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Full text of "Archiv fu?r die naturwissenschaftliche Landesdurchforschung von Bo?hmen / herausgegeben von den Beiden Comite?s fu?r die Landesdurchforschung."

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LIBRARY 



MUSEUM OF COMPARATIVE ZOOLOGY 



WHITNEY LIBRARY 
MUS. COMP. ZOOL. 




DAS ARCHIV 



ftir die 

naturwissenschaftliche Landesdurchforschung von Bohmen 

I. bis V. Band : Redaktion von Prof. Dr. K. Kofistka und Prof. J. Krejcf, 
VI. Band u. s. w.: Redaktion von Prof. Dr. K. Kofistka und Prof. Dr. A. Fric, 

enlMIt folgendc Arbciten : 

ER.STER- BAND. 

I. Die Arbeiten der topographischen Abtheilung und zwar: 

a) Das Terrain und die Hohen verb al tni s s e des Mittelgebirges und des 
Sandsteingebirges im nSrdlichen Bohmen von Prof. Dr. Karl Kofistka. 

b) Erste Serie gemessener Hohenpunkte in Bobmen (Sect.-Blatt II.) von Prof. 
Dr. Kofistka. . 

e) Hohenschichtenkarte, Section II., von Prof. Dr. Konstka. Preis fl. 4 — 
Preis der Karte app A- 1'60 

II. Die Arbeiten der geologischcn Abtlieilung. Dieselbe enthalt: 

a) Vorbemerkungen oder allgemeine geologische Verhaltnisse des nord- 

lichen Bohmen von Prof. Johann Krejcf. 
&) Studien im Gebiete der bohm. Kreideformation von Prof. J. Kre.i ci. 

c) Palaontologische Untersuchungen der einzelnen Schichten der b6hm. 
Kreideformation u. s. w. von Dr. Anton Fric. 

d) Die Steinkohlenbecken von Radnlo, vom Huttenmcister Karl Feistmantel. 
Preis fl - 4 " 50 

III. Die Arbeiten der botanischen Abtheilung. Dieselbe entbillt: 

Prodromus der Flora von Bobmen von Dr. Ladislav Celakovsky. (I. Theil.) 
Preis fl. r— 

IV. Zoologische Abtheilung. Dieselbe enthalt: 

a) Verzeichniss der Kafer Bohmens vom Conservator Em. Lokaj. 

h) Monographie der Land- und Silsswassermollusken Bohmens vom Assi- 

stenten Alfred Slavik. 
c) Verzeichniss der Spinnen des nordlichen Bohmen vom Real-Lehrer 

Emanuel Bart a. Preis fl- 2' — 

V. Chemische Abtheilung. Dieselbe enthalt: 

Analytische Untersuchungen von Prof. Dr. Hoffmann. Preis 25 kr. 

Preis des ganzen I. Bandes (Abth. I. bis V.) geb fl. 9 — 

X W E I T E R, BAND. 

Erster Theil. 

I. Die Arbeiten der topographischen Abtheilung und zwar: 

«) Das Terrain und die HOhenverhaltnisse des Iser- und des Riesen- 
gebirges und seiner siidlichen und bstlichen Vorlagen von Prof. Dr. Karl 
Kofistka. 

b) Zweite Serie gemessener Hohenpunkte in Bohmen (Sect.-Blatt III.) von Prof. 
Dr. Kofistka. 

c) Hohenschichtenkarte, Section III., von Prof. Dr. Kofistka. 

a!) Hohenschichtenkarte des Ri esengebirges von Prof. Dr. Kofistka Preis 
dioser Abtheilung fl- 4-50 

II. Die Arbeiten der geologischen Abtheilung. I. Theil enthalt: 

a) Prof. Dr. Ant. Fric: Fauna der S teinkohlenformation Bohmens. 

b) Karl Feistmantel: Die Steinkohlenbecken bei Klein-Pf ilep, Lisek, Stile c, 
Holoubkow, Mireschau und Lctkow. 

c) Jos. Vala und R. Helmhacker: Das Eisensteinvorkommen in der Gegend 
von Prag und Beraun. 

d) R. Helmhacker: Geognostische Beschreibung cines Thciles der Gegend 
zwischen Beneschau und der Sazava. Preis . . . fl. 4" — 



/ 

V 



. STUDIEN 



im Gebiete der 



BOHMISCHEN KREIDEFORMATION. 



tologischo Mersiicliip 



V. 



Priesener Schichten. 



Von 



I=rof. X5r. -A.NT. FKl6. 



Mit vielen Textfiguren. 



Archiv der naturw. Landesdurchforschung von Bohmen. 
(Baud IX. Nro. 1.1 



PR AG. 

In Commission bei Fr. Rivnad — Druck von Dr. Ed. Grfigr. 

1893. 



HHHH 



VORWORT. 



Die vorliegende Studio ist die fiinfte, welche ich nach dem im Jahre 
1864 entworfenen Plane hiemit der Offentliehkeit tibergebe. Sie betrifft 
die Priesener Scliicliten, welcbc friihcr als Planermergel und Bacu- 
litenthone angeftthrt wurden. 

Audi diesmal ist der Zwcck der Arbeit, die Fauna dieser Scliicliten 
genau zu pracisiren, alles zwcifelhafte und aus anderen alteren Schichten 
v on bier angefuhrtc zu entfernen. 

Ausserdem soil darauf bingewiesen werden, dass auch innerbalb 
dem palaeontologiscb sicher als Priesener Schichten aufgefassten Complexe 
n och niehrere Horizontc unterschieden werden miissen, deren kleine Ab- 
weichungen in faunistischer Beziebung auf verschiedene Faciesverhiiltnisse 
J e nach der Zeit und Localitat hindeuten. 

Die grosse Menge von Petrefacten, die hier zur Aufzahlung gclangen, 
©nthftlt viele Formen, die neu sind und die hier nur vorlaufig crwahnt 
w erden. Hire definitive kritische Bestinimung wird namcntlich bei den Ce- 
Plialopoden, Gastropoden und Bivalven die Aufgabc specieller Monographcn 
Meiben, welche sic sorgfaltig mit den aus alteren Schichten stammenden 
zu vcrgiciclien haben werden. 

Die auf secundiirem Lager in den Pyropenconglomeraten vorkommen- 
de n Arten, die walirscheinlich moist den Priesener Schichten entstammen, 
lasse ich unberiicksichtigt, da in neuercr Zeit zu deren selbst&ndiger Ver- 
a rbeitung cin kuhner Anlauf von jungeren Kraften unternommen wurde. 

Tn Bezug auf erschdpfende Vollstiindigkeit kann das in dem Ver- 

ze ichniss der Arten aufgefiihrte keinen Anspruch machen, denn es sind 

Viele Arten, die nicht angefubrt wurden, in mangelhaften PJxemplaren vor- 

h&nden und fast jede Excursion lieferte neues. Audi ist es walirscheinlich, 

ass vicles durch Handel in auswiirtige Sammlungen gelangte, was mir 

1* 



unbekannt blicb und wird sich demnach mit der Zeit die Zahl dcr in den 
Priesener Schichten vorkommendeu Arten gewiss vermehren. Zur Orienti- 
rung iiber den Charakter der Priesener Schichten wird wohl das in nach- 
folgendem Gebotene hinreichen. 

Es ist zu hedauern, dass die vorbercitetcn Monographien liber die 
Gastropoden und Echinodermen ausserer Umstandc wegen, noch nicht pu- 
blicirt werden konnten und ich mich darauf nicht berufen kann. 

Ftir nahere Angaben und fur Zeichnungen der Echinodermen bin 
ich Herrn Prof. Dr. Ot. Novak, fur die Gastropoden Herrn Prof. W. Wein- 
zettl, ftir die Pracisirung der Foraminiferen und Anfertigung der sehr 
schwierig herzustellenden Diinnschliffe aus murben Mergcln Herrn Museums- 
assistenten Jarosl. Perncr, zu Dank verpflichtet. 

Diese Praparate sowie die zahlreichen Schlammproben konnten in dcr 
nachfolgenden Arbeit nicht erschopfend ausgenutzt werden und werden wohl 
in der Zukunft den Gegenstand eingehenden Studiums jungerer Krafte 
bilden. Die Darstellung mancher dieser Priiparate in Earben wiirde sehr 
belehrende Bilder gebcn. 

Bei Anfertigung dcr Zeicbnungen waren mir die ITerren F. Blazka 
und Ph. C. Neidl behiMich. 

Beziiglich der Motivirung des in diescm Buclie befolgten Planes, 
verweise ich auf das in dem Bande uber die Teplitzer Schichten im Vor- 

worte Gesagte. 

Die altere Litcratur tibcr unscre Krcideformation wurde schon von 
Prof. Krejci im ersten Bande des Archivs pag. 172 angefuhrt und gewurdigt, 
wesshalb ich hier die Sachc nicht wiederholen muss. 

Beziiglich der ungunstigen Verhaltnissc, unter denen ich nur mit 
gt-(")sster Anstrengung diese Arbeit zu vollendcn liattc, sei bemcrkt, dass die 
Ucbersiedelung der Sammlungen in das neuc Museumsgebaude, wo noch 
keine Schrankc sind und alles in Kisten gepackt werden musstc, die Sache 
sehr erschwert hat. 



PRAG, im Februar 1893. 



Plot: Dr. Ant. Kric 



I. Charakteristik und Gliederung der Priesener Schichten. 



Die Priesener Schichten wurden urspriinglich von Prof. Reuss*) unter 
dem Namen Planer Mergel beschrieben, spater auch als Baculitenthone bezeichnet. 
Ein Theil desscn, was Prof. Reuss Pliinermergel nanntc, gehort den schon beschrie- 
benen Teplitzer Schichten an.**) 

Da der auf die petrographische Beschaffenheit sich beziehende Ausdruck 
Pliinermergel in dor Schichtenfolge unserer Kreideformation fur zwei palaeon- 
tologisch verschiedene Horizonte gebraucht wurde und leicht noch auf mehrere den 
cenonianen und turonen Schichten angehorende Lagerungen Anwendung finden 
fcmnte, entschlossen wir uns, Prof. Krejci und ich, diejenigen Pliinermergel, welche 
Jiinger sind als die Teplitzer Schichten nach der schon durch Reuss klassisch ge- 
Wordenen Localitiit Priesen (beiLaun) als Priesener Schichten zu bezeichnen, 
w eil an dem Fundorte Priesen, zwischen Postelberg und Laun, die meisten be- 
zeichnenden Arten gefunden werden. 

Die Verzeichnisse von Petrefacten ***), welche Reuss aus dem Pliinermergel 
anfllhrt, enthalten ausser den zu den wahren Priesener Schichten gehorigen Arten 
Y °n Luschitz bei Bilin, von Priesen, Leneschitz, Grabern und Wollenitz auch sehr 
viele, welche aus den tieferen Lagen der Teplitzer Schichten von Kystra, Patek, 
Brozan, Hofenz, Kautz stammen und sind demnach mit Vorsicht zu benutzen. 

Die Priesener Schichten sind graue oder gelbliche Mergel, die in den tie- 
feren Lagen mehr planrige Platten bilden, in den hoheren dagegen immer mehr 
Plastisch werden. 

Die graue und ockergelbliche Fiirbung wechselt zuweilen von Meter zu Meter, 
0} ae dass man die Ursache wahrzunehmen im Standc ist (Wunitzer Berg). Die 
graue Farbe ist jedenfalls die vorherrschende, namentlich wo die Schichten nass 
llo gen und frisch in gehorige Tiefe aufgeschlossen sind, die ockergelbe Farbe scheint 
8e cundar durch Luftzutritt entstanden zu sein. 

Die Spaltfliichen sind oft ockergelb bis rostroth gefarbt. 

Wo die tiefen Lagen hoch und trocken liegen, wie auf dem Plateau zwi- 
sclion Meluik und Slivno, da nehmen sie die Gestalt von weisslichen, klingenden 
harten PUinern an. 

*) Reuss Geogn. Skizzen aus Behraen. Kreidegebilde des westl. Bohmen. 1844. 
**) Teplitzer Schichten pag. 5. 
***) Reuss Geognostische Skizzen aus Bohmen pag. 43. 



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Als Seltenheit treten in den hoheren plastischen Scliichten Lagen von 
Sphiirosiderit-Concretionen auf, die entweder Petrefacten enthalten (Priesen) Oder 
ganz leer sind (beim Orte Cas zwischen Pavdubic und Holic). 

Verwitterte Brauneisensteine mit Gypskrystallen umgeben, zcigen ofters auf 
vollkommen vernichtete Organismen bin. 

Die weissen klingenden Inoceramen-Pliiner zeigen an den Spaltfiiichen oft 
eigenthiimlichc, verzweigte, in das Gestein vertiefte Figuren, welcbe von Pflanzen- 
wurzeln herriihren, die man aucb zuweilen nocb am Orte ihrer Thiitigkcit antrifft. 








Fig. I. Wurzelabdriicke auf den Spaltfl&chen des weissen klingenden 

Planers der tieftten Lagen der Priesener Schichten. 

Von Vysokd, bei Melnik. Natfirl. Grosse. 



Im Contact mit Pasalt werden die Priesener Scliichten hart wie Feuerstein, 
zum Beispiel am Kuneticer Berge bei Pardubic und am Kozelberge bei Laun, wo 
Prof. Kusta daraus verfertigte vorhistorische Werkzeuge vorfand. 

Viele von den Basalt- und Phonolit-Kuppen sind ringsum an ibrer Basis 
mit einem Mantel von Mergeln umgeben, die den Priesener Schichten angehoren, 
aber wenig Versteinerungen fuhren. Es scheinen dies Reste der einst zusammen- 
hinigendeu Decke der Priesener Schichten zu sein, die durch die Wirkung des 
Basaltes fester wurden mid daher sich von der Abscbwemuumg bewahrt haben. 

Diese Mergellager sind meist durch Wald oder Felder ganz verdeckt und 
werden erst spater einer eingehenden Untersuchung unterzogen werden. 

Das Liegende der Priesener Schichten bilden die Teplitzer Schichten 
und an vielen Orten kann man den allmahligen Uebergang in dieselben beobachtcn. 
Das Verscbwinden der fur die Teplitzer Schichten cbarakteristischen Brnchiopoden 
und Echinodermen gibt einen Anhaltspunkt fur die beiliiufige Bestimmung der 
(irenze. (Am Weissen Weg bei Teplitz, Wunic, am Wolfsberg bei Podiebrad, Mi- 
kulovic bei Chrudim, Leitomischl etc.) 

Oestlich von Melnik, wo die Teplitzer Schichten nur durch eine, etwa 1 m 
miichtige, Terebratula semiglobosa und Haplophragmium irregulare fuhrende Scbiclite 
von miirbem, grauem Mergel vcrtreten sind, bilden diese die unmittelbare Unter- 
lage der weissen klingenden Inoceramenplaner. 

Das Hangende sind die Quadersande der Chlomeker Schichten, wie man 
es bei Waldek unweit Munchengriitz und bei Grossskal unweit Turnau beobacliten 
kann, wo aus den Priesener Schichten am Fusse der malerischen Sandsteinfelsen 
eine Reilie von Quellen bervorkommt. 






Der pa 1 aeon to log is che Charakter weicht ausgesprochen von doni 
der Teplitzer Schichten ab, denn es treten hier, abgesehen von Foraminiferen und 
Radiolarien, liberal 00 neue Arten auf. 

Charakteristisch ist vor AUem die Haufigkeit von Radiolarien in den 
tieferen Schichten und die verhiiltnissmassige Armuth an Foraminiferen 
gegeniiber den Teplitzer Kalken, denn diese sind aus 50— 70% Foraminiferen be- 
stehend, wahrend die Priesener an Schliffen kaum 20°/ erkennen lassen. Bei den 
Teplitzer Schichten gewahrt man bei starkerer Vergrosserung, dass das Magma 
fast aus lauter kleinen Foraminiferen und deren Bruchstiicken besteht, wahrend das- 
selbe bei den Priesener Schichten nichts organisches zeigt. Spongien sind spar- 
Sam vertreten und entweder durch lose Nadeln angedeutet oder in ganzen ver- 
kiesten, zum Studium wenig geeigneten Exemplaren vertreten. Polypen sind sehr 
wenige, aber darunter ein Zweig einer mit Oculina verwandten Gattung. Echino- 
dernien sind durch Hemiaster regulusanus vertreten, wahrend die Vertreter der 
Gattungen Holaster und Micraster wegen der schlechten Erhaltung kaum je ganz 
sicher werden bestimmt werden kiinnen. 

Auffallend ist die Armuth an Brachiopoden, denn in der Regel ist es 
die einzige Art Terebratulina chrysalis, die hier gefunden wird, alles andere ist 
sehr selten und trftgt den Charakter von Verkiimmerung. Bryozoen sind sehr 
sparsam vorhanden und schlecht erhaltcn. Crustaceen sind durch auffallend 
viele Krabben vertreten und durch Gattungen Enoploclytia , Paraclytia, Haplo- 
paria und Palinurus, die schon in den Weissenberger Schichten anfangen, vertreten. 
Die Gattung Stenocheles bezeichnet die weissen Inoceramenplaner. 

Von B i v a 1 v e n sind nur wenige bezeichnend und der Eeichthum an Arten 
und Individuen der Nucula auffallend. 

Die Gastropoden sind auffallend in den hoheren Lagen hiiufig und 
namentlich Aporrhais durch viele Arten vertreten. 

Von Cephalopoden ist es Ammonites D'Orbignyanus, Ammonites den- 
tatocarinatus, Ammonites Alexandri etc., welche hier zuerst auftreten. 

Von Fischen sind ausser Haifischziilmen nur Schuppen zu finden, aber 
di e auf dem Lepidenteron sich vorfindenden Knochen deuten darauf hin, dass die 
Anzahl kleiner Arten eine viel grossere war, als man bisher ahnen konnte. 



In den Priesener Schichten zum erstenmale auftretende Arten. 

Ich gebe nun eine Uebersicht der Arten, welche in den Priesener Schichten 
Zu <'rst auftreten, liess aber in derselben alle zweifelhaften Arten aus, so dass mit 
de r Zeit, bis das vorliegende Material noch vervollstiindigt und specieller durch- 
gearbeitet sein wird, die Keihe der hier zuerst vorkommenden Arten eine noch 
grossere sein wird. 

fguanodon ? sp. Electrolepis horrida, Fr. 

Dipnolepis Jahni, Fr. 6 ungenugend bekannte Arten von 

Squatina lobata, Reuss. Knochenfischen. 

Notidanus simplex, Fr. Nautilus Reussi, Fr. 



Ammonites Texanus, Rom. 
Ammonites Germari, Reuss. 
Ammonites dentatocarinatus, Rom. 
Ammonites Schlonbachi, Fr. 
Ammonites D'Orbignyanus, Gein. 
Ammonites Alexandri Fr. 
Scaphites auritus, Fr. et Schl. 
Scaphites Geinitzi var. binodosa. 
Hamites bohemicus, Fr. et Schl. 
Hamites verus, Fr. et Schl. 
Hamites Geinitzi, D'Orb. 
Hamites consobrinus, D'Orb. 
Crioceras membranaceum, Fr. 
Turritella acicularis, Reuss. 
Trochus Engelhardti, Gein. 
Trochus amatus. 
Guilfordia acanthochila (Weinz). 
Alvania, n. sp. 
Alvania, n. sp. 
Rissoa, n. sp. 
Aporrhais Reussi Gein. 
Aporrhais papillionacea, Goldf. 
Aporrhais coarctata, Gein. 
Aporrhais subulata, Reuss. 
Aporrhais arachnoides, Mull. 
Tritonium Proserpinae. 
Cancellaria sculpta, Reuss. 
Neptunea carinata, Weinz in lit. 
Cerithium Luschitzianum, Gein. 
Cerithiuni fasciatum, Reuss. 
Cerithium binodosum, Rom. 
Cychlina cylindracea, Gein. 
Acteon doliolum, Mull. 
Acteonina lineolata, Reuss. 
Avellana Humboldti, Mull. 
Scaphander cretaceus, Fr. n. sp. 
Acmaea depressa, Gein. 
Dentalium polygonum, Reuss. 
Dentalium ellipticum, Sow. 
Dentalium laticostatum, Reuss. 
Nucula ovata, Mant. 
Pectunculus insculptus, Reuss. 



Pectunculus arcaceus, Reuss. 

Area bifida, Reuss. 

Area pygmaea, Reuss. 

Area projringua, Reuss. 

Pholas reticulata, Miiller. 

Teredo, n. sp. 

Lyonsia carinifera, D'Orb. 

Modiola tetragona, Reuss. 

Pholadomya decussata, Reuss. 

Venus laminosa, Reuss. 

Venus parva, Sow. 

Venus pentagona, Reuss. 

Avicula Geinitzi, Reuss. 

Avicula pectinoides, Reuss. 

Avicula minuta, Reuss. 

Avicula neglecta, Reuss. 

Avicula paucilineata, Reuss. 

Pecten cicatrisatus, Goldfuss. 

Pecten denticulatus, Ilagen. 

Pecten subaratus, Nilss. 

Pecten trigemminatus, Gein. 

Terebratula ? transversa, Fr. 

Polycnemidium pustulosum (Reuss). 

Etyus Buchi (Zittel). 

Necrocarcinus perlatus, Fr. 

Palaeocorystes, sp. 

Microcorystes parvulus, Fr. 

Callianassa brevis, Fr. 

Stenocheles esocinus, Fr. 

Cythere semiplicata, Reuss. 

Cy there Kar stein, Reuss. 

Cythere concentrica, Reuss. 

Serpula tetragona, Sow. 

Serpula subtorquata, v. Miinster. 

Serpula subinvoluta, Reuss. 

Cidaris sceptrifera, Mant. 

Micraster cf. Lorioli, Nov. 

Holaster cf. placenta, Agass. 

Hemiaster regulusanus, D'Orb. 

Trochocyathus Harveyanus, M. E. et 11. 

Trochocyathus conulus (Phil). 

Geodia gigantea, Pocta. 



Von den in den Priesener Schichten nachgewiesenen 91 Arten von Fora- 
miniferen treten 50 zum erstenmale auf, aber da die Weissenbergcr und Teplitzer 



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Schichten in neuerer Zeit noch nicht speciell auf Foraminiferen revidirt wurden, 
so ist es nicht sicher, ob die oben angefiihrten 50 Arten nicht zum Theil schon 
friiher bei uns aufgetreten sind. Ich fiihre daher hier nur einige ganz typische 
Arten auf, welche nach der Meinung des Herrn Perner fur die Priesener Schichten 
bezeichnend sind. 



Cornuspira cretacea, Reuss. 
Haplostiche clavulina, Reuss. 
Valvulina spicula, Reuss. 
Nodosaria Mayeri, Perner. 



Frondicularia angulosa, D'Orb. 
Frondicularia mucronata, Reuss. 
Marginulina Nilssoni, Romer. 
Polymorphina lacrima, Reuss. 



Die Radiolarien wurden hier in 12 Arten nachgewiesen, aber es gilt hier 
dasselbe, wie bei den Foraminiferen, dass fruher alle alteren Schichten werden 
nach Radiolarien untersuchtwerden mussen, bevor man diejenigen Radiolariea wird 
bezeichnen konnen, die fiir die Priesener Schichten charakteristisch sind. 



II. Beschreibung der im Bezirke der Priesener Schichten 
untersuchten Localitaten. 



Die Untersuchung der Priesener Schichten begann im Jahre 18(54 und 
wurde mit Unterbrechungen bis zu diesem Jahre fortgesetzt. 
1864 wurde ein neuer Fundort bei Waldek unweit Benson ausgebeutet und in 

Bohmisch Kamnitz die vom Petrefactensammler Grohmann daselbst aufge- 

fundenen Arten acquirirt. 
18G5 bis 1869 wurden folgende Localitaten studiert: Vinafic bei Jungbunzlau, 

Turnau, Dneboh, Wolfsberg bei Podiebrad, der Berg Sovice, Oinoves und 

Konigstadtl, Bohmisch Leipa, Smiric, Leitomischl. 
1870 wohnte ich liingere Zeit in Laun und arbeitete in Triesen, Leneschitz und 

Cemodol. 
1879 — 82 wohnte ich langcre Zeit in Chotzen und studierte eingehend die Locali- 
taten Ssutiny. Besuchte Smojcd bei Pardubic. 
1883 untersuchte ich abermals den Wofsberg bei Podiebrad. 
1889 wurde das genaue Profil von Priesen bei Laun aufgenommen und Luschitz 

bei Bilin besucht. 

Im Ganzen wurden an 50 Localitaten besucht und uber 300 Arten in 
vielen Hundert Exemplaren den Museums-Sammlungen eingereiht. 

Bei der Einsammlung der Petrefacten wurde ich vielfach in ausgiebiger 
Weise von vielen Localsammlern unterstutzt. Vor allem wurde unsere Sammlung 
durch den Nachlass des Dr. Curda in Postelberg wesentlich bereichert, denn er 
sammelte seinerzeit sehr emsig bei Priesen und Lenesic. In Priesen sammelte in 
den letzten Jahren mit grossem Eifer und VerstiLndniss Herr J. Mayer, Schulleiter 
in Mallnitz, dem ich fiir eine ganze Eeihe neuer Arten zu grossem Dankc ver- 
pflichtet bin. Daselbst wurde auch von Prof. Weinzettl, vom Museumszeichner 
Herrn Blazka sowie vom Herrn Feigel, Lehrer in Laun, eifrig fiir uns gesammelt. 

In der Gegend von Melnik, Vysoka und ftepin sammelte Herr Bukovsky 
und Lehrer Herr Jansa aus Pepin. Aus Unterbauzen erbielten wir vom Veteranen 
der Naturwissenschaften in Bohmen Herrn Apotheker Fierlinger, cine namhafte 
Keihe von Petrefacten und vom Wolfsberg bei Podiebrad durch Herrn Apotheker 
Hellich. Sehr wesentlich wurde die Kenntniss der Priesener Schichten im ostlichen 
Bohmen durch die Forscliun^en des Dr. Jaroslav Jahn in der Umgegend von Par- 
dubic gefordert, die Fundorte Srnojed, Holic und Noinosic wurden von ihm ent- 
deckt und ausgebeutet. 



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Fur die Gegend von Chotzen bin icli Hemi Fr. Illav.ic, Apothekor da- 
selbst und fur die Gegend von Leitomischl Herrn Prof. Barta Mr manche schone 
Fuade zu Dank jerpflichtet. 

Auf den Excursionen begleitete mich offers Dr. Ph. Pocta, Jarosl. Perner 
und Dr. Jarosl. Jahn und manche der weiter oben als Sammler genannten Herren. 

Allen diesen Herren sei im Nainen der Landesdurchforschung und des Mu- 
seums der beste Dank ausgesprochen. 



1. Umgebung von Teplitz und Bilin. 

Am Fusse des Erzgebirges, nordlich von Teplitz sind die Priesener Schichten 
nirgends deutlich aufgescldossen und werden in der Regel bei Bohrungen nach Braun- 
kohle angetroffen, in welchem Falle es von grSsster praktischer Wichtigkeit ist, 
dieselben zu erkennen. 

Dem Aussehen nach, ahneln die Priesener Schichten aulfallend den Braun- 
kolden-Letten dieser Gegend und man muss (lurch Schlammeu der Bohrprobe sich 
iiberzeugen, ob in derselben Foraminiferen vorhanden sind oder nicht. Gehort die 
Bohrprobe den Priesener Schichten an, so findct man in der Hegel die mit freiem 
Auge erkennbare Oris tell aria im Schliimmruckstaude auf, wiihreud man unter 
dem Microscope eine Menge von kleinen Arten der Gattungen Textullaria, Globi- 
gerina etc. wahrnimmt. Darnach erkennt man, dass dies eine Meeresablagerung 
ist, welche der Kreideformation angehort, die sich viel fruher abgelagert hat, bevor 
e s bei mis zur Bildung der Braunkohle gekommen ist und es ist hochste Zeit, 
von weiterem Bohren abzustehen. Zeigt die Schlammprobe keine Foraminiferen, 
dann ist es wahrscheinlich, dass sie den Braunkohlen-Letten angehiirt. 

Wo man beim Suchen nach Braunkohle gleich einen Schacht tauft und 
y ich im Bereiche der Priesener Schichten befmdet, da fmdet man auch grossere 
Petrefacten, am haufigsten Scaphiten und die kleine Muschel Nucula mit gezahn- 
tem Schlossrand. Bei einer ahnlichen Gelegenheit erhielt Professor Laube eine 
Partie von Petrefacten aus der Gegend nordlich von Teplitz.*) 

In der Gegend von Teplitz kann man auf dem sogenannten Wei s sen We g, 
de r nach dem Schlossberge fuhrt, den Uebergang der Teplitzer Schichten in die 
tiefsten Lagen der Priesener Schichten beobachten. Die normalen Kalke der 
Teplitzer Schichten mit Terebratula semiglobosa und Micraster cor testudinarium 
gehen allmahlig in diinne klingende Inoceramen-Pliiner uber, die nur noch die 
Terebratulina chrysalis in verkiimmerten Exemplaren fiihren. Die Zugehorigkeit 
dieser Inoceramen-Pliiner zu den Priesener Schichten werden wir weiter unten auf 
dem Melniker Hochplateau und am Wolfsberge bei Podiebrad erkennen und ist 
diesolbe auch durch die Aufflndung der Scheere des Krebses Stenocheles bestiirkt. 

In der Gegend von Bilin besuchte ich den durch Reuss classisch gewor- 
denen Fundort Luschitz, fand aber die Priesener Schichten sehr ungeniigend 
a >ifgeschlossen. Die Stelle, wo Reuss jahrelang sammelte, sind zwei kleine Hiigel 



*) Verhandlungen der geol. Beichsanstalt 1872, pag. 23-2. 



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am Bache, welclie durch Basaltadern vor dem Wegschwemmen bewahrt wurden. 
Die tiefsten am Bache zuganglichen Schichten sind von ockergelblicher Farbe und 
fiihren das fiir diese Localitat sehr charakteristische Cerithium Luschitzianum. 

Reuss fand hier an 226 Arten*), welche fast sammtlich audi in Pricsen 
bei Postelberg vorkamen und weil die Originale zu seinen Arten nirgend bezeichnet 
aufzufinden sind, so stehe ich vor der Aufzahlung derselben ab. 

Siidlich von Luschitz sind die Priesener Schichten an dem Thalabhange 
„in den Kopten" genannt, gut aufgeschlossen, aber arm an Petrefacten, doch diirfte 
hier ein Localsammler Gelegenheit finden, die Vertheilung der Arten nach ver- 
schiedenen Niveaus (auf Grundlage des weiter unten folgenden Priesener Profils) 
zu beobachten. 

2. Umgebung von Postelberg und Lauu. 

Am rechten Egerufer beim Orte Priesen, zwischen Postelberg und Lauu, 
orhebt sich eine steile Wand der mergligen Priesener Schichten, welche schon Reuss 
einen grossen Reichthum an Arten lieferte. Da hier der gegenwiirtig reichste und 
zuglcich zugiinglichste Fundort von Petrefacten der Priesener Schichten ist und 
man in der Lage ist, die betreffenden Fundschichten genau zu priicisiren, so ent- 
schlossen wir uns, diesen Horizont nach diesem Fundort „Priesener Schich- 
ten" zu benennen. 




', st't.;-, 




Fig. 2. Profil am rechten Egerufer bei Priesen zwischen Postelberg und Laun. 

E. Egerfiuss. 0. Nuculaschiebten, nur bei niedrigom Wasserstand ztigftnglich. 1. Geodiaschichten, 

glauconitisch. 2. Radiolarienscbichten. 8. Gaatropodcnschichten. 4. Sphaerosiderite mit Am. 

dentatocarinatns. 5. Krabbonschichte. c. Teraaere Erdbrandschichten. 7. Aokerkrume. 



*) Reuss: VerstRinerungen der bohm. Kroideformation. 



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Ini Jahre 1889 nahm ich eine genaue Untersucbung dieses Aufschlusses 
vor und lernte ftinferlei Lagen zu unterscheiden, von welclien jede einen eigen- 
thumlichen palaeontologischen Charakter besitzt. Dies sind folgende am Profile 
Fig. 2. dargestellte Schichten. 

0. Nuculaschichte. Diese ist die tiefste, in der Regel nur bei niedri- 
gem Wasserstande zugangliche Scbicbte. Die Farbe ist dunkel aschgrau und die 
Schalen der Petrefacten sind weiss, welcher Umstand Eeuss bewogen haben mag, 
diese Schichten ihrer grossen Aehnlichkeit mit dem Gault von Folkston als Gault 
zu bezeichnen, zu einer Zeit, wo ihr Lagenmgsverhaltniss zu den alteren Schichten 
vom turonen Alter noch nicht bekannt war. 





F 'fl- 3. Schlammung der Nuculaschichte (Nr. 0.) 
des Priesener Profils. 

Vergr. 60mal. (Nr. 29. des Priiparates.) 

!• Glauconit. 2. Schwefelkies. 3. Spongien- 
nadeln. 4. Foraminiferen-Schalen. 



Fig. 4. Schlitf der Nuculaschichte (Nr. o.) des 
Priesener Profils. Vergr. 40mal. (Nr. d. Orig. 9.) 
I. Spongiennadel. 2. Brauneisenstein-Ausful- 
lujigcn von Globigerinen-Kammern. 3. Schwe- 
felkies. 4. Glauconit. 5. Vivianit. 6. Forainini- 
ieren, dariiber eine Eadiolarie Lithodiscia 
discus Per. 



Diese Nuculaschichte ist auch weiter stromaufwarts zuganglich und die 
meisten Arten, die Eeuss als vom Zollhaus bei Postelberg vorkommend an- 
gibt, mogen dieser Schichte entstammen, wodurch sich auch erklart, warum manche 
Arten nur hier und nicht in den hoheron Lagen vorkamen. 

Die microscopische Untersucbung ergab viel Schwefelkies und Glauconit, 
dann schon blaue Kornchen von Vivianit (?). Eunde Brauneisensteinkorner staimuen 
von Ausfiillung der Kammern von Globigerrina. Sparliche Foraminiferen, die Ea- 
diolarie Lithodiscia discus und Spongiennadeln. 

Von grosseren Versteinerungen fanden sich in der Nuculaschichte folgende : 



Otodus sulcatus. 
Corax heterodon. 
Nautilus Eeussi. 
Am. D'Orbignyanus. 
Scaphites auritus. 
Turritella acicularis. 
Turritella Noegerathiana. 
Pleurotomaria linearis. 



Aporrhais stenoptera. 
Aporrhais subulata. 
Cerithium binodosum. 
Dentalium glabrum. 
Dentalium polygonum. 
Cardita tenuicosta. 
Nucula pectinata. 
Nucula semilunaris. 



14 



Nucula sp. Avicula poctinoides. 

Leda siliqua. Pecten Nilssoni. 

Area pygmaea. Ostrea frons. 

Leguminaria Petersi. Terebratulina chrysalis. 

Venus pentagon a. Paraclytia. 

Aus diesera Verzeiclinisse ersieht man, dass diese Schichte schon eine 
Reihe von Petrefacten fuhrt, welche zum erstenmale in den Priesener Scliichten 
auftreten. Nur die Pleurotoraaria linearis erinnert an die Teplitzer Schichten. 

1. Die Geodiaschichte im Niveau des Fahrweges ist sehr stark glau- 
conitisch, so dass am Schliff (Pig. 5.) die griinen grossen Korper auffallend er- 

scheinen. Ausser Spongiennadeln trifft man Braun- 
eisenstein und Vivianit - Korner , dann intensive 
schwarze Korner und rundo Gruppen von kleinen 
Quarzkornern, die vielleicht einem Rhizopoden an- 
gehoren. Von Radiolarien ist Lithocyclia dis- 
cus haufig. 

In der Schlammung sind 50°/,, Glauconit- 
korner und etwa 10% Foraminiferen : Textullaria, 
Cristellaria, Nodosaria mit hellen Kammern, scltcn 
mit schwarzer Fiillung. 

Eigentkumlich fiir diese Schichte sind rie- 
sige, schon mit freiem Auge wahrnehmbare Nadcln 
von Geodia gigantea Pocta, welche Prof. Wein- 
zettel zuerst entdeckte. 

Von grosseren Petrefacten ist fast gar 
nichts aufznfinden, doch durfte ein Localsanimler 
sich ein Verdienst erwerben, bei giinstigem Auf- 
schluss besonders seine Aufmerksamkeit dieser Ge- 
odienschiclite zu widmen. 

2. Radiolarienschichte. Diese tritt 

oberhalb des Fahrweges in einer Reihe von festc- 

ren Banken auf, so dass es noting erschien, dieselben mit a — zu bezeichnen. 

Das Gestein ist fest, glauconitisch, bildet harte Banke und unterschcidct sich deut- 

lich von der folgendcn feinmassigen weichen Gastropodenschi elite. 

In der tiefsten Lage 2a zeigte die Schlemmung Rindenkorpor von Geodia 
gigantea, Globigerinen und Radiolarien ahnliche Kugeln (Fig. 6.) 

Dieselbe entliielt 25% Foraminiferen, 15% Glauconit und etwa 8°/ Ra- 
diolarien. 

Der Schliff ist reich an Radiolarien, zeigt auch etwas Glauconit und eigen- 
thiimlich grosse Brocken eines intensiv schwarzen Kiirpers (2). [Fig. 7.| 

Die Lage 2b lieferte nichts abweichendes, dafiir erwies sich die Lage 2c 
ids Fundort von Dictyomitra regularis und Porodiscus glauconitarum. 

Am reichsten an Radiolarien erwies sich die Lage 2d, welche die Gattun- 




Fifl. 5. Schliff der Geodiaschichte 

(Nr. 1.) des Priesener Proflls. 
Vergr, 40mal. (Hi: d. Prftpar. 7.) 

1. Glauconit. 2. Kalkspath? 
i!. Brauneisenstein. 4. Int(!nsivo 

blaue Korner (Vivianit?) 

6. Gruppo von Quarzkornern. 6. 

Spongiennadel. 7. Intensive 

schwarze Korner. 



15 



gen Stylodictla Porodiscus, Dictyomitra fiihrt und in der ich jiiugst auch die Gat- 
tung Ropa last rum entdeckte. (Fig. 9. und 10.) 




Fig. 6. Schlammung der Radiolarienschichte. 

Vergr. 40mal. (Nr. dos Praparates 25.) 

1. Bindenkorper von Geodia gigantea. 2. Ra- 
diolarien. 3. Glauconit. 4. Globigerina. 




Fig. 7. Schliff der Radiolarienschichte (Nr. 2a). 

Vergr. 40mal. (Nr. dos Praparates 10.) 

1. Glauconit. 2. Intcnsiv sehwarzer Kbrper. 

3. Kadiolaria. 4. Kammer einer Globigerrine. 

5. Radiolarie. G. Forammiferen-Kainmern. 



^f^'N 



w. 



3 



mm 




M* 3 * 



F| B- 8. Schliff der Radiolarienschichte (Nr. 2c). 

Vergr. Gonial. (Nr. des Praparates 21.) 

'■ Glauconit. 2, Schwarze Horner. 8. Forami- 

aiferen-Kammern. 4. Dictyomitra regularis. 

6 - Porodiscus glauconitarum. 0. Eckige telle 

Horner. 




Mr ■.™'W',', i /!;*i.>,i ■; - '".0' 



■*.&* 



O' 



Fig. 9. Schliff der Radiolarienschichte (Nr. 2d), 

urn die Haufigkeit der Radiolarien zu 
zeigen. 

Vergr. 40mal. (Nr. des Praparates 16.) 



Auffallend ist, dass es niclit gelungeu ist, in der Schlammung irgend 
Welche Spur von Radiolarien aufzufinden. 

Von grosseren Versteinerungen wurden nach langem Suchen bloss wenige 
gefunden, yon denen ich folgende anfiihre: 

Aptychus radiatus. 
Trochus Engelhardti. 
Voluta elongata. 



Notidanus sp. 
Corax heterodon. 
Saurocephalus marginatum. 
Lepidenteron mit Resten vielcr 

unbekannter Fische. 
Nautilus sublaevigatus. 
Ilelicoceras Reussianum. 



Nucula pectinata. 
Corbula caudata. 
Lima Hoperi. 
Ostrea (Wegmanniana ?) 



16 




Fig. 10. Schliff der Radiolarienschlchte (Nr. 2d) des Priesener Profils. 

Vergr. 175mal. (Nr. des Praparates 1G.) 
1. Glauconit. 2. Kalkspath. 3. Foraminiferen-Kammer. 4. Stylodyctia Ilaeckeli, Zittel. 
5. Porodiscus glauconitarum, Pern. 0. Dictyomitra multicostata Zitt. 7. Ropalastrum sp. 



3. Gas tropo dens chichte. Diese nimmt die Mitte des ganzen Profiles 
ein und ist der eigentliche Sitz der reichen Fauna der Priesener Schichten, die 
bcsonders reich an Cephalopoden und Gastropoden ist und deren VerzeichniKS 
weiter unten folgt. 

Die Diinnschliffe sind etwas reicher an Foraminiferen als die der voran- 
gehenden aber im Vergleich zu den Teplitzer Schichten dennoch als arm zu be- 
zeiclinen. Radiolarien scheinen ganz zu fehlen. 

1 







Fig. II. Schliff einer festen Kugel der Gastro- 
poden8chichte (Nr. 8.) des Priesener Profils. 

Vergr. 40mal. (Nr. des Prftparates 3.) 

1. Schwarze Korper. 2. Helle eckige Korner. 

3. Foraminiferen mit intensiv schwarzer 

Kammerausfullung. 




Fig. 12. Schliff der Gastropodenschichte (Nr. 3.) 
des Priesener Profils. 

Vergr. 40mal. (Nr. des Pniparates 4.) 
1. Glauconit. 2. Helle eckige KOrncr. 3. Cri- 
stellaria. 4. Gruppe heller Korner. 5. Kalk- 
spath. 



Da diese Schichte am zuganglichsten ist und fur den Sammler am dank- 
barsten, so gelangten in die verschiedenen Sammlungen hauptsachlich Arten aus 
derselben. Es ist der Reichthum an Individuen und Arten in der That erstaunlich 
und damit sich der Leser davon eine Vorstellung machen kann, gebe ich das Bild 



17 



oines Stuckes, das auf 20 Quadratcentimeter iiber zwanzig Individueu von fast 
ebensoviel Arten zeigt. (Fig. 13.) 



/ a , J ^s i o 7 




Fig. 13. Fragment aus der Sastropodensohlchte (Nr. 8.) des Frlesener Proflls. 

In natiirlicher Griisse dargeatellt, um den stellenweise auftrctenden Reiehthum an 

Petrefacten daraistellen. 

I. Krabbenfragmente. 2. Aponhais. 3. Fischschuppe. 4. Cylichna. 5. Holaster. 

<>. Rissoa. 7. Venus. 8. Turritella. 9. Antedon. 10 Avellana. 11. Cardium. 12. Ba- 

culites. 13. Turbo. 14. Nucula. 15. Cidaris? 16. Fusus. 17. Dontalium. 18. Apor- 

rhais. 19. Cristellaria. 20. Micraster. _ 21. Aporrhais. 

(Die Bestimmungen sind nur beiliiufig.) 



In nachfolgendem Verzeichniss findet man aus dieser Schichte: 



Crustacean 5 

Echinodermen 8 

Polypen 5 

Foriferen 4 

Foraminiferen 45 Zusammen 143. 



Fische 13 

Cephalopoden 11 

Gastropoden 43 

Brachiopoden 5 

Bryozoen 4 

4. S phii r o si do rit schichte. In den hochsten Lagen der Gastropoden- 
8c hichte liegt eine wenig milchtige Lage von runden oder nachen Concretionen von 
Nuss-, Faust- und Kopfgrosse; manche erreichen sogar bis 50 cm an Lihige. Der 
gesunde Kern besteht aus grauem sehr hartem 
kpharosiderit, die denselben umgebenden Krusten 
Jeisen verschiedene Stadien von Oxydation auf, 
die sich durch rostrothe bis ockergelbe Farben in 
v erscbiedenen Nuancen kund geben. 

Der Schliff des unoxydirten Spharosiderites 
Zei gt eine Zusammensetzung aus ziemlich gleich 
grossen, unregelmassig viereckigen Theilen, von 
(I( 'nen jeder in der Mitte einen dunlden Punkt 
zeigt. Von kleineren organischen Resten ist hier 
eiue Spur wahrzunehinen. (Fig. 14.) 

Von grosseren Petrefacten ist hier am hau- 
ngsten Ammonites subtricarinatus und dentatocarinatus. Scaphiten treten in der 
a . bi nodosus angefuhrten Varietiit in kraftigen Exemplaren auf. Die Exemplare 
^igcn unverdriickte Form und die Negative sehr sclione fur Ausgfisse geeignete 
oerflache, namentlich von Bivalven und Gasteropoden. 




Fig. 14. Schliff durch eine feste 
graue Kugel aus der Spharoside 
ritschichtc (Nr. 4.) des Priesener 
Proflls. (Nr. des Priiparates 5.) 
Vergr. 60mal. 



18 



Von Fischen wurde blows oin I'rachtexemplar etnes mit Elopopsis vei'wandten 
Fisches in einer an 70 cm langen flachen Geode vorgefunden, von Cephalopoden 
3 Arten, Gastropoden 8, Bivalven 5. 

5. K r a b b e n s ch i ch t e. Als solche bezeichne ich die gelblichen und grauen, 

ziemlich plastischen Lagen, welche oberhalb der 
Spharosiderite liegen, schwer zuganglich sind und 
sich durch auffallenden Ueichthum an Crustacoen 
auszeichnen. 

Der Schliff zeigt otwas Glauconit, dann 
braune Korner mit rostfarbenem Saum, ziegelrotlie 
kleine Kerne und intensiv schwarze Foraminiferen- 
Kerne. Die Schliimmung zeigte Spongiennadeln und 
nur etwa 2°/ von Foraminiferen. (Fig. 15.) 

Von grossercn Petrefacten wurde ein Fisch- 
zahn, von Cephalopoden Ammonites dentatocari- 
natus und die fur Bohmen neue Gattung Crioceras 
gefunden. 

Von Gastropoden nur 4, von Bivalven 3 
Arten. Auffallend ist der lleichthum an Crustaceen, 
von denen 8 Arten gefunden wurden. 




Fig. 15. Schliff der Krabben 
schichte (Nr. 6.) des Priesener 

Profile. (Nr. des Prilparates 8.) 
Vergr 40mal. 

1. Glauconit. 2. Baueisensteinkor- 

ner mit hellrostgelliem Saume. 

8. Kothe Korner. 4. Kalkspath. 
5. Braune feinkornige Grund- 

maase. 9. Intens. schwarze Koruiir. 



Callianassa brevis. 
Paraclytia, ein ganzes Exemplar. 
Hoploparia, ein gauzes Exemplar. 
Pollicipes elongatus. 



Polycnemidium pustulosum. 

Polycnemidium, n. sp. 

Palaeocorystes. 

Ein Fragment einer grossen Krabbe. 

Fiir das emsige Suchen in dieser Schichte bin ich Herrn Schulleiter Meyer 
aus Mallnitz zu grossem Danke verpHichtet. Die von ihm gesammelten Stftcke 
sind mit OS. = Oberhalb des Spharosiderits bezeichnet. 

Auf diese letzte den Priesener Schichten angehorige Schichte folgen dann 
tertiaere Erdbrandschichten und Ackerkrume. 

Ich lasse nun ein Verzeichniss der an diesem Fuudorte von Reuss und 
mir sichergestellten Arten je nach ihrer Vertheiluug in den 6 bezeicbncteu 
Lagen folgen. 



19 

Verzeiclmiss der in Priesen bei Laun aufgefundenen Arten 
mit genauer Bezeichnung der Fundschichte. 

* (Vergleiche Seite 12, Profll Fig. 2.) 

fie mit E. bezoichneten Arten Bind auf die Autoritat von Keuss in dieses Verzeichniss aufge- 
genommen, fehlen aber unserer Sammlung. 







Oxyrhina angustidens, Reuss II 

Lamna raphiodon, Ag E. 

Lamina acuminata, Ag 

Notidanus simplex, Fr 

Otodus appcndiculatus, Ag 

Otodus sulcatus, Gein. = Hybodus gracilis . . R. 

Squatina lobata, Reuss R. 

Corax heterodon, Reuss 

Pycnodus 

Osmeroides Lewesiensis, Ag 

Osmeroides divaricatus, Gein 

Oyclolepis Agassizi, Gein 

Aspidolepis Steinlai? Gein 

Saurocepkalus marginatum, Reuss 

Elopopsis, sp 

Cladocyclus Strehlensis 

Operculum A. (radiatum) 

Operculum B. (altum) 

Operculum C. (quadrangulum) 

Praeoperculum I), (spiniferum) 

Praeoperculum E. (serratum) 

Operculum F. (liistrix) 

Electrolepis horrida, Fr 

Spinacites radiatus, Fr 

Nautilus sublaevigatus, D'Orb 

Nautilus rugatus, Fr. et Schl 

Nautilus Reussi, Fr 

Ammonites (Sclilonbachia) subtricarinatus, D'Orb. 
Ammonites (Acanthoceras) dentatocarinatus, Rom. 
Ammonites (Placenticeras) D'Orbignyanus, Gein. . 

Ammonites (Lytoceras) Alexaudri, Fr 

Ammonites polyopsis? Duj 

Scaphites Geinitzi, D'Orb 

wapliites Geinitzi var. binodosus, Rom 

^capbites auritus, Fr 

Hamites bobemicus, Fr 

Hamites verus, Fr 

Hamites consobrinus D'Orb & 

Hamites Geinitzi, D'Orb R. 

webcoceras Reussianum, Fr 

^rioceras membranaceum, Fr 

Uaculites Faujassi, Lam 



+ 



1 



2 



3 



+ 



+ 



+ 



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+ 

+ 

+ 



2* 



20 



Aptychus radiatus, Fr 

Turritella multistriata, Reuss . . 
Turritella acicularis, Keuss . . . 
Turritella Noeggerathiana, Goldf. . 

Scala, sp 

Scala decorata, Gein 

Natica vulgaris, Reuss 

Natica Genti, Sow 

Turbo decemcostatus, v. Bach. . . 
Trochus Engelhardti, Gein. . . . 
Guilfordtia acanthochila, Gein. . . 

Rissoa Reussi, Gein 

Rissoa, sp 

Alvania, sp 

Alvania, sp 

Pleurotomaria linearis, Mant. . . 
Solarium baculitarum, Gein. . . . 
Aporrhais megaloptera, Reuss . . 

Aporrhais Reussi, Gein 

Aporrhais coartata, Gein 

Aporrhais stenoptera, Goldf. . . . 
Aporrhais arachnoides, Mull. . . , 
Aporrhais subulata, Reuss . . 

Rapa cancellata, Sow 

Fusus (cf. Fleuressianus), D'Orb. 
Fusus Nereidis, Miinst. . . . 

Fusus? n. sp 

Fusus, sp 

Fusus requienianus, D'Orb. . . 
Cerithium binodosum, Rom. . . 
Cerithium fasciatum, Reuss . . 
Cerithium pseudoclathratum, D'Orb 
Cerithium provinciale, D'Orb. 
Cerithium cf. Dupinianum, D'Orb. 

Cerithium sp 

Voluta elongata, D'Orb. . . . 
Mitra Roemeri, Reuss .... 
Cylichna cylindracea, Gein. . . 
(Acteon ovum, Duj. ? ?) . . . 

Acteon, sp 

Acteon doliolum, Mull 

Acteonina lineolata, Reuss. . . 
Avellana Humboldti, Mull. . . 

Avellana? 

Scaphander cretaceus, Fr. . . . 
Acmaea depressa, Gein. . . . 
Patella? inconstans, Gein. . . . 
Dentalium glabrum, Gein. . . . 
Dentalium medium, Sow. . . . 



+ 



+ 



4- 



+ 



+ 

+ 
+ 



+ 



+ 

+ 



+ 



+ 



+ 



+ 



+ 



+ 
4- 



+ 

+ 



+ 



+ 

+ 
+ 
+ 



+ 



+ 



+ 



21 







R. 



Dentalium polygonum, Reuss 

Cardium semipapillatum, Reuss .... 

Carditta teuuicosta, Sow 

Isocardia cretacea, Goldf 

Astarte acuta, Reuss 

Astarte nana, Reuss 

Eriphyla lenticularis, Goldf. sp 

Nucula pectinata, Sow 

Nucula semilunaris, v. Buch 

Nucula ovata, Mant 

Leda siliqua, Goldf. sp ■ 

Leda producta, Nils ■** 

Pectunculus insculptus, Reuss ■ 

Pectunculus reticulatus, Reuss R 

Area truncata, Reuss 

Area striatula, Reuss 

Area undulata, Reuss • 

Area pygmaea, Reuss "■ 

Area bifida, Reuss 

Pinna decussata, Goldf • 

Mytilus Neptuni, Goldf. (Pinna nodulosa, Reuss) . 

Lithodomus rostratus, D'Orb 

Lithodomus spathulatus, Reuss 

Modiola capitata, Zittel . • 

Gastrochaena amphisbaena, Gein • 

Corbula bifrons Reuss -"• 

Corbula caudata, Nils 

Thracia? 

Lyonsia carinifera D'Orb. . • 

Leguminaria (truncatula Reuss)? .... 

Leguminaria Petersi, Zittel 

Pholadomya decussata, Phill 

Pholadomya, sp 

Tellina concentrica, Reuss 

Venus laminosa? Reuss 

Venus concentrica, Reuss 

Venus parva Sow ■ 

Venus pentagona, Reuss «■ 

Avicula Geinitzi, Reuss 

Avicula pectinoides, Reuss • 

Avicula glabra, Reuss R< 

Gervillia solenoides, Defr 

Inoceramus Cuvieri, Sow 

luoceramus planus, v. Miinst 

Lima septemcostata, Reuss R 

lama cf. elongata, Sow 

Lima granulata, Desh 

Luna Hoped, Mant ■ 

Lima cf. semisulcata, Nilss < 



+ 
+ 



+ 
+ 

+ 



+ 



I — 



+ 



E. 



+ 



+ 



+ 
+ 

+ 

+ 
+ 

+ 
+ 
+ 



+ 



+ 



+ 



+ 



* 



+ 



22 



Pecten Nilssoni, Goldf 

Pecten curvatus, Gein 

Pecten Dujardini, Rom 

Pecten squammula, Lain 

Pecten serratus, Nilss 

Pecten cicatrisatus, Goldf R. 

Pecten trigemminatus, Goldf. R. 

Spondylus, sp 

Ostrea semiplana, Sow 

Ostrea hippopodium, Nilss 

Ostrea frons, Park 

Ostrea cf. Wegmanniana, D'Orb 

Anomia subradiata, Reuss 

Anomia subtruncata, D'Orb 

Magas Geinitzi, Schlon 

Argiope? 

Terebratulina chrysalis, Schlott 

lUiynchonclla pisum, Reuss 

Entalophora ? solitaria, Fr 

Mypothoa, sp 

Polycnemidium pustulosum, Reuss 

? n. sp 

Palaeocorystes, sp 

Palaeocorystes, sp 

Microcorystes parvulus, Fr 

Callianassa brevis, Fr 

Callianassa elongata Fr 

Callianassa gracilis Fr 

Stcnocheles parvulus? Fr 

Paraclytia, sp 

Hoploparia, sp 

Enoploclytia 

Palinurus 

Pollicipes elongatus, Steenstr 

Pairdia subdeltoidea, v. Miinst 

Bairdia arcuata var. faba, Reuss 

Cythere concentrica, Reuss 

Oy there semiplicata, Reuss 

Cytheridea perforata, Rom 

Oytherella ovata (R8m.) 

Antedon 

(Maris sceptrifera 

Cidaris subvesiculosa, D'Orb. 

I'hymosoma 

Micraster Lorioli, Novak 

Holaster cf. placenta, Ag . 

Hemiaster regulusanus, D'Orb 

Goniaster 

Stellaster 

Ophiothrix? 



+ 



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23 



» 

Parasmilia 

Trochosmilia, II 

Micrabatia coronula, Goldf. . 

Trochocyathus Harweyanus, M. E. et, H 

Trochocyatlius ? 

Oculina 

Ventriculites radiatus, Mant 

Ventriculites angustatus, R5m 

Geodia gigantea, Poc 

Ohondrillopsis asterias 

Stylocordyla radix, Fr 

Clione? ovalis 

Nodosaria oligostegia, Reuss 

Nodosaria aculeata, D'Orb 

Nodosaria annulata, Reuss 

Nodosaria Lorueiana, D'Orl) 

Nodosaria Zippei, Reuss 

Nodosaria gracilis, D'Orb. ... 

Nodosaria multilineata, Gein 

Nodosaria Maycri, n. sp 

Frondicularia striatula, Reuss 

Frondicularia mucronata, Reuss 

Frondicularia angusta, Nils 

Frondicularia Archiacina, D'Orb 

Frondicularia Cordai, Reuss 

Frondicularia inversa, Reuss • • 

Flabellina rugosa, D'Orb. var. Baudouiniana D Orb. 

Flabellina ornata, Reuss 

Elabellina cordata, Reuss 

(= Flabellina elliptica, Nils.) 

Cristellaria rotulata, D'Orb 

Cristellaria intermedia, Reuss 

Cristellaria ovalis, Reuss 

Cristellaria lepida, Reuss 

Marginulina elongata, D'Orb 

(= Cristellaria elongata, D'Orb.) 

Marginulina Nilssoni, Rom 

Marginulina bacillum, Reuss 

Textillaria globulosa, Reuss 

(== Textillaria globifera, Reuss) 

Tritaxia tricarinata, Reuss 

(= Textillaria tricarinata, Reuss = Vernemllma 

dubia, Reuss) 

Verneuillina Miinsteri, Reuss 

(= Textillaria triquetra, v. Miinst ) 

Guttulina trigonula, Reuss 

(== Polymorphina trigonula, Reuss) 

Guttulina elliptica, Reuss . . ■ 

(= Polymorphina elliptica, Reuss) 

Clobulina lacrima, Reuss 



4- 



+ 






+ 

+ 
+ 
+ 



+ 
+ 



+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
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+ 

+ 



+ 

+ 
+ 
+ 



24 



(= Polymorphina lacrima, Reuss) . . . 

Polymorphina globosa, v. Mllnst 

(= Globulina globosa, v. Miinst.) . . . 

Globigerina cretacea, D'Orb 

Globigerina marginata, Reuss 

(= Rosalina marginata, Reuss) .... 
Planorbulina ammonoides, Reuss .... 
(= Rotalina ammonoides, Reuss) .... 
Planorbulina polyraphes, Reuss .... 
(= Rotalina polyraphes, Reuss, .... 

Bulimina variabilis, D'Orb 

(= Ataxophragmium variabile, D'Orb.) . 

Bulimina intermedia, Reuss 

Gaudryina rugosa, D'Orb 

Nonionina compressa, Rom 

Cornuspira cretacea, Reuss 

(= Operculina cretacea, Reuss) .... 
Trochammina irregularis, Park and Jones 

Haplosticbe constricta, Reuss 

(= Nodosaria constricta, Reuss) .... 
Haplosticbe dentalinoides, Reuss .... 

Haplostiche clavulina, Reuss 

Haplostiche foedissima, Reuss 

(==' Dentalina foedissima, Reuss) .... 
Dictyomitra multicostata, Zittel .... 

Dictyomitra regularis, Perner 

Lithocyclia discus, Perner 

Stylodyctia Haekeli, Zittel 

Porodiscus glauconitarum, Perner . . . 

Ropalastrum, sp 

Frenelopsis bohemica, Vol 

Araucaria Fricii, Vel 

Araucaria brachyphylla, n. sp 

Araucaria epactridifolia, n. sp 

Sequoia lepidota, n. sp 

Sequoia Reicbenbacbi (Gein.) 

Sequoia, spec 

Widdringtonia ? 

Frenelopsis bohemica? Vel 

Quercus Charpentieri, Heer 

Ficus Cecropiae-lobus, n. sp 

Rhus densmortis, n. sp 

Ericophyllum Gaylussaciae, n. sp. . . . 

Myrsine manifesta, n. sp 

Myrsine coloneura, n. sp 

Ardisia glossa, n. sp 

Diospyros primaeva, Heer 

Phyllites Perneri, n. sp. ....... 

Anthocepliale bohemica, n. sp 



+ 

+ 



+ 
+ 



+ 
+ 



+ 



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-cd 
-d 









26 



5 I 24 



+ 

+ 
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+ 
+ 
+ 
+ 

206 



+ 
+ 

+ 

+ 

+ 
+ 



21 



27 



25 



Ueberblicken wir die aus vorstehendem erlangten llesultate, so ist in Bezug 
auf die petrographische Beschaffenheit der mergligen Planer vorerst das 
haufige Auftreten von. Glauconitkornern zu erwahnen, welche in den tieferen Lagen 
sehr haufig sind und nacli oben immer mehr abnehmen. 

Es ist wahrscheinlich, dass die Niihe der Eruptionserscheinungen des Mittel- 
gebirges damit zusammenh&ngt, deren Thatigkeit (vielleicht in kleinen unterseei- 
schen Erruptionen) wahrend der Ablagerung der Priesener Schichten nach und nacli 

abgenommen bat. 

Die ubrigen mineralogischen Einscbliisse sind mit organischen Ueberresten 
im Zusamnienhange. Runde, braune und schwarze Korner stammen nieist von 
Ausfullungen von Forauiiniferen-Kammern her. Die feine Grundmasse zeigt bei 
starker Vergrosserung keinen organischen Charakter. 

Die Untersuchung der Diinnschliffe in Bezug auf thierische Reste zeigte, 
dass Radiolarion in Schichten vorkamen, die arm an Foraminiferen sind, wahrend 
die an die, letzteren reichereu Schichten wenige oder keine Radiolanen enthalten. 
Im Ganzen ist der Reichthum an Foraminiferen ein viel geringerer ala in den 
Teplitzer Schichten und wenn man hie und da eine Anhiiufung kleinerer und 
grosserer Arten findet, dann ist das wohl der Darminhalt eines Echinodermen 

oder Wurmes. , .. .. , 

Die Schlammungen erwiesen sich fur das Studium viel mangelhafter als 
die Schliffe, denn es geht dabei gewiss viel verloren. So fanden wir zuni l Beiepel 
i« dor Schiammung einer Schichte keine Radiolarien, wahrend der Schllff der- 
selben Schichte daran reich war. 

Die Vertheilung der griisseren Arten betreffend, so zeigen sich die tieferen 
Lagen arm an Arten und Individuen und enthalten noch hie und da Ueberbleibsel 
aus der Fauna der Teplitzer Schichten. Der Hauptsitz der fur die Priesener 
Schichten bezeichnenden Arten ist die Ga strop ode n schichte , worauf wieder 
e ine Abnahme in den Spharosideritschichten wahrnehmbar ist, die sich noch stei- 
gert in der an Crustaceen reichen Krabbenschichte. 

Das Priesener Profil scheint fur alle ubrigen gleichalterigen Ablagerungen 
am rechten Egerufer massgebend zu sein und diirfte iiberall, wo gute Aufschlusse 
voi-lmnden sind und wo griindlich untersucht wird, bestatigt worden. 

Manche Abweichungen zeigt das linke Egerufer, zu dessen Betrachtung 
Wu* uns nun wenden. 

Makes Egerufer in der (legend von Leneschitz, Vrsovic und Wimie. 

Am linken Egerufer findet sich keine so giinstige Gelegenheit die Priesener 
Schichten zu untersuchen, wie wir es am rechten Ufer fanden, und man muss mit 
dw Ausbeute einzelner an Petrefacten reichen Localitiiten sich begniigen. Durch 
d 'e Reihe von Basaltkuppen gehoben und von Vegetation meist ganz verdeckt, 
l; «sen Hie ein Studium beziiglich der Vertheilung der Arten nac 1 ' 
kagen nicht zu. Es ware dies urn so interessanter, da am linken 



nach den einzelnen 
Ufer Arten auf- 



20 



treten, die in Priesen nie zu fimden waren, zum Beispiel A. German, der dann erst 
wieder in der Gegend von Pardubic erscheint. 

Die dankbarste Sammellocalitat war in dem Jahre 1870 die von der Le- 
neschitzer Ziegelei nordostlich nach dem Fusse des Rannaiberges sich hin- 
ziehende Lehne, wo die Priesener Scbichten zum Thale abfallend, die Teplitzer 
decken. Ein Wolkenbruch, der vor meiner Ankunft fiber die Launer Gegend nieder- 
ging, bildete an der genannten Lebne tiefe Furchen und wuscb die verkiesten Petre- 
facten aus dem miirben Mergel, so dass Tausende von Exemplaren gesammelt werden 
konnten. Gegenwartig ist die Localitat durcb Waldcultur ziemlich unzuganglich 
geworden. 

Verzeichniss der am Fusse des Berges Rannai, oberhalb der 
Leneschitzer Ziegelei aufgefundenen Petrefacten. 



Belemnites sp. (Pliragmaconus und 
I'Yagmente). 

Nautilus Reussi, Fr. 

Ammonites (Schlonbachia) Germ a r i 
Reuss, sp. 

Ammonites (Placenticeras) D'Orbig- 
nyanus, Gein. 

Ammonites (Phylloceras)bizonatus, Fr. 

Ammonites (Pachydiscus) peraniplus, 
Mant. juv. 

Scapbites auritus, Fr. 

Scaphites Geinitzi, D'Orb. 

Hamites verus, Fr. 

Hamites Geinitzi, Fr. 

Ilclicoceras Keussianum, Fr. 

Baculites Faujassi Lamk. (var. bo- 
hem.), Fr. 

Turritella Leneschicensis, Weinz. 

Turritella multistriata, Reuss. 

Turritella acicularis, Reuss. 

Turritella Noeggeratbiana, Goblf. 

Scala decorata, Gein. 

Scala Pbilippi, Reuss. 

Natica Genti, Sow. 

Natica vulgaris, Reuss. 

Natica acutimargo, Rom. 

Rissoa Reussi, Geinitz. 

Turbo decemcostatus, v. Bucb. 

Trochus Engelhardti, Gein. 



Solarium baculitarum, Gein. 
Xenophora onusta, Nils. 
Aporrbais stenoptera, Goldf. 
Aporrhais Reussi, Gein. 
Rapa cancellata, Sow. 
Fusus Nereidis, v. Miinst. 
Cerithium pseudoclatbratum, D'Orb. 
Gerithium fasciatum, Reuss. 
Cerithium binodosum, Riim. 
Cancellaria sculpta, Reuss, sp. 
Neptunea Leneschicensis, Weinz. 
Mitra Roemeri, Reuss. 
Oylicbna cylindracea, Gein. 
Acteon ovum, Duj. 
Acteon doliolum, Mull. 
Acteonina lineolata, Reuss. 
Dentalium polygonum, Reuss. 
Carditta tenuicosta, Sow. 
Astarte acuta, Reuss. 
Nucula semilunaris, v. Bucb. 
Nucula pectinata, Sow. 
Area striatula, Reuss. 
Modiola tetragonus, Reuss. 
Tell ina concentrica, Reuss. 
Ostrea Frons, Park. 
Exogyra lateralis, Nils. 
Parasmilia centralis, Mant. 
Trochocyathus Harveyanus, M. 
Ventriculites angustatus, R5m. 



27 

Ausser diesen sicher aus den Priesener Schichten eingesammelten Arten, 
fanden sich in dem eingesammelten Materiale auch Arten, die den tiefer liegenden 
Teplitzer Schichten angehoren: 

Ostrea semiplana. Magas Geinitzi. 

Terebratulina rigida Rhynchonella Cuvieri. 

Die in Leneschitz eingesammelten Arten stammen aus dem Niveau der 
Gastropodenschichte des Priesener Profits. Die Verkiesung trifft man auch dort 
z 'iweilen an, wiilirend sie hier zur Ilegel wurde. Der Kern der Leneschitzer Petre- 
facten ist noch uuversehrter Schwefelkies, wahrend die Aussenfliiche in Braun- 
e isenstein umwandelt ist und zuweilen prachtvoll irrisirt. 

Einen giinstigen Einblick in die Gliederuug der Priesener Schichten ver- 
s Pi-ach der „Abhang des Berges Chlum oberhalb des Maierhofes Zajezi" der 
•lurch tiefe Wasserrisse aufgeschlossen ist, der aber der Armut an Petrefactcn 
wegen wenig Belehrung brachte. 

Auf die gut als untersten Absatz sichtbaren Teplitzer Schichten folgen 
Zl| wst schwarzliche Mergel, die wohl der Nuculaschichte des Priesener Profils ent- 
s Prechen diirften, dann folgen ockrige Schichten mit zahlreichen, ganz verwitterten 
Kiesconcretionen von Nuss- bis Faustgrosse. (Auf diesen gedeihen Weichselbiiume.) 
Nun folgen graue, petrefactenleere Lagen, bei denen man keinen Anhaltspunkt zur 
A hersbestimmung findet. (In halber Hohe derselben gedeihen Nussbaume.) 

Die hochsten Schichten, die mit Agatbiiuinen bepfianzt sind, zeigten an den 
aD geregneten Flachen sparsame Reste von verkiesten Petrefacten, welche man von 
}li «- dann bis zu dem reichen Leneschitzer Fundort verfolgen kann. Von der Sphiiro- 
s 'dei'itschichte ist nichts wahrzunehmen. 

Die microscopische Untersuchung dieser an grosseren Petrefacten armen 
Schichten, diirfte urn so wiinschenswerther erscheinen, musste aber der Zukunft 
u Wlassen werden. 

Weiter ostwarts am Fusse des Iloblik und der folgonden kleinen Basalt- 
kll Ppen wurde offers nach Braunkohle geschiirft und ich erhielt aus einem Versuch- 
fe au Scaphites Geinitzi. 

Erst weiter oberhalb Vrsovic fanden wir an einer „Cornodol" genannton 
Localitat einen tiel'en Wasserriss, welcher interessante Versteinerungen lieferte. Das 
Gestein ist hell ockergelb und entspricht im Alter der Gastropodenschichte des 
inesener Profils. 

v erzeichniss der in der Sehlucht „Cernodoly" oberhalb Vrgovic bei 
Laun gesammelten Petrefacten 

•Aim Theil gesammelt vom Lelirer Herrn Feigel. 

smeroides Lewesiensis, Ag. Ammonites (Acanthoceras) dentatocari- 
ycnodus cretaceus? Ag. natus, Romer. 

lado °yclus Strehlensis, Gein. Ammonites (Cosmocoras) Schlonbachi, 

Al nmonites (Schlonbachia) Germari, Scaphites Geinitzi, D'Orb. 

<>IIKS - Scaphites auritus, Fr. 



T, 



28 



Hainites bohemicus, Fr. 
Helicoceras Beussianum, Gein. 
Turritella acicularis, Reuss. 
Turritella multistriata, Reuss. 
Turritella Noeggerathiana, Goldf. 
Natica vulgaris, Reuss. 
Rissoa Reussi, Gein. 
Trochus Engelhardti, Gein. 
Guilfordia acantliochila, (Weinz), 
Solarium baculitarum, Gein. 
Aporrhais stenoptera, Goldf. 
Aporrhais megaloptera, Reuss. 
Aporrhais subulata, Reuss. 
Cerithium pseudoclathratum, D'Orb. 
Cerithium binodosum, Rom. 
Cerithium fasciatum, Reuss. 
Mitra Roemeri, Reuss. 
Cylichna cylindracea, Gein. 
Acteon doliolum, Mull. 
Capulus ? 

Dentalium polygonum, Reuss. 
Dentalium glabrum, Gein. 
Cai'dium semipapillatum, Reuss. 



Oarditta tenuicosta, Sow. 
Eriphyla lenticularis, Goldf. 
Nucula semilunaris, v. Buch. 
Nucula pectinata, Sow. 
Pectunculus insculptus, Reuss. 
Area undulata, Reuss. 
Area striatula, Reuss. 
Modiola tetragonus? Reuss. 
Pholadomya ? 

Gastrochaena amphisbaena. Gein. 
Tellina concentrica, Reuss. 
Venus subdecussata, Rom. 
Venus laminosa, Reuss. 
Corbula caudata, Nils. 
Gervillia solenoides, Defr. 
Inoceramus Cuvieri, Sow. 
Pecten Nilssoni, Goldf. 
Pecten Dujardini, Rom. 
Lima (granulata ?) D'Orb. 
Exogyra lateralis, Sow. 
Ostrea semiplana, Sow. 
Haplostiche. 
Trochamina irregularis, P. et J. 



3. Umgebung von Wunic. 

Eine weitere Gelegeuheit zum Einblick in den Bau der Priesener Schichten 
am linken Egerufer bietet der Weinberg bei Wunic, unweit von Kostic. Ueber den 
am Egerufer zu Tage tretenden Teplitzer Schichten sieht man am Siidabhange des 
genannten Berges entblosste Priesener Schichten, an denen man von weitem eine Ab- 
wechslung von grauen und gelblichen Lagen wahrnimmt, die bei niiherer Unter- 
suehung keine Spur von deutlichen Petrefacten wahrnehmen lassen. 

Erst am Gipfel des Berges sind die Rander einer festeren Schichte zugiing- 
lich, die weissliche spaltige Platten liefert, in denen viele Eischschuppen und mehrere 
fiir die Gastropoden- und Spharosideritschichte des Priesener Profits bezeiehnende 
Arten vorkamen. (Einige Arten, welche Reuss aus Wunic anfuhrt, stammen aus dem 
Orte selbst, in welchem die Teplitzer Schichten zuganglich siud.) 



Verzeichniss der am Weinberg bei Wunic vorgefundenen Petrefacten. 



Coprolith. 

Cyclolepis Agassizi, Gein. 
Osmeroides (Lewesiensis), Ag. 
Osmeroides divaricatus, Gein. 



Cladocyclus Strehlensis, Gein. 
Amm. (Acanthoceras) dentatocarinatus, 
Romer. [Gein. 

Amm. (Placenticeras) D'Orbignyanus, 



29 



Scaphites Geinitzi, D'Orb. 

dosus, Rom. 
Baculites. , 

Voluta Roemeri, Gein. 
Dentalium glabrum, Gein. 
Dentalium medium, Sow. 
Nucula pectinata, Sow. 
Pinna decussata, Goldf. 
Pecten Nilssoni, Goldf. 
Pecten Dujardini, Rom. 
Ostrea juv. 
Annomia immitans, Fr. 



var, bino- Terebratulina chrysalis, Schlott. 

Ventriculites angustatus, Rom. Haufig 
mit Radiolarien an Diinnschliffen. 

Ventriculites sp. 

Cristellaria rotulata, D'Orb. 

Frondicularia angustata, Nils. 

Flabellina cordata, Reuss. 

Trochamina irregularis, P. et Jon. 

Thocosphaera spongiarum, Perner. 

Dictyomitra conulus, Perner. 

Dictyomitra multicostata, Zittel. 

Druppula convoluta, Perner. 
Stylodictya Haekeli, Zittel. 



4. Umgebnng von Bohm. Kamnitz und Bohm. Leipa. 

Wir gehen nun zur Betrachtung der am rechten Elbeufer, in der ostlichon 
llalfte Bohmens entwickelten Reste der Priesener Schichten liber. In der That 
sind es nur kleine Reste der ehemaligen, iiber einen grossen Theil des nordlichen 
Bohmens ausgedehnten zusammenhangenden Decke der Ablagerungen, mit deren 
Betrachtung wir uns befassen. 

Die Hebung der Basalt- und Phonolitmassen zerriss das einst zusammen- 
hangende Complex in zahlreiche kleine Triimmer, verdeckte dieselben oder gab 
sie der Abschwemmuug preis. Es kann nicht Aufgabe der vorliegenden Arbeit 
sein, alle diese Reste aufzuziihlen, die meist correkt auf den Karten der k. k. 
geol. Reichsanstalt bezeichnet sind, sondern man muss sich auf Beachtung einzelner 
guter Aufschliisse beschranken, welche den palaeontologischen Charakter dieser 
Schichten erkennen lassen. 

Zu der Erhaltung der Priesener Schichten trug deren Ueberlagerung mit 
Quadorn der Chlomeker Schichten bei, unter deren Randern sie in der Gegend 
zwischen Bohm. Kamnitz und Bohm. Leipa hervortrcten. 

So findet man in der Umgebung von Bohm. Kamnitz unter Resten der 
Chlomeker Schichten, die Priesener Schichten in Wasserrissen und Bachbetten an- 
stehen und solche Stellen beutete seiner Zeit der fleissige Petrefacten-Sammler 
Grohmann aus und versah damit das Museum zu Dresden, Prag u. s. w. 

Zur Zeit des Bahnbaues wurden in der Gegend des jetzigon Bahnhofes 
die uns beschaftigenden Schichten in grosserem Umfange aufgeschlossen und aus 
der Zeit stammen die in nachstehendem Verzeichnisse angefiihrten Petrefactenfunde. 

Verzeichniss der bei Bohmisch Kamnitz vorgefundenen Petrefacten. 

Zum grosston Theile aus der Sammlung des Herrn Grohmann. 

Osmeroides Lewesiensis, Agass. A. (Placenticeras) D'Orbignyanus, Geiu. 

Otolith. Ammonites. 

Scaphites Geinitzi, D'Orb. Hamites. 



30 



Helicoceras. 

Baculites. 

Turritella multistriata, Reuss. 

Natica vulgaris, Reuss. 

Turbo decemcostatus, Reuss. 

Trochus Engelhardti, Gein. 

Solarium baculitarum, Gein. 

Aporrhais megaloptera, Reuss, 

Aporrhais subulata, Reuss. 

Aporrbais coarctata, Gein. 

Ceritbium. 

Voluta elongata, Sow. 

Mitra .Roemeri, D'Orb. 

Cylicbna cylindracea, Gein, 

Acteonina lineolata, Reuss. 

Avellana Humboldti, Muller. 

Dcntalium glabrum, Gein. 

Dentalium medium, Sow. 

Isocardia. 



Nucula semilunaris, v. Bucb. 
Nucula pectinata, Sow. 
Leda siliqua, Goldf. 
Pectunculus insculptus, Reuss. 
Area undulata, Reuss. 
Area striatula, Reuss. 
Tellina concentrica, Reuss, 
Tellina tenuistriata, Reuss. 
Venus laminosa, Reuss. 
Avicula pectinata, Sow. 
Inoceramus Cuvieri, Sow. 
Pecten squamula, Lam. 
Ostrea Wegmaniana, D'Orb. 
Brachiopod. 
Cytherella. 
Trochosmilia. 

Cristollaria rotulata, D'Orb. 
Flabellina cordata, Reuss. 
Platanus laevis, Velon. 



Einen neuon ausgicbigen Fundort eruirte ich beim Orte Waldek unweit 
Bensen, wo das stcile Ufor des Baches von Baumwuchs ganz maskirt, una viele 
neue Arten lieferte und wohl verdienen wiirde, von einem Localsammler emsig 
ausgebeutct zu werden. 



Verzeichniss der am Bache bei Waldek unweit Bensen 
aufgefundenen. Petrefacten. 



Enchodus Halocyon Ag., Zahn. 
Osmeroides Lewesiensis, Ag. 
Cyclolepis Agassizi, Gein. 
Saurocepbalus marginatus, Reuss. 
Otolith? 
Nautilus juv. 

Scaphites Goinitzi, D'Orb. 
Helicoceras Reussianum, Fr. Grosses 

4 cm breites bedorntes Fragment. 
Hamites (Nr. 13). 
Baculites. Sehr grosse 20 mm breite 

Wohnkammer. 
Natica vulgaris, Reuss. 
Solarium baculitarum, Gein. V 
Turbo? (Nr. 46). 
Turbo, n. sp. 

Trochus Engelhardti, Gein. 
Aporrhais stenoptera, Goldf. 



Aporrhais Reussi, Gein. 
Aporrhais megaloptera,, Reuss. 
Aporrhais subulata, Reuss. 
Ceritbium fasciatum, Reuss? 
Voluta elongata, D'Orb. 
Mitra Roemeri, D'Orb. 
Cylichna cylindracea, Gein. 
Acteonina lineolata, Reuss. 
Avellana Humboldti, Mull. 
Acmea depressa, Gein. (laevis?) 
Dentalium medium, Sow. 
Isocardia ? 

Astarte nana, Reuss. 
Eriphyla lonticularis, Goldf. 
Nucula semilunaris, v. Ducli. 
Nucula pectinata, Sow. 
Leda? n. sp. 
Pectunculus insculptus, Reuss. 



31 



Area Geinitzii, Reuss. 
Area undulata, Keuss. 
Venus laminosa, Reuss. 
Corbula caudata, Nils. 
Gerwillia solenoidos, Defr. 
Mytilus, n. sp. 
Pecten Nilssoni, Goldf. 
Ostroa hippop. vat - , vesical. 
Ostrea Wegmaniana. 
Brachyopod. n. 



Cytherella ovata, Rom. 
Ophioglypha, sp. 
Hemiaster regulusanus, D'Orb. 
Trochosmilia. 

Cristellaria rotulata, D'Orb. 
Dentalina ? 
Nodosaria Zippei. 
Chondrites. 
Erenelopsis boliemica. 



Nach diesem Verzeiclmiss sielit man, dass die Fauna dieser Gegend mit 
deijeiiigen der Umgebung von Laun ganz iibereinstimmt und die zugangliclieu 
Schichten den Gastropodeuschichten des Priesener Profils entsprechen. 

Auf dem Wege von Waldek nach Bohm. Leipa trafen wir bei Straussnitz 
die Schurfung eines Schachtes in voller Thatigkeit, der auf Kosteu der Burger von 
Bohm. Leipa angelegt wurde, urn Braunkohle zu finden. Auf der Halde lagen viele 
Versteinerungen der Priesener Schichten als klarer Beweis, dass man in Schichten 
von marinem Ursprunge schiirft, die sich viel friiher als die Braunkohle abgelagert 
habeu. Ich fand daselbst: 

Aporrhais. Nucula semilunaris. 

Rissoa. Area, sp. 

Troehus Engelbardti. Cristellaria rotulata. 

Cylichna. Frondicularia angusta. 

Meine diesbeztiglichen Erlauterungen wurden vom Betriebsleiter sehr un- 
gnadig aufgenommen und bemerkt : „ u n d was denn, w e n n do ch Braunkohle 
darunter ist." Als ich in einigen Wochen die Stelle wieder passirte, waren die 
Arbeiten eingestellt. 

In der Gegend von Bohm. Leipa sind in neueror Zeit durch die Einsclmitte 
der Tannenberger Bahn die Priesener Schichten mehrfach aufgeschlossen worden, 
ohne irgend wo Petrefacten in beaclitenswerther Menge zu liefern. Siidlich vom 
geuannten Orte am Eisenbahneinschnitte bei Aschendorf gelang es auf den abge- 
I'egneten Boschungen eine Partie verkiester, sehr schlecht erhaltener Petrefacten 
zu finden. 



Verzeiclmiss der im Eisenbahneinschnitt von Aschendorf bei 
Bohmisch Leipa aufgefundenen Petrefacten. 



Scapliites Geinitzi. 
Baculites. 
Natica vulgaris. 
Natica Genti. 
Aporrhais stenoptera. 
Troehus Engelbardti. 



Mitra Roemeri. 
Rissoa Reussi. 
Avellana Humboldtiana. 
Ostrea semiplana. 
Trochocyathus. 
Scyphia, sp. 



32 



5. Umgebung von Leitmeritz and Grabern. 

Am Sudabhange des Mittelgebirges, in dcr Gegend von Leitmeritz Bind 
die Triesener Schichten nur in der Facies der weissen klingenden Inoceranaen- 
pliiner entwickelt, welche den tiefsten Lagen entsprechen. Die Teplitzer Schichten 
gehen ganz allmfthlig in dieselben iiber, wie man am Wege von den Kalkbriicben 
am Gaubenhofe nach Michelsberg beobachten kann. Sie nehmen die Gipfel der 
Anhohen urn Leitmeritz herum, welche mit Weingarten bedeckt sind ein und Bind 
nirgends zum Studium giinstig aufgeschlossen. Die Terassen in den "Weingarten 
sind aus diesen Inoceramenplanern gebaut und die schmalen Gassen mit dercn 
Triimmern bedeckt. Nur jemand, der langere Zeit in der Gegend lebt, diirftc 
gelegentlich bei Anlegung oder Aenderung eines Weingartens in die Lage kommen, 
bessere Einsicht in die Schichtenfolge und in deren Fauna zu gewinnen. 

Zwischen Auscha und Bohm. Leipa fand schon Reuss bei Grabern die 
Priesener Schichten in der Form wie bei Luschitz und Priesen entwickelt. Sie 
sind wenig in der Niihe des Ortes zuganglich und ich fand daselbst im Jahre 1865 
folgende Arten: 



Scaphites. Jugendstadien. 
Baculites mit Embrionalkammern. 
Natica canaliculata. 
Solarium baculitarum. 
Dentalium glabrum. 



Venus laminosa. 
Pholadomya decussata. 
Nucula semilunaris. 
Cristellaria rotulata. 
Alles sehr schlecht erhalten. 



Die Schliimmung zoigte wenig Foraminiferen, etwas Glauconit und rauhe 
Schwefelkieskugeln. 



Dcr Soviceberg und die (legend von Melnik, Vysoka, Repin, 
Chotetov und Bendtek. 

In alinlicher Facies wie in der Gegend von Leitmeritz flnden wir die Prie- 
sener Schichten in der Gegend von Raudnitz und am Soviceberg *) als weisse Ino- 
ccramenpliiner auf den Teplitzer Schichten. 

Da Prof. Zabalka in der Gegend lange Jahre sammelt und eine ausfuhr- 
liche Publication daruber vorbereitet, so will ich ihm nicht vorgreifen und gehe 
zur Schilderung der auf den Anhohen ostlich von Melnik auftretenden Partien, der 
uns beschaftigeuden Schichten iiber. 

Die flache Decke der Kreideablagerungen tragt bei Vysoka, Stfemy, Hostin, 
Repin und Slivno kleine Schollcn der weissen Inoceramenplaner. Sie liegon auf 
lettigen, etwa 1 m machtigen Mergeln, die (lurch Haplopliragmium irregulare und 
Terebratula semiglobosa sich als Repriisentanten der Teplitzer Schichten erweisen. 
Hire hochstcn Lagen sind durch Callianassa brevis und Stenocheles charakterisirt. 
Auf den Handstttcken gewahrt man ausser verdrilckten Inoceramen noch Micraster, 
Holaster, Fischschuppen und Aptyclien. 



*) Vergloiche Teplitzer Schichten pag. 44, Profll Nr. 15. 



Die Dlinnschliffe zeigen eiiie von jener der Teplitzer Schichten ganz abwei- 
chende Structur. Die Grundmasse ist feinkornig und zeigt am senkrechten Scldiff 
Reihen liorizontaler Korner. Durch die Grundsubstanz Ziehen verzweigte belle, uncon- 
touvirte Adorn, welche etwas ganz cliarakteristisches siud, da wir sie viel welter 
ostlich bei Ciiioves auch treffen werden. 



3 





Fig. 16. Senkrcchter Schliff riurch die weisscn Inoceramenplaner von Hostin 
"• 1. Hollo unoontourirte Adern. 2. Horizontalo Reihen dunkler Korner. 3. Sohr feinkOrnige 

Grundmasse. Vergr. 40mal. Nr. dos Orig. 89. 

''■ Eine Partie desselben Schliffes starker vergrOssert. 1. Horizontalo Korncrreihe. 2. Gruppe 

V0| i SandkOrnern. 8. Glauconit. 4. Sckwarze Kerne. 5. und 6. Foraminiferenkammern. 7. Rost- 

rothe Kerne init hell, Saum. 8. Prism en von Inocoramenschalen? 9. Vivianit. 





Fig. 17. Flachenschnitt durch den weissen Inoceramenplaner von Stremy. 

"•■ i- Radiolarie? 2. Foraminlferen. 8. Feine Sandkflrner. 4. Feine Grundmasse. 6. Globi- 

gerina. Vergr. 40mal. Nr. des Orig. 97. 
''■ Eine Partie desselben starker vergrOssert. 1. QuarakOrner. 2. Foraminiferonkammern. 

8. Schwarze Korner. 4. Vivianit. 



Bei schwacber 40maliger Vergrosserung sind sebr wenig Foraminiferen 
waliniolunbar. Bei L40maliger Vergrosserung siebt man hie und da Fragmente und 
e inzelne Kammem von Foraminlferen, dann Glauconit, Gruppen von feinen Quarz- 
wrnern, ; Vivianit, schwarze Kerne und Brauneisensteinausilillungen von Kainniern 
n 'it hellem Saume. 

Boi Stremy zeigt die Grundmasse bei starker Vergrosserung ungewohnlich 
Vlel << Quarzkorner. 

. Die Inoceramenplaner sind in der Begel in der Nilbe der Ortschaften, 

)e bufs Gewinnung von Bausteinen aufgeschlosscn, welche ibre tieferen Lagen in 

3 



34 

sehr zweifelhafter Qualitat liefera, derm derselbe halt keinen Anwurf. Ich sammelte 
wiederholt an verschiedenen Localitaten, sandte audi Herrn Bukovsk^, einen sehr 





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Fig. 18. Steinbruch zwischen Stremy und Jenichov. 
I. Letten der Teplitzer Schichten. 2. Eiaensclrichto 1-CO m. 8. Graue mitrbc Schichte 1'60 m. 

4. Flatten j)l aner 50 cm. 5. Ackerkrume, 



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Fig. 19. Profll im Steinbruche des Herrn Pixa (Nr. 85.) in Hostin n'drdlich von Bischitz. 

I. Lettige Merge! 1 m mit Ilaplophragmium irrcgulare. Teplitzer Schichten, '•^^^."gP^i^f 

Terebratula 

gewonnen 

planer mit 



e Mergcl 1 m mit Ilaplophragmmm irrcgulare. Teplitzer Hcmonten, weiier net ciepiu uio 
ula semiglobosa fiihrend. 2. Blaulicho l'lattenplaner. 8. Feste Bank, die als Baustein 
n wird. 4, Hattcnplaner „KridIak" mit Inocoramen. 5. Die diinnsten weissen Platten- 
lit Callianassa brevis 2—5. Priesener Schichten 3 m machtig. 8. Sehr schwache Acker- 



krume. 



strebsaraen Palaeontologen in die Gegend und erhielt manches vom Herrn Jansa, 
Lehrer in Repin, aber dennoch ist das Verzeicbniss der Arten sclir klcin. 



Otodus appendiculatus 
Oxyrluna angustidens 
Osmeroides-Schuppen 
Cyclolepis Agassizi . 
Dercetis ? . . . . 
Aptychus .... 









Vysoka 


Hostin 


Repin 





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35 



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Inoceramus Cuvieri . . 
Pecten Nilssoni . . . 

Anomia 

Ostrea Mppopodium . . 
Rhynchonella (cf. pisum) 
Callianassa brevis . . 
Stenocheles .... 

Holaster 

Micraster 

Cristellaria rotulata . . 
Sequoia Reichenbachi . 
Confervites fasciculatus . 



Ausser den in dieser Gegend deutlich zu Tage tretcnden Resten der Prie- 
sener Schichten gibt es in der Gegend von Kuttenthal und Bezno kleine von Vege- 
tation ganz verdeckte Partien, auf welchen in der Eegel ein Dorf angelegt ist, weil 
die nassen Letten die Anlegung von Brunnen begiinstigen, wahrend die, solche Inseln 
"Wgebenden Tscrschicliten zu diesem Zwecke nicht tauglich sind und man erst tief 
unter denselben das Wasser erreichen mochte. 

Diese Ortschaften, welche auf den Priesener Scliichten in dieser Gegend 
angelegt sind, pflegen zur Zeit von Choleraepidemien ganz besonders zu leiden. 



Vysoka 


Ilostin 


Repin 


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6. Umgebung von Sichrov, TuFD.au und Grossskal. 

Nordwestlich von Turnau liegen fragliche Scliichten unbedeckt oberhalb des 

unels von Sichrov. Sie haben da eine rauhe, etwas sandige, miirbe Beschaffen- 

leit , die ziemlich von dcm gew51mlichen Aussehen der Priesener Scliichten abweicht 

111,(1 w ir werden dieselben ganz ahnlich in Turnau selbst finden. Es scheinen dies 

Uebergangsschichten zwischen den Teplitzer und den Priesener Scliichten zu sein, 

a °nn man begegnet hier Arten, wie Eryphila lenticularis und Area subglabra, welche 

mau gewohnt ist, in viel tieferen Schichten in dieser Grosse und Erhaltungsweise 

^zutreffen. Es mag dies mit dem Umstande zusammenhangen, dass sich diese 

chichten nahe am ehemaligen Meeresufer abgelagert haben. 

Der Dunnschliff zeigt sparsame Foraminiferen und Spongiennadeln, etwas 
Glauconit in grossen langlichen Stiicken, danu grosse Partien von schwarzem De- 
j| ''"s, so wie auch die Kammern der grosseren Foraminiferen mit schwarzer Masse 
^billt sind. Stellcnwcise sind grossere Partien von zusammenhangenden Quarz- 
c °rnern wahrzunehmen. Von grosseren Petrefacten wurden folgende gefunden. 

"erzeichniss der oberhalb des Tunels bei Sichrov aufgefundenen 

Petrefacten. 
^oprolites. Baculites, sp. 

Fischschuppen auf Lepidenteron, Fr. Turritella multistriata, Reuss. 
Scaphitea Geinitzi, D'Orb. Natica vulgaris, Reuss. 

8* 



36 



Trochus, sp. 

Trochus Engelhardti, Gein. 

Aporrhais stenoptera, Goldf. 

Aporrhais megaloptera, Reuss. 

Papa costata, Rom, 

Cerithiuin, sp. 

Voluta elongata, D'Orb. 

Acteon ovum, Duj. 

Dentalium polygonum, Eeuss. 

Cardium lineolatum, Reuss. 

Isocardia sublunulata, D'Orb. 

Cardium lineolatum, Reuss. 

Eriphyla lenticular is, Goldf. 

Nucula pectinata, Sow. 

Nucula semilunaris, v. Buch. 

Nucula Mantelli, Gein. ? 



Area subglabra, D'Orb. 

Area undulata, Reuss. 
Area striatula, Reuss. 
Venus subdecussata, Rom. 
Modiola tctragonus, Reuss. 
Gastrochaena amphisbaena, Gein. 
Leguminaria truncatula, Reuss. 
I'anopaea gurgitis, Brongn. 
Tellina concentrica, Reuss. 
Inoceramus Cuvieri, Sow, 
Pecten Nilssoni, Goldf. 
Pecten curvatus, Gein. 
Lima granulata ? D'Orb. 
Ostrea semiplana, Sow. 
Anomia subtruncata, D'Orb. 
Scalpellum quadricarinatum, Reuss. 



In der niichsteu Umgebung von Turnau Bind die Priesener Schichten auf 
tier Anhohe von Ilrustic unterhalb der Kirche zu beobachten, abcr ganz verdeckt 
und ibre Gegenwart vcrrath sich hauptsiiclilicb (lurch die starke Quelle, welche 
cine,n mit Chara verwachsenen Tumpel bildet, von wo das Wasser auf den Markt- 
platz in Turnau geleitet wird. Audi oberhalb des Profils von Dolanek (Iserschichton 
pag. 46) sielvt man ganz oben an unzuganglicher Stellc das Wasser durchsickern, was 
damit zusammenhangt, dass die Priesener Sehichtcn von Ilrustic bis hierher reichen. 

In der Ziegelei in Turnau wurden im Jalire L876 beimTeufen eines Brun- 
nens sandige murbe Mergel zu Tage gefordert, welche denen von Sichrov sowohl 
im Aussehen, sowie auch der Fauna nach gleichen. 

Verzeichniss der aus einem Brunnen in der Ziegelei in Turnau 

gesammelten Arten. 



Lamna raphiodon, Ag. 

liCpidenteron, Fr. 

Scaphites (ieiuitzi, D'Orb. 

Helicoceras Reussianum, Gein, 

Turritella multistriata, lieuss. 

Aporrhais. 

Avollana. 

Dentalium polygonum, Reuss. 

CJardium scmipapillatum, D'.ouss. 

Isocardia gracilis V Fr. 

Nucula semilunaris, v. Buch. 

Leda siliqua, Goldf. 

Area. 

Area. 

Pinna decussata, Goldf. 

Solen. 



Leguminaria. 

Modiola tctragonus, Reuss. 

Pholadomya aequivalvis V D'Orb. 

Venus? 

Tellina, 

Inoceramus Cuvieri, Sow. 

Pecten curvatus, Gem. 

Ostrea semiplana, Sow. 

Ostr. hyppopod. var. vesicul, Nils. 

Anomia subtruncata,, D'Orb. 

Pollicipes V 

Stell aster. 

Frondicularia angusta, Nils. 

Frondicularia. 

Flabellina elliptica, Nils. 

Cristellaria rotulata, D'Orb. 



37 



Der Dunnschliff zeigt sehr 
viole Spongiennadeln unci auch 
so viel schwarze Masse # wie der 
von Sichrov. Von Radiolarien 
fond hier Perner Cromy omma 
Perplexum Stohr. 

In grosserem Umfange lia- 
ben sich diePriesenerSchich- 
ten unter der Decke der Chlo- 
meker Quadersandsteine erhal- 
ten, welche zwischen Grossskal, 
Jicin und Sobotka sich ausbrei- 
tet und ihre Erhaltung den Ba- 
saltstromen verdankt , welche 
z - B. am Berge Muzsky und 
Vysker zu Tage treten. (Vcrgl. 
Prof. Krejcl Archiv ftir Landes- 
durchf. Band I. pag. 154.) 

Dieselben sind regelmassig 
von dem Sande der zerfallenden 
Chlomeker Schichten verdeckt 
und verrathen ihre Gegenwart 
durch machtige Quellen, welche 
z - B. das Bad Wartenberg ver- 
Sorgen , oder man wird nur 
durch ttppigen Baumwuchs am 
"usse der Sandsteinfelsen dar- 
a uf aufmerksam, dass hier die 
feuchten Priesener Schichten der 
Nahrboden der Vegetation sind. 
B eim ersten Begehen der Ge- 
Sond machte es auf uns den 
Eindruok, als wenn diese Letten 
ft n die machtigen Sandsteinmas- 
S( / u our angelagert waren, denn 
vielfach fehlen sie sicher unter 
de ii Sandsteinen und sind die- 
selben dann direkt don Iser- 
schichten aufgejagert, zum Bei- 
Jpiel beim Tun'el von Kleinskal. 
pater iiberzeugten wir uns, dass 
® le unter don Sandsteinen der 
^nlomeker Schichten licgen. 
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( iese p rage und V er5jQent1iche 





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38 

im Jabrbuch der geol. Eeichsanstalt 18G8 pag. 247 erne Abhandlung : EinDurch- 
schnitt durch den Nordrand der bohmischen Kreideablagerungen 
bei Wartenberg unweit Turnau (im Auszug auch in einer kleinen Schrift 
iiber Bad Wartenberg 1871. E. Gregr), in welcher er die Angaben ftlterer Geologen 
einer Revision imterzog und nach dendamaligen Anscbaunngen ein Profil zu- 
sammenstellte. 

Dies gescbab zu einer Zeit, wo der palaeontologiscbo Cbarakter der ein- 
zelnen Scbicbten nocb nicbt so genau bekannt war, wie er es seitdem durch die 
von mir im Archiv fur Landcsdurcbforschung veroffentlichten Studien. Dessbalb 
bedarf sein Profil einer Verbesserung nach unseren neucren Erfahrungen und ich 
stellte daber ein neues zusammen. Auch die dort. entworfene Gliederung unserer 
Kreideformation hat jetzt keine Giltigkeit mehr. 

Auch das rrofil dor malerischen Trosky-Felsen (Fig. 21.) zoigt die Lage- 
rung der Priesener Schichten (3), die Chlomekcr Sandstcine (2) und den die Trosky 




R. J- 

Fig. 21. Ideales Profil der Trosky gegen Rovensko (Ji.) hin. 

,7. Strasse nach Jiftn. l. Basalt. 2. Quadcrsand der Ohlomeker Schichten. ?>. Priesener Schichten. 
8'. Plastisolie Thone (1'riesener?) am Fusse des Basaltke^nls. 4. Isorschichtcn- 5. Weissenberger 

Schichten. 



bildenden Basalt, welcber mit der Zeit von der ihn umhiillenden Sandsteindockt 1 , 
durch Abschwemmung bofreit wurde. An dom frei hervorragenden Basaltfelsen trifft 
man am Fusse fette Lctten (3'), welchc ganz den obersten plastischen Lagen der 
Priesener Schichten entsprochen, aber in denen es nicht golang, grcissero Verstei- 
nerungen zu finden und bei denen auch die Schlammung kein Resultat ergab. 

In abnlicber Weise sind audi die Basaltkuppen Muzsky und Vysko! - von 
Letten umgeben, auch doit fand ich keine Versteinerungen. 

Es ist schwer zu entsclieiden, ob diese Letten durch den Basalt aus der 
Tiefe geboben wurden oder ob sich diesclben erst nach Ablagerung der Chlomeker 
Sandstcine gebildet haben. 

Es gelang nur an zwei Localitiiten Aufschliisse mit Petrefacten zu enliven, 



39 

welch e uns fiber den p^acontologischen Charaktor dieser unter den Chlorneker 
Sandsteinen liegenden Schichten belehren. Die eine Stelle ist der kleine Ort 
D neb oh, der von Miii#chengratz aus erreichbar, an dem Wege zum Muzsky ge- 
Jegen ist und eine reiche Ausbeute an Petrefacten lieferte, die bewiesen, dass wir 
°s hier mit echten Priesener Schichten zu thun haben. 



Verzeichniss der in Dneboh bei Miinchengratz vorgefundenen 

Petrefacten. 



Schlechte Fischreste. 

Ammonites (Placenticeras) D'Orbi- 

gnyanus ? Gein. 
Scaphites Geinitzi, D'Orb. 
Seaphites auritus, Fr. 
Baculites. 

Ilelicoceras Reussianum, Fr. 
Turritella multistriata, Reuss. 
Natica vulgaris, Reuss. 
Turbo decemcostatus, Reuss. 
Rissoa Reussi, Gein. 
Solarium baculitarum, Gein. 
Aporrhais megaloptera, Reuss. 
Aporrhais subulata, Reuss. 
Aporrhais arachnoides, Mlill. 
Rapa cancellata, Sow. 
Mitra Roemeri, Reuss. 
Cerithium fasciatum, Reuss. 
Acteonina lineolata, Reuss. 
Cylichna cylindracea, Gein. 
Dentalium glabrum, Gein. 
Isocardia, sp. 
Cardium semipapillatum, Reuss. 



Cardita tenuicosta, Sow. 
Astartc nana, Reuss. 
Nucula pectinata, Sow. 
Nucula Mantelli, Gein. 
Leda siliqua, Goldf. 
Corbula caudata, Nils. 
Area undulata, Rouss. 
Area bifida, Reuss. 
Leguminaria truncatula, Reuss. 
Venus laminosa, Reuss. 
Tellina concentrica, Reuss. 
Avicula Geinitzi, Reuss. 
Avicula glabra, Reuss. 
Avicula pectinoides, Reuss. 
Pinna nodulosa, Reuss. 
Inoceramus Cuvieri, Sow. 
Pecten Nilssoni, Goldf. 
Hemiaster, sp. 
Stelaster. 
Trochocyathus. 
Frondicularia inversa, Reuss. 
Frondicularia, angustissima, Reuss. 
Flabellina elliptica, Nils. 



Cristellaria rotulata, D'Orb. 

Der Dunnsckliff zeigte sehr viel schwarzen Detritus, aber sehr wenig 
F oraminiferen, bei denen aber die Kammern audi schwarze Fttlluag batten. 

Die andere Localitat ist U nterbautzen bei Sobotka, wo ich vor Jaliren 
0, »«n Aufschluss fand, wo jetzt die Zuckerfabrik und der Bahnhof steht. Spftter 
©rhielt ich einige Stficke aus einem im Bahnhof angelegten Bnmnen, vom Jlerrn 
A Pothoker Fierlinger. 

V erzeichniss der bei Unterbautzen unweit Sobotka aufgefundenen 

Petrefacten. 

Osmeroides Lewesiensis, Ag. Lamna. 

Beryx. Turritella multistriata, Reuss. 

Otodus. Fusus ? 



40 



Aporrhais Reussi, Goin. sp. 
Turbo decemcostatus, Reuss. 
Trochus amatus, Gein. 
Acmea depressa, Gein. 
Dentaliurn medium, Sow. 
Dentalium glabrum, Gein. 
Cardium lineolatum, Reuss. 
Cardita tenuicosta, Sow. 
Eriphyla lenticularis, Goldf. 
Nucula semilunaris v. Buch. 
Leda siliqua, Goldf. 
Corbula caudata, Nils. 
Leguminaria truncata, Reuss, 
Venus subdecussata, Rom. 



Venus laminosa, Reuss. 
Astarte acuta, Reuss. 
Tellina concentrica, Reuss. 
Inoceramus Cuvieri, Sow. 
Pecten Nilssoni, Goldf. 
/Ynomia subtruncata, D'Orb. 
Ostrea frons, Park. 
Rliyncbonclla? 
Cytberella. 

Pollicipes glaber, Rom. 
Trochocyathus ? 
Cristellaria rotulata, D'Orb. 
Frond icularia inversa, Reuss. 
Dentalina. 



Am siidwestlichen Rande des Grossskaler Quadercomplexcs Sind die Prie- 
sener Schicbten vom Sande der zerfallenden Quader ganz verdeckt, docb kann man 
ihr Vorkommen langs der Strasse von Fiirstenbruck nach Oberbautzcn an dem 
iippigen Baumwuchs erkennen. 

Oestlicb von Bautzen trifft man die Priesener Schicbten in einer Wald- 
schlucbt am Fusswege gegen Sparenetz am Bache ansteben, wo sie zwiscben 
Iserschichten und Chlomeker Sandsteinen hervortvoten. 

Diese Localitat ist aucb aus einer anderen Ursache interessant, denn II err 
Fierlinger fand hier in dem von der Anhohe herabgeschwemmten Lebme, Massen 
von Echinodermen, Hemiaster plebeius und Micraster Micbelini, die der Bacli aus 
einer miirben Scbicbte der Iserschichten herausgeschwcmmt und herab in das Thai 
gespiilt hat. 



7. Umgebmig von Jungbunzlau, Podicbrad, Chlumec und Pardubic. 

Siidostlicli von Jungbunzlau finden wir die Priesener Schichten in bedeu- 
tender Machtigkeit entwickelt den Ohlomekberg bildcn, docb sind die am Nord- 
abhang entblossten Schichten sehr arm an Pctrefacten und nur die gewohnliclum 
grossen Foraminiferen der Gattungen Cristellaria und Frondicularia trifft man an 
den Spaltfliichen. 

Auch der Siidabliang westlich von Winalvic, wo die Priesener Schichten 
schon mit den tiefsten I'.iinken der Chlomeker Sandsteinc wechsellagem, ist sehr 
arm, aber lieferte doch einige sehr interessante Arten. 

Verzeichniss der bei Vinaric unweit Doubravic in den hochsten 
Lagen der Priesener Schichten anfgefundenen Petrefacten. 

Ammonites Tcxanus, Pom. Dentalium polygonum, Reuss. 

Aporrhais stenoptcra, Goldf. Nucula semilunaris, Reuss. 

Acmea depressa, Gein. Leda siliqua, Goldf. 



41 



Gastroehaena amphisbaena, Gein. Pbymosoma radiatum, Sorign. 
Spondylus asper, Sow. Plocoscyphia. 

Ostrea proteus, Reuss. Cristellaria rotulata, D'Orb. 

Serpula. Dental ina. 

Die Schlammung einer der hoebsten Lagen zeigte eine Meage scharfkan- 
tiger Quarzkorner, deren Innercs vielfach schwarzen Detritus enthielt, daun etwas 
Glauconitkorner und ganz vereinzelnte Foraminiferen. 

Weiter sudlich treffen wir die Priesener Scbicbten in Form weissor klin- 
gender Inoceramenpliiner auf dem Plateau von Konigstadtel. 

Eine zum Sammeln giinstige Stellc fanden wir bei Cinoves, wo wieder 
die Callianassa b re vis ahnlich wie bei Ilostin auftritt. 

Verzeichniss der bei Cinoves aufgefundenen Petrefacten. 



Aspidolepis. 

Cladocyclus. 

Osineroides. 

/arte Fischknochen. 

Scaphites. 

Mytilus Neptuni, Goldf. 

Venus. 

Nucula semilunaris, v. Buch. 



Inoceramus. 

Pecten Nilssoni, Goldf. 

Ostrea jnv. 

Terebratulina gracilis, Schlott. 

Callianassa brevis, Vv. 

Frondicularia. 

Cristellaria. 



Nodosaria. 
Cytherclla. 

Der Diinnscbliff zeigte wieder die bellen Adern wie bei Ilostin und im fein- 
kOrnigen Magma sparliche Foraminiferen. 





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Fig 22. Flachenschnitt des weissen Inoccramenplaners von Cinoves. 
> uncontourirte Adern. <2 Brauneisenstein ah FnUung von Globigerinen-Karamern. 

8. Foraminiferen. 4. Magma. Vergr. 40mal. Nr. des Ong. 101. 
tie desselben starker rergrOiiat 1. Sehwarzc Kerne. 2. Intensiv ,-ostrothe Kerne. 

8. Magma. 



AmAbbange dieses Plateaus kann man bei II a can das Verhiiltniss dieser 
Inoceramenplaner zu den darunter liegenden Teplitzer Scbicbten studieren. (Te- 
PHtzer Scbicbten pag. 49, Profil Nr. 18.) 

Eine isolirte Partie dieser Scbicbten bildet der Wolfsberg, an dessen 
Fu 8S6 die typischen Teplitzer Scbicbten mit Terebratula semiglobosa zuganglich Bind. 

Die hoebsten Lagen lieferten den schonen Krebs Stenocbeles eBOCi- 
,Uls Fr. und Callianassa brevis. 



42 



Verzeichniss der in den hochsten Lagen der Inoceramenplaner am 
Wolfsberg bei Podiebrad aufgefundenen Arten. 



Cladocyclus Strehlcnsis, Gein. 
Aspidolepis Steinlai, Gein. 
Scaphites Geinitzi, D'Orb. 
Aptychus. 

Pinna nodulosa, Reuss. 
Avicula pectinoides, Reuss. 
Inoceramus Cuvieri, Sow. 
Pecten Nilssoni, Goldf. 



Anomia subtruncata, D'Orb. 
Ostrea hippopodium, Nils. 
Terebratulina chrysalis, Schlott, 
Stenocheles esocinus, Fr, 
Callianassa brevis, Fr. 
Frondicularia inversa, Reuss. 
Cristellaria rotulata, D'Orb. 



Chondrites. 
Sequoia Reichcnbachi, Gein. sp. 

Weiter siidlich sind Petrefacten fiihrende Aufschliisse selten. Kin Ilandstiick, 
das von Prof. Zippe herriihrt und ausPasekbeiNeubydzov stammt, zeigtdenfiir 
die Priesener Schichten sehr charakteristischen Seeigel H e m iasterEegulusan u s. 

Bei Chlumec sammelte ich : 



Osmeroides. 

Natica vulgaris, Reuss. 

Voluta. 

Dentalium glabrum, Gein. 



Corbula caudata, Nils. 
Nucula semilunaris, v. Ruch. 
Area striatula. 
Inoceramus. 
Cytherolla. 

Zwischen Chlumec und Elbeteinitz ergab ein Aufschluss beim Orte Levin 
folgeude Arten : 



Osmeroides divaricatus, Gein. 

Cladocyclus Strehlensis, Gein. 

Beryx omatus Org., Agass. 

Dercetis ? 

Scaphites Geinitzi, D'Orb. 

Aptychus. 

Raculites. 

Cerithium pseudoclathratum, Rom. sp. 

Pinna nodulosa, Reuss. 



Tellina. 

Nucula semilunaris, v. Buch. 

Leda siliqua, Goldf. 

Pecten Nilssoni, Goldf. 

Stenocheles, sp. Fr. 

Cypris. 

Cristellaria rotulata, D'Orb. 

Frondicularia inversa, Reuss. 

Frondicularia angustata, Nils. 



In der Llnie Chlumec- Par dubic sind wir am Siidrande der Ausdehming 
der Priesener Schichten angelangt. So diirftig audi die bisher gesammelten Pclege 
sind, so reichen sic doch lu'n zu beweisen, dass diese Schichten in dieser Gegend 
den Priesener angehoren. 

Es sei noch erwiihnt, dass die Schottevdecke, welche tiberall in dieser 
Gegend auf den Priesener Schichten liegt, vielleicht zerfallenen Quadersanden der 
Chlomeker Schichten ihre Entstehung verdankt. 

Fur die Forderung der Kenntniss der Priesener Schichten in der Umgebung 
von Pardubic, ist die Landesdurchforschung den Herren Jiljl Jahn, Director der 
Realschule in Pardubic und dessen Sohne Dr. Jar. Jahn, zu grossem Danke ver- 
pflichtet, denn dieselben entdeckten mehrere neue Fundorte und lieferten dem 
Museum reiches Untersuchungsmatcrial. 



43 

Ich besuchte iu Begleitung der genannten Herren wiederkolt die neuen 
Localitateu und studierte die Profile und will mm iiber die Resultate berichten. 
Von besonderem Interesee ist der Fundort Srnojcdy, wo die Elbe eine der nie- 
drigen Wellen durchschneidet, welche die Priesener Scliichten in der Elbeniederung 
Widen. (Fig. 23.) 



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Fig. 23. Linkes Elbeufer bei Srnojed, westlich von Pardubic. 

Elbe. S. Srnojed. 1. Schiefrige feste Lage der Priesener Schichten. 2. Plastischo Scaphiten- 
Schicnte. 8. Iguanodon ? Schichte. 4. Losskindelscliichte. 5. Schotter. 



Die Stelle, wo am steilen linken Elbeufer die plastischen Morgel verkieste 
versteinerungen fiibren, wurde gelegentlich beim Baden entdeckt und ist nur bei 
medrigem Wasserstande und das nicht oline Gefahr zugiinglich. 

Die tiefste Lage (1) ist fest schiefrig und wir werden sie weiter unten bei 
i)l 'liny na dulku" genauer kennen lernen. Die mittlere Lage (2) sind plastische 
^srgel, an deren Oberfiachc die verkiesten Scaphiten und Baculiten liegen. Diese 
Vei 'steinerungen liaben ein prachtvolles Aussohen, in dem sie Goldglanz mit Perl- 
iiuitterfarben zeigem In der hiichsten Lage (3) kommen sehr viele zersetzte mit 
j yps umhtlllte Schwefelkiesstticke vor und die microskopische Untersuchung ergab, 
class mehrere flache Stiicke Knochengewebe zeigen und wahrscheinlich Reste des 
il utpanzers eines grossen dem Iguanodon iihnlichen Sauriers darstellen, von dem in 
t'eser Schichte auch das Fragment eines grossen Knochens von Dr. Jahn aufge- 
•mden wurde. (Vergleiche weiter unten im illustrirten Verzeichniss.) 

Ich hiitte gerne Grabuugen nach weiteren Resten des Sauriers vorgenommen, 
aber es ist ortlicher Verhaltnisse wegen nicht moglich. Ueber der Iguanodonschichte 
l0 Kt oine schwacho Lossschichte, an deren Basis viele Losskindeln liegen und dann 
t( % Ackerkrumo. 

"erzeichniss der am linken Elbeufer bei Srnojed unweit Pardubic 

gesammelten Petrefacten. 
Gesammelt von Herrn Dr. J. Jahn. 

Iguanodon? 
Coprolith. 

Ammonites (Lytoceras) Alexandri, Fr. 
Ammonites (cf. latidorsatus) D'Orb. 
Ammonites (Placenticeras) D'Orbigny- 
anus, Gein. 



Scaphites Geinitzi, D'Orb. 

Scaphites auritus, Fr. 

Scaphites var. pinguis. 

Hamites Bohemicus, Fr. 

Ilamitos. 

Helicocoras Roussi, Fr. 



44 



Baculites. 

Natica vulgaris, Reuss. 

Tritonium, sp. 

Ceritliium fasciatuin, Reuss. 



Cardita tenuicosta, Sow. 

Inoceramus, 

Nucula pectinata, Sow. 

Ostrea frons, Park, 



Argiope' 



Die tiefste Lage des Srnojeder Profils ist am Orte „Lany na dftlku" 
(unweit von hier weiter stromab warts), ebenfalls am steilen linken Elbeufer zu- 
ganglich und durch merkwurdige grosse feste Concretion en charakterisirt, deron 
Entstehung schwer zu erkliiren ist. Sie durchsetzen senkrecht, die Lagerung der 
Schichten oder biegen sich wellenformig, haben eine breite Basis und zuweilen die 
Soften dachformig abfallend. 

Im Innern bestehen sie aus einer sehr festen weissen sandig-kalkigen Masse 
und entlialten hier (sowie audi im Eacbbette der nalien Ortscliaft Krchleb), 
Versteinerungen ; es wurden Turritella, Cardita, A si arte, Nucula, Magas darin gefunden 
und der Diinnschlilf zeigte viol kleine Quarzkdrnor, etwas Glauconit und einzelne 
Foraminifefen. 




Fig. 24. Concretionen aus den tiefsten Lagen der Priesener Schichten „Lany nadulku" unweit Parduhic 

14 cm liocli. a. Seitenansicht. 6. Die Basis dns Kegels. 



Ich vermuthe, dass diese Concretionen durch am Mecresgrundc aufsteigende 
kleine Strome von Quellwasser eutstanden sind. Dass die Lage mit Concretionen 
wirklich die tiefste der Priesener Schichten in dieser Gegend ist, daniher belehren 
mis die Aufschlusse in der Mikulovicer Ziegelei (zwischen Parduhic und 
Chrudim), wo man dieselben den Teplitzer Schichten mit Rhynchonella plicatilis 
var. octoplicata direkt aufgelagert findet. (Fig. 25.) 

In der genannten Ziegelei werden kraterformige Gruben zum Ansammeln 
desWassers angclegt und diese gewiihren einen Einblick in die Schichtenfolge, wie 
sie hier untcr der machtigen Lossdecke gelagert ist. 

Das tiefste, was in den Gruben entblosst ist, sind Teplitzer Schichten von 
scliwiirzlich grauer Farbe, mit zahlreichen Lima, elongata, darauf lichtere Lagen mit 
Rliynchonellen und vielen kleinen losskindelariigen weissen Concretionen. 

Diese beiden Lagen lieferten folgende Arten, die in undaufden aus diesen 
Gruben gehobenen Mergeln gesammelt warden. 



45 



Verzeichniss der in der Mikulovicer Ziegelei bei Pardubic aufgefun- 
denen Petrefacten der Teplitzer Schichten als liegendes der Priesener 

» Schichten. 

Otodus? Lima elongata, Sow. Sehr hating. 

Coprolith. Pecten Nilssoni, Goldf. 

Sauroceplialus marginatum, sp. Reuss. Auomia. 



Osmeroides Lewesiensis, Ag. 

Wirbel. 

Grosse Schuppe 20 lmu breit. 

Aptychus. 

Dentalium cidaris, Gein. 

Isocardia gracilis, Fr. 

Area subglabra, D'Orb. 

Area Geinitzi, Reuss. 

Modiola capitata, Zitt. 

Inoceramus Brongniarti, Park. 

Lima Sowerbyi, Gein. 



Auomia. 

Exogyra lateralis, Rouss. 

Ostrea semiplana, Sow. 

Rhynchonella plicatilis, Sow., var. octo- 

plicata. 
Terebratulina gracilis, Scbl. 
Bairdia. 
Cristellaria sp. 
Frondicularia. 
Nodosaria. 
Flabellina elliptica, Nils. 



Losslrindelartige Concretionen. 





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Fi B. 25. Profli in der Ziegelei bei Mikutovic bei ciner behufs Wassergewinnung angelegten Grube. 

}■ Tiefere Lase der Teplitzer Bchichten mit Lima elongata. 2. HtShere Lage der Teplitzer 

s °Mohten mit Rhvnchonelfa octoplicata. 3. Tiefste Lage der Pnesener Scluchten mit stammftamgen 

Concretionen. i. Gelber Ziegellehm. 5. Ackerkrume. 

Auf diesen Teplitzer Schichten liegen nun die wenig macbtigen Lagen mit 
Coi icretionon, wie wir sie bei Lany kennen gelcrnt haben; was dort ganz niedrig 
(209 SeehShe) am Flussbett dor Elbe zu Tage kam, ist bier bocli auf einem Hiigel 
in der Ilobe von 260 m Seehohe. Ueber die Lagerungsverhaltnisso dioser 



etwa 



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Schichten in der Gegend zwischen Pardubic 
und Lukavic gibt das Profil Fig. 26. ein Bild. 

Nordlich von Pardubic erhebt sich aus der 
Elbeniederung der malerische Kuneticer Berg, 
dessen Basalt eine Partie der Priesener Schichten 
in die Hohe hob und bis zur Feuersteinharte um- 
wandelte. Diese mineralogische Veranderung ver- 
nichtete nicht die Petrefacten und man findct deren 
ziemlich viele, wenn auch in mangelhafteni Erbal- 
tungszustande. 

Verzeichniss der auf dem Kuneticer Berge 
bei Pardubic gesammelten Arten, 

Gesammelt toii Herrn Direktor Jilji Jalm unci Dr. Jaroel. 
Jalm. 

Cladocyclus StreMensis, Gein. 

Baculites. 

Hamites bohemicus? Fr. 

Cerithium. 

Mitra Roemeri, Gein. 

Aporrhais Reussi, Gein. 

Aporrhais coartata, Gein. 

Trochus Engelhardti, Gein. 

Voluta (elongata)? D'Orb. 

Avellana. 

Acmea depressa, Gein. 

Dentalium medium, Sow. 

Nucula semilunaris, Reuss. 

Inoceramus, Mant. 

Plicatula. 

Nodosaria Zippei, Reuss. 

Scalpellum maximum var. Sow. 

Cristellaria rotulata, D'Orb. 

Frondicularia (Cordai?), Reuss. 

Flabellina elliptica, Nils. 

Die Diinnschliffo zeigou dicbtkornige foine 
Grundsubstanz, Spongiennadeln und Foraminiferen 
der Gattung Globigerina mit schwarzer Kammer- 
fullung, schwarzer Detritus sparsam. 

In der Richtung gegen Koniggriitz stehen 
die Priesener Schichten am linken Elbeufer in be- 
deutender Machtigkeit von mehr als 10 m an, sind 
abcr fast ganz ohne Petrefacten. Ich untersuchte 
dieselben genau bei der hohen Webre bei Op a- 



47 

to vie an dor „Zeidels Lehne", konnte aber nur constatiren, dass in den tiefereu 
Lagen die sonderbare Pflanze Frenelopsis bohemica haufig vorkOmmt. 

Weiter ostlich bei Ho lie an dei" Lehne oberhalb dor Ziegelei sind die 
hochsten plastiscben Lagen der Priesener Schichten entwickelt, an dereu abgereg- 
neten Flachen man verkieste Petrefacten der Priesener Gastropoden-Sclrichte findet, 
aber leider in ziemlich mangelhafter Erbaltung. 

Verzeichniss der bei Holic gesammelten Petrefacten. 

Gesammelt von Dr. J. Jahn. 

Cerithium Luschitzianum, Reuss. 
Mitra Roemeri, D'Orb. 
Dentalium medium, Sow. 
Cardita tenuicosta, Sow. 
Nucula semilunaris, v. Buch. 



Hamites. 

Aimi (Schlonbachia) German ? Keuss 

Baoulites. 

Turritella acicularis, Reuss. 

Scala deeorata, Gein. 

Rissoa Reussi, Gein. 

Trochus Engelhardti, Gein. 

Turbo decemcostatus, Reuss. 

Turbo Partschi? 

Turbo amatus? Gein. 

Aporrhais megaloptera, Reuss. 

Cerithium fasciatum, Reuss. 



Nucula pectinata, Sow. 

Inoceramus. 

Scalpellum maximum, Sow. 

Cidaris sceptrifera, Mant. 

G Formen nicbt niiher bestimmbarer 

Korallen. 
Scyphia odontostoma. 



Siidlicb von Pardubic sind die Priesener Schichten am steilen rechten Ufer 
des Chrudimkaflusses von dem Orte „Na Vinici" iiber Pardubicka bis Nemosic in 
e iner Mftchtigkeit vou 10 bis 15 m entblosst. 

Bei Pardubicka sind sic nicbt zuganglich und nur eine der hochsten 
Lagen liefertc ungewohnlicb vielc plattgedruckte Kxemplare von Hamites bobemicus. 

Bei Nemosic lassen sich an einer gut aufgeschlossenen Lehne drei Ni- 
v <-'-aus uuterscbeiden und liefern ziemlich viel Petrefacten. 



Verzeichniss der an der Berglehne von NemoSic unweit Pardubic 

gesammelten Petrefacten. 

Gesammelt you Horrn Dr. Jar. Jahn. 



Dipnolepis Jabni, Fr. 

Aspidolepis Steinlai, Gein. 

Cladocyclus Strehlonsis, Gein. 

Crioceras ? 

Aptychus. 

Aptychus. 

Aptychus. 

Hamites bohemicus, Fr. 

Trochus? Engelhardti, Gein. 

Aporrhais stenoptera, Goldf. 

Voluta (suturalisV). 

Cylichna cylindracea, Goin. 



Dentalium glabrum, Gein. 
Dentalium medium, Sow. 
Cardita tenuicosta, Sow. 
Nucula semilunaris, v. Bucli. 
Nucula pectinata, Sow. 
Area. 

Pinna nodulosa, Reuss. 
Ostrea proteus, Reuss. 
Corbula caudata, Nils. 
Inoceramus Cuvieri, Sow. 
Pecten Nilssoni, Goldf. 
Pecten squamula, Lamarck. 



48 

Micraster Lorioli, Nov. Frondicularia angusta, Nils. 

Antedon. Cristellaria rotulata, D'Orb. 

Holothuria. Trochamina irregularis, P. et J od. 

Frondicularia invorsa, Reuss. Frenelopsis bohemica, Vel. 

Dio Diinnschliffe zeigen in feinkornigem Magma Tiele braune und scbwarze 
Korner und einzelne grosse Foraminiferen meist mit schwarzer Fiillung derKammern. 

Kleino Aufschliisse findet man noch bei Moravan und Zamrsk, aber 
dieselben liaben keine grosse Wichtigkeit fur unsor Studium und dcsshalb wenden 
wir uns zu dor fur unscre Zwccke sehr giinstigen Gegend von Chotzen. 



8. Umgebimg von Chotzen und Hohenmauth. 

Westlich von Chotzen erhebt sich am linken Ufer der Stillen Adlor eine 
schiefe Wand, welche wogen dem immerwahrenden Zerfall der Schicbten „Su- 
tiny" genannt wird und welcher entlang gegenwiirtig die Balm nach Halbstadt 
fiihrt. Wahrcnd eines liingeren Aufentlialtes in Chotzen versuchte icb bier die 
nicht seltenen Petrefacten gonau nach den gut markirten einzelnen Lagen zu sammeln 
und gab zu diesem Zwocke den einzelnen Scbichten Namen, dio wohl in der Zu- 
kunft fur Localsammler ein Wink zur genauen Pracisirung der Fundschicht 
sein werden. 



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B V 

Fig. 27. Profil der Berglehne „8utiny" bei Chotzen. 

0. Stillc Adler. B. Bahnstrecke. P. St. Prokop. 1. Feste Adlerschichte, 2. Mtirbe Adlerschiohte. 

8- Feste WeisssoMohte. 4. Mtirbe WeissscMchte. 5. Feste Bahnschichte. 6. Mtlrbe Bahnschichte 

(Foraminiferen). 7. Feste St. Prokop-Schichte. 9. Mtirbe St. Prokop-Schichte. 9. Plastische 

Schichte. 10. Schotterlager der AnhOhe „Certovy Dub". 

Vom Flussbet bis zur Schotterlagen oberbalb der Priesener Scbichten niisst 
die Lehne etwa 5G in. Die tiefste Lago, „die Adlerschiohte" (1) ist die reichste 



49 

an Petrcfacten und man hat Gelegenheit, die hier anstehenden Pfeiler mil, dor I land 
odor eincm kloinen Hammer, Schicht fur Scliichtc von oben nach imteu durchzu- 
blattern. Dentalium medium, Nucula semilunaris und Biuchsttlcke von Micraster 
Lorioli sind die gewolmlichsten Erscheinungen, wodurcli diese Schicliten an die 
tiefsten Lagen, die weissen Inocerameuplaner erinnern. Jedenfalls liegen sie viel 
tiefer als die Gastropodcnschichte des Priesener Profils. 

Die auf die festeren schiefrigen Lagen dor festen Adlerschicht folgendon 
„miirbon" (2) geben wenig Gelegenheit zum Auffinden von Petrefacten und sollten 
einmal in grosserem Maasstabe geschlammt werden. Die niichstc feste Lage, die 
als weisse Dank am Profil sichtbar wird, bezeichnete ich als feste Wei ssschichte 
(3), in der ich ein ganzes Exemplar von Enoploclytia Leachi sammelte, die aber 
sonst arm an Petrefacten ist, auf diese folgt eine m fir be Weissschicht (4). 

Im Niveau des Bahngeleises liegt noch die feste Bahnschicht (5) und 
die darauf liogenden miirben Lagen (6) sind reich an grossen Foraminiferen. 

Die nachste festere Dank ist im Niveau der Prokopstatue, die feste Pro- 
kopschichte (7) zeichnet sich durch braunliche Farbe und grosse Exemplare von 
Inoceramus Ouvieri aus, die folgendc miirbe Prokopschichte (8) ist schon 
schwer zuganglich und geht nach oben in plastische gelbliche Lagen iiber, welche 
denon entsprechen, die bei Holic und Srnojed die verkiesten Petrefacten der Gastro- 
podcnschichte des Priesener Profils fiihren. Ich bezeichnete sie als plastische Schicli- 
ten (9) und verfolgte dieselben langs dor Balm nach Norden bis Darebnic, konnte 
aber nirgend auf don abgercgneten Stellen verkieste Petrefacten finden. 

Den Gipfel der Anhohe bilden mit Wald bewachsene Schotterlager, welcho 
Wahrscheinlich auch hier aus zerfallenen Chlomeker Quadorn entstanden sind. 

Ich lasse nun das Verzcichniss der an dieser Localitiit von mir und vom 
Herrn Apothekcr Fr. Hlavac aufgefundenen Arten mit genauer Angabe der Fund- 
sehichte folgen. 



Verzeichniss der in den „Sutiny" bei Chotzen aufgefundenen 

Petrefacten. 





1 


2 


3 


4 


5 


6 


9 


Saurocephalus marginatus, Reuss sp 

Ammonites (Placenticeras) D'Orbignyi (?j . . . 


+ 

+ 
+ 


— 


+ 
+ 


— 






— 


— 



50 



Aptychus cretaccus v Miinst. . . 

Baculites sp 

Turritella multistriata, Reuss. . . 
Aporrhais megaloptera, Gein. . . 

Acnica dopressa, Gein 

Dentalium glabrum, Gein. . . . 
Dentalium medium, Sow. . . . 
Dentalium polygonum, Reuss. . . 
Nucula semilunaris, v. liuch. . . 

Nucula pectinata, Sow 

Corbula caudata, Nils 

Area undulata, Reuss 

Gastrochaena amphisbaena, Goiu. 
Pinna nodulosa, Goldf. sp. . . . 

Solen? 

Avicula 

Anomia subtruncata, D'Orb. . . 
Exogyra lateralis, Reuss . . . . 

Ostrea frons, Park 

Ostrea hippopod. juv. Nils. . . 

Ostrea semiplana, Sow 

Scalpellum sp 

Callianassa brcvis, Fr 

Enoploclytia Leachi, Mant. . . . 

Hoploparia 

Cytheridae 

Phymosoma radiatum, Schl. . . 

Micraster Lorioli, Nov 

Frondicularia angusta, Nils. . . 
Frondicularia inversa, Reuss . . 
Cristellaria rotulata, Lam. . . . 

Dentalina 

Abies minor, Velen 

Dicotyledonenblatter 

Chondrites sp 



12 3 



+ 
+ 
+ 
+ 

+ 



+ 

+ 
+ 
+ 
+ 



+ 



+ 



+ 



+ 

+ 



+ 
+ 



+ 



5 

+ 



+ 



+ 



Die DiinnscWiffe zeigen ein dicbtes i'einkoniiges Magma mit schwarzen, sebr 
kloinen Kornern, sehr seltenem Glauconit, dann einzelnen grossen Foraminiferen 
(Cristellarien und Globigerinen), welche nur da angehauft sind, wo sie den Darm- 
iahalt eines Echinoderms oder Wurmes bildeten. 



9. Umgebung von Ilohcnmauth, Leitomischel und Abtsdorf. 

Aus der Gegend von Chotzen und Zamrsk lassen sich die Priesener Schichteu 
bis in die Unigebung von Leitomischel verfolgen, theils als isolirte Partien, wie 
siidlich vom Chotzener Bahnhofe, bei Chlum, Worlow und am Weinberge bei Hohen- 
mautb, theils als die Thalrichtung begleitende langere Ziige. 



51 

Sie sind meist durch Vegetation verdeckt und wo sie etwas aufgeschlossen 
sind, dort liefern sie nur spiirliclio Petrefacten, die denen der tiefsten Lage des 
Chotzener Profils entsprechm. 

Am Einsclmitte der Strasse am Weinberg bei Hohonmautli sammelte icb 
bios Dentalium medium Sow., Cardita tenuicosta Sow., Nucula semilunaris v. Bucb 
und Corbula caudata Nils. Ein emsiger Localsammler durffce Gelegenheit finden, die 
meisten in Cbotzen koustatirten Arten hier wiederzufinden. 

Bei Leitomischel ist es die Lehne oberhalb Nedosfn, wo man ein 
gutos Profil wabrnehmen kann : auf den petrefactenreichen Iserschichten folgen graue 
Letten mit Terebratula semiglobosa (Prof. Barta), die dann nach oben allmahlig in 
die plattigen Priesener Schichten ubergeben, welcbe durch Micraster Lorioli, Hola- 
ster planus, Trocbus Engelbardti und Scbuppen von Cladocyclus cbarakterisirt sind. 

Nordlich von Leitomischel an der Strasse uach Cbotzen ist ein Aufschluss 
bei Boliouhovic, wo ungemein viel zarte Fischresto vorkommen, die demnacbst 
bearbeitot werden sollen. 

In dieser Gegend werden die Planer der Priesener Schichten zur Verbesse- 
I'ung des Ackerbodens verwendet. In Zwischenraumcn von mehreren Jahren werden 
grosse Stiicke des Gesteins auf die Felder gelegt und nachdem sie] durch Frost 
und Feuchtigkeit zerfallen sind, cingeackert. Eine darauf folgende Diingung sol 
•lusgozeichnet wirken und auf Jahre aushalten, was die Grundlage des Wohlstandes 
der Bauern dieser Gegend bilden soil. 

Es bleibt noch des dunnpfattigen weissen Planers der Priesener Schichten 
z u erwfthnen, welcher bei Abtsdorf auf den grauen Mergeln mit Terebratula semi- 
globosa (Teplitzer Schichten) liegt und iiber dessen Lagerung ich das Profil bereits 
in der Schrift iiber die Teplitzer Schichten pag. 52, Fig. 19. gegeben habe. 

Versteinerungen sind hier sehr selten und schlecht erhalten und der ganze 
Habitus der hier entwickelten Priesener Schichten erinnert an diejenigen von Ilostin 
und Pepin. (Vergl. Seite 34.) 



Ueber die Wasscrvcrtlieiluiig in den Schichten der bolimischcn 

Kreideformation. 

Die Priesener Schichten werden nur dort ausgiebig wasserfuhrend, wo sie 
v °u grosseren Complexen des Quaders der Chlomeker Schichten bedeckt werden, 
dean dort sammelt sich das durch die Quadersandsteinmassen durchgesickerte Wasser 
a 'if der Oberfiache der wasserdichten Mergel der Priesener Schichten und tritt am 
*usso der Quadersandsteine in Form von machtigen Quellen hervor. 

Wo die Priesener Schichten nur von Vegetation bedeckt sind, erweisen sie 
s 'cli nicht als wasserfuhrend, ausgenommen an Stellen, wo sie eine kleine Mulde 
widen. Dennoch wurden die Priesener Schichten in den letzten Jahren wiederholt 
Qehufg Erlangung von Wasser angebohrt und dabei zwar ibre bedeutende Machtig- 
*°it c.onstatirt, aber die kostspieligen Arbeiten fiihrten zu keinem befriedigenden 
^Qsultate. Icb will hier otwas naheres iiber diese Wasserfrage mittheilen. 

4* 



52 



In <ler Gegend zwischeu Chlumec, Koniggratz and Pardubic ist an vielen 
Orion empfindlicher Wassermangel und namentlich die Zuckerfabriken batten viel- 
fach grosse Noth, die nothige Menge von Wasser zum Betriebe ibrer Etablisse- 
ments zu beschaffen. In Folge dessen wurden in ncuerer Zeit an mcbroren Stellen 
tiefe Bohrungen veranstaltet, deren Resultate icb mit den geologischen Verhiiltnissen 
diescr Gegend in Einklang zu bringen vcrsuchen will. 

Die das meiste und beste Wasser fiihrenden Lagen sind die an der Basis 
uuserer Kreideformation liegenden Perutzer Scbicbten, welchc liings des Sttd- 
rarides des ebemaligen Kreidemeeres noch vor dessen Bildung als Siisswasserabla- 
gerungen sicb direkt auf dem Urgebirge abgelagert baben, wie wir dies aus der 
Gegend von Kolin bis gegen Chrudira bin beobacbten konnen. 

So entspringen die ausgiebigen Quellen, welcbe siidlicb von Kolin bci 
bei Ctitar zu Tage treten, den Perutzer Scbichten, ebenso die Quellen von Set. 
Anna bei Luze und an vielen anderen Orten in BShmen und Mabren. 

Diese wasserfiihrenden Schicliten fallen gegen Norden ein und wurden 
daber in Chrast (Profil Fig. 28. Ch.) erst in einer Tiefe von 36 m angebobrt. Weiter 
nach Norden bei Holic sind sie erst in der Tiefe von 300 m angebobrt worden und 
das Wasser sprudelte 1 m boch iiber die Oberfliicbe. Einc fortgesetzte Bobrung, 
vor der icb recbtzeitig gowarnt habe, hatte zur Folge, dass nun das Wasser triige 
einen 8 m tiefen Brunnen fflllt, aus dem es gepumpt wird und weil es zu warm 
ist (10° R), als Trinkwasser nicbt benutzt wird. 

Die Leiter der Bobrung verzeiebneten nacbstebendes Profil, zu dem aber 
Belegproben erst in der spateren Zeit gesammelt wurden und nur die grossen 
Tiefen betreffen. 

Ich will dazu die mutbmasslicben Altersbestimiriungen beifugen. 

1. Brunnenteufe i)A f 50m ] Briesener und Teplitzer Scbicbten. 

2. Planerkalk 201 •— „ J 

3. Planerkalk fest 55-80 „ Trigonialagen der Iserscbicbton. 

4. Fester Kiesel 110 „ Oonglomerat d. ober. KokoHnor Quaders. 

5. Fester Sandstein .... 310 „ Oberer Kokofiner Quader. 

6. Kieselsandstein 6'- , ] Untcm . Kokoi . iner Quadci , 

7. "Kieselsandstein 9' — „ J 

8. Grauer Sandstein .... 10'BO „ Weissenberger und Korycaner Scbicbten. 

9. Kieselsandstein . . . . 4-5!) „ Perutzer Quader. 

299-50 in 

Nacb diesen Erfabrungen ist es erklarlich, dass noch weiter nordlich unzu- 
langlich vorgenommene Bobrversuche zu keinem Besultate fuhren konnten. 

So wurde in der Zuckerfabrik Siroviitka bei Dobf enic bis zu einer Tiefe 
von 110 m gebobrt, ohne dass Wasser erreicbt wurde, dann die weitere (sehr pri- 
mitiv vorgenommene) Bohrung auf mein Anrathen eingestellt. 

Wollte man hier die wasserfiihrenden Perutzer Schicliten erreichen, niiisste 
man mit grossem Aufwande am besten mit Diamantbohrung in einc 'liefe von 
wenigstens 300 m bohren, miiglich auch noch tiefer, denn die Schicliten unserer 
Kreideformation nebmen nacb Norden an Miichtigkcit zu. 




Fig. 28. Schematisches Profil in der Richtung von Chrudim gegen Koniggratz, das Verhaltniss der wasserfiihrenden Schichten 

der Kreideformation darstellend. 

Pr. Urgebirgsanhohe bei Pracov. Sk. Skrovad. Oh. Chrudim (Chrast) 36 m. P. Pardubic (Elbe). El. Holic. S. Sirovatka. Er, Koniggratz (150 m). 

1. Urgebirge. 2. Die Perutzer Schichten, der wichtigste Horizont in Bezug anf Wasserftihrung. 3. Korycaner Schichten. 
■i. AYeissenberger nnd Malnitzer Schichten. (An der Basis die schwach -wasserfiihrenden Semitzer Mergel.) 5. Teplitzer Schichten. 6. Priesener 

Schichten. 






54 

Einc urn weniges ticfcre Boluung von 150 m wurde im BriLuhause in 
Koniggratz durcligefiihrt, ohnc zu einem Kesultate zu fiihren. 

Diese Verbal tnisse babe ich an dem Profil Fig. 28. sckematisch darge- 
stollt, glaube abcr, dass diese Frage verdienen mochto, von einem tecbniscben 
Fachraanne ins Detail studiert zu werden, denn schon meine Skizze wird niancben 
vor kostspieligen lioffnungslosen Bohrversnchen warnen. 



Nachtrag zur Umgcfoiing von Pardubic. 

(Seite 48.) 

In der Fortsetzung der Berglehne von Nemosic liegt noch ein zweiter 
interessanter Fundort bei „Lhota Ufeticka", wo Herr Dr. Jabn folgende Arten 
sammelte : 



Cladocyclus Streblensis, (Join. 
Osraeroides Lewesiensis, Ag. 
Osmerolepis reticulata, Fr. 
Scaphites Geinitzi, It. 
Aptychus cretaceus, v. Miinst. 
Dentalium glabruru, Gein. 
Nucula semilunaris, 



Tellina concentrica, Reuss. 

Pecten Nilssoni, Go! (If. 
Ostrea frons, Park. 
Terebratulina chrysalis, Schl. 
Rhynchonella (pisum?) 
Pollicipes i'allax, Darw. 
Callianassa brevis, Fr. 



55 



III. Tabellarisclie Uebersicht 

der in den Priesener Schichten aufgelundenen Vcrsteincrungen. 



Reptilia. 

Iguanodou? Albinus. Fr. 

Pisces. 
Dipnoi. 
Dipnolepis Jahni. Fr, • 

Selachii. 



Oxyrhina angustidens. Eeusa, 
Lamna raphiodon. Ag. ■ 
Lamna acuminata. Hems. 
Notidanus simplex. jFh . 
Otodus appendiculatus Ag, 

OtOdUS SUlcatUS. Gem. . 

Squatina lobata. Eeuas. . 
Corax heterodon Beuss. 
Ptychodus mammillaris Ag 



R*) 



Ganoidei. 
1'ycnodus (complanatus Ag.?) ■ 

Teleostei. 

Osmeroides Lewesiensis. Ag. ■ 
Osmeroidcs divaricatus. Gem. ■ 
Cyclolepis Agassizi. Gem. ■ • 
Aspidolepis Stcinlai. Gein, • • 
Enchodus Halocyon. Ag. ■ • • 
Saurocephalus marginatus. Beuss. 

Elopopsis? sp 

Beryx ornatus. Ag 

Cladocyclus Strenlensis. Gem. ■ 
Osmerolepis reticulata Fr. • • 



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*) Die mil; u, bezeichneten Arten sind auf die Autoritiit von Eeusa in dieses Verzeiclmiss 
aufgenommen, fehlen aber unserer Sammlung. 



56 



Operculum A. (radiatum). . . 
Operculum B. (altum). . . . 
Operculum C. (quadrangulum). 
Praeoperculum D. (spiniferum). 
Praeoperculum E. (serratum). 
Operculum F. (histrix). . . . 

Electrolepis horrida. Fr 

Spinacites radiatus, Fr. . . . 

Mollusca. 



Cephalopoda. 

Pelemnites ap 

Nautilus sublaevigatus. D'Orb. . . . 

Nautilus rugatus. Fr.etSchl 

Nautilus Reussi. Fr 

Ammonites (Schlonbacliia) subtrica- 

rinatus. D'Orb 

Ammonites (Acanthoceras) dentato- 

carinatus. f. Rom 

Ammonites (Placenticeras) D'Orbi- 

gnyanus. Gem 

Ammonites (Lytoceras) Alexandri. Fr, 
Ammonites (Schlonbacliia) Texanus. 

Iliim. 

Ammonites (Schlonbacliia) Germari. 

Mas. 

Ammonites (Cosmoceras) Schlon- 
bachi. Fr 

Ammonites polyopsis. Duj 

Ammonites (Phylloceras) bizonatus. Fr 

Ammonites (Pachydiscus) peram- 
plus. Mant 

Ammonites cf. latidorsatus. Miokelin. 

Scaphites Geinitzi jyorb 

var. binodosus. . 

Scaphites auritus Fr 

Hamites bohemicus Fr 

Hamites verus. f>- 

Hamites Geinitzi. jrori, 

Hamites consobrinus. B'Orh. . . . 

Crioceras membranaceum. Fr. ■ . . 

llelicoceras Reussianum. (inn. . . 

Bacnlites Faujassi var. bohemica, . 



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57 



Gastropoda. 
Turritella multistriata. items. . 
Turritella acicularis. Reims. . . 
Turritella Noeggerathiana. Goidf. 

Scala decorata. (Ma 

Scala. n . sp 

Natica Gentii. Sow 

Natica Iloemeri. Qein 

Natica vulgaris. Reims 

Turbo decemcostatus. v . Bueh. 
Trochus Engelhardti. Gein. . ■ 
Trochus amatus. D'Orb. . . . 
Guilfordia acanthochila. Weinz. *p 

Ivissoa Reussi. Gein 

Rissoa sp 

Alvania sp 

Alvania sp 

Rissoa? 

Nov. Genus 

Pleurotomaria linearis. Mmt. ■ 
Pleurotomaria baculitatum. Qein. 
Aporrhais megaloptera. Reuss. 
Aporrhais Reussi. Qein. . . . 
Aporrhais papillionacea. Gold/. 
Aporrhais coarctata. Gein. . . 
Aporrhais steuoptera Goidf. . . 
Aporrhais subulata. Reus*. . . 
Aporrhais arachnoides. Mailer, ■ 

Rapa cancellata. Sow 

Fusus Nereidis. Mmst 

Fusus of. Requienianus. D'Orb. 

FUSUS. sp 

Tritonium. sp 

Cancellaria sculpta. Reuss. . . 
Neptunca carinata Weinz. in lit. 
CeritMum Luschitzianum. Gein. 
Ceritbium fasciatum. Reuss. 
Cerithium binodosum. B$m. 
Ceritbium pseudoclathratum 
Cerithium (cf. Dupinianum) 
Ceritbium (cf. provinciale). 
Voluta elongata. D'Orb. 
Mitra Roemeri. D.<M . . 
Mitrn, clathrata. Bern*. ■ • 



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Oylichna cylindracea. Gein. 
Acteon doliolum. Mull. 
Actcon ovum. Duj. . . . 
Acteonina lineolata. Reus*. 
Avellana Humboldti. Mull. 
Scaphander cretaceus. m-. 
Aemaea depressa. Gein. . 
Dentalium glabrum. (Mn. 
Dentalium medium. Sow. . 
Dentalium polygonum. Reus*. 
Dentalium laticostatum. Reus. 
Dentalium ellipticum. Sow. 



Pelecypoda. 
Cardium lineolatum. Reuss. ■ 
Cardium semipapillatum. Reust 
Cardita tenuicosta. iPOrb. 
Isocardia cretacea. Goidf. 
Astarte acuta. Beusa. 
Astarte nana. Reuss. . . 
Cyprina Hiibleri. GtinJ 
Eriphyla lenticularis. Gold/. 
Nucula pectinata. Sow. 
Nucula semilunaris, v. Buck. 

NuCUla OVata. Mantel. . 

Nucula. S p 

Leda siliqua (Reuss.) . . 

Leda producta. (Reuss.) . 

Pectunculus insculptus. Re 
Pectunculus? arcaceus. r 
Area truncata. Reuss. 
Area striatula. Reuss. 
Area undulata. Reuss. 
Area Geinitzi. Reuss. 
Area bifida. Reuss. . . 
Area pygmaea. Reuss. 
Area propingua. Reuss. . 
Pinna decussata. Gold/. 
Pinna nodulosa. Reuss. . 
Pholas reticulata. Mailer. 
Lithodomus spathulatus. Gein. 
Lithodomus cf. lostratus. iro 
Modiola capitals. zu/ei. . . 
Teredo . . . «. sp. .... 



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59 



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Gastrochaena amphi sbaena, 
Corbula bifrons. items. . 
Corbula caudata. wi/ss. . 
Thracia? 



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Lyonsia carinifera. vOri. 
Leguminaria truncatula. Reu. 
Modiola tetragona. Reuss. 
Leguminaria Petersi. zutei. 
Pholadomya decussata. . . 
riioladomya. n . sp. . . . 
Tellina concentrica. Reuss. 

VeilUS lamillOSa. Reuss. . . 

Venus concentrica. Reuss. . 
Venus subdecussata. Rdmer 
Venus parva. Sow. . . • 
Venus pentagona. Reuss. ■ 
Avicula Geinitzi. Reuss. 
Avicula pectinoides. Reuss. 
Avicula glabra. Reuss. . . 
(Avicula minuta. Reuss.) . . 
(Avicula neglecta. Reuss.) . 
(Avicula paucilineata. jBe«M.) 
Gervillia solenoides. Befr. 
Inoceramus Cuvieri. Sow. 
(Inoceramus latus. Momtell. ) 
Inoceramus planus. v . Munst 
(Inoceramus Brongniarti ? I 
Lima septemcostata. Reuss. 
Lima elongata. Sow. • • • 
Lima granulata. Deshm/es. 
Lima Hoped. Deshayes. . • 
Lima somisulcata. Niks. • 
Peoten Nilssoni. Gold/. . . 
Pecten curvatus. Gem. 
Pecten Dujardinii. Rem. . 
Peoten squamula. Lanmark. 

Pecten lac vis. miss. . . . 
Pecten scrratus. Nils*. . . 
(Pecten cicatrisatus. Goldf.) 
(Pecten denticulatus. v. Bagei 
(Pecten subaratus. Nils. ) . 
(Pecten trigemmatus . Gein.) 

Spon dylus. S p 

Exogyra lateralis. Reuss. 



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Ostrea semiplana. Bow. ■ . . 
Ostrea hippopodium. miss. . . 

Ostrea Proteus. Beuss 

Ostrea cf. Wegmanniana. D'Orb. 

Ostrea irons. Park 

Anomia subradiata. Beuss. . . ■ 
Anoraia subtruncata. Gein. . . 

Brachiopoda. 
Magas Geinitzi. BehlBnb. . . . 

Argiope? 

Terebratulina chrysalis. SoM. . 
Rhynchonella (var. pisum) . . 

Bryozoa. 

Kschara rhombifera. Beuss. . . 

Entalophora? solitaria. Fr. . . 

Nuilipora gracilis. Beuss. . . . 



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Crustacea. 

Polycnemidium pustulosum. Beuss. . 

Etyus Buchi. zntei B. 

Necrocarcinus perlatus. Fr. . . . 

Palaeocorystes? « P • . 

Palaeocorystes sp 

Microcorystes parvulus. Fr. . . . 

Calliauassa brevis. Fr 

Callianassa clongata. Fr 

Callianassa gracilis. Fr 

Stenocheles parvulus. Fr 

Stenocheles esocinus. Fr 

Paraclytia (nephropica ?) 

Hoploparia 

Uoploparia 

Enoploclytia Leachi. Mant 

Palinurus 

N. genus 

Cytherella Miinsteri. Beu*» 

Cytherella ovata. Bi>m 

Cytheridea laevigata. Bm»i. ■ . • 

Cytheridea perforata. BSm 

Cythere serrulata. Boiq 

Cythere oraatissima. Beuss. . . . b. 
Cythere semiplicata. Beuss. . . . B. 



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Cythere Karsteni. Be«w». . • . 
Cythere concentric,;!,. B««*«. . . 
Bairdia arquata var. faba. Retm. u. 
Bairdia subdeltoidea. v. Mumt. . . ■ 

PollicipeS falax. Dane 

Pollicipes glaber. mm 

Scalpellum maximum. Sow 

Scalpellum quadratum. Done. . . . 

Vermes. 

Serpula gordialls. Sehi R. 

Serpula tetragona. Sow 

Serpula subtorquata, v. Munst, . . n. 
Serpula spinulosa. Beuta. ■ . 
Serpula subinvoluta. Beuis. . 
Serpula? ........ 



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Echinodermata. 

Antedon 

Cidaris sceptrifera. Mmi. • . . 
Cidaris subvcsiculosa. worb. ■ 

Phymosoma 

Micraster Ijorioli. Nov 

Holaster cf. placenta. Ag. . . 
Jlemiaster regulusanus. D'Orb. 

Goniaster? 

Stellaster , . . . 

() phiothrix? 

UolothuriaV intest 



Anthozoa. 
Parasmilia centralis. Mmt. . . 

Trochosmilia. «p. i. 

irochosmilia. >p. n. 

Micrabatia coronula. GoUj: . . . . 
Trochocyathus Harveyanu's. M.Retii. 
■ ■ rocbocyatbus conulus. Phil. . . . 

Irochoc'yatbus 

°culina? 

Porifera. 

Ventriculites radiatus. Mmt. • ■ ■ 
Ventriculites angUStatus. B6m. ■ . 



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Geodia gigantea. Bolt 

Ckondrillopsis asterias. j<y. . . 

Stylocordyla? 

Clione? 

Scypliia odontostoma. Reuse. 

Foraminifera. 

Cornuspira cretacea. Beuss. . . 
Trochammina irregularis. /'. and 
(Haplostiche constricta. Beuss.) 
Haplostiche clavulina. Beuss. . 
Haplostiche dcntalinoidcs. Beuss. 
Haplostiche foedissima. Beuss. . 
Textularia globulosa. Beuss. 
Textularia conulus. Beuss. 
(Textularia obtusangula. Boem.) 
Textularia obsoleta. Beuss. 
(Textularia anceps. iteuss.) 
(Textularia turris. D'OJ.) 
Textularia praelonga. Beuss. 
Textularia foeda. Brush. . 
Verneuillina triquetra. Beuss 
Verneuilliiui Bronni. Beuss. 
(Tritaxia tricarinata. Beuss. ) 
Gaudryina rugosa. D'Orh. 
Valvulina spicula. Beuss. . 
(Bulimina Preslii. Beuss. ) 
(Bulimina ovulum. Beuss.) . 
Bulimina Murchisoniana. iy 
Bulimina variabilis. D'Orb. 
Bulimina intermedia. Beuss. 
(Bulimina truncata. Beuss.) 
(Virgulina Reussi. Gein.) . 
(Bolivina tegulata. Beuer. ep.) 
Nodosaria farcimen Soldani 
Nodosaria filiformis. B'Ori,. 
(Nodosaria innata. Beuss.) 
Nodosaria cylindracea. Beuss 
Nodosaria monile. v.liag. . 
Nodosaria Zippoi. Beuss. . 
Nodosaria Mayeri. n . ep. . 
Nodosaria affinis. Beuss. . 
(Nodosaria (?) conferta. Beuss.) 
Nodosaria aculeata. v'Orij. . . 



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(Nodosaria costellata. 2Ja««».) . 

(Nodosaria sulcata. Nils.) . , 
Nodosaria Lornoiana. z>'0&. , 
Nodosaria multilineata. e»i. , 
Frondicularia apioulata. 7JeM«s. 
(Frondicularia bicuspidata. Beuss.) 
Frondicularia angusta. Beuss. . 
Frondicularia angulosa. jyori. 
(Frondicularia peregrina. Beuss.) 
(Frondicularia, canaliculata. Beuss. 
Frondicularia raucronata. Beuss. 
Frondicularia margin a,ta. Beuss. 
Frondicularia turgida. Beuss. . 
Frondicularia Cordai. Beuss. . 
Frondicularia inversa. Beuss. . 
Frondicularia Archiacina. D'Orb. 
Frondicularia bicornis. Bams. . 
Frondicularia striatula. Beuss. . 
Marginulina elongata. D'Orb. . 
(Marginulina coraprossa. D'Orb.) 
Marginulina Nilssoni. Boem. 
Marginulina bacillum. Beuss. . 
Marginulina ensis. Beuss. . . . 
Marginulina Iioemeri. Beuss. . 
(Marginulina bullata. Beuss.) . 
vaginulina strigillata. Beuss. . 
(Cristellaria limbata. Beuss.) . 
Cristellaria lobata. Beuss. . ■ 
(Cristellaria lituola. Beuss.) . . 
Cristellaria navicula. D'Orb. 
Cristellaria lepida. Beuss. . . 
Cristellaria rotulata. D'Orb. . . 
(Cristellaria complanata. Beuss.) 
(Cristellaria triangularis. D'Orb.) 
Flabellina ornata. Beuss. . . . 
Flabellina elliptica, Nils. s P . 
(Folymorphina trigonula. Beuss.) 
(Polymorphina horrida. Beuss.) . 
Folymorphina elliptica. Beuss. . 
(Folymorphina damaecornis. Beui 
U'olyniorphina glomerata. Boem.) 
folymorphina lacrima, Beuss, . 
folymorphina globosa. v . Munster. 
^lobigerina cretacea. D'Orb. 



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Globigerina marginata. Bwm. • • 
Globigerina trocboidcs. Bma. ■ ■ 
(Discorbina Micheliniana. ifOrb.) 
Discorbina umbilicata. U0rh. var 

nitida Jieuss. 

Discorbina leaticula. Beuet, . . 
Discorbina ammonoides. Beuee. 
Discorbina polyraplies. Beuu. ■ 
Anomalina moniliformis. Haute. 
Nonionina compressa. Boem, 

Radiolariae. 

Dictyomitra multicostata. zutd. • 
Dictyomitra regularis. Pemcr. . . 
Dictyomitra conulus. rcmer. . . . 
Litbocyclia discus. Pemer. ■ ■ . 
Thecosphaera spongiarum. rtmev. 
Cromyomma perplexum. Stshr. 
Druppula convoluta. Pernor. . ■ . 
Stylodyctia Haeckeli. Zittel. • . . 
Acrosphaera hirsuta. remer. . . . 
Porodiscus glauconitarum. Perner. 
Ropalastrum $$ 



Plantae. 

Araucaria Frici. Vei 

Araucaria brachypbylla. E. Bayer. 
Araucaria epactridifolia. E. Bayer. 
Sequoia lepidota. E, Bayer. ■ . . 
Sequoia Iteichenbachi. (Gem.) . . 

Sequoia S j> 

Widdringtonia ap 

Frenelopsis bobemica. Vei. . . . 
Quercus Charpentieri. E. B. . . 
Ficus Cecropiaelobus. e. b. . . 

Rhus dens mortis. E. B 

Ericophyllum Gaylussaciae. e. b 
Myrsine manifesta. E. B. . . . 
Myrsine caloneura. e. b. . . . 

Ardisia glossa. e. b. 

Diospyros primaeva- Biter. . . . 

Pbyllites Perneri. e. b 

Acantbocepliale bohemica. e. b. 



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IV. Kritisches illustrirtos Verzoichniss der in don Priesener 
Schichten vorkommenden Versteinerungen. 

Dieses Verzeichniss ist nach den in der Studie iiber die Teplitzer 
ochichten pag. 63 angefiihrten Grundsiitzen zusammengestellt und will ich die- 
selben hier nicht wiederholen. 

Jguanodon? Albinus, Fr. — Fig. 29. a—d. 

Von der Gegenwart riesiger Saurier zur Zeit der Ablagerung der Prie- 
sener Schichten geben mehrere Reste den Nachweis, wclche am steilen 
Elbeufer bei Srnojed westlich von Pardubic aufgefunden wurden. Herr 
Jaroslav Jahn fand den mittleren Theil eines grossen Phalangen, an dem 
beide GelenlrfUichcu durcli Zersctzung verscliwanden. Der Rest ist 10 cm lang 
und in der Mitte (5 cm breit. Ausserdem fand ich an derselben Stelle flache 






f'"g- 29. 

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Iguanodon ? Albinus, Fr. von Srnojed. a. Mittelsttlck eines Phalangen in 
!. wrflsse. h. HautknocJien in naturl. GrOsse. c Querschliff dessolben, schwaeli 
vergrossert. d. Ein Fragment stark vergrossert. 

5 



66 

viereckige Knochenstucke, welclie jedonfalls zum Hautskelet gehOrten unci 
am Querschliff noch die Knochenstruktur aufweisen (c, d.). Nebstdeni fand 
man Stiicke, die auf Rippen und andere Skelettheile liinwiesen, aber ganz 
aus zersetztem Schwcfelkies und Gyps bestanden. 

Dipnolepis Jahni, Fr. — Fig. 30. A. und B. 

Diese Art entdeckte ich zuerst in Chotzcn, aber die betreffende Schuppe 
war zum Studium nicht gunstig erhalten. Unter dem mir von Herrn Jar. 
Jahn aus den tiefsten Lftgen der Priesener Schichten bei Oernosic (Pardubic) 
iibersandten Materiale, fand ich spater unter Schuppen von Osmeroides, 
Cyclolepis und Cladocyclus, auch eine Schuppe von laiiglich viereckigcr 





A. 



B. 



Fig. 30. Dipnolepis Jahni, Fr. A. Schuppe von unten. Smal vergrossert. a. Unter- 
flachc dor Schuppe. b. Negativ der bezahn. Oherflache. B. Fragment des Negatives 

der bozahnten Oberflaehe. 



Gestalt, welche im oberen Drittel das Centrum in Form cines kleinen Ilockers 
aufwies, um welches herum sich unregelmJissige concentrische Fatten grup' 
pirten. Die Schuppe liegt mit der Innenseite nach oben, die Aussenseite 
ist bloss im Negativabdruek erhalten und zeigt radial geordnete, dicht nebeii 
einander stehende Eeihen von Griibchen, die von einander durch undeutliche 
Leisten getrennt sind. (Vergl. Fig. 30. B.) Diese Grubchen ruhren wohl voD 
Zahnreihen her, mit welchen die Schuppe geziert war. Da ich mich cbeD 
mit dem Studium der permischen Dipnoer beschaftigte, so erkannte ich leicht, 
dass auch diese Schuppe denselben angehort. (Vergl. Fauna der Gaskohle 
Taf. 80.) Es ist damit der, wie ich glaube, erste Beweis geliefert, dass es 
auch ceratodusartige Ijurchfisclie in der Kreideformation gegeben hat. Die 



67 

selben lebten kaum im Moore, sondern olier in den Fliissen des damaligen 
Contincntos, von wo die Schuppe in das Meer herabgeschwenimt wurde. 

Ich widmete diase hochinteressante Art der Familie Jahn, wo mich 
sowohl Vater als Sohn in meinen Arbeiten auf thatkriiftigste unterstiitzten. 

Oxyrhina angustidens, Reuss. (Fr. Kept, und Fische, pag. 8. Fig. 13.) 

Fiihrt Reuss aus den Priesener Schichten von Priesen an, wir fanden 
daselbst rnebrere iibnliche Ziihne, die sich aber durch sebr feine Liingsstrei- 
fung auszeichneten und nicht sicher zu der Art zuzurecbnen sind. 

lamna raphiodon, Ag. (Fr. Kept, und Fische pag. 10. Fig. 17.) 

Fiihrt Reuss von Priesen, Postelberg, Kautz und Wollenic. Wir besitzen 
nichts derartiges aus den Priesener Schichten. 

^anina acuminata, Reuss. (Fr. Rept. und Fische pag. 9.) 

Die Gattung Lamna ist haufig neben Otodus appendiculatus in den 
Priesener Schichten, was dadurch erklaxlich ist, dass in neuerer Zeit der 
Nachweis geliefert wurde, dass lamnaartige Ziihne den vorderen Theil des 
Kiefers von Otodus eingenommen haben. -Audi wird es wenig Bedeutung 
haben einzelne Arten unterscheiden zu wollen nach dem, ob sie weniger 
Oder mehr gebogen sind, denn dies wird davon abhangig gewesen sein, an 
welcher Stelle des Kiefers der Zahn stand. 

N °tidanus simplex, Fr. — Fig. 31. 

In der glauconitischen Schichte 2. des Priesener Profils fand der Mu- 
soumszeichner Herr F. Blazka einen kleinen Notidanus-Zahn, der sich von 
Not. microdon aus den Teplitzer Schichten dadurch unterscheidet, dass der 
crste Zahn am Aussenrande nicht gekerbt ist und dass derselbe doppelt so 
gross ist als der nachfolgende. Der zweite bis vierte nehmen rasch an 
Grtisse ab und der vierte ist nur halb so lang als der zweite. 



P*S;r'?S:J5!ir,»". 





Fig. 31. Notidanus simplex, Fr. von 

Priesen. 6mal vergrossert. 



%}f U ir'm* : 



Fig. 32. Squatina lobata, Eeuss. 
VergrOssert. Copie nach Reuss. 



0(, us appendiculatus, Ag. (Rept. und Fische pag. 5. Fig. 5.) 

Mittelgrosse Exemplare kommen in Luschitz, Priesen, Postelberg und 
anderen gut aufgeschlossenen Localitaten vor. 
t0 ^us sulcatus, Gein. (Rept. und Fische pag. G. Fig. 7.) 

Wurden von Reuss uuter dem Namen Hyb. gracilis von Priesen und 
Postelberg angeMhrt. 



5* 



68 

Squatina lobata, Reuss. (Rept. u. Fische pag. 10. Fig. 18) — Fig, 32. 

Reuss fand diesen kleinen nur 4 mm breiten Zahn sehr selten in Priesen. 

€orax hetcrodon, Reuss. (Rept. und Fische pag. 11. Fig. 23.) 

Nicht selten bei Postelberg. Aus Priesen besitzen wir diese Art aus 
der Nucula-Schichte (Nr. 0.), sowie auch aus der Schichtc 2. 
Ptyehodus mammillaris, Ag. (Kept, und Fische pag. 14. Fig. 33.) 

Wird von Reuss aus den Priesener Schichten von Priesen angefuhrt. 
Pycnodus complanatiis, Ag. ? (Fr. Rept. und Fische pag. 21. Taf. II. Fig. 5. 
Textfigur Nr. 47.) 

Pechschwarz gefiirbte Gaumenzahne und gekerbte Schneideziihne fanden 
sich in Priesen in den stark glauconitischen Schichten 2a. des Profils und 
in der Schichte 3. Sie erinnern in Form am meisten an den P. complana- 
tus Ag., doch lasst das vorliegende Material an isolirten Ziilinen koine 
sichere Destimmung zu. Einen hierher gehorigen Zahn erhielten wir von 
Ilerrn Lehrer Feigl von Cernodol bei Laun. 
Osmeroides Lewesiensis, Ag. (Rept. und Fische pag. 34. Fig. 55.) 

Isolirte Schuppen kommen fast iiberall in den Priesener Schichten vor, 
namentlich an der OberfULche der als Lepidenteron bezeichneten Wurmrohron. 
Osmeroides divaricatus, Gein. (Rept. und Fische pag. 34. Fig. 58.) — Fig. 33. 
Viele und schon erhaltene Schuppen fand ich in ciner festen Schiclite 
am Gipfel des Wunicer Weinberges, welche dem Niveau des Ammon. den- 
tatocarinatus Nr. 4 des Priesener Profils entspriclit. Auch in Priesen selhst 
fand icli in der Schichte 3 grosse Exemplare, die ganz mit der unten gege- 
benen Abbildung iibereinstimmen. Die von Strehlcn citirten Exemplare diirften 
aus den dort am hochsten liegenden Scliichten herstammen, welche unseren 
klingenden Inoceramenpllinern der Priesener Schichten entsprechen diirften. 




Fig. 33. Osmeroides divaricatus, 
Gein. Aus den Priesener Schich- 
ten bei Wunic. Vcrgrossert. 





Fij). 34. Cyclolepis Agassizi, 

(Jein. Von Waldek bei 

Uensen. 



Fig. 35. Aspiclolepis Stelnlal, GeinS 

Voin Wolisberg bei Podiebrad, 

Vergrfissert. 



Gyclolepgis Agassizi, Gein. (Rept. u. Fische pag. 39. Textfig. 59.) — Fig. 34. 
Haufig auf Lepidenteron Iongissimum in Priesen, Wunic, Wolfsberg bei 
Podiebrad, Waldek etc. und fast uborall, wo diese Schichten gut aufgeschlos- 
sen sind. 
Aspidolepis Steinlai, Gein. (Rept. u. Fische pag. 34. Fig. 60.) — Fig. 85. 

Diese grossen Schuppen kommen am haufigsten in den in Form weisser 
klingender Flatten auftretenden tieferen Lagen der Priesener Schichten vol', 
zum Boispiel am Wolfsberge bei Podcbrad, in Cinoves und Nemosic. 



69 



Enchodus Haloeyon, Ag. (Fr. Rept. u. Fische pag. 35. Taf. 7.) 

Ein schoner Kiefer aus Priesen befindet sich in der Sammlung des Hrn. 
Mayer in Malnitz. * 

S&urocephalus marginatum, Reuss sp. — Fig. 36. 

Dieser interessante Zahn von unsicherer Zugehorigkeit kam wiederholt 
in den Priesener Scbichten vor. Ich gebe eine stark vergrosserte Abbildung 
von einem Exemplare aus der Schiclite 3 von Priesen, an dem man die 
Streifung der Basis deutlich wahrnimmt und zugleich sieht, dass der Zapfen, 
auf dem der Zahn aufsass, von knopfformiger Gestalt war. Auch fanden 
sich Zahne dieser Art in Chotzen. 





Fig. 37. Cladocyclus Strehlensis, Gein, 

Von Wolfsliorg bei Podgbrad. 

2mal vergrfissert. 



F '9- 36. Sauroccphalus marginatus, Kmiss sp 
J1 "s Priesen, 6mal vergr. Nr. d. Orig. 1942. 



^^Popsis ? 



sp. 



Her 



In der letzten Zeit crhiolt unser Museum von Ilerrn Mayer ein Pracht- 
exemplar eines fast ganzen in Sphaerosiderit umgewandelten Fisches, dessen 
Gesammtlange etwa 70 cm betragen haben mag. Der Kopf iilinelt sehr der 
Gattung Elopopsis, doch muss die niihere Bestiminung auf spiiter bolassen 
werden. 
y x OPnatus, Ag. (Rept, und Fische pag. 43. Fig. 63.) 

Eine Schuppe von Beryx ornatus fanden wir in der Schichte 2, mehrere 
andere an der Flache des Lepidenteron. Andere fanden sich in den Sutiny 
bei Chotzen. 



70 



Cladocyclue Strehleusis, Gein. (Fr. Teplitzer Schichten p. G9. Fig. 39.) — Fig. 37. 
Haufig in den tiefsten Lagen der Priesener Schichten in den ldingenden 
weissen Planern von Cinoves und Wolfsberg bei Podebrad, dann in Priesen, 
Cernodol und Wunic bei Laun. 
Osmerolepis reticulata, Fr. — Fig. 38. 

Diese Schuppe, welche im ganzen an Osmeroides erinnert, ist durch 
die netzformige Verzierung des Hinterrandes ausgezeichnet. Dieselbe wurde 
von Herrn Dr. Jar. Jahn gesammelt. 



I 





a. t b: 

Fig. 38. Osmerolepis reticulata, Fr. von Lhota Uretickii bei Pardubic. 
A. flmal vergrossert. B. Ein Theil der genetzten Partie 40mal vergrossert. 

Ich lasse nun die Beschreibung einer Reihe von Fischresten folgen, die 
noch ihre Zugehorigkeit zu dieser oder jener Fischgruppe sehr mangelhaft nach- 
zuweisen im Stande sind. Die meisten finden sich auf der Oberflache des Lepi- 
denteron, gehoren kleinen Knochenfischen an und werden in der Zukunft gewiss 
noch Gegenstand fleissigen Studiums werden. 

Ich fuhre sie trotz ihrer Unvollstandigkeit hier dennoch an, nm auf den 
Reichthum an Gattungen und Arten von Knochenfischen in den Priesener Schichten 
aufmerksam zu machen und zum emsigen Sammeln ahnlicher Reste anzueifern. 

Operculum A. (radiatum). — Fig. 39. 

Dieses radial gestreifte Operculum erinnert sehr an dasjenige, welches ich 




Fig. 39. Operculum A. (radiatum) aus der Schickte 3 von Priesen. Vergrossert 6mal. 

Nr. des Orig. 7. 



71 



provisorisch als zu Semionotus gekorig abbildete. (Fr. Rept. u. Fische Taf. 10. 
Fig. 9.) Es reicht dieser Rest nicht bin, die Gattung zu bestimmen. 
Operculum B. (altum). -* Fig. 40. 

Diese sebr hohen sclimalen, glatten Opercula kommen wiederholt auf 
den Lepidenterons vor. Vom Gelenkpunkte ziebt sick eine scbmale Leiste 
zu der oberen Spitze des Hinterrandes. Das obere Ende ist quer abgestutzt. 
Der Vorderrand ist mit einer Doppelleiste verseken. Der Hinterrand zweimal 
ausgescknitten und dann sckrag gerade zur unteren Spitze sick hinziekend. 



- ; .:;:x 



W 





Fifl. 40. Operculum B. (altum) aus der Gastropoden- 

Schichte von Priesen. Vergrossert Cmal. 

Nr. dea Orig. 8. 



Fig. 41. Operculum ' '. (quadran- 
gulum) von innen gesehen. Aus 

der Schichte 1 von Priesen. 

Vergr. 6mal. Nr. des Orig. 9. 



Operculum C. (quadrangulum). — Fig. 41. 

Dieses viereckige Operculum ist an der oberen vorderen Ecke mit, 
einem Gelenknapf verseken, der einem scklanken Stiele aufsitzt. Zur nakeren 
Restimmung dieser Opercula wird eine Vergleickssammlung dieser Skelet- 
tkeile von alien recenten Gattungen notkwendig sein. 




Fi 9- 42. Praeoperculum 7). (spiniferum) aus der Gastropoden-Schichte von Priesen. 

Vergrossert 6mal. Nr. des Orig. 3. 

i- Praeoperculum mit einem grossen Stachel am unteren Ende. 8. Parasphenoid ? 

.'!.? 4. Operculum von innen. 6. Kieferfragment. G. Clavicula. 



12 



Praeoperculum D. (spiniferum). — Fig. 42. 

Dieser Fischrest zeigt mehrere wiclitige Theile des Kopfskeletes, ein 
gefaltetes, hinten in eine Spitze auslaufendes Operculum und eiu mit einein 
Doni bewaffnetes praeoperculum. 
Praeoperculum E. (serratum). — Fig. 43. 

Ein sehr holies kurzes Praeoperculum, (lessen Unterrand grob, der 
Hinterrand fein bedornt ist. 
Operculum F. (histrix). — Fig. 44. 

Ein am Hinterrande stark unregelmiissig bedorntes, ziemlich flaches 
Operculum liegt mit der Inncnflache nach oben. Seine Zugehorigkeit zu 
Electrolepis horrida ist sehr wabrscheiulich. 




^rvvwv 



Fig. 43. Praeoperculum E. (ser- 

ratum) aus der Gastropoden- 

ScMchte von Priesen. Vergr. fimal. 

Nr. des Orig. 2284. 




Fig. 44. Operculum /'. 

(histrix) aus der Gastro- 

poden-Schichte t. Priesen. 

VergrOssert 6mal. Nr. des 

Orig. 12. 




Fig. 46. Spinacites radiatus, Fr. 

von Priesen. Vcrgriissort (Jnial. 
Nr. des Orig. \. 



Electrolepis horrida, Fr. — Fig. 45. 

An einem Lepidenteron aus dor stark glauconitischen Schichte 2. in 
Priesen fand ich ungcwohnlich stark bezahnte Schuppen, die wolil einem 
beryxartigen Fische angehort haben miigen. Die lancettscbarfen Zilhne, in 
welche der hintere Rand der Schuppe ausliiuft, nehmen bei der Schuppe t 
V 8 der Schuppenliinge ein und sind von durchsichtiger liernsteinartiger Con- 
sisted, eben so wie die Schuppe selbst, welche grob concentrisch gestreift 
ist. Die neben den Schuppen liegenden Skeletreste werden bei der deiinitiven 
Verarbeitung der neuen Kreidefisclie eingehende Berucksichtigung verdienen. 

Spinacites radiatus, Fr. — Eig. 4G. 

Ein kriiftiger kurzer Stachel einer paarigen Flosse mit rundem gefurch- 
ten Vorderrande und flachem nach iunen gekrumintei) hinteren Rande. 



73 




B 



^' 



Fig. 45. Electrolepis horrida, Fr. von Priesen. A a — c. drei Sohuppen verschiedene 
Grfisse. d. Fragment eines Operculum, VergrBssert ISmal. Nr.' (Irs Orig. I88f 
B. Di-ei Spitzen der bei 6. abgebildcten Schnppe. Vergr. 450mal. Nr. iles Orig- 1 



Bemerkungen uber die Cephalopoden. 

Das Material an Cephalopoden, das in neuerer Zeit in Priesen sowie in 
Srnojed bei Pardubic gefunden wurde, wiirde verdienen in einer selbstiindigen 
Monographic verarbeitet zu werden, doch ist ein Versuch eine jiingere Kraft zur 
Losung dieser Aufgabe zu gewinnen gesclieitert. 

In den nachfolgenden Notizen kann nur thcilweisc auf die neuen Funde 
^iicksicht genonimen werden und sind die dabei gemachten Bemerkungen nur als 
v °Haufige Notiz iiber die Existenz der betreffenden Funde aufzufassen. 

B elemintos, sp. (Fr. et Schl. Cephalop. pag. 19. Taf. 16. Fig. 14.) 

Von der Existenz der Belemniten zur Zeit der Ablagerung der Priesener 
Schichten gibt bloss eine einzige verkieste Alveole den Beweis, die bei 
Leneschitz gefunden wurde. 
Nautilus BublaeTlgatus, D'Orb. (Fr. et Schl. Cephalop. pag. 21. Taf. 12. Fig. 1.) 
Ein Exemplar wurde in der Schicbte 2b. in Priesen gefunden und ein 
zweites zweifelliaftes in einem Sphaerosideritknollen der Schichte 4. Das 
letztere ist bloss ein Steinkcrn, 13 cm hoch und zeigt einen tiefen Nabel, 
wessbalb es wohl einer neuen Art angehoren wird. 
Nautilus rugatus, Fr. (Fr. et Scbl. Cephalop. pag. 23. Taf. 12. Fig. 2.) 

Ein grosses verdriicktes Exemplar aus Priesen erhielt unser Museum 

von Ilerrn Lehrer Feigl in Laun. Dem Gesteine nach stammt es aus der 

Schichte 3. 

Stilus Reussi, Fr. (Fr. et Schl. Cephalop. pag. 25. Taf. 12. Fig. 4, 5.) — Fig. 47. 

Diesen kleinen fur die Priesener Schichten sehr bezeichnenden Nautilus 

fanden wir schon in der Nuculaschichte 0. des Priesener Profils, claim in 



74 



fler Schichte 3, sowie im Sphaerosiderit der Scliiclito 4, wo das grossto 
Exemplar 6 cm Hohe besitzt. Ausserdem ist sein Vorkommen bei Leneschitz. 
und Bolim. Leipa constatirt. 





Fig. 47. Nautilus Reussi, Fr. 

Vergrossert 6mal. 



Fig. 48. Schl'dnbachia subtricarinata, 

D'Orb. sp. Aus der Schichte 8 des Prie- 
sener Profils in '/a nattlrl. GrOsse. 



Ammonites (Schlonbachia) snbtriearinatns, D'Orb. (Fr. et Schl. Cephalop. 
pag. 26. Taf. 1. Fig. 1—3.) — Fig. 48. 

Dieser schone Ammonit ist hiiufig in der Schichte 3 und 4 des Prie- 
sener Profils. Das grosste in Sphaerosiderit erhaltene Exemplar hat eine 
Hohe von 23 cm und die Knoten der Seiten werden am letzten Umgang 
undeutlich, an den jiingeren Windungon sind sie aber sehr schon ausgebildet. 

Ammonites (ScWOnbachia) Texanus, Rfimer. (Fr. et Schl. Cephalop. pag. 28. 
Taf. 6. Fig. 5.) — Fig. 49. 

Wurde einmal in fragmentiirem Zustande in den hochsten Lagen der 
Priesener Schichten bei Vinafic (Jungbunzlau) gefunden. 
Ammonites (Schlonbachia) Oermari, Reuss. (Fr. et Schl. Cephalop. pag. 20. 
Taf. 14. Fig. 1, 2.) — Fig. 50. 

Ziemlich haufig in Lencschitz und in der Schlucht Cernodoly niichst, 
Vrsovic bei Laun. (Merkwurdigerweise nie in Priesen.) Ein Fragment bei Holic. 





Fig. 49. Schlonbachia Texana, 
Rflmer, sp. Aus den hochsten 
Ijagen der Priesener Schichten 
von Vinafic. '/, natiirl. Grttsse. 



Fig. 50. Schlonbachia Germari, Reuss sp. von 
Leneschitz. «,. Ein kleines Exemplar, h. Frag- 
ment ernes grossen Exemplars von der Aussen- 
seite. 



Ammonites (Acanthoccras) dentatoearinatns, F. Rom, (K. et, Schl. Cephalop. 
pag. 32. Taf. 16.) Fig. 51. 



75 



Diese ziemlich variable Art wurde in Priesen in den Schichten 3, 4 
und 5 ziemlich lulling vorgefunden , sonst nur noch am Weinberge bei 
Wunic. i 

Ammonites (Cosmoceras) ScMonbacui, Fric. (Fr. et Sclil. Cephalop. pag. 33. 
Taf. 16. Fig. 5.) — Fig. 52. 

Wurde ein einzigesmal in einem durch einen Wolkenbruch entstandenen 
Wasserrisse von mir in Schichten, welche den A. Germari sehr hiiufig ent- 
halten, aufgefunden. 




F 'fl. 51. Acanthoceras dcntatocarinatum, Rflm, sp. aus 

der Sphacrosideritschichte yon Priesen. a. Normales 

hl| H>ei'wachsenes Exemplar, b. Wohnkftmmer emeu 

"nvaehsenen Exemplars mil, snlir grossen Seiten- 

Dornen. 




Fig. 52. Cosmoceras Schl'dnbachi, Fr. 

Aus der Schlucht Cernodoly bei Vrso- 
vic (Lauu). '/j nattirl. (irosse. 



Ammonites (Plaeenticeras) IVOrbigiiyanns, Gein. (Fr. et Schl. Cephalop. 
pag. 36. Taf. 11. Fig. 2.) — Fig. 53. 

Die Exemplare aus den Priesener Schichten stimmen nicht so mit 
D'Orbigny's Abbildung als diejenigen aus den Chlomeker Schichten, nament- 
lich sind die Hocker am Nabelrande nicht ausgepriigt, was davon abhangen 
kann, dass wir es mit jungen Individuen zu thun haben. Das grosste Exem- 



sflffi 




Fiq. 53. Placcnticeras D'Orbignyanum, Gem. aus Lenesclutz. 

a. Fragment eines jungen Exemplars, b. Quersclmitt ernes jungen Exemplars 

vergriissert. e. Lobenzeichnung. 



7(5 

plar von Priesen ist cm 1kk.1i und zeigt Rpuren der Hocker. Wir besitzen 
Exemplare von Prioaen aua den Schichten 0, 2, 3 und 4, dann von Le- 
neachitz, Bohm. Kamnitz und von Srnojed bei Pardubic aowie von Ghotzen. 
Ammonites (Lytoceras) Alexandra, FriS. (Fr. et Schl. Cephalop. pag. SO. 
Taf. 16. Fig. 0.) — Fig. 54. 

Das urspriingliche Exemplar stammt ans der Schichte 3 in Priesen. 
Fin achon erhaltenes in Fig. 54. dargestelltes, erliielten wir von Dr. Jalin 
von Srnojed bei Pardubic. 




Fig. 55. Phylioceras bizo- 
natum, Fr. sp. von Lene- 
schitz. Naturl. Grosso. 





Fig. 56. Fragment von Am. 

polyopsis von Waldek. 

7, naturl. Grflsse. 



Fig. 54. Lytoceras Alexandri, Fr. von Srnojed bei Pardubic 

S'/^mal vergrossort. 



Ammonites (Phylioceras) bizonatus, Fr. (Fr. et Schl. Cephalop. pag. 40. Taf. 
14. Fig. 7.) — Fig. 55. 

Wurde nur in zwei Exemplaren in Leneschitz gefunden. 

Ammonites polyopsis, Duj. (Fr. et Schl. Cephalop. pag. .'55. Taf. G. Fig. 3.) — 
Fig. 56. 

Fin Fragment, das auf cine iihnliche Art hinweist, wurde in Waldek 
bei Bohm. Leipa gefunden. In neuerer Zeit erliielten wir iihnliche Fragments 
aus den Sphaerosiderit-Schichten von Prieaen, welche aber zu einer aicheren 
Bestimmung nicht hinreichen. Fin ganzcs, 35 mm holies Exemplar mit 
scharfer Kante stammt aus der Schichte 5 und hat auch einige Kammern 
mit IiOben, so dass es zu eingehenderem Studium geeignet ist. (Nr. 1872.) 

Ammonites (Pacliydiscns) peramplns, Maut. (Fr. et Schl. Cephalop. pag. 38. 
Taf. 14. Fig. 4. und 5.) 

Jugendexemplare fanden wir in verkiestem Zustande in Leneschitz bei 
Laun. 

Ammonites cf. latidorsatus, Michelin. (Pal. Franc, pag. 270. PI. 80.) 

Wir besitzen ein halbes Exemplar mit deutlichen Lobenzeichnungen von 

Srnojed bei Pardubic, welches aehr an D'Orbigny's Fig. 4. erinnert und mit 

der Zeit wird eingehend studiert werden miissen. 
S«-apliites Geinitzi, D'Orb. (Kr. et Schl. Cephalop. pag. 42. Taf. II. Fig. II., 



Taf. 13. Fig. 7, 8, 10, 12.) 



[Teplitzer Schichten pag. 71 



Fig. 43. 



77 

Hating in Priesen in der ScMchte 8 und 4 in verschiedenen Variet&ten 
uud Uebergftngen von einfach berippten bis zu geknoteten Formen, die als 
„binodosus" angefuhrt werden und nainentlich aus der Sphaerosiderit-Schiclite 
in schonen unverdriickten Exemplaren vorliegen. Eines derselben zeigt einen 
stark gerippten Aptychus. Ausserdem findet man diese Art liberal], wo 
lunger in den Priesener Schichten gearbeitet wird : Leneschitz, Waldek, Dne- 
boh, Bobm. Kamnitz, Srnojed, Nemosic, Chotzen etc. etc. 
Scaphites anritus, Fr. (Fr. et Scbl. Cepbalop. pag. 44. Taf. 13. und 14.) — 
Fig. 57. 

Diese zierliche Art (welche vielleicht das Mannchcn von Sc. Geinitzi ist), 
fan den wir in der Scliichte und 3 in Priesen, dann in Dneboh und Bohni. 




Fig. 57. Scaphites auritus, Fr. aus der Krabbcnschichte 5 in Priesen. Vergr. 4mal. 
Nr. des Orig. 1626. Gezeichnet von Herrn Nejdl. 

Kamnitz. In verkiestem Zustande den involuten Tbeil in Lenescbitz und 
Srnojed. 

Hamites bohemicus, Fr. (Fr. et Schl. Cepbalop. pag. 44. Taf. 13. Fig. 20.) - 
Fig. 58. 

Wir besitzen Fragmente von verschieden alten Individuen aus der Schicbte 
3 und 4 in Priesen, dann von Bolim. Kamnitz, Nemosic, bei Pardubic und 
in verkiestem Zustande von Srnojed bei Pardubic. Alle zeigen das fur diese 
Art charakteristische Kennzeiclien, dass die Rippen in gleicher Starke fiber 
die ganze Windung verlaufen. 

Hamites verus, Fr. (Fr. et Scbl. Cepbalop. pag. 45. Taf. 18. Fig. 13, 18 u. 26. 
Hamites attenuatus Sow. bei Reuss.) — Fig. 59. 

Ein Fragment aus der Scbicbte 3 von Priesen, ausgezeicb.net durcb die 
schiefe Stellung der Rippen. 

Hamites Geinitzi, D'Orb (Fr. et Scbl. Cepbalop. pag. 40. Taf. 16. Fig. L6.) - 

Fig. 60. 

Wurde von Reuss aus Priesen bescbrieben, spater von uns auch in ver- 
kiestem Zustande in Leneschitz aufgefunden. 



78 



D. 




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A,, 



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Fig. 58. Hamites bohemicus, Fr. A. Fragment aus der Schichte 3 von Priesen in natflrlicher 

(Jtosse. B. Fragment eines alton Exemplars aus Srnojed boi Pardubic in naturlieher Grosse. 
0. Dessen Lobcnlinie vergrossort. I). Fragment aus dem diinnen Thcile von Srnojed in gold- 
gliinzendem Kies erhalten. 6mal vergrossert. E. Dasselbe bei vorderer Ansicht der Kammer- 

scheidewand. 

Hamites coiisobrinus, D'Orb. (Fr. et Schl. Cophalop. pag. 47.) 

Eine fragliche Art, die von Reuss aus Priesen, Wolenic und Meronic 
beschrieben, aber niclit abgebildet wurde. 
€rioceras? mcmbranaceum, Fr. - Fig. 61. 

In Priesen fand Herr Hans Mayer, Schulleiter in Malnitz, zwei Exeni- 
plare eines Cepbalopoden, dessen generische Zugehorigkeit noch ungewiss 
ist, denn es liegen nur junge Individuen vor, welcbe in iliror Form die 









Fig. 59. Hamites vcrus, Fr. 



Fig. 60. Hamites Geinitzi, D'Orb. 
Von Leneschitz '2mal vergrossert. 



79 



Mitte zwischen Crioceras iintl Toxoceras halten. Das grossere Exemplar A. 
zeigt cine schiefe Berippung iilinlich wie sie bei Aucyloceras pulcherrimum 
D'Orb zu sehen ist.. Das kleinere vergrossert dargestellte Exemplar B. ist 
glatt, aber ein daneben liegendes Fragment zeigt, dass die starkeren Theile 
der Windung audi berippt waren. Die Embrionalkammer, welche bei C. 
stark vergrossert dargestellt ist, zeigt keine Kammerung und erst ihr ge- 
streckter Theil zeigt eine einfacb gezackte Lobenlinie, (Bei einem Versuche 
dor Reinigung dieses verkiosten Theilos ist derselbe bei Beriihruug mit der 
Nadcl leider abgesprungen.) 





A. R- 

Fig. 61. Crioceras? membranaceum, Fr. aus der Schichto 5. von Priesen. 

A. Gauzes Exemplar in natiirl. Griisse. B. Anfangsthcil eines Exemplars mit tier 

Embryonalkammer, links davon ein Fragment der starkeren Windung. Vergr. (.mal. 

0. Embryonalkammer und Anfang der Kammer 40mal vergrossert. 

Helicoceras Reusslanum, Gein. (Helicoceras armatum D'Orb. Fr. et Schl. Cepha- 
lop. pag. 47. Taf. 14. Fig. 14—19. Taf. 16. Fig. 9.) [Teplitzer Schichteu 
pag. 71. Fig. 44.] — Fig. 62. 

Junge Exemplare, deren Anfang gerade ist (Fig. 61.;, fanden sicli ver- 
kiest in Leneschitz neben verschieden grossen starkeren Windungsstiicken. 
In Priesen ist es ausser der Schichte 8 hauptsiicblich die Sphaerosiderit- 
Schichte, welche Windungsfragmente bis zur Breite von 45 mm liefert. Sonst 
kommt diese Art noch bei Vrsovic (Laun), bei Dnebob, Srnojed, Holic und 
Chotzen etc. vor. 




Fig. 62. Helicoceras Reussianum, Gein. Junges verkiestes Exemplar von Leneschitz. 

2mal vergrossert. 



80 

Baculites Faujassi. var. bohemica, Fr. (Fr.'etSchl. Cephalop. pag. 49. Taf. 13. 
Fig. 29 und 30.) — Fig. 63. 

Von der iiberall in den Priesener Schichten vorkommenden Art, gelang 
es mir neue Daten iiber die Embryonalkamnier und iiber den Aptychus zu 
sammeln. Unter dem neuen Materiale aus der Schichte 3 von Priesen fand 
ich schon im Jahre 1889 sehr kleine Exemplare mit Embryonalkammern, 
zeichnete dieselben, trug dariiber in zwei Versamralungen vor, aber sparte 
die Publication fur diese meine Arbeit auf. *) 




I A 



m b 



Fig. 63. Baculites Faujassi var. bohemica von Priesen. 
A. Junges Exemplar mit eingerollter Em bry onalkammer. Gmal vergrdssert. B. Bio 
Embryonalkammer 4Smal vergrflssert. 0. Wohnkammer mit Aptychus a von Chotzeu. 
Natttrl. Grosse. J). Aptychua stark vergrossert, a gerippter Theil, b Kuckculeiste, 

c Nebenaptychus? 



Ueber den Aptychus belehrte uns ein Exemplar von Chotzen, bei dem 
von der Wobnkammer beim Formatisieren eine Schuppe abgesprungen ist, 
unter welcher Aptychus© sichtbar wurden (Fig. C. a). Bei starkerer Ver- 



*) Qnterdessen wurden ahnllche Embryonalkammern von Amerlka besehrieben die 
aber eine dichtere Gruppirung der Schoidcwande im Anfange des Geniuses aufweisen. 



81 

grosserung gewabrt man zwei gewolbte ovale Schalon D, a, die an tier hin- 
teren lliilfte mit concentrischen gekfirnten Rippen E. versehen sind. Zwischeu 
beiden Solution liegt gin glattes Feld mit vorspringender medianer Leiste b. 
Hinter dom Aptycbus liegt eine kleinere riithselhafte Scbale mit concentri- 
schen Rippen und radialen Streifen und mit 6 deutlicben Ziihncken, die vor 
dom Ilinterrande auf der Scbale liegcn c. Dies mag als vorlaufige Notiz 
binreichen. 
A l»tyelms cretaceus, Mtinst. (Fr. et Scbl. Cephalop. Taf. 13. Fig. 2. und 3.) 

Diese kleinen Aptychuso gehoren dem Scaphites auritus an, woriiber wir 
in dor neueren Zeit neue Belegstlicke crhalton baben. Wir besitzen sic von 
Priesen, Wunic, Wolfsberg bei Podebrad, Untorbautzeu bei Sobotka und von 
mehroren Localitaten, namentlicb den weissen Plattcnkalken des Melniker 
Hochplateaus und aus der Gegend von Pardubic, Nemosic etc. 



Bemerkungen uber die Gastropoden. 

Das nacbfolgende Verzeiclmiss der Gastropoden der Priesener Scbichten 
kann nicht als vollstlindig betracbtet werden, da in dor lotzten Zeit viele Arten 
aus Priesen aquirirt wurden, welcbe erst eingebend studiert werden miissen und 
Zll, »i Tbeile nur binreicben auf die Existenz mehrerer Arten hinzuweisen, aber der 
''"vollstiimiigkeit wegon nicht genau bestimmt werden konnten. Die bildliche Dar- 
Stellung orlitt einen grossen Eiubrucb, da die Cliches, welcbe fttr eine Monograpbie 
llor Gastropoden der bohm. Kreidoformation von Prof. Woinzettl vorbereitet waren 
Und bi or mjtbenutzt werden sollten, durch Oxydation vornichtet wurden und im 
letzten Augenblicke nicht alle von neucm angefertigt werden konnten. 

r " l 'i'itoll;i multistrlata, Reuss. (Weissenb. Schichten pag. 103. Fig. 38.) 

Selten in der Gastropoden-Schichte 3 in Priesen. Reuss fiibrt sie als 
haufig von Postelberg und Priesen an. Wir besitzen die Art audi von 
Cornodol, P.ohm. Kainnitz, Dneboh, Unterbautzen und mehreren anderen 
Localitaten. 
^ritella acicularis, Reuss. (Reuss Verst. I. pag. 51. Taf. XI. Fig. 17.) — 
Fig. 64. 

Selten in Luschitz, Priesen, Lenoschitz, Oernodol und Holic. 
T| U'i'itella BToeggerathiana, Goldf. (Goldfuss III. pag. 107. Taf. 197. Fig. 1. 
W. Sch. Turr. Fittouiana pag. 103. Fig. 89.) 

Selten und maugelhaft erhalten in der Gastropoden-Schichte in Priesen, 
daun in Lenoschitz und Cernodol. 
Scft la decorata, Gein. (Fr. W. Sch. pag. 105. Fig. 41.) 
Selten in verkiestcm Zustande in Leneschitz. 
s cal a , sp. — Fig. 65. 

Ein 11 mm langes, zehn abgorundetc Windungen ziiblendes Exemplar 
mit vorspringenden Rippen. Einmal in der Scbichte 3 in Priesen yorgekommen. 

6 



82 



Natiea Gentii, Sow. (Fr. W. Sch. pag, 106. Fig. 45.) — Fig. 66. 

Selten in Dneboh, hiiufig in Priesen, in verkiestem Zustandc in Lene- 
schitz und in Aschendorf bci Bohin. Leipa. 




Fig. 64. Turritella acicula- 
ris, R. Ganzes Exemplar 
in nat. Grosse v. Priesen. 





Fig. 65. Scala, sp. aus der 

Gastropoden-Schichte in 
Priesen. Vergr. 4mal. 



Fig. 66. Natica Gentii, Sow. 

aus Priesen. Nat. Grosse. 

(Weinzcttl.) 



Natica Roemeri, Gein. (Weissenb. Schichten pag. 106. Fig. 44.) 

Ein einziges schones Exemplar besitzen wir aus der Krabbenschichte 5 
von Priesen. 
Natica vulgaris, Reuss. (Reuss Verst. pag. 50. Taf. X. Fig. 22. W. Sell, als N- 
lamellosa pag. 106. Fig. 43.) — Fig. 67. 

Ueberall hftufig, wo die Priesener Schichten gut aufgeschlossen siiid- 
In Priesen in der Schichte 3 und in den Spharosideritkriollen ; ausserdem iD 
Postelberg, Wolenic, Luschitz, Lenescliitz, Cernodol bei Laun, Mecholupi 
Bohm. Kamnitz, Waldek, Pohm. Lei[)a, Aschendorf, Sychrov etc. 






Fig. 67. Natica vulgaris, Reuss. Aus 

dem Spharosiderit von Priesen. 2mal 

vergrossert. 



Fig. 68. Trochus Engelhardti, Gein. 

Von Lenescliitz. Natttrliche Grosse. 

(Weinz.). 



Turbo decemcostatus, v. Buch. (Teplitzer Schichten pag. 75. Fig. 50.) 

Selten in Lencschitz und Holic, Bohm. Kamnitz, Dneboh und Untei'- 
bautzen. 
Trochus Engelhardti, Gein. (Elbethalgeb. II. pag. 163. Taf. 29. Fig. 5.) — Fig. 68. 
Kommt verkiest in Lenescliitz vor. Dann haben wir die Art von Waldeki 
Bohm. Kamnitz, Straussnitz und Aschendorf bei Bohm. Leipa. 
Trochus amatus, D'Orb. (Gein. Elbethalgeb. II. pag. 164. Taf. 29. Fig. 7. ft- 
Basteroti Iteuss I. pag. 48.) — Fig. 69. 

Nach Reuss nicht selten in Priesen und Luschitz. In Holic bei Pard"' 
bic, in Lenescliitz verkiest, dann in Unterbautzen bei Sobotka. 



83 



Rissoa Reussl, Gein. (Weissenb. Schichten pag. 106. Fig. 46.) 

Selten in Priesen in der ScliicMe 3 und 4, verkiest schon erlmlten in 
Lcneschitz, dann in $ernodol, Aschendorf und Dneboh. 
Rissoa Blazkai, Fr. — Fig. 70. 

Ein l'/a mm grosses Exemplar mit vier Windungen, von welchen die zwei 
letzten schmal vorspringende Eippen tragen. Ein einziges Exemplar wurde 
vom Museumszoichner Herrn Fr. Blazka in Priesen gefunden. Es sind noch 
Steinkerne sehr kleiner Gastropoden vorhanden, dcren Gattungs-Zugehorigkeit 
jetzt nicbt sicbergestellt werden kaiin. a & 






Fig. 70. Rissoa Blaz- 
kai, Fr. Aus der 

Scliicht(! 8 von Prie- 
sen. 20inal vergr. 
% 69. Trochus amatus, D'Orb. 
v aus Tlolic. Vergr. Cmal. 
Wf «eichnet von Prof. Weinzettl. 

^vania Wciuzettli, Fr. — Fig. 71. 

Das Exemplar mit erhaltener Schale (a) i&t 2 l / 2 mm lang, zeigt fiinf 
Windungen, welche gesebweifte vorspringende Rippen tragen. Die Mundung 
ist oval, der Mundsaum verdickt. Der Steinkern (&) glatt. Selten in der 
Gastropoden-Schichte 3 in Priesen. 



Fig. 71. Alvania Weinzettli. Fr. Aus der 

Scliiclitc 3 in Priesen. a. Ganzes Exem- 
plar mit Schale. &. Steinkern? 20mal 
vergrossert. 






Fi 9; 72. Nov. Genus, 

Poden-Schichte v. Pri 



aus der Gastro- 
iesen. Nat. Grosso. 



:V 



Fig. 73. Pleurotomaria Baculitarum, Gein. aus 
Leneschitz. Cmal vergr. (Gez. v. Prof. Weinzettl.) 



No 



v - Genus. — Fig. 72. 

Der vorliegende Rest ist (lurch sehr zarte Streifung der letzten Rammer 
kusgezeichnet, aber sonst sehr fragmentar, so dass die Gattung nicht fest- 

6* 



84 



gestellt worden kann. Ich gebe dennoch die Abbildung, urn die Local- 
sammler auf dieses interessante Petrefact aufmerksam zu machen. 

Pleurotomaria linearis, Mant. ? (Topi. Sch. pag. 74. Fig. 48.) 

Aus der tiefsten glauconitischon Schichte Nr. 0. des Priesener ProfilS 
besitzen wir einen 1 1 cm. breiten Steinkern einer Pleurotomaria vom Habitus 
der PI. linearis der Teplitzer Schichton. Daraus ist zu scbliessen, dass dieso 
tiefste Schichte einen Uebergang von den Teplitzer zu den Priesener Schichten 
darstellt. 

Pleurotomaria Baculitarum, Gein. (Trochus sublaovis Reuss, Pleui'otomaria 
sublaevis Reuss. — Elbethalgeb. pag. 167. Taf. 81.) — Pig'- 7;5. 

Haufig in Luschitz, Priesen, Lencschitz, Dneboh, Cernodoly, Waldek, Bj 
Kamnitz und mehreren anderen Fundortcn. Soil nach neuen Untersuchungeu 
von Prof. Weinzettl der Gattung Solarium angehoren. In Priesen fanden 
wir sie in der Gastropoden- sowie in der Krabbonschichto. 




/ 



Fig. 74. Guilfordia acanthochila, Wcinz. sp. von Priesen in naturl. Grosse. 
a. von oben und 5. von unten. 



Guilfordia acanthochila, Weinz. sp. (Vcsmfr 1884. pag. '62. Pig. 2. und 3. — 
Guilfordia Waageni Jahn.) — Pig. 74. 

Diese zierliche Art wurde von Prof. Weinzettl zuerst als Aporrhais 
acanthochila in der Zeitschrift „Vesmrr ct beschrieben mid abgebildet. Pi'' 
Jahn erkannte, dass die Art zur Gattung Guilfordia gehort. Selten in del' 
Gastropoden-Schichtc in Priesen. 

Aporrhais megaloptera, Reuss sp. (Rostellaria megaloptcra, Reuss. Weissenb. 
Schichten, pag. 108 ) — Pig. 75. 

Haufig in Priesen und Woleuitz vor und an alien gut aiifgesclilossenen 
Localitaten der Priesener Schichten. In Ccrnodol, Waldek, Dneboh, Kunc' 
ticer Berg, Chotzen, Bohm. Kamnitz. 

Aporrhais llcnssi, Gein. sp. (Rostellaria Reussi, Gein. Reuss I. Taf. IX. Fig- 
9. a b.) — Fig. 71!. 

Diese scliim verzierto Form kommt constant neben der A. megaloptei'* 
auf mehreren Fundorten in den Priesener Schichten vor und ist wold ills 
selbstandige Art zu betrachtcn. Reuss fuhrt sie von Priesen und Luschiti 5 
an, was er abor von dieser Art aus Weberschan und Tissa anfiihrt, durft fl 
wohl einer Revision benothigen. Ausser von Priesen besitzen wir die Afl 
aus Dneboh, Ccrnodol, Waldek, B. Kamnitz, Sychrov und vom KunSticer Bei'I 



85 



Rostellaria papillonacea, Goldf. (Reuss Verst. I. pag. 44. Taf. IX. Fig. 6.) — 

Fig. 77. 

Reuss fiihrt die Art als sehr selten von Luschitz an. Wir besitzen das 
schone abgebildete Exemplar aus Priesen. 





Fig. 75. Aporrhaiss megaloptcra, 
Eeuss sp. aus dar Gastropoden-Schichte 

von Priesen. 



'"'•wfak.y 



Fig. 76. Aporrhais Reussi, Gein sp. 

von Priesen. Natilrl. Grosso. (Gezeich- 

net von Prof. Wcinzettl.) 



Rostellaria coarctata, Gein. (Reuss Verst. pag. 44. Taf. IX. Fig. 1.) — Fig. 78. 
Reuss fiihrt die Art als sehr selten von Luschitz an; wir besitzen sie 
von Priesen und von Rohm. Kamnitz. 
^POrrhais stenoptera, Golf. (Teplitzer Schichten pag. 75. Fig. 52.) 

liiiufig in Priesen. Viele verkiesto Steinkerne von Leneschitz diirften 
dieser Art angehoren. Dann ist die Art bekannt von Wolenitz, Postelberg, 
Cernodoly, Waldek, Sychrov und Ascliendorf. 
^Porrhais subulate, Reuss sp. (Rostellaria subulata Reuss Verst. I. pag. 4G. 
Taf. IX. Fig. 8. — „Vesmfr" XIII. pag. 56.) — Fig. 79. 

Reuss fiihrt die Art von Luschitz, Wolenitz und Priesen an, wir be- 
sitzen sie von Cemodol bei Laiin, Rohm. Kamnitz, Waldek und Dnehoh. 




F| y. 78. Rostellaria coarc 

tata, Gein. von B8hm. 

■Kamnitz. Naturl Griisse. 

''"'"'idliiet V. Prof. Weill 

zettl.) 




Fig. 79. Aporrhais subulata 

(Rostellaria), Reuss von 

rriesen. 



F 'fl- 77. (Rostellaria) Aporrhais papilionacea, Goldf. aus dor SoMohte 3 in Triesen. 
(Gezeichnet von Prof. Weinzettl.) 



86 



Aporrhais arachnoides, Miiller. — Fig. 80. 

Wir besitzen zwei Exemplare aus Priescn. — Reuss ftlhrt noch aus don 
Pricsener Schichten R. divaricata von Priosen (I. pag. 46. Taf. IX. Pig. 2.) 
und R. tenuistriata von Wolenitz (I. pag. 46. Taf. IX. Fig. 4.) an, iiber die 
wir kein richtiges Urthoil haben, da wir die Originate nicht vergleichen 
konnten. 
Iiapa cancellata, Sow. (Weissenb. Schichten pag. 111. Fig. 57.) 

Sclten in der Gastropodcn-Schichto in Priesen, dann in Leneschitz und 
Dnehoh. 

Fiisus Ncreidis, v. Munst. — Fig. 81. 

Sclten in Priesen und Leneschitz. 

Fusus cf. Bequieuianus, D'Orb. (Pal. Fr. pag. 225. pi. 342.) — Fig. 82. 
Sclten in der Gastropoden-Schichte von Priesen. 




Fig. 81. Fusus Ncreidis, 

v. M. 




.oSi- 



Fig. 80. Aporrhais arachnoides 
(Rostellaria), Miiller, aus Priesen. 
Nat. On. (Gez. v. Prof. Weinzettl.) 




Fig. 82. Fusus cf. Requienianus, 

D'Orb. aus der Gastropoden-Sch. 

von Priesen. Natflrl. Grosse. 




Fig. 83. Fusus depaupcratus, 

Reuss, aus der Gastropoden- 
Schichte von Priesen. Vergr. 
6mal. 





Fig. 84. Tritonium sp. aus Srnojed. Vergr. 2'/,immI. 



Fusus depaupcratus, Reuss. (Reuss I. pag. 44. Taf. XII. Fig. 7.) — Fig. 83. 

Selten in Priesen. 
Tritonium, sp. — Fig. 84. 

Ein verkiestes Exemplar von Srnojed reicht, eben bin, urn das Vor- 
kommcn der Gattung Tritonium zu constatiren. 



87 



Cancellaria sculpta, sp. Sow. (Litorina sculpta Sow., Reuss I. pag. 49. Taf. X. 

Fig. 16.) — Fig. 85. 

Reuss fiihrt die Art als seltcn von Priesen an und wir besitzen sie in 
verkiestcn Zustande von Leneschitz. 

Neptunea carinata, Weinz. in lit. 
Leneschitz. 





Fig. 85. Cancellaria sculpta, 

Sow. sp. aus Leneschitz. Vergr. 
f>mal. 



Fin. 86. Cerithium Luschitzianum, Oein. von 

LuscMtz. A. natiirliclie Urosse. B. eine 

Winching vergrdssert. 



Cerithium Luschitzianum, Gein. (Elbthalgeb. II. pag. 170.) — Fig. 86. 

Kommt hftufig in Luschitz bei Bilin vor und wurde audi in Priesen, 
Dneboh und Levin gefunden. 





Fig. 87. Cerithium binodosum, 

Rfimer. Vergr. 2mal. Gezeichnet 
von 1'rof. Weinzettl. 



Fig. 88. Cerithium pseudoclathra- 
tum, D'Orb. nach einera verkies- 
tcn Kxemplar von Leneschitz. 
(Gezeichnet v. Prof. Weinzettl.) 



Ce rithium binodosum, Rom. (Elbthalgeb. II. pag. 176. Taf. 81. Fig. 4.) — Fig. 87. 

Selten in Priesen. 
lithium fasciatlim, Reuss. (C. subfasciatum D'Orb. Prodr. II. pag. 231. — 
Geinitz Elbthalgeb. II. pag. 175. Taf. 31. Fig. 3.) 

Mit bloss 3 granulirten Giirtellinien, von welchen die obere in der 
unraittelbaren Nahe der Nath die feinsten Korner tragt. — Nach Reuss in 
Priesen, Waldek, Leneschitz, Cernodol, Dneboh. 



88 



CeritMum pscurtoclathratnm, D'Orb. (Elbthalgeb. II. pag. 175. Taf. 31. Fig. 5.) 
— Fig. 88. 

Selten in verkiestem ZuBtan.de in Lencschitz. 
Cerithium cf. Dupinianum, D'Orb. (ral. Fr. pag. 354. Taf. 227.) — Fig. 89. 
Zweimal in der Gastropoden-Schichte in Priesen vorgekommen, ahnelt 
sehr dem C. Dupinianum, hat aber feinero Quadrollirung. 

,a 




^a»«g*||iii-» 





Fig. 89. Cerithium cf. Dupini- 
anum, D'Orb. Aus dor Gastro- 
poden-Schiohte von Priesen. 

Nattlrl. Grosse. 



Fig. 90. Cerithium cf. pro- 
vincial, D'Orb. Aus der 
Gastr.-Scb.icb.te v. Priesen. 
Natiirl. Grflsse. 



Fig. 91. Mitra Roemeri, D'Orb. 

.Natiirl. Grflsse. (Weinz.) Mit 

deutlichen drei Falten auf der 

Spindel. 



Cerithium cf. provinciate, D'Orb. (Pal. Fr. pag. 380. Taf. 233. Fig. 3.) — Fig. 90. 
Unser Exemplar, das setir dem von D'Orbygni abgeb tide ten Fragments 
ahnelt, zahlt Ki Windungen. Die Kfirnerlinie an der Naht 1st uiclit deutlicli 
erhalten. 





Fig. 93. Acteon doliolum, Muller. 

Nach eincm verkiesten Exemplar 

gezeiohnet von Prof. Weinzettl. 

Vergr. 8mal. 





Fig. 92. Cylichna cylindracea, Loven. 

Nach einern verkies.ten Exemplar ge- 

zeiehnet v. Prof. Weinzettl. a Vergr. 

mit Sculptur. I o Steinkerne. 



Fig. 94. Acteon ovum, 
Duj., aus Priesen. 



Volllta elomtata. Sow. sp. (Geinitz Elbthalgeb. pag. 172. Taf. SI. Fig. 1.) 

Mit Geinitz's Abbildung stimmt ein Exemplar aus Priesen (CollectiQ 
Curda), das aber uiclit derart erhalten ist, um eine sichere Artbestimmun^ 
zuzulassen. 



89 

Mltra Roemerl, D'Orb. (Plainotoma Roemeri, Reuss. Weissenb. Schichten pag. 
110. Fig. 58.) — Fig. 91. 

Nicht seltcn in*Priesen und Luschitz. 
Mitra clathrata, Reuss. (Reuss Vcrst. I. pag. 44. Taf. IX. Fig. 13.) 

Nach Reuss selten im Pliinermergel von Friesen. Die Bestimmung der 
Gattung diirfte noch einer Revision benothigcn. 






Fl 8- 95. Actoon elongatus, Sow.? 

Aus der Gastropoden Schichte von 

Priesen. VergrOssert 8mal> 



Fig. 96. Avellana Humboldti, Mttller. 

a— (I Natilrl. Grosse. a 8mal vergr. / Sculptur stark 

vergrOssert. 

c yliclina cylindracea, Lov6n. (Elbthalgeb. II. Taf. 31. Fig. 12.) - Fig. 92. 

Kommt in der Gastropoden-Schichte von Friesen, in Leneschitz, dann 
in Cemodol, Bohra. Kamnitz, Waldek und Dneboli vor. 
A «t«oii iloliolum, Miiller. — Fig. 93. 

Selten verkiest in Leneschitz ; ein kleines, mangelhaft erhaltenes Exem- 
plar von Priesen (3). Auch in Cornodol. 
^Cteou ovum, Dujard. (Gein. Elbthalgeb. II. pag. 176. Taf. 29. Fig. 16. u. 17.) 
— Fig. 94. 

Selten und schlecht erhalten von Priesen und verkiest von Leneschitz. 

A:cteon elongatus, Sow. (Reuss I. pag. 50. Taf. 7. Fig. 21. - Acteonina lineo- 
lata Weinz. in lit.) — Fig. 95. 

Reuss fuhrt ein Acteon unter dem Namcn A. elongatus Sow. von Priesen 
'■ ln , aber die Abbildung reicht nicht bin, die Exemplare, die wir von Priesen 
besitzen, darait zu identificiren. Noch schwieriger ist es bei den Stein- 
kernen von Leneschitz, welche Weinzettl als Acteonina lineokta bezeichnete. 
Wir beschriinken uns darauf ein wohlerhaltenes Exemplar von Priesen 3mal 
vergriissert abzubilden. Aehnliche Formen besitzen wir auch von Dneboh und 
l! "hmisch-Kamnitz. 



90 

Avellaua Humboldti, Mflller. (Mftller Gastrop. der Aaohner Kreide pag. 12. 
Taf. 3. Fig. 15. a—c.) — Fig. 96. 

Kommt in Bohm. Kaninitz, Waldek und Aschendorf bei Bohm. Leipa vor, 
Scaphander cretaceus, Fr. — Fig. 97. 

Dieser interessante Reprasentant der jetzt lebenden Gattung Scaphander 
wurde von mir im Jahre 1865 ein eiazigesmal gesammelt. Die Kerbung 
des Randes spricht deutlich fur die Zugehfirigkeit zu Scaphander. 




r- 






Fig. 97. Scaphander cretaceus, Fig. 98. Acmaea depressa, Fig. 99. Dentalium glabrum, (iein 
au"L Ga stropoden- (Weinz. in lit.) Aus Priesen. Aus der Gastropoden-ScMchte 
Schichte von Priesen. Vergr. 3mal. von Priesen. (Gezeichnet von 



Prof. Weinzettl.) 






Fig. 100. Dentalium medium, Sow. von P>ohm. Kamnitz. 
a. Naturlichc Grflsse. I>. Ein Theil vorgrossert. 



Fig. 101. Dentalium polygonum, 

Reuss. Fragment vergr. v. Priesen. 



Acmaea depressa, (Weinz. in lit.) (Fissurella depressa Goin. Char. pag. 75. Taf. 18. 
Fig. 24. Reuss I. pag. 41.) — Fig. 98. 

In Chotzen auf grossen Inoceramen, dann in Luschitz, Priesen und 
Unterbautzen. 
Dentalium glabrum, Gein. (Weinzettl, „Vesmir" 1886 pag. 272. Fig. 5.) - Fig. 99. 
Selten in der Gastropodenschichte von I'riesen, dann in Cernodol Wu 
nic, Bohm. Kamnitz, Graborn, Dneboh und Unterbautzen. 



91 



Dentalium medium, Sow. (Reuss I. pag. 40. — Weinzettl „Vesmfr" 188G pag. 
272. Fig. 2.) — Fig. 100. 

Eine fur die Priesener Schichten sehr charakteristische und weit ver- 
breitete Art, welcho auf alien gut aufgeschlossenen Localitiiten vorkommt. 
Dentalium polygonum, Reuss. (Eeuss I. pag. 41. Taf. XI. Fig. 5. — Weinzettl 
„Vcsmfr" 1886 pag. 272. Fig. 3.) — Fig. 101. 

Reuss fiihrt die Art von Priesen, Wolenitz und Postelberg an. Wir 
besitzen sie aus der Gastropoden-Schiclite und aus dem Sphiirosiderit von 
Priesen, dann aus Lenescliitz und Cernodol. 



1. Taf. XXXV. Fig. 17. 



'irdium lincolatum, Reuss. (Reuss Verst. II. pag. 
Teplitzer Schichten pag. 77.) 

Diese Art fanden wir bloss in den zweifelhaften Schichten beiin Tunell 

von Sychrov und spricht dieser Fund auch fur die Ansicht, dass hier eine 

Uebergangsschichtc zwischen den Teplitzer und Priesener Schichten vorliegt. 

C ardtum scmipapillatum, Reuss. (Reuss Verst. II. pag. 1. Taf. 40. Fig. 12.— 

Teplitzer Schichten pag. 77. Fig. 59.) 

Diese schon in den Teplitzer Schichten auftretende Art ist fur die Prie- 
sener Schichten sehr bezeichnend, denn wir fanden sie in der Schichte 3, 
4 in Priesen, dann in Cernodol, Bousov, Dneboh und Reuss fiihrt sie auch 
von Postelberg an. 
Car <Kta tenuicosta, D'Orb. (Reuss Verst. II. pag. 4. Taf. 33. Fig. 16. — Gein. 
Elbthalg. II. pag. 60. Taf. 17. Fig. 11—13. — Tepl. Sch. pag. 78. Fig. 62.) 
Nach Reuss in Luschitz und Horenc. Haufig in Priesen in der^ Nucula- 
schicht (0), sowie in der Gastropoden-Schiclite 3. Ausserdem in Cernodol, 
Lenescliitz, Holic, Srnojed, Dneboh und Unterbautzen. 
Is 0Capdia cretacea, Goldfuss. (Teplitzer Schichten pag. 76. Fig. 54.) 
Steinkerne von unsicherer Zugehorigkeit in Priesen. 
8tart e acuta, Reuss. (Weissenberger Schichten pag. 115. Fig. 73.) 
Selten in Priesen (3), Lenescliitz und Unterbautzen. 
As *arte nana, Reuss. (Weissenberger Schichten pag. 115. Fig. 74.) 
j, Selten in Priesen und Waldek. 

yprina Uiiblcri, Gein. (Weissenberger Schichten pag. 117. Fig. 117.) 

Schalenlose Steinkerne iihneln denen, welche wir schon aus denWeissen- 
_ berger Schichten besitzen. 
^Phyla lenticularis, Goldf. sp. (Weissenberger Schichten pag. 117. Fig. 78.) 
Haufig in Priesen (Schichte 3 und 4), dann in Dneboh und Untcr- 
bautzen. Grosse Excmplare in Sychrov. 
UCula pectlnata, Sow. (Weissenberger Schichten pag. 117. Fig. 79.) 

Ueberall haufig wo die Priesener Schichten gut aufgeschlossen sind. In 
Pi'iesen schon in der Nucula-Schichte 0, dann in den Schichten 2, 3, 4. 
Ausserdem in Postelberg, Lenescliitz, Kosow, Cernodol, Luschitz, Wunic, 
Waldek, BShm. Kamnitz, Dneboh, Srnojed, Holic, Chotzen, Sychrov. 



92 

Niicula semilunaris, v. Buch. (Weissenb. Sch. pag. 118. Fig. 80.) — Fig. 102. 
Sehr haufig in alien Lagcn und auf alien gut aufgeschlossenen Locali- 
taten. 
Nucula ovata, Mantell. = Mant. (Reuss Verst. II. pag. 8. Taf. 34. Fig. 25. — 
Nucula Mantelli Gein.) — Fig. 103. 

Diese zweifelhafte Art kommt nach Eeuss in Luschitz und Priesen vor. 
Wir besitzen iihnliche Stttcke von Cernodol, Levfn und Sychrov. Dieselbe 
ist feiner gestreift, die Zahl der Schlossziihnc 1st auf beiden Seiten 9. 



B. 




A. 





0. 



■£^gj[gg&s&- 



Fig. 102. Nucula semilunaris, v. Buch. A. Steinkern mit gut erhaltenen Schlossz&hnen 
von Priesen. li. Ganzes Exemplar von der Seite mit wohl erlialtencr Schale von 
Priesen. 0, Verkiester Steinkern mit Schloasnatli von Leneschitz. Vergrflssert .'i'/.,mal. 



Nucula transiens, Fr. — Fig. 104. 

Diese Art stellt einen Uebergang zwischen den Gattungen Nucula und 
Leda dar, ist doppelt so lang als hoch, derWirbel steht im vorderen Drittel 
Der Vorderrand triigt 7 und der Hinterrand 12 Xaline. Die Schale ist fein 
mit ungleicli starken Rippen geziert. Wir besitzen diese Art von Sycbrov, 
Priesen, Hohenmauth, Vinafic und Levin. 




Fig. 103. Nucula ovata, Maut. Fig. 104. Nucula transiens, von Sychrov. 

Aus der Gastropodenschichte A. Vergr. 2mal. B. Vergr. 4'/,. 0. Schalenfragment stark ver- 
von Priesen. vergr. 4mal. grOssert. 

Leda siliqua, Goldf. sp. (Nucula siliqua Reuse, — Fr. Weissenb. Sch. pag 118. 

Fig. 81.) 

Nach Reuse nicbt haufig in Luscbitz, Priesen und Postelberg. Wi>' 



93 



besitzen Exemplare von Priesen aus (lev Nucula- and aus tier Gastropoden- 
Schichte, dann aus Cernodol, Dneboh, Waldek und Rohm. Kamnitz. 
Lcda producta, D'Orb. sp. 22. Nro. 518. Prodrom. (Nucula producta Nils. — 
Reuss II. pag. 7. Taf. XXXIV. Fig. 17—20.) — Fig. 105. 

Ich gebe von dieser Art eine Abbildung nach eineni Exemplare, das 
init der eigenhandig von Reuss geschriebenen Etiquette als N. producta be- 
zeichnet ist, urn einem kiinftigcn Monographen der Kreide-Nuculen die Arbeit 
zu ci'leichtern. Von Zahnen stehen vorne 12, hinten 15. Reuss ftthrt die 
Art von Priesen und Luschitz an, sowie von einigen Eundorten der Teplitzer 
Schichten, ebenso aus den Chlomeker Schichten von Kreibitz, doch konnten 
wir Exemplare von diesen Eundorten nicht vergleicken. 




Fig. 105. Leda producta, D'Orb. AuslPrioson. Vergr. S'/^mal. 

Pe «tunculus iusculptus, Reuss. (Reuss Verst. II. pag. 8. Taf. 35. Pig. 5.) — 
Fig. lot;. 

Kommt in Luschitz, Priesen, Postelberg, Cernodol, Waldek und Bohm. 
Kamnitz vor. 
Cctu »culus arcaceus, Reuss. (Reuss Verst. II. pag. 8. Taf. 35. Pig. 4.) 

Nach Reuss sehr selten in Postelberg. Gattungszugehorigkeit zweil'elhaft. 






Fl fl- 106. Pectunculus in- Fig. 107. Area bifida, Reuss. Fig. 108. Area pygmaea, 

sculptus, Reuss. Von Priesen. Reuss. 

A us Priesou. Vergr. 4mal. VergrOssert 15inal. Copic naeb Reuss. 



At 



L ' ca truncata, Reuss. (Reuss Verst. II. pag. 10. Taf. 34. Fig. 35.) 

Selten in Priesen. 

rca (Cucullaea) striatula, Reuss. (Reuss Verst. II. pag. 12. Taf. 34. Pig. 28. 
p r. Teplitzer Schichten pag. 79. Fig. 64). 

Nach Reuss nicht selten in Luschitz und Priesen. Wir besitzen sie 
auch von Cernodol, Waldek, Bohm. Kamnitz, Sychrov und Chlumec. 



94 

Area (Cucilllaea) uudulata, Reuss. (Eeuss Verst. II. pag. 12. Taf. 34. Fig. 33. 
und 39. — Ft. Teplitzer Schichten pag. 79. Fig. 65. 

Nach Reuss sehr hiiulig in Luschitz und Priesen. Wir besitzen sie 
ausserdem von Cernodol, Mecholup, Waldek, Bbhm. Kamnitz, Kosov, Sy- 
chrov und Ghotzen. 

Area Oeinitzii, Reuss. (Reuss Verst. II. pag. 11. Taf. 34. Fig. 31. — Fr. Tepl. 
Schichten pag. 79. Fig. 63) 

Einzeln in Luschitz, Postelberg und Waldek. 
Area bifida, Reuss. (Reuss Verst. II. pag. 10. Taf. 34. Fig. 40.) — Fig. 107. 

Selten in Priesen, Postelberg und Dneboh. 
Area pygmaea, Reuss. (Reuss Verst. II. pag. 11. Taf. 34. Fig. 38.) — Fig. 108. 

Nacli Reuss nicht selten in Priesen, Postelberg, Luschitz und Wolenitz. 




Fig. 109. Area tlictyophora, Rcuss. Aus Priesen. Vergrossert 7mal. 



Area dictyophora, Reuss. (Reuss Verst. II. pag. 10. Taf. XXXIV. Fig. 29.) — 
Fig. 109. 

Nach Reuss sehr selten iin Planermergol von Postelberg. Wir besitzeu 
ein einziges Exemplar von Priesen, dessen Abbildung wir bringen. 



sBfe 6 





Fig. 110. Area propinqua, Keuss. Von Priesen. A. Vergr. Omul. B. Sehalenl'rag- 

ment stark vergrOssert. 

Area (Cucullaea) propinqua, Reuss. (Reuss Verst. II. pag. 12. Taf. 34. Fig. 34.) 
Fig. 110. 

Nach Reuss sehr selten in Luschitz. Wir besitzen drei Exemplare von 
Priesen. 

Pinna decussata, Goldf. (Fr. Weissenbcrger Schichten pag. 120. Fig. 86.) 

Ein Fragment dieser in unserer Kreideformation sehr verbreitcten Art 
fanden wir einmal in der Gastropoden-Schiclite in Priesen. 



95 

Pinna uodulosa, Reuss. (Reuss Verst. II. pag. 14. — Mytilus Neptuni. Goldf. 
Fr. Weissenberger Schichten pag. 120. Fig. 87.) — Fig. 111. 

Diose schon in (Jen Weissenberger Schichten auftretende Art findet sich 
in wohlerhaltenen Exemplaren in Seitenlage in den weissen Inocerainenplii- 
nern vom Wolfsberg bei Podebrad. In den mehr plastischen grauen Lagen 
der rriesener Schichten komint sie gcwohnlich von vorne nach hinten ver- 
driickt, so dass sie einein Mytilus ahnlich wird. Reuss ftthrt die Art von 
Lusehitz an. Wir besitzen diesolbe von Priesen (3), Wunic, Dneboh, Levin, 
Wolfsberg und Chotzen. 
^holas reticulata, Miill. (Miiller Monographic der Petrefacten der Aachen. 
Kreideformation pag. 15. Taf. 7. Fig. 17.) 
Eiu verkiestes Exemplar von Leneschitz. 
^itliodomus spathulatus, Reuss. (Fr. Weissenberger Schichten pag. 122. Fig. 92.) 
Wir besitzen ein einziges Exemplar aus der Gastropoden-Schichte von 
Priesen. 
^thodomus cf. rostratus, D'Orb. (Fr. Iserschichten pag. 105. Fig. 72.) 

Selten in der Gastropodenschichte von Priesen. 
^'odiola capitata, Zittel. (Weissenberger Schichten pag. 124. Fig. 97.) 

Selten in der Gastropoden- sowie in der Krabben-Schichte von Priesen. 





Fi B- HI. Pi„ na nodulosa, Reuss. A. (ianzes Exemplar vou vurue iu uatttrl. Grosse. 
B. Schaleufi-agment vergrOssert. 



Teredo 



ornatissimus, Fr. — Fig. 112. 

Eine prachtvoll verzierte Bohrschale aus der Gastropoden-Schichte von 
IMesen, welche im Gesammthabitus an den Ter. Requinianus Matheron (von 
dem aber nur der Steinkem bekannt ist) erinnert. Vielleicht gehort, diese 
l! °hrschale zu dem Thiere, welches bisher als Gastrochaona amphisbaena ange- 
f *ihrt wird und dessen teredoartige Rohren audi in Priesen nicht selten sind. 



96 

Gastroehaena amphisbaena, Gein. (Fr. Weissenb. Scb. pag. 122. Fig. 93.) — 
Fig. 113. 

Diese Rohren gehoren wahrscheinlich einem Teredo an. Das abgebildete 
Stitck von Priesen stellt einen Baumzweig dar, der auf dem Meere sclvwim- 
uiend von dem Tbiere so durchbobrt wurde, dass von der Holzmasse wenig tibrig 
blieb. Aebnlichc Funde sind bekannt von Luscbitz, Lencscbitz, Ohotzen etc. 






Fig. 112. Teredo ornatissi- 

mus. Exemplar mit Schale 

aus der Gastropoden- 

Bchichte von Priesen. 

JJmal vergrossert. 



t -\ 

Fit). 114. Thracia bicarinata, Reuss. sp> 
Aus Priesen. Vergr. 5mal, 




^f%t 



i f . 




Fig. 115. Lyonsia carinifera, 

D'Orb. Von Priesen. 

Vergr. 2mal. 



Fig. 113. Gastroehaena am- 

phisbacna, (iein. 
Von Priesen in nat. GrOsse. 




Fig. 116. Pholatlomya decussata, Phil. 
Aus Priesen. 2mal vergrossert. 



Corbula bifrons, Iteuss. (Reuss Verst. II. pag. 20.) 

Reuss bescbreibt diese Art, ohne cine Abb ildung zu geben: 3'/s Liniell 
lang, etwas niedriger als C. caudata, bauchig, ungleichklappig, vornc abgc- 
ruudet, binten verliingert und fast gerade abgestutzt. Oberflache soharf con- 
eentrisch gestreift, der untere Rand innen gekerbt. Scltcn in Luschitz und 
Priesen. 

Corbula caudata, Nilss. (Fr. Weissenberger Schicbten pag. 128. Fig. 107.) 

Iteuss fiihrt die Art von Priesen und von Lenescliitz an. Wir fandeu 
sie in der Scbichte 2 und 4 des Priesener Profils und ausserdem in Oer- 
nodol, Waldek, Dnebob, Bousov, Cbotzen und Ilolienmauth. 

Thracia bicarinata, Reuss. (Area bicarinata Reuse II. pag. 10. Taf. 34. Fig. 43.) 
Fig. 114. 

Diese Muscbel wurde von Reuss zur Gattung Area gereebnet, ob/.wa 1 ' 
von der lSescbal'fenlieit des Schlosses nichts erwahnt wird. Wir besitzen ein 



97 

ahnliches Exemplar von Priesen, an dem auch vom gekerbten Sehloss nichts 
zu sehen ist und welches ich als zur Gattung Thracia gehorig betrachte 
nach dem EinschnitUdes Unterrandes und don zwei vom Wirtel auslaufen- 
den Falten. Der von D'Orbigny als Thracia gibba beschriebene und abge- 
bildete Steinkern (Pal. Fr. PI. 374) ist viel grosser, kiirzer und hoher. 

l yonsia carinifera, D'Orb. (Pal. Fr. Lamellibr. pag. 385. Taf. 373.) — Fig. 115. 
Ein einziges Exemplar aus der Krabbenschichte 5 von Priesen. Unser 
Stuck stimmt ziemlich mit der Abbildung von D'Orbigny, aber der Vorder- 
theil ist kiirzer und die Anwachsstreifen unregelmassiger. 

^ e 8Uminaria truncatula, Ileuss. (Siliqua truncatula. Weissenberger Schichten 
pag. 123. Fig. 95.) 

Selten in Priesen, Dneboh und TJntcrbautzen. 

Bl °diola tetragoua, Reuss. (Eeuss Verst. II. pag. 15. Taf. 33. Fig. 6. — Fr. 
Teplitzcr Schichten pag. 80. Fig. 68.) 

Selten in Priesen, Cernodol und Sychrov. 

Ije Sumiiiai'ia Petersi, Zittel. (Siliqua Petersi Fr. Weissenb. Sch. pag. 123. Fig. 96.) 

Selten in der Nuculaschichte von Priesen. 
'holadomya decussata, Phill. (Eeuss Verst. II. pag. 17. — Cardium decussatum 
Goldfuss II. pag. 222. Taf. CXLV. Fig. 2.) — Fig. 116. 

Nach Eeuss sehr selten in Luschitz und Priesen. Wir fanden scheme 
Exemplare in der Gastropoden- und in der Krabben-Schichte von Priesen, 
dann in Waldek. 





. F| fl- 117. Venus laminosa, Reuss. 
,> l, s Grabern. A. Smal vergr. />'. Ein 
™gmeut der Schale stark vergrOssert 



P 



Tela 



Fig. 118. Venus parva, Sow. 

Copic nach Reuss. Naturliehe 

Grosse. 



Ul »a concentrica, Eeuss. (Fr. Weissenberger Schichten pag. 127. Fig. 103.) 
Nach Eeuss hiking in Luschitz und Postelberg. Wir fanden sie in der 
Gastropodenschichte in Priesen, dann in Cernodol, Bohm. Kamnitz, Sychrov, 
Dneboh, Unterbautzen und Chotzen. 

eilUs iaminosa, Eeuss. (Eouss Verst. II. Fig. 21. Taf. 41. Fig. 6., 15.) — Fig. 117. 

Eine fur die Priesener Schichten sehr bezeichnende Art. Eeuss fiihrt 

sie von Priesen, Postelberg, Wallenitz und Johnsbach an. Wir besitzen sie 

•"isserdem von Cernodol, Bohm. Kamnitz, Graberu, Waldek, Dneboh und 

Unterbautzen. 

7 



98 

(Unter dein Nanien Venus concentrica Reuss, findet sich in unserer Sainnduiig 
ein Exemplar mit der Etiquette von Reuss. Das Exemplar ist eiue Veuus 
laininosa.) 
Venus subdeeussata, Rom. (Fr. Weissenberger Sch. pag. 127. Fig. 106.) 

Steinkerne besitzeu wir von Cernodol, Sychrov und Unterbautzen, welche 

mit der Figur bei Reuss (II. Taf. XLI. Fig. 13.) ganz uberoinstimineu. 

Venus parva, Sow. (Reuss Verst. pag. 20. Taf. 41. Fig. 16. und 17.) — Fig. 118. 

Reuss fiihrt die Art als hiiufig iu Luscbitz, Prieseu uud Wollenitz an. 

Venus pentagona, Reuss. (Verst. II. pag. 21. Taf. XLI. Fig. 7., 8. — Fig. 119. 

Reuss fiibrt die Art als selten von Priosen an. — Reuss fulirt nocli 

Venus tenera Sow. von Luscbitz an. Wir besitzeu eiue Reibe von Stein- 

kernen von Priesen, die vielleicbt zu Venus gehoren, aber wegcn mangel- 

bafter Erhaltung nicht sicber gencrisch bestimmt werden konnon. 



m\ ™ 




Fig. 119. Venus pentagona, 

Reuss. Von Priesen. 

Cunie nach Reuss. Vergr. 

2'/.,m.al. 



\ 







Fig. 120. Avicula Geinitzi, 
lleuss. Aus Priesen, 

Vergr. iinial. 



Fig. 121. Avicula pectinoides, von Priesen. Vergr. 2inal. 



Avicula Geinitzi, Reuss. (Reuss Verst. II. pag. 28. Taf. 32. Fig. 6.) — Fig. 120 

Einzeln in Luscbitz, Priesen und Dnebob. 
Avicula pcctinoides, Reuss. (Reuss Verst. II. pag. 23. Taf. 32. Fig. 8. a 9.) — 
Fig. 121. 

Selten in Luschitz, Priesen, Wollenitz, Bohm. Kamnitz, Dnebob und 
am Wolfsberg bei Podebrad. 

Avicula glabra, Reuss (Reuss Verst. II. pag. 22.) 

Reuss fuhrt die Art von Priesen und Postelberg an. Ich balte noch 
jetzt die Art nur fur A. anomala, von der die gerippte OberHachenscbicbte 
der Scbale im Negativ des Gesteines geblieben ist. Jedenfalls sollte man 
beim Sammeln der betreffenden Exemplare den Negativ en besondere Auf- 
merksamkeit widmen. 
(Avicula minuta, Reuss.) (Reuss Verst. pag. 23.) 

Reuss gibt folgonde Beschreibung : 2 , / 2 — 3 Linien hoch, schief oval kreis- 
formig, massig gewblbt. Die Fliigel vom lliicken der Schale durch keine 
Furchen gesondert; der vordere balb so lang, als die ganze Muschel bocb 
ist. Der bintere klein, gerundet. Die dicke, glanzend weisse Schale glatt, 
mit sehr feinen concentriscben Linien. Sehr selten mit der Av. paucili- 
neata in Luscbitz. Eine Abbildung gab Reuss nicht und wir besitzeu nicbts 
ahnliches. 



99 

(Avicula negleota, Reuss.) (Reuss Verst. II. pag. 23. Taf. 32. Fig. 10.) 

Selteu nach Reuss in Luschitz unci Priesen. 
(Avicula paucilineata, lieusf.) (Reuss Verst. II. pag. 23. Taf. 32. Fig. 11.) 

Nach Reuss sehr vereinzelnt in Luschitz. 

Gervillia solenoides, Defr. (Fr. Weissenberger Schichten pag. 129. Fig. 109.) 
Nicht selteu in Luschitz, Priesen, Cernodol und Waldek. 

Iuoceramus Cuvleri, Sow. (Fr. Teplitzer Schichten pag. 82. Fig. 74.) 

Sowohl in Priesen als audi auf den meisten Localitaten der Priesener 
Schichten fanden wir Exemplare, wolche init der aus den Tepl. Schichten 
oben citirten Abbildung ubereiustimmen. In Ckotzen erreichen die Exem- 
plare die grossten Diinensionen bis 20 cm. 

Inoceramus latus, Mantell. (Geinitz Elbthalgeb. II. pag. 45. Taf. 13. Fig. 4., 5. 
Reuss Verst. pag. 25. — Fr. Teplitzer Schichten pag. 83. Fig. 75.) 

Haufig in Luschitz und Priesen. Auch fanden wir die Art in Unter- 
bautzen und in der Sphiirosideritschichte (4) in Priesen. Die letzteren zeigen 
vie! griissere Flugel als das aus den Teplitzer Schichten abgebildete Exem- 
plar und gehoren demnach der broiteren Form an. Auch liegen aus der 
Gastropoden-Sehichte von Priesen Exemplare vor, welchc an das als Ino- 
ce ramus Crip si aus den Teplitzer Schichten (pag. 82. Fig. 73.) abge- 
bildete Stuck erinnern, aber wieder in Bezug auf den Flugel abwoichen, 
indem dessen Rand gerade und nicht abgerundct ist. 



II 



^^mP^i^f^T'" 



I 




F'fl. 122. Inoceramus planus, von Miinst. 
^onnale Form aus l'rioson. Natiirl. Grossc. 



Fig. 123. Inoceramus planus, von Miinst. 
var. costata. Aus Cornodol. Nattirl. Grossc. 



JllO 



ccramus planus, v. Miinst. (Reuss Verst. II. pag. 25. Taf. 37. Fig. H.) — 
Fig. 122. und 123. 

Die Exemplare von Priesen woichen ziemlich in Bezug auf die Stelhuig 
der Wirbel von dem bei Reuss abgebildeten Stiicke ab, in dem sie nicht 
fast central sondern im vorderen Drittel liegen. Nach der Roschreibuug 
sind die Exemplare von Priesen das, was Reuss als planus auffasste, und 
ich gebe davon eine neue Abbildung Fig. 122. Ausserdem sind Exemplare 
von Cernodol und von Waldek vorhanden, welche kantige Radialrippen tragen 
(Fig. 123.), weshalb ich dieselben als var. costata bezeichne. 

7* 



100 



((Inoceramus Bronguiarti, Parkin.) (Eeuss II. pag. 24. — Weissenb. Schiohtcn 
pag. 130. Fig. 111.) 

Wird von Eeuss aus Luschitz, Postelberg imd Priesen angeftlhrt, aber 
wir besitzen nichts, was diese selir unwahrscheinliche Angabe bestfttigen 
inochte. Auch die Angaben Eeuss, dass In. concentricus und striatus Mant. 
in Luschitz und Priesen vorkommen soil, werden der Bevision eines Mono- 
graphcn der Inoceramen bediirfen. Wie scbwer es ist, die Arten zu fixiren, 
ersieht man auch aus dem Umstand, dass Giimbel die Inoceramen von Lu- 
scbitz als eine neue Art striatocostatus anfiihrt. (1868. Geogn. Beschrei- 
bung d. K6n. Bayern II. pag. 766.) 
Lima septemcostata, Eeuss. (Fr. Weissenberger Schichten pag. 132. Fig. 114.) 
Sehr selten in Priesen. 

Lima elongata, Sow. (Fr. Weissenberger Schichten pag. 132. Fig. 116.) 

Selten in der Gastropoden-Schichte in Priesen und in Bohm. Kamnitz. 
Die OberfHiche zeigt an dem Negativ des Exemplars von Bohm. Kamnitz 
feine Langsstreifung an den Kippen, wodurch sie der L. Astioriana D'Orb. 
nahe kommt. D'Orbigny trennt in Prodrom die Lima elongata aus Bohmen 
von der Sowerbischen und gibt ihr den Namen Lima Eeussi. 

Lima granulata, Deshayes. (Eeuss Verst. II. pag. 32. Taf. 38. Fig. 21. — Fr. 
Teplitzer Schichten pag. 83. Fig. 76.) 

Selten in Priesen (3, 4), Wrschowitz und Sychrov. 
Lima Hoperi, Deshayes. (Fr. Teplitzer Schichten pag. 84. Fig. 78.) 

Selten in den Schichten 2 u. 3 in Priesen. Nach Eeuss auch in Luscbitz. 

Lima semisulcata, Eeuss. (Fr. Weissenberger Schichten pag. 132. Fig. 115.) 
Wir besitzen zwei schalenlose Exemplare aus der Gastropoden-Schichte 
von Priesen, bei denen die Eippen und deren Knotung viel undeutliclior 
sind, als bei den Exemplaren aus den Weissenberger Schichten. 
Pecten Nilssoni, Goldf. (Fr. Weissenberger Schichten pag. 134. Fig. 124.) 

Hiiufig in Luschitz, Priesen, Cernodol, Wunic, am Wolfsberg bei Pode- 
brad, in Dneboh, Unterbautzen, Waldek etc. In Priesen in den Schichten 
0, 1 und 3. • 
Pecten curvatus, Gein. (Fr. Weissenberger Schichten pag. 136. Fig. 127.) 

Selten in der Gastropoden-Schichte in Priesen und in Sychrov. Die von 
Eeuss aufgestellte Art P. divaricatus wird von Geinitz zu P. curvatus ge- 
rechnet. 
Pecten Dnjardinii, Eom. (Fr. Weissenberger Schichten pag. 137. Fig. 129.) 

Selten in der Gastropoden-Schichte in Priesen, bis 30 mm breit. Ausser- 
dem auch am Weinberg bei Wunic. 

Pecten squamula, Lamarck. (Eeuss Verst. II. pag. 27. Taf. 39. Fig. 12. — Fr. 
Teplitzer Schichten pag. 84. Fig. 79.) 

Nach Eeuss ziemlich haufig in Luschitz. Wir fanden die Art in der 
Gastropoden-Schichte in Priesen, dann in Bohm Kamnitz und am Kune- 
titzer Berg. 



101 

Pecten laevis, Nilsson. (Fr. Weisscnberger Schichten pag. 134. Fig. 135.) 
Das Vorkommen dieser Art in Friesen ist fruglich. 

Pecten serratttS, Nilsson. (Reuss Verst. II. pag. 30. Taf.39. Fig. 19.) — Fig. 124. 
Diese Art variirt in der Zahl der Rippen zwischen 30—45. Unsere 
Exemplare von Friesen weichen in der Form und Verzierung der Ohren 
von der Reussischen Figur ab, aber ich glaube, dass die Reussische Figur 
nach einern mangelhaft erbaltenen Exemplar gezeichnet war, denn in der 
Besclireibung steht ausdriicklich, dass die Ohren gesagte Rippen tragen, von 
denen auf der Abbildung nichts zu sehen ist. 





Fifl. 124. Pecten serratus, Nilss. Aus Priesen. A. Natiirliche Grosse. 
B. Verzierung der Unterschale. 0. Verzierung der Oberschale. 

(Pecten cicatrisatus, Goldf.) (Reuss Verst. II. pag. 31. Goldfuss Petref. Germ. II. 
pag. 56. Taf. XCIII. Fig. 6.) 

Aehnelt dem P. Dujardinii, aber die Rippen tragen narbenformige 
Schnppen. Durfte die wohlerhaltene Aussonfliiche von P. Dujardinii vor- 
stellen. Nach Reuss selten in Priesen. 

(Pecten denticulatus, v. Hagenow.) (Reuss Verst. II. pag. 30.) 

Nach Reuss kommen Fragmente von fraglicher Zugehorigkeit in Lu- 
schitz vor. 

(Pecten subaratug, Nilsson.) (Reuss Verst. II. pag. 29. Taf. 39. Fig. 1G.) 

Nach Reuss nicht hiiufig in Luschitz. Wir besitzen bloss eiuen Stein- 
kern, welcher dieser Art angehoren durfte, aus der Gastropoden-Schichte 
von Priesen. 

(Pecten trigcmiuatus, Gcinitz.) (Reuss Verst. II. pag. 29. — Goldfuss II. pag. 52. 
Taf. XCI. Fig. 14.) 

Fine dem P. Dujardinii ahnliche Art, nach Reuss sehr selten im Plauer- 
mergel von Priesen. Reuss gibt weder eine Besclireibung noch eine Abbil- 
dung dieser Art. 

S P<>UdyI, ls , sp . 

Wir besitzen bloss Steinkerne aus Priesen, die nicht sicher bestimmt 
werden kiinnen, da die iiussere Besohaffenheit der Schale nicht bekannt ist. 
Die Localsammler sollten sorgfiiltig darauf achten, besonders bei Spondylus 
wenigstens Bruchstflcke des Negative der Oberniiche zu sammeln. 



^te 



102 

Exogyra lateralis, Reuss. (Fr. Weisscnberger Schichten pag. 140. Fig. 136.) 

Ueberall aber nur yereinzelt in den Priesener Schichten. 
Ostrea semiplana, Sow. (Fr. Weisscnberger Schichten pag. 141. Fig. 138.) 

Seltcn in der Gastropoden-Schichte in Priesen, dann in Cernodol, Wnnic, 
Bohm. Leipa, Sychrov und Chotzen. 
Ostrea hippopodium, Nilss. (Fr. Weisscnberger Schichten pag. 140. Fig. 137.) 
In kleinen meist der var. vesicularis angchorenden Exemplaren an alien 
Localitiiten der Priesener Schichten. 
Ostrea Proteus, Reuss. (Reuss Verst, II. pag. 41. Taf. 27. Fig. 12—27.) 

Diese kleine veranderliche Austcr stellt wohl die Brut von verschiedo- 
nen grosseren Austern-Artcn dar. 
Ostrea cf. Wcgmanniana, D'Orb. — Fig. 125. 

Aus der Geodienschichte (2) von Priesen besitzen wir eine Auster, 
welche im Gesammthabitus an die Ostr. Wcgmanniana D'Orb. erinnert, hat 
aber den Wirbel mehr zu einer Soite gelegen. Sio 1st flach, 15 mm lang, 
7 mm breit, zeigt schwache Anwachsringc und audi radiale schwachc Rippen. 
Der Hinterrand ist verdickt und am Anfang gekerbt. Das untere Ende ist 
quer abgestutzt. 




Fig. 125. Ostrea cf. Wegmannlana, D'Orb. Von Prioscn. 2mal vergriissert. 

Ostrea frons, Park. (Fr. Iserschichten pag. 121. Fig. 96.) 

Selten in der Nucula-Schichte (0) und in der Gastropoden-Schichte in 
Priesen (3), in Lencschitz, Untcrbautzen und Chotzen. 
Anomla subradiata, Reuss. (Fr. Weissenb. Schichten pag. 143. Fig. 143.) 

Selten in Luschitz und Priesen (3). 
Anomia subtrnncata, D'Orb. (Fr. Weissenb. Schichten pag. 142. Fig. 139.) 

Nach Reuss selten in Luschitz; wir fanden sie in der Gastropoden- 
Schichte in Priesen, dann amWolfsberg bei Podebrad, in Untcrbautzen und 
Chotzen. 



Argiope? sp. — Fig. 127. 

Wir besitzon einige mangolhafte Schalen aus der Gastropoden-Schichte 
von Priesen, welche erst griindlich studiert wcrden uiusson. 
Magas Geitlitzi, Schlonb. (Fr. Weissenberger Schichten pag. 144. Fig. 148.) 

Sehr selten, wurde nur zweimal, und zwar in Priesen (.3) und in Wal- 
dek vorgefunden, und es ist cine Fragc, ob dicse Exemplare nicht aus iilteicn 
Schichten stammend, hier auf secundiirer Lagerstiitte liegen. 



103 



Terebratula? transversa, Fr. — Figur 128. 

Von diesem interossanten kleinen Brachiopoden wurde nur ein einziges 
Exemplar in der Schichte 8 dos Priesener Profils vorgefunden. In der Ge- 
stalt ei'innert es an Megerlia, aber so lange nicht Exomplare mit innorem 



Geriist, vorgefunden werdon, 



asst sich die Gattung nicht sicherstellen. 





Fi fl. 127. 



Argiope? sp. Von Priesen, 
vergr. Omal. 





% 129. Rhynchonella pisum ? 

T " s der Gastropoden-Schichte 

° n Priesen. Omal vertrrOssert. 



Fig. 128. Terebratula? transversa. Aus der Gastropoden- 
Schichte von Priesen. A. Gauzes Exemplar von olicn. 
Omal vorgr. B. SchalcntVagment stark vergrtissert. 




Fig. 130. Entalophora? solitaria, Fr. 

a Ganzes Exemplar auf ciner Natica angewachscn. 

Omal vergriissert. b c Stark vergr. Partien der Ober- 

flache. 

Aer ebratulina chrysalis, Sclil. [T. striatula Mant.] (Fr. Teplitzer Schichten pag. 
88. Fig. 90.) ' 

1st der Mufigste Brachiopode in den Triesener Schichten. In Priesen 
fanden wir ihn in den Schichten 0, 3 und 5. Reuss fiihrt die Art von Lu- 
schitz und Kautz an. Die klingenden Inoceramenpliiner lieferten sie vom 
Weissen Weg bei Teplitz. 



104 

Itliyuchonella pisum ? sp. — Fig. 129. 

Von Rkynckonellen fanden sick bloss iu der Priesener Gastropoden- 
sckickte einige sehr verktimmerte Exemplare, die etwa an R. pisum (Sow.) 
erinnern. Eine genaue Bestimmung ist unzuliissig. 
Eschara rhombifera, Reuss. (Reuss II. pag. 07. Taf. XV. Fig. 28.) 

Wird von Reuss aus Lusckitz angefiikrt. 
Entalopkora? solitaria, Fr. — Fig. 130. 

Dies ist die einzige, etwas besser erhaltene Art von Bryozoen aus den 
Priesener Schickten. Wir besitzen mekrere Exemplare aus der Gastropoden- 
Sckickte von Priesen, welcke sowokl die Oberflacke als auck das Innere 
zeigen. 

Nullipora gracilis, Reuss. (Reuss II. pag. 66. Taf. XVI. Fig. 4—6.) 

Wird von Reuss als selten im Planermergel von Lusckitz angefiikrt. 
Ausserdem sind nock mangelkafte Exemplare vorkanden aus den Gat- 
tungen : Hippotkoa, Biflustra, Proboscina ?, die aber eine niikere Bestimmung 
nickt zulassen. 



Polycnemidium pustulosum, Reuss. |Dromilites pustulosus R.] (Fric und Kf. 
Crust, pag. 45. Fig. 68.) — Fig. 131. 

Fand sick urspriinglick in Hockpetsck bei Bflin, neuerer Zeit in melire- 
ren pracktvoll erkaltenen Exemplaren in der Sckielite 3 und 5 des Priese- 
ner Profils. Zugleick wurden Sckeeren gefunden, deren Zugekorigkeit aber 
scbwer sickerzustellen ist. 




Fig. 131. Polycnemidium pustulosum, 

Reuss. Von Hochpotsch. Vergr. 8mal. 
Copie nacli Reuss. 




Fig. 132. Etyus Buchi, Zittel. (Maut.) 

Von Hochpetsch. 2inal vergrfissert. 

Copic nach Reuss. 




Fig. 133. Palaeocorystes? sp. 

Aus der Krabbensohichte 5 des Prie- 
sener Proflls. Vergr. 6mal. 



105 



Etyus Buchi, Zittel. (Fr. und Kf. Crust, pag. 48. Fig. 70.) — Fig. 132. 

Wurde nur einmal in den Priesener Schichten von Hochpetsch gefunden 
und zuerst von Reuss «ls Podophtlialmus Buchi beschrieben. 
Necrocarcinus perlatus, Fr. (Fr. und Kf. Crust, pag. 47. Taf. 10. Fig. 14.) 

Scheeren wurden in der Schlucht Cernodol bei Laun nur einmal vor- 
gefunden und sind durch Tuberceln kenntlich, welche wie Schrottkorner der 
Scliale aufsitzen. 
Paliicocorystes ? sp. — Fig. 133. Ein einziges Exemplar aus der Krabbenschichte 
von Priesen. 

Microeorystcs parvulus, Fr. — Fig. 134. 

' Dies ist wohl eine der kleinsten bekanntcn Krabben, denn ihre Liiuge 
betriigt bloss 5 mm. Die Rcgionen sind stark angedeutet und weichen von 
denen der bekannten Gattungen ziemlicli ab. Die Schale ist fein punktirt 
und tragt dunkle Farbenflecke. Aus dor Krabbenschichte von Priesen. 

Mb- *. 






B. 



A. 



Fig. 134. Microcorystes parvulus, Fr. Ana der KrabbenscMchte 5 von Priesen. 

Tergr. (Smal. 

( ' a ''t'iiius ? sp. 

Ein Theil des Riickenschildes einer Krabbe deutet auf eine Lange von 
35 mm und eine Ereite von 44 mm bin. Das Rostrum besitzt eine Langs- 
furche, der Stirnrand tragt jederseits 4 Spitzen. Die Regionen sind schwach 
angedeutet. Die Schale punktirt, am Negativ i'acettirt, Stammt aus der 
Schichte 3 des Priesener Profits. — Scheint zu einem Vorfahren der Gattung 
Carcinus zu gehoren. 

( ' al liaiiassa brevis, Fr. (Fr. und Kf. Crust, pag. 44. Taf. 9. Fig. 1-7.) 

Diese Art ist fur die Priesener Schichten sehr bezeiehnend, namentlieh 
fiir die weissen klingenden Inoceramenplaner bei Vysoka, am Wolfsberg bei 
I'odcbrad, bei Kcinigstadtl etc. Von Priesen erhielt ich neuerer Zeit em 
fast ganzes Exemplar, an dem der Cephalothorax gut als ein verkalktes 
glanzendes Scbild erhalten ist. 



106 

Callianassa elongata, Fr. (Fr. and Kf. Orust. pas. 45. Fig. 66.) — Fig. 135. 
Diese schmale schlanke Seheere aus den Priesener Schichten am Fuss 
des Hobli'kbergos bei Laun ist in Beziehung auf die Gattung von zweifel- 
bafter Zugehorigkeit. 

Callianassa gracilis, Fr. (Fr. und Kf. Crust, pag. 40. Fig. 67.) — Fig. 136. 

Diese kleine Art ist durcb die scharfen, nach vorne gerichteten Zahne 
der Seheere kenntlich. Kam bisher nur in Priesen vor. 




Fig. 135. Callianassa elon- 
gata, Fr. Aug den Priese- 
ner Schichten am Fnsse 
rtes Hoblikberges I>. Lann. 
Natiirl. GrOsse, 



"V 



4p )t s 







Fig. 136. Callianassa gra- 
cilis, Fr. Von Priesen. 



Fig. 137. Stenocheles esocinus vom Wolfaberg bei PodSbrad. 

Natuiliche GrOsse. 



Stenocheles esocinus, Fr. (Fr. und Kf. Crust, pag. 40. Taf. 4. Fig. 7. Textfig. 
Nro. 59.) — Fig. 137. 

Diese schono grosse Art fand sich einmal in don weissen Inoceramon- 
pliinern am Wolfsberg bei PodSbrad, als daselbst die festeren Schichten zu 
Bauzwecken in der nahe gelegenen Muhle gebrochen wurden. 

Stenocheles gracilis, Fr. (Fr. und Kf. Crust, pag. 40. Taf. 3. Fig. 3. und 4.) 
Ausser den normalen Scheeren fand sich auch eine kleine Art der Gattung 
Stenocheles wiederholt in Priesen vor, die durch den kurzen, dicken rundlichen 
Propodit ausgezeichnet ist und wahrscheinlich einer anderen Art nngebort, 
far die ich den Namen St. parvulus vorschlagen mochto. Fragmente cler 
Finger von kleinen Stenochelen fanden sich an mehreren Localitiiten in den 
klingenden Inocerainenpllinern : am Weissen Weg bei Teplitz, bei Melnik etc. 

Paraclytia nephropica? (Fr. und Kf. Crust, d. bohm. Kreideformat. pas 37. 
Taf. 4. Fig. 1—0.) 



J 



107 

Em fast gauzes Exemplar erhielten wir aus dcr Krabbenscbichto Nr. 5. 
von Priesen, os weicht in manchom Detail von der P. nepliropica aus den 
Weissenbevger Schichten, ab und es wird Aufgabe eiuer spiiteren Unter- 
suchung sein, die Selbstiindigkeit der Art zu priifen. 

"opioparla, sp. 

Ein ganzes Exemplar aus der Gastropoden-Schichte von Priesen. 
Eivoploclytia Leachi, Mant. (Fr. und Kf. Crust, pag. 27. Taf. 9. Fig. 9. Text- 
figuren Nr. 46 — 52.) 

Ein ganzes Exemplar fand sich in einer Spharosideritkugel der Schichte 4 
in Priesen, ein anderes in der Bahnschichte des Sutiny Tronls bei Chotzen. 
Beide Funde zeigen keine auffallende Abweichung von den typischen Exem- 
plaren aus den Weisscnbcrger Schicliten. 

''•'•liiuirus, sp. 

Ein Schalenfragment des Cephalothorax aus der Schichte 3 der Priese- 
ner Schicliten roicht ebon bin, die Existcnz der Gattung in den uns beschiif- 
tigenden Schicliten nachzuwoisen. 
C ytherella Miinsteri, Reuss. (Fr. und Kf, Crust, pag. 18. Fig. 41. — Teplitzer 
Schichten pag. 91. Fig. 99.) 
Nicht soltcn in Luschitz. 
C yth erell a ovata, Rom. sp. (Fr. und Kf. Crust, pag. 18. Fig. 40. — Teplitzer 
Schichten pag. 91. Fig. 98.) 

Hiking in Priesen und Leneschitz. 
Cytlierirtea laevigata, Reuss sp. (Fr. und Kf. Crust, pag. 17. Fig. 39. — Tepl. 
Schichten pag. 93. Fig. 111.) 

Hftufig in Leneschitz und Luschitz etc. 




r % 138. Cytherc semipli- 

ua '«) Reuss. Nach Reuss 

• r ><>mal vorgrosaort. 







Fig. 139. Cytherc Karsteni, 

Ucmss. 
Nach Keuss. 




:.-■■.•■■ 

Fig. 140. Cythere concen- 
trica, Reuss. 
Nach Reuss. 



C yttteridea perforata, Rfim. sp. (Fr. und Kf. Crust, pag. 17. Fig. 38. — Tepl. 
Schichten pag. 93. Fig. 110.) 

Nach Reuss bei Kri'mdorf und Priesen. 
Where scrrulata, Bosquet. (Fr. und Kf. Crust, pag. 1 0. Fig. 30. — Fr. Tepl. 
Schichten pag. 93. Fig. 108. 

Nach Reuss in Luschitz und Leneschitz. 



108 



Cythere ornatissima, Reuss. (Fr. und Kf. Crust, pag. 15. Fig. 32. 
Schichten pag. 92. Fig. 102.) 

Nach Reuss in Luschitz und Leneschitz. 

Cythcre semiplicata, Reuss. (Fr. und Kf. Crust, pag. 15. Fig. 29.) 
Selten in Luschitz und Priosen. 



Fr. Tepl. 

Fig. 133. 






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Fig. 141. Scalpellum maximum, Sow. var. bohemica von Holic. 6mal vergrflssert. 

Cythere Karsteui, Reuss. (Fr. und Kf. Crust, pag. 14. Fig. 28.) — Fig. 139. 

Nach Reuss selten in Luschitz und Leneschitz. 
Cythere concentrica, Reuss. (Fr. und Kf. Crust, pag. 14. Fig. 27.) — Fig. 140. 

In Luschitz, Leneschitz und Priesen. 

Batrdia arquata var. faba, Reuss. (Fr. und Kf. Crust, pag. 13. Fig. 25. — 
Toplitzer Schichten pag. 94. Fig. 114.) 
In Luschitz und Priesen. 




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Fig. 142. Scalpellum quadratum, Darw. 

Von „Lany na Diilku" bei Pardubic. 

(Dr. Jahn.) 4mal vorgrosaert. 





Fig. 143. Pollicipcs fallax, Darw. 

Von Lhota Ufeticka" bei Pardubic. 

8mal vergroasert. 



Bairdia siiMeltoidea, von Miinst. (Fr. und Kf. pag. 13. — Teplitzcr Schichten 
pag. 93. Fig. 112. — Reuss Verst. d. bohm. Kreidef. I. pag. 16. T. V. V- 
38. — Reuss Die Ostr. d. siichs. Planers in „Geinitz Das Elbthgb. in Sacli- 
sen" II. pag. 140. Taf. 26. Fig. 5.) 
In Luschitz und Priesen. 

Pollicipcs fallax, Darw. (Fr. und Kf. Crust, pag. 10. Fig. 17.) — Fig. 143. 



109 

Diese Art tritt schon in den Korytzaner Scliichten auf und ist wieder 
in den Priesener hilling in Chotzen und in Lhota Ufeticka bei Pardubic. 

Pollicipes glaber, E8m. (Fr.*und Kf. Crust, pag. 8. Fig. 13. — Tepl. Scbichten 
pag. 94. Fig. 117.) 

Diese in alien Schichten unserer Kreideformation auftretende Art be- 
sitzen wir aus den Priesener Schichten von Luschitz, „Lany na Dulku" und 
Lhota Ufetickd bei Pardubic, Unterbautzen und Leitomischl. 
?calpellum maximum, Sow. sp. (F. und Kf. Crust, pag. 6. Fig. 7.) — Fig. 141. 
Tritt schon in den Korytzaner Schichten in Kamaik auf und dann wie- 
der in den Priesener Schichten in Holic. 
SciilpeUiini quadratum, Darw. (Fr und Kaf. Crust, pag. 5. Fig. 3.) — Fig. 142. 
Wurdo von Dr. Jahn in den Priesener Schichten von „Lany naD&lku" 
bei Pardubic gefunden. 

k<H'pula gordialis, Schl. var. tuba Sow. (Reuss Verst. pag. 19.) 

Von Luschitz und Priesen. 
Serpula tetragoua, Sow. (Reuss Verst. I. pag. 18. Taf. XII. Fig. 26.) 

Mit viereckiger Rohre selten und fragmenttir in Luschitz. 
Serpula subtorquata, von Miinst. (Reuss Verst. I. pag. 18. Taf. V. Fig. 24. 

Mit fiinfseitiger Rohre fragmentar von Luschitz. 
"eppula spinulosa, Reuss. (Reuss Verst. I. pag. 19.) 

Mit sechs schwachen Kielen. Einzelne Bruchstiicke von Luschitz. 
Se rpula subinvolata, Reuss. (Reuss Verst. pag. 19. Taf. 5. Fig. 27.) 

Nach Reuss sclteu im Pliinermergel von Priesen. 



^Itedon Fischcri, Gein. [Bourgueticrinus ellipticus D'Orb. bei Reuss.] — (Reuss 
Verst. II. pag. 59. Taf. XX. Fig. 28—33.) — Fig. 143. 

Von dieser Art kommen zahlreiche Siiulen- und Armglieder in Luschitz 
und Priesen vor. Ich bilde einen unregeluiiissig verzweigten Theil ab, der 
wohl der Basis des Stangels angehort. 
*i<l;u'is sccptrifera, Mantell. (Cotteau Palaeont. franc. Echinides pag. 251. PI. 
1056. — 58.) — Fig. 144. A. und B. 

Ausser einzelnen Stacheln wurde auch ein ganzes Exemplar in der 
Krabbenschichte von Priesen vorgefunden. 
0l( laii 8 subvcsiculosa, D'Orb. (Geinitz Elbthalgebirge II. pag. 6. Taf. 2. Fig. 
1—4. — Fr. Teplitzer Schichten pag. 97. Fig. 124.) 

Selten in Priesen, von wo ihn auch Geinitz nach Giimbel im Elbthal- 
gebirge anfiihrt. 
Ph ymosoma radlatum, Schl. (Fr. Teplitzer Schichten pag. 98. Fig. 125.) 

Verdickte Exemplare und Stacheln aus der Gastropoden-Schichte (3) 
des Priesener Profils. 



110 





Fig. 143. Antedon Fischeri, (Join. Fragment 
von der Basis des Stiels. Cmal vorgr. v. Prlesen. 



Fiy. '44. li. Ciclaris sceptrifera, Mantell. 

Ein Stacliel dor kurzstaohligen VarieUit iu 

ii,i I tit liclior Grosse von Prlesen. Links davon 

dio Basis desselben lOmal vergrOssert. 

Gezeichnct von Dr. Novak. 




Fig. 144. A. Cidarls sceptrifera, Mantell. der langsstachligcn Varietat. Gauzes Exemplar aUS 

der Schiclite 5 von Priesen. 

Micraster dc Lorioli, Now. — Fig. 145. 

Nach den von Prof Novak zu seinem Werke liber die EchinodermeD 
der bohmischen Kreideformation gemachten Studien, ist der in den Priesen^ 



Ill 



Schichten vorkommende Micraster eine neue Art M. Lorioli, obzwar wegen 
dor Verdrllckung der Exemplars die Bestimmung uasicher bleibt. Derartige 
immer fast ganz flach gsdrttckte Micrastereii komwen in Priesen, Cliolzen, 
Leitoniisckl etc. vor. 



:■■ ;■ 




Fifl. 145. Micraster de Lorioli, Nov. von Leitomischl. Natiirl. Grosse. Gezeich. v. Prof. 
0- Nov;ik. A. Gauzes Exemplar in natiirl. B, Staohel vergr. C. ScJiale stark vergr. 




Fig. 146. Holaster placenta? Ag. 

4. Fragmentftres Exemplar von oben in natiirl. Grosse. B. Desgleichen von unten. 

Aus Leitoinisehl. Gezeichnet von Prof. 0. Novak. 



112 

Ilolaster placenta? Ag. — Fig. 146. 

Stammen aus der Gastropoden-Schichte von Priesen. Die abgebildeten 
Originate wurden von Reuss als Ananchytes ovata Lam. von Luschitz und 
Priesen angefuhrt und von Giimbel als Anancliytes gibba bestimmt. Sic 
gehbren aber nach Dr. 0. Novak der Gattung Ilolaster an, in die Verwandt- 
schaft von II. placenta Ag. 

Hemlaeter Itegulusamis, D'Orb. (Geinitz Elbthalgeb. II. pag. 15. Taf. 5. Fig. 2.) 
Fig. 147. 

Diese Art gehort zu den fiir die Priesener Scliichten sehr bezeichnen- 
den Petrefacten. In Priesen ist sie in der Gastropoden-Schichte 8 und der 
K rabbenschichte zu linden. Ausserdem besitzen wir sie von Waldek mid 
Pasek bei Neubydzov. 




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Fig. 147. Hemiaster Regulusanus, D'Orb. A. Gauzes Exemplar in naturl. Grosae 

von unten. Von Priesen bei Laun. />'. Ein anderes Exemplar von untcn. 

0. Vergrosscrte Oberfliiche. 

Cupulastcr pauper, Fr. — Fig. 148. 

In Priesen fanden wir in der Gastropoden-Schichte (3) einen Seestern 
von bloss 3 mm Durchmesser, so dass man daran, denkt nur ein Jugend- 
individuum vor sich zu haben. Die Anne tragen oben am Ende ein unpaares 



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Fig. 148. Cupulaster pauper, Vr. A. von Oben. B. von Unten. Nach einem verkiesten (jetzt 
in Canadabalsam cingeschlossenen) Exemplar von Priesen. SJOmal vergrOssert. 



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113 

sattelformiges Stuck, das wohl hinreicht zur Cliarakteristik der neu vorge- 
schlagenen Gattung Oupulaster. Die Anne tragen unten am Rande jederseits 
bloss 6 Schilder, eben so viele liings der Ambulacralfurche. Die Oberseite 
der Arme trilgt jederseits nur 2 Schilder und der Mitte des Arms entlang 
6 gegen innen grosser werdenden Schilder. Alle Schilder sind deutlich 
punktirt. Die Abbildung zeichnete ich vor dem Einschluss in Canadabalsain, 
nachher iinderte sich etwas das Aussehen. 
blaster Coombii? Forbes. (Geinitz Elbthalgeb. II. pag. 17. Taf. 6. Fig. 4— 6.) 
Ein fast ganzes aber verdriicktes Exemplar von 10 cm Durchmesser 
besitzen wir aus der Krabbenschichte (5) von Priesen. Nach der groben 
Punktirung der Randplatten ist es wahrsclieinlich, dass das Exemplar zu 
St. Coombii Forbes gehort. Der kleiuc Radius war 30, der grosse etwa 55. 







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A. B. 

Fig- 149. Ophioglypha? pulcherrima, Pr. A. Fast ganzes Exemplar 2mal vergrossert. 
von Waldek bei Benseu. B. Zwei Annglieder you unten 45mal vergrossert. 




A. B. 

A Fig. 150. Holothurla? Darm einer Holothuria mit Foraminiferon gefflllt. 
■ ^atiirliclie Grosse. H. 6mal vergrossert. Von Nemosic bei Pardubic. (Dr. Jalin.) 



114 



OpMoglypha? pulcherrima, Fr. — Fig. 149. 

Das Exemplar zeigt drei Arme und einen undoutlichen Abdruck der 
Korperscheibe. Die Armglieder liegen zum grossten Theilo mit der Unter- 
seite naeh oben. 

Holotlmria? intest. — Fig. 150. 

Dieses wurmformige Gebilde ist ganz mit Foramimferoii erfullt und ist 
wold ein Darm einer Holotkurie oder ernes Wurmes. 



Parasmilia centralis, [Reuss]. (Dr. Pocta die Anthozoen der bolim. Kreidef. 
pag. 43. Fig. 19. und 20.) 

Findet sich verkiest in den Priesener Schichten von Leneschitz. Watar- 
scheinlich gehort dazu auch ein vcrdriicktes Exemplar von Priesen, das die 
Lange von 37 mm und eine Breite von 22 mm besitzt und aus der Sehichte 
2 des Priesener Profils stammt. 

Trochosmilia, sp. I. (Pocta Anthozoen pag. 41.) 

Dr. Pocta fiihrt diese ungeniigend erbaltene Koralle als sp. I. an, well 
sie nicht sicher bestimmbar ist und gibt folgende Beschreibung : Korallen- 
stock kegelformig, zuweilen niedergedriickt kreiselformig, etwa 3—10 mm 
hoch, 4— 11 mm breit. Septen meist in 4 Cyclen, diinn und seitlicli mit 
feine'n Kornchen bedeckt ; die der primaren Cyclen tiberragend. Die nackte 
Wand tragt ziemlich gleiche und fein gekornte Rippen. Das Siiulchen feldt 
Die Excmplare von Bolim. Kamnitz und von Waldek bei Bensen. 





Fig. 151. Mlcrabatia coro- 

nula, Goldf. sp. 
Von Priesen. 6mal vergr. 



Fig. 153. Oculina? Aus dor 

Oastropoden-Schichte (3) 
von Priesen. 8mal vergr. 



Fig. 152. Trochocyathus 
Harveyanus, M. E. et H. 
Von Priesen. 6mal vergr. 



Trochosmilia, sp. II. (Pocta Anth. pag. 42.) 

Koralle kegelformig, etwa 15 mm hoch, zusammengodruckt, 15— 16 m' 11 
in der liingeren und etwa 8 — 10 mm in der kiirzeren Axe messend und nad 1 
unten ohne Bildung eincs Strunkes sich allmiihlig zuspitzend. Stammt 
der Gastropoden-Sehichtc 3 des Priesener Profils. 






115 

Micrabatia coronnla, Goldf. sp. (Pocta die Anthozoen der bolun. Kreideformat 

pag. 32.) — Fig. 151. 

Das Exemplar zeigte an der Periferie deutliche Spitzen, welche bei 
einem Reinigungsversuch mit Saure verschwanden. Von Priesen. 

Trochocyathus Harveyanus, M. Ed. et H. (Pocta Anthozoen pag. 54. Taf. 1. 
Fig. 9. a, b.) — Fig. 152. 

Findet sich selten in Priesen und Leneschitz. 
Trochocyatkus cormlus, Phil. sp. (Pocta Anthozoen pag. 53. Taf. 1. Fig. 8. a -c) 

Findet sich in Luschitz, Priesen und Postelberg. 
°culina? — Fig. 153. 

Bin kleines, mit Gypsluystallen umhulltes Zweigchen, dessen genauere 
Bestimmung auf spatef versclioben werden musste, fand sich einmal in der 
Gastropodcn-Schichte von Priesen. 



Ventriculites odontostoma, Reuss. 

Ein verldestes Exemplar aus Holic sah ich in einer Privatsammlung 
daselbst. 

♦Ventriculites augustatus, Rom. (Fr. Teplitzer Schichten pag. 104. Fig. 141.) 
In der Schichte 2 in Priesen, als Ueberbleibsel der Fauna der Teplitzer 
Schichten. 

e »trlculttes radlatus, Mant. (Fr. Teplitzer Schichten pag. 105. Fig. 142. 
In verkiestem Zustande selten in Luschitz und Priesen. 




^ 




8ti.?i- Geodia gigantea, Pocta. a. Eine vier- 

6(>.n I E ° Nade] aus der Geodienschichte in Priesen. 
, lal vergrOssert. 6. Rundkugel, wahrschelnlich der- 
oc n Art angehflrig l75maJ vergr. Aus der glau- 
conitischen Geodiaschichte von Priesen. 



Fig. 155. Chondrillopsis asterias, 

Fr. Aus der Gastropodenschichtc 

(3) des Priesener Profils. 

lOnial yergrossert. 



(»<> 



l °rtia gigftntea, Pocta. (Pocta Beitriige zur Kenntniss der Spongien III. pag. (i. 
Taf. 1. Fig. 2-13.) — Fig. 154. 

Haufig und wegen der milcbweissen Farbe der Nadeln schon mit freieni 

8* 



116 

Auge sichtbar in der Geodiaschichte (2) des Priesener Profils. Wurde z ti- 
er st von Prof. Weinzettl gefunden. 
Chondrillopsis asterias, Fr. — Fig. 155. 

Dieses rathselhafte kieselige Gebilde halte ich als zu ciner Spongia 
gehorig, obzwar die fiinfstrahlige Anordnung in dieser Classe auffallend ist. 
Ein einziges Exemplar fand sicb in der Gastropodenscb.icb.te 3 des Priese- 
ner Profils. a 









Fig. 156. Stylocordyla radix, Fr. Wurzeltheil Fig. 157. Clione? ovalis, Fr. auf der Schale 
einer Spongie auf der Schale einer Bivalve. von Inoceramus Cuvieri von Priesen. 

6mal vergr. Aua der Gastrop.-Sch. von Priesen. a. Nattirliche Groase. b. Vcrgrossert. 

Stylocordyla radix, Fr. — Fig. 156. 

Auf Schalen von Bivalven fand ich wiederholt feine wurzelartige Ver- 
zweigungen, die den Wurzeln der Spongiengattung Stylocordyla ahneln. 
(Bronn Classen und Ord. der Spongien 1857. Taf. IV. Fig. 1.) 

€lione ovalis, Fr. — Fig. 157. 

In der Schale eines grossen Exemplars des Inoceramus Cuvieri aus der 
Spharosiderit-Schichte (4) des Priesener Profils sind zahlreiche ovale Griib- 
chen, welche wahrscheinlich eincm Bohrschwamme angehoren. Es ist nicht 
gelungen, in der Ausfiillung dieser Grubchcn Kieselnadeln aufzufinden und 
es ist die Moglicbkeit nicht ausgeschlossen, dass sie von einem anderen 
Thiere gebohrt wurden. 



Bemerkungen uber die Foraminiferen. 

Ueber die Foraminiferen der Fricsener Schichten veroffentlicbte jftngst 
Herr Jar. Pernor ein kritiscb.es vorliiufiges Verzeichniss in den Sitzungsberichton 
der konigl. bohm. Gesellschaft der Wissenschaften in Prag, November 1892 und 
nach demselben ist die mtchfolgendc Uebersicht zusammengestellt. Die eingeklatti' 
merten Arten sind auf Grund Beuss's Angaben citiert. 



117 



Cornuspira cretacea, Kcuss. [Syn. Operculina cretacea Reuss.] (Reuss I. pag. 35. 
Taf. XIII. Fig. 64. u. 65. — Gein. Elbthalgeb. 2/2 pag. 117. — Reuss 
Sitzungsber. d. Akad. tl. Wiss. in Wien Bd. 40. pag. 177. Taf. I. Fig. 1. 
Bd. 46. Taf. I. Fig. 10-12.) — Fig. 158.) 

Eine fur die Priesener Schichten sehr bezeiclinende Art, welche selten 
in Priesen und Dneboh vorkommt. 

*rochammina irregularis, Park and Jon. — Fig. 159. 

Selten, auf anderen Petrefacten aufgewachsen in Priesen und Dueboh. 





Fig. 158. Cornuspira cretacea, 

Reuss. 
Aus Dneboh. 45nial vergr. 



Fig. 159. Trochammina irregularis, P. and J. Auf einer 
Schale von Cardita aufgewachsen. Von Priesen. 20mal vergr. 

(Haplostiche constricta, Reuss.) [Syn. Nodosaria constricta.] (Reuss Verst. II. pag. 
26. Taf. XIII. Fig. 12. und 13.) 
Selten in Luschitz und Priesen. 

haplostiche elavulina, Reuss. (Geinitz Elbthalgeb. pag. 121. Taf II. 24. Fig. 
7. und 8.) — Fig. 160. 

In Priesen haufig. Nach Reuss sehr haufig in den Priesener Schichten 
nnd fur dieselben sehr bezeichnend. 
haplostiche dcntalinoides, Reuss. (Geinitz Elbthalgeb. pag. 121. Taf. II. 24. 
Fig. 4—6.) — Fig. 161. 

Sehr selten in Priesen (nur in der Schichte 3). 

1Ia Plostiche foedissima, Reuss. [Syn. Dentalina foedissima Reuss.] (Geinitz Elb- 
thalgeb. pag. 121. Taf. II. 24. Fig. 1—3. — Reuss Sitzungsber. Akad. der 
Wiss. Wien. Bd. 40. pag. 189. Taf. III. Fig. 2. und 3.) — Fig. 162. 
Selten in Priesen. 

Te XtiH ai ia glolmlosa, Reuss (non. Ehrbg.) [= Text, globifera Reuss.J (Reuss 



118 



I. pag. 39. Taf. XII. Fig. 23. — Reuss Sitzungsber. W. Akad. Bd. 40. 
pag. 232. Taf. XIII. Fig. 7. und 8.) 

la Luschitz, Priesen, Dneboh, Sychrov, Turnau und Bohm. Kamnitz. 






Fig. 160. Haplostiche clavulina, Eeuss. Von Priesen. a. Ganzes Exemplar Omal 
vergrossert. b. Angescliliffenes Exemplar, c Fragment starker vergrossert. 

Textillaria conulus, Eeuss. (Reuss Verst. I. pag. 39. Taf. 8. Fig. 59. Taf. 13. 
Fig. 75. — Reuss Denkschr. der Akad. der Wiss. 7. pag. 72. Taf. 26. 
Fig. 7. — Reuss Sitzungsber. Akad. Wiss. Bd. 40. pag. 37. Taf. 13. Fig. 3.) 
In Luschitz, Chotzon und Nemosic bei Pardubic. 





Fig. 161. Haplostiche dentalinoides, 

Reuss. 
Aus Priesen. 12mal vergrossert. 



Fig. 162. Haplostiche foedissima, 

Reuss. 
Aus Priesen. 12mal vergrossert. 



(Textillaria olttusangula, Rom.) (Reuss Verst. I. pag. 38. Taf. VIII. Fig. 58.) 
In Luschitz. 

(Textillaria obsoleta, Reuss.) (Reuss I. pag. 39. Taf. 13. Fig. 79.) 

In Luschitz, Brozan, Leneschitz, Stremy, Ilostln und Chotzen. 

(Textillaria aneeps, Reuss.) (Rouss Verst. I. pag. 39. Taf. VIII. Fig. 79. Taf. 13. 
Fig. 78.) 

In Luschitz, Brozan. 



119 



(Textillaria turris, D'Orb.) (Beuss I. pag. 89. Taf. XIII. Fig. 76. - D'Orb. Mem. 
Soc. geol. de France pag. 46. Taf. 4. Fig. 27—28.) 
In Luschitz selten, 
Tt'xtillaria praclonga, Reuss. (Reuss Verst. I. pag. 39. Taf. XII. Fig. 14. — 
Geinitz Elbthalgeb. pag. 111. Taf. II. 23. Fig. 7., 8. Reuss Denkschr. 

Bd. VII. pag. 72. Taf. XXVI. Fig. 8.) 

In Dneboh seltcn. Nach Reuss auch in Luschitz, Brozan u. Leneschitz. 

(Xextillaria foerta, Reuss.) (Reuss Verst. II. pag. 109. Taf. 43. Fig. 12. und 13.) 

Nach Reuss in Luschitz nicht selten. 
(VcmeuiUina M.insteri, Reuss. (= Textullaria triquetra von Miinst. = Verneuillina 
triquetra Reuss.] (Reuss Verst. I. pag. 39. Taf. XIII. Fig. 77. — Gemitz 
Elbthalgeb. 2/2 pag. 124.) 
Selten in Luschitz. 
v «rneuillina Bronnl, Reuss. (Reuss Verst. I. pag. 38. Taf. 12. Fig. 5. - Reuss 
Foram. und Entomostr. von Leinberg pag. 40. Taf. 4. Fig. 2. - Haidingers 
naturwiss. Abhandlungen IV. 1. pag. 40. Taf. IV. Fig. 2.) . 
In Luschitz, Brozan und Nemosic. 
(Tritaxia, tricarinata, Reuss.) [= Textullaria tricarinata, Reuss. = Verneuillina 
dubia, Reuss]. (Reuss Verst I. pag. 39. Taf. VIII. Fig. 60. - Reuss Foram. 
und Entomostrac. von Lemberg pag. 40. Taf. 4. Fig. 3. sub Verneuillina dubia.) 
In Leneschitz sehr selten. 
♦iaudryina rugosa, D'Orb. (Reuss Verst, pag. 38. Taf. 12. Fig. lb. und 24. - 
D'Orb. Foram. de la craie blanche. Mem. Soc. geol. France IV. 1. pag. 44. 
Taf. IV. Fig. 20. und 21.) 

In Dneboh und Priesen selten. Nach Reuss auch in Luschitz. 

(Valvuliua spicula, Reuss.) (Reuss Verst. I. pag. 37. Taf. XIII. Fig. 69.) 

Selten in Luschitz, Patek, Leneschitz. 
(Balimina Preslii, Reuss.) (Reuss Verst. I. pag. 38. Taf. AIL Jig. 72 - Reuss 
Foram. und Entomostr. von Leinberg pag. 23. Taf. III. Fig. 10.) 
In Luschitz, Leneschitz und Brozan. 
B 'Uimina ovnlum, Reuss. (Reuss Verst. I. pag. 37. Taf. VIII. Fig. 57. Taf. XIII. 
Fig. 73. - Reuss Foraminiferen von Leinberg pag. 22. Taf. III. Fig. 9.) 
' In Dneboh und Nemosic. Nach Reuss auch in Luschitz, Rannay u. Brozan. 
B «limiua Mnrchisoniana, D'Orb. [Bulimina tumida, Reuss.] (Reuss Verst. pag. 
37. Taf. 8. Fig. 69. und 72. Taf. 13. Fig. 70. - D'Orb. Mem. de la Soc. 
geol. de France IV. pag. 41. Taf. IV. Fig. 15., 15a. 
Selten in Dneboh. Nach Reuss auch in Luschitz. 
,{, 'iimina variabilis, D'Orb. [Syn. Ataxophragmium variabile D'Orb.] (Reuss 
Verst. I. pag. 37. Taf. VIII. Fig. 56, 76, 77. - D'Orbigny Mem. de la Soc. 
g<§ol. de France IV. pag. 40. Taf. IV. Fig. 9—12.) - Fig. 163. 

Haufig in Priesen, Dneboh, Luschitz und Bohm. Kamnitz. Ubrigens 
auch haufig in den Teplitzer Schichten. 



120 



Bulimina intermedia, Reuss. (Eeuss Verst. I. pag. -37. Taf. 13. Fig. 71. — Reuss 
Foram. und Entomostr. von Lemberg pag. 39. Taf. 3. Fig. 11.) 
Ilaufig in Luschitz, Brozan, Priesen, Dneboh. 

(Bulimina truncata, Eenss.) (Reuss Verst. pag. 37. Taf. 8. Fig. 73.) 

In Luschitz selten. 
(Virgulina Reussi, Gein.) (Reuss Verst. I. pag. 40. Taf. VIII. Fig. 61. — Geinitz 
Charakt. d. Sch. pag. 70. Taf. XVII. Fig. 23.) 

Nacb Reuss selten in Luschitz. 




Fig. 163. Bulimina variabilis, D'Orb. Aua Priesen. 31mal vergrflssert. 

(Bolivina tegulata, Eeuss.) [= Virgulina tegulata, Reuss.] (Reuss Verst. I. pag. 40 
Taf. XIII. Fig. 81. — Geinitz Elbthalgeb. 2/2 pag. 109. Taf. II. 23. Fig. 6. 
Reuss Foram. und Entomostrac. von Lemberg pag. 29. Taf. IV. Fig. 12.) 
In Luschitz, Leneschitz. 

Nodosaria farcimen, Soldani. [Nodosaria legumen, Reuss. = Dental ina legumen, 
Reuss.] (Reuss Verst. I. pag. 28. Taf. 13. Fig. 23, 24. — Geinitz Elbthal 
II. pag. 88. Taf. II. 20. Fig. 22. — Reuss Sitzungsber. Band 40. pag. 140. 
Taf. IU. Fig. 5.) 
In Leneschitz. 

Nodosaria filiformis, Reuss. [= Nod. gracilis D'Orb.] (Reuss Verst. I. pag. 28. 
Taf. 12. Fig. 28. — Reuss Sitzungsber. Band 40. Taf. III. Fig. 8.) 
In Luschitz, Leneschitz. 
(Nodosaria inflata, Eeuss.) (Reuss I. pag. 25. Taf. 13. Fig. 3. und 4. — Geinitz 
Zeitschr. der deutsch. geol. Gesell. 1855 pag. 269. Taf. 8. Fig. 2—4.) 
In Luschitz. 

Nodosaria cyllndracea, Reuss. [Glandulina cylindracea Reuss. = Nod. oligostegia 

Reuss.] (Reuss Verst. pag. 27. Taf. 13. Fig: 1, 2, 19, 20. — Reuss Foram. 

und Entomostrac. von Lemberg pag. 23. Taf. I. Fig. 5. — Reuss Sitzungsber. 

der kaiserl. Akademie der Wisseiisch. in Wien. Band 46. pag. 190. Taf. 4. 

Fig. 1. — Geinitz Elbthalgeb. II. pag. 84, 89. Taf. 20. Fig. 15—18.) 
In Luschitz, Kystra, Priesen. 
Nodosaria monile, von Hag. [= Nod. annulata, Reuss.] (Reuss I. pag. 27. Taf 

VIII. Fig. 4, 7, 67. — Geinitz Elbthalgeb. pag. 85. Taf. II. 20. Fig. 19, VQ. 

Reuss Foram. und Entomostr. pag. 10. Taf. I. Fig. 13.) 
In Luschitz, Brozan, Priesen. 
Nodosaria Zippei, Reuss. (Reuss Verst. 25. Taf. 8. Fig. 1—3. — Geinitz Charakt. 

d. Sch. pag. 69. Taf. 17. Fig. 19, 20. - Fr. Tepl. Sch. pag. 110. Fig. 15(1. 



121 



Haufig in Bruchstiicken in Priesen, Luscliitz, Leneschitz, Horzenetz, 
Brozan. 
Nodosaria Mayeri, Perner,*) — Fig. 164. 

Das Gehause ist in tier Grosse und Form kaum von der N. Zippei 

Reuss verschieden. Aber jede Kanimer tragt im ganzen nur 8 sehr erhabene 

Rippen, welche sich iiber das ganze Gehiiuse und dessen Einschniirungen 

fortsetzen, und in ihrem Yerlaufe eine sehr evolute Spirale bilden. DieMiindung 

der letzten Kanimer tragt einen stumpfen Schnabel. In Priesen haufig. 

Nodosaria afliuis, Reuss. (Reuss Verst. I. pag. 26. — Geinitz 

Elbthalgeb. II/2 pag. 83. Taf. II. 20. Fig. 12.) 

Nicht selten in Luschitz, Leneschitz. 

(Nodosaria [Ilaplostiche?] conferta, Reuss.) (Reuss Verst. I. pag. 

26. Taf. 8. Fig. 10.) 

In Luschitz. 

Nodosaria aculeata, D'Orb. (= Dentalina aculeata, D'Orb.) Reuss 

Verst. II. pag. 28. Taf. 12. Fig. 29. — D'Orb. 1. c. pag. 13. 

Taf. I. Fig. 2, 3. 

Nicht selten in Priesen, Luschitz, Leneschitz, Kystra, 

Brozan. 
(Nodosaria costellata, Reuss.) [= Nod. lineolata, Reuss.] (Reuss 
I. pag. 27. Taf. 13. Fig. 18. Taf. 8. Fig. 8.) 
In Kystra, Luschitz. 
(Nodosaria sulcata, Nils.) (Reuss II. pag. 26. Taf. 13. Fig. 17.) 
In Luschitz selten. 
Nodosaria Lorneiana, D'Orb. (Reuss Verst. I. pag. 27. Taf. 8. 
Fig. 5. _ D'Orb. 1. c. pag. 14. Taf. I. Fig. 8, 9.) 

Haufig in Priesen, Luschitz, Leneschitz, Brozan, Kystra, 
Volenitz. 
Nodosaria inultilincata, Gein. [= Dentalina multilineata Bor- 
nem. | (Geinitz Elbthalgeb. 2/2 pag. 83. Taf. 20. Fig. 13. 
Borneman Foramin. des Septarienthones von Hemsdorf. 
Zeitschr. deut. geol. Gesell. 1855. Taf. 13. Fig. 12.) 
Sehr selten in Priesen. 
Pr °ndicularia aplCUlata, Reuss. (Reuss Verst. I. pag. 30. Taf. 
VIII. Fig. 24. — Reuss Sitzungsber. d. k. Akad. der Wiss. 
Band 46. pag. 192. Taf. V. Fig. 2.) 
In Luschitz, Priesen und Nemosic. 
Wronaicularia bicuspidata, Reuss.) (Reuss Verst. I. pag. 32. Taf. 
XIII. Fig. 46.) 

In Kystra und diirfte wohl den Teplitzer Schichten entstammeu 



Fig. 164. Nodosa- 
ria Mayeri, n. sp. 

Aus Priesen. 

Gmal vergr. 



•lurch 



*) Diese Art ist dem Herrn II. Mayer, Schulleiter in Malnitz gewidmct, welcher sich 
fl'^issigcis Sammeln in Priesen sehr verdient gemacht hat. 



122 

Frondicularia angusta, Nils. (Reuss Verst. I. pap;. 29. Taf. VIII. Fig. 13, 14. 
Reuss Sitzungsber. Rand 40. pag. 196. Taf. IV. Fig. 5. — Ft. Weissenb. 
Sch. pag. 149. Fig. 153.) 

In Priesen, Dneboh, Luschitz, Leneschitz, Kystra, Ilochpetsch; iiborall 
ziemlich selten. 

Frondicularia angulosa, D'Orb. (Reuss Verst. I. pag. 3 1 . Taf. 13. Fig. 40. Taf. 8. 
Fig. 78. Taf. 24. Fig. 42. — D'Orb. Mem. IV. pag. 22. Taf. I. Fig. 39.) 
In Priesen, Luschitz, Leneschitz, Rrozan. 

(Frondicularia peregrina, Reuss.) (Reuss Verst. II. pag. 108. Taf. 24. Fig. 45.) 
In Leneschitz. 

(Frondicularia canalicnlata, Reuss.) (Reuss I. pag. 30. Taf. VIII. Fig. 20. — Reuss 
Sitzungsber. Akad. Wiss. Band 46. pag. 194. Taf. VI. Fig. 1.) 
In Luschitz. 
Frondicularia mucronata, Reuss. (Reuss Verst, I. pag. 31. Taf. 13. Fig. 43— 44. 
Geinitz Elbthalgeb. pag. 95. Taf. II. 21. Fig. 14-16.) 
Nicht hiiufig in Priesen, Dneboh, Leneschitz, Luschitz. 
Frondicularia marginata, Reuss. (Reuss Verst. I. pag. 30. Taf. 12. Fig. 9. Taf. 
24. Fig. 39 — 40. — Reuss Sitzungsber. Akad. Wiss. Rand 46. pag. 193. 
Taf. V. Fig. 3.) 

In Luschitz, Leneschitz, Rrozan. 
Frondicularia turgida, Reuss. (Reuss Verst. II. pag. 107. Taf. 24. Fig. 41, 44. 
Geinitz Elbthalgeb. 2/2 pag. 97. Taf. II. 21. Fig. 17, 18. 
In Luschitz selten. 




Fig. 165. Frondicularia Cordai, Reuss. 
Aus rriesen. 20raal vergr. 



Fig. 166. Frondicularia inversa, Reuss. 
Aus Priesen. 20mal vergr. 



Frondicularia (Jordai, Reuss. (Reuss Verst. pag. 31. Taf. VIII. Fig. 26—28. 
Taf. XIII. Fig. 41. Taf. XXIV. Fig. 38. — Geinitz Elbthalgeb. pag. 95- 
Taf. II. 21. Fig. 8-10, 12, 13.) — Fig. 165. 

Hiiufig in Priesen; selten in Dneboh, Bohm. Kaninitz. Nach Reuss auch 
in Luschitz, Rannay und Brozan. 



123 

Pi'oiidicularia inversa, Reuss. (Reuss Verst. I. pag. 31. Taf. VIII. Fig. 15—19. 
Taf. XIII. Fig. 42. — Geinitz Elbthalgeb. pag. 94. Taf. II. 21. Fig. 5—7.) 
— Fig. 166. 

Iliktfig in Priesen, Dneboh, Bohm. Kamnitz. * 

Frondicularia Archiacina, D'Orb. (Reuss Verst. I. pag. 31. Taf. 13. Fig. 39. 
D'Orb. Mem. de la Soc. g<5ol. de France. Taf. IV. pag. 20—21. Taf. I. Fig. 
34—36.) 

In Luschitz, Priesen, Rohm. Kamnitz. 
(Frondicularia bicoruis, Reuss.) (Reuss Verst. I. pag. 32. Taf. 13. Fig. 45. Taf. 24. 
Fig. 37.) 

In Luschitz. 
Frondiciiaria striatnla, Reuss. (Reuss Verst. I. pag. 30—31. Taf. 8. Fig. 23. 
Taf. 43. Fig. 11. — Geinitz Elbthalgeb. II. pag. 2. Taf. 21. Fig. 2.) 
Sehr selten in Priesen und Luschitz. 
Marghnilina elon^ata, D'Orb. [Cristellaria elongata, D'Orb.] (Reuss Verst. I. 
pag. 29. Taf. 13. Fig. 28-32. Taf. 24. Fig. 31—36. — Reuss Foramin. und 
Entomostr. pag. 12. Taf. I. Fig. 17.) 

Hiiufig in Luschitz, Leneschitz, Priesen, Kystra, Brozan. 
(Marginulina compressa, D'Orb.) [= Cristellaria compressa, D'Orb.] (Reuss Verst- 
I. pag. 29. Taf. 13. Fig. 33. — Geinitz Elbthalgeb. 2/2 pag. 101. Taf. II. 23. 
Fig. 5. 

In Leneschitz. 
^ ar gimilina Nilssoni, Romer. (Reuss I. pag. 28. — Nilsson Petref. suecanea 
pag. 8. Taf. IX. Fig. 20. [sub Nodosaria laevigata]. ) — Fig. 167. 

Haufig in Priesen, Dneboh; seltener in Bohmisch Kamnitz. Eine sehr 
charakteristische Foraminifere fur die Priesener Schichten. Reuss fiihrt sie 
nur aus Priesen an. 




»la: 



Fig. 167. Marginulina Nilssoni, Reuss. Fig. 168. Marginulina bacillum, Reuss. 

Aus Priesen. (imal vergrOssert. Aus Priesen. 20mal vergrbssert. 

r S»iulina bacillum, Reuss. (Reuss Verst. I. pag. 29. Taf. VIII. Fig. 11. 
Reuss Sitzungsber. Band 40. pag. 208. Taf. VI. Fig. 8.) — Fig. 168. 
Hiiufig in Priesen, Dneboh. Selten in Nemoschitz. 



124 



Marginnlina cnsis, Reuss. (Reuss I. pag. 29. Taf. XII. pag. 13. Taf. XIII. Fig. 
26, 27. Taf. XXIV. Fig. 30.) 

In Luschitz, Kystra, Leneschitz, Brozan. 
Marginnlina Roemeri, Reuss. [= Vaginulina elongata, Roemer.] (Reuss Verst. I. 
pag. 28. Taf. 8. Fig. 10.) 
In Luschitz, Priesen. 
(Margiiiulina bullata, Reuss.) (Reuss Verst. I. pag. 29. Taf. XIII. Fig. 34—38. — 
Reuss Sitzungsber. Band 40. pag. 105. Taf. VI. Fig. 4 — 6.) 
In Luschitz, Brozan. 

(Vaginulina strigillata, Reuss.) [Citharina strigillata, Reuss.] (Reuss Verst. II. pag. 
106. Taf. 24. Fig. 29.) 

In Luschitz. 
(Cristellaria limbata, Reuss.) (Reuss Verst. I. pag. 33. Taf. 13. Fig. 56.) 

In Luschitz. 

Cristellaria lobata, Reuss. (Reuss Verst. I. pag. 34. Taf. 13. Fig. 59. — Geinitz 
Elbthalgcb. 2/2. pag. 104. Taf. II. 22. Fig. 12. Taf. II. 23. Fig. 1. 
In Luschitz, Leneschitz, Brozan. 
(Cristellaria lituola, Rnuss.) (Reuss Verst. II. pag. 109. Taf. 24. Fig. 47.) 
In Luschitz. 






Fig. 169. Cristellaria lepida, 

Reuss. Aus Priesen. 
yomal vergrossert. 



Fig. 170. Cristellaria rotu- 

lata, D'Orb. Aus Priesen. 

20mal Torgr. gespalten. 



■^*&S 



Fig. 171. Flabellina ornata, 

Reuss. Aus Priesen. 
30mal vergrossert. 



Cristellaria clavicula, D'Orb. (Reuss Verst. I. pag. 34. Taf. 12. Fig. 34. — D'Orb. 
M6m. pag. 27. Taf. II. Fig. 19, 20.) 
In Luschitz, Brozan. 

Cristellaria lepida, Reuss. |=Cr. intermedia, Reuss. | (Reuss Verst. II. pag. 109. 
Taf. XXIV. Fig. 46. — Geinitz Elbthalgcb. 2/2 pag. 106. Taf. II. 23. Fig. 4.) 
— Fig. 169. 

In Priesen, Dneboh (selten). 

Cristellaria rotulata, D'Orb. (Reuss Verst. I. pag. 34. Taf. 8. Fig. 50, 70. Taf. 
XIII. Fig. 25. II. pag. 109. Taf. 24. Fig. 48, 49.) — Fig. 170. 

Sehr haufig in Priesen, namcntlich in der Schichte 3 ; dann in Duebohi 
Bohmisch Kamnitz, Turnau, Waldek, Nemoschitz; spaltet oft in der Mitte- 
(Cristellaria eomnlauata, Reuss.) (Reuss Verst. I. pag. 33. Taf. 13. Fig. 54. -" 
Reuss Sitzungsber. Band 46. Taf. XII. Fig. 13.) 
In Luschitz. 



125 



(Cristellarla triangularis, D'Orb.) (Reuss Verst. I. pag. 34. Taf. 8. Fig. 48. — D'Orb. 
1. c. pag. 27. Taf. II. Fig. 21, 22.) 
In Luschitz, LenesChitz, P>rozan. 

Flabelllna ornata, Eeuss. [= Fl. rugosa D'Orb. = Flab. Baudoniniana D'Orb.] — 
(Reuss Verst. I. pag. 32. Taf XIII. Fig. 48. Taf. 24. Fig. 43. — Geinitz Elb- 
tbalgeb. 2/2 pag. 99. Taf. II. 22. Fig. 1.) — Fig. 171. 

Selten in Priesen, Dneboh. Nach Reuss soil diese Species aucb in Lu- 
scbitz und audi in den Teplitzer Scbichten vorkonunen. 

J'labelUna cordata, Reuss. [= Flabellina elliptica, Nils. sp.| (Reuss Verst. I. 
pag. 32. Taf. VIII. Fig. 37— 46, 78. — Reuss Denkschr. der kais. Akad. der 
Wiss. Band 7. pag. 67. Taf. 25. Fig. 6—8.) 

Nicht hiiufig in Priesen, Dneboh; nach Reuss auch in Lenescbitz, Ky- 
stra und Hochpetsch. 
(tluttulina trigonula. Reuss.) | = Polymorphina trigonula, Reuss.] (Reuss I. pag. 
40. und 110. Taf. 13. Fig." 84.) 

Selten in Luschitz und Priesen. 
(Glolmlina horrida, Eeuss.) | '= Polymorphina horrida, Reuss.] (Reuss Verst. II. 
pag. 110. Taf. 43. Fig. 14. — Reuss Foramin. und Entomostr. von Lemberg, 
pag. 43. Taf. IV. Fig. 8. 

Nach Reuss selten in Luschitz. 
wiittulina elliptica, Reuss. [Polymorphina elliptica, Reuss.] (Reuss II. pag. 110. 
Taf. 24, Fig. 55.) 

Selten in Luschitz, Dneboh, Priesen. 
(Guttulina damaecornis, Reuss.) [= Polymorphina damaecornis, Reuss.] (Reuss I. 
pag. 40. und 110. Taf. XIII. Fig. 85.) 
Selten in Luschitz. 
d'olymorplima glomerata, Roem.) (Renss Verst. I. pag. 40. Taf. XII. Fig. 32. — 
Roemer 1. c. pag. 97. Taf. XV. Fig. 19. 
Nach Reuss selten in Luschitz. 

"lobttllna lacrima, Reuss. | = Polymorphina lacrima, Reuss.] (Reuss Verst. pag. 
40. Taf. XIII. Fig. 83. Taf. XII. Fig. 6. — Reuss Foramin. und Entomostr. 
von Lemberg pag. 43. Taf. 4. Fig. 9.) 
In Priesen, Luschitz, Dneboh selten. 
Ol ymorphina globosa, von Miinst. [= Globulina globosa, v. Miinster.] (Reuss 
Verst. I. pag. 40. Taf. XIII. Fig. 82. pag. 110. — Reuss Sitzungsber. der k. 
Akad. der Wiss. in Wien, Band 44. Taf. III. Fig. 3. pag. 338.) — Fig. 172. 
In Priesen, Dneboh, Luschitz immer selten. 
( »lobig erina cr etacea, D'Orb. (Reuss Verst. I. pag. 36. Taf. VIII. Fig. 55. — Fric 
Teplitzer Scbichten pag. 115. Fig. 164.) — Fig. 173. 

Fast alle Exemplare aus diesem Horizonte zeigen eine glatte Oberflache, 
wogegen bei derselben Species aus Teplitzer Schichten die Oberflache rauh 
ist und dabei mekr glasig erscheint. In Priesen, Dneboh, Bohmisch Kam- 
r 'itz, Nemoschitz, Turnau, Sychrov iiberall hiiufig. 



126 

Globigerina marginata, Reuss. | Syn. Rosalina marginata, Reuss.] (Reuss I. pag- 
36. Taf. VIII. Fig. 54, 74. Taf. XIII. Fig. 68. — Gein. Elbthalgeh. 2/2 pag. 
112. — Reuss Denkschr. der Akad. der Wissensch. Band 7. pag. 69. Taf. 26. 
Fig. 1. — Fig. 174. In Priesen, Dneboh selten. 






Fig. 172. Polymorphina 

globosa, v. Miinster. 

aus Dneboh. 45mal vergr. 



Fig. 173. Globigerina cre- 
tacea, D'Orb. 

Aus Dneboh. 45mal vergr. 



Fig. 174. Globigerina mar- 
ginata, ReUBS. Vond.Seite. 
Aus Priesen. 40mal vergr. 



(Reuss 



(Globigerina trochoides, Reuss.) Reuss Verst. I. pag. 36. Taf. XII. Fig. 22. - 
Foramin. und Entomostrac. von Lemberg pag. 21. Taf. III. Fig. 5.) 
In Luschitz, Priesen. 
(Rotalina MicUeliniana, D'Orb.) [= Discorbina Micheliniaria D'Orb.] (Reuss Verst. 
I. pag. 36. Taf. 12. Fig. 31. — D'Orb. 1. c. pag. 31. Taf. III. Fig. 1—3.) 
In Luschitz, Brozan. 
Planorbulina nitida, Reuss. | = Rotulina nitida, Reuss. = Rotalia umbilicata, 
D'Orb., var nitida Reuss. = Discorbina nitida Reuss.] (Reuss Verst. I. pag. 
35. Taf. VIII. Fig. 52. Taf. XII. Fig. 8, 20. — Geinitz Elbthalgeb. pag. 116. 
Taf.H. 23. Fig. 12.) 

In Dneboh selten. Nach Reuss auch in Luschitz. 




Fig. 175. Planorbulina polyraphes, Reuss. Aus Dneboh. e 7, vergrossert. 

(Planorbulina lenticula.) [= Rotalina lenticula. = Discorbina lenticula.] (Reuss 

Verst. I. pag. 35. Taf. 12. Fig. 17. — Geinitz Elbthalgeb. 2,2 pag. 115. Taf. 

II. 23. Fig. 11.) — In Luschitz, Brozan. 

Planorbulina ammonoides, Reuss. |= Rotalina aininonoides. = Rosalina am- 

monoides, Reuss. = Discorbina ammonoides, Reuss.] (Reuss Verst. I. pag. 

36. Taf. VIII. Fig. 53. Taf. XIII. Fig. 66. — GeinitzElbthalgeb.il. pag. 114 

Taf. II. 23. Fig. 9. - Reuss Foramin. von Lemberg pag. 30. Taf. III. Fig. 2) 

In Priesen Schichte 3, in Dneboh selten. Nach Reuss auch in Luschitz. 

Planorbulina polyrapbes, Reuss. [= Rotaliua polyraphes, Reuss. = Discorbina 

polyraphes, Reuss.] (Reuss Verst I. pag. 35. Taf. XII. Fig. 18. — Geinitz 

Elbthalgeb. 2/2 pag. 114. Taf. II. 2:5. Fig. 10.) — Fig. 175. 

In Priesen, Dneboh, Bohm. Kamnitz. Nach Reuss auch in Brozan. 



127 



(Anomallna moniliformis, Reuss.) [— Eosaliaa moniliformis, Beuss.J (Reuss Verst. 
I. pag.36. Taf. 12. Fig. 30. Taf. 13. Fig. G7.) 
In Luschitz, BrozaJh. 

Nonionina compressa, Eoem. (Reuss I. pag. 35. Taf. VIII. Fig. 51.) 
Selten in Priesen. Nach Reuss aucli in Ilorzenec. 



Die Radiolarien wurden von Jar. Perner in den Sitzungsberichten der 
^onigl. bohm. Gesellschaft der Wissenscliaften am 17. April 1891 beschriebeu. 




Fig. 176. Radiolarien aus den Prlesener Schlchten 

Nro. 1, Dictyomitra multicostata, Zifctel 
„ 2. Dictyomitra regularis, Perner. 
„ .'i. Dictyomitra conulus, Perner. 
„ 5. Lithocyclia discus. Perner. 
„ 6, Thecosphaera spongiarum, Perner. 



Nro. 7. Cromioma perplexum, Stohr. 
„ 8. Acrosphaera hirsuta, Perner. 
„ 9. Druppula convoluta, Perner. 
„ lo. Stylodyotia Haeckeli, Zittel. 
„ 11. Porodiscus glauconitarum, Perner. 



Nro. 4. Conoaphaera artesiaca ist aus den Weissenberger Schichten. 
Ropalastrum sp. siehe Textfigur Nro. 10. 7. Vergr. 100 — 250mal. 

1)ic tyomitra multicostata, Zittel. (Perner pag. 265.) — Fig. 176. Nro. 1. 

Selten in Priesen, Vunic, Stfem und Postelberg. 
'totyomitra regularis, Perner. (Perner pag. 265.) — Fig. 176. Nro. 2. 

Selten in Priesen (Scbicbte 2c). 
ict yomitra conulus, Perner. (Perner pag. 266.) — Fig. 176. Nro. 3. 

Selten in Vunic und 1'ostelberg. 



128 

Lithocyclia discus, Perner. (Perner pag. 266.) — Fig. 176. Nro. 5. 

In der Schichte in Priesen, 
Thceosphaera spongiarum, Perner. (Perner pag. 267.) — Fig. 176. Nro. 6. 

Haufig in den Schliffen des Ventriculites radiatus in Wunic. 
Cromyomma perplexum, Stohr. (Perner pag. 267.) — Tig. 176. Nro. 7. 

Ein einziges Exemplar aus der Ziegelei in Turnau. 
Acrosphacra hirsuta, Perner. (Perner pag. 267.) — Fig. 176. Nro. 8. 

Selten in Postelberg. 
Druppula convoluta, Perner. (Perner pag. 268.) — Fig. 176. Nro. 9. 

Haufig in Wunic. 
Stylodyetia Haeckeli, Zittel. (Perner pag. 268.) — Fig. 176. Nro. 10. 

Sehr haufig in Wunic, selten in Priesen, Schichte 2d. 
Porodiscus glauconitarum, Perner. (Perner pag. 269.) — Fig. 176. Nro. 11. 

Haufig in der glauconitischen Schichten 2c und 2d in Priesen. 
Ropalastrum, sp. — Siehe Textfigur Nro. 10. 

Einmal gefunden in der Schichte 2d in Priesen. 



Bemerkungen zu den Pflanzenresten, 

Pflanzenresto sind in den Priesener Schichten sehr selten und wir ver- 
danken die meisten Herrn H. Mayer, Schulleiter in Malnitz. Dr. Edwin Bayer 
hatte die Giite dieselben zu bearbeiten und wird dieselben demnachst in einer 
selbstiindigen Arbeit publiciren. Das hier Mitgetheilte ist als eine vorlaufige Notiz 
zu betrachten. 





Fig. 177. Araucaria Frici, Vol. Von Meson. 
Schuppe mit Samen vergrossert. 



Fig. 178. Araucaria brachyphylla, Von Priesen. 
2mal vergrossert. 



L29 

Araucaria Frici, Velen. n. sp. — Fig. 177. 

Einmal in der Gastropoden-Schichte von Priesen. Die Schuppe zeigt 
die deutliche Ligula und Jtrligt nocli den Samen auf der urspriinglicken Stelle. 
Araucaria brachypliylla, Bayer. — Fig. 178. 

Einmal in der Krabbenschichte in Priesen vorgekoinmen. Ein iilterer 
Zweig mit dieken kurzen Blattern. 
Sequoia Reichenbaclii, Gein. sp. (Velenovsky Gymnospermen pag. 19. Taf. VIII. 
und IX.) — Fig. 179. 

Kommt in schonen Zweigen am Wolfsberg bei Podebrad vor, von wo unser 
Museum ein Prachtexemplar vom Herrn Apotheker Hellich erhielt. Ausser- 
dem in Priesen, Lany bei Pardubic, Chotzen u. melireren anderen Localitaten- 



5 iU ' 



r 



f -<7^T r ~ 




Fi fl. 179. Sequoia Reichenbachi, Gein. sp. 

■«• Aug der Krabbenschichte von Priesen 

in natilrl. Grftsse. 

S ' v on Ldny bei Pardubic in natlirl. GrOsse. 



Fig. 180. Sequoia lepidota, Bayer. 

A. Zweig mit Fruchtzapfen in natilrl. Grosse. 

Ans der Gastropodenschichte von Priesen. 

/>'. Der Zapfen vergrossert. 



S equoia lepidota, Bayer. — Fig. 180. 
Drei Exemplare von Priesen. 
( ' e ratostrobus echinatUS, Vel. (Velenovsky Gymnospermen pag. 25. Taf. XI. 

Fig. 7.— 15.) — Fig. 181. 

Aus den klingenden InoceramenpUinern von Hostin. 

Wlddrlngtonla parvivalvis, Bayer. — Fig. 182. 
Selten in Priesen. 

9 






130 

(Juercus Char pent ieri, Heer (an Celtis spec.)- — Fig- 183. 
Aus der Gastropodeu-Schichte von Priesen. 

Ficus Cecropiae-lohus, Bayer. — Fig. 184. 

Aus der Krabben-Schichte von Priesen. 

Rhus dens mortis, Bayer. — Fig. 185. 

Aus der Gastropoden-Schichte von Priesen. Etwa ein Viertel dcs 
Blattes ohne Spitze. 






Fig. 181. Ceratostrobus echi- Fig. 182. Widdringtonia parvival- Fig. 183. Quercus Charpentieri, 

natus, Vel. vis, Bayer. Heer (an Celtis spec.) 

Von Hostin. 3mal vergrossert. Von Priesen. lOmal vergrossert. Von Priesen. Naturl. Grosse. 





|\^f ; \ ! >|| 



Fig. 184. Ficus Cecropiae-lobus, Bayer. Fig. 185. Rhus dens Fig. 186. Diospyros pri 

Von Priesen. mortis, Bayer. Von Prie- maeva, Heer. VonPric- 

Nattirliche Grosse. sen. 2mal vergrossert. sen. Natttrl. Grfisse. 



Diospyros prlmaeva, Heer. — Fig. 186. 

Aus der Gastropoden-Schichte von Priesen. 

Myrsine manifesta, Bayer. — Fig. 187. 

Aus der Krabben-Schichte in Priesen. Drei Blattreste auf einem St&ngel. 



Myrsinc caloneura, Bayer. — Fig. 188. 

Aus der Gastropoden-Schiclite von Priesen. 
Ardisia glossa, Bayer. — Fig. 189. 

Aus der Gastropoden-Scliicbte von Priesen. 
Hex Perneri, Bayer. — Fig. 190. 

Aus der Krabben-Schichte von Priesen. 



131 



(1 TV^ ■'■■'■■" 



■■■ 






Fig. 187. Myrsinc manifesta, 
Bayer. Von Priesen. 

Natiirl. Griisse. 





Fig. 188. Myrsine caloneura, Fig. 189. Ardisia glossa, 

Bayer. Von Priesen. Bayer. Von Priesen. 

.'final vorgrossert. Natiirl. Griisse. 




/ 

F 'g. 190. Ilex Perneri, 

Payer. Von Priesen. 

2raal vergrOssert. 






L- — - — s*-— ^ 



Fig. 192. Rubiaephyllum 

(Ericophyllum). 

Gaylussaciae, Dayer. 

Aus Priesen. a. natiirl. 

GrOsse. b. c. vergrossert. 



Fig. 191. Frenclopsis? bohemica, Vol. Von Priesen. 
Natiirl. Griisse. 



9* 



132 

Frenelopsis? bohemica, Vel. — Fig. .191. 

In einigen Exemplaren von Priesen, Waldek, Hostln, Opatovic, Cliotzen 
und Nemosic. 



.vflpKf 



\— «fi ., 



Fig. 193. Anthocephale bohemica, Bayer. Von Priesen. 3mal vergrossert. 



Rubiaephyllum (Ericophyllum) Gaylussaciac, Bayer. — Fig. 192. 
Selten in Priesen in der Krabbenscliichte (5). 

Anthocephale bohemica, Bayer. — Fig. 193. 

Eimnal in Priesen gefunden. Wahrscheinlich ein 1 5 hi then rest, zu '% 
erhalten. 




Fig. 194. Chondrites furcillatus, A. ROmer. Auf der abgoregneton Flaclie 
des weissen Inoceramenplaners von Vysoka bei Melnik. Natttrl. GrOsse. 

Chondrites furcillatus, A. Romer. (Geinitz Elbtlialgeb. II. Taf. 46. Fig. 5. — " 
Fr. Teplitzer Schichten pag. 118. Fig. 166.) — Fig. 194. 

Diese rilthselhaften Gebilde, von denen nocb nicbt sichergestcllt ist, 
ob sie pflanzlichen Ursprungs sind oder Bohrgange von Wiirmern im Sclilamrne 
vorstellen, sind ausserst haufig in den weissen klingenden Inoceramenplanern 
des Plateaus von Meluik ostwiirts und treten auf abgeregneten Flachen pl»' 
stisch auf der Oberfliiche des Gesteines auf, von der sie durch dunklere 
Farbe abstechen. 

oOOggooo 



133 



Sclilusswort. 



Blicken wir auf das Resultat der an den Priesener Schichten vorgenommenen 
tfatersuchungen zurttck, so finden wir, dass sammt Foraminiferen und Radiolarien 
38 t Aiten sichergestellt wurden, von denen 232 Arten zum erstenmale hier auf- 
freten, was wohl die Auffassung der Priesener Schichten als selbstiindiges Glied 
in der Itcihenfolge unserer Kreideablagerungen geniigend rechtfertigt. 

Von den Pflanzenresten kommen 2 schon in den Perutzer Schichten vor. 
V °n den Thierresten 26 in den Korycaner Schichten, 02 in den Weissenberger, 
3(i in den Malnitzer, 35 in den Iser und 118 in den Teplitzer Schichten vor. 

Dass die Priesener Schichten zum unteren Senon gehoren, wurde kaum 
j (i bezweifelt, aber ihre genauere Stellung, welche sie dort einnehmen, wird erst 
nach Verarbeitung der jiingeren Chlomeker Schichten deutlich hervortreten. 

Zu Folge des im Jahre 1864 entworfenen Planes verbleiben nun noch nur 
diese Chlomeker Schichten zur Verarbeitung in einer ahnlichen Studie, wie es die 
vorliegende ist, 

His das geschehen sein wird, dann wird es an der Zeit sein, alle bisher 
in unserer Kreideformation sichergestellten Arten tabellarisch zusammenzustellen, 
das Verhaltniss der cinzelnen Faunen zu einander zu prufen und ihr Verhiiltniss 
2U fremden Kreideablagerungen sicherzustellen. 



134 



Alphabetisches Verzeichniss der untersuchten Localitaten. 



Seile 

Abtsdorf 51 

Aschendorf 31 

Bezno 35 

Bohmisch Kamnitz 29 

Bohmisch Leipa .31 

Botioufiovic 51 

Chlomekberg 40 

Chlum 27 

Chlumec 42 

Chotzen 48 

Cernodol 27 

Cinoves 41 

Dneboh 39 

Jenicbov 34 

Grabern 32 

Ilohenmauth 50 

Holic 47 

Ilostfn 32 

HruStic 36 

Konigsstadtl 41 

Kopten 12 

Kuneticer Berg 46 

Kuttenthal 35 

Lany na D&lku 43 

Leitomischl 50 

Leitmeritz 32 

Lenescbitz 26 

Levin 42 

Luscbitz 41 

Mikulovic 44 

Moravan 48 

Muzskyberg 37 



Seite 

Nedo§in 51 

Nemosic 47 

Opatovic 47 

Pardubicka 47 

Pasek (Neubydschov) 42 

Priesen 12 

Racan 41 

ftepfn 31 

Siclirov 36 

Slivno 32 

Soviceberg 32 

Sparenetz 40 

Srnojedy 43 

Straussnitz 31 

Stferay 32 

Teplitz 11 

Trosky 38 

Turnau So 

Unterbautzen 39 

Vyskef 38 

Vysokd, 32 

Vrsovic 27 

Waldek 30 

Bad Wallenberg 37 

Weinberg (Wunitz) 28 

Weisser Weg 1* 

Winafic 40 

Wolfsberg 41 

Zajezf . 27 

Zamrsk 48 

Zollhaus 12 



INHALT. 



i. 

n. 



Hi. 

iv. 



* r Scitc 

Vorwort „ 

Charakteristik und Gliederung der Priesener Schichten 5 

Beschreibung der im Bezirke der Priesener Schicliten untersuchten Localitiiten ... 10 

Umgebung von Teplitz und Bilin 11 

Umgebung von Postelberg und Laun 12 

Linkes Egerufer in der Gegend yon Lencschitz, Vrsovic und Wunie . . . 25 

Umgebung von Wunio gg 

Umgebung von Bohmisch Kamnitz und BoMimisch Leipa . . gg 

Umgebung von Leitmeritz und Grabern 32 

Der Soviceberg und die Gegend von Melnik, Vysoka, Kepi'n, Chotetov und 

Beniltek 32 

Umgebung von Sicbrov, Turnau und Grossskal 35 

Umgebung von Jungbunzlau, Podiebrad, Chlumec und Pardubic do 

Umgebung von Chotzen und Hohenmauth 48 

Umgebung von Hohenmauth, Leitomischel und Abtsdorf 50 

Uebor die Wasservertheilung in den Schichten der bohmischen Kreideformation . .51 

Nachtrag zur Umgebung von Pardubic 54 

J-aoellarische Uebersicht der in den Priesener Schichten aufgefundenen Versteineruugen 55 
"ritisches illustrirtes Verzeichniss der in den Priesener Schichten vorkommcnden Ver- 
steinerungen 65 

Bemerkungen (iber die Cephalopoden 73 

Bemerkungen fiber die Gastropoden 84 

Bemerkungen fiber die Foraminifcren ug 

Bemerkungen zu den Pflanzenresteu 128 

s chlusswoit ,33 

A 'lmabetisehes Verzeichniss der untersuchten Localitiiten 134 



II. Theil enthalt: 

Dr. Km. Boficky: Petrographische Studien an den Basaltgea teinen Bohmens 
Preis fl. 3-50 

Preis der ganzen ersten Halfte des zweiten Bandes (I. und II. Abtheilung zusammen) geb. fl. 10 - — 

^ W tSITER, BAND. 

Zweiter Theil. 

III. Botanische Abtheilung. Diesclbe enthalt: 

Prodromus der Flora von Bohmen von Prof. Dr. Ladialav Celakovsky (II. Theil) 
Preis fl. 2-60 

IV. Zoologische Abtheilung. Dieselbe enthalt: 

a) Prof. Dr. Ant. Fric: Die Wirbelthiere Bohmens. 

*J „ „ „ „ Die Flussfischerci in Bohmen. 

c) „ „ „ p Die Krustenthiere Bohmens. Preis fl. 3 - — 

V. Chemische Abtheilung. 

Prof. Dr. Em. Boficky: tiber die Verbreitung des Kali und der Phosphorsaure 

p . in den Gesteinen Bohmens. Preis 60 kr. 

Preis dor ganzen zweiten Halfte des zweiten Bandes (III., IV. u. V. Abth. zusammen) geb. fl. 5*— 



DFtlTTErt BAND. 

I. Topographische Abtheilung. 

^ei'zeichniss der in den J. 1877—1879 vom k. k. mil.-geogr. Institut trigonometrisch 
bestimmten Hohen von Bohmen herausgegeben von Prof Dr. Karl Kofistka und 
Major R. Daublebsky von Sterneck fl. 180 

II. Geologische Abtheilung. 

I- Heft. Petrographische Studien an den Ph onolithgcsteinen Bohmens von 

TT Prof. Dr. Em. Boficky. Preis fl. 1 — 

u - Heft. Petrographische Studien an don Melaphyrgesteinen Bohmens von 

n Prof. Dr. Em. Boficky. Preis fl. 1 — 

U1 - Heft. Die Geologie des bbhmischen Erzgebirges (I. Theil) von Prof. Dr. 
Gustav Laube. Preis fl- 2 - — 

III. Botanische Abtheilung. 

^Cdromus der Flora von Bohmen von Prof. Dr. Ladislav Celakovsky. (III. Theil 
Schluss.) Preis fl - 2"40 

IV. Zoologische Abtheilung. 

J- Heft. Die Myriopoden Bohmens von F. V. llosicky. Preis 60 kr. 

"•Heft. Die Cladoceren Bohmens von Bohuslav Hellich. Preia fl. 1-60 

V. Chemisch-petrologische Abtheilung. 

^Jemente einerneuen chemisch-mikroskopischen Mineral- und Gesteinsanalyse 
von Prof. Dr. Boficky. Preis . • fl- 140 

V I E rt T E 3FC J3AND. 

^°- 1. Studien im Gebiete der bbhmischen Kre ideformation. Die Weissen- 

N bcrger und Malnitzer Schichten von Dr. Anton Fric. Preis fl. .'{•— 

m - 2. Erl iiuterungen zur geologischen Karte der Umgebungen von Prag von 

jj J. Krejci und R. Ilelmhacker * • • A- 450 

" l0 - 8. Prodromus der Flora von Bohmen von Prof. Dr. Ladislav Celakovsky. 

N (IV. Theil.) Nachtrage bis 1880. Verzeichniss und Register fl. 2-40 

,0 - 4. Petro logische Studien an den Porphyrgesteinen Bohmens von Prof. Dr. 

Nn Em. Boficky fl- 1"80 

"• 5 - Flora des Flussgebietes der Cidlina und Mrdhna von Prof. Ed. Pospichal. 

N fL 1,_ 

°- 6 - Der Hangendflbtzzug im Schlan-Rakonitzer Steinkohlenbecken von Carl 

Peiatmantel fl. 2 — 



F U N P T B II 13 A 1ST D. 

No. 1. Erlauterungen zur geologischen Karte des Eisengebirges (Zlelezne hory) 
und der angrenzcndon Gegenden im ostlichen Bohmen von J. Krejci und 

R. Helmhacker fl. 2-— 

No. 2. Studien im Gebiete der bohmischen Kroideformation. III. Die Iser- 

schichten. Von Dr. Anton Fric fl. 3 P — 

No. 3. Die mittelbohm. Stcinko hlenablag ern rig von C arl Feistmantel . . fl. 1*20 
No. 4. Die Lebermoose (Musci II efpatici) Bohmens von Prof. Jos. Dcdecek. fl. V — 
No. 5. Orographi scb -go o toktonis ehe Ubersioht des silurischen Gebietes im 
mittleren Bohmen. Von Johann Krejci und Karl Feistmantel. . . . fl. 2"— 
No. 6. Prodromus der Algonflora von liohrnen. I. Th. Von Dr. A. Ilansgirg. fl. 1:40 

S E O II S T E R BAND. 

No. 1. Uber die Torfmoore Bohmens in naturwissenschaftlich er und national- 
okonomischer Beziehung mit Berilcksichtigung der Moore der Nachbar- 
lander. Von Dr. Pr. Sitensky. I. Abth. Naturwissenschaftlicher Theil. . . . fl. 2 - 80 

No. 2. Die Stisswasserbryozoen Bohmen s. Von Josef Kafka fl. 1/20 

No. 3. G-rundziige einer Ilyetograph ie des Ko'nigrelcbe s Bohmen. Von Dr. F. J. 
Studnicka .... fl 150 

No. 4. Geologie dos bohmischen Erzgebirges. II. Theil. Von Dr. Gustav C. Laube. 

fl. 250 

No. 6. Untersuchungen iiber die Fauna der Gewasser Bohmens. I. Metamorphose 
der Trichopteren. I. Serio. Von Pr. Klapalek . fl. 120 

No. 6. Prodromus der Algenflora von Bohmen. I. Th. Forts. Von Prof. Dr. Anton 
II a n s g i r g fl. 3' — 



SIEBETSTTEFt BAND. 

Die Flechten der Umgebung von Deutschbrod von Jos. Novak . . . fl. 1. — 
Studien im Gebiete der bohmischen Kreideformation. IV. Die Teplitzer. 

Schichten. Von Prof. Dr. Ant. Fric fl. 3'— 

No. 8. fiber die chemische Zusammense tzung verschiodener Ackererden und 
Gesteine Bohmen' s und iiber ihren agronomischen Werth. Von Dr. Jos. 

Hanamann fl. 2' — 

Die tertiaren Land- und Sasswasser-Conchylien des nordw. Bohmen von 

Gottlieb Klika fl. 240 

Die Myxomyceten Bohmens von Dr. Lad. Celakovsky (Sohn) fl. P20 

Geologische Karte von Bohmen. Section VI. Entworfen von Prof. Joh. Krejci. 
Mit Erlauterung von Prof. Dr. A. Fric. Preis fl. 2'20 



No. 1. 
No. 2. 



No. 4. 

No. 5. 
No. 6. 



A C II T E B BAND. 

No. 1. tibersicht der Thatigkeit der naturw. Landesdurchforschung v. J. 1804 

bis 1890 von Prof. Dr. K. Kofistka fl. —30 

No. 2. Untersuchungen der Fauna d. bohm. Gewasser. II. Fauna d. biihm. Teiche 

von Jos. Kafka fl. 1'20 

No. 8; Monographic der Ostracoden Bohmens. Von Wenzel Vavra . . . . fl. 2(J0 
No. 4. Prodromus der Algenflora von Bohmen. Zweiter Theil. Von Prof. Dr. Anton 

Ila, nsgirg fl. 3 - — 

No. 6. Untersuchungen iiber die Fauna der Gewasser Bohmens. I. Metamorphose 

der Trichopteren. II. Serie. Von Prof. Fr. Klapalek fl. — — 

NEONTEB BAND. 

No. 1. Studien im Gebiete der bohmischen Kreideformation. V. Priesener 
Schichten. Von Prof. Dr. Ant. Frio 11. 3' — 



Dnick von Dr. I'M. (irr^r In I'rtii^ 1893. — Solbstverlag. 



MUS. COMP. ZOOL. 



ml 



UNTERSUCHUNGEN 




OIE TH1ERWELT DES UNTERP0CERN1TZER UNO GATTERSCHLAGER TEICHES 

ALS RESTJLTAT DER ARBEITEN 

fc, AN DER UBERTRAGBAREN ZOOLOG1SCHEN STATION 



9> 



rv, 



VERFASST VON 
Prof. Dr. ANT. FRlC und Dr. V. VAVRA. 

MIT TDELEH AltBIIJJUKGEN IM IEXTE. 

ARCHIV DER NATURWISSENSCHAFTL. LANDESDURCHFORSCHUNG VON BOHMEN 

IX. Band, Nro. 2. 



*#Wtf* 



FRAG. 

In Commission bei PR. RIVNAC. 
1894. 




fe 



DAS ARCH IV 

fur die 

naturwissenschaftliche Landesdiirchforschung von Bohmen 

I. bis V. Band : Redaktion von Prof. Dr. K. Kofistka und Prof. J. Krejei, 
VI. Band u. s. w. : Redaktion von Prof. Dr. K. Kofistka und Prof. Dr. A. Fric, 

enlMlt foigende Arbeiten : 

ERST En BAND. 

I. Die Arbeiten der topographischen Abtheilung und zwar: 

(jsjDas Terrain und die H o h e n v e r h altni s s e des Mittelgebirges und des 
Sandsteingebirges im nSrdlichen Bohmen von Prof. Dr. Karl Kofistka 

b) Erste Serie gemessener Hohenpunkte in B6hmen (Sect-Blatt II.) von Prof- 
Dr. Kofistka. 

c) Hohenschichtenkarte, Section II., von Prof. Dr. Kofistka. Preis fl. 4-— 
Preis der Karte app fl. i-fio 

II. Die Arbeiten der geologischen Abtheilung. Dieselbe enthalt: 

a) Vorbemerkungen oder allgemeine geologische Verhaltnisse des nSrd- 
lichen Bohmen von Prof. Johann Krejei. 

b) Studien im Gebiete der bohm. Kr e i d e f o rm a ti on von Prof. J.Kre.jci. 

c) Palaontologische Untersuchungen der einzelnen Schicbten der bshm. 
Kreideformation u. s. w. von Dr. Anton Fric. 

d) DieSteinkohlenbecken von Radnic, vomHiittenmeisterKarlFeistmantel. 
Preis fl. 4-r.o 



III. Die Arbeiten der botanischen Abtheilung. Dieselbe enthalt: 

Prodromus der Flora von Bohmen von Dr. Ladislav Celakovsky. (I. 
Preis 



Theil.) 
fl. 1-- 



IV. Zoologische Abtheilung. Dieselbe enthalt: 

a) Verzeichniss der Kafer Bohmens vom Conservator Em. Lokaj. 

b) Monographic der Land- und Siiss wassermollusken Bohmens vom Assi 
stenten Alfred Slavik. 

c) Verzeichniss der Spinnen des n6rdlichen Bohmen vom Real-L 
Emanuel Bart a. Preis 



elirer 
fl. 2 — 



V. Chemische Abtheilung. Dieselbe enthalt: 
Analytische Untersuchungen von Prof. Dr. Hoffmann. 
Preis des ganzen I. Bandes (Abth. I, bis V.) geb 



Preis 



25 kr. 
fl. 9-— 



Z W EITER, BAND. 

Erster Theil. 

I. Die Arbeiten der topographischen Abtheilung und zwar: 

a) Das Terrain und die Hohenverhaltnisse des Iser- und des Riescn- 
gebirges und seiner stidlichen und ostlichen Vorlagen von Prof. Dr Karl 
Kofistka. 

b) Zweite Serie gemessener Hohenpunkte in Bohmen (Sect.-Blatt III) von Prof 
D r. K o f i s t k a. 

c) HQhenschichtenkarte, Section III., von Prof. Dr. Kofistka. 

d) Hohenschichtenkarte des Rie sengebirges von Prof. Dr. Kofistka Preis 
dieser Abtheilung g 4 r >() 

II. Die Arbeiten der geologisehen Abtheilung. I. Theil enthalt: 

a) Prof. Dr. Ant. Fric: Fauna der S teinkohlenf o rmation B6hmens 

b) Karl Feist mantel: DieSteinkohlenbecken beiKlein-Pfilep Lisek Stilec 
Holoubkow, Miresch.au und Le tkow. 

c) Jos. Vala und R. Helmhacker: Das Eisensteinvorkommen in der Gegend 
von Prag und Beraun. 8 

d) R. Helmhacker: Geognostische Beschreibung eines Theiles der Geeend 
zwischen Beneschau und dor Sazava. Preis , fl, a.-— 



UNTCRSUCHUNGEN 



UI5ER DIE 



FAUNA DER GEWASSER BOHMENS 



IY. 



DIE IIIELT DES 1TEMCEITZER DID GATTERSCHLAGER IEIK 



ALS RESULAT DEll A11BE1TEN 



AN DER IJBERTRAGBAREN ZOOLOGISCHEN STATION. 



VEBFA8ST VON 



Prof. Dr. ANT. FRIC und Dr. V. VAVRA. 



MIT VIELEN ABBILDUNGEN IM TEXTE. 



ARCHIV DER NATURWISSENSCHAFTUCHEN LANDESDURCHFORSCHUNG VUN BOHMEN. 

(IX. Band, Nr. 2.) 



P R A G. 

KOMMISSIONS-VERLAG VON FR. RIVNAt. — DRUCK VON Dr. EDV. GREGR. 

is»;i. 



VORWORT. 



Motto: Faunon miissen gesehrieben'werdeji, ehe alio Eigen- 
schafteii dor gefundenen Arten befeannt sind. Sio 
sollen die ersten sicheren und anrcgendon Grund- 
lagon fiir weitoro UntorsucTumgen darbieten. Wcr 
faunistische Arbeiten anfangt, hat viol Zeit auf 
das Dnrchsucben des Gebietes, auf Bestimmun- 
gen tmd Litorarstudien zu verwendon. Doch sind 
dieso Vorarbeiten unerlasslich fiir alio woi- 
tereu morpbol. crabryologisclicu und biocoonoti- 
scbeu Studien. 

Karl Moebius 

(Bruchstiicke der Rhizopodcnfauna 

dcr Kieler Bucnt), 

oeit dor Grundung des Comity's fiir Landesdurchforschnng von Bohmen 
111 Jahre 1864 war es eine der Hauptaufgaben dor zoologisohen Section, die Thier- 
e lt unserer Seen, Teiche und Fliisse zu studiren. Die Mitglieder der zoologischen, 

'. °*ie auch der geologischen Section sammelten bei Gelegenheit Material, das dann 
111 Museum in Prag verarbeitet wurde. Im 2. Bande des „ Archives fiir Landes- 

_ Ur( 'hforschung" ersehien ira J. 1871 von mir eine kleine Arbeit : „Die Krusten- 

^ u °re Bohmens", welcbe den Zweck liatte, das weitere Studiura dieses Zweiges 

Parogen. 

Im Jahre 1871 wurde die Untersucliung der Bolnnerwaldseen in Angriff 
>| e "ommen und am 17. Juni der Schwarze See mit Biicksicht auf die Vertbcilung 
c er Thiere je nacb der Tiefe, dem Ufer und der Mitte des Sees befisclit. Dies 

ar das crste Mai, dass man bei uns ein Siisswasser systematise]! nacb denjenigen 

e S e bi untersuchtc, welclie bisber nur bei Erforscbuug der Meeresfauna beobachtct 
o , Ur< * en - In den folgenden Tagen wurde dann dor Teufelssee, der Lakasee, der 
br °sse und kleine Arbersee und der Stubeubacber See untersucht. Dariiber wurde 

111 vortrag in dor k. bohni. Gesellschaft der Wissenscbafteu am 15. Juli gehalten. 

I hi Jahre 1872 wurde die Untersucbuug dcr Teiclie in Angriff genommen, 

( U(I zwar am 16. Juli mit dem Jordanteich bei Tdbor begonnen, dann in der 

rT'gend von Wittingau der Rosenberger Teich, der Svet, Lipic, Bestrev und der 

Patowitzor Teich untersucht. 



fc 



Am 21. Jul L 1872 Melt ieh in Wittingau einen Vortragj bei welchem ich die 
Wichtigkeit der kleinen Crustaceen als Nahrung fur die Jungfische hervorhob. 

In demselben Jahre wurden nocli ira Bohmerwalde der Filzsee bei Ferchen- 
haid, der Rachelsee und der Plockensteiner See untersucht und daruber am 
21. Miirz 1873 in Prag ein Vortrag gehalten. (Sitzungsberichte der k. bohm. Ge- 
sellschaft der Wissenscbaften.) 

Ein Theil ties durch diese Arbeiten gewonnenen Materiales wurde von 
meinem Assistenten, Herrn Bohuslaw Hellicb, verarbeitct. (Die Gladoceren Bohtnens, 
Arcbiv fur Landesdurchforscbung, Band III.) 

Alle diese austrengendon Arbeiten fanden wenig Anerkennung und gar 
keine Unterstiitzung. Antrage auf systematische Untersuchung wichtiger Teich- 
complexe wurden abgelehnt. Jiingere Kriifte untersuchten dann hier und dfl 
mancben Teicb und namentlicb der Museumsassistent, Hr. Josef Kafka, etwas ein- 
gelionder einige Teiche ini nordlichen, westlichen und sudlichen B6hmen, woriiber 
eine grossere Publication eben im Archiv fiir Landesdurcbforschung Bd. VII. erschieu.*) 

Diese Untersuchungen gaben aber ein unvollstandiges Bild der heimischen 
Siisswasserfauna und dies aus zwei Ursacben, erstens weil die Untersuchungen 
nicbt am frischen Materiale an Out und Stelle vorgenommen werdon konnten, und 
zweitons weil sie an jeder Localitiit allzu kurzc Zeit gemacbt wurden. Den ersten 
Punkt betreffcnd, fordert die moderne Wissenscbaft die Bearbeitung der im Wasser 
sicb auflialtenden Tbiere in friscliem, lebenden Zustande oder deren sorgfaltige 
Conserviruug mittelst Reagention und bei bestimmten Verbiiltnissen der Temperatur 
und des Li elites. Dies ist unter freiom Himmel undurebfiihrbar und in der Nah° 
der zu untersucbenden Gewiisser sind kauni so leicbt Rauinlichkeiten aufzufinden, 
welcbe eine rubige Beobachtungs- und Praparationsthiitigkeit zulassou wurden. Don 
zweiten Umstand betreffend, zeigto es sich bald, dass ein einmaliger Besuch eines 
Sees oder Teicbes nicbt hinreicht, um seine Fauna kennen zu lernen, da fast l* 1 
jedem Monate andere Thierformeu erscheinen. Beide diese Umstando liessen den 
Wunsch entsteben, es moge ein kleines iibertiagbaros Hiiuschen zur Hand selBi 
das, mit alien nothigen (xerathschaften verseben, abwechselnd bei diesem oder 
jenem Teiche oder See fiir ein oder zwei Jabre auigesfcelt werden konnte. 

Eine iihnlicbe iibertragbare Station orriehteten die Hollander an \\tf e * 
Meereskuste, weil eine stabile Anstalt an deni flachen Ufer im Winter nicht be- 
stehen konnte und im Winter tamer zerlegt und in einer Hauptstadt dopouie r 
wurde. (Fig. 1.) 

Spiiter hatte der um die Untersuchung der norddeutsclien Gewasser nn 11 
um die Fiscbzucbt verdientc f Prof. Benecke ein iibertragbares Hiiuscben % n 
Untersuchung der Wasserfauna beschafft, aber leider nicbt orleben sollen in do" 1 ' 
selben ausgiebig arbeiten zu konnen. **) 

Diese Boispielo regten von ncuem meinen Wunsch nacli einer solchei) St»' 
tion an und ich hielt dosshalb im Naturhistorischen Club in Prag am 81. Mai 188° 



*) J. Kafka, Fauna der bohm. Teiche. 
**) Berichte des Fiseliereivereins der I'rovinz Ost- 



Juni Nr. 1. 



und Westpreussen. Kouigsberg l * 



einon Vortrag dariiber uud bewog bald darauf meiaea Frecmd, Herru Ferdiaaad 
Pernor in Elbeteinitz, dass or eine iibertragbare zoologische Station in seiner Ma- 
schinenfabrik anfertigen liess uml dieselbe dem Corait6 fiir Landesdurchfoischung 
widmete. Das kleine Gebiuide ist aus Holz, besteht aus etwa 80 Theilen, welche 
ein Gesammtgewicht von 1000 kg. haben und ist in Fig. 2 dargestellt. Zum Auf- 
stetlen reichen 2 r / a Stunden hin, zum Auseiuandernehmen 17 2 Stunde. Es bietet 
12 m a Fliicbe, hat zwei gegen Norden gelegene Feuster, deren Fensterladen, auf- 
gemacht, zwei gerSumige Arbeitstische darstellen. An den Wiindeu siud Stellagen 
augebraclit uud ein kleiner Chamotteofen dient zur Kegulirung der Temperatur 






•" ■ .:.' 




Pig. l. Die iibertragbare zoologische Station 
zur Erforsclmiig der Meeresfatma an der Kttste Hollands. 



Die Station wurde am 2. Jinii 1888 am Uuter-Pocernicer Teiche bei BS- 
Gfiowic, drei Stunden von Prag, aufgestellt uud am 15. Juni mit den Arbeiten be- 
Soaaen. Fflr die innere Eiurichtung bewilligte das Comit6 fiir LandesduroMorsdmng 
( ^'i Betrag von fi. 100. Mikroskope wurden aus dem zoologischeu Laboratorium 
(le r biihmischen Universitiit und dem Museum ausgelieben. Spiiter wurden die- 
^lben auf Kosten der bijhmischen Akademie angeschafft. 

Zwei Jahre hindurcli wurde die Station in Zwischenriiumen von 8, 14 und 
°0 Tagen, imGauzen etwa 30mal besucht. Nach Ankuuft wurde die Temperatur der 
^ u ft und des Wassers in verscluedenen Tiefen gemesscn und Notizen iiber Witterung 
^ n( l Windrichtung gemacht. Dann wurde mit einem pelagischen Netze (Fig. 5, 1. 
* l & 4. links) die Oberflache in einer Strecke von 25— 30 m abgefiscbt; ferner wurde 







rait dem an eineiu Bauibusrohre befestigtcn Netze (Fig. 5, 2) in 1 m Tiefe auf 
eine iihnliche Strecke gefischt. Die Tiefe von 2 m wurdo mittelst ekes mit Ge- 
wichten beschwerten Netzes befischt (Fig. 5, 3), welches beiin Heraufziehen durch 
eine zweite Schnur strangulirt wurde, damit das Gefangene sich nicht mit den in 
hoheren Schichten lebenden Thieren mische. Aehnlich wurde in der Tiefe von 
3 und 4 m gefischt. Die Eeute wurde nach der Station gebracht, zuerst iiiichtig 
auf lebendes Material untersucht und darfiber Notizen verzeichuet, dann der 
grosste Theil mittelst einer Mischung von Chrom- und Osraiumsiiure gctodtet und 
in starkem Alkohol conservirt. Die iibrige Zeit wurde der Beobachtung des let 

bcnden Materiales gewidmet. 

Ausser diesen Untersuchungen wurde audi am Strande im Schilfe und in 

mittelst eines grobou Kescliers 



Bodenschlainm 



8) gewaschen, dann das Erlaugte 



Binsen gefischt und dann der 

(Fig. 5, 7) gehobeu und in Metallsiebcn (Fig. 0, 

untersucht und conservirt. 

Aehnliche Untersuchungen wurdeu auch einige Male bei Nacht und im 
Winter unter dem Eise durehgeffihrt. 

Besondere Aufraerksamkeit wurde der Nahrung der Karpfen zugewendet, 
welche in der Nacht, wiihrend der Aesuug gefangen, gleich in der Station unter- 
sucht wurden uud der Magen- und Darmiuhalt, bevor er noch durch Verdauung 
stark gelitten hat, conservirt. Das so erlangtc, fiber 1.00 Glaser fiillende Mato- 
riale aus dem untersuchten Teiche diente zur Untersuchuug, deren Resultate in 
uachfolgendem enthalten sind. 

Der Unter-Pocernicer Teich gehort zu der Kategorie, fur welche der sehr 
durchsichtige Krebs Leptodora Kindtii bezeiebnend ist. 

Es erschien wiinscheuswerth, behufs der Vergleichung eine ahnliche Durch- 
forschung eines Teiches der zweiten Kategorie, fur welche der Krebs IMopedium 
gibberum bezeichneud ist, durchzuffihren und im Monate April 1890 wurde die 
nfliegende" Station nach dem Gatterschlager Holopedium-Teiclie bei Neuhaus im 
sudlichen Bohmen fibersiedelt und dort seit der Zeit gearbeitet. 

Da aber die Arbeiten an dem ersteu Teiche nicht als abgeschlossen zu be- 
trachten sind und das Bestehen einer zoologischen Station in der Nahe Prags als 
sehr wunschenswerth erschien, so ersuchte ich den Besitzer der Herrschaft Unter- 
Pocernic, Herrn Beda Freiherrn von Dercs6nyi, er m6ge an der Stelle, wo die frii- 
here Station stand, ein stabiles Hauschen erbauen lasson, welches dem Studiuiu 
der Susswasserfauna dienen sollte. Diesem Wunsche wurde mit der grosston Be- 
reitwilligkeit willfahrt uud es steht bereits ein festgebautes, nettes Hauschen da- 
selbst, das ausser des Arbeitszimmers von 12 m l noch ein kleines Wohnziiniuer 
von (5 m' z bietet (Fig. 8). 

Zur Beschaffung der inneren Einrichtung steuerte das Comite" fur Landes- 
durchforschung, die Herren Tempsky uud Direktor Schlesinger bei. 

Unterdessen wurde am Gatterschlager Teiche von mir und meinem Assi* 
stenten, Hrn. Dr. V. VAvra, in den Monaten April bis August fiber 30 Tage g (V 
arbeitet und ein vorliiufiger kurzer Bericht im „Zoologischen Aazeiger" Nr. w 
veroffentlicht. Die Fauna des geuaunten Teiches wurde von Tag zu Tag intereS" 
santer, und es war noting, die Station daselbst noch ein .lalir stehen zil lasso"- 



Das dritte Jahr wiire noeh interessanter gewesen, da wir schon gehorig 
ttber die Fundorte dor einzelnen Arteu instiuirt waren — da wurde aber der 
Teich abgelassen und wird erst yi 2 — 3 Jahren vollig gefiillt sein, wodurch unsere 
Weitere Arbeit unmfiglich wurde. Die Station wurde im Ilerbste 1892 zum 
schwarzen See ira Bohmerwalde ttbertragen. 

Aus dem Dargestellten ist zu ersehen, dass das Studium der Siisswasser- 
Fauna, welches man in Deutschlaud auf Anregung des Dr. Zacharias in neuester 
Zeit anstrebt und das in der zoologischen Station Plon ein Centrum hat, bei uns 
in Bohinen im kleinen Massstabe und mit geringeu Mitteln bereits seit Jahren im 
&ange ist. 

Wahrend abei in Deutschland dem Unternehmen Tausende zur Disposition 
Stehen, sind bei uns die aus Liebe zur Wissenschaft und aus Patriotismus arbei- 
tenden Kriifte auf einen kargen Ersatz der Baarauslagen angewiesen. Wiederholte 
Versuche, den Grossgruudbesitz zur Forderung dieses gemeinniitzigen Vorgeliens 
'Uifzuiriuiitern, fuhrten zu keinem Kesultate. Und dock hat die Beruchsichtigung 
der kleinen Silsswasserfauna in den letzten Jahren einen tjrossen Aufschwung in 
der Tcicliwiriiischaft zur Folgc gehabt, tvie dies die Resultate des Directors Susta 
deutlich beweisen. 

Eine genaue Kcnntniss desscn, was der Teich in seinem Wasser enthtilt, 
l $t die Grundbedingung fiir dessen rationelle Bewirthschaftung. Es ist zu erwarten, 
'I'lss die Ilichtigkeit des ausgesprocheuen Satzes in immer weiteren Kreisen aner- 
kannt und dass audi von massgebender Seite das Streben der Naturforscher ge- 
Wttrdigt und unterstiitzt werden wird. 

Prasr, in M&rz IS 1 .);!. 



Die Verfasser. 



Die iibertragbare „fliegende" zoologische Station des Comites 
fiir Landesdurchforschung von Bflhmen. 

Die fliegende Station ist aus weichem Holze gebaut and iiusserlich mit 
cementgrauer Oelfarbe angestrichen, welcher Austrich jedes 2. Jalir erneuert wird. 
Auf einem gut planirteu Terrain wird auf 6 Pfeiler aus Ziegeln, der aus 4 Theilen 
bestehende Grundrahmen gelegt und mit Wasserwage genau nivelirt. Dieser RahmeB 
leidet am meisten und sollte urspriinglich mit Tlieer eingetriinkt werden, indem 
er durch Schwamm leidet, den wir nur mittelst Petroleum in Zauin halteii. 

Die Seitenwiinde greifen falzartig in einander und werden oben durch 
einen zweiten zerlegbaren Rahmen zusammengehalten. Das Dacli besteht aus 
10 Theilen, die mit gefirnisster starker Leinwaud iiberzogon sind und jiihrlich frisch 
gefirnisst werden. Das 2. und 4. Blatt jeder Seite deckt mit seinen Riindern die 
angrenzenden und der Kirste entlang werden die oberen Riinder der Blatter (lurch 
einen unten ausgehohlton Langsbalken zusaminen gehalten. Dieses Dach ist voll- 
kommen undurchliissig und selbst bei starkstem Platzregen koinmt nicht ein Tropfen 
Wasser in die Anstalt. *) 

Die innere Einrichtung betreffend di'irfte zu erwiihnen sein, dass die 
Pensterladen geofFnet als Arbeitstische dienen, wie es auch bei der stabilen weite) 
unten zu erwahnenden Station der Fall ist. (Fig. 3.) 

Dies ist eine sehr wichtige Einrichtung, denn sonst ware kein Platz fiir 
die Herrichtung des Nachtlagers, das aus sehr primitiven Theilen besteht und 
tagsttber auf einem unter dein Dache iinprovisirtcn Bodenraum deponirt ist. 

tibcr die Anbringung der Stellagen und die iibrige innere Einrichtung 
giebt das oben citirte Bild gem'igende Belehrung. 

Die Fangapparate sind folgende: 

1. Das pelagische Oberflachennetz (Fig. 4. links) Dies ist auf 2 Eingen von 

20 cm Durchmesser gefertigt und ein dritter kleiner Ring von 10 cm Durchniesser 
ist am konischen Innentheil befestigt. Der grosse erste Ring ist aus Messing, der 
zweite aus Rohrstab, damit das Netz nicht zu schwer wird. Der erste Rint>- ist mit 



*) fiber das nahere Detail der Construction theilt gefalligst din Masohinenfabrik Qe 
hrlider Pernor in Rllietoinitz mit. Der Wertli des Hauschens ist etwa 800 II. 




Fig. 2. Die fliegende zoologische Station des Comite's fiir Landesdurohforschung von Bijhmen 

wahrend ihrer Aufstellung am Unterpocernitzer Teiche bei Bechcmc. 



5© 



10 

einem festen Zwirnband umniiht, ebenso die ubrigen. Das Netz ist aus dem dich- 
testen schweizerischen Seidengaze" Nro. 12 (von Herrn Wendler am Brttckel in Prag). 









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Fig. 8. Einblick in das Innere der Station 

nacli einer PhotograpMe des Assistenten Herrn J. Kafka. 



Der konisclie Hintertheil ist aus Seidengaz£ und sein liinteres offencs Ende 
triigt die Doppclung fiir die Schnur, mittels welcher das Glas befestigt wird. 

Der innere kouiscbe Theil leiclit vom ersteu Ringe bis in die Hiilfte des 
ersten Theiles und hat den Zweck die Fortschwemnumg der Beute durch den Riick- 
strom zu verhindern. 

Am ersten Ringe sind i3 verzinnte Eiscnringe mit 2 cm breitcn festen 
Zwirabftndern zur Befestigung der 8cb.nfl.re angebracht. Die Schntlre sind soge- 
nannten Rebsclinflro, die vor dera Gebraucho mit Talg eingelassen werdeu. 

2. Das Stabnetz (Fig. 5. 2.) zum Fischen am lifer und in 1 m Tiefe ist an 
einem Bambusrohr von 1 m 60 cm L&nge befestigt, das an seinem vorderen Ende 



Die Notzn wurdnii in eigener Rngio rerfertigt, die Stoffe und Ringe von verschiedenen 
Firmen beschafft; die N&harbeit besorgte Herr Wister, Sattlermeister (Jungmanngasse) mit grosser 
Gefalligkeit und Gewissenhaftigkeit. 



11 




Fig. 4. 



12 

durch Einsehiebung eines Holzstabes in seine Hohlc verstiirkt und zur Anbringung 
des Beschlages tauglich gemacht wurde. 




Fig. 5. Geriithschaften zur Untersuchung der Siisswasserfauna bei derfliegenden zoologischen Station- 

l. I'elagisches Netz aus Seidenstoff. 2. Stabnetz aus MuUertuch zum Fischen in 1 m Tiefe. 8. Bfi* 
Gevrichien beschwertes Netz zum Fischen in verschiedenen Tiefen, zum Stranguliren eingerichtet. 
4, Grober Rescuer zur Ilebung des Bodenschlammes. 5. 0-5 m = Massstab. 6. Thermometer. 
7., 8. Metallsiebe zum Waschen des Schlammes. 9. Gewicht zur Tiefenmessung. 10. Drathstellage 
f'iir die Glftser. 11. Kleines Aquarium. L2., 18. Wasserkanne. 14 Links unten Bteht der l'l«" 

des Teiches. 

Der erste Ring ist von Schmiedeisen, lackirt; in einer Rinne an der 
Aussenflache sind 24 Locher; der an die Innenflache angelegte Hack win! mittels* 
gepechtem Schusterdraht durch die 24 Locher angenaht. Die Rinne dient dazU-i 
diesen Faden zu bergen und vor baldiger Beschadigung zu sichern. An den Ring 
ist die Schraiibe eingenietet, welche in den Beschlag des Bambusrohres passt. 

Das librige ist wie beim pelagischen Netz, nur ist der gesammte Sin 1 * 
bios das sog. Wollbeuteltucli. (Nr. 386.) 



13 

8. Das Tiefennetz init Straugiiliriiiigsvorridituiig (Fig. 4. rechts). Dies hat 
zwei Abtlieilungen von je 30 cm Lftnge und einen hinteren, sowie einen inneren ko- 
nischen Theil. Der Eisenring am Eingange ist wie beim Stabnetz gebaut, triigt aber 
am Vorderrand drei angeschmiedete Hinge fur die Schnttre, In der Mitte des ersten 
AJbsatzes 1st ein Ring fiir die Strangulirungsschnur angebracht. 

Alle ubrigen Ringe sind von Messing und mit Zwirnbiindern uinnaht. 

Die Befestigung der Gliiser gescbiebt mit ledernen oder zwirnenen Schuh- 
schnuren. 

Die Beschwerung geschieht mittelst Anbringung von Bleikugeln oder Sttlcken 
V(, » Bleirfihren an den Eisenring. Audi konnen Gewiclite 1 m vor das Netz 
an die Hauptschnur angebracht werden. 

Der Bodenkescher (Fig. 5, 4.) hat einen zusammenlegbaren Ring von 
30 cm Durchinesser, an dem ein Bcutel aus Sackleinwand von 55 cm Lange ange- 
hracht ist. Er dient zur Ilebung des Bodenschlammes. 

Audi erbielten wir von Herrn Pernor ein grosses Bodennetz nach Art von 
'''■u Amtemlcratsem gebaut, das aber ordentlich gefiillt schwer in den kleinen Kalui 
zu heben ist. 

Das kleine Handnetz (Tig. 7.) wird folgendermassen angefertigt. Gebrannter 
Messingdrath 90 cm lang wird uni einen 10 cm starken Cylinder (Kisentopf) 
gewunden und (hum zum Stiel gedreht und am Ende ein ."> cm weiter Ring ange- 
bracht. in diesen Ring kann gelegentlich ein Stab beliebiger Lange gesteckt 
werden, den man dann knapp am Netze anbindet und so in ziemlicher Entfernung 
ftschen kann. 




—— — — — i — — — — 



Fig. 7. Das kleine Handnetz. 

Dieses Netz benutzten wir viclfach zur Ooncentrirung verschiedener amler- 
weitig geiuacliten Fang©. 

Eine selir wesentliche Sadie fur die Arbeiten der Teichdurchforschung ist 
,lu « riehtig gebaute Boot, wesshalb wir glauben, dass (lessen niihere Beschreibung 
V0n Nutzen fur manche L'achgenosscn sein wird. 

Das Boot wurdc von Herrn Mayer in Smichov (unweit der Arena) gebaut. 
Vs lst 480 cm lang, in der Mitte 109 cm breit, die Seiten 30 cm liocli. 



14 



Die Ruder 230 cm lang, aui distalcn Ende 
man am Bilde Fig. 7. 



U) cm breit. Die Bauart sieht 













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Fig. 7. Das Boot der zoologischen Station. 

In 7si> aat, GrOsse. 



Die stabile zoologische Station am Unterpocernitzer Tcicho 

bci Bechovic. 



Als die Zeit herannahte, wo die fliegende Station nach dem sildlichen 
Bfthmen iibertragen werden sollte, saben wir iramer mohr ein, dass die Arbeiten 
an dem genannten Teiche niclit als abgeschlossen und mir als eine vorbereitende 
Orientation zu betracliten seien, die dem eingehendcron Studium dieses Susswasser- 
beckens vorangehen musste. Audi verscliwand mit der fliegenden Station aus der 
Nahe von Prag die Gelegenheit angehende Naturforscher in der Untersucbung 
der Thierwelt am Wasscr selbst zu instruiren. Aus diesen Ursacben machte ich 
im Februar 1892 dem Herrn Baron B<5la Dercsenyi, Besitzer der Herrscliaft Unter- 
pocernitz, den Antrag, er miige ein ahnliches (lebaude, wie es unsere Station war, 
gemaucrt auf demselben Orte aufbauon lasscn. Meiu Antrag wurde angonommeii, 
am 8. April verfertigte icb den Plan, der dann von meinem Freunde Ilerrn Fer- 
dinand Pernor rein ausgearbeitet wurde und im Juli stand das Gebaude fertig da 
(Fig. 8.) und wurde vein Besitzer dem Comite" fiir Landesdurchforschung zur freien 
Disposition (bis auf Wiedorruf) iibergeben. 

Als bedeutende Verbesserung gegen die Verbaltnisse der fliegenden Station 
ist das 2. kleine Zhnmer hervorzuheben, das zum Schlafen und Essen dient und 
man die Arbeitstisclie niclit abzuriiumen hat, wie es frtiher gescliab. 

Die Moglicbkeit des Uebcrnachtens bat audi grosse Vortbeile, denn nach 
einer ruhigen Nacht arbeitet es sicb viel schoner, als wenn man den Tag erst per 
Bahn ziemlich spilt aus der Hauptstadt ankommt und wiedcr bald Nachmittag zu- 
riickzukebren gezwungen ist. 

Die schonen Abcnde am Ufer des Teicbes, welcho dem Naturfreunde zu 



15 

yielen interessanten BeobacMungen Gelegenheit geben, gehoren zu don angenehmsten 
Ktyllischen Genussen. 

tiber die innere Einridhtung giebt unser Bild Fig. 9. ziemlich viel Be- 
lehruiif.-, docli diirfte nacbfolgendo Schilderung nicbt obne Nutzen fiir inancho Fach- 
geuossen sein. 

Links von der Thiire stehen an der Wand, zur linken Hand des Arbei- 
tenden zwei Stellagen: die untere triigt die notbigste Literatur und Kiistcben fiir 
die mikroskopischen Praparate, die obere die Reagentien. Am ersten Tisehe steht 




Fig. 8. Die stabile zoologischc Station am Unterpocernitzer Teiche bei Bechovic 
Erbaut von Ilerrn Baron Bila Derotinyi, 

!"' Mikroskop und ein Arbeitsmikroskop von Zeiss in Jena. Recbts liegt das Tage- 
' lc " und Aquarellfarben. Auf dor Stellage zwischen beiden Fenstern, die gegen 
ordon gerichtet sind, befinden sicb: Gummi arabicum, Tinte-Scbreibzeug, Secierzeug, 
lr *el etc., darunter das Thermometer, Lineal, Scheere und Blockpapier. 

y„ Auf ( j er stellage hinter dem 2. Arbeitstische ist dor Ort fiir die Wa&ge, 
'Uiidlujizchon, Kerze, Lampe und Spagat. 

^ An der Wand zu beiden Seiten der Tliiire hangen die Fangapparate und 
t8 Maximal-, Minimalthermometer, rechts vom Ofen (iie Siebe zum Waschen des 



von f 



eu 



(Tn ttbergrossem Eifer richteten mir das Innere allzufrtth cin und erlitten don Winter tiber 
■©it grosson Schaden an GerSrthschaften und Instrumenten.) 




^ 



Fig. 9. Das Innere der stabilen zoologischen Station am Unterpocernitzer Teiche bei Bechovic. 

I'Xack einer Photographic des Herrn Mulac, Exposition 3 / 4 Stunden, Cliche von Angerer et Goschd in Wien) 



17 

jjrundseldannnes. Von don SteHagen an dor rechtcn Wand wird die erste links zur 

JJbnngung von Glasern, Scljalen, unci einem kleinen Schrank verwendet, rechts 

ag dieselbe eine Cassette mit Papier und Zeichenrequisiten, daneben die 

otiug ston werkzeuge: Hammer, Zange, Stemmeisen, Nagel, Biirste, Handsftge 

Fan^i 1 - n, ge triigt links Gewichte > Aquarien, Alkoholflaschen, rechts die 

^ggaser Glas- und Porzellanschalen. Ausser diesen zwei Stellagen istnocb unter 

kol,^. " °"' lang6S Brett an S ebracht > welches folgcnde Gege'nstftnde tragt: Al- 
"ouampe, kleme Wasserkanne, Zeichentischchen, Wasche etc. 

ein Sn; A ? d f W f ld rechts von der ™ ro ]l;ln « t (las Waschbecken und daruber 
Bodl g ", Aufbewahrung der Mikroskope dient ein Schrank, welcher am 

Ull ^n an der rechten Wand steht. 




Baron Bela Dercsenyi. 

Erbauer der staliilen zoologischen Station. 

w,|, l ein n DrehstttMe ' zwei ,!;i " k( '' ein grSsseres Waschbecken, Kanne, Besen 
^namotteofen erganzen die Einrichtung des Axbeitsraumes. Im kleinen Wohn- 



wna links vom Fenster die Kleiderhaken angebracht, rechts ein Speise 



sch 



Cf,I 'ai.ik a f • ™ ra U1D "■^lUDiuojs.ou wigBUfttuuc, rectus ein speise- 

^asserfl. ? 6mem 1>,rettc El,g,s der g a nzen hintercn Wand steht das Kochgeschirr 
"masche, Glaser, Laterne etc. 

Rechts von der Thiire 1st ein Eisenbett untcrgebracht. 



18 



Lage, Grosse, Zuflusse und Temperaturverhaltnisse ties Teiches. 



Dcr TJntcrpoccrnitzer Teich licgt in dcr Seehohe von etwa 220 m im Gebiete 
der untersilurischen Schicfcr der Etage D, die aber bier koine deutlichen Petrefacten 
aufweisen, sondern nur in den festen Geodcn fucoidenahnliche Gebilde erkcmiei) 
lassen, die wohl Bohrgiinge von Wiirmern sind, die nun von dunklcrer Gesteins- 
masse erfttllt sind. (Bohrgiinge von Tubifcx, die im ausgetrockneten Schlanmie 
des Teiches in einera G-lasgef&ss sichtbar wurden, boten zu obiger Dcutung ein 
interessantcs Verglcichsobjekt.) 

Der Teich entstand durch Abdammung eines seicbten Thales, das eincr 
Verwerfungspalte der Silurschicbtcn cntspricht. In der Fortsetzung desselben, 
unterhalb des Dammes, ist ein netter Park angelegt, (lessen iippige Vegetation mit 
deiu nalien Wasserbecken wohl im Zusammenkange ist. 

Die Speisung des Teiches geschieht durch zwei kleine Biiclic, von dencn 
der einc, der Eicaner, von der Aufinowescr Zuckerfabrik liber Dubec geflossen 
kommt, der andere, der Rolcetnittser, der von der Anliohe bei Mnicbovic, EolodJJ 
und B6chovic, von dcr Wasserscheide zwischen der Moldau und der Sdzava fliesst. 

Die Ausmass, wenn voll gespannt, betriigt 20 Jocli, 572 Kl. und es biete* 
diescr Teich cine besondere Eigenthumlichkeit, dass or wegen Servitut gegen tiefer 
gclcgcne Miihien seit niehr als 40 Jahren nicht abgelassen wurde und demnach atf 
cine Art Scetcich angesehen werden kann. (Fig. 10.) 

Der Abfluss gcht iiber Kej und Lieben in die Moldau. 

In Bezug auf Fische wird er nicht bewirthschaftet, sondern cr dient n ul 
als Fischbebllter fur den Prager Markt. 

Bei den Herbstfischereien werden von anderen Teicben die Karpfcn hieihd 
iiberfulirt und dann je nach Bedarf in der Nacbt mit Zugnetzen ausgefischt, u" 1 
frisch und wohlgenabrt am nachsten Morgen in Prag feilgeboten zu werden. 

Die nachfolgcnde Tabelle (Soite 20.) der Temperaturverhaltnisse hat Mr d^ 
Jabr 1888 einen beschrankten Werth, weil damals nodi die Messungen durcli cu| 
gewohnlicbes Thermometer gemacbt wurden. Im Jahre 1889 bedienten wir uns ei»e 
Maximal- und Minimalthermometers des Systems Casella-Mliller. 

Die Liicken, die in den Tabellen bemerkt werden, wurden vielfach durc^ 
Pegcngiisse, Stttrme odor audi Zeitmangel veranlasst und es wird Aufgabe de 
stabilcn Station sein, diese Beobachtung fortzusetzen. 

Von besonderem Intcresse sind die Messungen unter Eis, welclie die Ztt- 
nahme der Temperatur nach der Tiefe liin aufweisen und das rege thierische Lebe 
das zur Winterszeit nahe am Grunde konstatirt wurde, erkliiren. 



19 



Situation und Tiefenverhaltnisse des Unterpocernitzer Teiches. 




310 cm. 



20 



Temperaturmessungen am Unterpocernitzer Teiche (nach Celsius). 



22 

7 
21 

24 
28 

6 
28 

7 
14 
2!) 
26 
29 



3 

29 
14 
29 
10 

7 
21 
2H 

5 
13 
25 
12 



17 



1 888 



Juni . . 
Juli . . 
Juli . . 
Juli . . 
Juli . . 
A ugust . 
August . 
September 
September 
September 
October 
November 



L889 



Janner . 
Marz . . 
April 
April 
Mai . . 
Juni . . 
Juni . . 
Juni . . 
Juli . . 
September 
October . 
November 



L890 



Luft 



Oborfliioho 



1 m Tiefe 



2 m Tiefe 



3 m Tiefe 



Fcbcr 



26-0 
19-8 

18-8 

21-2 

18-6 

I- 28-0 

27-0 

-28-0 

-13-6 

13-0 

5-4 

7-0 



— 4-2 
+ 3-4 

— 10-4 

— 23-4 
-f 26-0 

4-24-8 
+ 23.0 



+ 20-0 

+ V>-o 

+ C-0 



24-0 
19-4 

UK 

20-2 

21-8 

■20-8 

■22-1 

■ 20-8 

■ 15-5 
• 12-8 

■ 5-4 
3-8 



- 1-3 

- 3-1 
-10-2 
-18.4 

- 19-0 
4- 24-2 
+ 21-5 
+ 22-8 
4- 20-6 
4- 16>8 
4- 9-2 
+ 5-0 



+ 20 



-4-22-0 
4 18-6 



- L6-8 

18-4 
16-8 
15-4 
f-12*4 

+ 5-0 



2-4 
3-0 
10-1 
17-6 
18-8 
23-4 



22-2 
20-6 
17-0 
4 LO'O 



4 



+ 184 



4- 15-0 

4- i.5-0 
4 16-0 

4- 12-2 
+ 5-3 

4- 4-2 



+ 



4- 4-0 



2-8 
10-0 
14-2 
17-8 
23-0 



21 
■ 2C 



4- 3-2 



4- 17-8 
4 18'6 



14:0 

17-2 

14-0 

f-14fl 

hl2-0 

*4-3 



4- 3-2 
4- 3-2 
4- 9-6 
|- L2-6 
4- 174 



-f-20-1 
4- '9-4 



Die Fauna der TJmgebung des Unterpocernitzer Teiches, 
dessen Fische und Mollusken. 

Von S&ugethieren hum wenig erwalmt werden, was mit dem Teiche i'H 
Zusammenhange ware; bloss die Fledermause, welcho oberhalb der Wasserflacbe 
nacli Insekten jagen, vordieneu Beachtung. Es 1st wahrscheinlich vor allem dn 1 
Waldfledermaus, Vesperugo noctula, was daraus zu SChliessen ist, (lass sie gleich 
nacb Sonnenuntergang erscnien, was zu den Eigenthumlichkeiten dieser Art gehSrt 
Das Vorkommen der Fischottern konnte aicht koustatirt werden. 

Viol reicldiclier und interessanter ist die Vogelwelt,*) Unser Teich ist IB 
Bezug auf seine Vogelwelt der Reprasentant von einer bedeutenden Anzahl von 



*) Vergleiche oniithologisches Jahrbuch von Baron Tsohusi von Schmidthafen, 1892 p- 30 - 



21 



kleinen Tcichcn im mittlereii B6hmen, deren Vogelwelt von Jahr zu Jahr fi.rmlich.er 
wird, da nicht nur ihre Umgebung immer tnehr und mehr civilisirt wird, sondern 
auch die Ziiflusswasser von Tag zu Tag Srgere Stoffe aus Fabriken aller Art zu- 
ffthren, so dass der Schlamm an don Ufern bei niedrigem Wasserstande Unite ent- 
sendet, welche geeignet sind, die Vogelwelt eher zu verjagen ala anzulocken. 

Der genannte Teich 1st seit vielon Decennien gespannt, am oberen Ende 
>uit etwas Rohr und Scbilf bewachsen, und die Ufer sind hie and da mit Gruppen 
V( »n Binsen besetzt. Knapp am linken Ufer zieht sich der Eisenbahndamm hin, auf 
dem tfiglich circa 50 Zlige daainbrausen, und der Teichdamm grenzt an einen 
schfinen Park des Herrn Baron Deresenyi, von wo im Fruhjahre das IVohliche Lied 
der Drossel, Amsel etc. erschallt. Folgende interessante Beobachtungen aus der 
Vogelwelt hatten wir Gelegenheit zu machen. 

Mit der Balm von Prag angelangt, ignorirten wir in der Regel das dreiste 
Sperlingsrolk am Bahnhofe und wurden von der Haubenlercbe (Gahrita cristata) 
freundlich begrusst Die Bahnstrecke entlang zum Teiclie wandelnd, nahmen wir 
das uninelodisclie (iczirpe des Grauanuners (Emberiza miliaria), welche auf den 
Felegraphendrahten ruhten, wahr. 

Spater im Sommer trafen wir audi Lanius collurio und Pratincola rubetra 
a uf den Drahten sitzend. 

Bei Annaherung an den Teich erschallte der ungestttme Gesang des Teich- 
r ohrsfingers (Acrocephalus arundinaeeusj, von dem hier etwa 3 Paare brtiten. Die 
weisse Bachstelze (Motacilla alba) belebt die kahlen sandigen Uferstellen und der 
Ammerling (Emberiza citrinella) hatte sein Nest an der BahnbBschung. Interessant 
Wa r das Benehmen eines Thurmfalken (Ealco tinnunculus), welcher von den Obst- 
''aumen der an den Teich grenzenden Berglehne die Maikafer durch einen Stoss 
Vo " den Asten waif, urn sie dann im Fluge zu fangen. 

Ganz nahe bei der Station nistete der braune Wiesenschmfitzer (Pratincola 
r ube,tra) und die Grauammer (Emberiza miliaria). 

Im Hochsommer erschienen hoch in der Luft mehrere Lachmoven (Lams 
ri <libundus), oliue sich jedoch herabzttlassen. Dafiir jagte einige Male die schwarze 
^^ch\i;\\U\(Uydrochelidon nigra) emsig nach den Gelsen (Chironomus), welche auf 
,ler Oberfliiche des Wassers auf ihren Emwien, wie auf einem Kalm schwimmend, 
(la « Steifwerdeu ihrer Flugel abwarteten. Na,ch Sonnenuntergtog werden in dieser 
Ja 8d die Seesclrwalben durch die Waldfledermaus abgeiest. 

Ausser einigen Paaren Blassenten (Fulica atra), die sich sehr vorsichtig 
u nd ruhig verhielten, nisten hier audi Stockenten (Anas boschas), welche dann, so- 
bal <l man anfieng auf sie Jagd zu machen, ganz verscfrwanden, Im Sommer traf 
icl > die Stockenten an einer kleinen Pflitze im Unter-Pofiernitzer Walde, wo sie 
8ic h an den zahlreichen Gelsenlarven und kleinen Mollusken labten. 

Wenn ich noch die Feldlerche (Alauda arvensis) erwiihne, die hoch in den 
Ltiften liber dem Teiche ihr Lied erschallen lasst, die Rauch- und Dorfschwalbe 
(Chelidonaria urbica), die von Zeit zu Zeit den Was'serspiegel absucht, den Eis- 
y°8el (Alcedo ispida), der nur selten sich durch seine helle Stimme meldet, dann 
^ alles, was ich von der Vogelwelt dieses Teiches zu erwahnen habe, angefuhrt. 
Wie arm erscheint die Fauna, und cs ist doch zu wundern, dass tiberhaupt Vogel 



22 



hicr bleiben, denn bei Westwind kommt bis hierher der penetrant riechende Qualm 
aus der Melassenspiritus-Fabrik in Lieben bei Prag, welcher selbst dem Menschen 
das Leben zu verleiden geeignet ist und gewiss an der Verminderung der Vogel- 
welt in der ganzen Umgegend von Prag die Schuld triigt. 

Der Kampf der idyllischen Natur mit der habgierigen, riicksichtslosen In- 
dustrie wird von Tag zu Tag fiir die erstere hoffnungsloser. 

Von Reptilien beobacliteten wir nur die Ringelnatter Tropidonolus natrix, 
die thoils im Teiclie sowie in den denselben begrenzenden Graben angetroffen wurde. 
Die Amphibien sind durch Frosche und Kriiten vertreten. Die I tana esculenta ist 
sparsam vorhanden, aber die Materialgriiben zwischen dem Teicho und dem Bahn- 
damm bieten den Kriiten, Bufo vulgaris, variabilis, und dem Bombinator igneus 
Gelegenheit zum Absatz des Laiches. 

Die Aufzalilung der hier vorkommenden Fische hatte einen problematischen 
Worth, denn dieselben werden von vcrschicdenen Teichen hierher ttberftlhrt. Ausser 
Karpfen, Hechten, Schielen, Barschen, Karauschen, Dobeln und verschiedenen Weiss- 
fischen wurden audi Welse eingesetzt. (Im Jahre 1892 setzte ich 4 Stucke ameri- 
lcanischer Welse Amiurus nebulosus in den Teich.) Ganz charakteristisch ist aber 
fiir den Teich der kleine Leucaspius abruptus. 

Von Mollusken wurden im Teiche und dessen Zufltissen folgende Arten 
konstatirt und von Herrn Blazka bestiinmt: 



Succinea putris, L. (Im Ufergras). 
Succinea Pfeifferi, Rsm. 
Limnaeus stagnalis, Lin. 
Limnaeus auricularius, Lin. 
Limnaeus ampins, Hartm. 
Limnaeus pallustris, Miill. 
Limnaeus truncatulus, Miill. 
Planorbis rotundatus, Loir. 
Planorbis spirorbis, Lin. 
Planorbis marginatus, Drap. 
Planorbis albus, Miill. 



Planorbis vortex, Lin. 
Planorbis crista, Lin. 
Paludina vivipara, Frauenf. 
Ancylus lacustris, I -in. 
Unio pictorum, Lin. 
Anodonta cygnea, Lin. 
Anodonta piscinalis, Nils. 
Sphacrium (Calycnlina) lacustre, Miill. 
Sphaeriurn corneuin, Lin. 
Pisidium casertanum Poli var. fossariniiin 
Cless. 



In Bezug auf die Insckten beschriinken wir una auf die Trichopteren, veil 
deren Larven zu den standigen Bewohnern des Teiches gehoren. Prof. Klapalek 
hatte die Giite dieselben zu bestinimen. 



Phryganea grandis, L. 
Phryganea striata, L. 
Agrypnia page tana, Curt. 
Liumophilus flavicornis, F. 
Limuophilus decijuens, Eolti. 
Limnophilus vittatus, F. 



Limuophilus griseus, L. 
Limnaeus bipunctatus, Curt. 
Limnophilus extricatus, McLachl. 
Anabolia laevis, Zctt. 
Notidobia ciliaris, L. 
Oecetis ochracea, Curt. 



I 



23 



Die Mora des Unterpoeernitzer Teiches und dor Umgebung. 

Gtesohildert von Karl Poldk. 

Der Unter-Pocernitzer Teich hat eine sebr armliche Flora mid man kann 
fast behaupten, dass hier tiberhaupt Wasserpflanzen nicht vorkommen. Die fiir 
andere Toiche Bohmens bezeichnende Nyraphaea, Nuphar, Potamogeton und Cera- 
tophylura felilen hier ganzlich. Bios Polygonium amphibium var. nataus bildct 
sp'arsame Haufen am freien Wasserspiegel und Lemna trisulca findet sich zwischen 
dichtem Schilfe. 

Vielleicht sind die Abfallwiisser mehrerer Fabriken, welche die sick her 
ergiessenden Bache mitbringen, daran Schuld, dass selbst Potamogeton nataus hier 
niclit zu finden ist. 

Die Ufervegetation ist am ostlichen Ende an der Einmiindungsstelle der 
Biiche am uppigsten, abcr monoton: man findet Phragmitis communis, Glyceria 
aquatica, Baldingeria arundinacea, Typha angustifolia, Scirpus lacustris und Acorus 
calamus. 

Alle diese Pflanzen bilden hohe, zusammenhiingende Bestande. Zwischen 
den genannten Arten trifl't man Equisetum limosum, Scirpus maritimus, Sc. pa- 
lttstrls, Sc. acicularis, Sparganium simplex, Sp. ramosura, Glyceria fluitans, Alisma 
plantago, Polygonum amphibium, Polygonum persicaria var. terrestris, Oeuanthe 
I'hellandrium, Myosotis palustris, Veronica scutellata, Bidens tripartitus, Nasturtium 
palustre, Ranunculus flammula, R. sceleratns, Lythrum salicaria und ahnliche uberall 
haufige Pflanzen. Seltener ist Iris pseudoacorus, Myosotis cespitosa. 

Am Ufer wachst Carex acuta und C. vesicaria, an feuckten Stellen Juncus 
bufonis, Gnaphalium uliginosum, Trifolium hybridum u. a. n. 

Epilobium hirsutum ist sparsam und auffallonder Weiso vermissen wir 
Mentka-Arten, Sagittaria, Butomus und Scirpus silvaticus, die sonst an Teicken 
r egelmiissig anzutreffen sind. 

In kleiueu fumpeln am Teickrande wachst Juncus congloraeratus und 
effusus. Von Weiden wachst am Ufer Salix viminalis, alba, fragilis und purpurea, 
Ul *d sind hier wakrsckeinlick gepflatizt, iiknlick wie andere Gestraucker, Ligustrum, 
«obiuia, Spirea etc. 

Von Algen katte Prof. Dr. Hausgirg die Giite folgende Arten zu bestimmon : 

Oladopbora glomerata L. (im Badekaus) 

„ crispata Roth. 

„ fracta Valk. 

Conferva globulifera Ktz. 
Oedogonium sterile. 



24 



Uibersichi der Arbeitstage und der Fangresultate am 
Unterpocernitzer Teiche 

Troxn J-u.nl isae "bis .A^pril 1893. 

Fttr die Beurtheilung der bei der Untersuchung der Teiche entwickelten 
Thfitigkeit mag bier eine kurze Aufzahlung der Arbeitstage folgen. 

Es muss dabei bemerkt werden, dass das Jahr 1888 ein Versuchsjahr war, 
wo mit ungeniigenden Instruinenten gearbeitet wurde und erst nacli und nacli 
Metlioden zur richtigen Beschaffung der Tliierwelt erprobt werden mussten. Na- 
mentlich fur die Beobachtung der Grundfauna iiberzeugten wir uns erst am Gatter- 
schlager Teiche, dass ein mehrtagiger ununterbrochener Aufenthalt auf der Station 
noting ist, um die in kleinen Aquarien gebalteneu Proben des Bodenschlammes, 
die daselbst erst nach und nach zum Vorschein kommende Thierwelt kennen zu 
lernon. In dieser Beziehung wird es Aufgabe der stabilen zool. Station am Unter- 
pocernitzer Teiche sein, die Beobachtungen fortzusetzen. 

Folgcnde Uibersicht wird ein gutes Hilfsmittel fur spatere Arbeiten sein, 
nulem sie die Liicken in vieler Beziehung in Evidenz halten und als eine Art 
Pegulativ gelten wird, wann und wo man in Zukunft gewisse Thierformen zu suchen 
baben wird, um zur rechten Zeit sich auf ihr Studium vorbereiten zu konrien 



1887. 



1885. 31. Mai. Vortrag des Dr. A. Eric im naturhistoriscben Club iiber die Noth- 
wendigkeit einer iibertragbaren zoologischen Station. 
Schreiben des Dr. A. Fric an Herni Ferdinand Pernor, Fabri- 
kiinten in Elbeteinitz mit der Ditto um Anfertigung dor Station. 
Anfortigung des Modells in 7 10 Nat.-Gr6sse. 
Besichtigung des fertigen Hauschens in Elbeteinitz. 
Schreiben an Herrn Baron 1561a Dercsenyi. 
Eruirung des Platzes. 
Planirung des Bauplatzes. 
Aufstellung der Station in 2 1 /, Stunden. 

Keierliche Eroffuuug der Station. Besuch des Dr. Ot. Feistmantel, 
Vorstand der naturhist. Section des Museums, Prof. Pause. Vor- 
stand des naturh. Clubs und 19 Mitglieder des Clubs. 
(Dr. Kullianek, F. Pavlis, E. Novy, B. Klika, A. Nosok, II. Sigmond, 
II. Uzel, E. Bayer, J. Matousek, Josef Babor, Er. Jandecka J. 
Stverak, K. Polak, Prof. F. Nekut, L. Zelenka, Dr. Pocta, V. Vavra, 
J. M. Podhorsky, Prof. J. 0. Prazak.) 



1888. 2. Juni. 



17. Juni. 



22. Jrnii 188S. 



Oberflache. : 

Temp. 24° C. 



90% des Fanges bilden Rftderthiere. 



Asplancb na Bright- 

we] I i i 
r.racbionus pala 
Schizocerca diversi- 

cornis 



Anuraea aculeata 
Triarthra longiseta 
Polyarthra platyptera. 







25 






10°/ Krusteiithiere 






Daphnia Kalil ber- 


Daphnella brachyura. 






g c n s i s 






1 Meter Tiefe,: 


G0°/ Daphnia Kahlbergensis und einzelne 




Temp. 21° C. 


Leptodora. 

40°/ Rftderthiere, dieselben wie auf der 

Oberflaclie. 




Litorale : 


(Im Binsen und Schilfe) 






B o s m i n a c o r n u t a 


Polyarthra platyptera 






Sida crystallina 


Brachionus pala 


■ 




Daphnella brachyura 


Triarthra longiseta 






Scapholeberis mucro- 


Stylaria lacustris 






nata 


Alcyonella (Statoblast) 






Ceriodaphnia pulchella 


Arcella vulgaris 






Aloiia rostrata 


Larven und Exuvien 






Alona affinis 


von Chironoiuus und 






Chydorus sphaericus 


CloS 






Cyclops serrulatus 


Massen von kleinen 






Cyclops oithonoidcs 


Eischen bis 1 cm 






var. hyaliuus Kbg. 


Liinge 






Cypridopsis Newtoni 


Diatoma vulgare 






Cypridopsis vidua 


Encyonema prostratum 


30. Jmii. 


Oberflaclie : 


40% des Fanges bilden Rftderthiere (dieselben 
wie am 22. Juni). 






Das iibrige Daphnia 


Daphnella brachyura 






Kahlbergensis 


Bosmina cornuta 






Ausserdem einzeln: 


Leptodora Kindtii 




1 Meter Tiefe: 


10% Il&derthiere 
20% Leptodora Kindtii 






Das iibrige D a p h u i a 


Einzeln : Daphnella 






K a h 1 b e r g e n s i s. 


brachyura 
Bosmina cornuta. 




2 Meter Tiefe: 


Daphnia Kahlber- 


zelne Rftderthiere 






gensis 


(hauptsachlich Bra- 






Einzelne Leptodora, 


chionus pala). 






Daphnella und ein- 






3 Meter Tiefe : 


Daphnia Kahlber- 


Diaptonus gracilis 






gensis 


Cyclops strenuus var. 






Einzelne junge Lepto- 


vicinus 






doren, dann 


Rftderthiere spftrlich 






Daphnella und Bosmina 


(hauptsachlich Bra- 






longirostris 


chionus pala). 



^■^^■^■B 



20 



3. Juli. 



Litorale : (am 
sandigen Ufer) 



7. Juli. 



Oberflache. 

Temp. 19° C. 



1 Meter Tiefe. 
Temp. L8-6°C. 



2 Meter Tiefe. 
Temp. 18-4° C. 



Bosmina cor nut a 
Sida crystalline 
Daphnella bracliyura 
Scapholeberis mucro- 

natft 
Ceriodaphnia pulchclla 
Alona rostrata 
Chydorus sphaericus 
Cypria ophtkalmica 



Cyclocypris laevis 
Cyclops viridis 
Cyclops serrulatus 
Cyclops fimbriatus 
Stylaria lacustris 
Raderthiere (haupt- 

siichlich Brachionus 

pala) spiirlich 



Uutersucliung der Nahrung zweier Karpfcn 
um 2 TJhr fruh. 

A. Junger Karpfen 45 cm lang, Gewicht 0-75 Ttg. 



Alona Leydigii in Mas- 
sen 
Daphnia Kahlbergensis 
Bosmina 



Chironomus-Larven 
Ephippien, Statoblast 

von Alcyonella, No- 

stoc. 



B. Karpfcn 52 cm lang, Gewicht 2 kg. 

Mageninhalt mit viel Sand gemischt. 
Grosse Menge von C o r e t h r a- u n d Chiro- 
nomus-Larven, 
Larven und Kfipfe von Wasserkiifern, 
Daphnia Kahlbergensis, Daphnella, Bosmina, 
Ceriodaphnia und Cypria ophthalmica, 
Difflugia pyriformis und acuminata. 

Fang sehr arm. Raderthiere sind verschwunden. 



Daphnia Kahlber- 

g e n s i s 
1 )aphuella bracliyura 



Fast ausschliesslich 
Daphnia Kahlber- 
gensis 
Daphnella bracliyura 
Leptodora Kindtii (ein- 
zeln) 

Daphn ia Kahlber- 
gensis 
Daphnella bracliyura 
Bosmina longirostris 



Leptodora Kindtii (ein- 

zeln) 
Bosmina longirostris 
Asplanclma (einzeln). 

Bosmina longirostris 
Diaptomus gracilis 
Cyclops strenuus var. 
vicinus. 



Leptodora (selten) 

Cyclops strenuus var. 
vicinus. 



27 



12. Juli. 



21. Juli. 
25. Juli. 



3 Meter Tiefe. D a p h n i a K a li 1 b e r ge u s i s (die Hiilfte des 
Temp. 17-8° C. Fanges). 

Cyclops strenuus var. vicinus (die 

Hiilfte des Fanges). 
Einzeln: Leptodora Kindtii, Alona Leydigii, 
Daplinella brachyura und Cyclops oithonoides 
var. hyalinus. 



Litorale. 



Oberftiiche. 



1 Meter Tiefe. 



2 Meter Tiefe. 



Bosmina cornuta (bildet die Hauptiuasse 
des Fanges). 

Einzeln: Sida crystalliua, DaphniaKahlbergensis, 
Ceriodaphnia pulchella, Chydorus spliaericus, 
Cypria ophthalmica und Cypridopsis West- 
woodii, Difflugia acuminata, Nostoc commune. 



D a p h n i a K a li 1 b e r- 

g e n s i s 
Leptodora Kindtii 

(hiiufig) 
Daphnella brachyura 

Daphnia Kahlber- 

gensis 
Leptodora Kindtii 

(viele Jugendstadien) 

Daphnia Kahlber- 

g e n s i s 
Cyclops strenuus 

var. vicinus 



Bosmina lougirostris 
Diaptomus gracilis 
Einzeln: Anuraea acu- 

leata und Polyarthra 

platyptera. 

Daphnella brachyura 
Diaptomus gracilis 
Cyclops strenuus var. 
vicinus 

Alona Leydigii 
Daplinella brachyura 
Diaptomus gracilis. 



Ziemlich diesolben Fangresultate wio am 
12. Juli. 

Untersuchung dcr Karpfennahrung 
an gegon Mitternacht gefangenen Exemplaren. 

C. Liinge 42 cm. Gewicht 1 leg. 

Die Iiauptmasse des Darmiuhaltes bilden Larven 

von Wasserkiifern und Larven von Corethra, 

dann : 
Daphnia Kahlbergensis, Alona Leydigii, Ilyo- 

cryptus sordidus, Cypria ophthalmica, Cyclops 

var. vicinus. 



28 



28. Juli. 



<>. August. 



Oberfliiclie. 



1 Meter Tiei'e. 



2 Meter Tiefe. 



3 Meter Tiei'e. 



Oberfliiclie. 
Temp. 20-8° C. 



1 Meter Tiei'e. 
Temp. L6-8°C. 



3 Meter Tiefe. 
Temp. 14° C. 



D. Liinge 53 cm. Gcwicht 1-5 hg. 

DieHSlfte des Darminhaltes bilden leere Schalen 
von Daphnia Kahlbergensis, die stellenweise 
ruudlicho Klumpen bilden. Audi finden .sicli 
darin unvcrdautc So m m e r e i e r dcr- 
selben. (Weiter Larven von Chironomus und 
von Corethra, Leptodora, Cyclops.) 



Daphnia Kahlber- 
gensis 

Leptodora (Jugendsta- 
dion h&ufig) 

I laphnella brachyura 

Diaptomus gracilis 



Cyclops strenuus var. 
vicinus 



Anuraea aculeata 
Polyarthra platyptera 
Schizocerca diversi- 

cornis. 



Dasselbe wie auf dor OberflUche, Leptodora 
sparlich. 



Cyclops strenuus 

var. vicious 
Daphnia Kahlbergensis 
Daphnella brachyura 

Cyclops strenuus 

var. vicinus 
A Ion a Loydigii 
Daphnia Kahlbergensis 

Leptodora Kindtii 
Cyclops strenuus 

var. vicinus 
Daphnia Kahlbergensis 

Cyclops strenuus 

v a r. vicinus 
Daphnia Khalber- 



Cyclops strenuus 
var. vicinus 

Daphnia Kahlber- 
g c n s i s 



Leptodora (einzeln) 
Diaptomus gracilis 
Koine Raderthiere. 



Diaptomus gracilis 
Cyclops oithonoides 

var. hyalina 
Cypria ophthalmica. 

Daphnia longispina 
(einzeln) 

Diaptomus gracilis. 



Leptodora (einzeln) 
Daphnella brachyura. 



Leptodora (einzeln) 
Alona Loydigii (liaulig) 
Diaptomus gracilis. 



■i 



29 



28. August 



7. September. 



Oberflache. 



1 Muter Tiefe. 
Temp. 18-4° 0. 



3 Meter Tiefe. 
Temp. 17-2° 0. 



Oberflache. 
Temp. 20-8° C. 



Cyclops strenuus 

var. vicinus 
Daphnia Kahlber- 

g e n s i s (vorher- 



Cy clops strenuus 
var. vicinus 
(masscnhaft) 

Leptodora (haling) 



scbend Jugendsta- 

dien) 
Leptodora (einzeln) 
Daphnella bracbyura 
Diaptomus gracilis. 

(Einzeln: Daphnia 
Kablbergensis, lon- 
gispina, Daphnella). 



14. September. 



1 Meter Tiefe. 
Temp. 16-8° C. 

2 Meter Tiefe. 
Temp. 15-0° C. 

3 Meter Tiefe. 
Temp. 14-0° C. 



Oberflaohe. 

Temp. 20° C. 



1 Meter Tiefe. 
Temp. 16-8° C. 



2 Meter Tiefe. 
Temp. 15° C. 



Cyclops strenuus var. vicinus 
(Einzeln: Leptodora, Daphnia Kablbergensis, 
Dapbnella). 

Reiches Material. 

Cyclops strenuus var. vicinus. 
Daphnia Kablbergensis (Viele J ugondstadien). 
(Einzeln: Leptodora, Daphnella, Diaptomus gra- 
cilis). 

(In 1 u. 2 Meter Tiefe spfilflicb.es Material, sonst 
fast dieselben Eangresultate wic auf der Ober- 
flache). 



Cyclops strenuns var. vicinus 

Alona Loydigii (haufig). 

(Einzeln: Daphnia Kablbergensis, longispina. 

Daphnella, Diaptomus gracilis, 

Chironomus-Larven.) 

Reiches Material. 

Cyclops strenuus var. vicinus 
Nauplius-Stadien (massenhaft). 
(Einzeln: Daphnia Kablbergensis, Daphnella). 

Spiirliches Material. 

Cycle [is strenuus var. vicinus. 
(Einzeln: Daphnia Kablbergensis, longispina. 
Leptodora). 

Eeicbes Material. 
(Dasselbe Fangresultat wie in 1 Meter). 



30 



3 Meter Tiei'e. 
Temp. 14" C. 



Litorale. 



Bodensclilamm 
vor der Station. 

NachtlicherFang. 
Oberflaclxe. 



1 Meter Tiefe. 



Reiches Material. 
Cyclops strenuus var. vicinus 
Alona Leydigii 
Ilyocryptus sordidus 
Daphnia Kahlbergensis (einzeln) 



Sida crystalina 
Daplmella brachyura 
Simocephalus vetulus 
Scapholeberis mucro- 

nata 
Gcriodaplmia pulchella 

Ilyocryptus sordidus 
Ephippien (zahlreieh) 
Cyclocypris laevis 



Alona affinis, rostrata 
Pleuroxus trigonellus, 

personatus 
Cyclops serrulatus 
Cypridopsis Newtoni. 



Difflugia pyriformis 
Chironomus-Larven 



2 Meter Tiefe. 



3 Meter Tiefe. 



14. September. 



Spiirliches Material, 

Cyclops strenuus var. vicinus. 
(Einzeln: Leptodora, Daphnia, Kahlbergensis). 

Spiirliches Material.; 

Cyclops strenuus var. vicinus 
Leptodora Kindtii. 

(Einzeln: Daphnia Kahlbergensis, Daphnia lon- 
gispina). 

Spiirliches Material. 
Dasselbe wie in 1 Meter Tiefe. 

Verhaltnissmassig reichlichos Material. 
Cyclops strenuus var. vicinus 
Alona Leydigii 
Daphnia Kahlbergensis (selton). 

Karpfennahrung (urn 11 Uhr Nachts). 

E. Kleiner Karpfen. 
Ilauptsiichlich Chironoinus-Larven 
Ilyocryptus sordidus Cypria ophthalmica. 
Alona Leydigii 

F. Grosser Karpfen. 

Viel Schlamni. Nur Chironomus-Larven. 



31 



2!>. September. 



8. October. 



Oberilache. 
Temp. i2'8°C. 



1 Meter Tiet'e. 
Temp. 12-4° C. 



2 Meter Tiefe. 
Temp. 12-2° C. 

3 Meter Tiei'e. 
Temp. 12-0° C. 



OberfUiche. 



2 Meter Tiefe. 



3 Meter Tiefe. 



26. October. Oberflache. 

Temp. 5-4° C. 



1 Meter Tiefe. 



2 Meter Tiefe. 
Temp. 5-3° C. 



Sparliches Material. 

Cyclops stronuus var. vicinus. 
Daplmia Kalilbergensis | Nauplius (sehr haufig). 

Reiches Material. 
Cyclops stronuus var. vicinus (massen- 

liaft). 
(Einzeln: Leptodora, Daphnia Kalilberg.). 

Dasselbe wie in 1 Meter Tiefe. 



Cyclops strenuus var. vicinus 
Leptodora Kindtii 
Daphnia Kalilbergensis 
Chironomus-Larven. 

Sparliches Material. 
Cyclops strenuus var. vicinus (viele 

Nauplius- nnd Jugend-Stadien). 
(Einzeln: Leptodora, Daphnia Kalilbergensis, 

longispina). 

Reichliclieres Material. 
Dasselbe wie auf der Oberflache. 

Reiches Material. 

Cyclops strenuus var. vicinus. 
(Einzeln: Daphnia Kalilbergensis, longispina, 
Diaptomus gracilis). 

Reiches Material. 
Cyclops strenuus var. vicinus. 
Einzeln: Daphnia Kalilbergensis, longispina. 

Reiches Material. 

Cyclops strenuus var. vicinus 
Daphnia Kalilbergensis (mit in Entwicklung 

befmdlichen Ephippien). 
(Einzeln: Daphnia longispina, Leptodora). 

Sparliches Material. 
Dasselbe wie in 1 Meter Tiefe. 



32 



2!>. November. 



3. Jiinnerl88!>. 



3 Meter Tiefe. 



Oberflache. 

Temp. 3-8° C. 



1 Meter Tiefe. 



Bodenschlamm. 

Temp. 4-2° C. 
(S Motor Tiefe) 



Litorale. 



Oberflache. 

Temp. 1-3° C. 
(Luft — 4-2° C.) 

3 Meter Tiefe. 
Grund probe. 
Temp. 3-2° C. 



Spar] icbes Material. 

Cyclops strenuus var. vicinus 
Dapbnia longispina (haufiger) 
Daphnia Kahlbergensis 
Cliironomus-Larven. 

Sohr sparsames Material. 

Cyclops strenuus var. vicinus 
Dapbnia Kahlbergensis, longispina. 

Ileichliches Material. 

Cyclops strenuus var. vicinus 
Daphnia longispina 
Dapbnia Kahlbergensis. 



Cyclop.s strenuus 
var. vicinus 

Alona Leydigii 

Limnodrilus II of- 
meisteri 

Daphnia longispina 

Cyclops viridis 
Cyclops serrulatus 

Sida cristallina 
Daphnia longispina 
Simocephalus vetulus 
Alona affinis 



I )aphnia Kablbergonsis 
Alona affinis 
Diaptomus gracilis 
Stylaria lacustris 
Candona fabaeformis 
(viele leere Schalon). 

Chydorus sphaoricus 
Chydorus punctatus 
Cristatella- und Alcyo- 
nella-Statoblasten 

Ascllus aquaticus. 



Unter dem Eise. Sohr spiirlichos Material. 
Cyclops strenuus var. vicinus 
Daphnia longispina. 

Eeichlichos Material. 

Cyclops strenuus var. vicinus 
Alona Leydigii (und Masson von loeren 

Schalen derselben) 
Ilyocryptus sordidus 
Diaptomus gracilis 
Limnodrilus Hofineisteri 
Tubifex rivulorum 
Difflugia corona 
Chironomus-Larven. 



33 



21). Mftrz. 



14. April. 



29. April. 



Oberflaclie. 
Temp. 3-1° G. 

1 Meter Tiefff. 
Temp. 3-0° C. 



2 Meter Tiefe. 
Temp. 2-8° C. 

3 Meter Tiefe. 
Bodenschlamm. 



Oberflaclie. 
Temp. 10-2° C. 



1 Meter Tiefe. 
Temp. 10-1° C, 



2 Meter Tiefe. 

Temp. 10-0° C, 
Grundprobe. 
Temp. 9-6° C. 

Oberflaclie. 
Temp. 18-4°C. 

1 Meter Tiefe. 
Temp. 17-6° 0. 



Selir spftrliches Material. 
Cyclops strenuus var. viciuus. 

Selir spiirliches Material. 

Cyclops strenuus var. viciuus 

Daphnia longispina (einzeln, mit Epliippien). 

Spiirliches Material. 
Dasselbe wie in 1 M. Tiefe. 



Alona Leydigii (Massen 
von leeren Schalen) 

Ilyocryptus sordidus 

Cyclops strenuus var. 
vicinus 

Ephippien von Daphnia 
Kahlbergensis 



Cyclocypris laevis 
Cypria opthalmica 

Candona fabaeformis 
(leere Schalen) 

Limnodrilus Hotline i- 
steri 

Chironomus-Larven. 



2 Meter Tiefe. 
Temp. 14.2° C. 



Selir sparsames Material. 

Cyclops strenuus var. vicinus. (Viele 
Jugend- und Nauplius-Stadien). 

Rcichliches Material. 

Cyclops strenuus var. vicinus (viele 

Nauplien) 
Daplmia longispina (selten). 

Dasselbe wie in 1 Meter Tiefe. 



Alona Leydigii 
Ilyocryptus sordidus 



Macrothrix birsuti- 
cornis 



Spftrlieb.es Material. 
Cyclops stren. var. vicinus. 

Reich.es Material. 

Cyclops strenuus var. vicinus (viele 

Nauplien desselben) 
Daphnia longispina einzeln 
Alona Leydigii (nur Jugendstadien). 

Dasselbe wie in 1 M. Tiefe. 



34 



10. Mai. 



25. Mai. 



3 Meter Tiefe. 

(Grand.) 



Oberflache. 
Temp. 19-0° C. 



1 Meter Tiefe. 
Temp. 18-8° C. 



2 Meter Tiefe. 
Temp. 17-8° C. 

3 Meter Tiefe. 

(Grund.) 
Temp. 17-4° C. 



Oberflache. 



1 Meter Tiefe. 

2 Meter Tiefe. 

3 Meter Tiefe. 



Oyclops strenuus var. vicinus 
Alona Leydigii (vielc leere Schalen der- 

selben) 
Ilyocryptus sordidus 
Limnodrilus Hoffmoisteri 
Chironomus-Larven. 

Reiches Material. 
Cyclops strenuus var. vicinus (viele 

(Nauplien) 
Daphnia longispina (mit Sommereiern) 
(Einzeln: Leptodora, Daphnia Kahlbergensis, 

Diaptomus gracilis). 

Cyclops strenuus var. vicinus 
Daphnia longispina 
Diaptomus gracilis. 

Sparsames Material. 
Dasselbe, wie in 1 Meter Tiefe. 

Reiches Material. 



Alona Leydigii 
Ilyocryptus sor- 
didus 
Cypria ophthalmica 



1) orylaimns stagn alis 
Limnodrilus Hoffmei- 

steri 
Chironomus-Larven 



Sehr reiches Material. 

Cyclops strenuus var. vicinus 
Daphnia Kahlbergensis 
Daphnia galeata (auch $) 
Leptodora Kindtii (einzeln) 
Asplanchna Brightwollii. 



Cyclops strenuus 

var. vicinus 
Daphnia Kahlbergensis 



Daphnia galeata 
Asplanchna. Bright- 
wellii. 



Dasselbe Material wie in 1 Meter. 

Cyclops strenuus var. vicinus 
Daphnia Kahlbergensis 
Daphnia galeata 
A-splanchna Brightwellii 

Polyarthra platyptera. 





• 


■ 


85 


7. Juni. 


Oberflache. 


80% Rftderthiere. 




Temp. 24-2° C. 


Brachionus pal a 


Polyarthra platyptera 






A s p 1 a n ch n a 


Daphnia Kahlbergensis 




* 


Brightwellii 


(viele Jugendstadien) 






Triartlira longiseta 


Daphnella brachyura 






Schizocerca divcrsi- 








cornis 






1 Meter Tiefe. 


(50% Raderthiore. (Dieselben wie auf der 




Temp. 23-4° C. 


Oberfliiche.) 
Daphnia Kahlbergensis 
Leptodora (sparliche Jugendindividuen) 
Cyclops stren. var. vicinus (einzeln) 




2 Meter Tiefe. 


40°/ Rftderthiere. 




Temp. 28-0° 0. 


(Dieselben wie auf der Oberflache.) 
Leptodora (zahlrciche junge Individuen) 
Daphnia Kahlbergensis 
Cyclops stren. var. vicinus 
Diaptomus gracilis. 




3 Meter Tiefe. 


10% Rftderthiere. 
Daphnia Kahlbergensis 
Cyclops strenuus var. vicinus 
Daphnia longispina (audi tf) 
Diaptomus gracilis. 




Litorale. 


Bosmina cornuta 


Pleuroxus truueatus 






Ceriodaphnia pul- 


Daphnella brachyura 






ch c 1 1 a 


Bosmina cornuta 






Chydorus sphae- 


Cyclocypris laevis 






r i c u s 


Brachionus pala 






Scapholeberis mucro- 


Triartlira longiseta. 






nata 




H. Juni. 


Oberflache. 


Reichliches Material. (10% Riiderthiere.) 






A s p 1 a n ch n a 


Leptodora Kindtii 






Brightwellii 


Daphnia Kahlber- 






Brachionus pal a 


gensis ( Vorherr- 






Anuraea aculeata 


schend junge Indivi- 






Polyarthra platyptera 


duen). 




1 Meter Tiefe. 


Sehr reichliches Material. 

Leptodora Kindtii 

Daphnia Kahlbergensis (erwachsene In- 
dividuen mit Sommereiern) 

Cyclops str. var. vicinus (einzeln). (5% Rader- 
thiere, dieselben Artcn, wie auf der Oberfliiche.) 

3* 



36 



21. Juni. 



28. Juni. 



2 Meter Tiel'e. 



3 Meter Tiei'e. 

(Grand) 



Oberfliiche. 
Temp. 21-5° 0. 



1 Meter Tiefe. 



2 Meter Tiefe. 

3 Meter Tiefe. 

(Grand) 



Litorale. 



Oberflache. 
Temp. 22.8° G. 



I) a p h n i a K ahlbergensis 
Cyclops strenuus var. vicinus 
(Einzeln : Leptodora, Diaptomus gracilis, Itader- 
thiere). 



Daphnia Kahlber- 

gensis 
Cyclops strenuus 

var. vicinus 
Alona Leydigil 



(Einzeln : Daphnia lon- 
gispina, Leptodora, 
Diaptomus gracilis) 

Corethra-Larven 



Sparliches Material. 

Leptodora Kindtii 
Daphnia longispina 
Daphnia Kahlbergensis 
Cyclops strenuus var. vicinus. 
Diaptomus gracilis. 

Daphnia longispina 
Daphnia Kahlbergensis 
(Einzeln: Leptodora, Cyclops str. var. vicinus, 
Diaptomus gracilis). 

Sehr sparliches Material. Dasselbe wie in 1 M. 
Tiefe. 

Ilyocryptus sordidus 

Alona Leydigii 

(Viele leere Schalen von Alona und Daphnia) 

Cyclops strenuus var. vicinus 

Statoblaste von Alcyon ella 

Chironomus- und Corethra-Larven. 

Reich.licb.es Material. 



Bosmina cornuta 
CypridopsisWest- 

woodii 
Sida cristallina 
Ceriodaphnia pulcbella 
Pleuroxus truncatus 

Cyclops strenuus 
var. vicinus 

Leptodora Kindtii 
(hiking) 



Chydorus spbaericus 
Cyclops viridis 
Cyclops serrulatus 
Argulus foliaceus 
Chironomus-, Corethra- 
und Cloe-Larven. 

Daphnella brachyura 
Daphnia Kahlbergensis. 



37 



• r >, Juli. 



] 2. u. 18. Juli. 



'•*• September, 



1 Meter Tiefe. 
Temp. 22-2° C. 



2 Meter Tiefe. 
Temp. 21-2° C. 



Oberfliiche. 
Temp. 20-6° C. 



1 Meter Tiefe. 
Temp. 20-6° C. 



2 Meter Tiefe. 
Temp. 20-0° C. 

3 Meter Tiefe. 

(Grimd) 

Litorale. 



In alien Zonen 



Oberilache. 



1 Meter Tiefe. 



Leptodora Kindtii 
Cyclops strenuus var. vicinus (Mufig) 
Daplmia longispina (Mufig) 
Daphnia Kahlbergensis. 

Leptodora Kindtii 

Cyclops strenuus var. vicinus. 

Daphnia Kahlbergensis (hiking) 

Daphnia longispina 

Diaptomus gracilis 

Asplanchna Brightwellii 

Anuraea aculeata. 



Cyclops strenuus 

var. vicinus 
Leptodora Kindtii 



Daphnia Kablbergensis 
Daphnella brachyura 



Leptodora Kindtii 
Daphnia Kahlbergensis 
Cyclops stren. var. vicinus. 

Cyclops strenuus var. vicinus 

Daphnia Kahlbergensis 

(Einzeln: Leptodora, Daphnia galeata). 

Cyclops strenuus var. vicinus 
Daphnia Kahlbergensis 

Reichliches Material. 



Bosmina cornuta 
Ceriodaplmia pulchella 



Scapholeberis mucro- 

nata 
Cyclops serrulatus. 



Leptodora Kindtii 
Cyclops strenuus var. vicinus 
(Einzeln: Daphnia Kahlbergensis, Daphnella 
brachyura). 

Cyclops strenuus var. vicinus 
(Einzeln: Daphnia Kahlbergensis, longispina, 
Daphnella brachyura, Diaptomus gracilis). 

Leptodora Kindtii 
Cyclops stren. var. vicinus 
(Einzeln: Daphnia Kahlbergensis, longispina, 
Daphnella brachyura, Diaptomus gracilis). 



38 



21. September. 



25. October, 



12. November. 



1890. 
17. Peber. 



2 Meter Tiefe. 



3 Meter Tiefe. 

(Grund) 



Litorale. 



Oberflache. 



1 Meter Tiefe. 



2 Meter Tiefe und 

3 Meter Tiefe 

(Grund) 

Litorale. 



Oberflache. 

Temp. 2° C. 

1 Meter Tiefe. 

Temp. 4" C. 
3 Meter Tiefe. 

(Grund) 
Temp. 3-2° C. 



Cyclops strenuus var. vicinus. 
Leptodora Kindtii uud Diaptomus gracilis haufig 
(Einzeln: Daphnia Kahlbergensis, longispina). 

Cyclops strenuus var. vicinus 
Daphnia longispina, haufig 
(Einzeln: Leptodora, Daphnia Kahlbergensis, 
Diaptomus gracilis). 

Scapholeberi's mucronata (massenhaft, 

fast alle mit Ephippien) 
Ceriodaphnia pulchella. 

Die Eangresultate ziemlich dieselben wie am 
13. September. 

Daphnia longispina 

Diaptomus gracilis 

(Einzeln: Cyclops stren. var. vicinus). 

Daphnia longispina (viele Miinnchen) 

Asplanchna Brightwellii, haufig 

(Einzeln: Cyclops str. var. vicinus, Diaptomus 

gracilis). 

Dasselbe wie in 1 Meter Tiefe, nur keine As- 
planchna mehr. 



Sida crystallina 
Ceriodaphnia pulchella 
Eurycercus lamellate 
Pleuroxus truncatus, 
personatus 



Chydorus glabosus 
Cyclops albidus 
Diaptomus gracilis 
Cypridopsis NewtoniJ 
vidua. 



Die Eangresultate ziemlich dieselben wie am 
25. October, mit vorhorrschender Daphnia lon- 
gispina und auf dor Oberflache mit blufiger 
Asplanchna. 



Cyclops strenuus 
var. vici uus 



Daphnia longispina 
Diaptomus gracilis 



Dasselbe wie auf der Oberflache. 



39 



28. Mftrz. 



1891. 
2(5. April. 



21. Mai. 



September, 



1S<>2. 
W. Mai. 



17. Juni. 



24. Juii. 



In alien Zonen. 



Oberflache. 

1 Meter Tiefe. 

3 Meter Tiefe. 

(Grand) 

Oberflache. 



In 1 Meter und 
2 Meter Tiefe, 

Oberflache. 



Oberfliiche. 



Oberflaclie. 



Oberflache. 



1 Meter Tiefe. 



Cyclops strenuus var. vicinus (auf der 
Oberflaclie viele Nauplius-Stadien desselben) 

(Einzeln: Daphnia longispina, Diaptomus gra- 
cilis). 

Sehr spiirliches Material. 

Cyclops strenuus var. vicinus (viele 
Nauplius-Stadien desselben). 

Cyclops strenuus var. vicinus 
Diaptomus gracilis. 



Cyclops strenuus var. 

vicinus 
Daphnia longispina 
Alona Leydigii 



Limnodrillus Hoffinei- 

steri 
Chironomus-Larven. 



Cyclops strenuus var. vicinus 

Daphnia longispina 

Asplanchna Brightwellii (hiiufig). 

Dasselbe wie auf der Oberflache. 



Cyclops strenuus var. vicinus. Viele 

Nauplius-Stadien desselben 
Daphnia Kahlbergensis (hiiufig) 
(Einzeln: Daphnia longispina, Daphnella bra- 

chyura, Leptodora, Diaptomus gracilis), 

40°/ Kaderthiere (Asplanchna Brightwellii, To- 

lyarthra platyptera, Brachionus angularis) 
Cyclops strenuus var. vicinus 

Daphnia Kahlbergensis 
Cyclops str. var. vicinus. (Viele Jugendstadien 
derselben.) 

Daphnella brachyura 
Diaptomus gracilis 
(Einzeln: Daphnia Kahlbergensis, Cyclops str. 
var. vicinus, Leptodora) 

Leptodora Kindtii 

(Hiiufig: Diaptomus gracilis, Cyclops vicinus, 
Daphnella brachyura, Daphnia, Kahlbergensis). 



40 








3 Meter Tiefe. 


Hiiufig: Cyclops vicinus, Diaptomus gracilis, 

Daphnella bracbyura 
Einzeln: Daphnia Kahlbergensis. 


1({. October. 


Oberfl&che. 


I) iaptom ii s gracilis 
Daphnella bracbyura (biiufig) 
Cyclops str. var. vicinus (viele Nauplius-Stadien 
desselben). 




1 Meter Tiefe. 


Diaptomus gracilis 
(Loptodora, Daphnella | h&ufig], Cyclops str. var. 
vicinus (einzeln). 




2 Meter Tiefe. 


Diaptomus gracilis 
Cyclops str. var. vicinus (biiufig) 
Leptodora, Daphnella (einzeln). 


18!>3. 


Oberflache. 


Nauplius (massenhaft) 


7. April. 




Cyclops strenuus var. vicinus 
Diaptomus gracilis (einzeln) 
Syncbaeta tremula 
Bracbionus angularis. 



Das Jahr 1893 war fur die weiteren Beobacbtungon am Unterpocernicer 
Teieho sebr ungiinstig, denn der Wasserstand fiel um 1 m unter das Normale, 
und eine Menge von Thieren, die sonst im Sommcr biiufig sind, blieb aus. Die 
Alge Apbanizoraenon flos aquae nabm im August so iiberhand, dass sie die Hiilfte 
des Gesaramtfanges auf der Oberfi&che sowie in 1 m Tiefe betrug und die Thier- 
welt fast ganz maskirte. Die Algen erschienen massenhaft. Ein Fang auf der Ober- 
flftche mit dein pellagischen Netze auf 140 m Liinge enthielt C'72 gr Aphanizo- 
menon und 7*50 gr Itaderthiere und Crustaceen. Daphnia Khalenbergensis blieb 
fast ganz aus, was wir dem Umstande zuschreiben, dass ihre Ephippien in der 
Uferregion liegen, welche gegenwiirtig trocken ist. 

Die tabellarischen Uebersichten der in Vorstehendem gesamnielten Daten 
folgen in der systematischen Uebersicbt der Fauna. 



tllustrirtes Verzcichniss der im tTnterpoCernicer Teiche 
aufgefundenen Arten. 

Dieses Verzcichniss entbiilt bei jeder Art die im Laufe der Untersucbungs- 
daucr constatirten Beobachtuugen in Beziehung auf die Form oder Varietat, in 
wclcbcr die betroffenden Arten auftreten, iiber die Zeit des Erscheinens sowie 
Bemerkungen iiber die dasselbe beglcitendcn biologischen VerbJltnisse. 



41 

Die tllustrationen betreffend haben wir ausser eincr lleihe von Original- 
zeichuungen audi mehrere mis zur Disposition stehenden Bilder aus Hellich's 01a- 
doceren, Dr. Vavra's Ostracoden und aus den Publicationen des Dr. Tartaek etc- 
benutzt und das mit Rucksicbt auf unsere Teichwirthe, denen wir dadurcli das 
Erkennen der am hiiufigsten vorkommenden Thierarten ermogliclicn wollen, denn 
dieselben shid kaum in der Lage sick die in der Literatur zerstreuten Abbildungen 
in oft selir unzug&nglichen und kostspiejigen Werken zu verscbaffen. 



TTrthiere (Protozoa). 

Wurzeli'iissler (Rhizopoda). 

Die Rbizopodenarten kamen regelmftssig am Grande und Litoral, an mit 
Pflanzendetritus bedeckten Stelleu, vor. Besonders biiufig fand man dieselben, 
Wt 'nn man das Knie dcs Schilfes brach und auf das Objectglas ausdriickte. 

Interessant ist die Thatsaclie, dass einige Arton zuweilen auch pcllagisch 
lebend auf der Oberfi&che angetroffen wurden. 

Sebr artenreich an Rhizopoden erwiesen sich die kleinen Pftttzen und Ma- 
terialgriibeu in der Umgebung des Teicbes, die aber in dieser Arbeit nicht be- 
r ncksichtigt wurden, weil dieselben uur selten bei Hochwiissern auf kurze Zeit 
"iit demselben in Verbindung steben. 



^ffgfev 




Fi S- 11. Arcella vulgaris Ehrenb. A. Von antra mit zwei 

Kernen » und ev oontraotilen Vacuolon, pa Pseudopodira, * Sohale, 

PNahrung (Vergr. 300mal). - R. Von der Seite ('"%). - 0. V. 

Schalenstructur looomal vergrossert. (Nach Taranek.) 




Fig. 18. Difflugia pyrifor- 

mis Porti. Vergr. 8O0mal. 

(Nach Taranek.) 



Arcella vulgaris Ehbg. (Fig. 11.) Typische Form. Nicht Mufig im Litorale. 
difflugia pyriformis Party. (Fig. 12.) Die haufigste Art im Litorale und 

am Boden. 
Difflugia acuminata EKbg. (Fig. 18.) Litoral und zuweilen audi pellagiscb 

auf der Oberfl&che. 



42 




Fig. 18, Difflugia acumi- 
nata Ehbg. Vergr. SOOmal. 
(Nach Taranek.) 




A 

Fig. 15. Difflugia corona Vejd. 

A von Obcn, D von der Seite mit 

dem Mutid naeh untnn. Vergr. 

■SOOmal. (Naeh Taranek.) 




Fig. 14. Difflugia urceolata 
( larter. Originalzeichnung 

nach einem pellagisch anf 

der Oberfliiche lebend ge- 

flscbten Exemplar, 



Difflugia urceolata Carter. (Fig. 14.) Ira Litorale und pellagisch auf der 
Oberfliiche. Tritt in einigen Varietaten auf, hauptsiichlich in der kugeligen 
(Leidy, Fresh-water Rhizopods, PL XIV. fig. 5) und in der ovalen Form, 
die regelmiissig in den Knieen des Schilfes vorkommt. 

Difflugia corona (Fig. 15). Im Litorale zieralich hiiufig lebend angetroffen. 



Aufgussthierchen (Infusoria). 

Die Infusorien tragen im Unterpocernitzer Teichc zur Zusararaensetzung 
desFlanktons nur in geringem Masse hei, und kamen nur an todten Fischen, die 
mit Saprolegnia bedeckt waren, in grosserer Menge vor (Stylonychia, Euplotes, 
Glaucoma, Paramecium, Halteria etc.), sowie auch im Badehause auf den Cri- 
statellen. 

Die Vertreter der Infusorien werden regelmassig das 
ganze Jahr hindurch pellagisch und litoral beohachtet. 

Die Flagellaten, welche freischwimmend in der 
pellagischen Zone leben, gehoren uberwiegend zu den Eu- 
glenoidinon. 

Die nackten Formen sind durch E u g 1 e n a o x y u r i . s 
Schmarda vcrtreten. 

Regelmiissig kommen auf der Oberflaclie die leb- 
haften, eine braun. bis schwarz gefftrbte Schalo tragendeD 
winzigen Trachelomonas volvocina Ehg. und P li i a- 
loneraa cyclostomum Stein vor. (Fig. 16.) 

Eine regelmassige Erscheinung ist die an den Cyclops- und Daphnia-Arten 
festsitzende Form Colacium vesiculosum Ehg., die oft in ansehnlicher An- 
zahl die Dorsten und den Korper der erwahnten Krustenthiere bedeckt. 

Freischwimmende Flagellaten sind noch durch die hiiufigo Peri din iuffl 
tab n latum Ehg. und Eudorina eleg'ans Ehg. vertreten. 




Fig. 1C. Phialonema cyclo- 
stomum. Originalzeichnung 
390mal vergrossert. 



43 

Dinobryon sertullaria Ehrcnb. (Fig. 17.) Nach dicser fiir die pella- 
gischen Siisswasser Europas so charakteristischen Art habeu wir lange urasonst ge- 
fahndet, erst am 1. Juli 1893 trafen wir einige Individuen pellagisch auf der Ober- 
fl^che an. 

Die Cilia ta bieten *nur wenige Formen, welche freischwiramend pella- 
gisch, vorkommen und ist vor allem die interessantc Codonella lacustris 
Entz. zu erwahnen. (Fig. 18.) 

Das Thier bewohnt eine regelmiissige, cbitinige Schale, die mit Sandkorn- 
c nen bedeckt ist. Ilir Aufenthaltsort ist vorzugswoise die Oberfliiche, aber sie siukt 
a uch bis zu 1 Meter Tiefe. 

Sie ist nicht stets haufig vorhanden, am hiiufigsten ersclicint sie im Friili- 
J8ir, und man ftndet sie bis zum October. 

Ein Bewohner dcs Litorale ist Stent or polymorphus Ehg. und coe- 
r ileus Ehg., der am Scliilfe und an Wasserpflanzen angelieftet angetroffen wird. 




*?• 17. Dinobryon sertullaria Ehrenb. 

'K'innJy.niolinung 350w;il Yergrdssert. 




Pig. 18. Codonella lacustris 
Entz. Originalzeichnung 

500mal vergriissnrt. 




Oric 



Fig 19. Acineta? crassipes Fr. Original- 
zeichnung. VergrOssert I85mal. 



Die Gattung Trichodina pedi cuius Ebg. fcrifft man haufig schmaro- 
tzend auf der Oberfliiche des Ilydra-Korpers. Im August 1888 haben wir sie in 
e mer enormen Anzahl auf den Cristatella-Colouien angetroffen, die von den Tri- 
c hodine n fast bedeckt waren. 

Es sind nocli die Infusorien zu erwahnen, die sich auf verschiedene Orga- 



44 



nismen festsetzen. Hire Triiger sind hauptsttchlich die Crustaceen and dann audi 
die Algen. Es sind die peritrichen Gattungen Bpisty lis, Zoothamnium und 
Vorticella, die somit zu den sogenaunten passiv-pellagischen Formen gehoren, 
wenn sic sich an pellagischcn Bewohnern festsetzen. Zuweilen findet man an 
den Cyclops-Arten auch die, cine chitinige Hiilse bewohnonde Cothurniopsis 
vaga Schrk. 

Von Suctorien kara Podoplirya cyclopum CI. auf Cyclopsarten vor. 

Ausserdem trafen wir einraal eiu acinetenartiges Thier mit dicken spar- 
samen Pseudopodien an. Wir wiirden davon keine Erwahnung machen, da nur in 

Eile cine fliichtige Skizze verfertigt 
werden konnte, aber wir fanden es 
heuer audi im schwarzen See und 
hoffen daruber spater griindlicheren 
Bericht zu geben. Ich benenne es vor- 
derhand Acineta? crassipes. (Fig. 
19.) 






k. v 




■ 



::• 



Fig. 20. Hydra vulgaris. 



Pflanzenthiere (Ooelenterata). 

Die Weiclithiere sind im Unter- 
pocernitzer Teiclie durch zwei Gattun- 
gen vertreten, niimlich durch Hydra 
und Spongilla. 

Hydra vulgaris Pall. (Fig. 20.) 
Siisswasserpolyp setzt sich mit 
Vorliebe auf die Stengel des Schil- 
fes, WO sie fast das ganze Jabr 
hindurch angetroffen wird. 

E3 pliydatia fluviati 1 i s Lk. Siiss- 
wasscrschwamra. Wird regelni. : is- 
sig im Sommer auf den Steinen 
dcs Dammes angetrofen, wo sie 
kleinere Colonien bildct. 



Warmer (Vermes). 

Vortex truncatus Osc. Schmidt. (Fig. 21.) Im Juni in litoralen Binsen. 
Steno stoma lcucops Osc. Schmidt. (Fig. 22.) Ira Juni bei Ephydatift fluviatilis- 

Mesostomum. Zwei Arten wurdcn im Juni an den Wurzeln des Schilfes ge- 

funden. 
Planaria. Dendr ocoel urn und Polycol is, deren specifische Bestimraung noch 

niiher gepruft werden muss, fanden sich rcgelmiissig unter den Steinen deS 

Teichdammes. 
Dorylaimua stagnalis. Im litoralen Schlamme. 



45 

Limnodrillus Hoffmeisteri Clap. Regelmassig das gauze Jahr hindurch im 
Bodenschlamme ziemlich hftuflg. Im Juni 1892 fand Dr. Stolz bei eiuem 
Besuche der Station den Bandwurm Archigetes Sieboldi darin. 

Tubifex rivulorum. Viel ^cltener als der vorige im Bodenschlamme. Das Hin- 
terende ofters mit Vorticellideu bewachsen. 




— 3 



Pig. 81, Vortex truncatus 0. Schm. Ge- Fig. 22. Stenostoma leucops 0. Schm. 

zeiohnet vou Dr. Sekera. Gezeichnet von Dr. Sekera. 

c Qehirn, ph Pharynx, g, gl Drttsen, ex Wassergefasssystem, o Geschlechtsoffnung, »', i, Erstes 

und zweites Individium. 

St ylaria lac us tr is L. Im Schilfe des Litorale im Sommer hftufig, wurde zu- 

wcilen auch pellagisch gefischt. 
Stylaria paras it a Dsc. Schm. Im Litorale haufig. 
Na is e Unguis Mull. Im Litorale und Bodenschlamra haufig. 
C haetog aster diap nanus Gruith. Selten im Litorale. 
^•eolosoma quaternarium Ehbg. Im Schilfe. 
p iscicola geometra J! lair v. Haufig an Fischcn und auch frei im Litorale. 

Legte im Glase Gocone ab, aus denen die jungcn im Juni ausschliipften und 

eine grosse Lebenszahigkeit hatten. 
vlepsine sexoculata Bergm. Am Boden des Kalmes und am Teichdamm. 




46 

Clepsine bioculata Sav. Am Teichdamm unter Steinen. 

Nephelis vulgaris Moq-Tand. Haufig im Litorale und am Teichdamm. 

Das Vorkommen der Riiderthieie (Rota tori a) ist hauptsachlich damit be- 
achtenswerth, dass dieselben jedes Jahr zu bestimmtcr Zeit und zwar in dem Mo- 
nate Juli in solcher Mengc crscheincn, dass die anderen Thierformen von der 
Oberflache verdriingt und das Plankton fast ausschliesslich aus Raderthieren zu- 
sammengesetzt erscheint. So am 22. Juni 1888 bilden die Radertbiere 90% des 
auf der Oberflache und 40% des in 1 Meter Tiefe gofischtcn Materiales. Aber 
schon am 30. Juni desselben Jahres finden wir nur 40% auf der Oberflache und 
10% in 1 Meter Tiefe. Am 7. Juni 1889 bilden sic wieder auf der Oberflache 
80% und in 1 Meter Tiefe 60% des Materiales. 

Die ganze Masse wird hauptsachlich von Asplanchna Brightwellii und 
Brachionus pala gebildet, zu denen noch Schizocerca diversicornis, Anuraea acu- 





Fig. 23. Asplanchna Brightwellii Gossc. a Weibchen, b Mannchen. Vergr. 65mal. 

leata, Polyarthra platyiitera und Triarthra longiseta aber mit viel geringerer Au- 
zahl beitragen. 

Vor und nacb dieser kurzen Dauer finden wir diese und viele andere 
Arten mit Ausnahme der Wintermonate fast das ganze Jahr hindurch nur ganz 
einzeln. 

Es scheint dies mit der Temperatur des Wassers zusammenzubangen, da 
dieselbe immer 24—26° C. betrug. 

Melicerta ring ens Ehbg. Die zierlichen weisslichen Httlsen dieses Rader- 
tbieres finden sich haufig von Miirz bis Juli, hauptsachlich an Steinen des 
Teichdammes, oft in solcher Menge, dass diese dem blossen Auge weisslicb 
getupfelt crscheinen. Sie bilden nur sparlicb veriistelte Colonien. 

Oecistes stygis Gosse. Im April 1893 an den Uferalgen und an den Coco- 
nen der Piscicola geometra festsitzend. Die Individuen waren nicht mit 
dem Ende der braunlichen Hiilse, sondcrn seitlich festgesetzt. 

Conochilus vol vox. Ehbg. Erscheint in den Sommermonaten. Die Colonien 
sind auffallend schwach, moist aus wenigen Individuen zusammengesetzt. 



47 

Auffallend war, dass im Juni 1893 nur jo ein Individuum in der gall. Hiille 
sass, auf welcher Vorticelliclen und grime Algen schmarotzten. 

Rotifer vulgaris Ehrenb. Vom Mlirz bis Juli hiking im Litorale zwischen 
Algen und auf Wass#rasseln. 

A-Ctinurus neptunius. Ehbg. Dieses interessante Raderthier fandeu wir zwei- 
mal im April 1892 in der Ufcrregion zwischen Algen. 

A s P 1 a n c h n a Brightwellii Gosse. (Fig. 23.) Im Juli kommt dieselbe massenliaft 
in beiden Geschlechtcrn vor, und zwar hauptsachlich auf der Oberflache, in 
der Tiefe in betriiclitlicli geringerer Anzahl. Sonst wird sie vom April 
bis November beobachtet, aber nur die Weibchen. 

Das Weibchen (Fig. 23. a) oval, von 0*75 mm Lange, Kiefer kraftig, 
mit stumpfem Zahn eudigend, unter welchem ein breites Plattchen aufsitzt. 
Eierstock mondformig. 

Das Mannchen (Fig. 23. b) kurz sackformig, von 0-38 mm Lange, 
hinten abgestutzt, ohne Fortsiitze, darnach von anderen Arten leiclit 
kenntlich. 

Dieses Raderthier ist sehr gefrassig, und wir fanden in dem Magen 
neben Krustenthieren auch Raderthiere Anuraca aculeata, und sogar Tri- 
arthra longiseta und Schizocerca diversicornis. 





fWUlu 




Fi 



J S- 24. Triarthra longi 
seta. Vergr. 120mal, 



Fig. 26, Brachionus pala Ehbg. a Weibchen, b Mikmcheii. 
Vergr. 120mal. 



^ynchaeta tremula Ehrbg. Vom April bis November vereinzelt, im Juni haufig 

auf der Oberflache. 
' ynchaeta pec tin a ta Ehbg. Vereinzelt mit der vorigen. 
°'yarthra platyptera Ehbg. Vom April bis Juli auf der Oberflache ziem- 

Hch haufig, im Juni am blufigsten mit Asplanchna und Brachionus. 
'''iartln-a longiseta Ehbg. (Fig. 24.) Kommt mit der vorigen Art auf der 

Oberflache und ziemlich haufig audi in der Ufcrregion vor. 



ft 



48 

Furcularia aequalis Ehbg. In den Sommermonaten in der Uferregion ziem- 
lich selten angetroffcii. 

Brachionus pala Ehbg. Diese Art ist im hochsten Masse veriinderlich. Ehren- 
berg bildet diese Art ohne hinteren Seitenstacheln, und mit vier gleicb 
langen Stacheln des Vorderrandes ab. Unsere Art nabert sicb der Abbildung 
Hudson und Gosse's*) PL f. XXVIII. Fig. 3. und noch inelir der Art 
Brachionus Margoi Daday**), hauptsiichlich in der Bewaffnung des Vorder- 
randes, doch bildet derselbe die hinteren Seitenstacheln nicht als beweg- 
lich ab. Hftufig vom April bis August, im Juli raassenhaft. 

Brachionus rubens Ehbg. Ist uns nur vereinzelt im April 1892 auf der 
Oberfliiche vorgekommen. 

Brachionus angularis Gosse. Ziemlich liliufig auf der Oberfliiche und in der 
Uferregion vom Mai bis Juli. Dessen Oberfliiche ist stets mit Schmutz 
bedeckt und daher das Detail scliwer zu beobachten. 






Fig. 27. Anurea aculcata. 120mal vergr. 



Fig. 28. Schlzocerca diversicornis 120mal vorgr. 

a gowolmliche Form, b eine Varietilt mit gleich- 

langen Hinterspitzen. 

Schizocerca diversicornis Daday (Fig. 26.) Diese schone Art kommt vom 
April bis Juli vor. In diesem Monate ist sie ziemlich hftufig auf der Ober- 
flache, dann aber verschwindet sie gftnzlich. Sie kommt audi in einer 
Varietat vor, bei der die Hinterstacheln gleich lang sind, von denen dor 
eine bei der normal en Form immer sehr klein ist. (Fig. 26. b). 

A niiraoa a c u 1 e a t a Ehbg. ( Fig. 27.) Hauptsiichlich auf der Oberfliiche und in 
1 Meter Tiefe, vom Mai bis November, im Juli am hiiufigsten. 



*) Hudson und Gosse, The Rotifera. 2 Theile mit 34 Tafeln. 1888. 
**) Dr. J. Daday, Oj adatok a kerekesfdrgek innereWhez. In Mathematikai kozlomenyi'l'- 
(Magyar Akademia) Budapest 1884. 



49 

A.nuraea squamula Ehbg. Nur vereinzc.lt im Juli 1892 in der Dferregion. 

Anuraea tecta Gosse. Selten pellagisch auf der Oberfliiche (Juli, 1892.). 

Anuraea stipitata. Ehbg. In einigen Exemplaren (im September 1892) auf der 
Oberfiache mit der vo*igen Art. 

Tabellarische Uebersicht des Auftretens der wichtigsten Raderthiere nach den 

einzelnen Monaten. 





I 


II 


III 


IV 


V 


VI 


VII 


VIII 


IX 


X 


XI 


XII 




Conocbilus volvox 

Asplancbna Brigthwellii . . 
Synchaeta tremula .... 
Polyartbra platyptera . . . 
Triarthra longiseta .... 

■Brachionus pala 

Schizocerca diversicornis . . 
Anurea aculeata 






• 






+ 
+ 
+ 
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4- 
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Es erwies sich, dass in der Periode des massenhaften Auftretens der Rader- 
^ere ein permanentcr Aufenthalt auf der Station nothwendig ware, was aber uns 
m cht moglich war. 



Krustenthiere (Crustacea.) 

Wasserflohe (Cladocera). 

8 1 d a or y s t all i n a 0. F. Miiller. Fig. 28. (Fr. Krust.*) 
p. 229. Fig. 30. Hellich, Cladoc.**) p. 15.) Sie 
bewohnt ausschliesslich die Uferzone, wo sie sich 
meistens an den Stengeln der Wasserpflanzen mit- 
telst eines besonderen Haftorganes mit demKopfe 
nach unten festhalt. (Siehe weiter unten das Bild der 
Litoralfauna des Gatterschlager Teiches. Fig. 4.). 
Sie erscheint im Juni, und es treten nur Weibchen auf. 
Die eingeschlechtliche (parthenogenetische) Fort- 
Pflanzung dauert bis zum October, erst dann werden 
die Mannchen angetroffen und damit beginnt die 
zweigeschlechtliche Fortpflauzuug, die also bei dieser 




Fig. 28. 

M. 



Sida crystal I 

aus Frio, Kr 
Vergr. lOmal. 



ina 0. F. 

ust. 



*) Frio., Krustenthiere Bohmens. Archiv fur Landesdurchf. II. Hand Abtli. II. 
**) Hellich, Cladoeeren Bohmens. Archiv fur Landesdurchf. III. Band. IV. Abtheilung. Heft 2. 

4 



50 

Art nur einmal ini Jahre vorkommt, (Weismann*) nennt solche Arten 
„inonocyclische"). In demselben Monate bilden die Weibchen Winter-Eier 
und die Art wird zum letzenmale im November wahrgenommen. 
Daphne 11a brachyura (Liev) Fig. 29. (Sida brachyura Li6v. Fr. Krust. p. 
229. Fig. 31. — Hellich Cladoc. p. 16.) Diese Art bewohnt hauptsachlich 
die Oberfiache, wird nebstdem einzeln auch bis 2 m Tiefe angetroffen und 
zeichnet sich, wie alle pclagische Bewohner, durch den glashellen Korper 





A b 

Fig. 29, Daphnella brachyura. Liev. A. Vorder Seite uach Fr. Kr. Vergr. 40mal. 
B von unten nach Sars. 




Fig. 30. Daphnia longispina. Loyd. Vergr. BOmal. 

aus. Ihre Lebensperiode erstreckt sich vom Juni bis November. Im Juli 
bildet sie raanehmal den grossten Theil des Oberflachenfanges, im Sep- 
tember trifft man sie schon mit Wintereiern. Diese Art tragt auch zur 
Nahrung des Karpfens bei. 



*) Dr. A. Weismann, Bcitrage zur Naturgeschichte der Daphnoiden. Leipzig. 1876—79. 



51 

Daphnia longispina Leydlg. (Fr. Kr. p. 233. Fig. 36. — Hellich Cladocera 

p. 32.) (Schalenstachel lang. Abdominalfortsatze an der Basis verwaclisen, 
der erste lftnger als der zweite. Endkrallen olme Nebenkamm). 

Gehort zu den 'pellagischen Bewohnern. Sie wird am meisteu auf der 
Oberflache, bei kiihleror Temperatur bis zu 3 m Tiefe angetroffen. 

Sie kommt das ganze Jahr hindurch vor. In dieser Frist werden 
immer zwei Geschlechtsperioden beobachtet. („Polycyclische Art" nach 
Weismann). 

Im Unterpocernitzer Teiche erscheinen die Mannchen zum erstenmale 
im Juni, zura zweitenmale im October. Zu dieser Zeit ist immer die Zahl 
der Individuen betrllchtlich grosser als in anderen Monaten. Am haufigsten 
erscheint sie also im October und November, and dann im Mai und Juni. 
In anderen Monaten kommt sie sparlicher vor und wird audi unter dor 
Eisdecke angetroffen. 




Fig. 81. Daphnia galeata. Bars (aus Hellich, Clad.). 
Vergr. 40mal. 



1)a l»linia galeata, Sars (Hellich p. 36 Fig 10.) Fig. 31. (Korper sehr durcli- 
sichtig. Kopf hocb, gehelmt. Nebcnauge klein aber deutlich. Postabdomen 
mit 12 Dornen. Endkrallen ohne Nebenkamm.) 

Eylmann stellt die Arten gracilis Hellich und galeata Sars als Syno- 
nyma zu der D. hyalina Leydig, weil letzte Art sehr stark variirt. im 
Unter-Pocernitzer Teiche kommt nur die Form D. galeata. vor. Sie lebt 
pelagisch uud wird nur im Monate Mai, Juni und Juli beobachtet. Im 
Mai sind die Mannchen hauftg, im Juni und Juli bilden die Weibchen 
sclion Wintereier. 

Bei Daphnia hyalina I^eydig erscheinen nach Weismann die Mannchen 
erst im August. 

a l>hnia (Hyalodaphnia) Kalilbergensis Schoed. (Hellich p. 88.) Fig. 32. 
Wegen der Abwesenheit des Nebenauges wird die D. Kahlbergensis als 
besondere Gattung Hyalodaphnia betrachtet. Die Form des Kopfes variirt 
sehr stark, die bei den jungen Individuen sich durch eine sichelfSrmige 



Dj 



,, *) Eylmann, Beitrag zur Systematik der europaischon Daplmiden. Im Berichte d. Naturf. 

wess. zu Freiburg. 1887. 

4* 



52 



Form auszeichnet, welche sich als D. Cederstromii Schoed. unterscheidet. I in 
Sommer bildet sie regelmiissig den Hauptbestandtheil des Oberftachen- 
fanges, sinkt aber audi bis zu 3 m Tiefe. Sie erscheint im April, im Juli 
ist sie massenhaft vorhanden, dann nimmt die Individuenzahl allmalig ab. 
Triigt auch betriichtlich zur Karpfennahrung bei. 






Fig. 32. Daphnia Kahlbergensis. a Weibchen iron dor Seite. 50mal vergr, h, o Verschiedeno 

Kopfformen. 




Fig, 88. Scapholeberis mucronata. 0. F. M. nach Fr. 

Vergr. 40mal. 



Simocephalus vetulus 0. F. Mull. (Daphnia sima Fr. Krust. p. 234. Fig. 37. 
— Hellich p. 41. Fig. 12.) Die Art wurdc nur im Juni, September und 
November in der Uferzone im Scbilfe gefischt. Da sie eigentlich die kleineren 
Ttimpel im Friibjabre und im Sommer bewohnt, ist es wabrscheinlich, dass 
sie bei hoherem Wasserstande aus den ober dem Teiche gelegenen Wasser- 
Tiimpeln in denselben gerathen ist. 

Scapholeberis mucronata. 0. F. Mull. (Fr. Krust. p. 237. Fig. 41. Hellich 
p. 45. Fig. 15.) Fig. 33. Dieser Bewohner der Uferzone tritt vom Juni 
bis September auf. In diesem Monate kommt er massenhaft vor und bildet 
Wintereier. 

Ceriodaphnia pulchella 0. G. Sars. (Hellich p. 50. Fig. 18.) Gewohnlich in 
der Gesellschaft der vorigen Art in der Uferzone vom Juni bis September. 



53 



Bosmina cornuta Jur. (Hellich Cladoc. p. 58.) Im Juni und Juli in der Ufer- 

Zoiie massenhaft. Ausserdem haben wir sie noch einzeln im August und 

dann im Janner unter der Eisdecke und im April beobachtet. 
Bosmina longirostris »0. F. Mull. (Fr. Kr. p. 

238. Fig. 43. — Hellich p. 58.) Fig. 34. Diese 

Art kommt nur sparlich gemeinsam mit der 

vorigen in der Uferzone vor; haufiger fanden 

wir sie in der Tiefe von 2 und 3 m, nie 

aber so massenhaft wie die vorige. Im Mai 

Juni und Juli gefischt. 
Macrothrix hirsuticornis Norman. (Hellich p. 65. 

Fig. 25.) Selten im Ufer- und Boden -Schlamine- 

Marz und October. 




1 
Fig. 84. Bosmina longirostris. 

0. F. M. (nacli Fric, Krusten- 
thiere). Vergr. 80mal. 




Fig, 35. Ilyocryptus sordidus. Orig. Vergr. 40mal. Im Boden wiiMend, mit 
Schmutz und Vorticellen bedeckt. 

^yocryptus sordidus Li<Sv. (Hellich p. 71.) Fig. 35. Ausschliesslich Boden- 
und Uferschlammbewohner. Die Schale ist immer mit Schlamm und Algen 
bedeckt, am Hinterrande siedeln sich oft grosse Colonien von Vorticellen 
an. Seine Bowegung ist ausserst schwerfiillig und unbeholfen. Vom Janner 
bis Juni. 

Eurycercus lamellatus 0. F. Mail. (Lynceus lamellatus Fr. Kr. p. 239. Fig. 
45. — Hellich p. 73.) Kommt nur selten in der Uferzone, wahrscheinlich 
aus den Wiesentumpeln beim Hochwasser herabgoschwemmt, vor. 

Ac roperus leucocephalus Koch. (Lynceus leucocephalus Fr. Krust. p. 241. 
Fig. 47. Hellich p. 79. Fig. 37.) Gleichfalls wie Eurycercus nur sparlich 
im Schilfe gefischt. 

*lona Ley dig ii Schocdl. (Lynceus quadrangularis. Leydig Fr. Kr. p. 243. Fig. 
51. — Hellich p. 84. Fig. 41.) Fig. 36. Wird das ganze Jahr hindurch 
am Boden angetroffen, oft in ansehnlicher Anzahl, am lmufigsten im Mo- 
nate Juni und Juli. Sie bildet audi die Nahrung des Karpfens. Leere, 



54 

irisirende Sclialen trifft man bei der Schlcmmung des Bodenschlamraes 
immer massenhaft an. 
A Ion a affinis Leydig (Lynceus affinis Fr. Kr. p. 242. Fig. 50. Hellich p. 85. 
Fig. 42 und 43.) Die untere Kante des Postabdomens ist einfach, niclit 
gruppenweise bedornt. Sparlich am Boden mit der vorigen Art, vertritt 
im Gatterschlager Teiche die A. Leydigii. 





Fig. 37. Alona rostrata, Koch. (Au8 Hellich, 
Clad.). 




Fig. 30. Alona Leydigii, Schoedl. Weibchen. Fig. 38. Plcuroxus trigonellns, O. F. Mill. 

a Tastantenne, d Kuderantenne, md Mandibcln, (Aus Hellich, Clad.). Vergr. UOmal. 

or Gehimganglion, o Auge, mn Nebenauge, c Herz, 
es Schlund, ip Darm.eoecum, an After, ov Eier- 
Stook (Aus Hellich, Clad.). Vergr. 70mal. 

Alona rostrata Koch. (Hellich p. 93 Fig. 65.) Fig. 37. Hiking in der Uferzone 

von Juni bis September. 
I'lc.uroxuu trig on el Us, 0. F. Mull. (Lynceus trigonellus Fr. Kr. p. 243. Fig- 

52. — Hellich p. 103. Fig. 60.) Fig. 38. Haufig in der Uferzone, im 

Schilfe und Binsen. 
Plcuroxus aduncus, Jur. (Hellich p. 104.) Mit der vorigen Art, aber viol 

seltener. 
Pleuroxus personatus (Leyd.). (Lynceus personate Leyd. Fr. Kr. p. 246. 

Fig. 56. _ Hellich p. 106.) Diese seltene Art kommt ebenfalls in der 

Uferzone am sandigen Grunde vor. 
Pleuroxus truncatus (0. F. Mull.). (Lynceus truncatus 0. F. M. Fr. Kr. p. 

344. Fig. 53. — Hellich p. L06.) Manchmal haufig in Binsen. 



55 



Ch yd or us globosus (Baird.). (Lynceus glo- 
bosus, Baird. Fr. Kr. p. 245. Fig. 57. — 
Hellich ]). 108. Fig. 62, 63.) In der Ufer- 
zone im Schilfe und Jttnsen. Nicht hiiufig. 

Chydorus sphaericus (0. F. Mull.). (Lynceus 
sphaericus. 0. F. M. Fr. Kr. p. 24G. 
Fig. 58. — Hellich p. 111. Fig. 67, 68.) 
Fig. 39. Hiiufig vom Juni bis November 
in der Uferzone, hauptsachlich an den 
von Pflanzen bewachsenen Stellen. 

^hydorus caelatus, Schoedler (Hellich p. 117. 
Fig. 69.) Sie kommt ziemlich selten vor 
in der Gesellschaft mit den vorigen Chy- 
dorus-Arten. Wir haben sie im Miirz und 
dann im November in grosserer Anzahl 
gesammelt. 



^#S§f 




Fig. 89. Chydorus sphaericus. oh Ge- 

hirn, al Lippenanhang, c Herz. (Aus 
Hellich, Clad.). Vergr. 80mal. 




Fig. 40. Leptodora Kindtii Focke. Orig. Vergr. 20mal. 

Le Ptodora Kindtii Focke (L. hyalina Liljb.) (Fr. Vesmlr. Jahrg. III. p. 16. 
Fig. 4. Hellich p. 116.) Fig. 40. Diese Art ist mit Hyalodaphnia Kahl- 
bergensis fur die Teiche im Gegensatz zu den Seen bezeichnend. Sie er- 
scheint zum erstenmale im Monate Mai, und diese Generation sohlupft 
aus den uberwinterten Dauereiern aus. Die Zahl der Individuen ninaint 
allmahlich zu, am grossten ist sie im Juli und August. Sie vermehrt sich 
in diesen Monaten parthenogenetisch. Im October und November treten 
die Miinnchen auf und beginnt die geschlechtliche Periode. Die Weibchen 
produciren in diesen Monaten fast ausschliesslich die durch stiirkere 
Schalen erkennbaren Wintereier. Im November nimmt die Zahl der Lepto- 
doren ab, und im December verschwindet die Art giiiizlich. Sie gehort 



56 



also zu den inonocyclischen Arteu, bei denen die Miiunchen nur cinmal 
im Jahre zum Vorschein kommen. Ihr Aufeuthaltsort ist die Tiefe von 1 m 
in der Mitte des Teiches. Bei kiihler Temperatur steigt sie manchmal 
auch bis zur Oberflache, bei warmerer sinkt sie bis zu 2 m Tiefe herab. 

Muschelkrebse (Ostracoda). 
Notodromas monacha (0. F. Mull.) (Vavra Ostr.*) p. 32. Fig. 7.) Kommt uur 

sparlich in den Sommermonaten in der Uferzone vor. 
Candona fabaeformis (Fischer). (Vavra Ostr. p. 45. Fig. 6, 12, 13.) Im 

Bodenschlamme findet man regelmassig viele leere Schalen von dieser Art, 

die in den Wiesentiimpeln oberhalb des Teiches lebt, von wo sie bei 

Hochwassern in den Teich fortgeschwernmt wird, wo sie abstirbt, denn 

niemals wurde die Art daselbst lebend beobachtet. 
Cypria ophthalmica (Jur.) (Vavra Osti. p. 63. Fig. 19, 20.) Fig. 41. Diese 

Art kommt vom Miirz bis October in der Uferzone und auch am Grunde 

zieml'ich hiiufig vor. 





Fig. 41. Cypria ophthalmica (Jur.). Die Schale des Weibohena von dor 
Seite und von oben. Vergr. 50mal. (Aus: Vavra, Ostr.). 

Gyclocypris laevis (0. F. Mull.) (Vavra Ostr. p. 68. Fig. 21.) Fig. 42. 
Kommt manchmal in grossen Massen in der Uferzone und am Grunde vor. 
Auch findet man sie in der Karpfennabrung. 





Fig. 42. Cyclocypris laevis (0. F. Mull.). Die Schale von der Seite und 
von. oben. Vergr. Gonial. (Aus: Vavra, Ostr.). 

C yp rid ops is vidua (0. F. Miill.) (Vavra Ostr. pag. 75. Fig. 23.) In dor Ufer- 
Zone vom Juni bis October nicht hiking. 

*) Vftvra. Monographic der Ostracodm BOluaeiis. (ArcMv for aaturw Landeadurchf von 
BiShmen. V1I1. Bd. Nro. 8.) 



57 



*ypridopsis Newtoni, Brady & Rob. (Vavra Ostr. p. 77. Fig. 24.) Fig. 43. 
Vora Juni bis October biking an den Stcinen des Teichdammes. 





Fig. 48. Cypridopsis Newtoni, Brady & Rob. Von der Seite und von 
oben. Vergr. 45mal. (Aus: Vavra, Ostr.). 

Freilebende Spaltfiissler (Gopepoda). 

Cyclops strenuus Fisch. var. vicina Ulj. (Fig. 44.) (Die ersten Anteunen 
17-gliederig. Hintere Ecken der zwei letzten Segmente des Vorderleibes 
in eine Spitze verlangert. Das rudiraentiire Fiisschen zweigliedrig, das 
zweite Glied tragt am E.nde eine lange, befiederte Borste und in der Mitte 
des Innenrandes einen kurzen Dorn. Furka sehr verlangert, am Innen- 
rande bewimpert, auf der Riickenseite mit einer Chitinleiste. 





b 
Fig. 44 a Cyclops strenuus, Fisch. var. vicina Ulj. Vergr. Steal, 
b Rudimentares Fiisschen. Vergr. 180mal. 

Diese Art variirt ausserordentlich. Unsere Form ist nur eine pelagische 
Varietat von C. strenuus, die von dieser durch stark gestreckten Leib 
verscbieden ist. 

Die Art kommt das ganze Jabr vor. Im Milrz und April erscbeiuen 
noben wohlentwickelten Thieren auf der OberflJiche die Nauplius-Stadien 
in grosser Menge. Im Juli und August niinmt die Zahl dieses Cyclops 
allmahlich ab, im September und October nimmt sie wieder zu und ist 



58 



dann in der Teichfauna vorherrschend. In den Wintermonaten, und unter 
der Eisdecke ist dann pelagisch fast nur dieser Cyclops und Daphnia 
longispina vorhanden. 

Er halt sich in der Mitte des Teiches auf der Oberflache, sinkt auch 
zuweilen bis 2 m Tiefe. 
Cyclops oithonoides Sars var. hyalina Rhg. (Die ersten Antennen 17- 
gliederig. Das rudimentaxe Fiisschen wie bei der vorigen Art zweigliedrig, 
die Borste am Innenrande fast so lang wie die Endborste und neben 
dieser befestigt.) 

Lebt mit der vorigen Art in der pelagischen Zone, erscheint aber 
nie in grosserer Menge. Vom Juni bis September. 





Fig, 45 a Cyclops albldus Jur. Vergr. 25mal, 5 Rudimentttres Fiisschen. 

Vergr. ISOmal. 

Cyclops viridis Jur. (Cyclops gigas Cls. Fr. Kr. p. 220. Fig. 14.) (Die ersten 
Antennen 17-gliederig, kurz, nur den Hinterrand des ersten Segments er- 
reichend. Das rudimcntare Fiisschen wie bei der vorigen Art zweigliedrig, 
das Basalglied sehr breit, das zweite Griied klein, mit langer Borste en- 
digend, die Borste des Innenraudes verkiimmert, dornartig.) 

Diese Art gehiirt zu den grossten, sie erreicht eine Lange von 2 bis 
5 mm. Sie halt sich nur in der litoralen Zone auf, manchmal ziemlich 
hiiufig. Vom Feber bis November. 

Cyclops albidus Jur. (Cyclops tenuicornis Cls. Fr. Kr. p. 219. Fig. 12.) Fig. 

45. (Die ersten Antennen 17-gliederig, das 32. Glied mit Riechkolben. Das 

rudimentare Fiisschen zweigliedrig, das zweite Glied mit drei Borten.) 

Kommt hauiig mit der vorigen Art in der Uferzone in den Fruhjabrs- 

und Souuner-Monateii vor. 



59 



Qyclops fuscus Jur. (Cyclops coronatus Cls. Fr. Kr. p. 218. Fig. 11.) (Die 
ersten Antennen 17-gliederig, das 12. Grlied ohne Riechkolben. Das rudi- 
mentare Fiisschen me bei Cyclops fuscus.) 

Mit der vorigen Art haufig in dei Uferzone und zuweilen auch 
am Boden. 
Cyclops insignis Cls. (Fr. Kr. p. 222. Fig. 17.) (Die ersten Antennen 14- 
gliederig. Das rudimentare Fiisschen wie bei Cyclops strenuus. Furka 
sehr lang.) 

Sehr selten in der Uferzone. 
Cyclops serrulatus Fisch. (Fr. Kr. p. 222. Fig. 18.) (Die ersten Antennen 
12-gliederig. Das rudimentare Fiisschen eingliederig, am Ende mit drei 
Borsten. Die Aussenrander der langen Furka gesagt.) 
In der Uferzone haufig voni Feber bis September. 
Cyclops fimbriatus Fisch. (Cyclops pauper, Fr. Kr. p. 223. Fig. 20.) Fig. 46. 
(Die ersten Antennen 8-gliederig. Das rudimentare Fiisschen eingliederig, 
mit einem einseitig grob gesagtem Dome und zwei Borsten.) 

Kanu wegen der Kiirze der Vorderfuhler nur schlecht schwimmem 
kaun aber kricchen. In der Uferzone im Schilfe und Binsen. 





% 46. a Cyclops fimbriatus, Fisch. Vergr. 45mal, b Rudimen- 

tilros Fiisschen. Vergr. 400mal. 



Fig. 47. Argulus foliaceus L. 

Weibcheii von unten 2mal 
vergr, d Saugnapf am vord. 
Kieferfnss, rs Samenbehalter. 



c 



I)i 



authocamptus staphilinus Jur. (Fr. Kr. p. 224. Fig. 21.) Manchmal sehr 
haufig in der Uferzone, zuweilen auch am Boden. Vom Mai bis November, 
'aptomus gracilis Sars Kommt in der pelagischen Zone das gauze Jahr 
vor, am haufigsten vom Juli bis October. 
A, 'gulus foliaceus L. (Fr. Kr. p. 215. Fig. 6.) Fig. 47. Auf den Fischenfest- 
sitzend. Auch in der Uferzone manchmal haufig, und gleichfalls pelagisch 
freischwimmend. 

Die Asseln Qsopoda). 
Melius aquatic us, (ieoffr. (Fr. Kr. p. 254. Fig. 72.) Diese fast alio stehenden 
Cewiisser bewohneiide Wasserassel kommt das ganze Jahr am Ufer, am 
Damm uml besonders haufig beim Einflusse des Baches vor. 



GO 

Tabellarische Uibersicht der Vertheilung der Crustaceen des Unter-Po6ernitzer 

Teiches nach den Regionen. 



Cfadocera. 

Sida crystallina 0. F. Miiller . . 
Daphnella brachyura Li6v. ... 
Daphnia loiigispina Leydig. . . . 

„ galeata Sars. . . • . . . 

„ Kahlbergensis Schoed. . . 
Simocephalus vetulus 0. P. Miill. . 
Scapholeberis mucronata 0. F. Miill. 
Ceriodaphnia pulchella Sars . . . 
Bosmina cornuta Jur 

„ longirostris 0. F. Miill. . 
Macrothrix hirsuticornis Norm. . . 

Ilyocryptus sordidus Li6v 

Eurycercus lamellatus 0. F. Miill. 
Acroperus leucocephalus Koch 

Alona Leydigii Schoed 

„ affinis Leydig 

„ rostrata Koch 

Pleuroxus trigonellus 0. F. Miiller 

„ aduncus Jur 

„ personatus Leydig. . . . 

„ truncatus 0. F. Miiller . 

Chydorus globosus Baird . . . 

„ sphaericus 0. F. Miill. . 

„ caelatus Schoed .... 

Leptodora Kindtii Focke .... 

Ostracoda. 

Candona fabaeformis Fisch. . . . 
Notodroinas monacha 0. F. Miill. . 

Cypria ophthalmica Jur 

Cyclocypris laevis 0. F. Mull. . 
Cypridopris Newtoni Brady & Rob. 
„ vidua 0. F. Mull. . . 

Copepoda. 

Cyclops strenuus var. vicina Ulj. . . 

„ oithonoides var. hyalina Rhg. 

„ viridis Jur. ... . . . 

„ albidus Jur 

„ fuscus Jur 

„ insignis Cls 

„ serrulatus Fisch 

„ fimbriatus Fisch 

Diaptomus gracilis Sars 

Canthocamptus stapbylinus Jur. . . . 



Litoralc 

Region 



+ 



+ 
+ 
+ 
+ 



+ 
+ 



+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 



+ 

4- 
+ 
+ 

4- 

4- 



Pellagische Itegion 



Oberflache I m | II m | III m 



+ 



+ 



Bodfin 



+ 
+ 



+ 



+ 



+ 



+ 



+ 



+ 



+ 



+ 
+ 



+ 

4 



+ 



+ 

+ 



+ 



+ 

+ 



+ 
+ 



+ 



+ 



61 



Tabellarische Uibersicht des Auftretens der Crustaceen nach den Monaten 



H» l-» 



,0 

s 



bt) 



P 



Cladocera. 

Sida crystallina . . . . 

Daphnella bracbyura . . 

Dapbnia longispina . . . 

„ galeata . . . . 

„ Kablbergensis . 
Simocephalus vetulus . 
Scapholeberis raucronata 

Ceriodapbnia pulchella . 
Moina brachiata . . 

Bosmina cornuta . . . 

» longirostris . . 
Macrothrix hirsuticornis 

I'yocryptus sordidus . . 

Euryccrcus lamellatus . 
Acroperus leucocepbalus 

Alona Leydigii . . . . 

» affinis 

i) rostrata . . . . 

"leuroxus truncatus . . 

,, trigonellus 

» aduncus . . 

p » personatus 

^hydorus globosus . . . 

n sphaericus .. . 

r » caelatus . . . 

^eptodora Kindtii . . . 

Ostracoda. 

Candona fabaeforrais . . 
^otodromas monacha 

J^ypria ophthalmica . . 

^yclocypris Iaevis . . . 

°ypndopsis Newtoni . . 

ii vidua . . . 



Copepoda. 

Cyclops strenuus var. vicina . 

» oithonoides var. hyalina 

» viridis . . 

" albidus . . 

» fuscus . . 

I! insignia . . 

i! serrulatus . 
T h fimbriatus . 
'^aptomus gracilis ... 
Un -thocamptu8 staphylinus 



+ 



+ 
+ 



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+ 



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4- 

4- 



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+ 



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4- 



+ + 

+ + 



+ 



H- 



+ 

+ 



1- 



+ 



+ 



62 

Die vorstohenden Tabellen geben einc iibersichtliche Darstellung der Ver- 
theilung der einzelnen Arten je nach den Regionen und je nach der Jahreszeit, 
wodurch die schon friiher theilweise an anderen Teichen Bohmens gemachten Be- 
obachtungen theils bestiitigt theils erganzt wurden. 

Bei der Tabelle der Vertheilung nach den Regionen, wurde vom zufalligen 
Vorkommen mancher Art in einer Region, in der sie nicht regelmassig lebt, abge- 
sehen, denn dies wird oft durch Wind, Wellengang und anderer Zufalligkoiten 
verursacht. 

Auch Temperaturverhiiltnisse tragen gewiss dazu bei, dass manche Art in 
einem Jahre ctwas tiefer, in einem anderen etwas weiter oben angetroffen wird. 
Ebenso wechselt die Zeit des Auftretens und des Dauerns einzelner Arten etwas 
in verschiedenen Jahren. 

Es konnen daber unsere Tabellen nur als eine Grundlage fur weitere Be- 
obachtungen angesehen werden. Manche Llicken werden nur dann ausgefiillt werden 
konnen, bis die Arbeiten auf den Stationen permanent sein werden. 

Die Versuche iiber die Verschiodenheit des Aufhaltens der Crustaceen bei 
Tag und Nacht wurden nur wenige gemacht und erlauben noch nicht daraus 
Schliisse zu ziehen. 

Die Wassermilben (Hydrachnidae). 

Die Wassermilben linden wir zahlreich in der Uferzone, aber nur in we* 
nigen Arten. Es ist vorwiegend Nesaea fuscata Koch, und dann die kleinere 
Hygr.obates longipalpis Herm., dessen Beine der Schwimmborsten entbehreii, 
desswegen sich die Art zwischen Pflanzen halt. 

Von einer Hydrachniden-Art fanden wir die Larven auf Ephydatia lacustris. 



Die lnsekten (Hexapoda). 

In den Sommermonaten erscheinen die Springs chwanze (Poduridae) 
manchmal in grossen Mengen, so dass das Ufer schwarz gesaumt erschcint. Es 
sind da (Nach Hrn. J. Uzel's Bestimmung) vertreten: 

1'odura aquatica Lat., Isotoma palustris Lat. 

Sminthurus aquaticus Lat., Sminthurus elegantulus Reuter. 

Die Larven der E in tags f lie gen (Eph einer id ae), die nach den blatt- 
formigen Tracheenkiemen an den Seiten des Hintertheiles erkenntlich sind, sitzen 
an den Stengeln des Schilfes (Cloeon dipterum). 

Die Gehause der Kocherfliegen (Phryganidae) trifft man an der 
Uferzone sowohl am sandigen Grunde wie zwischen Wasserpfianzen und am Boden 
manchmal in ansehnlicher Menge an. (Fig. 48.) 

Prof. Klapalek hat im Unter-Pocernitzer Toich folgende Arten gefunden 
und bestimmt: 



63 



Phryganea grandis L. 
Phryganea striata L. 
Agrypnia pagetana Curt. 
Limnophilus flavicornis F. 
Limnophilus decipiens Kol. 
Limnophilus vittatus L. 



Limnophilus griseus L. 
Limnophilus bipunctatus Curt. 
Limnophilus extricatus Me Lachl. 
Anabolia laevis Zett. 
NotidoMa ciliaris L. 
Oecetis ochracea Curt. 



Die Wasserwanzen (Hydro cores). 

'•alten sich hauptsiichlich im oberen Theile des Teiches im Schilf auf. Es sind die 
fast alle Teiche bewohnenden Corisa Fallenii Fieb., Notonecta glauca L. 
Ul *d Nepa cinerea L. 

Die Miickenlarven (Guliciformes). 

leben vorwiegend auf dem Boden, wo sie aus Sandkornchon Rfihrchen zusammen- 
kleben, in denen sie sich aufhalten. Die Ch i r o n o m u s-Larven (Fig. 49) stellen 
111 dem am Grunde gefischten Materiale und im Bodenschlamme immer neben den 




Fig. 48. Anabolia laevis, Zott. 
w - Junges, !). vollkommenfts Larvenge- 
httuse »/„ (Aus Klapalek, Trich.*) Fig. 8.) 




Fig. 49. Chironomus-Larve aus 
der Uferregion, (imal vergrCssert. 



vv 



"irmern den Hauptbestandtheil dar. Der Magen und die Speiserohre der grosseren 
Karpfeu war oft von diesen rothen Larven vollgestopft. 



Die Weichthiere (Mollusca). 

In der Fig. 50 geben wir unseren Teichwirthen eine Ubersicht der im 
J 'iter-Pocernitzer Teiche vorkommenden Weichthiere, die aber auch fast in alien 
lichen vorkommen. 



*) Klapalek F., Untersuchungen ilber die Fauna der Gewiisser Bohmens. II. Metamor- 
P ose d °r Trichopteren. (Archiv der natnrwiss. Landesdurchforschung von Bohmen) Prag 1893. 



64 




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Fig. 50. 1. Succinoa Pfeift'eri, 2. Limnacus stagnalis, 8. Linmaeus palustris, 4. Limnanus truncatnlns, 
5. Flanorbis spirorbis, 8. Planorbis margiuatus, 7. Planorbis albus 8. Plan orbis crista, 9. Paludina 
vivipara, 10. Aacylus lacustris, 1 1. Anodonta piscinalis, 12. Oalyculina lacustris, 18. Sphaerium corneuifl! 

;imal vergr. 



65 



I) 



An den Uferpflanzen, gewohnlich aufder Unterseite der Blatter sitzt Suc- 
cinea putris L. und Succinea Pfeifferi (Fig. 50, 1.) Rossm., die auch an 
den Schilfstengeln und im Wasser selbst sich aufhalfc. 

Die Schlaminschneckpn, L i in n a e u s s t a g n a 1 i s (Fig. 
50, a.), L. auricularis L. und L. aniplus Hartm. bevor- 
z ugen den Schlammboden zwischen Wasserpflanzcn. Die leeren 
Gehiiuse finden sich oft am Ufer. Limnaeus palustris 
MtUl. (Fig. 50, 3.) und L. truncatulus Mull. (Fig. 50, 4.) 
sind hiiufigere Arten, die in der Gesellschaft der vorigen 
leben. 

Die Tellerschnecken, Planorbis rotundatus, Poir. 

und PI. spirorbis L. (Fig. 50, 5.) sind haufig, Pla- 
norbis ma'rginatus, Drap. (Fig. 50, <;.), P. albus, 

Mull. (Fig. 50, 7.), P. vortex, L. und P. crista, 

L. (Fig. 50, 8.) kommen nur vereinzelt vor, sie halten 

sich mit Vorliebe zwischen Wasserpflanzen auf. 
ie Sumpfschnecke, Paludina vivipara, Lam. (Fig. 

50, 9.) lebt nur in der Mundung des Baches Rokyt- < 

nice und gerath niemals in den Teich. 
Dl e Teichnapfschnecke, Ancylus lacustris, L.(Fig. gs 

50. 10.) findet man immer vereinzelt an den Schilf- 

stengeln. 
Dle Flussmus chela siud nicht in grosser Menge vertreten, 

gewohnlich findet man nur leere Schalen am Ufer, . 

die den Arten Unio pictorum, L., Anodonta 

cygnea, L. und Anodonta piscinalis, Nils. 

(Fig. 50, 11.) gehoren. In den Zufliissen beherbergen 

im Fruhjahr die Kiemen von Anodonta piscinalis die 

jungen Fische vom Bitterling (Bhodeus amarus). Im 

Herzbeutel dieser Muschel findet man oft den in- 

teressanten Saugwurin Aspidogaster conchicola, Baer. 
*e Kugelmuscheln erscheinen nur hie und da, nie in 

grosserer Menge, es sind Sphaerium lacustre, 

Mfill. (Fig. 50, 12.), Sph. corneum, L. (Fig. 50, is.) 

und die winzige Pisidium casertanum Poli var. e 

fossarina, Cless. 



I) 



* 



Die Moosthierchen (Bryozoa). 

Die Moosthierchen siud in drei Arten 
jjanuich Plumatella fungosa, Pull., P.repens 
m Cristatella ophiodoidea, Hyatt. (Fig. 51). 

Diese letztere Art erscheint an den Balken des Badehauses immer in 



Fig. 51. Cristatella ophio 
doidea, Hyatt. Einige Colo- 
vertreten, nien am Sebilfstengel in 
Blainv natflrl. Grfisse. 

" ' (Aus Kafka Bryoz.)*) 



*) Kafka J., Siisswasserbryozoen. (Archiv der naturw. Landesdurcbforsch. von Bobmen.) 



66 




grosser Menge. Auf tier Oberfliichc der Colonien schmarotzt Trichodina pediculUS 


St. Im Mai schliipfen die Jungen aus 


den Statoblasten aus. 


Tabellarische Ubersicht der im Unterpocernltzer Teiche sichergestellten Arten 


von 


Thieren. 


Arcella vulgaris Ehbg. 


Clepsine soxoculata Borgm. 


Difflugia pyriformis Pertz. 


Clepsine bioculata Sav. 


Difflugia acuminata Ehbg. 


Nephelis vulgaris M. T. 


Difflugia urceolata Carter 


Melicerta ringens Ehbg. 


Difflugia corona Wall. 


Oecistes stygis Gosse 


Euglena oxyuris Schm. 


Conochilus volvox Ehbg. 


Trachelomonas volvocina Ehrnb. 


Eotifer vulgaris Ehbg. 


Phialonema cyclostomura Stein 


Actinurus noptunius Ehbg. 


Colatium vesiculosuni Ehrnb. 


Asplanchna Brightwelli Gosse 


Peridinium tabulatum Ehrnb. 


Synchaeta tremula Ehbg. 


Eudorina elegans Ehrenb. 


Syuchaeta pectinata Ehbg. 


Dinobryon sertullaria Ehrnb. 


Polyarthra platyptera Ehbg. 


Codonella lacustris Enz. 


Triarthra longiseta Ehbg. 


Stentor polymorphus Ehrnb. 


Furcularia aequalis Ehbg. 


Stentor coeruleus Ehrnb. 


Brachionus pala Ehbg. 


Paramecium 


Brachionus rubens Ehbg. 


Trichodina pediculus Ehrnb. 


Brachionus angularis Gosse 


Epistylis 


Schizocerca diversicornis Dad. 


Zoothamnium 


Anurea aculeata Ehbg. 


Vorticella 


Anurea squamula Ehbg. 


Cothurniopsis vaga Schr. 


Anurea tecta Gosse 



Podophrya cyclopum CI. 
Acineta? crassipes. 
Ephidatia fluviatilis Lmk. 
Hydra vulgaris Pall. 
Vortex truncatus Schm. 
Steuostoma leucops Schm. 
Planaria 
Dendrocoelum 
Polycelis 

Dorylaimus stagnalis Duj. 
Limnodrilus Hofmeisteri Clap. 
Tubifex rivulorum L. 
Stylaria lacustris L. 
Stylaria parasita Osc. Schm. 
Nais elinguis Mull. 
Chaetogaster diaphanus Gruith 
Aelosoma quaternarium Ehbg. 
Piscicola geometra P>lain. 



Anurea stipitata Ehbg. 
Sida crystallina 0. F. Muller 
Daphnella brachyura Li6v. 
Daphnia longispina Leydig 

„ galeata Sars. 

„ Kahlbergensis Sclroed. 
Simocephalus votulus 0. F. MiiH- 
Scapholeberis mucronata 0. F. Mull- 
Ceriodaphnia pulchella Sars. 
Bosmina cornuta Jur. 

„ longirostris 0. F. Mull- 
Macrothrix hirsuticornis Norm, 
llyocryptus sordid us Li6v. 
Eurycercus lamellatus 0. V. Mull- 
Acroperus leucocephalus Koch 
Alona Leydigii Schoed. 
„ affinis Leydig 
rostrata Koch 



67 



Pleuroxus trigonellus O. F. Mull. 
„ aduncus Jur. 

„ personatus Leydig 

„ truncatus 0. F., Miill. 
Chydorus globosus Baird. 

„ sphaericus 0. F. Mull. 
» caelatus Sckoed. 
Leptodora Kindtii Focke 
Notodromas monacha 0. F. Miill. 
Candona fabaeformis Fisch. 
Cypria ophthalmica Jur. 
c yclocypris laevis 0. F. Mull, 
^ypridopsis Newtoni Brady & Rob. 

vidua 0. F. Miill. 
Cyclops strenuus var. vicina Ulj. 

» oithonoides var. hyalina Rhg. 

., viridis Jur. 

i, albidus Jur. 

« fuscus Jur. 

» insignis Cls. 

i) serrulatus Fisch. 

» firabriatus Fisch. 
^iaptomus gracilis Sars 
^nthocaniptus staphylinus Jur. 
Ar gulus foliaceus L. 
A »elus aquaticus Geotfr. 
Podura aquatica L. 
Jfotoma palustris Lat. 
miiitliurus elegantulus Reuter. 
Olouon dipterum L. 
j 3 h r yganea grail( iis L. 
1>hr yganea striata L. 
^grypnia pagetana Curt, 
^nmophilus flavicornis F. 
Ll mnopbilus decipiens Kol. 



Limnophilus vittatus F. 
„ griseus L. 

„ bipunctatus Curt. 

M extricatus Mc Lachl. 

Anabolia laevis Zett. 
Notidobia ciliaris L. 
Oecetis ochracea Curt. 
Corisa Fallenii, Fab. 
Notonecta glauca L. 
Nepa cinerea L. 
Chironomus (Larvae) 
Succinea putris L. 

„ Pfeifferi Rossm. 
Limnaeus stagnalis Lam. 

„ auricularis Drap. 

„ amplus Hartin. 

„ palustris Miill. 

„ truncatulus Miill. 
Planorbis rotundatus Poir. 

„ spirorbis L. 

„ marginatus Drap. 

„ albus Miill. 

„ vortex L. 

„ crista L. 
Paludina vivipara Lam. 
Aucylus lacustris L. 
Unio pictorum L. 
Anodonta cyguea L. 

„ piscinalis Nils. 
Sphaerium lacustre (Miill.) 
Sphaerium corneum L. 
I'isidium casertanum var. fossarina Cls. 
Plumatella fungosa, Pall. 
Plumatella repens, Blainw. 
Cristatella opbiodoidea, Hyatt. 



Die Analyse 

des Teicbwassers, dessen Probe bei ungetriibtem Zustand genommen, wurde 
von Herrn Dr. J. Hanamann in Lobositz gefalligst durchgefiihrt. 

Der Ruckstand von 1 Liter Wasser vom Unterpocernitzer Teiche bei Prag 

betrug 215 Milligramms mineraliscber und 32 Milligramms organischer Stoffe. In 

Jiesen 215 Milligramms waren 62 Milligramm Kalk gebunden an 48 Milligramm 

^°lilensaure, 11 Milligramm Magnesia gebunden an 12-1 Milligramm Kohlensiiure, 

2 Milligramm Kieselsiiure. Zusammen 145 Milligramm, verbleiben noch auf 

G* 



68 

Schwefelsiiure, Chlor, Kali, Natron, Eisenoxyd etc. 70 Milligramm. In diescr ge- 
ringen Wassermenge konnten nur die bei dem Gewichte noch in grosster Menge 
euthaltenen Mineralstoffe bestimrat werden. 

Der durch viele Jabre bedeutend angesammelte Bodenschlamm, welcbcr 
gewiss als Dungmittel einmal Verwertung linden wird, erwies folgende Zusammen- 
setzung : 

In 100 Gewichtstheilen lufttrockenen Scblammes: 



Thon und Thonsilicate 61-90% 

Quarz 24-25% 

Gluhverlust 13-85% 



100-00 



Kohlenstoff l-98°/ 

Humusstoffe 3-89°/ 

Stickstoff 0-28"/,, 

Hydratwasser . 5-78% 

Hygrosbopisches Wasser . . . 4-18% 

13-85% 



In Flusssaure 
loslich 49-24°/„ 



Gluhverlust 13-85% 

Eisenoxyd 5'15% 

Thonerde 4-16% 

Kalk 0-93% 

Magnesia 0-27%, 

Manganoxyd 0-84'7 

Natron 0-58% 

Kali 0-36% 

Phosphorsaure 0*28% 

Schwefelsaure 0-14% 

Chlor Spur 

Kieselsaure 30-39 ] 

Quarz 24-25 J 

Thonerde . 16-16 

' Kalk 0-59 

Magnesia - 85 

Kali und Natron . 1-25*) 

100-00 

Gluhverlust 13-85 

Leicht zersetzbare Silibate .... 12-66 

Schwer zersetzbare Silikate .... 49 - 24 

Quarz 24-25 



100-00 



In concentrirter 

Salzsiiure loslich 

12-66% 



Gesamnit- Kiesel- 
siiure 54-64% 



tJbersichtlich 



*) Aus der Differenz bereclmet. 



09 



Die Priifung der Durchsicktigkeit des Wassers wurde unterlassen, weil 
die hiiungcn Triibungen sowie das starkere oder schwiicliere Auftreten des Planktons 
u nd der Wasserbliithe immerwiihrenden Einfluss auf die Durchsichtigkeit und Farbe 
des Wassers ausiiben. » 

Charakteristik des Unter-Pocernitzer Teiches. Dieser Teicb gebort zu 
den im raittleren Bohmen verbreiteten Teichen, fur welche in der pelagischeu 
Region Daphnia Kahlbergensis, Leptodora Kindtii und Cyclops strenuus bezeicbnend 
s uid und in deuen keine Holopedien vorkommen. 

Durcb das iiber den Unter-Pocernitzer Teich Bericbtete ist dessen Untersu- 
chung nicht als abgeschlossen zu betracliten und die dort bestebende stabile Station 
w ird vielfacb Gelegenheit linden, das entworfene Bild zu vervollstandigen, detailirtere 
Arbeiten zu vollfiibren und nacb den Ursacben verscbiedener biologiscber Erschei- 
uungen zu forschen. 

Dies wird aber erst nuiglicb sein, bis audi die Mittel dieses Unternebmens 
ai isgiebiger sein werden. 



Der (jatterschlager Teich bei Neuhaus. 

Wiihrend der Arbeiten am Unter-Poccrnitzer Tciche erweckte sich in uns 
der Wunsch zum Vergleiche auch einen Teich der zweiten Kategorie, fur welclie 
Holopedium gibberum charakteristisch ist, zu untersuchen. liber Antrag 
des Museumsassistenten Herrn Jos. Kafka, welcher sich mit Untersuchungen meh- 
rerer Teiche im sMUchen Bohmen befasste, wurde zu diesem Behufe der Gatter- 
schlager Teich gewahlt, iiber dessen Voruutersuchung Herr Kaflia einen kurzen 
Bericht bereits ira Jahre 1891 publicirte.*) 




Fig. 52. Die fliegende zoologische Station auf der Halbinsel des 
Gatterschlager Teiches im Jahre 1891. 



Im April 1890 wurde die Station dorthin iibersiedelt, was mit grossefl 
Schwierigkeiten verbunden war und nur durch die freundliche ausgiebige Hilfe der 
Domainendirektion der Herrschaft Neuhaus ermiiglicht wurde. Herrn Central- 
direktor Dr. Karl Jicinsky und Herrn Otak. Vojta, Verwalter der Teichwirthschaft, 
sagen wir hiemit den warmsten Dank. 



*) ITntorsuchungon dor Fauna der bohra. Gewasser II. Fauna der bolim. Teiche. Archi' 
fttr iiandesdurohforschung Band VIII. Nro. 2. pag. 61. 



71 



Daten liber die Arbeitstage. 

Am 15. April 1890 wurde rait den Arbeiten begonuen, und dann in fol- 
genden Monatcn fortgesetzt. Vora 13. bis 81. Mai, vom 23. bis 28. Juni, vom 25. 
bis 31. Juli, vom 1. bis 19"! August, vom 24. bis 30. September, vom 18. bis 21. 
December. Im Jahre 1891 bat im Feber und Marz der Fischhcger einige Proben 
conservirt. Die Arbeiten wurden wieder fortgesetzt, wie folgt. Vom 9. bis 12. April, 
Vom 27. bis 31. Mai, vom 10. bis 28. Juli, vom 19. bis 22. September und vom 
2 2. bis. 25. November, wann der Teicb wegen der Abfiscbung wieder trockcn 
gelegt wurde. 

Der Besuch der Station war jedesmal rait grossem Zeitverlust und bedeu- 
tenden Kosten verbundcn, weil ausser der langen Bahnfabrt nocb tbeuere Fahr- 
gelegenheiten benutzt werden mussten und selten ein Tag binreicbte, um an Ort 
u nd Stelle zu komnien. 

liber 8 km von der Stadt Neuhaus entfernt, waren wir beziiglich der Ver- 
kostigung fast ausscbliesslicb auf Conserven angewiesen und das Ubernachten in 
dem kleinen Kaume der Station war selten etwas angenehmes. Unsere Verbindung 
lr >it der Welt besorgte ein Fisclibeger von Unterbaumgarten 4 7cm weit entfernt, 
lessen Besucbe aber unregelmassig waren. Die idylliscbe Lage und die Ruhe bei 
der Arbeit entschadigte uns reichlicb fur den Abgang aller Bequemlichkeit. 

Lage, Grosse, Tiefe, Zufliisse und Beschaffenheit des Wassers. 

Der Gatterschlager Teich liegt siidostlich von Neuhaus in der Seehohe 
V( >n 530 m an der Wasserscbeide zwischen Bohmen und Oesterreich. Er liegt 
in einem seichten Tbale, durcb dessen Abdammung das Wasser angestaut wurde. 
Die Ufer sowie die angrenzenden Anhohen bestehen aus Gneiss und nur stellen- 
We ise an den Niederungen finden sicli sandige Ablagerungen, welcbe zu jiingeren 
te rtiiiren Siisswasserbildungen gerecbnet werden. 

Das Ausmaas betriigt 196-70 Ha. 

tiber die Beschaffenheit des Teichbodens belehrt uns der Umstand, dass 
der Teich im Herbste 1891 abgelassen wurde, und Dr. Vavra fand damals Ge- 
le genheit folgende Aufnahme zu machen, die theilweise auf der Abbildung Fig. 53. 
dargestellt ist. 

Von der Uferlinie bei voller Spannung in der Richtung von der Station 
z ur Insel zieht sich auf dem sehr allmiilig sich neigenden Ufer etwa 80 Schritt 
die Zone der Birken, die da in Form von dichten, niedrigen Strauchen im ersten 
J ahre der Spannung des Teiches ausser dem Wasser stehen und iippig gedeihen. 
Ir n zweiten Jahre geriith diese Zone unter das Wasser, die Blatter der Birken 
fa Uen ab und nur die Spitzen der kahlen Zweige ragen aus dem Wasser empor. 
Der sandige Boden ist da mit schwacher Schicht von pflanzlichem Detritus bedeckt. 
D er Boden ist weiter auf eine Entfemung von etwa 180 Schritt kahl, sandig, ohne 
jeden Pflanzenwuchs, rait zerstreuten Granitblocken bedeckt. In der Entfernung 
v °n etwa 300 Schritt findet man keine Steine am Boden, der Sand ist da schon 
st ark mit dem pflanzlichen Detritus vermischt, der weiter bis zur Insel den Boden 
°bue Beiraischung von Sand bedeckt. Dieser Detritus stammt von den Uberresten 



72 



N. 



Tiefen verbal tnisse bei g< 
spanntem Teiche. 

a 2-00 m 

h 3-30 m 

c 4-20 m 

d 5-20 m 

Am Danim 6'20 m 




Zoologische Station auf dor 

bewaldeten Halbinsel. 

Schilfpartic unterhalb der 

Quelle;. Nistplatz von Podi- 

ceps cristatus. 

Kahle Ufer unterhalb der 

kleinen Teiche. 

Carex auf Torfgrund. 

Torfgrund. 

TJtricularien Localitat. 

Oberer Abzugsgraben. 

Bewaldete fusel. Nistplatz 

von Birkhiihnern und Stock- 

enten. 

Rechen des Forellenbaches. 

Standplatz von Sterna hi- 

rundo. 

Unterer Abzugsgraben. 

12. Zapfenhaus. 

18. Seichte Bucht. 

14. Nistplatz von Kibitzcn. 

15. Nistplatz von Totanus ca- 
lidris. 
Bei 15. Zufliiss vom Roth- 

wehrteiche. 

Die weissen Stellen bei dund cdeuten Sandboden. Die dunklc Partie bei h Schlamm. Die gctfipfelte 
Partie bei a Torfgrund. D. Tomandelhof. 11. Teichheger. T. Kleine Teiche. Q. Wiesen- 

quelle. 

Fig. 58, Situation und Tiefenverhalttiisse des Gatterschlager Teiches. 



73 



des Scirpus maritimus, (lessen Wurzelknollen den Boden bedecken, und ana Ufer 
vom Wasser herausgeworfen in breiten Streifen liegen. Dieser Detritus in der 
Mitte des Teiches stammt ans der Periode, wo der Teich wegen der Torfgewinnung 
viele Jahre trocken lag und, die torflose Halfte als Wiese beniitzt wurde. 

Etwa von der Mitte der Insel angefangen, besteht der Boden bis zum 
niirdlichen Eande aus einem machtigen, zusaminenhangenden Torflager. Der sfld- 
licbe Theil des Teiches zwischen der Halbinsel und dem Teichdainme ist mit feinem, 
loekerem schwarzlichem Schlamme bedeckt. 

Etwa in der Mitte zwischen der Insel und der Halbinsel findet sich in dem 
Abzugs-Graben ein Lager von weisslichem Letten. 

Eine graphische Darstellung der Beschaffenheit des Bodens eines Teiches 
sollte immer die Grundlage zu verschiedenen Schritteu zur Melioration des Grundes 
bieten und auch jeder Teichwirth sollte nach der Ablassuug des Teiches die Be- 
schaffenheit des Bodens auf hinreichend grossen Pliinen verzeichnen. 

Die Tiefe des Teiches variirte wahrend unserer Arbeiten bedeutend, je 
nachdem der Teich mehr oder weniger aus Rucksicht auf Fischzucht gespannt 
Wurde, was uns sehr unangenehm war, weil sich das Bild der Fauna neuerdings 
iinderte und wir sogar gezwungen waren im Juui die Station auf einen hoheren 
i unlet zu iibertragen. 

Bei voller Spannung betriigt die Tiefe des Teiches 

°eim Damm (bei 12.) 6-20 m 

Siidlich von der Halbinsel (bei d.) 5*20 „ 

Nordlich von dei Halbinsel (bei c.) 4-20 „ 

B ei der Insel (b.) 3-30 „ 

^ der Torfpartie (a.) 2 " 00 » 

Bis zum Jahre 1889 war das obere Drittel des Teiches wahrend SOJahren 
behufs Torfgewinnung trocken. Nachdem seit des Zustandekommens der Bohm.- 
Mahrisch&n Transversalbahu die Torfgewinnung nicht mehr rentable war, wurde 
,le r Teich 1890 theilweise, im Jahre 1891 vollig gespannt. 

Die Zuflusse. Das Wasser, das den untersuchten Teich fiillt, ist sehr 
ve rschiedenen Ursprungs. Das Hauptquantum kommt aus dem holier oben gele- 
geuen Rothwehrteiche. 

Der zweite nahmhaftere Zufluss ist der Forellenbach, der von der Anhohe 
(1 es Kunasberges (683 m Seehohe) herabkommt. (Fig. 53. Nr. 9.) 

Ausserdem speisen den Teich zahlreiche kleine Quellen, die am westlichen 
Abhange zerstreut sind und sparsam aber constant ihre Wasser nach dem Teiche 
a bfliessen lassen. Nur wenige fungiren als Trinkquellen, viele versickem auf 
f euchten Wiesen, noch andere speisen kleine Teiche am westl. Abhange des Thales. 

Die atmospharischen Niederschliige tragen theils direkt zur Wassermasse 
des Teiches bei, theils verstiirken sie alle oben genannten Zullusse. 

Da alle diese Zuflusse unaufhorlich verschiedene lebende Wesen dem Teicl ( e 
^ufiihren, so sind sie auf die Gesammtfauua von wesentlichem Einfluss und ihre 
Beschaffenheit und specielle Fauna wird weiter unten betrachtet werden. 



74 



Beschaffenheit des Wassers. Das Wasser hat eine dunkelbraune Farbe, 
was von dem Torflager am nordl. Ende herriihrt. Die Durchsichtigkeit ist daher 
sehr gering und wurde mittelst eines weissen Tellers auf 1*30 m sichcrgestellt. 

Bei ruhigem Wasserspiegel liessen sich nach dem irisirenden Coniferen" 
Bluthenstaub und nach dem Schaume der friiheren Wellengiinge verschiedene im 
Teicho bestehende Stromungen beobachten. 

Die Temperaturvorhaltnisse sind auf beifolgender Tabelle verzeichnet. (S. 75.) 

Die chemische Beschaffenheit des Wassers konnte vom Herrn Dr. Hana- 
mann nur nach 1 Liter der eingesandten Probe untersucht werden. 

Der Buckstand von 1 Liter Wasser betrug 10-2 Milligramms mineralischer 
und 19-2 Milligr. organischer Stoffe. 

Der Bodenschlamm wurde auch vom Herrn Dr. Hanaraann untersucht und 
ist seine Analyse folgende: 

In 100 Gewichtstheilen lufttrockeuen Schlammes waren eutlialten: 

Hygroskopisches Wasser .... 16-15% 

Hydratwasser 5-39% 

Humusstoffe 14-42% 

wwf 

Kohlenstoff 8-74"/ 

Stickstoff 0-49% 

Gluhverlust 35-96% 

Thonsilicate 26-75% 

Quarz und Glimmer 37-29°/ 

ioo-oo /,, 

Gliihverlust 35-96°/ 

Eisenoxyd und Thonerde . . 2-35°/ Ein Theil Eiseuoxydes als 



Oxydhydrat zugegen, ein 
anderer als Oxydulcar- 
l)ou at. 



Kalk 0.72% 

n Salzsaure I Magnesia 0-47% 

loslich I Kali und Natron 0-58% 

Schwefelsiiure Spur 

Chlor Spur 

Phosphorsiiure - 22% 

Kieselsiiure 44*97% 

Kisenoxyd 8*40% 

Thonerde 10-73% 

Mauganoxyd Spur 

Kali und Natron 1*60% *) 

IWol) 

Veranderungen des Wasserspiegels Selten war der Wasserspiegel des Teiches 
ruhig, urn eine ungestorte Arbeit zu gestatten. In einer IUchtung anhaltender Wind 
trieb oft die pelagische Thierwelt zu eiriem Ufer und mischte dieselbe rait der 
litoralen. Grosserer Wellengang, der sich oft zu einem Sturm steigerte, wurde sogar 



In Flusssauro 
loslich 



*) Ans der Dift'ernnz bestimmt. 



75 



Temperaturmessungen am Gatterschlager Teiche in den Jahren 1890—91. 

(nach Celsius). 



Luft 



Ober- 
flache 



1 m 



2 m 



3 m 



4 m 



15 

15 
15 
16 
19 
20 
21 
28 
23 
26 
26 
27 
I 
U 
1)5 
17 
25 
19 

U 

28 

no 

12 
15 



1890 



April 
Mai 



Juni 



Juli 

August 



September 
December 



1891 



April 
Mai . 



Juli 



+ 

+ 
+ 
+ 

f 

■f 
+ 

+ 
+ 

+ 
+ 

i- 



13-0 
13-0 
12-0 
15-4 
18-8 
Kr2 
17-2 
12-2 
14-5 
39-0 
16-8 
22-0 
32-2 
23-2 
29-0 
28-5 
22-0 
8-0 



+ 

+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 



+ 3-0 
+ 15-0 
4-19-5 
4-18-0 
-(-22-0 



10-0 
14-8 
15-2 
17-0 
18-4 
18-5 
19-0 
18-5 
17-6 
21-0 
20-0 
19-4 
28-6 
22-0 
23-0 
23-2 
16-8 
0-8 



+ 3-2 
-1-17-0 
-f- 19-5 
-|-18-2 
4-19-0 



-f- 9-2 
+ 13-6 
+ 15-1 

+ 15-8 
+ 18-1 
+ 17-4 
4-18-2 
+ 17-2 
+ 17-0 
+ 17-6 
4- 18-5 
+ 18-5 
4-21-0 
+ 21-5 
+ 22-5 
4- 22-4 
4-15-4 
4- 1-6 



4- 8-4 



4-16-0 
4- 19-5 
4- 18-0 
4- 18-6 



+ 
+ 
+ 

+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 
+ 

+ 

+ 
+ 



15-0 
14-5 
17-5 

18-0 
17-0 
16-8 
17-0 
17-4 
17-0 
18-5 
18-8 
22-5 
21-2 
14-0 
3-0 



17-5 
17-0 
15-5 



+ 
+ 



18-0 
18-0 



4- 5-0 
4- 17-0 
4-18-8 

4- 18-5 



4- 15-0 
4- 14-5 
4-17-5 

4-16-4 
4- 16-8 
4- 15-5 

+ 17-4 
4-17-0 
-f-17-2 

4- 21-2 

4-13-8 
+ 2 

4- 5-0 
4-16-2 

4-16-2 
4-18-0 
4- 18-0 



Abends 



Mittag 
Naclits 



Nachts 



76 



clem Bote gefahrlich und es kam vor, class raehr als eine Stunde nfithig war, urn 
vom Tomandelhofe zur Station zu gelangen. 

Die vorherrschende uordwestliche Windrichtung verursachte zuweilen iin 
Mai eine Ansammlung von Ephippien, Statoblasteu, todten Thieren und Pflanzen- 
samen an dem Strand, sowie die Bildung eines breiten Saumes von Pflanzendetritus, 
unter dem die Knollen von Scirpus maritimus eine charakteristische Stelle einnahmen. 

Bei der Prtifung der Durchsichtigkeit des Wassers benutzten wir Oel zur 
Beruliigung der kleinen Wellen und dasselbe liess sich clann mehrcre Tage als 
glattes Band auf dem Wasserspiegel beobachten. 



Fauna der Umgebung des Gatterschlager Teiches und dessen Fische. 

Von Saugethieren ist bloss zu erwahnen, dass sudlich vom Teiche noch 
das Wildscliwein im freien, nicht eingeziiumten Walde im Rudolfirevier vorkommt. 
Auf der Halbinsel hielt sich ein Paar von Eichhornchen auf. Mliuse und Fleder- 
miiuse machten sich nicht bemerkbar und ware ein liingerer ununterbrocbener 
Aufeuthalt auf der Station nothig um in dieser Hinsicht Beobachtungen machen 
zu konnen. 

Sehr interessant ist dagegen die Vo gel welt, liber welche ich im Ornitbo- 
logischeu Jahrbuch 1892 folgende Notizen veroffentlicbte. 

Von Tagraubvogeln machte sich bloss ein mit hellem Geschrei den Teich 
uberfliegender Finkensperber (Accipiter nisus) bemerkbar, ein andermal ein Ler- 
chenfalke (Falco subbuteo) und einige Male zog ein den Teich revidierender Fluss- 
adler (Pandion haliaiitus) dahin. Eulen verriethen ihre Gegenwart durch im Walde 
hinterlassene Fedem (Asio otus) und abends durch seine Stimme der Steinkauss 
(Carine noctua). Der Eisvogel (Alcedo ispida) liess sich bloss einmal sehen, der 
Griinspecht (Picus viridis), der Kukuk (Cuculus canorus) und der Wendehals (Jynx 
torquilla) verriethen ihre Gegenwart in den an den Teich grenzonden Waldern 
und Gebuschen. Der Pirol (Oriolus galbula) nistete unweit der Halbinsel und 
seine Jungen trieben sicli lange im Waldchen umber. Von Singvogeln ist der 
Buchfink (Fringilla coelebs) und der Ammerling (Kmberiza citrinella) am haufigsten 
und beide sehr zutraulich. Der Girlitz (Serinus serinus) belebt die grossen Biiunie 
am Teichdamm. Das Schleussenhaus dient den Dorfschwalben (Hirundo rustica) 
dem Hausrothschwanz (Ruticilla titis), sowie der weissen Bachstelze (Motacilla 
alba) zur Brutstatte. Der Grunling (Chlotis chloris), der Stieglitz (Carduelis car- 
duelis) lassen sich auch auf der Insel horen. Eine grossere Grasmiicke briitete 
iin niederen Nadelwalde unweit der Station, die Dorugrasmiicke (Sylvia sylvia) 
einige Schritte von derselben. Meisenzuge streiften ofters voriiber. Da ich mich 
mit dem Erlegen der kleinen Sanger nicht befassen konnte, blieben mehrere der 
Art noch unsicher. 

Am interessantesten fur mich war das Vorkommen der Wachholderdrossel 
(Turdus pilaris), deren Geschrei ich gleich beim ersten Besuche Mitte April war- 
nahm. Spiiter entdeckten wir das Nest 30 Schritte von unserem Iliiuschen auf 
eiuer Kiefer, ganz ungedecld in der vierfacben Gabelung des Stammes. Dasselbe 
enthielt am 26. Mai fiinf halb flugge Junge und ein schlechtes Ei. Das vom Heger 



77 



uiuthwillig getodtete Weibchen hatte im Magen die Excreinente der Jungeu, 
sonst nur etwas am Teicbrande gesarameltes vcgetabiliscbes Zeug. Ira Danne be- 
fanden sich zwei Aiten von Eingeweidewurmern, von denen man voraussetzen kann, 
•bass deren Embryoiien durcji die am Teichrande verschluckten kleinen Krebse in 
die Wachholderdrossel gelangten. In diesem Jabre briiteten die Vogel an derselben 
Stelle und ftihrten am 12. Juli die Jungen aus. Dieselben niihrten sich am Boden 
des Waldes von den Heidelbeeren und flogen auf den Warnungsruf der Mutter 
in die Hohe, um sich dann ganz stille zu verhalten, wiihrend das Weibchen stets 
m it grossem Geschrei den Eindringling umflog. Eine junge Kriihe wurde an einem 
Abende von der ganzen Farailie in die Flucht getrieben. 

Die grauen Nebelkriihen (Corvus comix) sind Brutvogel in der ganzen 
Umgebung des Teiches und werden vom Forstpersonale eifrig verfolgt, was nicht 
z u wundern ist, da wir selbst wiederholt Eier von Birkhuhnern und Wildenten 
v on Krahen ausgeleert im Walde liegen fanden. An einem anderen Orte im sud- 
bchen Bdhmen, bei Bechin, fand ich in einem Walde iiberall die Schaleu von Teich- 
muscheln zerstreut und erfuhr, dass ein in der Nahe halb abgelasseuer Teich den 
Krahen eine giinstige Gelegenheit bot, diese Leckerbissen dort zu holen. 

Bohlen (Colaeus monedula) kamen vom Neuhauser Schlosse in grossen 
Scliaren von Zeit zu Zeit zum Besuch des Teichdammes und viele scheinen auf 
ei nem hohen Baume auf dem Kamme gegen Kinschwart hin zu iibernachten. 

Elstern (Pica pica) sind nur seltene Giiste hier, constant aber an der 
Strasse nach Neuhaus, am sogenannten Fiederbusch, zu treffen. Stare (Sturnus vul- 
garis) besuchen im Herbste die nassen Wiesen beim Teiche, halten sich aber wegeu 
Mangel an reichem Rohrwuchse nicht lange hier auf. 

Von Tauben nistet hier uberall die Hohltaube (Columba oenas) und auch 
ei nige Ringeltauben (Columba palumbus) wurden beobachtet. 

Birkhuhner (Tetrao tetrix) nisten sowohl auf der Halbinsel, wo unsere 
Station steht, wie auch an der grossen Insel im nordlichen Theile des Teiches 
u "d hatten heuer dort von Menschen Rube, da bei vollig gespanntem Teiche die 
Insel ohne Kahn unzugiinglich ist. Dafur scheinen Kffihen die Brut gestort zu 
haben, denn ich fand wiederholt daselbst das alte Parchen ohne Junge. Wachteln 
(Coturnix cotumix) und Rebhuhner (Perdix cinerea) sind auf den den Teich um- 
gebenden Feldern haufig und lassen fruh und abends ihren Ruf horen. Von Blass- 
cnten (Fulica atra) nisteten bloss etwa 6 Paare auf dem Teiche, aber ihre Brut 
sc beint auch vernichtet worden zu sein, denn nirgends bekamen wir Junge zu Ge- 
sichte. Auf einem Neste fanden wir noch ganz frisch die wohl von einem Raub- 
v °gel rein skelettierten hinteren Extremitaten beider Gatten. Kleinere Wasserhiihner 
sahen wir hie und da auffliegen, konnten aber die Arten nicht genau erkennen. 

Zur stiindigen Staffage der Teichriinder gehoren die Kiebitze (Vanellm 
v anell us ) und Totanus calidris, welch' letzterer an mehreren Stellen der u liter 
Wasser stehenden Wieseuufer briitet und namentlich im April und Mai den ganzen 
r *g hindurch sich horen lasst und besonders, wenn man sich seinem Brutplatze 
^Wt, entsetzlichen Liirm schlagt. 

Am 26. September kam ein Trupp von grossen Brachschnepfen (Numenius 
ar <Matus) mit hellem Geschrei, kehrte dann alltaglicb wieder zuruck und sollen 



78 



sich diese Vogel hier bis zum Eintritte der ersten Froste heruragetrieben haben- 
Das zweite Jahr crschienen sie abermals auf denselben Stellcn. Actitis hjpoleucus 
besuchte ofters die sandigen Stellen des Ufers und eine Eeiherfamilie trieb sich 
im Juli und August von einem Orte des Teichufers zum anderen herum. Storche 
(Ciconia ciconia) bekamen wir nicht zu Gesichte, konnten aber constatieren, dass 
noch ein Paar am Holnauer Meierhofe bei Kardasch Recic, unweit Neuhaus niste. 

Die Lachmove (Lams ridibundus) belebt im Friihjahre den Teich den 
ganzen Tag. Mitte April vorigen Jahres veranstalteten etwa 100 Stuck in langer 
Reihe eine Streifjagd iiber den Wasserspiegel nach einer massenhaft vorhandenen 
schwarzen Gelse (Chironomus). Spiitcr verschwanden sie nach der am nahe gele- 
genen Rothwehrteiche befindlichen Brutcolonie. Wir schickten uns heuer an, die 
Krustcnthiere aus der Umgebung der Brutcolonie nach Embryonen von Band 
wurmern zu untersuchen, welche im geschlechtsreifen Zustande im Darmcanale der 
Lachmoven vorkommen, fanden aber den Teich trocken gelegt und die Brutinsel 
verlassen. Wahrscheinlich verdankt mein Assistent, Herr Dr. V. Vavra, den Lach- 
moven die Entdeclumg eines Muschelkrebses (Limnicythure stationis), wolcher seine 
Verwandten auch im Brackwasser hat und wahrscheinlich hierher durch Moven 
oder Wildenten verschleppt wurde. 

Die Flussschwalbe (Sterna hirundo) halt sich constant in zwei Paaren am 
Teiche auf und hat auf einem scharfspitzigen Steine am ostlichen Ufer ihren Lieblings- 
platz. Sie scheint hier genistet zu haben, da sie auch zur Brutzeit den Teich nicht 
verliess und schliesslich die ersten Flugversuche der Jungen leitete. 

Die Wildenten sollen vor Jahren hier sehr haung gewesen sein, nachdein 
aber der Teich wegen Torfgewinnung langere Zeit zum grossen Theile trocken lag, 
blieben sie aus. 

Es nisteten hier noch Knack (Anas querguedula) und Krikenten (Anas 
crecca) in einigen Paaren, sowie die Stockente (Anas boscas). Das eine Stockenten- 
paar hatte das Nest auf der von uns bewohnten Halbinsel, etwa 40 Schritte voin 
Ufer, in niedrigem Kiefernwalde auf der Erde zwischen Heidelbeeren. Mehrere 
Stockentenpaare nisteten auch an der im nordlichen Theile des Teiches gelegenen 
Insel. Als ich eine solche noch sehr unvollkommen flugfiihige Familie auf der Insel 
im dichten Gestrflppe antraf, stellte sich das Weibchen hugellahm und floh in ent- 
gegengesetzter Richtung dem Wasscr zu, wiihrend die Jungen tiefer in den 
Wald flatterten. Unweit der Station trafen wir im halberwachsenen Schilfe nebon 
einem bereits verlassenen Bliissentenneste ein mit 3 Eiern besetztes Nest von Po- 
diceps cristatus. Die Eier waren an der Seite, wo sie dem Sonnenlichte ausgesetzt 
standen, mit feuchten Wasserpflanzen bedeckt. Der Lappentaucher selbst erschien 
von der entgegengesetzten Seite und verrieth grosse Unruhe, als er uns in der 
Nahe des Nestes bemerkte. Eine Woche spiitcr fanden wir die Eier nicht mehr 
mit nassen Algen, sondern nur mit lose liegenden Wasserpflanzen bedeckt, was mit 
der vorgeschritteneren Entwicklung der Embryonen zusammenhangen kann, die 
schon mehr Luft bedurfen. 

An der Insel nistet auch Podiceps nigricollis. 

Im Ganzen haben wir hier ein viol iirmeres Bild der Vogelfauna vor uns, 
als man es gewohnt ist an den Teichen der Niederung von Wittingau und Frauen- 



79 

berg zu finden, wo hunderte von nahe aneinander gelegcncn Teichen das Gedeihen 
der Vogelwelt fordern, obzwar audi da wegen der Siimerung der Teiche die Vogel- 
fauna jetzt bei weitera iirmer 1st, als sio vor 40 Jahren war, wo ich diese Gegend 
z um ersten Male besuchte. * 

Von Eeptilien benierken wir nur wenige Exemplare der Ringelnatter (Tro- 
pidonotus natrix). 

Von Amphibien bloss sparsarae Exemplare des griinen Grasfrosches (Rana 
osculenta). 

Die Fischfauna ist die gewohuliche, welchc in vom Mensclien besetzten 
Teichen zu finden ist. 

Ausser Karpfcn, Schleien, Hechten, Zandern, Barschen, Aale und Aalruppen 
kommen verschiedene Weissfisclie vor, die wir niclit niiher untersuchen konnten, 
da wir bei der Abfischuug nicht zugegen waren. Auffallend war der Zug kleiner 
Barsche vor einem Gewitter ira Juli 1890. Sie zogen in dicbten Schaaren kings 
des Ufers einem Rohrbestande zu und kehrten, nachdem das Gewitter voruber war, 
in entgegengesetzter Richtung zuriick. 

Wir konnten vom Ufor aus etwa ein Dutzcnd in den Ketscher fangen und 
beuutzten die Gelegenheit zur Untersuchung des Darminhaltes. 

In einem dieser 6 cm langen Barsche fanden wir im Magen und Darm 
e ^wa 500 Bosmina curvirostris, 50 Leptodora Kindtii, Daphnia longispina, kein 
Holopedium, dann Larven von Chironomus, Corixa und mebrere Hydrachnen. 

Das Wachsthum des Karpfen erwies sich nach der Abfischung als gering, 
w as durch die Armuth der Fauna an Chironomen und Wurinern eiklarlich ist. 

Es gingen nach 2 Jahren 33 Stuck auf 50 kg. 

Hechte hatten an den Kiemen zahlreiche Gyrodactylen. 



Flora des Teiches und der nachsten Umgebung. 
Nach Beobachtungen d. P. Anton Rundensteiner in Neuhaus. 
tiber die Flora der Umgebung des Gatterschlager Teiches ist es uns moglich 
einen sehr vollstandigen Bericht zu bringen, den wir der Giitc des Herrn P. Anton 
Rundensteiner verdanken, welcher in den Jahren 1871—83 mehrfach Gelegenheit 
"and, hier botauische Aufsammlungen zu machen. Derselbe saminelte thoils im Teiche 
selbst nach den Abfischungen , theils auf den spater unter Wasser gesetzten 
W iesen, sowie an den Abhiingen in der Umgebung des Teiches folgende Arten. 
kquisetum limosum L. Im Teichwasser. 

» palustre L. Auf fcuchten Uferstellen. 
Botrychium matricariaefolium All. Br. Nicht weit von der zool. Station. 
Polystichium filix mas Roth. In den Steinspalten des Ufers. 
Lycopodium inundatum L. Nasse Stelle links vom Damme. 
P'nus sylvestris L. Gopferschlager Wald. 
Abies picea Mill. 

Lemna minor L. Torfstichgraben. 
^corus calamus L. Im Teiche. 
UHa pal us tris L. In einem Grabon, der in den Teich fliesst. 



80 



Sparganium ramosum Iluds. Im Teichspitz im Wasser. 
Agrostis stolonifera L. Am Ufer. 

„ caniiia L. Am Torfmoore. 
Calamagrostis sylvatica Cel. Sandboden um die Insel. 
Alopccurus geniculatus L. Am oberen Teichrande. 

„ fulvus Smith. Nach der Abfischung im Teiche. 

Anthoxanthum odoratum L. Uferwiesen. 
Holcus lanatus L. Am Torfmoore. 
Deschampsia caespitosa Beauv. Teichrand. 

„ flexuosa Gris. Teichrand. 

Danthonia decumbens DC. Torfwiese beirn Gopferschl. Walde. 
Cynosurus cristatus L. Uferwiesen. 
Poa nemoralis L. Gopferschlager Wald. 
Poa pratensis. Uferwiesen. 
Briza media L. „ 

Molinia varia Schrk. Torfmoor. 
Glyceria fluitans R. Br. Im Wasser. 

„ aquatica Wahl. „ 

Ecstuca ovina L. Am sandigen Ufer. 
Garex echinata Murr. Torfmoor. 

„ canescens L. Torfmoor. 

„ remota L. Waldgraben, der in den Teich fliesst. 

„ cyperoides L. Torfmoor und Teich. 

„ acuta L. Am Rande im Wasser. 

„ caespitosa L. Nasse Randwiese. 

„ pallescens L. „ „ 

fiava L. „ b 

„ vesicaria L. Im Wasser. 

„ hirta. Im nassen Sande des rechten Ufers. 
Rhynchospora alba Vahl. Torfwiese beim Gopferschlager Walde. 
Scirpus sylvat, L. Uferwiesen. 

„ lacustris L. Im oberen Teiche. 

„ setaceus L. Nasser Rand am ostlichen Teichrande. 

„ pal ustris Link. Im Wasser. 

„ ovatus Roth. Nach dem Abfischen im Teiche. 

„ maritimus L. 
Eriophorum polystachium Roth. Nasser Uferrand 

„ angustifolium „ „ „ 

Juncus communis, effusus & conglomeratus L, Nahe dem Wasser. 

„ filiformis L Nasses Ufer. 

„ lamprocarpns Ehr. Nach der Abfischung im Teiche. 

„ supinus Monch. Torfmoor. 

„ buffonius L. Nach dem Al)fischen. 

„ tenageja Ehr. Niichst dem Damme links. 
Luzula vernalis DC. Gopferschlager Wald. 



81 



Luzula campestris DC. Uferwiesen. 

Alisma plantago L. Ira Wasser des Teiches, soichte Stcllen. 
Orchis latifolia L. Uferwiesen. 
Callitriche vernalis L. Torfrnoorgriiben. 
Alnus glutinosa Gartn. Uferrand. 
Betula alba L. Uferrand. 
s alix cinerea L. „ 
» capraea L. „ 
n aurita L. „ 

Rumex acetosella L. Nach dem Abfischen. 

» acetosa L. Eandwiesen. 
Polygonum amphibium L. Im Teiche. 

,, hydropiper L. Teichrand und einmiindende Graben. 

Urtica dioica L. Zwischen Steinen des Dainmes. 
Campanula patula L. Uferwiesen. 

,, rotundifolia L. Uferwiesen. 

Uicracium murorum L. Auf der Insel. 

j, sylvaticum Link. Auf der Insel. 
Leontodon hastilis L. Auf der Insel und am Ufer. 

,1 autumnalis L. Nach der Fischerei. 
^rigeron acris L. Nach der Fischerei. 

i) canadensis L. Nach der Fischerei. 
Mollis perennis L. Am Ufer. 

*»idens cernuus L. Im Wasser. Am Torfmoor in Miniatur. 
__ » tripartitus L. Kaum 2 — 3" hoch. Gilt von Beiden. 
*ilago minima Fries. Nach der Fischerei. 
Qnaphalium sylvatic. L. Am Ufer. 

» uliginosum L. Nach der Fischerei im Teiche. 

Senecio sylvaticus L. Gopferschlager Wald. 
jacobaea L. Am Ufer. 



Cin 



Cent 



eraria crispa L. 



Cirsi 



aurea jacea L. 



Gopferschlager Wald. 
Uferwiesen. 



Jiim palustre Scop. Sumpfwiesen. 
aleriana dioica L. Nasse Uferwiesen. 
G alium uliginosum L. „ 

» palustre L. Im Wasser. 
^' r ythraea centaurium Pers. Uferwiese an Teichspitze 3 Ex. 
%osotis palustris L. Feuchtc Uferwiesen. 
^ophularia nodosa L. Unmittelbar am Wasser. 
Monica scutellata L. Nach der Fischerei. 

» officinalis L. Waldstellen am Ufer. 
^(licularis palustris L. Sumpfige Uferwiesen. 
''"nanthus minor Ehrh. Uferwiesen. 
Euphrasia officinalis L. 
» odontites L. 



82 



Mentha aquatica L. var. verticillata. Am Wasser. 

Lycopus europaeus L. Nachst dera Wasser. 

Galeopsis pubescens Bes. Beim Damme. 

Stachys palustris L. Am Ufer. 

Scutellaria galericulata L. Am Ufer. 

Prunella vulgaris L. Nach der Fischerei. Ostlichos Ufer. 

Utricularia vulgaris L. Im Teiche und Torfmoor. 

Lysimacliia vulgaris L. Oben beim Walde, ostliche Scite. 

Calluna vulgaris Salisb. Torfboden. 

Vaccinium uliginosum L. Ostliche Seite am Walde. 

Vaccinium myrtillus L. u. Vaccin. vitis Idea L. Auf der Insel. 

Ranunculus flammula L. Uberall am Wasser. 

Cardamine pratensis L. Feuchte Uferstellen. 

„ amara L. An Quellen, die in den Teich fliessen. 

Roripa palustris Besser. Am Wasser. 
Parnassia palustris L. Am Sumpfufer. 
Viola palustris L. Im Gopferschlager Wald. 
„ canina L. Ostliches Ufer nach der Fischerei; audi zwischen den Steinen. 
weiter im Teiche. 
Illecebrum verticillatum L. Einigos um die Insel, mehrores bei der Beobachtungs- 

station. 
Spcrgularia rubra Presl. Am Torfmoor, nicht viel. 
Spergula arvensis L. Nach der Fischerei im Teiche. 
Sagina procumbens L. I„ „ „ » » 

Stellaria Frieseana Ser. Im Gopferschlager Walde an einem modernden Bauffl- 

strunke von Dr. Celakovsky gefunden. 
Stellaria graminea L. Am Teichufer. 
Gypsophila muralis L. Nach der Fischerei. 
Lychnis fios cuculi L. Teichrandwicsen. 
Linum catharticum L. „ 

Polygala vulgaris L. Nach der Fischerei, vereinzelt. 
Rhamnus frangula L. Oben beim Walde. Ostliche Seite. 
Lythrum salicaria L. Am Wasser. 

Epilobium palustre L. Links nachst dem Damme mit Lycopodium inundatum. 
Peucedanum palustre Monch. Torfmoor. 
Angelica sylvestris L. Am Teichrande und nassen Wiesen. 
Alchemilla vulgaris L. Am Teichrande. 
Potentilla tormentilla Schrank. Nach der Fischerei und Torfmoor. 

„ norvegica L. Nach der Fischerei hftufig. Torfmoor. 
Fragaria vesca L. Gopferschlager Wald. 
Rubus suberrectus Anderson. Gopferschlager Wald, hiiufig. 
Trifolium filiforme Ant. Uferwiesen. 

„ campestre Schreb. Nach der Fischerei. 

n procumbens L. „ „ „ 

„ spadiceum. Nachst dem Ufer. 



83 



■Trifolium arvense L. Nach der Fischerei. 

,, repens L. Nach der Fischerei und am Torfmoore. 

>, medium L. Im Gopforschlager Walde. 

n pratense L. Am lifer angeflogen. 

Lotus corniculatus L. Nach der Fischerei; ostliche Seite. 
Lathyrus pratensis L. Uferwiesen. 

Mit Moosen habe ich mich nicht viel abgegebeu, jedoch im Vorbeigehen 
bemerkt : 
Sphagnum cymbifolium. Am Torfmoore. 

i! acutifolium. „ „ 

n squarrosum, mit Friichten. Am Torfmoore, 
Hypnum cuspidatum. Am Torfmoore. 
Climacium dendroides. „ „ 

1'olytrichum commune. „ „ 

Milium palustre. 

^'unaiia hygrometrica. Auf alten Hirtonfeuerstellen. 
^eratodon purpureus. Torfmoor. 

Von niederen pflanzlichen Organismen beobachteten wir gelegentlich fol- 

gende, deren Bestimmung wir theilweise Hcrrn Prof. Hansgirg verdanken: 

Stj geocIonium tenue l , B . '. 1T . DA . n , 

MdTin- a ^+; / x -i \ > an den Steinen des Dammes. 30. 5. 91. 

«iongeotia sp. (stenl.) J 

i'atrachospermum moniliforme. Forellenbach. 

JPirogyra sp. (steril.). Forellenbach. 

"Pirogyra sp. (steril). Forellenbach. 

,j ulbochaete sp. l T rsx , 

Oogonium J Im Lltorale " 

Oscilaria leptotricha. Aus 2 m Tiefe in der seichten Bucht. 30. 5. 91. 

A nabaena flos aquae. 12. 7. 91. 

^aurastrum. Im Litorale. 

^smarium. Im Litorale. 

b °smocladium. Pellagisch. 28. 5. 91. 

Zum Studium der Desmidiaccen und Diatomeen wiire hier eine sehr giin- 
stl £o Gclegenheit, denn das Material aus dem Rohrbestande unter der Wiesenquelle 
War sehr reich. 



ubersicht der pclagischen Fangresultate nach. den 

einzelnen Monaten. 

15 April 1890. Oberflache. Holopedium gibber urn 

Heterocope saliens 
Daphnia longispina 
Leptodora Kindtii. 

G* 



Oberflache. 
Temp. 10-0° C. 




84 



15. Mai. 



18. Mai 



26. Juni. 
Mittags. 



Nachts. 



Oberflache. 
Temp. 15-0° C. 



1 Meter Tiefe: 
Temp. 15-1° C. 



2 Meter Tiefe: 

Temp. 15-0° C. 
Grundprobe. 



Oberflache. 
Temp. 19-0° C. 



1 Meter Tiefe : 
Temp. 16-8° C. 



2 Meter Tiete: 
Temp. 15-4° C. 



Luft 39-0° C. 
Oberflache des 
Wassers 21-0° C. 

1 Meter Tiefe: 
Temp. 17-6° C. 

2 Meter Tiefe : 
Temp. 17-0° C. 

Luft 16-8° C. 
Oberflache des 
Wassers 20-0° C. 



Spiirliches Material. 

Holopedium gibberum 
Heterocope saliens 
Leptodora Kindtii, einzelne grosse Exemplars 
Daphnia longispina. 

Reichliches Material. 
Holopedium gibberum 
Heterocope saliens 
Leptodora Kindtii. Einzelne riesige Exemplare. 
Conochilus volvox, sparsam. 

Holopedium gibberum, sparsam. 

Leptodora Kindtii. Haufig in grossen Exein- 

plaren. 
Eurycercus lamellatus 
Cyclocypris ovum. 

Massenhaftes Material. 
Holopedium gibberum (viele junge) 
Heterocope saliens 
Daphnia longispina 
Diaptomus gracilis. 

Spiirliches Material. 



Holopedium gibberum 
Leptodora Kindtii 



Daphnia longispina 
Diaptomus gracilis. 



Sehr spiirliches Material. 



Holopedium gibberum 
Leptodora Kindtii 



Diaptomus gracilis 



Spiirliches Material. 
Holopedium gibberum 
Conochilus volvox. 

Holopedium gibberum. Masseuhaft. 

Diaptomus gracilis 
Daphnia longispina. 

Reiches Material. 
Holopedium gibberum 
Conochilus volvox 
Diaptomus gracilis. 



85 



1. August. 
Mittags. 



Nachts. 



1 Meter Tiefe: 
Temp. 18-5° C. 

2 Meter TiSfe : 
Temp. 17-4° C. 

Luft 32-2° C. (im 

Schatten). 

Oberfliiche des 

Wassers 28-6° C. 

1 Meter Tiefe : 
Temp. 21-0° C. 



2 Meter Tiefe : 
Temp. 18-5° C. 



3 Meter Tiefe : 
Temp. 18-0° C. 



Grundprobe. 
Temp. 17-2° C. 



Luft 23-2° C. 
Oberfliiche. 
Temp. 22-0° C. 



1 Meter Tiefe . 
Temp. 21-5° C. 

2 Meter Tiefe : 
Temp. 18-8° C. 



Holopedium gibberum 
Diaptomus gracilis. 

Holopedium gibberum, einzelu. 
Diaptomus gracilis. 

Holopedium gibberum, sparsam. 
Leptodora Kindtii, einzeln. 
Dapbnia longispina. 

Sehr spfirliches Material. 
Holopedium gibberum 
Leptodora Kindtii, einzelu. 
Diaptomus gracilis. 

Diaptomus gracilis 
Leptodora Kindtii, einzelu. 
Daphnia longispina. 

Leptodora Kindtii, hiiufig. 
Daphnia longispina 
Diaptomus gracilis. 

Leptodora Kindtii 

Dapbnia longispina 

Ilyocryptus acutifrons 

Diaptomus gracilis 

Leere Kugeln von Holopedien. Chaetogaster. 

Holopedium gibberum, hiiufig. 
Leptodora Kindtii, einzeln. 
Diaptomus gracilis 
Conochilus volvox, einzeln. 
Oorethra plumicornis. Larve 
Triaenodes bicolor. Larve. 

Dasselbe, aber Conochilus hiiufiger. 



Sparliches Material. 
Holopedium gibberum, sparsam. 
Daphnia longispina 
Diaptomus gracilis. 




86 



17. August. 



25. September. 



3 Meter Tiefe : 
Grand probe. 
Temp. 18-0° C. 



Luft 28-5° C. 
Oberfliiche. 
Temp. 23-2° C. 



1 Meter Tiefe : 
Temp. 22-4° C. 



25 Meter Tiefe: 
Temp. 21-2° C. 
Grand probe. 



Luft 220° C. 
Oberfliiche. 
Temp. 16-8° C. 



1 Meter Tiefe : 
Temp, 15-4° C. 



2 Meter Tiefe : 
Temp. 14-0° C. 



3 Meter Tiefe : 



Grosse Menge leerer Kugeln von Holopedien 

Diaptomus gracilis 

Alona affinis 

Ilyocryptus acutifrons, haufig. 

Reich.es Material. 

Holopedium gibberum, haufig, 20% i n " 

ficirt. 
Diaptomus gracilis bildet die Hauptmasse. 
Conochilus volvox 

Daphnella brachyura, ziemlich liiiufig. 
Leptodora Kindtii, einzeln. 

Spiirliches Material. 

Holopedium gibberum, sparlicher. 
Leptodora Kindtii. 
Asplanchua priodonta. 

Diaptomus gracilis 
Holopedium, einzeln, rneist todt. 
Leptodora, einzeln. 
Stylaria lacustris 
Stylaria parasita. 

Spiirliches Material. 

Holopedium gibberum, sparsam. 
Daphnella brachyura 
Leptodora Kindtii, einzeln. 
Diaptomus gracilis 
Conochilus volvox. 

Holopedium gibberum (mit viel Sommereiern)- 
Daphnia longispina, haufig. 
Leptodora Kindtii, einzeln. 
Diaptomus gracilis. 

Leptodora Kindtii, hiiung. 
Daphnia longispina. 
Diaptomus gracilis. 

Leptodora Kindtii, haufig. 
Daphnia longispina 
Diaptomus gracilis. 



87 



19. December. 



23 - Feber 1891. 



12. Marz. 



*<>• April. 



Luft — 11-0° 0. 
Oberffiiche unter 

dem Eise 
Temp. +t>-8°C. 



1 Meter Tiefe : 
Temp. +1-6°G. 



2 Meter Tiefe: 
Temp. + 3-0°C. 



3 Meter Tiefe: 
Temp. 4-2-8°C. 



Reichliches Material. 

Daphnia longispina (sehr hiiufig mit Sommer- 

eiern). 
Bosmina cornuta 
Diaptomus gracilis, hiiufig. 
Asplanchna priodonta. 
Stentor viridis. 

Spiirliches Material. 



Daphnia longispina 
Bosmina cornuta 



Diaptomus gracilis. 



Spiirliches Material. 

Daphnia longispina | Conochilus volvox 
Diaptomus gracilis | 1 Ex. 

Hydra fusca, hiiufig. 
Daphnia longispina, sparsam. 
Alona affinis 
Ilyocryptus acutifrons 
Cyclops Leuckarti 
Mesostomum Ehrenhergii 
Difflugia acuminata 
Difflugia corona. 



Grundprobe. 



Luft 3-0° C. 
Oberfliiche. 
Temp. 3-2° C. 



Daphnia longispina 
Alona affinis 
Bosmina cornuta 



Candona Candida 
Viele Difflugien und 
Arcellen. 



Daphnia longispina 
Diaptomus gracilis 
Cyclops strenuus. 

Daphnia longispina 
Diaptomus gracilis 
Cyclops strenuus 
Bosmina longirostris. 

Diaptomus gracilis 
Holopedium gibberum, einzelne Junge. 
Daphnia longispina, spftrlich. 
Bosmina longirostris, hiiufig. 
Daphnella brachyura 
Synchaeta mordax. 



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Fig. 54. Pelagische Thierwelt in der Mitte des Gatterschlager Teiches. (Etwa 5mal vergrossert.) 
1. Conochilus volvox Ehrenb. 2. Holopedium gibberum Zaddacb, 3. Dapbnia longispina Leydig, 4 Leptodora Kindtii Focke 

5. Diaptomus gracilis Sars, 6. Limnesia histrionica Mull. 



89 



18. Mai. 



28. Mai. 



16. Juli. 



1 Meter Tiefe . 
Temp. 5-0° 0. 



2 Meter Tiei'e: 
Temp. 5-0° C. 



Luft ir>-o n c. 

Oberflache. 

Temp. 17-0°C. 



1 Meter Tiefe: 
Temp. 1(!-S<'C. 



2 Meter Tiefe: 
Temp. 16-5° C. 

Grundprobe 
(zwischen der 
Halbinsel und 
dem Damme.) 



Daphnia longispina (Junge) 
Holopedium gibberum (Juuge) 
Losmina longirostris 
Diaptomus gracilis. 



Daphnia Ion g i- 

spina 
Diaptomus gracilis 
Holopedium gibberum, 

selten 

Daphnia longi- 

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Bosmina longirostris 
Cyclops strenims 
Synchaeta mordax. 



Diaptomus gracilis 
Dinobryon sertularia. 



Daphnia longispina (viele Mannchen) 
Diaptomus gracilis (Junge) 
Leptodora Kindtii, einzeln. 
Holopedium gibberum, einzeln. 

Daphnia longispin a 
Diaptomus gracilis (Junge) 
Leptodora Kindtii, einzeln. 

Dasselbe, wie in 1 Meter. 

Der Schlamm bestand aus lauter kleinen 
Kiigelchen, Excrementen von Cbironomuslarven 
und Wurmern. 



Luft 18-0° C. 
Oberflftche. 

Tom]). 1,S-2°C. 



Eury cercus lame I latus 
Alona aflinis 
Simocephalus vetulus 
Cyclops albidus 
Cyclops viridis 
Cyclocypris laevis 
Cypridopsis vidua 
Mesostommn Ehren- 
bergii 



Diaptomus gracilis 
Leptodora Kindtii 
Holopedium gibberum, einzeln 
Daphnia longispina, einzeln 
Daphnella brachyura, einzeln 
Cyclops Leuckarti 
Conochilus, sehr sparlich. 



Chaetogaster diapha- 

nus 
Stylaria lacustris 
Eylai's exteudens 
Limnesia undulata 
Phryganeen-Larven. 



90 



19. September. 



1 Meter Tiefe : 
Temp. 18-0° C. 



2 Meter Tiefe: 
Temp. 18-0° C. 



4 Meter Tiefe: 
Grundprobe. 



Luft 18-5° C. 
Oberfliiche. 
Temp. 15-6° C. 



1 Meter Tiefe: 



2 Meter Tiefe: 



Spiirlicheres Material. 

Diaptomus gracilis 
Leptodora Kindtii 
Holopedium gibberum, einzeln. 

Diaptomus gracilis 

Daphnia longispina 

Leptodora Kindtii, Mufig, grosse Exompl. 

Daphnella brachyura 

Holopedium gibberum, sparlich. 

Cyclops serrulatus. 



Daphnella brachyura 
Leptodora Kindtii 
Holopedium gibberum 
Cyclops albidus. 



sel toner. 



Holopedium gibberum, spiirlich. 
Daphnia Kahlbergensis, sparlich. 
Daphnella brachyura, sparlich. 
Daphnia longispina 
Leptodora Kindtii, haufig. 
Ceriodaphnia quadrangula 
Cyclops albidus 
Diaptomus gracilis. 

Leptodora Kindtii, sehr hiking. 

Daphnia Kahlbergensis 

Daphnia longispina, einzeln 

Daphnella brachyura 

Holopedium gibberum, bloss cinige kleine 

Exemplare. 
Ceriodaphnia quadrangula 
Cyclops albidus 
Diaptomus gracilis. 

Reichliches Material. 
Leptodora Kindtii, sehr haufig. 
Cyclops, weniger haufig als in den hoheron 

Schichten. 
Diaptomus gracilis 
Daphnia Kahlbergensis, haufig 
Ceriodaphnia quadrangula, haufig 
Daphnella brachyura, haufig 
Bosmina longicornis 
Holopedium gibberum, sehr sparlich. 



3 Meter Tiefe : 
Grundprobe. 



Cyclops a I b i d u s 
Ceriodaphnia qua- 

drangula 
Alona affinis 



91 



Candona Candida 
Limnesia histrionica 
Nesaea coccinea 
Hydra fusca. 



Litoral- und Bodenfaiina des Gatterschlager Teiches. 

Die Fauna des Litorale ist am Gatterschlager Teiche sehr mannigfaltig, 
je nach den an den verschiedenen Ufern obwaltenden Verhiiltnissen. Die sandigen 
vegetationsarmen Stellen sind entsprecliend arm, die mit Schilf und Rohr bewach- 
senen reich, die Stelle, wo der quellwasserige Forellenbach einmiindet, hat eine 
abweichende Fauna und die seichten Ufer am oberen Ende des Teiches, welche 
Torfgrund haben, liefern eine ganz eigenthihnliche Gruppierung der Arten. Auch 
die seichten Stellen zwischen der Insel und dem ostlichen Ufer, wo die Utricularia 
mit ihren buntgefiirbten Niipfen auf Beute lauert, beherbergen Crustaceen und 
Infusorien, die anderwiirts nicht zu eruiren sind. 

Der Steindainm bietet zahlreichen Thryganidenlarven und Mollusken 
giinstige Aufenthaltsorte. 

Gewiss iindern sich auch diese Thierlebenfacien im Verlaufe des Jahres 
mannigfach und es ware dazu langjahrige Arbeit nothig, urn dies genauer festzu- 
stellen, doch sind sie im ganzen viel stabiler als die pelagische Fauna, wesshalb 
wir uns darauf beschriinken werden nur die oben angedeuteten Hauptkategorien 
jo nach ihrer Thierwelt zu schildern. Grosse Storung bringt in das normale Bild 
gar oft der Wind, welcher pelagische Formen an das Ufer treibt und hier mit 
der eigentlichen litoralen Fauna mischt. 

Westliches Ufer unter der Wiesen-Quelle. (September). (Fig. 53. 2.) 



Acanthocystis turfacea 
Stentor coeruleus 
Mesostomum lingua 
Vortex viridis 
Chaetogaster diaphanus 
Stylaria lacustris 
Sida crystallina, sehr hiiufig 
Daphnella brachyura 
Ceriodaphnia quadrangula 
Bosmina longirostris 



Eurycercus lamellatus 
Cyclops albidus 
Cyclops serrulatus 
Canthocamptus staphylinus 
Notodromas monacha 
Nesaea coccinea 
Limnesia histrionica 
Eylais extendens 
Cloeon dipterum (Larven). 



Westliches Ufer bei den Birken. (Fig. 53. oberhalb 2). 



Bequereusia spiralis 
Melicerta pilula 
Sida crystalina 



Ceriodaphnia tiuadrangula 
Simocephalus vetulus 
Scapholeberis mucronata 




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Bosmina longirostris 
Bosmina comuta 
Acroperus leucoceplialus 
Eurycercus lamellatus, sehr hiiutig. 
Pleuroxus truncatus, hiiufig. 
Cyclops serrulatus 
Cyclops albidus 
Cyclocypris laevis 

Litorale im Schilf und Rohr. 

Westliches Ufer der Insel (Mai). 

Difflugia pyriformis 
Dinocharis tetractis 
Kattulus luuaris 
Eurycercus lamellatus. 

Nordliches Ufer der Halbinsel (Juli). 

Arcella vulgaris 

Difflugia corona 

Difflugia urceolata 

Lequereusia spiralis 

Rhipidodendron splendidum 

Peridinium 

Conochilus volvox 

Brachionus Bakeri 

Mesostoma lingua 

Mesostoraa rostratuni 

Aeolosoma quaternarium (uiit ro- 

then Oeltropfen) 

Stylaria lacustris 

Daphnella brachyura 

Eurycercus lamellatus, sehr hiiufig. 

Ceriodaplmia quadraugula 

Scapholeberis mucronata 

Bosmina longirostris 

Pleuroxus trigonellus 

Pleuroxus truncatus 

Cyclops albidus 

Cyclops serrulatus 

Diaptomus gracilis 

Notodromas monacha 

Triaenodes bicolor 

Nesaea coccinea 



94 



Litorale am Einflusse des Forellenbaches. (Fig. 53. 9). 



Arcella vulgaris 
Difflugia corona 
Difflugia acuminata 
Difflugia pyriformis 
Difflugia urceolata 
Difflugia globosa 
Rhaphidiophrys pallida 
Volvox minor 
Peridinium 
Ceratiuiu macroceros 
Rhipidodendron splendidum 
Ephydatia fluviatilis 
Hydra vulgaris 
Vortex truncatus 
Mesostoma Ehrenborgii 
Polycelis nigra 
Acolosoma quaternarium 
Chaetogaster diaphanus 
Nais elinguis 
Stylaria parasita 
Stylaria lacustris 
Nephelis vulgaris 
Clepsine bioculata 
Monocerca rattus 
Brachionus Bakeri 
Daphnella brachyura 
Ceriodaphnia quadrangula 
Simocephalus vetulus 



Simocephalus serrulatus 

Bosmina cornuta 

Ilyocryptus acutifrons 

Eurycercus lamellatus 

Camptocercus rectirostris 

Acroperus leucoccphalus 

Pleuroxus nanus 

Tleuroxus trigonellus 

Tleuroxus truncatus 

Chydorus globosus 

Cyclops albidus 

Cyclops Leuckarti 

Diaptomus gracilis 

Cypridopsis vidua 

Cypris fasciata 

Clocion (Larve) 

Perla (Larve) 

Agrion (Larve) 

Triaenodes bicolor (Larve) 

Lageno psyche costalis (Larve) 

Corisa distincta 

Naucoris cimicoides 

Chironomus (Larve) 

Physa hyj»norum 

Planorbis complanatus 

limnaoa peregra var. pacliygastra 

Cristatella opModoidea. 



Litorale der Utricularia-Zone. (Fig. 53. <;.) 



Centropyxis aculeata 
Acanthocystis turfacea 
Acanthocystis spinifera 
Rhaphidiophrys pallida 
Peridinium 
Stentor igneus 
Vorticella 

Mesostoma viridatum 
Vortex truncatus 
Stylaria lacustris 
Chaetogaster diaphanus 
Scaridium longicaudatum 



Melicerta pilula 
Taphrocampa annulosa 
Sida crystallina 
Daphnia longispina 
Simocephalus vetulus 
Scapholeberis mucronata 
Ceriodaphnia quadrangula 
Bosmina cornuta 
Macrothrix rosea 
Chydorus sphaericus 
Polyphemus oculus (im J. 1889) 
Cyclops albidus 





95 


Cyclops (imbriatus 


Notodromas monacha 


Diaptomus gracilis 


Eylais extendens 


Cypridopsis vidua 


Agrion (Larve) 


Cyclocypris ovum 


* Triaenodes bicolor. 




Litorale am Steindamm. 


Salpina redunca 


Phryganiden und Libelluliden-Lar- 


Monocerca rattus 


ven in grosser Menge 


Aeolosoma quaternarii 


im Limnaea peregra 


Chaotonotus brevispinosus Zell. Planorbis albus. 


Langs des Ufers 


sind zuweilen Statoblasten und Ephippien in solcher 


Masse angeh&uft, dass sie 


einen zusaimnenhiiugenden dunklen Streifen bilden. 


Litorale am Torfgrunde 


am oberen Ende des Teiches. Mai (1890). (Fig. 53. 5.) 


Arcella vulgaris 


Alona rostrata 


Centropyxis aculeata 


Notodromas monacha 


Difflugia corona 


Candona Candida 


Difflugia globosa 


Candona rostrata 


Difflugia pyriformis 


Oypria ophtkalmica 


Difflugia acuminata 


Cyclocypris ovum 


Euglypha alveolata 


Cypridopsis vidua 


Cyphoderia ampulla 


Cypris fasciata 


Hydra vulgaris 


Cyclops serrulatus 


Stenostoma leucops 


Cyclops albidus 


Mesostoma Ehrenberj. 


;ii Cyclops viridis 


Stylaria lacustris 


Cauthocamptus stapkylinus 


Sida crystalline 


Diaptomus gracilis 


Simoccphalus vetulus 


Heterocope saliens 


Scapholeberis mucronata Agrion-, Corisa- und Chironomus- 


Macrothrix rosea 


Larven 


Eurycercus lamellatus 


Triaenodes bicolor (Larve). 


Alona affinis 






Fauna des Teichbodens. 


Die Grundproben 


lieferten ueben den gewohnlichen Arten der Litoralfauna 


hauptsiichlich viele Arten 


7on Wurmern und Chironomuslarven, dann kleine Collo- 


ni en von Cristatellen und 


Pbryganeaenlarven. 



96 




97 



IHustrirtes Verzeichniss der im Gatterschlager 
Teiche auigefimdenen Arten. 









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la diesein Verzeichnisse werden nach den auf pag. 40. 
angefiihrten Gruiidsiitzen die besonders charakteristischen Arten 
audi bildlich dargestellt. Auf die schon bei deni Unterpocer- 
nitzer Teiche abgebildeten, sich wiederholendcn Arten wird nur 
auf das dortige Verzeichniss hingewiesen. 

Es geschieht diess besonders mit Kiicksicht auf die ein- 
heiraischen Teichwirthe, welchen vorliegeudes Buch als ein leicht 
zugangliches Hilfsmittel zur Bestiinmung der gewohnlichsten 
Arten der Teichfauna dienen soil. 

Wurzellussler (Rhizopoda). 

Amoeba proteus Aut. (Fig. 56. 1). In verhaltnissmassig 

riesigcn Exemplaren in der Uferregion der Torfpartie. 

Die Bewegungen der Protoplasma und die Anderungen 

der Gesammtform gingen rapid vor sich. 
Arcella vulgaris Ehbg. (Pag. 41. Fig. 11). Haufig im 

Litorale. 
Arcella in itrat a. (Leidy. p. 175. Taf. 29). Selten im Torf- 

litorale. 
Difflugia pyriformis Perty. (Pag. 41. Fig. 12., Fig. 

56. 3.). Haufig im ganzen Litorale, fast stets lebend. 
Difflugia acuminata Ehbg. (Pag. 42. Fig. 13., Fig. 56. 5.). 
■ Haufig an den Torfufern und am Einflusse des Forellen- 

baches. 




Fig. 57. Difflugia corona Wall. Vergr. 300mal. 

Difflugia corona Wall. (Fig. 57.). In grossen schonen Exem- 
plaren mit grosser Mundung, die mit gelblichen starken 
Ziihnen versehen ist. Lebende Exemplare, die sich ener- 
gisch bewegten, stammten aus dem Litorale der Torfpartie. 

7 



98 

Difflugia globulosa Duj. (Taranek 52. Fig. 25.). (Fig. 58.) Selten im Torflito- 
ralo und am Einflusse des Forellenbaches. Diese kleine Art trat in uiehreren 
Varictaten auf. 

Difflugia urceolata Cor. (Pag. 42. Fig. 14.). Selten im Litorale und am Ein- 
fiusse des Forellenbaches. 

Diffugia constricta Eh.bg. (Fig. 56. 8). Am Torfgrunde. 

Lecquereusia spiralis Lee. (Fig. 56. 6., Fig. 59.). Haufig im Litorale der 
Torfregion. Diese fur die Torfgrunde charakteristische Art war haufig am 
oberen Ende des Teiches, wo sie weiter unten auf sandigem oder schlam- 
migem Grunde angetroffen wurde, scheint sie nur von ihrem eigentlicken 
Aufenthaltsorte herabgeschwemmt worden zu sein. 




Fig. 58. Difflugia globulosa Duj. 
Nach Tarsinek. Vergr. 400inal. 




Fig. 60. Centropyxis aculeata Stein. 
Nacli Tar. Vergr. 500mal. 




Fig. 59. Lecquereusia spiralis Lee. 
Nach TarAnek. Vergr. SOOmal. 




Fig. 61. Microgromia soclaJis Ilertwig. 
Vergr. 50()mal. 



Centropyxis aculeata Stein. (Fig. 60.). Sehr Mufig im ganzen Litorale in 

ziemlich constanter Form. 
Microgromia socialia Ilertwig. Arcbiv f. Micr. Anatomie. Supplement. (Fig. 61.)' 

Wurde auf der Scliale einer Alona im Schilf des Litorale ein einzigesmal 

gefunden, zeigt aber einc mehr langlicb birnformige Gestalt als die von 

Hertwig abgebildete. 
Euglypha alveolata Duj. (Pag. 64. Fig. 36.) Ein einzigesmal im Torflitorale 

vorgekommen. 
Cyphoderia ampulla Leidy. Im Scldainme des Grundes bei der Insel. 



99 

Rhaphidiophrys pallida Sell. (Tarauek p. 87. Fig. 51.). Ein einzigesmal im 

Torflitoralc. September. 
Acanthocystis turfacea Carter. (Fig. 62. Fig. 56. 9.). Hiking im Torf- uod 

Scliilflitorale auffailend durch den griinen runden Korper. 
Acanthocystis spin if era Greeff. Mit kurzen nieht gegabelten Stacheln; in 

der Utriculariazone einmal im September beobachtet. 

Aufgussthierchen (Infusoria). 

^eratium macroceros Schrauch. (Fig. 63.). Selten pellagisch auf der Ober- 

fliiclie im Mai. 
Peridinium sp. Haufig im Litorale. 
Rhipidodendron splendidum Stein. (Fig. 64.) Aus dem Torfmoos und aus 

dem Carex-Litorale. 





Fig. 6->. Acanthocystis turfacea Oartor. Nach Tarauek. 
Vorgr. 600mal 



Fig. 63. Ceratium macroceros 

Schr. Vergr. ISOmal. 



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v «l vox globator Ehbg. (Fig. (58. 2.). Selten am Boden und im Litorale am 
Einflusse des Forellenbaches. Pellagisch im Mai. 
Hiobryon sertullaria Ehg. (Pag. 43. Fig. 17.). Diose Art haben wir nur in 
dem Materialc, das der Waschler am 18. Mai 1891 im sudlichen Theile 
des Teiches gefischt hat, konstatiert. Sonst konnten wir dieselbe niclit 
auffiuden, trotzdem wir darnach sehr fahndeten. 
1 'en t o r i g n e u s Ehbg. In Hiilsen auf den lasurblauen Napfen der Utricularia minor. 
Bei auffallendem lnchte mennigroth: bei durchfallendem briiunlich mit 
grftnom und rothlichem Schillern, nach Zusatz von Alkohol einfach griin. 

7* 



100 

Stentor viridis Ehbg. Unter dem Eise iin Dezember. 

Zoothamnium und Vorticella auf den Antennen und der Korperoberfl&che 

von verschiedenen Krustenthieren. 
Acineta mystaeina. Auf Cyclops. 

Pflanzenthiere (Coelenterata). 

Hydra vulgaris L. (Fig. 69. 3.). Am Grunde kain das ganze Jahr eine rothlich 
gefiirbte stammige achtarmige Form vor. Selbst unter dem Eise geholtes 
Material enthielt sie haufig im Dezember. In der Litoralregion des Fo- 
rellenbacbes trafen wir auf Spirogira eine belle durchsicbtige schlanke sechs- 
armige Form an. 

Wiirmer (Vermes). 

Stenostoma leucops 0. Scb. (Pag. 45. Fig. 22.). Am Torfgrund im Mai. 
Microstoma lineare Oerst. (Fig. 55. 1.). Am Grunde im August. 



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Fig, 64. Rhipidodendron splendidum Steia. 
Yergr. 400mal. 



Fig. 85. Aeolosoma quaternarium 

Ehbg. Vergr. 45inal. 



Mesostoma Ehrenbergii 0. Schm. (Fig. 68. 4.). Viele riesige Exemplare im 

Graben, dann in dem Torflitorale und an der Utriculariazone. Im August 

September. 
Mesostoma rostratum Ehbg. Im Schilflitorale im Mi. 
Mesostoma pro due turn Leuck. Ebcndaselbst. 
Mesostoma lingua 0. Schm. In der Utriculariazone im September mit vielen 

Embryonen. Im Schilflitorale im Juli. 
Mesostoma viridiatum 0. Schm. In der Utriculariazone im Juli. Im Schilf' 

litorale im September. 
Vortex truncatus Ehbg. (Pag. 49. Fig. 21.). Litoral am Einflusse des Forellen- 

baches im Mai. 



101 



Poly eel is nigra Ehbg. Am Einfiusse des Forellenbaches. 
^orylaimus stagnalis Ehbg. Am Grunde im Schlamme. 
Aeolosoma quatemarium Ehbg. Im Schlamme in Bohrchen im ganzen Lito- 

rale, im Mai und Juni am haufigsten. Neben den Exemplaren mit rotheu 

auch hiiufig solohe mit gelbeu Oeltropfen. 
^ohemilla comata Vejd. (Fig. 68. 8.). Im Schlamme vor der Halbinsel. Baut 

zarte Rohrchen. Im Juni und September. 
Nais elinguis Mull. Hiiufig im Litorale im Mai und am Grunde im August. 
St .ylaria lacustris L. (Fig. 68. 6.). Hiiufig im Litorale und am Grunde vom 

Mai bis September. 
Stylaria parasita 0. Schm. (Fig. 68. 7.). In der Nacht wiederholt pellagisch 

gefischt. Bei Tag im Litorale und am Boden. Im December unter dem Eise. 





%• 86. Floscularia appendiculata Fig. (17. Conochilus volvox Ehbg. Vorgr. 45mal. 

Loydig. Vnrgr. 186mal. 

c haetogaster diaphanus Gruith. (Fig. 68. 9.) Im Boden schlamme und im 
Litorale immer in Theilung begriffen. Sehr gefriissig. Ein Exemplar aus 
der Utriculariazone hatte eine ganze Sammlung von Crustaceen wie Bos- 
mina, Ceriodaphnia, Cyclops etc. in den einzelnen Darmabsclmitten. 

Aulastomum gulo Moqu.-Tand. Bei der Mundung des Forellenbaches. 

^°Phelis vulgaris Moqu.-Tand. Im Litorale einzeln. 

pepsin e bioculata Sav. (Fig. 55. 2.). Im Schilflitorale. 

Fl oscul,a,ri a appendiculata Ley dig. (Fig. 66.). Zwischen Pflanzendetritus 
vor der Insel im September. 

Me li cert a pilula Cub. Im Juli an faulen Bliittern von Potamogeton. 



103 






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Conochilus vol vox Ehbg. (Fig. 54. 1.). (Fig. 67.) 

Erscheint in tier pelagische Region bis 2 Meter 

im April, ist danu im Juni und Juli am haufigsten, 

, nachdom nimmt die Zahl allmiilig ab, bis im 

September giiuzlich verschwindet. 

Rotifer vulgaris Ebbg. (Fig. 55. 3.). Im Litorale 
und am Boden bei der Iusel. 

Asplanchna priodonta, Gosse. Pelagisch an der 
Oberflacbe mid iu 1 Meter Tiefe im August und 
dann unter dem Eise im December. 

Synchaeta mordax Ebbg. Gosse. Pellagiscb im 
April und September. 

Taphrocampa annulosa Gosse. Im Litorale im 
September. 

Scaridium longicaudatuin Ehbg. Im Mai hiiufig 
zwischen den Utricularien. 

Mo no cere a rattus Ehbg. Im Litorale am Dainm 

vereinzelt. 
Rat tul us lunar is Ehbg. Im Schilflitorale bei der 

Insel. 
Dinocharis tetractis Ehbg. Ziemlich regelmiissig 

im Litorale beim Forellenbache und bei der Insel. 
Salpina re dune a Ehbg. Vereinzelt im Litorale. 
Brachionus polyacanthus Ehbg. Vom Mai bis 

September im Litorale. 
Brachionus Bakeri Ehbg. Im Juli im Litorale. 
Anuraeastipitata Ehbg. Pelagisch im September. 
Chaetonotus brevispinosus Zel. Ziemlich haufig 

im Litorale im Mai. 








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Wasserflohe (Oladocera). 

Sid a crystallina, 0. F. Mull. (Fig. 28.), (Fig. 55. 
Nr. 4). Dieser typische Bewohner der Uferzone, 
welcher fast in alien unseren Teichen an mit 
Schilf bewachsenen Ufern vorkommt, fehlt audi 
bier nicht. Sie erscheint in denselben Monaten 
wie im Unter-Pocernitzer Teiche. Es wmden audi 
einige rosenfarbige Exemplare beobachtet. 

Daphnella brachyura Lie v. (Fig. 29.) (Fig. 55. 
Nr. 5). Halt sich vorwiegend pelagisch auf der 
Oberfliiche, wird aber auch zuweilen in der Ufer- 
zone angetroffen. Vom April bis October be- 
obachtet. Im September fanden wir auch die 
Miinnchen, und die Art blieb bald giiuzlich aus. 



1U4 



Holopedium gibberum, Zad. (Fig. 69.) (Fig. 54. Nr. 2.). Dieses Thier 
gehort zu den eigentlicben pelagiscben Seebewohnern. Es fiihrt dieselbe 
Lebensweise wie die Leptodora in den Teichen, halt sich an der Ober- 
fliicbe des Wassers und sinkt zuweilen bis zu 2 M. Tiefe. Das Schwimmen 
erfolgt immer in der mit dem Ruckeu nach unten gerichteten Lage. Die 
galertige Hulle, die den Leib dieses Krusters einschliesst, ist sehr wider- 
standsfiihig. Die Grundproben entbielten immer leere mit Sdimutz be- 
deckte Hiillen, die audi beim Kocheu im Wasser unveriindert blieben. 
Daraus kann man schliessen, dass diese Hiillen audi sdiwer verdaulidi 
sind und deshalb vom Karpfen verschmabt werden, denn wir fanden sie 
nie in der Nahrung der Karpfen. 




Fig. <;'.». Holopedium gibberum, Zadd. Vergr. 20mal. Das Thier ohue die gallertige Ilillle. 

Im Marz erscbeinen im Plankton die ersten Jungen, die des Buckels am 
Rucken noch Tollstiindig cntbehren. Im April, Mai und Juni sind die entwickelten 
Thiere massenbaft vorbanden, in den folgenden Monaten wird in der Zahl allmalig 
eine Abnahme bemerkt und Ende September kommen die Maunchen zum Vorscbein, 
worauf die Art bald verschwindet. Demuach gehort das Holopedium zu den „mo- 
nocydiscben" Arten, bei denen die Manncben nur einmal im Jahre vorkommen. 



105 



Wir wandten unsere Aufmerksamkeit audi den Schmuckfarben des Holo- 
Pediums zu, welche Weissmann in seiner Schrift „Die Schmuckfarben der 
Daphnoiden" p. 236 den Beobacbtern in BiShmen empfahl. 

Die ersten Spuren Ton hunter Fiirbung gewabrte icli Ende Mai an einem 
Individuum, das diffus rosa gefiirbt war und in der Mundgegend blaue Farbe zeigte 
ind auch zu beiden Seiten des Abdomens ,je einen scbmalen blauen Streifen aufwies. 
Die diffus rosa Fiirbung trafen wir meist an Individuen, welche am Grunde des 
Teiches matt oder todt lagen, bemerkten dieselbe aber auch bei lebensfrisclien, 
Pelagisch gefischten Individuen. Die Fiirbung riihrte von ciner sehr feinkornigen 
Masse her, die lebhafte Molecularbewegung zeigte und bei lOOOfacher Vergrosse- 
r ung sich als aus sehr Id einen Stabchen von Bacterien zusammengesetzt er- 
kennen liess. 

Ende Juli traten buntgefiirbte Individuen in grosser Anzahl auf, bei denen 
unterhalb des Darmkanals eine Reihe von blauen Zellen vom Munde bis zur Basis 
des Abdomens sich hinzog, nur die Zelle an der Basis des dritten Fusspaares war 
8 ehr constant schon karminroth gefarbt. Rothc Schalenfleckc traf ich nur bei 3 
Procent der untersuchten Individuen an. 

An fangs August waren die Scbalenflecke ganz verschwunden, aber die 
blaue Fiirbung unter dem Darmkanale dauerte fort und war ziemlich bei der 
grosston Zahl zu finden. Wo dieselbe schwach war, da fand sich die karminrothe 
Zelle am dritten Fusspaare immer noch sehr deutlich. 

Mitte August war schon der grosste Theil der Holopedien farblos. Im 
September waren die gefiirbten noch seltener, aber bei denselben waren die zwei 
St reifen am Abdomen griinblau und auch die Fiisse waren an ihrer Basis grunlich 
a ngeflogen. 

Die oben erwiihnten Schalenfleckc, von welchen in jeder Schale im vor- 
deren Drittel ein grosser entwickelt war, bestanden aus circa 30 verzweigten, mit 
deutlichen Kernen versehenen karminrothen Zellen, die bei auffallendem Lichte 
gelblich mennigroth aussahen; zwischen denselben waren kleine blaue Zellen ein- 
gestreut. 

Bei den buntgefarbtcn Holopedien war immer auch die Lippe und das 
El "le des erweiterten Hauptdarmes gelbbraun gefarbt. 

Da zur Zeit der schonsten Farbenentwicklung im Juli und August von 
Miinnchen keine Spur zu finden war und das Mannchen erst Ende September ge- 
f &agen wurde, wo die Weibchen schon farblos waren, so ist kaum anzunehmen, 
d ass die Schmuckfarben mit sexuellen Verhiiltnissen in Zusammenhange stehen. 

Eine ausfiihrliche illustrierte Arbeit iiber diese Schmuckfarben wird dem- 
lachst vtiroffentlicbt werden. 

Im ,luli und den spiitercn Mouaten fanden wir in den Holopedien eine 
I'arisitische Bildung, welche bei auffallendem Lichte kreideweis crschien, bei durch- 
fa bendem scliwiirzlich. Diese Masse erschien meist in der Umgebung des Herzens, 
sowie in der des Darmkanals und sandte Ausliiufer iu den Kopf, die Antennen und 
111 die Extremitiiten (Fig. 70). Die vorliiufige mikroskopische Untersuchung zeigte, 



106 




Fie. 70. Holopedium von Microsporidium Qberfallen. 
Vergr. 20mal. 



dass dies Microsporidien sind, 
welche wir in verschiedener 
Vergrfisserung auf Fig. 71 brin- 
gen und provisorisch als Micr. 
Ilolopedii bezeichnen. Uebcr 
diese Parasiten, von denen wir 
mehrere bei verschiedenen Cru- 
staceen ira Gatterschlager Tei- 
che beobachteten, wird eine 
selbstandige Publication vorbe- 
reitet. 

I) a p h n i a 1 o n g i s p i n a, Ley- 
dig. (Fig. 30.) (Fig. 54 
Nr. 3.) Im Gatterschlager 
Teiche wird sie ebenfalls 
wie ira Unterpocernitzer 
das ganze Jahr hindurch 
beobachtet. Ira December 
war sie unter dern Eisc 
hiking vorhanden. 

Die Mannchen komnien 
zweimal im Jahre. vor. Im 
Unterpocernitzer Teiche 
treten sie im Juni und 
October auf, wahrend wir 
sie im Gatterschlager Tei- 
che im Jahro 1891 schon 
im Mai, im Jahro 1892 
sogar ira April und dann 
im December antrafei), was 
vielleicht mit der hohen Lage des Teichcs ii. d. M. zusaramenhangt. Im 
August wurden bei dieser Art die bunten Farben beobachtet. 
Daphnia (Hy alodaphnia) Kahlbergensis, Schoed. (Fig. 32.) Das Vor- 
kommcn dieser Daphnia ira Gatterschlager Teiche liisst sich nur durch das 
Verschleppen erklaren. Man trifft sie sonst nie in der Gesellschaft von 
Holopedium, was hier der Fall ist und wir haben sie nur ira August 1890 
und dann im September des folgenden Jahres, wo die Mannchen derselben 
Art haufig waren, beobachtet. Herr J. Kafka, der den Teich im Jahre 
1889 untersuchtc, fand sie nicht, so dass man audi nach dem unregel- 
miissigen Erscheinen annehmen kann, dass sie erst in diesen zwei Jahren 
ira Teiche erschien. 
Simocephalus vetulus, 0. F. Mfl.ll. (p. 52.) Ira Schilflitoralc bei der Halb- 

insel zieralich haufig. Voin Mai bis August. 
Simocephalus exs pi nos us, Koch. (Ilellich, p. 42. Fig. 13.) Am Boden zwischen 
der Insel und der Halbinsel im August. 



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Fig. 71. Microsporidium holopedii Fr. 

c 900inul vergr. 



400mal, b 700mal, 



107 



Simocephalus serrulatus, Koch. (Hellich, p. 43. Fig. 14.) Diese Art, die 

sonst seltener als die zwei vorigen vorkommt, ist beim Forellenbache vom 

Juni bis August zieinlich hilling. 
Scapholeberis mucrowata, 0. F. Miill. (p. 52. Fig. 33.) Im ganzen Litorale 

gewohnlich in der (iesellschaft der vorigen Gattung gemeiu. Vom Mai bis 

August. 
Ceriodaphnia quadrangula, 0. F. Miill. (Fig. 55. Nr. 6.) (Fig. 75.) Hellich 

macht von dieser Art bios eine Erwiihnung bei C. laticaudata, P. E. Miill. 

Von dieser weicht sie so ab, dass sie als eine selbstandige Art betrachtet 

werden muss. 




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%■ 72. Ceriodaphnia quadrangula P. E. 

Miill. 80mal vm-gr. 



Fig. 78. Camptocercus rectirostris Schoed. Nach 
Hell. 80mal vorgr. 



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Das Postabdomen ist verhaltnismassig schmal, sein dorsaler Rand ist 

eingebucktet. _ „ , , 

Vom Mai bis September hliufig bei der Miindung des Forellenbacb.es. 
mina cornuta, Jur. (Fig. 55. Nr. 7.) Pag- 33. Im Mi kommt sie in der 

Uferzone massenhaft vor. Im December fanden wir sie auch unter dem 

Eise. Vom Miirz bis December. 
mina longirostris, 0. F. Miill. (Fig. 34. p. 53.) Von dieser Art gilt das 

schon bei der Art im Unterpocernitzer Teiche gesagte. S.e halt sich in 

der (Iesellschaft der vorigen in der Uferzone, erscheint aber auch pelagisch. 
rothrix rosea, Jur. (Hellich, p. 65. Fig- 25.) Diese sonst seltene Art 

lebt in verhaltnissmiissig grosser Anzahl regelmiissig bei der Miindung des 

Forellenbaches. Von Mai bis Juli. . , 

cryptus acutifrons, Sars (Hellich p. 71. Fig. 31.) Die Schale wml bei 



108 



der Hautung abgeworfen, so dass sic von Algen und Vorticellen-Colonien 
nie so bedeckt wird, wie bei J. sordidus. Zwischen der Insel und der 
Halbinsel hn Bodenschlamme oft massenhaft. Vom April bis December. 
Eurycercus lamellatus, 0. F. Mull. (Pag. 53.) Im ganzen Litorale hiiufig, 

oft in grossen Exemplaren, vom Mai bis September. 
Camptocercus rectir ostris, Schoed. (Fig. 55. Nr. 8. Fig. 76.) Nur an dem 
nordlichen Ufer der Halbinsel in der Uferregion im Sehilfe ziemlich haufig. 
Acroperus leucocephalus, Koch. (Pag. 53.) Im ganzen Litorale ziemlich 

hiiufig. 
Alona affinis, Leyd. (Fig. 74.) Dire Lebensweise ist dieselbe wie der A. Leydigii 
im Unterpocernitzer Teiche. Sic lebt im Bodenschlamme und jede Grund- 

probe enthalt regolmiissig mehrere Exem- 
plare dieser Art. Man findet sie auch 
deshalb in der Nahrung der grosseren 
Karpfen. Vom April bis September. 
Alona rostrata, Koch. (Fig. 37.) In der 

Uferregion ziemlich selten. 
Pleuroxus nanus, Baird. (Fr. Kr. p. 246. 
Fig. 59. — Hell. p. 100.) Bei der Miin- 
dung des Forellenbaches selten. 
Pleuroxus trigonellus, 0. F. Mull. (Fig. 
38.) In der Gesellschaft der vorigen in 
der Uferregion. 
Pleuroxus truncatus, 0. F. Mull, (pag- 
54.) Ziemlich hiiufig bei der Miindung des 
Forellenbaches und in der Utricularien- 
Zone. 
Ch y d o r u s g 1 o b o s u s (Baird). (Pag. 55.) Nicht 

hiiufig in der Uferregion. 
Chydorus sphaericus (0. F. Mull.) (Fig. 
39.) Nur einzeln im Schilflitorale. 
Bei der Miindung des Forellenbaches einzeln mi* 




Fig. 74. Alona affinis Leyd. Nach 
Hell. GOmal vorgr. 



Chydorus punctatus, Hell 
den vorigen. 

Leptodora Kindtii, Focke. (Fig. 40. Fig. 54. Nr. 4.) Bei der Untersuchung 
des Teiches im Jahre 1889 wurde diese Art iihnlich wie Daplmia Kahl- 
bergensis nicht gcfundcn und man kann annehmen, dass sie ebenso erst 
nach dieser Period e im Teiche erschien. Wiihrend aber die letztgenannte 
sehr unregelmiissig vorkam, fanden wir Leptodora constant vom April bis 
September in 1 m Tiefe pelagisch. 

Polyphemus pedi cuius, De Geer. Wurde vom Ilerrn Kafka im Jahre 1889 
im Litorale zwischen der Insel und dem ostl. lifer unweit unserer Utri- 
cularienlocalitat im Mai gefundcn. 

Trotz wiederlioIteTn Suchen an dieser Localitiit konnten wir dieselbe 
nicht wieder finden. Es mag dies auch eine verschleppte Art sein, die 
dann ausstarb, als ihr die localen Verhiiltnisse nicht giinstig waren. 



109 

Mnschelkrebse (Ostracoda). 

Notodromas monacha (0. F. Mull.) p. 56. Haufig in der Uferregion, zwischen 
Schilf, Utricularien und bei der Miindung des Forellenbaches. 

Candona Candida (0. F. Mull.). (Fig. 75.) Auf torfigem Grunde des nordlichen 
Theiles sehr haufig. Es wurden auch Miinnchen gefunden. 

Can don a rostrata Br. & Norm. (Vavra, Ostr. p. 40. Fig. 10.) Mit del vorigen 
in beiden Geschlechtern, aber in beschrankter Anzahl. 

Can do n a elongata Br. & Norm. (Vavra, Ostr. p. 111. Fig. 39.) Es wurden 
einige Exemplare, Mannchen und Weibchen, an dem nordlichen torfigen 
Ufer erbeutet. Die Art war bisber nocb nur in Irrland gefunden. 

Cypris ophthalmic a (Jur.) (Fig. 41.) Haufig in der ganzen Ufergegend. 

Cyclocypris laevis (0. F. Mull.) Fig. 42. (Fig. 69. 13.) Mit der vorigen 
ebenso haufig. 





3. 





Fi & 75. Candona Candida, 0. F. Miill. 1. Die Schale dea Weibchens, 2. des Mannekens. Vergr. 
45mal. Cypridop8is vidua, 0. F. Mull. 3. Von der Seite, 4. von oben. 45inal vergr. (Nacli Vavra.) 



Cypridopsis vidua (0. F. Miill.) (Fig. 55. 10.) Bei der Miindung des Forellen- 

baches und im Schilflitorale. 
Cypris fasciata (0. F. Miill.) (Fig. 56. Nr. 10.) Bei den torfigen Ufern den 

nordlichen Theiles ziemlich haufig. 
Limnicythere sUtionis, Vavra. (Fig. 56. Nr. 11.) Diese interessante Art 

wurde in der Mitte des Teiches zwischen Insel und Halbinsel gedredget. 

Wie schon friiher erwilhnt wurde, vormuthen wir, dass sie von den Moven, 

die eine Insel im benachbarten Rothwehrteiche bewohnen, verschleppt 

wurde. 



110 



Freilebende Spalti'iissler (Gopepoda.) 



Cyclops strenuus Fisch. (Pag. 57.) Typische Form. Bei der Miindung des 

ForelLenbaches und im Schilflitorale. Nicht biiufig. 
Cyclops Leuckarti Sars. [Die ersten Anteunen 17gliodrig. Das rudimeotare 

Fiisschen iihnlich wie bei C. oithonoides. (Pag. 58.) Die inneren Furcal- 

borsten kiirzer als die zwei seitlichen.] 

Ziemlich hiiufig am Bodeu zwischen der Insel und der Halbinsel und 

zuweilen auch an der Oberflache. 
Cyclops viridis, Jur. (Pag. 58.) Haufig bei der Miindung des Forellenbaches. 
Cyclops albidus, Jur. (Pag. 58. Fig. 45.) Hiiufig sowohl im Litorale als am 

Bodeu zwischen der Insel und der Halbinsel mit dem C. Leuckarti. 






Fig. 76. Diaptomus gracilis Sars. a. Mannchen von der rechten Seite. 46mal vorgr. h. Fuss des 

funften Paares vom Weibchen. c. Das fttnfto Fusspaar vom Mannchen. d. Die drei letzten Eud- 

glieder der rechten mannlichen Antennc. Vergr. b—d 150mal. 

Cyclops serrulatus Fisch. (Pag. 59.) Im Schilflitorale bei der Halbinsel. 

Cyclops fimbriatus, Fisch. (Pag. 59. Fig. 46.) Manchmal ziemlich haufig im 
Litorale und auch am Bodes. 

Canthocamptus staphilinus, Jur. (Pag. 59.) Nicht haufig im Litorale. 

Diaptomus gracilis, Sars. (Fig. 54. Nr. 5. Fig. 76.) (Der inn ere Ast des 
funften Fuss paares des Weibchens erreicht die Mitte des drittletzten Gliedes 
des iiusseren Astes. Das drittletzte Glied der rechten mannlichen Antenne 
tragt am Ende eine stumpfe Verliingerung. Der innere Ast des rechten 
funften Fusses ist beim Mannchen eingliedrig, in der Mitte verbreitet und 
erreicht die Mitte des letzten Gliedes des aussereu Astes.) 

Das ganze Jahr hindurch in der pelagischen Region von der Ober- 
fliiche bis 3 M. Tiefe meist hiiufig vorhanden. Audi im Dezendier unter 
dem Eise gefisclit. 



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^iaptoinus coeruleus, Fisch. (Fig. 77.) (Der inuere Ast des fiinften Fuss- 
paares des Weibehens fast so lang als das drittletzte Glied des iiusseren 
Astes. Das drittletzte Glied der rechten mlinnlichcn Antenne triigt am 
Ende einen zahnfoynigon Vorsprung und ist schmal hyalin berandet. Der 
innere Ast des rechten fiinften Fusses ist beim Miinnchen schmal und etwas 
langer als das vorletzte Glied des iiusseren Astes.) 

Diese schone Art komnit sparlich in den Gruudproben und im Lito- 
ralean Steindanun vor. 



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Fi 8- 77. Diaptomii8 coeruleus, Fisch. a. Weibchen. 20mal vergr. b. Die drei letzten Glieder der 
rechten miuinliclieu Auteune. lOOmal vergr. 





"Ig- 78. Heterocope saliens, Lilj. a. Weibchen. lfimal vergr. h. Fuss des fiinften Paares vom 
Weibchen. 75aal vergr. <■,. Das fttnfte Fusspaar vom Mannchen. 75mal vergr. 

"e-terocope saliens, Lillj. Diese bis 3 mm grosse Art ist fur die Gebirgs 
seen charakteristisch. Bei uns kommt sie in den Bohmerwaldseen eben- 
falls in der Gesellschaft des Holopediuin und Conchilus volvox vor. Das 
Thier lebt pelagisch an der Oberflache und war bei unserer ersten Ankunft 
zum Gatterschlager Teiche im April 1890ungemein hiiufig und zeigte audi 



112 



Tabellarische Uibersicht des Auftretens der Crustaceen nach den Monaten. 



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Cladocera. 

Sida crystallina . . . 
Daphnella brachyura . 
Ilolopcdium gibberum 
Daphnia longispina 

„ Kablbergensis 
Siniocephalus vetulus . 
„ exspinosus 

„ serrulatus 

Scapholeberis mucronata 
Ceriodapbnia quadrangula 
Bosmina cornuta . . 

„ longirostris 
Macrotbrix rosea . . 
Ilyocryptus acutifrons 
Eurycercus lamellatus 
Camptocercus rectirostris 
Acroperus leucocephalus 

Alona afrlnis 

„ rostrata .... 
Pleuroxus trigonellus . 

„ truncatus . 

„ nanus . . . 
Chydorus globosus . . 

„ sphaericus . 

„ punctatus . . 
Leptodora Kindtii . . 

Ostracoda. 

Notodromas monacha . . 
Candona Candida .... 

„ rostrata .... 

„ elongata . . . 
Cypria ophtbahnica . . . 
Cyclocypris laevis . . . 
Cypridopsis vidua . . . 

Cypris fasciata 

Limnicytherc stationis . . 

Copepoda. 

Cyclops strenuus .... 
„ Leuckarti . . . 
„ albidus . . . . , 
„ viridis . . . . , 
„ serrulatus . . . 
„ fimbriates ... 

Canthocamptus stapbylinus 

Diaptomus gracilis . . . , 
„ coeruleus . . , 

Heterocope saliens . . . . 



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113 

prachtige bunte Fiirbung. Im Mai dessolben Jahres war es noch zugleich mit 
Holopedium vorherrschend, aber schon im Juni ist es ganzlich verschwunden 
und ist in einer noch unerklarlicher Weise audi das nachste Jahr 1891 
ganzlich ausgeblieben, obwohl wir bei der Durchsuchung der am westlichen 
Ufer gelegenen Tumpeln in einem derselben auch Heterocope fanden- 
Vielleicht tragt die Schuld der Umstand, dass der Teich in diesem zweiten 
Jahre hochgespaunt war, was die Ursache sein kann, dass die Eiern sich 
nicht entwickeln konnten. 

Die Spinnenthiere (Arachnoidea). 

Im Gatterschlager Teiche sind die Wassermilben (Hydrachnidae) 
in der Uferzone ziemlich haufig vertreten. Die hiiufigste Art ist Nesaea eoc- 
ene a, Bruz (Fig. 55, Nr. 14), Arrhenurus glob at or, Mull, und Limnesia 
histrionic a, Mull. (Fig. 54, Nr. 6). Diese letztgeuannte Art haben wir mehr- 
Tllf ils auch in der pelagischen Region wahrgenommen. Limnesia maculata 
(Mull.) kommt mit den vorigen in der Uferregion und auch am Boden vor. II y- 
drachna glob OS a, de Geer und Eylais extend ens, Mull. (Fig. 68, Nr. 1G) 
S11 'd stete Bewohner der mit reicher Vegetation bedeckten Stellen. 

Die Tardigraden erscheinen hie und da im Litorale, und waren (lurch 
die Art Macrobiotus macronyx, Duj. vertreten. 

Die Spinnen, die direct das Wasser bewohnen, sind durch Argyroneta 
Huatica, L. reprasentirt. Am nordlichen Ufer der Halbinsel waren die aus dem 
Wasser herausragenden, abgestorbenen Birken&ste von den kunstvollen Radnetzen 
der Kreuzspinnen, Epeira cor nut a, CI. umsponnen, welche mit diittenformigen 
Verstecken in Verbindung sind (Fig. 55, Nr. 15). Fine blunge Erscheinung ist da 
ail(, h Tetragnatha Solandrii, L. C. Koch. 



Die Insecten (Hexapoda). 

An den Ufern waren die S pr ingsc hwiinz e (Poduridae) an den mit 
iaulem IIolz und Blattern bedeckten Stellen haufig. Nach Urn. J. Uzel's Bestim- 
mu ngsiudes: Orchesella rufescens, Tomocerus vulgaris und Lepido- 
c y r Us paradoxus. 

Die Larven der Eintagsfliegen (Ephemeridae), Afterfriihlings- 
^iegen (Perlidae) und der Wasserjungfern (Libellulidae) beleben 
" a uptsachlich das Scliilflitorale. Cloe diptera bedeckte im Monate August massen- 
ha ft die beleuchteten Fensterscheiben der Station, an welchen sic sich festklebte. 

Im Schilfe sowie an den sandigcn Ufern und am Steindamme fanden 
^r zahlreiche Arten von Kocherfliegen (Phrygani dae) meist als Larven. 
Berr p rof . F> Klapalek hat folgende Arten bestimmt: 



Dhryganea grandis L. 
Dbryganea striata L. 



Agrypnia pagetana Curt. 
Limnophilus stigma Curt. 



114 



Limnophilus subcentralis Brauer. 

Notidobia ciliaris Kol. 

Molanna angustata Curt. (Fig. 79.) 
Leptocerus senilis Burm. 

Mystacides longicornis L. 

Triaenodes bicolor Curt. (Fig. 55, 
Nr. 18). Frei ira Wasser schwimmend. 



Occetis furva Rarab. 
Holocentropus dubius Ramb. 
Holocentropus picicornis Stcph. 
Hydropsyche guttata Pict. 
Cyrnus flavidus Mc. Lcl. 
Oxyethira costalis Curt. (Fig. 80.) 
An der Miiudung des Forellenbacbcs. 




Fig. 79. Molanna angustata, 

Curt. 1. 1). Larvengehause. 

2. D. NyinphengehiUise in na- 

tllrl. Grosse. 

(Nach pcof. Klapalek.) 





Fig, 80. Oxyethira costalis, Curt l. Larve ixa Geh&use. 

11. Die Nymphengeliause auf einem Stttcke des Blattes 

von Nymphaea befestigt. (Nach prof. Klapdlek.) 



Die Wasserwanzen ( II y d r o c o r e s) sind nur spar] icb vertreten in den 
Arten: Corisa distinc ta Fieb., Notonecta glauca L. undNepa einerea L, 

Die Miickenlarven (Culiciformes) finden hier auch keinen gtastigen 
Boden und kommen nirgends in grosserer Menge vor. Wir fanden da Chiro- 
iiomus dispar Staeg., Chiron om us aprilinus Meig. und T any pus m°" 
nilis Meig., deren Larven auch in aus Schlamm gebauten Bohrchen leben. (Fig- 
68, 20, 21'.) 

Von den Kiifern beobachtet man Me und da kleinere Scharen von T au- 
ra elk iifern (Gyrinus opacus var. mar in us I).). 



Die Weicbtliiere (Mollusca). 

Die Fauna 1st hier, was die Weiebthicre anbelangt, sehr arm. Bei der 
Miiudung des Forellenbaches baben wir nur l'l an orbis albus Mull., Planorbis 
complauatus L., Limnaea percgra Miill. var. pachygastra und Phys* 1 
fontinalis L. gefunden. 

Als der Teich trockon gelegt war, fanden wir in dem Abzugsgraben einig 6 
leere Schaleu von Unio pictorum L. und Anodonta piscinalis Nils. 



115 



Die Moosthierchen (Bryozoa). 



Die Grundproben zwischen der Insel und der Halbinsel lieferteu haufig 
kleine Kolonien von Oris patella ophiodoidea Cur. (Fig. 61), die an faulen 
otengeln festsitzen. Bei der Miindung des Forellenbaches trifft man an den Pota- 
m ogeton-Stengeln schwacbe Kolonien von riumatella fungosa Pall. 

Statoblasten beider Gattuugen haufig am Strande angeschwemnit. 



Tabellarische Ubersicht der im Gatterschlager Teiche sichergestellten Arten 

von Thieren. 



Amoeba proteus Aut. 
Arcella vulgaris Ebg. 
Arcella mitrata Leidy 
Difflugia pyriformis Perty. 
Difflugia acuminata Ebg. 
Difflugia corona Wall. 
Difflugia globulosa Duj. 
Difflugi a urceolata Cor. 
Difflugia constricta Ehg. 
Decquereusia spiralis Lee. 
Centropyxis aculeata Stein 
Microgromia socialis Wert. 
Euglypha alveolata Duj. 
Cypboderia ampulla Leydy 
Rhapbidiophrys pallida Sch. 
Acauthocystis turfacea Cart. 
Acauthocystis spinifera Greef. 
Ceratium macroceros Scbr. 
Peridinium 

lihipidodendron splendidum St. 
Volvox globator Ebg. 
Dinobryon sertullaria Ebg. 
Stentor igneus Ebg. 
Stentor viridis Ehg. 
Zoothamnium 
Vorticella 

Acineta mystacina Ehg. 
Hydra vulgaris L. 
Stenostoma leucops 0. Schm. 
Microstoma lineare Oerst. 
Mesostoma Ehrenbergii 0. Sclm 
Mesostoma rostratum Ehg. 
Mesostoma productum Leuck. 



Mesostoma lingua 0. Schm. 

Mesostoma viridatum 0. Schm. 

Vortex truncatus Ehg. 

Polycelis nigra Ehg. 

Dorylaimus stagnalis Ehg. 

Aelosoma quaternarium Ehg. 

Bohemilla comata Vejd. 

Nais elinguis Mull. 

Stylaria lacustris L. 

Stylaria parasita 0. Schm. 

Chaetogaster diapbanus Gr. 

Aulastomum gulo Moq.-Tand. 

Nephelis vulgaris Moq.-Tand. 

Clepsine bioculata Sav. 

Floscularia appendiculata Leydig 

Melicerta pilula Cub. 

Conocbilus volvox Ehg. 

Rotifer vulgaris Ehg. 

Asplanchna priodonta Gosse 
Synchaeta mordax Ehg. 

Taphrocampa annul osa Gosse 
Scaridium longicaudatum Ehg. 
Monocerca rattus Ehg. 
Rattulus lunaris Ebg. 
Dinocbaris tetractis Ehg. 
Salpina redunca Ehg. 
Brachionus polyacanthus Ehg. 
Brachionus Bakeri Ebg. 
Anuraea stipitata Ehg. 
Chaetonotus brevispinosus Zet. 
Sida crystallina 0. E. Mull. 
Daphnella brachyura Li6v. 
Holopedium gibberum Zadd. 



116 



Daphnia longispina Leydig 
Daphnia Kahlbergensis Schoedl. 
Simocephalus vetulus 0. F. Miill. 
Simocephalus exspinosus Koch 
Simocephalus serrulatus Koch 
Scapholeberis inucronata 0. F. Mull. 
Ceriodaphnia quadrangula 0. F. 

Mull. 
Bosmina cornuta Jur. 
Bosmina longirostris 0. F. Miill. 
Macrothrix rosea Jur. 
Uyocryptus acutifrons Sars. 
Eurycercus lamellatus 0. F. Miill. 
Camptocercus rectirostris Schoedl. 
Acroperus leucocephalus Koch 
Alona affinis Leyd. 
Alona rostrata Koch. 
Pleuroxus trigonellus 0. F. Mull. 
Pleuroxus truncatus 0. F. Miill. 
Pleuroxus nanus Baird. 
Chydorus globosus Baird. 
Chydorus sphaericus 0. F. Miill. 
Chydorus punctatus Hell. 
Leptodora Kindtii Focke. 
Polyphemus pediculus De Geer. 
Notodromas monacha 0. F. Miill. 
Candona Candida 0. F. Miill. 
Candona rostrata Br. & Norm. 
Candona elongata Br. & Norm. 
Cypria ophthalmica Jur. 
Cyclocypris laevis 0. F. Miill. 
Cypridopsis vidua 0. F. Miill. 
Cypris fasciata 0. F. Miill. 
Limnicythere stationis Vavra 
Cyclops strenuus Fisch. 
Cyclops Leuckarti Sars. 
Cyclops albidus Jur. 
Cyclops viridis Jur. 
Cyclops serrulatus Fisch. 
Cyclops fimbriatus Fisch. 
Canthocamptus staphylinus Jur. 
Diaptomus gracilis Sars. 
Diaptomus coeruleus Fisch. 
Heterocope saliens Lillj. 
Nesaea coccinea Bruz. 



Arrhenurus globator Miill. 
Limnesia histrionica Mull. 
Limnesia maculata Miill. 
Ilydrachna globosa De Geer. 
Eylais extendens Mull. 
Macrobiotus macronyx Duj. 
Argyroneta aquatica L. 
Epeira cornuta CI. 
Tetragnatha Solandrii L. Koch 
Orchesella rufescens 
Toraocerus vulgaris 
Lepidocyrtus paradoxus 
Cloc diptera 
Phryganea grandis L. 
Phryganea striata L. 
Agrypnia pagetana Curt. 
Limnophilus stigma Curt. 
Limnophilus subccntralis Br. 
Notidobia ciliaris Kol. 
Molanna angustata Curt. 
Leptocerus senilis Burm. 
Mystacides longicornis L. 
Triaenodes bicolor Curt. 
Oecetis furva Ramb. 
Holocentropus dubius Ramb. 
Holocentropus picicornis Steph- 
Hydropsyche guttata Pict. 
Cyrnus flavidus An. L. 
Oxyethira costalis Curt. 
Corisa distincta Fieb. 
Notonccta glauca L. 
Nopa cinerea L. 
Chironomus dispar St. 
Chironomus aprilinus Meig. 
Tauypus monilis Meig. 
Gyrinus opacus var. marinus L. 
Plauorbis albus Miill. 
Planorbis complanatus L. 
Limnaea peregra var. pachygastra 

Miill. 
Physa fontinalis L. 
Unio pictorum L. 
Anodonta piscinalis Nils. 
Cristatella ophiodoidca Cuv. 
Plumatclla fungosa Pall. 



117 



Charakteristik des Gatterschlager Teiches. 

Der Gatterschlager Teich ist einer von den wenigen Teichen Bohmens, in 
welchem Holopedium gibbSrum vorkommt, wodurch es wahrscbeinlich wird, dass 
dies urspriinglich eine seeartige Wasseransammlung war, almlich denen der Bohmer- 
Waldseen, die erst? spliter den Charakter der gewob.nlicb.en Teiche annahm. 



Von Crustaceen sind eigentbumlich : 

Caniptocercus rectirostris 
Holopedium gibberum 
Macrothrix rosea 
Uyocryptus acutifrons 
Candona rostrata 



Candona elongata 
Cypris fasciata 
Limnicythere stationis 
Heterocope salions. 



Das Auftreten von Leptodora muss als spatere Einschleppung betrachtet 



werden. 



Auffallend ist die verhaltnismassige Armuth an Wtlrmern und Chironomus- 
larven besonders was die Individueuanzabl anbelangt, was mit der hohen, demnacb 
kiilteren Lage des Teiches im Zusammenhange sein mag. 

Dadurch erklart sich, warum die Karpfen bier in der Jugend, wo sic sich 
V( >» pellagischer Cmstaceenfauna ernahren, genug wachsen, wahrend sie spater, 
W( > sie auf die am Boden lebenden Larven und Wurmer angewiesen waren, der 
Seltenbeit derselben wegeu im Wachsthum zuriiekbleiben. 



Uber Abschatzung des Planctons. 

Die Abschatzung des Blanctons nach Gewicht und Zabl bat bei unsereu 
Teichen nur einen sehr beschrankten Werth und bietet nur dem Teichwirthe zur 
^iirdigung der Teichnahrung einen zeitweisen Anhaltspunkt. 

Das Plancton variirt in sehr vieler Hinsicht, je nach Jahreszeit, Tiefe, Tem- 
Peratur, Teichregion u. s. w. Vor Allem ist die Zahl der vorhandenen Thiere 
jeden Monat, zuwoilen jede Woche eine andere, nimmt im Allgemeinen im Sonuuer 
z u, im Winter ab. 

Ausserdem ist die Zahl der vorhandenen Thiere wechselnd, je nach der 
Tiefe oft sehr bedeutend verschieden zu je 50—60 cm. 

Das hochste Quantum nimmt aber auch an demselben Tage eine verschie- 
de ne Stellung ein, steigt oder sinkt je nach der Starke des Lichtes oder nach der 
Ternperatur des Wassers sowie nach der Tageszeit, 

Wir haben wiederholt Versuche mit der Wagung des Planctons, das auf 
ei "er bestimmten Strecke mit dem pellagischen Netze gefischt war, vorgenommen 
Ull( l Bestattigung fiir die oben ausgesprochonen Ansichten gefanden. 



118 



Tabelle der Plancton Abwagungen. 



Unter PoCernitzer 
Teich. 



7. April (1893) 
20. April (1893) . 

14. Mai (1892) . 

15. Mai (1894) . 

4. Juni (1892) . 

2. Juli (1893) . 
13. Mi (1893) . 

8. August (1893) 



Planetonfang von 
der Oberflache 
bis 1 m Tiefe anf 
160 m mit einem 
Netze von 20 cm 
Durcnmesser 

= 4-71 m a 



Im Gatterschlatier 

Teiche wurden Holo 

pedien gewogen im 

Monate Juni. 



0-25 gr 

4-89 gr 

0-70 gr 
105-00 gr 

27-00 gr 

14-22 gr 
17-30 gr 

15-00 gr 



Von der Tiefe 

von I in. anf 

150 m, 

436-20 gr 



Planctonfangvon 

1 bis 2 to Tiefe 

1*80 m mit einem 

Netze von 20 cm 

Durckmcssei- 

= 4-082 m 8 . 



Auf m 3 umge- 
rechnet 



165 gr 



2-50 « 



1270 gr 



0-053 pr 
0.404 'gr 

1-038 grr 
0-(i24//r 

0-148 gr 
0-612 £rr 

22-293 //r 

5-732 gr 

3-111 }/r 

3-019 ,yr 

3-673 v'- 
3-184 //r 



Annahernd 

wahrscheinliobei 

(iewicht des 

Planctons in 

Killogrammen 

bei 169-000 m« 

Teicbfliiebe. 



8-957 % 
68-270 Ay/ 

175-338 kg 
105-456 % 

25-012 Av/ 
103.427 kg 

3.7(17-517 Ay/ 

968-708 kg 

525-759 % 

510-211 % 
620-737 % 
538-096 % 



92-011 



l!ei oinei- Wan 

serlliicbo von 

L967.000 m 2 

naeh A breohnung 

von '/e au f ( li e 

Uierzone 
145.732-430 kg 
- 1.457 Mr « 



Im pellagischen Theile schienen in einer Tiefe unci einer bestimuiten Zeit 
die einzelnen Arten ziemlich gleichmassig vertheilt zu sein, denn, aoweit sich dies 
beobacbten lasst, babcn wir bei klarern Wasser kein Auftreten in Haufen walir- 
aehmen konnen. 

Verschiedene an verschiedenen Orten gemachte Abfischungen zeigten audi 
eine ziemlich gleiche Procentzahl dor einzelnen Arten. 



119 



Schlussbemerkungen. 

Blicken wir auf die vollbrachte Arbeit an beiden Teichen zuriick, so miissen 
wir gestehen, das uns ein^neuer Umstand, die Veranderlichkeit der Teich- 
faunen iiberraschte und storend der Schilderung eines einheitlichen Bildes der 
irntersuchten Teiche entgegentrat. 

Polyphemus oculus den Herr Kafka im Jahre 1889 im Gatterschlager 
Teiche fand, war in den folgenden Jahren versehwunden. Heterocope fand Herr 
Kafka pellagisch im J. 1889 noeh im ,luni. Wir nnr im Jahre 1890 im April 
Und Mai, dann niomehr. 

Leptodora Kindtii fand Herr Kafka nicht, wir 2 Jahre spftter haufig. 

Es ist zu erwagen, was diese Unregelinassigkeiten im Erscheinen einzelner 
Alton bewirkt. Einen Theil der Veranlassung konnte die Temperatur des Wassers 
sein, welche jedenfalls auf das fruhere oder spatere Auftreten von Arten Einfluss hat. 

Einen anderen Theil kann die Tr ockenlegung gewisser Partien des 
Ufers, wo die Keime deponirt waren verursachen, und das Ausbleiben mancher Art 
erklaren. Falls diese trockenen Stellen wieder unter Wasser kommen, kann das 
Erscheinen friiher vcrmisster Arten begreiflich werden. 

Verschleppung fremder Arten durch Wasservogel kann das Auftreten einer 
neuen Art mSglich tnachen, welche dann im Teiche cinige Zeit vegetirt und ent- 
wedor bei zusagenden Verhaltnissen sich verraehrt und dauernd einbiirgert oder bei 
licht zusagenden nach ein paar (xenerationen ausstirbt. 

Beantwortung ahnlicher Fragen konnte nur eine wohldotirte permanente 
Station iibernehmen, welche einen Teich durch mehrere Jahre hindurch ununter- 
'"'"I'lien zu beobachten Gelegenheit hiitte. . 

Die obon geschilderte Untersuchung der zwei Teiche wurde liauptsiichlich 
illl « faunistichen Rucksichten durchgefuhrt, wenn auch gelegentlieh auf die prak- 
nschen Fragen Rilcksicht genommen wurde. 

A.ber keiner von den Teichen reprasentirt einen regelmiissig bewirthschaf- 
te ten, der durch Diingung und Samerung meliorirt, dann als Abwachsteich be- 
ihttzt wird. 

Die intensive Beobachtung der nach der Diingung und abermaligen Span- 
nu "g erschoinenden Thierwelt sollte nun im Interesse der Teichwirthschaft durch- 
gefuhrt werden und zwar regelmiissig Woche fur Woche bis zur abermaligen Ab- 
lassung und Abfischung des Teichcs. 

Bei Sicherstellung genauer Daten tiber Eiasatz- und Fangresultate, wiirde 
(l '« Vergleichung mit einem armseligen nach alter Methode behandelten Teiche 
derselben (legend ausserst belehrend sein. 

Abschatzung des Planctongowichtes jeden Monat miisste bei beiden Teichen 
s °rgfaltig durchgefuhrt und verglichen werden. 

Zur Durchfuhrung solcher Aufgaben sollten gediegene Kriifte engagiert 
Werden, welche sich der Aufgabo ganz widmen konnten. 

In einem Lande, wo es Ilunderte von Teichen gibt, diirften die gebrachten 
Opfer gewiss durch lohnende llesultate gekront werden. 



120 



tiber Nahrung des Karpfens. 

Es ist kauni glaublich, dass der Mensch seit mehreren Jahrhunderten ein 
Thier ziichtcte, ohne einea riclitigen liegriff davon gchabt zu haben, wovon das- 
selbe lebt. 

Dass selbst in der neueren Zelt, wo schon mit dem Microskope gearbeitet 
wird, die Losung dieser Frage auf sich warten liess, das begreift nur derjenige, 
der es versucht hat, einea vollgefressenen Karpfens behufs Untersuchung seines 
Darminhaltes habhaft zu werden. 

In der Hauptstadt haben die Karpfen in den Behiiltern im Flusse reich- 
liche Muse Mies zu verdauen, was sie aus dem Teiche mitgebracht haben und 
deshalb findet man ihren Darmkanal in der Kegel ganz leer. 

Bei der Abfischung des Teiches ist audi koine gute Gelegenheit zu solchen 
Untersuchungen, denn die Fische sind da mohrere Tage durch das Abfallen des 
Wassers beunruhigt und es fallt die Abfischung audi nieist in die ktthle Jahreszeit, 
wo der Karpfen nicht eifrig nach Nahrung sucht. 

Selbst der Herr Direktor Schusta, welcher zuerst die Untersuchung der 
Karpfennahrung in Angriff nahm, hatte mit viel Schwierigkciten zu kampfen, denn 
die in diesem odor jenem Teich gefangenen Fische verdauten ihre Nahrung meist 
zur Unkenntlichkeit, bcvor sie in Wittingau untersucht werden konnten. 

Diesen Schwierigkeiten half nun ausgezeicb.net die Errichtung der fliegenden 
zoologischen Station, welche es ermoglicht den Karpfen in der Nacht oder zcitlich 
friih, wenn er ganz vollgefressen ist, sogleicb nach dem Fange zu untersuchen und 
den Darminhalt regelrecht fiir die spatere genaue Untersuchung zu conscrviren. 

Aber selbst bei dem Aufenthalt am Teiche ist es gar nicht so leicht eines 
Karpfens habhaft zu werden, wenn man nicht ein erfahrener Sportsmann in der 
Fischerei ist und auch von Berufsfischern wiederholt angestelltc Versuche mit der 
Angel und dem Regenwurm blieben oft erfolglos, denn bei der Menge von Nahrung 
am Ufer blieben einmal die Aufstellungen unberiicksichtigt, ein andermal war das 
Wetter ungunstig und schliesslich wenn ein grosser Fisch anbiss, riss er Alles 
entzwei. 

Schliesslich musste das Zughetz herbeiholt werden, um das ndthige Mate- 
riale zur Untersuchung zu beschaffen und die gunstige Gelegenheit der Station 
nicht unbeniitzt vorbcigehen zu lassen. 

Es gelang uns an beiden Teichen die Untersuchung der Karpfennahrung 
vorzunehmen und es sollen hier die Resultate mitgetheilt werden. 



I. Unterpocernitzer Teich bei Bechowitz. 

Dieser Teich ist seit etwa 40 ,1'ahren gespannt, darf Servituten halber nicht 
abgelassen werden und wurde vom Fischhiindler Karl Podhorsky als Depot fur 
Verkaufskarpfen beniitzt, Ein- oder zweiinal dor Woche wurde da in der Nacht 
gefischt und die Waare Fruh nach der Hauptstadt gebracht. 

Dies war eine sehr gflnstige Gelegenheit zur Untersuchung der Karpfen- 



121 



nahrung und es warden uns wiederholt in der Nacht frisch gefangene Exemplare 
iibergeben, welche wir sogleich in der Station untersuchten. 
Im Ganzen wurden folgende Stiicke untersucht. 

a) 14. Mai 10 Uhr Vormittags. Kleiner Karpfen von 33 cm etwa l / a K. 
chwer. Weibchen. 

Der Magen fast leer, da die Verdauung um 10 Uhr schon vorbei war. 

Im Darme fast lauter Crustaceen Alona, Cyclops nebst einigen Chi- 
ronomus-Larven und etwas Pflanzendetritus. 

Dies ist ein Beispiel, wo die jungen Karpfen hauptsachlich Crustaceen 
fressen. — 

b) 14. Mai 10 Uhr Vormittags. Grosser Karpfen, 48 cm lang, etwa l lf t K. 
schwer. Weibchen. Der Magen leer, auch der Dunndarm zum Theil leer. Im 
iibrigen Darm olivengriine Masse, im Euddarm Sand (von Phryganaeenrdhren). 

Der Darminhalt bestand zu 70% aus Chironomus-Larven, von welchen 
mehrere noch lebten. Fast keine Crustaceen, dann einige Fischeier, Sphaerium 
corneum, ein Pakett Chironomuseier mit Embryonen. 

(An Parasiten Caryophylaeus mutabilis und ein Ascarid von 5 cm Lange.) 
Dies ist ein Beispiel, wo der iiltere schwerere Karpfen die Nahrung nur 
v °m Boden nimmt. 

c) 4. Juni. 9 Uhr Vorm. Kleiner Karpfen von 37 cm Lange. Miinnchen. 
Larm fast leer, nur einige Cyclopse und Chironomus-Larven. (Wegen der Laichzei 
v ielleicht kein Hunger.) 

d) 4. Juni. 9 Uhr Vorm. Grosser Karpfen, 55 cm lang, 3 K. schwer. 
Weibchen. Der Magen leer, im Darin 155 gr Pflanzendetritus 80°/ , Chironomus- 
Larven 18%, das iibrige 2% (Cyclops, Daphnia etc.) 

e) 4. Juli. 2 Uhr friih. Karpfen 45 cm lang, % K. schwer. 

Ganz frische Larven von Chironomus im Magen. Alona Leidigii in Menge. 
D&phnia Kahlbergensis. Bosmina. Epbippien und Statoblasten von Alcyonella. 

f) 4. Juli. 2 Uhr Friih. Karpfen 52 cm lang, 2 K. schwer. Mageninhalt 
mit viel Sand gemischt. Eine grosse Menge von Chironomus-Larven. Kopfe und 
Larven von Wasserkafern, D. Kahlbergensis, Daphnella Bosmina, Ceriodaphnia und 
C ypria ophthalmica, Diflugia pyriformis und acuminata. 

gj 25. Juli. Va 12 u hr Nachts. Karpfen 42 cm Liinge, 1 K. schwer. Die 
Hauptmasse des Magen- und Darminhalts bilden Larven von Wasserkafern und 
v °n Corethra plumicornis. Von Crustenthieren : Daphnia Kahlb., Alona Leydigii, 
Il .y<>cryptus sordidus, Cypria ophthalmica, Cyclops vicinus. 

Der Ilyocryptus und Alona beweisen, dass der Karpfen seine Nahrung am 
Boden gcnommen hat. 

h) 25. Juli. x l, 2 12 Uhr Nachts. Karpfen von 53 cm Liinge, 1-5 K. schwer. 
Lie Halfte des Magen- und Darminhalts bilden leere Schalen von Daphnia Kahl- 
Der gensis, welche, weil unverdaulich, sich stellenweise in Klumpen angehauft haben. 
-^•uch fanden wir unverdaute Sommereier, was von grosser Bedeutung ist 
Ua d des Versuches Werth wiire, ob diese Eier wiihrend des Passirens des Darmes 



122 

ihre Lebenskraft nicht verloren haben. Falls nicbt, dann ware dadurch fiir die 
Erhaltung der Generation der verspeisten Daphnien gesorgt. 

i) 14. September. 11 Uhr Naclits. Kleiner Karpfen. Magen und Darm 
hauptsachlich mit Chironomus-Larven gefiillt. Ausserdem Ilyocryptus sordidus, 
Alona Leydigii, Cyclops, Cypria ophthalmica und viele leere Schalen von Crustaceen. 

j) 14. September. 11 Uhr Nachts. Grosser Karpfen. Im Darme viel 
Schlamin, der wohl beim Fangen der Cliironomus-Larven dahin gelangte, welcbe 
fast den alleinigen Bestandtheil des Darmes bildeten. Crustaceenschalen waren 
nur sparlich vorhanden. 

Seit diesen Untersuchungen ist der Pacht des Unterpocernitzer Teiches in 
andere Hande iibergangen und die Erlangung von Untersuchungsmaterial unmog'lich 
geworden. 

II. Gatterschlager Teich. 

Hier war die Erlangung der Karpfen rait grossen Schwierigkeiten ver- 
bunden und wahrend unseres Aufenthaltes daselbst gelang es nur drei Karpfen zu 
untersuchen. 

h) 17. August. Karpfen von 36 cm Lange im Litoralschilfe bei Tag auf 
die Angel gefangen hatte den Magen und Darm fast ausschliesslich mit Pfianzeu- 
samen gefiillt. 

i) 31. Mai. Karpfen 40 cm lang, bei Tag gefangen. Darrainhalt 44 gr bestand 
zu 60% aus Phryganaeenlarven, zu 20"/ unverdauten Algen. Von den erstereu 
waren kenntlicb : 

Mystacides longicornis, Oecetis furva 

Oecetis lacustris, Triaenodes bicolor. 

Ausserdem waren vorhanden: Chironoinus-Larven, Eurycercus lamellatus, 
Alona affinis und andere gewohnliche Crustaceen der Litoralzone. 

Jc) 31. Mai. Karpfen 38 cm lang, bei Tag gefangen. Darrainhalt 24 fff 
bestand aus 40% Daphnien mit unverdauten Eiern. Keine Phryganaeenlarven, 
Alona affinis und Bosmina vorhanden. 




Fig. 80. Einige Tage altes karpfenartoges Fischchen vou 9 mm Liinge mit zwei Httpferlingei 1 

im Darm. 



Wie wichtig die kleinen Crustaceen fiir die N aiming der ganz jungen 
Fische sind, erkennt man aus dem auf Fig. 80) skizirten karpfenartigen Fischchen 
von 9 mm Lange, das schon im Magen zwei Cyclops zeigte. 



123 

(Gelegentlich wurde auch ein 6 l / 2 cm, langer Barsch untersucht, in dessen 
Magen an 500 Stuck Bosraina, dann 50 Leptodora Kindtii unverdaute Daphnieu- 
eier, Chironomus- und Corixa-Larven vorgefunden wurden.) 

Aus den nur in oescheidenem Masse durchgefiihrten Untersuchungen der 
Karpfennahrung lassen sich folgende Thatsachen feststellen: 

1. Junge Karpfen bis zu x / 2 K. Gewicht nehmen ihre Nahrung mehr im 
freien Wasser auf und besteht dieselbe fast ausscbliesslich aus pellagisch lebenden 
Crustaceen. 

2. Altere Karpfen von 1 — 2 K. nehmen ihre Nahrung votn Boden und 
dieselbe hauptsiichlich aus Chironomus-Larven. 

3. Die Verdauung der in der Nacht aufgenonnnenen Nahrung gebt rasch 
v <«' sich, so dass schon in den eisten Vorniittagsstunden der Magen leer ist und 
die Nahrung nur im Darme vorgefunden wird. 



IN HALT. 



Seite. 

Vorwort 3 

Die ttbertragbare „niegende" zoologische Station des Comit6s fiir Londesdnrchforschung 8 

Die stabile zoologische Station am Unterpofiernitzer Teiche bei Bechovic H 

Lage, Grosse, Zufliisse und Temperaturverhaltnisse des Teiches 18 

Die Fauna der Umgebung des Unterpocernitzer Teiches, dessen Fische und Mollusken 20 

Flora des Unterpocernitzer Teiches und der Umgebung 23 

Ubersicht iler Arbeitstage und der Fangresnitate am Unterpocernitzer Teiche .... 24 

Illustrirtes Verzeichniss der im Unterpocernitzer Teiche aufgefundenen Arten 40 

Tabellarische Ubersicht der Vertheilung der Crustaceen des Unterpocernitzer Teiches nach 

den Regionen 00 

Tabellarische Ubersicht des Auftretens der Crustaceen nach den Monaten 01 

Tabellarische Ubersicht der im Unterpocernitzer Teiche sichergestollten Arten von Thieren 68 

Analyse des Wassers und des Bodonschlammes 57 

Der Gatterschlager Teich bei Neuhaus 70 

Daten ttber die Arbeitstage 74 

Lage, Grosse, Tiefe, Zufliisse und Beschaffenheit des Wassers • 71 

Fauna der Umgebung des Gatterschlager Teiches und dessen Fische 70 

Flora des Teiches und der nachsten Umgebung 79 

Ubersicht der pellagischen Fangresultate nach den einzelnen Monaten 83 

Litorale und Bodenfauna des Gatterschlager Teiches 91 

Illustrirtes Verzeichniss der im Gatterschlager Teiche aufgefundenen Arten 97 

Tabellarische Ubersicht des Auftretens der Crustaceen nach den Monaten LIS 

Tabellarische Ubersicht der im Satterschlager Teiche sichergestellten Arten von Thieren 110 

Charakteristik des Gatterschlager Teiches • H^ 

tiber Abschatzung des Planctons 117 

Tabelle der Plancton Abwiigungen 118 

Schlussbemerkimgen no 

Uber Nahrung des Karpfens 120 



II. Theil enthalt: 

Dr. Em. Boficky: Petrogr aphische Studien an den Basaltges teinen Bohmens 

r, . Preis fl. 3-50 

r reis der ganzen ersten Hiilfte des zweiten Bandes (I. und II. Abtheilung zusammen) geb. fl. 10"— 

X "W E I T E B BAND. 

f 

Zweiter Theil. 

III. Botanische Abtheilung. Dieselbe enthalt: 

Prodromus der Flora von Bohmen von Prof. Dr. Ladislav Celakovsky (II. Theil) 
Preis fl. 260 

rv. Zoologische Abtheilung. Dieselbe enthalt: 

a) Prof. Dr. Ant. Fric: Die Wirbelthiere Bohmens. 

i>) „ „ „ „ Die Flussfischerei in Bohmen. 

c) „ „ „ „ Die Krustenthiere Bohmens. Preis fl. 3-— 

V. Chemische Abtheilung. 

Prof. Dr. Em. Boficky: Uber die Verbreitung des Kali und der Phosphorsaure 
in den Gesteinen Bohmens. Preis 60 kr. 

I reis der ganzen zweiten Hiilfte des zweiten Bandes (III., IV. u. V. Abth. zusammen) geb. fl. ,V— 



r> rt i t t e rt b a. is r>. 

I. Topograph] sche Abtheilung. 

Verzeichniss der in den J. 1877—1879 vom k. k. mil.-geogr. Institut trigonometrisch 
bestimmten Ildhen von Bohmen herausgegeben von Prof Dr. Karl Kofistka und 
Major K. Daublehsky von Sterneck fl. 1-80 

II. Geologische Abtheilung. 

I- Heft. Petrographi sche Studien an den Ph onolithges teinen Bohmens von 

Prof. Dr. Em. Boficky. Preis fl. 1" — 

II. Heft. Petrographische Studien an den Melaphyrges teinen Bohmens von 

T Prof. Dr. Em. Boficky. Preis fl. 1* — 

HI. Heft. Die Geologie des bohmischen Erzgebirges (I. Theil) von Prof. Dr. 
Gustav Laube. Preis fl. 2"— 

III. Botanische Abtheilung. 

Prodromus dor Flora von Bohmen von Prof. Dr. Ladislav Celakovsky. (III. Theil 
Schluss.) Preis fl. 2-40 

IV. Zoologische Abtheilung. 

I. Heft. Die Myriopoden Bohmens von F. V. Rosicky. Preis 60 kr. 

II. Heft. Die Cladoceren Bohmens von Bohuslav Hellich. Preis fl. 160 

V. Chemisch-petrologische Abtheilung. 

El em en te einerneuen chemisch-mikroskopischen Mineral- und Gesteins analyse 
von Prof. Dr. Boficky. Preis . • fi. 1-40 

V I E B T E B B A N B. 

No. 1. Studien im Gebiete der bohmischen Kre ideformation. Die Weissen- 

^ berger und Malnitzer Schichten von Dr. Anton Fric. Preis fl. 3'— 

■"0. 2. Erl au terungen zur geologischen Karte der Umgebungen von Prag von 

j. J. Krejci und R. Helm hacker fl. 4-50 

iN °. 3. Prodromus der Flora von Bohmen von Prof. Dr. Ladislav Celakovsky. 

N (IV. Theil.) Nachtriige bis 1880. Verzeichniss und Register fl. 240 

iN °. 4. Petro logische Studien an den For phyrgesteinen Bohmens von Prof. Dr 

N Em. Boficky . . . fl. 1-80 

iNo - - r >. Flora des Flussgebietes der Cidlina und Mrdlina von Prof. Ed. Pospichal 

N °. 6. Der Hangcndflotzzug im Schlan-Rakonitzer S teinkohlenbecken von Carl 
Feistmantel fl. 2 - — 



F XJ N F T E R B A N D. 

No. 1. Erlauterungen zur geologischen Karte des Eisengebirges (2elezn6 hory) 
und der angrenzenden Gegenden im ostlichen Bohmen von J. Krejci und 

R. Helmhacker fl- 2' — 

No. 2. Studien im Gebiete der bohmischen Kreidef ormation. III. Die Iser- 

achichten. Von Dr. Anton Frio . . . . fl. 3' — 

No. 3. Die mittelbohm. Steinkohlenablagerung von Carl Feistmantel . . fl. 1/20 
No. 4. Die Lebermoose (Musci Hepatici) Bohmens von Prof. Jos. Dedecek. fl. 1" — 
No. 5. Orographi sch -geotektonis che Ubersicht des silurischen Gebietes im 
mittleren Bohmen. Von Johann Krej ci und Karl Feistmantel. . . . fl. 2 — 
No. 6. Prodromus der Algenflora von Bohmen. I. Th. Von Dr. A. Hansgirg. fl. 1*40 

S E O II S T E R B A N E>. 

No. 1. Uber die Torfmoore Bohmens in naturwissenschaftlicher und national- 
okonomischer Beziehung mit Beriicksichtigung der Moore der Nachbar- 
lander. Von Dr. Fr. Sitensky. I. Abth. Naturwissenschaftlicher Theil. . . . fl. 2"80 

No. 2. Die Susswasserbryozoen Bohmens. Von Josef Kafka fl. 1/20 

No. 3. Grundziige einer Hyfitographie des Konigreiches Bohmen. Von Dr. F. J. 
Studnicka . . . fl 1'50 

No. 4. Geologie des bohmischen Erzgebirges. II. Theil. Von Dr. Gustav C. Laube. 

fl. 2-50 

No. 5. Untersuchungen iiber die Fauna der Gewasser Bohmens. I. Metamorphose 
der Trichopteren. I. Serie. Von Fr. Klapalek fl. 1*20 

No. 6. Prodromus der Algenflora von Bohmen. I. Th. Forts. Von Prof. Dr. Anton 
Hansgirg fl. 3* — 

SIEBENTEFt BATVB. 

No. 1. Die Flechten der Umgebung von Deutschbrod von Jos. Novak. . . fl. 1. — 
No. 2. Studien im Gebiete der bohmischen Kreideformation. IV. Die Teplitzer. 

Schichten. Von Prof. Dr. Ant. Fric fl. 8*— 

No. 3. Uber die chemische Xusammen se tzung verschiedener Ackererden und 

Gesteine Bohmen' s und ilber ihren agronomischen Werth. Von Dr. Jos. 

Hanamann fl. 2"— 

No. 4. Die tertiaren Land- und Susswasser-Conchylien des nordw. Bohmen von 

Gottlieb Klika v fl. 2'40 

No. 5. Die Myxomyceten Bohmens von Dr. Lad. Celakovsky (Sohn) fl. 1'20 

No. 6. Geologische Karte von B6hmen. Section VI. Entworfen von Prof. Joh. Krejci. 

Mit Erlauterung von Prof. Dr. A. Fric. Preis fl. 2"20 

A O II T E R. BAND. 

No. 1. Ubersicht der Thatigkeit der naturw. Landesdurchforschung v. J. 1804 

bis 1890 von Prof. Dr. K. Kofistka fl. —•.'!() 

No. 2. Untersuchungen der Fauna d. bohm. Gewasser. II. Fauna d. bohm. Teiche 

von Jos. Kafka fl. 1'20 

No. 3. Monographie der Ostracoden Bohmens. Von Wenzel Vavra . . . . fl. 2'fiO 
No. 4. Prodromus der Algenflora von Bohmen. Zweiter Theil. Von Prof. Dr. Anton 

Hansgirg . fl. 8'— 

No. 5. Recente und fossile Nagethiere Bohmens. Verfasst von Josef Kafka, fl. 2.20 
No. 6. Untersuchungen tlber die Fauna der Gewasser Bohmens. I. Metamorphose 

der Trichopteren. H. Serie. Von Prof. Fr. Klapalek fl. — — 

NEUNTER BAND. 

No. 1. Studien im Gebiete der bohmischen Kreideformation. V. Priesener 
Schichten. Von Prof. Dr. Ant. Fric fl. 3 — 

No. 2. Untersuchungen tlber die Fauna der Gewasser Bohmens. IV. Die Thierwelt 
des Unterpocerni tzer und Gatterschlager Teiches als Resultat der Ar- 
beiten an der ubertragbaren zoologischen Station. Verfasst von Prof. Dr. 
Ant. Fric und Dr. V. Vavra fl. — ■— 



Druck von Dr. Ed. Qr£gr In Prag 1804. — Solbstyerlag. 



miTNKI' IiIKKAK: 
MUS COMP. 200L 



b- 




DAS MOLDADTHAL 

ZW1SCHEN PRAG UND KRALUP. 



EINE PETROGRAPHISCHE STUDIE 



JOSEF KLVANA, 

alprofessor in Ungalisch Ht»di»oh 



li. k. Gymnasialp 



(Mit vielen zinkographischen Abbildungeii.) 
Veroffentlicht mit der Unterstiitzung der bohm. Kaiser Franz Josef Akademie 



ARCHIV DER NATURWISSENSCHAFTL. LANDESDURCHFORSCHUNG 
VON BOHMEN 




IX. Band, Nro. 3. 



P It A G. 

In Commission bei FE. RIVNAC 
1895. 




^fl b 



DAS ARC HIV 



fur die 



naturwissensckaftliche Landesdurchforschunff von BOhmen 



o 

I. bis V. Band : Redaction von Prof. Dr. K. Kofistka und Prof. J. Krejcf, 
VI. Band u. s. w.: Redaktion von Prof. Dr. K. Kofistka und Prof. Dr. A. Fric, 

enth9.lt folgende Arbeiten : 

E Ft S T E F& BAND. 

I. Die Arbeiten der topographischen Abtheilung und zwar: 

aj Das Terrain und die Hohenverhaltnisse desMittelgebirgesunddes 
Sandsteingebirges im nordlichen Bohmen von Prof. Dr. Karl Kofistka. 

b) Erste Serie gemessener Hohenpunkte in Bohmen (Sect-Blatt II.) von Prof. 
Dr. Kofistka. 

cJHohenschichtenkarte, Section II., von Prof. Dr. Kofistka. Preis fl. 4 - — 
Preis der Karte app . . fl. 1"60 

II. Die Arbeiten der geologischen Abtbeilung. Dieselbe enthalt: 

a) Vorbemerkungen oder allgemeine geologische Verhaltnissc des nord- 
lichen Bohmen von Prof. Johann Krejci. 

b) Studien im Gebiete der bohm. Kreideformation von Prof. J. Kre.ici. 
e) Paliiontologische Untersuchungen der einzelnen Schichten der bohm. 

Kreideformation u. s. w. von Dr. Anton Fric. 
d) DieSteinkohlenbecken von Radnic, vomHuttenmeisterKarlFeistmantel. 
Preis A. 4-50 

III. Die Arbeiten der botanischen Abtbeilung. Dieselbe enthalt: 

Prodromus der Flora von Behmen von Dr. Ladislav Celakovsky. (I. Theil.) 
(Vergriffen.) Preis fl- 1'— 

IV. Zoologische Abtheilung. Dieselbe enthalt: 

a) Verzeichniss der Kafer Bohmens vom Conservator Em. Lokaj. 

b) M onographie der Land- und Siisswassermollusken Bohmens vom Assi- 
stenten Alfred Slavfk. 

c) V erzeichniss der Spinnen des nordlichen Bohmen vom Real-Lehrer 
Emanuel Bart a. Treis fl. 2 - — 



V. Chemische Abtheilung. Dieselbe enthalt: 
Analytische Untersuchungen von Prof. Dr. Hoffmann. 
Preis des ganzen I. Bandes (Abth. I. bis V.) geb 



Preis 



25 kr. 
fl. <)■— 



Z -\\r EITEH BAND. 
Erster Theil. 

I. Die Arbeiten der topographischen Abtheilung und zwar: 

oJDas Terrain und die H6henverhaltnisse des Iser- und des Riesen- 
gebirges und seiner stidlichen und ostlichen Vorlagen von Prof. Dr. Karl 
Kofistka. 

b) Zweite Serie gemessener Hohenpunkte in Bohmen (Sect.-Blatt III.) von Prof. 
Dr. Kofistka. 

c) II 6 h e n s chi ch t e n k a r t e, Section III., von Prof. Dr. Kofistka. 

d) Hohenschichtenkarte des Riesengebirges von Prof. Dr. Kofistka Preis 
dieser Abtheilung fi. 450 

II. Die Arbeiten der geologisclien Abtlieilung. I. Theil enthalt: 

a) Prof. Dr. Ant. Fric: Fauna der S teinkohlenf o rmation Bohmens. 

b) KarlFeistmantel: DieSteinkohlenbecken bei Klein-Pf flep, Li sole, Stile c, 
Holoubkow, Mireschau und Letkow. 

c) Jos. Vala und R. Helmhacker: Das Eisensteinvorkommen in der Gegend 
von Prag und Beraun. 

d) R. H elmhacker: Geogno stische Beschreibung eines Theiles der Gegend 
zwischen Beneschau und der Sazava. Preis ... fl. 4 - — 

II. Theil enthalt: 
Dr. Em. Boficky: Pe trogr aphische Studien an den Basaltges teinen Bohmens 
Preis fl. 8*50 

Preis der ganzen ersten Halfte des zweiten Bandes (I. und II. Abtheilung zusammen) geb. fi. 10 - — 



DAS' MOLDAUTHAL 



ZWISCHEN PRAG UND KRALUP. 



EINE PETROGRAPHISCHE STUDIE 



VON 



JOSEF KLVANA, 



k, k. G-ymn*»ialproflsMor in Ungarinoh Hradl»oh. 



(Mit vielen zinkographischen Abbildiingen,) 



Veroff'entlicht, mit dor Unterstiitzung der bohm. Kaiser Franz Josef Akadomie. 



(Archiv der naturwiasenschaftlichen Landeadurchforschung von ISOlimen.) 
Band IX. Nro. 3. 



PRAG. 

DRUCK VON Dr. EDV. GREGR. - ICOMMISSIONS-VERLAG VON FR. RTVNAC, 

18»S. 



Vorwort. 



Nach dcin unerwarteten und plotzlichen Ableben meioes unvergesslicheri 
Lehrera Prof. Dr. l'.oficky's, wurde mir das Zuendearbeiten seiner wichtigen 
Arbeit iiber die Porphyrgesteine Bohinens, die gerade im Druck begriffen war, 
anvertraut (Archiv der naturwissenschaftl. Landesdurchforsch. v. Bobmei) 
V. Bd., Nro. 1, Geol. Abth. S. 133—177). Bei dieser Gelegenheit kamen in 
meine Hande drei Notizbucher des Verstorbenen, in denen einerseits eine 
ganze Reihe von Gesteinsanalysen bobmischer Gesteine — bereits von den 
Basalten augefangen — eingetragen war, nebstdem aber audi zahlreiche 
Skizzen von Profilen und geologischen Formationen vorkamen. Im Museum 
des KSnigreicb.es Bohmen hatte ich spater, theils zur Zeit meiner einj&hrigen 
provisorischen Leitung der mineralogischen Abtheilung uach dem Tode Bo- 
ficky's, theils infolge des ausgezeichneten Entgegenkommens seitens des Gustos 
der Abtheilung Herrn Dr. Karl Vrba, den besten Zutritt zu alien mikrosko- 
pischen Praparaten, die fur das Museum aus der Hinterlassenschaft Bofickf s 
erworben wurden, sowie auch zu alien Gesteinsstiicken, die von Boficky" behufs 
petrographischer Durchforschung bbhmischer Eruptivgesteine in den Sanim- 
lungen des Museums niedergelegt wurden. 

Und da ich als langjahriger Assistent am Museum viel, wenn gleicli nur 
in tecbnischer und mechanischer Hinsicht an alien Arbeiten Bofickfs be- 
theiligt war, indem ich denselben auf seinen Durchforschungsreisen begleitete, 
mikroskopische Praparate und Zeichnungen derselben fiir ihn Iieferte, che- 
mische Analysen, theils mikroskopische mittels Kieselfluorwasserstoffsaure, 
theils quantitative, sowie auch Dichtebestimmungen durchfiihrte: alles dies 
war Ursache, dass ich bald nacli seinem Tode dun Entschluss fasste, nach 
Moglichkeit alle die Arbeiten zu vollfiihren, welclie er im Sinne hatte, insbe- 
sondere aber und vor Allem die, welche er zuerst zu veroffentlichen gedachte 
und zu der schon so viel vorbereitet war, namlich die Petrograpbie des 
ausserst interessanten Moldauthales zwischen Stechovic und Kralup. Die pe- 
trographische Bearbeitung der Silurschichten zwischen Radotin und ['rag 
sollte in dieser Petrograpbie von mir geliefert werden.*) 

Der Wille war von meiner Seite gewiss gut, ja der beste, aber die 
Durchftihrung der beabsichtigten Arbeit verzogerte sich aus verschiedenen 
Griinden ungemein. Am moisten dadurcb, dass meiu Wirkungskreis dauernd 
nach Mahren verlegt wurde, nebstdem aber auch deshalb, weil in dem Mate- 
Hale, das ich bereits zusammengetragen und aus den von Boficky hinter- 
lassenen Praparaten zusammengestellt babe, viele Liickcn zurttckblieben. Audi 



*) Vergl. Verhandl. d. k. k. geol. Reichsaustalt 1888, Nro. 8. 



war die zwei bis dreifache Numerimng and Bezeichnung der Handstucke und 
Praparate Boficky's, nicht so lciclit zu entrathseln. 

Und so wurdc die bereits angefangene Arbeit bei Seite gelegt. Erst als 
zum erstenmale der Preis der Bofickystiftung fiir petrographisch-mineralo- 
gische Arbeiten ausgeschrieben wurde, zog ich die bereits bearbeiteten Partien 
an's Tageslicht, vervollstandigte sie bis auf das sehr complicirte Profi] 
gegenuber von Roztok, bewarb mich damit urn den Preis und dieser wurde 
der Arbeit zutheil. Das besagte Profll von Roztok, welches in der Preisschrift 
vorderbaud ausgclassen wurde, bearbeitete ich erst spater auf Grundlage 
eingehender und wiederholter Begehungen desselben in den Ferien d. J. 
L890 u. 1891. 

Dabei stellten sich einige Differonzon zwischen nieinen Beobachtiingen 
und den Einzeichuungen und Notizen Boficky's heraus. Doch audi nach dieser 
Vervollstiindigung blieb die Arbeit im Schreibpulte und erst nach uichr als 
zelm Jahren nach ihrer ersten Skizzirung lege ich sie der Offentlichkeit vor, 
ohne dass ich viel an ihrer ursprunglichen Form geiindert hiitte. Bios (Midge 
neue Abbildungen fugte ich meinen alteren Zeichnungen hiezu. 

Das grosste Verdienst um die Publikation der Arbeit hat ineiu hoch- 
verehrter Lehrer Hen: Dr. Ant. Eric, welcher mich zu ihr aufforderte, animirte 
und in jeglicher Hinsicht unterstiitzte, weiters der hochgeehrte Herr Dr. K. 
Vrba, welcher mir audi nach meinor Abreise von Prag alle Praparate Bo- 
ficky's so wie audi die Durehforschungs- liandstiicke, welche sich auf das 
Moldauthal beziehen und im Museum niedergelegt waren, bereitwilligst durch- 
tnustern liess. Fiir all' das Entgegenkommen und fur all' die Unterstutzung 
erlaube ich mir beiden meinen warmsten Dank auszusprechen. 

Das Ziel meiner Arbeit ist kein anderes, als das, welches gewiss ihr 
geistiger (Jrheber im Sinne geliabt liatte, damit sic; namlich wenigstens ein 
kleiner Beitrag sei zur Kenntniss der petrographischen Beschaffenlieit der 
ungemein interessanten Moldaufurche zwischen Prag und Kralup. Die Partie 
zwischen Stechovic bis Prag bleibt der Zukunft vorbehalten, Auf dass in der 
Arbeit das petrognvpliische Bild des Thales vollstiindig sei, wurden in ihr 
wenigstens kurz die Beschreibungen jener Porphyr- und anderer Gesteine 
angef'iihrt, welche b(!reits in den Arbeiten Boficky's vorkommen. Die meisten 
Zeichnungen wurden von mir bereits im J. 1879 fiir Boficky's Porpliyrge- 
steine geliefert, nur era vier zeichnete ich vor der biihuiisclien Ausgabe dieser 
Arbeit. Naturlich hat sicli das Relief der Moldaugeliiinge seit dem Jahr 1879, 
so wie die Formation vieler Felsen hie und da etwas veriindert, sei es durch 
Menschenhand oder durch elementare Einwirkungen ; das Hauptsachlichste, 
der Kern, ist aber gebliehen und ist des Durchseliens Wertli. Die ganze Arbeit 
moge dem Andenken an meinen unvergesslichen Lehrer Prof. Dr. E. ISoficky 
geweiht seiu. 



Uugarisch Ilradiscii im Monate Miirz 1895. 

Josef Klvana. 



Das Moldauthal von Prag nach Kralup. 



Das Moldauthal, wenigstens das zwischen Stechovic und Roztok, ist wie 
bekannt die Folge einer grossen nordstldlichen Verwerfung, welche ganz 
bestimmt jilnger ist als das Carbon, alter aber als die Schichten der Kreide- 
formation, wie dies audi der Fall ist bei den iibrigen Verwerfungsklfiften in 
der Qmgebung von Prag. 

Dort, wo unter der Letna (Belveder) der Moldaustrom nach Osten um- 
biegt und hinter Lieben wieder nach Westen, dort folgt die Moldau einem 
zweiten Verwerfangssystem, das als der Prag-Hyskovor Bruch mehr bekannt 
ist und bildet dadurch jene interessante Biegung, durch welche die weicheren 
Silurschichten zum anmuthigen Thalkessel zwischen Lieben und Podbaba 
ftusgehfilt wnrden. Ein etwas ahnliches Analogon bildet weiter nordwarts die 
Moldaubiegung zwischen Klecanky und Letky, von welchem Orte die 
Moldau weiter gegen Kralup in einer fast nordwestlichen Richtung dahinstrflmt. 

Die felsigen und steilen G-ehange des engen, romantischen Moldauthales 
zwischen Stechovio und Kit nigs sal, weiters zwischen Podbaba und 
Kralup, zeigten schon durch ihr Relief, welch' grossen Widerstand ihr Gesteins- 
material dem reissenden, stellenweise sogar wilden Strome der Hauptwasser- 
a der des Konigreiches Bohmen legte. 

Es ist zwar gewiss, dass stellenweise audi die sedimentiiren Schichten 
der Moldauufer dor Stromst&rke des Wassers trotzten, zumeist und haupt- 
sachlich ist es aber jene grosse Anzahl dor Erupivgesteinsgange, welche wie 
ein festes Skelet die Sedimentschichten der Moldaugehiinge durchziehen, die- 
selben vor dor Zertrummerung und Wegschwemmung bewahrten, und dadurch 
die [Jrsache jener stellenweise bis ilundert Meter holieu und oft fast senk- 
rechten Qferabsturze geworden sind. 

Und eben dieso Stoilheit der lifer hat wieder zu Folge, dass jene grosse 
A.nzahJ dor Eruptivgesteinsadern, welche in ihnen vorkommen,*) so Avie audi 
'be gauze Constitution der Ufer ungemein deutlich sicli dem Forscher pWi- 
sentirt und denselben dadurch zu einer grundlicheren Dntersuchung auffordert 
und anspornt. 

*) Der Umstand, dags der weitgrfisste Theil der Gtage, obzwar dieselbeii oft ziemlich 
steil stehen, nnr auf einem Ufer ansteht und nicht auf das andere hinuberreicht, zeigt 
ungemein deutlici auf die grossen Bruche bin, in deren Spuren die Moldau ihr Bett sich 
hindurchwllblte. 



6 



Die Untersuchung selbst aber hat ihre Schwierigkeiten, ja sie wird 
stellenweise sehr undankbar, weil die Gesteine mancher Eruptivadern so vcr- 
wittert sind, dass die eigentliche mid walire Beschaffenheit derselben weder 
habituell noch mikroskopisch petrographisch festgesetzt werden kann und nur 
die chemische Untersuchung zu Schltissen flihrt, welche aber immerhiii 
nur mit annahernder Bestimmtheit gemacht werden kdnnen. 

Da es aber nicht immer mdglich, ja oft nicht vortheilhaft 1st, abzu- 
warten, bis dieses oder jenes Gestein wis in seinem unzersetzten Zustande 
in die Hande gelangt, so mag audi diese Arbeit, welche die Beobach- 
tungen an Handstucken enthalt, wie sie gerade zu gebote standen, aicht 
zweck- and nutzlos sein. Audi die chemischen Analysen, deren Mehrzahl im 
chemischen Laboratorium des Herra Prof. Karl Preis am bohm. Polytech 
nikum durchgefuhrt wurde, werden zur besseren Kenntniss nicht nur dor 

Mi 'alconstitution, sondern audi des Verwitterungsstadiums ihr Bestes 

beitragen.. 

Was die Determination der Gesteine im Moldauthale anbelangt, so be- 
trutzte ich naturlicher Weise diejenige, welche Boficky" eingefiihrt hatte und 
gegen welche, besonders was die Grtinsteine anbelangt, von vielen Seiten Ein- 
wendungen gemacht wurden. Da aber der modern petrographische Standpunkt 
nothwendiger Weise von so variablen Kriterien absehen muss, wie es z. B. 
das Vorhandensein oder das Fehlen des Quarzes in den Gesteinen ist oder 
das Auftreten der triklinen Feldspatharten neben don monoklinen, welches 
bekanntermassen sehr oft vorkommt, so glaube ich, dass gerade die Termi- 
nologie Boricky's fur die aamentliche Benennung dor Gesteine viele Vor- 
ziige besitzt, ja sogar wenn wir ins Vornehinein andeuten, dass es bei 
den Diabas-Diorit- und Syenitarten alio mdglidien Ubergiinge giebt, wobei 
manche Arten audi Quarz wenn auch oft sekundaren enthalten konnen — 
audi ihre Begriindung hat, da sie diese Uberg&nge sehr gut mid 
prazis charakterisirt. Der Umstand, dass in den alteren Grlinsteinen der 
Augitbestandtheil viol frischer sich erhalten hat, als der Amphibol, erkl&rt 
uns, warum in den Fallen, wo auf Grand der chloritischen und serpenti- 
nischen Verwitterungsprodukte das ursprtlngliche Gestein determiniert werden 
sollte, dasselbe immer dim- als dioritiscb odor syenitisch und aicht als dia- 
basisch gedeutet wurde, natiirlich wenn gerade aicht besondere Umstiinde eine 
andere Deutung bewirkten. 

In der nachfolgenden Abhandlung wird zuerst das linke und dann das 
rechte Moldauufer zwischen Prag und Kralup beschrieben werden. Die Nu- 
merierung der Eraptivgange wurde so beibehalten, wie ich dieselbe einst in 
das Kartchen des Moldauthales eingetragen, welches ich fur die „Porphyr- 
gesteine" Boficky's gezeichnet habe und welches eben so wie die entspre- 
chenden Profile aus jener Arbeit dieser meiner Abhandlung einverleibt 
werden. Das I'roiil, welches gegenuber Roztok so interessant sich hinzieht, 
musste von neuem gezeichnet werden, u. z. deshalb, weil bei der Revision 
einige none Adern entdeckt wurden. Diese wurden nun so zwischen die von 
Boficky" vorgefundenen eingeschaltet, dass in der weiteren Numerirung keine 



Anderung unternommen werden musste. Sie wurden niimlicli mit bestimmten 
Indexon versehen wie z. B. 27b, 27c and die niichstgelegene, von Boficky 
bestimmte Ad or wurde mit 27a, cine andere mit 31a u. d. g. signiert. 

Auf die von mir besehriebenen Gesteinsarten beziehen sicb audi einige 
andere Abhandlungen. Es sind dies besonders die Arbeiten Helmhackers, 
welehe sich mit den Eruptivadern im Moldauthale stellenweise sehr eingehend 
befassen. Weil in ihnen aber die Gange in Hinsicht ihres Ortes nicht genug 
pr&zis bestimmt sind, kann aattirlich nicht konstatiert werden, welehe von 
'ten duiT.h Boficky' bestimmten and eingezeichneten Giingen mit jenen von 
Helmhacker beschriebeneia identisch sind. 

Die hauptsachlichste einschlagige d. i. mit den Eruptivgesteinen beider 
Moldauufer zwischen Prag und Kralup sich befassende petrographisohe Lite- 
I'atur ist, folgende: 

Dr. E. Boficky und Jos. Klvafia; Petrologische Studien an den Por- 

phyrgesteinen Bohmens. (Archiv der naturwissensch. Landesdurch- 

forschung v. Bohmen, V. Bd., Nr. I. Geol. Abth.). 
Rud. Helmhacker in dm Erlauternngen zur geologischen Karte der Um- 

gebungen v. Prag v. J. Erej6i u. R. Helmhacker (Archiv d. naturw. 

Landesdurchforsch. v. Bohmen Bd IV., Nro. 2.). 
Rud. Helmhacker: liber einige Quarzporphyre u. Diorite aus dem Silur 

v. I'.ohnien. Tscherm. mineral, u. petrogr. Mitth. 1877, S. 179 u. f. 
E. Boficky: Dei- Glimmerpikrophyr cine aeue Gesteinsart u. die 

Libschitzer Felswand. Tscherm. miner, u. petrogr. Mitth, 1878, 

S. 493 u. IT. 
E. Boficky: ttber den dioritisclien Quarzsyenit v. Dolanky. Tscherm. 

miner, u. petrogr. Mitth. 1879, S. 78 u. 11. 
R- II el nib acker: P.einerkungoii zu dem Aufsatze d. Dr. E. Boficky: Der 

Glimmerpikrophyr, cine aeue Gesteinsart u. die Libschitzer Felswand. 

Tscherm. miner, u. petrogr. Mittheil. 1879, S. 83 u. ff. 
J os. Klvafia: Petrographisohe Notizen liber einige (lesteinsarten Bohmens. 

Sitzber. d. kon. bohm. Gesellsch. d. Wissensch. v. 8. Dez. 1881. 



I* 



I) 



A. Das linke Moldauufer zwischen Prag und Kralup. 

Der langliche HQhenriicken, der von Bfevnov aufs Belvedere und nach 
Bubenc oberhalb der Prager Moldaukrummung sich hinzieht, gehort wie 
bekannt Barrande's Siluretage Dd,,, in welehe auch <lie Moldau zwischen Ho- 
'eschowitz und Troja zum grossten Theil ihr Bett einfurcht. Dei der „Kaiser- 
m tihle" und beim Bubencer Bahnhof treten last die letzten Auslaufer der 
schwarzen glimmerhaltigen Schiefer der Et. Dd, auf und in der Umgebung 
(i( ' s besagten Bahnhofes wenigstens in Spuren auch einige Felsiiberreste der 
Et. Dd„. 



8 

Nicht weit hinter der sogenannten „Majorka" treten uns Felsmassen 
entgegen, welche sich bis zu dor Eisenbahnstation Podbaba hinziehen und 
einen felsigen Abhang, stellenweise sogar Absturz von betriichtliclier Holte 
bilden. Das gauze Grnndgestein des linken Moldauufers, von hier angefangen 
bis nach Krakp gehtfrt allem nach der Barrandeschen Etage C an und 
besteht zuineist aus weicheren oder festeren Grauwaeken von dunkelgrauer 
bis schwarzer Farbe, welche hie und da schieferig sind, an anderen Stellen 
blockartig zerfallen. Der Eruptivgange, welche verschiedenen Grttnsteinen, 
dann verschiedenartigen Porpbyren und in der Libiicer Felswand audi einem 
Glimmergestein angehoren, gibt es im linken Moldauufer nicht so viel, wie 
iin rechten, was sich, wie sfchon ongeftthrt wurde, leicht mit dem grossen 
Uracil erklitren lasst, in welehem gei-a.de der Moldauflnss sein Bett SO grihid- 
lich eingegraben hat. 



Linkes 
Moldau- 
ufer 

(=L.U.) 
Podbaba 

Die Gran 
wacke. 



I. Der Felsabhang bei Podbaba. 

(Siehe Fig. l n. 2.) 

Die Felsmassen dieses Abhanges, der ehedem ohne Zweifel bis zum 
Flnsse hinreichte, sind jetzt durcli den Eisenbahneinschnitt in zwei Theile 
getheilt, wodurch auf der Westseite eine steile Felswand entsteht, welche 
durcli Uberreste (lev altertliuuiliclien St. Wenzelskapelle gekront ist. 

Das Profil der Felswand bei Podbaba (Fig. 1.) zeigt audi die Fels- 
partien zwischen der Eisenbalm und zwischen der Strasse, nordlidi voni 
Wachterhauschen. 

Das Hauptgestein <\or Felsen bildet eine sehr femkornige Grauwacke 
von schwarzgrauer Farbe, in welcher nur stellenweise schmale Mittel einer 
dichten und lichtgefarbten Wacko vorkomnien. Aber andi die dunkle Wacke 
ist nicht iiberall gleichartig, sondern variirt an verschiedenen Stellen nicht nur 
betreffs der QuarzkSrnchenanzahl, sondern audi der Feldspathfragmente und 
des Bindemittels, ja sogar audi im Habitus dieses letzteren, was aber alles 
regelmassig bei Sedimentgesteinen vorkommt. 

Die Grauwacke besteht sttdlich von der mit Nro. 1 bezeichneten Ader 
bei LOO X VergrSss. haupts&chlich aus abgerundeten braunlichgrauen und 
griinliclien aber durchwegs triibeii Kornchcn, welche Tlieils Feldspathfrag- 
menten, tlieils Bruchstlicken von ganz verwitterten Grttnsteinen angehoren. 
Umrisse von Feldspathleistcheii sind nur hie und da bemerkbar. Nebstdeni 
besteht cca ein Drittel der Gesammtmasse aus abgerundeten oder eckigen farb- 
losen Quarzkornchen. Ms Bindemittel dienen brannliche, trttbe Flasern, welche 
aber oft fehlen, so dass die Quarz- und Feldspathkbrnchen unmittelbar anein- 
anderstossen. Wie in alien ahnlichen Grauwacken kommeii audi in diesen vide 
Aderchen und Kornchen vor, welche dem Eisenkies und seinen VerwitterungS- 
produkten angehoren. 

Etwas andersartig ist die Grauwacke nordlich von dem 2. Gauge. In ihr 
bilden Quarzkornchen ebenfalls ein Drittel der Gesammtmasse, aber ein kaoli- 
nisches, 9ockigk8rniges, trttbes, grttnliches, seltener gelblichgraues Bindemittel 



ist im tTbergewicht. Das Bindemittel ist im polarisirten Lichte hell. In ihni 
liegen die erwahnten Quarzkornchen eigebettet, nebstdem. aber auch zahlreiche 
ganz triibe Feldspathfragmeute und seltene bl&ubxhgrune oder grasgrttne Siiul- 
chen, nebstdem grttne und griinlichc^ ebloritische Partikelchen und grauweisse 
Doloraitkornchen, welche sich dnrch Aufbrausen in Sauren, so wie auch durch 
die dem Dolomit eigenthtimliche Polarisation verrathen. Audi Pyrit tritt hie 
und da, auf. in einigen Partien sieht man ein Gewirr von trttben Feldspath- g^i. 
leistchen, woraus hervorgoht, dass in der Wacke Fragmente von Grttnsteinen 
sich befinden, welche aber an ihren Randern in einen feineren Detritus, in 
•las Bindemittel ubergeheh. 

Ahnlich ist audi jene Wacke, welche noch weiter gegen Notden als cine. 
gangformige Einlage vor dem ersten vermauerten Wasserrisse eingetragen ist. 
In ill t bemerkt man auch Qmrisse grosserer Feldspathindividuen. 







JJU 



Fig. t. Dor FelSflbhang bei Podbaba hoi dor Eisonbalmstatioa I'odbaba hoi l'nu>\ Dor 
ganze Felsen besteht aus silurisclier Grauwacke (Han'. Et. C). Dor mit Nro I bezeich 
Gang eehert einem an Kalifeldspath reichen Diabas an; Nro 2. ist ein feldspath 

^ .. .. ■ •,, . i. . fa U „*„;.,. V«« A /.J,, Tli'nl.nc. Ni.„ K Q1T1 Bull S 



nete 



freier Porphyr; Nro 8 ein wwittertes Syenitgestein ; Nro I ein Diabas; Nro 5 em bpba 

rolithporphyr, welcher von zwei mit Nro 6 bezeichneten und ein verwittertes unbestunm 

bares Gestein ftthrenden Adern durchdrungen ist. 



Bei LOOX Vergr. ist sic, aber gleiclifdrmiger kornig und mehr quarz- 
reich. 

Die Grauwacke der Felsen rechts von der Eisenbahn, zwischen dieser 
uhd der Strasse u. zw. von ihrem siidlichen, beim W&chterhause sich befin- 
denden Ende, gleicht der Wacke, welche zu allererst beschrieben wurde. Sie 
enth&lt neben Quarzk5rnchen und dunklen Aderchen audi kleine Fragmente 
f> ines Grttnsteines mit Quarz, der ohne Zweifel sekundar ist. Das Bindemittel 
ist aber zumeist apolar und reich an grunliche Fetzen und schwarze Korner. 

Wie aus der mineralogischen Beschaffenheit der angeftthrten und im 
Ganzen feinkornigen bis sehr feinkornigen Grauwackenabanderungen hervor- 
geht, kann man sie alle als ein Gemenge von mehr oder weniger verwitterten 
Fragmenten von Quarz und gewiss audi von Porphyren, welche in dem wei- 
teren Moldauthale eine ziemlich grosse Rolle spielen, und von Grttnsteinen 
betrachten, welche Fragmente; durch ein kaoliniscb.es Mittel verbunden sind. 

Die chemische Analyse eines sehr feinkornigen Grauwackens-tttckchens 
Vl >m sttdlichen Ende des Felsen auf der rechten Seite der Eisenbahn — durch- 



10 



gefuhrt vom Herrn Strnad im Laboratorium des Herrn Prof. Preis am boh- 
mischen Polytechnikum — ergab in °/o : 



Kieselsiiure 


= 72-25 


Thonerde 


= 8-04 


Eisenoxyd 


= 1-66 


Eisenoxydu] 


= 3-58 


Manganoxydul 


= 0-28 


Kalkerde 


= 1-40 


Bittererde 


= 2-1.6 


Kali 


= 4-09 


Natron 


= 3-27 


Gllihverlust 


= 2-7;; 


Summa 


= 99-52. 



(Kohlensaure und Wasser) 



L. U. 

Gang i. 

(Kalifeld- 

spathrei 

chcr 
Diabas.) 



In den dunklen Grauwacken dieses ^bhanges bemerkt man stellenweise 
so z. B., wie bereits angeftihrt wurde, etwas nordlich von der Ader 2. und 
im Felsstuck zwischen der Eisenbahn und der Strasse dichte und lichtere 
Abarten dw Grauwacke, welche mir dtinnere Lagen bilden. 

I'.ei LOOX Vergrosserung zeigen dieselben eine griinliche oder gelblich- 
graue Masse, welche reich ist an schwarzliche Kornchen und stellenweise 
auch an sehr kurze Faserchen und N&delchen und von grttnlichgrauen Flasern 
durchdrungen ist. Im Ubrigen ist diese Masse zumeist apolar und enthalt 
noch winzige Quarzkornchen. 

Diese lichteren Grauwacken kann man als den feinsten Detritus der 
Porphyr- und Grunsteinarten auffassen. 

In der Podbaber Felswand, deren Bauptgestein d. i. die Grauwacke wir 
elien in einigen Varietilten beschrieben lialien, treten nun nielit weniger als 
seeks, oder wenn wir auch die im Wasserriss unter der Etuine der St. Wenzels- 
kapelle vermauerten zwei mit/.iihlen, acht Eruptivgange, von denen die Mehr- 
zahl zumeist nach NON streicht. 

Fangen wir vom siidlichen Ende des Abhanges an, so finden wir nahe 
bei demselben den Gang Nr. 1, etwa 4 m breit *) welcher ein dunkles, deut- 
lich femkorniges Gestein fulirt. Gleich bei diesem Gange befindet sich ein 
anderer (Nr. 2), der 3 m breit ist und ein gelblichgraues Gestein besitzt. 
Das Gestein beider Gange aber, so weit es nur zu erlangen war, zeigte sich 
so verwittert, dass eine sichere Bestimmung ihrer Substanz tiicht moglich war. 

Der Gang I zeigt on mikroskopischen Praparate viele mikroporphyrisch 
hervortretende Feldspathdurchschnitte, welche meistentheils schwarz umrandet 
und durch Limonit braungrau gef&rbt erscheinen, weiters eine trtLbe, flockige 
und an scliwarze Kornchen reiche Gr Imasse, In dieser Grundmasse kann 



•■■) Von der eigent lichen Machtigkeil ki bei den Gftngen deshalb nichts bestimmtes 

gesagl werden, da die Streichrichtung dersell doch tiicht so bestimmt angegeben 

werden kann, urn aus ihr und der oberflachlichen Breite die Mftchtigkeh sicher bcrechnen 
zu kormen. 



11 



man noch an einigon Stellen die Urarisse zahlreicher Feldspathleistchen be- 
merken. 

Da die mikroskopisch-chemische Analyse mittels Kieselfluorwasserstoff- 
saure neben iiberwiegend^m Natrium betrachtlich viel Kalium und eine ziem- 
lich ansehnliche Menge von Calcium zeigte, konnte man das Gestein als syeni- 
tischen Diorit, odor noch besser mit Ilinsicht zu dor Galciummenge, als 
Diabas, der an Kalifeldspath reich war, deuten. Auffallig bleibt aber immer- 
kin der verhaltnissm&ssig kleine Magnesiumgehalt, don ein gegltlhtes Parti- 
kelchen zeigte. 

Prftparate des 2. Ganges zeigten eine (lurch briiunlichen Staub getrttbte L- TJ - 
Grundmasse, welche einst glasig gewesen zu sein scheint; aus dieser Grand- (njjfrz- 
masse treten mikroporphyrische Feldspathleistchen hervor, welche stellenweise freier 
dolomitische Kornchen, stellenweise gelblichgriine Sekundarprodukte enthalten. lor P^ T -) 
Auch blaugriiue ovale Partien, die entweder Mikrolithe enthalten oder von 
schwarzen pellitischen KSrnchen umrandet sind, kann man 6fters bemerken- 

Das Ganze macht den Eindruck eines quarzfreien Porphyres. Die 
chemisch-mikroskopische Analyse ergab fast dieselben Resultate, wie beim 
vorigen Gestein. Nur das Quantum des Kalium naherte sick- mehr dem des 
Natrium. 

Etwa 20 Meter nOrdlich von dem 2. Gange treten im Abhange zwei 
einander beriihrende Gange auf, die in den abgebildeten Profil deshalb nicht 
eingezeichnet wurden, weil sie grosstentheils von der den Wasserriss eindam- 
menden Manor bedeckt sind. 

Beide A.dern enthalten stark verwitterte Griinsteine, die an Calcium 
reich sind. Bei LOOX VergrSsserung zeigt das Gestein des slidlicheren Gau- 
ges oin Gemenge von stellenweise stromartig gelagerten Feldspathleistchen, 
zwischen denen griinliche Kornchen und Haufchen von Flocken vorkommen. 
Diese zeigen oft noch Umrisse von kurzen Saulchen. Weiter enthalt das Pra- 
parat noch sparliche Kornchen von Magnetit und grauweise apolare hochst 
wahrschoinlich kaolinische Substanz. Braunliche Aden-hen, welche man schon 
mit blossem Auge bemerken kann, erscheinen im Mikroskop als Pyi'it, der 
stellenweise in Limonit verandert ist. 

Die mikrochemische Analyse ergab viel Calcium, darneben ziemlich viel 
Natrium, aber sehr wenig Kalium. Dabei I5ste sich das Dunnschliffstuckchen, 
welches mit der Kieselflusss&ure betropft wurde, bis auf die schwarzen Ma- 
gnetitkornchen und den Pyrit vollstandig auf. 

Dor Grflnstein des nordlictoeren Ganges besitzt ein etwas grSsseres Korn, 
ills der des vorhergehenden Ganges. Er besteht aus stark zerklufteten, zumeist 
zu Calcit verwandelten Feldspathleisten, dann aus feinfaserigen, gelblichgrftnen 
oder braungelben Partien, zwischen denen, wie es scheint, auch umgewandelte 
Olivenkornchen vorkommen. Neben Magnetitkornchen von gewohnlichem Ha- 
bitus, findet man auch schwarze mehr oder weniger haufige Nadelchen, welche 
an das in andorn Grtinsteingangen enthaltene Titaneisen erinnern und diesem 
Minerale angehoren diirften. Die chemische Mikroanalyse zeigt dasselbe, wie 
bei dem Gestein des sudlicheren Ganges, nur des Kaliums ist noch weniger. 



12 



L. I J. 
Gang .'!. 

I \ H'« ill. 

Syenit- 

gest.) 



I,. U. 
Gang I. 
(Diabas. 



L. li. 
(Jang 6. 
("Verwitt. 
Gestein.) 



I,. U. 
Gang 5. 
(Sparol. 
Porphyr.) 



Im Felsen, der zwischen der Balm und dor Strasse sicli fast gerade 
miter diesen vermauerten G&ngen befindet, treten Gangpartien auf, welche ein 
deutlich griinliches Gestein fuhrcn. Dieses Gestein erscheint im Mikroskop 
als ein an triklinen Feldspath reiches Diabasgestein. Es ist sehr wahrscheiii- 
liph, dass diese Partien nur die unteren und durcli Abschiessen bei der Arbeit. 
t m Einschnitte bis zum weniger verwitterten Inneren entblosten Enden jener 
Gauge andeuten, die im vermauerten Wasserriss hoher im Abhange auftroten- 

Der weitere Abliaug des Podbaba-er Profiles besteht aus eben derselben 
Grauwacke, die bereits vom stldlichsten Ende desselben beschrieben wimle. 

Circa 50 Meter vom Einschnitte nflrdlich, bereits in der Nahe der 
Sommerstation Podbaba, tritt im Abhange oberhalb der Bahn cine Reihe von 
V a — 10 m breiten Giingon auf, welche in dor Abbildung des Abhanges mit. 
den Zahlen 3, 4, 5 und 6 bezeichnet si ml. 

Das Gestein des 3. Ganges, der fast '/a m breit ist, ist so verwittert, 
dass man os nicht sicher bestimmen kann. In don mikroskopischen Pr&paraten 
desselben sieht man bei 1.00X "Vergrosserung nebst einiger mikroporphyrischen 
abgerundeten Kornclien und Durchschnitten, die am ehesten dem Feldspath 
&mgehoren, nur triibe Feldspathleistchen, seltene Quarzkornchen und eine, 
durcb graue Flocken stark getriibte Grundmasse. Die Mikroanalyse zeigte 
neben einer ungewohnliclien Menge von Calcium, ziemlich viol Magnesium, 
aber wenig Kalium und fast gar kein Natrium, woraus man auf ein syeni- 
ti sch os, freilicli selir verwittortos, Gestein schliessen diirfte. 

Der Gang Nr. 4, der circa 1 m breit ist, hat ein graugrtlnes bis schwarz- 
grtines Gestein, welches zumeist aus sehr langen, aber dflnnen polysyntheti- 
schen Feldspathnadelchen besteht und zwischen diesen einige Uberreste amorpher 
Grundmasse enthalt. Die Feldspathn&delchen sind entweder zu strahlenformigen 
Gruppen odor stromformig urn die Quarzfragmente , die nicht selten 
sind, gehiiuft. Nebst den Feldspathen kommen auch schwarze, braunlich um- 
randete Magnetitkornehen vor, zahlreiche rothe Hiimatitpartien und braun- 
graue Limonitflocken, woiter auch serpentinartig polarisierende Partien, welche 
gewiss durch Verwitterung von Augit odor Amphibol entstanden sind. Quarz- 
kornchen entstanden in der Masse frflher, als die Feldspathe, welche um sic 
stromformig gelagert sind. Da dieselben Umrisse von Fragmenten zeigen, 
konnte man sie auch als Einschliisse deuten, welche aus dor benachbarten 
Grauwacke eingestreut wurdon. Die Mikroanalyse ergab viol Calcium und Na- 
trium, weniger Magnesium und stellenweise auch etwas Kalium. 

Das Gestein war am wahrscheinlichsten ein Diabas. 

Fast unmittelbar hintor dom 4. Gange folgt gegen Norden dor m&chtigste 
Gang im Podbabaer Abhange, dor mit Nr. 5 bezeichnet ist und circa 10 m 
Breite besitzt. Derselbe wird von zwei mit Nr. (J bezeichneten Giingon, deren 
Gestein rothlich und ganzlich verwittert und deshalb unbestimmbar ist, in drei 
Theile abgetheilt. 

Das Gestein des 5. Ganges ist dicht, gelblichweiss und einem Hornstein 
iihnlich. Es enthalt spfirliche Quarzeinschltisse, selten grosser als 1 mm\ Es 
ist dies der S ph a ro I i th por pliyr, don Dr. Boriekv in seiner Arbeit liber 



13 

die Quarzporphyre Bohmens itif S. 83 umst&ndlich beschreibt. Im Mikroskop 
zeigt dieses Gestein ein feinkorniges, krystalliniscb.es Bindemittel mit runden 
Quarzsph&rolithkornchen, welche entweder farblos sind, oiler cbncentrische 
Kranzchen, oft audi Strahlen eines grauen Staubes, besitzen. Zwischen X Ni- 
kols werden sie entweder ganz dunkel, oder bios in Sektoren und Seg- 
menten. Die chemische Mikroanalyse ergab viel Kalium, etwas Calcium, Eisen, 
Magnesium und sehr wenig Natrium. 

Der weitere Abhang gegen Podbaba besteht aus einer nicht iiberall an- 
stehenden Grauwacke, die den angefuhrten Arten ahnlich 1st. Erst nordlich 
von Podbaba gelangen wir -- etwa gegeniiber von Podhof — zu einer Feis- 
partie, welche auf einer Seite durch einen Bahneinschnitt von dem Abhange 
abgesondert ist, auf der anderen durch die Strasse entblSst wurde. (Fig. 2.) 

In dieser Felspartie sielit man gleich am Anfange derselben den Gang 
Nr. 7, der ca 20 m breit ansteht und wie Nr. 6 gegen NO streicht. Er fiihrt 
ein graugrtoes, deutlich kbrniges Gestein. 

Die Dtinnschliffe dieses Gesteines zeigen als hauptsachliches Gemeng- 
theil polysynthetische Feldspathleistchen, welche der mikroskopischen, so wie 
der qmtntitativen Analyse nach dem Labradorit angehoren. In ihren Zwischen- 
raumen kommen neben farblosem, gledchfSrmig polarisierendem Quarz (Ortbo- 
klas?) audi weissgrauer Calcit vor, stellenweise audi Dolomitkornchen, dann 
nicht reichliche grtinlichgraue Korner, welche durch ihren feinfaserigen Ha- 
bitus ein Verwitterungsprodukt nach Olivin verrathen und endlich etwas 
riolettebraune bis graubraune Augitkorner, Welche iiberall mit feinfaserigen, 
blaulich-, gras- oder gelblichgrunen Vervvitteningsprodnkten vimgebcn sind. 
Stellenweise sind die Korner zersprungen. 



L. U. 
Gang 7. 
(i llivin 
diabas.) 




Kin 2. Der Ahaug nordlich vou Podbaba. Das Grundgestein des ganzen Abgangejj 
i,i wieder die silurische Grauwacke. In ibx tntt das Gestein Gang Nro 7 auf, welches 
ein schOner Ollvindiabas ist, und der Gang 8, dessen rerwittertes Gestein einem Diorit 

oder Diabas angehOrt. 



Die Augitkorner zeigen den Pleochroismus und Lichtabsorption nur in 
sehr kleinem Maasse, aber die griinen Verwitteruugsprodukte sind deutlich 
blaulich- bis gelbgriin dichroitisch. Audi werden diese Letztcren von Salz- 



14 



saure unter Ausscheidung von Gallertkieselsaure, die durch Fuchsinfftrbung 

nachweisbar ist, zersetzt. 

Diejenigen Stellen, welche starker dichroitisch sind und dabei die Kiesel- 
saure galiertartig ausscheiden, kann man fur Epidot halten, die schw&cher di- 
chroitischen fur Chlorit. Nebst diesen beiden kommen audi — wenngleich 
selten — noch gelbliclie oder briiunliclie parallelfaserige Ko'rnchen, welche 
starken Dichroismus zeigen und eine starke Lichtabsorption, und welche dem 
Amphibol zuzuz&hlen sind. Weil aber audi diese, ebenso wie die Augitkorn- 
chen mit grflnlichen Umwandlungsprodukten umschlossen sind und in sie all- 
miilige Ubergange zeigen, so sdicint es, dass sie aus Augitkornchen entstan- 
den sind und einen uralitisdien Amphibol vorstcllen. In weniger verwitterten 
Stiicken sieht man ilirer natiirlich weniger. 

Neben diesen Mineralen kann man im Gestein noch schwarze Magnetit- 
korncr, lange, klare, querzersprungene Apatitnadelchen und eine Grundmasse 
beobachten, welche stellenweise reich ist an schwarze Kornchcn, an anderen 
Stellen wieder einige lange, farblose Mikrolithnaddchen enthiilt. Diese Grund- 
masse, welche eine gri'mliche Farbe besitzt, ist nidit apolar, sondern bereits 
entglast und polarisiert zum grossten Theil. 

Die cheni. Analyse, welche vom Herrn Strnad im Laboratorium des Hrn. 
Prof. Preis am bdhm. Polytechnikum an ziemlich frischem Materiale gear- 
beitet wurdc, ergab in °/ : 



Kieselsiiure . . 


. 50-03 


Thonerde . . 


. 15-46 


Eisenoxyd . . 


. 4-25 


Eisenoxydul . . 


. 6-19 


Manganoxydul . 


. 0.53 


Kalkerde . . . 


. 8-25 


Bittcrerde . . 


. 7-73 


Kali 


1-48 




2-82 


PhosphorsHure . 


. 0-29 


Gliihverlust . . 


. 4-28 (Kohlcnsiiure und WaSser) 



101-31. 



Die Sauerstoffverhaltnisse und ilirc Vertheilung in den durch das Mi- 
kroskop bestimmten Mineralen des Gesteines kann man, wenn von der kleinen 
Menge der Umwandlungsprodukte (die hauptsftchlich durch den Gluhverlust 
angedeutet wird) abgesehen wird, folgcndermassen berechnen: 



16 







73 
M 

Is 

41 i/i 

s* 

•_n 

<U 
3 

as 
CO 


Die Vertheilung der Sauerstoffverhftltnisse nach den 

oinzclnen Minevalen 






S 
ft 

m 
l 


Sft 

03^3 


r3 

S ft 


a 

bO 


'Sb 

3 

<1 


.a 
O 


eS 

ft 

< 


§ 

CO 

« 

GO 

5 


Kieselsiiure 
Thonerde . 
Eisenoxyd . 
Eisenoxydul 
Manganoxydu 
Kalkerde . 
Bittererde . 
Kalium . . 
Natrium 
Phosphorsaun 




26-682 
7-219 
T275 
1-375 
0-120 
2-357 

: 3-092 
0-252 
0-728 

1 0-163 


3-024 
0-756 

0-252 


8-736 
2-784 

0-728 


5-704 
4-279 

1-426 


1-275 
0-427 


3-288 

0-291 
0-120 
0-822 
0-411 


3-338 
0-657 

2-681 


0-109 
0-163 


2-592 



Aus diesen Verhiiltnissen e 


:gibt sich fur einzelne Minerale 


in »/ 


i ■ 




10 


Die Vertheilung einzelner Minerale 


ft 
in 

2 
9 

IS 

M 


Natron- 
feldspath 


Kalk- 
feldspath 


Magnetit 


< 


.9 
5 


a 

ft 

< 


O 

■-> 
3 
:tS 
en 

5 


Kieselsiiure . . 


50-03 


5-62 


17-43 


10-595 


— 


6-145 


4-458 


— 


4-81 


Thonerde . . . 


15-46 


1-618 


4-677 


9-164 


— 


— 


— 


— — - 


Eisenoxyd . . . 


4-251 


— 


— 


4-25 


— — 


— i — 


Eisenoxydul . . 


6-19 


— 


— 


— 


1-922 


1-309 


2-956 


— : _ 


Manganoxydu! . 


0-53 


— 


— 


— 


— 


0-53 


— 


— i — 


Kalkerde . . . 


8-25 


— 


— 


4-991 


— 


2-877 


— 


0-382 


— 


Bittererde . . . 


7-73 


— 


— 


— 


— 


1-028 


6-702 


— 


— 


Kalium .... 


1-48 


1-48 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


Natrium . . . 


2-82 


— 


2-82 














Pliosphorsiiure . 


0-29 














0-29 


— 


Summa . 




8-718 


29-927 


24-75 


6-172 


11-789 


15-116 


0-672 


4-81 



16 



L. U. 

Gang 8. 
! Verwitt 
Diorit o. 
Diabas.) 



L. If. 

nOrdl. v. 

Podbaba. 
(Grau- 
wacke.) 



Es besteht somit das Gestein dieses Ganges aus 8'7°/ Kalifeldspatli, 
24-9% Natronfeldspath, 24-8% Kalkfeldspath, 6-2°/ Magnetit, ll-8°/ Augit, 
15-1% Olivin und 0"7°/o Apatit. Ncbstdem entliitlt es noch 4-81 °/ Kieselsaure, 
welche nebst kleinen Antheilen von Wasser und Kohlensaure den Verwitte- 
rungsprodukten angehort und im Limonit und Calcit obne Zweifel audi theil- 
weise enthalten ist, wodurch die berechneten Ziffern nur um ein Geringes 
anders ausfallen. 

Das Gestein ist demnach ein ziemlich interessanter, wenn audi etwas 
verwitterter 1 i v i n d i a b a s. 

Unmittelbar an diesen Olivindiabas grftnzt gegen Norden der Gang 8., 
welcher eine Breite von cca 20 Meter besitzt und ein lichtgraues fast diehtes 
Gestein flihrt. Dieses Gesteili ist selir verwittert und scliiiuint in Siiuren viel 

und lang. 

Im Mikroskop sieht man, nachdem im Praparat mittels Salzsaure haupt- 
siichlich die Carbonate entfernt warden, an manchen Stellen etwas stromartig 
gelagerte ilaufchen truber graukorniger Feldspathleistchen, zwischen denen 
sich zahlreiche Quarzkornchen und eine Substanz beflndet, welche reich ist 
an graue Fetzen und an Magnetitkornchen. Neben den grauen Partien, welche 
gewohnlicb die QuarzkSrnchen einschliesaen, treten stellenweise auch gflinlich- 
graue Kdrner und Saulchendurchschnitte auf, welche zu Bundeln und Fasern 
oder zu groberen Flasern umgewandelt sind. 

Die cliem. Mikroanalyse ergab neben viel Magnesium und Eisen recht 
viel Calcium und Natrium, aber nur eine sehr geringe Menge Kalium. Das 
Gestein kann als ein verwitterter Diorit oder Diabas angesehen werden. 

Der (Ibrige Felsen bis zum Wachterhause besteht aus einer Grauwacke 
von verschiedener Beschaffenheit. Einzelne Abarten (ibergehen allmalig in 
einander. 

Die Grauwacke, welche unmittelbar beim Gang 8. auftritt, ist i'einkbrnig 
und enthalt Bruchstiicke von klarem Quarze und eine aus Feldspath entstan- 
deue Kaolinsubstanz. Der Quarz, (lessen Kornchen ziemlich verschiedene 
GrSsse besitzen, enthalt hie und da Poren. Das kaolinische Bindemittel be- 
steht aus grauen Floeken und Kornchen, sehliosst aber auch kleine Foldspath- 
fragmente und schwarze und braunliche Erzpartikelchen ein. 

Der nordlichere Felsenvorsprung besitzt eine Grauwacke, welche meisten- 
theils aus kleinen Bruchsttlcken eines dichten oder sehr feinkfirnigen Griin- 
steines, am ehesten eines Qnarzdiorites, besteht. Die Bruchstiicke ftihren zahl* 
reiche Quarzkornchen, nebstdem aber eine durch braungraue und schwarze 
Korner und Floeken getrtlbte Substanz, in der man nocb ganz gut Feldspath- 
leistchenumrisse erkennen kann. 

Die sehr feinkornige Wacke, welche gaaz nahe beim Wftchterhause ab- 
geschlagen wurde, zeigte im Mikroskop den gewohnlichen Habitus. Sie ist 
quarzreich, besitzt viel Feldspathfragmente, aber ein sparliches Bindemittel. 
Dieses besteht aus ausscrst feincn Quarzpartikelcben und aus kaolinisiortem 
und durch Limonit briiunlich geflecktem Feldspath. 



17 



II. Die Lehne bei Sedlec. 



Weiter gegen Norden, von den eben beschriebenen Felsmassen, wird der 
linke Abhang des Moldauthales weniger steil and erst oberhalb Sedlec treten 
wieder steilere Gehange auf, und sind bier mit Baumen und Gestrauch be- 
wachsen. Nordlich von der Gemeinde nahert sich das Gehange dem Moldau- 
strome und wird bier durch die Eisenbahn in einer steilen Felswand auige- 
deckt, theilweise auch durchschnitten. 

Das Gestein dieses Abhanges sowie der Gehange, welche sich gegen 
Roztok hinziehen, ist ein schwarzgrauer fast dichter Grauwackenschiefer, dessen 
Constitution, wie aus dem Durchsehen der Praparate von verschiedenen Orten 
geschlossen werden kann, iiberall fast dieselbe ist. Uberall besteht die Wacke 
aus feinen, nicht sehr zablreichen Quarzkornchen, welche in eine im polari- 
sierten Lichte mattgraue, dem Kaolin angehorende Substanz eingebetet liegen. 
In dieser Substauz liegen viele graugelbe, meistentheils parallele Fasernfetzen 
und schwarzliche Korner, durch welelie das Gestein eine dnnkle Farbe an- 
nimmt. Das Gestein wird von zahlreichen weissen Aderchen durchzogen, 
welche Calcit enthalten, der durch Spaltungsrichtungen oder stellenweise audi 
Dolomit, der wieder durch die irrisierende Polarisation und Mangel an Spal- 
tungsrissen charakterisiert wird. Audi kommen in ihnen lebhaft polarisierende 
QuarzkOrnchen vor. Obzwar Pyrit in schonen llexaedern liie und da im Gestein 
nicht gerade selten vorkommt, so treten doch seine deutlichsten Krystalle und 
deren Aggregate gerade in diesen Calcitadern auf. Mies dieses ist bei dor 
Genesis der Verwitterungsprodukte aber ganz natiirlidi und nichts ungewohn- 
liches. 

Zwischen Sedlec und dem ersten Wachterhause treten drei Griinstein- 
gange auf, die wied.er ein nordostlidies Streichen zeigen, von denen der erste 
/i m, der zweite 2 m und der dritte 4 / 8 m miiditig ist. 

Der siidlidie ca '/< m machtige Gang Nr. 9 hat ein graues, etwas grun- 
licb.es Gestein mit seltenen porphyrisch hervortretenden Nadelchen. Im Mi- 
kroskop sieht man bci 100X Vergr. ein Gewirr von einfachen und zusammen- 
gesetzten Feldspathleistchen mit grtinlichen, fetzigen, fein faserigen, meisten- 
theils wenig dichroitischen Partien, weiters verwitterte Magnetitkorner, die 
gleichformig in ursprtinglich glasiger Grundmasse vertheilt sind. Diese Glas- 
grundmasse ist aber filzig entglast, grauweiss und reich an grtinliche Parti- 
kelchen und Nadelchen. Die porphyrischen Feldspathdurchschnitte sind oft 
V »>11 vou dergleichen grtinlichen Fetzen und Nadelchen. 

Die mikrochemische Analyse dieses Gesteines ergab neben vie] Calcium 
,] nd Magnesium etwas mehr Natrium als Kalium, so dass man das Gestein 
a ' H einen syenitischen Diorit deuten kann, wenn natiirlidi die sekundaren 
Minerale aus Ampliibol entstanden sind. 

Das Gestein des 2 Meter breiten Ganges Nr. 10 hat eine zunieist aus poly- 
syathetischen oder einfachen Feldspathleistchen bestehende Grundmasse. Feld- 
spath gibt es in diesem Gestein tiberhaupt mehr, als im vorigen. DieGlasmasse 
fehlt stellenweise ganz, stellenweise tritt sie in Spuren und llesten auf. Neben 



i,. ii. 
bei Sedlec 

(Grau- 
wacken- 
schiefer.) 



I;, r. 
Gang 9. 
(Syeni 
tischer 
Diorit.) 



I;. U. 

Gang lo. 
(Quarz 
diorit.) 



18 



L. II. 

Gang 1 1. 

(Verwitt, 

Diabas.) 



ihr kommen im Gesichtsfelde noch farblose Quarzkorner vor, die mit einer 
griinlichen Substanz umzilumt und ohne Zweifel sekundar Bind, Pyrit tritt in 
scliori.cn gl&nzenden Kornern und Komeranh&ufungen auf. 

Die fasorige, gelblich- bis blaugrtlne mehr odor weniger dichroitische 
Substanz, welche mit Magnetitkornchen zwischen den Feldspafchleistchen sicb 
ausbreitet und dem Cblorit angehSrt, besitzt oft noch die Form von langen 
Amphibolsaulc/hen odor Niklelchcn. Die Mikroanalyse ergab selir viol Natrium, 
bedeutend viol Magnesium , aber wenig Kalium und Calcium. 

Bei der Analyse einiger, vorsichtig aus dor Grundmasso herausgelosten 
Feldspathleistchen, zeigte sich ebensoviel Kieselfluorkalium, wie Kieselnuor- 
natriuin, Kieselfhiorcalcium gab es aber sehr wenig. Das deutet darauf liin, 
dass der Feldspath dieses Gesteines ein Gomenge von Kalifeldspath mit kalk- 
natronhaltigcui Andesin oder Oligoklas 1st. 

Im Ganzen kann man das Gestein als einen Quarzdiorit hinstellen. Der 
nordlichste der drei angefuhrten Giinge, niimlich Nr. 11, 1st ca 20 cm breit 
und fiihrt ein griinlichgraues gleichmassig feinkor niges Gestein ohne 
porphyrische Feldspatheinschltisse. Im Mikroskop bemerkt man, dass es aus 
polysynthetischen Fcldspathlcisten zusammengesetzt ist, zwischen denen spar 
lich griinliche Aderchen und Fetzen einer chloritischen Substanz eingezwangt 
sind, welche audi in die Feldspathindividuen eindringt. Nebstdem kommen 
graue Durchschuittc vor, welche an Augit erinnern. 

Die chemische Mikroanalyse ergab viel Natrium und Calcium und ziem- 
lich viel Magnesium und Eisen. Darnach wiirde der Feldspath einem kalk- 
natronhiiltigen Labradorit oder einem kalkhaltigen Andesin angehoren. Obzwar 
die Bestimmung des Gesteines als Diorit oder Diabas nieht ganz Icicht ist, 
so konnte man es doch mit Riieksicht auf die Umrisse der grauen, an Augit 
und nicht an Auiphibol erinnernden Korner besser als einen Diabas hin- 
stellen. *) 



III Das Moldauufer zwischen Roztok und Letek. 



!'■ ';■ Der Abhang, neben dem sich weiter gegen Norden von Roztok die Eisen- 

toll n'u;h hahn hinzieht, besteht iiberall aus einem sehr feinkornigen Grauwackcnschiefer, 

Letek. welcher stcllenwei.se von Ackern und Garten vcrdeckt ist. 

wacken- Diese Grauwackcnschiefer sind unweit hinter Roztok ganz gowohnlic.li 

schiefer.) und bestehen im Mikroskop aus Feldspath und Quarzfragmenten, zwischen 

denen einc amorphe Kaolinsubstanz sich ausbreitet, die roich ist an griinliche 

F&serchen, Fetzen und schwarzliche Kornchen von kohliger, theilweise auch 

limonitischer Beschaffonheit. 

Weiter alter, gegeniiber von Ilusinec unter Levy Hradec, welchseln diese 

Schiefer mit sehr dunnschiefrigen Zwischenlagen ab. Hier ist, die Be- 



*) Der Gang L2, welcher audi im Kartchen eingezeichnet iBt a. zw. bei der soge- 
nannten Neuen Mtthle (Novy mlyn) bei Unter Roztok, wird hier nicht angefuhrt, weii er 
nicht in das Moldauthal gehSrt. Er fuhrt ein Diabasgestein, 



19 



schaffenheit der Grauwacke etwas anders. Sic besteht hier namlich aus gleich- 
viel Quarzkornchen und Feldspathfragmenten. Nebst diesen beiden Mineralen 
sind in ihr noeh Stuekchen von faserigen Saulchen, die dem Amphibol wobl 
augehflren, da sie pleochroitsch sind und von gelbgriiner Farbe. Das Binde- 
mittel dieser Partikelchen ist ein ausserst feiner krystallinischer Detritus, 
welcher aus Feldspathfragmenten und griinlichen Verwitterungsprodukten be- 
steht, welche ohne Zweifel aus einem Pyroxenminoral entstanden sind. Nebst- 
dem sind in diesem Bindemittel, wie es ttbrigens oft in don Grauwacken vor- 
komrat, noch schwarze, fiockige, gewellte Streifen, welche stellenweise aus 
KSrnchen, die hauptsachlich dem Pyrit angehSren, bestehen. 

Die Masse der dunnsduefrigon Zwischenlage ist dem Bindemittel der 
eben beschriebenen Grauwacke ahnlich, und da beide Abarten audi in den 
Praparaten scharf von einander abstechen, kann man dafur halten, dass each 
dem Absatz gewohnlicher Wacke aus den stillgewordeuen Gewassern, sich 
Lagen des fein vertheilten Materiales — ■ zu dihmschiefrigor Grauwacke ab- 
setzten. 

Erst gegen Uez kann man im jahen Abhange, der durch Halm abge- 
sdmitten wird, den Gang 13 bemerken. Dieser ist nur '/a m breit, streiclit 
gegen NNW, und fiihrt einen verwitterten Grllnstein, der wegen des Eisoubalm- 
gemauers fast unzuganglich ist. Deshalb wurde das Gestein nicht naher unter- 
sucht. Nur die herunter gefallenen und sehr verwitterten Stttcke dienten zur 
mikroskopischen Bestimmung des Gesteines. 

Die Scldudit von Podmoran, welche uicht weit von hier in die Moldau 
miindet, ist bei ihrer Mtodung in's Moldauthal gegen Norden mit steilen Fels- 
wanden eingesaumt; gegen Sliden ragt ein kegelformiger Gipfel empor, der 
mit grossen KieselschieferblOcken bedeckt ist. 

An der Sohle dieses Hiigels, gerade beim Wachterhause in Podmoran, 
zieht sich gegen den Gipfel ein ctwa 8 m machtiger Gang (Nr. 14), (lessen 
gclblichweisses Oder ro'thliches Gestein einem dichten Hornstein ahnlich ist, 
Im Mikroskop besteht es aus unregelmassigen Quarzkornchen, deren Einbuch- 
tungen ineinander greifen und die mit Hautchea glasiger graubestaubter Grund- 
masse umhttllt sind. Hie und da sind im Gestein schwarze Korner oft von 
quadratischen Umrissen, welche sich im auffallenden Lichte durch ihren Glanz 
und ihre Farbe als Eisenkies verrathen. Sehr selten gelingt es uns feine 
Leistchen und Stiibehen zu finden, welche der mikroskopischen Analyse nach 
fur Ortboklas gehalten wenlen konnen. Das Gestein dieses Ganges kann man 
einen horusteinarti gen Felsophyr benennen. Ahnliche Gesteine treten 
im Moldauthale Sfters auf. 

Der Eruption dieses Gesteinganges kann man die Erhaltung und viel- 
leicht auch die Emporhebung des kegelformigen Gipfels und dann audi die 
Zertrummung der nicht weit gegen Slidost gelagerten Schiefer beirechnen. 
Der dunnbliittrigc, fast dichte Schiefer, in dem der eben beschriebeue Felso- 
phyrgang ansteht, enthalt schwache Lagen von Kaeselschiefer und istziemlich 
lichtgrau. Seine Substanz ist kaolinartig, mit grauen Kornchen und Flocken 
getrttbt, zumeist apolar mid enthalt grtinliche Chloritfeteen. 



(lima 13. 

(Verwitt. 

Grttn 

stein.) 



I,. U. 
Gang i I. 
(Horn- 
eteinarti- 
ger Felso- 
phyr.) 



20 



L. II. 
Gang Nr. 
L5 u. 16. 

(Horh- 
steinarti- 
ger Felso 

phyr.) 



L. U. 
Gang 17. 
(Syenit.) 



Das linke Moldauufer, welches weiter hinter der Podmoraner Schlucht 
unter rechtem Winkel gegen Norden umbiegt, bildet von hier aus bis zum 
zweitenWilchterhause, nSrdlich von Podmoran, ein sehr steiles Felsgehange, wel- 
ches aus fast wagrechten Bftnken eines feinkornigen Grauwackenschiefers be- 
stcht, in dem wiedor schwache, nur 1 — 6 cm machtige Einlagen eines fein- 
blattrigen Schiefers sich befinden. 

Der Grauwackenschiefer, der zwischen Podmoran und dom ersten Wachter- 
hause ansteht, ist ein inniges Gcmenge von polygonalen Quarzkornchen, zwi- 
schen denen wiedor jener schwarze Staub stellenweise so dicht sich vorfindet, 
dass or vollkommen undurchsichtige Anhaufungen bildet. Da die Schiefer nach 
dem. Gliihen weisslich wcrden, kann man annehmen, dass der grosste Theil 
des schwarzen Pulvers einer grapliitiscben Substanz angehflrt. 

.Die feinblattrigen Schiefereinlagen unterscheiden sich mikroskopisch 
durchaus nicht von den von Levy Hradec bereits beschriebenen Einlagen. 

Gerade in der schitrfsten Einbiegung des Moldauufers vor dem ersten 
Waehtcrhansc liinter Podmoran, treten drei, nalie boi einauder gelegene Eru- 
ptivg&nge auf. Dor siidlichste von ihnen (Nr. 15) ist ca 1 m machtig, steht fast 
saiger an und fiihrt ein gelblichwoisses Gestein, das mikroskopisch mit jenem 
des 14. Ganges (ibereinstimmt. Einen ahnlichcn Felsophyr fiihrt auch der 
weitere Gang 16., der sich in den hoheren Partien des Gehiinges wagrecht 
hinwindet. Nicht weit vor dom ersten Wiichtcrhause von Podmoran, tritt der 
Grunsteingang Nr. 1.7 auf, ist ca 11 "4 m breit und senkt sich in einer welligen 
Biegung und in NNO Richtung zur Bahn heruntcr. 

Das Gestein dieses Ganges ist griingrau, sehr feinkornig, und man be- 
merkt schon mit dem blosen Auge darin nicht sehr zahlreiche FeldspathkSrner 
von der Gro'sse eines Stecknadelkopfes. fm Mikroskop zeigt das Gestein ein 
(lewirr von stellenweise gitterformig gelagerten Feldspathleistchen. Zwischen 
diesen hofindet sich eine grttnliche Substanz, die feinfaserig und stellenweise 
rait grauen Flocken durchmengt ist, und dann sparliche QuarzkOrner. Sehr 
zahlreich sind aber schwarze Magnetit- und Pyritkorner und kurze nicht be- 
stiinmbare Nadelchen und Saulchen von graugruner Farbe. Wahrend die Feld- 
spathe der Grundmasse fast durchwegs Orthoklas sind und einheitlich hoch- 
stens zwillingsartig polarisieren, zeigen die grSsseren Feldspatheinsprenglinge 
cine Plagioklasstruktur, oder gehSren cinera Orthoklas an, der interpolirte — 
und das stellenweise gitterartig — Lamellen trikliner Feldspathe besitzt. Die 
chemisch-mikroskopische Analyse ergab viol Kalium und Magnesium und wenig 
Natrium und Calcium, woraus man schliessen kann, dass das Gestein des 17. 
Ganges ein raohr oder weniger verwitterter Syenit ist. 

Dieser Syenitgang wird etwa in der Mitte des Gehanges von einem ei- 
genthtimlichen Ganggestein durchsetzt, das in einer lireite von 25—30 an 
unter einem rechten Winkel sich herunterzieht. Die Gangmasse zeigt eine 
eigenthtimliche Grtlnsteinbreccie und ist so verwittert, dass man aus ihr kein 
mikroskopisches Praparat bereiten kann. Deshalb wurde sie mikroskopisch 
auch nicht untersucht, 



21 



Nicht weit vom erstcn W&chterhause nordlich von Podmorah ist in dem T '- U. 



GeMnge ein ecu ! m. breiter Gang (Nro. 18), (lessen Gestein seinem Aus- 



Gang is. 

(Horn 

solum nach den bereits beschriebenen Hornstein-Felsophyren auffallend Shnlich stelnarti- 
ist und deshalb wurijc es auch nicht nahcr untersucht. phyr.) 

Hinter dem erwahnten ersten W8.chterb.ause folgen gegen Norden im 
Grauwackenschiefer zwei Gange (Nr. 19. und 20.) , die von einander cca 30 
Schritte entfernt sind und von denen der erste 1 m., der andere bios 75 em. 
mSchtig ist. Steinblocke von ihnen, haupts&chlich vom 19. Gange findet man 
sebr leielit unter dem Eisenbahndamme am Moldauufer. 



Handstucke, die dem Gange 19. entstammen, sind wieder jener grau 
gelbliche, stellenweise etwas br&unliche hornsteinartige Felsophyr. 



L. II. 

Gang 19. 

(Horn- 



Das Gestein des Ganges 20 unterscheidet sich vom vorigen insbesouderK.^'jIv'is!, 
dadurch, dass es spftrliche Einsprenglinge von farblosem Quarz entliiilt und phyr.) 
nebstdem uoch getrubte krystalinische Korner and Krystiillchen, welche dem l. u. 
Orthoklas angehoren und stellenweise solum verzwillingt sind. Audi die Gang 20. 

1 V CIsil 1 ) 

Grundmasse ist in diesem Gestein etwas anders wie in den hornsteinartigen sc her 

Felsophyren, indem sie zwischen den Quarzkornchen und nicht sehr Iiantigen Quarz 

porphyr 
Feldspathleistchen eine lichtgriine und flockig oder filzig getrubte Substanz 

besitzt. 

Nebst den angefiihrten Orthoklaseinsprenglingen, unter denen man hie 
und da audi Ohloritfetzen und EpidotnSdelchen bemerkt, oft sogar auch 
Calcit, der durch die Spaltungsrisse charakterisiert wird, begegnet man im 
Gestein auch mit Plagioklaskrystallen, welche Boficky in seinen Porphyren 
als Mikroklin deutete. Saulchenfragmente, welche farblos sind und von 
schwarzen parallelen Fasern durchdrungen werden, kann man fiir die letzten 
Verwitterungsprodukte des Amphibols oder des Glimmers halten. Hie und 
da bemerkt man schone Pyritkorner. Das Gestein dieses Ganges, das man als 
felsitischen Quarzporphyr betrachten kann, erinnert sebr an das 
Gestein des 24. Ganges in der Libsicer Felswand, von dem sp&ter in ge- 
drangter Kttrze wenigstens gesprochen werden wird. 

Der letzte Gang im Abbange zwischen Podmorah und Letky befindet L. U. 
sich gegenllber dem zweiten Wiiohtorhause von Podmorah stromabwiirts g©- (Ra^olit! 
rechnet. Dieser als Nro. 21 eingczeiclmete und meb.r als 5 m. m&chtige u ; felsit. 
Gang fiibrt ein dichtes licbt gelbliches oder braunliches Gestein, welches in < " 1 " >l ' 
den Porphyren Boficky's auf S. 79 beschriebon ist und am Nordrande eine 
andere Beschaffenheit besitzt, wie im Inneren — was bei der grossen Miich- 
tigkeit des Ganges natiirlich ist und die Folge eines verschiedenen Abkublungs- 
prozesses in den Saalbiindern und in der Gangmitte ist. 

Das Gestein aus der Mitte des Ganges ist ein schemes Beispiel eines 
radiolithischen Porphyres und ist bei .1.00 X Vergr. fast krystallinisch. Es 
besteht aus einem Gemenge von braunlich bestiiubten Feldspathleistchen und 
Kornern, von farblosen Quarzkornern und grtlnlichen Strahlen eines sekun- 
diiren Minerales. Aus diesem Gemenge troten nun verschiedene polygonale 
"der abgerundete Radiolithe hcrvor, die im gewohnliehen Licht kornig oder 



22 

schwach strahlig, im polarisierten aber typisch strahlig-radiolithisch sind. In 
der Mitte der Radiolithe findet man hie und da ein Feldspathleistchen. 

Beim nOrdlichen Rande des Ganges, zu dem man nicht nur von dem 
Geleise aus, sondern auch vom Moldauufer durch eine BahndammwGlbung 
leicht gelangen kann, ist das Gestein etwas andersartig. Bei 100 X Vergros. 
erscheint os hier als cin dichtes Geinenge von Feldspathnadelchen und 
Leistchen, sp&rlicheren grauweissen QuarzkSrnchen und dieses Gemenge ist in 
einer apolaren an schwarzgrauen staubreichen Grundmasse eingebettet. Nur 
wcnige Quarzkiirner und Feldspathleistchen treten bei der genannten Vet- 
grosserung porphyrisch auf. lioricky nannte diese Modification des Gesteines 
einen glasigkornigen Felsophyr. 

Noch sei bemerkt, dass das Gestein nebst einem schwarzlichen Staube 
noch hie und da auch schwarze oder braunliche Wurfel enthiilt, die dem 
Pyrit angehoren. Die Mikroanalyse des Gesteines vom Nordrande des Ganges 
ergab aeben einer grossen Menge von Kalium, genug Magnesium und Eisen 
aber nur wenig Natrium und noch weniger Calcium-. 

Nicht sehr weit hinter dem zweiten W&chterhause endet der Fels- 
abhang und eine kleine Thalschlucht offnet sich beim Bache, der in die Moldau 
mundet. Bei seiner Mundung ist das Dorf Letky. 

Geht man nun linkerseits vom Bahngeleise gegen Letky, so sieht man 
gerade vor diesein Dorfe her'abgestttrzte FelsblScke, die einem Kieselschiefer 
und Conglomerate aus Kieselschieferfragmenten und braunem Sande ange- 
horen. Diese Conglomerate gehflren ohne Zweifel, wie noch auf einigen an- 
deren Stellen, den untersten Schichten der Kreideformation (den Perucer 
Schichten) an, welche hier nach der Denudation der hoheren Kreideschichten 
ihrer festeren Konstitution wegen zurtlckgeblieben sind, wenn auch nur stel- 
len weise in ganz dunnen Lagen und Ubcrziigen. 



IV. Der Abhang von Letky gegen LibSic und die LibSicer 

Felswand. 



Der Abhang, der sich am linken Moldauufer zwischen Letky und Libsic 
hinzieht, ist nicht so steil wie der fruhere und ist deshalb von Ackerkrume 
bedeckt, untcr der zumeist ein diluvialer Ziegellehm (L6ss) stellenwei.se in 
ziemlich mlchtigen Lagen auftritt. 

Erst in der LibSic-Chcjnovicer Thalschlucht treten zwei kleine Kuppen 
auf, die in dor Richtung der Schlucht hintereinander gelegen sind. Die sud- 
westliche von ihnen ist grosser und liinglich, die zwoite, welclie kleiner ist 
und schon hart an der Gemeinde LibSic ansteht, ist, mehr rundlich. 

Beide Kuppen bestehen aus dioritischem Amphibolit, wie Boricky" das 
Gestein, welches weiter gegen Norden an linken Moldauufer sehr machtig 
ausgebildet ist, benannte. Dieser dioritische Amphibolit ist den Grauwacken- 
Bchiefern sehr ahnlich und wurde als solche von Helmhacker z. IS. von einigcn 



23 



Stellen beschrieben; von anderen Stellen aber als Diorit (z, B. die Kuppe 
westlich von LibSic). 

Das Gestein d. i. dor Amphibolit von dor kleineren, niilier bei Libsie 
gelegenen Kuppe, ist fqjnkornig, grttnlich odor gran, kurz rissig, gewohnlich 
von Quarz und Calcitiiderchen durchdrungen u. besitzt oft an seinen Sprungen 
bis 3 inni. grosse Periklinkrystalle und drusigcn Quarz in kleinen Kry- 
stallchen. 

Das Priiparat zeigt schon dem blosen Auge zerstreute, unregelmiissige, 
trftbe Feldspatb.uadelcb.en in einer Grundmasse, welche ziemlich iiberwiegt 
und grunlich oder graulich ist und stellenweise schwarz ge&dert. Bei schwacher 
Vergrosserung siebt man schon, dass diese Grundmasse ein Gewirr, oft strom- 
artig g(>Ligertor feiner Leistchen, Siiulcben, Nadelchen und Fetzen vorstellt, 
welche mehr oder weniger dichroitisch sind, zwisclion X Nikols, bunt pola- 
risieren und dem Amphibol und seinen Epidot- oder Ghloritartigen Verwit- 
terungsprodukten angehoren. Audi Quarzkornchen kommen vor und sehr 
selten audi Galcitkorner. 

lin Vergleich zu den triiben, grauweissen Feldspathleisten, an denen 
man nur selten die polysyethetische Struktur bemerken kaun, ersclieinen die 
faserigen Ainphiboldurchschnitte sehr friscb zu sein; man muss jedoch be- 
denken, dass eben die faserige Amphibolumwandluug ebenso wie seine Ver- 
witterung zu Epidot unter Ausscheiduug von Chlorit ein gewissos frischeres 
Aussehen zufolge hat. 

Fiir die klinodiagonalen Amphibolliingsschnitte wurde die Ausloschungs- 
schiefe auf 20°— 25° abgeschatzt. 

Die schwarzen Aderchen, welche man besonders in den an Feldspath 
feicheren Partien bemerkt, gehoren dem Pyrit an, welcher sich durch den 
Widerstand in Kouigswasser und durch die chem. Analyse verrath. 

Das lichtgraue Pulver des Gesteines sties mit Salzsiiure behandelt nur 
wenige Kohlensaurebliischen heraus. Mit Soda aufgeschlossen zeigte es eine 
dentliche Mauganreaktion und die angesauerte Liisung der aufgeschlossenen 
Masse Spuren von Borsiiure. Phosphorsaure wurde nicht aufgefunden und die 
chemische Mikroanalyse ergab das Verhiiltniss des Natriums zum Kalium 

Die quantitative Analyse von Borieky selbst n. z. an eineni sehr frischen 
Handstuck, an dem eine IVriklindruse war, durchgefuhrt (siehe: der Glim- 
merpikrophyr u. s. w. in Tscherm. Min. u. petr. Mitth. 1877, S. 490 u. ff.) 
an ergab in "/,,. 

Kieselsiiure 50-42 

Thonerde 5'66 

Eisenoxyd 17 '52 

Kalkerde 8-51) 

Magnesium 5-92 

Schwefel ...... 12-72 

Wasser • P24 

102-06 



L. U. 
LibSic. 
(Diorit, 
Amphi- 
bolit.) 



24 



Da linn diis Eisen fast alios dem Pyrit und Amphibol so vvio soinen 
Verwitterungsprodukten angehort und demnach als Eisenbisulfuret und Eisen- 



oxydul auftritt, erfordem l2-72°/ Schwefel, il'18% Eisen ) 



was 



15-90% 



Eisenoxydul entspricht, auf das Pyrit entstehe. In Folge dessen bleibt 1'4:Q I 
Eisenoxydul (reap. P62°/ Eisenoxyd) fur don Amphibol. Deshalb muss die 
oben angefuhrte Analyse in diesem Sinne transformirt werden. Nach dor 
Umrechnung dor Analyse entfallen dann, als die Differenz auf 100 Th. 2-877,, 
auf dio Alkalien. 

Auf Grand der Verrechnung einzelner cliein. Bestandtheile auf die im 
Gesteine enthaltenen Minerale gibt Boficky" (1. c. S. 496 und 497) die Zu- 
sammensetzung des dioritischen Amphibolites vom westlichen Htlgel bei Libslc 
folgendermassen an: .'57 / Amphibol, 24% Pyrit, 22°/ Feldspath u. z. 8 /a 
Natronfeldspath (auf Grand dor Mikroanalyse) und % Kalifeldspath, L6°/ 
Quarz und Eieselsaure. Pyrit 1st selbstverstandlich oin der Menge naoh va- 
riabler Gemengtheil. Dor Feldspath war ursprilnglich ohne Zwoifol oin kalk- 
armer Plagioklas, wurde abor (lurch Vcrwittcruni>' odor besser gesagt durcb 
Auslaugung dos Calciums beraubt, so dass soine Zusiunmensetzung dem an 
seinen Kluften auftretenden Periklin sehr nahe kommt. Dor kleine Wasser- 
gehalt so wie dio mikroskopische Untersuchung liisst dafiir halten, dass hier 
Epidot und Ghlorit cntstandon ist, wolclio Minerale abor bei dor Verrechnung 
dor Analyse nicht in Anbotracht genommen warden. 

Boficky fiihrt (1. c. S. 497) das Schoma an 

Ghlorit. . . 3H 2 0, 4(Mg Fe)0, Al a 8 . 2SiO a 



Epidot 



H 2 0.4 



CaO 



3Al a 8 . 6Si0 2 



Siiimna 



4H 2 0, 
8RSiO. 



8R0, 4A1 2 8 , 8Si()., 



-f 1 — 2A1.0, 



2 — 3A1 2 3 



4II 2 <) 

audi Angit- 



Amphibolsubstanz 
and bomorkt, dass die Amphibolsubstanz (und selbstverstandlich 
substanz) durch Aufnahme von Wasser und Thonerde sich in Ghlorit und 
Epidot nmwandoln kann und dass man, wonn auch oin Theil von Epidot and 
Ghlorit als Amphibol berechnet wird, mit Ausnahme von Thonerde sonst 
koine merklicbon Differenzen vorlindot. Das Ghlorit und Epidot wirklicb aus 
Augit and Amphibol (lurch Verwitterung derselben entsteht sieht man ubrigens 
in alien diese Minerale enthaltenden Gesteinen besonders abor in deren Ver- 
witterungsprodukten im Moldauthale u. z. sehr oft und uicht selten auch 
sehr auschaiilich. 

Ubrigens ist die Zusammensetzung des Gesteines, wie dies audi sonst 
gewShnlich vorkommt, nicht an alien Stellen gleich und variirt nach dem 
versoliiedenen Vcrwitterungsstadium so wie audi nach der Stclle in der Gang- 
masse ziemlich auffallend. Auch kann man mit bl-osem Auge bemerken, wie 
verschiedenartig die Pyritkorner aul'treten. Auch fand Boficky" in einem an- 
doren Handstuck des Gesteins nach eigener Bestimmung 

Wasser . 3-55°/ 

Eieselsaure 4t-80%. 

Das Handstuck war vor einer kleinen Quarzdruse bedeckt. 



25 



Die zweite Kuppe slidwestlich von LiMc fiihrt, wie bereits crwiihnt 
wurde, auch dioritischen Ampbibolit. 

Das raikroskop. Praparat dcs Gesteines zeigt schwarzlicbe, grtaliche 
und grauweisse Strie.mfn, Fetzen and Adcrchen. Die scbwarzlicben Stellen 
enthalten sclnvarzo Kornchen, die oft staubartig und zu Adcrchen zusammen- 
gereiht sind. Die grttnliche Substanz bildet stelleuweise unregclmiissig be- 
griinzte Partien und 1st entwedcr cinheitlich odor fein fiiserig oder bcstelit 
aus Complexen von parallelen langen Siiidchen. Audi dort, wo sic scheinbar 
einheitlich aussiebt, zerfallt sie im polarisierten Licbte in ein buntfiirbiges 
Aggregat von Korneni. Die grauweisscn Stricnien und Fetzen, welclie zumeist 
• lie schwarzen Aderchen begleiten sind voll von langen, nadelfonnigen, grau- 
weissen odor farbloseu und verwirrten Mikrolitheu, und verratlien sich stel- 
leuweise als Durchschnitte einstiger Feldspiitlie. Im polar. Lichte zeigen sie 
eine Aggregatpolarisation und enthalten stelleuweise Calcitpartien, die durcb 
die bekannten Sprtinge chaiakterisiert werden. 




Fig. •'!. Die, LibSicer Felswand. Der Gang 22 im Eisenbahndamme fuhrt oinen spharo- 
l i ili i kcIi en Quarzporphyr und ist bOchsl wahrscheinlicb cine Fortsetzuna der Gang 
partie Nro 23, ja rielleicht auch -21. Die Gangpartie Nr. 28 ist in der Mittc und am 
sudlichen Saalbande ein Radiolithporphyr, am nflrdlichen ftande verlieren sich die 
Etadiolithe und das Gestein ist ein Felsophyr, wie dcs Ganges Nr. 24. Der Gang 25 
ist ein felsitiscb.-rad.io lithischer Porphyr in dec Mine Quarz fuhrend. Gang Nro 26 

isl ein Glimmerpikrophyr ! das Gestein, in dem alle diese Gange auftreten, ist 

ein dioritischer Amphibolit, der stellenweise schiefrige Einlagen enth&lt 



Circa 200 m nordlich von der Station Libsic, wurde (Fig. )5) durcb die 
Eisenbahn eine Felswand entblosst, dercn Hohe nacb Boficky 70 m betragen 
soil. In der Wirkliclikcit ist sie viel niedriger. Ihre Lange betriigt mebr 
als 200 m. 

Diese ausserst interessante Felswand wurde von Boficky in Tsclienn. 
Min. und Petr. Mittbeil. L879 S. 49.'! u. ff. ausfuhrlich beschrieben. Anch 
Helmhacker beschrieb in denselben Mittheilungen (1877) einigc von den in 
der Felswand auftretenden Gesteinen, wieder von seinera Standpunkte aus- 

Im Ganzen besteht die LibSicer Felswand, oberhalb welcher man nocta 
einige Uberreste der ehemaligen und an dieser Stelle die Moldau beherrschen- 
den Burg LibShrad bemerkt, aus dioritiscbem Amphibolit, welcber 
zwiscben den Gangen Nr. 22 und 2)5 und vor 24 b) grossere und kleinerc 



26 



L. U. 
Die l.ilisi 
cer I'VIs 

wand. 
(Diorit. 
Amphi- 

boflt.) 



L. U. 
I lie I jibai- 
cer Fels- 

«:i.ikI. 

(Schief- 

rige Zwi- 

schen- 

lagenO 



Partion eines dunkelgrauen Schiefers enthalt, In diesom Grundgestein treton 
nun die Porphyrgiinge 23, 24 mid 25 auf. Die Gangpartie 22 ist gewiss die 
Fortsetzung des Ganges 23, unterm Eisenbalmdamme. Die Giinge 24 und 25 
troten ohne Zweifel audi am rechten Ufer der Moldau auf, und zwar unter 
Nr. 100 und 102, die spater beschrieben werden. Der Gangkomplex 24 wird 
durch ein interessantcs jungeres Gestein von einer Maohtigkeit von l 1 /, m 
durchdrungen. Dieses Gestein, das makroskopisch einer Minette sehr ahnlich 
ist, nannte P.oricky, wegen verschiedener Eigenthumlichkeiten in der Zusam- 
mensetzung in seiner erwahnten Abhandlung, G 1 i m in e r p i k r o p li y r. 

Dor dioritische Amphibolit, welcher die Felswand zusammensetzt, ist 
dem Gestein vom westl. Hftgel bei Libsic sehr ahnlich. An verschiedenen 
Stellen ist er verschieden verwittert und besitzt audi an verschiedenen Stellen 
cine verschiedene Korngrosse. 

Die weniger verwitterten Partien am siidlichen Ende des Pel sens, welche 
kurzkliiftig und dunkelgriingrau und schwarz gefleckt Oder von Calcit geadert 
waren und unter der Loupe deutlich feinkornig, zeigten sie sich im Mikroskop 
als ein Gcwirr von unrogelmiLssigcn griinen dichroitischen Saulchen und Parti- 
kelchen und grauen Nadelchen, welche dem Amphibol und seinen Verwitte- 
rungsprodukten dem Chlorit und Epidot angehSren und von sparlichen grauen, 
trttben, zumeist triklinen Feldspathleistchen und Quarz-, Calcit- und schwarzen 
Pyrit- und Magnctitkornchen. 

Die Dunnschliffe, die aus Partien zwischen beiden Partien des Ganges 
24., und zw. melir vom nordl. Theile prapariert wurden, und das aus recht 
verwittertem Materiale, zeigten hauptsachlich Strome von grttnlichen Oder gran- 
lichen Nadelchen, Fransen und Fetzen, serpentinische und vom scliwarzen Staube 
begriinzte Partien und enthielten wieder Quarz-, Calcit- und Pyritaggregate, 
was alios gewiss sekundarer Provenienz ist. 

Die Schieferpartien, welche an einigen Stellen im dior. Amphibolit in 
einer Miichtigkeit von hochstens 1 m auftreten, sind an Pyrit selir reich. Ge- 
nugend diinne Priiparate konnten aus ihnen nicht verfertigt werden. Kleine 
dtinngeschliffene Partien, die zwischen Gang Nr. 22 und 23 entnommen wur- 
den, zeigten, dass in einer lichten, stellenweise schwach grtinlichen Masse, 
welche im polar. Lichte theilweise apolar oder bios schwach blaulich polari- 
sierte, stellenweise aber eine lebhafte Polarisation besass, eine schwarze ge- 
kornelte und staubige Magnetit- und Pyritsubstanz eingebettet liegt. Audi 
Quarz ist keine Seltenheit. 

Die chemische Beschaffenheit diesor Schiefereinschliisse wurde im chem. 
Laboratorium des Dr. Dofieky vom Schreiber dieser Zeilon untersucht, u. zw. 
an einem sehr harten Handstiicke, das unweit des kleinen Porphyrstiickchens 
zwischen dem Gange 22 und 24 a), oberhall) der Bahn entnommen wurde. 
Die Analyse ergab in °/ : 



27 



Kiesels&ure 
Thonerde . 
Eisenoxyd . 
Kalkerde . 
Magnesium 
Kohlensaure 
Wasser . . 
Nebstdem sab es 



) 



. . 86-81 
. . 3'41 
. . 16-41 
.,. 1.5-90 
. . 3-99 
. . 4-78 
. . 3-95 
viel Schwefel. 



Alles Eiscn auch avis dem Pyrit 
wurde als Eisenoxyd abgewogen. 



Die Alkalien wurden nicht bestimmt. 
in der LibSicer Felswand 



Die Porphyrgange, sowie ihre Particn, welch< 
auftreten, sind von Stid aach Nord folgende: 

Der siidlicliste ist eigentlich bios cine Gangpartie, welche 



em Eisenbahndamme befindet und mit Nr. 22 bezeiclmet wurde 
gehort ohne Zwoifel zum Gang Nr. 23 



sich 
Sie ist ca J 



'•> m breit und 



Partie ist grau und enthalt in der dichten Grund- 



unter L- U. 

Din Gang- 

partie 22. 

Das Gestein Mieser (Sphftrol. 

Quarz- 

porphyr.) 




Fig. 4. Die Grundmasso des 

Porphyres der Gangpartie Nro 

22 (lOOmal. Vergr.) 



masse porphyrische Quarz- und Feldspathkornchen, 

die 2 — 5 mm gross sind. Die Grundmasse bestelit 
aus verachiedenartig ausgebuchteten und in einandcr- 
greifenden Feldspathkornern, welche von feincn 
sphiirolithischen Quarzkdrnchen durchdrungen und 
getrennt sind. (Fig. 4.) Ncbstdcm enthalt sic cine 
ziemliche Anzahl von griinlichweisscn Glimmer- 
Mattchen, porphyrische Quarzindividuen mit spha- 
rolithischer Umrandung, porphyrische Oligoklase, 
Mieilweise auch Mikrokline. Orthoklas tritt auch 
auf, aber sp&rlich. Das Gestein dieser Partie ist 
oi| i s p h a r o 1 i t b i s c h e r Q u a r z p o r p h y r. 

Dim- Gang 23 fiihrt ein graues Porpliyrgestein, dessen spez. Gewicht 
= 2*619, und das in der Gangmitte und an den Saalbiindern, besonders an 
'''-m nordlichen mikroskopisch ziemlich verschieden ist. Dies ist natiirlich 
nicht z U verwundern, wenn man bedenkt, dass ein jedes Eruptivgestein an 
seinen Randern, welche schneller ausktlhlten, mehr Glasmasse enthalt und 
weniger und kleinere Mineralkrystalle als in der Gangmitte, wo die Krystalli- 
S; ition infolge des langsameren Abkiihlcns besser und regelmassiger vor sich 
Sieng, und deshalb grossere Krystalle und weniger Glasmagma zur Eolge hatte. 
^ft blieb sogar kein Glasmagma ilbrig. 

Die Mitte des Ganges 23. enthalt einen dichten Porphyr, der fast aus^^ 
lauter RadiolithkSrnern zusammengesetzt ist. Ncbst den Radiolithen tritt noch d er sMi. 
ein Gewirr von feinen Quarzkornchen, Feldspathstabchen und strahlig odergj^*" 
Pinselfiirmig grupierten Durchschnitten eines lichten Glimmers. In den Radio- rRadiolit.' 
'''hen, ja sogar in den grosseren Quarzkornchen, pflegt zuweilen Feldspath forphyr.) 
•'ingewachsen zu sein, welcher demnacli zu den ersten krystallischen Ausschei- 
dungen aus dem Gesteinsmagma angehSrt. Auch die Handstiicke vom sildlichen 
R ande des Ganges 23. haben eine ahnliche Zusammensetzung, die Radiolithe 
si "d hier aber etwas Langlich und drangen sich so hart an einander, dass sie 
P°lygonale Umrisse besitzen. 



L. u. 



28 



i>'r„'idi Der niir,llichc Ran(l ,los Ganges 2.3. ist mehr felsitisch, hat mehr Glas- 
iiand des'gnnidmassc and ist fast so beschaffen, wie der Gang 25., von dem spater 
Gang. 28. die Rede seiii wird. Im Ganzen ist die Ga; 



(Felsit. ,., 
I'oiphyr.) Jtir einon Kadiolitnporphyr, 



rangpartie 23. ein schemes Beispiel 



L. II. 
Gang i I. . 



Felsitische Quarz-Porphyre ftthrt die Mitto des Ganges 24. and 25., 
w&hrend die minder der Giinge (und weil der Gang 25. ziemlich sehmal ist, 
und deshalb rasch abkuhlte, dieser fast durchgangig) duroh schnelle Erstar- 
rung Felsophyre, d. i. dichte Felsitporphyre besitzen. 

Der Gang 24., welcher die Mitte der Libsicer Felswand einnimmt, ist 
in dieser hoi 50 m machtig. Nach Oben versehmiilert or sicli. aber auf einmal, 
biegt sicli schlangenfdnnig und senkt sicli wieder sohnell gegen die Eisenbahn- 
schienen (24 b). Hier besitzt er eine Breite von 37 a m. 

Das griinlicli- oder gelblichgrane Gestein des Ganges 24. ist von musch- 
(Mltte!)*'Hgem Bruch und zeigt im Mikroskop eine fast durchwegs farblose oder nur 
(f^jf*; Stellenweise grttnliche oder grauweisse Gruudraasse, aus der Quarz- und Feld- 
porphyr.) spathdurehschnitte scharf und porphyrisch hervortreten. Die Grundmasso aus 
der Mitte des Ganges zerflllt bei 100X Vergr. auf unregelmiissig in einander- 
greifeude Chalcedonkornchen, zwischen denen auch gilnzlich apolare Partien 
vorkomraen. Nebstdom bemerkt man audi Gruppen von zarten, kurzen Niidel- 
chen, die, dor kleinen Dimensionen wegen, nur sohwach dichroitisch sind und 
alien nach den Epidot angehorcn, der aus AmpMbol entstanden ist. 

Die meisten porphyrischen und graubestaubten Feldspathkorner und 
Durchschnitte besitzen Partien, welche durcb schriige Spriinge charakterisiert 
sind, ja sie baben sogar — nach Boficky — allseitig ausgebildete Calcit- 
rhomboeder, wobei in ihnen die griinliche, gefranste Substanz abnimmt. Manche 
von den Feldspathen zeigen eine Gitterung, die an Mikroklin erinnert. Im 
polar. Liclite sind sie zumeist monocbrom oder nur in Halften vcrschieden- 
fiirbig; in diesem Falle baben sic aber oft schmale Einlagen von triklinen 
Lamellen. Manche Feldspathe sind aber dicht gerieft. 

Die dem blosen Auge sichtbaren porphyr. Qnarzkorner, enthalten im Mi- 
kroskop Wolkchen, die aus Blaschen bestehen, nebstdeni aber auch Streifen 
und Partien der feinkornigen Grundmasse, welche an manchen Stellen auch 
mit der umliegenden Grundmasse durch enge Kanftlchen zusammenhangt. 
Einige Quarzkiirner baben eine gestreifte Beschaffenheit, welche auch im Mi- 
kroskop durch verschiedene f&rbige Abstufungen sich darthut. 

(i'ui^k Dcr Rancl des a4- ® an S es enth&lt einen dichten Felsophyr (S. die Por- 

(Fe!sit.'payrgest Boficky's Tab. I. Fig. 6), der (lurch raschere Abkiihlung der ge- 

p ^ te r r .schmolzenen Porphyrmasse entstanden ist. Seine Grundmasse ist bei LOOX 

' Vergr. aus unregolmassigen Kdrnchen zusammengesetzt, welche weisslich und 

bhlulich bis dunke] graublau polarisieren. Zwischen ihnen befinden sicli zahl- 

reiche feine (apolare) Opal- und Spharolithkorncken. 

Die porphyrisch auftretenden QuarzkGrnchen erscheinen, ebenso wie in 
dor Gangmitte, im polar. Lichte gestreift, und die Feldspathe gehoren theils 
dem Orthoklas an, theils dem Plagioklas. Dm dieselben zeigt die Grundmasse, 
nach Boficky, eine schwache Fluidarstruktur. Die Feldspathe haben im Innern 



29 

ott Calcitpartien, welche ebenso wie die grtlnliche Epidotsubstanz in die Quarz- 
korner (naeh Boficky) infiltriert wurde (?). 

Die chem. Analyse des felsitischen Porphyres im Gauge 1 , Nr. 24, u. zw. 
aus seiner schmalen nordjjehen Partie (24b), welche im Laboratorium dos II. 
Prof. Preis am bijhm. Polytechnikum in Prag vom Herrn Assistenten Plamfnek 
durchgeftihrt wurde, ergab in % : 



Kieselsiiure . 


. — 


75-76 


Thonerde . . 


. ~ 


12-24 


Eisenoxydul . 


. ~ 


2-06 


Manganoxydul 


. — 


0-44 


Kalkerde . . 


. zz. 


2-51 


Bittererde 


ZZl 


0-29 


Natron . . . 


. — 


3-13 


Kali .... 




•1-22 


Kohlensaure . 


• — 


0-83*) 



101-48. 



NTebstdem wurden auch Spuren von Schwefel gefunden, welche dem Pyrit 
angehoren, dor hie unci da sparlich vorkommt. 

Weil in diesem Porphyr audi Epidot vorkommt, wurde wie dor entfal- 
' e nde Antheil dos Eisen- und Manganoxyduls a u f Eisen- und Manganoxyd 
tiberfiihrt und nach der entsprechenden Verrechnung dor Sauerstoffverhaltnisse 
die mineralogische Zusammensetzung dos Felsophyres aus dem 24. Gange 
wlgendermassen bestimmt: (Vergl. die Porphyrc Boficky's S. 147 undTscherm. 
Min. Mitth. 1879 8. 504 u. 505.) Quarz- und amorphe Kieselsiiure 38°/ , 
Natronfeldspath (Albit) 26-5°/ , Kalifeldspath 25°/ , Epidot 7-9"/ und Calcit 
'''•''V,,- Aus dem rtlckstandigen Eisenoxydul wurde die Menge dos Magnetites 
and Pyrites auf 1'5% bestimmt. 

Der Gang 25. der LibSicer Felswand ist ca 2 m machtig und enthalt 
zumeist einen ziemlich grauen Felsophyr von splittrigem Bruche. Stellenweise 
"• zw. wie naturlich in der Mitte dos Ganges treten reichlioher auch Quarz- 
Un d Feldspathkorner auf, so dass hier ein felsitischer Quarzporphyr entsteht. 

Mikroskopisch ist das Gestein (Vergl. die Porphyre Boricky's Tab. 1. 
Nr. 5) dem Porphyre vom Rande des Ganges 24. besonders in der Grundmasse 
"■bnlich, nur dass in ihr npch strahliger Quarz vorkommt. Beim Durchsehen 
nut der Loupe fallen uns in der Porphyrmasse grlinliche Iderchen und Hiiuf- 
c ben auf, hoi 100X Vergr. und im polar. Lichte zerfallt die Grundmasse, 
c ' ie sonst farblos erscheint, in unregelmassige Chalcedonpartien, welche licbt 
"" (l blaulich polarisieren und zwischen ihnen befinden sick viele randliche 
Partien runder branzfOrmig gehaufter OpaMrnchen und Quarzsphairolithe. 

In dieser Grundmasse sind Bllschelchen, Strahlen, parallele Bundel und 
Sc ho'ne Radiolithe eingelagert, neben ihnen aber sehr sparlich Feldspathleist- 



*) Von Dr. Boficky Hclbst bestimmt. 



30 

chen. Die grtinliche Substanz in don idercben ist feinfaserig und deutlicb 
diehroitisch und umschlingt stellenweise Gruppen von grauweissen Calcitkorn- 
chen, welche sicb bereits in den Handstucken durch das Aufschaumen bei 
der Bebandlung mit Salzsaure verratben. 

Sehr selten kommen in ihr tJborreste von AmphiboMulchen vor, aus 
denen sie ohne Zweifel entstanden sind. Diese grunliche Substanz gehort baupt- 
sachlich dem Epidot an. 

Die Mitto des Ganges 25. ist fast von ebon derselben Beschaffenheit, 
wie der felsitische Quarzporpbyr aus dor Mitte des Ganges 24. 

Die Dicbte dieses felsitischen Quarzporphyres = 2'629 und die chemi- 
scbe Analyse, die an einem Handstucke voni Rande des Ganges durchgefuhr$ 
wurde, und zw. voni II. Assistenten Plamlnek im Laboratorium des II. Preis 
am k. k. bohm. Polytechnikum in Prag, ergab in / :*) 



Eieselsare = 77-16 

Thonerde = 13-81 

Eisenoxydul = 2'38 

Manganoxydul . . . . = 0-06 

Kalkerde = 2-81 

Bittererde = 0-27 

Wasser = 1*37 

Alkalien (a. d. I) iff. ber.) = 2-14 



100-00 



L. u. 

Zwisohen 

dem 28. u. 

24. ( lange 

(Por- 

phyre.) 



Auch Spuren von Phosphorstture, Eohlensaure und Schwefel wurden in 
diesem Porphyr konstatiert. Weil die chem. Mikroanalyse fast Iauter Kiesel- 
miorkalium ergab, konnte bei der Interpretation dicser Analyse die ganze 
Alkalienmenge als Kali betracbtet werden. Die unbetrachtliche Magnesium- 
menge gehort dem Epidot an, den audi seine Widerstandsfahigkeit gegen 
Salzsaure, und die (lelatinirung nacb starkem Gliiben und uachfolgender 
wiederholter Behandlung mit Eieselsaure bestatigten. Im Ganzen wurde die 
Zusammensetznng, wenn man von den kleinen Antheilen von Calcit, Magnetit 
und Pyrit absieht, des Felsopbyres aus dem 25. Gange folgendermassen be- 
rechnet: Eieselsaure 56'5 / ! Epidotsubstanz 14-7%, Ealifeldspath L2'6°/o> 
Kaolin 8-3°/ , Thonerdesilikat 8°/ . Dieses letztere wurde am ehesten in die 
Reihe der Andalusitminerale angeh&ren und hatte seinen Ursprung in dor ver- 
witterten Feldspathsubstanz. Es kann als Interpositionen zwiseben den nadel- 
fonnigen Partikelcben der Radiolithe enthalten sein. 

Zwiseben dem 23. und 24. Gange bemerkt man eine kleine dreieckige 
und zwiseben 24 a) und 24 b) eine grossere mehr viereckige Porphyrpartie, 
von denen wenigstens eine kurze Erwahnung geschehen muss. 

„Die Partie zwischen dem Gauge 23. und 24. euthalt eine dicbte grun- 
licbe, stellenweise graugeflammte Porphyrmasse, welche von fast parallelen 



") Vergl. Bofickfs Porphyre S. L82 und LS3 und Tscliem. M. M. Suite 600 a, 



501. 



31 



II. 
Zwischen 



lichten Iderchen durchdrungen ist, mit breiten Streifen and Fetzen einer 
zeisiggrunen, sehr feinkSrnigen polarisierenden hochstwahrscheinlich Epidot- 
substanz augehort, welche mit schraalen Streifen und Fetzen eines grauweissen 
Gemenges abwechselt. Dieses Gemenge besteht aus Quarzkornchen, welche 
mit Glasgrandmasse zusammengekittet sind, und aus scltenen Feldspathleist- 
chcn. Die lichten Iderchen bestehen an den Saumen aus stangeligem, nach 
der Mitte zu aus kornigem und krystallinischem Quarz, das Innere ist von 
spaltbaren Calcitkornern zusammengesetzt." (Tscherm. M. M. 1879 S. 507.) 

Der Felsophyr aus der Partie zwischen 24 und 24b ist nicbt nur 
ausserlich sondern auch mikroskopisch dem Felsophyr ahnlich, der oben von,^, 1 ^', 1 "^' 
dem Rande des 21. Ganges beschrieben wurde. 24b G. 

Das jungste Gestein der LibSicer Felswand und im Ganzen audi das pW) 
Interessanteste ist das des 26. cca V/ a in. machtigen Ganges. 

Der Gang durchdringt unter einem Winkel von 70 -80° den dioritischen L. ' • 
Anrphibolit und den Porphyr des 24. Ganges. Das Gestein wurde von Bo-(Q.^ m 8 e ^. 
ficky in der angefuhrten Arbeit (Tscherm. M. M. 187!), S. 507) unter dem pikro 
Glimmerpikrophyr aufgestellt, obzwar es mehr oder weniger den Mi- p yr ") 
neten, z. B. audi den Basalten nahe kommt. Am meisten uilliert es sicli 
aber Rosenbusch's Pikritporphyren u. z. durch die abWeichende Constitution 
und haujitsachlich (lurch den grossen Gehalt von Olivin. Es konute audi 
als augit- olivinhiilti go Minette aufgefiilirt werden (Tab. I. Fig. 1). 

Das Gestein ist braunschwarz, in frischen Sttlcken grauschwarz und dem 
blosen Auge mit seinen zahlreichen dunklen Glimmerbl&ttchen auffiillig. Beim 
stidl, Saalbande sieht man vide rotlie Punkte, die gegen den Nordrand ver- 
schwinden. Der Nordrand selbst ist frei von ihnen. 

Von den benachbarten Gesteinen, besonders vom Felsophyr ist der Glim- 
merpikrophyr so scharf getrennt, dass die Grenzlinie selbst im Mikroskop 
scharf und einheitlich ist. Auch sieht man nirgends, dass die Eruption des 
Ganges auf den durchbrockonen Poryphyr irgendwie gewirkt hiitte, was einer- 
seits durch die kleine Machtigkeit des Gauges, andererseits auch durch die 
teste Constitution des Porphyres schon erklarlich ist. In der Pikrophyrmasse 
hatte aber die rasche Abkiiklung des allem nach teigartigen Eruptivgesteines 
dock, eine grossere Menge eines braunen Glascs in seiner Grundmasse 
zn folge. 

Die Grundmasse ist zumeist glasig und bei 100 X Vergr. grauweiss, 
braun bestaubt, durch filzige Gebilde getrubt und mit rundlichen oder abge- 
platteten grauen KSrnern oder stellenweise audi mit seltenen Haufchen von 
grauweissen Mikrolitken zwischen den anderen Gemengtlieilen wie ein spiirlidies 
Bindemittel ausgebreitet. Stellenweise bios bildet sie selbststandige rundliche 
Partien. In Salzsaure scheidet sie eine gallertartige, durch Fuchsin sich schwach 
farbende Kieselsaure ab. Hire abgerundeten Partien, welche gewdhnlich be- 
staubt und I'ostig sind und von Augitsiiulchen und lUotitleistcken umgrenzt 
werden, enthalten neben kleinen Olivin-, Augit- und Biotitindividuen audi 
calcitisch-dolomitische Kornchen, undeutliche Stabchen, die der SalzsSure 
"widerstehen und okne Zweifel den Feldspathen angekoreu, dann andere 



k 



32 

strahlig angeordnete NMelchen, die in Salzsaure gelatinieren und Zeolithen 
angehoren. Diese und die calcitisch-dolomitische Substanz weist auf die par- 
tielle Umwandlung der Grundmasse hin. 

In dieser Grundmasse treten nun porphyrisch Oder in kleineren Indivi- 
duen hervor: 

Brauner Glimmer (Biotit, vielleicht auch Phlogopit*). Dieses Mi- 
neral ist in dem Gestein am meisten verbreitet und ist in den Durchschnitten, 
welche zu oP parallel sind, rothbraun oder dunlcelbraun. Solcbe Durch- 
sebnitte sind sebr oft schon sechseckig, in der Mitte licbter. Die der Haupt- 
achse parallelen Durcbscbnitte sind IeistenfSrmig und der Liingo nacb fcin 
gerieft und lichtbraun oft, gebogen. Die Mikroanalyso ergab in diesem Biotit 
neben Magnesium und Eisen auch Kalium und etwas Natrium und Calcium. 

Augit pflegt in den Durchschnitten scharf begranzt zu sein und 
zeiebnet sich bier durcb die beinabe unter einem recbten Winkel sicb schnei- 
denden charakteristischen Sprtlnge aus. Seine Farbe ist grauweiss, gegen 
die Rander etwas dunkler. An den Scbnitten findet man oft Durchscbnitte 
die von den Flachen o° P, oof oo und «a P «= umgrenzt werden. An den, 
welche zur Hauptachse parallel gefuhrt sind, findet 'man auch die P Umrisse. 
Neben den Krystallen kommen oft auch mehr oder weniger regelmassige 
Korncr vor, aber beide zcichnen sich bei grosseren Dimensionen oft (lurch 
erne schone Zonenstruktur — hauptsachlicb an den Randern — aus, und im 
j)olar. Lichte, in welcheni sie zwar bunt, aber immerhin docb oicbt so lebbaf't 
wie Oliviti gefarbt erscheinen, auch offers (lurch Zwillingscrscheinungen aus. 
Im Inneren, hauptsachlicb in derRandzone, pflegt der Augit oft eingewachseue 
Nadelchen von Augit, Apatit und Magnetitkornchen, ja sogar Fetzen von 
Grundmasse zu haben. Weil Augit auch im Biotit mid Olivin eingeschlossen 
zu sein pflegt, muss man ihn so, wie den in ihm eingeschlossenen Magnctit 
als die ersten Mineral*! ansehen, welche aus der abki'iblenden Eruptivmasse 
sich ausgeschieden haben. Die Mikroanalyse der grosseren Augitindiyiduen 
ergab Kiesenfluoride von Calcium, Magnesium und Eisen. 

Olivin tritt in der Grundmasse in grosseren und kleineren Kornern 
in ziemlicher Menge auf. Er ist immer scharf begrenzt, aber zumeist schon 
angewitti-rt oder audi verwittert. Wo er noch nicht angegriffen ist, pflegt er 
wa,sssorbeII zu sein, hat dnnkle (infolge des Brechens und Reflektierens des 
Lichtes) scharfe Sprtlnge und. polarisiert sebr lebhaft in grunen, rothen und 
blauen Farben. Sonst ist er aber in eine grunlich gelbe gewelltfaserige (cblo- 
ritische) oder in eine Ware (serpentinische) Masse verwittert. Das polar. 
Licht zeigt uns stellenweise inmitten dieser Serpentingebilde auch dolomi- 
tische, scliwacii irrisierende Partien. In Salzsaure gelatinisieren alio Olivin- 
durchschnitte und farben sich mit Fuchsin intensiv und dauernd violett. Die 
Kieselflusssaure ergab Eisen und Magnesium. 



*) Im polar, u. ■/,. convergentem Lichte zeigten die bratmen und parallel /,u oP 
ifrsclinii.i.c.iKiii Diircliscluiitte deB braunen Glimmers zwar Bin dunklea Ereuz, aber seine 
Armo warcii in zwoi Parabeln getrennt. 



33 



Magnetit ist in schwarzen, zumeist quadratischen Durchschnitten 
sehr gleichm&ssig (so wie in den Basalten) im Pikrophyr dor LibSicer Fels- 
wand verbreitet. 

Die rostigen, stellenweise audi roth en Partien, welche beim stid- 
lichen Rande des Ganges reichlich vorkommen, erscheinen im Mikroskop als 
trttbe rostige Partien dor Grundmasse, in denen farblose odor rothliche 
Leistchen eines unbestimmbaren Minerales auftreten. Auch Calcit kommt in 
Kornchen vor und verrath sicb durcb das iufbrausen unter dem Tropfen dor 
Kieselflusssaure, nebst dem auch Zeolitknadelchen, die strahlenformig grupiert 
sind und in Salzsaure gelatinieren. Um diese rothen Partien pflegt Hiotit 
und Augit hio und da regelmassig angeordnet zu sein, so dass man sie irgend- 
wie als die ersten festeren Ausscheidungen nach Biotit und Augit aus dem 
Magma, betrachten kann. 

In oinem Prftparate aus diesem Gestein ist ein lichter fast 10 mm langer 
und 3 mm breiter Einschluss enthalten, welcher stellenweise wasserhell, an 
anderen Stellen wieder graugrttnlich erscheint und schon dem blosen Auge 
singeschlossene Glimmerblattchen und Grundmassepartikelcben zeigt. 

Dio wasserhelle Partie ist im Mikroskop aus intonsiv polarisierenden 
Kornern zusammengesetzt, die dem Habitus nach dem Quarz angehoren. Die 
8run lichen Partien haben ihre Farbe von langen, stellenweise grtinlichen 
Nadeln eines n&her nicht bestimmbaren Zeolithes. Neben ihnen polarisiert 
die klaro Masso nicht so intonsiv und erinnert an Dolomit, An oinigen Stellen 
'"'dot man auch in dor Dolomitsubstanz einzelne lebliaft polarisierende Quarz- 
korner. Eigenthtimlich radial sind die Zeolithnadeln um einen Glimmerdurch- 
schnitt geordnet und dieser Durchschnitt selbst ist wieder von einem dichten 
Gemenge von mikrolithischen Krystiillchen eines sekundSren Minerales durch- 
drungen. 

Calcit impragniert nach Boficky in Form von Kornchen nicht nur dio 
Grundmasse, sondorn auch die Augit- und Olivindurchschnitte, denn alio diese 
Gemengtheile schaumten unter S&uren auf. Es werden wohl audi Dolomit- 
kornchen sein, welche die Kohlens&ure entliessen. Als Gibbsit deutet 
■ooricky 4 (1. c. S. 510; die flockigen Kornclion, welche die Grundmasse triibon 
u «d durch Eisenoxydhydrat etwas geffirbt sind. 

A pat it ist in sechsseitigen, klaren, quer zersprungenen Nadelchen mehr 
odor weniger haufig in dor Grundmasse und in den einzelnen Mineralbestand- 
tfleilen enthalten. 

Da die chemische Analyse dieses Gesteines und ihre Interpretation viol 
Lnteresse besitzt, mfigen beide aus dor angefuhrten Abhandlung Boricky's 
(°- 510 u, If.) arigeftthrt werden. 

Das Pulver des Gesteines wird von siedender Salzskure mehr als zur 

■o&lfte geltist, wobei die Kieselsaure zumeist in Flocken ausgeschieden wird. 

^ vom Herrn Plaminek im Laboratorium des Herrn Professor Preis am 

>onm. Polytechnikum in Prag durchgefilhrte Analyse ergab in "/„ und zw. in 

11 52*76 n / 01 welche sich in Salzsaure auflflsten und in don 47-y4°/ , welche 

111 Salzsaure unlosbar bliel : 

3 



b 



34 



Kieselsaure 
Thonerde . 
Eisenoxyd . 
Eisenoxydul 
Manganoxydul 
Ealkerde 
Bittererde , 
Natron . , 
Kali . . , 
Phosphorsaure 
Kohlensaure 
Wasser . . 



In dem 

gelosten 
Antheil : 

36-46 . 
14-82 . 

7-17 . 

6-16 . 

L-19 . 

7-21 . 
L3-89 . 



3-94 
3-08 

1-72 

1-67 

2-27 

99-58 



In dem. 

unlosbaren 

Antheil : 



59-96 

10-30 
3-13 



1-51 

9-68 
7-58 



0-54 
1-99 



2-03 



99-72 



Im ganzen 

Gestein 

also : 



47 

12 

5 

3 



1 

8' 
10 
2 
3 


2 



56 
69 
26 

■35 
•34 
•38 
■91 
33 
•98 
•91 
•88 
16 



99-65. 



Aus dieser Zusammensetzung warden die in dem Gestein mikroskopisch 
bestimintcn Mineralbestandtheile folgendermassen verrechnet : 











/o 




Die Vertlieilung der Sauerstoffverhaltnisse 








4-i 

'a 
O 


S 

ft 

< 


60 

3 


Olivin 


Phlogopit 
Magnetit 


IS 

, 
CS " 
3 m o 


.a 
3 




Kieselsfture . 






26-865 


— 


— 


6'982 


1-288 


6-090 


— 


1 L-099 


— 




Thonerde . . 






6-925 


— 


— 


— 


— 


2-007 


— 


t-778 


L-540 




Eisenoxyd . 






1 -578 


_ 


— 


— 


— 


0-488 


1-140 


— 


— 




Eisenoxydul . 






0-744 


— 


— 


0-281 


0-088 


— 


0-880 


— 


— 




Manganoxydul 






0-802 


— 


— 


0-151 


0-151 


— 


— 


— 


— 




Ealkerde . . 






2-894 


0-820 


0-840 


1-784 


— 




— 


— 










4-864 


— 


— 


1-299 


1-084 


2-081 


— 


— 


— 










0-601 




















Kali 






0-677 
(►•51 2 


— ■ 


0-512 





— 


0-077 


— 


— 


: 




Phosphorsaure 








Kohlensaure . 






0-640 


0-640 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


— 










1-920 


— 


— 


— 


— 


0-888 




— ' 


L-540 



35 



Kieselsaure . . . 

T] erde . . . . 

Eisenoxyd .... 
Eisenoxydul . . . 
Manganoxydul . . 
Kalkerde .... 
Bittererde .... 

Natron 

Kali 

Phosphorsfture . . 
Kohlensaure . . . 
Wasser 



Summit, . 






47-601 
12-689 

5-2(10 
8-847 
[•34 
8*379 
10-910,, 
2-38 
8"979 
0-909 
0-88 
2-113 



Die mineralogische Zusammensetzung des Pikrophyres 






I -1-20 



0-88 



2-00 



OS 

< 



bo 

a 



0-909 



2-10 



— 12-994 



1-2(11, 
0-670 
o 6-069 
3-247, 



2 1-25 



a 
O 



2-II77 



0-878 
0-670 



2-585 



o 
bo 






a 

bu 



T3 

d 



bo<u ^S 

a hC/2 



I 1-1 111 

5-588 
t-460 



5-078 



3-979 



0-880 



6-01 27-90 



8-800 
1-710 



20-811 

.•'•808 



•2-: 33 



3 



8-298 



1-733 



5-51 26-95 i 5-08 



Es besteht somit dieaer Gliminerpikrophyr in dem analysierten Hand- 
Btttcke annfthernd aus 27-90% dunklen Glimmers, 24-25% Augit, 26-95% 
kieseliger Glassubstanz und Quarz, 2% Calcit, 2-10% Apatit, 6-01% 
Olivin, 5-51% Magnetit und 5-03% Gibbsitsubstanz. indere Handstucke, 
die die rostigrothen Punkte enthalten, kdnnen naoh der Absehatzunglioficky's 
B — 15% Orthoklas enthalten. 

Von den Minetten, die in der Umgebung von Prag auftreten (Michle, 
/lilirhlice, Jarov, Stechovice und an anderen Orten) unterscheidet sicli der 
Pikrophyr durch die ziemlich grosse Menge von Augit, der deutlich, ja sogar 
I'oilihyriscli ausgebildet ist, wahrend dem man bei den eigentlichen hiesigen 
Minetten bios annehmeu kann (z. B. bei der von Michle), dass die grau- 
weissen Mikrolithe zumTheil dem Augit angeh6ren, dienamlich, welche keinen 
J- leochroisnms zeigen, wahrend die pleochroitischen dem dunklen Glimmer 
an gehoren. Auch die Magnetitmenge ist im Pikrophyr vicl grosser als in den 
Minetten. Beiden Gesteinsarten gemeinschaftlich ist der Olivin, den man 
'■ntweder direkt oder in den Verwitterungsprodukten fast aller unserer Mi- 
netten erkennen und beweisen kann. Und so konnte der Pikrophyr als ein 
^ergangsgestein zwischen die Basalte und Minetten gestellt werdea, und 
wer weiss, ob man beim eingehenden Studium der geotektonischen Verhalt- 

3* 



36 

nisse dor Minettegtage im mittleren Bohmen, die wir jetzt als Eruptivgesteine 
des unteren Silurs betrachten, dieselben nicht in ein viol jttngeres Niveau, 
wenn nicht sogar bis in die Tertiarzeit und in Verbindung mit BasaJten stellen 
konnte. Zu diesen wlirde gerade der Pikrophyr der Libsicer Felswand einen 
guten tfbergang bilden, mit seinem Augitgemengtheil and seinem reichlichen 
Magnetit. 

Es (iberrascht wenigstens einen jeden, der vie! Basaltarten im Mikro- 
skop untersucht hat, wie „basaltisch." die Pikrophyre aussehen. Noch mehr 
ist dieses Gestein manchen feinkornigen Pikriten*) aus dem nordostlichen 
Mahren verwandt, besonders denen ura Neutitschein heruni, welche nur durcli 
eine grossere Menge von Olivin sich auszeichnen und stellenweise den Ba- 
salten auch schr ahnlich sind. 

Jedenfalls ist es aber nothwendig, dieses Gestein (den Pikrophyr) und 
die bis jetzt bekanntcn bohm. Minetten auseinandorzuhalten. 



V. Von der Libsicer Felswand bis nach Kralup. 

Nordlich von der Libsicer Felswand bildet die Staatsbahn einen Aachen 
Bogen gegen NW., nimmt dann eine nordliche Richtung an und schneidet sich 
beim dritten Wiichterhause nordl. von LibSicin einen felsigen Steilabhang hinein. 




Fig. 5. Die Skizze des Eisenbahneinschnlttes beim dritten Wachterhause nordlich 
ron der LibSicer Felswand. Die Steilwand besteht aus syenitischem A.mphibolit, in dem die 
Gange -27, 28 und 29 auftreten. Diese Gange ftthren einen dioritischen Syenit von ver 

schiedener Beschaffenheit, 



Im Profyl dieses Einschnittes (Fig. 5) u. zw. in seiner nordlichen Halfte 
sieht man dem dritten Wiichterhause gegenuber im syenitischen Amphibolit, 
aus dem dieser ganze Abhang zusammengesetzt ist und der nur wenige Schie- 
ferpartien enthftlt, einen schwachen Gang Nro. 27, der nur 0*2 m niiiclitig ist. 
Von ihm ca. 4 m nach Norden fcritt ein fast paralleler und nocb weniger 
machtiger (Jang (28) auf, und aach weiteren 14 Metern der Gang 29, der 
beinahe 8 m breit ist und der in der Wand zuerst eine geneigte, weiter aber 
eine wagrechte Lage einnimmt und his zu ihrem nSrdlichen Ende sich erstreckt. 



*) Mehr davon in der Monographie der Tschenite und Pikrite im nordostl, Mahren, 
welche der Schreiber dieser Zeilen in Balde verOffentlichen wird. 



37 



Alle diese Giinge gehoren dem dioritischen Syonit an, unterseheiden 
sich aber von einander ziemlich vicl durch ihre makro- und mikroskopische 
Zusammensetzung und audi durch die verhaltnism&ssige Menge dor minera- 
lischen Bestandtheile. * 

Dor syenitische Diorit des ganzen Felsabhanges ist grttrdichgran und 
dicht. In soinen Dunuschliffen kann man schon mit enter starkeren Loupe 
farblose Nadelchen solieu, die in einer graugrttnen, schwarz punktierten und 
gefleckten Grundmasse eingebettet liegen. 

Bei mikroskopischer Untersuchung des Gesteinpraparates bemerkt man, 
dass das Gestein hauptsaclilich aus Nadelchen und Siiulchen besteht, <lio strom- 
artig, strahlig odor verworren gelagert sind, eine grunliche Farbe besitzen, 
dichroitisch sind (Epidot und Ampliibol) und aus faserigen odor feinfaserigen 
ja sogar strukturlosen Fetzen und Fransen von Chlorit, zwischen denen hie 
und da farblose Feldspathleistchen, sp&rliche QuarzkOrner, ofters aber schwarze 
Pyrit- und Magnetitkorner sicli vorfindon. Dem Pyrit gehQren auch die soliwarzon 
Aderchen an, welche die miki'oskopischen Sprtinge iin Gestein ausftillen. 

Eine eigcnthiiniliche Deschaffenhcit zoigt das Gestein nicht woit voni 
Gange 27. In seinem Diinnschliff sab man abwechsolnd weisso und trttbe und 
dann schwarzliche und endlich griine klare parallele Streifen und Fetzen. 
Die trliben Partien enthalten Feldspathsubstanz, welche von Magnetitkornchen 
und langen A.mphibolnadeln durchdrungen ist und ganz dieselbe Bescbaffenheit 
besitzt, wie wir sie mit regelmassigen Umrissen der Bestandtheile im diori- 
tischen Amphibolit des 27. Ganges finden. Die schwarzlichen Streifen be- 
stehen aus schwarzen Kornern und Flocken und grOsseren grauweissen Kry- 
stallbruchstttcken mit scharfen Rissen, welche stellenweise von einer grflnlichen 
apolaren strukturlosen odor einer andcren faserigen und schwach polarisie- 
fenden Substanz umschlosson sind. 

Die grflnlichen Streifen und Fetzen bestehen aus Nadelhaufchen und 
Fasern von Ampliibol, die, wie dies oft in Amphlboliten vorzukommen pflegt, 
Stromformig gelagert sind. 

Die Handstlicke vom 27. Gange waren zweierlei Art: die einen waren 
Hcbt grflnlich gran, die anderon dunkcl griingrau. 

Die Duunschliffc der licht griinlichgrauen Abart zoigon im Mikroskop 
e in mikrolithisohes Gemenge von braunlicligrauen und grauen faserigen Am- 
Phibolnadeln, sehr schmalcu Feldspathleistchen, grflnlichen Fetzen und apo- 
laren Aderchen und endlich gleichformig ausgebreiteteu Magnetitkornern, welches 
Gemenge in einer grau bestiiubten Glasgrundmasse eingebettet liegt. Aus dioser 
Grundmasse treten porphyrischo Leistchen oder unrcgelmassige und abgerun- 
dete Feldspathpartien hervor, in denen viele graue Niidelchen und Kornchen 
ebigeschlossen sind. Stellenweise zcrtliessen die Nadelchen auch in die 
Grundmasse. 

Die Praparate der dunkel griingrauen Handstiicke, welche aus der Mitto 
<les Ganges herruhren, enthalten in einer lichteron apolaren Grundmasse ein 
deutlich kdrniges Gemenge gelbliohgrauer und briiunl ichor faseriger stark 
pleochroitischer Ampliibolnadeln, fast farbloser Feldspathleistchen mid Horner 



L. D. 

Gang -27. 

(Diorit. 

Syenit.) 



38 



L. U. 
Gang 28. 
( Diori 
tischer 
Syenit.) 



L. U. 

Gang 29 
(Diori 
tischer 

Syenit.) 



mid zerstreuter Magnetitkornchen. Audi in den Dtinnschliffen aus diesen 
Ilandstiicken treten porphyrische bestaubte Feldspathdurchschnitte von einem 
kornigen Gefilge and stellenweise gitterartiger Aggregatpolarisation auf. 

Das Gestein des ca. O'l m Ganges 28. ist dor lichten Abart dos 27. 
Ganges ahnlich, ist aber bei too X Vergr. deutlicher kornig und reicher an 
porphyrischen Feldspatheinsprenglingen. 

Diese Feldspatheinsprenglinge sind zumeist einfache Leistchen, welche 
zwischen X Nikola gleichfarbig Kind, odor infolge dor Verwitterung eine kor- 
nige und nadelformige Aggregatpolarisation zeigen. Aber stellenweise bemerkt 
man auch Durchschnitte, an welchen einige Lamellen wonn audi nur durch 
scliwadio Farbenntiancem bemerkbar waren. 

Die grSssten, dabei aber docb kaum 2 m langen porphyrischen Vcld- 
spathkrystalle pflegen sehr reich zu sein an staubigen MagnetitkSrnchen und 
schwarzgrauen Amphibolnadeln. Sie sind gewflhnlich unregelmassig begranzt 
und die Grundmasse macht in sio verschiedenartige Einbuchtungen. 

Fragmente dieser Feldspathe, welche unterm Mikroskop abgesondert und 
von fremder Suhstanz wie moglich befroit wurden, ergaben mit Kieselfluss- 
siiure fast gleich viel Ealium wio Natrium, dos ersten aber doch etwas mehr, 
neben beiden sehr geringe Spuren von Calcium, woraus man urthoilen konnte, 
dass dor Orthoklas im Ubergewicht ist und der Kalk-Natronfeldspath dem 
Oligoklas angchort. Weil aber der Feldspath doch einen Grad der Verwitte- 
rung vcrriith und bei der Verwitterung dor Feldspathe dor Nafronbestandtheil 
am eheston ausgelaugt wird, ist es unmoglich, das urspriingliche Verhaltiiis 
des Natronfeldspathes nn<l dos Kalifeldspathes in dem verwitterten Gestein 
sicher festzustellen. 

Das Gestein des fast 8 m machtigen Ganges 2 ( .» ist grtlngrau, dcutlich 
feinkornig. 

Bei 50 X Vergr. zeigen die Praparate, dass das Gestein zumeist aus 
Feldspath besteht, dessen breite Leistchen im polar. Lichte meistentheils ein- 
farbig sind und geflockt odor wenigstens grau bestaubt zu sein pflegen. Seltcn 
zeigen sie und das ziemlicli undeutlieh oine polysyntliotische, stellenweise audi 
gitterartigo Struktur, die sclion durch die Staubkornchen angedeutet wird. 

Einen weit kleineren Theil der Masse nehmen kleine Haufchen von Am- 
phibolsaulclien ein, die briiunlich griin bis braun sind, am Rande oft gelblich- 
grfln, faserig und durch starken Pleocliroismus ausgezoiclmet. Weiters sind 
in ihr farblose Quarzkornchen, hochstwahrscheinlich sekundaren Ursprunges, 
schwarz umsiiumte und zersprungene an Augit erinnernde Korner und ziemlich 
haufige verhaltnismassig grosse Magnetitdurchsclmitto. 

Zwichen den Feldspathdurchschnitten befindet sich an einigeri Stellen 
eine blaulich griine strukturloso und apolare Substanz, welclie hie und da 
braunlich polarisiorcnde dem ursprunglidien Amphibol angehorende Fasern 
und Siiulchon einscliliosst. Es ist eine opalartige Substanz, welche z. I!. in 
den Pikriten des norddstl. Mahrens sehr oft, sonst aber hie und da in vielon 
anderen Gostoinsarten um die Amphibol- und Augitbestandtheile sich aus- 
breitet, ohne Zweifel als deren letztes Umwandlungsprodukt neben serpenti- 



39 



nischer Substanz, aus der sic audi direkt entstanden sein mag. Die Serpentin- 
substanz ist aus einem Ohloritmineral und dieses aus dera ursprlinglichen 
Augit-Amphibolbestandtheile entstanden. 

Kleine, den Dtinns/hliffen entnommene Feldspathpartikelchen ergaben mit 
Kieselflusssaure wieder mehr Kaliura als Natrium, darneben etwas Eisen (aus 
der Amphibolsubstanz, die unvollkommen von dem Feldspath abgesondert 
wurde) und Calcium. Daraus konnte man schliessou, dass Orthoklas iiber 
Oligoklas das IJbergewicht bat, wofiir audi die mikroskopische Untersuchung 
spricbt. Audi wurde das Uberwiegen des Kaliums iiber Natrium in den ge- 
gliihten Brucbstucken des Gesteines, die mit Kieselflusssaure priipariert wurden, 
beobachtet, dabei aber nooh vicl Magnesium und nicht wenig Calcium. 

Wenn wir nun die mineralisdie Beschaffenheit und die mikroskopische 
Struktur aller drei Gauge iiberblicken, sehen wir, dass der Diorit-Syenit des 
breitesten Ganges am meisten Feldspath und am wenigsten Amphibol besitzt 
und last frei ist von Glassubstanz in der Grundmasse, wiihrend dem die 
Diorit-Syenite der schmalen Giinge mehr Amphibol und Kalkiiatronfddspath 
besitzen als der Gang 29 und audi mehr Glas in der Grundmasse haben, was 
natiirlich ist, da das Gestein in den schwachen Gangen bei der Eruption sich 
schneller abkuhlen musate als das des miichtigen Ganges 29. 

Der Felsabhang, in den sich die Bahn nordlich von Dolan bei der L. U. 
Kocandamtlhle und weiter beim Wachterhause gegenliber von Chvaterub rj ian.' 
einschneidet, besteht ebenfalls aus dioritiscbem Amphibolit, desseiiDiinnschliffe d>iont. 
aoer auf eine grosse Verwitterung binweisen. bolit.) 

Bei schwacher Vergrosserung erkennt man in den DunnschlirTen von 
beiden Orten Umrisse zablreicber Feldspathleisten, die aber durchwegs ver- 
Wittert sind. Bei 100 X Vergr. bemerkt man, dass audi anstatt des Amphi- 
b( >ls zumeist seine Verwitterungsprodukte Epidot und insbcsonders Chlorit 
v orkommen. 

Das nordlichcre Gestein, dem Wachterbause gegenliber, ist schon bei 
• r)( * X Vergr. dcutlich kornig, wiihrenddem das Gestein von Kocanda sehr f'ein- 
kfirnig ist. In diesem sieht man sehr lange Amphibolsaulchen, die am Rande 
schwarzlich eingesftumt sind, inwendig aber graulich durchscheinen. 

Grttnliche und faserige Amphibole sind im nordlicheren Gestein ziemlich 
lli i'ifig. Beide Amphibolite enthalten viel schwarze und schwarzgraue im ein- 
fallenden Lichte goldige Pyritkornchen, welche insbesonders in zarten Sprungen 
'' (, s Gesteines sich beflnden. 

Der in den zu Boficky's Porphyron gehorenden Kiirtchen mit Nro. 30. 
bezeichnete Gang gebSrt zwar nicht in das Moldauthal, ist aber nicht weit 
v °n demselben entfernt. 

Er stebt niichst dem nach MSkovic fiihrenden Feldwege an. Audi im 
Q aben Bacbe kann man sein Gestein antreffen und zwar von zweierlei Modi- 
fikationen. Eine Art ist feinkornig, die andcre sehr feinkiirnig, jene zweifellos 
a us der Gangmitte, diese von den Randern des Ganges. 



40 



L. U. 

Gang 30 

i Diabas 



Die sehr feinkornigen Stticke bestehen in der Hauptsache nach aus sehr 
') kalkh&ltigen (dor Mikroanalyse nach) Plagioklas vielleicht aus Labraddrit und 
aus grauen Augitkornern. Neben don angeftihrten zwei Bestandtheilen ent- 
liiilt das Gestein auch viel Magnetit, grttne Epidot- und Chlorit-Verwitterungs- 
produkte uud eino grttnlichgraue Grundinasse, die filzig getrttbt ist oder reich 
an zarten grttnlichen Nadelchen, die einen epidotartigen Habitus haben. 

Die feinkornige Gesteinsart ftthrt dieselben Minerale, aber diese sind in 
griteseren Individuen ansgebildet und die Feldspathkrystalle, an denen ihr 
Verwitterungsstadium nnv stellenweise eine lamellare Zusammensetzung er- 
kennen lasst, erreichen bis 3 und 4 mm Lange und treten porphyrisch unter 
den anderen Gemengtheilen hervor. Tin Dttnnschliffe sieht man aber audi 
Augit ja sogar Magnetit mit blosem Auge. Sehr grosse Partien des I'riipa- 
rates oahmen Verwitterungsprodukte des Augites ein, namlich grtlnliche Chlo- 
ritanhauftragen und weissliche kalkig-doloniitische Stellen ein. 

Der Gang 30. ist demnach ein Diabas, dor in der Gangmitte por- 
phyrisch ist. 

Die Moldaulehne, zu der wir nun wieder zurtickkehren, ist bereits von 
dor gegenttber von ChvatSrub liegenden Mtthle angefangen mil; einem Laub- 
waldchen bewachsen und besteht aus einem stark verwitterten, zumeist auf 
schwarze Erde zerfallenem Schiefer, dor dom untersten Silur angehort. 

In dor ndrdlioliston Partie dor Lehne, welche fast gegenttber dem Eisen- 
bahnstationsgebaude endet und hier ziemlich hoch entblosst ist, treten drei 
Gange auf, von denen der sttdliche vom mittleren oca L30 m (in Fig. 6. wurde 
dos Raummangels halber dor sttdliche Gang dom mittleren naher geriickt), <\cr 
mittloro vom nordlichen oca, ;>:> m entfernt ist. Dieser aordliche begranzt 
den Abhang gegen Norden. 






s. 




N. 



Fig. (>■ Der Abhang gegenttber dem Eisenbahnstationsgebttude in Kraiup 

ganze Abhang bnstoht aus stark vcrwittertom Scln'id'rr. In i Inn i.ritt dor Gang :il ai.., 
einem verwitterten Diorit oder Syenit angehOrt und der Gang 82, der mit Gang 88 oben 
unter der Ackerkrume in Verbindung steht, welche auch ein verwittertes Dioritgestein 



ler 
auf, der 



fuhren. 



';• u - Dor stidl. Gang 81. ist oca 45 cm mftchtig und. fiillt unter einem Winkel 

(Verwitt.'^ on cca ' i ' () " gegen NW ein. Er ftthrt ein stark verwittortes ohne Zweifel 
Diorii o. dioritisches oder syenitisches Gestein. An dom uord. Saalbande ist ein schmaler, 

Syenit.) 



41 

weniger verwitterter Saum, aber audi hier kann die Beschaffenheit des Ge- 
steines sicherer und wahrscheinlicher nicht bestimmt werden. 

Der mittlere Gang 32., dor 75 cm breit isfc und steil hinaufsteigt, er- 
weitert sich nacli oben, und hiingt in dor Hohe (lurch eine wagrechte Partie, 
die fast unmittelbar untor dem Waldboden sich hinzieht, mit dem cca 4 m 
mftchtigen Gange 33., welcher bei seinem Fusse aus einem verwitterten, scheinbar 
conglomeratartigen Gestein zusammengesetzt ist. 

Die Schieferlagen zwischen don Partien 32 und 33 zeigen wellenartige 
Biegungen, welche ohne Zweifel (lurch don Seitendruck dor sich empordr&n- 
genden Eruptivmassen entstandon sind. 

Dor Gang 32. fiihrt ein dichtes festes Gestein, von gelblichweisser Farbe 
mit schwarzen Punkten und mit Sprungen, die braunlich gefarbt sind. In don 
Dtlnnschliffen erscheint es als ein durchans krystalliniscbes Gemenge von 
zarten farblosen und schwarzen Kornchen und grunen Fetzen und Niidelchon, 
zwischen denen hie und da vereinzelnte ohne Zweifel sekundare Quarzkorner 
"nd schwarze Umrisse grauer und weisslicher Leistchen und grauer, flockiger 
von schwarzen Kornchen umrandeten Stabchen auftreten. Oberhaupt fiihrt 
auch hier, wie so auf vielen Stollen im Moldauthale, selbst das genaueste 
Durchsehen der Dunnschliffe aicht zu den Resultaten, aufGrund deren wir die 
Beschaffenheit des Gesteines sicher beurtheilen konnten. Und die chemische 
Ontersuchung zeigt noch klaror, dass das Gestein trotz seiner Festigkeit und 
scheinbaren Frische durch und durch verwittert ist und am ehesten ein an 
Ajnphibol reicher Diorit war, dor infolge fortgesetzter und starker Einwirkung 
der Agentien, die haupts&chlich an Humuss&ure reich waren, so durch und 
durch vertodert wurde. 

Das Pulver des Gesteines lost sich in Salzsiiure miter starkem Auf- 
brausen zum grossten Theile auf. 

Die cliom. Analyse, welche im Laboratorium des Herrn Prof. Preis am 
*■ k. Ixilim. Polytechnikum durch Herrn Strnad ausgefiihrt wurde, ergab nach- 
'"Igonde Zusammensetzung in °/ : 



L. u. 

Gang 82. 

i Verwitt. 

Dioritge- 

stein.) 



Kieselsfture 37-77 

Thonerde 9-64 

Eisenoxyd 3'77 

Eisenoxydul 6'70 

Manganoxydul 0*56 

Kalkerde 12'26 

Bittorerde 6*79 

Kali 0-8G 

Natron 1*26 

Kolilensiiure 20*46 

Wasser 2-29 

102-36 



42 



Nebstdem enthielt das Gestein audi kleine Spuren von Phosphors&ure. 
Dor Schreiber dieser Zeilen bestimmte im Laboratorium des Prof. Dr. Bofioky 
die Kieselsiiure auf 36 , 89"/ und die Kohlensiiure auf 20-44%. 

Aus der chemischen Analyse ist ersicbtlich, dass zur Siittigung dor Koh- 
lensiiure alle Oxyde des Calciums, Magnesium, des Mangans und der grosste 
Theil des Eisenoxyduls verbraucbt werden. Dor Host von diesem letzten dient 
zur Berechnung des Magnetites. Die Mengen dos Kali und des Natrons er- 
geben uns in der Rechnung die tlberreste der Feldspathe und die (ibrigblei- 
bende Thonerde ergibt den Kaolin so wie der Best der Kieselsiiure don An- 
theil dos Quarzes. 

Darnacli ergibt sich die Vertlieilung der Sauorstoffvorhaltnisse folgcnder- 
massen : 





s .a 


M 

a 
a 

3 


Feldspathuber- 

rostn 


Kaolin 


a 

& 


Magnetit 




^2 


■i, * 

■a & 


Kieselsiiure .... 


20-144 


— 


3-900 


1-752 


4-117 


10-375 


— 




4-501. 


' — 


0-975 


0-438 


3-088 


— 


— 




Eisenoxyd .... 


1-131 


— 


— 


— 


— 


— 


L-186 




Eisenoxydul .... 


1-490 


1-095 


— 


— 


— 


— 


0-395 




Manganoxydul . . . 


0-126 


0-126 


— 


— 


— 


• — 


— 






3-503 


3-503 


— 


— 


— 


— 


— 




Bittererde .... 


2-716 


2-716 


— 


— 




- — 


— 




Kali 


0-146 


— 


— 


0-146 


— 


— 


— 






0-325 


— 


0-325 




— 


— 


— 




Kohlensiiure . . . 


14-880 


14-880 


— 


— 


— 


— 


-- 






2-040 




— 


j 


2-058 


— 


— 





Die Berechnung der mineral. Bestandtheile gestaltet sich daraus in 



lo ■ 



43 



Kieselsaure . 
Thonerde . . 
Eisenoxyd 
Eisenoxydul . 
Manganoxydul 
Kalkerde . . 
Bittererde 
Kali .... 
Natron . . . 
Kohlensaure . 
Wasser . . . 



37-770 
9-639 
3-770 
0-707 
0-560 

12-260 
6-790 
0-860 
1-260 

20-4(50 
2-315 



At 

a 



Ph 



Feldspathliher- 
reste 



9 S 
° a 



20-460 



7-312 
2-088 

4-227 — 
0-560 
12-260 
6-790 



1 -260 



to m 



3-285 
0-938 



0-860 



M 



cy 



7-720 19-453 
6-613 — 



2-315 — 



3-770 

1-780 



Summa beilaufig 



102 381 45-00 10-66 



5-08 16-65 19-45 



5-55 



Das verwitterte Gestein des 33. Ganges besteht demnach beil&ufig aus 
45°/ Parankeritsubstanz, 10-66% Natronfeldspathtiberesten, die bci seiner be- 
kannten leichten Zersetzbarkeit im vmerwtterten Gestein noch ein weit 
grSsseres Obergewicht haben mttssten, mis 5-08% Kalifeldspath, 16*65°/ Kaolin, 
19-45 Quarz und 5'657 Magnetit. 



Da mit diesem Gestein < 1 i <> vorgenommene Aufgabe der Beschreibung 
(l °s Moldauthales am linken Moldauufer beendet und durchfiilirt ist, wenden 
wir nns in den naclifolgenden Zeilen zum recliten Ufer des Moldauufers, das 
durch eine weit grSssere Anzahl und Mannigfaltigkeit seiner Giinge viel inte- 
ressanter ist als das eben beschriebene linke. 



B. Das rechte Moldauufer zwisclien Frag und Kralup. 



Dcr jahe Abhang, der sich ttberm rechten Moldauufer gegentlber von 
HoleSovic, besonders aber malerisch fiber dcr Gemeinde Troja emporbebt be- 
steht in der Hauptsache nach aus verschiedenen Schicbten dor Barr. Et. I). 

So treten Strcifen der Scbiefer Barr. Et. Dd 4 bei Lieben und Vysocan 
auf, die bei der Bulovka aufstehenden Felsmassen geboren den Quarziten der 
Barr. Et. Dd 2 an und von deni Trojer Schlossc gegen VVesten treten Scbiefer 
auf, die stellenweise schwarz, brSckelig und Fylliten ahnlich sind. Diese 
Scbiefer gehSren Barr. Et. I)d, an. Dann folgen u. zw. gegen Norden wieder 
Schicliten von Wacko, die demselben Scbicbtencomplexe angehoren, wie die 
Grauwacke, in der die meisten Eruptivgange des linken Moldauufers auftreten, 
namlicli der Ban-. Et. 0. 

In den Kliiften und Abh&ngen bei Troja, welche zu grossen Weingarten 
umwandelt sind, kennen wir zwar aucb enge Grunsteingtage, welche hochst 
wahrscheinlich in NO. Richtung streichen, aber ilir Gestein ist so verwittert, 
da,ss es tuffartig erscheint und deshalb weder untersucbt nocli von Borick^ 
in die Karte eingetragen wurde. Audi in den Garten oberhalb Podhofi siebt 
man sicli Partien von I— 2 m, machtigen Gttngen hinwinden, diese aber fiihrcn 
audi eiu vcrwittertes Gestein und sind fast unzuganglich. 

Erst das Moldauufer zwisclien Podhofi und der Kralovka boim Eintritt 
in die Bohnicer Schlucht fftngt in seiuen Felswanden rait einer Serie vonEruptiv- 
giingen an, welche bis Kralup die Ziffer 100 iibersteigt und insbesondcrs 
gegentlber von Roztok einen besonderen Reicbthum und eine grosse Mannig- 
faltigkeit aufweist. 



I. Der Felsabhang zwischen Podhofi und der Bohnicer 

Schlucht. 

(Bechtes Gleich nordlich von Podhofi beinerkt man im unteren Theile des Fels- 

rjfer.) gehftnges, das unmittelbar zu Moldau sich herunterzieht, cine wagrechte etwas 

*(Quarz- gebogene Gan SP artie ( Nro - !)i welche ca 2 m mftchtig ist und ein sehr fein- 

diabas.) kfirniges, gegen unten braunliches, im oberen Drittel aber licht graues Gestein 

besitzt. 



45 



Din Dttnnschliffe aus don br&unlichen Partien, welche ziemlieh verwittert 
siml, zeigen bei LOO X Vergrbsserung ein Gewirr von Feldspathleistchen, die 
z. Th. polysynthetisch sind, nebstdem aber br&unlichgrune oder gelblichgrtin- 
liche pinselartig und sjernartig zusammengehaufte Gcbildo, wie wir sic so oft 
in verwitterten Diabasen (z. 15. bei Kuchelbad) vorflnden. Dicse Gcbildo ge- 
horen doin Scrpcntiu an und sind durch Umwiindlung von Augit entstanden. 
Um sic herum sind Flocken, Schttppchen und Kornchen von rotheni Iliunatit 
und briiu nl idiom Limonit gelagert, darncbcn aber audi klaro Quarzk5rner und 
Magnetitkorncben, welche letzteren von Verwitterungsprodukten roth oder 
braunlich umsiiumt sind. 



It., r. 
Gang i. 
(Quarz 
diabas.) 




'' '"• 7. Der Felsabhang zwisclien Podhorl und der Bohnicer Schlncht. Tm siluri- 
scnen Grauwackenschiefer tin- Barr. Et. ('. treten gebogene Gangpartien Nro l auf, die 

°'n DiiilwsK'CKtciii liilin'!]. Gang -i ist ein schOner Spharolitporpnyr, die G&nge ;i und 4 

naben ein sehr verwittertes Gestein, das man fttr einen syemtisclien Diorit oder fttr einen 

an Orthoklas reichen Diabas halten kann. 



Die Dttnnschliffe dor lichtgrauen Partien unterscheiden sich von denen 
der briiunlichen hauptsachlich dadurch, dass sie nicht so zalilreirhe schwarze 
Kornchen, Siiulchen und Nadelchen besitzen und die graubraunen Hiiufclien 
wie entfarbt, fein faserig und mit sehwarzen Kornchen durchlegt sind. 

Die Analyse niittels Kieselflusssaure ergab in dem briiunlichen stark 
gcgliiiiton Gestein ziemlieh viel Eieselfluormagnesium, wenig Calcium und noch 
Weniger Alkalicn, dabei aber mehr Kalinin als Natrium. Das liclitgraue Ge- 
stein zeigte viel Magnesium und Calcium, verliiiltitissmassig gciiug dor Alka- 
lien und auch hier mehr Kalium als Natrium. 

Aui Grund alios (lessen kann man das Gestein des 1. Ganges im Fels- 
abhang(> zwischen Podhof und dor Bohnitzer Schlucht als einen Quarxdidbas 
hinstelien, welcher viel Kalifeldspath besass. Es ist natttrlich mSglich, dass 
das Ubergewicht des Kalibestandtheiles (lurch die ziemlieh grosse Verwitte- 
I'ung des Gesteines bewirkt wird, denn die Natronfeldsp&the verwitterten, wie 
bereits angeftthrt wurde, viel leichter als die Kalifeldspatharten und nach 
,|(, m Auslaugen des Natronbestandtheiles hat dann das Kali das t'bergewicht. 

Das weissliche Gestein des Ganges 2, der ca °/, m machtig ist, ist ein 
dichter Spharolitporpbyr den Boficky in seinen Porphyron auf S. 8)5. ein- 
gehender beschreibt. 

Das Gestein zeigt dem blossen Auge aur seltene trttbe FeldspathkSrn- 
c hen und farblose Quarzkorner, die in der dichten Grundmasso zerstreut sind. 



ll. U. 

Gang 2. 

(Spharo 
htpor- 
phyr.) 



46 



K. IT. 
Gang •'; 

una 4. 
(Verwit. 

syenit. 

Quarz 

diorit.) 



Diese Grundmasse zerfallt im Mikroskop in kurze und breite Feldspath- 
krystiillchen, die zumeist polysynthetisch sind und von Hamatit and Limonit 
getriibt werdcn, in runde bcstiiubt getrttbte Spharolithquarzkomer mit nockigep 
Nadelchen eines Mincrales, das dem Amphibol odor oinem grunlichcn Glimmer 
iihnlich ist, und endlich in eine eigenthttmliche Matrix, wclchc aus ahnlichen 
aber viol kleineren und feinfaserigen Sekundiirgcbilden besteht. 

Ein besonderes Interesse verdienen dio porphyrischen Quarzkrystalle. Die 
grdssten von ihnen sind die licMesten und klarsten, obzwar sic viele Ein- 
buehtungen und fetzenartige Einschliisse dor triiben Grundmasae und anch 
Schwarme von zahlreichen Gasblaschen besitzen. Dio klarsten Quarzkornchen 
sind die triibsten. Die klaren und fast farblosen Quarzdurchschnitte sind 
durchwegs von breiton, triiben, bostiiubten und nach Aussen scharf markiorton 
Siiumen eingcschlosson. Dioso Siiume zeigen regelmassig dieselben Polarisa- 
tionsfarben wie das Innern der Quarzkorner und sind demnach fur eine gleich- 
artig orienticrto Quarzsnbstanz zu lialtcn. Dieso Randzonen bestohon durchaus 
aus Spharolithquarz. Nur selten wurde bemcrkt, dass die triibe Umsaumiing 
auf eiuigo im polarischen Lichte verschiedcnfiirbige Partien zerfallt. Der 
Spharolithsaum ist gewiss durcli rasche Abkuhlung dor Porpliyrmasse cnt- 
standen. 

Der stark verwitterte Griinstein des 3. Ganges stimmt in don Haupt- 
sachen nach mit dem Gesteine des niichsten Ganges uberein, den man trotz 
dessen Verwitterung als einen syenitischcn Diorit oder Diabas deuten kann, 
der an Kalifeldspath reich war. 

Das Gestein des 4. Ganges ist sehr feinkornig und lichtgrunlichgrau. 
Die Dunnschliffe zeigen lange, zumeist einfache von grttnlichgrauen Aderchen 
durchzogeue Feldspathleistchen und das in einer solchen Menge, dass diean- 
deren Gemengtheile zwiscben sic eingezwangt erscheinen. Unter diosen an- 
deren Gomengthoilen sind emporzuheben die triiben, branngeJben oft auch grau- 
gelben Saulclien, die auf Kornchen und Faserchen zertheilt sind und allem 
nach aus Amphibol entstanden sind, dann schwarze Kornchen und Nadelchen 
von Magnetit, graue Kornchen und Haufchen von Dolomit. Hie und da 
kommt ein Mares Quarzkorn vor, nebstdem grunliche Serpentinpartien, die aus 
sternformigen Aggregaten bestehcn und endlich sparliche wasserhelle Apatit- 
nadelchen, die in Lftngsschnitten in die Quere zersprungen sind. 

Die chemische Analyse dieses verwitterten Dioritgesteines, welches in 
Sauren schwacli schaumt, wurde vom Hcrrn Strnad im chemischen Labora- 
torium des Hcrrn Prof. Preis am k. k. biilnu. Polytechnikum durchgefuhrt 
und ergab in % 

Kieselsiiure 47-08 

Thonerde ....... 11-09 

Eisenoxyd 3'77 

Kisenoxydul 6"58 

Manganoxydul 1*21 

Ealkerde . 7-08 

Ftirtrag . . . 77-41 



47 



Ubertrag . . . 77-41 

Bittererde 7-55 

Kali 3-26 

.Natron 1'72 

Phosphorsaure 0*45 

Kohlensaure 8*56 

Wasser . 2-30 

102-02 
Da das Gestein beider grossenMenge von Kohlensaure in Salzsaure nur 
Schwach scliiiumt und tier mit Kieselflusssaure behandelte Diinnschliff nur 
Iangsam Blascheu auslasst, kann man das Oarbonat im Gestein fur Dolomit 
betrachten, der aus irgend welchem Umwandlungsprodukte des Amphibols ent- 
standen ist. Wenn wir von den kleinen Mengen des Limonites absehen und 
aus der Eisenoxydmenge den perzentuellen Antheil des Magnetites bereclmen 
und aus den Dberresten des Eisenoxyduls, des Manganoxyduls, der Thou- und 
Bittererde die Menge des Chlorites und hydrophitischen Serpentines berechnen, 
konrmen wir zur folgenden Zusammensetzung dieses syenitischen Diorites 



m 7„ : 





Die Sauerstoff- 
verhaltnisse 




Die Vertheilung tier SauerstofrVerh&ltnisse 




I 


3 

< 


1 

o 

o 

p 


as 

PM 
m 

w 


^ atron- 
feldspath 

Kalkfeld- 
spath 


QJ 

a 

ho 

a 


o 

3 


■B a 

<u o 

CD ka 


Kieselsaure .... 


25-109 


— 


— 


6-660 


6-828 


L-882 


— 


1-077 


2-295 


Thonerde . ... 


5- 1 78 


— 


— 


1 -665 


L-888 


1-57 1 


— 


0-807 


— 


Eisenoxyd ..... 


1-1 ;sl 


— 


— 


— 


— 


— 


1-151 


— 


— 


Eiaenoxydnl .... 


L-462 


— 


— 


— 


— 


— 


0-577 


0-869 


0-720 


Manganoxydul . . . 


0-272 


— 


— 


— 


— 


— 





— 


0-272 


Kalkerde 


■2- 191 


o-i so 


L-556 


— 


— 


0-458 




— 


— 


Bittererde . . • . . 


3-020 


— 


1 -566 


— 


— 


— 


— 


0-718 


0-746 


Kali 


0-555 


— 


— 


0-555 


— 


— 




— 


— 


Natron 


0-444 


— 


— 


— 


0-444 


— 


— 


— 


— 


Phosphorsfture ■ • • 


0-270 


0-270 


— 


— 


— 


— 




— 


— 


Kohlensaure .... 


6-225 


— 


6-225 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


Wasser 


2-044 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


0-807 


1-122 



Der Best der Sauerstoffverhaltnisse 7-917 und ein kleiner tiberrest des 
Wassers (0-115) entrant auf die Kieselsaure. 



48 



Die mfneralische Zusammensetzung kann man ftlr das verwitterte Diorit- 
gestein des 4. Ganges aus den Sauerstoffverhaltnissen folgenderrnassen be- 
rechnen : 



Kieselstae . . 
Thonerde . . . 
Eisenoxyd . . 
Eisenoxydul . . 
Manganoxydul . 
Ealkerde . . . 
Bittererde . . 

Kali 

Natron .... 
Phosphorsllure 
Kolilensaui'o 
Wasser .... 



Summa . 



47-078 
1 L-0Q8 
8*770 
6-678 
1*2071 
7-679 
7-550 
8-260 
1-720 
0-479 
8-569 
2-299 



< 



0-680 



0-479 



101-2(17 



L-109 



5-1 16 
8-890 



8-559 



1 7-89i 



W 



12-487 



3-666 



8-260 



19-813 



8 » 



9-98 



1-7-20 



I 1-662 



M 

8-485J 
2-942! 



L-608 



8-770 
1-606 



2-019 
1-728 

1-615 
1-795 



K 



Of 



4*808 

3-287 

1-207 

I -866 



0-908 1-262 0-129 



1 i-si 1 



7-980 5- ice. 8-065 11-90 1 14-978 



Es besteht somit dieses Gestein in seinem jetzigen Zustande annahernd 
aus 1% Apatit, 18% Dolomitsubstanz, 1*.)% Kalifeldspath, 1.4-5% Natron- 
feldspath, 8% Kalkfeldspath, 5-5% Magnetit, 8% Chlorit, 12% hydrophit- 
aitigcn Serpentin und 15% Quarz nebst einer kleinen Menge Wasser. 

Die Abhiinge der Schlucht, die von der Moldau nacb Bohnic ftthrt, be- 
stehen aus Silurwacke, welche bei Lysek deutlich l'einkdrnig ist und aus einer 
kaolinischen, grosstentheils apolaren und an graugelben F&serchen u. Fransen 
reichen Grundniasse besteht, in der grauweisse und farblose Quarzkbrnchen 
und wenige zahlreiche monokline und trikline Feldspathindividuen, dann halb- 
verwitterte Grtinsteinfragmente und Kieselschieferbrocken eingebettet liegen. 
Die weissen iderchen, welche das Gestein durehdringen , bestehen aus Quarz- 
kdrnchen, die gelbgrune strahlige Gruppen von scharfen Nadelchen und chlo- 
ritischen Fetzen enthalten. 

Der Kieselscliiefer, welcher in interessanten Felspartien zwischen Bohnic 
und Ovenec sich emporhebt, ist von einem ganz gewohnlichen Habitus und 
besteht aus korniger Substanz, welche durch Blaschen und graphitische Sub- 
stanz dicht bestiiubt erscheint und von feinen weissen Quarzaderchen durch- 
drungen ist, die im Mikroskop klar erscheinen. 



49 

II. Der Abhang zwischen der Bohnicer und der Cimicer 

Schlucht. 

Die Abhftnge am tfBchten Moldauufer zwischen der Bohnicer und Cimiccr 
Schlucht shul in ihrem stidlichen Theile vom Rasen bedeckt. In der nbrdlichen 
Partie, bei den ehemaligen Dynamitfabriken, ist aber deren Felsinneres an- 
stehend. Diese Partie, welche uns Fig. 8 bildlich darstellt, enthiilt cine ganze 
Reihe von Eruptivgangen. 



N. 





s. 



] MMrM,:m^JM,' 






n.ii aij.u. 



8. I. 



6.5. 



Ki s- 8. Der Abhang zwischen der Bohnicer und der Cimlcer Schlucht (bei den 
ehemaligen Dynamitfabriken gegenuber von Roztok). Der ganze Abhang ist aus grauer 
bis schwarzgrauer Silurwacke (Barr Et. C.) zusammengesetzt. In dieaer treten nun die 
Gange 5 und (i auf, welche einem Diabaa oder Dioritaphanit angeboren, dann die Gange 
7 und s. die spharolitischen Porphyr fuhren und mit gleichformig numerierten verwitterten 
Dioriten (oder Diabasen) in Beruhrung sind. Die Gange 9 und LO bestehen aus einem 
uabestimmbaren Grunsteine (Porpbyrit), der Gang n ist ein Diorit, Gang Nro 12 is( ein 
f 8.diolithiscber Felsopbyr, der gegen Sttden von einer sebwacben A.der desselbeu Diorites be 
granzt wird, der gegen Norden (Nro 18) machtiger auftritt. Die mit Nro ii bezeiebneten 
Gange, gehOren unbestimmbaren Griinsteinen an. 

Von der Bohnicer Schlucht gegen Norden finden wir in den aus einem 
dunklen, sehr foinkdrnigen Wackengestoin bestehenden Felsgehangen zwei 
sehr schmale (bios ()•;! bis 1-5 m) Gange Nro. 5 mid 7, welcbe gegen NNO 
8 tveichen und gegen OHO unter einem Winkel von 70—80° einfallen. Beide 
Gange Ctthrerj ein dunkelgrttnes, sehr feink&rniges, fast dichtes mid sehr festes 
Gestein, in dem bios wenige mit blosem Auge bemerkba.ro farblose Nadelchen 
v °rkonnnen. Bei 100 X Verg. beinerktiiia.ii in der Gesteinsniasse Feldspath- 
^istchen, die meistentheils einfach, selten polysynthetisch sind, oft aus kor- 
nigen Aggregaten bestehen und von grttnlichen Aderchen durchzogen oder 
gi'ttnliche Fetzen enthalten. Nebstdem kommt wenig Grundmasse vor, in der 
staubige KSrnchen, Fetzen und Nadelchen in grosser Menge eingebettet 
l] 'egen. Weil man mit Ausnahme der kleinen grttnlichen Partien, die im po- 
Iar ischen Lichte dunkel bleiben und keine Struktur besitzen, (Ohlorofii.it) keine 
Spuren des ursprttnglichen Augit- oder Amphibolminerales im Gestein vor- 
fi ndet, kann man nicht entseheiden, ob dasselbe ein Diorit oder Diabas war. 
J edenfalls war es sehr feinkdrnig also aphanitisch. 

Einem von beiden gehttrte das unverwitterte Gestein gewiss an, wenn 
au ch die nicht gerieften Feldspathleistchen das IJbergewicht liahen, denn die 
Mikroanalyse ergab tiebst Kieselfiuoriden des Calciums und des Magnesiums 
Vle l Natrium und wenig Kalium, u. zw. zweimal so viel Natrium als Kaliuni 



11. U. 
Gang 5. 

und Ii. 
(Diabas, 
Apbanit 
o. Diorit.) 



50 



beim Gang 5. unci cca L" 2 ma] mehr beim Gang 6. Ohrigens steht es test, 
class bci sehr kleinen Plagioklaskrystallen die polysynthetische Struktur nicht 
so regelmassig auftritt wie bei den grfisseren und dass oft auch Plagioklase 
in einfaehen oder hochstens Zwillingskrystallen auftreten, wenn ihre Dimen- 
sionen sich dor Grosse <lcr Mikrolithe nahern. Hier zeigt uns die Beschaffen- 
heit dor Feldspathe besser die chemische Analyse an. 

In den Gangen 7. und 8. tritt in dor Nachbarschaft zweier Grunsteine 
ein spharolitischer Felsophyr auf. 

Der Felsophyr dieser Giingo 1st dicht, fast hornsteinartig, grauweiss oder 
sehwach grtinlich oder audi gelblich. Dem blosen Auge fallen bios die seltenen, 
winzigen, farblosen Quarzkornchen und die grauweissen Feldspathleistchen 
auf. Sonst besteht der Felsophyr <\cr Eauptsache aach aus Quarzkornchen, 
Feldspath und aus trtlbem zumeist krystallinisch entglastem Glasmagma. Der 
Quarz pflegt oft spharolitisch zu sein. 

In mehr verwitterten Stellcn bemerkt man im Dunnschliffe feine Ader- 
chen und kleine grlinliche fetzige Partien einer am ehesten chloritischen Sub- 
stanz, die oft ein dichtes Netz bilden und die man fur ein Infiltrationsprodukt 
aus den lumachbarten Grimsteinen ansehen kann. Die schwarzen und schwarz-; 
grauen im auffallenden Lichte goldgelben Pyritkorner kommen sparlich zer- 
streut vor. 

Die chemisch-mikroskopische Analyse dieses Felsophyrs ergab wenig 

Magnesium, Calcium und Natrium aber viel Kalium. 

R. U. Der Griinstein, welcher mit dem untercn Theilo des Felsophyrganges 7. 

^'' '<';' ;i iiM.'-'.'J " Beruhrung steht, ist feinkSmig, lichtgrau und schwarz gesprenkelt. Seine 

(Verwit Dunnschliffe, welche auf grtindliche Verwitterung schliessen lassen, zeigen 

rit^oder" 6 ™ 6 braungelbe Substanz, die reich ist an schwarze Kornchen, Nadelchen und 

Diabase.) Saulchen zwischen denen kleine polysynthetische Feldspathkrystallchen und 

grdssere rothlichgelbe, fein faserige rundliche Partien auftreten, welch' letztere 

in der Mitte zuweilen spathigen Calcit enthalten. 

Der Griinstein, der im Kontakt mit Gang Nro. 8 auftritt, ist lichtgriin- 
lichgrau und fast diclit. In seinen Dunnschliften sieht man sehr zahlreiche, 
zumeist polysynthetische und von grunlichen Aderchen durchzogene Feldspath- 
leistchen, welche aus der dichtcn Grundmasse mikroporphyrisch hervortreten. 
Diese Grundmasse besteht aus einer grauweisen, fein gekornelten apolaren 
Basis, aus truben mikrolithischen Feldspathleistchen, aus ziemlich deutlichen 



Magnetitkornchen 



mid kleinen fetzenartigen Partien von Chloritsubstanz. 

sfnd, 
oder 



Beide Griinsteine, die mit den Felsophyren Nro. 7 und 8 im Contakt 
lassen sich nicht naher bestimmen. Sie gehSrten entweder einem Diorit 
einem Diabasgestein an. 

Ebenso kann man das Gestein des 9. Ganges nicht determinieren. Es 

ist griiulichlichtgrau, fast dicht und. besteht aus langen Feldspathleistchen 

steinpor-und apolarer, flockiger Grundmasse. In dieser truben Grundmasse sind viele 

pnynt.) sc j iwai . /c Pyritkorner eingebettet, dann gerade und zerbrochene grunliche 

Nadelchen und Kornchen vonspathigem Calcit, die sich (lurch die charakteri- 

stischen Sprtinge kennzeichnen. Die grtinliche Substanz der Nadelchen ist i' u 



it., u. 
Gang 9. 
(Grttn 



51 



i:. v. 



polar. Lichte schuppigstrahlig und gehiirt den optischen Kennzeichen nach 
dcm Epidot an. 

Die chemisch-mikroskopische Analyse dieses Grunsteines ergab sehr viol 
Calcium und Magnesjum, alter wenig Alkalien u. zw. etwas mehr Natrium als 
Kalium. 

Fast dieselbe Beschaffenheit der Mineralbestandtheile besitzt dasGestein R. U. 
des Ganges 10., welches in seiner Richtung bios einen kleinen Winkel mit (GMn- ' 
der Felswand bildet und deshalb in einer breiten Platte entblost anstelit. Dassteinpor 
Gestein dieses Ganges ist aber sehr feinkcirnig, was hauptsachlich durch das yri 
Auftreten sehr zahlreicher mikroskopischer Leistchen bewirkt wird. Audi die 
Mikroanalyse ergab dieselben Bestandtheile, wie bei den fruheren Griinstein- 
gangen, aber Kalium und Natrium sind fast in gleicher Menge vorhanden. 

Der Gang 1.1. ist einige Meter machtig und fuhrt ein blaulichschwarz- 1 
graues Gestein, welches an den Kluftflachen weisslicb. verwittert. Das Gestein Diorit). 
ist fein- bis kleinkornig und zeigt bei LOOXVergr. eine fast granitische 
Struktur. Von der apolaren, ftockig getriibten und lange Nadelchen enthalteh- 
den Grundmasse sieht man sehr wenig und nur sehr schmale Streifehen. Als 
der am meisten verbreitete Gemengtheil tritt in diesem Gestein der Feld- 
spath auf, ii. zw. in Form von langen, zumeist einfachen und im polarisierten 
Lichte einfarbigen Nadeln und Leisten, die an den Spriingen durch infiltrierte 
griinliche Substanz getriibt werden. Neben den Feldspathen sieht man schwarz- 
liclie, deutlich faserige Saulchen, welche den Umrissen und dem Habitus nach 
urspriinglich dem Amphibol angehorten. MagnetitkGrnchen sind ziemlich haufig. 
Sehr gewohnlich sind audi grauweisse oder griinliche serpentinische und chlo- 
ritische Partien, welche im [nneren spathigen Calcit besitzen. Diese Partien 
farben sich im polar. Lichte zumeist strahlig-blatterig oder zeigen buntfarbige 
Biischelchen mid- strahlenartige Sternfiguren. Quarzkorner kommen selten vor 
und sind Hirer Placierung nach ein Sekundarprodukt, 

Die chemische Mikroanalyse ergab sehr viel Kieselfluornatrium, Calcium 
und Magnesium, aber sehr wenig Kalium trotzdem die Feldspathindividuen, 
wie bemerkt wurde, einfach sind. Deshalb kann man das Gestein als TMorit 
bezeichnen. 

Der weitere Gang 12, welcher unmittelbar neben dem vorigen ansteht R. U. 

( ', I 1 1 1 "' 1 " ' 

und 2—3 m machtig ist, gehort einem radiolithischen Felsophyre an, in (lessen ( Ra | ioli : 
dichter zumeist weisslicher Grundmasse klare Quarzkornchen von rundlichen f^scher 
I fairissen und weissliche grSsstentheils polysynthetische Feldspathleistchen schon p |y r .) 
mit dem blosen A.uge bemerkbar sind. 

Bei tOOXVerg. zeigt die bestaubte Steinmasse, welche nur stellenweiae 
etwas braunlich ist nebst Feldspathleistchen noch seltenere Quarzkornchen und 
zarte Aderchen und Flasern von Glassubstanz und nebst dem noch ein Gewirr 
von Aderchen und Fasern, stellenweise audi kleine Spharolithe, insbesonders 
aber schone Radiolithe von gewohnlichem Habitus, die im polarisierten Lichte 
C»ei XNikols) durcli ein schones Btlschelkreuz sich auszeichnen. Die Durch- 
schnitte der porphyrischen Quarzkornchen haben zumeist abgcrundete Ecken, 
verschiedene Einbuchtungen und ovale oder langliche Einschlusse einer 

4* 



52 



R. U. 
Gang 18 
(Diorit.) 



n. u. 

Adcichrn 
Nro it. 
(Grim 
stciiie.) 



briiiiTilich bestftubten Grundmasse oder Streifen von Blaschen mit fixen Li- 
bellcn. Im Ubrigen sind sie gewiilinlich farblos, seltener werden sic, von einer 
grau bestiiubtcn und aus Spharolithgebilden zusammengesetzten Umsaumung 
eingeschlossen. Dieso Umsaumung ist mit dor ubrigen Quarzmasse optisch 
glcich orientiert. 

Die chemisch-mikroskopisehe Analyse ergab trotz der Menge der poly- 
synthetischcn Feldspathe viel Kalium, wenig Natrium, aber zicmlicli viol Cal- 
cium und Magnesium. Der Natriumantheil ist gewiss bereits ziemlich aus- 
gelaugt. 

Der oben bescbriebene Felsophyrgang wird von dem vorhergelienden 
Dioritgange (lurch einen schmalen Streifen eines graubraunen verwitterten 
Griinsteines getrcnnt. Dasselbe Gestein tritt audi weitor gegen Nor den als 
'Gang Nro. 13 in einer Miichtigkeit von cca 3 m auf u. zw. in unmittelbarer 
Nachbarschaft des Ganges 12. Es scheint, als liatte der Porphyr diesen Grttn- 
stein durchbrochen, was den Erfahrnngen fiber die Beziehungen der Porphyr 
und Dioritgcsteine im bohm. Untersilur nicht widerspricht. 

Im Diinnschliff dieses sehr verwitterten und sehr feinkornigen Gesteines, 
das ein Griinstein ist, sieht man ziemlich zerstreute gelblich weisse, getriibte 
Feldspathleistchen, weiters zahlreiche Quarzkornchen und eine betraclitliche 
Menge von Magnetit und Hamatitkornchen, welch letztere zu Jliiufchen sich 
vereinen und an dem Gestein stellenweise rothe Tiipfelchen verursachen. Nebst 
allem dem ist audi die von alien verwitterten Griinsteinen bekannte griine 
bis grasgrune, zumeist feingcfaserte Chloritsubstanz vorhanden. Der unver- 
wittcrte Griinstein bestand ohne Zweifel aus Feldspathen, Amphibol und einer 
stark entwickelten Grundmasse. 

Die chemisch mikroskopische Analyse ergab sehr viel Natrium, Magne- 
sium und Eisen, ziemlich viel Calcium, aber sehr wenig Kalium. Darans liisst 
sich schliessen, dass der Griinstein ein typischer Diorit war. 

Die Diinnschliffe des ganz graubraunen Gesteines aus dem Streifen 
zwischen dem Felsophyr des Ganges 12 und dem friiher beschriebenen Diorit- 
ganges Nro. 11 zeig<!n fonnlich die Ietzteren Umwandlungsstadien in denen 
noch ein Griinstein als soldier erkannt werden kann. In den Dunnschliffen 
(iikennt man nur die Umrisse der Feldspathe n. zw. nnch der Umsaumung 
die durch Magnetitkdrner bewirkt wird, welche stellenweise in Hamatit oder 
sogar zn Iiimonit umwandelt sind. Die grilnliche Snbstanz des chloritischen 
Gemengtheiles ist in eine farblose Dolomitsubstanz umwandelt, welche bios 
von sdiwarzen Magnetitkiirnern durchsetzt wird. 

Beim nori I lichen Ende des l«'elsablianges, fast oberhalb der Fabrik be- 
finden sich noch einige 5 — 10 cm machtige Gangadern, welche mit Nro. 1 I 
bezeichnet sind, welche sich verschiedenartig verasteln und durchkreuzen die 
ich aber nicht gefunden habe. Sie sollten (nach Horidcy) verwitterten Grtin- 
steinen angelniren. 

Die silurische Grauwacke, welche den Felsabhang zusammen setzt, hat 
an versdiiedenen Stellen wie gewolmlidi eine verschiedene Zusammensetzung. 
Hire Karbung ist stellenweise schwarzgrau, an andereu Stellen grau und an 



53 

den Kluftflachen durch die Verwitterung der Eisengemengtheile braunlich, 
sehr feinkornig, hie und da dickt. 

Einige Dunnschliffe, die aus verschiedenen Orten des Abhanges ent- 
riommen wurden, zsigten im Mikroskope cine kaolinische grauweisse auf po- 
larisiertes Licht nicht einwirkende Substanz. Diese Substanz ist reich an grtin- 
liche und gelbliche Fetzen und Faserchen, die ziemlich bunt polarisieren und 
dem Chlorit angehfiren und wird von schwiLrzlichen Staubkornchen stellenweisen, 
getriibt. In dieser Substanz kominen Feldspathbruchstiicke und Quarzkornchen 
hie und da audi schwarze aus Pyrit zusammengesetzte Striemen vor. 

Die verhaltnissm&ssige Menge dieser drei Hauptbestandtheile d. i. der 
amorphen Kaolinsubstanz, der Quarzkflrner und Feldspathfragmente ist an 
verschiedenen Stellen der Wacke verschieden ; auch die Umwandlung der das 
ganze Gestein farbenden Magnetit und Pyritkornchen ist an verschiedenen 
Stellen verschieden. Viele grfissere Korner dieser Minerale zeigen regelm&ssige 
Umrisse und sind an den Randern in Linionit umgewandelt. An einigen war 
sogar eine zonenfflrmige Verwitterung deutlich. ■ — 



III. Der Abhang zwischen der Schlucht von Cimic und der 

von Chabry. 

Sehr schon sind einige Eruptivgfinge ini weiteren Abhange des rechten 
Moldauufers entblost uiid zw. zwischen den Mundungen der Schluchten von 
Cimic und weiter nordlich von Chabry. 




Fig. 8. Dei- Abhang zwischen den Schluchten von filmic und Chabry. Dor ganze 

Abhang besteht wieder aue grauem zumeist dunklemsehr feinkftrnigem Grauwackenschiefer. 

I" ilnu trolru i'ulircmlc Knipl.ivu'iiiigc auf: Nro 15 ein Diabas, 16 Quarzdiorit, 17 ein Ila- 

diolithporphyr, L8 ein Quarzdiorit, 19 ein sehr interessanter Diabasporphyrit, 20, 22, und 

' 2 1 Radiolithporphyre und -21 und Hi! unbestimmbare Grnnsteine. 



Der Abhang dieser Partie ist felsig und besteht aus sehr feinkbYnigem B. U. 
Grauwackenschiefer, der durch eine grosse Anzahl von schwarzen Kornchen derCimi- 
und Aderchen sehr dunkel gelarbt erscheint. Im Mikroskop zeigen seine cer und 
Dunnschliffe, dass die apolare kaolinische Substanz, die an griinlichc Cblorit- Schlucht. 
fetzen reich ist. fast in gleicher Menge auftritt, wie die Keldspath- und (Grau- 
Quarzfragmente. Bei den Eruptivgangen ist der Scbiefer licht gelbgrau und sc hj e fer.) 
und ist mehr oder wcniger diinn geblattert, Im Kontakte 



grtinlich gefarbt 



54 



It. (i. 
Gang I: 
(Diabas. 



If. II. 

Gang ii 

( Porphyr 

Quarz 

diorit.) 



selbst ist sie aber hart und fest. Im ubrigen unterscheidet sieh alter dieser 
liclitc.ro Schiefer inikroskopisch von don dunkleren Abarten fast gar nicht, 
hochstons, dass or der sehwarzon Kornchen und Adorclion weniger besitzt. 
Die licbtoro Farbung ist dadurch zu orkliiron, da,ss untor den schwarzen 
Kornchen der grosste Theil einer grafitischen Substanz angehort, welche durch 
das von dor emporsteigenden Eruptivmasse bewirkte Gltihen verbrannt wurde. 

Der orsto von don bier aiiltretenden Gangen (Nro 15) ist nur tboilwciso 
,'kcmitlich. Er bat oino Mftchtigkeit von 1% — 2 m, streicht nach NW und 
fallt gegen NO untor 60° ein. Sein Gestein ist rothbraun, feinkSrnig und 
zeigt bei 100 X Vergrosserung eine grosse Menge von porphyrischen, in 
grobe Korner zersprungenen Feldspatbleisten und rothbraune durchscheinende, 
kurz rechteckige oder achteckige Durchschnitte. Diese Durcbschnitte ent- 
lialton scharf begranzte Kornchen von strahlig faseriger Struktur, gehoren dem 
Serpentin an, und entstanden, wio man aus dem Umrisse ihrer Aggregate 
urthoilon kann aus Augit. Die Grundmasse, welche an Hamatit- und Limonit- 
partien reich ist, besteht dor Hauptsache nach aus Feldspathleistchen, deren 
Umrisse nur schwach angedeutet sind. Sie eutbiilt aber auch etwas entglaster 
und durch Verwitterung ganz krystallinischer Dasis. Klaro quer gesprungene 
Apatitniidelchon und deren bexagonalo Durchschnitte sind sehr zahlreich. 

Die chemische Mikroanalyse des Gcsteines orgab ziemlich viel Kiesel- 
fluornatrium, etwas weniger Kieselfluorkalium und etwas Kieselfliiorcalcium, 
woraus man schliessen kann, dass das Gestein ein Diabas war. 

Fast in der Mittc des Abhangcs waren einst durch einen kleinen Stein- 
brucb entblosste zwoi fast senkrecht aufsteigende und einander beriibrende 
Gauge Nro 16 und 17. Beide streichen nach NW und fallen unter (i() — 70° 
gegen NO ein. 

Der siidliche Gang Nr. IB ist cca 3 m machtig und fiihrt ein sehr 
/ testes graubraunes Gestein mit porphyrisch auftretenden cca 4 mm grossen 
Feldspathindividueu, von clenen einige und das insbesonders die grossereu 
rothlieh, die kleineren aber weisslich sind. Nebstdem kommen auch weniger 
zahlreiche Amphibolsaulchen vor. Diedichte Grundmasse zerflllt im Mikroskop 
in triibe grauvveisso Feldspathleistchen mit undeutlicbon Umrissen, in selte- 
ncre dunkelgrune Saulchen nud Nadelcben, welche einst dem Amphibol an- 
gehorten und in die bekannten grlinen fetzenartigen Umwandlungsprodukte. 
Auch farblose Quarzkorachen sind bemerkbar und bio und da auch eine 
krystalliuische Matrix, welche durch grauweisse NSdelchen entglast erscheint. 

Die — oft bis ins Braun — rothlichen Feldspathkrystalle haben eine 
kornige und verwirrt kurznadelige Struktur, wodurch sie getrttbt erscheinen. 
Innen besitzen sic nnregelmassige Hamatitaggregate, welche auch oft regel- 
massig urn den soliarfen Feldspathumriss gelagert sind und den Foldspathen 
die rothlichbraune Farbung geben. Stellenweisc treten grosse dunkelgrtlne 
Durchschnitte auf, welche audi durch thren (Jmriss an Amphibol erinnern und 
diese pflegen durch Anhaufung der schwarzen Magnetitkornchen fast undurcb- 
sicbtig zu sein. Stollenweisc sind sie aus parallelen Fasern und Niideleben 
zusammengesetzt, welche ziemlich pleochroitisoh sind, so da,ss wir sie fur 



55 



Epidot lialtofi konnen. An anderen Stellen ist das Verwitterungsprodukt des 
Amphiboles fetzenartig, blaugrun, selteu deutlicher faserig, schwach dichroitisch 
und dieses gehort dann dem Chlorit an. 

Die mikrochemische Analyse dieses Gesteincs, dessen Diclite auf 2-743 
bestimmt wurde, ergalf sehr viel Kieselfluornatrium, kaum die Halfte Kiesel- 
fluorkalium, ziemlich viel Magnesium und Eisen, aber wenig Calcium. Und so 
kann man das Gestein als Diorit deuten u. z. wegen der verliiiltnissmassig 
grossen Menge von QuarzkSrnern als einen und das porphyrischen Quarzdiorit 
oder aus Griindon, die beini Gauge 17 angeftlhrt werden, als dioritisclien Por- 
pliyrit, der Quarz enthalt. Der Quarz konnte naturlich audi als Sekundiir- 
produkt entstanden sein. 

Ein Handstiick, das den hoheren Partien dieses Ganges entstammte, 
war weniger verwittert. Seine porphyrischen Feldspathe sind grau getriibt 
und nicht roth und enthalten noch vollig klare unverwitterte Reste der ur- 
spriinglichen Feldspathsubstanz. Und in dieser unverwifcterten Substanz, stellen- 
Weise auch in den trttban Partien sieht man die deutlich polysynthetische 
Struktur, die hie und da sogar reehtwinklig gitterartig wird und an Mikroklin 

erinnert. 

Die Feldspathleistchen der Grundmasse sind aber schon ganz triib und 
ihre Struktur liisst sich nicht bestimmen. 

Die chemische Analyse durchfiihrte der Autor im ohemischen Labora- 
torium des Prof. Dr. Boricky" und dieselbe ergab in °/ 



Kieselsaure = 


59-166 


Thonerde = 


10-930 


Eisenoxyd = 


10-269 


Kalkerde = 


3-274 


Bittererde = 


4-236 


Alkali en {[):«•'} = 


: 7-496 


Kohlensiiure = 


2-19] 


Wasser = 


- 2-438 



100-000 

Manganoxydul und Phosphorsiiure liessen sich nicht beweisen. Das grosse 
Quantum der Kieselsaure cntstammt zum grossen Theil dem Quarze, der in 
'! (,|| i Gesteine vorkommt. 

Der Gang 17., der in einer Machtigkeit von 6- 7 Metcrn neben dem ^J" ie< 
eben beschriebenen Quarzdiorit steil nach oben fiihrt, kehrt in der hochsten (Eadioiit." 
Partie des Abhanges bogenformig nach Nordcn urn, und steigt dann etwa Porphyr.) 
BO Schritte nordlich vom Aufsteigepunkte wieder zur Basis des Abhanges, 
Ungefahr an der Stelle, welclie durch einen starkeu Wasserriss markiert ist. 

Das Gestein des 17. Ganges ist braunroth, stellenweise etwas blasser, 
ganz dicht mit sehr kleinen, zumeist mikroporphyrischen klaren Quarzkomchen 
«nd trtlben rothlichen Feldspathkornern. In der Gangmitte sind beide porphy- 
nsi 'hen Bestandtheile haufiger und grosser (1—3 mm). 



56 



Die Grundmasse des Gesteines (siehe d. Porphyrgest. Poficky's Taf. IL 
Fig. (i.) besteht aus zarten Quarzkornchen und verschiedenartigen Radiolith- 
gebildon, getrubten Feldspathleistchen, Hftmatitpartikeln, welche dem Gesteine 
die Hauptfarbe geben, und aus etwas Magnetit, (lurch dessen Verwitfcerung 
der Hamatit entstanden 1st, nobst dem allem aus braunrothen Nadelchen und 
kleinen grllnlicheii Fetzen, die dem Chlorit angehSren durften. Hie und da 
lassen sich Uberreste von Glassubstanz bewcisen. 

Die mikroporphyrischen Quarzdurchschnitte haben gewohnlich abgerun- 
dete lv'kcn und sind entweder ganz klar ode 1 ! - besitzen eine Anzahl von feinen 
Poren. Oft beiindet sich urn dieselben ein schwarz bestaubter Saum, welcher 
im polar. Liclite eine radialstangelige Struktur zeigt. Je kleiner die Quarz- 
korner sind, desto grosser ist dieser Saum, der eigentlich aus lauter Radiolith- 
aggregaten besteht, und umgekehrt. Die Radiolithe der Saume, aber auch die, 
welche selbstandig in der Grundmasse auftreten, pflegen oft von einem farb- 
losen Spharolithquarzringe umgeschlossen zu sein. 

Die porphyrischen Feldspathe sind getrubt und an den Randern und in 
den Sprungen durch Hamatit, der wie gesagt aus Magnetit, vielleioht aber 
auch aus einem verwitterten Eisensilikate entstanden ist, rdthlicli, stellenweise 
bis braunlich gefarbt. 

Die runden, ovalen oder durch Aneinanderdrangen polygonalen, seltener 
ringformigen Radiolithgebilde enthalten oft innwendig eine fremde Substanz 
und bestehen entweder aus sternformig und buschelformig gruppierten bestaub- 
ten Faserchen oder aus Leistchen und haben wie die um die Quarzkorner 
gelegenen Radiolithe oft eine schmale farblose Umrandung von Spharolithquarz. 
In den dickeren Stellen des Praparates zeigen die Radiolithe im polarisierten 
Lichte verschiedenfarbige Segmente. Die durch die Radiolithmitte gefuhrten 
Schnitte zeigen zwischen X Nikols ein regelmiissiges Biischelkreuz. In vielen 
Radiolithen befinden sich in der M itte Feldspathleistchen, andere Radiolithe 
sind wieder von etwas stromartig gelagerten Feldspathleistchen umschlossen. 
Audi echte selbstandige Spharolithe und Glasktlgelchen, die zwischen X Nikols 
dunkel bleiben, linden sich vor. 

Auf die eigenthumliclie Wechselbeziehung der Radiolithe zu den porphyr. 
Quarzkornchen und Feldspathindividuen wies schon Doricky bin: in den an 
Radiolithgebilde reichsten Diinnschliffen fehlen porphyrische Feldspathe und 
Quarzkorner und umgekehrt. im letzten Falle werden die Radiolithe, was die 
Struktur anbelangt, undeutlicher, bekommen scharfere Umrissc und erinnern 
stellenweise audi auf Feldspathdurchschnitte. Diese wenig Radiolithe enthal- 
tenden Partien sind gleichformig kornig und enthalten nebst grtinlichen und 
faserigen Fetzen und Fransen etwas apolare Itasis, hauptsachlich zwischen den 
Quarzkornchen, 

Die chemische Analyse dieses radiolithischen Gesteines, welche im chern. 
Laboratorium des 11. Prof. I'reis vom Ilemi Neumann durcbgefiihrt wurde, 
ergab in % 



57 



Kieselsaure = 75-21 

Thonerde = 11-78 

Eisenoxyd = 2-89 

Eisenoxydul = 0'55 

*Manganoxydul =z 0-2(1 

Kalkerde = 1-94 

Magnesia = 0-31 

Natron = 2-84 

Kali = 2-63 

Phosphorsaure = 0-74 

Wasser = 1 Hf> 

101-00 

Nach dor Interpretation diosor chem. Analyse, wit; sic auf S. 149. der 
Porphyre Boficky's angefiihrt ist, besteht die rothbraune Porphyrsubstanz des 17. 
Ganges aus L5*5% Kalifeldspath, 23-97°/ Natronfeldspath, 4-8% Kalkfeldspath, 
2-4 ( '/ () Chloritsubstanz, 2-8% Eamatit, 4-9°/ Kaolin, 1-7 °/ ApatdtO-9°/ Wasser 
unil 43"7°/ Kieselsaure. Wegen des tJbergewichtes von Natronfeld- 
spath liber dem Kalifeldspath wurde das (J ostein unter die l'orphy- 
rit e eingereiht. So nannte namlich Boi-icky alio jene Porphyrgesteine, in denen 
der Natronfeldspath einen grosseren Antheil hat als der Kalifeldspath. Der 
Gang 17 ftthrt also einen Radiolithporphyrit. 

Die schmalen Partien des 18. Ganges, der ini hochstcn Theile des Ab- 
lianges von Norden nach Silden sich hinzieht, haben ein ahnliches Gestein 
wie der Gang 16 nur dass die porphyrisch auftretenden Feldspathkorner zu- 
meist grauweiss sind. Man kann demnach das Gestein des 18. Ganges als 
einen porphyrischen Quarzdioi'it oder einen Quarz enthaltenden Dioritporphyrit 
hinstellen. 

Nro. 19. gehort zu zwei 5 — 10 cm schmalen Giingen, welche cca 5 m von 
einander entfernt sind und in ihren tieferen Partien in einem grauen dflnn- 
blattrigen Schiefer anstehen*). Beide streiehen von 0. nach W. und fallen 
unter cca. 60° gegen N. ein. 

Beide G&nge ftlhren ein sehr schones Gestein, das dem bekannten „por- 
Phyro verde antico" tauschend ahnlich ist, eben so wie das Gestein einiger 
altbohmischen Kriegsh&mmer und der niichtige Gang oberhalb Basic b. Piirglitz. 
Schade dass die M&chtigkeit der Gftnge 19 so goring ist, so dass das Gestein 
y;u Steinmetzzwecken nicht benfttzt werden kann. 

Das Gestein der Gftnge L9 besteht aus einer dunkelgraugrttnen dichten 
Grundmasse, in der grtinlichweisse und lichtgrtinlichgraue 3 — 4 mm lange und 
1 — 2 mm breite Feldspathkrystalle porphyrisch auftreten und cca, -/., der 
Gesanimtsubstanz des Gesteines einnehmen. Bei 200X Vergr. sind diese Feld- 
spathkrystalle reich an grttnliche, oft mit Calcitkornchen gemischte Serpentin- 



R. U. 
Gang 18. 

(Diorit. 
Porphyr.) 



R. U. 
Gang lit. 
(Diabas- 
porphyr.) 



*) Vergl. Klvana: Petr. Mitth. ftber einige Gesteinsarten Bshmens. Sitzber. d. kon. 
bi) am. Gesellscb. d. Wiss. 1881. 



58 

fetzen, welche an den Sprlingen Streifchen bilden, und in Handstucken, die 
der Oberflache entstammen, sind sie (die Feldspathkrystalle) feinkornig um- 
wandelt. Immerhin kann man aber hie und da (much lichteren Randsaum 
beobachten, der vorn triiben Enneren scharf absetzt. Nicht selten sind die 
Krystallchen abgerundet und mit tiefen schmalen Einbuchtungen oder (in den 
Schalenzonen) mit streifenartigen Interpositionen der Grundmasse versehen. 

Im polar. Lichte, in dem sie meistens eine Aggregatpolarisation zeigen, 
sieht man an ihnen nur in seltenen Fallen eine deutlich polysynthetische 
Struktur. 

Die Grundmasse besteht aus triiben Feldspathleistchen, aus sehr zahl- 
reicben geraden, gebogenen, gekeikten oder knotigen schwarzen Nadelchen 
und Kornchen, welche letzteren oft graue oder grttngraue Nadelchen in regel- 
m&ssiger Anordnung dicht einschliessen und aus ziemlich entwickelter '/a — 2 /r, 
<\cy Gesammtmasse ausmachenden Basis, welche zumeist filzig entglast ist und 
an grunliche Fetzen und Fransen reich ist und im polar. Lichte dunkelgrau 
erscheint. 

Die chemisette Analyse, welche H. Strnad im Laboratorium des H. Prof. 
Preis am bohm. Polytechnikum an der von den porphyrischen Feldspathen so 
gut als moglich befreiten Grundmasse durchftthrte, ergab in % 

Kieselsaure = r>.'5-f> 1 

Thonerde = 9-47 

Eisenoxyd = 4*02 

Eisenoxydul = 5*82 

Manganoxydul == 1"61 

Kalkerde = 6-87 

Bittererde = 5"68 

Kali = 2-10 

Natron = 2-05 

Phosphorsaure = 0'23 

Kohlensiiure = 3'39 

Wasser = 4-39 

99-14 



Die Berechnung der Sauerstoffverhiiltnisse und deren Vertbcilnng auf 
die einzelnen mikroskopisch im Gesteine bestimmten Minerale ergab in °/o : 



59 





jA to 

$'3 

CO £ 


Ph 
2 

"Id 


i -5 

P ft 
j3 to 

ct; ^ 

fc,g 


2 

si as 


Kieselsaure . . . 


28-589 


4-284 


6-348 


6-848 


Thonerde . . . . 


4-422 


L-071 


(1-071 


1 -587 


Eisenoxyd .... 


1-206 


— 


— 


— 


Eisenoxydul .... 


1-298 


— 


— 


— 


Manganoxydu) . . . 


0-868 


— 


— 




Kalkerde .... 


1-963 


— 


— 


0-648 


Bittererde . . ■ . . 


2-272 


— 


— 


— 


Natron 


0-627 


— 


0-527 


— 


Kali 




0-867 


— 


— 


Phosphorsaure . . . 


0-180 


— 


— 


— 


Kohlensaure . . . 


2-466 




— 


— 


Wasser 


8-902 




— 


— 





a 
















*p 


a 


CD 


cS 


CD 


a 


Ph 


Pw 


be 


< 


u 

CD 


s 



5 ^ 

: £ * 
cd L~ 

CD 

3 a 



t-283 



•j- 1 i.e. 



— I 4-577 



0-891 
0-303 



0-087 



0-130 



1-200 
0-402 



2-272 — 



— — 2-289 : 

Es entfallt somit auf die einzelnen Mineralbestandtheile in 



1 0-758 



1-618 



lo 





/(i 


si 

PH 
CO 

n3 
i — i 

1 


Natron- 
feldspath 


Kalk- 
feldspafh 


'o 

o 


•I* 

< 


Serpentin 


CD 

6 

2 


-TO (/J 

OJ > 


Kieselsfture .... 


53-511 


8-032 


II -903 


t-828 


— 


— 


8-682 


— 


20-171 


Thonerde ..... 


9-470 


2-294 


8-399 


1-131 


— 


— 


— 


— ! — 


Eisenoxyd ..... 


4-020 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


4-020 — 


Eisenoxydul ... 


5-818 


— 


— 


— 


— 


— 


4-009 


1.-809! — 


Manganoxydn] . . . 


1-611 


— 


— 


— 


— 


— 


1-01 1 


— — 


Kalkerde 


6-870 




— 


2-251 


4-816 


0-804 


— 


— j — 


Bittererde 


5-680 




— 


— 


— 


— 


6-680 




Kali 


2-097 


2-097 — 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


Natron 


2-050 




2-050 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


Kiosphorsaure . . . 


0-231 


— 


— 


— 


— 


0-231 


— 


— — 


Kohlensaure .... 


8-891 


— 


— 


— 


3-301 


— 


— 


— 


— 


Wasser 


4-390 


— , 


— 


— 


— 


— 


2-575 


— 


L-815 


Summa , 


99-139 


12-123 


17-352 


11-205 


7-706 


0-535 


22-457 


5-829 


21 -986 



to 



(JO 



Da der Natronfeldspath im Ubergewicht ist, ist das Gestein ein Por- 
phyrit mid das am ehesten ein Diabasporphyrit und seine Grundmasse 
besteht nach den eben angefuhrten Berechnungen aus 12-5% Kalifeldspath, 
17-35°/ Natronfcldspath, Ll'20% Kalkfeldspath, 7-7°/ Calcit, 0-5% Apatit, 
22-46% Serpentinsubstanz, 5-8% Magnetit, 20% freier, zumeist amorpher 
Kieselsaure und l - 8% Wasser. 

Da das Gestein, wie gesagt, mehr oder weniger verwittert ist, kann man 
voraussetzen, dass es im frischen Zustande noch mehr Natrium enthielt, 
daii'ir aber viol weniger Kieselsaure. 

Die porphyrisch auftretenden Feldspathe, deren Dichte (bei 0-313 gr« 
Gesammtgewicht der Probe) mittels des Piknometers auf 2-8 bestimmt wurde, 
ergaben in der Analyst!, die im cheinischeu Laboratoriuni des Dr. Boficky" VOID 
Autor durchgeffihrt wurde, in % 



Kieselsaure .... 


zz 


51-227 


Thonerde 


ZZ 


22-412 


Eisenoxydul*) . . . 


ZZ 


4-442 




zz 


8-840 


Bittererde . . . . 


— 


1 -300 


Alkalien**) (Natron) 


zz 


8-257 (a 


Kohlensiiure | 
Wasser . . 1 ' 


= 


3-522 



1. Dili', her.) 



100-000 



R. U. 
Gang 20 
und 22. 

(Radio- 

litbpor- 

pbyr.) 



Nach dieser Zusanimensetzung niihert sich dieser Feldspath dem An- 
des in von Marmorea im Oberhalbsteiusthal (Siehe Iianimelsberg Mineral- 
chemie S. 570) am meisten. Die Feldspathfragmente wurden dem moglichst 
frischen Gesteine entnommen. 

Am nordlichen Rande des Felsabhanges, schon nahe an der Schlucht, 
welche vom Moldauflusse nach Chabry hinfuhrt, treten nahe neben einander 
fiinf nicht sehr m&chtige Gftnge auf, welche nach NNW streichen und unter 
ca 70° gegen ONO einfallen. 

Die Giinge 20. 22. u. 24. sind nur 1 / i —l m miichtig und fiihren ein 
dichtes, gelblichweisses oder schwach braungelbes Gestein, das Radiolithpor- 
phyren angehort, die Boficky auf S. 78 seiner „L'orphyrgesteine" er- 
willint. Diese Porphyre sind etwas dem 12. Gauge des rechten Moldauufers 
iihiilich, (lessen Gestein schon besprochen wurde. Ihre Radiolithkornchefl 
zeichnen sich (lurch sehr feine Radialstruktur aus, die man nur bei der 
Drehung der Nikole bemerkt Die chloritische Substanz, welche stellenweise 
auch in strahligcn Aggregatcn vorkommt, ist hie tmd da audi zwischen die 
Radiolithe cingezwiingt. Die in den Uadiolithkiiniorn mnoowrlilnssAnoii Feld- 



den Radiolithkdriiern eingeschlossenen Fei 



Probe 



*) Das Eisenoxydul wurde aus dem Eisenoxyd, als welcher das gauze Eisen der 
ubgewogen wurde, bereclmet. 

**) Die mikrochem. Analyse mittels Eieselflusssaure ergab lauter Natrium. Kiesel- 
iusskaliumkrystallchen wurden fast keine beobachtet. 



61 



spathstabchen [sind gewbhnlich zerstreut unci wie Fig. 5 auf Taf II. in don 
"Porphyrgesteinen" liofickys schon zeigt auch in mehrere Stuckchen inniitten 
ues Radiolithes zerbrochen. Porphyrische Quarzkiirner gibt es sehr wenige 
Uu d dann habcn sie wieder* eine getrtibte Spharolith oder Radiolithumsaumung. 

Der Porphyrgang 24. zeigt in den Diinnschliffen eine schwache Streifung 
"• y - von Reihen weisslicher flockig angehaufter Kdrnchen, die ohne Zweifel 
( ' , '"i Kaolin angehoren. Weil die mikrochemische Analyse mehr Kieselrlu'or- 
n; rti'iuin als Kieselfluorkalium ergab, kann man das Gestein fruher als radio* 
wthischen Porphyrit hinstellen. 

Der 21. Gang, dessen Breite cca I m ausmacht, besitzt einen sehr 
le mk6rnigen Grttnstein, der im Mikroskop betrachtet, aus zumeist polysyn- 
Jostischen Feldspathleistchen besteht. Zwischen diese ist eine triibe, durchaus 
* r ystalline Grundmasse eingezwangt, welche viele grtlnlichgelbe bis grauweisse 
^adelchen und Faserchen besitzt, nebstdem aber audi schwarze Magnetit- 
*°rnchen und seltene graugelbe Fetzen eines unbestimmbaren Sekundarpro- 
duktes. 

Dem Aussehen uacb ist das Gestein des 21. Ganges jenein des 23. sehr 
•iliTilich. Dieser 2;5. Gang ist cca 2 m niiichtig, erschcint aber besonders im 
^°ntaktc mil, don Porphyrgangen 22. u. 24. fast ganz dicht. Weil die cho- 
'iiiscbe Mikroanalyse nicht durchgeflihrt wurde, kann man das Gestein beider 
vxange nur annahernd als ein Dioritgostoin dcterminicren u. z. wegen des 
v<1 t'wittcvungsstadiunis des Amphibolbestandtheiles, welcher in den Eruptiv- 
8 e 8teinen viol Leichter und grtlnd.licb.er verwittert als der Augitbestandtheil. 

Die Griinsteine des 21. u. 23. Ganges schliessen Fragmente oines sye- 
wtischen Quarzdiorites ein, wie ein solcher im weiteren Moldauufer hinter 
,ler Schlucht von Chaber u. z. im 26. Gange sich vorfindet. 



it. ii. 
Gang 24. 
(Radiolit. 
Porphyr.) 



R. U. 

Gange 21 

una 28. 

(Diori- 

tisehe 
Griin- 
steine.) 



"• Der Felsabhang zwischen der Thalschlucht nach Chabry 
und jener nach Brnky gegeniiber von Roztok. 



(S. Fig. in ii. ii.) 

den Schliiciiicii von Chabry und Brnky besteht wieder aus 

Wacken der Barr. Et. C. Die Wacken sind stellenweise 

■/••'" rfabitus und ihre Kluftung den Eruptivgesteinen sehr ahnlich. Hie und da 

Slt ' sehr test und wurden mil den ttbrigen hiesigen Gesteinen, hauptsachlich den 



Der 
8 *warzgra 



Stoze ibhan 
(l,,;.!? 1 '^ 1 '"' 1 "'" ScEiefern und 



eJieu 



In. i '^ l<l 'Ui;n ,- 

si' 1 h ™n Ha 



* > lit 



'il'ili • lL icttl, lulu will urn inn urn uuiigcu uivoigvu «wo.v 

\- ,.. ',. ( ' ,ll( 'i> zum Aufbau der Navigationsd&mme sehr vie! benutzt. 



witt 25 bezeichnete Gang ist nichts anderes als eine Einlage von dilnnblattrigen 
Q a "ten Schiefern, Gang 26a fuhrt einen syenitischen Quarzdiorit, 
P 0r A ..." ',''" eben seiches Gestein, 27c besteht aus Quarzsyenit, 

Pdi 



Der von Boficky" mit 
ausge 
26b, 27a, und der nahe 
'd aus quarzfreiem 



Phyr, 



^ej (ia,nn"_'S ist ein rmliulil hisi her Quarzporphyr, 29 ein ielsiliscliradiolitliischcr Quar/. 



- 30a und 80b syenitische Diorite" 81a* und 31b wieder ein felsitisrh-radiolihtischer 
, ■ 'I'byr; Gantr 
','" Dforit, !!' 

]S| ,,,.|'' 1 "' 1 ' nach Bofick? einen BChtaen 61ivindiii.bii.H fiiliren, (\v\- audi im Priiparate (aus dem 
Oo^L as ? e Bofickf's) ' 



32 ein syenitischer Felsitporphyr, 88 ein dioritischer Quarzporphyrit, 84 
ein porphyrischer Quarzsyenit; GangNro 86 wurde /war nich.1 gefunden, 



254 ;»<; *?fcW» «■* * 

Fig. 10. Der siidl. Theil des Gehanges zwischeu den Thalschluehten you Chabry uud Bruky. 



&<^ 




Fig. 11. Der nordl. Theil des Gehanges zwischeu die Thalsehluchten von Chabry uud Brnky. 



63 



einen syenitiachen Diorit, 50 einen Syenitporphyr, der stellenweise quarzkaltig ist, 61 einen 
I'i'Isiiisc.iii'ii mid riuliolit.hisc.liiMi l'oi'pliyiit, (iiuig 62 einen ayenitischen Quarzdiorit. Der von 
Boficky als felsitischer Porphyrit bezeichnete Gang 58 wurde nicht gefunden, Gang 64 
besitzt ciii syenitiachea Geatein, 55 einen porphyriscnen Syenit, 66 einen Dioritporphyrit, 
57 einen ayenitischen Dioritporphyrit, 58 einen porphyriacnen Syenit ebenso wie Gang 69. 
Die Gange 60 und 62, wSche Boricky als eruptiv bezeichnete, sind wieder nur silunsche 
Grauwackenschiefer, Gang 61 ein porphyrischer Augitayenit, 68 ein amphibolfuhrender 
Diabas, 64 ein Diabaaporphyrit, Gang 65 ein Diabas und Gang 66 endlich ein dioritischer 

Syenit. 

Der sehr interessante Abhang, den uns Fig. 10 u. 11 vorfiihren und 
der sich zwischen den Thalschluchten von Chabry und Brnky zum rechten 
Moldauufer steil herabsenkt, musste wie bereits im Vorworte angedeutet ist, 
steil wegen verschiedener Differenzen zwischen den ursprilnglichen Einzeich- 
nungen Bofick^s (Porphyrgesteine 8. 120 u. 121), den Prftparaten und der Revision 
des Abluinges wiederholt durchgesehen werden. Diese wiederholte Revision 
geschah in den Ferien 1890 und theilweise auch 1891, an welcher letzterer 
audi Berr Professor iiukovsky auf 3 f'reundlichste Theil nalnn. 

Bei diesen Revisionen, die mit moglichster Sorgfalt hauptsiichlich im 
unteren Theile des Abbanges unternommen wurden, zeigte es sicli, waruin es 
unmoglich war zwischen den Daten des Autors, zwischen den Einzeichnungen 
Bofick^s und zwischen seinen Priiparaten ein Ubereinstinimen aufzufiuden. 

Die erste Durchsicht des Abbanges, an dem auch der Autor, damals 
Assi stent am Museum des Konigr. Bobmen, theilnahm, wurde, da sie haupt- 
Sachlich wegen der Porphyrgesteine geschah, in Betreff der Griinsteine in dem- 
selben dennoch etwas weniger griindlicb vorgenommen. Dadurcb wurden 
einige Grunsteingftnge, die sich von der benaebbarten Silurwacke Oder dem 
Schiefer auf eine griJssere Entfernung, schwer unterscheiden liessen, iibersehen 
u "d hie und da eine Partie als ein Eruptivgang gedeutet, was kein wirk- 
licher Gang war (z. B. Gang 25, 60, 62 u. a.). Auch war das Relief des 
Abhanges bei den urn mehr als ein Jahrzehent spiiter vorgenommenen Revi- 
Sionen des Autors ziemlich veraudert, tlieils (lurch Einttuss des Wassers, theils 
aucb durch Menschenhand. 

Bei der let/ten Durchsicht, die wiederholt kontroliert wurde, wurden 
die Ergebnisse betreffs der Eruptivg&nge definitiv eingezeichnet und zeigen 
sie iu ftbersicht die beigelegten Profilzeichnungen. Es sei schon hier beige- 
%t, dass einige von den (iangen schwer aufzufinden sind, da sie der be- 
uachbarten Grauwacke augenscheinlich sehr iihnlich sind. 

Da es dem Autor in Hinsicht zu dem ttbrigen Theile der Arbeit liber 
das Moldautlial nordlich von Prag, in dem die Gauge nacb den Daten Bo- 
dicky's numeriert blieben, nicht vortheilhaft erschien, alle Gange mit neuen 
Nurnmern zu bezeichnen, (wodurch auch gegentiber den „Porphyrgesteinen" 
Borickfs tlberflussige Verwirrung entstehen diirfte), wurden in den neugezeich- 
'"''en Protiltlieilen diejenigen Gauge, welche ihrer Configuration nach Oder 
durch ihre Lage eventuell auch durch ihr Gestein ganz sicher in Einklang 
'"it der Numerierung P.oficky s gebracht werden konnten, mit denselben Num- 
" l( 'i'n signiert wie dies in den Porphyrgesteinen lioiicky's geschehen ist. Die 
n ©u entdeckten G&nge wurden zwischen jene an die entsprechenden Stellen 



64 



eingezeichnet and wie bereits am Anfange dieser Arbeit bemerkt wurde, mit 
kleinen Buchstaben bezeichnet. Auf diese Weise wurde die Sache vollkommen 
ausgeglichen. 

Das ganze Profil, das sich zwischen Thalschluchten von Brnky und 
Chabry, gegenuber Roztok ausdehnt und dessen Beschreibung auf Grund 
durchwegs neu hergestellter Praparate weiter gegeben werden wird, ist in 
vieler Hinsicht instruktiv. 

Es zeigt erstens, was fiir eine Menge von weuu audi oft schwaclien 
Eruptivgangen besonders von Griinsteinen, die hiesigen Untersilurschichten 
und das nicht lange nacli ilirein Absatz durchbrochen hat und so ein testes 
Skelett geworden ist, (lurch welches die Gowiisser lange vergeblich einen 
Durch bruch gesucht haben; zweitens kann mail sich besonders an den Griin- 
steinen dieses Profiles (iberzeugen, wie es oft sohwer i'iillt zu bestimmeni 
ob der verwitterte Grunstein ein Diorit, oder ein Diabas Oder endlich ein 
Syenit war. Endlich sielit man auch gauz klar, dass der Quarz als mikro- 
skopischer Gcmengtbcil in den Griinsteinen wenn audi schr hiking, jedoch 
immer, da er zumeist ein Sekundarprodukt ist, sehr unbestandig und un- 
gleiehmassig auftritt und. deshalb die Bezeichnung des Gesteines als „quarz- 
flihrendes" oder „quarzfreies" bei verwitterten Griinsteinen sehr vorsichtig 
beniitzt werden muss. 

Wenn wir nun zu allem dem hinzufugen, dass das Profil, wenn gleich 

die Auffindung und Sicherstellung einiger Gftnge in den stellenweise steilen 

Abhftngen hie und da etwas halsbrecherisch ist, doch im Ganzen sehr zu- 

giinglich ist, so kb'nnen wir behaupten, dass es eine sehr interessante und 

besonders in seiner oberen Hiilfte noch. bei weitem nicht erschflpfte petro- 

graphische Attraktion bilden kann. 

K- U. Das gauze Profil hat zum Grundgestein einen grauschwarzen, an den 

abef von Eruptivgangen lichteren, wie ausgebrannten Grauwackenschiefer, welchen Dr. Bo- 

Roztok. ficky* zu Parr. Et. I!, ziililte. Er gohnrt aber wieder der Et, 0. an. Stollen- 

wacke u. we ^ se verliert er die grosseren Quarzkornchen und wird zuweilen auch 

w'u'k,' 1 !, ,l,iiml,lilttri 8- Meistentheils ist er grobblockig, hie und da aber so eigen- 

schiefer.) thtlmlich zerkliii'tet, dass man ihn auf den ersten Blick leiclit rn.it eiuem 

Eruptivgestein verwechseln kann. 

So sehen wir z. I!., dass die von Boficky mit Nro. 25., 47., 60. und 62. 
bezeichneten Gftnge, nichts anderes sind als wackiger CJntersilurschiefer, der 
ehedem auch Felsit oder Felsitschiefer genannt wurde. Dieser Schiefer schaunit 
stellenweise viol, stellenweise gar nicht auf, wenn er mit Salzsfture behandelt 
wird. 

Unterm Mikroskop besteht er aus polygonalen, zwichen >( Nikols intensiv 
gelb und roth polarisierenden Quarzkfirnern, welche stellenweise durch Staub 
und leine Pissc getrubt sind und durch ein kaolinisches Itindemittel getreunt 
sind. Dieses wird wieder von einem Pisen- und graphithaltigen Staube grau 
bis schwarz gefftrbt. Hie and da sieht man grossere ro&tige Limonitstelleu, 
oft auch Calcitpartikelchen. die durch die schiefen Spaltungsrichtungen cha- 
rakterisiert werden. 



65 



Den Fcldspathbestandtheil kann man nur mit kleiner Bestimratheit kon- 
statieren nnd das nur an einigen Stellen. Dann sind die Feldspathiiberreste 
gewohnlich triib, in den seltenstcn Fallen lamellar. Die griinlichen Chlorit- 
stellen sind selir selten, 



Nach intensivem Gliihen werden die Schiefer 
sogar auch schwach braun. Der Magnetitantheil 
der Masse wird (lurch das Gliihen zu Eisenoxyd. 



regelmassig lichter und 
im schwarzen Staube 



In diesen Schiefern tritt eine gauze Reihe von Eruptivglingen auf, die 
gegen NW bis NWN streiclien nnd unter 50—70° gegen NO bis ONO ein- 
fallen. Die meisten gehoren mehr Oder weniger verwitterten Griinsteinen an, 
z um Theil sind es auch Porphyrgesteine. 

BoHcky's Gang Nro. 25, der im sudlichsten Ende des Profiles in einer E. U. 
Machtigkeit von cca 5 m eingezeichnet wurde, ist wie oben angefiihrt wurde, ( 'ggy| feri '' ) 
Mi, 'ht ein wirklicher Gang, sondern eine Schichte weicherer, diinnblattriger, 
durch Luft und Wasscr erodierter Schiefer und wurde ohne Zweifel dcshalb 
TOr einen Eruptivgang gehalten, weil unter ihr am Fusse des Ablianges grosse 
Blocke eines Eruptivgesteincs heruinliegen, die aber dem Gauge 26a, der 
etwas ndrdlicher in den Schiefern ansteht, angehiiren. 

Der Gang 2G« der fast 6 m machtig ist, enthiilt ein fast dichtes, durch R- U. 

Mass grtinlichgraue und dunkelgraue Flecken scheinbar grobkorniges Gestein, (Syenit*' 

das dem Gestein des Ganges 27 a sehr ahnlich ist. Mit Salzsaure behandelt, Quarz- 
Sc haumt das Gestein in der Niihe der dunklcn Stellen. 

Im Mikroskop sieht man bei 100 X Vergrosserung, wclche auch bei 
den folgenden Gesteinec fast durchwegs (wo keine besondere Angabe steht) 
gemeint ist, eine von kaolinischem Staub und griinlichen Serpentinfetzen ge- 
trtibte Grundmasse nnd in ihr Partien tunes satt grttnen Chlorites, klare 
^'larzkonmlien und grosse porphyrische Krystalle eines triiben Feldspathes. 
■Umonit kommt besonders in den griinen Partien vor, in denen auch jene 
e Jgenthumliche, stark lichtbrechende, krystalinische Substanz vorkommt, wie wir 
S1(> auch im Gunge 27 a linden werden, und Uberreste von Magnetit. Auch 
8e chsseitige klare Apatitdurchsclmitto kommen vor und lange Nadelchen eines 
Unb estimmbaren Minerales (Epidot?) in der griinen Substanz. 



Die 



1111 polar. Lichte fallt die Menge von Qnarz in der Grundmasse auf. 
porphyr. Feldspathe sind triib, polarisieren kbrnig und zeigen nur hie 
Un d da eine unbestinimte Lamellarstruktur. I >io lichteren, im polar. Lichte 
r 'sierenden Korner sind dolomitisch-calcitische Substanz. Die griine Substanz 
rw eist sich auch im polar. Lichte als Chlorit. Diesen Gang signirte Poficky, 
* e ich noch zn Lebzeiten Eoricky's mir beim Pestimmen der Dichte 
^ == 2'718) dieses Gesteines notierte, in seinem Notizbuche, das bis jetzt 
°0'ogt, mit dem Buchstaben w, was zum Schliissel der weiteren Bostimmung 
Gauge wurde. Die Analyse dieses Gesteines, die voni Herrn Strnad im 



Lab 



or atorium des IT. Prof. Preis durchgeftthrt wurde, ergab in % : 



66 



Kiesels&ure 


— 


63-66 


Thoncrde 


zz: 


7-8 1 


Eisenoxyd 


— 


8-13 


Eisenoxydul 


— 


3-61 


Manganoxydul 


— 


0-54 


Ealkerde 


— 


2-56 


Bittererde 


— 


1-85 


Kali 


zz 


2-45 


Natron 


zzz 


3-02 


Phospliorsaure 


— 


0-31 


Kohlcnsaure 


zz 


3-04 


Wasser 


= 


2-94 



Summa = 99'92. 

Die Sauerstoffverhaltnissc und dcron Vertheilung auf einzelnc im Mi- 
kroskope bestimmten Mincrale konnen folgenderniassen berechnot werden : 



Kieselsilurc . . 
Thonerde . . . 
Eisenoxyd 
Eisenoxydul . . 
Manganoxydul 
Kalkerde . . . 
Bittererde . . 
Kali ... 
Natron .... 
Phosphorsaure . 
Kohlensaure 
Wasser .... 



2 -a 



33-952 1 
8-647 

2-430 
0-702 
0-121 
0-781 
0-740! 
0-41.7 
0-779 
0-174 
2-211 
2-613 



s 
5 



■4 

ft 



3 

i 



, r^l 


id 




+3 


jl 








a 8, 


N 
O 


CD 

[=1 






3 


Mag 



a 

o 

a 



5-004 



1-251 



0-116 0-553 
0-552 



0-174 



2-211 



0-41.7 



9-348 



2-337 



0-77!) 



0-248 



0-186 



0-062 



0-664 1 



0-428 



1-841 



0-255 0-447 
0-121 

o- 1 88 



0-428 



1-098 



4-098 



«5 



1.8-788 



0-092, 



Daraua ergibt sich die Berechnung einzelner Mincrale im Gestein in 
folgendcn Ziffern: 



67 







0/ 

» 


■"1 


1 

'S 

o 
© 

p 


2f 


! -5 


2^ 

'a M 

w 


o 

5 


2 


O 

a 
3 






Kieselsaure . . . 


63-66 


— 


— 


9-881 


17-528 


0-465 


1-057 


— 


— 


85-227 




Thonerde .... 


7-810 


— 


— 


2-671 


5-005 


0-898 


'0-906 


— 


— 


— 




Eisenoxyd . . . 


8-180 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


4-470 


3-660 


— 




Eisenoxydul . . . 


8-119 


— 


— 


— 


— 


— 


1-148 


2-013 


— 


— 




Manganoxydul 


0-510 


— 


— 


— 


— 


— 


0-540 


— 


— 


— 




Kalkerde .... 


2-558 


0-406 


1 -985 


— 


— 


0-217 


— 


— 


— 


— 




Bittererde . . . 


1-850 


— 


1 -880 


— 


— 


— 


0-470 


— 


— 


— 




Kali 


1 
2-450 


— 


— 


2-450 


— 


— 


— 


— 


— 


— 






i 


— 


— 


— 


;ro2o 














Phosphorsaure 


0-810 


0-810 




















Kohlensaure . . 


3-040 


— 


8-040 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


— 




Wasser 


2-940 


— 


— . 


— 


— 


— 


0-477 


— . 


1-235' 


1-228 


! 


Summa . . 


" ' 


0-716 


8-855 


L4-512 


25-558 

1 


1-080 


4-589 


6-481 


4-895 


30-455' 

1 



Das Gostein bcsteht dcmnach aus 367 2 °/o Quarz, 25'/2% Natronfeldspath, 
^V/o Kalifeldspath, 1.% Kalkfcldspath, 6'/ 2 7 Magnetit, 5% Limonit, 4'/ 2 7„ 
Chlorit, ()•;!"/„ dolomitisch-kalcitische Substanz und 0'7 / Apatit und deshalb 
karm man es als einen syenitisclien Quarzdiorit bezeiclmen, wenn man auniinmt, 
dass das ursprtingliche Mineral, aus dom dcr Chlorit entstanden ist, ein Am- 
phibol war. 

Von diosem Gestein lichen am Fusse des Abhanges, wie boreits bemerkt 
Wurde, gauze Folsblocke lierum. Es wurdc ohne Zwoifel, da es sehr fest und 
Zt ihe i s t, zum Aufbau dor Navigationsdamme viel gebrauclit und gebrochen. 

Hinter dom Wasserriss, dcr weiter gegon Norden in den Abhang einge- 
schnitten ist, stoht — fast beim siidlichen Ende dcr Garten — dcr G-ang26S 
aa i dcr oca 120 cm machtig ist und ein dunkclgranes Gestein fiilirt, in dem 
IU;UI feine Feldspathleistchen und weissliche Calcitticckc bemerkt. Diese Stellen 
und hie und da audi die Grundmasso dieses selir verwittcrten Gcsteines 
schaumen stark mit Sauren behandelt. 

Im Mikroskop erweist sich das Gestein als ein Gemcnge von Feldspath- 
leistchen, zwischeu welche cine grunlichgelbe Serpcntiusubstanz und Ko'rnchen 
lln -d Btiibchen (!) von Magnetit, die stellenweise auf Limonit verwittern, und 

1 i , w D 1 » 

K,a re Quarzkorner eingezwangt sind. Porpbyrisch treten nur hie und da Feld- 
s Pathe auf, welche zersprungen und stellenweise kaoliuisch angewittert, d. i. 
V() i> kaolinischem Staub getriibt sind. Im polar. Lichtc zeigt ein Theil der 



K. H. 

Gang 26b. 

(Syenit. 

Quarz 

diorit.) 




K. U. 

(Syenit. 
Quarz- 
diorit.) 



R. U. 

Gang 27b 

(Quarz- 

diorit.) 



kleinercn und auch einige griisserc Feldspathindividuen eine polysynthctische 
Struktur ; andere, insbesonders die grSsseren polarisieren einheitlich Oder sind 
verzwillingt. In dicsen sieht man neben kaolinischem Staubc Haufchen von 
unbestimmt und corrodicrt begranzten irrisierend polarisierenden Kornern, 
welche wie durch zahlreiche Untersuchungen bestimmt wurde, ciner dolomitisch- 
calcitischen Substanz angohdrcn und auf einen bedeutonden Grad von Ver- 
witterung hinweisen. Der Antheil von Magnesium wurde natiirlich aus der 
Nachbarschaft in die Feldspathe infiltriert. Calcitstellen, die schon mit blosem 
Auge bemerkbar sind, fielen durch Zufall nicht in das Praparat. Auch dieses 
Gestein kann als syenitischer Quarzdiorit gedeutet werden. 

Der Gang 27 a, dor durchschnittlich 5 m machtig ist und vom nachst- 
folgenden durch eine bloss einige Centimeter starke Lagc von Schiefer ge- 
trennt ist, besteht fast aus demselben Gestein, wie Gang 26 a. Nur dass er 
in den dunklen Flecken zicralich viel riithliche und briiunliche Punkte besitzt, 
welche Eiscnderivaten angehiiren. 

Tin Mikroskop ist das Gestein von jeneni des Ganges 20 a wenig ver- 
scbJeden. Man sieht da zwischen weissen, durch Kaolinstaub, Risse und blass- 
grttne cliloritisch-serpentinische Partien getriibte Stellen, andere, ziemlicli grosse 
Stellen, die der Serpentin-Chloritmasse angehiiren und hie und da regelmas- 
sige Umrisse zeigen. Grossere urspriinglicb. dem Magnetit angehorende KSrner, 
sind zu Linioiiit, oder sogar in ein durchsichtiges braunes, zwischen X Nikols 
sebwach bunt polarisierendcs Mineral umgewandelt. Rie kommen hauptsachlich 
in der grunen Substanz vor. Man kiinnte diesc Durchschnitte ehestens dem 
secundiiren Siderit zurechnen, den das Gestein schaumt nur tube an den 
dunklen Stellen und schwach nach vorhorgehender Erwiirniung. Die por- 
phyrischen Feldspathe sind durch Kaolinstaub getrtlbt, so (lass nicht ent- 
schicden werden kann, ob sic urspriinglicb mono- Oder triklin waren. 

Im polar. Lichte ist die Struktur der Grnndniasse felsitisch. In der 
Gr'undmasse liegen Feldspathmikrolithe, calcitisch-dolomitische, weiter grtinliche 
Serpentinsubstanz eingebetet, dann grossere kornig polarisierende — ein 
Zeichen der anfangenden Verwitterung — Feldspathe, die hie und da lamellar 
sind und endlich Quarzkornerdurchsclmitte. Diese sind an einigen Stellen hexa- 
gonal und bleibcn natiirlich zwischen X Nikols dunkel. 

Man kann im Ganzen annebincn, dass audi dieses Gestein ein QuarZ- 
diorit war, und zwar durch den Antheil der monoklinen Kalifeldspatlie ein 
syenitischer. Aber wiederuin muss es wiederliolt werden, dass die Systema- 
tisierung der verwittorten Gesteine, insbesonders aber der Griinsteine, bei 
denen nicht bestimmt werden kann, ob die serpentinisch-chloritischen Verwit- 
terungsprodukte aus Amphibol oder Augit entstanden sind und was fur Feld- 
spatliarten urspriinglicb im Gestein waren (bei diesen letzten weder optisch 
noch chemisch), sehr schwierig ist und zumeist mehr oder weniger sub.jektiv. 

Der Gang 27 6, der vom vorigen so wenig abgesondert ist, hat eine 
durchschnittliche Miichtigkeit von cca 4 m und fiihrt ein schones graublaues, 
sebr feinkorniges Gestein mit schmalen bis 2 mm langen Feldspatlilcistchen. 
In diesen Feldspathen schanmt das Gestein bei Behandlung mit Siiuren. 



69 



Im Mikroskop erwoist es sicli als oin Gemenge von Feldspathleistchen, 
zwischen denen eke grttnlichgraue serpeatmisch-chloritische Substanz und 
schwarze Magnetitaberreste, die oft zu Limonit umgewandelt sind, sicb. aus- 
breiten. Ira polar. Li«hte zeigen die kleinen Feldspathleistchen keine Lamellar- 
struktur, polarisieren aber lebhaft rind unterscheiden sich vom Quarz duroh 
die oblongen Durchschnitte. Quarz 1st in kleinen Partien ziemlich verbreitet. 
Grosse porphyrische Feldspathe sind frischer als beim Gang 27 c und zeigen 
sine polysyntbetische Struktur, wenigstens bei einem Tbeile der Iudividuon. 
Auch dieses Gestein kann zu den Quarzdioriten gerechnet werden. 

Einige Scbritte weiter gegen Norden finden wir im Abhange den wenig & U. 
deutlichen cca 2*/ 4 m macbtigen Gang 27 c. Das Gestein ist ziemlich verwittert, ^q^' '" 
grau, feinkornig rait zablreichen weissen nur cca 1 mm grossen und in Sauren syenit.) 
sch&umenden Feldspathen. 

Die Grundmasse dieses Gesteines ist ein Gemenge von Feldspathleistchen, 
'lit: hie und da dutch Kaolinstaub getriibt sind, daun vongrimen Chloritpartien, 
'lie stellenweise fast in Amphibol iibergehen — diese Partien haben Umrisse 
vein Amphibol, sind griinbraun, stark pleochroitisch, der Li'uige nach parallel 
gerieft — und von Limonit, der aus Magnetit entstanden ist. Nicht selten 
hndet man auch hie und da ein Quarzkorn. Die porphyrischen Feldspathe sind 
( birch Kaolinstaub vollig getriibt. Im polar. Lichte zeigen die Feldspathe der 
Grundmasse ein ziemlich lebhaftes Farbenspiel, sind aber nicht polysynthetisch. 
Ebenso zeigen auch die grossen Feldspathindividuen, in wiefern man bei ihrer 
verwitterung urtheilen kann, keine Lamellarstruktur, hiichstens sind sie ver- 
zwillingt und gehoren dem Orthoklas an. Es gehort demnach das Gestein in 
die Reihe der Quarz syenite, welche schon Boficky aus dem Moldauthale 
'von Doliinek (Jang 101 R. U.) beschrieben hat. 

Der nachstfolgende Gang 27 d ist cca 1 m miichtig und fiihrt ein ver- &• l T - 

wittertea fast dichtes graulichrothlichea Gestein mit ockergelben Sprungen. Mit ((jwj. ' 

Lauren behaudelt schiiumt es hauptsiichlich an den Sprungen ziemlich lebhaft. freier 

Porphyr.) 
Die Grundmasse des Gesteines besitet in einer gelblichen (lurch Kaolin- 

""'1 Limonitstaub getriibten Basis zerstreute Limonitflecken und porphyr. Feld- 
spathe, die oft nur nach einer dichteren und regelmassig gclagerten Bestaubung 
kenntlich sind. 

Im polar. Lichte ist diese Grundmasse felsitisch und zeigt schonc, wenn 
auch stark angewitterte einfache und verzwillingte Orthoklase. Polysynthetisclie 
feldspathe wurden fast gar nicht beinerkt. Hie und da gibt es Stellen mit 
8e cundarem Quarze (an den Sprungen und feinen Hohlriiumen) und kleine 
ca 'citisch-dolomitische Partien. 

Dieses Gestein stimmt mit dem Priiparate Boficky's uberein, welches 
Seinem Gauge Nr. 29 angehOrt, den Boficky" in seincn Porphyrgesteinen als 
luarzfreien Porphyr it bezeichnet hat. Wegen der felsitischen Grund- 
ttiasse konnte man das Gestein felsitisch nennen und der Orthoklase wegen 
Zum P o r p h y r anreihen. Es ware demnach ein felsitischer q u a r z f r e i e r 
Porphyr. 



70 



R, D. 

Gang 28. 

(Radiolit. 

Quarz- 

porphyr.) 



R. II. 

Gang '2'J. 

(FeTsi- 

tisch-ra- 
diolitiscli. 

Quarz- 
porphyr.) 



R. U. 

Gang 30a. 

(Syenit. 

Diorit.) 



Dor Gang 28. befindet sich bereits hinter dem zweiten Wasserriss dieses 
Profiles. Er ist an 3 m machtig und ftthrt ein braunes dichtes, am Bmche 
splittriges Gestein, mit schwer unterscheidbaren Einsprenglingen feiner Feld- 
spa,th- und Quarzkomer. In don Siiuven schiiumt es fast nie und erinnert an 
das Gestein des folgenden Ganges. Die Grundmasse ist schwach gelblich, vom 
Kaolin- und Limonitstaub bestaubt und von Quarziiderchen durchzogen. Im 
polar. Lichte sicht man radio! ithisch-folsitische Korncr; Feldspathleistchen und 
Mikrolithe konnen nicht naher besthnmt werden. Hie und dort kommt ueben 
ehloritischer auch dolomitisch-calcitische Substanz vor. Auch Quarzkomer 
wurden aber selten bemerkt. Das Gestein ist ein radio! ith is cher Quarz- 
p o r p li y r. 

Der weitere I. — l'/ g m machtige Gang 29. hat ein etwas geschichtetes 
dichtes graugelblichbraunes Gestein, das im Inncren eine lichtere Farbung zeigt. 
An den Sprtlngen ist es okergelb. In den Sauren sehaumt es nicht und scbeint 
im Ganzen dasselbc Gestein zu sein, wie der linsenfiirmige Einsclduss im Gange 
30., welcher darnach jtinger ware. Im Mikroskop ist es ein Gemenge von 
Kornchcn, die durch Limonit getriibt und von ihm stellenweise auch umsaumt 
sind; der limonitische, sonst die Sprflnge ausfttllende Theil ist in Streifen 
vertheilt und entstand entweder aus der griinen Cldoritsubstauz odor aus Pyrit. 

Im polar. Lichte sieht man eine felsitische Substanz, wclche viele^Feld- 
spathmikrolithe enthalt. 

Spuren von Quarzkrystallen sieht man nur hie und da in kleinen Kornchen, 
dafftr treten aber ganze Partien von Felsitsubstanz auf, welche in den etwas 
radiolithisch gelblich und bliiulich polarisierenden Partien in Quarz sich umzu- 
wandeln scheinen. Man kann das Gestein einen felsitisch-radiolithischen Quarz- 
porpliyr benennen und fiir einen t'lbergang zwischen den radiolithischen und 
I'elsitischen Porpbyren halten. 

Das Gestein, welches Boficky in seinen Porphyrgesteinen mit Nr. 30 
bezeichnete, gehiiit eigentlich zwei Gangen an, welche von einander durch 
ein cca 40 cm starkes Zwischeninittel getrennt sind. 

Der sudliehere Gang 30 a ist 4 m mftcbtig, dunkelgraugrto — haupt- 
sachlich nach dem Aidiauclien — feinkfirnig mit porphyrischen bis 2 mm 
grossen Feldspathen und schliesst einige Meter oberhalb der Garten einen 
linsenfSrmigen Einschluss von derselben Masse ein, wie Gang 29 und 31. Das 
Gestein des Ganges .">0a schiiumt mit Ausnahme der Sprtinge, wenn es mit 
Sauren behandelt wird, fast gar nicht auf. 

Im Mikroskop ist die Grundmasse ein (ienienge von klaren Feldspathen, 
sattgriincr Chloritsubstanz, die stellenweise noch in Sanlenformen sich befindet, 
Magnetit, braunen bestiiubten Partien und seltenen Stelleu, die durch Calcit- 
spriingo deutlich bestimmt sind. Porphyrisch treten grosse Feldspathindi- 
vidnen auf. 

Im polar. Lichte sind die Feldspathe, audi die porphyrischen, zumeist 
monoklin, ein kleiner Theil und das hauptsilchlich die grOsseren, zeigen hie 
und da eine Lamellarstruktur. Die grunc Substanz ist recht dichroitisch und 
polarisiert stellenweise gleichformig dunkelblau (Ghlorit). Hie und da ist ein 



71 



Quarzkorn. Pas Gestein kann man als angewitterten syenitischen Dior it 
betrachten. Das ganz iibcreinstimmende Praparat Bofickf s hat viele Pyrit- 
partien, schiinc Feldspathdurchschnitte, in denen audi schon durch Kaolin- 
staub die Zonarstruktiy deutlich ausgeprftgt ist imd Calcit in don grttnen 
Partien und dabci sekundiire Quarzkbrner. 

Die weisse im Gestein des Ganges 80 a eingeschlossene Masse ist selir Ejl ^{; iss 
feinkfirnig bis dioht mit porphyrischen aber sparlichen Quarzkornern. Stel- im Gange 
lenweise befindet sich an den Sprttngen auch Kaolinstaub. Nach dem An- soa^ 
hauchen ist das Gestein etwas grttnlich. In den Siiuren schiiumt es nicht. Q uarz .' 

Im Mikroskop erscheint die Masse im Ganzen gleichformig gelblich u. z.porphyr.) 
durch Limonit, Kaolinstaub und feine Sprttnge getrttbt und treten in ihr hie 
«nd da grunliche serpentinisch-floritische Partien und porphyrische Quarz- 
korner auf. Die Limonitpartien sind aus Magnetitstaub entstanden, der 
8tellenweise noch in kleinen Gruppen vorkommt. 

Im polar. Lichte zerfiillt die ganze Masse in felsitisch-radiolithische 
Gebilde. Die (lurch schwarzen Staub markierten Stellen polarisieren schon 
entschiedener dem Quarze iihnlich, der in porphyrischen Kornern durch die 
lebhaften Polarisationsfarben die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Hie und da 
befindet sich auch eine Feldspathlamelle. Im Ganzen ist der weisse Einschluss 
( -iii radiolithischer Quarzporphyr. 

Der cca 3 m miichtige Gang 30 b ist, wie bcreits angeftthrt wurde, vom Q R. tt 
Gauge 30 a durch eine leicht zu iibersehende cca 40 cm miichtige Schiefer- (Syenit." 
schichte getrennt und fiihrt ein blaugrttnes feinkorniges Gestein mit Pyrit- Diorit.) 
punkten. In Siiuren schiiumt es iiberall ziemlich stark. 

Das Gestein ist im Mikroskop ein Gemenge von Feldspathleistchen, 
sraugriinlichen Serpentinpartien, Magnetitkrystallen, die stellenweise auf Li- 
monit umgewandelt sind, und rundlichen klaren Quarzkornern. Hie und da 
sieht man grossere der Lange nach, oft auch in eie Quere zersprttngene Feld- 
spathindividuen, grossere Serpentinstellen und Gruppen sekundfiren Pyrites, von 
denen eine in deutlich durch Sprttnge charakterisiertem Calcit einge- 
schlossen ist. 

Im polar. Lichte ist der griisste Theil der Feldspathe auch der der 
Liinge nach zersprungencn einfarbig. Die grunliche Substanz polarisiert durch- 



wegs serpentinartig, Quarz gibt es 



verhaltnissm&ssig mehr als sonst und 



eiuigo Korner desselben zeigen bei sonst lebhafter Polarisation eine strahlige 
Struktur. Sehr viel gibt es jener irrisierenden calcitisch-dolomitischen Substanz 
lu 't ausgenagten Coiituren, die durch Verwitterung der iibrigcn Gcmengtheile 
entstanden ist. Das Gestein kann man als Lberrest von syenitischen Diorit 
betrachton. 

Das Gestein des Ganges 31a ist cca l l / a m maehtig, dicht gelblich- &U a _ 
8 1- au mit dunkleren Stellen. An den Kluftfliichen ist es durch Ockcr braun- j^V 
»'"> gefiirbt. In Siiuren schiiumt es nicht. 



Es ist fast vollstiindig mit dem «?<$£• 
Gesteine des Einschlusses im Gange 80 a identisch, ist aber stellenweise nocn 



m 6hr felsitisch und hat ebenfalls porphyri 
v a d i o 1 i t h i s c h e r Porphyr. 



scher 
ischen Quarz. Es ist ein felsitisch-Porphyr.) 



72 



In 

Illl 



R- U. Gang 31 b ist bios 1 / a m miichtig imd besitzt ein dichtes, ctwas 

(Felsi- ' stromtes, braungelbes Gestein mit braunen Streifen und Pyritkiirnchen. 

tisch-ra- Sauren schaumt es hie und da in der Grundmasse, aber schwach. 

S( .i, ( „. Mikroskop sehen wir eine gleichfSrmig grauwoisse (manche Partien sind 

forphyr.) freilicb klar, andere grunlichgelb) rostig bestiiubte fast * durchsichtige Masse, 

in der bios griissere Pyrit und Limonitkornchen eingebettet liegen. Im polar. 

Lichte ist die Grundmasse i'elsitiscli, etvvas radiolithisch, stellenweise besitzt 

sic die bekannten caleitisch-doloniilisdicn Gebilde. Das Prilparat lioficky's 

aus diesem Gauge enth&lt einen sduinen rechteckigen Pyritdurchschnitt, bei 

dem oben und unten ein Streifen von radiolithischem Quarz sich befindet, 

Audi ein porphyrisches Quarzkorn enthiilt dieses Praparat. Das Gestein dieses 

Ganges ist ein radiolithisch-felsitis cher Porphyr. 

q' ,' j2 Past am niirdliclien Ende der Garten (etwas gegen Norden) zieht sich 

(Svenit.- in dem sich dort befindenden Absturze ein gebogener, nach meinen Ab- 

Porphyr .) schiitzen bios ;3 m machtiger Gang (Nro. 32), (lessen dichtes Gestein licht- 

graugelb ist und schwarz punktiert. Nebstdem Sieht man in ihm gliinzende 

Pyritkiirnchen und porphyrisch auftretende Keldspathkrystalle. In Sfturen 

schiiumt ihre Grundmasse nur ganz schwach. 

Dieses interessante Gestein besitzt eine gleidimiissig weisslichgelbe 
G.mndmasse, welche durch Staub und graue odor grunliche (Chlorit) Fetzen 
getrubt ist und aus der ziemlich zahlreiche aber nicht besonders grosse 
Feldspathc porphyrisch hervortreten. Diese sind verzwillingt, was oft (lurch 
eine Mittellinie nur angedeutet wird. Im polar. Lichte ist die Grundmasse 
i'elsitiscli mit dolomitisch-calcitischen Partien und Feldspathst&bchen. Die 
griinlichen Partien polarisieren chloritisch, stellenweise bis serpentinisch. 
Die ]>orph. Feldspathe sind einheitlich oder verzwillingt und polarisieren in 
Folge der anfangenden Verwitterung kornig aggregiert. Der Allem nach se- 
kundiire Quarz kommt selten und nur in kleinen KSrnchen vor. Das Prii- 
parat JBoficky's ist starker, die griinen Partien sind dann natiirlich dunkler 
und erinnern in ihren Umrissen an Amphibol. Nebstdem kommen audi Pyrit- 
kornchen vor. Das Gestein kann man denmach als einen syenit iscli e n 
V e I s i t p o r p h y r hinstellen. 

R. U. Der folgende bios 1 m miichtige Gang Nro. ?>?>. hat ein lichtgraues, 

(Diorit. ' etwas grunliches Gestein, in dem aus dichtcr Grundmasse cca 2 mm grosse 
Feldspathe und allem nach audi wenn audi selten Quarzkorner porphyrisch 
hervortreten. In Sauren schaumen die Feldspathe ein wenig. 

Im Mikroskop ist die Grundmasse trttb u. z. (lurch Kaolinstaub, Sprunge 
und Fetzen der Serpentinsubstanz. 

In dieser Grundmasse liegen hauptsiichlich kleinore griine Partien oder 
auch lange griine Leisten der Chloritmasse, dann hie und da Magnetit, por- 
phyrische getriibte Feldspathe und griissere Quarzkorner herum, welch' letz- 
tere Sprunge uud Einbuchtungen besitzen, in welche die Grundmasse eindringt. 
Urn sie herum befinden sich Siiume von Radiolithquarz, welche liditer slid 
als die benachbarte Grundmasse. Ein Quarzdurchschnitt ist unrcgelmassig 



Quarz- 
porphy- 

rit.) 



73 



sechseckig, besitzt zwei grosse Bliischcn, die ohuc Zweifel von dor urspriinglich 
glasigen Grundmasse ausgefullt sind. 

Das polar. Licht zeigt felsitische Grundmasse stellenweise audi radio- 
lithische Substanz, di* vol! 1st von kleineren polysynthetischen Plagioklasen. 
Die porphyrischen Feldspathe sind stark getriibt, entweder einheitlich oder 
verzwillingt, zumeist aber polysynthetisch. An zwei Stellen fiillt sekundarer 
Quarz mit eharakteristisch zerspruhgenem Calcit kleine Hohlungen aus. Die 
grunen Fetzen und Stabchen gehorten zweifellos dem Amphibol an und sind 
bis jetzt nicht typisch chloritisiert. Man kann das Gestein als einen diori- 
t i s c h e n Q u a r z p o r p h y r i t bozeichnen. 

Gang 34., dor sicli nicht weit vora vorigen befladet, aber noch vor R- U. 
dem nachsten Wasseriss, nordlich von den ersten (nordlichsten) Baumen dor (Sit.)' 
Gartchen anstebt, flihrt ein feinkSrniges, dunkelgrauos Gestoin mit woissen 
Aderchen und 1 mm langen Feldspathleistchen. Das Gestein schiiumt stark 
in der Grundmasso bei Iiehandlung mit Sauren. Dio Miichtigkeit ist fast 1 m. 

Im Mikroskop ist das Gostoin ein Gemengo von Feldspathleisten, dio 
mehr als 3 / i der ganzen Masse ausmachen. Zwischon ihuen ist eine gelb- 
braune Magnetit entbaltende und durcli dunklen Staub stark getriibte Masse 
eingeklemmt. Das Alios insbesonders aber die Feldspathe an don Spriingen 
sind von einer grtingelben Serpentinsubstanz durchdrungen, wolche nur hie 
'""I da in griisseren gelblichon Partien auftritt, aber bereits zum grossten 
Thei] in jene getriibte Zwiscbenklemmungsmasse unrwandelt ist. Die Feld- 
8 Pathindividuen sind im polar. Lichte zunioist polysynthetisch, wcnn gloich es 
auch genug dor verzwillingten und einheitlichon (ohne Zweifel Schnitte nach 
co Poo) gibt. In dor ganzen Masse gibt es ziemlicb viol dolomitisch-calci- 
tiscber Substanz. . Von Augit, von dem Boficky bei der Determinirung dos 
Ganges 34. spricht, wurde nicht die geringste Spur bemerkt. Im Ganzen kann 
ffiau annehnion, dass das Gestoin urspriinglich ein Diorit war. 

1 1 inter dem angefiihrten Wasserriss tritt der cca 1 m machtige Gang auf, K - U. 
i ° j. . -, T Gang 35, 

•lesson Gestein don hiesigen Schiefern fast ahnlich ist, ein sehr femes Korn (p orp hyr 

"'id graublaue Farbe besitzt und in der Grundmasse schiiuint. 

Im Mikroskop zerfallt es in ein Gcwirr von mittelnuissig grosseu Feld- 
spathen, grunen Serpentinpartien und Magnetitkornorn. Die Feldspathe 
Pflegen in dor Mitto getriibt zu soin; zwischen ihnen bofinden sich klare 
Quarzkorner. Forphyriscli treten grossere triibe Feldspathe auf. Im polar. 
Lichte sind die Feldspathkorner der Grundmasse fast durchwegs oinfach, po- 
l arisieren stellenweise sclii'm frisch und intensiv blau und gelb, sonst nur 
Sraublau und dunkleblau, in der Mitte (in verwitterten Fartien) kornig- 
•''ggregiert. Die porphyrischen Feldspathkrystalle sind monoklin, hie und da 
ct was schalenformig und zeigen ebenfalls kornige Aggregatpolarisation. Das 
urspriingliclic Gestein konnten wir fur einen porphyrischen Quarz- 
8 y e n i t halten. 

Das Praparat Boricky's, welches sich zum Gang 35. (nach der Be- 
zeichnung) bozieht, ist wirklich, wie in den „Porphyrgcstemeu" angogeben, 



(Porphyr. 

Quarz- 
syonit.) 



74 



iL n. 
Gang 36. 
(Olivin 
diabas.) 



E. U. 
Gang 87. 

(IUdiolit; 

porphy- 

rit.) 



I!,. 0. 

Gang 88. 

(Porphy- 

riscner 

Syenit.) 



ein editor Diabas mit Plagioklasen, braunlichem Augit, Pyrit und Magnetit. 
Ich fand in meinen Stucken nichts ahnliches. 

Der Gang 36., den Hoficky als das Muster eincs sehr schoncn 1 i v i n- 
di abases anfiihrt, konnte selbst bei wiederholter Revision des Abhanges 
nicht aufgefunden werden. Weil aber unter den Praparaten im Nachlasse 
Boricky's wirklich unter der entsprcchenden Signatur dieses interessante Ge- 
stein aufgefunden wurde, wurde dessen Abbildung auf Tafel I., Fig. 2. vor- 
gefiibrt. Vielleiclit wird ein gliicklichorer Untersucher des Abhanges das 
schbne Gestein wieder einmal auifinden. Das Gestein im Praparate Boficky's 
ist ein ziemlich egales Geincnge von feinen triklinen und recht frischen 
Feldspathleistchen, graubraunen und zersprungenen Augitkornern und griinen 
Verwitterungsprodukten von Olivin, niimlicb Clilorit und Serpentin, in denen 
stellenweise audi dolomitische Partien auftreten. 

Der Habitus, stellenweise audi die Zersetzungsprodukte und hie und da 
die klaren Korner des lebbaft polarisierenden Olivines zcigen deutlidi 
Hire Zusammengeborigkeit an. Magnetitkorner, mitunter auf eine rostige Liino- 
nitsubstanz verwittert sind keine Seltenheit. 

Am meisten auffiillig und das bereits vom weiten, 1st das rSthliche dichte 
Gestein des cca 6 m machtigen Ganges 37, der sich im Geliiinge weit hin- 
windet und Btellenweise einem recht verwitterten und ausgelaugten oder 
ausgebrannten Schiefer ahnlich ist. In Siiuren sdiaumt das Gestein nicht. 
Boficky beschrieb das Gestein in seinen Porpkyrgcsteinen S. 119 als dicbten 
Uadiolithporphyrit. 

Ich beobachtete in meinem Praparate, dass die ganze Substanz des 
Gesteines gelblichgrau getriibt ist durch kaolinische Substanz und feine 
Sprunge. Schon im gewohnlichen Lichte sieht man, dass der dunklere (limo- 
nitische?) Staub stellenweise strablenformig angeordnet ist, wodurch die ganze 
Masse undeutlich in polygonalc Korner zertlieilt ersclieint. Hie und da, sieht 
man audi Chloritfetzen. Im polar. Lichte sieht man sclione Radiolithe, 
hie und da eine Feldspathlamelle und ein klares Quarzkorn. Einige Radio- 
lithe, welche lebhafter polarisieren, sind als Ubergang vom radiolithischen zum 
krystallinisclien Quarze anzuseben. 

Unweit von diesem machtigen Gange ist der Gang 38, kaum l T / 2 m 
machtig, der ein sdir verwittertes graugelblidigriines kleinkSrniges Gestein 
fiihrt, das braune und weisliche cca 2 mm grossc Verwitterungsstellen und 
porphyrische b'eldspatlie besitzt. In den Siiuren schiiumt das Gestein fast 
gar nicht. 

Im Mikroskop ist das Gestein ein gleichmiissiges Gemenge von grau- 
griinlichen cliloritisch-scrpentinisdien Fetzcn, weisser Fcldspathpartien, rost- 
braunen limonitischen und schwarzen MagnetitkSrnern. Hie und da beflnden 
sich auch Epidotniidelchen. Das ganze besitzt trotz der ausseren Verwitterung 
des Gesteines einen ziemlich frischen Cliarakter. Besonders friscli erhalten 
sind die porphyrisclien Feldspathe. In polar. Lichte ist die Grundmasse 
zumeist graublau (Feldspatli) oder irrisierend (dolomitisch-calcitische Substanz). 



75 



Die porphyrischen Feldspathe sind monoklin, so dass das ursprttngliche 
Gestein oin porphy rise her Syonit genannt werden kann. 



Vom Gange 38 steht auf eine ziemlich weite Strecke lauter 



Schiefer &■ "• 

Gang 89. 
(Diorit) 



Quarz- 

syenit.) 



an. Erst vor dem gegeji Norden tief eingeschnittenen Wasserriss befindet sich 
'in Geblnge dor cca 1 m machtige Gang 39 init einem licMgrauen, tast 
(lichton Gestein, in dem sich schwor zu erkennende Feldspathleistchen und 
ockergelbe Spriinge befinden. 

Im Mikroskop ist die Grundmasse ein Gemenge von truben, mitunter 
stromartig gelagerten Feldspathkrystallchen, grtinlich serpentinisch-chloritischen 
Fetzen und klcinen braunlichen Limonitpartien, die aus Magnetit entstanden 
sind. Porphyrisch tretcn grossere, auffallend leistenformige Feldspatbe hervor, 
zumeist getrttbt und oft die mittlere Zwillingsfurche zeigend. Im polar. Licbte 
s 'n<l die monoid inen Feldspathe kornig. Lamellare Feldspathindividuen kommen 
selten vor, eben so Quarzkornchen. Ira ganzen war das unverwittcrte Gestein 
e in dioritischer Quarzsyenit. 

Nicht weit hinter dem erwahnten Wasserriss befindet sich der fast 2 m } l - TL 
... , , „.,... ^ . . ,i Gang 40. 

machtige (lung 40. mit einem lichtgrauen feinkormgen Gestein, welches zor- (1 > orpliyr _ 

streute weisse bis 3 mm grosse Feldspathe besitzt und in dor Grundmasse Quarz- 

, , ox syemt.) 

stark schaumt. 

Die, Grundmasse dieses sehimen Gesteines ist zumeist aus Feldspathen, 
die oft his auf die schmale Randzone durchaus von Staub und Spriingen ge- 
trtibt erscheinen, aus weissen klaren Partien und aus graugriinen chloritisch- 
serpentinischen Substanz zusammeiigesetzt, wozu sich Magnetit und Pyrit ge- 
sellen. Die porphyrischen Feldspathe sind sehr triib; die griinen ehenfalls 
Porphyrisch auftretenden Partien sind hie und da ziemlich dichroitisch, erin- 
" |V| 'ii sehr an Amphibol, sind von einem Kranzo von Magnetitkornern umgeben 
Ui ul enthalten auch im Innercn Magnetit und Limonit. Auftallig sind auch 
grossere Pyritpartien. Im polar. Licbte sind die Feldspathe der Grundmasse 
a Sgregiertkornig; bei den frischercn bemerkt man, dass sie monoklin sind. 
Die grossen Feldspathindividuen besitzon dieselben Eigenschaften. Die griinen 
Porphyrischen Partien polarisieren lebhafter als sonst, fast wie Augit. Die 
klaren spftrlichen Korner gehiiren dem Quarze an, welcher hior prhniir zu 
S( 'in scheint. Dolomitisch-calcitische Partien kommen ziemlich blufig vor. 
'"' Ganzen kann das Gestein ein porphyr. Quarzsyenit genannt werden. 
Warum Boricky dieses Gestein eincn quarzfreien Porphyrit nannte, ist nicht 
°inleuchtend, nachdem das zu diesem Gange sich heziehende Priiparat mit 
""'"lem fast identisch ist. 

Zwischen dem 40. Gauge und der Schlucht (iiber dem Anfange des 
^kazienwaldchens), die durch eine kleine Fichte markiert ist, befinden sich 4 
schmalere Gange, von denen Nr. 41. cca 90 cm miichtig, stollenwcise ver- E - B - 
wittert ist und ein sehr feinkorniges bis dichtea dunkelgraues Gestein mit (Syeni-' 
w °isslichcn bis 2 mm grosson Feldspathen besitzt. Das Gestein schaumt haupt- 1 '* 1 : 11 -^ - 
saenhch an den Spriingen, wenn man es mit Sauren behandelt; sonst zeigen Gestein.) 
sich mrr gparliche Pliischen von Kohlonsiiure. 



70 



K. U. 
Gang 42, 

(Syem- 
tiseh dio- 
ritisches 
Gestein.) 



B, U. 
Gang i.'i 
(Dioriti- 

scher 

Sycnit.) 



Im Mikroskop erscheint die Grundmasse als ein Gemenge von Feldspath- 
leistchen und Kornern, von graugrunlicher ohloritisch-dolomitischer Substanz 
und von Magnetitkornern, die oft zu einer weissgelben Substanz umwandelt 
sind. Porphyrisch treton aus der Grundmasse grossere zersprungene, be- 
stiiubte Feldspathindividuen hervor, dann rundliche Partien weissen durcb die 
typischen Sprtingc sicb kennzeichnenden Calcites, waiters wcisse Stellen, die 
unregelmiissig zersprungen sind, und Pyritkorner. Im polar. Liclitc sind die 
Feldspathe der Grundmasse, so wie die porphyrischen einfarbig. Diese letz- 
teren sind aber angewittert und zcigen eine kornige Aggregatpolarisation. 
Die unregelmiissig zersprungene Substanz, welclie stellenweise von typisch 
zersprungenem Calcit umschlossen ist, gehort sekundfirem Calcit an. Der dolo- 
mitische Antbeil verrath sioh in kleinen irrisierenden Partien, die in dor ganzen 
Substanz gleichmassig vertheilt sind. Das Gestein kann man in seincm ur- 
spritnglichen Zustande fur einen syenitischen Diorit halten. 

Der nachstfolgende Gang 42 ist bios 40 cm machtig und besitzt ein 
feinkorniges dunkelgraues Gestein mit kleinen (bis 1 mm) Feldspathen und 
Pyritkomern. In der Grundmasse schftumt dasselbe bei Behandlung mit Sauren. 

Im Mikroskop slolit man cine graugriiulicbe Substanz, in der Magnetit- 
ki'ir nclien gleicbmiissig und ziemlicli reichlich vertheilt sind. Grossere Feld- 
spathleistchen sind audi aber selten in ihr vorhanden. 

Porphyrisch treten Feldspathindividuen entweder ciuzcln auf oder zu 
drei oder vier vereint und dann Calcit und Pyritpartien. Im polar. Lichte ist 
die Grundmasse serpentinisch, die Feldspathleistchen in ihr sind einfach, die 
porphyrischen ebenialls odor hochstens vorzwillingt, zumeist aber recht ver 
wittert, so dass die Zwillingsverwachsung nicht durch Polarisation, sondern 
(lurch die Zwillingsfurche bios angedeutet wird. In den Calcitpartien befindet 
sich hie und da Limonit, dor aus Magnctit oder Pyrit entstanden ist. Im 
ganzen kann man auch dieses Gestein, dessen feines Korn ohne Zweifel mit 
seiner geringen Machtigkeit zusammenhiingt, einen syenitischen Diorit oder 
dioritischen Syenit nennen. 

Der iiber 1 m mftchtige Gang 43 sieht otwas angewittert aus und hat 
ein feinkorniges Gestein mit vielen Feldspathen und schftumt in ihnen (mit 
Sauren behandelt) stark. 

Im Mikroskope sieht man ein gleichfdrmigos Gemenge grosser Feldspath- 
leistchen, die per zersprungen sind. Zwischen ihnen ist eine (lurch Kaolin- 
staub ganzlich getriibte Masse eingeklemmt, dann grosse Magnetitkorncr und 
nur stellenweise Partien graugriiner chloritisch-serpentinischer Substanz. Hie 
und da sieht man einen regelmiissigen pleochroitischen Amphiboldurchschnitt 
und klare, zersprungene Stellen. 

Im polar. Lichte sind die Feldspathe einheitlich oder vorzwillingt, aber 
auch polysynthetische und ganz frische kommen vor. Nur an einigen Stellen 
sieht man irrisierende Polarisation, welche die Verwitterung verrath, und 
durch dolomitisch-calcitische Carbonate bewirkt wird. In Botracht der Amphibol- 
tiberreste kann man das Gestein ganz bestimmt als dioritischen Syenit be- 



77 



zeichnen. (Bofieky's Prftparat dieses Gesteines ist ganz identisch nur etwas 
dicker). 

Das Gestein des 44. Ganges, der 1 m m&chtig ist, ist dunkelblaugrau, R. U, 
fein bis kleinkornig njjt porphyrischen bis 2 nm grossen Feldspathen und (,: 
Pyritkoraern. In den weissen Punkten der Grundmasse 



scblumt das Gestein 



(Dioriti- 

scher 

Quarz 

syenit.) 



n diesen schftumtp^pwjs 



unter Sauren. 

Im Mikroskop crscheint das Gestein als ein (lurch verwitterte Feldspathe 
getrubtes Gemenge von Feldspathleisten, griinen Partien und schwarzen 
Magnctit und Pyritkornern. Hie und da sieht man cine Apatitnadel. Pie Feld- 
spathe der Grundraasse sind im Inneren regelmiissig verwittert und der ser- 
Pentinisch-chloritische Antheil wird durch Limonit hie und da gelblichroth 
geffirbt. Porphyrisch treten grossere Feldspathe hervor, mit einer triiben, etwas 
v om Rande sich beflndenden /one. Im polar. Lichte sind diese Feldspathe 
Orthoklas und auch die kleineren Feldspathe sind einheitlich, ausnahmsweise 
Polysynthetisch. Die Quarzkorner sind zwar schwach aber zahlreich und ebenso 
die dolomitisch-calcitischon Partien in der Grundmasse. Im Ganzen kann das 
Gestein fur einon dioritischen Syenit betrachtet werden. 

Nordlich von dem Wasserrisse, der durch eine kleine Fichte gekenn- K. U 
zeichnet wird, befindet sich der Gang 45, der cca 1 m miiclitig und mehr^iJ^,,- 
Oder weniger verwittert ist. Das unverwittertc Gestein ist grtinlichgrau, mittel- Wrz 
kornig mit 2 mm grossen ja auch grossereu Feldspathen. 
Sl( < mitunter auf. Die mehr verwitterten Stellen sind etwas grobkornigcr, 
Du nt, in der Grundmasse dunkelgrau mit zahlreichen weisslichen cca 1 mm 
grossen Feldspatlien. Mit Sauren behandelt schiiumtes in den Feldspathen 
ll nd auch in der Grundmasse. 

Das Mikroskop zeigt in den mehr verwitterten Partien dasselbe wie in 
,,,V| i frischeren, nur dass die porphyr. Feldspathe in den ersteren fast durch- 
We gs triib sind; auch besitzen sie mehr Limonit. Das weniger verwitterte 
""©stein zerfallt unter dem Mikroskop zu einem gleichformigen Gemcnge klarer 
feldspathleisten, griiner chloritisch-serpentinischer Partien, Magnetitkorner und 
grosser porphyrischer Feldspathe. Grossere, sonst aber seltene Durchschnitte, 
(ll ° von Staub und Magnetitkftrnern bis zur Undurchsichtigkeit verunreinigt 
Wo, 'den, entstanden durch eine tielgehende Verwitterung der Feldspathe. Schone 
^Xagonale Durchschnitte gehorcn dem Apatit an. Das einfallende Licht ver- 
r «th unter den dunklen Kflrnern vie! Pyrifc. Im polar. Lichte sind die Feld- 
8 Pathindividuen der Grundmasse tlieils einheitlich, theils verzwillingt, aber 
auch polysynthetisch und ziemlicb frisch; nur stellenweise weisst die Aggre- 
S^tpolarisation auf die anfangende Verwitterung. Zwischen den ursprtinglichen 
Gemc^igtheilen komrnen auch Quarzkorner vor, die lebhal't polarisioren und 
d °lomitisch-calcitisclie Partien. 

Das Gauze kann man als . 
Quarz !■;■■ •> " 



einen dioritischen Syenitporphyr mit 

r. u. 

Gang L6. 
Die Gauge 46. und 47. befinden sich beiliiufig in der Mitte zwischen (Quarz- 



hinstellen. 



uem angeluhrten und dem n&chstfolgenden Wasserriss. Der erste besitzt eine ' 



porphyr.) 



78 



Mftchtigkeit von 1V 2 m und hat ein feinkSrniges, dunkelgraues Gestein mit 
weisslichen Feldspatheinschlussen, die his 6 mm lang und 8 mm breit sind. 
Im Mikroskop zeigt die Grundmasse dieses interessanten Gesteines eine 
klare Masse mit grunlichen Fetzen eines ohloritischen Umwandlungsproduktes 
uiul Magnctitkorncr, die stellcnweise bereits in Limonit verwittort sind. 

Zwischen X Nikols zerflllt die klare Masse zu einem Gewirre von 
ziemlich lebhaft polarisierenden monoklinen Feldspathen und intensiv gelbi 
blau und grim polarisierenden Quarzko'rnern. Die grune Substanz ist ziemlich 
dichroitisch und konnte aus Amphibol entstanden sein. Die porphyr. Feld- 
spathe sind entwedor einfacli oder verzwillingt in der gewfihnlichen Form. 
Stellenweise zeigen sie (lurch Aggregatpolarisation cine feine Kornelung an, 
die die anfangende Verwitterung indioiert. Dann pflegen sic audi durch Staub 
und feine Spriinge getriibt zu soin. Auch Apatitsiiulchen bcnierkt man hie und 
da und audi grdssere Calcitpartien mit den oharakteristischen Spaltungslinien. 
Diese Partien bewirken, dass die Grundmasse mit Siiuren aufschiiumt. 

Im Ganzen kann man das Gestein zwischen quarzige Syenitporphyre 

stellen. 

B. U. Der niichstfolgende, mit Nr. 47 eingezeichnete Gang ist, wie bereits An- 

''(s'ihir- 7 ' fangs bemerkt wurde, nur eine festere Partie eines foinkornigen bis dicliten 

schiefer.)Silurachiefers. Hinter dem Wasserriss oberhalh des Akazienwaldchens, der 

wieder tech ein auf der Schutthalde wachsendes B&umchen markiert wird, 

treten auf einem kleinen Raume viele Giinge auf, von denen der slidlichste 

R- U- Nr. 42 cca 2 m uiiichtig ist und ein fast dichtes blaulichsch.warzgrauos Gestein 

(Porphyr- f^hrt. In diesem Gestein treten L— 2 mm grosse Keldspathkrystalchcn por- 

syenit.) phyrisch hervor. In der Grundmasse schaumt es mit Siiuren behandelt ant. 

Im Mikroskop erscheint die Grundmasse dieses schonen Gesteines als 

ein Gemenge von weissen Feldspathleistchen, die in der Mittc oft trflb sind» 

dann von grunlichen serpentinischen Partien und Magnetitkornchen, was alles 

(lurch feine Spriinge und Staub getriibt erschcint. Porphyrisch treten Feld- 

spathe auf, welche schon im gewohnlichen Lichte hie und da durch die Mittel- 

furche die Zwillingsstruktur verrathen und mitunter getrtlbte Schalenzonen 

besitzen. Accesorisch komint Apatit vor. Grosserc Partien des griinen Minerals 

fehlen. Quarz ebenfalls. 

Im polar. Lichte sind weder die feldspathleistchen der Grundmasse 
nocli die grossen Feldspathe lamellar. Zumeist besitzen beide ein angewittertes 
Innere mit korniger Aggregatpolarisation. In den frischeren Partien polari- 
sieren sie bliiulich. Aus allem dem kann man auf ein ursprunglich syenitisches 
Porphyr-Gestein schliessen. 
R- U. Etwa einen Meter von diesem Gauge nacli Nordeii befindet sich dec 

(S^eniti- Gang 49, in der Miichtigkeit voin vorigen nicht viel versehicden. Sein Gestein 
scher i s t o rau i, ls rothliche oder gelbliche, fast dicht, mil; I'yritpunkten und spa> 
' lichen Feldspathleistchen, an den Klttftchen roth, auf der Oberfiiiche verwit- 
tert. Mit Siiuren behandelt scblumt es stark an den Kluften und in den Feld- 
spathen. 



79 



Im Mikroskop zeigt cs eine gleichffirmige nichtgekiirnelte durchsichtige 
Grundmasse, welche von Kaolinstaub, Kltiftchen mid Fetzen dor gewohuliohcn 
griinlichen serpentinisclien Substanz gotriibt ist. In ihr treton grSssere Biischel- 
chen jener griinlichen, wie fluidar gelagerton Masse und audi grGssere Par- 
tien derselben mit krystallinischen Umrissen und sohr selten Feldspathkorner. 
Der unvermoidliche Magnetit, zu Limonit verwittert, fclilt audi hier niclit, ist 
aber niclit haufig. 

Im polar. Liclito sielit man, dass die Grundmasse ein feiiikdrniges Ge- 
menge von felsitisch-feldspathartigen Partien ist und anderer, die wie die 
dolomitisch-calcitischen Carbonate irrisieren. Die porphyrischen Feldspathe 
sind vollig verwittert, polarisieren nur stellenweise schwach blau, sonst kornig- 
Nur eine einzige Partic zoigte die lamellare Polarisation der triklinen Feld- 
spathe. Durchschnitte von dem serpentinisierten Minerale in Krystallformen 
enthalten hie und da Apatitdurchschnitte und in einer Stelle ein langlich 
hexagonales Individuum von dem Charakter des Amfibols. Das ursprilngliche 
Gestein war am ehesten ein syenitischer Diorit. 

Dor machtigste Eruptivgang im ganzen Profil gegeniiber von Roztok kt jjt- U. 
der niichstfolgende melir als 10 m machtige und mit Zahl 50 bezeichnete ( po"ph yr ; 
Gang, der ein verwittertes, licht graues, feink5rniges Gestein mit gelblichen g Syemt 
Feldspathkornern und dolomitisch-calcitische bis 4 mm grossen Partien fiihrt. b ( )' ll ' u " / " ' 
An den Klttften und auf der OberfUiche wird es von erdigem Hamatit roth ge-f<ihren<i.) 
farbt. Id Sauren schiiumt dessen Grundmasse und audi die Feldspathe. 

Im Mikroskop erweist sicb die Grundmasse als ein Gemenge von weissen 
oder griinlichen Partikelchen und schwiirzlichcn Limonitniidelchen (!) die im 
einfallenden Lichte rostig erscheinen, oder erdigen Partien, welche im einfal- 
Icnden Lichte gelblichweiss erscheinen, im durchfallenden aber wegen Hirer 
Undurchsiehtigkeit dennoch dunkel bleiben. Alles wird von Kaolinstaub und 
feinen Kltiftchen durchdrungen. Die porphyrischen Feldspathe sind ziemlich 
frisch, mitunter aber bestaubt und durch Kltiftchen gotriibt. Griinliche grossere 
Partien gehbren einem chloritisch-serpentinischen Minerale an. Im polar. Lichte 
ist die Grundmasse der des vorigen Ganges ahnlich. Die porphyr. Feldspathe 
zeigen in Folge der Verwitterung wieder eine gekornelte Aggregatpolarisation; 
dtirften aber eher dem Orthoklas angehdren. Das serpentinische Mineral und 
der Limonit, der es an manchen Stellen fast vollstandig vertritt, zeigt hie 
und da rechteckige Umrisse, die an Amphibol innern. Quarzkorner gab es in 
meinem Praparate keine, dal'iir traten sie auf im entsprechenden, wohl aber 
etwas dicken und doshalb auch trtlberen Praparate P.oficky's. Man kann 
demnach das urspriingliche Gestein einen p o r p h y r i s c h e n S y e n i t n e n n e u, 
der stellenweise quarzhiiltig ist. 

Der nachste Gang Nr. 51 ist cca 1 m machtig und besitzt;ein dichtes^-^:^ 
liclitgolblichbraunes Gestein mit porphyrischen bis 2 mm grossen Feldspathen.(Felsit. u. 
In Satiren schiiumt cs nicht. P.orie.ky beschrieb dieses Gestein als einen r a- ra s ^°gJ. tl_ 
dioli t hi s c h e n P o r p h y r i t und stun Praparat zeigt wirklich schon in gewohn- Porphyr.) 
[ichem Lichte schone rundliche und durch Limonitstaub strahlige Kdrner, die 
im polar. Lichte schone Eadiolithe vorstellen. Mein Praparat, das von den 



80 



Rtodern des Ganges bearbeitet wurde, zeigt nur felsitische Substanz, was 

ganz naturtich erkl&rlich ist. Tm Inneren des Ganges, dein ohne Zweifel 

Poficky's Praparat eutnommen wurde, kann man eine radiolithische wcnn niclit 

sogar granitische Grundmasse voraussetzen. Mein Pr&parat zeigt auch em 

Pyritindividuum mit rothschwarzer (im einf'allenden Lichte) Linionitumsiiumung. 

Sonst ist um die Magnetitpartien herum rotlier durchscheinender Hiirnatit. 

Alle diese Phasen der eiscnhiiltigen Minerale hiingen mit cinander zusammen. 

E. U. Der folgende Gang 52 ist cca 3 m miichtig und fiilirt oin fein bis 

(gyenit/mittelkorniges graues Gestein, mit deutlichen 1 — 2 mm grossen Kornern, 

Quarz- welche in Siiuren ziemlicb viel aufbrausen. 

Ira Mikroskop erscheint das Gestein als ein Gemenge von klaren Feld- 

spathen, zwischon die die bckannte griino serpentiniscb-chloritisclie Substanz 

eingezwangt ist. Im polar. Licbte sind die Feldspathe gerieft, lamellar ver- 

scliiedenfiirbig, manche jedoch auch monoklin. Quarz ist auch vorhanden. In 

der griinen Substanz hndet man viele brilunliche, pleochroitische Uberrestc 

des urspriinglichen Amphiboles. Magnetit und der aus ihm ontstandene Lirnonit 

sind keine Seltenheit und stellenweise lasst sich auch Calcit beweisen und 

hinge griinlichc Apatitnadeln. Das Gestein ist ein syenitischer Quarz- 

d i o r i t. 

R - Ir - Der nachstf'olgende Gang 53 wurde selbst bei wiederholter Revision 

Gang 58 
(Feisit. nicht aufgefunden. Das Praparat lioricky's, welches dem 53 Gauge entstainmen 

Porphyrit goll ist ein Porphyrit, welcher wegen der felsitischen Grnndmasse, die in 
wurdo 

nicht go- diesem etwas dicken Pr&parate eine ziemlicb lebhafte Polarisation zeigt, eber 

fundea.) e j n fclsitischer als ein spi'trolithischcr (nach der Iiezeiebnung Poficky's) gc- 

nannt werden kdnnte. 

E. XL rj er (j au g N r . 54 i H t cca 3 m miichtig und befindet sich dicbt vor dem 

(Syeniti-' Wasserrisse, der sich zwischen den am Fusse des Abhanges sich ausbreitenden 

^sches nwei. Hainen herunterzieht. Das Gestein ist verwittert, graugelblich mit rothem 

Anfluge, an den Kltiftflachen durch erdigen Iliunatit roth mit grosseren bis 

4 mm lichtern Flecken, in denen es rait Sauren ziemlicb stark schiiurat. 

Im Mikroskop sieht man cine grtinliche sorpentinisch-chloritische Masse 
und in ihr feine Feldspathleistchen, Magnetitkiirner, die stellenweise zu Lirnonit 
verwitteru und iiberall Kaolinstaub. Porphyrisch treten recht viel best&ubte 
Feldspathe auf, daun grossere limonitische Partien, die im Inneren klare 
Calcitkornchen enthalten und endlich grossere serpentinisch-chloritische Partien. 
Die Magnetitdurchschnitte scheinen mitunter rOthlich durch und sind in diesem 
Falle zu Hiimatit umwandeit. Manche Limonitstellen maclien den Kindrnck 
eines verwitterten Olivines. Im polar. Lichte zeigen weder die kleinen nocb 
die grossen Peldspathindividuen eine Lamellarstruktur ; die grossen und stark 
verwitterten polarisieren kornig. Das Gestein kann man als eine ursprunglich 
serpentiuiscbe Gebirgsart hinstellen. 

lioficky's Praparat aus diesem Gestein stimmt aufEIlig mil, <lem (iberein, 
welches ieh unter Nr. 52 beschrieben babe. 

IIinl,er dem nordlichsten Wasserrisse im Profile gegenllber von Roztok 
trit eine ganze Keihe von Eruptivgangen auf, welche formlieh zwei Gruppen 



Gestein.) 



81 



bUden. Jede vonihnen breitetsich ilber einem Theile tics Wiildchens aus, das 
am nordlichen Ende dcs Profiles gelegen ist und durch einen DurchscMag 
getheilt wird. 

Der siidlichste dosser Giinge (Nr. 55) ist cca 1 m machtig und hat ein R- U. 
fast dichtes, dunkelgrauea Gestein mit ziemlich reichlichen bis 3 mm grossen (p "| h 5 y 5 .' 
woisslidien Feldspathen. rischer 

Im Mikroskop zeigt das Gestoin eine Grundmasse, die ein Gemenge von Sycmt ") 
l^ldspathleistchen darstellt, welche an einigen Stellon audi ctwas stromformig 
gelagert sind. Zwischen ihnen befindet sich eine braune durchscheinende und 
grunliche, scbwach dichroitiscbe (chloritische) Substanz und bio und da audi 
kleino Magnetitkornchen. Porphyrisch treten grosse Feldspathe auf, die durch 
Kaolinstaub und feine Risse unregelmassig getnibt sind, dann gelblichbraune 
( ' n, oritisch-serpentinischo Partien, die den Umrisscn nadi aus Amphibol ent- 
standen sind. In ihnen befinden sich oft grosso Magnetitkorner, welche aber 
audi bereits zu einer Limonitsubstanz vorwittcrt sind. An einigen Stellon bc- 
sitzen die grtlnlichen Partien einen durch scbwarzblauen Staub gctriibten Caldt. 
Dieser Staul) erscheint bei 600X Vergr., als stark lichtbrechende Gasbliischen. 
An anderen Stelleu sind im chloritischen Minerale Dolomitkorner. 

Im polar. Licbte sind die Feldspathe der Grundmasse einfacb, ebenso 
die porphyriscben Feldspathindividuen, welche mitunter audi verzwilHngt 
vorkommen. Das Gestein kann fiir einen porphyriscben Sycnit gehalten 
werden. 

Der nachstfolgende Gang 56, der cca 20 cm machtig ist, hat ein fast , l! - U- _ 
thelites Gestein von dunkel aschgrauer Farbe mit bis 2 cm grossen Fold- (Diorit." 
8 Patheinsprenglingen. Durchschnittlich sind diese aber nur 5 mm lang und I '° | ; 
;{ mm brcit. Mit Siiuren schaumt die Grundmasse stark auf. phyrit ° 

Im Mikroskop sieht man in der selir verwitterten Masse ein Gewirr 

V() u Feldspathleistchen, die am Rande zwar klar, aber im Innoren triib (oft 

n ur in einem schmalen Streifen), sonst aber polysynthetisoh sind. Die Grund- 

Q&sse ist gelblich griin oder wasserhell, serpentinisch und enthftlt noch 

lagnetitkrirnchen und undurchsichtige kaolinische graue Staubkornchen und 

! mcken, welche das Prftparat verunreinigen. Die grossen Feldspathindividuen 

Sln " dem triklinen Feldspath ihrcr lliefung und Polarisation nach zuzuziihlen. 

as Ganze ist sehr verwittert und hat viol (im polar. Licbte) calcitisch- 

1 °mmitischer irrisierender Substanz. Es stellt gewiss einen dioritischen Por- 

Phyrit dar. 

Der 57. Gang ist 1 m machtig und besitzt ein graues feinkorniges Ge- i 1! - U. 

ein mit bis ,-> mm grossen aber sparlidien Feldspathleisten. In der Grand- (Syfnit.' 

" Ias « ( > Schaumt es mit Siiuren. Dioritpor 

Im Mikroskop sieht man ein Gemenge von serpcntinischchloritischer v Iy ' 
oubsts 



selte 



l nz, Feldspathstabchen und klaren serpentinischen Partien, Magnetit und 

u on Pyritkornern. Einige klare Stellon erweisen sich im Mikroskop als 

* arz, Die Feldspathe der Grundmasse sind im polar. Licbte polysynthetisch 

11 Zle mlich frisch. Die grossen Feldspatbe sind tbeils triklin, theils einfach 

( nach Art der Sanidine quer zersprnngen und sohr frisch. Mitunter 



82 



It. U. 
Gang 58. 
( FeinkOr- 
niger por 

phyr. 
Syenit.) 



1!,. U, 
Gang 59 
(Porphyr 

syenit.) 



kommen auch Feldspathzwillinge vor. Das Ganze kflnnte ein syenitischer, 
quarzhiiltig cr I) ior itporphyr genannt werden. 

Der folgende Gang 58. ist fast 2 m miichtig und hat oin dunkel asch- 
graues, im [nneren mehr als an Randern korniges Gostoin rait porphyrischen 
1 — 3 mm grossen Feldspathen. In dor Grundmasse schaumt os rait Sauren 
schwach auf. 

Im Mikroskop erscheint die Grundmasse als ein ziemlich gleichfSrmiges 
Gemenge von weissen Feldspathen and grtinlichen serpentinisoh-chloritischen 
Stcllen (die chloritischon sind recht stark dichroitisch) und sparlichen Ma- 
gnetitdurchschnitten. Die porphyrischon Feldspathe sind von Kaolinstaub 
gotriibt. Andere grossere porphyrische Partien werden vom Calcit gebildet, 
den die bekannten Sprttnge charakterisieren und dor dnrcli staubige schwarze 
Blaschen gctriibt wird, die nur bei den starksten VergrSsserungen als solche 
doutllch erkennbar sind. Akcessorisch treten Pyritk8rner auf und durch- 
schcinendo hriiunlicho Hamatitkornchen und Amonit, dor rait dem vorigon 
aus Pyrit und Magnetit entstanden ist. 

Im polar. Lichte erscheinen alio Feldspathe als Orthoklas, wobei die 
kleineren stellenweise wie Quarz gelblich und blau polarisieren. Durch ihre 
Umrisse unterscheiden sie sich nattirlicb vom Quarz, der in unregelmassigen 
Kornern hie und da auftritt. Im Pr&parate Poficky's aus domsclbon Gostoin 
befindet sich in einer Calcitpartie ein schSner hexagonaler Durchschnitt eines 
sekundaren Quarzes. Das Gestoin kann man feinkornigen Porphyrsyeniten 
beirechnen. 

Cca 15 Schritto von vorigem Gange stent dor coa 1 m machtige Gang 59 
!an. Sein Gostoin ist solir feink&rnig, graublau mit porphyrischen bis 2 l / 2 mm 
grossen Feldspathen. Mit Sauren schaumt es nur an einigen Stellen. 

Im Mikroskop sicht man cca 80°/ wasserheller Substanz, die im Mikro- 
skop auf oin Gowirr kleiner Orthoklase zerfallt. In diosom Gowirr treten 
Fetzen der grtinlichen chloritischon Substanz auf, dann klare Serpentinpartien, 
braunliche Korner, die aus dem ursprtinglichen Amphibol entstanden sind-, 
dessen Spuren hie und da — braun und pleochroitisch — vorgefunden werden 
und endlich seltene Magnctitkorucr. Porphyrisch treten Orthoklase auf von 
gewShnlichem Habitus, Calcitpartien und bei ihnen Kfirnchen von sekundarem 
Quarz. Ein Praparat aus dem Kontaktc, dor die Granze dor Gesteine schari 
ausgepragt hat, bositzt eine gran bestaubte und zw. X Nikols bis jetzt an 
rielen Stellen noch amorphe (glasige) Grundmasse, in ihr feine Feldspath- 
eistchen, Magnetit und Chlorit. Porphyrisch treten grOssere angewitterte 
Feldspathe auf, die zumeist verzwillingt, sonst aber einfach sind und 
weiters grttne ziemlich pleochroitische Partien, die den Habitus des ursprting- 
lichen Amphibols besitzen. Dor benachbarte Schiefer erscheint als ein sehr 
feiner Detritus kaolinischer Feldspathtiberreste mit Quarzkornchen, graphitischen 
(kohligen) Partikelchen und. Magnetitpunkten. Das orsprtmgliche Gostoin des 
Ganges 69 kann man als f oi nkorn i gen porphyr. Syenit bezeichnen. 
Der mit Nro. 60 bezeichnete Gang ist, wie ebenfalls bereits angeftihrt wurde, 
nicbts als eine etwas festere Lage der hiesigen Silurschiefer, die cca 2 «'- 



88 



machtig ist and fast oberhalb des Durchschlages im Waldchen sich befindet. &• ". 
Dasselbe ist dor Fall bei don mit Nro. &2 notierten Gange, deSsen cca 4 m Jjjj^f 
machtiges Gestein, cine dem Eruptivgesteine augenscheinlich iihnliche Wand (Silur 



bildet. 



schiefer.) 



Ein selir schonos dunkelgraues Gcstein besitzt der bis 3 m miichtige R. U. 
Gang 61. In demselben sind besonders auffallig die lichteren bis 4 mm grossen (p^hy!.' 
stellenweise kreuzweise einander durchdringenden Feldsp&he, welche ihm ein Augjt- 
mittelkorniges iussehen geben. Pyrit sieht man an einigen Stellen beroits 8yenit-) 
mit blosem Auge. In Sauren schlumt das Gestein hie und da in der Grund- 
massc auf. 

Im Mikroskop ist die Grundmasse ein gleichformiges Gemenge von 
ziemlich grossen OrthoMaskrystallen, die im Inneren dnrcli Kaolin getriibt 
sind, am Kaude aber klar bleiben und gelb und blau polarisieren, dann von 
grttnen cbloritischen, ziemlich dichroitischen Partien. Dieso libergehen stellen- 
weise in parallel stilngelige, braimliche, stark pleochroitische Amphibolpartien 
(Uralit), andererseits aber in eiue klare Scrpentimnasse. An einigen Stellen 
gesellen sic sich zu Resten br&unlicher nicht plcocliroitischer Augitkorner. 
Und so zeigt sicli der Vorgang des Verwitterns des Augitminorales in diesen 
Eruptivgeste in infolgender Weise: Augit, Uralit, Chlorit, Serpentin. Magnetit 
'st gleichformig verbreitet, Pyrit gibt es wenig. Accessorische Gemengtheile 
sind folgende : Griinliche lange Epidotnadeln und farbloser qucrzersprungener 
Apatit. Beide hauptsachlich in den feldspatb.enthaltend.en Stellen. Die por- 
l'hyrischen Orthoklase sind angewittert und polarisieren kornig. Es kouimen 
a ker mitunter audi Orthoklase vor, welche klar sind und lebhaf't polarisieren. 
Galcit und nicht weit von ihm sekundaren Quarz ftndet man auch stellenweise. 
Das urspriingliche Gestein ware am besten als porphyrischer Augit- 
syenit zu deuten. 

Dor niichstfolgende Gang Nro. 63 ist cca 1 m machtig und besitzt ein 
schwarzgraues feinko'rniges Gestein, aus dem nur hie nnd da etwa "2 arm Feld- 
s Pathk6rnerporphyr hervortreten. In Sauren schaunt es nicht. 

Im Mikroskop erscbeint das Gestein als ein ziemlich egales Gemenge 
von polysynthetischen, lebhaft polarisiorenden Eeldspathkrystallehen von etwas 
•uneren hinglichen granbraunen bis violetten, querzersprungenen Angitindi- 
viducn, grtinlichbraunen Amphibolko'raern, die schi'm pleochroitisch sind (u, an 
(V "H!r Stelle unmittelbar am Augit sich bofinden), van blass griinen serpenti- 
lu sclien Stellen nahe bei den Amphibolen und zwischen den Plagioklaskrystallen 
lln -d Magnetit. Andere mehr untergeordnete Bestandtheile sind braune pleo- 
cll roitische Partien nnd Petzcu von Biotit und kurze hie u. da dim Feld- 
path dnrchdringende A.patitnadelchen. Audi schimmert im einfallenden Lichte 
Stellenweise Pyrit im goldigcn Glanze. Ein porphyrisches Eeldspathkom, das 
m Fraparat anfgefunden wurde, polarisierte gleichformig. Ob es dem Ortho- 
fla s odor einem Plagioklas angehore, kann man nicht entschciden, da auch 
sei ne Umrisse nichts andeuten. 

I^as Gestein dieses Ganges ist ein Diabas, der amphibolbjiltig ist. 

o* 



ll. U. 

Nro 63. 
(Amphi- 
bolhftl- 
tiger 
Diabas.) 



84 



Et. ii. Dor beinahe l 1 /, m breite Gang 64 ist bei soincm stidlichen Baalbande 

Sb^mif 20 cm tuftartig miirbe. In der Mitte aber ist das Gestein dunklergrau, 
i)orpliyr.)mittclkornig mit deutlichen bis 5 mm grossen Feldspathen von grauweisser 
Farbo. Das Gestein schaumt da in Sfiuren weniger auf, mehr Kohlens&ure 
entstromt den Stuckon aus don Randpartien, die dunkelgrau, klein bis fein- 
kfirnig sind und spfirliche bis 4 mm grosse Feldspathe ftthren. Die tuffartigen 
Partien sind woiss und schwarz gefleckt und schiiumen in SLLuren ttberhaupt 
niclit auf. 

Im Mikroskop ist das Gestein ein ziemlich gleichformiges Gemenge von 
Plagioklaskrystallen und einer schwach grtinlichen Substanz, in dor hie und 
da ein Magnetitkorn, ein Fetzen eines triibon undurchsichtigen M morales, 
das dem Leukoxen ahnlich ist, Sch.tippcb.en von brau-uem Biotit, porphyrische 
polysynthetische Feldspathe und Pyritpartien auftreten. 

Im polar. Lichto treten hauptsachlich. die lamellaren blau und. woiss 
polarisierenden Feldspathe hervor, dann jono serpentinischen und neben 
ihnen die irrisiercnden dolomitisch-calcitischen Partien. Stellenweise bemerkt 
man einen Biotitfetzen und uralitische Korner, wie wir sio noch besser in 
65. b. sehen werden und Apatitdurchschnitte. Das Ganze kann man ftir einen 
Diabasporpliyrit halten. 
B. U. Dor Gang 65 steht nicht nur im Abhang oborhalb dcs Haines in einer 

(DiaLsf) Mftchtigkeit von 3 m an, sondern zieht sich auch bis zum Flusse herah, wo er 
sich bcsondors in oinem grossen Felsblock unter dem Navigationsdamme vor- 
findot, dor abgeschlagon ist und doshalb oin frischeres Gestein zoigt als im 
Gange selbst. Das Gestein dos Ganges ist mittolkornig, dunkelgrau mit grttn- 
lichen bis 5 mm grossen Feldspathen. Mit Siiuron behandelt schaumt os 
stark in der Grundmasse. Handstticke aus dem Felsblock bcim Flusse schiiumen 
nur scliwach in don Feldspathen, da sie wie gesagt frisclicr sind. 

Im Mikroskop sieht man oin gleichmassigcs Gemenge von ziemlich grossen 
I'lagioklaskrystallen, die rocht frisch sind, solum lamellar, golb und blau po- 
larisicrcnd, Kings und in die Quere zersprungen, an don Sprungcn getrubt, 
an oinigcn Stcllen audi von Calcit durchdrungen. Welters sioht man sclnvadi 
gelblichbraune Korner mit wonigen Spriingen, die chloritischer odor sorpenti- 
nischor Substanz angclioren und andoro mit vielen Spriingon und an dicson 
von Magnotit durchdrungen, die dolomitisch-calcitischcr Substanz sind. Dicse 
ist urn die sorpentinischen Stellcn ontstanden, wclche hie und da audi Biotit- 
schiippchen fuhren. Biotit ist sekundftren Ursprungos und pflegt hauptsachlich 
in der Niihe von grosseren Magnetitkornern zu soin, wie dies bei Fruptiv- 
gestoinen oft vorkonnnt. Stellenweise sieht man lango, schwach grunliche, nicht 
dichroitische N&delchen, die am ehesten dem Kpidot angchoren. Weil man 
in frisohercn, dem Felsblock 65. b. unter dem Navigationsdamme entnommenen 
Priiparatcn, zcrsprungono, schwach graubrauno und fourig polarisierende Augito 
sieht, ist das Gestein oin Diabas. Um die letztgenannten Augito herum be- 
findet sich mitunter eine faserige (lioliroitisoho grime Substanz, dor Uralit. 
Die Biotitpartien sind auch hior keine Scltonheit. Die I'yiitkiJruer pflcgen git 



85 



vollstandig in eine scbwach grau durchscheinende, im einfallenden Lichte 
gelblichweisse Leukoxenmasse umgewandelt zu sein. 

Der nordliche Gang dcs Profiles gegeniiber von Roztok wurde mit Nro. 
GG. bezeichnet und ^st cca l T / 8 m machtig mid fiihrt ein dunkelgrttnes bis 
graues dichtes (J ostein, mit porphyrischen griinlich gelbgrauen bis 5 mm 
langen und l : / 2 mm breiten Feldspathen, die in Sauren schwach auf- 
schaumen. 

Im Mikroskop siebt man ein Gemenge von feinen Plagioklaskrystallen, 
die durch kaolinische Verwitterungsprodukte verunreinigt werden, von griin- 
lichen Fetzen, und Krystalforrnen des Ampliibols, der nur scbwach dicbroitisch 
und obnc Zweifel angewittert ist. In diesem Gemenge kommen scharfliche 
Magnetit- und griissere Pyritkorner vor. Porphyrisch treten ziemlich grosse 
und frische Orthoklase auf, zumeist verzwillingt, mancliesmal quer zersprungen 
und trtib. Einige der Feldspathe sind polysynthotisch. Aucb grSssere serpen- 
tiniscbc Parficn, die dunkler grim sind als die Ampbiboliiborreste aus denen 
sie entstanden sind, kommen stellenweise vor. In den Amphibolen sicbt man 
ofters Nadelchen oder hexagonale Querschnitte von Apatit und hie und da 
aucb ein lebhaft polarisierendes Korn von gewiss sekundiirem Quarz. Im 
Ganzen kann man das ursprtlngliche Gestcin fur einen dioritischen Syenit 
lialten. 



R. IT. 

Gang 66. 
(Diori 
tischer 

Syenit.) 



V. Die Abhange zwischen dem Thale von Brnky und der 
Schlucht von Klecanky. 



(S. Fig. 12.;. 

In der Thalschlucbt, welche sich von der IJbcrl'ulir gegeniiber von Roztok 
aach Brnky hinziebt u. zw. nieht weit oberbalb der Miinduug des Bacbes in 
die Moldau (siehe das Kartchen) befindet sich ein Gang von der Machtigkeit 
einiger Meter, der das Thai durcbquert und mit Nro. 67 bezeicbnet ist. Er ( 
fiihrt einen sohr verwitterten Griinstein, welcher dem makro- und mikrosko- 
pischen Durcbseben nach so wie aucb nach der Mikroanalyse fur einen dio- 
r i t i s c b e n Q uarzsyenit gebalten werden muss. 

Das Gestein ist von zweicrlei Art, an einigen Stellen ist es durch 1 bis 
2 mm grosse Einsprenglinge porpbyrisch, sonst ist es dicbt. 

In den Dflnnscbliffen der porphyrischen Ahart sieht man zahlrcicbe 
w<MKslic,hc und braunliche Flecke, nicht hiiufige briiunlicbe Niidelcben und eine 
eigentbumliche gelblichweisse, fast dicbte Masse. P.ei LOO X Vergrosserung er- 
kennt man, dass die weisslichen und braunlichen Flecken grauweisse und 
S'i'aue niobt geriefte Feldspatbdurchschnitte sind, die hie und da, von Limonit 
,,Ul 'chdrnngen werden und dann briinnlieli erscheinen. Die dunkelbrauneu Na- 
delchen, welche oft noch faserig sind, gehoren aber dem Amphibol an. Die 
Gnmdmasse, welcbe fast durchwegs krystallin ist, besteht aus sebr kleinen 
triiben Peldspatbleistcben, zu denen sich sp&rliche, triibe Quarzkorner hinzn- 



R. U. 
tang 67.. 
(Diorit 
Quarz.\ 
syenit 



86 



gesellen, nebstdem aber noch graugrune Oder braungelblicbe faserige Amphi- 
bolsaulchen, grobere Magnetitkorner, Limonitflecke, die aus verwittertem Ma- 
gnctit entstanden sind und amorphe t3berreste einer unbestimmbaren Substanz. 

Die dicbten Partien des Ganges stellen eigentlicb die Grundmasse des 
vorhergebenden Gesteines vor, sind aber reicb an brftunliche, trube und 
dtelleuweise faserige Saulchen von Amphibol und farblose QuarzkSrnchen. 

Dcr ganze Abhang, der sich weiter gegen Norden am rechten Moldau- 
ufer von der Brncker bis zur PfemySlaner Thalschlucht hinzieht, ist vein 
Rasen bedeekt und besteht gewiss in seinem Innern aus Schiefern der Barr, 
Et. C, in welchen Kieselschieferlagen und wiederum diinnblattrige Schiefer- 
schichten eingelagert sind. 

Die Fragmente vc-rn Kieselschiefer und von diinnblattrigen Schiefern kann 
man in jedem der im Abbange eingefurcbten Wasserrisse finden. Der Kiesel- 
schiefer selbst erhebt sich auf den Anhohen zwischen Brnky und Pfcmyslany 
in aufgethiirmten Blocken und bildet hier die hochstcn Punkte der Um- 
gebung. 

R. 17. In der Pfcmyslaner Schlucht findet man u. zw. nicht weit von ihror 

" lf ? '"^ Miindung in das Moldauthal einen cca 2 r / 2 vn, miicbtigen Gang Nro. 68, (lessen 



( Diabas.) 



griinlich schwarzgraues und sebr feinkorniges, stellenweise bis diclites Gestein 
durcb griinliche Fcldspatlinadclchon porphyriseh ist. 

Die Grundmasse dieses Gesteines erweist sich im Mikroskop als ein 
feinkorniges Gemenge, welches wenigstens aus ! / 8 aus polysyntlietischen Feld- 
spathleistchen besteht, nebstdem aber auch schwarzlichgraue zersprungene 
Korner und kurze Saulchen besitzt, die den Umrissen nach dom Augit ange- 
horen, weiters griinliclie aus Augit entstandene Umwandlungsprodukte und 
endlich sehr zanlreicbe Magnetitkorner. 

Die sebwarzbraunen Kiirner sind mitunter in spathigen an den cliara- 
kteristischeu Sprtlngen erkennbaren Calcit verwittert. Dieser Calcit pflegt in 
(\v,r Regel noch niit einer griinliclien fein faserigen Cbloritsubstanz so einge- 
saumt zu sein, dass man fiber seinen Ursprung nicht im Geringsten zweifeln 
kann. 

Nebstdem kommen auch noch griissere rundliclie Oder ovale Durch- 
schnitte vor, die am Rande schwacli griinlich sind und wellig faserig, in der 
Mitte aber aus grauen Kornern bestehen; diese erinnern an dolomitische Ver- 
witterungsprodukte und konnten ihrem Gesammthabitus nach aus Olivin ent- 
standen sein. 

Die chemisch-mikroskopische Analyse mittels Kieselflusssaure ergab neben 
viel Kieselfluornatrium sehr wenig Kalium, aber ziemlich viol Magnesium und 
etwas weniger Calcium. 

Obzwar es auch bier nicht moglich war niit absoluter Bestimmtheit zu 
konstatieren oh Augit oder Amphibol den angefuhrten Verwitterangsprodukten 
znr Basis war, so spricht doch der gauze Charakter des Gesteines mehr fill" 
Augit als ftir Amphibol, so dass es wahrscheinlichor ist, dass das Gestein 
ein Diabas war und das vielleicht ein olivinhiiltiger. 



87 



Zwischen der Plfemyslaner Schlucht und jener, welche weiter aaoh 
Norden gelegen ist und in die sich das Dorf Klccanky hinzieht, Bteht ein 
hoher steiler Felsen an, dessen kahler Gipfel von einem Holzkreuze gekront 
wird. Bei seinem Fusse befinden sich einige zerstreute Hauschen und Garten, 
welche nach Klccanky* bin gehoren. (S. Fig. 12). 

Der Felsen besteht aus Grauwackenschiefer, der stellenweise sogar Behr 
feinkornig ist und besitzt mitunter schwache blattrige und dichte Lagen. In 
ihra sind fast wagrecbte Gangpartien eingebettet, die mit Nro. 69 bezeichnet 
wurden, 1 — 3 m machtig sind und ohne Zweifel eigentlich zwei Gangen an- 
gehSren. Sie fuhren ein Gestein, das entweder deutlich porphyrisch ist durch 
hervortretende und ziemlich reichliche Feldspathkorner oder aber wieder dicht 
mit wenigen makroskopischen Quarz- und Feldspathkornern. Am frischen 
Bruche haben beide Varietaten cine gelbliche oder licht grttnlichgraue Farbe; 
die gelben Handstucke, welche dun sudlichen Gangpartien entstammen, pflegen 
an den Klul'tnachen braunlich in's gelbe, grilnliche oder graue gefarbt zu 
sein. 



N. 




u?- 12. Der Felsabsturz zwischen <ler PfremySlaner und Rlecaneker Schlucht. 

I)l ' 1 ' ganze Felsen besteht aus feinkdrnigem Silurgrauwackenschiefer Barr. Et. O.j in itm 
tf eten fast horizontale Gangpartien 69 auf, deren Gestein ein Spharophyrit und Quarz 

felsoyhyrit ist. 



2-6 



Die siidliche Gangpartie, welche ein gelbliches, dichtes Gestein von G Jj^ 9i 
^' ( > sp. G. besitzt, hat wenige feine zumeist graue, stellenweise deutlich py- stidiiche 
I'amidale Quarzdurchnitte. Mitunter ist das Gestein audi weisslich und durcli ( ^' ( ' ,; L 
sehr seltene, zarte Feldspathnadelchen, sowie durch farblose Quarzkornchen Porphyr.) 
ausgezeichnet. 

Die Mikroanalyse der weisslichen Stuckchen zeigto mehr Kalium als 
Natrium nebst etwas Calcium, aber fast kein Magnesium. 

Die porphyrischen Handstucke, welche don nordlichen Gangpartien ent- 
stammen, hatten ein sp. Gew. von 2*661. Zwischen zahlreichen gelblichen und 
waunlichen Feldspathkornchen, die man bereits mit blosem Auge sehen kann, 
bemerkt man mit der Lupe audi geriefte kurze Leistchen, von denen wenige G ^* U g 9i 
die Grosse von 1—2 mm erreichen. DieMitte 

Die dichte Grundmasse dieser Handstucke besteht aus einer spiirlichen « nd *|® 
Basis, dann aus Feldspath- und Quarzkornern, zwischen denen grunlichgraue ( j'' ( ,,' S( , ,,!,., 



88 



und braunliche Niidclchon — vielleicht Epidot — griinliche faserige Ver- 
witterungsprodukte und kleine Magnetit- und Pyritkornchen neben Limonit- 
flocken gelagert sind. Die chemische Mikroanalyse mittels Kieselfluorwasser- 
stoffsaure crgab sehr viel Ealium, wenig Magnesium und sclir wenig Na- 
trium. 

Die don mittleren Gangpartien entnommenen Handstiicke waren dicht, 
fast hornsteinartig und zeigten nur seltene kleine Quarzkornchen, seltener 
Feldspathdurchschnitte und Pyritpartikelchen. ImMikroskop war ihre Grund- 
masse fein gekornelt und reich an schwarzen Staub und besass ein Gewirr 
von schwiirzlich best&ubten Nadelchen, die am ehesten wieder dem Epidot 
angehoren dtlrften. 1m polar. Lichte siebt man in ilir mebr odor weniger 
deutlich begranzte Feldspathkorner und zablreicbe Quarzkorner, die ttbrige 
Basis polarisierte schwach infolgc dor Verwitterung. 

Da der Quarz, hauptsiiehlich in don porphyrischen Handstucken, mebr 
odor weniger spliiirolithisch war, kann man den Porphyr des nordl. Gang- 
tbeiles einen sph&rolitischen Porphyr odor einen Spliiiropliyr nennen 
und den iibrigen dichten Porphyr der Gangmitte und der sttdlichen Partic 
nls Eclsophyr hinstellen. In Boficky's Porphyrgesteinen (S. 122 u. S. 134) 
wurden beide Abarten gewiss auf Grund der polysynthetischen Feldspatbe als 
Spbarophyrit und Felsophyrit gedeutet. Das tJbergewicht des Kaliums wiire 
dann durch den Verlust des Natriumoxydes zu erkl&ren, das, wie bereits an- 
gefuhrt wurde, fast immer leichter und deslialb frtther bei der Verwitterung 
der Feldspatlie ausgelaugt wird, als das Kaliumoxyd. 

In der Sclilucht von Klecanok selbst begegnen wir zwei Giingcn und 
zwar ist auf deren nordl. Seite Gang Nro. 71, winter oben, die Sclilucht ver- 
querend der Gang Nro. 70. 

q R. U Das Gestein des Ganges 70, welcber nur cca % m mftchtig ist, ist dicht 

(Fefso-' und enthalt fast 7 4 der Gesammtmasse Feldspathkrystalle die 7,-1 l / 3 mm 

phyrit.) lang sind und in einer grauweissen oder licbt grauen Grundmasse eingebettet 

liegcn, die im Ganzen schwach polarisiert und mitunter, insbesonders urn die 

mikroporphyrischeii Feldspatbkrystalle herurn eine Fluidarstruktur zeigt. 

In den krystallinischen Stellen ist das Gestein reich an feinen Epidot- 
stacheln und Chloritfransen. Die porphyr. Feldspatlie sind zumeist polysyn- 
thetisch und am Rande gewohnlicb von grttnlichen Epidotnadeln durchdrungen. 
Im lnnern besitzen sic zumeist Kaolinsubstanz in Folge der Verwitterung. 
Epidot pflegt in den Feldspatlien audi liings der Spriinge eingelagert zu sein. 
Viele Feldspathe weisen (lurch ihre Ausloschung im polar. Lichte auf den 
Mikroklin bin. 

Die chem. Analyse des Gesteines, das man als einen Felsophyrit d. 
i. als einen dichten felsitischen Porphyrit bezeichnen kann, wurde vom H. 
Kohif im Laboratorium des HerrnProf. Preis am bdhm. Polytechnikum durch- 
gefiihrt und ergab in °/ 



89 



Kieselsaure = 70 

Thonerde = 14 

Eisenoxyd ...... = 8 

f Eisenoxydul — 

Manganoxydul = 0' 

Kalkerde = 1 

Bittererde = 

Kali = 2 

Natron = 5' 

Phosphorsaure . . . . = O 
Wasser (d. Gliihen best.) = 1' 



1.0.1 



92 
62 

74 
61 
25 
'75 
43 
38 
00 
38 
60 

68 



Aus dieser Analyse wurde auf Grand der mikroskopischen Durchsicht 
lli( ' Zusammensetzung des Gesteines von Boficky" in seinen „Porphyrgesteinen 
f olgendermassen berechnet : Kalk-Natronfeldspath 18%, Kalifeldspath 14%; 
Quarz und anders gearteter Kieselsaure 29 x / a %, Limonit und Kaolin 57 a %, 
Magnetit fast T / 2 %„ Chlorit 2 l /,7o und fast 1% Apatit. 



*!■ Der Absturz von der Thalschlucht bei Klecanky bis nach 

Rezi. 



(S. Fig. 18.) 

Zwischen der Thalschlucht von Klecanky, in der der grosstc Theil dieses 

orfes gelegen ist und der nicht weit davon gegen Nordwesten sich befinden- 

e n kleinen Schlucht, die bis in den siidlichen Theil des Haines bei Klecan 

■jch erstreckt, findan wir leicht in dem entstehenden Felsenvorsprung den 

fuptivgang 71, der beinahe 4 T / 2 m machtig ist und bei einem Einfallen gegen R- U. 

N() unter 75—80° in den Klecaner Hain in NNW Richtung sich hinzieht. SfJi!" 

Oberhalb dieses Ganges beflndet sich in demselben Vorsprunge noch ein J.JJ 11 ,- 
,i,ll,l,v i'er ahnlicher Gang von einer Machtigkeit von oca (JO cm, der nicht nu- 
m eriert wurde. 

Diese beiden Gange, so wie die FelsblScke, die im Klecaner Haine zer- 
>ut liegen, besitzen ein grau- oder gelblichweisscs Gestein, dessen Sp. 



Gew. 



— 2*603 und welches (lurch das Auftrcten von sehr zahlreichen, bis 



■ ® c kuadelkopfgrossen Feldspathkornern, mitunter auch Quarzkfirnern por- 
ynsch ist bei sonst feinkornigem bis kleinkornigem Gcfiige. 

Die Grundmasse, wolche gegeniiber den Einschliissen zumeist in Mino- 

at ist, besteht aus einer triiben, apolaren Basis, in der triibe Kdrner und 

He Leistchen von Feldspath, feine grauweisse Quarzkornchen, seltene braun- 

Cne und grttnliche Epidotsaulchen so wie auch griinliche Chloritpartikelchen 

viol unbestimmbaren Staubes eingebettet liegen. 



90 

Die sehwarzen gewOhnlich braunlich eingesaumten Magnetit- und Pyrit- 
korner sind sparlich. Die sehr zahlreichen, trtiben Feldspatheinsprenglinge, 
in denen Spharolithquarzkornchen als sehr seltene einigemal aufgetreten sind, 
werden grSsstentheils von verwirrt gelagerten, grau und grtinlich weissen 
NMelchen und Stabchen von Epidot durehschossen. 

Einige Handsttlcke aus dem Klecaner Haine besassen eine Grund.ina.ssc, 
welche nebst zahlreichen, trtiben, breiten Feldsp&thdurchschnitten audi farb- 
Lose Quarzkorner mit einem Spharolitsaume enthielt, dann seltenen Magnetit 
und grlinliche feinfaserige Verwitterungsprodukte von Amphibol, besonders 
aber hiiufige polygonale Partien von Radiolithquarz, (lit; eine kornig-radiale 
oder audi verwirrt kornig-stiinglige Struktur zeigten, wie wir dies bereits ini 
(i ostein des 23. und 25. Ganges am linken Moldauul'er (in. dor LibSicer Fels- 
wand) gesehen haben. 

Diese Radiolithe wurden am haufigsten in den Partien des sudostliclien 
Ganges gefunden u. zw. hinter dem letzteu Hauschen von Klecanky. In 
einigen aus dem Klecaner Haine stammenden Handstticken kommen (nach 
Pmricky) zahlreiclie apolare Opalkdrner vor, die die Quarzspharolithe ver- 
treten. 

Einige Priifungen mit Kieselflusssaure ergaben bei diosem Gauge nur 
Kalium, sehr wenig Natrium und nocli woniger Calcium und Magnesium. Dies 
waren die am moisten verwittertcn Probestiicke. Andere Handsttlcke die we- 
uiger verwittort waren, ergaben nebst wenig Calcium und Magnesium sehr 
viel Kalium aber bereits etwas mehr Natrium und zwar im Verhiiltnisse 
Na : K = 1 : 3. Und die am wenigsten zcrsetzten Proben zeigten sogar mehr 
Natrium als Kalium, so dass man das Gestein zu den Qu ar zporphyr iteu 
hinzuzahlen muss und zwar zu den rad iolith isehen. 

Dies bestatigte auch die quantitative Analyse, welche H. Neumann im 
ehem. Laboratorium des II. Prof. Preis am biihni. Polytechnikum durcbgefuhrt 
hat, und welche fur diesen Porphyrit in °/n ergab: 

Kieselsiiure = 72-36 

Thonerde = 12-88 

Eisenoxyd = 4-54 

Eisenoxydul = 0-27 

Manganoxydul . . . . 0-12 

Kalkerde = 2'31 

Bittererde = 0-93 

Kalium = 1*99 

Natrium - 4*63 

Phosphorsaure = 0*13 

Wasser = s 119 

L01-35 



Die auf Grand dieser Analyse durchgefuhrte [nterpretation nach den im 
Mikroskop beobachteten Mineralen ergab folgende Zusammensetzung des 



91 



Quarzporphyrites aus dem 71. Gauge: Natronfeldspath 39%i Kalkfeldspath 
8°/ i Kalifeldspath 12%, Quarz und anders ausgebildeter KieseMure 32°/ , 
Limonit 5'/ 2 7„, chloritisch-amphibolartiges Mineral 4°/ und Apatit r / 2 °/ () . 

Dor weitere steile Abhang des Moldauufers vom Klecaner Eaine gegen 
Husinec ist hoch und felsig und besitzt in seinen Steinbruchen cin vorziig- 
Liclies Material zu den Arbeiten an den nahen Navigationsdiimmen. Einige 
Schritte vom Klecaner Haine befindet sieh im Abhange der Gang Nro. 72, 
''or cca 5 m machtig ist und etwas weitcr gegen Westen dor Gang 73 mit 
'''"or Machtigkeit von cca 4 m. Beide steben im Abhange unter einem Winkel 
v on 45° an und streichon gegen NWN. Sio fiihren beide ein fast iilinliclies 
Gestein, das nur im Gange 72 durcli das Uborgewicht der triklincn Feld- 
spathe mehr dioritisch ist. 



B. u. 
Gang 72 

1111(1 7,'!. 

(Quarz- 

syenite n. 

syenit. 

Quarz- 

diorite.) 



W. 




f lg \. 13 - Das Felsgehlnge von der Klecaneker Schlucht bis nahe an Husinec. 

'" diesem Felsgehange, das wiederum aus grauen Silurschiefern Barr. Et. C. besteht, tritt 
^wrst Gang 71 auf — noch in der Nine von Klectaiy — (lessen Gestein ein Radiolith- 
j""'i | liyi'ii; ist, (bum folgen die Gange 72 und 78, die einem syenitischen Quarzdiorit ange 
wren, der seln- machtige (inns 14 mit einem seliiinen Granophyrgestein und endlieh die 
Gange 75 und 76 vim dioritischem Syenit. 



O. 



fieide enthalten Quarz und sind sehr feste Gesteine, von griin liclit- 
gi'aucr Farbe und feinkorniger oder durcli scb.wacb.es Hervortreten der Feld- 
8 P&thleistchen und Amphibolnadelchen etwas porphyrischer Struktur. Weisse, 
graue und schwarze Korner, Leistehen und Saulchen kann man im Gesteine 
oereits mit blosem Auge bemerken. 

Im Mikroskop sieht man, dass die Mebrzald der Feldspathleistchen ein- 
* a ch ist und etwa zweimal so viol Raum einnimmt wie die ubrige trttbe Sub- 
stanz, der mit den tibrigen Bestandtheilen bios ein Drittel der Gesteinsmasse 
an geh5rt. Zu den Feldspathen gesellen sich briiunliche, stark pleochroitische 
u "d andere grunliche, fein l'aserige Siiulchen des Amphibols und dessen griin- 
|* c he chloritische Verwitterungsprodukte, zu allem endlieh grossere aber ?er- 
'Wtnissmassig sparlichere Magnetitkorner. Auch Quarzkorner konimen u. zw. 
^wischen den FeldspathleistcheD eingeklemmt und mehr oder weniger reichlich 
"' oeiden Gesteinen vor, aber irgend welches Magma oder Grundmasse kann 
1,11111 selbst im Mikroskop nicht beobachten. 

Die chemische Mikroanalyse ergab etwas mehr Kalium als Natrium 
Bebstdem etwas Magnesium und wenig Calcium. Darnach und auch nach dem 



92 



R. If. 
Gang 74 
(Grano- 

phyr.) 



Ubergewichte dor ungerieften Feldspathe kann man das Gestein beider Gauge 
als dioritischo Syenite bezeichnen. Bemerkt muss aber werden, dass 
die ehemische Analyse mittels Kieselflusssaure an einer etwas angewitterten 
Gesteinsprobe ausgeftthrt wurde. Aber auch hier war ein grosses Quantum 
von Natrium (neben ttberwiegendem Kalium) vorhanden, so dass die ganz 
frischen Handstiicke auch als syenitisclie Diorite hingcstellt werden 
diirften. 

In einer Entfernung von cca 130 m westl. von den eben beschriebenen 
Gangen gelangen wir zu dem Tiber 70 m (?) breiten Gauge, der saiger iin 
Abhange aufsteigt und gegen Norden streicht. Sein Gestein ist fest rothlich 
und nach dieser Farbe schon vom weiton bemerkbar. 

Der Gaug selbst schliesst wieder linsenformige bis metergrosse Partien 
des benachbartcn Silurgrauwackenschiefers ein, breitet sich oben gegen Westen 
auch (iber diesen Schiefer aus und gegen Osten iibor den dior. Syenit des 73. 
Ganges u. z. dockenformig. Etwa in der Mitte des Abhanges bemerkt man, 
wie in die wcstlichen Schiefer eine nicht starke Apophyse dieses Eruptiv- 
Gesteines eiudringt. 

Das Gestein, dessen Dicbte auf 2 - 553 bestimmt wurde, wird (lurch Korner 
"farblosen Quarzes und spiirlichere triibe Leistchen von Feldspath porphyrisch. 
Die dichte Grundmasse zeigt cinen typischen Granophyr d. i. einen grani 
tischen kornigen Porphyr. Bei 100 X Vergr. (siehe Porphyrgcst. Tab. I. 
Pig. 4) erscheint namlich die Grundmasse als ein gleichformigcs Gemenge 
von Kornern (granitische Struktur), die larblosero Quarze uud triibem Feld- 
spathe angehoren, welche der Grosse und der Menge nach einander fast das 
Gleichgewicht halten. Dem Alter nach sind aber die rundlichen Quarzkorner 
alter, denn sie liegen in die kornige Feldspathmasse eingebettet. 

Unter den Feldspathen gibt es einige Individuen, welche schon (lurch 
ihre Liingc und griissere Durchsichtigkeit sich auszeichuen und polysyntln 



sind. Als accessorische Gemengtheilc konnen seltene grlinlich faserij 



it. II. 
Gange 78 

iimi 70. 

(Dioriti- 

scher 

Syenit.) 



b mehr Kalium als 

in einer Entf'ernung 
nahe Griinstein- 
u. 74 iiberein und 



R. U. 

Gange 77 

und 78. 

Felso- 

phyrit.) 



;iscn 

Am- 

phibolsaulchen angefiihrt werden, die sonst zumeist in Epidot umgewandelt 
sind und nebst ihnen noch Magnetitkornchen. 

Die ehemische Mikroanalyse des Granophyrs erga 
Natrium. 

Der cca 3 m miichtige Gang 75, der vom vorigen 
von 200 m gegen Westen ansteht, stimmt ebenso wie der 
gang 76 last vollstiuidig mit dem Gesteine der Giinge 7" 
enthalt demnach einen dioritischen Syenit. 

In den wciteren Abhiingen des Eelsabhanges gegen Husinec, die sich 
auf 500 m erstrecken, sieht man keinen Eruptivgang. Erst iiber der Mitte des 
angefuhrteu Ortes sieht man zwei 1 — 2 m miichtige mit Nro. 77 u. 78 be- 
zeichnete Giinge, die etwa unter 45° geneigt sind und deren gelblichweisses, 
von Kaolin ziemlich durchdrungenes Gestein seltene grauweisse Quarzkomchen 
flihrt. Am ehesten war es ein Felsophyrit gewesen, welcher reich war an 
Feldspath und Basis, denn die ehemische Mikroanalyse mittels Kieselflusssaure 
ergab auch bei dem jetzigen Verwitterungsstadium mehr Natrium als Kalinin. 



93 



Ln weiteren steilen Abhange zwischen Husinec und Reft, welche wieder 
aus Grauwackenschiefern der Ban-. Et. C. besteht, wurden keine Eruptiv- 
gange beobachtet. 

Die dunkelschwarzgrauen, sehr feinkornigen und dlinnblattrigen Grau- 
wackenscbiefer, wic sie bei Uezf auftreten, schaumen in Sauren scliwach auf 
und zeicbnen sicb im Mikroskop durcb tiberwiegendes kaolinisches Binde- 
mittel aus und durch ^ahlreiche Feldspatbfragmente neben Quarzkornchen, 
die an Gasbliischen reich sind. Das Bindemittel cnthiilt stcllonwoise Haufchen- 
formige und vorworrone grftne dicbroitische Aggregate, die am chostcn dem 
Epidot angehoren, und wird von grunlichen Fasern und Fetzen durcblegt, die 
zwischen XNikolsbuntpolarisieren, dem Chlorit angehfiren und zwischen Feld- 
spath und Quarzfragmenten uberall parallel gelagert sind. Wie die anderen 
Schiefer so besitzt audi der hiesige schwarzgrauc, kornig fiockige Fasern, 
•lie zumeist einer graphitischen Substanz angehoren. 

Zwischen den Feldspathfragmenten haben viele cine undeutlich polysyn- 
thetische Struktur, wahrend andere wieder durch ihre gekreuzte Vcrzwillin- 
gung an Mikroklin erinnern. Zu allem dem gesellen sich noch audi kleine 
Gruppen farbloser Leistchen und griinlicher Sekund&rprodukte, welche durch 
Verwittei'iing von Fragmenten eines Grttnsteines entstanden sind. 

Die chemische Analyse des Grauwackenschiefers von Uezf, welche vom 
Herrn Plaminek im Laboratorium des Herrn Prof. Preis am bbhm. Polytech- 



nikum durchgefuhrt wurde, 



ergab in 






Kieselsaure . . . . = 66*31 

Thonerde = 15*73 

Fisenoxyd . . . . = 3*25 
Eisenoxydul . . . = 3*61 
Manganoxydul . . = 0*49 

Kalkerde = 3*66 

Bittererde . . . . = 2*95 

Natrium = 0*59 

Kalium = 5*99 

Kolilensiiure \ ,,-, 

Wasser ■ • J 

104*32 



Obzwar die Analyse ein Plus von 4*32°/ aufweist, so erlautert sie 
doch wenigstens etwas die variable Zusammensetzung der Grauwacken- 
schiefer ■ — wenn wir die bereits angefuhrte Analyse der Grauwacbe von 
Podbaba betrachten — und beweist wie diese, durch ihren bedeutend.cn Antheil 
V() ii Kalium, dass die hiesige silurische Grauwacke fur den Landmann eine 
nicht gcringc Wichtigkeit hat. 



94 



VII. Die Moldauabhange am rechten Ufer zwischen Rezl 
und der Maslovicer Schlucht. 

(Sichc Fig. 14.) 



R. U. 
Gang 79 

(Felso 
phyr.) 



Der weitere Abhang von Re2f angefangen sonkt sich zuerst allm&hlig 
gegen don Fluss herab; erst gegen VStruSic gelangcn wir zu eiaer tiefen 
Schlucht, die sich zum Wege liinzieht, dor von Husinec na,ch VetruSic fiilirt. 
Bis zur Schlucht wird dor Abhang von einor fruchtbaron Ackcrkrume bedockt, 
die oben lohmig, in don tieforon Lagen lohmig-sandig ist. Nur die Kiesel- 
schieferblocke, wolche an den Anhohen auftreten, zoigon, dass den Untergrund 
auch hior ein Silurschiefer bildet, welcher Kioselschieferlagen enthalt. Die 
bolion und wunderbargestalteten Felsgehange' und Wande, wolche die ange- 
fiihrto Schlucht einsaumen, bestehen nur aus Kieselschiefer, der liior ungeruein 
machtig auftritt und auch weiter iiber die Anlidhe von Vetrusic sich emporhebt. 

Die Schlucht selbst ist entweder durch die ungestttme Kraft dor Gewasser 
entstanden oder wahrscheinlicher durch die Wegfuhrung einer weicheren im 
Kieselschiefer eingeschlossenen Schieferlago, die den Gewassern weniger Wider- 
stand leistete. 

Die Emporhebung des Kieselschiefers konnte ziemlich natttrlich auch 



dor Eruptivgang Nro. 79 bowirkon, der 



einige Meter machtig 



ist, gegen NON 



R. II. 

Gegen 
Ufier von 

Letky. 

( Kiesel 
schiefer.) 



streicht und ein grauwcissriithliches geflammtes Porphyrgestein fiilirt, das 
in der rechten Felswand auftritt und mit den Felsophyren von Podmonini 
fast identisch ist. 

Der dichte, schwarzgrauo, von seltenen Adorchen eines weisslichon oder] 
weissen Qnarzes durchdrungene Kieselschiefer, der den grOssten Theil des 
iibrigen Ufers und dor Felsgehange gegenuber von den G&rtchen zusammen- 
setzt, die sich stldlich von Letky ausbreiten, besitzt den Charakter und die 
Beschaffenheit der gewohnlichsten Kieselschiefer. 

In den Dlinnschliffen sieht man, dass in ihm parallele Zeilen sehr feiner, 
zarter Quarzkornchen, die mit schwarzen und sehr dichten, kohligen Parti- 
kelchen und stark licht breehenden Gasblaschen (die deshalb fast undurch- 
sichtig sind) umschlossen sind, mit Reihen von etwas grosseren Kornern ab- 
wechseln, welche weniger schwarze Partikelcheu, dafur aber oft kurze und 
farblose unbestimmbare Niidolchon enthalten. 

Die weiteren Partien dos Ufers gegen Letek bis zum Ausgange del 
M.-islovicor Schlucht, welche gegenliber der bereits bescbriebenen boi LibSitz, 
cinniiindet, bildon formlich ein einziges Felsgehange von bedeutender llolic, 
(lessen Hauptgestein wicder ein schwarzgrauer bis schwarzer anderswo aber 
auch grauer silurischer Grauwackenschiefer bildet. 

Audi die Beschaffenheit des Grauwackenschiefers ist an vorschiedenen 
Stellen verschieden. Hier begegnen wir feinkOrnigen Abarten, dort wieder 
anderen viillig dichten, bier sind die Schiefer weich, dort wieder hart oder 
sehr hart. Dieso harten Modilikationen sind sehr ahnlich deni Kieselschiefer, 
der in diesen Grauwackenschiefern nicht selten grossere oder kleinere Zwi- 



95 



sehenlager bildet. Mitunter sind die Grauwackenschichten verbogen und dabei 
schwach schieferig, an anderen Stellen wieder cbcn, grobbankig und quer 
zerspalten. 

Das Einfallen dor Grauwackensehichten, mit Ausnahme jenor Stellen, 
wo die Lagerung durch Eruptivgesteine gestiirt wurde, 1st ziemlich bestandig 
u. z. unter einem Durchschnittswinkel von cca 50° gegen NO. 

Gegentiber von J^etky ist die Grauwacke sehr feinkornig, schwarzgran, 
an den Kluftflachen durch Verwitterung von den Eisenbestandtheileu braunlich. 
Im Mikroskop besteht sie immer aus glitzernden Quarzkflrnchen, welche bei 
LOOXVergr. in ein sehr feinkfSrniges Gemenge von braunlichen Schuppchen, 
Fetzen und Fransen sowie sehr feiner Quarzpartikelchen eingebettet liegen. 
Feldspathfragmente sind in diesem Wackenschiefer, dor uns den tlbergang 
in die Kieselschiefer vorstellt, sehr selten, dafllr sind sehr oft schwarze, 
kornige oder flockige Pyritkorner (vielleicht auch Psilomelan) vorhanden, wo- 
durch das Gestein ein gestreiftes Aussehen im Mikroskop bekommt. 

In dieser Grauwacke befindet sich unterhalb VetruSic gegentiber von 
Letky der mit Nro. 80 bezeichnete Eruptivgang. 



r. u. 

Gegen- 
(Iber von 

Letky. 

(Grau- 

wacken- 
sckiefer.) 




91.90 



Prof. IV. 



'rof. ITT. 



Prof. II. 



Prof. I. 



Pig. ii. Die Felsenabsturze gegentiber von Letky. Diese Felaen besteken ausGrau 
wackensckiefern, die stellenweise KieBelsckiefereinlagen entkalten. Der Gang 81 ist ein 
Diorit, Gang 82 ein dioritiscker Quarzsyenit, Gang 83 ein dioritischer Syenit, Gang si 
ein syenit. Diorit, Gang 85 und die zwei mit Nro 86 bezeickneten Gange, welcke zwiscben 
dem ersten und zweiten Profile auftreten, sind syenitischer Diorit, Gang s? em Syenit, 
Gang 88 ein rerwitterter syenitiscker Diorit, Gang 89 ein eben solckes verwittertea Ge- 
stein', die Gange 00 und 93 dioritiscker Syenit. 



Gang, welcher in einer Machtigkeit von l 1 /,* den Felsabhang R- u. 

durchdnngt, besitzt ein gelbhcnes oder 



S schraae unter cca 60" 



welches der Hauptsache nach aus sparlicher glasiger 



Dieser 

von N nach 
braunliches Gestein, 
Grundraasse besteht. 

Die farblosen Dtinnschliffe dieses Gesteines, welches ein schfiner Felso- 
phyr ist, zeigen bereits unter der Lupe nicht blunge braune Limonitpunkte 
und Aderclien, welche oline Zweifel aus Pyrit durch dessen Verwitterung 
entstanden sind, und weiters ziemlich gleicbioraig verbreitete weissliche, 
trtlbe und ovale Korner. Im Mikroskop wecliseln Partien ab, die ein ungleiches 
K'irn und audi etwas verschiedene Beschaffenheit besitzen. Die farblosen 
Partien, welche aus groberen Quarzkdrnern und selteneren Feldspathleistchen 



(Felao- 
pkyr.) 



96 



It. U. 
Gang 81. 
(Diorit.) 



I,'. (I. 

Gang 82 

(Diorit. 

Quarz- 

syenit.) 



bestehen, entlialtcn etwas Glasmasse u. z. in der Form von zarten Hautchen, 
wodurch der Eontakt der einzelnen Quarzkorner ebon gerade gehemmt wird. 
An den triibon Stellen, in dencu nur sohr kleine Quarzkorner aui'treten, ist 
die Glassubstanz reichlicher. 

Dieselbe Felsenpartie entliiilt weiter gegen Norden zwei nur cca '/ 4 m 
miichtige briiunlich gefiirbte Eruptivgange, die hart am Gipfel des Felsab- 
sturzes nahe neben einander auftreten und in der Mitte desselben sicli ver- 
licren. Diese zwei Giinge sind aber unzugiinglich. 

Einige Schritte von dicsem Felsenvorsprung sieht man das Profil I. Fig. 14. 
Dieses Profil entliiilt zwei Grttnsteing&nge, die im Ganzen von Norden nach 
Siiden streichen; der hohere ist mit Nro. 82 bozeiebnet und bat eine M&ch- 
tigkeit von 2 m, der unter mit Nro. 81 bezeiebnete, bat eine Machtigkeit 
von ;! /4 »*• 

Der untere 81. Gang ist eiu typischcr Diorit, welcber in den Diinn- 
scldiffen nur wenig Quarzkornchen entliiilt. Das Gestein selbst ist schwarzlich 
grau ins griine und durebwegs krystallin. Dei 100 X Vergrosserung sieht man 
ein gleichformiges Gemenge von triiben Feldspatldeisten, griinlichen, zer- 
fransten aber ziemlieh pleocbroitiscben Ampliibolsaulchen oder der Verwitto- 
rungsprodukte: Epidot und Cblorit und scbr haufigen schwarzen Durch- 
sebnitten, die zumeist hexagonal sind und dem Magnetit — durch Verzerrung 
der Ilexaederkrystalle in Siiulen oder Nadelform — oder vielleicht Titanoiscn 
angehiiren. 

Epidot besitzt bier die Form von Iliiufcheu oder Kiigelchen, die aus 
grasgriinen Nadclchen bestehen; dem Cblorit gehorcn die feinfaserigen Fetzen. 
Farblose, stark polarisierende und mitunter audi in den Feldspathen einge- 
schlossene Quarzkornchen sind im Ganzen selten. Obzwar man an den Feld- 
spathleistchen ihrer grossen Verwitterung wegen nur scltcn eine polysynthe- 
tische Struktur beobachten kann, so kann doch auf Grand der chemisch- 
tnikroskopischen Analyse geurtheilt wcrden, dass hier der Natronfeldspath 
iiberhand bat und im tautomorphen Gemenge mit dem Kalkfeldspath dem 
Andesin am ehesten sich niihert, wiihreiid der Kalifeldspath nur untergeorduet 
auftritt. 

Der hohere Gang 82 entliiilt einen dioritischen Quarzsyenit, der wegen 
des Reichthumes an Quarz und wegen Seltenheit des Amphibols so zu sagen 
als Ubergang zu Quarzporphyren hingestellt werden dari'. 

In der Struktur dieses klein-, bis feinkornigen Gestcines kann man 
sclion mit blosern Auge die dichte ( J rundmasse mit zaldreichen Einspreng- 
lingen, mit weissen oder grauen oder schwarzlichen Kornorn und hie und da 
audi mit dimmcriiden goldgliinzenden Pyritpartien bemerken. 

Die G rundmasse zerfallt im Mikroskop zumeist in einfache, kurze aber 
breite fein bestaubte Feldspathleistchen und farblose Quarzkornchen, zu denen 
griinlicho und braunliehc faserige Ampliibolsiiulclieii und emllicb kleine chlo- 
ritiscbe Fetzen, grobere schwarze, oil durch hexagonale Umrisse sich mis- 
zeichnenden Korner von Titaneisen, Magnetit und Pyrit so wie scharf her- 



j 97 

yortretende klare, querzersprungene Leistchen unci hexagonale Quersehnitte 
von Apatit sich hinzu gesellen. 

Die porphyrisch attftretendeh, hSchstens 3 mm grossen Einsprenglinge 
gehfiren ganz triibeu Feldspathdufchschnitten. In grosseren Partien treten 
auch Chloritfetzen auf, die spfithigen Calcit einschliessen, nebstdem aber noch 
zerfranste AmphibolnMelchen und schwarze Magnetitkorner. 

Die chemische Mikroanalyse ergab cntschieden melir Kalium als Natrium. 
Aber audi des letzteren gab es so viel, dass man auf eine enorme Menge 
von Natronfeldspath urtheilen muss. 

Cca 50 Schritte gegen Norden, fast gegeniiber der Uberfuhr von Letky, 
steht in oinem scharf markierten Felsenvorsprung das Profil Nr. II. (Fig. 14) an. 

In diesem Felsenvorsprunge erkennt man drei 1—3 m miichtige Gange, 
die bei einem Stroicheu von N nacli S fast saiger stehen. Ihre unteren Partien 
sind vcrbogen und ziehen sich verzweigt zum Ufer herab, die hohoren 
Partien kann man in den Felswanden rechts und links auf eine ziemlich 
weite Strecke bcobacliten. 

Die zwei unteren Giinge sind dioritisclie Syenite. 

Der Gang 83 ist an seinem sttdlichen Ende fast 1 m miichtig und fiihrt R- "• 
ein lichtgiaues selir festes Gestein, aus dessen sehr feinkorniger Grundmasse mioriti^' 
sehr zahlrciche 3 — 4 mm grosse Feldspathkoriier porphyrisch hervortreten, scher 
nebstdem aber spiirliche Amphibolnadelchen. Ja sogar die Magnetitkorner s ^ cnit - ) 
sind (lurch ihre Grosse auffallend. 

Die Feldspathdurchschnitte sind zumeist klar farblos und haben nur 
selten iin Inneren einen Einscliluss von Grundmasse. Oft besitzen sic cine 
scheme Schalenstruktur, wobci fast regelmiissig das Innere wie bestaubt ist 
u. z. durch Kaoliuisierung. Audi wurde bemerkt, dass der innere Krystall- 
theil ein nni 180° gedrehtes Individuum war. In polar. Lichte sind die Feld- 
spathdurchsclinitte zumeist eiufiirbig, odor in gewolmlicher Weise verzwillingt 
oder audi in den Schalen zweifarbig, oft mit vereinzeltcn sclimalen anders- 
farbigen und reclitwinklig eingeschaltenen Lamellen. Nebstdem sind audi po- 
lysynthetische Feldspathe keine Seltenheit. 

Die briiunlichon und griingrauen Amphiboldurchschnitte sind selir pleo- 
cliroitisch und die grosseren schwarzen im Einfallenden Liclite goldgelb 
schlimmernden Pyritkorner so wie der Magnetit haben zumeist scharfe quadra- 
tische oder hexagonale Durclisclmitte. 

Die Grundmasse des G ostein cs bestelit in der Hauptsaclie nacli aus be- 
Staubten im polar. Lichte einfiirbigen oder nur den Liingshalften nach zwei- 
iarbigen und zumeist kurzen Feldspathleistchen, zu denen sich briiunliche und 
griiiiliclie Amphibolsiiulchen, fcine faserige Chloritfetzen, seltene Quarzkorner 
Und sehr seltene Magnetitkorner hinzugesellen. 

Die chem.-mikroskopische Analyse mittels Flusssiiurc ergab entschicden 
iiu'hr Kalium als Natrium nebstdem wenig Calcium. G ^ g g 4i 

Der Gang 84 fiihrt ein fcinkornigeres Gestein, ist aber sonst mit dem (Dioriti- 
vorigen Gauge fast identisch. J)as Verhaltniss von Kali- zum Natronieldspath S} 6 ' ( l . 1 !J,' :i 

7 



98 



und zum Kalkfeldspath ist aber fast win 1 : 1 : 1, so dass das Gestein zwischen 

den Syenit und Diorit einzustcllcn wiire. 

ii- U. Dor oberste mit Nro. 85 bezeichnete Gang unterscheidet sich vom vo- 

G ,gy| £1' rigen hauptsiichlich dadurch, dass er sparlichere und klcincre EinscMtlsse 

Diorit.) enthalt und dadurch cine gloichformige krystallinische Struktur besitzt. Kali- 

und Natronfeldspath sind fast in gleicher Menge, des Natronfeldspatb.es fast 

etwas mebr, so dass man das Gestein als syenitischen Diorit bezeichnen kann. 

Die Dttnnsehliffe des Gesteines verrathen cine ziemlich grosse Verwit- 

terung, da sic nicbt nur ganz kaolinisicrtc Feldspatbdurchscbnitte, sondern 

auch in Cblorit, Calcit und Magnetit umgewandelte A.mphiboldurchschnitte 

besitzen. Zwisclicn den schwarzcn qnadratischcn und bexagonalen Durch- 

scbnitten durchscbeincn einigc bl&ulich und gehorcn dem Titancisen an. 

Pyrit ist auch vorhandcn. 

Nach der grosscn Ubereinstimmimg dcr letztgenannten drei Gauge kann 
man urtheilen, dass alle auf cinmal durch die Spalten des Schiefers empor- 
gedrungen sind. 

Geht man langs des Felsens im II. Profile weiter gcgon Norden, so 

bcmerkt man im Ictztcn Thoile desselben, dor cca 100 Schritto brcit ist, 

zwei bios cca 20 cm miichtigc und ctwa 50 Schritto von einander cntferntc 

R- U. Gauge, die (beide) von Bofick^ rait Nro. 86 bezeichnet warden und eifl 

G (SyenitN enr feinkorniges Gestein besitzen, das mit dem 88. Gange aus dem III. 

Diorit.)" Profile die meiste Ahnlichkeit hat und deshalb den syenitischen Dioritcn bei- 

gcrechnet werden kann. 

Fast gcgeniiber dcr Mitte des Gartens, dcr sich zwisclicn Letky und 
der ersten LibSicor Fabrik ausbreitct, siebt man das auf Seito 95 darge- 
stelltc Profil Nro. Til. 

In einem Felsenvorsprunge, der bios, s /, des ganzen Felsenabbanges 

reicbt, siebt man die gobogenen R&nder eines 2'3 m miiclitigcn Ganges, der 

mit Nro. 87 bezeichnet ist und durch diesen windet sich ein anderer, bios 

cca 3 cm machtiger Gang, der die Nummer 88 fiihrt. 

R. U. Der Gang 87 gehiirt einem dichten und hornsteiniihnliehcn grauen Ge- 

O^Sltf r* stein an, das an den Klufttlachen weisslich ist. Im Mikroskop besitzt es in 

Syenit.) diner anschcinend gleichformigen Basis ein spiirlicb.es Gewirr von grauweissen 

und griinlicligrauen Nftdelchen, das gewo'hnlich stromartig gclagert ist und 

durch grauc Flocken getriibt. Zu den Nadclchen gescllen sich seltene zer- 

streutc Quarzkornchcn. Wonn wir die Dttnnsehliffe zwischen Nikols Xd urc h senen > 

zerf&Ut die ganze Substanz des Gesteines in polygonale licbte und dunkle 

Kiirner, welche bei der Drehung des Priiparates die Dunkelheit und das 

Licht wechseln. 

Die ehemische Mikroanalyse crgibt cine ziemliche Menge von. Alkalien 

und zwar yiel von Kaliuni und wenig Natrium. Darnach dttrfte das Gewirr 

der Niidelcben fttr cine Feldspathsubstanz erkliirt werden and zwar fur Kali- 

( ;''',•„,' '^I'.ddspath, und das ganze Gestein fttr einen an Ampbibol armen Syenit. 

(Syenit.' Gang 88 besitzt ein ziemlich vcrwittertos Gestein, das dunkelgrtingrau 

$""£ und sebr femkiirnig ist und im Mikroskop gleiekmassig i'einkijrnig. Es besteht 



99 



liauptsiiclilich aus triiben Feldspathleistchen, welche selten polysynthetisch 
sind, Dcnnoch scheint es aber, dass die Menge des Natronfeldspathes etwas 
grosser ist als die des Kalihiiltigen, derm die Analyse einer verwitterten 
Gesteinsprobe ergab cine gleiche Menge von Kalium und Natrium. Die Zwi- 
schenramue zwischen den Feldspathleistchen werden durch farblose Quarz- 
kornchen und cine griiriliche feinfaserige chloritische und epidotartige Sub- 
stanz ausgeftlllt, welche mitunter noch audi die Formen von Amphibolsaulchen 
besitzt und immer von Magnetitkornchen, seltener von Calcitpartikelchen be- 
gleitet wird. 

Quarz, tier allem nach zumeist primarer Natur ist, tritt in Kornchen 
auf, welche stellenweise in die Feldspathe cindringen, ja sogar wie Einschliisse 
in denselben auftreten. 

Allem nach ist das Gestein des 88. Ganges ein angewitterter syeni- 
tischer Quarzdiorit. Demselben ist ausseriich fast vollkommen ahnlich 
das Gestein des 89. Ganges, dor cca 5 m machtig ist, und cca 30 Schritte 
nordlich von Gauge 88 sich vorfindet. Dieses Gestein wurde nicht untersucht. 

Von dem Gauge 89 gcgen Norden beiindet sich die im Profile IV. 
(Fig. 14) angedcutete Stelle. 

Im Grauwackenschiefer dieses Felsabhanges, der leicht nach dem tiefen 
oben sehr breiten Wasserrisse erkennbar ist, sieht man im oberstou Theile 
des Wasserrissos zwei von N gegen S streichendc und unter einem kleinen 
Winkel gegen einfallende Giinge, die im Abhange fast wagrecht liegen. 
Von diesen ist der untere mit Nro. 90 bezeichnete cca Vj 2 m machtig. 

I in liukeii Theile des Profiles sieht man eine kleine T / 2 m miichtige 
Gangpartie (Nro. 91) und kleine linsenformige parallel mit dem Wasserrisse 
horuntcr gehende Kieselschieferpartien. 

Das Gestein des 91. Ganges ist licht grunlichgrau, sehr feinkoruig und 
besteht — bei einer ziemlich grossen Verwitterung der durchgesehenen 
Eandsttlcke — liauptsiiclilich aus triiben, an vielen Stellen noch polysynthe- 
tischen Feldspathleistchen und aus einem Bindemittel, das von grauen Flocken 
getriibt ist und zumeist noch apolar ersclieiut. Aus den Umwandlungspro- 
dukten von Amphibol sind nur sparliche braunliche und grilnlichgraue faserige 
Uberreste bemerlcbar, hiiuiiger aber sind Calcitpartien, wclclie die bekannten 
Sprlinge charakterisieren. Audi Magnetit und Quarz findet man weim audi 
selii' selten im (jlestein des 91. Ganges. 

Die cliemische Mikroanalyse ergab fast gleich viel Kalium und Natrium 
und so kann man das Gestein mit Rucksicht auf seine Verwitterung zu den 
syenitischeii Dioriten hinzugesellen. 

Audi der tiefere, mit Nro. 90 bezeichnete Gang muss auf Grand des 
Vcrhaltnisses vom Kalium zum Natrium, wie cs durch die Mikroaualyse kon- 
statiert wurde, als ein syenitischer Diorit gedeutet werden. Das Gestein selbst 
ist graugrun und deutlich feinkoruig. In den Diinuschliffen besitzt es cine 
durchwegs krystalline Struktur mit sparlichem, bereits entglastem Bindemittel 
und besteht hauptsachlich aus breiten, zart bestaubten und von Epidot-Nii- 
delchen und Fransen reichlich versehenen Feldspathleisten, zwischen dencn 



E. U. 
Gang 89. 
(Syenit. 
Diorit.) 



R. U. 

Gang ;m. 
(Syenit. 
Diorit.) 



R. II. 

Gang i)i). 

(S\i'nil. 

Diorit.) 



100 



R. II. 
Gegen 
tlber von 



nur selten polysynthctische vorkommen. Stark pleochroitische, braunliche und 
griinlichgraue Amphiboldurchschnitte enthalten parallels schwarze Magnetit- 
streifchen, welche parallel zu dor Flache «f cc gclagort sind. Der Amphibol 
ist hier iiberhaupt von Magnetitkornchen und soinein Verwitterungsprodukte 
dem Limonit begleitot. Aus ihm ist auch die griinc, zart fasorige Chloritsub- 
stanz ontstandcn, welche in Fransen im Priiparate umherliegt. Quarz gibt es 
wenig. 

Sehr intcrossant ist dor Kiosclscliiofer, der den Linson, wolclie sich 
ndrdlicli vom Wasserriss befindon, entnommen wurde.*) 

Dem Aussehen nacli. ist or ganz gewohnlich, schwarzgrau, dicht, von 
weisslichen Aderchen durchdrungen, nicht abcr scliiofrig, sondern aus fust 
Letky. ganz gleichen Quarzkornchen zusammengesetzt. Jedos von dieson Kornelien 
sHuvr'u- ) wii"<l von staubformigcn Gasbkischen umschlossen, welche nur stellonwoise von 
grosseren Dimensionen sind. ' 

Nebstdem kommen in dem Kieselschiefer noeli schwarzliche, an den Ran- 
dern abgerundete Krystiillchcn von quadratischen drei- und sechseckigen 
Durchschnittcn, die dem Magnetit angehoren und mitunter auch lliuifchen 
bilden. Unter dieson Kornern durchscheinen einige grauweiss und orinnern etwas 
an Perowskit. Am mcrkwiirdigstcn sind aber die sehr langon, grauweisson 
oder griinlichcn, inanchcsinal durch Verwitterung auch rostigen Nadelchen 
(S. Taf. I., Fig. 5.), welche zum Theil ein dichtes Gcwirr bilden, zum Theil 
auch in Biischelchen ja auch strahlen- odor stcrnformig gruppicrt sind. Fast jedes 
von den Nadelchen, die eincm eisenhiiltigen Silikate angehoren, ist eigentliob ein 
Complex von etlichen faserigen Individuen und pfiegt am Ende zerfranst 
zu sein. 

Die sehr seltencn einfachon Nadelchen dieses Minerales zeigen stumpf 
pyramidale Endflachen und mohr odor weniger regelmassige Quersprflnge. Re- 
gelmassige Querschnitte dor Nadelchen wurden abcr nicht gefnnden. 

Ilandstiicke vom Kieselschiefer, welche aus tieferen Stellen dos Wasser- 
risses staminten, unterscheiden sich vom vorigon bios dadurch, dass sie eine 
mehr breccienartige Struktur besitzen und bilden den ftbergang zur Grau- 
wacke. Einige Partien davon sind. reicher an grSssere I'.liischen und jone schwarz- 
lichen Korner, welche an Perowskit erinnereu. Nicht selten kommen unter 
den Kornern auch solche vor, welche rothviolett durchscheinen und dem aus 
Magnetit entstandenen Hftmatit angehoren. Die Sternchen, Busehelchen und Pin- 
selchen aus sehr langen mitunter auch yerbogenen Nadeln fehlen auch hier 
nicht. Der Ubergang in die Grauwackenschiei'er, aus welchen die Kiesel- 
schiefer obne Zweifel durch Infiltration der Kieselsiiure entstanden sind, 
bilden hier kleine Fetzenjener feinfaserigen goldiggrauen Substanz, welche regel- 
massig den Hauptbestandtheil zwischen den Kornern der hicsigen Grau- 
wackenschiei'er bildet. 

Die chem. Analyse dieses Kiesclschiefers, welche II. J. Wiesner im La- 



*) Siehe Klvana: Petrographisohe Notizen u. s. w. S. 10 a. IV. 



101 



boratorium des Herrn Prof. Preis am bohm. Polytechnikum ausftlhrfce ergab 

in •/„ : 

Kieselsaure = 97*64 
Thonerde 
Eisenoxyd | 
Kalkerde ) 
Bittererde (— S P uren 
* Gliikverlust = Q-53 
100-52 



= 2-sr 



Einige Schritte gegen Norden, gerade gegenuber der ersten Fabrik von R. U. 
Letky nach Libsic linden wir iiimittcn dines tiefen Wasserrisses den cca x l t m. rDiorit." 
machtigen Gang 92, der senkrecht aufsteigt und ein dichtes weissliches, Syenit.) 



Im Mikroskop sieht man in den Praparaten verwitterte, braun bestaubte 
Feldspatheinschltisse, weiters zahlreiche bis stecknadelkopfgrosse Linsen, 
deren Bander mit concentrischcn Chalcedonschalen ausgelegt sind. Das Innere 
nimmt der an den Spaltungsrichtungen leicht erkenntliche und triibe Calcit ein. 
Die Grundmasse besteht hauptsachlich aus einem Gemenge von grauweissen, 
schwach braunlich bestaubten Nadeln. Neben diesen kann man aber auch eine 
apolare Substanz bemerken, welche reich ist an braunlicb.es Pulver und schwarze 
MagnetitkSrnchen. Nur die wenn audi seltenen Apatitsaulchen treten mit 
ihren scharfen hexagonalen Durcbschnitten aus der verwitterten Grundmasse 
hervor. 

Die chemisclie Mikroanalyse ergab viel mehr Kalium als Natrium und 
darnach ist das Gestein ein dioritischer Syenit. 

Gegenliber dem Garten zwischen der ersten Fabrik und dem Walzhause, 
welches sick bei der LibSicer Eisenbahnstation befindet, gelangen wir zu einer 
nur einige Meter breiten Felsenpartie, welche zwei Eruptivgange u. z. Nr. 93 
u. Nr. 94. enthalt. Der Gang 93 hat ein feinkorniges dunkles Gestein und ist in 
einem ganz dichten lichteren Gesteine (94.) eingeschlossen. Dieses dichte lichtere 
Gestein wiederholt sich weiter gegen Norden u. z. in der Entfernung von nur 
einigen Metern in einigen 1—3 m machtigen Gangen, welche Boficky mit 
Nr, 95 eingezeichnet hat. 

Die beiden Gesteine der Gauge 93 u. 94 so wie des Ganges 95 in 
denen trtlbe Feldspathleistchen das t'Jbergewiclit haben und in denen selten 
ttberieste einer flockigen Basis auftreten, waren gewiss Diorite, denn die Mi- 
kroanalyse ergab bedeutend mehr Natrium als Kalium. Vom Amphibol sind 
aber nur spfirliche faserigo Saulchen zurtlckgeblieben. Zumeist ist der 
Amphibol verwittert u. z. in eine gewohnlich chloritische Substanz, in deren 
Mitte einigemal Kalkspath und sekundarer Quarz sicli vorfanden. 

Ein iilinliches Gestein fiilirt der cca •/< m machtige Gang 96. Sein Ge- 
stein ist diclit, grau odor grunlich und tritt gegeniiber dem siullichsten Ende 
des angeluhrten Walzofens am Fusse eines Felsabhanges auf. 



R. U. 
Gange 98, 

;il ii. 95. 
(Diorite.) 



102 



R. if- Auch dieses Gestein fiilirt nebst sehr reichlicher braungrau bestaubter 

^Diorit.)' °der flockiger Basis und vie] Magnetit noch trtl.be leistenformige Feldspath- 

krystallchen und grtine Ampbibolverwitterungsprodukte d. i. Chlorit und Epi- 

dotsubstanz. Die Mikroanalyse dieses Gesteines ergab Natrium im Ubergewicht 

und etwas Kalium. 

Eine interessante Verschiedenheit der Gesteine bemerkt man in dem 
der Mitte dor WalzMtte gegentiberliegenden Felsenvorsprunge, wo im Grau- 
wackenschiefer drei Eruptivgange (Nr. 97, 98 u. 99) auftreten, die bereits 
durcli ilir Korn sich unterscheiden. 

Auf beiden Seiten dieses Felsenvorsprunges sieht man cin ganz dichtes 

&■ u - Gestein (97) von lichtgrauer Farbe. In diesem ist ein anderes sehr fein- 

CD?arit.)' kUrniges Gestein, das cine dunkelgriine, ins Grauc ziehende Farbe hat (99.) 

und in der Mitte des Felsenvorsprunges steht ein schwarzgrvmes deutlich 

R- U. feinkorniges ja auch kleinkoraiges Gestein (98) an. Das ganz dicnte Gestein 

'(SyL'it'und das feinkoruige stimmen boiliiufig mit don Arton dor Diorito iiberein, welche 

Diorit. yon siidlicheren Stellen angefuhrt wurden und gleichen Habitus besitzen. 

Uber den Gang Nr. 99 ist noch zu bemerken, dass das Gestein nebst 
ftberwiegenden Feldspath noch sehr zahlreiche faserige und grunliche Siiulchen 
und Niidelchen von Amphibol besitzt und dass die Mikroanalyse fast ebon so 
viol Kalium wie Natrium ergab. Natrium war nur wenig im Ubergewicht. 
Und so kann man das Gestein ganz gut als eincn s y e n i t i s c h o n Diorit 
hinstellen. 
R- CT- Kino auffallige Erscheinung ist hier, fast an dor nordlichcn Griinzo des 

(DiaLs.) Silurs der Gang 98, der einen deutlich feinkornigen, ja sogar klciiikornigen 
D i a b a s fiihrt. 

l!oi 100 X Vergrosserung erschcint dieses Gestein als ein Gemenge von 
a / s langcn und breiten zumoist polysynthetisohen Feldspathleisten, die im 
polar. Lichte schon bunt gefiirbt orsclieiuen und von 1 j i Augit. 

Die Augitkorner sind violottgrau, zersprungen, zu Gruppen vereint ; nur 
seiten sind sio grattweiss. In der Mitte bositzon sio oft griine feinfaserige 
chloritische Vorwittorungsprodukto. Der I'loochroismus dos Augitos ist sehr 
schwach. Die Umrandung seiner Korner ist in der Kegel schwarz und besteht aus 
Magnetitkflrnern. Das ttbrige der Gesteinsmasse gehSrt verschiedonen Ver- 
witterungsprodukten z. 15. Partien einer unbestimmbaren fein faserigen Sub- 
Stanz, spathigom zicmlich haufigon Oalcit, dor das Gestein auch in Form von 
Aderclion durchdringt und endlich soltonon farblosen Quarzkornern na, wolche 
ebenfalls sekund&rer Natur sind. 

Die chemischc Mikroanalyse ergab nebst viol Calcium noch Magnesium, 

Eiscn und Natrium. Kalium gab es nur wenig. Darnacli liiitto das Gestein 

1; U. einen triklinen kalkreichen und dem Labradorit nahen Feldspath. 

Gegen- Der ttbrige Theil dos Felsabhanges gegentiber von Letky und Libsic bis 

(l |'!il)sl(" lzu ( ' cr Miislovicor Scliluclit, die gegoniibor dor vom rochtcn Ufor uns bokannton 

(drau- LibSicer Folswand in das Moldauthal einmundet, besteht aus ziemlich m&chtigen 

schiefer") Lagen oinos feinkornigen Grauwackenschiefers, in dem hie und da nicht be- 



103 

senders machtige, fein schiefriege und formlich dichte Einlagen auftreten. Hier 
treten Kieselschieferlinsen wieder ziemlich haufig auf. 

Der feinkornige Grauwackenschiefer dieser Felsgeh&nge enthalt vor 
alleni eine Menge von Quarzkornchen und Fragmenten eines monoklinen 
Feldspathes, nebstdem schwarze, im einfallenden Lichte goldigglanzende Pyrit- 
kflrner. Nebstdem ist in ihm eine apolare und kaolinische Grundmasse, welche 
an Faserchen, Nadelchen und gelbliche oder grttnliche Fetzen reich ist. Die fase- 
rigen und nadelfOrmigeri Gebilde glitzern im polar. Lichte so bunt, dass die 
apolare Beschaffenheit des ftbrigen Theiles fast verschwindot. Nur die fetzen- 
formigen Partien bleiben bei X Nikols und bei Umdrehung des Praparates 
dunkel und strukturlos. Wielleicht sind es Chloritpartien, die parallel mit der 
GnmdfUiche durchgescknitten wurden. Die Nadelchen und die sparlichen griin- 
lichen Saulchen gehoren dem Epidot an. 

Alle diese angeftthrten Verwitterungsprodukte sind fast parallel zwischen 
Quarz und Feldspath eingelegt und dmchdringen audi den letzteren mit ihren 
griinlichen Fransen. Die mineralogische Beschaffenheit des Ganzen wttrde 
andeuten, dass die Schiefer viel von einem zertrtlmmerten Diorittuff enthalten, 
der an Quarz reich war. 



VIII. Die Felswande und die Abhange von der Maslovicer 
Sehlucht bis hinter Chvateruby. 



(S. fig. 15.) 

Wie schon bei der Beschreibuug der LibSicer Felswand angedeutct wurde, 
treten die Gange 24 u. 25 vom linken Moldauufer allem nach auf das rechte 
hinliber und treten bier im Felsabange etwas nordl. von der MAslovicer 
Sehlucht als Gange LOO u. 102 auf, die anfangs den l 1 ,— 4 m machtigen 
Gang 101. einschliessen, der einen dioritischen Quarzsyenit fuhrt*). Wetter 
Ziehen sie sich, begleitet von dem Gange 103, der einem dioritischen Syenit 
angehort und vom Porphyrgange 104. — die beide 1—2 m machtig sind — 
in sanften Biegungen fast wagrecht in dem obersten Theile des Abhanges 
bis su den Giirten bei Dolanek. 

Handstlicke der angeftthrten Gange wurden aus dem Wasserrisse ge- 
nommen, der sich ctwa in der Mitte des Profiles beflndet. Beide Quarzpor- 
phyre des Ganges 100 u. 102 sind sind felsitisch und in der Mikrostruktur 
von einander etwas verschieden. 

Der weisse, grauliche oder gelbliche und dichte Felsophyr des Ganges gJ^Joa 
100, der zu unterst im angeftthrten Wasserrisse vorkommt, enthalt ziemlich (Radio 
viel porphyrisch hervortretende Quarzkornchen. Der Gang selbst ist cca 2 m IJgw- 
miichtig. 



*) Siehe Bofickfs: ttber d. diorit. Quarzsyenit v. Dolanky. Tscherm. Min. Mitth. 
1879. S. 7;j u. ff. 



104 



R. II 
Gang 102 
(Radio 
lithpor 

phyr.) 



I!.. (1. 

Gang ioi 
(Diori 
tischer 
Quarz- 
syeni.) 



Die Grundmasse des Gesteines besteht hauptsachlich aua stemformigen, 
strahlenformigen und unregelmassigen Gruppen von gi'auweissen, langlichen 
Kornchen, rundlichen Saulchen und langen Nadelchen also aus Radiolithen, 
zwischen denen nur seltene Uberrcste einer echten Basis vorkommen. Diese 
Gruppen und Gebilde enthalten vereinzelnte farblose Quarzkorner und sind 
von Feldspathleisten umschlossen odor von ihnen entstellt. Die Feldspath- 
leistchen erscheinen im Mikroskop als Orthoklas entweder in Einzelnindividuen 
odor verzwillingt; polysynthetische Plagioklasleistchen wurden nur wenige 
bemerkt. Im ganzen Gestein 1st cine grttnliche, fein faserige Chlorit- oder 
strahlige Epidotsubstanz ausgebreitet, die schwach pleoehroitisch ist und 
stellenweise auch in Fasern und Aderchen auftritt. 

Dass das Gestein ziemlich verwittert ist, beweisen auch die stark ent- 
wickelten chloritischen und epidotartigen Sekundftrprodukte und die Feldspath- 
leistchen, welche cine kornig faserige Beschaffenheit besitzen, die aber etwas 
feiner ist als die dor Grundmasse. Auch diese Grundmasse ist ebenso wie 
die der Gauge 23 u. 25 aus dcr Libsicer Felswand aus einer glasigen Basis 
entstamlen. 

Die seltenen porphyrisch auftretenden Quarzkorner enthalten Schwarme 
von sehr zarten Poren mit unbeweglichen Bl&schen. 

Dcr Porphyr des Ganges 102, (lessen sp. Gew. = 2-638 ist ziemlich 
Teicli an Feldspath und Quarzeinsprengliegen, die selbst die Grosse eines 
Stecknadelkopfes erreichen. Seine Miichtigkeit ist von 1 — 2 m. 

Die Grundmasse dieses Porphyres ist im Mikroskop sehr feinkornig 
und besteht zumeist aus Quarzkornchen, zwischen denen sich nur Aderchen 
einer glasigen Basis und nicht zahlreiche Feldspathleistchen unterscheiden 
lassen. Nebstdem gibt es aber auch vie! kleine abgerundete oder liinglichc Ea- 
diolithe. Das Ganze wird von einem schwiirzliclien oder briiunlicheii Staube 
getrubt und hie und da auch (lurch kleinere grttnliche nadclformige und fase- 
rige Partien einer Epidotsubstanz. Die radiolithischen Korner und Stabchen 
bilden regclmiissige schmale Ilandzoncn der zumeist scharf begriinzten por- 
phyrischen Quarzkorner und haben dann ihre Strahlen senkrecht oder fast 
senkrecht zu den Quarzrftndern. Nebstdem Iiegen sie auch unregelmftssig in 
der Grundmasse vcrtheilt hcrnm. Die porphyrisch auftretenden Feldspath- 
durchschnitte, die tiberall voll sind eines brftunlichen Staubes, gehoren zumeist 
dem Orthoklas an, in dem nur sehr selten schmale und vielleicht trikline La- 
mellen eingebettet Iiegen. Plagioklase, die aus vielen Lamellen bestehen, gibt 
es wenig, am wenigsten sieht man jene, die mit ihren gitterartig sich durch- 
dringenden Lamellen an Mikroklin erinnern. 

Der graugrttne, stellenweise auch briiunlichc dioritische Qnarzsycnit des 
"cca L x /»— 4 m machtigen Ganges 101, der zwischen den beiden letzt ange- 
fuhrten Gangen auftritt, ist in der besagten Abhandlung lioricky's (Tscherm. 
M. u. P. Mitth. 1879) sehr griindlich beschrieben, gewiss hauptsachlich des- 
halb, weil in dieser Abhandlung ein solches Gestein das erstemal in die Wis- 
senschaft und in die Litteratur eingefuhrt wurde. 

Aus der sehr feinkoraigen Grundmasse dieses Gesteines treten zahlreiche 



105 



weisse Feldspathkryst&llchen von Stecknadelkopfgrosse horvor. Das Gestein 
selbst ist bei aller scheinbarcn Frischc schr verwittert. Wir finden in ibm 
eigentlich keinen nachweisbaren Amphibol, nur cinige Durclisclniittc, die an 
denselben erinnern, aber bereits mit Sekund&rgebilden n&mlich mit Calcit und 
Quarz ausgefttllt sind. Anch die fibrige Substanz, die zumeist den Feldspathen 
angehort, ist verwittert. Die ziemlich breiten Feldspathdurchschnitte erscheinen 
im polar. Liclite regeliniissig gloichfiirbig, seltener, u. z. die schmiileren Indi- 
viduen, sind sie vielfarbig ; am seltensten kommen Feldspathe mit rcchtwinklig 
interponierten Lamellen vor. Aber aucli diese sind iibcrall mit grauweissen 
und zarteren brliunlichen Kornchen (Calcit mid durch linioiiitische Substanz 
briiunlich gefarbten Kaolin) ausgefullt und mitunter audi mit griinliclien fetzen- 
artigen, faserigen und nadeli'orniigen Infiltrationsprodukten von Clilorit und 
Epidot versehen. In vielen Feldspathdurchschnitten kann man freilich am Rande 
einen scliarfen, weniger verwitterten Saum bemerken, woraus hervorgeht, dass 
die Verwitterung von der Krystallmitte ausgieng. Die Umwandlungsprodukte, 
welche die Feldspatlimitte trilb maclien, sind zumeist lftngs der Spaltungs- und 
Zwillingsriclitungen gelagert; bei den mikroklinartigen Schnitten deshalb oft 
in Gitterform. 



N^ 
Q 




•tovioi-ioo. 



I 



rig. 15. Das FelsgeMnge zwischen der Haslovicer Schlueht und den Gftrten 
ron Dol.inky. Das ganze Gehange besteht aus dioritischem Ajapmbolit und in diesem 
iegen die Radiolithporphyrgange 100 und 102, zwischen beiden steht der Gang L01 to, 
(lessen Gestein ein dioritischef Quarzsycmt ist. Am nOrdl. Kndo belindcl, sicli im Ixange 
L08 ein diorit. Syenit und aber demselben (links ohne Summer) der dang- 104, aessen 
Gestein dem des 100. Ganges ahnlich ist. 



Der Quarz, der hier nftchst dem Feldspath an meisten auftritt, kommt 
in klaren, meistentheils unregelmassigen, oft zu Gruppen verbundenen KSrnern 
vor. Regelmassige Durchschnitten an denen die Prismenflachen langer sind als 
die der Pyramide, kommen seltener vor. 

Die Quarzkorner und audi die etwas grauen Calcitkorner, fiillen die 
Zwiselien Winnie zwischen den Feldspathen aus, wahrend dem die blaugriine 
oder gelbliche, ja hie und da audi br&unliche Chloritsubstanz, welche auch 
lli'uil'clien kleiner Korner ontha.lt, in kleineren und griisscren Fetzen zerthcilt 
ist, welche durch faserige Aderdicn gewBhnlich verbunden erscheinen. 

Nebst sekundiirem Magnetit, der von Chloritsubstanz umschlossen wird, 
kann man auch primiiren Magnetit konstatieren u. z. nach den scliarf quadra- 
tischen Umrissen. Nebst seltenen blutrothen Magnetitkornern findet man 



106 

auch grossere quadratische und. hexagonale, am Rande schwarze, im Innern 
braungrau durcascheinende Umrisse, die am clicsten dcm zu Limonit verwit- 
ternden Pyrit angehoren dtirften. 

Endlich enth&lt dieses Gestein auch Apatit, dessen kenntliche, scharf 
begr&nzte Liings- und Querschnitte hie und da auftreten. 

Die chem. Analyse, welche vom II. Plaminek im cheni. Laboratorium 
der II. Prof. Preis am bom. Polytechnikum durchgefllhrt wurde, ergab in "/„. 



Kieselsfture 58*46 

Thonerde 14-38 

Eisenoxyd 3'75 

Eisenoxydul 6*67 

Manganoxydul 0*36 

Kalkerdo 5"24 

Bittererde 1-59 

Kali 3-40 

Natron 1*S3 

Kohlens&ure 8'40 

Wasser 2-Q3 

100-45 



Wenn wir nicht die selir kleinen Mengen von Epidot, Uiiniatit, Limonit 
und vielleicht auch Pyrit beachten und auf Grund des Eisenoxydes die Menge 
von Magnetit berechnen, miisscn wir den Uberschuss von Eisenoxydul dem 
Chlorit hcirechnen, wodui'ch wir die am Eisenoxydul reichste Abart desselben 
bekommen, niimlich den Ripidolith (Mg: Fe = 1 : 2). Auf Grund der 
mikroskopischen Untersuchung und der angefuhrten Anmerkung berechnete 
Moficky" die mineralogische Zusammensetzung dieses dioritischen Syenites in 
foteender Weise : 



107 



DieSeuerstoffverhaitnisse: 









Ortlioklas 


Audcsiii 


a 

a 

be 

a 


+3 

•a 

© 

3 


Kaolin 


& 


w 
in 

a 

o 
a} 

"P 


"/ I 




3 
< 


3 
u 

a 



-0 


Kieselsaure . . . 


81-178 


— 


6-986 


4-116 


1-876 


— 


1-824 


0-872 16-154 


— 


Thonerde .... 


6-7M 


— 


1-784 


1 -089 


0-957 


— 


1-868 


0-578 


— 


1-048 


Eisenoxyd 


1-186 


— 


— 


— 


— 


1-186 


— 


— 


— 


— 


Kisonoxydul . . . 


0-488 


— 


— 


— 


— 


0-876 


1-107 


— 


— 


— 


Manganoxydul . . 


0-081 












0-081 


— 


— 


— 


Kalkerde .... 


L-497 


L-178 


— 


— 


0-810 


— 


— 


— 


— 


— 


Bittererde . . . 


0-686 


— 


— 


— 


— 


— 


0-686 


— 


— 


— 




0-848 


— 


— 


0-848 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


Kali 


0-578 


— 


0-578 
















Kohlensaure . . 


8-856 


8-851 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


Wasser 


1-804 












1-868 


0-486 







Die Verhaitnisse der Minerale: 





/o 


O 


in 

a 

3 

o 
-a 

6 


Audcsin 


a> 

a 


o 

3 
o 

3-420 


jj 

3 


U 

a 

P 


in 

:/> 

o 


3 

5| 


3 
o 
< 


Kieselsaure . . . 


58-458 


— 


13-005 


7-717 


2-392 


— 


1-038 


30-889 


— 


Thonerde . . . . 


L4-880 


— 


4-714 


8*80 1 


2-050 


— 


8-980 


1-238 


— 


8-844 


Eisenoxyd . . . 


.'1-750 


— 


— 


— 


— 


3-750 


— 


— 


— 


— 


Eisenoxydul . . . 


6-668 


— 


— 


— 


— 


1-687 


4-981 


— 


— 


— 


Manganoxydul 


0-860 


— 


— 


— 


— 


— 


0-860 


— 


— 


— 


Kalkerde .... 


5-889 


4-132 


— 


— 


1-116 


— 


— 


— 


— 


— 


Bittererde . . . 


1 -590 


— 


— 


— 


— 


— 


L-590 


— 


— 


— 


Natron 


L-880 


— 


— 


1 -330 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


Kali 


8-400 


— 


3-400 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


■ — 


Kohlensaure . . 


8-840 


8-840 — 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


— 


Wasser 


8-080 


_ _ 


— , 


_ 


— 


L-589 


0-491 


— 


— 


Summa . . 


100-448 


7-303 


20-110 


11-815 


5-558 


5-437 


14-820 


8-86 1 


80-889 


2-244 



108 



R. U. 
Gang LOS 

(Syeniti 

seller 

Diorit.) 



E. U. 

Gang nil 

(Felso- 

phyr.) 

E. U. 

Gegen 

Dolanky, 

(Diorit. 

Amphi 
ho I it.) 



E. II. 

Gang 105. 

! Verwitt. 

Gestein.) 



R. li. 

Ndl'lll. v, 
DohiiiKv. 

(Gran 

wacken- 

schiefer.) 



Darnach besteht der dioritische Quarzsyonit des Ganges 101 aus .'SO /,, 
Quarz, 20% Orthoklas, L7°/ Kalknatronfeldpath, L5°/ chlorit. Substanz, 
77,% Calcit, 5%%, Magnetit und :V/ 2 % Kaolin. Von diesem letzteren wird 
in Anbetracht des Uberscbusses dor Thonerde in der Wirklichkeit gewiss 
inolir vorhanden sein. 

In den Dtlnnschliffen des dioritischen Syenites aus dem Gauge 103, zu 
! welchen Ilandstiicke aus dem nordlichen Ende des Abhanges, unweit der 
GSrten von Dolanek entnomraen wurden, konnte man noch tlberreste von 
Amphibol vorfinden u. z. in Form von sehr langen und schmalen, faserigen 
braungelben und grunlicheh Saulchen. Einige porphyrisch auftretende Feld- 
spathdurchschnitto zeigen in den Randstreifen tune schone Schale.nstruktur 
aus dunkleren, gekornelten und wieder farblosen Zonen, wahrend dem das 
Innere mitunter ein fremdes Mikrolithgemenge enthalt, das dem dioritischen 
Amphibolite des Abhanges fthnlich 1st. 

Der Gang 104, der im nordlichen Ende des Felsabhanges sich belindot, 
enthiilt einen graulichen und gelblicheu Eelsophyr, der mit dem Gestein des 
Ganges 100 ganz iibereinstimmt. 

Der dioritische Amphibolit, in dem alio angeftthrten Giinge auftreten, 
hat am siidlicheu Ende des Abhanges ganz dieselbe mikroskopische Beschaffen- 
heit wie jener am gegenuberliegenden Ufer in der LibSicer Felswand zwischen 
den beiden Asten des Gauges 24, was wieder fur einen Beweis gelten kann, 
da,ss die Hypothese von dem Zusammeuliiingon beider Moldauufer vor der 
Bildung des Flussbettes richtig ist. 

Der weiterc Abhang des Moldauthales bei Dolanky ist viol sanl'ter und 
wird vom l.'asen bedeckt. Er scheint wieder aus Grauwaokenscliiofern /n 
bestehen, die dem Uutcrsilur angehoren und enthiilt nordlicli von Dolanky 
brim Ende des Dories einen cca >/ 4 m miichtigen steil stelienden Gang, 
(lessen Gestein riithlich und stark verwittert ist und der mit Nro 105 — in 
das Kartchen irrthiimlicher Weise mit Nro L04 — eingezeichnet wurde. Dieses 
stark verwittcrtc Gestein konnte weder mikroskopisch noch chemisch bestimmt 
werden. 

Weiter gegen Norden n. z. zum Zlonfiicer Thale besteht der Abhang 
wieder aus dioritischem Amphibolite, der hier eine m&chti'ge Decke bildet 

und mit dem man unter den Schiefern des Untersilur als mit einer strati- 
grafisch wichtigen Gesteinsart rechncn muss. 

Im Steinbruchc zwischen Dolanky und dem Ausgange des Zloncicer Thales, 
gerade gegentlber von Dolan kann man bemerken, dass thv Grauwacken- 
schiefer im Kontakte mit dem dioritischen Amphibolit seine Scheiferstruktur 
ganz vorlici-L fester und heller wird, wahrend die tieferen Sohichten, wo das 
Gestein dunkler ist und (im Ganzen) horizontal schiefrig ist, vvellig ge- 
bogen sind. 

An diesen Stellen inachcn sich Kieselschiefereinlagen, die auf beiden 
Seiten ausbeissen, bemerkbar. Aus der Verbiegung der Schichten kann man 



109 



urtheilen, dass diesselben, als sie von dor Nordseite aus vom dioritisehen 
Amphibolit gedrflckt wurden, noch mehr odor weniger woich, plastisch waren. 

Der dichte schwarzgraue Grauwackcnseliiefcr aus dem angofiilirton 
Steinbruche zeigt im Mikroskop ein sehr feinkSrniges Gemenge, das dem 
grossten Theile nach aus kaolinischer, zwischen X Nikols dunkel bleibender 
Substanz besteht, in dor griinliche kurze Niidelohen Fetzen mid Fransen dor 
Chloritsubstanz sich befinden. In dieser sind wieder sehr zahlreiche Quarz- 
korner, schwarze Ko'rnchen hauptsachlioh dem Pyrit angehflrend, und seltene 
grobere CalcitkSrner. Pyrit ist einerseits durch seine goldigschimmernde 
Fiirbung im einfallenden Lichtc kenntlich, theils durch die Reaktion fmit 
Chlorbaryum in der mit Soda, und Salpeter aufgeschlossenen Gesteinsprobe. 
Bei dor Untersuchung dor aufgeschlossenen Gesteinsmasse zeigte sich audi 
(mho deutliche Reaktion auf Mangan. Feldspathfragmente, die, wie wir gesehen 
baben, in anderen Schiefern oft reichlich vorhandon sind, wurden in dicsem 
Scliiefor nicht vorgefunden. 

Die Schieferstruktur des Gestoinos tritt uatiirlich in den Diinnschliffen 
mir sehr schwach horvor und wird houptsachlich von don sclnnalen parallelen 
Streifchen bedingt, welche dor Hauptsachc nacli aus Kaolinsubstanz bestehen 
und weniger Quarz- und. Pyritkornchen enthalten, als die benachbarton 
Streifen. 

Dor Kieselschiefer, der in don Schiefern abwocliselnd schwarze dichte 
Lagen bildet, zeigt bei 100 X Vergr. Streifen und Strienien von sehr zarten 
abgernndeten Kornern und Stiiubchon, unter doneii viole als rundliche Oder 
langliche Gasblaschen sich erkennen lassen; zwischen ihnon sind cbenso grosso, 
dicht geluiuftc durchscheinende Quarzkorner erkennbar. Mit diesen dunkleren 
Streifen wecliseln Zonon von groberen fast klaren Quarzkornern ab. 

Wird ein Splitter dieses Kioselschicfers auf Platinblech gegliiht, entfarbt 
er sich zum grossten Theile mid das sehr schnell in eben derselben Weise 
Wie andere Kicselscliioferprobon und wird lichtascligraii. Das ausgogliihto 
Stiicken eines Biinnscbliffes zeigt im Mikroskop, dass es durchwegs aus Quarz- 
kornern besteht, zn denen sich nur spftrlich farblose odor nur etwas griinliche 
odor gelbliche Fetzen und kurze Nadelchen gesellen, dafiir aber unzahlige, 
dicht godriuigte abgorundete odor liingliclio Gasporen odor seltene schwarze 
und undurchsichtigo Kohlenpartikelchen, welche in der mittleren inneren Lage 
des gegliihten Dttnnschliffes intakt geblieben sind. Mitunter kommen audi 
br&unliche Limonitflecken vor, die aus Magnetit odor Pyrit durch das Gluhen 
entstandon sind. 

Aus allem doni kann man schliesson, dass die Fiirbung dos Kieselsohio- 
fors bauptsiichlich von Gasporon, die in sehr kloinon Quarzkornchen ent- 
halten sind, und weiters von kohligor odor besser gesagt graph itischer 
Substanz bedingt wird. 

Der dioritische Amphibolit, vvolchor von Kalk- und Quarzadern stark 
durchdrungon ist und don ganzen felsigen Abhang von Chvaterub bis zum 



R. U. 
Nnnll v. 
DoMnky. 
(Kiesel- 
schiefer.) 



i waiiiM— ■ i iiii nswaMMMfffffffljHHffijff 



.10 



Ausgange des Zlonfiicer Thales zusammensetzt und sehr kleine Schieferpartien 
einschliesst, ist von lichter Farbe und besitzt ein sehr feines Korn. 

Bei 100 X Vergrosserung ist er durchwegs krystallin, und besteht haupt- 
sachlich aus buschelfSrmigen, strahligen odor auch stromformigen Aggregaten, 
welche aus weissgrauen Oder scbwach griiulich gcf'iirbton, deutlich pleochroi- 
tischen faserigen Saulchen, Niidelchen und Fetzen bestehen, weiters entliiilt er 
zahlreiche Quarzkornchen und eine farblose durch Aggregatpolaraation sich 
auszeichnende Substanz, die noch leistenformige Umrisse zeigt und endlich 
schwarze kleine Pyrit- und Magnetitkornchen, durch deren Verwitterung 
flockige Limonitadorchen iin Gcsteine bowirkt werden. 

Ndrdlich von Chvateruby in einem steinigen Hohlwege, der nach Kozlomln 
flihrt, bcsitzt der dioritischc Amphibolit ein verhiiltnissmassig groberes Korn 
und wird deutlich feinkornig. Diese feinkornige Struktur und der etwas ver- 
schiedene Habitus, der durch "Verwitterung bewirkt wurde, war Ursache, dass 
Boficky* in das K&rtchen den Gang 105. (eigentlich 106.) nordlich von Chva- 
terub cinzeichuen liess, der in dor Wirklichkeit spater nicht vorgefunden 
werden konntc. 

In den Diinnschliffon des angefuhrten, stark verwitterten feinkSrnigen 
Amphibolites, die von boiden Seiten des Hohlwogcs genoniraen wurden, sieht 
man bios fragmentiire breite, durch sehr zahlreiche parallels Spaltuhgsrisse 
ausgezeichnete, stellenweise audi faserige Amphiboldurchschnitte, welche 
grunlich oder schwach briiunlich gefftrbt erscheinen und schwachen (blaugrun- 
briiunlich) Pleochrolsmus besitzen. Itn polarisiortcn Lichte zeigon dio Amphi- 
bole ein ziemlich buntes Farbenspiel. Sie nehmen 3 /r, — '% der ganzen Masse 
ein. Zwischen ihnen sieht man Aggregate von klarcn Quarzkornchen, Calcit, 
Feldspathttberresten, welche durch das grlinliche Chloritmineral verbunden 
sind und nur an einigen Stellen die Umrisse ehemaliger Feldspathleisten ver- 
rathen. Sic; werden gcwohnlich von Aggregaten schwftrzlicher Korner begleitet, 
die hauptsiichlich dem Pyrit angehoren und von grauen oder braunlicheii 
triiben Kaolinflocken. 

Im Ganzen macht dieser Amphibolit don Eindruck einer Tuffmasse und 
in Anbetraclit seiner ziemlich grossen Verwitterung ist wirklich auffallend 
das frische Aussehen der Amphiboldurchschnitte, welches aber seinen Grund 
in der faserigen Umwandlung der Amphibolsubstanz in Epidot und Chlorit hat. 

Dieses AmpbJbolit-Gestein schliesst das rechte Moldauufer gegenuber 
von Eralup ab und mit der Beschreibung dcsselben ist diose bescheidene 
Arbeit zu ihrem Ende gokommen. 

Gewiss ist diese Publikation, welche die petrographische Beschaffenheit 
der Moldauufer zwischen Prag und Kralup schihlcrt, nicht erschopfend und 
fehlerfrei, sie wird aber wolil doch in irgend welchem Masse zur Kenntniss 
der petrographischen Verhiiltnisse der Umgebung von Prag beitragen. 

Geologische Schlttsse von grosserem Belang konnen und wollen wir 
aus den ebon gelieferten petrographischen Daten nicht Ziehen, weil erstens 
das weitere sehr interessantc Moldautlial zwischen Prag, eigentlich zwischen 



Ill 

Konigsaal mid Stochovic noch nicht untersucht wurde, welches ebenfalls in 
die unteren Silurschichten eingefurcht ist mid viele Eruptivgange besitzt*) 
und zweitens weil wir wirklich zweifeln, ob es moglich und gerathen sci, 
die Eruptivgiinge des Moldauthales so unbedingt mid intensiv zur Ziehung 
der geologischen Schlttsse in dem Masse zu bentitzen, wie man frllher es 
tlimi zu miisscn geglaubt hat. 



*) Siehe „die Porphyrgesteine" Borickfs S. 124 und 128, wo aber in denKartchen, 
welche ebenfalls der ScnPeiber dieser Zeilen gezeichnet hat, noeli nicht alio Gange ein- 
gezeichnet sind, was bei den spateren Durchmusterungen dieser romantiscben Flussfurcbe 
durch denselben konstatiert wurde. Audi dieses sttdliche Moldauthal ist ein sehr anzie- 
hendes Objekt fur den Petrographen, um so anziehender, als in demselben die VerscMe- 
denhelt der Eruptivgange viel manigfaltiger ist, als iro nOrdlichen. 



teg?- ■>).-)'' 



■■■■■■■■■■■■■■■■I 













L lS.lOO 



Fig. 16. P;ts Kftrtehen <l<r Eruptlvgesteine, welehe[ linden Moldauufern zwischen 
Frag una Lctky auftreten. (Siehe Fig. l, 2, 7, 8, 9, to, 11, 12, L8.) 



Zdawcti' 




Fig. 17. Das Kartchen der Eruptivgesteine, welche in den Moldauufern zwischen 
Letky und Kralnp auftreten. (Siehe Fig. 8, 5, 6, 14, 15.) 



■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■I 



Erklarung zur Tafel mit den mikroskopischen DiinnscMiffen. 



8. 



7. 



(Tergr. lOO X)- 



Glimmerpikrophyr aus der Libsicer Felswand (L. U. Gang 26.)- Aus 
der Grundmasse treten am deutlichsten Augitindividuen (au.) horvor. 
In der Mitte der Zeichmmg ist ein typischer, schimer Durchschnitt 
dieses Minerales. Weiters sieht man Biotit (b), dessen basale Schnitte 
hexagonal und dunkel, die mit der Hauptaclise parallelen aber leiston- 
formig und verschiedenartig lichtbraun erscheinen. Olivin (ol.) ist zumeist 
in Chlorit umwandelt und kommt in unregelmiissigen Korncrn vor. Die 
schwarzen Quadrate und Korner sind Magnetit; oben rechts sieht man 
auch einen hexagonalen Apatitquerschnitt (a.) 

Olivindiabas aus dem Gehihngc gegeniiber Roetdk (R. U. Gang 36.)- Ein 
ziemlich gleichmassiges Gemenge von Plagioklasleistchcn (pi.), grau- 
brauner, zersprungener AugitkOrner (au.) und grtiner Verwitterungspro- 
clukte des Olivins, niimlich Chlorit (eld) und Serpentin (s.), in dem 
stellenweise auch Dolomitpaitien (d) auftreten. 

Diabas aus demselben GeMnge (R. U. Gang 65). Enthiilt in der Grund- 
masse Augitkrystalle (au.), Plagioklasleistchen (pi.), das cldoritisch-serpen- 
tinische Verwittcrungsprodukt (ch.). Pyrit (p.) tritt mitunter auf, oft 
aber schon verwittert. 

Porphyrischer Augitsyenit aus demselben G change (R. U. Gang 61.). 
Ein gleichformiges Gemenge von Orthoklaskrystallen (o.), die im Inneren 
trub am Rande klar sind, von Augit (au.) und scinem Umwandlungs- 
produkte Chlorit (ch.). Schwarzer Magnetit, Plagioklas (pi.) und Quarz 
(k.) fehlen auch nicht. Die grossen (bis 4 mm) porphyrischen Feld- 
spathe sind nicht in der Zeiclmung. 

Kieselschiefer gegeniiber von Letky (R. U.). In der klaren Quarzmasse 
sieht man sternformige Gebilde eines Eisonsilikates und schwarze Streifen 
von Magnetit und staubformigen Gasporen. 

Bilurische GrauwacJce von Podbaba (L. U.). Enthiilt lichtere aber ctwas 
getriibte, stellenweise geriefte Feldspatlikiirner, klare Quarzc (K.), einen 
schwarzen Pyritschnitt und flockige Grundmasse. 

Radiolithischer Quarsporpliyr aus dem Gehiinge gegeniiber von Rodok 
(R. U. Gang 28.). Im polar. Lichte. Auffftllig sind die Radiolithc welche 
strahlig polarisieren. Der mittlere liingliche Radiolith lagert sich um 
ein Feldspathleistchen ; Quarzkornchen (K.) kommen auch vor. 
Pine felsitische Stelle des felsitiscli-radiol. Porphyres aus demselben 
GeMnge (R. U. Gang 31. b). Im polar. Lichte. Ailcs besteht aus feinen, 
schwach bliiulich und dunkel polarisierendcn felsitischen Quarzkornchen. 
Sehr selten kommen Feldspathleistchen vor. In der ganzen Masse liegen 
zerstreute rostige Limonitpartien herum. 




^kroskopische Diimiscliliffe elniger Gesteinsarten aus dem Moldautlialc zwischcn Prag unci Kralup. 



55 W E I T E R, BAND. 

Zweiter Theil. 

III. Botanische Abtlieilung. Dieselbe enthalt: 

Prodromus der Flora von Bohmen von Prof. Dr. Ladislav Celakovsky (II. Theil 
(Vergriffen.) Preis n - 2fi0 

IV. Zoologische Abtheilung. Dieselbe enthalt: 

a) Prof. t)r. Ant. Fric: Die Wirbelthiere Bohmens. 

h) „ „ „ Die Flussfischerei in Bohmen. 

c) „ „ » Die Krustenthiere Bohmens. Preis fl. 3 — 

V. Chemische Abtheilung. 

Prof. Dr. Em. Boficky: Uber die Verbreitung des Kali und der Phosphorsaure 

in den Gesteinen Bohmens. Preis • • • J»0 kr - 

Preis der ganzen zweiten Hiilfte des zweiten Bandes (III., IV. u. V. Abth. zusammen) geb. fl. 5 — 

DniTTEH BAND. 

I. Topographische Abtheilung. , . 
Verzcichniss der in den J. 1877—1879 vom k. k. mil.-geogr. Institut trigonometrisch 

bestimmten Ilohen von Bohmen herausgegeben von Prof Dr. Karl Kofistka und 
Major 11. Daublebsky von Stern eck . . .. ...-. A- 1*80 

II. Geologische Abtheilung. 

I. Heft. Petrographische Studien an den Ph onolithges tcinen Bohmens von 

Prof. Dr. Km. Boficky. Preis . . . fl. I"— 

II. Heft. Petrographische Studien an den M elaphyrgesteinen Bohmens von 
Prof. Dr. Em. Boficky. Preis . . . • . ■ • • • ■ • • • A- I'- 
ll! Heft. Die Geologie des bohmischen Erzgebirges (I. Iheil) von Brol. Dr. 
Gustav Laube. Preis "• *''~ 

III. Botanische Abtheilung. 

Prodromus der Flora von Bohmen von Prof. Dr. Ladislav Celakovsky. (III. Theil 
Schluss.) Preis .... ■ • "• i ' 40 

IV. Zoologische Abtheilung. 

I Heft. Die Myriopoden Behmens von F. V. Rosicky. Preis «0 kr. 

II. Heft. Die Cladoceren Bohmens von Bohuslav Helhch. Preis fl. I'M) 

V. Chemisch-petrologische Abtheilung. 

Elemente einer neuen chemisch-m ikroskopischen Mineral- und Gesteinsanalyse 
von Prof. Dr. Boficky. Preis . • fl - l'*0 

V I E R, T E R 13 A N E>. 

No. 1. Studien im Gebiete der b6hmischen Kre ideformation. Die Weissen- 

berger und Malnitzer Schichten von Dr. Anton Fric. Preis ..... fl. A'— 
No. 2. Erlauterunge.i zur geologischen Karte der Umgebungen von Frag von 

.1. Kreici und R. Ilelmhacker ,•,■.■,••*■,••, , " 

No. 8 Prodromus der Flora von Bohmen von Prof. Dr. Ladislav Celakovsky. 

(IV. Theil.) Nachtrage bis 1.880. Verzeichniss und Register . fl. i40 

No. 4. Petrologisehc Studien an den Porphyrgesteinen Bohmens von Prof. Dr. 

Em. Boficky und Jos. Klvana . • • • • - ■•:•••• • "\ x , , 

No. 5. Flora des Flussgebietes der Cidlina und Mrdlina von Prof. Ed. Pospicnal 

No. G. Der Hangendflotszug im Seklan-Rakonitzer Steinkohlenbecken von Carl 
Feistmantel "' 

F XJ N F T E 13. BAND. 

ebirges (Zeleznc 
men von J. Krej 

mation. III. Die 
schichten. Von Dr. Anton Fric. fl - 3 ' 





* 



SECHSTER BAND. 

No. 1. Dber die Torfmoore Bohmens in naturwisaenschaftlicher und national- 
okonomischer Beziehung mit Berucksichtigung der Moore der Nachbar- 
lander. Von Dr. Fr. Sitensky. I. Abth. Naturwisseuschaftlicher Tbeil. . . . fl. 2'80 

No. 2. Die Stisswasserbryozoen Bohmens. Von Josef Kafka 11. 1/20 

No. 8. Grundziige einer Hyetographie des KOnigreiche s Bohmen. Von Dr. F. J. 
Studnicka 11 I'M 

No. 4. Geologie des bohmischen Erzgebirges. II. Theil. Von Dr. Gustav C. Laube. 

11. 250 

No. 6. Untersuchungen uber die E'auna der Gewasser Bohmens. I. Metamorphose 
der Trichopteren. I. Serie. Von Fr. Klapalek fl. T20 

No. 6. Prodromus der Algenflora von Bohmen. I. Th. Forts. Von Prof. Dr. Anton 
H a n s g i r g 11. 8" — 



SIEBENTEB BAND. 

DieFlechten der Umgebung von Deutschbrod von Jos. Novak. . .11. 1.— 
Studien im Gebiete der bohmischen Kreideformation. IV. Die Teplitzer. 

Schichten. Von Prof. Dr. Ant. Fric fl. 3 — 

No. 3. Uber die chemische Zusammensetzung verschiedener Ackererden und 
Gesteine Bohmen' a und uber ihren agronomiachen Werth. Von Dr. Jos. 

Ilanamann 11. 2 - — 

Die tertiaren Land- und Susswasser-Conchylien dea nordw. Bohmen von 

Gottlieb Klika fl. 240 

Die Myxomyceten Bohmens von Dr. Lad. Celakovsky (Sohn) 11. 1'20 

Geologische Karte von Bohmen. Section VI. Entworfen von Prof. Job. Kre.jci. 
Mit Erlauterung von Prof. Dr. A. Fric. Preia fl. 220 



No. 1. 
No. 2. 



No. 4. 

No. 5. 
No. 6. 



A O II T E R BAND. 

No. 1. Ubersicht der Thatigkeit der naturw. Landesdurchforschung v. J. 18(i4 

bis 1890 von Prof. Dr. K. Kofistka fl. — 30 

No. 2. Untersuchungen der Fauna d. bbhm. Gewasser. II. Fauna d. bohm. Teiche 

von Jos. Kafka fl. 1-20 

No. 8. Monographie der Ostracoden Bohmens. Von Wenzel Vavra . . . fl. 200 
No. 4. Prodromus der Algenflora von Bohmen. Zweiter Theil. Von Prof. Dr. Anton 

Hansgirg , fl. 3 - — 

No. 5. Recente und fossile Nagethiere Bohmens. Verfasst von Josef Kafka. 11. 2.20 
No. 6. Untersuchungen uber die Fauna der Gewasser Bohmens. I. Metamorphose 

der Trichopteren. II. Serie. Von Prof. Fr. Klapalek fl. P80 

N E U N T E R BAND. 

No. 1. Studien im Gebiete der bohmischen Kreideformation. V. Priesener 

Schichten. Von Prof. Dr. Ant. Frio fl. 8'— 

No. 2. Untersuchungen ilber die Fauna der Gewasser Bohmen a. IV. DieThierwelt 

des Unterpocernitzer und Gatterachlager Teiches als Reaultat der Ar- 

beiten an der iibertragbaren zoologischen Station. Verfasst von Prof. Dr. 

Ant. Fric und Dr. V. Vavra 11. 8'-r 

No. 3. Das Moldauthal zwiachen Prag und Kralup. Eine petrograph. Studio von Josef 

Klvaiia fl. 1.50. 

No. 4. Die chemische Bescha ffenheit der fliessen den Gewasser Bohmens. I. Theil. 

Hydrochemie des Egerflusses. Von Dr. Jos. Hanamann fl. 1*50 

No. G. Geologische Karte von Bohmen. Section III. Entworfen von Prof. Dr. Ant. Fric 

und Prof. Gustav C. Laube fl. 2-50 

Z E H N T E B, BAND. 

No. 1. Geologische Karte von Bohmen. Section II. Entworfen von Prof. Dr. Ant. Fric 
und Prof. Dr. Gustav C. Laube fl. 2 - 80 



Oruck von Dr. Ed. Gregr in Prag 1S90. — Selbstvurlag. 



MUS. COMP. ZOOL. 



S- 




DAS ARC HIV 

fur die 

naturwissenschaftliche Landesdurchforschung von Bohmen 

I. bis V. Band : Redaktion von Prof. Dr. K. Kofistka und Prof. J. Krejcf, 
VI. Band u. s. w. : Redaktion von Prof. Dr. K. Kofistka und Prof. Dr. A. Fric, 

enthalt folgende Arbeiten : 

E R S T E R BAND. 

I. Die Arbeiten der topograpbischen Abtheilung und zwar: 

a) Das Terrain und die IT 6b e n v e r h altni s s e des Mittelgebirges und des 
Sandsteingebirges im nordlichen Bohmen von Prof. Dr. Karl Kofistka. 

b) Erste Serie gemessener Hohenpunkte in Bobmen (Sect.-Blatt II.) von Prof. 
Dr. Kofistka. 

c) Hoh ensobichtenkarte, Section II., von Prof. Dr. Kofistka. Preis fl. 4" — 
Preis der Karte app fl. 1*60 

II. Die Arbeiten der geologiscben Abtheilung. Dieselbe enthalt: 

a) Vorbemerkungen oder allgemeine geologische Verhaltnisse des nord- 
lichen Bohmen von Prof. Johann Krejci. 

b) Studien im Gebiete der bohm. Kreideformation von Prof. J. Kre.ici. 

c) Palaontologische Untersuchungen der einzelnen Schicbten der bohm. 
Kreideformation u. s. w. von Dr. Anton Fric. 

d) DieSteinkohlenbecken von Radnic, vomlluttenmeisterKarlFeistmantel. 
Preis fl. 4-50 

DH. Die Arbeiten der botaniscben Abtheilung. Dieselbe enthalt: 
Prodromus der Flora von Bobmen von Dr. Ladislav Celakovsky. (I. Tbeil.) 
Preis fl. 1-— 

IV. Zoologische Abtheilung. Dieselbe entbalt: 

a) Verzeichniss der Kafer Bohmens vom Conservator Em. Lokaj. 

b) Monographie der Land- und Susswassermollusken Bohmens vom Assi- 
stenten Alfred Slavik. 

c) Verzeichniss der Spinnen des nordlichen BOhmen v o m R e al-L ehrer 
Emanuel Bart a. Preis fl. 2' — 



V. Chemische Abtheilung. Dieselbe enthalt: 
Analytische Untersuchungen von Prof. Dr. Hoffmann. 
Preis des ganzen I. Bandes (Abtb. I. bis V.) geb 



Preis 



. 25 kr. 
. fl. 9-— 



>5WEI r rER, BAND. 

Erster Theil. 

I. Die Arbeiten der topograpbischen Abtheilung und zwar: 

aJDas Terrain und die HShenverhaltnisse des Iser- und des Riesen- 
gebirges und seiner sudlichen und ostlichen Vorlagen von Prof. Dr. Karl 
Kofistka. 

b) Zweite Serie gemessener Hohenpunkte in Bohmen (Sect.-Blatt III.) von Prof. 
Dr. Kofistka. 

c) Hoh en s chichtenkarte, Section III., von Prof. Dr. Kofistka. 

d) Hohenschichtenkarte des Riesengebirges von Prof. Dr. Kofistka Preis 
dieser Abtheilung fl. 4-50 

II. Die Arbeiten der geologiscben Abtheilung. I. Theil enthalt: 

a) Prof. Dr. Ant. Fric: Fauna der S teinkohlenf ormation Bohmens. 

b) Karl Feistmantel: Die Steinkohlenbecken bei Klein-Pf ilep, Lisek, Stilec, 
Holoubkow, Mireschau und Letkow. 

c) Jos. Vala und R. Helmhacker: Das Eisensteinvorkommen in der Gegend 
von Prag und Beraun. 

d) R. Helmhacker: Geognostische Beschreibung eines Theiles der Gegend 
zwischen Beneschau und der Sazava. Preis . . . fl. 4" — 



Die chemisclie 




l tier Hi 






I. Theil. 



Hydrochemie des Egerflusses. 



Dr. JOS. HANAMANN, 

Vor.tehei del agrloulturot-ml.oh.il ▼.tiuehiit.tlon I.obo.ltz. 



ARCfflV DER NATURWISSENSCHAFTLICHEN LANDESDURCHFORSCHUNG VON BOHMEN. 

(IX, Band, Nro. 4.) 



P R A G. 

DRUCK VON Dr. EDV. GREGR. - KOMMISSIONS-VERLAG VON FR. RLVNAc. 

1894. 



Die ursprttngliche Absicht, dem Texte oinige Orientieriuigskftrtchen beizugeben, konnte nicht 
ausgeftthrt werden. Der geehrte Leser wolle sioh, wenn noting, einer beliebigen geologischen 

JCarto von BOhmen bedienen. 



Einleitung. 



Wissenscbaftlicben deist and wissenscbaftlicbe Erfolge kann man unserer 
Zc.it, debt absprechen und so debnt sicb unaufbaltsam das weite Gebiet der menscb- 
lichen Erkenntnis in der Erforscbung des Waltens der Natur in ibrer bewunde- 
rungswtirdigen und grossartigen Werkstatte aus. Die Cbemie, welclie auf ver- 
scbiedenen Gebieten menscblicber Tbatigkeit so gewaltige Entdeckungen zu Tage 
gefordert hat, wendet ibre Blicke erfreulicher Weise audi der Erforsclmng derje- 
nigen Verbaltnisse zu, welcbe die Wasser verscbiedener Bescbaffenbeit darbieten. 

Zwar feblt es gegenwartig nicbt an Analysen einzelner Quellen und Fltisse, 
■•liter mil- sebr wenige Dntersucbungen existiren, welebe izns ein abgeseblossenes 
Bild der Veranderungen fliessender Gewasser in den verscbiedenen Tbeilen ihres 
Laufes und der cbemiscban Bescbaffenbeit ibrer Zufliisse in der Art liefern wiirden, 
dass wir tiber das ganze Quellengebiet eines Flusses systematisch onterricbtet 
wiirden und dass derartige Untersucbungen mit den erforsebten geologiscben Grund- 
lagen in Verbindung gebracbt, ttberhaupt alle jene Factoren mitberticksicbtigt wiirden. 
welcbe nicbt nur den grosseren oder geringeren Wasserreicbtbum des in Betracbt 
kommenden Flussgebietes und die relative Vertbeilung des fliesseudeii Wassers 
bedingen, sondern aucb die Bescbaffenbeit, Menge und Vertbeilung der aufgelosten 
und transportirten Stoffe in den verscbiedenen weitverzweigten Adersystemen eines 
Flusses und selbst die Scbwankungen, die sicb in der Menge der einzchien Bestand- 
theile zeigen, liefern mocbten. 

Urn die bydrograpbiscben und bydrochemisclien Verbiiltnissc eines Landcs 
ricbtig beurtbeilen zu konnen, muss man vorztiglich die vertioale, wie borizontale 
Gliederung des Bodens, die geologiscbe Bescbaffenbeit mid Bedeckung desselben, 
die klimatiscbeil Factoren, besondcrs die Niederscblagsmenge und die pbysikaliscb- 
chemisebe Bescbaffenbeit der Gewasser und der Gesteiue, welcbe dieselben durcb- 
ftiosscti, naber kennen. 

Bei der wicbtigen Rolle, welcbe das Wasser in alien drei Aggregatszu- 
standen bei der Umgestaltung der festen Erdrinde spielt, sei es durch mecbaniscbe 
Zerstorung und Zerreibung der Gesteine, sei es durch cbemiscbe Zersetzung, Auf- 
iosung und Fortfiibrung einzelner Bestandtbeile derselben, bei (k;r bedeutsamen 
Tbatigkeit, welcbe diesem leicht beweglichen Element als destructives und tivel- 

i 



Lirendes Agens der fcsten Erdkruste eigen 1st, konnen chemisclie Analysen flies- 
sender Wii.sscr and ihrcr Quellen, wenn sic im vorhin angeftihrten Sinne im ganzen 
Lande durchgefiihrt werden, sowohl cin besondercs, als audi ein allgemeines Inte- 
resse besitzcn. 

Gcgcnwiirtig begniigt man sich nicbt mchr wie friihcr durch Jahrhunderte 
mit den geringen Kenntnissen, die man iiber das Wasser besass, welche erst, im 
Beginne dieses Jahrhunderts durch die Analysen der beruhmtesten Mineralquellen 
gefordert wurden und die in Bezug auf die Beschaffenheit verschiedener W&sser 
hochst mangclbaft waren, so dass sclbst die kurz vor 1830 ausgeftihrten Analysen 
verschiedener naturlichcr Wasser heute kaum mehr ihren Zweck erfiillen. Erst die 
in der letzten Hiilfte des 19ten Jahrhunderts unternommenen Analysen nattirlicher 
Wiisscr und Mineralwiisser entsprechen mchr den Fortschritten der Chcmie und 
der Naturwisscnschaften im Allgcmcineii. 

Konnen wir uns auch nicht schincichcln, dass die Wasseranalysen des letzten 
Dczenniums schon als vollstiiudige gelten werden, so 1st ihnen jedenfalls ein Schatz 
von Thatsachen eigen, der weil unscrc jetzigen Untersuchungen auf genauen Be- 
obachtungen und Versuchcn bcruhen, fiir alle Zeiten Werth behalten wird. 

Nicht nur die poroscn und zcrkluftetcn, sondern auch die compacten Ge- 
steine besitzcn abgesehen von ihren Zerklttftungen gewiss cine viol grossere Per- 
nieabilitat fiir die Hydrometeore, als man gewohnlich vorauszusctzen geneigt ist, 
und welche dem Wasser besondcrs unter starkerem Drucke cinen Zugang in das 
Innere des Gesteines gestatten. Jc nachdem der Erdboden mehr oder weuigei' 
wasserdurchlassend ist, dringt mehr oder wenigcr von den Mctcorwiissern ein. 

Die Hydrometeore enthalten bekanntlich nicht nur reines Wasser, sondern 
auch Sauerstoff, Stickstoff, Kohlcnsiiure und salpctersaures Ammoniak gelost. Indeffi 
sic das Gestein durchdringen, nehmen sic Bcstandthcile desselben auf, die je nach 
Beschaffenheit der Gestcinc wechseln; und gerade dicse Frage ist cine der wich- 
tigsten bei der Untersuchung und Beurtheilung des Wassers in Bezug auf seine 
Anwendung in der Technik und in hygienischcr Bczichung. 

Liegen Untcrsuchungsreihen von Wassern aus verSchiedenen Niveaus der 
einzelnen geologischen Formationen vor, so ist es Icicht, schon aus dem Gestein) 
aus welchem das Wasser hcraustritt, auf die Brauchbarkeit dieses Wassers fur ver- 
schiedene Zwecke zu schliessen. 

Bis jetzt sind solche Arbeiten, welche die Classification des Wassers nacb 
ihren Ursprungsformationen hcrzustellen versuchten, nur drei bekannt. Die von 
Regdmatm, welcher die Quellwiisser Wttrtenbergs, und die von Pecher, welclier die 
Wasser aus den Gestcinen Unterfrankens behandclt, cndlicli die Arbeit von Spaeth, 
welcher die hydrographischen Veihaltuisse Oberfrankens, spcziell des FrankenwaldeS 
zum Gcgenstando der Forschung genommen hat. 

In Folgcndem wird die chcniischc Classification des Wassers nach seineffl 
Ursprungsgcbiete in Angriff genommen und die Untersuchung nicbt nur auf die 
Quellen, sondern auch auf die Iiiiclie und Fliisse ausgedelint, urn die Beschaffenheit 
der Wasser systematisch kennen zu Icrnen, und die Verftnderungen zu erfahrciii 
welche die fliessenden Wasser auf ihrem Wege erleiden, ihre Beschaffenheit nacfl 
den Formationen, aus denen sic entspringen, besser wurdigeu und spater auch ^ lti 



3 



Zusammensetzung der schwebenden Theile dor Flusse und Zuflllsse, sowie die Ab- 
lagerungen derselben in Schlamm und Detritus besser erforsclien zu bonnen. 

Den Gebalt dor Qucllcn an mineralischen Bestandtheilen finden wir in den 
Bachen und Fltissen wieder. In diesen unterliegt er aber grossen Scbwankungen. 

Weim Monate lang ein strenger Winter herrscht, sind es nur die Quellen, 
welcbe unsere Fllisse speisen. Ira Somraer und Herbst gibt es oft langere Zeit- 
raume, innerbalb dereu ira ganzen Lande kein Niederschlag stattfindet, iiberdies 
werden dem Boden durch die Verdunstung ungeheure Quantitaten Wassers ent- 
zogen, so dass es dann 'die Quellen sind, die unseren Eiichen und Fltissen neue 
Nahrung zufuhren. Der Gebalt an mineralischen Bestandtheilen in den Fltissen 
ist dann am grossten. Zur nassen JahreSzeit hingegen, wo die Kegen und Schnee- 
wasser bei weitem liiebr als die Quellwasser betragen, sinkt der Gebalt an aufgo- 
losten Bestandtheilen herab; denn jene auf der Oberfliiche rascb und in grosser 
Menge flicssend.cn GewaSSer losen bei weitera weniger auf, als die in das Gebirgs- 
gestein dringcnden Gewiisser. Die Begen- und Schneewasser ftihren aber dann mebr 
odor weniger schwebende Theile den Fltissen zu, wodurch sich diese triiben. 

Hieraus ergibt sich, dass die Zeit der Brobenahrac der zu analysirenden 
Flusswasser angegeben werden muss. 

Urn den niittleren Gebalt der Bestandtheile zu erhalten, sollten cigcntiicli 
zu alien Jahreszcitcn und bei bohen, niederen und mittleren Wasserstanden die 
Analysen angeStellt werden. Da indess nnr selten solchc weitliiufige Untersuchungen 
durchgeffthrt werden konnen, so gentigt es, die Analysen beim niedrigsten Wasscr- 
stande im Sommer oder im Winter vorzunehmcu. 

Ist der Zweck der Analyse auf die Auffindung der in geringen Quantitaten 
in den Flusswasscrn enthaltencn Bestandtheile gerichtet, so ist nattirlich dazu die 
Zeit des niedrigsten Wasscrstandes die geeignetste. Die Zeit des hochstcn Wasser- 
standes zur Analyse zu wiihlen, kann nur den Zweck haben, den Grad der Ver- 
dtinnung kennen zu lerncn. 

An dem Ursprunge der Eger in Baycrn hat Hilger's Laboratorium begonnen 
die Qucllcn der Eger zu untersuchen. Weitcre Analysen der Zufliissc dieses Flusses 
'iegen nicht vor. Zerstreute Analysen der Ilauptfliisse Bohmens von verschiedenen 
boliinischen Chemikeru ausgeflihrt, kommen nur vcreinzelt vor. 

Mann kann nicht alio, an viele Hunderte zahlenden Biichlein und Wasser- 
u, iern Bohmens der chemischen Untersuchung unterwerfen, ohnc eino Arbeit zu 
erhalten, die allein ein Menschenalter erfordem wtirdc, aber man kann nach geo- 
gnostischen Gebieten geordnet, die hervorragendsten Zufliissc der Fliisschen und 
d er Hauptfltisse Bohmens in gewissen zu diesen Untersuchungen gecignetsten Zeit- 
ri 'inmen untersuchen und wird so eiuc Beihc von chemischen Analysen von Wiissern 
aus verschiedenen Niveau's der cinzelnen geologischcn Formationen Bobmcns cr- 
halten, welche gestattet, auf die Brauchbarkeit verschiedener Wasser fur die ver- 
8c bicdcustcn Zwecke zu schliessen. 

Die Analysen miissen moglichst erschopfend scin und sich nicht vicllcicht 
nn * aid' einzelne Bestandtheile des Wassers bczicben. 

Mil der Eger und iliren Zuflttssen beginnend, Warden die Wasserproben 
1)c i dem bleinsten Wasserstande, wo miiglich gleiebzeitig genommen und zum Ver- 



1* 



gleieh die zwei Hauptfltlsse Elbe und Moldau vor ihrer Vereinigung bei derUnter- 
suchung dor Elbe, die Eger und Moldau gleichzeitig zum lehrreichen Vergleich mit 
analysirt, um die Concentration dew Salzgehaltes und die Beschaffenheit des Riick- 
standes dieser drei Hauptwasseradern des Landes in einem und demselben Zeit- 
raume festzustellen. 

Audi ;u\{' die Regenmenge and Heine Vertheilung im Lande in den Jahren 
der Untersuchung wird geblihrende Rlicksicht genommen werden mussen. 

Die Trockenrtickstandsmengen der Flitsse konne tiberbaupt ofter vorge- 
tiommen werden, am die Schwankungen im Gehalt dor Wasser an fixen und flucb- 
ti^en. Verbiudungen genaucr kennen zu lernen, wahrend von sammtbehen kleineren 
Zufliissen qui eine vollstandige Analyse gemacbt worden ist. 

Verfasser fuhrte von der Eger unci ihrcn Zufliissen viele Analysed aus und 
beabsicbtigt von der Elbe und ibren Zofliissen mit Ausnabme der Moldau ebenfalls 
an 4() Wasseranalysen, von der Moldau und ibren Zufliissen an 80 Analysen, zu- 
sammen gegen L60 bis 200 vollstandige Wasseranalysen im Laufe mebrerer Jahre 
zu liofern, oino sebr muhevolle ' Arbeit, die aber wertbvolle Beitrage zur hydro- 
cbemischen Kenntnis Bohmens liefern kaun. 

Um die Grosse des Quellengebietes eines Flusses oder Bacbes und dessen 
(iefiillc zu ermitteln, wurden aus den Specialkarten des k. k. geograpbiscben tnsti- 
tutes die jedem Zuflusse zugehorigen Terraingrossen nach dem Princip der Zer- 
legung in kleinste Dreiecke, deren Flachenberechnung und schliessbche Addition 
ailer erhaltenen Zahlengr&ssen ermittelt und bei der Bescbreibung des Flusses 
resp. Baches beigefligt. 

Dem analytiscben Tlieil moge eine SMzze der Bodengestaltung unseres Vator- 
landes und der aus ilir folgenden naturlicben Gliederung vorangeben, da hierin die 
arsprftnglicbsten und am. wenigsten verriickbaren Grundbedingungen der Quellen- 
und Flussentmckelung licgen. Ist doch Bohmen in. seinen hydro-, oro- und geo- 
grapbiscben Verbaltnissen ein einzig in seiner Art dastebendes Land, indem be- 
kanntlich das Flussgebiet der Elbe, seines Hauptstromes, von ibrem Ursprunge bis 
zum Austritt aus dem Lande mit dem Flacheninbalte des letzteren beinabe identiscb 
ist, geringe Gebiete ausgenommen, die sammtlicbe fliessende Wassermasse die 
Summe allor jener Wiisser, welelie von don Hbhen des Erzgebirges, des Boh- 
mervvaldes, der Sudeten und des bdbmisch-mabrischen Randgebirges nach dec 
centralen Theil des Landefl Ziehen und cin an Machtigkeit das bobmiscbe Elbe* 
gebiet weit uberragendes Flusssystem, das dor Moldau in sicb schliessen. 

Das Gesammtbild der Terrainverbaltnisse Bobmens gruppirt sicb so eigen- 
thiiiulich, dass es seit Alters her die Aufmerksamkeit der Geograpben und Geo- 
gnosten auf sicb gezogen hat. Die Ausgestaltung des bercynischen Massives, wie 
wir es hcutc sehen und kennen, ist wohl das Work jabrtausendfacber, hoebst man- 
nigfaltiger und eigenthtlmlicher Veranderungen und Einfltisse gewesen, die sich aicbt 
nur auf einzelne Lander und Continente, sondern auf den ganzen Erdball crstrcckt 
und in verschieden tangen Zeitraumen, deren Scbatzung ans anmogbch ist, voll- 
zogen baben mtlssen. 

Der Hauptsache nach ist Bohmen bekanntlich eine [Jrgebirgsscbolle, ( 'i" 
Tbeil des archaischen Massives, welches nordlicb von der Donau beginnend, das 



ganze osterreichisch-mahrische Grenzgebiet bis an die Elbeniederangen im Norden 
und den Bbhmerwald im Westen omfasst. Dem Urgebirge allein fallen fast drei 
Viertel des ganzen bohmischeii Gebietes zu. Im Weston, Siidwesten, Norden und 
Nordosten wird unser Vaterland in verbaltnismftssig geringem Masse von jiingeren 
Formationsgliedern bedeckt, dagegen allseitig von Gebirgen urn und durchzogen, 
ein wellenfSrmiges Hochland bildend, das sioh ais gewaltiges Gebirgsland iibor die 
Niederungen seiner Nachbarlander zu einer mittleren Seehohe von durchscbnittlich 
• r >oo Metern erhebt. Von^iiden gegen Norden landeinwarts vcrtieft sich Bohmen 
und Bpiegelt sich in dessen wechselnden Physiognomien der geognostiscbe Charakter 
deutlich ab. Die unser Vaterland umscbliessenden Randgebirge entsenden nach 
allon Ricbtungen des Landes zablreicbe Anslaufer oder stchen mit den Mittelge- 
birgen in solcbem Zusammenhange, oder verfliessen innig in einander, so dass sie 
sioh weder geographisch nocb geognostisch scharf unterscbeiden lassen. 

Im Allgemeinen wind die Bodenverhaltnisse Bohmens sowobl nacb ihrer 
Bescbaffenheit, ' als audi nacb der waldreicben Bedeckung der Wasssrentwickelung 
gtinstig, weniger ist dies dor Fall hinsicbtlich der Niederschlagsverhaltnisse, die 
ii 11 1- in, slidlicben Theil des Bohmerwaldes und im Ursprungsgebiete der Elbe bc- 
triiolitlioho Mengen aufweisen, sonst aber zum grossten Theile die Isobyeten von 
BOO bis COO Millimcterii nur wenig uberschreiten, denn das Vorliandensem von 
Quellen ist ausser an eine gewisse Bescbaffenheit des Untergrundes vorzugsweise 
an dasjenige von Unebenheiten, Hiigcl, Gebirge mid Abhange gebunden. Das don 
Boden als Quelle verlassende Wasser istjanichts anderes als das an hoherer btelle 
i" don Boden eingedrungene, atniospliiirische Wasser. 

Es sind daher die Bedingungen zur Bildung von Quellen am ehesten in 
gebirgigen Gegenden, insbesondere aber in den bewaldeten Gebirgen vorhanden, 
sowobl wo.il dort in der Regel mehr Wasser zusammenlauft, als aucb veil m den 
Gebirgslagen gewohnUch mehr Eegen fallt als in den Niederungen, vorausgesetzt, 
'lass sie nicht Steril, sondern mit Vegetation namentlioli mit Wald bedeckt sm. I. 

Gelit man in die Zusammensetzung des Gebirgskranzes niiher em, welclier 
•lie Thaler der Eger, Moldau und der oberen Elbe fast im Kreise uinscl.liesst, so 
wird dor nordliche Theil vorziiglicb von dem Erz- and Fichtelgebirge, mil dem 
linkon Ufer, von der Oberlausitz, don. Riesengebirge und Eulengebirge, auj dem 
rechten Elbeufer gebildet. Man kennt den allgemeinen Charakter dieses nordlichen 
Oebirgszuges. Siidlicb besteht dor Gebirgsring aus dem Bohmerwalde und dem 
mahrischen Eochgebirge, mit granitischen Kernen, an welche sich weite Gneisge- 
biete anschliessen. In dem ursprunglichen stidwestlichen Beckon geschah die Aus- 
fliUung durch die silurische Ellipse, auf welcher Steinkohlen und Schichteii des 
Rothliegenden Lagern. Lange Zeitraume hlndurch blieb das ganze Land iiber Wasser 
"".1 erst in spateren Zeitperioden empfieng es weitere Ablagerangen, die Sich als 
Sedimente des Kreidemeeres Langs des Laufes der Kibe absetzten. Spater kamen 
nocb die Schichten der vielfaltig von Basalt and Phonolith durchbrochenen Braun- 
,f( >lilenforinati(m und dos Diluviums hinzu. 

Verfolgt man den Laufund die Vertheilung der bohmischen Fltisse zwiseiien 
'leu vorsohiodonon Bohenterassen Bohmens, so Bndet man das sudostliche Bateau 
i" ziemlich gleichm&ssiger Hobo v.ui beilaufig 500 m im grossec Durchscnnitt 



6 

erhoben. Das Grenzgebiet zwischen Bohmen und Mahren (iberragt diese Mittel- 
hohe tun etwas und bildet daher die Grenze zwischen den Gewassern der Nbrdsee 
und des schwarzen Meeres. Der stidliche Theil dieser Erhebung ist der hochste 
im ganzen Bereich desselben, so dass einige Berge die Hohe von Taueend Metern 
orreichcn. Diese ti of nach Bohmen reichende Gneis- und Granitmasse, ohne alio 
anstehende Gesteinsart, erklart die grosse Gleichformigkeit des Gebirges. Die tiefsten 
Thaler Ziehen sich langs des grSssten Theils des Elbeflusses und liegen im unteren 
Theile des Egerlaufes. Den uSrdlichen Thoil B8hmens umspannt das bb'hmisch- 
mahrische Randgebirge. In das steile immer gegen Bohmen zugekehrte Gehange 
sind meist kurze, ehge Thalrinnen eingerissen, ktirzere noch, wie die des Bohmer- 
waldes, die es wegen ihrer geringen Erstreckung zu keinen bedeutenden stetigen 
Bachen odor Fltissen kommen lassen. 

Gleicfrwie unser Vaterland ein an (\cn mannigfaltigsten und schonsten Mi- 
ueralien reichstes Gebiet ist, so gehort es auch in Bezug auf die vielen Gesteins- 
arten und die geognostischen Lagerungsverhaltnisse v,\\ den interessantesten be- 
kannten Landern. Bohmens Reichthum an Feldspathen und Kalksteinen schafft 
uicht nur gftnstige Vbrbedingungen dor Land- und Forstwirthschaft, sondern es 
sorgt auch ein gefallsstarkes System von Wasseradern fur die Verbreitung der ver- 
witterten reichen Bodenschatze in fruchtbaren Schlammablagerungen in den Thalerii 
und Mulden und es konnen auch die Niederschlage den Quellen und Fltissen an 
Kalk und. Natron reiche LSsungen zufuhren, die an einzelnen Orten, wie am Fusse 
des Erzgebirges in bedeutende Tiefen dringend, die beruhmtesten Mineralquellen 
der Welt bilden. 

Die Mineralien, welche ansere Gobirgo zusammensetzen, bestehen bekanntlich 
aus saueren und basischen Silicaten, Feldspathen, Eornblenden und anderen Ge- 
steinen, deren Gemengtheile durch ein kalkiges Oder thoniges Bindemittel verbundeu 
sind. Ilier beginnt der Aiigrill' des Wassers in der Art, (lass seine Koldensilure 
den Silicaten die Alkalien entzieht. Dieses Gas lindet sioh wohl ohne A.usnahme 
in alien Wassern und bildet ein wesentliches A.ufl6sungsmittel ftir die verschie- 
densten Kalksteine. /war ist die Menge der Kolilensiiure, welche die atmospha- 
rischen Gewasser aus der Luft und dem Boden beim Durchdringen der verschie- 
denen Bodensehichten aus den Zersetzungsproducten der organischen Welt aufnehmen, 
in der Regel gering und doch gross genug, um Berge versetzen, Erdfalle und Eohlen 
hervorbringen und solche Massen von kohlensaurem Kalk fortfuhren zu konnen, 
dass sogar manche Schichtenscnkungen der Fortfuhrung und. A.uslaugung des Kalk- 
carbonates nicht mit Unrecht zugeschrieben werden. Nimmt die Kohlensiiure im 
Wasscr bedeutend zu, so entstehen. die Sauerlinge, welche im wostlichcn Bohmen 
sehr zahlreich angetroffon werden. 

Koldensaure, kieselsaure Alkalien und freic Ki.esclsiiu.ro 16sen sich unter 
Zurucklassung von kicselsaurem Aluininiuni und Alcalisilicatcn, die onlSslich abge- 
schieden und unter Wasseraufnalinie zu Thou degradirt werden, im kohlensauren 
Wasser auf. Beim Durchsickern des Wassers durch Gesteinsschichten, besonders 
der Kalkgebirge werden KaJk und Magnesia a,ls Bicarbonate gel6st. 

Betrachtet man die in den natiirlichen Wassern gelost vorkommenden Ver- 
bindungen, so findet man drei, alios tlbi'ige an Menge weit iibertreffende Gruppen, 



aamlich Carbonate, Sulfate und Chloride. Mehr untergeordnet sind neben diesen 
Salzen aoch KieseMure und Silikate, Nitrate, Phosphate in sehr genngen Mengen 
organische Substanzen und organische Sauren vorhanden. Eisenmangan, Lithion, 
kommei. in sehr kleinen Quai.titiiton, Fluor, Jod, Brom un.l Borverbindungen mehr 
nur im Seewasser und in Mineralquellen, einige noch seltenere Elemente nur spuren- 
weise vor. Eio bekanntlich sehr verbreitetes Salz, da,s Clilon.atri.mi findet man 
urspriinglich sowohl in den plutonischen Gesteinen als aueh in den mantimen Ab- 
satzen die bei dem haufigen Wechsel von Land und Meer mi Laufe der Zeiten 
ausgelaugt und anderen*Bildungen einverleibt warden. Ebense sind die in pluto- 
aischer. wie aeptunischeD Gesteinen vorhandenen Schwefelmetalle, namentlidi das 
Schwefeleisen sehr verbreitet. Durch Sanerstoffaufnahme gehen sie in Sulfate uber, 
die sich mit Kalk- and Magnesia-Verbindungen zu lfisUohem Gyps mid Bittersalz 
wnsetzen. Vorherrschend sind. es dal.er Kalk und. Magnesia ,welclie in den meiSten 
Wassern, in anderen Alkalien, besonders Natron, enthalten sind, das dem Kali 
gegenuber slots in bedenteuderer Menge vorkommt, was urn so auffallender ist, 
n.ls kalireiche Mineralien sehr haufig angetroffen werden, leicht angreifbar und Kal.- 
verbindungen ebenso leicht loslich sind wic Natronsalze. Erklart sich diese so 
angleiche Vertheilung des Kalis zu Natron in den fliessenden Wassern tlieilwe.so 
aus der grosser. Absorpfionskraft des Bodens fur die erstgenannte Base und den 
bedeutenden Verbraucb ihres Loslichen Antheils durch die Vegetation, so konnen 
diese Umstande doch nicht bei MineralqueUen, welcl.e aus engen (iestcinsspalten 
and aus grossen Tiefea hervorquellen un.l welcbe in dieser Beziehung keine Aus. 
nahme zeigen, gcltend gemacbt werden. 

Vollzieht sich der Verwitterungsprocess der Gesteinc auf emer geneigten 
Unterlage, so werden ...it, den loslichen Antheilen der Gesteine audi die Vcrwit- 
terungsprodukte sclbst mit fortgerissen und entfiilirt und neue Sand- und Tbonab- 
lagerungen gebildet. Der Eisengehalt vieler QueUenwasser und Moraste liefert den 
Stoff zu Raseneisensteinen, wie ...an solcl.e an sumpfigen Wiesen, liberhaupt sehr 
feuchten Orten findet, wo die Bedingungen zu ihren Bildungen zusammentreflen. 
Fallen .lie meteorischen Niederschlage auf mit Vegetation bedeckte, humusreicne 
thonige ..der sandige Bodenfichichten, so beginnt zunachst, durch den Emfluss des 
absorbirten Sauerstoffs die Oxydation der abgestorbenen Pflanzenreste. Die durcn 
FSnlnis und Verwesung gebildeten Case, name.itlicli die Kohlensaure, wirdvom 
Wasser aufgenommen, Kalk, Magnesia, Natron, Schwefelsaure in groSseren, Kiesel- 
selsaure, Kali, Eisen in geringeren Mengen gelost und fortgefuhrt doch spielen die 
mechanischen iblagerungen der erdigen und sandigen trttbenden riieilcl.cn, welcne 
'm Wasser aufgeschlemmt und aUmahlig von demselben abgelagert werden, erne 
bedeutendere Kollc als die chemischen Niederschlage. 

Aber gerade auf seiner grossen Neigung verschiedene feste und gasformige 
Stoffe aufzulosen, beruht die Wichtigkeit des Wassers im Haushalte der Natur, 
Wird es befahigt zur Grundbedingung fttr die Entstehung und Erhaltung alles orga- 

aischen Lebens. , . . . , . 

Audi das Wasser vollzieht in der Natur einen Kreislauf und es ist das- 
jenige, welches die. Flusse ins Meer fuhren, offenbar der Uiberschuss an meteo- 
rischen Niederschlagen fiber die Verdunstung auf dem Festlandc, dem die grossere 



8 



Verdunstung mid kleinere Condensation zu. Mederschlagen aufdero Meere entgegen 
stent. Die bewaldeten Berge geben zahlreichen Wassern Ursprung mid Nanning. 
Die Hebungsspalten, wclchc die Gebirge durchschneiden, dienen gewo'hnlicb den 
Wassern ids Abzug und sind dann von ilmen erweitert und eingerissei) worden. 

Ehemals hielt man jedes klare Wasser fiir die Bedtirfnisse der tecb.no- 
logischen Gewerbe and fur die Kuche geeignet. Heutzutage ist langst der-Nachweis 
geliefert, dass cine Menge chemischer Operationen von der physikalischen und 
cbemischen Besehaffenbeit des Wassers abhangt, mid die Fabrikation in gttnstiger 
oder ungtinstiger Weise von der Natur des verwendeten Wassers beinflusst wird, 
so dass die Kenntnis der chemiscben Beschaffenheit des Wassers im Fabrikswesen 
taglicb melir gesucht wird. 

()li (his Wasser als LSsungsmittel fur Substanzen zur Verwendung gelangt, 
stets ist der Gebalt desselben an aufgelfisten Stoffen von schwerwiegender Be- 
deutung; vor Allem aus dem Grunde, weil die eyentuelle Einwirkung der im Wasser 
gelSSten Substanzen auf die ya\ losendeii Stoffe berucksichtigt werden muss, aber, 
mid in nicht geringem Masse auch desbalb, weil baufig die im Wasser enthaltenen 
Bestandtheile auf die Qualitat des Produktes von Einfluss sind. 

Der Verbraueh an Seife in den Wollwascliereien kann in erster Linie als 
gianzendes Beispiel fiir das angeffihrte dienen. 

Der Seifenverliraucb in dieser Industrie ist geradezu einc Function der 
Qualitat des benutzten Wassers. Von dvj- Menge der in dem Wasser gelOsten Erd- 
alkalimetalle bangt die an/iiwendende Seifemnenge iiekanntlicli. ab, da, ein Antlieil 
der Seife zuerst durch doppelte UmSetzung in fettsautes Erdalkali umgewandelt 
mid als unlosliche Seife ausgescbieden wird, daher fiir den Reinigungsproeess ver- 
loren geht. 

Es ist eine bekannte Thatsache, dass die in Lyon an der Rhone tiegenden 
Seidenfarbereiea das Weiss tiicbt in dev Helle herausbringen, wie andere, die sich 
klaren Quelbvassers bedienen. Der violette Ton, den kalkbaltige Wasser in der 
tiirMscbrotb Farberei hervorbringen, oder die hanfig in dm- gefarbten Waare auf- 
tretenden, den Farbern oil nnerkiarlichen Flecke, welcbe durch eisenhaltiges Wasser 
entsteben, sprechen fiir die Cnentbehrlichkeit der Kenntnis dv.v cbemischen Be- 
schaffenheit, <h-r zur Fabrikation verwendeten Wasser. 

In der Brauerei sucbt man hartere, an organischen Stoffen arme Wasser 
von bestimmter Zusammensetzung, we.il sie auf die Malzung mid Gahrung von un- 
verkemibareni Einfluss und auf den Geschmack des Bieres von Bedeutung sind. 

Zuckerraffinerien und Zuckerfabriken konnen gypsreiche Wasser nicbt ge- 
braucben, weil ein solches Wasser die Enocbenkoble vergypst und mil; solcber un- 
mogiieli wird, jene blendende Weisse dim Raffinaden zu geben, wie man solcbe mit 
gypsfreiem Spodium erzeugen kann. Nur weicbe, an organischen Stoffen arme 
Wasser ei'gnen sich fiir Brennereien mid Gerbereien. 



Fttr die Erzeugung gewisser Farbstoffe 



Extrakte, die mit Hilffe 



von 



Wasser dargestellt werden, finden sich alle verunreinigenden Stoffe in vielfachem 
Perzentsatz in dem aeuen Erzeugnis wieder, die in dem vmv Extraction verwendeten 
Wasser enthalten waren und auf ihren Geschmack mid Hire Beschaffenheit Einfluss 



9 

zu nehmen vermogen. Die Herstellung kohlensaurer Getranke verlangt ein besonders 
reines, dem Geschmack zusagendes Wasser. 

Ein Wasser mit einem bedeutenden (ioba.lt, an Chloriden und Nitraten er- 
Bchwert das Erharten des Mortals. Fur viele andere Zweige der Nahrungsgewerbe, 
(in- das Bleichen, Waschen und den Ktichengebrauch, komoit die chemische Natur 
des Wassers in Frage. Bekannt ist das Hartbleiben der Speiseleguminosen in ge- 
wissen Wassera von harterer Beschaffenheit und in England ist es fast zum Axiom 
geworden, dass sich nur durch Enfundiren der Blatter und Kaffebohnen mit weichem 
beissen Wasser ein kraftiger Thee und Kaffee bereiten lasse. 

Die Abialle der industriellen Etablissements Oder die Auswurfstoffe grosser 
Stadte konnen wohl die chemische Beschaffenheit fliessender Wasser ebenfalls mehr 
oder weniger beeintlussen, sie konnen oft fur den Gebraucb des Wassers zum 
Kochen oder Trinken verhangnisToll werden, im Ganzen werden aber diese auf 
kleinere Strecken sich beschrankenden Veranderungen gegen jene, die das Wasser 
in seinem grossen ober- und unterirdischeu Kreislauf veranlasst und erfahrt, von 
geringer Bedeutung Sein. 



Art und Zeit der Probeentnahme der untersuchten Wasser. 

Wie die chemische Untersuchung eines Rohstoffes nur dann den gewunschten 
iufschluss geben kann, wenu man dazu eine richtige Dorchschnittsprobe angewandt 
hat, so hangt auch der Erfolg einer Wasseruntersuchung durchaus von einer dazu 
angewandten geeigneten Wasserprobe ab. Es ist daher auf das Einsammeln der- 
selben besondere Sorgfalt zu verwenden; diese ist hiebei um so nothwendiger, well 
die uaturlichen Wasser unter alien Umstanden nur verdiinnte Losungen sind, daher 
verhaltnissmassig nur wenig fremde Substanzen enthalten. 

Eine solbst geringe von anssen binzukommende Verunreinigung kann daher 
das Resultat der Analyse beeinflusscn und. das sich daraus ergebende Urthcil mi- 
fichtig machen. 

Besondere Sorgfalt musste daher auf die Wahl der Stelle, von welcher das 
Wasser dem Bache oder Flusse entnoimnen werden solltc, verwendet werden und 
dieselbe moglichst entfernt von starker bewohnten Orten oder Fabriken, die durch 
ilire AJbwasser die Gewasser verunreinigen mit Beriicksichtigung aller Vorsichts- 
massregeln geschopft werden und zwar durch den Untersuchenden selbst oder 
dessen stellvertretende Vertrauensperson. Dies wrlangte zahlreiche kostspielige 
Reisen aach alien Schopforten, die gleichzeitig zur Orientirung ttber die Beschaf- 
fenheit der Gestefne und der Gegend dienten. 

Die zur Dntersuchung bestimmten Wasserproben wurden zum Theil in der 
trockensten Zeit des Jahres L891 in den ersten Tagen des Monats Oktober in 
Pfiinen zu diesem Zwecke entsprechenden Glasflaschen gesammelt, zum Theil in der 
trockensten Zeit des Jahres L892 geschopft. Selbstverstandlich wurde jede gut 
gereinigte Flasche an Ort und Stelle uochmals vorsichtig ausgewaschen, aacb der 
ersten Fiillung entleert und zum zweitenmale gefttllt erst entsprechend verschlossen. 



10 



Bei Flttssen and B&cben gescbah das Einfttllen so vie] als moglicb aus 
der Mitte des Flussbettes. 

Die zur UnterSucbung bestimmten Wasserproben der Eger und ihrer be- 
deutendsten Zufltlsse wurden in der trockensten Zeit des JabreS 1891 in reinen, 
diesem Zwecke entsprecbenden Glasflascben gesammelt. Im Verlaufe der ersten 
vierzelm Tage des im Untersucbungsjabre so trocken anbebenden Monates October 
waren samtntliche Wasserproben der Eger nacb lSnger vorbergegangener Trockenbeit 
in regenlosen Tagen gescbopft worden, so (lass man das Wasser von verscbiedenen 
Stellen eines Flusslaufes gleicbzeitig untereinander und mil, don. verscbiedenen 
Hauptzuflussen vergleicben und indem gleicbzeitig aucb Wasserproben aus der 
Moldau und. Elbe vor ibrer Vereinigung geholt wurden, aucb die gleiebzeitige Zu- 
sammensetzung dor drei Hauptfliisse <los Landes feststellen konnte. 

Scbon die ungewobnb'cbe Klarbeit dor gescbopften Wasserproben deutete 
auf vorangegangene Trockenbeit. Bei den moisten Wftssern gentigte kurzes Steben- 
Iassen und nacbfolgendes Filtriren, uin sie krystallhel] zu erhalten und sie in einen 
zur Untersuchung geeigneten Zustand zu versetzen. 

Die Analysenresultate auf 100.000 Tbeile Wasser zu bereebnen, ist aicbt 
praktisch, besser ist es, sie auf 1000 Gew. Tbeile Wasser zu bezieben, was bei 
gewobnlicben Bacb- und Flusswassern einem Liter Wasser gleicbgesetzt worden 
kanii. Mit einem Liter misst man jetzt Alios und nimmt man 3 Dezimalstelleil 
an, so lassen sich die Bestandtbeile in Milligramme!) darstellen, also ebenfalls in 
Wertben, mit denen man bestimmte Begriffe zu verbinden sicb gewobnt bat. Vcr- 
gleicbt man die WerUie versohiedener Wasseranalysen in Milligrammen, so entfaJleii 

auch bier, wie Dmrech gen auf L00.000 Tbeile die vielen Nullen vor und nacb 

(lem Dezimalpunkte, wodurch die zu. vergleicbenden Zahlen viol (Ibersicbtlicber 
werden. 

I)i<! Gesammtbarte eines Wassers besteht aus don gefundenen Milligrammen 
Kalk, zu welchen die Milligramme Magnesia mit 1-4 multiplizirt addirt werdea 

Unter H&rtegrad verstebt man die Milligramme Kalk, welcbe in 100 Th. 
Wasser entbalten sind, liiebei ist Magnesia im atomistiscben Wirkungswertbe des 
k'alkes ausgedrtlckt. Qnter jeder Wasseranalyse findet sicb dor herrscbende Bftrte- 
grad des Wassers in dieser Weise bereebnet, angegeben. 

Bekanntiicb gibt es zur /oil, kein gutes Verfabren zur qnantitativen Be- 
stimmung dor im Wasser vorbandenen organiscben Substanzen, dasselbe ist tiber- 
haupt so lange unmoglicb, als man nicbt weiss, was man bestimmen soil. Die Be- 
zeiebnung „organiscbe Substanzen" ist ein Collectivbegriff, dor Stoffe eiuscbliessl,, 
welcbe der Hauptsache nacb aus fliicbtigen und nicbt flttcbtigen, aus Kohlenstoff, 
Wasserstoff und Saucrstoff zusammengesetzten, in Wasser und sebr verdunnten 
Laugen loslicber Materien besteben, denen sich. uocb N, S und phospborbaltige 
Stoffe in wecbselnden Mengen zugesellen, die somit ein Gemiscb einer Reibe von 
organiscben Kinzelnindividuen repriiseutiren. 

Der Gedanke lag wobl nabe auf die Klementaranalyse zuriickzugreifen. 
ibgeseben von dor grossen Wassermenge, die biezu nfltbig und bei zablreicben, 
aus weiter Entfernung bezogenen VVfissorn schwer zu beschaffen und kostspielig ist, 
werden. naoh dieser Method.! alle gelSsten, bei der Verdampfungstemperatur des 



11 

Wassers fltichtigen Stoffe, wie die, welche sich wahrend dor Verdampfung zu fltich- 
tigen Verbindangen amsetzen, nicht mit bestimmt. Audi verlangt die Ausftihrung 
sehr complioirte A.pparate and einen grossen Zeitaufwand. 

Die Methode der Oxydationsbestimmung duir-h tibermangansaures Kali in 
saurer odor alkalischer Losung ergibt Wertbe, die mit der absoluten Menge der 
im Wasser enthaltenen organisehen Substa-nzen aicht in Proportion stehen and nur 
dann Vergleichswerthe abgeben, wenn man das Wasser bei der Hand hat mid sofort 
untersucben kann. We/den aber, wie es bei diesen UntersucbungeD gescbah, die 
Wasser als gewohnliche Fracbtgliter an die Untersuchungsstation aufgegeben, so 
kommen sie spat, oft erst aach 14 Tagen an mid ein grosser Theil der oxydirbaren 
organiscben Stoffe hat sicb bereits oxydirt and verfindert, so dass aucb diese Me- 
tbode zu einer comparativen Untersuchung verscbiedener. Wasser nicht ver- 
wendbar war. 

Bei der Bestimmung der organiscben Stoffe aus dem Gluhverlust aach Sat- 
tigung der alkaliscben Erden mit Kohlens&ure, entgeben selbstverstandlich die 
fiuchtigen organiscben Stoffe ebenfalls der Bestimmung, die nicbt fiuchtigen werden 
aber ziemlich ricbtig gefonden. 

Nur dann, wenn Nitrate, Chlorcalcium mid Cblormagnesiam in grossen 
Quantit&ten vorbanden sind, entstehen bei der Bestimmung des Gltihverlustes Ver- 
luste auf Kosten der Mineralsubstanzen, indent) Nitrate durch organiscbe Substanzen 
reducirt, mid die Chloride der alkaliscben Erden sich leicbt beim Eindampfen des 
bblensaurebaltigen Wassers umsetzen mid beim Trocknen und Gltihen ibre Salz- 
Sfture verlieren. Bei solclien Wiissern kann durch Zusatz einer genau bestimmten 
NatriumcarbonatlOsung diesen Verlusten vorgebeugt werden, well das Chlor mid 
die Salpetersaure an Natrium gebunden wird. Da wo sebr geringe Chlor- und 
Salpeters&aremengen, dagegen grossere Natronmengen vorbanden sind, entsteht der 
angefubrte Gewicbtsverlust durch Abdampfen nicht, aber immerbin bleibt noch 

eine Fehlerquelle llbrig. 

Es ninnnl, dann die kolilensa.ure Magnesia nach dem Gliihen und Wieder- 
befeucbten mit koblensaurem Ammon Kohlensaure nicht wicder auf, aucb treibt 
Kieselsaure in der Gltihhitze fltichtige Saoren aas, so dass der Gltihverlust grosser 
wird, als die Menge der verbrannten organisehen Stoffe betragt. Gross ist die Dif- 

ferenz aber keinesfalls. 

Es ist bei der Eger und der Elbe neben dem Gliiliverlust auch die. Be- 
stimmung des im Wasser entbaltenen Kohlenstoffes mittelst der Cbromsaure-Metbode 
vorgenoniiuen worden. Man weiss aber nicht, wenn die anderen Elemente der orga- 
nisehen Stoffe, wie Stickstoff, Wasserstoff etc nicht mitbestimnit werden, mit welehem 
Factor man den Koblenstoff multipliciren soil, am die Menge der organisehen 
Stoffe ricbtig zu erbalten. 

So ergab das erwabnte Eger- und Elbemsser in 1 Liter festen Rtickstand 

and Koblenstoff in Mgm.: 



Rtickstand 


Koblenstoff 


Gliihverlust 


Eger: L98 
Elbe: 160 


9-50 X 2'23 = 21-18 
Ll-55 X 2-23 = 25-75 


23-05 

28-42 



12 



Aus alien Kohlenhydraten and organischen Stoffen entstehen sick Ulmin- 
sftaren iukI Huminsauren, welche etwa 66°/ Kohlenstoff, Quellsatzsaure, die aach 
Mulder nahezu 57°/ und Quellsaiire, die 48% Kohlenstoff enthalt, wahrend die 
Kohlenhydrate etwa 40%, die Proteine 44% Kohlenstoff besitzen. 

Nimmt man daher die KoHenstoffmenge nur mit 45%, der iin Wasser ge- 
Idsten organischen Stoffe an, so milsste man den gefundenen Kohlenstoff mit der 
Zahl 2-23 multipliziren, urn die Menge der im Wasser enthaltenen nichtfltichtigen 
organischen Substanzen zu finden. 

Bestimint man den Kohlenstoff und berechnet aus diesem bei der Elbe 
und Eger die angefuhrten organischen Stoffe, so erhalt man bei diesen Flussw&ssem 
von den Glfihverlusten wenig abweichende Werthe, so dass es gestattet sein diirfte, 
in den meisten Fallen den Gltihverlust, der nach dem Trocknen des Rlickstandes 
bei 150° C ennittelt wird, anntthernd fttr die Qualitat der im Wasser enthaltenen 
organischen Substanzen auszugeben. 



Mittheilungen iiber die Methoden der Untersuchung. 

Zu den. Bestimmungen des Trockcnriickstandes wurden hinreichende Wasser- 
mengen auf dem Wasserbade in Platinschalen zur Trockne verdampft und bei 150° 
getrocknet. Das Gewicht dieses Trockcnriickstandes 1st bekanntlich immer etwas 
doher als die Summe der gefundenen einzclncn Bestandtheile betragt. 

Bei 110° C geben rerschiedene Salze, namentlich der Gyps ihren Wasser- 
gehalt nicht ganz ab, bei ISO" werden einzelne Bestandtheile des Wassers, die 
Nitrate und Chloride zerstSrt und perfluchtigt. Die W&gung geschah in den mit 
Bleifolie umhtillten Platinschalen, ran jede Wasseraufhahme aus der Luft zu ver- 
hiitcn. Hierauf wurde der Rttckstand auf einer blossen Flamme erhitzt, bis er 
sich schwarzte, mit Wasser befeuchtet und wiederholt vorsichtig bis zur Gewichts- 
konstanz erhitzt. 

Die Ermittehing der Salpetersdure im Wasser wurde*) nach der urspriing- 
lichen von Tromsdorf angegebenen, von Mayerhofer verbesserten Indigomethode 
ausgeftihrt. Das Chlor Est trach der Methode von Mohr durch Titrireh mit Silber- 
losung, bei einigen Wftssern auch noch gewichtsanalytiscb bestimmt worden. 

Alle anderen Bestandtheile des Wassers, mit Ausnahme der Kohlens&ure, 
sind gewichtsanalytisch nach den besten gebrauchlichsten Methoden getrennt und 
ennittelt worden. 



Die Alkalienbestimmune erfolgte 



nach Entfernung der Kiesels&ure, 



der 



Schwcfelsaure, des Eisens und des Kalkes, indem das Filtrat in einer Platinschale 
eingedampft, der Rtickstand nach vorsichtigem Eintrocknen und Gltthen von Ajnmo- 
oiaksalzen befreit, in Wasser gelBst, mit einer ttbersehussigen gesattigten Baryum- 
h.ydrooxydlosung versetzt und gekocht wurde. 

Die Entfernung des ttberschttssigen Baryts geschah durch Kohlensaure, 



*) Nach vorheriger Zeratortrag der organischen Stoffe durch Kuchen mit ahermangau- 
sauretn Ealium. 



i:s 



welche in die erhitzte Losung eingeleitet, outer Zusatz von etwas kohlensaurem 
Amnion beendet wurde. Das Filtrat voin kohlensauren Baryt wird eingedampfj;, die 
immonsaize verjagt, der Ruckstand mit Wasser aufgenommen, die filtrirte Losung 
in einer gewogenen Platinschale zur Trockne verdampft und nach gelindem Gllihen 
gewogen. 

Aus der Losung dor Chloralkalien wurde das Kali durch Platinchlorid aus- 
gefallt, das Filtrat nach Beseitigung des Alkohols mit Wasserstoffgas in concen- 
trirter wasseriger Losung in einem gut schliessenden Kolben einige Stunden stehen 
gelassen, zuletzt unte/ Erwarmen dasselbe Gas durchgeleitet. In der vom Platin 
abflltrirten Fliissigkeit konnte, wenn nothig, das, Natrium aoch vom Lithium getrennt 
und uach den tiblichen Methoden bestimmt werden. Zut Berechnung des Chlor- 
kaliums aus dem Kaliumplatinchlorid diente der Factor 0-3070, aus dem metal- 
lischen Platin der Factor 0-7566; zur Berechnung des Kaliumoxydes aus dem Platin- 
doppelsalze der Factor 0-1940. 

Durch die angedeuteten quantitative!) Methoden werden die Metalle als 
Metalloxyde, die S&uren als Saureanhydride bestimmt. Die gefundenen - Werthe 
wurden einmal unverbunden untereinander angeftihrt, well aber die combinations- 
lose Methode zu sehr der gewShnlichen Anschauungsweise widerspricht, dass Saure 
mid Base nicht unthatig nebeneinander bestehen konnen, so wind das andere Mai 
tnoglichst einfache Salzcombinationen aufgestellt und die Salzwerthe neben den 
wirklich gefundenen einfachen Oxyden anschaulich beigefiigt worden. Wesentlich 
erschien noch eine dritte, procentische Berechnung der einzelnen Wasserbestand- 
theile auf LOO Gewichtstheile des trockenen, vielmehr wasserfreien Salzrtickstandes. 

Was dieAngabe der Salzcombinationen betrifft, sohatjede Aufstellungviel 
Willklihrliches, docb mochte es am gerathensten sein, dieselben der Qibersicht- 
lichkeit wegen so einfach als moglich zu bilden. Lasst man sicb von diesem rich- 
tigen Princip leiten, ho win! der Schein von ungewohnlichen Salzen vergehen, der 
Glanz mancher Analy.se verschwinden, LhrWerth aber nur gewinnen, weil hiedurch 
ein besserer Vergleich der Untersuchungsresultate unter einander moglicb wird. 
Die gebrauchliche unnothige Weitschweifigkeit, unter Vorfuhrung aller moglichen 
Salzcombinationen findet man in den folgenden Aualysen vermieden. Lasst man 
sich von demGrundsatz leiten, dass der starksten Basis die starkste Saure zufallen 
sol| r ., das gefundene Chlor zuerst an ilkalimetalle, den Rest der letzteren als Sul- 
fate zu berechnen und die (ibrigbleibende Schwefelsaure als Calciumsulfat oder 
Magnesiums ulfat in Rechnung zu set/en, sokommen die tibrigbleibenden Kalk- und 
und Magnesiamengen als Carbonate in den Ansatz. 

1st kein Chlor oder keine Schwefelsaure vorhanden oder reicht die Menge 
des Chlores oder der Schwefelsaure zur Sattigung der gefundenen Aikalimetalle 
Qicht aus, so sind audi diese als Carbonate zu berechnen. Die Salpeters&ure mid 
die Phosphorsaure kann man bei gewShnlichen Bach- und Flusswassern entweder 
frei oder wenn ihre Mourc bemerkbar ist, als Kalksalze combiniren, die Kiesel- 
saure, das Eisenoxyd und die Thonerde wird man am besten unverbunden anfuhren. 

Dei Eisensauerlingen steht die Sadie anders, hier muss das Eisen als 
Eisenoxydulcarbonat, wie es am baufigsten vorkommt, berechnet werden. 



14 



Der dauernde Worth einer Analyse liegt jedenfalls darin, dass man aus 
ihr crsehcn kann, wie viel von jedem Einzelnstoffe unci jeder binaren Verbindung 
ein Wasser enthiilt. 

Diescr Werth bleibt durch die Umrcchnung unberiihrt. Eino genauere 
Controlle dor erhaltenen Werthe, als man sie durch die Bestimmung der Salzruck- 
stftnde durch Trocknung, Gluhen, Befeuchten mit Ammoniunicarbonat etc. erhalt, 
gewinnt man, wenn man den Abdampfriickstand mit Schwefelsaure behandelt, als 
gegltlhte neutrale Salze wagt und die gefundenen Basen als Sulfate berecb.net, der 
gefundenen Summe aller Sulfate gegenuberstellt und zu ihnen die Kieselsaure, das 
Eisenoxyd und die Thonerde und die Phosphorsaure zuzahlt. Auf diese Wcise 1st 
die Richtigkcit der Analyseu controllirt worden. 



I. Die Eger und ihre Zufltisse. 

a) Untersuchungen iiber die Beschaffenheit des Quellengebietes und des Wassers der 
Eger, so wie ihrer Zufliisse vom Ursprunge bis Karlsbad. 



Das Quelleiigeblet der Eger. 

Iin nordostlichen oberfranMschen Berglande crhcben sich bekanntlich drei 
grosse m&chtige Granitgruppen, die den Haaptstock des FicMelgebirges bilden. Der 
Granit bedingt durch Masse und Ausdehnung die ganze Form dieses Gebirgsstockes, 
setzt die hochsteD Kuppen desselben zusammen und dehnt sick in stockartiger 
Gruppirung weit durch das Mittelgebirge, mit den Auslaufern des Erzgebirges zu- 
sammenhangend, aus. 

Wo aber der Granit die Erdoberfliiche bildet, da verleiht er der Land- 
schaft iiberall ein gewaltiges Geprftge. Das untersclieidot ihn geotektonisch von 
den anderen Felsarten. Zwar sind die Wolbungen des FicMelgebirges und des 
bohmisch-sachsischen Granitgebirges sanfter als die des Riesengebirges, aber iiberall 
auf den schildformigen Ilohen ragen kolossale Naturmauern und Fclsentlmrme un- 
vermittelt aus den schweigenden Waldern hervor als greifbare Uiberreste der eigen- 
thumlichen Art der Verwitterung dieses harten Gesteins, das unterirdisch weit und 
breit fortsetzt. 

An diesen machtigen Granitstock lehnen sich dann aus Gneisen-, Glimmer- 
und Urtlionscliiefern. besteliende Terassen und Auslaufcr an, die das eigentliche 
Fichtelgebirge zusammensetzen. 

Zwar ist der Glimmerschiefer nach GumU im franMschen Fichtelgebirge 
wenig verbreitet, er bildet nur eine schmale /one zwischen Gneis und Ehyllit 
nordlicli von Sell) und liings des nordlichen Granitzuges bei Weissenstadt inBayein, 
dagegen ist der Fhyllit in semen verschiedenen Variet&ten urn so haufiger anzu- 
treffen, und es verdienen vor Alleiu die sogenannten Fleckenschiefer und Quarzit- 
phyllite htervorgekoben zu werden, weil in diesen SchichteD die Quellen der Eger 
entspringen und weil sie das Quellengebiet der Zufliisse der Eger in Bayern bilden. 



k; 



Die Eger entspringt an den nordlichen morastigen Abhangen des Schnee- 
gebirges, beschreibt nordostlich einen bis Weisisenstadt reichenden Bogen und 
fliesst in einem tiefen Bett ostlich bis Roslau, wendet sich dann plotzlich nSrdlich 
bis Marktleuthen, von. wo Hie in vielfachen Krtimmungen fiber Kaiser-Leopoldhammer, 
ininier ostlich, spater sildostlich gegen Hohenberg lauft und liber Markhausen dor 
Stadt Eger zueilt. 

Auf diesem Wege nimmt sie aus dem bayerischen Gebirge einige kalk- 
reichere Wasser auf, welche in der ostlichen Verzweigung des Fichtelgebirges ent- 
springen, so am rechten Ufer die auf der ostlichen Seite des Schneeberges und 
der Silberplatte aus mehreren Wasseradern sich bildende, fiber Wunsiedel in ost- 
licher Richtung sich bewegende Roslau, den grossten franMschen Zufluss, uebst 
einigen unscheinbaren Bachleins, auf der linken Flussseite den am Kegelberge in 
Bohmen sich bildenden Setback, nebst einigen unbedeutenden Zufltissen. 

Entlang des R6slaubach.es verbreitet sich der slidliche Zug des Urthon- 
schiefers, bei Pullenreuth beginnend, ftber Radwitz bisArzberg, wahrend der west- 
liche iiber Wunsiedl, Thiersheim nach Hohenberg streicht und von da hum gegen 
das Egerplateau abf&llt. 

Nordlich bildet das Vorgebirge des Fichtelgebirges das Ascher Bergland, 
in dessen siidostlichem Theile Granit, ini Himmelreichwald Glimmerschiefer herrscht, 
der in der nordlichen Umgebung von Rossbach in Phyllit iibergeht. 

Die Quellen, welche aus dem Thonschiefer kommen, enthalten die Aus- 
scheidungsproducte desselben, soferne das Gebirge nicht mit jungeren sedimentaren 
Formationen bedeckt ist 

Keineswegs ftihren die Quellen die ganze Masse der verwitterten Sub- 
stanzen, sondern nur leichter losliche und zersetzbare Antheile derselben fort- 
Namentlich ist es die Kieselsaure, welche in Gangen, Adern und Nesten sehr uaufig 
ausgeschieden ist. 

Doch sind die' schiefrigen Gesteine selbst wenn sie geringere Kalksilicat- 
niengen enthalten, bei weitein melir der Zersetzung unterworfen, als massige Ge- 
birgselemente, weil die schiefrige Textur ein leichteres Eindringen des Wassers 
gestattet, das bei eintretendem Frost durch Anderung seines Aggregatszustandes 
eme tiefer reichende Sprengung und Zersetzung des Schiefers bewirkt. Ja bei Thau- 
wetter riitscJien ganze Schieferlagen ab, und die perosere Beschaffenheit des Ge- 
steins setzt dem Eindringen der Wurzeln der Pflanzen keinen grossen Widerstand 
entgegen. 

Nacli Ad. Hchwager*) sind die Phyllite des Fichtelgebirges wie folgt zu- 
sammengesetzt : 

I. 

Kieselsaure und Titansaure 61-56°/ . 

Thonerde 20-12 „ . 

Eisenoxyd 2*87 „ . 

Eisenoxydul 3-40 ., . 

Furtrag . . 87'95°/ K!)-27% 



II. 
62-54°/ 

22-84 „ 



3-89 



*) v. Gttmbel, das FioMelgebirge 1879. S. L81, 



17 

tlbertrag . . . 87-957,, .... 80-27% 

Kalk 0-71 0-18 „ 

Magnesia 1-58 „ 1*22 „ 

Natron 1'92 „ . . . . 1'88 „ 

Kali 4-84,, .... 5-24,, 

Gltthverlusl 3-05 ,, . . . . 3-4K „ 

Summa . . . 100-05% L00-77% 

In Salzsaure zersetzbar . . . 1 1 • 1 4 „ . . . 13-27 „ 
Der Sauerstoffquotient betrug . ()-4<>; , ,% . . . 0-398% 

Merkwurdig bleibt es, dass die grosste Zahl dor Analysen von Urthon- 
schiefern dem Sauerstoffquotienten 0-4 entspricht, woraus sich folgern lasst, dass 
die Materialien, aus welchen in soweit auseinanderliegenden geologischen Perioden 
die verschiedenen IJrthonschiefer entstanden sind, wenn nicht identisch, so docb 
sebr aahe qualitativ rind quantitativ dieselben waren. 

Aber auch ein Vergleich dor Analysen derErz-und Fichtelgebirgsgranite,*) 
welche bisher untersucht wurden, zeigt eine merkwtirdige Uibereinstimmung der- 
selben. Schon Sandberger-' 1 ) hat auf die liberraschende Uibereinstimmung dor 
Granite des Fichtelgebirges mil. denen des Eibenstock-Karlsbader Massivcs hinge- 
wiesen. Bei beiden ist die petrograpbische und chemische Ihnliclikeit constatiert, 
die. V'eranderlicb.keit in Struktur und Korn mit den mehr odor weniger reichlich 
porpbyrartig eingewachsenen trefflichen OrthoklaskrystaUen und den weissen Glim- 
merblattchen vorhanden, sowio die accessoriscben Bestandtheile beider Granite nicht 
abweicben, haufig im schwarzen Turmalin bestehen, seltener imTopas. Die Granite**) 
des Fichtelgebirges sind meist normale Lithiongranite, als solehe cbarakterisirt 
durch iliren Gehalt an braunem Eisenlithionglimmer, der audi den Erzgcbirgsgra- 
niten nicht fehlt. 

Sowohl der Thonerde- wie KieseMuregehalt bewegt sich zwischen den 
gleichen Grenzen. Das Verhaltnis zwischen Kalium und Natriumoxyd ist fast das 
gleiche, ] ) denn im Fichtelgebirgsgranit ist das Verhiiltnis von Natron zu Kali wie 
1 : 1-87, im Erzgebirgsgranit Natron zu Kali wie 1 : 2-o:-!. a ) 

Ans den Resultaten der J IdUigemchen 1 ) Analysen folgt: „dass der Einfluss 
des Erzgebirgssystemes aicht nur in der Richtung der GranitgruppeD des Fichtel- 
gebirges, sondern auch noch dnrch die Zusammensotzung der sie constituirenden 
Mineralien eine Bestatigung findet, so dass iiber den Zusammenhang des Fichtel- 
gebirges mit dem bohmischen Erzgebirge kein Zweifel mehr obwaltet." 

Es verdient daher auch die Zusammensetzung des im Wosten verbreiteten 
'"id an der Begrenzung des Egerer Tertiarbeckens vorzugsweise betheiligten Gra- 
lll1 ' l '« hervorgehoben zu werden, der den CentraMock des Fichtelgebirges, das Re- 
servoir fixi- die Zufliisse der Eger in Bayern bildet, aus eineni krystallinlschen Ge- 



:|f ) (iiimbl geolog. Beobacht. den Fichtelgebirges 1879. 

**) Sandberger, Neue Berichte 1888. Verhandlung der phys.-med. Gesellschaft. Wiirzburg. 
') Mittheilungen d. Univ. Erlangen Bottigers Abhandlung iiber die Granite des Fichte'- 
gebirgeg L889. 

■) Laube, Geologie d. (Srzgebirges 1876. Arbeit d. Landesdurcbforscbg. 



18 



menge von Orthoklas, Plagioklas, Quarz, Magnesia und Kaliglimmer besteht, das 
je nach dem Uiberwiegen eines dieser Gemengtheile verschiedene, jedoch in ein- 
ander tlbergehende Structurvariet&ten zeigt, undinden hohen Kuppen des Ochsen- 
kopfes, Schneeberges, der Platte etc. in seiner ganzen Grossartigkeit auftritt, bei 
Wunsiedl die pitoresken, vielbesuchten Felsw&nde zusammensetzt und sicb mit dor 
Breite von ctwa 12 Kim. und einer Lange von 50 Klin, fiber Liebenstein und 
Haslau bis Wildstein erstreckt. __ 

Granit analyse!) aus dem Fichtelgebirge*) 



Bestandtheile 



Granit _ 

vom klei- 

nen Korn- 

berg 



Granit 

vom 

Reuth- 

berge bei. 

Gefrees 



Granit 

Tom 

Epprecht- 

sl.cin 

bei Kir- 

eheulamitz 



Porphyr- 

artiger 

Granit 

vomStroh. 

Lenberge 

bei 
RedTfitz 



Frischer 
Gran i I, 

von der 

Luisen- 

bnrg- 

Wunsiedl 



I'oipliyi' 
artiger 
Granit 

vom 

Schnee- 
berg 



SiO, 
PA 

M a <», 

Fe a O a 

FeO 

CaO 

MgO 

K 2 

Na 2 

LLO 

ll.,o 

TiO fl 

FI 

CuO 

BaO 



Summa .... 

Spec. (lew. . . 
Sauerstoffquocient 



74-03 

0-27 

13-87 

0-09 

0-95 

0-30 

0-15 

6-14 

3-7 1 

Spur 

0-17 

Spur en 



100-41 

2-6622 
0-2263 



71-58 
0-31 

14-39 
1-40 
1-27 
2-01 
0-93 
4-85 
3-31 

Spur 
1-18 

Spur 



LOO -92 
2-6678 

0-2420 



77-48 
o-2:; 
I L-84 
0-57 
L-63 
0-43 
0-27 
3-73 
2-48 
Spuren 
1-56 



Spuren 



99-99 

2-6649 
0-2170 



68-90 

0-24 

16-80 

1-77 
1-64 
1-80 
1-34 
3-11 
3-90 
Spur 
1-91 
Spuren 



71-93 

0-27 

15-54 

0-59 

2-10 

1-60 

0-46 

5-30 

2-61 

Spur 

0-69 

Spuren 

Spuren 



101-17 
2-6810 

0-3559 



100-82 
2-6639 

0-2807 



75-25 
0-18 

1.3-36 
0-28 
L-23 
0-65 
0-02 
4-55 
2-91 

Spur 
0-64 
Spuren 

Spuren 



98-99 
2-6690 

0-2222 



Die Sauerstoffverhaltnisse von den vorstehenden 

Me 2 MeO : 



Graiiiten sind . . . . 
Granit von Kornberg . . 

n „ Reuthberge . 

„ „ EpprecMstein 

„ „ Strohlenberg . 

„ „ Wunsiedel 

„ Schneebera . 



3-39 

1 
3-95 

1 
3-24 

I 
4-65 

1 
3-29 

1 
4-65 

1 



Me 2 O s 
6-5d 
2-92 
7-17 
1-83 
5-73 
1-46 
8-42 
1-80 
7-47 
2-26 

8-42 
1-80 



MeO, 

39-40 
11-62 

38-17 

9-64 
41-32 
12-75 
36-74 

7-88 
38-36 
11-64 
36-74 

7-88 



*) Mittheilungen ana dem pharmaceut. Inatit. & Labor.-Erlangen. 



19 



Der Granit erleidet unter dem Einflusse des Kohlenstae und Sauerstoff 
haltenden atmosph&rilischen Wassers cine derartige Zersetzung, dass die ZerstSrung 
oft ungleichmassig in die Felsen eindringt, wodurch allerlci seltsamc Gestalten, 
selbst Hohlen und Grotten entstehen. Nach Jahrtausenden schfilen sich aus der 
Millionen Krystalkorner enthaltenden Granitmasse thurm- oder mauerfo'rmige Felsen 
id), wfthrend aus dem fortgeschlemmten zersetzten Grus die Alkalien, die alkalisehen 
Erden und das Eisenoxydul als Carbonate hinweggefuhrt, Kieselsaure hydratisch ab- 
geschieden, zum Theil-durch alkalihaltendes Wasser aus dem Gestein ausge- 
waschen und entfernt wird. Das ausgeschiedene Thonerdesilicat bleibt als thonige 
Masse, als Kaolin zuriick. 

Es war des Zusammenhanges wegen nothwendig, die durch dieses Gebiet 
sich windende Eger vor ihrem Eintritt in Bohmen ebenfalls auf ihre Zusammen- 
setzung aw prufen und auch noch den bei Fischern in die Eger einmundenden 
Hiiichtigsten bayerischeii Zufluss derselben, die h'oslau vn analysiren, urn ein Bild 
dor Verfaderung des Egerwassers von ihrem Ursprunge bis Hohenberg zu gewinnen. 
Alle in dem Gestein vorhandenen Korper wurden auch im Wasser der Eger 
wiedergefunden, welches an ihrem Ursprunge am Nordabhange der hohen Haide 
ans Quarzitphyllit fliessend, in der geschopften Probe nach Ed. Spaeth*) enthielt: 
In 1000 co des Egerwassers waren in Grammes: 

NaCI . . . 0-00494 oder Na a O . . . 0-00262 

KC1 . . . 0-00209 K 2 6 ... 0-00132 

CaS0 4 . . 0-00163 CaO . . . 0-00155 

CaC0 8 . . 0-00140 MgO . . . 0-00061 

MgC0 8 . 0-00153 CI ... . 0-00389 

Si0 2 ' . . 0-00425 SO s ... 0-00096 

Al a O 1 . 0006() SiO . . 0-00425 

^'^ I ,>,? .0-00060 

Fe 2 3 ) 

C0 2 . . . 0-00140 

Summa . . . 0-01644 0-01720 

Die Gcsamnithiirtc des Wassers betrug 0-24. 
In 100 Theilen des Riickstandcs sind cnthalten: 

Na 2 16-32% 

K,0 7-71 „ 

CaO 9-06,, 

MgO 3-56,, 

CI 22-74 „ 

SO, 5-61 „ 

Si6 2 24-85 „ 

Al a Oj I q.^O 

Fo.0,1 35 °" 

C0 2 gebd ■ 8-18 „ 

Summa . . . 100-58% 

*) Mittheiluugon der Uuiv. Erlaugen 1889. 

2* 



20 



Organische Stoffe waron in dem Wasser nur ganz geringe Spuren vor- 
handen. Das Wasser war farb-, geschmack- und geruchlos, ohm: Einwirkung auf 
Beagenspapier und hatte cine mittlere Temperatur von 7-42° C. 

Das iintersuchte Wasser zeichaet sich (lurch hohen Chlor-, Kali-, Natron- 
mid Kieselsdure-Gohalt aus, die den Verwitterungsproducten des Phyllits durch 
Hydrometeore leicht entzogen werden. 

Die Zusamm&nsetzung der Eger oberhalb Hoheriberg bei der Konigsmiihle 
ror dem Eiatritt der Roslau ist nach meinen nun folgenden Untersuchungen die 
folgende : 

In 1000 cc Wasser sind enthalten Grammes: 

Chlornatrium . . .0-00864 Na a O . .0-00841 
Kaliumsulfat . . . 0-00628 K a O . . . 0-00340 
Natriumsulfat . . . 0-00234 CaO . . . 0-00750 
Natriumcarbonat .0-00480 MgO . .0-00312 
Balciumcarbonat .0-01339 8i0 2 . . .0-00955 
Magnesiumcarbonat 0-00655 SO, . . . 0-00420 

Kieselsaure .... 0-00955 CI 0.00524 

Eisenoxyd .... 0-00093 Fe a 8 . . 0-00093 

CO a . . ■ 0-01131 

O-0524S 0-05366 

Sauerstoff ah fur Chlor . ■ . (HHHIH 

0-05248 
Der Gliihverlust betrug 0-01071 

In 100 TheUen des mineralischen Ruckstandes: 

Na a O 16-02°/ 

KjO 6-47 „ 

CaO 14-29 „ 

MgO 5-94,, 

Si0 2 18'19 „ 

SO, 8-00 „ 

01 9-98 „ 

Ke.,0, 1-77,, 

OO a ■ 21-55,, 

L02-21°/ 

Sauerstoff ab fur Chlor . . . 2-24 „ 

Summa . . . 99-97% 

Die Gesammtharte des Wassers betragt 1-19. Der Rtickstand war gelb 
gefarbt, reagirte schwach. adkabsch, sonst war das Wasser geruch- and geschmacklos- 

Auf der rechten Seite nimmt die Eger, die auf dem Sohneeberge und der 
Silberplatte aus raehrcren Wasseradern sicb bildende, in ostlicher Richtung iibei 
Wunsiedl, Lorenzreuth und Arzberg sich bewegende, bei Fischern einmiindende 
ffislau, den grdssten Mnkischen Zufluss auf, (lessen Zusammensetzung oberhalb 
Schirding geschopft, folgende war: 



21 



In looo ce Wasser sind enthalten Grammes: 

Chlornatrium 0-00702 Na 2 .... 0-00785 

Natriumsulfat- .... .0-00822 K 2 .... 0-00260 

tfatriumcarbonat .... 0-00095 CaO . . . 0-02185 

Kaliumcarbonat 0-00380 MgO .... 0-00420 

Calciumcarbonat . . . .0-03902 Fe 8 8 + A1 2 8 0-00065 

Magnesiumcarbonat . . . 0-00882 S0 8 .... 0-00463 

Eisenoxyd undir Thonerde . 0*00065 C0 2 .... 0-02340 

Kieselsaure 0-00966 CI 0-0042(1 

Gltthverlust 0-01.280 Si0 2 .... 0-00966 

Gltthverlust . . 0-01280 

0-0H094 0-09190 

Sauerstoff ab fin- Chio r . Q-Q0096 

0-09094 

In LOO Theilen des trockenen Rttckstandes sind enthalten: 

Na 2 8-63 fl / 

K 2 2-85,, 

CaO 24-02,, 

MgO 4-61 „ 

Fe a O a |- AI -0, °' 71 « 

S0 8 '....' 5-09 „ 

C0 9 25-73,, 

CI 4-68 „ 

SiO a 10-62 „ 

Organiscbe Stoffe 14-07 „ 

1.01-01% 
Sauerstoff ab fur Chlor . . 1-05 „ 

99-96°/o 

Die Gesammtharte des Wassers betr&gt 2-77. 

Das Wasser war klar, farb- und gerucblos. Es geh6rt unter die kalk- 
reicheren Gew&sser. Die nachste Wasserprobe der Eger wurde oberbalb der Stadt 
%er geschopft. 

Zusammensetzung <les Egerwassers oberhalb Eger. 

GescfcOpft in. Oktober 1891. 



In 1000 cc Wasser sind enthalten: 

Clilornalriiiin 0-00890 

Natriumsulfat 0-00762 

Natriumoarbonat .... 0O0034 

Ealiumcarbonat .... 0-00409 

Purtrag . 



Na 2 
K 2 

CaO 
Mat) 



0-02095 



0-00825 
0-00279 
0-01050 
0-00396 

0-02550 



fe 



22 



(Jbertrag . . . 0-02095 0-02550 

Calciumcarbonat .... 0-01875 A1 2 8 | 0-00029 

Magnesiuracarbonat . . .0-00831 Fe 2 8 J 

Eisenoxyd und Thonerde . 0-00029 SO, . . . 0-00429 

Salpetersaure 0-00074 N„6 B . . . 0-00074 

Kieselsaure 0-00895 G0 2 . . . 0-01404 

Si0 2 . . . 0-00895 

01 . . ■ ■ 0-00540 

0-05799 0-05921 

Saueratoff ab fiir Cblor . . . Q-Q0122 

0-05799 
Dei- filuhverlust betragt 0-01205 

In 100 Thoilen des Rlickstandes sind enthalten: 

Na 2 14-22"/ 

K 2 i; 4-80 „ 

OaO 18-10 „ 

MgO G-82„ 

|, '° :,() ' 1 \ 0-50 

Al a O, | " 

SO, 7-39,, 

N 2 0, 1-27,, 

CO a 24-21 „ 

Si0 2 15-43 „ 

CI 9-31 . 

I02-05°/ 
Sauerstoff ab fiir Cblor . . . 210 „ 

99-95% 

Die Gesammtharte des Wassers betmg L-62. 

Das uutersucbte Wasser war War, in dickeren Sch.icb.ten sclrwach gelb 
gefarbt, gerucb- und geschmacklos, von neutraler Reaction. Zur Oxydatiou der 
organischen Substanz in einem Liter wurden 0-00324 Gramm Sauerstoff verbraucht. 

Die Eger tritt bei Sommerau in BShmen ein, durcbscbucidet das Eger- 
Iftndchen, welches die Lnteressante Erscheinung darbietet, dass dort bekantlich drei 
machtige Gebirgsztlge mit einander verschmelzen. Alio im Norden, Osten und im 
SMen des Egerbeckens emporsteigenden Randgebirge gehoren der krystaUinischen 
Schieferzone des Fichtel- und Erzgebirges mit dem Kaiscrwald und des Bohmer- 
waldes an. Dor innige Zusammenhang aller dieser Gebirgsmassive ist hinreichend 
dargethan und bekannt, dass sie von Glimmerschiefer, Amphiboliten und Qrthon- 
schiefer in den mannigfaltigsten Gestaltungen und Abanderungen mantelartig Iiber- 
kleidet werden. 

Die nordliche Einfassung Bohmens bildet einen zusammenblngenden, nach 
BShmen m steil abfallenden, wenig gegliederten Wall, (lessen mittlere Kammhohe 
an soo m SeehShe betragt. Nur an seinen westlichen Enden zerfallt dieses Ge- 



23 



birge in mehxere niedrige Ketten, die mit den Auslaufern <les Fichtelgebirges un- 
merklich zusammenfliessen. 

Zwischen diesen verlauft das Hauptthal, ehe es sich zur Flache verbreitet. 
Ala Begrenzung zwischen diesen Auslaufern und denen des Bohmerwaldes kann man 
das Thai des Wondrebflusses bezeichnen, da eine scharfe Scheidung zwischen diesen 
beiden Gebirgen nicht besteht. 

Die Eingangs erwahnten, dem Granit eigenthtimlichen bestimmten Kluft- 
richtungen, welche diesen^ die Gneisse und Glimmerschiefer durchziehen, fallen mit 
den steilen Bruchrandern der Randgebirge zusammen. 

Aus den Arbeiten hochverdienter Geologen wissen wir, dass diese gross- 
artigen Zerkluftungen, ja Abrisse und Absturze ganzer Gebirge Wirkungen des Tan- 
gentialdruckes waren, der sich in Folge zunehmender Contraction der Erdrinde fiber 
dem langsam erkaltenden Erdkerne geltend machte, eines Druckes, der noch fort- 
besteht, und einst von Katastrophen begleitet war. 

Die Bildung des Egerer Tcrtiarbeckens stand offenbar im Zusammenhange 
mit diesen elementaren Bewegungen, die unserem Vaterlande Schatze erschlossen, 
wie sie vielleicht kein zweites Gebiet Osterreichs aufweist, namlich die bertihmten 
Mjneralquellen, Saucrwiisser und Moorlager. 

Auf die auffallende Vertheilung der Sauerlinge in stid-nordlich gerichteten 
Ueilien hat zuerst G. Laube aufmerksam gemacht und die drei Hauptgruppen 
J. JoMys untereinander in enge Verbindung gebracht. In diesen Richtungen bewegt 
sich aher auch gegenwartig der Lauf der Fliisse, deren Erosionskraft die Thaler 
erweitern und. umgestalten half. Eine Kluftrichtung zwischen. Sirmitz und Oed 
deutlich gekennzeicb.net, nimmt einen westOstlichen Verlauf, verfolgt eine Richtung, 
in welcher die Eger das Tertiarbecken durchzieht. Parallel mit der von Nordwest 
nach Sttdost verlaufenden Bruchlinie der im Osten steil absetzenden Phyllite geht 
'in Wesentlichen der Lauf der dem Egerflusse von Norden zustromenden Fluss- 
wiisser, da die Eger den Thonschiefer des westlichen Egerlandchens in ostlicher 
Richtung durchschneidet, und bei Eger aus dem Urgebirge in die ThaMache tritt. 

Die dritte, zwischen Taubrath und Miltigan von Siidost nach Nordwest ver- 
laufende Kluftrichtung durchzieht das Terti&rbecken in der Art und Wei se wie der 
Wondrebfluss verlauft, ein vom Siideu. am rechten Egerufer einstromender Neben- 
fluss der Eger, der aus dem Zusammenstromen mehrerer Waldquelleii am slidlichen 
Abhange des Tillenberges entsteht und in einem langeren Bogen iiber Bayern be 1 
Waldsassen Bohmen betritt. Fast der ganze, das Egerer Becken im Norden und 
Osten einschliessende Gebirgszug besteht aus Glimmerschiefer, der allmahlig in 
Gneiss verlaul'l, und sieli Westlich unter dem aus dem Fichtelgebirge heriihorstrci- 
chenden Thonschiefer verliert, Ostlich von WMstein grenzt der Schieferthon der 
oberen Braunkohlenformation an den Granitzug, der bei Fleissen den Glimmer- 
schiefer tangirt und. in diesem Granit entspringen die Quellen des Seebaches, des 
Soos- mill Fonsauerbaches, die durch Schieferthon und Sandsteinschichten nach 
kurzem sudflstlichen Laufe in die Eger munden. 

Dio Thalebene, frtther Seegrund, wird jetzt vom angeschwemmten Lande, 
V( m Lagern ausThon, Kalkmergel, Sand- und ausgedehnten Moorlagern, namentlich 
aber von Braunkohlengebilden bedeckt und ist mit eisenhaltigen Quellen und Sauer- 



a—mi 



24 

lingen reich bedaoht, so dass es im Egerlande kaum ein Dorf gibt, das uicht seineD 
eigenen Sauerling besitzt. Ein dicht bewaldeter Gebirgsgtirtel umschliesst diesen 
westlichen Theil Bohmens, ein Ilochland, das durcli zahlreiche vom Norden nach 
SMen verlaufende Hugelzuge eiuen. wellenformigen Charakter erhielt, der im Ver- 
laufe der Zeit durch die Erosionsthatigkeit der vielen von den Randgebirgen in 
flachen Thalmulden dem Hauptflusse des Gebirgskessels der Eger zustromenden 
Bache und Flflsschen nur ura so auffallender hervortreten musste. Das Egerland 
bildet eine Senkung, welche in der Vorzeit wahrscheinlich ein grosser Siisswassersee 
war, (lessen Gcstade die Eger zwischen Kulm und Konigsberg durchbracb. 

Die Eger tritt ostlich von der Stadt Eger in die Thalfl&che, verl&sst diese 
bei KSnigsberg und durchschneidet den sich in das Egertbal vorscbiebendeD Thon- 
seliief'errucken in einein S-formigen Bogen, tritt bei Klobeu in die weite, mit Ter- 
tiarsehiehten erfullte Thalfl&che zwischen dem Erzgebirge und dem Tepler Gebirge, 
bait sich jedoch vorwiegend in nordlicber Richtung mit ilireni Laufe mehr am Fusse 
des Ietzteren, welchen sic; von Altsattel bis Tascbwitz in einein aus Graniti'elsen 
gebildeten schlangenartig sich windenden engen Thale durchschneidet. 

Die jfthrliche Niederschlagsmenge im oberen Egerl&ndchen betrftgt 600 bis 
700 mm. Dei Duppau und an der bayerischen Grenze westwiirts von Konigswart 
700 — 800 mm. Das Klima ist raub, nur in den tieferen TMlern milder. Der Winter 
dauert tange, ist strenge und schneercieh. Dieses Gebiet ist reich an Quellen, 
weshalb der Boden vorherrschend feucht ist. 

Auch feblt es nieht an Torfmooren, namentlich entlang der Eger, des Soos- 
baches, der Leibitsch und des Wondreb. Die bedeutendsten sind das bekannte 
Fransensbader und das Soos- Oder Katharinendorfer Moor. 

Beginnen wir mit d^r Betrachtung der m'ird lichen Zufliisse der Eger. 



Znfliissc der Eger aus dem Fichtel- und Erzgebirge. 



Im Egerer Bezirke selbst empffagt die Eger keinen Znfiuss aus dem Ascher 
Gebiete, es fliessen ihr aber anihrem linken lifer ausser einigen kleinen . Jiiiclileins, 
welche sie liings der Landesgrenze aufhimmt, zun&chst der Seebach zu, welcher aus 
dem Zusammenflusse des Hbllen-, VVeilier- und Frauenbaches entsteht, die imGruben-i 
Brandberge und im Himmelreichwalde im Granit entspringen, sich bei Frankenhaus 
vereinigen und unterhalb Seeberg, wo sie Seebach genannt werden, sich Sstlich 
wendend und m mehrere Anne theilend, die nelbeschriebene Mborgegend von 
Franzensbad durchzieheii and als sogenannter Schladabach bei Tirschnitz in die 

Eger fallen. 

Das oberhalb „Lolima" im August 1891 geschopfle Wasser hat, bevor es 
das Franzensbader Moor betritt, folgende Zusammensetzung: 



25 



In 1.000 cc Wasser sind enthalten: 

Chlornatrium 0-02052 Na a O . . . .0-02581 

Natriumsulfat .... 0-01972 K a .... 0-00348 

Natriumcarbonat . . 0-01053 CaO .... 0-00672 

Kaliumnitrat . . . .0-00161 MgO . . . .0-00378 

KaUumcarboriat . . . 0-00400 Fe 2 3 . . . 0-01024 

Calciumcarbonat . . 0-01200 80 a .... o-oilll 

Magnesiumeafbonat . 0-00793 N 2 6 .... 0-00086 

Eisenoxyd 0-01024 CO., . . . .0-01491 

Kieselsaure 0-00700 Si(), . . . .0-00790 

CI .... . 0-0 1.245 

0-01)445 0-09726 

Sauerstoff ab fur Chlor . . ■ Q-QQ2S1 

Summa . . . 0-01)445 

Der Gluhverlust betragt 0-01260 Gramm im Liter. 

In loo Theilen des mineralischen Ruckstandes sind enthalten: 

Na, 2 27-326% 

K.,0 3-684,, 

CaO 7-114,, 

MgO 4-002,, 

Ke.,0, -.... 10-841 „ 

SO, 1 1-702 „ 

N.,() r , 0-910,, 

(X), 15-786 „ 

Si0 2 8-364,, 

Cl . m-isi „ 

102-1)707,, 

Sauerstoff ab fur Chlor . . 2-975 „ 
Summa . . . 1)9-1)1)5% 

Die Gesammthtrte des Wassers betragt L-20. 

Das Wasser war trtibe von sich ausscheidendem Eisenoxyd roth gef&rbt 
"nil hatte bereits dieobere Kropitzer Moorablagerung durchflossen. Derselbe Bach, 
nachdem er nodi das eigentliche Franzensbader Moor passirt, welches im sudlichen 
'"id ostlichen Theile auf Phyllit lagert und reichlich Mineralquellen enth&lt, ist 
oberhalb Tirschnite, kurz vor seinem Eintritt in die Eger geschopft, wie folgt zu- 
sammengesetzt : 

In einem Liter Wasser sind enthalten Grammes: 

Chlornatrium. . . .0-37244 Na,() . . . .0-66396 

Natriumsulfat . . .0-87001 K 2 () 0-00942 

Natriumoxyd 0-07057 CaO 0*06125 

Kaliumoxyd . . . . 0-00942 MgO .... . Q-01l>(i2 

Fiirtrag . . . 1-32844 0-74125 



26 






ttbertrag . . . 1-32844 0-74425 

Calciumcarbonat . 0-10937 LiO Spur 

Magnesiumcarbonat 0-04120 FeO 0-01625 

Eisencarbonat . . .0-02618 Mn a 8 , . . .0-00185 

Manganoxyd . . .0-00185 SO s 0-49015 

Kieselsaure . . . .0-03350 N 2 8 0-00205 

Salpetersaure . . 0-00205 C0 2 0-07963 

Si0 2 0-03350 

CI Q-225'.M) 

Summa . . . L -54259 1-59358 

Sauerstoff ab fur O ld or . . . 0-05099 

Summa . . . L'54259 

Der Gluhverlust betr&gt 0-07350 Grammes im Liter. Die Reaction des 
Abdampfriickstandes war schwach alkalisch. Die Gesammtharte des Wassers 8-87. 

In loo Theilen des Rtickstandes sind enthalten: 

Na 2 42-393°/ 

K 2 0-610,, 

CaO 3'970„ 

MgO 1-271 „ 

LiO Spur „ 

FeO t-053 „ 

Mn 2 0, 0-119 „ 

SO B 81-774,, 

N a O fl 0-132 „ 

CO a 5-162,, 

Si0 2 ■ 2-171 „ 

01 14-(i44 „ 

103-299% 
Sauerstoff ab fur Chlor . . 3-305 „ 
Summa . . . 99-994% 

Vor dem Eintritt in das Franzensbader Moor hinterlasst der angefuhrte 
Bach nur 94 mgm per Liter, aach dem Austritt 1542 mgm p. L. fixer Mineral- 
stoffe. Die Moorwasser reichern den abfliessenden Bach auf's sechzehnfache des ur- 
sprunglichen Gehaltes an und vermehren die (HaubarsaUmengc des Wassers urn das 
Junfundvierzigfache. 

Dem Wildsteiner Granitzuge, der durch die Verwachsung von Kali und 
Magnesiaglimmer als typischer Ficbtelgebirgsgranit zu betracMen ist und gerade 
nnt, seiner Annaherung an den steilen Bruchrand gegen das Egerbecken eine mehr 
gleichformige Structur annimmt, entspringen selir viele Quellen, me der Stadl-, 
Fonsauer-, Soos- und Secbacli. 

Zwischen dem Fonsauer und Soosbache breitet sich das bekannte Katha- 
rinendorfer Moorlager mit Mineralquellen, besonders der Kaiserquelle, aus, welches 



27 



auf firanit auflagert und bis Ensenbruck reicht. Es wird you dem Soosbache 
durchstromt und ist nur theilweisc bewachsen. 

Die oben genannteD Bache vereinigen sicb im aufgelagerten Bchieferthon 
unterbalb Ensenbruck und fallen in siidostlicber Richtung fliessend, nach kurzem 
Laufe unterbalb Forba in die Eger. 

Machtige Cypriscbiefer scheiden in einem breiten flacben Rilcken das Sooser 
von dem Franzensbader Moorgebiet, die aber zu Neubildungen wenig beigetragen 
haben. Offenbar verdankten die jungeren Sedimente ibre Entstebung dem Granit, 
der vorerst zu Grass zerfallend, durch ununterbrocbene Einwirkung der atmospha- 
riscben Luft, wie durcb mecbaniscbe Wirkung der Wasser zu local verschiedenen 
Neubildungen verwendet und umgewandelt wurde, dessen Verwitterungsproducte 
daber audi durcb die reichlicb zn Tage gebenden kohlensaurereichen Mineralwasser 
aufgenommen und in den Baeben der Eger*) zugefunrt werdcn. 

Die Zusammensetzung des Sooserbachcs bei Forba, die Probe ober der 
Eisenbahnubersetzung im Juli 1891 geschopft, war folgende: 

In 1000 cc Wasser sind entbalten: 

Cblornatrium .... 0*06611 Na a O . . . 016026 

Natriumsulfat .... 0-21880 K 8 . • • 0-0072 1. 

Natriumcarbonat . . . 0-05070 CaO . . . 0-03013 

Kaliumcarbonat . . . 0-00548 MgO . . . 0-01467 

Kaliumnitrat .... 0-00745 Fe a 8 . .0-00256 

Calciumcarbonat . . . 0-05382 S0 3 . . .0-12327 

Magnesiumcarbonat . 0-03080 N 2 6 . . . 0-00398 

Eisenoxyd 0-00256 C0 2 . . .0-06258 

Kieselsaure 0-01240 Si0 2 . . . 0-01240 

Organische Stoffe . . 0-02815 CI ... . 0-04010 

Organische Sto ffe 0-028 16 

0-47627 0-485;! I 

0-00904 

Summa . . . 0-47627 

In 100 Tbeilen des rnineralischen Rilckstandes sind entbalten: 

Na a O 33-648°/ 

Iv.,0 1-518 „ 

CaO 6-326,, 

MgO 3-080,, 

Ke.,0, 0-537,, 

S(>; ' 25-882,, 

N.,0 0-835 „ 

CO - l-"»-13t> H 

Furtrag . . . 84-960°/ 

*) Die Concentration der Eger erreicM bei FSrba 127 Milligramme des fixen Ruck- 
standos per Liter, worm 16-58 Milligramme Sohwefelsaure, also 18% dea fasten RuckBtandes ent- 
lialton sind. 



28 



Ubertrag . . . 84-960% 

8i0 2 2-603 „ 

CI 8-419,, 

Organisehe Stoffe r>-<) 10 

101-892% 
Sauerstoff ab fur Olilo r . . 1.-898 „ 
Summa . . . 99'994% 

Die Gesammtharte des Wassers betragt 6-01. Qualitativ wurde in diesem 
Wasser nodi Mangan and Lithion nachgewiesen. 

Vergleicht man die Salzriickstande dor beiden letztgenannten Wasser des 
Schlada- mid Soosbaches, so berrscht in beiden das Natron mid die Schwefelsaure 
in ansehnlicher Menge vor, dort 42%, hier 33-6% Natron mid 31-7 und 25-8% 
Schwefelsaure des gesammten fixen Ruckstandes, wahrend Kalk und Magnesia 
sparlich vertreten, dagegen Eisensalze reichlich vorhanden sind. 

Es kann dies nicht befremden, da beide Wasser aus gleichem Ursprungs- 
gestein kommen und Moorlager durchfliessen, die Schwefelkies, schwefelsaures Eisen- 
oxydul, ferner Schwefelsaure, Glaubersalz, Eisenverbindungen enthalten und Rasen- 
steine sowie Eisenocker absondern und starke Mineralquellen enthalten. 

Da aber auch die bier reichlich auftretenden Mineralquellen in die Bache 
ihren Abfiuss linden, und denselben Graniten ihren Mineralreichthum verdanken, 
so werden ihre Rtlckstande eine ahnliche Zusammensetzung aufweisen miissen, wie 
die hier entspringenden Mineralquellen; nur dass Letztere vermdge ihres Kohlen- 
saurereichthums, ihres langeren Verweilens zwischen den Gesteinskluften mid ihres 
tieferen Eindringens in die mineralische Erdkruste eine concentrirtere Losung der 
genannten Salze vorstellen und hohere Temperaturen besitzen werden. Wahrend 
der Schladabach in der trockenen Jahreszeit im Liter 1-593 Milligramme fixer Salze, 
der Soosbach nur 485 Milligramme enthalt, enthalt dor Egerer Franzensbrunnen 
im Liter uacb Berzelius (i. r >82 Milligramm's, die Fgerer Salzquelle nach f Tromms- 
dorf 6012 Milligramm's. Die beiden Mineralwasser sind also viermal so reicb 
an fixen Mineralstoffen als der Schladabach. Die im Sooser Mineralmoor*) empor- 
sprudelnde Kaiserquelle hat uach Qintl 3002 Milligramm fixer Mineralbestand- 
theile, ist also nur doppelt so stark als das mil, meteorischem Wasser verdtinnte, 
bei Tirschnitz abrliessende Wasser des Schladabaches. 

Wenn man aber die fixen Mineralbestandtheile auf LOO Theile des abge- 
dampften fixen Rtickstandes umrechnet, so ergibt sich folgende Zusammensetzung 
dor Rtlckstande dor angeftihrten Mineral- und Bachw&sser, die eine (iberraschende 
qualitative Uibereinstimmung bekundet. 

Es sind in LOO Gew. Theilen des fixen Salzruckstandes enthalten: 



*) Siehe „Das Mineralmoor der Sons", von V. Bieber 1887. 



29 



Bestandtheile 



Na.,0 

K a 

» 
CaO 

MgO 

SrO 

Ke<> 

Al,Oj 

MiiO 

LiO 

SO, 

N a 6 

co a 

SiO a 

CI . . . . ,_ J _ 

Summa 



Egerer 

Franzens 

quelle 



Egerer 
Salzquelle 



Sooser 
Kaiserquelle 



44147 

niclil, 
2-418 
0-757 
0-004 
0-293 
(H)2 1 
O-Olil 

0-035 
32 681 

0-030 

8164 

1-120 

13252 



102-983 



4 1 072 

bestimmt 
2-333 

0-165 
0-002 
0-023 

(1-007 

26 183 

0-007 
14-691 

0-863 
14-484 



99-830 



43 174 

0-951. 
L-880 
0-846 

0-923 
0-001 
0-030 
0-021 

30968 
0-188 
0-1 (17 
9-191 
2-040 

12 276 



Schladabach 



Sooslnuli 



42 393 

0-610 
3-970 

1/271. 

1-053 

0-119 
Spur 
31774 

0-132 
Spur 

5-162 

2-171 
14 644 



L02-656 103-299 



35762 

1-608 
6-723 

3-273 

0-571 

Spur 

Spur 

27508 
0-888 

Spur 

13-965 
2-767 
8-948 



102-013 



Man hat es hier vornehmlich rait Glaubersalzw&ssern zu thun. Das Kali 
ist in den alten inalysen iiberseben, daher in den beiden ersten Mineralwassern 
nicht angefuhrt. 

Einen weiteren Zufluss der Eger am linken Ufer bildet dor Fleissenbach, 
der am Wachtberge b'ei Oberreut entspringt. Er geht unter dem Namen Brambach 
'lurch das Voigtlandische Glimmerschiefergebiet nach Fleissen, nimmt den in Glira- 
Qierschiefer imd Phyllit entspringenden Rohrbach and Hanabach auf, setzt dann 
'lurch sandiges Terrain mid durcb Schieferthon seinen Lauf bis MliMgriin Fort, wo 
er sich mit dem, den Thonscbiefer durchsetzenden Schonbach vereinigt und in den 
aufgesebwemmten Schicbten dor beiden Glieder der oberen BraunkoMenformation 
fortfliesst. Er vereinigt nocli die kleincn Gwasser, die an der Westseite des Lei- 



80 



bitschkammes entspringen und miindct bei Nebanitz in die Eger. Die Probe vrarde 
oberhalb der Bahntibersetzung bei Nebanitz im October 189] geschopft. 

In 1000 cc Wasser des Fleissenbaches sind enthalten: 

Chlornatrium 0-00910 Na a O .... 0*00813 

Natrramsulfat 0-00426 K a O .... 0-00225 

Natrinmcarbonat 0-00248 CaO . . . .<)■<>< 1856 

Kaliumcarbonat 0-00330 Mg() .... 0-00405 

Calciumcarbonat 0-01528 Fe a 8 +Al a 8 0-00108 

Magnesii larbonat . . . 0-00850 SO., . . . '. 0-00240 

Eisenoxyd und Thonerde .0-00108 CO a . . . .0-01325 

Kieselsaure 0-00731 8iO a .... 0-00731 

01 . . . . . ()•( 10552 

Summa . . . 0-05131 0-05255 

Sanerstoff ab f tir Chlor . 0-00124 

Kuinma, . . . 0-051.31 

Der Gliiliverlust betrug = 0-00983 gm p. L. 

Das Fleissenbachwasser ist sehr weich und rein, enthalt so viel Natron 
als wie Kalk, halb so viel Magnesia, sebr wenig Schwefelsaure. Der Abdampf- 
riickstand reagirt sehr schwach alkalisch. 

In 100 Theilcn des IUickstandcs sind enthalten : 

Na a O 15-844 

K 2 4-385 

CaO . . . • 16-682 

MgO 7-893 

Fe a O g -fAl a 8 2-104 

SO g 4-677 

CO a 25-823 

Si0 2 14-246 

CI . 10-758 

102-4 1 § 
Sauerstoff ab fur Chlor . . 2-416 

09-996 
Die Gesainmthiirte des Wasscrs betriigt 1-42. 

Den Untersuchungsergebnissen der bohmischen Geologen, namentlich denen 
lieuss und Laube's mid den geognostischen Karten der k. und k. geologischen Keichs- 
anstalt folgend, sehen wir den Glimmer- und Urthonschiefer votn Granitstocke des 
Ilinterschneckenwaldes terassenformig (iber Fleissen- und das Schonbachthal abfallen, 
ein hochwcllenformigos Bergland bildend, das von zahlreichen Bacbcn durohflossen, 
zu den anmutigeren Landschaften Biihmens gehort. 

Der Glimmer schicfer zeigt hier zahlrciche Uibergange in Urthonschiefer 
mid in Schiefergneiss. Das Schonbachthal bildet das westliche Gehange des Lei- 
bitschgrundes. Diesem parallel vcrliiuft der Leibitschgrund, welchcr im Kirchberger 



31 



Thai beginnend, sicb bei Waltersgriin scblucbtenartig vereinigt, von da bis Absroth 
sich flach ausbreitet, dann wieder bis zum Falkenauer Ausgaag sich verengt. 

Der Leibitschbach, weleher aus der Vereinigung des Reb- und Franken- 
hammerwassers entsteht, bildet audi noeh siidlicb von Berg bis zu seiner Miindung 
in die Eger die Gebirgsgrenze des Egerer Beckens. Kleine Gebirgsb&che, die bei 
Stein am bolien Steinbergs in Phyllit entspringen, durchfliessen in sudlicher Richtung 
an der Westseite des vom Leibitschkamme auslaufenden Gebirgsjoches den Thon- 
schiefer, der allmahlig^n Glimmerscbiefer libergeht, durcheilen letzteren iiber Mar- 
klesgrtin bis Nonnengrttn und setzen durcb aufgeschwemmte Terti&rscnichten den 
Lauf bis Leibitsch fort, wo sic in die Eger einmunden. 

Die Bescbaffenbeit des Leibitschbachwassers 1st folgende: die Probe wurde 
iin October I s 1 .) I bei Konigsberg gescbopft. 
In 1000 CO Wasser sind entbalten : 

Chlornatrium .... 0-00507 Na,0 . . . 0-00483 

Natrium sulfat .... 0-00170 1,0 . . 0-00204 

Natriumcarbonat . . . 0-00243 CaO .... 0-00575 

Kaliumcarbonat . . . 0-00299 MgO .... 0-00424 

Oalciumcarbonat . . .0-01026 Fe,O s . . .0-00098 

Magnesiumcarbonat . .0-00910 S0 B . . . .0-00096 

Eisenoxyd 0"00098 CO, . . . .0-01132 

Kieselsaure 0-00315 SiO, . . . .0-00315 

CI . . . . . 0-00308 

0-035( )H 0-03635 

Sauerstoff ab fur C hlor . 0-00067 

Summa . . . 0-03568 

Der Gliihverlust betr&gt 0-01165 Gramm. im Liter. 

In 100 Tbeilen des Rtlckstandes sind entbalten: 

Na,() 13-586% 

K 2 . . • • r,-717 „ 

CaO 16-115 „ 

MgO U-883 „ 

Fe,0, 2-746 „ 

SO, ' 2-690,, 

CO, 31-726 „ 

Si0 3 8-828,, 

CI • 8-(>32„ 

L01-873°/ 
1-877 „ 
99-996% 
Das Wasser war Mar, farblos, gemchlos, reagirte schwach alkalisch, die 
Gesammtb&rte betrug L-16. Das Wasser des Leibitscbbaches bat eine gleiche Be- 
schaffenheit wie dasjenige des Fleissenbaches, was nicbt befremden kann, da beide 
Nebenfliisse der Eger aus Quellen gespeist werden, die im Phyllit und Gneiss ent- 
?en. 



32 



Zulliissc; aiis <l(!iu Fichtelgeblrge mid dem Btthmerwalde, 



Das Wondrebthal bezeichnet die Scheide zwischen dem Fichtelgebirge and 
dem Bbhmerwalde mid vereinigt alle Gewasser, welche vom nordlichen Stocke des 
Bohmerwaldes aus dem Glimmerschiefergebirge, dem Tillenberge abfliessen, rait An s- 
aahme zweier kleinen Bache, deren Quellen an der Sudseite des genannten Berges 
entspringen und stidostlich der Mies zufliessen. 

Der Wondreb entsteht aus dem Zusammenfluss mebrerer Waldquellen, die 
sich am stidlicben Abhange des Tillenberges zu kleinen Waldbachen vereinigen und 
•hum in westlicber Richtung schon zu einem kleinen Flusschen anschwellen, das in 
einem weiten Bogen, die vornehmlich aus Phyllit und Glimmerschiefer bestehenden 
siidwestlichen Auslaufer des Tillengebirges durebsetzt und sich (lurch mehrere aus 
diesem Gebirge abfliessende Gewasser, sowie durcb Zuflttsse aus den scbiefrigen 
Ausliiufe'i'ii des Fichtelgebirges verstarkt und unterbalb Waldsassen Bohmen betritt. 

ISei Altspitzenberg fliesst dem Wondreb der ebenfalls am Tillenberge ent- 
springende, durcb Tbonscbiefer in nordlicher Richtung ira Muglthale herabziehende 
Muglbach zu, bei Unterlindau der vornehmlich Phyllit, (hum Schieferthon durch- 
setzende Rohrbach, bei Stebnitz dec an der Nbrdseite des Tillenberges entspringende 
Pointsbach, welc-her durch die Vereinigung mehrerer kleiner forellenreicher Gebirgs- 
wasser gebildet wird, die im sudlichen Glimmerschiefer entspringen und aach ibrer 
Vereinigung als Losauerbach in nordlicher Richtung den Phyllit durchlaufen und in 
der Ebene durcb tertiare Ablagerungen der Eger zueilen. 

Alle diese Zufliisse liegen in geringer Entfernung von einander, bewegen 
sich in parallel von Slid nach Nord verlaiifcndcn Thalern, die sich. zwischen Kins- 
berg und Taubrath in die crweiterte Thalflache der Eger herabsenken. 

Oberhalb Kornau ergiesst sich nocb der Lappitzfelderbach in den Wondreb. 
Er geht aus der Vereiniguug des Liebensteiner- und des Altbaches licrvor. 

Der Liebensteinerbach entspringt in den hohen Waldungen im Granitge- 
birge von Kiinigswart, verliisst bei Miltigau das gebirgige Terrain, fliesst ira aufge- 
schwemmten Sandc und Scbotter bis Thurn, wo er sich rait dem Altbach vereinigt. 
Der letztere entspringt im Glimmerschiefer, behalt ira weiteren Verlaufe dieses 
Gestein zur rechten Seite, wahrend am linken lifer Phyllite lagern, macht spater 
eine starke Biegung aach Westen und berflirt dann Fleckschiefer auf der rechten 
und Schieferthone auf der linken Seite his Schuttiiber, wo er durch Schieferthon 
in einem aordlich vcrlaufenden sanften Bogen bis Kornau zielit. 

Mit alien diesen Zuflussen mttndet der nunmehr zu einem stattlichen 
Flusschen angescbwollene Wondreb eine Strecke nocb. in Alluvion aordlich fort- 
fiiessend, endlich in der Nahe von Nebanitz in die Eger. 

Es folgen die Analysed des oher Kornau geschopften Wondreb und des 
unterhalb Lappitzfeld geschopften Lappitzfelder Baches. 

In 1000 cc des Wondrebllusswa.ssers waren vor der Vereinigung mit dem 
letztgenannten Bache an gelosten Mineralstoffen ira Monate October enthalten: 



33 



Chlornatrium 0-00702 Na 2 .... 0-00671 

Natriumsulfat 0-00364 K 2 .... 0-00167 

Natriumcarbonat . . . 0-00239 CaO .... 0-00742 

Kaliumcarbonat .... 0-00245 MgO .... 0-00322 

Calciumcarbonat . . . 0-01325 Fe a 8 +Al a 8 0-00088 

Magnesiumcarbonat . .0-00676 SO, . . . .0-00205 

Eisenoxyd und Tbonerde 0-00088 CO a . . .0-01114 

Kieselsaure 0-00552 SiO a .... 0-00552 

01 .... . 0-00426 

0-04191 " 0-04287 

Sauerstoff fttr ChloT . ■ Q-Q0Q96 

Summa . . . 0-04191 

Der Gltihverlust betrug 0-01585 Grm pro Liter. 

In 100 Gewichtstheilen des mineralischen Riickstandes sind cuthalten: 

Na.,0 16-0107,, 

K 2 3-984,, 

CaO 17-704 „ 

MgO 7-683,, 

Fe 8 8 + Al a 8 2-099,, 

S0 3 4-891,, 

C0 2 26-580 „ 

Si0 2 • 13-171 „ 

CI • 10-164 „ 

102-286% 
2-290 „ 
Summa . . . 99-996% 
Das Wasscr des Wondrebflusses war War, scbwach gelb gefarbt, geruch- 
und geschmacklos, eingedampft rcagirto dassclbc scbwach alkalisch und batte zur 
Schopfzcit eine Hiirte von H9. 

Der Lappitsfelderbach unterhalb Lappitzfeld gescbiipft, enthiilt in 1000 cc: 

Chlornatrium 0-01004 Na 2 0-00713 

Natriumsulfat 0-00414 K 2 () 0-00314 

Kallumsulfat 0-00239 CaO 0-00952 

Kaliumcarbonat . . . .0-00271 MgO 0-00432 

Calciumcarbonat. . . .0-01700 Fe a 8 + Al a 8 .0-00058 

Magnesiumcarbonat . . 0-00907 SO, 0-00343 

Eisenoxyd und Tbonerde 0-00058 C0 2 0-01309 

Kieselsaure 0-01050 8iO a 0-01050 

CI O00609 

0O5643 0-05780 

• Sauerstoff ab fttr Chlor . 0-00137 
Summa, . . . 0-05643 
Der Gliibverlust betrug 0-01425 Granmi pro Liter. 

8 



34 



In 100 Theilen des mineralischen Rtickstandes Kind enthalten: 

Na. 2 () 12-635% 

K 2 5-564 „ 

CaO 16-870 „ 

MgO 7-655 „ 

Fe a O s | Al a 8 1-027 „ 

SO, 6-078 „ 

C0 2 23-196,, 

SiO a 18-607 „ 

CI 10-792 „ 

102-424°/ 

Sauerstoff ab for Ch lor . . 2-427 „ 

Summa . . . 99-997 °/ 

Die qualitative Untersuchung ergab audi Spuren von Lithion. 
Kit; Gesammtblrte de.s Wassers betrug 1-55. Der Abdampfriickstand re- 
agirte schwach alkali sch. 

Der Wondrebfiuss, der bedeutendste Nebenfluss der Eger, bat das grossto 
Quellengebiet in einem Ausmass von ca 64-588 Hectaren, deren grSsster Tbeil auf 
Bayern entfallt und (lessen geognostische Beschaffenheit im Yorbergebenden ge- 
schildert wurde. Das sehr weicbe, an organischen Stoffen reiche Wasser dieses 
Elusses ist armer an Schwcfelsiiure als das der Eger vor ibrem Eintritt in Bohmen, 
reich an Kieselsiiure und Chloraatrium, cntbiilt aber ebenso viel Kalk als wie die 
Eger zwischen Eger und Konigsberg, wenn man die prozentische Xusammeusetzung 
der fixen Btickstande beider Kliissc mit einander vergleicht; dagegen ist die Eger 
etwas reicber an Salzen als der Wondreb, da erstere 70 Milligramm im Liter bci 
Eger, 80 mgm im Liter bci Konigsberg, der Wondreb aber nur 54 mgm im liter 
fester Stoffe enthalt. 

Von den Basen sind Natron und Kalk in diesem Flusse fast gleich stark 
vertreten, die Magnesia betriigt die Hiilfte des Kalkes. 

Eine iihuliche Ziisamuicnsetzung wie der Wondreb zcigt der im Granit cnt- 
springende Lappitzfelderbach, mit dem Unterscbiedo, dass er etwas an Kalk, Kali 
und Kieselsaure reicber ist, aucb mebr Eisenoxyd cntbiilt als wie der Fluss, i" 
welcben er sicb ober Kornau ergiesst. 

lie vor wir die wciteren Zuflusse dec Eger verfolgen, betrachtcn wir nocb 
die Zusammensetzung des Hauptflusses bci Konigsberg nach der Einmiindung des 
Leibitschbaches obcrbalb der Scbwimmschule, der ja nacb der Mcnge und Be- 
schaffenheit der bercits geschilderten Zuflusse einen mittleren Gehalt ilirer Bestand- 
tbeilc cntlialten muss, wenn auch durcb vcrscbiedene Veranderungen des FIuss- 
wassers im Elussbette selbst cine geringc Abweichung von den ermittelteu Mittel- 
werthen der Zuflusse sicb geltcnd machen wird. 

Der Fluss windet sich bier durch zahtreiche Wiescn und Auen mit sanftoiu 
Gefalle in einem breiten, reichlich mit Alluvialgebilden ausgefiillten Thale, wo sicb 
scin Wasser durch einen grdsseren Gehalt an organischen Stoffen auszeiebnet. 



35 



Die niicbst Konigsberg im October 
folgendermassen zusammengesetzt : 



geschdpfte Wasserprobe der Eger war 



In 1000 cc Wasser sind enthalten Grammes: 



Ghlornatrium .... 


0-00176 


Na a O 




. 0-01258 


Natriumsulfat .... 


0-01575 


K,0 




. 0-00288 


Kaliumsulfat . . . . 


0-00533 


OaO 


• 


. 0-01440 


Oalciumcarbonat . . . 


0-02384 


MgO 


• ■ • 


. 0-00468 


Mag nes iumcarbon at 


0-00982 


Vv.,(\ 


fAl 8 0„ 


0-00183 


Eisenoxyd und Thonerd< 


0-001 83 


so 8 




. 0-01282 




0-00975 


CO., 




. 0-01563 


Calciumsulfat .... 


0-00255 


SiO, 


. 


. 0-00975 


Salpetersaure . . . . 


0-00086 


CI . 




0-00653 




N 2 5 


. . . 


. 0-00036 




0-07099 


0-08146 




Sauerstoft 


ab fiir 


Chlor 


0-00147 



Sunmia 

Der Gliihverlust betriigt 0-0320 grm im Liter. 
In 100 Tlieilen des Rtickstandes sind enthalten: 



0-07i) ( .)S) 



Na 2 




. . 15-72 






. . 3-60 


CaO • . . 




. . 18-00 


MgO 




. . 5-85 


Fe 8 8 hAl B 8 . . 
so, 





. . 2-28 
. . 16-02 


co 2 . 




. 19-54 


SiO, .... 




. . 12-19 


CI 




. . 8-16 


TSLO r 




. . 0-45 


Sauerstoft' ab fiir 


Chlor . . 
Summa . 


101-81 

. 1-85 




. . 99-96 



Die Gesammtharte des Wasscrs betriigt 2*21. 
gefarbt, reagirte eingedampft neutral. 



Das Wasser war gelblich 



Zufliisse der Eger aus dcm Karlsbader Gebirge, 

Das scbroff aus der Egersenke stidlich aufsteigende Gcbirgsland, welches 
westlich vom Duppauer Basaltgebirge, ostlich vom BShmerwalde und stidlich von 
dem mittelbohmischen Urschiefergebirge begrenzt wird, bezeiehnet man als das 

Karlsbader Gebirge, (lessen westlicher Ausliiufer der sogenannte Kaiserwald den 
hftchsten Theil des Gebirges umfasst, von dcm es nordwiirts in die Gegend von 
Tepl nnd Karlsbad sehr sanft abdacht. Vom Dohmerwalde orographisch durch die 

3* 



36 



flache Thalsenkung bei Sandau getrennt, schlicsst es sich in geologischer Beziehung 
eng an den Bohmerwald an. Bei KOnigsberg uud Mariakulm verschmilzt es mit 
dem eigontlichen Erzgebirge. 

Dieses Gebirge besteht aus einer zusammenhangenden Granitmasse, welche 
inn Schlaggenwald and Schonfeld einc grossere Gneissscholle und zwischen Sandau 
und Petschau zahlreicbe Homblendeschieferschollen triigt. 

Der Kaiserwald bildet ein von. tiefen Thalern und Wasserrissen durch- 
furchtes, durch einen grossen Wechsel der Formen ausgezeichnetes Gebirge, bedingt 
durch die geognostiscbe Beschaffenheit desselben. 

Man sieht fo'rmlich, wie der empordringende, den ScMefermantel hebende 
Granit diese 1.1 ii lie zumTheil zertrtimmerte, vielfach vcrwarf und auch uberdeckte, 
so dass die ScMefergebilde in ilim Fragmente und. Scbollen bildend, gleicbsam cin- 
geknetet sind und in verschiedenen Richtungen daraus hervorragen, wodurch sicb 
eine seltsame Combination von Bergfonnen entwickelt. Besonders scbbn zeigt sicb 
dieser Gesteins- nnd Formwechse] in den tief eingeengten Thalern des Liebaubaches, 
der eine balbe Stunde Bstlich von Konigsberg durch die Vercinigung der grossen 
und kleinen Liebau gebildet wird. 

Der kleinc Liebaubaeh entspringt in den Granitbergen von Schonficht und 
windet sicb in scharfen Kriimnmngen fiber Granit- oder Gneissscbieferstufen. Der 
grosse Liebaubacb kommt aus dem Granit des Perlsberges, tliesst nordlich vor- 
herrscbend durcb dieses G ostein bis Schdnlind, wo er den Gneiss durcbbricht und 
sicb pldtzlich westiicli wendend, bis unterbalb Krainhof, siidwestlich wieder durcb 
ein Granitthal herabfliesst, urn mit der kleinen Liebau vcreint das Thai von Konigs- 
berg zu passircn und nordlicb von diesem Stiidtchen in die Eger einzumiindcn. Die 
untersuchte Wasscrprobe ist im Revier Schaben, ostrich von Konigsberg geschopft 
wordcn. 

In 1000 cc des Wassers sind enthalten: 

Cblornatrium ...... 0-00102 Na a O .... 0-00686 

Natriumsulfat 0-00186 K 2 . . . .0-00350 

Natriumcarbonat 0-00940 CaO .... 0-00510 

Kaliumcarbonat 0-00513 MgO .... 0-00187 

Calciumcarbonat . . .' . .0-00910 Fe a 3 + A l 2 (> 3 0-00033 

Magnesiumcarbonat . . . 0-00392 S0 3 .... 0-00105 

Eisenoxyd und Thonerde . 0-00033 C0 2 .... 0-01157 

Kieselsiiure 0-00715 Si0 2 .... 0-00715 

CI ... . . 0-00062 

Summa . . . 0-03791 0*03805 

Sauerstoff ab f ur Chlor . 0-00014 

Summa . . . 0-03791 

Der Gluhverlust betrug = 0-01067 gr p. L. 



37 



In 100 Theileu des Ruckstandes Bind enthalten: 

Na a O 18-095% 

K a O 9-232 „ 

CaO • • 13-452 „ 

MgO 4-932,, 

Fe a O s + Al a 3 0-870,, 

SO., 2-769 „ 

co> 3 °- 519 » 

SiO a 18-860 „ 

CI • l-"35 „ 

100-304% 
0-369 „ 
99-995°/ 
Die Gesammtbarte des im Juli 1892 gescbopften Wassers betrug 0-771. 
Dor AJbdampfrtickstand reagirte schwach alkaliscb, das Wasser war farblos, 
gerach-, gescnmacklos und feuerklar. 

Einen weiteren Zuliuss aus dem westlicben Karlsbader Gebirge empfangt 

die Eger in dem Lobsbache. 

Das Quellengebiet des Lobsbaches, welcber westlicb von Sangerberg in den 
ausgebreiteten Zankfilzen entspringt, liegt griisstentheils in. grobkornigen Granit. 
In den quellenreicben Bezirken des Teplergebirges, wo der Winter lang und sebnee- 
reich, der Bodea wasserhaitig und fcbonig, die jahrHcbe Mederscblagsmenge 686 »tm 
in 150 N. T, also eine bedeutende ist, sind die Bedingungen fiir die Bddung von 
Torfmooren und wasserreicben Bacben vorbanden. Vom linken lifer stromen dem 
Bache Zuflusse aus Gneiss, am reenter) Ufer sole-he von Granitboben zu. Nordhch 
von Wudinggrun passirt der Baeb eisensentissige Tbonlager und miindet bei Fal- 
kenau in die Eger. 

Analyse des Lobsbachs bei Falkenau oberhalb der Holzmuhle 

im Juli 1892 geschOpft. 
In 1000 co "Wasser sind enthalten: 

Cblornatrium 0-00593 Na,0 . . . . 01)0738 

Natriumsulfat • 0-00912 K 2 .... 0-00318 

Natriumcarbon'at . . . .0-00044 CaO . . . 0-00650 

Kalimnearbonat 0-00466 MgO .... 0'00234 

Calciumcarb'onat . . . .0-01160 Fe a 8 | A1.0, 0-00025 
Magnesiumcarbonat . . .0-00491 S0 8 .... 0-00514 
Eisenoxyd und Tbonerde . 0-00025 CO., .... 0-00933 

Kieselsaure 0-00725 Si(), .... 0-00725 

CI . . . . . 0-00360 

—0-04416 0-04497 

gauerstpff ab fur Cb lor 0-00081 

Suinma . . . 0-04416 

Dor Gluhverlust pro Liter Wasser betrug 0-02053 Grm. 



38 



In 100 Theilen des mineralischen Rtickstandea Bind enthalteu: 

Na 2 16-711% 

K 2 7-201 „ 

CaO 14-719 „ 

MgO 5-298 „ 

FejO a + Al 2 8 0*566 „ 

SO., 11-639,, 

C0 2 21-1.27 „ 

SiO„ 16-417 „ 

CI 8-152 „ 

101-830°/,, 

Sauerstoff ab flir Chlor . . 1-834 „ 

Summa . . . 99-996% 

Die Gesammthiivtc des Wassers betragt 1-00. Die Reaction des Abdampf- 

riickstandes ist schwach alkalisch. 

Fast parallel lnit dem Lobsbacbe von Siidost nach Novdwest fliessend und 
ebenfalls uuweit Sangerberg entspringend, linden wir den. Fluthbacb, (lev durch 
wecbselnde Lagen von Gvanit und Uibergangsgneiss sich bewegt, seine Zuniisse aus 
diesen beiden Gebirgsarten enipfangt nnd liber Schlaggenwald, wo er den Rohlinger- 
Bach aufnimmt, durch das felsige Zechthal nach Elbogen fliesst. Er ist cincr (lev 
schtvefehdurereichsten .Iiiiche, welclie auf diesev Strecke der Eger zufliessen. 

Die chemische Analyse des nJiclist, Elbogen im Juli 1892 gesehopften Fluth- 
baches evgab folgende Ziisamiiieiisetziiiig: 

in 1000 cc Wassev sind enthalteu: 

Chlomatrium 0-00593 Na,0 .... 0-00876 

Natviumsulfat 0-01277 K 2 .... 0-00442 

Kaliumsulfat 0*00817 CaO ... 0-02470 

Calciumsulfat 0-03500 MgO .... 0-00685 

Calciumcarbonat . . . .0-01837 A1 2 8 -4-Al 3 8 0-00275 
Magnesiumcarbonat . . . 0-01438 SO., .... 0-03149 
Eisenoxyd und Thonerde 0-00275 C0 2 .... 0-01561 

Kieselsiiure 0*01316 SiO a . . . .0-01316 

CI . . . . . 0-00360 

0-1 1053 0-11134 

Sauerstoff ab fur Chlor . . . 0-00081 

0-11058 
Der Gluhverlust pro Liter Wasser betrug 0-01672 Granim. 
In 100 Theilen des Iliickstandes sind enthalteu: 

Na 2 7-925% 

K 2 3-998 „ 

CaO 22-346 „ 

MgO 6-197 „ 

Fiirtrag . . . 40-466°/ n 



39 

ttbertrag . . . 40-466% 

Fe 2 3 + Al 2 O s 2-488,, 

S0 S 28-490,, 

C0 2 14-122 „ 

SiO a 11*906 „ 

CI ■ 3-257 „ 

100-729% 

Sauerstoff ab fiir Chlor . ■ 0-732 „ 

Suniina . . . 99-997°/ 

Pie Gesammtharte des Wassers betragt 3-42. Die Reaction des Abdampf- 
rtlckstandes ist neutral. 

Verfolgen wir noch die Zusammensetzung der Eger bei Falhenau vor der 
Einmtlndung des Zwodauflusses und des Lobsbacbes oberbalb der Badeanstalten 
gescbopft, so finden wir dieselbe an diesem Orte von folgender chemischer Be- 
scbaffenheit: 

In einem Liter Egerwasser waren euthaJten 0-1180 Gramm Riickstand 

ab Gluhverlust (H)12() „ 

Fixer Rlickstand . 0-1060 Gramm 

Tn einem Liter Avar entbalten Kalk .... 0-01840 „ 

Scbwefelsiiure . . . 0-02290 

In 100 Gewichtstbeilen des mineralischen Rttckstandes: 

CaO 17-36% 

SO a 21-60 „ 

Die qualitative Untersucbung der Eger in verschiedenen Tlieilen Hires 
Laufes zeigte, dass sie gerade vor Elbogen den boebsten Gebalt an Schwefelsolure 
entbalte, weshalb eine quantitative Bestimmung derselben, des Kalkes, des Gesammt- 
rtickstandes und des Gltibverlustes an diesem Orte notbwendig war. 

Hier siud es die kleinen Zuflttsse aus den am linken Egerufer beflndlichen 
Schiefertbonlagern und die Abflttsse der Altsattler Vitriolwerke, namentlicb aber 
auch die bier einmttndenden rttck s tandreichen Grubenwasser, welcbe den Hauptfluss 
verunreinigen und an Schwefels&ure bedeutend bereicbern. Denn in dor oberbalb 
Elbogen gescbopften Wasserprobe waren entbalten: 

In einem Liter an Gesanunlriiokstand 0*180 Gramm 

ab Gliibverlust .... • • t)-»2l 

Fixer Riiekstand . . 0-109 Gramm 

ferner i.n Liter an Kalk 0-01858 „ 

„ , Seliwefelsiiure 0-03210 „ 

In 100 Theilen des niineraliscben Rttckstandes somit: 

CaO 17-05% 

S0 3 29-45,, 

Finer der ansebnlicbsten Zufliisse der Eger und der bedeutendste Abfluss 
des Karlsbader und des Tepler Gebirges ist die Tepl, welche am Fusse des Glatz- 



40 



berges in den Mittergrunauer Mooren cntspringt und in einem Halbbogeii den Fuss 
des Podhorner Berges bespiilt und dann den Podhorner, spiiter den Betlehem und 
Altteich passirt, worauf sie sich nordlich wendet. Das Quell engebiet bestebt bis Tepl 
aus Amphibolscbiefer, der siidlich (lurch den Podborner Basaltberg durchbrocben ist. 

Dieser iuteressante, oft beschriebene Berg bildet einen dicbten Basaltkegel, 
der am sudwestlicheu Abhangc mantclformig von basaltischen Tuffablagerungen 
umgeben wird. Dieser Tuff bestebt aus Fragmenten einer verschlackten lavaartigen 
Masse, in der Bruchstucke von Hornblendoschiefer vorkommen. Auf dieser lagert 
Amphibolscbiefer (und senkt sich (ibeT den Granit gegen Michelsberg, Tepel und 
Theusing. Seltener komrat massiger Amphibolit vor. 

Die Bildungsstatte der iiier entspringenden, zahlreichen Wasseradern ist 
von Wiesenmooren und amnoorigen Wiesen in bald engeren bald weiteren Kreisen 
gekennzeichnet. Bei ihrein kleinen Gefiille und der sehwer durchlassenden Unter- 
lage bildeten sich eben tnehrere Teiche, an deren R&ndern die Torfbildung beginnt 
und stellenweiso die Teichfliiche in Moor umgewandelt hat. 

Nachdcm der Teplbach die oben genannten Teiche durchflossen, setzt er 
seinen Lauf im Amphibolscbiefer in einem allmfthlig enger und tiefer werdenden 
anmuthigen Thale fort, empf&ngt auf der rechten Seite den Ritnerbach, (\n- siid- 
fistlich am Goldberg entspringt und seine Gew&sser ttber Landeck, aus Amphibol- 
scbiefer bezieht, auf der linken Seite die den SchOppelbach aufnehmende Roda, 
welche von Sangerberg aus, gleichfalls in diesem Schiefer iliren Weg zurlicklegt und 
bei Petschau den aus Granit kommenden Garbcrbach aufniinmt. 

Em Tepler Gebiete sind Gneissfelsen eine Seltenheit; dor Gneiss kommt 
dort nur mehr in bandartigen Inseln im Hornblendoschiefer vor. 

Die Tepl verliisst die Einschnitte der flachwelligen iloehebcne, durchbricbt 
den Granit oberhalb Griin, den sie ttber Petschau auf kurze Zeit durchfliesst, um 
von Mttllersgrun bis Tepeles ihre Zuflttsse aus Gneiss, von da, an wieder aus Granit 
zu empfangen. Die Tepl cilt dann in einem herrlicben, von niaJeiiselien Graniten 
gebildeten Thale in engen Windungen bis Bammer, wo sie zur Rechten den bedeu- 
tendsten Zulluss die Lamnits, einen im Karlsbader Granii.gebirge entspringenden, 
durch die weitverzweigten, im Granit sich sammelnden Zuflusse des Trosauer-Schwarz- 
unil fcluhlwassers verstarkten, zuweilen stark anschwellenden Bach, empfangt, (lessen 
Analyse als echtes „Granitwasser" ebenfalls mitgetheilt wird. 

Die Tepl filhrt manchmal so viol Wasser, da,ss sie dann grosse Verliee- 
rungen anrichtet. Naehdem sie noch di(! Abdiisso der boriihmtoii Karlsbader M'i- 
neralquellen aufgenommen bat, mtlndet sie unterbalb dieses Kurortes in die Eger. 
Die untersucbte Wasserprobe der Tepl ist vor Karlsbad oberhalb des Kaiserparkesi 
die der Lamnitz im Lanmitzthale oberhalb Pirkcnhammer geschopft worden. 







41 


Chomlsche Analyse der 


Tepl bei Karlsbad. 


Geschopft im Oktober 1891. 




In 1000 cc Wasser sind enthaltcn: 






Chlornatrium .... 0-00758 


Na 2 


. . . . 0-01192 


Natriumsulfat .... 0-00791 


K*0 


. . . . 0-00511 


Natriumcarbonat . . . 0-00760 


CaO 


. . . . 0-01620 


Kaliumcarbonat . . . 0-00750 


MgO 


. . . . 0-00900 


Calciumcarbonat . . . 0-0289;! 


so s 


. . . .0-0044(5 


Magnesiumcarbonat . . 0-01890 


SiO s 


. . . . 0-01300 


Kieselsaure 0-01300 


N 2 O 


. . . 0-00034 


Salpetersaure .... 0-00034 


Gl . 


. . . . 0-004GO 


C0 2 


. . . . 0-02817 
0-09280 


0-09170 


Sauerstoff ab fur 


Chlor . 0-00104 






0-091 70 


I'fo Liter Wasser betragt der Glilhverlust = 


0-02620 Gramm. 


In 100 Theilen des wasserfreien mineralischeii 


Rtlckstandes sind enthaltcn : 


Na, 




12-990% 
5-5(58 „ 


1(0 




/(.. i\ 




f V.RP.A 



MgO 9-808 „ 

SO, 4-860,, 

SiO a 14-167 „ 

Ng0 8 0-370,, 

01 5-013 „ 

CO, 30-699 „ 



IDI 



129"/,, 
133 „ 



99-996% 
Qnalit.at.iv wimle audi LitMon aachgemesen. Die Gesammtbarte des 
Wassers betragt 2-88. Zur Oxydation mittelst ubermangansaurem Kali wurden 
0*00536 Gramm Sauerstoff verbraucbt. 



Zusammensetzung des im Oktober 1891 gesch6pften Lamnitzbaches. 



in 



1000 cc Wasser sind 


enthaltcn : 






Cblornatrium . . . 


. 0-00649 


Na a O . . . 


0-01274 


Natriumsulfat . . . 


. 0-02130 


K a . . . 


. 0-00610 


Kaliumearbouat . . 


. 0-00894 


CaO . . . 


. 0-01310 


Calciumcarbonat . . 


. 0-02340 


MgO . . . 


. 0-00396 


Magnesiumcarbonat 


. 0-00831 


Fe 2 0,+Al,0, 


0-00098 


Fftrtrag 


. 0-06844 




0-03688 



42 



Ubertrag . . . 0*06844 0O3688 

Eiscnoxyd und Thoncrde . 0-00098 SO, . . . . 0-0 1200 

Kieselsaure 0-02102 GO, .... 0-01749 

Si0 2 .... 0-02102 

CI ... . . 0-00394 

0-09044 0-09183 

Sauerstoff ab fttr Chlor . . . 0-00089 

0-09044 
Dor Gltthverlust bctrug = 0-01550 gr p. L. 

In LOO Theilen des Rttckstandes sind enthalten : 

Na 2 14-08G"/,, 

K 2 6-744 „ 

CaO 14-484 „ 

MgO 4-378 „ 

Fe a O s + Al a 8 1-083,, 

S0 8 13-268 „ 

C0 2 19-338 „ 

SK) 2 23-241 „ 

CI 4-35(i „ 

l()0-978"/ 
Sauerstoff ab fttr Chlor . ■ 0-984 „ 

99-994% 
Die Gesammtharte des Wassers betragt L-86. Durch die qualitative Un- 
tersuchung wurden auch Spuren von Lithion im Wasser sichergestellt. 

Das Wasser war feuerklar, mit eineiri schwacheii Stich ins Gelbe, gerucb- 
und geschmacklos. Der Abdampfrttckstand reagirte sehr schwach alkalisch. 

Urn die Zusammensetzung der Tepl naher ihrer Ursprungsstatte Icennen zu 
lerneii, wurde eiue Wasserprobe im Oktober 1892 vora hoehw. Praemonstratensei'- 
stifte bezogen, deren Analyse folgende Bestandtheile und Mengen crgab. Vom Ur- 
sprungsorte bis zur Stadt Tei)l besteht das Grundgestein der ("legend fast aus- 
schliesslich aus Amphibolschiefer. Das eingesandte Wasser war Mar, # schwach 
gelblich gefarbt, die Gesammtharte betrug 1-39. Der Abdampfrtickstand war neutral. 
In 1000 cc des im Oktober niiebst Tepl geschopfteu Wassers sind enthalten: 
Chlornatrium . . . 0-00486 Na a O . . 0-00531 
Natriumsulfat . . . 0-00518 K 2 () . . . 0-00145 
Natriumcarbonat . 0-00082 CaO . . . 0-00792 
Kaliumcarbouat . . 0-00212 MgO . . 0-00432 
Calciumcarbonat . 0-01414 Fe a 8 . . 0-00061 
Magnesiumcarbonat 0-00907 S0 8 '. . . 0-00292 
Eisenoxyd .... 0-00061 CI ... . 0-00295 
Kieselsiiure .... 0-00622 Si0 2 . . . 0.00622 

CO, . . . 0-011.98 

0-04302 0-04368 

Sauerstoff ab fur Chlor . . . o-ooor,(i 

gumma . . . 0-04302 



43 



In 100 Gew. Thoilen des Riickstandes sind enthalten: 

NajO 12-343% 

K 2 3-370,, 

CaO 18-410 „ 

MgO 10-041 „ 

Fe a 8 1-417 „ 

SO, 0-787 „ 

CI » 6-857 „ 

SiO a 14-458 „ 

CO, ■ . 27-847 „ 

101-530% 
Sauerstoff ab fiir Clilor . . 1-534 „ 
Smnma . . . 99-996% 

Der Gluhverlust pro Liter Wasser betriigt 0-03475 Gramm. 

Im Vorhergehenden sind die Analysen der Zufltlsse der Eger aus dem 
Karlsbader Granitgebirge angeftthrt worden. Die aus den Granitgesteinen ent- 
springenden Wasser zeichnen sieb durch geringe Hiirte aus, die im Mittel 1*66 
Hftrtegrade in der trockensten Zeit des Jahres betriigt. 

Um diese Zeit sind die Mineralstoffmengen in deu Abdampfriickstanden so 
concentrirt, dass sie sicli im Teplfluss bei Tep] auf 43 mgm, bei Karlsbad auf 
9l"8 mmg pro Liter belaufen. 

Die Zuflttsse aus dem Granitgebirge sind an Kiesels&ure, Natron und Kali 
reich. W&hrend sicb in deu bohmischen Graniten, wie wir friiber gesehen haben, 
das Natron zu Kali wie 1 : 2 verliiilt, linden wir das Verhiiltnis dieser beiden 
Alkitlien im Wasser umgekehrt. Das Kali betriigt etwa die Halite des Natrons, 
besonders aus den Zufltissen des Karlsbader Granitgebirges. Es enthalten daher 
die Granitwftsser verhaltnismiissig mebr Kali als die Pbyllitwasser gelost. 

Der Kallc erreicht im Riickstande 16°/ 0! die Hoke, wie in den Phyllit- 
Wassern, die Magnesia, betriigt nur ctwas ttber ein Drittel des Kalk.es. Dagegen 
zeichnen sicb diese Wasser durch den hochsten Kieselsiiuregchalt aus, indem der- 
Selbe (lurchscbuittlich auf etwa 17% des Eiickstaudes steigt und bei einzelnen 
Wassern selbst 23% des Riickstandes betriigt. 

Audi die Schwefelsiiuremenge ist doppelt so hoch als bei den rhyllitwiissern, 
Wechselt aber in sebr weiten Greuzen. Dagegen sind sie an Chlorverbindungen 
tener als die vorher betracbteteu Wasser. 



Weitere Zuflttsse der Eger aus dem Erzgebirge. 



Im Vorhergebenden haben mt die Zuflttsse auf dor recliten Egerseite bis 
Karlsbad untersucht. Kebren wir zu denen des linken Egerufers zuriick, die wir 
niit der Betraehtung des Leibitschbacb.es verliessen, so folgeri von. West nach Ost 
fortschreitend, zuniichst dor ansehnlichste Zufluss des Erzgebirges, iWx Zwodaujluss. 

Vom Thale des Konstadter Baches steigt das westliehe Erzgebirge gewaltig 
an. Erscheint es westlich von dem Leibitsch-Grunde als hochwelliges Bergland, 
dessen. einzelne Rttcken in einander fliessen, gegen Slid und Sudost terassenfOrmig 
abdachen, so erliebt es sich unterbalb Bleistadt und Graslitz zwei deutliche Joche 
bildend, zu ansehnlicher Ilohe. Das eine Joch breitet sich zwischer. dem Leibitsch- 
iiiid Xwodau-Thale, das andere zwisclicn diesem und dem Joachimsthaler Grunde 
aus. Die Wasserscheide lauft aahe am bohmischen AMalle des Erzgebirges. Die 
Gestaltung des Gebirges wird durcb die oft schluchtenartigen Thaler der vom 
Kamme beiderseits abfliessenden Gewasser bedingt. Schroff und unmittelbar steigen 
die gegliederten Querrttcken empor, welche die meisten landschaftlichen Reize 
enthalten. 

Das Erzgebirge 1st der Qucllort fiir zahlroiche Fllisse, Fltlsschen und Bache. 

Die meisten von ihnen haben den Abfiuss nach Siiden, setzen sich als echte 
Gebirgsw&sser aus vielen Quellen und Nebenbachen zusammen. So der am Rttcken 
des Erzgebirges in den Waldungen des Dorfes Zwoda aus Thon- und Glimmer- 
schiefern in Sachsen entspringende Zwodauflms, welcher als rascher Gebirgsbach 
unterbalb Klingeutlial Bohmen betritt, in sttdSstlicher Rlchtung durch ein tiefes 
Thai fliesst, (lessen Gehange aus weehselnden Lagen von 1'byll.it und Glimmer- 
scliiefer bestehen, so (lass im Allgemeincn die kleineren Zuflttsse auf der iistlirhen 
Seite des Zwodautbales aus Glimmerschiefern, die westliehen aus Thonschiefern und 
Phylliten entspringen. 

Bei Graslitz munden die aus den ostlichen Schiefern kommenden Bache: 
„Schwader" und „8ilberbach" ein, beide am Gebirgsrticken der Landesgrenze entlang 
entspringende Zuflttsse, dieser aus (iranit, jener aus Glimmerschiefer. 

Die Zwodan selbst fliesst von Graslitz bis Aunathal durch lichte, diinne 
und ebenschiefrige Thonglimmerschiefer, nimmt bei Weizengrun den Rothaubach, der 
ober Fruhbuss in den Moorgriiuden bei Sauersael; im (iranit entspriugt und auf 



45 



seinem Laufc mehrere kleine, am sttdlichen ibhange des Gebirges sich bildende, 
in engen malerischen Thalern schaumende Gebirgsbache vereinigt, auf. 

Diese Zuflusse, welche von Nordcn nach Siidcn, nach einander ihreWasser- 
adern aus Granit, Gneiss and der dieselben umgebenden Glimmerschieferzone be- 
ziehen, durchlaufen in scharfen Krllmmungeii and mit starkem Gefftlle bis Wertb 
das Gebirge and treten bei diesem Orte in die Tbalebene, wo sic don auf der 
rechten Seite aus Glimmerschiefem quellenden Lauterbach, derwieder alle aufdem 
vDin Leibitscbkammii au»laufenden Rucken bei innadorf, Gossengriin etc. entsprin- 
genden Wasser sammelt und ihm zufuhrt, aufnimmt and sich bei Falkcnau mit der 
Eger vereinigt. 

Die oberhalb der Spinnfabrik im Thale geschSpfte WaBserprobe*) des Zm- 
dauflusses batte folgende Zusammensetzung : 

In looo cc des im Oktober L891 geschSpften Wassers sind enthalten: 



Chlornatrium 0-00900 

Natriumsulfat 0-00227 

Kaliumsulfat 0-00714 

Calciumsulfat 0-01147 

Calciumcarbonat 0-00686 

Magnesiumcarbonat . . . 0-00643 

Kieselsaure 0-00809 

Salpetersaure 0-000157 

Eisenoxyd und Thonerde . 0-00250 



Na a O 



. . . 0-00576 
K 2 . ... 0-00386 
CaO .... 0-00800 
MgO .... 0-00306 
Kc..,(>, + AU) 8 0-00250 

SO, ' 0-01131 

G0 2 0-00595 



N.XX. 



0-00037 



SiO, 0-00809 

CI 0-00546 



Summa 



o-o5;; I ;; 
Sauerstoff ab fur Oh] or 



0-05436 
. 0-00123 



Sixninia . . 
Der Gluhverlust betrug 0-01995 Gramm pro Liter. 

In 100 Theilen des Riickstandes sind enthalten: 

Na 2 10-841 % 

. K 2 7-265,, 

CaO 15-057 „ 

MgO 5-759,, 

1<V.,0 +Al o 0, 4-705,, 

80, ... 21-287 „ 



. 0-05318 



CO, 
SiO„ • 



1 1-198 

0-696 

15-226 



CI 10-276 . 



Die Gesaiumtharte des Wassers betrug D23. 



102-310% 
2-315 „ 
99-995% 



*) Diese Wasserprobe wurde bereitwilligst von dem Hr. Besitzer dieses Etablissenient 
gesammelt und zugesendet. 



46 



Das Wasser war l<l;i,i-, gerncb.-, geschmacklos, der Abdampfruckstand rea- 
girte neutral. 

Wir haben geseb.cn, dass die ostlichen Zufliisse der Zwodau theils im Glim- 
merschiefer, theils im Granit entspringen, indem zwischon dem soeben betrachteten 
Zwodanthale und dem Rothauthale der Riickcn dcs granitischen Miickcnbiihelberges 
streicht, welcher an der westlichen Grenzc des machtigen Ncudeckcr Granitmassives 
liegt, um das sicb hier krystallinische Schiefer mantelfonnig ausbrciten. Westlicb 
vom Spitzberg, ostlich vom Hirschenstandc bcgrcnzt, liegt die Friihbusser Hoch- 
flaehc, welche in ihren flacben Thalfurchen und beckenartigcn Vertiefungcn bei 
Saucrsack eines der grossten Hochmoore des Erzgebirges birgt. Der Moor lagert 
auf thonigen oder lehmigcn Verwittcrungsproducten des streifigen Gneisses und bat 
einc sehr durftigc Vegetation. Die undurchlassenden Unterlagen begllnstigen das 
Ansammebi der Niederschlage an den tiefstcn Thcilcn dieses Hochplatcaus und das 
Ansicdeln verschicdener Sumpfgewach.se. 

In diesen machtigen Torfmooren des Erzgebirges, welche die Behalter fur 
die durch die Thaler rinnenden Gewftsser sind, entspringt auf dem Gebirgsrucken 
der Rohlaubach, welcher fast in der Mitte des Neudcckcr Granitgebirges verliiuft. 

Zwisclien bohen. Granitbcrgen und Felsgehangen fliesst dieser Bach von 
Nculiaiis dnieli Seifen bis Neudeck, wo sicli das aus maleriscben Granitfclsen und 
klippigen Massen gebildete Thai zur Schlucht verengt, die sich tied' hinabzieht und 
erst bci Neurohlau erweitert. Auf der rechten und linken Scite crhalt dieser Bach 
im oberen Tlieile seines von Nord nach Slid mehrfach gewundenen Laufes mehrere 
klcine Zufliisse aus dem. Granitgebirge, wo die verscbledenen Granitvarietaten innig 
zusammenhangen, so dass man die vcrschicdenen Gcstcinsbezirke nicht gut unter- 
scheiden kann. 

Im Rohlauthale schicben sich die glimmcrreichen kleinkdrnigen ErzgebirgS- 
granite in die Gebirgsgranite, die sich in zahlreichcn Blockon bis Pechgrun ver- 
folgen Iassen. Unterhalb Rohlau erweitert sich das Thai und der Bach fliesst durch 
tcrtiaro Thon-, Sand- und mit Gcstcinsgruss vermengte Alluvioncn in einem an- 
mutbigen Thalc bis nach Fischcrn, wo or in die Egcr fill It. 

Das starkc Gefiille dieses Gebirgsbaches betragt von seinem Ursprungebifi 
Neudeck etwa 301. m, bis zum Egerflussc etwa 500 Meter. 

Im Quellengebiet der Zwodau und Rohlau betragen die jiihrlichen Nieder- 
schlage nach den ombromctrischen Zusammenstellungen Studnichas 1000 mm. 

Der Winter ist kalt, lang und schncereich. Die Qnellen der Bftche werden 
namentlich im Friihjahr reichlich genahrt und in tosende Wildbiiche umgewandelt- 

Die Wasserprobe des Rohlaubaches ist im Oktober 1891 oberhalb des TeicheS 
der zweiten Porzellanfabrik genommen worden und folgendermassen zusammengesetzt: 



In 1000 cc Wasser sind enthalten Grammes: 

Chlornatrium 0-00996 Na 2 

Natriumsulfat 0-00529 K 2 6 

Kaliumsulfat 0-00488 CaO 

Furtrac . . . 0-02013 



0-00759 
0-00264 

0-01648 
0-0267 1 



47 



Ubertrag . . . 0-02013 0-02671 

Calciumsulfat 0-01095 MgO .... 0-00378 

Oalciumcarbonat . . . .0-02137 "Fe 9 a +A1 2 3 0-00207 
Magnesiumcarbonat . . . 0-00793 S0 3 .... 0-01166 

Kieselsaure 0-01023 00, .... 0-01355 

Salpetersaure 0-00080 N 2 () B .... 0-00080 

Eisenoxyd und Thonerde . 0-00207 Si0 2 .... 0-01023 

CI ... . . 0-00(i«)4 

0-07348 0-07484 

Sauerstoff ab flir Ghlor . . 0-00136 

Summa . . . 0-07348 

Der Gliihverlust pro Liter betrug 0-01 .1.26 Gramm. 

In 100 Theilen des mirieralischen Rtlckstandes Bind enthalten: 

Na 2 10-329% 

K 2 3-592 „ 

CaO 22-427 „ 

MgO 5-144,, 

Fe a 8 h Al 2 ()., 2-817 „ 

SO, 15-868 „ 

Co a • 18-440 „ 

N 2 5 1-088,, 

Si0 2 13-922 „ 

01 8-219 „ 

L01-846 /,, 

Sauerstoff ab flir Chlor . . 1-850 „ 

Summa . . . 99-996°/, 

Die Gesammtharte des Wassers betragt 2-18. 

Im Vorhergehenden haben wir die Zusammensetzung einer AnzabJ fliessender 
Qewasser kennei] gelernt, die tbeils in den LitMongraniten des bohmischen Erz- 
u ^d des Karlsbader Gebirges ibren Lauf nehmen, tbeils ibre Zufliisse aus denselben 
beziebeu. Da Analysen dieser Granite*) vorliegen, so mogen sie bier iibersichtlich 
a ngeftihrt werden, wie sie in Mger'a „Mittbeilmigcn" veroffentlieht sind. 

Wie die nacbfolgcnde Zusammensetzung der zwolf Untersuchungsrcsultato 
bohmiscber Granite lehrt, betragt der Magnesiagebalt derselben kaum ein balbes 
Pl> ozent, irar ausnabmsweise erreiobt derselbein drei Proben nabezu 2°/,. In engeren 
Qrenzen bewegt sicb der Kalkgebalt etwa von 1 bis 2°/ , ausnabmsweise bei einer 
Granitprobe l>iw 2-8°/ . Hie Natronmenge schwaukt bedeutend von 1 bis 5%, be- 
tr agt durcbschnittlich 2 bis .'i /,,, die Kalimeuge ist betriiehtlicb, von 2—9% im 
Mittel bis 4—5%. 

Die Schwefelsaure findet sicb spurenweise, aber aucb in der Mcnge bis 
m l'8°/ 01 Phospborsaure bis zu einem balben Trozent vor, so dass der grosse Natron- 
Ul| d Scbwefelsiiuregebalt mancber Granitwasser erkliirlich wird. 

*) Siehe Berichte der k. k. geologischen Centralanstalt Wien 1882, Laubes „Erzgebirge". 
L :tndesdurchforscLimg 1876 und 1887, Hilgers Mittlieiluugen der Univ.-Erlangen 188!). 



Analyse der Lithionitgranite \om bohmiscaen Erz- \md Karlsbadergebirge. 



00 



Fundorte : : Si0 2 


A1A 


Fe 2 3 


FeO 


MgO 


CaO 


Na,0 


K,0 


tj n ' Sonstige 1 , 5 ?"" 

H -° BenennuSgen Hmm *J\ 
quotient 


Sauerstoffverhaltnis von 
Me 2 — MeO : Me,O s — MeO s 


1. Grobkorniger Granit 
von Karlsbad 


; 77-87 


12-00 


2-73 


0-26 


1-09 


2-46 


5-73 


— 


— 


99-14 


— 


— 


2. Feinkorniger Granit 
von Karlsbad. Dreikreuz- 

berg 

3. Hirschsprunggranit 

von Karlsbad 


, 74-30 
74-84 


13-55 

12-26 


2-57 


0-16 
0-26 


0-50 
1-09 


2-31 
2-46 


5-76 


o-ii 

0-56 


— 


99-18 
99-84 


0-218 
0-226 

0-208 
0-215 


2-33 6-32 39-63 

2-57 5-72 39-91 
1-98 6-60 39-91 


— 


2-64 


5-73 


4. Karlsbader Granit 
von Hochstetten 


73-23 


15-47 


— 


3-34 


0-24 


0-80 


1-70 


4-38 


0-65 


Ti0 2 ? 


99-81 


0-242 
0-252 


2-25 7-22 39-06 
1-51 8-33 39-06 


o. Granit von Schonlind 


68-49 


15-38 


3-26 


— 


1-74 


2-64 


5-45 


2-26 


— 


P,0 5 0-36 
S0 3 0-51 


100-09 


0-303 
0-312 


3-19 7-18 36-53 
3-24 8-16 36'53 


6. Gebirgsgranit von 
Katzenfels bei Graslitz 


72-27 


13-70 


3-11 


— 


1-59 


2-82 


1-45 


3-70 


— 


P 2 5 0-36 
S0 3 0-66 


99-56 


0-220 
0-228 


3-07 5-40 38-54 
2-46 6-33 38-54 


7. Erzgebirgsgranit von 

Platten 

8. Kleinkbrniger Erzge- 
birgsgranit von Sandfells 

bei Streitseifen 


60-58 
72-91 


13-82 
13-89 


2-47 
0-85 


— 


2-13 
0-73 


2-14 
1-52 


4-12 
2 76 


9-50 
3-99 


, 


P 2 5 Spur 
S0 3 4*74 


99-42 


0-343 
0-351 


4-63 6-45 32-27 
4-14 7-19 32-27 


S0 3 1-82 


98-47 


0-228 
0-229 


2-38 6-48 38-89 
2-21 6-73 38-89 


9. Kleinkorniger Erzge- 
birgsgranit von Zettlitz 


72-85 


16-17 


Spur 


— 


0-36 
0-09 
Spur 
0-73 


0-88 
Spur 
201 


3-42 
1-02 
3-53 
1-64 


4-34 
4-50 


2-84 


PA Spur 

S0 3 1-50 

P,0 5 Spur 
P 2 3 Spur 

so 3 „ 


99-98 


0-278 


1-75 7-55 33-85 


10. Kleinkorniger Erz- 
gebirgsgranit von Ober- 

rothau 

1 1 . Feinkorniger Aus- 
scheidungsgranit von 

Unterrothau 


73-30 
75-23 

74-68 


15-59 


099 


97-87 

100-07 

99-70 


0-252 
0-255 

0-228 

0-235 

l 


1-52 7-28 39-08 
1-32 7-58 39-08 


1515 
14-25 1-87 


4-67 

4-52 


1-19 


2-43 6-65 39-83 
2-06 7-31 39-83 


scheidungsgranit von 
Katzenfeld bei Graslitz 



49 

Wendcn wir uns wieder den Wassern zu. Siidlich von Oed verzweigen 
sich die Quellen des Chodaubaches iin reinen Granit, fliessen vereinigt iiber Dotter- 
wies mid Cliodau von Nordwest nach Siidost in Durchrissen des tertiaren Gebietes 
bis in die Nabe von Fischern, wo sic am linken Ufer in die Eger miinden. 



Analyse des im Juli 1892 nachst Fischern geschopften Chodaubaches. 



In 1000 co Wasser*sind entlialten Grammes: 



Natriumsulfat . 
Kaliumsulfat . . 
Calciumsulfat . 
Magnesiumsulfat 

Ohlor .... 
Eisenoxyd . . • 

Thonei'de . . . 
Kicsclsiuiro . . 



0-07793 
0-01711 
0-17039 

0-04050 
0-00885 
0-00245 
0-00608 
0-01532 

0-33863 



N:i,<> 

K a O 

CaO 

MgO 

Fe.,0, 

Al a O„ 

S0 8 

C] - 

SiO a 



0-03403 

0-00925 
0-07012 
0-01350 
0-00245 
0-00608 
0-17903 
0-00885 
0-01532 
0-33863 



In 



100 Theilen des miiieralisclien Riickstandes sind entbalten: 
Na 2 10-05% 



K 2 () . 
CaO 
MgO 
Fe a O a 

A1 2 3 
SO., . 
CI . 
SiO, . 



2-73 
20-71 
3-99 
0-72 
1-77 
52-87 
2-61 
4-52 



99-97% 

Die Gesammtharte des Wasscrs betriigt 8-9. 

T)as Wasser ist arm an organischeu Stoffen, klar und farblos, eingedampft 
neutral reagirend. Wie die mitgetbeilte Analyse zeigt, ist das untersuchte Bacb- 
wasser sebr hart, gypsreicb mid am Scbopforte dutch Grubenwasscr stark verun- 
re inigt. Da in dieser Gegend iiber den Braunkolilensandsteinen macbtigc Ablage- 
"Htgen von zumeist pyritreichen Tbonen, die mit Sand und Schotterlagen abwechseln, 
ru hcn, in ( | (!ll(;n K j,,i, Braunkohlenbanke beflnden, die abgebaut werden, so erklftrt 
sicl ' leicht der bohe, bis 53% des Salzriickstandes betragende SchwcfclsiLuregebalt 
^ untersuchten Wasscrs und es bietet die Analyse desselbcn kein brauchbares 
Material zur Erkenntnis der Beschaffenheit der Granitwiisser. 

Nachdcin wir die bedcutendsten westlichen Zufliisse der Eger kennen ge- 
(,|1| l baben, iibcrgelien wir zur Betrachtung der Zusammcnsetzung derselben oberhalb 
la rlsbad, die der folgenden Analyse zu cntnehmen ist. 



50 



His Karlsbad ergiessen sich folgende grossere W&sser in die Eger, Die 
Roslau, Schladabach, Soosbach, Eleissenbach, Wondrebfluss, Leibitschbach, Liebau- 
bach, der Zwodaufluss, Lobsbach, Fluthbach, der Chodau- raid Rohlaubach. 

Die zur Untersuchung der Eger verwendete Wasserprobe wurde ini Oktober 
1891 bei Donite n&chst Karlsbad geschopft und enthielt in 1000 co Wasser Grammes : 



Chlornatrium . . . 


. 0-01306 


Natriumsulfat . . . 


. 0-01876 


Kaliumsulfat . . . 


. 0-00534 


Calciumsulfat . 


. 0-021(51 


Calciumcarbonat . . 


. 0-01179 


Magnesiumcarbonat 


. 0-0] L34 


KieseMure . . . 


. 0-00850 


Thonerde | 
Eiseuoxyd J 


. 0-00250 


Salpetersaure . . . 


. 0-00032 



0-01547 
0-00289 
0-01550 
0-00540 

0-00250 



Na 2 . . 

K,0 . . 

CaO . . 

MgO . . 

Fe 2 8 | 

A1 2 8 | 

SO, . . . .0-02538 

00 2 . . . .0-01113 

N a () fi .... 0-00032 

SiO, .... 0-00850 

CI 0-00792 



0-09322 

Sauei 



stoff 



ab fur Chlor 
Summa . 



0-09501 
0-00179 



Der Gliihvcrlust betrug pro Liter 



. 0-09322 
Wasser 0-02294 Gramin. 



In 100 Theilen des mineralischen Rtickstandes sind enthalten: 

Na a O 16-59% 

K 2 3-10 „ 

CaO Di-62,, 

MgO 5-79 „ 

Fe 2 8 + Al s O a 2-(i8„ 

SO., 27-22 „ 



00 2 
N a 6 

SiO a 
CI . 



11-93 
0-34 

9- 1 I 
8-49 



Saucrstoff ab fur Chlor 
Sumuia . 



101-87% 
. 1-92 „ 



. 99-95% 

Die Gesammth&rte des Wasscrs betrug 2 - 30. 

Auffallend vennebrt sich durch die betrachteten Zufliisse der Scliwefolsiiurc- 
gebalt der Eger bei Elbogen und Karlsbad und erreicht im mineralischen Trockefl* 
riickstand 27°/ , wiihrend sich der Kalkgehalt urn 2 Prozeut vermindcrt hat. Be- 
sonders hat der Kieselsiiuregehalt des Egerwassers abgenommen, auch die Cbio'- 
rnenge sich vermindert, der Natrongehalt dagegen keine Abnahiue crfahren. 

Man kann Karlsbad nicht verlasscn, ohne der intercssantesten Naturer- 
scheinung des Erdballes zu gedenken, der Thermen von Karlsbad. Alio Ansichten 
slbimien darin ilbcrein, dass die Quelleu dieses Curortes gemcinsamen UrsprUQg 6 



51 



sind. Sowohl die chemische Analyse, ids auch die physikalischen Eigenschaften und 
endlich ihre Lage bczeugen ihre Identitiit. Sic sind Ausmiindungen eines gemein- 
sameii Wasserreservoirs, unterscheiden sich nur durch den Concentrationsgrad der 
Salzlosung, ihren Wtanegrad und Kohlens&uregehalt. Die geognostischen Verhalt- 
uisse Karlsbads weisen aicht minder auf einen gemeiasamen Quellenherd hiu. 

Die Tepl ist den Zerkluftungsrichtungen des Karlsbader Granite gefolgt 
und erweiterte im Laufe der Jahrtausende die vorhandeneu Spalten. Die sp&teren 
Basalteruptionen haben die»vorhandenen Erdrisse erweitert und in's Erdimiere fort- 
gesetzt, den warnien Quellen ihren Weg gebabut. Diese unterirdiscben Spalten 
iiihrei) die aus ihren oft meilenweit verzweigten Nebenrissen und Adorn herbei- 
stromenden Wasser, wenn geognostische und Niveauverhaltnisse cs begiiustigen, zu 
Tage und so erkliirt sich ja bekanntlich die Entstehung der Thermen und der 
Quellen iiberbaupt. Im Granit finden sich gangartige Verzweigungen anderer Gra- 
nite. Die Frage, ob die Karlsbaderquellen aus den Graniten allein oder aus noch 
anderen Eruptivgesteinen ihre Mineralbestandtheile beziehon, ist von verschicdcncn 
beriihinten Naturforschern verschiedenfach besprochen, aber nicht geldst worden. 
Bekannt sind Struves schone Versuchc der kunstlichen Auslaugung des Karlsbader 
Granits und der Nachweis, da,ss derselbe alle Bestandtheile des Sprudelwassers 
enthalte. 

„i)ie allgemeine Nachweisbarkeit der Bestandtheile des Sprudelwassers im 
Karlsbader Granit" sagt Vogler (Spongier Balneolog. Ber. 1868) „hatte niemaJs 
iibcrraschend sein k6nnen, wenn man betrachtet hatte, dass notlrwcndig die ganze 
Gebirgsmasse, deren Kliiftc mit heissem Wasser crfullt sind und die in der Tiefe 
"•it der Bildungsstatte der in diesem Wasser aufgelosten Stoffe in Verbindung stent, 
m Folge der saugenden Wirknng der Haarfugen mit S])uren dieser Salze gleichsam 
durchtrankt sein muss." Ncuere Analyscn haben indessen in den verschiedenen 
Graniten dieser Gegcnd Sckwcfelsaure in gut nachweisbaren, selbst grosseren Mengen 
u >'geben und die von anderer Seite erhobene Einsprache, dass der Karlsbader Granit 
l<eine Schwefelverbindungcn enthalte, obwohl die Quellen an Natronsulfat rcich sind, 
boseitigt. Auch vermehrt die Warmc die aunoscniie Kraft des Wassers, das durch 
tieferen Verlauf naher den Punkten des Zerstorungsfeldes der Felsarten dringt. 

Innnerhin wird auch hier die Betraohtung der Zusammeusotzung der Riick- 
standc der Karlsbader Quellen lehrreich sein, weshalb sie angefuhrt und nur die 
ttesultate neuerer Analysen liiezu beniitzt werden sollen. 

Um aber zu zcigen, wie selbst die Abdampfriickstiiudo der ontfernt von 
ernander hervorbrechenden Mineralwasser in der prozentischen Zusammensetzung 
Ul it jenen Marienbad' s, Framsensbads, der Soos und Karlsbads in auffallender Weise 
'ihercinstiinmen, habe ich mich der Miihc unterzogen, die neueren Analysenwerthe 
au f 100 Theile des fixen Salzriickstandcs umzurechncn und nicht mit Unrecht nennt 
man in Pezug auf die Beschaffeuheit und die therapeutischen Wirkungen der Heil- 
l^ellen, Marienbad das n kalte Karlsbad". 

Die vorziiglichste Marienbader Quelle der Kreuzbrunneu bricht aus Porphyr- 
granit hervor, der dort zwischen Gneiss und Amphibolschiefer in die Tiefe fortsetzt, 
u,) onso dor Perdinandsbrunnen; ja die allgemeine Umgrenzung des Granitgebietes 
111 Karlsbader Gebirge ist durch die Stadtc Kdnigswart, Marienbad, Petschau, Engel- 

4* 



52 

hiins, Karlsbad, Elbogen, Unter-Sandau gegeben. Der Untergrund dieses ganzen 
Gebietes ist Granit, der an der Oberflache allerdings vielfach unterbrocben ist, von 
don zablreichen Inseln und Schollen krystallinischer Scbiefer, von Tertiarinselcben, 
Basalten, Torfbedeckungen u. s. w. 

Alio diese Momente deuten auf ein, alien diesen Mineralquellen gemein- 
sames Ursprungsgestein bin. Bemerkenswertb ist nodi, dass die fixen Salzmengen 
in einem Liter Wasser in Grammen ausgedrllckt, bei don kalten Marienbader Mi- 
neralquellen bedeutend hoher sind, als bei don heissen Karlsbader Tbermen, vrie 
dio folgcndc Zusammonstcllung nadrweist: 



Prozcntisehe Zusammensetzung der Karlsbader, Marienbader 
Franzensbader MineralwasBerrftckstftn.de. 



uiul 



Bestandtbeile 



Na,0 

K 3 

LiO • 

CaO 

SrO 

MgO 

FeO 

MnO 

Al 2 : 

SO, 

N,0 6 

P,0 6 

CO a 

Si0 2 

CI . . 

Summa . . 

Sauerstoff ab ftlr 
Chlor .... 



s i w 

'a el oo 



O) . 



T3 "^ w 



d o 



;o« 






Si? 

d S 

r^ c3 CD 

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^ Ph 
CO 






£S5 



i 



a 



p] ^. cu 

.d r-! 

^ d ^ 

co cu M 

fe Pi 



1:1. . ~i 

W s 



Warmegrade Cels. 
Concentr. pro Liter 



86-898 

I L-855 
? 
2-582 

0-425 
0-0/1 8 

0-027 
28514 



10-907 

0-116 

11850 



33-001 

14-817 



102-667 
2-672 



4441.'! 

2-243 
? ' SpureE 
3-210 2-785 

0-011 
0-337 j 0-304 
0-033 0-034 



727 
20118 



11-316 
1-019 

12160 



0-007 

0-004 

2<Wi42 

0-008 
18-409 

1-495 
11-526 



102-738 
2-742 



102-607 
2-612 



99-995 99-996 99-905 



74 



54 



5-850 I 5-537 



54 
5-432 



42720 

2-321 

Spuren 

4-268 

0-434 

0-025 

? 

0-007 

26117 

0-008 

13-812 
0-994 

11-346 



102-559 
2-563 



99-998 

24 

2-702 



41161 

0-314 
0-020 
3-252 
0-005 
1-309 
0-297 
0-019 
0-037 

31-344 

0-026 
! L'643 

0-913 

11-490 



41-299 

0-239 
0-038 
3-197 
0-005 
1-296 
0-487 
0-094 
0-013 

29-902 

0-014 

11-830 

1-008 

12-698 



44147 



OJ r-. CO 

"■St: 

"3 $■& 

k s a 

W H 



41072 



nicht bestimmt 



101-916 
1-923 



99-993 

8-5 

8-974 



102-120 
2-125 



99-995 

10-0 

9-570 



0-085 

2-418 
0-004 
0-757 
0-293 
0'061 
0-021 

32681 

0-030 
8-164 
1-120 

13-252 



102-983 
2-989 



99-994 
10-6 



Spur 

2-333 
0-002 
0-165 
0-023 
0-007 

2018:S 

0-007 
1 1-691 

0-863 
14484 



102-420 
2 '42 7 



99-99.'! 
101 

4-982 



S.so 
MS 



43174 

0-951 
0-021 
1-880 

0-846 
0-923 
0-030 
0-001 

30-968 

0-188 
0-167 
9191 
2-040 

12276 

102-760 

2-788 

99-992 

18-4 

8-002 



53 

Es ist ein an Natron und Schwefelsfture reiches Material, welches den 
kohlensauren Wftssern des Erzgebirges zur Auslaugung zur Verfiigung stelit. Nicht 
nur die Mineralwftsser dieser Gegend, auch die Bftche und Fliissc, welche aufdieser 
Strecke der Eger zufliessen, sind an Natron und Schwefelsaure reich und daher 
stammt auch der Reichthum dieser Stoffe in der Eger. 



b) Untersuchungen fiber die Beschaffenheit des Quellengebietes und das Wassers der 
Eger so wie ihrer Zufliisse von Karlsbad bis zu ihrer Einmiindung in die Elbe. 



Weitere Zufliisse aus dem Erzgebirge. 

Im Granitgestein dew Plattenberges entspringt an (lessen Ostseite in Moor- 
grtinden die Wistritz. Sie bildet sich aus den kleinen Wftssern, die aus verfallenen 
Stollen, aus den Hochmooren und aus dem Schwarzteiche am Rucken des Gebirges 
zusammenlaufen. Der sich aufdiese Art bildende Bach heisst die schwarze Wistritz 
und fliesst als reissendes Gebirgswasser in einem engen, von Glimmerschiefern und 
Granit gebildeten Thale zwischen den Riicken des Glas- und Plessberges in siid- 
(Sstlicher Richtung bis Bftringen, wo sich ihr der bei den Lessinghftusern entsprin- 
gende Fischbach, damn im Salmthal die rothe Wistritz und der Werlsgrliner Bach 
zugesellen und tritt bei Lichtenstadt, wo ihr noch der Gessinbach zufiiesst, aus dem 
Gebirge in das Flachland, welches sie in Sstlicher Richtung durchfliesst. Weiter 
nimmt sie noch den im Arletzgriiner Gebirge entspringenden Grunbach auf und 
iftllt bei Wistritz in den Ilauptfhiss. 

Bei Schlackenwerth mttndet in die Wistritz der von Joachimsthal herab- 
kommende Wildbach die Weseritz, welche in den Moorgrtinden des Gottesgaber 
Spitzberges und an den sttdlichen Abhftngen des Keilberges entspringt und durch 
enge tiefe Thalschluchten bis Oberbrand eilt; bei Unterbrand tritt der reissende 
Q-ebirgsbach in die Thalflftche und fliesst gegen Schlackenwerth. 

Das Quellengebiet dieser zwei Gebirgsbftche liegt zum kleinsten Theile im 
Granit, zum grossten Theile in Gneissglimmerschiefern, die sich zwischen Joachims- 
thal, Gottesgab und den Soiiiienwirbelliiiusern bis iiber die La.ndcsgrenze erstrecken, 
'"dem der (ineiss in. zwei Zonen am Fusse und unter dem Kamme des Keilberges 
auftritt, die von einander durch Glimmerschiefereinlagerungen getrennt sind. In der 
Unteren Zonne herrscht nach Laube bis uber Scho'nbach Muskowitgueiss, der bald 
""U>r Glimmerschiefergneiss verschwindet und. dort von Holzbach bis zum Weigen- 
,|( >rier Thale vorherrscht. GrobkSrniger Granit zieht sich von Neudeck bis Ober- 
'"and und setzt das nordwestliche Gebirge zusammen. Bei. Bftringen tritt Glimmer- 
schlefer an dessen Stelle und verbreitet sich nordlich und 6stlich von diesem Orte 
iluF dem holicn Gebirgsriicken. An. den Gehftngen des Gebirgsjoches steht Granit 
a, "i der ndrdlich von Lichtenstadt in losen Blocken am Fusse des Gebirges auftritt, 
sttdlich von diesem Orte als zusammenhftngende Felsmasse zu Tage kommt. Im 



54 

Nordosten durchsetzt Porphyr den Schiefer in einem schmalen Zuge in. nordwest- 
licher EicMung, welcher sich von Oberbrand bis Worlsberg verfolgen lftsst. 

Bei Weidmannsgriin, ostlich von Unterbrand nehmen dann Basalttuffe und 
Basaltberge ibren Anfang, welche in den Httgeln von Schlackeuwertli und Lichten- 
stadt zum Vorschein kommeu und zwiscben wolchen tertiiire Ablagerungen und 
Alluvionen die Thaler ausfulleii. Das Gefftlle des zum Holzniissen benutzten Wi- 
stritzbaclies ist bedeutend; es betr&gt vom Ursprunge bis zum Austritt aus dem 
Gebirge nabezu 457 Meter, von da bis Scblaekenwerth 52 und weitcrs bis zum 
Eintritt in die Eger 62 m Die Wasserproben der WistriU und Weseritu sind vor 
dem Einlauf in das Thalgebiet am Fusse des „IIochberges" und iiber „Oberbrand" 
genommen worden. 

In 1000 cc Wasser des Wcseritzbacbes bei Oberbrand im Oktober 1891 
geschopft, sind enthalten: 

Chlornatrium . . . 0-00895 Na, 2 .... 0-01654 

Natriumsulfat .... 0-00456 K 2 .... 0-00450 

Kaiiumcarbonat . . . 0-00713 CaO .... 0-01588 

Natriumcarbonat . .0-01676 MgO . . . .0-00690 

Caiciumcarbonat . .0-02826 ^jOgl 0-00096 

Magnesium carbonat . 0*01449 A1 2 8 J 

Thonerde \ ,,,.,._ Si0 2 . . . .0-009815 

Eisenoxyd ' * * - uuuwo S0 3 ... .0-00257 

Kieselsaure . . . .0-00983 C0 2 . . . .0-02962 

CI 0-00543 

0-09094 0-09218 

Saucrstoff ab fiir C hlor . 0-00122 
Summa . . . 0-09096 
Der Gliihverlust betriigt 0-0145 Gramm pro Liter. 

In 100 Theilen des mineral ischen Eiickstandes sind enthalten: 

Na.,0 18-185°/ 

K 2 4-917,, 

CaO 17-405 „ 

MgO s 7-586,, 

*>?» 1 1-055,, 

A1 2 3 | 

Si0 2 10-808 „ 

S0 3 2-825,, 

OOj 32-567 „ 

CI • 5-970,, 

101-348 „ 

Saucrstoff ab fur Chlor . l-346°/ 

Summa . . . 100-002% 

Die Gesammtharte des Wassers betriigt 2-54. Zur Oxydation dor orga- 

nischen Stoffe mittelst tibermangansaurem Kali wurden 0-00035 Gramm Sauersto 

verwendet. 



55 



Cbemische Zusammensetzung des im Oktober L891 bei Lichtenstadt ge- 
scbopften Wistritzbaches. (Oberhalb dcr Maschinenfabrik) vor dcr Vereinigung mit 
der Weseritz. 

In 1000 cc Wasser sind enthalten Grammes: 

Chlornatrium .... 0-00593 Na a O .... 0-00575 

Natriumsuliat .... 0-00597 K 2 .... 0-00172 

Kaliumsulfat ¥ . . . 0-00318 CaO .... 0-00714 

Calciumsulfat .... 0-00274 MgO .... 0-00160 

Calciumcarbonat . . . 0'01078 Al s O g 1 0-00105 

Magnesiumcarbonat . 00-0336 Ee 2 3 | 

Salpetersaure .... 0-00075 S0 3 . . • . 0-00643 

Kiesels&ure 0-00721 0O 2 .... 0-00648 

Tbonerde \ . 001()5 N 2 5 .... 0-00075 

Eisenoxyd ' ' ' ' ' 0001 ° b Si0 2 . . . .0-00721 

CI . . . . . 0-00360 
0-04092 0-04173 

Sauerstoff ab far Chlor . 0-00 081 
Summa . . . 0-04092" 

Dcr Gliihverlust pro Liter Wasser betragt 0-0106 Gramm. 

In 100 Theilen des Ruckstandes sind enthalten: 

N.%,0 14-051% 

K 2 4-203 „ 

CaO -. . . . 17-448 „ 

MgO 3-910,, 

A, A \ 2-565,, 

Ee 2 3 I 

SO, 15-713 „ 

Co^ 15-835 „ 

N„0 B 1-832,, 

Si0 2 17-619,, 

CI • 8-797,, 

101-973% 

Sauerstoff ab fur Chlo r . 1-979 „ 

Summa, . . . 99-994% 

Der Gliihvcrlust des Wassers betriigt 0-93. 

Die WistriU ist ein vie! weioheres Urgebirgswasser wie die WeseriU uud 
enthalt 15%, letztere nur 3% des festen salzigen Ruckstandes an Scbwefelsiiure. 
Im Kalk, Natron, Kali, Magnesia uud Eisengcbalt uuterscheiden sich beide Wasser 
nur dcr Menge nacb von einander, das gegenseitige Verhiiltnis dioser Bestandtheile 
ist ein ziemlich gleiches und deutet auf ein gemeinsames Ursprungsgestein. 

Nacli der Vereinigung dieser beiden Bache, kurz vor ihrer Einmundung 
in die Eger entbllt die WistriU an festem Rtickstand 55 Milligramm per Liter, 



56 

darin 0-0062 Milligramra Schwefelsaure, in 100 Gew. Theilen des fixen Ruckstandes, 
also ll-2°/ dieser Siiure. An Kalk fuhrt sic per Liter 0-00957 gr Oder 17-4% 
des fixen Ruckstandes der Eger zu. 



Zufliisse aus clem Rciscliberggebirge. 

Den siidlichen Gehangen jencs Theiles des Erzgebirges, welches das Reisch- 
berggebirge geuannt wird, zwischen Joachimsthal und Eomotau, das durch cine 
Anzahl von QucrtluUern durchzogen 1st, eutqucllcn cine Meuge kleiner, im Frtihjahr 
stark anscbwellcndcr liache mit nur kurzem Laufe, aber rcissendcm Gefallo, wie 
der llollenbaeh, der Rumraclbach, der Bettloh-, Roller-, Lob-, Radis- und der Brun- 
nersdorferbach. 

Sammtliche Bache entspringen in Glimmerschiefergneissen, in deren I>< ! ~ 
gleitung sich dichter Gneiss vorfindet, der den Localnamen des Reischbergergneisses 
erhalten hat. Vorwiegend sind nach den Angabcn vaterlandischer Geologen die 
zweiglimracrigen Gliramerschiefergneisse neben dichtcn Gneisscu, welcbc in diesern 
Gcbirgsthcilc vorhcrrscben, neben den sparsamer auftreteuden Muscovit-, Flaser-, 
und Augengneisseu. Am Fusse des Hochgebirges nehmon alle diese Bache durch 
aufgescliwemmte Tertiiirscbichten, die zwischen vcrwittcrtcn Basaltstufcn lagcrii, ihren 
Weg in die Eger. 

Von den namentlich angefiihrten Iiachen sind dor Weigensdorfer Bach) 
welcher bei Piirstein, der Bettloh- und Kollabach, der bei Klostcrlc und der Brand- 
bach, welcher auf den Hohen und am Gebirgsrticken zwischen Reischdorf und Se- 
bastiansberg im Gneiss entspringt, bei Brunnersdorf die Ebene erreicbt und dutch 
diesen ausgedehnten Ort als Brunnersdorferbach abfliesst, sich in mehrere Anne 
theilt und bei Kaaden in die Eger ffllt, untersucht worden, Alle diese Bachwasser 
liaben, weil aus Ursprungsgebieten von gleichartiger Gestcinsbeschaffenheit kommend, 
in ihi'er Zusammensetzung grosse Ahnlichkeit mit einander. 



Analyse des bei Piirstein im 

In 1000 cc Wasser si in 

Ghlornatriiim . . . . 

Natriumsulfat . . . 

Kaliumsull'at . . . 

Natriumcarbonat . 

Calciumcarbonat . 
Magnesiumcarhonat 

Salpetersaure . . . 

Kieselsiiure . . . 
Eisenoxyd 1 
Thonerde j 



Oktober 1891 geschopften 

enthaiten : 



Weigendorferbaches. 



0-00869 


Na a O . . 


. . 0-01156 


. 0-00557 


KjO . . 


. . 0-00309 


. 0-00571. 


CaO . . 


0-01910 


. 0-00778 


MgO . . 


. . 0-00684 


. 0*03411 
. 0-01436 


AV>, \ 
Ee 2 (), } 


. . 0-00450 


. 0-00032 


SO., . . 


0-00576 


. . 0-01220 


co a . 


. . 0-02574 


. 0-00450 


N a () r , . . 
8i0 2 . . 


. . 0-00032 
. . 0-01220 




CI . . . 


. . 0-00527 


0-09319 


0-09438 


Sauerstoff a 


1) fllr Old or . 


. . 0-00119 



0-09819 



57 

Dor Gltihverlust pro Liter Wasser betrug 0-01515 Gramm. 
In 100 Theilen des Mckstandes siud enthalten: 

Na 2 12-404% 

K,0 3-315,, 

CaO 20-495,, 

MgO 7 ' 339 » 

Fe s 8 J 4. 8 28 

A1 2 3 I 

SO/. . . . •' 6-180 „ 

CO, 27-620 „ 

N.,0 B 0-343 „ 

SiO a 13-091 „ 

(11 *• • 5-055 „ 

L01-270 /,, 
Sauerstoff ab fur CMor . . 1-276 „ 
Summa . . . 99-994% 

Die Gesammtharte des Wassers betrug 2-86 

Unterhalb Karlsbad verlasst die Eger die Thalflache ganzlich und setzt 
ihren Weg in nordostlicber Richtung zwischen dem Tepler Gebirge und dem kleiuen 
basaltischen Mittelgebirge fort. In einem stcilufrigen Bett und engen Thale, das 
sich stellenweise zur Schlucht verengt, zwiscben hoben Basaltbergen und steilen 
Granulitfelsen fliesst sieiiberWartb nacb Ptor&tem, wo wahrend der Uiberfubr nacb 
Aubach abermals Egerwasserproben gescbiipft wurden, deren Analyse folgendes 
Ergebnis ausgewiesen hat: 

L000 co des imOktober 1891 gescbopften Wassers enthielten in Grammen : 

Chlornatrium . . .0-01955 Na 2 . .0-01726 

Natriumsulfat . . . 0-01580 K 2 . . . 0-00405 

Kaliumsulfat . . 0-00749 CaO. . .0-01822 

Calciumsulfat . . . 0-02664 MgO . . 0O0666 

Calciumcarbonat .0-01294 Fe 2 8 J ,0-00281 

Magnesiunicarbonat 0-01399 A1,0 8 | 

Kieselsaure . . .0-01015 S0 8 . . .0.02801 

Salpetersaure . - .0-00037 CO, . . .0-01302 

IWapnmrvd 1 N 9 0r • • 0-00037 

iMs.noxyd .0-00281 * r> . ()1()1 r, 

Tl erde Sl0 2 • • • uuiuio 

; CI . . . . Q-0U80 

(FU)974 0-11241 

Sauerstoff ab Mr Chlor ■ . . 0-00268 

Summa . . . 0-10973 

Der Gltihverlust betrug pro Liter 0-02320 Gramm. 



* 



58 



In 100 Tkoilon des Riickstandes sind entlialten: 



Na 2 15-72% 

K 2 3-69 „ 

CaO . . . • 16-60 „ 

MgO 6-06 „ 

Fe.O. 



A1 S 8 



2-56 



SO, 25-52 



CO, 
N a 4 

SiO, 



11-86 
0-33 
9-24 



CI 10-80 



Sauerstoff ab flir Chlor 



l02-38°/ 
2-44 „ 



Summa . . . 99-94% 
Die Gesammtblrte dcs Wassers betrug 2-80. 

Anschliessend an denfriiher verlassenen Weigensdorferbach folgt die Analyst' 
des bei Klosterle im Oktober 1891 geschopften Beltlohb aches : 

In 1000 cc Wasser sind cnthalten: 

Chlornatrium .... 0-00804 
Natriumsulfat .... 0-01779 
Ealiumsulfat .... 0-00503 

0-00819 

0-02166 

0-01065 
, 0-00035 

0-01100 



Calciumsulfat . . 

Calciumcarbonat . 
Magnesiumcarbonat 

Salpetersiiure . . 

Kieselsaure . . . 
Eisenoxydl 
Thonerde J 



Na g O . . . 0-0 1203 
KgO . . . 0-00272 
CaO ... . 0-01550 
MgO .... 0-00507 
Fe a 8 +Al 2 8 0-00061 
SO ' . . . '. 0-01715 



CO., 



. 0-0151.1. 
. 0-00035 



0-00061 



N 2 O s . 

SiO, .... 0-01100 

CI 0-00488 



0-08332 

Sauerstoff ab fur Chlor 
Summa . . 



0-08442 
0-00 1 10 
0-08332 



Der Gliihvcrlust bctriigt 0-02280 Grauim pro Liter. 

In 100 Theilen dcs Rttckstandes sind cnthalten: 

Na 2 14-438% 



3-264 



K 2 .... 

CaO 18-602 „ 

MgO 6-084,, 

Fe »° 8 ] Q-732 

SO, ' 20-58;', „ 



Ftirtrag 



63-703% 



59 



ttbertrag . . . 63-703% 

C0„ 18-134 „ 

N a 8 0-420,, 

SiO a 13-202 „ 

01 • 5-856 „ 

101-316% 

Sauerstoff ab fur Chlor . 1-320 „ 

Summa . . '. 99-995% 

Die Gesammtblrte des Wassers betr&gt 2-2G. 



Analyse des Kollabaches bei Klbsterle. 



Na,0 



0-01039 



Die Ende September 1.891 geschopfte Probe enthalt in 1000 cc Wasser: 

Chlornatrium 0-01088 

Natriumsulfat 0-01053 

Kaliumsulfat 0-01096 

Calciumsulfat ...... 0O0556 

Salpetersaure 0-0003(5 

Calciumcarbonat 0-02109 

Magnesiumcarbonat . . . 0-01172 
Eisenoxydl _ _ _ . . 00 082 

Thonerde f 
Kieselsfture . . . 



K a 0-00591 

OaO .... 0-01410 
MgO .... 0-00558 
Fe a 3 -fALO a 0-00082 
80 8 '. . ... 0-01423 

CO, 0-01542 

N 2 . 



SiO„ 



. 0-0003(3 
. 0-01271 



. 0-01271 



CI 0-00660 



0-08463 
Sauerstoff ab fur Chlor 



0-08612 
0-00149 



Summa . 



0-08463 



Der Gluhverlust betrug pro Liter 0-02060 Gramm. Die Gesammtharte des 
Wassers war 2-19. 

In LOO Theilcn des Ruckstandes sind enthalten: 

Na 2 12-276% 

K,0 



(5-983 



CaO 16 ' 660 " 

MgO 6 " 593 » 

Fe 2 0+Al.,O, 0-968,, 



SO., 



16-814 



CO, 18-220 » 

N a O. °' 425 » 

Si() 2 • 15-018 . 

CI • 7-793,, 



101-755% 
Sauerstoff ab fur Chlor . . 1-760 „ 
Summa . . . 99-995% 






GO 



Analyse des Brunnersdorferbaches. 

Die Probe wurde Ende September 1891 ober Brunnersdorf geschOpft, 

In 1000 cc Wasscr sind enthalten: 

Chlornatrium 0-00768 Na a O .... 0-00778 

Natriumsulfat 0-00092 K 2 .... 0-00408 

Natriumnitrat 0-00557 CaO .... 0-00700 

Kaliuracarbonat 0-00599 MgO .... 0*00860 

Calciumcarbonat .... 0-01250 Fe fl 8 +A],0 8 0-00152 
Magnesiumcarbonat . . . 0-00756 SO, ' . . . . 0-00052 

Kieselsaure 0-00950 C0 2 .... 0-01368 

Eisenoxydl nnmiw Si() 3 • ■ • ■ 0*00960 

Thoncrde J ^01I0U>2 01 ... . ■ 0*00466 

0-05124 0-05229 

Sauerstoff ab fiir Chlor . . 0-00105 
Summa . . . 0*05124 
Der Gluhverlust betrug pro Liter 0-03800 Gramm. 

In 100 Theilen des Rfickstand.es sind enthalten: 

Na a O 15-085"/,, 

K 2 7-962 „ 

CaO 13-661 „ 

MgO 7-025 „ 

A1 S 8 } d ybb " 

SO, 1-014,, 

Co.', • 26-697 „ 

N 2 O fl — 

8iO a 18-540 „ 

01 9-094 „ 

102-044% 
Sauerstoff ab fiir Chlor . 2-049,, 
Summa, . . . 99*995% 
Die Gesammtluirte des Wassers 1-20. 

Befriedigend ist in den vier let/ten Erzgebirgsw&ssern die prozentiscbe 
Zusammensetzung bezieliungsweise Uibereinstimmung der Rttckst&nde, welche zwischen 
12 bis 15% Natron, 8 bis 8% Kali, .14 his 20% Kalk, (ibis 7% Magnesia, L3 bis 
18% Kieselsiiure, 5-6—9% Chlor enthalten. Auffallend dflgegen der grosse Wechsel 
im Schwefelsiiuregebalt, der innerhalb der Grenzen von 1%, his 20%, des Trocken- 
rilckstand.es wechselt. 

Nordlich vom Schweigerberge bei Wisset und Kryma, sammeln sich in den 
Gneissspalten des Erzgebirges die Niederschlage zu ansehnHchen W&ssern an, < li( ' 
zuerst untor dem Namen des Ilollenbaches durcb vorherrscbende Gneisse and durcn 
Glimmerschiefergneisse, dann. durdi die aufgelagerten Gebilde der Braunkohlen- 
formation bis Hagensdorf fliessen, wo der Bach als sogenannter Saubach die ebene 



61 



Gegend von Kralup, Priesen und Schiselitz beriihrt und unterhalb Saaz in die Eger 
mtindet. Dor oberhalb seines Einflusses in den Hauptflusa geschopfte Saubach 
hatte folgende Zusammensetzung : 

In 1.000 cc des im Oktober 1891 geschopften Wassers sind enthalten: 

Chlornatrium 0-01958 Na 2 .... 0-02420 

Natriumsulfat 0-02694 K 2 .... 0-01203 

Natriumcarbonat . . . 0-003B0 CaO .... 0-09461 

Kaliumcarbonat*. . . .0-01765 MgO . . . .0-03906 

Calciumcarbonat . . .0-16897 Fe a 8 +Al a 8 0-00085 

Magnesiumcarbonat . .0-08203 S0 3 ... .0-01518 

Kicselsaure 0-01335 CO, . . . .0-12440 

Eisenoxyd] _ _ _ .0-00085 SiO a . . . .0-01335 

Thonerde I 

' CI ... • . 0-01.1-88 

0-33287 0-33556 

Sauerstoff ab for Chlor . ■ 0-00260 

Summa . . . 0-33287 

Iter Gltihverlust pro liter Wasser betrug 0-03185 Gramm. 
In 100 Gewichtstheilen des Itiickstandes sind enthalten: 

Na 2 7-270% 

K 2 3-614 „ 

CaO 28-422,, 

MgO n-ite „ 

Fc 2°s 1 .... 0-255 „ 

A1 2 3 j 

S0 3 4-560,, 

C0 2 37-371 „ 

N a 5 — 

Si0 2 • 4-010 „ 

CI 3-568 „ 

100-804°/,, 

Sauerstoff ab fur Chlo r ■ 0-808 „ 
Summa . . . 99-996% 

Die Gesammthftrte des Wassers betragt 14-93. 

Einen bedeutenden Zufluss der Eger bildet weiter der Komotcmerbach oder 
Wildbach genannt, der sich auf dem Rttcken des Erzgebirges aus den, Zusammen- 
fl u-ss dreier Bache bildet. Dor grSsste von ihnen der sogenannte Assigbach ent- 
s Priugt in der waldigen Moorgcgend, der „Filz" westlich von Sebastiansberg an 
der Landesgrenze, dann folgt der Uothenhauser, am Keilberge entspringende Floss- 
bach mid endlich vor Sebastiansberg, der aus der grossen Iiaida abfliessende Neu- 
bach. Steigt man von Sebastiansberg in's Assigthal, so findet man auf dem Wege 
Hauptgneiss, oben dunkler, unten lichter, beide nunmehr neben einander auf- 
tretend; der in stidlicher Richtnng des Erzgebirges fortschreitet. Das Quellengebiet 



62 

alter dieser Zufliisse, welche ala rauschende Wildbache aus den Th&lern des sud- 
lichcn steilen Abfalles des Erzgebirges berabkommen, licgt im Glimmerschiefer und 
dicbten Gneiss, dem sich Muscovit, fiachcr und Augengneiss beigescllen. Porpbyre 
durchsetzen siidlicli von Sebastiansberg das krystallinischc Urgebirge zwischen 
Krima und Schergau. Die genannten drei Bftcbe vereinigen sich bei der Grund- 
miihle unweit von Dornthal raid bier fliesst der ahsehnliche Wildbach (lurch den 
Kobiengrund in einem Mefen, von Gneissfelsen gebildeten Tbale mit sehr starkem 
(iefalle nach Oberndorf, flihrt cine Menge Kollsteiiie voin Gebirge in's Flacbland 
herab, beriihrt die Stadt Komotau und vcrlauft in der Ebene in einem seichtem 
von Schicfcrthon und. Lossabiagcrnngcn cingefassten, stidostlich streichend.cn Tbale 
bis Postelberg, wo er in die Eger fallt. Die Wasscrprobe ist oberbalb des Fasan- 
gartens der Stadt Postelberg im Oktober 1891 geschopft: 



In 1000 cc Wasscr sind enthalten Grammes: 

(Jhlornatrium 0-02285 

Natriumsulfat 0-01511 

Kaliumsulfat 0-01756 

Calciumsulfat 0-04630 

Calciumcarbonat .... 0-02674 
Maguesiumcarbonat . . 0-02940 

Salpetersfiure 0-00082 

Eisenoxyd | 
Thonerde | 



0-00302 

[ieselsaure 0-00923 



Na 2 

KgO 

Ca() 

MgO 

Fe a 8 

so 3 . 
co 2 

N 2 8 
Si0 2 
CI . 



A 1,0, 



0-01873 
0-00950 
0-03361 

0-01400 
0-00302 
0-04322 
0-02718 
0-00082 
0-00923 
0-01386 



0-17003 

Sauerstoff ah fur Chlor 
Sumina . . 
Der Gliihverlust pro Liter betriigt 0-02030 Gramm. 

In 100 Theilen des Ruckstandes sind enthalten: 



0-173-17 

. 0-00314 
. 0-17003 



Na 2 

K 2 . 

CaO 

MgO 

Fe a 8 

Al,(), 

S0„ . 



I 



11-015% 

5-587 „ 
19-767 „ 

8-233 „ 

1-776 „ 
25-419 ,, 



CO a 15-985 

N 2 5 0-482 

Si0 2 5-428 



01 



8-1.51 



Sauerstol'f ab fiir Chlor 
Summa . . 



101-8437,, 
. 1-846 „ 



99-997 /,, 



Die Gcsaminthiirtc des Wassers betragt 5-32. 



63 



Die Untersuchung des folgenden Egerzuflusses, des Eadisbaches ergab chic 
von den vorhergehenden Wassern verschiedene Zusammensetzung, welche darauf 
schliessen lasst, dass dieser Bach nicht nur aus Gneisschichten, sondern aus an- 
deren Gesteinsarten entspringt und verschiedene Formationsglieder durchziehen muss. 

Thatsachlich liegt das Quellengebiet des Radisbaches iiu Felsitporphyr, 
dem zahlreiche Wasseradern am Fusse des hohen bewaldeten Reischberges ent- 
luellen, die sich iin sudlichen Zuge am Fusse des Spitzberges vereinigen und tiber 
Radis kurze Zeit den. grau^n Gneiss, zuletzt den Basalttuff durchlaiifen und gegen- 
Iber von Sosau in die Eger fallen. 

Die Analyse des im Oktober L892 geschopften Radisbachwassers ergab in 
1000 co: 

Chlornatrium 0-00757 Na.,0 .... 0-01924 

Natriumsulfat • 0-03349 K 2 () . . . 0-00965 

Natron 000060 CaO . . . 0-03916 

Kali 0-00965 MgO .... 0-02035 

Calciumcarbonat . . . .0-06992 Fe a 8 |- AU>, 0-00188 
Magnesiumcarbonat . . . 0-04273 S0 8 .... 0-01887 
Eisenoxyd und Thonerde . 0-00188 SiO a .... 0-01872 

Kieselsiiure 0-01872 CO, .... 0-05314 

CI 0-00459 

l' 2 B . . . ■ Spinci i 

0-18456 0-18560 

Sauerstoff ab far Clil or Q-Q0104 

Summa . . .0- 1.8456 

In 100 (lew. Theilen des niineralischen Riickstandes sind enthalten: 

Na,() LO-42% 

K 2 () 5-22 „ 

CaO 21-21 „ 

MgO 11-02 „ 

Fe a 8 + Al 2 3 1-01,, 

80 s 10-22 „ 

PjOj Spuren 

CO, 28-79 „ 

SiO a 10-14,, 

CI ■ 2-48 „ 

100-51% 

Sauerstoff ab fur Oh lor . . 0-56 „ 

Summa . . . 99-95°/ 

Die Gesammtharte des Wassers ergab 6-76. 

Vermoge seines reichhaltigen Ruckstandes, des hohen Magnesiagehaltes, 
r, ' i| d. sich dieser Zufluss der Eger melir den folgenden, aus den Eruptivgesteinen 
'"'''vovlirechenden Wassern an, welche aus dem basaltisehen Duppauer- und Liesen- 
gebirge kommen und die im Folgenden besprochen werden sollen. 



64 



Zullussc der Eger aus dcm Duppauer Basaltgebirge. 

Die Egcr durchstromt das Gut Wclchau von Siiden nach Norden und nimmt 
bei Wclchau rcchts den I'etersdorfer Bach auf. Bcidc Gcwiisser wcrden im Fruhling 
zuweilcn ira Herbst nach aiihalteiuleiii Regen den dortigen Flurcn verderblich. 

Der Petersdorferbach entspringt am Fusse des 827 m hohen Hengberges. 
unweit Totzau im Basaltgebirge, vereinigt einige SftnerHngsbftche, die oberhalb 
Todtenmann und Petersdorf aus den basaltischcn Hollenkoppen abfliessen. Er cha- 
rakterisirt sich als wahrer Basaltbach, ist reich an kohlensaufcm Kalk, Magnesia 
und an Gesammtriickstand, indem er 319 Milligramme per 1 Liter hinterliisst. 

In 1000 cc des oberhalb Welchau im August 1892 geschonften Wassers 
des Petersdorfci'baches sind enthalten: 

Chlornatrium 0-00702 Na a .... 0-03015 

Natriumsulfat 0'00341 K 2 .... 0-00986 

Kaliumsulfat 0*01823 CaO .... 0-08832 

Natriumcarbonat 0-04264 MgO .... 0-02988 

Calciumcarbonat 0-15666 Fe a O s +Al a 8 0*00190 

Magnesiumcarbonat . . . 0-06275 S() 3 .... 0*01029 

Calciumnitrat 0-00174 N a 8 .... 0-00115 

Kieselsiiurc 0-00190 C0 2 .... 0-11950 

Eisenoxyd und Thonerde . 0-02470 Si0 2 .... 0-02470 

CI . . . . . 0-00426 

Summa . . . 0-31905 0*32001 

Sauerstoff ab f ttr CMor ■ 0*00096 

Summa . . . 0-31905 

Der Gliihverlust bctriigt per Liter 0-01850 Gramm. 

In 100 Theilen des mineralischcn Iliickstandes sind enthalten: 

Na 2 9-449% 

K 2 3-090 „ 

CaO 27-682 „ 

MgO 9-365 „ 

Fe a 8 + Al 4 O a 0-595 „ 

S0 3 3-225 „ 

N 2 (), 0-360,, 

C0 2 37-454,, 

Si0 2 7-741 „ 

CI 1 -335 „ 

100-296% 
Sauerstoff ab fur CMo r . 0*300 „ 
Summa . . . 99*996°/ 

Die Gesammthiirte des Wassers betriigt 13-01. 

Das Wasscr war sehr klar, farblos, gcruch- und gcscbmacklos. 



65 



Der Aubaoh auf der sogenannten Seewiese im Duppauer Basaltgebirge ent- 
springend, fliesst durch ein tiefes, zwischen hohen Basaltbergen verlaufendes Thai 
in einem nordwestlichen Bogen gegen Duppau, theilt sich bei Wobora in zwei Arme, 
von denen der eine seinen Lauf nordostlich tlber Wiedelitz, der andere liber Wil- 
lomitz ninimt. Nachdem er mehrere kleine Zuflusse aus dem basaltischen Liesen- 
gebirge empfangen hat, fliesst er nach Vereinigung der beiden Arme bei Fiinf- 
hunden durch die tertiiiren, sandig-thonigen Ablagerungen. in einem seichten Thale 
im Saazer Flachlande bis iibotschan fort, wo er sioh in die Eger ergiesst. Von 
den Zufliissen ist dec SehSnhoferbach der starkste, weloher aus der Vereinigung 
mehrerer den Basalten entspringender Bachlem gebildet wird, die sammtlich in 
dem genannten Gebirge westiich von Maschau and Pomeisl entspringen, und bei 
Scheditz in den Aubach mtindet. Der bei. trockenem Wetter unbedeutende Aubacli 
schwillt bei Thauwetter und Niederschlagen oft dergestalt an, dass er grossere 
Uiberschwemmungen verursacht. Die Wasserprobe ist im November 1891 bei Lie- 
botschan geschopft worden und enthielt 
in 1000 cc Wasser Grammes: 

Chlornatrium 0-01958 Na a O .... 0-04712 

Natriumsulfat 0-08413 K,<> 0-01589 

Kaliumsulfat 0-02938 CaO 0-12551 

Calciumsulfat 0-04425 MgO 0-06192 

Calciumcarbonat . . . .0-19162 Fe a O s + Al a 8 0-00402 

Magnesiumcarbonat . . . 0-13003 SO g 0-08691 

Eisenoxyd und. Thonerde 0-00402 N 2 5 .... 0-00088 

Kieselsaure 0-01905 Si0 2 . . . .0-01905 

Salpetersaure . ... 0-00088 01 0-01188 

C0 9 . . . . .0-15244 

0-52294 0-52562 

Sauerstoff ab fur Chlor . . . 0-0Q26S 

Summa . . . 0-52294 

Iu 100 Gew. Theilen des Ruckstandes sind enthalteu: 

Na 2 9-01°/„ 

K 2 3-03,, 

CaO 24-00,, 

MgO 11'84 „ 

Fe a 8 + Al a O a 0-76 „ 

S0 2 16-61 „ 

N 2 5 0-16 „ 

SiO a 3 '64„ 

01 2-27 „ 

C0 2 • -29-15,, 

100-47% 

0-51 „ 
99-96% 
Die Gesammthftrte des Wassers betriigt 21-22. 

6 



66 



In dem mit basaltischen Tuffen umranderten Duppauer Basaltgebirge ent- 
springt noch der Rothe-Bach, welcher sich mit einigen, avis den Basaltbergen bei 
Walsch mid Liebkowitz herabkommenden Bachlein vereinigt, als sogenannter Gold- 
bach durcb basaltische Conglomerate, dann durch sandige und thonige Ablagerungei) 
der Dyas und Steinkohlenformation, die an den Thalgeh&ngen sildlich von Kriegern 
gut sichtbar werden, fliesst und seinen Lauf uach lufnahme des Lubenzer Baches 
in nordostlicher Richtung, in einom ziemlich vertieHen Bette, spater in einein sich 
verbreitenden Thale gegen F16b.au fortsetzt. Von den westlichen iuslaufern, des 
friiher betrachteten Tepler-Gebirges Ziehen sich noch oiedrige Huge) bis gegen 
Jechnitz und Wedel, wo der Granit, der bier mehrere Berge zusammensetzt, vom 
Sandsteine der Steinkohlenformation, einem meist rothlich gefarbten Conglomerat 
mit vorherrschend thonigem eisenschussigen Bindemittel und. vom Thonschiefer be- 
deckt und unterbrochen wird. Auk den Gewassern dieser Schiefer und dem Ab- 
llussc des Platner Teiches bildet sich ein kleiner Bach, welcher ttordwarts iiber 
Steben. durch Rothtodtliegendes fliesst und sich mit dem Goldbache vereinigt. 

Zahlreiche kleine Nebengewasser, welche enge Thaler durchschneiden, ent- 
springen am sudostliclion waldbedeckten Plateau im Rothtodtliegenden und ver- 
starken den Goldbacli, wie der Flohauer, der Selcer, der Necenitzer und Turnauer 
Bach und schwcllen ihn uach starken Niederschlagen so an, dass sein von eisen- 
schtissigem Thonschlamm rothgetrubtes Wasser grosse Verheerungen anrichtet. 

Die Wasserprobe des Goldbaches wurde im Oktober I si) I bei Trnovan ge- 
schopft, unterhalb welchen Ortes der Bach nach kurzem Laufe in die Eger fallt 

In 1000 co des Goldbachwassers waren enthalten Grammes: 

Chlornatrium 0-02067 Na 2 0-02769 

Natriumsulfat 0-03833 K 2 0-01271 

Kaliumsulfat 0-02350 OaO 0-05040 

Calciumcarbonat .... 0-09001 MgO 0-02376 

Magnesiumcarbonat . .0-04989 \l,<>, |-I<V,.o. t .0-00453 

Thonerde und Eiscnoxyd 0-00453 S0 3 0-03238 

Kieselsaure 0.01606 C0 2 0-06574 

Si0 2 0-01606 

01 0-01254 

0-24299 " 0-24581 

Sauerstoff ab fur Chlor . . 0-00282 
Summa . . . 0-24299 
In 100 Theilen sind enthalten : 

Na 2 11-395% 

Ka 2 5-230,, 

CaO 20-741,, 

MgO 9-778 „ 

Fe 2 8 + Al 2 (), 1-864,, 

S0 8 13-325,, 

C0 2 27-054 „ 

Fiirtrag . . . 89-387% 



67 



Ubertrag . . . 89-387% 

Si0 2 6-609,, 

CI ■ • ■ 5-160 „ 

101-156% 
1-160 „ 
99-996°/ 
Die Gesammtblrte des Wassers betrHgt 8-32. 
Dei" Gluhverlust pro Liter 0-01550 Gramm. 

Der Dohnauer Bach entspringt zwischen dem Liesen- und Kohlenberg im 
basaltischen liiesengebirge, fliesst in eineni nordostlich gerichteten Bogen iiber 
Harkau nach Dohnau, wo er den am Fusse ties Pfaffenser Berges sich bildenden 
Redenitzer Bach aufhimmt und in nordlicher Richtung und mil starkem Gefalle 
durch ein enges romantisches Thai iiber Sosau der Eger zueilt. 

Die oberhalb Sosau im Oktober 1892 geschopfte Wasserprobe hatte fol- 
gende Zusammensetzung : 

hi 10(H) cc Wasser Kind enthalten Gnus: 

Chlornatrium 0-00865 Na 2 0-02702 

Natriumsulfat 0-01217 K 2 0-01653 

Nal.ri.nnnitrat 0-00717 CaO 0-07430 

Natriumcarbonat .... 0-02180 MgO 0-01944 

Kaliumcarbonat . . . .0-02424 Fe a Oj + Al 2 9 . 0-00901 

Calciumphosphat 3 bas. . 0-00327 SO a 0-00686 

Eisenoxyd' und Thonerde 0-00901 P 2 5 0-00150 

Calciumcarbonat . . . .0-12953 N,O r , 0-00456 

Magnesiumcarbonat . . .0-04082 CO a 0-09638 

Kieselsaure 0-02300 Si0 2 0-02300 

CI 0-00524 

" 0-2K266 0-28384 

Sauerstoff ab fur Chi or . . 0-00118 

Summa . . . 0-28266 

Der Gluhverlust pro Liter Wasser betragt 0-03348 Gramm. 

In 100 Theilen des mineralischen Riickstandes sind: 

Na 8 • • • 9'M°/o 

K 2 5-84,, 

CaO 26-28 „ 

MgO 6-87 „ 

Fe 2 3 + A1 2 3 3-18 „ 

SO, 2-42,, 

PA 0-53 „ 

N 2 5 1-61,, 

C0 2 • 34-09 „ 

Fiirtrag . . . 90-37% 

5* 



68 

Obertrag . . . 90-87°/ 

Si0 8 8-18 „ 

01 ■ 1-85 „ 

100'357 
Sauerstoff ab fix r Chlor . - 41 „ 
Summa . . . 99*94 / 

Die Gesammtharte des Wassers betr&gt 10*15. 

Die Eger crapfangt unterhalb Neudorfel (much weiteren Zufluss aus dem 
Liesemgebirge in dem sogenannten Aischauerbaehe, der am nordlichen Fusse des 
basaltischen Eichberges entspringt und in nordlicher Richtung ein enges, rait Ba- 
saltgerSlle rcichlich angefulltes Thai zwischen dem Hiillenberge und (ion Auslaufern 
des Eichberges durchfliesst. 

Vor Atschau verstiirkt sich dieser Bach (lurch Aufaahme einiger kleiner 
Zuflusse mid wendet sich ostlich, durcheilt ein bleines Thai iiber Rachel undBurg- 
stadtl und biegt hier nordostlich in die Eger ein. Die oberhalb Atschau im Mo- 
nate Oktober 1892 geschopfte feuerklare Wasserprobe hatte folgende Zusammen- 
setzung: 

in 1000 cc Wasser sind enthalten (Inns: 
Chlornatrium . . . .0*00432 Na 2 . . . .0*01143 

Natriumsulfat .... 0-01522 K.0 .... 0-00715 

Natriumcarbonat . . . 0-00427 CaO .... 0-07072 

Kali. . . 0*00715 MgO . . . .0-02304 

Calciumphosphat (3 has.) 0*00039 Mn a O fl . . . Spur 

Calciumcarbonat . . .0*13002 Fe 2 8 +Al a 8 0*00216 

Magnesiumcarbonat . 0*04838 SO, .... 0-00857 

Salpetersaure . . . .0-00372 P 2 8 . . . . 0-000 is 

Kieselsaure ..... 0-02552 N 2 fi .... 0-00372 

Eisenoxyd u. Thonerde 0-002 Hi CO a . . . .0-08723 

SiO a .... 0*02552 

01 .... . 0-00202 

0-24775 0-24834 

Sauerstoff ab fur Chlor . ■ Q-00059 

Summa . . . 0*24775 

In 100 Oew. Theilen des mineralischen Rtickstandes sind enthalten: 

Na 2 4-0i n / 

K a 6 2-88 „ 

CaO 30-96 „ 

MgO 9-20,, 

Mn,0 3 Spur 

Fe 2 0- 3 | A 1,0, 0*87,, 

SO, 3-45 „ 

l'.,0 5 ■ 0-07 , _ 

Furtrag . . . 52*047„ 



69 

Ubertrag . . . 52-04% 

N 2 0. 1>50 » 

CO.; 35-2S,, 

Si0 2 10-30 „ 

CI • 1-05,, 

100-17% 

Sauerstoff ab fur Chlo r . . 0-23 „ 
Summa . . . 99-94 /,, 

Die Gesammthiirte des Wassers betragt 10-89. 

Die Wasser, wclclic aus dem Basalt und Basalttuff kommen, Kind an Ma- 
gnesia, Kalk und Natron reich, enthalten bedeutende Mineralstoffquantitaten, audi 
grSssere Phosphorsaurenmengen, als die Wasser aus don vorher betrachteten For- 
mationen. Schwefelsaure, Chlor and Kieselsaure sind schwacher vertreten, als in 
den Abfltissen des Erzgebirges. Mil, dem Kalk- und dem Magnesiagehalt geht die 
grflssere Earte dieser Wasser Hand in Hand. 



Zulliisse der Eger aus den Quader- und Pl&nerscliichten der Kreide- 

formatlon. 

Der Hossinabach entsteht durch Vereinigung des Siiber-und Domauschitzer- 
bacb.es, die am Plateau des Zbanwaldes bei Welhotten im rothen Sandstein der 
Dyasformation entspringen, durchschneidet dieses Terrain in nordlicher Richtung 
'" einem engen Thale zwisclien dem Borwalde mid der aus Mittel- und Unter- 
quader der Kreideformation bestehenden PravdahShe, wahlt sein Bett zwischen den 
sandigen AJbandenmgen des Quadersandsteins und Quadermergels zwischen Opofcna 
"■id Neuschloss, durchzieht dann die kalkreicheren Schichten ostlicb von Lippenz 
l ""l windet sick westlich von diesem Orte in einem fruchtbaren Thale, das aui der 
Waken Seite Gehange aus Planersandstein, auf der rechten Grunsandsteinablage- 
rungen. triigt, und durcli welches er in uordlicher Riehtung zuletzt ahbiegend, die 
Niederung van Skupic und Malnitz erreicht, um gegeniiber von Postelberg in die 
Eger zu gelangen. 

Hi,' oberhalb Skupitz im Oktober 1891 geschopfte Wasserprobe des Hos- 
sinabachcs enthielt in L000 cc Wasser folgende BestandtheUe : 

Chlornatrium 0-02346 Na a O .... 0-02504 

Natriumsulfat • 0-02885 K 2 .... 0-01627 

Kaliumsulfat 0-03008 CaO . . . 0-16596 

Calciumsulfat 0-12026 MgO .... 0-04125 

Calciumcarbonat . . . .0-19221 Fe a O a h Al a 8 0-00016 

Magnesiumcarbonat , . . 0-08662 S0 8 .... 0-10197 

Eisenoxyd und Thonerde ■ 0-00016 C0 2 . . . • 0-1299 ii 

Fiirtrag . . . 0-48163 0-47061 



*) Audi Ilfivitzcrhach "'Cll.'UinL 



70 



Ubertrag . . 0-48163 0-47001 

Salpetersiiurc 0-00142 N s O„ .... 0-00142 

Kieselsaure 0-02410 Si0 2 .... 0-02410 

CI ... . . 0-0142;? 

0-60715 0-51036 

Sauerstoff ab ftir Ch lor Q-Q0321 

Suinnia . . . 0-50715 

Der Gliihverlust betriigt 0*01605 Gramm pro Liter. 

In loo Theilen des Rlickstandes sind enthalten: 

Na. 2 4-937% 

K 2 3-208 „ 

CaO 30-752 „ 

MgO 8-133 „ 

Fe a 8 \ 

A1 2 3 j JH " 

SO, 20-106 „ 

CO a 25-025 „ 

N 8 8 0-279,, 

Si0 2 4-752,, 

01 2-805 „ 

100-028"/,, 

Sauerstoff ab ftir Chlor . . 0-632 „ 

Summa . . . DO-'WO"/,, 

Die Gesarnmthiirte des Wassers betriigt 21-37. 

Zwischen felsigeu Goliiuigen wiudet sich die Eger am Fusse des Liesen- 
gebirges bis Kaaden, wo sie das Flachland betritt. 

Die Gehiinge des Flussthales werden allmahlig niedriger und sanfter, das 
Thai weiter und seichter, bis es sich unterhalb Saaz, fast, gftnzlich in die Ebene 
verliert. 

Durch die abgelagerten Tertiiirschichten schlangelt sich die Eger, durch 
die vielen Zuflusse aus den sie umschliessenden Gebirgen zum Flusse angewadiseii, 
his Postelberg, wo oberhalb der Stadt unter dem Bahnhofe eine gleichzeitige, wei- 
tere Wasserprobe der Eger entnommen und untersucht wurde. 

Auf dieser Strecke nimmt die Eger die im Vorhergehenden betrachteten 
Gewiisser auf: den Teplfluss, die Wistritz eammt der Weseritz, den Weigensdorfer-i 
ISettloh-, Kolla-, lirunnersdorfer-, don Kadis-, Komotauer-, den Saubach, den Aubacb, 
den Dohnauer, den Atschauer und den Goldbach, deren Zusammensetzung I''"" 
reichend dargethan wurde. 

Mit alien bisher betrachteten Zufltissen hat die im Oktober 1891 oW 
Postelberg geschopfte Wasserprobe der Eger folgende Zusammensetzung ergeben ; 



71 



In 1000 cc Wasser sind enthalten Grammes: 

Chlomatrium 0-02175 Na 2 .... 0-02508 

Natriumsulfat 0-03105 K 2 .... 0-00580 

Kaliumsulfat 0-01072 CaO .... 0-02790 

Calciumsulfat 0-02691 MgO .... 0-01310 

Calciumcarbonat .... 0-03004 A1 2 0., \ 0-00080 

Magnesiumcarbonat . . 0-02751. Fe a 8 J 

Eisenoxyd und Ihonerde 0-00080 S0 8 . . -.0-03824 

Kieselsaure 0-01120 N,O g .... 0-00061 

Salpetersaure 0-00061. C0 2 .... 0-02763 

Si0 2 . . . .0-01120 

CI ... . . 0-01320 

0-16059 0-16356 

Sauerstoff ab fur Ohlor . Q-Q0 297 

Summa . . . 0-16059 

Der Gltthverlust betragt 0-02405 Gramm pro Liter. 
In 1.00 Gew. Theilcn des Riickstaudcs sind: 

Na 2 15-61% 

K 2 3-61 „ 

GaO . . . • 17-37,, 

MgO 8-15 „ 

Fe »°8 I 0-49,, 

A1 2 3 

SO, 23-81 „ 

N 2 O 0-37,, 

CO a 17-20 „ 

SiO., 6-97,, 

Gl • • 8-21, , 

iMW/ 

Sauerstoff ab fur Ohlor . . . 1-84 „ 
Summa . . . 99-9f> u / 

Die Gesammtharte des Wassers betrug 4-61. 

Als weitere Zuflusse der Eger sind zu nennen: 

Der Smolnitzerbach. Er entsteht durch Vereinigung des im Zbamvalde 
eutspringenden EQosterbaches, der oberhalb Tfeboc durch die waldbedeckten Tfe- 
bocer Planersandsteinschichten seinen Lauf iiber RoSov nach Brdloch nimmt und 
des sudlich von diesem Orte in ihn eininiinilenden und in gleichen Gesteinschichten 
e ntspringenden, aucb rothtodtliegenden Boden beruhrenden Diwitzerbaches, zweier 
Gewiisser, die von da an in einem vom Quadersandstein und Quadermergelschichten 
iiugebenen, mit Loss und Alluvien erfttllten Thale bis Pschan fliessen, wo sie der 
ai 's gleichartigem Gestein entspringende Zittoliber Bach verstarkt. 

Von da an lauft der Smolnitzer Bach in einem nordostlich gewundenen 
Thale, dessen Anholien auf der rechten Seite vom Planer-, auf der linken von 



72 



Planer- mid Grunsandstein gebildet werden, bis unterhalb Wrschowitz, wo er in 
der durcb Egeralluvium ausgeiullten Wobora-Niederung in die Eger fiillt. 

Die im November 1891 oberhalb Wobora geschflpfte Probe des Smolniteer- 
baches enthielt in einem Liter Waser Grms: 

Chlornatrium 0-02928 Na a O .... 0-01678 

Natriumsnlfat 0-00286 K 2 .... 0-01208 

Kaliumsulfat 0-02234 CaO .... 0-17150 

Calciumsulfat 0-13550 MgO .... 0-03798 

Calciumcarbonat .... 0-20663 Fe a 8 [-AU),, 0-00520 
Magnesiumcarbonat . . .0-07975 SO, . . .. 0-09158 
Eisenoxyd mid Thonerde 0-00520 N a O g ... 0-00498 

Salpetersiiure 0-00498 CO a . . . .0-13269 

Kieselsiiure 0*01550 SiO a .... 0-0.1550 

CI . . . . .0-0 1.776 

0-50204 0-50605 

Sauerstoff ab fttr Ch lor . 0-Q0401. 
Summa . . . 0-50204 
Der Gluhvcrlust betragt pro einen Liter 0-01950. 

Tii 100 Tbeilen des Riickstandes sind enthalten: 

N%0 3-342% 

K 2 2-406,, 

CaO 34-160 „ 

MgO 7-565 „ 

Fe a 8 | 1U ' 5,) " 

SO, 18-241 „ 

N a 8 0-991 „ 

COj 26-430 „ 

SiO„ 3-087 „ 

CI 3-53,7 „ 

100-794"/,, 
Sauerstoff ab fur Chlo r . Q-798 „ 
Summa . . . 99-996°/ 
Gesammtbiirte des Wassers 22-45. 

Der Zippelbach entspringt an der Siidseite des Georgsberges bei Raudnitz 
im Quadermergel der obercn Kreideformation, die ilim audi seine weiteren unbe- 
deutenden Zutiiisse spendet, schlangelt sicb. Anfangs zwischen Quadermergelgestein 
in einem nordwestlich verlaufenden Tbale bis Chvaliu, wo er durcb eiu seicbtes 
PlSnerbett bis Doxan fliesst uud dort in die Eger fiillt. 

Die Wasserprobe wurde im Janner 1892 bei starker Kiilte oberhalb Doxan 
ausgehobeD und zeigte daher eine starkere Concentration der gelfisten Stoffe als 
liberhaupt Bachwasser in den wiirmeren Jahreszeiten zu haben pllegen. 



73 

Das Bachwasser tatte in LOOO 6c gelfist Grms: 

Chlornatrium 0-03352 Na a O .... 0-04121 

Natriumsulfat 0-05366 K 2 .... 0-02146 

Kaliumsulfat 0-03970 CaO .... 0-27601 

Calciumsulfat 0-09999 MgO . . . .0-04838 

Calciumnitrat 0-07623 Fe a O s + A1 2 3 0-01025 

Oalciumcarbonat 0-37287 S0 3 .... 0-10729 

Magnesiumcarbofiat . . . 0-10160 Si0 2 .... 0-01830 

Eisenoxyd und Tbonerde . 0-01025 C0 2 .... 0-21728 

Kieselsaurc 01) 1.830 N 2 0, .... 0-05020 

01 ... . . 0-02033 

Sumina . . . 0-800.12 0-81071 

Sauerstoff ab f ur Chlor . 0-00459 

Sumina . . . 0-80612 

Der Gliibverlust betriigt 0-08350 Gramni. 

In 100 Theilen des inineralischen Riickstandes sind enthalten: 

Na 2 5-112% 

K 2 2-662, 

CaO 34-239,, 

MgO 6-001.. 

Fe 2 8 + Al 3 0, 1-271,, 

SO., ' 13'309 „ 

Si0 2 2-270,, 

CO a 26-953 „ 

N 2 6 ft <;-227„ 

CI 2-521 „ 

100-565% 
Sauerstoff ab liir Ofllo r . Q-569,, 
Summa . . . 99-996°/ 

Die Gesammtharte des Wassers betriigt 34-37. 

Von den Zufliissen der Kreideformation auf der linken Egerseite sind her- 
v °rzuheben: 

Der Webersclianer-, der Sueby- und der Klapayerbach. Von diesen drei 
ll;i( 'lien wurde nur der letzte untersucht, der im TfibMtzer Bezirke in Basalttuffen 
0||, «!>ringf„ seine Zufltisse von Basaltkegeln und aus Pliiuerkalk und Mergelscbicbten 
''"'Pfiingt und von Solan durcb granatenfuhrende Diluvialablagerungen seinen Lauf 
tl °er Klapay in siidostlicber IUchtung nimmt, bier Sich niit deni von Dlascbkowitz 
k °nunenden Planerkalk durchsetzenden Sedletzerbach vereinigt und oberhalb Rado- 
w «sitz in die Eger fiillt. 

Die oberhalb RadowSsitz im Oktober 1891 geschOpfte Probe des Klapayef ■ 
baches*) war in 1000 cc folgendermassen. /usammengesetzt : 



*) Audi Heincr Modelbach genaimt. 



74 












Chlorn atrium .... 


. 0-00391 


Na 2 


. . . 0-04540 






. 0-09922 


K 2 . 


. . . 0-04316 






. 0-07981 


CaO . 


. . . 0-20700 




Calciumsulfat .... 


0-46134 


MgO . 


. . . 0-12231 




Calciumcarbonat . . 


. 0-03043 


EVM 


. . . 0-00019 




Magnesium carbonat . 


. 0-25685 


M 2 3 ) 




Eisenoxyd und Thonerde 0-00019 


so 3 . 


. . . 0-36392 






0-01300 


00 a . 


. . . 0-14793 




Salpetersaure .... 


0-00081 


N 2 B 


. . . 0-00081 




Phosphorsaure .... 


o-oono 


PA . 
Si0 2 . 
01 . . 


. . . o-oono 

0-01300 
. . . 0-00237 


0-94666 


0-94719 






Sauerstoff 


ab for 
Surnmfi 


Jhlor . 0-00052 
. . . 0-94667 




Der Gliihvcrlust betrug 0*2860 Gramm 


pro Liter. 




In 100 Theilen des Rtickstandes sind enthaltcn 






Na 2 . . . 






4-795"/,, 


K 2 ... 






4-559 „ 


CaO . . 






21-866 „ 


MgO . . 






12-920 „ 




Fe 2 0+ALO 






0-020 „ 




SO, ... . 






38-442 „ 


CO, ... . 






15-626 „ 




N,O r . . 






0-085 „ 




PA . . . 






0-116 „ 




Si0 2 - . . 






1-373 „ 



CI ... 0-250,, 

100-052% 
Sauerstoff ab fur Chlor . . 0-054 „ 
Summa . . . 99-998% 
Die Gesammtharte des Wassers betragt 37-82. 

Von Postelberg fliesst die Eger ostlich in zanlreicben Kriimmungen durch 
eiu erweitertes, von den verschiedenen Schichteu der Kreideformation umgebeneSi 
nielit sehr ticfew, den Fuss des Mittelgebirges beruhrendes Tna] (iber Laun zmscben 
I'liiiierkalk- und Quadersandstein-Ablagerungen und tritt aus diesen erst bei BrozaD 
in die Ebene, run sieh nach kurzem nunmebr nordlich gericbteterj Laufe unterhalb 
der I'V.stuiig Theresienstadt gegenttber von Leitmeritz mil, der Kibe zu vereinigen- 
Von Postelberg bis zur Einmtlndung der Eger in die Elbe gelangen in jene von 
den nennenswerthen JJiicheu der Hossinabach, der Smolnitzer-, Zipel- und der 
Klapaycrbach. 

Die oberhalb der Bamchowitger Eisenbahnbrtlcke geschopfte Wasserprobe 
der Eger ergab folgende Zusammensetzung : (Probe voin 9. October 1891.) 



75 



In 1.000 cc Wasser sind enthalten Grammes: 

Chlornatrium 0-01904 

Natriumsulfat 0-03380 

Kaliumsulfat 0-01374 

Calciumsulfat 0-02536 

Calciurncarbonat 0-04921 

Magnesiumcarbonat . . . 0-02495 
Eisenoxyd und l!honerde . 0-00194 

Kieselsaure 0-00735 

Salpetersiiure 0-00073 



Na a O . . . 


. 0-02485 


K 2 .... 


. 0-00743 


CaO ... 


. 0-03800 


MgO . . . 


0-01188 


Fe,0 8 + Al,0 8 


0-00194 


SO, ... . 


. 0-04027 


00, ... . 


. 0-03472 


Si0 2 .... 


. 0-00735 


CI .... 


. 0-01155 


N 2 0s • • • 


0-00073 




0-17872 


fur Chlor . . 


. 0-00260 


Summa . . 


. 0-17612 



0-17612 
Sauerstoff ab 



Dor GMhverlust betragt 0-02623 Gramm pro Liter. 

In loo Theilen des mineralischen Rllckstandes sind enthalten: 

Na 2 • 14-101 



4-21 

21-57 

6-74 



K,0 

CaO 

MgO 

Fe *°s] mo, 

A1 2 3 ■ - 

SO, 22-86,, 

CO, 19-71 „ 

SiO, 4-17,, 

CI 6-55 „ 



N 2 O f> 



0-41 



101-42 „ 

Sauerstoff ab fur Chlo r .1-47% 
Summa . . . 99-95°/ 

Die Gesammtblrte des Wassers betragt 5-46. 

Die Eger bei Bauschomtg an derselben Stelle am 8. August 1892 geschSpft, 
^erhielt sich gegen die Probe im Jabre L891 wie folgt: 
In 1000 cc Wassser sind enthalten Gnus: 

1891 

Na 2 0-02485 

K.,0 0-00743 

( ' ;li ( ) 0'03800 

MgO 0-01188 

Fe,0 8 +Al,0 8 . . .0-00194 

SO, ■ 0-04027 

Fiirtrag . . - 0.12437 



1892 

O02808 
0-00813 
0*04546 
0-01512 
0.00158 
0-05075 
0-14912 



76 



1891 1892 

Cbertrag . . . 0-12437 0-14912 

C0 2 0-03472 0-03030 

Si0 2 0-00735 0-00750 

CI 0-01155 0-01195 

N 2 O r , 0-00073 0-00102 

0-17872 0-19989 

Sauerstoff ab fur (ihlor . 0-00260 0j00269 

Summa . . . 0-17612 0-19720 

Der GUihverlust .... 0-02828 0-02623 

Tn 100 TheHen des Rftckstandes sind enthalten: 

1891 1892 

Na s O 14-100 14-239 

K a O 4-210 4-123 

CaO 21-570 23-053 

MgO 0-740 7-667 

l-V.,0,, |- Al.,0, .... 1-100 0-801. 

S0 8 .'.."."..... 22-860 25-735 

C0 9 • 19-710 1.5-365 

SiO., 4-170 3-804 

01 6-550 0-059 

N a Q a . 0-410 0-517 

101-420 L01'363 

Sauerstoff al> I'iii- (ihlor . ■ 1-470 ljgj 

Summa . . . 99-950 99-999 

Das mittlerc und untere Egerthal von Kaaden bis Laun urid von da bis 
Leitmeritz breitet sicb im b6b.miBcb.en Mittelgebirge aus, es ist em rait dem Erz- 
gebirge parallel streichendes Haupttbal, (lessen Querthalcr kurz sind, scnkrecht auf 
*U'v Hauptrichtung des Mittelgebirges stehen und dennocb von Siidost nacb Nord- 
west und von Nordwest nacb Siidost streichen. 

Nacb Hofrath Professor Bitter von KoristMa vortreffficben orographischei) 
und klimatischen Schilderungen der Verhaltnisse des Mittelgebirges, „sind diese 
Querthaler in den Hauptrucken des Gebirges ziemlich tief eingescbnitten und be- 
sitzen steile Lehnen; in der Fortsetzung gegen das Hauptthal wcrden sie breit und 
verflachen sich alliniiblig ganz." 

Die bedeutendste Wasserrinne dieses Gebietes ist der Egerfluss, welcher U> 
der Uiehtung VVSW nach ONO der Elbe zuftiesst. 

Die Seehohe des Egertbales ist bei Kaaden 297 m, Laun 170 m. Walder 
befinden sicb in grdsseren Complexen nur in den hoheren Lagen von 300 m ;l " 
aufwarts, da die tieferen Lagen dieses Gebietes so voraigliches Ackerland enthalten, 
dass der Wald aus denselben bis auf Heinere Parzellen fast ganzlicb verdrang* 
wurde. Dagegen sind alle Kuppen und Abhange des Mittel- und Erzgebirges bewaldet. 

Ebenso wie die Hohen, sind. die kliiiiatisclien Verhaltnisse verschieden. '" 
den tieferen Lagen ist das Klima warm und trocken, der Uibergang der Jabres- 



77 



zeiten allmfthlig, dagegen in den urn 200— 400 m hohcren Waldlagen ist das Klima 
rauher, der Winter strenger, die Uibergiinge der Jahreszeit kurzer. 

Die durchschnittliche jahrliche Eegenmenge betrftgt in diesen Gebieten 500 
bis 700 mm. Die grossten Niederschlage linden vom Mai bis September statt. 

Das ganze Quellengebiet der Eger von ihrem Ursprunge bis zu ihrer Ein- 
mftndung in die Elbe betrftgt nach meinen Berechnungen ca 5590 Jem*, welches sich 
auf die einzelnen Zufliissc nach ihrer Grosse geordnet, folgendermassen vertheilt 
Die Ausmass der Fluss- find Bachgebiete ist in Hectaren angegeben: 



ids;; i 
L7060 



Wondrebfluss 64587 

Goldbach 48002 

Aubach 35153 

Teplfluss 37387 

R6slaubach 25794 

Zwodau 29926 

Weissenbach 

Komotauerbach 

Wistritzbach 15518 

Rohlaubach L8410 

Zipelbach 10912 

Klappayerbacb 10326 

Saubach 987] 

Hassinabach 9138 

Smolnitzerbach 9127 

Chodaubach 8011 

Leibitschbach 8894 

Uebaubach . 7094 

Budinerbach 6835 

Brunnersdorferbach 6468 

Selbach 5502 

Schladabach . . 5389 

Fluthbach 5161 

Widitzbach 4718 

Hradekerbach 4223 

Lobsbach 3683 

Lomitzbaoh 3570 

Hotschelobbach 2791 

Dassnitzerbach 2825 

Grttnlassbach 2317 

^rossbach 2175 

Lehstenbach 2124 

Dohnauerbach 1955 

Kleinthalerbach 1926 

Lohbach 1847 

Krondorferbacb 1812 



DobromeHcerbach 1809 

Wiesenbacli 1773 

Bibersbach 1686 

Radisbach 1 <i r >s 

Holzbach 1639 

Grassetbach 1575 

Petersdorferbach 1570 

Steinselbbach 1503 

Dibefbach 1471 

Wendernerbach 1443 

Rummelbach 1421 

Kollabach 1332 

Hauensteinerbach 1278 

Birkenbach 1234 

Dtirrbach 1168 

Wunsiedlerbach 1144 

Geigenbach 1926 

Theusaubach 1013 

Dcttlohbach 1004 

Ruppertsgrunbach 1002 

Pilmcrsreuthbach 875 

Brucklassbach 858 

Altsattlerbach 848 

Eeichenauerbach 790 

Krondorferbach 786 

Schonbach 757 

Hollbach 703 

Leheusteinbach 684 

Geyersbach 668 

Spinelsdorferbach 617 

Elmbach 612 

Merzdorferbach 583 

Eochstftdterbach 559 

Ejvanerbach 551 

Raumetengrlinbacb 541 

Oberndorferhach 540 



78 



Dangesbach 541 

Soosbach 637 

Rodersbach 525 

Buchbach 523 

Bodlaserbach . r > 1 1 

Tschirnitzerbach 487 

Steinbach 465 

Lohbach 437 

Jokesbach 401 

Loehbach 306 

Easelbach 316 

Marktleuthenbach 379 

Wunnbaubach 336 

Hebanzbach 285 

Silberbach 263 

Neuhauserbach 262 

Gruppitzbach 261 

Neuenhammerbacb 250 

Ceuciccrbach 237 



Blumenthalerbach 239 

Dornbach 220 

Sattelesorbach 21.0 

flachtenbrunnenbach 196 

Okenauerbach 196 

Dornthalerbach 162 

Tebisbergbach 144 

Kreuzlohebach 105 

Hdllbach L04 

Eicbleitenbacb 104 

Hobenbergbach 94 

Weissenbach 84 

Das unmittelbar der Eger zugehorige 
Terrain 75129 



Hectar = 001 fcm a 
„ = 10*000 m' 
ID Kilometer = 1,000.000 m J = 100 ha. 



Das Gefalle der Eger betrftgt von ihrem Ursprunge bis zum Eintritte in 
Bbhmen 287 m, von da bis zum Eintritte in die egerische ThalMche 1.1 -6 m, von 
bier bis zum Einflusse des Leibitschbaches bei Konigsberg 20-8 m, von da bis 
Falkenau 25 - 8 m, von Falkenau bis zur TepeMnmundung 29 - 3 m, bis Wartha 36-8 m, 
im Ganzen in Bohmen 124-3 m auf 66*8 km in gerader Richtung, die aber (lurch 
die vielen Kriminiungcn auf niehr als 96-4 km yerlangert werden. 

Von Wartha bis Laun betragt das Gefalle dor Eger auf 744. in Eilometern 
136 m. Von Laun bis Theresicnstadt betragt ihr Gefalle bios noch 31 m auf cine 
Lange von 56"5 km. 

I in Ganzcn ist daber die Eger ein reissendes Gebirgswasser, das in Bolunen 
ein Gcfiille von. 291-3 m auf 227 km odor 1*283 m pro 1 km ihrcs vielfach ge* 
krummten Laufcs hat. Sie ist zu Olberschwemmungen schr geneigt und iibcrzicht 
dabei oft die Nicderungen ihrer Dfer mit Schutt und Gcrolle, iindert auch ihr 
Flussbett und fiirbt sich nach heftigen Regengussen im Rakonitzer und Saazer Be- 
zirke durch Aufnahme von eisenoxydrcichen Tbonschlamm roth, so dass man das 
Wasscr dcrselben nach ihrer Vereiuigung mit der Elbe noch unverinischt am linken 
Ufer bei Lobositz, wo es sich als breiter, abstechend gefiirbter Wasserstreifen Kings 
des genannten Ufe'rs bis Welhota in der Elbe erhalt, vcrfolgen kann. 



Betrachtungen 

iiber die cliemische Zusammensetzung dor Eger und ihrer Zufliisse. 

Rtlckblicke and Folgerungen. 

Dadurch dass die Wasserproben der Eger in einem und demselben Zeit- 
raume, in dec ersten Tagen des Monates Oktober an verschiedenen Stellen ihres 
Laufes gescbopft wurden, war ein Vergleich der erbaltenen analytiscben Resultate 
Ktoglich und es ergibt cine, iibersicbtlich geordnete Zusammenstellung dor che- 
ttischen Zusammensetzung der Eger von ihrem Drsprunge bis zu ibrer Einmundung 
'"• die Elbe nacbstehendes interessante Bild der aufeinander folgenden Verande- 
^ungen ihrer cbemiscben Beschaffenheit: 



I. Concentrationsverhaltnisse, Harte und Gliihverluste. 

Die Eger entbalt ini Oktober in einem Liter in Milligrammes: 



Eigenschaften . 
des Wassers 


60 

M 

w 


SO 

CD 

a 

CD 

O 

a 


u 

CD 

bo 

w 


"a 

iD 


bo 
N 

CD 
TO 

'3 

o 

M 


a 

CD 

Pn 


d 

OJ 

bo 

o 
-Q 

w 


,£ 
gq 

OS 

M 


a 

CD 

s 


bo 

CD 
W 

o 

Ph 


'P 

O 

o 

pq 


Concentration in Milli- 
grammen per Liter . 


17 


52 58 


127 


80 


106 


109 


93 


109 


160 


L76 


Harte 


0-24 


1-19 


1-62 


2-85 


2-21 


2-30 


2-25 


2-30 


2-80 


4-61 


5-46 


Gluhverlusl; in Milli- 
grammen per Liter . 


— 


11 ' 12 


33 


32 


12 


21 


23 


23 


24 


26 



























80 

Aus dieser Zusammenstellung ersieht man sehr gut die fortschreitende Zu- 
nahine des Wassers an Mineralstoffen. Auch die Schwankungen innerhalb einzelner 
Theile des Flusslaufes kommen schon zum Ausdruck und sind besonders zwischen 
Nebanitz und Konigsberg auffallend, wo die Eger durch den Zufluss des, sehr 
weiches Wasser fuhrenden Wondrebflusses und mehrerer anderer weicher Zufliisse 
aus dem Erzgebirge, von einem Salzruckstande von 127 Milligramm per Liter auf 
cinen solcheu von 80 Milligramm herabgeht, langsam wieder bei Elbogen auf 109 
Milligramm per L. steigt, um bei Karlsbad abermals auf 93 Milligramm verdtinnt 
zu werden. Nun steigt wieder die Concentration der Eger. Bei Purstein erreicht 
sie 109 Milligramm fixe Buckstandsmenge und erhoht sicb durch harte, und ruck- 
standsreicho Zufliisse aus dem Mittelgebirge auf 160 Milligramms bei Postelberg 
und auf 176 bis 200 Milligramms bei Bauschowitz und Leitmeritz. 

Eine Schwankung von 17 Milligramme bis 200 Milligramme per Liter auf 
eine Flussl&nge von 288 Km. ist eine sehr bedeutende, mit weicher die Zunahme 
in den Hartegraden fast gleichen Schritt halt und sich von 0-24 H. bis 5*5 lliirte- 
grade (im Monate Oktober) erhoht. 

Die Abdampfriickstiuide der Eger sind aber nicht nur im Oktober 1891, 
sondern bei Bauschowitz auch in den einzelncn Monatcu des Jahres 1892 bestiimnt 
worden, um die wechselnde Menge der gelosten Bestandtheile der Eger an einem 
Orte festzustellen. Zum weiteren Vergleich wurden audi die Abdampfrtlckst&nde 
cines Jahres der Elbe bei Lobosits bestimmt, und die der Elbe bei Tetschen nach 
den Aufzeicbnungen des Professor ffllik im Jahre 1877 angeftlhrt, ausserdem A.na- 
lysen der Elbe bei Lobositz und der Moldau untcrhalb Kralup, von Wasserproben 
vorgenommen, welclie iin Untersucliungsjahre der Eger geschopft (Oktober 1891) 
die am Schlusse mitgetheilten Ergebnisse lieferten. 

Die bei 150° C getrockneten, auch die organisxhen titoffe eiitbaltendeii 
liiXchstandnmengen in einem Liter Wasser in Milligrammen betrugen in den ver- 
scbiedenen Mouaten des Jahres 1891 und 1892 in der 

Eger bei Bauschowitz: Kibe bei Lobositz; 

. . 189 mgm 

. . 178 „ 

. .114 „ 

• • 122 „ 
. . 148 „ 

. 179 „ 
. . 1.25 „ 

• • 121 „ 

Dr. Ullih*) in Liebwerd erhielt im Mittel aus tiiglieben Bestimniungcn als 
Monatsmittel im Jahre 1877 folgende Abdampfriickstandc des Elbewassers bei 
Tetschen : 

Janncr 112 mgm 

Feber 120 „ 



Ml 


October 1891 . . 


. . 219 mgm 


)! 


Novbr 1891 


. . 188 „ 


JJ 


April 1892 . 


. . 89 „ 


» 


Juni „ . . 


• • 148 „ 


» 


Juli „ . . 


. .193 „ 


» 


August „ . . 


• -227 „ 


» 


Septcmbr „ . . 


. .240 „ 


11 


October ,, . . 


. .219 „ 



*) Sitzungsbericlite der Bohmischoii Gosellacliaft der Wissenschaften 1880. 



Miirz 124 mgm 

April 102 „ 

Mai 124 „ 

Juni 148 „ 

Jnli 158 „ 

August 167 „ 

September 157 » 

October 152 „ 

November 165 „ 

Dezember 158 „ 

Die Monatsmittel schwanken von 102—165, in der regenreichsten Periode 
Werden die Wasser bis auf das Doppelte verdtont. 

Die Egcr bei Leitmeritz hat eio riickstandreieheres Wasser als wie die Elbe 
b ei Lobositz. Die AbdampMckst&nde bewegen sicli von 89 bis 240 mgm per Liter, 
uadzeigen, welch' verscbicdene Verdi'umungsgrade bei diesem Flusse eintreten konneii. 

2- Zusammenstellung der absoluten Mengen der mineralischen Bestandtheile der 
Eger von verschiedenen Stellen ihres Fiusslaufes. 



In einem Liter 


waren 


enthalten Milligramm's : 








Bestandtheile 


60 

i 

B 

& 

Ui 

P 


SO 
U 

QJ 

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CD 

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M 


CO 
60 

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-3 

o 

lii 

o 

CQ 

rs 

M 


Na 2 


2-G2 


8-41 


8-25 


L2-58 


15-47 


17-2(5 


25-08 


24-85 


K 2 


1-32 


3-40 


2-79 


2-88 


2-89 


4-05 


5-80 


7-43 


CaO .... 


1-55 


7-50 


10-50 


14-40 


15-50 


18-22 


27-90 


38-00 


MgO 


0-61 


3-12 


3-9G 


4-68 


5-40 


6-66 


13-10 


11-88 


Fe a O a + Al a 3 . . 


0-60 


0-93 


0-29 


1-83 


2-50 


2-81 


0-80 


1-94 


S0 8 . 


0-96 


4-20 


4-29 


12-82 


25-38 


28-01 


38-24 


40-27 


00 2 


1-40 


11-31 


14-04 


15-63 


11-13 


13-02 


27-03 


34-72 


N s O fl 





— 


0-74 


0-36 


0-32 


0-37 


0-61 


0-73 


^K 


4-25 


9-55 


8-95 


9-75 


8-50 


10-15 


11-20 


7-35 


CI 






5-40 


6-53 


7-92 


11-86 


13-20 


1 1 -55 


Summa . . . 


17-20 


53-66 


69-21 


81-46 


95-01 


112-41 


1C3-5G 


178-72 


SauerstoffabfiirOlilor 





1-22 


1-22 


1-47 


1-79 


2-68 


2-97 


2- GO 
176-12 


Summa . . . 


17-20 


52-44 


57-99 


79-99 


93-22 


109-73 


160-59 



82 



Das Natron ist in der Eger in bedcutenden Quantitiiteu enthalten und ver- 
mehrt sich iin fortschreitenden Verhaltniss von 2-6 Milligramm am Ursprnnge bis 
auf 24-8 Milligramm vor dor Einmiiudung in den Hauptfhiss. 

Das Kali nimmt von L-3 Milligramm bis 7-4 Milligramm zu. Beziiglich 
des gegenseitigen Verbal tnisscs von Kali zu Natron crsielit man, dass die Eger im 
oberen Flusslaufe anfangs doppelt so viel Natron als Kali fiihrt, in dem mittleren 
Theile viermal so viel Natron als Kali und im untersten Theile des Flusslaufes 
dreimal so viel Natron als Kali gelost euthiilt. 

Auffallend wird der Egerfluss an KalJc bereicliert und zwar niclit nur an 
jenen Stellen, avo er das Kreide- und basaltiscne Mittclgebirgo passirt, sondern 
auch schon bei Eger und Konigsberg, wo er von 1-5 Milligramm Kalk am Ursprnnge 
auf J 4-4 Milligramm per 1 Liter steigt, urn bei Postelberg mit 28 Milligramm, 
bei ISauschowitz mit 38 Milligramm per L. der Elbe zuzufliessen. 

Die Magnesia erhoht sich langsam von eincni halbon Milligramm bis ztj 
sieben Milligramin's bei. Piirstein; von da rapid auf 18 Milligramm per L. und fall t 
aicht melir unter 1.2 Milligramm per Liter. Das gegenseitige Verhaltniss von 
Magnesia zu Kalk, ist im ganzen Flusslaufe Schwankungcu von I : 1 bis 1 '■ G 
unterworfen. 

Die Zunahtne der gebundenen Kohlens&ure gelit im wesentliclien mit der 
des Kalkes und der Magnesia Hand in Hand. 

Die Schiuefelsdurc betriigt am Urspnmge der Eger kaum ein Milligramm 
pci- Liter, bis Eger vier Milligramm. PlotzHch aber erhoht sie sich. in derLraun- 
kohlenformation auf L3 Milligramm per L. bei Konigsberg and auf 25 Milligrams 
bei Karlsbad, weiter stetig zunehmend and mil, to Milligramm bei Bauschowitz 
abschliessend. 

Die Kieselsaure wird absolut auf das Doppelte im Wasser vermehrt. 

Das Chlor erhoht sich auf die dreifache Menge. 

Betrachtet man aber die prozentische Zusammensetzung der fixen Mineral* 
ruckstande, so erhiilt man folgende Tabelle: 

Prozentische Zusammenset/ung der von organischen Stoffen befreiten Wasser- 

riickstande der Eger 



Bestandtheile 



60 








1 


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MgO 
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SO, . 

<!(), . 

N,0, 

Si0 2 " 
CI . 



|-AI,0, 



Kiiinina . . 
Sauerstoff ab fttr Chlor . 



Siimma . 



16-82 

7-71 
9-06 
356 
8'60 
5-61 
8-18 



24-85 
22-74 



•02 

•47 

■29 
'94 
'77 
00 

'55 

19 
98 



14-22 
4-80 

18-10 
6'82 
0-50 
7-39 

24-21 
1-27 

15 43 
9-31 



100-53 



1 02 

2' 



21 

21 



02-05 
2-10 



100-53 99-97 I '.19-1)5 



15-72 
8-80 

18-00 
6-85 
2-28 

16-02 

19-54 
0-45 

1.2-19 
8-18 



1 6-59 
3-10 

16-62 
5-79 
2-68 

27-22 

11-93 
0-34 
9-11 
8-49 



101-81 
1 -85 



101-87 
1-92 



99-96 | 99-95 



15-72 
3-69 

16-60 
6 06 
2-56 

25-52 

11-86 
0-33 
9-24 

10-80 



102-38 
2-44 



99-94 



15-61 

3-61 

17-37 

8-15 

0-49 

23-81 

17-20 

0-37 

6-97 

8-21 



101-79 
1.-84 



99-95 



14-10 
4-21 

21-57 
6-74 
1-10 

22'86 

19-71 
0-41 
4-17 
6-66. 
101-42 
1-47- 



83 

An seinem Ursprungsortc zeiclmct sich das Egerwasser (lurch hohcn Chlor-, 
Kali-, Natron und Kieselsauregehalt aus, 

Das Natron untcrliegt sehr geringen Schwankungen und 1st im Egerwasser 
sehr reichlich vorhanden, in Mengen, wie sic nicht so bald in einem gleich grossen 
Flflsschen deB mittlcren Europas angetroffen word en. 

Das Kali sinkt relativ von 7-7% des Riickstandes in dem Masse, als sich 
die Eger vergrossert auf 3—4% desselben herab. 

Da das Kali von "den trtibenden Scltlaniintheilchen und dem Erdreich des 
Flussbettes theilweise absorbirt wird, so kaun eine Verminderung des im Wasser 
gelSsten Kaliantheiles selbst (lurch die Tbontheilcben erfolgen, doch lebrt eine Be- 
tracbtung dor Zusammensetzung der Riickstande der Nebenfliisse und Bacbe, dass 
Sie abnlicbe Verbaltnisse zwiscben Kali und Natron aufweisen und dass letzteres 
fiber ersteres in sammtlichen Zufliissen bedeuteud vorhcrrscht. 

Der Kalkgehalt der Eger betragt am Ursprungsortc 9%, erhoht sich aber 
Scbon bei Hobenberg in Bayern durch kleiue friinkische Zufliisse vennehrt, auf 
14% des Riickstandes und 'in demselben Verhaltnis steigt audi die Kohlen- 
sauremenge. 

Der Fluss, der eine weitere bedeutende Vermebrung des Kalkes der Eger 
""< 4% des Riickstandes bewirkt, ist die nicbt unbedeutende Roslau. Dieses 
Fltisscben entbalt im Liter 91 Milligramm Mineralriickstand und 28% des Rlick* 
Stands an Kalk. 

Mit ihrcn Zufliissen erstreckt sie sich iiber ein Quellengebiet von 257-94 Km 2 , 
Welches dem des Teplflusses nur urn 120-00 Km 2 nachstebt. Sie fiihrt fast soviel 
Wasser als wie die Eger bei Hobenberg. 

Durch Aufnahme aller bayerischen Zufliisse beSitzt die Eger scbon bei 
Eger 18% des Riickstandes an Kalk, eine Menge, welche im weiteren Verlaufe des 
busses urn 1 bis 2% des Riickstandes abnimmt, mit dem Eintritt in die Kreide- 
f °i'mation sich urn vier weitere Prozente bis auf 21% des Riickstands erboht. 

Verfolgt man die (iriisse und chemische Zusammensetzung der bedeu- 
te ndsten Zufliisse der Eger, so findet man, dass der Wondreb, eine Anderung im 
Kalkgehalt der Eger relativ nicht bewirken kaun, da er selbst 1.7-7% an Kalk 
enthftlt. 

In dem Masse als die kalkarmeren Erzgebirgsbache die Eger vennchren, 
v ermindert sich relativ der Kalkgehalt derselben. Aber auch die Flachenattraction 
,|(! * Flussbettes und der Verlust an freier Koblensaure, welcheu die Gebirgsbache 
na °b und nach erleiden, mag zu einer geringen mechanischen Ausscheulung des 
Ka *kes im Flusse selbst fiihren, doch gleicht sich dieser Verlust an alkalischer 
El 'de bald wieder im spftteren Verlaufe durch kalkreiche Zufliisse aus dem Kreide- 
Ull, l Basaltterrain aus, es ninunt der Kalk sogar so zu, dass die Eger nut 21% 
Kall < d. R. i u die Elbe iaflt, wie die folgende Zusauinienstellnng lelirt: 



6* 



84 



Kalk- unci Schwefelsauregehalt in 100 Theilen ties Riickstandes an elf Punkten 

ties Egerlaufes. 



Bestandtheile 



bC 




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& C 


CD !-, 




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Ul 




P 


H 



SO 

w 



(JaO 
SO, 



561 



1 4-29 
8-00 



18-10 
7-39 



K 





d 




03 


bo bo 


a 






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£4 


i©,5 




M 


fe 






17-90 
13-00 



18-10 
16-02 



17-86 
21-60 



17-05 
29-45 



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0,0 


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M 


Ph 




pq 


10 02 


16*60 


17-37 


21-57 


27-22 


2552 


23-81 


22-86 



Graphische Darstellung ties Ganges der Schwefelsaure uud des Kalkes im Eger- 
laufe in 100 Theilen des Riickstandes. 



30 
25 


Ursprung j 


am 
Hohenberg 


CD 

w 

OJ 

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30 
26 
20 

15 

10 

6 



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ft tit if I* t-ffl 



Den SchwefeteauregehaU der Eger bei Nebanitz steigern besonders z^ 1 
scbwefelsaurereiclie B&che: der Schladabach und der Soosbach niit je 32 und 26 /o 
des RtckBtamdes am Schwefelsaure und zwar von 8% auf 13°/ des Riickstandes- 
Von da an erhoht sicb im wachsenden Verhaltnisse der Gehalt an Schwefelsaure 
bei Kdnigsberg auf 16%, bei Ealkonau auf 81*6, bei Elbogen sogar bis 29% <lcS 
Riickstandes. 

Uiber Elbogen liinaus fallt derselbe im weitcrcn nnteren Verlaufe derEge 
von 27 auf 25%, bei Postelberg auf 24%, bei Bauschowitz bis 23% des But*" 
staudes, mit welchem Gehalt an Schwefelsaure die Eger bei Leitmeritz in die E' 13 
mundet. 



85 



Die Kiesehaure beginnt mit 25°/ and stnkt stetig bis auf 6% des Rtick- 
standes herab. 

Das Chlor betragt anfangs bis 22°/ im Rttckstande, sinkt aber schon bei 
Hohenberg auflO°/ und erhalt sich im weiteren Verlaufe von 8%— 10% bis Laun, 
von da an fallt cs noch bis auf 6-5°/ des Rtickstandes. 

Die Magnesia setzt mit frb°l des Rtickstandes ein, steigt bis Hohenberg 
auf das Doppclte und erhalt sicli mit 6% d. Et. datm in ziemlich gleicher Hbhe 
wahrend ihres ttbrigen Lajifes. Nur in der (legend von Postelberg crhebt sich der 
Magnesiagehalt im Rtickstande ausnahmsweise urn 2% hoher, auf 8°/ , geht aber 
bis Bauschowitz wieder auf 7% des Rtickstandes zurttck. 

Dass die selbst in verschiedenen Monaten einer regmarmen Periode an 
oincr Stelle geschopften Wasserproben von einander sehr wenig differiren, beweisen 
die frtiher mitgetheilten zwei Analysen der Eger oberhalb Bauschowitz aus dem 
Monate Oktober 1891. und August 1892. 

Selbstverstandlich wird sich aber die Zusammensetzung der Eger an ver- 
schiedenen Stellen ihres Laufes iindern, je nachdem es in den Quellengebieten 
ihrer ausgiebigeren Zuflttsse mehr oder weniger regnet, es sind dann die W&sser 
rlickstandsarmer, aber doch relativ nicht so sehr abweichend zusammengesetzt. 

Kennt man jedoeli die Zusammensetzung jener Nebenfltisschen, in denen 
starkere Niederschlage eintreten, so weiss man jetzt auch ohne eine analytische 
Uhtersuchung, an welohen Bestandtheilen das Wasser der Eger an den Ausmttn- 
''""gsstellen derselben bereichert werden wird, sowie man im Stande ist, an den 
verschiedenen Stellen des Flusses dessen chemische Beschaffenheit aus obigen Dar- 
stellungen im Allgemeineu vorherzusagen. 

Bisher war nur immer von den im Wasser chemisch gelosten Stoffen die 
R ede, einer zweiten Arbeit wird es vorbehalten sein, auch die mechanisch das 
Nasser triibendcn Schlammtheilchen der Eger aus verschiedenen sie durchsetzenden 
'"''hicten, ihre Beschaffenheit mid ihre Mcngo zur Zoit des hoohsten und veis- 
s endsten Wasserstandes kennen zu lernen, welche thcils in den Thalern abgelagert, 
tlieils weggeschwemmt werden. 

Es sind dies jene fruchtbaren Alluvionen, welclic namentlich im unteren 
Egerthale reichlich zum Absatz gelangen, und die befruchtenden Ablagerungen der 
tiberschwemmten Niederungcn bilden. Man hat sogar die fortdauernde Fruchtbarkeit 
E 8yptens ausschliesslich der Zufuhr und Bercicherung durch den Nilschlamm zuge- 
K, 'hi'ieben, neuere wisscnschaftlichc Untersuchungen haben dargethan, dass man die- 



Sel be auch da findet, 

Die 



wo __ w i e in Fayum — nur das Mare Wasser hinkommt. 
hil ' im Wasser gelSen, vom Boden, fiber den sic sich ergiessen, zurtickgehaltenen 
Sal ze, von denen die Meisten unentbehrliche Pflanzennahrstoffe sind, bereichern eben- 
falls die Matten, Wiesen und Acker und tragen zur Fruchtbarkeit des Landes bei. 



Betrachtung der chemischen Beschaffenheit tier Eger und ihrer 
Zufliisse nacli den Formationen, aus deneii sie entspringen. 

Die vorhcrrscliend aus Phyllit entspringenden Bach- und Flusswiisser wie 
die Eger, die Wondreb, der Meissen und Leibitschbach zcigen audi eine ziemlich 
ubereinstimmende clicmisclic Beschaffenheit, (lie in der prozentischen Zusammen- 
setzung der Rtickstande besonders zu Tage tritt. 

In 100 Gew. Theilen der Mineralrlickstande dieser Wiisser warcn enthaltcii: 



Bestandtheile 



TSger bei 

llolicn 

berg 



Wonrtrob 



Fleissen- 

ba,ch 



Lappitz- Leibitsch- 
felderbach bach 



Mittel 



Natron . . . 

Kali . . . . 

Kalk . . . , 

Magnesia . . 
Schwefelsiiure 

Kohlensiuire . 
Kieselsaure 

Chlor . . . . 



16-0 


16-0 


15-8 


12-6 


13-5 


6-5 


3-9 


4-3 


5-5 


5-7 


14-3 


17-7 


16-6 


16-8 


16-1 


5-9 


7-6 


7-9 


7-6 


11-9 


8-0 


4-9 


4-7 


6-0 


2-7 


21-5 


26-6 


25-8 


23-2 


31-7 


18-2 


13-2 


14-2 


18-6 


8-8 


10-0 


10-2 


10-0 


10-8 


8-6 



Mineral- (fixer) Ruckstand von 1 Liter in Milligrammes 



Rlickstand . 
Gliihverlust 
Iliirte . . . 



53-7 


41-9 


51*3 


56-4 


35-6 


10-7 


1.5-8 


9-8 


14'2 


ll-() 


1-19 


1-19 


1-42 


1-55 


1-16 



14-78 
5-18 

16-30 
8-18 
5-26 

25-76 

14-60 
9-92 

47-78 
12-4 
1-30 



Charakteristlk der Wiisser der Phyllitformation. 

Die aus dieser Formation entspringenden Wiisser zeichnen sich durch cu 
geringste Iliirte aus. 

In der trockenen Zeit des Jahres besitzen sie nicht melir an Miueralstortei 
als 47-8 Milligrainm pro Liter. 



87 



Sie zeichnen sich ferner durch verhfiltnissmassig kohen Natron-, Ghlor-, Kali- 
und Kieselsauregehalt aus. 

Die Wasser Kind gelblicb gefarbt, rcich an organiscken Stoffen. 
Natron, Kieselsiiure mid Kalk sind fast in glcicli.cn Mcngcn bci 15% 
vertretcn. 

Die Magnesia betragt in alien Fallen fast die Halfte des Kalkes, das Kali 
den dritten Theil des Natrons. Das Chlor macht 10% des Euckstandcs mis. 

* 
Zusammensetzung der vorwiegend aus Granitgestein kommenden Wasser. 

In 100 Tkeilen der fixen Wasserriickstande waren enthalten