110 olim Plotae nunc Strophades. Vielleicht steckt 
in Ua/w/waxiÖs; Tcsxpai oder ;,Drehberg^ ein Ausdruck für die gleiche 
Anschauung. Vergl. auch IlXco^eta, IlXco&stof, nXco^ioc ein attischer 
Demos, zwischen Marathon und Brauron gelegen. Obige Bezeich- 
nung TcXcDxrJ, „in der Luft schwebeüd", ist neuestens auf Luft- 
spiegelung bezogen worden, vergl. Breming, Nautisches zu Homer, 
in den N. Jahrbb. für Philol. u. Pädag. 1886. Aehnlich benannt 
als schwimmende Inseln waren at IlXoaÖs;, die Inseln im See von 
Orchomenos, von der Art, wie sie als Garteninseln in den Seen 
um die Stadt Mexiko und anderwärts vorkommen. Wegen Na'So; 
und vaoo; vergl. übrigens oben 8. 105. 167. 

Weiterhin entsprechen der bezeichneten Anschauung die 
meisten mit «[xcpt gebildeten ON., wie der Name des Vorgebirges 
'AfjtcptuaYoc, an der Westküste von Korkyra (To^er „mountain 
fixed all round^, cf. afxcptTcaYTfj;). Die Erklärung ^Hartenstein^ 
bei PB. ist schon insofern unbefriedigend, als sie keine Beziehung 
und kein Bild zu 'Aptcpi — erkennen lässt. Wir dürfen den Namen 
wohl verdeutschen mittelst Rundstein oder Doppelfelsen, im 
Sinne von Ganzer Fels, oder wie oben S. 82 Aiöüfia. Darnach 
wäre 'Aficptxaia allerdings soviel wie ^Umbrand", wenn dieses 
nicht geradezu 'Afi^t/Xeia gleichzustellen ist, worüber man Pau- 
sanias X, 33, 9 vergleichen wolle. 'AjicptAoxta wäre „Winkel- 
hausen", „Reit im Winkel", nämlich ringsum eingeschlossen, in 
einem Thalkessel gelegen ; Tozer p. 356 'AficptX. from the secluded 
Position of that district among the mountains near the innermost 
angle of the Ambracian gulf. ""AfjLcpt-rcoXi:, früher 'Ewsa oSot genannt^ 
ist die Stadt, welche auf zwei, eigentlich drei Seiten vom Wasser 
umgeben ist, Thukyd. IV, 102 ö'ti iiz ajutcpoxspa TceptppsovTo; toü 
DTpo/jLOvo; öta TO iisptsxov autrjv xta. Nach E. Curtius, Grr. Gresch. 
II, 265, 5. Aufl, wäre der Name ;,vom Halbkreis des Flusses* 
genommen. Auf die ähnliche Lage der alten Bulgaren-Haupt- 
stadt Tirnowa wurde oben S. 166 hingewiesen. Panofka a. a. O. 
S. 34 weist einen Münztypus nach 'AtcoaXiüv 'AficpiTioXo; , ohne 
Zweifel ein redendes Wahrzeichen der Stadt, wie "'HXioc igfispd- 
dpofjio; als Tagläufer. Zweifelhaft in der Anspielung ist dagegen 
das Symbol auf einigen Münzen der Stadt : duo hirci coniscantes, 
bei Eckhel D. V. N. I, 2, p. 65. 'AjicptYOTjsi; bezeichnet bekanntlich 



187 

den auf beiden Füssen hinkenden oder verkrümmten Hephaistos^ 
und 'AfAcpitpiTTj ist Personifikation des ringsum rauschenden und 
tosenden Meeres (von xstpo), TptCü), xpuCö), ihr Sohn TpiTCüv). Wie 
Amphipolis fassen wir auch 'A/jißpaxia auf, mit Tozer a. a. 0. 
from the bend which the river Arachthus makes round that city. 
Ebenso das attische 'AficptaXir] = sea-girt. Mit dieser Auffassung 
stimmt auch der Name der messenischen Bergstadt ^Afi9iY£vsta, 
Hom. IL II, B93, später geheissen ^'Aficpsia, wenigstens nach der 
Schilderung bei E. Curtius, Pelop. II, 135, wie im Deutschen 
;,Zwief alten ^, ;,Zwischenbergen'S /^Zwieselstein^ u. s. w. 'AjüKptcov 
ist doch wohl = ambivius. Vergl. Anthol. Pal. ed. Did. I, p. 18, 
no. 90 xai fisyav EußotTj^ a/icptxpsfii^ oxonsXov, undique suspensum 
scopulum. Uebrigens ist ja denkbar, dass a/i^t in solchen Wort- 
bildungen, entsprechend dem skr. abhi und dem kelt. ambi, viel- 
fach den Begriff der Steigerung und Verstärkung ausdrückt, wie 
in Ambiorix, Ambibarii, Ambigatus {Glück, Die kelt. Namen bei 
Caesar S. 18 ff.), ^AficptfjLa}.a oder 'AficptfxaXXa, 'Aficptfiorpiov, ^A/x9iooa, 
'AfjKptXtoaoc Diesen letzten Ortsnamen unterstellen wir für 'Afxcpt- 
Auao;, als gegenüberstehend dem sicheren Atooo^. 

Höchst merkwürdig sind unter diesen griechischen ON. die 
mit avTt gebildeten, welche sämtlich eine gegenseitige Beziehung 
(bei To^er, ^^relative position*') ausdrücken, nach einer bestimmten 
Anschauung, die einen weiten Horizont umspannt, Namen also, 
die in lebhafter Weise ein Gegengestade oder das Gegenüber- 
liegen von zwei Inseln, zwei Bergkuppen, zwei Vorgebirgen auf 
Sehweite oder auch auf grössere Entfernungen bezeichnen. In 
dieser Zusammensetzung mit d^m wird durch die Präposition, 
gleichwie im menschlichen Leben die Rivalität und das gegen- 
seitige Wetteifern in Wörtern wie avTaicDVioTT^c, avtinaic, avTSpaaxat 
u. s. w., ^) so hier in topographischer Hinsicht anschaulich und 
•wie vermöge einer Personifikation der einander gegenüberstehen- 
den Objekte bald ein Parallelismus langgestreckter Gebirgszüge, 
bald die blosse Ausdehnung des Gesichtskrieises angegeben. So 
ergibt sich eine Bezeichnung, die dem Begriff in svavitöv, fran- 
zösisch devant, vis-a-vis de, alth. and = contra oder finis ent- 
spricht. Förstemann a. a. 0. S. 604 stellt zu gagan = contra 
die deutschen ON. Gaginbach, Gaganhaim, Gegenhuson, Keckin- 



1) Vergl. Grasherger, Erziehung und Unterricht im klass. Altertum II, 
S. 147. 182. 186. 199. 



188 

piunt (Gegenpoint), jedoch fehlt bei ihm Gegenfurt, S. 598. Auch 
Gegenkuppe zu sagen gestattet unsere jetzige Sprache, während 
für eine solche anschauliche Ausdrucksweise Benennungen wie 
;,Obere und Untere Nase** (am Vierwaldstädtersee) allerdings 
teinen vollgültigen Ersatz bieten. In Betreff des obigen avTt 
vergleiche man auch keltisches Andecumba •= vallis contraria 
{Glück, Die bei Caesar vorkommenden kelt. Namen, S. 28), ferner 
avTtx^tüv und die altgriechische Einteilung der Himmelskugel in 
fünf Zonen, die arktische, sommerliche, taggleichende, winter- 
liche und antarktische; dann überhaupt die Wörterbücher unter 
<xvit7topor, c?vTt7topftfjLOc. Eurip. Med. 210 ''EXXdÖ' s; avxiTcopov sc. 
KoAXtSo;. Jon. vs. 1685 avuTcopB/jia usSta u. s. w. Passende Beispiele 
für das eben Gesagte sind die folgenden. 

Der Name ptov für ein Vorgebirge {Toser, „foreland"), an 
dem sich die stürmischen Wogen zu brechen pflegen, wurde be- 
reits oben S. 127 erwähnt. Ein Kap 'Ptov gab es in Messenien, 
Bursian II, 174; gewöhnlich versteht man indessen unter ''Piov 
und 'AvTtppiov die einander in der achäisch-ätolischen Meerenge 
gegenüber liegenden Vorgebirge oder Vorsprünge am Eingang 
zum korinthischen Meerbusen, xa pta bei Thukydides II, 86, auch 
die Dardanellen von Lepanto heutzutage geheissen. Eine über- 
aus pathetische Beschreibung davon gibt E, Gurtms, Pelop. I, 
410. 446. Ein von denselben benanntes Poseidonsfest Vta oder 
*Pt£ta wird gleichfalls erwähnt. Anders freilich erklärt jene 
Namen Fanofha, Von dem Einfluss der Gottheiten auf die Orts- 
namen S. 13, indem er sie zu psiiov (richtiger p^TOpov) stellt. Das 
südliche oder peloponnesische Kap also heisst Rhion, das am 
nördlichen Ufer des Golfes gelegene Antirrhion, aber auch 
MoAüxpiov, wie die daselbst gelegene ätolische Stadt. Dass nicht 
die umgekehrte Benennung stattgefunden hat und nicht das 
nördliche Kap Rhion, das südliche Antirrhion genannt wurde, 
scheint abermals aus der geographisch-geometrischen Anschauung 
der Griechen erklärt werden zu müssen. In der altindischen 
Literatur gilt nun aber die Bezeichnung des Norden als des 
Oberen (udanc) und des Süden als des Unteren oder Niederen 
(avanc); analog in anderen Sprachen, ausser für die vertikale 
Ausdehnung, wie bei Ober- und Niederdeutschland, auch als 
Bezeichnung der nördlichen und südlichen Richtung; so in avü>, 
xaiü), üTcsp, infra, supra, superus, iiiferus etc. Den Indem ist 
pränc das Vordere, mit dem Standpunkte nach Osten, pratyanc 



18» 

das Gregenüber, nach Westen; daher zur Rechten der Süden^ 
dakschina. Der Leser kennt ja die Bedeutung eines asTo; Ss$io; 
in der alten Vogelschau, und eines asio; zk ap'.OTSpd, avis sinistra 
etc. Auf den ersten Blick könnte man freilich vermuten, die 
Benennung beider Vorgebirge habe einfach vom peloponnesiscHen 
Ufer aus zuerst stattgefunden, deshalb sei die Folge Rhion — 
Antirrhion. Indessen wird eine solche Erklärung, gegenüber der 
von uns aufgestellten, durch die Geschichte der griechischen 
Einwanderung keineswegs unterstützt. 

Merkwürdig ist die Erklärung eines analogen Beispiels bei 
Pomponius Mela I, 18, 92: Antandrus duplex causa nominis 
iaetatur. Alii Ascanium Aeneae filium cum ibi regnaret captum 
a Pelasgis ea (= avxl xaüTT]^) se redemisse commemorant, alii ab 
his putant conditam quos ex Andro insulä vis et seditio exegerat. 
hi Antandrum quasi pro Andro, illi quasi pro viro accipi 
volunt. Zur Vergleichung führen wir an aus Plinius N. H. IV,. 
65 Ipsam (Andrum) Nyrsilus Gauron, deinde Antandron cogno- 
minatam tradit, Callimachus Lasiam, alii Nonagriam, Hydrussam,^ 
Epagrim. Ebenda V, 123 rursus in litore (Aeolien) Antandros 
Edonis prius vocata. Die bessere Hälfte jener Deutung des 
Namens bei Mela lässt sich nur so verstehen, dass eine Neu- 
gründung von Andres aus, ein zweites oder Neu-Andros gemeint 
ist. Nachdem aber von einem vorausgesetzten Alt- Andres gegen- 
über Antandros, auf der Südseite des Busens von Adramyttion,. 
keine Spur vorhanden war, dachte man ganz natürlich an Kolo- 
nisten, die von der Insel Andres gekommen wären. Nun hat 
man in neuester Zeit wirklich Ueberreste und Inschriften einer 
Stadt Neu-Andros, Nsavöpsta, in der Landschaft Troas gefunden, 
vergl. Wochenschrift für klass. Philol. 1886, S. 944. Solcher- 
gestalt erklärt sich von selbst das Missverständnis bei Martianua 
Capeila ed* Eyssenh. p. 226 in Myrtoo autem mari Cyclades, 
quarum notiores Delos et Antandros: quae nomina a circulata 
ordinatione sortitae. Wenn man nämlich nicht geradezu Andro& 
herstellen, das heisst den Autor korrigieren will. 

Bekannt ist die oft wiederholte Gegenüberstellung der 
„Säulen des Herkules^. Pomp. Mela I, 5, 27 est mons praealtus, 
ei quem ex adverso Hispania adtollit obiectus: hunc Abilam, 
illum Calpen vocant, Columnas Herculis * utrumque. Zu einer 
Bezeichnung der beiden Bergrücken wie DttJattj und 'Av-rtaTTfAT] ist 
es übrigens anscheinend niemals gekommen; indessen lagen auch 



190 

Bezeichnungen, wie bei Strabon VIII, 1, 1 toütoi; (Ocüxsuot ts xal 
BötCDTOi;) avTi-rcöpfrfio; laziv r] üeAoiiovvTjooc, nahe genug; nachdem 
aber einmal der Gresamtname at IrfjXai bekannt war, konnte da- 
gegen keine schwächere Benennung mehr aufkommen. Genau 
dieselbe Zusammenfassung zweier Lokalnamen finden wir in dem 
alten Namen üaioi für die beiden Inseln Paxo und Antipaxo bei 
Corfü; es ist uns wahrscheinlich, dass diese beiden Namen, 
welche passend die gegenseitige Beziehung ausdrücken, in der 
Sprache der Umwohnenden nicht immer zu dem blossen Kollektiv- 
namen OaSot verdunkelt waren. Indessen in unsem Zeiten ist 
in Mitteldeutschland eine solche Verdunkelung und endliche 
völlige Verschollenheit des einen speziellen Namens bei Ort- 
schaften nicht so sehr selten; manches untergegangene Dorf lebt 
heutC' nur noch in ein^m Gresamtnamen fort. Nach einer in 
besseren Zeiten nötig gewordenen Differenzierung von zwei Orts- 
namen ist infolge der ungeheuren Verwüstungen des dreissig- 
jährigen Krieges bisweilen der eine Name von solchen Gregen- 
namen samt dem Dorfe, das ihn getragen, vom Angesicht der 
Erde verschwunden und nur noch in Urkunden erhalten oder 
auch in waldbewachsener Einsamkeit auffindbar. Wenn in un- 
serm Jahrhundert zum Beispiel im Mainthal einem ;, Sommer- 
hausen^ entsprechend gegenüber liegt ^Wint^rhausen*' (ahd. 
winter, hiems, da die auf der Winterseite = Westseite gelegenen 
Orte sich nicht für den Weinbau eignen), oder einem Oberthulba 
anschaulich entspricht Unterthulba , einem Grrossostheim ein 
Kleinoatheim u. s. w., so trifft es sich dagegen häufig in der 
Pfalz und in Thüringen, im Grrabfeld etc., dass z. B, zum Namen 
Unterried das Korrelat Oberried gänzlich fehlt und rein ver- 
schollen ist. Also schliessen wir: jenem Antandros hat einmal 
ganz sicher eine Stadt Andres entsprochen, habe dieselbe nun 
auf der bekannten Insel gestanden oder an dem adramyttenischen 
Meerbusen der mysischen Küste. Nicht anders denken wir über 
'AvTiöpsTtotvov, ein Vorgebirg in der Kyrenaika, und 'Avtixivcdai; 
oder 'AvTtxtfjLcoAt;, wozu die entsprechenden Gregenüber in der Nähe 
zu suchen sind; denn nicht KtvojAtr, die Stadt in Paphlagonien, 
wohl aber Apsuavov, das Sichelkap im Norden des Peloponneses, 
liegt doch gar zu weit ab für eine Beziehung auf die libysche 
Küste; indessen auct an der nordwestlichen Küste von Kreta 
gab es ein Kap Apsitavov. Am Nägelisee im Kanton Zürich 
Jiegen heute noch Zell und Widerzell einander gegenüber; aber 



e 

r 



191 



Antfranga gehört zu den verlorenen Ortschaften (vergl. Förste- 
mann, S. 79 Antfurti, Antisteti etc.). Hierher scheinen auch die 
Namensformen Andegast, Antogast, Andelgast (Baden), Antholz, 
Antlholzen (Oesterreich, Oberbayern) zu gehören; letzterer Ort 
heisst jetzt Adelholzen. So treffen wir in unsern Tagen im 
griechischen Archipel schon wieder ein Anti-Milos, 'AvTtjxTjXo;, 
unter den Kykladeninseln an; ferner Antipsara, Antiparos, alt 
'QXtapoc, Antirovithos , Antikaros, auch eine Insel. Vielleicht 
findet sich auch für ^Avxmüpyoc in der Marmarika und für 'Avti- 
TcoAtc, jetzt Antibes in der Provence, einmal die rechte Beziehung ; 
für ^'AvTisoa auf Lesbos ist dieselbe wohl in ''laaa zu erkennen, 
dem früheren Namen der Insel Lesbos, Strabon. I, 3, 19. Frei- 
lich setzen wir bei diesen Namen voraus, dass dieselben den 
vorhin erörterten Begriff des griechischen av-t, und nicht den des 
lateinischen ante fd. i. devant, de — ab — ante, von vorn oder von 
aussen) ausdrücken sollen. Der Stadt Kuppa oder Ktppa in Phokis 
entsprechen die Namen dreier Städte 'AvTtxü'pa, 'AvTtxüpa oder 
'AvTtxüppa, wo gleichfalls eine Lücke nicht ausgeschlossen ist. 
Gegenüber dem Namen ^Pcöo; treffen wir bei Tarent ein 'Avrtp- 
poS&c, in Phönikien ein ''ApaSo; und 'AviapaSo;, im byzantinischen 
Reiche zwei Städte der lykischen Eparchie, OsXXo; und 'AvxtcpsAAor, 
bei Hierokles, Synekdemos rec. G, Parthey p. 30 sq. 67. 112. 
Ebenda p. 7 i\vTaYvta FsjaivSod, p. 84 i'AvTiiiupyoc, als vereinzelte 
Namen derselben Gattung. Vergl. Geograph! Graeci minores ed. 
Did. Tom. I, p. 440 die Anmerkung zu 'AvitTcjpYo;. Ebenda Tom. 
II, p. 262 Eustathii Comment. vir]0'<; 73 Octpo;, Ttoposu&oaa toU tOAo'joi 
Tcpo; Tr)v Süaxspswv toG xaTfltTcXou .... tov ^Avitcpapov uiJ^r^Xöv ovTa 
xai «üTov. Wiederum zweifelhaft ist dagegen, ob bei Suidas 
'AvTiTcsipsia oder ^AvitTcaTpEtot die richtige Namensform ist. Dem 
Gebirgsnamen Kpayo; und Kpo^yotAeu^ entspricht nach derselben 
Anschauung der 'AvTixpayo^, dem Aißavov der 'AvuXißavov , dem 
Kasiov ein ^AvTixaaiov, dem Taupoc der ^AvitTotupo?. Dem albanesi- 
schen Antivari, ehemals Antibaris an der Adria, steht auf ita- 
lienischer Seite Barium, jetzt Bari, gegenüber, d. i. ,, Grasfleck^ 
nach Kiepert S. 452, A. 4, also illyrische Benennung. Vielleicht 
finden sich auch zu 'AvTtppoSoc, eine Insel bei Alexandria, wenn 
ja diese Form richtig ist, ferner zu 'Avitodtpa und 'Avitcppa oder 
'Avtt<ppat die analogen einfachen Namen. Die Namen Anticosti, 
eine Insel an der Mündung des St. Lawrence (Neu-Braunschweig)> 
und Antisana, ein Vulkan in Venezuela, lauten freilich ebenso 



, V 



192 

• 

seltsam wie der heutige Name Antilala oder Antilalo für das 
Alpheiosthal. Vielleicht bestand auch eine Beziehung zwi- 
schen Rovigno in Istrien und Rovigo bei Ferrara, wie zwischen 
Bari und Antivari, wenn nicht beide Namen einfach =^ Roveredo 
zu fassen sind. 

Die eben besprochene Vorstellung eines jenseitigen, gegen- 
überliegenden Landstriches oder Ortes gelangt allerdings auch 
in Ilspata zum Ausdruck. Vergl. Hom. II. II, 535 Tcspr/; EußoiTj;, 
vs. 626 7C£pr^v aXo'c, ^HXtSöc avia, seil, gegenüber. Kiepert, ^andh. 
der alten Geographie S. 280, nimmt in dieser Auffassung sogar 
den sizilischen Eryx als das Gegenufe'r, die Peraia von Karthago. 
Wir denken hierüber anders und werden deshalb im nächsten 
Abschnitt auf diesen Ausdruck zurückkommen. 

Auf die Begriffe Fernsicht, weite Aussicht, Wartturm, 
Signalturm, Leuchtturm u. dgl. bezieht sich ferner eine ganze 
Reihe von echtgriechischen Ortsnamen. Schon früher in den 
„Naturspielen" wurde auf die Bedeutung der zahlreichen IxoTTtat, 
d h. Wachtplätze, Hochwaeh'ten . auf felsigen Vorsprüngen der 
Küste und an den Vorgebirgen hingewiesen. Typisch für diesen 
Begriff, auch in der Landschaftsmalerei, sind die homerischen 
Verse Odyss. V, 405 

Vs. 411 sqq. Ixtoai^cV |i£v yap Trcfyoi o$isr, aiicp'' ts xufxa 
ßsßpüXcV p'^tov, A'.aoTj ö' avaSeSpofjLS TisTpTj, 
Vergl. auch 8. 18 über B'/ttou axoTcto:''. Aus unseren Aufzeich- 
nungen führen wir desgleichen an : Sxotit] oder Ixotiti, Sxöötcoi (vgl. 
jedoch S. 156 s "^^^ Sxotiiov, Sxotcoc, 'EuiaxoTirJ, ^ETC'.^xoTtstct, KaAaoxoTcrJ 
(Bursian I, 180; II, ^J9. 215. 302 379). Eine Insel IxotctJ bei 
Rhodos; eine kleine Halbinsel, welche Skopos, Skopia oder Sko- 
popolis genannt wird, führt E, Curtius Pelop. II, 276 an als ilie 
Burg von Teuthrone. Zweifelhaft ist der Name von Sxr^^t^ in 
Troas; wie denn Strabon XIII, 1, 52 bemerkt, in bezeichnender, 
gleichsam spielender Weise: ixocXclxo bk Y.-/.rfyic, zX-z ceaacu; sfr oiizu 

TOÜ ZSpiOXSTCTOV sIvÄl TOV T07C0V, cl ^£1 TcE TlOtpcJ TOt? ßapßapOt^ SV T(ü 

TOTS ovofjLaia xolc ^ EXXT^vixai;; ixüfxoAOYStaOat cpwvalc. Ein Hügel bei 
Mantineia hiess Ixötcy) 'ETcajietvoiöoü, Pausanias VIII, 11, 4. Am 
arabischen Meerbusen waren AvjijngTptoü oxottigci gekannt; anderswo 
zoL 'OpoaxoTca, Wartenberg. Hiezu vergleiche man Apollon. Rhod. 
III, 70 oupsot xal oxoTiiai 7i£ptjjLy//.£sc, 883 aXcsa wi oxoTtta; otoAuictSaxac, 
und bei Botticher, Baumkultus der Hellenen S. 216 die Angabe 



193 

von dem Bilde der Göttermutter, welches von Argos Hand ge- 
macht und durch die Argonauten unter himmelanstrebenden 
Buchen auf einer Felsklippe geweiht war. CatuU. 67, 32 Brixia 
Chineae supposita speculae, diese specula ist das heutige Kastell 
Falcone di Lombardia. Zahlreiche Schilderungen auch bei den 
trockensten Prosaikern gewinnen durch Hindeutung auf solche 
Felsenwarten an Anschaulichkeit, wie wenn es bei Curtius Rufus 
III, 1 heisst Nyraphas in illa rupe sedere ; bei Pompon. Mela I, 
14, 78 mare ex edito admodum colle prospectat Aspendos; 
17, 89 diversa maria prospectabant ; 19, 117 ora quae spectat 
Oceanum etc. Kiepert erinnert im Handb. S. 176 daran, dass 
auch Samaria, Schomron, die Warte bedeutet. Auch für den 
Namen der Hochstadt 0aüfxaxoi haben wir in den ^ Naturspielen ^ 
S. 35 den Begriff Aussicht, weite Rundschau, in Anspruch ge- 
nommen, also ßergwarte oder Schauenburg, gegenüber der Ueber- 
setzung bei PB. „Wunderburg^; öaufia wird nämlich subjektiv, 
Tspjtc aber objektiv gebraucht; doch wird bei PB, unter 0>jßai, 
^aufia nach Hesychios mit B-T^ßoc zusammengebracht, so dass es 
immerhin zweifelhaft erscheinen kann, ob der Name nicht doch 
ursprünglich die Bergstadt ausdrückt. Hiernach wäre dann auch 
0aü,uaotov, der „Wunderberg^ in Arkadien, aufzufassen; ebenso 
Sooiiiia in Phliasien, „auf der weitschauenden Höhe Spiria". Die 
^veitschauende Burg und Bergwarte IlavoTreüc oder Oavoxsu; in 
Phokis wurde schon erwähnt S. 35, Phot. Lex. ed. Nab. II, 256 
4>avoT£u; iq Koh:, oüxt IlavoTcsu;, nämlich nach Strabon; auch Ilav- 
TOiiTac = TcavTOTCTTjc, d. i. Allseher, Ausluger findet sich, von dem- 
selben Stamm 'O^ucotigv z=z Schauenberg, Stadt des weiten und 
scharfen Blickes, ferner 'ETcokr) — Warte, cppoüpiov, nicht „Winkel- 
stetten" mit PB., daher der Ausdruck ex TZBpivoTzrj; z=i e specula. 
Vgl. auch alth. Scann = Schauen, Schauenberg, Wurzel scav, althd. 
scouwa, neuhd. schouwe. Warte, Wartturm, Signalturm.. Zwei 
Berge der Taygetoskette werden mit besonderem Namen erwähnt, 
Thaleton und Eüopa^ = Schönsicht, wie oben KaXaoxoiiTf]. Im 
Engadin heisst eine 7000 Fuss hohe Kuppe gleichfalls Belvair 
d. i. Schöne Aussicht; eine noch höhere Languard, d. i. Lungo 
Sguardo, Weite Aussicht. 'Ecpupa, 'Ecpdpa = Warte, war der alte 
Name von Korinth, wie 'EicoItctj auch von Akrokorinth, vgl. unser 
„Hohenwart^, „Wilden wart''. Ein zweites Ephyra gab es in der 
Landschaft von Sikyon, in Elis, in Thesprotien etc, Homer. Od. 
JI, 328; Welcher KL Schriften III, 23; Bursian I, 29. To^er er- 

Grasberger, Ortsnamen. 13 



194 

klärt p. 51 den Namen ^the look-out plaee^, fasst aber auch 
"'Ooaa, den Berg in der thessalischen Landschaft Magnesia, als 
Wartenberg ;,the watch-tower, derived from oooofxat. Wir möchten 
eher eine Wurzel ox — wie in ^öxuaXo; dahinter suchen, vergl. 
oben S. 163. Sollte vielleicht auch der schwierige Name 'ÖpcD-rco; 
in seiner zweiten Hälfte nach der Analogie von 'OSüwtcov zu er- 
klären sein ? Jedenfalls aber gehört hierher das attische AsxsAeia, 
PB. ^ Meldegg*', vergl, Herodot IX, 73 mit der Note von Stein. 
Auch den späteren Namen von 'AauXigÖcov, nämlich EüöcieXoc, PB. 
;,Sonnenburg^, stellen wir hierher, obgleich neuerdings in der 
Wochenschrift für klass. Philol. 1887, S 1260 A. Zweifei erhoben 
wird, ob sJ6ctcAo; wirklich „weithin sichtbar" heisse. Vgl. Strab. 
IX, 2, 41 slr^ Eü68t£AOC fiE-covofxaa^y] xal auzr] xal rj x^P^^ '^^X^ '^ 
töicüfia xpoo^epofxsvTj ex xoG öatXtvou xAtfiaxo;, also von der mit- 
tägigen sonnigen Lage auf der Höhe. Vergl. ;,der hohe Sonnblick *" 
in Tyrol. Weiterhin die Namen ArjAia ;, Offenbarung", 'EtciötJaiov 
„Neu-Lichtenstein", 'Eici^aveta „Beratshausen" j gegenüber dem 
zweifelhaften 'Acpavat, 'Acpawai in Apulien (yoipiov aaigfiov, latein. 
Apinae) führen wir an lAficpavai = Hochwartc, Rundschau, Lug 
ins Land (Bursian I, 156j, 'Afxcpavatov in Thessalien (Skylax 64), 
'ISofisvr^ {Bursian I, 39), AüYctai {Bursian I, 191), zweifelhaft je- 
doch ist 'Oirouc {Bursian II, 307), auf welches wir unten zu spre- 
chen kommen. KXapo; bedeutet eigentlich Palme, Hesych. s. v. 
xXapac* 90''vt$, und dient gelegentlich zu Wortspielen mittelst 
öigAoc (lat. clarus) und xAr'poc, vgl. Panofka S. 34. Aber daXoc, 
d. i. Brandfackel, mit seinem Anklang an jenes, kann hinwiederum 
mit den Begriffen Oatoxor, cpGrpoc oder 9aAoc, fulica, d, i. Berg- 
feuer, zusammenhängen; vergl. neugriechisch Oavapt = Lichten- 
berg, Leuchtenberg, dazu Oavctpiov, Phosphorus locus, bei Dionys. 
Byz. (Geogr. Graeci min. ed. Did. II, p. 58. 243). Vielleicht ge- 
hört auch der Name der kretischen Hafenstadt Oa/wCtoapva hierher. 
OaioTo; bedeutet jedoch eine bestimmte Stadt auf Kreta, wenn 
wir diesen Namen auf die Wurzel ;,hell, leuchtend*' beziehen, 
nicht auf den Enkel des Herakles Oatoioc. Uebrigens erscheint 
auf den Münzen derselben Stadt als redendes Wappen die Pasiphae 
oder Selene, nach Th. Panofka S. 47. Auch in Triphylien lag 
ein steiler Berg Oaiaioc, jetzt Paläo-Phanaro genannt, ein zu 
Signalfeuern geeigneter Höhenpnnkt, wie AtytTt/waYxxov opo; in der 
Megaris und die „Grimmelsee" FopYtumc am Isthmos, welche bei 
der Meldung von Ilions Fall nach Mykenai als Zwischenstationen 



196 

in der Reihe der Feuersignale dienten, cf. Aeschyl. Agam. vs. 
303 mit Schol. Wie <baioz6<; bezeichnet vielleicht auch <^a'.aava, 
Name einer arkadischen Stadt, ein Chiaramonte. So wird ferner 
<baQiQXi<: als Feuerstadt erklärt, bei Panofka S. 45, wie 'A^ßpaxi'a 
vom Brennen des blitzeschleudernden Zeus, und Ativa ebenda 
S. 6. Anders jedoch verhält sich die Sache mit dem »aus Catull 
4, I bekannten Schiffsnamen phaselus, von cpctarp.o?, der Schwert- 
bohne benannt, beziehungsweise von der langen, spitzigen, 
schmalen Gestalt eines schnellen Fahrzeugs. Vergl. Cicero in 

Verr. IV, 10, 22 Phaseiis illa ita proiecta in altum 

etc. und von derselben Stadt Livius XXXVII, 23 prominet 
penitus in altum , conspiciturque prima terrarum sqq. Eine 
merkwürdige, schon oben S. 75 erwähnte Andeutung ist erhalten 
bei Dion Chrysostomos (ed. L. Dind. I, p. 1 16) xal yap oluat 
Tcuposustv auTOv axco tüTv axpwv toTc; TcXsouaiv, ottojc ixTiiTc- 
Twatv SIC Tc/; usipac, also kannte man die verbrecherische List, 
durch täuschende Signale von der Höhe der Küste mit dem 
Sturm kämpfende Schiffe ans Land zu locken, an einer Stelle, 
wo sie scheitern mussten. Aehnliches wird noch heute von ge- 
wissen gefährlichen Küstenstrecken der Bretagne etc. erzählt. 
Bei Bursian werden (II, 221. 415) unter andern Lokalnamen 
dieser Art angeführt cpüXaxTpi'c, Wachthügel (vergl. Pausan. VIII, 
3, 4 Tov Aocpov ov <^'j)waxTp(da l(p ifJfiaJv ovop.aCowoO» Oupodcpiov und 
nopao<popstov, für Feuersignale. Auch AaSec axpa nennen wir hier, 
ein Vorgebirg an der Südküste von Kypros, bei PB. „Kienberg'' ; 
wahrscheinlich als Station für Feuersignale so benannt. Den 
Namen der Stadt Afyeipa in Achaja, ^Geisburg*, bei Homer 
YTcspTjota, leitete man her aus den Zeiten der Gränzfehden mit 
Sikyon, da die Aigeiraten einmal Feuerbrände um die Hörner 
ihrer Ziegen gebunden und dadurch die feindlichen Schaaren in 
Schrecken gejagt haben sollten. Wir halten jedoch dieses Ge- 
schichtchen für ebenso verdächtig wie das bekannte, von Livius 
als Hannibarsche Kriegslist erzählte, und werden den Namen 
At]f£ipa lieber unten bei aX^zipo<; einreihen. 



13 



196 



§ 5- 



Ortsbenennung von der Bodensenkung, nach den Begriffen Niederung^ 

Ebene, Thal, Schlucht etc. 

Gegenüber den bisher erörterten Reihen solcher griechischer 
ON., die sich auf Bodenerhebung, auf Bergrücken, Berggipfel, 
Vorgebirge u. s. w. beziehen, oder doch nach einer wahrschein- 
lichen Erklärung beziehen können, sollen nunmehr als Fortsetz- 
ung und Gegenstück diejenigen Namen für lokale und Boden- 
verhältnisse folgen, welche nach ihrer einfachen und ungesuchten 
Deutung auf Begriffe wie Einsenkung und Vertiefung des Bodens^ 
Thalbildung, Schlucht, Klamm u. dgl. sich zurückführen lassen^ 
auf „enclosed Situation", wie sich To^er ausdrückt. 

Auch hier begegfnet es nicht selten, dass die entsprechenden 
heutigen Namen neben denen der alten Zeit gar seltsam pro- 
saisch sich ausnehmen. Zahlreiche griechische Häfen führen 
jetzt den allgemeinen Namen Vathy, der in der altgrie- 
chischen Form Ba^J:, sc. ai^utJv, = Hafenbecken, für einen böoti- 
schen Hafen bei Aulis und für einen äthiopischen verzeichnet 
ist; eine Hafenstadt Ba[>oc findet sich an der illyrischen Küste, 
und ein Ort Bal>o; = Tiefenthal in Arkadien. Und doch fehlt 
es auch bei dieser Gattung von ON. keineswegs an höchst cha- 
rakteristischen Einzelheiten, wenngleich die Phantasie durch die- 
selben nicht in gleichem Grad angeregt wird, wie durch die 
Vorstellung von stolzen Bergeshäuptern und Felsenzinnen, und 
insbesondere hierbei ein Ansatz zum Personifizieren nur selten 
wahrzunehmen ist. Es ist nämlich nicht ganz richtig, was in 
dieser Hinsicht 0. Gruppe in der Wochenschrift für klass. Philo- 
logie 1886, S. 1543 gegen C. Pauli geltend machen möchte, dass 
bei den Griechen wie bei den Orientalen Ortsnamen, die nach 
den Eigentümlichkeiten der umgebenden Natur benannt sind, 
wie .jSumpf", ;, wasserreiche Niederung^, verhältnismässig selten 
und vielleicht noch seltener seien als sie uns erscheinen, weil 
oft anderweite verlorene Beziehungen vorliegen mögen. Als 
Beispiel für seine Annahme führt Gruppe an IIiTua (OtTüeta, IltTuoü«;, 
H'.TUOüaa), es brauche dies keineswegs nach beliebigen Fichten, 
sondern könne sehr wohl nach einem bestimmten, den Göttern 
heiligen Baum genannt sein. ;,Die griechischen Ortsnamen stehen 
in ihrer überwiegenden Mehrzahl in Beziehung zu den Personen- 



197 

und besonders zu den Götternamen. ^ Allerdings; aber es fragt 
sich nur, wie? mit welchem Recht? Wir glauben, unsere bis- 
herige Zusammenstellung solcher ON. ist ein wohlgeeigneter 
Nachweis dafür, dass eine solche Beziehung meist nur durch die 
wunderliche Anknüpfung späterer Zeiten an vermeintliche Arche- 
geten besteht, oder auch durch etymologische Anspielung an der 
Hand von Städtewahrzeichen und Familienwappen, von lokalen 
Gebräuchen und religiösen Vorstellungen, für welche man in pa- 
triotischem Eifer Anhalt und Stützen zu gewinnen suchte. So 
lässt gerade das von Gruppe gleichfalls angezogene Beispiel 
'ApYüpiTCTca deutlich diese echt griechische, nicht ohne Humor von 
G. Grote und Pott in den ;,Etymolog. Legenden^ gezeichnete, 
von Th, PanofJca u. A. oft recht naiv benutzte Manier einer 
Namendeutung aus Anklängen und Wortspielen abermals er- 
kennen und würdigen, jedoch hoffentlich in unserem, in der Ein- 
leitung angegebenen Sinne. Und so glauben wir auch in den 
folgenden Abschnitten unsere Betrachtungen und Notizen über 
die treffenden ON. aus den nämlichen konkreten Anschau- 
ungen wie bisher ausheben und aneinanderreihen zu dürfen; 
entsprechende, bei uns übliche Benennungen werden in den 
meisten Fällen sich ungezwungen und wie von selbst einfinden. 

Nach dem Plane dieser Darstellung muss nun aber hier 
von den besonderen hydrographischen Verhältnissen Griechen- 
lands Umgang genommen werden, und bleiben sonach alle Flüsse 
und Seen, die interessanten arkadischen Abzugsseen, der See von 
Kopai mit den merkwürdigen Katabothren, die thessalischen 
Seen etc. unberücksichtigt. Im Gegensatze zu den im Bisherigen 
vorgeführten Namen für Bodenerhebungen mag obenan stehen 

AüXcüv. Ueber die Bedeutung dieser in der griechischen 
Toponomastik sehr beliebten Lokalbenennung gibt wohl den 
besten Aufschluss eine Beschreibung des thessalischen Peneios- 
thales , dessen Anblick das Erstaunen des Xerxes bei seinem 
Durchzug erregte. Herodot VII 128 schildert dasselbe folgender- 
massen: 'EttsI ös aTctxeto xal i^r^y-aaio SspSr]; ttjv ixßoXr^v toü Hr^veioü, 
iv {füDüfiaxi fisyaXo) eveoxsio .... lo öe TcaXottöv Xe^siai oüx iovxoc 
>ctt> TOü aüXcüvo; xat öisxpoo'j toütou tou; iroiafioüc toütoüc xat upoc 
Tolat Tcoiajüiotai toütoioi tk^v BoißT/i5a Xt^vyjv oüti ovofxaCsa&ai xaxaTcsp 
Vüv XTA. Die messenische langgezogene Thalschlucht dieses Namens 
hat E. Curtitis, Pelop. II, 186, die lakonische S. 289 beschrieben. 
Ein Ausdruck wie Thal, oder wie PB. AüXtuvia übersetzen, ^^Thal- 



198 

heim^, ist für die Anschauung ungenügend; auch unser ;,Schlucht" 
oder „Klamm** entspricht nicht völlig, wohl aber das aus dem 
Spanischen stammende Canon, welches bekanntlich im "JüV^esten 
der Vereinigten Staaten die gewöhnliche Bezeichnung ist für die 
dortigen ungeheuren Steilschluchten, z. B. das Echo-Canon an 
der Einfahrt zum Salzsee-Bassin, das Weber-Canon, Marble-Canon 
in Arizona, der ;, Grosse Canon ^ des Rio Colorado u. a. Als 
topographischer Begriff ist, wie bemerkt, AüXüIv im Gebiet der 
griechischen Sprache nicht eben selten, sogar im Sinn einer 
Strasse oder Meerenge findet es sich gebraucht, z. B. in dem 
Kamen o A'JXoIv vorzugsweise, Lukian. Navig. 7 Im XsXi8ovta; 8ta 
Tou AuAtovo; saMv, Aulon Cilicius bei Plinius, nämlich die Meer- 
enge zwischen Kilikien und Kypros. Ferner o xaXoufxsvoc AüXoiv 
ßaoiAixo; in Hohl-Syrien, Strabon XVI, 2, 20; AüXcuv ßaöüc Xtfxi^'v 
(Bursian I, 218; II, 107. 140. 179. 440). Endlich Oi Ms^aXot AüXcSvsc 
in Syrien. Für den Plural auXojvsc gebraucht übrigens H, Kiepertf 
Handb. der alt. Geogr. S. 78, A. 1 den Ausdruck „Thaldistrikte*. 
Beachtenswert ist neuerdings in G, HirschfeWs Reisebericht aus 
dem südwestlichen Kleinasien S. 305 die Beschreibung der Land- 
schaft an dem See von Gökdjelii oder des Bunarbaschi, d. i. 
Quellenhaupt, von welchem die ganze Ebene Dombai Owassi, 
fast 3/4 Stunden breit, aber drei bis vier Mal so lang, im Alter- 
tum den Namen AüXoxprJvT) getragen zu haben scheint. Gerade 
über diesen Namen findet sich wieder einmal eine wunderliche 
naive Erklärung bei Solinus ed. Th, Mommsen p. 185 Sacrilegi 
certaminis (Marsyae) factum et audaces in deum tibias testatur 
non procul vallis, quae eventum gestae rei signat et ab Apamea 
decem milibus passuum separata Aulocrene usque adhuc dicitur. 
Natürlich wegen des Anklanges an aüXo; = Flöte musste Mar- 
syas auch in diesem Falle herhalten. Aus Aulon, Aulona ist 
der Italien isierte Name Valona für den Hafenort der Stadt 
Apollonia in Epirus entstanden. Auch auf der Insel Kythera 
(Cerigo) trägt eine Bucht den Namen Aulemona oder Phoinikus 
(vergl. unten). Dagegen KaüXcovi'a in Bruttium, der Name einer 
Kolonie der Krotoniaten in Grossgriechenland, bedeutet schwer- 
lich dasselbe wie AuXwvta (PB. bieten ^Dahlen^, d. i. Thalheim, 
vergl. oben S. 143), sondern scheint einer Ortschaft Kolonia im 
inneren Epirus zu entsprechen, als illyrisch-italisch, albanesisch, 
meint H. Kiepert^ S. 455, A. 2. Eine ältere Ableitung des Na- 
mens, von Majocchi, aus dem hebräischen Kol, d. i. Stimme, als 



' 199 

phönikisclie Gründung nämlich, verwarf schon EcJehel, D. N. Vet. 
I, 1, p. 168 aus gutem Grunde. Aber auch AüXt;, accus. AüXtöa 
und AuXtv, was Stephanos Byz. unter AaoAt; anführt und PB. 
gleichwohl mit ;,Herberge^ übersetzen, wegen auX-q, aula = lufti- 
ger Ort, ist doch wohl für den hier in Betracht kommenden Be- 
griff Enge, Ausbuchtung, u. dgl. in Anspruch zu nehmen, oben- 
drein mit Beziehung auf den böotischen Hafenplatz, der jetzt 
Vathi heisst. 

*HXt;, *AXir, FdXt; (vergl. die Münzlegende FAAEIQN) bedeutet 
Niederland, Tiefland, Hochland (Bursian II, 268; G. Curtius, 
Grundzüge der Gr. Etym. 5. Aufl. S. 360). Lateinisches vallis, 
Velia von Saoc = Niederung, Sumpf, ^YsXt], attisiert 'EXsot, der 
Bedeutung nach = Ils^tac;, Velitrae etc. gehören zu derselben 
Wurzel. Plinius N. H. III, 5, 71 oppidum Elea quae nunc 
Velia. 16, 20 Volane quod nunc Olane vocabatur. Vielleicht auch 
'AatJVov, wenn dieses nicht vielmehr zu Xeta = Ebene, Aeia ==: 
Ebenau, zu nehmen ist. Noch erinnern wir daran, dass ein 
Stadtteil Roms Velia hiess, ein Platz oder eine Gasse darin 
Velabrum = Niederung. Bekannt ist als Niederland von Syrien 
Kenaan, und ungarisch Alföld = Tiefland; desgleichen die ana- 
logen Verhältnisse in Latium, d. i. Ebene, Plattland (latus =: 
Seite, «XaTüc, und nicht von latus = breit) mit den pomptinischen 
Sümpfen im Gegensatze zu der sabinischen Berglandschaft; wie 
denn Campania, die Ebene, den Gegensatz bildet zu Samnium. 
^HXt; bezeichnet also „das Mündungsland arkadischer Gewässer^, 
selbstverständlich, wenn der Name nicht ursprünglich = Elisa 
ist, da überall in dieser Gegend die Spuren phönikischer Nieder- 
lassungen zu erkennen sind; vergl. E. CurtiuSj Pelop. I; 439 
über Mylitta-Dienst in Patrai, 442 über Spiegelorakel ebenda 
und S. 476 über Aphrodite-Heiligtümer an der ganzen Küste 
von Achaja. 

Man könnte übrigens leicht an der häufigen Verbindung 
KoiXtj *HXt(; Anstoss nehmen, wie in dem oben S. 140. 142 und in den 
Griech. Stichnamen S. 25 ff. beleuchteten Fall eines Doppel- 
namens mit Tautologie, wenn sich nicht auch hier die Notwen- 
digkeit einer Unterscheidung zwischen dem eigentlichen Küsten- 
striche, dem ^Marschland^, und dem inneren Bezirke des Landes 
geltend machte.. Elis bezeichnet aber bekanntlich die Stadt und 
die Landschaft. So wird denn das Beiwort ^^hohl'^, xoiXoc, auf 
mehrere Landschaften angewendet, die nach dem Meere zu offen 



200 

liegen, beziehungsweise in einem Längenthal oder auch mulden- 
förmig, aber mit einem Durchbruch, ins Meer ausmünden; also 
>f xoiAr^ AaxEÖaifjicüv (bei Euripides opsoi TrspiSpojio; = xotXr^), to 
xotAov ^'ApYo; etc. Zunächst gebraucht Herodot dieses bezeich- 
nende Beiwort von der Tiefebene oder dem Thalkessel Thessa- 
liens, an der vorhin angezogenen Stelle VII, 129 xo fieaov Ss toü- 
T(i)v T(üv Xex^EVTüjv oüpicüv tJ öeaoaXiTj soit äoüoa xotXir]. Zur Stelle 
des Sophokles 0. C. vs. 378 to xoUov "Apy©;, ;,Hohl-Argos^, be- 
merkte schon Musgrave: In Universum tguoc xoUo; est locus 
montium ambitu cinctus, qui speciem excavati habet. Argos in 
Argolis heisst also das hohle, weil es in einem nur südlich nach 
dem Meere zu sich öffnenden Bergkessel liegt. Eine Analogie 
bietet sich uns dar in der heutigen Benennung der herrlichen 
Thalmulde am nördlichen Strande Siziliens, in welcher Palermo 
liegt, nämlich Conca d'oro, Goldene Muschel. Wir erinnern 
weiterhin an KoiXrj Süpta, xa KotXa zr]^ EJßoiYjc;, Herodot VIII, 13; 
KoiXyj, der südwestliche Bezirk der Stadt Athen; KoiXcüoaa oder 
KotXoüaaa, Kr^Xcuoaa, ein von zahlreichen Höhlen durchbrochener 
Berg in Phlius, jetzt einfach Megalo-Bouno, das grosse Gebirge, 
genannt, bei den Römern Celossae fauces, im Engpasse zwischen 
Phlius und Mykenai. Bei Xenophon Hellen. IV, 7, 7 ist übrigens 
die Lesart Kr^Xouaav oder KotXcuoaav unsicher. Der für die Boden- 
verhältnisse von Korinth so bezeichnende Vers Kopivöo; ocppoa ts 
xai xotXatvciat wurde von uns nach Strabon VIII, 6, 23 schon 
früher verglichen. lioOSa wird als Name einer thrakischen Stadt 
erwähnt bei Hierokles rec. Parthey p. 4. Der sonderbare Name 
BolStoxotXfa ist bereits oben S. 96 angeführt. KoXocpwv ist Thal- 
spitze, Thalende, für die Lage der Stadt ganz passend, vergl. 
Wochenschrift für klass. Philol. 1887, S. 599. Den von Vanigek 
als „ Hohlberg ^ gedeuteten Mons Caelius fasst 0. Kdler in den 
N. Jahrbb. für Philo]. 1886, S. 701 als „gewölbten Hügel« = 
Golgatha. Indessen konvex oder konkav, dabei wird es auf die 
Anschauung ankommen, bezw. auf den Standpunkt des Beschau- 
enden. KoXoTj ist unser Mulde, von Senkungen, und ;, Klinge*' 
von Thaleinschnitten. 

Tpr^TOc, der auffallende Name eines Berges und Passes auf 
dem Wege von Mykenai nach Argos (Burs, II, 35), auch Name 
eines Vorgebirges auf Kreta, und in der Form TprjTov eines Vor- 
gebirges in Numidien, bezeichnet einen durchbohrten Berg, ohne 
Zweifel benannt von ausgespülten Felsen, bezw. Uferfelsen, nach 



201 

Art jener von Etretat an der normanischen Küste, und ihren 
seltsamen Höhlungen. Pott, Etymolog. Legenden S. 280 erinnert 
dabei an das Felsenthor Pierre Pertuis in der Schweiz, petra 
pertusa, an Euxpr^atc oder EuTpr/Xo; in Böotien, welchen Namen 
PB. ungenau mit „Lochau" erklären, denn dieses kann auch 
lucus bedeuten = Loch, Lohe, Lach etc.; ferner Eüipi^'otov in 
Arkadien. Wir setzen auch TpTjXoc hinzu, den heutigen Namen 
für den bekannten Hymettos, der sicherlich soviel bedeutet wie 
TpTjpo; = löcherig, uoXüTpyjToc, von dem porösen Gestein. Forch- 
hammer, Hell. S. 261 erklärt den Namen Trelos geradezu für 
altgriechisch, etwa wie TIos =: Tros, wie lykisch Tloes, idäisch 
Troes. 

Auf die Begriffe Wölbung, Höhlung bezieht sich der Name 
KuAATfjvT], die turmartig zwischen Elis und Arkadien sich erhebende 
Bergspitze = Hohlberg, Hohlstein; aber auch ein Schiffsbauplatz 
(sutpetov) der Eleier, also mit dem Begriffe Becken, Mulde. Nach 
Etym. Magn. hiess die Stadt Aa/ita in alten Zeiten KoiXa, AajuiyjTo; 
bedeutet also ^Hohlenbeck". Zu der Wurzel xü, xüsIv, xauXoc, 
cavus, xoT/vOC, stellen wir ferner die Namen Koto^, KuaXoc, Kouac, 
Höhle und Kastell, Kscuc, Kto);, KoJ;; dieses Kos nimmt freilich 
Fligier S. 257 in der Bedeutung ;,Ziege". lieber Kuc in Karien, 
Küstiai die Bewohner, vergl. Wochenschrift für klass. Philol. 1887, 
S. 1238. Auch Gaeta, tJ KataTot, gehört hierher, in der lako- 
nischen Landschaft Kaiiza^ oder Kaiaöar. Strabon V, 3, 6 tov 
IJLSTa^o Ö£ xoATTOv ixsivot Kaictrav (Jvojiaaav, id yctp xotXa izivta xatsTac 
ot Aflfxcüve; -npoaaYOpcüOüa'.v. Der Name KpaxTjp für den Golf von 
^Neapel wurde bereits erwähnt S. 119. Ueber das Wort Kataöa^, 
jene tiefe Schlucht bei Sparta, wohin für gewöhnlich die Leichen 
der Hingerichteten geworfen wurden (Thukyd. I, 134),. spricht 
eingehend P. de Lagarde, Ges. Abb. S. 210; ebenso S. IB über 
octJto;, baktrisch cäta, in der ehemaligen Bedeutung Schlucht, 
lErdschlund. Letzteres Citat führt uns auf Aaxcöatfiova xrjTüIsooav, 
-d. i. die schluchtenreiche Landschaft, wie sie schon bei Homer 
^eheissen wird. Cf. Strab. V, 3, 6 oK-qkaia, üuepiieye^T]. Tozer 
bemerkt hierüber S. 283 xojXt], xTjiojsooa becomes clear from the 
-appearance of the spur, which like the lower buttresses of the 
neighbouring mountains, is seamed in an extraordinary manner 
with rifts and fissures, the result in all probability of numerous 
earthquakes, Strab. VIII, 5, 7. Allein Reverend To^^er erwähnt 
bei dieser Gelegenheit nur den Namen Laconia nnd übergeht 



202 

ganz und gar S. 282 die für uns wichtige Form Aaxedatfxcov. Wir 
glauben jedoch, es wäre endlich einmal an der Zeit, bei dem 
Namen Aaxs3atfia)v die überkommene willkürliche Deutung^ Glück- 
stadt'' aufzugeben. Wie wir schon früher in den ^Griech. Stich- 
namen ^ S. 34 zu behaupten wagten, ist dieser vielumstrittene 
Name für Stadt und Land der Spartaner bis jetzt nur unsicher 
und keineswegs richtig erklärt. Auch der grosse Fott^ Etymol. 
Legenden S. 322 will unter Lakedaimon den Schutzgeist der 
Lakoner verstanden wissen, den städtischen Zeus von Sparta, 
auch Agamemnon genannt, indem er noch auf die Verehrung 
des Menelaos in Therapne hinweist. Dagegen halte man jedoch 
das uralte, scharf die Gegend zeichnende Beiwort xTjiojsooa, und 
vergleiche z. B. Eurip. Hei. 474 ano Aaxe^atfxovoc 773?. Aehnlich 
wie Pott erklärte Welcher^ Kl. Schriften V, 54 unter Beziehung 
auf die Beinamen BaßaxTYjc, öüaCoc? auch den Ausdruck S/.axsv von 
Loxias und von ^.Zsüi; Aaxeöat|üitüv, der dem Orte den Namen gab, 
sowie in Pytho die OrakeP; derselbe beziehe sich nämlich auf 
^dieses gewaltige Sprechen." Auch der Namie des dem Dionysos 
heiligen Berges AapüO'.ov wird aus XapJCsw = lärmen, tobende 
Feier, erklärt. Warum sollte da nicht auch Müxi^vat mittelst 
^üXYj^^oü ö' ^xoüoa ßocLV auXiCofxsvctüjv, wie es in der Odyssee XII, 
265 heisst, interpretiert werden dürfen? 6f. Fr, Unger stellt 
Actxcyv zu Aoxpoc, im Philologus 1863, IIL Suppl. S. 726 ff. näm- 
lich für Aoxpot sei die ältere Form Aaxepot', Aaxspsia = Aotxep'iJv 
otxta. Zwar wird an lacer = zerrissen erinnert, jedoch der Name 
nicht aus der Landschaft abgeleitet, Actxtov und Aoxpoc bedeutet 
nach Unger „der Wälsche". Wir sind dagegen der Ansicht, dass 
allenthalben, so lange wir keine entgegenstehende positive Nach- 
richt besitzen, wie bei den autokratischen Gründungen der spä- 
teren Zeit, die lokalen Verhältnisse als solche und nicht etwa 
vorübergehende Zustände oder gar spätere Zuthaten zum Aus- 
gangspunkte für eine einfache und natürliche Erklärung der ON. 
genommen werden müssen. In dieser schon früher ausgespro- 
chenen Ueberzeugung stimmen wir vollständig der Vermutung 
von G, CurtiuSj Grundzüge der Gr. Et. 6. Aufl. s. v. bei, dass 
die Namensform Aaxeöatfxojv als Aaxs^a^icuv mit Epenthese zu ver- 
stehen sei. Einen uralten Dämon der lakonischen Landschaft 
erkennen wir ja schon in 'A/wCuTrsxo;, vergl. Tansanias III, 16, 6; 
Wachsmuth, Hellen. Altertumskunde II, 520; Otto Keller, Zur 
Geschichte der Aesopischen Fabeln, in den N. Jahrbb. fürPhiloh 



203 

IV. Suppl, Band 1867, S. 315, A. 6, und in desselben Schrift 
„Tiere des klass. Altertums^ S. 407, A. 28. Für unsere Auf- 
fassung des Namens gewährleistet einmal das Lexikon des He- 
sychios v. Xctxac = cpctpaYY«; (vergl. oben S. orjpayS und das 
spanische barranca), dann XaxsSctfia = Sdiop aXfiupov, von einer 
Wurzel Xax, Xaxo; oder Xctxxoi;, d. i. Lache, Loch, lß,nca, lacus^ 
lacuna, Vertiefung, Bruch, ;,die Brühl" bei Mödling; latein. Fundi, 
Velitrae. Ausserdem die bedeutsamen ON. Actxfioc, Aaxtvtov, Aaxfxwv, 
Aaxiadai ein attischer Demosname, PB. ;, Grubenhagen"; o Aaxü3a)v, 
Name des Hafens von Massilia; Aaxxio; Xi.utjv der äussere kleine 
Hafen von Syrakus ; ebenso Aaxspeia, jedoch im Sinne von Bruch 
oder Brühl PB. ;, Ritzebüttel" oder ^^Kriesche" (!). Man ver- 
gleiche noch AaxxoTtXöüTo; in den ^Griech. Stichnamen" S. 34^ 
A. 97. Dieses Xctxxo; bedeutet aber auch Thal, Einsenkung 
überhaupt, daher Tojsier p. 282 richtig bemerkt: a term which 
at the present day is applied for the same reason to Messenia; 
ebenda p. 314 über den Mythos vom Eurotas. Auch an das neu- 
griechische Xaxxtov = Grube, Einsenkung, slaw. laka = Wiese^ 
wollen wir erinnern, und mit Fligier, Mitteil. S. 262 an den 
Namen einer Thalmulde Lakka oder Aaxxa in Albanien, der schon 
von Hahn zu Lakonien gestellt wurde. Gegenüber dem eigent- 
lichen Landschaftsnamen iq AaxwvixY] bezeichnet also Lakedaimon 
zunächst die Landeshauptstadt; noch in später Zeit, bei Hiero- 
kles rec. Parthey p. 12 Aaxeöaifimv jutr^tpoTtoXt; tt^c Aaxwvtxiijc 19 irplv 
JiccfpiTj, weiterhin auch das hohle Land zwischen Taygetos und 
Parnon. Dieses Land, erfüllt mit Schluchten und Bodenvertief- 
ungen, war in uralten Zeiten ein geschlossener Bergkessel ge- 
"Wesen, welchen die von Norden einströmenden Gewässer zu einem 
^Binnensee anfüllten, bis sie sich durch den südlichen Bergrand 
einen Weg brachen und zum Meere abflössen. Ein Bezirk der 
Hauptstadt hiess bekanntlich AtfAvat, in bezeichnender Weise. 
Demnach ist Aax88atfx(üv nach unserer Ansicht nur mit be- 
wusster Beziehung auf einen „Guten Dämon" schon im Altertum 
aus der eigentlichen Form Aaxsöajjttcuv (vergl. unten Kvaxwuv, <^eXXa)v, 
^AyvecüV etc.) akkommodiert und wurde auch noch im 14. und 
15. Jahrhundert unserer Zeitrechnung ominis causa verwendet, 
2. B. in Subskriptionen griechischer Abschreiber von Hand- 
schriften, wie denn ein solcher Graecuius sich die Bemerkung 
zu einer gewissen Abschrift erlaubt hat, nicht AaxsöatfAwv, son- 
dern vielmehr KaxoSaijiojv sei als die Stätte seines Ursprungs zu . 



204 

nennen. Die Namensform ActxcDv ist nur Abkürzung (vergl. 
Griech. Stichnamen S. 31. 38. 47 über die Kosenamen), davon 
stammt dann /.axtuvtCetv etc. 

Mit den obigen nahe verwandt erscheinen ihrem Begriffe 
nach die folgenden ON., die fast durchgehends unseren Kessel- 
dorf, Kesselberg, flöhlenstein, Muldenstein u. s. w. entsprechen. 
KctATtY], Kct/wTcat, fälschlich bei PB. abermals mit ;,Kuf stein ^ erklärt, 
was wir bereits oben S. 118 richtig stellten. Kikizf} ist auch nach 
Gesenius 1. c. p. 421 = uöpta. Dagegen lässt sich damit ver- 
gleichen „Kapfenberg" an der Mürz, und die griechischen ON. 
Kdcpa, Kdcpac, wohl auch Kacpirjpeuc (vergl. S. 75), at Kcf<püat oder 
Katpuai bei Ptolemaios, r, Kacpü et bei Pausanias, at Ka<puai bei 
Steph. Byz., Kaizoai bei Dionys. Halik., Kacposi; bei Strabon, wie 
lateinisch Capua, worüber Livius IV, 37 naiv bemerkt: a duce 
Capye vel quod propius vero est, a campestri agro appellata. 
In dem schon von den Alten beschrittenen wunderlichen Zirkel 
bewegt sich neuerdings Dr. F/igierj Mitteil, der Anthrop. Ge- 
sellsch. Bd. VI, S. 213 ;,Ein alter illyrischer Sitz war Campa- 
nien, dessen Name mit dem lateinischen campus nichts gemein 
hat. Campania hiess nämlich einst Epirus, nach einem König 
Campos (!) oder dessen Tochter Campania genannt. Dass der 
Name rein illyrisch ist, beweist Kampylos, ein Nebenfluss des 
Achelous, der auf dem Pindus entspringt^. Wie man sieht, ohne 
jegliche Rücksicht auf jene hellenische Betriebsamkeit in Auf- 
stellung aller denkbaren Eponymoi und Archegeten für jede 
Stadt und jede Landschaft, von der unsrerseits wiederholt die 
Hede war. Campania heisst nun einmal Ebene, vergl. La Cham- 
pagne; auf Münzen lesen wir die Formen KADIIANO und KAMIIANO, 
und deutlich hängt der Name mit y.rjTzo^ und xcrueTOc, Garten und 
Graben (oxaTcio)), zusammen. Ferner gehört zu dem Begriffe 
Kessel, Mulde, der Name der untergegangenen Stadt Caburo, 
wahrsch<^inlich am Campo d'Annibale gelegen, erhalten im Na- 
men Monte Cavi oder Cavo, womit wir vergleichen La Cava bei 
Salerno ; Val Cavedine in Südtyrol ; „Kesselberg", zwischen dem 
Walchen- und Kochelsee; „Im Kessel", der hinter Aurach im 
Leizachthal sich öffnende Zirkus unter der Alplspitze ; „Kessel* 
zwischen der Zeller- und Eeindler-Scharte am Wendelstein u. s. w. 
TaxaTirj bedeutet gleichfalls Kesselsdorf, jedoch ZaxctTca ist wohl 
phönikisch. mit zufälligem Anklang. KaTcuaöoxta trägt ebenfalls 
einen syrischen Namen, in den Keilinschriften Katpatuka, 



205 

aiabisch zu dok, wie Hagmatäna zu Hamadän hinabgesunken 
(P. de Lagarde, Ges. Abh. S. 257). Vielleicht gehört hierher der 
Name jener uralten Stadt Xcta im triphylischen Elis, um welche 
Nestor gegen die Arkader gekämpft haben sollte. 

AeX90t, böotisch BsXcpot (äsAcpic r= Bauch) ist gleichfalls von 
seiner Lage in einer tiefen Schlucht benannt (vergl. oben S. 148). 
STaysipo; entspricht dem schweizerischen ;, Trogen", nach Hesychio» 
ist oictYT] r= xctpSoTtoc Eiucu Höhlenberg Xaov in Argolis be- 
schreibt E, Curtius, Pelop. II, 340. 364 sc. von x^^^j yaivtü. Der 
Name erinnert sowohl an hebr. Kanaan, Kenaan, wie an die 
spätere phönikische Form Xva, 'Oxva. öaXa^io; und öaXafioti in 
Lakonien = Behälter, Höhle, hat den Namen von der unzu- 
gänglichen, abgeschlossenen Lage, nach Polybios IV, 75. 0oaoc ist 
Kuppeldach. Ka^apiva in Sizilien, Pß. „Schleusingen", entspricht 
unserem „Kammern" (dies jedoch entstellt aus dem Slavischen) 
am Kammersee, vergl. „Stubbenkammer" auf der Insel Rügen,. 
Camburg = Steinburg, Camenz etc. Ka,aipoc (fälschlich auch 
Kajüieipoc geschrieben, vergl. Leipz. Literar. Centralblatt 1886^ 
no. 18, S. 633). Ko,uß7j bei Hierokles rec. Parthey p. 31, wie 
kumba, cymba. Kojjiapoc (Bursian I, 32). Auch Msyapa wird als 
„Höhle" gefasst (Kiepert, S. 242, A 1); desgleichen NaicY], von 
va'uoc, als Schlucht. Zweifelhaft bleibt Tctvaypa, vergl. unten. 
KtfxcüXo;, KtfACüXia sind von der Farbe benannt, vergl. unten § 9. 
Wohl aber schliesst sich an PJapo:, vergl. Sophokl. Philokt. 1081 
(ü xotAac Tcexpa? YuaXov. Koj/.iac, „Füssen", bekannte Landspitze 
an der Westküste von Attika; vielleicht doch auf xojaov zu be- 
ziehen, vergl. S. 86, ebenso Kalpü, ein Vorgebirg in Indien. Zum 
Begriffe Wölbung stellen wir noch den mythischen Berg KoxuXoc, 
KoTüXaiov, K(üTtX'.ov Berg und Ortschaft in Arkadien, KotüXy;, KoioXta, 
Cutillae im Sabinerlande, nebst dem bekannten Catillus bei Tivoli. 
Ko'aopoc, Koaaoupa, jetzt Pantellaria, erklärt Gesenius p. 298 für 
phönikisch; es könnte aber doch mit skr. gäna, cos, cotis, zu- 
sammenstimmen; desgleichen die bereits S. 163 erwähnten Städte- 
Tiamen Koxuctetov und KoiüCDpa (Kolonie von Sinope), und KüxojpoCr 
^ame einer Stadt und eines Berges in Paphlagonien. Noch 
stellen wir hierher den Namen einer akarnanischen Hafenstadt 
^EAAöfisvov, auf der Insel Leukas, Hesych. iXXofxsva • TisptxXetofieva, 
"und den des korinthischen Hafenplatzes Asxatov, vorausgesetzt, 
dass dieser Name wirklich ;, Schiffslager'' (^s^oc) bedeutet. 



206 

Ist die bezeichnete Lokalität eine eigentliche Enge, ein 
Pass, eine Klause, Thalsperre u. dgl., dann treten in griechischen 
Ortsbenennungen, begreiflicher Weise nach dem vorherrschenden 
gebirgigen Charakter des Landes, häufig Begriffe wie enge, 
schmal, hohl, in einem ON. vereinigt auf. So ergibt sich aus 
auAo; = Rohr, caulis, xoIao;, obiger Name AüXojv für Thal und 
Schlucht. Wir führen zunächst an den berühmten messenischen 
Engpass o IisvüxXapor, PB. sehr unbestimmt „Schmalfeld", i) und 
vergleichen hiermit oxevoxtüpta, ital. lo stretto, z. B. Lo Stretto 
di Messina, wobei uns zu dem deutschen „Strasse",' welches wir 
von Meerengen wie von den Strassen der Städte gebrauchen, 
Pausanias V, 15, 2 die willkommene Bemerkung bietet, dass die 
Athener die letzteren mit otsvcütcoi, die Eleier dagegen mit d^ütat 
bezeichneten. Am Karwendelgebirg in der „Hinteren Riss** wird 
ein Thal „In der Eng'" genannt. Vergl. das neugriechische 
iTjpa-jfytcv im Peiraieus {Bursian I, 269), von 07jpaY$, Kluft, Riss; 
dazu das schöne Fragment des Dichters Alkman 

Eüd^-uaiv ö' opsiuv xopü^ai xs xat cpofpaifYec, 

Tcpüjovsc TS xat ^apiijpai xta. 
bei Berglc P. Lyr. Gr. III, p. 57 der 4. Ausgäbe, mit Anthol. 
Pal. ed. F, Didot I, p. 59, no. 23 orypayyo; a)d7.TOTzov XsTcar. II, 
p. 56, no. 283 at ßa8üciYx£ic ^'Aaiis'.;. Theokrit. VIII, 33 ayxsa xal 
icoTOffioi, dc'.ov yevoc. Die zahlreichen Ortschaften in den Alpen- 
ihälern, deren Namen „Zell^ zugleich einen Thalschluss bezeich- 
net, also nicht etwa mit Celle an der Aller und ähnlichen ON. 
gleichbedeutend ist, und viele derartige Benennungen können 
hier nur summarisch angedeutet werden. In der Gegend von 
Trient, zwischen Vezzano und Arco, gelangt der Wanderer an 
Le Sarchfe, wo der Sarcafluss aus tiefer Schlucht hervorbricht, 
um nach dem Gardasee hinab zu eilen. In Oberitalien allein 
zählt man drei Ortschaften des Namens Serravalle, bei Belluno, 
bei Roveredo, bei Novi in Piemont, weiterhin in Toscana bei 
Pistoja u. s. w. Serra entspricht in diesem Fall unserem Land- 
wehr, Landshut, sowie dem schweizerischen Namen Fraccie oder ^* 
Fracie, bei Locarno am Langensee; „die Letzi**, z. B. bei Näfels -^ 

in Glarus; Serra heisst auch der Pass in Graubünden, der vom 

Dorfe Tamins oberhalb Reichenau nach Pfäfers hinüberführt^ 



1) Besser Tozer p. 274 the ,,confined Territory", a name it well deserve« 
from being closely bemned in by moantains. 



207 

Von kel = Schlucht, Hohlweg, ist Kelheim (ChelHeim) benannt, 
vergl. griech. Aüpxsia und Xtqv obenS. 110; auch das numidische 
Mazaka bedeutet so viel wie Engpass, „Zwischenbergen". Da- 
gegen scheint der vielbesprochene Stadtname Füssen, den man 
gewöhnlich = Fauces auffasst, ganz identisch zu sein mit F ü t z e n 
"bei Bonndorf, so dass beide Namen für rein deutsch gelten 
können, jener = am Fusse der Alpen, dieser = am Fusse des ^ 
Banden {Fr. L. Baumann, bei Egli Geschichte der geogr. Namen- 
kunde S. 215). Einen Thalschluss bezeichnet wohl auch der 
Name des phokischen Städtchens ^bapi^ai (Bursian I, 158, 189. 
190) und eines Vorgebirges <bap6^iov, was To^er p. 78 mit jaws 
= Kinnbacken erklärt. 

Hieran schliessen sich die übrigen ON. welche einen Begriff 
wie Thor, Lücke, Pass, Durchgang u. dgl. ausdrücken, obenan 
die echtgriechischen Formen IIuaoc, DJatj, IluXa'. Höchst wahr- 
scheinlich ist IIuAaJv, Name einer Gegend in lUyrien, aus der 
gleichen Anschauung benannt wie der wohlbekannte Name IIüao^, 
von dem To^er p. 76 passend bemerkt : as comanding the entrance 
to the country, just as luvenal III, 4 calls Cumae Janua Baia- 
rum. Natürlich gehören hierher all die zahlreichen ;, Klausen'' 
unserer Alpenthäler und Bergstrassen, bei den Griechen Ilü/vai, 
denen wir allenthalben begegnen. lieber den berühmtesten Eng- 
pass dieses Namens bemerkt Herodot VII, 201 xaXssTai 3k o x^9^^ 
oüTOC uTio fjisv TCüV icXsovojv ^EA>iif]vü)v öspfiouüXai, üuo 03 tojv Itti- 
ywpioiv xal rusptoixwv IlüXat. Strabon IX, 4, 13 x'^'j fisv oüv TcapoSov 
n u X a ; xaAOüoi xal 2 t s v d xa\ 6 s p fi o tc ü a a c. Ixsva kurzweg wurde 
"übrigens auch gebraucht von einem Passe am Fluss Axios in 
Makedonien, der jetzt Eisernes Thor (Demir Kapu) des Vardar- 
flusses heisst. Eigentümlich erscheint die Umänderung des Namens 
tei Hierokles rec. Parthey p. 315 öepjxoTcuAat xo vuv Sxsaoc, vgl. 
darüber S. 84. Weiterhin Plinius N. H. VI, 11, 30; 13, 40Portae 
Caucasiae, falso Caspiae dictae etc. Ein Name der Kyaneen 
(S. 74) war Oopxoü TcJXat. Dazu Portae Albaniae oder Pylae 
Albaniae, Ciliciae etc. türkisch Derbent oderDervent; ferner Por- 
tena, Pforten, Pforten, Pforzheim, Porta Guestphalica, eine nicht 
weit von der Stadt Minden entfernte Stromenge der Weser, im 
Volke „Weserscharte ^ genannt; die Porta Specha, d.i. der von 
dem Bergwanderer Pater Placidus Specha zu Disentis Ende des 
vorigen Jahrhunderts entdeckte Zugang oder Berglücke behufs 
Ersteigung der Tödispitze. Bekannt ist ;,das Eiserne Thor'' der 



208 

Donau, „die Eisenbrech" im Algau, der Furlopass in den Apen- 
ninen, der durch Hannibal berühmte Engpass Gaudium, von Monte- 
sarchio bis Arpaja. Wie das italienische Clusium, Chiusi, ist 
KAstTwp, eine Stadt in Arkadien, Clitorium bei Plinius, von der 
geschlossenen Lage benannt. In Elis treffen wir als neugriechi- 
schen Namen für die engen Thal passe Portäs, ebenda ein Dorf 
^ Klisma, und in Triphylien heisst ein Pass das Klidi, E. Curtius 
Pel. II, 79. Altgriechische Namen sind Kaioiov, KAstaa;, KXoüotov^ 
K/.stScc (vergl. oben S. 125), KXetaoupa, IvAsboüpat. Zur Vergleieh- 
ung mögen weiter folgen: Claustra Etruriae (Sutri), Clusiolum 
supra Interamnam (Plin. N. H. III, 14, 114; V, 9, 54), Inter- 
ocreum =: Im Bergpass, d. i. Antrodoco, Norcia, Chiusure bei 
Siena, Clausulae, Incisa im oberen Arnothal = Durchstich, Ein- 
schnitt; Culoz, Cläven oder Clavenna (Chiavenna), vergl. oben 
S. 126, Klausen in Südtyrol, Chiusa di Verona „die Klus^, Vau- 
cluse, Sluys. Fauces Pertusae (Pertuis, Pertus, Maupertuis etc.)» 
Grriechische Namen hinwiederum sind 'Apcfl'vov x^ptt^'^ = Thoren, 
ein Ort in Lakonien, 'ApavTta oder 'ApavTsia, 'Apatbupea = Schmal- 
pforten; auch x^pctöpa bezeichnet eine Schlucht, so Charadra bei 
dem arkadischen Orchomenos, und die vielen Plätze mit einer 
Xapaöpa = xs''fJtappoc, Giessbach, ß«pai)pov, xdoiiaj wie die siziliani- 
schen Fiumaren. Eigentümlich ist' der Ortsname Le Prese, Alle 
Prese, im Puschlav, unserem deutschen ;, Einfang"^, Holzklause, 
vergleichbar. Wie IlüXai und Porta, so finden sich im Griechi- 
schen als ON. noch, ausser dem bereits erwähnten IIüAaiov, 0upsat^ 
Öüpiov, at 0üpt8£c, letzterer Name eines Vorgebirgs in Lakonika, 
wegen seiner vielen fensterähnlichen Höhlen so benannt. (Ver- 
gleiche oben S. 123). Aehnlich heisst eine Gegend in Achaja mit 
tiefen Felseinschnitten heute Diakophto , E. Curtius Pelop» 
I, 474. 

Damit gelangen wir zu den Begriffen Riss, Durchbruch 
Spalt u. dgl. welchen wir gleichfalls im Griechischen als Aus- 
druck für verschiedene natürliche Pässe, Schluchten, Klammen^ 
und Erosionsschlünde begegnen. Obenan steht hier, wie billig, 
das berühmte Thal Tempe, t« Tefirwirj, d, i. der Durchstich oder 
die Schlucht vorzugsweise, benannt von TSfiavo;, im äolischen 
Dialekte ts^uo^, von TS|ivo), daher bei Strabon und anderen der 
stehende Ausdruck öia tcuv TsfiTrcuv, nämlich durch das enge 
Felsenthal (Canon), durch welches der Fluss Peneios mündete 
(Theokrit. xaia nr^vsto) xaXa isfiTreot) und alle Gewässer aus dem^ 



209 

thessalisclien Becken sich ergiessen. Tozer p. 355 bemerkt : Tempe is 
perhaps the succession of ravines of which the pass is formed. An 
der bereits ausgebobenen Stelle äussert sich Eerodot in bezeichnen- 
der Weise also : „Wer immer glaubt, dass Poseidon die Erde er- 
schüttere und dass die Risse eines Erdbebens das Werk dieses 
Gottes seien, der wird sagen, wenn er jenes Thal sieht, dass Po- 
seidon es bewirkt habe. Denn der Riss der Berge ist das Werk 
eines Erdbebens,. wie es mir schien, als ich ihn sah^. Die Trocken- 
legung der fruchtbaren Landschaft von Thessalien wird demnach 
in der anthropomorphischen Naturanschauung der alten Griechen 
so ausgedrückt, dass Poseidon mit seinem Dreizack die Gebirge 
zerrissen habe, um dem Strom einen Ausgang zu eröffnen. Nach 
Stephanos Byz. hiess eine Gegend von Thessalien Aoiai („Lös- 
nitz^), d'.a TO Xuoat xd TsfiTCTj Ilooe'.SaJva, und nach Hesychios ganz 
Thessalien AotaiV^. Eine Schilderung des Tempethals findet sich 
bei Ailianos V. H, III, 1 ; auch hier bezeugt uns eine Namens- 
änderung in späterer Zeit Hierokles rec. Parthey p. 318: Tsjjltcy] 
at vuv KXeioo'jpai. Uebrigens Hessen sich diesem Namen scheinbar 
beigesellen Tcfjüiaao; oder Tsfirjoaoc, TafAaaooc, PB. _^ Schneidheim **, 
TsfjisoTj, TsfxiJ'a, latein. Temsa, Tempsa, auf der Insel Kypros; ein 
Platz für Kupferhandel nach Odyss. I, 184 ; allein diese Namen 
sind ungriechisch und phönikischen Ursprunges, sie stehen in 
Beziehung zu den dort ausgebeuteten phönikischen Erzgruben, 
bedeuten also Fodina oder Ad Fodinas, vergl. Olshausen Rhein. 
Mus. VIII, 337, und ö. Curtius Grundzüge der Gr. Etym. 5. 
Aufl. S. 731. Wohl aber gehört hierher AaTO[x(ai, Steinbruch, ein 
Gefängnis in Syrakus = latein. lapicidina oder mit Metathese 
lapidicina. Zur Vergleichung führen wir an ZwiefaJten in 
Schwaben, Zwieselstein im Oetzthal, Einer Bifurkation der Ge- 
Avässer dagegen gedenkt unseres Wissens unter den alten Schrift- 
stellern nur Pomp. Mela bei dem Flusse Himera in Sizilien '). 
INoch erinnern wir an LeBocche diCattaro, Le Buche de' Sarra- 
cini, ein Felsenlabyrinth bei Volterraj ebenda eine Schlucht, Le 
Balze geheissen; bei Trient ein Buco di Vela. Zum Begriffe 
Spalt, "ifobel, Klamm, vergleiche man Förstemann S. 1478 über 
Tobil, ferner ^Pry-jftov, ^PtoyT^ „Spalt", eine Insel bei der Küste von 



1) II, 7, 19 Quia iu media admodum (sc. Sicilia) ortus in diversa decurrit 
"seindensqae eam atrimqne alio ore in Libycum, alio in Tuscum mare devenit. 
Orasb erger, Ortsnamen. 14 



210 

Lykien, Tcoyfioi ein Hafenort in Kilikien, wie „Höhlenstein" oder 
Laudro in Tyrol. Auf den zweifelhaften Stadtnamen ^Payai, ta 
*Paya, werden wir in einem folgenden Abschnitte zurückkommen. 
Zweifelhaft bleibt aber auch der Name der Insel TaveSoc, Pindar 
Nem. XI, 5 nennt sie opbdv Tevs3(.v, sie zeigt sich aber auffallend 
flach und in unserer Zeit auch baumlos. Auf ihren Münzen er- 
erscheint allerding securis bifida, nach Eckhel D. V. N. I, 2, p. 
103. 489, so dass man dabei an ts/isvo;, Tspeiv denkt, indessen 
ist dieses Doppelbeil wohl nur ein redendes Wappen. Xio; end- 
lich ist, wenn griechisch, schwerlich von x^^'^> wie man im Alter- 
tum annahm, herzuleiten, sondern vielleicht von der Wurzel 
xsito, spalte, latein. sei, scindo, Schio. Anders jedoch Stinko = 
^ tt]v Küj etc. Auch in dem merkwürdigen Namen 'Io^[idc, zu 
welchem wir oben S. 84 ein paar Vergleiche anführten, scheint 
der Begriff Enge ausgedrückt zu sein, von der Wurzel i — , also 
ursprünglich so viel wie Bahn, Gang, Meerenge. Auch die heu- 
tige, durch die Schluchten des mittleren Höhenrückens der 
Geraneia führende Strasse trägt ihren Namen von dem Engpasse, 
türkisch Derveni {E. Curtius Pel. I, 27). 

Welche Verehrung im Altertum den Quellen, namentlich 
in wasserarmen Gegenden gezollt wurde, ist allgemein bekannt. 
Aber auch quellendurchströmte Engthäler und ;, Klausen^ oder 
Klammen erfreuten sich schon damals besonderer Beachtung, wie 
wir, um von den früher erwähnten Forschungen L. Friedlaender^Sf 
Woermann's u. A. hier abzusehen, zunächst aus einer Stelle des 
Seneca Epp. 41 und des Plinius See. Epp. 8, 8, 1 erschliessen. 
Die grossartigen Klammen in den Alpen vom wallischen Ehone- 
thal an bis zu den norischen östlichen Ausläufern sind heute 
grossen teils bekannt; weniger bekannt ist jedoch, dass sich vor 
ihren Eingängen nicht selten Spuren der früheren Verehrung 
und einer andächtigen Scheu vor solchen Naturwundern gefunden, 
haben und bei genauer Aufschliessung finden werden. Aber auck 
weiter nördlich, in der Lausitz z. B. trifft man solche naturge- 
wachsene Felsenpforten, die, wie der Todtenstein, der Teufels- 
stein, der Hochstein, durch die in ihrer unmittelbaren Nähe be- 
findlichen Kessel- und Schalensteine als Opferplätze (bei Seneca^ 
1. c. werden ausdrücklich arae genannt) kenntlich werden, wo^ 
man Heilung unter gleichzeitiger Darbringung von Opfern suchte^^ 
Dass man aber in alter Zeit der Natur gleichsam nachzuhelfe 
gesucht hätte, um auf künstlichem Weg und durch Menschen 



211 

bände einen Einschnitt oder Üurchschnitt, wie wir zu sagen 
pflegen, einen Tunnel, Kanal etc. im Verkehrsinteresse herzu- 
stellen, daran ist nicht zu denken i). Den Griechen wenigstens 
galt jede gewaltsame Umgestaltung der natürlichen Raumver- 
hältnisse als eine Sünde wider den göttlichen Willen (ßia Oscüv). 
Als die Knidier ihre Halbinsel abgraben wollten, so verbot es 
die Pythia geradezu (Herod. I, 174 zol^vq 6 ?o^|jioc soti, tov cüpoa- 
oov xtX.) 

'lo^jiov 8k iirj TCüpyoüTS jüitjS' opüaasTc* 
Zsüc T^p x' Sftifjxe vtIJoov, sf y' IßoüAeto. 
So bemerkt denn Pausanias VI, 1, 5, nachdem er die vereitelten 
Versuche dieser Art aufgezählt, oü-q) XötA-sudv av^p(i)7roi zi Ma 
ßictoaoOat. Es war also der fromme Glaube des ganzen Alter- 
tums, optime rebus mortalium consuluisse naturam, Tacit. Ann. 
I, 79; und es ist „ganz wider griechische Denkweise, natürliche 
Raumverhältnisse gewaltsam umzugestalten; das hielt ein from- 
mer Glaube für einen frevelhaften Eingriff in die Schöpfung der 
Götter, der nie zum Guten führen könnte. Darum sollte auch 
dem grossen Alexander von allen Unternehmungen nur der 
Durchstich des Mimasberges misslungen sein" QE, Curtius Pelop. 
I, 13). Als Kaiser Nero an den Isthmos kam, erzählt unter andern 
Lukianos Nero c. 2, und die Natur der Gegend ihm auffiel, ergriff 
ihn auf einmal die Lust zu einem grossen Werke; es fiel ihm 
ein, dass einst jener alte König, der an der Spitze der Griechen 
gegen Troja zog, Euboia mittelst des Kanals bei'Chalkis von 
Böotien abtrennte, dass Dareios eine Brücke über den Bosporos 
schlug u. s. w. Indem er den mannichfaltigsten Verkehr auf dem 
kürzesten Wege bewerkstelligen wollte, beschloss er die korinthi- 
sche Landenge zu durchstechen. (Vergl. Sueton. Nero 19. 37j. 

Abgesehen nun von der vorzugsweise Isthmos genannten 
Xjandenge, d. i. Durchgang oder Eingang zur Halbinsel des Pe- 
lops, ist bei weitem der üblichste Ausdruck für die Sache selbst 
das Wort iropo^ von der Wurzel par, Trspaw, izop — ^/i6^, Ueberfahrt, 
So die Zusammensetzungen mit uopoc = Furt; mit BoaTiopoc ver- 
gleicht jachon Pott die Städtenamen Ochsenfurt, Oxford = boum 
vada; der verkürzte Genetiv Sing, ßoo; ist unstreitig wie in 
Aeyo; TCOTa|ioc, Müo; op|jio;, als Gattungsbegriff mehrheitlich zu 



i) Ueber den Aiopuxroc im Isthmos von Leakadien, womit wahrscheinlich aach 
eine Ortschaft bezeichnet wurde, vergl, Oberhummer, Akarnanien S. 10, A. 1. 

14* 



212 

denken; wie umgekehrt auch -ra otsva ta xaTot XaXxr^Jova = xd 
oTO|jia To xaTa XaXxrfiova und ähnliehe Benennungen. Hierher ge- 
hört der heutige Name IIopo; für die Insel Kalaureia; er be- 
zeichnet eben das Land an der Meerenge gleichwie Bosporos, 
und mag in dieser Beziehung alt sein (-B. Curtius Pelop. II, 447)» 
Ferner IIöpo; = Durchstich, eine tiefe Schlucht im Küstengebirge 
der Insel Kephallenia (Biedermann S. 62). Dazu gesellt sich 
latein. portus und Portunus, d. i. der Gott der Häfen, dessen 
Name später auf den griechischen Melikertes übertragen wurde ; 
auch dachte man den Portunus ganz als Neptunus, Preller-Jordany 
Rom. Myth. 3. Aufl. I, 177. Der Name des Hafens der Stadt 
Eretria o Uopbixo^ bezeichnet ursprünglich die Ueberfahrtsstelle, 
(vergl. d TcopOjüie'Jc, der Ferge), und weiterhin einen Sund, eine 
Meerenge, gleichwie izopoz. Plinius N. H, III, 5, 74 Porthmos a 
Grraecis nuncupatur, a nobis Graditanum Fretum, dagegen ge- 
brauchen Thukydides IV, 24 und Strabon wiederholt -zd Tcepl töv 
7cop9|idv von der Strasse von Messina, oder xa Tispl tcv XueXtxov 
7copi)|xdv, anderswo zov naza Kaizpia^ TropBfxdv, [isxpt nop{>,aou, [isxpt toü 
7cop&|jiou etc. Das lateinische Fretum dagegen stellt man gewöhn- 
lich zu Wurzel fer — v — eo, ßpaoaeiv, Zehetmayr p. 100 erklärt da- 
von sogar auch den Namen der Stadt Bremen d. i. an der 
Brandung. Jedenfalls gehört in diese Reihe nach seiner topo- 
graphischen Bedeutung, wenn auch die Etymologie bestritten ist, 
der grosse Kanal oder Sund von Euboia, in der Anthol. Palat. 
ed. Did. I, p. 14, no. 73 als Wunder der Natur bezeichnet: 

EJßo'txoü xoXTCOto TcaAtvöivr^TS OaXaoaa, 
TcXayxTGv ü6(!)p, tStotc p£U[xaotv avxtuaAov xtX. 
Vergl. die treffliche Schilderung bei Tojser p. 238. Gewöhnlict 
leitet man Eüpwio; ab von der starken, plötzlich wechselnde] 
Strömung, vergl. Eupoitac und homer. pcoo^xoti, also von pwcnj 




Strömung nicht von pt^. Anders Joh. Schmidt, der den Name:^ 
auf ptii — , scirpus, Schilf, Binsen, bezieht, wonach er unten b 
KaAajxt:, Sx^tvouc, Aovaxtov einzureihen wäre Der heutige vulgä 
Name ist bekanntlich Evripo, Egribo. Auch in Aegypten gäbe 
nach Strabon, einen Eopiizoc, 

An die Namen üetpo;, IIopo;, schliessen sich zunächst 
Ile'.patsür, üeipatov, üetpatoc (Bursian I, 382). Ilstpaisü; ist seh 
von 6r. Curtius in unserem Sinn aus Tilpa, TieTpap, icepaivu) erklä 
worden. Kiepert Handb. S. 280 versteht den Namen von d 
;,jenseitigen'' Lage, als ehemalige fnsel, womit die S. 191 f. 




213 

geführten Namen stimmen. Wir erinnern noch an die topogra- 
phischen Bestimmungen durch aviiTrspac, avitTcepav und sogar xar 
avTiT^spav TTj^ x^'p^^ ^)« ^^ sich in diesem Falle keine Spur von 
einer dem erwähnten l'ortunus, entsprechenden Hafengottheit ge- 
funden hat, so dürften sich bei dieser Erklärung und bei der 
prosaischen, aber passenden Uebersetzung in PB. Wörterbuch 
^Ueberhamm*' auch diejenigen Gelehrten zufrieden geben, die ge- 
wohnt sind einen bezüglichen Grötternamen als das prius zu be- 
trachten. Uebrigens wurde zur Zeit des Perikles unter Führung 
des Athenokles llstpaisuc am Pontes neugegründet als Amisos. 
Nach der gleichen Anschauung verstehen wir den Namen der 
zwischen Karlen und Lykien gelegenen rhodischen Landschaft 
Dspata, Tf TCüV To8(a>v üepaia, xo uepav, die rhodische Chersonnesos 
oder das festländische Gebiet von Rhodos, welches um 350 v. 
Chr. bereits die Küste von der Gränze von Knidos bis zu der 
von Kaunos umfasste, mit der Rhodos gegenüberliegenden Halb- 
insel Darakia und den Städten Phoinix und Elaiussa. Dieselbe 
Benennung findet sich auch gegenüber der Insel Tenedos und 
anderswo. Die alte Ilepaia von Korinth, die Gebirgshalbinsel 
nach dem korinthischen Meere hinunter, findet man in dem jetzigen 
Perachora, einem Dorfe bei Lutr&ki. Ueber die arkadische Ge- 
gend Perameria (>5 izipa jispta = -q Trepata) d. i. das Land jenseits 
des Laden, vergleiche man allenfalls E, Curtius Pelop. I, 373. 
lletpatxT] hiess ein attischer Bezirk bei Oropos. Auf derselben An- 
schauung beruht ä^ie bekannte Bezeichnung o AtoXxoc = tJ öiauo- 
peta am Isthmos, sowie der von Bursian II, 55 erwähnte Name 
eines Thores in Argos to Aia/iuspsc (Staicetpcü), wofür man heute 
in vielen deutschen Städten „Passage" zu sagen beliebt, an Stelle 
eines früher gebrauchten „Durchgang", „Durchlass", welche Aus- 
drücke nur die ;, ungebildete Klasse" anwendet. Auch die Stadt 
Hsptv^oc an der Propontis scheint in Rücksicht auf ihre Grund- 
xing von Samos aus in gleichem Sinne, nach der schon früher 
S. 192 erörterten Anschauung benannt zu sein, als in einer Ilepaia 
gelegen. Nadrowshi a. a. 0. S. 97, der auch in Koptvfro; die Wurzel 
<x,b = tvfr erkennen will (dann hätten wir gar dreimal den Höhen- 



1) Tozer p. 378 bemerkt zutreffend: The name Piraeus implies that the 
Tiill and place f rom which the harboar derived its name was once a Island, 
^nd was reached from the mainland by a ferry, wozu er anfährt S trab on I, 3, 18 
'^'T)OlaCovTa Tcpotepov xal iiepav ttjc cixtt^c xeifievov. 



214 

begriff in 'Axpoxoiptvfto; !), erklärt Ilspivftoc ^um den Berg herum 
gelegen^. Panofka a. a. 0. S. 17 bringt freilich auch diesen 
Namen in Verbindung mit einer Gottheit, diesmal mit dem As- 
klepios als TsAeo<popoc = icepaiviov, Vollender; wir dürfen jedoch, 
gemäss unserer bisherigen Auseinandersetzung, eine solche Auf- 
fassung des Ortsnamens höchstens unter dem Gesichtspunkt eines 
städtischen Wahrzeichens gelten lassen. Zweifelhaft bleibt der 
Name netpTfJvTj, der berühmten Quelle ober Korinth. Eigentüm- 
lich ist auch beiPindar uopoc gebraucht, Nem. IV, 87 AcudcuvaOev 
apXOfAcVoi icpo; 'lovtov Tcopov, für das sonst übliche xoXicov, jedoch 
stimmt diese Verwendung ganz gut zu der Ansicht (z. B. bei 
E. CurtiuSj Griech. Gesch. 5. Aufl. I, 633, A. 1). dass dieses 
Wort überhaupt gebraucht ist wie tcovto; = Weg, von Tcatoc, pons, 
verglichen mit üYpd xsXcOÖa, daher bei Thukydides I, 120 ot tt^v 
|i83oyatav jjiaAAov xal fi>) h tcovko xaxwxTjixsvo'. unterschieden 
werden. 

Zur Vergleichung führen wir noch an den Namen mehrerer 
punischen Städte 6a^o;, Si'^taxo^j Sa^iizoXi^ = Fürth, Fürth, 
Ueberfahrt, Utrecht, Urfabrn (bei Wertheim am Main und bei 
Audorf am Inn). Schon Gesenius 1. c. p. 418 hat bemerkt: Oppida 
in isthmo appellari amant Thapsak; p. 428 transitus, deinisthmus 
quo transitur ad peninsulam. Dieselbe Anschauung findet end- 
lich Ausdruck in der Wurzel tar, tra, lat. trans, trames, ter- 
minus, Tspfia, wonach bereits Corssenden lacus Trasimenus für den 
„jenseitigen^' erklärte. Vielleicht ist auch das rätische Tarentum 
hierher zu stellen, ebenso der bekanntere Name Tapa;, Tarentum 
in XJnteritalien. Indessen wird dieser letztere Name bei Freller- 
Jordan ßöm. Myth. II, 82 (3. Aufl.) auf TspTjv, xspstva, rspsv, also 
moUe Tarentum, bezogen und für gleichbedeutend mit ;,Marsch'', 
weiches Uferland, erklärt. Wiederum im Sinne des obigen Ilspaia 
fasst Angermann S. 27 Tpota und TpoiCv ^/uf, und bei G, Curtius 
in der 5. Aufl. finden wir dieselbe Zusammenstellung. Die Völker- 
namen Triboci, Tricorii, Tricastini, worin J. Grimm die Dreizahl 
erkennen wollte, werden von Glück (Die bei Caesar vorkommen- 
den kelt. Namen S. 155 ff.) vielmehr aus der Präposition tri, troi 
trui =: tre d. i. per, erklärt, Triboci bedeutet also per clivos 
habitantes, regionis clivosae incolae. Indessen räumt auch Glück 
S. 159 ein, dass jenes tri in vielen Namen das Zahlwort tri, xpet;, 
goth. threis, ahd. dri, sein kann. Nachdem übrigens Namen wie 
TpoiCrJv, TpaTTsCou;, TpausCoTTOAi; in Karlen, Tarves, Treviso und 



215 

ähnliche, häufig wegen ihres wirklichen oder vermeintlichen 
Gleichklanges mit der Dreizahl die Veranlassung zu unrichtiger 
Auslegung geworden sind, wie denn z. B. TpoiQriv wiederholt als 
„dreigespitzte Halbinsel" gelten musste> so dürfte es passend 
sein, schon jetzt zu bemerken, dass an einem solchen Missver- 
ständnis zumeist eine solche Verwechslung der Dreizahl mit tri 
= per und tara = trans und tarans, tarant, engl, through, schuld 
ist, worauf wir in einem folgenden Abschnitte zurückkommen 
werden. 

KüC'xo-) "^^ Name der bekannten Halbinsel und Stadt an der 
Propontis, ist wahrscheinlich, gleich ''Aßüöoc, TsvsSoc und andern 
in jener Gregend, phönikischen Ursprungs. Nach der örtlichen 
Lage freilich, die derjenigen von Potidaia auffallend gleicht, 
möchte man den Namen Kyzikos gern mit der vorhin erwähnten 
Wurzel xü — inxuooc, x'jospy], Ktiai^, Küaota, Küaaipt; (Insel des ägäi- 
sehen Meeres), dann Küiata, Küratov, in dem Sinne von Tiuf^firjv, 
Xaofi« nach Hesychios, in Verbindung bringen; dann würde der 
Stadtname aufzufassen sein = „Im Grund", „im Bodden", wie 
Fundi, Velitrae, Aaxeöat|jitov. Pomp. Mela I, 19, 98 beschreibt die 
Lage so : Sedet in cervice paene insulae Cyzicum, nomen Cyzicus 
indidit. Natürlich kann der Eponymos o KuC^'^^o; hinterher nicht 
fehlen, wie denn Th. Pfinofka den Namen MüxtXrJvr^ ohne weiteres 
zu MüTTjc, Mutinus oder Tutinus, stellt ; oder wie man im Alter- 
tum seit Herakles Tod die Stätte des Scheiterhaufens auf dem 
Oeta schlechthin Oüpot nannte. Damit wären wir glücklich wie- 
der auf der alten Stelle, mitten in dem beliebten Circulus vitio- 
sus der Argumentation. Denn also spricht sich 0. Gruppe a. a. 
0. S. 1543 aus : Müx^vat, MüxctATj, MüxaXr^oao; treten mit dem Kul- 
tus stier- oder kuhförraiger Gottheiten verbunden auf, sollte 
es sich da nicht empfehlen, die antike Ableitung von fx'jxaojjiat, 
die doch unmöglich den Kultus erst hervorgebracht haben kann, 
festzuhalten?^ Uni Panofka (Argos Panoptes, Abhandl. der Berl. 
Akad. Berlin 1839, S. 112) bezieht sich ganz in der gleichen 
Weise auf den Kultus der Demeter Mykalessia, die in Bezug 
auf ihre Kuhgestalt den Namen der Brüllenden führte, weil nach 
Pausanias IX, 19, 4 in Mykalessos die Kuh gebrüllt hatte. Also 
weil an der Stelle des stattgehabten Gebrülls die Stadt erbaut 
wurde! Diese Auslegung kann der antiken Ableitung, „die doch 
unmöglich den Kultus erst hervorgebracht haben kann^, würdig 
zxxv Seite stehen. Aber es gibt ja noch eine andere, die vielleicht 



216 

ebenso antik ist. Nach Hekataios nämlich führte Mykenai diesen 
Namen, weil Perseus daselbst das Ende seiner Schwertscheide 
das sogenannte Ortband (jiüxt^v, gewöhnlich fxuxr/;, fiuxiQTa) verloren 
hatte. Und wirklich hat neuerdings Ängermann S. 22 zu Müxi^vai 
die Wurzel fiü = binden, angezogen. Bei Pseudoplutarch De fluv. 
et mont. nominibus 18, 6 wird die Fabel mitgeteilt, die Schwe- 
stern der getöteten Medusa hätten ihrem Schmerze durch „Gre- 
brüU^ Ausdruck gegeben, 8ia tt^v oüjjniaöeiav [iüx>jO[xov avs8(üxav, also 
ebenfalls eine drastische Volksetymologie! To^er stellt p. 78 
MüxcfXYj wenigstens zu derselben Wurzel wie fjtux-Tjp = nostril, noes, 
ness, also von der Projektion des Gregenstandes aus einer ge- 
wissen Entfernung, sicherlich mit ungezwungener Auffassung, 
vergl. oben S. 80 f. Aber an einer andern Stelle p. 331 findet 
sich gleichwohl auch schon bei Rev. To^er unsere stets festge- 
haltene Deutung: tlie derivation from [jloxo;, a recess, is being 
specially applicable to the place (nämlich für Müxi^vai), as it lay 
in the most recesses of the Argive piain (Hom. Od. III, 263 
fxüxo) ^ApYsoc tTTTcoßoToto) ; afterwards a new etymology was sug- 
gested, from [iuxkjc, the cap of a scabbard"* (Paus. II, 16, 3). Wir 
führen noch an aus Pin dar Nem. X, 42 KopivOou ev |Jii>xoic, Isthm. 
I, 56 Tov Mivua fxuxov. Der Stadtnarae Müxyjvyj, Müxi^vat (vergl. 
ns/wA«, rieAAigvr^, 'AOava, ^A^rjvoa) gehört also zu der Wurzel fio, jiuetv 
lioxoc, d. i. Schlucht, Winkel, Thalschluss, auch Ecke; denn 
fiuitAov bedeutet nach flesychios lox^zo"^, vsw-aTOV, also ist MütiXtjvtj 
(so stets auf den Münzen!) richtig bei PB. mit „Eckwarden*" 
übersetzt. Auch MüxaXiQ, das bekannte Vorgebirge, bedeutet sicher 
nichts anderes als ;,Ecksberg" (am Inn und anderswo), xa irspi 
MüxcfXTjv bezeichnet zunächst die umgebende Meeresbucht; auch 
an Bergschluchten fehlt es dort so wenig wie bei Mykenai, oder 
bei „Reit im Winkel'^ Die Zusammensetzung des Namens Myka- 
lessos, der ebenfalls durch unser Winkelstetten, Winkelhausen, 
Winkelried, Auwinkel, Winkels, sich ausdrücken lässt, wird 
später erörtert werden. Der Hafen von Phokis, in der krissäi- 
sehen Bucht des korinthischen Meerbusens, hiess einfach o Mü^o^, 
d. i. der Winkel oder Hintergrund der dortigen Bucht. Nach 
derselben Anschauung, die in '^Hai:, Velia, Baaoat, Ktpcpi; oder 
Kpü^tc (Winkelhofen) ihren Ausdruck gefunden hat. Ueber den 
Moxovto; YEtTCüv ist Bursian Geogr. Grriech. II, 449, A. 4 zu ver- 
gleichen und wegen Angil, Ingelheim, Ort = angulus, sehe man 
bei Förstemann a. a. 0. S. 1177. Zu dem früher erwähnten 'AyxoJv 



217 

gesellt sich noch ''Oy/ai = Winkels; vergl. oben S. 82, ferner 
oyxoc = Bucht, Bug, und das eigentümliche 'AxdvTtov, eine Ort- 
in Arkadien, „vielleicht von einem speerförmigen Hügelrücken 
sogenannt", E.Curtim Pelop. T, 305; vergl. oben S. 120. So ist 
uns denn die beliebte Zusammenstellung von Mü>t>jvy] mit fxuxo;, 
|xuxaö|jiat, im Sinne von ;,Brümmstetten", auch abgesehen von dem 
Bedenken wegen der verschiedenen Prosodie, als blosses etymo- 
logisches Spiel immer komisch erschienen. 

Mit fAü/oc hängt vielleicht auch der Name der lakonischen 
Stadt 'A[iuxAai zusammen, des altberühmten Hauptortes des Pelo- 
pidenreiches, bei Vergil Aen. X, 564 mit tacitis Amyclis be- 
zeichnet; auch Name einer Stadt bei Cajeta, Plinius N. H. III, 
5, 59 ubi fuere Amyclae a serpentibus deletae. Solinus ed. Th, 
Momms. p. 42 Amunclas, quas Amyclas ante G-raeci condiderant. 
Nach Hesych. s. v. a/iüxXtc' y.i^y.^^^ t^Jöüc, wäre die Bedeutung 
dieses Namens allerdings Schönau, Freudenthal, vergleichbar der 
;, Goldenen Aue" in Thüringen, oder den Namen Abukir, Kävojßo; 
= Goldene Aue. Dagegen stellt Nadrowski S. 85 diese Namen 
SfoxöcAT] 'A/iüXAai etc. zu fxüxpojv =. oSu;, lat. mucro, von der Wurzel 
muk, c?fjiu5 = stechend, a/iuooEtv =: verwunden, mit der Bedeutung 
Bergspitze, bei Muxr^at jedoch ^Bergesquelle", da auch in diesem 
Namen wie in'AO^vat etc. die Wurzel van = Quelle stecken soll, 
die bei Nadrowski überhaupt stark sich geltend macht. Nach 
einem Kritiker der Revue de critique 1887, no. 20, p. 393 soll 
der ApoUon Amyklaios dem kyprischen oder phönikischen Re- 
seph-Mukl entsprechen. Der anklingende Name der syrischen 
Ebene 'Afiüxr^ ist phönikisch, vergl. Olshausen Rhein. Mus. VIII, 
333. Dagegen gehört entschieden hierher Ba^J;, r^ Ba^eta, Tiefe- 
nau, vergl. S. 196 Vathi, und cd Bdooai, Schluchten, Schlüchtern*', 
von der Wurzel ßa^ — , ßifjaaTj. Schon E, Curtius Pelop. I, 324 hat 
bemerkt, dass der Name Bassai für Waldörter im alten Griechen- 
land nicht selten war. Auch die Formen Bypa oder Bvjoaa d. i. 
Hain, Thalheim, finden sich; Strabon IX, 4, 5 verzeichnet B^ooav, 
aTCO YOtp töü Spüfiüjöoo; oJvo/iaaTa'. o[jl(üvu|iü);, (oaicsp xal NaiCTj iv toj 
MsöJfjLvr,!; Tcsöto). Dazu KoißaQo6<; oder KaßTjooos d. i. Tiefenfeld. 
Gleichfalls im Sinne von Waldau, Buschwald, findet sich öfters 
tot Nüoa, etwa den italienischen Macchie (F. Hehn „vegetative 
Ruinenfelder^) der Bedeutung nach gleichzustellen. Der Name 
scheint einen feuchten, saftig fruchtbaren Ort oder Thalgrund 



218 

zu bezeichnen, woher auch der Gott Atovuoo; oder Atojvuaoc und 
mehrere Städte benannt sind. 

Eine besondere landschaftliche Merkwürdigkeit, heute wie im 
Altertum, bildet das grosse Steinfeld, Ai^cuös; ueätov, Campi Lapi- 
dei, eine Ebene bei Massilia, im Departement Bouches du RhonCr 
französisch La Grau geheissen. Zeus Hess seinem Sohne Herakles, 
der daselbst einen schweren Kampf mit den Ligyern zu bestehen 
hatte. Steine vom Himmel regnen, mit denen dann Herakles seine 
Feinde zu Paaren trieb. (Aeschyl. Fr. 30 rec. 6r. Herrn.), Damit 
kann man vergleichen Ai^Xaviov tcsSiov, das Kieselfeld auf Euboia f 
auch auf der Insel Kreta trifft man ein Gefilde mit dem neu- 
griechischen Namen -zd Xa/iua d. i. die steinige Gegend. Bei 
uns findet sich das ;, Steinmeer ^ im Odenwald, und hoch oben 
am Funtensee-Tauern dass grossartige „Steinerne Meer.^ 

niaa oder Btooc, auch Iltaoa, bedeutet Wiese, Wiesengrund i)^ 
Strabon VIII, 3, 31 z'qv 8z xprJvTjv nioav etpi^^^at, otov utorpav, »oicsp 
SOTt üOTtaxpa' tt]v 3s tcoaiv löp'jfxsvryv £9' ü<]>oü; 3sixvuoüot, |uieTa$ü öostv 
op(uv xtX. Also hatte die Stadt auf der Höhe ihren Namen von 
der Quelle unten im Grunde; nach der gewöhnlichen Auslegung 
wäre bei dem thessalischen Krannon dieselbe Veranlassung zu 
verzeichnen, vgl. jedoch unten in § 6. *AXti;, der heilige Hain in 
Olympia, von der Wurzel ap3 — , aposa t= asi^uojvs; nach Hesychios^ 
benannt, öid to eXüjSs; tt^c^Aatsü);, wie Pausanias bemerkt V, 11, 5^ 
vergl. noch Hesych. s. v. aXoo;. '^EXoc, auch EiXsoiov oder EtXsoiov, 
^EXswv = Moos, Moorungen, Name mehrerer Städte in Lako- 
uien, Elis, Böotien, Thessalien (^EXXoxta), auch alter Name von 
Thessalonike (vergl. auch im 6. Abschnitt). Die achäische Stadt 
AüfXTfj soll früher IlaXsta d. i. „Lehmen", Moor, geheissen haben. 
Die Ortschaft im Lande der Epeier deutet auch E. Curtius Pelop, 
1, 424 als Sumpfstadt, also = IItjXouoiov. Wahrscheinlich gehören 
hierher auch riaXif], IlaXouc, IlaXoctc, ein Hafenort in Epirus,. 
PB. ^Moorhagen". Ein Raum in dem Gymnasium von Elis soll 
seinen Namen MaXW von der weichen, elastischen Bodenbeschaffen- 
heit erhalten haben. Ein seltsamer Name für eine Ebene in, 
Arkadien, der an die Form Aaxsöatfjimv erinnert, ist der Heroen- 



1) 71 später zu ß erweicht, vergl. tiovtoc, ßev&oc, nJCac, BuCa;, icttTOC, irawtv^ 
ßaSiCei'^ etc. ii und ß wechseln in 'Aiiapvic und *Aßapvi;, tiuOiat^v und ß'jdoc, TidAjxjC 
und IßaXrJv, irup und phrygisch ßJp, üpaciai und Bpaoiai, HpuAic, 'A{xi:paxia uncl 
'A|Aßpax{a, auf Münzen 'AjxFpaxia. {Welcher, Kl. Schriften V, 55.) 



219 

name 'AXxi|xe8a>v, Pausan. VIII, 12, 2 TCcStov ovofxaCo/ASvov 'AXxi|ji£8«)v, 
xal oTzkp TOü TceStoü to opo; sotIv rj 'OoTpaxtva, iv ds auTO) OToJXaiov, 
Iv&a («xr^osv 'AXxifisScDV. Auch Aeßsöo; bezeichnet eine Au oder 
Wiese, wie AstßaSeia, ;,feuchte Niederung" nach Forchhammer 
Hellenika S. 342 ; die Livddibucht auf Kephallenia bedeutet 
eine Wiesenbucht (Xtßadiov von Xeißw), gleichwie das phönikische 
Byzacium, „Schwemmfeld" oder Wasserau, und Pusterthal, vom 
slav. pushta ^= Wiese, Grund, in Tyrol und zwischen Walchen- 
see und Eschenlohe in Oberbayern. Ueber den ungemein ver- 
breiteten Ortsnamen Ried aber vergl. Förstemann a. a. 0. S. 836. 
1064. 1053. 'Aoai, 'Aasa, bezeichnet Moor, Lutetia, aus derselben 
Wurzel, wie der öfters vorkommende Flussname 'Aacoico; , d. i. 
Moorbach, Moosbach. Hier ist auch Uappaota, Ambach (wap — aoio;), 
eine Stadt in Arkadien, zu nennen, jedoch werden wir auf die- 
sen Namen unten in § 9 zurückkommen. ""Aoia und ''Aoio; aber 
gehören schwerlich hierher. Jedoch AapSavov ist eine Moosburg, 
Wasserburg. Süpaxoooai ist benannt von Iopaxa> d. i. Sloten, Sloter 
Meer, von oüpTj = Schlamm, nach Stephanos Byz., also vergleich- 
bar mit dem öfters wiederkehrenden Namen Atfivai, Atpata, zu 
welchem Tojsier p. 378 passend bemerkt : marshes, just as in Rome 
the term Lacus was applied to localities where all traces of 
water had disappeared. 'Hfxa^ta bedeutet nach jB. Curtius Gr. 
Gesch. I, 516 so viel wie „Niederland", während Kiepert S. 310 
den Namen von «fia&oc = Sand ableitet, dagegen den kyprischen 
Stadtnamen 'A^xadoü; für phönikisch erklärt, vergl. unten in § 6. 
PB. erklären auch den Namen llapoc = Oapoc, im Sinn einer 
Thalvertiefung, was weder zu dem Prädikat nivea, von der 
Kykladeninsel, noch zu der liburnischen Insel Oapo:, jetzt Lesina, 
zu passen scheint. 

Nejüisa bezeichnet den Ort, Nsfiea das Thal von Nemea, d. i. 
Weideland, ra Nofita die dortigen Weideberge. Bursian II, 47 ver- 
gleicht hierzu einen Ort Eüßota bei Mykenai und Fanofka, in der 
Abhandlung Argos Panoptes S. 88, lässt diese Anhöhe als Höhe 
von Argos so benannt sein, weil dort Argos die Ku% weidete; 
obgleich z. B. Lukianos Dial. deor. 3 nur von der Kuh und 
ihrem Wächter Argos spricht, nicht aber zugleich von der Stadt 

-Argos. 

Zweifelhaft ist o und T^ Osvso; in Arkadien, auf Münzen 

^ENIKON. Die Gegend heisst in der heutigen Vulgärsprache 

^ovta, das Mordthal, ein nicht seltener neugriechischer Oits- 



220 

name; Beispiele bietet Ulrichs Reisen und Forschungen S. 6. Zu 
erwähnen sind an dieser Stelle wiederholt (vergl. S. 31 f.) die 
böotischen und arkadischen Kaxaßodpa, vergl. Tojs^er p. 110. 322; 
Kiepert S. 239 xaTaTCtvofAsvot Tcoxafiot ;,von der Erde auf getrunkene^, 
•entsprechend unseren Ausdrücken Erdsieck, Schlicker (oberbay- 
risch), altgriechisch X^^l^^i SvaoXo;. Schlingloch, Erdschlund, arka- 
disch Cspsfrpov, ßapaOpov, französ. entonnoir. So bemerkt jB. Curtius 
Pelop. II, 172 bei einem Katabothron in einem abgeschlossenen 
messenischen Thalkessel: ;,Mit der inneren Zerklüftung und Zer- 
rissenheit der in Morea vorherrschenden Kalkformation steht die 
Bildung des geschlossenen Thalkessels in engem Zusammenhange''. 
Vgl. I, 37 über die neugriechischen Namen Kephalaria oderKepbala- 
vrysis d. i. Hauptquellen, im Gegensatze zu den Katatothren; 
dazu den Weiler ;, Schlickenried*' in Oberbayern. Neben den häufig 
wiederkehrenden Namen städtischer Bezirke sv At|jivatc, h KaXajjioi^ 
(vergl. im folgenden Abschnitt) ist hier zu erwähnen der Name 
eines Demos von Milet KaxaTcoTia, Gilbert, Handb. der Griech. Alt. 
II, 141. Aehnlich ist die Benennung von Stromschnellen, t« 
KaxaSöüna oder oi KaraSoüTroi, speziell von den Nilkatarrakten ge- 
braucht; Plinius N. H. V, 9, 54 ad locum Aethiopum qui Cata- 
dupi vocatur, und sogar gens Catadupi, bei Plinius VI, 29, 178. 
In neuester Zeit sind auch die Geheimnisse des oftgenannten 
Zirknitzer Sees erforscht worden ; eine enorme Schlundhöhle bil- 
det den Abflussweg der Hochwasser dieses Seebeckens mit seiner 
periodischen Anfällung und Entleerung. 

Zweifelhaft sind wiederum die Namen ''looa, ^laooc, 'looot, in 
der Bedeutung ;,Ebenau^, ;,Ebenhausen^, und ^laawpiov, Ebensberg, 
bei Apollonios Rhod. IV, 565. Dagegen findet sieb der deutliche 
Name der Insel -q IlXavaota, bei der Gruppe der Stoichaden, noch 
zweimal; jetzt in Pianosa an der etrarischen Küste, Plinius N. 
H. III, 6, 80 Planasia a specie dicta. Noch ist zu nennen ig 
npox^xr^, jetzt Procida = Schutt, vor der kampanischen Küste; 
Plinius N. H. III, 6, 82 quia profusa ab Aenaria est. 

Einige griechische ON. lassen sich auf den Begriff oXfio;, 
d. i. Becken, Mulde, Vertiefung, gleicherweise zurückführen wie 
die vorhin bereits erwähnten. Vergl. '^OXfxiov ein Berg bei Ephesos, 
"OAfimvs; ein Flecken am Kopaischen See in Böotien, neben den 
heutigen Cortina d'Ampezzo, Trogen, und ähnlichen Namen; an- 
dei'e Formen sind ''OXfio; und '^OXfioc, 'OXiitat oder ^AA[xtat. Jedoch 
dürften dieselben zumeist der Wurzel aX; = sal zuzuweisen sein. 



221 

« 

Da nach einem bekannten äolischen Gebrauch neben einer Li- 
quida sich a gerne in o verwandelt, so stehen sich '^OXficüV und 
"AXfiCüv, 'Oyx^'^ ^^^ 'Ayx^^ gleich; wir aber werden erst im näch- 
sten Abschnitt auf diese hydrographischen Benennungen einzu- 
gehen haben. 

Noch ein häufig vorkommender Flur- und Ortsname ist o 
AstfKDV, d. i. Wiese, Au, Ried. Von der in den Anfängen antiker 
Landschaftsmalerei auftretenden merkwürdigen Personifikation 
der griechischen AsifKuvec war bereits die Rede S. 33. G. Meyer 
a. a. 0. S. 18 weist noch einen Ort bei Nysa nach mit dem 
Namen A£t|jia)v. Diese Namensform selbst jedoch ebnet uns den 
Uebergang zu einem neuen Abschnitt. 



C. Ortsnamen von der Flora und der Kultur 

einer Gegend 

(aTio 9üT(üV TLOLi ivüöptüv). 

§ 6. 

Ortsbenennung von der Pflanzenwelt und von hydrographischen 

Verhältnissen. 

Grleichfalls auf lokale Eigentümlichkeiten bezieht sich in 
der griechischen Onomatologie eine erhebliche Anzahl Namen, 
welche die eigenartige oder doch vorherrschende Bodenkultur 
und die Vegetation einer Gregend, besonders auch die klimatischen 
und hydrographischen Verhältnisse in bezeichnender Weise aus- 
drücken. Dies geschieht in vielen Fällen durch Wortformen, die, 
wie die zuletzt genannte Aeifjicüv, den Begriff einer gesammelten 
Fülle bezeichnen, durch die sogenannten ovofiata TCEptsxitxa. Vgl. 
Grellius N. A. praef. 7 qui icavösxTa^: et ^E/wtxcilva inscripserunt,^ 
nämlich als Sammelwerke ; auch Aet,acüv wird ebenda als Titel 
einer Sammlung erwähnt. Wir sehen jedoch hier ab von solchen 
Lokalbenennungen wie üapOcvcüv, d. i. Tempel der Athene Par- 
thenos, der jungfräulichen Göttin auf der Burg von Athen, oder 
•TcepioTspewv d. i. iCcptaTspotpocpstov, Taubenschlag, AOüTpojv ein Bade- 
gemach, vergl. das homerische to toJv ^soJv Xocrpov für Okeanos. 
Man kann darüber zweifeln, ob nicht der von Ailianos Fr. 46 
ed. Horcher erwähnte Name eines weiblichen Thiasos zu Ehren 



222 

der Arterais in Kyzikos anstatt AoXwv vielmehr AoXcuv zu schrei- 
ben sei, wenn dieser Name überhaupt griechischen Ursprungs 
ist. Ebensowenig kommen für uns in Betracht die Monatsnamen 
wie ''Av^satT]p.(i)v der Blütenmond, 'ExaiOfjißaitLV der Opfermond 
u. s. w., wohl aber entsprechen dem Zwecke unserer Ausführ- 
ungen die nachfolgenden landschaftlichen Sammelnamen für 
Pflanzen, Quellen und Flüsse. Von Vict Hehri's bekanntem Werke 

V 

stund uns nur die zweite Auflage zu Gebot. Tojsier stellte S. 154 
der Vorträge über die Geographie Griechenlands auch eine Er- 
örterung des Einflusses der pflanzengeographischen Thatsachen 
auf die Ortsnamen in Aussicht: The trees, shrubs and plants 
were so fruitful a source of nomenclature, that, even if other 
information were wanting, we might almost reconstruct the flora 
of the country from the names of places, as J hope to show on 
a future occasion. Ob Reverend Tozer inzwischen dieses Ver- 
sprechen erfüllt hat, ist uns leider unbekannt. 

Aovaxülv, Röhricht, Rohrdorf, Rohrbach, ein Landstrich bei 
Thespiai, von dem Rohr, arundo donax, Linne. Der Bedeutung 
wegen verzeichnen wir an dieser Stelle auch Kakaiiaiaiv, einen 
Monatsnamen in Kyzikos, und die in verschiedenen Formen wech- 
selnden ON. KaXotfioc» KaXafiot^ KaÄotjjit; KaXa|iat, KaAa|xü<57j, KaXajitvif], 
KaXafisvDyj, KaXcf|jitooc. Die merkwürdige, bei Hesychios erhaltene, 
von M, Schmidt verworfene Wortform 3'.axaXa|jido(xpxsc, sc. Sp:cp&£, 
ist jetzt von Meimier a. a 0. p. 328 verteidigt und erklärt. Ein 
Heros KaXaiiivr}^ genoss in Athen Verehrung, vergl. hierüber 
Welcher, G riech. Götterlehre III, 280 f. Köhler C. J. Att. II, I, 
p. 192|; VoemeVs Anmerkung zu Demosth. de cor. § 129. Desglei- 
chen eine 'A^poötTT] h xaAafxot;, KÜTcpt; sv xaXajiot;, auch in Samos. 
Es sind dies eben auch Lokalbenennungen. Auch das latein. 
Ulubrae gehört hierher, d. i. Rohrdorf, Schlottau, von ulva = 
Schlotten, Schilfrohr, vergl. Zehetmayr Lex. comparat. p. 275; 
endlich ist wegen der Bedeutung gleichfalls zu nennen o Sxotvoüc, 
die Binsenbucht, das Binsendickicht, der Rohrsee, jetzt Kalamäki 
genannt, auch Binsenstadt, wie Udine = Weiden, in Böotien 
d SX^^^-'o^j SX^-'^'^^^^^^ i^'i^Tsian II, 150) und Sx^^^^'^öt;, Binsendorf, 
der Hafen von Argolis; Plinius N. H. IV, 5, 18 portus Schoeni- 
tas; 7, 23 portus Schoenos am Isthmos; V, 28, 104 sinus Scho^- 
nus in Kleinasien, an der karischen Küste. CatuU 36, 13 be- 
zeichnet in ähnlicher Weise Gnidum harundinosam als schilf- 
reich, d» i. süoxoivoc, und Euoxoivoc war der Name, eines Ortes 



223 

der Kyrenaika. Nach Johannes Schmidt wäre der bekannte Kanal 
Eüpiuöcaus scirpus r= Schilf zu deuten, vergl. jedoch oben S. 212 und 
^ 9/ Auch Kavrj und Kav«'. bedeuten Rohrdorf, Rohrheim, Kavai 
•eine äolische Stadt in Kleinasien, Cannae in Apulien. Vgl. Victor 
Hehn S. 262 über cana, canna, canalis etc. Förstemann vergleicht 
S. 1064 Morsch am Rhein, bei Worms, zum lat. mariscus = iuncua 
marinus, marisc, neuhd. Marsch, palus; S. 1229 raur = arundo; 
S. 1298 scaft; S. 539 nennt er den ;, Federsee ^ und bemerkt, dass 
Fedar noch jetzt in Schwaben für Schilfwedel gebraucht wird. 
Hierher gehört vielleicht Tapoo;, Name zweier Städte, einer kili- 
kischen und einer bithynischen; Tapooi bedeutet nach ^esych. 
izkii[ix<xTa x(3fA.cf/itt)v. Andere leiten jedoch den Namen aus dem Phö- 
nikischen ab und erklären ibn für gleichbedeutend mit Steineiche. 
Vergl. Eustath. ad Dionys. Perieg. ed. Didot (Geographi Grr. min, 
n, p. 370). 

Siebzehn attische Demen tragen ihre Namen von Bäumen 
und Pflanzen ; die Namen auf — oüc, sc. totcoc, wie obiges Sx^'-^^^^» 
und — ouoaa sc. x^9^i sind die zahlreichsten; ihnen stehen zu- 
nächst diejenigen, welche auf — aJv endigen, weniger häufig be- 
gegnen uns solche auf — ata. Zur Vergleichung mit der nach- 
stehenden Namenreihe mögen hier auch die italienischen Kollek- 
tivformen Querceto, Castagnaro, Favale, Rovereto etc. dienen. 

Mapa8üjv, o, selten -q, nach Steph. Byz. auch o MapaBoGc, soll 
Heufeld, Fenchelfeld bedeuten ; daher übersetzen PB. auch Mapa- 
Ocuvia, Mapafroüooa, Mapadoc, MapaOa mit Heuberg, Heudorf, u. s. w. 
Auch findet sich die Form iq Mapa()o; für eine Stadt in Akar- 
nanien und eine in Syrien : in Phokis gab es ein Städtchen 
'ÜTcta^ofiapaHö; {Bursian I, 185), also Hinterheuberg am korinthi- 
schen Meerbusen. Marathonisi heissen einige Inselchen in einer 
Bucht von Zakynthos, und eben solche an der lakonischen Küste, 
darunter wahrscheinlich die Kpavai^ der Alten, während die gleich- 
namige Stadt auf dem Festlande modern ist. Indessen war schon 
Olshausen Ueber phönik. Ortsnamen, Rh. Mus. VIII, 330 darüber 
in. Zweifel, ob Marathon nicht doch mit der phönikischen Stadt 
Marathos zusammenhinge. Die gewöhnliche Ableitung von fxapaOoc 
== fifltpadpo;, Fenchel, beweise nichts. Ferner, ob SeXivou; auf osX'.vov 
Eppich, zurückzuführen sei. Für SeXtvou; lässt sich freilich der 
Münztypus anführen (vgl. S. 60), um die Erklärung Eppichstadt 
testzuhalten ; aber derselbe Name findet sich auch als Flussname 
häufig {Bursian II, 411, A. 2). Aus diesem Grunde scheint auch 



224 

Welcher Kl. Sehr. V, 46 MapaOwv gleich dem kretischen Mapa- 
Oouooa zn mare gestellt zu haben. Noch hält Tozer p. 343 fest 
an Fenchel und Fenchelberg. Erst Oberhummer hat in der Ab- 
handlung Die Phönizier in Akarnanien, München 1882, die Sache 
genauer untersucht, und es ist darnach zu erwarten, dass von 
den erstaunlich vielen „Fenchelfeldern" an den griechischen Kü- 
sten ein guter Teil hinwegfalle. Das Ergebnis der Erörterung 
Oberhummer^s ist für uns hochinteressant; nicht weniger als 25 
Nummern, wovon 16 auf sicherer, die übrigen auf unsicherer 
Ueberlieferung beruhen, sind in ihrer alten und teilweise in ihrer 
neugriejchischen Form aufgeführt, darunter zwei, die in den 
Wörterbüchern gänzlich fehlen; alle werden abgeleitet aus der 
phönikischen Wurzel mar = marath, Herr, also mit der Bedeut- 
ung „Herrschaft", im Sinne M. Ä, Levy^Sj Phöniz. Studien L 
Heft, Breslau 1856. Geseniiis dagegen hatte 1. c. p. 272 MapaOoc 
zu amara = aqua, Seewasser, Salzwasser, gestellt. Oberhummer 
meint S. 30, man komme der Wahrheit am nächsten, wenn man 
annimmt, dass „der Stamm Marath auch in Gebieten griechischer 
Zunge semitisch ist, die definitive Bildung des Namens bei den 
Griechen aber in mehreren Fällen mit bewusster Anleh- 
nung an das ähnlich anklingende griechische Wort jiapai^pov 
stattfand*. Wenn nun auch die Folgerungen des Verfassers, 
die ja teilweise, z. B. bezüglich der Namen Marathon und Selinus 
ihre Berechtigung haben, zu weit ausgedehnt erscheinen, so hat 
er doch passend hervorgehoben, dass auifallender Weise alle diese 
Namen für Ortschaften, einen ausgenommen, sich in der Nähe 
der Meeresküste finden. Indessen bemerkt neuerlich Krumbacher^ 
Griechische Reise S. 372, über den Hafen Marathökampo auf 
der Südseite von Samos: „Das Dorf Marathökampo liegt wie die 
meisten Ortschaften der griechischen Inseln, vom Meere ent- 
fernt am schroff'en, zerrissenen Berghang; doch hat sich auch 
hier ein Hafenort gebildet.* Noch verweist Oberhummer auf eine 
Bemerkung des Thukydides VI, 2, 6 über die Vorliebe der Phö- 
nizier für Landspitzen, geht aber nach unserer Meinung zu weit,, 
wenn er S. 8 ohne nähere Zeitbestimmung behauptet, das jonische 
Meer sei von den Phöniziern ebenso beherrscht worden wie das 
ägäische. Sollte hier etwa das Zeitalter der Irrfahrten des Odys- 
seus gemeint sein ? * 

Kpavvcüv oder Kpavtov (beide Schreibarten finden sich wieder- 
holt, Kpavvülviov auch auf Münzen, Eckh. I, 2, p. 135). GöUlingy. 



226 

Archäol. Zeit. 1844, S. 329, und Ährens, De dialecto Aeol. p. 
59. 220, leiteten den Namen dieser thessalischen Stadt von xpT^'vif] 
her, ebenso tasst ihn Bursian auf als caput fontis, und Ängermann 
S. 27 mit Hinweisung auf den Stadtnamen ösp.aa. Auch ITiöcdoooc 
liesse sich hinzunehmen, wenn dieser Name nicht ganz barbarisch 
ist, etwa = StiiScdooo«;, vergl. unten in § 10. G. Meyer, Die 
Karier S. 30, nimmt ebenfalls xpavva = xpaova. Nur Gilbert, 
Handb. der Griech. Staatsalt. schreibt ohne jegliche Bemerkung 
Kranon. Nachdem aber Strabon an vier Stellen Krannon er- 
wähnt und gleichwohl, gegen seine sonstige Gewohnheit, diesen 
Namen nicht in Verbindung bringt mit einer Quelle oder mit 
Quellen, so sind wir der Meinung, dass der Name weder von 
xpi^VT] noch von xpavao;, xpavaig abzuleiten ist, wohl aber von 
kar in Kdpvoi;, xapvsta, xpavsta, latein* cornus, Kornelkirschbaum, 
Hartriegel, also aufzufassen wie Kpavaiv, Kpavtov (Xenophon), 
KpavEiov, eine Vorstadt von Korinth (Pausanias), Cranae, italie- 
nisch Corneto, deutsch Schlehdorf, Schlehen, Schleching, Schleh- 
hagen, welche deutsche Namen jedoch einzeln auch auf eine 
Wurzel slag, d. i. Schlatt, Schiaden =z Waldblösse sich beziehen 
können, vergl. Förstemann a. a. 0. S. 1345. Weiterhin Hesych. 
s. V. Kpavta* toSov, si8oc öevjpoo. Auf der Rückseite der Münzen 
von Kpavioi auf Kephallenia ist mehrmals ein horizontal liegender 
Bogen in einer viereckigen Vertiefung zu sehen, mit Aufschrift 
KPA, KP AN, KPANIQN. Der Typus bezeichnet den Bogen, der 
aus diesem Baume verfertigt wurde; der Hartriegel (cornus) 
und der Weissdorn (potfivo;) lieferten die Hochzeitsfackel, ersterer 
aber wurde wegen seiner Härte auch zu Lanzenschäften verar- 
beitet (toSov xpavstac, Eurip. Fr. 782). Apollon Kapvstoc oder 
Kpav8t0(; ist der Kornellenapollon, d. i. der Speerbaumgott, Bot* 
ticher, Der Baumkultus der Hellenen S. 132. Auch der Name 
der römischen gens Cornelia ist hierauf^ zu beziehen (S. 66), so- 
wie der Personenname KapvsaÖYj^, so versteht mit uns auch Rud. 
Kleinpaul, Menschen- und Völkernamen S. 63, Karneades als den 
^an den Karneen Greborenen. Allerdings, so lange für den Platz 
Kranon kein dorischer Festname u. dgl. nachgewiesen ist, bleibt 
Obiges blosse Vermutung. 

Kpofifiucuv, oder f], KpofAUüJv, Kpsfxucuv, scheint Zwiebelheim, 
Lauchstedt u. dgl. zu bedeuten, vergl. V. Hehn, 2. Aufl. S. 172; 
wäre dagegen nach Pausanias II, 1, 3 mit Kpofio? zusammenzu- 
stellen, also vielleicht gar mit Kpcofioi, KpoJfAva, KpaJfxvo;, Steinberg, 

Grasberger, Ortsnamen. 15 



226 

Steinsdorf. Kpofifiüou vi^aoc, bei Plinius N. H. V, 31, 138 Crom- 
myonesos. KpofAfiüOü axpa. Wegen der Frage übrigens, ob zu 
schreiben ist Kpo[x[iüOü vi^ooc oder Kpo[i|iüovY]ao;, vergleiche man 
die schon früher erwähnte gründliche Erörterung von Meunier 
im Annuaire de TAssociation pour Tencourag. des etudes grec- 
ques, Paris, 1872, p. 254 sqq. 

S'.xüoJv, auch Ssxüüjv, Gurkfeld, Gurkenland, nach Panofka 
a. a. 0. S. 30 ;,Süssstadt" ; über ouuov = Gurke, dieses aus dem 
slav. ogörek, vergl. F. Hehn S. 274. Die Stadt Sikyon hiess in 
älteren Zeiten MtjxüJvt^, Mohn,' Mohnstadt, wegen des Ruhms den 
Mohn aus den Händen der Demeter empfangen zu haben. Ein 
Stadtteil von Syrakus hiess Süxt^ oder Tuxtq, woraus später durch 
Missverständnis Tüx>3 geworden zu sein scheint, da wenigstens 
die Thebaner xuxa sagten für oiixa. Wir sehen nicht ab, wie 
jener Stadtteil in der Art, wie später die reflektierten Personi- 
fikationen aufkamen, den Namen Tü'xt] = Fortuna für sich allein 
hätte erlangen sollen. Vergl. übrigens noch Süxat, SoxaJfiijc, 2ü- 
xoüooa und %pd SoxrJ ;,Heiligenfeigl^. Eine Stadt am Ossa hiess 
Stxo'jpsiov, und ^'OXov^o; soll nur von einer andern Fruchtsorte 
benannt sein, wogegen Nadrowski S. 97 auch diesen Namen für 
die Wurzel ar = al + üv^oc, — tv^oi; beansprucht, in der Bedeut- 
ung „sich erhebender Berg*'. Wegen t und o in Sikyon oder 
Sykion vergleiche man allenfalls Tiryns, Mitylene oder Mytilene 
und andere Beispiele. 

S'.TüIv, nach Steph. Byz» benannt 8ta to ctiocpopov, bedeutet 
unser Roggenburg, Gersthofen etc. ßursian I, 79 und PB. s. v. 
2iTü)V und 'It(i)V oder ^htov, 'hüJvrj, verbinden den Namen mit 
Waitzen. Auf die Ar^fiigTr^p Kpi^tüTi; im thrakischen Chersonnes 
macht Fanofka a. a 0. S. 17 aufmerksam; vergl. Kpi^'a, Gersten- 
büttel, KpiftcDTt], Gerstenberg, ein Vorgebirg in Akamanien. Der 
Demeter gehörte auch loüXioTcoXe? in Bithynien, unter mehreren 
gleichnamigen Städten, benannt von ^'Ioüaoc, oüXoc, d. i. Garbe. 
Auf die Ar^fAiJTr^p 'Ioüao), Sito), und deren Beziehung zur römischen 
gens Critonia wurde bereits S. 66 hingewiesen; als Segesta, « 
Saatgöttin, und als SuspfAta begegnet sie uns in Hymn. Orph. 
39, 5 und bei Fanofka a. a. 0. S. 17. 

Ksyxpetwv, Ksyxpsa, KsYXPsat, Ke^xpetai, Hirsau, Name zweier 
Städte oder Flecken und eines Hafenplatzes der Korinther; vgl. 
Bursian I, 3513 KsYxp^twve^, welche Form bei PB. fehlt. Photios 
ed. Naber I, 331 Ksyxpsü>v xoicoc 'A^rvijaiv. üebrigens vergleiche 



227 

man auch Förstemann S. 806 über das deutsche hirs, Hirsau, 
Hirslanda (jetzt Hirschlanden!). 

^Ayveolv, ^AyvotJc, Ortsname, auch attischer Demos, wird bei 
PB. erklärt ;, Heiligenstadt ^, nämlich von ayvo;, neugriech. aytoc. 
Indessen der Name hängt wohl mit dem KeuschJamm , agnus 
■castus, ayvo^, zusammen und bezeichnet eine Fund- oder Pflanz- 
stätte dieses Strauches. Vergl. oben S. 70 f. 

OtvsüJv, ;,Weinheim^, Stadt der ozolischen Lokrer, an der 
Ätolischen Grränze, dazu zd Otvocpoxa, Weingarten, eine Stadt in 
Pöotien, Otvoöc, zwei Ortschaften in Attika namcDS Oivorj, auch 
-ein Fluss Otvou; in Lakonien, Otvcoipta „Weinland" (Italien), 
OtvaJvrj, alter Name der Insel Aigina, Otvouooat (vrjooi) die Wein- 
inseln, OtvY], OiviaSat, Stadt und Volk in Akarnanien, von drei 
Seiten von einem See umgeben, der den phönikischen Namen 
MsXtTT] trug; wegen der zuletzt genannten eigentümlichen Mehr- 
heitsform eines Ortsnamens vergl. im 7. Abschnitt. Ob aber 
Oivtavöo; in Kilikien und Oivoavöa in Pisidien griechische und 
nicht vielmehr barbarische Namen sind, ist uns noch zweifelhaft. 
Wir nennen hier auch ^AfiicsXo;, ein Vorgebirge von Sithonia in 
der Chalkidike. Bezeichnend ist übrigens für diese Namen eine 
Bemerkung des Pomp. Mela I, 5, 25 promunturium quod Graeci 
Ampelusiam, Afri aliter sed idem significante vocabulo appellant. 
Oemeint ist das Weinkap, jetzt Kap Spartel. 

'H/w£XTpüa>v, Bernsteinsee (Bursian I, 137), 'HAsx-piSs; v^^aot, 
Bernsteininseln. Ueber diesen Inselnamen vergleiche man die 
ausnehmend charakteristische Bemerkung bei Plinius N. H. III, 
26, 152 iuxta eas (Absyrtides insulas) Electridas vocavere in 
quibus proveniret sucinum quod illi electrum appellant, vani- 
tatis Graecorum certissimum documentum, adeo ut 
quas earum designent haut unquara constiterit. 

^EasüJv, 0, (so Bekker für 'EasüJv) ist, wie das bereits erwähnte 
^EXoc, benannt 8ia xo Itzi toi^ SXsotv i8püoOat, Strabon II, 2, 12 dizo 
Ttov iXoiv üJvofiaofAsvTf]. Der Name begreift in sich auch Gebüsch, 
Niederholz, ^ajAvo;, ital. macchia. Vergl. 'EXeoicl; yaiij bei Nonnos 
XEII, 519; ferner die heutigen Namen Büschingen, Gadebusch, 
Herzogenbusch, Biesbosch, Bois-le-Duc, Den Bosch, Macchia bei 
Isernia (Abruzzen). Auch keltisches Afelate bedeutet Sumpfort, 
und der Name der persischen Uferlandschaft am kaspischen 
Heere Gilan bezeichnet gleichfalls ein Sumpfland. 

15* 



228 

'AvOijicüV, bekannte Stadt in Böotien, scheint wirklich Blu- 
menstadt zu bedeuten = Florenz, PB. ^^Bieneburg^; wegen der 
Wortbildung vergleiche man dXyTjöoJv, laupiirfid^ etc. Tozer hat 
zusammengestellt: Anthedon; Antheia in Thessalien, Achaja, 
Messenien, Troizen; Athene oder Anthene ('Av^ava) in der Land- 
schaft Thyreatis; Anthemus in Makedonien; Anthele (auch 
'Av&T^vTj) bei den Thermopylen. Der Nasallaut in diesen Namen 
ist schwankend und beweist nichts, vergl. -tcovto«; mit iraxoc, ßev^o; 
mit ßaBüc u. s. w. Für den Namen 'A^T^vat wenigstens glaubten 
wir demselben die Berechtigung absprechen zu müssen, oben 
S. 146. 

OsAACüV, OsAAoc, OsW.oTj, Stadt in Achaja, sind doch wohl 
von der Korkeiche benannt, o cpsAXo^, gleichwie bei Lukianos die 
fabelhafte Korkinsel OsaXü) und die Korkfüssler OsXAtTtoöec. Vergl. 
über 2xta7co8s; etc. in den ;,Griech. Stichnamen^ S. 56. Auch 
der attische und italische Gebirgsname OsXXsJc gehört wohl hier- 
her, wie nahe auch eine Verwechslung liegt mit cpsXXo; oder cpeXoc^ 
TcDwXa = Xt^oc, vergl. oben S. 115. 

'Ao-rcXrjötüv, ig, oder SicXrjStov (wegen a icpoOettxov vergl. oben 
S. 141), Stadt der Minyer, wird bei PB. erklärt mit „Stiebosch, 
Stövensand^; der Name soll später in EüöstsXo; umgeändert 
worden sein, oben S. 194. 

Nach der Form ihrer Namen gehören noch hierher: 'Ep^iwov 
oder ^EpfjitovTj, Stadt in Argolis, PB. „Anlauf"; der Name ist 
wohl auf die Wurzel opfi — , ap[i — zurückzuführen; vergl. unten 
bei ^OpfAtat, *Op{iivtov und 'ATcoßa^fioi. Ferner ^EXtoocu'v, c, und 
'EXtxöüC, Namen von Flüssen und Ortschaften, wie bei uns 
Krummau, Krummbach. Auch ^EXtxoJv, der ^Ringelberg*, der 
Flussname ''EXiooa (ahd. Elisa) und der Name der Stadt ^EXtxtj 
(Sinuessa) in Achaja gehört hierher, vergl. oben S. 89. Zum 
italischen Sinuessa bemerkt Toser p. 360 ;,on account of the 
winding line of the coast.^ Nach derselben Anschauung ist ein 
Zufluss des Acheloos benannt KafwcüXoc, der Krumme, die 
^ Windach". Von dem sog. Lautenberg KtOatpcov war schon 
früher S. 124 die Rede. KaXü8(i)v, nach Strabon = KaXuSva^ 
KofAüvSa, auch KaXufxva geschrieben, KaXüSvat (v:^ooi). Bei PB. 
werden diese Namen gedeutet „Schönau, Reichenau", und KotXudvo; 
oder KaXoövo^ als ^ Reichenbach", wegen 6' Joe = odcup. Schol. ad 
ApoUon Rhod. II, 296 etat 8s cd vigaot aoiai (Sipo^paös^) sv t<w Stxe- 
Xtxo) TceXa^ei, a^ o -rcoirjTrjc cpTjat „vtJooüc t8 KaXJ^vac." Kvaxwov scheint 



229 

nicht nur einen lakonischen Fluss zu bezeichnen, sondern auch 
«inen „Bruch^, westphäl. brok — Weideland, Morast; vgl.S* 203 
über Xcfxxo; und AaxsöatfKov. Bursian führt I, 160 am Kvaxcf 8tov 
und KvaxaXo^, dagegen Angermann S. 17 schreibt Kvaxtwv als 
Flussnamen, von xvrjxoc = gelblich, indem er Eav^o; und Otvoüc 
vergleicht. Indessen die Stelle bei Plutarch. Lyk. 6 xal töv 
KvaxicDva vüv Oivoüvia -rcpooaYOpsüouotv • 'ApiOTOxeXij; 8s tc5v [xsv Kvaxtcova 
7C0Tafi(Jv, xTfjv 8s Baßuxav •)f£9üpav, beweist nicht, dass nur ein Fluss 
Knakion gemeint sein könne. Trotz dem Einsprüche von E, Cur» 
tius Pel. II, 315, A. 40 halten wir mit Göttling dafür, dass unter 
Kvaxtülv (sie, auch nach Herodian) ein Platz in und bei Sparta, 
ähnlich benannt wie jener Fluss, zu verstehen sei. WieKvaxaStov 
und Kvaxwüv ist auch der arkadische Berg oder Felsen KvaxaXo; 
von der gelblichen Farbe benannt. 

'AvTpa>;, auch 'AvxpcJvec (vergl. KsYXpsojvs«;) , Antronia, Name 
einer Seestadt in Thessalien und einer nahen Gruppe gefähr- 
licher Klippen, bedeutet wohl Hollfeld, Hollstein, Höhlenstein 
(Landro in Südtyrol); vergl. oben S. 99 über ovo«; 'AvipcUvo;. 

'Ht(i)v, T^j oder 'HoJv, d. i. der Strand, Stade, Name mehrerer 
Städte und einer Landzunge zwischen dem Schwarzen und dem 
Asowschen Meere, am kimmerischen Bosporos. Plinius N. H. VI, 
6, 18 Eionem vocant sqq. 

ÜSTScuv, ein böotischer Flecken, nach PB. „Schwinge^. 

nXsüpü'v, Name einer Stadt in Aetolien, auch des Stadtge- 
biets, in späterer Form nXeupcovia. PB. „Seitenstätten". nXaTorfxüiv 
bedeutet da, wo es nicht blosse Verschreibung aus -rcXaTavwv ist, 
so viel wie Breitenfeld, und gesellt sich alsdann zu dem Namen 
nXaTetat, eine Mehrheitsform, die wir unten besprechen werden. 
Dagegen IlXaiavojv, nXaTavtoToIv, IIXaravioTdc ein Vorort von Sparta, 
IIXataviaTou^ ein Vorgebirge, IIXaTavouc, IlXaiavo^, sind Namensformen 
zur Bezeichnung der Platane. Ihrer Form nach TtsptsxTixa ovofiaia, 
aber nach ihrem Ursprung in der Mehrzahl barbarische ON. sind 
die nachstehenden: 

'Afiü8ü)v in Päonien, später 'AjuioCcov genannt. — 'AoxaXoJv 
„Rauheneck" ? — 'ApifavOcJv, ein Gebirg in Bithynien, vergl. oben 
S. ISO^'ApYiXa etc. — 'AXaßwv, Aschenbach. — BsXeoJv? — Boußalv 
„Eulenburg*? oder nach Etym. M. Ochsenbein. — BtCtt>v, öchsen- 
heim, BiCcovtj, eine Stadt in Lykien. — Botciv oder Baiolv, bar- 
barisch. — KprjooüJv ^G-rasowa", dazuKpIoa. — BpaupcJv, vielleicht 
von ßpaooetv, ßpsfieo&at, vom Brausen der Brandung. — KaoraXtuv, 



230 

KaaiXtüV, KaoTOüXmv, iberisch, vielleicht von xao — , xaotov. — Aaotoiv^ 
feste Stadt in Elis, ;, Rauhenstein **, auch Aaotoiv als Name eines 
dichtbewaldeten Berges (Xaoioc = dao6Q), — TaQrjXm in Pontes. 
— Msöscüv, Name von fünf Städten, vielleicbt Herrenstadt ; ebenso 
unsicher sind die Namen MiSata in Böotien, später Lebadeia ge- 
heissen, und MiSia in Argolis. OaCTQfAtüJv, ein Flecken in Pontos^ 
vielleicht identisch mit OafiiCtMV ebenda. XspoüJv, tJ, bei Hierokles 
rec. Parthey p. 99. — Ataxpcov und Ixeirüiv, ebenda p. 16. — XaXoßojv, 
'AXußrj poetisch für XaXüßT], XaXe-rc, jetzt Aleppo, schon bei Homer 
als Heimat des Silbers genannt. — Aüsvicdv, Avenio, gallischer 
Stadtname. — Napßolv, vielleicht zu nar, wie NapüJv, Napcuva. — 
StSojv, phönikischer Name, bedeutet nach Schlottmann ;, vielleicht 
Fischerstadt*^, Stöojvtoi also Fischfanger. Justin. 18, 3 condita urbe 
quam a piscium ubertate Sidona appellaverunt ; nam piscem 
Phoenices sidon vocant. — Bios gräcisiert erscheinen die be- 
kannten Namen KapxrjSwv d. i. Neustadt (vergl. unten § 9) und 
XaXxY]8ü)v oder KaXx^jöoJv (vergL unten über XaXxt'c in § 11). 

Die Notiz bei Pausanias III, 16, 2, dass das Lokal, worin 
dem amykläischen ApoUon ein Chiton gewebt wurde, ebenfalls 
XtTCüV geheissen habe (ücpatvooot Tci) 'AtioXXcuvi x^t^^^v« T<p ev 'Afiü- 
xXcti;, xal To ofxr^jia Iv^a u^paivoDOi Xitcüv« ovofiaCo^oO» beruht viel- 
leicht auf einer Verwechslung von x^^öJv und ximv oder xiOoiv, oder 
vielmehr xsitcdv, oder gar nur auf einem leeren Wortspiel. 

Der analogen Wortform halber erwähnen wir noch den 
Namen des arkadischen Flusses 'AiciScuv, dem sich der thessalische 
'Aut^avoi; gesellt, jonisch 'HTtiöavo; geheissen, weshalb PB. über- 
setzen ;,Milde, Mildenbeck^. Richtig jedoch verweist G. Curtius, 
Grundzüge der Grr. Et. 5. Aufl. S. 469 auf die Wurzel ap in 7^ 
'Aicta (was wohl nur eine Erfindung der Mythographen ankündigt), 
MsGOGtTitot, Apuli, Apiola; dazu flumen Apilas in Makedonien, 
Plinius N. H. IV, 10, 34. 

Es wird nicht unpassend erscheinen, wenn wir hier, ehe 
wir die zahlreichen weiteren ON., die von Pflanzen herrühren, 
durchmustern, die Bemerkung vorausschicken, dass eine auf- 
fallend grosse Zahl von Namen für Berge, Inseln und Ort- 
schaften in unseren Quellen von Waldbäumen entlehnt ist, 
wie denn noch in unserer Zeit der Kithairon in Böotien von 
seinen Fichtenwäldern den Namen Elateas trägt, ein Umstand, 
der ganz geeignet igt, den Holzreichtum einer weit früheren 
Periode an Eichen, Buchen, Tannen, Fichten zu bezeugen. In- 



231 

dessen müssen wir in Betreff der einschlägigen Fragen den 
Leser, der etwa den thatsächlichen Wechsel in der Bewaldung 
von Dänemark, Deutschland, Italien etc. im Sinne hat, auf das 
treffliche Werk Victor Hehn^a verweisen, besonders auf die nöti- 
gen Einschränkungen in der Vorrede S. V, dann S. 1 ff,, S. 15 
(2. Aufl.). Tojser bemerkt p. 58 zur Sache, dass im Griechischen 
das Wort ^Idrj = Wald nicht vorkomme, unterlässt es aber, über 
dieses Wort selbst Aufschluss zu geben. Nach Pausanias VIII, 
11, 1 bestund ehemals zwischen Mantineia und Tegea ein aus- 
gedehnter Wald, geheissen üsXaYOs, d. i. Meer, offenbar von den 
wogenden Wipfeln der Bäume. Allein schon bei Piaton (Kritias 
p. 111 D) finden wir eine allgemeine, höchst bezeichnende Be- 
trachtung über die Abnahme der Waldungen. Gegenüber sol- 
chen Beobachtungen ergibt sich von selbst aus den betreffenden 
ON. der Schluss, dass in den ältesten Zeiten Ort'sgründungen 
und Ansiedlungen vielfach im Walde vorgenommen wurden. In 
den gemässigten Breitegraden erscheint der Beginn des Acker- 
baus vorzugsweise an die Waldregion geknüpft und nicht an 
die waldlosen Prärien. Haine, nemora und lucus, beide Wörter 
erinnern an das alte Wald- und Weideleben; vsfAO^ eigentlich 
Weideplatz, lucus eine im Walde ausgehauene Lichtung, ein 
ausgerodeter Platz, auf dem man sich ansiedelte. Von diesem 
alten Waldleben und den Lichtungen sollten die Lucaner ihren 
Namen haben (vergl. jedoch S. 173). ^Die Waldgränzen sind 
überall die ältesten, daher die Waldgötter notwendig zu den 
Gränzgöttern gehören, vor allen Silvanus, dem man also im 
alten Italien auf der Gränze eine Lichtung (lucum) zu weihen 
und damit die Gränze selbst unter seinen Schutz zu stellen 
pflegte** {Preller 'Jordan, Köm. Myth. 3. Aufl. I, 394). 

Im Walde, d. h. auf ausgerodeten Plätzen, siedelte man 
sich auch in einzelnen Gehöften zuerst an ; dort musste die Axt 
des Hinterwäldlers lange der Kultur der Dörfer und Städte 
vorarbeiten. Für die Kultur der heutigen Völker und Staaten 
ist dieses Verhältnis hier und da auch schon erkannt und sind 
die entsprechenden Folgerungen daraus gezogen. So stellte un- 
längst Prof. Bühler in Zürich, gemäss einem Vortrag von 1887, 
nicht weniger als 1147 Ortschaften der deutschen Schweiz zu- 
sammen, die ihren Namen vom Walde tragen. Diese Namen 
auf — wald, — hardt (richtig — hart), — holz, — loh, — schachen 
n. s. w. mit den Bezeichnungen für Wald deuten an, dass die 



232 

hiemaeh benannten Ortsgründungen an der Stelle des früheren 
Waldes stattgefunden haben; so finden sich die Schreibungen 
Reut, Eeuth, Reute, Büti, Beutli, Reit, Eeith, Greute, Grütli, 
Grüt, Kreut etc., dann Bunk, Bungal, Bungell, Bungatsch, von 
dem Begriife roden, ausreuten, runcare = schwenden (vergl* den 
Geschlechtsnamen Gschwendner) , ferner Schwand, Schwanden, 
Gschwend, Neubruch, Egg, Stock, Brand, Hagen, Sang. Die 
Namen Kotctoc, Komt; entsprechen unseren ;, Schlag", vergl. Adel- 
schlag, Büchschlagen ; zu Motpio;, Brandstetten, führen wir an 
aus Förstemann S. 560 Fiwersengen. Freilich nach E. Curtius 
Pelop. n, 303 bedeutet Maptoc Wasserfülle, Brunnen. Nach FoU 
Etymol. Legenden S. 284 wäre auch Opo^ta von (ppuyavov zu 
deuten, als eine durch Waldbrand entstandene Blosse; also eine 
Wüstung, vergl. unten Kaouc. Brennbüchl (Tyrol), ßrandenberg ; 
vergl. Förstemann S. 1419 über Wurzel svand , ahd. mundartlich 
^ schwenden '^j vom Lichten des Waldes durch Feuer. So ist 
auch Braunsberg, vom goth. brinnan, alth. prinnan, brennen, 
glühen, zu verstehen, nicht von der Farbe; vergl. die nieder- 
österreichischen ON. Priwentann und Asangwald. Auch der 
Name Engadin wäre nach L. Steub aus Bungadin entstanden, 
sc. in der Bungadin, runcatina = runcatura, „das anlautende r blieb 
im Artikel hängen* ; vielleicht auch Unken aus „in der Bunken^. i) 
Wir sind übrigens der Meinung, dass die gewöhnliche Ableitung 
des Namens Engadin von en co d'Oen = in capite Oeni allein 
richtig ist. OXeypa, alter Name für flaX/jr^^r^ „Bleicherode*' in 
Makedonien, erinnert uns ebenso an die Insel OeXs^avipo^, wie 
an die Opüytot in Attika oder an Gase bruciate im heutigen Ita- 
lien. H. Kiepert S. 124 Chimaera, hebr. „Brand*, speziell Asphalt; 
S. 376 OXerpflta „Brandfeld^, S. 286 'Afx^txaia „Brandstätte«; 
hierüber vergleiche man unten, bei den ON. von Vulkanen. 
Hierher stellen wir noch Paicroc, Taic-a, und Scpaxxrjpta, was 
schwerlich „Schlachtberg« bedeutet, sondern an IxaninJ üXif], Suhl 
u. dgl. erinnert; vergl. indessen oben S. 100, A. Vergl. noch 
über die pfälzischen Haingeraide oder Waldbezirke Dr. J. J. H, 
Schmitt, Geschichte der Stadt Edenkoben S. 66. Wieder andere 
Niederlassungen sind nach den verschwundenen Holz- 
arten benannt, und zwar vorzugsweise nach Laubhölzern: 



1) Ludtüig Steub j Das bayerische Hochland S. 397; vergl. auch Felix 
Dahn, Kaiser Karl and seine Paladine, S. 41 über Roncevalles, Roncavallis. 



233 

Buche, Eiche, Esche, Weide, Linde, Hasel, nur wenige nach 
Tanne. Anderwärts tritt hinwiederum die Tanne bedeutsam 
hervor. Der attische Demos Kov^üArj oder KovBüayj, ;,Struppen", 
von xovTO^ und üXt], bedeutet vielleicht ebenfalls eine Rodung 
im obigen Sinne. 

Ist nun auch durch das vortreffliche Buch HehvCs^ der arge 
Wirrwarr über die Bedeutung der griechischen Pflanzennamen 
noch immer nicht vollständig beseitigt (vergl. Carl Koch, Die 
Bäume und Sträucher des alten Griechenlands, 2. Aufl. Berlin 
1884), so dürfte die hier folgende kurze Zusammenstellung der 
neben den vorausgegangenen Sammelnamen anzureihenden ON, 
von Waldbäumen und Sträuchern nicht eben unzweckmässig sein. 
Warum wir dabei nicht etwa Buche oder Tanne an die Spitze 
stellen, bedarf für den kundigen Leser keiner Erklärung. So 
entsprechen, was zuvörderst die Eiche anbelangt, unseren Na- 
men Eich, Eichicht, Eichstätt, Eichheim, Eichholz, Aichach, 
Eichsfeld etc. die griechischen ON. ApiJ^, Apufio^, Apiifiov, ApüjiT], 
Apuaivoc, Apufiata, Apufioocaa eine jonische Insel, ApuoaxscpaXai 
(S. 78), Apuoüooa in Karlen, bei Georg Meyer S. 12, ri Apooict^, 
gewöhnlich KJ^voc, auch 'Ocptooaa genannt, eine der kykladischen 
Inseln. Auch Aptov, Apto; (Bursian II, 94. 489), das thrakische 
Aoptaxo^, Apcüoi-rcapa, ebenfalls eine Stadt in Thrakien, sind hier- 
her zu beziehen. Nemausus, ein keltischer Name, bedeutet ein 
Heiligtum, also ApüvsfxsTO^ oder ApovatfisTov in Galatien (Klein- 
asien) so viel wie ;, heiliger Eichenhain". Warum H, Kiepert, 
Handb. der alt. Greogr. S. 102 übersetzt hat „heiliger Fichten- 
hain^, ist nicht klar, es müsste denn gemeint sein, dass 8püc ja 
ursprünglich Baum überhaupt bedeute, oder dass in einer spä- 
teren Zeit in der betreffenden Gegend die Eiche längst von der 
Buche, bezw. Fichte abgelöst war; S. "286 gibt er indessen das 
phokische Apiifxata mit „Eichenstadt", dagegen 'EXotTsta mit „Fich- 
tenstadt **. Nicht so umständlich führt Th, Mommsen, Rom. Gesch. 
I, 688 an Drunemetum „die heilige Stätte". Arkadien hatte der 
dichten Waldungen wegen, welche einen grossen Teil des Landes 
bedeckten, den Beinamen öpii^itoörjc. Dieselbe Bedeutung hat wohl 
der Name einer Stadt in Lokris Tap^T], später Oapü^at genannt, 
indem xotpcpo; mit icuxvwfia glossiert wird; vergl. unten Kapcpata 
„Strohwalde" in Doris. Vergl. auch ol ^Epxüvtot öpu/ioi, für Wald- 
dickicht, Waldzone, waldiger Höhenzug, kymrisch Caledonia. 
Vielleicht ist "^'AßSrjpa benannt vom phönikischen Abba = silva, 



234 

vergl. Auza von aüxo; = robur, dazu Aila oder Abyla = mons 
altus, silva alta (Gesenius 1. c. I, p. 385. 420). Bekannt ist 
latein. Quercetum, italienisch jetzt Quereeta bei Massa, in der- 
selben Bedeutung Roveredo, richtiger Rovereto, Stadt im Etsch- 
thal in Südtyrol, und das an der Bernhardiner-Strasse gelegene 
Dorf Rover eto. Wegen Rovigno vergl. oben S. 192. Auch Dom- 
browa bedeutet Eichwald. Apooirs; sind also Waldleute, Holsaten, 
;, Wäldler ^, wie heute noch die Bewohner des bayrisch-böhmischen 
Gebirgs- und Gränzwaldes heissen, ursprünglich vielleicht gar 
im Sinne des bezeichnenden italienischen Prädikates selvaggj, 
d. i. solche, die erobernd aus ihren Wäldern herabzukommen 
pflegten. Vergl. Harudes = silvicolae, vom ahd. hart, Hoch- 
wald; femer die bereits genannten Triboci (boc = Wald, also 
Waldanwohner, wenn tri Präposition Ist, wie in der Wurzel 
Dreis, Dries, Förstemann S. 479j, Nemetes, wahrscheinlich auch 
Germani. Auch Kiepert S. 525 bekennt sich zu der Auffassung, 
dass Germani „Wäldner, Bewohner eines Waldlandes" bedeute; 
mehr hierüber in der erwähnten Schrift von Dr. Schmitt, Gesch. 
der Stadt Edenkoben S. 100, A. 2. Wohl ist auch in dem Na- 
men AcupislC} den Manche mit hastati übersetzen, von So'po = 
Speer (wie <5öpu zu öopFt und 8o)pi wird, zeigt Meunier 1. c. p. 323), 
derselbe Begriff enthalten, also ^^Bäumer", d. i. von Ansehen wie 
Bäume, vergl. bei Suidas Apüaxö^P'^sG und im Etym. M. icptvtvo;, 
ocpcvSajivtvo;, jedoch findet sich Acnpisuc auch mit dem Begriffe des 
Lobes. Wir verstehen auch die 'Oöpusat = Apüoat, als Eichholzer. 
An die Bedeutung des sprichwörtlichen Ou ydp auö öpiioc soat 
uaXacpatTOu, ouö^ dizo Tcixpr^;, sei hier nur im Vorbeigehen erinnert 
(vergl. allenfalls Nitjssch, ßhein. Mus. XII, S. 415 und die Ab- 
handlung L. Freller^s, Die Vorstellungen der Alten von dem Ur- 
sprung des menschlichen Geschlechts, Berlin 1864). Nach Dr. 
Fligier a. a. 0. wäre auch Apulus = Pulus vom alban. pulj = 
Wald benannt, der treue Pylades also ein ^Waldmann^, zur 
Seite dem „Bergmann^ Orestes oder Orestheus. 

Wegen der verschiedenen Eichennamen ist übrigens ausser 
Virtor Hehn auch E. Ciirtius Pelop. I, 168 zu vergleichen. Ge- 
wöhnlich wird unter r^ Tcptvo; die immergrüne oder Steineiche 
verstanden, ilex; dagegen unter -q cp>iYoc die Knoppereiche, quer- 
cus esculenta. Hierher gehören also >j Flptvo^, Eichsfeld, ein 
Gränzgebiet zwischen Argolis und Arkadien; üptvocsoa, Eichen- 
insel, an der Küste von Epirus, und wohl auch üptvaaoot;, eine 



235 

karische Stadt und eine Stadt auf Kephallenia. Freilich ist in 
vielen Fällen zweifelhaft, ob mit dem alten Worte cprjyo^ gerade 
unsere Buche gemeint ist. Tozer bemerkt darüber p, 156 vor- 
sichtig : The beech does not appear to have been familiär to the 
Grreeks; at all events its name, oSüa. does not occur in their 
writings in the same way as the other forest trees ; it was f ound 
on Pelion, but not in the same abundance as at present. Man 
vergleiche jedoch Dikaiarch. II, 1 vom Pelion: uX7j(; 8' sv aüTü> 
Ttav ©üsiai -jfevo; • icXetoTTjv 3' o$ür^v Ixet xal Wart^ xtX. Zum Be- 
griffe «pTvoc möge hier ein weniger bekanntes famoses Wortspiel 
mit zwei Baumnamen Platz finden, welches der Prophet Daniel 
bei dem Verhör der beiden alten Ankläger und Verleumder der 
Susanna angeblich gebraucht haben soll, nach der Ausgabe der 
Libri apiocryphi Veteris Testamenti von 0. Fr. Fritzsche p. 84: 
de elics* uiiö axtvov (unter einem Mastixbaum, lentiscus, habe er 
sie gesehen), eins 3s Aavtr3>w* opf^oTc e^süoai sk ttjv ocaoTou xecpaXigv 
ijStj -jfap ayYsXo^ «pdtatv Oeou Xaßcuv uapa toü ^eou oxtost os [lesov 
xal jisraoTTJoac «ütov sxsXeooe upooayaYsiv tov eispov, xal etitsv «ütoj * 
oicepjia Xavafltv .... utco ti ösvSpov xaieXaße; aütoü; ojitXouvTac aXXr^- 
Xoic ; 8s sIttsv • Jtco tt p 1 v o v • slus ös auioT Aavcy^X ' ^ op^oJ«; l^j/suoat 
.... fisvet ydp o «YifeXo^; tou Ösoü Ty)v pojicpaiav Sx<*^v -rcpt o a i os fisoov xtX. 
Ob aber der Name mehrerer Städte Vwcptc unseren Namen Buch, 
Buchau, Buchen, Buchbach u. s. w. entspricht, ist nicht ganz 
sicher; eine gut erhaltene Münze des arkadischen Psophis zeigt 
einen Edelhirsch (vergl. 0. Keller Tiere des klass. Alt. S. 80;. 
Jedoch gibt Pausanias gerade von dem arkadischen Psophis an, 
dasselbe habe früher Or^ysta geheissen. Andere Formen von ON. 
desselben Begriffes sind Or^yata, Orjyia, OigYSta, Orj^oc in Thessalien, 
4>T]Y0U(; ein attischer Demos. Vergl. übrigens Boconia, Buchonia 
bei Förstemann S. 286 ; S. 57 L stellte er den oberbayerischen Orts- 
namen Vachendorf zu Foha, fac — , und Vagen (Fagana) zum 
Begriff Wehr, Mauer ; aber Vacha, Vachendorf, Vagen oder Fagen 
gehören vielleicht doch zur alten Wurzel cprjif — , fagus, wie 
wenigstens die umliegenden Eichenbestände und Buchenwälder 
zu bezeugen scheinen. 

Auch der Name ^'Aoxpa, tJ ''AaxpT], Hesiod's Geburtsort am 
Helikon, wird gewöhnlich auf „Eichholz" gedeutet, vergl. Hesych. 
s. V. aoxpa • 8puc axapuo^. Wir halten jedoch denselben für 
identisch mit dem nordischen askr = Asch, Esche, also für 
gleichbedeutend mit Asculum, Eschau, Eschenlohe, Eschlkam. 



236 

Von dieser Wurzel ASC = fraxinus stammt also der in Ober- 
bayern und Oberösterreich so häufige Ortsname Aschau; vergl. 
Aschering, alt Ascheringen, zwischen dem Ammer- und dem 
Starnbergersee ; Asciburgium = Eschenburg, mehrere „Asberg**, 
bei Förstemann S. 736. 756. 797. H. Kiepert S. 422, A. 1 stellt 
auch den Namen eines Stadtbezirkes in Rom Esquiliae zu aes- 
culetum ; Andere dagegen zu excolere ; auch Th. Mommsen in der 
7. Aufl. der Rom. Gesch. Bd. I, S. 50 fasst Esquiliae als ;,Aus- 
senbau*' auf und stellt den Begriff inquilinus gegenüber; ebenso 
Nadrowski S. 114, der auf die Wurzel col — cola, kar, quir, 
also Quirinus = xtiott^c, hinweist. Warum aber bei PB. auch 
der Ortsname AopoXastov, AopuAaiov oder AopoW.stov, nicht von Spu;, 
8opü = Lanze, Speer, abgeleitet, sondern mit ^Eschershausen" 
übersetzt wird, verstehen wir nicht; der Name ist doch wohl 
griechischen, bezw. indogermanischen Ursprungs. Dagegen wer- 
den neuerlich, laut einer Mitteilung in der Wochenschrift für 
klass. Philologie 1886, S. 1078, die Namen 'Aoxinvoc, 'Aoxavta auf 
das Semitische zurückgeführt, in einer immerhin fragwürdigen 
Ergänzung DIS ASCALONITANIS statt DIS ASCA, mit Be* 
Ziehung des hebräischen Asknaz auf die Askanier, einen ein- 
heimischen Namen der Phrygier. Da der Name 'Aoxavta etc. im 
westlichen Kleinasien vielfach an Landstrichen, Städten, Flüssen 
und Seen haftet, so wäre dadurch, ganz im Sinne Bocharfs aber- 
mals ein erhebliches Gebiet dem indogermanischen Sprachstamm 
entzogen. Wir finden indessen keinen ausreichenden Grund, 
von der obigen Erklärung ask = Esche abzulassen. Auch in 
den Namen OIoxo; und ^Ooxioc, bei PB. ;, Weiden^ und ^Weiden- 
bach", erkennen wir blos äolisches o statt a und verstehen sie 
in demselben Sinne. Bei PB. wird übrigens auch der Name 
*IoTO^ auf Asch gedeutet, ^Iotoi ein Vorgebirg auf der Insel Ikaria 
und eine Hafenstadt in Kreta. Vereinzelt steht der Name einer 
karischen Stadt MeXia, Esche, Eschenheim ; nach Otfr. Müller 
Dor. I, 71 soll dieser Name eine ;,feuchte Niederung* bedeuten, 
was sich ganz gut mit einander verträgt ; ähnlich unsere Namen 
Erlstädt, Erlenbach etc. Gar kein Ortsname ist uns vorgekom- 
men, der den Lindenbaum (cpiAupa) bezeichnete, entsprechend 
unserem Lindau, als Lintawia, Lindaugia etc., wenn nicht vom 
Lindwurm (oben S. 106), benannt von lint = Linde, und ou, 
awa, latin. augia = Insel. Leipzig, vom slaw. lipsko, lipa = Linde* 



237 

Ungemein zahlreich sind im Griechischen die von der 
Tanne, Fichte, Kiefer etc. entlehnten ON. wie üitü;, -q IltTüa, 
IltTavT] oder EfiTava, o IltTüoüc, ij ntiüouooa, Strabon IX, 1, 9 üJvo- 
fjiaoOr] 8e xal IltTüoGöoa d-rcö toü ^ütoü. Plinius N. H. III, 5, 76 
Pityussae a Graecis dictae a frutice pineo. V, 29, 112 Pityusa 
für Milet; 13, 136 Pityusa für Chios; 32, 141 Lampsacum antea 
Pityusa dictum. VI, 5, 16 Pityus oppidum, in Kolchis. III, 16, 
122 wird vom Po notiert: Metrodorus Scepsius dicit, quoniam 
circa fontem arbor multa sit picea, quales gallice vocentur padi, 
hoc nomen accepisse. Pomp. Mela II, 7, 109 in Aegaeo Pity- 
nussa (sie Frick), Mart. Capella 6, p. 216 EyssenK Pityussas a 
silva pinea memoratas, quae nunc Ebusus appellatur sqq. Richtige 
denn Ebusus, jetzt Iviza, bedeutet Fichteninsel, Ibüsim, vergl. 
Geogn Graeci min. ed. Did. Tom. II, p. 131, note. Bq^qoq bei Dio- 
nysios, phönikisch Brusim. Victor Hehn unterscheidet S. 256 
zwei Gruppen des Baumes: a) iXaTTj, pinus picea L. = Tanne, 
b) die Art mit dem Doppelnamen tiitu; und tcsuxt^ = Pinie, harz- 
reicher Baum. Gewöhnlich ist pinus maritima gemeint, die 
Strandkiefer, davon TctvaS, tabula, Holztafel, von der Wurzel 
niNOS, pinus. Wenn jedoch E. Curtius Pelop. betont, „Fichten 
kommen südlich von den thessalischen Gebirgen gar nicht vor^, 
so ist damit für die ältere Zeitperiode nichts bewiesen. VergL 
Schol. zu ApoUon. Rhod. IV, 565 ^Toaa ts Au3xsXa3oc ts xat tfiepTi^ 
DiTüsta, und ebenda I, 933 zur Erklärung des Namens üiTüsta, 
6pax6c Tövl ^rjoaupdv icttür^v Xs^GüOtv. Das jetzige Bizwinda, alt 
IIiToouc, an der abchasischen Küste, hat diesen Namen von einem 
Kiefernwalde, der im Altertum ausgezeichnetes Schiffbauholz 
lieferte. Die bereits angeführte Namensform Htxavrj, bei PB. mit 
^Breitung^ erklärt, bekanntlich eine der vier alten Komen 
Spartas, scheint uns dieselbe Bedeutung zu tragen, die in un- 
seren Namen Feicht, Feichten, Waldfeucht, Feuchtwangen, Viecht, 
Forchheim (picea = Föhre) zum Ausdruck gelangt ist. Pindar 
Ol. VI, 28 -rcpöc niTCtvav icap' EupiuTa. Wegen des Sprichwortes 
ütTavT^ stjit vergl. Theod. Bergk Alcaei Fr. 114, 4. Ausgabe IIl^ 
185. Noch Hierokles rec. Parthey p. 19 nennt ein Uizxavri^ in 
Kleinasien. An der Mündung des Istros verzeichnete man die 
Pichteninsel IleuxT], und in der Landschaft Troas einen Ort KaXr] 
neüXY]. Natürlich gehört auch die italische Landschaft Picenum 
hierher, mit dem Namen ihrer Bewohner IIsiiXT^vot, riixrjvot, Picen- 
tini, womit Zehetmayr Lex. compar. p, 186 treffend vergleicht 



238 

Sabini für Sapini, und Sabaudia, jetzt Savoia, dazu le sapin. 
Vielleicht gehört hierher die merkwürdige Benennung SanoasXaTtov, 
^Hohentanne^, ein Berg in Argolis. Doch die alte Wurzel 
erscheint auch noch in Val Peccia, dem Namen eines Seitenthals 
von Val Maggia im Kanton Tessin. In früheren Zeiten waren 
die Wände des Pecciathales dicht mit Tannen (im Dialekte pece 
genannt) bewachsen; aber, wie fast überall im Gebirge, so hat 
auch dort die unbesonnene Zerstörungssucht, welche mit niedriger 
■Grewinnsucht verbunden so manche schöne und ausgedehnte 
Wälder und Forsten mit Stumpf und Stiel ausgerottet hat, ge- 
wütet und dadurch unersetzlichen Schaden verursacht. Ferner 
ist hier zu nennen der Volksname der unteritalischen IleuxsTtoi, 
bei den Römern Poediculi genannt, vergl. G. Fr. Unger im 
Philologus XXIV, p. 404, und unten im Nachtrag zu den „Stich- 
namen*^. Von der andern Wurzel für die Benennung der harz- 
reichen Bäume, welcher unsere Namen Tannheim, Tannstadt etc. 
entsprechen, trägt ihren Namen 'EAareia, die bekannte Stadt in 
Phokis, in fester Lage, auf böotischen Inschriften FcXaitifj, d. i. 
Tannenburg, auch in der Nebenform 'EXaipsta. Ueber 'KXctxT] 
vergleiche man jetzt die Wochenschrift für klass. Philologie 1886, 
S. 1081, gegen die beliebte Ableitung aus dem Hebräischen. 'EXaxo; 
war ein alter Name des Berges Kyllene. Dagegen ist, wie uns 
bedünkt, bei PB. der thessalische Stadtname 'HXüJvt^ mit ;, Tannen- 
stadt* nicht richtig gedeutet, denn hier weist auf eine Wurzel 
iXo; oder '^HXtc wohl schon die spätere Benennung AetjxüJvij hin. 

Ganz unsicher ist die Erklärung „ Finster walde** für die 
bithynische Stadt AaoxüXiov. Nach E. Curtius, Griech. Gesch. I, 
466, 5. Aufl. wäre sie von Gyges zu Ehren des Geschlechtes, 
jseines Vaters Daskylos, gegründet. Vergl. Anthol. Pal. ed. 
Didot I, p. 409, no. 409 ^T^xav AaoxüXeto /xetCova xat Foyccd. Anders 
deutet den Namen Kiepert Die Landschaft hiess i^ ÄaaxüXiTtc, 
der Name Diaskili ist noch erhalten. Doch scheint auch der 
Name AaousxaXov auf dichten Laubwald zu gehen, Saoxioc = 8aoüo- 
xto^, Aaoxü)v ein Kastell bei Syrakus ; auch Aaotülv oder Aocatoiv, 
der Name des Berges, an dem der Ladon entspringt, bezeichnet 
vielleicht einen dichtbewachsenen Ort, vergl. oben S. 230. Wohl 
aber ist der phokische Ortsname AaoXtc, jetzt Daulia, entschieden 
als Busch oder Dickicht zu fassen, mit G. Curtitis und Bursian 
I, 168, verglichen mit II, 290 Aaoeat in Arkadien^ nicht aber mit 
Stephanos Byz. auf aüXi^', AüXt? zu beziehen. Pausanias X, 4, B 



239 

liefert eine deutliche Beschreibung der Lokalität: aU to x<**P''Q''> 
Ivfta 13 TcoXt; oJxtaöi^, -rcsptst'xs'co oüvs^^ Ssväpa, xaXeto^at 8s la 
öaosa 01z) Ttüv itaXai SaüXa. Ueberreste des Waldesdickichts be- 
decken noch jetzt die Höhen von Deli Hassan, E, Curtius Pelop. 
I, 294; ebenda wird S. 354 das Gebirge KopcpoSüXta in Arkadien 
beschrieben, in der Nähe Kcfpcpatc oder Kopcpat;, d. L ßeisicht, 
ßeisach, vom alten xctpcpo;. Vergl. damit ;,das Orber Reisig" 
zwischen Spessart und Rhön; ferner unsere vielen „Holzen'*, 
Holt = husun, in Urkunden ad Holze, von halt, ahd. holz, alts. 
holt = silva; und loh, ahd. loh, lucus, niederl. loo. In Ober- 
bayern finden sich einmal zwei Weiler Tann und Locham (Loh- 
heim) auf halbe Kilometerweite einander gegenüber. Mit Pott 
und G. Curtius beziehen wir auch 'EittSaüpo^ hierher, also 'EictSa- 
aupo^, wie öpauXXoc für 9paoü)wXo;, Tozer erklärt overgrown with 
bushes. Nach Strabon VIII, 6, 15 hätte Epidauros alt 'EictTaiipo; 
geheissen, ebenso nach Stephanos Byz. ; nach anderen Angaben 
^ETTtxapoc, von karischen Gründern. Man vergleiche indessen 
AtJXiov oder 'E7tt8if;Xiov, d. i. eine Filiale von Dolos, und die Er- 
klärung dieses Namens bei Bötticher, Der Baumkultus der Hel- 
lenen S. 248. Den Namen Epidaurum führt eine illyriache 
Hafenstadt; jedenfalls enthalten auch die Namen 'E-rciSafivo^, 
'EntTcoXat, 'E7cixspvT^(;, ^Eiziiiajzo^ (oben S. 83), dieselbe Anschauung 
mit dem Begriife einer Vorstadt, bezw. eines Neuwerkes oder 
einer Nebenbaute, also eines Zugangs, Aussenstadt u. dgl. Nach 
flekataios bei Steph. Byz. und Skyl. 34 hätte die Stadt Asüxa^ 
früher 'ETctXeuxaötot geheissen; der Name beruht schwerlich auf 
einem blossen Missverständnis, wie Oberhummer, Akarnanien S. 30, 
meint. Nach Freller, Grr. Myth. I, 323 wäre übrigens 'Ewtöaüpoc 
eigentlich ein alter Kultusname des Asklepios, nach Hesychios 
= toxüpoc, nach der späteren Ortssage ein Heros. 

Weiterhin stellen wir zu 8aoo; und Sao-J^ den Namen der 
Insel öfltooc, bei Petronius Sat. viridis Thasus genannt, offenbar 
von ihren grünen Bergwäldern. Infolge derselben Bedeutung 
schliessen sich an die Namen Sxoitva, SxoTtia;, Sxoita, SxoToüooay 
alles Benennungen vom dichten Busch, vom Dunkel der Wälder, 
;,Düsternbrook" nach PB., vergl. Schwarzwald, offenbar von den 
krönenden dunklen Tannenwäldern benannt, wie vielleicht auch 
in alten Zeiten die Landschaft der heutigen ^Schwarzen Berge^ 
(Czernagöra, Montenegro). Ein Dorf Finsterwald findet sich 
auch in Oberbayern, unweit vom Tegernsee ; dagegen liegt in der 



240 

Namensform ;, Finstermünz ^ in Tyrol ein etymologisches Miss- 
verständnis vor aus Venustus Mons, vergl. Grasherger^ Die griech, 
Stichnamen S. 27. Von den schattigen Waldungen hiess ferner 
ein arkadisches Gebirge Sxtadtc, Finsterwalde, der neuere Dorf- 
und Thalname ist nach E. Curtius Pelop. I, 209 Skotini. Unbe- 
kannt ist die Lage von Sxtoc, nach einer Angabe des Hekataios 
war dies ein Teil des eretrischen Gebiets auf Euboia. In Sparta 
wurde ein städtischer Platz Sxta!; genannt, nach Paüsanias VIII, 
35, 5 ; vielleicht denkt unser Leser dabei an „Unter den Lauben* 
in Meran. SxtoJvT], eine Stadt der Halbinsel Pallene, entspricht 
etwa unserm Laubenheim. Ixiaboc, eine Insel unter den Kykladen, 
bedeutet gleichfalls ^die Waldige*, Panofka „Schatteninsel"; 
man denkt unwillkürlich dabei an schei-nen und Sche-men. Ein 
Berg in Asien trug den Namen SxoTtov, d. i. Finsterbusch; auch 
der obenerwähnte KuOvoc oder KuvOo; bedeutet dasselbe. Aber 
auch der alte Name Atfiovia für Thessalien fängt wahrscheinlich 
nicht mit sanskr. himän (Himälaya ^^ Schneeberg) zusammen^ 
ebensowenig o Atfxoc oder to AIuöv, das Hämusgebirge, sondern 
ist nach Tomaschek aus altbaktr. aesma = Wald zu erklären. 
Noch Forchhammer Hellenika S. 27 wollte den Namen Aijio; als 
„quellenreich, der Sprudler* gedeutet wissen. Wiederum eine 
allgemeine Bezeichnung der Ansiedlung, nach Art der vorhin 
erwähnten deutschen Namen Reut, Greut, Geroda, Bioden, Ro- 
denwald, liegt uns vor in dem thrakischen Ortsnamen SxaitiTjoüXTi^ 
sx SxaiTTiiJc "'Yatj;, lat. Scaptensula. Nicht mit diesem letzten 
Namen, wohl aber mit obigen Nam.en vom Schattendunkel hängt 
vielleicht der in bayrischer Mundart erhaltene Ausdruck für 
Wald oder Gebüsch „Schachen^, von der Wurzel scac, zusammen^ 
vergl. Förstemann S. 1296. 

Von weiteren ovcfzata TcepiexTtxa lassen wir zunächst folgen 
4)Atoü; oder 4)Xsiou<; {Bursian II, 33, 5), auch o ^XotouC; i^Xioüoa. 
Der Name scheint eine schwellende Fülle der Vegetation zu 
bezeichnen ; Welcker, Kl. Schriften V, 35 erklärt ihn mit Segens- 
flur, Campania felix. Fanofka, Vom Einfluss der Gottheiten auf 
die Ortsnamen II, S. 7 verbindet den Namen mit Dia-Ganymeda- 
Hebe als Blütengöttin, und mit Atovuooc *'AvOto?. Darnach würde 
der attische Ortsname ot OXuslc den Blütengau bedeuten, vergL 
Panofka'a Abhandlung Zeus und Aegina, Berl. Akad. 1837, S. 157^ 
A. 1 ; hier wird ein Fest der. xtoooTOjioi in Phlius mit Phlias zu- 
sammengebracht, dem Sohne des Ksloo;, vielleicht so viel als 



241 

xtooc, -xtoooc, und mit Phlyos, dem Sohne der Ge, nach Pausanias 
IV, 1, 4. Wichtig ist für uns Hesychios s. v. 4)Xotav • XXoJpiv, 
also = Floram, und s. v. cpXst • YSfist, suxapTcst. Vielleicht ist hier- 
nach auch das Vorgebirge i>Atov zu deuten, nämlich von der 
Vegetation, gleichwie ein Meerbusen mit einem Vorgebirge in 
Kyrene 4)üxoü(; oder i>üxo^, d. i. Seetang, benannt war, Plinius 
N. H. IV, 12, 60; V, 5, 32; vergl. damit die Sargasso-See 
im Atlantischen Ozean ; und wegen des Begriffes cpAso), cpXotto 
auch bei F. Helm S. 90 über «puXta, Oleaster oder oxtvoc, im Zu- 
sammenhang mit cpüTOv, cpüfia und cpüXrJ. cpüXXov, folium. 

In Ktooouc, Ktoaoüoa, auch Ktooo; als Bergname, steckt der 
Begriff Epheu, somit der Stadtname Cleve. Dagegen die Namens- 
form Küoaouc für eine Hafenstadt in Jonien dürfte auf die oben 
S. 156 vorgeführte Wurzel xüO — zurückzuführen sein. Kixtov aber 
ist der phönikische Name für Kypros, vergl. Ges^niiis 1. c. p. 179. 

StSoüc bedeutet Apfelstädt, ein Städtchen beim Isthmos oder 
ein Hafenort in Megaris ; StSr; eine Stadt in Lakonien und Pam- 
phylien, Störjvr], Granada, eine Stadt in Lykien und in Troas, 
und StöoGboa eine Stadt in Jonien- Dagegen ist der vorhin S. 230 
erwähnte Name S'.öoJv phönikisch. Von dem Streit über den 
Gränzdistrikt Siöat, d. i. Bezirk des Granatapfelbaumes, war be- 
reits die Rede S. 60; die Böoter nannten den Granatapfel otöifj, 
die Athener poa oder poia. liiri in Pamphylien war nach Strabon 
XIV, 4, 2 eine Gründung des äolischen Kyme. Als ältere Wort- 
form für otSr] wird otßöyj verzeichnet, Stephanos Byz. StßSa • «oXtc 
Kaptac* 

Oft begegnet uns auch der Name für das berühmte Pal- 
metum in Palästina i>otvixoü<; d. i. Palmengarten, kurz 4)olvi5 oder 
4>otviS, auch Ooivtxüiv, 4)otv'.xouoaa die dattelreiche Insel etc. Ols- 
hausen a. a. 0. S. 334 will diese Namen gleichmässig mit den 
Phönikiern wie mit der roten Farbe in Verbindung bringen, wo- 
gegen H. Kiepert, Handb. der alt. Geogr. S. 168 über Oötvtxiy 
sich nicht entscheidet, und To&er p. 312 4)oivtxy] in Epirus ledig- 
lich als settlement der Phönikier gelten lässt Ueber Palmyra, 
Tadmor, vergl. F. Hehn S. 238. Auch der Name einer Stadt 
KXcfpot; bei Kolophon bedeutet Palme, nach Hesych. s. v. xXapa;* 

Olivenpflanzen sind bezeichnet durch die ON. o 'EXeou; oder 
'EXatoüc, auch 'EXata, ^'EXato;, 'EXalov, 'EXatoüooa, letzterer Name 
identisch mit dem in der rhodischen Peraia gelegenen Alessa 

Grasberger, Ortsnamen. 16 



242 

(vergl. BerL Wochenschrift für klass. Philol. 1886, S. 1010). 
Städte, Handelsplätze, Vorgebirge, Inseln sind also zahlreich von 
dem Oelbaum benannt. 'OXeaoipov ist der Name eines maureta- 
nischen Vorgebirgs und zweier Städte in Spanien. Plinius N. 
H. V. 30, 126 nennt Elaea in Mysien; 32, IBl eine Insel bei 
Bithynien ; 81, 138 eine Insel Elaeussa bei Smyma. Hierher 
stellen wir auch den angeblich älteren Namen von Gades, Koit- 
vouoa oder Koxtvouooa, d. i. Oelgarten, Olivetum; vergl. ^Oliva*^ 
in Pommern, Olivone im Kanton Tessin, Olevano u. s. w. 

Aacpvouc, 0, dorisch Aacpvoc, latein. Laurentum, ital. Loreto, 
war der Name mehrerer Städte und Plätze, Aacpvoüoa, Aacpvooata, 
Aacpvouotov, bei PB. übersetzt zum Scherz, wie es scheint, mit 
„Lauringen''. 

Vom Myrtenbaum und Myrtenlaub sind benannt die ON. 
Müp-oüooa, MopTOüoa (vergl. über diese Form Meineke adn. ad 
Callim. p. 149), ein Gebirg in Libyen; Müpptvouc, Myrtenhain, 
ein attischer Demos; Müpxo? eine Insel bei Euboia, wovon das 
myrtoische Meer angeblich seinen Namen haben soll : MopxoüVTtov 
eine Küstengegend im Lande der Epeier (Elis); PB. übersetzen 
„Klagenfurt^, sc. von [iupo^at, allein der Name bedeutet ebenso 
wie bei der früh verschollenen Epeierstadt Müpotvo;. Myrten- 
hain. ;,Myrten lieben vorzugsweise das Seegestade^, E, Curtius, 
Pelop. II, 36. Dazu gesellen sich die von der Rose, poöov, ge- 
nommenen Namen: die berühmte Roseninsel ^Poöoc, 'PoSoüooa, 
eine Stadt in Argolis, ^Po^ouvTta am Oeta, ^Foöoictj ein Gebirg in 
Thrakien. Ob aber auch das thrakische Kta&i^vY] Rosenberg be- 
deute, ist ungewiss. Nach dem Spruche urticae proxima saepe 
rosa est lassen wir folgen 'PafivotJc, von pafivoc, latein. paliurus. 
Bei uns entsprechen die Namen Dornheim, Dornstadt, Dom- 
stetten, Dornbirn (Vorarlberg), Dornburg (Thüringen) den atti- 
schen und kretischen Ortschaften Rhamnus. Auch der Name 
der alten Bulgarenhauptstadt Tirnowa bedeutet Dornburg. Ueber 
die italische Dornstadt Spina ist Mommsen, Rom. Gesch. I, 112 
(7. Aufl.) zu vergleichen. Auch der Name eines attischen Demos 
Baxi^' bedeutet Dornheim, tJ ßatoc = der Dornstrauch; von der 
nämlichen Wurzel sind abgeleitet: zo Batcf, Baista oder Baxtsw, 
schon II. II, 813 der Dornberg bei Troja, Baxta und Baxiat, xo 
BaxtvYjxov bei Prione. Von einer andern Wurzel derselben Be- 
deutung, oder rj axavöo;, trugen drei Städte ihren Namen *Axav- 



243 



Oo;, wie o 'Axotvdou; gebildet; auch AoraXaBtc bezeichnet ein Dorn- 
feld, 'AoTcaXa&sta, eine Strauchinsel. 

'AxspJou;, Hagedorn, war der Name eines attischen Demos ; 
von der Nebenform «XP^^ (vergl. 'Axpaöouoto; und 'Axep8ouo'.o^) 
war ein Stadtteil von Syrakus 'AxpaÄiva benannt, von PB. über- 
setzt mit Pirna, von Andern mit Birnbaumfeld. Man vergleiche 
mit diesem Namen auch die obige Deutung von Tüxt] bei Syrakus 

aus TüXYJ. 

MiXtjtoc, MtXaxöc (Bursian II, 527), Name mehrerer Städte 
und Ortschaften, bedeutet, wenn er überhaupt griechisch ist, 
•etwa Eiben Stadt, von o|itXo?, fitXa$. 

'Epivouc, 'Epivcov, 'Eptvsoc, ebenfalls Name mehrerer Ort- 
schaften und eines Hafenplatzes in Achaja, bezeichnet „Feigl- 
feld^ von dem wilden Feigenbaum. 

^Avftsfiouc, 'AvÄ6(ioüoa, 'Av^sfiOüota, Blumenau, Blumenstadt, 
gleichwie die bereits erwähnte Stadt 'Av^r^öoJv. Nach Kiepert, 
Handb. S. 140 wäre das persische Susa, hebräisch Schüschän, von 
der Menge der dortigen Lilien benannt. 

IIüSou;, latein. Buxentum, wird mit Buxach, Buchsheim er- 
klärt, zeigt aber auf seinen Münzen einen Stier, vgl. Eckhel I, 
1, 151, und überhaupt F. Hehn S. 202. 

Küicapioooüc, Küirapioooc in Phokis, KüTtapioota und KüTcapiaotat 
in Messenien und Lakonien, KuiraptaaTjetc in Triphylien, lauter 
Namensformen mit dem Begriffe reich an Cypressen; F. Hehn, 
S. 245. 

SxiaXoü; bedeutet doch wohl Zwiebel stadt, von oxtXac, oxiaXäc;, 
JZwiebel. Dagegen PB. erklären nach Hesychios s. v. otXXa • 
txTivo;, den Namen vom Geier, also wie ;,Geiersnest^ in der Rhön. 

Kspaooüc oder Kepaooc ist Kirschrod, eine bekannte Stadt 
am Pontes; Pomp. Mela I, 19, 107 Cerasunta et Trapezos. 

'Oicoü;, 'Otiosi;, Grünfeld, Grünberg, Name verschiedener 
Städte und eines Vorgebirgs. Nach To^er p, 34 wäre der Name 
vom Silphium, oitoc, abzuleiten. 

^PiCot};, 0^ deutsch Würzen, Wurzla, findet sich ebenfalls 
äIs Name mehrerer Ortschaften; andere Formen sind o ^Pt'Ctov, 
*PtCat, 'PtCava. 

'Ava^upo'j;, 'Ava^üpoc, heisst ein attischer Demos ; Bursian 
verdeutscht den Namen I, 358 ;, Stinkebaum*, PB. ;,Disselhof"; 
vergl. übrigens Grasherger Die griech. Stichnamen S. 59. 

16* 



244 

AauaOouc, eine makedonische Ortschaft, bezw. Kastell, ist 
vielleicht vom Sauerampfer, Xaua&ov, benannt, könnte jedoch auch 
für eine Form AaicaOoc, AaTciÄö; stehen; bei Livius lesen wir 
44, 2 Lapathus vocatur locus, jedoch c. 6 circa Lapathunta. 

^Po'Jc, ein Ort in Megaris, ist vom Sumach oder Färberbaum 
benannt, dagegen scheint es "auch in der Bedeutung Flet = ^PsttoCr 
^PstTot, TatTsai, 'PoiTsat vorhanden gewesen zu sein, wie o ^Y8pouc 
und der sonderbare Flussname Nouc. 

'Eptxoüooa bezeichnet eine mit Haidekraut bewachsene Insel 
bei Korkyra, eine andere die Form 'Epixoüoa, auch 'EptxK], 'Eptxsta^ 
'Epixtviov werden erwähnt; der letzte Name bleibt jedoch unsicher^ 
wegen des Anklanges an 'Epoxiviov, 'Apxuviov etc. 

AtYstpoJoa«, von der Schwarzpappel; andere Formen Aryetpa 
in Achaja (Bursian I, 338), Ar^etpoc oder Ar^eipot, ein Ort in der 
korinthischen Landschaft Peraia» Gegen die Auslegung AiVsipa 
z=z Geisburg haben wir uns schon früher ausgesprochen. 

öptouc im Westen von Elis, öpJov oder öpoosooa, von Opüov, 
bedeutet Einsicht; nachj E. Curtius Pel. II, 76 gab es auch in 
Triphylien einen Ort dieses Namens. 

noiasoaa in Messenien bedeutet Grasdorf, IXotY^saca, eine Stadt 
auf Keos, auch ein früherer Name von Rhodos, bezeichnet Gras«^ 
berg oder Grasinsel. 

Aufpflanzen beziehen sich noch die folgenden Inselnamen: 
leuTAouooa, Nap^^xouoaa bei Rhodos, vergl. Plinius N. Ht V, 31, 
133 ; Süxoüooa Feiglfeld, 4)apfxaxoüooa voll von giftigen oder heil- 
samen Kräutern. 

Weitere Namensformen, wenn auch nicht von Pflanzen ent- 
lehnt, so doch von der gleichen Bildung, sind die folgenden: 
IlaAöuc, IlaAosic, wie ^EXecüv und ''E>wo; oben S. 227, und *OXoü<;, be- 
deuten Moorungen, Moor. — SiTcour, Sr^moüc, Sipontus, Sipontum, 
nach PB. ;,Blockeson^, ist vom Tintenfisch oder Blackflsch, Sepia^ 
benannt; Pomp. Mela II, 4, 66 Sipontum aut ut Graeci dixere 
Sipuntum. 

'AfxaOoJ;, dorisch ^AfxaOoc, ist beiPB. übersetzt ^Sand", allein 
der Name stammt aus dem Phönikischen ; schon Gesenius I, p. 419 
nimmt denselben in der Bedeutung von arx und erinnert dabei 
an das syrische Kastell ^AiioLhrj bei Flavius Josephus. Ebenso 
erklärt ihn Kiepert Handb. S. 134 aus Chamath = Festung, und 
versteht unter ^AfxaOoüotoi die Hamatiter. 



245 

WafxaOou;, die Sandige, war der Name einer Hafenstadt in 
liakonien, am Vorgebirge Tainaron, jetzt Porto Kisteris. Andere 
Formen dieser Benennung für einen böotischen Ort und eine 
afrikanische Stadt und Insel sind WajiaOo; und WajiaOr^. 

üsoatvoüi;. PoUy Etymol. Legenden S. 281 verwirft die be- 
liebte Ableitung dieses Namens von Tieoetv und macht auf tcsoooi 
aufmerksam. Allein schon Panofka hatte a. a* 0. S. 19 den 
Namen als „Würfelloosung^ aufgefasst und auf die grosse Würf- 
lerin KußsXT] bezogen, indem er ihn für gleichbedeutend erklärte 
mit IIsivTjAiaooc (!) von icer^rj = iceooot und iboopiat = xXYjpoüoOat. 

MüOüc, ob damit Mäuseburg oder Mückenort gemeint sei, 
lässt sich bezweifeln. Bezieht man indessen den Namen auf den 
Zsüc 'Aicofiüto; (vergl. oben S. 109 über xwvox}^) und erwägt man 
die Erzählung bei Tansanias VII, 2, 7 von einer Landplage 
xcüvtüiccc, vergleichbar der heutigen Heuschreckenplage gewisser 
Landstriche Kleinasiens und überhaupt der Levante, dann wird 
man den Ortsnamen aus der Mückenplage erklären, ebenso Muwv, 
Müovsc, eine Stadt der Lokrer. 

Kaoü;, Kaü?, bezeichnet Brand, wie im Deutschen ;,Am Brand ^, 
Brandstetten, Rodung etc. (Bursian II, 260). — SiSifjpoüc heisst 
Eisenberg und bezeichnet eine lykische Hafenstadt nebst Vor- 
gebirge, dann ein Gebirg im Steinigen Arabien. XapaSpoüc, Xapa- 
dpo^ vergl. oben S. 208. 

An die obigen Namen auf — cov und ou;, die sämtlich eine 
vorhandene Fülle bezeichnen, schliesst sich nunmehr eine ganze 
Reihe von solchen griechischen Orts- und Städtenamen an, die 
in der oben S. 148 gewürdigten Mehrheitsform auf — at geprägt 
sind und bald ein reichliches Wachstum in der Vegetation, bald 
eine Vereinigung und Ausbreitung gewisser Begriffe andeuten, 

'AXeoiat, Stadt in Lakonien, vergl. Mühldorf, Mühlhausen, 
Mühlheim; oben S. 119 wurde MüXat bereits erwähnt. Plinius 
N. H. IV, 12, 61 nennt zwei Mylae auf Kreta; V, 27, 92 ein 
Myle in Kilikien; 29, 108 Mylasa in Karlen. Die hieher gehörigen 
Namen, auch einiger Vorgebirge, hob schon Welcher hervor in 
den Kl. Schriften II, p. CIV: MüXt];, MüXac, MuXav-ia etc. und in 
der Abhandlung: ;,Die Molionen und die Aloiden in der Ilias^, 
p. CXIII die Personifikation der Mühle, wiederholt in Bd. V, p* 37. 
lieber die eigentümlichen ^Meermühlen^ in den griechischen Gre- 
wässern vergleiche man jetzt auch Biedermann Die Insel Kephal- 
lenia im Altertum, S. 8. 



246 

'Axapvat bedeutet nach PB. ;,Heringsclorf'^, von a^apvoc, einem 
Seefisch. Dagegen erklärt Panofka Vom Einfluss der Gotth. etc* 
p* 7 den Namen vom Atovüooc 'A^apveoc als TraooO.ü'rcör. ka^ixrfir^^y 
Schmerzennehmer. Neuestens deutet Nadrowski a. a. 0. S. 75. 86 
den Namen aus 'Apaxvotov opo;, mittelst Metathese aber in zu- 
fälligem Grleichklang mit dpix^y], aus ax — (ox^^;, oxätq), also 
^emporsteigendes Hügelland^. Auch diese Erklärung befriedigt 
keineswegs. 

'AXaXxofjievat, Name dreier Städte, PB. erklären: ;,Münden^^ 
vergl. Gmünd, Gemünden, lat. Ostia, schott. Inverness. Indessen 
Tojs^er p. 358 the warder-town, from aXaAxetv, to ward off. Welcher 
Kl. Schrift. V, 9 erklärt also: 'AXxfxTfJvTj , mit Reduplikation 
'AXaAxojilvYj, wonach die Stadt hiess; dazu S. 49 A. 2: denn von 
aXaAxstv würde die Göttin heissen 'AaöXxyji;, wie Stephanos Byz, 
richtig bemerkt hat, da sie nicht sich, sondern den Menschen zu 
liebe schützt. Umgekehrt (!) wie ^AAXfirJvr^ ist gebildet MsvaXxa; 
u. s. w. Theod. Panofka sl, a.\0. S. 22 versteht Alkomenae, Alal- 
komenion, von der Göttin der Kraft und Abwehrung. Uebrigens 
ist 'AXaXxofisvtov der Name eines Berges in Attika. 

^Axeoafxevat, eine makedonische Stadt. Fanofka S. 15 stellt 
den Namen zu 'AxIaiT], mit Bezug auf den Heilgott Asklepios 
(vergl, oben S. 66. 91) 'Axsoat ebendort, ^Axeoa auf Lemnos. 

'AitoOexat, eine ganz allgemeine Benennung, daher at Xeyd- 
fjisvat ^A-rcoOsTat, die Stelle der Kinderaussetzung in Lakedaimon, 
vergl. S. 201 KataSac. 

Aüystat oder A^yst«, Stadt in Lokris und in Lakonien, die 
letztere später auch Atysiat oder Aiyatat benannt. PB. ^.Braun- 
schweig.^ 

"^Aoat wurde bereits auf S. 219 erwähnt. 

Bpuos«'' oder Bpüotat d. i. Quellheim, Brunnenbach oder 
Bronnbach, Lauterbrunnen, Teplitz ; vergl. latein. Puteoli von 
puteus. 'A|ißpüooc oder 'Ajjißpüaoo; ;,Springbronn'', eine Stadt, nach 
Andern ein Fluss in Thessalien. Zu derselben Wurzel gehören 
wohl auch Bpi^'oT], Bpta, Bptoiai, und der Bedeutung nach ist bei- 
zufügen BrJpüTOc = putei, Steph. Byz. sxXtJ^t] öta to Svoipov. 
Hesy eh. Bifjp • to «ppsap Supot. Cf. Eckhel ü. V. N. I, 3, p. 368 : 
puteos in hoc tractu propter utilitatem fuisse expetitos et a pu- 
teis multa locavocata. Vergl. bei Pape-Benseler IIooTea 
^ Brunn". Wir setzen bei, dass auch in der Stadt Biom ein 



247 

Platz den Namen Puteus trug, mit einem Puteal oder Bergeort 
heiliger Blitze. lieber die neugriechische Benennung eines Ortes 
der tegeatischen Landschaft Krya Brysis d. i. Kaltenbrunn, 
Kühlbrunnen, Kühlsheim, wo die Hauptquelle des Alpheios ent- 
springt, vergleiche man E, Curtius, Pelop. I, 262. Vgl. auch 
unten in § 9 Kalavryta, Schönbrunn. Ein anderer oft wieder- 
kehrender Name für quellenreiche Orte ist im heutigen Griechen- 
land Pikerni. Gesenius 1. c. p. 293 erklärt auch den Namen Lily- 
baeum aus dem Phönikischen mit puteus, bei Diodor dito toü 
^psaxoc, dagegen Kiepert flandb. der alt. Greogr* S. 472 fasst 
Lilybaeon als „nach Libyen schauend". Der jetzige Name ist 
Marsala. 

Hierher stellen wir auch den Namen ''PeiTot, zwei kleine 
Salzseen an der Strasse von Athen nach Eleusis ^). 'A^pai, der be- 
kannte Vorort von Athen, wie Tojs^er p. 268 bemerkt hat: at 
one time a famous hunting-ground. • Hieran schliesst sich von 
selbst 

Qr^pai oder Öi^pa, wahrscheinlich so viel wie Jagdbezirk, ein 
Name verschiedener Ortschaften, entsprechend unserem ^ Jägern- 
dorf, Wildhagen" u. dgl. Zehetmayr Lex. comp. p. 285 deutet 
das lateinische Venafrum als Jagdrevier. Indessen erregt die 
Verschiedenheit des Vokals in venari und Venafrum Bedenken, 
obgleich ein solcher Unterschied der Quantität im Latein nicht 
sehr selten ist. Nadrowski S. 75. 97 stellt den Namen zu W. 
van und erklärt ;, Hügel am Wasser^, obgleich die Stadt aut 
hohem Berge liegt. 

'Aöptavo^jpfltt in Mysien, von einer glücklichen Bärenjagd 
Hadrian's, also in späterer Zeit so benannt. 

As^afxevai, Stadt und Gegend von Ambrakia, PB. erklären 
;,Pütze« d. i. Pfütze; Welcher K]. Sehr. V, 39 vergleicht ösSa- 
^sv&c •= Trog, indessen scheint das Wort überhaupt Teich, Brun- 
nen etc. gegenüber dem natürlichen Quellwasser zu bedeuten ; 
als Name (vergl. Eustath. Comm. ad Dionys. Perieg. ed Did. p. 
390 ?xTtos dk (tJ Nixcüxpt;) xal «5c$afi£VT]v |isYaX7]v, if xrjicov s-jiTjystpe 
XTA.) entspricht es so ziemlich unseren heutigen grossen Wasser- 
reservoirs zur Verhütung des plötzlichen Austretens der Flüsse, 
wie solche jetzt in Belgien (Gileppe), Südfrankreich etc. herge- 



1) Tozer p. 364 the spalt spxings in the Thriasian piain, which formed 
the bonndary of the territories of Athens and Eleasis. 



248 

stellt sind. Wegen des auffallenden Accentes dieser Namens« 
formen AeSotfisvat, KXaCofjievat etc. vergleiche man allenfalls JE, Curtius 
Gott. Anz. 1861 S. 145. 

Asfjisvai war nach dem Etym. Magn. ein Ort in Sizilien, 
wo Typhon gefesselt worden sein sollte. Cf. S. Petrus in 
Vinculis. 

'Epat, Stadt und Hafen in Jonieh, PB. ^jSchönfeld^. 

'Epüfisvai ;, Breitungen*, vergl. S. 162 'Apofjtv.ov. Einen achäi- 
schen Ort Eüpüistat nennt Pausanias VII. 18, 1. Vgl. Breitenfeld, 
Breitenwang, unten IlXatatat. 

ösaictat, Name zweier Städte von zweifelhafter Bedeutung. 
PB. stellen ihn zu Oeoicsoto; = deus, Goss, also ;, Goslar^ (!). 

'I^vat oder 'Ix^tat, Name einer thessalischen und einer make- 
donischen Stadt, bei PB. erklärt mit ;, Füssen*^, vergl. jedoch oben 
S. 207 über Fauces. 

Ksyxpsat» Name eines argivischen Gebirgsfleckens, der bereits 
erwähnt ist S. 226 unter KsYXp£«>^» 

KeSpeat, KsSpelat, Cederburg, Stadt an der karischen Küste 
und am keraunischen Golf, auf der Ostseite der kleinen Insel 
SÄrogloa, vergl. Berl. Wochenschr. für kl. Philol. 1886, S. 1207. 

KXaCo/JLSvat. Panofka S. 35 erklärt den Namen als ;,Klang- 
stadt^; nach Step h. Byz. s. v. KaoXwvta hätte er so viel wie TcXaCo- 
[isvat zu bedeuten. Vergl. im Nachtrag zu den Stichnamen unten. 
.Vielleicht ist der Name in demselben Sinn aufzufassen wie 

KXeojvat, wiewohl dieses nach Etym. Magn. s. v. für Ascovai 
stehen soll, also = Löwenberg, Löwenstein. 

KoXtüvai wurde schon früher erwähnt S. 139. 

KoXoooat, öfters auch KoXaaaat geschrieben, bedeutet etwa 
Riesa, Riesenburg, wenn der Name nicht phönikisch ist, vergl. 
unten. 

Kpoxeat, ein lakonisches Dorf, war durch seine Steinbrüche 
bekannt wie das attische Pentele. KpoxuXstov, xa KpoxtiXeia, Stadt 
in Aetolien und Ortschaft in Akarnanien, PB, Griesheim. Kpoxtov 
icsJtov, Ebene in Thessalien, dafür biet Steph. Byz. Kpoxcuxov 
usötöv, was man in Verbindung bringt mit althebräischem Karkom, 
arab. safran, italienisch zafferano. 

Kaicpiat oder KaTcpsai, bereits S. 92 vorgeführt. 

KTT]fji£vat oder KTtfievat, bei PB. mit „Stift* gegeben, ist 
nach Hesychios so viel wie xaTCDxtofievT], jetzt Grisano in Make- 
donien. 



249 

Kapoat oder Kapuat, Nussdorf, ein öfters wiederkehrender 
Ortsname; vergl. Förstemann S. 1171. Von einem Nussbaume 
bei Karyai in Lakonien liatte Artemis den Beinamen Kapüatt^ 
und hiessen die an ihrem Feste tanzenden Jungfrauen Kapuanösc. 
Ein anderes Kapuat war im Thalgrunde von Pheneos in Arkadien, 
nicht weit davon befindet sich heute das Dorf Kastania, ein 
anderes Dorf am Pelion heisst bei Strabon Kaoiavata, Kao&avatri. 
Ueber die Herkunft der Kastanie vgl. F. Hehn S. 341. Nach 
der bekannten Schilderung Fallmerayer^a wären die Wälder um 
Hagion Oros (Athos) als die Urheimat des Kastanienbaumes an- 
zusehen. In der Rheinpfalz ist ein Name Kästenburg, Kästel- 
berg, wobei zweifelhaft bleibt, ob derselbe vom Nussbaum oder 
als Castelli Mons zu verstehen ist, vergl. J, J. Schmitt a. a. 
O. S. 3. 

K(fi7cat, Ruderstadt, „Remich", am böotischen See Kopais 
oder Kephissis; der Bedeutung halber nicht mit 'Epixpta gleich- 
zustellen, vgl. unten. 

Atfjivat, athenischer Stadtbezirk, vergl. Brühl, auch ein sum- 
pfiger Vorort von Sparta und Name auch weiterer Städte. Un- 
gefähr dasselbe bedeutet der Name 

Supaxoüoat, Süpaxouoat, Sopaxoüooat, PB. ^Sloten*', vgl. oben 
S. 219 über oJpT], üpa'S. Dagegen ist in Betreff* der Namen Sopoc, 
2üpto;, 'AoaJpto; die Untersuchung Nöldeke^s im Hermes V, 458 f. 
zu beachten. 

MsXaivat, Name eines attischen Demos, ;,Schwarzenfeld^, und 
mehrerer Städte ; wohl von den dunklen Wäldern der Umgegend 
vgl. oben S. 240 Sxtafto;. 

n>jYat, dorisch üayat, Name mehrerer Städte, vergl. Brunnen, 
Unterbrunn, Bornheim, Wurmannsquick etc. 

riayaoat, Hafenplatz von Pherai in Thessalien. Auch dieser 
Name wird von Einigen, wie schon im Altertum geschehen, trotz 
des OL der ersten Sylbe von itr^YT] abgeleitet, also wie der vorher- 
gehende im Sinne von Brunn, Quellstadt, aufgefasst. Indessen 
die Alten schwankten in ihrer Erklärung zwischen der Ableit- 
ung aico TTj; vaür^KjYta; oder dr.d icyjüJv, von den Quellen der Gegend. 
Strabon IX, 5, 15 bemerkt: oi 8e Tit^avcüispov Tj^oüvtai TOüvofia tw 
TOito) TtÖT^vat TOUTO czico TüJv TTT^Ytüv, at TcoXXat TS xal Sa^'.Xei; psouot. 
Ebenso umständlich der Scholiast zu ApoUonios Rhod. I, 238 : 
üaYaoat* «jcpojTrJptov Mayvr^oia;, 0)VO|iaa^>j 8s aicd toü ixet nzTzrly\}0Li 
Tigv 'ApY«>' ÖS Sxigtp'.oc dizo toü 7c>]Yat<;«sptppüsa^a'. toüctotcoüc. Nach 



250 

der letzteren Deutung würde also auch dieser Name unserem 
Brunn, Brunnthal, und als Vorgebirge etwa dem ^jBrünnstein*^ 
entsprechen. Wir glauben es aber, ungeachtet des zuversicht- 
lichen Ausdruckes ut&avwxspov bei Strabon, mit der ersten Auf- 
fassung, der Ableitung von -rciTyvüiit, halten zu sollen. Wenn die 
Alten je eine solche Quellenstadt in Megaris, Arkadien, Böotien 
etc. Wrf^oii oder Ha^di nannten, so sehen wir nicht ein, wie man 
gerade in Magnesia auf die Namensform HaYaaat hätte kommen 
sollen, während mit der Vorstellung vaü7i>jYT,ota = vaoitTjYtay 
vau7n(j7>Joi|io; etc. sich von selbst die Auffassung Tcayaoat = vaüiir^- 
Yciov, vauTrrjYtov d. i. Werft, Schiffbauplatz, einfindet. AuchnTjyaoa 
Stadt in Karlen, bedeutet wohl dasselbe. Analog und nur wegen 
der Zusammensetzung mit vadc verkürzt erscheint der Ortsname, 
NauitaxToc, Schiff baustadt, Werft, Zimmern. Die ozolischen Lokrer 
hatten, zufolge einer alten Sa^e, den dorischen Herakliden, als 
diese beschlossen zur See quer über den Golf von Korinth, zwi- 
schen den Vorgebirgen Rhion und Antirrhion, in den Peloponnes 
einzudringen, einen Hafen eingeräumt, um sich Schiffe zu bauen 
und von diesem denkwürdigen Umstand führte der Hafen nach- 
her den Namen Naupaktos, jetzt in der Vulgärsprache Epakto, 
italienisiert Lepanto. Granz dieselbe Benennung und die gleiche 
naheliegende Beziehung auf den Bau der mythischen Argo liegt 
uns vor in Pagasai, und sehr wahrscheinlich auch im Namen des 
in nächster Nähe gelegenen 'Iwaxo; d^ i. Schiffslager, oder wie 
E, Curtius Griech. Gesch. I, 54 versteht ;, Anfahrt der Jaonen*'. 
Tojs^er jedoch erklärt Jolkos durch furrowed, d. i. gefurchtes 
Land, wie denn Hesych. s. v. twXxa* auXaxa glossiert hat; wäre 
diese Auffassung richtig, dann hätten wir ein weiteres Beispiel 
für die Begriffsverwechslung in 'Eperpia und 'Apoxpia, 'ItoXxo; wäre 
also wie 'Aporj benannt Im t-q Jp^aota xigc T^C, wie Pausanias von 
Aroe bemerkt VII, 18, 2, was an dem Namen eines Strandplatzes 
immer wieder von neuem auffallen müsste. 

Im Zusammenhange mit den eben besprochenen Namen 
mögen auch die weiteren uns bekannt gewordenen ON. von der Be- 
deutung Schifferstadt, Schiffslager, Landungsplatz etc. hier folgen, 

NauicXia bedeutet wohl ;, Schifffahrtsstadt ^^ und ist mit Pott 
von TcsXofxat abzuleiten; aber Nauxpa-t; in Aegypten bezeichnet 
einen Tlottensieg, vergl. E, Curtius Gr. Gesch. I, 345. Der heu- 
tige Name Navarin dagegen bedeutet keine Schiffstation und 
hat überhaupt nichts gemein mit obigen Namen als einen An- 



251 

klang; er bezeiclinet eine ehemalige Niederlassung der Avaren, 
E. Curtius Pel. II, 86. Häufig finden sich für Stationen der See- 
fahrer die beiden Namen Naüaiai^iioc und NauXoxo?, auch NauXoxov 
oder NaoXoxot, ferner Naüicopioc, d^ i* lat. Nauportus. Plinius N. 
H. III, 8, 89 portus Naustathmus am Pontes, östlich von der 
Mündung des Halys, und in Sizilien; IV, 3, 8. Naulochum in 
der krissäischen Bucht; IV, 12, 62 Naulochos auf Kreta; 
V, 29, 115 an der Küste von Kleinasien; 32, 150 Nau- 
lochum promunturium, an der Küste von Bithynien. Aehnlich 
heisst heute in der Landschaft des westlichen Achaja Dymaia 
ein Gehöfte neugriechisch Karabostasion d. i. SchiflFsstand. 

Noch entschiedener spricht indessen für unsere Auffassung 
des Namens Pagasai der gleichfalls in der thessalischen Land- 
schaft Magnesia ganz nahgelegene „ Auslaufsplatz ^ 'A^exat oder 
'Azetat, dessen Benennung begreiflicher Weise in lokalpatriotischer 
Gesinnung ebensogut wie die Namen Pagasai undJolkos auf die 
Ausfahrt der Argonauten bezogen werden konnte. Strabon IX, 
5, 15, Tzkrpioy dz xat 'Acpsxat, vj<; av acpexi^ptov u mv 'ApYOvaüTwv. PB. 
übersetzen naiv ;, Lassfort'';] aber Pott EtymoL Legenden S. 281 
verlangt nait Recht die Schreibung at'AcpsTat, von acpstor, emissus, 
mit Ergänzung von vi^sc, trotz der nur einen Argo. Und diese 
Bezeichung darf nicht etwa wegen ihres geringen konkreten Ge- 
halts als Ortsname angefochten werden; sie ist ebenso wenig 
anfechtbar wie die analoge für die aus Sparta südwärts führende 
Strasse 'Azetat;, sc. oöoc, die Stechbahn, der Rennweg, italienisch 
Corso; oder als es die regelrechte Benennung eines Vorgebirgs 
'Acpsir^tov ist, das gleichsam einen wichtigen Wendepunkt in der 
Seereise bezeichnet. Wie es scheint, ist nach derselben Anschau- 
ung ein Ort der Thespier 'A<pop|itov benannt, als Ausfahrt zu Land 
oder ;,Durchlass*, Freilassing. Vergl. Panofka S. 8 über Zstic 
'Acpsoio; in Megara; über ein indisches Vorgebirge, von den Grie- 
chen ebenfalls 'Acpsryjp'.ov genannt, vgl. man Chr. Lassen^ Indische 
Altertumskunde III, 292. Uebrigens führt uns die Wurzel in 
Aphormion von selbst auf weitere wichtige Namen für griechische 
Hafenplätze. Wenn freilich Plinius N. H. III, 5, 29 oppidum Pormiae 
Hormiae dictum, und schon Strabon V, 3, 6 mit der Erklärung: 
4>opfxiai XTtofxa XaxcbVtxöV xTtofjia soxtv, ^Opfiiai Xeydjisvo^; itpoispov 3tflt 
To suopfjiov, den italienischen Namen Formiae auf ein griechisches 
*Op|itai zurückführten, durch den Gleichklang der Formen ver- 
leitet, so war dies ein Irrtum, wie bereits Corssen in den Bei« 



252 

trägen zur lateinischen Formenlehre S. 175 gezeigt hat. Der 
Name bedeutet sicher eine Feste, gleichwie Firraum, Forentum, 
vergl. Livius XXII, 16, 4 Forraiana saxa, und oben S. 166. Wohl 
aber gehören zu der Wurzel opfioc, opfir^xT^'ptov die ON ^Yp|uva, 
Äolische Form für 'OpfxtvT], eine Stadt und ein Vorgebirg am Chelo- 
natasberg in Elis 'Opfxivtov, ^Opfiivat = 'Enstot, dagegen 'Opjitvtov, ein 
bithynisches Gebirge, auch 'Op^isvtov geschrieben, stellen wir zu 
^ op, also = 'Apfxsviov, siehe oben S. 166 über XtöaS; ferner ^Epfiuiiv 
und ^EpfjitovTf], wobei freilich Tozer auch an fpjia in der Bedeutung 
^a shoal^, eine Sandbank, Untiefe, gedacht hat, endlich der be- 
rühmte Name üavopfjioc. Plinius N. H. III, 8, 90 nennt die sizi- 
lische Stadt Panhormum, vulgär DaXspr^fiO, punisch Machanath. 
Münzlegende der Altstadt Panhorraos ist Manachat-choschbim, 
d. i. Lager der Karthager. Eckhel D. V. N. I, 1, p. 229 fasst 
nach Diodor XXTT, 14 Panormos als ^^(i opjio;, totus portus ; die 
Schreibung Panhormitanorum, Panhormi, ist jedoch auf den Mün- 
zen die häufigere. Plinius nennt weiterhin N. H. IV, 5, 13 Pan- 
horraus portus in Achaja, Ilavopiio; d 'Axatxdi;; 11, 49 portus Coe- 
los et Panhormus in Thrakien: 12, 59 die Stadt Panhormum auf 
Kreta. Auch auf der Insel Kephallenia gab es ein Panhormos, 
Biedermann S. 80; Fanofka a. a. 0. II, S. 11 stellt zusammen 
navopfio;, „Panshafen^, mit IJaviixa-rcatov in der taurischen Cher- 
sonnes und i>avaYopia, natürlich infolge der von ihm beobachteten 
Attribute oder redenden Stadtwappen. 

Auffallenderweise hat Angermann S. 27 den Lokalnamen 
AvaxTop'.ov auf avayso&at bezogen, also in dem Sinne von Hafen, 
Landungsplatz genommen. Uns will es jedoch bedünken, dass 
derselbe mit den ''AvaxTs;, oder ''Avaxcc, selten ^^Avaxot, (vgl. jedoch 
U. Keil, Philol. XXIII, 241. 492), den Dioskuren, zu verbinden 
sei, also Grötterwohnung, Tempel bedeute = 'Avaxstov, Heiligtum 
der Dioskuren. lieber Meyapa = G%axTopa sehe man Fr eller Gr. 
Myth. I, 465 ; Forchhammer stellt in den Hellenika S. 264 Ms^apa 
gar zu Msyatpa, fjiSYatpstv. 

Entschieden einen Landungsplatz oder ^Anlauf^ bezeich- 
net dagegen ot 'Aiioßa&iiot, ein Flecken bei Lerna in Argolis; 
wahrscheinlich besagt dasselbe der spätere Name Zxavdetot, Aus- 
steigeplatz (Bursian II, 141 ; Angermann S. 24). Ferner 'Anoßa^pa 
d. i. Stegen, Amsteg, Lände, Anlande, ein Ort bei Sestos, und 
'AptotößaOpa d. i. beste Auffahrt, eine Stadt am Indus, vielleicht 
aus einem indischen Namen verballhornt, wie es in andern Fällen 



255 

geschah; vergl. oben S. 122 über Ormus am persischen Meer- 
busen. Dagegen scheint der Name KaTcfßaft/io: für das Küstenge- 
birge der Kyrenaika zunächst die Anschauung der Abstufung 
auszudrücken, vergl. oben S. 116. 

In derselben Bedeutung wird mehrfach auch der altberühmte 
Name'EXeoot; aufgefasst, als ;, Anlauf" PoUy ;, Wallfahrtsort", vgl* 
To£fer p. 361 Eleusis ;,arrival", raay signify ,,landing place", or 
in the more general sense of ;,resting place, lodging". Ebensoder 
Name der spartanischen Hafenstadt und Flottenstation ToOstov, 
nach Steph. Byz. auch FüOsov, bei To^er p. 361 Gytheum, from 
YüT] = i;fj, and Hw ;,the place where men run to land, landing 
place ; the derivation is rather hard, though it suits the mea- 
ning (!). Auch der Stadtname ^Ecpeoo; wird als Schiiferstadt ge- 
deutet, bei Bursian I, 343; II, 419, A. 1. Jedoch Zehetmayr Lex. 
comp. p. 318 stellt ^'E'f sooc, aus icpsxjoc = exoptata, zu Soi;, scpsotr, 
£9tejiai und vergleicht Ameria. Zsu; 'Ecpsotoc auf den Münzen der 
Stadt bedeutet den Regensender, Zs'j; ^Ofißpio;, ^Yeiioc. 

Unzweifelhaft gehört nach seiner Bedeutung ebenfalls hier- 
her ein Ort bei Erythrai in Jonien, to ''Efißatov oder la ''Efißa-a 
geheissen ; ebenso der sonderbare Name 'ApioTovaüiai. Im östlichen 
Achaja nämlich, an der Küste von Pellene, und zwar an der 
Mündung des Trikkalaflusses, befand sich der Hafenplatz Aristo- 
nautai für den Seeverkehr derPellenäer; der Name wurde natür- 
lich ebenso wie Pagasai, Aphetai, Jolkos auf die Argonauten 
bezogen, die auch dort gelandet haben sollten. 

Uka-aiai wird bei Strabon IX, 2, 17 fälschlich von uXamjy 
Äuderblatt abgeleitet, selbstverständlich mit einer obligaten Ge- 
schichte dazu. Gewöhnlich stützten die Alten diese ihre Etymologie 
damit, dass sie die Platäer für bedeutende Ruderer ausgaben, 
als welche sonst bekanntlich Athener und Aegineten vorzugs- 
weise galten. Wir verstehen den Namen Plataiai vielmehr von 
der örtlichen Lage der Stadt auf einem breiten Abhang, Tojs^er 
sagt sogar broadlands. Vergl. Dikaiarch. I, 11 oöoc (e?; OXaToctctc) 
'qoox'^ |isv fpifj^o; xa\ AtdtüÖT^c, avaxetvoüoa iz itpoc xov KtOatpcüva 
So hiess Plataiai auch ein sikyonischer Gauort, auf einer tafel- 
förmigen Fläche gelegen, E, Curtius Pelop. II, 505. Wir sind 
überzeugt, dass in dem Stadtnamen Tdtvaypa, von tan, -sivu) und 
aYpoc, dieselbe Bedeutung vorliegt. Man vergleiche übrigens auch 
den S. 163 erwähnten messenischen ON. Wkcczaiit^v und die Be- 
nennung itAaxafAoJvs«; für Felsklippen. Aehnlich ist das früher er- 



254 

wähnte homerische ÖTjßT] ^YroTCAaxtuj benannt; auch 'YicoxaAxtc, das 
ätolische Chalkis, so geheissen diot to Jtcö to opo^ xela^at, nach 
Hekataios und Stephanos Byz. (Bursian I, 134). Plinius erwähnt 
übrigens N. H. V, 31, 138 Plateae tres, drei Inseln des Namens 
an der Küste von Kleinasien; vergl. oben S. 222 und Pianosa, 
dazu den Namen der mysischen Stadt nXaxia^ d. i. Platte, den 
freilich Dr. Fligier Mitteil, der Anthropol. Gresellsch. in Wien 
VI, S. 261 zum albanesischen irXjax, itXjaxs = alt , stellt ; habe 
doch „die albanesische Altstadt in Athen* auch so geheissen. 
Derselbe Name wird aber auch für die Südwestküste der tauri- 
schen Halbinsel erwähnt, Plinius N. H. IV, 12, 86 Taurorum 
Piacia, bei Strabon IlaXaxtov. Dort wurde, nach Preller Gr. Myth. 
I, 512 auch die nXaxiavT^ (a^jtkjp oder Atvöüjjtrjvi^ itXaxtavrJ, d. i. Kybele, 
verehrt. Auch die heutigen Reisenden verzeichnen gelegenheit- 
lich für die Levante den Kultus der Madonna mit dem Beinamen 
Plakidiotis. 

ripaaiat, bei Pausanias Bpaotat, etwa Lauchstedt, Krautheim, 
anscheinend vom Gremüsebau benannt, vergl. oben B. 6 BooTcpcfotov 
und latein. porrum; nach PB. = Moos, Seemoos, weil der Name 
96 Seestädte bezeichne* Auch der Name Dpcfoov eines äthiopischen 
Vorgebirges soll ;,Moosberg^ bedeuten. 

^Payat, at, oder xa 'Paya, die Stadt Rhages in Medien, wird 
zwar als griechischer Name gefasst von Strabon XI, 9, 1 TOüvo|ia 
^3 Tat; ^Fiyai ' dizo toJv yevofxsvcDv astafjicuv Ysvio&ai cpaotv, also mit 
Ableitung von pyjYvufjit, weil die Umgegend, welche denselben 
Namen trägt, häufig von Erdbeben heimgesucht wurde. Allein 
der Name ist nicht griechischen Ursprungs, wenn er auch viel- 
leicht aus indogermanischer Wurzel stammt. Dagegen hängt mit 
*PüJYr^ = Spalt, Riss, '"PcoyiAOt = Risse, bayerisch Schrunden, Schweiz. 
Schratten, unzweifelhaft zusammen der Name der unteritalischen 
Stadt '^Ptjy'.ov, Regium, Reggio, d. i. ßruchberg, Bruchsal, Bruch- 
land (vgl. den früheren Namen Fracmont statt Pilatus), welcher 
Name freilich durch ein etymologisches Missverständnis später 
auf den Begriff regium = ßaoiXstov, ßaotXtxov bezogen wurde. In 
der älteren Periode bezeichnete man bekanntlich mit dem Namen 
Regium durchgehends das Losreissen Siziliens von Unteritalien 
oder den Durchbruch des Meeres und die Entstehung der Strasse 
von Messina, bei den Römern kurzweg Fretum, heute II Faro 
geheissen. Vergl. Lucret. I, 720 angustoque fretu (sie) rapidum 
mare dividit undans sq. Vergil, Aen. III, 414 sqq. Plinius N. 



255 

H. III, 8, 86 ab hoc dehiscendi argumento Rhegium G-raeci nomen 
dedere oppido. j Justin. IV, 1 Siciliam ferunt angustis quondam 

faucibus Italiae adhaesisse, direptamque velut a corpore 

proximum Italiae promunturium Rhegium dicitur ideo, quia 
Graece abrupta hoc nomine pronuntiantur. Eusthath. ad Dionys. 
Perieg. vs. 340, ed. Did. p. 277. Uebrigens weisen die Münzen 
der Stadt Regiui^ einen laufenden Hasen und den Kopf eines Löwen, 
JSckhel I, 1, p. 177. 

^PtTcat, ai, oder xa ^Plicata, PB. ;, Windberge'', wird von H. 
Kiepert Handb. der alt. G-eogr. S. 340, A. 3 mit dem slavischen 
rip = Anhöhe zusammengebracht; uns scheint aber auch der 
Begriff Riss, Ruptur, \ — pstmct, in diesem Namen zu stecken; 
vergl. oben 'Pühs; oder ^Aponsc, in der Schweiz Riffel, die Roffeln 
u. s. w. 

KevTopiTca, la, Name einer Stadt Siziliens, beziehen wir nicht 
auf xovTO!; oder xevxpov, Stecken, Stachel, sondern auf centum, 
hundert ; vgl. im Abschnitt über die Ortsnamen aus Zahlbegriffen ; 
wohl aber enthält der Name wiederum die obige Wurzel rip. 

StJat, benannt von otäij , Granatapfel , ein G-ränzgebiet 
zwischen Böotien und Attika wurde schon früher S. 60 und 
241 besprochen. 

Stcpat oder Sicpat, ai, bei Pausanias auch Ttcpa, von TtcpYj z=z 
Spelt, war der Name eines böotischen Fleckens und Hafen- 
platzes. 

SxT^vat, at, Zeltstadt, Lagerplatz, „Hütten", vergleichbar dem 
schon bei Thukydides verzeichneten Namen o Sipato;, d. i. Waf- 
fenplatz, Standlager, bei Livius XXXVI, 11 ad Stratum Aeto- 
liae. Vergl. auch Castra Vetera, bei Tacitus etc. und den ägyp- 
tischen Namen STpaidicsSov für die fremden Niederlassungen. 
Tozer stellt übrigens p. 377 obiges STpotto; zur Klasse der Politi- 
cal names, wie IlaTpat association of families, bei den Achäern, 
und gleichwie MtjtpottoXi? in Akarnanien und Thessalien. Indessen 
bezeichnet oxpato; keinen ouvotxiofxo;. Vgl. in § 9. 

Ospat, at, achäische Namensform Oapat (Bursian II, 322), so 
hiessen mehrere Städte, auch in Messenien war ein Ospai oder 
Oapat (^Bursian II, 170). Die Form Oapi; bezeichnet auch die 
lakonische • Stadt Oapat und eine Insel der Lotophagen ; eine 
Insel Ofltpo; findet sich im adriatischen Meere. Welcher Kl, Schrii- 
ten V, 32. 46 bezieht den Namen auf 92pß8tv, Oopßac und fasst 
ihn als Trift auf. Anders Panofka, der a. a. 0. S. 2 das achäische 



256 

<I>apat mit dem Hermes Agoraios verbindet und richtig wiederum 
ein schönes Spiel mit fari, «pr^fit, Fatidicus zuwegebringt. Zu der 
gleichen Wurzel gehören vielleicht noch die Formen Bepoij (Felix 
Julia), Bspoia, Bspponj, Ospota oder ^sppota. Hierokles rec. Parthey 
p. 312 BsppGia xa vuv XaXsir. 

Oaxousai, sc. vi^ooi, Fekussa, eine Insel der Sporaden, benannt 
von «paxoc, 90x73 = Linse; andere Namensformeji mit demselben 
Begriffe sind Oaxo;, to Oocxiov in Thessalien, rj Oaxouaa, Spo- 
radeninsel. Nach Gesenius 1. c. p. 303 bedeutet Gawdeseh, der 
phönikische Name der Insel ra'JXoc oder FaüJo;, jetzt Gozzo bei 
Malta, ISO viel wie vrjoo^ «paxosooa, insula lenticularis. Vergl. 
jedoch oben S. 117 über die Gestalt dieser Insel. 

Ostat, *2ta, Ola, ein phönikischer Ortsname, vergl. oben 
S. 82. 

Ootrtat oder ^uvA, bei Thukydides t; Ootta, Stadt in Akar- 
nanien; die Bedeutung des Namens ist zweifelhaft. 

Xr^vai oder Xr/^at, eine Ortschaft am Oeta, wurde schon früher 
S. 110 besprochen. 

^YXat, Stadt in Böotien, wovon ein See den Namen ^Yaixt) 
trug, auch ein Ort in Lokris. Wegen der Bedeutung stellt sich 
dieser Name den S. 233 angeführten an die Seite. 

An die bisher aufgeführten ON. auf — üjv, — oüc, — «t, mit 
dem Begriff der Fülle, schliessen sich noch einige an von schein- 
bar einfacher Bildung, aber zum Teil höchst unsicherer Bedeut- 
ung. Obenan stellen wir 

SuapiT], Sitctp-a, ein berühmter Name, der die verschiedensten 
Deutungen erfahren hat. Nach unserem Prinzip der Auffassung 
von ON.. wie wir es oben dargelegt, wäre eigentlich die abstrakte 
Auslegung derselben von vornherein ausgeschlossen; indessen 
werden wir auf die wenigen griechischen Namen dieser Art aus 
einer späteren Zeit unten zurückkommen. Hier sei bemerkt, 
dass neuestens wieder To^er p. 197 Sparta only an aggregate of 
villages, und auch Gilbertj Handbuch der griech. Staatsalt. I, 6 
den Namen Sparta ganz abstrakt aus einer ehemaligen Diaspora 
der Bewohner erklärt, von der Vereinigung (ouvoixtoiioc) zweier 
Sondergemeinden. Warum aber sollte in diesem Falle die Modi- 
fikation des Begriffes zum direkten Gegenteil nicht wenigstens, 
wie z. B. bei Docjpat, durch eine Mehrheitsform bezeichnet sein? 
Wenn in solcher Weise oder durch einen neuen Namen, wie 
Megalopolis, eine neue Hauptstadt benannt wird, so ist das be^ 



257 

greiflich; nicht aber, wenn ein Name, wie etwa „ Sondershausen ** 
(wie lucus a non lucende) einen aufgehobenen Zustand gleichsam 
verewigen soll. Andere Erklärer denken an die schon im Alter- 
tum zur Auslegung beigezogene Schnur oder Richtschnur (orcf^fii^, 
oxotvtofia), von der Länderverteilung her, wie sie gemeint sei in 
dem Sprichwort xoofxsi oTrap-rav, :^v iXaxs^, wonach eben das erlooste 
Erbgut (xXi^poc) selbst -q oicapinj, d. i. die rata pars des einzelnen 
Bürgers, genannt worden sei. Weniger künstlich und gesucht 
ist eine dritte Erklärung des Namens, bei der wenigstens auf 
Bodenverhältnisse Rücksicht genommen wird, nämlich die Ab- 
leitung desselben von spartum, spanisch esparto (vergl. Spartaria, 
Beiname des spanischen Cartagena), deutsch Schmelche, Ginster- 
gras oder Hanf, die sich freilich an einem oiccfpiT] oder oxotviov 
für die massgebende Zeit gar nicht nachweisen lässt; auch bei 
Zehetmayr 1. c p. 318 ist dies nicht einmal versucht. Nachdem 
nun aber, wie in dem früher besprochenen Aaxs^atfiojv, so nach 
unserer Ansicht auch im Namen OTtapi/j eine lokale Eigentüm- 
lichkeit ihren Ausdruck gefunden haben dürfte, fassen wir den- 
selben auf als Gegensatz zu dem ersteren und verstehen, gegen- 
über dem zerrissenen Felsboden, vergleichbar unserem ;,Karen- 
feld^, unter ZitapTnj vielmehr den Saatboden, oder wie E, Curtius, 
Griech. Geschichte I, 151 (5. Aufl.) sich ausdrückt, ^den erd- 
reichen und kulturfähigen Boden, auf welchem man sich anbaute, 
im Gegensatze zu den meisten Griechenstädten, die auf Fels- 
boden standen^; vergl. Pelop. II, 312 aizoLpT-rj sc. yr], ähnlich wie 
'Apot) Tzapd To apoaai, doch wenn ebenda S. 557 ^'Apyo; einfach für 
j,Ackerland^ genommen wird, so können wir nicht mehr folgen. 
Auch To/ser erwähnt an anderer Stelle die Erklärung Saatland, 
a rieh tilled land. 

Das ebengenannte 'Aponj bedeutet also wohl ;, Ackersheim ^. 
Pausanias VIII, 18, 7 opTj la xaXoufxsva ^Apodtvta, wahrscheinlich 
vom Flusse 'Apoctvtoc, ^jFeldbach^, benannt, wenn anders dieser 
Name nicht zur Wurzel ar (Berg) gehört und einen Gebirgsfluss 
bezeichnet. Pausanias erklärt VII, 18, 2 ohioai öiöa^Bstc (o Tpiuid- 
ASfioc) TcoXiv 'Apor^v (Jvo/jiaoev Im i-q Ip^aoia ttJc yigc. 'Apoavtoc (von 
apoa, dporj) ist also wohl der in Arkadien mehrfach wiederkehr- 
ende Name für einen von kulturfähigem Boden umgebenen Bach, 
vergl. Homer II. II, 591 'AprJvTj „Gutenäcker", Stadt in Elis und 
Quelle bei Lepreon. E, Curtitcs, Pelop. I, 194 Ob der frühere 
Name der Stadt Phlius 'Apavxeia oder !ApavTta, der die Stadt und 

Graaberger, Ortsnamen. 17 



258 

ihr Gebiet bezeichnet haben soll, mit Pß. als ;,Hoehheim" gefasst 
werden darf, bezweifeln wir; er bedeutet wohl auch Ackerland, 
gleichwie 'Apoxpta, nach Strabon X, I, 10 der ältere Name für 
Eretria, was auch Tozer mit ploughed land erklärt; wir aber 
glaubten oben S. 122 die Form 'Apoipia = EpsTpta stellen zu 
müssen, nämlich altes a im Anlaut = e, also kann wenigstens 
'EpsTpta eine Ackerstadt oder eine Ruderstadt bezeichnen. 

'EXu^vta, von D.ofioc d. i. welscher Fenchel {Bursian EL, 205) 
oder 'EXüpio^j ^^^^ Insel bei Euboia, PB. „Werenfels". — Nap^- 
xtov in Thessalien, von vapÖT]S, ferula; auch eine Insel NapOrjxi;, 
Rohrau. — 'Oficpaxi^ ^Herlingen". — BoXßT] am bekannten make- 
donischen See gelegen, benannt von einer an dessen Ufern 
wachsenden Zwiebelart (ßoAßo'c, nach Hehn S. 173 die sog. Meer- 
zwiebel, Scilla maritima). — MtvdTj in Triphylien (Elis), dabei 
To MtvBr^c opoc, von der Mente oder Minze, Krauseminze, benannt. 
— Alvoc, Name mehrerer Städte, bedeutet schwerlich „Lobstädt*, 
wie PB. meinen, siehe S. 65. — Ko^apoc, ein Hafen bei Aktium, 
vom Erdbeerbaum; arbutus, benannt. — 27]oa|j,ov, r^ 2>]'oafio<;, Korn- 
hagen, Stadt in Paphlagonien. — Ilupaoo; bedeutet Weizenstadt 
oder ;, Weizenbach*', vergl. Gersthofen, Dinkelsbühl. Ein attischer 
Demos hiess Acuxöicupa, was schwerlich „Mehltheuer^ bezeichnet 
(PB.) und wohl eher mit Tiüpa, Tiupoot zusammenhängt. Dazu 
fügen wir die Namen llüpotfita, Oupavöo;, Iluptvo^, auch den atti- 
schen Demos EüicuptSat. An der Stelle des Strabon IX, 5, 4 tö äs 
Ar^fiT^Tpiov AifjfXT/Tpo; stjprjxs (sc '^OfJiYjpo;) xi/isvo; xal exccAsos nJpaaov. 
^v äs uÖAi; süAtfisvoc (tJ Ilupaao^) ist dieses tq Ilupaao; zu streichen, 
nach einer Vermutung Karl SittVs im Philolog. Anzeiger 1886, 
S. 389 ; der Name kömmt nur bei Homer vor, in der historischen 
Zeit existierte aber nur die nach dem Heiligtum der Demeter 
benannte Stadt Demetrion. — IlaTpaooc, Nebenform von HaTpai, 
in der gleichen Bedeutung : vereinigte Geschlechter ; wahrschein- 
lich ist derselbe Begriff in llarpaour, einer Stadt in Pontos, ent- 
halten. 

T[Ji(üAo;, TtfjKüAoc, bei Stephanos Byz. auch TüfioXo^, Plinius 
N. H. V, 29, 110 in latere Tmoli montis, qui antea Timolus 
appellabatur, erklärt P. de Lagarde Gesamm. Abhandl. S. 275 f. 
aus dem kappadokischen [jlcüXü, fiüTXaS, d. i. asclepiadas acida. 
„Die Rebe ist in Lydien an die Stelle der ascl. ac. getreten, 
welche in Lydien, der Bergraute, welche in Kappadokien den 
heiligen Trank lieferte^. Indisch vena, Beiwort des soma; nach 



259 

Kühnes Zeitschrift I, 191. Vergl. auch P. de Lagarde ebenda 
S. 173 über |ji(üXu in der Odyssee x, 304 — 306. Dagegen fasst 
Nadrowski a, a. 0. S. 86 die Namen Tü/jloXoc und Tofiapo; als 
gleichbedeutend mit Hügel, tumulus, auf. 

Bei ''Ifißpaoo; ist für uns zweifelhaft, ob der Name blos 
einen Fluss oder zugleich eine Stadt bedeute. Bei Kallimachos 
Hymn. in Dian. v. 228 steht Xr^oidc 'IfißpaaiifJ, wozu Schol. be- 
merkt Xrjoiov axpcuTigpiov Ti^t; Sa/iou, xal *'Ifißpaoo; nota/xoc xi^C Soffiou. 
Man versteht gewöhnlich unter diesen Namen sogen. xstVappot, 
nur im x^^]^^'^ vorhandene Flüsse. Indessen hat schon Böckh 
zu C. I. Grr. II, 489 darauf aufmerksam gemacht, dass viele 
karische Städte Mu>saoa, Külpaoa, flXapaaa, Bapyaoa, IlTjSaoa, ""ApTiaoa 
auf — aoa endigen. Und P. de Lagarde a. a. 0. S. 169 knüpft 
hieran die Vermutung, ^Ifißpaoo; könnte vielleicht dieselbe Bildung, 
nur im Masculinum enthalten. Wir werden unten auf diese 
karischen Ortsnamen näher einzugehen haben. 

AaxfiüDv erklärt Dr. Fligier in den Mitteil, der Anthrop. Ge- 
sellsch. in Wien, Bd. VI, S. 337 für den Berg, der wie ein 
Knoten die von lUyrien, Makedonien und Epirus kommenden 
Gebirgszüge vereinigt und heutzutage Zuyoc genannt wird; Xjaxou 
heisst aber im Albanesischen Verbindung. „Also ein altillyri- 
scher Bergname und eine wörtlich griechische Uebersetzung des- 
selben.^ Dagegen versteht Tojser p. 52 ganz einfach ^jrifted*', 
d. i. der rissige, zerrissene Berg, Fracmont, und wir werden mit 
Tozer auch diesen Namen zu dem früher erörterten Begriffe 
Actxxo; stellen. 

ÜTsXsov, ÜTSAsa, IlTsXsat, Otsasouc, IlTsXsaoiöv, nxeXscic AifxvTr], 
sind Namensformen der Bedeutung Ulm, Ulmenau, Ulmensee etc. 
Dagegen tritt entschieden mehr die Beziehung auf Wasser her- 
vor in den Namen: 

Zapcov, angeblich ein König von Troizen, wohl eine der oft 
besprochenen etymologischen Erfindungen zur Erklärung des 
saronischen Meerbusens, worüber jetzt 0. Keller, Tiere des klass. 
Alt. S. 97 zu vergleichen ist. Aber auch von einem Berg und 
einer Ortschaft in Troizen wird der Name Sotpcuv oder Sopwv 
verzeichnet; so bemerkt E, Curtius, Pelop. I, 380 ;,Der Soron 
hatte bis in die Zeit des Tansanias den Charakter eines arka- 
dischen Urwaldes bewahrt*, und Bursian II, 263 nimmt den 
Namen in der Bedeutung Quercetum, wogegen PB. erklären 

^Netze, Netzold*', wegen der Glosse des Hesychios s. v. oapcuvec* 

17* 



260 

Tct TüiV dTjpaxüJv Atva. — 2oraa)V; tj, oder Zaco), Name einer Insel^ 
ist, wenn griechisch, vielleicht von ocroat = xaOtoat nach Hesych» 
benannt; PB. „Sacken", nämlich von aa-Tco. — Mopwv, rj, eine 
lusitanische Stadt, ist ganz zweifelhaften Ursprunges. — Staaiccov, 
0, auch SioaTicovTj, Sisipo, Sisabon, ein parischer Stadtname. Stra- 
bon III, 2, 3 Iv TOt; (totcoic) xaia Sioaiciüva, tov te 7ca>saiov Xeydtievov 
xai Tov veov. — Tsxiiov, eine Stadt der Thesproten. — ''YSpa be- 
gegnet wiederholt als Name von Städten und Inseln. Das jetzige 
Hydra oder Hydria in der Bucht von Hermione heisst bei den 
Alten ^Ydpioi oder ^Yöpsla, jonisch ^Ydpir^ ; jedoch Spezzia, Spetzä^ 
ist nach Psichari ein albanesischer Name, at liziioai, tJ Sustaa, 
vergl. Revue critique d'histoire et de litterature 1887, p. 406 
Les Spetsiotes en 1834 refuserent obstihiment de s'appeler ÖTjfio; 
Tt7rapr]voü, trop flers de leur nom de Spetsiotes. Vergl, auch 
La Spezia, alt Lunae Portus, in Ligurien. — KsAsvöspi; in Troi- 
zene ist wohl ein syrischer Name. — Yöpouc, eine griechische 
Hafenstadt in Calabrien und ein Berg dabei; aus Hydruntum 
entstund schon um 758 n. Chr. die Namensform Otarantum, 
Otranto, — Ein ziemlich häufiger Ortsname von unsicherer Be- 
deutung ist Oüptov, Oupta, böotisch ^Ypia, ^Yota, ^Yoiat. Auch ein 
Hafenplatz am Kithairon hatte diesen Namen, an der Küste von 
Eleutherai. Ferner war Hyria bis um die Mitte des 4. Jahrh. 
V. Chr. Name der samnitischen Stadt der Feserner, welche mit 
lateinischem Namen Veseris hiess, nordöstlich vom Vesuv, bei 
dem Dorfe Pernosano gelegen. — Eü6'8piov, Waterloo, hiess eine 
Stadt in Thessalien. — BtoaAxac, ein thrakischer Name. — ^E8sooa 
war der Name mehrerer Städte; nach Steph. Byz. wäre das 
syrische Edessa unserem Wasserburg gleichzustellen, wegen des 
Wasserreichtums jener Gegend Mesopotamiens; nach Ä. v, Gut- 
Schmidt in den Symb. Philolog. Bonnensium p. 124 not. bedeutet 
auch Edessa in Makedonien, jetzt Vodena, eine Wasserstadt, 
„Wassertrüdingen"; phrygisches und makedonisches ßsöu ist = 
Wasser. — Iltväoc, o, ist Wasserberg, und >J IltvJo^ Wasserburg. 
To^er p. 56 because it is rieh in streams, just as uoAomJaS in 
Homer is an epithet of Ida. Vergl. Hesych. s. v. iriJav ava- 
ßaAAstv 10 üScop. Noch heute heisst ein Dorf in der messenischen 
Tiefebene Pidama, d. i. Wassersprung. — Sspfiu>sia, Sep/jiüXtov, 2ep- 
fxuATj, Stadt an der Spitze der sithonischen Halbinsel, PB. er- 
klären .,Hittorp^, Hesych. cspfxor Osp^xo''. — öspfxa, jetzt Luträki 
bei Korinth, bedeutet unser „Warmbrunn^. Ueber die Schwefel- 



261 

thermen oder Solfataren der Halbinsel Morea vergleiche man 
JE. Curtius, Pel. I, 42 f., wonach mehrere neuere Ortsnamen, wie 
Vroma, Vromvrysi, Vromosella u. dgl. auf vorübergegangene 
Aushauchungen von Schwefel schliessen lassen. — Uo-ciiaia ist 
die Wasserburg, noxafiot Stromstadt (vergl. oben S. 92). — Ukrut.- 
fiüptov, Vorgebirge an der Ostküste Siziliens, bei Vergil Aen. III, 
693 Plemyrium undosum , neugriech. ein ÜXi^fiuptv in Rhodos, 
bedeutet ;, Wellenberg^. — Me8u8ptov, eine Stadt in Arkadien und 
eine thessalische, ganz dem italischen Mediolanum und Interamna 
analog benannt, wie das Land zwischen den Strömen, MeooTroTaiiia, 
d. i. Duab. Vergl. auch MeaoaTitot, Apuli, die Wurzel ap in 
Apiola, Meoaaiciov opoc in Böotien , den Fluss Apilas in Makedo- 
nien, die mythische yi^ 'Aicta u. s. w. Schon Welcher^ Kl. Schriften 
V, S. 50, A. hat mehrere dieser Art Namen zusammengestellt 
und neuerdings Oherhummer^ Akarnanien S. 58 f., woselbst Meta- 
pont, Metapa in Aetolien, Messaba in Karien etc. der gleichen 
Bedeutung zugewiesen werden. Die Aufstellung Fröhde's (bei 
G. Curtitis)j dass auch iJ^Trstpo; hierher zu beziehen sei, lässt sich 
allerdings durch den nachgewiesenen Münztypus AnEIPÖTAN mit 
einem Stier unterstützen. 

Schwierig ist für uns die Unterscheidung der Bedeutung 
in den Namen 'OXfitat oder ^OXfitat und ^AXfjiiat, o ^AXtapxoc, be- 
kannte Stadt in Böotien, 'AXtcfxfiwv, PB. ;,Seequir^; "'AXüxa, ^AXoxa 
= ''OXuxa, Salzungen, ^AXouc, *AXtoüc, ^AXtfiouc etc., wovon indessen 
die Mehrzahl aus der Wurzel aXc = sal abzuleiten sein dürfte. 
Vergl. Plinius N. H. IV, 8, 29 oppidum Alimon, ab aliis Holmon 
dictum. Femer kJ ^'AXo; in Thessalien, benannt nach den dortigen 
starken Salzquellen, die auch dem benachbarten neuen Orte 
Armyro (aXfiopoc) seinen Namen gegeben haben (Kiepert S. 306). 
Nach anderer Lesart hiesse dieser thessalische Ort 'AXo^, daher 
bei PB. ^Weithausen^, von aXi^, vergleichbar mit 'AXt^I'ov oder 
'AXigotov Tcedtov und 'AXtjoiov oJöac. Vergl. jedoch das lateinische 
Ad Salinas und den phönikischen Namen Malaka, d. i. Saline. 
*AXat ist auch der Name von zwei attischen Demen, *AXat 'Apa- 
<pi]vt8s; an der Ostküste Attikas und *AXal 'Ae^covtSs^ an der West- 
küste; ausserdem noch von mehreren Städten, bei denen Salz- 
werke (aXoTCTjyia, aXe; opüxxot, aXoTCTjYta aüTO|iaTa) sich befanden. 
Eigentümlich ist ot ^AXtstc als Stadtname; wir werden später 
von diesen Mehrheitsformen handeln. Bei Pausanias steht dafür 



262 

^A/.Urj, andere Formen sind ^AXuüar, ^AXtxupva, *AXtxapva, in der 
Bedeutung Salzungen, Seedorf, Seehausen, Meerburg, Seeon am 
Hallwyler See (Schweiz), Seeon unweit des Chiemsees u. s. w. 
Was übrigens die zahlreichen deutschen Namen Hall, Halle, 
Reichenhall, Hallein, Salza, Salzhausen, Salzbergen etc. betrifft, 
so macht schon Förstemann a. a, 0. S. 720 f. darauf aufmerksam, 
dass dieselben wenigstens zum Teil mit hal = Sal, Halle, dann 
Salinengebäude, zusammenhängen, also im Deutschen mit Salz 
nichts zu thun haben; Halle und Saale, Hallein und Salza ge- 
hören allerdings zusammen, aber nicht als etymologische, son- 
dern als weitläufige begriffliche Verwandte. Zur Vergleichung 
erinnern wir schliesslich noch an die vielen lateinischen ON., 
die von Bächen und Flüssen entnommen sind: das schon er- 
wähnte Interamna, Antemnae, Interaquae = Entraigues, Intra 
fluvios = Joinville, Aquae Sextiae = Aix, Sublaqueum = Subiaco, 
Varia, Aquinum, Lautulae, bei Corssen, Beiträge zur latein. For- 
menlehre S. 175 ; deutsch Marbach, Ansbach, Lauterbach, Stockach^ 
Lörrach u, s. w. Zweifelhaft ist wiederum 'AXottt) oder 'AXcßiij, 
Name mehrerer Städte ; vielleicht wie ^'AXoc von akr] abgeleitet. 
Die Namensformen mit karischem Klange (vergl. 6r. Meyer S. 18) 
Aapüfiüjv, Aapü^va, Awpüfjia sollen ;, Tiefenfeld" bedeuten, nach 
Hesych. Acopofivov = ßa^üxaTa, xaTcoTaia, wir vermuten, dass sie 
eher zu XaF, XaJpa gehören, vergl. oben S. 169. Der Berg Aapuoiov 
in Lakonika soll abermals von der lärmenden (XapüCetv) Dionysos- 
feier benannt sein; anders erklärt ihn E. Curtit4S in den Gott- 
Gel. Anzeigen 1861, S. 156. SaXafit;, wenn es nicht mit sala = 
Fels zusammenhängt, bedeutet gleichfalls Seehausen; Zehetmayr 
Lex. com. p. 124 nimmt es für insula, ivaXta, lit. sald, skr. salila 
= aqua, also = Tlsle vorzugsweise. SaX/iciv»], 2aX|x(uviov, dürfte 
als Name eines Vorgebirges auf Kreta ebenfalls mit jener phö- 
nikischen Wurzel zusammenhängen; als Name einer Quelle und 
einer Stadt in der elischen Landschaft Pisatis dagegen wohl mit 
\/ aX, sal. 2aX|j.axt<; bedeutet wohl ebenfalls Salzbrunnen, PB. 
^Springe'', ebenso Salacia in Lusitanien, wegen der Nähe des 
Meeres, nicht aber Salmantica im Binnenlande. — Mcipcuv, Mcfptoc^ 
^lofiapo; gehören auch hierher, vergl. Preller, Gr. Myth. I, 454, 
A. 1; Zehetmayr p. 107. 24 über Aviones, Armorica, Morea. 
lieber 'lopJavoc, "lapdctVTQc, auf Kreta lapJavo?, vom kretischen 
Libanon, dem Weissen Berge kommend, phönikisch lardän = 
Fluss, vergl. Olshausen, Rh. Mus. VILE, 324; Kiepert, Handb. der 



263 

alt. Geogr. S. 391; Fligier, Mitteil. S. 247 stellt sogar lardanos 
dem 'HptSavcJ; gleich. 

Der Begriff der Dürre, des Wassermangels, erscheint, so 
weit unser Verständnis reicht, verhältnismässig selten in grie- 
chischen ON. Sollte die Ursache hievon etwa zunächst in dem 
S. 231 hervorgehobenen früheren Reichtum an Wäldern und 
Quellen zu suchen sein? Wir führen an: Ast'];u8ptov, ^ Wasserlos", 
eine dürre Gegend am Parnass. 'AC>3vta, ;, Dürrenhof en", ein atti- 
scher Demos der Westküste. 'ACavat Dürrfelden, Ort in Arkadien 
mit schlechtem Boden, daher sprichwörtlich 'AC-avta xaxa. Eine 
phrygißche Stadt ^(^OLvoi ist noch bei Hierokles rec. Parthey p. 23 
genannt. Warum übrigens der Flussname ^Avaupo; bei PB. mit 
^Dürrbach" übersetzt wird, sehen wir nicht ein; geradezu falsch 
aber ist unser .,Düren" (seil. Marcodurum) ebenda verwendet. 
Ebenso unrichtig verwerten Andere, darunter leider auch Kar- 
tographen, einige oberbayrische ON. wie Dietenhausen, woraus 
nach dunkler dialektischer Aussprache sofort ein Dürrenhausen 
etc. verzeichnet wird. Erjpa bedeutet allerdings Dürrbach, Dür- 
renstein, dürre Felslandschaft, ebenso die neugriechischen Namen 
Eyjpokofpo^ und Erip6i;of\>o^, 



§7. 

Landschaftliche Benennung von den Bewohnern. 

Nicht immer kam es in den Wohnsitzen der alten Hellenen 
zur ausgesprochenen Bildung solcher Ortsnamen, wie sie als 
Sammelnamen auf — cJv, — oüc, — ai im vorausgegangenen Ab* 
schnitt von uns gemustert wurden. Es finden sich vielmehr in 
einigen griechischen Landschaften auch solche Namen, die gleich- 
sam als unfertige Lokalbezeichnungen nur die Bewohner einer 
Gegend uns nennen, ohne dass eine bestimmte Ortschaft oder 
das herrschende Zentrum dieser Gegend zugleich gemeint wäre; 
Namen also, die einen deutlichen Hinweis auf die Zustände 
einer früheren Kultur, bezw. einer mehr oder minder nomadi- 
sierenden Lebensweise ohne städtische Zentralisation enthalten. 
Mitunter sind es geradezu Gentilnamen aus einer Zeit, da die 
betreffenden Volksstämme noch keine festen Ansiedelungen be- 
haupteten, sondern teils freiwillig, teils gezwungen weiterrückten 
und zu den ;, Schweifenden^ gehörten, was bekanntlich vielfach 



264 

und bei mehreren nachweislieh noch bis in die historische Zeit 
herab der Fall war. Man kann übrigens diesen griechischen 
Namen mehrere unserer deutschen Ländernamen an die Seite 
stellen, die gleichfalls aus Völkernamen entstanden sind; aus 
mittelhochdeutsch ze den Franken, ze Schwaben, ze Bayern, ze 
den Sachsen, für in dem Lande zu den Sachsen u. s. w. wurden 
mit Weglassung der Lokativbezeichnung die Nominative Fran- 
ken, Schwaben, Bayern, Sachsen, Polen, Hessen etc. Vergleichen 
lässt sich diese Namenbildung allerdings mit den oben S. 148 be- 
sprochenen, von Johansson eigentümlich aufgefassten Mehrheits- 
formen in den griechischen und italischen Städtenamen, wie 
solche durch Vereinigung zerstreuter Gaugemeinden (oüvotxoofioc) 
oder durch Erweiterung und Neubegründung sich als notwendig 
und praktisch herausstellten. Ein interessantes Beispiel dieser 
Klasse von Namen ist unter den Griechen selbst 'AXTcijvot, cf. 
Herodot VII, 176 xaxa 'AXinjvoüc, zur Bezeichnung einer Stadt 
der Lokrer. Der Name 'AXur^vot ist daher, wie jener der früher 
erwähnten Kpirj/ivot, für uns insofern merkwürdig, als er deutlich 
den Uebergang in der Entwickelung von dem Namen der Be- 
wohner zum Namen des Landes ausdrückt. Etymologisch ge-? 
nommen, ist der Zusammenhang des Namens !\X7rr^voi mit „Weisse 
Berge" kaum in Abrede zu stellen, auch wenn sich in der oben 
S. 72 genannten Personifikation ''AXtco; ein verkappter Kelten- 
name oder ein Albinus der späteren Periode bergen sollte. Aehn- 
lich hiess Kpavtot einer der vier alten Bezirke der Insel Kephal- 
lenia, vergl. Stephanos Byz. Kpotviot, uoXi; iv KecpaXXigvia xig vijaw^ 
Von den bei Strabon Kapvot, bei Livius, Plinius, Pomp. Mela als 
Carni genannten Bergbewohnern rührt der heutige Landesname 
Krain her, nicht aber vom slaw. Kraj = Grund, Gegend.' Man 
vergleiche ferner oi 'Opsoxai, ein Bergvolk in Epeiros, das selbst- 
verständlich nach 'Op£OT7;<; benannt sein sollte ; oi 'Opoßtot in 
Gallia Transpadana, worüber Cornelius Alexander bei Plin. N. H. 
III, 17, 125 verzeichnet: ortam (gentem) a Graeca interpretatione 
etiam nominis vitam in montibus degentium. Aehnlich der Name 
at 'Opoßtat einer Stadt bei Aigai auf Euboia. Es folgen *Axpo^o>ot, 
die schon früher S. 140 vorgeführte Benennung des Athoskegels 
*Axp6dü)0v, ot Kpcüfivot S. 151, die Stadtnamen ot Aetpivot in. der 
Landschaft Elis, ot Asovftvoi, jetzt Lentini, auf Sizilien, ot Atvdioi 
nach dem Kerne rhodischer Bürger aus Lindos benannt, später 
FsXa oder TeXr^ »von der Kälte des Wassers" {Kiepert, Handb. 



265 

der alt. Geogr. S. 470, A. 1), latein. gelu, wo allerdings noch 
jetzt der Name fiume di ghiaccio auffällt, als ob in diesen Na- 
men eine Wurzel gel — yeXa, yXa, mit lateinischem gelu zusam- 
menträfe. So findet sich, gleich den Piuralformen ^Aftigvat, Brßon, 
Velitrae, Antemnae etc. unter den Griechen häufig und unter 
verschiedenen Formen ot ^AXtst;, auch als Name eines einzelnen 
Ortes, worüber man ebenfalls E, Curtms, Pelop. 11, 461 verglei- 
chen mag. Allbekannt ist die Benennung h TaJpotc, d. i. bei 
den Tauriern, im Taurierlande (falsch ;,in Tauris"). Häufig be- 
gegnet die Benennung ot MTjXtet?, für i^ Mr^Xta; y^ oder tj MaXtct; yi^, 
wie der bekannte Name Bpextiot oder Bruttii für Bruttius ager^ 
oder OapawoTcffitot für die phokische Stadt dieses Namens, wozu 
Strabon IX, 407 auch die Bezeichnung IlapaTcoTafxta erwähnt. Im 
Ganzen jedoch sind diese Namen in Italien ungleich häufiger; 
vergl. Hirpini, der Gau der ;, Wolfsleute", Hernici, vergl* oben 
S. 167, wie Hellusii, flilleviones, von goth. hallu, hallus = saxum, 
•Fels. Atyüe^ oder Atyüpec, Ligures, zu beiden Seiten der See- 
alpen. Auch Chauci bedeutet nach Mor. Haupt Hügelbewohner, 
von altnord. haugr = collis, tumulus, ganz entsprechend den 
Aoxpol 'EmxvTjfxtöioi, Zeuss jedoch versteht unter Chauci Kämpfer; 
vergl. dagegen Zehetmayr, Lex. comp. p. 122. Aehnlich ward 
der Name der Beigen (bolg = tapfer, kriegerisch) zur ehrenden 
Gesamtbezeichnung eines Völkerbündnisses, wie es später die 
germanischen Namen der Franken, Alemannen etc. waren, ebenso 
Gaunamen wie Thietmarsi. Trefflich zeigt H. Kiepert S. 83, A. 1, 
dass in dem bei Herodot vorkommenden Namen für Armenien 
SctOTcsipsc, altarm. Sper, das Präfix keine Reduplikation ist, son- 
dern das im Georgischen noch jetzt zur Bildung von Län- 
dernamen übliche besitzanzeigende Wort sa. Auf dieselbe 
Weise bildeten sich anscheinend Städtenamen wie TpaXXeU, über- 
gehend in TpaXXst?, endlich in TpaXXtotvot, aus ursprünglichen Gau- 
benennungen oder Vereinsnamen überhaupt, wie z. B. in Italien 
die Fantiscritti in Carrara; vergl. Hesych. s. v. TpaA>et(;* oütcdc 
IxaXoüVTO fxtaftocpopoi öpaxs^ xoT^ ßaoiXsuot, oi t«; 90vtxa? XP-^°^^ '^^^^^ 
poüvtec. Vielleicht ist auch 2ap8etc aus früherem 2ap8sT; entstan- 
den, doch will man darin das (^aparda der Keilinschriften er- 
kennen. P. de Lagarde Ges. Abhandl. S. 264 stellt den Namen 
2u dem kappadokischen Monatsnamen lavdapa und Zavdcuv, Sandan, 
pers. Sovärj;, SavSciv ^HpaxX^c. Der seltsamen Benennung eines 
Nomadenstammes an den Nilkatarrakten Gens Catadupi bei 



266 

Plinius N. H. VI, 29, 178 wurde schon früher gedacht. Noch 
nennen wir als solche Graunamen ot Mapaxot, ein Volksstamm in 
Aetolien, KsXxtovaeT; oder KsXxot, ein skythisches Volk, P. de La-- 
garde S. 277; Olxapdai in Thrakien, dann mit Zahlbegriffen ot 
Tstpaxüifiot, Ol TsTpa/cuptiai (vergl. im nächstfolgenden Abschnitt). 
Auffallend ist besonders der Name der in den alten Sagen wie 
in der Geschichte berühmten Stadt Oivtaäat, abermals, wie man 
sieht, Volk und Stadt bezeichnend; die letztere soll übrigens 
früher 'Epuotxr] geheissen haben. Der Volksname Ol Otvta8at 
wurde aber auch für die Stadt gebraucht, vergl. Oberhummer, 
Akarnanien S. 32 f. Der Name erinnert sofort an den sparta- 
nischen Stadtbezirk 'Ayiöat oder 'Aytcfdai, mit den Grabstätten des 
königlichen Geschlechts der Agiaden ((?. Gilbert, Handb. der 
griech. Staatsalt. I, S. 5); an Atvstaöat oder Alvsia, eine Gegend 
in Makedonien, eine Stadt in Tyrrhenien und ein Vorgebirge bei 
Potidaia; ganz besonders aber an die Namen mehrerer attischen 
Landgemeinden, die nach ihrer Bildung ursprünglich nur eines 
oder einige Geschlechter umfasst zu haben scheinen, um erst 
später eine bestimmte konkrete und lokale Bedeutung anzunehmen» 
In alphabetischer Ordnung sind es die Namen 'AYp'.oföat, M^aklioHy 
'AvTtvostc, Auptöai, 'Axapvat, BspsvixiSai, BoüTOtöat, Fscpupeic, AatJaXtäat, 
ActpctöcC, Etpsotöat, 'EmsixtJat, 'EpoidJat, EuvooiiJai, Eunopt^a!, 'ExsXiöafy 
öüfjtatTfltSat , öüpycovtSai, *lTC7iOTa|ia«5ot'. , 'IcptOTtaöat , ^ü)vi8ai, Keipeadat, 
KspafiTjc, Ko^coxtJat, KptoTctSat, KoöavTiöat, Kopitctäat, Aaxiocdocc, AajiTCTpat, 
MeXatvat, ^OipuvTjc, üatoviöat, lI«|iß(üTaöat, HsptOoTJatt, Dcpptöai, üt^XtjXSC^ 
IIpocGioci, IIpooTcaXTa, ^Paxtöai, 2r/;iaxt8ai, SxotfißcDvtäat, 2ußp(8ai, Tt-axiäat, 
TüpfistJat, ^YßaSai, *iXai8ai, Opeappiot, Xaaxtstr, XoXXsMcd. Wie man 
sieht, tragen die meisten dieser Gaunamen das unverfölschte 
Gepräge von Geschlechternamen oder Patronymika zur Schau, 
sind aber gleich den »übrigen sämtlich zu Lokalnamen, bezw. 
Dorfnamen geworden. lieber die Art aber, wie die Komödien- 
dichter der älteren Zeit solche Ortsnamen für ihre Zwecke aus- 
nützten, vergl. Grasberger Die griechischen Stichnamen S. 55 ff. 



267 



D. Ortsnamen von Zahlen und abstrakten 

Begriffen 

(aTco apift}ji(üv xat oufißcßrjxotcuv). 

§8. 
Ortsbeirennung von ZahlbegriflTen. 

Gemäss einer Glosse des Hesychios tVyta = sT;, wonach eine 
Form otYYta für osYyta vorausgesetzt werden darf (vergl. latein» 
semel, simplex, singuli), lässt sich der Name einer Stadt in der 
makedonischen Halbinsel Sithonia mit PB. als ;,Einau^ erklären, 
also aus dem Begriffe der Einzahl. Der Name, vielfach in der 
Form SttYYOc entstellt wiedergegeben, ist neuerdings als richtig 
festgesetzt in der Berl. Wochenschrift für klass. Philol. 1887, 
S. 1127. Ausserdem sind aus demselben Begriff einige wenige^ 
?5um Teil aus einer fremden Sprache übertragene Namen abge- 
leitet, wie Movfl^T], Einau, Insel des indischen Ozeans; Movo^toa 
eine karische Stadt (ytooa = Xt&oc im Karischen); MovoXiftoc ein 
Vorgebirge bei Kamiros (vergl. oben S. 77) ; Movotxoc, ^Einsiedeln^, 
jetzt Monaco, an der ligurischen Küste; Movoxcifxtvov, PB. ;,Ein- 
ofen^, wie Einhaus, Stadt in Unterägypten; MovoicoXi;, Stadt in 
Apulien. 

Zahlreiche Namen von Ortschaften, und Berggipfeln, welche 
die Zweizahl ausdrücken, wurden schon früher S. 82 f. in 
anderem Zusammenhange vorgeführt; zur Vergleichung erinnern 
wir an dieser Stelle noch an das Duab oder Zweistromland, an 
zwifalt ahd. zwisila die Gabel, Hacke, besonders von einer Fluss- 
gabelung. Bei Zwiesel im bayerischen Wald vereinigt sich der 
schwarze mit dem weissen Regen, bei Zwieselstein im Oetzthal 
(Tyrol) der Abfluss der Gurgler Lache mit dem eigentlichen 
Oetzbach. Am Plansee treffen wir einen zweizackigen Berg, den 
Zwieselberg ; desgleichen bei Tölz in Oberbayern ; ein Dorf Zwei- 
kirchen bei Landshut, Zwiefalten bei Sigmaringen u. s. w. Aiotttj 
bedeutet ein arkadisches Zwiefalten. 

Höchst merkwürdig ist eine gewisse Vorliebe für die D r e i- 
E a h 1 bei der Bezeichnung von Bergkuppen, Spitzen oder Zacken. 
Allenthalben begegnen uns Lokalbenennungen dieser Art in den 



268 

Wohnsitzen der antiken wie der heutigen Völkerschaften, und 
zwar als ON. so gut wie in den dieselben umrahmenden Gebirgs- 
zügen als Bergnamen. Freilieh erkennen wir unschwer in vielen 
einschlägigen Namen die Wurzel tri für die Dreizahl nicht min- 
der wie für den Begriff tara, trans, über den bereits früher 
<wegen TpaicsC«; das schwerlich aus xsTpaicsCa hervorgegangen ist) 
eine Bemerkung angebracht wurde« Mitunter sind wir imstande, 
eine Art Wechsel zwischen beiden Begriffen nachzuweisen, z. B. 
skr. tridant, tridens, la trina rr Spitze, la treccia die Tresse, 
und ähnliches; aber die Zahl drei treffen wir erwiesenermassen 
häufig auch dort, wo sie nicht gerade dem Sachverhalt entspricht 
und genau die Wirklichkeit bezeichnet. Es geschieht dies eben 
nach einem altbekannten poetischen und symbolischen Gebrauch 
des Zahlbegriffes drei überhaupt, wie in &ptafißo;, triumpe, ter 
pede terram pulsare; ferner: die Namen der Gefallenen dreimal 
ausrufen u. dgL vergl. J. Koch Quacstionum de proverbüs apud 
Aescbyl. Soph. Eurip. caput I, Regim. Pr. 1886 p. 76. 78 tpiito- 
XtOTöv oIxTov. Ueber die weitgehende Bedeutung der Dreiteilung 
im alten B.om, tribus, vergleiche Th. Mommsem Rom. Gesch. 7, 
Aufl. I, 65, über die ungeraden Zahlen ebenda S. 209. Welche 
Rolle die Dreizahl sogar in Bauanlagen u. dgl. spielte, darüber 
vergleiche man bei Gustav Hirschfeld, Berichte der Kgl. Sachs. 
Gesellsch. der Wiss. 1878, S. 3. Mit starker Uebertreibung be- 
handelt die Sache neuestens Dr. Alex, Pees^ in der AUg. Zeit- 
ung 1887, no. 184 „DoUemetscher und Dollmetscher Städte", in- 
dem er auf drei Ortschaften Tarvis in Friaul hinweist, ferner 
auf Tolmezo, Trasaghis, Trevignano, Terzo (bei Aquileja), Triest 
sc. Tergeste, Tersato bei Fiume, letzteres mit einem von See- 
leuten der drei Zungen (rom. germ. slawisch) vielbesuchten 
Heiligtum. „Der Terglou überragt das ganze dreisprachige 
Gränzland^. Telmissos in Lykien, „der Hauptort des antiken 
DoUmetscherwesens^. ImEtachland: Terlago, Trient, Tramin etc. 
Nach Herrn Peez erhalten wir einfach Tul (Toul) + Metz = Dol- 
metsch (!). 

Abgesehen nun auch von diesem Ineinanderspielen der Wur- 
zeln tri und tara, ist die Zahl derjenigen Höhen und Bergrücken 
keine geringe, von denen thatsächlich drei Spitzen, Zinnen oder 
felsige Kuppen uns entgegenstarren. Wir nennen im Vorbeigehen 
die bei allen Alpenreisenden wohlbekannten Namen Dreithor- 
spitze, Dreiherrenspitze, Cima de' Tre Signori in der Ortlergruppe, 



269 

Dreischusterspitze in den Dolomiten, ebenda Le Tre Cime die 
drei Zinnen, Trafoi = Dreibrunnen am Fuss des Ortler, Tre Croei^ 
Tre Fontane, Trois Torrents ein Dorf in Wallis (Schweiz), das 
Dreisesselgebirge zwischen Böhmen und Niederbayern, der schon 
erwähnte Triglav oder Terglou, ein dreiköpfiger Bergriese der 
Julischen Alpen; Trifels, ein steiler Kegel mit drei Zacken in 
der bayerischen Rbeinpfalz, darf nicht auf Tribocher bezogen 
werden, vergl. Egli Geschichte der geogr. Namenkunde S. 211; 
Dreistelz in der Rhön bei Brückenau, Dreilinden bei Potsdam. 
So treffen wir denn in den griechischen Landschaften zahlreiche 
Benennungen derselben Art; jedoch TpaicsCoGc gehört nicht dazu; 
ob aber TpoiC>]v semitischen Ursprungs ist und ;,Ebene^ bedeutet,^ 
wie H. Kiepert S. 276 annimmt, ist uns doch noch zweifelhaft. 
Bei der schönen Quelle Amymone in der Niederung von Lerna 
zeigte man im Altertum einen Dreizack (xpcaiva), d. h. die Merk- 
male der drei Zinken der Poseidonischen Waffe ; Andere sagten^ 
Poseidon habe daselbst drei Quellensprudel mit seinem Dreizack 
hervorgelockt. Man vergl. übrigens Capo de. Tres Forcas, ein 
marokkanisches Vorgebirge am Mittelmeer, und oben S. 214 
über Tfltpa; und ähnliche Namen. Sicher ist dagegen die Drei- 
zahl enthalten in den nachstehenden griechischen ON. Tpixapavov 
der Dreispitz bei Phlius, zd Tptxpy^va, Berg in Arkadien mit drei 
Quellen; Tpixopov^^o; oder Tpixopodo^ ein attischer Demos; Tptxa- 
pT^vta, Stadt in Pontes, Sitz des Geryones oder des Riesen Geryon 
TptoojfiaTOc, mit drei Leibern, und rpixccpavoc, mit drei Köpfen; da- 
zu die Tü9o>ve; TptowpiaTöt, Preller Griech. Myth. II, 142 f. Tptxo- 
Awot, Stadt Dreispitz in Arkadien, nach Pausanias VIII, 35, & 
ebenfalls vom Dreizack benannt, xal drj xal vojxtojia aoTOtg xo 
apXaTov lizioriiia Ix^'- xpiatvav xal XOigvdc Tipooiüicov, ein echtes „reden- 
des Wappen^ für eine Stadt des Binnenlandes. Ferner die wie- 
derholt besprochene Insel öptvaxta oder Tptvaxtrj, Tptvaxpia, wo 
Tpivaxpoc, Sohn des Poseidon herrschte; nach Steph. Byz. Poly- 
phemos — Euphemos = Triopas. Vgl. auch Harpokration s. v. 
xptxscpaAoc und Tptxepßspoc, den Namen eines Hundes. Der Scho- 
liast zu Sophocl. Oed. Col. vs. 57 führt aus einem Orakel die 
Ortsbezeichnung Xtt^oc xpixctpavoc an, wonach Schneidewin im Vs. 
1595 desselben Stückes rpixopücpoo Tcltpoü herzustellen empfahl. 
Vergl. damit Tor Tre Teste bei Palestrina, in der Nähe Tpta 
xaTCTQXeta = Tres Tabernae (Zabern), in Apulien Trivicum, jetzt 
Trevico. Tptxafx^pov bei Karthago, TpiTcopyta auf Aegina, Tpt- 



270 

xXapoi in Thessalien; in Patrai war ein Heiligtum der Artemis 
TpixXapta ältester Mittelpunkt der drei achäischen TJrorte, deren 
Marken daselbst zusammenstiessen ; Tp(9oX&a und Tpi9uXto(, das 
Dreistammland im Peloponnes; TpiTcoTa/ioc, ein Thalgrund in der 
Landschaft Psophis, in dem sich drei Quellen vereinigen. Tptxcofita, 
Tpivy,ooa (vergl. Faul Hirsch p. 31), TpioxaXa (noch bei Hierokles 
rec. Parthey p. 92, (312 Tptxxr] za vuv TpixaXa, p. 17 Tptxopvta), 
Tpixpava eine Insel, Tptieta oder Tpiiata in Phokis, Tptvaooc Hafen 
in Lakonien, Tpixwviov See in Aetolien, Tptomov Stadt und Vor- 
gebirg in Karlen, durch Anschwemmung mit dem Festlande ver- 
bunden; TpiXsüxov axpov, TptXeoxot, TptaToXoc, die Tpto8oc in Phokis; 
über das Verhältnis dieser Benennung zur Sx'-^'^^ o^^'^ ist allen- 
falls Toser p. 226 nachzusehen; ein thrakisch es Trimontium nennt 
Plinius N. H. IV, 11, 41. Schol. Apollon. Rhod. IV, 310 TptTXwxtv 
xptycDVov xtX. Jedoch Öpia, öptat, öptac bedeutet nicht ;,Dreileben^, 
wie PB. erklären, vgl. S. 244. Mehrfach kömmt der Name Drei- 
atadt vor, TpiuoXK;, bekannt sind wenigstens sechs Plätze dieses 
Namens, [arab. T&rabulus, Atrablus ; Tripolis in Afrika hiess 
früher Sabratha. Die moderne arkadische Stadt Tripolitza heisst 
heute im offiziellen Neugriechisch ebenfalls TpiiroXi;, ihr Name 
erzählt uns übrigens, dass sie die Jirbschaft dreier blühender 
Städte des Altertums angetreten, von Mantineia, Tegea und 
Pallantion. Im Westen von diesem Tripolis erblickt man ta Tpt- 
xopcpa, die drei Gripfel, einen Ausläufer des hohen Berges Mai- 
nalos. Schliesslich sei noch über TpmoX'.iixdc bemerkt, dass dies 
im Altertum der Titel einer Schrift gegen die drei Städte Sparta, 
Athen und Theben war, die fälschlich dem Theopomp zuge- 
schrieben wurde, also kein Ortsname. 

Ungleich seltener, treten in topographischen Namen die 
höheren Zahlen auf; nur die Fünf und die Sieben begegnen uns 
in solchen etwas öfter. Die Vierzahl erscheint in dem wieder- 
holt vorkommenden Namen TerpctTCoXt; für einen Bund von vier 
Städten oder Gemeinden, so in der dorischen Tetrapolis des nord- 
östlichen Attika, in TexpacpoX^a in Epirus, Tstpotr^üpyta, Tetpddwv, 
Tetpiaia? axpa, TetpaxcDfioi, Tsxpaxwptxat, vergleichbar unseren Namen 
Vierraünden, Vierbache, Quatre-Bras etc. DieFünfzahl in dem 
Namen des attischen Demos nevieXy;, des berühmten IIsvTeXixov 
opö;, des arkadischen Berges IlevTsXsta, der dorischen n&vxaicoXic 
in Kleinasien, IIcVTsXdcpot = Fünf bergen, Fünfhügel, in Therapne 
bei Sparta, nsvteSaxxüXoc = Fünffingerberg, vergl. S. 86; femer 



271 

in den ON. IlsvteXstot, IlevTsXetöv {E. Curtius Pelop. I, 214, A. 22), 
IlevTcVijoooc, JlevTotoxoivoc = Fünfmeilen, in ünterägypten ; noch bei 
Hierokles reo. Partliey werden p. 47. 92 neviaox^^ivöv, IIsvTaxüipita 
aufgeführt. 'HpaxXeia ev Uovzto hiess noch in byzantinischer Zeit 
Ilev^epaxXta, jetzt Eregli. Pape'Benseler's Wörterbuch verzeichnet 
ausserdem nevTaypajjLiJLa als Stadtnamen, IlsviauoXa, Fünfpforten, 
ein Thor von Syrakus; nevTaSrjfiiTat eine Völkerschaft in Teu- 
thranien. Die Pentapolis maritima in Italien, während des Ex- 
archates, umfasste Ravenna, Pesaro, Fano, Sinigaglia und Ancona. 
Zu einem Städtebunde nsvTCtTCoXt; gehörte auch^Odsoaoc; amPontos, 
Gilbert Handb. der griech. Staatsalt. II; 186; der dorische Bund 
von fünf Städten Kleinasiens ist bekannt ; ebenso das indische 
Fünf Stromland. Pendschab. Sonderbar aber sind die beiden Orts- 
namen Rocca Ciuquemiglia und Piano di Cinquemiglia , bei 
Solmona in den Abruzzen. 

Die Sechs ist vertreten in dem späteren Namen von Lysi- 
machia ''ESa/iiXtov „Sechsmeil^, 'ESairoXt;, Sechsstädteland, d. i. die 
dorische Pentapolis nach dem Beitritt von Halikarnass. ^E^ofnüXa 
Sechshaus, ein Thor von Syrakus; Sechshaus eine Vorstadt von 
Wien; 'EStJjüov Sechsgassen, Name einer sizilischen Stadt. Selt- 
sam 'E5axcD|jLia xw/it] bei Hierokles rec. Parthey p. 45. 92. Ueber 
das spanische ''ES, Sex, Sexti, cf. Gesenius 1. c. p. 309. Die Sieben 
erscheint ziemlich häufig, nicht nur in allgemeinen und symbo- 
lischen Ausdrücken, wie Sieben Weltwunder, Sieben Sachen, 
Böse Sieben u. dgl. sondern auch in wirklichen ON. Passend 
bemerkt daher Förstemann a. a. 0. 1328 zu Sibeneck, Sibeneich 
etc., diese Namen kämen in Deutschland noch jetzt so oft vor, 
dass hier eine besondere Sitte verborgen liegen muss. Bezeich- 
net sieben eichen etwa eine Gerichts- oder eine Begräbnisstätte ? 
Auch ein englisches Seven-oaks, Sibenbrunnen , Sibbinvelde, 
Sibunfurte, Sibinhirtin; Sibilebo (Siebenleben) könnte zu ahd. 
sibba, sippia = affinitas gehören; Sibichenhusen, Sibichenroth, 
SiblchindorfF'' etc. Die Zahl Sieben ist sogar Wahrzeichen mehre- 
rer Städte der neuen Zeit, wie von Rostock, Brüssel, Avignon 
lieber die Siebenfigur, Septentrio, bei den Römern vergl. man 
jetzt 0. Keller Tiere des klass. Altertums S. 126; dazu Septem 
Castra, Septimontium in Rom, d. i. die ursprüngliche Siebenhügel- 
stadt, bei Th, Mommsen Rom. Gesch. 7. Aufl. I, 45. 48; Septem 
pagi, die Sieben Weiler, am rechten Tiberufer; das Siebenkap, 
ebenda I, 673; das Septizonium, eine auf perspektivische Wirk- 



272 

nng berechnete, bei Side und in andern pamphylischen und pisi- 
dischen Städten wiederkehrende Bauart ; vergL Ckr, Hülsen Das 
Septizonium des Septimius Severus, Berl. Reimer, 1886; wegen 
einer neueren, jedoch verfehlten Deutung des Septizon. als eines 
astronomischen Observatoriums vergleiche man jetzt Berl. Wochen- 
schrift für klass. Philologie 1887, S. 152L Von griechischen 
Namen gehören hierher: ^Eicxa ywviai oder ^Eictayojvta, Siebeneck, 
eine offene Vorstadt von Sparta, ^EnxddcXtpoij ^EirTavT^ota, Eicraicopo; 
ein Fluss inTroas, ^Ema cppsaxa Siebenbrunnen, Strab. XVI, 4,24 
et; ^Etzzu cppiata xaXoü/xeva dno toü oüfißsßrjxoTO^ ^Eizzä Tiayot Sieben- 
gebirge. Jedoch der Landesname „Siebenbürgen^ beruht lediglich 
auf einem etymologischen Missverständnis, er ist entstanden aus 
„Burg am Cibin", Kiepert Handb. der alt. Geogr. S. 334, A. 3. 
Weiterhin führen wir an : ^Emaxivs^iavoc, Benennung einer Gegend 
in Afrika, nach einer Inschrift ; ^Eirra NofAot oder ^E7iTavo|it;, die 
Einteilung von Mittelägypten; ^Eiria ireXayT] Siebenseen, ^Eircaoxöt- 
8tov Bezeichnung dreier Lokalitäten nach ihrer relativen Entfern- 
ung; ^Etct« u3aT0f, latein. Septem Aquae, Siebenwasser, im Sabiner- 
lande; ^Etztol^iuvo^j Name einer Halle in Olympia; ^E7iTax«Xxov, 
Siebeneisen, ein Ort an der Ringmauer von Athen. 

Die Zahl Acht treffen wir in ij 'OxiaycDvoc, ein achteckiges 
Gebäude in Konstantinopel; 'OxiautTapov axpov, jetzt David's 
Head, an der Westküste von Britannien ; 'OxTctiroXic eine Stadt 
in Lykien; 'OxtoIXo^o; oder 'Ottü>Xo9o;, Achthügel, Stadt am thes- 
salischen Olymp, endlich in dem fingierten Flussnamen 'GxTojiiav 
bei Lukian, Phot. Lex. ed. Naber II, 10. Nichts enthält von 
der Achtzahl der anklingende skythische Name für Poseidon 
'OxTa|xaaaSac, zend. ukta = laudatus, mas = potentia, also = 
laudatus dominus, vergl. Zehetmayr Lex. comp. p. 298. 303. Die 
Neunzahl diente zur Bezeichnung der berühmten Quelle Ka- 
lirrhoe bei Athen, ig 'Evveaxpoüvoc, nachdem sie von Peisistratos 
mit einer Säulenhalle und neunfacher Mündung geschmückt wor- 
den war. nxlöpa svvsa, Neunhufen, war der Name einer Ortschaft 
in Phokis. 'Evvsa odot hiess der Knotenpunkt für neun Wege, in 
Thrakien an der Stelle, wo später Amphipolis gegründet wurde, 
Thukyd. IV, 102. Bei Hierokles rec. Parthey p. 92 begegnet ein 
Ort 'EvaxcDfita (sie). Die Zehn kömmt in der syrischen AexanoXi; 
zum Ausdruck; die Zwölf in der achäischen Aajös^aTcoAir, der 
Zwölfzahl der Bundesstädte, dann in der ägyptischen Einteilung 
Ao)Ö£xaoxoivoi;. Aü>ösxaxpouvo; war eine weitere Benennung des vor- 



273 

hin erwähnten Neunröhrenbrunnens bei Athen. Die Zahl Fünf- 
zig erscheint in einem unsicheren ON. IlevnrjxovTopixov, endlich 
die Hundert in ^ExaxojüLicsdöv, ^ExaTOfxTiüXoc, ^E/aiovv>joci und in dem 
merkwürdigen sizilischen Namen xa KsvioptTiot, jetzt Centorbi, lat. 
Centumripae oder Centuripae = CentumcoUes. Der Name be- 
deutet gewiss nicht ;, Stachelwerfer, nach den Einwohnern be- 
nannt*', wie PB. erklären, sondern ist, nach unserer Vermutung, 
aus der Wurzel 9at, kat = centum -f rip = .Hügel, entstanden, 
bezeichnet also centum coUes. Bei Bajä zeigt man heute eine 
Lokalität namens Cento Camerelle ; bei Locarno findet sich ein 
Centovalli u. s. w. 

§ 9. 

Ortsbenennuhg von abstrakten Begriffen und von besonderen 

UmstMen. 

Der Leser wird an dieser Stelle von vornherein keine solche 
Reichhaltigkeit an Namen erwarten, wie sie in der obigen Zu- 
sammenstellung innerhalb mehrerer Klassen zur Erscheinung 
kömmt. Dass die meisten abstrakten Begriffe bei weiterer Nach- 
forschung auf konkrete zurückgehen, ist ohnedies bekannt. Wie- 
derholt wurde schon bemerkt, dass bei weitem die reichhaltigste 
Klasse von griechischen ON. aus den Begriffen für Anschaulich- 
keit, für äussere Formen und Umrisse sich zusammensetzt. Der 
Grundbegriff ist auch Lei diesen Namen ein sinnlicher, indem 
abstrakte Vorstellungen einem Naturvolke immerhin ferner liegen 
und erst mit der fortschreitenden Begriffsentwickelung geschaffen 
werden und in Umlauf kommen. Wie in allen Verhältnissen, so 
ergibt sich auch in der Namengebung innerhalb einer späteren 
Kulturperiode ganz naturgemäss ein Fortschritt oder, richtiger 
gesagt, eine Abschwächung von realistischen und stark individuell 
sich abhebenden Benennungen zu abstrakten und allgemeinen, 
die sich obendrein häufig wiederholen und über weite Kultur- 
strecken ebensowohl eine gewisse Einförmigkeit als auch eine 
Zusammengehörigkeit in sprachlicher und nationaler Hinsicht 
bekunden. Wie bei jeder Verallgemeinerung und Grleichformig- 
keit der einzelnen Bestandteile, so ist auch in den nach Zeit und 
Raum unterschiedenen ON. eine fortschreitende Unbestimmtheit 
und gleichsam eine Farblosigkeit solcher Namen, die für unser 
Urteil in ihrer Neuheit sich behauptet haben, nicht zu verkennen. 

Grasberger, Ortsnamen. IS 



274 

Sehr richtig und zutreffend ist in dieser Beziehung eine Be- 
merkung bei E, Curtius Pelop. I, 89 über die geographischen 
Appellativnamen, welche vielfach an die Stelle der Eigen- 
namen getreten sind. ;,In demselben Masse, wie ein Land an 
Kultur und historischer Bedeutung verliert, verarmt sein 
Namenvorrat, und statt der altgriechischen Polyonymie, wie 
sie z. B. Attika im höchsten Grade auszeichnete, wiederholen 
sich Bezeichnungen der allgemeinsten Art, wie Pota- 
mion, Akrotirion, Bunon u. s. w., welche nun ein bestimmtes 
Plüsschen, Grebirge und ein Vorgebirge bezeichnen ; ebenso Kastron, 
Paläokastron, Paläopolis, Paläochora, Eremokastron, Hellenikon, 
Pyrgos u. s. w. zur Bezeichnung alter Stadtlokale. ^ Immerhin 
finden sich jedoch auch in dieser Rubrik von Spätlingen einzelne 
merkwürdige 'Namenbildungen; allein einer anthropomorphischen 
Auffassung der natürlichen Gregenstände, einer lebhaften Personi- 
fikation im Bereiche der landschaftlichen Umgebung sind diese 
Erzeugnisse einer späteren Entwickelung fast ohne Ausnahme bar 
und ledig. Die Mehrzahl derselben ist von dem Ausdruck liebe- 
voller Hingebung an die Natur und einer gesunden Erfassung 
der konkreten Dinge gerade so weit entfernt, wie etwa der Name 
'Auovoia d. u Verzweiflungsstück, ein Dekret der Phoker, oder 
„Kap der guten Hoffnung'' u. dgl. absteht von der in den Symple- 
gaden, oder im Kaphareus und im Lichasfelsen bezeichneten 
Wirklichkeit. 

Obenan mag hier stehen KaXii) axiig, ;, Schönküste", der Name 
einer Stadtgründung der Sikelioten, der sich auch auf Kreta 
findet. Wegen der Schreibung KäXt) «xttq oder KaXaxinfj, KaXoaxTato;, 
verweisen wir abermals auf die genaue Erörterung von F. Meiinier 
in der S. 94 erwähnten Abhandlung über '^'Apetoc uctyoc und'Apsio- 
uayoc, Asüxt) irsipa und AeüxoTCEipa, ^hpa tcoX'.c und 'ispaicoX'.c, Ba^u; 
xoATioc und Ba^üxoATCo:, Kaivov cppoüpiov und Katvo^ppouptov, MsyaXi; 
xü>fxr^ und fxsyaXoxcD/jiYj-TQ; etc. Wir treffen ferner ein KaXov axpcu- 
Tigptov, ^iXta ctxpa, KaXi^ axpa, Vorgebirg in Bithynien etc. Indessen 
sind unter diesen Namen einige vorsichtig nur als euphemi- 
stische aufzufassen, nämlich als Namen für Küsten, die als 
Unglücksstätten gefürchtet waren, wie es im ägäischen Meere 
besonders bei Athos, Karystos, Malea, dann bei den engen Strassen 
zwischen den Inseln Tenos, Mykonos und Delos der Fall war. Ge- 
fährlich wurden diese Plätze bekanntlich durch den heftigen Nord- 
wind, Passatwind der Alten ; der vielfach verspottete Kanal, den 



275 

Xerxes durch den Isthmos am Berg Athos stechen liess, war also 
durch sehr vernünftige Gründe gerechtfertigt. (Vgl. Leahe Travels 
in Northern G-reece III, c. 24). Indessen tragen noch andere Ort- 
schaften und Anhöhen die Benennung mit xaXoc, und zwar nicht 
im euphemistischen Sinn und wegen irgend einer Gefahr, sondern 
im besten Sinn des Wortes. So KaXXtÖp&jio;, o, oder xd KaXXt- 
8po|Jiov, ;, Schönlauf "*, ein Teil des Oetagebirges. KaXi^ Ilaüxy] ^8chön- 
föhre**, KaXig xcopiij wie unsere ON. Schönaich, Schönegg, Schönau, 
Schönrain, ferner die wohlbekannten Namen Bellaggio, Belmonte, 
Montebello, Mirabello, Campobello (Sizilien), Belgiojoso, Belgirate, 
Bellano, Bellinzona, Bellegarde (vergl. oben S. 35), Beaumont, 
Belpasso, Beauvoir, Belvedere u. s. w. griechisch KaXXtiroXic, im 
taurischen Chersonnes, in Sizilien, Kalabrien, Aetolien, Makedo- 
nien, im thrakischen Chersonnes (Gallipoli), in Mysien, Karlen, 
Syrien, auf Naxos; KaXoßptr], Schönstedt, KaXaßpia bei Hierokles 
rec. Parthey p. 96. Kalavryta ;, Schönbrunn ^. KaXXts'oj war angeb- 
lich ein älterer Name von Kyrene, vergl. Berl. Wochenschrift 
für klass. Philol. 1887, S. 1522 ; KaXXi'apoc, KaXXtapa, Schönfeld, in 
Lokris. 

Weitere Namen derselben Gattung, darunter viele TrägeV 
abstrakter Begriffe, sind die folgenden. Euopac, Bergspitze im 
Taygetos, womit man die „Schönfeldspitze^ am ,. Steinernen 
Meer^ vergleichen mag; EüiraXtov, die schöne ßingstätte, das 
Schwingethal, eine Stadt der ozolischen Lokrer; Euysia Schön- 
feld; EoavSpta, ein Ort in Lusitanien, ^mit stattlichen Männern^, 
wahrscheinlich ominis causa so benannt; Euxcrpiceta oder Eüxapirta 
Outfruchtstadt, in Phrygien, cd EusoTrspiöe;, Schönabendberg, jetzt 
Bengasi in der Kyrenaika; EduSpiov ;,Waterloo^ in Thessalien. 
Dagegen erklärt neuestens Nadrowski a. a. 0. S. 88 den Namen 
Eüpojxac als süpüptüiac, wo zur Vermeidung des Rhotacismus die 
Sylbe pü fiel, indessen mit dem schielenden Zusatz : ;,Bei der Be- 
zeichnung ;,schönfliessend^ wird den Alten ein zu zartbesaitetes 
Naturgefühl zugetraut, das sie bekanntlich nicht besassen*'. Und 
all die übrigen Namen mit sü — und xaX— ? Eu^eivo^, der wirk- 
liche Pontos, angeblich im Gegensatze zu a^svoc benannt. Ein 
karischer Ortsname EupcojAOc, d. i. feste Burg, erscheint neuerlich 
bei Georg Meyer a. a. 0. S. 15. Eü^vat oder Eu^r^vat, Reichen- 
heim, Stadt in Karien. EucDvujASta, PB. „Ludenheim ^, attischer 
Demos und eine karische Stadt; letztere soll nach Stephanos 
Byz. von einem Euonymos ihren Namen erhalten haben ; auf die 

18* 



276 

Bedeutung hätte dies keinen Einfluss, da der Name Euonymos 
selbst schon von euphemistischer Anwendung zeugt. Anders ver- 
hält sich die Sache mit den eigentlichen autokratischen und den 
Namen historischer Persönlichkeiten, wie 'AXe^avöpsia vom Grün- 
der Alexander, Caesarea, Augusta, Colonia Agrippinensis, Karls- 
ruhe, Friedrichsroda, Greroldsgrün u. s. w., die wir indessen von 
dieser unserer Zusammenstellung ausschliessen mussten. Merk- 
würdig ist auch der gleichfalls ominis causa gewählte und öfters 
vorkommende Stadtname ''OXßa, 'OXßta, Glückstadt, Glücksburg^ 
Segensstadt; auch^OXßioicoXu, gleichsam Eldorado; 'Aya^rj inGal- 
lia Narbonensis, jetzt Agde. Vgl. die heutigen ON. Retiro. 
Quisisana bei Sorrent, Abbiategrasso bei Mailand. ^H8ovta d. i. 
Freudenberg, hiess eine Stadt in Epirus, ^HSuXstov oder ^HJüXiov, 
Wonneberg, ein Bergrücken in Phokis. EuayyEXwv Xtfxijv, Hafen zur 
guten Botschaft, wohl euphemistisch so benannt, gleichwie ;,Kap 
der guten Hoffnung^ statt des schlimmen ursprünglichen Namens 
Cabo tormentoso ; in gleichem Sinn Eüjasvoü; XtjAr/; und auch öewv 
XtfXT^v, vgl. oben S. 123 Öecov 0x^311«. Dagegen Atoc axpa, von der 
Verehrung des Zeus als Zsuc axpaioc, vgl. Preller Griech. Myth. 

I, 93. 309, ebenda ^'Hpa dxpaia oder ßoüvata in Korinth, S. 335, 

II, 217. 111; 'AippoStTTj axpaiot S. 2I4f. Also istAtoc oxpa = Godes- 
berg, aber A'.axpia in Attika und Euboia, und 'Euaxpta bedeuten 
Hochland. 'Avaxropetov, Vorgebirg und Hafenstadt in Akarnanien, 
erklären PB. mit ;, Her renschwand ^; 'EXeüOepat mit Preisingen» 
richtig Preising; auch die ON. 'EXsu^sptc, 'EXsüOspvoti oder 'EXeJ- 
Ospva finden sich, und 'EXsüOijp, dies auch als Mannsname. ^AaTiev- 
80; bedeutet wohl ;, Freistadt ^, vorausgesetzt, dass der Name 
griechisch ist. Sicher griechisch ist xa^AooXa, Freistadt, Freihof, 
vgl. die „Freikapelle^ bei Schaftlach in Oberbayern. 'Aotvrjy 
Friedheim, ^OiioXfi, to *^OfAoXiov, *^0[ioX(üov, Name für Berg und Stadt, 
bedeutet Friedberg, da äolisch o|xoX(ütoc = o/xovoyjtixoc vgl. Ährens 
L. Gr. Dial. I, 76. und oben S. 175 über 2otXa[it<;. 'OXc9ü5t<;, sichere 
Zufluchtsstätte, wie ^Apa875v, phönik. = Zuflucht. In Spanien zählt 
man mehrere Städte des Namens Tudela = Tutela, vgl. Preller- 
Jordan Rom. Myth. II, 202, A. 1. 

Einen merkwürdigen Einfluss auf altgriechische Namengeb- 
ung hat der Gott Makar geübt, mit dessen Namen eine ganze 
Reihe von Inseln und Landschaften bezeichnet erscheint. Melkar, 
Melkart, Melqarth ist bekanntlich tyrischer Stadtgott und Ar- 
cheget, besonders für punische Städte. Nachdem aber für das 



277 

ganze Mittelmeer zahlreiche phönikische Stationen oder ^Fak- 
toreien^ nachgewiesen sind, die nördlichen Küstensäüme der 
Adria und der gallischen See ausgenommen, kann es keinem 
Zweifel unterliegen, dass mehrere an das griechische Wort fxaxap, 
fxaxapioc anklingende ON. von Maxap = Melqarth, dem phöniki- 
schen Herakles, entlehnt sind, also aus der älteren und vorge- 
schichtlichen Periode herrühren. Den Zusammenhang dieser Namen 
scheinen freilich die späteren Geschlechter nicht mehr erkannt 
zu haben; auf jeden Fall war den Alten, bei ihrer notorischen 
Vorliebe für das etymologische Spiel mit Namen, das glückver- 
heissende Zusammentreffen des fremden Namens mit demselben 
Begriff in ihrer eigenen Sprache eine hochwillkommene und darum 
auch festgehaltene Thatsache. So müssen uns denn die ;,Inseln 
der Seligen*' (jüiaxape;), , MaxapcDv vi^ooi, auch in der lateinischen 
Benennung Fortunatae insulae als üebersetzung erscheinen. 
Schon Gesenius 1. c. p. 293 spricht es aus: Fortasse Maxapwv 
vT^oot (sie) in Africa proprie erant Herculis, non beatorum insu- 
lae. Solinus aber, der Excerptor des Plinius, bietet uns (Aus- 
gabe Th. Mommsen's S. 231) mit einer komischen Naivetät die 
Erklärung : omnia illic infici odore (d. i. von gestrandeten maris 
beluae) ideoque non penitus ad nuncupationem sui con- 
gruere insularum qualitatem. Bei solcher Auffassung ist 
allerdings der bei Ptolemaios IV, 6, 34 angeführte Spezialnäme 
einer dieser ^Glücklichen Inseln" bezeichnend, nämlich 'Anpooitoc 
vi^oo;, die Unzugängliche. Im Zusammenhang mit jenen in den 
;, Griechischen Stichnamen^ S. 56 f. angeführten geographischen 
Märchen konnte sich allmählich die Bezeichnung Maxapsc fest- 
setzen, wie denn bekanntlich fremde Benennungen, wenn oft 
alles andere längst vertilgt ist, wenigstens unter bequemer An- 
passung am zähesten sich erhalten. Die analogen Namensformen 
der ^AxXavTs;, ropyaäsc etc. waren einer derartigen Namenbildung 
nur förderlich. Vgl. Solinus p. 229 Gorgades insulae .... has 
incoluerunt Gorgones monstra et sane usque adhuc monstruosa 
gens habita. Dass im Grund eine solche Umbildung eines Namens 
wie so häufig unter den Griechen, auf einem Spiele der Worte 
beruht, ist augenscheinlich und von uns wiederholt bemerkte 
Haxapo; Sdo^ heisst die Insel Lesbos in der Ilias XXIV, 544; 
eine Stadt Maxapta treffen wir auf Kypros ; eine Gegend Maxapta, 
d. i. die Segensau, in Messenien; eine Stadt desselben Namens 
in Arkadien; eine eine andere namens Maxotpata in der Syrtika, 



278 

ebenso ein Vorgebirge (Rüs) Melqarth (vgl. Olshatism Rhein. 
Mus. VIII, 329; H. Kiepert Eandb. der alt. Geogr. S. 407). Doch 
lässt sich bezweifeln, dass auch die Namensform Karteia blosse 
Abkürzung sei für Melkarteia, also =^HpaxXeta(OfeÄaw^ew S, 328; 
ebenda S. 332 über Portus Herculis und die verschiedenen Städte 
mit dem Namen ^HpcrxXstx). KapOata, Kaptata, KapxTjta, Carteia, sind 
ungeachtet der verschiedenenSchreibung phönikischen Ursprunges, 
jedoch von dem syrisch-armenischen kert, kerta, latein. certa, in 
Tigranocerta, auch in der Form xopia oder Yöfpxa = Stadt, phö- 
nikisch cirta, abgeschwächt im Persischen gard. Die Form Ilaoap- 
•; a?at wäre nämlich nach P. de Largarde Gres. Abhandl. S. 221 rich- 
tig zu stellen IlaooaYapSa (vgl. ebenda S. 195, A. über FiXi^epSa = 
gilanisches Schloss), wogegen Tomaschek in der Zeitschrift für die 
österr. Gymnasien XXIX, 852 (Jahrg. 1878) über die Lage von 
naoapYotSat, diesen Namen festhält in der Form Pär^ä-gäthu und 
mit Commercium Persarum oder StpaioTcedov IlepoüJv übersetzt 
An die semitische Grundform karth schliesst sich auch der Name 
des bei Chalkedon liegenden Hafens KotpTaXifiiJv an; endlich der 
berühmte Name Karthago, Karthada = Karta hedascha, Neu- 
stadt, griechisch Kapx^jSwv (S. 230) gegenüber Utica, 'Itüxkj, Atik* 
ah = Altstadt. Zu obigem Makar sind auch die beglaubigten 
Formen Maxapa, das spätere Heraclea Minoa in Sizilien, zu stel- 
len, und Maxapat oder Maxxapat, die wohl nicht von [xdxxopa, nach 
Hesychios IpYaXetov YsojpYixov oIc StxeXXa = Karst, benannt sind. 
Unsicher dagegen ist für uns die Notiz bei Solinus ed. Th, 
Mommsen p. 132 über Kaxxaßr], angeblich der alte Name für Kar- 
thago. Vgl. jedoch oben S. 94 die Stelle aus Eustathios Kom- 
mentar zu Dionys. Perieg. Vgl. auch Gesenius 1. c. p. 97 über 
Ma'Xtxa = MaXtxa; = Ma'Xtxap = MsXixspnrjc. BüCavttov, bei PB. mit 
^ Reichenheim", erklärt, verstehen wir, wie schon bemerkt, als 
TJhlenhorst; zweifelhaft aber bleiben für uns Baßpac ;,Schöneck" 
(?) und repaiaxo; ;,Ehrenberg" (?). 

Ein seltsamer Name ist Sicdictj, gleichsam Sohleicbgang, 
escalier derobe, wie eine Strasse in Elis hiess; Pausanias VI, 
23, 6 Tig ayü'.d dk SicdtitJ' ovojüia lizi Xoyo) TOtoISs xsfti^vat Xs/qüoi . . . . 
airo T(üv xaTaaxoTCwv ttj; okotit^c. Wegen des phönikischen Namens 
Ityr^, Siysiov sehe man in den ^Grriech* Stichnamen** S. 52; die 
Beziehung auf oi^rj ist nur als Wortspiel zu betrachten. Auch 
der attische ON, AsxsXsia ist unseres Erachtens eine abstrakte 
Benennung im Sinne der späteren Zeit, dagegen ursprünglich 



279 

wahrscheinlich eine Signalstation (vergl. Setxr^Xiotai, ÖsixxTJpec, i^i- 
xTTjptov, dslyfi«, und oben S. 194), oder auch so viel wie Zufluchts- 
ort, Aufnahme, receptaculum, von 8s$ao&ai, wie at AsSa^ievai, Tcav- 
Soxciov u. dgl. Ebenso MeTaßoX>f, PB. ;, Wechselburg", jedoch schwer- 
lich vom Wechsel (fiSTaßoXiJ) der Bewohner, sondern etwa im Sinn 
einer Tauschstation oder eines ;,TJmschlagplatzes". — Eine Lo- 
kalität in Aegypten hiess iq öijpa tü>v iXs^pavTcov (nicht öijpa), 
vergl. Berl. Wochenschrift für klass. Philol. 1887, S. 827 ; oben 
S. 247. Sr^pai und 'AÖptavodr^pat. In Phthiotis und in Arkadien 
findet sieh der Ortsname ^üXaxrj, in Phrygien ^üXaxstov (Ptolem. 
V, 2). Seltsam erscheint AiiiBr^c 9poupiov, der Name wird von Paw? 
de Lagarde a. a. 0. S. 195, A. aus Theophylaktos Simokatta III, 5 
erklärt: xat Tic etpxrig, Aijftnjv ds ovofxaCoüat rautr/; oi ßapßotpot. Dazu 
gesellt sich 'larpalv 9pouptov, Heilberg, Krankenheil (Oberbayern), 
Quisisana (Sorrent). Ferner Ar'Or^c TroTOfioc, ÄTfjftatov, Friedau, 
^Wahnfried". ATr]i)atüjv, vergl. Panofka a. a. 0. S. 42, wie Lato, 
Latmos zu Ahjtij, AaT|xoc ist Schlaf berg, Aaiüfxvoc bei Kroton. 
nauoiAUTioc ist bereits besprochen S. 76. Aüot|x£Xeta, ^ Stockach", 
wahrscheinlich von derselben Bedeutung wie lopaxw, oben S. 219, 
vielleicht auch die Ortsbenennungen XaXia und b XaXeto). Früher 
erwähnt ist Aüiai S. 209. Eigentümlich sind die ON. IIpofiTgÖtov, 
MavTtveta, öeoTciai, ;, Seherstadt" erklärt Panofka S. 14. 35, und 
ganz ernsthaft Tozer p. 378 Mavi. und Öeaii. from. ^iocvtic and 
^saut^, appear to have been so called as founded in accordance 
with Oracle. Für Böotien wenigstens waren es deren ohnedies 
schon zu viel. Doch wollen wir wenigstens erwähnen , dass 
neuerlich Nadrowski a. a. 0. S. 94 Maviivsta' Mt|iac, auch Mantua, 
zu mons gestellt hat, wenn wir auch nicht begreifen, wie der 
Name ;,Bergen" für die bekannte Festung zwischen den Seen 
passen könnte. Ilapa'.ßaoiov in Arkadien erklärt Toser ebenda für 
called from a breach of truce on the part of Cleomenes, king 
of Sparta, nämlich nach Päusanias VIII, 28, 7. Auf dieselbe 
Weise wird bei Stephanos Byz. nach Nikandros der Name der 
arkadischen Stadt üappaaia (vgl. oben in § 5, S. 219) als Ilapßaaia 
gedeutet, nämlich wegen der von uns früher S. 41 erwähnten 
Tcapavofiia des Lykaon gegen Zeus. Aber Mcor^vdv oder Mstor^va, 
das Vorgebirge Misenum in Campanien, bedeutet schwerlich „ Hass- 
berg ^. Seltsam erscheint auch der Name Maivojisva opTj, die 
wütenden Berge, lat. Montes insani, in Sardinien; ebenso ^EptC«, 
^Streitberg** (?), und riicpov, ;,Schreckenberg*, ferner ^pixiov, ver- 



280 

gleiclibar dem Schreckhorn im Berner Oberlande. Uzepia wurde 
bereits oben S. 150 erwähnt als „Flügelstadt^. Ob freilich in 
29axTT^pta oder Itpa^ia (vergl. oben S. JOO, A.) der Begriff 0(pa$at 
enthalten ist und hiernach eine Bedeutung wie Schlachtberg, 
Opferberg, muss für uns wohl zweifelhaft bleiben. Soüviöv ver- 
steht Panofka a. a. 0. S. 23 von der stürmenden Göttin; der 
Name ist wohl phönikisch, wie bei so vielen Vorgebirgen, vergl. 
S. 78. KaXXtSpofioc als Bergname wurde bereits erwähnt ; indessen 
möge man wegen unserer ON^ Laufen oderLauffen (S. 151) auch 
die Warnung Förstemann^s S. 171 berücksichtigen , deren Bedeut- 
ung gerade Panofka nicht erkannte : Bei Ableitung von ON. soll 
man nicht ohne die triftigsten Gründe an die Götter denken, 
hierin sei^mehrfach zu viel geschehen, und er sei dabei besonders 
ängstlich. ''Aßag, ein mythischer Berg der Heraklessage, unter 
den Griechen natürlich für gleichbedeutend mit aßaxo; ±= unzu- 
gänglich, ünersteiglich, genommen, ist schon oben S- 137 als 
„Scheibenberg" gedeutet worden. Auch zwei Städte mit dem 
Namen 'Aßaxatva oder ^Aßotxatvov werden wir wegen der Glosse 
des Hesychios aßa = xpoxoc als Neurad oder Neuradstadt auf- 
fassen. Unsicher sind Kau'xava und 'Ispafiat, letzterer Name jedoch 
scheint gleichbedeutend mit ^IspoxYjTcia , d. i. Heiligenloh. 'Ixvat 
oder 'I/vtat wurde schon rfrüher erwähnt, ist aber schwerlich 
griechisch; desgleichen Mevat und die Namensformen MsvSy], MsvSt;, 
MsvÖYjc, bei denen man an eine Wurzel — fxsv, iizkdj also = Leibe 
oder Schmelz, gedacht hat. Lokale Bedeutung haben die Namen 
IlapaßüOTOv, ein gewisser Gerichtshof in Athen, daun'^'Opüyiia oder 
Bapa^p&v in Athen, eiÄ Platz ^Opüyfia im dortigen Lykeion ; ferner 
*'Opo$, ein Ort in der arkadischen Landschaft Kleitoria; Xoto;, 
sc. Xifjtrjv, Hafen im Kyzikos, Xütov auf dem Isthmos von Klazo- 
menai, Xüipiov, Xoxpoi oder Xütpot, auch Xutpoc und Xuipov sind 
griechische ON. ÖüjüLtaiyJpiov oder ÖujjLiaxTjpia wird schon im Peri- 
plus des Hanno als eine Gründung desselben ausserhalb der 
Säulen des Herakles aufgeführt. Bei Hierokles rec. Parthey p. 30 
erscheint ein Stadtname Xwjuia und p. 97 at Xtüvai. Zweifelhaft 
bleiben uns'OXuxpat oder MoXuxpat, dann ""Efxsta, PB. ^Kotzau^ Nach 
seiner Bedeutung gehört hierher der spätgriechische ON. Ooivr^fi« 
bei Dionys. Byz. (Geogr. Graeci min ed. Did. II, p. 46), ferner 
KXüOfia, d. i. Ort, wo die Wogen anspülen, Brandung, bei Arsinoe 
am Roten Meer, das Qulzum der Araber, im 4. Jahrh. n. Chr. für 
Suez gebraucht. Wirklich griechisch, wenngleich von abstrakten 



281 

Begriffen, sind unter den Namen für Vorgebirge einige, die gleich 
den früher erwähnten Aüppaxiov, MaXeat etc. auf die Gefahren hin- 
weisen, welche der Schifffahrt in ihrer Nähe drohten. So K(oXü- 
epyta d. i. Störer, von xü>XJstv und SpYov, ein Vorgebirg in Argo- 
lis, und ZujActoiov d. i. Neideck, Vorgebirge bei Aphetai am Ein- 
gang in den pagasäischeu Grolf ; ^Potrsiov in Troaa, von der rau- 
schenden Brandung (polCoc) benannt; MctpTCYjooa, d. i. Raube, Raub- 
stein, Vergil. Aen. VI, 471 Marpesia cautes, von jutapTtieiv = er- 
greifen, packen ; wie man sieht, mit starker Neigung zur Per- 
sonifikation benannt, gleichwie das früher erwähnte gefährliche 
Vorgebirge Kacpapsü;, dann der ^EpüS, d. i. der Zurückhaltende, 
Verzögernde, und der 'ApctSTj; oder ^Apa$oc, d. i. Wogenbrecher, 
oben S. 73 und S. 102 SxüXXa, S. 122 nXTjjiixuptov. Auf das Rau- 
schen der Brandung scheinen, auch die Namen ^PotCoüoai axpat und 
^PotTciov, Rauschenberg, sich zu beziehen, ebenso die Namen der 
Insel Rhene KsXaSoooa und KeXaöeivT^', ferner der Name einer Insel- 
gruppe des adriatischen Meeres KeXaSoüoaat, der Name einer 
Stadt in Lokris KeXa8ü>vy], und ^.i)'{0^, Name eines Kastells und 
eines Gebirges, vergl. unser Klingenberg und Dumpen im Oetz- 
thal (Tyrol). Der letztere ON. hängt indessen wahrscheinlich 
mit kelt. dubnus, dumnus = profundus, profunditas, zusammen. 
Eigentümlich, aber doch wohl griechisch, sind die ON. Koptov 
oder Koüptov, Koüpia^ axpot, Koupixov, vgl. italienisch Giovinazzo in 
Sizilien, und Jungfernstieg, Jungfernsprung, Magdeburg. Hier 
möge noch der merkwürdige Lokalname UatdtC>] Platz finden, 
nicht ein blosser Kinderspielplatz, wie PB. anzunehmen scheinen 
(fälschlich auch ;,in Korinth'O^ sondern etwas mehr. Pausanias 
II, 10 tepov ^HpaxXsöü;* xov fxsv Tcavra svrau^a TCsptßoXov nai'5iCV'' o'-'^" 
lioiQoiiaiv XTA. Das Gymnasium der Sikyonier, dem Herakles ge- 
weiht wie viele andere, war geschmückt mit einem Marmorbild 
von Skopas Hand; der ganze Bezirk dieser Bildungsanstalt mit 
Spielplätzen etc. scheint eben IIai5tC>i geheissen zu haben. 

Hieran schliessen sich Benennungen von luftigen Höhen, 
wie 'Av£|ia)peia, 'AveficuXia, eine Stadt in Phokis, deren Namen un- 
sern Windheim, Windsheim, Windscheid, Winterbergen u. s. w. 
entsprechen; Lykophron vs. 1073 uaxpav AtXatav xave/icupta? usSov. 
'Avc/ioüptov, ein Vorgebirg in Kilikien mit einer Stadt gleichen 
Namens, bei PB. ;,Windhorn^. 'AvsfidJoa, ein Flecken in Arkadien, 
^Avs^atat in Phokis, also Gebirgsdörfer, von der rauhen und den 
Winden preisgegebenen Lage benannt. Zehetmayr p. 94 unter 



282 

findo zieht auch den Stadtnamen Fidenae hierher, den er gleich- 
stellt 'E(p6pa, l(p opo), also Rain ; vergl. indessen oben S. 193 über 
'Ecpü'pa = Warte. 

Von ausschliesslich topographischer Bedeutung sind übri- 
gens sehr viele griech. ON. Analog den ganz allgemeinen Be- 
nennungen Ataxpia, 'ETtaxpia — Hochland, MeaGyaia, ein attischer 
Distrikt = Binnenland, iiecoystGi iioXei; = Binnenstädte, HotpaXta 
= Küstenland, Strandgegend u. dgl. treffen wir Namen mit ge- 
nauerer Bostimmung der Lage ; so im Peloponnes die Landschaft 
MsaaigvY], d. i. Mittel- oder Binnenland, Madhyänä in Indien, ge- 
wöhnlich T^ MsooT^vta genannt zum Unterschied von dem auch 
anderwärts vorkommenden Stadtnamen MeaaTjvTj, womit man ver- 
gleichen mag die Landes-, bezw. Stadtnamen Baden, Luxemburg, 
Portugal, Zürich, Bern etc. In der fränkischen Zeit hiess Me- 
sarea die eigentliche Mesogaia des Peloponneses, nämlich Arka- 
dien, Meaapia, bemerkt E. CurtiuSj Pelop. I, 178, A. 1, ist ein 
noch jetzt häufiger Name für binnenländische Ortschaften, na- 
mentlich auf den griechischen Inseln. Man vergleiche ig Msoaii;, 
Mitterburg, in Achaja; Mzzirq, Mittelstein, ein Vorgebirg in 
Jonien; MsaoXa, Städtchen in Messenien; Meooa oder Msoada, ein 
spartanisches Stadtquartier; Msoaa am westlichen Tainaron; 
Mear^^ßpta, Mittelstadt, Name mehrerer Städte, von der zentralen 
Lage ; noch bei Hierokles rec. Parthey p. 59. 73 MsoTjiißpta. M soo- 
ßoa am Ladon in Arkadien, MsooYstov auf Lesbos, MSO0A090V in 
Konstantinopel, auch MsaoficpaAta in derselben Bedeutung, auch 
ein Name für Delphi als Mittelpunkt und Erdnabel, oben 8. 84; 
16 Msoov ein athenischer Grerichtshof, Msoaijtc Mittelbach/ Mitter- 
sill. Den Namen des lydischen Grebirges Mcaotyyt; glaubt Kiepert 
S. 119 für phönikisch halten zu müssen und deutet ihn gleich- 
wohl als ;,Engpass". Wir vergleichen ferner die altitalische 
Stadt Medama, Mesma, Medme; die Hauptstadt der Insubrer 
Mediolanum"; Messapia = MsooTiOTafiia; Ms^üSptov in Arkadien; 
Mediomatrici, MeSto^aipixot, in Gallien, vergl. Glück, Die bei 
Caesar vorkomm. kelt. Namen S. 137; den slawischen Namen 
Missölonghi, d. i. Mittenwald, von med, mesdju, mesdisch = 
mitten, zwischen, und lug, XoyYoc = Wald; den italienischen 
Mezzocampo 5 den altdeutschen Midgard = Mittelveste ; den indi- 
schen Madhjade^a, d. i. Zentralindien u. s. w. Nach ihrer Be- 
deutung sind ebenfalls hierher zu stellen, als Namen für eine 
Vereinigung, Mittelpunkt etc. Süv'a, Mittelsee, eine thessalische 



283 

Stadt ; lüvopia, nach andern Itvopta, die Gränzstadt vorzugsweise ; 
derselbe Begriff ist wahrscheinlich enthalten in Kuvoopta = Con- 
finium (xüjjL — xüv — 5üv, Süvoc, xoivoc, cum, vergl. G, Curtius, Grund- 
züge der Gr. Etym. 5. Aufl. S. 544), welchen Namen für die 
Landschaft wie für einen gleichnamigen Stadtdistrikt in Sparta 
Einige gar als ;,Hundepiss^ (sie) deuten; wir citieren ihnen zu 
Gefallen noch Pissevache in Wallis (Schweiz). In der Halbinsel 
Krim treffen wir So^ßoXoo Xi/iyjv, jetzt Bucht von Balaklawa. Im 
südlichen Thessalien finden wir den See SovidEc = Lago di Mezzo^ 
und die Stadt Eovia oder Süviai = Mittersee, zu welchem Namen 
Tozer passend bemerkt: as being the common, receptacle of the 
neighbouring streams; der Scboliast dagegen denkt, weniger 
passend, an gemeinsamen Besitz der Thessaler und der Böoter, 
Man vergleiche hiermit noch die Namen Consentia, von den Di 
Consentes = Bundesstadt, und die ON. SüfißoXov und SufißoXa 
(Bursian II, 187), unser Koblenz, Aleali. Eigentümlich ist der 
Name von zwei Inseln . vor der lykischen Küste, Ssvayopoo vi^ooi^ 
fast wie ^^Freundschaftsinseln". (Vergl. übrigens Geogr. Graeci 
min. ed. Did. I, 493.) 

Andere lokale Benennungen beziehen sich auf den Begriff 
der vorgeschobenen Lage, der Entfernung, der Himmelsgegend 
etc. An der Küste von Messenien liegt die Insel IlpiüTij, jetzt 
Prodano, deren Namen nach Schifferbrauch den auf hoher See 
zuerst sichtbar werdenden Teil Messeniens bezeichnete. Die 
Schreibung UpcDTTJ ist mit E. Curtius, Pelop. 11^ 183 festzu- 
halten gegen BursiarCs WLiüi-q (II, 178), denn Wechsel von X zu p 
ist wenigstens im klassischen Griechisch ungewöhnlich; so auch 
nach To^er p. 68. Hierher stellen wir ferner UpoxXövtov, Ort in 
Thessalien: üpoiiaXat d. i. An der Leiten, An der Matt, eine 
Stadt in Sizilien; üpooxtov, Haldenstein, eine Stadt Aetoliens 
am Abhang des Arakynthos. npoowmnc, PB. ;,Vörden^, d. i. die 
Vornliegende, eine Insel zwischen zwei Nilarmen; [Ipouoüc, Vor- 
dernberg, Ort in Arkadien; üpoTrodsc, Inseln bei Aegypten. 
Vergl. auch] oben S. 153 über Ilpciv, Upwvvot etc. Aufi^^, Stadt 
in Achaja, früher IlaAsta geheissen, ist doch wohl von duo/iT], 
Sonnenuntergang, benannt, als die westlichste unter den achäi- 
sehen Städten, Bunsian II, 319; vergl. Landsend, die südwest- 
liche Spitze von England, und Finisterre, ;, Griechische Stich- 
namen^ S. 27. 'EoxaTta, Landeck, war der Name einer Ort- 
schaft auf der Insel Syros, auch für Libyen gebraucht. Im 



284 

attischen Leben bedeutet laxaxta bekanntlich auch allgemein ein 
Aussenwerk oder Vorwerk, das Gränzstück eines Landgutes. 
^EoxaitcüTtc hiess ein See der korinthischen Landschaft Peraia, 
jetzt die sogenannte Buliasmeni, ein Salzsee. 

Auf die geometrische Ausdehnung beziehen sich viele Na- 
men von Inseln und Landschaften. So der alte Name für Euboia 
Maxp'.c, d. i. die Langgestreckte. Olshausen meint a. a. 0. S. 330, 
dieser Name sei wohl verkürzt aus einer vokalreicheren Form. 
Indessen nehmen wir ihn, mit äolischem Accent, für Maxptr. 
Auch bei Kallimachos Hymn. in Del. vs. 20 wird Mctxptc 'AßavTtdc 
^EXXo7rtr^ü)V genannt. Wir brauchen uns über das Fehlen einer 
phantasievolleren Benennung der grossen Insel gerade nicht zu 
wundern; trägt sie doch auch als „RinderinseP keinen Namen von 
ihrem augenfälligen Umriss; vergl. oben in den ^ Naturspielen ^ 
S. 59. Dazu gesellen sich mehrere Gegenden und Inseln, die 
den Namen Maxpa oder Maxpcf führen, entsprechend unseren 
Langenau, Laaland, Langeland, Long-Island etc., so >J Maxpta, 
ein Vorgebirg auf Teos, Maxpa xw^ij, Maxpa tsixt], Maxpat seil. 
TtsTpat, Langensteine; wiederholt begegnet o Maxpac, der Lange- 
berg, vergl. Sass-Lung, der Langkofel in Südtyrol; ebendort, im 
Dolomitengebirge, Sass Maor (bei S. Martine di Castrozza), der 
Grosse Rettenstein etc. Ma'xeta, ein Teil Makedoniens, nach dem 
das Land selbst Maxexta hiess ; Maxpoxpi^'fivta opr], Berge mit langen 
Abhängen, in Sarmatien. Mrjxußspva oder MTjxuuepva ^Langguth^, 
eine makedonische Stadt. MaxioTov, der langgestreckte Berg von 
Tiiphylien, wurde schon oben erwähnt. Jedoch die Städte des 
Namens Ma^vr^ata bedeuten Mutterstadt, von der Göttin Ma. Nach 
ihrer Bedeutung reihen sich ferner an die Namen AoXt'xT^, AooXi'xtov, 
AoXixt^'^T^j d. i. Langfeld, Lengefelden. AayycDV, Langendorf, ein 
Ort in Elis, vielleicht aus dem S. 169 angeführten Aaouov ver- 
schrieben. Auch Tavaypa gehört wahrscheinlich hierher, nach 
der Beschreibung des Dikaiarchos I, 8 ig ös iroXt; ipa^s^a jisv xat 
fxetscDpoc, XsuxKJ Ö£ Tif £7it9avsta; vergl. oben S. 122 über Tatvia, 
sicher aber IlXatatat, und Eüpüis'.at in Achaja. Der anklingende 
Stadtname Msyapa (vergl. oben S. 205) wäre nach Tansanias I, 39, 
5; 40, 6 einfach von dem Msyapov der Demeter abgeleitet; 
ähnlich fasst Preller^ Griech. Myth. I. 465 Mlyapa auf als avaxtöpa, 
d. i. die unterirdischen Heiligtümer der chthonischen Grottheiten, 
von deren altem Gottesdienste die Stadt ihren Namen gehabt 
habe. Anders wiederum Kiepert Natürlich fehlt es auch hier 



285 

nicht an der Ableitung Me^apa von Msyapsüc, bei Stephan. Byz. und 
and., so wie Dr. Fligier Kapua von Kapys benannt werden läsj^t 
und nicht umgekehrt. In Arkadien kam bekanntlich auf Be- 
treiben des Epameinondas die Bundeshauptstadt MsYotATjTcoAt; zu- 
stande, ;,die modernste Stadt der Hellenen, modern in ihrem Na- 
men, ihrer Bauanlage, ihrer Verfassung^, wie sie treffend E. CurtiitSy 
Pelop. I, 281 kennzeichnet. Bald aber ging über diese künst- 
liche Anlage der spöttische Vers um 'Epr^fita jüLsya^Y] 'otIv tJ MsyaXr} 
itoAtc, d. h. Einöde, wüst und gross ist sie, die ;, Grosse Stadt". 
Nach ihrem Begriffe reihen sich hier an Namen wie ria^yatov, 
IlaficpuXia, DavaxTOc oder llavaxTov, IlafißoDTadai. 

Den eben angeführten Namen stehen naturgemäss andere 
gegenüber, welche den entgegengesetzten Begriff der Kleinheit^ 
Kürze, Seichtigkeit u. dgl. ausdrücken. Hier treffen wir auf Aayapta 
Schmalfeld; Asicxt;, wenn der Name griechisch ist, ;, Schmalförden" f 
vergl. Förstemann S. 1029. 1429 über Lützen und ähnliche Namen 
im Deutschen. Vielleicht gehört Acfxüjivov, Berg in Bruttium, 
hierher, wenn dieser Name nicht doch richtiger zu Aac gezogen 
wird. Bei Latiura aber ist das oben S. 199 Gesagte zu berück- 
sichtigen. Der sizilische Stadtname KaxavY], Kaiava, jetzt Catania, 
ist nicht vom griechischen xarcf abzuleiten, PB. „Niederstetten"^ 
sondern ist wahrscheinlich phönikisch und bedeutet die kleine 
Hafenstadt, von xo^cov = der kleine, d. i. Hafen; Ge$enim 1. c. 
p. 422 erklärt dagegen den Namen der Häfen von Karthago und 
Hadrumet, xo&cov oder xaf>oiv, von der künstlichen Ausgrabung. 
Ein Vorgebirge Bpa^sa treffen wir in der Kyrenaika ; eine Bpa- 
XcüSyjc axpa, latein. Caput Vada, am Eingang zur Kleinen Syrte ; 
eine ' Bpaxeta OaXaoaa an der Küste von Mozambique, BpaxetW 
vtJoo;, „Furteninsel^, dem Golfe von Karthago gegenüber. 

Endlich die allgemeinsten und, so zu sagen, nüchternsten 
ON. begegnen uns in denjenigen Ausdrücken, die gleich den 
obenerwähnten auf erste Rodung und Ansiedlung bezüglichen 
die Stätte einer ersten Niederlassung oder vielleicht auch nur 
eines Halteplatzes auf einfache Weise bezeichnen. So erörtert 
Förstemann a. a. 0. S. 1365 s t a d, ahd. stat, nhd. statt = locus^ 
davon Stetti, Stetten etc. und S. 1583 vic, goth. veihs, altnord» 
wik, ahd. wich = urbs, vicus, arx; in Nordeuropa auch = Meer- 
busen, Hafen, Bucht. Auch saelde = Ansiedlung ist zum Eigen- 
namen geworden in dem Dorfnamen Sölden (Oetzthal), Stadt- 
prozelten, Langenprozelten (Unterfranken), gerade wie latein. 



286 

colonia in Köln am Rhein, Cologne, Colonia östlich von Verona, 
von CatuU 17, 1 erwähnt, jetzt Cologna. Mehrere städtische 
Gründungen der Griechen sind von der Wurzel 91 = xsio^at be- 
nannt, wie KüfATj in Kleinasien, KüfxTj auf der Jnsel Ischia, später 
Cumae am Kap Misen, Kujitj auf Euboia. Vergl. griechisch xoi- 
jictoi, xü)|iTf] für xü/fiTj, äol. xüfiTy, litauisch k^mas = Hof, Dorf, 
Jatein. vicus, oppidum, als territorialer Bezirk pagus, 819^.0^. Mit 
dem Begriffe Stadt im örtlichen Sinn aotu, von vas = wohnen, 
in politischem TioXt';, von der Wurzel icXs = pura, puri, Burg, 
Volk, Freistaat; vergl. litauisch pilis =: Schloss, Feste. Vergl. 
ferner asta-m, von der Wurzel äs = sitzen; es bedeutet Raum, 
Ort, Heimstätte, daher Asta, ligurische Stadt, jetzt Asti (oben 
S. 108), und Namen wie Farsistan, Hindostan, Afghanistan. 
Hierauf bezieht Ängermann, N. Jahrbb. für Philol. 1888, S. 8 
die ON. auf — este, Tergeste, Bigeste, Ateste, Ladesta, auch 
Segesta an der Sau und Segesta in Sizilien, Segesta Tigulliorum 
(Plin. N. H. III, 19, 131, jetzt Sestri di Levante) im Lande der 
Ligurer. So gibt es auf dem Gebiet der deutschen Sprache un- 
zählige ;,Hausen^, „Husen", mit und ohne Personennamen, wie 
Berazhausen, Winterhausen, Seehausen, Wolfrathshausen u. s. f. 
Jedoch KoiTYj ist nicht = ;,Bettenhausen", wie PB. erklären, 
sondern einfach wie Kufivj zu fassen, ebenso Ornr] wie die Orts- 
namen ''Oa, Otr), Oiov = Koj^ut], ^Oaot; = Hausen (Uah -= Station), 
Movotxo;, jetzt Monaco, alle mit dem Begriff Einsiedeln, Bergfeste 
auf einsamer Höhe etc. und alle gleich allgemein und so zu 
sagen farblos. Sonderbar, als Ortsname, ist auch der bei Suidas 
erhaltene arkadische Totcoi, ot XeyoiJisvot. Dass jedoch unser ;;Ort*' 
gelegentlich Ufer bedeutet, wurde schon oben bemerkt. Natür- 
lich sind auch fremdsprachliche Ausdrücke mit solch einfacher 
und ursprünglicher Bedeutung eingedrungen oder als Zeugnisse 
der uralten Besiedlung haften geblieben. Wir erwähnen aus 
dem Gebiet der phönikischen Sprache die ON. Vacca, Vaga, 
Badscha = Stadt, Markt, Forum; Siga, Sigatha, Succa, Zucca 
= coetus, societas, forum, agmen {Gesenii^ 1. c. I, p. 319 — 22; 
p. 325; p. 416 sq.); Mtjxcüvy], semit. Haus, Wohnung (Kiepert S. 273, 
A. 1); katpa hebr. = Seite, zur Länderbezeichnung, wie im 
Sanskrit d^Qa. Punischen Ursprungs sind MaXaxa, Malacha = 
officina, opificium; Motye = Spinnerei; BsXcdv, BaiXcuv, Bi^Xoc = 
oivitas; MsXtrifj, Melita = refugium, schon von Diodor V, 12 mit 
xaxacpüyT'i wiedergegeben; Malga, Malqa = Cisterne (Gesenius 1. c. 



287 

p. 92. 162. 297. 310. 312). Ein allgemeiner Begriff wie Ortschaft, 
Gegend, steckt auch in dem heutigen Cattaro, von Kotor ; in den 
ersten Wortsylben wird von den Slawen o meist wie a gespro- 
chen, z. B. Smalenses, Galawin, für geschriebenes Smolenses, 
Golowin. Ein phönikischer Name mehrerer Städte und Inseln 
in Griechenland war auch MtvoJa, d. i. Mond. Ausser der be- 
kannten Insel dieses Namens, im saronischen Meerbusen vor Me- 
gara, gab es auch ein Vorgebirge Mtvma, nach Tansanias III, 23* 
11, in Lakonien. südlich von 'EntSaüpo; XtfiTjpa. Dieses Vorgebirge 
scheint erst in späterer Zeit, bei der Völkerwanderung, künstlich 
durch einen Graben zur Insel gemacht zu sein. ^So entstand 
die Neustadt der Epidaurier, welche wegen ihrer isolierten und 
nur auf einem Wege zugänglichen Lage den Namen Monembasia 
erhielt, woraus die Pranken Napoli di Malvasia gemacht haben^ 
(E, Curtius, Pelop. II, 293). Die Namen 'ÖAtoepoc, TtXcpouoa, Moo- 
vüxta, oder wie 0. Keller schreibt Moüvtxta, sind mit Ausnahme 
des letzten, noch nicht in befriedigender Weise erklärt. 'ASpJfirjTov, 
'AöpüfiTjTOv, 'AöpüfjnfjTOc, Stadt in Libyen, fladrumetum, jetzt Souza, 
wird ziemlich allgemein aufgefasst als Hadramaut, d. i. Ort des 
Todes, „als Zugang zu den Plugsandwüsten ^, wie Kiepert S. 188 an- 
sprechend erklärt. Man kann mit einem solchen ominösen Namen, 
ausser dem bekannten Bab-el-Mandeb, auch Pidoloma = calamitas 
aeterna vergleichen, zu welchem Gesenittsl^ p.422 den Ort „ Angst und 
Not^' bei Halle beizieht. Indessen wollen wir dem Leser nicht 
vorenthalten, was über den ersteren Namen P. de Lagarde in 
seiner skeptischen Weise bemerkt, Ges. Abhandl. S. 253: „Warum 
sollte der Einfall nicht eben so gut sein, das klein asiatische 
'ASpajiüTTtov sei pehlewisches Andramata, Andra- oder Indra- 
Stadt, als der andere es sei hebräisches Hadzremeth: die Laute 
stimmen zu jeder der beiden Ableitungen gleich schlecht, und 
mir fällt nicht ein, eine der beiden für richtig zu halten". Be- 
denklich ist uns allerdings jene, von Olshausen im ßh. Mus. VIII, 
S. 322 auch für 'ASpafxuTttov, 'ASpafiurcic eine Insel sv ttq Äuxia. 
ASpafxüTxa als Landesname etc. vertretene Erklärung schon darum, 
weil derselben gemäss die Umnennung einer Stadt in peius, wie 
sie für den angezweifelten Namen von Hierokles rec. Parthey 
p. 19 bezeugt wird: 'ASpafiuTTtov rj tcots AJpvr^ooc, als vereinzelt 
und höchst sonderbar erscheinen müsste. 

Noch ein paar häufig häufig vorkommende nichtgriechische 
Ausdrücke mit dem allgemeinen Begriffe Stadt mögen hier er- 



288 

wähnt werden. Zuerst das thrakische Wort ßpta = Stadt, doch 
lesen wir bei Hesychios auch ßptav • tkjv Itl a^poTc xalfiT^v. Dagegen 
Stephanos Byz. 446, 16 ßpta ttjv hoaiv cpaol Opaxec. Strabon VII^ 
6, 1 MsoT^fjißpta, Msyapscüv a^otxoc, Ttpoiepov 8k Msveßpta, oiov Miva 
TToXt; (Stadt desMenas), xVJc icoXs«); ßptac xaXoüfisvT;«; epaxioTt, dazu 
Sir-Aüßpia, iTgXüfjißpia, HaXotfißpta, Stadt des Selys, IloATOfißpfa etc. 
KaXoßptTj, ein Kastell in Thrakien, bedeutet also Belleville, Schön- 
statt. In Betreff der athenischen Kolonie Bpea in Thrakien, bei 
PB. seltsamer Weise mit „Kleinsorge" übersetzt, glaubt auch 
Meunier 1. c. p. 297 annehmen zu sollen, dass die Athener bei 
der Gründung nur das allgemeine ßpta zu dem Eigennamen Bpea, 
mit dem Ethnikon Bpsatoc, BpsaTTj;, gemacht hätten, wie es der 
Fall gewesen mit Xapa£. XapaxTjvo;, und dem französischen Orts- 
namen La Fert^. 

Ein weiterer allgemeiner Name derselben Gattung ist das 
asiatische axara'mit seiner Variante Saxa. In Küpsoxata etc. ist, 
wie Meunier bemerkt 1. c. p, 298, nicht zu erklären, „la derni^re 
Cyrie", also nicht aus loxaia, sondern 'AXsSavöpeoxaTa steht gleich 
'AXe£av8pou7i&Xt;,, Küpsoxaxa = KopounoXt^. Auch Saxa bedeutet 
Stadt, Feste; 'ApTaSara ist auch nach Strabon eine und dieselbe 
Stadt mit 'ApiaSiaoaTa, Vergl. übrigens auch TomascheJc in der 
Zeitschrift für die österr. Gymnasien, Jahrg. XXIX, S. 851. 

Aber auch die thessalischen Städtenamen ^Eotta, 'Eoxiata, 
Histiaea etc. möchten wir aus dem allgemeinen Begriff dieser 
Namen erklären, ebenso das früher S. 82 erwähnte Sxr^doc. Ganz 
unzweifelhft ist hier anzureihen die weitverbreitete, echt grie- 
chische Benennung TsTxo? für Kastelle, Lagerplätze und Städte; 
vergl. Skylax 57 'AvcfcpXuoioc tsIxoc xal Xtjanjv. Souvtov axpcorifjpiov 
xal Tstxoc • Oopixo; xetxoc xal Xtfisvsc SJo • ^Pajivoüc xetxoc xxX. Dieses 
Appellativum erscheint auch in der Form der Fülle und Inten- 
sität im Namen eines Kastells bei den Thermophylen, Teix^üi;, 
und der Stadt Tstxtouooa oder Tstxtososa im Gebiete von Milet. 
Ausserdem nennen wir Tsr/oc als einfachen Namen eines festen 
Platzes im westlichen Achaja, Asuxov Tetxoc ein Stadtteil von 
Memphis, FopStoü Tslxoc in Karien, ebenda XwXov Tstxoc, 'Aßcuvoü 
Tctxoc in Paphlagonien, navifioü Tctxoc bei Hierokles rec. Parthey 
p. 29. Tst'x'.ov eine Stadt in Aetolien, wie aleraanisch Schlössle, 
Klösterli. An den vorhin erwähnten Namen XapaS schliessen 
sich an !4Xe$av8poü x^P^^i MsXsaypoo x^P^^y ferner o 4>upxöc ein 
Kastell in Triphylien, nach Hesych. ist dorisch cpoJpxoc = xsTxo;, 



289 

also wie icüp^o;, und bei Pape-Benseler finden sich unter U6pi(o<; 
mehrere ON. zusammengestellt. Hierher gehört auch der alte 
Name OoXaxKj für das achäische Theben, Dikaiarch. 3, 2, Zweifel- 
haft ist der Name leysa, Toiser p. 289 erklärt: place of defense. 
Vielleicht ist doch cTeyov = tectum, tugurium. tegula, Ziegel etc. 
der Grundbegriff, vergl. oben S. 118 und Bursian Geogr. Griech. 
II, 218; I, 211 TsYopa. In diesem Falle würde unserm viel- 
besungenen Dachstein wirklich der Name der phrygischen Stadt 
SxexToptov entsprechen. Nach Leake 1, 121 hienge jedoch der Name 
gar mit dem persisch-arabischen Worte tauk = Gewölbe, zu- 
sammen; Taka oder Taki heisst eine grosse Abzugshöhle der 
tegeatischen Landschaft, welche durch einen Sumpf see, ebenfalls 
Taka genannt, im Winter bei steigendem Wasser unzugänglich 
ist (E, Curtius Pelop. I, 250). Ein Appellativum ist übrigens 
auch der Name Ttpüvc, von Tuppt;, turris (vergl. xspsfxvov, slaw. 
tremu = Turm, Schloss), die Ummauerte, Tstxtosoaa. Forchhammer 
Hellen. S. 253 zieht indessen den Begriff ftupa zur Auslegung 
heran. Auch SipaTOC, der Name für drei Städte, in Akarnanien, 
Achaja und Arkadien, gehört hieher; bei Boraer IL II, 606 be- 
gegnet eine arkadische Stadt StpattTg, über deren Lage Strabon 
unmcher ist. Vergl. oben in § 6 unter Sxr^vat. Der Name Feppa, 
Tflt xa>vOU|üieya Fsppa, d. i. Hüttenheim, Köthen, wird von Strabon 
für Arabien wie für Aegypten bezeugt. Eine Stadt HuXtvT] gab 
es am Pontes, und ein SüXtvY] xüj|a7] = Holzhausen, in Pisidien. 

Hieran schliessen sich von selbst diejenigen griechischen 
ON., welche eine neue Ansiedlung bezeichnen, und zwar mit 
Hinweisung auf einen untergegangenen Ort derselben Benennung 
(vgl. oben S. 187 ff. über die Namen mit 'Avxt — ) oder auch ohne 
derartige Andeutung, einen Neubau also, dem gegenüber sich im 
Laufe der Zeit eine notwendig gewordene Unterscheidung mittelst 
Altstadt, Altstadt, Altstetten, Altkirch, Altenburg u. dgl. fest- 
setzte. Gerade wie in Athen bekanntlich das Geschlecht der 
BouToedoei, nachdem ein Demos dieses Namens errichtet war, den 
bestimmt unterscheidenden Namen 'EicoßouTaSat führte; oder 
gleichwie die Benennung 'Ersoxpr^TSc, d. I. Urkreter oder eigent- 
liche Kreter, gegenüber anderen Volksstämmen auf der Insel 
Kreta, aufgekommen zu sein scheint i). So finden wir die frei- 



1) Ueber die bei Homer verzeichneten Kydonen und Eteokreten vergl. je- 
doch Grote Griech. Gesch. 18. Kap. Bd. II, S. 28 der Uebers. von Th. Fischer. 
Grasbeiger , Ortsnamen. 19 



290 

lieh nicht seltenen, aber doch in dem bereits hervorgehobenen 
Sinne höchst einförmigen Namen für Städte, Vorgebirge und 
Inseln, 'AoTüiraXata, beziehungsweise 'AoTüicaXata, IlaXatTüpoc, Ila- 
Xaia, fiaAat7üa90^, DaXatoxr^tj/t;, üaXatcpapoaXoc, IlaXatiioXtc, neugriechisch 
häufig Palaeökastro, Altstetten; vergl. auch Altaich, vom früh- 
eren Strombette, wie üaXataxafiavöpöc. Gegenüber treten alsdann 
auf bei den Neugriechen die vielen Neochori, bei uns die zahl- 
reichen Neustadt, Neuses, Neuburg, Neusiedel etc. wie im Italie- 
nischen die Namen Gase nuove, Casal nuovo, Castro nuovo, 
Orta nova. Anders jedoch Noviomagus, vom keltischen magh, 
latinisiert magus = Feld, Ebene. So führte die Stadt Taivapo; 
auf dem bekannten Vorgebirge Tainaron (Matapan) später den 
Namen KoetvrjiioXtc, d. i. Neustadt; in der Kyrenaika gab es eine 
Stadt KatvoicoXic, Kaiwares, und ein Kastell Kottvoc = Neuwerk, 
Neudamm, oder Katvdc Xtfiigv, nach Ptolemaios II, 3, 4 in Albion; 
Katvüc oder KatvJc, Naugard, ein Vorgebirg in Bruttium, von 
Stephanos Byz. erwähnt, jedoch schwerlich griechisch, vielleicht 
zu Kenneh zu stellen, gleichwie Ksva, PB. ;,Oedenburg". Wohl- 
beglaubigt aber sind KatVT], Katvat, KatvivTj, wie Nsov tsixoc, Neu- 
burg. Ob Kavr^Ooc Neuberg bedeutet, wie E. Curtius, Beiträge 
zur geograph. Onomatologie S. 152 meint, ist uns zweifelhaft. 
Nola, aus Novla, Novula, bedeutet Neustadt, ist aber nicht mit 
Zehetmayr, Lex. comp. p. 167 aus NsaTcoXtc abzuleiten. Auch der 
Name der Stadt Ny^poaoaoc oder Ncupa in Kappadokien bezeichnet 
eine Neustadt, vergl. unten § 10. 

Gar viele von diesen ON., die heutzutage in den Schulen 
erlernt und im Leben geläufig verwendet zu werden pflegen, 
sind nicht einmal sehr alt, sondern während der Frankenherr- 
schaft in der südlichen Halbinsel Griechenlands oder zur Zeit 
des grossen Völkergewoges in jenen Gegenden entstanden, und 
bleiben gleichwohl ihrer Bedeutung nach für uns so dunkel und 
unverständlich wie irgend ein vorhistorischer oder pelasgischer 
Name. So vermag man für den Namen o Mtopsac, wie der Pelo- 
ponnes im Munde des Volkes hiess, weder Ursprung und Be- 
deutung noch auch die Zeit seines Aufkommens festzustellen. 
Die an sich unwahrscheinliche flerleitung von der Blattgestalt 
wird dadurch beseitigt, dass der Name um die Zeit der frän- 
kischen Eroberung das elische Küstenland bezeichnet (vergl. oben 
S. 27). Nach älteren Erklärern ist Moreas das Maulbeerland, 
nach späteren das Seeland, vom slawischen More, endlich ist es 



291 

auch mit dem in slawischen Ländern weit verbreiteten Ortsnamen 
Morawa oder Morewa in Verbindung gebracht worden (E. CurtiuSj 
Pelop. I, 92. 113, A. 39). 

Ausserordentlich selten treifen wir unter den griechischen 
ON. solche, die eine Beziehung auf Farbe oder auf Temperatur, 
Klima u. s. w. ausdrücken. Auf dem oben S. 116 erwähnten 
Treppenweg von Mantineia nach Argos war eine Stelle, die von 
•dem morastigen Grunde Schwarzerde hiess, x^P''^'' ovofxaCo^isvov 
MsXayYsia. E. Curtius^ Pelop. I, 357 führt eine arkadische Oert- 
lichkeit MsXatvat oder MsXatvsat an, die ihren Namen ,, wahrschein- 
lich dem schattenreichen Grunde" verdankt, also doch wohl einem 
bewaldeten Grunde, dem Waldesdunkel, gleichwie das S. 240 er- 
wähnte Skotini = tJ oxoistvTfj, und unsere zahlreichen Namen 
Schwarzenberg, Schwarzwald, Schwarzenbeck, Schwarzach etc. 
MsXafxcpüAXoc = Schwarzwald, war der Name eines Berges in 
Thrakien und ein früherer Name von Samos, wie denn schon 
früher gezeigt wurde, dass mehrere griechische Inseln von ihren 
dunklen ßergwäldern benannt wurden, wie Sxtaftoc u. a. Oefters 
'wiederkehrende Namensformen sind noch MsXavtcf, MeXavdta, ^'Axpa 
ifieXatva, o MsXac xoaicoc, die Schwarze Bai, im ägäischen Meere. 
Vergl. Monte Nero; aber Montenegro, Tschernagora, trägt den 
Hamen von dem wirklichen schwarzen und kahlen Felsengebirge. 
Vergl. Plinius N. H. V, 5, 35 mons Ater nostris dictus, a natura 
adusto similis aut solis repercussu accensus; ibid. 37, mons no- 
mine Niger. Die Kücfveat icsxpat oder axiai, die Schwarzen Felsen 
am Eingang zum Pontes aus dem Bosporos, auch Koavsa Tcsxpa 
genannt, spielen bekanntlich eine Rolle iij der griechischen Fabel- 
welt. Schol. ad ApoUon. Rhod. II, 317 Tiepl toJv SüjüiicXTgYaöcüV, 
Sit eict TOü üovTuou OTöfiato? -^oav xat OTt Kü^fveat ixaXouvio Sid to 
Xpcüfia xtX. Von der schwärzlichen Farbe der Lava- und Basalt- 
bänke hiess ein Bezirk Lydiens, eine vulkanische Landschaft, 
r^ KaTax8xaü[i8vr^ , das verbrannte Land, auch ort Kaxaxsxaüfievat. 
Martian. Capeila rec. Eyssenh. p. 8 flamma flagrantier et ab ipsis 
Cecaumenis exanclata fomitibus sqq. Aaoötxsta tJ xaxaxsxaoiAsvTj, 
die „Verbrannte^, hiess eine der sechs Städte mit dem Namen 
Laodikeia, jetzt Ladik in Lykaonien ; vergl. Hierokles rec. Parthey 
p. 25. 71; oben S. 245 Kaoüc, S. 232 Braunsberg; bei Xenophon 
Hell. IV, 1. 20 KavTQ xoifATj, übrigens ist diese Lesart unsicher. 
Ueber die dortige Gegend von Eleinasien bemerkt Tojs;er p. 10 
noch besonders : contains a large number of extinct volcanoes, 

19* 



292 

and in the south-est the Mons Argaeus, the gigantic cone of 
which rises to the hight of 13,000 feet. Grleichfalls auf vulka- 
nische Ausbrüche deutet der Name AiOaXtor, AtdaXT], AtOaXeia, d. i, 
;,die russige Insel'', llva, jetzt Elba. Vesuv, Vesvius mons, be- 
deutet etwa Dampfberg, Aetna Brandberg, aus dem Oskischen 
benannt. Toiser p. 377 will auch den Namen der Insel 'Avacpi^ 
auf avaicTStv, to seton fire, vulkanische Erscheinungen, zurück- 
führen, vergl. dagegen Kiepert S. 81. Auch die Namen llsXivva 
oder ll£>a'va, IleXTj, IlsXta;, IleXivvatov oder FleXy^vaTov beziehen PB. 
auf die Begriffe Schwarzburg, Schwarzenberg etc. nepxüJxiQ, 
Schwarzbach, Hom. IL II, 835. Allerdings gilt den Alten auch 
das Wasser überhaupt als dunkel, so dass gelegentlich aquilus 
unserem „schwarz" entspricht, wie aquila, der wasserfarbige, 
schwarze Adler, luna aquilenta, der verfinsterte Mond; vergl. 
G. Fr, ünger, Philol. XXIV, S. 396, woselbst der Plussname 
Umbro und umbra als Pemin, von ojißpo;, imber, hervorgehoben 
werden. Indessen einer Häufigkeit solcher ON., wie sie Forste-- 
mann S. 1420 für die deutsche Wurzel svarz aufweist, begegnen 
wir nirgends unter den Griechen. Es ^ieht gefällig aus, wenn 
Eoü^a bei PB. mit Braunschweig erklärt wird, oder FXaüxöv axpov 
mit Braunfels, allein die Angabien der alten Erklärer sind doch 
mehr als billig ist unbestimmt in Bezug auf die Farben. Frei- 
lich die neueren Ansichten über eine mehr oder weniger im 
Altertum verbreitete Farbenblindheit teilen wir nicht. Denn 
dass die alten Bewohner der glanzerfüllten südlichen Länder, die 
uns die rauschende Scenerie der Odyssee, die erhabene Natur- 
auffassung, wie sie z. B. in der grossartigen Stelle des Prome- 
theus vs. 1088 SüVTSTctpaxTat S'alOi^p iiovtw entgegenleuchtet, ver- 
macht haben, für diese oder jene Hauptfarbe weder Sinn noch 
Worte gehabt hätten, credat ludaeus Apella! IIoAia axpa ent- 
spricht der bläulich-grünen Farbe, wie sie bei dem weithin 
schimmernden Vorgebirge Karystos angemerkt wird, vergl. Mar- 
tianus Capella ed. Eyssenh. p. 226 Carystos marmore fluctibus 
concolore. 'EpJöpat, oder 'Epüöpat, Name mehrerer Städte, lässt 
sich wiedergeben mittelst Rotmoor oder Rotenfels, je nachdem 
die Farbe der Umgegend, des Bodens, oder die Farbe der Felsen, 
Sandstein, bezeichnet ist. Wir erinnern an die umständliche^ 
Erklärung des Namens 'Epo^pa ^GeXaria, Agatharch. de mari Eiy- 
thraeo 2. 5. Vergl. bei Förstemann S. 1211 Retilinstein, der 
Eötelstein bei GoUing (Salzachthal), Rötelstein am Kochelsee^ 



293 

Uri- Rotstock am Vierwaldstädtersee etc. Ad Saxa rubra 
hiess eine Station der alten Römerstrasse am Tiber. Ein Berg 
bei Palermo heisst Monte Gribelrosso, mit einer von uns in den 
;,Grriechischen Stichnamen" S. 26 näher erörterten Tautologie. 
'Epül>ivot, rote Felsen oder Klippen an der Küste von Paphla- 
gonieU) kann man den Monti rossi des Aetna gegenüberstellen. 
Unsern Begriff Gelb oder Falb scheinen die Namen Kvaxtcov (oben 
S. 229), KvaxaÄtov, KvaxaXo? auszudrücken; abgeleitet von der Farbe 
des lehmigen und schlammigen Flusses, bezw. der Felsen bei der 
mehrerwähnten Bergfeste Las, vergl. Pausanias III, 23, 4; 24, 6. 
Th. BergJc, Poetae lyrici Gr. ed. IV, Tom. III, p. 21, fr. 19 
Alcman. Eine ganze Reihe von Ortsnamen, bezw. Inselnamen, 
wie K(/i(üAoc oder Argentiera, die vom grauen oder weisslichen 
Gestein entnommen sind, wurde schon früher angeführt S. 180. 

Ganz spärlich zeigen sich uns ON., die auf Rauhheit der 
See oder der Luft, auf winterliche Lage hinweisen, gleich den 
bereits erwähnten Namen Xetfisptov, Aoppaxtov, 'Avsfio/psia, S. 281. 
Ob Oüptov etwa ^ Windeck*' bedeute (mit PB.), lässt sich bezwei- 
feln; aber OüXstfAsptov, Name eines kolchischen Kastells, bezeichnet 
sicher, wenn nicht ein Uebersetzungsfehler sich darunter verbirgt, 
eine winterfreie, sonnige Lage, wie bei uns die ON. Sonnleiten, 
Sommerhausen, Sommerach etc. Wiederum der entgegengesetzte 
Begriff erscheint in Kpüaoaoc, einem karischen Ortsnamen und 
Vorgebirge, wahrscheinlich völlig identisch mit dem reingrie- 
chischen Namen xa Kpiia und vergleichbar unsern ON. Kalten- 
berg, Kaltenbrunn (am Tegernsee), Kalte Herberge (unweit 
München), Kaltennordheim (Rhöngebirge) u. s. w. 

Nachdem übrigens die auf Götter- und autokratische Namen 
bezüglichen ON. von unserer Darstellung ausgeschlossen bleiben 
müssen, also Namen wie ^Hpata, arkadische für den Herakultus 
gegründete Stadt und ähnliche, auch die zahlreichen auf — ov 
oder — stov wie 'ApTSfitotov, liegt es eben so wenig im Plan unserer 
Abhandlung, die in späterer und byzantinischer Zeit aufgekom- 
menen ON. hier vorzuführen, wiewohl einzelne derselben behufs 
einer passenden Vergleichung bisher erwähnt worden sind. 
Manche von diesen Spätlingen haben allerdings ein wunderliches 
Aussehen und erregen leicht ein besonderes Interesse, wie die 
im Stymphalosthal wie in einem Versteck liegenden Dörfer 
K>w73|i£VTt und Katocfpt, welche als römische Ansiedlungen aufgefasst 
jverden. Diese beiden Namen vereinigen sich zu der Benennung 



294 

xa KATyfxsvTOxatoapa (gleichsam Clementia Caesarea), nach der im 
Altgriechischen sehr seltenen (ein Beispiel au£o[i£t(üO'c), dem neu- 
griechischen Idiom aber sehr geläufigen kopulativen Kom- 
position, welche naheliegende und zusammengehörige Inseln^ 
Städte, Dörfer in ein Wort verbindet, z. B. tJ üapovaSta (d. i. 
Paros mit Naxos), xa Moftcuvoxdpcova. Man spricht sogar im Sin- 
gular von einem Hydrospetzioten (d. i. von Hydra und Spetzia). 
E. Curtius, Pelop. I, 214, A. 33; mehr Beispiele bei L. Boss^ 
Inselreisen II, S. 109. 

§ 10. 

Karische und phrygische oder halbgriechische und barbarische 

Ortsnamen. 

Eine eigentümliche Reihe für sich bilden die zahlreichen 
bei den griechischen Schriftstellern und auf Inschriften vorkom- 
menden ON. auf — aoodcj — tjoooc, — toooc, deren fremdartiges 
Aussehen jedermann auffällt, während ihre Entstehung, Bezieh- 
ung und Bedeutung für uns, wie es scheint, im Dunkel einer 
vorhistorischen Entwickelung verbleiben soll. 

Abgesehen von allgemeinen Bemerkungen über einzelne 
kleinasiatische Namen, wie sie P. de Lagarde und andere gele- 
gentlich niedergelegt haben, sind diese ON. speziell erörtert von 
L. Boss, Archäol. Aufsätze II, 31 ; Olshausen, lieber phönikische 
Ortsnamen, im Eh. Mus. (1853) VIII, 323—337 ; Pott, Familien- 
namen S. 451 ff. desselben „Etymologische Legenden bei den 
Alten«, im Philol. 1863, II. Suppl. Band, S. 278; Ä. D. Mordtmamn, 
Sitz.-Ber. der Münchner Akad. 1861, I, 177; Paul Hirsch, Phiy- 
giae de nominibus oppidorum, Kegim. Boruss. 1884, p. 7 sqq. 
Georg Meyer, Die Karier, Königsb. Inaug. Dissert., Gröttingen 18S5. 

H. Kiepert, Handb. der alten Geographie S* 73, A. 3 äus- 
sert sich über diesen heiklen Gegenstand in folgender Weise: 
^Auf eine den arischen und semitischen Einwanderungen voran- 
gegangene Bevölkerungsschicht weist die ganz Kleinasien um- 
fassende, teilweise sogar bis in die südöstliche europäische Halb- 
insel hinüber reichende Verbreitung zahlreicher Namen mit 
Endungen, welche keiner der arischen Sprachen anzugehören 
scheinen, namentlich die mit den auf alle Vokale folgenden 
konsonantischen Affixen — nd und — ss gebildeten — avÄa, — «via, 
— r^v8oi, — iv8a, — ovSa, — (oväa, resp. — 8o; und — aooa, — r^ooa, 



295 

— toaa, — üooa, — cdos«, resp. — ooo«;.'' Pott nimmt zwei Klassen 
fremder Namen an: a) wenn auf v ein Dental folgt, besonders 
0, wie in KT^piv&o;, 'Afiapüv^oc, Städtenamen auf Euboia, Ttpovc, 
Ttpüvboc, b) in BptATjoaoc, 'Utoooc u. dgl. Nur allgemein und 
ausweichend geht an die Frage nach diesen Namen To^er heran 
p. 353; und ganz wunderlich versuchte neulich A. Feeis in der 
Beilage der Allg. Zeitung, 6. Juli 1887, no. 185, S. 2715 die 
Ortsnamen auf — messos, missos, dessos, ,,die man als karisch 
bezeichnet^, für gothisch auszugeben, ;,umsomehr, als Ortsnamen 
am Nordgestade des Schwarzen Meeres wie Salmydessos u. a, 
nach Russland, dem alten Gothenlande, weisen". Alle bedeuten 
ihm Gränze, Dollmetschstädte, Dult- und Messplätze, so dass 
wir Tölz, Thalmässing, Termissos, Telmissos, auch ultima Thule 
in traulicher Gemeinschaft antreffen, vergl. oben S. 268. 

Wir könnten uns nun allerdings entweder dabei beruhigen, 
dass man heute doch wenigstens vom Lykischen weiss, wie es 
nicht zum Semitischen gehört; oder auch mit einem Tröste des 
Reverend Toser p. 383 begnügen, dass die griechischen ON. be- 
weisen, that, whatever new Clements have been introduced into 
the population of Greece between ancient and modern times, a 
certain part of the inhabitants have been Hellenic all along, 
nach der Auffassung bei E, Curtius, Pelop. I, 88. Allein, was 
noch immer zu wenig gewürdigt wird, das ist doch auch die 
Gegenseitigkeit der östlichen und westlichen Gestade des Aegä- 
ischen Meeres, die ein irregeleiteter Sprachgebrauch immer wie- 
der zwei verschiedenen Weltteilen zuweist, während der wechsel- 
seitige Austausch zwischen denselben sich in unseren ältesten 
Nachrichten bekundet und eine schroffe Absonderung ausge- 
schlossen bleibt. Indessen möge es gestattet sein, hier wenig- 
stens diejenigen ON. zu mustern, die sich vor allen andern durch 
ein Suffix — aoooc, — r^oooc, — taod; auffallend unterscheiden. Die 
Bedeutung dieses Anhängsels hat A. D. Mordtmann a. a. 0, als 
„Stadt^, skr. agä, gefasst, so dass der bekannte Name 'Aaoo; als 
Stadt vorzugsweise zu verstehen wäre, weil nämlich in den Keil- 
inschriften zweiter Klasse as oder ac} für den Begriff Stadt vor* 
komme. Zu beachten ist dabei freilich, dass besagter Name 'Aooo; 
ebenso als Fluss- wie als Stadtname auftritt, vielleicht nur mund- 
artlich verschieden von^A£oc, 'A$ioc,''Oa£oc,*'0£oc ='^ö$oc, 'OStvoec etc. 
Paul Hirsch wäre seinerseits geneigt, mit Andern wiederum auf 
die Erklärung von L. Boss zurückzugreifen, wonach dieses — aoooc 



296 

eine Burg bezeichnet, wenn nur nicht dieses oder ein ihm ähn- 
liches Affix (wie in 'loao;, MoYtooo; etc.) auch einen Bestandteil 
von Berg- und Flussnamen ausmachte, z. B. in 'IXtoaoc, Kr^<ptaoo^. 

Wenn wir jedoch erwägen, dass Namen dieser Gattung 
über Griechenland und Kleinasien hin, auch in weiten Abständen 
von einander sich finden, so werden wir nicht zaudern und auf 
die Seite derjenigen treten, welche in den also gebildeten Namen 
uralte „Mischlinge^ aus Griechisch-Pelasgischem, teilweise auch 
aus dem Phönikischen erkennen. Will man etwa diese Namen 
mit Movers für karische halten, weil sie an der Küste von 
Karlen häufiger auftreten als anderswo, so lässt sich dagegen 
allerdings nichts Triftiges einwenden, als eben dies, dass die- 
selben auch in Gegenden auftauchen, wo wir für die späteren 
Zeiten keine spezifisch karische Niederlassung nachweisen können. 
So mögen denn, mit Forchhammer sei*s gesagt, die alten pelas- 
gischen Bewohner Attikas sich den Namen Lykabettos vindi- 
zieren und mit ihm die übrigen Bergnamen auf — t^tto; und 
älteres — Yjoaoc! 

Der bereits erwähnte Name einer Stadt in Mysien ij 'Aooo; 
wurde bekanntlich schon in alter Zeit vielfach zu einem Wort- 
spiel verwendet : 'Aoadv X^ (oder auch aooov X^ = komm' nur 
heran, tritt näher), w; xsv Oaooov oXs^poü icetpaö^* txTjau Im Fape- 
Benseier' Qc^h^n Wörterbuch wird ihm das deutsche Altena zur 
Seite gestellt, als ob der Name mit dooov zusammenfiele. Wir 
verstehen jedoch darunter, gemäss der obigen Auffassung, eine 
Gräzisierung der Wurzel a9ä, im Sinne von Ansiedlung, gleich 
der früher besprochenen Wurzel ^i, xeTo^ort, xo)[i>j, Cumae, KufXT^, 
und vas in «otü, noch erkennbar in zahlreichen ON., die eine 
Saelde, Siedelei, vergl. Sölden, Brod's Saelde = Prozelten u. a. 
bezeichnen. Reichhaltige Analogien bietet zur Vergleichung 
Förstemann a. a. 0. S. 350 budil = domus, S. 359 zu bürg, S. 367 
zu baur, S. 702 goth. haims,.ahd. heim = Haus, Wohnung, Wohn- 
sitz, Dorf. ^Es ist dieses Wort in vieler Hinsicht das wichtigste 
Element deutscher Ortsnamen^, entartet zu — um; vergl. dun, 
huzun S. 491, S. 879 ff. über hus; S. 259. 362 in zahlreichen 
Beispielen ON., in denen die Begriffe Berg und Burg sich decken ! 
Der Begriff von 'Aoooc ist aber auch in der Namensform 'Aoaijoo; 
für 'AoTjoooc enthalten, aus 'Aqat = Moor und? — aoooc, also ein 
Ort im Moor oder Bruch, eine Burg im Moorgrund. So bedeuten 
auch 'loooc und ^looa schwerlich ,,Ebenau^ von tao; vermeintlich 



297 

abgeleitet, sondern wie einige der unten folgenden Beispiele er- 
kennen lassen, ebenfalls eine feste Gründung oder Niederlassung. 
Entsprechend dieser unserer Auffassung bedeutet 'AXtotoaoc am 
Flusse Halys bei Ankyra, dessen Name übrigens unter Griechen 
auch^'AXü; geschrieben wurde, die Halysstadt oder ;, Wasserburg", 
ebenso gut wie das böotische o ^AXtapTo; eine Lagunenstadt, ein 
„Seehausen" bedeutet. Recht durchsichtig ist nach unserer 
Meinung der vielbesprochene Name der Stadt ^AXtxapvaoooc oder 
'AXtxapvaoo;, Nach A, D. Mordtmann a. a. 0, S. 177 wäre seine 
Bedeutung maritimorum Carum urbs. Die Schreibung mit oa 
ist die inschriftliche und daher der von neueren Kritikern aus 
anderen Gründen beliebten mit einfachem o vorzuziehen. Auf 
keinen Fall jedoch ist zu verstehen 'AXuap — vaooc, denn im 
Griechischen wurde vctooc, weil = v:^oo; und nicht etwa nasus, 
keineswegs im Sinne der oben S. 80 aufgeführten metaphorischen 
Benennung Nase, nez, Landesnaes, verwendet. Nadrowski S. 97 
deutet allerdings „Meeresberg -Insel, aus *AXtxap — vaooo; = 
vdoo;, wobei er das Bedenken wegen der Verdoppelung des o in 
vaooo; = vaooc (sie) durch die Beispiele xXaotc = classis und 
ßaot; = bassis zu beseitigen glaubt. Ebenso deutet er den Na- 
men Kapvaotöv (oben S* 133) als „ Berginselchen ^, nicht „Meer- 
hörnchen'', wie G, Curtius will. Ist jedoch der Name griechisch, 
dann dürfte man eine solche Alteration des mittleren Begriffs, 
wie sie durch Einschiebung eines v in ^AXtxapv — bei der Ableit- 
ung von Kdpec, Kapcüv vorläge, schwerlich rechtfertigen und durch 
triftige Beispiele schützen können. Aus diesem Grunde sind wir 
von Mordtmann^s Auslegung des Namens nicht befriedigt und 
ziehen daher vor, den Bestandteil — xapv — als stammhaft auf- 
zufassen, wie er in den oben zusammengestellten Formen: ätoli- 
sches 'AXtxüpva, Kapvoo;, Kapvia, Kapvcfotov, KapVT] etc. im Indoger- 
manischen erscheint und sich wahrscheinlich deckt mit dem 
phönikischen qeren, Kspvnj, 'ETctxspvTg, Kü'pvo; u. s. w. Die Ueber- 
setzung bei PB. „Meerburg" besagt nach -unserer Meinung zu 
wenig und erst „Burg auf dem Meerfelsen" drückt den vollen 
Namen aus. Th. Panofka a. a. 0. S. 14 erklärt „Meerwidder- 
stadt^ und handelt S. 8 vom Zeus Halios in Halikarnass. Ein 
alter Name der Stadt soll Zscpupa gewesen sein, vielleicht mit 
Fscpopa, Deichstadt, und ZsuYfA«, d. i. Brück, Bruggen, gleichzu- 
stellen. In der späteren ^eit wird auch die Namensform Atxap- 
aoao(; angeführt von Hierokles rec. Parthey p. 175, vergl. oben 



298 

S. 142. Uebrigens war die Stadt Halikarnassos stark befestigt, 
wie die Geschichte von ihrer Einnahme durch die Perser, dann 
durch Alexander den Grossen zeigt; auch besass sie eine 
Akropolis. 

Abermals ist an dieser Stelle der schon früher erwähnte 
Name o und rj MoxaXTjoooc anzuführen. PB. übersetzen ihn 
„Winkelsett"; er bezeichnet zwei nachgewiesene Städte und zwei 
Berge, einmal die böotische Stadt dieses Namens, dann eine 
karische, sonst MoxaATj geheissen. Für MüxöfXTj steht aber, nach 
Hesychios, auch die verstümmelte Form Müxoj fest, wir haben 
also die Steigerung Müxcü, Müxäatj, MuxQeXr^oaoc mit einem und 
demselben Begriff. Auch einen Ort Müxtj nennt Hierokles Tee. 
Parthey p. 19 des Synekdemos, woraus sich uns wiederum ergibt 
MuxT), MüxrJvTj, MüxaATjoooc. Wie schon früher angedeutet wurde, 
halten wir fest an der Aufstellung bei G, Curtius, Grundzüge 
der Gr. Etymol. 5. Aufl. S. 162, dass die erste Sylbe in Mü'xa- 
Xr^oaoc wie in MoxaATj dem nordischen naes, Nase, Schnauze = 
Landspitze, Vorgebirge entspreche. Freilich scheint auch hier 
ein Bedenken im Wege zu stehen wegen des £ in MoxaAT], MT)xa- 
Xtjoooc, gegenüber dem ü von jiüxo;, /iüxttJp, n^xioiiai, allein dieser 
Unterschied in der Messung des ü dürfte lediglich auf jener ge- 
legentlichen Willkür beruhen, die wir oben S. 17 durch das 
Beispiel AäTct^ai für Aautöat gekennzeichnet haben. *) Von dei* 
Beziehung der Demeter Mykalessia auf die Stadt Mykalessos 
mittelst eines redenden Wahrzeichens war schon einmal die 
Rede. Vielleicht gehören aber auch die kariscben Namen Mou- 
xtaooc und Mü^iaoo; zu derselben Anschauung; desgleichen die 
von Hierokles rec. Parthey p. 72 genannte Stadt Mwxioooc oder 

MOJXTJOOC. 

Nach den bisher vorgeführten zusamengesetzten Städtenamen 
bedürfen keiner besonderen Erklärung mehr die Formen 'Axapaooo; 
oder 'Axpaoooc, 'AxaAr^ooor, 'AxpoXtoooc, Kaprjoo; oder Kapr^oooc tind 
Kspr^ooo;, KopTjoaor, KapSoeiJLüATgoooc und KoepiJüXTjoooc (oben S. 134), 
^linzovrjoo^ eine karische Stadt (S. 94), Koßaoodc in Phrygien, zu 
xußsXov = Hohlberg und KußsAT], KapSr^oocc, eine Stadt in Skythien, 
aber auch = Kapöia oder KapJtoTcoAtc am Meerbusen Melas, das 



1) Vgl. xpiQ'Tiic, xpy^uiSoc, lat. crepida, vocalis und vocare, persona und sonara 
n. drgl. 



29» 

ausdrücklich als griechische G-ründung genannt ist. Kpüaooor^ 
Stadt und Vorgebirge in Karien, wie xa Kpua, ist ebenfalls schon 
besprochen. KopoTCaoooc oder Kopomoooc ist wohl gleich KpcoTcaaaoc 
und zu attischem KpcoTOot, Kptoicstat zu stellen. Ilptvaooo; auf Ke- 
phallenia (Bursian II, 372, vergl. oben S. 234), auch eine Stadt 
in Karien, rj Ilptvaoooc, könnte, wenn es nicht vom Baume benannt 
ist, vielleicht gar eine Tautologie aus dem lykischen prnna = 
otxta, priunava = otxta, darstellen. Müpfitooo'c erscheint als eine 
Benennung von jiüpiAirjxec, gleich den früher S. 108 erwähnten 
Felsklippen. 

Dagegen bleibt die Auslegung der nachstehenden ON. mehr 
oder weniger unsicher: 

'Ayop-yiooc, 'Op-pjoooc, Weissenfeis? 'ApY^joooc. 

'AÖT^oooc, 'Aöomooo;. 

'Afiiooc, 'Afiifjooc, Sichelburg? 

'Ap8>jTT0C, attisch, Schwurberg? Tränkershöhe ? 

'OÖTjOooc oder 'OpSigaooc = 'Ap8>jooo;, Netze, E. Curtitis, Gr. Gesch» 

I, 340. Auf Münzen auch 'Odüooo;, 'OäTjoooicoXt?, jetzt Varna ; 

tautologisch, wie Loreleyfels, Kaufburg, Kaufbeuern etc. 
'Aptoeoooc, die arische Stadt? Vergl. 'Aptapxoc, alter Name von 

*AXtapTOc in Böotien. 

BT]pa>oao<;, Fichtenstein ? 

BdXtaooc, Werfen? 

Büßaoooc 

BptXr^oooc, Hartenstein, vom alten ßpt&J, ßpi, und Xac. To^er p. 56 

from the hardness of its marble masses. 
rapYTjTTOc, Eschenberg, Hesych. Yapya = atVeipoc. 
^Eßeooc, ^Eßüooc, jetzt Iviza, vergl. oben S, 237. 
'Eösßifjaooc. 
'Epßifjoodc. 
EünaXTjTToc 

'EcpyjTToc. 

'l7]Xüooo<;, 'ItjXüooc, 'laXoooc, PB. ^Hainsberg" ? 

'IXtoooc, für EtXioooc, Krummbach, Elisa = rivus. 

'Ivüoooc, ''Ivüxoc. 

KTjpcooooc. 



300 



K>j9io<30Cj K7](ptoo;. PB. ;,der Stille, Stumme^; Forchhammer, 
Hellenika S. 3 ^^G-artenfluss^. Vergl. oben S. 204 über 
xa9 — und xair — . 

KvcDOoc, Kvcoaoo«;, Rusche? 

KoXoßpaoooc, KoXußpaoooc, wiederholt bei Hierokles. 

KopaoGoc. 

KüStooo;, in Phrygien, bei Hirsch p. 7 die Formen KüStjoooc und 
K>j8tooo(;. Vergl. auch Kü8aO>}vatov. 

Aaxptaoooc. 

Aapvaoaoc, Kistenberg? 

AüxaßTjTToc, oben S. 169. 

AüpvTjooo'c, Name dreier Städte in Kleinasien. 

MapiiTjoooc. 

Meya^waoo;, Breitenstein. 

MspfiTjOooc, Grrossglockner. 

Naveoooc 

Nüooa, d. i. Neustadt, aus ny — as oder nu — as, A. 2). Mordt' 
mann a. a. 0. II, S. 25. 

NTjpoaoooc oder NüJpa, armenisch Nor, bedeutet gleichfalls 
Neustadt. 

napvyjoo6(;, llapvaaao;, üapvaao;, Hängeberg, ^Pendling"; vergL 
oben S. 153 über iipcov, 7rpavrl<; etc. Der Bedeutung nach 
schliessen sich an der attische IlapvTjc, IlapvYjöoc, o üapveuv, 
ein Berg zwischen Lakonien und Argolis. Jedoch Kiepert 
S. 59 f. versteht den Namen, wie schon Aristoteles, als 
gleichbedeutend mit DapoTraviooc. 

napoiiavioo(;, napOTO[itao(; oder üapoicafitoov sc. opoc, wahrschein- 
lich mit einer Tautologie aus pers. Paru, altpers. =• Berg. 
IJep[iY]03öc, vergl. Tep[i7]ooo<;. 

n£TSV>J00ö<;. 

Iltöcüoooc (so Hirsch p. 7 statt Iltöooooc), Insel an der Küste von 
Karien, bedeutet entweder Brunnfeld ;(S. 225) oder steht 
für 2m5ü)Oooc d. i. die Grosse, Breite, Breitenfeld» 

npaiTCsvtoooc oder Ilpeitsvtooo!; in Mysien, „Leuchtenberg". 

npüfiVTjoaoc, bei Ptolem. V, 2 UpüjxvTjota, „ Hinterhausen ^, 

^PüTtaoooc. 

SayaXaaooc, phönikisch. 

2ap5T]oooc, Stadt in Kilikien. 

SsXytjOoo;. 



301 

Saaoooc in Phrygien = Schweinau, Schweinheim. Ob auch 
ZuXxoi in Sardinien? 

2üna>.Y]TToc, ein attischer Demos. 

Ta^taoooc (^Hirsch schreibt Ta^pXaosoc), ein Berg in Aetolien mit 
dem Grabmal der Kentauren, Strabon IX, 4, &; wahr- 
scheinlich auf Grrund einer etymologischen Spielerei von 
der bekannten Sorte. 

Tüvr^oaoc, Tüevsoo(5c, öüsoaoc oder öüoooc werden vereinzelt er- 
wähnt, Hirsch p. 8; öüsoaoc in Lydien hiess auch öüsoao- 
xa7tT]Xta, der lärmende Markt, ;, Ludenheim ^. 

TsXfiTjOooc, auch rj TsXsfisoooc und TsXfitoooc, eine Stadt inLykien 
und eine in Karlen, auch Name eines Vorgebirgs und eines 
Flusses, scheint unseren Moosburg, Lagunenstadt, zu ent- 
sprechen. 

TsüfiTjaoo;, 6 und nj, Berg und Stadt in Böotien, vielleicht nicht 
verschieden von TsXfiTjoooc und Tüfivr^ooos in Karlen. Uebri- 
gens vergleiche man die sonderbare Deutung durch Ä. Peez 
oben S. 268. 

TepjiKjooo;, TspfJteooc, ist zu Tepfiwv, Terminus, Gränzfluss, zu 
stellen, vergl. Fanofka S. 10. 

Ttraptooo?, TtxapYjaao^ in Kappadokien. 

Tüfivr^oooc in Karien, vergl. TsofiYjoaoc. 

^Yyaoao; in Karien. 

*Y8toooc in Karien. 

^Yyjooo'c, 'Yt]tto; in Böotien. 

*Y|jiT]TTO<;, ^Yfir^oooc, ßegenberg. [nach Forchhammer Hellen. S. B 
und Fanofka, Von dem Einfluss der Gotth. S. 8; auf die- 
sem Berge war ein Altar des Zsü; ^'Ofißpto; und eine Statue 
des hymettischen Zeus. Im Hymettos lag die KüXXoü ÜYjpa, 
vergl. oben S. 119 und in der Berl. Wochenschrift für 
klass. Philol. 1886, S. 1027. 

*Yooo;, ''Yoooü Xt^Tjv, in Pontes. 

'Yatai, ^Yata? 

Für die spätere Zeit werden noch erwähnt bei Hierokles, 
Parthey^s Ausgabe S. 46 'ASpaooo; oder 'A8paao;, 'Axpao6(:. S. 12 
^ApTtaoooi, 'AyaXaoaöc, S. 27 8Tff[iOü 'AXajxaoooo. AiytoaG;, 'AxaXtoooc, 
'ATYavaoo;, S. 72 'Apaßioaoc. S. 22 Aapaoo;. S. 72 Kaßiooo;. S. 22 
Kt8uooo<; oder KtStoaoc, As^toao;, KoXaoaat, S. 27 'EXeßsoo?, 'EßpatixoCr 
'OXüßpaoo;, S. 315 'Eptoooc S. 14. 316 ^leptooo^. S. 22 Tafiaooo;. 
S. 112 Taiiaooot, Ttiuaoooc. 



302 

Ein zweifelhafter Einwohnername KtSveaoetc erscheint auf 
einer Münze bei Barthelemy Numism. ant. p. 262. In Kreta be- 
gegnen uns die Namen Kvcuoaoc oder Kvüjooc, Atoooc, vielleicht 
identisch mit At£oc (oben S. 178), UoixtXtaooc, PB. ^^Zierenberg", 
jetzt Boukoliasi (!). ToXtaooc oder Tüatjooöc. An der thrakischen 
Küste der vielgenannte Küstenstrich o SaXfiüÖTjoooc ^^Seebeck*, 
ij SaXfiüÖTjaooc, eine dortige Stadt. TsfiTjao&c oder Tafiaaao;, Tsfieor^, 
Tsfi^J^a, ON. phönikischen Ursprunges, wurden bereits S. 209. 
erwähnt. 

Auf die karischen Namen MuXaoa, UrJSaoa und ähnliche 
wurde ebenfalls schon früher hingewiesen. Auch die Städtenamen 
mit dem Suffix — ama müssen als karische betrachtet werden, 
nspyajxö»;, Kioafxo;, Srjoafxov, 'ispafiat, KJafio; auf Kreta, Kapafio;, 
Plinius N. H. V, 31, 133 oppidum Caramus in Arconneso. Ste- 
phanos Byz. 331 ^Ifipßoc vtJooc ^o^t öpaxr]c, tepa Kaßsipüiv xal 'Epfioü, 
ov *'I[ißpa[iov XsYOüoi Kaps;. Gerade so begegnen uns die Namen 
dortiger Eponymoi Dupafioc, nipYafxoc, AuYÖafxoc, STjoafioc, Tsütafioc, 
TcüOpajio; (vergl. über diesen Namen und wegen Teuffpavta bei 
P. de Lagarde Ges. Abb. S. 257), wie die Wortbildung ^aXafioc, 
opxajAo; etc. Auf Kreta gab es zwei Städte des Namens Ktoafio;, 
Küa|jio? war ein alter Name der Halbinsel zwischen Aptera und 
Kydonia (vgl. Berl. Wochenschr. für klass. Philol. 1887 S. 898). 
Ueber die Beziehungen der Karier zu Kreta, bezw. die verschie- 
denen Angaben bei flerodot und Thukydides in diesem Betreff 
urteilt verständig G. Meyer a. a. 0. S. 3 ff., indem er gleich- 
iseitig hervorhebt, dass das karische Element auch in den grie- 
ohischen Küstenstädten, wie Halikarnassos und Jasos, vertreten 
war; denn dies beweisen die häufig vorkommenden karischen 
Personennamen auf griechischen in diesen Städten gefundenen 
Inschriften. 

Wie mit der Erklärung der Namen auf — yiz(zo(:^ so dürfte 
allmählich auch für dieDeutung derjenigen auf — av8a, — Tj^ioL, — üv8a 
6tc. sich ein Fortschritt ergeben, sobald einmal einige dieser 
Namen so überzeugend ausgelegt sind, wie durch P. de Lagarde 
der Name "AXaßavSa, vgl. oben S. 93. Wie G. Meyer S. 10 betont, 
iann hier nicht die Rede sein von einem Suffix av8a, weil das- 
selbe in einer Anzahl karischer Städtenamen in gleicher Funktion 
erscheint, also ist ßav8a zu verstehen, was als letztes Kompo- 
sitionsglied auch in den ON. '^Yßavöa und Mouaßavöa auftritt. Es 
können also in diesen ON. recht gut Verbindungen vorliegerf 



303 

wie in den echtgriechisclien Zusammensetzungen Aüxoooüpa, IIpo- 
xovvrjooc, oder in aufgelöster Form MoXwv ttöXic, Ilavd; axpov, Aiyoc 
Tcoxafiot, Booc aoXrj, Kovmv v>Joo^ u. s. w. , 

Fremdartig und sonderbar lauten für uns auch die mit ^Psye — 
zusammengesetzten pontischen Städtenamen, welche flierokles 
im Synekdemos aufzählt, Parthey^s Ausgabe S. 34 ff. ^PsYSTaxaio;, 
*Pe7o8üjpisc, ^PeyevayaXta, ^PsYSfJtvr^C'^^, ^Peysfiaüpsxtov, ^PsYexvaxaÖT], ^Psys- 
icodav8o;, ^Pcyeö&apa, ^PsYSfxoüxtoo;. Man erinnert sich wohl der 
soeben erwähnten karischen Namen Mouxiojoc, MüYtoadc. Indessen 
diese und ausser ihnen die weiteren, bei Paul Hirsch 1. c. an- 
geführten Namen (p. 29 sq. oppida a cultu deorum nominata) 
liegen gleich den zahlreichen autokratischen Ortsnamen aus der 
späteren Periode des Hellenentums ausserhalb der Gränzen, 
welche für die vorliegende Darstellung gesteckt werden mussten. 

§ 11. 

Ueber doppelte Benennung und Aenderung der Namen. 

Indem wir bei diesem Abschnitt über Doppelnamen und 
Umnennung diejenigen Angaben, die bereits in den ;, Griechischen 
Stichnamen" S. 19 f. 25 j0F. 49, 61 gemacht sind, als bekannt 
voraussetzen zu dürfen glauben, heben wir zunächst hervor, dass 
überhaupt in den vorliegenden Abschnitten über die ON. zahl- 
reiche Beispiele von Namensänderungen sich finden, die dem 
Leser nicht entgehen, aber an dieser Stelle nicht von neuem 
wiederholt werden können. Indessen dürfte eine kurze Erörter- 
ung über die bekannten topographischen Homonymien und über 
die Aenderung oder, auch Entstellung griechischer ON. überhaupt 
wohl am Platze sein. 

Bei vielen Doppelnamen von Personen tritt uns der 
im Allgemeinen schon bezeichnete Fall entgegen, dass ein helle- 
nischer Name mit einem fremdländischen gepaart erscheint, in- 
dem der erstere gleichsam als erklärender Zusatz dem ausländi- 
schen sich beigesellt, wie in der Verbindung von 'Ivto und Aso- 
xoftla, MeXtxspiT]; und IlaXaifitov. So bemerkt E. Curtitis Griech. 
Gesch. I, 65, dass die Helden im Reiche der Dardaniden Doppel- 
namen tragen, wie Alexander und Paris, Hektor und Dareios^ 
;,von denen der eine den Zusammenhang mit Hellas, der andere 
den mit dem asiatischen Hinterland andeutet^. Ueber Alexander 
Paris vgl. man auch G. Curtius Zeitschrift für vergleichende 



304 

Sprachforschung I, 35. Ein dwuvofioc war auch Deukalion, nach 
dem Schol. zu Pindar Olymp. IX, 85 hatte er als zweiten Namen 
^Otcoüc. Freilich liegt hierbei die Möglichkeit sehr nahe, dass ein 
solcher zweiter Name lediglich ein ursprüngliches Prädikat oder 
ein anderweitiges Attribut bedeutet; wenigstens suchten schon 
Ciavier Prem. Temps I, 53 und Buttmann Mythol. II, 137 f. nach- 
zuweisen, dass derartige Doppelnamen häufig aus einer Greläufig- 
keit der Mundart hervorgingen oder nach der Weise des höheren 
Altertums Appellative mit den Zeichen individueller Bestimmt- 
heit verknüpften. NVergl. über ^'ApTjc 'Evoa/aöc Grasherger Erzieh- 
ung u. ünterr. im Altertum, Bd. III, 34, undin den„Stichnamen*^ 
S. 26 f. So ergab sich jene Vielnamigkeit der Götter, die durch 
allmählige Ausbildung der Oeöl Tcapsöpot, ouvvaot, oüvsouoi, ouvoixot^ 
böotisch ofioxstat etc. noch gesteigert wurde. Die Festsetzung der- 
artiger Appellative als förmliche Eigennamen, bezw. Stichnamen, 
lässt sich genau beobachten z. B. an dem alten epischen Epithe- 
ton des Hephaistos 'AficpiYüijsi^, der Hinker, KüXXoTcodtcuv, derKrumm- 
fuss, welche wohl ursprünglich das wackelnde und flackernde, 
lohende Wesen der Flamme ausdrückten, oder KT^ÖaXtcuv, „Fege- 
bank", Feuerbrand, als Diener und Lehrmeister des Hephaistos 
u. s. w. Vgl. Preller Griech. Myth, I, 377 über Melikertes-Palai- 
mon, Mater Matuta etc. Da der Name Melikertes entschieden 
phönikischen Ursprungs ist (vgl. oben S. 277), scheint auch hier 
Palaimon zu dem ausländischen Namen ein erklärender Zusatz 
zu sein. So entstanden auch neue Götternamen häufig infolge 
einer neuen epichorischen Anrufung eines Gottes, die sich zu 
den alten und bekannten gesellte. Anders jedoch möchte Pott 
Etym. Leg. S. 338 die Namen Paris-Alexandros fassen, gegen- 
über der Erklärung von Cwr^iws 'AXsSavSpoc = Kämpfer etc. Nach 
ApoUodor II, 15, 6 hätte 'AxtX}ieu(; früher Aiyopiov geheissen. Ein 
Bild der 'AcppoStTij 'AptaövT^ wurde auf Kypros gezeigt, Ariadne 
ist die Aphrodite selbst vgl. Preller Gr. Myth I, S. 464, A. 2. 
Andere Beispiele sind: der ältere Name 'Aoxsptov für den Berg 
Kithairon, der Stadtname OtxaXta für das spätere Karnasion, der 
'ältere Name SoXoyopYo'c der arkadischen Stadt Heraia, wahrschein- 
lich phönikischen Ursprungs; vgl. die Schilderung bei E. CurtitiS 
Pelop. I, 364; das Appellativum 'Apa$r]c für den Fluss Peneios, 
vgl. Stephanos Byz. [Apairit; • oütcu; o Ilvjvsto; ixaXsTio ex xoö dpaiai, 
daher dann der Name ^'ApaxOo;. Wie stark übrigens bei diesen 
Namen und Namensänderungen immel^ wieder die schon früher 



305 

von uns mittelst der Namen KüxasJc, STrjot'xopo; etc. gekennzeich- 
nete Neigung der Alten zu Namenspielen sich geltend machte, 
lässt unter andern das unten S. 311 über ilovTpoTcoAtr, Ssa^yj etc. Ge- 
sagte deutlich erkennen. In dieser Hinsicht bat einmal Pott 
Etymol. Leg. S. 340 das Seltsame in derartigen Thatsachen her- 
vorgehoben, wie z. B., dass die Greschichte nicht nur an den An- 
fang des römischen Reiches als Herrscher einen ßomulus setzte , 
sondern auch, wie zum Hohne (juküjüio;), einen traurigen Helden 
E;Omulus Momyllus (gleichsam Deminutiv des Mtufio;, des personi- 
fizierten Gottes des Tadels und Spottes) Augustulus (als Duodez 
von dem ersten römischen Kaiser) an das Ende, wenigstens im 
Abendlande, gestellt hat. 

Uebersetzung, bezw. x\bänderung der unverständlichen 
fremden Namen, die man aus früheren Verhältnissen überkommen 
hatte, kam allerdings unter den Griechen bisweilen vor; doch 
wurden allem Anschein nach nur selten griechische Namen etwa 
ins Phönikische übersetzt, während das umgekehrte Verfahren, 
die Uebersetzung phönikischer Namen ins Griechische, häufiger 
vorkam. So wurde aus einem phönikischen Hasdrubal ein griechi- 
scher KXstTOfxaxo;, dessen Namen wir im 3. Bande von ;, Erziehung 
und Unterr. im klass. Alt." S. 399. 427 wegen der Bedeutung 
des Mannes als akademischer Philosoph würdigten; Malchus 
wurde zu üop^optoc, vergl. Gesenius 1. c. I, 99. Eigentümlich, aber 
sehr begreiflich ist auch der Brauch einer Namensänderung bei den 
Hetären Griechenlands, wovon unten S. 324 die Rede ist. Auch 
geographische Namen wurden in gleicher Weise übertragen, wie 
wir dies für einige Namen von Vorgebirgen bemerkt haben. In- 
dessen lässt sich bei diesen Uebersetzungen unschwer die grosse 
Schwierigkeit erkennen, welche den Alten aus ihrer gewöhnlichen 
Unkenntnis der fremden Sprachen erwuchs und uns z. B. durch 
eine gelegentliche Entschuldigung bei Pomponius Mela I, 5 ver- 
raten wird: Promunturiura quod Graeci Ampelusiam, Afri aliter 
sed idem significante vocabulo appellant. Gemeint ist nämlich 
Kap Espartel westlich von Tanger. Andere Beispiele von Ueber- 
tragung sind bei Plinius N. H. III, 6, 81 Capraria, quam Graeci 
Aigilion dixere. Ebenso Mart. Capella ed Eyssenh. p. 217. Plinius 
N. H. IIl, 6, 83 von der Strasse Bonifacio : Eossae , a quibus 
fretum ipsum Taphros nominatur; 5, 59 Sinuessa, quam quidem 
Sinopen dixere vocitatam ; 8, . 92 von den Liparischen Inseln : 

Grasberger, Ortsnamen. 20 



306 

appellatae Hephaestiades a Graecis, a nostris Volcaniae; 15, 115 
Bononia, Felsina vocitatum, cum princeps Etruriae esset. 

Wie man nächst solchen Uebersetzungen auch die !tfamens- 
änderungen bei Städten, Flüssen, Bergen etc. allmählich aufzu- 
zeichnen begann und in grösseren Sammelschriften verarbeitete, 
darüber gibt besonders eine Stelle des A. Gellius Aufschluss, in- 
dem er erzählt, wie ihm einst ein solcher Schriftsteller seine 
diesbezügliche Arbeit mitgeteilt habe, N. A. XIV, 6, 4 g[uibus 
urbibus regionibusque vocabula iam mutäta sint, quod Boeotia 
ante appellata fuerit Aonia, quod Aegyptus Aeria, quod Greta 
quoque eodem nomine Aeria dicta est, quod Attice 'Axxi/, quod 
Corinthus Ephyre, quod Macedonis 'HfiaOtot, quod Thessalia Atfiovia, 
quod Tyros Sarra, quod Thracia ante Sithonia dictast, quod Pae- 
ston IIoosiSüJV'.ov. So hielt es schon die alexandiinische Gelehr- 
samkeit für ihre Aufgabe, Sammlungen von Personen-, Städte-, 
Berg- und Flussnamen anzulegen, aber in echtgriechischer Weise 
versäumte man nicht allerlei wahre und ersonnene Geschichten 
beizufügen, weshalb da und dort ein Name geändert worden sei. 
Aus solchen Studien gingen des Alexandriners Nikanor Mstcuvo- 
[iaotat und teilweise des Ptolemaios Chennos Katvij toTopca hervor, 
ferner die Schrift nXoüxapxoü icspi icoTaficüV xal opciTv eirwvufjiiac xat 
TCüv £v auTolc süpioxofxsViüV, wobei unentschieden bleiben mag, ob 
der bekannte Chaironeier oder nur ein Namensvetter desselben 
der Verfasser sei (vergl. JEgli Geschichte der geogr. Namenkunde 
S. 15). Aus der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts n. Chr. ist 
uns erhalten die im Obigen oft benutzte Zusammenstellung von 
Hierokles, vgl. Hieroclis Synecdemus ex rec. Gustavi Parthey, 
Berolini 1866, Appendices p*. 311 sqq. Urbium regionum flumi- 
num cet. nomina immutata. '^Oaat t(üv tioasojv [iSTüiVOfxao^iQaav sl; 
uoTspov • 'ETCtSafxvo; to vü'^ Aoppa^tov xtX. So erklärt neuestens auch 
0. Weise, Volksetymologische Studien, den Stadtnamen Segesta 
aus anlautendem s ,, durch das Bestreben den ominösen Anklang 
an egere zu vermeiden und eine Anlehnung an seges zu ge- 
winnen^. Vgl. hierüber jedoch oben S. 58. 91. 160. 

Neben dieser Abänderung von ON. durch eine förmliche 
Abschaffung der alten und Erteilung von neuen Namen treffen 
wir auch zuweilen den Fall einer merkwürdigen Verkürzung oder 
vielmehr Verstümmelung der Namensform, analog den unter 
uns bekannten und zumal in der Umgangssprache nicht seltenen 
geographischen Kurznamen, z. B, Eregli, ßakli für Herakleia, 



307 

Herakleion, Bona für Hippona, Fresco oder Frisco' bei den Nord- 
amerikanern, für San Francisco, Hetzfeld für Heidingsfeld (bei 
Würzburg), Sprugg für Innsbruck u. s. w. Diese Art von Namen 
erinnert an die in den Stichnamen S. 30 f. besprochenen sogen. 
Kosenamen ; wie Sizzo, Benno, Menno, Aristote oder Aristotle 
in neueren Zeiten; so kamen im Altertum Formen in Gebrauch 
wie ^AXy,iiiO<; für 'AXxtfxeStuv, Müxü) für MüxaX>j, cf. Hesychios ; AoSü) 
für Aü>4u)V7], lupaxu) für Süpaxoüoat, von oüpYj = *Sumpf, upci$ = 
[iiySt;;, avafi''$, nach Steph. Byz. s; v; cf. Strab. VIII, 5, 3; vgl. 
oben S. 219. 

Endlich sind in ethnographischer und kulturhistorischer 
Hinsicht auch diejenigen ON. besonderer Beachtung wert, welche 
sich an mehr als einem Orte, nicht selten sogar in grosser Ent- 
fernung von einander wiederholen, d. i. die topographi- 
schen Homonymien. Der Unterschied aber zwischen solchen 
aus alten Zeiten oder von Erstlingsgrühdungen her öfters ange- 
wendeten Namen und denen der neueren Zeit, wie sie z. B. zu 
Tausenden in ihrer Wiederholung jenseits des atlantischen Ozeans 
zu treffen sind, besteht zunächt in der näheren Bestimmung und 
bequemen Differenzierung durch den Zusatz Neu (York, New- 
York) oder auch Alt und Neu, wie bereits S. 274 hervorgehoben 
wurde. Es ist nun von Interesse zu sehen, wie man unter den 
kriechen frühzeitig auf diese Wiederholung der Namen aufmerk- 
sam wurde. So verstehen wir wenigstens die seltsame Notiz aus 
Hekataios, bei Stephanos Byz. s. v. "'E^psao;, dass Inseln, welche 
die Namen Ephesos, Chios, Lesbos, Kypros, Samos führten, auch 
im Nil gelegen hätten. Schon Klausen Fragm. Hec. p. 124 er- 
blickte darin eine Hinweisung auf hellenische Kolonisation. So 
bemerkt auch Strabon XIII, p. 590, dass thrakische Völker- und 
Lokalnamen in Troas sich wiederfinden ; wie denn jedermann leicht 
wahrnimmt, dass ebenso zwischen Thessalien und Kreta die ON. 
Boibe, Grortys, Gnossos, Phaistos gemeinsames Gut sind; zudem 
^eben die reichhaltigen Nachweisungen im Pape-Benseler' ^oh^n 
Wörterbuch der Eigennamen Aufschluss bis in die Einzelheiten. 
Man darf nur nicht gleich die Sache überstürzen, wie dies teil- 
weise geschehen ist durch die mehrerwähnten zwei Abhandlungen 
von Dr. Fligier, wo ;,die civilisierenden Illyrier und Thraker, 
von der jugendlichen Frische des hellenischen Stammes besiegt 
diesem gleichwohl ihre hochentwickelte Kultur hinterliessen*^ 
{Mitteilungen der Anthrop. Ges. in Wien, Bd. VI, S. 263). Das- 

20* 



308 

selbe war aber auch in der italischen Halbinsel der Fall; dieEnt- 
Wickelung war nach Fligier höchst einfach : Die illyrischen Sikuler 
in Latium ;, wurden von den Latinern unterworfen (wer gab demnach 
den Namen !) und bildeten die Klasse der Klienten und Plebejer^^ 
Also hatte man künftig illyrische Plebejer und latinische Patri- 
zier im Lande. Sämtliche Ortsnamen, die Fligier untersucht 
hat, sind nichthellenischen Ursprungs, Bei der Unbestimmtheit 
des Ausdruck« dürfen wir indessen annehmen, dass wenigstens 
die Kiepert'schen Zwanzig aus der alten ;, Wüstung^ gerettet 
werden können. »Wir haben es unterlassen uns allzusehr in ety- 
mologische Untersuchungen der Ortsnamen einzulassen. Dies 
Verfahren war um so mehr unnötig (!), als fast sämtliche ON^ 
in illyrischen, thrakischen und kleinasiatischen Gebieten aufzu- 
finden waren^ (ebenda S. 259). Und im Archiv für Anthropo- 
logie, Bd. XIII, S. 474 lässt Fligier, ohne jegliche Besorgnis 
einer möglichen Rückdatierung, wie wir sie oftmals konstatieren 
mussten, troische und illyrische Greschlechter, am liebsten jedoch 
die letzteren, auf italischem Boden sich fortpflanzen, findet die 
heutigen Tosken in Tusculum (S. 437) und albanisches noh =r 
Wald in dem Namen Pylades, so dass man fast bedauert, da?» 
der Bergmann Orestes anscheinend doch von einer griechischen 
Wurzel benannt ist und nicht, dem ;, Waldmann" gegisnüber, vom 
albanesischen ftaXj = Berg. 

Es gibt eben auch für derartige Wiederholungen von Namen 
eine Gränze, die freilich für. uns, bei der gewaltigen Scheide- 
wand, die uns den Einblick in das älteste Völkergewoge der illy- 
rischen Halbinsel verwehrt, mehr geahnt als aufgezeigt werden 
kann. Wir dürfen aber vielleicht auch hier aus analogen Be- 
obachtungen in unseren Zeiten und in nächster Nähe Bück- 
schlüsse machen. Wir haben oben bereits angedeutet, was dem 
Leser sicher bekannt ist, dass in der heutigen Schreibung z. B. 
der Ortsnamen auf — ingen und — ing eine bestimmte Abgrähz- 
ung zwischen den Wohnsitzen und dem Gresamtgebiet mehrerer 
deutschen Volksstämme ihren Ausdruck besitzt. In einem gröss- 
artigen Werke deutschen Fleisses, in E, W, Förstemann^s Alt- 
deutschem Namenbuch, Bd. II Ortsnamen, Nordhausen 1872, wird 
unter anderm nachgewiesen, dass den massenhaften Ortsnamen 
aus Schwaben, Bayern, Oesterreich, Elsass, Thüriogen äusserst 
selten einer aus den östlich von der Elbe gelegenen Ländschaften 
zur Seite gestellt werden kann. Die Schlussfolgerungen aus solchen 



309 

Beobachtungen ergeben sieh auch anderwärts für ganze Gruppen 
von topographischen Namen von selbst. So wird man die zahl- 
reichen ON. auf — engo in Piemont und der Lombardei, die mit 
der longobardisch-fränkischen Zeit aufkommen und nicht früher, 
unschwer als germanische Namen und teilweise natürlich auch 
Namenwiederholungen erkennen; vergl. Pusterlengo, Bussolengo, 
Pozzolengo, Pastengo, Pertengo, Pacengo etc. 



E. Nachtrag zu den „Griechischen Stichnamen'^ 

2. Aufl. S. 53 ff. 

§ 12. 
Ortsnamen als Spottnamen gebraucht. 

Welche merkwürdige Ausbeute an Spott- und Schimpfnamen 
die antike Komödie selbst in den wenigen auf uns gekommenen 
Bühnendichtungen dieser Art oder in Bruchstücken von solchen 
gewährt, ist von uns früher nachgewiesen worden. Hier handelt 
es sich nun um eine Zusammenstellung weiterer Proben und Be- 
lege derselben Gattung von Namen, wobei abermals kein Mangel 
ist an gewissen Andeutungen und mitunter unsauberen Namen- 
spielen, wie sie nun einmal von den berufensten Autoren der 
komischen und satirischen Dichtung 'im Altertum unbedenklich 
gebraucht wurden. Dahin gehören vor allen diejenigen Namen 
bekannter Persönlichkeiten, die zu komischen oder politischen 
Zwecken und überhaupt aus irgend einer historischen oder auch 
nur erdichteten Veranlassung, nicht selten lediglich wegen des 
Gleichklangs mit einer ähnlichen oder sonst zweideutigen Be- 
nennung, in Umlauf gesetzt wurden. Vergl. den bekannten Vers 
der Aeneide Timeo Danaos et dona ferentes, oder den Brauch 
der alten Komiker und Redner die Päderasten Kleisthenesse, die 
Missbrauchten Timarche zu heissen. Solche Namen also, unter 
denen sich einige zum Teil erdichtete ON. befinden, natürlich 



310 

ebenfalls zum Zwecke der Komik oder der nachbarlichen Anfein- 
dung gebraucht, mögen hier in bunter Reihe einen Platz finden^ 
soweit dies nicht schon früher geschah. 

OuYeXa, Name einer Stadt in Jonien, südlich von Ephesos 
gelegen, erscheint in der wohlbeglaubigten Nebenform nüyeXa, 
einem derben Spottnamen, gebildet wie xa K6^e\oi und ähnliche 
Ortsnamen. PB. verdeutschen ihn nicht unpassend mit „Ster- 
zingen", richtiger Sterzing, denn so heisst diese Stadt in Tyrol 
heute, nach dem konsequenten, von uns schon früher betonten 
Unterschiede zwischen^ alemanisch-fränkischen und bayerisch- 
österreichischen Namen auf — ingen und — ing. Die von Andern 
beliebte Erklärung des Namens nJysAa aus tcü'/yj und «ajoc ist 
dagegen verfehlt ; ebenso ist eine weitere mit Beziehung auf 
Ttüyata als Säulenstuhl, Unterlage der Säule> nur ein wohlgemein- 
ter, aber vergeblicher Beschönigungsversuch. Nicht weniger 
schlimm steht es um OüysAXa oder DüYeXAa als Frauenname 
aus der Komödie. Auch in dem auf Kos vorkommenden Orts- 
namen llüSa oder Oü$a = Räum's Land, zeigt sich ein ähnliches 
Spiel. Darnach wird man die Erklärung bei Pomponius Mela I. 
17, 88 a fugitivis, ut aiunt, condita (nomen famae adnuit) Phy- 
gela, zu würdigen wissen; so änderte nämlich schon Hermolaus 
Barharus die Lesart des Cod. Vätic. phygeta. Auch Kspxoßa, Name 
einer Stadt in Achaja, und KspxoXüpa, nach Suidas ovo[ia totiou, 
haben eine bedenkliche Nebenbedeutung. In einigen sprichwört- 
lichen Ausdrücken begegnet der Name des Teiches oder Sumpfes 
Aspva, Aepvr^, unweit der Stadt Argos, wie in TtsXayoc xaxcov, so 
Aipva xax(üv, eine Lerna von Uebeln. Uebrigens hiess auch die 
dortige Umgegend Lerna. Wegen ^'Aßör^pa vgl. in den ;,Stichnamen 
S. 53; auch in Spanien gab es eine Stadt dieses Namens, jetzt 
Adra. Leider sind wir nicht immer imstande den ersten Grund 
und Ursprung eines solchen Gebrauches oder Missbrauches von 
Namen zu erkennen und aufzuzeigen ; so ist es der Fall bei den 
unteritalischen ON. Apina und Trica. Plinius N. H. III, 11, 104 
Diomedes ibi (bei Argyrippa) delevit gentis Monadorum Dar- 
dorumque et urbis duas quae in proverbi ludicrum vertere, Api- 
nam et Tricam. Vgl. oben S. 194 und S. 270 über das thessa- 
lische Tptxxa. 2£>qY], kj, eine Stadt inPisidien, die wahrscheinlich 
auch mit dem Namen ^'Eayt] icoXtc bei Suidas gemeint ist, erscheint 
wohl als phönikischer Name, von selagh, salas = Felsen, Da je- 
doch derartige fremde Namen von den Griechen gerne mit Vor* 



311 

schlag eines a gesprochen wurden, wie wir oben in zahlreichen "" 
Beispielen TapvTj, 'AxctpvTj, *Pü7cs;, ''Apuics;, Map8ot, "^AjiapSot etc. ge* 
zeigt haben, so ergab sich in ihrer Sprache gleichsam von selbst 
der Anklang an den Begriff aosAYvjc, unflätig, aosXysta, Ausschweif- 
ung; daher alsdann ein gelegentliches Spiel mit diesem Stadt- 
namen ^). Der Münztypus von Selge ;seigt übrigens einen Eber, 
xflfirpoc oder otaXoc, wahrscheinlich ein redendes Sym.bol. Auf die 
gleiche Wurzel dürfte der Name der böotischen Stadt SotXyavsuc 
und der mauretanischen SaXya zurückzuführen sein. 

Für den bereits in den „Stichnamen ^ S. 51 erwähnten Namen 
lIovTjpoTCoXtc führen wir nachträglich an Plinius N. H. IV, II, 41 
oppidum sub Rhodope Poneropolis antea, mox a conditore Phi- 
lippopolis, nunc a situ Trimontium dicta. Das Beispiel ist be- 
sonders darum interessant, weil der letzterwähnte Name, unter 
gewöhnlichen Verhältnissen und abgesehen von autokratischen 
Grründernamen wie Alexandreia, Konstantinopel, St. Petersburg 
u. dgl. als der natürlichste und sonach älteste angesehen wer- 
den müsste. Man vergleiche übrigens mit der obigen Gründung 
Philipp's von Makedonien den Namen dervonPompejus gegründe- 
ten Gremeinde der ^Zusammengelaufenen^ (convenae), nämlich 
Lugudunum, jetzt St. Bertrand im Departement Haute-Garonne 
nordwärts von den Pyrenäen. Einen schlimmen Namen trug auch 
die Stadt KtvottSoicoAt; am keramischen Meerbusen; Plinius N. H. 
V, 31, 134 quae vocata est Cinaedopolis probrosis ibi relictis a 
rege Alexandro. Eigentümlich ist die Notiz über den Stadt- 
namen 2tv«j7C7j, unlängst von P. de Lagarde Ges. Abh. S. 280 aus 
demSchol.zuApolloniosRhod.il, 946 ausgehoben* SavaicTj, Itcsiöt] 
|iära©p5:Co[i£vov touto OT^jAaivsi mjv tioWol icivcüoav .... -/Ar^0T7vat Tr)v 
•rcoAtv lavcficr//, tizzvza tlolzol cpöopav Zivcütctjv. Darnach hätte die Stadt 
ihren Namen von einer trunksüchtigen thrakischen Königin mit 
dem Spottnamen ZavaicT;. 



1) Uebrigens heisst es breitspurig nnd voller Widerspruch im Kommeutar 
des Eustathios zu Dionys. Perieget. (Geogr. Gr. min. ed. Didot Tom. II, p. 368) : 
dasAYe^C ^aot xata OTepijaiv xoXeiaOai touc aio^ouc xa» ou C<wvTac euvojxtuc [xTjBe eotxdtac 
ToTc SeX^euot xata t^^uc ^prjaiOTifjTa. Kattoi aXXot to dvairaXtv (pa'jXoTdiouc touc exet 
tOTopouatv, oOsv xai eirtiaaty XeyeaOai ttjV daeXyeiav ei:» tüjv ou xaOapuTc C">vtu)v, dXXa 
TOtc SeX^euaiv eoixoTwv, Kpettruiv hh r^ Tipciir/] eTußoXni tt]C etujxQTijTOC • tdxa yop 
oux dv 6 Atovuoioc jxeYaXuiv'jjxov etire ty]v SeXyifjv, ei cpauXouc touc icoXiTac eTpscpev. 



312 

Die Stadt Athen lieisst bei Komikern gelegentlich Bupoa, 
4ie Lederstadt, die Athener selbst auch Kexr/zatct, wovon in den 
;, Stichnamen" S. 8. 53 die Rede war. Nun hat aber Dr. Joh. 
Muhl Zur Geschichte der alten attischen Komödie (Programm 
des St. Anna-Gymnas. Augsburg 1881, S. 105) die treffende Ver- 
mutung ausgesprochen, dass auch Kataxvat als Titel der Komödie 
eines Dichters Lysippos in der 86. Olympiade eine komische Be- 
zeichnung der Stadt Athen sei. Auch die Benennung eines der 
Thore von Athen Ar^fxtat TCüXat, bei Bursian I, 290 Arj^utaSsc itüXat, 
statt des gewöhnlichen Namens Kspaiieixai icuAat, scheint vielfach 
in üblem Sinne gebraucht und verstanden worden zu sein, als 
Gemeinthor, bezw. der öffentlichen Dirnen. 

Dass auf die gleiche Weise mit gewissen heutigen ON. ge- 
spielt und gewitzelt wird, ist dem Leser wohlbekannt. Wie in 
unseren schalkhaften Volksgeschichten die Namen Schiida, Schöp- 
penstedt, Polkwitz, Hirschau, Weilheim u. s. w. verwendet wer- 
den, haben wir gleichfalls schon in den „Stichnamen^ S. 55 ff. 
durch Beispiele erörtert. Auch für Potsdam hebt dieses U. Klein- 
paul hervor in seinem Buch über Menschen- und Völkernamen 
S. 369. Eine ;, Amerikanische Schweizerzeitung", New- York 29. 
Sept. 1883 und 4. Okt. 1884 bringt eine Zusammenstellung von 
Porkopolis d. i. Cincinnati, Smoky-City und ähnlichen freund- 
nachbarlichen Namen aus den Vereinigten Staaten. So trüg 
Pestalozzi, wie er selbst erzählt, unter seinen Mitschülern als 
Knabe, weil er bei allen Spielen der unbehülflichste war, den 
Spottnamen Hairi Wunderli von Thorlikon, d. i. Heinrich Wun- 
derlich von Thorlinghofen. Es gibt übrigens wirklich ein Thor- 
lingen, als Name einer Wüstung im Amte Nienburg in Hannover, 
nach Förstemann S. 1452. Die komische Geschichte von den Ver- 
drisslichkeiten, welche der Gemeinde Dorlikon des Kanton Zürich 
aus ihrem Namen erwuchsen (jetzt heisst sie Thalheim), möge 
man nachlesen bei Egli Geschichte der geographischen Namen- 
kunde S. 6. Jedoch eine kurze populäre Zusammenstellung von 
geographischen Spitznamen der neueren Zeit, zum Teil nach i. 
Kriegk Schriften zur allgemeinen Erdkunde, Leipz. 1840, bietet 
Karl Andree in der Zeitschrift Globus, Jahrgang 1862, 2. Band, 
S. 217 ff. 249 f. unter dem vielsagenden Titel „Scherz und Spott 
in der geographischen Sprache der Völker'^ darunter den Spruch 
Meissner, Gleissner, ^Muselmänner" für Anwohner der Mosel, 



313 

jiebst einigen geographischen Calembourgs von der Art wie : 
Welche Stadt herrscht am weitesten? Meiningen an der Werra 
u. dgl. 

Um wieder zu den alten Griechen zurückzukehren, so sagte 
man, nach Dikaiarchos (I, 25; vgl. Grote History of Greece II, 
310), von Böotien: Die schmutzige Habgier hat ihren Wohnsitz 
in Oropos, der N'eid in Tanagra, die Rechthaberei in Thespiai, 
die Lüderlichkeit in Theben, der Betrug in Anthedon, der Vor- 
witz in Koroneia, die HojBFahrt in Plataiai, das Fieber in Onche- 
stos, die Dummheit in Haliartos. Besonders schlimm ist die Be- 
schimpfung der Böoter in den Versen des Laon: Botmrov a^jöpoi 
o-spys, mjv Bowottav | [irj cpsuy' * o fxsv yap xp^^joroc, iq 8' scptjuicpoc. Vgl. 
auch Dikaiarch. I, 15 f. über die Thebaner, und I, 7 über die 
Oropier. Und dieses gegenseitige Hänseln und Aufziehen reichte 
bis in das hohe Altertum hinauf. Zu Solon's Zeiten galten die 
Einwohner von Pholegandros und Sikinos als die hellenischen 
Krähwinkler, späterhin oi Ssptcptot, die Bewohner der Insel Seri- 
phos (cf. Cicero de nat. deor. I, 30, 88). Der Name der bithyni- 
schen ^AXtCtove; oder ^AXt'Ctwvot, d. i. Dünenleute, hatte für die Grie- 
chen Anklang an aXaC^^'vsc d, i. Prahlhänse, Grosssprecher, bedeu- 
tete also Leute aus Grossprählheim (0. Ribheck Alazon S. 51, 
A. 3). In dem so verschieden gedeuteten Titel BotßüAOiVtot einer 
verlorenen Komödie des Aristophanes ist von J, Muhl S. 35 eben- 
falls ein Spitzname erkannt worden, zur Bezeichnung des Fremd- 
artigen und Prahlerischen, während Gilbert unter diesen Baby- 
loniern die athenischen Bundesgenossen verstehen wollte. Der 
Name Tpißa/Aoi oder TpißotAAot eines thrakischen Volkes wurde 
zu einem Wortspiel verwendet, daher heisst es im Etym. Magn. 
TptßaXot und bei Photios ed. Naber II. p. 223 Tptß. ot h xoi^ 
ßaXavctotc avaYoJytüc ötaxptßo^svot , ot sixato); toü^ ßtoüc xataTptßovTSC, 
mit Anspielung auf eine üppige und müssiggängerische Lebens- 
weise. Auch die 'EvTpißat, d. i. verschlagene Leute oder Schminker, 
scheinen ein Wortspiel mit dem Namen eines thrakischen Volkes 
anzudeuten. 

Von dem Namen der karischen Stadt Eüpojfio; nimmt G. 
Meyer a. a. 0. S. 14 mit Waddington an, dass derselbe aus'^'Ypm- 
[xo; einfach gräzisiert sei, um den anstössigen Nebensinn zu be- 
seitigen, der für die Griechen in "'Ypojiuio; = Schweinskraft lag. 
Für diese Annahme spricht der Umstand, dass wirklich ^Ypo'jii^c, 



314 

Bürger von Hyromos, auf attischen Tributlisten erseheinen, cf. 
C. J. A. I, 230 sqq. Aus dem gleichen Grunde, wie es scheint, 
wurde der Name einer anderen karischen Stadt Soüay^eXa, der 
ungefähr wie Schweineheerde lautete, geändert in ösayysAa oder 
OüctYYsXa, vorausgesetzt, dass Theangela bei Plinius N. H. V, 29, 
107 die bei Stephanos Byz. s. v. SoüayisAa verzeichnete Stadt 
ist. Letzterer Name bedeutete nämlich Königsgrab (oouav nach 
Steph. im Karischen = Grab, ysAa — König) ; aber für griechische 
Ohren war die Aehnlichkeit im Anlaut anstössig, weshalb man, 
wie Waddington zu Le Bas no. 699 vermutet,, den alten karischen 
Namen in den besser klingenden öüctYTsXa veränderte; &oa-^i[s}.Bic 
werden genannt C. J. Gr. Add. 219 19, b. Damit vergleiche 
man die widerliche Zusammensetzung Süoßo'.cuTot bei Photios ed. 
Naber II, 190; ferner die bekannte Umnennung von 'EittSapö;, 
Egesta, Malventum (Schafstadt, vergl. oben S. 160), Nequinum 
Narnia, jetzt Narni, vergleiche Plinius N. H. III, 14, 112 
Narnienses, quod oppidum Nequinum antea vocatum est), eben- 
falls veranlasst durch einen für die Römer unangenehmen An- 
klang der älteren Namen an Maleventum, Egestas etc. Wie 
weit man übrigens bei den Alten in solchen gesuchten und 
sogar abergläubisch gedeuteten und gefürchteten Wortklängen 
ging, möge, von zahlreichen Orakelsprüchen abgesehen, folgen- 
des Wortspiel zeigen. Die entsetzliche Niederlage des Cras- 
sus bei Karrai sollte dadurch ein Vorzeichen erhalten haben, 
dass ihm bei seiner Einschiffung aus Italien zu den Parthi- 
schen Legionen ein Mann getrocknete Feigen anbot (cavneas 
= cauneas, für cave ne eas, Cic. de divin. II, 40, 84; Plinius 
N. H. XV, 19, 83. Bei den Griechen wurde nach dem Schol. 
zu Apollon. Rhod. I, 932 der Name der Stadt 'Aßotpvt^ (^Aßotpvo;, 
'Aicapvt:) mit etymologisierendem Spiel ix lou aTiapvyjaaoöat gedeutet, 
also gleichsam von ;, Listighausen **, nicht, wie der Name besagt, 
von Schaff hausen. IIopöoasXTjvrj, eine Insel des ägäischen Meeres, 
scheint wirklich, um den Anklang an izopd-q, tco^Sojv (vgl. unseren 
Geschlechtsnamen ^Unflad^) zu vermeiden, in OopoasAiQVTf^ umge- 
nannt worden zu sein. 

'OCoXat, der Name eines Zweiges der Lokrer, ist von uns 
schon in den ^^Stichnamen^ S. 52 als vielgebrauchter Spottname 
bezeichnet, auf Grund einer Stelle des Pausanias X, 38, 2. Hier 
glauben wir nachträglich an die dreifache Deutung dieses Na- 
mens erinnern zu sollen, wie sie Fiedler Geographie und Ge- 



315 

schichte von Altgriechenland S. 61 aufgeführt hat: entweder vom 
stinkenden Wasser am Taphiassos (vgl. oben S. 301), oder vom 
übelriechenden Kraut Asphodelos, oder endlich von der Kleidung 
der Ozoler aus Thierfellen. Ganz verschieden davon ist jedoch 
die Erklärung des Namens Ozoler bei Carl BöUicher Der Baum- 
kultus der Hellenen S. 271, und zwar gleichfalls nach einer An^ 
gäbe bei Pausanias X, 38, 1; nämlich das von dem ozolischen 
Staramheros Orestheus in die Erde vergrabene Holz trieb mit 
Beginn des Frühlings Sprossen und zeigte sich als der Wein- 
stock, von dessen Zweigen (oCot) die Lokrer den Namen der Ozoli- 
schen empfingen. Abermals, wie man sieht, ein Spiel von der oft 
bezeichneten Gattung. Dem gegenüber bezieht indessen auch VicL 
Hehn S. 271 den obigen bedenklichen Beinamen nicht auf ein 
Nahrungsmittel, sondern anf die Kleidung dieser Lokrer, welche 
in altertümlicher Weise Ziegenfelle trugen, und daher, wo sie 
erschienen, einen Juchtenduft verbreiteten. Weit bedenklicher 
übrigens ist der sprichwörtliche Ausdruck Aovcpülv oJv^lr^juia, von 
einer Umgehung des eidlichen Versprechens, einer sog. reservatio 
mentalis; vgl. dis Erzählung bei Polybios XII, 6, und die An- 
merkung bei Hehn.S, 513, no. 49; Photios ed. Naber I, 393 
AoxpciiV Süv^ijjiaTa' uapotfita* xarceTai siel tojv icapaxpouojxivcDv, Uebel- 
berüchtigt waren die Einwohner von Laodikea, auf die sich das 
oben erwähnte Epigramm bei Synes. Epist. 127 bezieht : aoTriöa, 
cppGvöv, o'ftv xal Aotdixsa; Tceptcpsüye | xai xuva kooyqxr^v xal TiaAi Aaötxsac. 

Der Vorwurf des knauserischen Wesens x^^'^iöiCstv, x^tAxiösu- 
sa^ai, bezieht sich lediglich auf die Bewohner der euböischen 
Stadt XaXxi;, nicht auch auf die übrigen so benannten Städte ; 
eine Verwechslung freilich von XaAxi; und XaAXYjöuiV oder KaX- 
Xt^Sj>v scheint im Altertum nicht eben selten vorgekommen zu 
sein ij. Ob aber der Name XaXxt'c von dem Begriff Erz abzulei- 
ten s^i, also Erzstadt bedeute, oder wie H. Kiepert S. 255, A. 1 
meint, von der an diesem Küstenstriche häufigen Purpurschnecke, 
XaXxT] od«r xaXx^j, kann zweifelhaft erscheinen. Allerdings wurde 
unser deutscher Name Wendelstein von Schmeller und Quit^mann 
von Cochlea hergeleitet ; indessen ziehen wir, da der Name Chal- 
kis auch in Aetolien, Triphylien u. s. w. vorkömmt, die Bedeut- 



1) Vergl. damit die Metathese KclX^avta und XaXxavia (Enstath. p. 289, 35), 
latein. lapicidina und lapidicina, im neapolitaniächen Dialekte Crapi für Capri» 
Cotrona für Cortona u. a. m. 



316 

iing Eisenwerk, Minen u. dgl. vor. Schlimmer aber als mit dem 
Ruf der Lokrer stund es im Altertum mit jenem derChalkidier; 
Hesychios s. v. x^^^^t't'Csp deutet an , dass dieselben durch Knaben- 
liebe in Verruf gekommen waren. Aber auch auf die Chalki- 
dier in Rhegium ging ein gemeines Sprichwort um, das man noch 
im mittleren Italien von Vetturinen und ihres Gleichen hört: 
Va a Reggio farti — (WelcJcer Kl. Schriften I, 231). Ein höchst 
zweideutiges Wortspiel- bewahrt auch die Anthologia Pal. ed. R 
Didot II, p. 333, no. 284 ix ytJ; AcDio^aytov fisya; opxafAo; nJXOs 
Aüxawv X a >v X 1 5 c ix yatnj; avTioxs^^fASvo^. Welche Stadt 
Chalkis hier gemeint sei, lassen wir dahingestellt sein. Ebenda 
ist p. 340, no. 329 wohl mit Jacobs zu lesen: xaloüClB^ Süßaptv 
T iv Octvtxig Tt xa^£ü8st;, wie der Ausdruck Bacchanalia vivunt 
bei Juvenal; also mit bedeutsamer Anwendung des Namens Sybaris. 
Die Einwohner von KXaCofÄsvat wurden ebenfalls wegen ihres sitteu- 
losen Betragens (aox>?[JLOV£tv) von den Dichtern der alten Komödie 
verspottet, desgleichen die von der Insel Sicpvoc, daher otcpvicfCHtv 
im Sinne von a^xr^fJtovsiv, aasAYstv, X'-^^Cs'-v gebraucht wurde. Da- 
gegen sollen sich die Ausdrücke xaptC*'-'', xapßaiCstv, xaptxaCsi'"', 
lediglich auf die barbarische Sprache, ßapßaptCs'.v, der Karier be- 
%ziehen, vgl. in den ^^Stichnamen^ S. 53. lieber xpTjTiCsiv dagegen 
vgl. ebenda 53, und Photios ed. N. I, 351 xpTjitCsi''* "co tj^süSeo&ai, 
ebenda I, 337 über die kilikische Stadt Keoxo; und p. 300 txaXta- 
Cctv* Iv 'ItaXia ötatpißstv. 'ItaXtcüTr^; ' o dXoi(^wv, aico xwv Hüi^ayopixiov i^^ 
Sta Ty]v Sußaptv, o /.«yvoc. Der vielberufene Name der Stadt Sybaris 
wurde aber auch zu einem Wortspiel mit ooßapo'c benutzt, so 
treffen wir bei Photios ebenda ooßaScC = Ötolxoüoat icopvat. Vergl. 
II, 158 2'.9VtaCctv und AsaßtdfCstv, p. -203 TsXsvixtaxr iv Sept^iot^, 
TO xsvdJaat, aTzo TcAsvjxoü tivo.:. lieber atY^TitaCsiv = xd uiroüXa irpaT- 
Tstv vergleiche man die Auslegung im Komentar des Eustathios 
zu Dionys. Perieg. ed Did. p. 258. Bezeichnend ist auch der von 
Suidas und Hesychios aufbewahrte Ausdruck OotvtxeXtxTr^c, viel- 
leicht Oo'.vtxsAtxTT^c zu schreiben, d. i. gerieben wie ein Phönikier, 
durchtrieben ; vg!. Grauert De Aesopo p. 73. Auf die Treulosig- 
keit der Einwohner von Ilapo; bezieht sich dvaTzotpiiZsvj, d. i. auf 
parische Art seine Gesinnung ändern ; vgl. Stephanos Byz. s. v. 
Bursian o-eogr. Griechenlands II, 486, A. 1. Wegen ihrer Un- 
bildung und Filzigkeit waren die bettelhaften Bewohner der 
kleinen Kykladeninsel Muxovo; verrufen, ihr Name Muxoviot be- 
deutet geradezu auch Kahlköpfe. Ein Schimpfwort aufdiePela- 



317 

ponesier, welche wegen einer Hungersnot ausgewandert sein soll- 
ten, angeblich nach Knidos oder Rhodos (cf. Photios ed. Nah. 
I, 388; Bursianlj 154) war die Benennung A'.^oö'opict;, d. i. Hunger- 
dorier; dieselbe hat indessen mehr das Aussehen eines Volks- 
witzes oder einer Erfindung der attischen Komödiendichter, als^ 
dass ihr eine historische Thatsache zu G-runde läge, vgl. Geogr. 
Grraeci minores ed. Did. I, p. 48, 6, note. So musste 'Ei:t5aupo; r 
Ai»jir,pa, Epidauros in Lakonika, das spöttische Prädikat Aifjujpa, 
die hungrige, über sich ergehen lassen, wegen der geringen Er- 
tragfähigkeit des Landstriches (Kiepert S. 269, A. 4); Epidauroa 
hiess die Stadt übrigens, weil sie von einer Schiffsmannschaft 
des argolischen Epidauros gegründet war. Dies bestimmte, bei 
Thukydides dreimal gebrauchte Beiwort ijAijur^pa wollen Manche, 
darunter auch Tozer p. 3ol, nicht von Xt;jio; ableiten, sondern auf 
das jetzige Kap Limenaria beziehen, also AifxcVY^pa schreiben f 
vergl. jedoch E. Curtius Pelop. II, 328, A. 73. Dass aber die 
Einwohner von Aiirpcov mit der Leprosenkrankheit behaftet ge- 
wesen wären, wie Pausanias V, 5, 5 naiv den Stadtnamen sich 
zurechtlegt, beruht wahrscheinlich nur auf einem boshaften Witz p 
unsere Auslegung des Namens findet sich oben S. 176 f. In einem 
Aristophanischen Fragment bei Plutarchos Perikl. 8 wird die 
Insel Aigina als Augenfluss (A>j;jir^) des Hafens Peiraieus bezeich- 
net, mit Beziehung auf die Feindseligkeit der Aigineten, dieser 
vorgeschobenen Gegner Athens; die bildliche Benennung soll 
ein „geflügeltes Wort** des Perikles selbst gewesen sein, vergl.. 
Muhl a. a. 0. S. 42. Der Name erinnert uns gerade an ein 
lustiges Wortspiel des Plautus im Pseudulus vs. 77 : genua 
ilostrum • semper siccoculum fuit, welches Beiwort nicht etwa, 
blos $7)pd9^a>v[xo; bedeutet, sondern einen witzigen Anklang an 
•fsvo; 2txs/txov, Siculi, enthält. Ebenda vs. 1081 findet sich ein 
fingiertes Molae als Ortsname. Hierbei gedenken wir auch des^ 
sarkastischen Spieles mit der allbekannten syrakusanischen Lokal- 
bezeichnung Aaiofita, Lautumiae lauta res, bei dem Rhetor Seneca 
tec. Bursian p. 274. Als boshafter und sarkastischer Spottname 
aiuf den Brudermörder König Ptolemaios II. von Aegypten er- 
scheint der Stadtname tJ OtXotSsAcpsta, wie lucus a non lucendo, 
wobei natürlich nur die ägyptische Stadt dieses Namens unter 
einen solchen Gesichtspunkt fallen kann. Der wiederholt erwähnte 
Name der Stadt ^Aßuöo; (vgl. in den ^Stichnamen" S.51) war der 
Name eines milesischen Gauorts und auch ein Spitzname des^ 



318 

Alkibiades, gleichwie dieser auch ^Ep|i:^; Tptxs^aXo; genannt wurde, 
T^gl. Muhl S. 56, 76. 'Aßü-Soxo.arj; aber war ein allgemeines Schimpf- 
wort auf Sykophanten und nichtswürdige Leute. Wie weit in den 
Anspielungen auf Namen vollends die Römer zu gehen pflegten, 
mag die famose Deutung des Namens Lusitania nach Varro be- 
weisen, welche Plinius N. H. III, 1, 8 mitteilt: Lusum Liberi 
patris aut lyssam cum eo bacchantium nomen dedere Lusitäniae; 
ebenda III, 3, 27 die Stelle: Termes ipsaque Clunia Celtiberiae 
finis, wenn man bedenkt, dass die letztgenannte Stadt ein Schwein 
im Wappen führte, nach Eckhel D. V. N. I, 1, p. 46. 

Gar manche unter diesen Namen bleiben übrigens gleichsam 
a.n einem Gränzgebiete haften, so dass es zweifelhaft erscheint, 
ob sie im guten oder im schlimmen Sinn zu deuten sind. Der 
gewöhnliche Verlauf in der Auffassung der Menschen und der 
sogenannten guten Nachbarn ist dann freilich, dass ein Umschlag 
eintritt in peius, eine Verunglimpfung auf die Dauer zu einem 
solchen Scherznamen sich gesellt, wie z. B. in der deutschen 
Sprache bei den zwei Begriffen ;,schlicht" und „schlecht^. Viel- 
leicht verhält es sich ähnlich mit dem neueren Namen der A.f- 
^hanen (für alt HaxTUs;, Pakhtün, Pakhta des Rigvedä), der von 
Justi aus avaghna = Mörder abgeleitet wird, dagegen von 
Tomaschek in der Zeitschrift für die österr. Gymnasien XXIX, 
S. 851 aus skr. avagana, ogana, d. i. von seiner Schaar getrennt. 
Oberhummerj Akarnanien S. 53, A. 3 weist auf die Glosse des 
Suidas hin s. v. Ta^io;' o AigoTT^'c, mit der Bemerkung, dass sich 
die Taphier den Namen ^Räuber" doch nicht selbst beigelegt 
haben können. Zu derselben Gattung von Namen gehört, wie 
uns bedünken will, die sonderbare Benennung *HXtoi:oXlTat, Son- 
nenbürger, für die befreiten Sklaven, welche sich als Bürger 
einer ungenannten oder auch vielleicht nur gedachten Stadt 
Heliopolis konstituierten, welche ihren Namen von dem in Syrien 
hochverehrten Sonnengott empfing (Vergl. Th. Mommsen, Rom. 
Gesch., 4. Aufl., Band II, S. 54. 59 über Aristonikos, den Sohn 
Eumenes des IL Kronprätendent des Attalidenreiches 131 v. Chr. 
an der Spitze der „Bürger der Sonnenstadt".). In ähnlicher 
Weise, nämlich euphemistisch, ist wohl auch der Name KaX>.t- 
xüp'.ot, d. i. Schönherren, aufzufassen; so hiessen jene Sklaven 
der syrakusanischen Grundbesitzer, welche vermöge ihrer XJeber- 
^ahl ihre Herren zuletzt vertrieben. Indessen Andere schreiben 



319 

den Namen luXAixupiöi, d. i. Herrenfeinde, Bauernfeinde (vergL 
PB. s. V.), womit dann freilich die Ironie des ursprünglichen 
Namens gründlieh beseitigt wäre. Zur Vergleichung sei hier 
erwähnt, dass der römische Volkswitz die durch Testament frei- 
gelassenen Sklaven Orcini nannte, weil sie gewissermassen den 
Orcus zum Patron hatten. Mit demselben Stichnamen wurden 
aber auch die durch Caesar's Testament in den Senat gelangten 
Senatoren belegt, welche Plutarchos Anton, 15 mit richtiger 
Uebersetzung als XapcDvtra; bezeichnet. In Betreff der Sklaven 
jedoch erinnern wir noch an einen andern römischen Volkswitz, 
wonach die flüchtigen Sklaven, weil sie so schnell liefen, statt 
servi cervi hiessen (Fest. p. 143). Oap^sviöt, d. i. Jungfernsöhne, 
wurde zum Hohn eine gewisse Klasse von spartanischen Jüng- 
lingen genannt; vergl. Greogr. Grraeci min. ed. Did. II, p. 246, 
woselbst der Name mit voOoi = spurii zusammengestellt und als 
Schimpfwort ausgelegt wird; dazu E. CurUmy G-riech. Gesch., 
2. Aufl. I, 178. Ein Spottname in Epidauros war Kovinodz^, d. i. 
Leute mit bestaubten Füssen, Hesych. xoviopTOTroS?^, a^po^xot, spyGciai, 
nämlich Leute, die grösstenteils auf dem Lande wohnten; vergl. 
übrigens in den ^ Stichnamen '^ S. 54 über die sikyonischen Gau- 
namen 'Ovsi-at etc. Dass wir dagegen den Namen der Bewohner 
von Hyampolis ''YavTs; in gutem Sinne fassen möchten, wurde 
bereits bemerkt S. 100. Wiederum ein Uebelname ist Brutates 
— Bruttii, Bruti, den die von den Bruttiern beraubten Lukaner 
gegen ihre Ueberwinder im Munde führten, den die letzteren 
aber als einen Ehrennamen hingenommen haben sollen, gleich 
den niederländischen ;, Geusen* oder Bettlern. So ist auch der 
Name des Volkes der Quadeii, d. i. die Bösen, ein wahrschein- 
lich durch die Markomannen aufgekommener Spottname, vergl. 
Kiepert, Handb. der alt. Geogr. S. 541, A. 2; vielleicht ist auch 
der Name der Gepiden ein Spottname, vergl. Förstemann S. 632. 
TpoÜAOt, d. i. Löffelgarde, war ein Spottname der Gothen bei den 
Vandalen. Souaapiaoiott, die Stürmer, hiessen die Mitglieder eines 
Thiasos auf der Insel Chalke, bei L, Boss^ Inscr. 291. Auf einer 
Verdrehung beruht auch die Benennung ;,Arme Gecken* für die 
bekannten Armagnaken. Auf der Insel Kephallenia tragen die 
Bewohner von drei Bergdörfern nordwestlich von der alten Stadt 
Pale, angeblich wegen ihrer lauten Umgangssprache, den merk- 
würdigen Spitznamen TTjXsßoot oder TiijXeßoai, wie in alter Zeit 
die Taphier hiessen; vergl. Biedermann, Die Insel Kephallenia 



320 

S. 45, A. 1. Auf unverständliche und barbarische Sprache be- 
zieht sich der Name der nafXocyovs;, denn UTvXcqoiv ist so viel 
wie ßdpßapoc, itacp/.aCs'.v bedeutet stammeln, vergl. in den ^ Stich- 
namen*' S. 41 ; vielleicht aber auch der Name AsXsysc, der zumeist 
für identisch mit asxto»', oü,ufji'.xTot, [iiyaös; = Mischvolk genommen 
wird, sogar mit Aoxpot, wie bei G. Fr. Unger, Philol. 2. SuppL 
Band 1863, S. 648, auch bei F. Hehn S. 54 = Selecti. Wir 
halten jedoch diesen Namen mit seiner seltsamen Reduplikation 
für semitisch, bezw. aramäisch, lagleg = balbutivit, eine Be- 
zeichnung des Ausländers wie Ila^XaycüV und ähnliche, schon 
früher erwähnte. Wegen ihrer harmlosen Dummheit dienten zum 
Spotte, gleich den Lalenburgern, die Einwohner des sizilischen 
Städtchens 'Apßs/.at oder 'ApßiATj. Einen bedenklichen Anklang hat 
wiederum der Name der Poediculi in Apulien, welchen man ge- 
wöhnlich dem Namen Peucetii gleichstellt. Dazu gesellt sich 
der griechische Bergname O^sipwv opo; in Karien, wenn anders 
die Form bei Steph. Byz. Oötp nicht gänzlich verderbt ist; und 
Oftstpwv TCOAt:, eigentlich Fichtenstadt = IltTüo'jaaa, benannt von 
der Tctiü; «pdsipotpopo;,- der kleinen fruchttragenden. Auf SxüIao;, 
ein Dorf in rauher Gebirgslage am Kithairon, nicht auf das 
trachinische Skolos, bezieht sich der warnende Spruch sie 2x(»Taov 
liTfjV auTÖ; Uvai [ngV aX>.(o STrsaDa?. Zu den 'AitaTOupiot der ;,Stich- 
namen^ S. 56. 60 fügen wir noch den Namen eines Ortes 'Aita- 
Toupov am Bosporos. Auch sei hier der ansprechenden Vermutung 
Joh. MuhVs S. 45 gedacht, dass in dem Fragment einer Komödie, 
bei Meineke no. 22, anstatt ^swaTa ßoKono; iv 'Ay^OfASvou, her- 
zustellen sei ysvvaia ßtwoi; iv 'A^x^fJ^svoC, d. i. ein prächtiges 
Leben in ;, Hängheim", nämlich mit dem fiktiven Ortsnamen 
"^ \'iyp\i.zvo(; , nach Analogie von ^OpxojuisvJr. Ob aber die Be- 
nennung nüAflctaaTai für Gaukler, Marktschreier, nach Hesychios 
bei den Khodiern für ^cuoTai gebraucht, durch politische Partei- 
gänger auch auf die Pylagoren der Versammlung in Pylai, bezw. 
in der Pylaia zu Delphi, in gehässiger Weise angewendet wor- 
den ist, steht dahin; unwahrscheinlich ist es gerade nicht. Son- 
derbar ist auch die Benennung lIuOwvs; für Bauchredner, sy^aoTpi- 
jiu&o'.. Ar^AtaaTat dagegen bezeichnet einfach die Deiische Theorie. 
Sprichwörtlich wurde der Name der Einwohner von AsovtIvoj ge- 
braucht in dem Ausdruck: asl Asoviiv&i Tc^spl toü; xpotxi^pac, deutsch: 
Ein Leontiner und der Mischkrug sind immer beisammen. Zu 
den schon in den ^Stichnamen" S. 63 angeführten Spbttversen 



321 

des Phokylides auf die Alptoi tragen wir nach die Variationen 
auf die Chier und die Kilikier in der Anthologia Pal. ed. F. Didot 
II, p. 325, no. 235 und 236; in den Nachweisungen bei Krum- 
hacher, Griech. Reise, Berl. 1886, S. 132 wird der Name Leros 
auch mit dem Worte Xspa = Schmutz, Filzigkeit, boshaft in 
Zusammenhang gebracht. Die Mysier wurden nach Poseidonios 
bei Strabon VII, 3, 3 spottweise Kaicvoßaxat (vielleicht K-xTivoßoTott 
oder RaicvoTCo-ai, d. i. Rauchschlucker) genannt. Aeschines wird 
auch xaitvoc genannt, d. i. Windbeutel, gleichwie Euktemon xovi- 
opTo;, vgl. unten S. 334 und 0. BibbecJc, Alazon S. 44. Uebrigens 
war auch Kauvta; ein Spitzname des Ekphantides öid xö |it]S£v 
XajxTcpov Ypa^etv, vergl. ;,Stichnamen" S. 35 Kaicvoc, ebenda wurde 
bereits der 'Apystot, Boiwiot, ÖSTtaXot, AI^utzv.qi, Kdpsc, Opuys; in 
gleicher Hinsicht gedacht S. 52 ff. Jedoch soll tov 2«ijLtaxdv Tpt'ucv 
nach Photios Lex. ed. Nab. II, 143 Safiaivat • rj.ola Sctfita, nicht 
auf eine Eigenheit der Samier sich beziehen, sondern auf die 
Aehnlichkeit des Vorderteils samischer Schiffe mit einem Schwein, 
In schlimmem Rufe standen in Griechenland die Megareer, vergl. 
Demosthenes de cor. § 310; Anthol. Pal. ed. Did. II, p. 477, no. 
73; Kallimachos Epigr. ed. Meineke 25, 6 ng; dk TaAottvij; vü^9Tr)(; 
(o; Meyapiwv ou Xoyo; out' aptdfxo^. Msyapswv Saxpüa, megarensische 
Thränen, bedeuten für die Griechen erheuchelte oder Krokodils- 
thränen, ;7wie derjenige vergiesst, der eine aufgeschnittene 
Zwiebel anblickt", t yap MsYap'.xr] oxopoöo^opoc, bemerkt der Scho- 
liast zu Aristophanes' Frieden Vs. 246. An die schon früher, 
;, Stichnamen" S. 63, A. 209 vorgeführten Verse eines Orakel- 
spruches gegen die Bewohner von Aigion schliessen sich an die 
boshaften Verse bei Diogenianos VI, 24 

Aü5ol TCOvr^pOi, ösuTspo'. ö' AiYUTCitot, 
Tptioi ÖS 7tav-«)v Kaps; eSojAecxaTOt, 

wozu eine längere Erörterung der Namen bei Koch, Quaest. de 
proverb. apud Aeschyl. Sophocl. Eurip. Regimonti Pruss. 1887, 
p. 34 sqq. dargeboten wird. Ohne jeden Wert aber und nichts 
als etymologische Flunkerei ist der Vers Anthol. Pal. ed. Did. 
II, p. 109, no. 531 £t; 'baupoo;' 

aupai; Taa Osouatv, o^sv Xa^ov Oüvojxa touto. 

Sogar der attische . Lokalname Aotupstov, Aauptov, erscheint 
als Stichname in dem Witze des Aristophanes Av. 1106 yAauxcC 
AaüpscDTixai, d. i. Eulen von Laurion = Silbermünzen mit dem 

Grasberger, Ortsnamen. 21 



322 

üblichen athenischen Wahrzeichen; der Ausdruck wurde sprich- 
wörtlich von reichen Leuten und ist von den Einkünften aus 
den bekannten attischen Silbergruben entnommen. 

§ 13. 

Spottnamen einzelner Vereine und Persöniictilceiten. 

Als Spitznamen fassen wir auf den Namen der sog. 'Astvaüiai, 
d. i. Immerschiffer, Wasserleute oder ßheder in Milet. Nach 
Plutarch Quaest. Gr. 52 wären dieselben eine Behörde gewesen, 
die zu Schiff ihre Sitzungen hielt. Doch scheint der Name viel- 
mehr auf eine eigene städtische Partei zu gehen, welche so auf 
ihren Schiffen zu Hause war, dass sie selbst ihre Versammlungen 
und Parteiberedungen zu Schiffe vor der Stadt abhielt. Mit 
dem von uns in den ;, Stiebnamen ^ S. 29 gekennzeichneten athe- 
nischen Verein ot ^EiYjxovia, die Sechzig, bringt 0. BibbecJc auch 
den Namen AatiaXT^c, d. i. die Schmauser, in Verbindung, im 
Kolax S* 19. 82. Indessen konnten die letzteren ebenso gut dem 
Verein der Agathodaimonistai angehören. Nämlich den von uns 
gleichfalls schon früher erwähnten KaxoSaifxovtoiat stellen wir 
nachträglich gegenüber die 'AyaftoöatfxovtOTat, d. i. Verein zur 
Festfeier des guten Dämon, in Inschriften und von Schrift- 
stellern genannt ; auch 'AYal^oSatfxovtOTal oXtyoTCOTOuvTc;, Eth. Eudem. 
3, 6; Plutarch. Quaest. Sympos. III, 7. Bezüglich des Namens 
sei noch bemerkt, dass der Kyniker Krates, der in fremde Häuser 
zu Gast zu gehen pflegte, Anlass zu der Beobachtung gegeben 
haben soll, dass sein Eintritt Glück bringe; so fand man denn 
um jene Zeit in Griechenland überThüren geschrieben: Eingang 
für Krates, den guten Dämon! 

Abermals wie ein Stichname hört sich an der Name eines 
megarischeen Geschlechtes ^AjuiaSoxuXiaTai, d. i. vom Wagen Stür- 
zende, oder Wagenschieber. Doch weiss darüber Plutarch, Quaest. 
Gr. 59 nichts Bestimmtes zu sagen. Dagegen ein recht komischer 
Aristophanischer Name ist 'Att'.xwvtxot, d. i. Athenerlinge; vergl. 
auch Aio|i£'.otAaCo''2c, d. i. Schwindler, Gecken, Stutzer, bei 0. Bibbeck 
in der Abhandlung über den Alazon S. 3, AiovüooxoXaxs; in der 
Abhandlung Kolax, Abhandl. der sächs. Ges. der Wissensch. XXI, 
S. 10; 'AXsgavSpoxoXaxs; ebenda S. 85. lieber die komische Wort- 
bildung A'.ovüa'.oxoüpouüpülvat sc. 'AväpoxXscov, Menschen oder Sub- 



323 

jekte wie Androkles, vergleiche man JoK Muhl a. a. 0. S. 13 ; 
ebenda wird in passender Weise S. 25 der Komödientitel ot BaTccai 
mittelst ;,die Stutzer^ erklärt, nicht ;,Färber*^, wie FriUsehe 
meinte. Hierher gehört auch die Bezeichnung UspixaAAtfxaxot, öl 
afxcpl TÖv KaX/a'fjiaxov, Kampfgenossen des Kallimachos. Aehnlich 
dem früher erwähnten Spottnamen 'AiKpiavaxTSc (Stichnamen S. 36) 
erscheint die spöttische Bezeichnung gewisser Homerlinge mittelst 
-Ol «üTctp Itisitä AsyovTs;, welche den Leser an die scherzhaften 
Namen für zwei Aufwärter bei Martial Epigr. I, 51 Mistyllus 
und Taratalla erinnern mag. Auch UstatoTpa-töat erscheint in 
späterer Zeit als Spitzname, der jüngeren Parteigenossen des 
Perikles nämlich {Muhl S. 28). Vergl. auch Koöpoo; • tou^ ap^aiou;, 
Photios ed. Nab. I, p. 349; II, p. 103 irptot|xü)&igvat • ^üpn^OT^vot' -o 
yap Tou IIp'.ajxGu upoocDitov S^ptac soiiv. Eine ganze Reihe Spott- 
namen ist nach Art ehrbarer Greschlechternamen von den Ko- 
mikern gebildet, wie die schon in den „Stichnamen" S. 48 ff. 
angeführten Beispiele zeigen. Ebenso ^Ep|iom^r^xia8at, zur Be- 
zeichnung der hässlichen Sprösslinge eines gewissen Hermolykos, 
und vollends die Wortungeheuer 6i]oaüpoxpüoovtxoxpo3t8r^; bei 
Plautus , PB. „Goldschatzsieggüldner", K/.ü-ofxto^apvoSuoapxtJa; 
(Lesart unsicher), KoXaxocpCDpoxXstSTj^ (diese Schreibart ziehen Koch 
und Muhl S. 75 vor) = Diebsmeister, oder Kopaxo^pwpoxXstÖTj; mit 
komischem Anklang an ^hpoxASiör);, OpaotxAStöij; und ähnliche 
wirkliche Namen von Personen. Wenn der elegische Dichter 
Mimnermos wohl in gutem Sinn o AtYüaitaJTfjc hiess, d. i. der lieb- 
liche Sänger, so klingt um so spöttischer der Name ZTiTapsTnjotaSTjc, 
gleichsam ein Tugendbold, ein Tugendjäger, derber als das be- 
kannte Prädikat 'ApsiaXoYo;, d. i. Tugendschwätzer oder Possen- 
reisser und Philosoph in einer Person; vergl. in den ;, Stichnamen ^ 
S. 38; A. 124. Fott fasst auch MupfjmjxtJT]; als Spitznamen auf^ 
vergl. oben S. 63. Ein nicht minder komisches Patrpnymikon 
ist MtaapxüpiÖT]^ , dann die Verbindung AtovüaoXsSavJpoc, vergL 
0. Bibbeck^ Alazon S. 26. ^IiwcoxpaTtTCTC'.aÖTfj; und AiovüoeTCijYavdSüjpo;, 
Anthol. Pal. ed. Did. II, p. 287, no. 17. 

Zu den Spitznamen von der Kopfform, wie o oxivoxs^aXoc 

Zsü? von Perikles (vergl. ;, Stichnamen" S. 33), Kspdc, Cornutus, 

Kifpdko;, Capito, Capet, Grrosskopf u. dgl. haben wir nachzutragen^ 

dass der genannte Staatsmann von Hermippos ;,Fürst der Sa- 

tyrn" genannt wurde, in Hinsicht der unwürdigen und charakter- 

21* 



824 

losen Menschen, welche ihn umgaben. Ein anderer Spottname 
auf die betreffende Clique, ebenfalls eine Erfindung der Komiker,, 
war der vorhin erwähnte ;,Neue Pisistratiden^. Sogar mit dem 
attischen Staatsschiffe, der SaXa^ivta, weil sich dieses nur bei 
ganz besonderen Anlässen zu zeigen pflegte, wurde Perikles ver- 
glichen; siehe E, Curtimj Griech. Gesch., 5. Aufl. II, 217. Eine 
griechische Verballhornung des Namens Sardanapal, KoyxoAspo; 
oder KovooxoYxoAspo;, ist bei Suidas erhalten. KtvaiSoxoAmtat, Name 
eines Volkes iöi glücklichen Arabien, und die AaxavoTcxepoi, d. i^ 
Krautflügler, des Lukianos sind wohl dem märchenhaften Namen 
der in den ;, Stichnamen" S. 56 belegten Gattung beizuzählen. 
Ferner gehören zu den ebenda S. 50 bezeichneten Parasitennamen 
die Namen MavStXoxoAaTCnrj?, oder wie Andere schreiben KavJuAc- 
xoAaTiTTjr, Ka7wüpo3cppavTr^; Feinriecher, MaTiirotcpccotoc, Sczpanou; Klin- 
kerfues, Stjutoxarco; Katzenbuckel, Kop'ivöiaoTTijc Hurenjäger, Kopo5ö; 
Lerch, KopTjßtwv Schimpf, AoL-{o\i(av Flasch, ^ExToSiüiXTr^; Suchenwirt,. 
OaYOÖat'njC, Kdfpxapo;, Ksotgsu; Hungerleider, lauter xoAaxs; icapaottoi. 
Ueber die attischen xsaipst; jedoch vergleiche man allenfalls 
Bernhard^ Grundriss der Gr. Litteraturgesch. I, 362 der 2. Aufl. 
Ac(xavo8paxo;v, ^Kohlwurm", ist ein Schimpfname aus byzantini* 
scher Zeit, aber Acfßr^c d. i. Nimmweg, Raffefort, ist eine witzige 
Verdrehung des Namens Aaxigc bei Aristophanes. OJxa/wiycbV mit 
komischem Beigeschmack = Hans Ohnesorge , hat u. A. auch 
Vergil Aen. II, 312 aus Homer entlehnt. Ilapaßüo-o; „der Pfran- 
ger^^, ist der Name eines feineren Schmeichlers. Ein athenischer 
Trunkenbold führte den Schimpfnamen ^der Trichter", nach 
Ailianos V. H. II, 41 A'.dTtjjio; o 'A8>jvalo; Xuivr^ sicexaAstTO • ivn^e- 
;jisvo; '{Oip zw OTOjiaTt y^vUr^'j aötaAStTc.Tüj; kyoipBi xov £3Xs6|Jisvov oivov.. 
Eine ganze Reihe von Spitznamen für sog. ^.Knicker" findet sich 
zusammengestellt bei Leopold Schmidt Die,^thik der alten Griechen 
II, 386; auch an die verlorene Schrift noAi|xtuv uspl aJoStov ovo- 
[jL^-Ttüv sei hier erinnert. 

An diese Parasitennamen schliesst sich ein Nachtrag zu 
Hetärennamen S*49f. der „Stichnamen"; die beliebten Blu- 
mennamen wie MüppivTj u. dgl. bleiben natürlich ausgeschlossen. 
Hierher gehören die drei Namen DiTaAT;, Koptawa, ödtAa-ia, zu- 
gleich die Titel gleichnamiger Komödien, wie Muhl S. 86 bemerkt 
hat. Eine nicht uninteressante Stelle über Namensänderung hei 
den Griechen, besonders der Hetären findet sich . bei Grauert D^ 



325 

Aesopo et fabulis Aesopiis, Bonnae 1825, p. 128 sq. In dem auch 
Ton Bursian Geogr. Griech. erwähnten Namen Kopaöe; d. i. Damen, 
für eine Inselgruppe, verbirgt sich, wie bereits bemerkt wurde 
S. 101, ein unfeines neueres Wortspiel mit x^tpötöec. Zu den 
üblichen Spässen der Komödiendichter gehört auch die Benennung 
Msyaoual o^'yys; für Dirnen. Ein ähnlicher höhnischer Beiname 
der Tänzerinnen etc. war MaxipoxTüuiat , von einem komischon 
Tanze fAaxTpiaao;. Aus Catull 32, 1 führen wir zunächst den 
Namen Ipsithilla an, wofür Scaliger schreiben wollte Hypsithilla, 
was sich empfiehlt wegen der analogen Benennung 'Y^J^itcüat^, wenn 
nicht etwa ein Blumenname sich in dem seltsamen Namen Ipsi- 
thilla verbirgt. Ein übelberüchtigter Name, wie es scheint von 
der Gattung ^Y^iOtXXa, war derjenige einer Frau von Korinth 
'Axpoxoptv^ta, doppelsinnig; ebenso der einer Hetäre ^AxpoTSAsuitov, 
bei PB. ^Ueberaus^. Zu dieser Spielart in Namen gehören offen- 
bar auch jene bei dem römischen Epigrammendichter Laevius 
erhaltenen Protesilaudamia und Sirenocirca, vergl. Alex. Riese 
Einleitung zu Catull p. XXIII. Andere Hetärennamen sind: 
Satüpa, Geila ; ÜAavyJoiov, Wankel ; UpooxTjviov, Vorderbühne, Name 
einer Nannion; Ilaoi^tXa, Name einer Plangon ; IlTCDXsXeviij, Bettel- 
berta, Name einer Kaliistion; ^OpTiüAAi; oder ^ApuuAAt;, Raffauf; 
AsAcptov, Meerschweinchen; Asovitov und Asottva wurden bereits in 
der Einleitung S. 58 unter* den Namenwappen erwähnt. Kuwot, 
Hündin; Aopdcuv, ein bezüglicher Dämon. Die unter dem Namen 
OpüVTT) d. i. Kröte, angeblich von der Farbe (üJxpottjc) der Kröte, be- 
kannte Hetäre hiess eigentlich Mvy^oapsTyj, Pott übersetzte den 
Namen Phryne mit Fulvia. Eine gewisse Map|iaptov hatte ihren 
Namen ebenfalls von der Farbe. Ein weiterer Spottname der 
Phryne war Syjoioc, PB. ^ Sackreutern ^. Nicht minder berühmt 
als Phryne war Aai;, von ihrem jähzornigen Charakter 'A$''vt], 
d. i. Beil, geheissen; Ailianos V. H. XII, 5 Aoti; i^ l-aipa xal 
'ASivij sxaASiTO* TjASYX* ÖS aüT^c to eicüivüfjiov tkjv toü Iöoü; «Ypiorr^ta, 
OTa (Wasfüreine) führte den Beinamen ^Aviixiipa. In Rom hiessen 
lupae, d. i. Wölfinnen, solche Weiber, die sich durch Buhlerei 
und Raubsucht hervorthaten und deren Wohnstätten auch mit 
Wolfshöhlen verglichen werden konnten, daher lupanaria. O.Keller 
Tiere des klass. Altertums S. 162 weist den Ausdruck, der sich 
bei Plautus zuerst findet, der griechischen Komödie zu und be- 
merkt ausserdem, dass man den weiblichen Wölfen wenigstens 
in Rom buhlerische Lüsternheit zuschrieb. Bei den Griechen 



326 

scheint SaXaßaxx^, der Name einer berüchtigten athenischen 
Hetäre (vergl. PB.), auch allgemeine Benennung der Hetären 
überhaupt gewesen zu sein, ungefähr wie der lateinische Beiname 
Scrapta = c?7coiiTüOfia für Hetären der niedrigsten Klasse. Namen 
Ton Fischen sind die einer SaiispSiov = Sardellchen, einer iT^icta 
= Tintenfisch, einer MaXato) = Dorsch, Nickel (fxoXXa^). Andere 
Hetärennamen waren SxotoSsivtj, Spottname auf eine Nikoätrate, 
PB. „Nachtmeistern^, SiyrJ = Schweigstill, KpozaKr, = Laute, 
KwvoiTTiov =: Stcchmücke , bei Kallimachos Epigr. ed. Meineke 
no. 62, KopiovscpsATj = Schwarzdorschel, raarpoSoJpT] = Magengif!;, 
bei Anakreon im 90. Fragment ; vergl. den oben S. 310 erwähnten 
Namen OuysXAa oder nuysXXa, ein anderer war Sivwtctj, von dem 
ein Verbum otvcoTtioat abgeleitet wurde, nach Photios ed. Nab. II, 
156. Auch liiiT} d. i. Stumpfnase, von o'.,uTf;, gehört hierher, vergl. 
Philolog. Rundschau Jahrg. III, 247; dazu die Nachweisungen 
zu Dionys. Byzant. in Didot's Ausgabe der Geographi Gr. minores 
T. II, p. 55 zu den Namen StfiT] und Iviai^a, mit Beziehung auf 
die megarische Hetäre Simaitha, Aristoph. Acharn. 524; ferner 
mehrere anständige Schmeichelnamen der Geliebten, wie 'EXa^tov, 
PB. „Hörschel^, Aopxtov und Aopxct;, ebenfalls Hetärennamen, 
^AtjSoviov, d. i. Nachtigällchen. Vergl. bei LucretiusIV, 1161 sqq. 
Palladium, Lampadium, Silena; andere bei Ovidius, Aristainetos 
u. A., worüber allenfalls die Abhandlung Alazon von 0. Bibbech 
S. 46 ff. einzusehen ist. 

Aber auch unter den Verunglimpfungen, die sich auf Män- 
nernamen beziehen, finden sich einige bedenkliche, die wir den 
in den ^ Stichnamen" S. 38 verzeichneten beifügen müssen. 
Durch die Komiker aufgebracht und von erkennbarer obscöner 
Bedeutung ist der Name des angeblichen Mannes der Sappho, 
Kcpx&Xac, denn xepxoc bedeutet cauda. Auch die Personennamen 
KspxuXac und KepxoßoXoc tragen dieselbe Signatur. Dem schon 
früher vorgeführten 2a8(üv, d. i. Piephänel" (Stichnamen S. 36) 
scheint zu entsprechen das seltsame Prädikat salaputtium bei 
Catull 53, 4 di magni, salaputtium disertum! wo Calvus, ein 
Mann von kleiner Statur, gemeint ist, vergl. Riese^Q Anmerkung. 
Nach unserer Vermutung wäre jedoch zu schreiben, analog dem 
Ausdruck salisubsulus u. a., Saliputtium, in dem Sinne von Auf- 
steherchen, Stehaufchen, Springteufelchen. Als eine Art Ersatz 
eines einfachen Schimpfnamens begegnet uns bei demselben 



327 

Dichter 52, 2 ein Attribut struma Nonius, wenn man nämlich 
nicht mit Scaliger Strnmai als cognomen schreiben will; ebenda 
22, 10 ein «TcaS ASYOjjievov caprimulgus als Prädikat zu Suffenus 
^dem Ziegenmelker''. Es war eben unmöglich in der lateinischen 
Sprache sich den griechischen Komikern mit der spielenden 
Leichtigkeit ihrer Sprache an die Seite zu stellen. 

Weitere komische Namen aus der alten Komödie sind Spott- 
namen wie BajißaXtwv, der Stammler, balbus, auch BajmßaXo;, WsaXoc. 
Vergl. in den ,, Stichnamen ^ S. 42 ff. Bei Justinus XIII, 7 heisst 
es von Aristaios, dem Gründer von Kyrene: cui nomen Batto 
propter linguae obligationem fuit . . . . ibi Battus linguae nodis 
solutis loqui primum coepit. Von dem betreffenden Mythos war 
oben S. 18 die Rede. Dazu bei Strabon XIV, 2, 28 über ßaxTa- 
pt'Cstv, TpaD/dZeiv (z. B. öIüjXoc für östopo;), das Stammeln des Al- 
kibiades; bei Aristophanes Vesp. 42; Plutarch. Alk. 1; ferner 
^{/SAAtCstv, ßapßapt'Cs'-v, xaptCetv. Dagegen osaaiCsiv, osXAt'Cso&at = aXa- 
Covsoeodat, cf. 0. BibbecJc, Alazon S. 14. 44. TcfXTaXo; steht also 
zu TavTotXo; wie «aaoc, alius, zu skr. anyas, wie r,X^zv zu il^vdev. 
Vergl. auch Tartaglia = ipaüXo;, dazu den Lambdakismos wie 
im italienischen bambalio, d. i. der kleine Stammler, für bambino. 
Wegen des früher erwähnten Namens MsAafiitou; ist jetzt zu ver- 
gleichen Philolog. Rundschau HI, 580. Bspsaxs^ot ist ungewisser 
Bedeutung, BoJfAuxoc ist „Brüllochse", sprichwörtlich gebraucht; 
möglicherweise dient aber die Sylbe ßou zur Verstärkung und 
Steigerung des Begriffs, wie in ßooyaVov, vergl. S. 95 und 0, Bibbecky 
Alazon S. 83 f. IlavitTT]; bedeutet nach PB. „Ehrenreich"; Pott, 
Etym. Leg. S. 300 erklärt: wie man den Kallistratos IlapvuTT]«; 
hiess, gleichsam reportans sc. obolum, von aucfpvufiat, weil er den 
Sold für die Richter einführte. Derselbe Kallistratos war mit 
dem Namen napvoictc, von ixapvoinij = Heuschrecke, gemeint. An- 
geblich wäre auch der aus der Odyssee XVIII, 6 wohlbekannte 
Bettlername *Ipoc ein Stichname für 'ApvaTo;, „den die Jungen 
Iros hiessen", vsot xwat^oxov airavis;. Einen unsittlichen Menschen 
bezeichnete der Name Kuxaü>^, lat. Codes, bei den Komikern; 
einen täppischen, läppischen Menschen Mapyiir^; oder Maitüv, d. i. 
Tollpatsch. Der sogen. MapYiiTjc war kein persönliches Spottlied, 
sondera ein allgemeines, auf eine ganze Klasse von Menschen 
passendes, das Lächerliche darstellendes Charaktergemälde (vergl. 
Philol. Rundschau, Jahrg. IV, 747), Als Kepxw^', Schwänzler 



328 

Kobold, verspotteten die Antiochener den Kaiser Jalianos, Am 
mian. Marceil. XXII, 14, 2. Aapor, der Name eines SeevogeJs, 
Möve, findet sich als Spottname auf einen gefrässigen, dummen 
Menschen. lieber KAscDva tov Xapov bei Aristophanes , vergl. 
G. Fr, Unger im Philol. XUII, 619 und im Rh. Mus. 1883, 
S. 499. Ein weiterer Spitzname des Kleon war, wie MiM S. 79 
vermutet, Aaxr^c, weil derselbe wiederholt mit einem bissigen 
Hunde verglichen wird; ein anderer ist ausgedrückt in dem 
Spottverse K/icov npop^dsüc iott iiezd tä icpaYfLaxa. Zu einem ge- 
wöhnlichen Schimpfnamen wurde, nach der Anwendung durch 
den Dichter Kallimachos, der Name des bekannten ägyptischen 
Sumpfvogels *Ißtr, vergl. Ovid, Ibis vs. 55 quo Battiades inimicum 
devovet Ibin, ibid. vs. 62. 95. Seltsam hört sich an der Kollektiv- 
name noiayo)/'';. Klatsche, für die Spitzeln der syrakusanischen 
Polizei. Auch Xrj^a/.foTzr^^, die ägyptische Fuchsgans, gehört 
hierher, vergl- 0. Bibbeckj Alazon S. 44; eine Beschreibung des 
prachtvoll gefärbten Tieres gibt jetzt 0. Keller, Tiere des klass. 
Alt. S. 287. NtTotpoc, d. i. Kichlein, Entlein, von vtiaptov, vr^rrapiov, 
diente als Name für einen Weichling. Zu den von Tiernamen 
entlehnten Stiohnamen gehören auch einige Grladiatorennamen, 
wie sie in Rom üblich waren, z. B. Gallina = Kampfhahn, Ci- 
cirrus, ebenfalls Kampfhahn, bei Horaz erwähnt, lieber eine 
höchst merkwürdige Spottmünze auf Kaiser Grallienus, mit der 
Umschrift Gallienae Augustae (!), vergl. Berl. Wochenschrift für 
klass. Philol. 1886, S. 825. 1139. Bei den Griechen war auch 
Kpto; ein Spitzname, Kpiou; soll nämlich Perikles selbst seine 
entarteten Söhne genannt haben; vergl. unten über ''Ovo;. Kal- 
lias, ein Rivale des Komödiendichters Kratinos, wurde von die- 
sem geheissen lyo'MO}\j von o/oiviov = Bindseil, mit Anspielung 
auf das Seilerhandwerk seines Vaters. Entsprechend dem Kapa- 
ßo; in den ;> Stichnamen" S. 49 erscheint eine Locusta als mulier 
venefica bei Tacitus Ann. XII, 66; bei Horaz ein Wucherer 
Cicuta, d. i. Blutsauger. Aus Horaz Serm. II, 2, 55 führen wir 
jenen Avidienus an, cui Canis ex vero dictum cognomen adhaeret. 
Stulti, Narren kurzweg, wurden in Rom die vom Feste der 
Bäcker (Fornicalia) Wegbleibenden geheissen. Solche Narren 
pflegten dann ihre Fornicalien am Tage der Quirinalien, d. h. 
am 17. Februar als dem letzten Termin zu feiern, daher dieser 
Tag auch Stultorum feriae genannt wurde (Preller-Jordan, ßöm. 
Myth., 3. Aufl. II, 10). 



329 

Eigentümlich, halb feierlich, halb spassig. klingen mehrere 
der uns bekannt gewordenen Scherz- oder Spottnamen auf her- 
vorragende Römer. Das eitle, steife und förmliche Wesen Pom- 
pejus des Grossen bezeichnete man erst mit 'A/vsSavSpor, dann mit 
^ÄYotfisfjivcüv, nach Plutarch. Vit. parall. ed. Sintenis III, p. 48. 116. 
141. 267. Weiterhin traf ihn der Spott der Hauptstädter in der 
Weise, dass sie ihn bald als „Sieger von Salem", bald als 'Apa- 
ß'xpxo;, d. i. Grossemir, bald wieder als den römischen Sof^x^ixspa- 
|jLo; oder Safi^iYsporfio; (ein König der Emesener) begrüssten. 
Endlich verlieh man ihm wegen seiner schiefen, unklaren, zwi- 
schen den Parteien schwankenden Stellung gar den Spottnamen 
Onaeus Cicero {Th, Mommsen^ Rom. Gesch., 4. Aufl. II, 193). 
Cicero selbst wurde seiner Witze wegen von seinen Gegnern 
scurra consularis geheissen, 0. Bibbpcky Agroikos S. 60. Ein 
Stichname, hervorgerufen durch das Bedürfnis der Differenzierung, 
ist auch Asiagenus, auf Münzen und Inschriften, die ursprüng- 
liche Titulatur des römischen Helden von Magnesia. Der Name 
ist korrumpiert aus 'AoiaysvT^c, was nicht den Sieger von Asia be- 
zeichnet, sondern den geborenen Asiaten. Asiaticus dagegen 
bieten die kapitolinischen Fasten (Mommsen ebenda). lieber den 
hochberühmten Beinamen Caesar Imperator vergleiche man jetzt 
MommseUj Bd. III, 464, A. u. S. 466. Harmlos war der schon 
früher erwähnte Stichname Stilo, „der Griffelmann^, für Aelius 
Praeconinus von Lanuvium, der um das Jahr 100 v. Chr. zuerst 
in lateinischer Literatur und in lateinischer Redekunst unter- 
wies. Von guter Vorbedeutung war der von Sulla angenommene 
Beiname Felix, griechisch 'Eitacppo'ö'.TOc, der auch seinen Kindern 
entsprechende Beinamen erteilte ; dagegen entging sf^in wirklicher 
Name Sulla, den man von Wade, a sura, oder von SibuUa ab- 
leitete, nicht den Angriffen der Witzbolde, wie Plutarch Sulla 2 
beweist: 2üxa,a'.vov laD' o SüAAac, aXcpiTw 7ü£7iao,ui£vov, nämlich SuUa's. 
Gesicht war von grellem Rot mit weissen Flecken untermischt, 
so dass ein Spötter in Athen dichtete^ es sei wie eine Maulbeere. 
Bezeichnend ist für den Namen auch ein Citat bei Quintilian 
VIII, 6, 32 suUaturit et proscripturit. Wie man überhaupt mit 
Personennamen zu spielen liebte und was man unter Umständen 
wagte, zeigen unter zahlreichen, bereits in den ;, Stichnamen "^ 
beigebrachten Beispielen Wortbildungen wie Appietas, Lentulitas, 
in Cicero's Briefen, und Angaben wie jene bei Julius Capit. über 
Maximin. c. 4 quem (Maximinum) alii Herculem, alii Achillem, 



330 

Aiacem alii vocabant. Dem vorhin genannten MaXT(uv oder MaX- 
Otuv •= fi^Xaxuyv, homo mollis, angeblich ein Spitzname des Mä- 
cenas (vergl. Horat. Serm. I, 2, 25; C. G, Zumpt, Ueber das 
Leben des Horaz, vor Heindorfs Ausgabe der Satiren, S. 32) 
entspricht bei den Römern Maltinus, ein weicher, verzärtelter 
Mensch, bei den Griechen u. a. Nawaxoc oder Navvaptov, d. i. 
Pieper, Zwerglein; jedoch war Navvaptov auch Name einer Hetäre. 
'AcppoötTYj; TcspiOTcptötov, Venustäubchen, nannten die Komiker spott- 
weise einen Weichling, Namens Kleisthenes. Babylo ward in 
Rom ein reicher, verschwenderischer Mensch geheissen, wohl 
nach dem Vorbild der griechischen Komiker, wie S. 313 gezeigt 
ist; vergl. auch Eitschl, Quaest. onomatol. comicae, in den Opus- 
cula III, 301 ff. und Lorenz, Einleitung zu Plaut. Pseud. Bos- 
haft war der einem Ptolemäer und dem Kaiser Vespasian erteilte 
Spottname KüßtooaxiTj;, Häringshändler, vergl. 0. Crusius, Ale- 
xandrin. Proverb. p. 27. Von einem geschickten Hausmakler 
gebrauchte das Volk in Rom den Spitznamen Mercurialis, cf. 
Horat. Serm. II, 3, 25 Mercuriale imposuere mihi cognomen, wo 
die wenigsten Erklärer und „Herausgeber" von dem wahren Sinn 
der Stelle eine Ahnung haben. Ueber den Spitznamen des 
Perserkönigs Dareios Kaio^Xo; vergleiche man Dion Chrysost. ed. 
Z. Dindorf I, p. 82, über den Ptolemaios AuAr^xryc ebenda p. 424, 
und über solche Namen überhaupt die bedeutsame Stelle II, 
p. 213 Tt 8s ösl Asysiv toüc SiaSsSafAEvoo; mjv ßaoiAS''av jjij In xo; 
Ixstvo'.; ysvojisvouc xal tcc aXa^ovi/a aüioTv ovojiaTa xspauvoüc xal 
TtoA'.opxTjiac xal a s t o ü ; xal ^ s o J ; ; 

Hier müssen wir leider noch den unverschämten römischen 
Spitznamen Pullus Jovis hinzufügen; nach Festus p. 245 wurde 
derselbe einem Q. Fabius Eburneuff zu Teil, welchen ein Blitz 
am After getroffen hatte. Zu den Wortspielen 'schlimmster Art, 
gleich dem früher in den ^Stichnamen" S. 28 (freilich dort mit 
einem hartnäckigen Setzerfehler) verzeichneten Jupiter lenonius, 
bei Plautus, gehören die in der Anthologia Pal. ed. Did. II, 
erhaltenen, p. 396, no. 11 iicsl XtTjv 'AoTüava$ yeyova, p. 419 no. 174 
xat OS TTOiTjooüatv xal rpt/sc ^AoTuayr^v, p. 399, no. 34 2ü xal vJxxwp, 
cptAxaxc, TcatöoTpißeic, p. 425, no. 222 jieooov s7:ai?oxptßsi. 

Dagegen sind zahlreiche Beinamen und auch Spottnamen 
griechischer Dichter und Philosophen nicht selten besonders fein 
und witzig erfunden. Mehrere hievon, welche uns bei der Ab- 



331 

fassung der „ Stichnamen ^ entgangen waren, mögen hierin zwang- 
loser Folge dem Leser vorgeführt werden. Das früher über diese 
Gattung von Namen Gesagte glauben wir an dieser Stelle mit 
den treffenden Worten K. Lehrs Populäre Aufsätze aus dem 
Altertum S. 213 von neuem andeuten zu dürfen. ^Von den Spitz- 
namen an, dergleichen fast ein jeder hatte und die sie so öffent- 
lich gebrauchten, dass viele ganz gewöhnlich damit genannt 
wurden, ja der eigentliche Name förmlich damit vertauscht ward, 
war man durch alle Stufen des Lebens hindurch gewöhnt zu 
geben und zu nehmen, und derb''. Als Nachtrag zu Küwv in den 
;, Stichnamen'', S. 31 führen wir zunächst aus der Abhandlung 
von Jacob Bernays^ Lucian und die Kyniker, Berl. 1879 über 6 
Kü(üv und Ol Küvixot die folgenden interessanten Ergebnisse seiner 
Untersuchung an : Antisthenes mag nur gelegentlich von ver- 
einzelten Gegnern den Spottnamen zu ertragen gehabt haben; 
keinesfalls hat er ihn selbst von sich gebraucht, wie er denn über- 
haupt in seinem Benehmen das Auffällige wenigstens nicht ge- 
sucht zu haben scheint und es fraglich bleibt, ob er wirklich, 
wie man allerdings aus der Stoppelei des Diogenes Laertius (VI, 
13) herauslesen kann, schon die spätere kynische Tracht ange- 
legt hatte. Herausfordernder trat sein Schüler Diogenes auf. 
Dieser trug selbst dazu bei, dass bald der Beiname Küü)v dem 
Eigennamen Diogenes angefügt wurde, ja ihn verdrängte. Eben- 
da S. 25 erwähnt Bernays den oopavio; xüü>v, S. 34 Didymos, mit 
dem sein Wanderleben bezeichnenden Beinamen o nAavTjTiaör^c, 
typisch auch für die Kyniker überhaupt; S. 36 die pseudo-epi- 
graphische Maske Kuwv für einen Juden oder Christen ; S. 41 
Namen für Kyniker bei Epiktet, einen TpaTis^oXsixcov, Tischlunge- 
rer, 'EcpaXXoxüTpac, Topfspringer, 'PacpavoxopTaooc, Rettigesser, nXaT'j- 
Aatfior, Breitbauch oder Grossschlund, einen TpsxsSsiTivo; „Diner- 
läufer*^ (vergl. den Wiener ^Dinerreiter"), einen ÖupoTiotor, viel- 
leicht richtiger öopOTKwXo; d. i. Hocker an der Thüre: übrigens 
war ÖüpoTTOto; wirklich ein Spitzname des Komödiendichters Ari- 
stomenes, weil er oder sein Vater das Schreinerhandwerk trieb 
oder treiben Hess (J. Muhl a. a. 0. S. 108). Kovtaxoc, das Hünd- 
lein, wird bei Lukianos erwähnt. Zoilos heisst 'OfAr^po|iaoit$ und 
Küwv pTjToptxo;, wie schon in den ;, Stichnamen" S. 31. 41 bemerkt 
ist. Bei dieser Gelegenheit wollen wir daran erinnern, dass auch 
im Zeitalter der Humanisten als Spitzname ein Canis gramma- 
ting erscheint, nämlich Fr, Robortelli in Padua (1516-^66). Ein 



332 

derber, von Aristophanes wiederholt gebrauchter Schimpfname 
Tvar im Altertum KüvaXaSicrjS, d. i. Hundsfuchs: bei Lukianos De 
morte Peregr. 30 wird derselbe auf die Kyniker angewendet. 
Weniger boshaft als witzig ist der komische Beiname jenes Ul- 
pian, der in schwierigen Rechtsfragen vorsichtig mit einem ^^Steht 
die Sache oder steht sie nicht"? sich weiter half und davon 
KeiTOüxsiTo; genannt wurde; ebenso der Stichname IlÄTjftayopa;, mit 
Anklang an nü^ayopa;, für einen gewissen Kynulkos, der sich 
mit Berufung auf die ayopa TrXijOü&ooa für eine Versäumnis ent- 
schuldigte. KpovoXT]po; war der Spottname eines alten Plauderers, 
den Pollux II, 16 unter den xoijitxd oxoJfifiata aufzählt. Aehnlich 
ist der Name KaßcipoXoyoc, den in unserer Zeit jemand auf Lobeck, 
den Verfasser des Aglaophamus, erfand. Allgemein bekannt ist 
der Spitzname des Geschichtsschreibers Timaios, 'Emxifiaio;, d. i. 
der ;,Nörgler" ; ebenderselbe wurde aber auch rpaoauXXsxtpta, d. i. 
Sammelvettel; spöttisch zubenannt. Euhemeros aus Sizilien, nach 
andern ein Tegeate oder ein Koer, wurde von Eratosthenes spöt- 
tisch d BspYorloc, der Lügenhafte, genannt. Xenophanes hiess 
^Olxr^poLna■:r^<; oder iictxouTKjc, der Homertäuscher. Zu dem schon in 
den „Stichnamen" S. 28, A. 67 erwähnten Spitznamen Kpovo; 
fügen wir aus Strabon XIV, 2, 21 Aio8(upo; o Kpdvoc, «in Dialek- 
tiker; 'AtcoaXojvio; Kpovoc. Ebenda c. 1, 34 wird ein *Aico/wA«)vtO(; o 
Muc genannt, 42 ein Rhetor Actfiaoo; o Sxojißpo; d. i. Thunfisch oder 
Makrele; bei Strabon XVI, 2, 29 findet sich ein Msvwcico; o otcou- 
öottoYsXotoc, der Spass und Ernst vereinigt; XIV, 5, 2 AtoJoTo; o 
Tpücpcov d. i. der Schwelger, von xpocpifj. XIII, 2, 4 die bedeutungs- 
volle Angabe Tüpiajioc exaAStTO Ijiupoo^sv o Öeiocppaoroc, [isTa>vo|iaas 
i" otüTov 'ApiatOTiXKj; Öso^paoTov, d. i. göttlicher Rede und Klugheit 
voll. Herodikos von Babylon, ein Krateteer, schrieb eine Schrift 
"jzpfj; Tov Oi>.o3o>xpaT7]v, wider die „Sokrates Verehrer^, also mit 
einer spitzigen Benennung Platon's und Xenophon's (vergl.Berl. 
Wochenschrift für klass. Philol. 1887, S. 655). Einen Spottnamen 
des Syrakusaners Theomnastos erwähnt Cicero gelegentlich, näm- 
lich ÖsoppaxTo; — Osoppr/ZTo:, OsoßXaßrJc, OsoTtXrjYrJ;, von Grott mit 
Wahnwitz geschlagen, homo ridicule insanus bei Cicero inVerr. 
Act. See. IV, 66, 148. Anderswo wird in solchem Sinn auch 
deo^opy^Toc = Schwärmer, gebraucht. Witzig ist der Beiname des 
Philosophen Herakleides, aus Oxyrynchos in Aegypten, Aifißoc, 
d. i. Kahn; die Erklärung gibt ein Vers des Anaxandrides bei 
Athenaios VI, p. 242 f. oTcta^sv axoAOüöet xoXaS Tto* Xsfißo; xsxAnjTOt, 



335 

Tgl. G. Fr. Unger Rh. Mus. 1888, S. 488. 499. Dagegen war vom 
Fährlohn genommen, wie es scheint, dör Stichname eines Aeto- 
Hers Theodotos ^'HfiJOAio; d. i. Anderthalb. Der Philosoph Hegesiaa 
aus Kyrene hiess mit Spitznamen Usiot^avaTo^, d. i. der zum Tode- 
zu bereden weiss. Auf mehrere ernste Männer, wie Herakleitos^ 
Cato u. A. wurde der Beiname ^AysXaoTo;, der Finstere, ange- 
wendet. Komisch erschien den Alten auch das Spiel mit dem 
historischen Namen Memnon ; in Athen hiess nämlich auch der 
Esel Msjivtüv, wohl von fisvstv „wegen seiner sprichwörtlichen Ge- 
duld oder auch seines bekannten störrischen und statischen 
Wesens", Pott Etymol. Legenden S. 324, der ebenda die Namen 
IlapfxEvojv, Movifioc, Pertinax beizieht. Nach Diogenes Laertios VII, 
170 wurde der Philosoph Kleanthes ^Ovo^;, Esel, genannt, was er 
sich mit der Bemerkung gefallen Hess, dass er allein imstande 
sei die Belastung des Zenon auf sich zu nehm. Von der allge- 
meinen Bedeutung des Spottnamens ovo; im Scherz und Spiel 
haben wir schon vor Jahren in den „Griechischen Knabenspielen'' 
S. 53. 113. gehandelt; jedenfalls ist es verfehlt, wenn Gurt 
Wachsmuth ein solches Prädikat fvo; durch oi;, Schaf, ersetzen 
will, Wochenschrift für klass. Philol. 1886, 1357. lieber ovoßaTiös; 
ist jetzt Leop. Schmidt Die Ethik der alten Griechen II, 194 zu 
vergleichen. Ein dürrer Komiker Sannyrion, Zeitgenosse und 
Rivale des Strattis, erhielt von letzterem den Spitznamen Kawaßo; 
oder Koevaßoc, d. i. Skelett, Gliederpuppe. Ein anderer, Tisame- 
nos, scheint von Kratinos unter dem Namen KXotüoajizvor, zn 
deutsch etwa „DasThränenkrüglein^, verspottet zu werden. Pole- 
mon, der vorhin schon erwähnte griechische „Bädeker^ (um 180 
V. Chr.) wurde wegen seiner unermüdeten Thätigkeit in der Auf- 
zeichnung von öffentlichen Denkmälern etc. o^ STrjAoxoiiac, d. i. der 
Säulenklauber, genannt. Der bekannte Vielschreiber der byzan- 
tinischen Zeit (12. Jahrh.) Joannes Tzetzes erwarb sich durch 
seine Prahlerei den Spitznamen Ksxo; {Bernhardy Griech. Littera- 
turgesch. II, 2, S. 686). Zu dem in den „Stichnamen'^ S. 49 an- 
geführten Au'xvo; als Hetärenname ist derselbe Spottname für 
einen Rhetor Alexandres von Ephesos zu verzeichnen, der zu 
Cicero's Zeit lebte {Bernhardy ebenda S. 627); ebenso der Stich- 
name SxoTsivr; auch für den Dichter des wunderlichen und 
höchst geschraubten Gedichtes AXeSavSpa, Lykophroti aus Chalkis. 
Hierbei fällt uns noch eine Mitteilung des Quintilian VIII, 2, 17 
J)ei, dass es in Rom einen Lehrer gegeben habe, welcher von den 



334 

Schülern verlangte, sie sollten was sie sagen würden verdunkeln, 
wobei er sich des griechischen Wortes oxouaov = mach's dunkler! 
bedient habe. Also ein Professor IxoTtaov oder ZxoxtCtov, Zxoiuov. 
Eine leise Anspielung auf die Etymologie des Namens ist in der 
schalkhaften Wendung bei Horaz Epp. I, 13, 8 Asinaeque pater- 
num cognomen vertaa in risum et fabula fias. Ein gewisser 
Kleonymos erhielt den komischen Spitznamen KoXaxmvü/io«; „Pieck- 
lermeister^, mit leichter Aenderung. 0. Ribheck Kolax S. 16. Dem 
AaXxou; der „ Stichnamen ^ S. 35 reiht sich an AtovJoto; o XaXxoü;, 
nach Athenaios XV, p. 669 D so benannt iia xd oüfißoüXeüaai 
^AOnjvaioi; yoL\%ii^ vofi:Ofi2Ti x?"^"^^^^^^} vgl. Böckh StaatshaushJ der 
Ath. II, 136. Ein derber Schimpfname begegnet uns bei Demo- 
sthenes in der Rede gegen Meidias § 103 und wiederholt § 139 
EuxTT^ficjv xov'.opTor, ein leichtsinniger Athener mit dem Prädikat 
^Staubwirbel*^, d. i. schmutziger Mensch, Lump. Vgl. den Vers des 
Anaxandrides bei Athenaios VI, p. 242 f. x^ttps'- tt? ao^f^öjv i^ 
püTiojv • xoviopTOC avaicscpTjvsv. Als Spitzname diente auch üspiepopigTo;, 
Einer der sich umher tragen lässt; ein Sprichwort ging um auf 
'Ap-s|io)v usptcpopujTo;. Im Sinne des bekannten Schimpfausdruckes 
tsTtYfAaxt«; wurde von den Komikern auch icsinjxr^; verwendet, 
neör]xcii d. i. die Gefesselten, war der Titel einer Komödie des 
Kallias. Der Begründer der Familie der Orthagoriden in Sikyon 
wurde von der Gegenpartei mit dem Spottname^, Maystpo;, der 
Koch, belegt, vgl. E, Curtius Gr. Gesch. 5. Aufl. I, 178. ZxüiticaS 
oder nach Andern iToizmioizoi/.iq;, Seiler, Strick, Werghändier, 
war der Spottname eines athenischen Feldobersten Eukrates. 
Seltsam hören sich an die Spitznamen üemetrios MaxpsfißoXtxrj; 
;jLangelotz^, Aiovoao; 'Epsßiv&tvo:, Erbsendionys , sprichwörtlich 
gebraucht von wertlosen Dingen. Ilop^aajv, als komischer Name 
für ;,Eroberer", ist neuestens aufgeführt bei Muhl S. 24, ebenda 
S. 123 nach Müller- Strühing der Name Mt^x^^^'"^*^ ^^^i Lysias or. 
XXX, 28 als Spitzname des schlechten Tragöden Akestor, weil 
dieser Missbrauch mit Theatermaschinen getrieben habe. Zu dem 
in den „Stichnamen*^ S. 47 genannten Maptxa;, d. i. Hj'perbolos^ 
ist nachträglich zu erwähnen TtjXta d. i. Platte ; so nannte näm- 
Eupolis eine Brodhändlerin als die Mutter des Hyperbolos. Der 
Spottname o üacpioc, wahrscheinlich gleichbedeutend mit 9axtoc, 
von cpaxT^ = Linse, wurde mehr als Einem zu Teil ; Oaxi^ war 
auch ein Spitzname des Komikers Hegemon von Thasos, wie 
Hclcpio;. In Betreff des Namens Kpscu^üXo;, d. i. Pleischmann, ist 



335 

Teichmüller Literarische Fehden II, 197 zu vergleichen. Der 
Beiname Sxocpo;, Becher, des Spartaners Derkylidas, nach Athe- 
naios XI, p. 500 B. E. scheint eher aus Sbo^po; verlesen zu sein, 
denn diesen letzteren Stichnamen trug Derkylidas davon, gemäss 
Xenophon Hellen. III, 1, 8. Ein Orakeldeuter oder Sammler 
führte den Beinamen 'E.aTCüp'.ßTjxr^c, d. i. der am Feuer (Kessel) 
Stehende. Der Aristarcheer Satyros hiess Zi^Ta, 8ta xo •^CT'iTTjTixdv 
aüTou. Der Philosoph Ammonios Sa/.xa; Sackträger. Wegen des 
byzantinischen Namens XaXxsvxspo: aber vergleiche man Bursian 
Gesch. der klass. Philologie in Deutschland I, 360 ; ebenda S. 424 
den komischen Gelehrtennamen Omniincipides, und S. 999 zur 
griechischen Namensystematik. Wegen der poetischen Spitznamen 
aber bei Theokritos, in den Thalysien etc. aus derZeit der Ptole- 
mäer, sind allenfalls die Mitteilungen in der Berl. Woehensohr. 
für klass. Philol. 1887, S. 615 f. und das von Curtius im Hermes 
VII, 39 f. herausgegebene pergamenische Dekret einzusehen. Be- 
kannt ist auch, dass Georgios Gemistos, gest. 1462 n. Chr. sich 
selbst den Beinamen IlXrOwv gab, bei PB. „Füllmich^ 

# 

Wie der bereits erwähnte Beiname KipxoK^ erkennen läset, 
dienten gelegentlich auch die Benennungen von Zwergen, Kobol- 
den u. dgl. als Spitznamen ; vergl. bei Joh. Muhl a. a. 0. S. 14 
xapic, Krabbe, S. 15. 75 Kerkopen, S. 81 occVTaupixtu;, S. 93 xo'ßotXo;, 
von Meidias, dem bekannten Feinde des Demosthenes. Dagegen 
wird der Name Ot8(icoü; neuerdings aus oHa erklärt, von Oberdick 
in der Wochenschrift für klass. Philol. 1887, S. 710 mit Rück- 
sicht auf die Stelle des Sophocl. 0. R. 396 eya) fioXojv o njßh 
stjüjc Ot^titoo; iTzauzi v.v. Wirklich von körperlichen Eigenschaften 
entlehnt sind, ausser den bereits früher in den „Stichnamen*^ 
S, 31 f. angeführten noch die folgenden Namen: MJXao;, der 
Schieler: eine stadtbekannte Persönlichkeit, deren Name sprich- 
wöi*tlich und damit zum „Stichnamen" wurde, vergl. MüXao; Tcavx 
dxo'jBi, Welcher Kl. Schriften I, 284 ; verschieden gedeutet, mochte 
nun unter diesem Namen ein Komödiendichter gemeint sein oder 
ein Schauspieler. Eigentümlich ist auch der Name eines Gram- 
matikers Stfiapiotoc, bei Athenaios III, 99 und wiederholt, nach 
PB. etwa deutsch „Föppel", von ataooj, ot|jiaptC«>. jedoch nach 
einer Bemerkung des Dion Chrysostomos ed. L. Dind. I, p. 424 
StfictptOTOt xal TOtauO' ixatpstoJv ovofiaia, die PB. entgangen zu sein 
scheint, auf eine ganze Kategorie von Menschen angewendet. 



336 

Bekannt sind die römischen Namen Pansa, Breitfuss, pansos 
habens^ pedes. Naso, Nasica, Tubero, Cicero, Scaevus oder Scaeva, 
Scaurus ;,Knorr"; Crassus; Labeo, französ. Bouchardon, Italien. 
Boccaccio; Camus = Stumpfnase; Macrinus (Imperator) der 
Magere; Voranus ^^Schnapphahn^, Horat. Serm. I, 8, 39 von einem 
diebischen Freigelassenen. Ausnehmend boshaft ist aber die echt 
römische Umschreibung eines beschimpfenden Beinamens in fol- 
gender Wendung: Marcus Agrippa et quod medium est, mit 
blosser Andeutung dps dem berühmten Emporkömmling tief ver- 
hassten bäuerlichen Vipstanus als Gentilname, vergl. Bursiav!^ 
Ausgabe des Rhetor Seneca p. 155. Dagegen werden bei dem 
Excerptor Solinus ed. Momms. p. 20 drei bekannte römische 
Namen also erklärt: Aegre parti appellantur Agrippae; e geminis 
si remanente altero alter abortive fluxu exciderit, alter qui legi- 
time natus est, Vopiscus nominatur. quidam et cum dentibus 
procreaiitur, ut Cn. Papirius Carbo et M'. Curius, Dentatus ob 
id cognominatus. Zur Vergleichung dienen die beschimpfenden 
Prädikate, für Angehörige verschiedener italischer Landschaften, 
bei Catull 39, 11 aut pinguis Umber (sc. si esses) aut obesus 
Etruscus aut Lanuvinus ater atque dentatus. Dagegen ist der 
Septimillus ebenda 45, 13 den Kosenamen beizugesellen, vergl. 
Griech. Stichnamen S. 30 f. Eigentümlich ist der Schimpfname 
Pathicuus statt Passienus, bei Seneca rhet. ed. Bursian p 295. 
Ueber den römischen „Kupfermänn* Dionysius vergl. E, Curtim 
Griech Gesch. 2. Aufl. II, 575. Bei Seneca findet sich als Spott- 
name in Dial. II, 17 vervex marinus, struthocamelus depilatus, 
vergl. „Stichnamen" S. 37), ebenda c. 18 Caligula und V, 3, 23 
ein Demochares Parrhesiastes. Deii bedenklichen Namen Lupatria 
bei Petronius im Gastmal des Trimalchio c. 37 hat unlängst Karl 
Sittl im Arch. f. latein. Lexikogr. II, S.'609f. mit der Aüxatviov der 
griechischen Komödie zusammengestellt, zugleich mit der Ver- 
rnutung, dass der Namei entstellt sei aus lupatia, lupacea. Wir 
glauben, die richtige Form des Uebernamens ist noch nicht ge- 
funden; von den lupae war vorhin S. 325 die Rede. Das in dem- 
selben Kapitel des Petronius vorkommende babaecalus bezieht 
Sittl richtig auf ßaCco, ßcJßotOo, schwätzen, wovon babulus, baburrus, 
französisch babiller; es bezeichnet schliesslich einen einfältigen 
geckenhaften Menschen» Ebenda im 6L Kapitel, ed. Buecheler 
p. 41, wird der Beiname elfter Wirtin Melissa aus Taren^, welche 
Trimalchio als pulcherrimum bacciballum bezeichnet, zusammen- 



337 

gestellt mit dem orientalisclien saraballum und dem griechisclien 
apoßaXXoc, d. i. ein Sehöpfgefäss ;,das unten bauchig ist^. Also 
ein passender Spitzname für eine Wirtin. Auch grassatores wurde 
bei den Römern gelegentlieli als Schimpfwort gebraucht, vergl. 
Lucian Müller Q. Ennius, Einleitung in das Studium der römi- 
schen Poesie, S. 27. Seneca Grrandis findet sich als Spitzname 
bei Seneca rhet. rec. Bursian p. 16. Ein prächtiger Beiname für 
einen plagosus Orbilius ist der bei Cornificius IV, 31, 42 uns 
erhaltene Plagioxypus, nach anderer Lesart Plagisippus, worüber 
die Anmerkung L. Kayser^s in dessen Ausgabe S. 298 zu ver- 
gleichen ist. Die Claque, welche in Rom zur Zeit des Tacitus 
Rednern und Deklamatoren Beifall spendete und dafür bezahlt 
zu werden pflegte, nannte der Volks witz ZocpoxXstc, d. i. Bravo- 
rufer, Bravoklatscher oder Laodiceni, mit fatalem Anklang an 
Laudiceni, also Ess-Lobensteiner, weil sie durch ihre Zurufe 
oocpcüc, xaXojc, opOaJc, s'J u. dgl. die Anwesenden zum Beifall zu 
reizen suchten (vgl. Grasberger Erz. und Unterr. im klass. Alter- 
tum, Band III, S. 373'. Spöttisch klingt auch die Bezeichnung 
IluOiüVs; für Wahrsager, benannt von dem alten Fragedrachen 
„Python^, und EupüxXsir, ein Name für Bauchredner, i^yaoiptfAu^oi, 
sYyaaTpifiavTSK;, benannt von der Kunstübung eines Eurykles. Der 
Name lltvöcüvs; für verweichlichte Menschen, latein. Malthae 
(vergl. S. 330), nach Lucilius bei Non. 37, 7, scheint unseren 
„ Schmalzgesellen ^ Eisenacher Angedenkens nahe zu kommen* 
Vgl. jedoch H. Keü im Index Lectt. Hai. Sem. aest. 1884, p. VIII. 

Der Anklang des Namens oxüitxol ötaAoyot, d. i. Schriften 
des Schusters Simon, an Sxu^ixot Xoyot, nach Analogie von Atßuxot 
Xoyoi, AtyüTCTiaxol Xo^ot u. s. w. war für die Athener sicherlich ein 
Anlass zu Wortspielen; Teichmüller Literar. Fehden II, 115 bietet 
indessen nichts hierüber. Ein eigentümlicher Euphemismus ist 
der Name ot Arjjxi^ipioi für ot vsxpot, die Verstorbenen, bei den 
Athenern ; vielleicht mit Beziehung auf das Sprichwort vexpiv 
'AcppoStTTj Atovuooü ötx« ^a't Arjfir^ipoc. Sogar der berühmte Ortsname 
Marathon wurde in späterer Zeit als Spottname verwendet, seit- 
dem Rhetoriker und öffentliche Zungendrescher die Geschichten 
von Marathon und Salamis als unvermeidliche Vortragsstücke 
breit zu treten pflegten, vergl. das Sprichwort [xst« ty^v Iv Map«-* 
Oü)Vt fia'x^'^ ^^^ Leuten, die in einem Fall zu spät kommen. Ebenso 
Namen wie Aapetoi und SspSai, vergl. Lucian. Rhet. praec. 18; 

Grasberger, Ortsnamen. 22 



338 

Philostr. n, 15; ganz in derselben Weise, wie jene in den ;,8tich- 
namen^ S. 36 gekennzeichneten Dichterlinge zu dem Spottnamen 
'AticptavaxTs; gelangten. Auch an die „ Musenhähne '^j Motoav opvt^s^, 
bei Theokritos sei hier noch erinnert. Ein komischer Name ist 
'A/jKpiaxsiSTfj; , d. i. Sondermann, wie «[xcptoxio^, der nach zwei 
Seiten Schatten wirft, in utrumque paratus mit Martial's Aus- 
druck; nach Suidas s. v. war der Name sprichwörtlich, angeblich 
von einem Manne, der nicht wusste, ob er vom Vater stamme 
oder von der Mutter. 

Zu den militärischen Spitznamen (^jStichnamen*^ S. 36) ist 
nachzutragen der Name eines Militärtribuns Manu ad ferrum, 
bei Flav. Vopisc. Vit. Aurel. 6. 



Register. 



(Die freistehenden Ziffern geben die Seiten an, ein dabeistehendes A. 

bedeutet Anmerkang.) 



A. 

a TtpoOeitxov 140 ff. 
oßa 137. 280. 
'Aßa, "Aßai, 'Aßai, 137. 
Aßdxaiva, 'Aßoxaivov, 280. 
"Aßapvoc, 'Aßapvic, 'Airopvic, 314. 
'Aßac 280. 
'Aßayjpa 233. 
Abel 72. 

Abila 124. 189. 173. 234. 
'Aßuivo'j Telxoc 288. 
'Aßoptyive; 65. 143. 
Aburia gens 67. 
!Aß'jSoxo{ji)]c 318. 
'AßuSoc 317. 
X = Achaja 57. 
'A^apvat 246. 

Acheles, Acheloos 16. 107. 
'A^epSou; 243. 
'A^epSoüaiot 243. 
Acholla 138. 
'A^paSiva 243. 

Acht, die Achtzahl in Ortsnamen, 272. 
a(?ä 295 f. 
Acila 138. 
Acilia gens 66. 
Acron 140. 
Actium 154, A. 
Adam and Eva, versteinert, 12. 



'ASeXcpovyjaoc 104. 

'ASijaaoc 299. 

Adler als Manztypns 136. 

'ASomaaoc 299. 

Adra 310. 

'ASpajx'Jrciov 287. 

'ASpaaö; 301. 

'ASpiavodrjpat 247. 

'A)]86viov • 326. 

Aegäisches Meer 4. 88 ff. 295. 

Aegates 90. 

Aehre. als Symbol, 57. 
'Aeivauiat 322. 

Aemilia gens 66. 

Aeria 306. 

Aermelmeer 27. 

Aesculanns 52. 

Aetolien 35. 

Affe, der, in Ortsnamen 105 f. 

Afghanen 318. 

'A^aXacoöc 301. 

Agamemnon 57. 202; als Stichname 329. 

'Ayaörj 276. 

'Aya^oSai^oviaTai 322. 

'Ay^ijofjLOC 153. 

'Ay^taiat 153. 

'Ay^iaou Xipjv 153. 

'Ayxo>] 221. 

'A"]Q(0jjLev6c 320. 

Agdistis 72. 

22* 



340 

Ageilmonm 135, 
'A-yiXnarot 333. 
'A-naoö( 299. 
'A-fidSoi, 'AtiSoi, 2 



oY> 



'.: 81. 



'At^uiv, Aacona, ' 



■at...; 



™ 81. 



'ATiiAil 82. 

'A-pti-pa 61. 82. 

a'tvot 70 f. 227. 

'Ayvoj «pM 111- 

■ATopi;in'! 299. 

■Atp^> 247. 

Agrippa et qood medinm est 336. 



dl- 



xi 206. 



Agylla 138. 

Ahanä 146. 

Ahrens 40. 85. 141. 143. 225. 276. 

Aiga 88. 

Alyttio! 246. 
AiTO'Ov 91. 
AifdXtia 91. 
A'iYioi 91. 
Ai-rtiai 246. 
A'TEipa 195. 244. 
A'^apK, AiiMpof, 244, 
AfTiipo'Jooa 244. 
alfc: 88 ff. 
AiTtsta 91. 
W-fM-itt 91. 154. 
AiTwopt'C 91. 
AtTi).«a 91. 
AltiXia 91. 
AiTtXiov 88. 305. 
AiTa.+ 91. 176. 
AifiiJioi !ll. 
A'T'vo 34. 90 f. 317. 
Mfo^y 88. 90. 
Ai-rinloTKTo« 91. 194. 

AtTWso! 301. 
At-tiftoÄXoc 91. 
AiTiftapO! 91- 
AiTtTiov 91. 
Ai^X^ri); 66, 
Aifui 166. 
Aijos noxajiÖ! 91. 



AtTMfltva 91, 

Ai-[0'Joai»i 90. 

«q^miiCtiv 316. 321. 

Aipwt 107- 

AiliauoB 122. 180. 209. 221. 324 f. 

Ai'viia, Aivndim, 266- 

Ai*r,3iTm«, AivijoinMiai 181. 

Aivr,aioq!'jpa 25. 

Aivuc 65. 258. 

Avm:a. AtTnov, 151. 175. 

Aiirj 49. 

aiirJi<pi]piVO( 151. 

Aisubioeg 321. 

Aischylos Ö6. 89. 99. 140. 151. 195. 

218. 292. 
Ai'oiuv 52. 
ätzlir' 88 f. 
AlÖdXi] 292. 
AiSoXtia 292 
Ai»ii).ia 292. 
ACivo 195. 292. 
AÜ 59. 88 ff. 
■AKoXiisaot 298. 301. 
'AiauaÄi 1-11. 
'AmJu.« 83. 143. 166. 
■Axop.«!-!: 166. 
'AxavÖDt, 'A««v8oy( 243. 
'A»apoaao(| 'Axpaojit, 398. 
'Axapvavia 135. 
■Aki, ra. 86. 163- 
'Axioa 246. 
■A«a.i 246. 
"AxHüptvoi 91. 246. 
'A/(arr| 246. 
■AtAa 163. 
'AxOliw'66. 
'AüJar^) 91. 
dixuu» 166. 
ixiyrf 120. 139. 
'AxovTtov 120. 217. 
'A<pa 139. 
'Axpo lUXaivo 291. 
■A].pdT« 59, loa. 136 139. 
'Aipai 139. 
'A»p»!o> Dpos 136. 
'Axpilia'' lincK 176. 
'Aipoi^ta, 'Anpsifiov 189. 



341 



'Axpaaoc 301. 

'Axptai 139. 

*Axpirac 136. 

*AxpiT7j 136. 

'Axpoxepaüvia 81. 136. 

'Axpoxoptv&ia 325. 

'AxpoxopivOoc 111. 132. 

'AxpoXiaaoc 135. 145. 178. 298. 

Akropolis von Athen 118; eine Akro- 
polis der Peloponnes 130. 

'AxpuJpeta 136. 139. 

*Axpoaxtpia 136. 

'AxpoTeXe'JTtov 325. 

dxpu)Tr]piov 183. 274. 

'Axp6ȟ)0i, *Axp60u)ov, 140. 145. 264. 
'Axiai 33. 

dxzri 154. 

'AxT^ 306. 

'Axt 1X1^ 1 54. 

'AxTiov 154, A., 163. 

'AxTüXoc 163. 

'Axücpac 142. 155. 

Alabanda 95. 302. 
'AXaßtüv 229. 
'AXaXxofievai 246. 
*AXaXxo[jLeviov 246. 
'AXajiaaaoc 301. 
'AXacjött 142. 178. 
'AXßia op)] 175. 
'AXßtcüv 72. 
"AXßtov 175. 
Albnla 175. 177. 
'AX^iov 199. 261. 
'AXeaiat 245. 
'AXi^oiov ireStov 261. 
Alessa 241. 
'AXi^-njc 51. 
Alenaden 168. 
Alexandria 117. 
*AXe£av8pox6Xaxec 322. 
AXe^avSpoc, als Stichname, 329. 
'AXeSav5poc Ildpic 303. 
Alföld 199. 
'AXiaaöoc 297. 
*AXiC«>v 143. 
Alkaios 237. 

'AXxi{ji5u>v als Ortsname 219. 307. 
'AXxijxoc 307. 






Alkman 137. 206. 

Allegorie 47. 

dXXoiwaeic 7 ff. 

'AXjxiai, siehe *OX{Aiat. 

'AXößij, 'AXomj, 262. 

'AXcunexig 105. 

'AXujnexia 105. 

'AXuiirexovvifjaoc 105. 

'AXaJiiexoc 105. 202. 

'AXu>TOi]$ 105. 

"AXo; oder "AXoc 261. 

'AXwaooc 142. 178. 

"AXicsic, Alpes, 175. 

Alpenkrenz 144. ' 

'AXinjvoi 264. 

'AXcpeioc 129.. 175. 

'AXmov 175. 

'AXtioc 72. 264. 

'AXtic 218. 

Altmann 10. 

Altstadt, Altenbnrg etc. 289. 

"AXuxa 261. 

"AXjc 297. 

'AXuCia 141. 

Amalchins 141. 

'AjxdXöeta 142. 

'Ajxdpaxov 142. 

*A[iap8oi 142. 

'AfjLdpuvöoc 132, A.; 295. 

Amatbe 244. 

Amathas 219. 244. 

Amazakaran 44. 

Amazonas 76. 

Amazonen 42 f. 

'A^ßpaxta 18. 187. 195. 

'AfjLßpuaoc, 'AfjLpp'joaoc, 246. 

Ameisenmythos 63. 

Amisus, 'AjxTfjooc, 81. 213. 299. 

Ammianns Marcell. 28. 

'Ajijx6x<o5T0c 152. 

'Ajxvtaöc 299. 

''A[x'iieXoc 227. 

Ampelusia 227. 305. 

'Ajicpavai 35. 194. 

'AfjL^avaTov 194. 

''A^cpeial87. 

ocu(p{, abhi, ambi, 187. 

*A[i(pidXT] 187. 



342 



'AjicptYeveia 187. 
'Aa^iYjf^eic 186. 304, 
'A|jL<p(xaia 186. 232. 
'A|jLcptxXeia 186. 
a[icptxpe[jLi^C 187. 
AfjicpiXiaöoc 178. 187. 
'A{AcpiXo)j(a 186. 
'AjicpiXo^txov ''ApYoc 186. 
'AjxcpifxaXXa 187. 
'Aa^ifjLaxpiov 187. 
'AjKptuaYoc 84. 157. 186. 
'A|jL©(TioXtc 186. 
Aa^inoXoc 'AitoXXcov 186. 
a{x<piaxio; 338. 
"AfjLcptaaa 187. 
'A[jL<piaTei8T]c 338. 

'A|JLCplTptTll] 187. 

Amnnclae 217. 

'ApScuv, 'A[iüCü)v, 229. 

'Apx)] 217. 

'ApxXai 217. 

'AvaxoiQ, 'Ayxot^, 'O-fpi], 152. 

'AvdYypoc, 'Ava^upouc, 243. 

"Avata, id, 166. 

'Avaxata 166. 

*Avdxetov 252. 

"Avaxec 252. 

'AvaxTOptov 252. 276. 

dvaiiapidCeiv 316. 

'Avd(pr) 81. 142. 177. 292. 

"Avajpo; 263. 

Ancona, 'Ayxcov, 61. 81. 

Andecnmba 188. 

Andree 60. 312. 

'Av6pe(ac 67. 71. 

Ändrian, v.j 128 f. 

dvSpiCei^ 71. 

"AvSpo; 89. 189. 

'AvejjiaTat 281. 

'AvejxüIXta 281. 

'AvefjLwpeia 281. 293. 

'Avefxtüöa 281. 

'Ave|jLOÜpiov 281. 

anfractus 85. 

Angermann 91. 95. 103. 108. 120. 134. 

145. 150. 156. 166. 180 f. 214. 216. 

225. 229. 252. 286. 
angnlns, metaphorisch, 82. 85. 



'Avoitaia 166. 
'Avia^via 191. 
'AvxavSpoc 89. 189. 
'AvidpaSoc 191. 
'AvWva 146. 228. 
'Av^rjSüIv 228. 
'Avöeta 228. 
'AvdrjXT] 228. 
. 'AvöefjLOuc 228. 243. 
Anthropomorphische Nataranschaanng 

1 ff. 
dvTt in griechischen Ortsnamen 187 ff. 
Antibes 191. 
dvit^^tüv 188. 
Anticosti 191. 
'AvTiSpenavov 113. 190. 
Antik aros 191. 
'AvTixdaiov 175. 191. 
'AvTixtvtüXtc 190. 
'AvTixpayoc 191. 

'AvTtxjpa, *AvTixüpa, *AvTixüppa, 191. 
'AvTtx'jpa als Hetärenname 325. 
Antilala, Antilalo, 192. 
'AvTiXtßavov 174. 
Antimilos 191. 
dvTtoxejeo^at 316. 
Antiparos 191. 
Antipaxo 157. 190. 
'Avinrlxpeta, 'AvTiitatpeia, 191. 
'AvTicpapoc 191. 
'AvTicpeXXoc 191. 
'AvTt<ppa, 'AvTicppat, 191. 
'AvTtitoXtc 191. 
Antipsara 191. 
'AvTiTiupYoc 191. 
Antirovithos 191. 
'AvTtppiov 188. 
'AvTtppoSoc 191. 
Antisana 191. 
'AvTiadpa 191. 
"AvTioaa 191. 
'AvTiTttjpoc 97. 191. 
Antivari 191. 

Antoninas Liberalis 7. 18. 
Antoninas Pins 67. 
Antrodoco 208. 
*AvTpü)v, 'AvrpüJvec, 229. 
'AvTpüiviot ovot 99. 



343 



'Avipolvoc Gvoc 99. 

'Aovia 306. 

'Aiiaiao?, siehe Ilataoc. 

'AiraiAeia 117. 

'Aitapvic, 'Aßapvtc 314. 

'AiiaTO'Jpia 70. 

'Airaroüpioi 320. 

'Airaioupov 320. 

direipxTTjc 71. 

Apellas, Apelles, 163. 

Apello 71. 

Apeneste'n 142. 

'AiiepdvTeta 142. . 

Aperta 52. 

^Aiieaac 154. 

'Acpdvai, 'Acpdvvai, 194. 

'Acperai 251. 

'A<peTC?C 251. 

'AcpeTiQpiov 251. 

acpsTOC 251. 

'Acp6p{Atov 251. 

'AcppoSiTTf] dxpaia 276. 

'AfpoSiTT] ev KaXd{xotc 222. 

'AcppoSiTTjc itepiarepiSiov 330. 

'Aitia 230. 

'AmSavoc 142. 230. 

'AmSuiv 230. 

Apilas 230. 261. 

Apina 194. 310. 

Apiola 230. 261. 

'Aitoßa^fjioi 252. 

'Airogadpa 252. 

'AitoXXoiv 'ApyrrifsxriQ 37; Kapveioc 225; 

Aüxeioc 170; AiYXT^tyjc, 'Ava<pa?oc, 171 ; 

'AjxüxXaToc 217; Soranus 34. 171. 
ApoUodor 40. 63. 304. 
ApoUonios der Rliodier 16, A., 113 f. 

139. 177. 185. 220. 237. 249. 
'Anovota 274. 
'Airoderai 246. 

Appellativa 49 ff. geographische 274 ff. 
Appietas, ein Stichname, 329. 
'AiipoaiToc vYJaoc 277. 
Apsaros 63. 142. 
"AcptvOo; 132, A. 
'Acj^upitSec vTJaot 64. 227. 
Apsyrtos 63. 
Apulus 142. 230. 234. 261. 



aqaila 292. 

'Apdßapxo; 329. 

'Apaßioooc 301. 

'Apa^vgitov opoc 108. 

"Apax&oc 304. 

'Apa^v 276. 

'Apdlvov -jiiopiov 208. 

'Apatöjpea 123. 208. 

"Apaxoc 155." 

'Apdxuvdo; 110. 132, A„ 155. 

'Apdvreia 157. 208. 257. 

'ApavTta, 'ApavTivoc, 157. 208. 

'Apd$T]C, "ApaSoc, 73. 162. 281. 804. 

'ApßeX)], 'ApßeXai 320. 

Arber, der, 83. 

arca 117. 

dpxTjTeiai 37 ff. 53. 71 f. 197. 204. 

Archilochos 99. 

'Ap^iiteXa^oc 4. 90. 

ArchitektonischeVorbilder in derNatnr 5. 

'Ap8aXt8e; 76. 

'ApSTjTTo; 299. 

'ApetOTifliYo; 88. 157. 

Arelate 227. 

'Apr^vi] 257. 

'ApeiaXoYoc 323. 

'ApYttTo; 97. 180. 292. 

'Ap^avOüiv 180. 229. 

'ApYed^at 145. 179. 

'ApYe^ot 53. 56. 58. 181. 

'Ap-jceiOTioXic 180. 

"ApYewa 179. 

"Apffivvov 179. 

Argentaro, monte, 180. 

Argentiera 180. 293. 

Argentinas 52. 

'Ap-pjacio; 299. 

Argiletnm 180. 

opYiXo;, argilla, 179 f. 

"ApYiXoc 180. 

'ApvTvov 179. 

'ApYivouc 179. 

'ApYivouoat 179. 

"ApYiooa 179. 

'ApYül 64. 181. 250. 

dpYoßoioc 180. 

'ApyoXac 179. 

Argonauten 44 ff. 64. 74. 181. 250. 253. 



344 



"ApYo; 41. 179 f. 257. 

Argos als Personenname 64. 

"ApYo; "InTctov 180. 

"ApYOjpa 179. 

'Ap|üvetov 179. 

'ApY'Jvviov 179. 

'ApYupd 180. 

'ApY'JpiuTra 180. 197. 

'ApidSvi], 'AcppoSitif], 304. 

'ApiapTo; 299. 

'Apiaoaoc 299. 

Aristaios 327. 

'Apiaioßa^pa 252. 

Aristodemos 58. 

'ApiorovauTtti 253. 

Aristonikos 318. 

Aristophanes 115. 132. 147. 313. 324. 

326 f. 332. 
arka l6o. 

'ApxaSe;, 'ApxaSta, 70. 103. 
Arkansas 104. 

'ApxOVTJGOC 104. 

apxoc, apxtXoc, 103. 

opxoüSiov 104. 

'Apxou86ppeu[ia 104. 

"ApxTwv vT^oo; 104. 

'Apxitüv opoc 104. 

apzToc, urksa, 103. 

"ApxTOj axpa 103. 

'Apxjvia opij 164. 244. 

Arm, der, metaphorisch 81. 

'Apfxeviov 252. 

armes parlantes, armi parlanti, siehe 

Schildzeichen. 
Armyro 261. 
"Apva 93. 
'Apvaia 93. 
'Apva^o; 327. 
"Apvaxa 93. 
"ApvT] 93. 
"Apviaaa 93. 
'Apoavta, la, 257. 
'Apoavio; 257. 
»ApoTj 257. 

'Apotpia 122. 143. 258. 
*ApTiavot 181. 
Arpi 181. 
Arrianos 42 f. 64. 



'Apraxr] 166. 

'Apracaia 288. 

"ApiefjLtc Aejxocppui^vTj 79; Kapudiic 149. 

Arthur's Seat 123, A. 

Artobriga 149. 

'ApTüpijaoc 299. 

arx metaphorisch 130. 

apJßaXXo; 337. 

'ApüfjLvtov 143. 162. 

"ApuTce;, siehe 'PüTcec. 

'Aaai 219. 296. 

Aschau 236. 

Ascoli 105. ^ 

Ascnlam 235. 

Asiagenus, 'AaiaYevi^c, 829. 

Asiaticus 329. 

Asina 334. 

'Aoivij 131. 276. 

'AaxaXuJv 229. 236. 

'Aoxavia 236. 

'Aaxeiov 118. 

AozTjvoc 236. 

'AaxXr^Trio; 66. 82. 91. 239. 246. 

"Aoxpa 139. 235. 

'Aou>Tc6; 219. 

'AoTiaXdOeia 243. 

'AoTcaXaöic 243. 

"AoTTEvSo; 276. 

'Aairic 113 f. 125. 

'AaTtXTjSwv 142. 194. 228. 

'Aaaijooc, 'Aonjaaoc, 296. 

'Aoao; 81. 295 f. 

'AoaJpio; 142. 249. 

"Ao-a 120. 286. 

"Aaiaxoc 108. 

aaiaxoc 108. 

astam 108. 286. 

'Acrepiov 173. 304. 

Asterios 42. 

Asti 120. 286. 

Astor, Astarte, 141. 

'Aatpdß)] 121. 

'Aatpdc 173. 

ooTj 286. 296. 

'AcTjaYT]c als Spottname 330. 

'AotudvaJ als Spottname 330. 

'AaTUTcdXaia 115. 290. 

*Aa-:jpa 141 f. 



345 



'Az'Ska, xi, 276. 

Atabyrios 67. 

Atabyros, Aburius, 67. 

'AiapvT] 142. 

'Aiapveüc, 0, 125. 

Atella 114. 

Ater mons 291. 

'Arjfavaodc 301. 

a»-, ob , do- 140. 

'A^ajiidvec 145. 

Athamas 41. 

'AOrjvd axpaia, xpavaa, 147. 

'A^vai 115. 145 ff» 

'AOijvaia 145. 147. 

Athenaios 60. 66. 332. 334 f. 

'AOjiovta, "A^jjiovov, 145. 

athön, siehe ovoc. 

'Adtüc 23. 140. 145. 274 f. 

'AiXac 16. 51. 143. 277. 

Atrablus 270. 

'Aipeuc 142. 

aöpuc 80. 145. 

'Atdtc 145. 

'Amx^ 145. 154. 

'Arcixwvtxoi 322. 

aux^v, metaphorisch, 84. 

Auevicuv 230. 

AuYsiai 194. 24a 

Augustinus 71. 

Augustulus 305. 

Aulemona 198. 

AuXtjt^c 330. 

AuXic 199. 

AuAoxpTQvifj 198. 

a-JXuIv 198. 206. 

AuXaiv, Aulon Cilicius, 29. 197 f. 

AuXu>via 143. 197 f. 

Auslug 194. 

auTO^Bove; 38. 

Aüroxavi]; 121. 

au€op.e(ü)9ic 294. 

Avaren 137. 

Avenio 230. 

Avienus 93. 

a£evoc 74. 

'A£iv>j 325. 

'A&oc 295. 

•A5oc 163. 295. 



'ACava 263. 
'ACavoi 263. 
'AC>jvia 263. 



B. 



ß aus 11 218, A. 

babaecalus 336. 

Ba^axTij; 202. 

Bctßpa; 278. 

babulus 336. 

Babylo als Stichname 330. 

BaßjXüivioi 313. 

bacciballum 336. 

Bachmann 99. 

Bacmeister 143. 

Bär, als Wappentier, 59; in Ortsnamen 

103. 
Bären trappe 116 f. 
Bahn, JSd, 136. 
Baiüiv 229. 
Bälde 35. 
Baleares 101. 
bambalio 327. 
Ba^xßaXitüv 327. 
BafißaXof 327. 
ßavSa in Ortsnamen 302. 
Bdtzxai, Ol, 323. 
Bapaöpov 280. 
Barbaro 122. 310. 
BapYttoa 259. 
BapY'JXia, tct, 180. 
Barium, Bari, 191 f. 
barranca 86. 203. 

Bart, in metaphorischer Anwendung, 81. 
Bdaaai, ai, 217. 
Baxri 242. 
Bareia 242. 
Bade-a, i], 217. 
ßaö{xi8e; 11 6. 
Bd»oc 196. 
ßddpa 116. 

BadJ; 196. 199. 217. 
Batia 242. 
Batieia 242. 
BaiivTjrov 242. 
Battos 18. 327. 
Bauernburgen 137. 



346 



Beauvoir 35. 

Beer 110. 

Beinamen der Götter 46 f. 304 f. 

BeiruXo; 97. 

BeXeta 182. 

BeXu>v, BaiXüiv, Bi^Xoc, 286. 

BeX(poi, siehe AeXcpoi. 

Belvair 193. 

Belvedere 35. 

Benedictns, S., 33. 

Beneventum 160. 

Bf^p 246. 

Berceau, le, 117. 

BepsoyeOoi 327. 

Bepexuvöoc 132, A-., 156. 

Bepya 166. 

BspYaToc, 6, 332. 

Bep-jfeiroXic 166. 

Bergk, Th., 163. 293. 

Bergnamen und Burgnamen 128. 296 f. 

Bernardus, S., 33. 

Bernays, Jacob, 331. 

Bernd 58 A., 60. 62. 

Bernhardy 333. 

Bepoia, BepoT], Beppoi], 256. 

B7]pu)aa6c 299. 

Bi^pjTo? 246. 

BTJooa, B^aa, 217. 

Bianco, Capo, 180. 

Biedermann 27. 78. 91. 153. 212. 245. 

252. 319. 
Biese 4. 7. 
Bifnrkation 209. 
Bildliche Ortsbenennnng vom Menschen- 

und Tierkörper 73 ff, von leblosen 

Gegenständen 112 ff. 
BiaaXiac 260. 
Btdüvot 144. 
BiTuXoc 97. 
Bivone 94. 
BiCtü'v, BiCtüvij, 229. 
blazon, siehe Schildzeichen. 
BXioo^v 141. 178. 
Boccaccio 336. 
Bochart 99. 133. 
Bodenerhebung, ihre Bedeutung für 

Ortsnamen 126 ff., Bodensenkung 

196 ff. 



Bu)8(uv7] 96. 

Böckh 50. 259. 334. 

Bötticher 70. 192. 225. 239. 315. 

Bohlen, Pet von, 8. 184. 

Boüx 96. 

Boiai 96. 

BoV8(o? 96. 

BoVSioxoiXia 96. 

Boiov 96. 

Boiüiv 229. 

Boios 7. 

Bwxapoc, Bu)xaXoc 95. 

BoXßij 258. 

BoXiaaoc 299. 

Bu>uoi, Ol, 116. 155. 

Bona, Hippona, 94. 307. 

Bondelmonte 109. 

Bononia 306. 

Booc aüX^ 96. 302. 

Bodc xe(paXai 78. 

Booc oüpa 96. 125. 

BoGTcopoc 95. 211. 

ßpa^sa, ßpdxq, 101. 

Bpa^ea 285. 

Bpa^eTa ddXaaoa 285. 

Bpa^eitüv vi^ooc 285. 

BpayuihTi^ axpa 265. 

Brand, als Ortsname, 232. 

Bpaaiai 254. '' 

Bpa'jpuiv 229. 

Bpea 288. 

ßpevSoc, ßpsvTtov, 105. 

Bpevreaiov 105. 111. 

Bpfjai], BpTa, 246. 

BpetTia 105. 265. 

Breusing 186. 

ßpia 288. 

brig 131, A. 

BpiXijaaoc 295. 299. 

brinc 131. A. 

Bpioxai 246. 

Bröndsted 23. 

Brothers, the, 10. 

BpoTOc 40. 

Bruder, zwei 9; drei 9. 

Brundisium, Brundnsinm, 105. 

Brunn 33, A. 

Brust, Busen, metaphorisch, 82 f. 



347 



Bruttii, Brutates, 265. 319. 

Bpuaeai, Bp'joiat, 246. 

Brython 71. 

ßoj — als Vorschlagssylbe 95. 327. 

Bo'jßaaaoc 96. 

Boußcüv 229. 

Bonchardon 836. 

Buche in Ortsnamen 235. 

Bnchhorn 111. 

Bnchonia 235. 

Buch 120. 

BouSeiov 96. 

BoüSopov, BouSopiov, 96. 

Buhler 231. 

Bo'jxecpaXa 78. 96. 

Bukoliasi 302. 

Bojxpavoc 78. 

ßoJpxoc 95. 327. 

Bo'Jvei[jia 96. 

Bunon 274. 

Boucpia 96. 

Boü<ppdc 96. 

Bo'jTTOpöjAOc 96. 

BouTipaatov 96. 254. 

Boupa 96. 122. 

Borgen 128. 296 f. 

Bursian 13. 35. 57. 65. 76 f. 80. 86. 

90. 93. 97. 100 f. 105 f. 110. 118. 

120 f. 124 f. 133 f. 139. 141. 150. 

153. 155. 158 f. 165. 169 f. 177. 179. 

188. 194 f. 198. 200. 206. 212. 216. 

219. 223. 225 f. 233. 238. 243. 252. 

255. 259. 283. 312. 316 f. 325. 335. 
Bury 148. 

ßouc, als Wappentier, 59. 61. 
Bouc 95 ff. 
Boüaipic 96. 
Busolt 156. 
Bcuaoc 237. 
BouiaSai 289. 

BouOpu>i6c, Bntrinto, 65. 96. 
Bounc 96. 
Buttmann 304. 
Buxentum 243. 
Bjßaaaoc 299. 
Bupaa OeuTv 115. 312. 
Byzacium 2l9. 
BuCavTtov 110. 278. 



C, ch, X. 

Cabum 204. 

Cader Idris 123, A. 

Cadiz 164. 

cadaceas 62. 

Caelias mons 200. 

Caere 138. 

Calathassa 145. 

Caledonia 233. 

Caligula 336. 

Camburg 166. 205. 

Camenz 166. 205. 

Campania* 199. 204. 

Campi lapidei 218. 

Camus 336. 

Candia 169. 

Canis 328. 

Canis grammaticus 331. 

Cannae 223. 

Canon 13. 198. 

Capella Mart. 180. 189. 237. 291 f. 305. 

Capo, lo, 77; Capo della Testa 78. 

Capo d'Orso 103. 

Capo Raso Colono 140. 

Capraria 305. 

Capri, Crape, 19. 92. 315, A. 

caprimnlgus 327. 

Capua 204. 

Caput, Cap, 77. 

Caput Vada 285. 

Caputo, monte, 79. 

Carcoma 138. 

Carini 151. 

Carni 135. 145. 264. 

Carnnntum 135. 

Carnutes 135. 

Cassino, Monte, 34. 

Castagnaro 223. 

Castra Vetera 255. 

Catillus 205. 

Cattaro 287. 

CatuUus 74. 144. 160. 165. 193. 195. 

222. 286. 325 f. 336. 
Caudium 208. 

cauneas, für cave ne eas, 314. 
Causalitätsbedürfnis 7. 
cavalloni 95. 



348 



cavns 155. 201. 

Cefalü 78. 

Oelossae fances 200. 

Celtes 71, A. 

€ensoren 68. 

Centorbi, Ceuturipae, 273. 

€eras Chryseon 111. 

Oeraanii montes 135. 

€erigo 198. 

certa, kert, kerta, 278. 

Cerveteri 138. 

cervi für servl 319. 

Xda 205. 

XaXeica, ta, 218. 

XaXia, XoXeTov, 279. 

yaXxTQ ai£ 90. 

XaXxTjSuIv, KcxXxijXöJv, 230. 315. 

XaXxeviepoc 335. 

^aXxtSiCetv, Xfl^i^eweaOat, 315 f. 

XaXxic 315 f. 

XaXxouc, 0, 334. 

XaXußüJv, XaXußi] 230. 

Xctov 110. 205. 

'^apaSpa 208. 

XapaSpouc, XapaSpoc, 245. 
XdpaS 288. 
Charikles 13, A. 
XaptüviTai 319. 
Xap'jßSic 75. 
Chauci 265. 
yeijiappoi 259. 
Xetaepiov 162. 293. 
XijXai 108. 116. 
XTjXai 108. 
XeXiiovia axpa 109. 
XeXiSöviat vi^ooi 109. 
XeXtSopea 106. 
XeXü)V(irac 106. 
XeXüiVY] 106 f. 
XeXa>viTi8ec vi^aoi 106. 
X^v 110. 

Xigvai, Xi^vai, 110. 256. 
Xi]vaXü>7CT]£ 328. 
Chennos 306. 
Xspaulv 230. 
Xt^oiov 259. 
Ohiaramonte 195. 
Chiavenna 126. 208. 



^idCeiv 316. 

^luaipa 106. 

Xiaaipa l06. 232. 

XToi 316. 321. 

Xioc 210. 307. 

Chühull 139. 

Xittiiv als Lokalname 230. 

Chlamys, in Vergleichnng, 28. 

Chloe 66. 

XXwpic 241. 

Xva, 'O^vd, 205. 

XoipaSec 101. 

Xoipio; vaicij 101. 

XoipojjL'jTy] 101. 

XcüXov TeTxoc 288. 

XüJjia 280. 

XovSpOJlJTT] 101. 

XoJvai 280. 

.Xu)V7] als Schimpfname 324. 

^topoypdcpoi 184. 

^opTOc 134. 165. 

^ouc 107. 

Xu-ov 280. 

X'jtoc 280. 

Xurpiov 280. 

XuTpo- 280. 

XJrpov 280. 

Xurpo; 280. 

Ciborium 117. 

Cicero 80. 130, A., 195. 313. 

Cicero, Gnaens Cicero alsSpottname 329. 

Cicirrns 328. 

Cicuta 328. 

cima, cimone, 137. 

Circello, Monte, 107. 

Ciris 136. 

Cirta 165. 278. 

Clandia gens 66. 

Claudins, Clodins, 66 f. 

Ciavier 304. 

Clunia 318. 

Clupea, Clypea, 113. 

Clnsinm, Chinsi, 208. 

Coaz 131, A. 

Codes 327. 

Colberg 166. 

CoUina 153. 

Colonia 276. 286. 



34^ 



Oolamnae 124. 

Conca d'oro 200. 

Consentia 283. 

Consalaris scarra 329. 

Copia 157. 

Corcora 137. 

Corfinium 134. 

Corfü, vergl. Kopxupa. 

Cornaro 66. 

Cornelia gens 66. 225. 

Corneto 225. 

cornus 66. 225. 

Cornwallis 135. 

Coron 131. 

Corsica 134. 

Corso 251. 

Corssen 137. 143. 214. 252. 262. 

Cortona 134. 

Corycius specas 118. 

Coscinus 121. 

Covel 160. 

Gracissin 110. 

Cranae 225. 

Crassum promantarinm 157. 

Crassu« 314. 336. 

Crau, la, 218. 

Crest' alta 135. 

Critonia gens 66. 226. 

Crusius, 0., 330. 

cucuUus 60. 

Cumae, siehe Küjjiifj. 

Oanens 121. 

Cunia 164, A. 

Cnnicnlariae insnlae 105. 

Curtius, E. 73. 80. 84. 86. 88. 90. 101. 

104. 107 f. 115 f. 120 f. 124. 130. 

132. 153. 155. 157. 159 f. 162. 165. 

170. 172. 177. 183. 187 f. 192. 197. 

199. 205. 208. 210 f. 213 f. 217 f. 

232. 234. 237 f. 240. 242. 244. 247. 

250. 253. 257. 259. 261 f. 265. 271. 

274. 282 f. 285. 287. 289 ff. 294 f. 

299. 303 f. 317. 319. 324. 334 f. 
Curtius, G 80. 82. 88. 97. 99. 126. 

160. 167. 181 f. 199. 202. 212. 214. 

230. 238 f. 261. 283 297 f. 303. 
Curtius ßufus 193. 
Cutillae 205. 



D, A. 

A r= ArjXo; 57, StxeXta 114. 

AaBec axpa 195. 

AayxATj, siehe ZdyxXr]. 

Bahn 137. 232, A. 

AatSatXoc 51. 

AairaX^C 322. 

AdxYjc 328. 

AaxTuXou jjLvfjjJia 86, 

8aX6; 194. 

Sdiivo? 160. 

Aacpvouc, Adcpvo;, 242. 

Adcpvo'jaa, Aacpvo'jsiov 242. 

Aapaso; 301. 

Dardanellen von Lepanto 188. 

AdpSavov 219. 

Aaasat 238. 

Adaxtuv 238. 

AaaxJXiov 238. 

AaoueraXov '^38. 

Datis 41. 

AauXi; 238. 

Daumen, der, figürlich, 86. 

Deecke 98. 119. 

Ae Yjxa 279. 

Deinokrates 23. 

8eipd, metaphorisch, 84. 

AeipdSec 84. 

Aeipdc 84. 

Aeiprj 84. 

AexdTtbXic 272. 

AexeXeia 194. 278. 

A7]Xia 194. 

ArjXtov 239. 

ArjXiaorai 320. 

AVjXo; 109. 179. 185. 

AeXcp'.ov 325. 

AeX<?ot 148. 171 f. 205. 

AeXia 29. 114. 

Aejxevai 248. 

AlJJXTJTlJp KplOwTTQ 226. 

ATjuLT^rpioi, ot, 337. 
Demetrios von Phaleron 111. 
A>]aid8ec uüXai 312. 
Aif][xiat 312. 

Demen, die Pluralformen der attischen,. 
266: 



350 



Denare 67. 

Dentatus 336. 

Aeppic, Aippi;, 84. 

Dertona 134. 

Detlefs tn 141. 

Ae^afievai 49. 247. 279. 

8e;i6;, dakschina, 189. 

AejxaXitüv 17. 77. 304. 

Dhävalagiri 175. 

Dhomoko 35. 

Aia 167. 

Sia^aXaadaapxe; 222. 

Diakophto 208. 

Aiaxpia, TB, Aiaxpia, 139. 276. 

Aiaxpioi 139. 

SidXoYoi ax'jTtxot 337. 

Aia^xTcspec 213. 

Diana auf dem Tifata 34. 

Aidpp,«oc 94. 

AiS'jfia, -d, 82. 

Ai8j{xai 82. 

AiSjfjLOi 82 f. 

Dikaiarchos 150. 182. 235. 253. 284. 

289. 313. 
Aix-T], Aix-ov, 111. 

S'XTJ; 111. 

SiXocpoc ixetpa 172 A. 

AijjidXT], AijxaXXov, 83. 

AifxaoToc 83. 

A-vai, Aivat, 75. 

Diodor 69. 247. 252. 286. 

AioXxo; 213. 

Diomedes 180. 

Aio{jL£iaXaC6ve; 322. 

Dion Chrysostomos 75. 195. 330. 335. 

SiüJv'jfjioc 304. 

AiovjaaXe?av8po; 323. 

Aiovjaioxojpou'jpiüvat 322. 

Dionysios Halik. 153. 168. 204. 

AiovjoniifjYavoSwpo; 323. 

AiovjaoxöXaxe; 322. 

Aiovjooc 21m; 'A/apve-JC 246. 

AiOTTT] 267. 

AioTioc 51 

Aiopjxroc 211. 

Aio; axpa 139. 276. 

Dioskuren 17. 171. 252. 

Dioskurias 62. 



AiTtaia 157. 

Ai(pp'jc, Aipcpoc, 123. 

dipsiam Argos 181. 

Dipso 143. 

AüiSexdxpouvoc 272. 

Au)BexdicoXic 272. 

Au)8exda^oivoc 272. 

Dodona 129. 307. 

Au)8u) 307. 

Boederlein 85. 141. 

AoXr/T] 284. 

AoXix^ov 284. 

AoXi^iaTT] 284. 

Dolomiten 13 f. 

A6Xu)v, AoXuiv, 222. 

Dombrowa 234. 

Aovaxuiv 222. 

Aovouaa 281. 

Doppelbeil, als Wahrzeichen, 61. 

AöpSuiv 325. 

Aüjpte^c 234. 

Aopiaxoc 233. 

Aopxdc 326. 

Aopxiov 326. 

Doppelnamen 81. 160. 199. 293. 303 ff. 

dorsum, metaphorisch, 84 f. 

AopuXdstov, AopüXatov, 236. 

Dos di Trento 85. 

Dotion 82. 

Apdxavov 1 12. 

Apdxu)v, ein Felsgebilde, 25. 106. 

Drei, die Dreizahl in Ortsnamen, 267 ff. 

Dreibein, das, siehe tpioxeXov. 

Drei Brüder 9. 

Drei Schwestern 10. 

Dreizack 57. 62. 162. 269. 

Apexavov ll2. 

ApsTiava 112. 

Apeirdvifj 112 f. 

ApsTiavov 81. 112 f. 190. 

Ap[ov 233. 

Apioc 233. 

Droysen-Andree 117, 

Apo'jGiTcdpa 233. 

Apjotiva 233. 

Apüfiaia 233. 

ApüuT] 233. 

Apjuov 283. 



351 



ApbjxGuaaa 233. 

Ap'jvaifxerov, Apuvejiieroc, Drnnemetam, 233. 

SpjoxoXaiiTT]; 69. 

ApJoTCec, Apü6ir>j, 234. 

ApjOTit; 106. 

Apjoc xe^aXa» 78. 233. 

Apuc 233. 

ApJoai 142. 234. 

Apjouaaa 233. 

AojXiyiov 59. 

Dnrazzo 161. 

AJuTj 218. 283. 

Ajppayiov 160 f. 281. 293. 

Sjo^topia 79. 162. 

Ajatpoc 162. 

A'jaxeXaSoc 162. 

Ajauiiroc 162. 

AJau)pov 162. 

AjaiiovTiov 162. 

E, H, I, r). 

e TipoOeTixov 140 ff. 

E in Vergleichung 29. 

"Egeso;, "Eßuaoc, Ebusus, 237. 299. 

'Eßpaircö; 301. 

ebur 102. 

'Eyetai 152. 

"Eye^Xa, 'EyerXa, 122. 

'ExivaSe;, 'Ex'vai, 107. 

'Ey;voc 107. 

'Eyivou? 107. 

Eckhel 58. 67. 98. 117. 140. 143. 156 f. 

163 f. 168. 180. 186. 199. 210. 243. 

246. 252. 255. 318. 
'ESeßrjaaoc 299. 
Edessa 91. 260. 
Edlinger, v., 102. 
'E77eXdvec 108. 
'EfXeXeia 108. 
'EYxeXe-c 108. 
"Exeora 58. 91. 
Egli 27. 76. 79. 131, A. 132. 151. 207. 

269. 306. 312. 
Egnatia 143. 
Egribo, Evripo, 212. 
Eiche in Ortsnamen 233 f. 



Eidechse 66. 

Eidex, der, 106. 

Eigennamen, griechische, 50 ff. 

i^iiüv, ^ü)v, 153. 'H(uv 229. 

EiXeaiov 218. 

Eins, die Zahl, in Ortsnamen 267. 

Etpa 165. 

"ExvojAo; 165. 

'EXa(a 241 f. 

'EXdiov, *EXa'.o;, 241. 

'EXaiou; 241. 

'EXaiouaaa 241 f. 

'HXaxataiov 125. 

'EXa^iov 326. 

'EXacpovTjao; 104. 

eXa^o; 102. 104. 

Elassona 178. 182, 

eXariTj 237. 

'EXdrr] 238. 

Elateas 230. 

'EXareia 233. 238. 
Elatos 72. 238. 

'EXdxpeia 238. 

Elbogen 81 f. 

'EXea 199. 

'EXeßeoö; 301. 

Eleier 130. 

'EXetvoxapTtoc 92". 

"EXeYyo; 48. 

'HXexTp'Se; vi^aot 227. 

'HXixtpuülv 227. 

'EXeuiv 218. 227. 

'EXeoTitc Yttiij 227. 

'EXe^avTivy] 86. 

eXecpa; 102. 

'EXeuai; 253, 

'EXejÖYjp 276. 

'EXeuöspai 276. 

'EXe-jOepi; 276. 

'EXeJöspvai 276. 

"EXt'J ^^10. 

Eliasberg 34. 

'HXi;, FdXic, 199. 

Elisa 199. 228. 299. 

Ellbogen, metaphorisch, 81. 

Ellenbogen 82. 

'EXX6|ievov 205. 

Elmo, fuoco di Sant' Elmo, 171. 



■IIXülv^ 233. 

Elymbo, siehe 'OXupiot. 
'EX-jpia, 'EXipwv, 258. 
■H(.»»;ii 306. 

'EfipaTon, iä 'Efißaia, 253. 
([tßoXov IUI. 
'E(iEia 280. 
■Eu.irupißT,n]e 33ö. 
'Evo[x<ui>ia 272. 
EuKadin 23S, 
.Evvii iioi 186. 272, 
EvvfoxpD'jvD;, 1^, 272. 
Entonnoirs 82. 
'EvTpißni 313. 
■EvuäXwt 'Äp)]c 304. 
'Enazpia 139. 276. 
Epameioondas 56. 60. 
■Eno^pÜit« 329. 

iJTmpoc 135. 154. 261. 

'EifSÄXa^-iipsK 331. 

'E^em: 253. 307. 

'Eyr,TTÖc 299, 

'E<jöpa 193. 

'E?vpa 132. 193. 282. 306. 

■Enasixvoi 151. 160. 162. 239. 314. 

■Hit.io'.o! 230. 

■EittSavpM 151. 239. 

Epidanram 239. 

■ETti5^),.6v 194. 239. 



■Eltl!« 



t 133. 



'E-i«poe 133. 239. 
'E-nBipv^i 133. 239. 
'ETOxvv]|iiSiot 135. 167. 265. 
'EniXuxtiSiDi 239. 
"Eiiifiaotos Üä. 239. 
'lIittoE, 'Hitiövi), 66. 
'Euiottveia 184. 
'EwcoXai 151. 239. 
tuiai;[ja, iit!oi][ioV| 56. 
'E^ikdh^ 35. 192. 
'EiciaximEia 192. 
iit'.axJviBv 79. 



Eporedia 95. 
Eppia gena 66. 
'Epaf 84. 248. 
Eratusthenea 74. 
'Eppijoaöc 299. 
'Üoyji. 'Ep-/ii 165. 
'Ep^ojitvM, Tefgl. 'Opxopfvöc. 
'EpcßlvftivoE 334. 
Eregll 271. 
(pEiitio 155. 265. 
Eremokikstron 274. 
'EpE:p<a 122. 143. 258. 
'EpTstiov 165. 
'EpYtüno! 165. 
■HpiSavÖt 142. 



'Ep«Eio, S 



: 301- 



■Ep^, 
■Ep.<;v, 
■Ep«oJ 

'Epiasö. 

'EptÖivoi smueXoi 111. 

■EptCa £79. . 

tp'ji^a 162. 

'EpJ|Anv8oi 162. 169. 

'Ep.^jvai, 'Ep^iivat 148. 162. 248. 

'Epjsixi] 266. 

'Epjarvtt 293. 

■EpjÖpä »oXiiT^a 292. 

'Epjftpai 95. IM. 292. 

'Ep'jJ 57. 162. 192. 281. 

EO)ioTtn, 'EojaTiö, 283. 

'Eaxo-<u"C 283. 

Each.e in OTtsnamen 935 f. 

EaijDiliae 236. 

■Ea3f,v 63. 

'Enoßo'JtäSai 289. 

'ETeö)rpi)tt( 289. 

'Et(u>v6; 169. 166. 



Etra 



i 142. 



Etymologisches Spiel 40. 48 ff. 68 ff. 

277. 
E'JoTTÜuiv Xf^if 276. 
Eiovipl« 275. 
Eu>ia 59. 96. 219. 284. 
EJxeip 5i. 
EjSeIeXd; 194. 228. 
EutintpiZii 275. 



353 



Eufeia 257. 

£uYpa[jL[iOC 51. 

EuxapTceta, Euxapicia, 275. 

Eule, als athenischesWahrzeichen, 59. 61* 

Eulenspiegel 72. 

EuXeica 176. 

Eu|xevoyc Xifii^v $76, 

£uo>v-jp.eta 275. 

Euopac 193. 275. 

Euitayiov 157. 

EüiraXijTüo« 299. 

EuTcctXtov 275. 

Euphemistische Namen 49 f. 53. 66 ff. 

160 f. 203. 274 f. 314. 
EuicupiSat 258. 

Euripides 56. 80. 172. 188. 225. 
Eupticoc 212. 223. 
Eupu){iOc 275. 
Europa 42. 
Eupoliac 275. 
EupuaXo;, EupuijXo;, o, 77. 
EupjxXeTc 337. 
Eupucöeu)? xecpaXi] 78. 
EupuTciai 248. 284. 
Eilo^orvoc 222. 
Eustathios 15 A. ; 29 A.; 90. 93 A.; 

94. 119. 134. 152. 161. 179. 191. 

223. 247. 255. 311 A. 316. 
EüiavT] 147. 
Eu^vai 147. 275. 
Eutp^aiov 201. 
EüTpTpic 201. 

EuTplJTOC 201. 

EuTupjC 52. 
Eutychides 51. 
EüuSpiov 260. 275. 
EuSeivoc 275. 
Eva und Adam 12. 
ESIXiaaa 178. 
'E5u>jjLUTi]; 80. 

F. 

Fabius Rusticus 28. 

Fagana 235. 

Fahr, als Ortsname, 178. 

Falcone dl Lombardia 110. 193. 

Fälconer 117. 

Grasberge r, Ortsnamen. 



Fallmerayer 27. 140. 249. 

Famich 143. 

Familiennamen 50 ff. 

Familienwappen 56 ff. 60. 

Fanti scritti 265. 

Faustina 67. 

Favale 223. 

Federsee 223. 

Felix 239. 

Felsenfratzen 21. 

Felsenschloss, das, 14. 

Folsentheater, das, 13. 

Felsina 306. 

Fergus 71. 

Fernsicht 33 ff. 

Ferse, figürlich, 86. 

Fert6, la, 288. 

Festus 319. 330. 

Fichte, die, in Ortsnamen 237 f. 

Fidenae 282. 

Fidoloma 287. 

Fiedler 85. 169, A. 182. 314. 

Fliffier 90. 92. 97. 138. 142. 161. 164. 

167. 173. 179. 182. 201. 203 f. 234. 

254. 259. 263. 285. 307 f. 
Florentia 145. 
Fodina, Ad Fodinas, 209. 
Förstemann 80. 82. 89. 93. 111. 117. 

122. 136. 149. 151. 158 f. 165. 167 f. 

187. 191. 209. 216. 219. 223. 225. 

227. 232. 234 f. 240. 249. 262. 271. 

280. 285. 292. 296. 308. 312. 319. 
Forchhammer 16. 75. 122. 125. 153. 

159. 165.' 177. 181. 201. 219. 240. 

252. 289. 296. 300 f. 
Forentum 252. 
Formiae 251 f. 
Fornace 115. 
Fornasette 115. 
Fortunatae insulae 277. 
Fraccie, Fracie, 206. 
Fracmont, der Pilatus, 79. 254. 
Fragstein 120. 
Franciscus, S., 33. 
Fraukes 71. 
Frate, il, 12. 

Fratelli, i due, 9; tre Fratelli 10. 
Fratres tres 9. 



354 



Frau, die grantige, 13. 

Fretum Gaditanum, Gallicum, Siculum, 
124. 212. 254. 

Frisco 307. 

Fritzsche, 0, Fr,, 235. 323. 

Fuchs, ein versteinerter, 19; als Wap- 
tier 58 f.; in Ortsnamen 105. 

Fünfzahl in Ortsnamen 270 f. 

Füssen 207, 

fulica 194. 

Fulvia 325. 

Fundi 203. 

Fourneaux 115. 

Fnss, figürlich gebraucht, 83 f. 

Fussspur, in Vergleichung 28 A. 

G. r. 

Gabii 126. 

rd8e?pa, Gadir, Gades, Cadiz, 84. 164. 
Gaditanum fretum 124. 
Gaeta 201. 
FaVSapovi^oi 100. 
raiSapOTcvixTTjc 100. 
Gaius, Gaia, 68. 
raXaT>]C 176. 
raXr]'i>dc 176. 
Gallienus, Galliena, 328. 
Gallina 328. 
- Gallipoli 275. 
ra|i<pTf]Xat ovoü 99, 
garda 134. 278, 
Garganus 137. 
rdpyapov 138. 
rapyTfjTcoc 299. 
Yapia, xdpTtt, 278. 
Gasteig 115. 
raatpoBu)p7] 326. 
YauXoc 117. 
rauXoc 117. 256. 
Gant 71. 

Gavius, siehe Gaius. 
raC>]Xu)v 230. 

Gegenüber, häufiger Begriff in griechi- 
schen Ortsnamoi, 187 ff. 
Gegenpoint 188. 
nXa 176. 264. 
Gelconten 17, 



Gellius 25. 97. 221. 306. 

Genava 85. 

Genealogien 39 ff. 72. 

yevTj 40. 

genlsta 61. 

Genua 85. 

Geometrischer Gesichtspunkt bei den 

Alten 183 f, 188. 
Geographische Stichnamen 309 ff. 
ye<pupa 84. 126. 297. 
Gepiden 390. 
Fepai 84. 
repatCTo; 278.] 
repdveia 110. 210. 
Gerba 113. 

Gereut, Greut, 169. 232. 
Fepiia 157. 166. 
Germani 234. 
Germanicus 67. 
Teppa 289. 
rTfjpüüiv 76. 

Geryones. Geryoneus, 70, 76. 
Geschlechter, die, 40. 
Geschwend, Gschwend, Gschwendner, 

169. 
Gesenins 50 A. 78. 82. 118. 138. 178. 

204 f. 214. 224. 234. 241. 244. 247. 

256. 271. 277 f. 285 ff. 305. 
Gilan 227. 

Gilbert 101. 220. 225. 256. 266. 27 J. 313. 
ginete 102. 
Ginnargentu 180. 
ytoca 267. 
rXacpüpai 176. 
rXd<pupoc 176. 
YXauxec AaupewTtxai 321. 
Glaukias 62. 
rXauxov axpov 292, 
rXauxovTjooc 94. 
Glaukos, der Künstler, 62. 
rXiodc, rXiooac 176. 
Glück 85. 95. 135. 149. 164. 187. 214. 

282. 
Gnaeus Cicero als Spottname 329. 
TvdOoc 99 f. 
Gnatia 143. 
Gnidus 222. 
Goethe 23 f. 



355 



Götter, die obersten, 38. 

GöitUng 224. 229. 

r6}fc(poi 126. 

Ywvia 82. 85. 

Fowot, Fowoc, 41. 85. 

Fovouaa, Fovouaaa, 85. 

Yovu 82 f. 

FopSioü Tel'xoc 288. 

FopYoiSec 274. 

FopYtotctc 194. 

FopYupa, Fepyupa, 137. 

Foptüc, Gortyna, 134. 173. 

Gozzo 117. 

Gradelle, Panta delle, 116. 

Fpatac Y®^^ ^3. 

Fpaoc orijöoc, eSoc, .83. 

Grandis als Spottname 337. 

Fpaoo'jXXexrpia 332.' 

grassatores 337. 

Grauert 316. 325. 

Gregorovitis 19. 

Grimm, Jacob, 44. 82. 214. 

Grote 6. 40. 43 f. 47. 171. 179. 197, 

289 A. 
Gruppe 155. 196 f. 215. 
Fp'JTO, Ol FpjYxi?» 80. 
Guglingen 60. 
Fouveuc 41. 85. 
Gutschmidt, Älfr, von, 260. 
Fuapoc 205. 
Fu(iv7]otai 101. 
Yü|ivT^i>]C 102. 
Füpai 75. 138. 
F'Jpac, Füpoc, 75. 
yupoc, Y^poc, 137 f. 
FupTülv 134. 138. 
Füdeiov, Fü^eov, 253. 

He p Cr C C c 

, a, e, >j, t, a, u, 

Hadermännli, das, 26. 

Hadrumetum 287: 

Hagen 165. 

'AYveuJv, *Ayvouc, 93, 227. 

aYveueiv 71. 

aT^'0«, «Cofiat, 70. 227. 

Hahn, als Wahrzeichen, 62. 

Alfiovia 240. 306. 



Aifioc, Atfiov, 240. 

AlfiüXoc 66. 

'AXat 261. 

•AXaicia 143. 

*AXiax[i(i)V 261. 

'AXiaproc 261. 297. 299. 

'AXteic, Ol, 261. 265. 

'AXixapva 262. 

'AXtxapvaococ 135. 297. 

'Muti 262. 

'AXixüai 262. 

'AXixüpva 262. 297. 

'AXijxoüC 261. 

•AXiOüC 261. 

'AXiCwvec, *AXiC«)vov, 313. 

^AXfJitai, 'OXjxiai, 220. 261. 

"AX[jLü)v 143. 221. 

'AXovvTjooc 261. 

'AXoc 261. 

Hals und Nacken, metaphorisch, 84. 

AXoüC 261. 

AXußr] 230. 

"AXuxa 261. 

"AXüC 297. 

ajjiaa^iov 141. 

'AfiaSa 122. 

AfiaJavTia 122. 

'AfiaSia 122. 

AjiaSiTOC 122. 

'AjiaSoxuXiaiat 322. 

Hannibalis Scalae 116. 

Hans-Heilingfelsen 13. 

'Apjia 122. 

'Apjiatouc 122. 

'ApfioCov axpov 122. 

"Apita^ia 65. 

"Apitaoa 259. 

'Apitaaooi 301. 

"Apur] 113. 

'ApituXXtc, 'OpitüXXic, 325. 

Harudes 234. 

Hase, der, in Ortsnamen, 105. 

Hasta colonia 201. 

Haupt, Mor. 265. 

Hansmarken 56 f. 

"Eßpoc, "Eßpoc, 92. 

'HSovia 276. 

eBoc, als Metapher, 83. 

23* 



356 



eSpat, metaphorisch, 87. 

'HSuXeiov, 'HSüXtov, 275. 

Hegel 87. 

Hehn 69. 99. 103. 168. 181. 217. 222 f. 

225 f. 231. 234. 237. 241. 243. 258. 

315. 320. 
£iXeaiov 218. 
£tXiaa6c 299. 
Heiney H. 7. 11. 
EtpxTT^, Eipxiai, 165. 
Heisterhergk 98. 
Hekabe 18. 
Hekataios 28. 101. 133. 140. 143. 216. 

239 f. 317. 
ExaiointeSov 273. 
ExaTOiiuüXoc 273. 
ExatovvTjoot 273. 
ExtoBkuxtijc 324. 
EXewv, 'EXewv, 218. 227. 
EXtxi] 89. 228. 
sXtxec 89. 
EXtxuJv 221. 228. 
EXixcuvioc 89. 
EXixouc 228. 
Heliodor 114. 127. 
HXtouoXiTai 318. 
HXioTpoitiov 170. 
EXiaoüIv 89. 228. 
"EXtJoc 178. 
Hellen 41. 
Hellenikon 274. 
"EXXoTia 218. 
Hellusii 265. 

Helm, als Wahrzeichen, 62. 
"EXoc 218. 227. 
'H[jii6Xioc 333. 
'I]<patoita§ec 306. 
Hephaistos 51. 
'HcpatOTOu 4>yoat 121. 
'EircdxaXxov 272. 
* E'7rcd8eX<pot 272. 
' EircaYtüvia 272. 
EircaxiveOiavoc 272. 
'Eircavrjcia 272. 
'EircavOfjLia 272. 
'Emd Tcdyot 272. 
^Eirca TceXa-p] 272. 
*Eictd<pu)voc 272. 



'Eicrd <ppeaia 272. 

'EuTttTCOpoc 272. 

'EircaardSiov 272. 

'Euid uSata 272. 

"Hpa 59. 69; dxpata 153. 276; 'Itcvouvti;, 

l-Tcvouaio, 115. 
4lpaia 293. 304. 
*Hpatov, 'Hpaiov, 293. 
•HpdxXeta 61 f. 142. 278. 
Herakles 20. 43. 123 f. 135. 218. 
'IlpaxXVjc SavSi]C 171. 
Hercynia, Ercynia, Ercnnia, 164 A. 

165. 
Hergel 105 A. 
epxoc 165. 

'Epxüvtoi Spu{ioi 164 f. 233. 
ep|xa 166. 
ep|iaS 166. 

Hermes 18. 62. 67. 256. 
'Ep{jLT]c Tpixe<poiXoc 318. 
'Epiiicuv 166. 228. 252. 
'Epjiiovi] 166. 228. 252. 
'Ep{jLom07]xidSai 323. 
"Ep jioc 166. 
"EpfKWTOv 166. 

Hernici 135. 145. 167. 265. 
'Hpoxia 152. 
Herodian 49. 
Herodot 28. 57. 78. 86 f. 115. 117. 125. 

140. 151 f. 194. 197. 200. 207. 211. 
Hesiod 70. 
Hesione 40. 
Hesperu ceras 111. 
'Eana, 'Eaiiaia, 288. 
Hestmand 13. 
Hesychios 40. 44. 70. 80. 89. 92. 100. 

102. 115. 121. 125. 134. 1361'. 139. 

152. 154 f. 159. 163 f. 193 f. 203. 

205. 215. 217 f. 222 f. 225. 235. 

239. 241. 243. 246. 248. 259 f. 262. 

265. 267. 278. 280. 288. 298 f. 316. 

319 f. 
Hetärennamen 324 ff. 
'Eiepotoup-eva 7. 
'ESaxcujita 271. 
'ESajxtXiov 271. 
'ESdicoXtc 271. 
'ESduüXa 271. 



357 



'EZii'^uov 271. 

Hexenschloss 32. 

Heyne 44. 

Hibernia 70. 

*Iepa axpa 139. 

*Iepa xopjcpT^ 34. 176. 

'Iepdxu)v xu)[iii] 110. 

'lepdxwv vT^ooc 110. 

'lepdxcDv TtoXic 110. 

'lepajiac 280. 302. 

'lepi Ilexpa 139. 

'lepaitüTva U8. 139. 

'lepa SuxT] 226. 

'leptwoc 301. 

'lepoxTj'icta 280. 

Hierokles 155. 166. 168. 174. 191. 200. 

203. 205. 207. 209. 230. 237. 256. 

272. 275. 280. 282. 287 f. 291. 297 f. 

300 f. 303. 306. 
Hierosolyma 70. 
Hilleviones 167. 265. 
Himälaya 175. 
Himera 209. 
'IirrcijvTg 94. 
Hippo regius 94. 
Iirreot, VTJoot, 95. 
IitnoxpaTiTiiridSTjc 323 
IiiuoXa 94. 
Iincu)v, Hippo, 94. 
I-KTCOvTjooc 94. 298. 
IicKuiviov 94. 
luTcoc 93 ff. 
Iincouptaxoc 95. 
Hirpini 265. 
Hirsch, PatU 78. 92 f. 96. 103. 105. 

110. 133. 294 f. 300 f 303. 
Hirschfeld 56. 138. 151. 198. 268. 
Hirschlauden 227. 
*Ionaia 61. 

toTiov, als Stadtwappen, 61. 
'laioc, 'loTOi, 236. 
Hohenzoller, der, 132. 
Ota 325. 
'OXjtiat 261. 
•OXfitov 220. 
''0Xjiu)vec"220. 
oXfioc 220. 
Holy Gross 29. 



Homer 2. 4. 14. 16 f. 19. 74. 89. 114. 

116. 127. 129. 137. 151. 159. 171. 

173. 176. 177. 192. 202. 209. 216. 

257. 277. 289. 292. 327. 
'0[«3paicdT»]C, ' 0|iT]pemx6TCtTfjc, 332. 
homines novi 54. 
'OjioXrj, *0[i6Xiov, 276. 
Homonymien 303 ff. 307 f. 
Horaz 89. 114. 136. 171 f. 328. 330. 

334. 336. 
*Op^iai 251. 
'Opp-iva, 'Opfitviov 252. 
Hormns, siehe Ormas. 
Hörn, Kaap van Hörn, 112. 
Hübner 102. 
Hügeldörfer 35. 
Hülsen 272. 
Humann 15. 

Humboldt, AI. 1. 33; Wilh. 140. 
Hnmpen, als Wahrzeichen, 158. 
Hnnd, als Versteinerung 18 f . ; als 

Wappentier 58; in_ Ortsnamen 102. 
Hundert in Ortsnamen 255. 273. 
'Ya 100. 
'Yaia 301. 
'Vap-iteia 101. 
'YdjxiioXic 100. 
"Yaviec 100 f. 319. 
Hybanda 302. 
*Y8iaa6c 301. 
'Y8pa 106. 260. 
"Yapajioc 106. 
'YSpaS 106. 
'YSpea 106. 260. 
"YSpijXa 106. 
'YSpoeaaa 106. 
Hydruntum 260. 
'YSpouc 106. 260. 
'YSpouca 160. 
'YeXr] 199. 

'YetTOc, "YeTTOC, 101. 301. 
'Y^aoGoc 301. 
Hyginus 40. 63. 
"Yxxapa 151. 
'YXai 256, 
'YjjirjTTÖc 201. 301. 
"YuaiTta 150 f. 
'Yuaia, id, 151. 



358 



'YuaiT] 151. 

"Yuaroc 151. 

*Yiiepaxpioi 139. 

'Yictpeta 151. 

'Yuepijota 151. 195. 

*Y<pavTeiov 125. 

'YuoxaXxic 150. 254. 

' Yitoxpijjivoc 150. 

' YuoTiXaxtij e^ßY] 150. 254. 

'YTTodrßat 150. 

^Y^vK'jkq 325. 

u(j;i'rtupYOC 152. 

Hypsithilla 325. 

"Yt^oi 151. 

Hypso 151. 

'Ytfoüc 151. 

*Ypia 260. 

*Yp|xivr] 252. 

"Ypwjioc 313. 

•Yaiai 260. 301. 

'Yoaoc 301. 

J. 

*IaXuo6c, ^IijXuoof, 'IrjXüacoc 152. 299. 

'lapSavoc 262. 

'laipülv ^poüptov 279. 

Ibericae herbae 257. 

Ißic 328. 

'IXvai, 'Ixviai, 248. 280. 

'I^vouatt 28 A. 2. 

'IX^üoeaaa 108. 

'IxOüc 108. 

"Ihri 231. 

'l8p(ievT(], *I8o[ievai, 35. 194. 

'lepT], 'louepvT], 70. 

ly-^ia 267. 

Ignatins 33. 

Ihmj Max,'^4:. 

"Ixxaptc 95. 

'Ixapoc 95. 107. 

"Ixoc 95. 

'Ixooiov 64. 

"IXiov 165. * 

'IXicooc 295. 299. 

Ilva 292. 

"IjxßpajjLOC 302. 

''I^jißpaooc 259. 

"Ijißpoc 302. 



Imperator 329. 

Incisa 208. 

Index, ein Felsgebilde, 20 A. 2. 

'Iv«) 303. 

insigne, siehe Schildzeichen. 

Interamna' 261. 

Interaqnae 262. 

Interocrenm 208. 

'Ivuaooc, 'Ivjxoc, 299. 

Jo 96. 

Johansson 147 f, 

'IwXxoc 250. 

'IcuitoXt? 52. 

'idpSavoc 262. 

Jovis Pnllas, ein Spottname, 330. 

Iphikrates 121. 

'Iiivea 115. 

'Iiivoi 115. 

'Iiivoc 115. 

Ippo 94. 

Ipsithilla 325. 

"Ipaaoc 166. 

'Ip^ 165. 

"Ipoc 327. 

^loaupot 321. 

Ischia 105. 

Isidorns Hisp. 179. 

^lauapoc 262. 

"Igoa 177. 220. 296. 

"laaoi 220. 

'Iaau)ptov 220. 

'loaoc 220. 296. 

'ladjjLOC 84. 210 f. 

'loTttJvi] 166. 

"lorpoc, 'lotpoüc, 'loTpüIv 166. 

Itabyrion 67. 

'IiaXia 70. 97. 

tiaXiaCeiv 316. 

'lOaxTj 145. 

'lOajjidTac 166. 167." 

'IftcüjiTj 111. 145. 166. 176. 

'lOtopia 145. 167. 

"Itwv, 'ItuJv)], 226. 

'Irj/T) 278. 

Jubainvüle, D'Ärbois de^ 114. 158 A. 

Julianos 67. 328. 

'loüXioTtoXic 226. 

'loüXu) 66. 226. 



'iDuX« 67. 326. 


KaXo^tlvT 222. 




Jangl^aa, die, 12. 


Kak<HLK 222. 






KriöpsK 222. 




nerton, 11. 


KaXapJnji; ijp^c 222. 




Jania gens 67. 


Kälap. 222. 




Jnno Montana 34. 


KdXap« 222. 




Jnpiter Cnlminalis 34. 


Kala^üi^ Ü22. 




Jupiter Latiaris 34. 


KoXaaxoi:^ 35. 192. 




Japiter lenonins 330. 


KddBwv 145. 




Jnpiter Poeninns 34. 


KaXxiSülv 230. 




JmH 318. 


KoX^ a\pa 274. 




Jnstinns 91. 115. US. 830. 255. 327. 


KoX^ dxT^ 274. 




Jnvenal 66. 207. 


KnXi] «ciitii] 275. 




Iriza 237. 299. 


Kal^ n.j:oi 276. 




Ivtea 95. 


KcOXIapot, HaWiopo, 275. 




" 


KaUBpoiioc, KaXXÜpojwv, 275. 




K. 


KoXlixäpw., K.Xi«'Jpto. 318. 




Kallimachos 113. 172. 176. 259. 284. 321. 


KoßMO«, Ko3i,0905, 217. 


326. 328. 






K<^V.r.<ihf 275. 




KaßiaiK 308. 


KaUwti 275. 




Käßo rXu!m(> 8]. 


Kaloßpi^ 275. 288. 




Kaljuia 94. 


Kalöv tt<pg>Tipiov 274, 




Köioi 119. 


KäXmi 124. 189. 204. 




KauÜM 201. 


Kü^iva, KÄuvia. 228. 




KaidM 201. 


KaXüSvoi 22S. 




.«ftiv 169. 


KäXuivo!; 228. 




K«val 290. 


KaXuSoIv 228. 




Karv^ 290. 


Kaguiptva 205. 




Kami "^"e 94- S90. 


Kambnnisches Gebirge 136. 




Koiveit 133. 


Kameel, ein Berspro«!, 26. 




Kaivm) 290. 


Kajupac ISO. 205. 






Kämpen, der, 120. 






KajiTiuXoE 204. 228. 




Katvoc 290. 


Kavaßot, Käwaßof, 223. 3S3; 




Ka«ot Xifi^iv 290. 


Kivai lliS. 2a3. 




Koivüt, Kaivw, 290. 


Kavaitpa 12t. 




Kakaba 116. 


Kavairpalov «^Eipov 121. 




Kaw] IxdXa 116. 


KiivT 106. 22.H. 291. 




KüÄüiPq 94._116. 278. 


Kav^öot 290. 




Haxo!iii[iii>M, ai AowSoitLcuv, 203. 


Ha-,u.pw 217. 




Kala?pU 2ir,. 






KaXixui 274. 


Kinflopoc 108. 




Kaldiiai 223. 


xa--»iXioc 99 f. 






Kanaveü: 56. 




Kalamiti 222. 


Kdsr,XQE 330. 




Kalamata 222. 


xaic^vi] 143. 




KaXcCiuvdT] 222. 


xiTKVK 204. 





360 



Ka^a, Kd(pac 204. 
Ka<papeücy Ka<pT]pe-Jc, 75. 204. 
Ka(p'iat, Ka^uai, Ka<p'ja, 204, 
KttTiviac 321. 

Kaicvoßaiai, KaicvoßoTai, KaicvoTcötai 321. 
xaicvoc 321. 
Kif^a, Ka^({)a, 118. 
jeauTta, xpta xdxiaTa, 57. 
KauicaSoxta 204. 
Kaicpea, Kaicpeai, 92. 248. 
Kdicpou ofj{ia 101. 
Kaic-JT], Kainja, Kaicuai, 204. 
Kau'jpoa<ppdvTi2C 824. 
KanüTiov 134. 
kar, kor, 131. 168. 225. 
Kap, 6, 133. . 
Karabostasion 251. 
Kdpafißic 133. 
Kdpa^ioc 302. 
KapavT] 133. 
Karanos 91, 
xapßaiCetv 316. 
Kap^apoc 324. 
KapxijSwv 94. 230. 278. 
KapSapXa 134. 

K0rp$a[iuX7]aa6c, KapfiuXi^aaoc, 298. 
KapBT]Oo6c 298. 
xapSta 61. 
KapSia 61. 84. 298. 
Kap$t6icoXtc 298. 
KapiQVT] 133. 
Karenfelder 164. 257. 
KapijviTtc 133. 
Kapigaaoc, Kap7]a6c, 298. 
Kapia 133. 

Karier, die, 56, 321 ; karische Orts- 
namen 294 ff. 
xaptxdCsiv 3l6. 
Kapivi] 133. 
Kdpiov 133. 
xapic 335. 
Karitena 134. 
xaptCetv 316. 
Kdpxivoc 138. 
Kapfidvcop 169. 
K(xp(xuXT]0d6c 298. 
Kapvavia 135. 
Kapvdoio; 133. 152. 297. 



Kdpvij 133. 135. 297. 
'KapvedSif}C 225. 
KapveToc, Kpaveioc, 66. 225. 
Kapvia 133. 297. 
Kapvoi 264. 
Kdpvoc 135. 225. 
KapvoCc 133. 297. . 
KapoTcoXic 133. 
KdpitaOoc 239. 
Kapcpaia 233. 239. 
Kopooc 133. 

Kaptata, Kapdata, Carteia, 278. 
KapTaXijn^v 278. 
Karthago 94. 230. 278. 
Kapüai, Kapuai 249. 
xdpuc 133. 
Kapuotia at^ 88. 
KdpuoTOC 62. 133. 274. 292. 
Kdatov opoc 175. 
Kdooc 175. 

KaoiaXuiv, KaotouXcov, 230. 
Kaciavia, Kaoravaia, 249. 
Kastor 53. 62. 
Kastron 274. 
, KaTdßaOfioc 116. 253. 
KaidßoOpa 31 f. 220. 
Kaia^TJvai 312. 
KardSouTca, td, 220. 
KaidSounoi, Ol, 220. 265, 
Kaiaxexaup.Iv)], i^, 121. 291. 
KaidvT], Kaidva, 285. 
KataTcoTia 220. 
xddu>v 285. 
KaJxava 280. 
Kaüxaooc 175. 
KauXwvia 143. 198. 
Kaue, Kaouc, 232. 245. 
Kayser, i., 337. 
Kex»]vaToi 312. 
K)]8aXiu)v 304. 
K7j8iao6c 300. 
KeBpeai, KeSpeiat, 248. 
Ke^xpect, Key^peat, Key^eTai, 226. 248. 
Kv^tiü^ 226. 
Kr)fxpe(uvec 226. 

Kegelformeu in der Natnr. 8 f. 
Keil, H. 252. 337. 
Keilbart, als Metapher, 81. 



361 



xeipeiv 169. 

Keiptc, Ciris, 136. 

KeTooc 240. 

KetTüiv, KtTü)v, als Lokal name, 230. 

KeiTOÜxfitTOC 332. 

Kexoc 333. 

Kexpu^aXeia 125. 

Kexpü(paXoc 125. 

KeXaSetv^ 281. 

KeXoSüJvT] 281. 

KeXaSouaa, KeXaSouaoa, 281. 

KeXaOpa 126. 

KeX^oi, KeXxwvaeTc, 266. 

KeXevSepic 260. 

Kelheim 207. 

Keller, Otto, 16. 19 A. 58 f. 83. 87. 89. 

92. 99. 102 f. 104. 106 f. 109. 136. 

161. 200. 202. 235. 259. 271. 287. 

325. 328. 
Keva 290. 
Kenaan 199. 205, 
KT]vaTov 182. 
Kentanren 17. 
KevTopiTca 255. 273. 
Kewc 23. 201. 
Kc(paXat, al, 77. 
Eephalaria 220. 
KecpaX^ 77 f. 112. 
KecpaXXijvia 78. 
Ke^oXoiSiov 78. 
KecpaXovyjooc 78. 
Kephalos 19. 
Rephas 163. 
K7j<piao6c 296. 300. 
xTJuoc 204. 
Kepayov 133, 

xepac für Spitze,,Gipfel, 30. 111 f. 
Kepaootai 134. 
Kepaooc, Kepaoouc, 243. 
KepacTOC, Kpaaioc, 93. 
Kepaia, Kepana, 111. 
K^paS 133. 
Eepaüvia 136. 
Eepaüvioc X6<poc 147. 
Eepaüöiov 133. 
Kepr)(5<xoc 133. 298. 
K^pwdoc 132 A., 295. 

Eepxereüc 138. 

Orasberger, Ortsnamen. 



Kspxtwa 138. 

Eepxoßa 310. 

KepxoßoXoc 326. 

KepxoXac 326, 

KepxoXopa 3 10. 

Eepxoiicwv e8pai 87. 

Eepxwt}; 327. 

KepxuXac 326. 

Kepxupa, Eopxüpot, 112 f. 137. 

Kepvi2» Qeren, 133. 135. 297. 

Erjpojcaoc 133. 299. 

xepooc 69. 

kerta, certa, 278. 

xTjpuxeiov 62. 

Eep'jveia 133. 

Eeaxoc 316. 

EeoTpeJc 324. 

Kecipia, Eeoipiov, 121. 

Eeorptvi] 121. 

xTjttileaaa AaxeS(X'!(iu>v 201. 

XTJTOC 201. 

Ehandax 169. 

Ciborium 117. 

EtßwToc 117. 

Kißupa, Koißupa, 119. 

KtSveaoeTc 302. 

KiSüoooc 301. 

Kiepert 43. 81. 88. 90. 94. 97. 105 ff. 

115 f. 119. 132. 137. 142. 152 ff. 

156 ff. 161. 173 ff. 178. 192 f. 198. 

205. 212. 219 f. 232 f. 236. 23^. 

241. 243 f. 247. 255. 261 f. 264 f. 

269. 272. 278. 282. 284. 286 f. 292. 

294 f. 300. 315. 317. 319. 
Etxüvva 166. 
KiXXavov ueSiov 93, 
KaXeta 139. 
xiXXoc 93. 
KitwüXia 180. 
Eip.u>Xtc, KivwXic, 180. 
KtaojXoc 180. 293. 
KivotSoxoXitTTai 324. 
Eivai$6iioXtc 311. 
EivaiOiov 138. 
Kionia 124. 
Kiu)c 201. 
Kipxaiov 138. 
xtpxoc 136. 

24 



362 

Kipfic, Kpüfi;, 216. 

Ktppa, Küppa, 191. 

Kiiapji; 302. 

Kisoa 111. 

Kmod;, Kicoaüc, Kioooüaa, 24], 

Kia6])vi| 212. 

KiSa'puv 124. 228. 

Khan 241. 

Klammen, ihre Verehrung, 210. 

xXäpn: 194. 241. 

KXa'jaapcvoc 333. 

Stausen 126. 142. 208 307. 

KliCopEvai 49. 248. 316. 

lÜJl'lti vTJoo« 61. 126. 208. 

Sleinpatil 325. 312. 

iXeic 61. 125. 208. 

Kkäiat 136. 208. 

KXetaoupai 308, 

KXim8cvi]c ftls Spitzname 309. 

KXc;epi 126. 208. 

Kleitomaclios 'Ada. 

^leitophoD b9. 

VXt[:wp 26. 208. 

HXtjiiEvromiaapa, xci, 294. 

KleoQ 328. 

KXEcurat 24S, 

xJi^po: 194. 

EHdi 208. 



XXiluie 116 f. 

KX![iaS Het^)] 116. 

KXioiDv 20. 

Slisanra 126 208. 

iXirJ« 154. 

xUpaMitaa 116. 

KXus^a 280. 

TiX-jrop.ioöapioä'jaap-^üa; 323. 

Kyaniim 229. 293. 

KvaiaXoc 229. 293. 

Kvui»'> 229. 293. 

Kvaii^v 229. 

xv^pi) 85. 

Kv^[ii] 151. 

Kv(){i<Sk 85. 

Kvi][>if, :^, 84. 

KviSa: 93. 222. 

Kvmnta 104. 

Kvtvno: 104. 



mX« 104, 
Kvutsa;, Kvussö;, 300. 303. 
xaßnXiK 335. 
Koch, C. 233. 
IfoeA, J. 268. 321. 
KöipDt 323. 

Kofel, Kogel, 137. 160. 
KuyxoXcpK 324. 
KotX« 35. 200. 
w)iXo!v.aftoi 97. 200, 
KoO.>] 200. 

xotXi] Aaxiiaipuiv, 'HXtc, 199. 
N»<Xui 200. 
KoiXov 86. 200. 
KoiXoüooo, KoiXiäma, 200. 
KotD) 286. 
Konu'ftov 110. 
Kox;iv8«t 132 A. 
KoXaxnivujiui; 334. 

^uipdxXEiSi]; 323. 



KDXaa 



i 301. 



KuXeiov 139. 

KcoXiis, ^, 86. 205. 

KDXaßpatxraE, KaXußpooaDC, 300. 

KoX(»i 200. 

xmXov, metaphoriBch, 86. 

KcXwva 139. 

KoXiDvat 139. 

Kolouia 198. 

xoXuvüa; 139 

KoXujvöc 139. 

KoXcifi^v 139. 200, 

KcXoogai 139. 248. 

KoXoüpi 125. 

KaiXutpt'a '^81- 

Komana 43. 

K6[iapD( 205. 268. • 

KD[ißi] 206. 

iü[ii] 286. 296. 

Kop,>|T))C 86. 

Komposition, kopal&tive, 294. 

KovIjUs, KovSuXioi, 125. 
xovtopröc 321. 334. 
KovinoSK 319. 
FDi'm] 108. 
Kgivwniov 108. 326. 

«w^., Muvoümov, 108. 245. 



loivo;, Kuvoc, 137. 

KavooxoYmXipoc 324. 

Kov8-JX)j ?33, 

»övuCa, »väta, 70, 

Künai 249. 

Eopa'is-See 16. 

KoTtioc, KoTttii, 232. 

Kopulative Komposition 293 f. 

Kopmai 110. 

KopaxK 110. 

Kopax^inov HO. 

KopaxiDv HO. 

Koponöwijio; 110. 

KDpaxD^iiipiJxXtiSi)^ 32.I. 

Kapaxo; «etpa 110. 

Kwpoaa 269. 

Kopanoo: 133. 300. 

KopaS 109. 

Kiptjsao; 298. 

Kopiaww 324. 

Kopiyiiaartfi 324. 

Korinthischer Golf 73. 87. 132; 

Köpw»« 79. 132. 200. 

Kopuv 281. 

KopiiJpa, Nipxupa, 19. 137. 

xopnpä 134. 

KDpuiv 133. 

Kopulvi] UO. 131. 

Koronis Bit. 

Koro DOS 133. 

Kopovia 134. 

Koponnsoöf 134. 290. 

KopfoSuXla 239. 

KoppiT^™ 134. 

Kopscai, Kopsiai, Kopaciä, 81. 134. 

xopTipci 134. 

Köpftoc 79. 132. 

Kopnipa 134. 

Kiptuc 134. 

KopJioUa 109. 

KopgSoUöt 109. 134. 

Kopjtika, 109. IM. 

iiäp;jSo;, xop'j&o:, 109. 

Kop'jSo: 324. 

KiiipuxDC 117. 

Kopuvaiov 134. 

Kdpufaiov opD: 134. 

Kopuipavci; 134. 



Kop'jfäsiov 134. 
Kopuf^ 134. 
Kopufp)] Upd 34. 176. 
Kapg^olv 134. 
Kopu^gv 134. 
xopuc, xopSuiiv, 134. 
Kop'jeiK 134. 
Kiö« 19. 92. 201. 



Koüxiv 



, T<i, 121. 



Kasupoi 206. 

KoeuV 266. 

KoTiitiov 163. 206. 

KorJXotov 242. 

Kni-JXi] 242. 

KotuXui 242. 

KonXuiv 242. 

KöiuXoc 205. 

Kdtivoumei 242. 

KorJupa 163. 206. 

KpdSajiva 134. 

KpaysXi'Jc 17. 

xpir[T<iiv 59. 108. 136. 

KpEtfoc 130 f. 

Kniin 264. 

Kramer 29. 

Kpavoi 147. 

Kpavai^ 133. 223. 

KpivMi 133. 

Kpdvi] 66. 133. 

Kpdvcia 133. 225. 

Kpdvtiov 225. 

Kpävmi 133. 225. 264. 

KpdvtQv 225. 

Kpavulv, Kpawuiv 224 f. 

Kpawmviov 224. 

Kpinaöo! 239. 

KpostpiDv 121. 

Kpdsn< 93. 

Kpai^p, 0, 119. 201. 

Krates, der Kyniker, 32 

Eratinos 119, 

Kptiov Öpoc 134. 

Kpijiaor^, 1], 168. 

Kreml 151. 

Kpijiiva 151. 

Kpiiiivitt 151. 

Kpi][ivoi, oi, lÖO. 264. 

Creo mons 135, 



864 

KptufuXK 334. 
Eres 42. 
Kpittov 134. 

Kpi]<Mu>v 2ä0. 

«pijti&tv 316. 

Erenz, dos, 29. 

KneyS 312. 

xpixo; 138. 

Kpiot, oi, 93. 

Kpio;, als Spitzname, 93. 328. 

Kplia 229, 

Kpidiii 226. 

KpiWn) 226. 

Kpcoü pituinov 79. 92. 

Erüte als 'Wahrzeicheii 68. 

Kpouat 248. 

EpoiiDv 248. 

KpoxAeia 137. 248. 

KpDiip'jwv, Epajijiüv, 225. 

Epo[i.|j,uoj irfiK, äxpa, 226. 

Kpiipo 151. 225, 

Epuuvoi, Kpij>|ivai, 131. 225. 264. 

Kpopt 226. 

Ep(noXi]pa; 332. 

EpQY«( 332. 

Kpunaauoc 299. 

EpÜntt 113. 

Epunid, Kpuintiai, 113. 

Epoaaa 134. 

Epoaaaia 134, [ 

EpoTcüi)] ;J26. 

Kpoimv, Kponiivi), 134. 

Krumbacker lü. 224. 321. 

Ep^a, id, 293, 

Erya Brysia 247. 

Epucuso; 293. 299, 

Kpjtpic 216, 

KT7]|itvat, Ktiiiivai, 24a. 

Etevü 120, 

EicvdC«. 0, 120. 

KouM 201; 

Kümberger 21. 

Enfstein 118. 

Enb, als Symbol, 58 A., 59. 

Ka^turiiöpwt 121, 

KnuupiU 09, 

Kauiipuchurk li^. 



Eo'jpiov 281. 
Eurtzolari 127. 162. 
KJoId; 201. 



Euop 



r 302. 



EuiivEot, ai. 74. 291. 

Eußnoüäf 298. 

Eüpa,j 245, 

Eybelebild 15 f. 193. 

EußuadxTi]; i)30. 

Euiisjoc, EuStjiiaac, 300. 

K^xXcÜc 185. 

KuxU-k 51. 

EjiXu.i|i 327. 

Eükvoc 110. 

KuU.^vj| 72. 163. 201. 238. 

EuXXoiroSiuiv 304. 

xMii 136. 

EJUoj n^pi 119. 301. 

EütL^ 207. 280, 296. 

Euva^(uin|£ 332. 

K-jvixoi 331, 

Euvisxo: 331, 

Eüwa 325. 

EuviÜv v^oK 303, 

Euviüv Ttöiw 102. 

ECvot 137. 

EuvosapfK 102. 

Euvöc xKpaXai 78. 

K'jvö? o-ÖiAO 19. 102. 

RuvDSDUpa IU2. 

K'JMupa 102, 

EuvDupioi 283. 

Kuiöot 132 Ä., 156. 240. 

Kauv 331.' 

Euov 102. 

Kuiiap 133(31 243. 

Euicäpioio:, Kunapisgau:. 243, 

Euiyoc 102, 156, 307. 

EunpK EV xoXciuOK 922. 

KJitpo: 18. loa. 

KjifiiXa, Eai^itÜLO. 118. 

E'Ji|icXac 72. 

E'jpäSfc, al, lOI. 325. 

KupPi 138. 

xOpßt: 131. 

Kjptip(u.v 324, 

Eup^vT) 83. 133. 163. 

K'jfir[.iv:<i 288. 



365 



KJpvoc 133 f. 297. 

Küptat 138. 

KupTuJvi] 134. 138. 

KüpTOvecpeXif] 326. 

xuptoc 134. 136. 

Kuc 201. 

Kuoaia 215. 

K'iaatpic 215. 

Küoic 215. 

KuTaia, Eutaiov, 205. 215. 

KudTjpa 156. 

K'iövoc 106. 156. 233. 240. 

Küiu>poc 205. 

KJCi«c 215. 

A. 

A für Aaxtuv, AaxeSatfjiovioc, 56. 

Labeo 336. 

Adßi]C 324. 

AdßpauvSa, AdßpavSa, 121. 

AaßJpivOoc 167. 169. 

Aa^avoSpctxtuv 324 

Aa^avoircepot 324. 

Lacus 219. 

Mhri 18. 77. 107. 

Lagarde, Faul de, 44. 95. 103. 121. 

141. 158. 174. 201. 205. 258 f. 

265 f. 278 f. 287, 294. 302. 311. 
Aayapia 285. 

AdifY««^ 284. 

AayovT^ot 105. 

Aaifoviwv 324. 

Aa^oucaai 105. 

Aai; 325. 

Xax, Xdxoc, Xdxec, Xdxxoc, 203. 259. 

AaxeSaip.u)v xT^rtueGaa, xoiXy^, 201 ff. 

Aaxlpeia. Aaxepot, 202. 

AaxT]d]p 162. 202. 

AaxtdSat 203. ^ 

Aaxiviov 203. 

Adxxa 203. 

Adxxtoc Xifw^v 203. 

AdxjAU)v 158. 259. 

Adx[xoc 203. 

Adxwv 202. 204. 

Aazpiaoaöc 300. 

Aax'jScDV 203. 



Adp.if]TOC 201. 
Ad[jLia 201. 
Lampadinm 326. 
AdiiTCT] 169. 
Ad{iiceta 169. 
Aa^xitpov 169. 
AafiTCTpai 169. 
Adjn|;axoc 178. 

Landkartonphantasien 27 ff. 183 f. 
Landschaftliche . Benennung von den Be- 
wohnern 263 ff. 
Landschaftliche Prospekte 25 ff. 
Landschaftliche Sagen 16 ff. 
Landschaftsmalerei 2 ff. 24. 
Langaard, Piz, 193. 
Laodiceni 337. 
AaoSixeia 291. 315. 
Aao5ixe*c 59. 315. 
Laon 313. 
Aauaia 169. 
AauaOouc 168. 244. 
Aanepcai 17. 167. 
Lapidei campi 218. 
lapidicina, lapicidina, 209. 
Lapithen 16 f. 167 f. 
XauiCew 17. 
Lappa, Lampa, 168. 
AdumOoi 168. 
Lapsak, siehe Ad[x(|;axoc. 
Adptoaa, Adpiaa, 17. 159. 168. 
Aapvaaooc 300. 
Adpoc 328. 
Adpu[jLva 168. 262. 
Aapu[xu)v 262. 
Aapüoiov 202. 262. 
f Aäc 17. 167. 285. 
Aaata 169. 

Aao'.uiv, Aaaiü>v, 169. 230. 238. 
Lassaea 178. 
Lassen 251. 
Latium 199. 285. 
Adijioc 279. 
AaTO[jLta 209. 317. 
Lattengebirge 9. 
AdrjjjLVOc 279. 285. 
Lauffen, der Laufen, 151. 280. 
Aajpa 169. 
Aaupelov, Aaupiov, 169. 



366 



Lanrentam 242. 

AaupecDHxai f^auxec B21. 

Lauth 149. 

Laatnlae 262. 

Lantnmiae 317. 

Aeaiva 58. 325. 

Leake 275. 289. 

Xeßa 173. 

Le Bas 280. 

AeßeSoc 219. 

Aeß^v, Aeß^va, 103. 173. 

AeßaSeia, AetßaSeia, 174. 219. 

Lebanon 174. 

Ae^aiov 205. 

Leghorn 70. 

Lehrs 1. 331. 

Aeta 177 f. 199. 

Aeißij^pa 174. 

AeifioJv 33. 221. 

Aei[iu>v>] 238. 

Aeiov 177. 

Atqiov 177. 

Aet({^üSptov 263. 

AexTÖv, TÖ, 152. 177. ] 

ArjxuOoc 118. 

Ai^XavTOv, ArjXdivTiov -neSiov, 218. 

AeXeYs; 320. 

Aefjißoc 332. 

Iri^-q 317. 

Aep,ioo6c 301. 

Af](ivoc 178. 

Aijveüc 119. 

Ayjvoc 118. 

Lentulltas als Spottname 329. 

Xewv 103. 173. 

Aeojv, 0, als FelsgeLilde, Leb, 77; 

Ortsnamen 103. 173 f. 
Leonidas 57. 
Aeoviapi] 103. 

AeovTivoi 58. 103. 264. 320. 
AeovTiov 58. 325. 
AeovTOxe<paXov 103. 
Lepanto 250. 
Xeuac 176. 206. 
Aeicerjjivoc 170. 176. 
Aeiipeoc, Aenpeov, Aeupeiov, 176 f. 317. 
Lepsivs 123. 
AeuTU 285. 



in 



Aepva, AepvY], 59. 310. 

Aepoc 177. 321. 

Lersch 48. 55. 69. 

XeoßtdCciv, XeoßiCeiv, 316. 

Aeoßoc 177. 316. 

Lesina 219. 

Ai^ooa xu>[ii2 169. 

AifjOaTov, Atj^uuv, 279. 

Mfiyf (ppo'jptov 879. 

Lethon 64. 

AsTpivoi, Ol, 264. 

Letzi, die, 206. 

Lenchttürme 40. 142 ff. 

Ae'jxa, ta, 172 f. 

Santa Maria dl Lenca 173. 

Aeuxai 172. 

Aeu/avta 173. 

Aeuxavoi 173. 

Aeuxbic 173. 239. 

A üxac netpTj 173. 

XeuxaoTitSec 'Ap^eioi 56. 

Aeuxiiac 173. 

AeuxaTTQ 172. 

AejxTj 173. 

Aeuxi^ dxTTQ 173. 

Lenkimo 142. 

Aeüxi[i[ir] 173. 

Aeüxov Te'xoc 173. 288. 

Aeuxtovia 173. 

AeuxoTcaifoc 173. 

Aeüxoitetpa 173. 

Aeüxo(ppüvTf], AeuxocppuTjvrj, 79. 

Ae'Jxo<pp'JC 79. 

Ae'jxoiiupa 258. 

Aeuxo? Tüvijc l'<2. 

Aeuxtüoia 173. 

Aeuxötac 173. 

Aeuxodea 303. 

Aeuircpa, xd, 172. 

liba 69. 

XißdSiov 219. 

Aißavov, Libnän, 174. 

Liber 69. 

Xt/dSec 20. 177.. 

Aixac 20. 177. 

Lichasfelsen 20. 177. 

Lichtberge 39. 170 f. 

Lichtgötter 17. 39. 171. 



S67 



AtYYoc ^Öl. 
y Atyuec, Ligures, 265. 

AiY'Jpüiv 304. 

AiyüOTtaSTjc 323. 

AiYuaitSec vTJoot J85. 

Aixapvaaaoc 142. 297. 

Aixüjiva 178. 

AiXaia 281. 

Lilybaeum 247. 

Limenaria 317. 

Aip,Tf]pa 'EuiSaupoc 317. 

Aifivai 203. 249. 

Ai(io8ü)pieTc 317, 

Lindau 106. 236. 

Lindesnaes 81. 

AivSioi, ot, 264. 

Lingnaglossa 81. 

Lingaetta 81. 

Aiy£ 104. 

Lionessa 9. 

Aiicapd, Atnapai, 176. 

AiTiaJoc 176. 

Xic 177. 

Aioaa, Lissa 177. 

XioaaSec Tcerpai 177. 

AiocT»]v 141. 178. 

Atoaoc, Ataaoc, 145. 178. 302. 

AioTpüJv 230. 

Liternum 155. 

AtOaSovijaa 177, 

Aidü)8ec TieSiov 218. 

AtOoTcpoawTcov 77. 

AiOoawpia 167. 

litns 155. 

Livius 35. 94. 145. 195. 204. 244. 252, 
255. 

Livorno 70. 

Aie, AtyS, AiSoc, 178. 

Lobeck 145. 

Locnsta 328. 

Löwe, Felsgebilde, 9. 19. 25 : als Wap- 
pen 57 f. 61; in Ortsnamen 173. 

Lobe, Locb, Lochan, 201. 239. 

Lokalgottbeiten 36 ff. 

Aoxpot 202. 265. 315. 320. 

Aoxpu)v oüvOTjfia 315. 

X6(poc Kepaovioc, 'AOTjvaToc, 147. 

X6(poc SavSioc 171. 



Loreley, Lurley, ll f. 

Lorenz 330. 

A(up'j{i,a 262. 

Aüjaaoc 142. 178. 

Lot's Fran 8. 

Lot's Tochter 13 f. 

Lotosblnme 184. 

Lacani 173. 231. 319. 

Lnchs in Ortsnamen 104. 

Lncbsbnrg, die, 13. 

Lacretins 254. 

Lncrlnns lacus 68. 

IncQs 23 \ 

Ludwig XVI. 26. 

Lug ins Land 33 ff. 

Lugdunnm 59. 110. 

Lugndunum 311. 

Lukianos 23. 48 A. 198. 211. 219. 332. 

337. 
Lnna 61. 181. 
Lunae promuntnrinm 113. 
Inpae 325. 

Lnpatria, lupacea, 336. 
Lusitania 318. 
Lutraki 260. 
Xouipoiv 221. 

lux, Xüxoc, Xeuxoc, 170. 173. 
Aüxvoc 333. 
Auaot 321. 
AuySäH-oC 302. 
Ayxtjotic 104. 
AüYxoc 104. 
XüYoc 70. 
XüyS 104. 
Xüxaßac 170. 
AüxaßTjTTOC 169. 300. 
Aüxaia 170. 
Auxaiviov 336. 
Auxaiov 103. 176. 
Lykaon 41. 279. 
Aüxaoroc 180. 
A'jxeiov 103. 
Aüxept 173. 
Lykophron 83. 99. 113. 140. 153. 157. 

159. 163. 176. 281. 333. 
AuxoicoSec 58. 
AüxoTcöXic 103. 
Auxcopeta 103. 170. 173. 



368 



Aux6ppeu(ia 104. 
Xüxoc 58. 103. 170. 
Auxocoüpa 103. 303. 
AuxTOC 154. 1G9. 
Lyknrg 53. 
Aux'jvi] 103. 
Lympiäda 176. 
Aüpxeia 207. 
AüpvTfjaaoc 2h7. 300. 
Auoip-eXeia 279. 
AuTtti 209. 279. 
AüTttii] 209. 
AÜTTOC 154. 169. 
Auweia 141. 



M. 

m protheticum 143, 

m 43. 284. 

MaccMa 227. 

Mayaipdc, Maxatpouc 120. 

Macbanat 252. 

Macrinns 336. 

Madonna del Sasso 35. 133 A. 

maena 67. 

MaY^ipoc als Spitzname 334. 

Ma^vifjata 284. 

Mahlknecht, der, 13. 

MaivaXoc 18. 41. 159. 

Moiv6(ieva opifj 279. 

Makar 62. 276 ff. 

Maxapa 278. 

Maxapata 277. 

Maxapta 277. 

Maxdpwv vVjooi 167. 277. 

Mdxapo? eSoc 277. 

Maxera 284. 

Maxetia 284. 

MdxioTOv, MdxioTOc, 156. 284. 

Makkabäer 56. 

Maxxdpat 278. 

Mdxpa 284. 

Mdxpac 284. 

Maxpep.ßoXinjc 334. 

Mdxpic, Maxpic, 59. 284. 

MaxpoxpT]p,via opiQ 284. 

Maxpov axpov 284. 



Maxpov teT^oc 284. 
MaxrpoxTüitiai 325. 
Malaka 261. 286. 
Malchns 305. 

\idhi lö^- 

MaXeai 99 f. 164. 274. 281. 

Malga 286. 

MaXia, Mr^Xia, 125. 

MaXtaxoc xoXuoc 125. 

MaXteTc, MyjXieTc, 93. 265. 

malj = Berg 83. 

MaXtxa, MaXixac 278. 

[idXxTQ 141. 

Malloia 164. 

MaXXoc 164. 

Malmö 82. 

MaXoetc, 6, 125. 

MaX^üJ 218. 

Maltinns 329. 

MdXT(DV, MdX^wv 314. 329. 

Malventnm 160. 

Mamercns 166. 

MavSiXoxXeimjc, MavSiXoxoXdutrjc, 324. 

Mavuveta 76. 132. 279. 

Mann ad ferrnm, ein Spitzname, 338. 

Ma7cica<pdoioc 324. 

Mapaxoi 266. 

MdpaOa 233. 

MapaOuiv 223 f. 337. 

MapaOtuvta 223. 

Mdpa^oc 223. 

jidpa&pov 224. 

MapaOouc 223. 

MapaOouoaa 223. 

Marcia gens und Marsyas 66. 

MdpSoi 142. 

Map^iTijc 327. 

Mdpioc 232. 262. 

Marins 67. 

MapjxapdTa 182. 

MapjxaptxiQ 182. 

Map[jidpiov 182. 325. 

Mdpwv 262. 

Mdpuigaaa 281. 

MdpTiTfjoaoc 300. 

Marsch 223. 

Marsyas 66. 198. 

Mart. Capclla, siehe Capeila. 



Maiti» ■ oder Martinloch im Kanton 

Claras 170. 
jjttijaXi] lÜO. 
liaoToi 83. 
Tlamo'jala 83. 
Matapan 290. 



Möiu^ 



337. 



Matres, Matrunae, 34. 

Maas, als Wahneicben, 6ö. 

Jlazaka 207. 

Majocchi 198. 

Mazüa 44. 

MaCd'JH':« S3. 

Mijxdviiuv 334. 

Medama 282. 

Medea 63. 

Htitulv 230. 

Mvdiolaiiam 261. 282. 

lledioDiatrici 282. 

Med aaenhaapt 57. 

Meeraage, für Biaaensec, 21. 80. 

Met='po 253. 

Mc^oXi] xai[iTr 274. 

yiclälri uoXic 285. 

HeYoXonjaoc 300. 

McYopa 205. 252. 284. 

Urfapc'; 321. 

iHcY9:pKai stpii^i; 325. 

Megaapelaion 24. 

JUeäteke 14ä. ?42. 

Mi)xuiv>| 2Sä. 286. 

M^ijpipvo, MrjiJirjpvj, 284. 

Mala Pompon. 9. 27. 48. 64. 74. 77. yö. 

110. 114. 117. 120. 123. 140. 142 f. 

160. 178. 186, 189. 103. 209. 215. 

227. 237. 243 f. 3U5. 310. 
[L^Xa, Schafe odei Aepl'ul, 69. 
.H>XaT7c:a 291. 
Ttikaiiai 249. 291. 
«tXmvci; 291. 
Müajiip'jULOf 291. 
ll>X<i|i,irjTD: 87. 
HtlnvSia 291. 
.Maivta 291. 
MtXac xoXnoc 291. 
.Htlii 236. 
MtÄip'-ii 96. 
MjjXiüt, ot, 265. 



MeliMpTjjs 378. 303 f. 
iivUU 286. 
Hellodanam 164. 
Slifl.K 60. 125. 137. 
Helqarth 62. 124. 277 f. 
Hemmia geos 67. 
Mi[i.vuiv 333. 
Mtvai 280. 
Ueuaadros 48 A. 
.Hcvii]. Htviif, 280. 
M^-nj 113. 
Hsveßpta 288. 
MijviTS 113. 
Mentone 81. 117. 
Mercklin 69. 
Uercnrialis 330. 
)lcpp.i]i]oo< 30U. 
Hcia|ippii] 282. 

MiaÖT)] 281. 
Mtratis 282. 
Meai]p.ßpia 282. 288. 
Mioöci, MEaaöa, 282. 
Mempod 282. 
HiaoYaia 282. 
HcaaiBiov 282. 
ihai\a 282. 

)lt3[j|ifaXia 282. 
Mi<»v, tö, 282. 
HEsaicoTcijiia 127. 261. 
Meaaa 282. 
Hessaba 261. 
Meogäva 112. 282. 
Muaania 230. 261. 282. 
Mesaiji: 282. 
Mtoarjvi]. MeaVjvj], 282. 
MMauifit 282. 
MtToßoXJi 279. 
Metabos 72. 
[i(Ta|iop^«ioei! 7. 29. 
Metapa 261. 
MeUpunt 72. 261. 
M^njp <ipi.ia 72. 
MsAava 166. 
HG8uiv>] 148 f. 166. 
HeSiiipiov 261. 282. 
[^nuvDpdaiai 306. 



370 



ixsTüi-nov 79. 92 f. 

MT^rpöiroXic 255. 

Meunier 94. 101. 104. 140. 169. 222. 

220. 234. 274. 2b8. 
Meijer, Geonj, 50. 95. 121. 138. 147. 

178. 221. 225. 233. 275. 294. 302. 

313. 
Mezzarso 87. 
MiSea 230. 
3K8eia 230. 
Midgard 282. 
MieCa, MueCa, 165. 
Mikon 43. 

MiXij-oc, MiXatoc 243. 
Milseburg 20. 
Mimallonea 164. 
{xiau) 105 A. 
MivÖT] 25«. 
MivOu)vec 337. 
MivüJa 287. 
Miuyer 151. 
]\ltoapifjpi8Tgc 323. 
Misenos 72. 
Miseuum 279. 
Mistyllus 323. 

Müdou 106. 

Möller, i\ 110. 

Mönch, der, 12 ; der Tote Möucli 26. 

Moiaäv opvi^ec 338. 

Mtüxiaao;, Mwxrjao;, 298. 

Mülae 317. 

Molionideu 145. 168. 

pLüüX'j 258. 

MoXüßpiog 143. 

MoXüxpai 143. 281». 

MoXüxpiov 143. 188. 

Mtüpioc 305. 

Mommsen, TU., 52. 'J7. 113. 141. 233. 

230. 242. 268. 271. 318. 329. 
Momyllus 305. 
Movd^T] 267. 
Müiidsee 113. 
Monembasia 287. 
Movifjio? 333. 
Movoyioa 267. 
Möv&ixo; 267. 286. 
Monolithe 8. » 



MovoxdjjLivov 207. 

MovoXiOoc, 0, 77. 207. 

MovoTioXi; 207. 

Monserrat 120. 

Morawa 291. 

Mordtmami, A. 2)., 16 A. 97. 150. löO. 

294 f. 297. 300. 
Morea, o iMtopeac, 27. 290. 
M6pü)v 200. 
Mother Grundy 13. 
Mo0ü)vox6pü)V3, To, 294. 
Motye 286. 
Motz 1. 3. 
Movers 296. 
Müllenhoff 142. 
Müller, Lucian, 337. 
Müller, Max, 146. 
Müller, Otfr., 184. 236. 
Münztypen, römische, 66 ff., griechische 

61 f. 
Muhl 312 f. 317 f. 320. 323 f. 328. 

331. 334 f. 
Mouxioaoc 298. 
Munken 12. 

Mo'JVj-/ia, Mouvi^ia, 87. 287. 
Maria 27. 
Mnsbanda 302. 
Mungrave 200. 
Mutinus 215. 
Muveran, lo grand, \), 
njxk 216 f. 
M^Yiacoc 296. 298. 
MjxäXr] 80. 215 ff. 298. 307. 
Mu/aXTjcaoc 80. 215 f. 298. 
xMuxT] 298. 

MuxTJvat 58 A. 80. 202. 215 f. 298. 
Mjxu; 298. 307. 
iMjxovioi 216. 316. 
p.jxTf^p 80. 216. 298. 
M'jXai 119 f. 245. 
MuXav-ia 120. 245. 
MuXdiov 120. 
MüXa; 245. 

MjXaaa 120. 245. 259. 302. 
MJXaaoc 120. 
MjXaiüj 326. 
pLJXr) 119. 
MiXijc 120. 245. 



371 



MüXXoc 335. 

MJXtüv TioXic 303, 

Muu)v, M-jovec, 245. 

M'jovv/jaoc 108. 

M'joc op[xoc 125. 

[jLuptvi], [x'jpaivT], 60. 

MupioxecpaXov 78. 

Mjp(iij$, M6p\lr^xtiy 63. 103. 

iM'jppLTjxiSijc 63. 323. 

Myrmidonen 63. 

Mupjxiaaö; 299. 

Muppivo'Jc 242. 

M'jpo'.vo; 242. 

M'jptoc 242. 

MupwjvT'.ov 242. ' 

MJpTO'jaa, M'jpTouooa, 242. 

Muc als Spitzname 332. 

Mür/jc 215. 

Mythen 6. 31. 37 ff. 45 ff. 

Murixa; 80. 

MutiXy)vt] 215 f. 

jxJTtXov 216. 

M'jou? 245. 

N. 

Nadrowski 135. 137 A. 144. 146. 163. 

165. 213. 217. 226. 236. 246 f. 259. 

275. 279. 297. 
Nagidus 105. 
vd^oDC 105. 
Naioooc 166. 
Nakona 105. 166. 
vaxoc 166. 

Namenbilder und Namenwappen 67. 
Namensänderung 160 f. 303 ff. 324 f. 
Namenverstümmlung 306 f. 
Namenwiederholung 307 ff. 
Navsaao; 300. 
Navvaxo; 330. 
Navvdpiuv 330. 
NdiiT] 20j. 

Napoleon I., dessen Profil, 12. 26. 
Napßcüv 230. 
Narnia 230. 
Napüiv 230. 
NapO^xiov 258. 
NapOrjxic 258. 



Nap^Tjxouoaa 244. 

Nase, metaphorisch gebraucht, 30. 80 f. 

Nasica 336. 

Naso 81. 336. 

Nasone, Punta del, 81. 

nasus 80 f. 

Ndaoc 167. 

NdoTOC 166. 

Naturanschauung, anthropomorphlsche, 

1 fl. 22. 
Naturgefühl der Alten 1 ff. 
Naturspiele 1 ff. 24. 
Najxpatic 250. 
NaJXo^oc 251. 
NaJiraxTOC 250. 

NajTiXia 40. 250. 

Nauplios 40. 

jVa-JTCopToc 251. 

Na-Jora&[jLOC 251. 

Navarin 250. 

Ndcoc 105. 166 f. 

NedvSpeia 189. 

NedTCoXic 290. 

Neßpoi lOi. 

Needles, the, 127. 

veipov 163. 

Neis 23 f. 

Nemausus 233. 

Nejjiea 219. 

Nejxea 219. 

Nemetes 234. 

Nemrun 169. 

nemus 231. 

Neochori 290. 

Neov TeTyoc 290. 

Nequinum 314. 

Ni^pixoc 163. 

NyjpiTOC, Ni^piTOv, 163. 

Nyjpoaaao; 290. 300. 

vT^aoc 167. 

Nestor von Laranda 7. 

Netzbeutel, in Vergleichung, 28 A. 1. 

Neunzahl in Ortsnamen 272. 

Nejpic 104. 

NeupTtai 104. 

Nejpoi 105. 

Neustadt, Neuburg etc. 290. 

25* 



372 



Nißac 175. 




ocellns 8Ö. 


>;iger mons 291. 




Ocrisius 140. 


Nikander 7. 58. 70. 




'OSrjaooc, 'OSeoaoc, 'OSuoaoc, *08T)oa6icoXic, 


Nikanor 306. 




271. 299. 


Nil 107. 




'OSpJaai 142. 145. 234. 


Nilens 56. 




Odysseelandschaften 33. 


Ni6,3/j, 1], 14 ff. 




Ofen, in Ortsnamen, 115. 


Nicparrjc 175. 




'OyX'JOfio; 153. 


N^a 175. 


1 


Oyrp^azoQ 152. 


Nisos 136. 




'OrxoT] 152. 221. 


Nixapoc 328. 




'Q-fri^ 152. 


Nitzsch 234. 




*Oyxa, "ÜYxai, "Oyxiov, 152. 217. 


Nöldeke 142. 249. 




'Qy^ytjc 142. 152. 


Nola 192. 




Ola 286. 


No{xai 33. 




Oiax 40. 


N6[xia, rd, 219. 




OtxaXia 151. 304. 


Ntuvaxpic 31. 




OtXapSai 266. 


Nonne, die betende, 13, 




OtSinouc 335. 


Nonne, die steinerne, 12. 




OiT] 286. 


Nonne und Pater 12. 




oixsia 07][xera, sieha Schildzeichen. 


Nonuos 65. 71. 79. 151. 




oixiatai 37 ff. 


iVuIpa 290. 300. 




OivT] 227. 


Nork 60. 71. 




Otvecüv 227. 


Norken 144. 




Oineus 42. 149. 


Nouc als Flussname 244. 




OiviaSat 42. 227. 266. 


novi homines 54. 




OiviavSoc 227. 


Noviomagus 290. 




Otv6av8a 227. 


Noviila 290. 




Oivoij 227. 


Nymphen 1. 




OivoivT] 227. 


Vüoa, Tfli, 217. 




Otvocpüta, ra, 227. 


Nüooa 300. 




OivtüTpia 227. 
Oivouc 227. 


0, oj. 




Oivouatfai 227. 




Oiov 93. 286. 


im Anlaut, äolisch, 140 ff. 




Oioxoc 236. 


"Oa 286. 




OiTT] 93. 286. 


"Oaaic 286. 




OiruXo«: 97. 


"Oa^oc, 'OaSoc, 163. 295. 




'QxaXea 163. 


Oherdick 335. 




'Qxeavoc 152. 


Oberhummer 16, A 82. 109. 


123. 132, 


"OxTjXic 163. 


A. 1. 133. 135. 154, A. 


161. 167. 


"OxeXov 140. 


178. 175. 211 A., 224. 


239. 261. 


'OxiXy] 163. 


266. 318. 




"OxtüXov 140. 


"OxT], "Ox»]?, 75. 162. 




"Oxpa 140. 


'Oxw^ ^ewv 122. 




"OxpixXoi 140. 


Ochsenkopf, ein Felsgebilde, 


25. 


'OxpixoXa 140. 


'Ox'JptüfAa 152, 




'Oxpivov 140. 


o^üpoc, ex'jpQ^ 1^2. 




oxptc 139. 



Onap-aaäiiK 272. 
'Oitanitapov 272, 
■OiTÖnoXic 272. 
'OiTülXofiK, 'OnniXotpo;, 272. 
'Oxtunav 273. 

'Qx'JoXdc 194. 

äxJs 139. 
Olane 199. 
■OXgia, 'dlßo, 27(i. 
'OXg'onolK 276. 
'OXiasrpov 242. 

SXsui:] tUtpri 82. 160. 
'üXevo; 82. 157. 
Olevano 242. 
Olgasaya 17fi. 
'QXiapos 191. 287. 
'OXiYupTot 138. 

OXiao^v 178, 
Olivone 242. 

OXiCui'v 138, I4H. 178. 
'OXtxioi 281. 
■OXjiun« 220. 261. 
'OVoc 230, 261, 

OXooaafüv, 'OXiaaiov, 178, 182. 
'OXö^iaSic, 'ÜXö?ü£m, 276, 
■üXito, 'OXnai, 118. 

Olshausen 67. 82. S4. 141. 156. 173 f. 
209, 217, 223. 241. 262. 278. 284. 
a87. 294. 
'OXow 244. 
'OX'jßpaooc 301, 
'O'Mxa 261. 

'OXüipai 143. 280. 

'OXüjiltij, 'OXunTtijv:^, 176, 

Olympocboria 176. 

'OXuttitoc 175 f. 

'OXüvßoc 132 Ä. 226. 

oXSit 103, 

Ominäae Namen 49 f. 53. 66 ff. 160 f, 

203. 274 f. 314. 
o>p/» 80. 

OmniijiüiiiiilHs 335, 
'Oiiipäxi). 258. 
'üfifptiXiov 84 

^[EfioXoE metaphoriach 84. 
'OjtipaXöc 84, 
'Üveiov 99. 



im^iviK 333, 
'Ovö^cuvot 152, 
övQ[iata mpitxtiia 221 ff'. 
Si<K in Vergleichnngen 99. 333. 
övo( 'Avcpolvoc 99. 
'Ovou Tvdftos 99 f. 
ovoa pnxK 99. 
'(K-j^tvrj 86. 
'Ovüxiov 86. 

'Oviojao, 'Ü?iDÜaao, 106. 233. 
ifpMt 79. 200. 
'Oi)püviov 79. 
o>puc 70. 85. 
'Offii 79. 
oijfliXiJÖc 64, 80. 
'OmafloiiapaÖai; 223. 
'llTtoei!, 'Oitoüi, 194. 243. 304. 
'ipj;Qi, op-^aioi, 165, 
'Opxo[«vö« 72, 143. 165. 
Orcini 319. 

'Opätjooöt, 'Apaiiaoic, 299. 
'Opeotai, Ol, 264, 
'Opi3T5]( 86. 234. 308. 
'OpoÖEJt 234. 315. 
'OppjasM 299. 
üpytjotöt 182. 
'Opptviov 252. 
Ormna 122, 
'Opv ai 109. 
'üpvtuSv 109. 
öpvide: Hoiadv 338. 
'OpvK 109. 
'Opviöopvia 7. 
'Opoßlat 264. 
■Opo'pioi 204. 
'Qpmmt 194. 313. 

'OpiwOTM, TO, 192. 

'Oposmia 188, 

Orpheus 41. 

'Opoopi^)] 116. 

'Opoop.iüv 116, 

Ort, ara, margo, 155. 286. 

'Opftj] 80. 157. 

'Op9ia 157. 

'Op8(oc iKtfoi 1&7, 

'ÜpSiuvos 80, 

'OpöojiaTiov 157. 

'OpftömriK 157. 



374 

'OpBoitoXie 157. 

■Op»o,!i!a 157. 

Ortsnamen, ihr« Ableitung 28 f. n<l ff. 
4C. 54, 73 ff.; von der Beschaffen- 
beit des BiKlens 126 ff. ; OrtsnaDieti 
TOD Heiligen entlehnt, IGI ; von 
iler Ferusii'.ht niid der Gegenüber- 
Btellung 182 ff, ; von der Boden- 
senknng 196 ff.; von der Vegetation 
221 (C,; voD Waldbäameii 231 IT.; 
von den Bewohnern 263 ff. ; von 
Zahlen nnd abstrakten Begriffen 
2fi7 ff,; von der Farbe 291 f.; vom 
Klima 293. Karische nnd halbbar' 
bariacbe ON. 294 ff. Ortsnamen als 
Spottnamen 309 ff, 

Oprj7io 109. 

Opu-j|in 28U. 

Opjk 280. 

"Ooiioc 236, 

'OiK'jpo!, 'Oojpw, 15fl. 

'OuM 145. MVA. 194. 

Oaser, der, H3. 

fiotä, ta, in metapliori scher Anwendung, 
85. 

'Ofto! 145. 

'08p'j< 79 f. 145. 157. 

■ßiot 145. 

Otranto 260. 

ÜOpia 260. 

OJpiov 360. 

Ovid 6 f. 10 A. 17 ff. 63. 85. 96. 114. 
159. 167. 185. 32«, 

'Oetio 163. 

■ü^! a 140. 

'Oätio oupo 140. 

'OU'M ypoi 127. 140. 162, 

Osia 127. 



•Oeivo 



295. 



'ÜEoc, '25oc, 295. 

äi-ia. 235. 

Oxyliden 35. 

■OSJvei« 163. 

'OfüioiiDV 194, 

oEw 139. 

'üWXat Aonpoi 35. 314 f. 



P, n, (p, .)-. 

n und ß 218 A. 
Jloyc'a aipa 157. 
ni);jvo( 157. 
Padns 237. 
Paestnm 62. 3(i6. 
üafai 249 f. 
Un-jami 249 f, 
niYTa'o^ 285. 

nai4ii;-i 281. 

naiJorpiptiv, im schimpflichen Sinn, 330. 

nao-. 157. 

Diisic, na'sot, 'AjioiaNC, 143, 

Itanot 157. , 

HaxT^rj 157. 

Da tji]( 1Ö7. 

nixrjK 318. 

Paläochora 274. 

Paläiiha.'itro 274. 290. 

Paläii-Phannrii 194. 

Paläopolis 274. 

naJ.aid 290. 

ntiXaiuluv 303. 

TlakamafK 290. 

DaXmfapiiaXD: 290, 

niiBi>:oXit 2Hfi. 

naliia-aiiaväpot 290. 

Dalaia r/i|iic 290. 

üalatTapot 290. 

UaXitm 251. 

IlaXa^auiv 51. 

Palamedes 40. 

na^ 218. 

ndXtio 218. 283. 



Paler 



> 2ö2. 



llaXi-fSpDp,?; aipa 185. 
Palladinm 326. 
noU.atiie; lEtipai 1 86. 
noXXivi] 163. 232. 
BoXisK, IFaXo.;;, 218. 244. 
Palmetnm 241. 
Palmyra 241. 
Iloii^cüidSai 385. 
I[a;i<fi'j).ia 285. 
Pan 69. 169. 



nävOEpa, lä, IÜ9. 

nivcKTOt 285. 

Havjjioj Te-xo! 2BÖ. 

Ravcov 182. 

Vanofka 50. 52. Ii2. 65 ff. 85 f. 90. 96. 

100 105, 108. löü. 152. Ifjaf. 166. 

180. 188. 194 f. 197. 214 f. 219. 

226. 240, 245 f. 251 r. 255. 279 f. 

297. 301. 
ITavoiKW, Ö, 35. 76. 193. 
nnvoim)( "Ap^ot 64. 
ndvapp.« 252. 
navoc axpQV 303. 
Pansa 67. 336. 
Pansbopf 67. 

Panther als Wappentier 59. 
niviwäiiatov 69. 252. 
navTtTij? :-27. 



Parrhesiastes 336. 
DapÖivio. 319. 
Parthenios 7. 
HnpScvuiv 221, 
Pasiphae 194. 
naa-jp(Xa 325. 
l'asaagarda, Pärqägätltu 
33ti. 



llavTi 



: 193. 



Vnpe-Eemteler'i^. 54. 75. 78 f. 100. 136. 

1Ü2. 154. 16Ö. 163. 171 f. 178. Iö6. 

19S f. 213. 226 f. 236. 237 f. 243 f. 

246. 251. 255. 267. 270. 273. 27Ö. 

281. 285 f. 288. 292 f. 296 fl'. 307. 

318. 326 f. 335. 
ndfio:, D, 334. 
natpXaTO"'« 320. 
nopciß'joTOv 280. 
nipaß'JOTDt 324. - 
Hopatßaoiov 279. 
IIapni:Jirroijaa, r., 18. 77. 
DapaXla 282. 
DapaicOTapiDi 265. 
Parjs-Alexandrus 304. 
Hapiievo» 333. 
Dapvond;, Pariiaaünti, 101. 153. 171 f 

300. Parnaaaus biuops 172. 
ndpvi]f 153. 300. 
napv:j3aQ( 300. 
Dcip)]ft(i; 163. 300. 
ndp^i»-- 300. 
ITapvOTiit 327. 
napii:JTijt 327. 
[IapDvi£ia 294. 

IlapoicciviuD;, IIapi>nä[jt(io;, 300. 
Hapix 219. 316. 
Dappnaia 210. 279. 
Parihaaios 52. 



Ü7Ö. 



HdraaQc, Andraiio;, 142. 

Dändo, tä, 125. 

paUr 119. 

Hdvapa, ti, :g Ilornpo, 119. 

iilTapTj 61. 

Pater nnd Nonne, eine Verateinernng, 12. 

IFatepuivvijsQc 94. 

Psthiouns 336. 

Patmos 116. 

noTpui 119. 148. 

ndipaaov, Ddcpau;, 258. 

Patrasao 119. 

Pansanias 15. 17. 41. 58. 63. 77. Ö2, 84. 



. 1Ü8. : 



14. lU 



133, 139. 



154. 177. IdIJ. 192. 195. 206. 211. 

215 f. 218 f. 225. 230 f. 239 f. 241. 

246. 257. 269. 278. 279. 281. 284. 

287. 293. 31.i. 317. 
ira'j3a:iT;s! 78. 279. 
Paxo 190, 
na^ot 157. 190. 
Peccia, valle, 238. 
Di|iaXtov 122. 
n^Soou 259. 302. 
Rciijrai 334. 
miiJTij^ 334. 
Peez 268. 295. 301. 
tlijTai 249 f. 
rtrji'aaa 250. 
neipait-JC 213 f. 
ntipaVx^ 213. 
Deipaiov 212. 
OcipaiDC 212. 
neip^vi] 163. 214. 
rie'poc 212. 
ntimoTpailSai, als Stiohname, 321! f. 



n^iat 



( 333. 



naa-jo; 231. 

nai] 292. 

na!>av(a 110. 



376 

Btltxäi 110. 

■nüiKu; HO. 
UijUk 61. 
nsXiiK 16». 292. 
HiXiva 2Ö2. 
niXnaav 292. 
nama 163. 292. 
nijX'ov iiü. lii:i 
jcäUo loa. 

nfUa 163. 

IlEUäva, nelXiijvi), IIa. 163 f. 

Pelopiden 42. 

Peloponnes, Vergleich anf der Land- 
karte, 27 f. IH3. 29a. Verglöicli mit 
«iaen Stier 111. 130. 

Pelops, seiu Tliron, IB. 42. 52. 

njjXo'Jmov aiS. 

Peudliag, der, 154. 

Peudiiias mons 1d4. 

ni)vs..M 162. 197 f. 208, 

II«vTaÄ))[i'OTi 271, 

Dcviä^paLLui 271. 

IfnTcuiujiia 271. 

Ucvtcütpa, 'las, 144. 

Ilevcättoj.ij 270 f 

ncvTOOjiotvir; all. 

UvntiainAm llevToititTjXo;, öij. 270. 

UevcijtomopKov 273. 

ntvie).^ 270. 



ntvvi 



X 270. 



Dt^TeXeiov 270. 
DottXix'Iv 170. 270. 
ücvnÄF'fCii 270. 
ütvnvijsaä: 270. 
IIr.8tpa-).;a -^71. 
Iletpvüv 17, XOa. 
Ds^vo; 17. 1Ü3. 
n^pa, niip,]. 119. 
Perachora 213. 
Depa(a 192. 213. 
Peranieria 213. 
nipcK 124. 
Tttpiiv 102. 

DtpiUia, mpSix(ai, 111 
üepfiiK lll. 
nepSnra: ill, 

n^psio. uy. 

nepTap.a 40. 149. 16«. 



nipYa[[D; 166. 302. 

nepjas^ 166, 

nipyi 149. 166. 

pergala 166. 

i»pt[iTtxa iyip,a.ta 221 ff. 

IIepuaXXi[iaxDi 323. 

IlipucfaXata 125. 

Peribies »17. 323. 

Htpivi]. Ili]pivi] 119. 

DipivSa; 1-62 A. 213 f. 

^iwi^, ex iupiuiicr|f 193. 

UcfirfipTfOi 334. 

iKpi3icpe<uv 221. 

ICEplSTIpillOV 'AfpoStTijc 330. 

^lapxvd'; 143. 292. 

nspiiDiTi] 152. 292. 

irEppijiJSot 300. 

Ilcppafioc 4o. 

Utppaithji, 0, 77. 

Peraeas 16. 41. 171. 216, 

PersiaH 172. 

l'er»uu<;iiuanii;u 49 S. 

Persuuitikationeji , ia der Landüubutl, 
1 ff.; reüelitierte uder fcüuiitliuliu 
Perijonitifcatiuu 2. 21 fi'. 3ü ff. 47. 

Parte dn Rbüue 32. 

Pcrtiuai 333. 

Pertuia, pcrtaaa petra, 20l. 

Pertusae Faucea 20ä. 



I1C3< 



: 245. 



Festaioiii 312. 

nttevi]aabc, OcTXijvtgso:, 24i>. 300. 

UiTEuv 229. 

Petor 119. 

llicpa 163. 

nBipi;^^: 163. 

UiTpoia 163. 

IltTpaicit IlfiijEiSuiv 171. 

JftO-arca 1. 

niTpa: 163. 

Petrunia geus 163. 

Fetl'üaiita 236. 230. 

flirput, Petrus, 163. 

Peutttii, llijxiwi, 230. 320. 

Uta«) 227. 

llEÜx^ 114. 

Usjijiw 237. 

Pfaffe, der Wilde aud der Apure, 13. 



MaDzen als fl/ahrzeichen 60; in Orts- 


Pterekydefl 143. 




namen 221 IT. 


*ip««, *ippo«<, 256. 




FflanzDusagca 6 t. 


*iT<^fa, *«<l{(i, 106. 






^Aaülrfva 317 




*a.ipt=SeC i«Tpai 172. 


Philaeni fratres 64. 




«•«.Spiac, 6. 172. 


*ilia .{«gxx 274. 




*i«oiivo 195. 


OiXoji^Xiiov 93. 




*a.itoc 194. 


♦Oowixpinje 332. 




PhaiBtos IM. 


PhilOBtmtos 24 f. 33. 75. 78. 103 


338. 


*oxi 334. 


<ptl.-Jpo 236. 




*<ix.ov, *axo(, 266. 


«wrJi 74. 




«cuDuaa 256. 


*WTpa 232. 




«aX»p<» 140. 


«lerpaia 233. 




«äXaxpov 140. 


tpXcruäv 17. 




*(üiaxpDv äipDv 140. 


Phlegyer 35. 




«oXäaof»» 194. 


Phlias 240. 




«ovoTopi« 252. 


Oliov 241. 




*ai.<ipi 194. 


«itoilc 90. 240. 




«avopiov 194. 


4>Xo(a 241.. 




*avot 194. 


*XoM(ue 240. 




*(ivot{W 35. 76. 193. 


*Xuti<, 0!, 240. 




9äpa\, •bäfn, 265. 


PhlyoB 241. 




Pharinoa 170. 


Phönikier 156. 




*iipM 255. 


«o»«)) 241. 






OotVlHXtUtJJt, *OlVlXtlitTl)<, 316. 




jäpK, ?iiXo(, 194. 


4>atvtxii>v 241. 




*<ipot, ■^, Ä, 101. 191. 219. 256. 


*Dmw>ä« 198. 241. 




*op'iT«i 86. 207. 233. 


4iQiviKDCa7a 241. 




«•opÜTiov 86. 207. 


?oivi£ ßO, 241. 




*iiO)]Xw 196, 


*omä, *oiiiav 266. 




Taoil« 195. 


«ottiBV 77. 




*ti, *.«£, *.iai, 82. 266. 


*u.<ai 107. 




0>]T°<<a 235- 


*u.M[ia, «f^xciM», 107. 




*(jTiia, «^-[""i 235. 


füicuva 107. 




Oijjxfo 235. 


4>ün] 107. 




<[H1TÖ« 234 f. 


•fraxüv viimc 107. 




*TTD! 235. 


^xOTpunai 107. 




«•iToÜt 235. 


*oixoüaaai 107. 




iptUt^t 164. 


♦oXiravSp« 232 313. 




*.X1.W 1S4. 228. 


*B>l.i( 52. 76. 




*!«.<.; 228. 


Pholos 62. 




«cX)iD>| 228. 


•I>üv)][>a 280. 




«•Uoi 228. 


4ovia 219. 




*iU<lv 228. 






9.XIÖC 164. 228. , 






«iXIos 191. 228 


*oppna; 261. 




*tvw 219. 


PhotioB 102. 167. 169. 177. 22G. 3 


lü ff. 


*.pai 255. 


316. 321. 323. 326. 





iibsigar, Ortiiumin 



378 



^pixta Tcirpa 166. 

4>pixeiov, 4>pixiov, 4>pioxiov, 166. 279 f. 

^po'jpia 35. 279. 

9pu8i, t6, 79. 

4>püYta 232. 

4>pÜYtot in Attika 232. 

Phrygische Ortsnamen 294 ff. 

(ppjvij 59. 

4>puvij 325. 

4>0 tpcüv o*poc 320. 

4>^ipü)v TtoXic 320. 

4>üyeXa 310. 

4>ü")f£AXa 310. 

4>uxoc, 4>üxouc, 241. 

4>uXaxr] 279. 289. 

4>uXaxerov 279. 

4>uXaxTptc 195.f 

4>'jXXaiov, ^üXXetov, 86. 

(püpxoc 165. 288. 

4>üpxoc 288. 

^jaai 'II(paiaTou 121. 

4>üoxa 118. 

4>uoxia 118. 

4>üaxoc 118. 

4>JSa 310. 

picea 237. 

Picenum 237. 

Picus 69. . 

Pidama 260. 

ni8ü)0<36c 225. 300. 

Pietrasanta 139. 

HieCa 165. 

pignus imperii 61. 

Pikerni 247. 

Pilatus 79. 

mvaxoYpacpoi 184. 

Pinarii 67. 

Pindar 80. 83. 109. 136. 147. 166. 210. 

214. 210. 237. 
HivSoc 87. 260. 
pinns 237* 
moa, BToa, 218. 
pistores 69. 
Uixalri 324. 
^iTctvij, IltTava, 237. 
üi^xottv xoXicoc 106. 
niOrjxoc 105. 
Iltdy^xouaoa 105. 



n(^C, HitOoc, 119. 
IIiTüa, nirj>3, üirJeia, 196. 237. 
mrJc 237. 320. 
niTuoüC 196. 237. 
üirjoCcoa 196. 237. 
Piz, il, 131. 
Plagioxypus 337. 
Plagisippns 337. 
nXa*)fxTai 74. 
nXaxia 254. 
nXaxiaviq [xignjp 254. 
nXavaaia 220. 
nXavTJaiov 325. 
nXavTjTiaSy]? 331. 
Plangon 325. 
Plantagenet 61. 
nXapaaa 259. 

Plastik, ihr Verhältnis znr Landschafts- 
malerei, 2 ff. 
nXatatai, 253. 284. 
TcXarap-üivec 163. 253. 
nXttTafxwv 163. 229. 253. 
IlXaraviorac 229. 
nXaTavioTwv 229. 
IlXaravcuv 229. 
nXatavoc 61. 229. 
nXaTavtarouc 229. 
nXaxavouc 229. 
nXaiea 254. 

Piaton 85. 130. 162. 231. 
IIXatuXat[jLOc 331. 
Piautas 317. 330. 
nXT]{i{jLÜpiov, nXT]ppiv, 261. 281. 
nXrjftaYopac 332. 
nX^Ouiv 335. 
nXeupwv 229. 
Plinius N. H. 27 ff. 39. 52. 83 f. 86. 

88. 91. 94. 101. 104 f. 108. 111 ff. 

116 f. 121. 123 ff. 133. 135 f. 139. 

144. 160. 162. 177. 179 f. 185. 189. 

199. 207 f. 212. 217. 220. 222. 227. 

229 f. 237. 241 f. 244 f. 251 f. 

254 f. 258. 261. 270. 286. 291. 302. 

305. 310 f. 314. 318. 
Plinius See. Epp. 210. 
nXoaSec 186. 
nXüitai, vYJooi, 186. 
nXu^Oeia, nXtoOeta, nXcuOid, 186. 



379 



Plaral der Städtenamen 147 ff. 265. 
Plutarch 18. 59. 62. 96. 110, 147. 217. 

229. 306. 317. 319. 322. 327. 

329. 
üoSapiT] 180. 
Poediculi 238. 320. 
Poesie und Personiiikation 7. 
poggio, poggiajuoli, 151. 
UtJDYwv 81. 

Ilotaeaoa, üoti^eoaa, 244. 
IloixiXtoaoc 302. 
Polemon 324. 333. 
IloXta axpa 292. 
it6h<i 132. 286. 
noXic 132. 

Pollux 58 f. 64. 332. 
noXrjp.ßpia 288. 
UoXüatYoc 91. 
Polyainos 70. 

Polybios 76. 82. 90. 205. 315. 
Polydeukes 53. 62. 
TtoXüxvigpioc 79. 85. 
UoXupprjvia, UoX'jppT^viov, 93. 
iroXuo^Tjuia, die von Griechenland, 184. 
Polytheismos der Griechen 37 f. 

TToX'JTpirjTOC 201. 

Pompejanische Wandgemälde 33, 
UovrjpoTToXic 311. 
Hovriat vTJaoi 92. 

IIovtTvoc 92. 

1:6 vTo; 214. 228. 
üopSooeXigv»], nopooeXi^vii], 314. 
Porkopolis 312. 

TtOpüC 211. 

IIopoc 212. 

Ilop^'jpioc 305. 

Portae, Pylae, 207. 

üopdatuv 334. 

nopft|x6c 212. 

Portuuus 212. 

IIooei8u)v 62; Iloa. Uetpatoc 171. 

UoaeiStuvia 62. 92. 306. 

UoTaYtüYic 328. 

Potamion 274. 

Il0TO{X0l 261. 

HoTiSaia 92. 261. 
Potitii 67. 



Pott 49. 52 ff. 63. 65. 82. 97. 120. 122. 

133 A. 139. 143. 161. 179. 197 

201 f. 211. 232. 239. 245. 250 f. 

253. 294 f. 304 f. 323. 325. 327. 

333. 
Praeneste 153. 
npameviococ, Ilpeiievtoooc, 300. 
UpdjjLVoc 121. 
npavi^c 153. 
Hpac 154. 
npaaiai 254. 
npaoov 254 
Freller Gr. Myth. 16 ff. 37 f. 51. 58 A. 

59. 62 f. 72. 74 f. 82. 89. 118 f. 

124. 133. A. 143. 152. 170 f. 173. 

179. 234. 239. 252. 254. 262. 269. 

276. 284. 304. 
Preller-Jordan R. Myth. 3. 19 A. 34. 

59. 67 ff. 71. 105. 133 A. 140. 171. 

179. 212. 214. 231. 276. 328. 
TtpYjvigc 153. 
Upri&s 153. 
IIpiajjLOC 40. 
icpiap.wOifjvai 323. 
IIpn^vTi] 154. 
npivaoaoc 234. 299. 
Ilpivoeaoa 234. 
■repTvoc 234. 
HpTvoc, ^, 234. 
nptoXaoc 154. 
HpioXoTroXic 154. 
üptoXac 154. 
npwuv 120. 154. 
UpiovtuTOv 120. 
Uptuava, xij 153. 
npoßaXivOoc, Probäli, 132. 
TcpoßXijtJLa 153. 
TipoßXVjtec 153. 

Tipo^ooc als Wahrzeichen 104. 
npoxuTi], Procida, 106. 220. 
Profile an Felsen 12. 25 f. 
npoxepaoTic 111. 
UpoxXovtov 77. 283. 
npox6vvif]0oc 114. 
npo(x^Otov 279. 
Tipujv, npu>v, 153. 283. 
Ilpwva, npüivai, 153. 
Ilpwvvtoi 153. 

26* 



J, '•:'■". e* N ?- •> • 



380 



üpoiwot 153. 

UpoTiaXai 2«3. 

Propertius 75. 140. 

üpoicoSec 283. 

Tcpoico'jc 153. 

üpoitouc 283. 

npoo^iov 154. 283. 

npooxf^viov 325. 

IIpoaxX'JaTioc, IloaetSujv, 107. 

UpootuTclTic 77. 283. 

Ilpoaottiiov TO'J Oeou 77. 

npcoTi] 77. 283. 

Protesilandamia 325. 

Tcpo^ als Wahrzeichen 104. 

UpujjLvijoia 300. 

üpujjLVTjaaoc 300. 

\ratidÖ7] 245. 

^FajjiaOoc 245. 

Wa(xaOouc 245. 

Psaromyte 80. 

WeXXo; 327. 

Fsichari 132. 260. 

Wiucpic 235. 

nieXea, n-e/iai, 259. 

nieXedaiov 259. 

nreXeov 259. 

nieXeoiC Xi{xv>3 259. 

üreXeou; 259. 

ütepia 150. 280. 

uTepuS 153. 

nTu);(eXevT] 325. 

Ptolemaios 84. 87. 122. 151. 277. 290. 300. 

nroXic 132. 

IItüJov 279. 

Pullus Jovis, ein Spottname, 330. 

Pulus 142. 234. 

Panicum 286. 

uoj;, tigürlirh, 86. 

Pusterthal 219. 

noJrea 246. 

Puteoli 92. 246. 

Putens 246. 

nJ8va 140. 

-nj^aia 3lO. 

ÜJ^eXa 310. 

UJ^sXka 310. 

nüXä57]C 234. 308. 

nüXai 154. 207. 



IIuXataoTat 320. 
IluXatov 123. 
nuHi^-q 154. 163. 
II'jXcüv 207. 
nupd 215. 
nupd{ita 258. 
Pyramiden 5. 
nJpa[jLOc 302. 
nüpavdoc 258. 
üupaaoc 258. 
nupytv 166. 
njpyot 166. 
njpYoc 166. 274. 289. 
nüpivoc 258. 
njppa 17. 
ic'jpoeuetv 75. 195. 
üupaocptov 195. 
ITupao(pope*ov 195. 
Pythagoreer 51. 
nuOtüv, flüOtt), 171. 
nüBtüvec 320. 337. 
TCJTva, TcuSva, 140. 
HJSa 310. 
üüSouc 243. 

Qu, Q. 

Qeren, siehe Kepvr^. 
Quaden 319. 
Quaglio, Porto, 111. 
Qnerceto 223, 234. 
Qnintilian 329. 333. 
Quitzmann 315. 
Qulzum 280. 

Rabe, als Wappentier, 59. 
pa^ic 99. 160. 
^PaSajxdvec 67. 
'Payat, 'Paya, 254. 
'PaixYjXoc 160. 
ßakeia, ßakli, 142. 306. 
'PdxijXoc 160. 
pdpoc 225. 242. 
'Pa|xvoj; 242. 
'Pa<pavo^cpTa<30c 231. 
'PdcprijC, 6, 13. 
'Paircoc, 'Pdirca, 232. 



381 



ßas, siehe KecpoXi^. 

Eas-el-Hadd 83. 

Baisei 132 A. 2. 170. 

' PsYevaYaXia, *Pe]686apa, ' Pe-yejiouxwo; etc. 

303. 
EeggiO) va a Reggio, 254. 316. 
'F^Yiov 254. 
Beinach, Ä, 109. 179. 
Beinganum 183 f. 
Reitalp 8 f. 
Reitersmann, der, 13. 
peiOpov 188. 

'PeiToi, 'PsiTeai, 'Poiteai, 244. 
•PelTOC 244. 
RekkaÜass 32. 
'PiQveia 93. 

Reat, Rentte, Reit, Gereute, 232. 
Rhodanas 142. 
'Pia, ta, 'Pieia, \>^. 
Bibbeck, 0., 24. 96. 313. 321. 322 f. 

325 f. 329. 334. 
Ried 219 f. 

Biese, Ä., 144. 165. 325 f. 
Ringelsteine 136 ff. 
Ringinselu 185 f. 
pivov 114. 
piov 127. 188. 
'Piov 113. 188. 
ripa 155. 

'PiTiai, 'Piuaia, 255. 
'PtTiij 162. 

Riphaei montes 143. 
Büschl 330. 
Bitter 5. 

•PiCai, 'PiCava, 243. 
PtCtüv 243.. 
•PiCouc 243. 
Bobert 159. 
Bobortelli 331. 
Rochelle, la, 186. 
Roden, Rodung, 232. 
poSov 60. 
*Po86tii] 242. 
•p68oc 242. 
'PoSouvTia 242. 
•PoSoüvTiov 242. 
'PoSouaoa 242. 
Böth 146. 



Roffeln, die, 155. 

'Pü)Y»] 254. 

'Pu)Y|xot 254. 

poia 60. 241. 

'PoiTsTov, 'Potreiov, 281. 

'PotCouaai axpat 281. 

Romains 305. 

Roncavallis 232. 

Ropo 142. 307. 

Boss, L., 77. 79. 80. 173. 294. 319. 

Rovereto 223. 234. 

Rovigo, Rovigno, 192. 

Rubra Saxa 293. 

rnncare, funcatnra, 232. 

Rnndstädte 136 f. 

Rungatsch 232. 

Bnnk 232. 

rupes 155. 159. 162. 

'Pouc 244. 

Rüs, vergl. KecpaXyj. 

Rnsazüs 78. 

Rutuli 59. 

Rückgrat von Griechenland, das, 87. 

*?'jf^ai, at, 80. 
püY^oc 80. 
'Pu-jfX^c, 0, 80. 
'Püui] 141. 162. 
'Pünij; TcaYOC I62. 
'Pümxov, t6, 162. 
'PuooaSiov, oxpov, 78. 
'Puriaoaoc 300. 

S. 1. 

2 für 2ixu(uv 57. 

Sabaudia 238. 

Sabini 238. 

SaßüXivOoc 132 A. 

saeptnm 165. 

2aYaXaoa6; 174. 300. 

Sagenbildung 6 ff. 

Saguntum, Saguntia, 155 f. 

Saxxäc 335. 

sala, sür, ^or, siehe ^ökoi, 

SaXaßaxxtt) 326. 

Salacia 262. 

Salacia Venus 67. 

2^aXa[jLivia figürlich 234. 



382 



SaXajxic 175. 262. 
SaXama 148. 
salapattium 326. 
SöX-ra 311. 
SaXyaveüc 174. 311. 
Salinae, ad Salinas, 261. 
Saliputtium 326. 
2aX(xax(c 262. 
]SdXp.u)v 143. 
2aX{ji(i>vii3 262. 
2aX(A(i)viov 262. 
2aXp8T]co6c 74. 302. 
Salvius, M. Acil., 66. 68. 
SaXüvOioc 132 A. 
Za^xaivai 321. 
Samaria 193. 
2d{xT) 156. 
Eafxia 156. 
Zauixöv, t6, 156. 
2d(xOoc 132 A. 
Samuium 199. 
2Ia[Xü)viov 156. 
vduLOC 91. 156. 307. 
2op.6aaTa 156. 
^ajxo&paxij 156. 
]Sa[xc{;ixepa[xGi; 329. 
^avdiiy] 311. 
2dv8aiva 178. 

2av8aXi(«Tic, t], Sardinien, 28. 125. 
^SdvSapa 265. 

2:dv8r]; 'IlpaxX^; 171. 265. 
ildvSio; Xocpoc 171. 
2dvr] 178. 
SaicepSiov 326. 
2ai:jaeXaTü>v 23""'. 
^apaKOuc 324. 
SdpSsic 265. 
2ap8y]oa6c 300. 

Sarg, in Vergleichuisgen, 19 f. 
2apvo'jc 93. 
2apu)v 259. 
aapülve; 259. 
Sarra 306. 
sarraballnm 337. 
^dacnv, ]Saa(u, 260. 
^ctaiietpec 265. 

Satan, dessen Bedeutung in neueren 
Ortsnamen 32. 



Pathos 27. 

2aOtt>v 335. 

ZarJpa 325. 

£aupo-jSeipdc 84. 

Saxa rubra 293. 

Scaeva 336. 

Scala, Scaletta, 116. 

^calae Hannibalis 116. 

Scaliger 325 f. 

Scalona 143. 

Scaurus 336. 

Schachen, der, 240. 

Schaf, das, in Ortsnamen, 93. 

Scbaffhansen 60. 

o^ara, Sara, 288. 

2xepia 19. 112. 154. 

Schicksalsbanm 61. 

Schiff, ein versteinertes, 19. 

Schildbürger, die, 114. 

Schildkröte 106. 

Schildzeichen 55 ff. 

Schinder, der, 13. 

a^ voc, o^iCew. 235. 241. 

2*/iOTif] ihiiz -70. 

Schlag, Schwand, Gereut etc. 232. 

Schlange von Aulis 19 ; Schlange als 
Symbol 58; mit Ei 66; in Orts- 
namen 106. 

Schlicker, der, 270. 

SchloUmann 230. 

Schmeller 315. 

Schmidt, Joh. 212. 223. 

Schmidt, Leop. 324. 333. 

Schmitt, J. J, H. 232. 234. 249. 

Schnaase 5. 

Schnarcher, der, 13. 

Schneekreuz, das, 29. 

Schneider, der, 13. 

v^oivitüv 222. 328. 

o^oivio[jLa 257. 

^yoiviiac 222. 

^Xovoc 222. 

lyoviO'JZ 222. 

^yoivouaaa 222. 

Schüllberg 116. 

Schuster, der, 13. 

Schutzuötter der Familien 53. 61. 68. 

Schioeighaeuser 76. 



Schwein, als schimp^iclies Wahrzeichen 
59; in Ortsnamen 100 f. 

Schwenden, Geschwend 169. 232. 

Schwerter, die sieben, 13. 

Schwestern, die drei, 10. 

Scioglie del Ciclope 77. 

Scrapta 326. 

scrapulus 160. 

Scurra consnlaris 329. 

scatala, in Vergleichang 28. 

Scyllaceum 102. 

Sechszahl in Ortsnamen 271. 

secretnm 165. 

Seeon 262. 

Segesta in Ligarien 156. 286 ; in Sizi- 
lien 58. 91. 160 306, 

Segesta als Saatgöttin 226. 

afpfia, at^yia, 267. 

Segobriga 156. 

Segodunum 156. 

Segontia 156. 

Segovia 156. 

ai]x6c 165. 

oeXac, vergl. SoXoi. 

SeXaoia 174. 

SeXij 174. 

SeXepoc 178. 181. 

SeXi^vijc axpov 1 1 3, 

SeXtjvijc opoc 113. 

SsXijvic 113. 

SeXe'jxeta 174, 

SeXyi] 174 310. 311 A, 

SoXyijaaoc 174. 300. 

a7]Xta 121. 

oeXtvov 60. 175. 223. 

SeXivouc 60. 175. 223. 

SeXXaoia 174. 181. 

selvaggio 234. 

SyjXujxßpia, SaXafxßpia, 288. 

OYJfia, anjjxe-ov, 56 ff. 

Seneca 210. 336. 

STjTiia 106. 108. 326. 

STfjmdc 108. 

27]Tiiouc 244. 

Septentrio 271. 

Septimillns 336. 

Septimontinm 271. 

Septizoninm 272. 



Sepullia gens 67. 

SrjpaYYiov 206. 

ayjpay^ 206. 

2epi(poc 158. 313. 

SepjxuXia, SeppXiov 260. 

Serravalle 206. 

Si^oajjLOv, 2i9oa(ioc, 258. 302. 

Syjatoc 121. 

2?]ot6c als Hetärenname 325. 

Ze'jrXouooa 244. 

2iß8a 241. 

Sibolla 329. 

siccocnlam genas 317. 

Sichel, sicilis, in Vergleichang, 28. 113. 

Sicheis tädt^ 112 f. 

Sicali 69. 

Sicoris 95. 

2i5ai 60. 241. 

SiSapouc, ^tSijpouc 245. 

alhri 60. 

lihri 241. 

StS^vij 241. 

iSiSiijpü) 70. 

SiSijpou; 245. 

2t8ü)v 230. 241. 

2:i5o'JC 241. 

ZtSouaaa 241. 

Sieben, die Zahl, in Ortsnamen 271 f. 

Sieben Brüder 9. 272. 

Siebenbärgen 272. 

Sieben Schwerter 13. 

Sieben versteinerte Jangfraaen 11. 

Sierra 120. 

^i-^ii 278, 286. 326. 

Siyeiov, St-p], 113. 278. 286. 

Stnoc 267. 

Siglen 56 flf. 

Signaltärme 35 192 f. 

2tYpiov 101. 

Siypov 101. 

Stxavia, siehe Sizilien. 

SixeXia {lupa, 167. 

Zuivoc 313. 

2ixuu)v, Sexucuv, 57. 226. 

silanns 67. 

Silanas, D. Jan. 67. 

Silena 326. 

Silensmaske 67. 



384 



aiXXa 243. 

SijiaiOa 326. 

StpKxpiOTOc, Sifxaptotot, 335. 

i:i|i>] 326. 

Simia, simias, 105 A. 

^ijiOxaxToc 324. 

Singapnr 103. 

^jinkat 5. 

2iv«Jin] 305. 326. 

£iv(u7n], Hetärenname, 326. 

aivcDiitoat 326. 

Stvopia 283. 

Sinnessa 228. 305. 

2ituTc^ 278. 

Si(pat, Sr(pai, 255. 

ai^vtaCetv 316. 

Stcpvoc 316. 

Sipontnm 244. 

SiTcouc 244. 

Sipylos 4. 15 f. 

Sirenocirca 325. 

2iaaitü)v, 2iaaT«i)vif], 260. 

Stoucpoc 52« 

Sithonia 306. 

SiTw 26. 226. 

2'.xü)v 226. 

Äe«Z 258. 336. 

Sizilien 57. 113 f. 183. 

2xa[xavSpoc 143. 

SxovSeta 125. 252. 

Sxa^T] 119. 

2x4<? 118. 

Sxautal oXai, Scaptensnia, SxontTja'JXT], 

332. 240. 
SxapSafi'iXn] 134. 
SxapcpT] 159. 166. 
Sxapcpeia 159. 
Sxeiptuv, Sxipcüv, 85. 159. 
2xeip(i)vi8ec Tierpai 85. 159. 
2xeXT], Tfli, 84. 
2xeXoc 207. 
2!x7]vai 255. 
Sx^cppoc 159. 
Sxeicciv 230. 
i:xVj(|>ic 292. 
2xiac 240. 
SxiaOtc 240. 
SxiaOoc 240. 



^XKUVT] ^40. 

SxiXXouc 243. 
Sxioc 240. 
Sxipa 159. 
.SxipaSec 159. 
Sxtpac 159. 
Sxtpirec 159. 
Sxtpov 159. 
^xTpoc 159. 
Sxtp^at 159. 
axippac 159. 
oxippoc 159. 
axX7]p6c 159. 
SxoXeiTOC 124. 160. 
SxöXXic 160. 
SxüTXoc 124. 320. 
2xu>{xßpaota 155. 
2x(u[xßpov 155. 
üxofxßpoc 155. 332. 
XxOTtri, Sxdicif], 192. 
SxoTDfj 'Eua[xeiv(i)v8ou 192. 
]2xö'iceXoc 160. 

Sxouia, SxoTciai, 17. 33. 35. 192. 
SxoTcid BdxTOu 18. 
^xömov 192. 
£xo7c6uoXic 192. 
SxOTioc 35. 192. 
^xoTeivöc 333. 
SxoTia 239. 
SxoTiva 239. 291. 
SxoTiov 240. 
DxoTtaoVj SxortCtov, 334. 
^xortTttc 239. 
SxOToSeivi] 326. 
Sxorouoaa 239. 
Sxoujxßoc 155. 
Sxoouot 155. 192. 
SxüXaiov, 22x'JXXatov, 102. 
SxjXdxi] 102. 
SxuXdxiov 102. 
Skylax 177. 194. 239. 288. 
IxüXXa 75. 102. 
SxüXXtjtiov 102. 
oxjviov 79. 
Sxucpoc 335. 

Sx-ju^wv, Sxüitmov, 158. 
Sxupta, AiS, 88. 
Sxupoc 159. 



Ö8fe 



Skythisclier feogen, als Gleichnis, 28. 183. 

oxuTixoi SictXoYoi, SxüOixot, 337, 

Smyrnaeus Quintus 153. 

Snowdon 175. 

Söldner, karische, 56. 

Solanto 174. 

Solinus 64. 79. 84. 89. 92. 94. 113. 164. 

175. 179. 198. 217. 277 f. 336. 
SoXXiov 174. 
sollns 174. 
SoXoYopYoc 304. 
SöXoi 174. 262. 310. 
SoXoCc 174. 
2oXj[ioi 70. 116. 174. 
Sonnonkaltus 58. 
Sonnjoch, Sonnwendjoch, 170. 
Sonntagshorn 9. 170 
SocpoxXe-c 337. 
Sophokles 20. 56. 70. 152 f. 179. 200. 

205. 335. 
Soracte 171. 
Sopmv 259. 
GOpOC 118. 
Scupoc, 1^, 118. 
Sosias 66. 
SnaXaOpov 125. 
Spalatum 142. 
SnaXa^oc 143. 
Spartaria 257. 
^TtdpT-q 256 f. 

Sparte], Cap, 7,^. 227. 305. 
spartum 257. 
Siradi 120. 
Snaptoi 56. 
specula 193. 
Siceipaiov 185. 
Snepfxta 226. 
Spezzia 260. 

2<paYta, 2<paxTr)pia, 100 A. 232. 280. 
S'fTQxeia 108. 
I^cpevSaXif] 121. 
acpiYYsc MeYapixai 325. 
Sphingion 16. 
Scpi^S, r„ 16. 22. 56. 149. 
S^opoc 51. 
SntStuoooc 300. 
SuiXctc 163. 

Spina 242. 

Graaberger, Ortsnamen. 



Spiri4 19ä. 

SuXijSciv 142. 228. 

SicopaSec 185. 

Spottnamen anf Städte und ihre Ein- 
wohner 310 ff. ; auf Vereine 322 ff. 

ono'jSaioYeXoioc 332. 

Stabiae 158. 

Städtewappen 56 ff. 

Staffa 21. 

StaYeipoc 205. 

Stammbänme, mythische, 38 ff. 65. 

Stammheroen 37 ff. 46. 53. 

Starke Bernh,, 65. 

ordöjiTj 257. 

Statins 68. 154. 169. 

Stauf, Staufen, 8. 158. 

arejov 289. 

Steinbock, als Schildzeichen 89. 

Steinerne Frau 10. 

Steinerne Jäger 9. 

Steinere Nonne 12. 

Stetpia 15 . 

SreTpoc 158. 

StejcTopiov 289. 

anrjXai, Landspitzen, 124. 

StijXai, at, 123 f. 189 f. 

STifjXo'icoTcac, 0, 333. 

Sreva, ra, 207. 

Stengel, Faul, 170. 

orevionoi 206. 

Stentor 52. 

SrevJxXapoc, o, 206. 

^TecpdvY] 125. 

Stephanos Byz. 61. 64. 76 91. 95. 125. 
162. 168. 180. 199. 209. 219. 226. 
238 f. 246. 248. 275. 279. 285. 288. 
290. 304. 307 314. 316. 320. 

arepicpoc 158. 

Stern, Widder, stero, 93. 

Sternbilder 25. 

Sterzing 122. 

S-njat^opoc 51. 

Sri^Oatov 82. 

SttqOi], ta, 82. 

otiqOoc 83. 

St^Ooc 288. 

Steuh 144. 232. 

Stichnamen, Nachträge zn denselb., 809 ff. 



386 



Stichnamen, geographisclie, 30d f. 

Stiefel, LandKartenphantasie, 27. 184. 

Stiege in Ortsnamen 115 f. 

Stier als Wahrzeichen 98. 157. 

Stierkopf, in Vergleichuug, 28 A. ' 

SriY^oc, SiYYoc, 2G7. 

öTiYjxaTiac 332. 

Stilo 329. 

Srot^dSec vfjaot 141. 185. 

OToXtSec 124. 

Siopac 141. 

Stoss 158. 

Strabon 23. 27 ff. 63 f. 70. 72. 77 f. 
82 f. 85 f. 88. 95. 99 f. 101 f. 
107. 111 ff. 117. 121. 127. 131. 
133. 138. 143. 152. 156. 162 f. 
167. f. 177 ff. 182. 185. 190 ff. 
194. 198. 201. 207. 212. 217 f. 
225. 227. 237. 239. 241. 249. 251. 
253 f. 257. 260. 265. 288. 301. 
307. 321. 327 332. 
SipariY] 289. 
STpatOTceSov 255. 278. 
StpaTOC, 0, 255. 289. 
StpYJvoc 158. 
Stretto, lo, 206. 
OTpicpvoc 158. 
SipoYYüXYj 185. 
StpocpaSec, 2Tpo[x(pt5sc, 185. 
Struma 327. 
StpotiOeta 110. 
strnthocamelas 236. 
STpouOouc HO. 
2Tpu(iu)v 143. 

Stubbenkammer 166. 205. 
Stultorum feriae 328. 
stüpa 158. 
Sturium 141. 
2rJjx(paXoc 158. 
StJjicpT] 143. 15^. 

GTJCpVOC 158. 

STüUicaS, STyiciretOTiaJXTfjc, 334. 

S-rupa 141. 

Srjpaxiov 142. 

Srupa^ 141. 

2rJ5 31. 158. 

SouaYYeXa 314. 

Sncca 286. 



Saeionins ^ll. 

saffrago 85. 

Suidas 51 A. 165. 191. 234. 310. 318. 

324. 338. 
Snismontium 101. 
Sulla 68. 329. 
snllatnrire 329. 
Snlmona 134. 
Souviov 280. 
snpercilinm 79. 
Susa 243. 
S'jGijxcpac 100. 
2yajx7coXtc 100. 
Suaaaoc 101. 301. 
S'-ßapic 97. 316. 
S'jßota 101. 
^üeaaa 101. 
SJa^poc 101. 
Suxajitvov 329. 
2üxai 226. 
2üx7f 226. 

2üx(o8>jc 226. 

2'jxo'jpeiov 226. 

2'jxouaoa 226. 244. 

SuXxot 301. 

Symbole, redende, siehe Schildzeichen. 

SJfißoXa, 2ü|ißoXov 283. 

Symbolische Namen 50 ff. 170. 

l'jjißoXou Xt{ii^v 283. 

2üjntX>jYa8e; 74. 221. 249. 

Synesios 39. 315. 

ajvoixiajioc 264. 

Synonymkomposita 81. 140. 142. 200. 295. 

Süvopia 283. 

SuoßotcüToi 314. 

2'jiiaX)]XT6c 301. 

2jpaxul 219. 307. 

Supaxcuoat 219. 

lüpivOoc 132 A. 

SJptoc 142. 249. 

Süpöc 174. 249. 

2üOac 97. 

T. ». 

Tdßai 150 A. 

Tacitus 28. 56. 66. 165. 211. 328. 

Taivapov 111. 122. 

Taivapoc 122. 290. 



387 



Taivia 122. 284. 
Taka, tauk, 289. 
TaxdirYj 204. 
TaXioXoc 327. 

Tafiaaof, Tafjtaaaoc, 209. 302. 
Tavaypa 182. 253. 284. 
Tanne in Ortsnamen 233 ff. 
Tantalos 15. 
Taicaaaoi 301. 

Tacptaaooc, TafXaoaoc 301. 315. 
Tdcpioc 318. 
Ta<piTic oxpa 118. 
Td(ppoc 105. 124. 305. 
Taprobane 183. 
Tarentnm 214. 269. 
Tctpac 214. 269. 
Taratalla 323. 
Tdpxiov 160. 
TfltpvT] 142. 
TdpcpYj 233. 
Tarracina 172. 
Tarragona 134. 
Tapooc 223. 
Tartaglia 327. 
Tarvis 268. 
Taupoi, ev Taüpoic, 265. 
TaupofAeviov 97. 
Taupoc 97. 135. 180. 

Tautologie in Ortsnamen, siehe nnter 
Doppelnamen und Synonymkom- 
posita. 
Tavolaki 115. 
Tavolara 115. 
Taygetos 86. 
Tebae 150. 
TeYavov 118. 289. 
leysa 289. 

ley^pa 289. 

Teixiov 288. 

Tei^iouc 288. 

Tet^iouaaa, Tsi")fioeooa, 288. 

Teichmüller 335. 337. 

TeT^oc 288. 

Tex|ia)v 260. 

TeXajxcjuv 51, 

TrjXsßooi, TrjXeßdai, 319. 

TifjXevixiaai 316. 

Tr]Xia 334. 



TeXjiYjaooc 268. 301. 

TefieaYj 209. 302. 

TejiTjoodc 209. 302. 

TejxT«], rd, 208 f. 

Ik^^a 209. 302. 

TeveSoc 61. 79. 210. 

TVjvoc 89. 

Tspac 193. 

Tepejivov 289. 

TepinQwdc 301. 

Tep[xü>v 301. 

Terpander 50. 

Testa, Capo della, 78. 

Tetons 83. 

Terpa^cüpiTai, oi, 266. 270. 

TerpdSüJv 270. 

TeTpdxtujioi, Ol, 266. 270. 

teipdiieCa 115. 268. 

Tetpa^üXia 270. 

TetpdTcoXic 270. 

TeTpau'jpYia 270. 

Terpiaidc dxpa 270. 

Tenfel, dessen Bedentnng in neneren 

Ortsnamen, 32. 
Teamessischer Fachs 19. 
TeufiTjasdc 301. 
TeJiajxoc 302. 
TeüOpajxoc 302. 
Tejöpavia 302. 
Tezze, le, 115. 
9tfXd[iat, 9dXa{ioCt 205. 
OdXarca als Stichname 324. 
Thaleton 193. 
ed(|;axoc 178. 214. 
Oatl^iTcoXic 214. 
ed4»oc 94. 214. 
Odooc 99. 239. 
Oaujia 193. 
eajjiaxoi 35 f. 193. 
Baufidoiov 193. 
Oedy^eXa 314. 
eyjßai 149 f. 313. 
e^ßaoa 150. 
^ßo; 19:t. 

OyjYdvoüoa, OyjYO'^o^ooa, 121. 
Themiskyra 44. 
Theokritos 176. 206. 
9eu)Xoc für 6^u>poc 327. 

^1* 



388 



Oetuv XtfATjV 276. 

Theophanes 77. 
OeocpopijTOC 332. 
Theophrastos 332. 
OeoppaxTOc 332. 
e/ipa, e>jpai, 247. 279. 
egppia 260. 
Thermodon 81. 
OepjxoTüXai 207. 
0>jaaupo^pjaovixo*/pja'8y]C 323. 
Theseus 43. 
eeaiciai 248. 279. 
Oe'jTcpoawTcov 77. 

Oio3>] 118. 
eoai 163. 
eoXoc 205. 
6u)jxY] 145. 

Oooc, OouJaai, 127. 140. 
e^paS, eüpaS 121. 
Thorbelm, der, 139. 
Thoria gens 157. 
eöpvaS, epovaS, 123. 
Opiafjißoc 268. 
©pivaxiTfj, siehe Tpivaxpia. 
6pivaxoc 1 1 5. 269. 
epiov, epiouc, 244. 270, 
Thron des Pelops 15. 
6p6viov 123. 
OpwsfjLOC 123. 
Opjo'Jc, Opjoeaaa, 244. 
Thnkydides 35. 77. 101. 114. 118. 130 f. 
176. 186. 188. 201. 212. 214. 224. 
6oü(iaiov 145. 
00'jpiot, Thurii, 157. 
OoJp'.ov 157. 
öojpto; "Apy]? 157. 
OjaYYeXa, ÖJaYYeXe-;, 314. 
6ya[jLia 193. 
eJaCoc 202. 
©ueaao-'.aurjXia 301. 
©ueoooc 301. 
©jjiiaT^piov 280. 
Ojvoi 144. 
ejpeai 123. 208. 
ejpiSec 123. 208. 
©jpo-oiöc 331. 
O'jpoTituXo; 331. 



Oüppaiov, Oüppeiov, Oyptov, Oojpiov, 123. 208. 

euaoo'c 163. 301. 

Tiber 150. 

Tiberius 19. 

Tibur, Tiburnus, 150. 

Tiefeakasten 118. 

Tiernamen als Ortsnamen 87 ff. 

Tifata 34. 150. 

Tifernum 150. 

TiX<pouoa 287. 

Tijxap^ot als Spitzname 309. 

Ti{xu)Xoc 258. 

Ttcpa 255. 

Ti(puc 143, 

Tirnowa 242. 

Tipjvc 132. 289. 295. 

Tiaa[iev6c 49. 

Tirav 70. 

Titavoc 173. 

TiTaptoao'c 301. 

TiiaS 70. 

TiOopaia 83. 

TitOiov opoc 83. 

TiTua«a6c 301. 

Tlos, Tros, 201. 

TjxwJXoc 258. 

Toletum 166. 

Toparov opo? 120. 

Tomaschek 240. 278. 288. 318. 

Tojxejc, 6, 120. 

T6[xic, Tojxoi, Tomi, 63. 

Tonverschiebung im Griechischen 49. 

Topographische Homonymien 307 f. 

Toicoi, Ol, als Ortsname, 286. 

tör, türa, taur, 97. 

TopuJvTQ 121. 

TopÜVTfJ l'il. 

Totentruhe in Vergleichung 2!. 

tüwn 164. 

Toi^er 28 A 81. 85 f. 92. 96. 100. 

109 f. 118 f. 122 ff. 126. 136. 144 ff. 

153 ff. 159. 163 ff. 167. 172. 175. 

177. 179. 183 A. 184. 186 f. 193. 

201. 203. 206 A. 207. 209. 212. 

213 A. 216. 219. 222. 224. 228. 

231. 235. 239. 241. 243. 246. 247 A. 

250. 252 f. 255 f. 257. 259. 270. 

279. 283. 289. 291 f. 295. 299. 317. 



Tpa^ivi) 160. 
Tpaxt! 160. 
Trafoi 269. 
TpOTio, T|xr[(«i 93. 
TpsTopaüvi m. 
Tpajo! 92. 
Tfiüvij 160. 

TpaXXt't, TpolXiavoi, 265. 
TpöniCa 115. ^68. 
TpciiciCi itäii 115. 
Tpoit«CoXf'x")v 331, 
Tp«iwC'"v 115. 
TpttTieCönoX« 214. 
TpaneCoÜt 41. 214. 269. 
TraBimenos lacna 214. 
Tpijticimoc 331. 
Tpitc xtipaXai 7& 
Trea Forcas 114. 269. 
Tres Tabeinae 269. 
Tp)]Xäi 201. 
Tp^Tflv, TpijTW, 200 f. 
Treviao 214. 268. 
Tpiaivo 62. 268 f. 
Tpi^aUoi 313. 
Triboci 214. 234. 269. 
tribUE 268. 
Trica 310. 
Tpixuiviov 270. 
rp(TXiü)|iv 114. 270, 
Tpi-fiuvoc 114. 
Tpixäpava-v 134. 269. 
Tpixapi]'*ia 269. 
Tpl«a 270. 
TpiicfoXo: 'Ep|ii]; 318. 
TpixXapoi 270. 
rpu:r;).,«vüi 39. 
Tpwiu[iia 270. 
Tpuepfa 134. 269 f, 
TpiiopuSdc 134. 269. 
TpJxpavo 13*. 260 f. 
TpiXt'JMv ä pov 270. 
Tiimoutiam 270. 311, 
Tpwaxp!« 57, 114. 183. 268 
Tp«aip« 269. 
Tpwaaot 270, 
Tpiijjaaa 270., 
TpisSos 270. 
TptoxaXa 270. 



Tpio^tiOT 107. 270. 

Tpi^uiia 270. 

TpinoX« 142. 269 f, 

TpraoXiitoc 268, 

TpreoliTuö: lÖT« 269. 

Tpinötap^o; 270. 

Tp-nupfio 269. 

triqnetra 28 Ä. 57. 1 14, 270. 

ipinitlov, TD, das Dreibein, Gabelkrenz, 

57. 
Tpiuüip^aTDi 269, 
TpioioXoc 270. 
trisaica 114. 270. 
TpiTa-o, Tpitiia, 270, 
Tpoia 214, 

TpoiCiv 62. 81. 214 f. 269, 
TpouHoi 319. 
Tpü^ix 162, 
Tpjxae 160. 
Tp^xoTO 160. 
Tpjtpgjv 332. 
Tnbero 336. 
Tmlela 276. 
Tasci 142. 
Twinn Bnttea 83. 
Tiixi 51. 226. 
fjxa 226, 
Tlv)] i26. 243. 
TjXisü«, T'Aijoaot, 302, 
Td[ivi)oio( 30 - 
TJjuoXoe 258. 
T':[itp>] 143, 168, 

TaiifpijoTO!, TuippijatÖ! 158 f. 176. 
Tyndaris 62. 
T-Jv^c Acixde 182. 
T^Ev/iaa-),-, T^v-:aar:«, 301. 
TuicaiQK 158. 
Ti;pi'.; 132. 289. 
T'jpd 70. 
TJpo! 174. 306. 
Tüptop^oc 302. 332. 



0-JXeifipun 293. 

Udine 222. 

Uebersetznag fremder Nameu 3 

OixoXiTuv 324. 



390 



nina, in der Metapher, 82. 

Ulrichs 220. 

Ulubrae 222. 

Umbro 292. 

Unger, G, Fr., 142. 181. 202. 238. 292. 

320. 328. 333. 
Unken 232. 
Unkener Kopf 9. 
Untersberg 8 f. 
Oiipa Bodc 125. 
nrbs 137. 
Urfahrn 178. 
Ooptov 293. 
Urso 59. 

ursus, rksha, 103; 
Utica 278. 
Utrecht 178. 

> 

V. 

Vacca 286. 

Vacha 235. 

Vachendorf 235. 

Vada, Caput, 285. 

Vagen 235. 

Valerius 67 f. 

Valerins Flaccns 151. 

Valona 198. 

Vamcek 177. 200. 

Vardaei 157. 

Varro 150. 

Vathi, siehe BaOuc 

vectigalia 67. 

Velabrum 199. 

Velia 199. 

Velitrae 199. 203. 

Venafrum 247. 

Vergil 71. 75. 91. 96. 102. 136. 153. 

172. 180. 217. 281. 324. 
Vergleichungen 26 ff. 73 ff. 183 ff. 
Verruca, la, 86. 
Versteinerungssagen 6 ff . 16 f. 
Vertikale Gliedernng der Erdoberfläche, 

ihre Bedeutung für die Ortsnamen, 

127 ff. 
vervex 336. 

Verwandlungen 6. 10 ff. 
Veseris 260. 



Veruvius 292. 

Vibia gens 66. 

Vibo 94. 

Vico 46. 

Vierzahl in Ortsnamen 270. 

Vils 150. 

Vipstanus 336. 

Vitellius 97. 

Vitmvius 79. 

Vitry-le-brüle 169. 

vitulus, tTttXoc, 97 f. 

Vlassona 178. 

Vodena 260. 

Vögel in Ortsnamen 109 f. 

Voemel 222. 

Volane 199. 

Volcaniae insnlae 306. 

Vopiscus 336. 

Voranus 336. 

Vorgebirge, ihre Bedentung für die 

Alten, 183. 
Voäsius, Ch, J, G.<, 57. 
Vromvrysi 261. 

w. 

Wachsmu^, Curt, 333, 

Wachmnuth, Wüh., 202. 

Waddington 313 f. 

Wahrzeichen, vergl. Schildzeichen. - 

Waiiz, Theod., 22. 

Waldkater, der, 13. 

Waldrast in Tyrol 35. 

Wappen, siehe Schildzeichen. 

Wappentiere 57 ff. 

Warton 71. 

Watzmann 9. 

Weiden 222. 

Weinzierl 119. 

Weise 306. 

Welcher ö'^. 52. 59. 75. 93. 114. 141. 

145. 152. 156. 172. 193. 202. 218 A. 

222. 224. 240. 24&f. 247. 255. 261. 

316. 335. 
Wendelstein 170. 315. 
Weserscharte, die, 207. 
Widder, in Ortsnamen, 93 f. 
Wilamowitz, von, 87. 159. 



S91 



Wimmer 07. 1^6. 
Windach, die, 90. 228. 
Woermann 2 f. 23. 33. 
Wolf, als Wappentier, 58 ; in Ortsnamen 
103 f. 

X, i 

SavT] 178. 

^aia, o^ara, 288. 

Seva^opou vYJoot.283. 

Xenophon 56. 83. 129. 200. 335. 

H^pa 263. 

S7]p6')f!j4>oc 263. 

S7]poX6(poc 263. 

^Yjpocp^aXfioc 317. 

Soava 51. 

So'jaaptaorai 319. 

SojOd 292. 

SjXivtj 289 

EuXivYj x(ü[jL)] 289. 

Suvia 282 f. 
S'jviai 283. 
Eüviac 283. 

Y, ü. 

Y in Vergleichung, het Y, 29. 
Yellowstone National Park, U. S. 32. 83. 
"YXüfmoc, siebe 'OXufinoc. 

z, c. 

ZoYxXr] 112. 
ZdxavOa 155. 
ZaxGCTca 204. 
ZdxuvOoc 132 A. 155 f. 
Zamolxis 103. 
Zangemeister 110. 



2apif]Tpa, vd, 165. 

Zdp»]S, ZdpaS, 110. 155. 165. 

Zehetmayr 66. 82. 95. 97. 105 A. 110, 

126. 184. 142 f. 146. 168. 181. 212. 

222. 237 247. 253. 262. 265. 272. 

281. 290. 
Zehnzahl iu Ortsnamen 272. 
ZfXa, td, 44. 
ZTjXdoiov 281. 
ZeXeta 182. 
Zell, Celle, 206. 
Zecpüpa 297. 
ZT]peta 165. 
Z^piv^c 132 A. 
Zi^ta als Spitzname 335. 
Zif]tapen]0tdS7]C 323. 
ZeuYjia 126. 297. 
Zeoc dxpaToc 34. 133. 276. 
Zeuc 'Acpeaioc 251. 253. 
Zeoc 'ATcofiuioc 109. 245. 
Zeuc *£<pe8ioc 253. 
Zeuc'EXXdvtoc 34. 
Zeuc ut{;'.OTOC 34. 133. 
Zeuc Aacp'JOTioc 75« 
Zeuc A'jxaioc 170. 
Zeuc *0[ji?pioc, 'YetTioc, 253. 301. 
Zeass 265. 

Zirknitzer See 32. 220. 
Ciua, in figürlicher Anwendung, 87 ff. 
Zoller, der HohenzoUer, 132. 
ZcuvT] 122. 
Zuiari^p 122. 
Zucca 286. 
Zumpt, C. G„ 330, 
Zange, als Metapher, 61. 
Zweizahl in Ortsnamen 267. 
Zwieselstein 187. 209. 267. 
Zwölf in Ortsnamen 272. 
Zygos 158. 259. 



Druckfehler. 



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s. 
s. 
s. 



56, Zeile 9 lese man blason, englisch blazon. 



58, 
81, 
87, 

89, 
92, 

103, 



Z. 25 
Z 10 
Z. 6 
Z. 12 
Z. 21 
Z. 8 



jt 



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V 



t) 



M 



M 



M 



n 



»I 



Furchtbarkeit statt Frachtbarkeit. 

Nasone für Basonf. 

MeXdpiTCUYOv für MeX'ifmuYJv. 

'Ajicpiuayoc. 

at^e; statt aiyet. 

ÜOTiSavta. 
Z. 12 von nnten lese man Momm^en. 
Z. 3 von nnten „ „ Auxaipeta. 
104 nnten lese man Neuptc. 
131, Z. 9 lese man nnsern für linsere. 
Z. 23 ;, „ vulgären, 
nnten lese man ^opioc. 
Anmerk. lies Dümmler statt Dümler. 
Z. 6 von nnten lese man IleXtwa. 

Z. 10 ist an zweiter Stelle FAKCIQN zu lesen statt NAKCI2N. 
Z. 5 lese man o statt o. 
Z. 4 „ „ (nnten S. 206). 
Z. 6 „ „ [iuxao|jiai. 

Z. 3 von unten lese man Olivenpflanznngen. 
Z. 5 von unten „ „ NauicXia. 
Z. 14 lese man 'A^eiat neben 'A^erai. 
Z. 4 von nuten ist nach 4>oppiiat zu streichen xrtajxa. 
Z. 5 von unten lese man SxavSeia. 
Z. 8 lese man Ne^üSpiov. 
Z. 5 von unten lese man Ai£u>vtSe(. 
Z. 1 1 lese man Lagarde. . 
Z. 18 „ „ AvoifxeXeia statt AüaifiiXeia. 
Z. 13 ,, M te statt u. 



132 
134 
156 
163 
167 
172 
203 
217 
241 
250 
251 

252 
261 



278 
279 
316 



M 



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